Kr. 244, Dienstag» den 19. Oktober 1886. iii. Jahrg. MiicrM Drgan für die Interessen der Arbeiter. . Das„Berliner BolkSblatt« taglich Morgens außer nach Sonn» und Fcfttagetx. MonnementSprei« für Berlin fiel in�feyS �vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Man, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Marl. Einzelne Nummer 6 Pf. Sonntags-Nummer mit der illustrirten Beilage 10 Pf. lEingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1886 unter Zir. 769.) Jnsertionsgebühr betragt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf Bai Sßeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmttags der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohn» Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenchstraße 2.= Grxeditio«: Zimmerstraße 44. Hm Guhtlhüsn. Di« Herr«« sozialpolitische« Aeheimräth», die so lange über eme« Gesetzentwurf bet«ffe»d die Znvulide«» ««d Altersversorgung der Arbeiter gebrütet, habe» belaNntlich zu keinem Resultat komme« können und deshalb meldete» vor Karzem auch die offiziöse« Blätter, e« würde i« der ko«me»de» ReichstagSsessto« die Alter«» Versorgung nicht zur Verhandlung komme«. Da hat fich in» zwischen Herr Oechelhäuser, der bekannte nationalliberale Abgeordvete und Industrielle, entschloflen. in die Weltge» schichte einzuizreifea. Sr tritt mit einer Broschüre auf, de» titelt:.Die Arbeiterfrage". Ei» soziale« Programm, i« der er arit»ationalltberaler Bescheidenheit und Kompromißkunst «in„Ueb«rga»g«stadium" vorschlägt, durch welche« «r zu einer völlige» und umfassende» Altersversorgung gi« tange» will. , Oechelhäuser thut damit von vornherein keine« gute» Triff, den« e« ist mä«»iglich bekannt, daß die Na« tionalliberäle» immer beim Uebergang stehe» geblieben find. Ader sehe« wir«,« sehte» Vorschlag etwa« näher an. Die Mittel für die Altersversorgung, resp. für die UebergangSperiod« will Herr Oechelhäuser i» erster Li»i, von de» Arbeitgeber«, in zweiter von de» Arbeiur» aufgebracht wisse». Leider unterläßt er, da» Verhältniß näher zu präzifiren und darauf kommt e« gerade an. Denn die Ausbringung der Mittel ist bei der ganze» Frage da« Wich» tigste und au« ihr kan» man erst schließe«, ob die Versor» guvg genügend oder ungenügend sei» wird. Man wird annehme» dürfe», daß Herr Oechelhäuser kerne Lust hat, die Arbeitgeber besonder« schwer zu belaste«. Direkt nicht, aber doch indirekt ist er bemüht, in seinem »soziale« Programm' auSzudriicke», daß die Arbeitgeber nicht besonder« ängstlich vor seine»„Reformen" zu sei» brauche«. Er sagt mit Bezug ans die zu gewährende Altersrente:„Ansprüche auf eine bestimmte Höhe vo» Te- Währung«» find in dem UebergangSstadium ausgeschlossen; die ditpooibeln Mittel bilde» die Grenze der Leistungen." Wen» nun da« letztere fich auch vo» selbst versteht, so läßt fich doch au» der besondere« Betonung schließe», daß Herr Oechelhäuser die sogenannte Altersrente„vorläufig" recht niekig ansetze» will. Die« geht auch au« einer andere« Stelle sei««,„Programm," hervor, wo ei heißt: „Nach wie vor soll der Mensch al« Regel auf eigene» Füße« stehe», nicht vo« der Sorge für sei» Alter überhaupt, sonder««ur vo« der S o r g e f ü, d i e N o t h im Alter entlastet werde«. Und überdies muß im Interesse de« Invalide« selbst die noch vor. ha»de«e Arbeitskraft schonende Verwendung finde», de. beziehungsweise bei Bemessung der Unterstützungen in Be. Nachdruck»«rb»ten.Z IseuMeton [3 Im Hause des Uerderdens. Krimwalroman. Von Reinhold Ortma««. U"Ä" ÄfMSi" K ÄÄ S lchast N ziehe»—" bezeuge» könnte." »34 �tf Iuanita mit«wem wahrhaft vernichtende» Blicke.»Ich— die ich weiß, daß Paul Ramfeld nicht de» Muth hat. eine« Gegner im off««.«..Hrfiche» Kampfe zu fälle«, daß er nur mit kalter teuflisch« Ueberlegnng au« dem fichere« Hinterhalte seine Opfer zu treffe» vermag! Und wenn Du mir tausend Zeugen bringe« wolltest, daß Alvarez im Zweikampfe gefalle«— ich würde Dir dennoch «immer glauben! Aber gleichviel, eine» Tenosse» Deiner Autschwerfunge«, der Dich im Spicl geplündert, mochtest Du immerhin»hderschießen;»ur einem Weibe aegenüber, «wem schwachen hingebende» Geschöpf, da« Dich liebte, dos Dir sein Baterhau« und seine Ehre geopfert hatte, durftest Du nicht so feig und erbärmlich handeln, wie Du es g.« tha«. Bei Nacht und Nebel warst Du gleich«ach Deiner Uvthat w unser Hau, zurückgekehrt, hattest mir mein ganzes E-genthum. ja sogar meine Schmucksache« gestohlen und warst entflohen! O, e« war eine That, so schurkisch, wie ich fie niemals einem menschliche« Wesen zugetraut hätte; wie ich fie in der erste» Stund« gar nicht zu fasse« ver- mochte! Und al« wen» e« Dir mit alldem noch nicht genug wäre— al» wenn Du nicht gehe« könntest, ohne mir zuvor de» Todesstoß versetz« zu habe», schriebst Da mir in fliegender Hast noch jene« Billet, da« mich dewahe wahr» finnig gemacht hätte, und da» ich»ur anzusehe» tückstchtigung gezogen werde». Die Höhe des Alters an und für sich kann kein Kriterium für die UnterstützunzShöhe bilden." Da« ist ziemlich deutlich. Herr Oechelhäuser will also, daß der Rest der Arbeitskraft der invalide« Greise noch ausgenutzt werde, den« die.Altersrente" wird jedenfall« zu ihrem Unterhalt nicht aulreiche«. Da« kann ma» schließe» aus der Wendung, daß der Invalide„im eigene» Interesse" feine«och vorhandene Arbeitskraft verwerthe» müsse. Wir dächte«, bei einer humane» und zeitgemäße« Altersversorgung handelt et fich nicht»ur darum, der äußersten Roth zu begegnen; fie soll dem Invalide» und Veteranen der Arbeit auch Ruhe und einige Behaglichkeit für seine alten Tag« schaffe«. Welch kläglicher Anblick ist e», auf der Landstraße Greise mit zitternde« Hände» Steine klopfen oder in den Städten alte Frauen, die fich kaum mehr auf den Beinen halte» könne«, schwer« Wasch» und Potzarbeit verrichte» zu sehe»! Aber Herr Oechelhäuser ist ganz Geschäftsmann; auch da« letzte Füak« che» vo» Muskelkraft muß ausgenutzt werde». Daher kommt e« auch, daß Herr Oechelhäuser fürchtet, die Alters- Versorgung möchte de»„Trieb zum Sparen" beewträchtige» oder bei de« Kwder» da« Bewußtseht der Unterstützungspflicht gegenüber ihre« Eltern verringern. Diese Herren habe» doch immer tausend uunöthige Befürchtungen und geberde» fich als eine Art moralischer Votsehung, die fich berufe» fühlt, darüber zu wache», daß die VolkSmaffe nicht den„schlechten Leidenschaften" verfällt. Durch die« UebergangSstadium will Herr Oechelhäuser erst da« vothwendige statistische Material für ein« um» fassende Altersversorgung gewinnen. Al« od die« nicht auch auf anderem Wege zu beschaffe« wäre! Man kann uns entgegenhalte», die OecheIHSuser'sche» Vorschläge sollten ja»ur Vorläufer besserer und tiefgrerfe«- derer Einrichtungen sei». Dem gegenüber möchten wir dem Herr» Oechelhäuser und seine« Freunde» lieber rathe», doch einmal de» alte« philisterhafte» Staudpunkt aufzugebe» und sich»ach etwa» Neuem umzusehen. Diese Herren könne» fich, wie e« scheint, nicht dazu erhebe», die Altersversorgung al« etwa« andere« denn al« eine Art etwa« verbesserter staatlicher Armenpflege zu bettachten und sie könne» nicht begreifen, daß die gegenwärtig« Armenpflege schon längst kein Zostitut mehr ist, da« unsere» Zeitverdält- nisse» evtspncht Deshalb ist auch der Oechelhäuser'sche Vorschlag nicht etwa» Neue», wie die plumpe» Reklame» der natiouallcherale» Blätter glaube» mache» wolle«, so«- «er« etwa« ganz Alte« und nicht im mindtste» originell. Herr Oechelhäuser folgt, wie viele andere, der Mode, die heute einmal die Sozialpolitik auf ihre» Schild gehoben hat. Aber er hat nicht einmal fest« Norme» aufgepellt; er brauche, um jede Fiber in mir von Neuem gegen Dich zu empöre»! Weißt Du»och, wa« in jenem Briefche« stand? O, ich weiß t«, ich habe mir jede» Buchstabe» tief in» Herz gegrabe», und ich habe allen Fluch de« Himmel« auf mein Haupt herabgewünscht, wenn ich jemals vergessen, wen» ich e« Dir jemal» verzeibe» könnt« I Du schriebst mir, die lang- weilige Komödie wäre jetzt zu Ende, ich solle«ur zu meinem Vater zurückkehren und irgend einen vollblütige« Spanier heirathe», wa« ja um so weniger bedenklich wäre, al» unsere Trauungszeremonie»ur eine Farce, und der würdige Priester, der fie vollzogen,»ur ein laudstreichender Abenteurer gewesen und sein« Rolle für eine Handvoll Silber ganz vortrefflich durchgeführt habe! Vo» dem Augenblicke an, wo ich diese unmenschliche, schändlichen Worte gelesen, war mir die Aufgabe meines Leben klar und bestimmt vorgezeichnet. Die L-ebe war mit furchtbarer Ge- walt au» meinem Herze« gerissen worden, und wen» fie auch de» beste» Theil desselben mitgenommen hatte, so war doch«och Platz genug gebliebe» für den einzige» wilden, glühenden Wunsch«ach Rache. Mit unvtrwischbarer Deut» lichkeit stand mir mein Ziel vor Augen: Ich mußte Dich wiederfinde», mußte Dich züchtigen. Dich in de» Staub trete», so tief, so erbarmungslos, wie Du e« selbst gethan I Zch besaß«och eine Summe Geldes, vo» der Du nicht» wußtest; damit machte ich mich auf; und wa« alle« Nach- forschuage» Deiner Feinde nicht aelang,— Deine Spur aufzufinden, mir gelang e», den» ich suchte Dich ja nicht wie jene mit de» Auge« gereizter Brüder, ich suchte Dich mit de» Auge» eine« mißhandelte», eine« geschändeten Weibe», da« nicht» mehr zu verliere«, da« keine Ent- täuschung mehr zu erlebe» hotte. Ich fand Deine Spur und verfolgte fie bi» hierher I Zch weiß wohl, daß e» keine angenehme Stunde für Dich war. all ich so unerwartet vor Dich hintrat; ich weiß wohl, daß Du mich schon tausend Mal i» den tiefste» Abgrund der Hölle gewünscht hast; aber ich werde trotzdem nicht vo» Deine» Ferse« weiche», ich werde dafür sorge«, daß Du kein Menschenleben mehr zu Grunde richtest, und ich werde einst, wenn ich meine Stunde gekomme« glaube, vor Dich hintrete« und Dir zurufe«: Siehe, das ist die Rache des Weibe», das hat«ur ein« Reibe ganz allgemeiner Dinge ge- sagt und seine Versorgung ist so schwach, daß die Bewohner mancher Städte, wo eine günstiger« Armen» Versorgung al» anderwärts ist, lieber bei der Armenpflege bleibe» als zur Oechelhäuser'sche»„Altersrente" werde» übergehe» wolle«. Ma« vergesse doch nicht, daß die Idee der Arme»- Versorgung, soll fie der Gedankenwelt de» 19. Zahrhundert« angemessen sei», auch eme» moralische« Kern habe« muß. Der Ardeiter soll nicht neue Almosen bekomme»; er soll davon befreit werden, ei» demüthiger Almosenempsänger zu sei«, wen» er nicht mehr arbeite« kann. E» muß die Pflicht der Gesellschaft, für die Invalide» und Veteranen der Ar- beit zu sorge», voll und ganz anerkannt werden; erst auf diesem Fundamente kann eine gedeihliche Altersversorgung sich aufbauen. Davon will aber Herr Oechelhäuser nicht» wisse»; er will nur eine veränderte Armenpflege habe«. P« die Mrknzslijizkeit im Awiehmezesehm mtheitt der liberale„Pester Lloyd" sehr vernünftig in folgender Weise: „Fn England und den Vereinigten Staaten von Amerika, wo da« gemeine Recht in seiner ganzen alte« großartizen F:eiheit besteht, find anarchistische Gewaliakte und Versuche zu solchen»01 gekommen, aber die bestehenden Gesetze und die der Polizei für gewöhnlich zu Gebote stehenden— mit den Zuständen auf dem Festland« verglichen sehr ringe« schränkten— Machtmittel haben überall zur Verhinderung der Thaten oder wenigsten» zur nachträglichen Ergreifung der Uebelthäter genügt und werden, ohne daß auch nur ein« ver- einzelte Stimme fich dagegen außsoräche, für vollkommen auS- reichend für die weitere Bekämpfung der anarchistischen Pläne geHallen. Kein Mensch denkt in England und Amerika daran, um einzelner noch so graufiger Verbrechen willen ganze Klaffen von Staatsbürgern oder gar da» ganze Volk unter Ausnahme zu stellen. Au« bloßer doltrinärer Verrannthell hat fich stcher- lich weder die eine, noch die andere dieser beiden„eminent prallischen" Nationen auf diesen Sia�.dvunkt grst-llt; die Ame- rilaner namentlich werden ja gegenwärtig gerade von reallw- närer Seite tagtäglich ver tteifinnigen Oppofirion al« Muster vorgehalten, weil in ihnen keine Spur von sentimentaler oder doltrinärer Freiheitsliebe gegenüber den anarchistischen Ver- schwörern»u finden sei. „In Deutschland bestehen sehr scharfe und drückend« Ausnahmegesetz« und dieselben werden in der Praxi» in einem Geiste und in einer Ausdehnung angewandt, welche auch von nicht unmittelbar durch fie betroffener Sette schon längst als weit über die bei ihrem Erlaß von den gesetzgebenden Gewallt« gehegten Adstchten hinausgehend bezeichnet worden find. Aber D» um fei« Lebensglück betrogen, das Du«tt Füße» ge- tteten hast?" Mit verschränkte« Arme», mit gerunzelter Stirn und fest zusammengepreßte» Lippe» hatte Ramfeld der Erregte« gegenüber gestanden. Er hatte wiederholt de» Versuch ge- macht, fie zu unterbreche»; aber»»ter dem sengenden, heimlichen Blick ihrer schwarze« Auge» war er jede« Mal wieder verstummt und hatte den ganze« Erguß ihre« leiden- schaftlich bewegte« Herzen« über sich ergehen lasse». Als sie jetzt schwieg, um dem klopfende« Herze» und der tru» chenden B»ust ewige Augenblicke der Ruhe zu gönne», schien er seine Sicherhett und Schlagferttgkett wieder zu ge- winne». Er verzog die Mundwinkel zu einem spöttische» Lächeln»nd sagte: „Einen Vorgeschmack dieser oft verheißene» Stunde habe ich nun ja schon wiederholt erlebe« müsse«. Du mußt i» der That ei» sehr große« Vertraue» in meine Geduld setze», wenn Du glaubst, daß ich mir solche Skandalszene» immer und immer wieder gefalle» lassen werde. Nimm Dich w Ach»! E« könnte ei« Tag komme», an dem ich mich entschlösse, mir den unangenehme» Anhang vom Hals« zu schaffen." „Etwa wie Deine» Freund Alvarez?" höhnt« Zuantta. „Nun, ich glaub« wohl, daß Du da« mit dem größte» Ver- gvüge« thätest, wenn ma» dergleichen mitte» i» einer große» Stabt Deutschland« eben so bequem abmache« könnte, wie in einem mex kanische» Walde!— Versuch'« einmal l E« wäre ja ein würdiger Abschluß in der lange« Reihe Dew« Heldenthaten." „Du schwatzest Thorheite», Zuantta I Meinst Du, es gebe kein andere« Mittel, ei« Frauenzimmer lo« zu werden, al« diese«?— Aber wozu das Alle«! Wen» Du»ur ew klein wenig Vernunft annehmen wolltest, könnte» wir ja w Ruhe und Flieden als die besten Freunde leben." Sie maß ihn mit einem verächtliche« Blicke und beut», «och einmal auf den Koffer. „Zch habe Dir versprochen, m>ch vor der Welt vo» Dir znrückzuziehe» und Dtt nicht öffentlich w de» Weg zu kommen, so lange Du Deine» Schwur halte« und nicht de« in Dtutstbland ist unltt der Hillschaft eben dies« Ausnahme- aesitze und der auf Grand derselben dt» ini stranlhaste ge- steignten Macht der Polizeiorsane dasjenige anarchistische V:r- brechen, weichet von allen daS im eewalli�stui Maßstäbe an- gelegte war und, wenn vollbracht, von den underechenearsten Folgen gewesen wäre, ganz unbehindert von der Polizei, vor» dereitet und biS int Kleinste organifirt worden. Von dem un» geheuren Plane, bei Enthüllung det Niederwald Denkmalt den deutschen Kaiser scmmt so und so viel EouverSnen, Prinzen, Ministem und Gcnttalen in dir Luft zu sprengen, hat die deutsche Polizei btt zum letzten Augenblick ntchtdieletseste Ahnung gehabt. Tie kann weder an der Verhinderung roch an der nachtrSgl chm Entdeckung dat geringste Verdienst beanspruchen. m „In Oesterreich ist ein Th-tl det gemeinen Rechtet zu Gunsten der VerstSlunz der Pol'zeimacht für dat ganze Volk Mpendirt. Dat hat dt« An- archisten nicht abgehalten, ihre neuestr That lange Zeit hindurch und in einem großartigen Umfange vorzube» retten. Im letzten Buzenblicke ist die«utführung all«dtngt durch die Polizei vereitelt worden; aber wirb Jemand ange» fichtt d« Umstände det Falle« behaupten wollen, daß die Sin» tchränkung d« Prehfreih?tt, d-t Versammlungtrechtet, die Anpasiung de« strafrechtlichen Verfahrens an die Bedürfniffe der vtcherheittpolizci und wrdmch man sonst w Oesterreich der anarchistischen Gefahr entgegen, uirelen»«sucht hat,— daß von allen dtesm Opprejstomatzregeln auch nur eine in einem inn«m Zusammenhange mu der glücklichen Entdeckung in d« zwölften Stunde ftehi? daß die Entdeckung nicht«» folgt wäre oder nicht hätte ersolam können, wenn ein; Lücke in jmem System bestanden hätte? oder wenn dat ganze System nichl«»standen hätte? W»r denken, obwohl et an ge» wissen Stellen an Much zu lächerlichen Veh. upiunzen durch» aut nicht fehlt, so wird fich doch mit dieser Behauptung Nie» wand heroorwagen. Jene Leeste sind entdeckt wordm theilt in Folge einet glücklichen Zufall», thril» weil ste stch unglaud« lich ungeschickt benahmen. Wäre v« Zufall ausgeblieben, wären die Leute mit größerer Urbrrlegung und Vorficht zu W«l« gegangen, so hätte jevet persönliche Recht tn Oesterreich bis auf dat letzte suipmdtrt oder aufgehoben, et hätte d« schrankenlose Adsolutttmu» proklamirt sein können und die Dynamttdomdm mücden ganz unbehindert davon lustig geknallt haben. � ,�n Frankreich, Belgien, dm Niederlanden, der Schweiz, Ungarn»xistiren keine Ausnahmt» destimmungm irgend welcher Art, und— von spezifisch anarchistischen Versrechm tn diesen Länd«n hat man zur Zett doch nichts gehört, obgleich mehr«« versribm den Bosen dar« bieten, dn allgemein a!t dem Aaarchitmut besonder» gllnstig gilt. Sollen wir noch Stußland anführen, dessen ganze» Staatsrecht tn der Negation sedet bürgerlichen Rechte» besteht, und wo d« Anarchismus geboren ist und fich tn Permanm, erklärt hat? Sprechen diese Thatsochen nicht deutlich? Hat stch irgendwo nur in et�z-llnem Falle, hat stch selbst nm schein- dar ein die politische und bürgerliche Fr-ihett mindernd« Aut» nahmezustand alt wirksam gegen die Grsahren deS Anarchit» mu» erwiesen? Htt Vi» Aufrechttthaltung de» gemeinen Rechts und der gemeinen Freiheit stch demselben irgendwo, selbst nm scheinbar uno vorläufig, förderlich gezeigt? Wahrlich! Die» jentgen,»eiche Ausnähmet' aß! egeln und vnmehri« Pcliznbe- fuznifie alt Hetlmiltel, alt selbst nur ganz äußerlich wirlend« HkUmittel gegen dm Anarchitmut anpzeijm, müffm mt««d« ganz verrannte Doktrinäre, oder ad«— sehr arge Praktiker seinl „Dat ist vir negative Seite d« Frage. Ihr gegm» über ab« steht, unendlich nnfter, die pofittve, und vtese lautet: m „Fördern»utnahmemaßregeln. fördem Vermin>«unam der dürgerltchm Freiheit, namentlich wenn fit gewifien Klaffen der Gesellschaft gegenüber vesonoer» fühlbar gemacht werden, nicht den»narchttmm? Müffen ff: ihn nicht mit zwingend« logisch« Nothwendigktt: j ö-dern?«ringt nicht jeder Tag un» wlv«legliche neue prakltsche Beweise dafür?" V-litischr Keberstcht. Die Zollpoltttt Rutziaudt soll nach d« Angab« o'fiztöser Biätt««ne völlig selvftstänbig« und von d« deutschen Wirih» schastSpolitU röaig unabhängige sein.— Alt in Deutschland die Erhöhung V« Getteidr zolle deschloffen und der Singangszoll auf Schweinefleisch u. s. w.«höhl wurde, da tonnt« man in i-d«m russischen Blatte lesm, wie aufgebracht uns«« östlichen N chbarn Varüb«: waren. Es«hob stch ein mächtige» Revanche» grschrei, unv Schlag auf Schlag wurdm die Zölle aus sectige Waarm, die vom Au»lanve nach Rußland ka-um, erhöht. Und damtt nicht geuug. Durch besondere Anordnungm wurden die rasfischm Etsmdahnverwaftungen veranlaß», damweln stch dte kantonalen G r u>> und Ardeiteroetnein Neumünp«, um üb« die uw. gcltlichlett der L hrmtttel, Erwetterung der Hastpflicht>wtz obltzatortsche Unfallvnficherung zu diltuttr». ,l Denjcnig» Gemeinden, die ihren Schülttn die S***]! Materialien unentgeltlich v«adretch», hat stch � Trüllikon angeschloffen. Rußland-. Mit größter Offmheu spricht dte Presse BedenkenflCr die Okkupation Bulgariens aut. Obenan stedl>? hundert Million» delrazrnse D-fizit dieses Jahres. Wie' Dinge momentan liegen, müsse Rußland gute Beziehungen? Deutschland und Oesterreich. Ungarn, wenn auch dlot äußet� pfl:g», ei sei denn, daß rt zum sofortig» Krieg gegen europäische Koalition dtteit wäre! Da» ab« wird unbeom» bezweifelt. Sogar„Swiet" sagt: Greift Rußland»«%% patwn, dann sei nach der Meinung Odetft Komaroftf» dingt«forderlich: Modtlifirung von anderthalb Mann z« Aufstellung an d« deutsch-öfierretchlsch» difinitiv« AuSnitt Rußland» aut dem Drellatsttbund. L fortige: Anschluß an F:a! lrrich und Entsendung von Mann nach Asten. THe Bedingungen sei» ab« unetfjl�? E ne V-rstärkung d« Trupp» im transkaspischen Gedttt« allerdings nicht unwahrscheinlich und w»n Rußland?? noch da» Millelme«- Geschwader verstärke, sei alles 6% was die politisch» Verhältnisse momentan geftatt». nicht zum äußerst» d«c«t, müffe Rußland von der absteh», fich schweigend und adwaitei d verhalt», dt» Wj, einet eoentuellkn Vorgehint Frankreichs 0*% gningste Lufmerksamkeft z»w»dete. Er war ja mst «tg»e» Gebar k» und Sorg» vollauf beschäftigt,»"Li bange, fragend« Blick, de»« bei« Emtrftt m Ra«� Zimmer auf d» Dokior richtete, bewies d»tlich genug, u seine Zuv« ficht zu dem Erfolg d«, gewagt» Schrittet,� zu unternehme« er jetzt im Begriff stand,«och immer � allzu große war. J Ramfeld ab« lächelt« ihm fteundlich und fieg��s entgeg». Er bot ihm die Hand und sagt« dann, seine» Kiffer verschloß: ,a, ,Gut» Morg», Cart!— Zch«wart« Dich 2 M"ET- 01% Brandenstei» günstige Gestirne leucht» mögen!" IV. E« war ei« seltsame» Gebäude, da» Schloß stein, tn welchem di« B. fitzer d« autgedehn«» GütN � selben Nam»« nu» schon fest mehr alt zwei Zahrhu«� ihr sehr»«schiede» angewendete» Leb» zugebracht � Mift» rn einem p. ächtig. n Pack, den d« T«sch»ao� j.tzigen E'g»:hümn» freilieh etwas zu sehr hatte v«w � lvss»,«hob sich dat alterthümliche, massive Hau» unv« gäi gliche Mahnung � � J Wohl sah» die Mauern out, wohl waren die Sandstein-— r---------. und den Fenst«n thellweise abgedröckell und ichvörkelte« Lmi« d« Erker und Thürmch» zeigten vom Zahne d« Zeft hineingsnagte Lücke; aber"„ f deutete em« Spur darauf hm, daß«a» den. macht habe, diese An, eich» de« Bnfallt zu besitU«• zp Herr r. Bravdenstein und seine Umgevurg#*» Aesft di« hter und da klass»d«r> Maumrisse durchaus � bedeutete», und hatte» stch daran gewöhnt, w»ig Beachtung zu sch»ke», wi« de« eigewo � Knistern und Knack», dat allnächtlich durch die 9�7»J unheimlichen große» Zimmer de« all» Schlofft» dies« Zimmer zum«st» Mal« betrat, da muß't � glaube», plötzlich um eine Reih« von Zahrzehiue» Deutschland ein günstiger Moment gekommen sei, W» da« hl" solle sich Rußland mit Deutschland und Oesterreich mög« li»st gut stellm. So lange der Dreikatserdund bestehe, M nicht! zu mach,»; Rußland verliere im GegentheU seinen bi!« herizen Einfluß in Bulgarien gänzlich. Lorstebende» dürfte «ach dem„Verl. Tgdl." auch die Anficht der russtschen General« stldskeise sein. Die„Deutsche Petersb. Ztg." schreibt über die g e s ch ä f t« ! i ch e Lage Rußland«: Während sich die Entscheidung in der bulgarischen Frag« hinzieht, fällt unser Kur« in beispielloser Weise an einem To« von 194, rva» ja auch schon erschütternd wenig ist, auf 192'/,. Wa» ist denn aelchchm, wodurch erklärt stch diese«, wie ein Alp auf unserer Teschästßwelt lastende Mißtrauen Europa«, da« stch in solcher finanzieller Aushungerung in einem Finanzkrieg une» traglichster Art tundgiebt? Führt Rußland einm striea, hat «« dir Olkupmion befohlen? Ei ist da« teineiwegZ grschehen und wird, wie wir glauben, auch nicht geschehm. S» ist unerhört und in unserer Finanzgeschichte, die doch schon manchen Sturm erlebt hat, noch nicht vorgekommen, daß Rußland die Differenzen seine« Vertreter« mit der hartnäckigen interimi« ftischen Regierung eine« von ihm befreiten und konstituirten Ländchen« im fernen Orient mit Kursen bezahlen muß, die kaum schlimmer sein könnten, wenn unser Vaterland da« Unglück hätte, in einem Weltkrieg um seine Existenz zu ringen. Frankreich« Ein Nachfolger für den Finanz minister Sadi Car« no> ist noch nicht gefunden. Rouvier und Tirard scheinen al« Freihändler unmöglich zu sein, da fie Deoelle'« Demission ver« anlaffen«ülden. Hubbard, von der äußersten Linken, interpellirte die Re« gierung über die Pression, welche die Eisendahn» gesellschaften auf diejenigen ihrer Beamten ausübten, welche Mitglieder der Munizipalräthe sind. Der Minister er «ideBe, e« sei nicht seine Sache, stch in Angelegenheiten der E-sendahngesellschasten, welche deren Beamten betreffen, einzu- mischen. Der Minister beantragte Uebergang zur einfachen Tagesordnung. Letztere wurde mit 298 gegen 154 Stimmen angenommen. Der Handelsminister Lockrcy brachte einen Gesetzentwurf ein, wonach diejenigen Personen, welche fremde Waaren a!« französische verkaufen, zu Geldstrafen von 1000 bi« 5000 Fr«, und zu G-fängniß von 3 Monaten bi« zu 3 Fahren verortheilt«erden sollen. Louise Michel, die wegen„öffentlicher Aufforderung zu Mord und Plünderung" im Grfängniß fitzt, von der Re« gienmg aber wieder einmal begnadigt worden ist, weist in einem Briefe an dm„Jntranfizeont" die Begnadigung zurück und verbittet stch dergleichen„schlecht» Späße" von Seiten de« Ministerium«. Der„Fntra nsigeant", diSher ver eifrigste Berthei« biger de» KriegSministcr», greift den Gtneral Boulanger an w�'gen Beförderunz reaktionärer Brigadegeneräle zum Divtston«» «ommando. GrohbritauAie«. Der Sekretär der sozialdemokratischen Ver« e i n i g u n g hat an dm Polizeichef London« ein Schreiben geft»t«t, in welchem er die Behörden angeficht« der Arbeit»« lofigkeit der Arbeiter auffordert, die nöthlgen Maßregeln zu treffen. Bei ihrem Vorgehen soll stch die Behörde nach den Voischlägm ricktm, welche im November 1883 von der sozial- demotratischm Vereinigung gemacht find. Eine in Portstmouth veiöffentlicht« Verordnung verbietet die Zulassung von Aulländern zu den Wersten ohne desostderen Erlaudnißschein de« Marinemintsterium«. Nicht weniger al« 229 Bergleute wurden in Gate«h«ad zu G-lostiafm verurtheilt, weil fie die Arbeit ohne vor« hergegangen« Kündigung eingestellt hattm. Ganz wie bei un» l Italien« Die Gmeraldirektion für Stastitil veröffmtlicht ein Buch üb-r die italienische Au««anderung. Demselben ist folgmde« zu entnehmen: Die Anzahl der RutwanSerndm d.trug im Fahre 1885 157193 Fndtaiduen; 77029 wanderten für immer au«, 80 164 nur vorläufig(um im Ausland Arbeit »u nehmen) Die Zahl ver letzteren hatte im Fahr« 1884 be« tragen: 88 968; dagegen war die Zadl der permanent AvS« wandernden im Fahre 1884 nur 58000. Zumeist find die Auswandernden Landleute, und während in Italien viele Tausend« Hektaren unbebauten Lande« find, gehen die Leute doch in die Fremd«, lieber die Hälfte der Au»«anderir gehörten der Bauernbevölkerung an. Von den Auiwandemden gmam 78232 nach anderen Ländern Europa», 6435 nach »Ifiika, 72 490 nach Amerika. Mm konfiaUit eine Abnahme Der nach Oesteneich gnichtetm Emigration, aber noch medr abgenommen hat der nach F-ankreich gerichtete Strom der Au«- «a-dtrung; im Fahre 1682 hatte die Zahl ver nach Frank- reich Auiwandemom 63 000, im Jahre 1865 nur 33 500 de« tragen. Auch noch Tuni»«andern jetzt nm Wenige au«; im versetzt zu sei«, de«» seitdem der Troßvater de« jetzige« Eigeuthümer« bei sei«er Hochzeit alle Räum« de« Schlöffe« zur Augeoweide für die ju»ge Herr»» hatte«eu einrichten (äffen, war a» der gesummte« Ausstattung nicht da« Min« deste geändert worden. Der greise Man«, der sich jetzt al« Herr und Gebieter zwischen all' den steifen, altmodischen Möbeln mit ihren verblichenen Bezügen bewegte, dachte Irlich nicht daran, die alten unbequemen Stück«, um die srch alle Erinnerungen seiner ersten Kindheit webten, durch ff?«sche« lassen. E« hätte wahrscheinlich Niemand besser in dies« alt« «toirsche und»mvittnte Umgebung passen können, al«Herr Heinrich von Brandenstein, der mrt seiner zusammen« g-sunkenen und Hagem, Tdstalt. mit seinem spärlichen schnec« weißen Haar und dem gelben runzligen Gesicht selbst aussah, wie ein vergessene« Stück au««wer längst vergangenen Zeit. Seit vierzig Zahren wa, er alleiniger Herr und Gebieter hier,»n der Seite eine« jungen, schönen Weibe« hatte er damal«, kurz vor de» Bater« Tode, seinen Einzug gehalten in Schloß Brandenflein, und da man weit und drei: wußte, daß da» Rittergut eine» der ertragfähigsten in der ganzen Gegend sei, so hatte damal« Manche, d« Brandensteiner beneidet. Ohne Ursach«! Die Diener flüsterten bald hier, bald da von heftigen Auftritten zwischen den jungen Ehe- gatten, von roth geweinten Augen der schönen Baronin und von beständiger übler Üaune de« ohnehin schon seit seiner ökindzeit al« jähzornig dekannten Gebieter«. Dann geschah «twa» Schreckliche«. Zwei Taglöhner, die sich in ftüher Stund« in den Park begaben und am Ufer de« hinter dem S-blosse liegenden Teiche« entlang gingen, bemerkten einen hellen Gegenstand an de, Oberfläche de« letzteren, und al« fts ibn au» dem Wasser gezogen, war e«— der Körper ihrer schönen Herrin I,, Sie mußt« schon seit vielen Stunden tobt gewesen sein. meü ten die schnell herbeigerufenen Aerzte. und die Kammer- jvngfer sagte au«, daß die Verstorben« fie am verflossenen Aoend anscheinend in großer Erregnng fortgeschickt und die Anficht«»«gesprochen habe, ihre Rachtto, leite ollein zu vollenden. Daß fie eine Stunde vorher durch da« Schlüssel» (och ewige Bruchstücke etne« besonder« heftigen Streite« Fahre 1882 gingen dahin 2200, im Jahre 1885 nur 800 Per« sonen. Dagegen nabm die Zahl ver nach Amerika Au«» wandernden gegen 1884 im Flchre 1885 um 17 000 zu. Balknnlauder. Die Ruhe, mit welcher die Bulgaren der weiteren Eniwickelung der Dinge entgegensehen, macht«wen wohl« thuenden Eindruck gegenüber den schamlosen Hetzereim der ruistschen Blätter. Die Große Sobranje soll am 27. d. Mi«, zusammentreten, und wenn die Mächte fich bi« dahin trotz de« Entgegenkommen« der bulgarischen Re- gierung nicht über einen Thronkandivaim geeinigt habm«erden, dürste die Schuld dafür cinttg und allein Rußland inffen. Di« Vertreter ver russtschen Regierung und die rusfisch« Press« wetteifem förmlich mit einander, die Wahrheit zu entstellen und da« bulgarische Volt zu beleidigen. So Hai General Kauldar» der„N. Fr. Pr." zu Folge den Bauern im Wanaer Kreise erzählt, die bulgarische Realerung fürchte den russtschen Einfluß, respektive die rusfische Okkupation deshalb, weil von tbr Rechenschaft über die von Rußland ge> schenkten 17 Millionen Rubel verlangt werdm könnte. Der General versprach den Bauem materielle Unterstützung in der Landwirthschast und Befreiung vom Militärdienste. Selbst die russensreundliche„Agence Havai" erklärt, daß ein Artikel der„Moskauer Zeirung", wonach Rußland und Gmeral Kauldar« von dm Bulgaren insullitt worden wärm, offenbar auf falschen und verleumderischen Mittheilungen be- ruhe; im Gegentheil sei e« aller Welt bekannt, daß der Ver- treter de« Zarm überall wtt der seinem Rang« und setner Eigenschaft gebührenden Achtung empfangen werde; e« sei richtig, daß da« Volk überall Vertrauen in die Regentschaft und Regierung und Adschm gegen die Verschwörer au«- drückte; allein diese G finnungen könnten niemals al» eine gegm irgenwm gelichtete Beleidigung ausgelegt werdm. Da- gegen schreibt die„No-voj- Wremsa", welche in ibrrr Wuth über den Mißerfolg de« General« Kaulbar» erklärt, daß „der Battenderger besser war, al» seine Kreatmm", über die Bulgaren folgmde«:„Die bulgarischen Regmtm haben Eine» trefflich gelernt: die Methode der Fakobiner au« den Zelten der ftanzöfischm Revolution. Kühnheit, die der von Räubern gleichtommt, Einschüchterungen, Terror, Betrug und Lüge— da« ist'«, womit st« mantpultrm. Fn« mitten eine« halomildm Volks« find solche Handwngimoximen um so vottheilhafter anzuwenden. Ader um so widerwattiger und ung-beuerlicher auch find Vah r diese vom Avmtmier ge- schütten Jttobiner... Mit dem Allem hatte man nicht ge« rechnet. Unser diplomatischer Agent glaubt«, daß er in ein patttarchaltsches Land gehe, da» von Gefühlen der Dankbarkeit für Rußland beseelt sei. Unsere Diplomaten vergessen ganz. daß diese« von Rußland defreite Land fich in dm Händen einer Gaunerbande befindet. Und wa» geschieht% General Kauldar« sprach und überredete da« Voll rusfisch. Die Regmtschaft redete auf dasselbe bulgarisch ein mit Stöckm, Ruthen und Ohlfeiam. Wo destiht da Gleichheit der Mittel 9 Hätte da selbst ein E c:ro etwa« eneichm können?" Gegenüber solcher Raserei müffm freilich olle Vernunftgründe wirkungSlo« bleiben. General Kauldar«, dem in Giurgewo Instruktionen sein« Regierung zugegangen sein sollen, beabstchtigte am Mon- tag stch über Ttrnowo nach Sofia zu begeben. Die Annahme White'« al» mglischm Botschaft«» bei der Pforte begegnete proßen Schwierigketten, weil d« Sullan stch dahin geäußert, Whtte sei d« eigmtliche Anstift« der bulgarischm Ereignisse. Dem„Verl. Tgdl." meldet man au« London: Die englische Diplomatie ist seit einizm Tagen ganz un- geheuer thätig; trotz der anscheinend harmlosen Vergnügung«' deschäfligung Lord Churchill« arbeitet derselbe unausgesetzt da, an, selbst nach dem ersten Fehlschlagen sein« Berliner Reise doch noch ein« Kombination herzustellen, welche die russtschen Pläne vereiteln würde; und zwar bestehen wird«, wie hiefige polttische Kreise drhauptm, Auistchten, daß die mglischen Bemühungm nicht so ganz fruchtlos erscheinen, wie Anfang der Woche. Di diese Anficht in dm Ereignissen der lrtzten Tag« begründet ist, kann hier kaum herausgefunden «erden; allein al« thatsächlich zweifello» ist mitzuthetlen, daß ein hochstehender, zunächst kompetenter englischer Staatsmann wieder weit posttio« darüber fich erklärt, England werde doch schließlich noch etne derartige Gcupplrung der Mäch!« bewirken, daß Rußland angeficht« der Gesammtkundgedungen der an- deren Großmächte sew« bulgarische agresfioe Politik für jrtzt wenigsten« ausgtebt. «sie». In mglischen politischen Kretsm gesteht man e« zu, daß da« Torykabtnet den sogmannten Cypern-Vertrag al« reoistonSbedütttig erklärt habe. Lord Beeconkfield, sogt man, hätte stch mit der Okkupation von Larrata und de« anliegenden Gebiete« begnügt, weil er mit Sicherhett die Regenettrung der Türkei und eine starke Regierung in Konstaniinopel vor- aussetzte. Nachdem scdoch diese Voraussetzung immer mehr in die Brüche ,u gehen droht, sei e« nur ein Alt der Vor- zwischen den beiden Eheleuten aufgefangen'hatte, th-ilie die Znngfer natürlich wed« den Aerztm noch der Ge» richtSperson mit, desto geflissentlich« aber allen ihren Ftkuadinnm und guten Bekannten. Die amiliche Feststellung d« Todesursache lautet«: ein Unglücksfall, während die ganze Welt offen nnd verstohlen erzählte, die junge Frau von Brandenstein Hab« fich in Folge der schlechten Behandlung ihre» Gemahl« da« Leben genommen. Eine weiter« gehend« Verdächtigung gegm diesen wagte fteilich Niemand zu erhebm, den« die an Raserei grenzende Verzweiflung, die den Baron mehrere Wochen hindurch für jeden Verkehr mit der Außenwelt unzugänglich machte, erstickte alle häß- lichen Vermuthungen. (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst und Zeven. Im Wallner-Theater wurde am Sonnabend„Der Golf» onkel" von EmU Podl in neuer Bearbttturg in Szene gesetzt. — Lermuthlich um„Ostastm in Berlin", diese« reizende Schluß» bilo zur«uffüheuiig zu dringen, während in der flüherm Bk» ardeiiung de« Stücke«„Der Goldonkel au« Krllfornim" an- gereist kam!— Von einer ernstlichen Bearbeitung dieser früher so deliedtm Posse dürfte wohl kaum dl« Red« sein; da« Bei- werk derselbm, die Poeste, ist daran« verschwunden, sasür find zu dm alten bekannten Situationen und Kalauern ein, eine neuere bekennt« gekommen, geschickt eingestreute politische W tze, wozu di« Vorgänge auf dem Welttheaier„Bulgaiien" dir geeigneten Moliv« geben; endlich die nie fehlmven Kouplet« und Qrovlibek«.— Denke man fich dazu wirkliche„'chöne Dekorationen und Kostüme", die prickelnde Mufik Sonradi'S, eine Reiht schöner Japanefinnen und man hat— Alle»! Der jubelnde Applau? gatt vo:zugSweise dem Gast Henn Felix Schwttghoftr, deffm meisterhafte Darstellung de« jüdischen Handeitzmanm« Blumenkranz ein Bild wie au« einem Gusse formte; neben echiem, unverfälschtem Witz, eine Wärme und Weich- beit de« Gefühls, die, wetl fie vom Herzen kam, zum Hirzen ging! Diese Glanzleistung de« Herrn Schweighofer, sowie die prächtig« Jnszenirung sichern der Aufführung de« Goldonkel eine lange Reihe von Wiederholungen. Gespielt wurde reckt brav, Fräulein Schmitz, eine Debütantin entfaltete die ganze Energie, um ihren Gatten, Herrn Guthciy, Konstantin, Böhlke, al« ficht, wenn England stch jetzt anschicke, die ganze Insel zu er» ««den. Sin neue« Blaubuch unter der Bezeichnung„Weitere Schriftstücke über Birma"(Birma Nr. 3, 1886) ist soeben veröffentlicht««den. Dasselbe enthält Informationen über ver- schtedme Gegenstände in Verbindung mit dem Feldzuge in Birma und über die Einverleibung jene« Lande» in da« im dische Reich. Da» erste Schriftstück von Wichtigkeit ist da« Telegramm von Lord Duffertn nach setner Ankunft in Man- dal.y im Februar, in welchem er seine Anficht ausdrückt, daß keine Form eine« Protektorate« genügen würde, um in Birma die Ordnung aufrecht zu halten, und energisch empfiehlt, daß jener Staat absolut annevirt und administrativ mit Indien verdonden werde. Hierauf sanftionieie der Earl vonKimderlty unterm 16. Februar telegraphtsch„die dauernde Einoerieidung de« Königreichs Rva", und diese Erlaubniß wurde in einer längeren Depesche an dm Bizetönig— datttt den 19. Februar — wiederholt. Die Depesche Lord Duff'ttn« vom 19. Juli bestätigt die berettt brieflich gemeldeten schweren Verluste, die mehr dem Klima al« dem Feinde zuzuschreibm find. In Aktton wurden 4 Ol filtere und 33 Mann getödiet; ihren Wunden erlagen 2 Oifiziere und 28 Mann; an Krankheitm starben 1 Osfitter und 269 Mann; verwundet wurden 13 Offizier« und 193 Mann; dienstunfähig wurden 39 Offiziere und 920 Mann. «f-tla. Mit der Erstürmung von Tamai bettachtet man den Krieg im östlichen Sudan al« in seinen letzten Ausläufern beendet. Die Verwundeten, sowie die Kanonen find von Tamai nach Suakim gebracht wordm. Der Kh dive hat an die drei ds deutmdstm Scheichs der freundlich gefinnten Stämme Orden verliehen, aber fie werdm wahrscheinlich die vollständige Auf schlteßung de» Handel», di« ihnen im Falle der Einnahme von Tamai versprochen wurde, höher schätzen. Amerika« In Folge eine» Beschlüsse« der Majorität der Mitglieder d-» Verein« der Strickwaaren-Fadrikanten werden 59Fadtttm in Colwe«, Waterford, Hudson. Shmectaty, Ltttie Fall«. Phtlmont, Amsterdam und Valaiie, sämmtlich im Staat« New« Uork, nächsten Samstag schließen. 25000 Ardeiter werden dadurch beschäfiigungSlo». Gerichts-Zeiwng. Elberfeld, 13. Okiodrr. Der Schlosser D. war beschul- digt, seit Juni 1881 jugendliche Arbeiter täglich länger al» 10 Stunden beschäftigt und denselben dir oorgeschiiedenen Frei» pausm nicht gewährt zu haben. D. erklärte in der gestrigen Sitzung der Straskammer, die angezogmm Gesetzesvorschriften könnten bei ihm keine Anwmdung finden, da er keinen regel- mäßtgm Maschinenbetrieb habe. Da er oft mehrere Tage und selbst oft Wochen dm Maschinenbetrieb nicht benutze, so stehe ihm der§ 154 der Gewerbe Ordnung zur Seite, und beantrage er seine Freisprechung. Da« Gericht schloß stch den Aus- fühmngen de» Angeklagten an und sprach denselben frei. Zu« Tode verurtheilt. Rat! bor, 16. Oktober. Der ttt der Nacht vom 9. zum 10. August zu Bu»lawttz, einem südlich von Ratidor gelegenen Dorfe oerübte Mord beschäftigte gestern bei großem Andrang« de» Publikum» zum Zuhörenaum in 13stündiger Sitzung die Geschwormm. Der Bauersohn F cn, Newrzelle au» BuSlawitz hafte mit der dortigen Bauertochttr Matte Suchanek ein Verhältniß angeknüpft, welche» nicht ohne Folgen bliib. Dm Eltern de« N. war die« nicht angenehm, da die von ihrem Sohne auserkorene Braut arm war und sie demselben etne reichere Pattie zugedacht hatten. N. bekam deihalb von seinen Eltern vielfach Vorwürfe zu hörm. Am 9. August, 2 Wochen vor der beoolstehendm Entbindung der Suchanek, kam e« zwisckm dem alten N. und seinem Sohne wegen de« erwähnten Verhältniffe» zu heftigm Srötterungm, welche damit mdrten, daß der letztere von dem ersieren durch» geprügelt wurde. Am Adend desselben Tage« suchte N. feine Geliebte auf und begab sich mit ihr in da« Feld. Dort würgte er fie zuerst und bearbeitete ste dann mit einem Spaten so lange, di» fie todt war. AlSdann verscharrt« er die Leiche in tivt in unmittelbarer Näh« deS Thatorte« befindliche Grube. Am Tage nach der Thai legte N. ein sehr scheue« Wesen an dm Tag. Von den Verbleide seiner verschwundenen Geliedtm wollte er ansang« nicht« wiffen, gestand aber schließlich auf eindringliche« Zureden von Seiten der Eltern ein, daß er feine Geliebte erschiagm und veraraben bade. Verfchirdeno Umstände weisen darauf hin, daß N. die Töotung seiner(8e> liebten mit Ueberlegung ausgeführt baden muß. An der Leiche der Suchanek wurdm sehr viele Verft Hungen vorgefunden, insbesondere war der eine Kinnbacken völlig zerschmettert, so» daß die Annahm« nahe Ifeat, e« habe ein harter Kawvf zwi» schen. der S. und ihrem Mörder stattgefunden. Zwei Zeugen haben an dem erwähnten Abend au« der Richtung de« Thal- orte« in einer größerm Entfernung kreischmde Laute gehört. einer von dmselden will sogar die Worte„nicht verg-abm" herausgehört hoben. Der Angeklagte behauptet«, seine Geliebte Pantoffelheid im Zaume zu hattm. Herr Wand» als Debüt gab den Bruder Konstantin», Florian Böhlke etwa» hau»- backen. Eine weitere vitlverspccchenbe Debütantin war Frl. Thaie alt Laura Kiekbach. Drollig war der Schusterjunge de« Fräulein Bäcker», auch Frau Schmidt al« Eorline Hennegackei fübrte ihre Rolle recht wirksam durch. Von dm übttgm Darstellern erwähnen wtt die Herren Mejof, Meißner und Barthold, sowie die Damen Fräulein Meyer, Berkany und Kramm. Im Stadttheater(am mal» Blhambra. Theater) fand die dritte SoeniagSvorsttllurg in dieser Saison wiederum vor totat ausoerkaustem Hause statt. Die alte Räder'sche Posse„Robert und Bettram" oder:„Die lustigen Vagadondm", dewie« auch hier wieder ihre Anziehungskraft. Die PartseriunlN und die Stughalese«. Di« Stngha- lesen, welche seit einigen Monaten da« Publikum de« Jarsin d'Acclimaiaiion in Pari« durch die Neuheit ihrer Erschernung ergötzten, traten am Dienstag die Reise nach Hamburg an. Am Montag war der Einttittiprei«. ihrem Abschied zu Ehren, wie an Sonntagen aus die Hälft« herabgesetzt worden und der Be» such noch ttn außerordentlich starler. Man erzählte stch schon seit einiger Zeit, mehrere der jungen Wilden hätten einm außen» ordentlichen Eindruck auf dl« Herzen von Damen gemacht� welch« von lttchtm Eroberungen leben, und die Angestellten und Stammgäste de« Gatten« folgten n ugierig den Kund» gedungm und Fortschritten dieser Leidenschaftm. Da die Ver« waltung den ftemdm Gästen nicht erlaubte, ohne stchrre Be« deckung auSzugehm, so desch'Snk'm stch die Roman« auf den Austausch von Blicken, Seufzern und dte Uederreichung von Schmuckgegmständm, welche dte braunen Jlngiinge gern an» nahmen, auf ihren Geldwerlh sicheren Auge« prüften, aber nickt erwidertm. Höchsten« ließen ste fich herbei, ihr Gestdbt an'« Drahtgeflecht zu legen und küssen zu loffm. Der Abschied dieser Verehrerinnen von dm Gegenständen ihrer Liebe soll zum Theil ein her, zerreißender gewesen sein. Die„Schönen" weinten und schluchttm und die Empfindsamste unter ihnen gönnte fich sogar eine Ohnmacht; aber dafür warm die Singh«» lesen weniaer empfänglich alt für die Aufmerksamkeit einer an« derm„petite dorne", wiche ihren„Lieblingen" warm« Reise» decken oußlheiUt.— Derartige Schwärmereien für„wilde Männer" giebt«» Übttgm» nickt nur in Part», sondern, wie unsere Lier in dem lokalen Theil der heutigen Nummer unsere« Blatte« finden werdm, auch in Berlin. sei. all« ihr miwthM Hab«, daß aus ihr«, heirath nichts weidtn könnte, darüber untröstlich gewesen und habe den Bon schlag gemacht, daß sie beid« den Tod suchen sollten,«uf dal wiederholte DrSngm seiner Geliebten Hab« er ihr mit dem Spaten, den sie ,u dem Bebufe von Hause mit in dal Feld genommen habe, einen Hieb in den Nacken gegebm, sodaß fie lautlos mit dem Erficht zu Boden gefallen sei. und dann yabe er ihr vollends den(Bat ml gemacht. Die Geschworenen be- johlen die an fie gestellte Frage, ob R. die Marie Suchanek mit Uederlegung getödtet habe, und verneinten die Frage, ob er zu der Th-t durch die S. selbst bestimmt worden sei. Der Gerichtshof erkannte gegen R. wegen seiner mehr all viehischen Thal auf die Tvdetstiafe. N. trug, wie während der ganzen Verhandlung, so nach der Verkündigung seines Urthells eine große Ruh« zur Schau. Ruf die an ihn gestellte Frage, od er noch etwa! anzuführen habe, erwiderte er, daß die gegen ihn erkannte Strafe zu hart sei. Stella«, 15. Oktober. Sine 41 Köpfe stark« Räuberbande- 19 Männer urd 22 Frauenlpersonen, standen in den Tagen vom 6. bis 9. d. M. vor der Strafkammer zu Neiffe. Vom Mai 1884 bis Januar 1886 hatten dieselben unter Anführung eines ehemaligen Schmiedegcsellen Johann Duxa aus Silber- topf, Kreil Ratidor, die schlefischen Kreise Neiffe, Neustadt, Grottkau, Falkenderg und die angrenzenden, nördlich bis Otis, südöstlich dil Leodschütz gebrandschatzt. Die Zahl der geladenen Zeugen betrug 117, die der Eindruchdiebstähle. deren Duxa überführt wurde und geständig war, 67; der Werih der ge- stohlenen Sachen war meistens dedeutend, in einigen Fällen über 900 Mark. In einem Falle hatte fich Duxa als Käufer des Grundstücks eingeführt und so die Gelegenheit aulbaldo- wert. Er suchte nun Landleute und zwar mit Vorliebe länd- liche Gaftdauser heim, in denen er die Obnstube auszuräumen pflegte. Der Staatsanwalt beantragte zusammen gegen 400 Jahre Zuchthaus. Verhängt wurden 164 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 2 Jahre 6 Monate Gefängniß. Vier Angeklagte wurden freigesprochen. Drxa wurde zu 7 J-Hren Zuch'hars verurtheilt. Vom Schwurgericht zu Neiffe ist letzterer bereits wegen Raubes zu 8 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden, sodaß er tnsgesammt 15 Jahre zu verbüßen hat. Unsere Agrarier find bekanntlich auf die Bö-se nichts weniger als freundlich zu sprechen, ob'chvn fie gegebenen Falls nicht abgeneigt find, auch einmal ein Tänzchen um das goldme Kalb zu wagen. So fand dieser Tage vor der Altonaer Straf. lammet eine Verhandlung statt, welche ein beredtes Zeugniß von dem Umfange des vörsmspltls einiger Landleute ablegte. Ei« Landwirth aus Süderdithmarschen war wegen betrügerischen Bankerotts angeklagt. Durch die Verhandlung stellte es fich heraus, daß eine bekannte Hamburger Vankfirma bei diesem einen Landmann in etwa zwei Jahren durch An. und Verkauf von Spekulationspapieren für deffen Rechnung 600 000 M. Provisionen verdient hatte. Landmann wie Bankier wurden frei« gesprochen. Wenn der Erfolg nur immer so günstig wäre, wir wetten, auch die Herren Agrarier würden fich sammt und son« der! ein Börsmspekulationskonto anlegen. München, 16. Oktober. Der Redakteur de«„Amperboten", Herr Fellerer, wurde, wegen zweier Ministerdeleidizungen an- geklagt, vom Schwurgericht in einem Falle freigesprochen, im andern schuldig erkannt und vom Gerichtshof zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Brüssel, 15. Oktober. Ueber den«eiteren Verlauf der Verhandlungen im Prozeß Vandersmiffen wird der„Voss. Ztg." folgendes berichtet:„Je länaer die Verhandlungen währen, um so erregter wird die öffentliche Meinung. Die Entrüstung über das Auftreten des Angeklagten, über die»et, wie jetzt dieser Piozoß geführt wird, ist eine allgemeine. Nur ein kleiner Tbeil der Klerikalen, die auch jetzt noch ihren G«. stnnungsgenoffen stützen«ollen, jubelt dem Helden dieses Dramas zu. Je lcklüpfriger die Verhandlungen werden, um so mehr drängen fich die Frauen der Stadt Möns in den Ge- richtssaal. Da handelt el fich ja nicht mehr um die Ermor- dung der Frau, sondem die Tobte steht vor Gericht. Lang und breit wird theill öffentlich, theill unter Ausschluß der Orffentlichkeit darüber verhandelt, wie viele Liebschaften die- selbe vor ihrer Ehe— fie war Sängerin— gehabt, wie viele Liebhaber fie später beseffen. Mit Ekel wendet man fich da« von ad, besonders wenn man die„Enthüllungen" vernimmt. die dabei an den Tag treten. So find dem früheren Diene« des Rechtsanwalts Stcquart,(Ines der belanniisttn Advokaten Brüffels, von dem Vandersmiffen vermuthet, daß er der Ver« stordenen ihm schädltcken Rath ertheilt» von drei verschiedenen Seiten Gelder angeboten worden, wenn er vor Gericht«rllSren wolle, Stoquart sei ein Liebhaber der Frau Vandersmiffm ge« «esen! Es ist daher eine wahre Genugthuung, daß der General- Staatsanwalt Van Maldeghem der öffentlichen Entrüstung über dieses unerhörte Vertheidtgungssystem Ausdruck gegeben, den Angellagten wie seine V.'r.h-ivizer zur Achtung vor dem Grade aufgefordert und die Klage selbfl in ihrem ganzen Umfange aufrecht gehalten hat.„Laffen Sie mich, rief er, Sie gegen fich selbst verth-idtgm, denn Sie vergtffen, daß Sie durch Jzre Äertheidigung ein neues Verbrechen vor den Ge- schworenen begehen I Lassen Sie die arme Todte in ihrem Grabe ruhen, lassen Sie die Vwfteffenbeit über die Fehler der Mutter Ihres Kindes fich ausbreiten. Was hat das Alles mit diesem Prozeß zu thun? Hier handelt es fich nur um eins— dieser Mann hat getödtet; er ist für das vergoffen« Blut ver- antwortlich l" Die Vertheidiguna will aber da?on nichts «iffen. Der Präfident hatte die Vertheidizer ersucht, fich kurz zu fassen und dritte Personen ganz aus dem Sviele zu lassen, aber beide Vertheidiger erklärten heute, daß st« sehr lang« sprechen und die gesawmte Korrespondenz der Verstorbenen mtt ihrem Mann« und ihren Liebhabern öffentlich verlesen werden. Der Präfident des Gerichtshofes hat daher nech einen süntten Sitzungstag— Sonnabend— hinzufügen müssen. Es wird also an neuem Skandal nicht fehlen, zumal die Liebhaber de» kannte Persönlichleiten find, aber, wie auch der Spruch der Geschworenen ausfällt, Vandersmiffen ist fortab nicht nur politisch, sondern auch moralisch todr." Ein Ttlegeamm vom 16. Oktober meldet:„Das Asstsen« gericht, vor welche» der KafiationShof den V-ozrß gegen den früheren vrüfieler Abgeordneten Vandersmiffen wegen Mordes verwiesen hatte, verursheilte denselben zu zehnjähriger Zwangs' arbeit."_ Sostales«ad Arbeiterbewegung Die schweizer Sttcker hatten einen Verband gedilvet, um die Produltton und die Löhne zu regeln. Die beige» tretenen Kauflute machten ein große« Nufheben davon, wie webllhStig ihre Gründung gerade für die Arbeiter sei. Nach txm„G.ütlianer" verhielt fich die Sache aber folgender» w.eßen:„Die Kanfleute find nur deshalb in den Verband getreten, werl rs ihr Nutzen war. Dieselben hatten, bevor der Verband in Kraft trat, ganze Hausen Waare auf Lager. Durch Einschränkung der Ueberproduktion und durch Ans-tzung eraes Mini» aSohne« stieg Car.n der Preis der Waare,(o daß dieselben theuer verkaufen konnten. Man sagt von einer Firma, fie habe für zwei Millionen Franken Lagerwaare gehabt und dann dmch das Steigen de» Preises daran«ine hold« Million Franken gewonnen. Die meisten Lager find jetzt leer, und darum möchten die Kaufleute wieder billige Waare haben. Das erreichen fie nur dmch Sprengung des Verbcnd-s,«man st« wacker arbeiten. Es heißt bereits, einige der r ößtcn Ge« schäste«ollen diesen Winter austreten."— Die Ardeiter sind natürlich wieder die Geprellten bei diesem unwürdigen Spiel. Kaditaltmonopol. Kaum ist im Süden der Bereinigten Staaten die Eisenindustrie entstanden, so nimmt fit auch schon die Form des Monopols an. Kürzlich hat fich dort die Tenneffe« Coal, Jron and Railroad Comvony mtt der Pratt Cool and Jron Co., der Alice Furncce Ca und den Linn Jron Works von Birmingham in Alabama ve schmolzen. Den Bedingungen des Vereinigung» verttagel gemäß find sofort fünf weitere Hock» öfen von 200 Tonnen täglicher Schmelzfähigkeit und 1000 weitere Koalsöfen zu dm destehenden 5 Hochöfm und 1500 Koakköfen zu bauen. Den Gesellschaften gehören 200000 II Ire« Kohlen und Eisenländereien in Tmnrffee und 70000 Altes in Alabama; fie haben ein Gesammtkapital von zehn Mi!» Honen Dollars(40 Millionen Mary und werden, wmn die Oefen gebaut find, täglich 1000 Tonnen Eisen ltefern können. Befähigungsnachweis für das Famiitenledeu. Die „Volk». Zeitung" schreibt: In einer Zeit, wo man die soziale Frage durch alleriei Polizeimaßregeln lösen möchte, glaubm auch die Fabrikinspevolm mit solchen Vorschlägen nicht zurück. hattm zu müssen, wenigstens macht der Fadrikinfpektor kür Reuß a. L., welches bei reaktionärster Gesetzgebung im Reichstag« gegenwärtig und auch früher dmch«tnm Sozial- demokralen vcriretm ist, einm seltsamm Vorschlag, um es dahin zu bringen, daß die in Fabriken beschäftigt gewesenen Mädchen bei ihrer Verheirathmig etwas vom Hauswesen verstthm. Er will dmch Poiizeiverordnung jeder größeren Fabrik zur Pflicht machen, daß fie ihr« eigm« Svciseanstatt haben müsse, in wel» cher die Fadrilmädchm beschäftigt und wenigstens im Zubereitm einfacher Speisen angewiesm würden. Das ist schon ein seil forner Gedanke. Ader der Herr geht noch weiter; er sagt in seinem Bericht:„Nack haltiger erscheint mir eine oorigkeirliche Verordnung, nach welcher Fadrikarbeiterinnm bei der Ver» heiralhung nachzuweism hätten, daß sie entw:der zwei Jahre in paffenden Dimstm gestanden oder fich bei anderer G-legmhett für den HauSfrauenberuf ausgebildet haben. Eine derarttgr Vorschrift würde nebenbei dem in den Jndustriegegmdm herrschenden Dimstbotenmangel abhelfen und eine wünschen». werthe Beschränkung der Fadrrkardeit der Mädchen einschließen." Damit käme man schließlich zu einem allgemeinen Hcusfrauen» Examen für alle Heirath» kandidattnnm; denn es liegt doch auf der Hand, daß ein Dienstmädchen dos Heukrvesen nm dann ordentlich erlernen kann, wmn die Hausfrau selbst etwoS davon versteht. Um das f-stzustellm, müffen also alle weib» lichm Personen vor der Es-sch!ikßung ein Hausfrauen. Ex-mm oestehen, eventuell werden di-jenizen, welch« es nicht bestehen, als ungeeignet zur Ausbildung von Dimstmädchen dezeichnet werden müssen. Der ganze Vorschlag scheint bloß dem„Mangel an Dienstboten" entsprungen zu sein, über den in Reuß älter« Linie, soviel uns erinnerlich, schon mehrfach Klage geführt ist. Wenn wir nicht irren, wurde als Grund dafür daS Bestehen einer uralten Gestndeordnung angeführt, die es jedem Ar» detter, weß Geschlechts er auch sei, oerleide» als Dienstdote zu fungiren. Die oberläuder»lasinduktrie im Herzogthum Meiningen ist immer noch im Rückgang begriffen, wie die weininger Handelskammer mit einer gerviffm Trauer meidet. Die Fortschritte der Technik bo>>en es in den letzten Jahren allerdings ermöglicht, größere Quantitäten von Produkten zu billigeren Preisen aus den Maul zu brinaen, doch gaben fie auch zur Virgrößerurg der Fabrikanlagen Veranlassung, so daß die immer erhöhter« Muffenp-oduktton ein«eiteres Sinken der Preise und eme Redunruna der Arbeitslöhne zur Folge hatte. Der schlestsche Tadaklbaa geht mehr und mehr zurück. Während die Gesaannifläche d-k mit Tabat bebauten Landes in Sck listen fich im Jahre 1681 noch auf 485 Hektar belief, find in diesem Jahre nur noch 279 Viktor mit Tabat bestanden. Auch der Ertrag aus dem Tabaksdau sinkt. Im vorigen Jahre wurde vom Hektar eine Bruttocinnahme, ein- schließlich des Steuerbetrages, von 1729 M. erzielt. Dies Jahr berechnet fich dieselbe Einnahme, amtlichen Nachrichten zufolge, nur auf 1524 M. Ueber das Srubenunalück auf Zeche„Konsolidation", bei dem 54 Belgieute ihren Tov fanden, schreibt der„Korn- pesj", Organ der Knappschasts'Btrufsgtnrssen'chaft für das Deutle* e Reich: Nach dem authentischen Bericht des Grubenvoi stände« ist Wiens der köirigl. Bergdchöcden festgestellt worden, daß die Explosion durch einen in der Kohle adgethanenrn Spreng« schuß, welcher in umfangreicher Weis: Kohlenstaub ens» zündet hat, verursacht wurde. Setters der preußischen Schlagwetter-Kommiiston ist schon vor längerer Zeit das Ver» bot der S chießarbeit mit Schwarzpulver auf allen Schlogwettergruden empfohlen worden und es t irrst* der Vorstand der Knappschasts.Berutsgenoffenschast angefichts dieses schrecklichen Unglück« nunmehr der Frage näher treren müsien, od er nicht zur Brtämpiung dieses gc'äbriichen Feindes des Bergmannes auf Grund bei§ 78 des Unfall Verficherungt- Gesetze« mit einem solchen Veroot vorzuzehn haben wird. Auf dem diis'ihrigen deutschen vergmannltag zu Düffeldorf ist die Frage über die in Schlagwettergruden zu verwendenden Sprengmaterial als Ersatz des Schwarzpulver i d«S Näheren erörtert worden. vermischtes. Aus der„besseren" Gesellschaft. Aus Nizza wird ge< meldet: Vor einigen Tagen ereignete fich in einem Saale des Kastno Monte Carlo eine furchtbare Szene. An einem Roulette» tische saßen sieden Spieler, darunter angeblich ein russtscher Graf, der von den Mitspielern einiger Unregelmäßigltiten im Spiel bezichtigt wurde. Derselbe führte daraufhin einen Faust- schlag in das Geficht des Gegners. Die Anderen leaten fich ini Mittel, es entstand«in furchtbarer Kampf mtt Revolver« schüffen und Messerstichen, der zwei Todte und zwei Verwundet« zurückließ. Eträflingsrevolte. Im Zuchthause Castelfrarco revol» tirten sämmtitche 700 Ekäst-nge, zerbrachen die ArbeitsgerSth«, überfielen die Wächter und suchten die Thorr zu sprengen. Die Ruhe konnte nur mühsam hergestellt»erden. Die Sträflinge »erlangen ein« befiere Kost und drohen, daß fie sonst neuer» ding» revoltiren werden. Die KÜHvhett de»«edaukeufluge«, dessen fich die „Kölnische Zettung" erfreut, ist eine solche, daß schon bei der bloßen Beobachtung deffelden gewöhnliche Sterbliche stck da» Gehirn verrenken können. So haben wir, schreibt die„N. W. Vzig", schon vor einiger Zeit folgende Leistungen in der höheren Gedanter-Akrobatie, wie fie die„Köln. Ztg." betreibt, feststellen können: 1)„Die Achillesferse des englischen Kadi» netS liegt in der Kedle de» Ministerpräsidenten." 2)„Die Liberalen hoffen 30 Parlamentsfitze zu erwerben, welche sämmt» ltch aus dem Fleische der Gladstonianer geschnitten werden sollen." In der Nr. 276 vom 5. Oktober bringt nun die „Köln. Ztg." die neueste Leistung fertig, daß England hoffe: „es werde noch dahin kommm, daß Deutschland wie Buridan'« Esel zwischen zwei Heudündeln. zwischen Rußland und Oester» reich, wählen müsse. Aus ähnlichem Stoffe desteht der Regen- schirm des Trostes, den die deutschen oppostlionellen Blätter den Engländern in diesen Taren der unablisfig nieder- träuf-lnden Trübsal aufspannen."— Also«in Regenschirm de» Tröste», der au» einem mit Heu verwandten Stoffe her» gestellt ist. Eine Hinrichtung in Malaga. Au« Malaga, 3. Oktbr. wird der„Fr.-Ztg." geschrieben:„Eine Hinrichtung fand hier vor einigen Tagen statt, unter Umständen, welche für das hiestge Volk und die Behörden charakteristisch find. Wie üb- lich, wmde nach endgiliiger«estättgung de» Urthells die ca. 18 Monate»ach dem Spruch erfolgt«, der Delirquent, ein Mörder niederträchtigster Art, in ein Zimmer de« Gesang- N'sset geführt, das als Kapelle mtt Altar und Kruzifix hergs richtet ist und ihm»um Aufenthall während der letzM 24 Stunden dient. Dort wurde ihm da» Urthell verlesen. Dann blieb er zwei Geistlichen anvertraut, die ihn während 24 Stunden„trösteten", während die„Privil-gtrten" aus dem Publikum Zutritt hatten, um dm Verbrecher zu sehen- Dieser Tag der„Eapilla", wie er genannt wird, vaii eine furchtbar« Qual sein und wird selbst hier all eine Barbarei aneUannt. Am Morgen der Hinrichtung mar« schirte ein Regiment Infanterie(sehr schwach an Zahl), einig« Kompagnim Artillerie und alle disvoniblm Reiter, d. h. etwa je eine halbe Etladron„Gaardiao civiles"(Gendarmen) und Lar ciers, in dem trockenen Flußbett des Guadal- medina, gegenüber dem Gefängniß, wo das Schaffst stand, «uf. Eine halbe Kompagnie J-fanterie besetzte den Eingan« des Gefängniffes, während die übrigen Truppen am Schaffst geschlvffm aufmarsckirten. Das Schaffst war von erbärmlich« Konstruttion; ein Bretterboden von elwa 4 Meter im Quadrat der von in die Erde gerammten Planken etwa% Meter dem Bodm getragen wurde; da« Ding stand so schief, kl man das Umfallen ermattet«. Mitten auf der Plattform** ein hoher Pfahl von mäßiger Stärke und vor diesem ein rohel Sitz für dm Delinquenten angebracht. An dem Pfahl rriri das Haiseisen befestigt, das, durch die Schraube angezogen, den Hals des Htnzunchtmden gegm den Psadl quetscht, dll ihm das Gmick gebrochen ist. Schon um 7 Uh, Morgens wart» vn'Shltge Mmschm am R'chtvlatz; ste wurden bis auf ungefähr 100 Schritte an das Schaffst Herangelaffen, denn in dies« Entfernung davon fiand eine Kette von Poliieidimern unk Reiiern, während, wie gesagt, dcs Gros deu Milttärs in ge- schlofimer Ordnung blieb. Auf 8 Uhr war die HtmichtuNI angrsazt. Es wurde\ nach 8 bis|9, aber noch sah man lein« Anstaltm. Endlich kam ein Trüppchen Soldaten von dn» Gcsänqriffe auf den Rtchtplatz und marschirte mit eins Eskorte Gendarmen wieder zurück. Wieder en stanb«ine lan/ Pause, in der nichts geschah. Der Grund war folgend«-' Der Gouverneur des Gefängniffes weigerte fich, die ihm g» sandte halb« Kompagnie Infanterie mit dem Verurtheilt» »eggehm zu lassen, weil er ron den großen Volksmaffm ein» Versuch der Befreiung des Gefangenen fürchtete. Desb» wurde ihm eine Eskorte Gendarmm gesandt.& wettere Schwierigleit war. daß der Offizier l Gendarmerie rundweg erklärte, er wolle den drecher auf dem Htnweqe wohl schützen, aber dem Zurückbringen des Henkers nichts zu thun haben. Henker in Spanten ist nämlich so verhaßt, daß ihn da» Pu kum einfach erschlagm würde. Schließlich wurde auch öt> Punkt geordnet und der Verbrecher, zwei Pfarrer und# Henker kamen auf einem schwarzen Karren, von den Ger darm« umgeben, angefahren. Der Delle qumt«richten schon halb to« und ermannte fich auch nickt ,u der'onst üblichen Anipracr- die immer darauf hinausläuft: Brüser, vergebt Ihr»>>' Dagegen hiett einer der Pfarrer eine grausam lange Rede, der er dem Voll« das schreckliche Beispiel vorhielt. Es unlev blieb nicht», was die schrecklich« Prozedur hätte verlänge'" lönnm. Der Hmker hatte keiner Gehiism, er allein band Mann um den Leid fest an den Pfahl, mit den Beinen d-n Sitz, alles mit Stricken, damit es recht lang« darren- Dann band er den Schleier, der da« Gestcht während Garroitrms verdeckt, an den Pfahl und mV»« kam er mtt der gräulichen Maschine an, die er so plunv schraubt«, daß fich der Schleier darin fing. Also muß«* wieder abschrauben. Nach eirer unendlichen Zelt wurde lich der Hals de» Manne« in da» Eisen gezwängt, was ai» nicht leicht ging. Endlich fi,l der Schl-ter. der Hinler fing*' _.....' ßf unter Anwendung»»j sah, wie der gefcsseNe dann zu drehen einmal, zweimal und K-ast zum dritten Male, man............... fich gewaltsam streckte, der Kopf etwas sank— und es vorbei. Interessant war die Wirkung der Exekution auf v« Volk. Nie habe ich dasselbe so aedlückt gesehin. Dt« Män� ernst und fast alle Frauen mit Thränen in den Augen. D* Hmker wurde auf dem Rückweg mit Stein m geworfen W" mit genauer Roth von einem Trupp Infanterie beschützt. Kleine Mtttheiwnge». Etuhlwetßenbnrg, 16. Oktober.(Eine Leiche im n«n.) Hier ist man heute dmch Zufall einem entsetz.'«? Verbrechen auf die Spur gekommen. Der Brunnen im des Akademie.Mttaltede« Julius Schwarz in der Grünebai«' easse verbreitet« schon seit längerer Zett einen derartigen tränten Berück, daß die Hausbewohner schließlich auf Gebrauch des Brunnens verzichten mußten. Aus Ersuchen Parteien ordnete der Hauseigenthümer die Reinigung% Brunnens an, die heute in Angriff genommen wurde. wmde ein« Pumpe installtrt und wurdm zum nicht gerins? Entsetzen der Arbeiter menschliche Knochen zu Tage geß�u Wen erstattete von dieser Wahrnehmung sofort die Anzeigt n der Polizei und begaben fich der Staatsanwalt Cslky, Polizeilieuienant Bamdek, der Untersuchungsrichter Stgioy � der Gertchisarzt Dr. Ligeli in das Schwarz'sche Hau», wo die Untersuchung des Brunnens sortgesetzt wurde. Unters zahlreichen Personen, die aus Neugierde herbeigekommen rrv? d-kaed fich auib«in Nachbar Namens Lafics. dessen Mutttt? stterZ 'J. Weihnachten 1884 spurlos verschwur, dm war. Damals es stch, daß«in Raub vollführt worden war, da sämmü-�z Baargeld der Verschwundenen sehlle. Lafics erkannte in� Sitzen, die aus der Tief« des Brunnens hervorgeholt e Kleider, die seine Mutter bei ihrem Verschwinden gett� hatte. Bald darauf wurde der Halswirbel der Leiche h�% geholt, an welchem fich ein Strick defand. Femer Sackreste gesunden. Durch die weitere Untersuchung konstatirt, daß hier«in Mord vorliege und daß die verrvit«. Frau Lastcs mtttelst einer Schnur eldrofi-It, sodann in � Sack genäht und in den Brunnen geworfen worden>«i- � wurden sogleich die entsprechenden Schritte behufs Ermitt� der Thäter eingelettet; der geschiedm Gatte der Ermordfl� Namens Rsmeih, und zwei Ortsinsaffm, Franz Szlkoc» und jun., wurdm als des Mordes dringend verdächtig in v genommen. Wie«, 16. Oktober.(Wassermangel.) Der Bürgerw� Uhl hat heute nachstehende Kundmachung erlassen:. dürger! Abermals ist in Folge des im Quellengebiet! mebr als zwei Monatm andauernden Mangels am schlagen die Ergiebigkett der Hochquellen»Wafferleitung � in Abnahire, daß, wenn nicht binnen kurzer Zeil Niederschläge eintreten, selbst das zum Tcwkm und Z�., zu retwng von Nahrungsmttteln nölhige Waffer nicht ausreichender Wenge«ur Verfügung stehen wird. ungeachtet der Einschränkung im Wasserverbrauch öff-ntlicken Bedarf der Konsum von Hockquellenwafitt übermäßig grcß ist und daher offenbar in den Wodnv? �- eine Vergeudung platzgreift, seh« ich mich neuerving» � anlaßt, die Mitwirkung der Bevölkerung in Än.p�?-" nehmen, indem sch Jedermann dringend Jedermann bestrebt sein wird, mit Rückficht auf die ov dm Verhältnisse im Interesse des Gemeinwohles ut* Minderung des Wasserverbrauches mitzuwirkm."—- Abend«tnaettetme tntmfio« Landregm wir» wohl naa als dieser Appell an hie Bevölkerung der Wasserkc"" helfm. »»««tworUtch für den polMschm Thell und Soziales«ax Beilage zum Berliner Bolksblatt. Kr. M4, Dienstag, den 19 Oktober 1886. in. Ilchrg. ÄS Lokales. Der Stadtveroivueten» Versammlung liezt jetzt et.". Antrag de» Magistrat» vor. welcher da» Einverständnis dazu nachiucht,„daß im nächsten Etatiijzhr 1387/83 mit bss �"We einer Ufer» und Ladestratze am Halleschen U?er aus de? Etcecke zwischen der WöcketN' und der Gchöneserger Brück« begonnen werde, unter der Voraussetzung, datz die schwebenden Verhand« langen über den Erwerb dc» zu dieser Anlage nochsendigen Terrain» innnbalb de» EtatZjadreS 1867/83 zu Ende geführt w-rden." Bei dieser Gel-genheit macht der Magistrat einig« Mittheilungen übrr den Btand der Ladewesen> Angelegenheit überbaupt, namrniltck die Aushebung bei ge/eielien V-rbo» de» Autladm» am Schifffahrtilanal. Nach Fassung der Kom munaldrschlüsse vom 15. üp-tl er, dewffend Sie-ulünstige Gestaltung de» Ladewesen», hat der Magistrat an dm zuständigen Minister berichtet weaen Einleitung lemmiffarischer Beiathungen über die darüber ausgestelltm Prinzipien, und er sprach gleich» zeitig die Bitte au», im Sntmsse drr P ivatadiazenten de» Schifffahrttlanal» überall da da» AuS- und Einladen am Kanal wieder zu gestatten, wo die Interessen de» Land» und Wafferverlehr» die» erlaubm. Der Minister anlwortete unter dem 25 Mai d. I., datz er beide Angelegenheiten zunächst den zuständigen Provinzialbehörden: Polizetp Sstdium, Mwisterial» Baukommisston, Domänen- Rentamt, überweisen müsiz, unter« drückt« auch bezüglich der zweiten Littc nicht die Bemerlung, daß die dabei Bethetligtm nicht öffenllich«, sondern Privat» wtmssen verfolgten, wa» nicht autzer Acht bleiben könne. Der Magistrat richtete nunmehr in beidm Angelegen heitm gctr-nnt die erforderlichm Anträge an jme Provinzialdebörden. Die» hatte zur Folge, datz in d« generellen Bngelegendeit, betr. da» S-sammtladewesen. am 3. August d. F. lommiffarische Be. rathung-n stattfanden, deren«rgebnitz die Feststellung der. jenigen Punkte war, von derm Beantwoitung seitens der fis» laiisSen Behörden die ganze Frage abhängt. Die Vertreter dcr Staattdehörden warm nicht in der Lage, bindend« Er« Uärungen abzugedm. wünschten vielmebr schriftliche Fassung der Fragen, um darüber bei den von ihnen vertretenm Be- Hürden Vortrag zu halten und dieselbm zu einer gemeinsamen Acutzeruna zu veranlaffm. Diese Schrift ist am 12. August den drei Behörden überschickt, eine Rückäutzemng ist jedoch noch nicht erfolgt. Fn einem Schreiben dr» Poltzeiprästdcnten vom 28. August d. I. heißt e» u, a.:.Ich bemerke schon jetzt, daß eine Genehmigung von Privataullavestellen für die Adjazenten lerne* fall» erthült werden wird; vielmehr erscheint ein Pro« visorium nur in der Weis« zuläsfig, datz dem Magistrat unter Vorbehalt de» jederzeitigen Widerruf» die Heeftellung von öffentlichen provisorischen Ausladestellen übertragen wird, wrlch' letztere von dem Polizei»Schtfffahst»bme»u den darum nachsuchenden Schiffern zm jeweWgm Benutzung überwiesen werden. Auch würden derartige Ausladestellen nur in dem oberhalb der Billeallianck-Brücke belegenen Theile de» Land» wehrkanal» an denjenigen Stellen, an welchen die Höhenlage dcr Ufermauer und der Verkehr auf den Uferstratzen ei ge» statten, errichtet werden können. Eine fernere Voraussetzung für ein diesseitige» Entgegmkommm ist die endliche Herstellung einer Ladestratze zwischen Möckern- und Schönederger-Stratze." Wa» diese Punkte anbetrifft, so erfüllt fie der Magistrat durch die Eingang» erwähnte Vorlage. Im Uedrigen macht der Magistrat in einer vom 9. Oktober datirten Antwort wesent« lich t Bedenkm gegen solche„provisorischen", mit bedeuten den Koffen verknüpften Anlagen geltend, er betont, datz nach dem eigenen Schreiben de» Polizeipräfidium» die Möglichkeit vorliegt, ohne Verlehr», oder strompolizetliche Interessen zu verletzen, an ge. wissen Htellrn am Landwehrkanal Ausladestellen anzulegm und verwahrt« stch schlietzlich gegen etwaige Vorwürfe durch folgende Sätze:„Wenn trotzdem ganz allgemein die auch nur provisorische Genehmigung zm Herrichtung und Be- Nutzung von Autladkstellen seitens Privater versogt werden scll, so müssm wir ganz ergebmst ersuchen, jedmfall» nicht unS dafür verantwortlich ,u machen, wenn dadurch für gewisse Fnteressinkreise der hiestgen Einwohnerschaft Sck vierig. leiten. Geschäftsnachthetle, ja vielleicht ein Nothstand ent. strhen." Zur Feuerbtstattuoa. Der„Gtsammtau»sffuz deS Ver. band«» der Verein« für Reform de» Bestattungiwesens und für fakultative Feuerbestattung" veröffentlicht eine Kundgebung, welcher wir nachstehende» entnehmen: Bereit» seit mehreren Menschenaltern g'.ebt fich, anfänglich auf einzelne Gebiete be« Giafar#wk Avassa. Ein« orientalische Geschichte von Hugo Klein.(Wien). (Schluß.) „D doch," sagte Giafar, indem er die weiche, glühende Hand seiner Frau wieder an sein hochklopfendes drückte.„Ich füge mich, weil ich Dich liebe. Es c£ M uur um eine Laune des Khalifen, er verlangt ab«, daß man auch diese respektire und ihm unbedingten Gehorsam entgegenbringe. Wir dürfen unS gegen diese Forderung nrcht auflehnen. Aber die Laune wird, nach- dem eS nur eme solch« ist, bald vorüb«gehm— gerührt durch unsere bnderseitige Liebe, durch unser Leiden und unsere Unterwerfung, muß Harun bald daS Wort zurück» nehmen, daS uns so grausam trennt." Abassa kannte besser da» hochmüthige Herz des Khalifezr. Sie sah den Dingen auf den Grund und wußte, daß eS sich nicht blo» um eine Despoten- laune handle. Doch fie gmg scheinbar auf die Worte GiafarS ein.,,,,._ „Wenn Du glaubst, daß er fern Wort bald zurück» nehmen werde, dann müssen wir e» ja in keinem Falle strenge nehmen. Warum soll ich heute nach Deinen Küssen vergebens schmachten, wenn ich Drr morgen ohnehin ange» hören darf?", Solchen zärtlichen Argumenten konnte Grafar nicht wrwst�n.jch � na� deinen Küssen!" flüsterte er. Der Teppich am Ende de» Korridor» bewegte fich leicht. »Man kommt!" rief Giafar. „Ich werde Mittel finden. Dich zu sprechen," hauchte Abassa. Er fühlte noch den leichten Druck ihrer Hand, dann war fie in einem Seitengang vnschwunden. Und sie wußte die Mittel zu finden, sich mrt Grafar zu vnständigen. Da« verliebte Ehepaar kam in der Stille »er Nacht, unter dem Schutze der Dunkelheit, welche die verbotenen Wege vor Ueberwachung bewahrt, in einem ver» lassenen, halbverfallenen Kio»! am Ende deS kaiserlichen Palastes, am Uf« de» Tigris, zusammen. Dort drückte schränkt, dermalen in allen, auf der Höhe moderner Kultur steht!' den Staaten und von Tag zu Tag lebhafter da» Bestreben kand, da» Beflattungswesen zeitgemäß umzugestalten. Obwohl von Anbeginn d«? Bewegung an betest» Stimmen für Wied«. eintührung d« Feuerbestattung laut wurden, begnügte man sich anfänglich mit der Verlegung der BerrvigungSstätten aus dem Jrnern und der nächsten Umgebung der Kirchen vor dir Staduhore. An hartnäcktaem Wtd«firebm von Seiten der bei Ruftechterhaltung jener U-isttte J.-.Ieresstrten fehlte«S schon damal« nicht. Zur Zeit ist man, wiederum einen Schritt vorangehend, fast allgemein zur Ueberzeugung gelangt, daß sehr viele der, sei eS auch erst vor wenigen Jahrzehnten angelegten, Friedhöfe, namentlich in der Näh' rajch an Ausdehnung ge. wlnnender Städte, stch in leiner Weise im Einklang befinden mft den berechtigten Forderungen der öffentlichen Gesundheit». pflege. Hat doch die Wissenschaft nachgewiesen, daß stch de! »er Verivrsung der Leichen höchst giftige Stoffe, die sogen. Piowarne, bilden, daß die Keime ansteck nder«.-ankheiten stch zhiilwers« in feucht« Erde erhalten, weit« entwickeln und unt« Umständen«ied« aui Ledende üb«tragen werden. Nutz« den Forderungen d« öffentlichen Gesundheitspfl ge find e» in erst« Linie Verletzungen d« Moral, de» Schönheit»» gefühle» und der Pietät gegenüber den Hingeschiedenen, welche Viele dem Fermaltzen BestattungSv«fabren abgeneigt machen. — Während der Wohlhabende in prunkhafter Weise der Erde übrrgeben wird und seine Gruft unversehrbarr» Familien. eigenthum bleibt,«erden die Ueberreste der nicht mit GlückSgütern Gesegneten in kurz« Zrtt wieder autgegrabm »nd fortgewrrfen. um neuen in» Grab finkenden Geschlechtttn Bnmözcnsloser Platz zu machen» bis auch deren Uebirreste nach wenigen Jahren dasselbe Schicksal«eilt. So wird da, wo jeder StandeSunterschied aufhören sollte, eine ungleiche, — Saher eine ditt« empfundene— Behandlnng den Ueber testen ganzer Volksklassen zu Theil. Zahlreiche Geistlich« und Vertret« aller zur Zeit det den Kulturvölkern oorherrschenden Religionen haben fich dahin ausgesprochen, datz nirgend» eme Vorschrift der Stifter jen« Religionsgemein- schaften bestehe oder bestanden habe, welche eine bestimmte Be- stattungSart vorschreibt, eine andere verbietet. Ein in den ersten Zeiten de» Christmthum» lebender Papst, sowie Luther und httvorragende Kenn« d« jüdischen Reltgion»urtunden haben stch übereinstimmend über die Zuläsfigkett der Feuer- beflattuna ausgesprochen. Noch vor wenigen Jahren wurden mrt Sanktionirung de» Vatikan» Bestimmungen veröffentlicht, welche anrrdnen, datz die katholisch« Kirche ihr vegräbnitz. Z remoniell d« Feuerdeftattung da. wo dieselbe eingeführt, an- paffen solle. Wenden wir un» der Frag« zu. w°S ,ur Ver- desserung de» Bestattungtwesen» geschehen könne und welche Vorschlags in dies« Bezt'huna gemach« worden find, so müssen wir zugestehen, datz zur Zeit kein bessere» Verfahren als die Feuerbestattung bekannt geworden ist. Dieselbe beseitigt die M'.tzftände de« jetzigen Verfahren». Die edelstrn G-ist« d« Neuzeit, wie Goethe, Schiller. Plate», By-on und Andere, haben die Feuerdestattung dichterisch verheil licht! die Männer v« exakten Wissenschaften unser« Tage find Fürsprech« der» selben; die hoch entwickelte Fcuertecknik uns«« Z-it macht da» B-rfahren von Jahr zu Jahr, auf Grund der in zahlreichen Verbrennungttrwpeln Italien», Nordamnika», sowie Asten» gesammellen Erfahrungen, weniger kostspielig. Nicht wenige erleuchtet« Rcgierungen haben hiernach die Feuerbestattung zu» geiaff-n unv nehmen theilweise ihr gegenüb« eine geradezu de» günstigende Stellung ein. Hiernach und nachdem gewiss, n lltmtnalistischen Bedenken gegen die Feuerbestattung durch an» gemessen« Anordnungen der Behörden in völlig genügender Wrise vielfach bereit» Rechnung getragm worden ist, sowie anderswo leicht getragen«erden kann, ist e» wohl nur noch eine Frage d« Zeit, die Feuerbestattung tn allen ztvilifirten Staaten wieder in U-bung zu seb-n. Wlr Deutsche werden damit zu einem echt nationalen G- brauche unserer Vorfahren zurücklchren. Wissen wir doch, datz vi.-le edle gerrrmnische Stämme, auch nach der Bekehrung zum Chriftenthum, mit Zähigkeit an d« Feuerbestattung festhielten. Diese R-form» oestredungen beziehen stch übrig«.» nicht allein auf die Be- statlung im engeren Sinne, sond«n auch auf Vervollkommnung der Gesetz zedung üb« amtliche Bekundung de» erfolgten Ab- leben» unv der Todesursache, üb« LeichentranSport, über Ein» richtung und Benutzung von Letchenhäukern und andere» mehr. Auch gegen Entfaltung eine» unangemessenen und kostspieligen Prunke» bei Bestattungen und viele andere Mißstände, welche Giafar seine Geliebte zum ersten Male an'» Herz, dort tauschten sie Küsse u«d Liebesschwüre. Zittemd hatte Giafar zum ersten Male den Weg nach dem„Rosen-KioSk' ange- treten, wie man ihn nannte, nach dieser romantischen Ruine, wo ihn die schönste der Töchter Arabien» mit ihren Lieb- kosungen beglücken wollte. Aber Abassa gelang e», ihn zu beruhigen. Konnte ihnen daraus ein Verbrechen gemacht werden, was alle menschlichen und göttlichen Gesetze ge- statteten? Wohl spottete die Despotenlaune allen Geboten der Erde und des Himmels, doch handelte eS sich hier um eine leibliche Schwest« des Khalifen, dann um seinen Günst» ling und Jugendfreund, die Beiden durften eS bei ihrer bevorzugten Stellung wohl wagen, sich einmal gegen Harun- al-Raschid aufzulehnen. Die Geheimhaltung der zärtlichen Zusammenkünfte glückte über Erwarten. Außer der treuen Hafza hatte kein Mensch im Palaste von dem Bunde der Liebe keine Ahnung. Und doch war das Ehepaar genöchigt, wieder den Himmel um eine rasche Sinnesänderung Harun-al-Raschid'S anzu- flehen. Abassa fühlte sich nämlich Mutter und mußte be» ständig zittern, daß ihr Geheimrnß entdeckt werden könnte. Der Starrsinn des Khalifen aber blieb derselbe. Ver- gebenS«schöpfte sich Abassa in neuen Bitten, der Khalif v«bot ihr sirenge jede Gunstbezeugung, die sie Giafar zu- dachte. Es mußte versucht werden, die Sache auch fern«. hin zu verbergen. ES gelang. Dank dem Umstände, daß sich Harun-al- Raschid auf einige Zeit au» Bagdad entfernte. Abassa schenkte einem Knaben daS Leben, den Giafar rasch nach Mekka bringen ließ, um ihn vor den Auge» des Khalifen zu verbergen. Di« Zahl der Mitwisser de» Ein- Verständnisses zwischen Giafar und Abassa hatte zwar durch diese» Ereigniß zugenommen, allein im Palaste gelang es auch fürder, jeden Verdacht zu vermeiden. Der Verrath kam von einer Seite, die Niemand vor« hergesehen hatte. Harun-al-Raschid liebte eS, die Straßen Bagdads in alle» möglichen Verkleidungen zu durchstreifen. So kam er auch eines Abends in eine Fischerhütte am Tigris. Er erfahrungsgemäß bei und au» Anlaß von Sterdefällen hnvov» treten- werden wir unsere Brstrebu�aen zu rtchien suchen. Drr Et«« für Romantik, h,t man oft gesazt, geh« unserem nüchternen Zeitalter ab. Wie sehe hat man unserem Z-ttalter geschmeichelt, als man die» behauptet«,«t« weit bat man fich von d« Wahrheit entkernt, oli man uns««« Ge« schlechte die N-igung absprach, fich in Abenteuer einzulassen» bloß«eil fie Abenteuer find, und Wagnisse zu unterm hmen» blo»«eil st» in die Fremde führen. Die Schwärmerei sür Kolonialpolitik mag zum Wiedererwachen d« vagabondirenden Romantik beigetragen haben, so e!wr wie fein« Zeit dt« Ge» schichte von Robinson Kruso«, welche jugendlich- G-müther mit Sehnsucht nach einsamen Inseln erfüllte. Et ist tn Ver That manche» zusammengetroffen, um die Freude an dem Fremd» artigen zu steig«», den Wandertrieb zu wecken. Wenn e» ein Zufall ist. so ist e» ein witziger Zufall, der grrade in unser« Zeit da» Vagontenthum po-.tisch verherrlichen lietz. Nicht dlo» die fahrenden Ritt«, nein auch der ganze Trotz ihrer Knappen und de» wilden Gefolge» wurden in der poetischen Liteiatm launig und lustig und anheimelnd vorgeführt, und in d« Vorstellung wettrr Kreise verlor der G-danke an Schrecken, ohne Heimath und ohne Herd zu sein. Dazu kam noch, daß ein gewisser Weltbürgerstnn fich Geltung verschaffte durch de« plötzlich eröffneten Ausblick auf einen Kolonialdefitz in fremden Wetttheilen, datz so mancher fich sagen durste,« brauch« nur zu wotten, um im Osten od« im Westen Afrika» od« in Neu- Guinea mit einem größeren Landstrich« belehnt zu werden, all hier ein stolz« Grands, igneur sein«igen nennt. Freilich hat die Malaria nicht» Anmuthende», ad« man kann stch in gesundem Zustande von ibr kein rechte» Bild machen, und der kräftige Mann v«mog e» fich kaum al« mög« lich vorzustellen, datz ohne fichtlichen und greifbaren Einfluß von autz-n ihn verdcrbiiche Schwäche befallen könnte. Da» gegen gefällt fich Vi« Vhantafie in der Ausmalung tropisch« Landschaften, die man fich ungefähr so denkt, wie die Winter» gärten unser« halb botanischen Vergnügungs Etablissement». Auch die Gastvorstellungen, welche tropische Völkerschaften in immer schneller« Folge un» gegeben haben, find mitthäig ge- wesen, den Reiz, welchen da» Fremde auf gewisse G'wüth« ausübt, zu stärken. So weit wäre Alle» noch leidlich verständ» lich und unter einem gewissen Gestchtspunlte auch leidlich ver» ständig. Ein ganz and«eS Gestcht dagegen«halten die Dinge» wenn die Lust am Abenteuer fich nicht auf dt« männlich« Jugend beschränkt, sondern auch die weibliche Jugmd«»reist, und wenn dieser Adenteurermuth noch einen anderen Beige» schmack erhall. E» ist beobachtet worden und nicht gerade mit Freude beobachtet, daß vte KuriofiläteN'Liebhaderei bei den Frauen fich»uw-ilen recht auSgedilbet zeigt. Di« Führ« exotischer, subtropischer Menschen Karawanen haben in dies« Beziehung die etgenthümlichsten Erfahrungen gemacht. Ein Neger, ein Zulu, ein Herero üben auf gewisse Frauen» gemüther denselben Reiz, wie auf gewisse andere Frauen» gemüther d« Tenor.z Die Wände von Canftan'S Panoptikum, die Gänge und Lauben d« Sommngärten. in denen dt« dunkelgefärdtm Gäste ihr« Vorstellungen gaben, könnten merkwürdige Drnge erzählen, merlwürdige Betspiele von schnell« Verständigung zwischen Personen, denen die Sprach« nicht al» Instrument der Mittheilung zu dienen ver» mochte. Man glaube nicht, daß dt? Kuriostiälen- Liebhaberei stch auf destimmte Kreise beschränkte. Die Liedhabe-ei griff auch weit« um stch und hat zulegt sogar kindliche G-müther nicht mehr verschont. Der„B.» C" führt hierfür folgendes Beispiel an: Wir«fahren, daß ein fiebenzehnjährige» hüb» sche» Mädchen, die Tochter«Hamer Eltern au» der Pot»« dam« Vorstadt, den p'ötzlichen Drang gefühlt hat» die H-imath zu verlassen und den Männern zu folgen» welche au» f«nem Weltthcile herübergekommen waren, um ihre unverkünstelte Natürlichkeit den verzärtelten Söhnen Europa» vorzuführen. Da» Mädchen war in einer Putzfederfabrik beschäftigt gewesen» hatte stch allzeit durch Fleiß und Stttsamkett auigezeichnet, zeigte jedoch vor einigen Monaten«ine vordem bei ihm nicht zu Tage getreten« N-igung sür schöne Toiletten. Um diese Neigung besriedigen zu können, drang fie in die Eitern, die» selben möchten ihr erlauben, die diSgerige Beschäftigung auf» zugeben und in ein Konfektionsgeschäft einzutreten. Die P,obirmams«ll war ihr Jbeal, od« schien wenigsten» Ideal, und schließlich l etzen die Eltern die Erlaudnitz stch zwingen. Nachdem die Genehmigung einmal ertheilt war, dauerte e» auch nicht lange, daß da» Mädchen freudestrahlend gab sich für einen Derwisch vom Jordan au» und befragte den armen Fischer um die Neuigkeiten m Bagdad und am Hofe de» Khalifen. Der Fischer war ein geschwätziger Mann und sprach über alle Handlungen de» Khalifen sein freimüthige» Ur» theil aus. Schließlich meinte er, er wisse mehr von den Geheimnissen de» Palaste», al» selbst Harun-al-Raschid, d« Beherrsch« aller Gläubigen. Diese Behauptung interessirte selbstverständlich lebhaft den vermeintlichm D«wisch vom Jordan. Um mehr zu erfahren, widersprach er dem Fischer. Dieser erzählte ihm nun zur Bekräftigung seiner Angabe eine Menge pikant« Geschichten aus dem Palais. Sie betrafen zunächst die Dienerschaft, waren ganz unwichtig, zum Theile ab« sehr ergötzlich. Der Khalif amüsirte sich ausgezeichnet bei den Enthüllungen, die ihm gemacht wurden. ES war schon gegen Morgen, als Harun»al-Raschid den Fisch« verließ, der ihm eine Strecke weit das Geleite gab. So kamen sie auch an dem kleinen, v«fallenen Kiosk vorüber, der Stätte der Zusammenkünfte Giafars und Abassa's. Der Kqalif war überrascht von dem zusammenbrechenden Gemäuer, da» er noch niemals bemerkt und von dessen Existenz er üb«» Haupt keine Kenntniß hatte. „Diesen Schutt sollte Harun-al-Raschid auch au» seinem schönen Garten entfernen," meinte der Derwisch. „ES wäre Schade darum," sagte der Fischer.„Er dient der Liebe Abassa's, der schönen Schwester de» Khalifen als Zufluchtsort. Die Arme wird d.rch die Grau» sawkeit Haruns von ihrem Gatten fern gehalten. Hier kommen Mann und Frau, wenn eS dunkelt, wie die Diebe zusammen. Niemals gab es ein unglücklichere« Ehepaar, al« Giafar und Abassa." Der Khalif sagte kein Wort, er kehrte aber in großem Zorne in den Palast zurück. Wenn e» wahr sein sollte, dachte Harun-at Raschid, waS der Fischer verrathen, dann soll« auch wahr werden, waS er hinzugefügt: Kein un» glücklicheres Ehepaar sollte eS in Bagdad geben, als Giafar. und Abassa. belichtete, st« habe iereitt ein Engagement gefunden, und»war führe diese» Engagement ste»unächst zur Reffe nach vtettw, wo sie unter Anleitung der Prinzip-, lin die ersten Handgriffe ihre» neuen Berufes«lein n würde. Sie fügte hinzu, dost ihr«in ange» meffemS Honorar zugebilligt sei. Daß Mädchen nahm zur verabredeten Zeit von den Eltern und sonstigen Angehörigen geiührten Ab chied, und letzt war eine Zeit lang nicht» mehr von ihr zu hö.en. Die E-tern geriethen in Besorge iß. und diese Besorg« ß tonnte nicht vttmtndert werden, all die Mutter einer Freundin de» MadchenS die Mittheilunz machte: die beiden Freundinnen seien in der That nach Stettin gegangen, ab« nicht, um dort in ein Konseltion». Geschäft einzutreten, sondern im Gefolge der Siaux. Indianer, die von Berlin nach Stettin gezogen, und von dort nach Kopenhagen aufgebrochen seien. Die Bei ichtelstatt«.in ertlärte, daß ste von ihr« Tocht«, die fick so sehr vergeffen, nichts mehr wiffen, daß ste dieselbe ihrem Schicksal« üderlaffen«olle; die Eltern d«> ersterwähnten Mädchen» dagegen nahmen die Hilfe d« Polizei in Anspruch, ihr Kind zurückzuführen. Dt« Polizei«klärte sich bereit, deS Mögliche zu thun, und hofft, die junge Dame in Kopenhagen«reichen und ste von dort— per Schub aller« ding»— nach Berlin in da» elterliche Hau» zurückbringen zu Vinnen.— So weit die Erzählung, für d«en Richtigkeit wir einstehen können. Dat Gerücht sagt noch mehr» daß nämlich die betdm«währten jungen Damen nicht die einzigen ge- wesen waren, welche in der A-izung zu den Stoux und in dem Wunsche, denselben bis nach Amerika zu folgen, stch zu» sammenaefunden; die europäische weibliche Begleitung d« Stor-x Indianer soll eine recht stattliche sein! Die G' Wässer de» Grunewald», welche denselben thell» begrenzen, rheil» durchziehen, lief«« bei aufmerksamer Betrach« tung ein recht interessantes Bild zum Beweise dafür, daß doch «icht überall„Hoffnung»!«» der Mensch d« Gött« Stärke weicht". 8» ist hier ganz unverkennbar, daß der Waffergott de» Gmne« waldcS im Laufe der Fahre erhebliche Einbuße an seinem Be« sttzstande«litten hat. E» läßt stch heute noch der früh«« Zu« sammenhang d« Grunewalds««« an den zurückgebliebenen Tümp ln und Morästen deutlich«kennen und die letzt««, sind von äußerst tückisch« Beschaffenheit. Man erinnert stch noch, mit welchen Schwierigkeiten der Bau der Chauffee zwischen Hundekehlen- und Grunewald See verbunden war, wo da» auf« geschüttete Erdreich wiederholt in dem morastigen Unterboden »«sank. Eine ganz ähnliche Erscheinung zeigte stch im letzten Sommer und noch aegenwärttg bei der Anlegung eine» WegeS an d« östlichen Seite de» Grunewalds««». Die maffenhaft untergelegten Strauchbündel halten stch all«dingS an d« Od«» fläche des weichm, morastigen Erdreiche», ad« jeder V«such, eine Erddecke üb« den Damm zu schütten, mißlingt, denn nach wenigen Tagen verfinkt die Aufschüttung durch die unt«« liegenden Bündel in die Tiefe, so daß. um die Wege passtr« bar zu«halten, auf dem größten Theil« deffelben Laufbrett« gelegt w«den mußten, der Weg selber ab« dürfte kür den Wint« verauSftchtlich kaum pasfirdar sein. So schwierig solche Anlagen auch sein mögen, so ist doch nicht zu »erkennen,».aß das Waffergediet der Grunewoldseen in jedem Fahrzehnt um«in Beträchtliches zurückgeht. Da» Gleiche gilt von dem großen Waffergediet bei Pichelsdorf und PichelS« werder, wo gegenwärtig die Wafferbauverwaltung gründliche Baggerungln vornehmen lassen muß, um die Wafferfahrstraß« schiffbar zu erhalten. Mit dem dabei auSgehobenen Boden «erden dann die nur noch spärlichen Reste de» alten PichelS- dorf« See» zugeschüttet. Einige ält«« Einwohner von PichelS« darf«rinnern stch noch» wie etwa um da» Jrbr 1820 mitten im Waff« die Pstngstinsel austauchte und die Schifffahrt hin» d«te. Wenn nicht von Zeit zu Zeit den Anschwemmungen «wtgisch entgegengetreten würde, so wäre die weit« Waffer» fläche jedenfalls zum größten Th-ile verschwunden,»ehnliche Anschauungen»eigen stch an den Ufern de» sogenannten Stöß«- ste» am Fuße der Pich«l»d«ge. Ueberall ist der Grunewald« Neptun im Rückzuze d-griffen. Da» Potizetviasidtum hat die von der Pank« berührten Polizeireviel« angewteien, der Verunreinigung dieses Fluffes durch Hineinweifen von Gegenständen, namentlich solcher, welche der Fäulniß ausgesetzt stnd, streng entgegenzutreten. van einem neue« Echrrtte zur Entwtckelung de» Lorart- Verkehr» wird dem„Hamb. Korr." auS Berlin ge« meldet: Dem Vernehmen nach liegt e» in d« Abficht d« Staat»- Eisenbahn Verwaltung mit d« Legung eine» dritten und«inet vierten Geleise» auf d« B«lin- P»tSdam- Magdeburg« Eisenbahn zwischen den Stationen B«tin und Zchlen» dorf vorzugehen, um den Lokalvnkehr von dem Hauptschienen« stränge, welch« bei dem großen Vttkehr gerade auf dies« Bahn durch die durchgehenden Züge schon in starkem Maße in Anspruch genommen wird, abzweigen zu können. ES würde dadurch ermöglicht werden, daß der Lolalverkehr zwischen d« Rrichfhauptstadt und dm volkreichen Vorortm Frtedmau, Steglitz, Licht«felde und Zehlendorf noch häufiger und ge» regelt« werden könnte, so daß die für dmselbm ausschließlich befttmmtm neu zu legendm Geleise unausgesetzt von OmniduS- zögen hin und h« befahren«ürdm. Die Ausführung dies« Bahnerweitnung soll zum Frühjahr begonnen und inn«bald »weier Jahre beendet«erden. Vo auifichtlich wird d« Etat de» Mmist rium» d« öffentlichm Arbeiten, welch« dem E» galt vor Allem, die Wahrheit zu ermitteln; d« Khalif machte sich darauf gefaßt, daß die Schuldig«, leugnen würden. Klug, wie« war, wußte Harun-al-Rafchid, daß die List d« Frauen schwer auszuspüren sei, er ging ihr dah«, wenn nur möglich, au« dem Wege. Er beschloß auch jetzt, von der Kenntniß de« verrathmen Geheimnisse« der Schwester gegmüb« nicht» mnkm zu lassen und nicht Abassa, sondern Giafar un«warteter«eise in» Gebet zu nehmen. Dies« Taktik hatte ihren Erfolg. Kaum hatte Harun seinem Vezir dm Ungehorsam vorgehaltm, al» Giafar dem Khalifm zu Füßen stürzte und ein rmmüthige» Geständniß ablegte. Der Günstling hoffte, dadurch die Gnade de» fürstlichm Schwager» zu erwerben und schild«te mit be» redten Worten die Macht der Leidmschaft, welche ihn und Abassa vnband. Seine Red« trug so sehr dm Stempel der Wahrheit und Aufrichtigkeit, athmete so sehr eine grenzenlose Zärtlichkeit für Abassa, daß Harun-al- Raschid tief gerührt war. Der Khalif gab ihm indessen kein Zeichen d« Gnade. Er entließ ihn mit d« Bemerkung, daß er ihm seine Entschlüsse kundthun wttde. Harun-al- Raschid hatte dm Grundsatz, über jeden wich- tigen Entschluß, der zu fassm war, eine Nacht vngehm zu lassm. Wenn er sofort nach dem Geständnisse Giafar'» die Entscheidung getroffen hätte, gewiß, er würde da» Glück d« Schwest« und de« Freunde» begründet haben. Aber in der Nacht kämm ihm schlimme Gedanken. Er erinn«te sich, daß Giafar noch manche» Andere auf de« Kerbholz habe. So hatte d« Vezier einen letztm dir Aliden, dm Harun«ingekellert hielt, entweichen lassm, gerührt von den Bitten der Mutter de» Gefangenen. Von allen Prätmdenten um den Thron de» Khalifen schimm Harun die Nachkommm Ali'», de» areism Freunde» de» Prophetm, allem gefährlich. Er verfolgte sie deshalb mit allen Mitteln der Macht und begrub selbst die Kind« in der Nacht de« Kerk«». Em«« dieser Kinder hatte Giafar zur Flucht verholfm. Dann hatte sich Giafar ein Landhau« bäum lassm, Landtage in setner devorstehendm Sisfion vorgelegt wer» dm wird, die erst« Ratmforderung zu dem gedachten Zwecke «nthavm. „vrän"— der Ausdruck hat bei uns nachgerade da» Bürgerrecht erworbm. Lange ehe die Bier- Invasion von Münchm au» stch Berlin» bemächtigte, hatten wir zwar in der JohanniSstraße ein„Münchener Bräubaui", aber e» lieferte un» trotz seines Namen» ein Berliner Gebräu. Erst seit etwa sechs Fahren hat Münchm und Süddmtschland im Sturm, wenn auch nicht von. ganz Berlin, so doch von seinen vor» nehmstm Stadtthetlen Besitz ergriffen. Die Eröffnungm der Bierpaläste— ste verdienen diesen Ramm sowohl wegen der Monumentalbauten, in dmen die„Kneipen" stch niedergelassen, al» wegen der kostbaren Ausstattung derselben— folgen stch mit einer fast beängstigendm Schnelligkeit. ES ist«in wahrer Wittlauf unter dm süvdeutschm Brauereien ausgebrochen, stch der besten Grundstücke in der Friedrichstadt zu bemächtigen, um einen eigenen Ausschank zu errichtm. Wohin man blickt, überall laden Butzenscheiben ein, hinter ihnen bei schäumendem Kruge Rast zu hatten. Im Umkreise der Friedrichstraße finden sich, immer nur wenige Schritte von einander entfernt, altrenommirte Bräu», die stch schon eine» Namen» erfreuen, und neue Ankömmlinge, die stch ibn zu«ödem gedenken. Hofbräu, Löwmbräu, Spatenbräu, MönchSbrSu, Hürnerdräu, Fcankenbräu, Bamberg» Bräu, Auguftinerdräu, dazu Kulm- bacher, Erlanger, St. Annenbrau, Pschonbräu, Tucherbräu— ei wird bald eine» besonderen Führers bedürfen, um stch unter dm fremden Bieren zurecht zu finden. Nun wäre gegen diese Jnvaston nicht» cinzuwendm. Aber t» scheint in der That, daß de» Guten vamtt ein wenig zu viel gethan wird. Für einen Liter Bier, der in München— doch schon mit Nutzen— zu 26 Pfennig oerkauft wird, wird hier 60 Pfennig erzielt, ein bei den geringen TranSporlloSen und kleinen UedergangSabgabm immer noch sehr gewaltiger Ge« «inn. Dieser Gewinn eben ermöglicht e» den Brauereun. die höchsten MietbSzinse zu zahlm und bisher unerreicht« Beträge für Grundstücke auszugeben. Daß dadurch die Mlethlpreife in der ganzen Fciedrichftadt beeinflußt und mit in die Höhe gettieben werden, liegt auf der Hand und in der That nehmen i« klagen über die Unerschwinglichkeit der Miethen überall zu. Aber noch etwaS Andere« tritt un» bei den meisten der nm«öffneten Bierhäuser befremdlich entgegen. Die Gasthäuser de» altm Berlin befinden sich mtt oerschwindendm Ausnahmen Smmt und sonder«, wenn auch in stattlicher Einrichtung, doch den Hof» und Q aergedäuden. Sie drängten stch nicht in die vorderste Reihe de« städtischen Getriebes. Sie ließen Handel und Industrie, deffm Blühen ste ihre Existenz ver» danken, dm Vottritt. Fetzt habm ste die alte Oidnung durchbrochen. Die Kneipe liegt an der Straße, durch die geöffnete Thür und die großen Scheiden blickt man auf dichte bier» trinkende Massen. Die Straßen bilden die Physiognomie der Stadt und der Fremd«, der sich fast ausschließlich in unserem vornehmst. n Geichäftithelle bewegt, muß nachgerade eine falsche Anschauung von unserem innersten Wesm bekommen, wenn er stch jetzt Bi-i Haus an BierhauS reihen steht. ES drängt sich die Frage auf: Wo soll da« hinaus? Denn eS giebt noch eine ganze Anzahl BräuS, die in verlin noch nicht verttetm find und die der Ehrgeiz wohl nicht lange wird schlafen lassen.... Aber auch in den Wiener Case» gab ei eine solche„Hausse", bei der e» später an Enttäuschungen nicht gefehlt hat. Schon wieder ein durchgebrannter Kasfirer. Die hiefige Lttiengesellschaft„Berliner NmstaSt" beschäsiigte dem «B. T." zufolge sett einigen Fahim einm jungen Mann al« Buchhalter, der stch da« Vertrauen seiner beiden Direttorm in einem solchen Maße zu erwerbm wußte, daß ihm der eine der- seiden auch die Verwaltung seiner beiden Häuser übertrug. Leider wußte der iunge Herr seine Autgaden mtt seinen Ein- nahmen nie in Uebereinstimmung zu dringen. Um seinen noblen Passtonm aber ungestört nachkommen zu können, griff er zu dem nicht ungewöhnlichen Mittel der ZwangSanleibe bei der ihm anvettrauten Kasse. Iah: und Tag hat er die be- gangmm Untettchleife durch geschickte Buchungen zu verbergm, stch durch alle Reoifionen mtt großer Virtuosität hindurchzu» schlängeln gewußt. Vor etwa neun Monaten fand man eine« Morgen« sogar einmal, daß da« Pult de« Herrn KasstrerS er- d.ochen und demselben der Bestand der Kasse für kleine säch« liche Ausgaben mtt etwa 400 Mark entnommen war. Der Biedermenn, der, wie man jetzt mtt Bestimmtheit annimmt, den Diebstahl selbst ausgeführt hatte, wußte dm Verdacht auf einen Mitbewohner de« Hause« zu lenken und blieb unent- deckt. In voroergangener Woche hat einer der Direttoren der „Berliner Neustadt" die falschen Buchungen de« Kasfirer« aber bemerkt und dadurch die fottgesetzten Unterschlttle, die stch ziemlich hoch beziffern, mtdeekt. Um stch weiteren Unannehm- tichkeitm zu«ntziehm, hat der ehrlteh« Kasfirer beschlossen, das amerikanische Bürgerrecht zu erwerben und ist schleunigst nach Newyork abgedampft. Der Attimgesellschast„Berliner Neustadt" erwächst übrigm» kein Verlust, da die beiden Direttorm die gestohlenen Beträge sofott au»«igenm Mitteln gedeckt haben. Eine de« rasfiuirtestev und berüchtigste» Laden» diebtnne«, die verehelichte Wilhelmine Müller au» Neu- da» zwanzigtausend Goldstücke kostete. Der Vezier dachte in diese» prächtige Heim einmal die geliebte Abassa zu führen und opfette beinah« sein ganze» Vermögm, um ern herrliche», kleine» Nest au» Gold und Marmor herzustellen. Aber da» Mißtraum de« Khalifen, da» seinerzeit bei der ersten Nachricht von den luxuriösm Passionen seine« Mini- ster» rege geworden war, erwachte in dieser Nacht der Tut» scheidung mit verdoppelter Stärke. War es nicht auSge- macht, daß ihn Giafar bestahl, wenn er zwanzigtausend Goldstücke auf einen überflüssigen Bau vergeuden konnte? Da» ganze Gebahren Giafar» erschien im höchsten Grade verdächttg. Ohne Rücksicht auf ein natürliche» Miß- trauen de» Khalifm, da» er voraussetzen mußte, hatte der Vezier diese« Landhau» gebaut; ohne Rücksicht auf da» fürstliche Gebot war er mit Abassa heimlich zusammen- gekommen, um den betrogenen Tyrannen zu verlachen. Ach, hätte Harun geahnt, mit welchem Zittem und Bangen die süße Frucht der Liebe vom Rande de» drohenden Abgrunde» gepflückt worden war, er wäre wohl milderen Sinne» ge- worden. So aber deutete er alle Vergehen Giafar'» nur dahin, daß dieser, verblendet von der Macht, mit der ihn der Herrscher bekleidet, sich gegen dmselben auflehnen wolle. Giafar war Mitwisser wichttger Staatsgeheimnisse. Dieser Vezier schien gefährlich— und doch mtsprangen alle Sün- den Giafar'» nur dem Bewußtsein, daß er die Freundschaft de» Khalifen besitze und sich darum mehr erlauben dürfe, al» jeder Andere. Giafar'« Tod war beschlossen. Der Khalif erhob sich inmitten der Nacht von seinem Lager, um unverzüglich zu strafen. Jede» weitere Zögern schien ihm bedenklich— konnte man wissen, ob die Entdeckung seine» Geheimnisse» den Vezier mcht bereits zu einer Verzweiflungithat, zu »""beschleunigten Ausführung hochoerrätheriseher Pläne geführt hatte? Jaffe�,"holend � Palastwache, Namens Strelitz, welche nach einem ApSzang» vorigen Jahre» hier unternommenen Raubzuge festgenommen, jedoch in dt» gegen st« eingeleiteten Sttafoerfahren für geisteskrank ertift und straffrei geblieben ist, wurde am Sonnabend Abend M dem hiesigen Stettiner Bahnhof in Gemeinschaft mtt ihr« Ehemanne, dem Händler Gottfried Müller, durch die Kriminal' polizei dingfest gemacht, al» Beide beschäftigt waren, stoblene Sachen, welche die Müller au» ihrem zu Taschen htp gerichteten Rock entnahm, zu versacken. Außer gekaufte» Sachen wurden in Lefitz der Müller'schm Eheleute ei« Menge seidener Bänder, seidene Rüschen, Battistlücher, Ar» bänder» WM- und Wollenwaaren vorgefunden, über deren Erwerb stch Beide nicht auszuweisen vermochten. Die Mülla, eine schmächtige, 47 Fahre alte Person, mit schmalem, bleiche» Gesicht, bekleidet mtt sogenanntem Schutenhut und lang« schwarzen Umschlagetuch, kommt von Zeit zu Zeit in Beglettung..ihre» 61jZhrigrn bartlosen, gedrechliche» und labmendrn Manne» nach Berlin, um für da» PosamentiergeschSst, welche» die Müller'schm Eheleute in Strelitz betreiben, Einlaufe zu machen. In Wirklichkeit W die Käufe aber nm der Deckmantel für die mtt erstaunliche Geschicklichkeit ausgeführten Ludendiebstähle und der Werts der gekauften Sachen kommt gegen den der gestohlenen lau» in Betracht. BeispielSweife hat die Müller jetzt in ein« Posamentterwaarengeschäst in der Potsdamerstraße für 13# gekauft und für 150 M. Waaren gestohlen. Während die»»« Beiden gekauften Sachen beim Pottier de» Bahnhofe» abe» geben wurden, hat Müller die gestohlenen Sachen per nach Neu- Strelitz geschickt. Die Eigenthümer der hier bei Müller', che» Eheleuten vorgefundenen gestohlenen Sachen st» bereit» ermittett. Auf Ansuchen verschiedener GeschästSinhadS hat am Sonntag in Nm Strelitz unter Zuziehung derlei»» und auf Veranlassung der dottigen Staatsanwaltschaft ei» Durchsuchung de» Müller'schm Geschäft» stattgefunden, bei* noch weiter gestohlene Sachm beschlagnahmt worden find. B» Geistetiranlhett haben die beffohlmen Ladenbefitzer bei% Müller, welche vielmehr al» sehr geschäftskundig dezeich«» wird, keine Spur wahrgenommen. Der Droschkenkutscher Marzahn, der, wie seinerzeit ff richtet wurde, auf dem Halteplatz an der Potsdamer- 1» Bülowstraßenecke von seinem btjfigm Pferd« derattig in» rechten Arm gebissen wurde, daß ihm der Arm gebrochm wurde« die Knochensplitter de» Unterarm» au» dem Fleisch hervortt' hat zwar infolge der geschicktm ärztllchm Behandlung die t. behaltet,, indessen auch jetzt noch wenig Hoffnung, daß die! jemal» wieder völlig gebrauchsfähig werden wird. Er besi sich noch j-tzt, fett dem vor mehrerm Monaten pasfirten 1 in ärMcher Behandlung, muß dm Arm in der Schlinge und kann die völlig stetfm Finger ohne Hilfe der linken nicht bewegen. Er hofft durch eine elektrische Kur e» so zu bringen, daß er wieder Leine und P titsch: halten und s-ff Droschke selbst wird fahren können. Da» bisstge Pferd ist n* in seinem Lefitz und geht täglich in der Droschke. »ezüglt« de» kürzlich erwähuteuMedaillenschwia»� macht die„Volk».'Zta." folgende Mitheilung:„Ein gedruäl» Zirltilac nennt al« Vertreter der Gesellschaft für DeutschlZ» einen gewissen Ca». Sigm. Mabortschitsch von Triest. den Carlotta-Ehrenderg und al» Archivar den Dr. Herrn. Gcü» f-ld. der eine Z-U lang Direktor de» Ostmd-Theater» � Berlin war. Der Prei» der Ehrmmitgltedschaft. d. b- Medaille, ist verschieden, je nachdem, ob mit, ob ohne und jedenfalls aus je nach dm schönm Eigenschaften, den Kandidaten schmücken." Am 10. d. Mt»., Nachmittag», wurden zwei dreized� jährige Knabm festgenommen und zur Haft gebracht, zwei Tag« vorher �ei EinbruchSdiebstädle auf den%% räumen der Häuser Gitschtnerstraße Nr. 79 und 81 auSgrst« Hause» Bitschinerstraße 80, in weichem die Sltem de»�' stiftet» wohnen, durch eine Luke auf da» Dach geftieae» hier auf da» Dach der Nebmhäuser geklettett und durch» Dachluken in die Bodenräume gelangt, deren Verschlägt ff«& wattsam öffneten. Der„Lloyd", die jüngste der drei Berliner Peivaipost� wird vom Mmwoch, den 20. Oktober, die Briesdetö.derum einstellen, und stch nur noch vorwiegend mtt dem Vertbeu«» von Massensmdungm befassen, die in großer Anzahl«0:1% Auch dem Werthverkehr, der sich stetig entwickelt hat, w!Ö „Lloyd" nach wie vor dienm, wie er dmn überhaupt mtt lalstrungen cller Art sehr beschäftigt ist. Eingeschrieben«®vj düngen wervm täglich zweimal tesöiderl; da» Porto detr°r dafür 10 Pfennige. . Durch eine wahrscheinlich vom Tegeler SchießfflJ ve-irrte Granate oder ei» Schrapnell wurde, wi«», mitget heilt wird, am Frettag der vielen Berlinem wohldeka»� Klavierspieler Krüger vom Restaurant in Saatwtnkel*3% Deutschen Kaiser", welcher in letzter Zell bei Röder nahe 5» Tegeler Waffcrwerkm spielte, erschossen. Krüger hatte»»% achtet der überall angebrachten Warnungstafeln verböte� Terrain betretm und wurde so ein Opfer seine» Leichtstl": Derselbe ist um so unv.-rzeihlicher, al» ein Mann, wie? Verstorbene, welcher jahrelang in jener Gegend lebt«. 0**" .Begieb Dich sogleich zu Giafar. meinem Vezier," M fahl der Khalif,„und bringe mir seinen Kopf." .Herr—!" i Die Züge Harun-al- Raschid'» nahmen einm sinsi� Ausdruck an. J «Ich sagte: seinen Kopf," wiederholte er in** schiedenem Tone.• Jaffer begab sich zu Giafar, der sich eben rüstete," dem Stelldichein mit Abassa zu eilen. .Giafar," sagte Jaffer,„«a» ist zu thun? Do f. mir zu der Stellung verholfm, die ich einnehme. L «un sendet mich der Khalif zu Dir mit dem Auftrage, Deinen Kopf zu bringen." Giafar begriff, daß Alle» verloren war. Er aber nicht seine Kaltblüttgkeit. Wie oft hatte er bereit».', die Möglichkeit der Ungnade gedacht, die nun wirklich getreten war, wie oft hatte er seinen Entschluß für Fall gefaßt! Nun galt e», die Vorsätze auszuführen!...w „Vielleicht," antwortete er ruhig,„hat Haru« 6 Befehl m der Hitze de» Weine» gegebm. Kehre gU � Zurück und sage ihm, mein Kopf sei vor der Thür«, er den blutigen Befehl bereut, so kommt die Reu« ZU spät, denn ich werde noch am Lebe» sein. Sollte � nicht so sein, so ist mein Kopf bereit, dmn ich auf dem Fuße.". Er folgte ihm in der That, aber in dem ka>f<£> Parke verschwand er zwischen den MytthmgebM�� Jaffer mochte ihm dankbar dafür sein. Giafar.ober im Fluae nach dem Rosen-KioSk, wo Abassa bereit« seiner 9 „Wir sind verloren," rief er aus.„Der Khalif 1 um meinen Kopf. Er wird auch weder mit unserem Kinde Gnade haben, ,ch kenne ihn.«»> jf wir die Flucht. Vielleicht gelingt sie. Wenn fi» glückt, so sterben wir mitsammen und unser Piuno � stumm bleiben, wenn Harun-al-Raschid unsere Leic?«" den Aufenthalt des geliebten Sohne» befragt!" Abassa umschlang leidenschaftlich dm Gattm- w tu» 5 über die-orllcgend«» VerHill nisse bezw. die S-fährlichleit bei lür den Paffantenverkehr verdotmen Terraini unterrichtet ge- »esen sein muhte. Da» vchicksal hat ven p. Krüger betroffen, alt er stch auf dem Heimwege nach Berlin befand. Dieser entsehliche Vorgang gtebt eine dringende Warnung ab, da» bebtet des Tegeler Schießplätze» zu meiden. Erst jitngü hatte der MUilärfUku» noch Veranlaffung genommen, vor dem ve- «eten.de» durch Warnungstafeln abgesteckten Terrain» da» Publikum auf da» Nachdrücklichste zu warnen. Ei»«»bekannter Herr erschoß stch am Freitag Abend Ktfltn 9 Uhr im königlichen Thiergarten in der Siege»< Alle« urutelst einet Revolver». Derselbe schien dem Handwerkerstände anzugehören, war mll dunklem Tuchanzug« bekleidet und hatte bei stch«ine klein« fildern« Taschenuhr mll vergoldeter Damen« uhrkette mll Troddel. Außerdem fand stch in den Taschen de» Tobten ein Eisenbahnbillet vom 12 er., von Glogau nach Berlin lautend, und Papiere, welche au» dem Orte Niemberg datiren. Auf Veranlaffung einer Schutzmanntpotrouille wurde die Leiche brhuft Rekognition nach dem Letchenschauhause geschafft. Durch ei« donnernde» Setöse wurden die Anwohner de» Neubaue» Alle Jokobstr. 120» gestern Mittag erschreckt. Au» dem Neubau stieg ein« große Staubwolke bervor. Ein neuer Tragdallen und in Folge davon der betreffende Theil der noch unfertige» Decke war herunter gestürzt. Glücklicher. Äw w«au beschäftigt, so daß Unglück ?!*' Untersuchung wird da» Nähere ergeben. «ebrochm Balken in Folge«ine» schrägen Schnllte, «..ii aelungeuer Schwindel ist vor einigen Tagm von «mm mi» gegen die Frau eine» in Hamburg wohnenven Ftberviehhändler» verübt worden, der stch hier einige Zeit m GeschastSangeltgenhetten aushiell. Die Frau erhfcll in «ambut« ein Telegramm, in dem fie aufgefordert wurde, ihrem Mann 200 M. zu senden. Siethat die» und war nicht wenig überrascht, alt ste nach einigen Tagen einen Brief ihre» Manne» empfing, aorau» hervorging, daß dieser keineiweg» Geld gebrauche. Von dem Betrüger fehlt bither jede Spuret ist anzunehmen, daß derselbe ebenfalls ein Händler ist. der wgeleaenUichtn Verkehr mll dem Geschädigten Nähere» über deffen V-rhaltniffe erfahren hat und stch unter deffen Namen in einem htefigen Logi« einmiethete und dort dat Geld in z�ÄV&ch?" 64" schenkeln so schwer vtttetzt, daß er mittelst Droschke nach der Charit« gebracht werden mußte.— Abend» wurde ein vi« Jahr« aller Knabe beim Uederschceiten d« Flied'.ichsstraß« an d« Ecke de» Bellealltar.ceplatze» durch ein« Droschke üd«fahr«n und erlitt einen Bruch de» linken Oberarm». Gerichts-Zeiwng. t Unter der Anklage de» Betrüge» stand gestern die Wtttwe Wilhelmwe F. vor dem Schöffengericht. Sie hatte bei verschiedenen Bäckern der Umgegend Lackwaaren auf Kredit entnommen, d« ihr gewährt worden war, weil ste erzählte, ihr Sohn sei bei einem Rechtsanwalt beschäftigt und dekomme sein Gehalt am ersten jeden Monat». Die» verhielt ffch auch that« sächlich Anfang» so. Später war ab« d« junge Mann» bei dem stch Spuren von GeisteSgefiörthett zeigten» entlaffm worden. Di« Wittw« borgte trotzdem weiter und so hatte ste im Verlaute eines Monat« eine Schuld von 43 Mari bei einem Bäcker kontrahirt. Al» der Mann trotz wiednholl« Mahnungen sein Geld nicht bekam. erhob er Anzeige. Vor Gericht kam zm Sprache, daß die Wtttwe nickt nm Brod und Semmew, sondern auch Kuchen in großer Menge bezogen hatte. Hierin sah der Gerichtshof ein« gewisse Frivolität und verurlheilte die Angeklagte zu 14 Tagen Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte 6 Wochen deantragt. t Daß Hundefett gegen Heiserkeit da» beste und wirksamste Mittel sei, hatte d« Schneider Michael K., ein sichszigjähriger Mann, von ein« allen Frau ersichren, die in demseldtn Hause wo er wohnte; er soll:« mit der Salbe nur Hai», Brust und Rücken tüchtig einreiben, und sein hartnäckig« Husten würde verichwinben wie der Schnee vor der Sonne. Wo ab« diese» Fett hernehmen? In d« Apotheke war«» nicht zu«halten, ja d« Provisor hatte stch sogar sehr un« gläubig über den Werth de» Ralhe» d« heilkundigen alten Dame geäußert. Da hörte der Schneider, daß die Grünkram- Händlerin Frau Hoffmann, die«in gutgehende» Geschäft in einem benachbarten Hause betrieb, einen alten Ziehhund besaß, der neun Jrhre lang«inen Karren gezogen, jetzt aber arbeit»- unfähig war und da» Gnadenbrot de» Alter» in sein« Hütte genoß. Da» unthätige Leben war dem Thier« sehr gut de« immen, so daß« mächtige Fetllaaer angesetzt halte. Auf diesen Hund sah e» der Schnei»« ab;« deaab stch zu Frau Hoffmann, um mit ihr über den Ankauf des Thieres zu unter» handeln. Er fand aber kein allzugroße« Entgegenkommen;„so weit reich« es schon noch, daß man das Thier mit durchfüttern könne", wurde ihm«widert. Vom Verkauten wollte Frau Hoffmann gar nicht« hören, eher noch vom B«schenkm. Odne dem Kauflustigen besonder« Hoffnung zu machen, sagte fie ihm, er solle am nächsten Tage noch einmal wted«kommen und mit ihrem Manne sprechen, v« dann anwesend sein würde. Der Schneider aber«schien nicht, dagegen verschwand der Hund und ward nicht mehr gesehen. So kam es, daß K. stch gek«n vor d« ersten Strattammer de» hiesigen Landgerichts I befand und stch gegen die Arllage, einen Diebstahl verü» zu haben, zu veiantwotten hatte. Bei seiner Vettheidtgung spielte« stch al» halbtaud auf; er behauptete, die Frau falsch verstanden und die Erlaubniß au» ihren Worten herausgehört zu habe»», üb« den Hund zu verfügen, wie« wolle, nur da» Fell hätte er zurückbringen sollen. Auf die Flage, wo denn nun daS Fell geblieben sei, vervollständigte« seine unwahrscheinlich« Geschichte dahin, daß im entscheidenden Momente ihm d« Hund entwischt sei. Frau Hoffmann war and«er Anficht üb« das End« des treuen Thieres. Sie meint«, daß k. in d« hy zienischen Anwendung de» Hundefette» noch weit« gegangen wäre, al»«» nm zu Einreibungen anzu« wenden; er habe e» auch„innerlich" gebraucht, d. h. mtt dem übrigen Fleische ein opulente» Mahl daraus gerüstet. Da auch die Vergangenheit de» alle» Hundeliedhad«» durch eine Reihe von Vorstrafen wegen Diebstahl» einigermaßen getrübt ist, ae« wann der Gttichtshof die oolllommene Uederzeugung von der Schul» de» Angeltagten, k. wurde zu ein« Gesängnißstrafe von vi« Monaten unter Annahme mildernd« Umiiande ver« mtheilt, die in der W«thlostjk«it de» gestohlenen Objett» ge« funden wurden. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Gefängniß beantragt. Auch wurde auf Verlust der dürgerltchm Egren« rechte auf ein Jahr«kannt. t Eine Tatowirung auf dem Arme war da» schwer' wiegendste Belastungsmoment, da» in einer Anllag« wegen Dtevstal» in zwei Fällen gegm den oft vorbestraften Rodert Künzel vorgebracht wmde, die vor der ersten Strafkammer htefigen Landgnicht l gestern stattfand. Dem Angeklagten. einem noch jungen Manne, wmde»m Last gelegt, am 23. August und am 10. September d. I. zwei Diebstähle in der städtischen Badeanstalt in der vmgstraße ausgeführt und zwar jede» Mal eine Taschenuhr entwendet zu haben. Der eine der Bestohlenen, ein Maschinenbau«, hatte den Ana«- klagten, der behauptete, nm immer Sonntag»— die Diebstähle waren an Wochentagen vorgekommen— jene Badeanstalt besucht zu haben, üdeihaup! nicht gesehen. D«»wette aber, ein Schloffer, erkannte ihn mit aller Besttmmthett an einer Täiowtrung de» linken Arme» wieder, in den un« auslöschltch d« Namen», ug de» Angeklagten in einem Wappen eingegraben war. Hierzu kam noch, daß die ein« der gestohlenen Uhren tn einem Pfandleihgeschäfte auf den Namen Künzel oersetzt worden war. Der Angeklagte leugnete hartnäckig seine Schuld und hatte einen Alibidewet» angetreten. D« ein« setner Entlastungszeugen, gerade kein verttauenttiveckend« Rann, denn er defindet stch im Verluste b« bürzerlich«« Ehrei'ttcht«,««mochte nicht»u behaupten, am 23. August mit dem Angella gten»usammen gewesen zu sein. Der andere Snilastunglzeuge war nicht erschienen. Der Ange« klagte bestand aber auf die Vernehmung desselben und der (Berichtthof law seinem Wunsche auch nach, vo wurde der Termin vertagt und Künzel wurde wieder in die Unter« suchungthast zurückgeführt. Uereine und Versammlungen. Kachverew sämmtlicher im Drechtlergewerk beschäf- ttgte« A? better Berlw». Die Tagetordnuna zu der mar» gen staafindendm Mttgliedtiveisammluna(stehe Jrserat) tautet: 1. Vortrag dei Herrn Canitz über«Die Lunge, ihre Aranlheiten und deren Heilung". 2. Gewerlschastliche». 3, Verschiedene» u. Fragelasten.— Um zahlreichm Besuch wird ae« beten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Gleichzeitig machen wir den Mitgliedern(spestell den V er« lrauensleuttn) bekannt, datz bis auf Weitere» Beiträge und Gammelgelder Gonntaa» Vormitttagi von 10 Uhr ab im Restaurant de» Herrn Müller, LNaunynstraße 73, entgegen ge» nommen werdm. Zentral««ranken- und Sterbekasse der Raler und verwandtm Brrufigenoffen Deutschs.(E. H.). Filiale Süd(UI), Dienstag, dm 19. d. M., Abend» 8 Uhr, Aste Jakobstratze 83 (Ca'S Reiher). Mitglieder- Versammlung. Tage» Ordnung: «affenbericht, Wahl eines Arzte» und Urankenkontroleure, Ver« schieden«». Gesang-, Tarn- und gesellige vereiue am Dienstag. GchSferscher ,, Gesangverein der Elfer", AbendS 9 Uhräl bei Wolf und Krüger, Slalitzerstc. 126, Gesang.— Turnverein «Bruderbund", Abend» 9 Uhr, Adaldertstc. 4, im Restaurant. — Turnverein„hasenbaide",(Minner-Abtheilung), Abmd» 8 Uhr, Dteffenbachstr. 60/61.— Rauchklub..Deutsche Flagge", Abmd» 8 Uhr, im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11.— — Rauchklub„Zum Wrangel", Abend» 8»/, Uhr im Restaurant, Adalbeitftr 4. Freie Vereinigung sämmtlicher in de« chirnrgischeu Branche beschäftigten BerufSgmoffen. Heute. Dienstag. Abmd findet keine Versammlung statt, weil da» Vereinslolal verlegt wird. Da» Lokal und der Tag, an welchem die nächste Vereinsversammlung stattfindet, wird noch bekannt gemacht «erden. Deutscher Seuefelder-Vund. Heute, Dienstag, Abend» 8 Uhr, Versammlung im Restaurant Weick, Alexander str. 31. Große öffentliche Schneiderversammlung Dienstag, den 19. Oktober, Abends 87» Uhr, in den Arminhallm, Rom mandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Bietet eine Organisation Vortheile und welcher Natur find dieselben? 2. In« tereff ante Enthüllungen über die Arbeitsverhältnisse der G-dnetder. GauveretnBerlinervttdhauer. Dienstag, den 19 Oktober, Abmd» 9 Uhr, Annenstraße 16, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Baumeisters Herrn Getbertz über„die Architektur und Plastik seit dem Ausgange de» Mittelalters". 2. Geschäft« licht». 3. Verschieden-». Sauvereiu de» Maler verliu». Dienstag, dm 19. Oktober., Abmd» 87, Uhr, in Gratwril'» Bterhallen, Kommandanten« straß« 77/79, Gmeraloersammlung. Mitgliedskarte legttimirt. Fachvrrei« der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, ch rar« gischer und anderer Jnstrummtmmacher. Mittwoch, den 20. Oktober, Abend» 87, Uhr, im Lokale de» Herrn Niest, Kommandanten strafe 71—72, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag de» Herrn Dr. Bmkmdorf über Esten und Trinken vom humanistischen Standpunkt betrachtet. 2. DiSlusfion. S. Verschiedmes. 4. Fragekafien. Gäste willkommen. Auf« nähme neuer Mitglieder. Verbaud deutscher Zimmerleute, Lokalverband Berlin „Süd". Mittwoch, den 20. Oktober, Abendi 8 Uhr, Ma- riannmfiraß« 31—32, Versammlung. Tagekordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werdm aufgenommen. Dienstag, deu IS. Oktober, Abend» 37, Uhr, wird im Saale de» kalbolijchm V-reinthauseS, Nieder wallftraße 11, der praktische Arzt Dr. med. C. Sturm einm Vortrag haltm über da» Thema: Di« Verhütung der Glisteikrankheiten. Damen wie H irren habm Zatntt. Verein der vureaubeamteu der Rechtsanwälte und Rotare t« verliu. Fünfter Bortrag de» Herrn Rechi»anwalt Walter über da» Kostmwesm bei Rechtsanwälten am Mittwoch, dm 20 Oktober er.,«bind» 8 Ubr, in Gratweils Bie, hallen, Kommandonienstr. 77/79. Begriff der Instanz. Die Gebühren im Arrest oerfahrm und in der Zwangsvollstreckung. Kleine WittheUmtgett. KriedrichShafe«(am Bodmsee), 14. Ostober. Nachdem aestern Vormittag schnelles Fallm de» Barometers eingetreten, brach Mittag» unter orkanariigem Sturm ein heftige» Ge. witter au» und AbendS 77« Uhr wurde eine starke Eid- erfchüttemng beobachtet. Da» Gleiche wird von Strcßbmg gemeldet. Karlburg(Bayern), 15. Oktober.(U�glück'-all.) Vorgestern beschäftigte sich in Karldurg, währen» die Dresch- Maschine noch langsam im Gange war, der 35 Jahr« alle Dimstknecht Rüpvel damit, die auf derselben liegen gebsirbenm Aehrm in den Zylinder zu kehren, kam hierbei zu Fall und gerieth derart in die Maschine, daß ihm beide Beine abge« risten wurden. Bevor man dm Verunglücktm von seiner schrecklichen Lage befreien kointe, mußte die Maschine zerlegt werden; er lebte noch eine volle Stunde. Znatm, 16. Oktober.(Gefährliche Eisenbahnfahrt.) Ein Wagestück, da« an Tollkühnheit seirnS Gleichen sucht, hat estern Nacht» ein Bursche au» Böhmm dei einem fahrender uze ausgesührt. Ais gestern früh um# Ubr der Prag« .iiimer Postzug der Nordwrstbahn in der hiefizen Station anlangte, bemerkte ein Reoifior.Sschwffer in der Milte dei Zuge» unter einem Waggon einen Burschen, welcher auf der Brem»« schuh- Verdindungtstange saß, während er stch an der Zag« Vorrichtung in dieser kauernden Stellung festhielt. Alt ver« selbe sich bemerkt sab, kroch er schnell unter dem Waggon hervor und suchte zu entfliehen. Als man ihn ergriff, oerweigerte er jede Auskunft unv wurde daher der Poliiei üdergebm. Später «st gefianv derselbe, daß er au» Kuttenderg, der Sobn eine» Hutmacher» sei, Wenzel Kotznitschel heiße und in der Position, in«elcher man ihn unter dem Wazgon bemerkt!', eine s-chS« stündtg« Eismdohnfahrt gemacht habe. Von seinem L hrmcister, einem Tischler in Katimbern. entlasten, habe er au» Furcht vor Strafe nicht gewagt, int Elteinbau» zmückzukehrm, sondern fich mtschloffen, recht weit in di- Welt hinautziifahren, um fich wo ander» eine Unterkunft zu suchen. Da er aber k-in Geld für die Fahrkarte hatte, schlüpfte er Aden?»"m 10 Uhr in Kultmderz unter den Waggon de» stehenden Zuge» und kam so wäbrmd d« Nacht dt» Znaim. ES erscheint fast un» glaublich, daß der Bursche auf der nur 3 Zoll breiten Eisen« Besetzung de» Lanfcj da» seinen Zweck erlangen könne. Engl«) stange kauernd die 187 Kilometer lang« Sirecke unter de» Waggon zurückgelegt hat, und es wird angenommen, daß» ihn vielleicht gelang, zeitweilig einm undesetztm BremSfitz u» bemertt einzunehmen. Ketzte Nachricht-«. Bulgarische». Rachrichim au» Sofia zufolge besteht da gemäßigte, namentlich durch Natschewitsch und Stoilow npr» sentine Elemente dr» Kabinett, nachdem«Z in der Wohls»? dem vorgelchrtttmen Elemente nachgegedm, nunmehr knaA daß die Regierung Rußland gegmüber die Bahn oe Konzesstonen betrete, wovon»ne gülliche Verständi�mi mit Rußland erhofft werde.— Der Londoner„D»' serv er" hält di« Herstellung der rusfischm Suprematie' Bulgarien für wahrscheinlich, ohne daß e» dazu Kriege», noch auch einer settent Rußland« bedürfe, biffer in friedlicher Weise„ besttze nicht die Mackt, selbst wenn es wollte, einen Feldztt gegen Rußland in Bulgartm zu unternehmm, England wei« wenn ei jema'S das Vordringen Rußand» gewaltsam a»!' halten müste,«in ganz anderes Schlachtfeld wählen und R» Krieg dann unter anderen Bedingungm beginnen, all sie Ii daheim und auswärts deständm. Eine Siörung des euU! pätschm Frieden» wegm der bulgalischm Angelegenheit daher durchaus nicht wahrscheinlich. Die Unadhär gigk.it tv garims habe einfach ali Preis für dm europäischen Friw» geopfert werdm müstrn._ Der Pariser deutsche Sozialtsteuverei« veranstalb» eine international« Versammlung unter französischem Vo m Nach eintgm VerbrüderungSreden wurde eine Tagrtordm« angenommen, nach welcher nur von einer Etniguei Frankreich» und Deutschland» auf sozialistW Äiundlage die friedliche Lösung der orientalischen wie<�> anderen Fragen zu erwarten sei._ Rom, 17. Oktober. Der sozialistische Arbei* Kred», preußischer Unterthan, erhielt wegm setner J* (Heiligung an der jüngsten Arbeiierbewegung in v' land heute den Befehl, da» italienische Gebiet zu � lasten. � Metz, Sonntag, dm 17. Oktober. Lei der heute ßs gehabtm Wahl eine» Adgeordnetm»um BezirkSt' wurken 663 Stimmm giftig abgegeben; der dm: f che Km» Gemrinderath Heister, wurde einstimmig gewählt, Vit' heimische Grzee Partei hatte stch der Wahl mi haltm. M Hadertlebev, Montag. 18. Oliober. Nach dm bim vorliegenden Resultaten der Reich»taa»' für einen Ehrenmann.[869] Franz Kche«�. Gheitnehmer vesacht. Mit 3—4000 M kann sich Jemand barmachung einer Erfindung im lithograzv fche« Fach» betheiltgm. Offertm an die% Ottion dieses Blattes erbetm.___ i2ü Augeukliuik Reue Königstraße 6. Behandlung wie Medt.in unentgeiMch�z täglich von 9—11 Uhr Vorm. l, Ginrahm»«, jeder Art K Uder, st Z sämmtl. Glaserardeite» wirdm gut und us? ausgeführt von G. Kcholz, Eismdahnflr.5� Soeben erschien: Deutscher Handwerker- u.ArbM Notiz-Kalender fu- da»?ah» 1887. Zu beziehen durch die Expedition, 3� straß« 44. Soeben ist erschienm: Aer .elleWelt-Kaleadtl für 1887. AuS dem reichen Inhalt hebe« hervor: Reich»hU,»halt».«tat»e» De«' fche» Reich».— Z«br»che»» Kette*.*f zählung von Rod. Schweich«!.— nie Kr»»«» tat Hi»r»e»sche».— PfletarierN*». — Der Kampf paische» Fe, er» ßlS*n� i» be» Welt. Von P. Osw.Kbhl,�-- Wie rn», ei»» Mtlta»»erbieitt.— ß»»>» Blätter(humoristisch). AI»«ratt»-Srila«»»< L«»»i*. r ShttW&k 3. BUach*. 4. Dttbett»«1* «* B«*M*l*#W. Ural» 50 Pf. «t.ttg.et. Z. K. W. MG' Zu beziehen durch die GrpadlttaG merstratz, 44. � Miedern erkänfnr erhalten der Zeitung R�Trautzett», jämmtli» in