Mr. 245. Mittwoch, tat 20.«htota 1886. IU. Jahrg. rrlinrrDolbtiliill Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«„Berliner Volktblatt" Festtagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement mit der Austrirten Äeilage 10 Pf. ostzeitungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) JuferttonSaebühr betrügt für die«gespaltete Pctitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf Bei oberen Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmttagt der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Äureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: Kenthstraße S.— Grpedttio«: Zimmerstraße 44. »Wi-IiM') Daß die«atiovalliberale Partei mit Verlaub de« Herr» Dr. Zerusalem, dem der Tttel: ,Bierba»kpol!tikir.Partei' sehr zu mißfalle» scheint, immer eine Wischi-Waschi. Partei gewese» ist, da» dürfte mävuiglich belasnt sei». J.«ü1. verschwömme», unbestimmt, Ä Vte«SÄ w,"'"" w ... LSazere Zeit jedoch halte diese Partei i» wirthschaft. liche« Dinge« eine« feste« Siaudpuvkt»»d wen» e« auch »«r der St. Manchester« war. Nu« hat sie auch diese« schon seit dem Heidelberger Programm verlöre» und ift ia wirthschastlicher Bezi hung genau so verschwömme« und un- bestimmt geworde», al» i» politischer. Et«er solche« Partei gebricht e« selbstoerstündlich auch a« bedeutende» Führer», die alle derartige» Schwankungen mit» mache» wolle». Et geht de» Natto»alltberalea genau so wie de» «onservativen, die gleichfall«, seitdem sie i« wirthschafi liche» Frage» de» eigm« Standpunkt verloren habe» und nur »och im Regierungsfahrwaffer plätscher«, vollständig führer» beraubt find. Einst hatten st« eine« Rodder tu», der sich aber schon längst vor seinem Tode von de» Konservative» abgewandt hatte, dann folgte ihr vornehmster Führer in soziale» Dwgev, der Gebeimerath Hermaa» Wagener mit seiuem Adlatu» Rudolph M p?r, und verlasse« fitzt da die konservative Partei— sie ist völlig auf de» Stöcker gekom» me». Nur daß ab und zu diesem die Herren Ackerman» und Kleist-Retzow i« wirthschastliche» Frage« die Führer- schuft streitig mache«. Ei» hübsche« Kleeblatt da« I Und bci de» Nationalliberal«« ist e« genau so. Seit- dem die Bennigsen und M qiel, die beide vo» soziale« Frage» ei» ordentliche« Stück verstehe», sich zurückgezoge« bade», verttitt Dr. Marquardse« sie i» sozialpolitischer Hinsicht: mau sieht aber immer ei« spöttischiS Lächeln auf de« Gesichter» fast aller Mitglieder de« Reichstag«, wen« der- selb« über Sozialistengesetz u»d wirthschastliche Dinge im profeflorale» Tone„Alle« und»och Einige» mehr" herunter- salbadert. Doch da« eigentliche wirthschastliche Genie dieser Partei ist der i« Tabak«- und Schnaptmonopol- und Steuer- frage« bekannte„Konfustonariu«', der Abgeordnete Oechel« Häuser. Devselbe» hat e««u» auch nicht ruhe» lasse«, mtt einer sozialpolttische» Schrift a» die Oeffeutlichkeit zu trete» und da««atiovalliberale, wirthschastliche Licht a«zuzü»de». Diese Schrift trägt de« pomphafte» Titel:„Die Ardeiter- frage, ei« soziale« Programm." *) Wir neben auch diesem Artikel Raum, da er"da« Oeebrlhüuser'sche Buch in mehrfach neuer Weise beleuchtet. »achtaick»erboten� IeuMeton [4 Im Hause des Uerderdens. Kriminalroman. Von Steinhoid Ortmau«. RWUM ZMMKMs ÄÄ"ÄfÄT.Ä KÄ lavgsam««d mühselig an zwei Stöcke» fortzubewegen ver« mochte u«d au» seine« drei a« einander stoßende» Zimmer» gar»icht mehr herauskam. Wer aber«ei»te, daß der alte Herr ia diesem seine» hilflose» Zustande auch die Theil«ah«e für die Außenwelt vnlore« habe und sich um die Bewitthschaftung stz,# Gute« nicht kümmere, der irrte gewaltig. Boro» Branden- stein war stet« bi« in die kleinsten Einzelheiten von Allem unterrichtet, und selbst in de» scheinbar unwichtigste Dinge» pflegte er sich die ausschließliche Entscheidung vor- zubehalte«. Auch a« dem heutige« Nachmittage nahm er mit größter Aufmeiksawkett eine» mündliche« Bericht seine» be- scheide» vor ihm steheade« jung«« Oberinspektor« entgegen. Er hatte seine« Lehnstuhl so a» da« hohe Fenster schiebe« lasse«, daß der volle So««e»schei« auf sei» gelbe», runrlige« Antlitz fiel, und die«och immer lebendige« und kluge» Auge» ruhte« scharf und prüfend auf dem Geficht de» Nachdem der«atiovalliberale Sozialpolitik« die ge- schichtliche« Ursache« der Sozialdemokrane r» ob«» flächlichster Weis» vorgeführt u»d da» Sozialistengesetz für nothwendig erklärt hat, de« alte« Grundsatz huldigend, daß«ine „Mache" leicht durch ein«.Gege«mache" aufgehoben, resp. vernichtet wkrde» könne, kommt« zu de» Sozialreform«» und wirbelt nun alle« Mögliche und Unmögliche durchei«- ander: Kranke»- und Unfallversicherung, Fortbildung»- u«d achschulwese», Konsumvereine und Postsparkassen und ibetterwohnunge« und Ferienkolonie«, Veipflegung»« statione» und Arbeiterkolonie«, Verbot der Kmdn- arbeit, der Eonntagsarbett. der Nacht- und Uebtt- aibrit, Beschränkung der Fcaunrarbett und Maximal- arbei.ttag, und üb« alle sonstige» Frage» de» Ar- betterschutze» weiß der geehrt« Herr zu rede«. Neb« Alle« I Dabei nicht ei» einzig««euer Gedavk« I Wa»« Gute« über de« Lrbetterschutz sagt, da« hat et. sozialdemokratische« Schrift«« und Reden entnommen, bei verschiedene« Frage« krpir»« Schulze. Delitzsch und bei Krankenkassen-««d Un- falltfrage« die Vertut« der Regierung, deren ungeschickt« Mitarbeit« ia solche« Frage» b«ka»»tlich die Kons«- vative» find. Wir sagte», Herr Oechelhäus« habe«icht« Neue» i« seiner Schrift vorgebracht— da thate» wir drm Herr» schnöde« Unrecht. Gewiß hat« etwa« Nene» ausgeheckt und zwar ei» Alterv«rforgu»g»gesetz, oder vielmehr ei« U:bngaag»�es«tz zur Ali«» Versorgung. Hinzu soll vo»de« Untttvehmnu und Arbetter« ei» groß« Fond» zunächst auf- gebracht w«de», zu dem die U»ter«ehm« ei« Prozent, die Arbeit« ein halbe« Proze»t de« Arbeitslohne« bei- trage«. Auf diese Weis« würde« jährlich ungefähr achtzig Millione« Mark i» Deutschland zusammen komme». Die Arbeiter solle« ab« durch ihre Beisteuer keinerlei Be- rcchtigung au« diesem Fond« zur Untnpützung im Alt« «lange«. Nur die Bedürftigste»— od« sagen wir— die durch die V«waltu»g bevorzugte« Arbeit««halte« dies« Unterstützung, gewiss«maße« um Probe« anzustelle». Die V«waltu«g soll au« Vorstände« bestehe», zu gleiche« Theile» au« Uvinnehm«» und Arbeit«« zusammengesetzt, unter Zuziehung vo» Gemeindedelegirte» unter Oberaufsicht der Regierung. Doch«u» genug I Dem blödeste« Auge wird«icht «rtgehea, welche«»«wirthschafilich« Sammelsurium hi« der wirthschastliche Vertut« der Nationalliberale« zusammen- 8, trage» hat. Da» einzige Neue, welche» in d« Schrift cht, ist völlig unbrauchbar. De» Arbeiter«, die so scho» Roth genug leide«, Geldv«pflichtu»ge« auf,««lege«, ohne daß sie Rechte«lange«, ist einfach absurd. Und möge man nur»icht einweude», die Untemhm« müßte» ja noch Sprechende». Diese« Geficht hatte gewiß scho» manche« andere jüngere Aug« paar auf sich gezogen, den« selbst sei» ärgst« Feind hätte dem Oberinspektor Holmfeld zngefiehe« müsse», daß er vom Scheitel bi« zur Sohle ei« hübjch«, stattlich« Mim» sei, dem«icht«ur Entschlossenheit und ruhiger männlich» Ernst, sonder» dem auch Offenheit und Wohlwolle« au» jeder Miene spräche». Er mochte kaum dreißig Jahre alt sei«, und daß d« vorsichtige und in alle» geschäftliche« Angelegeuheite» sogar mißttauisch« Herr vo« vrandenstei» ihm trotz sei«« Zuzend nun scho» seit eine« volle» Jahr die Bewttthschaftung seine« große« Besitzthum» auverttaut hatte, war gewiß vo« vorn- b«eia ei» Z«ug»tß vo« u»gewöh«licher Tüchtigkeit de» jungen La»dwirth«. Der letzte Gegenstand i» Holmfeld'« Bericht mußte wohl etwa«»«angmehm« Natur gewese« sein, den» die Falten auf d« Sttrve de« Gut»h«r«»«tiefte« stch»och mehr, und al« der Sprechende g«e»d«t, sagt«« w raschem, entschiede««» Tone: „Die beide» widerspenstige» Kerle««de« natürlich auf d« Stelle davongejagt. Solch' Gesindel, da« meine Befehl««icht resp-ktirt, ke»» ich«icht gebrauche». Ich hoffe. daß sie sich morgen«icht mehr auf meinem Grund und Bode» dttteffe» lassen." „Ich wollt««och hinzufüge«, Herr vo» Brandenstei». daß die beide» Leute verheirathet find und ein« ganze Schaar klein««mder Hab«»", sagt«. Holmfeld Si-e so plötzliche Entlassung würde sie fichnlich i» da» tiefste Elend flftMfll.* �Hätten sich die Kerle vorher überlege« solle» I Sind selbst Schuld an ihrem U«glackl Ich kam»««» einmal de» Ungehorsam«icht leide«, u»d ich will de»»»d«e» ein Exempel geben."... „Trotzdem möchte ich Sw bitte«, vo« Ihrem streng?« Entschlüsse abzustkhe«, Herr Baron." e«tgeg»ete der junge Man« mit ruhig« Festigkeit.„S« war mnne Pflicht, de« Saü zu Ihrer Kenntniß zu bringe«; aber ich hoffe«ich». daß Sie i« Folge desse« die mme« Schluck« wirklich so hart bestrafe« w«d«». Sie habe« fich allerdtng« gege» t,ae« Ihr« Befehle v«ea»ge«, aber e» ist ihnen mehr zahle«, ohne daß sie direkte Vortheile hätte«— die Lehre vom Uaternehm«gewin» ist unsere» Les«» zur Genüge gelänfig. Wer aber zahlt da« eine Proze«t, welche« die U»ter»ehm« bettrage« solle», denn eigentlich? Antwort: die Arbeiter, du diese« Manko am Unternehmergesin» ihnen schließlich doch am Lohne abge- zwuckt wird. Wie konfu» übrigen« Herr Oechelhäuser in sozial- politischen Frage« ist, g-ht schon darau« hervor, daß er de» StuiUrlaß de« Minister« von Puttkam«»«urtheilt, während « da« Soziaiisimgesetz für gut und«othwendig«achtet, obwohl der Streikerlaß lediglich die«oth- wendige Folge de« Sozialistengesetze« ist. £ Da« ist so echt»aiio»allib«al I E« ift genau so, al« wen« Jemand da» Einschleiche» der Kttmiaalpollzistm uater falsche» Name« in gesetzlich erlaubte Arbeitervereine billigt, und da« Gesammtversahun de« Herr» Jhiing-Mahlow ver» »rtheilt. Da» ist keine Logik, da« ist Nattoval« liberalitmu». Und mit dies« Kennzeichnung der verschwommenst?» Partei im Lande wolle« wir auch Abschied«ehme» vo» dem sozialökonomische» Vertreter dies« Partei und seinem neuesten„soziale« Programm", welche» b-ffer bezeichnet würde mit dem Worte: soziale« Wischi-Waschi. VolMsche Ueberstch«. Die Wiener Auarchtsteueutd- ckauge« find bekanntlich so ort wiener ausgenützt worden. um für schärfere Poltztt- eingriffe Stimmung ,u machen- Natürlich hat man zu viesem löblichen Zwecke maglo» übertrieben, so daß selbst bürgerliche Blätter anfangen, gegen diese« unwürdige Treiben zu pro« Usttren. Dal Uttheit De« stockkonservattven„Vaterland" berührten wir schon neulich. Jetzt schreibt ein liberal.« Blatt, der„P e st e r Lloyd":„Von allem Anfange her waren wir vollkonmm darauf gefaßt, die große Mähr von der„In» dieluftsorengung" Wien» in den grellsten Farben» handhoch aufgetragen" behanvrlt zu sehen und haben denn auch leine Enttäuschung zu befürchten gehabt. Seit acht Tagen bilde« die hierauf d»z!1?tichen„Echreckentnachrichte-r" »ine stehende Rubrik in der Mchr.ahl der Wien« Blätter und sie werden aller Wahrfchetnlichkeit nach von drm„großen" Publikum, welche« diesmal zumeist au« den„kleinen" Leuten bestehen dürste, gie.ig verschlungen. Schon da» überall wieder- kehrende Entsetzen darüber, daß die Bernichtuna„Wim«", fchlankweg„Wien«", oder im allergünsttgsten Falle„eines gießen Theil» von Wien" durch Feuer und Dy aamtt an einem aare hing, mußte die höchftgeipanntrn Erwartungen defrte- drgen. Wie viel Häuser glauben wohl die det- essenden Herren» daß mtt dem zehn- und zwanzigfachen Betrage dn det den Attentätern vorgefundenen Sprengstoffe hätten ze stört w«den können? und welchen Zweck hat e«, eine deadftchtigte Umhat, da« beinah« zu verzeihe«. Ich selbst machte Ihnen ja kei» Hihi daraus, daß ich diese» Befehl für eine« M.ßgr.ff halte" »Ich weiß, wa« ich thue, weia Herr Oserirspektor, und wen« ich eine Ordre gebe, so verlange ich vor alle» Dingen, daß ohne Murre, p nirt w«del Bi« da« vo« jeher söge» wohnt gewesen." „Auch wenn e» offen zu Tage liegt, daß dies« Befehl ei« Jrr'hum gewesen ist u«d Ihrem eigene» Interesse zu- wider läuft?" H«r von Brandenstein fuhr auf.„Wer dürfte sich«- laude«, a« meine»»«ordnunge« zu mäkeln?� „Jeder, der e» ernst nimmt mtt seine» Pflichten gege« Sie! Ich hege die fesie Uebtt, eugung, daß e« eine Unge« rechtigkeit wäre, die beide» Männer um dies«« Anlasse» will«« au« ihrem Broterwerb zu jage«." „Ich will e»»«« ab« einmal so und ich denke, ich brauche mich bei meinen Verfügungen«icht nach Anbei« Begriffe» vo« Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, sonder« nur »ach meinem eigene» Ermesse« zu richten." „Sicherlich, Herr vo« Brandenstei«," sagte Holwfeld einfach und«och immer ruhig, indem« mehrere Papiere, die« dem Tutsheu« vorgelegt hatte, wird« zusammen»ahm,„ab« ich zweifle sehr, daß die« der richtigste Weg ist, sich zuoerläsfige und treue Mitarbeiter zu schaffen." Er»«beugte fich bescheiden und wendete fich zum® he«. Der alte Herr lebete fich ärgerlich i» seine« Sessel zu ück und trommelte mtt de« hag«e« Finger« ungeduldig auf die Fensterbank. Während sei« Blick der schlanken und doch krast- volle« Gestalt de« davon Schüttende« folgte, glättete» sich die Falte« auf sei«« Sttt« imm-r mehr und al« Holmfeld ebe« die Hand auf de» Thürgriff legte, rief er ihn in»icht «»fteundliche« Tone zurück. „Sie wisse», daß ich mir»icht g«ne Vo fchrifte» mache« lassr, Heu Oberinspekior", sagte er,„aber St« find ein ehrlich« und uchischaffen« Man«, dem man schon etwa» zu Gute halte« tavni— Wolle« die beide» Kerle für diesmal«och mtt einem Verweis davo« kommm lassen und wege» der Anordnung, die sie übertrete» flBet de«n Charakter alle Kreise und Schichten der Bevöltnung einig find, und zwar doch noch in einem etwa» anderen Sinn« einig sind, al» in jenem, in welchem man so gewöhnlich von der Einmülhigteit der öffentlichen Meinung ,u svrcchen pflegt, w ihren möglichen Aolgen auch nur um eine Schattirung graß. ltcher darzustellen, a» fie in Wirtlichtett ist? Derartige Ueber. treibungen und Auischmlickungen würden indeffen weniasten« verhältnihmähig harmlo« sein, wenn fie lediglich da» Erzeug. niß der Geschmacklofißleit mehr oder weniger untergeord. neter Federn wären, welche fich nicht ander», al» durch die Ausstachelung und«etriedigung de» Sensationldedürf« niffe» der großen Masse Geltung zu vnschaffen rvisien. Sie würden wenigüeni keinen wetteren Rachthetl im Gefolge mtt fich führen, al» die Kolportage der sensationellen und Schmier- Romanltteratur.»llein die au»schmückende Behandlung»««ise derartiger Vorkommniffe ist durchau» nicht, oder jedenfall» nicht auischließlich und auch nicht an erster Stelle in den Kreisen eine» untergeordneten Reporter- thum»,u suchen. Sie wird systematisch de- trieben in Kreisen, welche an dem ganz entgegengesetzten Pole de» Staate» und der Gesellschatt liegen, in«reisen, wo man sonst über die Sensation», und Schmierliteratur nicht genug Zeter schreien und nicht genug polizeiliche Cyikanm gegen ihre Verbreitung ersinnen kann. Sie wird dort betlie- den, wo man sich selbst und ein gehässtge», unterdrückende» Poltzeisystem al» die letzt« Zuflucht der bedrohten Staat», und Gestllschasttzordnung anerkannt sehen möchte, und wo man eben keine anderm Mittel und keine andere Möglichkeit dazu hat, al» die. möglichst große Thrile de» Volke» durch Angst, Schrecken und Bestürzung angestcht» einer unbestimmten, unfaßbaren und darum umscmehr auf die Nerven wirkenden Gefahr, in einen Zustand von theilweiser Willenilofigkett und Unzurechnungsfähigkeit zu versetzen und möglichst dauernd dar>n zu erhalten. In der That, seitdem e» in«inzelnm Staaten einer reaktionären und voll», und sreiheitsfeindlichen Richtung gelungen ist, noch einmal zur Herrschaft zu gelangen, deren prekärer Cbaraver innerhalb de» Kreise» der Träger derselben jedenfall» mindesten» ebenso deutlich gefühlt wird, wie außerhalb, ist die tmdenziöse und mit offener und grober Unwahrheit operirende Auldeutung einzelner Vorkommniffe zu hohen Ehren erhoben worden. Sie, welche biiher für da» unterscheidend« Merkmal lächerlicher Bierbanl. Politiker und gewissenloser Volktzaufwiegler galt, bildet jetzt einen w e s e n t» lichen Tbeil der Regterung»kunst in solchen Staaten und eine, wahrscheinlich durch nicht» Andere» zu ersetzende Stütze de»„System»". In einem groß- artigen und fast entsetzlich zu nennenden Umfang« wurde diese Kunst erst noch im Lauf« de« gegenwärtigen Jahre», anläßlich der belgischen Arbeiterunruhen verübt. Der offl« ztöse Telegraph war überall geschäftig, die Vorkommniffe da- selbst, welche wahrlich betrübend genug waren, in geradezu lügenhafter Weis« zu übertreiben, und längst ehe die immer noch schlimmer«, aber hinter dm ersten Mtttheilungen weit zurückbleibende Wirklichlett bekannt wurde, waren jme berechnetm Unwahrheitm von der reakitonären und einer gewiffen RegierungSpreffe, sowie auf allm anderm möglichen Wegen in berechneter Weise fruftislztrt worden." Bei Gelegenheit der vesp«echu«g de» österreichische« Entwürfe» zur Bildung von Ardeiterkammer» schreibt die„Nordv.«llg. Ztg.":„Eine wirkungsvolle Ler- tretung der Arbeitertntereffen dürfte kaum auf dem vor« geschlagmm Wege zu organistrm sein. Wenn man bedenkt, daß die gewählten Arbeiter ihr Amt al» Mitglieder der Ar- betterkammern auch dann unentgeltlich auSüten sollen, wmn fie nicht am Sitze der Kammer wohnen, so wird man kaum zu der Meinung kommen, daß etwa» Ersprießliche« bei Verwirklichung de» Vorschlagt» herau»Iommm möchte."- Wir werdm un» erlauben, da» Kanzlerblatt an diese unbestrettdare Wahrheit zu erinnem, wenn die Frage der Bewtlltgung von Diäten für deutsche ReichStaqSabgeor dnete wieder zur Diskussion steht. Wa» für Oesterreich wahr ist. wird der„Norddeutschen Allgemeinm Zettung" ja auch für Deutschland gellen. Ueber die amerikanische Polizei,«elche den Abg. Lieblnech» so brutal behanvette, schretdl man der„Frankfurter Zig.":„Liebknecht hat mtt seiner Erklärung vollkommen recht — da» girbt ihm j'.der politisch gebildete Amerikaner zu. Vor einigen Tagen find dem Schreiber diese» die Aushängebogen eine« intereffanten amerikanischm Werke» über die„Ar bester- bewegung in dm Ver. Staaten" au» der Feder de» Richard Ely, Professor» an der Univerfltät Battimor«(der seinen Doktorgrad in Heidelberg erwarb) zugegangm, in wel- chem der angesehene Verfaffer betont, daß die Polizei der amerikanischln Städte einer gründlichen Reform'runz bedarf. Er schreibt:„Die große Maffe der achtbaren Arbetter ist von tiefer Bitterkeit gegm die Polizei«füllt und dazu giedt da» bäuflg brutale Austretm derseldm nur zu viel Anlaß. Unsere Polizei fängt an, eine Manier onzunehmen. welche für den Zar von Rußland paffm mag, nicht ab« für schlichte Ord- nungSwächt«. Soll in unserem Lande nicht«in schnöd« habe», reden wir heute Abmd well«. Mitunter kann man ja auch im Alt««och etwa» kerne». Ab« ei« zweite» Mal lasse ich eine offenbare Wid«s,tzlichiett nicht so �limp�lich pasfirm, da» ist gewiß I— Na lebm Sie wohl, Bei dem Abschied»gruß glitt etwa» wie ei« wohlwolle«- de» Lächeln üb« sei« Geficht. E» war erklärlich, daß sich auch die Miene de» juvgm Verwalter» wesentlich«hellte, al» er auf dem verschossmm Dppich de» geräumigen Vorzimmer«»est« schritt. D«»«• «wartete Antgavg der peinlich gewordene» Untnhaltung freute ih«, aber d« zufriedene»usdruck seine» Geficht« verwandelte fich vollmd» in ei« so««ige», glückliche» Lächel», al» ihm a»f der Schwelle de» Nebengemache» di« Gestalt ei«e» einfach gekleidete», doch auffallend hübschm jungen Mädchen» entgegentrat. Da« bei all« Schlichthett zi«ltche vom««kleid um« schloß die weiche«, anmuthigm Formt« ein« eben erblühte« Jungfrau, und da« von dichte» blondm Flechte» umschloffen« liebliche Kindergeficht mit dm große» blaum»»gm und rothm knoSpmden Lippm sah so süß, unschuldig und reizmd au«, daß auch unter ganz gewöhnlichm Vnhältniffm da» sonnige Lächeln auf de« Inspektor« Geficht durch de« Art- blick d« junge« Dame vollkommm ausreichend erklärt wor- de« wäre. Hier aber hatte e» mit dm ju,gen Leuten«och eine eigme»ewandtniß. Die freudige Uebenaschung war fichtlich auf beidm Settm gleich groß. Sine rosige Blut. welle strömte i« die Wangm der jungen Dame u»d sie leistete keine« Widerstand, al« Holmfeld ihre Hand«griff, seinm linken Arm und ihre Schulter« legte, und die schlanke Gestalt sanft aa fich zog. „Ahnte ich'» doch fast, daß mir mein Tiubchm in dm Weg flattern würde," sch«zte«.„D« Zufall scheint»n« gend» ei» so gefällig« Geselle zu sein, al» in d« Liebe, wo man ihm freilich auch bewußt am«eistm zu Hilfe kommt. Nicht wahr, mein H«,?" „O,»ur keine Einbildung, mein Herr,"«widerte fie schelmisch lachmd,„ich meinerseits komme dem Zufall gewiß nicht zu Hilfe, und w« we.ß, ob e« mir gerade in diesem PolizeidespoiiSmu» elnrcißen, dann muß fich uns«« Nation des Satze» erinnern, daß die Freiheit um um den Preis deftän- diger Wachsamkttt maust wird."— Ely«klärt, daß die Rew-Borker Polizei, deren Bestechlichkeit sprichwörtlich sei, am allerweniasten Grund zu einem prooozdenden Auftreten habe.„Wie steht e», fragt«, um die Moral dieser Polizei? Ist e» nicht allbekannt, daß gewiffe Polizeibeamte Re« DorH mit einem Gehalt von 5000 Dollars deren 20 000 jährlich einnehmen? Wer«eiß nicht, daß diese Herren unter ein« Decke stecken mit den Inhabern d« derüchttgsten Häuf« und fich von denselben dasür bezahlen Icffen, daß sie die Augen zudrücken? Sollm die Arbetter von diesen Leuten eine anständige und g«echte Behandlung zu gewärtigen hoben?" — Also der amerikanische Professor, der an der Spitze d« neuen Schul« de» amerikanischen Katheder- Sozialismus steht I Die«attoaalltderaleu„Hamb. Nachr." plädirm für Einschränkung de» Asylrechte». Da» genannte Blatt meint zur großen Frnd«nd entgegenstehe», und wen» e» mir gelänge, de« Bat«» Einwilligung zu«halte», so solle e« an ihrem Segen nicht fehlen." „Und De« Vater, Georg?" Ueb« di« offene Stirn de» junge» Manne» zog ei« Schatten.„Mein Bat« beharrt«och auf seinem alte, ent» schiebeneu„Reiu"; ab« glaube mir«ur, Lrebche», e» wird mi, sicherlich»och gelingen, seine» Widerstand zu breche«! «ertraue«ur auf»ich I Ich fühle mich stark genug, Alle, zu einem guten Ende zu führen." Gr zog ihre schlanke Gestalt«och zärtlich« an fich und hob mtt v« Rechte» ihr gesenkte» Köpfchm in die Höhe. Die blaue» Augen schwammen in Tbränev. „Ach Georg." flüst«te fie,„ich fürchte, daß«»« schw«e Tage devorstehe«! Um«einetwillm bist Du tu Unfriede» gerathm mit Deinem Bat« I Wer weiß, wft viel Unalück ich»och üb«, Dich bringe« wnde?" 0 „.«i, d" ist mir ja-m schön« Muth! So«nst und WWW meium eigene» Herd gründe» kann, so w«de ich Dich, litten; um fie in wirthschaftlicher Leistung»fShigkett zu» halten und ihr dm Uedttgang zu den dadurch dedinglr» Aendilungen der biSherigm ProduttionSweise zu ermögltart find ihr in Bezug aus die Eisendahntarife wichtige Ä» Sessionen gemacht worden. Die niederrheinische Eisenindu?» dringt aber, in je höherem Maße die Roheisenerze, welcher fj fich, so weit inländische» Erz in Frage kommt, für da ThomaSverfahrcn hauptsächlich bedient, aufgebraucht»«rdnr um so mehr auf eine leistungsfähige Waffcrverdwdung dm reichhaltigen Minettelagern in Lothringen, welche fich 8® Theil jetzt bereit» im Befitz derselben befinden. Eine sol& Verbindung würde durch die Kaualifimng d« Mosel errei» werden. Die hindurch eintretende Verschiebung d« R#' kurrenzlähigkett zu Ungunsten der großm eismindustrielltf Etubliss:mmt» an der Saar würde nach d« osfiziösm lassung theilweife ausgeglichen««dm können durch W Kanaustrung der unteren Saar di» zur Mündung W Mosel. Zu de« Christeusen-Prozeß tu Plaue« ttagm trt nach vem„Leipz T?bl." noch folgende» au» einer Zusnw auö Blauen nach: Der feit Mitte Jali d. I. ht« wohnhafd am 21. Oktober 1853 in Ruttebüll(Krei» Tondern) gedorc« e-chriftstilllr Jen» L-uri» Christenim kam am Abmd da 30. August d. I. mtt z«:t hier wohnhaften Parteigenossen* die Rekauration„Zum Ald«Iplatz" hi« und fetzte fich# einen Tisch, an welchem drei Solvatm vom 104 Infant«»' Regiment saßen. Christen sm knüpfte mtt den Solvatm m Gespräch an, und schließlich händigte« einem jeden derselfcj ein Exemplar de» in Dmttchland verbotenen„Sozialvemob ein, jrdoch so gebrochen, daß der Tttel nicht stchtdar war,' mit d« Bemerkung, da» Blatt erst am andern Tage zu lri wo fie(die Solvatm) mehr Zeit dazu hätten. Christel! hatte fich wegen dies« Handlung vor de, 1. Strafkammer I hiefigm tönigl. Landgerichts zu««antworten. Der Anaeva führte au», er habe die detteffenden Nummern de»„Sofi demokrat" dm Soldaten nicht deshalb gegeben, um d' für die Sozialdemokratie Propaganda zu machen, fond habe fie denselben nur zu ihrer ctgmm Kmntnißnahme wiesen, und einer sein« Parteigmossen habe die Soll noch ermahnt, die Schriften zu verbrennen, wmn fie diesei gelesm hätten, worauf«(der Angeklagte) hinzugefk „od« sonst v«nicht«n". Die al» Zeugen abgehörtm' bestritten diese Behauptung. Der Angeklagte wurde im blick darauf, daß er die verbotene Zettschrtst an Mitglied deutschm Armee verbrettet, und daß ver Staat ein wiä Interesse daran hat, die sozialdemokatischm Ideen von» Mitgliedern d« Armee fernzuhalten, zu drei Monaten' fängniß und zur Bezahlung d« Kosten de» Strafoer vermtheil». Fern« wurde nach§ 22 de» angezogenen( auf seine Ausweisung erkannt.— Der angezogene Para lautet:„Gegen P-rsonen, welche fich die Agitation für d- § 1 Abs. 2 bezeichneten Bestrebungen zum Geschäfte m« tann im Falle ein« Verurthettung wegen Zuwideihandlit, aegm die§§ 17 di» 20 neben der Freiheitsstrafe auf die- lässtgkttt dec Einschränkung ihre» Aufenthalte» erkannt rve» Auf Grund diese» Erkmntnisse» kamt dem Verurtheilten' Aufenthatt in bestimmten Bezirkm od« Ortschaftm dm« LandtSpolizeidehörde versagt werden, jedoch in seinem fitze nur dann, wenn er denselben nicht d«ett» seit 6 V inne hat. Zuwiderhandlungen v.-rdm mtt Gefäniinih% einem Monat di» zu einem Jahre bestraft."— kann demnach in Deutschland au« jedem Orte auSge®� werdm. Hiuflchttich de» Verfahrens geae«»ach A«/ ««»aew änderte und von bort zurückgekehrte Sstichtige h-U da» königlich sächsische Ministerium nn«n eine Verordnung erlaffm, welche der„Voss. Zts folge lautet:„Die Wahrnehmung, daß nicht selten' hörige de» Deutschen Reich» vor der Erfüllung ihrer' Pflicht, beziehentlich unter Umgehung dnseldm, nach bat einigten Staaten von Amerika auswandern, einige W aber al» naturolissite nordamerikanische Bürg« nach lond zurücktehrm, bat dem Minist« de» Jnn«n Vtl lassung gegeben, im Ei.nv«nehmm mtt dem knegSmimst'� und in Uedneinsttmmung mtt den settm» ander« VW intbesondere der königlich preußischen Regierung troffmen Verfügungen folgende» zu bestimmen: 1- 9� gemeinen ist davon auszuzehm, daß den vormal» wandertm und al» Bürger d« Vereinigten Staaten Nordamerika zurückgek-htten Wehrpflichtigen in der Regeb� auch wmn lein besonder« Anlaß zu dem V«dacht vorn daß ste ausgewandert feien, um fich der AbleistuN». MUitäipflicht zu entziehm, nur ein zeitweiii" grenzte,, nach Lage des Falle» auf Wochen oder j zu beschränkend« Aufmihatt im Jalande gestattet ist alsbaldiger Ausweisung ist vorzugehm, wenn die Letrelt? ». durch hecaugsordernde Hattung, durch Pochen auf% nähme stellung od« sonst in irgend welcher Beziehung bequem od« lästig machen, oder d. offenbar nur in ficht, fich der Wrh'pflicht zu intfiebm, nach Amerika wandert find, od« e. ihren Huf enthalt in Deutschland mein Herzmädel, a« die Hand nehmen, und m«b( einem kindlich bescheidene», aber auch männlich entsch�ij „Entwed«— Od«" vor die Augen treten. Ich weiß r ex wird nicht.nein" sagen, wen»« die schmucke Sck> tochter steht, und wir werdm eine fröhliche Hcchzn> — vorausgesetzt natürlich, daß mir di» dahin nicht t"1 nehm« Herr mein Täubche» weggefangm hat I" „Wie magst Du nur so sprechen, Georg," «röihevd, indem ste fich sanft au« Holmfeld'» mach«« suchte.„Auch habm wir schon viel z geplaudnt; He« von Brandenstein envartet längst zum Borlesm." So ohne Weit«e» ab« schim d« Herr sei»« Gefangene nicht«tlaffen zu wolle». Er»a?» mehr ihr liebliche« Köpfchm zwischm beide drückt«, ungtachtet ihre« Sträube»« einm herzhast" auf die frische«, rothen Lippm. Kaution dafür, d-ß ich auf dm glücklich" Herr« da drinnen nicht eifersüchtig zu»«den%, "if« übermüthig,«l«« die Geliebte frei sich der Au«ga»g»thür zugewmdet hatte,„ans bn» zum Thee, und ich denke, ans ,i» recht Wtedersehm!" Damtt war« hinau« und Elsbeth wendtt« � rück, um dm auf so engenehme Weise untetbroch" w da» Zimm« de» Gutshen, fortzusetzen; purpurne Rothe bedeckte ihr liebliche» Geficht df Haarwurzel» hinauf, al» sie'gewahrte, daß die ± diesem Zimm« geöffnet war, und daß Herr vo» stein, auf seine Stöcke gestützt, mit hrlv verdutz'�- belustigtem Geficht auf d« Schwelle stand. 2° � Vnrlegmhett schlug fie die Ange» zu Bodm; aver H«r, der sich einige Sekundm lang o#> legmheit geweidet hatte, fühlte mdlich Mttleid". sagte in sein« etwa» d«be», ab« ket«e»mez» j Weise: „Nur näh«, Fräulein ElSbeth, nur»iiher 1 jg J doch kein Versteck.««ehr; da« H«&««»0*b*"�%#'' «»mal venathm, und de» strmgm Sttafg««?' Beide nicht mehr mtgehm." �«hnm. ohne daß aus den Umständen nach billigem Ermeffm der BehSrden eine Reibtferttgunz dafür zu entnehmen ist. 2. Nach Artikel 4 des NmddeutscheN'Amerllanischen Staats- »ertrage» vom 22. Februar 1868(ReichSgesetzbl. v. 228) soll ein in Amerika naturalifirter Deutscher, welcher fich wiever in Deutschland niederläßt, ohne die Absicht, nach Amerika zurück- zukehren, alt auf seine Naturalisation in den Vereinigten Staaten Verzicht leistend angesehen werden, und zwar lann dieser Verzicht als vorhanden angesehen werden, wenn der Nituralistrte sich länger alS zwei Jahre im deutschen Gebiete aufhält. Solche Personm können gemäß § 11 de» ReichSmilitärgesetze» b iS zum vollendeten vi.«edenSjahr« zum Militärdienste herangezogen wer- den. Ist die Heranziehung de» vetreffmden nicht mehr zu- L% wenn dieselben seiner Zeit mit der Absicht, fich wr Militärpflicht zu entziehen, ausgewandert waren, mit so- ' v* t i.g e r Ausweisung derselben vorzugehen, anderen« fall» aber kann ihnen bei entsprechendem Verhalten der fernere Aufenthall im Inland« gestattet werden." _ Oesterreich-Ungar». Da»„Verl. Tgdl." erfährt aus Wien. 18. Ottbr.: Heute Morgen wurden in der inneren Stadt(in der Hmengaff«) ? 5�ugfitiften an den Häusern an- geklebt und auf d« Straße verstreut. Der Thäter wurde nach A' Tzdl.� aui Warschau geschrieben wird, VN, Rußland statistische Itrhedungen, betteffend die Konsumtion der in- und ausländischen Tadaksorten. E» haben bereit» holländisch«, französtsche und husche Finanzier, der rusflschen Regierung Vorschläge über die Verpachtung des Monopol» gemacht, doch sollen die Fran« zosen die stieisten Chan, m defi,en.- Die Nachricht klingt wimg wahrscheinlich. Belgien. Bürgermeister von Charleroi hatte den Arbeitern Kundgebung zu Gunstm der Amnestie ge. stattet. Di« ArbtUerdtlegitten haben daher aller Orten die Arbeiter zur Theilnahme aufgefordert und der Stadt- verwallung Charlttoi» mllgnheilt. daß ca. 35 000 Arbeiter er- üflillll und so ist ViejEntfaltung der rothen Fahnen und aller auf die Amnestie und da» allgemeine Wahlrecht bezüglichen Inschriften den Ardeitermaffen gestattet worden. An, Vorficht wird an «m Tage der Kundgebung die ganz« Bllrgergardc zu den Waffen gerufen werden Deputationen aller liberalen Fraktionen boten, nach dem «Verl. Tab!.", da» durch den Rücktritt de» Gattenmörder» van der Smiffm erledigte B.üffeler Mandat, für welche» bisher der Namurer Schöffe Ronoaux kandidirt wurde, dem yücesen Kawmeipiäfidenten Guiltery an, deffm Wahl ge- stchert ist. Ronvaux scheint vielen Liberalen zu radikal. Fraulreich. A-ußerst günstig von den chaurnnlftijchen Hetzereien mancher bürgerlicher Kreise sticht die friedliebend« Haltung der Ardeiter ad. An demselben Abend z.%)., an dem Derouledr zur Feier seiner Rückkehr nach Frankreich in deutsch- frefferischen Phrasen schwelgte, fand in der Ru« Frarcoi» Mtron eine sozialistische international« Demonstration für den Frieden statt. Ein Verein deutscher Sozialdemolraten, der „Lesellub", bast« die französtschen GefinnungSgenoffen zur gemeinsamen E:ö terung der Frage eingeladen, wie weit der internationale Sozi.lttmu« an der valkanfrage interesfirt sei. Ein fr»möstscher Eisäffer wurde zum Vor fitzenden ernannt und erklärt«, daß eS für dm Sozialismus keine Völlergrmzen gebe. Zehn bis zwölf Redner traten auf. Ein deutscher Soziaidemo- krat behauptete, daß da» Proletariat fich in Fragm inter- nationaler Politik überhaupt nicht»u mischen, sondern vom Streite der Regierungen nur Vortheil zu ziehen habe, um fich zu organistren für die Wellrepublik. Ein Franzose sprach für die nationale Selbstständigkeit Bulgariens und die Föderation der Donaustaaten. Der österreichische Delrgirt« glaubte für den Fciedm nicht» von der Mehrzahl der Großmächte erwartm zu dürfen; nm wmn Deutschland und Frankreich sich verständig- tm. könnt« der Zusammenstoß vermiedm«erden. Da diese den RIoffen so oft schon gefährdeten Frieden herstellen. So- bald die Sozialistm Hand in Hand gingen, würdm die Re« Serungm wohl oder übel dem Drucke einer auf Friedm und nabhängtgkttt der Nationalitäten gerichteten Bewegung nach. geben müffen. Zum Schluffe wurde folgende Resolution ange- nommm:„Indem wir bedauern, daß Frankreich und Deutschland, dmen e» obläge, die Orientfrage zum Vorthell der Zivilisation zu De, scherzende To» beruhigte die Ertappte. Sie trat rasch an.dm Gutsherr» Hera» tmd sah bittend zu ihm empor. „Nicht wahr, gnädiger Herr, Sie derke» nicht» �le�Measch" �gte ste leise.„Er ist«i» so guter, ..«Ma» ich denk», werde ich dem Züngferchm nicht gleich bindm 1 Komme» Sie nur erst einmal herein IhTsw*. � 0B �hreu alte» Platz. So und»u» vor*** �aMle wit glühende» Wange» DUKTZZ wahr? .Um Gotteswillm. gnädiger Herr." rief da« iung« Mädchm«rschrockm..Sie werden un« doch nicht unglücklich machm wollm. Etz wäre um»nser« Zukunft gesch.he» wm» Georg seinm Posten verlierm würde." .Potz Tausmd, ich denke, der Holmfeld hat ei»m reichen Vater, der ihm einmal bei guter Gelegenheit ein hübsche« Gnt lause» wird. Alt gmug zum Heirathen ist«, auch; wa« bedeutet da»» also da» Herumziehm und Hei«. lichthu»?" Elsbeth kämpfte eine» Lugenblick mit ihre» Schüchtern- hell, da»» aber»ah« fie fich zusammen und schaute Herr» von Brandenstein offen an.„Da Ste»u» doch die Haupt- fache wissm, gnädiger Hm, und da Sie e» doch immer gut «tt un» gemeint habe», so will ich Ihne» Alle» gestehe». E« ist wahr, daß wi, Beide, Georg und ich, un» gut find, und wir würde» un» auch längst vor aller Well verlobt habm,»«»» nicht Georg'« Vater ganz mtschiede» gegen »nsere Verbindung wäre. Er wünscht eine reiche Gattin für seinm Sohn, und ich—" lösen, gegenwärtig wenigstens ihren größten VolkSmaffen nach artrennt find durch die verhänanißvollm Folgen eine» Kriege«, dtffen Verantwortung auf die Heristenden Klaffen fällt— sprechen wir den Wunsch aui, daß da» Eingreifen der Sozialdemokratie die Vorbedingungen eine» BerständniffeS herstelle, welche« den beiden großen Ländern die gemein» fame Arbeit am Werke der Z'wllisation gestatte. Der Vorschlag zu dieser Resolution kam, ebenso wie die Veranstaltung der Manifestation, von deutscher Sell«. Die Bemerkung derLouiseRichel im..C:i du peuple" lautet:„Wenn die Regierung noch einige» Schamgefühl de- säße, so würde fie aufhören, mich mit ihrer Gnade zu ohr- feigen. Ich hoffe, unsere Frmnde«erben nicht so dumm sein, fich mit etwa» anderem, al» mll der Amnestie zu beschäftt- gen. Wai mich betrifft, so mag man mich nach Belieben ver- urtheilen, da» UrtheU aufheben und abermal» verurthellen, ich kehre mich an so lächerliche Späße nicht." In der ftanzöstschen Deputirtenkammer interpellirte am Montag Maret wegen der Vorgänge in Bierzon und tavrlt« die Haltung der Behörden bei denselben. Ander« Redner von der radikalen Partei äußerten fich in demselben Sinne. Der Minister de» Innern, Sarrien, rechtfertigte da» Verhalten der Regierung, die fich darauf beschränkt habe, die Ordnung aufrechtzuhalten und die Freiheit der Arbell stcher zu stellen. Die Radikalen beantragten darauf, da» Bedauern der Kammer über die Anwendung von Gewalt in Vierzon auszusprechen. Ein Gegenantrag von Proal dagegen verlangt« ein Vertrauensvotum für die Regierung. Die Kammer nahm, obgleich der Minister Sarrien sich dagegen erklärte, nur die einfache Tagesordnung an. Sarrien verließ darauf den Saal, indem er miithrilte, daß er seineSntlassung nehmen werde. Grohbritastssie«. Der Sekretär der sozialdemokratischen Föde- ration hat tm Namen de» Gmeralrach» der Kon- söderation an dm Kommiffär der städtischen Polizei, Oberst Fräser, ein Schreiben gerichtet, worin er konstatirt, daß alle Mtttel erschöpft worden setm, um die Aufmerlsamkett der Be- Hörden auf die große und stet» zunehmende Anzahl von Per- sonen zu lenken, die ohne eigene» Verschulden d eschäfti- g u n g« l o« wärm. Die Sozialdemokratm könnten deshalb etnm Plan nicht aufgeben, den fi- in Folge der fortgesetztm Gleichgilligkeit der Behörden anzunehmen gezwungen seien. Sie sähm keinen Grund, ihrm Entschluß zu ändern, läng» der breiteren Straßm und hinter dem Lordmaysr»>Zugt eine Kundgebung von solcher Bedeutung zu veranstalten, daß st« die Regierung und die Munizipaldehördm von der undeding- ten Nolhwendigteit überzeugen werde, unverzüglich Maßregeln zur Organisation von Ardett für die LeschästizungSlosm zu «rgrerfen und die Nothlage nach dm Grundzügm der von der soetaldemokratischen Föderation im November 1833 veröffentlichten Vorschläge zu mildern. Bi» zu welchem Grade fich die Polemik der Londoner Blätter gegen Frankreich verschärft hat, zeigt die fol- g« allge- meinem Toben geschieht, zieht fich der Gerichtshof zurück. Gegen 7 Uhr verkündet er da» Urtheil, da»„unter Anerkennung de» guten Vorleben» dr» Angeklagten wie de» eigenthümiichen Thatbestandet" mildernde Umstände zubilligt und ihn zu zehn Jahrm Zwangsarbeit verurtheitt. Als Vanderstniffm den Saal verließ, stürzten zahlreiche Advokaten auf ihn zu und reichten ihm die Hand. Bor dem Justizgebäude standen Hunderte; al» der Wagm erschien, der ihn zum Gefänaniß zrnück. führte,«tönte funcktbates Zischen und die Rufe:„Nied« mit den P i'.stertappen!"„Et lebe Falleur!" Die Vertheidiger legen odermal» die Nt btizkitttesckw.'rde ein. D« Svruch de» Geschworenengericht« findet im Lande entschiedene Billigung." zoftale» twd Arbeiterbewegung. e Zur Unfallversicherung. Der G-schästSstlhrer der Nor vde utsch en Textii Berufsgenossenschaft hat für da» zweite und dritte Q a ial de» laufenden Jahre» einen VetwaUungsbericht erstaUet, aus dem air, da der Gegen- stand von allgemeinem Jnteiesse sein dürste, einige Daten und Nachrichten entnehmen. Die Zahl d« Betriede, welche fich am 1. April d. I. auf 2039 bezrfferte, betrug am 1. Oktober 2087 und die Zahl der Arbeiter, welche sich am 1 April auf 93 972 stellte, war am 1. Oktob« au' 95257 gewachsen. Seit dem Jnktafftreien de» Unfallverstchnungsgeletze», also seft dem 1. Ottoder 1885. find bt» zum 1. Oktooer d. I. von der Be- ruf» gen offen schaft an Entschädigungen aller Art 12948,26 M. oezohlt worden. Veranschlagt man die Ausgaben deS keiften Quartals d-« laufenden JahreS auf 2600 M, so würden für die fünf Quartale vom 1. Ottober 1885 bi» 31. Dezem- der 1886 pro Kopf der versicherten Arbeiter un- gefähr 16 Pfennig aufzubringen fein.(Dabei jammern die Unternehm« noch üb« die unerhörte Last!) Entschäd!- gungspflichtige Unfälle hatte die Beruflaenofienfchaft vom 1. Ottoder v. I. dt» 1 Okioder d. I. im Ganzen 86 zu ver« zeichnen, von denen 77 Erwachsene, darunter 60 P«fonen männlichen und 17 Personen weiblichen Geschlecht» betroffen wurden. Von den angewiesenen Entschäbigungtn im Bettage von 12 949,26 M. entfallen aus Beerdteungskostm 922 96 auf die Renten an Hinterbliebene 2410,90 M., auf die Renten an««letzte 7846 85 M., auf die Renten an Angehörige lKrankenhout) 408 M., auf Ku: losten 1254,55 M. und auf HeUvnfahren 105 M. Oelstrankevkassenmisere. Eine neuerdings aufgestellte Ueberstcht d« OrtSir ankenkafien und Gemeinde Krankenve�stche- rungtlaffen im Regierungsbezirk Oppeln ergiebt, daß deren 97 im Jahre 1885 bestanden haben, deren Gefammt- aukgabe an Krankongeld, für ärztliche Behandlung und Arznei, auf Krankenhäus«, an Verwait-mgskoffm, S!«degeld und sonstigen Bussaden sich auf 299 208 M. belaufen hat. Bei vielen d« bezeichneten Krankentaffen wird ein unverhaltnißmäßia groß« Theil der Gesammtaußgade durch die Kosten d« ärztlichen Behandlung der Kaffenmitglieder und durch die V e r« a l t u n g»- kosten vnfchlungen; e» iß deshalb von dem Regiemng»- präfident.'n Grafen Bvudissin zu Oppeln den mtt der Aufficht über die Kaffen bettauten Behörden empfehlen worden, auf die möglichste Ermäßigung der gedachten Ausgabeposten uncu» gesetzt hinzuwirken. Die hohen V«wallungtkosten werden immer ein Schaden der Zwangskeffm(im Gegensatz zu den freien Hilfskaffen) bleiben. Anftellnng eine* Fabriktnspektor» in Lüdeck. Der Lübeck« Bürgerausschuß beschäftigt: fich in sein« Sitzung vom Mtttwoch, den 13 Ottoder, mit einem Antrage de« Senat», betreffend das Lüdecktsche Fabrikinspeklorat. Bisher hatte Lübeck vom Bundetiathe auf Antrag fich die Genehmigung dazu ein« geholt, daß von der Anfiellang«ine» besonderen Beamten abgesehen werden konnte, da Fabriken nur in geringem Um« fange vorhanden waren. In den Jahren 1875 bi» 1877 warm in Lübeck im Durchschnitt in 76 Fabriken nur 1195 Arbeiter, etwa 2»Ct. der Gesammtdevölkerung. Bei diesem verhättniß. mäßig geringen Umlange de» Fadrikdettiede» hielt der Senat die Anstellung eine» besonderen Beamten al» Fabrik tnspektor für nicht gedotm und deicht änite fich darauf, durch einen Polizeiveamten die Gtschäfte eine» solchen besorgen iu lassen, wozu der Bundesratb durch Beschluß vom 2. Apnl 1875 seine Genihuigung gab. Seitdem hat sich di« Fabritthättgkett weiter entwickelt. Am 1. Ap.it d. I. aad e» in Lüdeck 95 Fabriken mit 2152 Arbeitern, darunter 81 jugendliche Arbeii«. Dies« Zunahme der Fabrlldeiriebe entsprechend und anerkennend, daß die bi»h«ige Wirisamkett der Fabrikinspettorm»ine segensreiche gewesen ist, sowie auch den Wünschm der indu- striellen Kreise und der Gew«d»kaw.mer mtgegmkommend, ist d« Smat der Anficht, daß auch in Lübeck ein Fabriktnspettor angestellt werde. Die Obliegenheiten des Fabrtkinspektors sollm einem technisch gebildeten Beamten al» Neben, amt üdertiagm««dm, wofür eine Remun«atton von 600 M. al» angemlfirn betrachtet wttd. D« Bürgerausschuß empfahl dm Antrag der Bürgerschaft gutachtlich zur Miigeneh. migung. ,,«s�wird weiter au, geblasen. Der„Nordd.Alla.Ztg." ttlegraphirt man heute au« G l e i« i tz, Montag, dm 18 Ott.: In ein« heute hier stattgehadtm Versamrntung von V«- BlBEBei«? „Die Hochofenwnke««pflichten sich, auf die Daun eirä halben Jahre» nicht mehr Oesm an mi> lasen, al» heute im& triebe find. Darnach darf die DonnerSmaickhüfte von 5 Oeft« nur 2, Julienhütte von 4 Oefen nur 2, Tarnoirip Hütte von 4 Oefen nur 1, Gleiwitz« Hüfte tc« 2 Oefen nur 1 betreiben; die Antonimpittter Hochila müssen mindestm» bi» zum 1. Juli 1887 ganz außer Betw bleiben, die vereinigte König»- und Luurahülte hat im ad!«' laufmen Geschäftsjahre dereit» 3 Hochöfen niet» gedlasm.— Da» nennt man WirthschastSauf'chwung! iW noch eine»! Wenn die Arbeiter durch Streik» einmal« Produktion— zum Schaden allerding» d« Untnnehtner- »um Stillstand bringen, weich' ein Geschrei auf d« ganM Linie der bürgerlichm Pceßiöldlinge! Wen« die Untnnehe« aber die Produttion einstellen— zum Schaden d« entlaff� Arbeiter— wer verliert auck nur ein Wort datüber? Eine« Rückgang de» Arbeitsverdienstes der Arbtiin weist d« eben erschienene Geschästiderichl der vneiniiia König». Laurahütt; pro 1885/86 nach. Derselbe beziffert(Leist? die Anjahl d« beschäfftgtm Beamter, Untnbramtm, Meiß» und Ardeiter auf 11 312 Köpfe, worunter 1464 weibliche, urt dm durchilbnittttchen Jobresvndienst») bei männlichen ski*» lern auf 685 M. gegen 707 Vi. im Vorjahre, b) bei weibltcha Ardeitern i60 M. gegm 275 M im Vm jähre. vom Stege der Maschine. Eine neuerdings in 8? land angewendete Strickmaschine liefert 1 Paar Loa» in 35 Minuten zum Preis; von 66 Pfennigen.— Eine nit» englische Zündholzmaschine macht Die Handarbeit P viel wie möglich üdeiflüiftz und liefert 2000 Zündhölzer tB 350 Schachteln in der Minute. Die Schachteln werden med» nisch gefüllt, wobei die Arbeit von 39 Mann gespart n# Da» Alle» schafft wieder neue Rekruten für da» He«% „Vagabunden". Die Monovolistrung der Industrie in dm Ha�» klein«, aber mächtiger Kwftcktstmgenvffenschaftm ist dal# ziel uns«« großkaviialisttschen Entwickeiung. So geht? Nachricht durch die Blatt«, daß die Dynamit gesell' schaften Europa» zu ein« einzigen großen GesellM mtt dem Sitz in London �vereinigt werden sollen. Konz? ftation d« Produkttonsmittel, da» ist jetzt die Losung, Sv listrung derselben aa» End«. Ueder den Halleuser Buchdruckerstreik schreibt d«„Köln. Ztg." au» Halle a. S-, 17. Ottoder: Die hieß Buchdruckngehilfm traten den in Leipzig gefaßten Beschli in betreff de» dort aufgestellten neuen Lohntarif» bei, j gleichen mehrere hiesige Prinzipale, die beert:» nach drm i Tarif bezahlten. Da fand ansang» dieser Woche eine samwlang d« hiefigm Prwzipal« statt, in welcher müL gegen 2 Stimmen nach längerer Erörterung bcschloffen wu? dm neuen Lahntarif nicht anzuerkennen und e» auf ArdeUsein stell mg d« Gehilfen ankommen zulassen, wenn d»', sich ihren Bestimmungen nicht fügen sollten. ZlnZem Tv stellten die lämmtl�chrn Gehilfen mft Ausnahme 0« knapp und Kaadl«. die von vornherein bewilligt hatten, � der Zeiwngifetz« der Plötz'schen Buchdrucknei, die fich d« Lohnbewegung entfern» gehaltm, die Arbett sofort � Di« Prinzipale, w.'lche bereits nach dem neuen Lohatartf r zahlt hatten,((klärten auf Vorhallen d« G.Hilfen, daß st', der Prinz'paloe.'sammlung ihr Ehrmwort gegeben Hüften"• an Dealfelben festhalten müßten-„ J Die Ausdehnung der Kohlenlager wttd nach W" mann- Spallart geschätzt in China über..... 200000 engl. Quadralmeile» „ Nordamnika auf.. 193000„„ „ Ostindien„.. 36000„„ „ Großdrftannim„.. 9000„„ „ Deutschland„.. 3 600 ,,„ „ F-ankreich„.. 1800„„ „ Belgien„.. 900„„. Mag also auch für einige europäische Länder die Köhlens eine brennende w«den. für die Weit wirth schaft iß i' e» auf absehbare Z-it nicht. Kleine Wittheilungen._ Cosel O.-L-, 14. Okioder, lieb« einen an einem e™ onllbten Todtschlag wird aus Oftiosnitz, KrrtS Cosel._ de» bnichtet: Der Häusler Johann Rolut in Lsirosni, ,it gestern den noch nich! drei Jahre alten Knaben seine» Konstantin Solu, auf entsetzliche Weise erschlagen. Da» sollt« in Adwesenhett sein« Mutter, dir nach Gnadenfeld K Besorgung von Einkäufen gegattgm war, vi« Gänse% sichtigen. Diese gingen auf da» mit Kam besäte GnoMk de» Roku» und weideten daselbst. Darüd« gnieib Roku«.. solche Wuth, daß« da« Kind in seine Behausung dort bei den Beinm faßte und e» auf die E.d: Niedert»� Die» genügte jedoch dem Rasenden nicht,« schlug n®j ,j einem dicken Stock so lange auf dem Kinde herum, feinen Geist ausgab. Dec Unmensch hat die Hirnschale� Kinde» vollständig z«trümm«t. Roku» wurde nach der r im G meindegefängniß zu Ostro»nitz internirt.. ft Nstruberg, 13. Ottod«.(Die Leiche im Koffer-)� habm fit noch iwm« keine Anhaltspunkte zur Erwitte� d« Verüb« de» gestern mideckien Morde««geben., Ja, y Nachlasse de»«mordeten Kreth habm stch über 30000 Wertbvavinm und Baargeld vorgefunden; die Summe � Außer. stä dc ist noch nicht festgestellt und hierbei nicht � rechnet. Trotzdem besaß die Ermordete einen Geiz; sie aß stch nicht satt und bettelte oft um etwa» für ein Mi:tag»ffen.. London» 16. Ottober. Ein verheerender, von h�tz Regmgüssm deoleitet« Sturm suchte gestern die ganft von Irland, Schottland und Wale» hrtrn. Da» dauerte fast volle 24 Stundm und hatte viele Sckiffdrü« �! Folge. In Wale» ttaten di, Flüsse weit über ihre Ufte die noch nicht eingeheimste Ernte in Schottland stedi u Waff«. Bei Folkestone scheiterte gestern Abend** jy wegifch:» Schiff an dm Church-Fetten. Die Fischer dm Bedrängten ohne Säumen zu H lfe und retteten ov.nf sammt« Rannschaft. Bei Loanor strandete da» LicktÄ�« „Matilda". Bei JBort»mcu:h strandet« die Brigg Seywour", dttm Mannschaft von d« Küstenw-a»- Ss azU wurde. Der Postdampf« der„South B«ß«n"'0#%ck konnte in Folge de» Sturme» gestern Morgen nt** � Jerf-p Mahren,»ei Swansea scheiterte die gt* d«kt„Dran Beauty"; Alle an Bord wurden m rettet. I« Hafen von Nonghal in Irland Lootlmdoo! um, doch rrttrtm die Lcoism durch Sa.'V,,.* ihr Leben. Die Gewalt de» Sttrm«» war bei DontS�t Irland, so hfttig, daß stch kein Lootsenboot bw-u konnte, um dm Dampf«„Ranttoba" von d«„Allan in dm Hafen zu bringen. Bei Carlingford Lough. w land, wurde ein Schooner entmastrt. Die See gwS>. w daß e» nicht möglich war, dem Schiffe vom Larve «u bringen. Auch von_einet_Menße andern»untte Schiffbrüche gemeldet. In Glamoraanshire find �e wett üb« ih-e Uf« getreten. Der Kohlmverkehr iftS�ck und die telegraphische Verbindung vielfach gestört�»' Lord von Port»mouth abging und gestern' y in sollte, um dort Lord von Portsmouth abging von Plymouth Anker werfen sollte� Malta ewzuschiffm. vi». lität Kotz vieiseUig« Anfragen........ stattonen keinerlei Auikunft üb« den Vnbleid «haltm. y-wH-°........"nnBen, roigenp««erva, geschloffm-«haltm.__ � m«... ejjWj W.« iw S�n.*. Beilage zum Berliner Volksblatt. ZK. 245 Mittwoch, im 20.©Wobei 188«. ni Iahrz. T» Zum AuKtilUMmchr tu den Dlisihw NaiKIHallk«. Die Klagen über dc8 3lulttcnlu*nj!?en in den statischen Markthallen mehrm sich van Tag zu Tag. Wir haben bereit! «ebriach gegen jene Lrinrichtung, die nur dazu dient, Einzelne auf Kosten de» laufenden und konsumirenden Pudlttum! zu dereichelN' vtellung genommen. Ei grichah dir» nicht etwa de» halb, well wir um jeden Preis Opposition gegen die Maß. 8 nahmen der städtischen Behörden maqen wolltrn, sondern weil h die konkreten Fülle von Übergriffen— um leinen stärkeren an»t>ugebrv«> chtichttg« Zeuge, läßt sich einen Vorfall schreiben, der dem ge« nannten Blatt sogar eine»endnung de» Auktion», und V«. zumtfÄf4ni(t2aftn?ÖnBt � �«Suser» gelangten, stellte sich herau». daß dieselben zum moßten T heil verdorben und einzelne sogar durch und durch mit durcks tzi waren. Der Kaufminn ging sofort zu tznrn Schillat, zeigte thm die Würste und»«langtt die Rücknahme v« Waare. Schillat weigerte sich indeß, diesem Verlangen nach. zulommen, worauf d« betrogene«äuf« stch mit der von Maden dmchsetzten Wurst nach dem Bureau d« Markthallenpolizei dcgad, um hier gegen den Verkaufs»rmittl« Beschwerde zu Mhren. Der diensthabende PoUzeilieutenant bedeutete ihm ad«, «ß«nur dann in dies« Sache irgend welche Schritte hätte «>un können, wenn er, der«aufmann, stch noch an demselben JCZg«, al» er die Warft erstanden, gemeldet hätte. Uebrigen» y« d«selde Kaufmann noch von andiren VerkausSvermittlern Wimm— bei dem einen Ochsenmaulsalat, bei einem zweiten Kaviar—«standen, die stch ebcnfall» al» verbot ben«wiesen haben; doch wurden in diesen Fällen die Sachen von den Vir- käufem anstandslos zurückqmommm. Trotzdem bat d««äufer «ich hi« infolge de» nothwendig gewordenen Rücktrat; Sport» der unbrauchbaren Waaren vom Gesundbrunnen, woselbst« wohnt» bi» nach der Zentralmarkthalle Unkosten gehabt, die er au« eigner Tasche zahlen mußte.— Auß« dem hi« geschil dertm äußnst v«welslich«n Geschäftsbetrieb de» Herrn Vir. taufSmrmittl«« muß aber auch die Erklärung des dienstthuen. den Polizeilieutmant» Verwunderung«regen. Es kann doch nicht von jedem EngroSISufer verlangt wnd-n. daß er stch so« fort von d« Beschaffenheit der eingekauften Waaren übeneuct, äitä diejenigen VorstchtSmaßrigeln, die man bei Privatlomirisfior.ären nternalS außer Acht läßt, zu vernechläsfigen, und eS muß daher unbedingt darauf gehalten werden, daß auch spät«« Reklama. tumen von Sellen der Marktpolizei berückfichiigt werden, wmn MZMM� St-ndert zum««kauf auSzeleaten Hammel und kon. vtllirte, daß dieselben gesund seien. Herr Treitel machte den Thi«arjt hterauf aufmerlsam, daß« im Kell« noch IS Hammel k.egen habe; er hafte dieselben für ungesund und«erbe sie daher nicht v«Iaufen. D« Thwarzt verzichtete auf«ine Unter. suchung dies« Hammel, da er stch zur Untersuchung ein« im Kell«, also mcht in den Verlausstänven lagernden Waare nicht für befugt hUIt. Ali er die älngtlrgrchttt jedoch dem De- eÄ. 5��°�t meldete, euloiifirte ihn dieser zu d«Unter> tP Rcn,t lagernden Hammel. Diese warm rÄt-�z.? ÄS auf'inen bereit» vttleuft. H�n Treitel i. � hlide stch inzwischen von d« Güte dieser WD» wUfen, daß da, Fleisch de» einen Hammel, als zur mensch. lsthen Nahrung von dem untersuchenden Thierarst für unae« «ignet«achtet wurde, und e» drängt stch»mwilllürlich die Vn. «uthung auf, daß Hc« Treitel. der von den andrem vierzebn Hammed» wahrscheinlich nicht selbst zu effen brauchte, diese für «nd«e Leute imm« noch genießbar fand. Von ein«„Fopperei" �ier kaum die Rede sein, im Gegmtheil sordert da» Bmkommniß ,u recht ernstm Bettachtungm h«au!. Un» de. wetft daffelde zweierlei. Erst«» ist die Nahrungimittek«on. trole eine ungenügende, dmn e» kommen Waaren zum Ver» ä% Ä srnsmims iät der hier aufbewahrten Produkte zu üderzeugm. Wird aber von diesen Privaträumitchieitm au» edenfall» Handel getrie« den. dann allerding» ist e» mit d««ontrole d« Nahrung». mittel herzlich ch'rcht bestellt. Dann ist d« Nahrungsmittel. 'crfälichuna unv dem Bei lauf verdorben« Waaren Thür und Tbor aeöffnet, und die vielen Millionen, welche die Bürgerschaft sür die Martthallen aufgebracht hat. find nutzlos zum Fenst« hinausgeworfm. Unter diesen Umständen wäre e» fast Keffer gewesen, man wäre bei den offenm Märkten gediiedm, denn soviel Unzuträgltchkeiten. wie jetzt gemeldet»«den. kamen fiüh« doch nicht vor, au» dem einfachen«runde, weil fich alle Geschäfte unter ren Augen de» Publikum» und der Aufficht»- deHörde abwickelten. Indessen alle die Mißstände, die über da» Auktion», und VttmUtluwesm dishir in die Oiffentlichkeft ge- drungen find, scheinen noch nicht gmüzend zu sein, um b:3 Kuratorium der städtischen Markihallm zu einem en«kischen Einschreitm zu-«anlasten. S» wird ur.S nämlich von zuständiger Seite geschrieben:„Die in d« Zentralmarkthalle verdreftetm Nachrichten über angeblich zum I. Aptil In Au». ficht genommene Aenderungen im Auktion», und Geschäft». vermmelungSverkebr sind bi» jetzt durchweg verfrüht. Dahin- gegen werden Ermittelungen ununterbrochen fortgesetzt, eine bestimmte Anzahl konkreter, zwetfellos« Thatsachen und Er. fahrungen zu sammeln, welche die Grundlage zur»eitern Eni. sckließung de» Kuratorii d« Rarhallen bilden." Da» heißt also in unsere geliebte Muttersprache übertragen nicht» an. dere» al»: �jmm« lanasam voran,.„ Damit da» Kuratorium auch hübsch nachkommen kann." Wie lange, so darf man doch wohl, ohne unbi scheiden zu sein, fragen, wird e» denn ungefähr dauern, bi» da» Kuratorium„eine bestimmte Anzahl konkreter,»weifel. los« Thailachm und Erfahrungen" gesammelt haben wird, um eine Aenderung im Verkaufswesen der städtischen Markthallen einzuführen? Un» genügen die bithw bekannt gewordenen Thatsachen vollständig, um ganz entschieden zu sorbern, daß der Verkauf von verdorbenem Fleisch und madig« Wurst nunmehr unterbleibt. Vielleicht wüsten«st ein paar V«aittung». und schwere Erkrankungsfälle vor- kommen, um Wandel zu schaffen, und bei d« jetzigen Lang- samkeit der magistratlichen Entschließungzn gewinnt S fast den Anschein, al« ob unter den„konkreten Thatsachen" einige Todesfälle zu verstehen wären. E» wird Sache der Arbeiter- Vertreter in d« Stadtverordneten- Versammlung sein, in allen diesen Beziehungen im Namen d« g,samm«en Bürgerschaft Rechenschaft und Aufklärung zu fordern. Wir unsererseiti find keineswegs mit der bISh« beliebten Geheimthuerei und Vnschleppung dringend« Maßnahmen einvnstanden, und wir w«den un« jedenfalls die Freiheit nehmen, noch öfter auf diese Verhällniffe zurück zu lommen. Kommunales. TageSordvuug für die Sitzung der Etadtderordnete». Versammlung am Donnnstag, den 21. Oliod« d. F.. Nach. mittag» 5 Uhr: Vorschläge des»utschuste» für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindedeamtm— drei Naturalisation!« gesucht— Wahl eine» Mitgliedes für die Kanalisation». dcputation— Berichterstattung über die Vorlage, betreffend die Erwerbung der von dem Grundstücke Alte Jalobstraße 18/19 zur Straßenregulirung«forderlichen Fläche— Vorlage, betr. die erfolgte Abnahme der Markthalle III nebst Vordngebäuden an der Mauer st raße und an der Ztmmerstraße— de»ol., betr. die Expropriation der zur Ausführung der Kanalisation de» Radial syst em» XII von den Straßen 10 und 14, von der War. schauersiraße und von Boxhagen« Terrain» erforderlichen Flächin, sowie die Bewilligung d« Mehrkosten für die Kana- ltsation der Frankfurt« Allee, so weit fie im Weichdilde der Stadt belegen ist— de»gl.. betr. die Erstattung de» Kaufgelde» für da» Schulgrundstück Derfflingerstraße 18»— de»gl., betr. die Errichtung eine» Keffelhause« für die Schmalzschmelze auf dem städtischen Zmtral- Viehhofe— deSgl., bete, die Durch. führung deS neuen Normal- Lehrplane» für höh«e Mädchen. schulen in den städtischen Schulen— desgl., betr. die Bei- dryastung der Jnstrultionen nebst Nachtrag für die Verwaltung des städtischen Bauwesens— de«al„ bell, die erfolgte Bauabnahme der neuen Gcmrindeschule an der Prenzlau« Allee — de»gl., betr. dm Ankauf zweier Grundstücke zur Erweiterung der Gasanstalt in d« DanztMsteaße— desgl., betr. die Auf- gäbe des Wiederiaussrechl» der Stadtgemeinde an einer in der Möckernstraße belegenen Parzelle de« Grundstücks des tönigl. Eisenbahnstslus und die Abtretung von Straßenland zum Hillesche» User, sowie die Regultrung diese« Ufer« zwischen Möckern, und Schöieed«g«-Blücke al« Ufer- und Ladesteaße — desgl., betr. die Erwerbung der zur Freilegung de« Wat«loo Ufn» erforderlichen Grundstücke— eine Rechnungssache— eine RemunetaltonSlache.� �«oft., Speise,«vd Echauk- wirtiie lt. Der Magistrat«laßt folgmde Belanntmaazung: . Zur Wahl von fieben Abaeordnelm und derm Stellontretern b-huf« Einschätzung zur Gewnbesteu« für die ein« Steuer. aesellschcst bildenden Gast., Speise, und Schanlwirthe, sowie Zackerbäcker, Inhaber von sogmanntm Italiener, und Schwei»«. ist ein Termin auf Donn«stag. den 4. Rooemb« d. F., Vor. mittag» 10 Uhr, vor dem Hrnn vtadtraih Hüdnec im Ob». lichtsaale de« Rathhause» anberaumt.- Die vorgenannten Gewerbetreibenden werdm zu dies« Wahl mit der Aufforde. rur.a eingeladen, zu ihrer Leottimation entweder dm Steuer- schein für da,«teuerjahr 1888/87 od« die Quittung über die zuletzt entrichtete Giw«besteu« mtt zur Stelle zu biingem- isssssssafe telSHSäSSB im Monat Sep. iiZSZM??- rr-aessg'Bp 5 in Krankenanstalten 13 Knaben, 17 Mädchen. Zusammen 2511 Knaben, 2258 Mävchm= 4769 Kind«—««fgenom- n-en wurden im Vierteljahr Fuli veptembtt 1886: 399 Haus- und 40 Kostkind«, zusammen 439 Kind«. Dageg-n schieden aus und kamen l. zu den Angehörigen 170; 2. zu fremden Kommunen 18; 3 in unmtgeltiiche Pflege 13; 4. gestorben find 60 Kinder. Es find also zusammen 261 Kinder ausgeschieden, so daß stch die Kindnzahl in den-. Vierteljahr um 178 oerwehrt bat.— Fn Zwangserziehung befanden stch am 1 Oktober d. I. 273 Knaben, 74 Mädchen, zusammen 347 Kinder. v. Im A»deit«hause wurden während de« Etatsjahre« 1. April 1885/86 1997 Personen, welche mit korrektionshaft delegt warm, eingeliefert, darunter 1909 Personen, welche auf Grund von Uiderwrisungi schreiben des kal. PolizeipräfidiuniS neu eingeliefert wurden. Unter den 1997 Personen«arm einige, wclchi bi« zu 20 mal und darüber im Arbeitshaus waren. Ll» erfreuliche Thaisache ist zu bem«!m, daß stch die Anzahl der mit Korrektionshaft belegten, im jugendlichen Ali« bis zu 20 Jahren dcsindlichen Pirsonen gegen das Vorjahr verringert hat. Der Prozentsatz betrug nämlich von d« Ge- sammtzabl der K orrigenden pro 1. April 1885/86 10,42, während er pro 1. April 1884/85 16,18 betrug.— Im Hospital de« Arbeitshauses«ai-n in dem Z-Uraum vom 1. April 1885 86 durchschnittlich 398 Bersonen, im Asyl für obdachlose Personen 182 Personen. Da« Asyl für nächtliche Obdachlose wmde im Etatsjahr 1. April 1885/86 von 102429 P-rsonen, um 15115 Personen gegen da» Vorjahr mehr fnquenlirt. Zostales. Die mehrfach vorgekommenen Fälle große« Fische- sterben» in unserer Spree haben vor einiger Zeit auch dm Fischereiv-rein in Potsdam beschäftigt und zwar von dem G;. stchttpunkte aus, durch weiche Maßregeln der W eb-rkehr d:S Urdel« vvttudeuzen und zugleich die Fischzucht in der Spiee zu Heden sei. Al» Ursache d« Erscheinung die stet« nach piötz« iichen und heftigen Regengüssen und namentlich im Somm« nach jedem heftigen G- Witt«regen auszutreten pfl-gte, wurde die plötzliche Einführung groß«.Mafien von Unrath in die öffentlichm Flußläufe anerkannt, wodurch dem Waff« auf weite Strecken binau« eine Beschaffenheit gegeben wird, welche den Fischen tödtlich werden muß. Wie die Dinge nun einmal in Berlin liegen, glaubte der genannte Vttein von d« Elö.tnung von Maßnahmen zur Hebung der Fischzucht in der Spree inner» bald de« Berlin« Weichbildes adsihen zu müssen, und daran hat er rffmbar ganz recht gethan. Unsere Ufer werden zum Sin» und Ausladen der Schiffe benutzt und da» ganze Waffer wird beständig von Fahrzeugen aller Art beunruhigt, so daß die noth. wendigsten Vorbedingungen für die Ftjchjucht, ein ruhigeS Waff« und ungestörte Leichplätze bei un» fehlen. Auch wird d« vchm«,. den der Niedeiga-g unserer haupistädiischen Fischzucht einigen passtonirten Anglern deretten tönnte, wohl noch zu v«. winden sein. Dagegen ist e» allerding» röthig. daß für die Fticklagerplatze unser« Händler die nöthige Sicherhift ge. schaffen wird, damit davon Vorräihe nicht d« Gefahr deS V«. derdenS ausgesetzt find, wenn ein plötzlich« Regen den Straten. umath in die Spree treibt. Für diejenigen Fisch«, welche ihren Vorrath in sogenannten Fischkästen von außerhalb nach uns«« Stadt bringen, ist die« Unternehmen bei regnerischem Welt«, und besonder» wmn fie von Spandau her kommen, nicht ohne oftmals recht bedeutenden Verlust möglich und hi« dürfte die große Einbuße an ledernen Fischen ebenfalls von ver schlechten Beschaffenheit de» Waffer» abhängig sein. Gelänge es hi« Abhilfe zu schaffen, so dürfte alle» erreicht sein, wa» man unt« billiger Berückstchtizuna aller Bnlimr Berhättniffe für die Fischnei erwarten tann. Daß die Fischzucht innerhalb d« Gewäff« unser« Stadt noch einmal zu größerer Leistun.aS fähigkeit gelangte, da» wird die gegenwärtige G.meration wozl kaum«leben. Die neue bavpoltzeiltche Beschränk»»-,, daß bei 2 Grad Kälte nicht mehr gemauert werden darf, wird Vorzug». weise die Arbeiter treffen. Denn häufig wird Morgen», wenn fie zur Arbeit antreten, eine Kälte von einigen Graden Herr. schen, welche ad« rasch auf Null und darüber steigt. Dann aber lann der Baumeister dir Arbeit« nicht mehr zusammen bekommen. Wie man hört, will d« Architektenverein jetzt gegen die strenge Handhabung der Baupolizei vorgehen. Mau kasstrt». B. Höhen von Häusern an freien Plätzen, nur weil unsere Spritzen richte hoch reichen. Schließlich ist doch die Feuer. wehr um der Häuser willen da und nicht u»gck.hrt. Auch an den Plänen für die N udauten an Stelle»er alten Münze hat die„grüne Tinte" aus diesem Grund« wieder erheblich ge- kürzt. Der Einzelne aber scheut die Umstände eines Aus rageS d« Sache und deshalb will der Archilektenoerei» fie in die Hand nehmen.— Wir haben nicht viel Vntrauen zu dm An- strengungen, die der Architekten verein machen wird. Es ist wohl kaum anzunehmen, daß dieser Verein die Jnterrffen der Ardeiler in genügend« Weise wahrnehmen wird. Im Gegen. -heil glauben wir, daß gerade in solchen Ding?» vorzugsw-ise die Arbeiter gehölt werden müßten, leider erscheint jetzt sogar schon die Besprechung solch« Fragen, die doch ausjchließl.ch prattisch« Natur find„gemeingefährlich". Ueber die aus Grrntd de» Sozialistengesetzes ge- schloffenen Ardeitrn.Bezirlsoneine des„Südwesttns",„Süd- Ost" und„der Schönhaus« Vorstadt" hat da« Poltzeipräfisium nunwehr auch dos Liquidationsvrrsahren eröffnet. Zum L'quid�or ist der Kriminalkommiffar von Raum«, Molken. marft 1, Zimm« 18, destellt worden. Hinauf Bezug nehmen b, werden diejenigen, welche den Bneinen gegenüber Verbindlich. leiten zu erfüllen oder Vermögensobjette derselben in Gewahrsam haben, oder Forderungen an diejelben zu haben oermein. n, aufgefordert, ihre Verpfl chtungen beziehungsweise Ansprüche binnen 14 Tagen bei dem genannten Liquidator anzumelden. Die innerhalb obig« Frist stch nicht meldenden Gläubiger ««dm all« etwaigm Vorrechte verlustig erklärt und mtt ihren Forderungen nur an dasjenige, was noch Befriedigung der stch meidenden Gläubiger von der Maffe noch übrig dteiden sollte, verwiesen werden.— U?der den„Arbeiter Be>irkSv«ein de» Ostens" ist bekanntlich schon vor einiger Zeit dai Llqui» dationsoerfahrtn«öffnet worden. Da« Btep und die Cholera. Prof. koch Hai bekannt« lich al» die Ursache der astarischen Cholera einen m den Ba- cillm gehörigen Spaltpilz erkannt, dm man sein« Form wegen „Kommabacilluß" nennt. Die LrdenSdedinzungen dtese» lleinm, in seinen Wirkunaen so schrecklichen Organismus find eingehend studirt, und dabei hat man gefunden, daß der Bacillus im Bier in kürzest« Zeit zu G und« geht. Die Ent« deckung koch'S hat für uns, so schreibt die„Allgemeine Zeil. schrift für Bierdraunei", besondere Bedeutung. Während man frühe: da« Bi« zur Cholerazeit al» schädlich und die krank- Heft fördernd ansah, weiß man jetzt, daß M dem Waffergenuß, besonder» in drm G nutz deS von HauSdrunnen stammenden Waff«» die größte Gefahr liegt, ebenso in RahrungSmttteln, die der Luft ausgesetzt waren und vielleicht durch Staub v«. unreinizt find. Besonders gilt dies von Obst. Dagegen ist zur Eholerozeii da» Bier nicht nm nicht schädlich, sonbem sogar vortheiihast. ES kann dadurch nicht nur keine Infektion «folgtN, denn dai Wafftt darin ist gelocht, und t« Lacillu? stkbt im viere; ja noch wehr: durch BiergenuL würde sogar die Sntwickelung von Lec'llen. welche in die Verdauung» or- aanr gelangt find, verhindert»erden, vemerlentoerth ist. dah im Jahre 1873, alt dt« Cholera in Wien und dessen Um» gebung ziemlich starl austrat, in leiner Braueret daselbst ein derartiger jlranlheilSfall vorkam. Dai Bier ist also ein sehr werthoolleS Ami Cholera- Mittel, und jeder Ehemann oder solcher, der e» werden will, lann fich, wenn er Abend« etwa« schräg nach Hause kommt, damit entschuldigen, daß er, um die in seinem Innern befindlichen Bacillen unschädlich zu machen, fich«in entsprechende« Quantum vom„Universal-Anti-Cholera- Mittel" einverleiben mutzte. E« ist da« entschieden die schönste Entdeckung, die der Dr. 9 och jemals gemacht hat. Moderne Männer schöaheit. Unter diesem Titel läßt eine wahrscheinlich durch einen vorhergegangenen»rtikel tief belitdigti Dam« in der„Pos. Ztg." eine Philippika lo«. die ganz tnffltch beweist, datz fich schlietzlich jeder Wurm krümmt, und datz gewifie Herren sehr Umecht daran thun, den Frauen fortwährend ihre übertrieben« Putzsucht vorzuwerfen. Nun darf allerdtngi nicht übersehen«erden, datz die Dame höchst« wahrscheinlich dm sogenannten„befferen Ständen" angehört, und datz ihr wvthschnaubender Rachearttkel daher auch auf- schlietzlich gegen die männlichen Repräsentanten der bevorzugten «lassm gerichtet ist. Wir lasten also zu Nutz und Frommen unserer Leser und schönen Leserinnen den Hauptinhalt de« weiblichen Sntrüstungsschreiben« folgen. Es heitzt da:„Wem ist e» nicht schon aufgefallen, datz man vorzüglich auf besuchtm Promenaden der Grotzstädte verhältnitzmätziz viel gut gelauten schönen Männern degegnel? Hat die gütige Mutter Natur ein Uebrige« gethan und die Neuzeit so sehr bevorzugt V O thörichte Frauen, da« glaubt nicht, so freigebig ist die herrliche straft nicht, ste geizt mit ihren Gaben und zieht die Männerwelt durchaus nicht drn armen weiblichen Wesen vor. Sie hat dm Herren der Welt nicht immer imvonirenden Wuchs und straff�Galtung verlieh n;(! giebt Leute, Künstler in ihrem Fach, die mit bewunderungswürdiger Geschicklichkeit und geübtem Auge entdecken, wo e»«ehlt und freigiediz etwa», manchmal sogar viel, Hinzuthun. Wer hätte nicht schon einmal dm Rock oder Paletot eine» der Weltdeherrscher in Händen ge- habt und fich nicht über die stattliche bleibende Fülle an Schustern und Rückm gewundert, die den melstm der Hüllm am! Damit nicht genug; stunst hat oft auch ihren be- chtlichm Anthetl bei schlankm Figuren; die Söhne de« Mar« Vehnm vielfach ihre verschönemde Thälig- lest sogar noch weiter au«. Wer würde ihnm auch zumuthen. vor all dm hübschm Mädchen und Fraum auf der Stratz« und im Tanzsaal auf so dünnen Stützm, wie fit die mg anliegende Kleidung oft bervortutm ILtzt, zu er- cheinen; die Frauen sollen fich ja wie Ephm am starkm Stamme emporranlm, der feststeht, in allen Stürmen de« Leben«. Da wird nun die Kunst zu Hilfe gerusm und modellirt nach Herzmllust. Aber auch auf da« Haupt, den Sitz der Gedanken, wird reichliche Sorgfatt verwendet; et ist nicht immer mit reichlichem lockigem Haar bedeckt. Da nimmt man wieder die edle Kunst in Anspruch. die Haare«erden wellig gebrannt, geschestelt und sehr sorgsam über die werdende Glatze gelegt, die ste aber in deren späteren Stadien trotz aller angewende- tm Müh« nicht mehr liebevoll dedeckm können. Und was wird alle« mit dem Kärtchen angestellt; schon ehe e« fich zeigt wird gezupft und gedreht, da der Betreffende eine Spitze in der Hand zu haben glaubt, die nur in seiner Ein» bildung existirl, und wie oft wird in der Herzensangst, der martialisch« Schmuck für da« noch ziemlich nichtssagende Gefichtchm könnte gar ausdleibm, zu allen möglichm mehr oder«miger angepriesmen Geheimmitteln Zuflacht ge« nommen. Und dann, wmn da» lana ersehnte Attribut der Männlichkett endlich da» Licht der Welt erblickt und den Inhaber nach seiner unanfechtbaren Anficht urwiderstehlich ge» macht bat, mst welcher peinlichen Sorg« wird es dann behan» dest. Der Befitzer vergitzt de»«ärtche?« keinen Augenblick; er wird nie unt-rlaffei', e« mst dm Fingern zu drehen, zu streichm und zu spitzen, wähimd der geistreichsten Unterhastung, in Schmerz und Freude, so arotz ist sein« zärtliche Fürsorge. In Bezug auf die Malerei ist die Herrer well auch nicht so vnbewandert, wie vielfach angmommm wird; w.nn ste viel- leicht etwa« weniger in hellen, zarten Farben arbeitet, so liegt da« wohl in der Natur der Sache; bei einem Manne verlangt «an kein ätherische» Kolorit und e« ist daher viel leichter der Versuchung zu widerstehen. In kr ästigeren Farben wird aber doch gesündigt, wenn e« fich auch mst einigen Ausnahmen nur auf Kopf und Barthaar« erstreckt. Manche« schöne Tijianro'h ist auf die Weise schon in glänzende» Schwarz verwandelt worden und mit wie dösen Blickm die kommenden Silberfädchen detrachtet werden, ist hinlänglich bekannt, auch datz manch leicht- gläubige« Mädchen durch die Farbenkunst fit, hat bestechen lasten und dann mst Schrecken drn in der Bräutigamszest so jugendlichen Gatten urplötzlich in grauem Haaren kennm lernt. Eine«oilgepflegte weitze Hand ist auch bei dem starken Gr» schlecht keine Seltenheit; akademisch gebildete Herren halten e« sogar für eine Schönheit, lange, weitze Nägel an dm Fingern zu ziehm, die viel Pflege verlangen, wahrscheinlich um anzu- deuten, datz fich desagte Finger nm mst angemessener Arbeit beschästigen. Noblesse oblige! Auch die Fütze werden bei der Verschönerung nicht ganz vergiffen; manch einer sucht de, etwa» klein gerathenen Figur weh: G walt durch grctze Ab« sätz« und E.nlagen zu gedm und Unzählige hadm schon Qualen ausgehattm als flotte Tänzer in«ngm Lick.chuhen, dte freilich sehr elegant aussahen. Pince-nez mst Gummi- schnür. Uhrtette, Berlcque«. Ringe, Spazierstöckchen, bunte Kravatten, Nrdeln>c. thun dann noch ihr Möglichste«, um die mehr oder weniger vorhandene Sckönhett in da« beste Licht zu fetzen. Wenn die Toilettmkur.st von den Damen sehr ge« pfl.-gt wird und viele derselben künstliche Mittel anwendm, um schöner zu erscheinen, ist letztere« doch auch bei den Herren der Fall, nur in etwa« anderer Weise. Datz e» Ausnahmen giebt, hübm und drüben, wird wohl Niemand bestresten, und datz die Ausnahmm unter Frauen und Mädchm noch recht «hlreich find, glaubt Schreiber(Soll wohl hettzen: „Schrciberin?" Red. d. Bolktdl) diese» behaupten zu können, der v« schieden« Lottche», Lieschen und Gleichen kennt, dte frei von jedem Vorwurf detreffmd die Anwmduna künstlicher Mittel find und dennoch recht hübsch aussehen. Es ist wohl anzunehmm, datz Damen die Männerschönhett auch mst tritisch-n Blicken betrachten und Grund dazu ist gewitz vor- handm. E« ist nicht alle« Gold was glänzt; Jugmdfülle ur d K�ast unserer modernen Helden find oft nur Blendwerk."— ffiir gestehen ganz offen ein: Wenn dte Dame so viel Haar« auf dem Kops wie auf dm Zähnen hat— so mutz ste ein ganz reizender Lockmkops sein. Ucber da», was der freireligiöse« Gemeinde selten« de» Polizei prästoium» erlaubt oder verdotm ist. scheint, wenig. sten« bi» vorgiflem, Unklarheit beim Lorstand d-rsrlbm ge- herrscht zu hadm. Kur, vor Beginn der vorgestriaen Erbauung eröffnete der überwachende Poltzeideamte Herrn Sckeser, datz die Erlaubnitz zur Abhaltung der herkömml'-chm Sonntag». erdauung süc diesmal nur den Gememdemualledern ertbeiltset, und datz die Nichtgemeindemiiglied.'r unverzüglich den Saal zu räumen hättm. So geschah ,«. und die Erbauung wurde tm engm Kreise der Gemrindemiiglteder abgrhallen. Im Jnterrffe dr« recht zahlreich«rschimmm Publikums läge es, wmn derlei unliebsam« Geschehniffe vermiedm würden. Sowohl die ve- ka'ntmachungen seitens de« Vorstände« der freireligiösen Ge. meinde in den Tagesblättern, als auch da» Plakat vor dem G meindelokal oerhietzm ausdrücklich:„Zutritt hat Jeder". Gerade da» hat, wie un» von einem Vorstandsmitglied« der Gemeinde geschriebm wird,«nlotz zu der Beschränkung gegeben; da« Polizeipräsidium habe au« dm Anzctgm entnommen, e« handle fich um eine„öffentliche Versammlung". Künftig werve e« hettzm:„Gäste hadm Zutritt"; gegen diese Fassung hade da» Polizeipräfidium nicht« einzuwenden. Die langersthvte und allseitig erwünschte Porto- Herabsetzung für die Berliner Stavibriefe wird in der „K-euz.Ztg." in folgender Weif» adgethan:„Vorige Woche wutzte eine Anzahl hiefiger Blätter zu melden, e« läge in der Adficht de« Reichtpostamt«, die Poitosatze für dm inneren Stadtdriesoerkehr zu ermätztgm. Diese Meldung bestätigt fich jedoch nicht. Da» Reichspostamt steht vielmehr dem Vernehmen nach auf dem Standpunkt, datz dm Privatanstaltm zur Be» sörderung von Briefm k. gegenüber besondere Matzregeln nicht zu ergreifen seien. ES««den weder, wie verschiedentlich de- richter,»mderungm in der detteffmdm Reichsgesetzgebung, noch sonstige Matzregeln in Bezug auf Porlosätze, Tarife%. becbfictilgt. Zunächst hat fich herausgestelll, datz der Einnahme- Ausfall, dm die genannten Privatanstallm auf die postalischen Einnahmen überhaupt auiüben, ew ganz minimaler ist. Ferner hat man dir Erfahrung gemacht, datz dieser mätzige Aussall in S'mltch großem Matzstade fich fortdauernd verringert. Die rivatanstalten find nicht im Stand«, die hinreichende Anzahl von LeutiN anzustellen, auch könnm sie, wenn ste überhaupt einen Urderschutz erreichen wollen, ihre Boten nicht so bezahlen, um einm zuverlässtzen Dimst zu erreichen. Endlich find bedeutmd« Institute und größere Geschäfte, denen e» auf fichere Bestellung ihrer Smdungen anlam. bisher bei der Versmdung durch die Post geblieben."— Wir könnm e« nur bedauern, datz da« Reichtpostamt der gerechten Foidenrng der Berliner Einwohnerschaft nicht zu mtsprechen gedentt. Die Zahl der umlavseudev falsche« Münzt« ist »weifello« großer als man gewöhnlich annimmt und au« dm öffentllchm Muiheilungm betonnt wird. Wem ew verdächtige« Zweimaristück oder eine ähnliche Münze„angeschmien" ist, der sucht nach Gelegenhell ste lo« zu wer dm. Die Frage der Echihell bleibt dabei stet», wmn auch nur formell, im Zweifel, Kaufmann, Restamateuc und Hauswirth werden der Reih« nach„anzusetzm" Versuchs. Di« ersterm beiden, die auf Erhal- tung der Kundschaft hauptsächlich bedacht find, nehmm meist da« Geldstück mll Vorbehalt, dii ei irgend wo mll unter den nicht beanfiandetm verschwindet, den Umlauf im Publikum von neuem deginnt, und ein Zufall da« Stück einem aufmerksamen Kaffmdeamtm in die Hand führt; hat fich aber auch dieser täuschm laffm, was dann? Hrut« mutz er selbst im diesem Falle dm Verlust tragen und od da« geeignet ist, den Umlauf solcher falschm Geldstücke zu vermwdrm, da« ist doch sehr zweifllhafi. Hier dürfte Abhilfe zu schaffen sein, wenn die Zahl der lurstrenden falschm Münzen vermindert werden soll. Da« schmälste Hau« der R-fioenz steht unstreitig in der Gr. Prästvmtenftratze, ganz in der Nahe de« Hackeschen Mark:«, einet der Haupivellehrsadern der Weltstadt. Achtlos gehen die meisten Paffanten vorüber, selten wirft jemand einen Blick auf daffelde, und doch ist e« ein Original in dem Häusermeer Berlin«. Kaum 2 Meter breit, 5 Meter tief, 5 Meter hoch, au« einem Parter regeschotz und einer Etage de- stehend, liegte« ewgekeUt in einen spitzen Wwkel, welcher von zwei hohen Häusern 9 und 10 gebildet wird. Da« Tageslicht strömt dm Jnsaffen im Parterre nur durch die Eingangs thür und im«rstm Stockwerk nur durch da« niedrige Fenster zu. Dai sellsame Hau« hat nicht einmal ewe eigene Nummer. Zur �Affäre Schleinitz ist dem„Verl. Tagebl." der nachstehmde weitere Bericht au« London, d. d. 16. Oktober, zu- gegangen; „Gestern ging in der Bcw Street die Verhandlung üb« die beantragte Auslieferung de« Freiherrn Otte v. Schleinitz zu Ende und resullirte in der Enrichztdung de» Nicht«» Jngham, datz d« Beklagte fein« milttärlschrn Gerichtkbehörde. dem General- Auditeur de» drittm Armeelorps zu überltefern sei. Die grotze Anzahl und Schw«« sein« Sünden find dem greiherrn v«väng,iitzooll geworden. Di« versuchte Erpreffung gegen Pflug in Lübeck, die vollendete S.preffung gegen Oldrich und die w feinen Briefm um Schonung selbst anerkannt« Fälschung de» Akzept» seine« Vetter»— da» warm dte Gründe, welch« dm Nicht« bestimmten, dem gestellten Aullteferung«- antrage zu willfahren. Dem Vertdeibig«, Herrn Daoison(der beiläufig demerkt, vor etwa zwei Monaten nach neunmalig« Verhandlung dm„verlangtm" Kaufmann Levinthal alias Alerand« dm Händen der Justiz mtritz) blieb nicht« übrig, al« fich an die mangelhaft« Form da deutschen Anllageschrist zu Wien, und zweifellos wäre e« ihm gelungen, dm o. Sckleinitz auch frei zu machen, wärm die Erpreffungen nicht gewesen. D« Herr v. d. Lrinlen hat nämlich sein« den Schleinitz delastmdm Autsagen nachträglich beschworen und jede solche Aussage ist nach mglischem Gesetze unzuläsfig. Hier mutz der Eid ohne all« Ausnahme vor dct Aussage abgeleistet werden und die Nichtbeachtung dieser englischen Regel hat schon manchem Spitzbuben die Frei« hell und dm Behörden w Deutschland viele nutzlose Arbeit verursacht. Auch ist ja nicht jev« Verbrecher so einfältig, sein« Schuld w eiamhändigm Briefm anzunkmnm. Die Meinung de« Vertheidtger», datz ihm auf dieser dünnm Bafis noch eine Aenderung der richterlichen Entscheidung in ein« höhnen Instanz möglich wäre, ist schw« zu theilen, gan, abgesehm von d« Kostsvi.ligkeit de« Verfahrm«. Von dem Tage de» Ent< scheide« in Ruslteferungssachm stehen dem Bellagtm noch 15 Tage zu für die Anwendung de« letzten Vertheivigung«. mittels. In 14 Tagen dürfte demnach d« genannte Freiherr in Berlin eintreffen. Man lehnt in Scolland Uard die Zu muthung ab, datz man den Aufenthalt dr« v. Sch.«her gemutzt habe, al» dt« ein« zweifelhafte Persönlichkeit, welche schon in „Sozialisten� Erkundigungen" Erkleckliche« geleistrt, ein gewiff« Z, ihn au« Anlatz von Geschäft«diffttenzen denunzirte. Ei lann die« sein, stch« ab« ist, datz der v. Sch. mit dem famosen Prinzen Eristoff Berdindungm unttthielt und datz bei dm Recherchm in Bezug auf Wesen liebenswürdigen Raaall« der haibverg'ffme Sch. im Gedächtnitz de» Herrn Kriminalinspek- tot« v. Hagen aufgefrischt wurde. E» ist indeffm noch etwa« Andere» in d« Luit, und Jemand, d« e« wiffm kann, meinte, datz H«r v. Sch. sich selbst venrathm habe, durch einen schwung. basten Handel mit sogmannten Familien< Reliquien, deren Echtheft und vesttzrecht gleich zweiselhcft seien. Ob der selbe sonst lästig gefallen ist, kann man natürlich nicht genau wiffm." Welch« r Werth in dm Spiegelscheibm d« Geschäft». Häuser d« modernen Zeit steckt, zeigt folgend« Ausstellung d« «ostm d« Spiegelschctden eine« d« neuen Geschäftshäuser am Hau»oolgtetplatz. In demstlbm bestndrn fich 14 große Spiegel- scheiden von zuiammm 160 Quadrawetn Fläche bei ein« Giasstärk« von 8 Millimeter. Jeder Quadratmeter kostet ab Fabrik 15 M. und stellt fich somit d«Pr«ii für IVO Quadrat- meter auf 2250 M. Dte Trans portkostm von der Aachener Spiegelglas. Atttenaeselllchast in»achm betragen 1500 M.. die Verfichei ing und Verpackung 600 SR., da« Einsetzen der ae- wattigen Scheiden beträgt ca. 600 SR., dazu kommen ca. 50 M. für die an ArdeWkeute ic. gezahltm Trink. jgW ic., so datz die GesammUosten fich auf 4 8C0 Mar! AMMMW lohnung. MMWMZ der Zug glatt über die Stelle. »n r x de vi« unb»cdn Minuten später rollie Entdeckung eine Prämie von 6 Mark.— E« ist wirklich cd Wund«, datz die Stadtbahn bei d«artig hochdemeffmm iohnungm noch nicht— Pleite gegangm ist. Hinter dem Ratvrarzt William Becker in BerlÄ dem Herausgeber de«„Fliegenden Rathged«»", gegi» welchen bei dem Landgericht in Stettin ein Sttafv» fahren schwebt, hat die dortige Staatsanwaltschaft den Ste» blies«lassen. Wie der„Boltt-Ztg." en« de« Norde« neschrieba wird, geht man jetzt mtt Energie an dt« gründliche RepawjS der Thmmuhr d« Dankeilirche auf dem Weddingplatz.»» Anwoha« neigten derefti zu hn Anficht, da« Gerüst um d« Thurm sei nur deihalb erbaut, weft ein Maurer seine Pf« oben vergeffen hätte.— Wenn dte letzttre Vttsion auch»>» gerade sehr wahrschiinlich klingt, wird e« die Anwohner dn freuen, datz ste nun endlich wiffm werdm, was die Glocke V schlagen hat. Der bekannte vananteruehmer Qatftord, welch«» den Gründungijahrm in B«lin eine so devmtmde sio« spielle und welchem die Vtllenstadt„Westend" bei Charlotte» bürg ihr Entstehm verdankt, weilt augmblteklich wieder« deutschem Bodm, um hier Propaganda für südamerilamB Gründungen zu machen.— Herrn Dr. Föcst«, dem bekamt» Antisemiten und Begetatt«, hat e«, trotz d« üppigm FlZ jmer Gegendm, dort absolut nicht gefallm und er hat W bekanntlich, nach Erfindung eine» Katzenjammermittel«,«i? liehst schnell wieder nach den Gefilden von Urgermanien* die Strümpfe gemacht. Wmn dieser Teutone e« dort ni» aus hielt, wird dte Gegend wohl auch für andere Mens»» nicht«träglich sein, und so dürste wohl auch He« Quip» allein nach(einen„südamerikanischen Gründungen" zurüetyilP "�Deutsche Fleischer in Kameru«. Der in sächstK Bezirtsvereinm alt Redner bekannte Fleischermeista WM Grote in Greiz hat fich, wie d«„Allg.Flschr-Ztg." geschrt» uird, nach Amerika begeben und wird von dort in die dem Kolonien, zunächst naev Kamerun, gehen. Für die ganze! find 3 Jahre in Ausficht genommm.— Dies« Herr Fleil meister toll in Kamerun nur immer hübsch Pfeffer und' bei stch führen, sonst»«zehren ihn uns«« bravm Lank» dadrüben, nachdem« selbst einmal al« Schlachtvieh gel hat. am Ende noch ohne diese würzige Zugabe al«„Be & la tartare," Echo« wieder wird von einem Verlaufeue« Kw gemeidet. Da« 3 Jahre alte Söhnchen de« Sllberardt G. Schäfer, Michaelktrchplatz 3, hat stch vorgestern Mittag der etterlichen Wohnung mtfcmt, ohne Dorthin wieder A zukehren. Der Knabe trug einen Anzug mtt grauem M und Kragm.„ lieber ein» brutale Echlägerei auf der Herbergt' Schmtede-Juaung wird un« unter Verdürgung der beieejj Vorgänge von glaubwürdig« Seite mttgetheitt, daß am v�D Sonntag Abend der Witth jmer Herberge, Herr M„«>? meinschaft mtt einigen seiner Stammgäste dte GebrüdUA Mttglteder d«„Vereinigung d« deutschen Schmiede", lich eine« von Herrn B. und feinen Komplizen provAZ Streites un.ier Hilsmahme von Stuhlbeinm k. auf« Sa�F mißhandelte. Die Geichlagmm find»ur Zeit noch unfähig und befinden fich in ärztlteher Behandlung. zugefügt wird, find bereit« die einleitmdm Schritte um die Sacke vor dem Gericht zum Austrag zu bringen- � Die Unverschämtheit a»wisser Personen. ruhig ihre» Weges gehende Frauen in auidrwgiich« a»*">> belästigen,«belli wieder au» folgendem Fall: Die Gatten h««gen Dr. jnr. H. stand gestern Abmd in später Etuno« der Ecke der Prinzen- und Annmfttatze und«artete out.. Gatten, der fich«inen Augenblick entfernt hatte,"ä dieses Moment« trat an die Dam« ein„anständig geil Rann mtt ein« unpaffcndm Frage heran, auf welch« dl redete erwiderte, datz ste vnhetratket sei und ihr Ehemann I Augenblick zurückiehim müffe Trotzdem ab« se?te der) verjchämte sein« unlauteren Anträge fort. Al« nun Dr. H. erschim und dm ftechet, Patron zurechtwies, nh von diesem v,U einem stumpfen Instrument einen. wuchtigen Hieb gegen den Kopf, datz« eine stark Wunde davontrug und äutliche Hilfe in Anspruch mutzte. Hoffentlich wird dm Thäter die verdiente treffen. Polizeibericht. Am 18. d. M. Vormittag« vera auf dem öffentlichen Durchgänge, welcher durch da» C Belleoueslratz« 15 nach dem Wilhelm« Gymnasium fu Mädchen, wahrscheinlich mittelst Kleesal», und starb dasei einiam Minuten.— Gegen MUtaz fiel der Briefträger< auf dem Hof de» Grundstück» Rittetffr. 47 in einm weise offen gel.ff.-nen Kell« und erlttt einige anscheinend, undedeutmde Verletzungen am linken Arm und Bei»..T,. dieselbe Zeit wurde ein Mann in seiner von innm verl» nm. amtlich geöffneten Wohnung«hängt varzn� Schwermulh, txrcnlaSi durch dm vor mrze««folgst» seiner Eheftau, scheint die Bnarlaffung zum Selbstal» wesm zu sein.— Am Nachmittag gerieth ein 7 Jag! Krabe durch eigene Unvorstchtigkett unter die Räd««n« Lorhringerstratzc entlang fahrenden Arbeittwagm« dadurch ewe erhebliche Quetschung de» rechtm Ober!»' — Eitras später«litt«n 6 Jahre alt« Knabe dadur« Bruch de» Oxrschinkeli, datz er, um schnell« zu«wem° Ecke der Kleinen Hamburger« und Elsafferstratze entjWj! Austauf zu kommen, urü« dem Pferde einer dmt 5®'* In d« Sttl»wtlstratze 83 in Folge fahrlässtzm Umg-Z? Luyt beim Adsüllm von Petroleum F-uer, wtlcheö 1% die dort lagernden Maaren verbreitet« und ein«"1 Thätigkeit der Feuerwehr w Anspmch nahm. Gerichts-Zettung. t Unter der«»klage de» Bergehe«» gege« WZDMZ ofortige RSumunz de« Saal«« zu vetanlaffm. °uch tn all« Ruht. Eine Anzahl Thetlnehmer�� verlaffen und dafür sesorgt hatte, datz« wendete fich an die Gruppm, dt« w d« Näh«'' � u itandm und fordert« fie auf. auch dm VortaUw laffm. Während ein Theil fich tarn JW&fi L meinte Zand«, der ew Glas vi« stck, n daß ,r voch wohl so lange werde vadleidm w" mf sein vier ausgetrunlm habe. Auf diese ReW W..gj« jz PoliMmtmant festnehmm und auf d« 3;( Personalim feststellen. Nun wurde gerichtlich ü» vorgegangen. Da« Schöffengericht, ro: dies« Angelegenheit verhandelt wurde, stellte fi® auf dm Standpunkt d« Anklage, sondern jv«* daß d« Aufenlhatt im Buffetjimmtt nicht eine-r. aufgelösten Versammlung dargestellt habe. <»>..'a, r.7— rvlur ausgelosten-veeiommtung rargepeua vuw »tbeiter«rhi-lt für sewe I h« von Strafe und Kosten freigesprochen. bnuhigte fich jedoch die vtaattanwallschaft nicht, sondern legte Revision ein, die gestern von ihrem Vertreter folgendermaßen begründet wurde: Di« Auflösung der Versammlung durch den PoliKilteutenant sei in der Absicht erfolgt, die An- wesenden»u«erstreuen. Dieser Zweck«erde jedoch äugen« scheinlich omitelt, wenn die Theilnehmer an der Versammlung aus dem«inen Räume heraus« und in den anderen hinein' gingen, fich also, ohee da» Lokal zu verlaflen, in dem Lolal wieder zusammenfänden. Eo könne da» Gesetz nicht ausgelegt werden. Da» Lokal sei erst al» verlaflen zu betrachten, wenn die Theilnehme» fich auf der offenen Straße befänden. Hier trete das Ausnahmegesetz seine Wirlsamkeu an da» Lande»« gesetz ab, welche» auSretche, um Ansammlungen, Zusammen« rottungen im Freien zu verhüten. Der Angeklagte habe da» Sozialistengesetz unbedingt übertreten, doch könne man zu seinen Gunsten annehmen, daß er fich in dem guten Glauben befunden habe, er dürfe noch so lange verwetlen, dt» er sein vier ausgetrunken babe. Er wolle deshalb nicht an Stelle de» erstinstanzlichen Urtheil» eine Freiheitsstrafe zu setzen beantragen. sondern nur eine Geldstrafe in Höhe von 30 iß.— Birtheidiger Rechtsanwalt Flatau machte geltend, daß fich die Durchsübrung der Auflösung einer Versammlung nur auf diese selbst beziehen könne. Der harmlose Aufenthalt im Neben« räume sei al« Fortsetzung der aufgelösten Versammlung um so weniger zu betrachten, al» die Staatsanwaltschaft den Lewei» schuldig geblieben sei. daß die DiSkusston fortgesetzt oder über« baupt politische Themala hi«lbii erörtert worden wärm. Der GerichtSof hielt diese Gründe für richtig und erkannte auf Verwerfung der Berufung der Staatsanwaltschaft. T Der„iSoldonkel. Er war au» der Provinz gekom« ®en, um die Hauptstadt kennen zu lernm. Mit einem ge« spickten Portemonnaie in.der Tasche und einer dicken Brief« tafche im Rock wanderte er durch die Straßen Berlin» und nahm die Sehenswürdigkeiten der Metropol« in Augenschein. An allen Schaufenstern blieb er stehm, schritt vmstchttg über die Straßenübergänge, musterte die Schilder und schim ein wenig verwint von dem, wa« ihn umgab, diesem wogenden Verkehr, dem Geraffel der Wagen, dem hastigen Drängen, Stoßen und VorwärtSeilen der Paffanten, von diesem ge- walligen Athmen der Weltstadt, auf zehn Schritt al» richtiger P.ovinziale erkennbar für jeden Kundigen und jeden— Bauernfänger. Bor diesen Leuten aar er in seiner Heimath»« stadt sehr gewarnt worden, er glaubte aber vor ihnen ficher zu sein, denn er hatte in einem Familien-Fournal eine sehr genaue Schilderung ihre» Treib:»» gelesen und glaubte alle ihre Schliche zu kennen. Ader da» Nachtleben verlin» mteresstrte ihn. er wollt« selber in den Strudel binabtauchen. theil» au» Wiffentdmst, theil» ,u«einem Vergnügen, denn man fährt doch nicht nach Berlin, um dort wie zu Haus« mit den Hühnern in« Bett zu gehen. Selbstverständlich wollte er sehr vorstchlig zu Werke gehen» fich nach Möglichkeit amüfiren, dabei aber doch alle ltlippen sorg. fällig vermeidm. Unter diesen Gedanken schritt er die Friedrichstraße entlang. Ihm entgegen kam eine Dame, schön gekleidet, mit frischen Wangen und unschuldigen, sanften Taubenaugen. Redete er fie, oder ste ihn an?— er wußte e» nicht mehr genau, al» er ihr gegenüber auf dem weichen Polster eine» Dioan» im Cast„Kaiserkrone" saß und fich bei ihr erkundigte, wa» er ihr bestellen dürfe. Ein« Ehokolade für fie und einen schwarzen Kaffee für fich forderte er dann von dem schwarzdefrackten Kellner, der ihm mit großer Höflichlett den Ueberrock abgenommen hatte und dinselben an die Wand hängen wollte.„Hängen Ste ihn lieber über den Stuhl," meinte er und nahm dann selber Platz, nachdem er fich davon überzeugt hatte, daß die Brieftasche ficher in der inneren Brust» tasche diese» Rocke« stecke. Er fühlt« fie auch deutlich, wenn er fich mit dem Rücken anlehnte. Nan begann er mit seiner Begleiterin zu plaudern. Sie hieß Lola— welch' schöner Name l Ran sprach vom Wetter, von Berlin, von allem Mög« lichen. Lola erzählte ihre Ledtntgeschichte, eine rührende Geschichte. Bei diesem Grplauver verging die Zeit und Lolachen war bei der dritten Tafle Ehokolade. Der Provinziale sprach schon vom Aufbruch, da erhob fich da» Mädchen plötzlich und lies einigen eintretenden Henen entgegen. Sie kam mit ihnen wieder und stellte vor: zuerst ihren Freund, den Kaufmann Gühr«, dann weiter den Doktor H., den Rentier Z. Die Herren waren ungeheuer höflich, verfügten über die bisten Manieren und— der Provinziale konnte gar nicht ander», er forderte die Ankömmlinge artig auf, am Tische Play zu nehmen. Nun kam die Unterhallung erst recht in Fluß; Herr Gühr», der neben dem Prorinzialm saß,«wie» stch ar» unermüdlicher Erzähler, er war gepfropft voll von Anrkvoten und Späßen und verstand alle in best« Stimmung zu versetz-n. Man schwatzte, lächle und trank. Der Provin« ziale«mdeckte, daß in der„Kaiserkrone" ein wunderbarer Schlummerpunsch hergestellt werde. Ein Gla»— noch ein Gla»— und noch ein Gla». Auch Lola wurde lebhafter; fie nannte dm Provin zialen ihr liebe»„Goldonkelchm" und tappt« ihn vertraulich auf die Knie. Der„Goldonkel" fühlte fich sehr behaglich, er lachte, wie er noch nie in seinem Leben gelacht und zohlle schließlich die ganze Zeche. An die Brieftasche im Neberrock dachte er nicht mehr, der Rock wurde kühn über die Schultem gehängt, der Hut schief auf dm Kopf ge» nulpt und er verließ von zwei seiner neu erworbenen geleitet an dem stch verbeugenden Portier Gas». Die beiden Herren triebm ihre Menschen h«n fB il lo weit, daß ste eine Droschke herbeiriefen und t°?"?°?°*k.I" und Lola hineinpacktm.- Am nächsten Mit» »aatlfkMe hi*ct Provinziale mit wüstem Kopf und zäblte d'e deren Gemeinde an« Land geworfen wurde. O, du heilige deutsche Einhett I Mit allen deinen Partikular» und Polizri- ��katfübruug. In Lyon spielte stch vor ewigen Tagen Abend» 7 Uhr eine aufregende Szene ad. Fräulew Sourcelle. Lehrerin de« Deutschen in der städtischen Abendschule am Quai Saint- Antoine, bereitete stch eben in der Klaff« auf den Un- terricht vor, al« plötzlich drei Schwestern vom„heiligen Fos-ph' in den Saal eindrangen und die Lehrerin ersuchten, auf die Straße ,u kommen, wo ihre Angehörigen ste erwarteten. Alt die Lehrerin unter Hinwei« auf die von ihr zu gebende Lek» tlon stch»eigerte, der Einladung Folge zu leisten, warfen stch die drei Sedwestem auf ste, steckrm sie tn eine Zwang». lack« und schleppten ste w eine Droschke, welch« schnell davonfuhr. Sin Polizist, welcher der lärmenvm Szene bei- wohnte, fragte einen Begleiter der frommen Schwestern nach der Bedeutung de» Vorgange, und erhlett den«e» sebeid. daß man tm Auftrage der Famllie handle. Al» am Sonntag die Entführung bekannt wurde, verursachte fie eine tief« Erregung, namentlich tn den Schulkreisen, in welchen die iunae Lehrerw st» vieler Sympathien erfreut. Fräulein Com» celle wurde nach ihrer Aufhebung sofort in die Jrrmanstatt «wet gebracht, d-rm Direktor fich beeilte, den Präfelten zu benaetrichtigen. Er hatte Fräulein Comcrlle auf Verlangen tbrer Mutter und auf da» Zengniß eine» Arzte» aufgenommen, IS w«<»>-. um '«"SSA'Z SÄÄ Ä MM UMTZW Sie weigerte fich und wurde daher erst, um zu konstattren, wer ste sei. auf die Polizei, von dort nach dem Hafenzollamt und schlteßlick in» Arrestlolal gebracht. Diese Reise dauerte drei Tage.„E» ist"- so schließt die„P,t«r,b. Gas."- „offenbar nicht ganz rathsam. Punsch au» Schweden in der Tournüre unterzubrwgen." Kleine WittheiUmge«. BadtU'Baden, 18. Oktober. Die Leiche der seit mehreren Wochen vermißten Gräfin Amim ist w der Murg bei Weißen» dach aufgefunden worden. Göcz, 18. Oktober. Die Eismbahn brücke bei Kopriva nächst Coimont est in Folge Hochwasser» eingestürzt. Der ZugSvelkchr erfolgt mittelst Umsteigen. Ein sonstiger Unfall hat stch nicht zuaeiragen. Tövtttz, 18. Ottober.(Zwei Kinder verbrannt.) Auf der»Paulwmgrube" nächst P.odstau vtrunglücktm zwei Mävcb»n tm Alter von 13 und 11 Jahren auf schreckliche Weise, indem dieselben beim Kohlensammeln in die glühende„Lölchhalve" versanken und derart gräßliche Brandwuvdm erhielten, daß da» ältere Mädchen nach Verlauf von drei Stunden starb und an dem Aufkommen de» jüngeren gleichfalls gezweifelt wird. Trieft, 17. Ottoder. In der Stadt Trieft mft den Vor» oetat find von gestern bi» heute Mittag 16 Personen an der Cholera erkrankt und 3 Perjonen gestorben. Im Territorium est weder ein Erkrankung», noch ein Tod,»fall vorgekommen. Au» der Stadt Rovigno gelangte etn Cholerafall, au» San Ptetro am Jsonzo(Bezirk Giadttka)«in oeldächtizer Erkran» tungifall zur Anzeig«. Budapest, 17. Oktober. Seit gestern find hier an Cholera 39 Personen eikronkt und 20 Personen gestorben. Szegedi«, 17. Oftober. Seit gestern find hier Cholera 19 Personen erftanit und 7 Personen gestorben. an Zetzte KUchrichte*. Bulgarische». Der„Voss. Ztg." wird telegraphirt: General Raul dar» kehrt am Donnerstag nach Sofia zurück und wird dort seinen bletdenden Aufenthalt nehmen, um da» bulgarische Volt durch Bestechung für Rußland günstig zu stimmen. Daß seine Ankunft in Sofia die Sachlage ändern wird, ist sehr zweifelhaft. denn einige RegierungSmitglieder begeben fich schon Donnerstag nach Tirnowa, wo die Große Eo dran je tagen wird. Bi« dabin wird auch der Einberufung»» erlaß schon publizirt sein. Etn Regierungimitatied äußerte dieser Tage:„Wat kann Kaulbar» ändern? Wir find schon so naß, daß un« lein Regen mehr schaden kann." Wie ver» lautet, werden der deutsche und französtsche Konsul nicht nach Tirnowa zur Sitzung der Sobranje gehen, sondern nur ihre Sekretäre dahin schicken; dagegen werden die Vertreter Oester» reich», England» und Jtatteii» der Ei Öffnung der Sobranje persönlich beiwohnen. Es wäre zu wünschen, daß sich die letztere Mittheilung bestätigte. In Sofia warm am Sonntag Gerüchte verdrett«», daß alle Konsuln von Tirnowa fern dleibm würden, wa» sehr nieverschlagend wirft. Wenn die Vertreter der europätschm Mächte die Rückstcht auf Rußland so weft treiben würden, so würde man tn Bulgarien die Ge» wißheft erlangen, daß man von ganz Europa im Stich ge» laffen sei. 3» de« Kampf, de» tn Irland zwischen GuiSherren und Pachrem wegen Ermäßigung de» Pachtzinses gefübrt wird, ist jetzt die N a t i o n a l l t g a wirksam eingetreten. Etn Londoner Privatte legramm der„Voff. Zeitung." meldet darüber: Auf dem Gütertompl'x de» Rarquii Clamincarde in Irland beanspruchen die Pächter 25 pCt. Ermäßigung, welche der Gut» Herr verwetzert. Die Nationalliga empfahl dm Pächtern, zusammenzuhalten, leinen Pachtzins zu zahlen, fall« die Er« mäß'gung nicht bewilligt wird, dm Pachtzins abzüglich der 25»Ct. jedoch an Kuratoren adzusühren, welche die ange» sammelte Summe zur Unterstützung der ermitttrtm Pächter verwenden würden. Dieser Raihschlag der Nationalliga wird allgemein defolat werden. Vom rusfische« Kibfreuud. Die„Nationalztg." erfährt auß Breslau. 19. Ottoder:»I» erste Frucht der Thättg» keit der rusfische« Fabritenkov-mtifion tm Grenzbezirk wird die Ausweisung de« DireftorS Glücktmann vom Mrlow cer Koblen» bergwerk vemelvet. Derselbe hat mit Frau und Kindern Ruß» lanv verlassen müffm. Souderburg, 19. Oktober. Amtliches Resultat der R e i ch»« t a g» w a h l tm Wahltreise Sonderburg Hadertledm. Adge» geben wurden 10 790 Stimmen, davon rrhiett Johannsm(Däne) 7810, der Kandidat der Deutschen, Bachmann(nationallibrral), 2967 Stimmen. »raunschweig, Dienstag. 19. Oktober. Dem„Braun» schweiger Tageblatt" zufolge ist der bekannte RechtSanwatt Devcttnd in Wolfmdüttel gestern verhaftet und in daS hiesige UntersuchungSgefängniß gebracht worden. Kriefkasten der Redaktion. «et»nlraien bitten«>r die«b Ouittmig beizusllgen.«rieflig« Antwort wird nicht ertheiit. k. L. Morttzftr. Wenn, wa» wir nicht wissen, die Heb« amm« mehr al» 7 M. zu beanspruchen hat, so kann fie zu ihrer Steberhett dasjenige rettniren» wai ihr bei Gelegenheit der Entbindung gegeben ist, also auch Geburtsscheine»c. Die Höh« ihre» Anspruchs ist unabhängig davon, ob Sie viel oder wenig zu zahlen im Stande find. C. Lt. Da», wa» Ihnen im Kontrakte al» Wohnung zugesagt ist, muß Ihnen auch gewährt werden, also Stube, Küche und Boden; Wasserleitung scheint im Kontrakt« nicht vereinbart zu sein. Sie können, da jedenfalls ein Boden Ihnm nicht übecaeben ist, nach Ihrer Wahl vom Vertrage zurücktreten od« eine Minderung de» MtethSpreise» um etwa 30 M. verlangen. W. H.» Memelerstr. Gesetzlich ist darüber nicht» be» stimmt, daß Schankwirth« während der Sylvesternacht an die Poltze, stund« nicht gebunden find. Ob in den einzelnm Kon» zesfionm eine derartige Bestimmung gekosten ist, oder ob die Polizei blo»«in Auge zudrückt und in der Sy'oesternacht den Schankwirthm keine Schwierigkeit machen will, ist un» un» bekannt. @. v. Ihre Frage ist unverständlich; die Forderung auf Herausgabe einer Erbschaft verjährt tn dreißig Jahren, de» Recht zur Anfechtung einer letztwMigen Vrrfügang in zwei Jahren. S. Lch. Berua». 1. Wenn der Ehemann nicht im Stand« ist, die Kosten eine» Ehescheidungiprozesse« zu tragen, so mag er um Bewilligung de» Armenrechte» beim Landgericht einkomm en. Al» einziger Ehescheidung» jirund scheint bötlich« Verlassung vorzuliegen. E» muß dann der Frau ein gertcht» Itche» Rückkehrmondat zugestellt werden. Auf den vor etwa 22 Jahren geschehenen Ehebruch kann die Klage nicht mehr gestützt werden. Die erforderlichen Anträge können zu Pro» tokoll dt» dortigen Gerichtischreider» gestellt werden. 2. Wenn ReichttagSadgeoldnet« vor Beginn elner EttzungSperiode eine rechtSKSftig erkannte Straf Haft angetreten haben, ja kann der Reichstag bei seinem späteren Zusammentrrtcn nicht» dagegen thun. Diese Befuantß de» RftchStag» besteht nur hinfichtlich einer schwedendrn Untersuchung oder einer etwaigen Unter» suchungtbaft. R. R. 86. Soviel un» bekannt ist, werden dies« Thiere sehen» geboren.. Namemo». Der Räuber Masch wurde tm Jahr« 1864 hingerichtet. Theater. Mittwoch» den 20. Oktober. vvernhau». Die Walküre. Echrmsptetba«». Roderich Heller. Deutsche» Theater. Romeo und Julia. Nesidevt'Theater. Ein Globstädter. Vorher: »in anonymer Brief. Krtedrich'WilhelmftSdttsche» Theater. Der Nachtwannler. Wakluer-Theater. Der Goldonkel. Belle-Alltance-Theater. Ltli. Osteud-Theater. Die Räuber. BMoria• Theater. Amor. Tanz-Ponn von Luikt Manzotti. Wathalla-Theater. Die Piraten. Aeutral-Theater. Alt« Jalobstr. SO. Direkt.: «olph Emst. Der Wald'Teufel. Gesangk- Posse in 4 Akten von W. Man« städl. Kouplet» vonG. Hörh. Musik von G. Steffen». Mit neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität l) «ouiostädttsche» Theater. Der Jonzleur. Koukordta» Theater. Epezialstäten« Bor« stellung. Kaufmann'» vartetck. EpezialUSten> Vor- Hellung. »«ertea«- Theater. Hellung. Neichshalleu- Theater. Hellung. Spezialitäten» Bor- Spezialitäten> Bor- iBerllner H. s anatomische» MUSEUM. kommaudauteustraße 70 u. 71. Täglich von Morgen» 9 bii Abend» 10 Uhr fütÄftne Dieustag u. Freitag ausschließlich und uur allein arg] für Damen. Tempelherrmstr. 10, Hot r. 4 Tr., Schla ft lsep. Eing.) für Parteigenoffen.[879 ner Bazar (Jrüher I»ouiH«Mtftdtlachc« Theater.) DreZdmerstrahe 72/73, The Johnson Family, 4 Damen, 1 Herr, preiHgek-önte Schwimmer wt) Taucher vom Hyo podrom zu Par'S. Niegel'« Kaitetgesevfchaft, 12 Damen, 2 Herren. Mr. Hots««»« mu seinen Hunden u. Schafen. 7 Kchwe- Oer« Matthew». Ernesto. Harwcy. Paula und rtudwtg Tellhctm. Eugen Zocher. Jräul. Bellani Konzert« älpe'in. NuerklSrttche» rSthselhafte» N erschwinde« einer jungen Name»on offener Kühne nor de« Augen de« Pndlikum«. Unmittelbar nach dieser Produktion: voUstäudtge Aufklärung »der da» Verschwinde« der Dame. Kassenöffoung e1/« Ufr. Anfang 7'/, Uhr. Pafsage 1 Tr. 9 K.— 10 E. Knlaer- Pawerant«. Nur diese Woche: Sßf Dat stö>- Spanten."ML Reise durch da» molerikche Tyrol. Hertha- Reise.— Carolinen-Jnseln. Wntn 20 Pfennig. Kinder nur 10 Pfeimig. Unserem B-reirkfcllegen Ernst vntsch zu st nem beutia-n Wiegenfeste ein dreifach vo, mrn« del Hoch, welche» von Möckern nach Ovv'-ln er« schollt.[881 1 Kein« mitarbeitende« Kollegen. Stadt-Theater. [Früher Alfeambra- Theater.) Walln-r» theatnstrahe 15. Robert und Bertram, oder: Die lustigen Vagabunden. Große Posse mit Gesang in vier Ablheilungen. Bor d.r Vorstellung: Großes Coucert der Hauskapelle, unter Leitung de» Kapellmeister» Hm. Th. 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M furter Bezirk), zur Nachricht, daß vi« S» und G-sundmcidungen von Fieitag,( 22. d. Mi»., ab bei dem Bevollmächttgte» P Lorenz, L-ngeftr. 22, 2. Qaerzeb. 2 Tr.. K finden. Sprechstunden Mmag» von W/ IV* Uhr und Abend» von 7'/,-8'/, Uhr.% Kcankengeid wird{eben Sonntag, Vomitt' »on 9-11 Uhr, Lichten bergerstr. 17, oo« ß recht», aut gezahlt. Die Ort»ver waltun? Fachverein der Steindrultm und Lithographell. Morgen(Donnerstag) Abend 8 11h:: General-yersammlunj in Gratweil'» Bierh. Kommandantenstc.??? T-O: 1. Kassenbericht. 2. Adrrchnmlt� b:t Matinee. 3. Ich etbericht. 4. W-dl» Boistande» und der R viforen. 5. Berschiits und Frazekasten. Mitgliedskarte legitimitt 888] Der BorstaiO Zur v'lnktltchen Besoreung �er Int. Kiblto- thek,„Neue Zeit",„#k«o Zpett ,c. tmpflch 1 stch N KohU.-ardt. Buchhändler u. michMntc, Branoo omgckaße 56. 617 Wo spelsen Kt»? I-. der ersten allen pom. merschen Küche, Oranien- strafe 181, Hof parierte. bei Klein. Fiühst. 30P-.. MiUaztltsch m. Bier 50 Pf. 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