|U. 346. Dmtmrftag, fem 31. Oktober 1886« Miksbl«» 4 Lrasn für dir Interessen der Arbeiter. DaS„Berliner VollSblatt" «rfchÄnt täglich Morgen» außer nach Sonn- und Festtagen. WonnementZpreiS für Berlin stet ��«u-�MjShrUch 4 Mar?, monatlich 1,35 Mar!, wöchentlich 35 M. Postabonnemnü 4 Marl. Einzelne Nummer 6 Pf. Sonntags-Nummer mit der illustrirten Betlage 10 Pf. (Eingetragm in der PostzeitungSpreisliste für 1886 unter Nr. 769.) JnsertionSgebühr bestägt für die 4 gespaltete Petitzcile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarlt 10 Pf Sd gröberen Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinlunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nadjtnttog* m der Expeditton» Berlin SW.» Zimmersttaße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux,«hm Erhöhung des Preises, angenommen. $etafctnw! 3.= Erxeditio«: Zimmerstr«ß- 44. Wlich! Co!a«n man endlich einmal mit einiger Befriedigunz ausrufen, nachdem man die neueste» Enischlüsse unserer StaatSbahuverwaltung vernommen. Dieselbe Hot sich nämlich mit den jüngst in auffallend rascher Auf» ein anderfolge vorgelommene» SisenbahnunsSlle« beschäftigt «cd deren Ursache« nachgeforscht. Sie hat da»« endlich ei» Prinzip aufgestellt, da» wir schon mit allem Nachdruck vertrete« haben: Es sollen an keinen im äußer« Dienst de» schäftigte« Beamten Anforderung?» gestellt werde», die er mcht ordauugtgemcß erfülle» kann und die Sparsam» kettsrücksichte« solle« hiergegen zurücktreten. E« ist an die Eisenbahnbehörde« die Anweisung ergange», diese» Grundsatz auch im Einzelnen strikte durchzuführen. Wir find fest überzeugt, daß die» da» einzig« Mittel ist, die Betriebssicherheit zu dem Grade erheben zu könne», der den heutige« Anforderungen entspricht. Das gewöhnliche Philisterthum, da« in solchen Dinge» immer höchst oberflächlich aburtheilt, ist auch heute«och bei E'senbahiiunfälltn geneigt, dieselben«»«schließlich dem »Leuhtfina" oder der„Trägheit' irgend«ine» Angestellten Einschiebe«. Das mag in einzelnen, ja nach de« Umstän. den auch in viele« Fälle» zutreffen, im Allgemeine» aber sicherlich nicht. Mau weiß, daß die Bezahlung de? niedere« Beamten, der Bahnwärter, Weichenstiller u. s. w., auf den?» eine schwere Verantwortlichkeit lastet, auch bei den Staatsbahnen bisher keine genügende gewesen ist. Wenn solch ei» Be- diensteter mtt seinem Einkommen seine Familie nicht er« nähren konnte, so war er gevöthigt, sich einen Nebenerwerb K schaffe«, und konnte auf diese Weise leicht in die Lage mme«, seinem Dienste nicht immer die erforderliche Aufmerksamkeit zuwenden zu könne«. Oder man be« zahlte eine» solchen Bodirsteten leidlich, übertrug thm ab« dann zu viele Arbeite«, als daß er dieselbe« ordnungsgemäß hätte bewältigen könne». Es mag auch vielfach vorgekommen fei«, daß solche Bedienstete»«nge» «ügend bezahlt»nd dennoch mit Arbeit überhäuft wurden. Man sah vielfach Weib« und halbe Kmdrr. welche— sei «s nun aushüfsweis« od« definitiv— die Stelle von Bahr- «Sri«» versahen und man steht ste heute noch. Die Ver- Wallung d« Reichsbahnen in Elsaß dotirt, wen» wir recht wisse«, diese Frauen mit täglich 40 Pfennige»; danach läßt sich annehme«, daß die preußische« Staatsbahne« sie Sh,» sich bezahle,. E» ist eme alle Erfahrurig, daß mit de« Löhne» auch die Leistungsfähigkeit und Arbeitslust sinkt; der Eisenbahnbetrieb ist davon sicherlich nicht ausgenommen. Und Nochdruck»ertot««.] IeuMeton. [5 Im Hause des Verderbens. Kriminalroman. Von Reiuhold Ortmanu. .Ab« da« Wcttn sollte auf ihn«iederfahre», wen«« « Jr?,. w&w, fem brave» Liebchen um de» lumpige» Erbtheils imlle» im Stiche zu lassen 1" brauste der alle Herr mrf. und«« war ihm anzusehen, daß ihn wirklich« Antheil für die Lache«füllte.„Niin. eine solche Erbärmlichkeit traue rch dem Holmfeld»icht zu. Wird sich im Nothfall schon selb« et» Nest zu baue» verstehe«, und wenn« nicht weiß, woher die Halme dazu zu uehme« find, soll« nur zu mir komme«.— Wird mir ei« Vergnügen sei«, Euch gerade dem alten Ge'zhals zum Trotz zusammen zu bringe«. — Also Kepf hoch, mein Züngferchtn; ich denke noch an Eure« HochzeitSt.sche zu fitze» und womöglich, auch»och em ge Male Gevatt« zu steh««, gell," Keine« Worte» mächtig, ergriff da« junge Mädchen sein« Hand, um sie an ihre L ppe« zn zieh«,; aber d« Gutsherr ließ e»»ich» zu. Er drückte ihre schlanke« Finger und streichelte dann sanft rhr weiche» blonde« Haar. „Wir brauchen jetzt wohl nicht weit« üb« die Sach« g reden," fuhr er fort,„bin ohnehin schon um ei» gute« tück meiner gewöhnliche« Lektüre gekomme». Also wean'« de« tleiue« Fräulein recht ist, fangen wir mtt u«s«er Zeitung an." Elsbeth bemüht« sich, ihre Bewegung rasch zu«nt«, drücken. Li« trat an den großen, mitte« im Zimm« stehe«, de« Tisch, um au« den theflweise»och uaeröffnet auf dem- felbeu liegende» Poflsc che-r die Zeituuge» vom heutige« Tage auszuwählen. Da» Auge des alte» Herr» folgte de» anmuthrge« Bewegungend« schlanken Gestalt mtt fichtlichem Wohlgefallen, und behaglich setzte« sich in seinem Lehnstuhl zurecht, alt Elsbeth Wied« ihm gegenüber Platz genommen hatte und zu lese« begann. Da» Rolle««ine« rasch heranfahrende« Wagen», d« auf so laffen sich denn, wie die Staat«- Eisenbahn- Verwaltung nun auch zugiebt, die meiste» Unfälle im Elsenbahnbetrieb auf ungenügende Bezahl»»« und Ueber- Häufung mtt Arbeit zurückführen. Daß die) Verwaltung sich entschlcffe« hat. in diese, Sache Abhilfe zu schaffe«, ist recht erfreulich. Herr Stephan, ver Generalgewaltige der Post, scheint auf seinem Gebiet»ine« andere« Grundsatz walle» zu lassen; cr scheint zu glaube», die Verkehr» weg« müßte« in erster Linie recht ergiebig für de« Staat gemacht werde«. Vielleicht läßt sich Herr Stephan durch da» Vorgehe« der Eiseubahnvermallung anch bekehren und sucht die Post- attstallen durch bessere Bezahlung der Unterbcamte« auch leistungsfähiger zu machen, al» ste heute schon find. Da« ist's, wa» wir von der Maßregel der Eisenbahn- Verwaltung erhoffen, daß sie»icht auf da» Gebiet des Eisen« bahubctriebe» beschränkt bleibt. Es muß dafür eingettete» werde«, daß die« Prinzip ia allen. Staatsbetriebe« anerkannt wird; nicht nur da, wo mit dem Betrieb gewiss« Gefahre« verbünde» sind. Wir find überzeuet, daß sich in de« Staats- bettieben ein ganz ungeahnter Ausschwung kundgeb«« würde; sie würde« leistungsfähiger und der anfängliche Ausfall am E trag würde«ehr als ersetzt werden. Aber die Lache hätte auch«och eine andere vortheilhaft« Wirkung. Zen« Pr vatbeiriebe, die mit den Staatsbetriebe« in Beziehung stehen, würde» bis zu einem gewisse« Grade gezwungen sein, dem Beispiel der Staatsbetrieb« zu folge«; auch sie müßten bessere Löhne zahle». Dazu kommt»och, daß bei einem nur einigermaßen«höhte» Verdienst der viele« Staatsarbetter auch die Kansumtton im Allgemeine« steige» und somit zur Herbeiführung günstiger witthschaftlicher Zustände beitrage» würde. Die Herren Geheime» Finanzräth« werden zwar de» Kopf schütteln und um die Staatseiunahme« au» den Staatsbetriebe» besorgt sein. Aber geht es dem Staat jetzt besser, da tu Folge der niedrige» Löhn« Hunderttausende ihre Steuern »icht bezahle» könne» und selbst die Exekutionen fruchtlos bleiben, So könnte« sich aus de« Prinzip, da« die Eisenbahn- Verwaltung aufgestellt hat,«ine Reihe von segenbringenden Maßregel« ergeben, wen» man nur entschlossen ist, die Sache mtt der«othwendigen Energie und Umficht anzu- fasse«. Wir müsse» vorläufig allerdiug» bezweifeln, daß sich unsere Wünsche erfülle« werden, wt« wir sie hier au»- spreche«. Aber daß die Eisenbahnverwaltung da», wa» wir te diesem Falle längst al« richtig anerkannt, im Prinzip ge- billigt hat, enthält für un« eine Bürgschaft, daß man dabei nicht stehe» bleibe« wttd. Die Wirkung solcher Maß- regeln treibt ganz von selbst vorwärts; dessen find wtt sicher. der Rampe de» Herrenhauses biell, unterbrach sie jedoch schon mitte« im erste» Satze. Der Aufforderung Branden- stein'» folgend, trat ste an da« Fenster«ad blickte du unter. „ES find zwei junge Herren, die ich nicht kenne' sagte fi-,.fi« kommen in der Kreuzfeider Lohnkutsche, also wahr- scheinlich von der Eisenbahn!" Fast in demselben Augenblick schon öffnet« der alle Kammerdiener die Thür uud meldete mtt einem Tone, der eine eiaene Ueberraschung verrieth: .Htrr Baron Kurt von Brandenstei» l' V. Wen» Doktor Paul Ramfeld»icht bescheiden genug gewesc» wäre, sich während der BegrüßungSszen« zwischen Oheim und N'.fft» im Vorzimmer»» halte», so hätte er sicherlich an der Gelehrigkeit de« ,» seinem Schüler gewor- denen Freunde» ein auftichtige« Vergnüge» gefunden. Mit einer Mikne, der nur der schärfste Beobachter ansehe» konnte, daß ihre Herzlichkett, ihr« Freude,«in« erzwungen« und künstlich festgehaltene war,«Ute Kurt, dem meldenden Diener auf dem Fuße folgend, auf seinen Oheim zu; de» letztere» wortlose« und«icht« weniger al« ermnthigeade« Erstaunen bemerkte er anschetneod gar nicht. Da» nenne ich««mal eine Ueberraschung,«icht wahr. Onkelchenk" sagte er mtt einer trotz seine« Herz- klopfen« meisterlich dargestellte« Unbefangenhett..Ungela- de» und unerwartet, aber hoffentlich«cht unwillkommen, platz« ich Dir in'« Hau«, der sprichwörtliche» Gastfreundschaft der Brandensteiaer vertranend. Dein liebe« freund. llcke« Gesichts sagt mir schon, daß ich damtt»icht auf Sand gebartt hab� �{(�t �obe Lüge, den« im Antlitz de« alle» Herr« ließ fich weder Liebe«och Freundlichkeit ent. decken. Seine Miene war so ernst und förmlich, wie seine �Ölt Bwto» beide« dargebotene« Hände» seine« Reffe» berührte er nur flüchtig die Fingerspitze« der eine» und sagte dann langsam: „Es ist mir in der That eine Ueberraschnng, Dich hier vor mir zu sehe«, Curt; vor der Hand begreife ich auch Urtw dm zwßa SizulistmxriH zezm Auw, Kkdrl uud Griussti schreibt Herr Munckcl sarkastisch in der„Nation": Am 7. Oktober v. I. wurde in Chemnitz da« die Ange« klagten Bebel und Genossen fteisprechend« Urtheil verkündet; am 11. Oktober dl. IS. hat die entgegengesetzte, veruttheilende Entscheidung durch Billigung de« Reichsgerichts Rechtskraft er« langt. Vier Erkenntniste find erforderlich gewesen, um das. was nunmehr Rechtens ist, herzustellen. Wieviel Mühe noch vorher nöthig war und ausgewendet wurde, um überhaupt zur richterlichen Verbandlung zu gelangen, steht nicht in den Allen. Ader der Kovenhagener Kongreß hat vom 29. März bis zum 2. April 1S83 getagt. Nach seiner Beendiguna erfolgte die polizeiliche ilirbaftung mehrerer sozialistischer Reichstagsadge- orvneten in Kiel, die ihrer Zeit die Mißbilligung des Reich«» tag» erfahren hat. Diese Verhaftung— also wiederum polizeiliche Initiative— hat den Anstoß zur Einleitung de« Prozesse» gegeben. Seit jener Zell hat dt« straf-echllich« Arbeit gewährt. Sieben Semester werden auch jetzt noch als ausreichend für ein erfolgreiche» juristische« Stuvtam er- achtet- Und der Erfolg ist eingetreten; der Verstand der Recht«- gelehrten hat nach mehr al« reiflicher Erwägung bestätigt, wa« ie Vollzugs dehörden intuitiv empfanden, ohne da« Verständniß der für G«müth»err«gungln wenig zugänglichen Reichstag«- mehrbeit finden zu können. Di« Anklage, oder vielmehr ihre anscheinend von einem andern Verfasser geardlUete Beilage, war, nach jeder Richtung betrachtet,«in K u n st w e r l;— au« den verschiedenen Jahr- gängen des„Sozialdemolrat" und sonstiger iozia- tistischrr Kundgebungen waren au» wenigen Zeilen bestehende Abschnitt« zu einem Mosaikdild zusammengetragen, au« welchem der unbefangenste Belrachter im Stande war, die Überzeugung schössen zu wollen, daß die Angeklagten und ihr« Anhänger geflissentlich da« Vorhandensein einer zwischen ihnen bestehmden Verbindung»um Zweck der Geheimhal« t u n g derselben veröffentlicht halten, in dem thörichtm Glauben, durch eine äußerliche sogenannte chronologische und sachliche Ordnung de« Stoffe« da« Gehetmniß verfteck-n zu können. Gleichwohl haben die Angeklagten damit Erfolg ge- habt; da» Landgericht in Chemnitz hat die geheime Verbtn- dung(§ 128 Strafgesetzbuches) nicht entdeckt; und auch da« Frei» berger Gericht, obwohl durch da» Urtheil des Reichsgerichts zu einer größeren Freiheit in der Auffassung de» Verbindungsbe« griffeS befähigt, hat diese geheime Verbindung noch nicht auf« finden können;«in Mangel, welcher dem Herrn Oberreichsan- wall bei dem Schlußall des Drama« den Ausdruck eines flüchtigen Bedauern» entlockte. Mtt Unrecht; denn etwas muß doch auch der Zukunft noch vordehaltm bleiben. Der Gerechtigkett entgehen ihr« Opfer ja auch so nicht; die schlimmere— gesetzwidrige— Verbindung de»§ 129 Strafgesetzbuches ist dargethan, und fast dt» an die Grenzender »uläsfigen Strafe ist auf Strafe erkannt. Das muß mit der allerdings nicht wegzuleugnenden Thatsach« versöhnen, daß dt« durchaus«icht, wa» Dir ia meiner ländliche» Einsamkett plötzlich so anziehend und verlockend erschienen ist." Der junge Man» fühlte, daß er den Blick dieser klare» graue» Auge», die scharf und prüfend auf ihm ruhte», nicht lange zu ertrage» vermöge, ohne au» seiner Roll« zufallen. Er entschloß fich darum, die Sache so kurz wie möglich zu mache». „Ein Bedürfaiß«ach Rahe und Sammlung, theuerster Onkel,".sagt« er so treuherzig wie möglich,„ist wohl der erst« Impuls zu«einem Entschluß gewesen, ab-,»»« ihn so schnell zur That reife« ließ, mar doch schließlich nicht« Andere«, al« da» herzige Verlangen, meine» liebe» Ver- wandte« und Wohlthäter endlich einmal wieder zu sehen. Vielleicht kann ich dabei manch' kleines Mlßverständniß be- seittge«, da« fich während der lange« Trennung störend zwischen««» stellte. Mtt eiaem Wort, ,» war mehr ein« Handlung de« Herzen», al» der Ueberlegung, und ich komm« fast ia Verlegenhett, wen» ich Haarklei» dt« Gründe dazu angebe» soll." „Jedenfalls fürchte ich, daß Du die Annehmlichkette« eines Aufenthall« in Brandenstein bedeutend überschätzt hast. Einem alte» gebrechliche« und verdrießlich« Manne Gesellschaft zu leiste«, ist jedenfalls nicht« Amü- sante», und Zerstreuungen anderer Art kann ich Dir«icht versprechen." „Aber, bester Onkel, auf Vergnügungen in diese« Sinne rechnete ich ja nicht. Kann ich nur ei« Stündchen mtt Dir plaudern, eine Partie Schach oder Piquet mtt Dir spiele«, und während de» übrige» Tage», so weit e» meine Stunde» erlaube», in Wald und Feld umherschweifen, f» bin ich vollkommen befriedigt. Da» Stadtlebe« widert mich förmlich an; ich empfinde eine unbezwingliche Sehnsucht »ach Ruh« und Einsamkeit." „Wenn Du nicht» Anderes suchst— da» kaanst Du hier vollauf finde«! Also»illkomme« in meinem Hause, und»«suche, Dich»ach Deinem Beliebe« einzurichten. Der alt« Jakob wird Dich von»nserer Hausordnung«nter- richten: Störunge» darin liebe ich nicht." „Tausend Dank für de« freundliche« Empfang, bester Onkel! Anders habe ich es ja gar nicht erwartet! Ja. crlbrifte Verbindung«igentl'ch recht untergeordneter Beschaffen« bcit und von wenig AthnUchleit mit der glojiartig gefährlichen Verbindung ist, welche dem Berfoffrr der Anllagebeilage er- fichtliS vorgeschwebt dat. Aber g-of,« Entdeckungen find noch fast nie mit einem vchlage gemacht worden. Auch in sachlicher Bktiebung erinnert die Entdeckung de» Freiberger Gericht» an Columbu», fie ist recht eigentlich da» Et de» berühmten Entdecker». Der„Eofialdemotrat" ist ein in Deutschland verbotene» Blatt. Da» Blatt wird verbot»« widrig verdrettet. Zu der Verbreilung wirken mehrere Per« sonen mit. In dlesem Zusammenwirken ist»nach menschlichen V.rhSIiNtffen" die gesuchte Verbindung gesunden. In der That. man muh staunen, dah dieser G-danke stch nicht früher Geltung verschafft bat. Er macht in seiner Emfab-Heil die ganzen mühsamen Zurüstungen der Anklage stdeiflüsstg. Etnersett» die aller Welt bekannte, also auch gerlchiSlundige und überdie» von den Angeklagten nicht bestrittene Verbreitung de»„Sozialdemokrat", andererseit» dir ebenfalls gerichtZkunvigm„menschlichen Verhällniffe", und die Grundlage zu einer thatsächlichm Feststellung ist gegeben. Die Verbindung ist also vorhanden, wohl geordnet und zweckmäßig eingerichtet. SS mußten aber auch Theil- n« h m« r an der Verbindung und»war solche Thellnchmer e.nrittel: werden, welche al» Mitglieder an der Verbindung td-llnahmen; denn Theilnrhme ist noch nicht Mitalied- fchrft. dt« Mitgliedschaft aber ist unter allen Umständen Theil- nähme. „Eine Theilnahm« an«wer Verbindung verlangt nicht mehr, al» die durch Entfaltung irgend welcher Thätigkett für die Ertfiehung, Ausbreitung, Entwicklung. Beschäftigung u. s. w. der Verbindung geübte Mitwirkung." Zweifellos ist auch da» Aussprechen guter Wünsch« für da» Gedeihen der Ver- bindun?»irgend welche" Thätigkeit für ihre Auibrettung. Ist daS der Fall, so trifft der sonst streng rechtiwiffenschaftlichc Begriff der„Theilnahme" mit dem Begriff der rein mensch« lichen Theilnahme— wenissten» wenn diese geäuß-rt wird— ,»sammen. Ein solche? Zusammentreffen juristi» scher und rein menschlicher Begriffe wirkt wohlthuend. Tie Angeklagten— Führer der sozialistischen Pattei— wandten ihre Theilnahme den Bestrebungen dieser Partei zu. Sie schenkten fie auch dem verbotenen„Sozialdemokiat". dt» ste zum Organ der Partei zum Theil selbst bestimmt hatten. D'�a fie damit auch der gesetzwidrigen— durch verbotene Verbindungen bewirkten— Förderung deS Unternehmens ihr« Theilnahme schenkten, wird mit demselben logischen Siechte gefolgert, mit welchem behauptet werden könnte, daß ?i mand. der dem Fottkommen eine» jungen Mann-S seine Theilnahme schenkt, diese Theilnahme auch auf den j'tzi nicht uv-'hr ungewöhnlichen Weg deS RepotiömuS erstrecke, auf welchem zur Zeit die überraschendsten Erfolge vorzukommen pfl-gen. Ader so unzweifelhaft unrichtig der Schluß ist, so un- zweifelhaft ist er„thatsächltch" und deshalb unanfechtbar. Die Theilnebmeischatt ist damit festgtstellt. Aber auck zu« Sleich die Mitgliedschaft. Denn nachdem die Eigen- Haft dei ThetlnehmerS feststeht, ist eS nur nöthig. alle die« jenigen Handlungen, welch: zur Feststellung der Theilnahme g* führt haben, unter dem neu gewonnenen GifichtSpunkt, daß ste ein Theilnehmer verübt hat, nochmals festzr stellen, um auch zur Annahme der Mitgliedschaft zu gelangen. Auch daS ist ihatiächltch und unanüchtdar, und mithin seitens deS Gerichts vollständig innerhalb seiner Zuständiglett geschehen. Welch« ferneren Eegednifie hätten fich auf dieser Grundlage bei roch weiter wiederholten thatsächltchen Feststellungen gewinnen lassen! ©orntt find die Angeklagten theilnehmende Mitglieder einer Ve'bindung, welche dm verboienen„Sozialdemokrat" in Deutschland einschleppt, und damit dal Verbotsgesetz vereitelt. Auch die Annahmt ist neu, daß ein V e r b o t S g« s e tz durch seine Uebertretung vereit-lt«erde. Im G-gentheil xfl:gen die Strafbestimmunaen eines Verbotsgesetzes gerade durch Uedertretungm erst«irksam zu werden. ES Icheint ve> achlung zu oerdienen, ob nicht im Gegentheil eine Verbindung Siraf« oerdient, welche stch die genaueste Beobachtung solcher mit Strasbestlmmungen geschützten Verbote zur Richtschnm nimmt, well fie aus solch: Weise die praktische Anwendung der Strafoorschriftm verellclt. AllecdinzS soll die V.reiieLng durch ein ungesetzliches Mittel geschehm. Ader warum soll man nicht als ungesetzlich alle» ansehen, waS die Anwendung eine» GisrtzeS bindert? Wer nicht stiehlt, hindert die Anwendung de» DiebstahlSparagraphen aus seine Person, und wer gestohlen hat, ohne sofott der Polt- z i die schrlvige Anzeige zu machen, hindert fie ebenfalls. Haben mehrere Prrsonen gestohlen, ohne fich sofott zur That zu bekennen, so hindert nichts, ste neben der DiebstahlSstrafe auch noch mit der Strafe de» Z 129 Strafgesitzbuche» zu delegm, well sie bu ch gemeinschaftliches unges tzliche« Handeln— stehlen und fich verttcckm— bestrebt gewrsm find, ditAnwm» düng de» Sttatges tze» auf ihre Personen zu vereiteln. So sollen dn, sogar«och weiter gegange» in meine« Vettraum auf Deine Güte. Zm Vorzimmer befindet fich mei» intimer Juzmdfrennd, Dr. Paul Ramfetd,«m sehr tüchtiger Arzt, der erst unlängst von seine» große» Reisen nach Amerika zurückgekehrt ist. Er beschäftigt sich nebenbei sehr viel mit der Familiengeschichte vornehmer Geschlechter, und al« er erfuhr, daß Du, lieber Onkel, dieselbe Pasfio» hättest und eine sehr schöne Bibliothek besäßest, ließ er mir« keine Ruhe, bi» ich ihn hierher mitnahm. Er bestand zwar darauf, doß ich vor.rst Dewe Sinwillegung einholen sollte, aber ich weiß ja, doß«ach de« Uederlieferungen unserer Famllie auf Schloß Bravdenstein Zeder willkomme» ist, der fich vertrauensvoll in de» Schntz unserer Hausgötter b:g>eb>, und so brachte ich ihu denn gleich mit." „Es sollte mir lieb kein, Curt, wen» Dir alle Heber« lieferungen unsere» Geschlecht» so gelänfig wären wie diese," meinte der alte Herr anzüglich.„Wenn Dein Freund schon im Vorzimmer ist, so last' ihn nur eintreten." Curt wandte fich zur Thür, und dabei streifte sein Blick »im eisten Mal ElSbeth, die fich bei seine» Eintritt in«in« Fensternische zurückgezogen hotte. E« war ihre Adficht gewesen, da» Zimmer zu ver» laste», vber ei» Blick de« alt,» Herr« hatte fie zurückge« haltt», und«nöthcnd senkte fie jetzt die Wimper», al« Curt die Auge» auf fie richtete. Der junge Ma»« aber war vo» dem völlig««envar« teten Anblick de« liebliche« Piädchea» so belroffe», daß er alle» Andere vergaß. Der O,kel beobachtete ihn jedoch zu scharf, um nicht da» eigenthümliche freudige und begehrliche Aufleuchte» i» seine» Züge» zu bemerke». Gr r«»z«lte bi« Sttr« u«d sagt«»och kälter und förmlicher al« zuvor:„Ich vergaß, Dich mit«in,,« Schützling, Fräulei» Weimer, de« kann» zu«ach«», Curt. Die ju»gt Dame ist die Braut »eise» Oberinspektor«." Um Curt'» Mundwinkel zuckte etwa» wie Bebauen, bei de» Onkel» letzten scharf bttonteu Worte», und er verbeugt« fich sehr höflich gege« ElSbeth«nd sagte i» seinem verbind- l.chsten Tone:„Vergcbea Sie mir, mein Fräulein, we»» «ich die freudige Aufregung de« Wiedersehen««tt meine« luden Oheim blind macht« für mei», Umgebung. Nur nach der Feststellung de» Freiberger Gericht» die Angeklagten nicht» weiter al» die Verletzung de» Sozialistengesetz� selbst al» ungesetzliche» Mittel angewandt haben, um diese« Gesetz zu vereiteln; denn die Heimlichkeit an und für stch ist kein unge- setzliche» Mittel, well selbst da» Sozialistengesetz die Selbst anzeiae Niemandem zur Pflicht macht. Allein auch diese Rechl»au»legiing ist vom Reichsgericht an« ettannt und daher vorläufig— bis zum Ergehen eine« Plenar- beschlusseS— ebmlo maßg-dend, wie eS die berühmt gewordenen Entscheidungen diffelden Gerichtes hin fichtlich der Strafbarkett des Versuches untauglicher Sudjette an untauglichen Objekten mll untauglichen Mitteln find...... Zum Sidluffe meint Herr Munckel noch:„Der jetzt ein- geschlagene Weg fühtt dazu, jeden, der ihn mißbilligt, als Be- günstiger, Theilnehmer, allenfalls auch Mitglied einer gesetz- widrigen Verbindung zu strafen. Man käme dahin, die größere Hälft« derMenschheit einzusperren, um die kleiner« zu schützen. Und waS erst daraus werden sollte, wenn TadalS- und Branntweinmonopol Gesetz werden, ist kaum auszudenken. Di« Agrarier allein würden— und auch die noch nicht alle— auf freiem Fuß bleiben." Politische Ueberstcht. Al» internattonal« Maßregel gege« de« Aaarchi»««» schlagen die nalwnallideralen„Hamburger Nachrichten" neben der Umgestaltung de»« s y l r e ch t e 5 auch die Einrichtung einer internationalen Organisation der Po« lizeiorgane vor,„vielleicht durch«utführung der Dr. Guillaume'schen Idee, ein Zmtraldureau mit ermittelnden und dtttgirenden Lefugniffm zu erttchten, welch-» Fachnagen er« öetett, die Polizei in Bezug auf Literawr und Thatsachen auf dem Laufenden erhält, Signalement» und Ph-tozrapbim gelährlicher Manschen verbreitet, den Domizilwechsel von Ver- dächtigen fignalistrt rc Endlich würde vielleicht noch ein internationaler Paragraph stch nützlich und erreichbar erweisen, welcher die Aufforderung zu anarchistischen Attentaten mit anaemessener Strafe bedroht."— So die„Hamb. Räch richten. Daß wir keinerlei Verwandlschast mit dem An. archismu» und den Anarchisten haben, erklärten wir schon oft. Aber werden denn nicht jetzt schon„au» Dummheit oder au» BoShett" die Begriffe Anarchismus, ÄommuriSmuk, Sozialismus, RrpudlikaniSmuS, Demo- kratiSmuS fortwährend mit einander verquickt und in taschen- spielerhaster Kunstfettigkeit verwechselt? Daß der Fottschritt, die Polen, Protestler. Welten, daS Zentrum und die Volts» partet von dieser Begriffsverwirrung nicht ganz auSgeschloffm find, kann man ghichsallS mit Recht behaupten. Wo also toll da» Asylrecht anfangen und wo aufhören? Der Begriff d-S „politischen Verbrechen»" soll, wie man gesagt hat. festgestellt werden. Da» hat man oft versucht und eS ist biS jent nicht gelungen. Natürlich, wmn«an in„zweifelhaften" Fällen da»„politische Verbrechen" verneint, so wird man wohl immer da»„gemein« Verbrechen" annehmen. Darauf läuft auch der Vorschlag der„Hamb. Nachr." im Grund« genommen htnauß. Die Unterschiede zwischen Anarchisten, Gozialdemo« kraten und Demokraten, die man ja fttzt schon mit Abficht verwischt, fallen dann völlig hinweg und die internationale Hetze gegen die gesammte Oppofiiton, besonder» auch gegen Juden, Polen und Demokraten kann loS gehen.— Wenn man den B-gttff„politische Verbrechen" übrigen» auf internationalem Wege zunächst feststellen will und kann, so ist da- gegen an fich durchaus nicht« einzuwenden. Diese Feststellung könnte ja dann auch in der deutschen Strafprozeßordnung, im Skatgesetzbuch und vor allen Dingen beim Sttafoollzug statt- finden, damit der„politische Verbrecher" nicht gleich dem„gemeinen Verbrecher" bcHraft und erekutitt werde. Da» ist eine einfache Konsequenz, die au» dm Vorschlägen der„Hamburger Nachr." gezogen werden muß. Vo» Ltebkuecht'S Amerikareise. Au» einem Privat- bliese, den ver Reichstag» abgeordnete W. Liebknecht aui Nord- amertka vom S. Oltober an einen Freund in Deutschland ge- schrieb ni hat. wird un» Nachstehendes zur Beröffetitlichung üdersandt:„Jetzt lese ich den u n g l a u b l i ch en Unsinn, den der Telegraph un» angelogen hat Ich hatte e» nicht ander» erwartet. Genug, ich autottsire Dich, überall zu er« Haren: 1. dcß S mir nie eingefallen ist, mich in die amerila nische Polttit einzumischen, daß ich vielmehr ausdrücklich mich dagegen vnwahtt habe; 2. daß eS mir nie eingefallen ist, für den Anarchismus und die Anarchisten einzutreten, daß ich vielmehr bei jeder Gelegenhttt die Brundverschiedenheit de» Sozialismus und Ana-chtSmuI betont habe; 3 daß S mir nie eingefallen ist, zu sagen, ich sei herübergetommen. um die BiSmarck'sch« Politik zu dekS?pfen, und daß ich im Gegentheil gesagt Hab«, ich würde die» nicht thun, weil eS außerhalb meiner hiefigen Milston liege und ich im Deutschen Reichstage die beste Gelegenheit dazu hätte; 4. daß eS der Frau Aoelina nicht eingefallen ist zu sagen,„der Sozialismus, anstatt friedlich und ruhig zu sein, müsse ein Ding dr« Schrecken» und de» Tode» werden"; daß fie im Gegentheil gesagt unser bisherige» Frembseia vermag die»»»«»tschnldizea, den» em zweites Mal vermöchte stcherlich Niemand, der scho» da« Glück ZhrrS Anblickt genossen, ihre Gegenwart zu übersehe«.' „Deinem Freund wird im Borzimmer die Zeit lang werden I" fiel der alte Herr vo» Brandenstei» ei», ehe E-«« beth etwa» entgegnen konnte. Curt war verletzt, durfte da» aber durch keine Miene verrathe«; er holte seine« Fre»»d herein und stellte ihn dem alte« Herr« vor. Die Vornehmheit und Eicherhett in dem Austreten de» Doktor» überraschte selbst Curt und macht« im Verein mtt seinen gewinnende» Manieren und seiner scheinbar ganz unbefangene» Liebenswürdigkeit einen bestechende, Eindruck auf den Gutsherrn. Ramfeld wußte ja durch Cutt, daß die Wappenkunde immer eine Liebliv�Sbesck äftiguvg des Onkel» gewese» sei, und bei dieser semer schwache» Seit« sofft««r den alten Herr» jetzt mtt eben so vt«! Dreifiigkett al« Ge« schickltchkett. Ee gehört« zu jenen Lutte«, die ihre» Mangel an gründlichem Wissen mtt großer Gewandhett daburch zu verbergen verstehe», dcß fie die wenige» Brocken, die fie im Vorübergehe« in ihr Gedächtniß aufnahmen, im rechten Augenblick in die Unterhaltung werfe«. Roch vorgestern hatte Ramfeld seine« Freunde erklärt, er verstände nicht» van Stammbäumen, Ahnentafel» und Wappenkunde«nd jetzt entwick-lt« er im ledhasten Gespräch mtt de» alte« Herr« v. Brandenstei» so viel Kenntnisse über alle diese Gegenständ«, daß Cntt sei» Erstaunen kaum «ntvdiücki» und der Gut« Herr keinen Augenblick zweifeln konnte,«ine» gründlichen Kenner seine» Liedlingtstudum« vor sich zu habe». �. De, unaugevehme Eindruck, de» da» unerwattet« Er. scheine» de, Neffe« hervorgebracht hatte, wurde dadurch vrr. rnrnrnrn hat, der Sozialismus sei friedlich und werde von seinen F* den, die ein Ding de» Todei und Schreckens av» ihm mntt» wollten, schmählich verleumdet.— Und waS der Läzm(w# noch find. Da« Reutn'iche Krdeldureau hat den Satz: log««, wi« telegrapbitt", prächtig illustttrt. Ich habe tt schärfster Weis« die TaKtt der Gewall delämpst, wobei tt allerdings nicht versäumte, die Berwandtschast de» DiSpoA' muß und Anarchismus fettaustellen. Du darfst überzeugt Ktt ich habe in Amettta kein Watt gesprochen, daß nicht wohl c wogen war. Und v i e Erfolg« sind auch wahrhaft glänzende." Ueber de««vstchere» KriedenSzuftavd Earoltts schretdr die Wiener„N. Fr. Pr.":„Man muß in tot TW mit Mommsen fich fragen, od trotz allen sogenannten Fat« schritt«» seit achtzehn hundert Jahrm die Rationen von hm» vernünftiger regiert werden und, vom morali'chen Eiandp«# detrachtet, höher Sehen, al» da» rö nische Reich unter Seoerck- Und dt« Frage de» großen deutschen Geschichtischreibe;» W leider nur mtt Rein deantwotttt«erden, wenn wir sehen, W deute, am Schlüsse de» neunzehnten Jahrhundert«, trotz alt« Eisenbahnen, de» Telegraphen und veS elektrischen Lichtet# Sesammte StaatSkunst der Mächtigen dieser Eroe dattn zu* ehe» scheint, auszurechnen und fich gegenjtttig prahlend zuhaltm, wie viel Hunderttausend oder gar Millionen dew» nete Männer fie in der kürzeren Zeit zum qegniseitizen M:ß� morde in da» Feld stellen tönnen. Die R che, der Friede,» Wohlfahrt der Völker de, ziotltstitesten aller Weltthetle W emsig und allein von solchen Berechnungen ad, und nur f diesem GestchtSpuntte au« entscheiden die Lenker der Ret# die Beschick« von Nationen. Wat nützm alle Bettchie S* Besserung deS HandilS, über vermebrle PwiperitSi und» neunten friediich-n Wettstreit zum Behüte de« Autschließ» bisher dunkler Kontinent« wenn jeder Augenblick für Milliöe» Menschen da» Signal zum tödtlichen Kampfe gegen rmW Millwnen geben kann?" Die Antisemiten unter fich. Ü b:: das antisemit „Deutsche Tagebiatl" wird in ver„A»tisemUtschen Korrel welche nur an vertrau mSwürdige Genossen verschickt wird, I gende» Uttheil gefällt:„Dem„Deutschen Tageblatt" f eben seinem Tone nach nicht viele Leute Geschmack adgew ich auch nicht. Ich habe eigentlich diese» Blatt noch nicht hören und glaube, getrost behaupten zu können, daß mind die Hälft« aller Liser es nur au» Abneigung gege Juvendlätter hält, nicht aber au» Wohlgefallen am„D selbst. Die häufig recht plumpen Ausfälle diese» Blattest wenig geeignet, demselben Freund« zu erwerben; mich h dieselben geradezu empött! Ein tüchtiger Redaktion« Wechsel I diesem Blatte No'h." Zur NeichttagSwahl in Hadersleben bem-rv. „Franls. Ztg.": An der äußersten Nordwestmark de» X 4 in dem Bezirke, der einst das Oi-j-tt v-.S famoftn ÄrltW. de» Wiener Frieden» vom Jahre 1866 gedilset hat, f#! dieser Tage eine Ersatzwahl zum R-ichStage statt, die b* den Tod dr» biShettgen Abgeordneten, dei Dänen Jung«*® nothwendig geworden war. Der überwiegend ländliche K von Dänen dewohnt« Bezirk, dessen Miti-lpuntt die 6*3 HaderSleben ist, hat fett der Eino rleidung SchleSwig-Holstj» in Preußen sowohl zum Abgeordnetenhaus« wie zum'RAwS stet» piotestleilsch gewählt, die Deutschen mußten stch mtt LA kandidaturen begnügen und dabei wird e« noch viele 3% bleiben, mag auch die Ziffer der deutschen Stimmen rot 2)3 zu Wahl stch nuhrni, Venn da» Wachsrhum dei DeutsibW? kommt fast ausschließlich auf die Städte, auf dem Lindes wl-t- t .._...._______... em hauptet fich da» Dänenthum mit germanischer Zähigkeit � trotzt den EntnationaliftrungSversuchen nicht minder, Autw'isungS maßregeln, dt« namentlich im letzten Jnh v-el von fich reden machten. Au» dem Adge-idr.etenh'uji stch der P otestmann, well er den Eid auf die preußif# faffung, der die Borbedingung der thatfäch ichen Mt-glte>, ist, nicht leisten will, ausgeschlossen, im Reichstag kann«*,' kein Eid verlangt wird, seinen Sitz einnehmen ohne Ltandpuntt etwa» zu vergeben. Der Nachfolzer Janzgkf ist der Däne Johannsen, der in der Per'od« von � dtt 1884 den mittlerweile von den Deutschen wiederzewowZ zweiten schleSwig' chen Kreit Avenrade- Flensburg, otjM hat. Johannsen ist»war alS Protefttanvtdat gewählt,? aber ftüher denselben nie in der Schärfe wie sctn VorgSnj _ steht demokratischem Boden und�wird, wie 1881-84, det K-y»er und Junggrem gellend gemacht: politisch fiehi demokratischem Boden und wird, wie 1881-84, stimmungen stet» auf der Seite der entschiedenen CvV™ zu finden sein. Leipzig. Zu Ehren deS ausgewiesenen sosialdemokcatP� ZigarrenmacherS F anz Hoffmann in S-öitcritz fand am», vor dem letzten Tage feinet Aufenthal S in dem Bei» AmtSbauptmi-nnschaft L-ipsig eine AbschiedSseier im« schm Hause" in Stötteritz statt. Etwa 2000 Perioaen zusammmgekommen, welche den Ausgewiesenen dei Eintittt in den Saal laut begrüßten. nicht vor, doch räumte di« Poliui bald den Saal. warm etwa 60 unifo'mitte Schutzleute noch viel« Gendarmen. ewiesenen bei\\'j jatms erschi-nen, auß� Schatz wie sie mein F-iulei« in seinen g.schwärzicn berge» kö»»te. Mir ist«», al» müßten Sie, die a't j des Vollbesitz� van Zugeed«nd Schönheit ertre�p bestäidige« Grauen empfiadm i» einer Um zebnng, pj Ledlose« wie im Lebendige» nur an Tod und V-tlP" .-j »»d di«� an keit gemahnt." „Auf mich hat diese Umgednng»och nie artigm Eindruck gemach», Herr Baron," eewidirie einfach.„Sie ist mir»m Gegentheil sehr lieb«=' gewordev.' „Freilich kommt Alle« darauf an,» e man- � um stch her anschaut, mem F-äulei». Der Ein« die Trümmer, der As der« nur di« Blumen, dl« M ihnen hervorwachse»,»l« ich vorhin da» alte@4� mit liegen sah. ging e« mir wie dem erstere» ElSð ließ ihn«ich» zu Ende redm. Q u 3 .Haben Sie Ihre» Onkel denn seit läog'r« 3*f gesehen?' fragte fie rasch, indem fie fich tteser auf bett mederbeuzte.-„Schloß Brandensteta war Zh«' stch« k-m n-u«r Anblick mehr."_ M I «, allerding« nicht; aber es ist ein« Zahten ui Lmd gegangen, studem ich mich y Mal al» w'Ider Zunge da draußen im Park j l ich mir die Gegenfcage erlaube», wie lange Sie d#* den Bewohnern diese« alten Hause» zählen?"-..p' »M in Bruder ist se» drei Zahre» der gnädige» Herrn. Einig« Monat« nach sei»««/ verlor ich meine Mutter, und da ttb völlig. schutzlos dastand, nahm er«ich ,u sich." jf Dt«»»befangen* Offenheit, mit welcher ih® Ä/ Mädchen antwortet«, nmuthiqte Curt zu wettet* fs „Zetzt lnstm Sie«eine« Oakel Gesellschaft? 3". ei» König wäre darum zu beneiden." gm „Zch darf dem gnädige* Herr« täglich""lg» ,j vorigen."»eW Z» ihrem Ton« lag trotz aller freundlich«». hett etwa« entschieden Abweisende»., Curt vet stand«S nicht oder wollt« e<„*» W Er sah nur da« lieblich«, fei, geschnitten«' goldig schimmerndm Haarschmnck, sah nur die � Rußland.. m. Ueber dm«irthschu?lti»«n Nothstand in Rui» !ond wird der„vckl. Ztg." gescbriedm: Die allgemeinen wirtt schaftlichen VerbSltnisse verschlechtern stch»usehends. Dt« deutschen Getreidtjölle und die ameriiantsche Konkurrenz lasten schwer auf dem ruWchm Ackerbau, auf dessen Ertrag ja der «roite Theil von Rußlands Bewohnern angewtesm ist. Die Vmt« ist in den meisten Gouvernemmti gut austzefallen; a»«r eS mangelt an Käufern, wmigstm» an solchm, die einen hrldweg» annehmbaren Preist zahlen. Viele«ohlhadende Briidefitzer find thatsächlich ohne Einnahmen. Aermere Be- sitzrr sind amSthigt, ihre Güter zwankZweis« oder freiwillig sür-inen Schleuderpretst au verlaufen. In den am besten situiitm Gouoernementst st'lt der Bodmpreist in btiher nicht gekanntem Maße. Kein Mensch weist, wie dost enden soll, und selbst in solchen Kreisen, welche sonst den Gedanken eifrig »erhorrestzirm, den Rbiolmistmust in Rustland durch eine, die Beröikerung zur Miiwirkung an der Gesetzgebung de- rufmd« Konstitution zu ersetzen, wird der Wunsch nach einer Verfassung laut. Man glaubt» dest ein Parlament wehr Leben in die stagnirendm inneren VerhSttniffe bring n «ü-.de. Holl«»». Die zweite holländische Kammer hat mit bedeutender Mehr« he lt dm Antrag dest Abgeordnetm vorgefiust angenommen, «ach welchem eine parlamentarische Unters, chung über die bist' h-r»gen Wirlungm des Gesetz:« von 1874 betreffend die iß er Hinderung übermäßiger Arbeit und die Ver« wahrlosung von Kindern, besonder« mit Rücksicht auf die Bestimmungen dest Eiementarschulgesetzest, angeordnet «erden soll; nach dem genannten Gesetz hat der Gemiinderath dast Recht, vast ArdeUm von Kindern unier zwölf Jahren über« Haupt zu verbieten. Kraukreich» Wie wir schon melvitm, hat der Minister dest Janern, Tarricn, gelegentlich der Jnxrpellatton über die Arbeiter- unruhenin Bierzon vemissionirt. Ein Telegramm der »K. Z." meldet ferner den Rücktritt de« Justizministerst De- wölk, best Ardtittminister« Baihaut und dest Ack�rdauminister« Develle-Locklcy; der tzandelstminister soll gleichfalls austreten «ollen. Ader viele Deputirte verstcherten, man habe durchau« nicht den Rückrritt dest aesammten Kabinetst Fr ycinet'st deab. stchttOtund ti solle ein Antrag gestellt werden, die Minister zum Bleiben aufzufordern. U.ber die Vorgänge während der Sitzung lastt sich die„K. Z." telegraphisch folgendes melden: Joti der Interpellation über die Arbeiterunruhm in Vierzon vom o. Ottober schilderten Zitaret und Bast'y die Vorgänge und griffen Freycinet in Folge seiner in Toulouse gegebenen Zusagen an. Die Minister veS Innern und der Justiz«er- TbeiZigten die Regierung, welch« die Freiheit der Arbeit schützen(I) und der Empörung gegen die Behörden und ve am.Ltn wehren müsse. Wilerand begann damit, dast er ver- sicherte, er wolle nicht die Staatsgewalt beschuldiaen, wohl aber dt« Beamten anklagen, deren Verfahren die Ursache der ruh«» sei. Die Regierung habe vielleicht die Pflicht, die Schwachen zu schützen, aber er verlanze bloß, dast fie sich neutral verhalte. ES grnüge nicht, dast st« ihre Neutraltlät verkündige, sondern sie müsse dieselbe auch in der Ausführung deweiskn, und die» Hab« dt« Regierung weder in Decazevtli« «och in Vierzon gethan. E! sei diese Politik, welche die Verleugnung der r pudlikanischm Grunvsätze sei. und welcher der Redr e: arnd sein« Freunde sich nicht anschliesten könnten. Der Minister dest Innern legte Verwahrung gegen diese Auffassung ein: est handle stch nicht um Vorgänge dir Politit; die Abficht der Regierung sei. die Ordnung und die Freiheit der Arbeit zu schützm. Garnen ersuchte hinauf die Kammer, Uar und be- fc rnrnt seine Haltung gutzuheißen. Nachdem mehrere Tagest. Ordnungen gestellt, erklärte stch der Minister Sarrim für die« ienige, welche da» Verfahren der Regierung guthiistt, und sügie hinzu, er l-hne den Urbergang>ur einfachen Tagestord- «vng ab. Alst die Kammer dennoch U-bergan g zur einfachen Tazestordnung beschloß, entstand einig« Aufregung, da die Annahme alst eine Ztiederlage der Regierung empfunden wurde. Die Krifist ist noch ungelöst. Der Kongreß der Arbeiter-Syndikate, der die ganze Woche in Lyon tagte, schloß srine Arbeiten mit der Annahme einer Reihe von Resolutionen, unter denen die Auf- Hebung de» Gesetz«« aber die„Internationale" her. vorzuhaben ist. Eine Trikolore wurde im Zorne über die Kon st'zirung zwelrr rolher Fahnen ron dm Gozialiften Heppen- he'm« und Anderen so zerrissen, daß nur noch der roth: Streifen alst Ersatz übrig blieb.- Die Regirrung läßt nach ein« neueren Meldung die Mitglieder de» Lyon« Arbeiter. Kongresse» verfolgen, die tn d« letzten Sitzung die dreifarbig« Fahne znfetzten und die rothe Flagge aufsflanzten. Grohbrita»«Se». Am Sonnabend hiriun Farmer von Kent»ine Versamm» lung in Canterdwy, um üb« die Einführung yn Schutzzöllen zu Gunsten de» englischm Ackerbanei zu de. rathen. Em« der Ridner, dast Parlamentsmitglied Knatch. der anmuthige« Gestalt und wollte der neuen Bekavntschzft erst recht rasch vertraulich näh« kommen. »Ja, in Wahrheit, mein Onkel ist zu beneiden." fuhr « leise und schmeichelnd fort.»Um wie viel mehr ab« «och jener Glücklich«, alst dessen Braut ich fie vorhia be« jerchaen hört«. Est fehlt auch sichnlich nicht an Leute», welche Errungenschaft beneiden." . �"Meine Verlobung ist noch eia Geheimniß, H«r Baron," sagt- Elsbeth und ihr Blick erhob stch uafchuldstvoll bittend zu?hm empor. Nur ihr Onkel ist davon untmichie», und tch da'f wohl hoff«», daß Sie hier in der Umgebung nicht Zvnt« davon sprechen werden?" "Wer verwöchte wohl ein« Bitte von solche» Lippe« zu widerstehe»? Auch bin ich glücklich, mm Fräulein, in dc« Besitz eme» kleinen Geheimnisse« gekomme» zu sei-,, da» ur st l» gewissem Sinn« an«inander fesselt.— Freilich, lieber wäre es mir schon, diese» G-Heimniß dettäfe etwa, Anbete« als gerade Ihre Ver loduna.",_ «t hielt es für»öthrg. ausdrucksoo? zu feuszev erregt« damit aber die Aufmerksamkeit de« alte» H-rr« und mit dn vertrauliche» Untnhaltung, die»ach fem« Ansicht so verheißungsvoll begonnen hatte, war es zu „Ich denk«, meine Herren, Sie suche» jetzt Ihre Zimmer W," sagte d« Schloßherr..Mein alt« Dien« wird Sie führe» und Zhne» jede gewünscht« Auskunft«theilen. U« »cht Uhr wird de« Thee«ingnomme».®, soll m,ch freuen, Sie dabei zu sehe», doch bitte ich, sich im Uebrigen durch, vu» nicht zn geirmn." Dast war«ine deutliche Emlassung, zumal Herr von Branrenstei»»ach der Glocke griff, um den grauköpfigen Di?»« Herbeizmus«». Beide«hoben stch zur Vrrabschieduag und Cart ließ den Moment, in dem Eistbeih die Augen zu ihm«hebe» mußte, nicht vorübergehe», ohne seinem Blick einen sehr feueige« und innigen Ausdruck zu gebe». Alst« mit-.seinem Freunde»ach dem Durchschreite» verschiedener hallender Gänge und Korridore die Fremdenzimmer im zweite» Stock erreicht und von dem ziemlich»«drossene« Alten die»öthigen Mdiheilungen über die hiesige» Lebenstgemohn« bull-Hugeffen, erklärte, dast« nicht für Kornzölle, wohl ab« für einen Einfuhrzoll auf Hopfen und alle Lurustarlikel. welch« tn Ergland selbst«zeugt werden könnten, wäre. Den in den Rhondda- Minen streikenden Kohlen« ar beitern ist die gefordert« Lohn«höhung bewilligt wor« den. Demnach««dm 1500 Mann die Arbelt wied« auf« nehmen. Der Streik hatte 4 Wochen gedauert und«arm die Arbeit« schon halb und halb entschloffen, zu dm altm Sätzen weit« zu arbeiten. „Der kommend« Wint«, schreibt die„SUmday Review", wird«in bait« nicht nur für die Arbeiter, sondern auch für die Polizei««dm. Man sollt« desthalb bei Zeiten Fürsorge treffen gegm die legitimen wie illegittmm Folgm de» zu erwartmdm Elend»." Wie dast saubere Blatt diese Fürsorge vnsteht, geht dann au» folgmdem hervor:„Viel- leicht wäre est nicht d« schlechteste Plan, wenn man einige der ehrenhaften, undeschäftiaten Arbeiter für alle Eoentualitätm de» kommenden Wint«st einexerzirte und alst Polizisten verwendete." Die„ehrenhaftm" Ar« beii« werden stch für diese Ehr« ganz gehorsamst brdanien. Gegen unglückliche, wmn vielleicht auch verkoinmm« Ange« hörige ihr« Klafft leisten fie leine Schergmdienste. Uebei einstimmende Nachrichten von allm Seiten deuten darauf hin, daß die Entwickelung der bulgarischen Krifist stch allmälig friedlicher gestaltm wird. Seitdem die Pforte stch dem Protest Rußlands gegm die Giltigkeit der ostrumeltschen W ahlen zur Sodranje angeschloffen hat, braucht— außer Italien, weichest sich dies« Auffassung bereit» zugeneigt bat— nur noch eine vierte Macht stch aus denselben Standpunkt»u stellen und die Basist d« Unterhandlungen ist gefunden. Gemäß dem Berliner Vertrage, der noch immer, trotz sein« Zerrissenheit, von den Diplomaten, wmn est tn ihrm Kcam paßt, ang«ufm zu werden pflegt, läßt stch ja wid« dm russtschm und türkischen Protest, so weit««den die Betheiligung der Ostrumelt« an den Wahlen betrifft, rechtlich nicht» etnwmdm. Für spätere Eoentualitätm wird im Uebrigm durch diesen Protest um so wmig« präjudizirt, alst in den Reihen der Deputtrtm selbst allmälig stch größere Geneigtheit geltend macht,«in« Verständigung mit Rußland »uzustredm. Und find die verirrtm bulgarischen Brüd««st an das panslaoistische Herz de» Väterchm Zar zurückgekehrt, so wird man gewiß auch den O Krumelinn, trotz deS Berliner Vertrage», gestatten, in d« Großen Sodranje stch häuslich nieder, ulaffm. Die„Voff. Ztg." schreibt: So oft in der rusfischen Presse d« Versuch gemacht ist, dl« russische Politik gegen über Bulgarien zu rechtfertigm, so ist derselbe stets von der Bor« austsetzung austgegangen, daß sowohl die Regmtschaft wie da» bulgarisch« Volk da» eine Ziel im Auge hat, dm F ü r st e n Alexander wird« auf dm Tbron zu berufen. Diese An« nähme scheint trotz d« bestimmtesten V«stch«ungen vom Gegen« theil seitm» d« detheiltgten Faktoren in Bulgarim un«. schütterlich zu sein. Damm kommt est«wünscht, daß, wie unst uns« Wim« Korrespondent auf Grund ein« Pet«Sburger Meldung d«„Pol. Korr." telegraphirt, da» dc-rttge Kadtnet nicht nur von Seilen der kontinentalen Großmächte, sondnn seitens Englands di« formelle Znficherung nhaltm hat, daß errn ihnen die Rückkehr dest Prinzen Alexand« auf den dul- c>°nschen Thron weder begünstigt, noch ein« eventuelle Wied«. wähl ih« Zustimmung erhalten weide. Da diese in Peterstburg abgegebene Erklärung ficher auch zur Kmntniß d« bulgarischen Regierung gebracht ist. so ist dieselbe mit allm Mitteln aust. gelüstet, einer Rußland» Eigenliebe v«letzmdm Wahl vorzu beugen. Dast wird Rußland freilich hinnehmen müssen, daß die Vertrelung dest bulgarischen Volkest dem abgetretenen Fürsten noch eine Huldigung darbringt; ad« bei dieser Ge« lrgcnheit spielt Alexander in d« butgarischm Politik zum letzten Mal? eine Rolle, nachher gehört er nur d« Geschichte on. und darum könnten sich die Russen schon b-ruhigen. Vielleicht wiid dann auch ihr« Politik Bulgarien gegenüber ttar« und verliert ihren aufreizenden Cbarakter, d«noch immer verbrecherische Aeußemngen ihrer wenigen Anhänger in Bul- aarien dn vorruft. So habm au» dem Kreise d«selben d« Regent Stambi'low und einige Minister anonyme Briefe«- halten, welche fie mit dem Tode bedrohen, fall» fie ihre anti« rusfische Haltung nicht aufgeben und dm msstschen Forde« rungm nicht nachkommm würden. A frtta« Der flämische nach dem Kongo entsandt« Missionär Callewaert giedt w einem Privatdriefe vom Loango Auflchluß üb« die dortigm Leben», und Prioatverhältniffe: Vom Rärz 1885 bist Januar 1886 hat«st ein einzige» Mal gnegnet. die Trockenheit ist also entsetzlich. Die Missionäre, wie die 68 von ihnen aufgenommmen Kind« der Reg«, lrbm nur von ge» trockneten Fischen und Reist. Von«sterm kostet dal Kilo 4' Zt»., von Reist 32 Zt».„Die Lebensmittel au» Suropa sind hier unmäßig theu«. Die Kartoffeln kosten 75 Frist, p« 100 Kilo; das Pfund Butt« kostet 5 Frist.; dast Drittel einest Lit«S Milch kostet 1.25 Frank»; vast Kilo Fletsch kostet 6 Ftkst." hette» erhalte« hafte, warf« stch behaglich in einen der steifen gradlt-iqen Lehnsessel und blickte mtt selbstzufriedenem Lächeln zum Doktor hinüd«. „Nun, Paul, welchen Eindruck haben die Bewohner diese« verwunschene« Schlosse» auf Dich gemacht?' fragte «.„Ich glaube, Deine Idee, hi«h« zu reise», war vor« trefflich: ich Hab« seit Zahr und Tag kein schöa«est Mäd- che» gesehen, alst diese kleine blonde Tesellschafteri«! Wird hier also amüsant sei«, denk« ich; ha, ha I" Ramfeld hatte stch mtt setner neue« Toilette de« schästigt, und Curt«schrak fast vor dem«nsten, ja fi»st«en Ausdruck seine» Geficht«, alst er sich zu ihm um« wandte. Lind wir dm« hierher gekomme», um Liebschaft«« anzuspinnm?' fragte Paul beinahe rauh.„Willst Du schon jetzt anfangen. Deine»ufm-rksamiett so zn»«zetteln, so schlage» die Wellm über Deinem Kopfe zusammen, noch ehe Du ihr Httankommen bemerk» hast. Zch sage Dir," fügte er mit gedämpft« Stimm« hinzu, indem er dicht an Curt herantrat,„die Gefahr ist größer alst Du ahnst, und Du bist verlöre», wen« Du Dich nicht entschließe» kannst, mann« hast zu Handel« l" (Fortsetzung folgt.) An» Kunst»«d geben. Eden-Theater wird die Tauch erfamili« Johnson ihre wunderbaren Künste im Schwimmen und Tauchen nur noch kurze Z-it«eigen können, da Herr J-bnson mit seinen vi« reiz'Nvm Töchtern schon in nächst« Zukunft sein Engagement im großm Hygoodron»u Parist aittrtten muß. Nur ungern läßt die Diretuon Herrn Johnson und seine Damm scheiden, »umal ste durch ihre P-oduktionm— He« Johnson bleibt voll« 4 Minuten unter Waffer. eine Leistung, deren Bedeutung klar wird, wmn man dedenkt, daß normale Renschm kaum eine halbe Minute den Alhem mtdehren können— also durch Pro« duftlonm, die einzig in ihr« Art find, ein« Zugkraft ersten R-ngeZ dtleen. Auch di« vielsettig« Künstlnfamtlie Mattbew», n-e miaineHe Jonglruk Ernefto und der vorzügliche Fuß« Dast Schrecklichste find dort die Schlangm, die bist 12 Fuß lang find und einen Hammel mtt einem Male mtt Leichttg. keit vnschltngm. Nicht wind« gefährlich und giftig sind die kleinen Schlangm, die überall eindringen; ihr Biß tödtet in " Stunden. Der Diebstahl von Kindern und selbst Erwachs«' nen, um fie alst Sklaven zu««wenden, ist sehr häufig; nur wenn ste einen Schein besttzm, daß fie Weißen ange�örm, wagt man stch an fie aust Frucht vor den Fltntm dn Europäer nicht heran. A«ert?a. Während ein« große Anzahl von Vertretern d«„ R i t t e r der Arbeit" am letzten Sonntage inRichmond vnsammelt waren und üb« Angelegenheiten ihre» Orden» dertethen, last der römisch-katholische Pfairer Dowd in Montreal seinen Zuhörern einen Befehl de» Bischof» von Ouebic vor, welcher wiederum lein« I istmkitonen dazu von den Kardinälen Tasche» reau und Simeo.ii«halten halte. Pat« Dowd sagte seinen Zuhörnn, daß ste dem Befehl, welch« den Gläudigm der katholischm Kirche die Thettnahme an dem Orden der„Ritt« d« Acbitt" verbiete, aehorchm müßten, denn der Paust selbst wolle est so. In Kanada ist hiernach der gmavnte Orden verdammt worden, nicht aber in den Vereinigten S:aa» tm, so viel man««iß. denn d« hier lebende Kardinal Giddonst und and«« höhere katholische Geistlich- tn d« Union loben den Orden. Man sagt nun, daß vi le„Ritt« d« Arbett" in Kanada aust dem Orden scheiden wollm(?); ob die» auch in den Vereinigten Staaten geschehen wird,«scheint bis jetzt zweifelhast. Man bält est für möglich, daß die Verfassung de» Red« stehenvm Oidm» umgeändert wird. Die Organe beider Parteim«rilärm, daß die l a n a« d i s ch e Regierung dmch di« letzten Wahlen einen empfind- lichm Schlag erhalten und da« Land ein ernste» Mißgeich ck «Itttm hat. Dt« Pro-Riel' ich« Fraktion hat in Quedrc gesteg', und der Ruf„Raffe und Religion" war dast Feldgeschret det dm Wahlen. Ein Regierungswechsel wird für unveimeidlich gehalten. Vor den Wablm hatte die ions«oative Regierung 45 Anhänger und die Opposition 18. Est ist die» ein Nach» 'viel und eine Folg« dest in blutiger Weise niedergeschlagenen Rlei'ichm Aufstand.s. Die französischen Kanadier, meiste- s Halbindianer, wollm jetzt durch den Stimmzettel erringen, wa« ihnen mittelst Waffengewalt nicht gelungen ist: Aotren- nung einer seldstständigen, französisch- 'prechenden Provinz. An einen Erfolg in dieser Richtung ist natürlich nicht zu denken, da ihre Anzahl durch die Hunderttausmd« von fremden, meist englisch redenden Personen, welche jährlich tn Kanada einwandern» in lurz« Zeit völlig überflilgelt sein wird. Gerichts°Zeiwng. Leipzig. Ueb« dm Stfariflfttzer Drodner, dessen Prozeß wegen Hochverrarhst am 30. Oktober zur Verhandlung gelang», wird verschiedenen vlätteen derichtet, daß sich Drodner in der Nacht vom 26. zum 27. Juni mtt an jm« Raffenverbreitung von Flugschriften bethelltgt haben soll.(Sechstzehn Personen wurden bekanntlich wegen Verbreitung sozialistischer Flugrchrtstm zu zwei, ein« zu drei Monaten Gefängniß oerurtheilt.) Drodn« wu'.'de am 27. Juni Vormittag» auf v« Straße verdastet, und bei seiner Durchsuchung glaubt man da» ihn belastende Material gefunden zu haben, wetwezen«r unter Anklage gestellt wird. Da» Beweistmatnial und die Anklage s-ldft wird absolut ge- heim gehattm, est läßt stch daher etwa» Eingehende» nicht mittheilm. Der Polizeibericht meldete, daß Drodner Anarchist ist. Auch über die Zahl dn Zeugen»«lautet nicht». Drodn« steht in v« Mitte der zwanzig« J rhr« und ist unoerheirathrt. Vor sein« V«haf!una befand« sich hier in Arbeit. Hirschberg t. Schi., 18. Oltob«. Vor der hiestgm Strafkammer stand am Sonnadmd ein 70jShrig« Greil unter der schwnen Anschuldigung de» Verbrechen» wider die Sitt- lichkeit. Der früh«« Mangl« Kluge, gebürtig tn Kunnttstdorf, jetzt wohnhaft in Litgnitz, war angeklagt, vier vollendete und ein versuchtest Verbrechen wider die Sittlichkeit an v!« acht- di» elfjährigen Mädchen in Greiff-nderg in Begmwait ander« Kind« begangen zu haben. Die Verhandlung fand unt« Ausschluß der Oeffmtlichkett statt. Kluge wurde der ihm zur Last gelegten Verbrechen überführt. Der Gerichtshof nahm in Anbetracht dcffen, daß d« Angeklagt« bisher unbefcholtm gelebt und bei Begehung der That stch in angetrunlmem Zustande befunden bat, mild«nde Umstände an und«kannte auf 2% Jahre Gefängniß. Et« merkwürdiger Enteuprozeß hat sein Eide gefun« den. D« Rentier und städtische Betgeordnete Schnett« zu Werder hatte seinem Nachbar, dem Rithnann Kärger, einige Entm weggeschoffen, die ihm in die junge A«ftt gegangen waren. Da» Schöffengericht sprach ihn frei, weil« in»er Nothwehr gehandelt Hab«. Der Staatsanwalt hat dizezen Berufung eingelegt und nun hat, wie die„PitSd. Nachr." mittheilen, das Potsdam« Landgericht Herrn Schnett« zu 10 Marl Geldstrafe oerurtheilt. Da», wast auf dm Fall dt« öffentliche Lufmerkiamkeit gelenkt hat. ist aber auch jetzt noch unaufgeklärt geblieben. Alst der Staatsanwalt au» Werder dalanzeur Harwey werden, trotzdem ihr« unübertrefflichen Leistungen stet» einen ungeheuren Beisalltsturm mtfeffeln. nur noch an wenigem Abenden auftreten, da ste für die nächsten Monate kür auswärtige große Stadliffement« oertragstmäßtz g«. dundm find. Sin naive» Ehepaar pilgerte unlängst zur Schol�'lchm Menagerie tn Sangerhaufen. An dn Kasse wurden die üblt- chm Fragen nach dm Preisen der Plätze gistellt und die Bllletverläuftrin erklättr vuserem Familtenvater tn lieben«. würdig« Weise:„Erster Platz 1 Mark, Zweiter Platz 60 Pf., Dritter Platz 80 Pf., Katalog 10 Pf." Einige Minuten Aust» tausch von tragenden Blicken zwischen Mann und Frau, dann endlich die Entscheidung feiten« d,S Eh-gatten:„No, da kumm, Ohle, da jteh' m-r uff dm Kataloch I" Et« exzentrisches v rmächtatK. Dast Testament de» versicr-benen Gegrge Hutchtns. rtneS Spirttualistmfühe«« in Süd-J«sty. wohnhaft in Ancora, wurde vor Kurzem tn d« Surrogate Otsize von Cumven County«ingereicht und Glen» dale W. Davis,«tn Ncff- des Verstorbenen, e-hod Protest gegen Bestätigung desselben. Der alte Sptrttualist fühlt««tn seltsames Leben und sein Testament ist ein seltsame« Ooku- ment. Er starb vor einigen Wochen und hinterließ Farnlaa» und Werthpapiere zum G-sammtSctrage von 30000 Dollar. Zur Zeit seine« Todes mtstand ein Sllandal, da Dr. J-Hnde von Hummor.ton einm ungesetzlichm Todestschetn ausstellte. Huichtn« letzt« Wünsche und Bedürfnisse wurdm von Marie Crow: besorgt, ein« alten SplrUualtftm�- Doktorin aus der Nachbarschaft, welche behauptet, durch Händeaufl-qm K.ank» heften heilen zu können. Damals hi-ß est, die C ow: habe dm altm Farm« beeinflußt und ihn dazu gebracht, daß er sein Tistammt zu ihrm Gunsten gemacht habe. Kürzlich wurde das Dokummt gefunden und est stellt« stch nun hrraust. daß Hutchin» setner Frau ein Dritt« l seine» Vermögen« vermachte, während dl« and«m zwei Drittel a'S„H�chin*- Fond"»«waltet««dm sollen, zum Zwecke d« freien Ln« tbeilung der Schriften von Hrrny Grorge. dem Nitionalökonom und geammärtigm Ardeitnkandidat für da« Bürgermeisteramt von Nrw Nori, d,ffen begeistert« B-rebr r der V«stordme«ar. Da» Testament ist vom 8. S-vt-mt« 1883 datirt und unterschrieben von G. W. Blatherwick und Tboma» G. Edward». Die übrigen Verwandten deabftchtig-n, sich mtt dm Nrffm Davtst zu verbünden, um dal Teftawem umzustvßm, haben sich aber bisher geweigert, anzugeben, auf welchen Grund st« dm Prozeß führen«erden. die Nkt«n rinfotb«te, um Berufung eirzulegen, waren dies« verschwunden; für dir vor einig«« Tagen stattgehabt« B«r< Handlung hat man ste aul dem Gedächtniß nothwerdiz her» stellen müffln. Dir Untersuchung üb« dal Verschwinden der Akten ist ohne Ergebnis verlauten. AeichSgevicht«-«ntschetdung.(Nachdruck verboten.) Leipjtg. 18. Oltoder.(RotbMbr.)»m OSermontag d. I. war der Uhrmacher Heinrich Christian Hensen Lorenzen in Jnterballtg in Folge von Strettigk-itm au» einem Wirthschaft»� lokale htraußgeworfm worden, dann wieder vor die Hautthür gekommen und vom Eohne de» Wtrthe» gewaltsam entfernt worden. Der WirthSsohn verwarnte den Loren, en, wieder Herantukommen, da aber dieser auf dem freien Plötze stehen blieb, so stürzte jener auf ihn ,u und warf ihn zu Boden. Lorrnzen, durch diesen plötzlichen Angriff überrascht, verthetdigt« fich mit einem echraubenziehrr, den er gerade bei fich führte, und bracht« dem Andern damit erhebliche Verletzungen bei. Dos Landgericht in Flenid l-rg sprach Lorenzm am 22. Juli frei, indem e» berechtigte Nothwehr al» vorliegend annahm. Selbst tie Anwendung de» gesährlichen Werkzeuge» falle, so wurde auigefLhrt, ihm nicht zur Last, weil der übernächtige Angriff ihm berechtigte Befürchtungm für sein Leben einflößen konnte, sodass er jede Art der Bertheidigung anwenden durfte. Die Reoiston de« Staatsanwalt» bekämpft« die Annahme de? stratlosen Nothwehr, da ein HauSKiedersmich de» Angeklagten in Frage komme und so seine Verthetdigung iu einer unde- rechtigten machen würde. Da» Reichigericht(Hl. Strafsenat) verwarf jedoch am 18. Oftoder die Revision, da«» annahm, daß«» fich nicht um einen Hausfriedensbruch, sondern nur um die dem Angeklagten zugefügt« Mißhandlung gehandelt habe._ Soziales med Arbeiterbewegung. Untergang de»«leinbetrtebe». Wir haben vor einiger Zett mit sta, istischen Belegen die soziale Verschiebung gekenn. fichnet, w-lche fich hinstchtlich d-r gewerblichen Selbst« in di gleit langsam aber sicher in der Weise vollzieht, daß der Gr ofcdelried wächst auf Kosten de» Kleinbetriebe», und daß somit die Zahl de: unselbstständigm Gehilfen zunimmt im Verhältnis zu derjenigen der für eigene Rechnung und Gewinn arbeitenden beziehungiweise arbeiten lassenden Geschäft». Inhaber. Wir wollen nun nach der„Franst. Ztg." die früheren ollgemeinen Zahlen ergänzen durch eine Darstellung der Ent> Wicklung dieser Verhältniffe in einzelnen GewerbZzweigen durch folgende Tabelle: »««erbe. E« kamen auf 100 Selbst« ständige überhaupt Gehilfen Relative Zu» nähme der Gt> bitten (1882 mehr) in pCt. Gärtnerei........ Thierzucht und Fischerei... Bergbau, Hütten und Salinen Industrie der Erden u. Steine Metallverarbeftung..... Verfertigung von Maschinen rc. Chemische Industrie.... Industrie der Leuchtst„ Fette rc. Textilindustrie...... Papier» und Lederindustrie.. Holz, und Schnitzindustli«.. Nahrung», und Genußmittel. Belli irung und Reinigung.. Baugewerbe....... Buchdruck........ 1875 47 16 133 102 68 44 85 72 32 75 48 78 25 31 104 1882 86 56 411 241 96 70 184 172 41 96 67 128 32 88 161 83 250 209 136 41 60 58 139 28 28 40 64 28 152 45 Selbstverständlich mißt sich die soziale Bedeutung der in obiger Tabelle zum AuSdruck kommenden relatiom Gehilfen- Junohme nicht ausschließlich nach der Größe der betreffenden jähren. Bei G w.'rdegruppen, welche ohnedie» schon soft au»- schließlich der Großindustrie zugehören, wie z.B. der Bergbau» urd Hüttenbetrieb, die chemische Industrie rc., bedeutet eine Zunahme der relativen Tehilfenzahl nur eine Abnahme der Fabriken rc. mittleren und kleineren Umfang» zu Gunsten größerer Betrieb«. Sine Veränderung ihrer sozialen Stellung dürste aber dm in solchen vrlneden beschäs. listen Gehilfen selten dadurch erwachsen, daß fie von einem kleineren in einen größeren Fabrtkbetrieb üdergehm. Ander» bei GewerdSgruppen wie diejenigen der Betleiduna»-, Nahrung»« Industrien rc., wo die relative Zunahme der Tehilfenzahl theil» erst neue Eroberungen de» Fabrikdettteb» auf Kosten de» Handwerk» bedeutet, theil» eine ungesunde L-h-Itngiwiith» schalt innerhalb de» Handwerk» selbst. E» empfiehlt fich daher, (irrade diese GewrrdSgruppm noch im ipeziellen in'» Auge zu äffen. T» kämm wie oben auf 100 seldstständige Gewerbetreibende je unselbstständig« BeHilfen in den Bewerben der Schloffer...... Klempner...... Kupferschmied«... Grob und Huf- schmiede..... Buchbinder..... Sattler....... Tischler....... Böttcher....... Drechsler...... Maurer....... Zimmerer wel Be» Diese Liste ließe sich noch beliebig verlärgem. In chem Maße fich in die Zunahme der unseldfifiändlgen.. hilsm die Ausdehnung de» Fadrikbetrieb» oder eine Lehrling» mißwirthschast theilen, geht au» diesen Zahlen gir nicht her- vor; doch dürste die Auidehnung de» fabrikmäßigen Betrieb» wohl den Löwenantheil daran habm. Kapitalistischer Großbetrieb der Landwtrthschaft in Amerika. Ungefähr achr Meilen von Olvaha hat die Union Eattle Co. nach Angab« eine» Direftort einen Viehstall errichtet, der al« der größte seiner Art zu bettachtm ist. Derstld« bedeckt«ine Fläch« von 2 Hektaren. Er ist 400 Fuß breit, i 00 Fuß lang und ein Stockwerk hoch und faßt zur Zftt 3750 Stück Hornvieh, die darin gemästet werdm. Jede» Stück Vieh befindet fich in einer besonderm, 3 Fuß breiten Adtbeilung, ohne angebunden zu sein. E» hat soviel Raum, um fich bequem lagern zu können. Di« Auf. siellung der Adtheilungrn geschieht in langen Doppelreihen mit einem Bange vmn für die Fütterung und einem andern hinten für Austrieb und Durgenlsernun«. Da» Füttern und Reintfgen wird mittelst Dampfmaschinen au». geführt. Da» Futter besieht au» Heuhäcksel, welch,» trocken, und au» gekochtem MaUmehl, welche»«arm in Schlempefmm verabreicht wird. Sin Gebläse treibt den Häcksel und eine Pumpe die Schlempe in die Krippen. Der Dung wird mittelst Waffer, welche»«ine Druckpumpe liefert, zweimal de» Tage» rein au»ge«aschm. Da» Vieh selbst und die Stall- wände«erden mit dm Schluächen rein abgespritzt und feucht gehattm,«a» man al» die Mästung fördernd ansteht. Ein Mann kann aus diese Weise 200 Stück Vieh reinigen und D««» wörtlich für dm politischen Theil und Soziale»«ax beauffichtigen. Jedit Stück Lieh wird bei seinem Eintritt und Austritt genau gewogen. Auch wird über da» Gewicht de» verdrauchtm Heue» und de» Mais genau Buch geführt, so daß man mtt großer Genauigkeit derechnm kann, wie viel Pfund Futter nothwendtg warm, um ein Pfund Fleisch zu erzeugen. Ueberall in ganzen Stalle hängm Thermometer, auf eine gleichmäßige Temperatur wird sehr gehattm, und durch Oeffnen und Schließen der Dachfmster die Wärme ge» ordnet. Anfang« November 1885 war der Stall zur Auf- nähme de» Viehe» fettig und im Februar diese» Jahre» sollen die Totere al» Primawaare verkauft werdm, wozu ihr LuSsrhen MM« Januar vollauf berechtigt. Schönere», glattere» Mastvieh kann man wohl nicht oft sehen, jede» einzelne Stück hat sein Winterhaar verloren. Der ganze Viehstand gehört tnSgesammt Kreuzungen mit edlen Raffen an; Haldblut' Shorthorn» und Herfortshire» find vor. nehmlich vettretm. Die U-.ion Lottle Co. hat etwa 80000 Stück Vieh auf ihren Weiden, von denen man die 3-4 Jahre alten Thier« in beschriebener Weise selbst mästen will, anstatt ste wie bt«h«r an die Räster zu verlaufen. In dem Stalle find zwei große Dampfkessel au�g-stellt, welche sämmtliche Rrbettm verttchtm, dm Mai» entkernen, sckälen, zerreiben und kochen. An Mai» werden täglich 35 Heltoliter verbraucht. An Hm wurden 3000 Tonnen eingefahren. In einem dmachbartm Gehege waren wettere 4COO Rinder eingeirirbm, um den tetzigen al» Nachfolger zu dienm. — Diese Form der Viehzucht verhält fich zu der bei un» üb- lichm wie etwa«ine große Webfadrik mit mechanischen Stühlm zu dem alten Handbetrieb unserer Hausweber. Di: Hand- «eberei ist zu G:und« gegangen oder liegt doch in den letztm Zügen. Wird dem lanvwirlhjchaftlichen Kieinbttrteb unter der wachsmdm Konkurrenz de» kapitalistljchen Großbetriebe» noch ein lange» Lebm beschieden sein? Und wa» weiß unser henschmde» System mtt dem expropriittm bäuerlichen Mittelstände anzufangen? Wird e» ihn mtt derjdlbm Seelmnide zu Grund« gehen laffm, mtt der e» dem Untergänge der Deinem selbstständigen Existenzen in der Industrie zuiah? Die arme« Leute. Duisburg, 18. Oftober. Die Brock- boffscht Zuckerfabrik hat allein für den Monat September 280000 Mark an Exportprämien von der Staat»kaffe auSdezahtt erhatten. Die genannte Firma verfmdet jetzt all- wöchentlich ein Schiff mtt Zucker nach dem Auslände Die Herabsetzung der Löhne der Kohlenbergbaa- Arbeiter letttt die„Rheinilch-Westfälische Ztg." mtt ein« Be» trachtung ein, wonach die Herabsetzung der Löhne ünadweiibar geworden sei. E» handle fich um die Entscheidung darüber, ob Tausmdm von Arbeitern durch Einstellung von Zechen- detrteben die Arbeitzgelegenheit abgeschnitten werden soll oder der einzelne Bergmann«ine geringe Lohnverkürzung auf fich nimmt.— Daß auch noch die dtttte Möglichlett, od nicht die Gewinne der Unternehmer zu deschneivm warm, in Frage kommen könnte— da» fällt dem rheinischen Kapttalistmolatte natürlich nicht ein. vuchdruckerftreik» find in Rheinland-W'stfalm außer in Bielefeld noch auSqedrochen in Bormm. Elberfeld, Hückeswagen, Sollngm, Köln, C:efeld, Bonn, Aachm, Duisburg, Halver, Unna, Schwerte, Iserlohn, Doitmund. Recklinghausm, Dülmen. — Al» Folge de» Buchdruckerfireik» wird von ver chiedenen Seiten nach dem Vorbilde de» Leite-Vereini in Berlin die Gründung einer Setzerinnen schult für Barmen-Elber- seid ai plant. Da» Kopttal»st ja nie verlegen um Mittel zu dem bniigen Zweck: der Prcsttsteigeruna. Drohender Streik. Crefeld, 16. Oktober. G stern Abend find die Ardeiter der Firma Gedr. Kling« mit Lohnabzug bedacht worden. DI« Arbeiter zeigten wmig Lust auf vtese Neuerung einzugehen; fie veriangtm ibr« Kündigung resp. sofortige Auszatlung ver Gutbaden und 14 Tag« Lohn. Herr Klinge denahm fich wie ein Rasender, al» er die« vernahm und drängt« die Arbctter mtt zu Hilfe aufgefordetter Heizer zur Thür« hinau». Die Ardetter wiederholten ihre Forderung und zogen ruhig ad. Daß dieseldm ihr Recht suchen werdm, wird wohl Niemand bezweifeln. Pereine«ud Nrrsammlungew. td. In der öffentlichen Echneiderversammlung, welche am 19. d. M. unter Vorfitz de» Herrn Jeschonek in dm Armin- Hallen abgehalten wurde, fand die wtcheige Frage:„Bietet eine Organisation Votthetle und welcher Natur stn? dieselbm?" eine eingehende Besprechung. Herr Rodege kam in seinem einleitenden Referate zu den Schtußfolgerungm, daß angestchti der gesteigerten Lebenßbtdürfnifft, der theurm Wohnung«. mittben, der Vettheurrung der LedmSmUtel, der andauernden ArteitSlofigkett ic e» dm Schneidern unmöglich fei. unter dm gegmwätttgm ArbettSbedtngungen wetter zu existttm. Hier müsse enerpisch Abhilfe geschafft«erden und die» lönne nur dmch ein« Organisation geschehen. Er bezeichnete den Fach- verttn der Schneider al» die einzige Organisation, welche mit ihren Forderungm eine durchgreifende Reform und eine Beffe« runa de» Loose» der Arbeiter herbeizuttthrm und der Ardett zu ihrem Rechte zu verbelfm vermöge. Er dedauette, ebenso wie Herr Staege, die Theilnahmiofigkeft der Schneider, sowie verm Zersplitterung in vielfache Vnemchen. Eine Organisa« tion, meinte Herr Staege, biete iweifellot Votthetle, doch sei zu bedauern, daß dem Arb.tter dos KoalittonSrecht verkürzt und er in seiner Handlung»- und Redeftethett beschränkt sei. Auch Herr Jeschonek deklagte da» gettnge Verständniß für den Werth einer gewettschaftlichen Organisation, unter dm Schnei» dem sowohl wie unter den Arbeitern überhaupt. Dieselben entdehrtm seiner Meinung nach der Willenskraft, sich ihre Lag« zu verbeffern. Sie lebten dahin wie im Traume, ohne wetter al» von heute auf morgen zu dmken. Wmn fich alle Arbeiter vereinigen, Forderungen stellen und fich mtschtießen würden, der Verwirklichung dieser Forderungen nachzustreben, dann würde «» auch Keffer werdm. In allm intelltg-nterm Veietnigunaen würdm Ziele«rretcht, die andern zu errelchm fast unroö�lich erscheinen. Auch er zog die Schlußfolgerung, daß nur durch dm Anschluß en eine Organisation,»eiche den Schneidern die richtigen Wege zeige, etwa» zu erreichen sei und eine solch« Organisation sei der Fachverein der Schneider. Herr Täterow wie» auf die Schwierigketten einer Organisation der Schneider bei der vor herrschenden Hauiindustrie btn. empfahl, auch ferner« hin die liebergriffe der Arbeitgeber öffentlich zu kennzeichnen, da die» Verfahrm gute Flüchte gezeitigt habe und legte hier- auf in eingehendster Weise an der Hand de» Statut» die Zwecke und Ziele de« Fachverein» der Schneider klar. Nach. dem noch Herr Radnty u. A. im Sinne der Vorredner ge» sprochm und aus die Nothwmdigkeit der Einführung eine« ge- ietzlich geregeltm Mortwalarbeitstage», der obligatorischen Sonntagsruhe, der Einführung gewerblicher Schtedsgelichte. sowie der regen Antherlnadme an allen gewerkschaftlichen und politischen Fragm und Angelegmhettm hingewiesen wordm war, gelangte folgend« Rrsolulion zur einsttmmtgm Annahme: „Die heutc it. Schneiderversammlung erklärt fich mtt dm Au». tühlungen de» Rcserentm und aller Redner einoerft nden und verpflichtet sich, mtt allm Kräften dahin zu wirkm, daß jeder Schneid«, dem Fachverein der Schneider deitrtte. um vennöa« der also geschaffmm festen Organisation etwa« Ersprießliche» BÄ. SÄÄÄä""""" r-b-"- W" mms schaffen und Laster, die Steigerung der krankhaftm Zi# de» Gehirn» di» zu den höchsten Graden, die im Tod!* Jrrmhause Abschluß finden. Der Entwicklung de» ZW sowie der«ntsprechmden VeihütungSmaßregeln war die V fammlung mtt großer Spannung gefolgt und belohnte X Redner mit lebhaftem Beifall. Kachverein der Steindrucker und LithograD Donnersta?, den 21. Oftoder, Asmv» 8 Uhr; Generatoast» luna in Gratweii'» Bterhallen, Kommandantenstr. 77-j T.'O.: 1. Kassenbericht. 2. Abrechnung von der M«» 3. JahrtSdettcht. 4. Wahl de» Vorstande» und der R-ri? 5. Verschiedme» und Fragekasten. MttgliedSkatte legitim» Gesang», Tarn» und gesellige vereine»c. am Don» tag. Männergesangverein..Lälitta" Admd» 9 Uhr in Swj Restaurant, Veteranenstr. 19.— Männergesangverein„J»» lust", Abend» 9'/» Uhr, bei Bester. Große Hamburaerstr.� Schäferschcr„Gesangverein der Elfer", Abend» 9 Uhr,' Wolf und Kiüger, Stalitzerstr. 126, Gesang.— Turnrck „Hasenheidt". 2. Lehrlingsabtheilung Abend» 8 Uhr V» bachstraße 60/61.— Mufik Dilettant-nverein„Glocke" ö'/i Uhr Friedrich»beraerstr. 10— Rolln.'scher Stmogra» Verttn„Alt Cölln" Abend» 9 Uhr Wallftraß« 20 beiA Hardt.— Verein Ziehlft',chet Tanzschüler„Tirottenne"% 9% Uhr im Restaurant Povve, Linden straße 106.— W klud„Kemspttze" Abend» 8V, Uhr im Restamant Help* straße 44.— Rauchklud„Arcona" Abend» 9 Uhr bei v» Forsterstraße. Ecke der Reichmdergerstraße. Kleine Mittheilungen. Kattowitz, 15 Ottoder.(MajeftStzdeleidigung)., Dienstmädchen eine» aus der Johannetstlaß? woh Geldwechsler», welche» fich nach den Angaben.hrer Herrschaft de» Vergehen» der MajestälSdelttdigung gemacht habm soll, ist in gettchtliche Haft genornmm Nürnberg, 18 Oktober.(Die L-iche im Koffer.) der autgedehnten Recherchen bezüglich der Ennordu Händlerin Kreth habm fich ungeachtet mancherlei Ve. Momente noch keine AnhattSpunkte zur Ermittelung der! gefunden. C» wird jetzt der Koffer, in welchem die Le' gefunden wurde, öffmll ck ausgestellt, da man hofft, eine Spur zu erhalten. Zwtt junge Leute, welche a« tag vor acht Tagm von der Fürther Kirchwrih ka haupten, die Kreth Abend; 9 Uhr in der Fürther troffen und von dieser auf die Frage, wohin fie Antwort erhallen zu habm, ste habe noch ttnize machm. Die jungen Leute sahen auch, wie dt« Kr« Weg einschlug, der vom Fundort der Lttch« nicht- mtfernt ist. Der Geft der ErmorSetm— au» der««! bereit» etwa 35000 M. zu Gerichtihänden aekommen tritt im Verlaufe der Untersuchung de» Nachlasse» mehr hervor; alte, scheinbar von der Straße aufgeln pierfetzm, Ztttung»schni»«l wurden von ihr zu Auszeit tenützt. Budapest, 18. Oktober. Die Cholera zttgt in letzÄ einen döSatttgerm Charakter. Heute wurde dt« bötst'? lichketti/iffer seit ihrem Aulbruch(22) enttcht. Da» nilurn bleibt zwtt Tage geschloffen, da ttn Student' der Vorlesung ai Symptomen der Cholera< Die Zahl der Erkrankten bat von gestern auf nommen, jedoch ist der Piozenisatz der Todesfälle stiegen._ Budapest, 19. Oktober.(Eine neue Barbara UM] Belovar ist unlängst, wie dem„Pester Llcvd" au» schrieben wird, ein unmenschliche« Verbrechen aufgedeckt f Im Hause de» Lieutenant RechnungSiühler« Lichten� seit mehreren Jahren die 85jädttge Winw« de«' Pta»tov»ti, welche eine Penfion in der Höhe von 26�.� monaUick bezog. In demselben Haus« lebte auch der P*™, Offizial Predanacz. So lange Lichtenberg am Leben wa' et der Greisin gut. Allein nach dem Tode deffelden I Predaoecz und die Wlttwe Lichtenberg die Alte in eine' Kammer, wo dieselbe auf ttnem au» etnigm Brettern den Lager auf bloßem Stroh, spitternackt und 1% Jahre lang fich aufhielt. Zufällig erhielt der Anst Babic» Kmntniß von der Lage be» armen Wcsm» dessen Anzeige desuchte der Sradtphyfi?u» Dr. Robl» in ihrem Verschlage, wo«r von drr heeftosm Behandu selben fich überzeugte. Die Kommijfion fand dt« abgemagett und beschmutzt auf ihrem Lager. 5 die ganz« Zttt nicht oerlaffen hatte. Ein entl? Geruch erfüll!« dm Raum. Sobald die UNS" ihre Befrtter erblickte, rief sie:„Gott ftt Danl� Herrm find gekommen, um mich zu retten!" 9«% Augenblick vernahm fie die Stimme der Frau welche um Einlaß bat. Die Greistn erbebte nun omf, Körper und oerfichett« die Herrm, daß«» ihr sehr und daß ste gut dehandelt«erde; die Leute seien ihrt� lhäter, da fie sie mit allem Nöthiaen versorgten, 1C®» wegm ihre» hohen Alter« kttne Penfion mehr bezieh Mirchm hatten ihr ihre Pttniger aufgebunden, welch« j kö pcrltch mißhandeltm. Die Unglückliche wurde städtisch« Spital überführt, wo ste fich nun in Pfleg« Hier gestand ste auch, daß fie nur au» Furcht vor der' derg ausgesagt, ste werde gut behandelt. Der Fall SlaatSanwairschast angezeigt und wird da» Geril mensch lichm Thäter zur Rechenschaft ziehen. Uermischte». Da« erwartete„jüngste Gericht". 1. Olloder. Die Farmer»!amllie Richard W.lltngtoN At man, hat am 29. September dm Tag de» jüngst�% — wie fie Wiggint' Crdbeden-Prophezttbung deute».' allm Shrmdezttgungm erwarftt. Der Farmer eni»'� Plattform, aw der er und alle seine»ng-h öligen, M klttdei, de» Moment» der Himmelfah-! harttlN- 24 Slundm gelang e» den Nachbarn, die Leute«» � an ihr gewohnte» Tagewert zu gehen. Jl Naphthasprudel. Au» Baku(Transkaukasten)> Nach ob«fltchlich«r Schätzung beträgt da, vom«�. Mineralöl etwa 300- 400000 Pud. pulverifitt, daß dt« Naph'hafontaine au» der FM« Rauchsäule ähnlich sah und der feine Raphthaftaud t» wölke glttch vom Winde wttt fottgttragen wurk«�" Bodm zu senten. Bei dm f. Z. herrschmden bat die Fontaine da« ganz« Thal> vischen% Ba'loa besprüht und dedeckte dl« Anhöhm rnil b'aunm Naphtaschicht und deschmutzte die süd»««», Wände der Häuser in Bailow, besonder» die süd und Dachstttm der Kirch« doitselbfi, die in g««Mcht � Werst vom Sprudel entternt liegt. Dl« gaM» o � K Sprudel herum ist mit Naphtha überschwemmt. vielmehr Sem, welche man durch Aufführung �» aller Ell« geschaffm, warm rasch gefüllt und«m' fluthet« da» Erdöl schon in» Meer und e»««'-—• Ifuck S»Äw lMttn 60 L«wng«. Beilage M Berliner Bolksblatt. Nr. 246* Donnerstag» den 21 Oktober 1886. HL Jahrg. Zokale». 81 war borantjaftbrn, daß die beide««eae« Be?» orduavgev de« Polizeibiästdtvmd über da« Bauen»ur Wwtertptt nicht fUHlch seilend nur Bauunterneha'rrn und Baumeistern hingenommen werdenk»üib'N. Die j eiste Entgegnung finden wir in der„Dtsch. Lou-Ztg."; sie rührt, so demertt die Redaktion, von„einem unserer am meisten de- schSstigten Privat. Architekten" her. U-ber die erste Terordnung, da» Verbot, lkoattkörde auf höl, einen Baugerüsten �aufzustellen, Sufiert dieser fich wie folgt:„Zuerst auß man fragen, ob fich dir Verordnung auf alle Arten von Gerüsten bezieht oder nur auf Innen- oder Auhenaeriiste. Au» der Bemerkung in der Verordnung,„daß da» Publikum durch da» Hnadstüizen ge« fahrdet werde»! könnte," schein: fast Hervorzug'. hm, daß c» fich nur um die Aufstellung auf äußeren Gerüsten, vielleicht sogar nur auf Baugerüsten an der vtraßenfa?ad« handelt. Hvffent» lich wird hinüber noch eine nähere Erklärung erlaffm werden. Aber seilst angenommrn, daß di-se mUneste Auffassung die richtige wäre, so müssen wir Une solche Maßregel dennoch für ganz unnötig und Auisübrende wie Publikum schädigend halten.@» kann HZuflg der Fall eintreten, daß frühzeitig im Fahre Frost eintritt und daß e» fich dann darum handelt, an an einer Fasade schleunigst noch einige Quadratmeter Putz zu fertigen. Zu diesem Zwecke leisten die KoaUlörbe unschätzbare Dienste; ei« andere» Mittel, in einem solchen Fall« noch zum Ziel« zu kommen, ist vorläufig wenigsten s nicht bekannt, wäh» rrnd e» natürlich Niemandem einfallen wird, umfangreiche Fusaden-Arbeiten beim KoakSkorb au»führrn zu wollen. Würde jm« Putzfläche von wenigen Quadratmetern nicht fertig gestillt, so lann da» Gerüst an der vttaß« nicht beseitigt, demnach können auch die Fenster nicht geschlossen werden: der Lau bleibt, mit einem Worte, den SSrnter über oss.'N liegen. Da» Publikum ist dann durch da» Gerüst, der Architekt in seiner Arbeit gestört und der Lauberr in seinem Vermögen ganz erheblich geschädigt. Und die» alle» warum? Weil«» Möglich ist, daß ein unvor« sichtiger Mensch einm Aoaktkorb so schlecht ausstellt, daß er auf dt« Straße fällt und einen Vorübergehenden schädigt. Un» ist nicht bekannt, daß stch ein derartiger UnglftefSfoll schon ereignet hätte. Ader selbst wenn die» wäre, so weiß doch jeder Bauend«, daß e» noch Strafgesetz« giebt. um ihn wegen fahr« läistger Körperverletzung zu belangen. Er wird fich daher vor« sehen und seinen Koaktkoib fest stellen. Da» Publikum gegen strafbare FahrlSistzkett bei Bauten unter allen Umständen zu schützen, gii bt c» allerdina» t«in Mittel; e« sei denn, daß m n da» Baum an der Straße überhaupt verbieten wollt«; denn jedenfall» sausen 100 ZKtzriegel und Bretter auf die Straße, ehe ein«oaNkorb zu Fall kcmmt Wo» die Feuer». gefahr anlangt, die durch einm umstürzenden KoakSkorb entstehen könnte, so wollen wir den Sachverständigen der Feuer- wehr nicht vorgreifen, find aber der Meinung, daß eine solche Gefahr für ein Gerüst an der Straße und im Winter doch wohl kaum ernst zu nehmen ist. Oder sollten entgegengesetzte Erfahrungen vorliegen? Dies« Annahme scheint«h-r darauf hinzudcuten, daß fich die Verordnung auch auf Fnncngerüste beziehen soll. Einstweilen wollen»vir UN» jedoch über diesen Fall nicht verbreiten: denn es erscheint un» alS eine geradezu ungeheuerliche Annahme, daß jene» Verbot fich so weit er- stieckm sollte. E» ist in letzter Zeit roch; kaum ein Haut in Berlin fertig gestellt woiden, ohne daß zur AuStrocknung seine» Innern mehr oder weniger Roaktlörbe r erwandt worden wären, vom gewöhnlichsten MiethShau» H»»um fürstlichen Palast." Zu dem Verbot, bei mehr al» zwii Giad R. zu mauern, de« merkt der Gewährsmann der„Bauztg.":„Wir müssen zunächst unser größte» Bedauem darüber«»»sprechen, daß die„Bc» obachtirngm", die da» Polizeipräsidium an Mauerwerk an« gestellt hat,»velch s bei mehr al» 2 Grad Kälte hergestellt ist und nicht grbaltm haben soll, nicht derOeffmtlichleit übergedm worden find." Fast jeder«»chllekt und Mauiermeister wird dem Polizei. prästdium deweism können, daß er e» verstanden hat und vir« steht. Mauerwerk bei einem ntedrigerm Temperaturgrade au»° zuführen, da» an Haltbarleit nicht»»u wünschm übrig läßt. Er würde den Gewährtmännern der Behörde auch sagen kön» nm. daß der Frost meist ganz von selbst die Grenze steckt, wo da» Mauern auihört. Wenn e» 4 Grad und kälter wird, so geht eben da« Mauem einfach nicht mehr, selbst wenn man warme» Waffer und frisch gelöschten Kalk zu Hilfe nimmt. Wenn man e« trotzdem versucht, so hat man bei au-gchendem Frost nicht mehr Mauerwerk, sondern Steine und Mörtelsand, und ist somit von selbst genöthtgt, die Arbeit noch einmal au»,u- führen. Wir gestatten un» einfach die Anfrage, od da» Po< »zeirrlfidium befiimmte Fälle nachweism kann, in drnen f�ch«tfiocene» Mauerwerl«in Unglücksfall veranlaßt worden Biel«her würde fich eine Verordnung rechtferttgm, r- e.x—_ �* da» Mauern verbietet, wenn die Reamfalle einen gewiffen »«meigen; denn anhaltender Regm ist jedenfall« dem Maumwerl viel gefährlicher al« leichter Frost. Für heute sei **(wer diesen Gegenstand genug. Ich kann jedoch zum ,n4in Befremden nicht unterdrückin, daß da» Polizei» Präsidium den vor einigm Fahren eingeschlagmm Weg wieder verlaffen hat, vor Erlaß solcher einschneidenden Belordnungen auch da» vaugewerk und die Archttekten in ihrm hervorragen« den Mitgliedern»ur Aeußrrung aufzufordern. Bikanntllch ist die» s. Z. ,d«i dem Verbot der gußeisernen Säulen geschehen. E» ist ja leicht zu vnordnm, und es mag diesen letzten Er» kaffm auch eine ganz wohlwollmde Gestnnung zu Grund« liegen, aber die Folgen solcher Bestimmungen kann sich ein Techniker, w:lcher am grünen Tisch groß geworden ist und sei er auch noch so geschickt, taum in ihrer ganzen Tragwette vor» stellen. Der Schadm. der dadurch entsteh:, daß da» Baum vertheuert, die Baulust zmüchieschreckt und damit eine Er- höhung der Miethen herbeigeführt wird, ist geradezu und«» �# y* h dt" Die verlwer Bautischler ei. Unter den Gewerben, ««lch« Schritt ,u halten wußten mll der großstädtischen«nt- w.ck.lung unserer Verhältniffe, vndient die B-utischlerei oben» an gmannt zu werdm. Ursprünglich weit zurückstehend hinter dem verwandten Zimmerhanvwnk, hat st« diese» nicht nur er- reicht, sondern sett Einführung der Eismlonstrultionm über- flüg-lt. Fn gerviffem Grad« ttägt d«an frrUich eine Art Rück. gang der Zimmerei die Schuld, dmn dieser gehörte zumeist, wr» fich heute der Bautischler zu eigen gemacht hat. Wie kaum ein zweite», ist da« Zltnmetha: cnnrk da« alte, schliwt« gedliebm; wie fast kein andere», hat da» Tilchlergeschäft fich die Hilstmittel der Zeit dtmstbm zu machm gewußt- Wenn un» die Alterthumtforscher nicht irre fühlen, besaß schon Joseph der Zimmermann eine Axt, eine Säge, einm höli'tnen Hammer und etwa» wie ein Stemmeisen; da» g'NÜgt auch noch für seinm modernm Zunstgmoffen, um da» Handwerl zu üdm. Wmn man dagegen einm Berliner Bautischler von beut mit dem Geräth autstattete, welche» nur di» hundert Fahre zurück in seiner Werkstatt dräuchlich war, er würde bei allem Fleiße Hunger» sterben. Der fem« Nachkomme Joseph» b- haut noch immer ganz»vie Jener seine Balkm läng» de» wtt schnellendem Btiivfaden gezozmm Kreiöestrich»; e» ge- währt Lergnügm, ihm dabei zuzuschaum, weil er mit seiner schwerm Axt, haarscharf auf dm Strich trifft. Der Tischler von heute, besonder» der in Berliner BauwerkstSttm thärige, lrrni da» rohe Hol, nur noch!m Auinahurefall kennen; io» wohl da» Brett wie die Leiste(Sie» find Vie deidm Haupide» standtheile seiner Srzmgnisse) kommt ihm geschnitten, dehobelt, gefalzt, geschweift, gekehlt, gezapft, genutet oder gefraist zu Händen. Er würde verbindlich danken, wmn er fich mtt seinem Gesellm daran machm sollte, einm über zwei Blöcke gelegten Baumstamm in Bretter zu zerthetlen, wenn er diese Bretter glatt hobeln und für die Arbeit fettig stellen sollte. Was aber dem Tischler nicht mehr dehagt, ist noch beute de» Zimmer« mann» Stolz: er braucht keine Maschine! Mit Lothdlei und Winlelbaken, mit Axt und Schlägel und„Stechbmtel" (Stemmeisen) trotzt er dem vtelgezähntm Sägewerk, verzichtet er auf die geschicktestm eisemm Ge« Hilfen. Da» Eisen hingegen ist im besten Zuge, fich an Meister Zimmermann für sein ablehnende» Verhalten zu rächen. Schon verschwinden au» unfern Häusern die Balken» lagen, eiserne Schwellen thun den Dienst von jenen; auch da» Dachsparrenwerk, bisher de» Zimmermann» unbestrittene» Ge. biet, setzt sich au» eisemm Stäben zusammen. Glücklicherweise hat fich ihm hier und dort ein neue» Feld erschloffm und, wmn man seiner beim Hausbau bald entrathen kann, so braucht man ihn um so röchiger für da» raumumspannende Schimmnitz, dem er sorglich da» feste Lager berettet. Ein ganz bedeutende» SchafferSgediet ist auch die BootSzimmerei 8 e worden. Aber wir sehm doch, wie der Zimmermann, wenig. m» für unsere hauptstädtischen Vcrbättn'ffe, gewiffermaßm au» dem Lotb gedrängt wordm ist. Wie ander» der Tischler vom Bau l In eben dem Maaße, in welchem man ihm die erste Bearbeitung de» rohen Stoffe» erspart, sucht er Anschluß an die Kunst. Wer nm einm flüchtigm Blick auf unsere ge» «altigen Thoiflügil wirft, wer fich einmal die Mühe genom» men hat, in zehn neuen Häusern die Formen der Treppen- brüstungm und Geländer mit einander zu vergleichen, der wird zugedm, daß die Maschine dem Tischler zwar einen wesent« lichen, aber nicht den wichtigsten Theil seiner Arbeit abge< nommm hat. In einem der neum Häuser der Bellealliancestraße stellt da» ganze Treppengeländer ein riestge», durch vier Stock. werke stch hin abwinden de« Fabelthier dar; au» den Gitter- staden find gefiederte, bekrallte Füße gewordm und unten, in den Haukflur hinein, züngelt da» machtche Haupt de« unge» Fonnet ihn verdrangt, der ihm überhaupt in, Handwerk zu Wuschen deginnt und an Saaldeck-n schöne» Taselwerk au» Gtzs» nachahstt' eS steht au», wie-u» einem Schloßsaale her. auSgeschnMm. Da» braucht indeß dm Tischler nicht verdrießen. Dafür dedarf man seiner an hundert anderen Stellm. Tie Wandt b-deckt man über Manneihöhe mit Pamelm. schließt diese mit GestmSdrettern ad und hält den Parauet uß. koden für etwa» Unnläßliche», wie man die Estrade im Erker nicht mehr entbehren will. Wa» ist doch au» dem altm„Fenfterttttt" gewordm! Eine SSuIenreihe. inmitten zu einem Durchgänge fich öffnend, schließt ihn nach dem Zimmer hin ad. schwarz glänz.-ne-, mit matten Streifen unlerdrochene Politur giebt ihm da» Aussehen puren Edm. hoizek, wmn er nicht gar von eichenem Holze gefügt ist. Ehe. dem war«» ein weißgefcheuerter, im besten Falle braunge. strichen» Kasten, von dem jedesmal der Stuhl herunterschlug, so oft einer der Wildfänge d« Familie darauf thronte. In Keller und Küche, im Hofe und auf dem Bosen herrscht nedm dem Maur» der Tischl». Allüberall verlangt da» moderne Ledm Wandschränke, und auch d« leidige„Hängeboden", dieses Kind der L«liner Raumwucherei, ist Tischler« Arbeit. Der Tischler verkleidet dm Gasweffer, wie er die Geschirr. bretter in der Küche andringt, die früh» durch da» Kamindach üb» dem Herde vertreten waren. Er fügt in die Küchen. smsterwand den Luftschran» ein und versteht die Speisekammer mit Regalm und Fliegmschlänkm. Mit einem Worte: auf dem Bau ist d» Tischl» noch heute, wa» Angely ihn schon vor sechzig Fahren sein ließ:„Jmm« derjmigie, welch» I" Vor etwa fünfzehn Fahren war die Berliner Bautischlerei stark in Gefahr. Vielleicht war sie dem nach dem franzöfijchm Kriege urplötzlich hereinbrechenden Bedürfnis nicht ganz ge. wachsen, vielleicht auch hatte fie irgend ein Nebmumstand ein wenig zurückbleiben laffm hinter den Erfordemiffen d« Zeit; eine» Taget kamen au» Schwedm ganze Schiffslabungen serti- a» Thüren und Fenstn hier an, die in den Neubauten am Narodavnhofe rc. schnelle Verwendung fanden. Ued» Stettin mtwickelte sich ein schwungvolle Handel, dem die hiesigen Bauunternehmer insofern Rechnung trugen, al» fie ihre Licht- öffnungm nach den vorhandenm Vorräthm abmaßen. Man kann fich vorstellen, wie dillig die ArdetlSlöhne in Schweden sein mußten, wenn die mit Schiff und Eisenbahn hierh» per- laden«» Waarm fast um ein Viertel weniger kosteten, al» hi» Marktprei» war. Ader e» verblelt stch damtt, wie Prof. Rmleaux sagte:„villig und schlecht!" Die Thürm riffm und bogen stch und durch die wetten Fmfterspaltm pfiff der Wind. Schweden wurde bald wieder ruß» Dienst gefitz!. Und heute ardeitm in Berlin wehr dmn sechtzig großartige«autischlcreim mtt ausgedehntem Dampfbetrieb. Die«othwendigen Folge« einer systematisch durch. geführte« Städte-Kanaltsation, zeigen fich naturgemäß in in unser» Stadt, wo diese Art der Städttteinigung einen so großartigen Umfang angenommen hat. am dmtltchstm und zvar sowohl in ihrm nützlichen, wie in ihren schädlichen und unangenehmen Formen. Eine notbwmdige Folge der Kanalisation war die Anlage d» durch Waffn gereinigten Kloset» in allen von der Kanalisation umfaßten Stadtdeziikm. Die Vorschriften, welche für solche Anlagen erlaffm wurdm, beschränkm stch auf ein Minimum deffen, waS bei einer solchen Anlage gefordert wnven muß, wa« schon au» dem Umstände«llärltch wird, daß man über die mtt solchm Klosetanlagm vttbundmm Belästlgunam zur Zett der ersten Anlagen noch keine um. MÄ: nach der Bequemlichkeit der tzautbifitzer eingerichteten Anlagen in vielen Häusnn geschaffm waren, find in Folge de» rück. fichtSIosen Eindrucke», dm fie auf die GeruchSorgane aller Hausdlwohnn heroorbrochtm, bald behoben worden. Ader diese Anlagen können einm äußttst gefährlichen Charakt» annehmm. ohne fich gttade in dieser aufsälligm Weise be. m»ibar zu machen; durch die Aufmerksamkeit, welche man von ärztlich» Seite den Klosetanlagm zu widmen gezwungen ist, bat fich diese Thatsache al« zweifello««gebm. Die gefähr. lichm Fäulnrßgase, welch» den LeUungSlöhren mtsteigm, machm fich wenig» wahrnehmbar, al» andere minder gesund. hettSschädliche Erscheinungm. Vom äiztlichm Standvunkte au» wird deshalb auch enngisch auf eine zweckmäßige Ventilation dn Klosett gedrängt, und zwar so, daß dieselben einm Luft- abzug in'» Freie und einm Lastzug von obmnach unten habe« sollen, welch» alle aufsteigenden Gase herunterdrückt. Diese Einrichtungen find nach ärztlichen Gutachten röthtg, um zu oerhindern, daß bei auidrechendm Epidemien die Klosetanlagm die gefährlichsten P-sthnde werden. Da früh« od« spat« die obrigkeitliche Zwangibeftimmung unausbleiblich werde« dürste, so wird jeder Barhi» gut thun, die neue An. lag« möglichst diesen Anforderungen entsprechend einzu« lichten. Antisemitisch.reaktionärer Humbvg. Stürmisch« ist in den letzten Monaten wohl keine Versammlung»»laufen, al« die am Dienstag Abend von dem„Deutschen Jagend- bunde" im Restaurant Stein. Ro'enthalerftiaße, veronftattete. Dies»„Deutsche Fugmdbund" ist die Schöpfung verschtedmer „Größen" d» HUfigen Antisemiten, die sich ab» wohlweislich im Dunklen baltm. Man hat einst»eilm Günstlinge de» „Christlichen Verein» jung» Männer" al» Avantgarde in» fteu» geschickt. Leid» ist der so schöne Plan, schon vor Wochm durch eine die Tründ» gewiß sehr schmerzlich berüh rende Indiskretion schonungslos enthüllt wordm. Mtt dem Fischen im Trüben, der Ausrede» der„Deutsche Fugendbund" >ei eine nichtpolitische Bereinigung, war e» damit vorbei. Weß G:iste» Kind dieser politisch> lonseroatio- antisemiltsche Füng- lingSvncin ist, so möchtm wir die neueste Gründung bezeich. nrn, geht am besten au» einem un» zu G-ficht gekommene« „vertraulichen" Zlrkular hervor. Hier einige der markanteste« Stellm:„Wenn nun einem Jeden, welcher mit offenem Auge und klarem Blick die politische und soziale Bewegung in Deutschland währmd der letzten Fahre verfolat hat, stch mehr und wehr die Ueberzeugung aufgedrängt hat, daß die d» königlichen Regierung oppositionell gegmüberstehenden Parteien eine klaffe Fraktionspoltttk, verbunden mtt einem dem dmtschm Freiheittgevanlm Hohn sprechendm Terrorismu», d» au» d« Liebe»um deutschen Vaterlande mtlpringendm treuen Mtt« ardett an einer gedeihlichen Entwicklung der innttm Ver» hältniffe vorziehen, wmn man fich andernsett» d» traurigm Wahrnehmung nicht hat entziehen iönnen, daß sogar viele Bürger den aus dm Umstur, des Lestehmden hinzielenden Sc strebungm fördernde Unterstützung haben angediihen laffm, so werden fich üb»all da.«o überhaupt der Wunsch nach einer Biffnung der gegenwärtigen Lage vorhandm ist, die Blicke all» VaterlandSlrmnde unwillkürlich auf die reif«« männliche Fugend richtm müffen al» denjenigen Theil de» deutschen Volke», welcher in vnhältnißmäßig kurz« Zett b»ufm ist, a» der MUardeit ein» ersprießlichen Entwicklung der inneren Verhält» niffe unsere» theurm VatnlandeS thätbigm Anthetl zu nehmen." Man konnte demnach auf da» erste Aultretm de»„Deutsch« Jugendbunde»" in öffentlichen Versammlungm gespannt sein. Nun, um daS Resultat de» gestrigen Abend» gleich vorauszu. schicken, kläglich» konnte die Niederlage nicht sein,»l» wir gegen 9 Uhr den Saal betraten,»blickten wir keine hundert Personen. Funge Arb-it« warm g-rnipt verttetm. Die er» schimme Gegnerschaft bestand vorwiegend au» Studenten, a» deren Wortführer der Kandidat d» Medizin, Herr Baginskq und stuä. Nikolai austratm. E? öffnet wmde die Vaiamm. hing durch einen gewiffen Otto Sommerburg, in seinm Muß«. stundm Pofiprallikant und Jüngltng«oerein»mitglied. Er ist die. jenige Person, welche vortäuflg alle» auf fich n.hmm muß. Im Uedrigen thut man dem jungen Henchen zu viel d» Ehre an, wmn all« Angriffe gegen ihn gerichtet werden. Nach diesem „Jüngling" nahm He» Postsekretär H-ydtmann da» Wort. D» Herr ist Vorfitzend» eine» tons«oalivm Bürgnverein» und sehr, sehr strebsam. Was» vorbrachte, läßt stch in wenigen Worten wiedergeben. Er stellte den„Deutschen Jagend» bund" als eine ckriftlich-nationale— soziale Vereinigung hin, erging stch in Schmähungm der OppofitionSpartetm und machte endlich in Fudenbetze. Komisch konnte e» deshalb nur wirken und machte die Zwischenrufe erklärlich, wenn H-ydt» mann trotz alledem»klärte, d«„D. I." verfolge keine polt» tischen Tmdmzm. Recht bezeichnend war e» auch, daß d» Genannte so nebenbei dm Droschlenlutschem politische» Ver» PSndniß absprach. Hier erfolgte stürmisch» Widerspruch. Run sprach zunächst He»«tack. N colai, der die Bestrebungen de» „deutschen JugendbundeS" auf ihrm wahren Werth zurück- führt«. Aber sowohl ihm al» dem cand, med. vaginsly wurde da» Sprechen unmvlich schwer gemacht. Fortwährende Schluß» rufe, Stampfen mtt dm Füßen und unartikultrte Laute d« Majorität folgten jedem Satz- der Redner. Dazu warf d» Vorfitzmde Sommerdurg fortwährend Bemnkungen ein. Herr BaginSly übte eine v»nich>end« Kiittk.„Wie wollen Sie soziale Tendenzen verfolgen", so rief» in die Versammlung hinein,„w:nn fie nicht Politik treiben wollm. Beide find un» trennbar. Sie sp echen dm Juden jede» Staatsbürgenecht ad, greisen vie Parteien und die gegnerische Presse an; ist d,» Alle» ohne polilischen Beigeschmack?" Recht ckaratttriftisch war die Rede de» antisemittschm Schriftstell«» Wilberg, de». selben, der im Februar d. I. öffmllich erklärte, in dieser Fahre». zeit wärm die Frack» und Uederzieher d« Antisemitm— schon versetzt. Der Wackere trieb gestern den krassesten Rassen« kämpf; er schwelgte in Judenhitze. Zu den kommende« Wintermode« veröffentlicht die „Voff. Ztg." folgende gelungene Korrespondenz au» Partt: „Die Wintermodm sollen mehr»e tiefgreifmde Amdnungm dringen. Die betreffenden Künstlet haben l» so in ihrm Vir. sammlungm beschloffm. Haarkünstler, Kleidermacher und Putz» machntnnen halten im Frühjahr und Herbst ihre Versamm- lungm, um eine Verständigung üb» die vorzunehmmdm N'.unungen herdrizufübrm. Die Haarkünstler haam deschieffen, daß von nun an die Haare in stachen Zöpfen und gttvlltm Lockm üb» den Nacken hinabgleiten sollen. Auf dem Kopfe selbst legen fich die Haare flach an und lassen dlo» einig« Löckchen seitwärt» unt» dem Hut hervorquellen. Die Hunde» oder Sttrnlöckchm»halten mdltch den Abschied. Die Amd«. rung de» Haaraufputze» bedingt natürlich auch die Aendemng der Hutform. Der herausfordernd hohe Zuckerhut kommt in die Rumpelkamm», wie jede gefallene Größe, od» geht zu den zurückgebliebenen Völkern, welche mtt dem Abhub der Modm zufrieden find. D» niedrige Filzhut, da» Barett, lommt oben auf. AI» Zlnd: behalten auSgeflopfte Thier« dm Vorzug, aber da Vögel im Winter nicht lustig zu flattern pflegen, kommt hauptsächlich die Katze zu den längst entbehrtm Ehren. Da» Schmeichelkätzchm wird daher diesen Winter seine Berechtigung haben und nicht blo»»ur Bildersprache gehören, dmn natürlich w»den junge und nette Kätzchen auf den Hiuptnn unserer Schönen ihr Heim auf- schlagen. Endlich, und da» ist die Hauptsach«, soll mit der Be» settigung de» Hinterhöcker» Ernst gemacht wilden. Auch da» settlich angebrachte, Volapük od» Sou»ltmtmant» genannte Gebauscht soll weichen. Kurz, e» soll einigen der längst und vielfach au»gesprochenm Wünsche dn Mehrbeit Rechnung ge» tragen werden, also haben die vorgedackten Künstln in ihrm gesetzgebenden Versammlungen besckloffen. Die aufgezählten Amdnungm warm schon seit zwei Jahrm vorgeschlagen, schei» tnten ad» an dem Wionstand« einig» Mitglieder de» er. Neuchttkn««epotJ. T�halb mußten die»erurthtilten For« wen rock zwei Jahre MI»um Uiberdruß übet fich erg'hm laflen. El wird pebeten, fich nicht noch ferner an der Rase herumführen zu laffen. D!e Riesen« Modervaarenlaaer machen tmmer noch stark in Hlnterböckern und schauderhaft hohrn Hüten: ste müffen eben chre VorrZthe an dm Mann bringm. Jeder Kundige weiß übrigens» daß die Riesmbazare nicht an der Spitze der Modebewcg�ng stehen." Aus der Hasenhatd? hat der Herbst noch nicht dal bunt« Treibm zu verscheuchen vermocht. Noch stehen dort die den leiblichen und künstlerischm Genüffm unseres ZZolkel gewid» metm Anstalten im vollen Betriebe. Freilich dal„FIschweid" bat berei!! die Halle ihrer TbAiqkest verlaffm, dafür zeigen fich aber nach wie vor die«Töchter Piccolomini's" in ihrem Panorama,„der Stern von Dalmatien". die„berühmte Hell« seherin" und zahlreiche andere Ztlebrstätm der wandernden Kunst. Wie in der schönsten Zeit del Lenzes und Hochsommers ziebm zarte Schmalz« und Dampfwolken durch die lauen Lüfte. Bemerklwerth ist der Fortschritt in der ReellUä!. welcher bei diesen sonst so aeheimnißoollm Werkstöttm fich gegenwärtig bemerkbar macht. Groß gedruckt kann man jetzt bei den meisten derselbm lesen:«Garantirt reinaehaltene Würste", oder„Würste nur auS Schwetne» und Rindfleisch". Auch die haustrenden Ausrufer der»armen Sveise haben an ihren Aästm gleichsam all Warnung für böse Zweifler ein Plakat angebracht, worin dieser oder jmer Schweine« oder Rtndschlächter all EntstchungS« ort ihrer Handelsartikel angegeben wird. Auch die Prann- kuchm- und Pr'tzilfrauen kündigen jetzt an, daß ihre Waare nur mit„garantirt reinem Schweineschmalz" oder„ganz reiner Butter" bereitet ist, ein Zrichen, daß dl« böse Menschheit ihre vertrauensvolle HarmlofigKit stets mehr und mehr verliert! Der„Gänfemaua" ist jetzt eine typische Erscheinurg, in den Orten unserer Umgebung sowohl wie auch in der Peripherie unserer Stadt. Ein« kleine Heerde von 30 biS 40 Gäasen vor fich hertreibend, die sein Hund bewacht und zusammenhält, wandert der Händler von Haul zu Hau!, um die Thier« zu »erkaufen. Wo die bäulliche Einrichtung ei ermöglicht, werden die Gänse»um Zwecke der Mästung angekauft und in einigen Wochen fest gefüttert, um dann spätesten! zu Weihnachten ihren Beruf in der Bratvlanne deS HauseS zu erfüllen. Ein beson« dereS HandwerkSinfirument deS GänsehandlerS ist der an einem langen Stock befestigte Ginsehakrn, mit dem die gewünschten Exemplar« aul der Heerde herausgegriffen werden. Die Ber» Irret Jugend betrachtet diese Stöcke mit ganz besonderem Jntereffe, denn ste erinnern lebhaft an ein« analoge Einrichtung, welche im Sommer in den öffentlichen Badeanstalun zur Anwendung kommt, um diejenigen Herren Kinder, welch« den Aufenthall im Bad« zur Ungebühr und zum Schaden anderer ausnutzen, auS dem Waffer zu holen, und die Babeauffeher handhaben ihren Badehalen ebenso geschickt, wie der Gänse« Händler den seinen. Ueber die Sotzkowsky Brücke wird der„D. Bau-Ztg." geschrieben: Di« Brücke soll nach dem Muster der hölzernen LesstngMücke bizw. nach dem der JnterimSbrück« an der Moitkebrück« erbaut«erden. Die Brücke erhall sechs Öffnungen von rund 9,25 Mir. Spannweite. Die einzelnen Psahljoche bestehen auS je 14 Stück Pfählen, welche mindesten! 4 Mir. in den Grund eingetrieben w.'lden. Di« Breite d«S DammeS beträgt 9 Mtr. und die der Bürgersteige 2,6 Mir. Die Per« gebung de: Zimmerarbeiten hat bereits stattgefunden und «S ist dem Zlmmermeister MoebuS in Charloitendurg all Mindestfordernden für rund 28000 M. der Zuschlag ertheill »ordrn. Eine ganz empörende Ruchlostgkeit, durch die zahl« lose Personen im höchsten Maße gefährdet werden konnten, ist, wie unS geschrieben wird, durch die Wachsar ikeit der Beterinär- polizei entdeckt und noch rechtzrllig unterdrückt worden. Ein im Köpnicker Viertel wohnender, all notorisch reich belannter Gärtner und Grundeigenthümer P. Halle ein« seiner Kühe, obwohl dieselbe innerlich krank und dem Verrecken nahe war, an einen in derselben Gegend wohnenden Schlächter N. ver« kauft. Dieser gewiffenlose Mensch hat dal stänke Thier im Stalle deS P. geschlachtet und daS Fleisch, obwohl«S bereits übel roch, an diverse andere Schlächter zum Verarbeiten von Hackfleisch weiter verkauft. Rechtzeitig, ehe dal veidordene FUilch dem Publikum zugänglich gemacht war, hall« die Bete- rinärpoltzei Wind davon bekommen und wurde so der ganz« Lorralh rechtzeitig beschlagnahmt. Wie die gertnafügigste« Ursache»«anchmal von ganz verhängnttzvolle« Folge» begleitet find, zeigt fol« gender Fall: Der bei«wem Schneidermeister in der Linden- straße beschäftigte Gehilfe G. nähte vor etwa 18 Wochen einem Luiden in Eile einen Knopf an den Rock, ohne einen Finger« Hut aufzustreifen. Während del Nähens drückte fich dal un« tere Ende der Nadel mit dem Oehr in den Millelfinger, so deß einige Tropfen Blut hervorquollen: doch achtete G. nicht weiter auf die steine Verletzung und setzte später seine Arbeit mit dem Nährtna fort, welche, nebenbei bemerlt, Bleifutter haben. Nach kurzer Zell verspür«« indeß G. heftig« Schmerzen in dem Mittelfinger und am nächsten Morgen war die Hand derart angeschwollen, daß die kleine, an fich unbedeutende Wunde ausgebeizt»erden mußt«. Doch auch diese Operation blieb ohne den gewünschten Erfolg, 5 trat im Laufe der vergange« nen Woche der Knocbenftaß ein und heute steht der Bedauerns« wache vor da schrecklichen Alternative, entweder die Hand amputiren zu laffen. wodurch er zeitlebens seine Existenz verliert oder aber sein Leben einzubüßen. Ueberfall. AIS da Hruldicna Kroll, welcher bei einem Kunsthändler in da Franzüfischenstraße in Stellung ist vor« gestan Nachmittag gegen 8 Uhr die Bedüstnißansialt am Opanhaufe verließ, trat ein ihm unbekannter Mann m.ll den Worten:„Warte Kai, ich werde Dir daS besorgen", ihm ent« gegen, brachte ihm mll einem Meffer eine nicht unerheblich« «-«ichwunde im linken Obaschenkel bei und agriff dann die Flucht. Da ThSta, welcher bisher nicht ermittelt worden ist, war von mittlere: Statur, untas«tz>, hatte dunsten Schnurrbart und war mit braunen Uebarock und braunem, klein im Hut bekleidet. Auf eine Beraubung war eS, obwohl Keoll un- mlltelbar vorher Geld für feinen Peinzival einlas firt hatte, augcntchcinltch nicht abgesehen, vielmebr nimmt de: Verletzte an. daß ein Racheatt gegen eine Person, mtt welch« a ver« wechselt worden, ausgeführt werden sollte. St« ehrlicher Finder. Während da gestrigen Gemälde« Versteigerung im Lepte'schen«unstaustionShaus« ertönte plötz« ltch von da Trü: ha da Ruf:„Eine Gel-ibörse ist gefunden I" Ein Droschka.lrnscher mll Hut und Pellsche stand am Eingang deS Auktionssaales und htett«ine schwere Geldbörse in da Hand,«r hatte kurz vorha einen Harn hierher gefahren und «lldeckte erst später, daß sein Fahrgast die Börse im Innern da Droschke hatte liegen lasten. Sofort war a mll seinem Fund« an die recht« Stelle geeilt, wo fich da Valtera auch bald meldete. Daß derselbe durch die Ehrlichkeit del Kutschas vor einem bedeutenden Verlust bewahrt blieb, geht schon daraus hewor. daß da Betreffend« größae Slnkauf« in da gestrigen Auktion zu machen gedachte. Da biedere Rvffelenka erhielt feine wohlverdiente Belohnung. Aufgefnndeue Leiche. Bestem Morgen gegen 6 Uhr wurde auf der Kanaiböschung vor dem Grundstück Waterloo« Ufer 14 die Leiche eineS neugekorrnm Kindel männlichen Ge« »chiechtS, in ein Stück Leinewaad eingehüllt, aufgefunden und nach dem L-ichenschauhausc geschafft. D-S Kind hat anscheinend gelebt und ist muthmaßlich bald nach der Geburt aetödlet und a, den Fundort geworfen worden. Durch die gerrchttiche Ds> OuLion wird die ToveSart festgestellt werden. Durch«tue äußerst heftige Detonation wurden gestern Rachmt tag kurz vor 4 UKr dt« Bewohner del HauseS Htllige« j,eiststraßt 39 erschreckr. D!e Ursache war«in« GaMxp'ofiori in dem Buttergeschäft von Engel in dem genannten Hause. Sin« gräßliche Verwüstung machte sich schon auf der Straß« de« merlbar, denn sämmiliche Fensterscheiben und Fensta«stand- »heile waren durch die Macht bei Luftdrucks zerschmettert. Im I einem, vornehmlich in einem neben dem Laden belegenen VoaathSraum harschte eine schreckliche Verwüstung. Ein Gas- robrleger auS da Jnvaltdenstraße, dessen Name noch nicht fest« gestellt werden konnte, war derartig jchwa verletzt, daß feine Uedaführung mittelst Droschke nach da königlichen Charitee nöthig wurde, während ein Dienstmädchen leichtere Va« letzungen davongetragen hatte. Die Feuerwehr traf unmllteldar darauf, um 4 Uhr auf da UnglückSftätte ein, konnte jedoch, nach»blöschung bei geringen Feuers, bald Wieda abrücken. Nach Aussagen bei genannten Mädchen S wollte jena Arbeiter eine feit lSnqera Zeit defekte Leitung in jenem an den Laden stoßenden Raum repariren. Unglücklicherweise begab a fich mit einem Licht in denselben hinein und sofort erfolgte die Explofion da ausgeströmten Galmasten. Dem Unglücklichen sollen die Haare vollständig vom Kopf gebrannt sein und soll a, wie Augenzeugen berichten, so schwere Brandwunden davongetragen haben, daß an seinem Aufkommen ge« zwetfell wird. vewegnug ber Bevölkerung Berlins nach dm Va« öffmtlichungen del statifkschen Amtes der Stadt. Die fort- geschriebene Bevölkaunzlzahl betrug am 26. Septemba inkl. der nachträglichen An- und Abmeioungm 1 342 641, hat fich demnach gegen die Woche vorha um 1189 Seelen vermehrt. In der Wobe vom 26. Sevt. bis 2. Ottober wurden polizeilich gemeldet 3023 zugezogene. 2865 fortaezogene Personen; stände!« amtlich wurden 462 Ehen geschlvffm. Geboren wurden 927 Ktnda, und zwar lebenv: 416 männliche, 487 weibliche, zusammen 906(darunter 107 außereheliche), tobt 13 männlich«, 8 weibliche, zusammen 21(varunter 4 außerehelich«) Linda. Di« Lebmdgebormen, aufs Jahr baechnet, bilden 36.2, die Todtgeborenen 0 8 pro Mille da Vevölkerunq. die außerehelich Geborenen 11,97 pCt. aller in da Woche Geborenen, davon die bei den Lebenbgeborenen 11,81, die bei den Tobt- geborenen 19,05 pCi. Gestorben(ohne Tobtgeborme) find 675, nämlich 341 männliche, 334 weibliche Personen. Von dtesm warm unter 1 Jahr alt 277(inkl. 51 außerehe« licht), 1 bis 5 Jahre 167(inkl. 5 außereheliche). 5 biS 10 Jahre 26, 10 bis 16 Jahre 3, 15 bis 20 Jahre 10, 20 bis 30 Jahre 33. 30 bis 40 Jahre 51, 40 bis 60 Jahre 93. 60 bis 80 Jahre 65, über 80 Jahre 10 Di« Stabefäll« j beim Atta von 0 bis 6 Jahren machen 56,89 pCt. sämmt« licha in diesa Woche Geftorbenm auS. Von den im Atter unta 1 Jahr gestorbenen Kindern starbm 74 im astm, 35 im zweiten, 33 im dritten, 21 im vierten, 27 im fünften. 18 im sechsten, 69 im fieberten bll zwölften LebmSmonate: von denselbm warm ernährt 45 mll Muttermilch, 2 mll Ammenmilch, IMmllThiermtlch, 9 mitMilchsurrogatm, 61 mit gemischter Nahrung, von 40 war S unbekannt. ToveSursachm warm besonders: Lungenschwindsucht(84), Lungenentzündung(32), Bronchialkatarrh(10), Kehlkopfmtzünvung(9), Krämpfe(20), Gehirnschlag(12), Gehirn- und Gehirnhautentzündung(16), KredS(22), AllaSschwSche(l8), Lebensschwäche(45), Abzehrung(32). Masern(6), Scharlach(4), Diphtherie(42), TyphuS(7), Diarrhöe(40), Brechdurchfall(77), an andam Krankheiten starben 187 und durch Selbstmord 2, da« von durch Erhängm 1, durch Ertrinken 1. Di« Sterblichkeit da Woche, auf daß Jahr derechnet, kommm durchschnittlich auf 1000 Bewohner in Balm 26 2, in Breslau 30,9, in Sankfurt a. M. 20.2, in Köln 28.1. in Dresden 280, in München 30,8, in Bremen 27,6, in Stuttgart.2Z,7, in Wien 22,9, in Pari! 21,0, in London 17,0, in Liverpool 26,4. In da Wörde wurden dem PolizeiprS- stdium gemeldet als attantt an Typhus 54, an Masern 64, an Scharlach 81, an Diphtherie 186, an Pocken 1. In dm 9 SHßerm Krankenhäusern wurdm in da BerichtSwoche 842 ranke aufgenommen, davon littm an Masan 5. an Scharlach 12, an Diphtherie 53, an Tqvhui 39, an Rose 7. ES starbm 149 Personen oder 24,1 pCt. aller in da Woche Ge« storbenm; all Bestand verblieben 3556 Kranke. Markthalle»- Bericht va» Z. Saud«»««, ßZdMt«« BertaufSvamittla, valin, Zentral« Markthalll, de« 20. Oktober 1886. Geräucherte und marintrte Fische. Die Zufuhren ge- räuchata FttAe werben reichlicher. Nordische Waare kommt noch selten in gutem Zustande an. Bratheringe degebtt pa Faß 1,40-1,60 M. Russtsche Sardinen 1,60-1,75 M. Sthetntachl 2,60-2,00 M.. tteftf und OstseeiachS 1�0 bil 1,40 M.. saäuchette Aale 70-1.001,30 Pf. pt. Pfd.. großer Deliiateßaal 1�0 pa Bsd„ Flundem, kleine 2,00—3,00, mittel 3.50-S�große 8-16 M., Bückling, 1,80 diS 4,00«. Dorsch 8-10 M va 100 Stück. Sprotten 0,40-0,60 pa Pfund. Schaatthtae. Klein« Krebs« 10 em. 0,75—1,00 M, mittel 1,60—3 M große 4—10 M. va Schock. Humman 1,30—1,50 Mark pa Pfund. Austan 7,50—12 Mk. pr. 100 Stück- Lebend« Fische. A«I, mittelgroß 80—95, große 1,10 3Ä, Hecht 60-70 Schleie 70-80 Pf. pa Pfund. Seefisch«. Lachs 1,00—1,20—1,30 Marl, Zand«, groß«, 80-100 Pf.. Hechr 40-60-65 Pf„ Steinbutte 70-80 Pf„ v«. »mge 50-80 Pf„ Scholle 10-26«f. Schellfisch, große 20 Pf, «abltau 15 bis 20 Pf. pa Pfund, Malielm 40-60 Pf. pro Stüek Dorsch 6—12 Mark per Zentner. Wild. Die Zufuhr war heute reichlich und drückte dm tttii; el ist jedoch ein« Preisfteigaung in dm nächsten ogen vorauljusehm. Rehe 60- 60, Hirsch« 25—30, Damm« hujch 35-40,«lldlchwetn 25-30 Pf. pr. Pfd, Redhühna, irivge 110 bis 120, alle 80—90 Pf, Fasanenhennen 2,50-3 M, Fasanmhähne 3.75-4.50 M, Wachlein 50 bis 60 Pf, Hafen 3,30 bis 400«. pr. Stück. Krametsoögel 18-20 Pf. per Stück,«uahahn 3-4.50«.«irkhuhn 1,75 bis 2.50 M.. per Stück. Schmpfm 2.25-2.75 M,»ekasstnen 60 bil 80 Pf pc. Srück Geflügel. Fette Gänse pa Pfd. 50—65 Pf, junge Ente» 1,60—3.00 M, junge Hühner 0,55-0�0 M, alte 1,00-1,70 M, Tauben tSJ-46 Pf, Poularom 4.60-8,00 M pa Stück. Mageres Geflügel schwa verkäuflich. Blumen und Blätter. Lorbeerdtätta 3,50—4 M. pro Korb. Rosm 8—12 M., Rosmknospm 1—3 Mark pro 100 Stück, Tuberosen 4-5 M. pro 100 Stück. Veilchen 3,50-5,00 M. pro Tausend. Obst und Gemüse. Ung. Weintraubm 22—25, Ochsen- ouzm und Mulkatella Weintrauben 24—28 Pf. Neue Sllronen 30—48 M. per Kiste, Pflaumm 3 bil 4.60, Birnm 4,20 bis 6,60, Tafelbirnen 7—16 M, feinste Sorten bil 30 R, Arpsel 425—6 Mark, Taftläpfrl?— 15 M, feinste Sorten bis 30 M, Pfirstche 20-30 M, Ananas 2�0-3,00 Mark pr. Pfd. WaUnüffe 30 Mark pa Zmtna. Zwiebeln 2,25—2,75 M. Weißfleiichige Speise-Kartoffeln,»eiß, 2.50—3,00 R, roth« 2.50 bil 2.80 M, blaue 2,60- 3,60 M. it. 100«tiv Schalottm 6—7 M, Tettower Rüdchen 9-12 TL Sellerie 7-�8 TL Meerrerttg 7-12 R,«lumenkshl 20-60 R Maronm 30 M. pr. 100 Stück. «ia. Preise steigend 3.00- 3,05 netto pa Schock. und onba» gering»« Sortm 5ödil 72 M. pa 60«i� «M Polizeibericht. Am 18. d. M. machte ein Man« Ji seina Wohnung in da Marimdmgelflraße den Versuch, M mlltelst Laug« zu vagiftm. Er winde noch lebend nach d-v Kranlenhiuse im Fciedrichshain gebracht.— Am 19. d.» stüh getteth in da Meierei von Bolle, Llltzow.Ufa 31,# Maschinmmcista Podewil» beim Aufrücken da Dyiu»» Maschine in dal Räderwerk daseiben und wurde am Kopf u« rechten Bein da artig verletzt, daß a nach dem Slisabe!p Krankmhause gebracht«erden mußte.— An demselben Vormittags starb plötzlich auf dem Hofe d«S von ihm bewohn!» Grundstücks Ackerstraße 101 da 68 Jahr« alte Zimmerma» Zick, wie ärztlich festgestellt, am Schlagfluß.— Geqm Mist vaunglückte auf dem Neubau Große Frankfurtastr. 88-# da Maura Strohbach dadurch, daß die Rüstung, auf totli# a stand, in Folge übermäßiger Belastung durch Bw Materialien zusammmbrach und a aul da Höhe von et!» 5 Metan haadsiel. Er alitt dadurch anscheinend fch»« innere Verletzungen, so daß a mittelst Droschke M dem Krankenhause im FriedrichShain gebracht roc'.tj- mußte.— All Nichmittagl gegen 4 Uhr da Es* arbetta Weckest in etna Wohnung Heiligegeiststraßt � mll dem Aulbtffern etna schadhitt gewordenen lettung beschäftigt war, wobei ihm das Dienstmädchen leucht» entzündete fich an dem offmm Lichte plötzlich das aulgeströ«! Gas und wurden durch die stattgehabte Explofion beiden fönen an Gestckt und Händen schwae Brandwunden zugM außerdem die Thürm, Fenster und Haulgerälhe zertrümo» Die Feuerwehr war mit den Aufräumungsardellen läng» Zeit beschäftigt.— Abends gegen 7 Uhr wurde da Haussiere Kroll beim Verlaffen der öffentlichen BedÜrfnißanstalt A FestungSgrabSn von einem bisher noch nicht ermittelten R«>» angeblich ohne jede V-ranlaffung und möglicha W-ise* räuberischer Absicht, überfallen und durch einen Mefferstich« den Obaschenkel so schwa verletzt, daß er mlltelst Drol« nach seina Wohnung gebracht werben mutte.— Inda?!» zum 20. d. M. starb auf da Wach« drS 72. Poltzetreoiest» unbekannter, etwa 35 Jahre alter Mann, welcha Abend*< ha in stnnioi betrunkenem Zustande dorthin gebracht wo war, wahrscheinlich am Gehirnschlag in Folge Üdermäz AlkoholzenussrS. Die Leiche wurde nach dem Leichens» Hause gebracht. Berichtigung. In unserem gestrigen Bericht Schlägast in da hiestgen Schmiedehrrberg« hat sich ein eingeschlichen, da auf einem Schreibfehler beruht. Der ging nicht von Harn B. auS, sondern von dem Wtrth. Mild« und Genrffm. Gerichts Zeitung. t Die„Volks- Zettung" und Jhrtng- Ra Gestan stand der verantwortliche Redalteur da„Vollst Hermann Drescher, vor da 93.«blheilung bei" SchöffnigestchtS unta der Anllaae, d-S königliche prästdium und den Schutzmann Jhring öffentlich durch| Prcffe belstdigt zu haben. Im Anschluß an den bei Prozeß vernbi. Ch:ifiensen und dessen Verhandlung o«> Schöffengaicht war in der Nr. 181 da„Vollt. Zeitung" 1 19. August d. I. ein Lettasttkst mll da U-balchstst„"C" fichtigeS Spiel" erschienen, in dem dal proaokatonsche Tn. bei Schutzmann! Jhiing stna scharfen Kritik untett«� worden war. Besonders in dem einen Satze war stm%% digung del Jhrtng gefunden worden, in dem er die Stütz« von Staat und G-fellschait" genannt und geiagt laß a durch seine„Gebeimschriften und Tyramitmärchm � Arbeiter zu„revolutionären Thaten" Hab« anstacheln«g, — Da Angeklagte erklärte, zunächst d«n Bewri« d-sür zu wollen, daß die übet Jhrtng b-houvteten Thatsache»�„ erwstllich unwahr, sondan awiesen wahr seien; im bestritt a die Abficht der Bsteidiguna und daß eine Beleidigung vorliege.— Da StaatsanwaU nW zunächst die Frage an bin Angeklagten, ob er» WahrheilsbeweiS anzutreten gewillt(st.— Hierzu j merkte da Natbeidiger, RechtSan�all Kauffmann. d«t, Erhebung eines Wahrhsttlbeweisel stgentlich übnflüistg nL die Richligkstt der in dem Artikel behaupteten Thwg „gerichtlnotortsch" durch dal Srkenntniß da Rrolfionsm� geworden sstn könnte. Daß Jhring eine Gihstmschctst Ardsttcm ge,stgt habe, sst von ihm selbst zugegeben, und daß Gespräche übet Dynamit stattgefunden fcWy sogar von dem Schöffenrichta angenommen worden, der selben alladings all„harmlos" bezeichnet habe. Im 3" da öffmtlichen Moral sst es aba gut, wenn die nähme wiedaholt wade. Sin« große Anzahl Zeugen folgendes bekundet, was dem Jhring zur Last fall«: habe fich unta falschem Namen in Arbsttavastn« elngi, habe eine Geheimschrift vabrsttst, Hab« Unterricht in fert'gung von Dynamit athstlt, habe fich erboten, fünf domsen mttzubringm; habe anarchistisch« G-iprSwe in denen er die Arbeiter vor dem„Purlamentatt»� warnte und all alleiniges Mittel, ihnen»u helfe«', Tyiamit bezeichnete; und a Hab« schliißlich KU volatostscha Weise MajestStlbeletdigungen au*# ,) Sollte da Gerichtshof»ine Beweiserhebung hierü#� nöthig halten, so beantrage a die Vernehmung von da sechsten Straflamma des Landgericht« l im.jf � Bemdt Christensen vernommenen Zeugen. Wai die Belegs del PoltzstprSstMumI anlange, so sei von diesa Bw' Strafanttag gar nicht aestcllt worden, sondern nur«"* j politischen Abtheilung. Dal Verfahren müsse also hier!«% feinen Klienten angestellt»oben.— Da Gniebllt"'. ui fitzender:»steffor LadtstÜbna) aklärt«, oll„?aichtl!'?:v> die von der Ve�tdrdipung behaupteten Tbatsachen«JKJ }ro4ten zu können. Die Vorlegung da Proz.-ßatten � Christensen sst unta allen UmstSnben er'ordaltt." bemnkte da Vercheidiaa. daß die AuS.agen da Z"l Handlung. Der Klempnermeista Sommerfeld W JZmKf auch dal von ihm ,u leistende Drittel zu den beitragen seina Gesellen diesen abgezogen resp-" i gehung des Gesetzes von sstnen Leuten«ing wsch) verkündeten nun Plakate an den Anschlagsäulen, daß am Mittwo» Abend die Versammlung stattfi.,dm soll.— Hoffentlich ist da» Publikum nicht von Neuem genas illhrt warben. Die Berliner Tnrngenossenschaft eröffnete am Montag, den 18. Oltober. eine neue(die vierte) MSnn«-Abthellung in der Turnhalle d« 142. G-meindeschule, D-mninerstraße. Die «onstituirung erfolgt heute, Donnerstag, nach dem Turnen im Braueretautschanl, Brunnenstr. 114. Kleine Mittheilunsen. Gestern nach Mttler» Feiftritz ein ziemlich Erdbeben, vnbunden hiernach folgte ein Graz. 16. Oktober.(E-ddeben.) nacht wurde in Stubenberg an d« starke», einige Sekunden andauernde» mit unterirdischem Getöse, verspürt; ���Loudon, 18. Oktober. Eine entsetzliche That beging a« sMDWM-M d« Mutter«ied« holte und ihn mll fich in den Fluß riß. Dem letzteren gelang e». da» Uf« wieder zu gewinnen, alle üb-igm nttmtkn� Der gestern durch eine«effel» Asai immfm ZKmliS'Z hinken. Da» überschwemmte Gebiet ist größer, al» man zu«st glaubte. D« Golf scheint stch üb« da» Land in einer einzigen de» Kreise» Cirntton in Louisiana ist überschwemmt worden 1000 Stück Vieh find«trunken und die Ernte ist»erstört, D« Sturm war auch in Illinois und Indiana äußerst heftig obwohl« weniger zerstörend wirft«. In dem Orte Johnson» Boyon, Louifiana, ertranken 7 Familien. New»Bork, 14. Oktod«. Eine Depesche au» Ocanae Texa«, metoet, daß am Dienstag Abend eine Stadt am Sa» bine.Paß durch da» Austreten de» Fluffe» Sabine vollständig zerstört wurde, s» gingen dabei 65 Menschenleben verloren. Ein Gasthau» mit 20 Bewohnern wurde von dm Gewässern fortft«iffen und in die Bat geschwemmt» wobei sämmtltche 20 Personen«tranken. Kermischtes. Vom Jonrnalistenberuf, Al» vor einig« Zeit in Glogau v« einem plötziichm Tod««rlegene Redakteur Michaeli» be«dtgt wurde, gedachte d« Geistliche bei d« Trauerfeierlich» kett auch de» Journalistenb«ufe» und sprach ungefähr folgendes: „E» ist ein hart« und müMellg« Beruf, dem dies« Mann, de» wir jrtzt zur ewigen Ruhe bestatten, mit Treue und Hingebung fast vi» zu setner letzten Stunde stch gewidmet hat. Wmn un» an jedem Tage um etnm geringen Preis da» Blatt in» Hau» gebracht wird, in welchem wir die Nachrichten von nah und fern wohlgeordnet zusammengestellt finden, wenn wir, wie e» bei Vielen geschieht» es gespannt erwarten und mit Hast da» nach greifm, dann denken wir bei dem Vergnügen,«elche» un» die Lektüre bereUet, nur seltm an die Mühsal der H«stellu?>g, und noch weniger empfinden wir da» G-fühl de» Danke» für die Männ«, die in anstrengend«, dir Nerven erregender Ar» bell all dm Stoff»usammmttagen und in fliegender Eile ficht«» und ordnen. Wie viel Klugheit, wie viel Autdauer und Emfiglett gehört nicht dazu, um hi« und dort Neue» zu«fahren, wie an» stellig, gesellig, wie vorfichttg und besonnen muß Der nicht seil, der einen verschloffenen Menschen dazu bringen will, den Mund zu öffnen und ihm Jntereffante» mitzutheilen; wie viel Geist und Laune braucht mar nur, um den einfachen Stoff zu würzen und ihn dem Geschmack de» Leser» angenehm zu machen; und da gilt e», so viele Klippen zu vermeiden I Die Hüter de» Gesetze» lugen mit scharfem Luge, od nicht irgend ein« Notiz da» Maß de» Erlaubten überschreitet, oder ste gehen den Spuren nach, auf wilchem Wege diese Nachricht in die Spalten de» B litte» gedrungen ist, und vollends wenn irgend ein« au» der Masse durch eine Meldung v«letzt ist od« fich verletzt glaubt, wenn in d« Hast der Ge« schäfte«ine Rrdewendung zu scharf geworden ist, oder eine Thaisache wirtlich entstellt od« gar falsch ist, wie Viile wetzen da die Zähne, um an dem Rufe de» Manne» zu nagen, dem ste doch noch so viele angenehme Stunden zu verdanken haben! Di« Presse ist, wie man sagt, die sechste Großmacht, ab« ihre Vertret«, so sehr ste auch da» öffentliche Urlheil de- stimmen, haben mit dem öffentlichen Vormtheil schwer zu kämpfen und entgehen zudem auch bei dem redlich tten Willen, Recht und Gesitz in Ehren zu halten, nicht der Gefahr, da» Maß zu überschreiten und hart«, Mit« empfundene Strafen an ihrem Gate od« gar an ihr« Freiheit zu«dulden." Eine Cchudkarren-Geschichte. die eigentlich werth ist, in den„Fliegenden Bläitttn" illustrirt zu werden, pasfirte dies« Tage in Mannheim. Der Magazinier eine» doriigen Geschäft» vnmrßte seinen Handkarren und zeigte« den Ver» lust d« Polizei an. Beim Rapport wurde die Gesammtschutz« Mannschaft hiervon in«enntniß gesetzt und da» genaue Sig» nalement diese» Karren» beigefügt, wa» um so leicht« war, al« der Name d« Firma auf demselben verzeichnet war. Einige Zell darauf fand der Magazini« sein vermißte» Fuhrwerk in einer entlegenen Straße wieder und froh darüber, wollte« ihn eiligst heimlühren. Er kam jrioch ni l-t sehr weil. Ein Schutz» mann begegnete ihm und erklärte den Fähr« de» Karrens für verhaftet. Auf der Polizeistation wie»« stch jedoch als auafi Eizenthüm« de« Fuhrwerk« au». Der Wachhabende traute jesoch der Sache immer noch nicht ganz und schickte einen de» waffneten Begleit« mit nach dem betreffenden Geschäft und holte hier den Bewei» der Richtigkeit der Au»saaen de» Ma> gazwitt». Nun glaubte man die Geschichte in Ordnung und der Magazini« machte stch mit seinem Gefährt auf zur Bahn, um eine Maare abzuholen. Er kam jedoch nicht well, denn ein ander« Schutzmann hiett ihn zum zweiten Male an und brachte ihn, trotz Protest und Belheueruna, zum zweiten Male nach der Wachtstube, wo« nun alsbald wieder entlassen wurde. Zum»wetten Male wurde d« Weg zur Bahn angetreten und zum dritten Maie wmde der Lenk« de» Fuhrwerl« von einem Schutzmann angehallen. Nun wurde e» dem Schwergeprüften denn doch zu bunt. Im Galopp eilte er mll seinem Karren heimwärt», gefolgt von dem inquirirenden Schutzmann, der nun um so eher glaubte, den Dieb«rviicht zu haben. Unter» weg» gesellten fich noch zwei Schutzleute hinzu und beiheiligten fich an d« Verfolgung bi» in» GeschäftShau». wo alle vier Personen athemlo« ankamen. Die Aufklärung rief allgemeine Heiterkeit hervor; ad« d« Magazini« fuhr nicht eher wird« zur»ahn, di»« stch ütozeugt hatte, daß die Schutzmannschast beim nächsten Rapport ander» instrutrt worden«ar. Von einem seltsamen Briefmarkenhandel«zählt die Wiener„Press-". Die Jnhad« der Wien« Tabalz- Trafiien genießen bei der Post eine mehrprozmtige Preisermäßigung, wenn ste Briefmarken im Wertbe von hundert Gulden an» taufen. Ein hiefiger Tabak- Trafikant machte nun von diesem Lenestzium in den letzten Monaten den umfaffendften Ge» brauch. Jeden zweiten Tag«schien im Aufttage de» Manne» im Briefmarkenverlage der Post ein Sendbote, welcher Briefmarken im Werthe von hundert Gulben verlanate und nach geleistet« Brzahiung und erfolgtem Abschlag de» von der Pott vergüteten Prozentsätze» thatsäck» lich auch erhielt. Der auffallend große M-rl-nverbrauch erregte endlich die Nufmnksamkeit de» Postbeamten. Da kaum anzunehmen war, daß der Mann die Briefmarken zur Tape» zirung feiner Wohnung verwende, so beschäftigte man st» auf der Post ganz ernsthaft mll der Lösung d« immer räthselhaiter wrrdenden Frag«. Mittlerweile verdoppelte der Trafikant seine Anstrengungen und bezog häufig zwei. und dreimal täglich BrUsmarlen im Werthe von je hundert Gulben. Da der Mann im Verlaufe von wenigen Monaten von der Post Briefmarken im W«th« von mehr al» 20 000 Gulben bezogen hatte, begann die Sache den Postbeamten geradezu unheimlich»» werden. Die eingehendsten Nachforschungen ergaben nach einig« Zell«in intereffante« Resultat. Der Trafilant hatte jede von o« Post bezogene Briesmarkenpattie von hundert in je zehn Theile aetbeilt und an zehn Stellen der Pofisparkaff« eingelegt. wandelt 21»menkan«, 30 Deutsche, 6 Franzokm. 2 Engländer und je 1 Schotte, Jrländer, Schweiz«, Oesterreich« und Ungar. Der Preis der Leichenverbrennung beträgt 25 Dollar». Bit jetzt find die Kosten der Unterhaltung de» Krematorium» noch nicht gedeckt worden, doch erwartet die Gesellschaft, datz die gegen die F.uerbestaUung herrschenden Vorurtheile nach und nach gänzlich schwinden««dm. Seltene Raivetät. Der aut Luckenwald« durchgegangene ehemalige Bmeauvorfted« einet dortigmRechttanwaltt, Scheid«, welch« nach Berüdung verschiedener Unterschlagungen und Betlüg««ien, denen eine Menge Privatpersonen zum Opfer gefallen, dat Weit« gesucht hatte, befindet stch derettt wird« in Luckmwalde und zwar im Uat«suchungtanest. Die Er. greifung de» Verbrech«» ist sein« grenzenlosen Raivetät zu verdanken. D«selbe befand stch derettt im Autland« in Sicherheit, wandte fich ab« nichttdestowenig« an die Luckm» wilden« Polizeibehörde und dat um Ausstellung einet Führungtattestet. Ein solche» wurde ihm dmn auch schleunigst in Form einet von der Staatsanwaltschaft autaestelltm Ver. hastungtbefehlt ausgestellt, auf Grund deffm Scheid« denn auch in Begleitung einet TrantportemS unfreiwillig die Heim- reise antretm mutzte. Ein schreckliches Drama, da» noch ein Nachspiel vor Gericht haben wird, hat fich am Sonntag in einem Paris« Hotel abgespielt. Die Vorgeschichte ist folgende: Im Juni diese» Jahre» hatte die zweiunddreitzigjährtg« Frau Boishu, Mutt« zweier Kinder, nach einem heftigen Auftritt mit ihrem Gatten diesen vnlaffen und war zu ihr« Mutt« gezogen. Botsbu üdergod einer Nachbarin, Frau Leftvre, seine Kind« zur Obhut. Frau Boishu besucht« von Zrtt zu Zeit seine Kind« und machte gelegentlich einet dieser Besuche die Be» kanntschast de» Schwagers von Frau L-sevre, de» fiebenund« zwanzigjährigen Vtltor Lesene. Sie wurde seine Mattreffe und nahm mit ihm Wohnung im Hotel de la Moselle. In d« vorigen Woche sah Herr Botsbu seine Frau auf der Stratze und ging ihr bit zu ihr« Wohnung nach. Nachdem ihm diese bekannt war, begab« fich am letzten Sonntag um elf Uhr Abend» dorthin, um beide Liebenden„gründlich zu verwichsen". Er drang in ihr Zimmer ein und fand fie in ein« Situation, die keinen Z seifei an der Untreue seiner Frau»ulietz. Mit«hoben« Faust stürzte« stch auf fie, fie wich ab« dem Schlage aut, und Lest vre stellt« fich ni ihrem Sckutze vor fie.„Ihr werdet alle Beide an die Reihe kommen," schrie Boishu wüih nd, und alsbald entspann fich ein furchtbar« Kamst zwischen den Männern, Lese vre«griff eine Scheere vom Tisch, Boishu zog eine drei» kantige Feile au» d« Tasche und begann seinen Gegner damit buchstäblich ,u zerstechen, bi» dieser ein« so entsetzliche Ver. letzung det Bauche« erhielt, datz die Eingeweide hrrauShtngen, und er mit dem Rufe ,u Boden sank:«Schlage nicht mehr zu, ick bitte Dich, ich Hab« meinen Theil; v«gieb mir, ich stnbe!" Jetzt legte fich Bob ha'» Zorn:«umarmte sogar Lese vre, der«bemalS sein Freund gewesen war» und reichte ihm ein Glaö Wisset. Dann schickte er den Hotelwirth zu dem Verwundeten und stellte fich auf dem Polizei- Bureau. D« Polizeikommiffär lletz Leiej« nach dem Hospital schaffen,» « am Montag seinen Wunden«legen ist. Bei sein«** nehmung sagte der Mörd«:„Wat soll ich denn bedouen� Dat mutzte so kommen!" Frau Boishu ist wegen Ehebrw verhaftet worden und wird sehr aufm«ksam bewacht; deem» befindet fich in so hochgradiger Auftegung, datz ein San mordv«such befürchtet wird. Ketzte Nachrichte«. Ä3 diel.» Bulgarische». Der Misston Gadban Effendit wird auch tn London grotze Bedeutung beigelegt. Ein! telegramm d««Voff. Ztg." von dort meldet über diese» Gadban verlangt, datz der Zusammentritt d« Sobravje* zur Ankunft de» General KauldarS mit den zwischen* Pforte und Rotzland vereinbarten neuen Jnstruktw» aufgeschoben werve, und erklärte, er wäre angerrtj* im Einverständnitz mit KauldarS zu Handel?.»J Pforte bemüht fich nämlich, einen modus vivendi für S« land und Bulgarien aufzufinden. Nach Gadban'»* gaben desteht da» Einvernehmen»wischen% Türkei und Nutz land auf folgenden Grundlagen:� Zar garantirt die JntegrilSt der Türkei, eimätzigt die Kri» entschävigung und«hält doS Recht, die Dardanellen l besetzen und zu besetz igen(?). Eine russische Armee* Bulgarien und gleich, eitia eine türkische OstruawJ besetzen.(?) Die bulgarische Regierung beschloß Darauf, die» öffnung dn Sodranje nicht zu o«schitben.— Wien, MW*" 20. Oktober. Nach einem dem h'estgen«Telegra» Korrespondenz« Bureau" zugegangenen Telegramme ff Rustschuk würde zu ein« Verständigung mit R utzltt kaum ein Entegegenkommrn deS gegenwärtigen' garischen Kabinett genügen. Eine Bedingung zur Näherung würde ein Kabinettwechsel sein, altdann ein ruffensreundliche» Kabinet die" rufung ein« neuen Sobranje folgen zu lassen Nach d« russischen Anficht würde ein solche» Kadinet«st konstituirt werden resp. die Sobranje fid lösen können, wenn Eurova über«inen Kandidat! den bulgarischen Fürster thron einig sei. G:gei kompronittitten bulgarischm Offiziere liege nach scher Anficht ein Grund zur Verfolgung nicht vtz Stambulow am 24. August von Tirnowa aut nestie für die Theilnebm« am Staatsstreiche erlassen I und da die» vom Fürsten Alrxand« in Lembergs fizirt worden sei. D« Kommandant von Major Filow, welch« erklärt hatte, datz er eine ihn oerhängte DiSponibilitätSversetzunz, sowie eine geg ausgesprochene zehntägige Arreststrafe nicht annehmen t sei auf Befehl dei KriegSmintsterS durch den Komma»" einet Rustschuk« Regiment« verhaltet worden. Theater. Donnerstag, den 2l. Oktober. vperohaut. Der Trompet« von SäMngen. Schausptelhau«. Der geheime Agent. Deutsche« Theater. Gräfin Lambach. «estdeut-Theater. Sin Giotzstadl«. Vorher: Ein anonym« Brief. Krtedrtch- Wilhelmstidtischet Theater. D« Nachtwandler. Walluer-Theater. D« Goldonkel. Belle-Allianee-Theater. Lllt. vstend-Theater. Wilhelm Tell. Viktoria. Theater. Amor. Tanz-Ponn von Lutgi Manzotti. «alhalla-Theater. Die Piraten. Zeutral-Theater. Alle Jalobstr. 30. Direkt.: Adolph Ernst. D« Wald-Teufel. Gesang». poffe in 4 Akten von W. Mannstädt. KoupletS von B. Görtz. Musik von S. Steffen». Mtt neuen Dekorationen und Kostümen. (Novität I) Koakordia- Theater. Spezialttäten» Vor» stellung. «aaftuann't vartet». Spezialitäten> Vor» stellung. Amerieau- Theater. Spezialttäten» Bor- stellung. Netchthallea- Theater. Spezialitätm> Vor« stellung. Berliner Stadt-Theater. (Früh« Alhrnmbrrn Themler) Wallner» iheaterstratzr 15. Robert und Bertram, oder: Die lustigen Vagabunden. Grotze Poffe mtt Gesang in vier Adiheilungen. Vor d.r Vorstellung: Großes Coucert der Hauskapelle, unt« Leitung de» Kavellmeist«» Hrn. Th. Franke Anfang d« Vorstellung 7'/, Uhr.[805 lüden-Theater. [Miher X.0Blaenit&dtlechee Theater.) Dretdenerfiratze 72/78. «he Johnson Famitq. 4 Damen, 1 Herr, preiitgtl önrc Schwimm« und Tauch«. Niegel s Lallet-Trnppe, 12 Damm. 2 Herren. Mr. fi off mann mtt seinen d-essirten Hunden und Schafm. 7 Kehwefter« Matthen»». Eenesto. Harwey. Paula und Ludwig Tellheim. Zochcr. Fräul. Bellimi. »uevtttSrlichev ritthleihafte« Urrsch»!«- bra einer junge« Daaee von*#«*» Kühne vor Ken Avge« VÄ'litu««». ßlnmitt-lbar«ach dieser Produktion: Vollständige Aufklärung «der da» verschwinden der Dan». KasserLffnung 6'/, Uhr. Anfang 7V, Uhr. Einige gediegen« Skatspieler, sowie Kchass- kopfspieler finden vaunnde Beschäftigung im Äkstauraui zur Vkzmalwuuae» Memelrrstrast» 8». Ein« gute Weitze für 20 Pf. und ein guteS GlaS Bier für 10 Pf. stet» vorbanden. 892] W. HangK. Passage 1 Tr. 9 R.- 10». Kalaer- Panarama. Nur diese Woche: AM- Da» schöne Spanten."WS Reise durch dat mnlniiche Throl. Herlha-Reise.— Caro.inen-Jnseln. fnirtt 30 Pfennig. Kinder nur 10 Pfennig. H. vräuscher's anatomische» MUSEUM. Sommaudauteustraße 70 u. 71. Täglich von Morzent 9 bit Abendi 10 Uhr für«»Ochsene Dienstag u. Freitag ausschließlich und uur allein 876] für Damen. Rrsimaut MEichkShche«. Mein von Henn Th. Mesenack käuflich übernommene» Lokal erlaub- icv mir hindurch einem geehrten Publikum in Esinneru"? zu dringen. Ich empsezle besonders mei?-n Früh» stückstisch(»arm und tatt). Mittag tisch i Kuvert 45 Pf., einschl. Bi«, Abendtisch mit Bier 40 Pf. Vorzügliche» Meistbier und Kairtschbier stet» frisch vom Fatz. Kasse» zu jeder Tazetzeit. Achtung«voll Joh. Hässlein, 884] Holzmatftstratze 44a Cigarren-& Tabak-Fabrik Ca HE. fitahenfler« Reinickendoeferftr. 69. Retuickendorserstr. 25a. i Schnup I. GeHchäft: II. eenehäft:___________ Lag« all« Sorten Rauch« und Schnupftabake. Nordhäus« Kautabak von G. A. Hznewack«. Ich empfehle allen Freunden und Bekannten mein Schuhwaarengeschäst. Autwahl von Herren», Damen-«. Kinderstiefeln. Bestellungen nach Maß« sowie Re> paraturen schnell, sauber und billig.[458 Wl!h. Kröger, Lansttzerplatz 8. Nähmaschinen SSS&T/'S E. Franke, Saarbrückerstratz« 6. Reparaturen schnell und tillig.[760 Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, datz ich dt« Cigarren-Fabrit NanmMstraße 51 von Herrn Wicht übernommen habe und em» »fehle meine preiiwerthen und guten Fabrikate. 854] A. Schneider. Einrahmung jeder Art KUde», sowie sämmtl. Gtaserarbrit»« nur Ven gut und villi« ausgeführt von E. Kcholz, Eisendahnftr. 36 b in. Soeben«schien: Deutscher Handwerker-«.Arbeiter- Notiz-Kalender für da» Zahr 1887. Zu beziehen durch dw Expedition, Zimmer stratze 44. Soeben ist erschienen: Aer .enewelt-Kalender für 1887. hebee tbe» AuS dem reichen Inhalt hervor: ReichShauthaltS-Stat be« Devt. scheu Reich».— Zeebeocheue Kette». Sr« »ählung von Rob. Schweichel.— Bie- tiqe Feaue»»üb Haurneusche».— Est, Pevlelaeieekiub. strzählungv.ELanger. — D« K«Mpf»wische» Fe»«». W»ff« i» b« Welt. Von P. vt«. Kitzler.— Wie««» ei»« Milio»»«bimt.— Fli«. >t»»« Bit»«(humoristisch). Ate Grativ-KrUage», L Lucia. S.«attecattd. st. Bluuche. 4. Die keibe» Alte». stt» KauMalernb«. etutt|«ri Zu beziehen durch die Grpebttie», Ii» »erstraste 44. WiederverkLufer erhatte« hohen Rabatt. Sorben ist im Verlage von I. H. W. Dtetz in Stuttgart«schienen: Internationale Bibliothek Heft I. Die Darwin sche Theorie. und Kolporteure, sowie intde- Prei» pro Hest 50 Pf. Zu beziehen in Berlin durch all« Buchhandlungen sondere durch Allen Freunden und Bekannten zurNw? datz ich ein SchankgeschSst J Landobergerftr. 3 im Keller eröffnet l' (für gute Speisen und Gttränke ist b(ß% sorgt„B«l. VollSdst" und„Baugewerklä? liegen aut. Hochachtungtooll A. Bekanntmachung- öriliche VnwailungtfieUe Be:lin G. v.. futt« Bezirk), zur Nachricht, daß du M und Gesundmeldungen von Fieitag,: 22. d MlS.» ab bei dem BevollmächiiateN» Lorenz, Langestr. 22, 2. Quergeb. 2 Tr- finden. Sprechstunden Mtttag» von 1�"» IV« Uhr und Abend» von 7'/,— 8V, Uhr.L Krankengeid wird jeden Sonntag. Vol»� von 9-11 Uhr, Lichtendergerstr. 17, 3«®� Autz«oid«ntl. Gennalveriammluna ter� o lieber der Kranken- nnb KegräbtttBk fLr die t« Kerliner Gürtler-«. gewerb« beschäftigt« Personen(*,% Sonntag. Orr. 24. Ottdr� Vorm. 10'/»% Lovtienstädtischen KonzetthauS, Alte T. O.: 1. Rechnungtlegung. 2. R-chrw, dettcht de» Volstandet üd« den Stand den im Umlauf befindliche« Gerüchten get] 3. Wahl einet»wetten EchrifisühreiS. «lag« det Vorstandet über den Kran». iongritz i» Gera ev. Beschickung d-ff- I schieden«». Qutttungtb. legtttm.— »u unserem 2. Sttflungtfest. Konznt Prof. v. Brenn« u. Ball, weichet a« �» in d« Philharmonie staitfirdet, fin?. Zahlstellen d« Kofi« und bei den Mitgliedern zu haben. Dameuhüte w. a. f. 50 Pf. Reichenberge�> Dl« höchsten Preise für getragene Kl�Ä stäche, Ketten und Masche werden Clj 894]_ Ktostrrstr. 2" Frdl. Schläfst, zu vm. Naur ynstr. 77 v. 111 � Eine fttunbL Schlafstell« für 1 oder 2 � Arbeitsmarkt. Tüchtige Vergoldergehils� auf geschweisie Gardinmdreit« verlang 897] Thurmst?atz?ÄÄ� Tüchtige Stuhlmache� - mewamjchen MSdelfadrU� i finden dauernde Beschäftigung bei bod//� sitzen od« LS...... 7—6) in d« mewamicyen wevoeu«�"«, 893]_ Grotzi FrankfurtttM� Geübte Auleger u. Bogeus��, für die lithographisch« Schnellpufft. Z'uqntffen««den»«langt von ilK 896] Ott» Troihsch, Telwwttst�> * Kchahmacherceseve« auf Autdefiern, sowie auf Hnren« Lederpantvffeln(fertige Keile zu) � � Kl. Rosenthalnftr. 11(Kell«) ■«antwortlich für dm»oltttschm Theil und Soziale»«ax �Verrine für dm übrigen Theil der Zeitung«. Ereahew. sämmsti» v