Nr. M7. Freitag» de« 22. Oktober 1886. III. Jahrg. erlmrWksdl«» Brgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Das„Berliner VolkSblatt« '''~'-----. Abonnementsprei» für Berlin frei utuiiumu� Afuu n)5�cntltd& 35 ißf. �Eoficibonneincnt Pf. EonntagS-Nummer mit der illustrirten Beilage 10 Pf. getragen in der Postzettungspreisliste für 1886 unter Nr. 769.) JnsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmartt 10 Pf Bei ößeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden biS 4 Uhr Nachmttagl der Expedition, Berlin SW� Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohm Erhöhung des Preises, angenommen. R-daKtion: Kenthstrnß« S.— Erxediti-»: Zt««erstr«ß« 44. „Nttblüdnuz m ß«Ml u«d Arbeit" fa rennt die kapitalistisch« Presse jene Festlichkeiten, welche die Besitzer großer EiablifsementS bei den Zubilien der« selbe«, bei Fertigstellung der tansenbsten Maschine ober bei ähnliche« Gelegenheit e» veranstalten. Ei geht dabei dann»echt flott her, die Arbeiter esse» eine» Tag la«g einmal gut, der Prinzipal stoßt mit ihnea auf die„Verbrüderung von Kapital und Arbeit" i» wohl» wollender Freundlichkeit a«— er weiß ja wohl, daß die Arbeiter ihm sei» Kapttal erzeugt haben—, nachher giebt« ei» Tänzche«, bei dem die Fabrikantentochter sich mit einem Wnisiihrer echauffirt. der sich extra zu dies«, Zeremo»ie ei« paar weiße Glaoehandschuh gekauft hat, die seine« dicke« Fäusten absonderlich genug stehen, und gege« Mitternacht donnert ein Tusch durch de« Festsaal, einig« Hoch« und Hurrah'« werden noch ausgebracht, und ei« schnelle« Ende hat die„Verbrüderung von Kapital««d Ar» bei»' erreicht.--- So sieht sich meist e i« solche« VerbrüdmevySfest a, wie da« avdere,««d hat«an einmal einen Bericht in der kapitalistischen Presse über eine derartig- Feier gelescn, so kann man die nachfolgenden über denselben Gegenstand fast auswendig.. �, m Sine Autaah«« von der Regel aber macht ei« Bericht, de« wir über ei» Fest lasen, welche« feiten» der Verwaltung der Görlitzer Maschinenbau-Anstalt und Eisengießerei am vorige« Sonnabend„ihren Arbeitern bei Gelegenheit der Einweihung de« neuen überaus greß« artige« Etadltssemcnt« unter Zuziehung der Spitzen der Be» Hörde« und sonstiges Notabilitäten im Saale de« Wilhelm- theater« veranstaltet worden war." Di« Leser möge» de« schwerfällige« und schwerwiege«« de« Satz verzeihe»— wir habe» ihn nicht verbrochen, er steht genau so in de« F-stdericht, de» wir in einer konser» vative» Zeitung lasen. Bei all' de»„Spitzen" und ,No- tabtlitäten" mag e« de« Arbeiter« recht schwül um« Herz gewesen sei«. Der vorliegende Bericht hebt zwar auch an:„Ver» brüderung von Kapital und Arbeit war da« Motto in einer Festversammlung u. s. w."— aber dieser Bericht ist äußerst unvorsichtig, er verräth de» eigentliche» Grund, weshalb die Gesellschaft ihr Gewissen erletchter» und de« Ardeitern die viele« erlittene« Unbilden vergesse« mache» will. Es heißt nämlich in dem Bericht wörtlich: „Die Gesellschaft mußte große Kämpfe durchmache«, ehe sie diese« so aothwendig gewordene» Neubau, der de» Arbeitern nicht nur Licht und Luft z«. führt, sonder» auch eine» Aufschwung de» Geschäft« und Autnutzung der vorhandenenKräfte gestatte« JeniTeLon. Nachdruck o ertöten.]_[g Im Hanse des Verderbens. Kriminalroman. Von Reinhold Ortman«. . fuhr Cert erbleichend auf..Hast Du MMWSÄ j©" KSNLiNM spät wäre, so hättest Du mich zum elendesten Mensche» ge- macht I" „Ich? Du weißt nicht, was Du redest, Curt!' „Ja! Noch vor einer Swnde hätte mir»ich» allzu viel daran gelegen, wen» ich mir angeficht« der Unmöglich» kett, au« dieser Klemme zu kommen, eine Kugel vor den Kopf schieße« mußte,»der jetzt— jetzt, nachdem ich diese« Mädchen gesehen habe, nachdem mir die verlockende Mög' ltchleit vorgaukelte, fie zu besitze», und wäre e« auch nur für eine» einzige» Tag. jetzt hätte ich nicht mehr den Math v'?'!? wiederzugeben.*) Seitdem der Schwerpunkt der Erziehung immer wehr der Familie enttückt wordm ist, find der Schule immer viel» stiiigtre Aufgaben zugefallen; all« Keime, die für ein«„harmo- nische" Entwicklung de« Menschen nöthig find, müssen in der *) Der Ardettsunterricht, eine pädagogische und soziale Rothwendigkett, von R. Seidel, Reallehrer. Tübingen» Liupp. PrerS 2 M. decke«; er wird nur eine« Fühler vorgestreckt haben, wie e« die Art jener vorsichtigen Geschäft«!»»« zu sein pflegt. Und da er eben so gut weiß, wie Du selbst, das» die Unter» fchrift Deine» Onkel« nicht« wetter ist, al« eine Nachahmung, so hat er diese vielleicht vor der Hand voch au« dem Spiel gelassen. Jedmfall« darfst Du nicht vor dem erste« Blick Deine« Onkel« zusammknkioppen, wie eine gekn'ckre Ltiie, und wen« er irgend welche Anspielungen auf Derne Ver» bindungc» mtt dem Halsadschneidn macht, so stehst Du ihm offen in'« Gesicht und sagst, da» hätte Alle« ferne Richtig» kett und würde im rechte« Augenblick in Ordnung gebracht werden." .Aber ich bttte Dich, Paul, damtt würde ich ja vollends alle Brücke» hinter mir abbrechen." .Im Gegentheil, damtt wirst Du feine» Argwohn ab» schwäche» und da« ist voretst die Hauptsacht I Noch«inmal rath ich Dir, sei hetter und unbefangen, liebäugele»ach Herzenslust mit de« blonde« Wachspüppche« und laß Dich durch nicht« au« der Fassung dringen." .Und wa« soll weiter,— wa« soll morgen geschehen?" .Da« wisse« bis jetzt nur die Götter!— Ader e< wird anch morgen Rath werde« I In vterundzwa-zig Stunde« kann Mancherlei geschehe», und wo eine« der Zufall im Such läßt, bleibt al« letzte« Mittel immer»och da«, wa» man im Spiel.Glück korrigttm' nennt.' Al« die unerwartete« Gäste da« Zimmer de« Herr« vo» Brandmstei» verlasse« hatten, blieb e« eine ge» räum« Weile ganz still in demselben. ElSdeth fördert« ziemlich verlegen ihre Handarbeit, und de» alte» Herr»»ah« eine ganze Reiht nicht sehr angenehmer Gedanke» in An» spruch. Plötzlich fiel sei» ernster Blick, der bi« dahin an den Baumkrone« de» Parke« gehangen hatte, auf da« junge Mädchen und rasch ftazte er: „Wie haben Ihnen den» die junge» Herren au« der Stadt gefalle»? Nicht wahr, da« ist doch etwa« ander««, al« ei» simpler Gutstnspektor?" Elsdeth sah verwundert auf. „Nun, verstehen Sie mich nicht? Mein Herr Neffe hat doch augenscheinlich alle Borberenunge« zu einer reget» «eaniwmt in der Schule gepflegt werden, weil ste im Eltern« Haus« bei dem heutigen Zustande dei Familienledent verlüm» mem würden. Die Schule hat z. B. im Turnen die Hebung der LirpeltrSite übernommen, weil iu Hause, besonders bei unseren großstädtischen Wohnoerbaltnissen, die gesund« Berne« gung und Kraitbethätigung der Kinder vielfach ganz unmöglich gemacht ist. Nimmt man diesen Standpunkt ein, so' wird man der Schule in ihrer jetzigen Verfaffung den Vorwurf nicht ersparen können, daß ste dai bloße„Wiflen" zu«inseitig de« günsttgt, daß ste viel weniger für dai„Können" und selbst« ständige„Schaffm" sorgt, daß fie gerade durch Vernachläsfigung de» ArbeitSunterrichte» Fähigkeil cn unentwickelt läßt, deren Entfaltung zur Entwicklung drS ganzen Menschen nochwendig und»on den segensreichsten Folgen ist. Die Frage dei ArdeitiuntenichteS würde schon damit mt» schieden sein, daß der größte Theil der Schüler später von seiner Hände Arbüt leben muß, und daß ei schon deshalb wichtig ist, ihn iür die wesentlichste Thätigkeit seiner Zukunft vorzubereiten. Dabei kann man zugleich— gan» ändert alt e« heute durch Eltern und Lehrer geschiebt— seine technischen Neigungen und Talente beobachten und den für ihn geeignet« sten Beruf feststellen. Eine für daß ganze Leben so wichtige Angelegenheit wie die BeruiSwahl für den entlaffenen Schüler wird heute mit sträflicher Oderflächlichkiit erledigt, weil man so gut wie gar keine Gelegenheit gehabt hat, die besondere Befähigung für diese« oder jeneS Gewerbe kennen zu lernen. Der Arbetttunterricht würde hier sofort die nöthigen Anhalte * Er würde aber zugleich in mächtigster Weise die Ziel« fördern, welche man durch den heut« so vielgcrühmten A n« s ch a u u na s Unterricht zu erreichen hofft. Seidel bemerkt mst Recht:„Wir lernen einen Gegenstand nicht durch bloße« An« schauen kennen; wir lernen ihn nicht einmal dann recht len- nen, wenn wir ihn außerdem noch befühlen, beritchen, de» schmecken und behorchen. Wollen wir ihn gründlich kennen lernen, so müssen wir ihn zerschlagen, zerstoßen, zerschneiden, in ihn eindringen, ihn zusammendrücken, ihn auS« dehnen, ihn erhitzen, ihn abkühlen, kurz wir müffen ihn formiren und deformiren, d. h. wir müffen ihn dearbeitm. Di« meisten und wichtigsten Eigenschaften der Dinge find der Menschheit nicht durch die Anschauung, sondem durch die Le- arbeitung bekannt geworden. Die Anschauung ist also mit »richten die einzige Quelle der Erkenntniß, eine ebenso wichtige ist die Arbeit." Man hat in den letzten Jahrzehnten neben dem Nutzen de» Turnen« besonder« auch den de« Zeichnen« hervorgehoben. All« Wirkungen de» letzteren würde aber der ArdeUSunterricht in gesteigertem Maße darbieten. Denn während man beim Zeichnen nur den Sinn für die Form und Größenverhältniffe der Außenwelt weckt und erzieht, bringt der ArdeitSunterricht daneben noch die viel wichtigeren Vorstellungen über Härte, Lildbarkeit, Gewicht und sonstige Beschaffenheit de« Stoffe« z NN Bewußtsein." Da« Ausführen korrigirt daZ Zeichnen, da« Machen und Herstellen eine« Gegenstande« steht an Bildung««, Anziehung«« und BefriedigungSwrrth weit höher al« da« Nachmachen eine« Gegenstände« auf dem Papier, da« Zeichnen." Zugleich wird dadurch in dem Kino der Trieb zum Erfinden und Reudilden, der Schaffen«- und Schöofungidrang 5 wältig gesteigert, der heute nm in manchen Spielen(Zu« mmensetzen, Baum u. s. f.) seine kümmerlich« und pädagogisch gan, ungrlettete Befriedigung findet. „Eine Stund« Arbeit wird deinen Zögling mehr Dinge lehren, al« er au« einer tagelangen Auseinandersetzung im Ge- dächtniß behalten würde"— hat schon Rousseau gesaat, und die Aufgabe der nächsten Zukunft wird«S sein» diese Erkennt« niß endlich zur Anwendung zu bringen und dem Unterricht da- durch zugleich jene Abwechslung und jenen Reiz zu verleihen, deren Abwesenheit heut« den Kindern meisten« die Schule wie «in ZwangShau« erscheinen läßt. Politische Ueberstcht. Die soztaldemotratrsche Fraktion de« Deutsche» ReichZ« tage« erläßt nach der„Boff. Ztg." folgende Erklärung: Da« Ucthetl der Strafkammer de« Freiberger Landgericht« gegen «in« Anzahl unserer Genoffen, dai seinerzeit in den weitesten Kreisen der Bevölkerung da« alleipeinltchste Aufsehen erregte, ist durch den M. Strafsenat de» Reichlgericht« durch Verwerfung der eingelegten Revifion formell destätigt worden. ES dllvet alsodi-s-i merkwürdige Urtheil von nun ab«in« Art RechtSbodrn für ähnliche Prozesse wie jener in Freiberg, so sehr die reichSgericht« licht Auffassung auch dem RechtSdewußtsein de« deutschen Volle« y Ä/v»» w» w uiv v||i3»vi*c9 Organ der sozialdemokratischen Partei aufzuheben; 2) die Voll» mochten, die seiner Zell die Etgenthümer de« Blatte» der je» welligen sozialdemokratischen Fraktion de« Reichstag« ein- räumten, in deren Hände zurückzugeben. Im Uebrtgen über« lassen wir jedem Em, einen, wie et sich zum„Sozialdemokrat", der Dank dem Vorgehen unserer Gegner stchrr seinm großen rechte« Belagerung Ihre» Herzen» getroffen. Scheint sich auf dergleichen zu verstehen, der Zunge.— B'.o wirklich »«»gierig, wie lange er brauche» wird, de» Holmfeld au« dem Sattel zu hebe» I" Eine purpurne Rölhe übergoß Elsbeth'« Antlitz und hastig stand ste auf. „Eine solche Schlechtigkeit traue» Sie mir gewiß im Ernst nicht zu, gnädiger Herr," sagte fie mit bebender Stimme.„Ich habe mir gegen diesen junge« Herr« nicht« zu Schulden kommen lasse» und beging ich, ohne e« zu Wissen, irgend eine Ungeschicklichkell, so hat fie gewiß kein so kränkende« Wort verdient." Der Baron hatte diese leisen, aber mit der volle« Eni» schiedenheit verletzter Echuldlofigkeit gesprochene» Worte mit Wohlgefallen angehört; er ergriff ihre Hand und zog fie dicht an seiee» Lehnstuhl heran:„War ja auch gar nicht so schlimm gemeint, mein liebe« Zungferchen," begütigte er. „Wollte nur einmal auf de« Busch klopfe», und ist mir Snz lieb, daß Sie nicht« wisse« wolle« von solche» Lieb- aste», bei denen im besten Falle«icht» andere« heran«- kommt, al« Trübsal»ud Herzeleid. Halte« Sie sich die Fremden vom Leibe, und wen» sich einer von ihnen unter» stehe» sollte, e« gar zu bunt zu machen, so sagen Sie mir'« offen und ehrlich; ich werde dem feine» Herr« schon eine Vorlesung über Brandensteiner Sitte« halte«.— Und nun genug davon!— Ich will mir von«einem Besuch uicht länger die gute Laune verderbe» lasse»; wir habe« ja»och »icht einmal die Postsache« durchgesehen. Wa» gieb»'« den» da Gute«?" Elsbeth trat an de« Tisch und la« die auf die Um« schlüge der angekommen« Briefe gedruckte» Finne» und Psststempel. „Tin Brief von Mtyer Nathans»» au» B.," sagte fie, dm» Baron da» schmutzige Hanfkouvert mit frageuder Ge« berde darbietend. „Nathanson?— Habe von einem solche« Kerl«och »iemal« etwa« gehört?— Wird irgend eine Ankündigung over sonst ein Schwindel sei»!— Können'« mir ja vor« lese»!' Elsbeth schrill de« Umschlag auf und entziffert»»icht Leserkreis nitt nur behalten, sondern noch erweitern wird, stellen will. Deutschland, Mitte Ottober 1886. Zur Bertiuer Eesatzwahl. Der Freifinn hat nunmehr durch seine Vertrauensmänner endgllttg Herrn Klotz zum Kandidaten erwählt. Herr Brsuereidirektor RSsick«, der eine Zell lang in Ausficht genommen war, hat bekanntlich erllärt, er würve all-rdtna« in der Lage sein, ein Mandat an» zunehmen, aber nicht in Berlin,«eil er nicht, wie die„Freis. Ztg.", zu denen gehöre, welche dai fteifinnige Programm ledtz» itch in fortschrittlichem Sinne auszulegen bestrebt find. Herr Röstck« paßt darnach Keffer zu den Mlltelparteilern.— Kommer« ziemath Simon, d:r frühere Direktor de» Hamburger Bahn, den nie National liberalen im 1. RetchktsaSsahlkreise al« Zähltandidaten aufstellen wollen, hat bei den letzten allge» meinen Stadtverordnetenwahlen al« antisemitischer Kandidat stgurirt! Die Nationallideralen find also gegen den Verdacht der„Kreuz Ztg.", durch die Aufstellung deffilben die semitischen Elemente de« Wahlkreise« kapttoiren zu«ollen, vollständig geschützt.— Im Ganzen macht bisher der Wahl- feldzug der bürgerlichen Parteien einen recht kläglichen Eindcuck. Der§ 22 de» Eozialistengesttze», wonach dem Verur« theilten in jedem Landetpoiizeidezirk der Aufenthalt oer« sagt werden kann, außer an dem Ort, wo er zuletzt V» Jahr seinen Aufenthalt hatte, ist w Sachsen nunmehr zweimal in Anwendung gekommen. Der erste Fall war der de« Abg. K a y s e r in Dresden, wo im Jahre 1881 die in. Strafkammer de« Landgericht« fich für Anwendung diese« Paragraphen ent, schied. Außerdem find in ganz Deutschland nur noch 2 Fälle bekannt, in Altona und Stuttgart, wo e« fich aber um dauernde und langjährige Verbreitung handelte. In Berlin hat e« das Landgeria-t einmal ausdrücklich zurückgewiesen, gleich im ersten Fall der Verbreitung auf die Zuläsfiakeit der Anwendung diese« Paragraphen zu erkennen. Im Reichstag ist leider noch niemals Veranlassung genommen worden, auch nicht bei der Berathung der Verlängerung veS SozialtstengesetzeS. über diesen Paragraphen zu reden. Der Versuch dei Abg. Keyser, in der letzten Sozialistenzesetzkommisfion die Anwendung diese« Paragraphen zu debmideln, tonnte darum keinen Erfolg haben, «eil die sozialdemokratische Fraktion die Brtheillgunz an de: Kommisfion abgelehnt hatte. Im Plenum aber werden diese Ersparnisse von den allgemeinen Erörterungen und den Ser» liner Vorgängen in den Hintergrund gedrängt. Hoffentlich kommt die Sache nunmehr einmal gründlich zur Sprache. Beschränkung de« Petittoutrechte« der B'amtev.'Die preußischen Minister haben an die Regierungen folgenden Erlaß gerichtet:„Dai Interesse an der Aufrechterhaltung der Diöziplin erfordert e«, daß der unter den Beamten neuerding« immer mehr hcroortrel enden Neigung, in Kollektivvorstel« lungen ihre Wünsche bezüglich ihrer dienstlichen Verhältnisse d-i d-n vorgesetzten Behörden zum Auidruck zu dringen, mit Entschiedenheit entzegengrtreten«erde. So wenig e» den einzelnen Beamten verwehrt werden soll, für ihre Person An» träge und Wünsche, welche ihre persönlichen und dienstlichen Vrrhältniffe dettcffen, dei den vorgesetzren Behörden zur Sprache zu bringen, so können doch Agitationen ganzer Beamten» t lassen, weiche bezwecken, durch Kollektiveingabcn ihren des fall figen Bestrebungen größeren Nachdruck zu Perlechen, und welche geeignet find, die Subordination und den guten Geist unter den Beamten zu untergraben, nicht geduldet werden. Von diesem Gl stchjSp unkte aus muß da« Vorgehen der Beamten, welche die im Eingänge erwähnte Petition(betreffend Umwandlung ihrer bisherigen AmrStiiei) mit unter« schrtiben haben, gemtßbtlligt werden, und eS ist den Beamten über daS Unzulässige und Unangemefiene eineS derartigen ge« meinsamen Vorgehens eine entsprechende Eröffnung zu machen und find dieselben vor ähnlichen Schriften zur Vermeidung schärferer disziplinarischer Maßregeln zu warnen."— Dieser Erlaß enthält einen schweren Eingriff in die verfaffungSmäßtg garantirte PetitionSsreiheit. Sind Schäden wirklich all« gemein vorhanden, so ist eS auch nöthig, daß der Petition«» weg g e m e i n s a m beschritten wird. Ein Vorgehen hier« gegen bedeutet weiter nichr«, al« daß gerade die verbrettetsten Mißstände am wenigsten kittstrt werden sollen. Subordination ist unter gewissen Umständen ein ganz schöne« Ding, fie darf aber keinesfalls dazu dienen, Schäden und Mißbrauche in der Verwaltung am Leben zu erhalten. Ei»?ozialtfte»gesetz soll nach einer Mtttheilung de» „Hamb. Corr." auch Schweden erhalten. Die Sozialisten gedenken bereits auS dem umlaufenden Gerüchte von einem Ausnahmegesetz Waffen zu schmieden unv bereiten Protest- und Aaitations-MeeringS vor, um fich größeren Anhang zu versch-ffen. Herr Hammerstei« hat seinen bekannten Antrag im Abgeordnetenhause nunm.hr in einem Gesetztntwurfe formulirt, so daß seine finanzielle Tragweite nunmehr zu übersehen ist. ES werden nach demselben, und zwar alS ein für alle Mal gesetzlich festgestellf, gefordert jährlich: für neue Parochien 450000 M, für Seminar und Vttariate 450 000 M.. Beitrag zur Ablösung der Stolgebühren 1500000 M„ BlSthümer 1 140 000 M., evangelisches Kirchenregiment 1 420 000 M„ = ohne Mühe de» Inhalt de« kurze», aber mit kaum leserlichen Kiähenfüße« auf eine» Papiersetze» geworfene» Schreiben«. Er lautete „Geehrter Herr Baron! Durch Ihren Neffe», de» Herrn Curt von Branden» stein, diu ich auf dem Weg« gesetzmäßige, GeschästSver- bindung in de» rechtmäßige» Besitz von Wechsel» imGe» sammrbetrage von zwanziatausend Thaler» gekommen. Diese find, wie Ihne«»icht unbekannt sei» dürfte, am 1. de« künftige» Monat« fällig, und habe« diese Zeile« nur de» Zweck, die fragliche Angelegenheit Ihne» und Ihrem Herrn Neffe» in'e Gebichtaiß zurückzurufen. Mich zu wefterer Geschäftsverbindung empfohlen haltend, zeichnet fteundlichst Metze, Nathanson." 8!« die Vorleserin aufsah, zuckte ihr beim Anblick de« alten Herr» ei» jäher Schreck dnrch die Glieder. Mit einer für seine» hilftlose» Zustand ungewöhnliche« Anstrengung hatte er fich halb von seinem Sitze erhoben, sei» gelbliche« Gesicht hatte eine vollständig fahle Farbe angenonnne»»ab die Hand, welche er mit wortlosem Keuchen nach dem ver- hüngnrßoollm Briefe auSflreckte, zitterte»icht mehr vor Schwäche, sonder« vor gewaltiger innerer Erregung. Völlig unbekannt mit der eigentliche» Bedeutung dessen, wa« sie selbst soeben gelesen, glaubte Siibeth nur an eine» plötz. liche» Krankheittanfall und mit einem Ausruf der Bestür» zung war fie a» der Lette de« Baron«. Dieser aber schob ste mit einer hastige» fast rauhe» Bewegung zurück und griff nach dem Papier, da« fie»och immer in der Hand hielt. „Sieht da« Alle«— wirklich— da?" keuchte er at äs.»."«;.'»« GeiMib« beider Konfesstonen 9 300000 M.— zufams« 14 260 000 M. Dagegen sollen fortsallen 9 022653,81& ES werden alko von den preußischen Eieuerzahlem zu Gw# der protestantischen Geistlichteit mehr verlangt rund 5 2370£w Mark. Da« ist erheblich mehr a!« eine Monatsrate der kommen« und Klaffmßeuer, nahezu da«, waS zwei Moium raten der Einkommensteuer nack Abzug der Erhebung!-!!' Kosten abwerfen und mehr ul« 25 xCi. d-ssen» wa« durch f lex Huer,« den Kreisen überwiesen ist. Uno für diese KW bewilligung verlangen die orthodoxen Herren auch noch e!«> Verringerung de« Einflusses de« Sraate«! Klerikale«. Vor Kurzem ist die letzce Lieferung der.A' schichte de« KuttmkampjeS" von dem bekannten ftüherm Ab geordneten und Redakteur der„Germania", Paul Majunü, erschienen. Es findet fich darin auch eine Zusammenstellt der Forderungen, welche die Katholiken bei der weiteren R»? fion der kirchenpolitischen Gesetzgebung zu stellen haben. Daw wird verlangt: Eine verfassungsmäßig« Garantie ihrer w giösen Recht», d. h. die Wiederhelftellung ver ausgehobut* Artikel 15, 16 und 18 der preußischen Velfaffung: eine!%* Bevölkerungszahl entsprechende Vertretung ihrer Rechte bei W Krone, analog ver früheren katholischen Abtheilung im Kulluß Ministerium: Einräumung eine« entscheidenden Etnflusi«' aufdie Schule; die Rückberufung der Ordeit! die Aufhebung de« Kanzeipsragrophen. Neben diesen sru»? legenden Forderungen veklanat H.rr Majunke dann noch/ Verwendung der angesammelttn Spirrgelder zu kirchka« Zwecken, Entfernung der StaatSpfarrer, Zurückgabe der t Litkalho iken benutzten Kirchen an die Katholiken und ähnlich? Man braucht nur diese Forderungen anzusehen, um zu/ kennen, wie die uitramontan-n Ansprüche mit jedem neuen 3� geständniß de« Staates wachftn. Netchspoft und Privatpost. Zu der offiziösen MittheWS t« liegt kein Anlaß vor, daS Sradtdriefporto hew setzen, btmeikt die„BreSl. Mgztn.": Allerding«, eine laffung liegt für Dr. Stephan nicht vor, da« Stadtbrl zu ermäßigen, insofern unter der Veranlassung Zwang standen wird; aber eine moralische Verpflichtung hat er' doch. Ein Institut» dai so ganz autschüeßlich nur ali_ Vermittler für da« Volk in seinem Verkehr unterein, l existirt, hat den Wünschen de« Publikum« Rechnung zu t In dem Momente, in welchem ernstliche Konkurrenz gl wurde, trat die Abficht, nachzugeben, merklich hervor. durch die thörichle Konkurrenz de» Lloyd die Gefahr schwächt wurde, erhob die ReisSvost wied-r da« Haupt Ter günstig',« Moment, der Post Zugeständnisse adzm ist verpaßt. Nur die Anspannung aller Kräfte wird ermögl! können, die Situation für da« Publikum ebenso günstig stalten, wie fie vor fünf Monateen gewesen. Der Schriftsteller Ferdtuaud Gilles, der seit me! Monaten mtt dem Abgeordneten Harm zusammen die Freie Pieffe für Berg und Mark" redigirte, ist vo?. Redaktion zurückgetreten und wird dem künftighin nm als externer Ritarbeiter seine Kräfte w Wir würden die Sache nicht erwähnen, wenn wir e« tür angezeigt hielten, zweien in zremlich weiten«reisen � breiteten Mißdeutungen entgegen zu treten, über deren J, lehrtheit wir aus guter Quelle informttt find. Ersten« ist nicht richhg, daß Herr Gille« wegen politischer Diffn� sich von Herrn Harm getrennt habe; zwischen beiden hat seit lärgeier Zett in dieser Hinficht da« beste Einvernib' bestanden; elle neuerdings vorgekommenen Differenzen J vielmehr rein persönlicher Art. Zweiten« ist die nicht richtig, ai« od der Rücktritt de« Herrn Gilles ein »ch«« Symptom für die Piosperiiäl de« genannten B/S wäre. Daffeibe hat st-b vielmehr al» vuichau« l-benisäb'f wresen. und ist Herr Gille« seldtit davon überzeugt, das Unternehmen unter Umständen sehr gllnftig«»uspizien werdcn dürfen. Einhandelt fich, nochmal« sei e» gesa. lich um persönliche Un-iquickliciike-ten. Die Verhaftung de« Slechttautvalte« Dedekind, Wolfendüitel wird mit„wrlflschen Umtrieben" in Verbind-!'' gebracht. Bestätigung bleibt natürlich abzuwarten..m Epremderg. Schon wieder Hauisuchungen! Die suchungen am Fiettzg, dm 15. d. M, waren kaum narn 5 botencn Schriften gerichtet, sondern e« galt wahrscheti�,, rvettere« Material zur Begründung der Amlage für den Anklage gestellten Vorstand de« am 25. Juni ße.ellwn-, Manufakturardeiter» und Ard eiterinvr. Verein? zu sammeln. Beim Vorfitzenden und Kasfiw � benannten Verein« forschte man nach auswärtigen«otMS e denzen. Bei dem Vorfitzenden war da» Resultat ßM*. j beim Kasstrer wurden dagegen Bücher und Mitglied erM»� Vereins beschlagnahmt; Korrespondenzen waren nicht vorh/�j Beim Kasstrer wurden auch noch verschiedene, schon med beschlagnahmte, aber immer wieder ausgehändigte sozial'' Schriften mitgenommen. Ferner wurde noch am 19- MonatS beim drtttm VorstandSmttgliede gehaullt' � wo ab« nichts deschlagnabmt wndin konnte-.,, Die zahlreiche Beihettigung dei der Abreise des außgew""� Schloff« Breil wird wirklich noch ein Nachspiel vol � Zorve« nur dunkel betriff, so sah fie kein Mittel,* beruhige«..p/ „Allerdirg« steht es so da, Herr Baron!" stl�?; fie.„Aber soll e nicht vielleicht eine Verwichsluog", „Eive Verwechslung?— Chol— Als wen« »icht Alles klar wäre wie der Tag I Diese plötzlicht v � sucht»ach dem Onkel— dieser wunderbare Besuch-".�i «iiK— fi« t Ubj:wa»%!A Uli -.----- de, künfttgea MA v:el älter uub sehr viel kindtml Liebe und Zärtlichkett— ha, ha! Thaler in Wechseln— fällig am 1. O, ich müßte schon sehr viel äll_____ ,.T. sei», wev« ich»icht da« ganze plumpe Gewebe mi> Blick durchschaute!" ,j Gr wollte roch etwa» hinzufüge», aber sei», der wild im Zmrmer umhergeirtt war, haftete««» fUns an seiner Lette stehende« jungen Mädchen, da»««» pi u«b verwundert zu ihm aufsah. Er brach plötzlich a�,,.? Empfindung, bereit« ,u viel gesagt zu habe», gad*9*' Fassung wieder. z „Süssen Sie mich jetzt allein, mein Kind/ tn mtldere«, aber«och immer zttternbem To».*34*/ mit mir zu Rath« gehe»! Dieser Brief hat-** sehr erschüttert." Elibtth gehorchte; aber mit einem gewisse« Widerstrebe«, und die Besorgniß, von der ihr f" war, sprach ou< dem lange» Blick, de» fie beim -Ä ZLesS�i aus de» Baron heftete. Mitte» in seinem Zorn wie Rührung über sei» Gesicht.„Geben Sit einmal Zhre Hand, Eisbeth!" sagte er. „So, und nun denke« Sie an unsere» J-P". machen Sie fich um meinetwegen keine unnütze® fßjii ist schon beinahe überwunde». Aber dieser Brief, Zögernd hinzu,„bleibt vorläufig ei» Geheimniß zw' BeÜ>e»,— vorläufig, bi« ich mit meine« Latsch-Uli im Klare» bin." E« klang da« so ruhig, daß da« mtt wttklich erleichtertem Herze» da« 3%,, ließ, während fich der Baron in seinem �Sej!„ lehnte und sich mtt geschlossenen Auge» sttsen überließ. s Regieru % % . tyi 3 Sid&l« haben. Zirka 27 Perkonm erhielt«» einen Etrafbefehl' wesen Vergehen» gegen die§§ 10 und 17 de» Lereinsgefetze» vom 11. Mär, 1850. Gegen diesen Ltraibefehl werdm wahr- scheinlich alle Einspruch nhtben, da man da», daß mehrere Per« sonen, welche einen Weg nach ihrer Wohnung haben, denselbm ouch. gemeinschaftlich denutzten, wohl nicht al» einen verbotenen aeschiofftnen Zug ansehen kann. Femer aevenkm noch meheere Angettazt« nachtuweiscn, daß fie gar nicht im angeblichen Zuge gewesen sind. .»«lichtiaunö. Auch da»„Leipz. Tag." bestreitet, da« 1 �!'icht über die Kölner Rede de» Tr. Jerusalem da» Wmt„Vierdantpolitiker" oorgelommen sei. Wir bedauern aufrichtig den J-rthum unsere» Mitarbeiter». Oesterreich-Ungar«. % der Sitzung de» österreichischen Abgeordnetenhauses pom Dienstag wurde ein Gesetzentwurf, betr. die Zuiammm» legung der V o r o r t e W i e n« in zwei Städte- Wablbezirle �handelt,«»her wählten die Vororte Wien, al» ländliche Wahlbezirle rndirett(Wahlmännerwahl). Der neue Ges-tzent« warf wurde angenomn�n. Die deutsMeralen Redner Dr Herbst und Sue« plaidirten lür eine Vermehrung der Adge. « e t e n, a h l für die Vororte.«eiche, gleich der Stadt WWZWS vattoe Lagn w'Kbm®0arflCoint in � W"' der That diese„liberale" Muster. dourgeotste ist, geht daraus hervor, daß ste die Kandidatur i0«"5 nn u0/, weil Ronvaux da» a l l g e- ZL? laK23 0 il1 L forderte. Der„Voss. Ztg." schreibt ««�>5 Ä>' �unde, daß Schöffe Ronvaux da» allgemeine «Ä». �» d« Kammer beantragen wolle, hat wie»ine 'tn«.schla,en. All« liberalen Blätter � �on da» Wahlrecht süc die Kammem geoen. Die Klerikalen wollen eben so wenig etwa» davon wrffen; ste«ollen eine Erweiterung de» Wahlrechte» durch- suhlen, aber nm in so weit, al» durch eine weiter« geschickte Sterwrberechnung«ine große Zahl ländlicher, dem Einfluffe ™.?�ru» unterworfener Wähler geschaffen und somit dos Berdleiben der Klmlalen in der Macht gestchert wird. Diese Verblüfftheit der Liberalen erregte hellen Jubel in den Regie« rungtkreisen und bei den Klerikalen, die schleunigst die Lage °u»tunutzen gedachten. Die Blasfabrti von Baudoux in Jumet ist mit HUfe von RegierungSgeldem dereit» wieder aufgebaut. Grotzbr§ta«»ie»« Der Polizeichef der City von Lordon ist fest entschloffen» den Sozialisten nicht zu erlauben, den Lardmayors-Umzug zu einer Demonstration der unbeschäftigten Ar» deiter auszunutzen. Er hat deshalb ein vchrctden an den Sekretär der sozialdemokratischen Föderation richten laffen, welche» wie folgt schließt:„Sobald der letzte Wagen vorüber ist, drangt fich die ungeheure Menschenmenge auf beiden Seile der Straße vorwärts und füllt die ganze Straße. Der Polizeikommtffar glaubt daher, e» sollte deren, welche eine Demonstration von dem angegebenen Charakter zu machen be« abstchtigen, einleuchten, daß jeder Versuch, dem Zuge deS Lord» moyor» zu folgen, von schlimmer Unordnung begleitet sein würde. Wahrscheinlich würde ernster Krawall und Grsährdung von Mensch-nleden die Folge seln. Er hält e» daher für seine Pflicht, diese» denen klar zu legen, welche Sie angewiesen haben, ihm zu schreiben, da jene in einer früheren Mtlthetlung durch Sie ihre Bereitwillsgleit ausgedrückt haben, alle» was in ihren«»ästen steht zur Aufrechterhält»»� der Ordnung zu thun, etwas, waS nach der Anficht deS PoltzeikommiffarS nm dadurch err.icht werden kann, wenn die fragliche Absicht auf- gegeben wird. Sollte bei ihr beharrt werden, so müffm jene Leute gewärtig sein, die volle Verantwortlichkeit der möglichen mmm »ahlen können. Sie werdm um einen Nachlaß von 40- 50(6» bitten, und soll eine Anzahl Tutsherrm dereit sein, einen solchm zu gewähren. Eltbeth legte m einem benachbarte« Zimmer einen Paletot an und setzte den breitrandigen Strohhut auf da« weiche, glänzende Haar. Sie that da« Alle, hastiger, al« e, sonst ihre Art war, um da« Schloß so schnell wie möglich »Rlaffe«. Eh« fie an» der zum Trepp nchau» führenden dw. 5elau8tI klemmung nicht erwehren können, aber der Bann war mit der Entfernung de» jungen Manne» von ihr gewichen, und erst die erste Warnung de» Oheim», vor Allem aber die un« heimliche Wirkung jene» auf de« N sse» und seinen Besuch bezügliche« Briefe« hatte« ihn auf'« Neue und mit ver» doppeltem Gewicht zurückgeführt. Wie sehnte st« fich darnach, letzt nur ein einzige» Wort mit ihrem Verlobten sprechen »« könne«, und von ihm zu erfahren, wa« fie thun und wie fie fich diesem Fremde» gegenüber verhalte« müsse l Ihre Leben,», fahrung war ja so gering, und von der große« Welt und ihren Gefahre« hatte fie nnr eine so unzureichende Borstellung, daß ihr da« Vertraue« m die eigene Kraft dasto mehr entsaak, je weniger st« fich von dem,«a» sie Vor einigen Tagen machte in England eine Dinkschrift de» Lord BereSford über den kläglichen Zustand der briti schen Rarine gewaltlgen Lärm. Jetzt wird eine kompetenteste Kundgebung veröffentlicht, die auch mit Rücksicht auf die englische" Armee Krebsschäden aufdeckt. Da»„Verl. Tgbl." melvet nämlich: Große» Aufsehen und Bestürzung er- regt ein Zirkular de» General» Lord Wolseliy, in welchem der» selbe erklärt, man habe mit Bedauern bemerkt, daß vielen OsfizUren aller Rangsftufen die nolhwendigsten Renntniff« mangeln, welche zur gehörigen Ausübung der Dienstpflichten eines O fizin» adsolut nothwendig find. Die Osfiziere müßten üderdie» viel mehr Zeit und Aufmerlsamleit der Instruktion ihrer Mannschaften widmen. Die Versuche der bulgarischen Regentschaft, einen Kompromiß mit Rußland zu Stande zu bringen, werdm von den russischen Chauvinisten als ein von Berlin und Wien eingegebener Schachzug angesehen, um den russtschm Einfluß in Bulgarien zu varalystren. Die„Nowosti Wremja" meint, von tiner Vereinbarung könne nicht die Rede sein, ehe nicht die interesstrten Osfiztere befreit, die Wahlen alS ungesetzlich erklärt, die Regentschast abgedankt und eine gesetzliche Regent. schaft berufen sei. Eine sofortige Okkup-ti-n verlangen die „Nowosti" und„Moßkowtkij, Wiedomosti". während die „PeteriburgSkija Wjedomosti",„Grashdanin" und„Swet" rathen, Bulgarien aufzugeben und nur ntsfische Interessen zu oerfolgen. Die Möglichkeit einer Ottupation scheint zunächst wieder in die Ferne gerückt zu lein. HInstchtlich der von der T ü r k e i übernommenen Rolle wird jede Jlluston, die auf bulgarischer Seite etwa gehegt worden ist, wohl schwinden müssen. Man trug fich in den Kreisen der vortigen Regierung mit der Hoffnung, daß Sadban Effendi der Uederdringer von Vorschlägen sei, die auf baldige Wiederherstellung ver gesetzlichen Ordnung abzielen; wie der „Voss. Ztg." telegravhisch jedoch gemeldet wird, gewinnt e» zusehen» den Anschein, daß die Instruktionen Gaddan'» den- selden lediglich zur— Unterstützung der Aktion de» General Kauldar» anweisen. Sehr klar erweist die» folgende Depesche de»„W. T.«.": Wien. 20. Oktober. Die„R. fr. Pr." meldet au« Sofia: Gadban Effendi überreichte der bulgarischen Regierung eine Note, in welcher Namen» der türkischen Regie« rung verlangt wird, den Zusammentritt d-r Sodrar.j: bi» auf wettere» zu vertagen. Da die rulfische Regierung mit den Wahlen und der Einberufung Ver Sodranje nicht einverstanden fei und ebenso die Mächte über einen Kandidaten für den bulgarischen Thron noch keinen Entschluß gefaßt hätten, da ferner mehrere Bulgarien detreffende Fragen noch schwebten und Bulgarien an den Berliner Vertrag gebunden sei, so würde der Zusammrntlitt der Sodranje ohne Zweck und Er» folg bleiben. Australie«. Der Gedanke der englischen Reich»einheit scheint zu seiner erstmaligen praktischen Bethättgung in Herstellung engerer Bande zwischen dem Mutterlande und seinen austra- lisch m Kolonien berufen. Ei wirken hierbei sowohl innere G-ünde al» der äußere Antrieb mir, den die Festsetzung de» französischen Einflusses auf den Neu-Hebriven bedingt. Letztere Thatsach» hat in der öffentlichen Meinung Australien» durchweg da» Emvfindei, hervorgerufen, daß die britische Machtstellung im Pccistc höchst ungenügend beschützt sei und daß daher England seine entfernten Niederlassungen entweder von fich ars wirksamer decken, oder fie in den Stand setzen müsse, dieS seldst zu besorgen. Nach Lage der Dinge kann e», somit Australien in Betracht kommt, fich nur um Herstellung eineS möglichst umfassenden maritimen Vertheidigungksy�em» handeln. Da» zu diesem Behuf« von der Londoner Udmtralität auSgeardettet« Programm schlägt nun die Schaffung einer zahl» reichen Flotte schnellfahrender Kreuzer vor. Bau. Ausrüstung und Unterhaltung dieser Flotte soll den Kolonien zufallen, indeß fich die Admiralität zur Bemannung derselben erbietet. AnderS die Kolonialngimmgen. Diese fordern, daß England die ersten Kosten für Erbauung, Ausrüstung und Be» mannung der zu schaffende« Kreuzerstotte trag«, während von den Kolonien nur die laufenden Unierhaltungikosten auf» zubringm sein würden. Beide Programme haben ihre Licht» und ihre Schattenseiten. Wenn englische Budgetrechner den Australiern vorwerfen, ste wollten ftch von England eine nagel» neue Krieglflotte schenken laffen, so tadeln wiederum politische Kasuisten an den Vorschlägen der Admiralttät. daß dieselben dem Mutterland« zumuthrn, Osfiziere und Mannschaften jür eine Flott« beizustellen, bi«, weil st« von Australien gebaut, aukgerüstet uno unterhalten werde, faktisch ganz außerhalb der englischen Einflußsphäre falle. Indeß, so lange betreff« der Hauptsache, d-s engeren Zusammenschlusses der einzelnen Theile des britischen Reiche», Uebereinstimmung herrscht, eröffnen fich dem Zustandekommen eine« Kompromisse» wegen der Au». führungsdetailS begründe!« AuSfichtrn. Da Englands Flotte in ihrer gegenwärtigen Verfaffung den Kolonien keinen nach» halttgen Schutz bieten kann, muß der maritime Apparat ange- messen verstärkt werden, und zwar müffm di« Kolenien pro bedrohte, einen klare« Begriff mache« konnte. Ihre« Ber» lobte« aufzusuchen, war aber unmöglich, den» er pflegte gerade um diese Zeit eine» Ritt über die Felder z« wachen, und die Furcht, sich zu verrathe«, hielt fie zudem ab. einen der andere« Beamte»»ach dem Oberinspektor zu frage» vo blieb ihr den» keine andere Zuflucht als der Bruder, der vatürl'ch längst mit ihrem Herzensgeheimniß bekannt war, und an de» sie wohl überhaupt zuerst gedacht hätte, wen« fie nicht trotz aller herzliche« Schwesterliebe von jeher eine gewisse ängstliche Scheu vor ihm««psunde». Heute ab» durfte fie nicht zaudern, fich ihm zu vertrauen. Sie war durch die Ereiguisse d« letzte» Stunde» zu jäh aus ihrem glückliche« Friede« aufgeschreckl worden, um fich nicht heiß nach dem Rath und Beistand eine« treue« Herzens zu (Fortsetzung folgt.) An» Kunst«nd Zeven. Brand eine» Theaters. Au» Ravenna wird gemeldet, Na» da» Vorttge Teatro dei filodrammatici total abbrannte. D?s Feuer brach in einer im TdratergebSuve befindlichen MSKWMH UZEAMKtz b finnungilo» au» der Loge gettagen, die Vorstellung unter. ein» früheren Nummer uns»«» Blatte» brachten wir die Nachricht, daß ein Theologe au» Rostock den Mummelsee durch- rata parte dazu beisteuern. Auf dies« Grundlag« dürste denn auch aller Wahrscheinlichkeit nach da» Kompromiß zu Stande gebracht und der Grund zu einer kolonialen Kriegsmarine gelegt««den. Amerika. Der Ausstand der Arbeiter b» großen Fleischwaaren» Versandt-Geschäfte in Chikago dauert fort. Da alle Ver» suche, auf schtedirichterltch.m Wege«wen Vergleich zu«zielen, gescheitert find, so haben die Geschäfte fremde Packer angestellt, müssen ab« unter starler polizeilicher Bewachung arbeiten, well ein Angriff d« entrüsteten ausstehenden Ardeiter befürchtet wird. Man kann stch eine Vorstellung machen, welche Höhe d» Handel mit g«äucherten Fleischwaaren in dieser gew«d« thatigen Stadt d« Vereinigten Staaten«reicht bat, wenn man bedenkt, daß im Laufe de» einen Jahre» 1885 an zwei Millionen Stück Rindvieh, eine Million Schafe und fünf Millionen Schwein« zur Verarbeitung eingeführt wurden,«a» ein« täglichen EingangSziffer von 25000 Stück entspricht. Rindvieh und Schweine w«den meisten» zu Kon« s«ven und Extrakten»«arbeitet, bevor fie Chikago vetlaffm. Da» Jahr 1881 war ein nußeroidentlich günstige» für dm Port»(Schweinefleisch-) Packer, ab« ein schlecht«» für die Schweine selbst, dem 5'/« Millionen derselben— etwa 19000 täglich— mußten in Chikago allein ih: Leben lassen. Die Ritter der Arbeit tagen bekanntlich in Rtchmond. Eine groß« Roll« spielt dabei der„Neger" Farrell, und um die Richmond« Haute- Volee mit ihren dünkelhasten Vor» urlhetlen zu ärg«n, kaufte man für Farrell und seine Genossen einige d« besten Theaterplätze. Die Folgen waren ganz überraschende. Man schreibt darüb«: Gestern Abend hatte d« Direktor de» Theater», al» eroon der schreck» lichen Thatsach«, daß Farrell in dm Reihen der New» Uirker Delegaten sitze, Kmntniß«hielt, gute Miene zu« dösen Spiel gemacht, um keinen Aufrrhr im Theat« zu v«anlaffm. Heute aber schrieb ihm Col. Castine, der Vorfitzende ve» Finanzkomitee» d« Mufik- Akaoemie od« d«„Mozait- Assoziation", in derm Saal da» Theat« statt» findet, daß laut Kontratt Farbig« nur zur Ballert« zugelassen v«dm dürfen und eine Wieverholung de» gestrigen Vorfall» einen Kontraltbruch tnvolvlren würde. Al» d« Manager de» Theater» da» hörte, schickte« dm Polizeichef Major Po« zu Powd«ly, dem Großmeister de» Arbeiterorden», um ihm sagen zulassen, daß« unter keinm Umständin Farrell in» Theat« lasse. Polizeichef Major Poe traf Powderly nicht, ad« ein andere» Ex»kutivmitglied versprach ihm, dahin zu wirken, daß die New Notker Delegation nicht in, Theat« gehe. Der Th:aterdireftor wirb vielleicht, um allen Eventualitäten au» dem Weg« zu gehen, da» Theater heute schließen.„Unsere Farbigen," sagt« der Polizeichrf zum Vertreter der„United Preß,„find so gut gezogen, daß fie gar nicht verlangen, neben un» im Theater zu fitzen, und nun kommen diese „eaotern fellows"(diese Burschen au» dem Osten) und wollen un» dt« Nigg« auf den Hal» hetzen."— Abend». Die Auf» reaung unter den Weißen nahm Nrchmittag» stündlich zu. Al»«» Abend wurde, versammettm fich Tausende von Weißen in d« Nähe de» Theater»,»um großen Theil bewaffnet, um ihre„sozialen Rechte", wie st« sagten, zu vertheidigen. D« PoUzcichef rieth zwar dem Theaterdirekior, da» Theater heule zu schließen: der aber wollte nicht, er lag«:„Wenn ich«inen Farbigen außerhalb der Ballerte im Theater sehe, werde ich dm Vorhang fallen lassen und dem Publikum sagen, daß an der Kasse da» Eintrittsgeld zurückgezablt wird." Die Weißen umstanden in dichten vchairm da« Theater, als e» 7 Uhr wurde, gingen aber nicht hinein; ste wollten draußen dir An» kunft der New Borker Delegation mit Farrell aswartm,— ob« fie kämm nickt. AlS der Vorhang aufging, faßm 75 Zuschauer und 15 Poliziten nedst ihrem Chef im Theater. Gerichts-Ieiwng. Eine ernnue cfeldbre au« der Zeit o« Wahlkämpfe im 8. Kommunal Wahlbezirk zwischen Vortmann und Picken» back beschäftigte vorgestern die 87. Abtheilung hiefigm Schöffen» Gerichts I in ein« umfangreichen Verhandlung gegen 2m Re» daklmr der„Staatßbürger-Zettung", Dr. Otto Bachler. Die „Siaatsb�Ztg." brachte am 29 Devemb« v. I. einen Artikel, welcher mittheilte, daß gegen die Wahl deS Stadtv. Vortmann, welch« bekanntlich üb« Pickendach gefieqt hatte, Protest ein» gelegt worden fei. Au« dem an vm Magistrat that sächlich ad» gegangenen Protest wurden dann einige mottsirende Stellen miizethellt. E» wurde u. a. behauptet, daß der Wahloorstand sehr parteiisch für Vortmann aufgetreten sei und sogar geduldet habe, daß in dm Wahllokalen auch von Nichtwabtderechtigtm eine wüste«gUation zu Gunstm Vortmann'« fich entwickelte. Die Wähl« Vortmann'« hätten sofort nach Abgabe ihrer Stimme eine Belohnung in Gestalt einer Freikarte zu einer an demselben Abend stattfindenden Festlichkeit mit Fretbt« jc. erhalten, es wurde ferner noch angedeutet, daß diese Freikarten vielleicht zugleich als Lezitimatton zur Grlderhebung hätten dienen sollen. Es wurde fern« mitgetheilt, daß nach d« ve« schwommm und ins Fremdenbuch daselbst folgendm Vers ein« gettagen habe: „So weit man auch schwimmt in de» Mummelsee's Rund, Di« Nixe zieht keinm mehr in den Grund." Der ganze Vorgang scheint nun di«„Nix-" um ihr al'e» Re» nommee desorgt gemacht zu haben, denn im Fremdenbuche finden stch unt« obigen Versen folgende gereizte Zctlm: „G börttst Du nicht zu dm Theologen, hält' ich vielleicht Dich herabgezogen; So ab« bist Du mir Wichse. Die Nix«'" Die Ausstellung der Bartholdi'sÄen Frethetttzgölttu auf Bedloe'S JZlanv ist, wie auS Nerv-Bock derichtet wird, ziemlich beendet, und wttdm jetzt Vorbereitungen zu der am 28. ds. stattfindenden Enthüllungtfet« getroffen. Die Fackel. welch« die Statue in d« rechten ewporgeftreckten Hand trägt, wird fünf elekirifch« Lampen enthalten, welche zusammen die Leuchtkraft von 30000 Kerzen befitzen«erden. Man nimmt an, daß da» Licht d« Fackel auf eine Entfernung von 100 Meilen sichtbar sein wird. Am Fuße der Statue werden vier elettrisch« Lichter angebracht werden, während das auf dem Kopfe befind» lich« Diadem mit Glühlampen versehen werden wird. Haudel tu Schwiegermütter«. Die Indianer im Jonaiatepek Distrikt in der Republik Mexiko treidm Handel mit ihren Frauen. Di« Rothhäute verkaufen entweder ihre Ehehälften gänzlich oder vermlethm dieselben füc«ine gewisse Periode. In letzt«cm Fall« kehrt die vttmiethet gewesme Gattin in da» Hau» ihre» Manne» zurück und wird von diesem mtt offenen Armen empfangen. Die Indianer im Diftritt Tenango find in Bezug auf den Frauenhandel ihren oben «wähnten Stamm«, genossen entschieden„Über", denn fie v«» handeln nicht nur ihre Gattinnen, sond«n sogar ihre— Schwiegermütter. Die letzteren stehen indessen nicht so hoch im Preise wie die«sterm, indem man ein„ziemlich ansehnliches Exemplar" einer Schwiegermutter derells für ein Lamm od« «in Fertel«stehen kann. Der«««este Komet, nach seinen beiden Entdeckern der von Barnard und Hartwig genannt, wird nach ein« vorläu» flgen Berechnung seiner Bahn noch ziemlich beträchtlich an Helligkeit zunehmen und am Adcndhimmel deshalb wahr» scheinlich gegen Ende November mtt dem bloßen Buge fichtdar werden. Besitz« von Fernrohrm mittler« Stärke können ihn jetzt bereits als«ine neblige Stelle im Sternbild de» Löwen, in d« Morgendämmerung nahe am Wefipuntt de» tzartzonte», sehen. h-uptuna dil Prottstt» d«' Wahsvorstand einer thwabtheHimz die« Ehrenamt nicht hätte bekleiden dürfen. weU derselbe lur, vorher wegen Betrüge» destraft wordm sei. Ferner enthält der Protest alle jene Momente, welche eine angebliche Wahl- deeinfluffang, Einwirkung auf iazmdlich« Arbeiter bewjtsm solüen und die seinerzeit Teg.nstand aussührltcher Ver» Handlungen im Wahlprüfung»« Au»schuffe der Etadt> verordnetm-Versammlunq und im Plenum selbst gewesen find. Der Protest ist bekanntlich seinerzeit al» unbegründet »mückgewiesen wordm. Da die Wiedergab« de» I'halte» de» Proteste» in der„vtaattb. Ztg." in der Form eine» selbst- ständigen Artikel» erfolgt war, so stellten die Wahlaorsteher Windeck und Plüschk« den vtrasantrag und traten außerdem al» Nebenkläger durch den Recht»anwalt Dr. Flatau auf.— Zur heutigm Verhandlung warm 21 Zeugen geladen, darunter ver frühere Gegenkandidat Vortmann», Herr Wilhelm Picken« dach.— Der Angeklagte erklärte, daß er lediglich dm Inhalt de» Proteste» wiedergegeben und eine beleidigend« Tendmz nicht verfolgt habe. Wie in einer später erlaffmen Berichtigung der„StaatSb Ztg.", so gab der Angeklagt« auch heute zu, daß Herr Windeck nicht wegen Betrüge», sondern wegen verleum- derischer Beleidigung verurthetlt wordm sei. Er beantragte aber eine Verlesung der Urtheiltgründe, aus w.Ichm fich er- gebe, daß e» fich in jenem Fall- auch um de trügerische Mani. pulationm bandelte.— Auf Antrag de» Rechttanwalt» Dr. Flatau wird jedoch lediglich der Urthetlttenoc, wie er in dm oerschiedmen Instanzen in jener Beleidtgungkaffaire ergangen ist, verlesm. E» ergiebt sich darau», daß Herr Windeck wegen verleumderischer Belltdigung eine» Herrn Echatz- schneider in erster Instanz zu 1 Woche verurthetlt, in drei ferneren Fnstanzm aber freigesprochen worden»st. Der Angeklagte beantragte nunmehr die Vertagung de» Termin», um Zeugen vorladm zu könnm, welche jenem Termin beigewohnt haben. Der ElerichUhof lehnt« jedoch diesen Antrag ab. da eS nur darauf an- komme, ob der Wahlvorsteher Windeck wegm Betrüge» bestraft ist oder nicht.— Die Beseitaufnahme wird nach vier oerschiedmen Richtungm bin«rhobm und zwar erstreckt dieselbe fich zunächst auf die B-Hauptung, daß in dem Wahllokal in Gegenwart de» Wahlvor stände» fich eine wüste Agitation zu Gunsten Vortmann'» entwickelt bade und zw-r auch von Nichiwahlberechtigten. Der erste Zeuge, Etaais archivar Dr. Bailleu, war währmd de» Wahlakte» in der Turnhalle der Eteinmeystraße Vertrauensmann der konser- vativm Partei. Daselbst leitete Herr Plüschke die Wahl. Derselbe habe fich nach seiner Meinung etwa» zu lebhast für die Wahl Vortmann'» tntereistrt. Beispielsweise habe derselbe einem Wähler, der nicht für Vortmann gestimmt, mit der Faust gedroht und Wort« gesprochen, die e wa so klangen wie:«Na «arten Eie!" Herr Plüschke habe später gesagt, daß der Mann ein guter Bekannter von ihm gewesen war. AI» später ein Nachtwächter Schulz für Pickenbach stimmte, habe Herr Plüschke bei der Prüfung der Legitimation deffelben unter starker Be> tonun» de» Worte«„städtischer" gestagt:„Städtischer Nacht- Wächter?" Manchmal habe derselbe an die Abstimmungen einzelner Wähler halblaute Kritiken geknüpft, wie:„Der defstrt fich auch nicht" tc. Daß Karten zu einer abendlichen Versomm- lung an einzelne Personm vertheilt worden, hat Z-uge gesehm, od di«S aber Karten zu„Freibier"»arm, weiß ec nicht. Auf Befragen de» Vertreter» de» Nedmiläger» bestreitet Zeuge, daß er dm geringsten Antheil an der Abfaffung de» Protestet ge» habt Hab«, dagegen Hab« er seine persönlichm Beobachtungen Herrn Pickendach milgetheilt.— BeztrUvorsteber Hu« Heese, welcher bei der Wahl al» Protokollführer fungtcte, erinnert fich solcher Vorgänge, wie fie der Vorzeuge bekundete, nicht. Auch weiß er nicht, daß in der Nähe de» Wahlltsche» ein fortschritt- licher Agent Karten an einzelne Personen oectdeist hat.— Herr Edvard Goetz, seiner Zeit Beisitzer bei dem Wahlakt, hat auch nicht» von dm belaftendm Vorgängen gesehm und gehört, giedt aber zu. daß ein Mann Karten vertheilt hat.— Der Schuhmacher Sticxcznic bekundet, daß er vor der Wahl bei dem Sozius de» Nebenkläger» Plüschke, Herm K�stermann, ge- «esm sei und um Ardest angesprochm habe. Er habe den ve- scheid erhallen, daß er nach der Wahl wiederlommm solle. «l» er da» Wahllokal detretm, habe dann Herr Plüschk« zu ihm gesagt:„Guten Morgen, Sie find ja neulich bei mir ge- wesm. Kommen Sie nur nach der Wahl bei mir. Sie wissm ja, weshalb." Er habe dann sein« Stimme für Pickenbach ab» gegeben, und al» er später wieder bei Herrn Küstermann vorgesprochen, habe man ihm die Thür gewiesen.— Zeuge Küstermann destreitet ganz entschieden, daß dem Vorzeuam au» irgend welchem politischen Gmnde keine Ardest gegeben sei. Derselbe habe stüher Ardiit für die WeihnachtSdescheerung aeliefert, dieselbe sei aber sehr schlecht gewesm, und da der Zeuge den R:klamantm gegenüber auch noch grob gewordm, so sei schon lange deschloffm gewesen, dem Manne leine Ardest mehr zu gedm.— Ucder die in dem Protest weiter behaupteten Umegelmäßigkeitm wird sodann Herr Pickendcch vertu mvm, der bei dem Wahlall selbst nicht zugegen war. Für dm Wortlaut de» Proteste» üdcmehme er ganz die Verantwortung. Er wifie, daß in der Versammlung, zu welcher im Saal« Karten au»geged«n worden, Freibier ge- gebm worden sei. Er habe dafür einen Zeugen, doch möchte er denselben nicht nennen, well derselbe vielleicht Schaven habm könnte. Er berufe fich auf den anwesmdm Zeugm Heymann, der das Geld dafür bezahlt hob«. E» seien etwa 80 M für Freibier gezahlt worden.— Dr. Bailleu Ist seinerseit» noch hinzu, daß er vom Hörensagm c fechten ha! daß einem Schuhmacher au» der Dmneaitzftraße gesagt war» den, er solle für etwaige Versäumniffe entschädigt werden. Er (Zeuge) hibe darüber«ich mst Herrn Plüschke gesprochen und dieser Hab« die Thatsache al» gesrtzltch ganz erlaubt hingestellt. R«cht»anwalt Dr. Flatau behauptet, daß dieser Schuhmacher ein engagirter Zettelvertheller gewesm sei. Im übrigen denn- tragt der Versteter der Nebenkläger, um die Glaubwürdigkeit de» Zeugm Pickmdach zu beleuchten, die Ladung von mehreren Zeugm darüber, daß derselbe dieselben angestiftet Hab«, jmm Prolest zu untcrschreidm, obgleich fie von dm Thatsachm gar nicht» wußtm. Der Gericht»hof lehnt diesm Antrag jedoch ad.— Zeug« Heymann. der kein Wahler jene» Bezirks, giedt »u, daß er bei Gelegenheit jener Versammlung in AttermannS Salon Bier zum Besten gegeben habe. Auf den Kartm sei al» Tagesordnung der Versammlung angegeben gewesen:„Ver- künvigung de» Wahlresultat»". Nach der Versammlung seien die Tisch« zusammen gerückt worden und t» habe fich ein kleiner «ommeri etablirt und er habe dann dm Wirth gerufen und ihm gesagt:„Was w der nächstm halben Stunde getrunken wird, dezahle ich!" Herr Pickmdach behauptet, daß in jener Versammlung auch«in Lied gesungm wordm sei, in welchem da« Freibier verhenlicht wurde. Herr Hepmann bestrettet die». —«ezirlSvorsteher Dr. Bärihold ha« gesehm, daß in der Aula an der Thür Kartm zu der qu. Versammlung an einzelne Personm vertheill worden find.— Sin Zeuge Winkler de» hauptet, daß derartige Karten in unmittelbarer Nähe de» Wahl- tische» vertheilt worden find. Von Beeinflusivngm jugmd» licher Arbester festen» de» Herrn Plüschke ist ihm nicht» de- kannt.— Der Zeuge BezirkSoorsteher Plüschke erklärt e» mst großer Bestimmtheit für eine Unwahrheit, vaß in dem Wahl- lokale solche Versammlungtkarten vertheilt worden feien. Die» sei außerhalb de» Lokal» gescheben. Der Zeugt bleibt trotz aller Voihaltungm der übrigen ZeugmauSsagen bei seiner Br- hauptung und fügt hinzu: ihm sei schon vorher gerathen wor- den, bei dieser Wahl besonder» vorstchiig ,u sein, da auch die kleinste Unregelmäßtzkeit Anlaß ,u Protesten geben würde. Die Affaste mst dem ftLdttschm Nachtwächter klärt er dahin auf, daß in dm Listen zwei Wähler gleichen Namen» standm »«,« Wörtlich und da habe er denn gestagt, ob der betreffende Wähler„städtischer Nachtwächter" sei. Er beftrestet auch ganz mtschieden, daß er die jugmdlichm Arbeiter seiner Fabrik angewiesen hibe, auf die Väter im Interesse der Wahl einzuwstkm, ebenso beftrestet er wiederholt mergisch, daß er einem Wähler mst der Faust gedroht. Er habe nur einen tbm bekannten Mann mit dem Finger aedrobt. Der Zeuge Dr. Bailleu bleibt dabei, daß er bei einer Unterhaltung auf der Straße den Plüschke an jene» Faustdiohm erinnert Hab«. Zmze Plüschke bleibt ebenso destimmt bei seinen entgegen- gesetzten Bekundungen, und beider Au»sagm werden proto- kollirt. Bezüglich de» Schuhmacher? Strczecm'c wiederHoll er die Bekundungen seine» Sozius. Danach will er, als Herr S. an den Wahllisch trat, denselben nur gefragt haben:„Sie waren ja wohl neulich bei mst, da müssen Sie noch mal wiederkommen." Im übrigen sei es schon längst beschlossene Sache gewesen, daß S. dir Weihnacht» arbeit nicht mehr er- halten sollte. Der Vo: fitzende, Afi-ssor Handiock, macht geltend, daß die Bemerkung, welche vom Wahlvorstandsttsch au» nicht ganz korrekt erscheine, dann doch ganz in der Luft schwebe, der Zeuge meint aber, daß dieselbe Herrn E. nur avistrm sollte, daß er fich seinm adsthnmden Bescheid abholen solle.— Der Zeug« Ohnesorge, gleichfall» ein Mitglied de» Wahlbureau», hat von allen behaupteten inkorrettm Vorfällen nicht» gesehen. Die Zeugenvemehmung, bei«elcher offenbar die Vorgänge vom Tage der ersten Wahl mit dm Vorgängm vom Tage der Stichwahl manchmal ineinanderlaufm, schließt mit der Ver» nehmung de» Herm Windeck, welcher von einer Ver- «Heilung der qu. Karten im Wahllokal nicht» gesehm haben will. Der Staatsanwalt erachtete den Artikel für de- leidigend und dm Angeklagten für strafbar, weil der Artikel al» ein selbstständigeS Werk zu detrachtm sei. stotzdem derselbe im wesentlichen mst dem Inhalte de» Proteste» übereinstimmte. Wa» den angetretenen Wahrhritsbewet» anbelange, so sei der- selbe in dm Hauptpunkten al» völlig mißlungen zu betrachten. Nur in einigm nebmsächlichen Punkten seien durch die Be- weisaufnahme äußer« Thatsachm erwiesen und Handlungen des Herm Plüschke zur Kmntniß deS Gerichtshofes gelangt, welche zwar nicht als ungesetzlich bezeichnet werdm könntm, aber von der beobachtenden Gegenpartei leicht als solche auf- gefaßt werden konnten und besser unterblieben wären. Der Staat» anwalt beantragte eine Geldstrafe ror 150 M. evrnt. 15 Tage Gesängniß, Konflikation der bezüzlichm Nummern und Vernichtung der Platten. Der Angeklagte beantragte sein» Freisprechung in längerer Rede, während der Vertreter der Nebenkläger besonders die Schwere der Beleidigung, welche ieinem Klienten Windeck zugefügt wordm, hervorhob und hier- für nm eine Gefängnißstrake als entsprechend« Sühne erachtete. Der Gerichtshof hielt den Artikel dmchweg für deletdigmd und den Wahrheitsbeweis für mißlungm. Nur die vom Zmgm Dr. Bailleu bekundete Thatsache. daß Plüschke einem Wähler mit der Faust gedroht, sei vom Gerichtshöfe als erwiesen er« achtet worden. Wegm der übrigm Beleidigungen müsse dm Angeklagten eine empfindliche Strafe treffen, da ihm der Schutz de»§ 193 nicht zugebilligt w-rdm könne. Die Sstafe wurde auf 500 M evmt. 50 Tage Gstängniß bemessen, dm Belli> digtm auch die Pudlikationsbefugniß zugesprochen. Straubing, 16. Ott. Wegen lleberschrestung des Züch- ttgurgirechtes wurde der Religio- slkhrer und Lo'alfchullnspettor K-flitki in FalkenfelS vom biefigen Lrndgericht zu 40 Mark Geldstrafe verurthetlt: er hatte zwei Knaben derart mst etnem spanischen Rohre geschlagm» daß fie etne Woche lang blaue Flecke batten. Münster, 18. Ott. Wegm Beleidigung de» Fürsten Bit- marck, degargen durch einen da» schnelle Aufrücken der Söhn« Bitmarck» im Slaatsdienste behandelnden Artikel, wurde heute von der hiefigm Strafkammer der Redattem der zu Oelde er- scheinmden„Blocke", Herr Holterdorf, zu 20 M. Geldbuße ver- urtheilt. Da» Strafmaß fiel deshalb so gering au», weil der inkriminitt« Aittkel nachgewi'sener Maßen ohne jede Bemer. kung wörtlich der nattonalltderalm„Straßdurger Post" ent- nommm war. Augsburg, 16. Oktbr.(Eine fromme Milchplantscherin.) Da» hl-ftge Landgericht verrnth eilte am 14. d. die Gütlersfrau Marie Etfinger von Utting, Amtkgericht Landtberg, welche längere Zeit bei ihren Milch lieferun am einer Quantität von stehen Liter Milch etwa einen Liter Waffer deimmgte, zu 30 M. Geldstrafe. Die Eifinger gab dir Anklage zu, wollte aber hier« bei nicht«ine NahiungSmittelfällchun, begangen haben; denn ste habe, ihrm und dm reliziösm Gefüblm ihrer verstordmen Eltern gehorchend, nicht yervöhnliche» Wasser, sondem ,.au» Gottesfurcht" und um weiter einer Lersllnvigung gegen Gast »u entgehen, Weihwasser beigemischt. Ste betrachte die von ihr degangme Handlung, Sprndung von Weihwasser an die Milch, al» eine» Dank für dll von ihrm Kühen ihr gewordene Gabe Gottes._ Kostale« mU> Arbeiterbewegung- Zur fnavzöffschen Srbetterbew-gung schreibt man der „Weserstg.":„Zu Lyon fand am letzten Sonnabend die Schluß- fitzuna de» GewertvereinkongresseS statt, der dort feit einer Woche tagte. Der Zweck de» Unternehmen» war die Fövera- tton der ftanjöstseden Gewerlvereine, welch« dt» jetzt in zwei Hauptgrvppen zerfallen: einersest» dll Gewerkoeretne, welch« zur„Föderalion der sozialistischm Arbester", d. h. der„posst- dilistischm" Partei gehören, al» Hauvtorgan da»„Proletariat", al» Hauptoertreter die Herrm vrouffe, Allemanc, Joffrin und Ehadert habm und unlängst die internationale Arbeiters onfe- ren, in Pari» veranstaltetm, andererseits die„Union des Cbambres syndicales" eine staattsozialtstische Schöpfung der Gambettistcn, wrlehe Wolbeck-Rousseau al» Minister de» Innern durch dm Chef de» von ihm nm eingertchtetm Gewerbes meau» Barderet in» Leben mfen ließ und welch« in der Provinz, namentlich in Bordeaux deträchl« lichm Anhang hat. Dll„Pvsstbilistm" warm ursprünglich international-revolutionäi und schwenkten erst fest fünf dt» seih» Fahren nach recht» ab; die„Barderetistm", wie man dll „Union" nach ihrem ministeriellen Schöpfer nennt, sollten ursprünglich den staatssostalistisch-nationalm Standpuntt»er- tretm, geriethm aber aller Llig in ein radikalere» Fahrwasser. So kämm Posfibilistrn und Barbuettstm auf dmselbm Stand- puntt und deschloffm, fich zu föderiren.— Die Resoluttonen in Lyon forderten: Achtstündige Ardest», est, Aufhebung des Ge- setze» gegm dll Internationale, Sozialtsation der»rbestsmsttel», Adschassung der Ardest in Gefängmssm. Klöstern und Waisenhäusern, nationall Föderation aller französtschen Gewerkoeretne Ver» werfung der Besetze über dll Gewerkoeretne und über dt« Schiedsgerichte in Streiksachm. Uufallverstcherung. Dll Ermächtigung ,m Einbringung de» Gesetzentwurf», betreffend dll Unfallverstcherung der Seeleute, in dm Bundesrath ist, dem Vernehmen der „Verl. Pcl. Nachr." nach, dieser Tage eingeholt und ertheist worden. Die Strohflechterei im oderm Theile de» östlichen Erz- gedirgeS liegt, besonder» in Gststng und Lltmderg, schwer darnieder. Wa» au» den armm Ardestern wird, darüber stnd fich dll Handeltblätter, die obige Rott, bringen, einig— im Todtschweigen. Etwa« vom Rothstand der Landwirthschast. Der SÄ Ä•"ÄÄK.teÄ,- Ä% lastung 1870: 3 927000, 1878; 30 075 072 Gulden. P sammm binnen neun Fahren 429, 036 773 fl. Der dui» schntttliche Schuldenstand einer zur exekuttom FttlbleM kommenden bäuerlichen Wirthschaft erhöhte fich um 36,8 tß- der Verkausswertb sank tm gleichen Zeitraum(6 Fah-e)«• 23, 28 pCt. Zahlen beweisen.. Etsenbatineu in Deutschland gllbt e» nach ew«r stellung de» Re chseisendahnamt'»(1.«vtil 1865) 36782# meter mit 12 095 Lokomottom, 22145 Personmwagm, 246 o« Gepäckwagen un» 1389 Pastsaaen. Da» Anlagekapital% läuft fich auf 9 612297000 Ma.k, also beinahe aus Milliarden. Die Thomaß-Schlacke«, d. h. dll bei der nach Giläw Thomat' M-thove vorgekommenen EntphoSphorung de» erzeugte« Schlacken, find, wie wir bereit? früher mittheul» al« ein gu e« Düngemittel erkannt worden. Sie finden in Landwttthschaft immer mehr Verwendung. Ja Arnsta«� (Thüringen) wird eine große Anlage zum Mahlen der Thon» Schlackm errichtet._ Die Konkurrenz der ostindischen vaumwolle** immer lp ößer. Dll Einfuhr derlei ben nach Europa best» vom 1. Fuli 1884 bi« 1. Fuli 1885 nach England 266# nach dem Festlande 524027 Ballen; im gleichen Zestral» 1885 83 nach Snvland 321 121 Ballen, nach dem Festl«'» 687 200 Ballen. Die Vereinigten Staaten find in ihrer Vw* wollproduttion durch diesen Wettbewerb arg bedroht. Uermischte». Da» Hunger« at« Sport. Hr. Succi, der schon J[ Mailand die Probe eine» dreißigräzigen hungern» mit Enn bestanden hatte, scheint da» Hungerleiden al» Sport detuV zu wallen. Ein v, suchet, der ihn in Rom traf, fand ihn 6» au» erfreut daß er demnächst wieder in Pari» dreißig hungern werde.„E-t wird die»," sagte er,„dll wiffensldE licht Weihe meiner dreiundzwanzig Hungert, uren(ein, di'JJ in Afrika und Ftaltm hinter mir habe." Er befindet fich* zeit im besten Wohlsein und bat wieder sein normale» Ks»? gewicht von 61 Kilogramm. Er ißt gut und auiztrbig: könnte meinen, er derette fich schon für sein fteiwillige»? in Pari» vor. Er hält täglich vier Mahlzeiten, verzehri Beetsteak», drei Dutzend Austern, Seefische und mehrere I steak». Fn Pari» wird er während leine» Hungern»/ Märsche in Milttäruniform und mit Sack und Pack us Eine Gesellschast in Pari», mit der er ein Engagement 1 gangen, hat!« ihm etne bestimmte Summe auszahlen un»?, Kosten bestreiten wollen. Er ztrht aber vor, auf eigene 9fr zu hunaern, und will auch jener Gesellschaft Prozente£ seinen Einnahmen abgeben. Außerdem beadfichtigr der sowj bare Schwärmer, einen Theil dieser Einnahmen für die düng ein«» Armenspttalt zu widmen. Ueber die chemische Zusammensttzuug dt« Mtstf#, oiingt„Fron" etne Notiz, der wir folgen sei entnehmen: Mensch desteht au» 13 Grundstoff.«, von denen fünf go#ß*! ufc»* ±%j vs# vi*' i v 1 1.«if öun vrQSN juiii gusi-'-u acht fest find. Der HiupldestandtheU ist Saurrstoli? t Zustand von äußerster Zusammenpr-ffuna. Ein Not®- und einem mensch von 70 Kilogn G-wiwt enthält 44 Kilözr. S« welch« unter gewöhnlich:« Verhällnrssm«tnrn Rau« � 28 Kubikmetern«inehmen würden. Ferner birgt Mensch 7 Kilogr. Wasserstoff, welche im frelln Zustande Raum von 80 Kubikmetern süllrn würden. Dll drei udl«. Gas« stnd Stickstoff(1,72 K logr.), Chlor(0,8 Kilogr.) K Fluor(0.1 Kilogr.). An festen Stoffen enthält der%% mensch 22 Ktloae. Kohle, 800 Gramm Phosphor, 100©K Schwefel, 1750 Gramm Äalcljm, 60 Gramm Voia!!.� 70 Gramm Sovium. 50 Gramm Magnesium und 45 G Eisen. Edelmetall« birgt somit der menschlich« Kö-p»% und er enthält in der Hauptlache nur Stoffe, die feil find wre Brombeeren;„Fron" glaubt d-shald daß eine bergmännische Ausbeutung de« Menschen fich � lohnen würde.. u Selbsthilfe. In den„Bautzener Nachttchten" findet? folgend« stilsame Annonze:„Wer mir von deuM? einen Branntwein im Laden verkauft, wird bestraft! Hilfe thut gut!«.»tauet." Da» läßt lief blicken. � Selbsthilfe!_ Kleine Mittheilnngen. Nordhause«, 18. Otto der. Bei Schemde a.»w«? Ebeleben und Hohmedro, entgleiste heute ein Person�� wobei ein Wagen umgeschlagen und ein Streckmardestel r tödtet wurde. Die Passagiere blieben unverletzt. München, 19 Otloder. Der als muthmaßlicher»1»' des Gendarmen Behrtvger in Passau Verhaftere wurde_ mittelbar nach der Ankunft auf der Polizeidireltton in em2 mst drei Zeugen anschloß. Ei waren die» Herr Kuu'� Schüssel, der bei dem Mord in der Kaufingerstcaße%% gewesen war, dann ein Bahnwärter von der Slalio.n T� ring mit Frau,»elche dm Mann in der fraglichen � den Salzdu-ger Schnellzug hatten steigen sehen. Alle dr?,»i klärten sofort, daß der Verbaftete mit dem gesuchten de» Gendarmen vehrtnger isentisch sei. Trotzdem llugn»� Lerhastell immer noch. Die Kellnerin, welche seine FestN� in Nassau veranlaßt hat, wird nach München lomm� ebenfalls al» Zeugin vemowmen werdm. Nach dem wurde der Gesängen« durch zwei Gendarmen wieder# � Arrest geführt, am rechten Fuß«ine schwer« Kette, Vi« � einem Gendarm gehalten wurde.— Vorgestern ist der haftete, der btther tm Polizeiarrest detinirt war,»>*«« Anger-Frohnfefte überführt worden, wo er auf da» bewacht mtid. Er ist an den beiden Füßen gefesselt- J Etuhtweißeuburg, 19. Oktober.(Die Leiche tm B.'UNvA Wiewohl alle vorhandenen Anzeichen daraus hindeute»-� die im Fahr« 1884 verschwundene und jüngst«st in Lw Brunnen al» Leiche aufgeiundme Wittwe Lasfil» da» � eine« Morde* geworden, wirb es doch kaum möglich 1%.» Verbrechen aufzudecken, denn die Untersuchung, so»T# auch betrieben wird, mar bi»her nicht im Stande, au» einm einzigen posttiven Beweis gegen irgend eine kPÄÜ Person zu«langen, so daß die a.» ver That vndächttg r'xji ä Ä Fälle um einm verweh rm.& _ Pnri». 18. Oktober. Wir berichteten kürzlich über Gewaltthat, welch« in Lyon von drei barmhnzigm 6** BSitttinnnt in der Jrrm- Anstalt»inet, an ein«! Lehrerin._ Frl. Comcelle, verübt worden war, ivahren" sich anschickte, eine Unterrichttstund« in d« deutschc» zu ettheitm. Der Fall erregte solche,«ufsehm und wu� tzl �r republstantschen Presse so einmüthig verdammt,/ Behörden einschritten, dm Jrrmarzt seine» rinttl gleichzeitig ein Adjuntt «ingesetzt un» chr« Mutt«, welche. hatte, jede» Recht über ste«ntzogm wurde. Von»en dm Schwestem wird nicht gesagt, od fie ferner in dem Hause waltm oder darau» mtfttnt worden find.,. sfi, Part». 19. Cttobn. Sett zwei Tagen»ülhet ftanzöstsche Seeküst« entlang ein furcht dar« Sturm, vr zahsteiche Schiffbrüche verursachte.— In Chamb«? d« Menagerie Pianet ein Panther, d« von dm ihn»[L � dm Schutzlluten einen tödtell und einm verwundete. ihn stchnn konnte. ____»vovvvv�ö»�ii nufvm»Villip. m**... w � � w Mm.«. Beilage zum Berliner Bolksblatt. Nr. 247. Freitag, de« 22 VKtobrr 1886. m. Jahrg. Kommunales. Etadtverordueteu-Vers ammluAg. Sitzung vomDonnerstag, den 21. Oktober. D«r Sladtverordnrtcn. Voisteher, Stadlv. T)r. Gtr vk, Mnet d e Sitzung um 5% Uhr mit einer R-ihe geschiüUich« vrittheUunaeii. Die Adlheilunaen stutz zusammengetrelen und haben die Wehl von 16 Mitgliedern für Den Außsctuß voll. JcÄtB'« w sogenemrte Tatverdilligmie Kf:ag« prüfen o t i oS t w virfloksmen Woche ist der frühere vtadw. Stunful B.hrend gestvrden. Lei der Beerdigung war die Ver- fanwifu'jg durch eine Deputation vertreten. "" N rtu. 111 st) q,,"Uk Erwerbung der von dem(Srunsstücke Llte v m19.B ,ut Stratzenregulirung erforderlichen «. rf �! Magistrat vorgeschlagen, einen PreiZ von 166 M. vro Q �dratmeter anzuwenden. Der über diesen A�iraa eingesetzte «ich, mutz schlägt durch seinen Berichterstatter. Stadtv. Nikolai. vor, den Preil in Anbetracht der in der vorttzen Gegend für «S1£kP m,0!?l,e.n i?ut(�nll,i!'ä9e und der sonstigen mutz. zusetzen� �«isse aus 140 M. pro Quadratmeter(est. DUftm Anlrttgt stimmt die Versammlung debattelo» zu. Abnahme der Markthalle Nl nebst Vorder. Warschauer stiatzeuntz auf Brxhagener Terrain erforderlich; ebenso baden sich für die Kanalisation der Franllurter Allee. sowrit ste im Weichbild« der Stadt liegt. Mehrkosten im Be. nage von 326 000 M. Hera u» gestellt. Für beide«naelegen. 5 5! vrdiltet der Mogistrat Genehmigung, die ohne Debatte von der Versammlung erlhellt wird. — ,,8"* Errichtung eines Kesselhauses für die Dchmallichmel� aus dem städtischen Zentral- Viehhose sind �. vrsorderlich. Dieselben werden bewilligt. ?�uer Normal. Lehrplan für höhere cf yu Thülen in den städtischen Schulen ist vom Prooinjial- Schultollegium autgeardeit-t, von der Schuldeputation aut> gehritzen worven und wird der Versammlung vorgelegt. Dle> selbe ertheill ihr« Zustimmung. An der Prenzlauer« Allee ist«ine neu« Ge» meindeschule«richtet worden. Die erfolgt« Bauabnahme wird der Versammlung bekannt gegeben. Zur Erweiterung der Gasanstalt in der Danzig-rstrasie wird der Ankauf zweier Grundstücke zum Preise von 36000 M. vorgeschlagen. Stach kurz« Deba l?, in d« die Anlag« de» Asyl» in d« Prenzlauer. Alle« in der Nähe der Gasanstalt von verschiedenen Rednern getadelt wird, beschließt die V«sammlung, die Vorlage einem AuSschutz von 15 Mitgliedern zu über. lvttjtn. Die Aufgabe de» WiederkaufrechteS der Stadt gemeinde an einer in der Möckernstratze belegenen Parzelle de» Grundstücke» de» löniglichen EisenbahnsUku» und die Abtretung von Steatz'nland zum Halleschen Thor. sowie die Regultrung diese» User» zwischen Meckern- und Schönederger Brücke al» Uf«. und Ladestratze wird vom Magistrat beantragt. strotze zu«zielen. DamU schließt die Diskussion. Der Antrag auf Einsetzung eines AuSschuffeS wird ange. nommen. Di« Tagesordnung ist erledtgs. Schluß d« Sitzung 6� Uhr. ES folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Kokale». Mit der Verbretteruva de« RühlrudammeS und dem ■ ityllisch stillen Gewäst« Leben und Bewegung«halten Die Ankerplätze für ihre Fischdehält«, welch« die Berliner Fischer. Innung schon seit Fahrhu'derten zu Füßen der Ostsittt de! königlichen SchloffeS inne hat und welche ihr. irren wie nicht p'.ioiiegirt find, würden wegfallen; d« dmch da« S'auwcrk vnanlatzte brausende Wafferfall. der fich oberhalb d« Langen Brücke bei den Mühlen in daSFlutzbelt btnadstürjt, würde verschwinden; und unter dem Denlmal de» G.otzm Kulsürst und am altntdüstan Schloß vmbet würden Kähne mtt lustig flattern. dem Wimpel ziehen— kurz, da» Gefarmtbilb würde ein völlig verändttteS wttden. Die Zuschüttung de» westlichen Spree AimeS. der zur Zeit der Schifffahrt dient und diesem Zweck durch die Schleuse zwischen Werderschem Markt und Schloß. »latz dienstbar gemacht ist, kann ab« erst«folgen, wenn jene» aus den östlichen Sprrearm bezügliche Projekt zur AutfÜhmng gefommen ist. Altdann wird der Westarm überflüssig sein und an Stelle des Waff«» kann fester Boden treten. Dies« West. ann führt �kanntlich von der Filchnbrücke um die westliche W �t>«ölln h«Zum. dmchllbnndrt die«rünstratze. die GertraMenstratze. den W-rderschm Markt, die L irden und die oeughofstratze und fließt unter dem Namen ,«upf«graben" an dem nunmehr eingegangei'en Packhof vorbei. An sämmilichen Schnittpuniren destnden fich Brücken, die natürlich im Fall« »in« Zuschü.tung zwecklos geworden wären. Auch die Schloß' brücke würde in diesem Falle gegenstandslos werden. Die Gefammtlänge dieseZ Westarme» beträgt etwa 1'/« Kilometer. Zu beiden Seiten laufen streckenweise schmale Userstraßen hin, bie fich an gewrffen Stellen zu größeren Plätzen««eitern. Wo dies« Straßen schmal sind, hat die Bebauung seldsto«' ftändlich mit dem Sturmschritt d« modernen architektonischen E doickelung Berlins nicht gleichen Schritt gehalten; meist steht man, wie an d« F iedrichßgracht, nur winzige, schmale Häuschen, die schon manchen Strauß«lebt haben und düster und rauchgeschwärzt in die Luft ragen. Wird der Westarm zugeschüttet, so wird fich hi« in All Kölln et-re glänzende Wandlung vollziehen. Wo früher Waffer stoß, wird fich eine dretie Avenue mit Baumonpflinzungen bin ziehen und wo früher die alten, wackeligen Häut- chen unv Hütten standen, werden stolze WahrgrdäuSe empor wachsen— mrz. eine der belebtesten und schönsten Haupt- straßen Berlin» dürft« hi««nlstrhen. Schon setzt baden Vau. spelulanten im Vertrauen darauf, daß da« Projekt zur Au». sührung gelangen wlrd, auf die Grundstücke, welch« an den Userstraßen liegen, ihre Hand gelegt. D« Umstand, daß die geplante Avenue im Herzen B«linS zu liegen kommt, daß ste ferner in dm Linden mündet unv daß ihre Richtung eine solche ist, welche einen starke« Durchgangsverkehr erwarten läßt, giebt den Hrffnungm jener Spekulanten einen starten Hintergrund. Da« alte Köln würde demnach aufhören, eine Insel zu sein. Auch ron ein« Muleum»ins«l könnt« nicht mrdr gesprochen werden. Mit der Zaschüttung de» Kupfer- graben! würde selbstverständlich die Bebauung der Museum». insel mit Bauw«lm für Musealzwecke in einer von d« di». her projeltirten Weise vollständig verschiedenen Gesammt- dtSvofition vorgegangen werden. In Rücksicht auf diese völlig veränderte Sachlage, rvelche in Autficht steht, hat da» Unter» richttministerium ditber vermieden, mit der Ausführung der Bauten auf der Museumtir.sel nach irgend welchen Kon- kurrmjproielten vorzugehen. Kurz, die Z iichültung de» West- armes und die Schiffbarmachung de» Ostarme» der Spree würden dt« großarUzsten Veränderungen mit fich bringen. Daß ste der äußer, n Erscheinung d« Stadt, die gerade in ihrem Zentrum und desond«« an jenen Stellen, die d« Westarm passtrt, noch dringend ein« V«schön«ung bedarf, zu Gute kommen würde, braucht nach dem Vorh«gehend«n wohl kaum betont zu werden. Zu« Verbot de« Mauer«« bei zwei Grad Kälte«. balten» Ztg." bemitleibet die Arbeit«. Denen durch da» Verbot angeblich ein V rvtenst ent- zozm wird. Genau so würden«S diese„Ardeiterfreunde" bei dem eomt. Verbot der So.rnlagSarbest machen. Ich will dl« theoretische F-age, ob Mauerwerk bei 2 oder 6 Grad Käue noch genügend halldar aneefertigt w«dm kann, unerörtert lassen; cS handelt fich lediglich det den Arbeitern um den verlorenen Verdienst. Diese Frage ist mtt d« Abschaffung d« Sonntag». und U-berstundenarbest resp. Abkürzung vn Arbeitt z est gleich. deveutinv. Dte Mam«. überhaupt die Bauhandwerter, müssen jetzt einfach-n ihr Budget so und so viel„arbeitslos e" Zest mehr eintragen, um so begründet« einen dementsprechmdm Sommerlohn sordem Und dieses«erden wir auch ihun. ohne Zweifel, ad« wir fordern auch um so dringender, d a ß un» die Koalitionsfreiheit nicht oerkümmert wird. Recht charakteristisch in d« Kritik d«„D. Vau, fg." ist der Schlußsatz:„Der Schaden, b« dadurch entsteht, daß da» Bauen-«ih-uert. die Baulust zurückgeschreckt und damit eine Erhöhung der Miethen herbeigeführt wird, ist geradezu under-ckenbar." Ganz so wird gejammert, wenn die»rdeirer einige Pfennige Lohn mehr haben wollen. LSt«iich, durch solche Kleinigkeiten läßt fich da« Kapstal nicht schrecken. Haupt. sächlich scheint den K stil«n der„D. vauz'g." und der„Bau- gewerkSzestung" die durch da« Verbot hnbeigeführte Aufhäufung der Maurerarbeit in den Sommermonaten und die tarnst ver. dundene Lohnsteigerung in den Glledem zu liegen. Auch i» de« wissenschaftlich gebildete« Kreisen macht fich derert» fett Fahren ein, Bewegung zur„Verdiff-rung der materiellen Lage bemerkbar, die für den Sozlalpoltttk« nicht ohne Bedeutung ist und e» kommen dabei Anschauungen zur Geltung, die in denkbar schroffstem Gegensatz zu den west- h««t«n und menschenbrüberltch'n G.finnungen stehen, denen de? flotte Studio zu huldigen pflegt. SS macht keinen«freu- Itchen Eindruck, wenn Herren von d« Justiz stch zu einer dieser Leute ist. den jene bekämpfen, al» vielmehr oder %%%,, äjs jchwärm.en, mag ihnen ja besten» gegönnt sein, allein der freudige Anthetl. den ste an dem n«uer0inft» von den v«. Hörden inszenirten Kampfe gegen dl« Geheimmiltel nebmen, dü'fte bei Manchem auch einer anderen Quelle, al« der de» mioersälschten Gemeinwohles entspringen, unv wenn die Rezept« manche» rite promooirten doctor rnedicinae mm Vttlin», mit Au« ficht auf Ellangung mehr«««rantenkaffen, » S liche Kundschaft" gefo-d.rt. Nun liest man alle Tage, duß %% K.«"ÄVSÄÄS sächlichen Maßstab für die P.ei»destimmung. Wie ad« kommt ein Arzt, derferne Prax!» einstellen will, dazu für die„Uebertragung" an einen jüngeren oder anderen Kolleaen eine Abfindung ,u v». langen? Hat« etwa auf den G-su.ndheUSzustanv in d« Umgeaend, in der er prakttzirt, in d« Weis« eingewi'kt, dass seine Praxi» besonder« nutzbringend geworden ist? Fast g«. wtnnt e« den Anschein. Die ärztliche P oxi» zu einem HandelSotjrtt machen, mag eine bequeme Gelegenveit zum Geld« erwerd für zufällig günstig fftuir'e Aerzte sein, ad« diese» Verfahren verletzt schwer die Empstndurgen d« Bevölkerung» die auf einen solchen Arzt angewiesen find. Wird ein Waaren» peschäft verkauft, so ist kein Kunde gezwungen, von dem neuen Befitzw zu taufen,« kann seinen B-dars anderSwo decken; nicht so liegt die Socke bei dem Arzte, auf dessen Hilfe in bringenden Fällen der Kranke nvthwendig angewiesen sein kann. Ein weniger befähigter«r»t erwirbt so mit seinem Gllve leicht ein« Prcx.S, die sein sehr befähigter Vorgänger gesammelt, die aber weil« zu führen der Nachfolger nicht im Siande ist. Dm Schaden trägt da« Pudlrkum. Die Herren Mediziner sinken ad« bei ihren Bestrebungen nach Berdrff rung der„materiellen Lage" auf da! dereill gründlich dt« kredtiine Niveau drr möglichsten Ausnutzung einer gebotenen günstigen Konjunktur. Die Jnterrffm de» Gemeinwohl« kommen dabei naturgemäß wenig od« aar nicht in Betracht. E« liegt wohl auf der Hand, daß beim arztlichen Stand« ebenso wie bei jedem anderen Berns eine Stch«ftellung deS zur Ausübung de» Beruf»«forderlichen Einkommen» wünschen» verth e-fcheini; da» geschieht aber am allerwenigsten dadurch, daß man die ärztliche P xi» zu einem HandelSobjekt macht,«a« ste ihrer ganzen Ramr nach nicht ist und nicht««den darf. Da» köataltche Polizeipräsidium erläßt folrende Warnungen: Ein gew.ffer E. Funke, Fiiedrtchstr. 217— früh« Adaloertftr. 67— Hlttielbft wohnhaft, empsiihlr durch gedruckt« Anv.eisungen und ZeitungSreklamm al* wirkiame» Mittel gegen Brust« und Lungenkranfh-ttm. Bluthusten, Schwindsucht»c. da» sogenannte„Spezisischr Pflanzen Heil- pulvn", welche» er selbst bereitet unv in Blechbüchsen von etwa% P d. für 3 Mirk verkauft. Eine amtliche Unter» suchung hat ergrben daß dlese» vom Verlauf« al»„Frmtltm. gehetmniß" bezeichnete Mittel ntch'S Andere« al» auf« F Inste ver mahlen« Schafgarbe ist und daß der I.ha» ver Büchse etwa 5) Pf. Werth hat.— Der Drogutst Felix M'yer, Gollnowstr. 3l Hierselbst, empfi hlt unv oertauft als Mittel gegen Rd-umatiSmu» eine flltjstge Armeimtschung& F Ssch- chen 2 Mark, welche nach amiltch« Untersuchung au» ein« Fodkaliumlösung in inb.ff-rentem Pflaizmdilokt de» steh, und nach der Arzneitaxe(a Fläschchen) etwa 85 Pfg. Werth hat. Die Entwerthung der vermögensobjekte im Falle «ine» Koutnrse» wirv recht draftstch Dur* oa» Kon tu z.Ber- sadren üwr eine hiefige Iletre chemische Fabrik lUufttit;. Die- selbe war vor etwa zwei Fahren mit einem Kapitalaufwand« von 120 000 M. gegründet worven. Beim Tod- eine» voziu» gerteth der überlebenve Mitinhaber in Z.hlupgtbedrängniß, welch- den Konkur» zur Folge hat!«. Hl rd«t erreichte di- für 100000 Mark angefdjaffi« Fabrik« inrichtung in öffen-lich« Auktion von Berliner Trödlern ein Meistgedot von— 6000 M. Von dm hierüber«starrten Gläubigern kam ein«, noch ehe der Z aichlag erlheilt wurde, noch soweit zur vtftnnung, daß « 12000 M. bieten konnte, für welche» Gebot ihm vie Ein« richiung zust-l. Bei einiger Gevr-li wären dir Gläubig« vielleicht voll befriedigt worden, jetzt liegen laum 20 pCl. tn der Masse. Da» Resultat de» BWur'r» ist olfo dir Ruin de» neuen Uatern-hmen«, der Ruin zweier Famili-n, und ein V«lust der BlSubtger an ihren Forderungen um 80 pCt. Die vermisch«»« de» Trtukbranniwetu» mrt gesnnd« hetttschädlichea Stoffen wurde vor etwa einem Fahre, al» die Bran- twrtn Monopolomlage im Reichttage gemacht wurde, sehr lebhaft erö'.teri Man kann sagen, daß der Hmwei» auf diese Branntweinvermischung überall al« begründet anerkannt wurde und die G-gner de» Monopol» beeilten fich, ihr Ein« perständniß mit einer gesetzlichen Regelung dies« Angelegenheit zu erklären, um so der Regierung den einzigen, von ihnen al» kecechtigt annkannten G und für die Vorlage zu entziehen; denn daß der Branntwein für minder bemittelten Leute, di« schwer und andauernd arbeiten müssen, ein nur schwer zu ent. behrende» Getränk sei. wurde eden-all» allsetti, anerkannt. Die Monopo!vorlage ist damal» abgelehnt uad über die allg«. mein al» so wichtig ertlärte Frage der Branntwemoermtschung herrscht wtev« liefe» Schweigen, wenigsten« in d« po'.titschen DtSkuIfion. Ab und zu erörtert ein F.renarzi die schädliche»' Folgen de» übermäßigen Brannrwemgenuffe» und fromm« Herren eifern gegen den Schnapiteurel, wovor stch dieser aber gar nicht fürchtet. Dankcn» Werth« st ad zwetfrllo» schon die neuen chemischen Untersuchungen zur Feststellung derjenigen Stoffe, welche dem Brannt» »ein beigemischt zu werden pfl gen und gesundhettSschädltch wirken. Zur Beimischu-g, und um die derauschende Wirkung de« Getlänkrs zu«höhen, werben außer dem gewöhnlich ge. bräuchltchen u.rd unschädlichen Aetby«Alkotol aun oftmals Buthtzl«, Amyl und Maihyl Alkohol v-rwandl, namentlich für den Kartoffeltchnav». Nach ärztlichem G»achten soll nun jeder Schnap» als gesuadhrstlschädlich zu erachten sein der von de» zuletzt genannten drei schweren»ikoholaeten mehr a s 0 3 pEt. enthält. Schwierigkelten verursacht e» nur noch, da» Vor. handensetn dies« schädlichen Sudstanzen festzustellen. Fn Schweren bedient man stch hierzu eine» zwar einfachen, ad« auch nicht ganz sicheren Mittel», indem man einer Probe des Schnapse» eine Qaantität Schwefelsäure zusetzt, wodurch d« mtt schädlichem Alkohol vermischte Schnap» eine bestimmte Färbung«hält. Allein dies« Färbung hat stch auch gezeigt, wenn dies« schädlichen Alkohole fehlten uad ganz u schuldige Sudftanzen, z.B. kleine Mengen ätherische, O-le, vemB-annt» wein zugesitzt wäre» Die C-ernster st d nun aus der Jagd nach einem zuverlässtgen P.ode. Verfahren für gefälscht« Branntweine. � � Prompte vrtefbeftellung. Ein Abonnent schreibt d« „Bert. Ztg.": Am Freitag, den 16.. und Sonna-end, den 16. d. Mi»., wallten die Hofkios-t« in meinem Hause nicht mehr sunktioniren. Ich fand, al» ch die Röhren untersuchen ließ, ein Packet Briese, Prei»turarte einer W-ingroßhandlung, darin, d-e d« Packelpoft zur Bestellung»angeben wo den waten, Un der Gesellfchaft G-legenh tt zu geben, die Sache. so gut e» angehen möchte» zu regeln, begab ich mick, mit dm Beweisen tn dt Hand. nach dem Di»t»onSdmeau in v« Aleraadrinenst aße. wurde aber von einem der Bramien mit der naiaen Antwort:„Solche Ding« kommen auch det d« ReichSvost vor!" abgewiesen. Selbst aus m« in gewiß derech« tigte» Verlangen, dteR va-a utkoften ersetzt tu ei hatten, gingen vi« Herren nicht ein. Man sagte mm, die Sack« wüid: unter» sucht und dem Betreffenden 0:« von mir verauslagten 2 M. abgezogen werden. E» find darüber 5 Tage vergangen und »ch waite dt» heut vengeden« auf ein Re ultat. Der tobte Oftbahnhof öffnet nur«uweilen noch sein« Pforten, wenn tn einem Mrnr weiten Räume einmal ein« tzlullfon von Fundsachen stat findet. Em« tolcke ging gestern vor fich. Wo» auf der Tour nach Schneidemühl ev Bromderg verloren wird, ist so descheiden, wie da» Groß der P.ffagi«« dorthin: Z«eif»lhzft« Rkaenschtrme, eine Botanifirtrommel, ein Kinder- Slrohzut, ein Sack mit buntem Inhalt u. dal. m. Die Bieter find entspredbenv lauter kleine Leute, Welte fit in der Hast überbieten. Oft genug gab e» Lärm- weil keiner ge- toten haben wollte.— Der Bahnhof selbst steht höchst tramig au». Die Spiegelscheiben stnd zertrümmert und in den Täten lagert Getreide. Auf dem Bahnkörper stnd Kohlenplätze eta« bltrt und jetzt schlägt man die Bahnhofshalle auf beiden Vellen mit Zäunen ab. um auch innm einzelne Plätze zu vermiethen. Di« geplant« Miethung bei ganzen Bahnhofei durch den Spediteurveretn scheint nicht zu Stande gekommen zu sein. Der Siothkehtcheufang wird jetzt in de: Umgebung Ber> lins in der rmfinirtesten und schonungilosesten Weise detrieben. MN den schwarzen, reifen Fliederbeeren und der Sprenkel wird diese« zutrauliche Thierchen am leichtesten gefangen. In vielen Fällen wird dieser Fang nicht de« Gewmni, sondern der Passion wegen ausgeübt, also damtt gleichsam ein Sport getrieben. Wie viele Rothkehlchen jährlich durch sogenannte verlorene Sprenkel ihr Leben einbüßen, läßt fich schwer fest« stellen; ei gehen auf diese Weise gewiß jährlich hundert« und tausende zu Grunde. Da die nächste Umgebung Berlin» unter scharfer Ausficht steht, so haben die Vogelfänger da» Opera- tiorifeld in der Nähe von Bernau, Lanke, Biesenthal u. s. w. Hier ist, wie uns mitgetheill wird, der Rotbkehlchenfang ein sehr ergiebiger. Ein Mann, der am letzten Sonntag 6 dieser rothbrüstigen Buschschwärmer die Freiheit nahm, war mit dieser Tageibeute noch nickt einmal zufriedengestellt! Die köstliche Idee des reußischen Fadrikinspektori(die wir unseren Lesern bereit» an anderer Stell« mitzccheilt haben), betr.die Einführung eine« Examen» für künstige deutsche Ehefrauen und solche, die ei werden möchten, liefert den unzweifelhaften Beweis, daß wir sett der Einigung unserei großen Vaterlandes doch gegen früher gewallig« Fortschritte gemacht haben. Die „Voll«-Ztg." spottet in folgender Weise darüber: Wenn man dedenkt, daß noch vor hundert Jahren in den Kirchen jenes schönen Ländchens, dem der verehrte Vater dieser glorreichen Idee wenigstens dmch seine amtltche Thättgkell angehört, ge- sungen wurde: „O Herr, gied Regen und Sonnenschein J.-r Greiz und Schleiz und Lobenstein, Und woll'n die Andern auch was ha'n, Dann können Sie'» Dir selber sa'n". Daß man also„draußen im Reich" auch von Amtswegen noch nicht daran backte, sich für die heutigen deutschen Bundes« brüder und deren Wohlergehen die Köpf« zu zerbrechen, so kommt beute dagegm eine so glückliche Idee, wie die vis fin- digen Fabrilinspeltor«, dem ganzen großen Gebiete„soweit die deutsche Zunge klingt" und hoffentlich auch noch Neu-Deutsch« lind zu Gute, wenn dort auch drr„Dienstbotenmangel" noch nicht die Ausdehnung gewonnen hat, wie bei uns im Paradiese der Polizeiverordnungen und Reglements. Die natürliche Kon« sequenz der Verwirklichung des großen reußischen Ge« danken», den möglicherweise Ben Akiba in dieser Klarheit und Bollendung noch nicht zu Tage gebracht und dm zuvrrlässtgm Nachrichten zu Folge auch der alle Schäfer Thomas noch nicht hat laut«erden lasten— unsere großen Stöcker, Wagner, Julius Schulz« und Gmoffen«erden den reußischm Land»« mann ohnehin ebenso beneiden, wie unsere Ackermann und Kleist-Retzow—, ist natürlich die Bildung einer Prüfungs- lommisfion für Hellathskandtdatinnen, und wrlche Perspektive eröffnet stch nicht damll dem s tönen Geschlecht! Bisher war die schön« Hälfte deS Menschengeschlecht» von diesem Gebiet« noch vollständig ausgeschlvffen, ober wir haben kein Recht zu gieifeln, daß stch die Väter der Rückwärttreoidiruug mll dem ren eigenen Eifer darauf verlegm«erden, dieser Lücke gesetz« gebertich Beseitigung zu schaffen. Mag auch im Augenblick es noch Schwierigletten machen, ein« geeignete Person für den Soften einer Obermeisterin dieser fich ganz von selbst ergebenden eirathtkandidatinnen-Jnnung zu finden, dem Scharfblick und dem guten Willen unserer parlamentarischen Prüfung»- Sportsmen kann es auf die Dauer nicht schwer fallen, auch diesen Stein des Anstoßes zu beseitigen. Eines nur ist noch unklar in dm Wünschen des reußischen Erfinders der neuen Institution, nämlich wie die armm Fabrikarbeiterinnen — bei der übrigen ungeheuren Mehrheit der weiblichen Ardellerinnen, welch« nicht im Fabrikbetriede, sondern im Hause oder in kleinen Werkstälten für Brot arbeiten, scheint der Herr Fadriktnspektor die Niigung zum Heirathen nicht als so stark entwickelt vorauszusetzm— bei der Verheirathung nachzuweisen hätten, daß sie„mtweder zwei Jahre in pafienden Dienstm geftandm, oder stch bei anderer Gelegenheit süc den Hausftauenberuf ausgebildet haben." Di« Erziehung der Kinder est bisher von allen denlmden Menschen ohne Unterschied der Partei als eine wesentliche, wenn nicht als die bedeutendste Ausgabe der deutschen Mutter und Hau»« frau betrachtet worden. Dies« eminent praktische Aufgabe kann eine Mutter aber nur erfüllen, wenn st' Kinder hat, und nun, woher nehmen und nicht stehlen, so lange die jungm Mädchen «den nock Heirathskandtdatinnm und nicht Eh-fraum find? Wenn wir auch unsem Staat» weisen eine ganze Rmge Dinge zutrauen, an welche unser beschränkter Unterthanenvnstand so teickt fich nicht heran wagt, so fürchten wir doch, daß hier eine gewiste Verlegenheit entsteh:, und wir können nur dringend wünschen, daß unser reußischer Landsmann fich noch bemüht, «ine Polizrivermdnung zu konstruirm, durch welch: auch diese heikle Frage einer deftievigenden Lösung entgegmgefüh.t würde. Vielleicht entschließt stch aus die Anregung unserrS geschätztm deutschen Mitbürgers noch das Reich dazu, die nöihige Anzahl von„Ziehendem" von Amtswegen zu liefern, und dann wäre natürlich aller Roth ein End:. JetmkallS»erdienen die Vor» schlage des Hrn.Fabrikinspettors dir reiflichste Erwägung soweit es Kum die neue Innung und Pcüsungslommisston für HeirathS« didatinnen handelt, denn das Bedürfntß hierzu werden ihm namentlich diejenigen unter denselben zugestchm, welche„fitzen gedliebm" find. E: wogen müßte natürlich noch die Frage werden, od ein gewiffes Aller— das Schwabenalter dürft« hierzu kaum als auSreichmd erachtet werdm— HftrathSkandi- datinnm nicht von der Prüfungspfltcht mtbindit.— In« zwischen aber möchten wir empfehlen, von Seiten der Auf« fichtsbeamtm dahin ihre Aufmerksamkett zu lmken, daß in dm Fadriim dm Ardillninnm wmigstms die nölhige Zeit zum Esten und eine mtsprechende Ruhipause gewährt wird, denn daß dies an vielen Fällm noch nicht der Fall, kann der ver« ehrte Herr bei vielen seiner Kollegen erfahren. Diese Wohl« that aber würden die Arbeiterinnm stcher viel mehr als eine solche anerkennen, als die Einrichtung einer Garküche, bei welcher es mehr als zweifelhaft ist, wem die Vortheile der« 'elden zu Gute kommm. Mag man nur dafür Sorge tragen, daß die Löhne eine Höhe erreichen, welche eine gute Ernäh- rang der Arbeiter ermöglicht und der Frau und dm Familten« gliedern gefiattet, fich threm eigentlichen Berufe hinzugeben, dann wird man weniger Dienstbotmmangel zu bedauern und «miger Unfähigkeit der Hausfrauen auch ohne Prüfung zu beklagen haben. Frellich, die«usfichtm für die künstige Oder« Meisterin würden vavmch etwas verschlechtert, aber die deut« schm Arbeiterinnm würden dies sicher nicht sehr schwer em» psind-ü. Die Rückkehr de: pommerschen und preußischen Landleute aus der Rüdenkampaane um Magdeburg hat begonnen. Gestern bewegten stch dt« bekannten Maffent, an» parte auf Leiter« und Mödelwagm vom Potsdamer nach dem Schlefischm Lahnhofe. Mittet gege« Schnupfe»,»ei dem vor einiger Zell eingetretenen jähen Temperatur« und Witterungswechsel hat «in s'h: ungern gesehener Bast seinm Ein, ua bei uns gehallm: der SchnupslN. Als ein vorzüglichis Mittel dagegm wird neuerdings folgendrs impfohlm: Man betupfe einen vierfach , isammcngefatteten Bogen Fließpapier(weißes Löschpapier) «ttimai mit reiner Karbolsäure, indem man das Papier auf die O-ffnuna des die Karbolsäure mthallmden Fläschchms schnell umkehrt; die drei Tupfm sollen die Ecken«ine» gl' ich« seitigen Dreiecks bilden. Darauf mache man vafielde mll Sil- mia'geist auf lrockme Stellen des Fließpapier», so daß die 6 Tupfen(3 Karbolsäure und 3 Salmiakgeist) zusammen die Ecken eines Sechsecks bilden. Dieselbm wüsten jedoch soweit auseinander gehalten setn, daß fie nicht ineinander fließen. Die dem Prpiit entsteigenden Dämpf« ziehe man nun durch die Nase etwa 4 bis S Minuten lang ein und wiederhol« dies jedesmal mll frischem Fließpapier am ersten Tage stündlich, am zweiten Tage alle zwei Stunden. War der Schnupfen erst im Entstrhm begriffen, so«Int das Mittel sast un« sehlbar. Et« Exzeß zwischen Zigeunern und Besuchem des Pferdemarkres in Weißens« tprslte stch daselbst am Dienstag ab. Eine Zigeunertrupp', bestehend aus ca. 50 Köpfen und ein« größeren Kopp-I Pferde, hatte dort ein provisorisch«? Lag« aufgeschlagen und dethellipte stch ledhast an Sem Pserde- handell, resp. Tauschgeschäft. Selbstredend war d« Andrang von Neugierigen zu dem Lag«, wie stets bei derartigen Fällen, ein ganz bedeutend«, was sehr bald Differenzm zwischen dm Berlinern, resp. Weißensrem und den Zigeunern herbeiführte, die schlikßlich in Thätlichkeitm ausarteten. Es bedurfte erst des«neraischen Eingrrifers seitlns der Gendarmerie, um die Ruh« wied« herzustellen und einige d« Exzedenten festzu- nehmen, unter dmen fich auch mehrere Zigeuner defandcn. Die ganze übrige Bande wurde sofort veranlaßt, da» Weichbild von Weißens« zu verlosten, und schlug dieselbe dem« mtsprechend den Weg nach Blrrmenderg ein. Lei dem Krawall find mehrere Personen erheblich verletzt morden. Schwerer Bertraveukbruch. Der Stadtreisende R., von der Firma G. u. U. in der Alten Jakodstraße, der Sohn eines hiestgm Arzte», hat, wie da»„Frdvl." berichtet, da« ihm von seinm Prinzipalen geschmkte Vertrauen in ärgster Weise mißbraucht, indem er Grider, welche er in deren Austrage ein« kasstrt hat!«, zu seinem Vortheil verwendet«, und ist die Höhe der von ihm unterschlagenen Summe, wie bereit» ermittelt, eine sehr bedeutmde. R. hatte fich schon vor nicht lang« Zrit eines gleichen Versehens schuldig gemacht, doch hattm seine Chefs aus falsch anzewendet« Nachficht kein« Anzeige erstattet. De? leichtfinnige Mmsch befindet fich bereits in Haft. Jäher Tod auf offener Straße. In der Königüraße, in der Nähe der bekannten Gumpea'scheu Konditorei, stürzte gestern Vormittag gegen 11 Uhr ein älterer Mann plötzlich zur Erde und blieb regungslos liegen; ehe man äiz'liche Hilfe her« deiholen konnte, war er eine Leiche; ein Schlagansall hatte seinem Leben ein unerwartlt schnelles Ende bereitet. In dem Verstorbenen, deffen Letcke nach dem L-ichenschauyaus« gebracht wurde, erkannte man dm in der Linienstraße wohnenden Kauf« mann S-ligmenn. Der Boraang hatte bei de« in der König« straße herrschrndm starten Paffantenoerkehr einen ungeheurm Auflauf hervorgerufen. Et« schrecklicher Voraaug ereignete fich am Dienstag auf dem Pferdemarkt in Weißensce. Ein Berliner Pferde» Händler halte einen Blauschimmel, welcher einen Wenh von ca. 1800 M. repräfmttlte, zum Verkauf gestellt. In demselben Augenblick, als er das fcön« Tbier einem Käufer vorführen wollte, kam der Pferdehändler W. aus Berlin i« scharfen Trabe auf den Marktplatz gefahren und fuhr direkt auf diesen Schimmel los. Es erfolgte ein Zusammenstoß, wobei der eine Scheerbaam deS Wagens dem Schimmel an der rechten Hüfte in dm Körper drang. Der Stoß erfolgte mit einer solchen Wucht, daß der Scheerbaum den ganzm hinteren Köcpertheil durchstach und die Spitze am Mastdarm heraus- trat. Das Schmerzmsgewieher deS armm Thier«» war ganz entsetzlich. Ueber eine Stund« hatte man zu thuo, um de» Scdeeroaum aui dem Körper de» Thicre» heraus zu ziehen. Der Blutverlust war ein gan» enormer. Das Pferd wurde durch den Abdecker fortgeschafft. St« nicht««erheblicher Feuerschet« zeigte stck vor- gefiel« Wmd gegen 11 Uhr über dem Südottm der Stadt; er rührte von einem Brande auk dem Grundstücke Adalbert» straße 60—71 her, wo die Blech- Emballazmfabrii von Schäfer »um größeren Theil in Flammen stand. Die erste Meldung wurde von dem Rivierwachter erstattet. Bei der Näh« zweier Feurrwachm war die Löschhilf« in wenigen Minuten zur Stelle; als fie eintraf, branntm das Dachgeschoß und die Dachlonstrultion des Fabrikgebäudes in voller Ausdehnung, während die Flammm in dm Ardeitsräumen des unterliegen« dm Stockwerks fich erst über ein bei weitem weniger umfang« reich« s Terrain ausgedehnt hatten. Zwei Handdruckipritzm mußtm eingreifen und tapfer arbeitm; fie vermochtm es, das Feuer auf den gewonnenen Umfang zu beschränken und damit dm wesmtlicherm Theil des Etadliffemmts vor der drohmden Vernichtung zu bewahrm. Am meisten hat die Dachkonstrul« tion gelitten und wird dieselbe jedenfalls einer vollständigen Erneuerung bedürfm. Kurz vor 11 Uhr alarmirt. konnten die Abtheilungen der Feuerwehr schon gegen 2 Uhr t» die Wach« berettlchaft»urücklchren. Et«„flönigshB««»". Auf einem Hofe in der Landwehr« S straße lagm am vergangenen Sonntage um die Mittagsstunde wei Beift»um Holzzerkleinern. Zwei spielende Knaben!m Itter von 10 Jahren kämm hinzu und hiebm nun um die Wette Hol, stücke durch, unter der Verabredung, daß derjenige „König" sei, der zuerst ein Stück Holz durchhaut. Mitlerweile kommt«in dritter Knabe Namen» Thie« hinzu, während der eine der beiSm ersterm von der Mutter abberufen wird. Flug« macht stch der eine„Königsbauer" an dm himugelom« Birnen Knaben heran, der einen Stock in der Hand hielt, mit der Anfrage:„Soll ich Dir'mal Deinen Stock kleiner machen?" Thie» aiebt eine bejahmde Antwort, der Könizs« Hauer schlägt zu. aber das Bell geht anstatt in dm Stock, dem Knaben in die Hand und zwar in dm rechten Zeigefinger schräg durch die Hart« und Weichtheile hindurch, von dem erstm bis zum dritten Gltede, nur eine kleine hautbrücke lastend. Nur mit großer Müh« und Sorgfalt wird es dem Arzte gelingen, den Finger zu erhalten. Eine« schreckliche« Tod fand vorgestern Vormittag bei der Autübung seine» Beruf« der Schiffbauer Buge aus Spandau, «in Mann in dm fiebziger Jahren. Derselbe war mll mehrerm «rbeitslollegm am Ufer des Stößmsees mit der Autbefieruna der Prähme beschäftigt, auf dmm die noch dem Pichellwrrder führende Rackwitz'sch« Pontonbrücke ruht. Er befand fich mll den Gmvffm unter einem mlltels Winden gehobenen Prahm und dichtete dm Boden dcffelbm. Plötzlich gaben die v:ütz«n, auf denen der Prahm ruhte, nach, und dieser begrub den altm Mann>wt«r fich, während es dm übrigen gelang, fich recht. »«itig in Sicherhell zu bringen. Bug««rlllt einen Tenickdruch und war auf der Stell« tobt. _.Markthalle«» Bericht da» J. Sand«»-», ßudtitee« Berkaufi�rmittler. Berlin, Zentral. Markthalle, dm 21. Ol- u)0ft 1888. Wild. Die Zufuhr war heute reichlich und drückte den Preis; hierdurch veranlaßt, werden bis auf Weiteres im Bogen 4 Rebhühner. FafaBcn Hennen KT,f oW" 60 b» MMKWW-N'S Blumen und Blätter. LoröesdWer 3,50—4 M. rrvJbst Rosen 8—12 M., Rosenknospm 1—3 Mark pro 100 M Tuberosen 4—6 M. pro 100 �tück. Veilchen 3,50—5,00% pro Tausend. Am Fcellag Nachmittag 7 Uhr findet viste eine Auktion von Rosenstämmm ic. statt. Eier. Preise steigend 3 00-3,05 netto per Schock, u Zufuhren decken nicht dm Bedarf. Butler. Frische feinste Tafelbutter k. 122—128,$ Butter L 112- 120, n. 100 bis 110, Di fehlerhafte.» bis 85. Landdutt« L 92-100, U. 85- 90 M.,«ÄB und andere geringste Sortm 56 bis 72 M. ver 60 Kilo. Käse. Zufuhr gering. Fftter Quadrat- Sahnmiäs« deM Schweizerkase l 66-83 R., U. 50-66 St.. M. 42-48 15- Quadrat.Backstein l. fett 20-25%%., Q. 10-16 R.. Limb«' i.'80-35 DL, IL 20 bis 25 K-, rheintsche? Holliii» Käse 45-58 St., echter Holländer 66 M, Edeme, l 60% 70 R., U 56-68 M., ftcnMsch« Reufchateller 1«» per 100 Stück Roquefort 1,20—1,50 pr. Pfd. Geräuch�e und marinitte Fische. Lratherina«( Faß 1,40-1.60 M. Russische Sardinen 1,60-1,75 I Stheinlach! 2,50-2,90 M., Weser-- und Ostseelachs 1� 1.40 M., g-raucher!« Kai? 70-1,06-1,30 Pf. pr. Pfd..# Delikateß-Utl 1�0 per Pfd., Flundnn. kleine 2,00-3,00, w» 3,60-6 große 8-16 M., Bücklinge 1,80 bis 4.00 M. V» 3-10 M. sn 100 Stück,©ptofl« 0,40-0,50 per Pfuflk Schaallhiere. Kleine Krebse 10 cm. 0,75—1,00 M, sf. 1,50—3 St. groß« 4—10 M.»3 Schock. Hummern 1,30-� Marl ver Pfund. Austern 7,50—12 ML pr. 100 Stück-, Lebmde Fisch«. Aal, mittelgroße 80—95, große 1,1)' Hecht 60-70 Pf., Schleie 70-80 Pf. per Pfund. Seefische. La»« 1,00-1,20-1,30 Matt. Zander, 8» 80-100 Pf., H-cht 40-50-66 Pf„ Steindutt; 70-80 Pf. tz jungt 50-80 Pf., Scholle 10-25 Pf. Schellfisch, groß«** «abiiau 16 bis 20 Pt. ver Pfund Kakrelm 40-60 Pf.' Stück. Dorsch 5-12 Matt per Zentner. Obst und Gemüse. Ung. Wetntraubm 22—25, Dir äugen und Muskateller Weintrauben 24— 28 Pf. Reue E'-kf 30—48 M. per Kiste, Pflcumm 3 bis 4,50, Birnen 6.50, Taselbimen 7-16 SR., feinste Sollen bis 30 M.,% 425-6 Mott. Tafeläpfel 7-15 M.. feinste Sorten bis SO! Pfirsiche 20-30 M. Airana» 2�0-3,00 M. pr. Pfd., R< 30 M„ Wallnüffc 30 M. per Zentner. Zwiebeln 2.25—2,?. Weißfleischig« Speise-Kartoffeln,»riß« 2,50—3,00 Z 2,50 bü 2,80 M.. blaue 2,50- 3,60 M. vr. 100 j Schalottm 6-7 M, T-ltower Rüdchm 9-12 M. 7-8 M.. Mccrrettig 7-12 371., Blumenkohl 20- pr. 100 Stück. Polizetbericht. Am 20. d. M. früh wurde Böschung vor dem Grundstück Waterloo. Ufer 14 dl eineS neugebornreir Kindes aufgefunden und nach dem i schau heuse gebracht— Am Vormittage defielbm Tage»' die 6 Jahre alle Tochter des Schiffseigners Otto auf. Hofe des Grundstücks Mühlenstr. 60 dadurch einen Bn linken Unterschenkels, daß sie beim Spielen einer dort Wand autgestrllten allen Treppe zu nahe kam, so daß stürzte rmd ihr auf das Bein«:L— Um dieselbe Zell ffj in der Schumannstraß« vor dem Deutschm Theater ew# schwer kranker Mann bewußtlos auf den Straßendamm UG roraefunden und mittelst Droschke nach der Ebaritee ged!« — Abends noch 6 Uhr erschloß sich ein junger Mann aut Flur eines HauseS in der Btesenthalerstraße. Die � wurde noch dem Leichenschauhause gebracht.— Um b« Zell fand in einem noch nicht eingerichteten Laden de»' «beuien Hausei Ora rienburgersir. 50 in Folge sahrla� UmgehenS mll Licht sellens eines Basarderters eine, exploston statt, durch nnlcke eine große Scheufmstii völlig zertrümmert und der Putz der Deck« uns Wäird» K deschädtgt wurde.—?>n der Nacht»um 21. d. M.<%,, auf dem Grundstück Pettistraße 10 ein Dtensimävck�, � aufgefunden. festgestellt AI» Todesursache wurde ärztlich Gerichts-Zeitung. Unter der««klage des Todtschlags wurden tf dem Schwurgnicht au» der Uateriuchungthaft oorgefüha Schifisknechte Bernhard Emil Hugo Barth und F:% Gtelrtri Den Vorfitz führte Landgerichtsdicekior hufa die öffentliche Anklage war durch Staatsanwall Wecken, � Verthetdigung durch die Rechtsanwälte W-onter und � wandt vertreten. Als Sachvftftändige warm onw'f�j Gecichtsärzte Geh. Medizinall ath Dr. Wolf und Dr. � Die beiden Angeklagten stnd noch ganz jung« Menschen..1;, wird in einigen Tagen 21, Gretnert ist erst 18 IM, Beide stnd nur je einmal weg;n eines tleinm Holzdi»!' begast und«erden jitzt beschuldigt in der Nach,.' 7 August d. I. den Schlächter Adolf T-smar vorsä,l� tödtet zu haben, indem fie ihn gemeinschaftlich in das» warfen. Aus die Frage, ob sie fich des T-Ai"' schuldig fühlten, antworteten sie:„Iis" 16* Jr zu, Tcsmar in das Waffer geworfen, jedoch ni»' Nbfiht g'babt zu habm, ihn zu tödtm. Sie ,*3 mu dem Schiff n Frank« auf einem mll Feldsteinen bß d« Vorsitzende die Versammlung. tn zu stellen. H«gegen hUrmit schloß d« Vorfiyenoe oie Beriamimunir. Eine Hauptversammlung der Zeutral-Kranke«.««d sü� Kranen nnd Mädchen(E. H. 26) i»» Bierhallen, Komman- dU Versammlung nicht ICVIUUtz.<4b/-v» C"D", Puntt d« TageSor.-nvng: Kaffenbnicht pro 3. Quartal, theitte der Kalfir« Herr Schi'ffl mit, daß die Gelammteinnabme 8647 20 M. und die GesammtauSgab« 7647.57 M. beträgt, wovon in diesem Quartal 2100 M. al» Ucbetfchufi an die Hauptfaffe gesandt find. Aus Antrag de» Konttoleur» Herrn Römer wurde dem Kasffr-r Deckarge erthetlt. Bei d« Er« aänzungtwabl für dm Vorstand wurden für fünf auSgt« schied me Mitglied« die Damen Frau Linke, Frl. Jagert, Frau Jähnemann, Frl. Wabnitz und Frau Jcck gewählt. Unter Verschiedenem«suchte zunächst Herr Röaser die An- wesenden, recht rege für Werdung neuer Mitglieder thätig zu sein, da die freien HilfSkaffm nur allein da» Prinzip d« Selbstbestimmung in stch schließen und auch hochhaltm. In der Diskussion traten Herr Fehlauer und Andere für Abhaltung öffentlicher Versammlungen ein. Die» sagte der Voifiemde nach Möglichkett zu. Nack verschUdmen wetteren Anfragen, unter and«n, ob die Kasse auf dem Kongreß der HiltSkaffm in Gera v«tr Bor- stellung. America«- Theater. Spezialitäten- Bor- stellung. Aeichshalle«- Theater. Spezialitäten. Vorstellung. Berliner Stadt-Theater. lFrüher AllUMnbra• Theater.) Wallnertheaterstraße 15. Freitag und Sonnabend: Grosse Extra- Vorstellung. Gastspiel de» Frl. Ida Müller. sowie der Hm. Georg Matter u Mar Kamst. Kabale und Liebe. Trauerspiel in 6 Akten von Friede, v. Schiller. Sonnlag: Nobert und Kertram. Vor d>r Vorstellung: Großes Covcert der Hauskapelle, unter Leitung de» Kapellmeister» Hm. Th. Franke. Anfang der Vorstellung 7'/, Uhr.[805 DoS Theater ist mit«lettr. Beleuchtung ver- sehen. ISden-Theator, (Früher X-onlaenatAdtlnchea Theater.) Dresdenerstraße 72/78. Th» Johnson Family, 4 Damen, 1 Herr, die bedeutenvüen kckwim-nkü�stler der Welt »tpgpl'o Hallet- Gesellschaft, 12 Damm, 2 Herren. Mr. Hotsman» mtt seinen diessirten Hunden u. Schafm. Emesto. Harweq. Paula und Ludwig Tellheim. Eugen Zocher. F-äul. Belloni, Sängerin. Nerfchml«. fener Kühn» ______ liknms. 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