Ztr. 250. Dienstag» de« 26 Oktober 1886. in Iatzrg. cllmerWMIl Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner Volksblatt" im. MonnementSpreii für Berlin frei !, wöchentlich 35 Pf. Postadonnement r mit der illustrirtrn Beilag« 10 Pf. für 1886 unter Rr. 769.) beträgt für die 4 gl "Germ AuftrSgei Expedition, in SWj Zimmerstraße 44, sowie von allrn Annoncen-Bureaux, Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio»- KrutWrasje 2.— Grpeditioi,: Jimmerltrahe 44. Sie läzliche Krlnkzck. Z» de» letzie« Bertcht«, der Fabrtke«-Z«sp,k' tor«a,— auf die wir»och«ehefach zurückkomme» wer» de», da sie diesmal bebe»te»b r»te,»flauter fiud, als i» vrrfchiedeue» frühere» Zahrgäuge»— fiabe» fich viele Aa» gäbe» über die täglich« Arbeitszeit u,d bereu Ei»wkku»ge« auf die Gesuudheit der Arbeiter. Aus Hesse»» Nassau liege««. A. zwei ärztliche Gutachte« vor, welche beide beto«e». daß ei«e laug« Arbeitszeit keinen«ach- theilige» E>»fluß auf die Gesundheit der Arbeiter ausübe. Der eine Arzt bihauptet, er habe vo» eiuer täglich zwölf» stüadige« Arbeitszeit kerne»»achtheilige» Sirfluß bemerke« kö»«e«; der ander« geh»»och weiter und sagt, daß «i«e täglich etlf» und«ehrstüabiqe Arbeit auch i» eiuem so schwere« Geschäft wie da« der N a g e l s ch m i e d« oh»« Gefahr für die Gesundheit ertrage» wrrbe. Diese Herr«» nehme» es etwa« leicht mit der Ge» sundheit der Arbeiter und»amertlich der zweite Arzt würde«t* seine» bestimmte« Behauptung«« etwa» vorsich- tiger sei», we»» er selbst täglich zwölf Stunde« Nägel zu schmiede« hätte mit vielleicht eiuem Loh» vo» 12 bis 13 Mark t» der Woche. tUd die« zweite GutaSte» flammt auch»och aus de« Taunus, wo dt« Verhältnisse der Ar> beit«, bekanntlich sehr brückmde fi«d und unsere« Wisse»« oft Epidemie» Plötz greife«,«ora» die zu schlechte Eruäh« ru»g de, Bevölkerung im VerhäUniß zu de» Anstreuguuge« ihrer Berufsarbeit die Schuld trägt. El kommt immer t« Betracht, welcher Qualität die Ar« best ist, uud es giebt Brauche», i« denen«ine la»g« Ar« beitszeit gar«tcht möglich ist, weil die Arbeit dem Körper zu groß« Strapaze» auferlegt. Aber die Industrie geht ge» wöhnltch bi« a» die äußerste Grenze und man weiß, wie hartnäckig groß« Uuteruehmer fich um Viertelstunde«, ja fünf Minute» mehr oder weniger streiten. Aber die Philister, die sich der unbigueme» Arbeit de» Nachdenk««»»icht gern befleißige», werde» nun die Gut» achte« der beide««affauische» Serzte triumphstend empor« haste» und«»»rufe»: Nu« sieht man'» ja, wie die Dar« fiellunge« vo« de« schlechte» Einflüssen der lauge« Arbeit»» zett übertriebe» worde» find! Gemach, ihr Her,«« I Wen« ma» fich die Sache«äher anfieht, kommt«an auf ga«z andere Tedankm, al» die beide»»erzte. Ob freilich die Borurtheil« eingefleischter Philister zu befestige« fi«d, ist sehr staglich. Aber e» giebt auch«och ander« Leute. Manche Aerzte find mit ihre« Urtheile« oft sehr vor» schnell und oberflächlich. Wen» die Arhetter nicht gleich 'umfalle», so glaubt man, ihre Gesundheit litte kein»» Scha» de«. Darin«erde» die Aerzte vo» mauche» Industrielle» JemlXeton. Mrtotcn.]_[g Im Hanse de» Uerderdens. Kriminalroman. Von Reiuhold Oetmau«. '»Nicht so, bester Onkel I— Höre« Sie mich nur»och W*j?f wtt0«blitl.aB'" bat Curt w eiuem Tone, der seiae �4%% AK'S ..............---- r—wt,»icht um meinetwillen habe ich mich i» eiu« Nerdindlichkest gestürzt, die mir als« da»» sicher hätte v«rhä»g«ißv»ll werbe* müsse», weil ich ja au««ige»«« Msttel» ein« solche Summe»iemal» bezahle» kö»»t«. Nein, es war eiu« Schuld der Dankbarkeit, die ich damst abtrug; est» Opfer der Freundschaft, daß ich noth- weudig bringen mußte, wenn ich«tr»icht selbst verächtlich «erde» sollt« I Mei» bester Zugendfreund, ei» ju»ger Offizier au««in«, de, älteste» Familie«, de« mir bereit» viele u»d wichtige Dienst« erwiese» hatte, gerieth durch die Ereignisse einer unglückliche» Nacht t» harte Btdränauiß.«, Halle fich im Rausch i» ei» tollkühne, Spiel eingelafle» u«d fünf. undzwanzigtausend Thal« auf Ehrenwort vnlore». Ko«»t« er die Summe bst»««» sech«»»ddr«tßtg Stunde«»icht de» zahle», so war er ei« verlorener Ma»».®r hätte de» Dienst qeiUtren müssen, und Wesse»«sich t» diesem Fall von smiem Vater, ei«tm Ma«« mtt streng«« Leb«»»a»fichte«. zu versehe« hatte, das wußte er«ur zu wohl. Für de» Augenblick aber wäre» alle seine Hilfsmittel erschöpft. Der Gtldverleiher, a« de» er sich wa»dte, verweigerte ihm trotz sei««» glä«' »ende» Namen» de» Kredit, oder er verlangte wtnigfien» die Mituaterschrift eine« andere« Familienangehörige», die »atürlich»icht zu beschaffe» war. So blieb mei»em arme» Sreund« kein« auder« Wahl, als der Tod durch eigene Ha«d. de, ei» junger Mann voll Frische u«d Gtsu»dheit und mit de» glänzendste« LebenSauSfichte« kann sich zu diesem »»terstützt. Hat doch einmal der bekannte.K ö» i g Stumm" behauptet, seine i» der Weißblechfabrikatio« beschäftigte» Arbeiterinnen sei«».stark wie die Dragoner"; sie litte» vo» ihrer schwere» Arbeit gar keine» Schade«. We«» der�Arbetter zwölf Stunden schwer« Arbeit ver« richtet ha», so muß«a» acht Stunde« für de« Schlaf rech»«». Dan« bleibe»>hm für Esse», fü, de»»st weite» Ga»g von seiner Wohnung«ach der Fabrik u»d wieder zurück, für de» Verkehr mit seiuer Familie und für alle sonstige» Obliegenheiten im Ganze« die Gesuudheit de« Menschen a» jedem Tag erforderlich; wa»» soll sie fich ei» Arbester mit zwölfstü»diger Arbeits« zeit gestatte«? Iber e« ist ja«icht ei»mal die Gesuvdheitifrag« allei», welche die Forderung«ach Abkürzung der Arbest»z«st ver« anlaßt hat. S» muß auch die öko«omisch« Seit« i» Betracht gezoge» werde». Ei»e weitgehende Ausnutzung der Arbeit»kraf» Einzelner«acht„Hände" überflüssig und schafft »rbeiislosizkest, gestattet auch er»« Herabdrückuug de» Lohne». Dagegen habe» ärztliche Gutachten k«i«e Bedeutung und die Nagelschmiede i« Taunus, über diese Seite der Sache befragt, würde» ihre» Herr« Doktor sehr wohl belehre» könne». Aber die Bestrebungen für Verkürzung der täglichen Albertszeit gehen ja dahw, de» Albeiter» überhaupt mehr freie Zeit zu mtfchajfe». Einmal zu genügende, Erholung, dann aber auch, um rhae« Gelegenheit zu gebe», sich Wisse» anzueignen und sich an de« öffentliche» An- pelegenheiten zu beiheiligen. Ma« preist unser« reiche Literatur und ihre stet« fich mehrende» Schöpfu»ge» mit vollem Recht' aber alle dieft Ding« habe««ur dm halbe» Wi> ar in L-ipflg und Munckel in Berlin, nicht nur auf i«dr Eatschädiaung, sondern auch auf Ersatz ihrer daaren Auilag«» verzichtet. Diese Handlungsweise verdient um so g ößere Anerkennung, da die Vnbandlungm in Chemnitz u-rd F-eiberg bekanntlich je drei Tage in Anspruch nahmen und zwei Mal vor dem Reichsgericht zu plädtren war» die daaren Auslagen der Herren oliv sehr erh bliche gewesen stnd. Vor dem Reichsgericht hacke an Stelle de» Herr« O. Freitag, dessen Bruder Herr vernh. Freqiag, neben Herrn Munckel die Vertheldigung üdernommin. Der l-tztere schreibt an einrn der Veiurihrilten:„ver Ausgang der Verhandlung vor dem ReichSgertcht wird wever Sie, noch mich, noch fönst Jemand überrascht haben. Gleichwohl war es m. E. nöthig, da» höchste Gericht zum Svruch zu dringen. N cht jetzt, aber vielleicht später kann der Spruch noch gute Folgen haben. Ich bedauere lcdhast, daß Sie und Ihr« h-rren Mitangeklagte« inzwischen dr« schlimmen Seiten tragen müssen. Vielleicht kommt auch mancher«eh,b-it»desch!uß im Reichstage zu Stande, der ohne düs-S Urlheil nicht zu Stand« gekommen wäre..." Auch Herr» Oechelhäufer stnd dt« Auarchtftea lieber als die Sozialdemokraten. Er schreibt nämlich in s-tner„Ar- beiterfraae":„Wenn die Sozialdemokraten behaupten, dieses Gesetz(da» Ausnahmegesetz) Härle nur die Anarchie groß« gezogen, so könnte el fraglich sein, od eine solche Scheidung im Schöße jener Partei beklagen» weich erscheint, tnd-r»«in Sarker Staat ficherlich leichter mit dm offenen Anarchisten, den ierbrechern, fertig wuden kann, al« mit dm Demagogen des Worte» und der Feder." Ueber de« Nationalliberalitmu» urtheilt die„Ration" des Dr. Barth: Die N atonal liberalen stnd in den letzten acht Tagen so schlecht von den O stziöjen behandelt worden, daß man au» dieser Vehandlung nur da» ein« schließen kann: die Regierung ist der Ueber, euaung, daß die nationalliberale Partei irgend welche Opposttlon zu machrn nicht mehr im Stande ist. Die NationaUtveralm stnd auf die Regierung unter allen Umständen angewüsen und daher tann sich die Regierung alle» gestatten Bei ihrem Gleiten nach recht» ist dt« nattonalliberale Partei jetzt offenkundig bi» zu jener ad- schüsstarn Linie gelangt, wo ei ein Anhalten nicht mehr giebt; uud Deine Lrebe zu verlieren, konnte mich bestimme», Di» so viel zu vmathm. Ich fürchte fast,« der Verletzung meiner Freundespflichten damit schon zu wett gegaage» zu sei» I" Wieder folgte«in kurze« Schweige», da» Curt ei»« Ewigkeit zu währen schien. Dann richtet« fich der alte Baron plötzlich auf uud i« de» harte» u»d finstere» Züge» sei»«» Geficht« ko»»te der Neffe sei» Ultheii lese». „Du hast mir da ei»e lange u»d sehr iühreude Ge» schichte erzählt," sagte er.„viel zu laug uud viel ,« rühleud, al» daß sie gauz ohne Vorbereitung über Derne Lippe» g«. kommen sei» sollte. Ich hatte Dei» Verstaue»»tcht ver- laugt, aber da Du mir e«»u» einmal freiwillig angeboi«» hast, so will ich auch da» Meinige thu« und Dir de» Schluß Det»«»Frm»dschaft»mSrch«rs genau so erzähle», wie er sich i» Demer Phantasie gestaltet Hadem mag.— S« ist Deimern Freund, deffe» Name» Du so treu verschweigst, naiürlich ei» Leichte», die kleine Summe aufzutreibe», Du selbst brauchst D« um die Herberschaffuug derselbe»»ich» dt« oeriagst« Sorge zu mache». Würdest Du ja auch, wie Du selbst sagst, zur Bezahlung au» eigenen Mitteln völlig arß-r Staude sei», u»d verläffest Dich darum ganz auf dt« Treu« de««u- bekaunte» Freunde« au« der alte» Familie. Nu« fügt e« aber ein unglücklicher Zufall, daß dies« einige Tage vor de« Fälligkeirstermi» der Wechsel ststht oder sich entleibt, oder auch die Schuld ableugnet, über die Du Dir«atüilich i« Deinem uvdegrevzie» Vertraue»»icht «i»mal die E»pfa»g«desch«r»igu»g hast gebe» lasse», od« daß so«st etwa» Ungeheuerliche», Unberechenbare» eintritt! Du geräihst i» eme furchtbare BedrSngniß und würdtst verloren sei», wen»«icht der gute alte Oakel, dem Du gauz zufällig gerade um diese Zeit»ach langer Trennung eine»«i» freuudschafittche» Besuch gemacht hast,««ührt vo» dem aufopfttudm Edelmuth seine» Neffen, Slle» de- zahlte!— So ungefähr sollt« doch da« Eave Dckner Ge- schichie beschaffe» sei»,»icht wahr?" Wie i« eine« Wirbel drehte fich da» alte Theezstmu« mit seine« Möbel», Lichter« und Peefone» vor Cur»'» A Er umklam««te krampfhaft die Racklehr« de» vor stehende» Sesse!» und rang»ach Fassung«ad Athe« für wo PSrktt« Kräfte die Führung übernommen baden und wo jede energischere Aeu�erung de» eigenen Willen» zur Vernich- tung führen mühte. Da» ist daS Ergednih jener stolzen Vartew'twilNung., Nollzoll. Der Nu» schuh d?» landwirthschastlichen ProoMe'alverein» für Westfalm und Lwve verhandelte am 22. in Hamm über Elniüh ung eine» Wolllvll». Zum Schluffe wurde»in vom Fretherrn von Echoriemer-Alft befürworteter Antrag angenommen, an den Reichskanzler die Bitte zu richten, eine Enquetekommiffion einzuderufen zm Untersuchung über die Frage, ob ohne erhebliche Gchädt- aung der deutschen Wolltndutirte auf die Einfuhr ausländischer Wolle«in Zoll, der im Jni«reffe der Landwirihschaft der Provinz W-stfalen dringend geboten erscheint, gelegt«erden kann, und im Falle der Bejahung dieser Frage einen dahin gehend'» Gesetzentwurf dem Reichstage vorlegen laffen zu wollen. Kontarrenz gegen die SUichSpost. Au» Elberfeld, 28. Olloder,«rjädrt die„Nordd Allg. Zig.": Wie wir hören, hat dt« von der Firma I.«. Martin u. Söhne hierseldst vor einiger Zeit eingerichtete Expreh. Packet bei öi dnung zwischen Elberfeld und Berlin dadurch ihr Ende gefunden, dah lein« Packet« mehr zur Einlieferung gelangt find. Der in Rede stehmd« Gischäft»zweig der genannten Firria soll keinen Gewinn ergeben, sondern fortgesetzte Zuschüffe erfordert haben.— 3n Nürnberg bat da» daynische Oberpoftamt gegen die Ein. rtchtung einer Prioatstadtpost Einspruch erhoben, da der Post» betrieb auSschltehltch R cht de» Staate» sei. Uedrigen» beträgt die Staatlposttaxe für Stadtdriefe in Bayern nur 3 Pfennige. Die StevistouSverhandlungea de» deutsch-schwetze» rische« Handelsvertrag» werden tn Berlin am 1 November ihren An ang nehmen. Die Schweiz hat elf Delegirte au» den Kreisen der Industrie und des Handel» zu den Unter- Handlungen abgeordnet, welche den eivgenösfflchm Gesandten tn verlin, Dr. Roth, bei d-n letzteren unterstützen werden. Auf deutscher Seite hat die Regierung von den dethetligten deutschen Handel»kammern Gutachten eingefmdett, welche fich in mehr oder weniger entschiedener Weit« für die Aufrecht- «Haltung der Berti agSbeztehungen zu der Schweiz ausgesprochen haben. Dt« Forderungen der Schwei« dürsten nach der »Franks. Zig." vorauifichtlich eine Ermähigung der deutschen Zölle auf rie drei wichtigen Schweizer Produkte: Uhren, Stickereien und Käse, zum Ziele haben. AI» Unterpfand ein« entgegenkommenden Haltung Deutschland» wird wohl die deutsche T-xtileinfuhr nach d« Schweiz dienen, welch« im Aahr« 1881 im besonderen Waarenverkrhr fich auf 58% Mill. Mark bewertbete. Im Falle, dah die Unterbandlungen zu keinem Abschluh kommen und daraufhin d« Vertrag gekündizt «rrden sollt«, würden e» vorautstchtlich eben uns«« Woll> und Baumwollwaaren, sowie Kirtd«, Konfektion k. sein, welche von den tm Falle«ine» Zollkrieg» jedenfall» von d« schweize- rilchen Volttadstiv-mung zu genehmigenden ZuschlagSsätzen zu dem allgemeinen Tarif getroffen werden würden. Doch steht ja zu hoffen, dah bei der Erkenntnih auf beiden Seiten, dah »in Abbrechen der v«trag»mähigen Beziehunoen nur beide Theil« schädigen würde, ein gegenseitige» Uedtteinkommen in den Reotfiönivrrbandlungen zu Stande kommen wird. Gesetz gegen Verfälschung de» vtere». Nach ein« Mttth:Uung d«»Frank. Kar." würde dem R:ick»tage ein Gefetzentwurf zugehen, d« die H«ftellung de» Bi«e» in d« Art der boynischen Gesetzgebung regeln soll. Nach dem»Fränl. Kur." handelt e» fich in dem Gesetzentwurf darum, im ganzen Reich« den Grundsatz gesetzlich festzustellen, dah zur Bier. berettung nur Hopfen. Malz und Wasser verwandt «erden dürfe. gm* Kampf gegen de« Aikoholismu». In«mg bei Magebmg lebt ein Predig«, namen» Kunz«, d« auf d« Diözesennersammlune, die dort vor Kurzem stattfand, einen Vor» trag üb« da» Thema hielt:„Wie ist unser Volt vor den Ge. fahren der Trunksucht zu bewahren und welche» find die Mittel»m Enevung au« derselden."— Der Berichterstatt« eine» grohen konservativen Pcovinzialdlatte», in welchem Pastoren und Profefforen vielfach ihr Wesen treiben, läht fich nun üb« den Bortiag über da» g wih schwierige Thema, wel« che» schon vielen Leuten dm Kopf zerbrochen hat. folgender- mähen«örtlich vernedmeni„Der Herr Vortragende führte in glözt« Klarheit und Bestimmtheit die Ursachen und Wirtungen diese» Laster» an dm Auger, der Zuböier vorüber und gab die Mittel und Wege an, dies« imm« mehr um fich greifende und da» Wohl de» Einzelnen, wie da» Wohl der Familie und de» Staate» untergradende V o l k» t r a n k- heit zu heilen. Reichlich gespendetei Dank wurde ihm da« für zu Theil."— Der Berichterstatter versündigt fich an der Nation, dah« diese Heilmittel und Hellweg« nicht veröffentlicht. Und auch die Diözese würde fich versündigen, wenn st« nun nicht sofort diese Mittel wenigsten» tn ihrem Wirkuno»- kreise anwendet, um den Schnaptteutel zu vertreiben.— Over sollt«*» fich hier wird«, wie fo ist bei der Teufel»au»Ireidung um aiktiei Traktätchen und Ouacksalbtreien handeln? Sollte «» tn dem Berichterstatter aufgedämmert sein, dah man üb« «in« Antwort auf die mit schneidendem Hohn» gestellte Fstttfi». ,D« thust mir Unrecht, Onkel," stammelt« n endlich, .Ich sagte die Wahrheit— ich weiß nicht, warum Du eine» so häßliche» Verdacht auf«ich wirfst—" »Gleichviel!— Wahr ob« unwahr, an m einen Eni- schlüff« kann diese Geschichte nicht» mehr S»d«». Kannst Du da» Geld bezahlen, desto besser für Dich I— Kannst Du e# nicht, so mache Dir kein« Hoffnung darauf, daß ich Dir auch nur mit einem Pfennig beisteh«»«erde, um dm Name», de» ich ja leider mit Dir habe, vor Schande zu be- wahr«; fie kommt nur über Dich,«icktt üb« mich, und ich»erde dafür sorgen, daß man dm Namm eine« leicht- sdtnigm Schuldmmacher« nicht in einem Athemzug« mit dm, de» alte» Baron» von Brandmstein«mnm soll.' Cutt's sonst so bleiche Wangm branntm in purpurner Gluih, die Beschämung und Erniedrigung traf ihn mit voll« »«malmend« Wucht. Er fühlt«»ur zu wohl, dah alle sein« Pläne gescheitert, alle seine»u»stchtm v«nichtet seien; daß dies« vesuch ans Schloß Brandmstein ihn um so fich«« de« V«dttbm üb« liefert habe. Bei den hartm, rückstcht«. lvsm Wortm seine» Onkel« üb« kam ihn jene« Gefühl auf- schänmmder, oh« mächtig« Wuth, da» die Augm eive« wehr- lvsm Raubthi««» unter du Peitsche seine» Bändig«» so unheimlich aufleuchten läßt. .*» ist genug, Oak.l." stieß« leise zwischm dm zu. sammmgepreßtm Zähnen d«vor..Niemand giebt Dir ei« Rech»,«ich zu beschimpfm. Du könntest vielleicht diesm »»zeitigen Zorn»och einmal bereuen." Der Alte«aß ihn mit einem Blick unvnhohlm« B«- wußte nicht, daß Du noch so vitl Ehrgefühl hättest," sagte«.»B,ffer wäre ,« freilich für un» Beide, wir brauchten kein Wort mehr mitetnauder zu redm, ab« da wir»uu einmal s» weit find, so will ich Dir da« letzt«« auch nicht vnschwetgm Du und die Wuchn«, die Dir ihr G>ld an»«trauen, Ihr rechnet wahrscheinlich wmig« auf die Gutmüthigkeit de« lebendm al« auf die Ohnmacht de» tobte» Oheim». Ihr tröstet Euch im fchlimwstm Falle mit d« Autficht, daß er bald sterbm müsse, und daß die Hinter« d«artige»Mittel und Wege" doch bcffn den Schlei« der Phrase ziehe? ES scheint fast so! Uebrtgen»«mm auch al» Zchör« ein Superintendent und«in Schulrath zugegen, welche Leib« es gewih für angezeigt«achten w«den, die Mittel uns Wege, um die schlimme Vollskrankhest zu heilen, den mahgebenden Behöidm nicht vorzuenthalten— wir befürchten nur, dah diese„Mittel und Wege" die alten find und au» Gebet und Prügel bestehen. Volktschullehrera ist, wie d« Untnrichttminist« auf Grund ein« Beschwerde einem Bürg«mtistrr in d« Rhein« provtnz zu«kennen gegeben hat, während d« Ableistung ihrer sechswöchentlichen Militärdtenstzeit daS Gehalt unv«- kürzt fortzu-ahlen. Der Diplomat und ehemalige österreichische Reichs- kanzler Gras Beuft ist auf Schloh Altenberg bei Greifen- »ein plötzlich am Schlagfluh gestorben. F iedrtch F«vinand Freihnr von Beuft war am 13 Januar 1809 zu Dresden geboren und widmete sich früh d« dtplomalischm Laufbahn. Er war von 1836 an L'gattonsfekretär in Berlin unv Pari», dann Geschäftsträger in München, Minitzenefident in London und Gesandt« tn Berlin. Er wurde 1849 sächfischer Minist« de» Auswärtigen und»«folgte eine reaktionäre Politik zuerst tm Anschluh an Preuten und dann an Oeftnreich. Um d« liberalen deutschen Einheitsbewegung die Spitze abzubrechen, trat« selbst 1861 mit einem vundetresormprojekt h.-rvor, ging 1864 als Vertreter de» Bundestag» zu dm Londoner Kon- sermzen, hielt fich aber imm« zu Oesterreich, von dem er nach dem Ausgang de» Kriegt» von 1866 al» Minister de» Aus- «äritgen nach Wim berufen wurde. Al» solch« bracht« er dm Ausgleich mit Ungarn zu Stande und wurde dafür 1867 (um Reichskanzler«mannt und 1868 in den Grafenstand er« loben. Um fich für 1866 zu rächm, plant«« ein« Allianz mit Frankreich und lieh Napoleon den Aeischluh Oisterreichi in einem Kriege gegm Preuhen hoffen. Er wurde isrvoch durch den Ausbruch des Kriege» überrascht und die deutschen Siege sowohl wie die Haltung Rußland»»wangm ihn zur Neutra- lität. Am 6. November 1871 erhielt« plötzlich seine Eni« laffung, ging al» Botschafter nach England und 1878 nach Pari», von wo er wegen setner Jatrizuen mit den Chanvmiftm 1882 abberufen und pmstouirt wurde. Die öst«reichisch< deutsche Allianz hatte ohnehin seiner Bedeutung schon lang« «tn Ende bereitet. Lozialtsttsche». Au» Mannhelm, 22. Oktob«,«fährt die„granlf. Ztg.": Der sozialistische„Pionier" wurde heute wieder konfiSzirt. Oesterreich'Uugarn. Die tschechischen Blätt««ött«n du in der Wiener offi- , lösen„Preffe" dieser Tag« in einem Brief«„au» Nord- dcutschland" aufgetaucht« und vom halbamtltchm„Prag« Admddlatt" reproduzirte, sonst ab« fast gänzlich unbeachtet geblieben« Idee«in« österreichisch-deutschen Bundesarmee. Die tschechischen Organe verw«s«n ent- schieden diese Joe« und erklären, dieselbe dürfe nicht zur Tbat« sacke««den. Die„Preffe" selb» zieht fich au» der Di»- luffion mit der Bemerkung, die Tschechen ereiferten stch ganz unnöthig: der betreffende Berliner Korrespondent bade die Idee d« BundeSarmee al» eine„Pbantafie" seine» Gewäbts- manne» hingestellt und die„Preffe" habe dm bezüglichen Stimmungsbnicht den Lesern nicht vorenthalten zu sollen geglaubt, wenn auch nur zu dem Zweck«, um eine Diskusston über den ang««gt«n Gegenstand hervorzurufen. Der Schuhrnacker Kail Feyrer, zu Hilfmb«g in Ober« östttleich geboren, 27 Jahre alt, und d« Drechsler Joyann Schindelarz, au» Hodlican tn Böhmm gebürtig, 22 Jayre alt, wurdm vor einigen Tagm wegen fortgesetzt« agitatorischer Thäliakett für dt« Bestrebungm der Ardettrrpartet au» Wien und dem Gettungsgediet« dies« Beiordnung ausgewiesen. Da» Präsidium de» Abgeordnetenhaus«» trug dem Grafen Taaff« den Wunsch vor. wegen der Cholera dt« Delegaiionm von Pest nach Wien» u verlegen. Da auch die Herrmhaus-Mstglied« fich weigern, die Wahl für Pest anzunehmen, so setzt Taaffe fich mtt Kalnocky in» Einvernehmen, und dürste demnächst eine diesbezügliche laiser- liche Sntschliehung«scheinen. Rußland. In Wim war vor einigen Tagm da» Gerücht verbreitet, dah auf den Z a r e n«in Attentat vnübt wotdm sei. Nach der einen Bttston sollt« der Kaiser demselben mit Mühe entgangm. d« Attentäter aber getövtet worden sein, nach d« anderm handelt ei fich nur um ein MihverstSndnih. D« Wim« Konespondmi de»„Daily Cbronlcle" stellt die Sache folgendermahen dar: Vor«tnigm Tagm ist zu allgemeiner Uederroschung Graf Reutern, ein Adjutant de» Kaiseis, plötz- lich gestorben und nun stellt fich h«au», dah detselde vom Zaren erschoffen worden ist. Graf ReutttN hatte Dienst im Palaste unv defand stch in einem Zimmer neben demjenigen de» Kaisers. Letzterer v«lieh da» Ztmm« und dn Adjutant, welcher unt« d« Hitze litt, knöpfte seinen Rock auf und setzt« fich nieder, um die Rückkehr de» Zarm zu«wartm. Dies« laffevschaft groß genug ist, um»eben dem Kapital auch die Wucherziose, zu decken, die fich vielleicht noch ansammeln, wenn der zähe alt« Krüppel die Luge» gar zu spät zumacht. — Ab« Ihr habt Euch»«rechnet! Was Du von mir«bst. wird«och utchi einmal hinreichen, die Hälfte dies« Wechsel zu bezahle». Mein Gut und«ein Vermöge» soll in würdige Hände kommen u»d soll nicht verzettelt««den, wie ei« Lotteriegewi«» l— Du bekommst e«»icht l— Morgm Vormittag«och wird mei« Anwalt mit einem Notar hlnhec berufe« werde«, de« Nachttag zu meinem Testament aufzu- setze»! Und damit Du i« Zuknnft etwa» mehr Lebensart lernst und Dich daran gewöhnst, fremd« Leute mit de» ihn«« zustehende« Rückfichte« zu behandeln, will ich Dtt auch gleich sage«, daß derselbe Herr Georg Holmfeld. dem Du heute fo beharrlich den Rück«» gekehrt host, binnen Knrzc« vielleicht in d« Lage ist. Dich durch de« ersten beste» Knecht»u« seine« Schloff« Brandenstei« hinaus- w«fen zu lassen." Di« Lehn« de« Sessel« knirscht« und ächzte unt« Cnrt'» krampfhast zusammengepreßte« Fingern. S« hätte in diesem Angenbltck vielleicht nur eine» einzig«» aufmunternde» Worte» von Seite« sei««» Freunde« bedurft, und« hätte da» schwerfällige alte Möbel«tt z«schmettn»d« Wucht auf de» Kopf de« anscheinevd ruhig, ab« doch mtt leise zttt«». den Hände» vor ihm fitzenden alte» Manne»»tedttsanfe» lasse«. Jede Ftb« feine« Körper» zuckte in wild« En«, gung,»vd in seine« Znner» ngtt fich ei, heiße», brenn«». de» Gifühl, wie« e» ähnlich»och nie zuvor ewpfuude» hatte: der»«zehrende Durst nach Rache an etwa« Leben- dem— an sewem Oukel, seinem Freunde, vor Allem ab« dem Bmlobte»«lsdeth'», d«, er jetzt mit ein« beinahe rasende» Letdenschast haßte. Ab« ,, bezwang fich«och ae. «ug. um den Ausbruch sei»«, kochende» Hasse« zu unter. ZASWMS «folgte schnell« alt Graf Rtutern erwartet hatte und a* sehr«schnckt, q'S« die Thür fich öffnen und den Zaren tuten sah. Bestürzt darüber, daß d«Zar ihn mtt aufgekniM Uniform antraf, sprang er auf und suchte hastig dieselbe«jss knöpfen, d« Zar ad«, w-lcher stch in beständig« nnröser»«' reguna und Furcht defiad-t, glaubte, daß sein Adjutcmi* Begr ff« sei,_eine Waffe au« feiner Uniform zu neh »„W l en ni»1 sofort einen Revolver, welchen er stet« bei stch trägt, und W den ungliicklichen Olstzi« nieder. Was an dies« Gestw Wahre« ist, vnmögen wir nicht zu sagen. In Warschau hat man nach Meldungen de» Poltkt" in letzt« Zeit«iederhost in den Kafern i... ltstifche Broschüren und Zeitungen oorgeftM Die eingelettete Unt«suchung«gab ad» keine nennenSt«t«° Refuttat«. Der Gen«algouv«neur, Genna! Gurlo,»M dieser halb«wen Tagesbefehl, der auch in den Zeitung'»* tannt gegeben ist, wonach in den Kafanen von jetzt ab» noch solche Zeitschriften und Lücher gelesen w«d«n bfW<* welche d« dienstälteste Oistzi« und Kasernenchef mtt sttt» Dienststegel al» geeignete Lektüre anerkannt hat. B-lgie«. Die sozialistische tooperatioe Genoffenschast, � Booruit in Gent ist staatlich al» Kotporotton annt» worden. D« Voocutt, an deffen Spitze der Sozialist-ttm? Ans»«!« steht, nimmt einen großen Aufschwung:« W ü 40000 Fiank» ein 1200 Quavraimeta große» GrunMä� Anlegung einer großen(zwetten) Bäck«« er vorden, dtt B; liefert dtt deutsch« Fabrik Borbeck«:«ine Müllerei wtej' gelegt; drei Volksapotheken, eine Druckerei und Zeitung kg ver Veoruit schon, und jetzt schweben Verhandlungen zm» rtchtung ein« Werkstatt, in der die Arbeiter für Rechnuttjf! Voorutt arbeiten sollen. D« Vomutt bat eine P* soziaiistische Tendenz; er letttt alle Gent« ArbettsetnsttW? und thatsächltch die belgische Ardettnparttt. Al» A n s« e l«, um für seine„Kandidatur der AntWjj rwzutreten, in Ltüffel eintraf, emvfing ihn der GenttA d« Arbeiterpartei mtt 100 Arbeitern. Sie_ E» ttbe Anseele I und zogen, die Marseillaise singend, otf j in die Stadt. Am nächsten Tag sprach Anseele vor 7000 Menschen. Er«llärtt: da» Schicksal de» Land deute tn den Händen der vourgeotstt, welche n ttgenheU Hab«, durch die Wahl eine» Ardetter-Kandi» Jntereffe für den vieittn Stand zu beweisen. T Bourgeoifie den Arbeitern dm Eintritt in da» Parla. sag«- vmm beweise st«, daß dm Ardettern kein sriedlii als RettunaSmtttel übrig bleibe. Di«„Jndepmdance beize" meldet nach de«„Pfi Tgbl." dtt Fortdauer der sozialistischen AgitaliB t ein««rbeitnlundgedung, Venne gau, wo man wL 31. Olivber stattfinden soll, mtt Besorgniß entgegen? Die Rl gierung läßt bereit« Charttrot sammt dm umittiff� Orten durch starke Kaoallerie-Adlhettunsen besetzen. Frankreich..! DieReuorgantsattondeSVolksunterri steht auzmbiickiich auf d« Tagesordnung d« fron# Deputttttnkammer. Die Neuorganisation strebt dieV er«' lichung de» L-Hrerpersonals an. Nachd� UatniichlSminister Godlrt tn der Gennaldebatte erklärt � daß die BerweUltchung des Lehrerpnsonal«, für welch« Frist von fünf Jahren gestickt sei, nach Maßgabe dtt. handenm Kredite«folgen w«d«. und nachdem f#;', worden war, daß 12 000 grprüfte Lehr« und Lehrerinnen Anstellung wartm, wurde die Drtnglichtttt für dm mit 358 gegen 161 Stimmen angenommen. Bei dtt. Sonnadmd sortgesetztm veraihung üb« dat Gesetz b'»' dm BolkSunttrricht wurde Artitel 16, welch« votsÄrW» in dm öffmt.ichen Schulm j-d« Ordnung der W ausschließlich von Laien zu«theilen W nommm. Der Smat vrrwarf mit 140 gegen 108 Siimtf", Antrag Ncquets, daß jede Trennung von Ehk»?� auf»«langen eine« derseldm tn eine Scheidung werden müffe. GrohdritamAie«. In einem längnen offenem Briefe vom 20. d. fich H. M. H y n d m a n, ein« d«r hnoorragendstttt dn sozialdemokratischen Födnation, über du au«, welche dtt Organisation im Auge Hit. Was vu ratton verlangt, ist tn nachstehendem sechs Paragraphed gelegt: 1) Kein Dimer der Regierung soll für längi al» achtStunden de» Tage» beschäftigt werden allein würde für viele jetzt beschästtgungSlose Arbetttt o�ben. Eine ähnliche Verminderung der Arbetiszett Eisenbahnen und anderm Moropolen beansprucht, i dem Gemeinwesen an Ges-llsckatten«iheitt vkurden-*'* unfiu lttvtrten Kronl ände re ten oder � Ländneien, dtt jetzt als Weideland benutzt w nach Anficht ersabrmer Landwttthe am besten verw den könntm, wmn fie tulttvirt würdm, sollen un«., den besten Maschinen von dmsmigm Beschäftigung»! i duvg zu ihr« Ungunsten gefallen war; daß setttt in Cmt's Geschicklichkett»ur zu bnechtigt gewesen- zeigt« i» seinen Mutten und Bewkguvgen nicht den Schatten von Enttäuschung und Wuth. Mtt seine« I ltchen glatte» n»d onbindlichen Lächeln wendett er l-, dem alten Brandenstein zurück, um. wie er sagt«, rfy w'ß maßgebende Erfahrung zur Richtni« in der' «trettfrage zu mache«, die« eben zwischen fich Ob«först« mühsam h«a»fb«schworm hatte.* i D« Baron blieb ihm die Antwort schuldig.*)• vollständig in seine» Lehnstuhl zurückgesunkm u»d*1 Theil seines Körper» in tiefen Schatten gehüllt. E ging schw« und«tt einem abgebrochenen, beinah«., Tnäusch.«tf All« Blicke hatte» fich bei Ramfeld'» letzl-Kp '°ch 9«.hwgewmvt. und»llm znaletch eigenthümliche Erscheinung auf. Die Männa sah-�g' troffen an; Elsbeth ab« war schon in d« nächstj* afii' ***** �nt« de» altes Herrn und beugtt sich « d« Herr Baron xfl-gt sich rasch*' gi1' l«n. Wir müffe» ihn spfort in 8« lassen. Die»ithig«»r,««i V l�f e«»üb doch am beste« sei», wen*' o°» zu«hole». zimm« bringeu vaus«: ab« e» wrro ovey am oepe«;«», w*"— «i« Pferd sattelt und fo schnell wie möglich b«*, w Stadt holt." � Während ihr« letzten Worte war auch den Bewnßtlvsm herangetreten und hatte dab V". i desselben«griffe». E» ging etwa» wie da» st*� ii j blttzm«ine» Triumph« üb« setne Züg«, JfWi wag«« gelb« Gesicht blickte, da» jetzt mtt den\ Augm wirklich da« Sntlitz ein« Leiche zu � Niemand hatte diese rasch vorübergehmde Bewtga*�� und de« Doktor» Stimm« klang so gemessen und j imm«, al« tt sagte:% .D« Arzt dürfte für jetzt»och übnflüffiS 1. ptjj Fräulein; denn ich selbst hm Doktor d« MeW* wich wohl getraue», die Behandlung dies«* Angriff genommen werden, die an diese Arbeit gewöhnt find, over iandwirthschastliche Beschäftigung vorgehen. Die Arbeiter sollen Löhne erhalten, die nach dem U-theil einei Schätzung«« omt« ausreichen, um fie und ihr« Familien gesund und ge« mächlich zu erhalten, oder e« sollen solche nolhwendigen Lebens« mittel in einem allgemeinen Mahl»um fiofimpreise verabfolgt werden, während für ein Unterlommen an Ort und Strlle ge« sorgt wird. Ein billiger Theil de« Nutzen«, der au« solchen landwirchschastlichm Operaitonen erzielt würde, mühte von Zeit »u Zeit unter die beschäftigten Arbeiter vertheilt werden. 3) Oeffentlich« Arbeiten in irgend einem industriellen Mittelpunkt oder in der Näh« desselben— wie j B. Ardeiter» Wohnungen, Eindeichung von Flüffen, Bau von Kanälen oder Aquädukten— sollen unverzüglich in Angriff genommen wer- den. 4) Wo e« möglich ist, sollen leichte Unterstützung«« arbeiten noch ähnlichen Prinzipien begonnen werden, um denjenigen Fraum und Männern Beschäftigung zu geben, die barter Arbeit nicht gewachsen find; oder dieselben sollen mit An« fertigung von Kleidungsstücken oder anderen Ardeilen beschäftigt werden, welche st« durch dm Staat mit den P-odukten derjeni- gen austauschen könnten, die der Landwirthschaft odlizen. 5) Die Kosten der Einrichtungen und die Zahlung der Löhne sollen den Steuerzahlern und dem Staate zu gleichen Theilen auferlegt werden, oder in solchem Verhältnih, wie man e« für billig erachten dürste. Der Lortheil der Steuerzahler sei der, daß arbeitsfähige Personm lohnende Arbeit erhielten, anstatt der �dlosen Beschäftigung in den Armmhäusern obzuliegen, und der Vortherl de» Staate» würde sein, dah lein andauernde» Armemvesen au« der herrschenden Geschästtstockung hervorgehen würde. 6) Di« Kinder in sämmtltchen StaatSschulen sollen «in f r e i«« Mittagsmahl erhallen, da in Zeilen wie die i'tzigen nicht, schrecklicher für die Arbeiter sei, ali die Gesund- bkit ihrer Kinder in Folge blostm NahmngSmangel« dabin- schwinden zu sehen.— Da« Programm ist offmbar ein Per« legenheitsprogramm. Die agrarischen Ausschreitungen mehren stch seit einigen Wochen in Irland wieder. Am Mittwoch Abend wurden mehrere Schüsse auf den Agmten de» Grundbesttzer« Olivier, Herrn Vandeleur, abgefeuert, al« er von der Ein- kasstrung der Pachtzinsen in Nord- Kerry nach Haus« zurückkehrte. Nur durch ein Wunder entging er der Ermordung. Er hatte zu der Zeit ungefähr 200 Lstr. bei stch. Wie meistens, konnte dt« Polizei die Thäter nicht ausfindig machen.— Nahe Dungarvan wurde am Mittwoch bei einem Farmer Namen« Walsh eine Auktion abgehalten. Al» die Leute die gekauften Möbel nach Hause schassen wollten, wurden fie von Leuten, die ibnm aufgelauert hatten, niedergeschlagen und beraubt. Die Polizei war wieder außer Stande, die Verbrecher zu verhaftm. — Fn Rewcastle West wurde ein Schulhau« angezündet.— Fn Banglasha, 4 Meilen von Listovel, entriß da» Volk dem Shenff da« beschlagnahmte Vieh. Dienstag Nacht faßte die Polizei den bei Cvnakil'y wohnhaften Farmer Hurley, gegen den eine Exmisston am Montag versucht war, dabei ad, wie er in einem Graben hinter dem Hause Packet« mtt Tynamtt, an welchen eine Lunte befestigt war, hinlegte. Hurst y wurde verhaftet. ValkeueUndn. Der„Franks. Ztg." wird gemeldet: Russtsche Agenten find in Bulgarien tifrig thätig, um für die Wahl de» Her- zog» von Oldenburg zu wirken. An verschonen Orten Ostrumelten« kam e» zu«uSschreitungm. wobei Militär »».'".* r t x* Ot------- 1— um« äffende russische Rüstungen.— Taddan Effendi soll erklärt haben, daß die Türkei Rumelim besetzen werdt, fall« dessen Abgeordnete in Tirnowa der Sobranj« anwohnen. Die Regierung ist nach Tirnowa gereist; dort ist gegenwartig der politische Schwerpunkt der Lage.- Die Blätter vonSosta empfehlen die Wiederwahl de» Fürstm«lerander von BattM- derg. Lemberger Depeschm wollen dmselden auch schon auf der Reise nach Bulgarien»iffen. «fei««. Die Antwort England» auf die Vorstellungm der Pforte bezüglich der fortgesttztm englischen Okkupation Egypten« geht nach einer Konstantin opeler Meldung de« „Dasty Chronicle" dahin, daß die Misston, welche England nöchigte, da« Land zu besetzen, noch nicht beendet sei, aber daß die britischm Truppen Egyeten räumen würden, sobald Eng« land« Aufgabe daselbst völlig gelöst sei. Nach derselben Mel« dung soll vaS Vorgehen der Türkei in der Sacht lediglich dem französchen und russischen»ir.fluff« zuzuschreiben sein. Die Pforte Hab« an Egypten nur ein pekuniäre» Jntereff« und werde stch nicht lästig machen, so lange der Tribut gezahlt wird, während«ine E- höhung deffeldm ihr sehr gefallm und fie wahrscheinlich gleichgsttti daaczen machen würde,«essen Macht in Kairo da» Uebergewscht habe. Die türkische P:effr sährt indessen fort, England anzugreifm und zu behaupten, daß«» sein Versprechen, Egypten zu räumen, nicht gehalten habe. Dies««nzrtffe find, wie allgemein geglaubt wird, einem Wink von der Regierung zuzuschreiben.— Was Frankreich be' trifft, so wollen die„Verl. Post Nachr."«iffen, daß man stch in gut unterrichteten Kreisen üderzeugt halte, e» werde stch der «oypiischen Frage wegen kein ernster Kmfl.lt zwischen den Kadmeten von London und Pari« entwickeln. Anverersett» soll nach einem Stamduler Telegeamm der„Daily New«" stch auch Deutschland an dem Meinungsaustausch zwischen Ruß- land und Frankreich in Betreff der ezypttschm Frage bethrtligt und auf dir Räumung Egypten« gedrungen haben. Amerika- DI« Chikagoer Anarchisten find mit ihrer Be« r u f u n g gegen da« über fie«fällt« Urtdeil in zweiter In- stanz abgewiesen worden. Der Gerichtshof hat daS Urtheil bestätigt oder vielmehr«» von Neuem auZgesprochm. Nach der amerilant chen Proußordnung wurde, nachdem der Staat«. anwolt sowohl al« die Verlh-tdiger ihr« Argumente erschöpft hatten, an die Gefangenen die Frage gestellt, ob ste selbst noch etwa« gegm die Ausführung de« über ste verhängten UctheUS zu sagen hätten. Sie verlangten darauf nacheinander da« Wort und verlasen kürzere oder längere, vorder ausgearbeitete Autsätze, worin Feder auf seine Weise seine Unschuld an dem Tynamtt-Üttmtat, w:lch-i dm Tod etner Anzahl Polizistm zur Folge hatte, beiheuerte. Der Hauptpunkt der Vertheidi- gung Aller bestand dirin, daß ste dm verhängnißvollen Stoff nichr geworfen, nur Krieg gegen die jetzigm gesellschaftlichen Einrichtungen und im Nothfalle Gewalt gegen da» Kapital und deffen Werkzeuge gepredigt hätten. Mehrere von ihnen verglichen da« fhnrn bevorstehende LooS mit dem von Solrate«, Galilei, Huß. CzrtstuS und Alle waren einig in der Meinung, daß die Vereinigten Slaaten kein Land der Freiheit, und daß e» mit der Gerechliakett hier nicht beffer bestellt sei al» in den Ländern der altm Welt. Nachdem da« U.theil vom Richter ausgesprochen war, wonach die steben Anarchisten am 3. Dezember d. F. gehängt werden sollen, wurden die Gefangenen unter poli�ilicher Bedeckung in» Gesingniß zurückgeführt. E« bleibt ihnen nur noch die Berufung an da« Obergericht de» Staate«, welche« wahrscheinlich de» Beispiel« wegen und unter dem Drucke der öffmtlichm Meinung da« Urtheil bestätigen wird Dann steht den Gefangenen noch da« Gesuch um Gnade an dm Gouverneur offen, der möglicher Weise die Vollstreckung de« Urtheil« verschiebt und dadurch den Weg zur Begnadigung zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe ebnet. Daß etner der Gefangenen die Dy ramitdomd« geworfm, ist in dem Prozeffe nicht bewiesen worden, da« Urtheil gilt nur der Auf. reizunz zum Morde alt Sübne für vi«„Propaganda der Thai",— wie vor den Ereigniffm m Chikago da» bei den Anarchisten so beliebt« Schlagwort lautete, welches jetzt gänzlich verstummt ist. Di« englisch> amerikanische Press«, ein» schließlich der größten Blätter de« Lande», hat stch, nach der „Franks. Ztg.", den Verurtheilten gegenüber recht ileinltch de» nommen. Sie geberdet stch, al» od von deren Hinrichtung die Rettung der mmschlichen Gesellschaft adhtng«. Gerichts-Zeitmtg. t Ein kleiner Kompetenzkonflitt, der kürzlich zwischen dem Vorfitzenden einer Slraftamm« und einem Staatsanwalt stattfand, verdimt«wähnt tu werden. Da der Verfall ein rein sachliche», kein persönliches Interesse beansprucht, kann die Namensnennung v««etheitiaten füglich unt«bl«tden. Der Gerichtshof hatte«inen Angeklagten zu ein« längeren Freiheit». strafe verurtheilt und der Staatsanwalt und der Angeklagte erllärt, daß auf da« Rechtsmittel der R-oiston verzichtet werde. Ein Verwandt« de» Verurtheilten, der al« Z uge fungirt hatte, wendete stch an dm Vorfitzenden mit der Bitte, einige Wort« mit dem Verurtheilten vor seiner«dführung in da« G-fangniß wechseln zu dürfen. Der Vorffstnde ertheilte diese Erlaubniß. Da erhob stch der Staatsanwalt und legte Widerspruch ein. Er sagte, der Angellagft: habe ebenso wie er auf Reoiston o« sichtet, mithin sei da« Urtheil rechtskräftig geworden. Dal Amt de« Gerichtshofe« habe hiermit fein Ende««eicht und d« V-.uijheUte„gehöre" jetzt d« Staarsanwaltschast, die allein ein« Untnredung mit ihm erlauben könne.— D« V«» theidiger schlug vor, den Konflikt einfach dadurch zu lösen, daß detde Theile, P-.Sstvent und Staatsanwalt, die Erlaubniß«» thrtllen. Hinauf ging jedoch der Staatsanwatt nicht ein.— Der Vorfitzmde selber bestand gleichfall« auf seinem Recht« und verfügt?, daß die Unterredung stattfinden dürfe. Sie fand auch statt und damtt war der Konflikt vorläufig beendet; gelöst wird er erst von einer höherm Instanz werden. Konstantinopel, 16. Oktober. Vor dem Richter«scheint in einer seh: desperaten GemüthSstimmung SeiimHanot, erster Eunuch im Harem Mural) Pascha«. Selim hat bei einer Ltedisaffaire, die sein« Zeit viel Sensation machte, eine Haupt« tolle gespielt,« hat der schönen Liebltngsgatttn Murad'S, Fatime, einige Monat« hindurch Liebesbrief« zugetragen, welche Baron Radetz, ein jung« ftanzöfischu Diplomat, an fie richtet«;« ist geständig, im Haremgaitm ein Rendezvous der beiden Liebenden ermöglicht zu haben nnd setzte endlich seinem Werke die Krone auf, indem« der schönen Fatime ein Saoo« norden gewand»«schaffte, fie mit einer Drehorgel und einem Affen versah und ihr so zur Flucht onhalf. Da» Liebespaar kam glücklich nach Pari», die schöne Fatime schwur den Glauben ihrer Väter ab. dekehrte stch zum Christenthum und wurde in d« Madeleinekirche mtt dem Baron getraut. Bei dieser Ge» leaenhett«regten orientalische Perlen im Werth« von drei Millionen Piastern, die Fatime zur Erinnerung an Murad Pascha au« dem Harem mitgenommen, unter den Pariser Damen Sensation. Selim ist heute de» groben Vertrauen»» 6-■ � nn pjc. r. x. n x gerichtliche Anzeige. Selim ruft abwechselnd Allah und den Brophetm an, gesteht ab« doch schmunzelnd, daß ihm Baron Radctz für seine Vermittelung 20000 Piaster gegeben und ihm geschrieben, er möge schauen, Konstantinovel zu vttlaffen und zu ihm nach Pari« kommen, wo« als Portier bi» an sein Lebensende einen ehlenvollen Post«, einnehmen w«de. D« Richter oerurtheive den ungetreuen Selim zu sechs Monaten Sattere. leichte» und rasch vorübergehende» Erkrankung zu über» nehme». Weshalb sollten wir de» Kollege» bei Nacht und Nebel herbeischleppe» s Wollen Sie mir gefälligst die Medizi» »«ige», die dem He«« Baro» i» ähnlichen Fälle» gezeben worde» ist?" ,. �2* Miischche» war rasch zur Stell«. Ramfeld goß einig« Tropfe» der Flüssigkeit ans einen Löffel, roch daran, kostet« fie und nickte da»« zustimmend mtt dem Kopfe. „Da» wird genüg«,," sagte er.„Ich selbst bin zur Roth mtt einigen entsprechenden Medikamenten vnsehen, und für btt Nacht ist meiuer Ueberzeugung»ach nicht« zu be« fürchte«. Morgen können wir ja den Kollegen au« der Stadt hple» laffe». Jetzt wollen wir den Baron zu Bett driugen. Sre,»ein Fräulein, bleiben wohl„ornst bei ihm und um Mtttnuacht wnd« ich Sie ablöse« l" VIII. Die»vorbltt»»««» de« Doktor Ramfeld wurde« rasch und ohne Wtdnskeben befolgt. D««tte Oberförster sagte in sein« kntzrn, oarsche« Manier etwa» von Theilnabm«, Bedauern und„morgen wieder nachsehen," schüttelte Cnrt dt« Hand und machte sich dann«st ein« Eilfertigkeit auf den Heimweg, die erkennen ließ, daß e» ihm h«>t« Abend auf Schloß Braudenstett, weniger behaglich gewesen sei, al« ge» «öhnlich. Auch der Oberiuspettor empfahl stch, da er ein» sah, daß seine Gegenwart durchau» üdnflusfig;«, zögerte »ur so lauge im Theezimmer, dt« e« ihm gelang, unbemerkt die Hand sei»« besorgte» uud geschäftig anorduende« Braut zu ersoff«.. „Sei auf der Hut.«l«beth, um Detnet. und meinet. will» I" flüsterte er mtt einem so innig bittenden, liebe» volleu Blick der guten, treuherzigen Augen, daß st« ihm am liebsten um de» Hals gefalle« wäre. „Verlaß Dich auf mich!' antwortete fie, de» Druck seiuer Hand war« erwiderud.„Seh' aber fitzt und schicke morgen«tt dem Früheste« nach de« Arzt.— Gute Nacht, mein liebe« Her, I" „Gute Nacht,«eine süße Braut!" Er warf eine» flüchtigen Blick nach de» beide« Gästen zurück, aber st« Hatto« ihm de» Rücken zugewandt und standen angelegentlich flüsternd bei einander. So verließ er. ohne fie zu gtüßen, da« Gemach. Durch eine andere Thür begab stch ElSbeth mtt dem alten Diener in da« Schlafzimmer de» Baron« und die beiven Freund« blieben allein in de« halbdnnklen, umheimliche» Raum« zurück. „So hast Du also wirklich all« Karten au« der Haud gegebe« I' sagte Ramfelv, al» er stch mtt einem rasche« Blick von der Unmöglichkeit de» Belauschtwerden« überzeugt hatte,.hast die Welle« über Dtt zusammenschlagen laffen und bist zähneknirschend und ohnmächtig wie eingeschlagener SchuiMge davongeschlichen I Wahrhastig, ich hätte etwa» Derartige» voraussehe« solle« 1* (Fortsetzung folgt.) Au« Kunst und geben. Im„Deutsche« Theater" mußten wegen Unwohlsein» der Frau Rtemann die zu heute und morgen angesetzten Auf» sühmngen von„Gräfin Lambach" und„Ein Tropfen Gift" abgeändert werden. E» wird statt deffen heute, Dienstag,„Zopf und Schwert" und morgen, Mittwoch,„Haus Fourchamdaull" gegeben. Da» Berliner Stadt-Theater war am Frettag, Sonn» abend und Sonnlag total ausoertauft. Im„Edea-Theater" findet da» große, au» 12 reizenden jungen Damen bestehen)« Ballet stet» dm lebhaftesten und brausendsten Beifall. Namentlich ist es dtt neue Balletnummer ein„Grand Pan de»hawleg mit Variationen", ein reizender Gruppentanz, der mit seinm phaniastlschm Figuren und Bil« d.in, da» Auge blendet und entzückt, und der die größte Wst» kung hervolbrtngt. Reben dem Ballet Haben sich d« sonder» die tntereffante«ufkläiung de»„Saison- Gcheimniffes", näm» ltch da» plötz'iche Verfchwinden einer Dame von offctwr Bühne und dtt merkwürdigen Tauchlünste der Familie Johnson al» echte Kaffenmaznei« erwiesen. Da da« geradeju überreiche Programm auch sonst eine unerschöpfliche Fülle ve» Unterhaltenden und Belustigendm bietet, so bleibt da» Publikum, da» allabendlich die Räume de»„Eben. Theater»" füllt, immer in der besten und animirtesten Stimmung. oftales m» Arbeiterbewegung. Die kleine« Betriebe nutze« im Durchschnitt ihre Arbeiter am meiste« an». Um mtt dem Großbetrieb kon» lurrtten»u können, um die fehlender! technischen HilfSmitiel zu ersetzen, find fie dazu gezwungen. Auch die meisten Fabrik» inspettorenbencht« b-stältgm da» wieder. Die„Franks. Ztg." führt darau» folaende Beispiele an:„Eine sehr lang« Arbeit»» ,:tt.»wischen 12 und 17 Stunden, haben verschiedene Schlächtereien, Müllereien, Bäckerettn u. s. w."(verlin). „74 bi« 77 Arbeitsstunden(wöchentlich exklusive Sonn« tagt) wurden nm in kleineren Betrieben angetroffen" (schlestsche Tuchindustrie). Heffen.Naffau: 14— löstündig« Ar» deittzeit der kleinen Betriebe.„In der Kleineisen« und Stahl» waarentndustrie. wo dtt Meisterbettiede(HauSie-duftrie) unter dem Drucke der geringen Verdienste selbst tür Lehrlinge 14 bis 16 wirkliche Arbeitsstunden haben)c."(Düsseldorf). In den Fürther Glasschleifereien arbeiten die Schleifer 16 Stunden; „dagegen find dtt Glat-Polterer 6 Tage in der Woche ununter» drochen auf der Arbeitsstelle und kommen nur Sonntag» zu einem richttgm Schlaf." Nachmittag« rasten st« nur ein paar Stunden, wozu„eine Bant oder ein schmutziger Strohsack in einer Eck« der Werkstätte benutzt»ttd." Diese Betriede find von den Besitzern an„Meister" vergeben, mtt denen ste allein abrechnen;„et ist wohl natürlich, daß dieser Meister bei Ver» theilung de» ohnehin nicht reichlichen Lohn« stch selbst nicht vergißt und daß daher der Schttifer und Polirer, um«inen höheren verdienst zu gewinnen, zu obiger Arbeitsleistung ge» , wungen wird; daß dabei jede» Familienleben unmög» ltch gemacht wird, ist selbstverständlich"(Fürther Bericht). „Erhalten derartige(kleine) Betriebe umfangreichere Aufträge, to reicht da« vorhandene Personal nicht au«; eine Vermehrung ist aber nicht thunlich, weil der beschränkte Werkstattraum und die nur nothdürftig« Werkstatt Einrichtung dtei nicht gestatten. So wird die V-rlängerung der ArheitSzett zur Nothwendigkeit, wenn der übernommen« Auftrag rechtzeitig fertiggestellt werden soll"(Hamburg).„Ein besonder» erkenn barer Einfluß der kürzeren Arbeitszeit bei derselben veschästizung macht stch namentlich bei der Wederei bemerkbar, insofern, al» bei der maschinellen Damast» und Leinenweberei bei einer durchschnitt» lichen Arbeitszeit von 10 Stunden und einem verhältnißmäßig auskömmlichen Verdienst die Aibever einen bei Weitem gesun» deren Eindruck machen, al» dtt seldstständtgen Handweber, welch: bei einer ArdettSzett bi» zu 18 Stunden einen nm sehr kümmerlichen Verdttnft haben"(Oppeln). Kuappschasttkaffeumisere. Da» vorige Rechnungsjahr der märkischen Knappschaftskasse, welche in Dort- mund domizilirt ist, schloß mtt einem Verluste von über 800000 M. ab, welche Summe au» dem vorhandenen Ver» wögen der Kaffe gedeckt werden mußt». Da« laufende Jahr wirb gleichfall» mtt einem erheblichen Defizit schließen und schon jetzt find fetten» de» Vorstande» der Kaffe Anträge auf Er» hödung der Beiträge«ingebracht morden. E» bat der Vorstand auf ein« Art der Beittäge-Einziehung zurückgegriffen, wie sie vo: Erlaß de» jetzigen Berggesetze» üblich war, und zwar soll nicht mehr ein fester Bettrag, sondern ein Zwanzigstel de» Lohne» al» Knappschastsbettrag erHoden werden. Hierdurch werden alle Mitglieder stark getroffen. Die Arbeiter der dritten Abtheilung hoben z. B. in Zukunft 40- 50 Prozent mehr zu zahlen. Dtt Betträge für Ardetter der ersten Klaffe würden von drei auf vier Mark pro Monat steigen, so daß jeder Arbeiter fast zwei Tage im Monat für die Knappschafttkaffe zu arbeiten ge- zwungen ist. Unter den Beamten sowohl al» auch unter ven Arbeitern herrscht deshalb ein« gewiffe Erregung. Ohne Erhöhung der Beiträge kann dtt Kaffe aber ihren Ver» pfl chtungen gar nicht nachkommen. Dtt Kaffe ist bekanntlich Penston»» und Krankenkaffe zugleich und e» beträgt die Zahl der Milglteder gegen 60000, die stch aus einen großen Bezirk oer» theilen. rb. Unheimliche Experimente. Dtt Schutt für prak« tische Chirurgie in Pari« war dieser Tage der Schauplatz einer unheimlichen Szene, bei welcher dtt beiden lürzlich hinge» richteten Berdrecher Frey und RWIöre den Mtttelvuett der Aufmerlsamkeit und de» Jniereffe» bildeten. Die Körper der beiden Hingnichttten waren nämlich den P ofefforen der er» wähnten Schul« zum experimenttren überlasten worden. E» wurden denn auch verschiedene Experimente ausgeführt, unter Anderem wurde der Versuch gemacht, die Zirkulation in den abgetrennten Köpfen wieder herzustellen. Um die» zu bewerk« ftelligen. spritzt« man von ttbenden Thier«« genommene» Blut in die Adern. Die hiSher bttifarbm gewesene GefichtSbaut färbte stch und auch die Lippen bekamen ihr natürliche» Roth wieder: unregelmäßige Bewegungen der Haut wurden bemerk» bar, und die Gestchttr fingen an. den Ausdruck von Ltdenden zu bekommen. Durch dtt GestchtSneroen wurden dann elektrische Ströme geleitet und ein Zusammenziehen de» Ge» stchte» wurve hierbei beobachtet. Die Versuche auf Wttder« Herstellung de» Leben» oder Bewußtsein» hatten jedoch nicht den geringstm Erfolg. Die Nerven verloren lehr bald ihre zuerst gezeigte Empfindlichkeit, und e» wurde klar, daß jede» Gefühl entschwunden war. Ea»lokomottde. Auf Neuheit darf dtt seit einiger Zett auf einer Straßenbahn in Melbourne arbeitende GaSlokomottve Anspruch machen. Der Mechanismus derselben entspricht ganz demjenigen der altbewährten Gasmaschine und bletet also ni«t» Außergewöhnliche». Da aber eine GaSlokomotioe nicht wie der Gasmotor mit einer Gasleitung verdunden werden kann, weil fie stch fortbewegt, so ist der Er findet. John Dan» in Melbourne. genöthig-, zusammengepreßte, Ga» in aus der Ra« schine angeorvneien Behättern etwa in der Weise mttzusühr-n, wie unser« Eisenbahnwagen GaS urr Beleuchtung rmtschleppen, und da» ist al» ein g-oß« Nacbih-il anzusehen. G r» wiegt allerdings nicht, desto schwerer find aber dtt Bebälter, so daß d!e Maschine allein 90 Zmtner wiegt. Da der Wagen ferner 35 Zentner wiegt, so ist da» Verhäitniß der tobten Last zu dem Gewicht der delörderten 40 Personen ein ziemlich un- günstige». Dafür bietet aber dtt Ga»lokomotive, wie die GaS' maschin,, den großen Vortheil, daß fie de» vorherigen Ein» heizen» nicht bedarf. Sobald die Behälter gefüllt find, was nur wenig« Minuten dauert, ist ste stet» fahrbereit. Die Gas« lokomottve läuft nunmehr vier Monat« ohne Störung und legt täglich etwa 65 Kilometer zurück. Die„ireifltmlae Zeit«««" tischt iheen Lesern wieder einmal ein» Mcke Lüge auf. Das Llatt schreibt nämlich:«Die Verätzung der«rbeiter gegen die freistnnige Partei und die „Freisinnige Zeitung" intdesonder« hat sich da» sozialistische „Berliner Loltiblatt" ganz besonder» zur«ufgade gemacht. jüngst brachten wir nach anderen Blättern die thatsächliche Notiz, daß der»rbeitermangel an der preußisch- rusfischen lSrenze offenbar mit den Polizeimaßregeln über dl« Grenzlontrolen für fremde Arbeiter zusammenhänge, da der Mangel hmsche, trog» dem die Löhne höher und die Lontratte günstiger seien al» früher. Da»„Berl. Bolk»dl." unterschlägt die le«teren W o r t e u. s. w."— Die„unterschlagenen letzteren Worte" heißen also:„trotzdem die LöhneIböher und die Kon- trotte günstiger seien al» früher".— Unsere Notiz lautete aber folgendermaßen:„Trotz erhöhter Löhn« und günstigerer Kontrakte klagen die preußischen Sut»» besttzer über A r d e i t e r m a n g e l." Di-„Freistnnige Zei. tung" macht dazu folgend« Lemerluna:„Dieser A-bettermangel hängt offenbar zusammen mit den Poltzeimaßregeln, welchen fich gegenwärtig die fremden Arbeiter bei ihrem Uebertritt über die Ärinz« unterwerfen müssen, und welche etnem Berdot geradezu gleichkommen."— Die Worte:„Trotz erhöhter Löhn« und günstigerer Kontrakte" waren in unserer Notiz fett gedruckt und mußten in die Augen fallen. S» könnt« fich also nm um die Wörtchen:„al» früher" handeln. Jeder Leser, der nicht mit geistiger Blindheit geschlagen ist, ergänzt dieselben selbst, rvenn von erhöhten Löhnen und günstigeren Kontraven ge« speochen wird— bei dieser Autdrucksweise ist e» selbstver» J5 n d l i ch, daß früher, vordem oder vor einiger Zeit die rbeit»!öhne geringer, die Kontrakte ungünstiger gewesm sein müssen. Es ist eigentlich recht traurig, daß man noch derartige Schulletttonen geben muß. Da» wäre jedoch ein MUberungt« grund. Es heißt aber im Verlauf unserer angegriffenen Notiz, in welcher wir„Worte unterschlagen" haben sollen, ausdrück» lich:„Die Kontratte find günstiger geworden für dt« dortigen Landardeiter, die Löbne sind gestiegen".— So hat die „Fnifinnige Zeitung" völlig erfunden, daß wir irgendwie eine Unterschlagung verübt hätten. Damtt falle« auch all« übrigen Jnvettiven, welche da» Blatt un» anhängt, in Nicht» zu» sawmen. liebe* die Sandsteiubrecher in der sächflschev Schwei» sprach kürzlich Lehrer Martin im Dresdener G-dirgsverein. Der feine Sraud, der fich beim Arbeiten auf die Lungen legt, und da» Sitzm auf dem lallen Steine bei erhitzender Thätig- keit wirken zerstö end auf dm Orzanismu», mit 3Y Jahren zu» meist ist der Steinbrecher bergserttg und stech und mtt 40 Jahren verfahren die meisten ihre letzte Schicht. Im Jahre 1881 gab es in Schöna fünwnddreißig junge Steinbrech«' wiltwen mtt einem großm Häuflein Kind«. Da» ist ein Dorf, d«artige rählt ab« die sächsische Schweiz eine große Anzahl. Begreiflich ist e» daher, daß namentlich zur Wtntnszett die Noch nm all zu oft zm Thür d« kleinen Wohnung her- eintritt. «och der voigtlSndisch-e»»gebirgische verei« d« Schlffchenftickmaschtrendesttzer und der Jm«effenten für Schiff- chensttckerei hat sich aufgelöst— wegen Interesselosigkeit seiner Mitglied«. So hat auch hier die„freie Vereinbarung" nicht» Helsen können. Juuungsübermutt». Auf dem westpreußischm Schmiede» tag in Elding beschloß man am Freitag, zu v.rianaen, daß den GutSdefitzern da» Recht genommen werde, auf ihren Gütern andere ai» Jnrungsmeister al» Schmied« anzustellen. D« Einwand, daß e» gar keinem ordentlichen Schmied einfalle. für 30 Thal« auf» Jahr und V«rflichtung für Nebenmbett auf» Land zu gehen, fand keine Beachtung. Dm Thferärztm warfen die Jnnungsrneister Unwissenheit vor. Dm Lehr» schmieden müsse die Befugniß genommen werden, Hufdeschlags» Prüsungszeugnisse aulzustellm. Nicht drei Monate, sonder« sich» Jahre seien erford«lich, um einm Kursus im Hufbeschlag zu bestehen. Stteik». Breslau. Der Streik d« Knopfmach« au» der Fabrik Wolftsohn u. Ko. dauert unv«Lndert fort, doch ist «utstcht auf Erfolg für die Arbett«. Man hofft, daß in wenigen Tagm die Fabrikanten nachgedm w«dm.— In der Wollspinnnrt von Hettmann» Köchltn- Kumyl in Rül» h a u s e n i. E. ist«in Streik unt« Spinnern und Ansetze»« ausgebrochen. Vvchdruckerbewegurtg. Leipzig, 23. Ovob«. D« Stand d« hiesigen Vuchd,uckttb>weaung hat fich neunding» nur wmig vnänvert. Sämmtliche Pitnzipale hadm nunmehr dm Tarif anerkannt und auch bez. d« übrigen streitigm Fragen ist fast überall eine Einigung«ziell worden. Nur in der Breitkopf».Härtel'schen Druckerei ist die» noch nicht gelungen, weil die Prin.-ipale der genannten Offizin »»«gm der inzwischen obzeschloss-nen Neumgagemmt» nm einm Theil de» früheren Personal» wieder einstellen wollen» während die Gehilfen auf der Wiednaufnabm« de» gesammtm früh«en Personal» bestehm und kewe der deidm Parrrim nachgedm will. D« UntnstLtzungsveretn deutsch« Buchdruck« erklärt deshalb die genannte Druckerei bis auf weitere» für sein« Mitglieder geschlossen, und«» hat die R«hr>«hl d« daselbst beschäftigten Druck« auch wirklich dish« die Arbett nicht Wied« aufgenommm.- Eine Buchdrucker t n n u n g ist nun» »nehr in Berlin defintttv gebildet wordm. Eine au» dm Heerm Köpsel, vürenfiein, Grunert, Näter und Armdr de» stehende Komwisston wurde mtt d« Einberufung d« lonsti. tuirendm Sitzung detraut. »« die Töpfe» Voa verli« und Umgegend. Kollegen I Wi«d«um treten überall Versuchungen an die Kollegenschaft heran, um un» von unseren gerechten Forderungen abzubringm. Ihr seht täglich, daß unser« Ardellszell verkürzt wird. Fern« daden wir durch Handaufhebm uns« Jawort gegeben, nicht bei Licht zu ardettm» denn wir haben ja o!t gefunden, daß, was »um bei Lrcht gesetzt hat, am Tag wie»« abgerissen werden mußt«. Darum, Kollegen, ist e» unser« Pflicht, dafür einzu- treten, dcß die gnecht« Forderung auftecht erhalten wird. Wir h-dm gesunden, daß einige Kollegen bei Titel trotz dn 12$ pCt. Abzug weiter arbelim. Mit kolleaialtschm Gruß die Lohnlowrr-isfion d« Töpf« von Berlin und Umgegend. I.>.: I. Bauschte, Münchednaerstr. 30.— Ich«such« sämmllich« Töpf«. welch« bei d« Töpf«ei zu Unglück gekommm sind (und wenn et schon Jahr« lang her ist), fich bei mtt zu melden, um sich in die Liften einzutragen, welche mtt zugesandt wordm stnd. Sprechstund« de» Sonnlag», Vormittag» von 9 dt« 11 Uhr. E»»dd dringend gebeten, die Stemm» Listen recht bald abzugehen._ Vereine und Uersammlnngen De» Sachvmi» sämmtliche» im Drechslergewerk beschäjttgten Arbeit«»«Im» Hi ll am 20. d. M. in Gratwett'« Bttrhallen eine Versammlung ad. in welch« her, Canitz einm mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag„über die Lunge. derm Krankheiten und Heilung" htrlt. Der Refermt gab in iWo l'/«stünstge-n Vortrage dmch seine allgemein verständlich« Vortrags-eise ein klare» Bild aller jemr Vorbedingungen, welche erforderlich find, um dt« Lunge gesund zu«halten. Stet« sollte darum gratz« der Arbeit« in«st« Reihe die Pflege d« Lunge sowie d« Haut üben.„Nicht soziale Reformm allein," meinte d« Redn«,„ge» währen dem Arbeiter ein deff««» Leb«, sondern u« ein solche» genießm und richtig würdiam zu lönnm, sei vor allem ein gesund« Körver nöthtg. Um diesen zu erhallen, müsse mehr dmn je die Pflege d« Lunge und Haut zum Gemeingut Alter werden und hierzu biete wiederum, nach Anficht de» Vorttagmden, allein die naturgemäße Heilmethode dm besten Weg"— Referent gab h'erauf prattische Raihichläge betreffs Anwendung der Raturhnlmethod«. Hieran schloß fich ein« reichhaltige Fragmstellung und Beantwortung der geflelltm Frrgen durch dm Lortragenden. An d« Di» kusstoa betheiligten fich die Henen Prause und Sündnmann, welche dem Ref«mten im allgemeinen zustimmten, aber doch auf die Ursachen hinwiesm, die heute dm Arbeit« verhindern, die durchaus nothwendige Z it zur Pflege setner Gesundhett zu verwenden; die heutige Produktionsweise verursache, wie der letzt«e Ridner ausführte, ein völlige»»bfiumpfm der geistigm Thättakett de» Arbeiter» und dadurch entstände dt« Gleichgiltigkett bei d« großm Masse d.r Arbett« hinfichtlich der Pflege ihr« Gesundheit. G:ad« hier wäre e» erforderlich, daß man den Fochoneinm, welch« doch vor allem die Bildung d« Arbeiter al» durchaus noihwmdig anerkennm, und demgemäß vorgehen, die noihwendige Be wegungsfreihett ließe, nur so würden die Bestrebungen, welche der Gesammthett nützen, zur Durchführung gelangen. Nach Schluß d« Distusfion wurde nochmal» detont, die streilmden Breslau« Gewerksgenoffm kräftigst zu unterstützen, da die Arbeitseinstellung dort noch foctdau««. Eine rege Distusston veranlaßte sodann die Mtttheilung de» zweiten Vorfitzmden von d« in Liegnitz seitens zwei« dortigm Fabriken detlttbmen Ausnützung der L-Hrlingsarbett. Bei einer Anzahl von höchstm»„st-bm Gesellm" würdm in dm beiden Fabriken, je„20—30 Lehrlinge" gehalten! In draRisch« Weise wurde eine derartige Rißwirthschaft krttifirt. Unter„V«. schiedmes" wurde auf dm am Sonnabend, den 30. Ottober, stattfindmdm Herrmabend hingewiesen; derselbe findet statt in Säger'» Salon, Grün« Weg 29. Billet» find bei allen Vor- standimstgliedern zu haben. Mtt einem Llopell an die An» wesmden, auch f«ner für da» G.deihen de» Vnein» zu wirken, wurde die Versammlung geschloffen. Der V«ein zäblt nach kurzem Bestehm, wie un» mitgethellt wird, bereit» 250 Mitglieder. Zentral- Kranke«- und Sterbekasse de» deutsche« Wagendaner(Bezirk l Ostm) Heute, Dienstag. Abend» 8'/» Uhr, Versammlung bei Säger. Grün« Weg 29(dicht am Andreasplotz). Tagesordnung: 1. Bericht üb« da» dritte Quartal. 2. Inn«« Angele, imbeitm. Sanveret« Berliner VUdhaae», Annenstr. 16. Heute Bibliothekabmd. Gesang». Turn- vnd gesellige vereine am DImstag. Schäser'ich«„Gesimgv«ttn der Elfer" Abend» 9 Uhr bei Wolf und Krüger, Sralttzerstr. 126, Gesang.— Turnverein „Bruderbund" Abend» 9 Übt«dalbertstr. 4. im Restamant. — Turnv«ein„Hasenbaide"(Minner- Abcheilung) Abend» 8 Uhr Dieffendachstr. 60/61.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abmd 8 Ubr im Restamant Händler. Wrangelstr.il.— Rauchllub„Z um Wrangel" Ader Vi 8% Uhr im Restamant, Adalbeitstr. 4.— Verein ehem. Schüler der 37. Gem. Schule Abmd» 9 Uhr Vortrag de» Herrn Lehr« Tambor über den „Lufidallon". Gäste rvtlllommm. Uermischtes. Wie ei» Roma« an» de« finsteren Mittelalter liest fich folgender d«„Bresl. Ztg." au» Domd in Oenschlesten unterm 20. d. M. zugegangene Bericht üb« eine angebliche „Muttergolteserscheinung": Am 14 d. M. blieben zwei Knaben, welche au» d« Domb« Schule lamm und nach ihrem in Bedersdorf belegenen Elternhause gingen, vo: einem etwa 100 Schritt vor dem Schindler'schen Gasthaus- wachsenden Kastanienbaum stehm, um nachzusehen, ob« noch Flüchte trägt. B ötz'.tch sagt« ein« der Knaben, nach ein« schon vor einigen Jahrm in Folge Abbrechen» eine» Aste» mtftandmen Höhlung blickend:„Guck einmal bin, da« steht gnade so aus, al» wenn ein Bildchm darin wäre!"„Ich seh« nickt»," sagte d« andere, gletchfall» nach d« bezeichneten Stelle blickend. In diesem Augenblick ging eine alte Frau vorüber und«fuhr nach gethan« Anfrage, was der eistnwähnte Knabe gesth-n haben wollte. Da» gmügte. Was der Knabe gesehen haben wollte» da» sah ste thatsächlich.„Ich sehe,"«zählte sie,„die heilige Jungsrau mtt dem Jesuskind« und neben ihr einm Retter»» mann, der mit g Häusem fabelhaft gespielt wttd. Man lann sagen, M.I Neapel ein große» Sptelhau» ist. Zumeist stnd die S»» dm Ssadtbeztttm San Fmdinando, Chtaja, Monte C» und Avvccata anzutreffm. In diesen Regionm giebt et> dunkle Kaffeehäuser mtt grünen, abgeblaßten Bmhär am Tage kein Gast fich zeigt, wo nur die Fliegen sä um Liqum-ssrschm und schmupfge Tassm summen, fem« myScriös« Billardhallm,»«Ich« anscheinlich«*. einziges Zimm«, in Wirllichleit ab« zwei od« drei I giebt es in den ersten Slockwerkm gewisse Hübn«a und Zahnärzte, welche nicht einm einzigen Kunvm. giebt e» gewisse mödltrte Zimm«, welche jedoch an den vermuthet«verdm, wo Niemand schläft, wo Nt> die fich ab« in der Nacht beteben, und giebt e» endlich i falsche dunkle Läden, die eine Trepp« haben, Mezzanin führt. Vi« des Nacht» von geheimnißvollm j benutzt wird. Dn Lankhalter i« alten diesen Lokalen I Leute, welche ihm imm« neue Gäste zuführen." ab« fitzt ein Kamonist, der dem Spiele bei» Vttainta-Ztgarre raucht, nie ein Wort spricht, jä Sebluß... sein« vteu«, d. h. einm Theil de» Beides, einstreicht. Außndem leben nicht wenige st „vornehme" Famllim m Neapel, bei denen Heimiii wird und deren Luxus nur durch diese» Sptel den kann. Undeschreiblick Zu dm furchtbarfim und tta Selbstmordfälten gehören die, welch« fern vom Gno Welt, in dun-'ler, stiller Einsamkeit begangm w«dm.., dem Fall, welchen da»„N. W. Tagbl." zu«zählm hd behalten,-ine so t-übe Aktion in» Groteske zu verkehre»-. Soldat de» 30. Jnfanteri«egimmt» in«sostnneuburg% »wetten Stock»«!, der dorttgm neuen Ptonierkasem« � Etablissement aufgesucht, da» in jedem Gebäude möglta!> sei!« errichtet wird, auf daß seine Besuch« in stiller, l'cher Ruh« und Unaestötthett— sagen wir, für ihr« Mabl�tt Platz schaffen. Unsem„Helden" führten dies««! andere Absichten nach der stillen Klause; et dachte f» Mahlzeit mehr,„d« Tod. de Tod war sein G««w»-» ein Gedanke an seine L ebm daheim, ein„StoiZt«� vii lleicht, und dann ließ« stch aufrecht und so ström«- ein Rekrut nur vermag, dmn ein Rekrut war er. u»**« Heimweh, in d-n Schlauch hlnabglettm, der in Tiesm welche der Mmsch nimm« zu schauen begehrt. Für 1»( mlnöse Adluhrfioffe ist ab« d« Schlauch nicht d« Verzweifelte stat bald in dem hohlm Zylind« außer Stande, dm ersehnten Tod zu sterben, wie dem Leben fich zu weihen. In dumpf« gazwe#** je er dessm, was noch über ihn kommm sollte— da»% Schicksal sandte ihm ad« einm gesundm, von allen � mordgedankm freien Pionttr, der ganz bestürzt Schrei au» d« Unterwelt ihm die üdenaschenve Uebett� '....... D« St ibsaczt f gab, daß er delauscht sei den Mann zwar nicht für cholnaoerdächttg, doch für angezeigt, daß« dcttnstztrt»erde. «ach« Kleine Wittheibmget Preßbarg. 2l. Ltrod«.(Familtendrama.) «och nicht ausgetlärre« Famillmdrama«eignete I uns«« Stadt. Im Hause Nc. 4 der SedloßgrunM wohnt d« Schuhmachngeselte Böia Slammtt mit und zwei«indem im Aller von 7 Jahrm und< K eine ou« etnem Zimm« und ein« Küche befi-be"� «ohnuna. Slawmtt begab stch heute Moram»»i«.a?i. zur Arbett und Heß seine Frau und die Kind« schiasm»> Gegm 7 Uhr«wacht« die fiebmjährige Tochter&aC,a gewahrte ihre Mutter, nur mit einem Hemde bfUfWA � Ztmmnthür an einem Stticke leblos hängen. Auf de» Kinde» kamen Hausleute, die sofort die Stadthau schast verständigtm, und kurz» Zeit dcraaf«1*% Polizeikommissar und Stadl» hpsttus Dr. Korst», w«l». jedoch nur m,.hr dm etngetretmm To» tonstatttm("T näher« Umschau im Zimm« demttkte man nur not- da» sieben Monate alle Töchtnlein Anna todt im& Bei dem Umstände nun, daß an d« Leiche de» ktetfl� keine Spmm ein« G-»altlhat wahrzunehmm Pne' wahrscheinlich, drß die Mutter da»«lnd säugte, � lchllef und im Schlaf« da»«lnd«drückte, frrmr ste nach ihrem Eiwachm demerkte, daß da» Kind tov'> Vnzweiflung stch da« Leben nahm. Die Unglück»� ß war üdrteen» schon zwefmal geistestknmk. wurde geheilt. Di« Leichm wurden in da» Landesspital 0**' die polizeilich- Obduktion vor Neapel, 21. Ottober. »tt*«,) g/ »orten San Giovanni a Teduccte"«etgr�e�ch JÜ» " lli-bm Drl-ite logen ein Vorfall, d« in feinen entsetzltchm schldnmstm Zettm mitt-lall«Itch« Barbarei und folgungm«innert,»ine unglücklich« älter« kwiem in Felge de» Tode« ihre« Manne», der bdt Dache gefallen war, wahnstnnig»urde»n j ab«gläubis»m. rohen«evölkenmg schon feit WfiQ feej« und Ctzolna-Bringerin»«schrien war, Ist." etargm Knodm mtt Steinen beworfen worden.* C<>B den schwerm Steinen getroffen, fif' ■oden, um stch in Todetangst wied« aufzurasi«f„ Utew» und dem rinnmdm Blute detzeckl. ihm",, fortzusetzen. Die Rufe:„Ted dn Hexe", Vergisterin" lockten die ganze Einwohnerschaft| welch« beim Anblick d« Unglückl'chm, weit«*#*? ju«barmen, die Zahl ihr« Verfolg« ongröst«?. Prügel, Stühl. teoten und verwundet m die Un» «in mtfetzlichc« schreckmerregende» Bild bot; f< tot da» Hau» des Polizei-Delegirtm. d«»eM Treidm mtt verschräntten»rmm zusah. DK. % wurde nun an Händen und Füßm I1 edunven«,, ßen an eine Säule und mittelst eine» um den � f Stricke» an eine Thürllinke defestigt, so daß ltchm Konvielfionm stch Schstttelnde bei jeder fahr lief,«drosselt zu w«dm. Erst nach ein« jr dt« Haldtodte in da» Jnenhau» gebracht, wa™ Hebern Zustande ankam; sie blutete au» 19 und hatte die Wttbelsäule gebrochen. Nach° ste ihren Wunden«legen. tttld % Byjl an i trägi Meie IfuÄ b«Ä � �*******• Z! ;'1 fo» fg 9 H Z ml % Beilage zum Berliner Bolksblatt. »r. ZS0 Zur Geschichte der deutscher KrbntrkbeweWz. Utb« die deutsch« NibeUerbewekurn find schon viel« Te- schichten geschrieben worden, ein« wti kliche Geschichte der seiden daden wir ader vorläufiz noch nicht. Gewiß defindet fich unter Dem, wa» dt» setzt geschrieben und aus dem Bücheemartt «schienen ist, manche» Beachtenswenhe. indrß dm Anspruch auf eine wirNich geschichtliche Da stellung der Vorgänge innerHaid der deutschm Ardeiterbewegung im Laufe der letzten sanfimdtwan�z Jahr« lann leine» der di» setzt erschienenen Zwar giebt un» da» Buch de» Dänen Georg Brand:» üb« fisttdinand Lasialle ein prächtige» Czaralterbitd defielben, und Franz Mehring hat mit d« ganzen Gewandtheit eine» vielseUizen Journalisten dm V«such gemacht, eine„Geschichte der deutschen vozialdemolratie" zu schreiben. Ader selbst beide Blicher zusammen genommen, gedm doch nur«in sehr«inseitige» Bild der deutschm Arbeiterbewegung. Wa» die bezüglichen Arbeiten von Bernhard Becker und von 6 W. Tolle(„8 veck, Mittel und Organttotton de» Allgemeinen deutschen Arbeit«« verein»" B«ltn 1873) betrifft, so find dteseldm aukschließlich vom persönlichen und Parteifiandpunlt au» diltirt, und lönnen heute nur mehr insofern Anspruch auf Beachtung machen, al» beide Autorm«in reiche» Material an Attenstücken u. s. w. aufgespeichert haben, welche» bei einer späteren, von Partei« und Pttsonenhaß nicht getrübtrn geschichtttchen Darstellung von großem Werth« sein wird. „ Zu dieser ruhigen Auffassung über Menschen und Dinge scheint heute die Zeit noch nicht gelommen zu sein, denn auf Alle», wa» bi» heute noch üb« di« deutsche Arbeiterbewegung und deren hervorragendste Vertreter geschrieben worden ist, läßt fich da» Schiller'scke Wort anwenden: ,»*«fr«*«".« „Von der Parteien Haß und Gunst mtstellt, Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte." Die» gilt auch von einem Buche, da» soeben auf dem Markt« erschime« ist und fich unter dem Titel:„vozialttmui und Sozialpolitik. Ein Beitrag zur Geschichte der sozialpoli« tischm Kämpfe uns«« Zeit. B«ltn. Slwin Staude" einführt und deffen Versaffer, Heinrich Ob«winder, kein Neuling in der deutschen Arbeiterbewegung ist. Der Verfasset ist der Ueberzeugung, daß die Arbeit«. parteim in dm vnschiedmen Kulturlandern, welche« al» die mächtigsten«tützen v«, Kulturfortschritt» bezeichnet, ihre natio« nalrn Aufgaben noch nicht«könnt haben, und deshalb nicht die nötbige Aktion«kraft defitzen. Zu einer fruchtbaren E örterung diese» Tyema» glaubt der Autor nur deizutrage». indem er die„Cniwick ung»geschtchte" der sozialistischen Parteien d« maß- gebenden Länder de» Kontinent» im Zusammenhange mit den allgemeinen politischm Bnhältniffen zu besprechen unternimmt und sich dabei anheischig macht, au» dem reichm Schatze seiner p-rsSnitchm Erfahrungen den einen od« and«tn Lorgang, der bi» jmt im Dunkel gedltebm ist, an'» Licht zu ziehen. Wir hadm nun dt« vnhältntßmäßtg umfangreiche Broschüre nicht bloi durchblättert, sondem aufmerksam gelesen, mllffcn ab« gesteben, daß wir nur in Bezug auf den letzteren Thetl seiner Versprechungen gefundm haben, daß der Verfasser zur Genüg« Wort hält. Die„eigenm Erfahrungm" de» Herrn Oderwinder, welche« bei seinem Bestreben, in Deutschland und besonder» in O�stnreick ein« hervorragende, wenn nicht die her« vorragendst« Roll« in d« Ardeif«be«egung zu spi len, gemacht hat, nehmen allndingS einen breiten Platz«in,«wen viel zu breiten, al» daß nicht da» Aufwühlm der klein m und erdärm« lichen Rörgeleim und H tz«tim, deren Opfer Hnr Oderwinder ._............... verr�aerwenv« KM.MZM Aeußerungen, die« bei Audienzen *.-1 W ... v»««vi weiß Odnwinder auß« nicht» zu erzahlm al» b-i«inistem od« bei'«°nf.«n,m schen und lid«alen Parteimännem zum mit demokraii- Brsten gegiben ,—...***»**»#» fluni«cficn hat. Diese wted««iäblten, meist sehr harmlosen Aeußerungen sollen beweism, daß Oderwinder stet» auf die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit d« Arbesterpartei bedacht war, in Wirt- lichkeit beweisen ad« die erzählten Ansprachen, besonder» die an die Minist« Gi»kra und Schäffle, nur, da, Herr Oderwinder — ein anderer Max Hirsch— imm« bestrebt war, dm Macht« Hadem beizubringen, daß die Arbeiter nur auf dem Weae ge« setzlicher Reformen ein« Er»ttt«ung ihrer politischen Recht« und eine Erlösung au» den fie schw« drückenden wirthschast» Uchm Feffeln«strebtm. Daß Giskra, der Frrund der Börsen« Kalmer Urlt«. Osteud-Theater.„Da» neue Gebot," Schauspiel in vier Akten von Ernst v.«Udmbruch.-«l» nach dem deutsch. sranzöfischen Krieg« unt« prmßtsch« Hegemonie da» Deutsche Reich gegründet vwrd,, pa«hoben fich in der sogenannten nationalen Publiziftil, welche damal» in allen Tonarten die Herrlichkeit de» neu«standenrn Deutschen Reiche» prie», pro« pheitsche Sttmmm. welch, d« Welt»«kündeten, daß von jmem Lersaill« Tage an auch die Wiedergeburt der deutschen Dlchtkunft«tnlretm««de. Seitdem find mehr denn fünfzehn Jahre vnfloffrn und jm« Prophezrtuna ist, wie e» Prophe« »etungen zu«gehen pfiegt, unerfüllt gel lieben. Die beuischc Lit«atm ist, von wenigen Autnahmen jüngsten Datum» abgerechnet, bei denen«in abschließende» Urtheil aber edenfall» noch unmöglich ist, da» gedltebm. wa» st« war:«in todt« Körper, ohne eigene» Leben, eine Ruine, bei der man an eine schön« Lngangmhest denkt. Im«» Wort Grillparzer» am Grad« Göthe'«. daß mst ihm auch die deutsche Dichtkunst hinabgesunken wäre, ist eine bist«« Wahrheit geblieben. Jene» Frankreich, da» auf blutigen Schlachtfeldem durch die Gewalt «r deutschen Waffen niedergestreckt wurde, weil da» napoleo- Nische Katserthum e» inn«lich zerfreffen hatte, hat seine Revanche auf geistigem Gebiete genommen, seine Lite« ralur ist undestrittm dt««ste d« Welt und ien« Brief Zola'« an die französtsche Jugend. in dem« ihr räth, im friedlichen W-ttstreit auf dem Gebiet der Wiffmschaft und der Kunst um die Palme de» Siege» mit Deutschland zu ringen, hat stch augenblicklich in dem letzten Thell sein« Forderung wenigsten» verwirklicht. El ist hier nicht der Ort, die G ündt zu tmtersuchen, «ilch« diesen Niedergang der deutschen LUeratur herbeigeführt haben. Nur daran sei«innert, daß der MllttariSwu», dt« Anbetung de» Erfolge», d« schamlos« spetchelleckttische ByjaniinismuS, d« fich überall breit wacht, die Hauplschulv an d« Verdonrmg dtese» Zweige» de» getsttgm Gebiete» trägt. Ab« die Thatsache steht fest, und ihr könnm fich selbst HUjenigm Lobpreis« uns«« Zustände nicht verschließen. Dienstag, de» 3* Nktobee 1886. in. Iahe» matadore und Schäffle, d« Gelehrt« der Klerikal Feudalen, der Ardeit«brw.gung um ihrer selbstwtllm feindselig gegenüber standen, weit fie al» Vertreter besttmmtir pesellickaftlicher Klaffen in den Forderungen der Arbeit« einen Eingriff in die geheiligten Vorrechte ihrer Kkaffengenoffen sehen mußren, da« zu begreifen reichte der historische Scharfblick de» Herrn Ober- wlnver nicht au»._ � W Ei ist gewiß nur zu billigm, wenn Httr Oderwinder stet» darauf bedacht war, die Wiener Arbeiter vor unüberlegten Streichen zu warnm, und e» stünde um die öftnretchi'che Ar. deiterdeweaung stcherllch bester, wenn der gmannte He« auch die große Dezember. Demonstration von 1389, anstatt stezu iördem, verhindert hätte, jme Dewonstrarion, welche dem reaktionären Ministerium den willkommenen Anlaß zur Einfädelung eine» großen Hochvnrath» Prozeffe» gab, der doch eigentlich d««ste Spatenstich zum Grade für die fich damal» so k>ärauen d« Ardeiter zu gewinnen, dt«. selben zu tollen Streichen verleiteten, um später fich al» Angeber und Kronzeugen zu erweisen. Auch die Polizei verschmähte e» damal» schon nicht, fich ihre Agenten unter den Arbeitern zu halten. Welcher Ehrenmänner fie fich dazu dediente, mag ein Autsp uch zetgen, den der Minister Gißtra über einen dersel'�r, einen gewiffen Mühlwaff« au» Brünn, that. D« He« Mt< nister war nämlich der Meinung, daß M. fich unter den nach der Dezembn-Demonstration Verhafteten befinde, und al» der Herausgeber der„Sonn- und Montaalztg.", Alex. Scharf, stch m die,« verwenden wollte, erklärte Giikra:„Diese Leute finv Ihr« Protektion nicht werth. Sehen Sie— und dabei nabm er«Inen AktenfalMl au» dem Schrank— da ist«in gew ffec Mühlwaff«, d« schon vor Jahrelfrist seine Dienste der Polizei angetragen ha«. Der K«I ist ab««in solcher Lump, daß« selbst dir Polizei zu schlecht ist." D« Herr Minist« hatte fich ad« getäuscht, denn Mühl' «affer war nicht nur nicht unter den Verhafteten, im Gegen- tbeil, al» gegen dieselben verhandelt wurde, führte ihn die Polizei al» ihren Agenten und Kronzeugen vor. D« Lump war also der Polizei doch nicht zu schlecht ge. «estn. Wenn im Uebrigen Oberwind« di« Sache so da' stellt, al» ob die Mehrzahl sein« Gegner Suljett« gewesen s-ien welche mit Mühlwaff« aus eine Linie gehören, so wird eine solche Ueber- treidung nur erklärlich, wenn man weiß, mit welch' drenntnoem Ehrgeiz Oderwinder an seiner Fährerrolle hing, von welch« er durch d e Opposition verdrängt wurde. Dtese Opposttion hatte ad« guten Grund, gegen Oderwinder mißtrauisch zu sein. Giebt dieser doch selbst seine Beziehungen zu den deutsch ltderalen Führern zw von denen ein«, der Begründer der „N. fr. Pr.", Herr Etienne, Od«win»« 10000 st. gab, um mit Hilst dieser Summe da» Organ der Ardeil«, den„Volk»- willen". in ein täglich erscheinende» Blast umzuwandeln. Diese eine Thatsache genügt wohl, um zu zeigen, wcß Geiste» Kind O. ist. Wa» Hm Oderwinder üb« die deutsch« Arbeiterbewegung zu sagen w-iß, ist eigentlich h«zlich wenig. Er haßt d,e Führer d«selben,»eil ste ihm in dem Spiele, dt« öfter- reichischen Arbester dem BL:>enliberaIt»mu» der Protektoren der„N. fr. Pr." dienst dar ,n machen, die Karten verderben halfen. Ueber die Vorgänge fest Erlaß de» Sozialtstengesetzei schweigt fich O. fast ganz au»; nur an einer Stelle spricht« von„Läuterung in der sozialistischen Arbeite, parte»", welche er in dem Sinne wahizunehmen glaubt, baß die Partei mrhr und mehr einer friedlichen Entwicklung zuneige. Herr v. Butikam« ist bekanntlich der«ntgegenges'tzten Meinung, Wer Recht ha», mözen vi« Herren unt« fich ausmachen. An ein« zweiten Stell« polemtfict O. gegen den Beschluß De» Wydener Kongressi», da» Wort„gesetzlich ouj dem Parteiprogramm zu streichen, unv die sonst in dem Deutschland uns«« Tage da» Joeal eine» gut regierten Lande» sehen und im nationalen Czauotnißm».» die Söhne Teut» al» die Gö!t« unt« den Menschen, berufen zur Weltherrschaft, feiern. Ja, auch st« müff n einräumen, daß die deutsche Literatur in einer Periode de» Stillstände», wenn nicht de» Rückschritt» fich defindet und daß ihr Messta» noch nicht geboren sei. Der wahr« Messta» ist noch nicht gefunden worden, obwohl man alle Klippen von München dt» Köntg»d«g durchsucht dat. Wohl hieß e» ron Zeit zu Zeit: J-tzt haben wir ihn wirklich I— aber bald stellte e» fich herau», daß e» wieder einmal ntchit gewesen sei. Zu dm Dichtem, di« bald nach ihrem Erscheinen mit solchen Hostannahrufm begrüßt würben, gehört auch Ernst v. Ätldenbruch. E» gab eine Zeit, da war«in wahr« Wtldenbruchtaumel in Deutschland. Jede» Theat«, da» als gut gelten wollte, mußte ein Stück von ihm aufführen. Die Karoling«, der Menonit u. s. f.«lebten Aufführungen und und Rezenstonm, au» dmm man schließen mußie, eine neue Lltnaturepoche Hab« degonnm und heb« mit Ernst v. Wildendruch an. Da» Publikum, die Krittk warm wie d«auscht von dem rollenden Patho», dm tönenden Worten, dem schöngeformten, glänzenden Gewände, da» Effekte in jed« Falte barg, in dem diese Wilsen- druch'schen Stücke über die Bühne schritten. Dteftr Taumel hat sich jetzt gilegt, die Schofarhöm« un- bedingt« Anerkennung tönen nicht mehr so gellend, man scheut stch bereit», Herm von Wilvenbruch ohne wittere» für einen Olympier zu erklären, eine gewlffe Ernüchterung ist unverlenn- dar. So konnte e» kommen, daß da» neuest: Bühnenwerk de» Dichter», welche»« in den Muß-stundm geschaffm hat, die ihn sein Beruf al» Regierungiaffeffor läßi, von dem königlichen Theater sowohl wie vom deutschen Tdeat« zurückgewiesen wurde. Bei der ersten Bühne mö�en politische Erwägungen maßgebend gewesen sein, denn da» „Neue Gebot" ist, um e» vorauszuschicken,«in Kulturkampf- drama und da» Zentrum, da« liebe Kind, soll nicht bel-.idigt werden. Daß ab« dt« zweite Kunstanftalt ebenfalls die Aul- sührung ablehnte, beweist zum mindesten, daß man in dem Bureau in d« Schumannstraße dem ÄUdenbruch- Taumel meint«, e» wäre Keffer gewesen, diejenigen, welche behaupten, da» Sozialistmgesetz gelte nur den Ausschreitungen der sozialen Bewegung, beim Wort ,u nehmen und ihnen zu sagen:„Wir wollm die Arbeiterpartei auf nationaler Baff» reionstrutrm unv zwar mit einem Programm, da», d« Laffalle'schen Taktik entsprechend nur die näcdrten Ziele der Arbeit« umfaßt." He« Oderwind« scheint, nach dem Vorst, henden zu schließen, ntwt zu wiffen, daß drei Wichen nach dem Erlaß de» Sozialtstengesctze» im Jahre 1878 sämmtliche Laffalle'schen Agitation»droschLr-n verboten w rven. und ebensowenig scheint « dt« Angriffe auf da« Koalino t»reit>t zu kennen, sonst würde « den Ardettern schwerlich so natve Raiyschläg« aeben. Dtese Naivität de» Versaffer» mag ihn auch zu dem Glauben ver» anlaßt haben, hinter den in früheren Jahren von v« sozialistischen Ardett«part«t diffmttrenden Hamburg« Sozialsemokraten, den sogenannten„vräuerianern", stecke ein irgend nenne». weither Bruchtheil von Arbeitern. Er«zählt un» näm» Uch, daß er auf Einladung eine» der„ältesten und de» währtesten" Hamburger Sozialdemokraten Ende 1077 nach Hamburg gekommen ist, wo er tndeß balv Konflikte bekam, um dann Wied« nach Wien zu verschwinden, in welch« Stadt für Talente a la Oderwinder eher ein Boden ist al» im soliden Niedersachs, n. Den Schluß de» Buche» bildet ein Leitartikel über„Die Parteien in Frankreich". Derselbe ist ersichtlich geschrieben, um dem V-rfaff-r Grlegenheit zu geben, zu erzählen,»aß es ihm gelunaen ist—« lebt nun seit mehreren Jrhren in Pari»— «ich Gambeita zu nahen und daß dies« ein sozialpolitische» Programm gehabt habe, welche»« so höflich war H-rrn Ober» wind« mitzutheilm. Oderwinder hat dann diese» Programm d« staunenden Well in einem Leitartikel in der Wiener„Neuen fr. Pr." mllge'h-'lt. Sonst glaubt He« Oberwind« an die Lebenskraft und Existenztähigkett der fratuöstschen Republik, und indem wir in diesem Punkte unsere volle U'deretniitmmung mit ihm au». sprechen, schließen wir unsere Besprechung setae» Buche» mll d« Bemerkung, daß daffelde al» mit KUlik zu benutzen»« Quelle für den Histortk«, der emll diese» überau» wichtige Stück Ge» schichte«forschen und wiffenschaftltch darstellen wird, all«ding» nicht ganz ohne Werth ist. Kommunales« w. Die vor» der tzlifipi» Sladtgemetude«richtete öffentltck« DeSinfekttontanstall in der RetchmdCTge-str. 66 wird am 1. November d. I eröffnet werden. In derselben lönnen Bekleidungsstücke, Wäsche, Betten, Mitratzen, Strohsäcke, Decken, Teppiche, Gardinen, Polstermöbel JC. v« Desinfektion unterworfen werden. Die l tzt>re erfolgt mittelst heiß« Waffer. dämp'e, bezw. bei solchen Gegenständen, welche wie Lederlachen durch«ine Dampfirfeltion deschäoiat wurden, mittelst Chemt. lallen. Die zu dettr.fi, irenden Gegenstände«erden durch von der V«wallung gestellte Arbeiter und Gesoann« au» den betreffen» den Wohnungen adg,holl und nach sti'tgehadter Dettnsektto« wieder dorthin zurückgebracht, wobei eine L-rmengung von zu d'»infijir«nden mll dneit» detinfizirt-n Gegenständen auf Da# Sorg-älltgfte»«mieden wird. Anträge auf Abholung von zu deSmfiztrenden Sachen find unt« allanneiner Bezeichnung d«selden, al» zrm Beispiel„Bitten, Matratzen, Polstermöbel»c. ic." an den Verwalter d« städtlichen De»infellion»anstalt, Reichenbergerstraße 66 für 80 zu richten. An Gebühren für die DeStnfcttton, einschließlich de» Tran». port» der Sachen von unv nach den Wohnunzen, find dt» auf Weitere» zu entrichten a) für Die mittelst heißen Wafferdampf» detinstzirten Gegenständ« 4M. für jeden Kaditmeter ve» Räume», w-lchen Vit Sachen im Desinfektionsapparat einnehmen, im minimo jedoch 4 M. Die Berechnung«folgt nach zehntel Kubikmetern, b) für die mittelst Czemikalien zu deStnflzirenden Sachen achtzig Pfennig« für j ve Stunde der auf dt« De». intekiion versandten Arbeitszeit einschließlich d« verbrauchten Czemikalien in minimo jedoch 80 Pfennig. Di« Berechnung «folg nach Viertelstunden. O iwohl zahlreiche Versuch««geben haben, daß eine Beschädigung der Sachen durch die De». infektton nicht«folgt, so kann die Verwaltung hierfür doch keine Garantie übernehmen. w. Da« Geschäft der Volktzählung im Jahre 1885 hat nach dem Belichte d« städn'chen Deputation lür Slattsttk einen Kost nautwand von 3613251 M. er'oldert. Da» bei d« Volt-zählung in Ehrenämurn thätige Personal war etwa 19500«öv'e st, k. w. Jmpf-Attefte Vor Kurzem brachten wir«ine Notiz über dt«».klare Instruktion auf den Formularen zu den Attesten über die Wiederholung von erfolglos gewesenen Daß irgend welche ästhetische Gründe im Spiele waren, darf man einem welche» die„Loreley" von L'Arrong« nicht mehr recht traut. bei dieser Aalehnung Theat« nicht zuttauen, aufgeführt hat. So war e» da» Ostendth:ater, welche» in dies« Saison unt« einem rüh-igen Direktor steht, zu dem stch die Muse de« Dichter» flüchtete. Am So mabend ging„Da» neu« Gebot" zum«sten Ma.e in v«ltn über die Bretter und fand ein»— begeisterte Aufnahme. Die'«« Urthetl de» Publikum» scheint im Widerspruche mit dem zu steh'», wa» über die bemerkbare Abnahme der Be- getsterung für den Dichier oben gesagt worden ist.»der man laste stch nicht tä schm. Den Betfall, den da» Stück bei de« P emterenpudllkum fand, verdankt e» einmal seiner Tendenz und dann setner geschickten Mach«. Dtese Mach«, diese sorgfältig auSgkttstelten«ktschlüffe lö.inen wohl an einem Tbeatnabend vor ein« leickt beweglichen und g«ührt sein wollenden Raffe wirken, ste können aber einer«nsthaf. tcren Bei a chtung nicht Stand halten. Sobald der augendlick» Uch« Eindruck überwunden war, werden viele stch gefragt haben: War e» Wahrheit, wa» Du geseben hast, waren e» wirtlich: Menschen, warmblütige, ledende Menschen, welch« die Perso-en de» Stücke» autmachen, war da» Stück ein Spiegel wirklichen Leben», wtrktich« Zustände? Unv desonvert muß so die Kritik fragen._„ I m Da»„n ue" G-dot, da» ist da» Gebot Gregor» vil.. jene» grwaiiigen Papste», der, um die Machrfüllc der Kirche zu meyren, um thien Eirfl>ß auf dte G:müth« zu verstärten, um einen K«u» zu schaffen, welch«, ein wahrer Felsen de» Glauben» von ollen weltUchm Eirfluffcn frei, sein Leben autswlteßUck» dem Di« st der Kirche, d. h. de» Papste», widme, im Jahre 1074 da» Zölibat, die Ehelost�keit der Priester, ein» führt«. Die Möech;.und da» Volk, so st cht e» geschichtlich fest, waren auf Veite Gregor'» und allmälig gelangte da» Dekret de» Papste» tn allen Landern zur Durchführung. Gregor VII. ist ad« auch derselbe Papst, d« tn Kancffa den dernlchen Kaiser Heinrich IV. drei Tage lang in großer Kälte<25. dt» 23. Januar 1077) barfuß im Vüßergewand« stehen ließ, bevor er tlzn von dem Banne«löste, d« auf ihm lastet«. Mit diesem Banne war Heinrich delegt worden,»vetl gm. Jltzt ttfo�Kti wir, daß die königliche LSitkommisston eine klarere Fassung der Instruktion an« «ordnet hat. In de« öffentlichen Schlachthäusern de» städtischen Zenirat Schlachlhoset stnd im Bierleljahr Juli- S'viember V.J. geschlachtet worden 180 329 XMne(gegen 160 0S1 in den» Wbtn Zeitraum de« Jahn« 1885). Von den geschlachteten Thieren sind 682 jartefgewteien und beanstandet worden, darunter 33 Schweine wegen T'tchinen, 255««gen Finnen zc — Sin einzelnen T Keilen und Organen wurden zmLckgiwlelen »nd de an standet: Von Rindern 6618, von Kälbern 8, von Scha'en 3027, von Schweinen 3791. Zusammen 13 414 Theile und O-ganr._ Lokales. So unserem küezlicheo Artikel über da« Gemeinde' schulwesen, den wir nach der„Voll«- Zig." reprodv�rten, erhält da« genannte Llalt au» Lchrerkreisen folgende Zuschrift: „Die von ihnen angesühlt-n Thatsachen beruhen ja leider auf Wahrheit. Bei der tha'.sächl'chen Ueberfüllung der Schulen iaht e« stch jedoch bei dem besten Willen nicht vermeiden, daß Kinder umgeschult«erden, welche in weiter Entfernung von der ihnen zugewiesenen Schule wohnen. Die Schulkommissiont- vorstcher überweisen die betreffenden Kinder bei der Einschulung deijentgen Schule, zu welcher str gehören. Nach der Einschulung findet eine Konierenz der Rek oren und Schul!ommiistzn«oor- st« her unter Slusficht de« Echulinspektoii de« betreffenden Schulkreise« statt, in welcher eine Slukgleichung resp. Umschulung von denjenigen Schulen stattfindet, wo Ueberfüllung eingetreten ist. vet dieser Umschulung werden ja möglichst dir entfernter wohnenden Kinder berückstchtigt, dah dabei Kinder umgeschult werde", welche«inen weiten Weg bi« zur Schule zmückjUlegen haben, ist dem Uebelstande beizumeffen, daß wir noch zu wenig Schulen haben. Et giebt daher nur ein Mittel, die erwähnten Klagen zu beseitigen, da« ist: mehr Schulen er« richten!" Einreißen ist leichter al« aufbaue«— man hat da» bi»h«r für etne unbestreitbare Wahrheit erachtet, aber auch fit hält vor den Thatsachen nicht mehr Stand. In Berlin wenig« sten» ist da» Aufbauen häufig viel leichter al« da« Einreißen. Im Zeitraum von sech« Wichen steht man oft ein Hau« vom Fun- dament bi« unter da» Dach in die Höhe schießen, unendlich mühselig dagegen gestalten stch die Adbrucktardeiten da, wo vor Jahrhunderten verltn stch seine Heimstätten schuf. Diese Adbruchtar betten gestatten un» nicht blo» einen Einblick in die Ledentgewobnheiten unserer Altsordern und fördern nicht allein roerthvolle Beiträge für da« Verständniß der Jugendzeit der Millionen statt; da, wo fie umfangreich vor stch gehen und ganz« Slraßengevierte fortraficen, legen fie auch ein Stück Leben blo», da» man überall, nur nicht in Berlin hätte vcr« muthen sollen. So war e», al« dort, wo stch jetzt die Kaiser Wilhelm»raße erhebt, Bresche gelegt ward. Wer hätte, wenn er die Neue Friedlichst! aß: durchwanderte, auch nm ahnen körnen, welch« Barackenstadt mit GSßhen und höhlenartigen Durchgängen, mit dvntlen und schmutzstarrenden Gängen, einstürzen dm Treppen sich unmittelbar dahinter erhalten hatte, nur ein blonde» Ghetto statt de» schwarzgelockten, da« früher dort htnfiechte, ein freiwilliges statt eine» erzwungenen, sonst viel abstoßender und anwidernder. Als die breite Bahn fiel, dt« stch davor gelegt hatte und der Vorhang gewiffermaßm aufgezogen ward, war selbst für die Nachbarn die Ueder- raschunz eine große. So entsetzlich, wie fit stch im bellen Son> nenschein nun gaben, hatte man stch dt« Schlupfwinkel de« Berliner GestnDel« doch nicht ycvacht. Ein ganz andere» Bild präsentttt stch doit, wo der Mühlendamm fällt. In der Kaiser Wtlhelmstcaßeschreitet man auf oem Boden dererstm und innersten Ringmauer de« d« festigten Berlin». Der Riß in den Mühlen dämm zaubert da« alte Fischerdorf herauf. Wunderlich nimmt stch die« Stück Kleinleben hart an der Schwelle de« Welt- Erlebe» au». Wie ringsum abgeschlossene Inseln habm stch se Stlaßengruppen rrhalten. Nu: selten uid maß g ist im Laufe der Jahie hier dem großen Zuge der Stadt gefolgt worden. Klein die Häuser und ntedrlg. Auf dem Waffer Kähne, Fischkasten, R tze und Angelgeräthe. Inmitten der kleinbürgeilichen Bevölkerung haben stch die alten Berliner Geschlechter erhalten, die vor vielen hundertm von Jahcen hier schon etwa» galten. Wenn die verblichenen Pergamentblätter der Fischerinnung von einem Odermetster Kaumann erzäblm, der im 15. Jahrhundert diesem ältesten Gewerbe Alt- Cölln« zur Ehr« gereichte, noch heutzutage liefert dieselbe Familie die Obermeister und die Urenkel fitzen noch an der Fischerbrückt. Geht man mehr nach Osten zu und nimmt seinen Standpunkt auf der Waisenbrücke, so ist man wie mit einem Schlage au» der deutschen Industriestadt in eine holländische Hafenstadt »ersetzt. Malerisch, daß e« dem Künstler al« Vorwurf dienen könnte, baut stch im Hmtergrund«, ring« vom Flusse umspült, die Halbinsel auf, die jetzt edm von der andern Sette vorübergehend freigelegt wird. Die verspottete Spree ist hier breit und ansehnlich, ehe fie stch in mehrere Arme theilt und e« stch gefallen lassen muß, eingezwängt ,u werden. So weit da« Zluge reicht, hat jede« Hau« Wasserfront. Deshalb find die Grundstücke auch schmal, möglichst viel« Besttzer wollten de« Bemfizium« theilhaftta werden. Ueberall ragen die Masten empor, lebhafte» Treiben herrscht auf dem Wasser und wenn Abend» die Lichter auf den Sttaßen und er den Papst durch ein« Synode der deutschen Bischöfe hatte absetzen tasten. In den Kämpfen der sächstschen Erzöge unter de« Führung Otto von Nordhetm't gegen den Krnsei, der, um Sachsen in Z mm zu Helten, auf allen höhen de« Harze« iwingburgen erbaut hatte, war Gregor auf Seite der sächsischen stoßen getreten und daher stammte jene wüthende Feindschaft »wischen Papst und Kaiser, die, mtt wechselndem Erfolge geführt, erst mtt dem Tode Gregor» endete. Dieser Kampf»wischen den sächstschen Herzögen und dem Kais«, die Stellung de» Papste« hierzu und sein Gebot de« Zölibat« bilden den historiichen Untergrund de« W'ldenbruch» schen Schauspie!«, da« in vier«Uten aufgebaut ist. Die Haupt- person, auf die alle« Jntenss« gelenkt wird, ist Wimar Knecht- der fünfzigjährig« Pfarrer von Folkerod« im Etchsfelde. Er ist nicht nur der geistliche Hirt seiner Gemeinde?, sondern auch ihr Berather und Führer in weltlichen Angelegen- betten, ein König de« Dorfe«. Ihm zur Seite steht seine Frau, der Engel der Annen und Kranken, und seine Tochter, eine Art Märchenprtnzesfin, ein süße» Mädchen, halb Kind, halb Jungfrau. In dt« friedliche Weihnachtsfeier der Folkeroder Gemeinde, mtt der da» Sück anhebt, stürmt der Krieg, verkündet von einem wilden G- seilen, einem Bauerndurschen, Reginer mit R-men, der da Nachlicht bringt, daß dt« Burgen Heinrich IV. von den sächstschen Großen. Otto o. Nordbeim an der Spitz», erobert und»erstört worden seien. Gegen die«mg von Folkerod« ziehe jetzt da« Heer. Und schon sucht ein Bedrängter Schutz in der Ki che. Berthold von der Meersdurg, der Bogt der Burg von Folkerod«, erscheint und ficht um weiblichen Beistand für Bertha, die Gemahlin Heinrich«, die krank in der Burg liegt, wnbin fie vor den Feinden gerettet worden ist. Gertrud» die Tochter de« Pfarrer», erbietet fich, dem Ritter zu folgen und Wimar Knecht giebt seine Zustimmung. Kaum hat da« Paar die Kirche verlassen, so füllt fie fich mtt den Krieg»männrrn der aufstän- »ischen Sschsenherzöge, die von Wimar Knecht fordere, mit setner Geaeinde Partei»u nehmen. Da» Eichtfeld bleibt dem Kaiser, d«m Hüter der Armen und Bedrängten, treu!—«rllärt der Pfarrer und muß von Bruno, einem Mönche an» Magdeburg, n fahren, daß der Papst, der Stellvertreter Gölte« auf Erden, in den Häusern fich in dem Flusse widerspiegeln und die Entfernungen noch viel größer erscheinen, dann ist e« ein Leichte«, fich weit vom märlischen Sande fortzuttäumen in da« Land der Mynheer«.— Noch andere fesselnde Punlte hat die Großstadt auszuweisen. Ein Knotenpuntt de« Ve.keh.«. wie ihn Berlin zum zweiten Male nicht aufzuweisen hat, ist die Jannowitzbrücke. Wie viel gewaltige Veränderungen da« letzt« Jahrzehnt dem Verkrh Sl-ben Berlin« auch gebracht hat, hier lassen fie fich sämmllich auf einmal überblicken. An der Brücke sausen die Züge vorüber, die un» in da« W«lt,chienennetz ziehen, unter der Brück« ziehen die Dampfer ihre Furchen, über die Brücke ttaben unaufhö-uch die Pferdebahnen, Omnibusse, Droschken. Da» Läulen, Pfeifen, Klingeln, Anrufen ist hier in Permanenz erllört, Hundertiausende pasfi en täglich diesen Kr-uzungspunit. Ist an und für stch die» Treiben fesselnd, so erhöht stch der Reiz noch durch die Umgebung. Schornsteine, denen dichter Qualm entsteigt, reihen fich aneinander. Nach Osten zu folgen fie fast immer dichter. Da« Wasser hat an die Fabriken seinen Lockruf ergehen lassen und ste find willig gefolgt. Hier stehen wir vor dem Eingang zum industriellen Berlin, in dem am ganzen Tag die Maschinen raffeln. Auch dieser Anblick ist erst durch Einreißen vieler Häuser ermöglicht aorben. W:r dem Fremden eine Freude beretten will, der führe ihn an solche Punlte, wie st: hier vorgeführt worden. Er wirb um so freudiger überrascht sein, ai« man landschaftliche Schörh iten in dem Häuserrneer kaum oermuthet und mit Recht voraui letzt, daß der Schwerpunkt weltstädtischer Anziehungskraft in anderer Richtung liegt. Im vollen Umfange berechtigt find die Klagen der Detatthäcdler über die Geschästtadschlüffe der Verlaus»ser- miilier in der Zentralmarilhalle, wie fich einer unserer Mit- arbeiter am Sonnabend Nachmittag selbst an Ort und Stelle überzeugt hat. Diese Verlaus» Vermittler, weiche von den stävtt- schen Behörden nur für den Engroihandel konzesfiontrt find, scheuen stch nicht, beispielsweise Fleisch, Fische jc. in Posten zu 1, 2 und 3 P'unb zu oeraukttoniren, und hierdurch den nicht weit davon stehenden Detailhändler, welcher für Gewerbesteuer und für leinen Siand in der Markthalle hohe Lasten zu tcagm bat, auf da» Empfindlichste zu schädigen. E« ist daher kein Wunder, wenn man hört, daß manche Existenz durch da« Wesen der h-niigen Berkaussvermittler ruintrt wird. Sollte fich die Nachricht destärizen, daß für die Folge d:n Verlaufs- v-rmsiMern die Veraultionirung kleinerer Posten Fleisch bis zu 3 Kilogramm»der der Auttiont Handel von 1 bis 2 Stück Ge- flügel untersagt ist, so ist selbst y'ermit dem herrschenden Nothstande keineswegs abgeholfen. In den übriaen euiopät« schen Großstädten find die Minimaloerläufe der Verlaussoer- mttller derartig norwict, daß ein Kleinoerkauf ausge- schloffen ist. So werden beispielsweise in London und Pari» von den Verkauf»»ermtttl Belieben fröhnen dursten. Ein H?« U. ging in seiner Urgenirtheit sogar so wett, datz er, nachdem er fich ein« Zigarre angesteckt, das noch brennende Streichholz in der Nähe eine» auch von Damen besetztin TisckeS achtlos fortwarf. Nach wenigen Augenblicken ging das Mullkldd setner an jenem Tisch« fitzenden Braut in hellen Flammen auf. Mit einem gellenden Schrei stürzte die junge Dame nach dn Mtt« des SaaleS, wobei auch dal Kleid einer ihrer Freundinnen, welche ihr zu Hilfe geeilt war, in Brand gesetzt wurde. Sofort sprangen mehr«« Herren auf die beiden Dawen zu. warfen ihre Röcke, deren fie fich entledigten, auf dir brennenden Kleis« und erstickten auf diese Weise das Feuer. Die ersterwähnte Dame ist während dies« aufregenden EziN« ohnmächtig geworden und wurde nunmehr in ein Neben« gemach getragen, wo ihr ein dem Feste beiwohnender Arzt die erst« Hilfe eistete. Leider hat das bedauern»»«the Fräulein zahlreiche Brandwunden davongetragen uid ist, nachdem die Wunden verbunden worden, in Tücken und Tüchn gehüllt, mittel« ein« Droschke nach ihr« Wohnung befördert worden. Glücklicherweise liegt nach dem Ausspruch deS Arztes keine ernste Gefchr für daS Leben der Verunglückten vor. Fhr« Freundin ist mit dem klotzen Schrecken und d« Vernichtung ihres Kleides davongekommen und hat keinerlei Vttletzungen zu beklaaen. Wafferstand der Spree in der Woche vom 10. bis inkl. 16. Ottod« 1886.(Angabe in Metern.) Polizeibericht. Auf einem in der Nacht vom 23. zum 24 d. M. in d-r Philhai monie stattgehabten Balle geriethen die Kleider eine- jungen Dam« durch ein achtlos weggeworfenes, noch brennendes Slreichho'z in Brand. Die Dame«litt mehrere Verletzungen, so daß fie noch ihrer Wohnung gebracht «erden mutzt«.— In der sei den Nacht fiel ein Mann in Felge von Trunkenheit am Kupfergraben in die Spree, wurde ab« alsbald noch lebend unv ohne Schaden genommen zu haben von herzukommenden Personen herausgezogen.— Am 23. 5 M Mittags wurde der Arbeiter Borckardt auf dem Ocaniinplatz von einem Wagen überfahren und erlitt leichte Verletzungen °m Oberschenkel und Fußgelenk.— Am Nichmtttag desselben Tages wurde d« Knabe Thiele aus eigener Unvo:stchtigkeU von d« Deichsel eine» leeren Arbettswagens getroffen, so datz er niederfiel, unter den Wagen gnie h und durch Heb«. fahren leicht am rechten Oberschenkel verletzt wurde.— Etwa um dieselbe Zell fiel d-r Kutscher Web« in der Anhaltstrotze wärend der Fahrt von seinem Wagen. Die Räver dcffelden gingen ihm über beid: Oberschenkel, doch wurde er anscheinend nur leicht verletzt.— Am Abend deffelben Tages schoß ein Mann, alS er in einem Hause in der Wetnmeisterstratze von einem andern Rann thätlich angegriffen und blutig geschlagen wu-ve, um stck gegen denselben zu v«- lhrtoiaen, mittelst eines Revolver» auf letz'eren und ver- »undete ihn leicht am Halse.— Am 24 d. M. früh tödtete fich eine Frau in ihr« Wohnung in der Prinzenstraße anscheinend im Morvhium- Delirium durch Oeffnen be Pu Sudern.— Am 24. d. R. Nachmittag» wurde«in Tischlttmetst« in sein« Werkstatt in der Fiuchtstraße erhängt und mit zwei Schnitt« wunden am Halse vorgefunden. Di« Leiche wurde nach dem Lichenschouhaul« gebracht.— Als um dieselbe Zeit der De« fitllateur Klpping mit seinem Break dt« Bellealliancestratze ent. lang fuhr, fiel in Folge de» übermäßig schnellen FrhrenS d« neben ihm fitzende Kaufmann Pickrohr aus dem Wagen auf das Straßenpflaster und erlitt dadurch außer mehrfachen Oustschungm eine so tiefe Wunde an der Stirn, datz er, nach« dem dieselbe durch einen Arzt zugenäht worden war, mittelst Droschke nach Hause gebracht«erden mutzte.— Gegen Abend wurde Unt« den Linden an der Kreuzung der Friedrichstratz« eine Frau, welche ihren 2 Jahre atten Sohn auf dem Arm trug, durch ein« Equipage überfahren, jedoch selbst wie auch da» Kind anscheinend nicht»«letzt.— In der Nacht zum 25. Ö. M. gegen 2 Uhr wurde die Feuerwehr nach d« Kos«n« des 2. Feld- Artillerie- Regiment» am Kupfttgraben gerufen. Es brannte angesammetter Ratz in einem Schornstein. Gerichts-Zeiwng» f Der Zstpus eine» Wintelböasensp«kulanten stand gestern in der Pnson des ftührren Ka armerdi.ners Franz Josef Zingler vor der dritten Strafkammer hiestgen Landgerichts I. Zingl« war bis zum 1. Ottober 1883 Kammerdiener bei dem Prinz«. Caro'aih auf Longwitz gew,sen. In sein« Stellung hatte er ziria 3000 R. zurückgelegt und mir Viesen Ersparnlff-n wandte« fich nach Berlin. DaS Geschäft eine» Kammer« dieners hatte er satt.« wollte aus ein« leichtere Weis« sein Geld verdienen. In seinem vornehmen Di-nst hatte er ge- sehen, wie die Herren Grafen und Baron« bei einem kleinen ,jen" Tausende gewannen und verloren:« hatte wohl auch von einem anderen Spiele gehört, hatte von der Börse gelö.t, jenem zauderhatten I.ftltute welches denen, die es verstehen, «ine uncrschövstiche Goldgrube bietet, wo ein glückliche» Unge- fähr dem glücklichen Spekulanten Vermögen in drn Schootz wirft. March« der gefürchteten und gräflichen Herren, in deren Atmosphäre er als Kammerdiener gelebt hatte, wer durch die Bö-se erst in den Stand gefitzt worden, sein Wappenschild neu zu vergolden. Und wenn Zingl« seinen Namen auch nicht als Empfehlung unter schwindelhaft« Prospekte segen konnte, wenn er auch nicht all„Gründer" vor- nehmen Beispielen lOTgsn wollte, so blieb ihm doch in dm unr«m Regionen de» Börsenspiel« als kleiner„Fixer" Raum genug, um seine Sucht nach mühelosem Verdienst zu be« friedigen. Die dreitausend Mark, die« besatz, schienen ihm zu genügen, um klug angewendet fich zu vermehren und Er« trägniffe zu liefern, von denen er und feine Familie lebm konnten. Und es ging'zuerst. Zingl« hatte sich zu dem Bankier Sperling begeben, feine 3000 R. als Depot niedergelegt und den Bankier beauftragt, für ihn Ultimogeschäst« ab« zuschltetzen. Rumänier, Dlskontolommandit, Franzosen, Lom« ba:den, da» waren die Papiere, in denen der frühere Kammer« dien« spelulirte. Von dem Börsengeschäft selber v-rstand er sehr wenig, ab« die Art des sog. Ultimo.,«schäfte» hatte er begriffen. Er wutzte, wie e» gemacht wird: Man kauft für viele tausend Mark destimmte Aktien, von denen man erwartet, datz st« am letz'en Tage de» Monat» höher stehen werden, als an dem Tage, wo das Grschäft nach dem jeweiligen Preisstand der Aktie adgeschlvffen worden ist. Ad« man kauft nicht wirklich, sondern nur scheinbar urd der V»käuf« rechnet gar nicht varauf, datz die AUien wirklich von ihm ringlfocdert werden. Es handelt fich ganz allein um die Differenz zwischen dem Stande d r Aktien am ultimo und am Tag« deS Geschäft!« abschluffes. Ist die Attie gestiegen, so hat der Käufer ge« wonnen und erhält die Diff«enz von dem Verkäufer heraus« bezahlt, ist die Aktie gefallen, so trttt dal u ngek-hrte V«« bättnitz ein, der Käufer hat verloren. DaS ist das sogenannte Zdt oder Differenzgeschäft,«in Würfelspiel gewöhnlich« Art. Denn die kleinen Jobb« und Fix r haben selbstv«ftändlich gar keinen Einfluß aus die Haltung der Börse, die von den großen Geldmächten, den ver» schiedenen fich belämpfenden Gruppen, von den politischen Ver« täitniffen u. f. w., d. h von ein« Menge für den kleinen Epekulanten unberechenbaren Faktoren destimmt wird. Er« fahrung und Einficht kann hier wenig nützen, es kommt allein auf val Glück an. Im Anfange hatte Zingler Glück und ver« diente Gelb. D« Ruf hiervon drang in seine Bekanntenkreise und rief den Wunsch hervor, an dem Glückt dieses begnadeten KammerdieneeS Theil zu nehmen. Der Hosschmiedemeister Bartsch wendete fich an Zingler und Übergab ihm nach und nach 9000 M. mit dem Austrage zu spekuliren. Zingl« nahm !a» Geld und legte es in sein Depot de! dem Bankier. Der Hofichmtedemeifier war ganz damit einvrr« standen. Ebenso«hielt Zingler von einem Zw-iten 200 M. und einem Dritten, einem Kammerdiener Edlich, 600 M. In, wischen wendete fich da» Blatt und Zingl« ver« lor. DaS G'ück halte fitz vollständig gewendet. Zag um Zug gingen dir 3000 M. vnloren, die er beseffen hatte. Er wollte vas Loch ftovien und schüttete das Geld hinein, welches er von seinen Mttspekulanten erhalten hatte. Ab« daS Loch ver» schlang alles unv eines Tages«klärte d« Bankier dem Fix«, datz er keine Geschäfte mehr für ihn vermitteln könne, weil da» ßDepot geleert sei. Nun wendeten fich die Mitspeku« lanten an da» G.richt und Zingl« wurde in Untnsuchunas« hast genommen. Durch die Verhandlung wurde das oben mttgetheiUe Sachvnhattnitz ermittelt, dal von dem Angeklagten auch zugegeben wurde. Nur das Geschäft mtt Sslich stellte er anders dar, als es der Zeuge klarlegte. Evtich versicherte nämlich, datz er ausdrücklich dem Angeklagten«klärt habe,« wolle nicht m hr spielm, da er im Spiel kein Glück habe; er wolle fich lieb« von seinem Geldc eine kleme Hypothek anschaffen und verlange seine beiden Aktien(Zlachrn Mastricht ? 300 R.) zulück. Diese Rttien hatte Zingler aber längst ver« ttrufi. Er hielt Edttch hin und rieth ihm, noch zu«arten, bis die Aachen. Mastricht gestiegen wären. Sdlich wertete und dützte sein ganzes Geld ein.- D-r Staatsanwatt hielt die Anllage ,m vollen Umfange ausrecht und beantragte, Zingl« wegen. Untreue in dem Falle Bartsch und««gen Untnschlaoung in drei Fallen zu einer Gefängnitzstrafe von 2 Jahren zu v«« urlheilen. Den Antrag auf Aberkennung der Ehrenrechte stellte der Staatsanwalt d-Shald nicht,«eil d« Angetlagte bei seinem Treiben wenig« eine Brandschatzung beabfichtigt, weniger Ge- metnhett der Grstnnung als bodenlos« Dummheit an den Tag gelegr habe.— Nach lang« Berolhung gelangt« der Gerimr«, Hof ,u folgendem Uttheil: Zingl» ist van der Anllage d«Un. rrew: und dtt Uitnscklagung in drei Fällen stet, uwreche r, wegen Betruges(Fall Edttch) aber zu 6 Monaten Gcfängriß zu v«. urtkeiien, von denen durch die fünfmonatliche Untersuchung?- hast vier all verbüßt zu betrachten find. Der RngelLgt« habe wohl ein schwere« moralische» Unrecht auf fich geladen, eine Untreue und Unterschlagungen aber deshalb nicht degangen, weil« die Geschäfte auf seinen Namen gemacht und volles VerfügungSrecht über da» Geld von den Befitzrrn«haiten habe. E» sei somtt keine„fremde dewegltche Sache" gewesen, die« unterschlagen oder veruntreut haben solle. Wegen SittltÄkeitsverdrechen» verhandelte gestern unter Ausschluß der Oeffrntlichkeit die Strafkammer des Landgericht! ll gegen«inen 74jäbrtgen Mann, de» im Jahr« 1812 geborenen„Arbeiter" Karl Lange aus Cjarlottenburz.— Vor einiger Zeit war der Angeklagte bei den städliswen Pflastc- rurgSardeiten in der Verlängerten Schloßstraße zu Charlotten. bürg alS Aufseh« beschäftigt. Die naioe Zatrauiichkeit der neugieiig zulchauenden Kind«w«lt benutzte der Angeklagte tu unlauteren Zwecken, indem« die harmlosen Kleinen nach den einsam gelegenen Kiesgruben auf der Höhe von Westend oder nach sein« in der BlSmarckstratze belegenen Mahnung lockre. Zehn derartige mchloje Handlungen legt die Anklage dem Lange zur Last: ein» d« unglücklichen Oos« hat der alters» schwache Wüstling sow-it gebracht, daß daffelbe moralisch ver» kommen und körperlich stech dem Rettungshause in Könial» berg N M. überwiesen««den mutzte. Dieses kaum 10jah» rig«, seine» Lebensglücks beraubte Mädchen erschien vor«e» richt von einem Beamten de» Rettungshause« geleitet und gab mtt erschütt-rnd« Offrnh«,tgkeU ihre Aussage ab. während chr Verführer die frappirende Wirkung derselben da« durch abzuschwächen versuchte, datz er da» Märchen mit Schimpsteden üd«bäuft«. Ein andere» Opser de« Ange« klagten, al» BelastungSieuzin geladen, beantwortete all« Fragen de» Vorfitzenden mit beharrlichem Schweigen, vielleicht infolge frühzeitigen weiblichen Tattgefühl» oder au» unbegründeter Furcht: da» eivesunmündige Kino wurde daher unverrichteter Sache«ted« entlaffen.— Trotzdem war da» Ergebnitz der Beweisaufnahme vollständig himdwenv, den Angeklagten. welch« hartnäckig leugmte, zu übersüd'en; eS wurden tndeffen nur 3 Fäll- de» Bergehen» gegen§ 176 Abs. 3 R. St..G. B. sür erwiesen angenommen und demgemäß lautete da« Urtheil auf 1 Jahr 6 Monat« Z.chthauS. Aereine und Prrsammlnugr«. Der Kachverein der Tischler hielt am 19. Oktober seine ordentliche Gen«alv«sammlung in Jordan'» Salon, N ur G-ünstr. 28, ob. Dieselbe nahm den Kaffenbericht des Ren« danten, Herrn Merkel. entgegen. Hiernach beläuft fich die G-sammteinnahm« während des letzten Vierteljahres auf 749 05 Mark; die Gesammtaulgad« betrug 369.92 M; der Gesamwt« kafiendestand am 1. Oltober 2040,88 W. Von der Ausgabe entfielrn auf den ArdrttSnachwets 29 35 M.. auf die Biblto.hek 33 55 M.: fern« wurden ausgegeben für Plozeßkofien bei ge« irervlichm Strettigkrtten der Mitglieder 3030 M.; an Unler« stützungsgeldern für hilfsbedürftige Mitglieder und an Rase« Unterstützung 57,60 Mark. Die Aullagen für da» proj-ltttte Sommerfest eriorderten die Summe ron 109 85 Marl. Die Btbliothrkare gaben, nachdem dem Rendanten Dechargs erthnlt worden, eine kurze Urbn ficht über Inhalt, Werih und Be» Nutzung d-r Vereint bibliothek. Urb« eine fortwährend stcigrnve Frequenz de» Ardeitlnachweises konnte die ArbeitSoeimitt-lunxs» kcmmil'fion berichten. El körnte 770 Gesellen Arbeit nachge« wiesen werden, eine Zahl, die den vew-is liejert, datz o« Sfctriit mehr und mch? an Einfluß gewinnt. Auch die Fach- tommisfion derichtele über ihre Thätigleit und w rv dieselbe in einer der nächsten Versammlungen die Resultate der stati» flischen Erhebungen im Berliner Tischlergewerl versffent» lichen. Et aelangt« sodann«in Unterstützungsgesuch einet kanten Mttgiiedet jur Erledigung. Demselben wurde eine in zwei Raten zahlbare Unterstützung von 20 M. bewilligt. Gleichzeitig wurde beschloffen, out den Uederschüffen der letzten Vereintvergnügen, welch: 252.45 M. beiragen, einm Fondt zur Unterstützuna Kanter und hilstbedürftiger Mit« g lieber zu bilden. Im Weiteren berichtete der Vorstand über die Proziffe, die von Milgliedetn des Vereint in gewerblichen Streitsachen mit Hilfe d«S Vereint geführt wurden. Hieran schloffen sich die Slsetzwahlen det Vorstandet und wurden all« bitherigen Vorstandtmttgüeder wiedergewählt. An Stelle d-t autgeschiedenen Konlroleurt Herrn Monte wurde Herr vrunt gewählt. Die Wohl d-t zweiten Schrifttührert wurde bit zur nächsten Versammlung verragt. Et erfolg»« sodann die Be- rtchterstattung seitens zweier Mitglieder über ihre im Auftrag« det Vorstandet mit vem Tischlermeister Herrn Henschrl gepflogene Verhandlung, die Werlstätte det letzteren betreffend. Dteselbm führten au», daß Hitr Herrsche!— dem nachgesagt wurde, daß er ein« Liste, enthaltend die Namen der Gesellen, die bei ihm die Arbeit «iedergelegt hatten, bei den Tischlermeistern zirluliren laffr, um so den Gesellen Schwierigleiten bei der Suche nach Arbeit zu be. reiten— zugegeben habe, daß er dir Ramm der betreffmden Ge- selten der Bauttschlermeister, Versammlung genannt habe, jedoch von einer sogenannten schwarzen List« nichts wiffe. Wetter habe Herr Henschel eine inhumane Bebandlungtweis« seiner Grsellen entschieden in Abrede gestellt. Et knüpfte sich hieran eine lebhafte Ditlusston, in der unter anderem auf die immer mehr an Ausdehnung zunehmende Meistervereinigung hingewiesen wurde. Von einigen Rednern wurde be> tont, daß jene Vereinigungen der Arbeitgeber für die Arbeiter lang« nickt so gefährlich seien, wie der �ndifferentitmut in den Reiben der Gesell««. Statt sich einmü hig einer festen O- gantsotion anzuschließe«, helümmertm viele Kollegen fich um gar nichts, bit auch fie auf die Straße geworfen würden, durch die heutigen Produklionsverhältniffe oder durch die Rückstckttlofigkeit der Arbeitgeber. Dann natürlich sei et in vielen Fällen»u spät. Der Bericht über die Verhandlungen mit dem Vertreter der Pfafi'.chen Werkstatt wurde auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung aes tzt und beschloffen, hierzu'inen Vertreter der Pfafi'icken Werlftatt einzuladen. Di« nächste Vereintversammlung findet am Montag, den S. November, in demselben Lokal« stau. Zur Feier des einjährioen Bestehens der Tiscklerberberge findet am Sonnabend, den 30. Oktober, Abends 8'/* Uhr, im Hirbergl, lokale, Blumenstr. 66, eine gesellig« Zusammenkunft der Mit» glieder statt. Bekanntmachung Dm Mitgliedern der Zentral. Kranken. und Sterdelaffe der Tischler u. s. w.. örtliche Lerwaltungt« stelle Berlin G.(F ankfurter Bezirk), zur Nachricht, daß die Kranl« und Gesundmeldungen von F-eitag, den 22. d. MI»., ad bei dem Bevollmächtigtm Herrn Lorer,, Langestr. 22. 2. Quergeb. 2 Tr., stattfinden. Sprechstunden Mittags von 12'/« bit I'/« Uhr und Abendt von 7V, bit 8'/, Uhr. Da» Krankengeld wird jeden Sonntag, Vor« mittag« von 9—11 Uhr, Llchtmbergerstr. 17, vom Flur rechit, ausgezahlt._ Sprechsaal. DU Redaktion stellt dt, Bentttzung de» Sprechsual», soweit Kau» dafst» ad paeden ist, de» Putltkum per«esprechun,«an»ngeleaen hotten Cllpmobim' Interesse« tut«orftigimg! fit vorwahrt steh aber gleichjeittz dagejou,«u de» Zühalt Hostel»«» idonttstztrt p> werde«. Unterzeichnete Kommisston ersucht die rRedaftion det „Berliner Voltsblatt" um Aufnahme folgender Erklärung: In dtr Rr.34 der„Staaltbürger Zeitung" vom 7. Oktober d. I befindet fich ein Artikel, beginnend mft den Worten: „Tiefgehende Differenzen", dessen Fnhatt, bestehend aus Lügm und Verleumdungen, den Berscffor in genügender Weise charaveristrt. Wir verzichten deshalb auch auf eine Richtig- stellung durch die„Staatsbürger Zeitung", gevmlend de» Wortes: Wer Pech anfaßt, besudelt fich. Zur Sache selbst gedm wir folgende Erklärung: 1. Et ist eine grob« Unwahrhett, daß die Versammlung, in welcher unser Kollege Robert Conrad seinen Rechenschaft». dericht geben wollte, durch seine vorsätzliche Verarlrffung vor Abgabe de» Rechenschaft» polizeilich ausgelöst worden ist, sonder«, nachdem Conrad seinen �Bericht abgegeben hatte und an die Versammlung als scheidender Freund und Kollege einige Worte de» Abichkdes richtete, wir et ihm nicht möglich, einige Worte über die Grünt« seine» un- freiwilligen Abschiede« zu unterdrücken. Auf Grund d ffen wurde die Versammlung kurz vor rhrem«arürl che« Schluß vom üderwachenden Leamtm für aufgelöst er klärt. Eonrad ist also nicht ohne vorher seinen Rechen, schasttsb ericht abgegeben zu haben von Berlin abgereist. 2. Et ist eine Lüge, zu behaup!««, der Regierungtbau- meist« Keßl« sei nach einiger Zeit aufgetreten und hätte Conrad wegen der Kaffenverhältnifie angegriffen. Herr Keßler hat fich nie etwa» d«altiget ein fallen lasten, denn alt er- fahren« Mann wußte er ganz genau, daß« durch Verleumdung einet unfreiwillig adw-smden Kollegen fich wahr. hastig unser Verträum ntcrt»rworten hätte. Außerdem ist Keßl« nie ein„Führer" in dir Maurerbewegung gewesm,« war zu dieser Zeit daffelde, wr«« vor der Ausweisung Conrad'« war: Redaveur res Fachorgant„Der Bauhand« wert«". 3. Wat dies« famose Artikel dann«och Alle» bringt, spottet alle» Anstandet. D« Vertoff« reproduzirt hier Sachen, welche« aut einem Hamburger Blatte hat, welche» fick„Der neue Bauhandwerker" nennt, in welchmi der Regierung» bau- meist«, sowie secht der delanntesten und bewährtefien Berliner Kollegen auf die gemeinste Art und Weise tnsultrrt wilden. Demgegenüber«llart die unlnzeichnete Kommiiston, daß bit setz! keir eclei„tiefgehende D-ff-unzen", lwie es ttr recht de- nrrchnend« Weise in d esem Artilel heißt) in der Berlin« Maurerschaft autgebrochen find, sondern ganz im Gegenlheil fühlm wir unt Sin» mft dem R-gierungtbaumeifter, wie auck mit dcn in dieskm A-ttkel benanntm Berlin« Kollegm und deren Handlungen, und köinm auch dem Veifaff» Wt feste Vnstcherung geben, daß sein innerst« Wunsch nicht in Erfüllung �geht. zm Steuer der Wahrhett. Die Lohnkommijston d« Berlin« Maurer. I.A.: Hermann Schulz, Wrangelstraße 60. Ketzte Nachrichte«. Bon de« Arbeiterkammern wollen dl« östeneichiW Arbett« selb« nicht» wiffm. Da»„L«l.Tagdl." schreibt va» gest«n aut Wim: In St. Poeltm fand am Sonntag ein« ungefähr 600 Mann starke Versammlung von ArdeUem schtedm« Parteirichtungen statt, welche über dm heute m Parlament zur ersten Lesung gelangenden Gesetzentwurf, ob treffend die Arbeitnlammern, verhandelte. Die LnsammMt beschloß eine Resolution, welche den«wähntm Gesetzentwtm alt ungenügend ablehnt und die alte Forderung d«gesamato> österreichischen Arbeiterschaft nach dem allgemeine« gleichen und direkten Wahlreckt wiederholt... Soztaltsttschet aut London, 23. Oktober. Die sozw demolraliiche FöZeratton sandte gestern ein Schreiben an-j» Minister Lord Salittuiy und Lord Churchill, in welchem«> denselben bekannt giedt, daß die bereit t mitgetheilten Fordttungen ihre» Programmt in Volksversammlungen mehr alt 1COCOO London-r Arbeitem genehmigt worden.srtj Di: einzelnm V«iamm'uia«n werdm namhaft gemacht.»» Fö'.eration sammelt jetzt Unterschristm für eine P-titton an&jj Saltttu y, worin dres««sucht wird, am 10. Novrmd« cm Deputation zu empfangen, w>lche ihm da» Stuvwm det»M» visorischen" tür engliich« Zustände bewestm-s soiialtsttch» Programm drinamd an't Hrrz za legen wünscht. Zwei Dg nach dem Lord Moyor't Tage r-ed-nken die Sozialisten große Volksversammlung abzuhalten, welch« Bericht über m Antwort d« R-gi«u«g ruf die sozialist.sch!« Vorschläge� stattet««dm soll._ Kriefkaßen der Redaktion. Lei Axirage» bitte» wtr bi«>bonne»»ntz» Ouittunz beizufstze». Un»»»rt wird nicht ertheitt. ».«. 100. 1.«In Tijchl.rlehrllnq muß wahres.,. .»nnegiunH riub«lug.»-,< � Lrhrztit natürlich Krankengeld zahltn. 2. Sin Dtenflw°5??g ' biet hat muß so lange im _Ji....... Hkllsckaft getechttetttat«, Krvi> zum früheren Vrrlaffen det Dienste« gt-bt, durch schlecht« da« fich für ein Jahr ver»flichtet bleiben, wenn ihr nicht die flUUl liuycttn �Cliuncu Vv9 tjtz-Vtz, VUIUI fiviciv'v-, Handlung oder dergleichen. 6 Wochen vor Ablauf de» Jahro muß gelündiizt wndm. «. H. I,. Abonnent 150 Mark. E. P. Ewiaemüvdevstr. Darüber können wir OP* leid« keine«uilunft geben. � Zwei Wetteade Gewöhnlich wndm die im Moa°� Zelltngefängniß Hingerichretm auf dem dortigen Kirchhof � graben. Od einzeln« Ausnahmen gemacht wordm find, iiu� sondere bei Schur.icht, ist uns nicht bekannt. Theater. Die Dienstag, den 26. Oktober. Odevnhaut. Deutsche Märsche. Lorh« Verlobung bei d« Lateme. lt?; nu spielst»»«. Daniela. Deutsche» Tsteawr. Zopf und Schwert. Atestdens-Tsteater.«in Großstädl«. Vorh«: Ein anonym« Brief._ Krtedrtch.WUHetWfttdttsche« Theater. Der Zigeunndaron. W«lln?r-Theater. D« Goldonkel. »elle-Aatanee-Theater. Ltli. Oftead-Theater. Da» neue Gebot. Biktoria- Theater. Amor. Tan»-Poem von Luigi Manzottt. «alhalla- Theater. Dt« Piraten. Zentral» Theater. Alle Jalobstr. 60. Direkt.: Adolph Ernst. D« Wald- Teufel. Gesang». poste in 4 Allm von W. Äannstavt. Kouplett von G. Girß. Mufft von B. Steffens. Mit neum Delorottonm und Kostümen. (Roollätl) ttSntgß' gstädttsche« Theater. 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Kaffenöffnung 6'/, Uhr. Anfang 7V, Uhr. ach suche eine gute Schlafstelle(Gegend Billealliarce- Platz od« Sckönedngnstraße). Adreffen unt« MNHelm»vidi« an die Ex. pedition de»„Berl. Vollsdl.", Ztmmnsttaße44. Soeben ist erschienen: Der m 1887. Aus de« reichen Inhalt heben»tr hervor: Reichsha»»halts-Et«t»es De»t- scheu Reich».— Zerbrochene Kette». Erheben m. tbe» scheu Reich».— Zerbrochene Kette». »ählung von»[od. Schweichel.— vir- n,e Arnne»»nb Hnnnnensche».— Ei» Proletnrierkin». Erzählung v.S.L an g er. — Der Knnpf ,»ische» Arn«». Wnffe» in berWett. Von P. Osw. Köhler.— Wie»«» ein»«itzio»»erbient.— Fite. »ende«iätte»(humoristisch). At» Grati»» Kritage» r L Lnein. 1.»ntterKtck. st. vlnnche. 4 Di. beide,«Um. Ei» W«»>i«le»ber. -»»ret» 50 Pf.=- eutt|«>t Z. H.». Dich. Emokehle mein» Glas-, Porztlllnh- mul Tluk«st«> Solide P-eise. AaUlüMtg. Gr. Autwahl _ A. 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Plelt d« einfachen Autgab«@0 2J' «„ stärkrm„ 7» WiederverkSufe» Heute: Große« U>»rß>!f� s«i»-»».«g» feg Arbeitsmarkt.„ auf L-i" 1 Einen KarbmachergeseNe« lan gt Vaseitz NleverVaUAraHt. Es werden noch einiqe Lehrjungm% = Tüchtige Stuhlwache�, UDZM Mm*,«** m w iwi u» trtda m» i""««««-«!!»»«..k.i«.*5*"