Nr. 290. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1896.unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Rmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Freitag, den 11. Dezember 1896. Heraus mit den Hintermännern! mit einer wohlorganisirten Geheimpolizei und ReptilExpedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. preffe. Für beide Institutionen werden jährlich Civil und Militär in Frankreich. Alles deutet darauf hin, daß der Polizeipolitiker Unsum men ausgegeben, die natürlich nicht aus seiner v. Tausch zum Sündenbock in dem Skandal der Neben eigenen Tasche gezahlt werden, sondern von einem Gründerregierungen ausersehen ist. Und ein Theil der liberalen Konsortium aller derer, welche das Bismarck'sche Regiment und demokratischen Presse unterstützt diesen Versuch aus der Staats- und Volksausplündernng wiederherstellen und Haß gegen die Geheimpolizei und deren Treiben. Da sich dann den Vorschuß mit hundertfältigen Zinsen und lesen wir in verschiedenen Blättern, zum Beispiel auch Binseszinsen zurückholen wollen. in der" Frankfurter Zeitung", daß v. Tausch eine Vom Grafen Waldersee war nicht so oft die Rede; selbständige Macht geworden, daß die politische Polizei der doch die für ihn thätigen Agenten waren nicht immer verRegierung über den Kopf gewachsen, daß v. Tausch eine schwiegen und der einigermaßen Eingeweihte, der nicht ebenso gewichtige Persönlichkeit sei, wie vor ihm Krüger und blödäugig war, konnte merken, daß, wenn auch nicht von Stieber, und daß in seiner Person die Wurzel des Uebels ihm selbst, doch für ihn sehr eifrig gearbeitet und gezettelt getroffen werde. Wer das glaubt, muß natürlich aus worden ist. nehmen, jetzt sei der Hauptschuldige gepackt und mit seiner Bestrafung werde der Gerechtigkeit volle Sühne geschafft. Das ist eine kindliche Täuschung. W diese drei Namen inhaltsschwer" sind auf der Bunge des Boltes- sie haben einen ganz anderen Klang als der Name: v. Tausch! Paris, den 8. Dezember 1896. Der überreiche Regen des vergangenen Herbstes hat in schrecklicher Weise das Land wieder an die Leiden erinnert, welche der Privatbesitz des Grund und Bodens nach sich zieht. Die Revolution hat das Eigenthum von aller Kontrolle befreit; zum ersten Male hat sie in Frankreich den Eigenthümern das Recht des Gebrauchs und des Mißbrauchs eingeräumt, und sie haben dieses Recht bis zum äußersten mißbraucht. Die Wälder wurden niedergehauen, nur um den Eigens thümer durch den Verkauf des Holzes und die Umwandelung der Wälder in Wiesen und bestellbares Land zu bereichern. Nun wäscht der Regen die entwaldeten Berge, führt die Pflanzenerde davon, macht den Felsen fahl und läßt die einst so friedlichen und wohlthätigen Bäche zu verderbenbringenden Wasserstürzen anschwellen. Dieses Jahr sind alle Flüffe in Frankreich ausgetreten, fie entwurzelten die Bäume, bedeckten das Land mit Wasser und Schlamm, zerstörten in vielen Orten die Häuser und stiegen bis zum ersten und zweiten Stockwert. In mehreren Städten mußte man eine Straßenschifffahrt einrichten, um die Einwohner zu retten, die sich auf die Dächer geflüchtet hatten; wo die Schiffsleute fehlten, ersetzte man sie durch Soldaten, die tapfer ihre Pflicht thaten. Die Rhone überschwemmte einen Theil von Avignon, das auf ihrem linken Ufer liegt- Zivilisten und Soldaten wetteiferten in Muth und Hingebung, um die Und dann Eulenburg. Wie eine Bombe plagte der Name in den Gerichtssaal und das Bild jener Hofjagd kam jedem in den Sinn, auf welcher der Clan der EulenWir haben die Stieber und Krüger gekannt und nicht burge vollzählich versammelt war, und auf welcher, durch selten mit ihnen zu thun gehabt. Sie hatten gewiß be- ein sonderbares Zusammentreffen von Umständen, der Abdeutenden Einfluß und eine hohe Machtstellung allein gang Caprivi's sich herleitet.-Werkzeuge waren sie doch nur. Ohne die Mucker- Bismarck, Waldersee, Waldersee, Eulenburg Reaktion unter Friedrich Wilhelm IV. und ohne die Junker- Reaktion Bismarcks wäre Stieber ein obsturer Subalternbeamter geblieben ebenso wie nach ihm Krüger ohne das System Bismarc. Von Tausch, der malkontente Polizist, der die RegieUnd ohne Bismarck wäre v. Tausch nie dazu gelangt, rung bekämpft, weil er noch an Bismard's Stern glaubt, Bewohner zu retten. Die tleritale Partei Avignon's, der alten Päpste- Stadt, eine politische Rolle zu spielen; und ohne die ungesunden und an das im Dienste Bismarc's arbeitende Gold! Zustände, die nach Bismarck's Sturz fortdauerten, hätte er Dder meint einer, der Nachfolger Krüger's und Stieber's sehr mächtig, und der Kampf zwischen den Katholiken it, wie in einer großen Zahl provenzalischer Städte, feine Rolle nicht weiterspielen können so wenig wie ein habe um der schönen Augen des Raketentisten- Mannes auf ber einen Seite und den Protestanten und FreiPilz in guter Luft und Sonnenschein gedeihen kann. Opposition gemacht? denkern auf der andern ist sehr heftig und trägt einen Kurz, v. Tausch an sich ist eine Null. Die Null hat politischen Charakter; bie Katholiken des Südens find Legi erft Bedeutung erhalten durch die Ziffern, die ihr vortimisten, während ihre Gegner Republikaner find. Man tonnte gesetzt waren. Nicht eine Ziffer blos. Mehrere. Denn für deshalb darauf gefaßt sein, daß die Führer der beiden Parteien Bismard allein hat Tausch nicht gearbeitet. Er war der Also heraus mit den Hintermännern! bei dieser Gelegenheit die äußersten Anstrengungen machen „ ehrliche Makler" auch für andere Intriguen. Fäden, die Inzwischen hat Karl Marx eine große Genug- würden, um jene heldenmüthigen Opferthaten für sich und ihre von mindestens drei Punkten herliefen, fanden sich in ihm thuung erhalten und abermals hat er sich als Prophet er- Anhänger zu verwerthen. Und das ist auch geschehen. Als alle Gefahr vorüber war, begaben sich der Erzbischof zusammen und verknoteten sich zu einem Rattenkönig von wiesen. In seiner klassischen Schrift über den Kölner von Avignon und der Bürgermeister Pourquery des Boisserieu Intriguen. Aber er war immer blos Vermittler, Agent. Kommunist en prozeß fagte er vor 44 Jahren; ein opportunistischer Deputirter an die Unglücks Die antite Welt hinterließ ihren st er benden stätten, um sich Bismard, Walderfee, Eulenburg- das sind die drei und zu zeigen die Lorbeeren: 812 Namen, die wir während des Leckert Lützow Prozesses ge- Fechter; der preußische Staat hinterläßt seinen ernten. Der Hauptmann des Geniekorps, der mit der Leitung der Rettungsarbeiten beauftragt war, ist klerikal( fast alle hört haben, und zu den Trägern dieser Namen leiten gar schwörenden Stieber." mancherlei Spuren, die während der zwei Tage groß- Dem schwörenden Stieber" ist am letzten Montag im Offiziere diefer Waffe und der Kavallerie sind klerikal), er stellte müthiger Galgenfrift für den überführten Herrn v. Tausch Justizpalast von Moabit sein Denkmal gesetzt dem Erzbischof das am besten ausgestattete Schiff zu seiner Verfügung und ließ ihn zuerst abfahren, während unmöglich alle verwischt werden konnten. worden, aere perennius dauernder als Erz. Nur hat er für den Bürgermeister nur eine gewöhnliche Barke bereit Fürst Bismarck hat nach seinem Sturz die meisten eine Umtaufe stattgefunden und er heißt heute: man hatte, die sich in ihrem Lauf nach dem Schiff des Erzbischofs seiner Beziehungen aufrechterhalten. Er hat sich im merke die Verbesserung, die im edelsten von" liegt richten mußte, so, daß es den Anschein hatte, als gehöre der wahrsten Sinne des Wortes eine Nebenregierung gebildet der schwörende von Tausch. Herr Bürgermeister zum Gefolge des Erzbischofs. Rienzi. 141] Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Dann seid Ihr angeklagt einer verrätherischen Verschwörung gegen die Freiheiten Roms, indem Ihr beabsichtigtet, die verbannten Barone nach Rom zurückzuführen, und einer verrätherischen Korrespondenz mit Stefanello Colonna in Palestrina." " Mein Antläger?" " Tretet vor, Angelo Villani!" Also Du haft mich verrathen?" sagte Monreal. Ich verdiente dieses. Ich bitte Euch, Senator Roms, laßt diesen jungen Mann abtreten. Ich bekenne meine Rorrespondenz mit den Colonna's und meine Absicht, die Barone zurückzuführen." " Rienzi winkte Villani, der sich verbeugte und abtrat. Es bleibt Euch also noch übrig, Walter von Monreal, die näheren Umstände Eurer Verschwörung treu und aufrichtig zu entdecken." " Das ist unmöglich!" erwiderte Monreal. „ Und weshalb?" " Weil, wenn ich auch mein Leben aufgebe, ich doch nicht das anderer verrathen will." " Du hast das Leben Deines Richters aber doch ver rathen wollen." " Nicht verrathen, Du trautest mir nicht." " Das Gesetz, Walter von Monreal, weiß die Wahrheit zu erzwingensiehe dorthin!" Der schwarze Vorhang wurde zurückgezogen und Monreal erblickte den Scharfrichter und die Folterwerkzeuge. Seine kühne Brust hob sich unwillig. Wir wetten, wer da suchen würde, der fände noch heute Papierchens". Und auch" Papierchens" mit anderen und an andere Adressen. " " zu Eurem Richter machte, daß solche Werkzeuge weder Senator," sagte Monreal, mein Leben kann Euch nur für Leibeigene und Missethäter, noch für Ritter und Edle wenig nügen, die Menschen werden sagen, daß Ihr Euren ferner das Gesetz unterstützen oder die Wahrheit erzwingen Gläubiger aus der Welt geschafft habt, um Gure Schuld sollen. Ich gab nur dem Wunsche dieser verehrten Räthe zu tilgen. Bestimmt eine Summe für mein Leben, schlagt nach, um Eure Kraft auf die Probe zu stellen. Wärst Du es so hoch an, wie das eines Monarchen, jeder Gulden soll aber auch der geringste Bauer aus der Campagna, so hast Euch bezahlt werden, und Euer Schatz wird für lange Du vor meinem Richterstuhl die Folter nicht zu befürchten. Jahre gefüllt sein. Wenn der gute Staat durch Eure Walter von Monreal, giebt es unter den Fürsten Italiens, Regierung bedingt ist, so wird Euer Eifer für die Wohldie Du gekannt hast, unter den römischen Baronen, die Du fahrt Roms Euch nicht gestatten, mein Verlangen abzus unterstützen wolltest, einen einzigen, der sich dessen rühmen schlagen." fonnte?" " Du verkennst mich, kühner Räuber," fagte Rienzi " Ich wünschte nur," sagte Monreal zögernd, bie strenge, gegen Deine Verrätherei fönnte ich mich schützen Barone mit Dir zu vereinigen und meine Absichten waren und sie verzeihen, gegen Deinen Ehrgeiz aber nie. Ich kenne nicht gegen Dein Leben gerichtet." Dich. Lege Deine Hand auf das Herz und sage:" Ob, wenn wir mit einander tauschen könnten, Du als Rienzi für alles Gold der Erde das Leben des Walter von Monreal verkaufen würdest. Was die Menschen über mein Benehmen urtheilen, das muß ich mir gefallen lassen, mein eigenes Bewußtsein muß aber frei sein von Bestechung. Ich bin Gott verantwortlich für die Wohlfahrt Roms Rom zittert aber, so lange das Haupt der großen Kompagnie in Walter von Monreal lebt. So reich, so mächtig und klug Monreal's Lippen zuckten konvulsivisch. Senator," sagte er leise, kann ich eine Minute allein Ihr seid, Eure Stunden find gezählt, mit Sonnenaufgang mit Dir sprechen?" Rienzi runzelte die Stirne. Genug," sagte er, Jos hanniterritter, ich kenne Deine geheimen Absichten, aus weichende Antworten und Beschönigungen nüßen Dir nichts mehr. Wenn Du keine Absichten gegen mein Leben hegtest, so hattest Du sie doch gegen das Leben Roms! Du hast auf der Erde nur noch eine Gunst zu verlangen, es ist die Art Deines Todes!" Die Räthe sahen sich befrembet an. Senator," flüsterte einer derselben, er hat gewiß verborgene Waffen. Traut ihm nicht!" wollt ihr um Gnabe bitten, so erreicht Ihr Euren 3wed nicht, und vor meinen Räthen habe ich kein Geheimniß. Sprich laut, was Du zu sagen hast!" Gefangener," erwiderte Rienzi nach einer kleinen Bause, " Hört mich nur an", sagte der Gefangene, es betrifft Senator Roms," sagte er, diese Werkzeuge sind für nicht mein Leben, sondern Roms Wohlfahrt!" Leibeigene und Miffethäter. Ich war ein Krieger und ein" Dann", sagte Rienzi in verändertem Tone, ist Dein Feldherr; Leben und Tod lagen in meinen Händen, ich Verlangen bewilligt. Du kannst Deiner Schuld die Absicht habe darüber geboten, wie es mir gefiel, aber meines des Meuchelmords hinzufügen, aber für Rom troße ich Gleichen und meinem Feinde drohte ich nie mit der jeder Gefahr." Folter." In den Zügen des Senators las man den Ausdruck der Bewunderung. Ritter Walter von Monreal," sagte er ernst, aber in dem Tone höflicher Achtung,„ Eure Antwort geziemt einen tapfern Manne. Aber erfahrt von mir, den das Geschick Mit diesen Worten winkte er den Räthen, welche sich langsam durch die Thür entfernten, in die Villani eingetreten war, während die Wachen sich in das fernste Ende des Saales zurückzogen. Nun, Walter von Monreal, fasse Dich kurz- Deine Zeit ist Dir zugemessen." müßt Ihr sterben." Monreal las in den Zügen des Senators, daß keine Hoffnung mehr für ihn sei. Sein Stolz und seine Kalte blütigkeit tehrten zurück. spielte ein hohes Spiel, ich habe verspielt und muß dafür Wir haben nur Worte verschwendet", sagte er.„ Ich büßen. Ich bin vorbereitet. An der Schwelle zweier Welten offenbart sich uns der Geist der Weissagung! Senator! ich gehe voran, um zu verkünden, daß im Himmel oder in der Hölle, bevor einige Tage vorüber sind, für einen Mächtigern, als ich bin, ein Platz bereitet werden muß!" Judem er sprach, funkelten seine Augen. Rienzi fühlte einen unheimlichen Schauder und bedeckte seine Augen mit der Hand. Die Art Eures Todes?" fragte er mit hohlem Tone. Das Beil gebührt dem Ritter und Krieger. Dir, Senator, bereitet das Schicksal einen weniger edlen Tod!" Schweig, Räuber!" rief Rienzi leidenschaftlich. Wachen, führt den Gefangenen zurück. Mit Sonnen aufgang, Wionreal-" ( Fortsetzung folgt.) " Der opportunistische Bürgermeister wollte diese Demüthigung nicht ruhig hinnehmen und machte dem Rapitän Vorstellungen. Dieser antwortete ihm, er sei der Chef und der Bürgermeister habe mit dem, was man ihm gebe, zufrieden zu sein. Ats Politische Nebersicht. gründlich aufzuräumen". fand Mittwoch Nachmittag in der Wohnung bes Kriminalkommissars hafteten eine von Tausch Hauss Berlin, 10. Dezember. fuchung statt, über deren Resultat näheres noch nicht Es ist nicht unwahrscheinlich, Aus dem Reichstage. In Fortsetzung der Debatte bekannt geworden ist. der Bürgermeister hierauf erwiderte, daß umgekehrt er über die Erhöhung der Dampfersubvention ergriff heute zu- daß der Verhaftete, nachdem der Prozeß Leckert schon in der als Haupt der Zivilbehörde es sei, der die Autorität repräsentire, packte der Kapitän, um feine Ueberlegenheit fühlbar Wort. Derselbe gebrauchte die Tattit, auf die Motive Den Sonnabend und Sonntag dazu benutzt hat, zu Hause einmal repräsentire, packte der Kapitän, um seine Ueberlegenheit fühlbar nächst für die Nationalliberalen Herr Dr. Hammacher das Freitagssigung für Tausch eine verhängnißvolle Wendung nahm, zu beweisen, den renitenten Zivilisten an der Kehle und schüttelte ihn; einen feiner Freunde, der protestirt hatte, zur Vorlage seinen Born auszugießen, für die Sache Neben Dr. Ham- An Geheimfonds find im preußischen Staatsließ er durch zwei Soldaten auf die Wache bringen. Der felbft aber begeistert einzutreten. war es nur noch Herr Stumm, haushalt ausgesetzt: 98 000 m. für allgemeine politische Herr von Rapitän betrug fich, wie er es in Algerien oder Madagaskar, in macher welcher namens der Freikonservativen sich für die Zwecke nach Berfügung des Ministeriums des Jnnern, 200 000 erorbertem Lande gethan: er überschritt alles Maß. beim General, Herr Pourquery beklagte sich der Vorlage erwärmte. Vom Bundesrath waren es die Mart für allgemeine Polizeizwecke, ebenfalls im Ressort des dem allzu gewaltthätigen Rapitän 30 Tage Festungshaft Staatssekretäre für die Marine und die Post, welche Ministerium des Innern. Herr v. Köller hat sonst nicht viel ge= auferlegte. Die Kleritale Presse heulte vor Wuth, wie für die Gewährung der Subvention eintraten, während der than, aber er hat die Erhöhung gerade dieses Fonds, der föune, einen vom Genie wagen Kapitän Abg. Richter in einer von gründlichem Studium der Anwegen der schlechten Behandlung eines Pekin( Zivilisten) zu man es bestrafen; der Kapitän habe nur im Intereffe der Religion und gelegenheit zeugenden Rede sich gegen die Vorlage aus- bisher 120 000 m. betrug, zu wege gebracht. für ist er zum um den Erzbischof, wie es feine Pflicht fet, zu ehren, so ge- sprach. Richter wies insbesondere nach, daß die Subvention Dank mit den Mitteln dieses Fonds durch Herrn v. Tausch handelt. Sie verlangte, daß man ihm die Strafe erlaffe und viel weniger dem deutschen Handel als dazu diene, später aus dem Minifterium vertrieben worden. Dazu kommen ihn noch um Entschuldigung bitte. durch billige deutsche Frachtfäße ausländische Waaren zu noch die kleineren Geheimfonds im Etat des Kriegsministeriums Aber Herr Boifferiu ist nicht der erste befte, wie ein befördern. Wir belasten also den deutschen Steuerzahler, und des Reichs- Marineamts und der große Geheimfonds des rechtlofer Sozialist; er hat in der Kammer einen gewissen Ein- damit die ausländischen Händler und Industriellen billige Auswärtigen Amts von 500 000 M. fluß, und trok des Lobens der Klerikalen und der katholischen Frachtfäße bekommen. Für die Ausweisungspragis der Polizei tritt natürlich Offiziere behielt er Recht beim Kriegsminister, der die Strafe An das Herabdrücken der Frachtsäße durch die sub- die Kreuz- Zeitung", und zwar von konservativem und nationalem aufrecht erhielt. General Zurlinden, der zur Zeit Minifterventionirte Bremer Gesellschaft knüpfte unser Genosse Standpunkt" aus ein. war und das 15. Armeekorps, zu dem besagter Rapitän ge= gehört, befehligte, erließ folgenden Tagesbefehl an die Truppen: Singer an, um die Debatte wieder auf die derzeitige Lohnbewegung unter den Hafenarbeitern zu bringen. Er rollte " Der Kriegsminister bestätigt die 30 Tage Feftungshaft, die die ganze Frage wieder auf und griff besonders Herrn von dem kommandirenden General, dem Kapitän Courtines infolge v. Bötticher und dessen letthin im Reichstag dem Hamvom 7. Genie Regiment auferlegt wurden, eines ernsten Vorfalls und burger Streit gegenüber beobachtetes Verhalten scharf an, dem Herrn Bürgermeister von Avignon, dem der Auftrag ertheilt Ginger bezeichnet das Verhalten des Ministers als wohlworden war, während der Ueberschwemmungen den Beistand der geeignet, den Unternehmer Absolutismus noch mehr zu Militärbehörde zu verlangen. zwischen diesem Offizier Dieser Vorfall fann in feiner Weise Einfluß auf den festbegründeten guten Ruf des 7. Genieregiments haben, daß Offiziere und Mannschaften in Tapferkeit und Hingebung wetteiferten, um den Ueberschwemmten Hilfe zu leisten. Burlinden." ſtärken. # Morgen 1 Uhr: Geschäftsordnungs- Anträge und Resolutionen. g Ein Opfer des Leckert Lützow Prozesses. Im Reichstag ging heute das Gerücht, daß der Oberstlieutenant Gae de, der bekanntlich im Leckert- Lützow- Prozeß in seiner Eigenschaft als Leiter des Preßbureaus im Kriegsministerium Beuge war, seinen Posten verlasse und durch den Oberstlieutenant Wachs ersetzt werde. Thatsache ist, daß Oberstlieutenant Wachs, der erst vor wenig Monaten zum Dienst in der Front nach Mainz ging, gestern wieder in der Sigung der Budgetkommission als Kommissar anwesend war. Allerdings war auch noch Oberstlieutenant Gaede anwesend und gerirte sich als Vertreter des Preßbureaus, indem er eine Forderung für Ergänzung und Erweiterung der Druckerei bes Kriegsministeriums vertrat, aber auf wie lange noch? gerirte sich als Vertreter des Preßbureaus, indem er eine Der Prozeß Leckert Lühow beginnt schon zu wirken, zunächst allerdings in etwas merkwürdiger Weise. Das Hofjagdamt, dessen Chef der Oberjägermeister vom Dienst Freiherr von Heinze ist, bat bestimmt, daß feine Beitungsvertreter mehr Bulaßkarten zur Berichterstattung über die Hoffagden erhalten sollen. Das Sofjagdamt hat diese Maßregel ausdrücklich damit begründet, daß man sich infolge der Enthüllungen des Prozeffes der Presse gegenüber die größte Burückhaltung auferlege. 3 scheint zu fürchten, daß, obwohl Herr v. Tausch unschädlich gemacht worden ist, die politische Polizei doch noch ihre Vertrauensmänner" auch zu den Hofjagden entfenden könnte. Männern, die seit Jahr und Tag über die Hofjagben berichtet haben, ist daher zu der morgen stattfindenden die Karte bereits versagt worden. Wohin diese Konsequenzen aus dem Prozeß für die Preffe noch führen können, ist nicht abzusehen. = = 3 In sehr erregter Weise verwahrte sich Herr v. Bötticher gegen diesen Vorwurf, wobei er auch auf seine im Jahre 1881 rheinischen Industriellen gegenüber gemachte Aeußerung nicht" in die Sache hereingezogen werden, sie steht fiber Die Aeußerung sei nur gethan worden, um die Industriellen " Die hohe Person des Erzbischofs von Avignon darf Meine Herren, wir arbeiten ja nur für Sie," zu sprechen fam. dieser leidigen Angelegenheit. Die Garnison hat sich sehr für die Arbeiterversicherung geneigter zu machen, also im hoch geehrt und es wird ihr eine dauernde Ehre bleiben, daß Interesse der Arbeiter geschehen. Der Minister versicherte sie ihm bei seinem Wert der Barmherzigkeit helfen konnte. auch, daß ihm gerade aus Arbeitertreifen für seine sechzehn Durch die sehr großen momentanen Anstrengungen wahr- jährige Thätigkeit auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes scheinlich etwas überreizt, wußte Kapitän Courtines in einer von zahlreiche Dankeskuudgebungen zugegangen seien. Was dem Bürgermeister herbeigeführten dienstlichen Besprechung nicht diese Erinnerungen bedeuten sollen, ist nicht recht ersicht die nöthige Ruhe zu bewahren, er ließ sich so weit hinreißen, öffentlich die Hand gegen den Bürgermeister lich; es sei denn, daß damit der schlechte Eindruck zu erheben und rief dadurch eine berechtigte Erregung innerhalb verwischt werden soll, den Herr v. Bötticher durch des Gemeinderaths und der Bevölkerung von Avignon hervor. fein Auftreten am vorigen Donnerstag hervorgerufen hat. " Borkommnisse dieser Art werden immer strenge Bestrafung Die Debatte wurde bis auf Sonnabend vertagt, da nach sich stehen. Es ist von Wichtigkeit, daß die gesetzlichen Herr von Bötticher morgen nicht anwesend sein kann. Von Vertreter der öffentlichen Macht, wenn zum Dienst mit der Armee unserer Seite werden dann die Hamburger Abgeordneten berufen, sicher find, daß sie ein respektvolles Entgegenkommen finden. dem Herrn Minister antworten. Wenn dies anders wäre, so würde es bald schwierig sein, den gesunden und unbedingt nothwendigen Grundsatz des Fern leber Schuhmann Normann- Mundt werden jetzt die haltens der Politit aus der Armee durchzuführen und es möglich zu machen, daß alle Ueberzeugungen ohne gegen. Das preußische Abgeordnetenhans erledigte am Donners. phantastischfter: Dinge verbreitet, so meldet Dr. Cleanthes feitige Reibung in den Reihen der Armee tag zunächst in erster Lesung den Vertrag vom 16. Oftober mit Nicolaides in seiner Internationalen Rorrespondenz", der wir bienen, und daß alle opfermüthigen Seelen um die Fahnen dem Königreich der Niederlande betreffend die Unterhaltung des die Berantwortung überlassen müssen, wörtlich folgendes: Als in vergangenen Sommer Fürst Bismarck gegen sich schaaren tönnen, zur Bertheidigung des Waterlandes. Seeufers auf Borfum, und wandte sich sodann zur Berathung des über" dem Berichterstatter Whitmann vom New York Herald" Gegeben im Quartier von Marseille, Antrages v. Schendendorff, welcher die Regierung jene bekannten geringschäßigen Aeußerungen über die aufden 14. November 1896. auffordert, dem gewerblichen, landwirthschaftlichen, kaufmännischen jene bekannten geringschäßigen Aeußerungen über die aufund weiblichen Fortbildungs- Schulwesen fünftig eine höhere Be- ständischen Kreter gethan hatte, richtete ich an den Fürsten achtung, insbesondere durch vermehrte Staatsmittel, zuzuwenden. ein Schreiben, worin ich unter Beifügung einiger DrudMan sieht, daß der Herr General es nicht unterlassen konnte, So sehr wir uns mit der Tendenz des Antrages einverstanden sachen den Adressaten davon zu überzeugen suchte, daß ein abvor dem Erzbischof eine Kniebeugung zu machen. erklären, so wenig können wir uns der Begründung sprechendes Urtheil über die Kreter wenig gerechtfertigt ſei. Dieser Tagesbefehl entspricht ganz den Vorstellungen, welche durch den Antragsteller anschließen. Herr v. Schenckendorff Wenige Tage darauf erschien ein Beamter der politi. die Bourgeoisie von der Armee hat, und versetzt das Militär ließ in seiner Rede durchblicken, daß er auf dem naiven fchen Polizei und erkundigte sich bei meinem Hausin bie untergeordnete Rolle, die es in einem Standpunkt steht, als könnten die Umstursbestrebungen durch wirth sehr eingehend nach meinen Verhältnissen, wobei er als kapitaliſtiſchen, parlamentarisch regierten Lande spielen muß. eine beffere Erziehung der Jugend und durch eine größere Bil- Grund angab, ich hätte an den Fürsten Bismard Die Bourgeoisie ist damit einverstanden, daß die Offiziere ihrer bung unterdrückt werden. Die Berwahrlofung der halbwüchsfigen einen Brief geschrieben, über den die Berliner Brutalität die Zügel schießen lassen, wenn es sich um streikende Jugend sei auf die zu große Freiheit zurückzuführen. Die sozialen Polizeibehörde verschiedene Aufschlüsse begehre. Zwei Tage später Arbeiter handelt; diese sind Feinde, die man bezwingen muß, Berhältnisse, die die Jugend dem Verbrechen in die Arme treiben, erhielt ich bereits ein mit Dr. Mundt unterzeichnetes Schreiben, der Bourgeoisie aber und ihrer Vertreter sind scheinen für den Redner nicht vorhanden zu fein; ſeine ganze von der türkischen Regierung gekauft fet, um in feinem worin der Verfasser mir mittheilte, daß der Herald- Korrespondent die Militärs vollständige Unterwerfung schuldig. Rede namentlich der Theil, der sich mit den jugendlichen BerIn allen Städten und Ländern, wo das Bürgerthum souve- brechern befaßte, erinnerte lebhaft an die Tiraden des Rabbi Blatte die Kreter und die Griechen zu beschimpfen; es solle aber räner Herr der Staatsgewalt war, in Venedig, in den Hansa- Maybaum bei der Beerdigung des Justizraths Levy und an unter seiner Leitung eine über ganz Europa ausgedehnte PreßStädten, in den Niederlanden, waren die Soldaten nur Söldner gewisse oberflächliche Tendenzschriften. Aus feiner Rebe war vereinigung geschaffen werden, welche die türkische Herrschaft auf bas heftigste bekämpfen würde. Unter den Berliner Blättern und sehr wenig geachtet, außerdem kommen in den Sprachen der höchstens die Mittheilung bemerkenswerth, daß Preußen habe er zunächst den Reichsboten" für seine Zwecke gewonnen, tapitalistischen Länder die Worte: Goldat, soldier, in bezug auf das Fortbildungs- Schulwesen babe er zunächst den Reichsboten" für seine Zwecke gewonnen, und er würde in kürzester Zeit auch sämmtliche vom päpstlichen soldado 2c. von solidus, sou her, d. h. ein Mensch, der sich die achtzehnte Stelle unter den deutschen Stuhle abhängigen Blätter zur Verfügung haben. Weitere für einen Solidus, einen Sou verkauft, der einen Sold Staaten einnehme. Der Handelsminister Brefeld, ( solidus) erhält, während bei den barbarischen Nationen der beffen Reffort in Preußen das Fortbildungs Schulwesen ähnliche Briefe erhielt ich fast täglich, und fragte schließlich der angebliche Dr. Mundt bei mir an, ob ich nicht vertrauliche Waffen tragende Mann sich Krieger nennt; dieser unterhält untersteht, ist prinzipiell dafür, daß diese Materie gesetzlich ge- Aufträge für den Prinzen Mavro Kordolo, den griechischen Ge fich selbst und befißt seine Waffen, er ist ein freier Mann. regelt wird, hält aber den Zeitpunkt noch nicht für gekommen, Die Armee Napoleon's III genoß, obgleich sie in den zweiten da er erst genügendes Material sammeln müsse. Die Rede des fandten in Ronstantinopel, hätte, den er in türzester Zeit Rang versetzt ward, dennoch besondere Privilegien, weil das Finanzministers Miquel, der ebenfalls in die Debatte ein- besuchen werde. Ebenso erfuchte mich derfelbe, ihm persönliche Raiserreich, um fich zu halten und unterbrücken zu können, griff, war sehr gewunden; er entwidelte ausführlich seine An Empfehlungen für die Athener Preffe zu geben, ba die Armee nöthig hatte. Man erlaubte deshalb in den fichten über die befte Art bes Fortbildungs- Schulunterrichts; aber er auch demnächst nach Athen kommen würde. Obgleich ich auf Beitungen und Büchern keinen Angriff auf die Uniform. Man über den Hauptpunkt, die Geldfrage, verstand er es, geschickt alle diese Annäherungsversuche ziemlich ablehnend antwortete, forderte mich schließlich der unermüdliche Briesschreiber duldete wohlgefällig die Unverschämtheiten und Rohheiten des hinwegzugehen, so daß man nicht weiß, ob er für die Fortbildungsauf, in Berlin eine öffentliche Protest Versammlung Militärs gegen die Betins das ist die verächtliche Bezeichnung schulen Gelder bewilligen wird oder nicht. Aus der übrigen De- gegen den Fürsten Bismard wegen seiner unschönen Aeußerung für Zivil. Die Bourgeois mußten die Herren Offiziere oft zur batte ist nur die Rede des Freikonservativen v. Tashoppe über die Kreter einzuberufen, wofür er mir einen großartigen Erfolg Ordnung verweisen; es gab zahlreiche Duelle, eins von ihnen erwähnenswerth, der eine wüthende Philippita segen in Aussicht stellte. Da ich auch dieses zurückwies, empfahl er mir, ist berühmt geblieben. Ein Journalist, de Pène, hatte das un- die fozialdemokratische Literatur hielt, durch verschämte Benehmen der Offiziere auf einem Tuillerien Ball deren Lektüre fich die Arbeiter ein Scheinwissen aneignen und mich wenigstens an der armenischen Agitation zu betheiligen, an fritisirt. Fünfzig von den Herren schichten ihm darauf Heraus- fich über ihre Kollegen hoch erhaben dünken. Dem müsse die welcher er ebenfalls mitwirke. Nachdem ich bereits durch alle forderungen; er nahm sie alle an. Man begab sich auf den Fortbildungsschule entgegen wirken. Der Antrag wurde schließlich diese Dinge einen starken Verdacht betreffend die geheimen AbKampfplay; de Bène machte Pene feinen ersten Gegner einer Kommiffion von 14 Mitgliedern überwiesen. Am Sonnabend sichten dieses Mannes geschöpft hatte, erfuhr ich tampfunfähig; fofort ersetzte diefen ein zweiter, und das steht der Antrag Weyerbusch, betreffend Abänderung des aber von hiesigen Armentern, daß diefer felbe Dr. Mundt sich den verschiedenen armenischen Gesells Fechten begann sofort wieder; de Pène, ermüdet, wurde Kommunalabgaben Gesezes, auf der Tagesordnung. Tagesordnung.chaften in der Schweiz, Desterreich und schwer verwundet. Rochefort mußte(?) mehrere Male mit Der Kaiser hat heute den Staatssekretär Marschall Deutschland zu nähern versucht habe, aber als Difizieren sich schlagen, die er sämmtlich verwundete. Unter dem Kaiserreich war zwischen der Armee und der Preffe ein be- von Bieberstein empfangen. Im Anschluß an diese Notiz augenscheinlicher Agent provocateur zurückgewiesen worden sei, zumal man vermuthe, daß er auch bei dem Uebers der Ottomanbant betheiligt gewesen fei. Ständiger Krieg. Die Zeitungen hatten eine stehende Rubrik, die meldet der Reichs- Anzeiger": fall bem Militär gewidmet war und die Ueberschrift:" Beluftigungen Zugleich erfuhr ich, daß dieser Dr. Mundt mit dem Polizeides Säbels" trug. In dieser Spalte wurden alle, auch die genten Normann- Schumann identisch sei, was ich vorsichtshalber geringfügigften Rohheiten des Militärs verzeichnet. auch sofort nach Ronftantinopel meldete. Von dort schrieb man mir, daß man auch dort das Spiel des Mannes bereits durch. schaut habe, gumal Anzeichen dafür vorlägen, daß er nicht allein im Dienste der türkischen Regierung, sondern auch im Solbe der panslavistischen Kreise auf der Balkanhalbinsel Unruhen zu stiften versuche. " nun Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß die gegen hochgestellte Personen gerichteten Treibereien bereits in dem am 7. Oktober d. J. in Hubertusstock stattgehabten Kronrathe zur Sprache gekommen sind. Auf den Vortrag, daß als Verfasser Die Offiziere, welche während des Krieges von 1870-71 des bekannten Artikels der Welt am Montag" der Agent der bem Lande eine so schlechte Meinung von ihren Verdiensten und politischen Polizei v. Lühow ermittelt worden fei, haben Seine ihren Fähigkeiten gegeben hatten, glaubten, daß sie nach dem Majestät der Kaifer schon damals befohlen, daß die Angelegen Krieg ihre Unverschämtheiten fortseßen könnten. Alle Chefs der heit ftreng untersucht und nach allen Richtungen hin klar geArmee waren Bonarpartisten oder Kleritale, mit wenig Ausnahmen, stellt werde." wie z. B. Faidherbe, von dem ich Ihnen in meinem legten Brief Immer entschiedener treten nun die Hamb. Na chr." Die Kuliliebe unserer Agrarier. Seit sie vor gesprochen habe; sie munterten ihre Untergebenen zu Rohheiten gegen bas bürgerliche Bolt auf. So lange die Präsidentschaft von dafür ein, daß nach den Hintermännern des v. Tausch geforscht Jahren sich in Pommern ans Licht gewagt, tritt sie von Sie scheinen nun ganz sicher zu fein, daß dies unter Beit zu Zeit immer wieder hervor, bald in den schrift Thiers und Mac Mahon dauerte, mußten die Republikaner die werde. Herren Offiziere züchtigen. Clemenceau, Perrier und andere bleiben wird. Auch wir halten dies für unwahrscheinlich, müssen lichen Ergüffen gelahrter Doktoren, bald in den Tischreden gaben ihnen Lektionen mit dem Degen in der Hand. Bemerkens- aber einen Umstand registriren, der dagegen spricht. Gegen die bismärctische Bank und Handelszeitung", die feftgelaunter Junker. Frei und unverhohlen manifeftirt werth ist, daß in all diesen Duellen von Militärs gegen Zivilisten mit dem Duell Boulanger's gegen Floquet zu be- feinerzeit behauptet hatte, Fürst Bismarck sei zu den Enthüüungen sie sich in den Schreibversuchen eines Kleinbauern", die in den„ Hamburger Nachrichten" veranlaßt worden, weil an hohen die gestrige Kreuz- Beitung" ihren Lesern stolzfreudig ginnen das Militär die Rolle des Geschlagenen spielte. den Frühstückstisch legte. Der Kleinbauer" Seit aber Mac Mahon genöthigt ward, als Präsident ab- Stellen dem Baren von dem geplanten Besuch in Friedrichsruh auf mit Schmerz, daß die Kuliliebe seiner zutreten, hat sich dies alles geändert. Die Armee kann ungehindert abgerathen worden, ist wegen dieser Nachricht das Ermittelungs- empfindet Ein Redakteur des Blattes ist abeligen Standesgenossen so ganz und gar kein Ver fritifirt und angegriffen werden; in Büchern und auf dem Theater verfahren eingeleitet worden. wird fie verspottet. Ein Satiriter hat einen Typus gefchaffen, bereits verhört worden und hat sich geweigert, den Namen des ständniß bei der übrigen Bevölkerung, nicht einmal in den der ebenso populär geworden ist, wie Joseph Prudhomme, das Autors dieses Berichtes zu nennen." den Typus Ramollet den Oberst, Merkwürdig ist dieses neue Verfahren, da es ja nur eine reisen der Beamten und Wohlhabenden gefunden. Man Urbild des Philifters welchen die Disziplin des Alkohols verthiert hat und der nichts Berechtigung haben würde, wenn an der Sache troß des offiziellen fage da immer, die Agrarier wollten durch Einführung versteht und weiß, als fluchen und Arreststrafen diktirent. Die Dementis etwas Wahres wäre, wenn eine Indiefretion vorläge. von Kulis ihren eigenen Landarbeitern Konkurrenz machen. Offiziere find befcheidener geworden; sie benehmen sich an- Und was will man mit dem Verfahren bezwecken, will man die Ja, machten denn Rußland, Amerika, Indien u. s. w. nicht ständig das Verhalten des Kapitáns von Avignon ift eine Friedrichsruher Gesellschaft denn wirklich belangen? Wir glauben auch dem deutschen Bauer Konkurrenz? Und die deutsche Gallus. dies nicht, bevor wir die Herren an Gerichtsstelle sehen.- Landwirthschaft sei doch höher belastet als die fremde! Ausnahme. Hansfuchung in der Wohuung des Kriminalkommiffars Landarbeiter gebe es übrigens in Deutschland nicht genug, v. Tansch. Unter Aufsicht des Oberstaatsanwalts Drescher die Tagelöhner- Wohnungen stünden zur Hälfte leer. Da fagt man, das sei die Folge niedriger Löhne. Oho, lieber I öffentlicht zwar " 3um Fall Brüsewis. Verwandte des erstochenen Wie der Vorwärts" schon furz mitgetheilt hat, machte ber Freund, wer sieht wohlgenährter aus, Eure Fabritarbeiter, Mechaniters Siepmann hatten sich unter dem 10. November Hamburgische Rorrespondent" zur Beilegung des der Senat ein Roloder unsere Pferdeknechte?" Der Arbeiter habe es auf dem an den preußischen Kriegsminister von Goßler mit der Streits den Vorschlag, daß Lande besser, als der Bauer. Seinen Lebensabend schützte füche in Tannhäuſer", sowie eines weiteren in Trarbach an Unternehmer und die Arbeiter mit der Aufforderung heranBitte gewandt, die Vernehmung des bisherigen Chefs der Kaffee- legium von etiva drei Männern bestimmt, die an die das Klebegesetz, den des Bauers nicht. Und dann, der Mosel" wohnhaften Beugen zu veranlassen. Darauf ist auf treten, jede Partei möge die gleiche Zahl gewählter BerWelcher Beamte in der Stadt erlaube sich gegen seinen Beranlassung des Kriegsministers nunmehr der Bescheid ertheilt trauensmänner entfenden, die unter ihrer Leitung in BerhandVorgesetzten nur halb so viel von dem, was sich der länd- worden, der Küchenchef hätte sich inzwischen von Karlsruhe lungen eintreten und die Punkte, wo sie sich einigen, dann als liche Arbeiter fast tagtäglich gegen seinen Brotherrn heraus- polizeilich abgemeldet; sein jetziger Aufenthalt sei nicht zu er- bindende Abmachungen anerkennen, etwaige Differenzen aber nimmt. Wolle der Bauer nicht schließlich seine Arbeit mitteln. Der in Trarbach wohnhafte Beuge sei seinerzeit nicht zur Schlichtung jenen drei Obmännern übertragen. Man nimmt ganz allein machen, dann werde zu den Kulis gegriffen werden mit vorgemerkt worden; auch sei das Verfahren bereits hier allgemein an, daß diese bestimmt formulirten Vorschläge nicht müssen. Diese Kulis möge man unter ein Fremdengesetz stellen, 8u Ende. vom Hamb. Korr." ausgehen, der das offiziöse Hamburger damit es den Deutschen nicht wieder so gehe, wie mit den Juden. wahl für den verstorbenen Fürsten von Fürstenberg( Wahlkreis Senat ausgestreckter Fühler ist und daß heute oder morgen etwas Karlsruhe, 9. Dezember. Die Reichstags Grab- Regierungsorgan ist, sondern daß die Veröffentlichung ein vom - So weit der„ Kleinbauer". Wir wollen seine ganze Engen- Donaueschingen- Billingen- Triberg) ist auf den 28. Januar Offizielles in der Sache geschehen wird. Dasselbe Blatt verArgumentation beiseite laffen und nur eine seiner Schluß angesetzt.öffentlicht zwar heute Morgen wieder einen zweifellos von folgerungen in etwas helleres Licht rücken. Er entschuldigt Frankreich. einflußreicher Rhederseite kommenden langen Artikel, worin die beabsichtigte Einführung der Kulis mit der Kon- Paris, 9. Dezember. Bei Berathung des Budgets des dargelegt wird, daß der Machtstreit" durchgeführt werden kurrenz, die dem deutschen Bauer von außer- Ackerbau- Ministeriums erklärte Ministerpräsident Meline, daß der müsse, daß aber nach Niederschlagung des Streits und nachdeutschen Landwirthen gemacht würde. Hat ein Ackerbau wegen des fortgesetzt niedrigen Preisstandes der dem die Arbeit allgemein wieder aufgenommen ist, seitens russischer Großgrundbesitzer jemals erklärt, den deutschen landwirthschaftlichen Erzeugnisse leidend sei. Die Bolltarife der Arbeitgeber eine" Enquete zur Prüfung der Arbeits- Verhält Patriotismus gepachtet zu haben? Hat ein argentinischer erlaubten ihm zwar, den Kanipf auszuhalten, diefelben verlören niffe" vorgenommen werden solle; an eine Einigungsfommission Weizenkönig jemals das Verlangen gestellt, Zölle einzu- jedoch einen Theil ihrer Wirksamkeit infolge des niedrigen im gegenwärtigen Augenblic fönne nicht gedacht werden. Preisstandes im Auslande und infolge der Wechselkurse. An einer anderen Stelle derselben Nummer lautet führen, um den deutschen vaterländischen Getreidebau zu Gin Hilfsmittel liege in der Wieberherstellung eines festen dann aber wieder eine an die Redaktion gerichtete schützen? Haben die deutschen Agrarier wirklich niemals wertyverhältniffes zwischen Gold und Silber. Buschrift: Der oben erwähnte Vermittelungsvorschlag ist mit an die Gesezgebung, den Reichstag, eine andere Anforderung Diese Frage sei aber eine internationale. Auch der Börsen Freuden zu begrüßen, und es wäre dringend zu wünschen, daß gestellt, als zugelassen zu werden als Kornlieferanten wie wucher schade der Landwirthschaft. Die Regierung werde sich demselben recht bald Folge gegeben werde, damit die aegen jeder hergelaufene Indier? Wenn die Agrarier wirk- mit dieser Frage beschäftigen, ebenso mit der Frage der Ein- wärtigen Verkehrstalamitäten schleunigst beseitigt werden, denn lich mit Kulis ihre eigenen Arbeiter niederkonturriren, richtung landwirthschaftlicher Versicherungen. Man habe das je länger dieselben andauern, desto mehr ist zu befürchten, daß wie steht es dann mit ihrer Behauptung, daß sie die festesten Prämien wesen empfohlen, um die Ausfuhr zu begünstigen; der Handel Hamburgs dauernd leidet. Nicht nur das GemeinStützen des Staates sind, und ihm fast allein alle Soldaten dasselbe sei aber gefährlich und führe zu entsprechenden Gegen- wesen Hamburgs wird durch diesen Riefenstreit geschädigt, sondern maßregeln. Meline ist Schutzöllner und Agrarier erster auch die Intereffen des deutschen Binnenlandes werden so start liefern? Des Kreuz- Zeitungs- Bauers Logik ist zutreffend, wie Güte. in Mitleidenschaft gezogen, daß aus demfelben fortgesezt die die Standesbezeichnung, die er sich selbst giebt. Ein KleinParis, 10. Dezember. Wie verlautet, wird der Ober- lauteften Klagen kommen über die großen Verluste, welche den bauer, der für die Kreuz- Zeitung" schreibt, ist ein so rarer Marinerath am 17. Dezember das Programm der neuen Betheiligten dadurch erwachsen, daß ihre Waaren hier in ganz Vogel, wie ein schlesischer Weber, der auf die Vossin Schiffsbauten, welche der Marineminister für nothwendig ungebührlicher Weise aufgehalten werden und infolge deffen einabonnirt ist. Wir glauben an seine Existenz solange nicht, erachtet, prüfen. Einzelne Blätter behaupten jedoch, die Arsenale, gegangene Lieferungs- Verbindlichkeiten nicht erfüllt werden können. bis man ihn sammt seinem Grundsteuerzettel uns auf den fowie die industriellen Privatwerke Frankreichs seien weder be- Die binnenländischen Firmen find der Ansicht, daß ihre Waaren Redaktionstisch legt. züglich der Maschinen noch der Arbeitskräfte entsprechend aus- zum theil die Quelle bilden, aus welcher die Seeschiffe mit gerüstet, und würden die erforderlichen Arbeiten taum vor Ladung gespeist werden, und glauben, daß sie deshalb Anspruch wei Jahren beginnen fönnen. Der Vorsitzende des darauf machen können, daß diese anscheinend hier bisher nicht Budgetausschusses Lockroy werde gleichwohl die sofortige Lesung, genügend beachteten Verhältniffe mehr Berücksichtigung finden. welche ihm als sehr dringend erscheine, verlangen.Hochachtungsvoll Hugo Waldheim, in Firma Spediteur- Berein Herrmann u. Theilnehmer." Rogeard). Ein Mann, dessen Name vor einem Drittel Jahrhundert in Jedermanns Mund, seit zwei Jahrzehnten aber vollständig vergessen war, ist dieser Tage in Paris in ärmlichen Verhältnissen gestorben: Auguste Rogeard, der Verfasser der Gespräche des Labienu3"( Propos die Labienus). Als Napoleon der Kleine feinen Staatsstreich glücklich durchgeführt hatte, verfiel er barauf, auch Staifer im Reiche der Wissenschaft zu werden. Er„ schrieb" das Leben des Julius Belgien. Brüffel, 9. Dez. Auf Zureden des Königs erklärten Bürgermeiſter Buls und die liberalen Schöffen sich bereit, im Amte zu bleiben. Die Zeche dieser„ Großmuth" werden die städtischen Arbeiter Brüssels bezahlen. England. " Sigung des Unternehmerverbandes, deren Resultat bis jetzt Und das Fremdenblatt" schreibt über bie letzte geheim gehalten wird:" Dem Vernehmen nach ist man über Erörterungen und Erwägungen nicht hinausgefommen und es find Beschlüsse nicht gefaßt worden. Es hat offenbar eine ruhigere Stimmung auch in diesen Kreifen Platz gegriffen, so daß auf eine unverföhnlichkeit nicht mehr gestoßen werden wird." Daß trotz dieses offenbar vorhandenen Bedürfnisses nach Cafar, feines großen Vorbilds. Er schrieb", das heißt er ließ schreiben; und unter den Gelehrten, an die man sich wandte, damit sie dem kaiserlichen Genius als Vorspann London, 10. Dezember. Bei dem„ Reuter'schen Bureau" dienen sollten, befand sich auch Rogeard, ein durch gründliches eingegangene Nachrichten aus Blantyre vom 25. Oftober berichten, Wiffen ausgezeichneter Kenner des Alterthums Behrer an daß infolge der Erhebung der Matabele der 3 ulu ft am m einer öffentlichen Schule. Dieses unwürdige und beleidigende der Angoni unter dem Häuptling Chikust einen Angriff Frieden mit den Arbeitern in der bürgerlichen Preffe vorläufig Anerbieten erbitterte ben republikanischen Gelehrten dermaßen, gegen einen Theil des Gebietes im Südwesten von Nyaffaland noch kräftig weiter gelogen wird und die unglaublichsten Tartarendaß er seinen Zorn in einer kleinen Flugschrift nieberlegte, die unternahm, die englische Missionsstation verbrannte, die Dörfer Nachrichten zur Einschüchterung der Arbeiter in die Welt gesetzt wie ein Lauffeuer durch Frankreich und die übrige Welt ging verwüftete und die Gingeborenen tödtete. Die Engländer fandten werden, ist ja selbstverständlich. So wird heute bekannt gemacht: Die Flugschrift hatte den Titel: Les propos de Labienus. von Bomba und anderen Punkten etwa 500 Mann Truppen" Dem Arbeitgeberverband Hamburg Altona ist heute aus Nach dem Beispiel Camille Desmoulins, des Profu- gegen die Aufständischen. rators der Laterne" zur Zeit der großen Revolution, versetzte Rogeard Frankreich in das alte Rom Napoleon war Augustus und Labienus- Rogeard ein junger Römer, der als un beugfamer Republikaner dem neugebackenen Raiser stolz gegen übertritt und in flaren Worten und klassischer Sprache die kaiserliche Wirthschaft zeichnet, kennzeichnet und brandmarkt. 1 Diese Schrift, eine der beißendsten und besten politischen Satiren, welche die Literatur kennt, war bald Gemeineigenthum des französischen Volkes und hat den Sturz Napoleon's wesentlich beschleunigt. Rogeard wurde verbannt. Der Zusammenbruch des Kaiserreichs öffnete Rogeard wieder den Weg in die Heimath, allein nach dem Fall der Kommune, in deren Rath er gewählt ward und für die er tapfer gefämpft hat, mußte er in die Verbannung zurückkehren, die erst Ende der 70er Jahre, als die allgemeine Amnestie tam, aufhörte. Dänemark. Kopenhagen, 10. Dezember. Der Landwirthschaftsminister legte heute dem Foltething Gefeßentwürfe vor, welche unter Aufwendung von Staatsmitteln bis zum Höchstbetrage von 111/2 Millionen Kronen die Errichtung und Gr haltung tleiner landwirthschaftlicher Betriebe erleichtern sollen. Türkei. Saloniki. Der bisherige Kommandant des 3. Armeekorps, Suffein Fevzhi Pascha, soll deswegen nach Konstantinopel abberufen worden sein, weil sich unter den Offizieren feines Armeekorps jungtürkische Bestrebungen immer mehr bemerkbar machten. Nordamerika. Parlamentarisches. England das Anerbieten gemacht worden, 2000 Dod arbeiter herüberzubringen, sie zu verpflegen und unterzubringen. Das Anerbieten ist gemacht von dem Sekretär einer Arbeitsbörse, der sich einer Erfahrung von 1500 Streits rühmt." Derartige lächerliche Mittheilungen gehören nun einmal zur bürgerlichen Kriegsführung. Wie es um den Streit thatsächlich steht, ist den Lesern ja aus den bisherigen Berichten bekannt. An diesem durchaus günstigen Stande hat sich auch nicht das geringste geändert. Es mehren fich jetzt fortgesetzt die Fälle, daß Fabriken den Betrieb einstellen müffen, weil ihnen das Material oder die Kohlen fehlen. Um nur das dringendste Bedürfniß zu decken, ist man an anderer Stelle dazu gekommen, Frauen zum Löschen von Steinkohlen au verwenden. Man kann sich denken, was da geleistet wird. Washington, 10. Dezember. Bezüglich der Unabhängigkeit Nach einer von einem bürgerlichen Blatt vorgenommenen angeb In die Deffentlichkeit ist Rogeard nicht mehr getreten. Rubas sind beiden Häusern des Kongresses eine Reihe von lich sehr exakten Statistik, der von keiner Seite widersprochen worden Außer den„ Gesprächen des Labienus" hat er nichts von all- Anträgen zugegangen. Ein Antrag des Senators Hill ersucht ist, sollen am gestrigen Tage im Hafen gewesen sein 256 Schiffe; gemeinem Intereffe gefchrieben, überhaupt nichts, was irgend Präsident Cleveland, von Kuba Befiß zu ergreifen. davon sei auf 137 mit 243 Gängen gearbeitet worden. Unter Eindruck oder Aufsehen gemacht hätte. Er that als Politiker einem Gang versteht man die an jeder Schiffslute beschäftigte, feine einfache Bürgerpflicht und lebte im übrigen in äußerster zufammengehörige und sich gegenseitig in die Hände arbeitende Zurückgezogenheit seiner Wissenschaft und seinem Lehrberufe. Mannschaft. Diese Abtheilungen bestehen gegenwärtig theils aus Im Jahre 1820 geboren, ift Rogeard 76 Jahre alt geworden. Bundesrath. In der gestrigen Situng des Bundesraths der feefahrenden Schiffsmannschaft, theils aus Streifbrechern. Bescheiden, fast scheu, war er von unbeugfamem Charakter und wurde die Vorlage betreffend den Entwurf einer Grundbuch Es wird von dem Blatt aber selbst zugegeben, daß die Leute mit allezeit bereit, feine Griftens feinen Prinzipien und der Pflicht ordnung dem Ausschuß für Justizwefen überwiesen. Die Vorlagen ihrer Arbeit nicht vorwärts fommen. Rechnet man zudem, daß zu opfern. Und seine Prinzipien waren die der Sozialdemokratie. über eine Erklärung zwischen dem Reich und Frankreich wegen unter normalen Verhältnissen auf jedem Schiff mit fünf Ehre dem Andenken des braven Vorkämpfers der bürgerlichen Tunis sowie über den Entwurf einer Verordnung betreffend die bis sechs Gängen gearbeitet wird, so ergiebt dies etwa 1400 Freiheit, der Menschenrechte, der Sozialdemokratie! Gerichtsarbeit der deutschen Konsuln in Egypten wurden ebenfalls Gänge bei 256 Schiffen, also fechsmal so viel Arbeitsabtheilungen, den betreffenden Ausschüssen überwiesen. Von einer Mittheilung als jetzt im Gange fein sollen. Und zwar würden die normalen betr. die Nachweisung über die gesammten Rechnungsergebnisse 1400 Gänge à 7 bis 8 Mann aus tüchtigen, geübten der Berufsgenossenschaften für 1895 wurde Kenntniß genommen. Schauerleuten zusammengefeßt sein, während die jeßigen Dem Ausschußbericht über den Entwurf von Bestimmungen be- angeblichen 248 Gänge zum größten Theil aus ganz treffend die Zulassung von Werthpapieren zum Börsenhandel unbrauchbaren, zusammengelaufenen Leuten bestehen. Daraus wurde die Zustimmung ertheilt. läßt sich ermessen, warum sich die ungelöschten Schiffe Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. 9 Monate Gefängniß sind unserem Genossen John als verant wortlichen Redakteur der Magdeburger Boltsstimme" wegen Be leidigung des Kaisers auferlegt worden. Der inkriminirte Artitel hat Treibjagden behandelt. * Deutsches Reich. - Unser Konflitt mit Portugal. Nach amt lichen Nachrichten über den Angriff auf das faiserliche Konsulat in Lourenço Marquez( portugiesischer Kolonialort in Südwestafrika), die gestern hier eingegangen sind, hat sich der Vorfall wie folgt abgespielt: 18 = Die geftrige Sigung der Budgetkommiffion fand nach im Hafen anftauen und warum die Unternehmer das Bedürfniß faum zweistündiger Dauer ein Ende, weil ein Theil der Mit- nach Frieden haben. glieber erklärte, in dem ausgedehnten Lokal, in dem die Sigung Diese Bersammlungen sind immer überfüllt. Die Stimmung ist Heute sind wieder die üblichen 10 Branchenversammlungen. stattfand, nichts hören zu können. Mehrere Anträge des Abg. Müller Fulda, die bezweckten Von einer General debatte sah die Kommission ab. nach wie vor begeistert und sieges sicher. Gestern waren wieder zwei Frauenversammlungen, Fran erhebliche Abstriche an den Mehrforderungen für Bureau- Steinbach und Frau zieh referirten und beschloffen die Frauen An 8. Dezember nachmittags erfolgte gelegentlich einer personal 2c. in der Militärverwaltung vorzunehmen, fielen mit der Streifenden abermals, treu zu ben Männern zu stehen und Prozession durch eine große Zahl von Portugiesen, unter denen gegen 12, bezw. mit 14 gegen 11 Stimmen. Die Schuld an sie nicht im Kampf zu behindern. Prozession durch eine große Zahl von Portugiesen, unter denen diesem Resultat trugen zwei Mitglieder der eigenen Partei des Der Dampfer Kaifer in Hamburg, den dessen Besitzer an fich namentlich auch Eisenbahnbeamte befanden, ein Angriff Antragstellers( Bentrum), die sich gegen seine Anträge er mehrere Stauer als Sotelschiff" für Streitbrecher vermiethet gegen das Konsulatsgebäude. Es wurde nach dem Konsul klärten. Grafen Pfeil mit Steinen geworfen und ein Fenster zertrümmert. hatte, ist infolge des Gisgangs während der Nacht auf Grund gerathen. Das Wolff'sche Bureau, dessen tendenziöse Berichterstattung über den Hamburger Streit schon mehrfach gerügt werden mußte, theilte über die Ursache des Sintens des Schiffes natürlich nichts mit, sondern beschränkte sich auf die geheimnißvolle Andeutung:„ Eine polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet." Vierundzwanzig Stunden unter den Streitbrechern. Wie es jetzt auf den Schiffen im Hafen zugeht, auf denen Streifbrecher thätig sind, hat dem Hamburger Echo" ein Arbeiter mitgetheilt, der sich, und zwar mit Genehmigung des Streitkomitee's, auf einen Tag anwerben ließ, um die Sache aus eigener Erfahrung kennen zu lernen. Nach Invalidentarte, Zugehörigkeit zu einer Krantentasse oder sonstiger Legitimation wurde nicht gefragt, es ging gleich an die Arbeit. Aber was für eine Sorte von Arbeitern war da zusammengewürfelt? Solche Leute haben wohl noch nie auf Schiffen Arbeit geleistet, wie hier zusammen waren, denn kein Mensch hätte sie angestellt. Altersfchwache Leute, zum theil nicht einmal im Bollbesitz ihrer Geiftesträfte; hintende Jungen mit abgemagerten Gefichtern und schlotternden Knieen; Leute in ganz defekten Kleidern, ohne Sohlen unter den Schuhen; Handwerksburschen, die schon seit vielen Monaten teine Arbeit bekommen konnten und auf der Landstraße faft verkommen waren, bildeten die Mehrzahl meiner Arbeitsfollegen. Der Gewährsmann schildert dann noch die mangel= Der Anlaß war, daß zwei im Dienst des Konsulats stehende Die Wahlprüfungs Kommiffion stellte in ihrer lehten Neger muhamedanischer Ronfeffion vor der Prozession die Müze Sigung am Mittwoch Abend zunächst drei schriftliche Berichte nicht abnahmen. Durch die Intervention portugiesischer Polizei beamten wurde, wiewohl erst nach längerer Dauer des Tumults, die Ruhe wieder hergestellt. Der Konsul erbat die Unterstüßung des deutschen Kriegsschiffes Condor" aus Port Natal." über die Wahlen der Abgeordneten Rother( 5. Breslau). Neich muth( 1. Weimar) und Holz( 5. Marienwerder) feft. Dann folgte Prüfung der Wahl des Abg. v. Dziembowsti( Meserit- Bomst). Die Wahl in dem benannten Kreise wird mit ungeheurer Heftigkeit zwischen dem deutschen Beamtenthum und den polnischen adeligen Zentrum und Militärstrafprozeß Reform. Herren geführt und haben besonders bei der 1893er Wahl die Verschiedene Zentrumsblätter haben bekanntlich mit der Minister Landräthe in einer Weise gehaust, daß der Reichstag sich geanflage gedroht, wenn Bayern sein Militärstrafrecht durch ein nöthigt sah, die Wahl zu faffiren. Gegen die Neuwahl haben Reichs- Militärstrafrecht verschlechtern lasse. Unser Partei- Organ, die Polen, welche mit wenigen Stimmen unteraegen, nun wieder die Münchener Post", fordert nun die tapferen, Patrioten" auf, Protest erhoben und zwar richtet sich derselbe wieder gegen un doch Ernst zu machen, die Einberufung des Landtages zu fordern befugte lanbräthliche Einmischungen in den Wahlkampf. und den bayerischen Bundesbevollmächtigten vorzuschreiben, wie Interessant ist, daß der Landrath im Kreise Bomft, Graf von sie sich in Berlin zu verhalten haben.- An die Wand geworfene Westarp, bei seiner jetzt erfolgten Vernehmung erklärte, er sei, Erbsen. Wenn die Sorte nicht hören will, ist's, als hätte sie durch die erste Kassirung der Wahl des Dziembowski gewarnt, eine Kuhhaut vor den Ohren. bard bei der letzten Wahlkampagne besonders vorsichtig gewesen. - Bei der Polizeibirettion in München Etwas scheint also die straffere Bragis des jebigen Reichs wurde lehthin die Wahrnehmung gemacht, daß so wenig tages den Wahlumtrieben gegenüber doch zu helfen. Die Wahl Anzeigen über firaßenpolizeiliche Ueber des Abgeordneten v. Dziembowski wurde von der Kommission tretungen einliefen. Es wurde deshalb ein Grlaß an für giltig erklärt. " erhoben wurde. Die Folge davon war, daß die Kompagnie Die Hafenarbeiter- Bewegung. einen Befehl erließ, in welchem denjenigen Gendarmen, die zu wenig Anzeigen aufzuweisen haben, Aus Hamburg wird uns von unserem Spezial- Bericht mit Entziehung des Urlaubs, und denen, erstatter unterm 10. Dezember mitgetheilt: 3wei Seelen wohnen, welche gar keine Anzeigen machen würden ach, in ihrer Brust! Sie möchten herzlich gern den Frieden, die ( oder könnten), mit Entlassung gedroht wird. Es wäre interessant, zu erfahren, ob dieser Erlaß schon vor Beendigung des Prozesses Leckert- Lühow ergangen ist. *) Sprich: roschahr. bafte Berpflegung der Streitbrecher und theilt mit, daß, als die Streitbrecher- es war Sonnabends ihr verdientes Geld forderten, sie feins bekamen. Warum nicht? Sehr einfach. Dreiviertel sämmtlicher Arbeiter würden sofort Herren Rheder und Stauer, aber sie möchten sich auch den Arbeitern die Schiffe verlassen haben, sobald sie ihr verdientes Geld begegenüber nichts vergeben. Sie wollen den Schein vermeiden, Tommen hätten. Ihr Geld energisch zu verlangen, dazu feien als ob sie unterlegen wären. Nun, daran werden die Arbeiter die Leute zu entnervt. In Harburg beträgt die Zahl der ausständigen Hafenbie Friedensverhandlungen nicht scheitern laffen, sofern sie aufarbeiter und Ewerführer gegenwärtig 870. Ein einziger der eine wirkliche Verbesserung ihrer Lage rechnen tönnen. 4 Partei- Machrichten. fonft im Safen und bei der Schifffahrt beschäftigten Arbeiter, am 29./11. 96 10,- Gesammelt bet Adolf Bars in Bernau am Biertisch 2,90, 1 bas Streiffomitee überhaupt nicht mehr und die anderen nur Gewerkschaftstartell Pirna 50,-. Glasarbetter Stralau 100,-. Arbeiter ein Eierführer, hat sich bereit finden lassen, Hafenarbeiten zu Gesangverein Matbunb in Nowames 15,-. Rebs- Weißenfels, 2. Nate, Listen- dann einstellen werde, wenn sie die schriftliche Erklärung verrichten. Die Haltung der Ausständigen ist musterhaft.e vorschuß, 40,-. Nienburg a. d. Wefer, gesammelt b. Genossen, 63, Walter, abgäben, nie wieder einer Organisation beizutreten. Einige In Bremen beschloß am Mittwoch eine Hafenarbeiter- Ver- orgingfraße, 1, Schnobberbrüder, 1. State, 8,- Bergemoth u. Schwager. 20 Mann, welche sich dieser entehrenden Bedingung nicht unter1. Rate, 4,-. Berein der Zimmerer Berlins 200, famulung, mit allen Kräften den Versuchen, die Hamburger Dampfer im Freihafen zu löschen, entgegenzuwirken. Ferner( R. Millarg, Berlin S., Annenftr. 16) in der Zeit von Weitere Sendungen nimmt das Berliner Gewerkschaftsbureau ziehen, werden wahrscheinlich ihr Bündel schnüren und anderswo Ferner( R. Millarg, Berlin S., Annenfitr. 16) in der Zeit von Da weitere Chikanen seitens der Unternehmer zu befürchten Arbeit suchen müssen. protestirte die Versammlung einstimmig gegen die Lügenberichte, 9-1 Uhr vormittags und von 6-8 Uhr abends entgegen. die in der bürgerlichen Presse über den Bremer Streit veröffentsind, ist Zuzug nach Friedrichsfeld streng fernzuhalten. Der Vorlicht worden sind, vor allem gegen die Behauptung, der Spruch stand des Allg. Vereins der Töpfer und Berufsgenossen Deutschdes Einigungsamtes sei von den Streifenden einstimmig und lands ersucht die Mitglieder dieser Organisation, Mittel zur mit Jubel angenommen worden. Die Versammlung erklärt, daß sie den Spruch nur angenommen habe, weil taktische Gründe hielt Genosse Bebel in Luckenwalde Zur Frage der Tellersammlungen. Im Januar d. J. Unterstützung der Ausgesperrten herbeizuschaffen. eine Volts: Aus Amsterdam meldet die Köln. 3tg." triumphirend, und die Gesammtlage eine Fortsetzung des Streits unmöglich versammlung ab, in der auf Anordnung des Bürgermeisters daß sich der Allgemeine Niederländische Diamantdie gesammelten Gelder tonfiszirt wurden. Auf arbeiter Bund aufgelöst hat, weil die Fabrikanten und Für Venezuela gelangen jekt in der Berliner könig erhobene Klage hat das Amtsgericht entschieden, die Gelder seien Kleinmeister beschlossen hatten, sämmtliche Mitglieder des Bundes lichen Münze für Rechnung der Berndorfer Metallwaaren herauszugeben, und hat darauf hin am 6. d. Mts. der zu entlassen und dadurch die Bundeskasse zu sprengen. Sich Fabrik Arthur Krupp 10 Millionen Nickelmünzen in 12% und Einberufer jener Versammlung, Genosse Trautsch, die weg- darüber zu freuen, hat das Unternehmerblatt aber keinen be 5 Gentimosstücken zur Ausprägung. Ein Transport, etwa die genommene Summe im Betrag von 73 Wt. 66 Pf. zugestellt gründeten Anlaß, denn der Schachzug der Fabrikanten und Hälfte der Ausprägung, follte bereits am Sonnabend in vier erhalten. Meister ist durch die Auflösung ja gerade vereitelt worden. Eisenbahn- Wagenladungen nach Hamburg abgesandt werden. Des Die Erfurter Parteigenossen wählten in einer Ver- Arbeiter, die an den Gedanken der Organisation so gewöhnt Streits halber mußte Transport hier zurückgehalten werden, weil trauensmann. Außerdem wurde nach einer sehr eingehenden ohne vereinsmäßige Organiſation behelfen. jedoch dieser sammlung am 7. Dezember August Mainzer zum Ver- sind, wie die Dianantarbeiter, können sich nöthigenfalls auch eine Verschiffung zurzeit nicht bewirkt werden Debatte eine viergliedrige Kommission gewählt, die Schritte machten. tann. In englischen Gewerkschaftskreisen schreibt unfer Londoner Korrespondent wird die Werbetrommel zu Sam in lungen für die Hamburger Hafenarbeiter tüchtig gerührt. Die Leitung des Internationalen Schifffahrts- Arbeiter Verbandes hat schon das zweite Rundschreiben in diesem Sinne erlaffen, und die Arbeiterpresse steht ihr dabei zur Seite. Die verschiedenen Sektionen der zur Schifffahrts Industrie gehörenden Berufe haben Extrasteuern für die Hamburger Hafenarbeiter meift einen Schilling pro Woche ausgeschrieben, und in London und ander wärts werden Versammlungen zu gunsten der Hamburger abgehalten. $ Todtenlifte der Partei. Georg Scheiberer, ein in Nürnberg sehr thätiger Parteigenosse, ist infolge eines schweren Unglücksfalls, der ihn in seiner Berufsthätigkeit traf, gestorben. Polizeiliches, Gerichtliches ze. " unternehmen soll, um der Partei am Orte wieder größere VerSoziales. fammlungslofale zugängig zu machen. Um fodann eine Zur Konzentration des Kapitals. Die bürgerliche Presse prinzipielle Entscheidung herbeizuführen, wird die Kommission, meldet: Neuerdings eingeleitete Verhandlungen über Herstellung die die Agitation für die Stadtverordnetenwahlen zu betreiben einer Interessengemeinschaft zwischen der Allhatte, beauftragt, gegen die Wahlen des Gewerbe- und Regie- gemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft und der rungsraths Siebert, sowie des erst am Wahltage naturalisirten tiengesellschaft Ludw. Löwe u. Ko. haben zu Schlossers Scharf Protest einzulegen. einer prinzipiellen Verständigung über einen Vorschlag geführt, welcher den Organen beider Gesellschaften zur endgiltigen Bes fchlußfaffung baldigft unterbreitet werden soll. Danach soll unter Aufrechterhaltung der Selbständigkeit beider Gesellschaften ein Kartellvertrag über gegenseitige Betheiligung an den erzielten Gewinnen und über gemeinschaftliche Finanzirung der verBon nicht speziell interessirten Gewerkvereinen ist die Union Gegen den Redakteur der Neuen Welt", Genoffen schiedenen Unternehmungen unter Mitwirkung der diesen Geder Gasarbeiter als eine der ersten, wenn nicht die erfte, auf Edgar Steiger in Leipzig ist abermals eine Anklage sellschaften zur Seite stehenden Banthäuser geschlossen dem Plage. Sie hat 25 Pfund Sterling für die Hamburger wegen angeblicher Gotteslästerung erhoben. Das Vor- werden. gehen soll in dem Artikel, Adam" enthalten sein, der in Jmmer enger schließt sich das große Unternehmerthum zubewilligt. In den englischen und schottischen Häfen wird Nr. 45 der Neuen Welt" veröffentlicht ist. Ueber diese Anklage sammen, um seinen Profit zu erhöhen. Der folossalen Macht, von den Vertretern der Schiffsarbeiter- Unionen rege Wacht sowie über die wegen des" Nazareners" wird nächsten Montag die es in seinen Koalitionen besigt und die sich in noch viel höherem Grade gegenüber den Arbeitern geltend macht, als in gehalten, um das Verschiffen von Streikbrechern nach Hamburg vorm Leipziger Landgericht verhandelt werden. zu verhindern. Die neueste Nummer der„ Seaman's Chronicle" Wegen Beleidigung des Oberbergraths Arndt in Beziehung auf die Käufer der Waaren, läßt sich seitens der Arbringt darüber und über den Fortschritt der Organisationsarbeit alle a. S. war der verantwortliche Redakteur des dortigen beiter nur eine Grenze ziehen durch den Beitritt zu der gewerkallerhand interessante und ermuthigende Nachrichten. Es ſieht 1200 m. Geldstrafe oder 120 Tagen Gefängniß verurtheilt. Volksblatts", Genoffe Man nigel, vom Schöffengericht schaftlichen und politischen Organisation. Krankenkassenwesen. Der Nationalen Raufmännischen zu danach nicht so aus, als ob irgend eine nennenswerthe Zahl von Er legte Berufung ein, um ein milderes Urtheil zu erzielen, und Kranken- und Sterbekasse( E. H.) in Berlin und der Kauf englischen Streifbrechern nach Hamburg kommen wird. Die organisirten Arbeiter hier betrachten mit recht die Ehre ihres der Staatsanwalt, um eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten durch- männischen Krankenkasse von 1884 in Altona( E. H.) ist vom Landes daran interessirt, daß den Hamburger Arbeitern von Eng- zusehen. Das Landgericht hob das Urtheil des Schöffengerichts Reichskanzleramt von neuem die Bescheinigung ertheilt worden, land aus teine Schmußkonkurrenz gemacht werde. auf und erkannte auf 6 Wochen Gefängniß, mit der Begründung, daß sie, vorbehältlich der Höhe des Krankengeldes, den An4 Monate Gefängniß hätten treten müssen, sei nicht angängig nügen. auf eine so hohe Geldstrafe zu erkennen, an deren Stelle event!. forderungen des§ 75 des Krankenversicherungs Gesetzes ges Bei den Berufsgenossenschaften waren am 1. Oftober gewesen. Die Sezer der Genossenschafts- Buchdruckerei in Halle 206 Beauftragte zur Revision der Betriebe auf Au3. a. b. S., die über die Verfasserschaft von Boykott- Artikeln des führung der Unfallverhütungs- Vorschriften Volksblattes" vernommen worden waren, haben jede Auskunft u. f. w. angestellt. Unter ihnen befanden sich zwei für landwirthschaftliche Genossenschaften und zwar die schlesische und verweigert. Wegen Beleidigung des Majors v. Waldow wurde anhaltische. Schon die geringe Zahl der Beauftragten" zeigt, daß es Genoffe Wiertelars als verantwortlicher Redakteur der Thüringer Tribüne" vom Erfurter Landgericht zu 1 Monat mit dieser Art Revision der Betriebe nicht weit her sein kann. Gefängniß verurtheilt. Dieser Prozeß war der letzte, den Genosse Außerdem klagen die Arbeiter, insbesondere die des BauWiertelarz zu überstehen hatte. Ende Juni nächsten Jahres gewerbes, fortgesetzt über den Mangel an genügenden Sicherheitswird er feine Strafen fämmtlich verbüßt haben und das Gevorkehrungen. fängniß verlassen. In Wandsbeck werden die organisirten Arbeiter während der Dauer des Hamburger Streits wöchentlich pro Mann 1 M. Unterstügung zahlen. Das Gewerkschaftskartell in Braunschweig hat bis jetzt 600 M. nach Hamburg gesandt. Der Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer bewilligte in seiner Versammlung am 9. Dezember für die Streifenden Hafenarbeiter in Hamburg 2000 M. Ferner forderte der Vorsitzende Maffini die Mitglieder zum fleißigen Sammeln in den Druckereien auf; auch theilte derselbe mit, daß vom Zentralvorstand gleichfalls eine größere Summe, und awar 1000 M., für die Hamburger bewilligt ist. Bei der Berliner Gewerkschaftskommission gingen für Genosse Theiß, Redakteur an der Rheinisch- Depelthen und lehte Nachrichten. bie streikenden Hamburger Hafenarbeiter Westfälischen Arbeiter 3eitung" in Dortmund, folgende Beiträge ein: war von dem Generaldirektor Berkemeyer zweimal wegen Hamburg, 10. Dezember.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Beleidigung verklagt. Das Landgericht hat jedoch die eine Klage Heute Abend legten 320 Engländer die Arbeit nieder, da ihr dieses Herrn zurückgewiesen und ihm die Kosten auferlegt. Gewerkschaftliches. ftrengfte fernzuhalten! Werkstatt Faßteffel u. Müntmann unter den linken zwölf M. 20,-. Wert ftatt von Fäffig, Morigplag, 7,70. P. S., Moabit, 2,- Geburtstagsfeier 14 tägiger Vertrag abgelaufen war. Aus dem Hafen werden der Arbeiter von Janned u. Better für eine Bigarre 8,35. Sozialistische Alademiker d. Heymann, 2. Rate, 24,50. Vereinigung selbständiger Kürschner heute wieder 6 Unglücksfälle gemeldet, außerdem liefen und Mügenmacher 44,-. Durch Meyer 15,40. G. Weber, Brückenstr. 10, 4bei der Polizei mehrere Meldungen ein, daß im Hafen früher Bier Frontenpuger von Görz u. Kallmann, 2.-. Siebenzehn Arbeiter bet Siemens u. Halste, Charlottenburg, 13,50. Dachdeckerfirma A. D. 3,-. Dachdecker- Bersammlung bei Feind, Weinstr. 11, 7,05. Verband der Dachdecker, Zuzng von Arbeitern nach den deutschen Seeftädten thätige Arbeiter vermißt werden; sie sind vermuthlich ins Wasser Filiale Berlin Nord, 20,-. lotte bu arabes 7,20. Bimmerer der Firma ift während der Dauer der dortigen Lohnbewegungen aufs gefallen und ertrunken. Die Bismarc'schen" Hamburger NachS. u. F. durch Freitag, Charlottenburg, 8,20. Bersammlung der Kaufleute bet eller am 7./12. 60,-. Tischleret von Prechtel, Strausensir. 31, 11,46. richten" bedauern das Aufhören des Sozialistengesetzes, da jetzt Gesellen von Schirmer, Pallifabenstr. 70, intl. niemand außer zwei 3,55. Porzellanarbeiter Berlins II 50,- Zwei Rothe, Berlin W., 3,-. Mothe Gelder find zu senden an das Berliner Gewerkschafts- nicht mehr mit den Streitagitatoren so kurzer Prozeß gemacht Sochzeit, Adolfftraße, 3,90. Tischlerei von Schüße, Stalizerftr. 10, mit Aus- bureau( R. Millarg, Berlin S., Annenstr. 16.) werden könne, wie zur Zeit des Kleinen Belagerungszustandes nahme eines Polters, 4,85. Nähmaschinen- Fabrik Böttcher 15,70. Werkstatt Dräsel, Admiralftr. 7, 10,75. Lesetlub Karl Marr 16,-. Organisirte Hand- Achtung, Zimmerer! Die Baufirma C. A. 2. Schulz über Hamburg und Altona. tuchfrißen, Neue seönigstraße, 5,-. H. M. M. 37, 10,55. Tischler u. Drechsler u. Ko. in Berlin, Brückenftr. 13a, fucht feit Montag Zimmer Hamburg, 10. Dezember.( W. T. B.) Wie der Stauervon Schröder, Jerufalemerſtraße, 6,25. Leberarbeiter bei Mar Schulze 4,50 leute zu einem Stundenlohn von 50 Pf. Infolge dessen fam es Verein nachweist, arbeiteten am Dienstag in 38 Stauerei- Betrieben Tischlerei von Rechow, außer Einem, 4,50. Verein Südost der Bügler, unter normalen Verhältnissen hätten Stepper und Zuschneider 11,50. Stammgäfte bei Lier 13,05. Amerikanische gestern zur theilweisen Arbeitsniederlegung. Das Geschäft ist so 1950 Schauerleute; Auktion, ein Westentnopf vom dicen Herold, 3,75. Aristokraten von Die Beläftigungen der Arbeitenden Siemens u. Halste 7,50. Elektrotechnische Fabrit Schulz u. Lange, erite lange zu meiden, bis die Differenzen beigelegt sind. Die Lohn- 3180 arbeiten müssen. Rate 2,-. Bom Personal der Buchdruckerei J. Sittenfeld, 2. Rate, 70,15. tommiffion der Zimmerer. durch Ausständige mehren sich. Die Polizei wurde wiederArbetter und Arbeiterinnen der Piano- Mechanttfabrit von Schüße 9,10. Freie In Bremen stehen seit mehreren Wochen zirka 35 Tabat holt in Anspruch genommen und nahm mehrere Verhaftungen Bereinigung ber Mühlenarbetter Berlins und Umgegend 15,-. Tischlerei arbeiter der Firma F. W. Haase( Meterstraße) im Streit. vor. Auf der Alfter sind nur zwei Dampferlinien im Betriebe. von Abel 1,40. Tischleret von Brufe, Langeſtr. 53, 5,25. Driverein der Diese Firma beschäftigt, wie das Fachorgan„ Der Tabafarbeiter" Die Deckleute haben wegen Lohndifferenzen mit der Direktion die 1. Rate, 10,-. Liste Nr. 775 und 778 durch Zander 12,60. Werkstatt Racky, mittheilt, nur Hautsarbeiter, wodurch sie die Betriebskosten Arbeit niedergelegt. Köpenickerstr. 169, 3,-. Möbelfabrit von Equiz, Gr. Frankfurterstr. 125, Bildhauer 3,50. Arbeiter- Bildungsverein für Johannesthat- N.- Schönweide, 6,-. " Leipzig, 10. Dezember.( W. T. B.) Das Reichsgericht vers warf heute die Revision des Maurergesellen Berchthold, der vom Schwurgericht München I am 14. Oftober wegen dreifachen Raubmordes zum Tode verurtheilt worden war. Bremen, 10. Dezember.( B. H.) Nach einem heute Nach1. Rate, 12,70. Tischlerei, Schinfeftr. 8-9, 1,50. Berein ber Stater Berling erspart, die andere Fabrikanten zahlen müssen, denn den Arbeitsund Umgegend 25,- Mechaniker A. E. G., Saal 23, 22,75. Lifte Nr. 4, raum, Licht, Feuerung und Handwerkszeug muß der Haus- mittag beim Norddeutschen Lloyd" aus Vigo eingegangenen Bildhauerwerkstatt Riegelmann, 2. Rate, 4,75. R. S." 1,60, Glasschleifer arbeiter natürlich selbst stellen, ebenso muß er die Zu- Telegramm soll der Dampfer Salier", Kapitän Wempe, am von Gebhardt d. N. S. 2,40. Buchbinderet Friedberg u. Sedelmair 10,05. bereitung des Tabaks selber besorgen. Daß die Arbeits- 28. November von Bremen nach dem La Plata abgegangen, in Fachverein der Berliner Stuckateure, 1. Rate, 300,-. Modelltischler bet Lucas 4,-. Hausdiener 2. 6,-. Niederlage Pichelsdorf 6,70. Tapezier- räumlichkeiten nicht immer den bundesräthlichen Bestimmungen der Nähe von Villagarcia thatsächlich verloren gegangen sein. werkstatt, Landsbergerstr. 92, 50,- Verband der Bauarbeiter 10,-. Bau entsprechen können, liegt in der Natur der Sache. Eine An Bord befanden sich außer 60 Mann Besagung 209 Passagiere, Wrangel- und Bückler- Ecke, durch Schäfer, 10,20. Arbeiter der Holz- geregelte Arbeitszeit giebt es selbstverständlich auch nicht. Daß bestehend aus einem Deutschen aus Hannover, 113 Russen, bearbeitungs- Fabrit Schulz und Berban 6,65. Rauchklub Ringelwolte, Moabit, 10,80. Personal der Osnabrüder Papierm. 25,25. Der tleine Naude, von morgens früh 7 Uhr bis in die späte Nacht 12 Uhr und 50 Spaniern, 35 Galiziern und 10 Jtalienern. Kajüte- Passagiere Brandenburgstraße, 1,-. Fichteftr. 24 2,35. Arbeiter- Bitherverein Ginigtett zuweilen noch länger gearbeitet wird, gehört nicht zu den Selten hatte das Schiff nicht. Lifte Nr. 580, Frau Pleßner 13,-. Lifte Nr. 34, Königstr. 11 5,90. heiten. Frau und Kinder müssen tapfer mitarbeiten, wenn sich Lifte Nr. 33, Münchener Brauhaus 18,30. Vom Stiftungsfest der Buchdruckerbie Familie einigermaßen durchs Leben schlagen will. Den unter 38,64. Berband der Geschäftsdtener 200,-. Gesammelt in der Wenderstube durch A. S. 3,50. Fachverein der Stoctarbeiter 30,-. Walded diesen Umständen erzielten, teineswegs hohen Verdienst der Manaffe 1,- Johannes G. 43,-. Gefangverein Webbinger Bar: Arbeiter hatte die Firma F. W. Haase vor einiger Zeit noch monte" 10,-. Bersonal der u.- Druckerei 10,-. Vier rothe Maler Friedrichsberg 3,50. Liste Nr. 516 durch Herzau 8,55. Liste Nr. 517 durch bedeutend herabgefeht, was die Arbeiter veranlaßte, später mit Scheel 3,20. Tischlerei von Brattje, Koppenjtr. 31, 1. Rate 5,-. Bierprozente Forderungen an die Firma heranzutreten. Daraus entspann sich der Pianofortefabrit Kunze d. A. Sch. 1,50. Tischleret v. Gebrüder Geißler 11,- Streit. Die Firma F. W. Haase hätte um so weniger Ursache, Kollege Altsch u. Genossen 4,10. Tischlerei von Krenzte, Frankfurter Allee 197, 6,80. Möbeltischlerei von Appelt, Reichenbergerstr. 107, 10,20. Gefangverein an dem Verdienst ihrer Arbeiter herumzutnapfen, als sie für ihre Olympia" 5,-. Duchmain 3,-. Verein der Bilderrahmenmacher 30,- Bigarren Preise ansetzt, die es sehr wohl ermöglichen, den ArGeburtstagsfeter der Kollegen der Bilderrahmen- Fabrik v. Brückner Nachf. beitern mehr zu zahlen. Für 1000 Bigarren der verschiedenen 2,20. Refetlub Stadtbeztrt 175 10,-. Verband Berliner Kürschner d. N. 50, Hochzeit Butligftr. 4 3,10. Arbeiter der Kinderstuhl- Fabrit von C. Baumann, Sorten zahlt sie jetzt 7-18 M. Lohn, die Arbeiter verlangen Reichenbergerstr. 96, 8,40. Aus Bittau in Sachsen 20,-. Liste Nr. 996, 9-25 M., während der Preis der Zigarren in derselben ReihenTischlerei von Karl Müller, Köpnickerstr. 109a, 7,10. Listen Nr. 41, 42, 43, folge 45-89. beträgt. Auf einige Sorten hat die Firma 44, 45, 47, 49, 50, 51, 52, 55, 56, 57, 59, 60, 61, Chirurgische Branche 101,20. Maler der Werkstatt Schweizer, Bauftraße, mit Ausnahme des Polters N. b. zwar 50 Pf. und 1 M. zulegen wollen, damit konnten sich aber G. 2. 2,80. Arbeiter von Spinn u. Sohn, Schiffbauerdamm 10,-. Tischleret die Arbeiter nicht zufrieden geben. = 83, 84, Xylographen d. Hehr 32,80. Gesammelt bei Schlei 2,65. Unbekannt Frankfurt a. M., 10. Dezember.( W. T. B.) Die„ Franks. Beitung" meldet ans Bern: Jaquemot, Professor der Nationalökonomie an der Universität Genf, hat durch Fälschungen die Waadtländische Kantonal Bant um 400 000 Fr. betrogen. Er spielte in riesigen Beträgen. Jaquemot ist flüchtig. Frankfurt a. M., 10. Dezember.( B. H.) Der Frankf. Beitung" wird aus Krimmitschau gemeldet, daß der Fabrikant Schaffroth aus Burgdorf bei Bern sich erschossen hat. Mißliche materielle Verhältnisse sind das Motiv gewesen. Zürich, 10. Dezember.( Privatdepesche des Borwärts".) Der Predigtamtskandidat Theoder von Wächter wurde nachher gestern wegen Sittlichkeitsvergehen verhaftet und Frrenanstalt Burghölzli zur Beobachtung seines Geisteszustandes zugeführt. Zürich, 10. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts".) Die Studenten der hiesigen Hochschule protestirten neuerdings gegen eine Vertretung der weiblichen Studirenden und deren Ver einigungen im Studentenausschuß. " von Fort, Kretschmar u. No. 20,-. Tischlerei von Wezel 6,50. Liften Nr. 82, Die Berufung des Buchdruckers Gasch gegen das Urtheil 3,-. Familie Bogel 3,- Restaurant Kochmann 3,-. Von den Unverbeffer: des Leipziger Schöffengerichts, wonach er wegen Beleidigung lichen Rothen der Braueret Bichelsdorf 15,- Gesammelt bei Hauptmann von des Verbandsvorsitzenden Döblin zu 1 Monat Gefängniß verTischlern der Werkstatt von Spaar und einigen Gäften 12,10. Von Kollegen urtheilt war, endete damit, daß die feindlichen Brüder auf Anam Biertisch bei Krause, Acterstraße, 3,50, Gesammelt von den sozialdemo trattschen Arbeitern in Pößneck in Thüringen 8,56. Gesammelt von den rathen des Landgerichts einen Bergleich schlossen. Gasch hat Schneidern in Bingen am Rhein 19,-. Sotalverband der Glasarbeiter in seine Aeußerungen über Döblin in entsprechender Weise öffentlich Jimenau 10,-. Steinarbetter München d. D. 50,-. Würzburg in Bayern zu berichtigen und an die Kaffe des Vereins Leipziger Buch D. R. 6,20. Memmingen in Bayern von Genoffen 4,35. Sozialdemo Brüffel, 10. Dezember.( B.$.) Im Schöffenrath erklärte fratischer Arbeiterverein in Solingen 30,-. F. Walther, Straßburg im Elsaß, druckergehilfen eine Buße von 50 M. für die Arbeitslosen zu heute Buls, daß er infolge der Wiederwahl der früheren Schöffen 20,-...-, 50. D. G. 20,-. 8entralverein der Fabrit-, Land- und Hilfs zahlen. dujos arbeiter Deutschlands, Filiale Wolgast 10,-. Nobel u Personal, 2. Rate 5,- Ju Oeslan bei Roburg wurde den organisirten Arbeitern feine Demission zurückziehe. Er werde den Posten sofort wieder Aus Anhalt, 2. Rate, d. Günther, Kreis vertrauensmann, 50,-. Aus dem Königreich Stumm 1. Rate, D. J. 2., 33,75. Tischlerei von Bfigner, der Goebel'schen Porzellanfabrik das Anfinnen ge- übernehmen. In der am nächsten Montag stattfindenden Sizung Bülowftr. 97, 7,-. Möbeltischlerei von Neumann, Schönhauser Allee, 6,20. ftellt, entweder bis zum 5. Dezember schriftlich ihren Austritt werden die neugewählten Schöffen den Eid ablegen. aus dem Verband anzuzeigen oder in 14 Tagen die Arbeit zu Organisirte Barbiergehilfen Berlins 5, Tanzlehrerverein Solidarität 15 ( W. T. B.) Brüffel, 10. Dezember. Der Senat ge Schneiderverband Ludwigshafen a. Rhein 5,-. Paula Schippel 5,-. 3 Ausschußmitgliedern und einem vierten Arbeiter nehmigte den ersten Artikel des Gefeßentwurfs, welcher die beiter d. Watsch Manufactory Ruhla i. Th. 16,50. Gewerkschaften in Jena, verlassen. 1. Nate, 45,-. Bon einigen Kollegen in Rummelsburg durch Müller 10, wurde sofort gekündigt, weil sie den Frieden gestört" haben Wetten über den Verlauf von Pferderennen, unter welcher Form Von den Maurern in Görlig d. Am- Ende 50,-. Fachberein der Berg- und sollen. folche auch eingegangen werden sollten, an anderen Orten als Fabritarbeiter in Aschersleben 5,-. Maler, Paffauerstr. 12, 4,75. SteinDer Töpferstreik in Friedrichsfeld in Baden hat mit auf den Rennplägen verbietet; für die Wetten auf den Rennarbeiter Pirna an der Elbe 150,-. Aus Lösniz, Erzgebirge, d. G. 6,-. Deutscher Arbeiternerein in Brüffel 20,80. Gesammelt unter Berliner einer Niederlage der Arbeiter geendet. Die aus Defterreich ge- plätzen sollen besondere strenge Vorschriften erlassen werden. Studenten" 9,-. Bon einem betehrten Bourgeois 5,-. Bon den Schustern bürtigen Arbeiter haben aus Furcht vor der Ausweisung, die London, 10. Dezember.( W. T. B.) Die Saint James Barutherstr. 22 2,-. Tellersammlung der Boltsversammlung am 8./12. 96 in herbeizuführen man ihnen gedroht hatte, die Arbeit wieder auf- Gazette" hält die Richtigkeit der jüngst verbreiteten Gerüchte aufeinigung der Maler Moabits, Filiale 3, 13,-. Dr. R. u. Dr. G. 20,-. Firma genommen. Dadurch verloren andere den Muth und gaben den recht, nach welcher die Regierung beabsichtige, die Armee zu vers B. u. 2. d. k. 6,30. Gewertschaftstartell in Roburg, 1. Rate, 16, Gruben- Streit auf. Der Ausstand mußte infolge dessen für beendet er größern. Das Blatt fügt hinzu, im Budget des Kriegsministeriums arbeiter in Miltau( Sachsen) 20,-. Gefangverein Liedesluft in Rottbus 10, Personal der Brauerei Müggelschloß in klärt werden. Der Direktor der Fabrik macht nun bekannt, daß würde die Schaffung von 8 neuen Bataillonen Infanterie und Die Rothen in Jnowraclam 13,-. Friedrichshagen 9,10. Tellersammlung der Bernauer Parteiversammlung er die Vorstandsmitglieder Richter, Rothe und Rieber, sowie 18 Batterien vorgeschlagen werden. Ar Sanssouci b. F. 111,65. Schmargendorfer Genoffen d. G. St. 13,-. BerVerantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 290. Reichstag. 143. Sigung vom 10. Dezember 1896. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Graf Posadowsty, v. Stephan, Hollmann. Das Haus seht die erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. Post Dampfschiffs: Verbindungen mit über seeischen Ländern fort: V ob Freitag, den 11. Dezember 1896. tommt nur 13. Jahrg. a b. Er= wir Fracht mit zugenommen werden müssen, wofür aber das Aus diesem Gesetz nichts Bestimmtes darüber. Aber das ist auch nicht land selbst neue fubventionirte Linien einrichtet. Der Lloyd würde nöthig, denn es steht ausdrücklich im alten Gesetz von 1885, daß also den inländischen Linien Konkurrenz machen. In solchen alle neuen Schiffe auf deutschen Werften gebaut werden müssen. Fällen fann eine Unterstüßung nicht gewährt werden. Es handelt Dem Abg. v. Stumm erwidere ich, daß wir das eine Mal in sich bei den konkurrirenden Linien um Unternehmungen, Antwerpen, das andere Mal in Rotterdam anlegen wollen. die mehr leisten als der Lloyd, und zwar ohne jede Unter- Abg. Singer( Soz.): Wenn es den Herren da drüben( nach stüßung. Es werden große Mengen von Gütern befördert rechts) an Gründen fehlt, dann appelliren sie an unser von Antwerpen nach Bremen. Für diesen Verkehr zwischen zwei nationales Empfinden. Dieser Appell ist aber gerade an dieeuropäischen Häfen bezahlt man doch keine Subvention. jenigen Volksklassen gerichtet, welche von den Steuerlasten Abg. Hammacher( natl.): Einige der Redner von gestern 1885 gelang es, die Vorlage, die auf des Messers Schneide stand, am meisten bedrückt werden; es wäre vielleicht viel patriotischer machten erhebliche Bedenken geltend, behielten sich aber ihre zur Annahme zu bringen, indem man Süddeutschland zu gewinnen und nationaler, wenn die Herren Stumm und Freunde die Kosten endgiltige Entscheidung vor. Meine politischen Freunde befinden versuchte durch das Anlaufen von Triest, au dessen Stelle dafür aus ihrem eigenen Geldbeutel bezahlen wollten.( Sehr sich in einer ähnlichen Lage. Jedenfalls haben sie ihren alten später Brindisi gesetzt wurde. Aber in Genua wird nicht richtig! bei den Sozialdemokraten.) Eine kommissarische Bes Traditionen treu die Vorlage mit Genugthuung begrüßt, weil ein Loth deutscher Waare eingenommen oder oder ein Loth rathung halten meine Freunde nicht für nothwendig, wir lehnen sie die überseeischen Verbindungen festigen und den Absah ver- für Deutschland bestimmter Waaren gelöscht. Dort lagert die Vorlage aus prinzipiellen Gründen mehren soll. Aber wir können uns großer Bedenken nicht ent- immer nur ausländische Waare! Genau so verhält es Wofür wird denn die Subvention verlangt? Wenn man nun mit Neapel. Die schlagen. Die Begründung der Vorlage ist durchaus nicht glück- fich ganze Linie dem auch nicht alles zu glauben braucht, was die Kingfin- Linie angeführt lich; an der Hand derselben müßte man sehr zweifelhaft sein, ausländischen Konkurrenzverkehr Deutschlands zu gute. Ueber hat, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß diese Ausgaben vom ob man die Vorlage annehmen kann. Daß der Lloyd die minimale Bedeutung des Postverkehrs ist schon zur Genüge deutschen Volke getragen werden müssen lediglich zu dem Zweck, dem 59 Millionen für Schiffsbauten ausgegeben habe, während gesprochen. Herr v. Stephan hat die Aufmerksamkeit abgelenkt Ausland billigere Frachten zu verschaffen und dem Norddeutschen 40 Millionen Subvention gewährt seien, ist kein wirthschaftlich durch Mittheilungen über den Weltpostverkehr. Aber wie viel Lloyd zu ermöglichen, die inländischen Frachten niederzuhalten, berechtigter Grund für die Erhöhung der Subvention. Die Ver Hundertstel eines Prozents desselben entfallen denn auf die ost so daß die anderen deutschen Rheder den Schaden davon haben. mehrung der Schiffsbauten wirkt natürlich zurück auf die Arbeits- asiatische Linie?! Der Postverkehr mit Japan geht über Nord:( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wenn dies auch nicht gelegenheit im ganzen Lande; aber zur Erkenntniß einer folchen amerika auf drei verschiedenen Dampferlinien über den der Zweck der Regierung ist, so wird es doch jedenfalls die viel Dzean Weisheit bedürfen wir der Belehrung des Bundesrathes nicht. Stillen schneller haben. als auf unseren sub: Wirkung Wir haben hier dieselbe bei 8 Millionen Deutsche leben im scheinung wie der Zuckersteuer; Das erinnert an die Aeußerung des Generals v. Steinmeh, daß ventionirten Dampfern. die Militärausgaben im Lande bleiben. Ehe der Reichstag Auslande, fagt Herr v. Stephan. Die Leute in der Schweiz,& ablen die 3uderprämien, damit das Auszu dieser Zucker hat. Das ist aber Borlage Stellung nimmt, muß er in eine Desterreich, Frankreich und Nordamerika brauchen die Dampfer- land billigeren Prüfung der Frage eintreten, die Regierung die linien nicht. In China wohnen 667, in Japan 150 Deutsche. der Fluch der deutschen Subventionen übergegeben, Rechnung des Norddeutschen Lloyd genau geprüft hat Das ist das Material für den Passagierverkehr, der durchaus haupt; es werden hier Subventionen und ob nicht günstigere Bedingungen gemacht werden nicht nur aus Deutschen besteht. Für fremde Nationen wollen angeblich zum Schuh der Industrie, Vermehrung können. Es wird geprüft werden müssen, ob nicht der wir den Verkehr nicht erleichtern. Herr v. Stephan that einen des Handels und Förderung der nationalen über einen gewissen Betrag hinausgehende Ueberschuß theilweise sehr geschickten Schachzug. Er sagte: In China find auch Missionare. Arbeit, und die Wirkung ist nur die, daß das dem Reiche zugute fommen muß, oder ob man nicht weitere Bentrum, merkst Du was?( Heiterfeit.) Diese sollen nun als Ausland den Nugen hat auf Kosten der deutschen Leistungen des Lloyd dafür verlangen kann. Ferner wird man Vorspann benutzt werden. Es war aber nicht gefchickt, daß Steuerzahler. untersuchen müssen, ob nicht der Lloyd die Durchfrachten zu der Staatssekretär v. Stephan in seiner Ehrlichkeit hinzu- In der Kreuz- Zeitung" stand am 5. Dezember, die deutsche niedrig berechnet. Wenn Waaren aus New- York nach Bremen fügte: Es handelt sich meist um französische Missionare. Handelsflotte habe es auch ohne Subvention verstanden, die Tommen mit der Bestimmung, nach Ostasien gefahren zu werden, Ich erkläre dem Zentrum, wir bewilligen den Missionaren einen französische Handelsflotte weit zu überholen. Die Tendenz dieser so kann der Lloyd die Frachten von Amerika nach Europa nach Zuschuß zu den Reisekosten, daß sie fast umsonst fahren, wenn franzöfifchen Notiz war die, die französische Regierung zur Subseinem Belieben berechnen. Wenn er für die ganze Route das Zentrum uns die Mehrbelastung dieser Vorlage erspart. vention für die französische Handelsflotte aufzufordern. 1887 60 M. rechnete und für die Fahrt von New- York nach Bremen( Große Heiterkeit.) Nun hat man die Verdienste des Lloyd um hatte die englische Handelsflotte eine Fracht von 6 592 496 Tons, 50 M., für die Fahrt von Bremen nach Ostasien aber nur den deutschen Schiffsbau in den Himmel gehoben! Als ob der Frankreich von 722 252 Tons, Deutschland von 628 296 Tons; 10 Mart anfeßt, so würde das ein Mißbrauch sein. Ferner wird Schiffsbau erft von den drei Schiffen, welche er bauen ließ, 1895 hatte England 9924280 Tons, Deutschland 1807 773 und untersucht werden müssen, wie hoch die Reparaturen berechnet herrührt. Da hat sich der Marineminister von Stosch ganz Frankreich 864 598 Tons. In dieser Zeit hat also Deutschfind, die doch meistens in den eigenen Werkstätten des Lloyd er andere Verdienste erworben.. Jedenfalls ist der Lloyd durch land Frankreich überholt. Wem nützt denn diese ganze Liebesfolgen. Man sollte in dem jezt abzuschließenden Vertrage den die 40 Millionen Subventionen hinreichend belohnt. Was be- gaben- Politik? Lloyd verpflichten, auch Rotterdam anzulaufen, was seitens der deutet es denn, wenn der Lloyd noch 4 große Schiffe baut! Es ist dieselbe Liebesgaben Politit wie die verbündeten Regierungen bereits in Aussicht gestellt ist. Nach Und zwar Auswandererschiffe! Die auf diesen nach Amerika für die Landwirthschaft und die Industrie, der Statistik der Mannheimer Handelskammer geht der größte beförderten Auswanderer werden Deutschland dauernd ent- und schließlich wird sie von den Steuerzahlern Theil des Rheinverkehrs nach Rotterdam und nicht nach Ant- fremdet. Für die Marine ist die Bedeutung der Vorlage getragen, und die Steuerzahler werden von dieser subventio werpen. Es würde da die Frage nahe liegen, ob nicht Holland außerordentlich flein. Nicht einmal als Kaperschiffe sollen die nirten Firma aufs schwerste geschädigt.( Sehr richtig! links.) ebenfalls zur Subventionirung angehalten werden kann. Hat die Schiffe verwendet werden; nicht ein Kreuzer wird deswegen Was ist die Konsequenz dieser Manipulation? Die übrigen Reichsregierung fich schon mit Belgien darüber in Verbindung gesetzt? weniger gebraucht. Für die Hilfsdienste stehen ähnliche Schiffe Rheder sind genöthigt, zu denselben niedrigen Frachten zu fahren Da wir Genua ebenfalls anlaufen, tönnte man auch seitens schon in großer Zahl zur Verfügung. Die Vorlage wie der Norddeutsche Lloyd, und halten sich nun schablos Italiens eine Subvention der Dampferlinien fordern. Das birgt ein Engagement von zirka 70 Millionen Mark in sich, so da durch, daß sie die Löhne der Seeleute und größte Bedenken ift die Beinträchtigung der ( Sehr richtig! lints.) anderen daß man fast mit Sicherheit voraussehen kann, daß wir Anleihen Arbeiter herunterdrücken. Unternehmungen. Die Beziehungen Deutschlands zu Ost aufnehmen oder neue Steuern bewilligen müssen, namentlich wenn Wer das bezweifelt, braucht blos nach Hamburg zu gehen, aften nöthigen zu einer Vermehrung der Schiffsgelegenheit. auch noch 14 tägige Fahrten nach Australien eingeführt werden. er wird sich dann überzeugen, wo die Ursachen des Japan und China find in wirthschaftlicher Entwickelung; die Troß der günstigeren Finanzlage sollte man sich hüten, Hafenarbeiter Streits zu suchen sind.( Sehr gut! Einfuhren deutscher Waaren dorthin sind im Wachsen. Auf die dauernde Belastungen aufzuerlegen, namentlich wo steigende Auf- links.) Dauer fann eine Nation von 400 Millionen Menschen sich nicht wendungen zu machen sind für Pensionen, für Militär und Marine. Ich bedauere sehr, den Herrn Staatsfetretär des vom allgemeinen Verkehr ausschließen. Deshalb müffen folche Wenn die Finanzlage auch noch günstiger wäre, würde ich mich Innnern nicht auf seinem Plaze zu sehen. Er hat sich da Einrichtungen getroffen werden, die eine möglichst starke Be gegen die Vorlage doch aus wirthschaftlichen Gründen erflären, vor verwahrt, daß er bei einem industriellen Gastmahl den Austheiligung Deutschlands an der Versorgung dieses Marktes weil sie die ausländische Konfurrenz befördert.( Beifall links.) spruch gethan hat: wir arbeiten ja nur für Sie. fichern. Abg. v. Stumm( Rp.): Was der Abg. Richter in bezug Ich lasse das dahin gestellt, aber gehandelt hat er nach einigen Tagen hier auf die Konkurrenz des Auslandes für die Landwirthschaft diesen Worten, als er Der Streit in Hamburg fei zu 1011= gefagt hat, trifft nicht zu. Was die Industrie betrifft, so habe proflamirte: Einen Vor- recht von den Arbeitern provozirt worden.( Bustim fie die Vorlage mit der größten Freude begrüßt. Der Lloyd mung links.) Herr v. Bötticher ist dabei vont irrigen wurf gegen den Lloyd muß ich aber zurückweisen. hat erklären laffen, daß er den Bezug von australischem Fleisch Voraussetzungen ausgegangen und er hätte es sich sehr überaufgeben und seinen ganzen Fleischbedarf in Deutschland legen sollen, ehe er ohne Kenntniß der thatsächlichen Verhältnisse, decken werde. Ferner ist es nicht gut, uns festzulegen auf das gestützt auf einseitige Mittheilungen, hier etwas als unMaximum von 131/2 Seemeilen Geschwindigkeit. Es muß alles berechtigt hinstellte, was die ganze zivilisirte aufgeboten werden, daß unsere Schiffe wenigstens so schnell fahren Welt als berechtigt anerkannt hat.( Oho! rechts.) Staatssekretär des Marine- Amts Hollmann: Herr Schädler wie die ausländische Konkurrenz. Wenn die Hamburger Packet- Wenn es nach Ihrer Presse ginge, dann würde von Hamburg hat gestern ungefähr gesagt, daß der Kernpunkt der Vorlage in fahrt- Aktiengesellschaft aus der amerikanischen Linie 5 pt. schon längst Militär und Marine requirirt worden schon Iängst der Verwendung der Dampfer für die Kriegsmarine liege; daß Dividende vertheilt hat und der Lloyd in maximo nur 3 pCt., sein, dann würden die Arbeiter nach dem berühmten fie mehr Freunde finden würde, wenn dadurch der Marine- Etat obwohl sein Verkehr nach Amerika noch größer ist, so ist dies nur zusammengeschossen fein entlastet würde. Ich gebe Ihnen die Versicherung, wir haben auf die Nachtheile zurückzuführen, die er im Verkehr nach Ostasien hat. Bismarck'schen System, als dessen berufener Be nicht daran gedacht, unsere Kriegsschiffe auf dem Umwege dieser In bezug auf das Anlaufen der Schiffe im Hafen von Rotter- sch über sich vor einigen Tagen Herr v. Tausch gezeigt Vorlage zu fordern. Unsere Kriegsschiffe kommen in den Marine dam bin ich anderer Ansicht wie der Abg. Hammacher. Im hat.( Sehr gut! links.) Die Vorgänge in Hamburg beweisen, Etat hinein. Daher kann die Vorlage auch den Marine- Etat nicht Namen der gesammten Industrie Süddeutschlands, die auf dem wie bitteres Unrecht Herr v. Bötticher hatte, als er sich auf entlasten. Man wird die Schiffe nur da verwenden können, wo sie dem linken Rheinufer liegt, mit Ausnahme des Niederrheins, möchte den einseitigen Standpunkt der Unterstützung der Rheder, stellte. Er hatte feindlichen Feuer nicht ausgesetzt sind, also zum Kundschafter- ich den dringenden Wunsch aussprechen, daß das Anlaufen von des Großtapitals, und Aufklärungsdienst in den heimischen Gewässern, zum Trans- Antwerpen beibehalten wird. Ich kann nicht zugeben, daß das teine Veranlassung, hier zu proklamiren, daß Rhedern nicht übelnehmen fönne, daß sie das port- und zum Augmentationsdienst. Bon diesem Gesichtspunkte nationale Empfinden und nationale Interessen mit der Sache den haben. Damit hat er ben aus hat die Marine ein Interesse an dem zweckmäßigen Bau nichts zu thun haben; die anderen Nationen wissen ganz genau, Schiedsgericht abgelehnt von Handelsschiffen. Alle Nationen rechnen bei ihrer Mobils was fie thun, wenn sie für ihre Schifffahrt eine wesentlich größere Absolutismus der Unternehmertreise gestützt, machung auf die Unterstützung solcher Schiffe. Jetzt haben wir Subvention geben als wir.( 3ustimmung rechts.) Das fommt er hat den Rhedern das Rückgrat gestärkt, und alle Nachtheile, die Gelegenheit benutzt, um uns einen Einfluß auf den Bau zu eben zunächst ihrem Handel und dann der Industrie zu gute. die gewiß nach Millionen und Millionen zählen, die seit jener fichern nach folgenden Richtungen hin: Schutz der Kessel und Man spöttelt hier über das nationale Empfinden, das ist aber Beit über die Bevölkerung Hamburgs hereingebrochen sind, sind der Magazine, Einrichtung der Dampfer für zwei Schrauben eins der Indeponderabilien, welches nur derjenige verstehen kann, dem Vorgehen des Staatssekretärs v. Bötticher zuzuschreiben. ( Sehr richtig! links.) Seine Informationen sind auch und Sicherung der Rudereinrichtungen, ferner Einrichtung der der politisch sein Herz auf dem rechten Flecke hat. unrichtig. tönnte Ich Ihnen Staatssekretär v. Stephan: Ob die Subvention der Post- thatsächlich Bemannung derart, daß dieselbe sich sofort in eine Kriegseiner ganzen Reihe von Dokumenten nachbesaßung umwandeln fann; Offiziere und Mannschaften müssen dampfer besteht oder nicht, die Wolle aus Australien kommt doch der Hand also militärpflichtig sein. Aus diesen Gründen hat die Marine nach Deutschland, nur auf anderen Schiffen. Herr Richter hat weifen, wie wenig es zutreffend ist, wenn der Staatsein großes Interesse an dieser Vorlage; wenn die Marine diese die Zahlen der Ausfuhr bemängelt wegen der Nichtberücksichtigung sekretär behauptet, 4,20 m. feien sehr reichlich, die Arbeiter Schiffe unter den Handelsschiffen nicht findet, müßten wir mit des Bollanschlusses. Aber Hamburg und Bremen hatten teine eigene brauchten nicht zu streiten. Herr v. Bötticher hätte sich einem Antrage an den Reichstag kommen. Produktion, die Waaren, die sie verschifften, waren also hauptsäch überzeugen können, daß z. B. von den 369 Kesselreinigern 387 Abg. Richter( frs. Vp.): Herr Hammacher hat von Herrn lich aus dem deutschen Hinterlande bezogen. Wenn der Abg. Richter einen Tagelohn von 2 M. beziehen( Hört! links), daß also von Miquel gelernt; er bekämpfte im ersten Theile mit einer be- mit einem gewissen Pathos gesagt hat, im Hafen von Genua läge 4,20 m. gar feine Rede ist. Wenn er meinte, daß die Schauerleute sonderen Lebhaftigkeit einige Nebensachen, um nachher mit einer lauter italienische Waare, deutsche Waaren tämen überhaupt 2400 M. und mehr beziehen( Rufe: Zur Sache!), so kann ich besonderen Verve für die Vorlage einzutreten. Trotz aller Be- nicht vor, so habe ich darüber Erkundigungen eingezogen und ihm nachweisen, daß nicht einmal die Summe von 13-1500 M. Da in in Oft erreicht wird( Rufe: Zur Sache!) und daß in diesem Baardenken wird Herr Hammacher doch für die Vorlage stimmen. eben aus Genua folgendes Telegramm erhalten: Die Preisgabe der Gründe tann ich nicht annehmen; afien und Australien Güter auf Durchladescheinen nicht verladen verdienst 400 bis 500 Ueberstunden stecken, so daß der nämliche denn aus diesen Gründen, namentlich aus den Zahlen, ent- werden, können wir nicht kontrolliren, welche mit Ihren Reichs- Verdienst nicht 800 bis 900 Mart übersteigt. Der Reichstag hat also gar teine Veranlassung. nehmen wir die stärksten Gründe gegen die Vorlage. Gestern Postdampfern angebrachte Güter durch genuesische Spediteure hieß es nationales Gefühl, heute internationale Pflicht und Herr empfangen und nach Deutschland befördert werden. Zweifellos den Lloyd zu unterstüßen, der seinerseits wieder zur Hammacher sollte ja tonfequenter Weise Holland, Belgien und bezieht Süddeutschland viele Güter aus Genua." Daran liegt es Herabdrückung der Löhne beiträgt hat etwa der deutsche Lloyd Italien auch zur internationalen Bezahlung heranziehen. Da- eben, daß die Spediteure das größte Geheimniß darüber be- die Aufgabe, die Schiffsbaukunft zu fördern oder hat gegen empört sich das nationale Gefühl des Herrn v. Stephan, wahren, woher die Güter kommen und wohin sie bestimmt sind. er nicht vielmehr den Zweck, seinen Aktionären aber bag Die Zahlen des gesammten Weltpostverkehrs habe ich blos angeführt höhere Dividenden zu geben?!( Sehr gut! links.) er spricht von internationaler Anstandspflicht; Ausland verlangt die Erfüllung dieser Pflicht nicht, denn man als Maßstab dafür, wie der Verkehr fünftig steigen würde, wenn Glauben Sie doch nicht, daß irgend jemand auf die Behauptung fagte ja: Das Ausland zittert vor diefer dieser Vorlage! wir die Verbindungsgelegenheiten im allgemeinen vermehren. Ob hineinfällt, die kapitalistische Gesellschaft habe andere Zwecke Herr Frese hat alle Der chinesische Roloß ist so gestaltet, daß der japanische Krieg die bisherigen Resultate ermuthigend find, lasse ich bei seite. Es als möglichst viel Geld zu verdienen. ihn nicht so erschüttert hat, daß er sich europäischen Einflüssen wird dem Scharfsinn des Abg. Richter nicht gelingen, den Register gezogen, um für den Lloyd Stimmung zu machen. In zugänglich zeigen wird. Die deutsche Ausfuhr ist zurückgegangen Gegensatz der Meinungen auszugleichen. Es werden fortan größere dem Konkurrenzkampf der Kingfin- Linie und dem Lloyd wollen um etwas mehr als 300 000 m.( Hört, hört! links.) Einfuhr Schiffe in dem deutschen Reichspostdienst verwendet werden und wir als Dritte feiner Partei vorgreifen; jedenfalls fann uns und Ausfuhr zusammengenommen ergiebt, daß der Verkehr mit die andern Schiffe schlagen. Die englischen Linien haben bisher dieser Streit nicht veranlassen, dem Lloyd eine Subvention bewilligen. Was die Herren unter einander China um 17 Millionen zugenommen hat, woran der Lloyd nur den Postdampferdienst nach Australien und China allein in den zu mögen fie unter einander auskämpfen. Wenn mit 4 Millionen betheiligt ist. Der ganze Verkehr des Lloyd Händen gehabt. Jetzt haben sie auf einen Wettbewerb zu haben, hat aber um 31 Millionen zugenommen, also um das fiebenfache rechnen, der für England schärfer sein würde als zuvor. Daraus es eine Gesellschaft giebt, die in der Lage ist, sich ihrer des deutschen Verkehrs. Die Thätigkeit des Lloyd ist also zu 7/8 dem erwüchse also eine wesentliche Gefahr für die englischen Linien Haut zu wehren und für sich Vortheile herauszuschlagen, dann ist Würden erst die 14tägigen es der Norddeutsche Lloyd. Herr Frese wollte die Rechte damit fonkurrirenden Auslande zugefallen. Die Vergrößerung der Schiffe und den englischen Handel. man Fahrten eingerichtet, so würde der Wettbewerb noch ge- locken, daß der Norddeutsche Klond kein auftralisches Fleisch mehr hat dazu geführt, die Fracht überall zu suchen, wo Der Abg. Schädler vermißte eine neue faufen wolle; das zieht, glaube ich, bei den Agrariern nicht. fie finden könnte. Wenn der gesammte deutsche Verkehr auf dem fährlicher werden. er mehr Erfolg haben, wenn er im Norddeutschen Lloyd übergehen sollte, so würde er nicht aus Bestimmung darüber, daß die neuen Schiffe auf deutschen Vielleicht würde reichen, die Schiffsräume zu füllen. Es würde also ausländische Werften gebaut werden sollten. Allerdings befindet sich in Namen des Norddeutschen Lloyd versicherte, daß dieser Staatssekretär von Stephan: Der Abgeordnete Hammacher findet die Motive verfehlt, die gebe ich ihm vollständig preis. ( Heiterkeit.) Daß andere Staaten an der Subvention fich betheiligen sollen, hat der Vorrebner empfohlen. Ich möchte meinen, daß es sich hierbei um eine Frage des nationalen Anstandes handelt, daß deutsche Schiffe von Deutschland allein unterstützt werden müssen. Ich möchte bitten, das alte Bibelwort nicht dahin zu verwenden: Prüfet alles und das Schlechte behaltet. ( Heiterkeit.) " man es an et» für alle Male auf den Getreide- Import verzichtete. Jedenfalls versucht mau es hier, eine Schacherpolttik zu treiben, die wir nicht mitmachen können. Wie stolz und selbstbewußt die Herren Rheder sind, beweist ein Vorgang aus den letzten Tagen. Zu meiner Freude sehe ich jetzt den Herrn Staatssekretär auf seinem Platze. Es ist das stolze Wort gesprochen worden: Wir wollen Herren sein in unserem Hafen, wir wollen zu bestimmen haben. Es wäre wünschenSwerth, wenn die Rheder sich erinnerten, unter welchen Umständen das Freitzafengebiet in Hamburg entstanden ist. Sie sollten daran denken, daß das Reich 40 Millionen zu diesem Freihafengebiet zugeschossen, und daß diese 40 Millionen wiederum aus den Steuern derjenigen genommen sind, aus deren Haut die Hamburger Rheder Riemen schneiden, um auf den Hunger der Arbeiter zu spekuliren, um sie willfährig zu machen. Der Staatssekretär thäte also wirklich besser, seinen großen und berechtigten Einfluß darauf anzuwenden, daß die Herren Rheder zur Vernunft gebracht werden, aber nicht darauf, daß der Uebermuth und das Protzenthum dieser Rheder noch unterstützt wird. Herr Hahn versicherte gestern sein gutes Herz für die Seeleute, und er mißbilligt es. daß Kulis und Malayen auf den Schiffen verwendet werden; wenn nur die Rechte ihr gutes Herz auch in Thaten umsetzen wollte, dadurch, daß sie für unsere Anträge stimmten! Mit platonischen Versicherungen kommen wir nicht weiter. In welcher Zwangslage muß er sich schon befinden, wenn er sich über die zu lange Arbeitszeit der Offiziere beschwert! Wie niuß es dann erst bei der Mannschaft aus- sehen? 13t/s Knoten Geschwindigkeit auf IS Jahre festzulegen, scheint mir schon lange nicht wünschenswerth gegenüber den Fortschritten der Technik. Wenn die Regierung sich auf den großen Postpacket- verkehr beruft, so kann man das wirklich nicht ernst nehmen. Der Kenner der überseeischen Verhältnisse weiß, daß der Packet- verkehr sich wesentlich auf die großen Kolli beschränkt und der Geldverkehr wird in der Hauptsache nicht durch Postanweisungen, sondern durch den Check- und Wechselverkehr besorgt. Zille Gründe, welche die Regierung für ihre Vorlage angeführt hat, sind nicht durchschlagend und es liegt kein Grund vor, den Norddeutschen Lloyd zu bevorzugen. Charakteristisch ist in dieser Beziehung die heulige Rede deS nationalliberalen Abgeordneten Hammacher, wenn ich nicht etwa annehmen soll, daß seine scharfen Worte lediglich Theaterdonner gewesen sind. Unter diesen Umständen hat die Kommissionsberathung gar keinen Zweck. Man will die Sache dort nur aufschieben oder hin- und her- schieben und verdunkeln. Daß die Schiffe des Lloyd im Kriegs- fall keinen Nutzen schaffen, hat heute der Staatssekretär Holl- mann anerkannt. Der deutschen Industrie kommen sie auch nicht zu gute, denn auch Herr Frese hat zugegeben, daß ein Theil der Schiffe im Auslande gebaut wird. Es handelt sich hier nicht um eine Unterstützung der nationalen Ar- beit, sondern um«in ganz gewöhnliches Geldgeschäft des Norddeutschen Lloyd, der eine möglichst gute Dividende herausschlagen will. Dazu ist aber das Geld der deutschen Steuerzahler nicht da, und deshalb werden wir die Vorlage ohne Kommissionsberathung pure ab- lehnen.(Lebhafter Beifall.) Staatssekretär v. Bötticher: Ich bedauere, daß ich den Verhandlungen bisher nicht habe beiwohnen können, wegen einer Bundesrathssitzung. Ich bin hierher z i t i r t, weil man mir sagte, daß der B o r r e d n e r meine Haltung zum Hanl burger Streik bemängelt hat. Ich habe mich verpflichtet gefühlt, sofort z» erscheinen, um die gemachten Be- merkungen einer Beleuchtung zu unterziehen. Seit jenem Tage, an welchem der Streik hier besprochen worden ist, habe ich ge- nugsam Gelegenheit gehabt, mir klar zu machen, ob meine Haltung eine korrekte gewesen ist.(Zuruf der Sozial- demokraten: Das war sie nicht!) Ich bin nicht zur Ueberzeugung gekommen, daß ich eine andere Haltung hätte einnehmen dürfen. Der Vor- redner hat das Wort von mir, das vor langen Jahren ge- sprachen wurde, als Beweis benutzt, um mich der Parteilich- keit für die Arbeitgeber zu zeihen. Es war auf einem Gastmahl am Niederrhein, als es sich darum handelte, die rheinische In- dustrie williger zu machen gegenüber den Anforderungen, welche die sozialpolitische Gesetzgebung stellen würde, es war lSSI oder 1882. Dort fanden die Regierungen manche Opposition. Ich bin heute noch der Meinung, daß die Arbeiterversicherungs- Gesetzgebung zum Nutzen und Frommen der Industrie geschaffen ist. Ich kenne keinen Unterschied zwischen Arbeit- gebern und Arbeitnehmern bezüglich dieser Gesetz- gebung, die Sie(die Sozialdemokraten) nicht mitgemacht haben (Widerspruch bei den Sozialdemokraten), weil Sie nicht wollten, daß Deutschland damit vorangehen sollte.(Sehr richtig I rechts Zentrum. Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) irgend einen solchen Schritt gemacht? Dieses Wort für die Interessen der Arbeiter gesprochen worden. man den Beamten, der in erster Linie für die der Arbeitergesetzgebung arbeitet, bezichtigen, daß er kein Interesse für die Arbeiter hat'. Wie steht es mit dem Ausstand! Die Arbeitgeber waren bereit, den Lohn von 4,20 auf 4,50 M. zu erhöhen. Das wurde nicht angenom- men: deutsche und englische Einflüsse machten sich breit, die Arbeit wurde eingestellt. Sind denn die Hamburger Löhne wirklich Hungerlöhne? Ich habe die Behauptung aufgestellt, daß zahllose deutsche Arbeiter sich glück- lich schätzen würden bei solchen Löhnen, und ich war in meinen thatsächlichen Aussagen sehr vorsichtig und zurückhaltend, der wirkliche Stand der Lohnhöhe der Hamburger Arbeiter ist ein beneidenSwerther für fämmtliche deutsche Arbeiter.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Sind die Lohnlisten falsch, können Sie daS den Arbeitgebern, die bisher solches Vertrauen genossen, nachweisen, dann werde ich zu einer anderen Meinung kommen. Aus den Lohnlisten ergiebt sich, daß 1467— 2S4S M. verdient sind bei einer Firma Römer; bei den Kohlenschauerleuten sind ähnliche Löhne verdient worden.(Widerspruch bei den Sozial- demokraten.) Also ich habe mich nicht in Illusionen bewegt über die Lebenshaltung der Hamburger Arbeiter. Ich soll den Ham- burger Rhedern den Rücken gestärkt haben; ich hätte dazu bei- getragen, daß das Schiedsgericht abgelehnt sei(Widerspruch)— so war mir berichtet worden. Ich habe nichts weiter gethan, als gesagt: Wenn diese Löhne verdient sind, dann kann ich den Streik nicht für gerechtfertigt ansehen, und auch Sie müffen aiigestchts der Lohuziffern dieselbe Haltung einnehmen, bis Ihnen der Beweis von der Unrichtigkeit der Lohnlisten gelingt. Die gewünschten Einzel- Helten werde ich gern in der Nommisston aufklären, deshalb bitte ich Sie, die Vorlage der Kommission zu überweisen. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen wird die Be- rathung abgebrochen; sie wird erst am Sonnabend fort- gesetzt werden wegen Behinderung des Staatssekretärs von CTI't M 1 jifx J»t Schluß S«/» Uhr. Nächste Sitzung Freitag I Uhr.(Be- richt der Gefchäftsordnungs-Kommission und Berathung der Re- solutionen zum Bürgerlichen Gesetzbuch.) Mommunsles. Stadtverordneten-Bersammlung. Oeffentlich« Sitzung vom Donnerstag. 10. Dez., nachmittags v Uhr. au Mitgliedern der neu zu konstituirenden gemischten De- vntation für das V- r ke hr s w e f e n werden durch Zuruf die jetzigen Mitglieder deS bestehenden Verkehrsausschuffes der Versammlung gewählt.,,, Stachdem die vom Oberbürgermeister Zelle zugesagte Vorlage in betreff des Standes der Verhandlungen des Magistrats püt dem Polizei- Präsidium über die U e b e r t r a g u n g und im. Haben Sie ist ja nur Wie kann Interessen der Wohlfahrtspolizei an die Stadt eingegangen ist, wird heute die Berathung des dieselbe Materie betreffenden Antrages Stadthagen fortgesetzt. Nach der Vorlage sind die Verhandlungen bisher durchaus ergebnißlos gewesen. Die Polizei resp. der Minister des Innern haben es an jedem Ent- gegenkommen fehlen lassen; die Uebertragung sollte nur auf Wider- ruf und nicht an die Gemeindebehörden geschehen, sondern an den Oberbürgermeister als Staatsbeamten. Außerdem wird die Uebertragung an ganz unamiehnibare Kautelen gebunden; so soll jede Baupolizeiverordnung an die Genehmigung der Polizei nach wie vor gebunden sein, ganze Gebäudekategorien und Stadt- theile sollen ausgenommen bleiben; in jedem Kompetenzgreuz- streit soll ausschließlich die Aufsichtsbehörde entscheiden. Von einer Vermindernng des Polizeikosten-Beitrages bei Uebernahme der Wohlfahrtspolizei will der Minister nichts wissen; dagegen sind bekanntlich neue staatliche Gebühren für die baupolizeilichen Bescheinignugen eingeführt worden. Stadtv. Cassel beantragt Ansschußberathung. Die Haltung der Regierung inüsse nach allem, was vorhergegangen, äußerste Verwunderung, ja Erbitterung erregen, um so mehr, als gerade Herr Miguel seinerzeit diesej Uebertragung und zwar an die Gemeindebehörden aufs wärmste befürwortet habe; auch als Minister habe Herr Miguel mit dem ganzen Gewicht seiner Autorität und seines Amtes denselben Standpunkt vertreten, im Herrenhause habe er ausdrücklich erklärt, diese Zweige der Polizei- Verwaltung gehörten naturgemäß zur Selbstverwaltung der Stadt. Das Polizeikosten-Gesetz sei durch- gegangen auch im Vertrauen auf diese Versprechungen; jetzt habe das nackte Fiskalilätsinteresse gesiegt und die Stadt habe das Nachsehen. Mit Recht sei der Magistrat gegenüber diesem Be- scheid auf den Weg der Petition an den Landtag und auf den Rechtsweg getreten. Möglicherweise möchte aber die Staats- regierung demnächst ihre Stellung modifiziren, da allseilig die Reformbedürstigkeit der Berliner Polizei auch im Lande anerkannt sei, wofür die letzten Tage hinsichtlich der p o l i t i s ch e n P o l i z e i in gewissen Gerichtsverhandlungen ei» Material beigebracht hätten, dessen Inhalt der ganzen Welt ein Aergerniß geboten habe.(Sehr gut!) In solcher Lage sollte doch die Regierung erfreut sein, wenn die Stadt die Berliner Polizei erheblich entlasten wolle. Die Versammlung müsse ernst und würdig gegen diesen Beweis odiösen Mißtrauens protcstiren, aber dazu müsse reifliche Vorbereitung möglich sein. Deshalb sei ein Ausschuß von lö Mitgliedern niederzusetzen. Die Uebertragung auch der Sicherheitspolizei auf die Stadt, wie sie der Antrag Stadthagen in Aussicht nehme, sei doch völlig aussichtslos; man solle also die gerechten Ansprüche der Stadt nicht mit dieser unerfüllbaren Forderung belasten. Auch in diesem Punkte werde sich Maß und Ziel des Vorgehens der Versainmlung erst im Ausschuß feststellen lassen. Die Verhandlung wird nach dieser Rede zum Zweck der Vornahme der Wahl eines besoldeten Stadtraths (an stelle des Sladlraths Friede!) unterbrochen. Die Wahl fällt auf den bisherigen Inhaber des Postens, Sladtrath F r i e d e l. der 75 Stimmen erhält; 2ö Zettel sind unbeschrieben; 2 Stimmen zersplittern. Darauf wird die Debatte fortgesetzt. Stadtv. Dr. Preuß befürwortet die sofortige Annahme eines Protestes gegen die Stellungnahme der Regierung. Die Verhandlungen des letzten Städtetages seien der schönste Ausschußbericht, den man sich wünschen könne. Größere Klärung sei von einem Ausschuß nicht zu erwarten; weitere VerHand- lungeii mit der Regierung seien absolut aussichlslos, da sie ihre Ablehnung nicht einmal mit Gründen versehen habe. Von dem Dualismus, den die Regierung in die Berliner Polizeiverwaltung einführen wolle, wolle in Berlin doch niemand etwas wissen. Da gleichwohl die Regierung mit größter Schärfe auf grund des Polizeikostengesetzes gegen die Stadt vor- gehe, so müsse auch diese ihrerseits ihre Aufwendungen für die Polizei überall auf das geringste Maß dessen beschränken, was daS Gesetz verlange. Auch in dieser Beziehung schlägt der Antrag einen besonderen Passus vor. Stadtv. Stadthajjen: Ich bedauere, diesem Antrag nicht zustimmen zu können; ich bitte Sie, die Verweisung an einen Ausschuß zu beschließen. Formell spricht auch die Geschäfts- ordnung dafür, weil mein Antrag Geldmittel erfordert. Mindestens ans allen den Gebieten, wo sonst die Wahrnehmung der Verwaltungsbefugnisse durch die Stadt erfolgt, will man doch auch die Polizei in die Hand der Stadt bekommen. Ueber die Grenzen dieser Verwaltungs- bezw. Polizeikompetenzen muß Klarheit verbreitet werden, und das kann nur in einem Ausschuß erfolgen. Dort wird es möglich sein, einen Weg für unser weiteres Vorgehen zu finden. Ich kenne keinen parla- mentarischen Ausdruck, um den Mangel an Bescheidenheit!, wie er sich in dem Bescheide der Regierung an den Magistrat aus- drückt, gebührend zu kennzeichnen � darin werden auch Sie wohl alle mit mir einverstanden sein.(Zustimmung.) Es handelt sich hier um einen Theil des Verfassnngsrechtes der Bürger. Die Polizei be- deutete im absoluten Staate die allgemeine Staatsverwaltung; ihre Uebertragung ans die Gemeinden in dem Gemcindegebiel ist dann Deutsches Recht geworden. Eine Trennung der Sicher- heitspolizei ihrem Begriff nach von den übrigen Kategorien der Polizeivcrwaltnng ist dabei gar nicht durchzuführen. Die Sicherheitspolizei ist so verquickt mit allen möglichen anderen Zweigen, daß man sich auch darüber im Ausschuß verständigen muß. Es würde das für alle Be- theiliglen sogar ein sehr angenehmer Erfolg sein. Nachdem der Magistrat jahrelang zähe gekämpft hat, ist von weiteren VerHand- lungen nichts mehr zu erwarten. Die durch die Vorgänge der letzten Tage an den Tag gebrachten Mißstände in der poli- tischen Polizei können hier für uns nicht weiter in Frage kommen. Die politische Polizei wird abzuschaffen sein und weiter nichts. Diese ist überhaupt kein Zweig der Verwaltung, sondern ein Rest ahsoluter Einrich- tun gen, die daraus gerichtet sind, daS verfassungsmäßige Recht der Staatsbürger zu untergraben und zu beseitigen. Das wesentliche ist für uns, daß die Polizei, wahrgenommen von der Stadt, stets der Kontrolle der Oeffentlichkeit in der Stadtverordneten-Versammlung unterliegt. Tie Thäiigkett der politischen Polizei, namentlich auch die dichterische Tbätigkeit in gereimten und ungereimten Geschichten, ist ein Schandfleck auch für unsere städtische Verwaltung, den wir wegzuschaffen ver- suchen müssen. Die Stadt muh schwere Gelder bezahlen, um derartige Elemente wie Leckerl, Lützow, Tausch, und wie sie alle heißen, zu unterhalten(Heiterkeit). Wenn sich die Polizei zu allem gebrauchen läßt und zu allem gebraucht wird, kann sie stets sagen: Die? ist Stcherheits- polizei, hier ist die Sicherheit in Gefahr! Und wir würden niemals eine wirkliche Polizeibefugniß für die Stadt erlangen. Also auch aus diesem Grunde dürfen wir eine Scheidung von WohlfahrtS- und Sicherheitspolizei gar nicht aufkommen lassen. Nach der.Post" ist ja die politische Polizei doch immer noth- wendig, um den Kampf gegen die„roten Leute", die Sozial- demokraten zu führen. Meiner Meinung nach sind die Herren, die diese politische Polizei rcpräsentiren, waschecht; sie haben die stärkste Wäsche vor einigen Tagen erfahren, ohne bis jetzt genügend ausgebeizt zu sein.(Heiterkeit.) Nehmen Sie den Antrag auf Ausschußberathung an— im Interesse der Würde unv des Friedens der Stadt und im Interesse der Wahrheit— wer deren Unterminirer sind, haben Sie ja in den letzten Tagen gesehen— nehmen Sie ihn an von dem Gesichtspunkte des Kampfes gegen die schleichende Rotte der Reaktion und die hüpfenden Flöhe der Kamarilla.(Beifall.) Nachdem Stadtv. Cassel nochmals für Ausschußberathung eingetreten, wird seinem Antrage gemäß beschlossen. Die Umgestaltung des Systems der städtischen Realsteuern sollte, nachdem die Anfrechlerhaltung der Bauplatzsteuer in der bisherigen Form durch die Rechtsprechung des Ober- Verwaltungsgerichts zur Unmöglichkeit gemacht worden war. nach dem Magistratsvorschlag st, der Weise er- folgen, daß die B a u p l a tz st e u e r überhaupt auf- gehoben, die Umsatzsteuer vom Verkaufe von Bau- stellen von V» auf 1 pCt. des Werthes erhöht und diese Sieuer auch bei Zwangsversteigerungen eingezogen werden soll. Die übrigen neuen Vorschläge des Magistrats sind von weniger erheblicher Bedeutung. Der niedergesetzte Ausschuß hat all« anderweitigen Vorschläge(Erhebung einer Gruudwerth- Sieuer. Forterhebung der Bauplatz- Steuer für Baustellen, für welche Fluchtlinien erst nach dem 1. April 1895 festgestellt werden u. s. iu.) abgelehnt und einfach die Magistralsvorlage an- genommen. Stadtv. Singer: Bei der Stimmung der Mehrheit würden weitere Anträge aussichtslos sein. Ich muß bedauern, daß Aus- schnß und Versammlung den gegenwärtige» Zeitpunkt nicht be- nutzen wollen, um die nothweudige und nützliche Reform der Gemeinde- Besteuerung in Angriff zu nehmen. Die Erhöhung der Umsatzsteuer reich, nicht aus, das Bedürf- niß zu decken, welches die Bauplatzsteuer decken sollte. Ueber kurz oder lang werden wir also nach anderen Steuerobjekten suchen müssen, und dann wird sich der Geschmack auf Objekte lenken, welche viel weniger besteuerungswerth und besteuerungssähig sind als die Baustellen. Mehr wäre erreicht. wenn die Einführung einer Grundwerthsteuer von bebauten und unbebauten Grundstücken ins Auge gefaßt worden wäre. Die Schwierigkeiten einer solchen sind stark auf- gebauscht, ja übertrieben worden. Die Neuabschätzung ist die einzige Schwierigkeit. Hat man ihre Ergebnisse erst festgestellt, so ist die jährliche oder zweijährliche Revision viel leichter zu bewältigen. Der Magistrat scheint mehr die bureanmäßige Bequemlichkeit der Bearbeitung und die leichte Einziehbarkeit der Steuer im Auge gehabt zu haben, er hat den Vorschlag zurückgewiesen. Wir lassen hier wieder ein Steuerobjekt unbesteuert, welches seinen Werth erst durch die Leistungen der Gesammtheit erhält; es ist unrichtig, an diesem Objekt vorbeizugehen. Die Wertherhöhung liegt außerhalb der eigenen Arbeit der Grund- stücke und ihrer Besitzer; diese Objekte müßten von einer Steuer wie der Bauplatzsteuer getroffen werden und sollten jetzt von einer Gemeindegrundwerth-Steuer getroffen werden. Jetzt sollen sie nur beim Besitzwechsel eine Abgabe zahlen. Für diesen Vorzug spricht nicht das geringste. Die kleinen Besitzer, die ihre Grundstücke veräußern müssen, sollen jetzt auch die höhere Umsatz- steuer zahlen, während die Millionäre ihre Gruiidstü-te liegen lassen, keine Umsatzsteuer zu zahlen brauchen und die Stadt für den Werthzuwachs weiter arbeilen lassen. Darin liegt eine große Ungerechtigkeit. Ich werde daher gegen die Vorlage und den Ausschußantrag stimmen. Stadtv. Dr. Preuß theilt daS Bedauern des Vorredners. hält aber weitere Bemühungen für aussichtslos. Später werde sich freilich die Reform im Sinne der Grundwerthsteuer sicher auf- drängen. Um einen der vielen Streitpunkte der Bestimmungen be- züglich der Umsatzsteuer aus der Welt zu schaffen, schlägt Redner einen Zusatz zu§ 1 der Umsatzsteuer- Ordnung vor, wonach als unbebaute Grundstücke Liegenschaften auch dann gelten sollen, wenn sie bis zum Eintritt des Eigenthums- Wechsels als Hofräume, Lagerplätze, Gärten, Aecker oder zu vorwiegend ländlichen Wohnzwecken benutzt sind. Stadtrath Hirsekorn theilt mit, daß der Magistrat für den Fall der Annahme dieses Antrags(der sog. Breslauer Fassung) ihm zustimmen würde. Referent Stadtv. Justizrath Meyer hat gegen dies« neue Fassung erhebliche Bedenken. Der Magistratsvorschlag wird mit dem Antrage Preuß an- g e n o ni ni e n. Die Vorlagen betreffend den Austausch von Flächen des Spreeschleusen-Kanals und des städtischen Grundstücks am S p i t t e l m a r k t, sowie die Feststellung von Fluchtlinien für einen Fußgängerweg beziehungsweise für die Wallstraße, be- treffend den Erwerb der Grundstücke Wallstr.92 bis 98 und betreffend die Ertheilung der Ermächtigung zur freihändigen Veräußerung der Grundstücke am Spittelmarkt 4—7 werden einem Ausschuß überwiesen. Der Antrag Schwalbe wegen Errichtung öffentlicher Uhren in den äußeren Stadttheilen und wegen des weitere» Betriebes und der Regulirung der vorhandenen Urania- Uhren wird ebenfalls einem Ausschuß überwiesen. Schluß 8'/« Uhr. « Aufforstung der Rehbcrge. Die städtische Grundeigen- thuitts-Deputation ist der Aufforstung der Rehberge, die zum größten Theil städtisches Eigenlhum sind und seit Jahrhunderten brach liegen, dem Vernehmen nach näher getreten. Die Eigen- thümer der anliegenden Grundstücke haben ihre Einwilligung bereits gegeben. Sie leben der Hoffnung, daß durch die Auf- forstung die Klagen ihrer Miether über Belästigungen durch Ver- wehung des trockenen Sandes bei starkem Wind aushören werden. Uokales. Die Eisciibahnberivaltung am Ende ihreö Lateins. Wohl um den üblen Eindruck abzuschwächen, den die Nachricht, die Stadtbahn sei an der Grenze ihrer Leistiiugsfähigkeit an- gelangt, in der Bevölkerung gemacht hat, giebt der Präsident der Eiseuvahndirektion, Herr Kranold in der„National-Zeitung" seinen in der Sitzung des Bezirks-Eisenbahnraths gethanen Ausspruch in folgendem Wortlaut wieder: Bei Prüfung der Frage der Fahrpreisermäßigung komme neben der finanziellen vorzugsweise die betriebstechnische Seite in betracht. In dieser Beziehung müsse betont werden, daß an verkehrsreichen Tagen, namentlich an Sonn- und Fest- tagen, außerdem auch an Wochentagen zu bestimmten Tageszeiten, wie allgemein bekannt, die Stadtbahn nahezu an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sei; eine w e s e n t« liche Steigerung derselben sei nach Lage der Verhältnisse kaum noch möglich, und so müsse das Verlangen nach Einführung eines einstufigen Tarifs, welcher mit seinen Preisermäßigungen natur- gemäß ein weiteres Anwachsen desVerkehrs herbeiführen werde, mit besonderer Vorsicht geprüft werden. Bei dieser Sachlage könne es der Staatseisenbahn-Verwaltung nur erwünscht sein, wenn die Stadlbahn durch private Verkehrsmittel(Pferdebahnen, elektrische Bahnen K.) entlastet würde." So groß ist der Unterschied gegen die zuerst gebrachten Aus- führungen nun gerade nicht, und der Eindruck, daß dem Staats- kapitalismus in einer wichtigen Verkehrsfrage einfach die Puste ausgegangen ist, wird nicht zu verwischen sein. Gegen die bekannte» polizeilichen Berfrommnugs- Anordnungen wollen Gewerbetreibende, die vorgestern bei Buggenhagen versammelt waren, sowohl in einem Aufruf an die „gesammte Bürgerschaft" als auch in einer Petition an den Minister des Innern ankämpfen. Es scheint uns aber, daß diesen Herren weniger die Verfrommungs-Vorschriflen als die Sonntagsruhe überhaupt und das geringe Maß von Arbeiter- schütz, das sie bietet, ein Gräuel ist. DaS ist eben das schlimme au den Wirkungen der Verordnung vom Oktober d. I.. daß unter dem Unwillen, den sie in allen Kreisen der Bevölkerung hervorgerufen hat, sich Tendenzen in die Gegenagitation ein- schmuggeln lassen, die aus nichts anderes hinausgehen, als auf die nackte Ausbeutungswuth. Vom AuSweisungSbranch der Polizei. Im Anschluß an die Affäre v. Tausch ist in der Presse auch hervorgebobcu worden, daß die diskretionäre Polizeibefugniß zur Ausweisung „Fremder" oft zu den schlimmsten Mißständen führe» kann. Sjierzu wird uns folgendes Beispiel aus jüngner Zeit berichtet: n» russischer Uuterlhan namens Bernstein, der seil etwa 2S Jabren in Berlin lebt, betrieb hier seit längerer Zeit die Schankwirthschaft, er wurde aber sofort ausgewiesen, wen er in Donnerwetter! Die Amts- und Gemeindebiener der Vor. orte werden gleich den Gendarmen von Zeit zu Zeit im Gebrauch der Schuß waffen geübt. Eine derartige Schießübung fand, der Voff. 3tg." zufolge, gestern auf den Schießständen am und Sitte! " feinem Lokale das Glücksspiel geduldet haben sollte. Wenn diese jwährleistet werden müsse. Verschiebene Notare Haben aber bie Maßregel sich auch durch den Fehltritt Bernstein's rechtfertigen Ausstellung der verlangten Bescheinigung als nicht zu ihrer Buläßt, so ist sie doch gewiß hart. Nun hat aber auch seine Ehe- ständigkeit gehörig abgelehnt. frau, die von preußischen Eltern abstammt, in Preußen geboren Einen tödtlichen Ausgang hat ein Unfall genommen, iſt, ſeit ihrer Verheirathung vor 20 Jahren in Preußen lebt und von dem am 5. D. Mts. der 34 Jahre alte Fensterpuer Köpnicker Bahnhof statt. Auf zum Kampf für Ordnung, Religion drei ummündige Kinder zu ernähren hat, den Ausweifungsbefehl Datar Gruber aus der Weinstraße Nr. 31 betroffen wurde. zum 1. Januar t. J. erhalten. Die fräntliche Frau reklamirte. Der Arbeiter war im Auftrage der Glasreinigungs- Anstalt von Eine höchst seltsame Gemeindeftener, wie sie wohl in Sie machte geltend, daß Rußland, das Heimathland ihres Ehe Maussy in der Elisabethstraße um 1 Uhr nachmittags dabei, auf feinem zweiten Orte zu finden fein dürfte, soll mit dem neuen mannes, fie und ihre Kinder wegen ihres jüdischen Glaubens gar nicht aufnehmen würde, daß sie gegen ihren Mann, der dem Grundstück Fichtestraße Nr. 29 im ersten Stock des Seiten- Statsjahre in der Kreisstadt Beeskow eingeführt werden. Die gar nicht aufnehmen würde, daß sie gegen ihren Mann, der Deutschland bereits verlassen, die Ehescheidungsklage angestrengt flügels die Fenster zu puzen, fiel aus einer Höhe von 7 Metern dortige Stadtverordneten- Versammlung hat beschlossen, alle habe und ohne Kenntniß einer fremden Sprache mit ihren Kindern von der Leiter herab und blieb bewußtlos auf dem Hofe liegen. Veranden, die zur Sommerszeit von den Hausbesitzern vor ihren im Auslande elend zu grunde gehen müsse. Sie hat darauf die An einem Schädelbruch, den er erlitten hatte, ist er im Krankenhaus Säufern aufgestellt werden, mit- sechs Mark Steuer zu belegen, während ein weiterer Magistratsantrag, auch die Bänke, deren Antwort erhalten, daß es bei der Ausweisung zum 1. Januar am Urban gestorben. es etwa zehn giebt, mit je einer Mart zu besteuern, nicht die verbleiben müsse. Die verzweifelte Frau hat nun gestern im Zustimmung des Stadtverordneten- Kollegiums fand. Durch diese Ministerium des Innern ein Bittgesuch um Rücknahme des AusMaßnahme wird dem Stadtfäckel voraussichtlich eine Mehrweifungsbefehls übergeben und darum gebeten, daß sie als geeinnahme von, sage und schreibe, 24-30 m. aufließen. borene Preußin mit ihren in Preußen geborenen Kindern in Preußen belassen werde. = Mit dem Tode des Verunglückten hat jeßt ein Unfall geendet, der Ende Oktober in der Apostel Pauluskirche zu Schöneberg dem Heizer und Maschinisten Albin Schreiter aus der Oppelnerstr. 34 zugestoßen war. Der Mann hatte seine Stellung an der Kirche erst einen Tag versehen, als er vom wurde am Mittwoch Nachmittag in Spandau eine Beugin, die Unter dem Verdachte des wiffentlichen Meineides Ueber die Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 und erlitt er schwere Brandwunden, obwohl eine Reinmachefrau ihn des Schöffengerichts heraus in Untersuchungshaft abgeführt. Sie Kohlendunst betäubt wurde und auf den Ofen fant. Dabei bejahrte Arbeiterfrau Hoffmann, gleich aus dem Sizungssaal ihre Organisation sprach der Reichskommissar Geh. Regierungs- alsbald auffand und dafür sorgte, daß er aus seiner Lage befreit war, trotz dringender Vorhaltungen des Richters, bei ihrer eidlich rath Dr. Richter vorgestern Abend im Verein für deutsches wurde. Namentlich war das rechte Bein, das vor einem Feuer: abgegebenen Aussage geblieben, die von drei anderen Zeugen Kunstgewerbe. Die Ausstellung werde bei 108 Hektar Gesammt loch gelegen hatte, durch eine herausschlagende Flamme start widerlegt wurde. Als der Gerichtsdiener die Frau hinausführte, fläche-1889 waren es nur 96 Hektar 39 Heftar bedeckte och gelegen hatte, durch eine herausschlagende Flamme start abgegebenen Aussage geblieben, die von drei anderen Zeugen Räume gegen 26 Hettar der letzten Pariser Ausstellung umfaffen. mitgenommen. Schreiter ist jetzt im Elisabeth Krankenhause an jammerte sie über ihre Familie und besonders über ihre armen Zwanzig Gruppen habe man vorgesehen und jede Gruppe wird den Folgen der Verletzungen gestorben. Die Staatsanwaltschaft Kinder, die nun vergebens auf sie warteten. international fein. Dadurch sei einerseits wohl der Vortheil hat die Leiche beschlagnahmt. gegeben, die Leistungen der einzelnen Völker auf demselben Gebiete mit einander zu vergleichen, andererseits aber habe die einzelne Nation mit dem Nachtheil zu rechnen, daß ihr zur Ents faltung nicht Raum genug gewährt sein werde. 3war habe eine ganze Reihe von Staaten, wie Japan, China, die südamerika nifchen Republiken u. a. auf die Eingliederung verzichtet, sie werden am Seine- Ufer eigene Paläste erbauen. Dennoch werde Auf den Geleisen der Stadtbahn, zwischen dem Schlesischen Montag das Mißgeschick hatte, gelegentlich eines Gastspiels ant der Platz ein beschränkter sein, da ganz anders wie im Jahre Bahnhofe und der Jannowizbrücke wurde nachmittags die 20jährige Hamburger Stadttheater als" Medea" in der Schlußszene zu 1889 diesmal alle Staaten vertreten sein werden. Der Reichs- unverehelichte Elise Jäger bewußtlos und mit schweren stürzen und sich das Gesicht derart zu verletzen, daß die Künstlerin tommiffar empfahl dringend, von deutscher Seite weniger auf Berlegungen am Kopfe aufgefunden und in das Kranken- der Bühne einige Tage fern bleiben muß. massenhafte Betheiligung als auf sorgfältige Auswahl zu sehen. haus am Friedrichshain gebracht. Sie ist vermuthlich Im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater ist am Mittwährend der Fahrt aus einem Buge gefallen. woch Heinrich von Kleist's Prinz von Homburg" Die Berliner Universität wird im laufenden Winter Halbjahr von 5620 immatrikulirten Studenten, 400 mehr als Ein Vergeßlicher. Nach einer Anzeige vom September über die Bretter gegangen. Getrampelt wäre der richtigere voriges Jahr besucht. Im Sommer betrug die Bahl 4465, von sollten aus einem Trefor der Stahlkammer der Dresdner Bank Ausdruck, denn augenscheinlich bemühte sich die Regie, 22 Stück Gothaer Prämien- Pfandbriefe im Werthe von 6600. das patriotische Stück aus dem Anfang des Jahr denen beim Semeſterſchluß 3225 zurückblieben; neu hinzugekommen gestohlen worden sein. Diese Annahme erschien von vornherein hunderts zu einem patriotischen Stück in modernen Sinne find 2395. Die theologische Fakultät zählt 454 Studirende ( 346 Preußen), die juristische 1872( 1431), die medizinische 1313 unwahrscheinlich, da es bei den Einrichtungen der Bank aus- mit all seinem Tamtam und widerwärtigen Hurrahgebrülle um( 900), die philosophische 1981( 1835). Anßer den 5620 immatri- geschlossen erschien, daß ein Unbefugter in die Stahlkammer zupfuschen. Gewiß gaben sich die Künstler Mühe, das Produkt kulirten Studenten find noch 4270 zum Hören der Vorlesungen mehr herausgestellt hat, liegt thatsächlich ein Diebstahl nicht vor, spielen, aber leider hielt das Wollen mit dem Können nicht stand. tommen und dort einen Trefor bestehlen könne. Wie sich nun- der romantischen Periode im Sinne der modernen Realistit zu berechtigt, so daß die Gesammtzahl also 9890 beträgt. Auch die Zahl der hospitirenden Frauen ist eine verhältnißmäßig starke: vielmehr hat der Tresorinhaber die vermißten Papiere selbst Der Prinz war ein degenerirter Misepeterich, der Kurfürst ein 93 Gastzuhörerinnen sind in diesem Winter vom Rektor zu- herausgenommen und sie einige Monate zuvor einem Angehörigen preußischer Unteroffizier von moderner Bärbeißigkeit und der gelaffen worden, gegen 35 im vorigen Winter und 39 im letzten zur Rautionsleistung übergeben gehabt, was ihm vollständig aus eldmarschall Derflinger erinnerte in der That mehr an das Bild, das die Tradition sich allgemein von einem Schneider macht, als dem Gedächtniß gekommen war. an den berühmten Feldmarschall, zu dem er sich von der Scheere aus entwickelt haben soll. Recht gut waren einige Damenrollen befeßt, so die Natalie von Fräulein Schmidt und die Kurfürstin von Fräulein Doppel. Ein größeres Feuer, bei dem eine Anzahl Pferde in Gestaed fahr schwebte, brach gestern früh in einem Hofgebäude in der Kunft und Wissenschaft. Markusstr. 2 aus. Bis auf ein Pferd, das bereits erstickt war, fonnten sämmtliche Pferde gerettet werden. Das Gebäude selbst abend angesetzten Stückes„ Der lange Preuße" auf nächste Woche Im Schauspielhause mußte die Aufführung des für Sonnbrannte zum größten Theil nieder. verschoben werden, da die Hauptdarstellerin, Fräulein Poppe am Sommer. In der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb An den Folgen einer Verbrennung ist die 32 Jahre der Kaufleute, Handelsleute und Apotheker alte Bäckerfrau Laura Reddner aus der Anflamerstr. Nr. 5 gesiegte bei den am 9. Dezember stattgefundenen Delegirten- ftorben. Die Frau wollte am Dienstag Abend um 11 Uhr für wahlen die sozialdemokratische Rifte mit 543 Stimmen ihr kleines drei Monate altes Kind Milch warm machen. Dabei Dem Kammerfänger Paul Bulk sind dieser Tage bei über die Liste der Reaktionäre, auf welche 525 Stimmen entfielen. bekam sie einen Krampfanfall, an denen sie häufiger litt, und seinem Auftreten in Gelle polizeiliche Schwierigkeiten gemacht warf die Spiritusflasche un, so daß der Juhalt Feuer fing. Die worden. Ein Polizist verlangte von dem Künstler die VorZur Betheiligung an der am nächsten Sonnabend um brennende Flüssigkeit ergoß sich bei der Explosion der Lampe zeigung eines Kunfischeines", da der Landrath sich vergewissern 11 Uhr in dem Konferenzsaal der Kriminalpolizei statt über ihre Nachtkleidung und brannte sie ihr vollständig vom wolle, ob der Gänger auch wirklich leistungsfähig sei. Der Landfindenden Zusammenkunft von Vertretern der größeren preußischen Leibe herunter. Als Frau Reddner wieder zu sich fam, rath ist ein Herr v. Bardeleben. Polizeiverwaltungen, in welcher über die Einführung des war sie mit Brandwunden bedeckt. Sie erlitt ent Bertillon'schen Systems der Personen- Feststellung von Verbrechern setzliche Schmerzen, erhob sich aber trotzdem, zog sich frische Fran Eva Nansen, die Gattin des Polarfahrers, die sich durch Gliedmessungen unter Vorführung der hier bereits ge- Wäsche an und legte sich wieder ins Bett. Ihr Mann, der als tüchtige Sopranistin einen über Standinavien hinausgehenden troffenen Einrichtungen berathen werden soll, find bisher dreißig außerhalb des Hauses spät zu arbeiten hatte, fand sie bei der Ruf erworben hat, ist gegenwärtig nach längerer Pauſe wieder Anmeldungen preußischer und auch einiger nichtpreußischer Polizei: Heimtehr in einem jammervollen Zustande. Er holte gleich einen auf einer größeren Tournee durch Schweden und Finnland bebehörden eingegangen. Mit dem Messen kann man ja gleich bei Arzt, der die Verunglückte in das Lazarus Krankenhaus bringen griffen. Die Sängerin trat am 3. Dezember zuerst in Stockholm dem Herrn v. Tausch beginnen. ließ, aber gleich die Hoffnung, sie am Leben zu erhalten, auf auf, wo sie reichen und verdienten Beifall fand. gegeben hatte. Seine Befürchtungen sind denn auch wahr geworden. " Gerichts- Beitung. ,, Des Königs Brot". Die Volts- 3tg." schreibt:" Der Die Götterdämmerung" von Richard Wagner soll nächstens verstorbene Statiftiter Engel fagte eines Tages zu einem feiner in Rom aufgeführt werden. Schüler schwermüthig: Ich werde gehen!" Als dieser ihn er Unglücksfälle im Straßenverkehr. Am Ostbahnhofe ging betroffen. Der Künstler leidet an Verfolgungswahn; er ver Ein trauriges Geschick hat den Wiener Komiker Girardi schreckt ansah, fagte er:" Sie wollen mich fort haben; Sie Mittags das Pferd einer Droschte, deren Führer betrunken war, glauben gar nicht, mit was für groben Briefen man bombardirt und die Gewalt über das Thier verloren hatte, durch und brauchte seit Jahren täglich große Mengen Kokains. Als die wird". Und er ging. Als der Minifter Graf Frit Eulenburg veranlaßte einen Zusammenstoß mit einem Handwagen, Polizei anordnete, daß er nach einer Heilanstalt gebracht werden einmal zu ihm gesagt hatte: Sie haben fortschrittlich gewählt wobei das Pferd durch einen zerbrochenen Scheerbaum sollte, flüchtete Girardi in die Villa des Künstlerpaares Devrientund effen des Königs Brot", batte er trocken geant so schwer verlegt wurde, daß es nach der Zentral- Roßschlächterei Reinhold und weigert sich, seine Zufluchtsstätte zu verlassen. wortet:„ Ich dächte, ich effe mein Brot, welches ich mir redlich gebracht werden mußte. An der Ecke der Neuen Friedrich- Der von der Generalverwaltung der königlichen Museen verdiene". Man mag Refruten mit dem Berede von des und Kaiser Wilhelmstraße wurde nachmittags die 49 jährige, ver- herausgegebene Führer durch das Alte und Neue Muſeum" Rönigs Rock" kommen, aber man sollte es nicht für möglich ehelichte Bahnkünstler Marie v. Czarnowska, geb. Nau, durch den liegt nunmehr in zehnter Auflage vor, die entsprechend den Neuhalten, daß ein Minister einem gebildeten Manne gegenüber auf einem Zweirade sitzenden Mechaniker Paul Hoffmann an- erwerbungen und Veränderungen seit dem Jahre 1894, in welchem von des Königs Brot" spricht. gefahren, anscheinend jedoch nur leicht verlegt, so daß sie ihren die letzte Auflage erschien, berichtigt und ergänzt wurde. Von einem Einfaltspinsel nach dem Herzen der preußischen Weg fortseßen tonnte. Ob den Radfahrer die Schuld trifft, Junker erzählt die Kreuz- Zeitung" folgende Geschichte: Gin fonnte nicht festgestellt werden. Abends fiel Offiziersbursche sollte diefer Zage für seinen Herrn(!) einige fiebenzehnjährige Malerlehrling Max Doligkeit in der Eintrittskarten zur Tribüne des Reichstags holen und entledigte Gitschinerstraße gegen einen Wagen der elektrischen Straßenbahn, Aus dem Streit der Zimmerlente rührte die Anklage sich seines Auftrages in sinniger Weise derart, daß er Billets wurde zur Seite geschleudert und am Kopfe und an den Händen wegen Nöthigung, Bedrohung und Beleidigung her, wegen der zum Abgeordneten Landtags Theater" forderte." so schwer verletzt, daß er bewußtlos liegen blieb. Er wurde nach der Zimmermann Georg off gestern vor der vierten StrafDiese Anekdote erinnert an den mecklenburgischen Knecht, der dem Krankenhause am Urban gebracht. Der 39 Jahre alte tammer des Landgerichts I stand. Die Zimmerer waren Ende von seinem Gutsherrn zum Wählen geschickt wird, und den Stellmacher Karl Fürstenberg hatte den Verband einer älteren Stimmzettel, den ihm sein„ Herr" in die Hand gesteckt, mit der Wunde am linken Knie verloren, fiel infolge des starken BlutFrage abgiebt:„ Krieg ic oot Antwurd?" Die Sozialdemokratie verlustes an der Jannowihbrücke ohnmächtig hin und mußte forgt mit gutem Erfolg dafür, daß die politische Dummheit, in nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden. der die Landproletarier gefliffentlich von den Junkern erhalten Prügelei. Vor dem Haufe Potsdamerstr. 24 fand Mittwoch werden, der politischen und sozialen Erkenntniß weiche. Abend eine Schlägerei zwischen drei jungen Kaufleuten statt, Alte und neue Kasernen machen den Berliner Haus, wobei der 22 Jahre alte Kaufmann Martin T. am Kopfe schwer befizern schwere Sorgen: die alten, die beseitigt werden verlegt wurde. Er erhielt auf der Sanitätswache in der follen, möchten fie gern erhalten sehen, und neue, die geplant Stegligerstraße einen Verband. werden, hätten sie am liebsten jeder in seiner eigenen Nachbarschaft. Die gerüchtweise gemeldete Absicht, den Ererzierplay an der Schönhauser Allee zu parzelliven und als Bauland zu vertaufen, hat, wie schon mitgetheilt wurde, eine Petition der benach- Den Parteigenossen von Tempelhof und Mariendorf barten Hausbefizer um Erbauung, einer Raserne auf dem Exerzier platz bewirkt. Andererseits hat der Plan, die alten Rafernen am Oranienburger Thor und an der Alexandrinen- und Gitschiner ftraße aufzugeben, Beunruhigung in den Kreisen der in Frage tommenden Hausbesitzer hervorgerufen, weil von der etwaigen Parzellirung des frei werdenden Terrains für die benachbarten Stadtgegenben ein vermehrtes Wohnungsangebot zu befürchten sei. Die armen Hausbesizer! " Aus den Nachbarorten. die Mittheilung, daß die zum heutigen Freitag im Lokal von Graeste angekündigte Boltsversammlung umständehalber nicht stattfindet. Der Einberufer. Juni d. J. in den Ausstand getreten, um eine Herabminderung der Arbeitszeit von 10 Stunden auf 9 Stunden zu erzielen. Hoff gehörte zur Lohnkommission und hatte die Aufgabe, festzustellen, auf welchen Zimmerplägen die zehnstündige Arbeitszeit noch aufrecht erhalten wurde. Er ermittelte einen solchen in der Lands bergerstraße, dem Zimmermeister Schönebeck gehörig. Der Angeklagte stellte den Arbeitgeber zur Rede, erfuhr aber eine furze Abweisung. Hoff entfernte sich zwar vom Blaze, soll dabei aber den Schönebeck mit Schimpfworten belegt und sowohl gegen ihn wie gegen die noch arbeitenden Kollegen Drohungen" ausgestoßen haben. Als er des Abends noch mit einer Anzahl ausständiger Kollegen vor dem Ausgange des Zimmerplates stand, zogen einige der wagemuthigen Arbeitenden es vor, den Weg über den Zaun zu nehmen, um etwaigen Belästigungen" aus dem Wege zu gehen. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von drei Monaten, während der Vertheidiger, Rechtsanwalt erafeld, eine Geldstrafe für eine ausreichende Sühne hielt. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu einer Gesammtstrafe von fechs Wochen Gefängniß. Achtung, Rigdorf! Die Listen für die Hamburger afenarbeiter sind bei dem Vertrauensmann Rezerau, Hermannstr. 50, zu haben. Die Parteigenossen werden ersucht, Polizeiftunde stand vorgestern der Schankwirth B. Wegen Beamtenbestechung und Ueberschreitung der hiervon regen Gebrauch zu machen. Der Vertrauensmann. der ersten Straftammer des Landgerichts I. In der Nacht Die Traumbilder", welche zur Zeit im BaffageAbermals ist ein Briefträger überfahren worden. An zum 6. September b. J. erschien ein Schuhmann in dem Lokale Panoptikum vorgeführt werden, sollen demnächst photographirt ber Charlottenburger Brücke schwang sich der Hilfsbriefträger des Angeklagten und stellte feft, daß in dem Schantzimmer noch im Kunsthandel erscheinen. Peters aus Charlottenburg auf einen die Charlottenburger Gäste waren. Der Angeflagte erklärte dem Beamten, daß diese Taschendiebe machen sich zur Zeit den Weihnachtsverkehr Chauffee entlang fahrenden Motorwagen der Straßenbahn, fiel Perfonen einem Vereine angehörten, welcher bis elf Uhr in einem in der Leipziger, Friedrich- und Rosenthaler Straße zu nuße zurück und wurde überfahren. Schwer verletzt wurde der Be- Nebenzimmer seine Sigung abgehalten habe und von denen und halten sich vorwiegend an den Schaufenstern derjenigen bauernswerthe, der im 24. Lebensjahre steht und noch ledig ist, einige nach Schluß des Geschäfts für das allgemeine Publikum Bazare auf, wo die größten Menschenansammlungen stattfinden. nach dem Krankenhause geschafft. Dort wurden ein Beinbruch der besseren Luft wegen sich in das Schantzimmer begeben hätten. Der Kriminalpolizei ist es an den legten drei Abenden gelungen, und eine Quetschung der Beckengegend festgestellt. An der Der Beamte entfernte sich wieder, der Angeklagte lief ihm insgesammt fünf Taschendiebe auf der That festzunehmen. Unglücksftelle liegen die Geleise dicht an dem Geländer aber auf der Straße nach und bat ihn, von einer Darunter befand sich auch ein Rellner Garbatti, ein wegen der Brücke, so daß, wie von Zeugen des Vorfalls erzählt Anzeige Abstand zu nehmen, und dabei drückte er ihm ein Zweigleicher Berbrechen schon vielfach vorbestrafter Mensch. wird, ein Auf- und Abspringen an dieser Stelle äußerst gefährlich ift. Der Fernsprechverkehr mit Tenplis ift eröffnet worden. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt eine Mart. Die Ueberbrückung der Potsdamer- und Wannseebahn an zwei Punkten in Schöneberg, im Zuge der Stubenrauch- und Eine Erschwerung zur Erlangung der Berechtigung zum Saarstraße, scheint jest gesichert zu sein, da die Schönes Monumentenstraße und im Friedenauer Ortstheil im Zuge der einjährigen Dienst ist durch den gemeinschaftlichen Erlaß des berger Gemeindevertretung die Ausführung am 8. d. Mts. unter Ministers des Innern und des Kriegsministers vom 24. April der Voraussetzung einer Kreisbeihilfe mit großer Mehrheit be ds. Js. hervorgerufen worden. Der 19jährige Sohn des verfchloffen hat. storbenen Redakteurs Fr. suchte im vorigen Monat die beregte Berechtigung nach. Er legte seinem Gesuche unter anderem eine And dem Vorort Pankow ist der Fabrikant Bitthorn, polizeilich beglaubigte Bescheinigung feines Ontels bei, gegen den ein Verfahren wegen Betrugs und betrügerischen wonach dieser für die Unterhaltung des zukünftigen Einjährigen Bankrotts schwebt, verschwunden. Seine Ehefrau ist in Haft aufkommen zu wollen erklärte. Darauf ertheilte ihm die genommen. Die Kinder sind von der Ortsbehörde in Pflege gePrüfungs- Kommission den Bescheid, daß nach dem vorerwähnten geben worden. Bitthorn ist wegen seiner vorzüglichen FeuerwehrGrlaß die Sicherheit der übernommenen Verpflichtung seitens leitern in ganz Deutschland bekannt, er fertigte auch noch andere einer dritten Person durch notariellen oder gerichtlichen Att ge- Gegenstände für Feuerwehren. markstück in die Hand. Der Angeklagte gab diesen Thatbestand zu, er wollte aber ohne Ueberlegung gehandelt haben. Der Staatsanwalt beantragte wegen der Bestechung 150 m., wegen der Uebertretung 5 M. Geldstrafe. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Leop. habe, daß die im Schantzimmer betroffenen Personen thatsächlich eop. Meyer, führte aus, daß die Beweisaufnahme ergeben Vereinsmitglieder gewesen seien. Nach mehrfachen Ents auf derartige Gäfte feinen Bezug und der Angeklagte müsse scheidungen bes Kammergerichts habe die Polizeiftunde wegen der Uebertretung freigesprochen werden. Hatte der Angetlagte aber nicht gegen das Gefeh verstoßen, jo hatte er auch feine Veranlassung, den Beamten durch das Geldgeschenk zum Unterlassen einer dienstlichen Handlung bewegen zu wollen und es falle somit das wesentliche Merkmal der Bestechung. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten zwar wegen ber Uebertretung frei, verurtheilte ihn aber wegen der Bestechung zu der beantragten Strafe. Es genüge schon, wenn der Angeklagte glaubte, eine Anzeige wegen der vermeintlichen Uebertretung daß der von jener Seite geplante Streich gegen die Arbeiter mit erfahren, waren beibe Eheleute als brave Rämpfer im pros fürchten zu müssen und dieser Unannehmlichkeit durch das Geld- aller Entschiedenheit bekämpft werden müsse. Sodann äußerte letarischen Befreiungstkampfe bekannt; di Tragödie erregt unter gefchent vorbeugen zu können. sich die Versammlung zu dem Rongreß der lokalorganisirten den Parteigenoffen in Dresden allgemeines Bedauern. 01 Eine polizeiliche Siftirung unter erschwerenden Um Gewerkschaften. Tschöte berichtete, daß die Berliner Gewerk- petuniären Sorgen litt Frau Bergmann nicht. ftänden ging am 9. Oktober in der Dresdenerstraße vor sich. fchaften dieser Richtung den nach Barmen einberufenen Kongreß Der Dampfer„ Salier" von der südamerikanischen Linie Ein Schuhmann, dem sich später ein zweiter Beamter zugesellte, nicht befchicken werden, dagegen ist von Berlin aus für nächstes des Norddeutschen Lloyd in Bremen ist anscheinend untertransportirte einen widerspenstigen Arrestanten zur Wache und Jahr die Einberufung eines solchen Kongresses in Aussicht ge- gegangen. Es liegt über die vermuthete Katastrophe aus zwar in einer Weise, die dem am Donnerstag vor dem Schöffen- nommen. Bremen folgender Bericht vor:" Boesmann's Telegraphisches gericht erschienenen Angeklagten Krause als eine nicht humane Im Verein der Plätterinnen sprach am 8. Dezember Bureau" meldet: Die Agentur des„ Norddeutschen Lloyd" in erschien, weshalb er den Schuhmann zur Rede stellte Frau Rohrlack über die Ausbeutung der weiblichen Arbeits- Corunna hat soeben dem letteren mitgetheilt, daß dort die und ihn ersuchte, den Arrestanten nöthigenfalls mittels fraft in der modernen Industrie. Die Diskussion bewegte sich Befürchtung herrscht, daß der nach dem La Plata bestimmte, Droschte zu transportiren. Der Schuhmann habe ihn im Sinne des Referats. Sodann wurde bekannt gegeben, daß am 17. Se ember von Corunna nach Villa Garcia abnun, wie der Angeklagte angiebt, angeschrieen, er solle sich nicht in der Delegirtenfißung 100 M. für die Hamburger Hafen- gegangene Dampfer Salier" in einem schweren darum fümmern, und ihn ersucht, beim Transport des Sistirten arbeiter bewilligt wurden. An diejenigen, die Sammellisten für Ortan an der Küste verunglückt ist. Nähere Angaben behilflich zu sein. Im weiteren Verlauf des Wortwechsels hat ihn die Streifenden entnommen haben, wurde die Aufforderung ge- fehlen zur Zeit noch. Ein Dampfer ist von Villa Garcia abder Schußmann dann aufgefordert, sich zu entfernen und ihn schließlich richtet, recht schnell abzurechnen, da bei längerem Warten der gegangen, um die Küste abzusuchen. Außer der Mannschaft be= angezeigt, weil er durch Erregung ruhe störenden Lärms Erfolg der Sammlungen ausbleiben müsse. finden sich etwa 200 Passagiere an Bord des Dampfers. Der groben Unfug verübt habe. In der Verhandlung konnte der Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und" Nordd. Lloyd" hat wegen weiterer Nachrichten an seine Agentur jedoch nicht erwiesen werden, daß Krause durch seine Einmischung auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter( Filiale I) nochmals telegraphirt. ruhestörenden Lärm verursacht habe, dagegen wurde er auf An- hatte am 7. d. M. eine Versammlung anberaumt, in der Dr. trag des Amtsanwalts zu 3 Mart resp. einem Tag Haft ver- oë I einen interessanten naturwissenschaftlichen Vortrag hielt. urtheilt, weil er der Aufforderung des Beamten, sich zu entfernen, Die Versammlung bewilligte sodann 150 M. für die streifenden nicht Folge geleistet habe. Der Angeklagte macht zwar den Ein: Hafenarbeiter in Hamburg. wand, daß er dieser Aufforderung nicht sogleich folgen konnte, weil er sich innerhalb einer aus mehreren hundert Personen bestehenden Menschenmenge befand, und der Schugmann ihn gleich darauf aufforderte, den Arrestanten transportiren zu helfen, was er auch gethan habe. Das Gericht hielt sich aber an den Wortlaut des§ 117 St.-G.-B., welcher denjenigen mit Strafe bedroht, der der Aufforderung eines Sicherheitsbeamten nicht sofort Folge leistet. Ueber eine Brüsewißerei in Dresden berichtete der Vorwärts" schon früher, daß ein Gastwirth und Reservelieutenant Wolfentor in seiner Wirthschaft einen Schlosser Pfaff aus Eifer sucht erschossen habe. Nachdem W. einen Monat in Untersuchung war, wird er jetzt entlassen, weil die Anklage Körperverlegung mit tödtlichem Ausgang nur" annimmt und jede Kollusionsgefahr ausgeschlossen sei. Die standalösen Rohheiten, die in der Pfingstnacht dieses Jahres von Freiburger Korps studenten auf dem Feld= berge begangen worden sind, standen am 9. Dezember vor dem Schöffengericht in Neustadt im Schwarzwalde zur Aburtheilung. Die Anklage lautete zum theil auf Hausfriedensbruch, zum theil auf groben Unfug und rubeftörenden Lärm. Nachdem der Staatsanwalt gesagt hatte, daß die Angelegenheit sich nach den Zeugenaussagen harmloser darstelle als allgemein angenommen worden, fiel die Strafe außerordentlich milde aus. Das Schöffengericht verurtheilte die Angeklagten Helm und Averbeck zu je einer Woche Haft, Borgstede und Theophile zu je 50 Mart Geldstrafe. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Versammlungen. Der Fachverein der Klempner beschäftigte sich am 2. De zember mit den Maßnahmen des Verbandes der Metallindustriellen. Allgemein wurde der Meinung Ausdruck gegeben, Versammlung Genoffe Hansen über die Frauenbewegung. Weißenfee. Am 6. d. M. sprach hier in einer öffentlichen nach Schluß der Versammlung hatte man ein gemüthliches Beisammensein arrangirt. = In Batum am faspischen Meere brach Mittwoch Abend in der Petroleumraffinerie von Grammaticopulo ein großes Feuer aus, das auch die Raffinerien von Schahbazow und Schianz ergriff. Alle drei Werke find niedergebrannt. Das Feuer ist jetzt bewältigt. Witterungsübersicht vom 10. Dezember 1896. oft- Schule, Waldemarfir. 14: Natur- Erkenntniß( Antife und moderne Arbeiter- Bildungsschule. Freitag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: SüdNaturbetrachtung. Problem der Weltbildung im Alterthum. Griechische Stationen. Weisheit und biblische Ueberlieferung. Die Entthronung der Erde aus ihrer bevorzugten Stellung im Weltenall. Mechanistische Auffassung und experimentelle Forschung. Die Einreihung des Menschen in das Naturganze [ Lamart- Darwin]. Das Seelenproblem. Atomismus und Materialismus. Nord Schule, Grenzen der Natur- Erkenntniß.) Herr Dr. C. Joël. Brunnenstr. 25: Rede- Uebung( Die wichtigften technischen Grundfäße für die Swinemünde Kunst des öffentlichen Rebens. Lehre vom Aufbau eines Vortrages). Herr Hamburg Seinrich Schulz. Berlin schriftenmaterials, schon von 8 Uhr abends an geöffnet. Die Schulräume find zur Benutzung der Bibliothek und des reichen ZeitWiesbaden Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neu- München mann, Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu richten Wien. an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Menderungen Haparanda. im Vereinstalender sind zu richten an Otto Schulz, Rottbuser Damm 72. Petersburg Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Cort Alle Zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Aberdeen. Paris. Berliner Verein für volksverständliche Gesundheitspflege und Arminvallen, Kommandantenstr. 20, öffentlicher Vortrag des Herrn Dr. med. Naturheilkunde. Freitag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, in den eindtner über:" Was will die Naturheilmethode und was leistet fte"? Allgemeiner Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichshagen. Sonnabend, den 12. Dezember, abends 8½ Uhr, Versammlung im Waldbaus, Friedrichstr. 67. Bortrag des Genoffen Dr. Paul Bernstein:„ Die Entwickelung des Organismus bis zur Geburt." Gäste haben Zutritt." um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Dermilchkes. SSM stand in mm, Barometer reduzirt auf d. Meeressp. ORG Windrichtung Windstärke ( Stala 1-12) 2121311542 Wetter bedeckt bedeckt Regen bedeckt wolkig Nebel bedeckt Temperatur nach Celsius ( 5° G. 4° R.) 132221 762 • • 761 763 SSM 764 SW 766 • SW 765 Q 768 Still -G 765 D bedeckt <-10 750 Regen 10 758 bedeckt 7 765 • heiter 1 Wetter- Prognose für Freitag, den 11. Dezember 1896. Ziemlich warm, zeitweise heiter, vielfach wolkig mit leichten Regenfällen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. R. Richter. Die Berichtigung ist unverständlich. Aus Dresden berichteten wir gestern über eine Familien- 3000 S. 1. Leider giebt es eine weitere Instanz nicht. tragödie. Aus Schmerz über den Tod ihres Mannes hatte sich 2. Die Vergnügungssteuer muß in jeder Gemeinde, in der fie die Frau des Töpfers Bergmann mitsammt ihren drei Kindern eingeführt ist, bezahlt werden. Die Zahlung in einer Gemeinde durch Einathmung von Kohlenoxydgas getödtet. Wie wir heute befreit nicht von der Zahlung in anderen. 200. Nein. Deutscher Holzarbeiter- Verband. IF Heute, Freitag Abend, bei Cohn, Beuthstr. 20/21, Sitzung der Ortsverwaltung. Allgemeiner Verein der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands.( Filiale Berlin.) Sonntag, den 13. d. M., vormittags 10 Uhr, im Lokal Babiel, Rosenthalerstraße 57, Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom Vergnügen im Englischen Garten. 2. Ergänzungswahl des Filialvorstandes. 3. Verschiedenes. [ 195/9 Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 8 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahus Bestellung umsonst. Sonntag, den 13. Dezember cr., abends 6, Uhr, im Lokale eben, Bahnreinigen, Nervtödten bei des Herrn Gründel, Brunnenstr. 188: Vortrag des Herrn Dr. Borchardt über:" Unsere Kenntniss von der Sonne". Nach dem Vortrage: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Entree 10 Pfg. 4/10 Nach dem Vortrage haben nur noch Mitglieder Zutritt. Der Vorstand. Warnung. Guckel, Lausitzerplay 2, Elfafferftr. 12, Stegligerstr. 71, I. Brockhaus', Meyer's Lexikon, Brehm's Thierleben, Bücher und Bibliotheken jeder Wissenschaft beleiht u. tauft Antiquariat Rochstr. 56. Achtung! Achtung! Es ist uns zu Ohren gekommen, daß gegen untenstehende Raffe die gröbsten Berleumdungen und gehäffigſten Angriffe betreffs ihrer Geschäftspraxis Englischer Garten, geschleudert werden, des Inhalts, daß die" Concordia" ihren Verpflichtungen gegen ihre zahlreichen Mitglieder nicht nachkomme und überhaupt kein reelles Unternehmen sein soll. Freie Vereinigung d. Banarbeiter Berlins. wir nummer gegen die Werbreiter derartiger Sonntag, den 13. d. M., nachmittags 21, Uhr, im Lofale des Herrn Wilke, Andreasstr. 26, Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen! Verband Deutscher Zimmerlente. ( Zahlstelle Berlin.) Alle diese Angaben erklären wir für böswillige Erfindung und werden wir nunmehr gegen die Verbreiter derartiger Gerüchte unnachfichtlich strafrechtlich vorgehen. Mit der Versicherung, daß für keines unserer Mitglieder, tros der fort. Alexanderstr. 27c. Besonderer Umstände halber ist der Parterre Saal am 1. und 9. Januar 1897 zu Bersammlungen und Tanz frei. 3. 30 u. 50 Perf. find Vereinszimmer b. Grab gesetzten Anfeindung und Verfolgung, irgendwie Anlaß zur Besorgniß vor- funderstr. 34. liegt, zeichnen wir Concordia, Allgemeine Kranken- Zuschußkaffe, gez. Böhlert und Kaiser, 81/8 Benno Stabernack's Vereinshaus, Sonntag, den 13. d. M., vorm. 10 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Versammlung. Zages Ordnung: V 1. Bortrag des Genoffen Millarg über: Das Hochftaplerivesen im Baugewerbe". 2. Diskussiou. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 254/4 Der Vorstand. Schäftebranche! ( Verein deutscher Schuhmacher.) Inselstrasse 10( früher Scheffer's Salon). 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Vorläufig können wir der lichen und Kleinbesitz; vielleicht fürchtet man, daß durch bisherigen Entwickelung ruhig ihren Gang lassen. Es kommt diesen Unterricht der Zug nach den Städten bei diesen Dingen viel auf örtliche Bedürfnisse an, die man noch mehr gefördert wird.( Sehr richtig! rechts.) in erster Linie berücksichtigen muß. Wie sollten denn Abg. Dr. Glattfelter( 3.): Für den Besuch der ländlichen auch die Innungsschulen bei einheitlicher gefeßlicher Fortbildungsschulen scheint ein Zwang nicht erforderlich; am Regelung behandelt werden? Für die staatlich unter besten wird hier immer das Beispiel des einzelnen wirken. Für stüßten Schulen besteht ein einheitlicher Plan über die an faufmännische Schulen ist der zwangsweise Besuch zulässig; aber Es folgt der Antrag v. Schenckendorff( natl.): Die solche Anstalten zu stellenden Anforderungen, die auf Wunsch auch hier sollte man mit dem 3wange vorsichtig sein. Wo aber Regierung wolle dem gewerblichen, landwirthschaft- dem hohen Hause zur Verfügung stehen, außerdem sollen dem zwangsweiser Schulbesuch angeordnet wird, da sollte man auch lichen, aufmännischen und weiblichen Fort- Hause noch vor Beginn der Kommissionsberathungen die auf die für Religionsunterricht in diefen Schulen bildungs Schulwesen fünftig eine höhere Beachtung, Sache bezüglichen Materialien zugehen. sorgen, der für die Bildung des Charakters so wichtig ist. insbesondere durch vermehrte Staatsmittel, zuwenden. Abg. Wallbrecht( natl.) schildert an Einzelfällen, wie Bei weiblichen Fortbildungsschulen halten wir In der Begründung seines Antrages bezeichnet der Antrag schwer es den Gemeinden gemacht wird, ihre Fortbildungs- den 3wang für durchaus entbehrlich. In feinem fteller die Lage des Fortbildungs- Schulwesens in Preußen als schulen zu erhalten. Falle soll der Staat die Privatthätigkeit und die Thätigkeit der wenig erfreulich; bei einer großen Anzahl der Schulen zeige sich Abg. v. Czarlinski( Pole) wünscht größere Bewegungs Gemeinden auf diesem Gebiete verdrängen. ein bedenklicher Stillstand, bei anderen ein deutlicher Rückfreiheit für die Schulanstalten; es könne nicht alles von oben Abg. v. Tzschoppe( ft.) wünscht, daß der Finanzminister seine gang und nur bei wenigen ein Fortschritt. Unter den euro- herab nach der Schablone geregelt werden. Diese Schablo- Hand besonders aufthue zu gunsten der ländlichen Schulen, denn päischen Staaten stehe Preußen mit seinem Fortbildungs Schul- nisirung habe auch die Entwickelung der Fortbildungsschulen an den fehlenden Mitteln liege es, daß diese Schulen nicht gewefen erst an 18. Stelle. Und doch sei die wirthschaftliche und namentlich in Posen und Westpreußen gehemmt, wo die Fort- deihen. Der Unterricht in diesen Schulen muß auf die Wintersoziale Bedeutung dieser Schulen nicht zu verkennen; durch sie bildungsschulen nichts weiter find als Fortsetzungen der Volks- monate beschränkt werden, wenn die Schulen nicht sofort kann die ländliche Bevölkerung auf dem Lande gehalten und von schule. Nöthig ist für diese Schulen der heimathliche Sprach durch den Widerstand der Bevölkerung in Frage gestellt werden 1991 den Städten ferngehalten werden; die Erwerbsfähigkeit der unterricht. Brauchen Sie Gold, so nehmen Sie den sollen. Die Fortbildungsschulen werden sich als Mädchen kann gefördert und die sittliche Erziehung, zu der in Fonds, der zur Bekämpfung des Polenthums eine wirksame konkurrenz der Sozialdemo der Volksschule der Grund gelegt ist, kann gehoben werden, was in den Gta teingestellt ist; wir werden dafür fratie erweisen. Die Wirkung der Schulen darf sich auf in heutiger Zeit, wo ein gewaltiger Gährungsprozeß sich voll- stimmen. einen einseitigen Fachunterricht nicht beschränken, namentlich zieht, von besonderer Wichtigkeit ist. Zu den Verhältnissen Minister Dr. Miquel: Nach den in Hannover gemachten muß sie alle jungen Leute vom 14.- 20. Lebensjahre umfassen, da der vergangenen Zeit wird wohl niemand mehr zurückkehren Erfahrungen ist anzunehmen, daß die Wirkungen der obligato- diese Zeit die wichtigste für die fittliche Entwickelung des jungen wollen, aber die Nothwendigkeit, unsere jungen Leute von den rischen Schulen teine günstigere sein werden. Es empfiehlt sich Mannes ist.( Sehr richtig! rechts.) Gefahren der Verführung fern zu halten, wird niemand be- daher, zunächst die fakultativen Anstalten beizubehalten. Ein Minifter Miquel: Die Wünsche des Vorredners find beVäter erlernen. Die all- schaft in die ländlichen Fortbildungsschulen bringen, verleiden Sie M zweifeln können. Wohin diese Gefahren führen, haben wir an dehler ist der Söhne der Handwerker so denklich. Wenn Sie Geschichte, Naturwissenschaft, Staatswissen. dem erschreckenden Falle jugendlicher Verkommenheit, an der Er- selten das Handwerk mordung des Justizrath Lewy gesehen. In der gemeine Fortbildung ist weniger wichtig, den jungen Leuten die Luft oder Sie bringen Ihnen einige ober Kriminalstatistit schwillt die Zahl der jugendlichen als die spezielle Fachbildung.( Sehr richtig!) flächliche Phrasen bei, die zu nichts nügen. Was die jungen Verbrecher unheimlich an. Unsere Verhältnisse drängen mit Die Aufwendung reichlicher Staatsmittel bringt Leute lernen, sollen sie gründlich lernen, sonst wird ihnen das Nothwendigkeit zur obligatorischen Fortbildungs- die Gefahr der Verstaatlichung auch dieser Lernen zur Last, nicht zur Lust. Ich sage Ihnen das nicht blos schule, trotz aller Bedenken, die man dagegen haben mag. Der Schulen mit fich; sich;( Sehr richtig!) das wäre b wäre bei als Finanzminister( Heiterkeit), sondern auch als Freund eines Finanzminister fann sicher sein, daß das für diese Zwecke ange- diefen Schulen bedenklich, wo es darauf ankommt, gerade guten Fortbildungsunterrichts.( Bravo!) legte Geld fruchtbringend sein wird, es dient wichtigen Kultur- den örtlichen Bedürfnissen zu dienen. Die Bürger müssen Abg. Krawinkel( natl.) empfiehlt den Antrag v. Schenckenaufgaben. Redner empfiehlt die Vorberathung seines Antrages ein lebendiges Interesse an diesen Schulen haben. Mit dem dorff. durch eine besondere Bierzehner- Rommission. Gelde allein können die Schulen nicht gefördert werden; sie Abg. Euler( 3.) betont die Nothwendigkeit einer Abg. v. Kölichen( t.): Meine Freunde theilen ganz die müssen die nöthigen Uebergangsstadien aber durchmachen und Organisation des Handwerks; dann würden gute Meinung, die der Antragsteller von dem Fortbildungs- dabei läßt sich mit Geld nicht viel thun. Für neue Anregungen, auch die Söhne das Handwerk der Väter Schulwesen hat; aber wir haben doch mehrere formale Bedenken die wir in der Kommission erhalten könnten, würden wir sehr wieder erlernen. So, wie sie dem Handwerk nützlich sind, gegen den Antrag. Nicht anerkennen tönnen wir, daß dankbar sein.( Beifall.) können unsere Fortbildungsschulen heute garnicht organisirt Die Regierung die Angelegenheit vernach- Abg. Stuebel( natl.) iſt erfreut über die allseitig beifällige lässigt habe; zumal wir der Meinung sind, daß bei den Aufnahme, die der Antrag v. Schenckendorff gefunden. In der stetig gesteigerten Bedürfnissen des Staats auf die Finanz- Frage des obligatorischen Besuchs der Fortbildungsschulen stimmt lage auch hier Rücksicht genommen werden muß. Redner mit dem Handelsminister überein; wir werden die Dinge Minister Brefeldt: Es kann sich nur fragen, in welcher sich noch entwickeln lassen müssen. Die Zahl der ländlichen Weise die Förderung der Fortbildungsschulen erfolgen soll? Fortbildungsschulen ist noch betrübend gering. Den Gemeinden und Jnnungen ist in ihrer Thätigkeit Regierungskommissar Geh. Rath Müller: In der Unter feine Schraute gezogen. Wo staatliche Unterstützung verlangt wird, richts- Verwaltung ist man bemüht, dem Fortbildungs- Unterricht muß natürlich das Bedürfniß geprüft werden. Die Frageleinen mehr fachlichen Charakter zu geben. Auf dem Lande Wochentags bis 10 Uhr abends geöffnet! Sonntag bis 9 Uhr abends geöffnet! werden, weil das organisirte Handwerk fehlt, das diese Schulen leiten könnte. Damit schließt die Besprechung. Nach einem Schlußwort des Antragstellers geht der Antrag an eine besondere Kommission von 14 Mitgliedern. Nächste Sigung Sonnabend 12 Uhr. Zweite Lesung des Schiffszeichen Vertrages mit Holland und Antrag Weyers bus ch betr. Aenderung des Kommunalabgaben- Gesetzes. Schluß 3/4 Uhr. Potsdamerstr. 106a, Ecke Steglitzerstrasse Eröffnung der 1. Filiale. foto Morgen, Sonnabend, den 12. d. 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Sonnabend, nachm. 4 Uhr: KinderBorstellung zu kleinen Preisen: Der Rattenfänger von Hameln. Märchenspiel in 7 Bildern von Dr. Gustav Braun. Sonntag, nachm. 3 Uhr: KlassiterBorstellung zu Abonnements-( kleinen) Preisen. Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Atten von Schiller. Alexanderplatz- Theater. Zum 6. Male: Sein Verhältniß. Pikante Novität. Berliner Sittenbild in 8 Bildern von K. Pohle. Anfang 8 Uhr. Bons, auch die zu anderen Stücken ausgegebenen, behalten ihre Giltigkeit. Morgen und die folgenden Tage: Sein Verhältnik. Sonntag, nachm. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung zu tleinen Preisen: Nansen's Reise nach dem Nordpol. Ausstattungsstück in 4 Atten u. 7 Bildern von Hugo Busse. Musik: Alb. Wicher. Central- Theater. Alte Jakobsir. 30. Direttion: Richard Schultz. Emil Thomas a. G. Zum 82. Male: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von M. Mannstädt und J. Freund. Musit von J. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. 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