ittM ZW»-. 13. lüde i» Sonntag» den 18. Januar 1888. 5. Jahrg. Rctfctö leränd...-� »es Land««' mit*»J rlsaß-LoM ifl ertbolt, undcsanw� und von lt dem vom w z Ken cisung beilunc. !n an dik i eim ere Am n Ä 'ständigen Stelle i-lothri rlichc Em erlimWdsdkIl. Brgan für die Interessen der Arbeiter. ?ev heutigen Nummer liegt für«ufere Abonnenten 6 de»„Konutugs-Klatt" bei. Allertei Mucher. nationalen e.-D Frage' s Amtsil lern an der Polr 7m?A erfahren eing' bends. : Eine Bnndesr« Seitens des„Vereins für Sozialpolitik" ist in einer an ), Franlre Jen Reichstag gerichteten Petition eine Verbesserung lgarn, P0l>des Wuchergesetzes angeregt worden. Danachsollen nationalen! hie Strafbestimmungen dieses Gesetzes„auf alle belastende t�-�- Verträge" ausgedehnt werden. Man hofft hiermit Haupt- '-"»ne v den V r e h- und W a a r e n ,v u ch e r zu treffen. Wir theilen nun nicht die besonders in konservativen Kreisen herrschende Ansicht, daß cS möglich sei, mit Straf- gcsetz en den Wucher einzuschränken. Dieses ist, genau so wie alle anderen Arten von Verbrechen gegen das Eigen- thum: Diebstahl, Betrug, Unterschlagung it., untrennbar mit den herrschenden wirthschaftlich- sozialen Verhältniffen Verbunden. Vach unserer Ueberzeugung hat das nunmehr »ahezu acht Jahre bestehende Wuchergesetz dem Wucher selbst— speziell dem Geldwucher,— gar keinen Ab- brück gethan, vielmehr lediglich veranlaßt, daß die Wucherer vorsichtiger und ihre Ansprüche . v/t>,5, �"verschämter geworden sind. In diesem Punkt un!» L-flidg Buckle völlig Recht, wenn er sagt, daß sich sehr leicht ' Mittel und Wege finden, das Wuchergesetz zu umgehen und dazu bemerkt:„Da diejenigen immer eine gewiffe Gefahr laufen, die dem Gesetze ungehorsam werden, so wird der Wucherer natürlich sein Geld nicht ausleihen wollen, wenn er nicht für die Gefahr entschädigt wird, die ihm durch das Gesetz vroht. Diese Entschädigung kann nur der gewähren, der von ihm borgt, und muß so in Wahrheit einen doppelten Zins zahlen, einen für die natür- liche Gefahr des Anlehens, und den andern für die Gefahr, die durch das Gesetz hinzu kommt."— Zu übersehen ist nicht, daß daS bestehende Gesetz die Strafbarkeit nicht an den Nachweis des Wuchers an und für sich, sondern an die Loraussetzung einer„Ausbeutung der Nothlage, des Leicht- voll llen, lnl wung Ol o daß dcl UNd tionelb em P wurdel atte für Der IT in Soi d-Ilti« ma b«i»utV itt »erechtiah i Wo«« kordnung orten. � i leider» selbst m». ici dem vranuin«? stnnS oder der Unerfahrenheit" knüpft. nrhtiimä' cm..... r c r Wenn wir nun aber auch der Ueberzeugung sind, daß der Zweck eines Wuchcrgesetzes mit demselben nicht erreicht werden kann, so halten wir ein solches gleichwohl nicht für überflüssig. Wir erachten Strafgesetze gegen den Wucher vielmehr vom moralischen und j u r i d i- .dent txt'' ). Januar� Ruch Diebstahl �können z Fialen Elends, sachc. �. st Diebstahl und Betrug, welche so oft unter dem Zwange iDer . empört sich das Rechtsgefühl gegen Wucher. s ch e n Standpunkte aus betrachtet als eine Nothwendigkeit Auch Diebstahl und Betrug sind nothwendige Folgen des und dennoch werden sie bestraft, um dem esetz Gcnugthuung zu leisten. Viel mehr aber als gegen i hrf« Diebstahl und Betrug, welche so oft lcf,t Roth ausgeübt werden."' iaud«-� aar 1888. J leaumur. i-RA n taglu» Jeuill'eton. Recht,-ortqaUm.) Der Erve. Roman von Friedrich Gerstäcker. [11 < Nachdruck verboten.» Abzug l -87, W Aeufchat« Der zweite Sohn, ein derber, mächtiger Junge, wurde ebenfalls Schloffer, und der dritte, da er mehr Neigung zu I« rbeiten verrieth, kam zu einem Tischler in die Lehre. dem Studiren, wie eS die Frau immer gehofft, war eS »lso nichts, und die Knaben befanden sich auch alle drei bei b«n gewählten Beruf vortrefflich. „Sag' einmal, Alte," begann der Meister, während er «it seiner Frau, den Gesellen und einem Lehrling am Ksth saß und eben eine etwas heiße Kartoffel schälte— Fritz war gleichfalls herüber gekommen, hatte aber schon Greffen und sich nur ein Glas Bier eingeschenkt, was es �«üben nicht gab—„kennst Du den Staatsanwalt Witte «der sein?»nmif;« )ammwi 25-60 Stück, 10 M-,> WW Ör,ln$."k® �ne Familie näher? »«liick vni�»Näher?" sagte die Frau kopfschüttelnd.„Woher soll tagllw nch die Leute näher kennen V Die Kinder haben früher oft ikkieisck««"lltsammen gespielt: ich bin aber nie zu ihnen in'S Haus W �»�mmen. Weshaib denn?" „Oh, ich meinte nur," sagte der Meister, während Fritz, nhne jede scheinbare Veranlaffung ordentlich roth wurde rwd fast wie verlegen aussah.„Aber wie ich heute drüben war, denn er ließ mich eines SchlüffelS zu seinem Schreib- wegen rufen, ftagte er mich so angelegentlich nach -u* vzm—- Allen, und wie viel Kinder wir hätten, und ob eS If ot SA Zungen» oder Mädchens wären, und ob un» keinS ge- Übt Forben sei, und wie lange wir verheiratet seien, kurz, jJ.Z°«senderlei, wa» ihm doch eigentlich verwünscht glcichgiltig -veiselaflA'»«u könnte." lilo.»Zch kenne die Leute, Vater," sagte jetzt Fritz, indem j— 18, � � tugleick daS Bier an die Lippen hob;„ich komme manch- .Str. 1 wal hinüber, wenn wir etwas für den Staatsanwalt zu nzia �»thum haben." -4 60- Gänse C 5� 50, II» Was aber ist denn„Wucher"? Das Gesetz mit seinen Strafbestimmungen erschöpft den Begriff dieses Wortes bei weitem nicht. Denn unter„Wucher" ist zu verstehen jede AusbeutungderNoth. Es giebt verschiedene Arten des allerschlimmsten, ver- derblichsten Wuchers, die nicht nur sicher vor jeder Bestrafung sind, sondern als nothwendige und ganz„rechtliche" Funk- tionen erachtet werden. Da sind zunächst die meistens dem Militarismus dte- nenden Staatsanlehen. Wenn der Staat in seiner finanziellen Bedrängniß bei den Rothschild's, Bleichröder zc. Anlehen aufnimmt, so unterwirft er sich damit thatsächlich auch einem Wucher; daS Volk aber hat, besonders in Form von drückenden indirekten Steuern, die Wucher- zinsen zu zahlen. Eine andere Art von Wucher ist die unter dem Zwange der wirthschaftlich-sozialen Nothlage bis zum äußersten ge- übte Ausnutzung der Arbeitskraft. Die Hm- gäbe der Arbeitskraft gegen einen Lohn, welcher nur einen Bruchtheil des Arbeitsertrages darstellt, heißt auch Wucherzinsen leisten— und zwar ganz speziell im Sinne der herrschenden Wirthschaftsschule, welche uns lehrt, daß die Arbeit eine„Waare" ist. Beständig ist der Kapitalismus bestrebt, den„Preis dieser Waare" herunter- zudrücken, spekulirend auf die Nothlage der Arbeiter, die veranlaßt, daß dieselben ihre Arbeitskraft„um jeden Preis" verkaufen. Gehen wir zu einer dritten Art gemeingefährlichen Wuchers über. Die Entwickelung unserer sozialen und wirthschastlichen Verhältnisse hat es mit sich gebracht, daß gerade die dringend st en Lebensbedürfnisse, als Gegenstände des größten Konsums, Objekte der rücksichtslosesten wucherischen Spekulation sind. Zu den dringendsten Lebensbedürfnissen gehört in erster Linie die Wohn» na. Auch sie ist, be- sonders in den vom Zuzuge großer Menschenmassen bezw. von starker Bevölkerungszunahme betroffenen Großstädten, ein Spekulationsobjekt. Ueberall blüht, resultirend aus der Wohnungsnoth, der Häuser- und Baustellen» s ch a ch e r, von dem Statistiker und Volkswirth Geheim- rath Dr. Engel bezeichnend als„d i e verderblichste und verdammlichste Konsequenz des mono- polistischen Charakters des Grundeigen- t h u m S" spricht. Der Grund und Boden, im Besitz Weniger, eignet sich San* vorzüglich zum schandbarsten Wucher, weil er nur in e sch r ä n k t er Menge vorhanden ist, während das Be- dürfniß Vieler und die Nachftage namentlich nach der Nützung desselben eine unbeschränkte, stets steigende ist. Daraus erklärt sich, daß die Besitzer großstädtische Bau- stellen diese unerhört im Preise steigern können, und daß „Du kommst hinüber?" sagte der Vater erstaunt. „Wozu?" „Nun, wenn irgend eine gemachte Arbeit abgeliefert wird." „Na, das hat bei Euch der Werkführer zu thun? Bei unS thut'S der Junge." „Oh," meinte Fritz, doch jetzt etwas verlegen,„wenn einmal irgend etwas sehr Zerbrechliches vorkommt, waS man dem Jungen nicht gut anvertrauen kann. Er ist gar zu zerstreut." „So?" sagte der Vater und nickte still lächelnd vor sich hin;„ei, wte besorgt der Fritz ist. Das junge, hübsche Mädchen drüben hast Du wohl noch gar nicht einmal ge- sehen?" „Oh doch, Vater," sagte Fritz rasch, und der Alte lachte. „Ja, kann ich mir denken; aber da laß die Finger von, mein Junge. Das ist nichts für Unsereinen, und ein ehrlicher Handwerker soll sich auch nicht einmal der Gefahr aussetzen, von dem vornehmen Volk abgewiesen zu werden." „Aber wie Du nur gleich wieder bist, Vater," sagte die Frau;„Fritz ist ein ganz schmucker Bursche, und wer weiß denn, ob sich der Herr Staatsanwalt nicht gerade deshalb so genau bei Dir nach unS erkundigt hat. Lieber Gott, er ist doch auch kein Prinz und sie keine Prin- Zessin." „Ne, Alte, da hast Du Recht," sagte der Schloffer; „aber Gleich und Gleich gesellt sich doch immer besser, und ich denke, der Alte hat sich da auch schon sein Part aus- gesucht— oder vielmehr das junge Blut selber. Wie ich gerade hinüber ging und anklopfen wollte, kam ein Herr Lieutenant, der junge Baron Wendelsheim, aus der Stube, wo er den Damen jedenfalls einen Besuch gemacht hatte, denn der Staatsanwalt war in seinem Bureau; und wie er AdjeS sagte, küßte er der Mamsell nicht allein auf daS Zärtlichste die Hanv, sondern sie wurde dabei auch über und über roth und dachte gar nicht daran, sie wieder fort- dieser hohe Preis zu einer Ursache der Vertheuerung der Gebäude und Wohnungen wird. Dieser Werthzuwachs des Grund und Bodens und da- mit der Gebäude und Wohnungen fällt den Spekulanten ohne die geringste Arbeit in den Schooß. Aus der Sucht, an solch mühelosem Erwerb theilzunehmen, ent- steht das Jagen nach Grundstücken; ein professioneller Bau- stellenwucher bildet sich au», der in seinen korrumpirende« Wirkungen die Geld- und Kornjobberei weit übertrifft. Häufig sind esAktiengesellschasten, die den Baustellen- und Häuser- wucher en gros betreiben. Die Profite, welche derartige Gesellschaften und einzelne Spekulanten zu Zeiten— fo Anfangs der sicbenziger Jahre hier in Berlin— schon ge- macht haben, sind von kaum glaublicher Höhe. Die„Bei» liner Bauvereinsbank" z. B. erwarb im Jahre 1872 Areal die Ouadratruthe zu 420 M.; wenige Wochen später ver- kaufte sie dieselbe zu 1026 M., also mit einem Profit von 606 M. Der Berliner„Thiergarten-Verein" verdiente in den ersten vier Monaten seiner Gründung nahezu eine Million. Der Bauverein„Königstadt" erivarb die Quadrat- ruthe Baugrund mit 240 M. und verkaufte sie mit 792 M. Ein einziger Spekulant, der es verstand, die Ländereien Lichterfelde's zu erwerben und nach allen Regeln der Kunst „auszuschlachten", erzielte daraus einen Reingewinn von mehreren Millionen. Solcherweise gestalten diejenigen, die den Baugrund- und Häuserwucher betreiben das private Grundeigenthum zu einer Hauptquelle der Volksbewucherung und des arbeitS- losen Erwerbes; ihr System ist unendlich viel drückender, als die schwerste Staatsabgabe. In engster Beziehung zu dem Boden- und Häuser- schacher steht die Steigerung der Miethspreise und die Mietbstyrannei. Fortwährend wird der „kleine Mann", der froh sein muß, ein Unterkommen zu finden und der so wie so schon durch die wirthschaftlich- soziale Misere hart genug bedrückt ist, durch willkürliche Steigerung de» Miethspreises seitens der„Hausherrn" aufs schwerste in seiner Existenz gefährdet. In der Monopol- wirthschaft des gewerbsmäßigen Hausbesitzer- und WohnungS- vermietherthums hat sich ein Feudalismus herausgebildet, der die M i e t h s t y r a n n e i mit sich bringt, von welcher Engel sagt: daß Hausherr und Äiether in dem Verhält- niß von H e r r n und H ö r i g e n zu einander stehen und daß dieses Verhältniß einen neuen K l a s s e n h a ß aus- bilde. Dieses schandbare Wucherunwesen zu beseitigen oder auch nur einzuschränken haben Staat und Gesetzgebung allem Mahnen zum Trotz leider noch nicht das Geringste gethan. Ja, wir sehen, wie am Baugrundwucher sich" sehr viele Gemeindebehörden betheiligen. Vergessen wir auch nicht denJnteressenschacher, zuziehen, bis ich ihnen wohl ein bischen in die Quere und nicht besonder» gelegen kam." „Der junge Herr Baron von Wendelsheim?" sagte die Frau, und ihr Blick flog wie forschend nach Fritz hinüber? „Na, der Alte küßt keinem hübschen jungen Mädchen mehr die Hand," lachte der Schlossermeister,„oder sie würden sich wenigstens nicht besonders viel voraus machen. Es war der zierige Lieutenant, der immer den— Rücken so dreht, wenn er geht, wie ein kokettes Frauenzimmer— wir haben so ein eigenes Sprüchwort dafür. Ich weiß nicht,»nein Geschmack wär's nicht. Aber Du lieber Gott, das zweierlei Tuch hat schon manchem sonst ver- nünftigen Mädel den Kopf verdreht und Unheil angerichtet. Weiß der Himmel, wo's drin steckt; ich kann'S nicht be- greifen." „Nun, der Herr von Wendelsheim," sagte die Mutter, „ist doch gewiß ein ganz sauberer, hübscher Mensch, und so vornehm sieht er immer aus!" „Hübscher Mensch!" lachte der alte Vaumann;„er sieht genau so aus, wie unser Karl da, mit derselben auf- gestülpten Nase— nur dümmer; und die Haare hat er sich bis hinten in die Halsbinde hinunter gescheitelt- weiter kann man'S nickt sehen. Uebrigens wär er eine ganz famose Partie, das ist richtig, denn er muß ja nächstens die große Erbschaft heben; da aiebt's nachher Geld wie Heu, und daS können alle Menschen gebrauchen, auch die Advokaten." „Und der machte bei Wittes Besuch?" ftagte die Frau. „Nun natürlich, und weshalb sollte er auch nicht? Ein Lieutenant hat ja doch auf cher Gotteswelt nicht» weiter zu thun, und mit etwas muß der liebe lange Tag todtge- schlagen werden." „Aber er war doch heute in Wendelsheim draußen" sagte Fritz. „Nun, daS war etwa um zwölf Uhr, vielleicht wie er zurückkam. Aber woher weißt Du daS?" „Ich war selber draußen." i>en nun schon so viele Jahre hindurch unser k o n s e r- vatives Agrarierthum betreibt und der dem deutschen Volke unter anderm die Getreidezölle und deren mehrmalige Erhöhung gebracht hat. Das Agrarierthum will zum eigenen Vortheil—(in der Sprache der konventionellen Heuchelei heißt es zwar„zum Schutz der schwerbedrängten Landwirthschaft")— billige Getreidepreise verhindern; es will dasselbe thun, was gerade den Kornwucherern so verhaßt gemacht hat, nämlich das Brot vertheuern, und zwar mit Hilfe der Gesetzgebung, ohne getroffen werden zu können vom Risiko des Wucherers. Aber nun höre man diese konservativen Herren, wie sie schimpfen über die„wucherischen Juden"!— Wir meinen, eS wäre hohe Zeit, daß die Gesetzgebung sich alles Ernstes daran begebe, die hier geschilderten Arten des Wuchers, die sich bis jetzt„ganz von selbst verstehen", abzuschaffen. Gebe man dem Volke sichere Garantien für seine wmhschaftlich-soziale Wohlfahrt, resormire man gründ- lich, indem man die Bewucherung des Volkes durch Sonder- mtereffen-Parteien und-Kliquen unmöglich macht— und jener kleine Wucher, der nur eine Folge der durch den großen Wucher erzeugten oder genährten Roth ist, wird aufhören!_ Politische Ueverstcht. Gpatriire«— Intmiiren. Die Frage, ob man die chchch Sozialdemokraten in Zukunft crpatriiren oder blos inter- niren soll, macht unseren Kartellparteien augenblicklich arges Kopfweh, und so weit die Nationalliberalen, deren Stimmen man in diesem Punkte braucht, sich noch immer zieren und sich anstellen, als scheine ihnen weder das eine, noch das andere nothwendig, haben sie sich von ihren konservativen Kartellbrü- dern schon recht artige Grobheiten sagen lassen müssen. Als Endergebniß dieser Kaybalgerei scheint nun aber doch herauszu- kommen, daß man sich dahin verständigen will, daß die Inter- «irung od r Erpatriinmg von den Staatsbehörden ausgeführt werden soll, sobald der Richter einen sozialdemokratischen Missethäter für eine solche Maßregelung reif hält. Es wird mm vielleicht viel zur Abkühlung des Streites beitragen und den nationallibcralen Manneeseelcn die Zustimmung zu den neuen Verschärfungen wesentlich erleichtern, wenn wir darauf aufmerk- sam machen, daß die Befugnisse sowohl der Erpatriirung als auch der Jnternirung, elftere allerdings nur indirekt, in dem Sozialistengesetz wie es heute ist, bereits enthalten sind, sobald der Richter eine Verurtheilung ausspricht. Der§ 22 des Sozialistengesetzes besagt nämlich, daß„gegen Per- soncn, welche sich die Agitation für die im§ 1 Absatz 2 bezeichneten Bestrebungen zum Geschäfte machen, im Falle einer Ver- urtheilung wegen Zuwiderhandelns gegen die§ 17—20 neben der Freiheitsstrafe auch auf die Zulässigkeit der Einschränkung ihres Aufenthalts erkannt werden kann". Auf Grund dieser Bestimmung haben es die Verwaltungsbehörden heute schon in der Hand, Personen, gegen welche der Strafrichter die Zulässig- teit der Aufenthaltsbeschränkung ausgesprochen hat, entweder zu interniren oder zu expatriircn. Der angezogene Paragraph bc- sagt nämlich auch, daß solche Personen aus ihrem Wohnsitz nicht verwiesen werden dürfen, wenn sie denselben seit 6 Monaten inne haben. Diese Personen können also zwar nicht erpatriirt, aber sie könnei, aus dem ganzen übrigen Deutsch- land verwiesen, also thatsächlich in ihrem Wohnort intcrnirt werden. Diese Personen trifft sogar nickt der seinerzeit vom Reichstag ausgesprochene Schutz, daß Abge- ordnete zum Reichstag oder zu den Landtagen, wenn sie aus den Sitzen dieser Körperschaften auf Grund des kleinen Bela- aerungszustandcs ausgewiesen sind, während der Dauer der Session an den Verhandlungen theil nehmen können. Wenn z. B. das Berliner Polizeipräsidium dem früheren Reichstags- abgeordneten Kayser, gegen den vor vielen Jahren die Aufent- Haltsbeschränkung ausgesprochen ist, den Aufenthalt in Berlin verweigert hätte, so hä-te der genannte Abgeordnete an den Verbandlungen nicht theilnehmcn können. Ebenso gut aber wie Herrn Kayser der Aufenthalt in drei Viertheilen von Sachsen und in vielen anderen Bezirken Teutschlands versagt ist, so z. B. auch in seiner 5)eimath Breslau, so hängt es auch nur vom Belieben der Verwaltungsbehörden im übrigen Deutsch- land ab, Kayser auch da überall den Aufenthalt zu versagen, ihn also thatsächlich in Dresden zu intemiren. Sollte aber nun die sächsische Regierung finden, daß Dresden durch die sozialdemokratischen Bestrebungen mit Gefahr für die öffentliche Sicherheit bedroht ist, und auf Grund des § 28 den„Kleinen" proklamiren, dann verliert Herr Kayser auch das Aufenthaltsrecht in Dresden und ist damit thatsächlich expatriirt. Der letztere Fall liegt ja bei dem Schriftsteller Christensen bereits vor, der in Deutschland thatsächlich kein Fleckchen Erde mehr finden kann, wo er sein Haupt hin- legt, es sei denn, daß es noch eine Verwaltungsbehörde in Deutschland giebt, welche von dem ihr zustehenden Verweisungs- „Du, in Wendelsheim?" fragte die Mutter rasch und erstaunt.„Was hattest Du denn da zu thun?" „Oh, ich bin oft draußen," sagte Fritz,„bei dem kranken jungen Baron. Heute brachte ich ihm eine Maschine hinaus, die wir zusammengestellt hatten. Das ist ein liebenswürdiger junger Herr, aber nur leider immer so krank und schwächlich. Ich fürchte, er macht's nicht lange mehr, was mir recht leid um ihn thun sollte." „Es ist doch eigenthümlich," sagte die Frau,„daß da weiter gar keine Kinder sind. Wenn der nun auch noch stirbt, so erbt der Aelteste Alles." „Run, und was hast Du darüber zu seufzen?" lachte ihr Mann.„Und der Herr Lieutenant wird obenfalls nicht böse darüber sein und schon wissen, wohin er mit dem Gelde soll. Der bringl's bald unter die Leute, darauf kannst Du Dich verlassen, denn Schulden hat er schon jetzt in der Stadt wie Sand am Meere— beinahe mehr noch, als sein Vater." „Gelobt sei Jesus Christus!" sagt in diesem Augen- blicke eine etwas scharfe Stimme in der Thür. „Hol' Dich der Teufel!" beantwortete Meister Baumann etwas rauh und lästerlich den frommen Gruß. „Aber, Baumann," sagte die Frau, während der Schuhmacher Heßberger, ein kleines schwarzes Buch unter dem Arm, und nicht im Mindesten zurückgeschreckt, das Zimmer betrat—„schämst Du Dich denn gar nicht? Vor den Kindern und dem Lehrlinge solltest Du Dich doch wenig- stcns geniren!" „Ach was," sagte Baumann ärgerlich, indem er sich das schwarze Käppchen auf's eine Ohr schob.„Dein Schwager soll auch die albernen Faxen lassen, denn er müßte doch nun nachgerade wissen, daß er bei mir damit an den Unrechten kommt!" „Du bist und bleibst ein Heide, Bruder Baumann," sagte der Schuhmacher, indem er näher zum Tisch trat und in den Bierkrug sah- er war aber geleert.„Ein gutes Wort sollte auch einesgute Statt finden, und ich thue keinem Menschen damit weh." „Nicht weh?" sagte Baumann mürrisch.„Sand willst Du den Leuten damit in die Augen streuen, Du alter recht keinen Gebrauch macht. Weder das Interniren noch das Expatriiren find also Neuheiten für das Sozialistengesetz; bei schneidiger Anwendung desselben sind beide Strafarten heute schon möglich und es kann sich also bei der neuen Vorlage eigentlich weniger um eine Verschärfung als um eine einfachere Konstruktion des gesetzlichen Mechanismus handeln, mit dem man in Zukunft die so wie so schon zulässige Austreibung be- werkstelligen will. Allerlei«eue Uerschärfungrn des Sozialisten- geseüea werden in der nationallrberalen Presse ersonnen. So schlägt das„Franks. Journ." vor, die englische Einrichtung der Fricdensbürgschaften einzuführen, d. h. von den ver- dächtigen Sozialisten zu verlangen, daß sie und eine vom Richter bestimmte Anzahl von Personen sich als Bürgen dafür stellen, daß innerhalb eines destimmten Zeitraums den vom Richter geseßten Bedingungen nicht zuwider gehandelt wird. So wie eine solche Zuwiderhandlung bethätigt wird, ist die Kaution verfallen. Weigert sich der Betreffende, die Bürgschaft zu leisten, so kann ihn der Richter sofort verhaften und bis zur Dauer eines Jahres festhalten. Dergleichen könnte in das Sozialistengesetz in doppelter Gestalt Eingang finden, als obli- gatorischc Nebcnstrafe und als Präventivmittel. Eine Kesprechung de»„kommenden Sonalisten- gesrbe»" hat nun auch Herr Stöcker jüngst in einer Versamm- lung geleistet. Stöcker hat, was das„Zwar"—„Aber" anlangt, in praktisch politischen Fragen genau die gleiche Redeweise wie Miquel. Er hält die Verschärfung des Sozialistengesetzes durch die Zulassung der Verbannung„nicht für nützlich". Freilich sei der, welcher„das Vaterland haßt", nicht werth, darin zu leben. Aber die Verbannten können durch Brandschriften noch schäd- sicher wirken, als wenn sie im Jnlande blieben. Uebrigens habe die Verbannung keine Aussicht auf Annahme im Reichstage. Auf die von den Nationalliberalen empfohlene„Jnterni-ung" ließ er sich nicht ein. Auch nicht auf die von der„Kreuzzeitung" für jugendliche Verbrecher wieder einmal empfohlene Wieder- einführung der Prügelstrafe. Die„Kreuzzeitung", die 1854 und 1855 einen großen Petitionssturm für die Prügelstrafe veranlaßte, hält jetzt wohl die Zeit für nahe, wo ihre Jugend- ideale verwirklicht werden. Das„hochangefehrne Mitglied der nationallideralen Partei", welches sich für die fünfjährige Wahlperiode im „ftannov. Courier", ausgesprochen hat, ist. wie der„Hannov. Courier" jetzt mittheilt, weder Führer der Pattei noch überhaupt Abgeordneter, jedoch„mit Wort und Schrift seit Jahren in ganz hervorragender Weise für die nationalliberale Sache thätig".— Dann wird das bei dem„Hannoverschen Courier" hochangcsehene Mitglied wohl der Chefredatteur des„Hannov. Courier" selber sein. Die freien Hilfskassen sind bekanntlich den Arbeiter- feinden jeden Schlages ein Dorn im Auge. Es hat sich da bc- sonders— so meint das„Vereinsbl." mit Reckt— in den zentralisittcn Krankenkassen eine Fähigkeit der Arbeiter gezeigt, große Angelegenheiten gut und sachgemäß zu behandeln, an die besonders die bureaukratischen Verwaltungen der Unfallversiche- rungsgcnossenschaften weder an Billigkeit noch an Sachlichkeit heranreichen können. Daher ein wüthender Haß aller derer, die jede freie uneinbeflußte Arbeiterorganisation hassen, besonders gegen die zentralisirten Hilfskassen. Da sind alle einig von Dr. Max Hirsch bis Windthorst und Ackermann, die zentral!- sitten Hilfskaffen find ihnen verhaßt. Diese Stimmung fand einen sehr bezeichnenden Ausdruck in dem sogenannten„Volks- witthschastsrathe" bei Berathung der famosen„Grundzüge". Nach Ziffer 4 der Grundzüge für die Alters- und Jnva- lidenversorgung kann durch Beschluß des Bundesraths bestimmt werden, daß und inwieweit die Mitglieder anderer Kassenein- richtungen, welche die Alters- und Jnvalidenversorgung zum Gegcnstaod haben, von der Verficherungspflicht �befreit bleiben. Bei der Berathung in dem Ausschusse des Volkswirthschaftsraths hat Regierungskommissar von Woedtke erklätt, daß nach der Fassung der Ziffer 4 dem Bun- desrnth zwar die Befugniß zustehe, die Vorschriften der Ziffer 4— Befreiung von der Verficherungspflicht— auch auf die Mitglieder einer bestimmten freien Hilfskasse für anwendbar zu erklären, daß er(der Bundesrath) aber von dieser Be- fugniß niemals Gebrauch machen werde, weil diese Kassen keine genügende Garantie für eine andauernde Lebensfähigkeit böten. Damit war die Befürchtung des Herrn Geh. Finanzraths Sencke-Krupp, daß den sogenannten freien Hilfskaffen auch in diesem Gesetz wie in dem Krankenkasscngcsey eine bevorzugte Stelle eingeräumt werden könne, bescittgt. Auf Anfrage des Herrn Leuschner da- gegen erklärte der Regierungskommissar, die Alters- und In- validenversorguna der Bergarbeiter habe durch die Knappschafts- Berufsgenossenschaft zu erfolgen: die Knappschafts- lassen würden durch Zuwendung des Reichs- zuschusses von dem Gesetz nur Vortheil haben. Die letztere Auslassung über die Knappschaftslassen ist auch recht interessant. Die Bergleute werden also nicht um einen Heller durch die Alters- und Invalidenversicherung besser gestellt, aber die„armen" Bergwerksbesitzer erhalten den Staatszuschuß zur Heuchler Du, weiter nichts, denn im Herzen bist Du ein so durchttiebener Strick, wie's nur einen auf der Welt giebt! Und woher kommst Du jetzt?" „Aus der Kirche," erwiderte Heßberger ruhig. „AuS der Kirche? Am Werkcltag?" „Aus der Abendstunde, die unser Herr Pastor hielt— oh, es war sehr schön!" „Und weshalb bist Du nicht dort geblieben?" lachte Baumann, der den kleinen Schuster kopfschüttelnd betrachtete. — Er sah auch in der That komisch genug aus, denn er trug schwarze, ganz abgeschabte und an den Knieen ordent- lich glänzende Hosen, einen eben solchen, aber etwas zu engen, besonders in den Aermeln zu kurzen Frack, eine weiße Halsbinde und Weste und einen wahrhaft monströsen Seidenhut mit fuchsigem Deckel. Die Kinder auf der Straße liefen ihm auch gewöhnlich nach, und wenn er dann stehen blieb und ihnen einen' grimmigen Blick zuschleuderte, hätte man sich keine schönere Karrikatur eines Menschen auf der Welt denken können.—„Junge, Junge, wie Du so da stehst, könnte man Dich für Geld sehen lassen— es wär' der Mühe werth „Bruder Baumann," sagte der Schuster mit Würde, „Du redest, wie Du eS eben verstehst. Wenn ich in ein Gotteshaus gehe, muß ich mich auch anständig konstimiren..." „Und das nennst Du anständig...?" „Und kann nicht einhergehen, als ob ich zu Bier ginge," fuhr der Schuhmacher unbekümmert fort. „Und was willst Du?" sagte Baumann trocken. „Nichts von Dir," entgegnete Heßberger mit scharfem Ton;„nur meiner Schwägerin Guten Abend sagen und dann den Staub wieder von meinen Füßen schütteln." cr\ c-.. lieber. «Na, dann schüttele," lachte Baumann;„je eher, desto „Aber, Gottfried," bat die Frau. „Ach was," rief der Schloffer ärgerlich,„er soll sich be- tragen wie ein anderer vernünftiger Mensch, nachher wird er auch so behandelt; aber die Firlefanzereien duld' ich nicht in meinem Hause und will nichts davon wissen!" Die Meisterin war praktischer Natur. Sie hatte dem Lehrjungen schon ein Zweigroschenstück in die Hand gedrückt Wahlrecht ae ßstig gewesen n nicht gcr »kehrten uni rigcn Löhne» 4en." München, annter„Geh reinermeister- sn Beleidig» derselben ar ;c Frau des afmandat in ch ihre Klatf Kasse. Kurz, wo man diese Grundzüge packt, da find st essant. Deshalb werden sie auch Gesetz werden. Anf die Geschichte der Gntmickrlung der sprechnng im Kinne der Pegiernngspolitik Auffay des Professors von Bar in Göttingen„Das Telw groben Unfugs" in der neuesten Nummer der„Nation teressantes Licht: Herr von Bar stellt fest, daß die A des§ 360 Nr. 11 des deutschen Strafgesetzbuchs, w Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft bestraft wird, ungebührlicher Weise ruhcstörenden Lärm erregt oder Unfug verübt." auf Prcßdelitte an Entscheidungen des preußischen Obettridunals anknüpft, welche allerdings Uttheile des ll. Strafsenats des Reichsderichts vom U......... 1887 weit überttoffen werden. Nach dieser Entscheidung Äaßte, etwas c Besttafung des Redakteurs einer Zeitung wegen groben Gegr» dir dann zulässig, wenn die Zeitung irgend eine objektiv' Nachncht gebracht hat, welche geeignet war, bei einer stimmten Anzahl von Personen Beunruhigung zu erregen, auch der Verfasser der Mittheilung von der Wahrheit tcren überzeugt war und keineswegs den Vorsatz h Publikum zu belästigen oder zu beunruhigen. Herr, weist nach, daß die Quelle des§ 360 Nr. 11 des ZUdre Alters- G.-B. der§ 340 Nr. 9 des preußischen Strafgesetzbuches Mck derartige i! daß dieser letztere auf den§ 180 Tit. 20 Th. U des Allg�ucM den hohe zurückführe, welcher lautet:„Muthwillige Buben, welche«?™ Straßen oder sonst Unruhe erregen oder grobe Unsiu-� H'lchtasn verüben, sollen mit vcrhältnißmäßiger Gefängniß-, L'j- Presse wegen„groben Unfugs" zu bestrafen, ein wahres ,> geschenk gemacht. Ein zu weites, fast schrankenloses chte Volksve e am 12. J< chte Arbeiter Ölversorgung eitsbücher,, Rechte des st ge,cyeni gemacyr. Crn zu weiies, ia,l ,«ranlenw,es ,n taugt nicht für die Ger.chte, und hier sollen sie thatsächl�uckü(siegcr zu Gesetzgebern für den einzelnen Fall gemacht werdc»»' düng tu entsteht die Gefahr�— weil fast alles dem subjektiven nach wechselnden Stimmungen und Eindrücken überlossciO Die„Zür daß die Gerichte direkt hineingezogen werden in den ci�ü rcher Zeil Parteien, daß Entscheidungen ergchen, die das Ansehen �Kölnische f richte und das Vertrauen zu ihnen in hohem Maße Wwpste, und n können. Schon die bei solcher Unbestimmtheit der abzuwiegeli dungsnorm unvermeidlichen Widersprüche der Entschei�ckon mehr dag müssen hier äußerst nachtheilig wirken und der Eintritt! Töß denunzu neuen Richters in die Berufungskammer eines Lanbchch nicht Poliz> könnte innerhalb selbst des Bezirks eines und desselben Ankauf ins% acrichts die Praxis gründlich ändern. So wird maMopen zu ei Freisprechung und Verurtheilung dem Einflüsse der vol'wuen, bei dem Ansichten der Richter zuschreibm. Und man wende aulturwer Zeitung ein, daß die Strafe des groben Unfugs eine unbedetifc#"' Die Hauptfrage ist doch: wie weit geht die Keiheit tck« schwächt di« zclncn und insbesondere hier das Recht der freien öffcMwer Zeitung bar auf höheres Kommando in den letzten �.agev der Nachweis eines allgemeinen Bedürfnisses nach gc" Sonntagsmhe sei wieder einmal nicht gelungen. Die Wendungen gegen eine reichsgesetzliche Regelung der ständen nach wie vor und die Regierung sehe kerne Ven etwas zu thun.„ h„ r„ LnndMlrthj'chaftliche Kernfvgenossrnschast. Biedermö hcsscn-nassauischcn konstituwenden Berussgenossensch.R c��ten und bcfchlosscn, die Ehefrauen der kleineren Betnebsunt�j� � itcn wollte, w ncn vergiften I it man andern agent provo ionaae verdäc Itcoer die le Dynamit , ch England ai in cm Jos. Mar 'ie englische Pc Manstaltet.(A gen verhaftet _ Sch Die Stock cht zur Ruhe j as Erkenntniß hend Mittag er Iß angefochten in der Landwirthschaft zur Versicherung beizuziehcn, ui dieser Beschluß als unerläßlich die einstiminigc Gene! Das Reichsversicherungsamt hat seinerseits zugestimmt. züglichen Bestimmungen gehen davon aus, daß die nehmer, deren Jahreseinkommen 1500 M. nicht übers wie ihre Ehefrauen, wenn sie einen Betriebsunfall erlc Rente wie die Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten, weiter Unternehmer mit einem Einkommen von mehr aber nicht mehr als 3000 M. sich mit ihren Ehefraul Betriebsunfälle versichern können. In b-»-» San»»'i verständlich ihre Arbeitsleistung derjenigen der Ar! Arbeiterinnen gleichgestellt. Au» Frriberg i.§. erhält das„Sachs. � v. g. plötzlich auftauchenden sozialdemokratischen Kandidaten'c. Die Kartellbrüder hatten geglaubt, allein um das erledM«"enm num tagsmandat zu werben und deshalb agitirten sie 1~ Haft, um so verblüffter waren sie daher, als wider alles JQ_. m am Sonntag die Kandidatur Liebknechts endgiltig b'% Die Borg esc geben wurde. Dr. Fischer erhielt 1450 und L lebkn� n d Fische r stimmen; außerdem wurden noch 189 Stimmen% bezeichnend fr ursprünglich von einem Theil der Kattelldrüder vorgesnn�ottlands und dann aber zurückgetretenen Erbrichter Buyc in Conrads'jusn n es ein. Hätten alle wahlberechtigten Sozialdemokraten� gegeben. lich alle dieser Partei angehörenden Bergleute unfei�hn Menschen, wann ih und mit dem Auge nach dem Bierkrug hinübergew"'� Freiherr ha der fuhr auch, ohne daß der Meister auf ihn# jetzt die gc damit zur Thür hinaus. �erwögen sein.' „Na, Onkel Heßberger," sagte da Karl, dein„Der arme leid that, den kleinen Mann so rauh behandelt„Ja, das I „so legen Sie doch wenigstens ab und neh�od sieht nicht sich einen Stuhl. Wie geht's zu Hause? Ist � nd bei Reicher wohl?",_ �,„Wir müss „Danke mein Sohn," sagte der Schuhmacher, henkle cj, Don er der Einladung Folge leistete— denn das Bersten Tisch stell de* Bierkruges war nicht unbeachtet von ihm gebh� nd erst dort w „leidlich wenigstens; sie hat aber heute wieder üb''»erden." gemußt um ein paar Patienten in Wendelshcn» suchen, leider jedoch keine guten Nachrichten von Wj gebracht." 't5°" Wendelsheim?" rief Fritz schnell. vom Schlosse?" „2a, allerdings," nickte der Schuhmacher< wehmuthigen Blick nach oben.„Des Herrn Vfojrhtirt fc.au,..l"m>->- „Es ist ihm doch nichts geschehen?" „Er hat heute Morgen einen furchtbarm Blu' kommen und liegt am Tode." „Oh!" rief Fritz erschreckt aus.„Aber das jM Sonnt Sannen; Dienstc 'ngerin Sembrt ns Helling;% g, den 20.: D cmbrich a. G.) Tanns möglich. Ich bin selber noch heute Morgen bei ih � Zchaus und als ich fortging, hörte ich noch, wie cr den 16. unterhielt und fröhlich lachte." �IRittwoch, den 1 „Ganz richtig," sagte der Schuhmacher;'�.»Greitag, den 20. Deschuneh war er in den Garten spazieren geh' hat's ihm arrivirt. Er ist ja auch elend da Geburt an gewesen; seine ganze Konstitution führt. Kurz und gut, er bekam plötzlich einen� instudirt: Tantc ontag, den 23. In voller allnerthcaters «iiv V�u», tV VtlUlU fUVOUUJ V»»— r. si'(S I davon hörte, hinauf eilte, waren ihm schon die g' Mst toi, e/ Einst termitäten kalt."------ „Ach, das ist ja schrecklich,", junge Herr! Und ich freute mich nach so, >Qnd erregt in ers stöhnte Frch i./Muthery und M. n W da find I cn. «»»g der Politik i„Daä Z; „Ration" ß die A uchs, w estraft wird, legt oder ngen des allerdings fits vom l?, ntscheidung� en groben obiettiv m , bei einer zu erregen, Wahrheit .orsatz h' r. Herr 11 des esetzbuches U des AG ;n, wcl»e � zde UnfuiMl Wahlrecht ausgeübt, dann würde das Resultat für Liebknecht psrig gewesen sein. Mindestens drei Viertel der Bergleute n nicht gewählt, weil sie erst nach 3 Uhr aus der Grube »kehrten und wegen der Wahl bei den an flch jetzt schon rigen Löhnen nicht 2 bis 3 Stunden Arbeitszeit einbüßen ten." München, 12. Januar. Gegen die Frau des wegen so- mnnter„Geheimbündelei" im vorigen Monat vemrrheilten ireincrmeisters Sch. stellte Polizeioffiziant Auer Privatklage ien Beleidigung, weit er wegen seines Zeugniffcs vor Gericht derselben auf offener Straße der Lüge bezichtigt wurde.— [e Frau des im gleichen Prozeß verurlheilten G. erhielt ein af Mandat in der Höhe von 6 M., weit sie der Frau, welche Ick ihre Klatscherei die Haussuchung durch die Polizei ver- ßte, etwas allzu laut gewisse Unannehmlichkeiten sagte. Veyr« die Arbeitsbücher faßte eine von 2000 Arbeitern chte Volksversammlung in Leipzig folgende Resolution: ie am 12. Januar in der Tonhalle von etwa 2000 Personen 'uchte Arbeiterversammlung erblickt in der Alters- und Jnva- inversorgung und der damit verquickten Einführung der zeitsbücher, wie ste im Reichstag vorliegt, einen Eingriff in Rechte des freien Arbeiters. Die Versammlung erklärt, lieber f die Alters- und Jnvalidenversorgung zu verzichten, als sich ich derartige Maßnahmen an die Arbeitgeber zu verkaufen, und ücht den hohen Reichstag, die jetzt schon so beschränkten Rechte Arbeiter nicht noch mehr zu verkürzen." Keschlagnahme. Die seit 1. Januar in Ludwigshafen aniß- ,, Pfälzische Freie Presse"(früher in Kaiserslautern) „ Dxr urbe von dem Bezirksamt Ludwiasbafen mit Beschlaa beleat. en. >er ezirksamt Ludwigshafen mit Beschlag belegt. Nef'ugniB� Wochenschrift für die Arbeiter der Pfalz und Badens ist inwabresWVt.nur'n einer Nummer erschienen und wird in Mann- fenlnfes"l,'U�der Buchdruckerei von Schwab und Muchenberger öe®eßen den Redakteur und Verleger E. Huber soll !cht werW�uchung eingeleitet sein. bjektiven � SlhweiZ. n überlassen._ Die„Züricher Po st" schreibt:„Wenn die„Reue in den cb'ii ich e r Zeitung" kein Wort des Tadels gegen die > Ansehen M ö l n i s ch e Zeitung" findet, welche unser Land be- Maße mmmpfte, und wenn ihr Berliner Reptiloid in der Spionen- heit der ßjf>e abzuwiegeln sucht, so fällt das zwar auf, aber nicht stark. r Entschciolchon mehr dagegen muß es auffallen, wenn sie einen Bürger zer Eintritt i Töß denunzirt, daß er seinerzeit dem Schröder, als dieser incs Landchch nicht Polizeispion war und als ehrlicher Mann galt, zum i desselbenänkauf ins Bürgerrecht verhalf, und noch mehr, wenn sie wirb maWopen zu entlasten sucht. Die Entdeckung von Polizei- e der volnonen, bei denen man Dynamit fand, mag ja der„Reuen vendc autürcher Zeitung" recht unangenehm sein denn dieselbe öffnet «LfS Ä Ä "t1' wg der„Zeuge" Attenhofers, dem sie Heldenthaten nachrühmt nM-ibke ist„tapfer'� und„stieg" in Bern einem Journalisten„auf oh /, Mi en Leib"), war nach den Akten derjenige, der andere unter- ten Tauen eisten wollte, wie man mit Leichengift auf Briefmarken Per- aetf�neu vergiften könne(was offenbar recht„tapfer" ist und wo- Tie Mit man andern„auf den Leib steigt") und der eine Mission ' Ner agent P10v0cateur hatte. Er verließ Bern, sobald er der .Spionage verdächtig war und begab sich nach— Chikago. ] lieber die Entlarvung der beiden Polizeispitzel «s h okraten lind dem Polizeihauptmann Fischer in Zürich ab- tnebSuin auch letzt noch aufrecht erhalten. Schröder möchte das icticn,«'"riv+rtfti....2......;...... eure Verl» iehcn, e Genco> estimmt. daß d« zt übers fall erle» halten, » mehr Ehefraui fartüii r, er Arbl Wochsv le Dynamit von sich abschütteln und giebt an, es von einem ach England ausgewanderten Anarchisten erhalten zu haben, inem Jos. Martin Etter aus Göppingen in Württemberg. ie englische Polizei hat inzwischen Nachforschungen nach Etter ranstaltet.(Wir haben bereits mitgetheill, daß Etter in Reut- pgen verhaftet worden ist. Red.) Schweden«nd Norwegen. ,. � Stockhol merReichstagswahl ist noch immer cht zur Ruhe gelangt. Bis jetzt sind vier Beschwerden gegen iL Erkenntniß der Oder-Statthalterei eingelaufen; am Sonnend Mittag endet der Termin, bis zu welchem jenes Erkennt- iß angefochten werden kann. Es herrscht allgemein die An- ■rS.g�ldit, daß den Einwänden keine Folge gegeben werden wird und ,'rher mMmnt die 22 schutzzöllnerischen Abgeordneten in der am 16. zu an..i,.,ck?öffiienden Kammer ihre Sitze einnehmen werden. Selbstver- "v...„uc Ländlich wird hiermit ein Kabinetswechsel verbunden sein. Der irinalicb«Wib'schof von Upsala, Dr. Sundberg, soll jetzt bestimmt abge- adidate» haben, die Bildung eines neuen Kabinets zu übernehmen; ls erlebt- ncnnt nunmehr den Oberst-Kammer herin Akerhielm als sie Themptander's. "tä&i bel� Die Vorgeschichte des Aufrufes der Kleinbauern icr alles .iltig dem i LiebknsANd Fischer auf d er sch ottisch en Insel Lewis timmcn% bezeichnend für die agrarischen Zustände im hohen Norden - vorges�'Ahottlands und für die schroffe Haltung der Agrarier, in deren 6onr«M�/Ugen es ein Verbrechen ist, arm und landlos zu sein. Die »okratcw Tp— unje1- jtm Menschen geht es oftmals schnell zu Ende, und eS weiß _ �(linet, wann ihm sein Brot gebacken ist. Aber was thut's, 'r Frerherr hat ja noch immer den einen Sohn, und der bt jetzt die ganze Bescherung. Es soll ein heidenmäßiges mögen sein." „Der arme Vater!" seufzte die Frau. 'andelt„Ja, das kann nichts helfen," sagte Baumann;„der nd neh�'�od sieht nicht auf Rang und Stand und kehrt bei Armen zst bst nd bei Reichen ein. Wer mag's ändern!" i„Wir müssen alle sterben," sagte der Schuhmacher und sich von dem Bier ein, das der Lehrling eben auf Tisch stellte; der Gerechte mit dem Ungerechten, >m geo>'- mo erst dort werden die Schafe und die Böcke gesondert jeder üb'Jerden." delSheiw?(Fortsetzung folgt.) n von � 3�1 zli�nd An» Kunst nnd Leben. n.„v™ »eher errn Vrojrktirtes Uepertoir der königlichen Schan- nter Aehvi�le vom 15. Jairuar bis 23. Januar 1888. Im Opern- u s e. Sonntag, den 15.: Der Prophet; Montag, den 16.: �ainien; Dienstag, den 17.: Die Zauberflöte(Frau Kammer- T�brich a. G.); Mittwoch, den 18., neu einstudirt; en J Hans 5. eiling; Donnerstag, den 19: Sie weint, Sylvia; Frei- -iW' t Hochzeit des Figaro(Frau Kammersängerin >as>si-Membnch a. G.); Sonnabend, den 21.: Stradella; Sonntag, ei ihn« W» 22.: Tannhauser: Montag, den 23.: Der Waffenschmied. je er F' Im Schauspielhause: Sonntag, den 15.: Harold; outag, den 16.: Emilia Galotti: Dienstag, den 17.: Egmont; lttwoch, den 18.: Die Maus: Donnerstag, den 19.: Othello; Jtag, den 20.: Auf glatter Bahn; Sonnabend, den 21., neu jnstudirt: Tante Therese; Sonntag, den 22.: Emilia Galotti; ontag, den 23.: Ein Wintermärchen. In voller Rüstigkeit feiern die Rcpertoirstücke des aNnertheaters„Ein toller Einfall" und„Der Mizekado" Sonntag, ihr 50abendliches Jubiläum. Durch die Reu- die 9" Msbung der Rolle des„Ernst Lüders" mit Herrn Blencke hat .rL" toller Einfall" an Wirksamkeit noch bedeutend gewonnen ■>,•'n Ättr Reihe das Quartett: Alexander, Blencke, ,'iii s hiy und Meißner allabendlich wahre Lachstürme. ils w. huhw� % tion% eine» Dorff Eigenthümerin, Lady Matheson, deren bedeutendes Vermögen durch Opiumschmuggel in China erworben worden sein soll, hat den besten Theil ihrer Ländereien als Schaftriften ver- pachtet, und ihre Kleinbauern damit so eingehemmt, daß ste am Verhungern sind. Eine Deputation dieser Käthner, die ste voll Respekt um mehr Land anging, herrschte sie folgendermaßen „Mein Land ist meinjSigenihum, ihr habt damit nichts an zu schaffen; wenn ihr euern Pachtzins nicht durch Ackerbau ver- dienen könnt, so fischt oder wandert aus." Dieses herzlose Ge- bahren der Dame trieb ihre Pächter zur Verzweiflung und ste beschlossen, sich selbst zu helfen. Seit ihrem Einbruch in die Wildgehege, wo sie die Rehe niederschossen, hat die Regierung einige Kanonenbote in der Nachbarschaft der Insel stationirt, aber auch in Annerkennung des fürchterlichen Elends der Bauern, die thatsächlich Hungers sterben, eine Kommission ernannt, um an Ott und Stelle über die Zustände Erhebungen zu machen. Die Kommissäre sind erst letzte Woche in Stomoway angekommen. Mittlerweile hat der Hunger diese elenden Leute zur Begehung von Gewaltthätigkeiten getrieben. Einer der Pächter der Lady Matheson, ein gewisser Newall, befitzt die Farm Aianisch, etwa 3 Meilen von Stomoway, wo er viele Schafe züchtet. Wäh- rend mehrerer Nächte machten sich die Kleinbauern und Fischer der Umgegend daran, die Einfttedigungen des Pächters nieder- zureißen und einer wurde auch dabei erwischt. Auf Mon- tag war von den Führem der Bewegung ein allgemeines Meeting ausgeschtteben, das aber von der Regierung verboten wurde. Ob dieses Gebot gesetzlich war oder nicht, bleibe dahin gestellt; das Meeting fand trotzdem statt, die Schafe wurden vettrieben(nicht gestohlen!) und ein blutiger Konflikt, der nach dem Lesen der Aufruhrakte bevorzustehen schien, wurde eigent- lieh dlos durch das maßvolle Benehmen des Sheriff vermieden. Die Lage ist jedoch so ernst, daß es mit der Gefangennahme von 13 Käthnem sein Bewenden nicht haben wird. Die Pacht- zinsen können nicht bezahlt werden, die Steuern sind im Rück- stand, die Bevölkerung ist am Verhungern und im offenen Aufstand. Solche Zustände werden mit Kanonenbooten nichtkurirt. Die verhafteten Dynamiter Thomas Callan und Michael Harkins wurden im zentralen Kriminalgericht vorgeführt. Beide pläditten auf die Anklage, im Besitze großer Mengen Dynamit, welche ste zu ungesetzlichen Zwecken verwenden wollten, gewesen zu sein, nicht schuldig. Der Anwalt Callan's beantragte eine Vettagung des Prozesses bis zu den nächsten Assisen, weil verschiedene Personen, welche als Zeugen auftteten würden, gegenwättig Nachforschungen über das Vorleben Callan's in Amerika anstellten.und diese nicht rechtzeitig nach England zurückkehren könnten. Der Richter Poland gab gern Antrage statt. m m r In Deptford kam es bei Gelegenheit einer Versammlung, welche über die geeigneten Schritte zur Abhilfe der Roth der A rbeitslosen berathen wollte, zu stürmischen Auftritten, welche sich besonders gegen den anwesenden Bürgermeister Cox richteten. Das Arbeitsamt hätte hinreichende Gelder, bemertte ein Redner, um nützliche Bauten, wie Wasch- und Badehäuser zu beginnen, thue aber, trotzdem daß in der Stadt 1500 Leute unbeschäftigt und 4890 nicht einmal ihr Leben fristen könnten, nichts. Der Tumult wurde schließlich so groß, daß der Bürger- meister die Versammlung verlassen mußte. AusCorf wird gemeldet, daß die dottigen Polizeibehörden seit einigen Tagen Kenntniß von einer Verschwörung haben wollen, deren Zweck die Zerstörung der Äegierungsgebäude wäre. Infolge dessen sind alle Wachen bei den Polizei- und Militärkasernen verdoppelt worden und die Ein- gänge zu dem Eisenbahn-Tunnel, welcher sich unter der Militärkaserne befindet, wird besonders bewacht, da man eine Explosion von dorther befürchtet. Sämmtliche in Cork eintreffen- den Schiffe und Eisenbahnzüge weiden genau beobachtet, da die Ankunft von Leuten erwartet wird, welche die geplante Ver- schwörung ausführen sollen. Der in Irland zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilte englische Agitator für Homerule, Wilfrid Blunt(dessen Gattin, beiläufig erwähnt, eine Enkelin Lord Byrons ist), hat sich im Gefängniß in Galway ruhig in die dortige Hausordnung gefügt und zupft in Sträflingskleidung Werg. Ein anderer auf Grund des Zwangsgesetzes Ver- urtheilter, der irische Abgeordnete Shceby, verbüßt seine drei- monatliche Haft in Tullamore. Ein dritter, der irische Ab» geordnete Cox, wird steckbrieflich verfolgt; er hat sich seiner Ver- Haftung vorläufig durch die Flucht nach England entzogen, wird aber, wie„Frceman's Journal" sagt, nach Abwickelung seiner Ge- schäfte in der englischen.Hauptstadt freiwillig nach Irland zurück- kehren. Frankreich. Die Maßregelung des Untersuchungs- richte r§ Vignea u macht ungeheures Aufsehen und wird in der Presse ledhaft erörtert. Die Parteinahme für ihn ist in den radikalen Blättern eine äußerst rege und selbst der„Figaro" deutet an, Herr Vigneau dürste �für das Verbrechen bestraft worden sein, daß er den„ersten Schwiegersohn Frankreichs" wie einen gewöhnlichen Sterblichen behandeln wollte. Den Schwiegersohn nicht nur, meint das ,, Petit Journal", sondern auch den Schwiegervater, in dessen Hotel Vigeau eine Haus- Im„Deutsche« Theater" wird heute, Sonntag, das fünfaktigc Lustspiel„Die Verkannten" von Adolph LÄrronge zum ersten Male wiederholt; morgen, Montag, wird„Faust" gegeben. Das weitere Repettoirc dieser Woche ist folgender- maßen festgestellt: Dienstag, den 17.:„Die Verkannten"; Mittwoch, den 18.:„Götz von Bcilichingen"; Donnerstag, den 19.:„Die Verkannten"; Freitag, den 20.:„Faust"; Sonnabend, den 21.:„Die Verkannten"; Sonntag, den 22.:„Die Verkannten". Welch' außergrmöhnlich große« Anklang die interessanten optischen Vorführungen im Kaiser-Panorama(Passage) ausüben, beweist der flch immer mehr steigernde Besuch. Auch von unseren Schulen wird diesen naturwahren Sehenswürdig- leiten unserer Erde immer mehr Beachtung geschenkt; so verging in vergangener Woche kein Tag, wo nicht unsere Jugend zahl- reich vertreten war, und man muß diese freudigen„Ah's" und „Oh's" selbst vernehmen, um zu ermessen, welch' außerordent- lichen Eindruck diese schönen Ansichten hervormfen. Auf dem Meere verschollen. Die Annahme, daß die Nacht„Albatros" niit ihren beiden übermüthigen Passagieren, Herrn A. Gerdenitz und dessen Gattin, auf dem Meere zu Grunde gegangen ist, scheint sich zu bestätigen. Dem„Wasser- spott" liegt ein Ende Juli datirtes Schreiben des Herrn Gerdenitz aus le Havre vor, in welchem G. folgende Mit- theilungen macht: Sonntag, den 12. Juni, sind wir unter österreich-ungarischcr Flagge von Hamburg aus unter Segel ge- gangen. Bei frischem Winde mußten wir mit gestrichener Stange unter Großsegel und kleinem Klüver die ganze strecke bis Kuxhafen kreuzen; auch als wir am 16. von dott in See gingen, mußten wir kreuzen, da wir flauen Wind von vorn hatten. Abends um 7 Uhr trieben wir in Todtenstille vor der Weser, gegen Mitternacht jedoch kam frische Brise und in dichtem Nebel liefen wir rasende Fahtt. Das Nebelhorn wurde tüchtig geblasen; meine Frau war zur Koje. Ich getteth in einen Schwärm von Fischern, die man erst dann gewahr wird, wenn man sie dicht vor dem Bug hat. Gegen 3 Uhr Morgens(17.) liefen wir dicht am Weserfeuer- schiff vorbei, dessen Nebelfignal sich schauerlich anhört. Wir liefen auf Langeroog zu, hatten um 11 Uhr Norderney, liefen um 2 Uhr an Borkum vorbei, die Emsmündung hinauf und gingen um 7 Uhr vor Emden zu Anker. Am 18. Juni um 9 Uhr setzten wir Segel, um uns auf Sand zu setzen und den Schiffsboden zu waschen. Bei Hochwasser setzten wir Stagfock und segelten nach Delfsiel, da meine Frau den Wunsch äußette, suchung vornehmen lassen wollte, welche nach der Versicherung Wilson's und seiner Agenten ganz Frankreich kompromittitt hätte. Um Frankreich zu retten, stürzte man den rücksichtslosen Untersuchungsrichter. Vigneau hatte, wie begreiflich, einen wahren Sturm von Seiten der Reporter zu bestehen. Er ließ sich aber auf keine Erötterungen ein, sondern begnügte sich da- mit, zu wiederholen, er hätte nur seine Pflicht in ihrem vollsten Umfange thun wollen und müsse jetzt dafür büßen. Daß er zwei Mal mit Ribaudeau dinirte, ohne Champaaner-Libationen jedoch und indem jeder der Tischgenosscn, Ribaudeau, der Aktuar und der Untersuchungsrichter, seine Zeche bezahlte, giebt Vigneau zu, und auch das stellt er nicht m Abrede, daß er sich des Telephons bediente, um mit dem Industriellen Learand zu verkehren und durch eine List von dem zu erfahren, ob er die Briefe Wilson's aufbewahrt oder zerstört hätte, aber er be- streitet, daß er dabei im Namen Wilson's sprach. Der am 31. Dezember 1887 aufgestellte Pariser Stadthaushalt für 1888 schließt in Einnahmen und Aus- gaben mit 304424890 Frks. ab. Hiervon kommen 260 190 690 Franks auf die ordentlichen Ausgaben und Einnahmen. Die außerordentlichen Einnahmen bestehen im Wesentlichen aus 40 Millionen Franks, die durch Anleihen aufgebracht und zu öffentlichen Arbeiten verwandt werden; dann aus 2 650 000 Franks Staatsbeitrag zu dem Bau zweier neuen Lyeeen und zur Ausbesserung des Kanals des Billette. Die städtische Ver- brauchssteuer ist auf 137% Millionen angesetzt. Im Jahre 1887 brachte die städtische Verbrauchssteuer 136 500000 Frks. und blieb damit um 1 233 000 hinter dem Voranschlag zurück. Die vertragsmäßige Abgabe der Gasgesellschaft an die Stadt ist auf 18 965000 Frks. angesetzt, oder 1245 000 mehr als 1887. Zu den neuen Ausgaben gehören die 900 000 Frks., welche der Ge- meinderath selbst der Stadt kostet. Seine(80) Mitglieder er- halten 450 000 Frks.„Erstattungen", da sie gesetzlich weder Ge- halt noch Entschädigungen sich bewilligen dürfen. Für die Polizeipräfektur mit ihren Tausenden von Beamten muß die Stadt 25 471 840 Frks. beitragen, trotzdem der Gemeinderath dieselben jedes Jahr verweigert. Die städtische Feuerwehr kostet 2 227 000, die städtische Untersuchungsanstalt 285 600. Für die Stadtgarde(ganle rrpabiicaine) oder Gendarmerie sollte die Stadt die Hälfte der Kosten, 2 890 880 Franks, beitragen. Der Gemeinderath verweigerte ste, weil die Stadt 1887 nur 1 720 700 bezahlt habe undjdieselbe für die vom Kriegsministcr, unter dem die Truppe steht, beliebten Mehrausgaben nicht auf- zukommen habe. HjaUattd. Nachdem die Arbeiter der großen Baumwoll-Spinncrei der Gebrüder Schölten in A l m e l o s eines Unfalles an der Maschine wegen vierzehn Tage ohne Beschäftigung gewesen waren, stellten sie am vergangenen Montag, als ihnen eine Herabsetzung des Lohnes angekündigt wurde, die Arbeit ganz ein, weil sie sich mit der Verminderung des Lohnes nicht zu- frieden geben wollten. Der Streik umfaßt ca. 1000 Arbeiter. Es ist bereits zur„Beruhigung der Streikenden" Militär requirirt worden. V»rt«gal. Aus Lissabon kommt die Nachricht von einer nicht unbedeutenden revolutionären Bewegung, die sich auf dem Lande und in kleineren Städten bemerkbar macht. In A r r u d o durchzog eine große Menge von Arbeitern die Stadt unter Abstngung revolutionärer Lieder. Ueberall wird, wie es so üblich ist, das Militär verstärkt. Rußland. Ueber die Lebens iv eise des Zaren erhält die „Corresp. de l'Est" nachstehende Schilderungen:„Alexander ll>. lebt in einem engen Kreise von Intimen, die keineswegs hervor- ragende Politiker sind. Seine Umgebung setzt sich insbesondere aus den ersten Hofchargen(Herren und Frauen) zusammen, die fortwährend gegen einander intrigiren; zu diesem Zirkel gehört auch der General Tscherewin, welchem die Aufgabe zufällt, über die Sicherheit des Zaren zu wachen. Nur in diesem Kreise fühlt der Zar sich wohl, jeder Fremde langweilt ihn. Der Zar nimmt mit Vorliebe körperliche Hebungen vor, schneidet Holz, kehtt die Laubgänge des Schloßgartens zu Gatschina und jagt im Park. Man hat bemerkt, daß sein Appetit immer ßfd ßer und gr öß er werde. Vor und nach dem Früh- stuck, welches um 12 Uhr servirt wird, arbeitet der Kaiser je eine Stunde mit seinen Ministern. Die Attentatsgerüchte, so versichert man, werden oft von seiner Umgebung selbst erdichtet. Doch werden die weitgehendsten Vorsichtsmaßregeln rückstchtlich der dem Zaren vorgesetzten Speisen beobachtet; alle Vorräthe, welche für seine Küche bestimmt sind, werden streng unter Schloß und Riegel gehalten und die Schlüssel befinden sich in den Händen des rnaitre d'hötel, eines Franzosen Namens Berangcr„ der den Zar auch allein bei Tisch bedient. Die Kaiserin ist immer gütig und liebenswürdig und trachtet, wenn Gäste da sind, dieselben den Unmuth des Zaren nicht fühlen zu lassen. Wie in vergangener Zeit ist die Kaiserin auch jetzt noch von der Leidenschaft des Tanzens und für Toiletten vollkommen behenscht." In den Händen solcher Leute liegt das Schicksal eines Weltktteges! quer durch Holland zu reisen. Am 19. waren wir in Gröningen, von dort gingen wir nach Leerwarden nnd Harlingen, überall uns längere Zeit aufhaltend. Wir segelten über den Zuidcrsce und kamen am 25. Juni nach Amsterdam. Nach der Abfahtt von Amsterdam am 29. gingen wir am 30. von Umuiden in See und segelten bis Holland-Huck. Am 1. Juli waren wir in Flushing (Vließingen), am 2. in Nicupott, von wo wir am 6. Nach- mittags um 5 Uhr bei flauem Winde in See gingen. Wir mußten die ganze Nacht zwischen den Bänken kreuzen. Am 7. Juli Morgens Ankunft in Calais, von wo wir am 19. weiter gingen. Ankunft in Boulogne-sur-Mer um 5 Uhr 40 Minuten Nachmittags. Von dort segelten wir am 22. ab, mußten aber die ganze Nacht mit Starzfocklbei frischer Brise beidrehen. An- kunft in Dieppe am 23. Juli, wo wir am dritten Tage in See gingen. Wir blieben die ganze Stacht in See, liefen dann in F camp ein und kamen am 23. in Havre an. wo wir die Aus- stellung besahen." Soweit das Schreiben, welches die selbst ge- suchten Gefahren erkennen läßt, mit denen das übermüthige Ehe- paar schon bis hier zu kämpfen hatte. Nach einem Aufenthalt von wenigen Tagen setzte der„Albatros" seine abenteuerliche Seefahtt fort; welchen Fortgang ste genommen, wie sie geendet ist— darüber herrscht ein vollständiges Dunkel, denn von Havre aus liegen keine weiteren Nachrichten vor. Die gefähr- lichste Fahrt hatte die Nacht noch zu bestehen. Zur Cisenbahn-Unfallstatistik. Nach der im Reichs- Eisenbahnamt aufgestellten Nachweisung der auf deutschen Eisen» bahnen, ausschließlich Bayerns, im Monat November v. I. vor« gekommenen Unfälle waren im ganzen zu verzeichnen: 9 Entgleisungen und 2 Zusammenstöße auf freier Bahn, 32 Eni- gleisungen und 19 Zusammenstöße in Stationen und 142 sonstige Unfälle. Dabei sind im ganzen 155 Personen verunglückt, sowie 79 Eisenbahnfahrzeuge erheblich und 170 unerheblich beschädigt. Von den befördetten Reisenden wurden 3 ge- tödtet und 7 verletzt, von Bahnbeamten und Arbeitern im Dienst beim eigentlichen Betttebe 24 getödtet und 87 verletzt, bei Nebenbeschäftigungen 2 verletzt, von Steuer-:c. Beamten 3 verletzt, von fremden Personen, einschließlich der nicht im Dienst befindlichen Bahnbeamten und Arbeiter, 11 getödtet und 8 verletzt, sowie bei Selbstmordversuchen 9 Personen getödtet und eine verletzt. Theater. Sonntag, den 15. Januar. Gsrnthtut«. Der Prophet. Montag: Carmen. Kckansptrthau«. Harold. Montag: Emilia Galotti. A««tfch-» Theater. Die Verkannten. Montag: Faust. Wallaer-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Withelmstiidtische» Theater. Die 7 Schwaben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Uiktoria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gstead-Theater. Haus Ravallct, oder: Der Mord im Steinbruch. Montag: Dieselbe Vorstellung. AeKdens-Theater. Francillon. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll'» Theater. Patience. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kellealliaace-Theater. Die Näherin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mathalla-Theater. Alle Neune. Montag: Dieselbe Vorstellung. Teatrat-Theater. Höhere Töchter. Montag: Dieselbe Vorstellung. KSnigftädtil'chev Theater. Uriel Acosta. Montag: Dieselbe Vorstellung. Amerieaa-Theatrr. Spezialitätm-Vorstellung. Toucordia- Theater. Spezialitäten< Vorstellung. Gheater der Zleichvhallen. Spezialitäten- Vorstellung. Kaostaa««» MariÄtS. Spezialitäten- Vor- stellung. Circns A. Erembser Lrirdrich-Kart Zlfer, Ecke Karlstraße. Heute. Kouutog, den 15. Januar 1888, 2 große®Qfa*ior|i llungen, Nachmittags 4 Uhr und Abends Uhr. Nachmittags 1 Kivd frei. In beiden Kor- stell engen: Die lustizr Schwi'zcmitta. Große originelle Pantomime mit Fallet, ausgeführt von 80 Personen und 40 Damen vom Corps de Ballet. 8 Rapphengste, vorgeführt vom Direktor A. Krembser. j*u de ba re, geritten von 3 Damen.„Frillant", Schulpferd, ge- ritten in der hohen Schule von der vorzüglichen Schulreiterin Frl. Anna Krose. Auftreten des Preisringkämpfers Herrn Taei Ab«. Clown Inngmann mit seinem dresfirter Glet Kl- goto.„Abd-el Kader", Schulpferd, geritten von Herrn Paul Keofe. Auftreten der besten Reith»«stlerinnen und KeitbLnstler, sowie sämmtlicher Clowns. Montag, Abends 7 Uhr: Große Vorstellung. Zum«5. Male: Die lustige Schwiegermutter. A. Rrembmer, Direktor. BeHlner Studt Theater Inertheaterstraße 15, fr. Alhambra- The Zum 2. Male: Mjer üifoobt oder: Vater Martin s Haus. Volksstück mit Gesang in 3 Akten von Dr. Oßmann. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellnng 7 t Uhr. Dresdenerstr. 72. Direktion: Adolph Ernst. Zum 191. Male: Die schöne Ungarin. Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Musik von G. Steffens. Die»ruen Konpiets stnd vom Kaprllmstr. Herr» Frenz Roth komponirt. Irma: Clara Helmer. Lilli: Olga Dwo- raK. Fritze: Grete Gallus. Häppchen: Clara BOchler. Miesebcck: Direktor Ad. Ernst. Schröder: Aug. Kurz. Triller: Paul Barthold. Walzebock: Gustav GBrss. Alfred: Wilhelm Ruft. Teleph n Anschluß: Amt III. Rr. 804%. Kasseneröffnung 5� Uhr. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 7t Uhr. Passage 1 Ti Kaiser-Panorama Schlösser König Kndmtg II. Ueuschwanstein. M?' K-Heuschmongau. TB* Neu! Zum ersten Male: Vierte Wanderung durch Pari». Keif» Sr. Was. Schiff Hertha. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Die Beleidigung gegen Herrn Hartteib nehme ich hiermit zurück, fr. Rumpelt.[136 Wo speisen Sie? In der alten pommerschen Küche, Oranienstr 181, Hos partcrre�bei Klein! Frühst. 30 Vf., Mittaggtisch m. Bier 50 Vf., Abendtisch von 30— 50 Pf. nach Auswahl. Eleg. Maskengarderobe für Herren und Damen von C. Tietz, Grauienstraße 130,% Trepp. (Ecke Alerandrinenstr.). Geschmackvolle Kostüme in reichster _ Auswahl zu billigen Preisen. Uereia-n Preisermäßigung. Km Friedrichshain. 13 SfktDeije�iacten. Heute, Sonntag: Im neu erbauten Saale Grosser FEST-BALL. Gntree inkl. Garderode 85 Pf. Am Königsthor MW-, Spitjel- ml Wmmki 0. Eorgiebel, K-rli> 80� Skalttzerstr. 130. aar«igen. Tischlerei und«apesier- Werkstatt.-M>[115* Preußische Original-Loose und Aatheile. Original- j Hauptziehuug vom SO. Januar bi« 8. F bruar 1888. uur mit der Krdingung der Rückgabe«ach beendeter Ziehung. Löo.e,'i. aoo zu.. ioo p.. 1. sop.,%-4 sp. Authrilr: 1,° 13 p.,'|32 7 p.. V 3 p. 50 Kf. empfiehlt und versendet das Lotterie- Geschäft von Berlin O., Koppe«. Straße Kr. 0«. Mach Auomärt»«nter P-rto-Mergütung. 88 RS. Meyer, llauplziehun� 1 Hönigl. Preos*. 199. Klannen-lioUerie I vom 20. Januar bis 8. Februar, täglich 4000 Gewinne. WWWWWMWWWWWW Haupttreffer 600 000 Mk. WWW>WW>W>MW Loose Imit Bedingung der Rückgabe nach beendeter Ziehung event. nach Auszahlung de.. Gewinnes. 'i. 200 m., 1- 100 M.,-h 50«..'Is 25«. Ä-—XE-— IE— deren Gewinne sofort ehn# jeden Abzug an unserer| •KBlBglsSllCs Kasse ausbezahlt werden, V6 40, V» 25, Vjo 20,' 12%, V.o 10,'/„ 6%, 5,'/e, Mark. 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Fe.ruar 1888.-j/ »u mit der Kedinguu« der Ruchgabe«ach beendeter� ........ 53 p., k' Anthetle: o l l M.,'k 7 p.,' empfiehlt und versendet das Lotterie-Ge Carl 64 (Höft von st Berlin, S M Sv S_/ � Sv f Andreas ckrol Nach Auswärt« uur unter Porto- Urrgutuug. Verantwortlicher Redatteur:».«rouheim in Berlin. Druck und Verlag von War Kadiug in Berlin 8W., Beuthstraße 2. Preuss. Original-Loose. Hauptgewinn t 600 000 Mark ..„___ vom 20. Januar bis 8. Februar. Hierzu empfehle:,•.1 Vi 200 M., 1, 100 M.,'/« 50 M.,«,8 25 M.,),« 12 M. 50 Pf.,'[,. 6 M. 50 Leo Josephy Loos- und BBuk-0< � Kerlin C., Jüdenstraße 14. e/ KB. Auf Nr. 81 419 fiel 60000 M., auf 38 815 10000 M. kürzuch in weM�> Neu eröffnet! Bmunenstrasse 97. Neu � W. Braunspan, v Lager von Herren- nnd Knaben- ,,.... sowie Arbeits- Anzügen of�| in grOwter Anewahl In gediegenarw Ausführung Bestellungen nach M»»»•£/ Kieri» Beilage zum Berliner Bolksblatt. Mr. 13. Sonntag, den 15. Januar 1888. 5. Jahrg. . Varlamrntarisches. Kerlin Sonnabend, 14. Januar. Der Landtag ist heute mit folgender Thronrede eröffnet worden: Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages! Seine Majestät der Kaiser und König haben mich mit der Eröffnung des Landtages der Monarchie zu deauftragen geruht. � Die Sorge um Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit unseren theuren Kronprinzen hat Seine Majestät den Kaiser und König, Sein Haus und unser gesammtes Volk noch nicht verlassen. Aber unsere Hoffnung auf Genesung bleibt be- stehen, und wir fahren fori, Gott um die Erhörung aller zu Ihm für den erlauchten Kranken emporsteigenden Fürbitten an- zustehen. � Die Finanzlage des Staates hat sich günstiger gestaltet, als ermattet werden konnte. . Schon das Ergebniß des letzten abgeschlossenen Rcchnungs- jahres vom 1. April 1886—87 hat die Voraussetzungen des Voranschlages erheblich übertroffcn. Während bei Feststellung des Staatshaushaltsetats für das genannte Jahr sich die Er- gänzung der Einnahmen durch eine Anleihe von rund 12 Mill. Mark nöthig zeigte, um den Ausgabebedarf zu decken, haben sich die finanziellen Verwaltungsresultate des Jahres in- folge von Mehreinnahmen und beträchtlichen Minderausgabcn im Ganzen um rund 32 Mill. Mark besser, als veranschlagt war, herausgestellt. In solcher Höhe hat daher, den Bestim- mungen des Eisenbahngarantieaesetzes gemäß, noch in der Rech- nung eben dieses Jahres eine Mehrausgabe behufs Tilgung der Staatsschuld in Form der Verrechnung auf bewilligte Anleihen gemacht werden können und müssen. Noch günstiger scheint sich das Ergebniß des laufenden Rechnungsjahres vom 1. April 1887 88 zu gestalten. Während bei Feststellung des Staatshaushaltsetats für dasselbe zur Deckung des Ausgabebedarfs eine Anleihe von mehr als 40 Millionen Mark nothwendig erschien, lassen die bis jetzt vorliegen- den finanziellen Verwaltungsresultate hoffen, daß wiederum hervortretende Minderausgaden, überwiegend jedoch namhafte Mehreinnahmen bei den Betttebsverwaltungen des Staates, hauptsächlich bei der Staatseisenbahnverwaltung, sowie Mehr- Uberweisungen vom Reich im Ganzen einen Ueberschuß ergeben werden, welcher denjenigen des Vorjahres noch beträchtlich übersteigen und auch durch die entsprechende Anwendung der Vorschttftcn des Eisenbahngarantiegesetzes in der Rechnung des laufenden Jahres nicht erschöpft werden wird. Die hierin wahrnehmbare erfreuliche Entwickelung der eigenen Hilfsquellen des Staates und die Erfolge der im Jahre 1887 endlich möglich gewordenen Weiterführung der Reichs- steuerreform lassen, sofern nicht unberechenbare Ereignisse störend dazwischen treten, für die kommenden Jahre die Wiedergewin- nung und Erhaltung des Gleichgewichts der Einnahmen und Ausgaben des Staates auch bei freierer Bewegung als bisher gesichert erscheinen. Gleichwohl hat die Staatsregierung es für Pflicht gehalten und sich angelegen sein lassen, den Ausgabe- dedarf des nächsten Jahres, wie in den vorausgegangenen Jahren, auf allen Staatsverwaltungsgebieten mit Sparsamteit und thunlichster Zurückhaltung zu bemessen und die darüber hinaus ver- fügbaren Mittel zusammen zu halten, um zwar nur schttttweise und vorsichtig, aber doch wirksam und sicher an die wettere Lösung der Aufgaben herantreten zu können, welche, zu groß gegenüber der bishettgen Finanzlage, ihrer Dringlichkeit und allseitigen Anerkennung ungeachtet immer wieder vertagt werden mußten. Nicht dem Geldbetrage nach, aber nach dem Anlaß der Bewilligung und nach dem Maße, in welchem sie von dem landesväterlichen Herzen Seiner Majestät des Königs als eine desondere Verpflichtung empfunden wird, steht in erster Linie eine dauernde Mehrausgabe zur Verbesserung der äußeren Lage der Geistlichen aller Bekenntnisse. Der im Zivttstandsgesetze vom 9. März 1874 bestimmte Erlaß eines besonderen Gesetzes, welches die damals den Einkommensvcrhältnissen der kirchlichen Stellen erwachsene Einbuße ausgleichen sollte, ist seither nicht erfolgt. Die entgegenstehenden Schwierigkeiten erscheinen auch jetzt und für die Folge unüberwindlich. Darum soll für den auf kirchlicher Seite eingetretenen Ausfall durch die jetzt in Aussicht genommene Bewilligung ein werthvollcrer Ersatz gewährt werden, der es ermöglicht, die unzulänglichen Pfarrbesoldungen bis zu einem für die heutigen Verhältnisse auskömmlichen Maße zu erhöhen. Sodann mußte es nicht minder geboten erscheinen, mit dem ——— �—�li KerUner Sonntagsplauderei. E. C. Wieder einmal stehen wir vor dem wichtigen Moment, daß die Herren Reichsboten von Rah und Fern auf unsere Metropole der Intelligenz losdampfen, um hier gesetzgeberischen Arbeiten obzuliegen. Beide Enden der ' Leipzigerstraße sind mit diätenempfangenden nnd diäten- losen Gesetzesmachern gepflastert; es kann also losgehen. Was die nächsten Wochen und Tage bringen werden, ist noch mit dem üblichen Schleier, der die Zukunft über- Haupt deckt, für uns arme Sterbliche verhüllt; der Zeit allein wird es gelingen, siegreich an allen vier Zipfeln zu- gleich diesen Schleier zu lüften. Was an Vermuthunaen geleistet werden konnte, ist geschehen; die Zeitungsmenschen haben wie gewöhnlich das Menschenmögliche vollbracht. Die Frage, ob Expatriirung oder Znternirung, ist durch eine Massenproduktion der verschiedenartigsten Zeitungs- «rtikel hinlänglich nach allen Seiten hin be- leuchtet, was vielleich noch nicht ganz klar war, ist von Spezialkorrespondenten hinlänglich in den Grund telegraphitt immer dieselbe Geschichte. „ Wenn man im Rathe der Weisen für eine Jnternirung wäre, so könnte die Sache recht heiter werden. Vielleicht hat der Magistrat von Berlin ein Einsehen und stellt einige ier Rittergüter, die er heute nur für Berieselungszwecke hält, unverbesserlichen Sozialdemokraten zur Verfügung. Die Berieselung hätte dann keinen Zweck mehr, man müßte die dorthin internirten Leute einfach mit den Pflichten und der Thätigkeit eines Rittergutsbesitzers bekannt machen, sie müßten dazu verurtheilt werden, die Wirkungen der neuen Kornzölle auf Großgrundbesitzer am eigenm Leibe zu fühlen. Nur wer in einem prächtigen Herrenhause sitzt, wer Herr- liche Parkanlagen und Gewächshäuser sein eigen nennt, wer nach beschwerlichem Zagdvergnügen die lechzende Zunge in kühlem Sekt erfrischen kann— der hat das Recht, über die Geschicke der nothleidenden Bevölkerung mitzu- sprechen, denn er allein weiß Alles aus Erfahrung. Es Verzicht der Staatskasse auf die Wittwen- und Waisengeld- beitrüge der Beamten einen dem Vorgange beim Reich folgenden, in sich abgeschlossenen und nach jeder Richtung hin zweck- mäßigen Anfang zur Verbesserung der Beamtenbesoldungen zu Im übttgen aber und zum bei weitem größeren Theile sind die verfügbaren Mittel für eine weitere allgemeine Erleichterung des Druckes der Kommunal- und Schullasten in Anspruch zu nehmen. Zu diesem Behuf empfiehlt es sich nach der Auffassung der Staatsregiemng gegenwärtig am meisten, einendem erlangten Maße nachhaltig gesteigetter Leistungsfähigkeit der Staatskasse entsprechenden Theu der Besoldungen der Lehrer an den öffent- lichen Volksschulen den Schulunterhaltungspflichtigen abzunehmen und als eine dauernde Ausgabeverpflichtung in den Staats- Haushaltsetat einzustellen. Der nach diesen Gesichtspunkten aufgestellte Entwurf des Staatshaushaltsetats für das Jahr vom 1. April 1888—89 wird Ihnen zugleich mit den wegen der Aufhebung der Wittwen- und Waisengcldbeiträge der Beamten und wegen der dezeich- neten Erleichterung der Volksschullasten erforderlichen besonderen Gesetzentwürfen alsbald zugehen. � Auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens werden Ihnen auch in diesem Jahre Vorschläge gemacht werden, welche die Her- stellung einer weiteren Reihe von wichtigen Schiencnverbin- düngen und sonstigen Bauausführungen zur Erweiterung und Vervollständigung des Staatseisenbahnnetzes bezwecken. Eine auf die Regulirung des unteren Laufes der Weichsel gerichtete Vorlage wird Ihnen zugehen. Zur Weitetfuhrung der Verwaltungsreform werden Ihnen die Entwütte einer Kreis- und Provinzialordnung für Schleswig- Holstein unterbreitet werden. Es wird Ihnen ferner ein Gesetzentwutt vorgelegt werden, welcher die Bestteitung der Kosten der Ottspolizei in Stadt- gemeinden mit königlicher Polizeiverwaltung neu zu regeln be- stimmt ist., Die Durchführung der Gesetzgebung betreffs der Fürsorge für die im land- und fotttwitthschaftlichen Bettiebe verunglückten Arbeiter vollzieht sich— Dank dem allseitigen verständmßvollen Entgegenkommen der Arbeitgeber und der kommunalen Ver- bände— ohne Störung. Die konstituirenden Versammlungen der versicherungspflichtigen Verbände haben stattgefunden und in allen Provinzen zu gleichen Beschlüssen gefühtt in Bezug auf die usbertragung der Geschäfte auf die Organe der Selbstver- wnltung. Eine annähernd gleiche Uebereinstimmung ist hin- sichtlich der Annahme des Maßstabes hervorgetreten, nach welchem die entstehenden Lasten auf die einzelnen Verpflichtungen über- tragen werden sollen. Meine Herren! Indem ich Sie im Auftrage Seiner Majestät willkommen heiße, lade ich Sie zur Wiederaufnahme Ihrer Arbeiten in der Zuversicht ein, daß Ihre Thätigkeit auch in der bevorstehenden Session von Gottes Segen begleitet sein wird. Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs erkläre ich den Landtag der Monarchie für eröffnet.. Lokales. Eine der Nachtseiten«nseee» modernen gesellschaftlichen Lebens, das Thema über die Prostitution, hat in dem neuesten Hefte der Vierteljahrsschnft für öffentliche Ge- sundheitspflege der Dr. W. O. Focke in Bremen behandelt, der augenscheinlich in Beziehungen zur dortigen Sittenpolizei steht. Der betreffende Artikel ist, um in einer Zeitung wiedergegeben zu werden, eigentlich mit etwas zu deutlicher ärztlicher llngenitt- heit geschrieben. Aber andererseits sind die Schilderungen des Verfassers so erschreckend und beruhen augenscheinlich auf gründ- lichen Erfahrungen, daß es nicht wohl angeht, diese Mit- theilungen, die für die Beuttheilung unserer modernen sozialen Verhältnisse von der größten Wichtigkeit sind, einfach todtzu- schweigen. Wir versuchen deshalb, den Gedankengang des Ver- fassers unter Fortlaffung der etwa anstößig wirkenden Ausein- andersetzungen wiederzugeben. Während der letzten Jahre hat die Aufmerksamkeit von Aerztcn und Menschenfreunden sich mehr als sonst der Prostitution und den damit verbundenen sittlichen und sozialen Schäden zugewendet. Sogar Damen haben sich in mehreren Fällen an den Erörtemngen betheiligt und— wie der Verfasser meint— in naiver Unkenntniß der thatsächlichen Verhältnisse, bald den Männern Moral gepredigt, bald ihrer Entrüstung über die Ver- gewaltigung ihrer Geschlechtsgcnossinnen Ausdnick verliehen.— Aerztlicherseits ist immer das Hauptgewicht auf die gesundheitliche kann freilich sein, daß man sich in den leitenden Kreisen die Jnternirung etwas anders vorstellt. Haben wir doch im geliebten Vaterlande so herrliche Städte und Gegenden, in denen es sich brillant leben läßt. Im Posen'schen giebt es Ottschaften, in welchen man die Stadtthore öffnen muß, wenn sich Jemand auf dem Marktplatz die Stiefel aus- ziehen will. Sollte dort nicht Raum sein für Sozial- demokraten? Jene Gegenden sind leicht zu erreichen, bilden sie doch die erste Etappe nach Sibirien, und was sonst nicht ist, kann ja Alles noch werden. Könnte man nicht alle Leute, die unbegreiflicher Weise mit dem heutigen System unzu- frieden sind, nicht nach Kamerun und den anderen gesegneten Gefilden, die unter deutscher Oberherrlichkeit stehen, spediren? Unglaublicher Weise ist in der gesammten Diskussion dieser Vorschlag nicht aufgetaucht— wir allerdings wollen auch kein Patent darauf nehmen, obgleich die Proposition gewiß neu und eigenartig ist. Hat der Erbfreund Rußland sein Sibirien, verfügt der Erbfeind Frankreich über sein Cale- donien, so bedeutet es für Deutschland einfach ein Defizit in der Zivilisation, wenn wir von unserem Little-Popo nicht den gehörigen Gebrauch machen. Der Gedanke lag so nahe, näher wie Kamerun, jetzt aber stellt er sich dar als das neueste Ei des'„Clumbumbus". Auf denn nach Kamerun, lassen wir die Ritterguts- besitze? allein im geliebten Deutschland zurück— drüben kann man vielleicht sogar noch Gold finden. Alle Vorzüge hatten nämlich die deutscheu sogenannten Kolonien bis jetzt: sie waren anerkannt ungesund, die stärkste Konstitution erlag den lieblichen Sumpfsiebern in verhältnißmäßig kurzer Zeit, es wächst dott nicht soviel, daß ein Kaninchen mit Anstand frühstücken kann, die Neger sind sehr giftig auf die Europäer, nun kommt sogar noch das Gold hinzu. Vor der Platte wird immer das größte Geschrei ge- macht; das ist nicht nur im geschäftlichen Leben der Fall, sondern diese Praxis scheint neuerdings auch bei größeren und selbst sogenannten Staatsaktionen eingefühtt p werden. Es muß wirklich ein molliges Ländchen sein, dieses Bedeutung der Frage gelegt worden. Die Meinungen über di Bekämpfung des Hebels gehen weit auseinander; es wiederhol sich in diesem Falle im kleinen, was wir auf anderen Gebieten des öffentlichen Lebens beobachten, nämlich daß die Hilfe von dem einen durch Staatshilfe, von dem anderen durch Religions- Hilfe, vom dtttten durch natürliche Selbsthilfe angestrebt wird, abgesehen von„denjenigen, welche die ganze heutige Zivilisation für faul erklären und die gesellschaftliche Ordnung einfach um- stürzen oder auf neuen theoretischen Grundlagen aufbauen wollen." Trotz dieser Gegensätze hofft Herr Dr. Focke, daß es möglich sein wird, sich über wichtige Punkte in dieser Ange- legenheit zu verständigen, da die Kreise, welche sich bis jetzt mtt der Frage beschäftigen, keinerlei eigene Interessen oder selbst- süchtige Zwecke verfolgen. Es würde aber ein wesentlicher Ge- winn sein, wenn man sich überzeugen wollte, daß manche wohl- gemeinte Heilversuche deshalb völlig aussichtslos sind, weil sie von irtthümlichen Voraussetzungen ausgehen. Man sollte ver- suchen, die vorhandenen Kräfte zum Zwecke der Erstrebung er- reichbarcr Ziele zu vereinigen. Gesundheit und Sittlichkeit sind Güter, welche in engster Beziehung zu einander stehen.— Der Autor untersucht sodann die Ursachen der Unstttlichkcit, die Att ihres öffentlichen Aufttetens, deren Gefahren und Mittel zur Besserung der gegenwärtigen Zustände. Er kommt dabei zu dem Resultate, daß Enthaltsamkeit von allen Ehelosen zu ermatten unmöglich sei und daß es kein Mittel giebt, welches der Prostitution vorzuziehen wäre. Besonders interessant ist eine Ktttik der Ehe, die der Verfasser giebt, und die aus der Feder eines Polizei-Arztes geradezu verblüffend wirtt. Seine AbHilfsmittel sind kediglich polizeilicher Natur, was bei dem Standpunkte des Verfassers erklärlich wird. Auf die Schilde- rungen des Treibens der Prostituirten und ihren verderblichen Einfluß, wie ihn der Autor an der Hand seiner im Amte ge- sammelten Erfahrungen schildert, finden wir wohl noch Gelegen- heit zurückzukommen. Das Bild ist so interessant, daß man fast glauben könnte, es sei von„einem derjenigen, welche die ganze heutige Zivilisation für faul erklären". Aber es ist eine merk- würdige Erscheinung, daß Naturforscher, Aerzte und andere Ge- lehtte, soweit sie sich auf dem Gebiete exalter Wissenschaft be- wegen, sich immer den Auffassungen derjenigen nähern, welche „die gesellschaftliche Ordnung auf neuen theoretischen Grund- lagen aufbauen wollen". Der Grunewald hatte nach der im Jahre 1840 vorgenommenen Vermessung einen Flächeninhalt von 15 170 Morgen, Später wurden tzütungsländereien sc. angekauft und bepflanzt, so daß er jetzt ein Areal von 18 279 Morgen umfaßt. Wenn auch der Boden meist nur sandig ist, so ist er doch noch hin- reichend mit Lehm vermischt, daß der Baumwuchs durchschnittlich gut gedeihen kann. Eichen sind nicht viel, aber doch einige von über 200 Jahren vorhanden. Der Holzertrag von den Kiefem betrug 1840 die Summe von 3479 Thlr,, ist jetzt aber bedeu- tend höher. Früher hatten die umliegenden Ortschaften im Grunewald Hütungsgerechtsame. So konnte Pichelsdorf sein Rindvieh auf dem Pichelswerder bis Ende der sechziger Jahre weiden lassen; selbst das Kloster Lehnin besaß die Gerecht- same, 1200 Schafe im Grunewald hüten zu lassen, verpachtete aber dieses Anrecht. Die angrenzenden Dörfer hatten auch einen Anspruch auf Bau- und Nutzholz. Den schönsten Schmuck des Grunewaldes bilden seine elf Seen, die zum Bau des seit Jahren geplanten Südwestkanals mit verwendet werden sollen. Zum Kampf g-gr« dl- freien Hilfokaffen. Die bc- gehrlichen innungsmeisterlichcn Blicke beginnen sich neuerdings auch den freien eingeschttebenen Hilfskassen zuzuwenden, beseelt von dem Wunsche, dieselben unter väterliche Obhut zu nehmen. So gehen gegenwättig, der„Allg. Fahr-Ztg." zufolge, die Haupter der hiesigen, aus dem Zentral-Vcrein Berliner Fuhr- ultternehmer hervorgegangenen Fuhrherrn-Jnnung mit der Ab- ficht um. die hierotts bestehende lokale freie eingcschttebene Hilfs- lasse der Kutscher ic. Nr. 82 in eine Jnnungskasse umzuwandeln. Die Gründe, welche die Herren von der Fuhrherrn-Jnnung hierzu berechtigen und die von ihnen als Beweis für die dringende Notwendigkeit der Umwandlung einer freien Hilfs- lasse in eine Jnnungskasse ins Feld geführt werden, sind zum mindesten recht eigenattige. Zum ersten wird als zwingender Grund für die angestrebte Metamorphose angefühtt, daß unter der Kassenleitung des früheren Vorsitzenden sich ein Manko von 2003 M. 48- Pf. ergeben habe, daß denizufolge die Kasse nicht genügend überwacht werde, trotzdem, wie die„Allg. Fahr-Ztg.' ausdrücklich bemerkt, zu"jener Zeit schon zwe, Fuhrherren im Vorstande saßen. Den Mitgliedern, welche sich beim Vorstände nach den in Aussicht gestellten Er- Mittelungen in der Manko-Angelegenheit erkundigten, wurde die Kamerun, das Gold liegt auf den Straßen, soweit solche existiren, und es fehlt nur an Menschen, die dasselbe auflesen. In Berlin beispielsweise kann man sich die Stiefel durchlaufen, bevor man einen Nickel findet, und steckt man denselben ein, so kann man höchstens noch wegen Fundunterschlagung belangt werden. Liegt einmal eine größere Summe auf der Straße, so fordett entschieden am nächsten Tage ein armer Kassenbote den ehrlichen Finder an den Anschlagsäulen auf, ihm das Verlorene wieder zuzustellen. Die Bankiers und sonstigen Kommerzienräthe verlieren niemals etwas, außer dem Kopf, und an diesem Ding ist nichts gelegen, Niemand würde einen solchen aufheben, wenn nicht, wie bei Herrn Jerusalem, eine Belohnung daraus gesetzt ist. Wie gesagt, die Geld- Verhältnisse sind bei uns miserabler Natur, es wird daher das Beste sein, daß man sich zur Restaurirung seiner Ver- mögensverhältnisse nach Kamerun„interniren" läßt. Leider aber leben wir vorläufig noch nicht in diesem gepriesenen Eldorado, sondern wir muffen uns mit unserem frostigen Berlin begnügen, welches allerhand Anstrengungen macht, um durch mehr oder weniger geschmacklose Masken- anzüge zu brilliren. Ob expattiirt oder internirt— gleich- viel, getanzt wird doch, und eö bleibt eine unbeschreibliche Seligkeit, für lange Zeit qualvoller Entsagung einmal wenige Stunden spanischer Hidalgo oder Königin der Nacht gewesen zu sein. Ueber den Geschmack läßt sich nicht streiten und schließlich ist ein Vergnügen so gut wie das andere. Jedem muß man sein Pläsir gönnen, selbst den EiSpächtern, denen die Kälte jedes Mal ein sonniges Lächeln auf das Antlitz zaubert. Auch die Herzen der Holz- und Kohlenhändler sind in den letzten Tagen von freudigen Hoffnungen geschwellt, Alles ist somit in Ordnung; vielleicht schicken uns im nächsten Winter die Internirten aus Kamerun einiges Gold, damit wir hier einheizen können.— Antwort zu Tlzcil, daß die Staatsanwaltschaft das öffentliche Einschreiten ablehne, da der Angeschuldigte seine Unkenntniß bei Vertretung einer solchen Kaffe vorgeschützt habe, einfach, weil er nicht Kaufmann sei! Zur weiteren Motivirung des An- träges auf Umänderung der freien eingeschriebenen tzilfskasse in eine Jnnungskasse wird angeführt, daß es die Direktion der Allgemeinen Omnibus- Aktien- Gesellschaft wolle, ein Grund, der fast noch sonderbarer erscheinen will, als der elftere. Mit Recht wohl fragt das Fachorgan, was hat diese Gesellschaft mit der Kasse zu thun? Ist sie selbst, wir meinen die Herren Aktionäre oder die Direktion, oder sind nur ihre Arbeiter Mitglieder der Kasse? Wenn letzteres der Fall ist, dann hat die qu. Gesellschaft weder etwas zu wünschen, noch zu fordern und Niemand, am allerwenigsten der Vorstand der Kasse, hat ein Recht, zu sagen:„Tie Omnibusgesellschaft wünscht es!" Aber die qu. Gesellschaft, so führt das Fachdlatt weiter aus, ist schon von vornherein beim Inkrafttreten des Versichcwngszwanges davon ausgegangen, ihre Arbeiter auch außerhalb des Dienstverhältnisses m Zaum und Zügel zu haben. Sie hat dieselben einfach in die Kasse nehmen lassen und die Ouittungs- und Statutcnbücher in Verwahrung genommen. Die Beiträge werden den Leuten vom Lohn abgezogen und der Kasse ausgehändigt. Die meisten dieser so versicherten Leute wissen überhaupt nicht, in welcher Kasse sie Mitglied find, wo sich das Kasscnlokal befindet und was die Kasse ihnen gegenüber für Pflichten, bezw. was für Rechte sie der Kasse gegenüber haben. Unter solchen Umständen kann man sich nicht wundern, wenn es dem Einflüsse der Innung gelingt,„durch den Willen der Mitgieder" die freie Hilfskasse in eine Jnnungskasse umzuwandeln.— Es ist dies aber nicht der einzige Kampf, der gegen die freien eingeschriebenen Hilfskassen in Szene gesetzt wird. Außer den bereits unternommenen Schritten zur Verkümmerung der Rechte dieser Kassen scheint auch noch von anderer Seite gegen dieselben vorgegangen werden zu sollen. Die königliche Klinik in Berlin, so theilt die„Allg. Fahr-Ztg." weiter mit, welche bisher die erkrankten Mitglieder der Krankenkassen jeder Gattung aufnahm, soweit Raum vor- banden war, wie jede andere Krankenheilanstalt es noch heute thut, nimmt die Mitglieder der freien eingeschriebenen Hilfskassen nicht mehr als Mitglieder solcher Kassen auf, sondern nur wie jeden anderen Privatmann, dergestalt, daß das Kur- und Ver- pflegungsgcld auf mindestens einen Monat im Voraus bezahlt werden muß.— So von allen Seiten bedrängt, werden die freien eingeschriebenen Hilfskassen alle Kräfte aufbieten müssen, sollen sie dein gegen sie gerichteten Anstürme nicht unterliegen. Das hiestgr Polmipfiistdimn erläßt folgende Bekanntmachung: Obwohl es den Fortschritten der Chemie gelungen ist, arsenik- und andere gifthaltige Farben durch giftfreie un- schädliche Farben zu ersetzen, gelangen insbesondere arsenikhaltige Farben noch immer häufig zur Verwendung, so zur Herstellung grüner Tapeten, zum Bemalen der Zimmerwände, geringwerthiger Fenstcrvorhänge, Färben von Kleiderstoffen, künstlichen Blättcm und Blumen u. dgl m. Neuerdings ist besonders darauf hin- gewiesen worden, daß Tapczirer zur Beseitigung des Haus- Ungeziefers dem Tapetenklcister Schwcinfurtcr Grün(Schwaben- pulver) hinzufügen, wodurch die Gesundheit der Bewohner solcher Zimmer ebenso gefährdet wird, wie die Gesundheit der- jenigeu, welche in Zimmern mit arsenikfarbenen Wänden wohnen, oder die oben bezeichnetcir Gebrauchsgegenstände benutzen. Das Publikum wird wiederholt auf die Gefahren aufmerksam ge- macht, welche der Gesundheit und dem Leben durch die Ver- wendung gift-, besonders arsenikhaltiger Farben drohen, und vor der Benutzung solcher Gegenstände bez. dem Bewohnen von Räumen, deren Wände mit arsenhaltigen Farben bemalt sind, ernstlich gewarnt. Tie Gewerbetreibenden, welche derar- tige Farben zu vorgedachten Zwecken verwenden oder in den Verkehr bringen, werden auf die Bestimmungen der§§ 324 und 326 des Strafgesetzbuches hingewiesen. Falsche LünfzigmarKschrine, eine bisher nicht bekannte Sorte, kursirten nach einer von der Reichsschuldenverwaltung an das hiesige Polizeipräsidium gerichteten Anzeige und sind zur Einlösung vorgelegt worden. Tie falschen Noten_ sind als aus Sachsen und Baden herstammend mit der Chiffre 82 D. gc- zeichnct. Das Haupterkennungszeichen ist die leichte Verwasch- barkeit der Farbe; dies haben die sächsischen und die badischen falschen Noten gemein. Außerdem sind die Schau- und Rück- seite der sächsischen nicht in Kupferdruck, sondern als.Handzcich- nung mit Feder und Pinsel gehalten, während die badischen durch Uebcrzeichnung eines mit schwacher, brauner Farbe hergc- stellteir autographischen Umdrucks die Embleme ergeben. Zwei gefährliche Verbrecher entsprungen. Der de- reits früher wegen vielfacher Diebstähle mit zusammen sechszehn Jahren Zuchthaus, zuletzt vor zirka 4 Wochen wegen dreier Brandstiftungen mit lebenslänglichem Zuchthaus bestrafte Zi- garrenarbeiter Adolf Brunst, sowie der nrchrfach wegen Dieb- stabls mit Gefängniß und Zuchthaus bestrafte Friseur Georg Sellack sind nach hierher gelangter polizeilicher Äittheilung in der Nacht zum 9. d. M. aus dem Stettiner Gefängniß ent- wichen. Um Festnahme und sorgfältige Fesselung beim Trans- port der Verbrecher wird gebeten. Brunst ist 43 Jahre alt, groß, schlank und mager, von blasser Gesichtsfarbe, mit dunkel- blondem Haar, blauen Augen, defekten Zähnen, ovaler, schmaler Gesichtsbildung und kräftigem Bartwuchs. Bei der Entweichung hatte er einen ca. 1 Zoll langen, struppigen Vollbart. Bekleidet war B. wahrscheinlich mit dunklem, kurzem Rock und dunklen Beinkleidern, sowie weißem Halstuche, rundem, schwarzem Hute und Schaftstiefeln. Sellack ist 1,68 Meter groß, hat dunkel- blondes Haar, dunkle Augen, ländliche, gebogene Nase, ovales, blasses Gesicht und ist von kräftiger, untersetzter Statur. Er war bekleidet mit einein alten grauem weißpunktstten Tuchrock, grauen Beinkleidem uiid grauer Stopmützc mit Schinn. Von Herrn Chr. Kormann. Tischmclmcister, Alte Jakobstr. 132, erhalten wir folgendes Schreiben: An die Re- daktion des„Berliner Volksblatt" in Berlin, Bcuthstr. 2. In der Morgenausgabe des„Berliner Volksdlatr" vom 11. Januar d. I. sieht ein Artikel, welcher mit den Worten beginnt:„Wie treue Arbeit gelohnt wird." Derselbe enthält unwahre und ge- hässige, mich betreffende Behauptungen. Ich erkläre der Redak- tion zur Widerlegung derselben folgendes: Der in dem Artikel in Schutz genommene Tischlcrgcselle Millbradt hat vom Jahre 1865 bis zum Jahre 1871 bei mir als Tischlergeselle gearbeitet. Er ist dann ausgetreten und ungefähr 8 Monate bei dem Tischler Rcinke in der Wassetthorstraße hierselbst als Tischler- geselle thätig gewesen. Darauf habe ich im Jahre 1872 den Millbradt auf dessen Bitten wieder in Arbeit genommen. Der- selbe arbeitete vor wie nach in Akkord, erhielt für seine Abeiten dieselben Preise wie seine Nebengesellcn, welche letzteren wöchent- lich 25 bis 45 M. bei neun und ein halbstündiger täglicher Ar- deit verdienten. Millbradt brachte cS aber, weil er ein lang- samcr und wenig geschickter Arbeiter war, nur dahin, daß er, obschon er noch des Sonntags arbeitete, wöchentlich selten mehr als 15 M. verdiente. Im lctztverflosseucn Jahre habe ich sodann den Aiillbradt mit dessen Einverständniß gegen einen festen Lohn von 15 M. beschäftigt. Diese letztere Beschäftigung des Will- dradt ist von mir nur deshalb geschehen, weil ich demselben in seinen alten Tagen auch weiter die Mittel zu seinem Unterhalte gewähren wollte, obschon er in Wirklichkeit nicht die 15 M. verdiente und verdienen konnte. Millbradt hat daher mich auch niemals um Erhöbung dieses Lohnes gebeten. Ter Artikel enthält also grobe Entstellungen des Sachverhältnisscs und grobe verleumderische Beleidigungen meiner Person, namentlich auch in dem Vorwurfe, daß ich ein rabiater �Antisemit sei, und um so mehr, als ich mich niemals zum Antisemitismus bekannt, niemals antisemitische Versammlungen besucht und nie- .nals in meinem Leben als Antisemit gehandelt habe. Ich fordere daher die Redaktion auf Grund des Preßgesetzes hiermit auf, in die nächste Nummer des„Berliner Volksblatt" ine dein Vorstehenden entsprechende Berichtigung aufzunehmen und mir das betreffende Exemplar mitzutheilen. Weitere Schritte behalte ich mir vor. Chr. Bormann, Tischlermeister, Alte Jakob- straße 132.— Auf die weiteren Schritte des Herrn Bormann find wir gespannt. Im Uebrigen waren wir zur Aufnahme eines derartigen„ungehobelten Schreibens— noch dazu von einem Tischlermeister— durchaus nicht verpflichtet. Wo übri- gens im Preßgesetz steht, daß wir.Herrn Bormann ein Exemplar unseres Blattes„mittheilen" müssen, haben wir trotz angestrengten Suchens nicht finden können. Herr Bormann thäte gut, unser Blatt zu abonniren, dann erfährt er, was darin steht. Wiederholtrs Mettcrleuchtrn ist, wie ein Bericht- erstatter mittheilt, am nördlichen Himmel gestern Abend gegen 5 Uhr beobachtet worden. Um diese Zeit hatten sich am Himmel dunkle Wolken zusammengeballt, aus denen in kurzen Zwischenräumen Blitze Hervorschossen, die auf Augenblicke den dunklen Horizont erleuchteten. Etwa eine Viertelstunde lang hielt dieses Wetterleuchten an, worauf der Himmel sich auf- klärte und bald in voller Sternenpracht erglänzte. Megen gewerbsmäßiger Hehlerei sind ein Handels- mann Kosmeller, ein Zigarren Händler Schulze und eine Frau Markus zur Haft gebracht worden. Kosmeller, eine bereits viel- fach, einmal mit drei Jahren Zuchthaus bestrafte Persönlichkeit, wurde seit längerer Zeit von den Beamten der Kriminalpolizei beobachtet. Gestern Vormittag nahm man nun wahr, daß er aus den« Geschäfte des Schulze ein großes Packet zu der Markus tragen ließ. Bei letzterer wurde er angehalten und das Packet geöffnet: es befanden sich darin Sommerstoffe im Werthe von ca. 100 Ä., die Kosmeller von einem gewijjen Hirsch ge- kauft haben wollte, der jedoch nicht ermittelt werden konnte. Die darnuf bei Schulze vorgenommene Untersuchung hatte das Resultat, daß daselbst eine große Anzahl von mehr oder nünder werthvollen Stoffen, anscheinend aus Konfektionsgeschäften her- rührend und einen Gesammtwerth von ca. 1200 M. rcpräsen- tircnd, vorgefunden wurden. Ein Theil dieser Objekte ist auch bereits von verschiedenen Geschäftsinhabern als ihnen gestohlen rekognoszirt worden. „Kminrgel" als Wetterprophet. Erfahrene Landleute prophezeien keinen starken Nachwinter mehr, weil der sonst dem Winterschlaf huldigende, um diese Zeit tief in der Erde ver- grabcne Igel bereits wieder herum läuft und nach Würmern, Schnecken und Mäusen auf die Suche geht. Um die Mitte Ottober war dieser wetterkundige Borstenträgcr noch im Freien thätig, ebenfalls ein Anzeichen eines nicht anhaltend kalten Winters. Also berichtet man dem„B. T." aus den Umgebun- gen Berlins im Niedcrbarnimschcn Kreise, und werden wir in den nächsten Wochen sehen, ob der„Swinegel" seinen alten Ruf als Wetterprophet auch diesmal wieder bewahrheitet. PoUzei-Kericht. Am 12. d. M. vergiftete sich ein Mann in seiner Wohnung in der Artilleriestraße mittelst Morphiums. Als Veranlassung zum Selbstmord hat er in einem hinterlassenen Schreiben unheilbares Herzleiden angegeben.— Am 13. d. M. Vormittags wurde an der Burgstraße die Leiche einer etwa 26 Jahre alten Frauensperson aus der Spree gezogen und nach dem Leichenschauhausc gebracht.— Um dieselbe Zeit brach eine im Hausflur des Neubaues Calvinstraße 9 ausgestellte leichte Rüstung zusammen. Die herabfallenden Bretter trafen den darunter stehenden Maurer Wolter am Kopf und verletzten ihn derartig, daß er sich nach dem Krankenhausc in Moabit begeben muttp— Nacbmittaas wurde in der Liinawstrabe. an der Ecke mußte.— Nachmittags wurde in der Lützowstraße, an der Ecke der Potsdamerstraßc, eine Dame durch einen großen.Hund um- gerannt. Sie erlitt durch den Fall eine Verstauchung des linken Fußgelenks.— Um dieselbe Zeit wurde in der Invaliden- sttaße ein Handelsmann verhaftet, weil er durch eine geschlossen marschirende Abtheilung Soldaten durchzufahren versuchte und dabei nach einem derselben mit der Peitsche schlug.— Im Laufe des Nachmittags wurden am Stettiner Bahnhof der Arbeiter Haack,— auf der Kreuzung der Prinzen- und Dresdenerstraße der Arbeiter Dämel— und Abends in der Post straße ein Friseur, sämmtlich durch eigene Schuld, von Geschäftswagen überfahren und nicht unbedeutend verletzt.— Nachmittags vergiftete sich ein Mädchen in seiner Wohnung in der Gitjchincr- jiraße mittelst Oxalsäure. Es wurde zwar noch lebend vorge- funden, indessen blieben die angewendeten Gegenmittel ohne Erfolg.— An demselben Tage brannten Culmstraße 5 und Prinzenstraße 103 Gardinen, im ersteren Falle erlitt ein Soldat bei dem Versuch, dieselben zu löschen, leichte Brandwunden im Gesicht und an den Händen,— ferner Schillingstraße 14 Balken, Schaaldecke und ein Theil des Daches in einem Fabrik- gcbäudc._ Gerichts-Zeitung. Gin außerordentlich umfangreicher Prozeß beschäf- tigte gestern die zweite Strafkammer am Landgericht 1 in einer Anklagesache wegen Betruges gegen den Kaufmann Leopold Bruck. Der Angeklagte war mit dem Verkauf eines Hauses betraut worden und es wird ihm zur Last gelegt, daß er das Vermögen der Gläubiger, die noch Forderungen hatten und sich au dem Gebäude schadlos halten sollten, dadurch geschädigt habe, daß er durch Unterdrückung der wahren Thatsache, der Verkauf sei perfekt geworden, und durch Vorspiegelung der falschen Thatsache, daß die Gläubiger leicht das Nachsehen haben könnten, einen Jrrthum erregte, und so die Bewilligung von Forderungsnachläsien erreichte. Der Angeklagte hatte nur in- dirctt in seinem eigenen Interesse gehandelt, darum glaubte er sich nicht strafbar gemacht zu haben, und Rechtsanwalt Dr. Friedmanu plädirtc auch auf Freisprechung. Ter Gerichtshof erkannte jedoch dem Anttage des Staatsanwalts entsprechend auf 6 Monate Gefängniß. Eine nngemöbntiche Keleidigungslrlag- führte gestern den Redakteur der„Berliner Börsenzeitung", Herrn Dr. Konewka, vor die I. Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Unter der Ueberschrift„Im Lager der Londoner Anarchisten" hatte die „Pall Mall Gazette" eine Reihe von Auszügen aus dem in Deutschland erschienenen Buche des stuck. zur. Martin in Straß- bürg veröffentlicht. Ter englische Anarchist Victor Dave richtete nun an die„Pall Mall Gazette" eine Zuschrift, in welcher er jene gesammtcn Darstellungen für ein„Mischmasch von Lüge und Verrücktheit" erklätte und behauptete, daß dieselben ebenso wahr seien, wie das von dem Verfasser in dem Hochvcrraths- prozeß Nene abgegebene Zeugniß, daß Nene an der Ermordung des Polizciraths Dr. Rumpff in Frankfurt betheiligt und dies von dem Anarchisten Dave erzählt worden sei. Von dieser Stellungnahme Dave's zur Sache nahm die„Börsenzeitung" durch Abdruck der Erklärung Notiz, Herr Martin aber, dessen Name in dem ganzen Artikel nicht genannt war, fühlte sich da- durch beleidigt und stellte den Strafantrag.— Der Angeklagte bestritt jede beleidigende Abficht. Er habe den Namen des Herrn Martin überhaupt nicht gekannt, da derselbe sich auf seinem Buche nur als der„Korrespondent der Kölnischen Zeitung" bezeichnet habe. Die„Börsen, eilung", welche den Anarchismus oft genug energisch bekämpfe, habe es nur für angebracht erachtet, in einem solchen Falle, wo der Gegner selbst das Wort ergriffen hatte, auch dessen Ansichten zur Kennt- niß ihres Lescpublikums zu bringen.— Ter Vertheidiger Rechts- anmalt Dr. a- Friedmann überreichte das bekannte Buch des Studiosus Martin zum Beweise dafür, daß dasselbe außer- ff* fl> l*»* f, ei SIima*-«*** a«■£___: j- i- w w m** ,.. Gazette" sei lediglich die Abwehr aus diese heftigen Angrifte, zu denen sich Herr Dave wenigstens berechtigt hielt.— Der Staatsanwalt hielt den An- geklaatm für die Beleidigungen für verantwortlich, da verselbe die Entgegnung Dave's ohne jede weitere Bemerkung abgedruckt und sich damit zu eigen gemacht habe. Er beantragte 100 St. Geldbuße event. 10 Tage Gefängniß.- Rechtsanwalt Dr. Fnedmann beanttagte dagegen die Freisprechung. Wenn sich Jemand als Angeklagter vor Gericht sehr energisch gegen auf ihn genchtete Angriffe vettheidige, so werde der Redakteo�iel leisten ki Zeitschrift gewiß nicht verurthellt werden, wenn er diese Algier solle dei wörtlich wiedergebe. In ganz ähnlicher Lage habe sich dal xamilien krai früher wegen Hochverraths verurtheilte Dave befunden, flben Sinne übrigen habe es für ein Blatt von der Haltung der.Massircr, Hei zeitung" genügt, wenn sie dem Abdrucke der pp. Erklaw-Mechuung gel Bemerkung vordruckte, daß sie von dem„Anarchisten Ausgaben 12 herrühre. Der Gerichtshof schloß sich jedoch den AusfühnGon 117,37 2 des Staatsanwalts an und erkannte nach dem AnW her Philharm selben. Abzuhalten, u Der posener Sozialistrnprozeß.(Zehnter Myann wurde lungstag.) Posen, den 13. Januar 1888. Rechtsanaeil Westen Berl von Dziembowski stellte zu Beginn der Sitzung einen kIedeihen de: früher vom Gerichtshof abgelehnten Antrag auf Hastej® Verbau der Angeklagten Zielonacka. Der Anttag wurde vom Eflwll, arrangü Hof wiederum abgelehnt. Der Angeklagte Porankiewicz �okalverbände hierauf eine Msttheilung, der zufolge er am 6. Januvfnid hilfsbedü mit dem Kriminalschutzmann Naporra im Lokale von ZakOt der„Berti gewesen ist. Der hörten sie einen Tumult in der'Nachkur Herren öl und gingen auf die Sttaße. Der Tumult rührte dahcn:e>chneten K> bei Spickermann eine sozialdemokratische Versammlung Kirschke, Arn! hoben worden war und diejenigen, welche.an derselben� genommen hatten, auf der Straße ihrem hierüber in erregter Weise Ausdruck verliehen, wobei Sistimngen vorgenommen wurden. Bei dieser Ge» soll Naporra zu Porankiewicz gesagt haben:„Schade, nicht das Jahr 1848 ist, da möchten nicht die Schutz Arbeiter, sondern die Arbeiter die Schutzleute au treiben." Bald daraf sei Naporra zu einem gewissen Sb Ksiaskiewicz in die Wohnung gegangen und habe aufgefordert, er möge auf die Straße kommen und sich' Kampfe detheiligen. Auf Befragen stellt der Kriminalsct Naporra mit aller Entschiedenheit in Abrede, daß er fraglichen Abend in die Wohnung des Ksiaskiewicz I habe. Nachdem jedoch Porankiewicz noch einmal den? verhalt in der vorbeschriebenen Weise mitgetheilt hatte, Naporra auf die diesbezüglichen Vorhaltungeir des.Hei" sitzenden, sowie des Herrn Rechtsanwalt Dr. söhn, daß er sich darauf nicht mehr besinnen� Der Zeuge Miaskowski, welcher nunmehr wird, sagt aus, daß er mit dem oben erwähnten Kfif%r bekannt sei. Derselbe habe ihm gelegentlich erzählt, Nflg Verband eines Abends zu ihm gekommen und habe ihm gesagt:»�Montag, den Staschu, komme runter, nimm einen Säbel oder H�llnbicosstr. 26, mit!" Daraus habe er erwidert:„Ach was, laß die �Kassenbericht. herumschlagen!"— Auf Befragen des Ersten StaalÄMei träge zu bekundet alsdann Naporra, daß Miaskowski ihm einwExlrasterier zu Sammelbons zum Kauf angeboten habe. Miaskowski Wergnügungskl nicht in Abrede. Es wird hierauf wieder zur VerlcsiVviritusangelc Schriftstücken übergegangen und demgemäß die Lesses" ausgeschlossen._ ifenhahnstr. orferstr. 26a 'hristinenstr. Keller; B as Komitee. chmidt, Lau 'ttaße 85, H. Freie U onatsversam _ Uhr, bei k «rieht. 2. B ommisfion. Freie% rauche bei 7. d. Ms., llen) Gene Ich, et Kassenb« ereins. 3. agekasten.- itglieder. E ein mit Fami! Verein Vereine und VersammluttH�dÄ Der Verein zur Wahrnng der Interels''lxagesordnung Lackirer hielt am 9. d. M. eine Versammlung ab, �Berlins und Herr Tr. Benkendom einen Vortrag hielt über„T'�egenüber. Re güter des Menschen der Moral und dem Sttafgesetz ll�Iasten. Der Vortragende wies auf die Bestrehungen hin, die � Verband Moral und das allgemeine Rechtsbewußtsein mit der? gebung in Einklang zu dringen. Er stellte einzelne feiten der heutigen Strafgesetzgebung, an der Hand spielen neueren Datums, dem allgemeinen Rech gegenüber und erläuterte die Unterschiede zwischen bei unbewußter Uumoralität. Ter Vottragende kam au» sogenannte„Recht des Stärkeren" zu sprechen und äus den Wunsch, daß das Sprichwort:„Gewalt geht bei uns nicht zur Wahrheit werden möge. Das erste desMenschenseidieUnverletzlichkeit derPerson. Einejede des Rechtes treffe immer die Person. Der Vortragl" als gutes Berspiel den Engländer an und die vo Stolz gebrauchten Worte:„my Heue is my Cwv, Redner zeigte, welche Garantien in England für- 0 lichkeit der Person heständen und welche Schritte noN �«nds 8 Uhr, um dem Briten in seinen vier Pfählen etwas anziMAdensttaße 16. Deutschen wären in dieser.Hinsicht noch zurück._ seinen Vortrag mit der Auffordening, stets zu ftrcbe�/a� ftattnudend gutes Reckt und ein starkes Volk."" fsgenossen.( bends 8& 11 eneralversami nd Kassenber cchtsschutzkom 'chutzkonimisstor ch legitimitt. Fachverei aschinerr b« orgen, Monte agcsordnung: lud Fragekaster Zcntrat-z agrnbauer. Herr Scküßler bekannt, daß vom Polizeipräsidium«'V/linO a -" eeiwilligen Beiträge zum Generalfon��allen Kommai in Betreff der fre..v.�»�.,. oum... laufen sei. Dasselbe wurde verlesen und wurde duf® Mauttrankhertc die„Jnteressenkommission" aufgefordert, binnen vitt Behandlung. ein Reglement auszuarbeiten und dem Polizeipräsidium~ Da die eingelaufenen Beiträge durch Marken quittitt' /uniien. Fonds als Unterstützungsfonds angesehen würde,,'.W. staatliche Genehmigung einzuholen, widrigenfalls dic Mbtttm Kerl liche Verfolgung der Betreffenden eintreten würbO�ags 10 Uhr Scküßler erklärte demgegenüber, daß die Kommission/ eingckommen sei, die Sammlung der freiwilligen Wc ss- ui zustellen. Das Resultat der Sammlungen sei kein um den in Bezug dieses Punttes von leiten des PjSfXtO Uli diums gestellten Forderungen zu entsprechen, nueft��l Hurnur« uiuiiiv HMtvuivu gu tmipitUWit,, o p Xtwnriri derartiges Genehmigungsges uch schließlich doch zweer�.Mipirehlt sich Die Ahrechnung und der Bericht sollen in der �"Lmhlftcllc der Z sammlung ettolgen.— Nach Erledigung einiger inte? der Tr einsangelcgenheiten wurde die Versammlung gefehtoll'-.tt Vere Der Verein Krrliner Hausdiener hielt aM. L seine zweite ordentliche General- Versammlung, straße 28 ab. Nach einigen geschäftlichen Äittheilui'�. mohrrrf llnfarffiiüitttA&trfiiffu» hiffßh�iirtftnpr un mehrere Unterstützungsgesuche"hilfsbedüritiger Kollegen �jiße 2j Mthung, welche sämmtW, Willigt wurden. für einen Kollegen, welcher schon 3 Jahre blind ist den Verein wandte, dessen Mitglied er nicht ist, � sammlung veranstaltet, welche die Summe von Hierauf wurde der Vietteljahresbcricht erstattet, Verein, folgendermaßen stellte: Einnahme 1187,30, Ausgabe /m mithin verblieb ein Uebcrschuß von 435,70 M., und Gesammtvermögcn des Vereins jetzt 2817,10 M- Stellennachweis hatte trotz der stillsten Zeit ein bcsn Resultat zu verzeichnen. Es wurden 45 Stellen geMfL 20 besetzt. Alsdann wurde über das stattgehabte Ä fest verhandelt und mitgetheilt, daß der Maskenball a® in der„Philharmonie" stattfindet. Die■ W Peß AU« hör Uch von Mid« r 150 Vereins, welche am Schluß des Vercinsjahres jetzt das fünfte Hundett bereits überschritten- Fragekasten erledigt, wurde die zahlreich besuchte geschlossen..>f... Der Verein zur Ilnterttiibung erstra«!' jdar. Garniturer glieder der Maurer Kerlin« hielt am'" Gebraucht» „Königsbank", Große Frankfurterstr. 117, era-- Herr Heinze referirte über„Zweck" J it. Federboden, pf. cleg. u.< aren jeder Cara, N is-ä-vis der B sammbmg abBWMWWWWWWWMWMW Vereins". Welche Ziele der Verein verfolge, vor, daß derselbe ein Werk der Menschenliebe sei, �■ gegründet ist. Möge man nicht sagen, unter den hältnissen sei durch einen Verein nichts zu erreiwOl.y� MiiSUFN dem Verein doch andere Motive unterschieben � derartige Behauptungen würde sieh der Verein% schrecken lassen, um das zu erreichen, was er si* n'#5 habe. Wohl gehe man bereits soweit, alle Bri'ä# machen. Das oraanifittcn Arbeiter zu Nichte zu machen,-r/" gefühl treibe die Arbeiter dazu, für die als Op�s�s si, R ichenb Ver. gefallenen Brüder einzutreten. Jeder sollte be.. allen Arbeitern der Druck der heutigen ProdU" lastet, und darnach trachten, die herrschenden M Vf seitigen. Das zu erreichen sei der Zweck des Vercu?»'�, f* Mitgsicdern in der Roth beistehen und sie untett� � der Menschenliebe und dem Menschenrecht zu Hindernisse, die ihm in den Weg gelegt werde''- fictmftew r diese ; sich W icfundw 'Ä irchisten 3lU6r Anw Mite aus, daß bei Krankheitsfällen die Kronkenkassen nicht so nter chtsan' ra cinai Haß vom lkiewicz iel leisten können, um einer Familie in der Noth durchzuhelfen. ier solle der Verein eintreten und dazu beitragen, daß die «Milien kranker Mitglieder nicht zu Grunde gehen. In dem- Iben Sinne sprach noch Herr Scheel. Sodann wurde voni assirer, Herrn Müller, für November und Dezember 1887 Rechnung gelegt. Die Einnahmen betrugen 240,80 M.; die usgaben 122,93 M.; es verblieb demnach ein Kassenbestand 'on 117,37 M. Hierauf wurde beschlossen, am 11. Februar in x Philharmonie, Bernburgerstr. 22, einen Wiener Maskenball zuhalten, und hierzu ein Vergnügungskomitee gewählt. So- «nn wurde noch beschlossen, die nächste Versammlung im esten Berlins abzuhalten. Mit Hcchrufcn auf das fernere edeihcn des Vereins wurde die Versammlung geschlossen. Verband deutscher Zimmerlente. Wiener Masken- ll, arrangirt von unterzeichneten Verbandsmitgliedcrn der _______ ßokalvcrbände Berlin Ost und Süd, zum Besten verunglückter Zavuai'luv hilfsbedürftiger Kameraden, am 19. Januar, Abends 9 Uhr, von 3*1# der„Berliner Ressource", Kommandantenstraßc 57. Billcts r NachdMr Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. sind zu haben beim unter- rte dahK seichneten Komitee, sowie bei Ulrich, Schinkestr. 1, H. p.; nmlung Girschke, Arndtstr. 25; Gorgaß, Rüdersdorferstr. 69; Oweitsch, �isenbahnstr. 20; Vogel, Grunewaldstr. 14; Schäfer, Reinicken- orferstr. 26a; Hilgenfeld, Ackerstr. 133, 3. Hof, 11; Pöschmann, hristinenstr. 40; Schulze, Lübcckerstr. 6; Pflanz, Schmidstr. 14, Keller; Bandlow, Langestr. 13; Schilling, Schlcgelstr.- as Komitee. Gustav Dietrich, Zossenerstraße 31, H. III.; Joseph chnndt, Lausitzeytraße 3, v. Iii; Franz Jürgens, Landsberger- atze 80, h. 1. Freie Vereinigung der Uergolder«. Fachgrnossen. flonatsversammlung am Montag, den 16. d. Mts., Abends �.ilhr, bei Scheffer, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Kaffen- rcf)t. 2. Vortrag des Herrn Dr. Baumgart. 3. Bericht der ommission. 4. Verschiedenes. Freie Vereinigung aller in der chirurgischen derselbe em'' wober er Gel chade, Schul tc aus ssen sd habe l nd sich minalsa ß er sub lkiewicz' mal ranche brlchäftigten Kernfsgenossen. Dienstag, den d. Mts., Abends 8; Uhr, Kommandantenstr. 20(Armin- r xl- V. JJKLV.f VV U%,.IVUUllllUU VUUXV ' d°''�.gallen) Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Viertcljähr- ülicfcet Kassenbericht. 2. Jahresbericht über die Thätigkeit des - ißereins. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes und i �Fiagekasten.— 9 für Mitglieder und solche Berufsgenossen, r �..�oclche sich in dieser Versamnilung als Mitglieder aufnehmen ten Kossen wollen, haben Zutritt. T L Verband der Möbelpolirer Kerlin» und Umgegend. csagt(»Montag, den 16. Januar, Abends i9 Uhr, im„Andreasgarten", >der cino zlndrcasstr. 26, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Jahres- lß dre''«Kassenbericht. 2. Anträge: a) betr. Sammlung freiwilliger Staati-Meiträge zu Untcrstützungszwecken, b) betr. Erbebung einer ,m einnMflrasteuer zur Anschaffung einer Bibliotbek. 3. Wahl eines ""Pergnügungskomitces. 4. Bericht über die Schritte in der Siiritusangelegenheit. 5. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Sonntag, den 15. Januar, gemüthliches Zusammen- lein mit Familie in obigem Lokale. Verein zur Wahrung der Interesse« der Schnh- I,»»ecktMachrr und verwandten Berufsgenossen Berlins. Montag, A&F 16. d.M., Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstt. 21. ntereflk'Tagesordnung: 1. Die Lohnverbältniffe der Schuhmacher X ab,'"Berlins und wie verhält sich der Verein einer Lohnbewegung er„D" gegenüber. Referent R. Baginski. 2. Verschiedenes. 3. Frage- iCafl ioivski* r Verleg sie Ccft� icsctz«Wsten. n, die t der� nzelne Hand Reck' >cn bei Verband deutscher Mechaniker und verwandter Be- fsgenossen.(Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 18. Januar, bcnds 8% Uhr, Kommandantenstraße 71 72, bei Lammcrs, eneralversamnilung. Tagesordnung: 1. Jahres-, Situations- nd Kassenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Bericht der icchtsschutzkommissiom 4. Vorstandswabl. 5. Wahl der Rechts- m auch.fchutzkonimisston. 6. Verschiedenes. 7. Fragekastcn. Mitglieds- ich legitimirt. Fachverein sämmtlicher an Aolsbearbeitungs- aschinen beschäftigten Arbeiter. Generalversammlung morgen, Montag, Abends 8 sfllhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung; 1. Vierteljahrs-Kaffenbcricht. 2. Verschiedenes nd Jragekasten. 9ieue Mitglieder werden aufgenommen. Icntral-Kranken- und Sterbekasse der deutschen ageitbauer. Bezirk Berlin II. Montag, den 16. Januar, ilbcnds 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Pankstädt, Jnva- enstraßc 16. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung pro Quartal 1887. 2. Kassenmittheilungen. 3. Verschiedenes; nd äu! ,% ncjcdc rtrag'' e von. rte nÄ SÄ ■— 'jqs stattfindende Vergnügen. ' Kcrliner hngieuischer Verein. Dienstag, 17. Januar, bcnds 8 Uhr, Vortragsabend im oberen Saale der Armin- illcn, Kommandantenstr. 20. Sanitätsrath Dr. Niemcyer über: . autkrankheitcn, ihre Entstehung, Verhütung und hygienische «Handlung".— Demonstration neuer hygienischer UebungS- iparate.— Fragekasten. Gäste, auch Damen, sind will- mmen. Grts- Krankenkasse der Tischler und Pianoforte- �rbeitcr Kertin». Heute, Sonntag, den 15. Januar, Vor- würt»1'- Wittags 10 Uhr in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, Versammlung a strebe"- schiedest-?.' am e'st. leralfo"� ic du'� en v'ck diu»' e" quittiri- ürde, ills du derjenigen Mitglieder, welche an den Kasfirer Stäps ihre Bei- ttäge zahlen, Tagesordnung: Vorwahl von 39 Delegirten zur Generalversammlung. Das von der letzten Generalversammlung gewählte Koniitec bittet um zahlreichen Besuch der Versammlung. Mitgliedsbuch legitimirt. Turn- und gesellige Vereine am Sonntag. Lubeck'scher Turnverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr, Elisabeth- straße 57-58.- Turnverein„Wedding"(2. Lchrlingsabtheilung) Nachmittags 4 Uhr, Pankstt. 9.- Turnverein�, Froh und Frei" (Lehrlingsabthefluna) Nachmittags 4 Uhr Bergftr. 57.— Ver- gnügunasverein„Einigkeit". Tanzkränzchen im Seefeld'schen Same, Grenadierstr. 33. Anfang Abends 7 Uhr. Gesang-. Turn-«nd gesellige Vereine etc. am Montag. Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Re- staurant Klose, Mariannenstr. 31-32.- Liedertafel der im Dreckslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlins Abends 8- Uhr im Lokale„Bukower Garten", Bukowerstt. 9.— Gesangverein „Sängcrlust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergerstt. 60. — Männergesangverein„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gcrichtsstt. 10.— Männergesangverein„Eintracht J" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 68, im Restaurant.— Männergesangverein„Liedcsfreiheit" Abends 9 Uhr im Restaurant Heinrich, Linienstt. 19.- Männergesangverein„Firmitas"Abends 9 Uhr bei Wolff u. Krüger, Skalitzerstt. 126, Gcsana und Musik. - Turnverein„Hasenhaide"(LchrlingsabtheUung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstt. 60-61.—„Berliner Tumgenoffenschaft"(7. Lehr- lingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städt. Turnhalle, Britzer- straße 17—18;— desgl.(6. Männerabtheflung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubcncrstr. 51.— Lubeck'scher Turnverein< Männerabtheflung) Abguso 8 Uhr Elisabeth» straße 57—58.— Verein ehemaliger Schuler der Vti. Ge- meindcschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden- straße 106.—„Fricdrichs-Verein"(ehmalige Zöglinge des großen Friedrichs-Waisenhauses der Stadt Berlin) Abends /, Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Zitherklub„Amphion" "- 8'/« Uhr im„Kurfütttenkeller", Poststtaße 5.— m"- »ÄÄ ÖT; ui Abends inügungsverein Ver- Schön- im ViUtC /Kj.«Ovlvill ft~.............- � Restaurant Fritze, Elisabethstraße 30.- Arends'scher Stenographenverein„Mercur" Abends 8'/» Uhr im Restaurant „Baatz", Vlumensttaße 10.- Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" Abends 8-/. Uhr Thurmstr. 31(Moabit).— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8'/, Uhr im Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichsstraße 1, Unterrichts- und Uebungsstunde. Neueste Nachrichten. Jlit» Abgeordnetenhaus und das Kerrenhaus hielten onnabend ihre erste Sitzung ab.— Bei dem Bureau des Abgeordnetenhauses waren angemeldet 252 Mitglieder, das Haus war also beschlußfähig. Zu provisorischen Schrift- führern ernannte der Präsident die Abgeordneten Bohtz, Im- walle, Mithoff, Worzewski. Die nächste Sitzung des Äbgeord- netenhauses findet am Montag 12 Uhr statt: Wahl des Präst- diums und Entgegennahme von Vorlagen der Regierung. Auf Befragen des Abg. Meyer-Breslau gab der Präsident noch der Annahme Ausdruck, daß der Herr Finanzminister am Montag den Etat einbringen werde.— Das Herrrenhaus wählte zu Präsidenten: Herzog von Ratibor, v. Rochow und Miquel. Der Reichskanzler hat der,,Kreuzztg." zufolge„Veran- laffung genonimen, dem Prinzen Wilhelm die volle Gewißheit darüber zu geben, daß er auf die Haltung der(offiziösen) Presse gegenüber der Versammlung vom 28. 9iovember keinen Einfluß ausgeübt habe."— Die„Kreuzztg.", die ihrer Sache sehr sicher zu sein scheint, nennt die Offiziösen jetzt„journalistische Gassenjungen". Mainz, 12. Januar. Dem sozialdemokratischen Landtags- abgeordneten I ö st, welcher gegen die jüngst berichtete Ent- scheidung des Landgerichts in Mainz Berufung an das Ober- landesgericht in Dannstadt eingelegt hat, ist in, Austrage des Justizministeriums eröffnet worden, daß die S t r a f v o l l- st r e ck u n g so lange aufgehoben bleibt, bis die Berusunqsbe- Hörde über seine Einsprache erkannt hat. Tritt also das Ober- landesgericht, wie kaum anders zu erwarten, dem Urtheil des Landgerichts bei, so befinden sich Gerichte und Landstände in ihren Ansichten über die Auslegung des Art. 84 der hessischen Verfassung im strengsten Gegensatz. Reber da» angebliche Attentat gege« den Zaren setzt das„Berl. Tgbl." seine Mittheilunaen fort:„Nach einem Petersburger Telegramm vom 12. d. M. verlaute gerüchtweise von weiteren Arretirungen und Entdeckungen bezüglich des ge- planten Attentates auf den Kaiser Alexander. Eine große Menge Dynamit sei in einem Petersburger Polizeibureau auf- gefunden worden. Die 9iihilisten hielten diesen Versteck für den sichersten und so erscheine es allerdings kaum anders mög- lich, ials daß einzelne Polizisten zu den Revolutionären ge- hörten. Eine Bestätigung dieser Meldungen liegt bis jetzt nicht vor; im Gcgentheil wird von verschiedenen Seiten, namentlich in französischen Blättem, behauptet, daß das ganze Komplot leere Fabel sei. Kirgeu, 10. Januar. Der Redakteur des freisinnigen „Siegener Volksblatt", Joh. Meyer, wurde vom hiesigen Amtsgericht wegen Beleidigungen des Schöffengerichts und des Amtsrichters Münter zu einer Gefängnißstrafe von 7 bezw. 6 Monaten(wenn die erheblichen Vorstrafen rechtskräftig wer« den) verurtheilt. Au» Mitten berichtet die„Franks. Zeitung": In der Roburit-Fabrik von Korfmann u. Franke Hierselbst legte gestern eine Anzahl Arbeiter die Arbeit nieder, weil sie höhere Löhne beanspruchten. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, drohten die Arbeiter, Alles in«die Luft sprengen zu wollen; zur Ausführung dieser Drohung war genügendes Sprengmaterial vorhanden. Der Polizei ge- lang es schließlich, die Aufgeregten zu besänftigen.— Die Geschichte erweckt durch ihre ganzr Fassung den Eindruck voll- kommenster Unwahrheit. nifion vai m Telegraphische Depeschen. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Ktraßbura i. G., Sonnabend 14. Januar. Der Landcs-- ausschuß von Elsaß- Lothringen ist auf den 26. d. M. einberufen. Krüssel, Sonnabend 14. Januar. Das..Mouvernent geo» graphique" veröffentlicht ein Telegramm Dr. Schweinfurts aus Kairo, in welchem derselbe die Meldung mehrerer Blätter, er habe in Kairo von Stanley Nachrichten erhalten, für unrichtig erklärt. Loubsn, Sonnabend 14. Januar. Der„Union-Dampfer „Athenian" ist gestern auf der Ausreise von Plymouth ab- gegangen._ Kriestmsten der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. Kicgulh. 1. Das Berliner„National-Theater" am Wein- bergswcg brannte am 4. April 1883 ab. 2. Der Präsident des Deutschen Reichstages braucht nicht, wie sie meinen, Protestant zu sein; Herr v. Forckenbcck, ein Katholik, war ebenfalls schon Präsident. K. M. Mariannen straße. Sie sind gesetzlich nicht ver- pflichtet, Ihr Kind taufen zu lassen; dasselbe kann auch ungc- tauft d,e Schule besuchen. K. Christinen straße. 1. Zu mündlicher Auskunft sind wir gem bereit. 2. Das ist uns nicht mitgetheilt worden. P. 100. Sie brauchen nur irgendwelche Legitimations- papiere, Steuerquittung oder dergl. Der Vertrag tritt sofort in Kraft, aber nur für etwaige neue Schulden, nicht für diejenigen, die Sie von vor dem Verttage gemacht haben. K. G. Fichtenkertz. Sie können auf Uebergabe des Schuppens klagen, wenn Sie nachweisen, daß derselbe bloß irr- thünnich in dem schriftlichen Kontrakt nicht erwähnt ist. K. K. In Plötzensee werden nur Gefängniß-, nicht auch Haststrafen verbüßt. Hövlincrst»'. 1000. Wahrscheinlich haben Sie in Ihrem Miethskontrakte dem Wirthe gestattet, jederzeit Reparaturen in fhrer Wohnung vorzunehmen. Sehen Sie nur Ihren ontrakt an. F. F. 35. Auch Ihnen können wir nur rathen, sich die Bestimmungen Ihres Kontraktes durchzulesen. Da steht das wahrscheinlich Alles ganz genau. F. D. Frtedrichsfeldrrstrnße. Wenn der Vater nicht für Bekleidung feines minderjährigen Sohnes sorgt und dieser Kleider auf Kredit entnimmt, so muß der Vater zahlen. G. F. 1. Auch bei einer auf Kosten der Stadt erfolgen- den Beerdigung dürfen die nächsten Anverwandten zugegen sein. 2. Nein. W. G. Als Aftermiether brauchen Sie keine Biiethsteuer zu zahlen. Wenn Sie die«vteuer einmal für Ihren Vermiether gezahlt haben, so können Sie dieselbe von der nächsten Miethe abrechnen. Ntt-d- a. K. Ihr Bruder möge sich beim Amtsgericht über den Genchtsvollzleher beschweren, der zu solcher Alach- forderung nicht berechtigt ist. ... 3. 100. Weder Sie noch Ihre Schwiegermutter brauchen für die von Ihrer Frau vor der Verheirathung gemachten Schulden aufzukommen. Werden Sachen von Ihnen gepfändet, so inter- veniren Sie. G. L. 10. Sie können sehr wohl wieder zur Reserve- Uebung eingezogen werden. Unsere geehrten Abonnenten machen wir auf den der heutigen fliummer unserer Zeitung beiliegenden Prospekt der Firma Gscar Kräner&©»., Unter den Linden 12, besonders aufmerksam. und Bairischbier- Lokal gen,__________________________ ' Äjpttö DMettvera(%#*? s-nk-) auAAäj Kornftraß« 11, nahe Möckern sttaße, zw-wÄ-npfiehlt sich allen Freunden uird Bekannten. Her na- Zahlstelle der Zentral-Kranken- und Sterbekaffe (er i"l„ der Tischler(E. H., Hamburg). "«ffo Vereinszimmer zu haben. 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Geheftet 1,50 Man- Dieser Titel weckt sofott Erinnerungen an jenen„Deutschen Jugendschatz", t« im Jahre 1879,80 im gleichen Verlage als periodische Zeitschrift erschienen war und Aufhören nach etwa zweijährigem Bestehen selbst von der nicht parttifreundlich aber anständigen Presse bedauert wurde. Jetzt tritt er als wissenschaftlich- poetisches wieder hervor. Viele bekannte Mitarbeiter find ihm tteu geblieben: so bekannt in daß dieselben fich gar nicht zu nennen brauchen, sondern daß die bloße RamenschisW um ihre Träger deutlichst erkennen zu lassen. In Bezug auf Inhalt und Form M Herren Autoren noch strengere Forderungen als damals an fich selbst gestellt und, was man ohne Bigotterie und verdummendes Phrasenbeiwerk im Fache der Ii leisten kann, so daß wir gettost ermatten, jeder wahrhaft gebildete und ehrenwei werde das Werk ein vortteffliches Jugendbuch nennen. 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