Dienstag, de« 17. Jannar 1888. 5. Jahrg. lgfra«' ,50 MÄ schätz", da endlich oetisches mnt inj» nenschiD� Form b» stellt untj ;r Jugend� erlimVMIiIl. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Ä-> iremoci DaK..Berliner Volksblatt" i. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 uttfet Nr. 849.) JnsertionSaebühr oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei beträgt für die 4 gespaltete �. größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bmeaux, ohn« Erhöhung des Preises, angenommen. aler W tuiinlo' , Abends ZaKodD lUNg! Redaktion: Kenthstraste S.— Expedition: Zimmerstraße 44. sung da lerathuW n t Tinilung�eg deutschen Vaterlandes wieder in der„Leipziger Straße" >rroellSi«�. s., Der Reichstag und die Grpatriirung. Heute werden sich die„Reichsboten" aus allen Gauen finfrit 5 zusammenfinden, um von neuem ihre Kräfte dem„Volks- iitt!-lui«u>ohl" zu weihen. aekastÄ' Nachdem die Abgeordneten im Kreise ihrer Familien Erholung und Ruhe, in Berührung mit ihren Wählern Dm? V Anregung und Förderung gefunden, wird sich die„Kartell- -— �Majorität" wieder frisch an die Arbeit machen, um die «tlichrf Früchte des Wahlsieges vom 21. Februar vor. Js. weiter »pUN�uheimsen. $ J 2m Vordergrunde des öffentlichen Interesses stehen die tter F«? baldigst zu erwartenden Verhandlungen über die Verlänge- mr, 9IKjv'c Hl Uti«cucviiyuu uuicici-Ol Alte 3? zur Entscheidung kommen wird. —.u.ifl' i.:»_____.. ----------- v.................... nge nlllfS tung resp. Verschärfung des„Sozialistengesetzes", wobei auch „nr. Ab'?! die in der Ueberschrift unserer Betrachtungen bezeichnete Frage der von ihr stioncllc»? Während die Regierung aus uns unbekannten Gründen hwisf! sorglichst bemüht war, nichts über den Inhalt aeplanten hat sich na gegeben, t zu halten, und so wird man das Schauspiel erlebens da' schei"�,; aeplanten Vorlage in die' Oeffentlichkeit dringen zu laffen, ÖJJsjV hat sich namentlich die nationalliberale Presse eifrig dazu her- Orr gegeben, der Reaktion auch in dieser Frage den Steigbügel Vtrf*" 3cr auch in dieser Fra Steigbügel rk-r?. Ifluch hier wieder die Regierung sich an den von den„Kartell- ' 44la � erii" gedeckten Tisch setzen kann. ?aill, Nachdem man in fast zehn Jahren keine Erfolge des Sozialistengesetzes aufweisen kann, nachdem die Verbote von � � Preßorganen und Vereinen, die Schließung von Kaffen und Lohnkommissionen, die Ausweisungen von vielen Hunderten absolut nichts genützt haben, will man jetzt durch die Expa- triirung das Ziel erreichen, welches man sich bei Erlaß deS Sozialistengesetzes gesteckt hat— nämlich die Vernichtung der Sozialdemokratie. » Ii Wir wollen in diesem Augenblick nicht— wie schon I wiederholt geschehen— das Thönchte dieser Auffassung nach- * weisen, wir wollen nicht an der Hand der Geschichte aus- führen, wie noch nie„Ideen" durch Polizeimaßregeln erfolgreich bekämpft worden sind. Wir wollen auch nicht bei dieser Gelegenheit aus- rand), >nun ilidew lerksge , jj�, � einandersetzen, wie das Anwachsen der sozialdemokratischen Partei eine logische Konsequenz der heutigen kapitalistischen Produktionsweise ist, und wie gerade die täglich wachsende Zahl der überzeugten Anhänger des demokratischen Sozialismus die schneidendste Kritik der„Sozialreform" &IH bildet. All das laffen wir heute bei Seite und fragen nur, ob ein Staat, der sich zivilisirt nennt, der sich bewußt ist, ulturaufgaben erfüllen zu müffen, es vor der Zivilisation *% JeuiEeton. (U« Nicht«»orb«halten.) Der Erbe. [12 (Nachdruck verboten.) Roman von Friedrich Gerstäcker. „Na, Schwager Heßberger," lachte Baumann wieder, W( der die Familie Wendelsheim viel zu wenig kannte, um größeren Antheil an ihrem Verlust zu nehmen, wie bei s zcm .ontyc et? anderen fremden Menschen.„Du kommst zu den Böcken, darauf kannst Du Dich verlaffen; denn Du hast schon hier auf Erden so lange bei den Schafen gestanden, daß Dir eine Veränderung ingrimmig Roth thut." „Du redest, wie Du es verstehst, Bruder Baumann," sagte Heßberger, indem er sich noch einmal einschenkte.„Was ich aber gleich sagen wollte, Schwägerin, meine Frau läßt Dich bitten. Du möchtest doch heut Abend einmal zu ihr hinüber kommen; sie hätte Dir etwas zu sagen." „Und weshalb kommt sie da nicht her?" fragte Vau- mann.„Sie liegt ja doch den ausgeschlagenen Tag auf der Straße." „Ebendeshalb," erwiderte ruhig der Schuhmacher,„weil sie so viel herum zu laufen und bald da, bald dort eine Besorgmß zu machen hat, so muß sie die wenige Zeit im Hause zusammennehmen und uns doch auch etwas zu effen machen. Vom Kanditer können wir es uns nicht holen laffen und von Konfett leben." „Na," lachte Baumann,„dazu seid Zhr beide nicht „lllas hat sie denn? Ist was vorgefallen?" fragte die Frau. „Nicht daß ich wüßte," sagte Heßberger kopfschüttelnd; „Du bist aber auch so lange nicht bei uns gewesen, und wenn sie hierher kommt, kriegt sie ewig mit Deinem Manne Streit." „Mit mir?" sagte Baumann.„Ich thu' ihr wahr- Haft»« nichts; aber sie soll mir auch mit ihrem Kartenlegen und Prophezeien vom Leibe bleiben." ii#.' und der Kultur verantworten kann, eine Maßregel, wie die Expatriirung, auch nur in den Bereich der Möglichkeit zu ziehen? Wir laffen an unserer Stelle einen Mann antworten, der schwerlich in dem Verdacht„umstürzlerischer Theorien" stehen wird. Der preußische Kronsyndikus, das Mitglied des Herren- Hauses, der sehr konservative Dr. Hefsten schrieb in seinem „Völkerrecht", dem in Deutschland verbreitetsten Lehrbuche: „Es darf in einem völkerrechtlichen Verbände, wie der europäische ist, vorausgesetzt werden, daß kein Staat einem Menschen, und namentlich den Unterthanen eines an- deren Staates, jeden rechtlichen Schutz ihrer Person und Habe entziehen oder überhaupt irgend einen Menschen als völlig rechtlos mit ungebundener Willkür behandeln werde, indem man sich im Gegenfalle einer christlich gesitteten Ge- meinschaft unwürdig zeigen und davon ausschließen würde." Die Besorgmß des Rechtslehrers richtet sich hier, wie man sieht, gegen die Möglichkeit der Ausweisung eines Fremden; daß dem„Bürger" im eigenen Lande ähnliches begegnen könnte, fft ihm natürlich nicht im entferntesten in den Sinn gekommen. Und heut sind eS die Bennigsen und Miquel, deren Schaaren einer Maßregel das Wort reden, welche dem Rechtsbewußtsein des Volkes geradezu in's Gesicht schlägt. Die Gründer des„Nationalvereins" müssen es erleben, daß an der Stelle, um deren Errichtung sie gestrebt?und gelitten haben, im Deutschen Reichstage, ihre eigenen Schüler den Frevel vollbringen wollen, Deutsche aus Deutschland zu vertreiben. Und wem gegenüber soll diese Maßregel in Anwendung kommen? Den Männern, resp. den Brüdern und Söhnen der Männer, mit deren Blut das„Deutsche Reich" gekittet ist, die ihr Leben geopfert haben, als es galt, die deutschen Grenzen vor dem Feinde zu schützen. Die„Expatriirung", welche mit einem Federzug alle „staatlichen Rechte" vernichtet, bedeutet zugleich auch den wirthschaftlichen Ruin der davon Betroffenen. Denn wo werden die aus Deutschland Vertriebenen mit ihren Familien Arbeit und Unterkommen finden? Selbst wenn, was wir gerne glauben, andere Staaten andere Begriffe von Kultur und Menschenrecht haben und, falls die Expatriirung wirklich beschlosien werden sollte, den Exilirten gastliche Aufnahme gewährten, wie sollen die Schwierigkeiten der Sprache, der Gewohnheiten und namentlich des Erwerbes bewältigt und überwunden werden? Man gebe sich keiner Täuschung hin, die Expatriirung bedeutet die„trockene Guillotine", der von dieser Maßregel „Na, guten Abend denn miteinander!" sagte der Schuh- macher, indem er wieder aufstand;„ich muß auch heim, sonst machen mir die verflixten Jungen lauter dumme Streiche." Und nach kurzem Gruß gegen die Verwandtschaft nahm er sein Buch wieder unter den Arm, setzte den riesigen Hut auf und stieg aus der Thür. Baumann hatte ihm kopfschüttelnd zu- und nachgesehen und ließ den Lehrjungen dann das Geschirr hinausräumen." Wie der draußen war, sagte er finster:„Kathrine, Du darfst mir's glauben, der Heßberger, wenn er auch Deine Schwester geheirathet hat und dadurch unser Schwager wurde, ist ein Erzlump, und Deine leibliche Schwester— bestärkt ihn nur darin." „Aber, Gottftied!" „Nein, nein," winkte ihr Mann mit der Hand,„das ist der reine Betrug, was die Beiden mitsammen treiben, und daß sie nur noch Esel finden, die ihnen glauben und Geld bezahlen, das einzige Unglück bei der Sache." „Aber sie hat schon so viel vorher gesagt, was einge- troffen ist." „Bah, komm' Du mir nicht auch etwa mit dem Un- sinn! Wenn der Zufall einmal sein Spiel hat, wird es ausgebeutet, und wenn es nicht eintrifft, eben nicht weiter davon gesprochen. Ueberhaupt, Kathrine, es thut mir leid, daß ich es sagen muß, denn es ist nun einmal Deine Schwester, aber der Umgang mit ihr ist mir nicht lieb, und da Du lange Jahre fast gar nicht mit ihr verkehrt hast, thut's mir leid, daß das jetzt wieder von stischem an- fangen soll." �.. „Sie meint es gewiß gut," sagte die Frau mit einem recht aus tiefer Brust geholten Seufzer. Aber Baumann schüttelte auch dazu den Kopf. „Mit sich, ja, das geb' ich zu, aber nicht mit anderen Leuten," sagte er finster;„sie hat kein gutes Herz, das steht ihr schon in den Augen geschrieben, und wenn sie einen damit ansieht, kommt eS mir immer so vor, als ob sie durch und durch bohrte, um alles zu errathen, was man denkt." „Du kannst sie nun einmal nicht leiden, Gottftied." „Ehrlich gesagt,„ein, und kein Mensch in der ganzen Getroffene wird nicht durch eine kurze Handlung vom Leben zum Tode gebracht, sondern er ist dem Verhängniß über- liefert, langfam verbluten zu müffen, von Ort zu Ort ge- trieben zu werden, um endlich entkräftet und wehrlos zu Boden sinkend, elend zu Grunde zu gehen. Kann man diesen unausbleiblichen Folgen gegenüber auch nur einen Moment ernsthaft daran glauben, mit dieser Maßregel dem„sozialen Frieven" zu nützen? Muß nicht jeder Freund friedlicher Entwickelung warnend die Stimme erheben gegen eine Absicht, die, weit entfernt der Ruhe und Wohlfahrt des Volkes zu dienen, soziale Gefahren heraufbeschwören muß, und welche einzig und allein Haß und Erbitterung im Gefolge haben kann und wird? Wir haben nach den Erfahrungen des letzten Jahres keine Hoffnung, daß bei der„Kartellmajorität" der ernste Wille vorhanden ist, der beabsichtigten Verlängerung und Verschärfung des Sozialistengesetzes Widerstand zu leisten, und glauben auch, daß die nationalliberale Fraktion des Reichstages dem Expatriirungsparagraphen zustimmen wird. Aber die Herren verwirken damit ein für alle Mal daS Recht, sich über die nothwendiger Weise hereinbrechenden Konsequenzen ihres Verhaltens zu beschweren; sie werden sich nicht wundern können, wenn die Maffen mehr noch wie zuvor unheilbares Mißtrauen und lauten Widerspruch gegen die Versicherung„nationalliberaler Arbeiterfteundlichkeit" zeigen. Die nächsten Wochen bringen die Entscheidung; die Sozialdemokratie geht nicht zu Grunde, mögen die Würfel für oder gegen die Expatriirung und das ganze Gesetz fallen, aber wir wünschten, die Mehrheit des Reichstages besäße unseren„Nationalstolz", der sich schämen würde, für Aus- nahmegesetze mit oder ohne Expatriirung zu stimmen. Tnginak-Aorresponämzeiu Zürich, den 12. Januar. Die von der deutschen Reichs- rcgwrung projektirte Expatriirung der Sozialisten gab auch der schweizerischen Presse Anlaß, sich mit dieser Maß- regel und ihren Folgen zu beschäftigen. In selten übereinstim- mender Weise findet fie eine solche Maßregel ungerecht und kann vorläufig nicht daran glauben, daß beim„Volke der Denker" der Haß gegen Andersdenkende so weit ausarten könnte. Diesen Standpunkt nimmt selbst die der„Köln. Ztg." sonst sehr be- freundete„N. Z. Ztg." ein; am einläßlichsten beschäftigen fick aber damit an leitender Stelle die„B a s l e r N a ch r i ch t e n" und wir legen ihren Betrachtungen so viel Werth bei, um die- selben hier zum Theile wiederzugeben. Wir entnehmen den be- züglichen Ausführungen folgendes:„Aus deutschen Blättern hat man entnehmen können, daß es die Absicht der Reichsrcgiemng ist, das Sozialistengesetz durch Aufnahme der Landesverweisung Stadt. Niemand hält mit ihr Umgang, und wenn sie die vornehmen Weibsleute Nachts heimlich besuchen, um sich von ihr die Karten legen zu lassen, oder wer weiß was sonst für Mittel und Latwergen zu holen, so sitzt der Augen verdrehende Lump, der Heßberger, nebenan in der Stube bei seinem Leisten und brüllt geistliche Lieder ab. Es ist rein zum Verrücktwerden, wenn man's nur mit an- sehen muß!" „Aber kann ich's ändern, Gottfried? Ich habe auch schon dagegen gesprochen..." „Und sie hat auch keinen guten Einfluß auf Dich aus- geübt, Kathrine," fuhr der Mann, finster vor sich hin mit dem Kopfe nickend, fort.„Das erste Jahr nach unserer Verheirathung warst Du ganz anders, bis plötzlich Deine Schwester hierher zog und immer so viel mit Dir zu er- zählen und zu schaffen hatte. Nachher war's aus, und wie viel hast Du damals nicht geweint, und wenn ich Dich fragte, was Du hättest, immer nur gesagt, das Herz thäte Dir so weh und Du wüßtest eigentlich selber nicht, weshalb Du weinen müßtest." „Aber, Gottfried, das ist gewiß nicht so arg ge- wesen." „Nicht so arg? Wie Du damals mit Deiner Schwester fort warst, um die Erbschaft zu heben, und wieder zuriick- kamst, sahst Du mehr todt als lebendig aus, und ich glaubte schon, Du würdest ganz ernstlich krank werden. Der arme Junge, der Fritz, hatte auch darunter zu leiden, denn der kam ganz von Kräften— na, er scheint sich doch wieder aufgefuttert zu haben. Jetzt war auch die langen Jahre Frieden, und ich habe Deine Schwester über Jahr und Tag nicht einmal gesehen— fangt mir deshalb also nicht die alten Geschichten an, denn ich will von der Gesellschaft nichts wissen, und wenn wir zehnmal mit einander ver- schwägert sind." „Wer weiß denn, was sie von mir will?" sagte die Frau, die bis dahin mit im Schooße gefalteten Händen vor sich nieder gestarrt hatte.„Vielleicht thut's ihr leid, daß wir so gar nicht zusammenkomme«, und hart kann ich doch nicht gegen sie seini; sie hat mir ja noch niemals'was zu Leide gethan und bleibt doch immer meine Schwester." in die gegen die Sozialdemokraten anzuwendenden Strafen ver- schärfen zu lassen. Speziell sollen die Führer aus ihrem Vater- lande„in's Elend" gejagt werden. Zu den mancherlei Maß- regeln, die aus dem Arsenal einer dunklen Vergangen- heit zur Bekämpfung unbequemer Geistes- und Ge- sellschaftsströmungen schon hervorgeholt worden, wurde die in jedem zivilifirten Staat längst abgeschaffte Ver- bannung recht gut stimmen. So oft Herr v. P u t k a m e r dem Reichstag das Sozialistengesetz zur Erneuerung vorlegte, wurde er von der Oppofition darauf hingewiesen, daß ihm die Sozial- demokratie nur dankbar sein könnte, da er am meisten zu ihrer Berbreitung beigetragen, indem er es fich zum Geschäft gemacht, Oel ins Feuer zu gießen. Die Zustimmung zur Erneuerung des immer nur auf kurze Zeit bewilligten Gesetzes wurde vom Reichs- tag, wenn wir die äußerste Rechte ausnehmen, stets mit ficht- barem Unbehagen und innerem Widerstreben ertheilt. Man hoffte, endlich mit dem unglückseligen Sozialistengesetz nicht mehr behelligt zu werden. Man gestand es fich unverholen zu, daß das Gesetz, wie vorheracsagt worden, zur Verschärfung der sozialen Gegensätze geführt; man schämte fich auch der nicht abzu- leugnenden Thatsache, daß Geheimpolizisten sehr häufig zu »gcms provocateur� fich entwickelten, Verbrechen selber anstifteten, um Stoff zu Denunziationen zu haben. Selbst in konservativen Kreisen wurde man darüber verstimmt und man konnte fich auch nicht länger verhehlen, daß die Sozialdemokratie nicht das vorübergehende Resultat der Arbeit einer Anzahl Wähler, sondern der kräftige Ausdruck einer Bewegung ist, welche ihre Wurzel in der Ungleichheit der Lebensbedingungen der Bürger eines und desselben Staates hat, in Millionen Herzen zum Widerstande drängt und nicht eher zur Ruhe kommen wird, als bis die wirthschaftlichcn Verhältnisse, aus denen diese Bewegung fich als eine geschichtlich unvermeidliche mit Rothwendigkcit entwickeln mußte, sich ausgelebt und einer anderen wirthschaftlichcn Ordnung Platz gemacht haben. .... Uebcrall da, wo die Ansicht nicht vorherrscht, daß die Welt auf dem Wege der Autorität bis zur gegenwärtigen Stunde geleitet worden und daß die Autorität auch in Zukunft die Welt regieren werde, erachtet man es als einen großen Jrrthum, daß es möglich wäre, eine wirthschaftliche Bewegung, wie fie aus dem modernen Jndustrialismus hervorgegangen ist, mit Hilfe der Polizei zu unterdrücken. Es ist unverkennbar, man bereut es im Deutschen Reichstag, daß man jemals das Gesetz angenommen, man betrachtet die Erneuerung desselben nur als den Fluch der bösen That, die fortzeugend Böses muß gebären. Die neueste Frucht jenes unheilvollen Ausnahms- gesetzes soll nun die Verbannung aus dem Vaterlande sein. Und was wird nachher gefordert werden? Die Einführung der Prügelstrafe für Sozialdemokraten und Gottesleugner? Und wenn doS noch nicht Hüft und die vollständige Aufhebung des Ver- sammlungsrechts für andere als religiöse Vereine, die Aufhebung der Preßfreiheit u. s. w." Man schätzt im Auslande eine Staatsweisheit, die sich in der Sackgasse, in die sie gerathcn, bis zu diesem Punkte verrennt, sehr gering; man hat nur ein bemitleidcnswetthes Lächeln und bedenkliches Achselzucken dafür. Nachdem für den Absatz des B u n d e s a l k o h o l s der Kanton Basel bereits das Vcrkaufsmonopol eingeführt, werden die Kantone Glarus, Aargau, Bern, vermuthlich auch Zürich%., nachfolgen. Der Anfang mit den Staatsmonopolen ist gemacht und man wird nun durch die Verhältnisse weiter Schutt für Schritt vorwärts gedrängt werden. Ter Vorstand des schweizerischen Arbeiterbundcs, dessen Mitglieder(24 Mann stark) in den verschiedenen Orten der Schweiz domiziliren, wird im Laufe dieses Monats in Zürich, als am Orte des Arbeitcrsekretariats, eine Konferenz abhalten. Von den in Aussicht genommenen Verhandlungsgegenständen wollen wir hervorheben den I a h r e s b e r i ch t des«ive k r et ä rs und Berichterstattung desselben über die Entwickelung der Frage der A r b c i t e r- U n f a l l v e r s i ch e r u n g w. Der angekündigte Berner„Sozialdemokrat ist bis dato noch nicht erschienen; dagegen erscheint von Neujahr ab in Lugano iTesfin) ein in italienischer Sprache geschriebenes sozialistisches Blatt„II Lavoratore"(„Der Arbeiter") und ein Fächorgan(gewerkschaftliches) der in einen Zentralverband organisitten Fabriksticker. Im Kanton Bern nimmt das amtliche statistische Bureau eine allgemeine L o h n st a t i st i k auf. Dieselbe soll sich er- strecken auf die Lohnvcrhältnisse in den verschiedenen Gewerbs- zweigen des Kantons(Gewerbe, Fabrik, Werkstatt) und soll Auskunft verlangen über Zeit- und Stücklohn im Durchschnitt, bezüglich der Arbeiter beider Geschlechter. Diese Erhebungen sollen, so weit möglich, den Zeitraum umfassen von Mitte der 60, Mitte der 70 Jahre und von 1885—1887. Da kann man recht schätzenswettbcs Material erhalten. In Basel trat am 1. Januar folgender Beschluß der dortigen Regierung, betreffend die Stellenvermittlung für Dienstboten, in Kraft. Die Stellenvermittlung für Dienstboten(Hausdiener, Kutscher, Knechte und Dienstmägde aller Art, auch Kellner und Kellnerinnen) wird nur im hiesigen Kanton domizilitten und gut beleumundeten Personen durch das Polizei- Departement vermittelst einer jährlich jeweilen im Dezember zu Der alte Schlosser rückte wieder an seinem Mützchen. Recht war's ihm nicht, aber er konnte der Frau auch nicht so ganz Unrecht geben und litt eben— was er nicht ver- hindern mochte. Er war aber doch ärgerlich geworden und mußte sich ein klein wenig zerstreuen; da war denn freilich das beste, daß er hinüber m den„Goldenen Stern" ging und noch ein Glas gutes Bier trank. Nachher vergaß er all' die unangenehmen"Sachen und bekam wieder eine glatte Stirn. Der alte Salomon. Lieutenant Bruno von Wendelsheim hatte seine Dienst- wohnung eigentlich in der Kaserne; da ihm das aber aus mancherlei Gründen nicht recht paßte, so miethete er sich der- selben gerade gegenüber ein kleines freundliches Parterre- Logis mit Stallung, und führte dort eine Zunggesellen- Wirthschast, in der es manchmal außerordentlich vergnügt herging.— Er sah aber heute Morgen nicht so vergnügt aus. Es konnte kaum zehn Uhr sein, und er kam schon erhitzt und müde, mit bestaubten Stiefeln, von einem Gang zurück, warf Mütze und Handschuhe auf den Tisch und ging mit unterschlagenen Armen und finster zusammengezogenen Brauen in seiner Stube auf und ab. Die Sache war aber auch unangenehm, denn daß er, der Erbe eines so ungeheuren Vermögens, ja eigentlich schon der Besitzer, da es sich nur um Wochen handelte, jetzt seit drei Tagen fast vergebens in der Stadt herumgelaufen sein sollte, um lumpige zweihundert Louisd'or zubekommen, schien fast unglaublich, ließ sich aber nicht ableugnen, denn die Thatsache stand fest. Aber er mußte das Geld haben; er konnte sich nicht so furchtbar blamiren, den Handel rückgängig zu machen— der Verkäufer wäre auch aar nicht darauf eingegangen—, und er zerbrach sich eben den Kopf, wie er es am besten ermöglichen könne, ohne zu riesige Prozente zu zahlen, als schon der Briefträger draußen anpochte. Er kannte ihn schon am Klopfen. Der Herr Lieutenant wußte recht gut, daß ihm von daher keine Hilfe kam; Korrespondenz hatte er fast gar keine, und was ihm die Post in's Haus schickte, waren beinahe nur eingesiegelte Rechnungen oder gar direkte Mahnbriefe. Er warf auch kaum einen Blick auf die drei oder vier Kouverts, erneuernden Bewilligung, wofür jedes Mal eine Gebühr von 5 Fr. zu entrichten ist, gestattet. Die Stellenvernüttlcr sind ver- pflichtet, zwei Bücher zu führen, die ihnen vom Polizeideparte- ment gegen Ersatz der Kosten geliefert werden. Das eine, in welchem die stellesuchenden Dienstboten eingetragen werden, soll enthalten: 1) Fortlaufende Ztummern. 2) Tag der Anfrage und des ertheilten Aufttags. 3) Vor- und Zunamen, Alterund Heimath des Dienstboten, Angade der Ausweisschriften. 4) Nun- mehrige oder letzte Dienststelle und Wohnung des Dienstboten. 5) Art des neu angebotenen Dienstes, Tag des Eintritts und Name des Dienstgebers. 6) Betrag der erhobenen Gebühren. 7) Allfällige Bemerkungen. Das andere Buch, in welchem die Dienstgeber eingetragen werden, welche Dienstboten suchen, soll enthalten: 1) Fortlaufende Nummern. 2) Tag der Anfrage und des ertheilten Auftrags. 3) Namen, Beruf und Wohnott der Dienstgebcr. 4) Att des angebotenen Dienstes, Tag des Ein- tttttes in denselben und Namen des Dienstboten. 5) Betrag der erhobenen Gebühr. 6) Allfällige Bemerkungen. Diese Bücher find fünf Jahre nach dem letzten Eintrag aufzubewahren und den vom Polizeidepattemcnt beauftragten Angestellten auf Verlangen jeweilen zur Einsicht vorzuweisen. Von den Dienstboten darf eme Einsckrcibegebühr von höchstens 50 Rappen erhoben werden. Für die übrigen Geschäfts- leistungcn haben die Stellen- Vermittler einen deut- lichen Gebührentarif aufzustellen, welcher der Genehmigung des Polizeidepattcments unterliegt, das zu weit gebende Ansätze ermäßigen wird. Ein Exemplar des genehmigten Tattfs ist im Geschäftslokal des Stellenvermittlers anzuschlagen und Dienst- suchenden wie Dienstgebern vorzuweisen. Zeugnisse, Schttften.Pho- tographicn, welche Dienstboten den Stellenvermittlern zur Aus- kunftsettheilung anvertrauen, sind auf Verlangen sofort unbe- schwett zurückzugeben. Stellenvcrmittler, welche an stellesuchende Dienstboten Kost oder Wohnung geben wollen, bedürfen einer besonderen polizellichen Bewilligung, die nur ertheilt wird, wenn die persönlichen und Wohnungsverhältnisse des Stellenvermitt- Icrs hierfür geeignet erscheinen, und bei sich ergebenden Uebel- ständen jederzeit entzogen werden kann. Anstalten und Gesell- schatten, die sich in gemeinnütziger Anficht mit der Stellenver- mittlung beschäftigen und sich hierüber beim Polizeidepattemcnt ausweisen, haben die Eingangs erwähnte Gebühr nicht zu ent- nchten. Die Uebertretung dieser Vorschriften wird nach dem unlängst vom Großen Rath beschlossenen§ 165— des Polizei- strafgesetzes, der Geldbuße bis zu 200 Fr. vorsteht, bestraft. Wo Verdacht der Kuppelei vorliegt, tritt strafrechtliche Untersuchung ein. Bei wiederholten Uebertrctungcn und in schwereren Fällen, ebenso bei Verlust des guten Leumunds, wird die Be- willigung durch das Polizeidepattemcnt entzogen. Politische Ueberstcht. Ein merkwürdige» Eingeständnis finden wir in dem „.Hamburgischen Eorrespondent", der sicherlich keiner Pattei- lichkeit für die Sozialdemokratie verdächtig ist. In einem Ar- tikel über„die Sozialdemokratie im Norden" heißt es mit Bezug auf Norwegen wöttlich wie folgt:„-- Es zeigt sich jetzt, daß die sozialdemokratische Bewegung im Arbciterstandc keinen Boden hat.-- Der Hauptgrund«daß die sozial- demokratische Bewegung nicht vorwärts kommt) liegt in der ge- ringen Bildung und geistigen Unbeweglichkcit des gewöhnlichen norwegischen Arbeiters.— Dieser Umstand wird sich einer weiteren Verbreitung der sozialdemokratischen Ideen Voraussicht- lich noch für lange Zeit entgegenstellen. Also wenn die nor- wegischcn Arbeiter„gebildet" wären, würde die sozial- demokratische Bewegung raschere Fottschtttte machen. Mit an- deren Motten: die sozialdemokratische Bewegung hat nur da einen guten Boden, wo Bildung unter den Arbeitern ist. Mit diesem Zugcständniß, dessen Konsequenzen wir nicht ausführen wollen, kann die Sozialdemokratie höchlich zuftteden sein. Uebttgens macht thatsächlich die sozialdemokratische Bewegung in Norwegen sehr bedeutende Fottschtttte, so daß die Arbeiter dott nach der Argumentation des„Hamburgischen Eorrespondent" doch nicht ganz so ungebildet sein, wie das genannte Blatt be- hauptet. Offenherzig. Das journalistische enfant terrible der nationalliberalen Kartellbrüdcr, das„Leipziger Tageblatt", hat eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, um die Nothwendigkeit des neuen,„verschärften" Sozialistengesetzes nachzuweisen. Der Haupttrumps, den es dabei ausspielt, und zu gleicher Zeit auch das Hauptargument ist: falls die Nationalliberalen nicht über den Stock spnngcn, wird von Seiten der Konservativen das Kartell gekündigt, und werden sich dann die bösen Erfahrungen des Sommers 1878 unzweifelhaft wiederholen. Das ist nun insofern nicht ganz zutreffend, als es dem Fürsten Bismarck nicht im Traume einfällt, den jetzigen Reichstag unter irgend welchen Bedingungen aufzulösen, denn einen gleich fügsamen bekommt er gewiß nicht wieder; allein aufgeschoben ist nicht anfgchobcn, und die„ W a n d q u e t s ch e würde sicherlich nicht ausbleiben. Und darin hat das„Tageblatt" recht: die Nationalliberalen dürfen es auf eine solche Prozedur nicht an-, kommen lassen. Sic sindvollständiainderGewalt derKonservativen oder sagen wir richtiiger: der Regierung. Sie verdanken ihre die ihm der Bote auf den Tisch legte; aber plötzlich hastete sein Auge auf einem der nicht so kunstgerecht wie die übrigen zusammengelegten Schreiben, und er brach es, wie er sich nur wieder allein sah, rasch auf. Die Adresse trug nur seinen Namen und die Wohnunjj— die letztere sehr gewissen- Haft angegeben— und war mit etwas schwerfälligen Zügen, wie von der Hand eines Quartaners geschrieben. Inwendig enthielt das Kouvett aber keine Silbe weiter, sondern nur einfach einen Fünsthalerschein. „Das ist aber doch merkwürdig," sagte der Offizier, in- dem er kopfschüttelnd die wunderliche Sendung betrachtete; „wieder eine Fünfthaler-Note und kein Sterbenswort dabei, als die nämliche Handschrist auf der Adresse — und richtig, wieder mit einem Geldstück petschirt! Wer mag denn nur in aller Welt mein sehr großmüthiger, aber leider, wie es scheint, sehr unbemittelter Protektor sein, der mir von Zeit zu Zeit so bedeutende Geldsendungen zukommen läßt? Fünf Thaler! Du lieber Gott, nicht ein- mal fünfhundert könnten mir heute helfen, und das ist höchstens genügend zu einem Frühstück, um mir die Grillen aus dem Kopfe zu jagen!" Noch während seines kurzen Selbstgespräches hatte er das Kouvert nach allen Seiten genau betrachtet, ob nicht irgendwo ein Stempel oder ein anderes Zeichen auch nur auf die Spur des Absenders deuten ließe, aber umsonst Es war noch dazu ziemlich ordinäres Schreibpapier mit Packsiegellack geschlossen, mit einem Geldstück petschirt,' und er steckte kopfschüttelnd den Fünfthalerschein in die Westen- tasche und warf das Papier in die Ecke. Was wollte er auch anders machen? Was konnte er thun? Irgend Jemand liebte ihn oder schwärmte für ihn und sandte ihm— jetzt schon das zehnte oder zwölfte Mal — durch die Post, ohne irgend einen Werth auf der Adresse anzugeben, einen Fünfthalerschein. Zurückschicken konnte er denselben nicht, er wußte ja nicht an wen und das Geld auf die Straße werfen? Es wäre schade darum gewesen. Monate lang hatte er sich auch be, früheren Sendungen den Kopf darüber zerbrochen, wer nur möglicher Werse der freundliche Geber sein könne, aber natürlich vergebens; denn der Fall, daß ihm Jemand Geld Enstenz der Regierung. menrnffenß ihr* förfieinftt- t) ft t*tt|i elektrische Batterie auf zu spielen, so hören auch die: auf, und der Kadaver liegt wieder bewegungslos da. lli>)N,..... Fürst Bismarck die bekannte elektrische Batterie nicht spielen, so sinkt der nationalliberale Kadaver zu Boden der nächsten Reichstagswahl kann Castorr Bennigl Pollux Miquel telegraphiren: Fuimus Troes, zu r wir sind futsch. Und darum hat das LeipM terrible den Nagel auf den Kopf getroffen: wir mußten wie ER will, und wenn wir anders wollen, find wir ergo: überdenStock! Die Deigung. über de« Stock ,« sprwgem w?st vonüer Eck bei den Nationalliberalen immer bemerkbarer. Jetzt sauber bei mebre, „Köln. Ztg.":„Ebenso muß aber betont werden, daß&& es ibr fr Theil sehr fadenscheinigen Beweise für die linwirks»1™'"• bisherigen Gesetzes, welche da und dott aufgetaucht keiner Weise als Meinungsausdruck der parlamen treter der nationalliberalen Pattei erscheinen können, her seit 1878 einmüthig bei den wiederholten Erneu das Gesetz eingerieten sind. Daß die Erfahrungen W terblättern d rnationale inderjähriger ) der Sonn leichartige g c der wo bleibt llfe, wo das ine gesetz r" sagt Ma sixcben seinen er Maschi m rebellitt, ui merorgan, de mftis ver dcu Jahre hierin einen Wandel geschafft haben sollen, ist fjjs wackelt an zweifelhaft. Im Gegenthell läßt sich behaupten, daß Mvo Max Hirsch neuesten Erlebnisse den vollen Beweis für die jstothMung sitzt. Un des besonderen Gesetzes gegen besondere Gefahren bewiefcko weit ist. Der weitere Streit über diese Frage ist jetzt um so mW Unschuldi in den nächsten Tagen der Gegenstand im Reichstag �bayerischen Kay Handlung kommen muß." 5000 M. zur E Wer soll da» glauben? Das nationallibercuDarob herrscht Journ." schreibt:„Auf Grund zuverlässiger MittbeiluTobt den brave: parlamentarischen Kreisen kann auf das bestimmteste»unserer Rechtsp werden, daß die ganz überwiegende Mehrheit der"Sache hat leid> liberalen Fraktion im Reichstag in Uebereinstimmung Aecht eines un Fraktionsführern sowohl gegen eine Verschärfung des gesetzes als auch gegen eine fünfjährige Verlängerunl Geltungsfrist stimmen wird. Sehr einflußreiche Mitgr Fraktion geben sogar zu erwägen, ob das Gesetz nur Jahre zu verlängern sei, damit noch dieser jetzt gewählt eutschcn Reich g auch keine r unschuldig nadc, als A», theilte von(s gewapuMlyenie von(S tag vor die Aufgabe gestellt werde, um eine RückbildHtehenden Begri Ausnahmsrechts sich zu bemühen. Nach dieser Lage dc-rim die ganze ist mit der nationalliberalcn Pattei ein verschärftes Icchegreifen, die gesetz nicht durchzuführen. Die Entscheidung hierübc uttheiltcn in di ausschließlich beim Zentrum beruhen, welches in ditsGaß dem unsch geschlossen stimmen müßte." Das„Frkf. Journ."° mit seinen Versicherungen wohl nur einen frühzeitigen�'' eine®et Ulk erlauben! Au« Sachsen, 13. Januar, wird der„Voss.< schrieben:„Wenn man den konservativen„Dresdc Glauben schenken darf, so werden, sicherem Vcrnch« verschiedene hervorragende sächsische konservative abgeordnete der beabsichtigten Verschärfung des gesetzes nicht zustimmen. Die„Dresdn. Nachr.", dieser Mittheilung„mit� Genugthuung" Notiz neh sie gewohnte 1 ium mindesten st enntniß die all 'chtig und zugc ißgriffe aufwc _»ge, deren V iu thun. Die' igt, daß man i nd deren Erst fich bereits vor einigen Tagen in einem Lestattikel, '—- gegen die eroatriiogg"% im Interesse der Humanität gegen die Üriparititw�.r.j;- während das nationallibcrale„Leipz. Tgbl." im Ausrechterhaltung des Kartells einen emsten Mahnm Parteigenossen erlassen hat, den Vorschlägen der ReM entgegenzutreten. In der That ein seltsamer Zwiesp»� der sächsischen Kartellgenossen, der besonders den„Sit der Nationalliberalen kennzeichnet." Kaqern und da» Sozialikengesesi. Einer,............ der„Franks. Ztg." aus München zufolge hält man gliche Gesellschaft Rechte tandenen Schal ''er nicht allein s Geschädigtei rage erwägen. tustizfehters in 'riß ein Lied! isrine bürgerlich« ZentrumSkrcisen einen Expatriirungsparagraphen im-inug, um die Mi gesetz, wenn derselbe angenommen werden sollte, obÄboten sind, sond raung des Landtages für Bayern für ungiltig. S» J auf den, an d« Heimathsgesetz bestehe, sei die Regierung für eine deGMaat, dessen Ii stimmuna von der Zustimmung des Landtages abhäls""�'" ganz em! f.ir»ini, Nikot.c..—- f.->--->-?---�urs feines Gest für rine Abschaffung des bestehenden Refervariechts,,,■ Zweldrittclmajomtu Werve ycy mematS finden. G�Mavt hat, beivesi auf Grund der Reichsvcttassung die RcichsangcböpK.�u�fuhrungen, erkennen, während er die Landesangehörigkeit bct�"riie gerichtet. Bürger erster und zweiter Klasse schaffen. Daß die gpo man ein R c in der Frage ohne den Landtag etwas unternehmen„Im Deut in allen Kreisen für ausgeschlossen.— Zu demselben, o prahlt em kor bemerkt im Anschluß an vorstehende Nachricht die utMarl V. können „Germania":„Zweifellos gehört das bayerische«chrir Stunde mit zu den Erschwerungen des Gedankens de jvhrdei, ist.— irung, wobei allerdings nicht zu vergessen ist, daß) Zutrifft. Es steh reiche Kreise in Deutschland giebt, denen die Beseidljft e u- G u i n e c Reservatrcchts schon an sich eine große Freude �ang fieberkrank i Interesse eben des Einheitsstaates, welchem sie zusteu� wird deshalb in Bayern gut thun, rechtzeitig Ku. s. sehen und den sichersten Weg zu wählen, wenn)' t i e brinot' S6& WÄL SV«* regel vorzuschlagen wagen wird, für welche bis! es � nationalliberalcn Stimmen nur sehr wenige st"' scheiden den— Muth haben." Mbreckt. daß er jedes schickte, war so außerordentlich, daß spottete, ihn jemals zu enträthseln. Aber die Zeit verstrich. Er hatte erst W« habt, an dem Morgen noch einmal nach Wend�V aus zu reiten, um zu hören, wie es seinem P01 J aber er konnte heute unmöglich, und hoffte j" es doch nur einer jener Anfälle gewesen, di' Kränkliche von je gehabt und der dann erbindlichste. Dadurch a Muster oben ri achen, und zn ühbach an, dt Ans auch eben so rasch vorüberging. Hier aber die Zeit; er pfiff seinem Burschen," ließ s sorgfältig abbürsten, zog seine Handschuhe dann, mit wahrlich schwerem Herzen einen G"' den er gern vermieden hätte. Aber es ging mehr, er mußte, und wenn er dott au4. bekam....— Er biß die Zähne auf«-'» schüttelte die trüben, bitteren Gedanken ab Ein seltsa, ii�ior einigen Tage ja nicht so schlimm. Schrullen wieder an �wartete dcmnac ifanitin alten Mann •Jne Voraussicht, f'�nö Testament s imleinigen Erden .ttngungen, daß 'erde, daß eine: fi vmw, Men beim Be - tMmi» ovsi«- i Vor dem Hause begegnete er einer ältlich""?ck>che verbrannt %��®�den, bie ihn steundlich�b vou grüßte, er warf ihr einen Blick uvu-..rritsanstalten En und hob dann die rechte Hand etwa zehn w- Endlich Alles ar als ob er damit an die Mütze greifen wollte, A jftichen— allein d nicht einmal bis zum ersten Knopfloche der H„(addei erhielt, kannte die Frau, sie war ihm schon begegnet,"•übliches Begräbn nicht, wer es sei- möglicher Weise seine'Mn bereits Sch, Geld von ihm haben wollte; er that viel vril ständig zu ignoriren._ g Sein Weg führte ihn durch die nätnlw.� welcher, Nummer fl im ersten Stock, der � Witte wohnte; aber sein Herz dachte heute J-, an ihn, noch an seine Tochter, und. hob er im Vorübergehen den Blick 8" l Aber dott saß Ottilie schon am N&hsim j 4? 4 zu lassen. Es war ja so interessant, zu seh""' hF/üsch für dieje, ging. Sie hatte auch schon mehrfach einnähme einer fr Gelegenheit gehabt, zu grüßen, oder vielmc? � banlcn, aber noch nie so freundlich und!' röthend, als diesmal, und Wendelsheim si' ' ährend der Erb' ihrt, daß er sic estaments zuetf rhindett wurde. Einfrom bekannt, der als wegen ver' 'N Illinois mit glaublich, schrei! 'er solchen Lebe axtHtini Herrn Mar Kirsch, dem wüthenden Gegner eines g e- ü?«n« dlich geregelten Maximalarbeitstages, ist - ÜL«m* Feder oder vielmehr die Scheere ausgemtscht. Im„G e- f„ hiiP e r l o e r e i n" vom 13. Januar, diesem faden Harmonie- j v. gujaZoniteur zur größeren Ehre des Kapitals und zur systematischen seb v>e-i,�»crdummung der Arbeiter, dmckt er aus wirklichen Ar- �-;*( Fiterblättern die Notiz ab, daß die„kleine Schweiz über eine tene Arbeitergesetzgebung 1) hinsichtlich des Schutzes g Boden«»�derjährigcr P��g�en, 2) der Beschränkung der Frauenarbeit, ,, W) der Sonntagsruhe, 4) des Normalarbeitstages r"e®' �gleichartige gesetzliche Vorschriften" zu erzielen versucht. .«eipM jflber wo bleibt denn da der freie Arbeitsvertrag, wo die Selbst- nr mußten� iind wir ingen, FetzU )cn, m Unwirks« getaucht imentoriU� innen, nJeWj Erneuci rungen M isten, ist n, daß»l ie Noch fe, wo das Manchesterthum, wenn Hirsch der Einzige für ine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit sich lsspricht. Sagt doch der Hirsch:„Eine ähnliche Anregung st von der Schweiz schon früher einmal ausgegangen, sie hatte her bei mehreren Staaten keine Gegenliebe gefunden und so ird es ihr, fürchten wir, auch diesmal ergehen."„Mrchtcn ir" sagt Mar Hirsch. O über diese Scheere! Oder hat äxcken seinen Kopf ganz verloren, seit der„G e w e r k v e r e i n Jet Maschinenbau- hind Metallarbeiter" gegen M rebellirt, und der Jnsurgentenführer M a u ch im Maschinen- dem„Regulator", die Befäl cn bewies-«'o weit ist neroraan, Dem„Regulator", die Befähigung des Ober- luftis Der deutschen Gewerkvereine ganz drastisch rritifirt hat? s wackelt an allen Enden, und es wird der Tag kommen, o Max Hirsch auf den Trümmern seiner fortschrittlichen Grün- ng sitzt. Unser Beileid ihm schon heute, daß es noch nicht m so mÄl Unschuldig vrrurtheilt. Der Finanzausschuß der jßrt 8601161� Ii �" t w?- r*-'.L—---- L. c rv�-rj.!----?c'r.... leichstag menschen Kammer hat die Forderung des Justizministers von ,�00?Jc. zur Entschädigung unschuldig Vcmrtheilter bewilligt. onallibermiDarod herrscht große Freude in der liberalen Presse und man Mittbeil»tlobt den braven Minister, der so wacker die Schadenfolgen immteste Amsercr Rechtspflege auspolirt, über den Schellenkönig. Die eit der nSachc hat leider einen recht bitteren Beigeschmack, denn das timmung Btecht eines unschuldig Vcruttheilten oder Verhasteten ist im lg des Soßvcutschcn Reiche bis heute noch nicht anerkannt und besteht bis- rlänaerunS ang auch keine Aussicht darauf. Im Gegentheil, alles, was che Mitgüver unschuldig Verurthcilte erhält, soll lediglich Gnade sein, esctz nur tSnade, als Ausfluß des bekannten Thronrechtes, schuldig Vcr- t gcwäblüartheilte von Strafe zu befreien. Man muß die in Frage RückdilSlsstehenden Begriffe so gegenüberstellen, mie es hier geschehen, r Sage dsam die ganze Höhe und Thorheit dieser Anschauung zu ärftcs ZlOeareisen, die den unschuldig Vcruttheilten dem schuldig Ver- rheilten in dieser Hinsicht gleichstellt. Es ist an sich zweifellos, aß dem unschuldig� Verurtheilten jnte dem unschuldig Ver- „Voff. & »ative des chr.",> >tiz neo-z ckikel nal« steten, ganz abgesehen von dem Ersatz des materiellen Ver- ustes, eine Genugthuung von Staatswesen gebübtt, die über c gewohnte Uttheilsvettündung hinausgeht. Dieselbe muß sum mindesten so weit erstteckt werden, daß dem freisprechenden Er- enntniß die allerweitesic Verbreitung gegeben wird. Es ist icktig und zugegeben, daß auch die bcstorganisitte Rechtspflege ""ißgriffe aufweisen wird. Das hat aber mit der vorliegenden . age, deren Voraussetzung eben jene Mißgriffe sind, gar nichts ,u thun. Die Mißgriffe sind prinzipiell schon damit entschul- igt, daß man nach Mitteln sucht, um ihre Folgen zu reparircn. lud deren Erstes wäre die prinzipielle Anerkennung des oben - erwähnten Rechtes. In zweiter Linie fließt aus xpatniw �j�sm Rechte mit Nothwendlgkeit der Ersatz des ent- i,f sttandenen Schadens. Die Schätzung dieses Schadens darf sich llliabnrui�cher nicht allein auf den leicht berechenbaren matcttellen Verlust es Geschädigten erstrecken, sie muß auch die soziale Seite der rage erwägen. Jeder, den das Unglück trifft, die Folgen eines lustizfchlers irgend welcher Art auf sich nehmen zu müssen, eiß ein Lied davon zu fingen, was seine soziale Stellung, _______ ,seme bürgerliche Existenz damntcr gelitten hat. Die bürger- lt man gliche Gesellschaft ist gerade in dieser Hinsicht nicht aufgeklätt ge- zen im L�nug, um die Mißgriffe der Justiz dott zu strafen, wo sie ge- -Ute, 1% boten sind, sondern sie wälzt wenigstens einen Theil der Schuld ig. äojouf den, an dem sie verbrochen sind. Dafür muß gerade der " Staat, dessen Interesse an der richtigen Schätzung sozialer Wir- ngen ganz eminent ist oder doch sein sollte, ein ganz beson- rs feines Gefühl haben. Daß er dasselbe bis dato nicht ge- ibt hat, beweist seine Haltung in der Frage und mit diesen usführungcn ist zugleich das Freudenqeschrei der liberalen sse gettchtet. Man soll sich über eine Gnade nicht freuen, o man ein Recht zu fordern hat! „Im Deutschen Reich geht die Sonn» nicht unter", selben'�o prahlt ein konservatives Blatt,—„dieses stolze Wott Kaiser die uIWarl v. können wir uns wieder aneignen, seitdem noch zu Zer Re Zwieß Den„Li Einer' -ttsche-echter Stunde auf Guinea die deutsche Flagge aufgepflanzt nkens bff Vörden ist."— Wir wissen nicht, ob diese Berechnung genau Da# �jfWfst. Es steht aber fest, daß die deutsche Sonne, welche in l, da? neyi aoer Ten, vag ote ocuiscyc«onne, wcrcye m ie Bcseä�t e u- G u i n e a scheint, jeden Europäer daselbst über kurz oder Freude �ang fieberkrank macht und nach Hause zurücktreibt. k,## ' monV1* Ueber die Dänemark. Lage der dänischen Sozialdemo gierun» h,» eil* r ati e bringt der„Hamb. Corr." einen allerdings tendenziös >is je« iige � � vvvuuv vtv»tzyuiiiv« vuivii ivtiVvitgi w .espitzten aber doch charattettstischcn Bericht:„Im verflossenen l�iomit ist hier nur wenig vorgefallen, dem man größere Be- -ige i-- �schreckt, daß er sie fast übersehen hätte, grüßte auf das ����lerbindlichste. kdeS Dadurch aber, daß er seine Aufmerksamkeit nach dem * 1 Zensier oben richtete, lief er einer andern Gefahr in den . T,ie Äschen, und zwar gerade gegen den unvermeidlichen Rath W-ndcl�Vllhbach an, der ihn auch ohne weiteres Säumen stellte. em (Fottsetzung folgt.) A«s Kunst und Zeven. Ein seltsame« Testament. Aus Crcmona schreibt man; aber»tor einigen Tagen starb hier Dr. Taddei, ein Sonderling, dessen ß M /chrullen wiederholt Stoff zum Lachen gegeben hatten. Man uhe a»»mattete demnach, daß auch das Testament des sehr vermögen um GoNÜaen alten Mannes originelle Bestimmungen enthalten werde, s aing.�nc Voraussicht, in welcher man �auch nicht �getäuscht wurde. auf ab. aing ine Boraussicht, in welcher man auch matt getauscht wurDe. mii'�?s Testament setzte den einzigen Neffen des Verstorbenen zum i..jaiii�leinigen Erden ein, knüpft an diese Verfügung jedoch dieBc- daß der Leichenwagen in roth und weiß drapitt . daß eine Musikbande abwechselnd lustige und patriotische Leisen beim Begräbnisse aufspielen solle, schließlich, daß die ältlich� Uche verbrannt werde, worauf der Erbe lachend die Asche in [ich aber ste Winde zu ftteuen habe. Sollten die Bedingungen nicht über mullt werden, so habe das ganze Vermögen den Wohlthätig ,, bis(it-'it6aista(ten Cremonas zuzufallen. Der Erde bot selbstver- rn- kan> �, ch �ffrs auf, um das sonderbare Begräbniß zu ermög- d a"Cl" Wc �ristlichkeit wollte davon nichts wissen, und tftKrr" erhielt unter dem lauten Protest des Erben ein orts Sf Wohlthätigkeitsanstaltm der Stadt haben sieTMg eine bereits" Schritte»m Erlangung der Erbschaft eingeleitet, täntlich� ''»hrend der Erbe das Gut für sich beansprucht, indem er an- chrt. daß er sich berert crklätt habe, die Bedingungen des estamcnts zu erfüllen und seine Absicht nur durch die Behörden "hindett wurde. Ein„frommer" Abenteurer. Auch in Kalifornien war bekannt, der„Reverend" William Hammond, der jetzt aber- ls wegen verschiedener„kleiner Sünden" in einem Eounty i» ,i. r'Illinois mit der Justiz in Konflikt gerathen ist. Es ist Rähtis�,'glaublich, schreibt die„N.-D. Staatsztg.", wie ein Mann mit l,!istigt,.Ji 1 Alchen Lebensgeschichte nicht nur immer wieder obenauf LL&e sondern grade tn dem Geistlichendemf, wo immer er sich c u-a �r'bel' soiu Glück machen kann. Seine Lebensgeschichte ist n%' t sur diejenige der zahllosen Abenteurer, die sich durch i ov.Mnahme einer frommen Miene und mit der nöthigen Pottion m beutung beimessen könnte. Wenn die Sozialdemokraten offenbar nicht mehr Terrain erworben haben, so befestigen sie sich doch immer mehr in ihrer Stellung und fühlen sich nicht allein als geduldetes, sondern als gleichberechtigtes Element im Staate. Die Führer treten mit einer Sicherheit auf, die wirklich erstaun- lich ist. Dies trat namentlich bei einer großen Volksversamm- lung, die am 3. Dezember in der kleinen seeländrschen Stadt Nestped abgehalten wurde, recht deutlich hervor. Die Konser- vativen hatten sich alle erdenkliche Mühe gegeben, die Versamm- lung zu verhindem oder doch von dem Besuch derselben abzu- rathen. Aber alle diese Bemühungen waren vergebens; außer den erklätten Sozialdemokraten erschien eine große Anzahl von Arbeitern, die sich bisher von der sozialdemokratischen Bewegung fern gehalten(!!) hatten, aber durch ihre Theilnahme an der Versammlung und ihre ggnze Haltung dabei zu erkennen gaben, daß sie den sozialdemokratischen Anschauungen huldigen. Uebri- gens waren die Auslassungen der Führer bei der Versammlung sehr gemäßigt. Von Drohungen oder starken Ausfällen gegen die Regierung oder die Konservativen war keine Rede, und ihre Forderungen beschränkten sich darauf, daß die Lage der Arberter auf fttedlichem Wege und mittelst der Gesetzgebung verbessett werden müsse. Die Leute sind ihrer Sache so sicher, daß sie es verschmähen, zu gewaltsamen Mitteln zu greifen.(!!) Dre Fort- schttttspartei wird von den Sozialdemokraten ganz und gar als Bundesgenosse angesehen(?) und! sie betrachten es nur als eine Frage der Zeit, daß diese Partei gänzlich zu ihnen übergeht. GroßkritaWuie«. Lord Salisbury's Rede in Liverpool ist so ausschließlich polemisch, so voll bitterer Unversöhnlichkeit gegen die berechtigten Bestrebungen der irischen Nationalisten, daß sie als Beitrag zur Lösung der Streitfrage nicht viel Werth hat. Doch geht aus dem Ton eher als aus dem Inhalt derselben deutlich hervor, daß der Premierminister in seiner„resoluten" Regierungsmethode auf die entschiedene Unterstützung der liberalen Unionistcn rechnen kann. Lord Hattmgton hat ihm kurz vor seiner Abreise nach Liverpool einen Besuch gemacht. In Ion- servativen Kreisen verlautet zur Stunde wemg mehr von einer etwaigen päpstlichen Intervention in Irland und seit dem Empfang der btttischen Pilger in Rom sind die Leute be- sonders kleinlaut geworden. Es läßt sich in der That nicht ein- sehen, was Lord Salisbury vom Papst erhalten kann, nachdem schon die frühere Mission Erttngtons nicht nur fruchtlos abge- laufen war, fondcrn die Lage eher verschlimmett hatte. Wenn der englische Premierminister sich zu sehr mit der Kurie einläßt, wird er sicher den Zorn der fanatischen Orangemänner erregen, welche als Protestanten den vorwiegend katholischen Nationalsten feindlich gegenüberstehen. Außerdem gicbt es ja viele katholische Änti- Nationalisten und nicht wenige protestantische Home Ruler. Man darf daher mit Sicherheit annehmen, daß das Kapitel der päpstlichen Intervention vor der Hand geschlossen ist. Da- gegen thun die Regierungsorgane in Dublin ihr Möglichstes, die religiösen Voruttheile der Bevölkerung gegen die liberalen Exminister John Morley und Lord Ripon aufzureizen, welche im nächsten Monat Irland befuchen und mehrere An- sprachen halten werden. Die katholischen Pttester werden darauf aufmerksam gemacht, daß John Morley ein Freidenker, Atheist und daher ein Feind der Kirche sei, während Lord Ripon, der bekanntlich vor etwa 14 Jahren zur römischen Kirche über- getreten ist, dem protestantischen Theil der Bevölkerung als Apostat dargestellt wird. Das ist eben das Schlimmste bei diesen irischen Wirren, daß je mehr die Lösung aufgeschoben wird, die politischen, agrattschen und religiösen Gegensätze um so schärfer hervottretcn. Wollte man den konservativen Organen Glauben schenken, so stände im Norden Schottlands nichts Gettngeres als ein allgemeiner Auf st and der Kleinbauern und Fischer bevor. Daß die Unzufriedenheit dieser halbver- hungerten Leute bis zur offenen Auflehnung gegen die Land- lords und die Obttgkeit gehen kann, in denjenigen Landstrichen, wo die Lage geradezu hoffnungslos ist, haben die Ereignisse der letzten Tage bewiesen. Die konservative Presse sucht jedoch durch ihre übettriebenen Schilderungen auf die Richter in Edin- über die wegen ihres eingezogenen Kleinbauern �--------------------- befürchtet auf konservativer Seite zu große Milde! Im Laufe der letzten Tage ist unter dem Schutz einer be- deutenden Truppenmacht und der Konstabler vielen Farmern i n W a l e s von den sog. Ecclesiastieal Kommissioncrs, d. h. von den Kuratoren der Staatskirche, wegen Nichtbezahlung der Zehnten ihr Heu oder Viehstand mit Beschlag belegt und öffentlich versteigctt worden. Die Führer der Änti-Zehntcn- Bewegung und eine bedeutende Menschenmenge waren in allen Fällen anwesend, doch kam es zu keinem Zusammenstoß mit den Truppen oder der Polizei. Frankreich. Am Montag wird die Kammer die I n t e r p e l l a t i o n s- d e b a t t e über das Gebahren des Pattser Gemeinderathes ab- halten. Wie man vernimmt, sollen sowohl der Konseilspräsident Tirard als der Minister des Innern dem Interpellanten de Dreistigkeit dem blindgläubigen Volk in Stadt und Land als Lehrer der Religion und Moral aufschwindeln. In einem ka- nadischen Dorf unweit Montreal geboren und später dott ver- beirathct, ergriff er nach dem Tod seiner ersten Gattin den Wanderstad, um in den Ver. Staaten ein größeres Feld für seine Anlagen zu suchen. In den Jahren 1872 und 1873 findet man ihn am Pazififj, wo er in dem fernen Siskiyou Eounty die ärztliche Kunst ausübt. Dott verlor er seine zweite Frau und bei den Einwohnern von Ureka einen üblen Geruch hinter- lassend, der noch heute nicht verschwunden ist, zog er ab. Im Jahre 1884 war er wohlbestallter Seelsorger in einem Dörfchen bei Ligonier in Illinois, speziell den baptistischen Settcnglauben lehrend, wobei er jedoch auch noch seine alten Geschicklichkeiten in der Heilkunde zu vcrwerthen wußte. In diesen doppelten Geschäftszweigen hauste er jedoch so mißliebig, daß die biederen Dorfbewohner, als er sich endlich entschloß, ihnen den Rücken zu kehren, aus der Ortskanone einen Freudenschuß abfeuetten und die Befreiung von ihrem Doktor und Re- vcrend wie ein großes Fest feierten. Das Geld, das er aus der Versicherung eines unter verdächtigen Umständen zu Asche gewordenen Mobiliars gelöst hatte, nahm er mit. In einem anderen Dorf, 80 Meilen weiter, blieb er nur wenige Monate, nachdem er dott einen Patienten in geheimniß- voller Weise zu Tode kuritt hatte. Zu Anfang des Jahres 1886 war er wieder Prediger einer„Freien Baptistenkirche', heirathete eine Wittwe, die ein paar tausend Dollars Geld hatte, zog unter falschen Vorwänden 2000 Doll. aus der Sparbank, wo sie sie liegen hatte, stahl ihr auch noch 1000 Doll. in Bonds, gab ihr drei Morphincinspritzungen unter die Haut und ließ sie dem Tode geweiht liegen. Durch den zufälligen Besuch einer Dame in dem Haus wurde das Opfer gerettet. Dann findet man ihn wieder in Montreal als Theilhaber einer Schwindclkompagnie für Gcsundheitsvornchtungen. Als er wegen Meineides ins Gefängniß gesteckt wurde, fand man einen Pland- schein bei ihm, der auf verschiedene kostbare Em- brecherwerkzeuge lautete, bie er versetzt hatte. Ende Dezember legte er sich zu Macon unter dem Vorgeben, Wittwer zu sein, ein junges Frauchen bei; als jedoch nach ein paar Wochen sein Vorleben bekannt wurde und er sich oben- drein des unbefugten Schnapsverkaufes angeklagt sah, gab er, nachdem er Bürgschaft aufgetrieben, wieder Fersengeld.'Roch an verschiedenen anderen Otten hat der kombmitte„Reverend- Dottor" ähnliche Erinnerungen hinterlassen, u. A. in einem New-Norker Städtchen, wo er sich unter dem Vorgeben, ein zum Protestantenthum bckehtter katholischer Pttester zu sein, an Lamarzellc antwotten. Herr Tirard beabsichtigt, in seiner Ent- gegnung zwei Punkte getrennt zu berühren: 1) die Haltung der hauptstädtischen Vertretung in den letzten Tagen der Präsident- chaftskttse, welche ihm Gelegenheit zu der Erklärung bieten wird, die Regiemng sei entschlossen, keine Ungesetzlichkeit, keinen Gewaltmißbrauch im Stadthause zu dulden, und 2) die Weigerung des Pattser Gemeinderathes, dem Seine- Präfeften eine Wohnung im Stadthause einzu- räumen. Der Konseilsprästdent wird im Namen der Regie- rung dem Gesetzentwurfe über die Organisimng des Pattser Gemcindewesens beitreten, welchen Herr Goblet als Premier- minister ausgearbeitet hatte und dessen Attikel 21 ausdrücklich bestimmt, der Scincpräfekt habe seine Amtswohnung im Hotel de Ville. Um rascher an ein Ziel zu gelangen, wollen mehrere Abgeordnete beantragen, diesen Attikel 21 aus dem Zusammenhange des Gemeindegesetzcs zu lösen und als ein Spezialgesetz vor die Kammer zu bringen. Nächster Tage steht die zweite Berathung des am 15. November v. I. in erster Lesung angenommenen Gesetzes bevor, nach welchem die Forstbehörden keinerlei Aenderung in der Bewirthschaftung der Gemeindewälder eintreten lassen dürfen, ohne vorherige Zustimmung der Gemeinderäthe. Das Gesetz scheint ganz unverfänglich, ja eine ganz selbstver- ständliche Anerkennung des Rechtes der Gemeinden. Aber es wird eine unheilvolle Wirkung in den Gebirgsgegenden hervor- bttngen, besonders in den Alpen und den damit zusammen- hängenden Bcrgzügen. Denn es ist ein weiteres Mittel, um die Aufforstung zu verhindern, durch welche allein der Verwüstung jener Gegend ein Ziel gesetzt werden kann. Anfangs der sechziger Jahre war ein Bewaldungsgcsetz einaefuhtt worden. Nach demselben nahm der Staat die Gelände, deren Aufforstung aus wirthschaftlichen Gründen geboten war, zeitweilig in Besitz, zahlte den Eigen- thümem— messt Gemeinden— eine jährliche Ettrags- Entschädigung und gab dieselben wieder zurück, wenn sie in ertragsfähige Waldungen umgewandelt waren. Die Aus- bcutung dieser letzteren untersteht natürlich der Forstverwaltung. Im Jahre 1882 ging ein Gesetz durch, wonach der Staat fort- an nur noch den eigenen Boden auffossten durfte. Der einge« standene Zweck war, die Aufforstung zu verhindern. In den Gebirgsgegenden dienen nämlich die Wildländereien zur Weide. Zahlreiche Abgeordnete mußten den Wählern freie Weide zu- sagen, um ihre Stimmen zu erlangen. Trotzdem wurden für eine hübsche Zahl Millionen Gemcindeländereien zur Auf- forstung angekauft, die aber durch die zwischenliegenden vcr- eitelt wird, welche ihre Liegenschaften zur Weide verwenden. Der Staat kann nicht alle Ländercien ankaufen, und so sind die Aufforstungen, welche schon vielfach recht erfreuliche Verbesse- rungen bewirkt hatten, allenthalben ins Stocken gerathen. Das jetzige Gesetz wird die Wirkung haben, eine Menge Buschwälder zur Viehweide preiszugeben. Die Gebirgsbewohner beuten die noch vorhandenen Wälder um so unbarmherziger aus, als fie durch die früheren Entwaldungen Schaden leiden. Es ist ganz unglaublich, wie viele früher blühende Gebirgsgegenden mit üppigen Wäldern und fruchtbaren Thälern seit zwei, drei Jahr- hundetten verödet, arm und unfruchtbar geworden sind. In den Alpen nnd Pyrenäen sind viele Thäler, welche früher Taufende von Einwohnern ernähtten, versumpft, so mit Geröll und Schotter bedeckt, von dem Wildwasser zerrissen worden, daß jetzt kaum noch eben so viele.Hunderte ihr kümmerliches Brot finden. Im Gebirge selbst ist ohne staatlichen strengen Zwang weder Schonung der Wälder, noch Aufforstung möglich. Die Abgeordneten solcher Gegenden sichern ihre Wiederwahl, in- dem fie Erlaß der Strafen für Waldfrevel erwirken. Es ist da kein Heil mehr zu ermatten, wenn das jetzige Gesetz durchgeht. Der jetzige Ackerbauminister Viette war Bericht- erstattet desselben und hat die Genehmigung in erster Lesung durchgesetzt. Kelgien. Die Arbeiterfrage in Belgien scheint allmülig in Fluß kommen zu wollen. Wie gemeldet wird, hat die Re- gicrung endlich einen Entwurf, betreffend Arbeiterwobnungen, ausgearbeitet. Ob der Inhalt desselben den Beifall der Kammer» Mehrheit erttngen wird, durfte eine große Frage sein. Die belgischen Soziali st cn scheinen wieder rübttg zu werden. Sie beabsichtigen dem Vernehmen nackt'' r. s..„beabsichtigen dem Vernehmen nach, bei Ge- iegcnheit der im nächsten Monat stattfindenden Looszichung zur Mrlrz ihre Leute an den Rathhäusern aufzustellen, um die Milizleute zu bearbeiten; dieselben sollen gegen die übliche Rekrutirungsweise aufgebracht und wenn möglich noch vor ihrer Einberufung für die neue Lehre gewonnen werden. Kleine Mittheilungen. Münster, 14. Januar. Die Spinnerei von Gebrüder Dttcßen zu Bocholt ist völlig niedergebrannt; ein Feuerwehr- mann wurde lebensgefährlich verletzt. 140 Arbeiter sind ohne Beschäftigung. Hamburg, 15. Januar. Der Postdampfer„Askania" der Hamburg-Amettkanischcn Packetfahtt-Aktiengescllschaft hat, von Westindien kommend, heute Lizard pasfltt. die Spitze der frommen Gemeinde geschwungen hatte, um dann mit 30 Doll. Kirchenfonds durchzugehen. Das Interessante an diesen und ähnlichen Geschichten ist nicht, daß es auch in dem großen Amettka solche Schwindler giebt, sondern daß seine, doch nn allgemeinen klugen und aufgeweckten 60 Millionen Einwohner dem esstcn besten Lügner und Windbeutel so äußerst leicht auf den Leim zu gehen pflegen, wenn er nur mit gravi- tätischer Miene und namentlich der„Bibel" in der Hand vor ihnen auftritt. Antipyrin gegen Seekrankheit empfiehlt Herr Dupny nach einer von ihm in der Akademie der Wissenschaften zu Patts gemachten Mittheilung. Nach seiner Auffassung geht das mit dieser Krankheit verbundene Unwohlsein, das Erbrechen, der Schwindel, kalter Schweiß u. a. m., wahrscheinlich von der »leckalla oblongata aus. Bekanntlich ist dies das noch in der Schädelhöhle befindliche Uebergangsstück des Gehirns in daS Rückenmark. Herr Dupuy ließ eine Anzahl Personen zwei bis drei itage vor der Einschiffung und während der ersten drei Tage einer Seereise täglich 3 g Antipyrin einnehmen. Wahrend diese Leute früher entsetzlich unter der Seekrankheit zu leiden hatten, konnten sie nun unter Gebrauch von Anti- vyrin bei bestem Wohlsein die Fahrt über den Atlantischen Ozean machen. Kefeitigung von Warze« mittelst Elektrizität. Professor Voltolini in Breslau veröffentlicht in der„Deutschen medizinischen Wochenschrift" einen Aufsatz, betreffend die Beseitigung von Warzen und Mutlermälern. Die Entfernung der- attiger Bildungen hatte bisher ihre Mißstände, indem nach dem gebräuchlichen Verfahren durch Ausschneiden, Netzen u. s. ,v. nur allzuoft Narben zurückblieben, welche manchmal noch störender waren, als jene Mißbildungen. Aus diesem Grunde zogen viele Personen es vor, letztere zu behalten. Professor Voltolini hat nun die Idee durchgeführt, zur Beseitigung der- attiger Fehler eine chemisch auflösende Kraft des elektrischen Stromes, die sogenannte Elektrolyse, zu benutzen. Zu diesem Zwecke hat er eine Battette von fünf Elementen konstruitt, deren Leitunasschnüre mit zwei recht spitzen Platinanadcln, für sehr starke Gebilde mit einer Stahlnadel, versehen find; die Nadeln werden in die zu entfernenden Gebilde eingestochen; hierauf läßt man einige Minuten den Strom einwirken. Nach dem Experiment trocknet die Warze meist ein und fällt nach einiger Zeit ab, ohne die Spur einer Narbe zu hinterlassen. Volto» lini hat diese Methode in zahlreichen Fällen mit günstigem Er- folge durchgefühtt und will nun dieselbe durch seine Veröffent- lichung zum Gemeingut der Aerzte machen. Theater. Dienstag, den 17. Januar. G»eenha«s. Die Zauberflöte. Mchaaspieiha«». Egmont. Ssatsche« Theater. Die Verkannten. Mallaer-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado. Friedrich- Wilhelmftadtisches Theater. Die 7 Schwaben. Utlrtoria-T heater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. � Gstead-Theater. Haus Ravallet, oder: Der Mord im Steinbruch. Kestdeaz-Theater. Francillon. Oellealliaare-Theater. ____________ Die Ztäherin. Walhalla-Theater. Alle Zteune. Teatral-Theater. Höhere Töchter. Königflädtrsche» Theater. Uriel Acosta. »«eriean-Tlleater. Spezialitäten-Vorstellung. Taarordia- Theater. Spezialitäten- Vor- Theater der Keichshalle«. Spezialitäten- Vorstellung... � Kaafmaan» PariSt«. Spezialitäten- Vor- stellung. Berliner Ktadt Theater Wallnertheaterstraße 15, fr. Alhambra- Theater. Unser Kllvoknt oder: Kater Martins Hans. Volksstück mit Gesang in 3 Akten von Dr. Oßmann. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. LooisekUdtischks Theater. Dresdenerstr. 72. Direktion: Adolph Ernst. Zum 193. Male: Die schöne Ungarin. Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Mufik von G. Stessens. Dir»rar« Kauplet« lind vom Kapellmftr. Herr« Frenz Roth kampauirt. Irma: Clara Helmer. Lilli: Olga Dero- raK. Friye: Grete Gallus. Häppchen: Clara Bllchler. Micsebeck: Direktor Ad. Ernst. Schröder: Aug. Kurz. Triller: Paul Barthold. Walzebock: Gustav Gfirsa. Alfred: Wilhelm Ruft. Telrph« Kuschluv: Amt III Hr. 8042. Kaffcneröffnung 6 t Uhr. Anfang der Vorstellung 7& Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Anfang 7t Uhr. KilliBäiailchrs Hh-elrr. Alexander-Straße 41— Kurze Straße 6. Einmaliges Gastspiel des Herrn Kau« Elrif vom Stadttheater in Lüdeck, sowie Gastspiel des Frl. Ida Müller und Auftteten des Herm Mar Kamst. Uriel Acosta. Trauerspiel in 5 Alten von Carl Gutzkow. Kämmtlich« Ha«»«ud Passepartouts Nnd giltig. Mittwoch, den 18. Januar: Erstes Gastspiel von Knua Kchramm. Die Tochter der Markthalle. Hie Adouvrate« de»„glerl. Kolksbl kahlen gegen Uorkelgung ihrer Adouue- «e«t»quittung halben Kasseuprel«. Circus A. Krembser Friedrich-Karl-Hfer, Ecke Karlsttaße. Heute, Dienstag, den 17. Januar 1888 Große Kouknrrenk zwischen dem Bierfahrer Herrn Heidke aus der Oähow'fchen Kraneret und dem preisgekrönten Athleten Herrn Carl Ab«. Herr Heidke macht fich anheischig, dem disjetzt unbefiegten Preisringer und Champion der Welt, Herrn Ab» sämmtliche Produttionen, welche derselbe mit seinen Gewichten ausführt, nachzu- machen. Auf ausdrückliches Verlangen des Herm Heidke wird derselbe, gleich Herrn Ad», ein Pferd freihändig hochheben Der Preis des Kampfes bettägt 1000 Merk, welche Herr Abs, im Falle Herr Heidke die Pro- duttionen des Ersteren genan nachmacht und ausführen kann, zahlen wird. Außerdem AMN 17. |ir Wzr Schwilzmimlta Große originelle Pantomime mit Hallet, ausgeführt von 80 Personen und 40 Damen vom Corps de Ballet. Austreten der vorzüglichsten Heitksnstlerinnen und Heitkünstler. Vorführen und Reiten der best dresfirten Schul- und Freiheitspferde. Auf- treten sämmtlicher Clowns. _ A. Krembver, Direktor Pastage 1«r. 9 M.- 10 A. Kaiser-Panorama. Kchlöster König Lndmig II Hrnschmanstei«. MHM- Hohenschwangau. NW» Reu! Zum ersten Male: Pierte Wapdernng durch Pari«. »eise Kr.»aj.»chist Eine Reife 20 Pf.. Kinder nur 10 Pf. Abonn. fasken-Garderode[157 billig bei«edatn». Kochstr. 31 Gine öffentliche[160 Kchmider-Nersammwng findet am Mittwoch, den 18. Januar, Abends SV Uhr, im Fouisenstadtischen Monkerthan», Alte Jakobstt. 37 statt. T.-O.: Gründung einer iliale des Rcisc-Unterstützungs-Verbandes der -chneider Deutschlands. Ref.: H. Jeschonneck. Fachverein der Putzer. Mittwoch, den 18. Januar c., Abends 8; Uhr, bei Scheffer, Jnselstraße 10: Mitglieder-Ver Sammlung. Tagesordnung: Vortrag eines Architekten über„Dekorativ-Aus- Ausstattung von Hochbauten". Vereinsangelegen- betten. Fragekasten.[159 Um recht zahlreiches und pünttliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Allen Männem der Arbeit empfehle mein Weiss- und Balrisch- Bier- Lokal. 163] M. Hangh. NB. Auch liegt die Sammelliste für die Familie Hasenclever aus. Eleg. 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Um die Gewinnchancen zu erhöhen, empßehlt es- verschiedene Nummern zu nehmen. 1 C&lner Oombau-Looae ä 3 Mk., 10 L. 29 Mk, Badener Loose a Mk.l lu L. 20 Mk, Marien burger Loose ä 3 Mk., 11 L 30 Mk, Porto u. Liste 30� Friedrichstr. jk AUGUST FÜHSE Staats- Lotterie- Effectengeschäft, Bsrllii W, Faberh»» Telegramm- Adresse: Fnhsehank Berlin. Prenss. Original-Loose. Artikel lemeingefährli 21. Ottober 1 verlängert. Artikel U chgeändett, w terigen Ziffen § 19. B er eine von chrift(§ 15) . eldstrafc bis Jahre bestraft. [verbotene Drr 200 M., Hauptgewinn i 600 000 Mark vom 20. Januar bis 8. Februar. Hierzu empfehle: witthschaft odl offenstehenden ! ausgelegt odei 100 M.,'/« 50 M., Vs 25 M., I,, 12 M. 50 Pf.,'>,.'6 M. 50 Pf.,|w"....§ 22 Abs »»»»-««Däftmachen. Leo Josephy I-oos. nnd Kerlin o.. KSdrnstratze 14. NB. Auf Nr. 81 419 fiel 60000 M., auf 38 815 10 000 M. kürzlich in meine �'die Zulässtgkei Täglich 4000 Gew. In dieser Woche(20 Januar bis 8. Febr.) beginnt die Haupt- und Sch'.u-sziehung der m Artikel II Ottober Ii schaltet; § 22a." , es A ufe n stimmten Mas 177. ESnigl. Prensj. Staats Lottef« 0„ �.eetne Verutthei M 600,000, 3x300,000, 2x150.000, 2x100, Of effotgt und fe „ach �'"dung thetl mit Hauptgew mit Bedingung der Rückgabe igungen gehö Ongmai-Loose Ziehung, event. bei sofortiger Gewinn � '/. M. 210,'/, M. 105, M. 55, Vs W. 27,50. I-msjuyrun Antheile, deren Gewinne sofort ohne jeden weiteren Abzug V« w. 52.50.'/z Hl. 26.50, Vi. m. 14,'/.» m. 7,'/.« w. 2.»� Porto u. amtl. Gewinnliste 75 M. Einschreibesendung I Prospekte gratis. Im w• j-wm, Bank- n. Lotterie- Effektengeschäft, Moritz 1>ÄD,... o-nlin„W." 8, 65 000 Gew. Charlottenmtrasse 50 , durch ungesetz! 9lud) kan >dcm Falle de- Zuwidcrhandl einem verbotei ist, auf die Staaisanl Durch eir Heimathsstaate seiner Stau Preußische Original-Loose und flnilferj Hauptziihuug uom 30. Zanuar bis 8. Februar 1888. � zajtä öeg "'Ä1- 1 35 Berlin O., � werben. Nach Auswärt» unter �»-5t? V�gutu«g.�' Mes.BundeSge fl. Meyer, Preuss. 1621_ Deber 34 Millionen Ma-K Geldgewinne Orig. Uoose'' 0" L. Besch, zurückkehrt, röi . 7»Jl Politur- Spiritus, Krenn-Spiritus ohne Wasserrückstand, t L'tss größere Quantitäten billiger, sowie Liqueure, Punsch-Exttakte, Rum, Arac, Cognac billigst; Postaufttäge frei Haus Ignatz Sello, Berlin, Kaiser« 34�� Geld gespart— heisst Geld verd* Laut Beschluß der Verwaltung des ersten Kerlwer Feihhanse« 2Meinbergs-Weg t\ ♦ am Rosenthaler Thor werden die vorhandenen diesjährigen prachtvollen prima Hrzreu-Garderobessie kirr ..............»ktm» Palet»» für �«er ähren bestraf § 25a. S r V e desge bsatz 2 bezeil zu bestrafen. der Entziehun Absatz 3 bis f Die Beg Die Gelt lichen Bestrebt welche durch 1 verlängert wo> erreicht haben. der Gcltungsb den Vordcrgn Bei allet erungen der ernichtung I aus 16 00« ff. Winter- Palerot«, darunter feinste Eskimo Pal't» 30. 11 000 prima Iaquet- und Uock-Knznge, darunter ff. Ka« 16—38, 88 000 gute eeinwoll-»� Hosrn für W. 4 11. �"""',*#7',"iVT't" Minter-Iaquet», Schlafröcke. Knaben-Patetot», Ichwar,» Köck«, fösnhui6° S«te Ptz-en et«....... z.«St „r* abzielenden B in wirksamer zum reellen Leihwerth ausverkauft�� Auch Konntag» bei Einkauf eines Anzuges oder Paletots zurückgezahlt. bis Abends geöffnet. Pferdebahn« 737 2Meinb»rv» Weg O ■ am Rosenthaler Thor. Polizeilich donzesfionirtes Arbeiier-Wotizkatend� pro 1888 . Die Dauer der Geltung des Gesetzes gegen die meingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 1. Oktober 1878 wird hiermit bis zum 30. September 1893 «rlängert. Artikel II. Die§§ 19 und 22 Absatz 1 werden in der Art �geändert, wie diese Borschriften nachstehend unter den bis- igen Ziffern aufgeführt sind: § 19. Wer eine verbotene Druckschrift(§§ 11, 12), oder 'er eme von der vorläufigen Beschlagnahme betroffene Druck- chrift(§ 15) verbreitet, fortsetzt oder wieder abdruckt, wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder Gefänglich bis zu einem Jahre bestraft. Der Verbreitung wird gleichgeachtet, wenn eine verbotene Druckschrift in einem Verkaufslokale, einer Schank- wirthschaft oder in einem sonstigen, dem Zutritt des Publikums offenstehenden Ort zur Benutzung der daselbst Verweilenden i ausgelegt oder bereit achalten wird. Pf.,|«4 �§ 22 Absatz I. Gegen Personen, welche sich die Agitation „ ,cllfür die int§ 1 Absatz 2 bezeichneten Bestrebungen zum Ge- » we» schäft machen, ist im Falle einer Verurtheilung wegen Zuwider- Handlungen gegen die§§ 17—20 auf Gefänglich nicht unter . irjjroei Jahren zu erkennen. Neben der Freiheitsstrafe kann auf nemo Zuläsfigkeit der Einschränkung ihres Aufenthalts erkannt erden. a* Artikel III. Hinter den§§ 22 und 25 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 werden die folgenden§§ 22a und 25a eingeschaltet: -§ 22a. Auf Zuläsfigkeit der Einschränkung es Aufenthalts mit den im§§ 22 Absatz 2 und 3 bestimmten Mafigaben und Wirkungen kann erkannt werden, wenn ~ Ad«ine Verurtheilung auf Grund des§ 129 des Strafgesetzbuchs 00,""erfolgt und festgestellt ist, dafi der Verurtheilte an einer Ver- dindung theilgenommen hat, zu deren Zwecken oder Beschäf- "jungen gehört, die Vollziehung dieses Gesetzes oder auf die usfühmng desselben bezügliche Mafiregeln der Verwaltung lurch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften. Auch kann sowohl in dem vorbezeichneten Falle, wie in . cm Falle des§ 22 Absatz 1, wenn die Verurtheilung wegen Zuwiderhandlung gegen den§ 19 oder wegen Betheiligung an einem verbotenen Verein als Mitglied(§ 17 Absatz 1) erfolgt fljift, auf die Zuläsfigkeit der Entziehung der �Staatsangeh örigkeit erkannt werden. ai.■ �,. Durch ein solches Erkenntniß erhält die Zentralbehörde des Heimathsstaates des Verurtheilten die Befugnifi, den letzteren ----"1 seiner Staatsangehörigkeit für vertust ig zu er- ilären und aus dem Bundesgebiete auszu- UiW** weisen. Das Erkenntniß begründet gleichzeitig für die öan- 1 desvolizeibehörde die Befugnifi zur Beschränkung des Aufent- Halts des Verurtheilten mit dem in§ 22 Absatz 2 und 3 bezeichneten Mafigaben und Wirkungen. Personen, welche nach den vorstehenden Vorschriften ihrer Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaate verlustig erklärt worden sind, verlieren dieselbe auch in jedem anderen Bundes- staate und können ohne Genehmigung des Bundesraths in keinem Bundesstaate die Staatsangehörigkeit von neuem er- werben. w Wer, nachdem er auf Grund der Bestimmungen im Abs. 3 .des Bundesgebiets verwiesen ist, ohne Erlaubniß in dasselbe ——�4 zurückkehrt, wird mit Gefängnifi von einem Monat bis zu drei f| Jahren bestraft. he naA§ 25a. Die Betheiligung eines Deutschen an "siner Versammlung, welche aufierhalb des Bundesgebiets zu dem Zwecke stattfindet, die im§ 1, "'bsatz 2 bezeichneten Bestrebungen zu fördern, ist mit Gefängnifi bestrafen. Neben der Freiheitsstrafe kann auf Zuläsfigkeit der Entziehung der Staatsangehörigkeit erkannt werden(§ 22a Absatz 3 bis 5). Die Begründung lautet: Die Geltungsdauer des Gesetzes gegen die gemeingefähr- lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1378, «�welche durch das Gesetz vom 20. April 1886 auf zwei Jahre �W�HBerlängert worden ist, wird mit dem 1. Oktober 1888 ihr Ende v! erreicht haben. Die Frage wegen der abermaligen Erstreckung der Geltungsdauer dieses Gesetzes tritt daher von neuem in den Vordergrund. Bei allen denjenigen, welche mit den verbündeten Re- tto***'* gierungen der Ueberzeugnng gewesen find, dafi die auf eine , für r Vernichtung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gar« �»abzielenden Bestrebungen der sozialrevolutionären Umsturzpartei Mxhrerl|n wirksamer Weise nur vermittelst außerordentlicher gesetz- {ttdf*' acberischer Vollmachten bekämpft werden können, herrscht Ein- verständnifi darüber, daß das Gesetz vom 21. Oktober 1878 üifi den Aufgaben, welche sich dasselbe gesteckt hat, auch in neuerer f* Zeit im Großen und Ganzen gerecht geworden ist. Durch eine bus-« energische und umsichtige Handhabung seiner Bestimmungen ist es gelungen, die sozialdemokratische Bewegung in ihrer öffent- ltchcn Bethätigung in solchen Schranken zu halten, dafi Deutsch- .i.U land von ernsteren Störungen der öffentlichen Ordnung und AnsiV des öffentlichen Friedens, wie sie in anderen Ländern zu be- vagen gewesen sind, verschont geblieben ist. Als weiterer be- deutsamerer Erfolg ist die Thatsache zu verzeichnen, daß bisher ein Ueberwuchern der sozialdemokratischen Bewegung auf die } rein ländlichen Distrikte hat verhütet werden können. Gleich- L J wohl wird nicht in Abrede zu stellen sein, dafi in denjenigen Verhältnissen, welche seinerzeit zu dem Erlasse des Gesetzes vom llü» 2.1- D ktober 1878 geführt haben, eine Aenderung im Sinne " einet positiven Besserung noch nicht eingetreten ist. Wie \ unter Anderem auch aus den Rechenschaftsberichten zu ent- nehmen ist, welche dem Reichstag über die auf Grund des§28 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 getroffenen Maßnahmen *8. te«)'* l.. It. I p- ro .vorgelegt worden sind, hat die Sozialdemokratie weder an Aus- mA oehntma noch an Stärke eine Einbuße erlitten. Nach wie vor t"»si?ie sozialdemokratische Partei, was auch die letzten Reichs- i WSwahlen wieder bestätigt haben, eine streng in sich geschlossene Partei geblieben. Die der Partei zur Unterstützung der Wahl- agitation aus dem Auslande und namentlich aus den Ver- einigten Staaten von Nordamerika reichlich zugeflossenen Geld- mittel haben den Zusammenhang der deutschen Sozialdemokratie mit den Umsturzparteien in anderen Ländern wiederum offen gelegt. Bei der Parteileitung stehen die revolutionären Ten- denzen fortgesetzt tm Vordergrunde. Anzeichen dafür, daß sich aus der sozialdemokratischen Bewegung eine auf den Boden der destehenden Staats- und Gesellschaftsordnung stellende Reformpartei herausbilden werde, sind nirgends bemerkbar ge- worden. c®ei dieser Lage der Dinge, in der sich im Laufe der nächsten «ahre schwerlich ein Wechsel vollziehen wird, kann nach Anficht �.verbündeten Regierungen auf diejenigen Mittel, mit welchen »euyer der Kampf gegen die Sozialdemokratie geführt worden ist, vorläufig nicht verzichtet werden. Im Interesse der Auf- rechterbaltung der Ruhe und des inneren Friedens des Deutschen Reichs ist es demnach für eine Pflicht der Gesetzgebung zu erachten, durch abermalige Verlängerung der Geltungsdauer des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 diese Mittel auch fernerhin den Behörden des Reichs und der Einzelstaaten zur Verfügung 511 �Nicht minder erscheint es aber geboten, bei der erneuten Erstreckung der Geltungsdauer des Gesetzes zugleich auf eine Beseitigung derjenigen Mängel Bedacht zu nehmen, welche sich bei der Handhabung einzelner Bestimmungen im Laufe der Zeit herausgestellt haben, und deren Fortbestehen den heilsamen Er- folg des Gesetzes in Frage zu stellen geeignet sein würde. Diese Mängel haben sich vornehmlich darin gezeigt, daß es ttotz aller Anstrengungen nicht möglich gewesen ist, der Verbreitung der verbotenen sozialdemokratischen Druckschriften in dem nolhwen- digen Maße entgegenzutreten. Ein Beleg hierfür findet sich darin, daß das erklärte Parteiorgan der deutschen Sozialdemo- kratie, der zu Zürich erscheinende„Sozialdemokrat", unter der deutschen Arbeiterwelt nach zuverlässigen Ermittelungen gegen 10 000 Abonnenten zählt. Ebenso find die anarchistischen Blätter, die„Freiheit" und die an Stelle des eingegangenen„Rebell" zu London herausgegebene„Autonomie" in Deutschland in mehreren tausend Eremplarcn verbreitet. Wird hierbei berück- sichtigt, dafi die einzelnen Nummern der vorgenannten Zei- tungen, deren Tendenzen bei anderen Gelegenheiten genugsam charakteristrt worden sind, von einer verhältnißmäfiig großen Anzahl von Arbeitern gemeinschaftlich gehalten und gelesen werden, so wird es keiner weiteren Beweis- führung bedürfen, dafi ein derartig starker Vertrieb der sozial- demokratischen Prefierzeugnisse mit Nothwendigkeit dahin führen muß. die Wirksamkeit und den Erfolg des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 zum großen Theil zu paralysiren. Ueber die näheren Umstände, durch welche es gelungen ist, die verbotenen sozialdemokratischen Zeitungen und sonstigen Druckschriften in dem angegebenen großen Umfange einzuführen, haben mzwischen die in neuerer Zeit an verschiedenen Orten gegen Führer und Anhänger der sozialdemokratischen Partei geführten Strafprozesse hinlänglichen Ausschluß geben. In denselben ist festgestellt wor- den, daß von der sozialdemokratischen Parteileitung in plan- mäßiger Weise in fast allen größeren Städten und anderen Industriezentren Verbindungen organisirt worden find, deren ausgesprochener Zweck darauf gerichtet ist, der sozialdcmokra- tischen Patteipresse unter den Arbeitern Eingang zu verschaffen und überhaupt den auf Grund des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 getroffenen Anordnungen entgegenzuarbeiten. Denaesetz- gcberischen Mafiregeln, welche dazu dienen sollen, die Mängel des Gesetzes nachhaltig zu beseitigen und insbesondere die Ver- breitung der verbotenen Druckschriften in wirksamerer Weise als bisher zu verhindern, ist damit ihre Richtung gegeben. Dieselben werden den Verhältnissen, wie sie sich infolge des geschilderten Vor- aehens der sozialdemokratischen Parteileitung gestellt haben, in besonderem Maße Rechnung tragen müssen und sich nicht darauf beschränken dürfen, diejenigen zu treffen, welche sich den Ver- trieb der sozialdemokratischen Zeitungen zum unmittelbaren Geschäfte machen. Vielmehr wird in gleicher Weise auch gegen diejenigen vorzugehen sein, welche den vorerwähnten Verbin- düngen angehören, und hierdurch, ohne den Vertrieb un- mittelbar zu besorgen, die Verbreitung der verbotenen Druck- schnften mittelbar fördern helfen oder auf andere Weise die Maßnahmen gegen die sozialdemokratische Bewegung zu vereiteln suchen. Von diesen Gesichtspunkten aus ist in dem als besonders wichtig hier vorab zu begründenden§ 22a des vorgelegten Gesetzentwurfes vorgeschlagen worden, den Bestimmungen im§ 22 des Gesetzes vom 21. Ottober 1878, nach denen in gewissen Fällen auf eine Einschränkung des Aufenthalts erkannt werden kann, eine Erweiterung dahin zu geben, daß die gleiche Maß- nähme auch dann in Anwendung gebracht werden kann, wenn auf Grund des§ 129 des deutschen Strafgesetzbuchs eine Ver- urtheilung wegen Theilnahme an einer gegen das Gesetz vom 21. Oktober 1878 gerichteten Verbindung erfolgt. Um dem Un- wcsen dieser Verbindungen zu steuern und deren weitere Ver- breitung zu hindern, ist dabei von dem Erforderniß der Fest- stellung, dafi der Verurtheilte sich die Agitation für die im§ 1 Absatz 2 des Gesetzes bezeichneten Bestrebungen zum Geschäfte machte, Abstand genommen. Außerdem soll aber— und hierin liegt der Schwerpunkt der vorgeschlagenen Aenderungen— sowohl in dem letztbezeichneten Falle, wie auch dann, wenn wegen Vertriebes verbotener Druck- schritten oder wegen Betheiligung an einem verbotenen sozial- demokratischen Verein auf eine Freiheitsstrafe erkannt worden ist, außer auf Beschränkung des Aufenthalt auch auf den Ver- lust der Staatsangehörigkeit erkannt werden können. Es soll nicht verkannt werden, dafi es sich bei dieser Be- stimmung um eine außerordentliche und einschneidende Maß- regel handelt. Abgesehen indessen davon, daß es nach dem Vorhergesagten nicht möglich sein würde, ohne schwere Strafen dem Gesetze vom 21. Oktober 1878 und den auf Grund desselben erlassenen Anordnungen Achtung und Erfolg zu sichern, wird die Nothwendigkeit, auch die Expatriimng unter die Kampfesmittel gegen die Sozialdemokratie aufzunehmen, speziell durch die Erfahrungen begründet, welche bei der Handhabung des§ 28 Nr. 3 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 gemacht worden sind. Alle Wahrnehmungen stimmen darin uberein, daß die nach dieser Vorschrift aus einem bestimmten Orte Aus- gewiesenen in der Regel die Agitation für die sozialdemokratischen Lehren und Grundsätze an dem neuen Aufenthaltsorte, oft in verstärktem Maße, wieder aufgenommen und dieselbe damit häufig in Gegenden verpflanzt haben, welche bisher von der sozialdemokratischen Propaganda wenig oder gar nicht berührt waren. Diesen schwerwiegen- den Nachtheilen einer bloßen Aufenthaltsbeschränkung, über welche in der letzten Zeit von den verschiedensten Seiten laute Klagen erhoben worden find, und die insbesondere im Hinblick auf die ländlichen Distrikte zu ernsten Besorgnissen An- laß geben, wird wenigstens zum Theil dadurch vorgebeugt wer- den, daß die Möglichkeit gesckaffen wird, sozialdemokratische Agi- tatoren unter bestimmten Voraussetzungen durch Aberkennung der Staatsangehörigkeit von dem Gebiete des Deutschen Reichs überhaupt auszuschließen. Ihre wettere Rechtfertigung findet die vorgeschlagene Verschärfung der bishengen Bestimmungen rn der Erwägung, daß Diejenigen, welche die Eristenzbedingungen des Staates verneinen und für die Herbeiführung des gewaltsamen Umsturzes der bestehenden Staats- und Gesellschafts- Ordnung berufsartig ihre Kräfte einsetzen, nicht den Anspriich darauf er- heben dürfen, noch weiter Anaehönge des Staates zu sein. Wenn daher der Staat derarttge Personen aus seiner Gemeinschaft ausscheidet, so wird hierin ein berechtigter Grund zur Klage nicht gefunden werden können. Im Uebrigcn find für die praktische Handhabung der neuen Maßregel in dem Abs. 2 und 3 des§ 22 a Kautelen vorgesehen worden, welche eine über das Ziel hinausgehende Anwendung derselben auszuschließen geeignet sind. Zu diesem Zweck soll insbesondere die Expatriirung nur dann beschlossen werden dürfen, wenn auf die Zuläsfigkeit derselben durch den ordentlichen Richter erkannt worden ist. Auch soll die Ausfühcuna eines derartigen Richterspruchs ausschließlich in die Hände der Zentral- behörde des betteffenden Bundesstaates gelegt werden. Anderer- seits hat der Entwurf den Fall nicht unberücksichtigt lassen können, daß ein seiner Staatsangehörigkeit verlustig Erklärter des Jndigenat gleichzeitig in mehreren Bundesstaaten besitzt. Für solche Fälle wird es unumgänglich sein, der in einem Bundesstaate ausgesprochenen Entziehung der Staatsangehörig- keit, wenn sie die Befugniß zur Ausweisung aus dem Bundes- gebiete begründen soll, die Wirkung beizulegen, daß mit ihr die Staatsangehörigkeit in jedem anderen Bundesstaate erlischt. Außerdem erscheint es nothwendig, um das gemeinsame Intel- esse des Reiches wie der einzelnen Bundesstaaten jeder mög- lichen Eventualität gegenüber sicher zu stellen, den Erwerb einer neuen Staatsangehörigkeit von der Genehmigung des Bundes- raths abhängig zu machen. Daß das Erkenntniß auf Zulässig- keit der Entziehung der Staatsangehörigkeit gleichzeitig für die Landespolizeibehörde die Befugniß der Einschränkung des Aufenthalts im Sinne von§ 21 begründet, erscheint zweckmäßig und liegt im Interesse der Verurtheilung; es wird hierdurch die Möglichkeit offen gehalten, die mildere Maßregel in Anwen- dung zu bringen, falls diese im einzelnen Falle für ausreichend zu erachten sein sollte. Was die Strafbestimmung im letzten Ab- satz des in Vorschlag gebrachten§ 22a betrifft, so beruht dieselbe auf dem Umstände, daß die allgemeine Sttafvorschrift in dem § 361 Nr. 2 des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Neich, welche für den Fall der unbefugten Rückkehr eines Ausgewiesenen in das Bundesgebiet eine Haftstrafe im Höchstbetrage von sechs Wochen androht, nach den anderweit gemachten Erfahrungen nicht für ausreichend erachtet werden kann, um gegenüber den ihrer Staatsangehörigkeit für verlustig erklärten Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei den Auswcisungsbcschlüssen den ge- hörigen Nachdruck zu geben. Es bedarf daher um so mehr einer schärferen strafrechtlichen Vorschrift, als sich ohne dieselbe die Inkonsequenz ergeben würde, daß die Zuwiderhandlung gegen die Ausweisung mit einer gelinderen Sttafe bedroht wäre, wie zufolge§ 22 Absatz 3 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 die Zuwiderhandlung gegen die Beschränkung des Aufenthalts. Gegenüber der erwähnten Erfahrung, nach welcher unter den wirksamsten und gefährlichsten Agitationsmitteln die Ver- brcitung verbotener Druckschriften in erster Linie steht, haben sich auch die im Gesetze angedrohten Freiheitsstrafen als unzu- länglich erwiesen. Namentlich ist diese Unzulänglichkeit dadurch hervorgetteten, daß die Gerichte eine in derselben Person zusammentreffende Mehrheit von Zuwiderhandlungen gegen § 19 als ein sogenanntes fortgesetztes Vergehen aufzufassen pflegen und hiernach auf eine höhere Strafe nicht erkennen können, als auf die für eine einzelne Zuwiderhandlung im Höchstmaße angedrohte. Weiterhin hat es sich als ein Mangel des Gesetzes fühlbar gemacht, daß auch die berussmäßigen Agi- tatoren nicht mit härteren Freiheitsstrafen getroffen werden können, als diejenigen, welchen nur einzelne Verirrungen zur Last fallen. Die Erwägungen, welchen der Vorschlag des§22a entflossen ist, führen auch dazu, die Freiheitssttafen für die be- rufsmäßigen Agitatoren erheblich zu schärfen. Insbesondere der raffinirten Organisation, mit welcher verbotene Druckschriften verbreitet werden, läßt sich nur mit Androhung und Vcrhän- gung von Strafen solcher Strenge entgegenwirken, oaß sie geeignet sind, diejenigen abzuschrecken, welche geneigt sind, sich als Werkzeug herzugeben. Die Füglichkeit, auf solchem Wege zu entsprechen- deren Ahndungen zu gelangen, wird zugleich für viele Fälle das Bedurfmß zurückdrängen, von der Maßregel der Entziehung der Staatsangehörigkeit Gebrauch zu machen. Hierauf beruhen die Vorschläge zu§§ 19 und 22, und es ist nur, so viel den Zusatz zu§19 anlangt, zu bemerken, daß es zweckmäßig erscheint, den Begriff der Verbreitung in seiner An- wendbarkert auf gewisse Arten der Verbreitung sicher zu stellen, welche erfahrungsmäßig von der Agitation ausgebeutet zu wer- den pflegen. Als eine Lücke des Gesetzes ist es endlich zu empfinden ge- wesen, daß die auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen in strafloser Weise in das Ausland verlegt werden können. Die vom Auslande aus betriebene Verbreitung verbotener Druckschriften wird im Jnlandc in der Person der Verbreiter strafrechtlich faßbar, die Theilnahme an einer gesetzwidrigen Verbindung, welche im Auslande ihren Sitz har und auf den Umsturz des Bestehenden auch in Deutschland gerichtet ist, macht den Inländer strafrecht- lich verantwortlich schon dadurch, daß er der Verbindung ange- hört; für die Theilnahme aber an im Auslande abgehaltenen Verhandlungen, welche Umsturzzwccken dienen, besteht im In- lande keine strafrechtliche Verantwortlichkeit. Der Staat sieht ruhig ,u, wie jenseits seiner Grenzen an seiner Zerstörung gearbeitet wird, und er erwehrt sich seiner Feinde selbst dann nicht, wenn sie in seinen Machtbereich zurückkehren. Mit welchem Erfolge dies ausgenutzt wird, zeigen die im Auslande abgehaltenen Kongresse, in welchen die staatsgefähr- lichen Bestrebungen immer neue Stärkung finden. Zwar ist auch die Tlieilnahme an inländischen solchen Versammlungen an sich nicht strafbar; allein in Bezug auf diese ist ein Schutz möglich und im Gesetz vorgesehen durch polizeillche Ueberwachung und durch Verbot der staatsgefährlichen Versammlungen und man kann sich begnügen, die Zuwiderhandlungen gegen das Verbot unter Sttafe zu stellen. Im Auslande aber versagen diese ürchutzmaßrcgcln und es bleibt kein anderes Mittel übrig. als die Bedingung der Strafbarkeit in den Charakter der Ver- sammlung selbst zu verlegen. In solcher Weise dem hervorge- tretenen dringenden Bedürfnisse abzuhelfen, ist der Zweck des vorgeschlagenen§ 25 a. In Vorstehendem findet der vorgelegte Gesetzentwurf seine Begründung. Zu erwähnen bleibt nur noch, daß es zweckmäßig erscheint, die Gelttmgsdauer des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 hei seiner abermaligen Verlängerung auf einen größeren Zeitraum zu erstrecken. Infolge dessen ist eine Äeltungsperiode von fünf Jahren in Vorschlag gebracht worden. V arlamentsberichte. Abgeordnrtrnhan». 2. Sitzung vom 16. Januar. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des P r ä s i« diums. Auf Antrag des Abg. Stenzel wird das Präsidium aus voriger Session durch Akklamation wiedergewählt, also die Abg. von Kölker zum Präfidenten, von Heere- m a n und v o n B e n d a zu Vizepräsidenten. Die Gewählten nehmen die. Wahl sämmtlich mit Dank an. Ebenfalls durch Akttamation werden zu Schriftführem ge- wählt die Abgg. Bohv, von Erffa, Jmwalle, von Dettau, Barth, Vopelius und Worzewski. Zu Quästoren ernennt der Präsident die Äbgg. Francke (Tondern) und L i e b e r m a n n. Das Wort nimmt sodann der Minister von Schot?. Derselbe überreicht zunächst ver» schiedene Ueberfichten über die Ergebnisse früherer Etatsjahre. sodann den Etat pro 1888—89 und die Gesetzentwürfe, betr. den Erlaß von Reliktenbeiträgen und betr. Erleichterung der Schullasten der Kommunen, und geht sodann näher ein auf die Finanzergcbnisse des Jahres 1886—87. Die materiellen Ergebnisse dieses Jahres weichen erheblich von der betreffenden Schätzung im Anfange des Vorjahres ab, und zwar seien die Ergebnisse erheblich besser, als er damals geschätzt habe. In der Hauptsache beruhe die große Ueberholung der damaligen Schätzung durch die Wirklichkeit auf dem Mehrergebnisse der Eisenbahn- Verwaltung um 18 Millionen. Diese Verwaltung habe nämlich statt eines Ausfalls von 6 Millionen ein Mehr von 12 Millionen erbracht. Dieses Plus von 12MiI- lionen setzte sich zusammen aus einer Mindereinnahme von 4 Millionen und einer Minderausgabe von gegen 17 Millionen. darunter etwa 3 Millionen an Zinsen und etwa 14 Millionen eigentlichen Betriebsausgaben. Jedenfalls erhelle daraus. an was auch die Gegner des Staatsbahnsnstems jetzt anerkennen müßten, daß auch in minder günstigen Zeiten das Staatsbahn- system keine Gefahr für den Staat sei. Das Gesammtresultat des Jahres 1886—87 bestehe in einem Mehrergebniß von 32 291 000 M., wovon allerdings die s. Z. bewilligte Anleihe von 12 Millionen und der Mchrüberschuß der Einzahlungen in den Hinterlcgungsfonds über die Auszahlungen in Höhe von 3511 000 M. abzuziehen seien, so daß ein reiner UebeZchuß des JahreS 1886—87 m Höhe von 16 Millionen verbleibe. Ter Minister geht sodann zum Jahre 1887—88 über. Die Domänenverwaltung werde voraussichtlich einen Mindcrüberschuß von 90000 M. gegen den Voranschlag bringen.(Hört, hört! rechts.) Es liege das an den gedrückten Verhältnissen der Landwirthschaft(Beifall rechts), namentlich im Osten der Mon- archie(Beifall rechts). Auch bei der Forstverwaltung werde ein Ausfall gegen den Voranschlag entstehen. Feiner seien bei der Forst- und landwirthschafllichen Verwaltung noch verschiedene Mehrausgaben und bei der Ablösung von Forstservitutcn ent- standen, so daß aus diesen Minusverwaltungcn ein Minus von 6 Millionen, und unter Hinzurechnung von 8 Millionen weniger erhobener Anleihe ein Gesammtminus von 15 Millionen zu verzeichnen sei. Dem gegenüber ständen Mehreinnahmen bei den direkten Steuern, bei den Uebcrweisungen aus den Zöllen und der Branntwein-Rachsteusr. Ferner würden an den lieber- Weisungen an die Kommunen 7 Millionen gegen den Voran- schlag erspart u. s. w. In Summa Summarum beständen günstiqcrc Faktoren im Betrage von 75 Millionen Mark, so daß nach Abzug der 15 Millionen an ungünstigen Faktoren ein Mehr von 60 Millionen verbleibe.(Hört, hört!) Statt der Notbwendigkeit der Anleihe von 40 Millionen stelle sich also ein llebcrschuß über die Anleihe in Höhe von 20 Millionen heraus! Was nun das Etatsjahr 1888/89 anlange, so verweist Redner zunächst auf die beiden bedeutsamen Gesetzentwürfe, welche er Eingangs seiner Rede beigebracht hatte. Nach dem, was er über die Ergebnisse der beiden Vorjahre mitgetheilt, werde man sich nicht wundern, wenn der neue Etat mit 1410 Millionen gegen nur 1329 im vorigen Etat abschließe. Ziehe man von letzterer Ziffer noch, wie geboten erscheine, die Anleihe von 40 Millionen ab, so weise der neue Etat eine Erhöhung Erhöhung um 121 Millionen aus. Bei den Betiicbs-Verwaltungen habe die Einnahnie um 54 Millionen Mark höher veranschlagt werden können. Ebenso lägen bedeutende Mehrveranschlagungen bei der Finanzvcrwaltung vor(um 69 Millionen). Gegen- über ständen Mindereinnahmen bei anderen Verwaltungen in Höhe von 27 Millionelt, ebenso bei den eigentlichen Staatsvcr- waltungen Mehrausgaben. Die verfügbar werdende Ucberschuß- summe' schlage die Regierung vor, zur Aufhebung der Relikten- beitrage(sechs Millionen) zu verwenden, sowie zur dauernden Erleichterung von kommunalen Schullasten. Hinzufügen möchte er in Bezug auf das ersterc noch, daß man nicht glauben möge, die Regierung habe die Relikten der Universilätsprofcssoren und der Volksschullehrer vergessen. Die Verhältnisse lägen hier aber nicht so dringlich. Was die zweite Absicht, die Eutlastung der Kommune von Schullasten anlange, so sei auch dies dringlich. Aber weiter gehende Acnderungen in der Finanzorganisalion des Schulwesens seien einstweilen nicht beabsichtigt, weil die- selben wegen ihrer schwierigen und zeitraubenden Natur die Sache verzögern würden. Von den 26 Millionen llebcrschuß im Etat seien die nach Abzug der 6 Mark Relittenbeiträge ver- bleibenden 20 Millionen daher in erster Linie zu verwenden, um den wundesten Punkt, die llebeilaflung der Kommune, zu beseitigen. Die Vorlage will die Gehälter der Kommunallehrer mit 400 M. für den ersten, 200 M. für den zweiten und 100M. für je einen dritten Lehrer auf die Straatskasse übernehmen.(Bei- fall.) Und zwar unter der Voraussetzung, daß die Schulgelder auf- gehoben werden. Weiter zu gehen reichen die verfügbaren Mittel noch nicht aus. Wegen der Schwierigkeiten der Ausführung werde dieser Gesetzentwurf vor dem Oktober d. I. nicht ins Leben treten, daher seien die 20 Millionen für diesen Zweck im Etat zunächst nur zur Hälfte eingestellt. Auf die allgemeine Finanz- läge wieder übergehend, habe er selbst sich sehr ängstlich die Frage vorgelegt, ob auch für die Zukunft dauernd auf so gute Finanzergebnisse zu rechnen sei. Aber wenn nicht störende Er- cignisse eintreten, glaube er auf eine mäßige Vorwärtsbewegung dauernd rechnen zu dürfen. Und bei etwa neu auftretenden Mehrbedürfnissen halte die Regierung prinzipiell daran fest, daß neue Einnahmen vom Reich geschafft werden müßten.(Hört, hört! links. Ruf: Also wieder neuer Steuern!) Besonders er- wähnt der Minister dann noch die im Etatskapitel 124 vorgesehene Mehrausgabe zur Verbesserung der Lage der Pfarrgeist- lichen. Das Gesetz von 1874 habe in Bezug auf die Schaffung eines Entgelts für die Sporteln ein Problem gestellt, das wegen seiner Schwierigkeit bisher nicht habe gelöst werden können. Der jetzige Vorschlag, die Gehälter der Pfarrgeistlichcn aufzubessern, sei aber werthvoller, als die Lösung jenes Problems. Er bitte das Haus, nach wie vor schaffensfreudig mitzuarbeiten zum Wohl des Vaterlandes. Präsident v. Koller beraumt nunmehr die nächste Sitzung auf Freitag 11 Uhr air mit der Tagesordnung: Etat. Lokales. Der leibhaftige Teufel spielt bei den Anhängern Stöckers bekairntlich eine große Rolle. Wir erwähnten neulich aus den Blättern der Berliner Stadtmission eines Artikels des Missionsinspektors Burkhardt, worin derselbe Mittheilung macht von der persönlichen Einwirkung des Satans auf die Karten- legerinnen in Berlin. In den Flugblättern des Protestanten- Vereins, welche von Pfarrer.Hönig in Heidelberg herausgegeben werden, werden nun aus einem Buche des pommerschen Pastors Franz Splittgerber einige Beispiele mitgetheilt. aus denen eben- falls hervorgeht, welche Gestalt unter evangelischen Pastoren und Theologen der Aberglaube annimmt. Ein solches Beispiel theilt der„Reichsfreund" mit. Pastor Splittgerber erzählt unter der Ueberschrift:„Eine persönliche Anfechtung des Teufels" folgen- des von einem deutschen Missionar, der sich in Geldnoth be- fand und wider Gott murrte und fast gestrauchelt hätte:„Als er einstens bis gegen Mitternacht in seinem Studirzimmer saß. an einer Erklärung des Evangelisten Lukas arbeitend, sieht er plötzlich oben an der Mauer eine Gestalt sitzen; dieselbe gleitet an der Wand nieder, tritt in grauem Gewände an die Seite des Schreibtisches. Eine furchtbare Gestalt war es, noch lange nachher hätte er das furchtbar feine satanische Gesicht zeichnen können. Die Gestalt bot mit weißer Hand dem Schreibenden ein Päckchen Banknoten an und sprack:„Willst Du sie von mir annehmen? Willst Du, so gebe ich Dir all das Geld, daß Du sammt Deinem Weibe und Deinen armen Kindern nach Europa aeben kannst." Ich erbebte und zitterte, fährt der Berichter- statter fort, am ganzen Leibe und schrie:„Teufel, von Dir nehme ich es nicht! O, Herr Jesus! Herr Jesus!" Da ver- schwand die Gestalt. Und merkwürdig! Am folgenden Tage kam ein Brief vom Hauptkomitee aus London, nach welchem er den vollständigen Gehalt eines bischöflichen Missionars erhielt und ihm derselbe für das verflossene Jahr nachbezahlt wurde. So standen ihm 930 Thaler zu Gebote.„Es war keine Täu- schung, bemerkte der Missionar dem Verfasser des Buches, ich war wach und munter; mit meinen beiden Augen habe ich das satanische Wesen gesehen, mit meinen Ohren seine Stimme, die so verlockend klang, vernommen! Auch habe ich die englischen Banknoten auf das deutlichste gesehen." Herr Splittgerber fügt hinzu, es sei keineswegs eine 5oalluzination(eine auf krankhafte Erregung beruhende Sinnestäuschung) gewesen, sondern eine persönliche Einwirkung des Satans, entsprechend der Versuchung des.Herrn(Evangelium Matthäi Kap. 4)." Schon vor länger als 30 Jahren, so bemerkt der„Reichsfrcund", als in der ersten politischen Reattionszeit das orthodoxe Pfaffenthum zu großem Einfluß gelangte, gehörte zur wirklichen Rechtgläubigkcit noth- wendig der Glaube an den persönlichen Teufel, lind so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben. Ein nrnr«("chnt et*, stillendes Mittel. In der letzten Generalversnmmlung der„Berliner medizinischen Gesellschaft" hielt Professor Dr. L. Lewin einen Vortrag über ein neues lokales Anästbeticnm mit Demonstrationen, dessen Mittheilungcn man in ärztlichen Kreisen mit großer Spannung entgegen sah. Handelte es sich doch um ein Anästhetikum(gefühlherabsctzendes, schmerzstillendes Mittel), welches nach dem, was darüber laut geworden war, das Cocain und alle anderen Anästhetika weit in den Schatten stellen sollte. Wir theilen aus dem Vorttag folgendes mit: Im Anfang vergangenen Jahres erhielt Dr. Lewin von einer englischen Firma zur Untersuchung eine rothe Masse, Hayab genannt, deren Herkunft er nickt kannte und ihm auch nicht angegeben worden war. Es ergab sich, daß sie aus zwei verschiedenen Arten von Giften, aus geformten und und ungeformten Stücken bestand. Lewin war im Stande, her- auszufinden, daß in den Rillen Absätze von Eiscnoryd vor- handen waren und daß die Substanz von Feigen stammen mußte. Es ließ sich durch chemische Reaktionen nachweisen, daß es sich um Alkaloid und zwar speziell um ein Glykosid(von glykoa süß) handle. Lewin hatte, bevor er diese Substanz er- erhielt, in älteren Schriften über Airika gelesen, daß es an der Rordwestküste von Afrika ein Gift gebe, welches Menschen empfindungslos mache. Livingstone berichtet, daß an der ganzen Ostküste von Afrika ein Gift vorhanden sei, welches, Menschen eingeführt, ihnen die Zunge starr und empfindungslos mache. Daraufhin machte Dr. Lewin mit der Substanz Thierversuchc. Er war nicht wenig erstauunt, daß, als er ins Auge von Thiercn(Katzen) eine geringe Menge von wässrigcr Lösung des .Hayab brachte, eine so starke Empsindungslosikeit eintrat, daß das Auge jeder beliebigen Berührung aussetzen konnte, man ohne daß das Thier auch nur eine Wimper zuckte. Die Wirkung trat nach durchschnittlich 15—20 Minuten ein und hielt sehr lange, 10— 15— 24 Stunden an. Dabei blieb die Hornhaut voll- kommen klar. Frösche und andere Thierc, welchen dasGift in Lösung eingespritzt wurde, zeigten bald eine Abnahme der.Herzfrequenz(von 38 auf 81, später Lähmungen. Dann begannen die Erscheinungen der Herzlähmung(Schwäche, Herabsinken des Kopfes auf den Boden) und von Zeit zu Zeit lief über das Thier eine Krampf- welle, welche an den Augen begann, über die Bauchfläcke sich fortsetzte und bis zur Schwanzspitze auslief. Diejenigen Thierc, welche zu brechen im Stande sind, erbrechen unmittelbar nach Einspritzung der Substanz. Im Ganzen war trotzdem mit der Substanz wenig zu machen, da, was von den meisten afrika- nischen Pfeilgiften gilt, der wirksame Bestandtheil und das Her- kommen unbekannt war. Nun erinnert dieses Gift in merk- würdiger Weise an ein anderes Pfeilgift, welches Revoyal in seinem 1882 erschienenen Werke über Fauna und Flora der Somali Länder als Guabago bezeichnet, das aber nie Lähmun- gen verursacht. Als Lewin diese Arbeit las, siel ihm eine andere Substanz ein, mit der er sich vor 12 Jahren beschäftigt hatte, ohne etwas darüber zu veröffentlichen, da er zu keinem ge- nügenden Ergebnissegekommen war. Es handcltesich um dieBestand- theile der Pflanze Eiytbrollemn judiuale, einer bekannten, zuerst im Anfang dieses Jahrhunderts von Lertel beschriebenen Gift- pflanze, die an der Westküste Afrikas wächst und bei Gottes- gerichten(jndiciale) als Pfeilgift tc. benutzt wird. Als Lewin das Hayabgift gelöst hatte, waren ihm drei winzige Rinden- bcstandtheile aufgefallen, welche ihn sofort an das Erythofleum erinnerten. Bei Vergleichung der Rindenbcstandtbeile mit Präparaten der Sammlung des hiesigen Botanischen Museums ergab es sich nach dem Urtheil aller Autoritäten daselbst, daß es sich wirklich um Erythrofleum handle. Von den Einge- dorenen wird zu den Gottesurtheilen von dieser Pflanze die Rinde gepulvert und mit Wasser angerührt. Derjenige, welcher irgend eines Verbrechens oder der Zauberei angeklagt ist, muß dies trinken. Wenn Erbrechen erfolgt, so ist der Betteffende unschuldig, erbricht er aber nicht, treten Allgcmeinerscheinungcn ein, so wird der Angeklagte gesteinigt oder sonst getödtet. Diese Rinde ließ sich nun Lewin kommen. Die ersten Ver- suche, welche er mit den Abkochungen derselben machte, zeigten. daß seine Vcrnntthung richtig gewesen war. Es gelang ihm, als wirksame Substanz das Erythrofleiit, ein Alkaloid, darzustellen, welches sich mit der.Hayab identisch erwies. Durch 2 Zenti- aramm dieses Alkaloids gingen Hunde zu Grunde(durch ein Zentigramm noch nicht), Kaninchen durch entsprechend kleinere Dosen. Eine 0,2 prozentige Lösung des Erythrofleins, einer Katze ins Auge gebracht, erzeugte nach 15 bis 20 Minuten eine so vollständige und langdauernde Anästhesie, wie sie Lewin nicht gesehen hat und vorher nicht für möglich gehalten hätte; auch schon 0,01 und 0,005 that die Wirkung, welche 1, 2 und 2& Tag währte. Bei konzentritten Lösungen(2 pCt.) tritt eilte enorme Reizwirkung ein(Hornhauttrübung), die aber nach ein paar Tagen vorüber ist. Wenn man einem Thier, bei welchem durch Strychnin der stärkste Tetanus(Starrkrampf) erzeugt ist, das Erythroflein injizirt, so ist man nickt mehr im Stande, an diesem Beine den Krampf auszulösen. Meerschwein- chen kann man bei Injektionen unter die Haut nach 15 Minuten die betreffenden Stellen durchschneiden, man kann die Rücken- muskeln(bei Injektionen am Rücken» durchschneiden, die Rücken- muskeln durchstecken und das Thier rührt sich nicht. Die Muskeln find ebenfalls unempfindlich geivorden. Sind die Dosen zu groß, so geht das Thier an Krämpfen zu Gninde. Wenn mait aber mit ganz kleinen Ouantitäten anfängt, so hat man es vollkommen in der Hand, die Wirkungen beliebig ab- zustufen. Sicher ist hier ein Anästhetikum von so intensiven Wirkungen gefunden, daß die Umwälzungen in der Heilkunde, die es hervorrufen wird, noch nicht abzusehen sind. Die Wiethee neuer Käufer sind wiederholt auf eine Bestimmung der neuen Baupolizeiorditung hinzuweisen, deren siiichtbefolgung ihnen Kosten und Unannehmlichkeiten verursacht. Nach§ 39 der Baupolizeiordnung dürfen ncuerbaute Wohn- räume erst nach Anfertigung des polizeilichen Gebrauchs- Abnahmeattestes bezogen werden. Tie meisten Miethcr beküm- mcrn sich um diese Bestimmungen gar nicht und halten den Witth für solche Dinge verantwortlich, während der angezogene taragraph ausdrücklich auch die Miether verantwortlich macht. estcrn standen sämmtliche Miether eines.Hauses wegen lieber- tretung dieser Bestimmung vor dem Schöffengericht und sie wurden bestraft, obgleich ihnen der betreffende Wirth gesagt batte, daß die polizeiliche Gebrauchsabnahmc erfolgt sei. Räch Ansicht des Gerichts müssen sich die Miether eventuell das Attest vorlegen lassen. Die Grfammtzahl der»iusefchriebeuru Wähler Kerlin» hat nach der allgemeinen Wählerliste im verflossenen Jahre um 24 463 zugenommen. Für zugezogene oder im Laufe des Jahres wahlberechtigt gewordene Personen wurden 61001 neue Karten hergestellt, dagegen die Karten der verstorbenen ist richtig,! Hundert G ort sich aus 'eitsverdienst Fabrikante mmengestell dem neuer und aus Berlin verzogenen Personen in der GesammtM�ttge Vcroff 36 538 fortgelegt. Welche gewaltige Arbeitsleistung w»*e"ssl fortlaufenden Ueberttagung der polizeilichen Meldungen �r, mit Aqn Wählerkarten verknüpft ist, ergiebt sich aus folgenden K ä« Im Laufe des Jahres 1887 sind dem städtischen aus den Revier-Polizeibureaux nicht weniger als 1 düngen(107 185 mehr als im Vorjahre) zugegangen.&awHffmtde betrafen 1 006 787 Meldungen weibliche Personen und liche unter 24 Jahren; der Rest von 306 747 (36 019 mehr als im Vorjahre) mußte auf die im geführten Personenblätter der Wahlberechtigten übe den. Das ergiebt im Durchschnitt für den Tag etwa demngcn in den Wählerlisten. In unvergleichlich hoW' laufen natürlich nach den Hauptumzügen Anfang AEjnindern Ottober die Meldungen ein, die vom Wahlbureau in lEj ,aj.j' Frist gesichtet und übertragen werden müssen. � Eine», Ans der Ringbahnstation Viehhof versieht dtt>. Strecke Bei Hofsvorsteher gleichzeitig die Billeteurgeschäfte. 8nW%,nr derselbe di ist es einige Minuten vor Ankunft der Züge, während Jnslruk steher auf dem Perron verweilen muß, nicht mehr, Billets zu erhalten, wodurch sich für die Passanten tnmn% 1)ar Uebelstände ergeben.„.mmtlicke Pasi Thierstudien auf dem Zentral-Uiehhofe. T�t gekleideter und Treiben auf dem Zenttal-Viehhofe ist nach vielen R�twute der affin irt verneint, Rinder und Schafe verrathen während des einer M keine desondere Unruhe, sie fürchten sich höchstens vor Stockholm auf klettcm und scheinen von der längeren oder kürzeren Mtempel beglc abgestumpfter als sonst zu sein. Am«intelligenteMeutschen in' den Schlachtopfern zeigt sich das Borsten tragende Waddc der S dessen Dummheit offenbar mit Unrecht sprichwöttlich Spei Personen ist. Abgelichtete Schweine sind auf Spezialitätenbühndusti�rath Rien Seltenheit mehr, sie verrathen dort oft große KluMe Sache verd gelten als recht brauchbare„Arttsten". Die SpccktrRcht ausgeführ Zentral- Viehhofes find von dem Augenblick anders S'agc ergab, dl wo sie das erste Geschrei ihrer Mitschweine vernehni�erisbesitzem ir Chor fängt bei dem ersten Hilferufe des an den Ohren Hd daß die G Opfers an seltsam zu grunzen,„Kenner der SchweiAtten. Es gel wollen aus diesen JLauten Verwunderung, Angst, Weselben muri Auffordernng zum Vettheidigungskampf und ähnliche �chen wieder heraushören, �.hatsache ist, daß die fetten Burschen sichMtscher Behoi ....etten«urstyen, l"/ ,! widerspänstig benehmen und nur mit Gewalt„Ältlichen soller werden können, einige richten gegen ihre hteffgen: kräftige Stöße mit dem Rüssel, andere ergreifen geDchwindler, tve Flucht, verursachen einen großen Tumult, werden aber Wchter Paptei unzeitigen Freiheitsdrang übel belohnt; ohne Zweifel«Mttffock aufgc Thierc ihr Schicksal, das bei der bekannten Fixl�.chrtftuucken I Schlächtergesellen denn auch nickt lange auf sich ivarWen Rechtsan Rinder und Schafe erwarten ihr Laos geduldig, hod�W� etsrigst ge sich ein jugendlicher Ochse gegen die über ibn verbän?...«er-»tu aber die Treiberhunde oas zzntereffe aller sieoo««-.""•vt,-." struppig aussehenden Thiere entwickeln in ihrem 9% ftniitipnämi?rih{* Ppiftnnn�frihtrtfptf(Ptffmfp AnfinrfKpti ,1. t)tU)ai HH4VU VIC UUCl UJll UVU'W". yy � waltmaßrcgeln auf. Bei Verladung der Wiederkäu�wlzeilberg, w -' de_ das Jntn# oller Elbe verhas Li«! äs W stauneitswerthe Leistungsfähigkeit. Schafe gehorchen von seinem Heim bezeichneten Stellen, oft arbeitet W�botde ö,r®. und nach Erfordcrniß auch beißende Helfer ohne Bedenkt man, daß die Thiere aus den entferntesten; des Reiches hier eingeführt sind und trotz der veräiF' Hältnisse doch ihre Aufgabe sofort begreifen und lösen- man ihre Thätigkeit wiiklich bewundern. Ein guter Art repräsentirt ein Kapital von 200—300 M. undj seinem Herrn, dem er thatsäcklich die Wünsch- aru abliest, gut gehalten. Bemerkenswert l) ist, daß die 1. Treiber zur Herabminderung ihrer Begierde nach Bl» vegetabilische Nahrung erhalten. . ädchen von !0len sortgcschi, hr Haus, Fra naben im Alt eit gefolgt wa lurschen die S nd nahm ihr t. Dann v Mädchen Hilfe flicht ermittelt. Für und gegen den Krammetovogelfang.; uf dem Hausf lich ist ein Vogclschutzgesetz an den Reichstag unternH� gxltz und tri selbe wird vcrmuthlich in den nächsten Tagen bcmjjj(r.iimt genvc Gesichtspunkte, von denen aus die UntetdnA�.• Ö. Drossel- und Lerchenfangs in Deutschland als diitä'•, � inintnte aber da Itcher Vögel und damit die Unterdrückung fanges, wenigstens der Hauptsache nach, in den am Mittelmeer, ist ohne diese Bestimmung � grjIär schutzgcsetz für das Deutsche Reich nicht zu errci«.. so Ionge_ mir(?) in DmtMland Singvögel essen, dürfen wir nicht verlangen, daß der o g,.„einer kleinen Vögel im Süden, wo sie VolkSnatirr.„����� � sind, unterdrückt oder doch nur eingeschränkt tfert; dieselbe 2) Der Ertrag des Dohnenstrichs ist für°.-elleicht giebt e SHs lichen Krammetsvogelfänger im ganzen ein daß er zu der Schädigung des Allgemeinivd�" JMijei-K keinem Verhältniß steht. Jiann in seine, 3) Da in der zur Vogelschutzgesetzvorlage �e �cn erhängt e amt des Innern beigegebenen„Begründung iMubause gebr« derem Nachdruck auch auf die ästhetischen Gest M-Moabi des Vogelschutzes hingewiesen ist, so läßt es vmgene Leiche begreifen, weshalb eine Unsitte beibehalten"Scheinend dem welche gestattet, daß lediglich um der Leckerer# hwemmt und Tausende von Singvögeln alljährlich verntäw 5. tz. M frül dürfen.»Znigin- August 4) Mit den Drosseln, welche in den DohnenHormittags wt werden, erhängt sich auch eine beträchtliche AM�rämpfen auf Vogelarten, wie Rothkehlchcn, Meisen, Donipsn�ch nicht erhob Edelfinken u. a. m., und die nutzlose VentiaP chafft werden. Vögel läßt stch nicht verhindern. Zllianceplatz ei Mir erhalten folgendes Schreiben: BcziMefunden und auf Ihren Artikel„Ter Posener vozialistenprozeß'.'AvgMit.— An handlunastag) wollte ich Sie crgebcnst ersuchen, mit �renadierstr. l; Ihres Blattes zu einer Erwiderung zu öffnen.— Jckjeztinbet hatte, der Straußbergerstr. 15 hier eine Destillation. In H ferner brannt oer«irauvoergeriir. tu ytcr eine �eiiiuauon. 0»", mar mir natürlich jeder anständige Gast lieb und angc>n- Mednchsstr. sich unter den bei mir verkehrenden Gästen auch«°«aße l4 Of brannt, ,-------- IC aße 24 Obstk! traten befinden, ist ja möglich. Ich habe mich noch n'Z, den Leuten ihr politisches Glaubensbekenntniß ö Bei mir verkehren Beamte, Hausbesitzer, Getverbttcibel kanten«. und leuchtet doch ein, daß sich diese Her ziehen, wenn mein Lokal im Sinne des qu. Artikels ff wird. Es ist in meinem Lokal nie ein Vorfall rv, schilderte passirt. Ich werde es auch nie dulden, A-ine Patterre-E jemand in meiner Behausung durch Schimpfworte e f- ( Wunderl � Damenwelt.? Mine Patterr- iwviu'otie j fcosinumerando lichtesten beleidigt wird. Radaumacher werden �rau Der Person entfernt,-ooracrommen tjt es aber,., Sfcaenroett die auf meine Gäste den Eindruck von Polizeibeamb-.��•» meine Gäste durch allerlei Machinationen zu n�flher Herr Urba Aeußerungen über den Kaiser zu verleiten gesucht.%r- stehendes kann ich beweisen. Es ist mir ein Votiao„ wo ich drei Herren, welche Weißbier in meinem A und dasselbe nicht für gut defanden, nolens vo.'euä 1 Lokal verwies, weil ich mir die Herabsetzung tnWL in Gegenwatt anderer Gäste nickt gefallen lassen 1% von der Güte meiner Waare überzeugt. Der ew.. Herren war der-e. O st r 0 w s k i. Beleidigungen u. dergl. sind auch bei dieser Gelegenheit nicht gesiW ich Sie ersuche, im Interesse meines Geschäfts, � uldige Mieth ach dem Möb nn nach vorh and mit dem echnung ohne aLaugen die S gte zunächst d Gesam islcistung Neldmgen folgenden affin irte Schmhidrleirn werden in den letzten Jahren >rtige Veröffentlichungen ja entschieden Schaden leidet, meine :e um Aufnahme dieser Zeilen zu erfüllen, bin ich, mein mit Achtung Carl v. Zakrzewsti, Gastwirth. In Kezug ans den Streik des Zfchaner'fche« Ar- fcbeh wird uns von Herrn Zschaucr mitgethcilt, dah die Arbeit L 1 534 If einer Fabrik nicht mehr darniederliegt, sondern daß ihm an pnn„nen Hilm Bestände seines Personals nur noch drei Arbeiter fehlen. lonen und* Vft richtig, daß Herr Zschaucr einer Abzug von 50 Pfennig ß 747 Meld» Hundert Gcschoßhulsen machen mußte, und diese Maßnahme 7.? MM�art sich aus den augenblicklichen hohen Mctallpreisen. Der ' heitsverdienst nach der statistischen Lohntabelle, die von -L.tmß 980 1" Fabrikanten nach dem Verdienste der letzten vier Wochen �ÄeKt!°u'mengestellt wurde, betrug nach dem alten Preis 6,21 M., W* neuen Preise würde sich der Verdienst auf 5,40 M. burcau in Konkurrenz soll für ähnliche Arbeiten nur „ a.t» D'uem gemeinen Streich ist ein armer Schaffner auf i strecke Berlin-Potsdam zum Opfer gefallen. Vorvorgestern e-..) ,v derselbe dienstlich auf genannter Strecke und hatte seinen wahrtBi Jtcn, Jnstruktionsbücher, einen Kneifer, wildlcdcmc Hand- cht meyrMhx und sonstige Utensilien enthaltend, in ein Koupee gestellt lauten WM% versah dann seinen schweren Dienst. In Steglitz stiegen ,, mjinmtliche Paffagiere aus dem Durchgangswagen aus, nur ein gekleideter Mann in mittleren Jahren blieb fitzen. Diesem - uwten ul«»traute der Schaffner seine Habseligkeiten an, weil ihm erst Heisede x sechs Wochen sein Kasten aus dem Koupee gestoblen worden Institut w ix. Als der Zug nach Potsdam kam und der Schaffner nach »wrmal« Beendigung snncr Dienstpflichten seinen Kasten holen wollte, . reiche der„Huter des Kastens mit demselben verschwunden. Der 'boten wll«.chauncr hat durch den Diebstahl einen Schaden von etwa e das ,,«.%) M. erlitten. Dem Dieb kann der Inhalt der Kiste nichts die mit dditzeii, während der Schaffner durch den Verlust seiner Reise- ■ührten Agensilien recht hart detroffen wird. meinen md des einer Mittbeilung des kaiserlichen General-Konsuls zu stens vor Stockholm auf Grund gefälschter, mit einem nachgemachten urzeren Stempel beglaubigter Papiere und Schriftstücke von zwei elligenteMeutschen in Schweden ausgeführt. Bereits im Jahre 1885 ragende Mächte der Stockholmer Graveur Anderson die Anzeige, daß hwörtlich lraei Personen bei ihm die Anfertigung eines Stempels auf itätenbuhnaustizrath Riem aus Berlin lautend bestellt hätten. Da ihm wße Klvgxe Sache verdächtig vorgekommen sei, habe er die Anfertigung ie SpecktiUcht ausgeführt- Eine an den Justizrath Rieni gerichtete An- anders SÄgc ergab, daß derselbe in Schweden, namentlich zu Berg- vernehiii�erksbcsitzern in geschäftlichen und amtlichen Beziehungen stand >en Ohren fid daß die Gauner es auf irgend einen Streich abgesehen r SchwenKtten. Es gelang denn auch, die beiden Gauner festzunehmen, Angst, �eselben wurden aber späterhin wieder freigelaffen. Jetzt ähnliche Mchen wieder gefälschte Siegel niederländischer Konsulate und iurschen fi-Mtscher Behörden im Auslande auf, welche Betrügereien er- icwalt Möglichen sollen. Der deutsche Konsul in Reder-Calir ist, wie i ihre mesigen Knminalbebörde mitgeheilt wird, durch zwei weifen geWwmdler, welche sich„Witzig" nannten, unter Vorlegung ge- chcn abtt Mmter Papiere, denen Stempel der Polizciverwaltung zu Zweistl c-pi'tüocf. aufgedrückt waren, betrogen worden. Auf anderen itcn FixisFchriftstücken befand sich der Stempel eines„kaiserlich" könig- ü sich ivaDen Rechtsanwalts in Wittstock. Auf die frechen Schwindler zig, höB-?rd eifrigst gefahndet. lin verhä«�,.S" Studrntenschwindlrr Karl Kohlmann aus liederkäuck �'"�"berg, ivelchcr sowohl in Berlin als auch in der Provinz - Bcobal�, Kandidat Sellmann, Rothenstock ic. Studenten mit großem ibrem Sötzr'olg beschwindelte, ist nun in dem Ocrtchen Baumburg an - Elbe verhaftet worden. �ÄÄ'�idchen m.sg?fühtt�� gTrn zu°r" Kenntn?ß°der Kriminal" gelangt. Am 9. Januar wurde ein sechsjähriges adchen von seiner Mutter um die Mittagszeit zum Ein- wlen fortgeschickt. Als die Kleine ihre Einkäufe besorgt und in iir Haus, Frankfurter-Allee 77, eintrat, wurde sie von zwei naben im Alter von 12 bis 14 Jahren, die ihr schon längere >elt gefolgt waren, plötzlich überfallen- Während der eine der lursche ii die Kleine festhielt, entriß ihr der andere den Korb md nahm ihr das Portemonnaie mit 3 bis 4 Mark Inhalt J- Dann verschwanden die jugendlichen Räuber, ehe das ladchen Hilfe bekommen konnte. Die Burschen sind noch cht ermittelt. Doch haben dieselben ihr leeres Portemonnaie elfang. uf dem Hausflur zurückgelassen. Das geraubte Portemonnaie unteriv-� 0ef|j unb die Aufschrift„Wiesbaden". en diin Eine« Schwindel mit einrm Schauerroman, jorchen Gruppe rhcitct hck ohne wntestcn r veränl rnd löse A. sch den Abnehmern beim Erscheinen der 13. Lieferung .n IckjcneS„Musikalbum" als Gratiszugabe versprochen.?ia- . Atchrlrch kostet dafür jede Lieferung des wcrthlosen Werkes 50 Pf. HnSrorfc R fes h in de» P" um yerum.—«erm irricheinen der 13. Lieferung in», na isfnntc aber das Album doch noch nicht geliefert werden, da 1,, der Erklärung des Kolporteurs das Album erst bei der 24., »»nnel«1*1'•.der der letzten Lieferung gespendet werden kann. Bei der .»b der Anzeige eines Ungeduldigen hat sich die ganze Prämiengeschichtc WWAWM emeinivo�s polifei-Lericht. Am 14. d. M. Morgens wurde ein �scann in ferner Wohnung tn der Eisenbahnstraßc am Spiegel- 'orlagc /Silken erhängt aufgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichen- nduna.oßaubauscaebracht.— Rachmittags wurde hinter dem Grund- cficn Gf" jjiict Alt-Moabit 80—81 die bereits- sehr in Verwesung überge- läßt e-M,gene Leiche eines etwa 35—40 Jahre alten unbekannten, an- halten>%cheiiiend dem Arbeiterstande angehörenden Mannes angc- .eckcrci ifcwemmt und nach dem Lcichenschauhause gebracht.— Am ocrniffl 5. d. M. früh wurde ein.Herr in seiner Wohnung in der tömgin-Augustastraße am Fensterriegel erhängt vorgefunden.— «ormittags wurde in der Scharnhorststraße ein Arbeiter in Wimpfen auf der Erde liegend vorgefunden und mußte, da er ff) nicht erholte, mittelst Droschke nach seiner Wohnung ge- »äfft werden.— Ebenso wurde Nachmittags auf dem Belle- „ Mianceplatz ein etwa 10 Jahre alter Knabe bewußtlos vor- : Beii'Ojefunbcn und auf ärztliche Anordnung nach der Charitee ge- rozeß-, An demselben Tage brannte auf dem Neubau n»l° n ein Haufen itroh, welchen ein Arbeiter an- um die eingefrorene Wasserleitung aufzuthauen. - In 2 J*" et brannten Melchiorstraße 27, Memelcrstraße 64 und ' ani fj,®5®01**" unter Kochmaschinen— und Grenadier- auch �"»«be �4 Lbstkorbe in einer Remise. noch n'-ü S-.Z r Dohnen licheAnZ« DoniM Venn# ese% Artikels ufall � rlden, worte den ob?, aber eibeain „ Grrichts-Zritung. .Wng« ereignen sich zuweilen bei der amenwilt. Frau Urban bewohnte bis zum 14. August d. I. nne Parterre-Sommerwohnung in Pankow; die Miethe ward 'ostnrnnerando gezahlt. Am genannten Tage beabsichtigte uch Frau Urban, wie so mele tausend Andere zu jener Zeit, em Regenwetter auf den. Lande zu fliehen und nach Berlin Mick zu pilgern. Der Möbelwagen stand bereits vor der Thür. lacht s. � no� immer nicht, um die ää g.,i h'�u�a»!.� Witthin gemacht. Diese bewachte mit Ar- fP-ine|~}®u6fn Vorgänge vor und in ihrem Hause; sie unter« - � zunächst das Fortschaffen der Sachen und verschloß dann >»- eigenhändig die Hausrhür. AufdieseWeise war das Retentionsrecht allerdings gewahtt und Frau Dchnickc hätte sich dieseMühe vielleicht sparen können, denn bald darauf hatte Frau Urban ihr kleines Töchterchen in Ermangelung eines anderen Weges den Weg durch's Fenster nehmen lassen und in der Nachbarschaft bei Be- kannten den schuldigen Miethsbetrag auftreiben lassen.— Nachdem derselbe der gestrengen Wirthin entrichtet, nahm der unter- brochcne Umzug seinen Fottgang.— Frau Dehnicke jedoch mußte sich in der Folge wegen Freiheitsberaubung vor der 2. Strafkammer des Landgenchts I verantwotten; denn die Miethenn hatte angegeben, daß mit Rücksicht auf einen binnen wenigen Wochen damals bevorstehender Familienzuwachs und die daraus sich ergebenden besonderen Verhältnisse es ihr un- möglich gewesen sei, ihre Wohnung zu verlassen, da sie den einzigen Ausgang durch's Fenster nicht benutzen konnte.— Die Beweisaufnahme ergab nun, daß jenes Fenster jedoch kaum zwei Fuß über dem Erdboden sich befand und daß dasselbe auch dem kleinen Töchtcrchen als Ausgang bereits gedient hatte.— Mit Recht bestritt daher derVetth. RechtsanwaltMunckel, daß über- Haupt eine Freiheitsberaubung möglich sei, denn die Lokalität hätte eine solche überhaupt nicht zugelassen; die Lage der Frau U. sei freilich eine außerordentliche gewesen, aber nicht derattig, daß sie nickt im Stande gewesen sei, das Zimmer zu verlassen. Der Gerichtshof theilte die Ansicht des Vettheidigers; in objektiver Beziehung liege keine Freiheitsberaubung vor, anderer- seits aber würde auch, wenn eine solche vorläge, die Angeklagte deshalb nicht veruttheilt worden sein, weil sie lediglich ihr Retentionsrecht geübt hatte. Das- Urthal lautete auf Freisprechung. Ei« seltener Anklagrfall wegen Tliierquälerei telangte gestern gegen den 16jährigen Schulknaben August liatthcs vor der 95. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts zur Verhandlung. Der Angeklagte hatte von einem Bewohner des Hauses Alte Jakobstraße 60 einen Desching geliehen erhal- tcn, um eine sich auf dem Dach umhertreibendc fremde Katze damit todtzuschießen. Der auf dieselbe abgefeuette Schuß streckte das Thier auch nieder, doch dauerten die Todeszuckungen noch etwa 10 Minuten. Daran nahm eine in demselben Hause woh- nende Frau, welche die verendende Katze auf dem Dache liegen sah, Anstoß, und ließ einen Schutzmann herbeiholen, welcher die angeschossene Katze mit einem Säbelhieb gegen den Kopf vollends tödtete. Der jugendliche Schütze er- hielt nun nickt allein eine Anklage wegen Schießens an bewohnten Otten, sondern auch eine solche wegen obiger Ucbettretung. Zu seiner Entschuldigung erllätte der Angeklagte, daß er sich eines Unrechts nicht bewußt gewesen sei. Herr S., von dem er den Tesching geliehen erhalten, habe öfter mit dem- selben geschossen und sich später darüber gewundert, daß er, An- geklagter, sich deshalb verantworten solle. Auf die Katze habe er aber geschossen, weil diese schon häufig den Bewohnern des Hauses großen Schaden zugefügt hat. Eine Absicht, dieselbe besonders zu quälen, habe ihm völlig ferngelegen. Der Amts- anwalt erachtet eine Thierquälerei nickt für dargethan; wenn solche bereits in dem Anschießen eines Thieres gefunden werden sollte, dann dürften Jagden nicht mehr stattfinden. Für die zweite Ucbettretung beantrage er 10 M. eventuell 2 Tage Haft. Der Gerichtshof erkannte auch auf Freisprechung von diesem Anklagepunlt, indem das Dach kein von Menschen bewohnter Ott sei. Eventuell sei angenommen, daß dem Angeklagten die Erkenntniß von der Strafdarkeit seiner Handlung ge- fehlt habe. Der posener Soziali stenprozrsi.(Elfter Verhandlungs- tag.) Posen, den 14. Januar 1888. Aus dem heutigen Ver- Handlungstage find nachstehende Momente besonders crwähnens- wetth: Der Rechtsanwalt Dr. Meschelsohn richtete an.Herrn Polizciinspektor Glasemann, den Chef der politischen Abtheilung in Posen, die Frage, ob bei den Angeklagten Exemplare der (Most'schen)„Freiheit" vorgefunden oder ob überhaupt Exemplare dieser verbotenen Zeitschrift am hiesigen Otte verbreitet worden seieii. Inspektor Glasemann erklärte, daß im September 1881 in dem Koffer des Angeklagten Konstantin Janiszewski einige Exemplare der„Freiheit" vorgefunden wurden. Sonst ist dem Zeugen nicht bekannt, daß irgend einer der Angeklagten im Besiv der„Freiheit" betroffen oder daß dieselbe überhaupt hier am Otte verbreitet worden ist. Der Angeklagte Janiszewski giebt auf Befragen zu, daß er im Jahre 1881 im Besitz einiger Exemplare der„Fraheit" geivesen. Der gestern geladene Zeuge Ksiaskicwicz aus Berlin ist heute eingetroffen. Derselbe macht folgende Aussage:„Ich bin kein Sozialdemokrat. Ich habe mit Szukalski(der s. Z. im Posener Gcrichtsgefängniß als Unter- suchungsgcfangener gestorben ist) zusammen gewohnt. Raporra hat uns sehr oft besucht. Bei Zakrzewski auf der Straußberger- straße habe ich häusig verkehrt, bei Spiekermann und Beust niemals. Am 6. Dezember 1886 kamen Naporra und Poran- kiewicz Abends in meine Wohnung. Naporra sagte zu mir:„Komm' herunter, da unten ist Revolution. Wenn es in unserer Macht stände, würden wir mit Säbeln und Stöcken zusammen hauen." Ich wollte jedoch nicht mitgehen. Oh ich dieses Alles dem Miaskowski erzählt hahe, weiß ich nicht." Auf abermaliges Befragen crklätt nunmehr Naporra, daß er sich nicht mehr erinnern könne. Möglich sei es, daß er oben gewesen, indeß könne er mit aller Entschiedenheit behaupten, daß er die von dem Zeugen Ksiaskiewicz bekundeten Aeußc- rungen nicht gethan habe. Hierauf machte der Herr Vorsitzende dem Kriminalschutzmann Napora ernste Vorhaltungen, indem er ihm sagte, daß dies eine Aussage sei, die den Gerichtshof nicht befriedigen könne. Er(der Herr Vorsitzende) crmahne den Zeuge» Naporra, vorsichtig in seiner Aussage zu sei n. Bei der Fülle des hier in Betracht kommenden Observationsmaterials sei es ja möglich, daß Naporra sich irre, namentlich in Bezug auf die Vorgänge, über welche er sich keine Notizen gemacht habe. Der Zeuge behaupte, daß Naporra die betreffenden Aeußcrungen gethan, mithin werde es sich auch wohl so verhalten.— Der Zeuge Ksiaskicwicz erklärt ferner auf Befragen, daß er sich nicht mehr entsinnen könne, ob Naporra damals zu ihm gesagt habe, er(Zeuge) würde im vor- liegenden Falle einen guten Fahnenträger abgeben. Außerdem bekundet Zeuge noch, daß der verstorbene Szukalski ihn und den Miaskowski einmal aufgefordert habe, mit nach der Komman- dantenstraßc(ins Lokal des polnischen Handwerkervercins) zu kommen, woselbst Flugblätter auf Tische und Stühle gelegt werden sollten. Da sie jedoch beide ablehnten, habe Naporra die Blätter an sich genommen und sei mit dem Szukalski gegangen. Entscheidungen de« Prichsgerichts.(Nachdruck verboten.) Leipzig, 12. Januar.(Wahlstin, menkauf.) Der§ 109 des Strafgesetzbuches bedroht denjenigen mit Gefängnißstrafe von 1 Monat bis zu 2 Jahren, auch mit Ehrverlust, der in einer öftentlichen Angelegenbeit eine Wahljtimme kauft oder ver- kauft. Wer sich überhaupt mit öffentlichen Angelegenheiten be- faßt, der pflegt wohl auch das Strafgesetzbuch etwas zu kennen, so kommt es, daß dieser erwähnte Paragraph sehr selten zur Anwendung kommt. Daß aber nun im Deutschen Reiche der Stimmenkauf oder Stimmenfang eine so große Seltenheit iväre, soll auch nicht behauptet werden; es giebt ja so mancherlei schöne Sachen, wie„moralisches Uebergewicht" bei Vorgesetzten und sogenannten„Brotgebern", mit welchen genau dasselbe und auf weniger gefährliche Weise zu erreichen ist, wie mit dem plumpen Kauf einer Stimme gegen baares Geld. Um so mehr ist es aber zu verwundern, daß in dem Falle, welcher uns vorliegt, gerade einer der Befferfituitten und Befferorientitten die Rolle des Stimmenkäufers spielt.— In dem lippeschen Städt- ckcn Blomberg nahm seit einer Reihe von Jahren der Fabrikant Gerson Stahl eine dominirende Stellung ein, insofern als er zu dem Amte eines Stadtverordneten mehrfach berufen wurde. In den Jahren 1882—84 war er auch Vorsteher der Stadtver- ordneten-Versammlung. Herrn Stahl hat offenbar viel daran „ jen, dauernd Mitglied der Stadtverordneten- Versammlung zu bleihen, denn er hat bei Neuwahlen Sorge getragen, daß seine Wähler ihn nicht im Stiche ließen, bis ihn dann das Landgericht in Detmold zu 2 Monaten Gefänaniß verutthcilte. Eines Tages vor der Wahl traf er in einer Restauration den Schneider Koch, welcher sonst immer für ihn gestimmt hatte, aber jetzt der Meinung war, daß auch einmal ein anderer als Herr Stahl die Thätmkeit eines Stadtverordneten auf sich nehmen könne. Herr Stahl begann sofott ein Gespräch mit dem.Handwerker und interpellirte ihn über seinen angeblichen Entschluß, einen anderen zu wählen; vorsorglicher Weise aber ließ er Bier und Zigarren für Koch herbei schaffen. Es dauette dann nicht lange, so forderte Stahl den Koch auf, ihn wieder zu wählen und versprach ihm dafür 2 M. oder 2,50 M. Koch erkundigte sich danach, wie und wo er das Geld erheben könne. Stahl sagte darauf, er könne es sich s. Z. von dem Witth des betreffenden Lokales geben lassen. Koch hat nun allerdings seine„Schuldigkeit" gethan, aber wegen des Geldes hat er später vergebens Nachfrage gehalten.— Gegen seine Ver- uttheilung hatte Stahl Revision eingelegt, und der 3. Straf- senat des Reichsgerichts gab derselben auch Folge, indem er das Uttheil aufhob und die Sache in die erste Instanz zurück ver- wies. Für begründet waren die Beschwerden erachtet, daß Koch als Theilnehmer an dem strafbaren Vorfall vereidigt wordeir ist und ferner, daß der Angeklagte nicht auf die verändetten Umstände hingewiesen ist, insofern, als die That im Uttheiki als zwei Jahre früher geschehen angenommen wird wie im Er- öffnungsbeschluß. Leipzig 12. Januar. Wegen Untreue und Unterschla- gung ist vom Landgericht Leipzig am 6. Oktober v. I. der frühere Produttenhändler Jakob Katzenstein zu 6 Monaten Ge- sängniß, 500 M. Geldstrafe und 2 Jahren Ehrverlust veruttheilt worden. Derselbe hatte im Dezember 1886 drei Wechsel, die von ihm hcrrühtten und seinem Geschäftsfreunde P. in Magde- bürg gehörten, von diesem erhalten, damit er sie für ihn, P-, disrontiren lasse. Katzenstein that dies auch, behielt aber das Geld für sich, angeblich um eine Sicherheit dafür in Händen zuhaben, daß P. eine von ihm, K., hcstellte größere Waarensen- dung auch wirklich an ihn abgehen lasse. Als Katzenstcin bald darauf insolvent wurde, verlor P. den Betrag, auf welchen die Wechsel gelautet hatten.— Jetzt hatte Katzenstein Revision ein- gelegt und verschiedene Mängel gerügt wie ungenügend festge- stellten Dolus u. s. w., aber das Reichsgericht(3. Strafsenat) erachtete das Uttbeil für vollständig korrekt und verwarf am 12. Januar die Revision. Vereine nnd Versammlungen. Der Derein Kerliner Portier« und Berufsgenossen, welcher seinen hilfsbedürftigen Mitgliedern Unterstützung gewährt, die Wittwen und Waisen verstorbener Mitglieder nach Kräften unterstützt und bemüht ist, seinen stellenlosen Mit- gliedern Arbeit zu verschaffen, fordert alle Kollegen auf, dem Verein beizutreten. Derselbe tagt jeden Dienstag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats, Abends 9 Uhr, Krausen str. 16, part. Gäste sind willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder in jeder Versammlung, Der Verband deutscher Jimmerleutr(Lokalverband „Berlin Süd", hält seine nächste Versammlung nicht am Don» nerstag, den 19. d. M., sondern am Donnerstag, den 2. Febmar im Lokale Mariannenstr. 31 ab. Kroße öffentliche Versammlung sämmtlicher Schmiede, Stellmacher, Lackirer, Schloffer. Sattler, Klempner etr.(Wagenbauer) heute, am Dienstag, Abends 8 Uhr, bei Niest(früher Hildebrand), Weberstraße 17. Tagesordnung; Die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter. (Oeffentlicher Vortrag. Der praktische Arzt Dr. med. C. Sturm wird heute, Dienstag, im Saale des katholischen Vereins» Hauses, Ztiederwallstr.i l, über„Nieren- und Rückenmarksleiden" sprechen. Anfang präzis 8& Uhr. Damen wie Herren haben Zutritt. Eauoerein Kerliner Kildhauer, Annnenstr. 16. Heute, Dienstag, Abends 9 Uhr, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht, Berichte deö Vorstandes und der Kom- Missionen. 2. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 3. Er- ledigung etwaiger Anträge. 4. Verschiedenes. Gauverrin der Maler Krrlin«. Generalversammlung am Dienstag, Abends 8 Uhr, in CafS Zteyer, Alte Jakobstraße Nr. 83. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Verlesung der neuaufaenommenen Mitglieder. 3. Berathung der Tagesordnung zur Generalversammlung in Braunschweia. 4. Statistik der Arbeitsvermittelungskommission über ihre Thätigkeit. 5. Neuwahl der gcsammten Arbeitsvermittelungskommission. 6. Ver- schicdenes und Fraaekasten. Mitgliedskarte legitimitt. Leipzig, 11. Januar. Gestern Abend fand in der Ton- Halle eine öffentliche Schuhmachcrversammlung statt, in der zu- nächst über die Lage der Schulnnacher im Allgemeinen verhan- delt wurde. Die Lage der Schuhmacher wurde als eine sehr trübe geschildett und die Schuld an diesem schlimmen Zustande hauptsächlich der Schmutzkonkurrenz, dem übermäßig langen Kreditgeben und der Gleichgiltigkeit der Gehilfen selbst zuge- schrieben. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf das Ber- halten der Gehilfen gegenüber der geplanten Einführung der obligatorischen Arbeitsbücher. Der auftretende Redner sprach sich gegen diese Einführung aus und die Versammlung, die sich mit seinen Zlusführungen einverstanden erklärte, versprach, eine gegen die Einführung obligatorischer Arbeitsbücher gerichtete Petitton, welche an den Reichstag gerichtet werden soll, m unterstützen. Vefang-, Turn- und gesellige Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8', Uhr im Restaurant Ouandt, Stralauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstraße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr be! Wolf und Kriiaer, Skalitzerstraße 126, Gesang.— Männer- gesangverein„Gattcnlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk, Kottbuserstraße 22.— Männcracsangverein„Steinnclke" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinersttaße 56—57.— Gesang- verein„Schwungrad" Abends 8', Uhr Annenstraße 16, im Restaurant©ahm.— Gesangverein ,, Sängerhain" Abends Jlges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Nebelin, Langestr. 108.— Zitherklub„Ämphion". Abends 9 Uhr, im Kurfürstenkeller, Poststraße 5.— Turnverein„Frofe und Frei"(Männerabtheilung) Abends 8'/, Uhr Bergstraße Nr. 57.— Baliner Tumgenossenschaft(V. Männerabthei- lung) Abends 8 /, Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasser- tborstraße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abthcllung) Abends 8 Uhr Dicffenbachstraße Nr. 60/61. - Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant bandler, Wrangelstr. 11.- Verein ehemaliger Schüler der 37- Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Kinna, Köpmckerstraße 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Ge- „Apollobund" Abends 8«', Uhr Brunnenstraße 1294.- Arends- scher Stenographen-Verem Abends 8'/. Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz" Lindenstt. 71.-„Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8', Uhr in Randcl's Restaurant, Brunnen- straße 129».— Verein„Rose" Abends 8V, Uhr im Restaurant Eltze, Alaandnnenitraße 99.— Vergnügungsverein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15.— Rauchklub„Zum Wrangel" Abends 8 Uhr bei Blocksdorf, Wrangelstr. 32. Kleine Mittheilungen. Weimar, 11. Januar.(Explosion in einem Theater.) Im hiesigen großherzoglichcn Theater ertolgte heute Mittags bei den Torbereilungen zur„Freischütz"-Aussühmng eine Explosion der vorhandenen Feuerwerkskörper, welche den Maschinenmeister arg verstümmelte. Dem Verunglückten, welcher völlig erblindete, mußten sofort beide Unterarme amputirt werden. Das Theater- gebäude ist nur unwesentlich beschädigt. Wetzlar(bei Gießen), 10. Januar. Ein schreckliches Un- glück hat den Steinbrecher Johann Befort betrosten. Derselbe hatte in dem Steinbruche bei der Dalheimer Kapelle zwecks Sprengung eine Dynamitpatrone in eine Felswand eingetrieben. Die Patrone entlud sich nicht. Um dieselbe unschädlich zu machen,.ging Befott dazu über, ein zweites Sprengloch zu bohren, das er mit anderem Material füllen wollte. Während dieser Thätigkeit explodirte indeß die zuerst gelegte Patrone. Die Felsstücke rissen Befott ein Bein ab, außerdem erlitt er noch zahlreiche andere schwere Verletzungen, so daß der Tod fast augenblicklich eintrat. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und 6 Kinder. Hamburg, 12. Januar. Der Postdampfer„Rhaetia" der Hamburg- Amettkanischen Packet- Aktien- Gesellschaft ist, von Zkew- Pork kommend, heute Abend 9 Uhr auf der Elbe einge- troffen. Kiel» 10. Januar. Der Führer der hiesigen„Heilsarmee" stürzte vorgestern, als er das Gerüst der für diese Gesellschaft im Bau befindlichen Kap.lle betreten wollte, herab und fand augenblicklich seinen Tod. München» 12. Januar.(Verunglückter Arbeiter.) Am Dienstag Nachmittag war der 32jährige Böttcher Johann Rödl im Hofe der hiesigen Gabclsberger-Brauerei mit dem Aus- brennen eines großen mit Pech gefüllten, 30 Hektoliter haltenden neuen Bierfasses beschäftigt. Als er im Begttffe war, mit einem glühenden eisernen Bohrer das Spundloch hineinzubohren, ex- plodirte plötzlich das Faß; der etwa 10 Zentimeter dicke Boden wurde in kleine Stücke zettrümmett, während Rödl mehrere Meter weit geschleudert und durch die Trümmer des Fasses so schwer am Kopfe verletzt wurde, daß er augenblicklich eine Leiche war. Durch den verursachten Luftdruck wurde auch ein in unmittelbarer Nähe befindlicher Lehrling mehrere Meter bei Seite geschleudert, ohne jedoch eine Verletzung davon zu erleiden. Pest, 9. Januar.(Der Säbel). Heute Abends fand hier zwischen Militär und Polizei ein förmlicher Straßenkampf statt, rn welchem mehrere Polizislen verwundet worden. Ein Trupp von zirka 12— lö Infanteristen des 6. Regiments mißhandelte gegen 8 Uhr Abends in der Kettenbrückengasse zwei unbekannte Droschkenkutscher. Auf den Lärm eitte der Konstabler Lorenz Toth zu Hilfe herbei, doch konnte er gegen die Uebermacht nichts ausrichten. Die Soldaten zogen vom Leder und bahnten sich mit Gewalt einen Weg durch die angesammelte Menschenmenge. Sie zogen über die Kettenbrücke und konnten erst in der Waaggasse eingeholt werden. Hier kam es nun zwischen den Soldaten nnd den zum Sukkurs herbeigekommenen Polizisten zu einem blutigen Zusammenstoße. Dem Konstabler Michael Kovacs wurde durch einen Säbelhieb der Kopf gespalten; ferner erhielt der Konstabler Moriz Toth einen Säbelhieb in das Genick, doch wurde die Wucht des Schlages durch die Mütze abgeschwächt: dem Konstabler Stefan Josejü wurde der rechte Arm, mit dem er die gegen seinen Kopf gefühtten Hiebe paritte, an zwei Stellen durchhauen. Die Soldaten ergriffen sodann, verfolgt von zahlreichen Passanten, die Flucht, und es gelang ihnen, mrt Ausnahme eines Einzigen, die Karlskaserne zu erreichen, wo sie verschwanden. Der Jnfantettst, welcher arretttt wurde, weigctte sich vor der Polizei, seinen Namen zu nennen und wurde später einer Militär- Patrouille übergeben. JtUeu, 11. Januar.(Hochwasser.) Durch die Stauung ismassen in der Donau trat gestern eine bedenkliche Hoch- waffergefahr ein. Das rechtsseitige Donauouai-Ufer war theil- weife unter Wasser gesetzt; der höchste Wasserstand an der Kronpttnz- Rudolf brücke betrug Abends 9 Uhr 425 Zentimeter über dem Normale, gegen 220 Zentimeter des Vormittags. In die ebenerdigen Wohnungen am Handclsquai ist Wasser einge- drungen; auch in den Kanzleien am Quai-Bahnhof und in den Wohnungen in diesem Gebäude stand das Wasser ungefähr 40 Zentimeter hoch. Der Bahnhof ist vollständig verlassen, das Geleise war 46 Zentimeter hoch überfluthct und mit Eisschollen bedeckt. Der Verkehr der Züge ist bis auf weiteres fistitt. Das Waffer fiel jedoch rasch, um 10 Uhr Abends konnte man schon den Liuai trockenen Fußes passiren. Heute Vormittag war das Wasser von 425 Zentimeter auf 380 gefallen und schien jede weitere Gefahr beseitigt. Wien, 11. Januar.(Kampf im Donaukanal.) Gestern Abend bemerkte ein Sicherheitswachmann auf seinen: Patrouillen- gange am rechten Ufer der Nußdorferlände eine dunkle Gestalt an dem Ufer umherirrend. Auf den Ruf des Wachmanns: �Stehenbleiben!" stürzte sich der Mann in den Donaukanal. Ter Wachmann warf rasch seinen Mantel und Säbel weg und sprang dem Unglücklichen nach. Unglaublich lange Zeit wähtte zwischen dem Wachmann und dem fremden Manne ein Kampf auf Leben und Tod. Der Mann wehrte sich mit aller An- strengung gegen die Rettungsversuche des Wachmannes und versuchte diesen mit dem Aufgebot seiner ganzen Kraft unterzu- tauchen. Erst als der Unglückliche in Bewußtlosigkeit verfiel, gelang es dem Wachmann, ihn mit dem letzten Aufgebot seiner Kraft ans Land zu bringen. Nachdem er sich erholt hatte, brachte er den Bewußtlosen zu Wagen auf die Sicherheitswach- stube bei der Nußdorferlinie, wo es nach vierstündigen Wieder- belebungsversuchen gelang, den Lebensüberdrüsstgen wieder zum Bewußtsein zu dttngen. Wie nun erhoben, ist der Lebensübcr- drüsfige der 28jährige Drechslergehilfe Franz Tuma, Meidling, Berdinandstr. 25 wohnhaft. Tuma wurde in das allgemeine rankenhaus transpottitt. Odessa, 9. Januar.(Schneestürme.) Durch die Schnee- stürme und den darauf eingetretenen Frost(19 Grad R.) war Odessa von dem Verkehr mit dem In- und Auslande fast eine Woche lang gänzlich abgeschnitten. In Rasdelnaja, iiohmettnka und Birsula lagen verschiedene Züge fest. Auf der Station Rasdelnaja hatten sich 4000 Reisende angesammelt, die in kurzer Zeit alle Vorräthe aufzehtten. Aus der Umgegend waren keine Lebensmittel zu erlangen, da es unmöglich war, sich durch den Schnee durchzuarbeiten.— In Birsula, wo sich 10 Züge angesammelt hatten, mußte der Inhaber der Äahnbofswitthschaft seine vier besten Milchkühe schlachten, damit die Reisenden nicht verhungettcn.— lieber Schistsunfälle, Wegreißen von Brücken, Erfrieren von Viehheerdcn u. s. w. liefen zahlreiche Hiobs- posten ein. Trieft, 12. Januar. Der Lloyddampfer„Galathea" ist heute Nachmittag aus Konstantinopel hier eingetroffen. Trieft, 15. Januar. Der Lloyddampfer„Euterpe" ist mit der ostindisch-chinestschen Post heute Vormittag aus Alexandrien hier eingettoffen. London, Ii. Januar. Heute ist der dtttte Tag, daß London in jenen undurchdttnglicken Nebel eingehüllt ist, der eine besondere Eigenthümlichkeit der englischen Hauptstadt ist und das Wetterbureau stellt noch keine Aenderung in Ausstchf. Im Ostende Londons war der Nebel gestern besonders dick, und fchon frühzeitig mußte aller Wagenverkehr daselbst auf- Hörem. Der Nebel ist über ganz Großbritannien ausgebreitet. Im Mersey liegt eine ganze Flotte von Ozeandampfern, welche nicht abfahren rann. In Manchester wurde ein Eisenbahn- deamtcr überfahren, und in Birmingham stießen, glücklicherweise ohne Verlust von Menschenleben, zwei Eisenbahnzüge zusam- men. Am Montag fand man die Leiche eines Briefträgers im Lea, nahe Elapton Bttdge. Der unglückliche Mann war im Nebel in den Fluß geratben. Ter Dampfer Shamrock von der Dubliner Packetacsellschaft traf gestern 5 Stunden zu spät in Holyhead ein. Auch der Verkehr auf dem englischen Kanal leidet erheblich. London, 10. Januar.(Hinttcktung.) Heute Morgen wurde Dr. Philip Eroß, ein Arzt in Eork, welcher im vottgen Juni seine Frau vergiftet hatte, hingenchtet. Ctzarloroi, 11. Januar. Ein schwerer Unfall bat sich in der Nacht zum Dienstag in einem Schachte der Zeche von Amercoeur m Jumet zugettagen. Mehrere Bergleute waren unter Aufficht eines Steigers und eines Aufsehers mit Monti- rungsarbeiten in einem der bereitskgestützten Gänge, der 195 Meter tief liegt, beschäftigt, als plötzlich ein unheilverkündendes Krachen, verursacht durch Senkung der Erdmaffe, sich vernehmen ließ und unmittelbar darauf der Einsturz des Gewölbes erfolgte, der die Arbeiter vollständig verschüttere. Sofort ettönte die Alarmglocke und die Ausgrabungsarbeiten begannen, unter- brochens von neuen Einstürzen, in einer Atmosphäre, die mit Grubengas-Miasmen erfüllt war und beständig Gefahr drohte. Nach übermenschlichen Anstrengungen gelang es, die Einsturz- masse wegzuräumen und den größeren Theil der Verunglückten zu retten. Zwei von diesen hatten jedoch bereits ihren Tod ge- funden: Arthur Percot, der auf der Stelle umgekommen war, und ein gewisser Meuter, der nach vergeblichen Versuchen, sich von der ihn erdrückenden Last loszumachen, erstickte. Die Uebttgen, die gerettet wurden, haben schwere innere Verletzungen davon- getragen. Auch von der Rettungsmannschaft wurden mehrere ver- mundet; einem Pompier wurde der Arm durch einen der nach- folgenden Einstürze gebrochen. Meutcr war verhcirathet und Vater von vier Kindern. Uew-Nork, 12. Januar. Aus Columbia, Südcarolina, wird ein heftiger Erdstoß gemeldet. In Charleston und Summer- ville find leichtere Erschütterungen verspürt worden.— Bis jetzt sind elf Personen den Verletzungen erlegen, die sie bei dem Eisenbahnunglück in Bradford auf der Boston-Maine-Eisenhahn davontmgen.— Einem Telegramm aus Lima zufolge hat ein Arzt, der von der pemanischen Regierung nach Chili entsandt wurde, um den dortigen Ausbruch der Cholera zu studircn, be- richtet, daß die Epidemie im ganzen abnehme. In Valparaiso kommen täglich etwa 100 Erkrankungen vor und in der Zeit vom 15. November bis zum I.Januar erkrantten in Lima 1288 Personen an der Cholera, von denen 644 starben. Urw-Nortz, 10. Januar. Ein ernstes Unglück ereignete sich heute auf der Boston-Mainc-Eisenbahn bei Haverhill (Massachusetts). Ein von Boston nach Portland gehender Schnellzug entgleiste, während er bei Haverhill, Massachusetts, über eine Brücke fuhr. Acht Passagiere wurden auf der Stelle getödtet und viele andere tmgen Verletzungen davon.— Weiteren Berichten zufolge wurden zwei Waggons zerschmettert und von deren Insassen 9 auf der Stelle getödtet, während über 50 Verletzungen davontrugen. Eine ganze Familie befindet sich unter den Gctödteten. Ein Theil des Zuges brauste in ein zum Bahnhofegehörigcs Gebäude hinein, wo ein Beamter, der gerade seine Mahlzeit einnahm, und einige andere Personen getödtet wurden. Das Unglück fand dicht vor einer Brücke über den Fluß Merrymac statt, und es hätte nicht viel gefehlt, so wäre der Zug in's Wasser gestürzt. Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung deS Sprechsaals, soweit Rau« dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Im Interesse meiner Kameraden erlaube ich mir, folgendes' Krankenversschcrung betreffend, zur Kenntniß derselben zu bringen. Ich bin seit dem Jahre 1883 Mitglied der Ottskrankenkasse der Berliner Zimmerer und habe als Mitglied der alten Zimmergesellenkasse nach den Statuten der neuen Kasse das Recht, auch Mitglied der Kasse zu bleiben, wenn ich nicht im Zimmergewerbe beschäftigt bin. Im Herbst vottgen Jahres wurde ich und noch zwei Zimmergesellen von dem Inspektor des Berliner Spediteurvereins, Herrn Müller, vorübergehend in Arbeit gestellt, um einige Lagerräume von Holz herzustellen. Ich arbeitete hier 10 Tage und habe für diese Zeit meme Bei- träge an die oben genannte Kasse bezahlt und wurden dieselben mir auch unbeanstandet abgenommen. Kurz darauf wurde ich krank und von dem Kassenarzte nach dem Krankenhause ge- schtteben, wo ich bis zu meiner Genesung verblieb. Als ich nach meiner Wiederherstellung meine Beittäge weiter zahlen wollte, wurden sie von dem Kassirer nicht angenommen, rndem derselbe mir auseinander setzte, daß ich auf Grund meiner Be- schäftigung vor meiner Krankheit aus der Kasse ausgeschieden sei und deshalb die Kasse für mich keine Verpsiichtung habe, weder die Kurkosten zu tragen noch die weiteren Beiträge anzunehmen. Um wieder fttsch aufgenommen zu werden, müßte ich von einem das Zimmergewerbe Betteibenden angemeldet werden, andern- falls nicht. Da ich mich in meinem Rechte verkürzt glaubte, reichte ich eine Beschwerde an die städtische Gewerbedcputation ein, von welcher ich jetzt, nach 6 Wochen, keinen endgiltigen Bescheid erhalten habe. Ich habe versucht, ohne Krankcnbuch Arbeit zu bekommen, aber ohne Erfolg. Denn überall wird mir der Bescheid, zuerst mein Kassenbuch in Ordnung zu dttngen, eher könnte man mich nicht in Arbeit einstellen. Obglerch vor den Feiettagen viel Arbeit war, konnte ich dennoch keine bekommen. Indem ich dadurch meinen Kameraden zeigen will, wie schnell man aus einer Lrtskrankenkasse herausgeworfen werden kann, zeichne ich Achtungsvoll Fritz Stannkewitz, Zimmergeselle. Alte Jakobsttaße 120a, iV. Neueste Nachrichten. Im sechsten Kerliner ReichstagawahUrreise beabfich- tigt man, wie der„Post" geschtteben wird, bei der devorstehen- den Ettatzwahl für den unheilbar erkrankten bishettgen sozial- demokratischen Vertreter des Kreises, Hasenclever, von feiten der Kattellpatteien den Direktor der chemischen Fabttk auf Aktien, vormals Schering, Herrn Holtz aufzustellen, der im Falle seiner Wahl bei der Reichspattei leinen Sitz einnehmen würde. Herr Holtz war schon bei der Wahl am 21. Februar v. I. der Kandidat der Kattellpatteien in diesem Kreise und erlangte damals 16 981 Stimmen, während Rechtsanwalt Grelling l freist) 11 768 und Hasenclever 30457 Stimmen erhielt.— Herr Holtz braucht sich wegen seiner Wahl keine grauen Haare wachsen zu lassen. Die Reichspattei wird den ge- schätzten Herrn wohl noch längere Zeit entbehren müssen, wenn er auf eine Wahl im Vi. Berliner Reichstags-Wahlkreis rechnet. Htm Uernrhmen nach ist dem Kundesrath ein Nach. trag zu dem dem Reichstage vorliegenden Entwurf zum Reichshaushaltsetat für das Etatsjahr 1388,89 zur Beschlußfassung zugegangen. In demselben werden von: Auswärtigen Amt als fottlaufende Mehrausgaben infolge Umwandlung der Ge- sandtschaft m Madttd in eine Botschaft 58000 M. gefordert. Außerdem soll in den Etat der Postverwaltung unter entgehender Begründung eine aus Anleihemitteln zu deckende Summe von 6 300000 M. zum Ankauf der im Elgenthum der vereinigten deutschen Telegraphengesellschaft zu Berlm benndllchen beiden Telegraphenkabel zwischen Borkum und Lowestoft und zwischen Greetsiel und* Uj» 1? neu eingestellt sein. r*. Grevy««f Reisen. Gr-vy wird die W geschtteben, eine längere italienische Reise vorzunehmen�' die Angelegenheit Wilson cndailtig erledigt sein wird. I« portagal ist eine Streikbewegung in» dagewesenem Umfange ausgebrochen. Alle Hafen--, Schiffsleute streiken und verhindern die Schisse am Die streikenden bereiten eine Petition an die Kortck> Ramualde, Mainede, Arvosa, Aqua, Santes und andern" Truppen aufgestellt. Im Hafen von Lissabon ist konzenttttt.— Die Kavallctte soll wahrscheinlich gung" der Streikenden dienen. erscheint t in's Haus 4 Mark. Kriefkasten der KedaktilM. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügea- � Antwort wird nicht ertheilt. G.©. Ur. 3. Uns ist von der Sache nichts.� A. M. Wenn, was wir nicht beutthellen r« Schwiegervater infolge des Unfalls gänzlich arbeiisi* worden ist, so möge er die Entscheidung des Zw? der Berufsgenossenschaft anrufen. Der Rechtsweg nicht zulässig und deshalb wurde das Gesuch um W recht mit Recht vom Amtsgericht abgelehnt. 3333. Der bloße Dispositionsurlauber bedarsl Verheirathung der Genehmigung der Militärbehörde�. Alter Abonnent. Versuchen Sie, ob die% Sache annimmt und Recherchen einleitet. Lehnt sie» müssen Sie entweder die Sache auf sich beruhen k* den vermutheten Schuldigen vor den Schiedsmann g dann Privatklage wegen Beleidigung anstrengen. i � sich dann auf Gutachten des Schreibsachverständigck Im letzteren Falle ttskirenSie allerdings, wenn der» nicht überführt wird, bedeutende Kosten. i A Z. Sie nehmen aber unseren Raum gleich� in Anspruch. Also: 1. Sie können, falls nicht:w, das Legat als zur Rückzahlung für die Tarlehne bck Wenn zeichnet ist, die Wirthin auf Rückzahlung des Dam bewegung c klagen, müssen aber in der Klage darlegen, daß �daß man di Forderung durch aettchtliche Zession erhalten �Arbeite? 2. Der Gastwitth rann sich nur an ihren darübe und dessen Sachen, sofern dieselben nicht >»brr nmer in s> fangen und Begriffe na i zurecht. Versuch �Forderunge: 1 möglichst g die erfüllt_r anderer oder gänzlich wetthlos find, pfänden. Gegen Z'L Anspruch nur erheben, wenn er nachweist, daß Pflicht, Ihren Vater zu unterhalten, nicht nachgeko» und dieser daher gezwungen war, Schulden�zu 3. Das wissen wir nicht.— 4. Denaturitten Spis Sie halten, müssen denselben aber, direkt oder m?s Jemand beziehen, der zur Denaturirung ermäcd" 5. Wenn der Bote die ihm zur Bezahlung waaren übcrgebenen 3 Mark dem Gastwirtb so muß letzterer die Backwaarcn noch einmal bezahl� aber natürlich an den Boten halten.— 6. �Woblaemerk wenn seine wiederholten Anfragen bei der Staats«? unbeantwortet bleiben, sich beschwerdeführend an � J staatsanwalt wenden.— 7. Auch zum Feilhalten �° in versiegelten Flaschen bedarf es der KonzessioNj!™'�"-°re Handel mit Branntwein. Ist diese, nicht aber K reichsten Er: konzcssion ertheilt und öffnet ein Kunde die Flastfr'zu den Fori um zu trinken, so mag der Ladenin Hader den Kunde" als berechtig lassen des Ladens auffordern. �wonach sie Lübeck. Das Aufgebot muß auch an Jbrew schgffenen 2 Aufenthaltsott aushängen, da Sie noch nicht behördliche! hier find. j roirk r«.©., Weberstr. 1. Eine unverheiratheteL Kber stre.teu noch unter väterlicher Gewull, so lanar btt SBote'Ri de: de gegen dessen Willen sich nicht eine eigene WohtSi»! �en Ermncht 2. Ein Mädchen bedarf bis zum zurückgelegten Die Be zur Verheirathung der väterlichen Einwilligung.--fichtSpunkten aber ohne gerechtfertigten Grund vcnveigctt, f�Begrrff der Mädchen den Vater auf Einwilligung verklagen. 9W rej Schon Sie persönlich auf der Redaktion erfahren..�bürden mit «4& Minuten im Lokal bleiben dürfen, existitt nicht.° 4 0 ss e der Witth, sobald die Polizeistunde schlägt. dm Zhaben ledtgl Verlassen des Lokals auffordern. Der hiesige Ptt�Arbeiters, s hatte allerdings vor längerer Zeit die Schutzleute greifen und diese Bestimmung recht milde zu handhaben. verfallen za! »etrachtet sie ist Fragen »it der Spe schäftigen sol Markthallen. Bericht von I. Hanbrna*#'% Verkaufsvermittler. Berlin, den 14. Januar 1888. r Temperatur in der Halle 4 Grad Reaumur. Wetter: Kalt. Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste rahm-Tafelbuttcr(bekannte Marken) 103—110 schmeckende Tafelbutter 95—103 M., 3. Tis« 98 M., 4. fehlerhafte Tischbutter 80—90 M-, Backbutter 70-80 M. pr. Ztr. Auktion täglr-b Vormittags. Eier 2,50—3,10—3,25 netto ohne Abzug P- eier 2,95 M. p. Schck. Käse. Jmpottirter Emmenthaler—87,.J Schweizer 35—50—65, Ouadrat-Backstein_12�1 jf (B0< Recht«»o Ro: "'?~ Neufchat-l W?""der. .Ihnen hier Dtsche. Camembett— M. pr. Ttz. � U Wild. Rchböcke 50-65-75 Pf., Dammwiv/ säumen— n Rothwild- 30-40 Pf-, Schwarzwild 30-50 m meine: 50-65 pr. Pfd., Kaninchen 40-60 Pf. per�Mnd ich wa 2,30-2,55 M.. Fasanenhähne 2,75-3,75 M-,-� Schwerin eil 2,00 bis 2,50 M., Wildenten 0,50-1, 25-1, 50 f reicher Bursö 1,25-2,00 pro Stück, Haselwild 0,80-1,00 �Mne Art vc Schneehühner 0,90—1,00. Wildauktion täglich uw vc Rosi ..._(Tochter, mittags und 6 Uhr Nachmittags. zwar eine a Fleisch. Rindfleisch 30-42-55, Kalbfleisch Appellations: 50—58, Hammel 30—45—50, Schweinefleisch sollte— die Pfund, Schinken geräuchett mit Knochen 70—85-P'"(goit- 55-6""■ fällt m Ä&T 4t#&#%%% Fette Vimen UV— ov PI. pr. P1V., Pu,c,>. Pfd., Tauben 38-50 Pf.. Hühner 0,60-1,00-# Geflügel, lebend. Gänse la 4,00—6,50,"V Enten 0,85—1,50—2,25 M., junge Hühner(L Hühner 1,00—1,50, Tauben 30—45 Pf. pr-, 3,00-5,00 M.- Auktion täglich um 9 Uhr 6 Uhr Nachmittags. Obst und Gemüse. Weißfleischige Speiseka 5,00, Zwiebeln 9,00-14,00 M. pro 100 Kilo,» 30 M. pro 100 Kopf, Birnen 6—10—13—20, bis 15-20, Wallnüsse la. 10-20 M. pro Ztr.% J Jaffa 9—10, Messina 11—13, Valenzia 4%� pro Kiste. Citronen 9—13 M. per Kiste., Feldfrüchte in Wagenladungen, Kartoffel� m Speisekattoffcln 40—50 M. per 1000 Kilo, Erbsen 120-200 M., Futtcrerbscn 115-120 bis 180 M., Richtstroh 35-40,00 M.. Heu 1000 Kilo. ein Name ag damit h ieser Tochi herese, wie amals furch ar jung, ur warum ni en, und it eirath gema »Und n endelsheim, «orte. »Wie ich auf einma Verantwortlicher Redatteur: U.«ronheim in Bettin. Druck und Verlag von Mo» Sabina in Berlin SW., Beuchstraße 2.