15. Mittwoch, den 18. Januar 1888. 5. Jahrg. lttiow -ijustg«- nickits.� eilen Rg ardcilsM iHliiurlolmall. Drgan für die Interessen der Arbeiter. ves i? ch um W >er bedol! rr# chnt sie T- ruhen W -mann W» ige».«' rständM enn der- um gleiü, nicht im Di- „b-rrchiigtrn Forderungen". rlehne dci> Wenn die alten Parteien sich über die moderne Arbeiter- des Tam bewegung aussprechen, so stimmen sie alle darin überein, , daß~:;.baji man die„berechtigten Forderungen" der halten''A cbeiter anerkennen oder auch unterstützen, aber alles, Wn �Zwas darüber hinausgeht, beseitigen müsse. Mit dem Begriff nicht u der„berechtigten Forderungen" der Arbeiter geht es wie S immer in solchen Dingen; kein Mensch weiß/ wo sie an- nackack-q�''�"nd wo sie aufhören Jede Partei macht sich solche den»u��nffe nach ihrem Geschmack und zur beliebigen Benutzung Versuchen wir einmal, den Begriff der„berechtigten Forderungen" so zu formuliren, daß er allen Parteien öglichst gerecht wird! Es sind dies jene Forderungen, sn Sp" oder'J erw ahlung twirth - I �18 �»berechtigten Forderungen" etwas anderes; wir sind der ilbalten«-.Memung die Gesetzgebung dürfe und müsse sich schon er- mesfion flrHlr"' �5 Vorrechte einzelner Kreise zu Gunsten der zahl- aber �/�eichsten Erwerbsklasse, der Arbeiter, zu beschränken. Aber ie Flas� den Forderungen der Arbeiter, die man allseitig n Kund- als berechtigt wird anerkennen müssen, gehört diejenige, �wonach sie die von ihnen und auf ihre eigenen Kosten ge- m Jhreweschaffenen Wohlfahrtseinrichtungen selbstständig und ohne nicht i"" behördliche Vormundschaft verwalten wollen. Die Frage ..rtl-toird eine andere, sobald der Staat Wohlfahrts- * I emrichtungen für die Arbeiter schafft; dann kann man dar- irntbete i fö21 streiten, wie weit die staatliche Kontrole gehen soll. Vat-eM��rr bei den aus eigener Initiative der Arbeiter entstände- Wv'hM"2" Einrichtungen ist dies ausgeschlossen. Die Behörden freilich scheinen von ganz anderen Ge- chtspunkten auszugehen und es scheint, als ob für sie der 'egriff der„berechtigten Forderungen" fast ganz illusorisch ei. Schon seit längerer Zeit sieht man, wie einzelne Be- örden mit rauher Hand in die selbstständig gebildeten ohlfahrtseinrichtungen der Arbeiter hineingreifen. Die ach vereine waren oder sind solche Einrichtungen; sie aben lediglich den Zweck, in die Erwerbsverhältnisse des lrbeiters, soweit dies auf solchem Wege möglich, einzu- zreifen und zu seinen Gunsten zu wirken. Dessen ungeachtet »erfallen zahlreiche Fachvereine der Auflösung, denn man etrachtet sie als politische Verbindungen, weil sie sich nit Fragen beschäftigen, die mit der Gesetzgebung usammenhängen. Ja, wenn die Fachvereine sich etwa nur nit der Spektral- Analyse oder mit den Mondgebirgen be- chäftigen sollen, dann haben sie für die Arbeiter keinen egten SSfK igen. m n. frX mtnut- % ' Im S-1 �»orteiaumj IeuiTeton. [13 (Nachdruck verboten.) Ibzus Der Erbe. Roman von Friedrich Gerstäcker. > /- gg�„Ah, mein lieber Herr Baron, auch schon auf der Pro- 2"*',eRa�e' und wie ich sehe, sehr angenehm beschäftigt? Ja, "'rein lieber, junger Freund— na, ich gehe ein Stück mit �hnen hier hinunter, denn ich habe doch nichts zu ver- rmwwiR- ßumen— mein junger Freund, was ich gleich sagen wollte 10—53 HA- in meiner Jugend habe ich es auch nicht Keffer gemacht, Of«ifC rtr*'-c fr ti o rr£>trt Yrorffurfr+ov©ovf � f ., M>W>________ � ;1'?9 l-ne Art von Sonderling, der hatte eine wunderhübsche lgu«--ochter, Rosine hieß sie— nein, warten Sie einmal, das ;m£ar eine andere; Rosine war die Nichte vom Ober- bflen w.i �llpp ellationsrath Breitnagel, mit der ich einmal verlobt sein .f 17 die Tochter von dem Rauchwaarenhändler— Herr Ja L1"'1 ietzt der Name nicht mehr ein— na, wenn ct" J"2 fehlt, und man quält sich manchmal einen 0, U» batmt herum, ja, kann Nachts nicht davor einschlafen. ihn« Mieser Tochter also, Fräulein Therese- Jesus ja, craii.f. 5uch vergeffen konnte!— machte ich Udr amals furchtbar den Hof. Lieber Gott, ich war jung, sie .. f-n«01 iun9' und wenn steh ein paar junge Leute gern haben r' Mr roatum u/cht) Ja, das war ein wunderhübsches Mäd- l% SW1' und ich hätte eine ganz gute Spekulation mit der gemacht." izia"Und warum heiratheten Sie sie nicht?" ftagte von t ff IN, S&rte' �et nUr m't �a'deTn �hr auf die Salbaderei "®ie ich mir'S noch überlegte," sagte der Rath,„war «Treu � 1 ftu' 2fumal mit einem Lieutenant verlobt, und noch dazu Zweck. Man behauptet gewöhnlich, dieFachvereine seien Pflanz- schulen der Sozialdemokratie. Das ist insofern unrichtig, als in diesen Vereinen eben nur fachgewerbliche Interessen ver- treten werden können. Daß sich viele Sozialdemokraten in diesen Fachvereinen befinden, ist gewiß, aber sie befinden sich eben heute ziemlich überall, nur in den Kirchen und an den Höfen nicht. Wenn man es mit den Fachvereinen so streng nimmt, warum nicht auch z.B. mit dem Theater? Dort treffen sich auch Sozialdemokraten und die Stücke jeglicher Art, alte und neue, liefern gewiß manche Belege zu Gunsten der sozialistischen Bewegung. Wenn man nun sagt, die Behörde muffe auf die Fach- vereine ein wachsames Auge haben, weil diese Vereine eine gewisse Agitation betreiben, so kann man dagegen ftagen: Wie kommt es denn, daß man Arbeiterverbindungen, welche aar keine Agitation und Diskussion betreiben, sondern lediglich Unterstützungszwecke verfolgen, allerlei Hin- derniffe und Schwierigkeiten in den Weg legt, so daß es den Anschein hat, als möchte man sie am liebsten ganz beseitigen? Mit Recht hat die Behandlung, welche dem deutschen Buchdruckerverband mit seiner Zentral-Jnvalidenkasse widerfahren ist, in Deutschland großes Aufsehen erregt. So lange diese Kaffe ihren Sitz in Stuttgart hatte, wurden ihr in Preußen eine Menge Schwierigkeiten gemacht und man entschloß sich, um diese zu beseitigen, den"Sitz der Kasse nach Hannover zu verlegen. Dies wird nun nicht mehr möglich sein, denn die Behörde hat es rundweg und ohne Angabe von Gründen abgeschlagen, diese Kasse zuzulassen. Man fragt sich überall nach der Veranlaffung eines solchen Vorgehens. Diese Zentral-Jnvalidenkaffe war der Stolz und die Hoffnung der an derselben betheiligten Buch- druckergehilfen. Für einen viel geringeren Beitrag, als die Reichs- Altersversorgung vorschreibt, erhielten die Mitglieder eine Altersrente von 1 Mark pro Tag. Die sozialpolitischen Herren Geheim- räthe würden gut thun, einmal erst zu zeigen, ob sie eine solche Altersversorgung zu organisiren im Stande sind. Will man vielleicht der kommenden Reichs-Altersversorgung mit der Rente von 33% Pfennigen vom siebenzigsten Jahre an keine„moralische" Konkurrenz machen lassen? Von einer Jnvalidenkaffe kann man sicherlich nicht sagen, daß sie politischen oder sonst irgendwie verpönten Be- strebungeu Vorschub leistet. Aber es scheint, als habe eine neue Anschauung Platz gegriffen, die dahin geht, daß Selbstständigkeit und Selbstthätigkeit in öffentlichen Angelegenheiten den Arbeitern nicht zukomme; es scheint, als seien auch die„berechtigten Forderungen" aus dem Lexikon gewisser Kreise gestrichen worden. mit einem weitläufigen Verwandten von mir, den ich dort selber eingeführt hatte." „Das war Pech," sagte der Baron;„aber, a propoa, mein lieber Rath, Sie sagten mir doch einmal, daß Sie so etwas von einem Finanzmann wären?" „Ei gewiß," rief Rath Frühbach rasch,„ich könnte Ihnen die Arbeiten zeigen..." „Bitte, ist gar nicht nöthig; aber die Hauptaufgabe eines Finanzmannes wäre meiner Meinung nach die, lieber Rath, Geld in Zeit der Roth zu schaffen, nicht wahr?" „Und das vorhandene zu verwalten," ergänzte der Rath. „Während wir von dem letzteren Punkt vor der Hand absehen," fuhr der Lieutenant fort,„möchte ich Sie dann bitten, mir, gegen gute Jntereffen natürlich, bis heut Abend zweihundert Louisd'or zu schaffen." Rath Frühbach sah seinen Begleiter über die Brille an und lächelte.„Da fällt mir eine Geschichte ein," sagte er. „Mein lieber, bester Rath," rief der junge Offizier, jetzt wahrlich nicht in der Stimmung, lange Geschichten anzu- hören,„alle Ihre Erzählunger helfen mir gar nichts, wenn Sie nicht Geld schaffen können!" „Aber sie erläutern den Fall." „Der Fall ist schon so klar wie Krystall: ich brauche zweihundert Louisd'or, um ein Pferd zu bezahlen. Haben Sie so viel?" „Nöthig, ja, lieber Freund," erwiderte Frtthbach, sich ausnahmsweise einmal kurz und bündig fastend,„aber nicht baar." „Und können Sie mir dieselben auch nicht ver- schaffen?" „Ich wüßte nicht, wo." „Dann leben Sie recht wohl," nickte ihm der Lieutenant zu, indem er sich dabei ohne weitere Umstände von ihm frei machte und rechts ab in eine der Seitenstraßen bog. Rath Frühbach schien auch einen Moment nicht übel Lust zu haben, ihm zu folgen, denn gewöhnlich ließ er seine Schlachtopfer nicht so rasch wieder ftei; aber bei Aus einem solchen Vorgehen kann keine heilsame Wir- kung erwachsen. Was sollen die Arbeiter denken, die seit langen Jahren ihre Beiträge an die Jnvalidenkaffe bezahlt haben und froh waren, im Alter einigermaßen versorgt zu sein? Nun sehen sie sich dieses Trostes beraubt in einer Zeit wie die gegenwärtige, die für den Arbeiter ohnehin schwer genug ist! Die Behörden haben es verschmäht, Gründe für ein solches Vorgehen anzugeben. Nun, sie brauchen das auch nicht zu thun; wir kennen die eigentlichen Gründe schon. Es giebt eben Leute, welche meinen, der Deutsche sei immer ein großes Kind, das eine Vormundschaft nothwendig habe. Man wird nicht erwarten wollen, wenn man anders sich in der Geschichte ein wenig umgesehen hat, daß eine solche„Erziehung" gute Früchte tragen soll. Ill8 neue Kozillk�engeseh. Eine instruktive Zusammenstellung aller Ver- schärfungen, die der Entwurf des neuen Sozialistengesetzes enthält, bietet die„Freis. Ztg.". Die Abänderunasanträge des Bundesrathes sind von dem Blatte nach ihrer Wichtigkeit ge- ordnet urd in Verbindung mit den bisherigen Bestimmungen des Gesetzes gebracht worden. Hierdurch wird eine klare lieber» ficht über die geplanten Verschärfungen ermöglicht, und wir tasten deshalb zunächst diese Zusammenstellung hier folgen: Der Entwurf eines neuen Sozialistengesetzes ist im Reichs- tage eingebracht worden. Das neue Soziatistengesetz soll bis zum 30. September 1893, also f«r 5 Jahre in Kraft bleiben. Die Verschärfungen gegen das bestehende Sozialistengesetz find theils Erweiterungen des Kreises der strafbaren Handlungen, theils Verschärfungen der Strafbestimmungen. Als neue Strafbestimmuna ist zunächst hervorzuheben, daß die Betheiligung eines Deutschen an einer Versammlung, melche auyerhall« de» Reichsgebietes zu dem Zwecke stattfindet, die im Sozialistengesetz unter Strafe gestellten Be- strebungen zu fördern, mit Gefänanißstrafe belegt werden soll. Neben der Frechertsstrafe kann auf Zulässigkeit der Entziehung der Staatsangehörigkeit erkannt werden.— Diese Bestimmung zielt gegen die bisher im Auslande abgehaltenen Parteitage der Sozialisten. Sodann soll es künftig der strafbaren Verbreitung einer verbotenen sozialistischen Druckschrift gleich geachtet werden, wenn eine solche Druckschrift in eiuem Verkaufslakale, einer Schankwirt hschaft oder in einem sonstigen, dem Zu- tritt des Publikums offen st ehendenOrt zur Benutzung der daselbst Verweilenden ausgelegt oder bereit gehalten wird. Man will damit diejenige Art der Verbreitung für strafbar erklären, deren bisherige Straflofigkeit„erfahrungsmäßig von der Agita- tion ausgebeutet zu werden gepflegt." Drittens wird die Wiuimalstrafe gegen Personen, welche sich der Agitation für die nach dem Sozialistengesetz strafbaren Bestrebungen zum Geschäfte machen, im Falle einer näherer Ueberlegung stand er doch davon ab. Der Lieutenant brauchte Geld, und solchen Leuten geht man eher aus dem Wege, als daß man sie auffucht. Der junge Baron kümmerte sich indeffen nicht weiter um seinen Begleiter, sondern schritt auf ihm allerdings wohlbekannten Pfaden zuerst eine schmale Gaffe entlang, tauchte dann rechts in einen Durchgang und gerieth hier m ein Viertel der Stadt, das vorzugsweise Bekenner der mosaischen Religion zu Jnsaffen zu haben schien. Da war Laden neben Laden, jeder einzeln aus einem kleinen, dunkeln Käfterchen bestehend und mit Waaren vollgestopft, die man sich nicht bunter hätte denken können. Da standen alte Bettladen vor der Thür, mit schauerlichen, bunt ge- malten Lithographien darüber; da hingen verrostete Flinten und zerbrochene Pulverhörner, alte, getragene Kleider und Stiefel; da standen Porzellan und Steingut friedlich neben eisernen Kochtöpfen und Stutzuhren, da lagen Messer und Gabeln, Terzerole, Kämme, Hosenträger und Gott weiß was Alles bei einander, und in den kleinen, wohl kaum je geputzten Fenstern prangten zerknitterte Blumen, die vielleicht ernst ein bildhübsche« Mädchen zuerst beim Tanze getragen, unechter Schmuck, Halsketten mit Halb- monden und Kreuzen, und dazwischen war gewöhnlich eine Tafel von Pappe angebracht, auf welcher schreckbar aus- sehende, vergilbte, zerbrochene Zigarren verkünden sollten, daß auch dieser Geschäftszweig— und welcher nicht?— hier vertreten wäre. Gleich daneben war ein Fleischerladen, nicht größer und nicht reinlicher oder heller als die Rumpelbuden, mit kleinen Papieren auf das Fleisch geheftet, auf welchen hebräische Zeichen standen. Auch die Aushängeschilder waren in dieser wie in deutscher Sprache, und entsetzlich schmutzige Kinder balgten sich auf der Gaffe herum, oder wurden von genau solchen Müttern aus irgend einem in allen Regenbogen- färben schillernden Fenster des ersten Stocks zur Ordnung gerufen. Der Baron durchschritt auch die enge Gaffe mit einiger Vorsicht, besonders wenn sich irgendwo ein Fenster öffnete, denn er wußte aus Erfahrung, daß die Bewohner dieser Spelunken gerade nicht sehr wählerisch in den Gegen- Verurthcilung weaen Zuwiderhandlung gegen die Bestimmungen über verbotene Vereine, verbotene Versammlung und verbotene Druckschriften auf ,u»ei Jahre Gefängnitz festgesetzt. Die bisherige Minimalstrafe beträgt 500 M. Geldbuße oder Ge- fängniß von 3 Monaten.„Der rassinirten Organisirung berufsmäßiger Agitatoren" bei der Verbreitung verbotener Druckschriften lasse sich nur mit Strafen solcher Strenge entgegentreten, wie es in der Motivimng heißt. Der Schwervunkt des Gesetzes besteht in der Maßregel der Expatriirung und Internirung. Bisher war eine Jntcrnirung nur zulässig im syalle der Verurtheilung gegen Zuwiderhand- lungen gegen Verbote von Versammlungen und Druckschriften bei Personen, welche sich die Agitation für die strafbaren so- zialistischen Bestrebungen zum Geschäfte machen. Es kann der Aufenthalt in dem bisherigen Wohnsitze solchen Per- soncn nur dann untersagt werden, wenn sie den Wohnfitz nicht bereits seit 6 Monaten inne hatten. Diese Intel- nirung soll künftig auch erfolgen können, wenn eine Verurtheilung„auf Grund des§ 129 des Strafgesetzbuches erfolgt und festgestellt ist, daß der Ver- urtheilte an einer Verbindring theilgcnommen hat, zu deren Zwecken oder Beschäftigungen gehört, die Vollziehung dieses Gesetzes oder auf die Ausführung desselben bezügliche Maßregeln der Verwaltung durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu cnt- kräften".— Bekanntlich sind fast sämmtliche sozialistischen Rcichsragsabgeordneten wegen Zuwiderhandlung gegen den§ 129 des Strafgesetzbuches in der letzten Zeit nach einer neuen Auslegung des Reichsgerichts vcnirtheilt worden. Dieselben würden also sämmtlich in ihrem Aufenthalt beschränkt werden können, soweit sie nicht an ihrem Wohnsitz bereits sechs Monate sich befinden. Die Hauvtverschärfung in dem neuen Entwurf ist die Maß- regel der Erpatriirung, d. h. der Entziehung der Staats« angehörigkcit. Auf Entziehung der Staatsangehörigkeit kann erkannt werden: 1) wegen Zuwiderhandlung gegen den§ 129 des Strafgesetzbuchs, betreffend strafbare Verbindungenz 2) bei Personen, welche sich die Agitation für strafbare sozialistische Bestrebungen zum Geschäft machen, wenn die Verurtheilung wegen Verbreitung einer verbotenen Druckschrift oder wegen Betheilignng an einem verbotenen Verein als Mitglied erfolgt ist; endlich 3) auch bei der Verurtheilung wegen Theilnahmc an einer strafbaren sozialistischen Versammlung außerhalb des Bundesgebiets(siehe oben).— Wer, nachdem er in dieser Weise des Bundesgebiets verwiesen ist, ohne Erlaubniß in dasselbe zurückkehrt, wird mit Gefängniß von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft. Erklärt das Gericht in den vorerwähnten Fällen die Ent- ziehung der Staatsangehörigkeit für zulässig, so erhält dadurch die Zentralbehörde des Hermathsstaatcs des Verurtheiltcn die Befugniß, den letzteren seiner Staatsangehörigkeit für verlustig !u erklären und aus dem Bundesgebiete auszuweisen. In dem- elbcn ist es der Zentralbehörde auch gestattet, die Jnterniruug in diesem Falle zu verfügen.„Personen, welche nach den vor- stehenden Vorschriften ihrer Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaate verlustig erklärt worden sind, verlieren dieselbe auch in jedem anderen Bundesstaate und können ohne Genehmigung des Bundcsraths in keinem Bundesstaate die Staatsangehörigkeit von neuem erwerben." Urtheile der Presse zu diesen Abänderungsanträgen liegen bereite in reicher Auswahl vor. Wir bringen zunächst die ablehnenden Urtheile liberaler Blätter und die charakteristische Meinung des hiesigen Zentrumsorgans: Die„Freisinnige Zeitung" selber sagt:„An Schärfe und Härte übertrifft Vorstehendes alles, was bisher über den Inhalt des neuen Sozialistengesetzes bekannt geworden ist." Der„Börsen-Kourier" bemerkt:„... Der Gesetzentwurf bietet insofern eine Ueberraschung, ms er sowohl die Expatriirung als die Internirung vorschlägt. Roch in einem anderen Punkte sind die öffentlichen Erörterungen von Elnssuß auf den Gesetzentwurf gewesen, in dem Punkte nämlich, daß man die Landesverweisung und die Internirung von einem Richterspruche theilweise abhängig gemacht hat. Außerdem enthält das neue Sozialisten- Ausnahmegesetz in Bezug auf das Strafausmaß ganz außerordentliche Verschärfungen und endlich verlangt es eine Geltungsdauer von fünf Jahren. Was die Verschärfung betrifft, so bezieht sie sich nicht blas auf das Strafausmaß, sondern sie besteht auch darin, daß sie neue Delikte schafft. Die Theilnahme an sozialdemokratischen Kongressen außerhalb des Reiches soll gleichfalls mit Gefängniß belegt werden. Es ist dies eine Neuerung, welche den Juri st en einige Schwierigkeiten bereiten wird. Es soll hier in Deutschland unter Strafe gestellt werden, was jemand außerhalb Deutschlands thut und was dort, wo es ge- schieht, nicht strafbar ist. Es ist dies eine Neuerung in der Rechtspflege, welche für den Charakter des Ausnahmegesetzes überaus bezeichnend ist."— Von den Motiven, die dem Gesetzentwurf beigegeben find, sagt dasselbe freisinnige Blatt: .. In der Begründung ist auch nicht mit einer Silbe aus- geführt, weshalb das Sozialistengesetz in seiner verschärften Ge- stalt fünfjährige Geltung haben soll, während die bisherigen ständen waren, die sie zuweilen von oben herab auf die Straße schütteten. Er selber aber, obgleich ein Offizier in diese Umgebung allerdings nicht paßte, schien hier nicht die ?eringste Aufmerksamkeit zu erregen. ES war eben nichts o seltenes, daß sich sehr anständig gekleidete Herren, in Uniform wie in Zivil, in dieses Viertel verloren, und wenn sie auch nichts von den da aufgestellten Waaren gebrauchen konnten, wurde doch manches„Geschäft" mit den Eigen- thümern derselben abgemacht. Wer konnte diesen verwehren, daß sie auf Uhren oder sonstige Pretiosen Geld verborgten! Und Mancher, der sich scheute, offen in das städtische Leih- Haus zu gehen, suchte dringenden Bedürfniffen hier ganz im Geheimen, wenn auch mit etwas größeren Opfern, abzu- helfen. Das aber galt doch nur für kleine, unbedeutende Ver- legenheiten, wenigstens für solche, die eine geringe Summe betrafen. Bruno von Wendelsheim brauchte aber mehr und kannte auch genau die Ouelle, zu der er gehen mußte. Und trotzdem ging er den Weg mit schwerem Herzen, denn gerade dem Manne gegenüber fühlte er sich unbehaglich, gerade diese Schwelle hätte er nicht mit einem Ansuchen um Geld mehr überschritten, wie er es früher so oft gethan, wenn ihm nur eben eine Wahl geblieben wäre; aber es half ihm nichts, Nicht daß ich an eine vergrößerte Auflage dieser kleinen Rebellion für die nächste Zukunft glaubte. So weit sind wir noch nicht— das sagte ich schon früher einmal. Die Be- dcutuna der Sache liegt darin, daß die Bewegung, welche bisher wcsentuch auf Irland beschränkt war, auch die übrigen Theile Großbritanniens ergriffen hat. Die irische Frage— das sagte ich schon früher— kann nur in England und durch die Eng- länder gelöst werden— die Jrländer allein sind nicht stark genug. Und seit sie sich die Dynamithclden, deren Chef O'Dönnovan Äossa bekanntlich von den Fernem zum Teufel gejagt wurde, weil er im Solde der— englischen Polizei stand— seit die Jrländer sich diese wunderliche Mischung von Dingen zeigte, aber sich nicht mit dem Abwurf des gewöhnlichen Lebens beschäftigte. Es war ein großes Kreuzgewölbe, mit einem dicken steinernen Pfeiler in der Mitte, und sah allerdings so aus, als ob es weit eher zu dem Refektorium eines Klosters, als zu seiner jetzigen Bestimmung gepaßt hätte. Der Hinter- grund Rieb auch düster, obgleich ihm vom zwei hohe Bogen- fenster Licht gaben. Der ganze Raum zeigte sich aber mit Dingen gefüllt, die der Umgebung allerdings entsprachen und fast sämmtlich vergangegenen Jahrhunderten zugehören mußten. Da waren alte, wunderlich geformte und gemalte Vasen, mit Silber und Elfenbein eingelegte Kästen, riesige, echt beschlagene Trinkhörner, kostbare, aber ebenfalls alter- thümliche Waffen, chinesische und japanische Schnitzereien und Lackarbeiten, prachtvolle, aber schon angerauchte alte Meerschaumpfeifenköpfe, Bernsteinspitzen vom größten Um- fange; dann Rüstungsstücke, mit Silber eingelegte Panzerhemden, Spazierstöcke mit mächtigen Amethysten oder anderen edlen Steinen als Knopf, Theerbretter mit kostbaren Malereien, Tabaksdosen mit in Brillanten ein- gelegten Namenschiffern und Kronen, Thee-Semice in Rokokoform, kurz alles nur Erdenkliche, was in dieses Fach schlug und aus allen Theilen der Erde, von allen Völkem hier versammelt schien. Der Baron kannte den Platz, und als er ihn erreicht, war es fast, als ob sein Fuß einen Moment zögerte. Aber was half ihm unschlüssiges Besinnen— da drinnen lag seine letzte Hoffnung, und es nützte ihm wahrlich nichts, den Entscheid nur hinaus zu schieben. Wenn er jetzt auch vorbeigegangen wäre, weiter oben hätte er doch um- drehen und hierher zurückkehren muffen. So denn, die Zähne fest zusammengebiffen, schritt er auf die Thür zu, warf noch einen raschen Blick nach rechts und links hinüber, ob er nicht doch vielleicht zufällig jemand Bekanntes sähe, was ihm wahrscheinlich nicht lieb gewesen wäre, und trat dann schnell em. Der Laden war indeß nicht leer von Besuchern, wie er anfangs geglaubt, denn der alte Mann, der Eigenthümer desselben, stand ziemlich im Hintergrund mit einer kleinen, korpulenten und wunderlich gekleideten Gestalt. Mehrheit beralen Sch Grpatri e«. Die. ozialdcmokl Sozialistci thaltung de eine neuer weifelt die ichstag. B herausste Mngssystcni Stimme mnern schw bmmen wird Dynamithelden vom Halse geschafft haben, gäbe es zu sein schien, das englische Volk gegen■ bittern, sind den Jrländern auch mehr und mehr thien der englischen Arbeiter zugefallen. Und englische Planmäßigkett und Energie Hand in Hand irischer Leidenschast, dann giebt es keine Möglichkeit" stands mehr. Und die englische Arbeiterbewegung kommt}i Fluß. jM Fehler und Sünden der Toryregierunz lich die Maßregeln gegen die Versammlungen aus square haben viel zornige Aufregung hervorgerufen. Dazu kommt die schlechte Geschäftslage, welche lich in allen Industrie- und Handelszweigen emv' bar macht. Kurz, es steht genau so aus, als wollten die st#«« war. Wi rungsjahre der Königin Viktoria einen gleich stürmWser bestes nicht noch stürmischeren Charakter annehmen,»mter wudo ersten.—? u'ch-- Odl Die Wälsche Landliga hat ein ausgcdeh>�?�st�u Po gramm als die insche; sie ist auch ganz besonders ß ntschlossen �. bestimmt. Ihr Titel ist schon ein umfassenderer:«ffmdes gebrac „We'sh Land, Commereial«nd Labor Leaeue T Land-, Handels- und Arbeiterliga". Unter den o&�trdsten Redl Umständen dürfte auch England bald seine LandliO. Die i» Nachschrift. Aus Ihrem Blatte ersehe ich,»atriirnng. Ferdinand Gilles die Verfasserschaft des von jichteter Sette wähnten Artikels gegen Herrn Christensen bestreitet. daß Herr Gilles den Artikel nicht geschrieben habe, m» glauben, da ich das Gegentheil nicht beweisen kann! aber an dem Inhalt jenes Artikels unschuldig zu sein so glaube ich ihm das nicht, well ich sein Verhältnis� fraglichen Blatte wohl ebenso gut kenne, wie er selbst.. Gilles sonst nichts einzuwenden gehabt hat, so habe' r„Franks., aphen im e n t r u m s fetz, welches eisung nicht iescrvatrecht: 'er der batsei nichts weiter mit ihm zu thun. Aler Macht gl würde, das kö nit Bestimmt' ... Sozialistcngejetzes"— so wird den nationalliberalM w burger Nachrichten" aus Berlin offiziös geschrieben— Reichstage in der von allen Theilen der Regicmr' Ueberzeugung vorgeschlagen, daß die Regierung nii den nach ihrer Anficht unzureichenden Mitteln die tung für die Erreichung der mit dem Gesetz verbuiii übernehmen kann. Eine Ablehnung der betteffcnden würde den Reichstag mit dieser Verantwortui' Schwerlich wird die Majorität ohne eine solche Verantwortung über' wollen, wenn die Regierung erklärt, daß sie sie tragen könne. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet Gesetz doch wohl im Reichstage norb anders behandelt werden, als dies bisher � Blättern geschehen ist."— Damit ist allen denjenigen zur Mäßigun> liberalen Organen, die ivie die„Nat.-Ztg." sich»wthwcndig ir schärfungcn ablehnend verhielten, das Signal Unsere ung, welck den sollte, d zwar mi mlung soll ngerung m Gesetzentwurf 'rgelegt weil sich nicht prächen über, 1. ds. dewei mokratischc stengesetzes r uf den Weg ie Redner bi Ujvi» VUJ W l�UUt Ü« zuge gegeben. Mildernde Umstände werden de»"die Krankheit »gen, die sich einige Flitterchen Liberalismus kub».hat, fü" hatten, wohl noch bewilligt werden, haben wir dock?Die f i für ihre in einem Blatte, das sich"vor dem: s,Wir springendsten und rohe gehütet hat, den allerliebsten Satz gelesen, man«�öffentlichen. dem Theil der nationallibcralcn Preffe, der sich gcg�, liegen die Fr- Sozialistengesetz erklärt hat, nicht den Eindruck, 4«nffen. Die diese Organe sich derFolgen ihrer Hu*-,?cä. Kronprin weise thatsächlich bewußt wäre n."- des Unbewußten, eine hübsche Bereicherung tischen Wörterschatzes und zugleich eine zai bung für den Begriff der Unzure f ä h i g k e i t, namentlich hier, wo sie unter Kar wendet wird, die einander ja richtig schätzen mül das aber jetzt ein Gedränge nach dem Hintetthü um aus der unbequemen Oppofittonsstellung hell bic uoiu au auf gewesen sind, haben den Ausweg schon entdeckt. unbeschadet unseres Eintretens für die Verlänacrun h e i t, die vc nicht obskurer Aus dieser ro den Schluß gi | ab, deren O r Zur W. mentale„'6ch yohuna der ij schen Landtag liehe könne 'mehr denn je in der bisherigen Form und auf die übliche Frist'"L Irf] r"-. 5 Venz einer allmäligen Rückkehr zum gemeinen Rechstfß� T arrl> n> an betont, daß alles weitere auf die Erklärungen dss � V*' und deren Ueberzeugungskraft�ankommen werve.�*� zou�mac -tung"; Von UebgeußungsW hat es den die Nationalliberalen noch nie gezeyu; diese ev" daß die Herren.unbeschadet" ihrer gegentheiligcn eine patriotische-Lugend darin finden, zu„spring�!"" llnch Gesinnungglmmeraden sieht sich»i- etwas ängstlich in den Reihen der nationalliberalen und � sie hat die Freude, zu finden, daß% „ P fälzische P r e s sie", das einflußreichste in Lrgan der Pfalz, gegen die Ersttcckung des So g e s e y e s auf eine längere neue Frist, als bisher gegen die Verschärfung desselben und für die Voch Rückkehr zum allgemeinen Recht gegenüber der Soze sich erklärt habe.— Die„Nat.-Ztg." scheint' „ mit Bewende stattfinden wi Brote gebri stung von c ehängt wert üsscn! So ende Landw Arndrr Das Geschäft mußte aber beendet oder gar nichs denn wie er jetzt entschloffen nach hinten schr� nur noch, daß der alte Salomon sagte: „Nein, lieber Freund, thut mir leid, schäfte, aber nicht solche und mit unbekannten Der Kleine flüsterte etwas dagegen z�der und fuhr fort: ritten Fing« .Aber das C ächtniß wir twa, wo S' totir zu mach' acheHeitdem gewo Und n Sfl'i«Danke i; der- j* Würde �mcht em w KöSjM wenn Sie in der Straße weiter unten einen KMK Ö6™2 aber mit dem Kopf nichts helfen; derlei Sachen kaufe ich nicht, mein Geschäft, als ich nur guten, �reellen Waaren. Sollte mich aber ich mag nichts damit zu thun haben." Seioesen Dem kleinen Mann schien die Gegenwart e'>) en ja ma nicht besonders angenehm. Der Baron merkte a �"d, aber etwas in ein rothbaumwollenes Tuch cinschluA� unter den Arm nahm. Er erwiderte aber nichts� sich ab und glitt dann an dem Lieutenant, an d- halbscheuen Blick hinaufwarf, vorüber, der � möge sie Baron war es auch fast, als ob er ihn gegrüj� konnte aber auch vielleicht Verlegenheit oder alhl, �� Weiblic lichkeit gewesen sein, und überdies fühlte er%|0 fiü(J l'' in der Stimmung, darauf zu achten oder den S widern. Er sah sich nach dem Davonschleichend� ben Pindar von dem alten Händler fest im Auge behalten n Spielen fünf, die Thür hinter sich in's Schloß drückte, auch �Frauen crmi! '"-■-*'- t>«♦£» fWrtff und nun auf Salomon zuschreitend,, �nbentgegen und sagte freunbücher, als Zeug"?"""' Se�ä' atter �teunb- lodcsg „Gott der Gerechte, der Herr Baron!"% mit einem eigenen, fast webmüthigen Lächeln, Jfj Hand aber nehmend u nv schüttelnd.„Ho* nah' geglaubt, daß Sie vergeffen hätten, Salomon wohnt. Es muß ein Mensehenaltct .ich.. bei Todesstra auszuüben. V . Acrzten sich r besonders ur tief zu Herze, bringen zu kö aus und wu Baron halb verlegen„ich dächte/ eS könn' Wochen sein." „Wie Sie Recht haben, sagte der f ft Mehrheit der nationalliberalcn Rcichstagsfraktion für ihre beralen Schnellen" nicht zu haben sein wird. Grpatriirung und Wahlbethriligung der Sozia- en. Die„Freif. Ztg." theilt folgendes mit:„Im Zür»cher ozialdemokrat" war bekanntlich für den Fall der Verschärfung Sozialistengesetzes durch die Maßregel der Erpatriirung die thaltung der Wahl vorgeschlagen worden. Hieraegen erklärt i eine neuere Zuschrift in dem„Sozialdemokrat. Einsender jweifelt die Annahme der Maßnahme der Expatriirung im ichstag. Wenn dieselbe aber beschlossen würde, würde sich herausstellen, daß die Abgeordneten im Auslande dem Re- rungSstzstem mindestens ebenso gefährlich werden würden. Stimme der Verbannten hat noch zu allen Zeiten den Ver- innern schwer zu schaffen gemacht.„Ob die Expatriirung ptmen wird oder nicht, die Partei wird bleiben, was sie bis- die letzter war. Wir werden wählen, weil das Wählen nach wie vor j smoniDchscr, bestes Agitations- und Kampfesmütel sein wird, die chmen,»vartei wird auch nicht radikaler werden als sie ist, denn sie kann i nicht. Oder, zu welchen Handlungen, welche man von einer isacdebnwMnkalsten PQttei fordern kann, wäre denn unsere Partei nicht nders fü- ntschlossen? Wenn drirch Expatriirung die Abgeordneten außer l*,etet' gßbrncht würden, so würden die leeren Sitze im Reicks- imt y ierung ■n auf rufen-, vclche empl .„„e irge eine Sprache reden so laut und vernehmlich, wie die glän- e den obHudsten Redner der Partei sie nicht zu reden vermöchten." • LandliB. Die l>aqerischen Reservatrcchte und die Gehe ick, chatriirung. Das„Frenrdenblatt" bestätigt von wohlunter- des voi>!chteter Seite die Ausführungen des Münchener Korrespondenten ..-i.i»«»■ M+.1r". C\Y..rr.ff..... w: SC... r»<...... icsireitet.icr„Franks. Zw. über die Auffassung des Expatriirungspara- habe, in»!?aphen>m �Sozialistengesetz seitens der bayerischen -»"vn! ö s u t r.u in s kreise und fügt bei:„Das bayerische Heimaths- ein IN sein feeH'b, welches ein wichtiges Rcservatrccht bildet, läßt eine Aus- lerhältnii|S�mw nicht zu. Ohne Zustimmung des Landtages kann dieses er selbst �Aervatrecht nun und nimmer aufgehoben werden. Daß sich , babe iMer der bayerische Landtag und vor allem das Zentrum mit aller Macht gegen die Preisgebung dieses Rescrvatrechts stemmen Mlrde, das können wir nach den uns gewordenen Informationen » j x t Bestimmtheit versichern; ebenso ist es über jeden Zweifel lulT* Decken, daß das Reichstagszentrum gegen eine Verschärfung des � �Sozialistengesetzes eintreten wird." Der Magistrat uon Nürnberg hat eine V e r s a m m- aUlvercu«iu n g, welche am Sonnabend in der Vorstadt Wöhrd statt- den sollte, auf Grund des Sozialistengesetzes verboten d zwar mit folgender interessanter Begründung: Die Ver- mlung solle vorwiegend dazu dienen, gegen einen auf Ver- ngerung und Verschärfung des Sozialistengesetzes gerichteten iesetzcntwurf, der Zeitungsnachrichten zufolge dem Reichstag >orgelegt werden soll, Stimmung zu machen. Dies sei zwar m sich nichts Ungesetzliches, die sozialdemokratischen Redner «rächen über, wie dies die Vorgänge in der Versammlung am ll. ds. beweisen, wenn auch verblümt, davon, daß die sozial- »emokratlschc Partei nach Einführung des verschärften Sozia- .rstengesetzes von dem Wege friedlicher Reform abgedrängt und ms den Weg der Gewalt verwiesen würde; überhaupt forderten bie Redner bei Erörterung dieser Angelegenheit zwar scheinbar(?) ■r Müßigung auf, aber in einer Weise, daß die Arbeiter dabei thwendig in eine hochgradig gereizte Stimmung versetzt werden. Nnsrre Hetzblätter suchen jetzt das Mitgefühl, welches ben egl mg nu n die verbim N enden vortunj hne» über sie sie trachtej nock bisher'« njenigck ,5.i ;n de»?die Krankheit des Kronprinzen in den weitesten Dreisen erweckt kühn�tzat, für ihre unsauberen Zwecke auszunutzen r dock Mie französische Presse gefällt sich darin, ;od(""" i bm"'' küh'>. ,hat, für ihre unsauberen Zwecke auszunutzen und schreiben ~ n und roh, WWWW Diese Behauptung, �welche das öffentliche'Gefühl nngif�ftm und rohesten lltoti�en bezuglich des Kronprinzen zu die alarmirend- ver- ch gegi"' gegen dre Franzosen aufreizen soll, ist ganz aus der Luft ge- ndruck i grillen. Die französische Presse behandelt umgekehrt das Leiden r Hannes Kronprinzen mit einer sehr sympathischen Zart- uhert, dre von der unglaublich rohen Haltung gewisser— und wcht obskurer- deutscher Blätter sebr vortheilhaft absticht. Aus dieser rohen Haltung hat man in Frankreich sogar vielfach den Schluß gezogen, in Deutschland spielten sich große Jntriguen ab, deren Opfer der Kronprinz sei. Z»r Machtstiirtlnng der Geistlichen, wie die gouverne- mentale„Äckles. Ztg." unbefangen ausplaudert, werde die Er- tzöhung der Pfarrgehälter, wie sie die Thronrede vom preußi, schen Landtag fordert, aus der Staatskasse dienen. Der Geist- gliche könne„den moralischen Einfluß, den er in unserer Zeit mehr denn je zu üben berufen ist, jiut dann in gebührender -.ig W, Weise ausüben, wenn er von der Freigebigkeit seiner Jtccwc 4W f arr k ün de r u n abhängt g i st."_ •jictS Die Preissteigerung des Krotes. Der erhöhte Ge, jLv/ �treidezoll macht sich bemerkbar, so schreibt die„Barmet Zei rften Ä?tung"; Von den Barmer Bäckern ist der Kundschaft aufs Neue straft?.eine Steigerung von 4 Pf. für das 7 psündige Schwarzbrot an- gekündigt mit der tröstlichen Versicherung,„daß es hierbei nicht Bewenden haben, sondern noch eine weitere Preissteigenmg 'stattfinden wird." Für eine Familie, welche wöchentlich 4 bis beralen Brote gebraucht, bedeutet dieser Aufschlag eine jährliche Be- jetzt'lastung von ca. 10 M., um welchen Betrag der Brotkorb hoher 2 nasi�Kkhängt werden muß, res?, die Schnitten dünner ausfallen Soi'WÜssen! So zeigen sich die Segnungen für die arme nothlei- bisher Elende Landwirthschaft!! Der Konsument muß dafür zahlen! PorbrZ Arndrrungen in der Urttzeilspnblikation. Es ist ritten Finger der linken Hand vor die Stirn klopfend. .Aber das Gedäcktniß wird schwach, Herr Baron, das nicht ll�vächtniß wird schwach,'s ist ja wahr, vor vier Wochen schritt,«troa, wo Sie mir die Ehre gaben, ein kleines Geschäft mit mir zu machen. Gott der Gerechte, wie schlecht die Zeiten macht-seitdem geworden sind!" -ten M„Und wie geht es Ihrer Fräulein Tochter?" L'ij. Mi„Danke der Nachfrage, Herr Baron— aber wollen Sie v.rde Stricht ein wenig Platz nehmen bei einem alten Manne— ch, ist(liebe Gott sei gepriesen, recht gut geht's ihr! Sie blüht wie (i'ch h�ein Röschen im Moos, und der Herr hat mich Freude er- 'chchj leben lassen an dem Kind; nur in der letzten Zeit ist sie gn Kiir leidend gewesen. Hat ihr nichts gefehlt im Körper, ist sie blas gewesen schwermüthig und betrübt, wie junge Mädchen nart est? haben ja manchmal die Laune. Es ist ein gures, liebes -rkte»�Kind, aber mit viel Gefühl, zu viel Gefühl für Unsereinen ii'cklug> möge sie mir noch lange erhalten bleiben." jchts/(Fortsetzung folgt.) w, an• j r TW "Ä Aus Kunst und Zeven. Weibliche Aerzte im Alterttzume. So wenig Ver, sich� siändniß auch' das Älterthum~ für die Würde der Frau hatte. '(>< fo gab es bi'■'"''''' e 0ri?�e � ]t ,i)i ���möar gelehtt, und"Corinna Jrug bei den olympischen ben t0- ßQö..rc? doch damals schon hochbegabte Frauen. Sappho war .-- die größte Dichterin des begabten Griechenvolkes. Myrtis hat Ü äst§ine fünfmal den Preis davon. Die hohe Begabung dieser lUck*2 Fmuen ermöglichte es ihnen, die Schranken zu durchbrechen, iei�Jjl®te, und Sitte ihrem Drang entgegenstellten. Sokrates er ö, Jlsiö PcnfleS haben die Belehrungen von der Aspasia empfangen. J Schon damals gab es weibliche Aersic. Alympias aus Theben minel großen Ruf, und Agnodite' aus Athen heilte Krankheiten j unter Todesgefahr. Zu dieser Zeit war es den Frau n, ..._--.vuv v. �v. Frauen m Athen reibet Todesstrafe verboten, Medizin und Chirurgie zu studirenund ' sie 1(wäzuuben. Viele Frauen aber wollten aus Scham den männlichen " Aerzten sich nicht anvertrauen. So hielt der Tod reiche Ernte, besonders unter den Wöchnerinnen. Das ging der Agnodiee bef zu Herzen, sie setzte ihr Leben ein, um den Frauen Hilfe dringen zu können. In männlicher Tracht übte sie ihren Beru' aus und wurde den Kranken ein Retter. Aber ihr Geschlecht . urde ruchbar, und auf Grund des bestehenden Gesetzes ver- en, alter lloin� �heilte man sie zum Tode. Die�Frauen Athens wollten aber Äste, vielfach Klage darüber erhoben worden, daß bei der Publikation von Uttheilen von dem Prädikat„bestraf t" ein zu ausgiebi- ger Gebrauch gemacht wird, ohne daß dabei bemerkt wird, auf Grund welcher Vergehen resp. Verbrechen eine Vorbestrafung erfolgt ist. Sowohl der christlich-soziale„Reichsbote" als die „Frelsinnige Zeitung" haben darüber Beschwerde geführt, daß ihre Redakteure ganz ebenso wie gemeine Verbrecher als„be- straft" in Publizisten Genchtsustheilen figunren, obgleich ihre rühere Bestrafung lediglich auf Grund von Preßvergehen et- olgt ist. Es darf wohl zum großen Theil auf diese berechtig- ten Beschwerden zurückgeführt werden, daß der Justizminister etzt eine Verfügung erlassen hat, wonach bei allen Vemrtheilunaen wegen eines Verbrechens oder Vergehens zwar die Personalien des Verustheilten, soweit sie zur Feststellung der Identität des Verustheilten erforderlich find, in die Urtheilsformel bezw. in den entscheidenden Theil des Erkenntnisses aufzunehmen sind, daß aber die Angabe der V o r b e st r a f u n g e n des Verur- (heilten bezw. die Angabe, daß derselbe nicht vorbesttaft ist, nicht in den Tenor des Urtheils aufzunehmen Es wird durch die Weglassung der Vorbestrafungen u. a. er. in den Fällen, in denen eine öffentliche Bekanntmachung des Urtelstenors stattfindet, die anstößige Folge vermieden werden, daß zugleich auch die Angaben über die früheren Bestrafungen des Verustheilten zur Veröffentlichung gelangen. Fernerwerden die Gerichte noch darauf aufmerksam gemacht, daß in den Fällen, in denen einem Verletzten die Befugniß der öffentlichen Bekanntmachung des Ustelstenors zugesprochen wird, in dem letzteren der Name des Verletzten genannt werden muß, weil diesem durch die Veröffentlichung eine öffentliche Genugthuung gegeben werden soll. Aus Sachsen, 15. Januar, schreibt man der„Voss. Ztg."! Die unlängst stattgehabte Landtagsberathung über den Etat der Domänen und Jntraden gab dem Abg. Stolle Veranlassung, darauf aufmerksam zu machen, daß auch nach den diesmaligen Voranschlägen ein Bruttoertrag von 77,50 M. für den Hektar in den Etat eingestellt sei, und daß somit die Nothlage der Landwirthschaft wohl kaum so groß sein könne, wie sie in der Regel seitens der Herren Agraster geschildest wird. Dem gegenüber wies der Finanzminister von Könneritz darauf hin, daß von dieser Bruttoeinnahme noch die Unterhaltungskosten der Gebäude und die gesammten Abgaben in Abzug zu bringen seien, während ein konservativer Abgeord- neter hervorhob, daß die Erträgnisse der sächsischen Kammergüter wohl kaum so hoch sein würden, wenn nicht mit einzelnen auch industrielle Etablissements, wie Brauereien und Ziegeleien, ver- Kunden wären. Diese Einwände berechtigten aber die Land- wirthe noch keineswegs, von einer andauernd zunehmenden Nothlage der Landwisthschaft zu sprechen, denn jene industnellen Betriebe sind schon in früheren Jahren mit den Kammerautern verbunden gewesen. Der Reinertrag ist aber auf den Hektar von 63,74 M. im Jahre 1881, auf 64,99 M. im Jahre 1883 und 71,75 M. im Jahre 1885 angewachsen, und derselbe wird aller Voraussicht nach auch in der kommenden Finanzperiode den Ztettoestrag des Jahres 1883 noch wesentlich übersteigen.- In den Dresdener Vororten haben die Sozialdemokraten bei den in den letzten Wochen stattgehabten Ge- meinderathswahlen verschiedene Siege zu verzeichnen gehabt. Nachdem dieselben schon früher in Striesen, Löbtau und Cotta in den Gemeinderathskollegien vestreten waren, ist es ihnen diesmal auch in Loschwiy und Kötzschenbroda geglückt, einzelnen ihrer Anhänger zum Siege isu verhelfen. Auch in das Slollberger Stadtverordneten-Kollegrum haben mit Anfang dieses Jahres mehrere Sozialdemokraten ihren Einzug gehalten. — In Freiberg werden jetzt in Arbeiterkreisen Sammlungen zur Errichtung resp. Erwerbung eines Arbeiter-Ver- s a m m l u n g s l o k a l s veranstaltet, da neuerdings sämmtliche Wisthe die Hergabe ihrer Lokale zu Arbeitervestammlungen entschieden verweigerten. Hönigsberg. Gegen die nach kurzem Bestehen bereits mit Ende September v. I. eingegangene sozialistische„Königs- berget Volkszeitung" wurde jüngst ein Preßprozeß wegen Majestäts- und anderer Beleidigungen vor- handelt. In zwei Fällen, wo der Kreisausschuß und die Kst- minalpolizei beleidigt sein sollten, war der Strafanttag auf Bitten des als verantwortlicher Redakteur zeichnenden Schritt- setzers D o n e i t zurückgenommen worden. Letzterer war auch der Majestätsbeleidigung angellagt, welche in einem die Ordens- Verleihungen aus Anlaß des vorjährigen Kaisermanovers be sprechenden Artikel enthalten war. Der Gerichtshof fand in dem Artikel eine„brutale Herabwürdigung eines Majestätsrechts der Krone" und erkannte deshalb gegen Doneit auf 6 Monate Gefängniß, wegen der Beleidigungen auf 14 Tage Gefängniß. Gegen den Berleger der Zeitung, Kaufmann Gollong, wurde wegen Verstoßes gegen das Preßgesey(Zulassung eines vorge- schobenen Redalteurs) auf 100 M. Geldstrafe erkannt. Kei der Landtagsersiichiviihl in Weimar sollen sich nach einer Meldung nationalliberaler Blätter die Sozialdemo- kraten betheiligt haben.(?) Nach derselben Quelle erhielt der sozialdemokratische Kandidat von 25 Wahlmännesttimmen 4. Gewählt wurde ein»ationalliberaler Kommerzienrath, der Döllstedt heißt. lieber mit Agnodiee sterben, als letztere opfern lassen. Zur Zeit des griechiscken Kaiserreichs widmeten sich viele Frauen der Medizin. Die reiche Nikarete entsagte dem ehelichen Leben, wast sich mit ihrer ganzen Kraft auf das Studium der Medizin und übte dann die Heilkunde aus. Sie wurde dann der Lieb- ling des Volkes. Auch das Mittelalter kannte schon berühmte weibliche Aerzte. Elisabelha Lavrenee, 1644 in England geboren, that sich glänzend hervor. Dieselbe setzte die ersten Männer der Wissenschaft in Staunen über ihre präzise, schast- sinnige Darlegung der schwierigsten Fälle der Medizin. Trotz ihrer umfassenden Kenntnisse und ihrer außerordentlichen Geschicklichkeit besaß sie das größte Mißtrauen in ihre Kunst. Ihre glücklichen Kuren erwarben ihr jedoch un- geheuren Ruf. Justine Dietrichin aus Schlesien übte schon frühe den Beruf einer Geburtshelferin aus. Christine Leporin prattizirte mit großem Estolg als Arzt in Quedlinburg. Eine Sibold erwarb sich 1816 den Doktorhut. Eine Mäste Sybilla Maron aus Frankfurt a. M. hat sich als Naturforschestn Be- rühmtheit erworben. Während man in der alten Welt die Frau als Arzt völlig zu verdrängen suchte, schlug man in der neuen Welt den umgekehrten Weg ein. Gegenwartig praktizlren m den verschiedenen Staaten der Union mehr als 300 weibliche Aerzte mit unbestreitbarem Erfolge. Elisabelha Blackwell yt der weibliche Pionier, der diese Bahn für das werbliche Geschlecht aufgethan und damit der menschlichen Gesellschaft eine un- ermeßliche Wohlthat erwiesen bat. Sie studirte auf der Universität Genf im Staate New-York und gründete 1860 eine medizinische Schule für Frauen. Im Jahre 1808 feierten 300 weibliche Aerzte das 18. Stiftungsjest der Medizin- schule, und bei diesem Anlasse wurden 14 Damen zu Doktoren Alagnestumlicht. Die billige Herstellung des Magne fiumlichtes mittelst Elektrolyse hat es ermöglicht, ernstlich an die technische Verwendung dieses Metalls für Beleuchtungszwecke zu denken und dabinzielende praktische Versuche anzustellen.- Mit dieser Bemerkung leitet das„Journal für Gasbeleuchtung und Wasserversorgung" die folgenden Mittheilungen ein: — Der Preis des Magnesiumbandes, w,e solches für die Licht- erzeugung in den betreffenden lampenartigen Apparaten ver- wendet wird, beträgt gegenwärtig etwa 40 M. für das Kilo- gramm und bei größerem Verbrauch ist erne billigere Hesttellung außer Zweifel, stach den Messungen von L. Heim liefert eine Magnesiunilampe von Grätzel(in Bremen) mit 8 Bändern eine Lichtstärke von 950 Normalkerzen, welche durch Berwendung passender Reflektoren noch um das Zwanzigfache, also etwa auf GlfülWchcs. Ein offizieller Berichterstatter der„Metzer Ztg." meldet aus Straßburg, daß im deutschen Sprachebiete das Estcheinen in ausschließlich französischer Sprache „ald keiner Zeitung mehr würde gestattet werden; dies gelte icher vom Mühlhauser„Expreß". Zweifelhaft sei noch, ob dem „Niederrh. Kur." und den Kolmarer Äffiches die Beifügung eines französischen Textes fernerhin gestattet werden wird. Selbst den Zeitschriften werde das Erscheinen in ausschließlich franzö- ischer Sprache wahstcheinlich nicht lange mehr gestattet werden. Aus das französisch sprechende Westlothstngen sollen sich diese Angaben nicht beziehen. Großl»rita««ien. Der im Gefängniß von Tullamore sitzende Wilfrid Blunt hat,„Freeman's Journ." zufolge, die er- taunliche Anklage gegen den istschen Obersekretär Balfour erhoben, derselbe habe in einer im September mit Blunt ge- pflogenen Unterredung sich dahin geäußert, er wolle die istsche Frage einfach dadurch losen, daß er sechs körperlich schwache .Hauptführer der Jrländer ins Gefängniß werfen und so be- handeln lasse, daß sie eine sechsmonatliche Haft nicht überleben würden. Als Balfour auf den betreffenden Artikel aufmerksam gemacht wurde, erwiderte er, daß die Behauptungen lächerliche Lügen seien und er nicht einmal glaube, daß sie von Blunt stammten. In den letzten Tagen hat dieser, der sich bisher der Gesängnißdisziplin gefügt hatte, das Beispiel O'Bstens nachgeahmt und sich geweigert, die Sttäflingskleidung zu tragen. Da ihm sein Pstvatanzug genommen ist, so wandelte Blunt am Sonnabend mit seiner wollenen Bettdecke angethan in seiner Zelle auf und ab. Die Unbeschäftigten der LondonerVorstädte Greenwich und Deptford hielten eine von etwa 2000 Personen besuchte Vestammlung ab. Einer der Redner sagte, das Elend in dem Diststkte sei jetzt so groß, daß Menschen von Herz es nicht mehr anschauen konnten. Drei Fälle von buch- stäblichem Hungertod seien schon vorgekommen. Das Arbeits- haus sei schon längst voll. Dauerten die Dinge noch viel länger in dieser Weise fort, so müßten die Arbeitslosen die Ansickt Kardinal Manning's in Erwägung ziehen, nämlich daß Noth kein Gesetz kenne. Die sog. WohithätigkeitsgeseUschgften seien eine Farce. Bekämen dieselben 40000 Pfd. Sterl. jährlich, so würden 20 000 Pfd. Sterl. davon für Gehälter und laufende Ausgaben verwandt. Man solle in Massen vor das Arbeitshaus ziehen, dann würde das gegenwärtige System der Armenunter- stützung bald abgeändert werden. Durch Bitten und Flehen erreiche man wenig. Wenn Brot oder Arbeit auf gesetzlichem Wege nickt zu erlangen sei, so bleibe nichts übstg, als das Bei- spiel der Crofters(!) nachzuahmen. Frankreich. Deputirtenkammer. Lamarzellc begründete die bereits angekündigte Interpellation über das Verhallen des Pariser Gemeinderaths während der jüngsten Präsidentschafts- kststs und verlangte, daß die Regierung das Gesetz gegen den Munizipalrath von Pasts ebenso zur Anwendung bringe wie gegen jeden anderen. Die Regierung könne auf die Unter- stützung der Kammer rechnen, denn es handele sich hier um die Unabhängigkeit und die Freiheit des Parlaments, welche durch revolutionäre Gewalten bedroht werden können.(Widerspruch seitens der Linken.)— Der Minister des Innern, Sarrien, erkannte in Beantwortung der Interpellation an, daß der Muni- zipalrath allerdings allzuoft den Charakter seiner Befug- nisse vergessen habe, indem er] versuchte, auf die Berathungen des Parlaments einen Druck auszuüben. Unrichtig sei eö jedoch, daß er eine Insurrektion vorbereitet habe. Die Majorität des Munizipalrathes habe niemals ernstlich daran gedacht, die Kommune wieder herstellen zu wollen. Die Regierung werde niemals das Gesetz durch irgend Jemand verletzen lasien und werde von ihrem Rechte Gebrauch machen, dem Präfekten des Seine-Departements seine Wohnung im Hotel de ville anzu- weisen, was für die Handhabung des Dienstes nothwendig sei. Die Regierung werde ferner bei der Kammer de- antragen, aus dem von Goblet vorgelegten Gesetzentwurf über die Organisation des Pariser Munzipalrathes, den. Artikel betreuend die Jnstallirung des Präfekten im Hotel de ville auszuscheiden, weil sie einen hierauf bezüglichen besonderen denen frühere Ministerien die Prätentionen des Pariser Muni- zipalraths zurückgewiesen hätten und erinnert daran, daß sich der Staatsrath für die Jnstallirung des Seinepräfekten im Hotel de ville ausgesprochen hätte; es sei also kein Zweifel mehr mög- lich, daß die Regierung dem Präfekten ohne vorherige Anfrage bei der Kämmer im Stadthause Wohnung anweisen könne. Die Gesetze veralteten nicht, sie verlören nur in schwachen Händen an Wirkung(Beifall im Zentrum). Goblet erklärte, er könne sich nicht auf denselben Standpunkt stellen, wie die vorher- gehenden Redner, er habe niemals gezögert, dem Gesetze zu- 17 000 Kerzen(natürlich auf Kosten der Ausbreitung des Licktes) gesteigert werden kann. Heim berechnet nach seinen Versuchen die Kosten von 100 Kenen für die Stunde nur zu 32 Pf. Es wurde demnach das Magnesiumlicht ohne Zweifel für große Lichtstärken nicht nur die am einfachsten herzustellende Beleuch- tungsquelle abgeben, sondern auch als das billigste Beleuch- tungSmittel zu gelten haben. Die 500 fit Feuerbestattung wurde, wie dem„Lei?,. -rgbl." geichrieben wird, am Dienstag, den 10. Januar et, in Gotha vollzogen. Es dürfe von Interesse sein, die Fortschritte dieser Beilatlungsart zu verfolgen. Der am 10. Dezember 1878 stattgehabten ersten Bestattung folgen die anderen so spärlich, daß erst nach 4 Jahren, Ende 1882, das erste Hundert voll war; sodann sind die Zahlen in stetiger Reihenfolge gewachsen. Es wurden verbrannt: 60, Fabrikanten und Kaufleute 55, Aerzte 34, Verwaltungsbeamte, Geistliche je. 38, Handwerker und Arbeiter 33, Lehrer ""0 ProWoica�19- Juflijbeamte 18, Militärs" 14.' Redakteure' Politiker 9, Landwlrthe 7, Schuler und Studenten 7, Schau- spielet, Architekten-e. 6. Von den 161 Frauen waren 120 ver- pittract res,,, verheirathet, 35 ledig. Der Heimath nach stammten von. den durch Feuer Bestatteten: 146 aus Gotha. 50 sonst aus Thüringen, 135 aus Preußen(51 aus Berlin, 18 aus der Provinz Sachsen, 10 aus Hessen-Nassau, 46 aus anderen Aomnzcn), 24 aus Bayern. 20 aus Hamburg, 11 aus Württemberg, 10 aus Baden, 24 aus den übrigen deutschen Staaten. Aus dem Auslande stammten 32 und zwar 16 aus Oesterreich, 7 aus Schweden, 4 aus Amerika," aus Rußland, Holland, England Frankreich und je Schweiz. 2 auS und der. widerlaufende Akte für nichtig;u erklären; wenn man aber "Ungesetzlichkeiten unterdrücken muffe, so sei es auch nothwcndig, Provokationen zu vermeiden; deshalb sei er als Minister seiner Zeit selbst nach dem Ausspruch des Staatsraths nicht zur Jnslallirung des Präsekten im Hotel de ville ge- schritten, da er die Frage noch für zweifelhaft er- achtete. Er glaube, daß sein Gesetzentwurf nicht in verschiedene Theile zerlegt werden könne. Tie Jnter- pellation scheine einen geheimen politischen Hintergrund zu haben, indem man eine Gelegenheit zur Auflösung der Kammer suche und hoffe, aus den Neuwahlen Nutzen für die jetzige republikanische Minorität und die Rechte zu ziehen.— Tirard verwahrte sich lebhaft gegen die Unterstellung eines Bündnisses mit der Rechten; die Regierung wolle mit einer republikanischen Majorität leben, ihr Programm beseitige auf reizende Fragen, die Akte des Munizipalrathes könnten wohl eine Auflösung desselben rechtfertigen, aher es sei nicht gut, die Wähler durch wiederholte Zusanimenberusungen zu ermüden. Es gebe noch eine andere Lösung, die Schwierigkeiten kurzer Hand zu beseitigen, dieselbe bestehe darin, dem Präfekten Woh- nung im Hotel de ville nehmen zu lassen. Die Kammer hcwe nur einen derartigen Willen zu äußern und die Sache werde morgen ins Werk gesetzt werden. Es sei unerläßlich, diese Frage zu regeln, wenn der Munizipalrath sich darauf nicht ein- lassen wollen, so werde er aufgelöst werden. Tirard ersucht die Kammer, für den Antrag, dem Scine-Präfektcn seine Wohnung im Hotel de ville anzuweisen, die Dringlichkeit zu beschließen.— Nach Beendigurra der Debatte über die Interpellation Lamar- zelle nahm die Kammer die von dem Ministerpräsidenten Tirard akzeptirte Tagesordnung an, besagend: Die Kammer geht in Erwartung der Berathung des offiziell angekündigten Spezial- gesetzes und im Vertrauen auf die Regierung zur Tagesordnung über. Der erste Theil der Tagesordnung wurde mit 342 gegen 195 Stimmen, der zweite Theil, in welchem der Regierung das Vertrauen der Kammer ausgesprochen wird, mit 265 gegen 178 Stimmen angenommen und alsdann die Tagesordnung im Ganzen durch Erheben der Hände genehmigt. Kpattie«. In Euba werden vie Zustände mit jedem Tage schlimmer, und Mittheilungen des spanischen Konsuls in Santo Domingo zufolge rüsten sich die dortigen F l i b u st i e r zu einer Erpc- dition nach Euba. Obgleich dies offiziell geleugnet wird, ist es doch sicher, daß infolge dieser Nachrichten sofort zwei Kriegs> schiffe von Spanien nach Euba und Santo Domingo zur Be- obachtung abgesandt sind. Ileberhaupt tritt die Cudanische Frage wieder mehr und mehr in den Vordergrund; der Un- wille gegen den jetzigen Gouverneur Marin wächst, und der Kolonialminister Balaguer weiß sich gar nicht mehr zu retten vor den zahllosen Zinklagen, welche gegen seine Politik und die Verwaltnng der Antillen erhoben werden. Kitglatt d. Heber die neue Verschwörung gegen den Zaren, deren Bestehen nicht mehr in Zweifel gezogen wer- den kann, liegen noch folgende Mitthcilungen aus Petersburg vor; in den„Daily News":„Das neue Komplott gegen den Zaren ist völlig unterdrückt worden. Viele Offiziere und Stu- dcnten wurden verhaftet, und bei den slattacfundenen Haus- suchungen wurden wichtige Briefschaften in Beschlag genommen. Das Attentat sollte während der Reise des Zaren von Gattchina nach Petersburg zur Ausführung kommen." In dem„N. W. Tagebl.":„Im Zusammenhang mit der gemeldeten Arretirung des Bahndedienstetcn, welcher den Nihilisten die Ausfahrten des Kaisers verrieth, sverlauiet, es wären weitere Komplizen desselben in einem Uschastok lPolizeibüreau) in Peters- bürg entdeckt und verhaftet worden. Ebendaselbst wurde angeblich auch eine große Quantität Dynamit aufgefun- den. Die Behörden sind mit eifrigen Nachforschungen beschäftigt. Man glaubt, der Kaiser werde nicht einmal vierzehn Tage in Petersburg bleiben, sondern sehr bald nach Gatschina zurückkehren." KalltitttlSttdet'� Nach den von der„Swoboda" in Sofia veröffentlichten Dokumenten und Briefen wurden die Vorbereitungen zum Putsch von Burgas von den sla vischen Komites l a n d getroffen, und von dort erhielten die An tioncn und Geldmittel. In einem Briefe Knsso' an Nabokow übersendet jener diesem seinen und sagt, daß die Genehmigung aus Petersburg W langt sei. Ein Empfehlungsbrief Hitrowo's W#. nfptT rtnrrtpfitnhpn ß Emigranten vorgefunden. Nach dem Geständnisse? tenegriners äußerten die Anführer der Bande, fr/ Bulgarien, wo das Volk und die Armee sie bccein• Man werde die Regierung stürzen, worauf fiäi ..... änien anschM aus Adnanopel, Serbien und Rumänien atisckli Dann würde man über Serbien nach der Hei schiren, da Oesterreich von Rußland überfallen Zn dem bei Nabokow gefundenen Sacke waren � Patronen. Jeder Mann hatte ein Winchestcrgewcbl' Patronen und zwei Revolver. Diese wurden unter' Patronen und zwei Revolver. Diese wurden als Belohnung vettheilt. Nach einigen anderen" Zankow von dem ganzen Plane unterrichtet. N. 15, Am - Sil Tische rprivi und Soziales und Arbeiterbe«»!� 911,8 0 In der MMtärrffektenfnbrik von W Die zweit Senftleben, Prinzenstraße 12, ist ein Streu-'ft y�m Mari Die dort beschäftigten Klempner, fünf an der Zatt Bei den„A Arbeit niedergelegt, weil eine von ihnen geford»? bewerft erhöhung nicht bewilligt wurde. Die bisher be« Abg. Kicke entsprachen nicht den Durchschnittslöhnen der Bn�efichtspuntt ge ist fernzuhalten.. zu stellen. Döhlen in Sachsen. Hier stellten am 8.1 der Reichstag Kammergutspächter Biathe die deutschen Mädcbents gewisscrmo ein. Der genannte Sderr beschäftigte auch viele poln�ngen, für die welche sich durch starken Appetit auszeichnen. J nischcn Mädchen zu viel essen, sollen die deutsa weniger essen. Am letzten Sonntag wurde aber W,— deutschen Mädchen widerspenstig, sie schickten M dargelegt hc um mehr Essen, doch vergeblich. Hieraus erfolgt:» Wert zu er sufision ycrvoi Vermehrun id Neubauten lltbare Anfiel hen, und ich cinstellung. Theater. Mittwoch, den 18. Januar. G»»tmha««. Der Trompeter von Säkkingen. tckaasvielbanv. Die Maus. «rtsche« Theater. Götz von Berlichingen. lallaer-Theater. Ein toller Einsall. Der Mizekado. Friedrich- Wilhelmftädtisches Theater. Die 7 Schwaben. Iiktoria-Theater. Die Reife um die Welt in 80 Tagen. Gftead-Theater. Haus Ravallet, oder: Der Mord im Steinbruch. Keftdenz-Theater. Francillon. Delleallianre-Theater. Die Näherin. tlalhalla-Theater. Alle Neune. eatral-Theater. Höhere Töchter. Köniaftiid tische» Theater. Die Tochter der Markthalle. I«erira«-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. T»»rr»rdia- Theater. Spezialitäten» Vorstellung. Theater der Keichshalle«. Spezifitäten- Vorstellung. Kaasmatro» KarlStS. Spezifitäten« Vor« stellung. KomBad!isches Thwter. Alexander-Straße 41— Kurze Straße 6. Heute und folgeude Tage: Erstes Gastspiel von Anna Schramm. Novität! Zum ersten Male: Novität! Die Berliner Stadt Theater WallnÄheatersttaße 15, fr. Alhambra- Theater. lifooüat Wir haben eine ganze Menge Leinen billigen Preisen angekauft und i Baumwollenwaaren offeriren demzufolge solche jetzt zu außey Unser * »aus. kten oder: Uater Martin's Volksstück mit Gesang in 3 von Dr. Oßmann. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. der Vorstellnng Wunsch, s lle aus, cm, gerade i ne durch di, rderst erlaut einer Verweh, ''st ungewöhnl g seit 1872 Militärversoi diesen That neverwaltun nicht verlang EtatSrede im Mir. 30 40PÄS Anfang des Konzerts 6 Uhr, 7t Uhr. VaNaae 1«r. 9 M.- 10 A. Kaloer-Panorama. KchlöN-r König{aderig II. N« Eine uschwanste in. MM- Hohenschwangau."HHU Neu! Zum ersten Male: Dievte Wanderung durch Pari» Krise Kr. Maj. Schiff Hertha Reise 2'""---- Hrmdentuchr&«——.K Benforcäe Ptr. 40-4#�% Cretonne fort SSKSMÄN» Mtr. 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Giesc haben ihr Mandat nieder- von W?'J; Die zweite Berathung des Etats wird fortgesetzt ;in Stic«! st dem Marineetat. m der 8% Bei den„Ausgaben", und zwar bei dem Kapitel„Admirali- >en aef0!>'" bemerkt e bisherb« Abg. Richert(dfr.): Es liegt mir daran, zunächst unseren ;n der BBchchtspunkt gegenüber der Denkschrift vom vorigen Jahre , 1tt.'u Jollen. Man hat mehrfach zu behaupten versucht, als m am � i der Reichstag durch die Annahme des vorjährigen Marine- n MädcbäitS gewissermaßen die stillschweigende Verpflichtung cinge- i viele polwcngen, für die nächsten 5 Jahre die 8 Millionen für Ersatzzeichnen. die deutsl rde aber schickten mf erfolg« ld Neubauten fortdauernd zu bewilligen. Gegen eine solche tbare Ansicht hat sich bereits die Budgetkommission ausae- jen, und ich will nur hier kurz darüber auch meine An- ..s/trgelegt haben. Was mich sonst veranlaßt, bei diesem Etat Wort zu ergreifen, der voraussichtlich nur eine geringe ission hervorrufen wird, da seitens der Reichsregierung Vermehrung des Personals nicht beantragt wird, ist Wunsch, hier im Reichstage, von dieser öffentlichen ille aus, Gesichtspunkte allgemeinerer Natur zu em, gerade weil in den letzten Tagen in Bezug aaf unsere , tue durch die Presse viel Staub aufgewirbelt worden ist.— vörderst erlaube ich mir darauf hinzuweisrn, daß die'Neigung einer Vermehrung der Ausgaben bei unserer Marine eine ist ungewöhnliche gewesen ist.(Redner weist dies ziffer- Aia •r diesen Thatsachcn wäre es unverantwortlich, wenn man die -nneverwaltung zu Ausgaben drängen wollte, welche sie selbst . 2%"v.n9tiTv 1$ct£ Finanzminister hat gestern bei lEtatSrede im Adgeordnetenhause angedeutet, daß die Ueber- a äffe., welche sich aus dem Branntwein ergeben, vorläufig völlig 4U 1 Eiirzelstaaten zu Gute kommen sollen, und das will bei . ZS�Ueberschuß von 60 Millionen schon etwas sagen. Um so #— 40 9i in also Vorsicht geboten, daß man nicht unnütze Ausgaben e&va ss te rtÄÄ? äs jsagsraw ss ierschlachtschrffe und der Schreiber verpflichtet sich dabei, mit einem gleich hohen Etat zu bewerkstelligen wie jetzt. ig«er herabgedrückt hat. Vorläufig wissen wir doch noch J 4 Ii Swi— 0~ Jl unsere Marine� in offener Seeschlacht nicht 5«. n wird— ich glaube es, sie wird sich bewähren— aber nssen wir, daß sich die französische 1870-71 uns gegen- _. Die großen Ziffern der fran- tonnen un|� nichts mehr imponiren, Die K* �> deiu dieselbe vor"'einem kleinen Panzerschiffe an der 1� 7"� Deutschlands 1870 Reißaus genommen. Unsere Bcsor, II 30 c �tuMujiuuua ioiu incmaus genommen, unsere Befolg- vor der französischen Marine hatten sich damals gar bald ji- Das Verlangen, große Panzerschlachtschiffe zu bauen, ist ms unserer Marineverwaltung noch aar nicht gestellt worden. 1 Denkschnft von 1884 betont ausdrücklich, daß man sich in cht auf den Bau großer Panzerschiffe den Luxus des Er- lentirens nicht gewähren könne; auch die Denkschrift des Ihrigen Etats entscheidet die Frage nicht, ob große oder ' ft 1 1a tt Panzerschiffe das Vorthcilhaftere seien. Jedenfalls ist es *''. At v9, o.lu Gunsten der großen Schlachtschiffe den früheren |«« M*" Admiralität, v. Stosch, ins Feld zu führen. Herr ' U. � Jrtofrf) hat einmal ausdrucklich erklärt, daß, wenn der Staat finanziellen Gründen nicht in der Lage sei, mit dem Bau '»»»chmen nach Verden Richtungen vorzugehen, d. h. große ffc tt J-vl x}u vauen, daß bann zuerst bie kleinen ungepanzerten " W uothwendia seien. Es ist ungerecht, dem jetzigen Ehef Zmiial'iat Vorwurfe zu machen, daß er mit dem Bau DwMm 'st die. Behauptung, daß man den Dienst zur See auf des Dienstes zu Lande ber unserer Marine vernachlässige: ben gerade von dieser Stelle aus über das Umgekehrte u führen gehabt. Also wamm die Marineverwaltung zu . en drängen, die sie gar nicht für opportun oder an der Ihält? Wir haben nur den einen Wunsch, daß unsere che Nation in finanzieller und in anderer Beziehung vor Ä wie das der Bau großer Panzerschlachtschisse ge- H A# I 12, 9 sti" wurde, bewahrt bleiben möge! DU ,1 �Generallicutcnant v.«aprivi, Chef der Admiralität: ß\y~ fie Herren! Es ist mn nicht unangenehm, daß die Sache, )«. 50,3! . 18 unterstellten, wo Verwaltung und Kommando . w Iic9?n- Die Gefahr liegt nahe, daß ',, Vreffe eine gewisse Beunruhigung in die . gebracht Mrd. daß Fragen zur Erörterung gestellt wer- W a.. - U-- kgabe na 13,'/•» - haben wünschte, sonst und die Denkschrift Schntt weiter auf oben der Denkschrift von Vorjahre geht nur einen MWWW Bleistift benv'"' Reichskanzler der Denkschrift Marine anderen Marinen gegenüber nicht weit genug fort- schreite, daß wir mehr thun müßten, so kann ich mich auf die Denkschrift des Vorjahres berufen. Ich habe ausgeführt.wie unsere Lage ist, und welche Mittel einzuschlagen waren. Seit- dem ist nicht das Mindeste im Jnlande und Auslände geschehen, was mich zum Abgehen von den ausgesprochenen Ansichten ver- anlassen könnte. Die fragliche Zeitung- es thut mir leid, daß ich immer wieder darauf zurückkommen muß— rcsunurtc ihren wesentlichsten Vorwurf gegen mich darin, daß der Schwer- puntt der Marine vom Wasser auf das Land verlegt wird und hatte dafür in der Hauptsache zwei Beweggründe, erstens daß nicht genug gefahren würde. Je mehr wir fahren, um so höher werden die Jndicnsthaltungskosten. 1875 betrugen die wirklichen Ausgaben(nicht die Anschlagskosten) 1 098 000 M., 1885 86 sind für dieselben Zwecke 6 690 000 M. verausgabt worden, es ist also nahezu das Vierfache verfahren worden. (Hört, hört, rechts.) Die Behauptung, daß weniger gefahren worden, scheint mir gewagt!(Heiterkeit.) Zweitens ist gesagt worden, daß das Personal, das zum Küstenschutz verwandt wird, eine zu starke Vermehrung erfahren. Ohne das Sccbataillon und die Matrosen-Attillcrie, die allerdings vorherrschend den Dienst auf dem Lande zu verrichten hat, ist aber auch der Dienst zur See nicht möglich. Die Behauptung, daß diese ganz auf das Land beschränkt sei, ist an sich schon eine irrige. Als ich 1883 in die Verwaltung trat, war das Vcrhältniß der am Lande zu verwendenden Marine(Seebataillon und Matroscnattillerie) zum gesammten Mannschaftsbcstande 16 zu 100, 1887—88 17 zu 100. 1883 schwammen also 84, jetzt 83. In dem Verkältmß von 1883 zu 84 scheint mir keine Gefahr zu liegen(rechts: Heiterkeit.) Was schließlich das Vcrhältniß unserer Marine zu denen der andern Staaten betrifft, so ist es meine innerste Ueber- zeugung— wie das Kricasglück fallen wird, kann kein Mensch vorhersehen— daß diese Manne leisten wird, was möglich ist und daß wir keinen Feind zu fürchten brauchen! (Lebhaftes Bravo.),. Dieser Titel und das ganze Ordinari um werden angenommen, ebenso bie ersten 26 Titel bes Ex tra- orbinariums. Tit. 27 enthält die Kosten für die Anlage von Torpedo- etabliffements und zu Torgedoeinrichtungen auf den Werften in Kiel, Wilhelmshaven und Danzig. Referent Kalle(nl.) erklärt, daß es nicht beabsichtigt sei, etwa Torpedofabriken anzulegen. Es handle sich lediglich um die Kosten für die laufende Instandhaltung des Torpcdowesens.„ Abg. R ickert: Die Ausführung des Berichterstatters könnte allerdings die Sache bereits erledigen, indessen möchte ich von dem Chef der Admiralität eine Erklärung darüber erbitten. In der Kommission ist eine bestimmte Erklärung nicht ge- geben, daß die Errichtung von Torpedofabriken nicht be- abstchtigt sei. In manchen Kreisen wird befürchtet, daß die Marineverwaltung den Bau von Torpedos selbst in die Hand nehmen wolle. Chef der Admiralität v. Naprivi: Ich gehe mit einer ge- wissen Befangenheit an die Erörtemng dieser Frage, weil, wenn es sich um Beziehungen der Verwaltung zur Privatindustrie bandelt, Verhandlungen, sobald sie den allgemeinen akademischen Charakter verlassen, leicht Konsequenzen auf anderem Boden haben können. Ich habe zunächst zu konstattren, daß hier zwei Fragen auseinander zu halten sind. Die eine Frage ist die des Titels 27, der uns hier vorliegt. Was der Referent in dieser Beziehung geäußert hat, ist vollkommen korrett. Dieser ganze-i,itel hat mit keinem Groschen für den Torpedovau und die Torpedoreparatur zu thun. Die andere Frage ist die, ob die Admiralität gewillt ist, selbst Torpedoboote zu bauen. Die Admiralität ist gewillt— und die Mittel dazu sind ihr im Elat des Jahres 1886—87 bewilligt worden—, sich im Torpedobau unabhängig von den Privatfabriken zu machen. Sie ist nicht gewillt, mit diesen Privatfabrikcn zu brechen; sie hat, sage ich, ein Interesse daran, sie zu erhalten, sie will sich aber nicht abhängig machen, fie will sich bewegen und hat sich bereits bewegt. Es spielt in diesem Etat gar keine Rolle mehr, unabhängig von den Privatfabriken Torpedos in geringem Umfange her- zustellen. Abg. Uickert: Nach dieser Erklärung verschwindet für mich jedes Interesse, diese Sache weiter zu verfolgen. Wir haben budgetmäßig ein Interesse, zu erfahren, ob aus diesem Titel zu dem erwähnten Zweck Gelder verwendet werden. Nach der Erklärung, daß kein Groschen dazu verwendet würde, habe ich kein weiteres Interesse an der Sache. Der Titel wird bewilligt. Es folgt der Etat des Reichsamt dcs Jnnern. Kapitel 7(Besoldungen) wird ohne Debatte bewilligt. Zu Kapitel 7 a(allgemeine Fonds) bemerkt Abg. Kaumbach(dfr.): Ich möchte mir an dieser Stelle erlauben, einige Anfragen an den Herrn Staats- sekretar zu richten. Zunächst konstatirc ich mit Vergnügen, daß wohl unter dem Einfluß unseres Beschlusses eine Vermeh- rung der Fabrikinspektorcn stattgefunden hat. Es ist ein Fabrik- Inspektor hinzugekommen im Königreich Bayern und ein Fabrikinspektor in Lübeck. Außerdem aber find die Assistcntenstellen wesentlich vermehrt worden, woran nanientlich der industrie- reiche Staat Sachsen partizipirt. Was die Form der Berichte betrifft, so ist uns nach einem früheren Wunsche des Reichstags wiederum ein aus den Einzelberichten zusammengefaßter Gesammt- bericht vorgelegt. In Oesterreich werden die Einzelberichte in toto gegeben und nur mit einem einleitenden Generalbericht verschen. Es wäre zweckmäßig, dieses Verfahren zum Muster zu nehmen. Für den, der sich mit der Arbeiterfrage näher bc- schäftigt, ist es nicht möglich, sich aus dem Generalbericht ge- nügend zu orientiren. Daß die Einzelberichte im Reichstag zur Einsicht ausgelegt find, bieten keinen ausreichenden Ersatz, da es zu umständlich ist, auf diese Weise davon Kenntniß zu nehmen. Sodann möchte ich bitten, daß das Reichsamt des Innern die Fragen, den in den Berichten angeregt sind, auch näher treten möge. Das gilt vor allem von der Unfallverhütung und der Verhütung von Krankheitsgefahr in den Fabriken. Seitens der Berufsgenossen- schatten ist ja eine große Anzahl von Unfallverhütungsvorschriften erlassen, die gewiß mancherlei Bcachtensivetthes enthalten. Aber einmal glaube ich, ist es nothwcndig, daß die Gcwerbeinspektoren mit den Berufsgenossenschaftcn und deren Beauftragten in irgend einen organischen Zusammenhang gebracht werden, und dann ist zu bemängeln, daß die Verhütung der Krankhcitsgefahr bisher wenig Berücksichtigung gefunden hat. Die Berichte der Fabrik- inspeltoren geben viele Anhaltspunkte, daß in diesen Richtungen viel zu geschehen hat. Der Vundesrath sollte mit generellen Vor- schriften wenigstens für die einzelnen Industriezweige vorgehen. Es ist ja in diesen Tagen eine Kommission im Rcichsamt des Jnnem zusammengetreten, um Vorschriften zur Ver- hütimg von Krankheitsgefahr in einzelnen Industrie- zweigen vorzuberathen; es wäre nur zu wünschen, daß dergleichen Vorschriften in größerem Umfange er- lassen werden. Die Verhütung von Krankhcitsgefahr wäre auch von großer Bedeutung für die Krankenveifichening. Auch in Bezug hierauf haben umfassende Erhebungen stattgefunden und es ist eine eingehende Revision des Kränkenkaffengesetzes im Gange; ich wünsche, daß die Revision bald zum Abschluß gelange, daß aber dabei den freien tzilfskassen nicht zu Leibe gegangen werde. Ich würde das letztere sehr bedauern, denn die freien Hilfskasscn repräsentiren in der Krankenversicherung so recht eigentlich das Arbeiterelement, und das Pflichtbewußtsein ist in ihnen ein viel größeres als in den Zwangskaffen. wie es gewiß beachtenswetth ist, daß die Konttole in den freien Kassen eine viel nachhaltigere ist als in den Zwangskassen. Unsere Ottskrankenkassen leiden an dem einen großen Ucbel, daß Alles in eine gesetzliche Schablone hineingepreßt ist ohne Rücksicht auf lokale Verhältnisse, denen die freien tzilfskassen aber Rechnung zu tragen in der Lage sind. Ich glaube, gegen- über den bishettgen Erfahrungen wird die damalige Opposition gegen das Krankenkassengesetz in anderem Lichte erscheinen. 25 Prozent der Ottskrankenkassen hat ein Defizit, und nur ein geringer Prozentsatz eine Mehreinnahme. Was die ge» werblichen Schiedsgenchte betttfft, so war man über ihre Nütz- lichkeit im Reichstag einer Meinung, nur darüber, ob fie obll- gatorisch einzuführen seien, ging man auseinander. Die bczüg- liche Resolution des Reichstags scheint aber gleichwohl im Schooße des Bundesraths ihre Erledigung noch nicht gefunden zu haben. Inzwischen find mehrere Städte, unter ihnen auch die Reichs- Hauptstadt, mit der Einttchtung von gewerblichen Schieds- gettchten vorgegangen. Es wäre zu wünschen, daß sich diese Schiedsgerichte zugleich als Einigungsämter zur Vermeidung von Streiks konstituiren möchten. Auch der die Arbeitcrfchuy- gesetzacbung betreffende Entwurf, der in der vottgen Session im Reichstag zur Annahme gelangt ist, hat im Bundesrath noch keine Erledigung gefunden, und ich weiß nicht, in welchem Stadium er sich gegenwärtig befinden und ob es möglich sein wird, noch in dieser Session hier auf den Gegenstand zurück zu kommen. Es bestehen auf diesem Gebiete keine erheblichen Meinungs- Verschiedenheiten. Ueber die prinzipiellen Fragen herrschte vielmehr vollständige Einigkeit; namentlich, daß man die Kinder aus der Fabrik ausschließen müsse, ist von allen Patteien anerkannt worden. Zu meiner Ueberraschung habe ich aus Berichten der Fabttlinspektoren er- sehen, daß die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren im Zunehmen sei, eine Erscheinung, die zu ernsten Bedenken Anlaß gicbt. Die Zahl der in Fabriken beschäftigten Kinder betrug im Jahre 1886 21 053 gegen 18 882 im Jahre 1885. Am stärksten ist dabei das Königreich Sachsen detheiligt. Im Be- zirke Chemnitz hat eine Zunahme vnn 30 pCt. stattgefunden. Man muß deshalb der Frage der Beschränkung der Kinder- arbeit ernstlich näher treten. Bemerkenswerth ist auch, daß die Uebcrtrctung der schon bestehenden Vorschriften über das Verbot der Kinderarbeit ebenfalls ganz bedeutend zunimmt. Es find vielfach Kinder unter 12 Jahren beschäftigt morden. Mit- unter wurde dabei, wie es in den sächsischen Bettchten heißt, von einer Einleitung des Strafverfahrens abgesehen, weil die Beschäftigung der Kinder auf Unkenntniß der Arbeit- gebcr mit den gesetzlichen Bestimmungen zurückzuführen ist.— Ueber die Frauenarbeit waren die Ansichten im Reichstag mehr actheilt. In manchen Bezirken aber ist die Beschäftigung eine solche, daß man sie entschieden beschränken muß. Der Bundes- rath muß zu diesen Dingen Stellung nehmen; die Frage kann nicht langer dilatorisch behandelt werden. Es liegen über die vorgebrachten Dinge bestimmte Resolutionen und Beschlüsse der »Ä großen Wetth auf diese Gesetzgebung legt, können die verbündeten Regierungen nicht länger ihren berechtigten Wünschen gegenüber sich ablehnend verhalten. Staatssekretär v. Koetticher: Auch Preußen geht damit um, die Stellen der Assistenten der Gewerberäthe entsprechend den Bedürfnissen zu vermehren. Die preußische Regicmng tttfft deshalb der ihr früher im Abgeordnetenhause gemachte Vorwurf nicht, daß sie der Vermehrung des Fabttkinspektionspcrsonals entgegen trete. Sie ist bereit, eine Vermehrung der Ausfichtsbeamten in dem Maße eintteten zu lassen, wie das Bcdurfniß vorhanden ist. Bezüglich der Form der Bettchte be- merke ich, daß in Ocstcrreich-Ungarn die Verhältnifie insofern anders liegen als bei uns, als der Bettcht des Gcneralgewcrbe- mspettors von einem Beamten ausgebt, der die Aufsicht über die Inspektoren zu führen hat und selber unmittelbar mit der Jnspizirung der Fabttken befaßt ist. Ein solches Organ fehlt bei uns� wir können also gar nicht einen Gcneralbettcht in diesem Sinne geben, sondern nur die Quintessenz aus den ein- zelncn Berichten zusammengefaßt. Es kann ja Interessenten geben, die die Bettchte der einzelnen Inspektoren vor sich baden wollen. Gelegenheit zu solchem Studium bieten die im Hause niedergelegten Einzelbettchte. Erscheint Ihnen daö Stu- drum lii dieser Form zu umständlich, so behandeln Sie doch. die Benchte als Drucksache des Reichstags und händigen diesen Stoß von Berichten jedem Abgeordneten e>n-. � v weiß nicht, ob die Schmackhaftigkeit des t, KÄfrÄ sinnen, eine solche Ausgabe zu machen. Jeder Hintergedanke bei der Art, wie wir die Berichte jetzt an den Reichstag und das Publ.kum brlngen,.st völlig ausgeschlossen. Im übttgen finden die Berichte der Jiypektoren bei dem Bundesrath ein offenes Ohr- Ich. kann nicht zugeben, daß im Bundcsrath bisher kein Verstandniß für ihren Inhalt und eine Unthätigkeit auf dem Gebiete der Abhilfe der in den Bettchten vorgetragenen Miß- stände gewaltet hatte. Auch in den letzten Jahren sind wir nicht säumig, namentlich auf dem Gebiete der Krankheitsver- hutung, gewesen. Ettt kürzlich ist eine Kommission im Reichs- amt des Innern zusammengetreten, um einen wirksameren Schutz der Arbetter m den Zigarrenfadttkcn herzustellen. Ferner sind Vorschriften rucksichtlich der Einttchtungen und des Geschäfts- betnebes in den Blciweiß verarbeitenden Fabttken vorbereitet. Auch für die Arbttter in den Spiegelbelcganstalten sind wir bemuht, Schutzvorschnften zu treffen. Das Kranken- kassengesctz hat sich nach unserer Wahrnehmung und den Aeußerungen der zahlreichen Sachverständigen, die hier im Reichsamt des Innern zusammengetreten sind, im Allgemeinen wohl bewahtt. Ich freue mich, daß die Ardeiter sich gerade mit diesem Zweige der sozialen Gesetzgebung befreundet haben und den Bereich des Gesetzes erwcitett zu sehen wünschen, insbesondere, daß die Fürsorge auch auf die Familienmitglieder ÄÄ haben bei der Berathung des Gesetzes vorausgesagt, daß es auf Grund der Ettahrungen werde korttgirt werden müssen. Wir find damit beschäftigt, einen Entwurf zu einer Novelle aufzu- �?en; ob er noch in dieser Session zur Verabschiedung im Reichstag zu bringen sein wird, vermag ich nicht zusagen. Vom sozialpolitischen Standpuntte des Gesetzgeders kann es uns ganz gleichgiltig sein, wer die�Fürsorge für die erkrankten Arbeiter leistet, wenn nur die Fürsorge überhaupt geleistet wird. Des- halb haben wir gar keine Veranlassung, den freien Hilsskassen zu Leibe zu gehen, aber Licht und Schatten muß bei den freien Hilfskassen und den Ortskrankcnkaffen gleich verthcilt werden, es darf nicht ein Zustand einreißen, bei dem eine Kategorie der Kassen gegenüber der anderen außerordent- lich begünstigt wird und ein großer Theil der Lasten wesentlich auf die Schultem der Lrtskrankcnkassen gelegt wird. Daß verschiedene Zwangskassen mit Unterbilanz arbeiten, kann noch nicht als ein Berdikt gegen das Institut angesehen werden. Das Defizit resultirt daraus, daß diese Kassen noch nicht die erforderliche Erfahrung gesammelt haben. Der Arbeiters chutzentwurf ist den Bundesrathsausschüssen überwiesen; wann er»erledigt werden wird, vermag ich nicht zu sagen. Daß der Entwurf, wie er aus den Beschlüssen des Reichstags hervorgegangen ist, nicht Gesetz werden konnte, haben die Herren fich wohl selbst ge- sagt, fie haben wohl nur dem Bundesrath eine neue Anregung geben wollen, fich mit der Sache zu beschäftigen. Der Bundes- rath ist auch damit beschäftigt, aber es ist noch nicht zu sagen, waS dabei herauskommen wird. Unter den Tisch gefallen ist die Sache nicht. Auch sehen wir ja hier im Hause den Antrag wieder vor uns. Die gewerblichen Schiedsgerichte allgemein durch die Reichsgcsetzgebung einzuführen, liegt ein Bcdürfniß nicht vor. Bereits in drei industriellen Kreisen sind auf Grund freier Vereinbarung von Arbeitern und Arbeitgebern derartige Schiedsgerichte, die zugleich als Einigungsämter funktioniren, organiflrt worden. Die Sache ist also im Fort- schreiten begriffen, und man wird den Beweis nicht führen können, daß anderen dringlicheren Aufgaben der Gewcrbegesetz- gebung gegenüber dies zunächst in Angriff genommen wer- den müßte. Abg. Lingen«(Zentr.): Wir haben manches Liebsame und auch weniger Liebsame von dem Herrn Staatssekretär gehört. Die uns vorgelegte Zusammenstellung der Berichte der Fabrikinspektoren genügt nicht. So ist z. B. der Wunsch des Fabrikinspektors von Düsseldorf, statt ungeschulter Asfistenten technisch ausgebildete Hilfsarbeiter den Fabrik- Inspektoren zur Seite zu stellen, sowie der Antrag desselben Fabrikinspektors, daß für Aufbewahrung und Transport von Cxplofivstoffen, wie des Dynamits, von Staatswegen maß- gebende Bestimmungen getroffen werden, gar nicht in dieser Zusammenstellung erwähnt worden. Tie einzelnen Berichte müssen auch allen Fabrikinspektoren zugänglich gemacht werden, damit sie von einander lernen können und die Er- fahrungen des Einzelnen Allen zu Gute kommen. In Leipzig bemüht fich der Gewerberath, die Uebelständc der Industrie mög- lichst wenig fühlbar zu machen, z. Ä. die Belästigung der Nachbarschaft durch Rauch, Gerüche und dergleichen. Auch in Preußen sollte man solche Einrichtungen treffen. Es wäre praktischer, wenn uns, wie früher, die ein- zelnen Berichte selbst vorgelegt würden. Wenn wir hier die einzelnen Berichte besprechen könnten, würden die Fabrikinspek- toren, deren Berichte getadelt werden, das nächste Mal einen besseren Bericht machen. Das Haus vertagt fich. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Mündel, betr. die Uebenveisung Schwurgerichte; Anträge der Abg. Mundet und Reichend verger, betr. die Wiedereinführung der Bemfung in Straf- fachen.) Schluß 4% Uhr. Uhr.(Antrag des Abg. der Prcßveraehcn an die Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverord» neten-Nersammlung am Donnerstag, den 19. Januar, Nachmittags 5 Uhr. Ein Naturalisationsgesuch.— Vorlage, betr. die Vertheilung von Raten des Friedrichs Gewerbe- Slipen- diums— Berichterstattung über die Vorlage, betr. den Abschluß eines neuen Beitrages mit der Aktiengesellschaft„Berliner Elek- trizitätswerke"— desgl. über die Vorlage, betr. die Aufnahme einer auf dem Terrain der Baugcsellschaft Moabit westlich der Bcussclstraße projcktirten Straße in die Abtheilung VI des Bebauungsplanes— Vorlage, betr. die Verlängerung des Mieths- Vertrages über das städtische Gasthaus Gninvstüd zu Treptow — desgl., betr. den Anlauf eines an der Straße 30, Abthci- ung Xi des Bebauungsplanes, belegenen Grundstüds zu Gc- mcindeschulzweden— desgl., betr. die Uebeilassung der Fest- räume im Ratbhause für einen Bazar zum Besten der Penfions- anstalt der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigcr— Etatsentwurf für den Adnrinistrationsfonds der Sparkasse nebst ÄnKängen pro 1888— desgl., betr. eine Grenzregulirung zwischen dem Gutslande und dem Mühlengrundstüde zu Malchow— desgl., betr. die Anlage eines Hafens am Schiff- fahrtskmral auf'dem Urban und die Abänderung des Bebauungsplanes in der Umgegend dieses Hafens— sechs Rech- nungen— Berichterstattung des betreffenden Ausschusses in Bezug auf die Abordnung der Mitglieder der Versammlung in die verschiedenen Ausschüsse, Deputationen rc., sowie in Bezug auf die Zutheilung der Stadtbezirke, behufs der Ausführung von Recherchen— Vorlage, betr. die Neuwahl von 3 Mitglie- denr für das Kuratorium der„Stiftung der Berliner Gewerbe- ausstellung im Jahre 1879". * In der städtischen Waisenpflege befanden sich am 1. Januar 1888 zusammen 4537 Kinder(2357 Knaben, 2160 Mädchen), darunter in dem Erziehungsbause für verwahrloste Knaben in Rummelsburg 46 Knaben. Aufgenommen wurden 316 Kinder und zwar 272 Haus- und 44 Kostkinder, dagegen schieden aus 426 Kinder, so daß fich die Kinderzahl vermindert hat um 110 Kinder. Zur Zwangserziehung wurden biszum 1. Januar 1888 überwiesen 570 Kinder(453 Knaben, 117 Ääd- chen>, ausgeschieden find 154 Kinder, so daß am 1. Januar 1888 noch in Zwangserziehung waren 416 Kinder. Entlaufen waren 18 Knaben, im Gefängniß vier Knaben und zwei Mädchen. * Im Arbeitstzause war am 31. Dezember 1887 der Bestand an Detinirten, Kranken und Erwerbsunfähigen 1 1613 Personen, im Lazareth der Anstalt wurden an demselben Tage 173 Personen verpflegt und erhielten� in der Schule 14 jugendliche Arbeiter Unterricht. Zur Beschaffung von Klcidungsstüden und Bezahlung der ersten Micthe wurden bei ihrer Enllassung in der Zeit vnm 1. Oktober bis 31. Dezember 1887 126 Personen mit 599,84 M. und 112 Familien, aus 339 Personen bestehend, mit 1483,60 M. unterstützt, so daß hierfür überhaupt gezahlt find, 2083,44 M. Im Hospital des Arbeitshauses befanden sich am 31. Dezember v. I. 407 Personen. Im Friedrich-Wilhelm- Hospital, einschließlich der Filial-Anjtalt, war der Bestand 593, in der Äänner-Siechenanstalt 103, in der Frauen- Siechenanstalt 184 und im Depot für aus hiesigen Heilanstalten entlassene Obdachlose 25 Personen. ßokales. Auf Ncquisttion des Amtsgericht» in Drstan fand vorgestern in der Maison de sant- in Schöneberg ein Lokal- tcrmin behufs Konstatirung des Gesundheitszustandes des Reichs- tagsabgeordneten Herrn.Hasenclevcr statt. Die Staatsanwalt- schaft tn Dessau' hatte das Entmündigungsverfahren beantragt. Soviel wir erfahren haben, resumirt das sachverständige Gutachten der Aerzte dahin, daß dem Erkrankten für jetzt und die nächste Zeit die Fähigkeit, seine Handlungen beurtheilen zu können, abzusprechen ist. Auf dem in Dessau zum Zwcd der Entmündigung anzuberaumenden Termin wird ohne Zweifel dem Antrage der Staatsanwaltschaft stattgegeben werden. Mit dem Eintritt der Entmündigung erlischt das Mandat. Gin energischer Krieg ist feit einiger Zeit gegen da» Getzeimmittet-Unmefrn entbrannt und wird von Aerzten und Apothekern, in der Fachpresse je. mit Unterstützung der Behörden eifrig fortgeführt. Gewiß ist es richtig und löb- lich, daß diesem Unfug, der fich unter dem Schutze der Gc- werbefteiheit breit gemacht hat, endlich Einhalt gethan wird, damit nicht länger die zu Geheimmitteln ihre Zuflucht Neh- Menden ausgebeutet und an Gesundheit und Vermögen ge- schädigt werden. Es gab allerdings Zeiten, in denen die Heil- künde gerade aus den Gehelmmitteln große Vorthelle zog, und daß in langsamer Entwidelung die heilkräftigsten Mittel des ArzneischatzeS selbst aus den Geheimmitteln hervorgegangen find, werft der Direktor des hiesigen pharmakologischen Instituts, Professor Dr Liebreich, der Entdeder des Chloralhydrats, nach. In einer jetzt im Drud erschienenen Rede„Die historische Ent- widelung der Heilmittellehre"(Verlag von Aug. öirschwald. Berlin) hat derselbe einige interessante und nur wenig bekannte Daten über die merkwürdige Auffindung von Arzneinritteln mit- getheilt. Zu unseren beliebtesten Hausmitteln gehört der Pfeffer- münzthee, dessen Pflanze Minze(Wentba) schon den alten Griechen und Römern bekannt war. Minius erzählt von der mnste- riösen Heilkraft dieser Pflanze bei Milzkrankeiten, daß der Saft derselben, auf die Schläfe gestrichen, Kopfschmerzen beseitige. Erst jetzt nach 1800 Jahren ist von China her das wirksame Prinzip dieser Pflanze, das Mentha-Oel, nach Europa gebracht und empfohlen worden, und man weiß, daß bei manchen Formen der Migräne die Angabe des Plinius fich bestätigt hat (Äigränestift). Auch die schlafbringende Eigenschaft des Opiums war den Alten wohl bekannt, ebenso die Gefahren, welche mit dem Gebrauch desselben verbunden find. Bei der Zusammen- setzung von Arzneien spielte es damals eine große Rolle, de- sonders wurde es zu einem Universalmittel benutzt, das man Theriak nannte und dessen Verbrauch zu Marc Äurel's Zeiten so stark war, daß der Vorrath oft ausging. Aber in den späteren Jahrhunderten geht die Kenntniß vom Opium ver- loren, bis Paracelsus mit seinem Laudanum die wunderbarsten Kuren ausübte und Sydenham erklärte, daß ohne das Opium die Hellkunde nicht bestehen könnte. Das wunderbarste Bei- spiel der neuen Zeit ist das Auffinden der Chinarinde. Es wird wohl nie der Schleier darüber gelüftet werden, auf welche An- regung hin dies bis jetzt unübertroffene Fieberheilmittel einer gequälten Menschheit zugänglich gemacht wurde. Die Tradition läßt die Ureinwohner von Peru die Lehrmeister der Europäer sein, aber, wie Humboldt erwähnt, mit wenig Wahrscheinlichkeit. Noch unwahrscheinlicher klingt die Erzählung, daß kranke Löwen, vom Wechselfiebcr ergriffen, instinktiv die Rinden der Cinchonabäume benagend, gefunden und diese Be- obacktung die Einführung der Chinarinde veranlaßt habe. Be- richtet wird ferner, daß der erste Justizbeamte von Loxa, der Korregidor Lopez de Canizares bei der Vizekönigin von Peru, der Gräfin Ciircbon, das Mittel mit Erfolg anwandte. Der vorurtheilsfrcie Blid des vizeköniglichen Leibarztes Juan del Vego erkannte 1640 die Wichtigkeit dieses Mittels und führte es tn Europa ein. Indessen legte sich dieser Arznei noch manche Schwiengkeit in den Weg. Der Gebrauch des als Pulvia jesuiticus bezeichneten Chinarindenpulvers schien zu verschwinden, als ein historisch bcmerkenswetthcs Ereigniß die Chinarinde rettete. Die Gesundheit des jungen Tauphrns, späteren Königs Ludwig XV. von Frankreich wurde durch ein Chinapräparat wiederhergestellt. Tie Bereitung desselben war ein Gehcimniß von Talbot, welchem es nach seiner Nobilitirung für 2000 Louisdor und eine jährliche Rente von 2000 Franks abgekauft wurde. Erst von dieser Zeit an fand die Chinarinde und das später aus derselben dargestellte Chmin allgemeine Verbreitung. Aehnlich erging es in jüngster Zeit den Cocablättcrn, welche in den verschiedenen Gegenden Südamerikas zu dem täglichen Bedarf der Bevölkerung gehören. Bei allmälig steigernder Ver- werthung zu medizinischen Zwecken, besonders durch die An- Wendung des Cocains zur lokalen Schmerzstillung, hat dieses Mittel so große Verbreitung gefunden, daß durch die massen- hafte Ausfuhr aus jenen Ländern ein Nothstand bei den Be- wohnern eintrat. Tie Digitalis(Fingerhutkraut), jetzt das an- erkannt beste Heilmittel gegen Herzkrankheiten, wurde schon seit 1542 zu Heilzweden benutzt, gerieth dann in Vergessenheit und wurde erst 1775 durch Withermg in seiner wahren Bedeutung erkannt. Das Interesse dieses Forschers war wesentlich geweckt worden durch die Entdedung, daß die Digitalis ein erheblicher Bestandtheil eines gegen die Wassersucht mit Erfolg gebrauchten Geheimmittels sei. Withering fand, daß der Fingerhut auch eine gewisse Kraft, auf das Herz zu wirken und seine Berne aungen zu hemmen, besitze; und diese Beobachtung ist durch die späteren phnsiologischcn Untersuchungen Träubels bestätigt worden. Seitdem die Chemie in den Dienst der Heilkunde ge- treten und aus den verschiedensten Pflanzen die wirksamen Prinzipien herausgefunden hat, wie z. B. das Atropin aus der Belladonna, das Chinin aus der Chinarinde, das Morphium aus dem Opium:c., seitdem ist die Spreu von dem Weizen gesondert und der Nimbus vieler wcrthloscn Geheimmittel zerstört worden. Eben so wichtig als die Kunst zu gehen, über die wir neulich sprachen, ist für den Großstädter die Kunst, auf der Pferdebahn zu fahren. Auch gegen sie wird, wie die„Voss. Ztg." ausführt, viel gesündigt, wobei allerdings mildernd ins Gewicht fällt, daß unsere Straßenbahnen neueren Ursprungs find, denn wenn auch schon vor zwei Jahrzehnten die erste, vom Kupfergraben nach Charlottenburg, gebaut wurde, so haben wir doch das große, ganz Berlin umfassende und durchkreuzende Netz, welches die Pferdebahn zum allgemeinen Personenverkehrs- mittel macht, erst seit verhältnißnräßrg kurzer Zeit. Vielleicht ist hierauf manche Ungeschidlichkcit zurüdzuführen. Wir wollen hier gar nicht von dem Auf- und Abspringen in voller Fahrt sprechen, einem unverzeihlichen Leichtsinn, der oft schwer genug gebüßt wird, sondern von den Störungen, welche die Fahrgäste einander bereiten. Ein bekanntes Kauplet sagt zwar in seinem Kehrreim:„Ja, man fährt gemüthlich auf der Pferdebahn", in Wahrheit stellt sich die Sache häufig anders dar. Um mit dem in diesen kalten Tagen Nächstliegenden zu beginnen: Der Jnnenraum des Wagens ist anscheinend dicht besetzt, in Wirk- lichkeit aber lassen es nur die diden Winterhülien so erscheinen, und der Neuankömmling, den die i cati sedentes mit feindseligen Bilden begrüßen, ist ganz im Rechte, wenn er um Zusammenrüden bittet. Aber nur ein ganz schmales Spältchen, in das er beim besten Willen sich nicht hineinzuzwängen vermag, öffnet sich widerwillig und es bedarf em des Herbeirufens des Schaffners, um ein besitzfähiges Plätzchen herzustellen. Wäre es nicht einfacher und — höflicher, sich von selbst der unabwendbaren Notbwendigkeit zu fügen, da doch einmal„Zehn Plätze auf jeder Seite" auch rm Winter Pferdedahngcsey ist und auch unbequemen Gesetzen Folge gclerstet werden muß?! Ferner: Wer hat nicht schon bei dichtbesetzten Wagen vre Unbcquemlichkert eines zeitungslesenden Nachbars gehabt? Gewiß mag in der Pferdebahn zum Schaden seiner Augen Zeitung lesen, wer will, das darf aber doch nur geschehen, wenn genügend Raum vorhanden ist und nicht den Nachbam rechts und links die Ellbogen in die Seite gesetzt werden. Uioch lästiger wird das Zeitungslesen draußen auf dem Hinterperron, wo der Raum meist noch beschräntter ist und das Entja ten eures gegnerischen Blattes von leidenschastlichen en slav That ein Jrrthum vieler, 7°"� den Pferdebahn'. Eigenthum ansehen, über das)"- nach rhrcm Belil können; und hierüber vom Schaffner eines Bessere» werden fie womöglich noch ungehalten. Nicht als o» Rüdsicht auf das zarte Geschlecht aus dem Pfcrl et, bilden 31 'mng, die ar e Geborener bei den Tod indungsarrsti mucyicyr aus oas zarrc iNeiauecyr aus ocm Picr»� Todtaebore entfernt sehen möchten, im Gegentheil beklagen mir gliche Persone gewisser Mangel an Ritterlichkeit sich bemerkbar zu gz ariftcrcbi ginnt. Zwar meinen wir nicht, daß unter � � � ständen der männliche Fahrgast im Innern®£t. jjjg zg Jahre stehenden Dame seinen Platz anzubieten ha�Ohjg gO Iah oft find die Damen besser gegen des Win''-' n Wter von heit versichert als die Männer, aber gegenuM.�|n � g oder kränklich aussehenden Frauen wird der i Jahr Rüdsicht doch üben) vorausgesetzt, daß er seine eigen!» zweiten, 22 heit nicht in Gefahr bringt. Aber gefehlt wird gegeigten, 38 im f setze der Galanterie von jenen Männern, die, an"Ln waren ern strede-Haltestelle eine größere Ansammlung gewahren»,; wit Thienni eigentlichen Halt aufspringen und dafür natürlich vor' haften Schaffner zur Erlegung eines höheren Fahr® laßt werden, aber doch die sichere Gewißheit des, haben und schadenfroh auf die Schaar der Z bilden, die solche gewagte Tumübung nicht ausfi oder können. Oft folgt dieser versuchten Ueberlistung menschen die Strafe auf dem Fuße. Der Aufspringt seiner öast nicht wahrgenommen, daß oben auf dem. Eilsertiger bereits zum Absprunge bereit steht,—.von durch Ver beide aneinander und können von Glüd sagen, meni.rch Ertrinken 1 Unfall abgeht. Die lebhafte Auseinandersetzung blMert der Wochc nicht aus. Wer aber ist der Schuldige im Streite? 4 auf 1000 Be und von Rechts wegen müßte jeder von ihnen wegWemen 17,4, ti gegen daS noch ungeschriebene Pferdebahngesetz vcruttMesden 19,6, rr Dieses letztere müßte, wie man meinen dürfte, gar-''b, m Paris 2 graphen umfassen, im Grunde aber läßt sich die gesa"»! Woche wurd des Pferdebahnfahrcns in die zwei Hauprpunkte si Typhus 17, i fassen: Suche möglichst wenig den Mitfahrenden uin4, anPoden0. werden, und ttage mit Gleichmuth UnbequemlichkeUterichtswoche 7 mng, von 2 in dieser B it(86), Lungi ifentzündung i Gehirnhäute nsschwäche(i ihtherie(24), anderen Kran durch Ändere bereitet werden! Das heranwachsend»»gsern 6, an C das mit der Pferdebahn groß geworden, wird nw™ Rose 7. Ee vermeiden, welche die Aelteren schwer ablegen; av.Woche Gestor wäre es nicht, wenn gewisse Uebungen, die zuerst ny.usenr d<20 Krc amerikanischen Schulen gepflegt wurden, sich auch a»„ kehr mit der Straßenbahn erstreckten. Unsere Schrch�m.�eivzigerpla tSMÜ tSS* LÄB MM» bahn eingeführt und damit auch eine Unterweisung �»,.- zNobnuna höfliches und rüdstchtsvolles Benehmen während �nurde an£ Kunden würde. Darauf halten ja auch die �ltert�w» fahrenden der Lehrer sagt, hat bekanntlich doppelt wirksame ß�Lfabreir— 9 Mit Köckstcht auf die große Zahl von G�Ke Feuer sta wegen Zulassung zum Hebeammenunterricht hier a'"%roarienaefdiäft b« Mannt W Schülerinnen für Berlin zugelassen werden und /Vkrgsir. 67 Mob Personen auf Zulassung zu rechnen haben,«elf.peete tn einem Wc Schulbildung zur Erlernung der HebeammenkuanJzefallenen Lampe befähigt sich zeigen und nicht jünger als 20»-'und Kleider in> 30 Jahre sind. Die Gesuche um Zulassung zu D Jint Neubau Ta tober d. I. beginnenden Unterricht sind im Mon� eines Brunnens. einzureichen. J Der Zufall ist der beste Kriminalist. M R. war am Sylvesterabcnd aus einem Kellerlofoy VI nider Brücke eine aus dem Gebhardt'schen Seig Ein»erj ÄM'eDH'kwMl im Werthe von ca. 400 M. M dürfte für cim Ter Diebstahl wurde polizeilich gemeldet, doch(ß*i u li st e» p ru eine 6 pur des Thäters oder den Verbleib der gefilliner Schwu, zu crmitlein; dies blieb uem Zufuii lldermst»».-Abis Tischlergeselle: abend Mittag.Herr Gebhardt ein Lokal in der'-als Hauptbelastur hauserstraße detrat, traute er seinen Ohren kauin�nchme folgen einem Hintcrzimmer die ihm nur zu bekannten- J cb i n c 1 1 ist m hörte, welche auf dem ihm gestohlenen Flötenkalu- sofort vorgenommene Inspektion des Marterinim ihn, daß er sich nicht getäuscht hatte. Der gegen' der Orgel, über den Erwerb zur Rede gestellt, Lokal fliehen, wurde aber zurüdgehalten und cin> überantwortet. Auf der Polizeiwache wurde"J ein oftmals bestrafter„Arbeiter" Louis Schmid selbe hat den Diebstahl des Orgelkastens cingeri Haft gebracht worden. Gin dummer„Scherz" ist dem......... � U- recht verhängnißvoll geworden. M. befand � stände. Der Zeug «erschwägcrt, als es crsteren verk mteneigenschaft' en die hiesigen nach seiner fjß nicht tersen sich a . m stand gab d echtsanwalt Dr November-Abend in Gesellschaft einiger Funns. oon seiner --■--.--.-nni«i)er, was in de: IV in einiget Restaurant der Dorothecnstraße, als ein haustreM s waarenhandler seine Waaren zum Kauf anbot JJjK1"6 Verschwäge, den Scherz, dem Händler ein' kleines Schmuckkai Korb zu eskamotireir und vergaß, es dem Hando zuzustellen. Ein als Gast im Lokal anwesender mann hatte den Vorfall bemerkt und die Folg» wegen Diebstahls unter Anklage gestellt wurde- Behauptung, daß er sich nur einen„Scherz"»% an jenem Abend in animirtcr Stimmung bestm � am Montag vom Schöffengericht zu einer e,n*:$l nißstrafe vcrurtheilt worden. M. hat nun..»�ammeldons zu kommen zu dürfen.■„ cUstand der Anw Eine sranenhafte Gntdrckuus W"zÄMeudenthal bestr verhenatheter Arbeiter gestern machen müssen- gemacht habe mann hatte seinen Trauring verloren und«w? Erlaß, demzufolge auch an den Koffer ferner gerade abwesend||£jefenen f(I si es demselben ltnisies angekon lerkowski haben ähren in Antrag "'atsache zu stütz M Wegen Me bestem der Möbc Landgericht I. S Sammelbons Durchsuchen des Koffevs fiel dem jungen nicht der Antisyll das mit Bindfaden aus das-orgsälilgste versa)' breitet habe, sei r dem der erstaunte Gatte die Umschnurung(stlal, lach umwickelte Tüllumhüllung entfernt, drang j gütige Verbands noch mit gelbem Papier umgebenen Packet cm* l)on gcjten; ruck entgegen. Mit zitternder Hand hastete j direktion(wegen »elbe Papier ab und hielt in seiner Hand � Der Todtf fizute Lerche eines Kindes. Aus dem Paust, ni diesjährige Schn junge Frau folgendes zu Protokoll: Sic sei r vorgestern unter mm''...... also r* Verhandluna ein, gewesen und habe am 2. Januar 1886, also J Verhandlung cim in einem Hausflur der Michaelkirchsttaßc cm v mit tödtlichem A und aus Neugierde mit nach Hause genommen- � trager Carl sei das gelbe Papier um das Packet gewickelt e' 10. Juni v. das Packet ausgemacht und die jeyt oorWs.'traue 4. m darin wahrgenommen habe, sei fie vor-mrc worden. Da sie aber nicht gewagt habe, wn, davon mitzuteilen, aus Angst, selbst in T, so habe sie die Leiche wohlvcrschnürt in ihrcn. und bis jetzt habe sie sich noch nicht enif®'•, grauenhafte Packet fort zu Wersen. So hm in den zwei Jahren zwölf Mal die Wohnusi� wie weit diese Angaben auf Wahrheit berrcktz geleitete Untersuchung wohl ergeben. Bewegung der Kevölkeruirg' oNcntlichunnen des statistischen Amts der» schriebcne Bevölkerungszahl betrug am 25. der nachträglichen An- und Abmeldungen demnach gegen die Woche vorher mehrt. In der Woche vom 25. biS 31.% jetlich gemeldet 1108 zugezogene, 1873 f#" standesamtlich wurden 292 Ehen geschloffen- 897 Kinder, und zwar lebend: 462 M, uche, zusammen 858(darunter 97 27 männliche, 12 weibliche, zusammen r außereheliche) Kinder. Die Lebendgeboren Sit l&fa'Ä Zustande. Da er er warten, bis< kutscher nach.Hau traute. Der An schließen, als ein �Jahren bekannte' verlassen wollte. den in einen Wc Ter Kampf währ der und begab durch einen Fa Brunnen zu kül ubersttömt und I während des Tr, duktion stellten Tobten eine tiefe Loch von der Gr) IZfcrdebahni. ihrem Belieben eines Bcffeien Nicht als ob dem Pfer! beklageir wir A, emenbar zu et, bilden 31,6, die Todtgeborenen 1,4 pro Mille der Be- nnrq. die außerehelich Geborenen 11.15 pCt. aller in der e Geborenen, davon die bei den Lcbendgeborenen 11,31, bei den Todtgeborenen 33,33 pCt. In der Charitce und indungsanstalt wurden 33 Kinder geboren. Gestorben Todtgeborene) sind 499, nämlich 260 männliche, 239 ilichc Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 151 33 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 91(inkl. 8 außereheliche), d°b unter � io Jahre 13, 10 bis 15 Jahre II, 15 bis 20 Jähre 8. Innern gg Jahre 38, 30 bis 40 Jahre 48, 40 bis 60 Jahre 67, , zubieten WZ bis 80 Jahre 60, über 80 Jahre 12. Die Sterbefälle des"'"'"n Alter von 0 bis 5 Jahren machen 48,49 ptC. sämmt- iber gegenuv � der Woche Gestorbenen aus. Von den im Alter vird der ue ,cr i Jahr gestorbenen Kindern starben 42 im ersten, er seure eigen.», zweiten, 22 im dritten, 10 im vierten, 9 im fünften, 8 im hlt wird gG jGtcn, 38 im siebenten bis zwölften Lebensmonate; von den- lern, die, au ,cn waren ernährt 26 mit Muttermilch, 2 mit Ammenmilch, ang gewahren», mit Thiermilch, 2 mit Milchsurrogaten, 9 mit gemischter c natürlich no�Arung, von 23 war es unbekannt. Todesursache war bei lhercn FahCjflft in dieser Woche Gestorbenen namentlich: Lungenschwind- ßheit des.VM(86), Lungenentzündung(28), Bronchialkatarrh(10), Kehl- ir der Znru�ofentzündung(23), Krämpfe(35), Gehirnschlag(18), Gehirn- nichts auswhwd GehirnhautmtzündunZ(12), Krebs(23), Altersschwäche(10), )er AuffpriR._ M M HU >ben aus dem � anderen Krankheiten starben 149 und durch Selbstmord 5, it steht,— �won durch Vergiftung 0, durch Erschießen 2, durch Erhängen 1, cf sagen, wew-kch Grtnnken 1, durch Sturz aus dem Fenster 1. Die Sterbdersetzung Wkeit der Woche, auf das Jahr berechnet, kommen durchschnitt- im Streite?% auf 1000 Bewohner in Berlin 18,4, in Breslau 26,7, in r ihnen wegcnremen 17,4, in Frankfurt a. M. 17,9, in Köln 23,1, in ngcsetz vertiÄMsden 19,6, in München 26,6, in Stuttgart 21,9, in Wien dürste, gar ch Paris 25,6, in London 23,2, in Liverpool 26,4. In t sich die gesa�r Woche wurden dem Polizeipräsidium gemeldet als erkrankt Hauptpunkte>> Typhus 17, an Masern 116, an Scharlach 51, an Diphtherie itfahrcnden p4, an Pocken 0. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden in der bequemlichkeiichrichtswoche 744 Kranke aufgenommen, davon litten an eranwachsend' kgsern 6, an Scharlach 6, an Diphtherie 34, an Typhus 7, en, wird wert Rose 7. Es starben 109 Personen oder 21,8 pCt. aller in ableaen! a�r Woche Gestorbenen; als Bestand verblieben in den Kranken- die Nierst in iusern 3720 Kranke. ficb auch 4 Polizei-Kericht. Am 16. d. M. Vormittags wurde auf Unsere Schulisch Leipzrgerplatz eine etwa 25 Jahre alte, anscheinend dem wmn vlotzlilt rbeiterstande angehörende Frauensperson bewußtlos auf der gewiß ein Droschke nach der Charitee srtäis dem Sattel geschleudert, durch das Trittbrett eines von ner Wohnung gebracht werden mußte.— Gegen Abend rde an der Schloßbrücke ein Mann durch einen übermäßig nell fahrenden Schlächterwagen erfaßt und am linken Bein lberfahren.— An demselben Tage fanden mehrere unbedeu- ade Feuer statt. Es brannten Kurfürstcnstr. 25 in einem roguengeschäst der Fußboden. Schulstr. 42 Möbel und Betten n emer Wohnung. Franzöfischestr. 5 Ruß im Schornstein, ergstr. 67 Möbel in einer Küche, Potsdamerstr. 6 die Schal- me m emem Wohnzimmer, Schönhauserstr. 2 aus einer herunter- fallenen Lampe ausgeflossenes Petroleum, Langestr. 88 Betten lnd Klerder in einer Küche und in der Nacht zum 17. d. M. Neubau Taubenstr. 24 Bretter und die Strohverpackung nes Brunnens. lnterweisung während da l die Elb wirksame >l von Ech icht hier ci> ljährlich nK den und iben, wclas mmenfm»' als 20 lung zu im Mo> inalist. Kellerlokal scheu 00 M. gel ;t, doch ;ib der ß1 ■rtufy-». al in der Gerichts-Zeitttng. Ein verschwirgenr» Uerwandtschaftsverhältniß dürfte für einen der Zeugen in dem Posener So- i a l i sie» p r v z e ß, welcher auch in dem vor dem B e r- taer Schwurgericht verhandelten Meineidsprozeß gegen y Je Tischlergesellen Felix Wittkowski und M e r k o w s k i jplc Hauptbelastungszeuge fungirt hat, möglicherweise noch unan- hren kaurt! genehme Folgen haben. Der Trschlcrgeselle Joseph Kru- 'kannten ck i ns ki ist mit dem Kriminalschutzmann?k a p o r r a�insoweit slötenkast'" verschwägert, als ein Bruder des letzteren mit der larterinstnlMes erstcren verheirathet ist. Dem' Krufchistski, welcher die Ae- er gegen»"' amteneigcnschaft des Naporra gekannt und mit demselben zusam- gestellt,»"'Ären die hiesigen Versammlungen der Polen besucht hat, war l und ein*'s) es nach seiner Bekundung in dem beregten Meineids- wurde i»L Prozeß nicht aufgefallen, daß Naporra in diesen Schmid'�'(Kreisen sich als Genosse gerirte. Dieser auffallende - emgewi#'Umstand gab dem damaligen Vertheidiger der Angeklagten, 'Rechtsanwalt Dr. Flatau Veranassung, dem Zeugen Kruschinski „(lorninA'die Frage vorzulegen, in welchen Beziehungen er zu Naporra befand stände. Der Zeuge antwortete darauf, daß er den Naporra »JSg anbot..■ echmuckka! :m Hau- A niesender iie Folge on seiner tzeimath aus kenne, verschwieg dabei icr, was in dem Posener Prozeß zur Sprache gekommen ist, ne Verschwägerung mit Naporra, obgleich aus der Art der efragung seitens des Verthcidigers mit Deutlichkeit bervorging, iß es demselben gerade auf die Feststellung eines solchen Ver- ältnisses angekommen war.— Die Angeklagten Wittkowski und lierkowski haben beauftragt, für sie das Wiederaufnahmever- ahren in Antrag zu bringen und denselben auf die mitgctheilte ,, rtiu-'�hnffackie zu stützen. Lfun�! Weve« Nergehens gegrn da« Kozialigengesetz stand ag b''!...�gestern der Möbelpolrrer Buck vor der zweiten Strafkammer am wer ei" Landgericht I. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, erstens ' nun»Sammeldons zur Unterstützung der Familien Ausgewiesener es chea �,.>und zweitens eme verbotene Druckschrift, den Antisyllabus, ver- sahug�v kauft zu haben. Durch die Beweisaufnahme wird der That- ,. ch bestand der Anklage im Wesentlichen dargethan. Rechtsanwalt ' PellFreudenthal bestreitet indessen, daß der Angeklagte sich strafbar * fn««z gemacht habe. Dabei beruft er sich auf einen ministeriellen wo«Erlaß, demzufolge das Sammeln für die Familien der Ausge- bwesen fljjrtiefenen nicht strafbar sei. Zum zweiten Punkt führt er aus, a.Wiist Nicht der Antisyllabus, den der Angeklagte verkauft esent. ver- e vew'. ii» breitet habe, sei verboten, sondern der, welcher in Chikago ge- 'Ngge- jh» druckt und herausgegeben wird. Der Gerichtshof beschließt, die ' Mit Nl heutige Verhandlung behufs weiterer Auskunftseinfordemngen stet et. von Seiten des Ministeriums und der Braunschwciger Polizei- lastete ,. direktion(wegen des Antisyllabus) zu erlangen. nb-7 il i'. Der Todtschlag in der Ehausserstraffe. Die erste i P#,.[ r» dresjährige Schwurgerichtsperiode des Landgerichts I begann - si' str j.. I vorgestern unter dem Vorsitze des Landrichters Funke mit der '''M �Handlung einer Anklage wegen vorsätzlicher Körperverletzung ]c cw" I mit tödtlichem Ausgange, die sich gegen den 19jährigen Stein- .ominen,' trager Carl Friedrich Voigt richtete. Am Abende des wicke't»yl 10. Juni v. J. wollte der Angeklagte seine im Hause Chaussee- vorließ. M Uatze 4� belegene Hofwohnung aufsuchen. Er hatte an jenem Sstiee.J Abende Wochenlohn erhalten und befand sich m angetrunkenem e, i&Twifl Zustande. Da er den Thorweg bereits verschlossen fand, mußte in P\ gi# er warten, bis ein auf demselben Hofe wohnender Droschken- t jutscher nach Hause kam, der ihm den Thoriveaschlüssel anver- cnischln° J traute. Der Angeklagte war im Begriff, die Thür wieder zu ha*' g«:sck)ließen, als cm anderer Haushewohncr, der dem Voigt seit ohnung Jahren bekannte Trschlergesclle Dippold, hinzukam, der das Haus beruhen' verlassen wollte. Ohne irgend einen Grund gcriethen die Bei- .. fA den in einen Wortwechsel, der bald zu Thätlichkeiten überging. Zerlw'zt/ Der Kampf währte nicht lange, Voigt verließ das Haus wie- 'er a?cr und begab sich auf die Straße, um sein Auge, welches ngen uw » $sm me" � orene*. burch einen Faustschlag verletzt worden war, an einem ! Brunnen zu kühlen. Gleich darauf fand man Dippold blut- | uberströmt und bewußtlos auf dem Flur liegen. Er verstarb wahrend des Transports nach seiner Wohnung. Bei der Ob- duktron stellten die Gerichtsärzte an der linken Schläfe des Todten eine tiefe Kopfwunde fest, der Schädel zeigte ein rundes Loch von der Größe eines Markstücks, durch welches die Gehirn- masse herausgetreten war. Zweifellos ist diese Verletzung nach dem Gutachten der Sachverständigen die Todesursache gewesen. Die Anklage nimmt an, daß Voigt seinem Gegner mit dem außergewöhnlich großen Schlüssel einen Schlag gegen den Kopf gegeben hat, wofür viele Umstände sprechen. Der Angeklagte bestritt dies, seiner Trunkenheit wegen will er sich der einzelnen Umstände nicht mehr erinnern können, aber noch ganz genau wissen, daß er den Schlüssel nicht als Waffe benutzt hat. Während des Ringens mit Dippold sei ein kleiner Mann, anscheinend ein Hausbewohner, vom Hofe aus auf den Flur getreten und habe ihm gesagt: KAI, gieb mir den Schlüssel so lange, damit Du die Hand frei beyälst und dabei habe derselbe ihm den Schlüssel aus der Hand genommen. Der Angeklagte ist der Anficht, daß dieser den verhäng- nißvollen Schlag gegen den Kopf des Dippold geführt hat. Gesehen hat er dies zwar nicht, denn es sei auf dem Flur dunkel gewesen. Auffallenderwcise will er diesen kleinen Mann, der seiner Anrede nach ihn kennen mußte, nicht kennen, alle Bemühungen, diese geheimnißvolle Person ausfindig zu machen, find vergeblich gewesen. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß Dippold ebenfalls angetrunken gewesen und außerdem, daß ein kleiner Mann Ohrenzeuge des vor dem Kampfe stattgefundenen Wortwechsels war. Der Hausschlüssel wurde einige Tage darauf auf einem Schaukasten gefunden, der sich neben dem Thorwege des betreffenden Hauses befindet. Der Staatsanwalt schloß aus der Beweisaufnahme, daß der Ange- klagte der Thäter sei und plädtrte in diesem Sinne, der Ver- thetdiger wies aber auf die vielen dunklen und unaufgeklärten Punkte bei dem Vorfalle hin und vertrat die Anficht, daß jener kleine Mann der Thäter fei. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten schuldig, daß er sich an einer Schlägerei betheiligt, habe, durch welche der Tod eines Menschen herbeigeführt wurde. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Gefängniß, während der Vertheidiger eine dreimonatliche Gefängnißstrafe für ausreichend erachtete. Das Erkenntniß lautete auf ein Jahr Ge- fängniß, wovon sechs Monate durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Der Sisiungssaal de« Kchoffengericht« am Amtsgericht Kerlin» war am Montag Nachmittag zum Erdrücken gefüllt. Gerichtsbeamte, Funttionäre der Staatsanwaltschaft, Kriminalstudenten und was sich sonst zu interessanten VerHand- lungen zu drängen pflegt, war in Menge erschienen. Statt der Landleute aus der Umgegend Berlins, die sonst wegen irgend welcher Kontraventionen in diesem Saale abgeurtheilt werden, standen nämlich mehrere Kinder des fernen Südens auf der Anklagebank, die mit ihrer Tracht dem sonst ziemlich düsteren Bilde einer Gerichtsverhandlung ein ganz eigenartiges Kolorit verlieben. Es waren dies vier Zigcunermädchen, die acht Tage vor Weihnachten beim Betteln aufgegriffen worden sind, sich dabei des Widerstandes gegen die Staatsgewalt schuldig ge- macht haben sollten und deshalb bis jetzt in Untersuchungshaft gehalten worden find. Die Mädchen führen den Familiennamen Chive und die Vornamen Emma, Marie, Rosalie und Anna. Sie trugen sämmtlich Hochrothe Röcke von Kattun und hell- blaue Schürzen, blaßrothe Umschlagctüchcr mit weißen Mustern, die verblichenen Tischdecken zum Verzweifeln ähnlich sahen und großblumige Kopftücher. Die 17jährige Emma zeigt in Antlitz und Gestalt nicht die leiseste Aehnlichkeit mit der Heldin des bekannten Schauspiels„Preciosa", sie neigt im Gegentheil schon stark zu dem Bilde der Zigeuncrmutter hin. Die 14jährige Marie und und die 12jährige Anna zeigen sich zwar noch als Kinder, aber trotz ihres üppigen schwarzen Haares sehen sie keineswegs hübsch aus. Ganz anders erscheint die 13jährige Rosalie. Sie trägt braunes Haar und besitzt einen ursprünglich weißen, nur von Sonne und— Schmutz gebräunten Teint, rothe Wangen und sehr fein geschnittene, durchaus germanische Gesichtszüge. Und doch sollen es Schwestern sein, obwohl sich zwei echte Zigeuner-Typen als„Väter" dem Gerichtshofe vor- stellten. Es heißt, daß sich in der Familie ganz eigenthümliche Verwandtschaftsverhältnisse entwickelt haben. Die„Väter" sind nämlich Brüder, aber die Kinder sotten Schwestern sein. Die beiden Brüder besitzen nämlich in der Mutter der vier Mädchen eine gemeinschaftliche Frau, was bei ihrem Volke nicht gerade selten vorkommen soll. Zur Verhandlung war als Dolmetscher der Kandidat Barborescu geladen, weil angenommen wurde, daß die Sprache der Angeklagten die rumänische sei; diese Annahme erwies sich aber als falsch. Der Dolmetscher und die Angeklagten konnten sich nur deutsch ver- ständigen, das sie allerdings nur radebrechtcn, obwohl sie behaupteten,„fertig deutsch" zu sprechen.„Emme" behauptete: „Sprechen wir alle fertig deutsch, ntx rumänisch, blas Sprach' unseres Volkes, Zigcunersprach!—„Wo sind Sie denn zu Haus?" fmg der Vorfitzende, Ämtsrichter Weyer.—„Nix Haus! Haben nix Haus!"— Vorsitzender:„Ich meine, Ivo Ihre Heimath ist— Angekl.: Nix Heimath! Haben nix Heimath! Chaussee, Landstraß' Wald sein unser Heimath!"- Besondere Schwierigkeit macht es, den Familiennamen festzu stellen. Die beiden Zigeuner, welche sich als Väter vorgestellt haben, nennen sich„Falk", während sich die Töchter„Chive" nennen. Wußten die Väter auch keine verständliche Aufklärung zu geben, so verstand es„Emme" um so besser:„Chive Zigeunersprach'! Falk sein deutsche Nam'!"— Als ihre Religion nannten die Angeklagten die griechisch-katholische. Ihr Alter und ihren Geburtsort wußten sie nicht anzugeben. Sic gaben nur die er- wähnten Jahre an.„Nix wissen, wo geboren! Werden sein geboren im Wald!— Was den Thalbestand anbetrifft/welcher der Anklage zu Grunde lag, so bekundeten die Gendarmen Buchtenhagen und Stelling, daß sie am 17. Dezember durch Bewohner von Weißensee und Falkenberg benachrichtigt worden seien, daß die beiden jüngsten Angeklagten die Leute durch ihre Bettelei belästigt hätten. In dem Bemühen, die Mädchen zu ver- haften, seien sie durch die älteren Beiden verhindert worden. Die Kleinen seien auf die Wagen geklettert, hätten sich dort versteckt, Emma habe dem einen Gendarmen mit einem Knittel gedroht und ihm eine Bezeichnung an den Kopf geworfen, in welcher sich die Namen zweier Hausthiere zu verbinden pflegen.— „Nix gesagt Schimpfwort! nur gesprochen in Zigeunersprach!" — rief Emma dazwischen,—„nix gebettelt, nur haben wollen kaufen für zwanzig Pfennig Leber!" nifen die Kleinen.—„Nix sein geflohen, nur Furcht gehabt vor Pferd von Schandarm!' — Der Staatsamvalt beantragte für die älteren zehn be- ziehungsweise sieben Tage Gefängniß und für die jüngeren Beiden wegen Bettelns je fünf Tage Haft, welche Strafen durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten seien. Syndikus Dr. Hülse nahm sich mit groyer Wärme der Angeklagten an, auf vollständige Freisprechung plaidirend, aber immer und immer wieder wurde er durch die vierstimmigen Rufe unterbrochen:„Nix getan! Nix gesagt!" Der Gerichtshof sah die Sache so mild wie möglich an. Von der Beleidigung wurde die„Emme" freigesprochen, well nicht ausgeschlossen, daß sie ein von den Gendarmen mißverstandenes Wort der Sprache ihres Stammes gebraucht habe. Wegen des Widerstandes wurden Emma und Marie zu ie 3 Tagen Gefängniß, Rosalre und Anna wegen Bettelns zu je 1 Tag verurtheilt, welche Strafen als verbüßt erachtet wurden. Die Angeklagten wurden sofort enllaffen. Der Jubel der Mädchen kannte kerne Grenzen. Gin- sonderbar--- Anklag- w-g-n groben Zlnfug« ist wohl niemals verhandelt worden als diejenige vor dem Schöffengericht gegen die Franks. Ztg." am Freitag. In der Nacht vom 12. 13. September v. I. erhielt Vre„Franks. Ztg." eine telegraphische Depesche aus Stettin vom Abend des 12. In derselben war eine Mittheilung über den Empfang des Kaisers in Stettin enthalten, worauf der Satz folgte:„Vom auswärtigen Amt ist der Geheime Legationsrath v. Bülow hier." Hinter diesem Satze folgte ein 4- als technische Bezeichnung des Abschlusses. Der Korrektor Münk hielt das-t- für ein Todtenkreuz, so daß die andern Morgens in der Zeitung abge- druckte Depesche lautete:„Der Geheime Legationsrath v. Bülow vom auswärtigen Amt ist hier gestorben." Die Verwechselung. wurde alsbald rektifizirt und der Jrrthum aufgeklärt. Trotzdem ist Anklage nach dem Unfugs-Paragraphen erhoben, weil die dem Legationsrath v. Bülow Nahestehenden durch diese Nach- richt beunruhigt worden seien. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Korrektor als Urheber des Unfugs und gegen den Redakteur wegen Fahrlässigkeit, weil er sich nicht um die Bc- sorgung des Telegramms bekümmert habe, Geldstrafen. Das Urtheil des Schöffengerichts lautete indeß für beide Angeklagte freisprechend. Die gemeldete Nachricht sei zwar unwahr und ev. geeignet, Unruhe hervorzurufen im Puhlikum, dies jedoch that- sächlich nicht nachzuweisen. Wegen der hohen Stellung des Herrn v. B. allein sei das nicht absolut nothwendig. Auf das subjettive Moment der Sache geht das Gericht nicht weiter ein, weil dies nicht erforderlich erscheint, da die Freisprechung ohnehin zu erfolgen habe._ Uereine und Versammlungen. D-r Fachv-r-in d-r Lt-intriig-r K-rUn« hielt am 15. Januar seine oidentliche Mitgliederversammlung in Schesser's Salon, Jnselstraße 10 ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Stellungnahme zum Tarif für 1888. 2. Abrechnung vom letzten Quartal 1887. 3. Wahl eines Mitgliedes zur Fach- kommission. 4. Wahl eines Beitragssammlers für die Zahlstelle im Westen. 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Betreffs der Lohnfrage bemerkte Herr Wallenthin, daß zwei Drittel der Arbeitgeber nach dem Tarif für 1887 voll gezahlt hätten, und ein Drittel den Preis bei schweren Steinen inne gehalten haben. Redner fügte hinzu, daß viele Vereinskollegen 25 auch 50 Pfg. unter dem Tarif gearbeitet hätten. Hierzu wurde vom Vor- fitzenden die Frage gestellt, ob es sich nicht empfehlen würde, im Winter auch bei schwerem Material 25 Pf. billiger zu arbeiten. Herr Unterlauf sprach sich zu dieser Frage zustimmend aus. Herr Noack empfahl der Versammlung, bei Lohnarbeiten kleine Preisdifferenzen nicht zu scharf zu nehmen, sondern wenn es sich um Kleinigkeiten handelt, die Arbeit anzunehmen, damit dieselbe in Händen der Mitglieder des Fachvereins bleibt. Herr Wallenthin empfahl jedoch, bei Bauten, auf welchen die Arbeit, die vom Grund auf bis zu Ende in Tagelohn ausgeführt ivird, den hierfür'bestimmten Preis festzuhalten. Herr Knack kritistrte in. fcharser Weise, daß viele Fachvereinsmitglieder noch bei Kollegen arbeiten, die nichl zum Verein gehören und von denen sie nur nichtachtend behandelt werden. Er empfehle deshalb, nur bei Vereinsmitgliedern zu arbeiten. In seinen weiteren Aus- führungcn kritisirte Redner das Verhalten vieler Unternehmer in scharfer Weise, wobei ihn der die Versammlung überwachende Beamte unterbrach, um die Erklärung abzugeben, daß die Ver- sammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst fei.— Die nächste Versammlung findet am 29. Januar in Schmidt's Salon, Waldemarstr. 75, statt. Ein- öff-ntlich- Dersammlung d-r Ktocknrb-it-r K-rUn» tagte am 13. d. Mts. in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, um Stellung zu nehmen zur Gründung einer Ortsverwaltung der„Vereinigung der Drechsler Deutschlands", speziell für die Arbeiter der Stockbranche. Namens der zu den nöthigen Vorarbeiten gewählten Kommission erstattete Herr Pindric zunächst Bericht. Redner setzte der Versammlung die Zwecke und Ziele der Vereinigung auseinander. Zweck der Ver- einigung ist vor Allem die Regelung des Lohnes und der Ar» heitszeit, zu welchem Zwecke laut§ 152 der Gewerbeordnung die Arbeiter sich zu vereinigen berechtigt sind; außerdem will die Vereinigung behufs Ermittelung der Löhne und der Lebenshaltung der Arbeiter eine gründliche und öfter fortgesetzte Statistik ausarbeiten: ferner die Errichtung von.Herbergen, und zur Erleichterung der Arbeitsvermittelung die Herstellung: eines ständigen Arbeitsnachweises, sowie behufs theoretischer Aus- bildung der Mitglieder die Errichtung von Fachschulen in die Hand nehmen. Redner wies hin auf die kürzlich ausgebrochenen Streiks, auf den fortwährend gesteigerten Lohndruck und die dadurch herbeigeführte schlechtere Lebenshaltung der Arbeiter» und empfahl Namens der Kommission den Anschluß der Stock- arbeiter an die„Vereinigung der Drechsler Deutschlands", durch die Gründung einer Ortsverwaltung„Berlin" speziell für die Stockarbeiter. In der Diskussion sprachen sich die Herren: Böttcher und Sanger ebenfalls ,m Sinne des Referenten aus. ssimzeees nehmen. Bei der darauf stattfindenden definitiven Vorstands- wähl wurden folgende Herren gewählt: zum Bevollmächtigten Pindric; Kasflrer Böttcher; Schriftführer Meißner, und zu Bei- siyern Hildcbrand und Strohmeyer. Alsdann wurde über die letzten stattgefundenen Verhandlungen der Streikenden mit Herrn Gebauer diskutirt. Herr Gebauer will, wie mitgetheilt wurde, 20 der Streikenden sofort einstellen, während der Rest, ca. 25 Mann, die Arbeit erst acht Tage später wieder auf- nehmen soll; diejenigen aber, welche Herr Gebauer bestrafen lassen will(aus welchen Gründen, weiß natürlich niemand), sollen überhaupt nicht wieder anfangen. Einer der Arbeiter, welcher, als der Streik ausbrach, entlassen wurde, verklagte, wie mitgetheilt wurde, Herrn Gebauer wegen Jnnehaltung der vierzehntägigen Kündigung. Vor dem Gewerbe- Schieds- gericht habe nun der Verklagte angegeben, der Arbeiter ser aus folgenden Gründen plötzlich entlassen worden: 1. wegen Putschens, 2. wegen regelmäßigen Zuspätkommens (für ledes Mal Zuspätkommen wird eine Strafe von 25 Pf. gezahlt), 3. sei der Streik durch ihn entstanden, und 4. hätte er sich an einer„inneren Bewegung" betheiligt.(Letzterer Grund ist dem Kläger unverständlich.) Nachstehende Refolution wurde hierauf einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung erklärt sich m,t dem Vorgehen der streikenden Gebauer'schew Arbeiter einverstanden und verpflichtet dieselben, an ihren be» kannten Forderungen festzuhalten." Die gut besuchte Versammlung. welche bis gegen 12 Uhr tagte, zeigte, daß auch die Ar» better der Stockbranche von dem Ernst ihrer Lage überzeugt und gewillt sind, für die Verbesserung derselben mit aller Energie einzutreten. V-r-in-h-maliger Schül-r d-r SS. G-m-tnd-- Kchule. Herste Abend 8Ulbt Sitzung im Vereinslokal bei �chon, Kurfurstenstr 31. Vortrag des Herrn Lehrer Unruh: „Wallenstein." Gaste willkommen. Am Sonntag, den 22. d. Mts., veranstaltet der Verein den nächsten Damen-Abend im Vereinslokal. Krnnk-n-«nd St-rb-- Unt-rstühnng-kass- d-r v-rgoldrr und Bemfsgen offen.(Eing. Hilfskasse Nr. 19). Die Generalversammlung findet am Sonntag, den 29. Januar, Vormittags 10* Uhr, im Lokal des Herrn Rautenberg, Wasserthor- straße 54, statt. Tagesordnung: 1. Jährlicher Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Anträge der Mitglieder. 4. Ver- schiedenes. Reise- Unterstutzungs- Verbandes der Schneider Deutschlands. Ref.: H. Jeschonneck. c».F-�u-r-in d-r putz-r. Heute. Mittwoch. Abends 8% Uhr, der Scheffer. Jnselstraße 10: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: I. Vortrag eines Architekten über„Dekorativ- Ausstattung von Hochbauten". 2. Vereinsangelegenheiten und Fragekastcn. _ Srr V-r-in d-a t-chnischrn P-rsonal« der deutschen Buhnen feiert am Sonntag, den 22. Januar, in der„Berliner Ressource, Kommandantenftr. 57, sein zweites Stiftungsfest. Anfang Abends 8 Uhr. «rfang-, Tu-«-«nd g-s-lliar Uer-inr am Mittwoch. Mannergesangverein„Jugendlust" Abends 8* Uhr im Restarant Passod, Gartenstr. 162.— Äännergesangverein„Cacilia" Abends r. lu. ZUHr im Restaurant, Köpnikerstr. 127».— Gesangverein„Männer- chor Linde" Abends 8', Übr im Restaurant Haller, Naunynstr. TO. — Lübeck'scher Tumverein(1. Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabechstraße 57 58.— Turnverein„Weddina", tankltraße 9. Männer- Abtheilung von 8% bis 10!j Uhr bends; desgleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Schlesischer Verein„Holtei" Abends 9 Uhr im Restaurant, Wasserthorstt. 41.— Wissenschaftlicher Verein für Rollerssche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauserstraße 42, Unterricht und Uebungsstunde. — Ärends'scher Stenographenverein„Amicitia" Abends 8; Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.— Ärends'scher Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant .Wilhelmsgarten", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Äurfürstenstraße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpcnickerstraße 191.— Rauchklub„Havanna SO" Abends 8t Uhr im Restaurant Paeyoldt, Reichenbergerstraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpcnickerstraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Primenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 8& Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27. sie die Trümmern desselben in hellen Flammen. Viele Passagiere erlitten lebensgefährliche Brandwunden und andere ernstliche Verletzungen. Nen»-Dork, 14. Fanuar.(Schneesturm.) In den nord- westlichen Staaten wüthcte gestern ein furchtbarer Schneesturm. Derselbe war über eine größere Fläche Landes ausgebreitet, als je früher der Fall gewesen ist. Viele Personen sind im Schnee ums Leben gekommen. Kleine Mittheilungen. Kpanda«, 14. Januar.(Unglücksfall.) Gestern war der Stationsarbeiter Hermann Meißner auf der Lehrter Bahn mit dem Ausrangiren eines Güterzuges beschäftigt. Beim Abhängen der Wagen hatte Meißner das Signal zum Anfahren der Ma- schine gegeben. Letztere setzte sich in Bewegung, als laute�Hilfe- rufe ertönten. Es gelang zwar, die Maschine sofort zum Stehen zu bringen, aber das Unglück war schon geschehen. Meißner lag bewußtlos am Boden; die Räder waren ihm über den rechten Fuß hinweg gegangen. Hamburg, 14. Januar. Die Stadt Hamburg zählt nach den neuesten Ermittelungen 492 518 Einwohner. Die Zunahme betrug im verflossenen Jahre 3,05 pCt. gegen 2,24 pCt. im Jahre 1886. In den letzten 10 Jahren stieg die Bevölkerung um 27,76 pCt. Krüssel, 16. Januar. Heute brach in dem Alhambra- Theater während der Vorstellung von Ali Baba Feuer aus, indem aus der Oeffnung eines Hcizungsrohres Flammen schlugen. In den Parterreräumen entstand infolge dessen «in heftiges Trängen, während die Zuschauer in den Rängen ruhig auf ihren Plätzen blieben. Die Feuerwehr- leute löschten mit geringer Mühe den Brand, worauf die Vorstellung ohne weiteren Zwischenfall wieder aufgenommen wurde. Pari», 15. Januar.(Untergegangenes Schiff.) Wieder wird ein Fall bekannt, daß der Kapitän eines Schisses einem anderen Schiffe, das dem Untergange nahe war, die erbetene Hilfe vcrwcigette. Der französische Dampfer„Ministre Abba- tucci" war auf der Fahrt von tzavre nach Marseille auf der Höhe des Kaps Finistcre leck geworden. Am 29. Dezember v. I. bemerkte man einen nach Süden steuernden JDamvier, dessen Kapitän gebeten wurde, den„Abbatucci" bis San Martina de Borto, etwa 16 Meilen entfernt, im Schlepptau mitzunehmen. baleich dies vielleicht nur 2 Stunden in Anspruch genommen hätte, wurde es, trotz der verzweifelten Lage des„Abbatucci" wegen augenblicklichen Mangels an Zeit abgelehnt. Infolge der immer stärker werdenden Stürme steigerte sich die Roth läge auf dem lecken Schiffe; am 31. Dezember Abends sank dasselbe plötzlich und die Wellen schloffen sich über�22 Menschen, der gesammtcn Bemannung. Der Steuermann Sebastiani kam allein mit dem Leben davon. Nachdem er 20 Stunden, an einem Lukendeckel angeklammert, auf dem Meere umhergetnebcn war, wurde er von dem holländischen Dampfer„Rhenania/' ge- rettet, und hat nun über die Angelegenheit berichtet. Das Ächiss, welches die Hilfe verweigerte, soll ein englisches sein, der „Kinasdale" von Newcastle. Die französische Presse ist über den Kapitän mit Recht ttef entrüstet. London, 16. Januar. Ter Union-Dampfer„Atheman hat heute auf der Ausreise Lissabon passirt. Washington, 12. Januar.(Eisenbahnunglück.) Ein Waggon mit Auswanderern, der einem auf der südlichen Pacific- eisenbahn laufenden Zuge angehängt war, entkoppelte sich um Mitternacht am Dienstag unweit Sumner in Kalifornien und rannte eine steil abfallende Sttecke zurück, bis er eine Biegung erreichte, wo er über den Bahndamm in eine Tiefe von 80 Fuß stürzte. Der Verlust des Waggons wurde erst auf der nächsten Station bemerk, und als die Bahnbeamten zurückgingen, fanden fieiteste Nachrichten. oftalistengrseh. Die„Voss. Ztg." theilt mit: Wie verlautet, wäre u. A. auch von Seiten Bayerns und Wütttemberas im Bundesrath Widerspruch gegen die„Expa- triirung" erhoben worden. Bayern nimmt schon seines Reser- vatrcchts wegen eine eigene Stellung zu diesem Vorschlage ein. Zu den bayerischen Rcservatrechtcn gehört nämlich auch die Ge- setz�ebung über das Heimaths- und Niederlassungswesen, und Bestimmungen, welche die bayerische Gesetzgebung auf diesem Gebiete treyen will oder getroffen hat, können durch Reichs- gesetze nicht einseitig beseitigt oder aufgehoben werden. Der Gesetzentwurf hat diese Klippe allerdings umgangen, insofern eine Ausweisung aus dem Reichsgebiet nicht stattsinden, sondern nur jedem Staatsgebiet ettbeilt wird. Somit kommt eine Be- schränkung des bayerischen Sonderrechts nicht in Frage, wiewohl in der Praxis dasselbe erreicht wird wie durch die Ausweisung aus dem Reichsgebiet." KteUuag de» Zentrum» zur Uerlüngeruug der Legislaturperiode«. Das Münchencr„Fremdenblatt" hat unlängst erklärt, das Zentrum werde geschlossen gegen die Verlängerung der Legislaturperiode stimmen. Eine gleich brstimmtc und umfassende Versicherung abzugeben— sagt der„Wests. Merkur"— sind wir allerdings nicht in der Lage. Jndeß können wir doch erklären, daß hervor- ragende Abgeordnete unserer Partei, weniger aus prinzipiellen als aus taktischen Gründen, der von nationalliberalcr Seite im Bunde mit den Lfsiziösen geplanten Verlängerung der Legis- laturpcriode energischen Widerstand entgegensetzen werden. Ausweisung au» KchUswig. Der Sohn des Kauf- manns Kralund in Apenrade, welcher in Kopenhagen studirt und sich in letzter Zeit bei seinen Eltern zum Besuch aufhielt, ist aus dem diesseitigen Staatsgebiet ausgewiesen worden. r Wüuchen» 17. Januar. Der Petitionsausschuß der Kammer beschloß einstimmig, die Petition der Würzburge- Zentrumswahlmänner auf Abänderung des Landtags» Wahlgesetzes der Regierung zur Erwägung zu überweisen. Dem nach wird vielleicht die Bestimmung aettoffen werden, daß in der so lange schon schwebenden Wurzburger Wahlangelcgenheit das Loos die endliche Entscheidung bringt. Au» London. 17. Januar, wird der„Voss. Ztg." tele- graphirt:„Im Zentral-Strafgerichtshofe begann gestern die �ch wurgerichtsverhandlung gegen Euningham-Graham; liberales Mitglied des Unterhauses für Nordwest-Lanarkshire, und den Sozialistenführer John Burns. Dieselben find angeklagt, sich am 13. November v. I. an einem Krawall auf Trafalaar Square betheiligt und der Polizei in der Ausübung ihrer Pflicht Widerstand geleistet zu haben. Der A t t o r n e y- General behauptete in seiner Ansprache an die Geschworenen, daß die Angeklagten das öffentliche Versammlungsrecht mit der Redefreiheit verwechselten. Die Redefreiheit sei ein Recht, worauf das Land stolz sei; eine Beeinträchtigung desselben könne die Regierung nicht im Sinne führen. Anders verhalte es sich mit dem Versa nr m lungsrecht; dasselbe hänge lediglich von Umständen ab. Es sei ungesetzlich, ein Bild in einem Laden auszustellen, wenn dadurch eine Verkehrsstörung auf der Straße entliehe; es sei für ungesetzlich erklärt morden, einen Stuhl auf die Sttaße zu stellen oder eine Tribüne für ein Orchester zu errichten, wenn dies eine Verkehrsstörung venu fache; es bestehe kein gesetzliches Recht, eine Versammlung auf Trakalgar Square abzuhalten, und die Polizei sei völlig befugt gewesen, das Ab- steher) bis zum jüngsten Gorodowoi als politisch,. gehoben; Alle wurden arretirt. DieS steht Alles« duna mit der jüngst gemeldeten Arretirung eines S — Die Nachricht von dieser Arretirung, sowie cud Haftung von Offizieren bestätigt sich vollkommen.* gehören nicht der Garde an, sondem find hierher k> Offiziere der Armee. In ihrer an der Moika gel«! nung wurde neben sehr kompromittirenden Briefs Dynamit gefunden.(?)" Norwege« wird nach einem Beschlüsse des auf dem Erinnerungsfest der großen Revolution, der A u s st e l l u n g von 1889, amtlich vertreten werden- trag der Regierung ist eine desfallfige Resolution erfolgt, der die Fürsorge für die Theilnahme von Seite einer besonderen Kommission anvettraut hat, � glieder bereits ernannt find.— Die Einnahm�. wegens für das abgelaufene Finanzjahr 1886-»', i«) äp.o rwv» 42 469 000 Kronen ergeben, die Ausgaben� hab«>� Kronen mehr bettagen, das ist immerhin ein Dcfi den sonst gut geordneten Finanzen ist es nicht der i Krüssel, 17. Januar. Der aus den ArbeitZ (Frühjahr 1886) berüchtigte General van der Smissen# erscheint tagt in den Ruhestand.: tn's Haus v _ 4 Marl. Ei Telegraphische Depeschen halten von Versammlungen auf dem Square zu verbieten. Die Angeklagten hätten unter diesen Umständen ihre Versammlung im Hydepark abhalten sollen; gleichwohl hätten sie versucht, sich den Zugang zum Square zu erzwingen. Dadurch hätten sie sich eines Vergehens schuldig gemacht, welches das Gesetz in den strengsten Ausdrücken verdamme und das nicht ungestraft ge- lassen werden dürfe. Nach Vernehmung einer Anzahl Be- lastunaszeugen, zumeist Polizeikonstabler, wurde die Verhandlung bis Dienstag vertagt." Au» Petersburg, 16. Januar, wird dem„Berk. Tgbl." telegraphirt:„Gerüchtweise verlautet, im Narwaschen-Stadttheile wäre ein ganzes Polizeibureau(Uschastok) vom Pristaw(Vor- (Wolff's Telegraphen-Bureau.) (Nach Schluß der KedaKtion etugetreL� Kerlin, Dienstag, 17. Januar. Die Post von> 9. Dezember 1887 von Sydney abgegangenen A» dampfer„Hohenzollern" ist in Brindisi eingetroffen' in Berlin voraussichtlich am 19. früh zur Ausgabe gl Loudo«, Dienstag, 17. Januar. Der Union „Mexican" ist heute auf der Heimreise in Ply kommen. & Die Son «ches, sagt )aß dieses S; 'e Sonne i> sprießt und g Wnrkthallrn-Kericht uo« I. Sandmann, Sowohl im ph Vcrkaufsvermittler. Berlin, den 16. Januar 1888. teben. 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