Kotmabntd. den 21. Januar 1888. 5. Jahrg. ' Vlöcnoe �chklub„Wss l'tr. 1011 mge« >.) Ueber d- „Johann» die durch :"i"A & ue verbranE Kapitän �\ irma H- 6', lufgcbtatim. zte in einA Brgan für die Interessen der Arbeiter. JnscrtionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzcile oder deren Raun, 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei stroßcren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohn« Erhöhung des Preises, angenommen. Backbordb»� scn crttanl. Stunden ge des«Ii in fragte W da dies m» um Waff«; -> Leute diel Redaktion: Deuthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. s Kapitäns u! ein eii e Stunde srlicher Ri , wie die ah man N hrend W wutden en. m ireouöl hi der hi nlagen zen, die I g 89 und nternatil s unters llusschül 9. Jaj racher hr aus Kamli-,�. cathung d» Herr Zeo Vecei. Der heilige Vater in Rom hat bei seinem Priester- Kapitän Jubiläum einen gewaltigen Triumph gefeiert. Die Ahge- ufgmßt, Sandten der Christenheit aller Länder drängten sich zu vielen usenden um die Stufen seines Thrones und das Ange- »de, das sie ihm zu Füßen legten, war nicht klein. Die cschenke beliefen sich insgesammt dem Werth nach auf Millionen Franken, darunter an baarem Geld 14 Mill. an schenkte dem heiligen Vater 150 Zentner Käse und 000 Flaschen Wein, für welch letztere ein besonderer "er gebaut werden mußte. Der heilige Vater ist ein dankbarer Mann und wird er hiesiges gläubige Christenheit, die ihn so reich bedacht, latt, durchficht ohne Gegengeschenk lasten. Seine Geschenke haben lötet undAhr ihn den Vorzug, daß sie sich wesentlich billiger """f.isittellen, als den Gläubigen ihr Tribut zu stehen « Damom�Ust�t. Leo XIII. setzt sich nun an sein Schreibpult und anduua"'Leitet für die gläubige Christenheit eine E n c y c l i k a »urückves�- ber die soziale Frage aus. Das wird ein Bro- thürchen werden, das mit 60 Millionen Franken sehr an- "ndig honorirt ist. Allerdings werden solch hohe Honorare mr m diesem einen Fall gezahlt; andere Schriftsteller, eiche Broschüren über die soziale Frage veröffentlichen, üsten sich gewöhnlich mit etwas weniger begnügen. Für 60 Millionen Franken können kritische Gläubige desten auch einen neuen Gedanken verlangen. eo XIII. ist bereit, ihnen einen Gedanken zu geben. Die rage bleibt dabei nur, ob der Gedanke auch neu ist. Zn der Encyclika soll betont werden, daß gegen- ber den Arbeitern der Staat mit der irche und die Kirche mit dem Staate usammengehen müfle. Nun, Herr Leo Pecci witterte Morgenluft— er er- nt die Arbeiter als eine wichtige und moderne gesell- aftliche Macht an. Früher hätte sich nicht so leicht ein gefunden, welcher der Arbeiter wegen eine Feder in tilminiu�Ae Hand genommen hätte. Heute findet sich einer. Der Das ist aber auch alles, was an dem„Gedanken" des ncn Ka� Eiligen Vaters neu ist. Das übrige ist ziemlich altbacken, bewegli�Md wenn er meint, daß die Kirche mit dem Staate zu- Ausnahw�Aunnwitgehen soll, so ist damit eigentlich gar nichts gesagt, Januar.. ��fchmeige denn ein neuer Gesichtspunkt gewonnen. iwimiis% Die Haltung des Staats gegenüber den Arbeitern ist ipirfi!iöä»l/Äanntlich in unserer Zeit eine zwieschlächtige. Der moderne n, schl>Ä.-Mstenstaat schafft sich einerseits eine repressive Gesetz- nncn unv'V'dung, mit welcher er nach seinem Belieben den Eman- . Durch �ationsbestrebungen der Arbeiter Halt gebietet, wo sie ihm ten, kräftig auftreten. ) nCUC"r i Qstt VvJolov #= ) neue Ter#! In dieser Richtung ist die Kirche jederzeit eine treue vU Jeuifteton. i"" i»«cht« oorikhaUina [16 (Nachdruck»«rbotrn.> »acno'N'!'' ä Der Erbe. Roman von Friedrich Gerstäcker. mzip'. über di» Der junge Offizier präludirte eine Weile, aber nicht ge; er ging bald in eine etwas schwermüthige Phan- t über, der er sich hingab und darüber seine Zuhörer vergaß. „Aber so ernst?" sagte Rebekka endlich leise. „Sie haben Recht, mein Fräulein— ich muß..." er rchte— die Uhr hob zum Schlagen aus— er zählte: es !ünf Uhr—„ich muß Ihnen etwas Heiteres spielen, na Sie sollen nicht sagen, daß ich mit einem Trauer- St /«»iJn von Ihnen geschieden bin."— Und jetzt ch das 0">elte er einen der wildesten Sttauß'schen Walzer von An- en. bis zu Ende durch.„Run," sagte er dann,„klang ch Ali,„Der klang fast noch trauriger, als das erste Stück," e das junge Mädchen ernst und wandte sich dabei halb ,eu zur Seite. inndu""''""�rr ich weiß nicht, was Du willst, Kind," rief die aar 1666'..�utter—„was Lustigeres kann es ja doch gar nicht geben, Feinste%,( Zuckt es doch sogar mir alten Frau, die das Tanzen W—l�MtiJj�J�Sefärcoren hat, in den Füßen." 3. Dt'® 5, M �runo erwiderte nichts; wieder griff er einige -88 Ml ii*1 lotbe, die sich aber fast von selber zu einer Melodie ge- n taa steten, und ohne daß er es vielleicht wußte, klangen sie v�tzlich zu Mendelssohn's:„Es ist bestimmt in Gottes j/'lh" zusammen. Er spielte es durch, beide Verse, .g7, letzten Töne so leise, daß sie kaum hörbar durch , �lmmcr klangen; dann stand er langsam auf und Käst A. V"ach seiner Dienstmütze, die oben auf dem Zn- . nN-rV llt"'"1-* IN Abzug _30Ö T'''lm«1nte lag. Neusäß J Rebekka stand ihm stumm und regungslos gegenüber; mEI Gesicht war marmorbleich geworden, daß sich die ilbfleu®zi�Af�nschwarzen, langen Wimpern der niedergeschlagenen Verbündete des Staats gewesen, durch eine tausendjährige Geschichte hindurch. Rur wenn Kirche und Staat sich selbst in die Haare geriethen, fand die letztere es häufig den Ver- hältniffen angemessen, sich auch auf einen halbdemokratischen oppositionellen Standpunkt zu stellen, wie die Geschichte der Zentrumspartei dies beweist. Die Kirche versteht eS ohne- hin so vortrefflich, sich allen Staatsformen anzuschmiegen; wie sollte es ihr da Kopfzerbrechen machen, den Arbeitern gegenüber mit dem Staate zusammen zu gehen? Der reaktionäre Charakter des Papstthums ist gegen- über allen freiheitlichen Bestrebungen noch immer schroff genug zu Tage getreten. Niemand ist schmerzlicher von einer großen Illusion kurirt worden, als die Italiener, welche einmal glaubten— im Zahr 1847— in Pius IX. einen liberalen Papst zu haben und von ihm eine Wieder- geburt der zerrütteten Zustände Italiens erivarten zu können. Die Reaktion von 1849 und 1850 hat auch die letzten Reste dieser lächerlichen Illusion zerstört. Das hätte uns der Papst nicht erst zu sagen brauchen, daß er immer mit dem Staate gehen wird, wo dieser sich gegen die Emanzipationsbestrebungen der Arbeiter wendet— das wußten wir schon! Aber andererseits ist der Staat in unserer Zeit den Arbeitern gegenüber mit sogenannten Reformen vorge- gangen. Die Versicherung gegen Krankheit und Unfälle ist unter staatlicher Obhut in ein System gebracht werden; mit der Altersversorgung soll das gleiche geschehen. Die Konzessionen, die der Staat den Arbeitern ge- macht hat, sind so winzig, daß nur eine große Uebertreibung hier von sozialen Reformen reden kann. Und ohnehin ist der bureaukratische Charakter dieser Gesetzgebung nicht von heilsamer Wirkung gewesen. Aber die Kirche hat sich noch niemals zu Konzessionen gegen die Arbeiter Herbeigelaffen. Sie hat seiner Zeit, als sie an Stelle des römischen und griechischen Glaubens die Erbschaft der alten Welt antrat, nicht einmal das Sklaven- thum angetastet. Wir stellen ihre Verdienste gegenüber dem sittlichen Verfall der antiken Welt gewiß nicht in Abrede. Aber die Kirche von heute ist nicht das, was sie vielleicht vor 1500 Zahren war. Sie hat die W 0 h l t h ä t i g k e i t gepredigt und ge- fördert, allein wo hat die Wohlthätigkeit auch nur entfernt ausgereicht, um das menschliche Elend einigermaßen zu lin- dern? Das können nur feste Einrichtungen thun und nicht wohlthätige Hände, die nach Belieben spenden oder nicht. Im übrigen wurde der armen Menge die irdische E n t- s a g u n g gepredigt, als ob der Arme nicht schon von selbst entsagen müßte und als ob die Entsagung anderswo einen Werth hätte als bei dem, der sich im Ueberfluß befindet. Das Papstthum hat lange genug einen eigenen Staat, Augen deutlich und scharf in einem dunkeln Bogen auf den Wangen abzeichneten. Jcht schlug sie den Blick zu ihm auf; er war mit Thränen gefüllt und schwamm darin wie zwei dunkle Diamanten, und oh— wie zauberschön und lieblich sie war! „Rebekka!" rief der junge Offizier, seiner Sinne kaum mehr mächtig—„und Dich, Mädchen, Dich soll ich nie wiedersehen? Aber es muß sein— die Zeit ver- fliegt, ich kann nicht länger säumen' Leb' wobl. und wenn Du" Er vermochte nicht weiter zu reden, Thränen erstickten seine Stimme; und die Jungfrau an sich ziehend, preßte er einen heftigen Kuß auf ihre Lippen. In demselben Augen- blick fühlte er sich aber auch von Rebekka's Armen in wilder Leidenschaft umschlungen. „Bruno," flüsterte sie, indem sie ihn fest an sich preßte, „wenn Du mich verläßt, sterbe ich." „Gott der Gerechte!" rief die Mutter, die ebenfalls auf- gesprungen war und vor Verwunderung die Hände zu- sammenschluq. „Herr Lieutenant," sagte da die kalte, ruhige Stimme Salomon's,„es wird Zeit, daß Sie aufbrechen; es ist halb sechs Uhr vorüber, und wir haben noch unten ein kleines Geschäft mit einander abzumachen." „Salomon," hauchte der junge Mann, sich verstört, wie aus einem Traum emporrichtend—„zürnen Sie mir nicht...." „Ich habe gehört," fuhr der alte Mann ruhig, aber doch mit bewegter Stimme fort,„was die Rebekka gesagt hat, und habe gehört, was Sie gesagt haben. Zch hatte anfangs geglaubt, Sie wollten über'was anderes mit dem Mädel sprechen. Es hält' Ihnen nichts geholfen, Herr Baron; aber— nehmen Sie mir den Verdacht nicht übel — Sie sind ein Ehrenmann, und ich hoffe, Sie werden nicht abreisen und das gegebene Ehrenwort derweil auf mich übertragen." „Salomon!" „Bitte, kommen Sie herunter, es liegt alles bereit, und Dinte und Feder steht daneben; wir brauchen keine den Kirchenstaat, besessen, an welchem es ja schon längst hätte seine wohlwollenden Gesinnungen gegen die Arbeiter praktisch bethätigen können. Allein der Kirchenstaat, der zuletzt nur noch auf den Bajonetten Napoleons III. hing, hinterließ nur den Ruf, stets der am schlechtesten regierte Staat der Erde gewesen zu sein. Wir können dem Papste die Versicherung geben, daß mit Ausnahme jener Arbeiter, die direkt unter dem Bann der Zentrumspartei stehen, die gesummte Arbeiterwelt seine sozialökonomische Encyclika sehr kühl aufnehmen wird. Wenn die Kirche das Interesse der Arbeiter wahrnehmen wollte, so hatte sie anderthalb Jahrtausende Zeit dazu. Sie hat es nicht gethan, und man ist von der Kirche und vom Papste eine so schnelle Bekehrung zu wenig gewohnt, um sie ernst zu nehmen. Eine Den��ri�t. Die sozialdemokratische Fraktion des Deutschen Reichstages hat an die Mitglieder dieser Körperschaft eine Druckschrift vertheilen lassen, in welcher die markantesten Fälle von Maßnah- men auf Gnind des Sozialistengesetzes klargelegt sind. Es han- delt sich um die Schicksale der aus Berlin ausgewiesenen Herren Christensen und Keßler und des früheren Reichstagsab- geordneten M a x K a y s e r. Die in der Druckschrift nicdcrge- legten Darstellungen find von den Betroffenen selbst verfaßt, sie zeigen deutlich, daß es eigentlich kaum noch einer Verschärfung des Ausnahmegesetzes bedarf, um„gemeingefährliche" Leute für alle Zeiten unschädlich zu machen. Es dürfte in vielen Be- ziehungen nicht uninteressant sein, an der Hand des hier ge- botenen Materials zu verfolgen, bis zu welchem Maße— um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen— die Machtbefugnisse der Exekutivbchörden heute schon, auch ohne Verschärfung des Gesetzes, gediehen find.— Herr Christensen erzählt von sich:„Am 3. Juli 1886 wurde ich auf Grund des§ 28 des Sozialistengesetzes aus dem Belaaerungsgebiete Berlin und Umgegend ausgewiesen. Von Berlin wandte ich mich nach Plauen im sächfischen Voigtlande. Am 25. August 1886 wurde ick in Plauen i. V. kurz vor dem Einzüge des Königs in meiner Wohnung verhaftet und nach einigen Stunden mit dem Äe- merken entlassen, man habe geglaubt, daß ich möglicher Weise die Feier stören könne, daß aber jetzt der Aktus beendet und ich daher entlassen sei. Die Staarsanwaltschaft beim Ober- landesgcricht in Dresden hat auf meine Beschwerde anerkannt, daß diese Verhaftung eine widerrechtliche war, hat aber trotzdem die strafrechtliche Verfolgung des betreffenden Polizcibeamten abgelehnt, weil demselben das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt habe. Am 3. September wurde ich in Plauen verhaftet, weil ich verbotene Druckschriften verbreitet hatte. Nach scchs- wöchcntlicher Untersuchungshaft wurde ich zu drei Monaten Ge- fängniß und zur Zulässigkeit der Einschränkung des Aufent- Haltsortes verurtheilt» letzteres auf Grund des§ 22 zwei Minuten damit zu versäumen. Sie wissen doch, um sechs Uhr." „Und er kehrt zurück, Vater?" „Wird er zurückkehren, wenn er sein Wort hält, und ich glaube er thut's— meinetwegen— und vielleicht auch Deinetwegen." „Salomon, wie soll ich Euch danken!" „Ein Kunststück," lachte der alte Mann still vor sich hin,„das war' leicht genug— aber wir vertrödeln die kost- bare Zeit. Er kommt wieder, Rebekka, ich verfprech' Dir's, und Du weißt, ich halte mein Wort." „Und ich auch, Salomon, so wahr sich ein Himmel über uns wölbt!" rief der junge Offizier leidenschaftlich, indem er das schöne Mädchen noch einmal an sich preßte und einen leisen Kuß auf ihre Stirn drückte. Der alte Salomon seufzte tief auf, aber er sprach nichts mehr hinein, und den jungen Mann nur bei der Hand nehmend, führte er ihn aus der Stube hinaus, die etwas dunkle Treppe hinab in das Gewölbe. Die Läden waren schon geschlossen; es brannte nur ein Licht auf dem Tisch. Dort blieb der Mann stehen. „Der alte Salomon hat sich zum ersten Mal in seinem Leben verrechnet," sagte er.„Wie ich Ihnen das Geld ver- weigerte und Sie mich fragten, ob Sie zu der Rebekka hin- aufgehen dürften, glaubte ich, daß Sie das Mädel um das Geld drängen würden— ich hatt' es gehofft, denn leider Hab' ich schon lange fühlen müssen, daß sie mehr an Ihnen hing, als ihr und mir gut war. Das aber hätt' sie kurirt und es wär' aus und vorbei gewesen mit dem Baron und der Tochter des alten Juden.— Es ist anders gekommen. Die Liebe ist aufgeschlagen wie eine Flamme aus lodernder Scheune— und ob das ein himmlisches oder ein Verderb- liches Feuer wird— die Zeit muß es lehren." „Salomon— haltet Ihr mich für einen ehrlichen Mann?" „Lieber Gott," sagte der Jude,„wie haißt— Sie sind ein Baron und von altem Adel, und wie es einmal werden soll, der Herr da oben weiß es— doch es wird spät. Hier, Herr Baron," fuhr er fort, indem er mit langsamen Zügen einen Wechsel ausfüllte,„Geld Hab' ich nicht so viel irn 70 des Sozialistengesetzes in meiner angeblichen Eigen- schaft als„gewerbsmäßiger Agitator." Von nun an war ich in meinem Vaterlande vogelfrei; denn da ich in Plauen noch keine sechs Monate ansäsfig war, konnte ich dort auf Grund des§ 22 des Sozialistengesetzes «usgewiesen werden, und /keine Landespolizeibchörde im Deut- scheu Reiche brauchte mich in ihrem Verwaltungsbezirk zu dulden, da der Ort, in dem ick nach§ 22 des Sozialistengesetzes einen Aufenthalt hätte nehmen können, Berlin, durch die von dort erfolgte Aueweisung auf Grund des kleinen Belagerungszustandes mir verschlossen war. Thatsächlich war ich also damit Heimathlos. Bald bekam ich denn auch die Ordre, binnen 48 Stunden nach meiner Entlassung aus dem Gefängniß Plauen zu verlassen und erhielt zugleich die Ausweisungsordre für die ganze Kreishauptmannschaft Zwickau. Nachdem ich dieser Ordre Folge geleistet, machte ich verschiedene Kreuz- und Oucrzüge durch Sachsen, Schlefien und Brandenburg, ohne irgend welche Aussicht, einen dauernden Aufenthalt erhalten zu können, und folgte endlich einem Rufe meiner Mcininger Parteigenossen, die mich bei der Reichstagswahl im dortigen U. Wahlkreise als ihren Kandidaten aufstellen wollten. Ich ließ mich in Sonne- berg nieder.— Der Verfasser kann der Meininger Behörde seine Anerkennung wegen ihres„nach deutschen Begriffen liberalen Verhaltens" nicht versagen, und fährt dann fort: Wenn ich trotzdem aus den Kreisen Sonnebcrg und Saalfeld ausgewiesen wurde, so geschah dies offenbar auf höhere Veranlassung. Dieses Schicksal ereilte mich am 3. Juni 1887. Ich wandte mich von Sonneberg nach Koburg. Hier nahm ich am 8. Juni Wohnung. Noch an demselben Tage erhielt ich eine Vor- ladung, am nächsten Morgen auf dem Polizeiamt zu erscheinen. Herr Christcnscn schildert nun ein etwas rigoroses Verhör, bei welchem er von dem amtirendcn Polizeiinspektor sogar mit dem traulichen„Du" angeredet wurde. Nach zwei Tagen wurde er wieder vorgeladen und erhielt seine Ausweisungsordre.' Er sollte das Gebiet der Stadt Koburg innerhalb zweier Stunden verlassen. Trotz mehrfacher Verhandlungen wurde diese harte Verfügung nicht zurückgenommen und Christenscn mußte schließ- lich unter Zuriicklaffung seines Gepäcks das Gebiet der Stadt Koburg zu Fuß verlassen. In Koburg war er in gar keiner Weise agitatorisch thätig gewesen. Der Bericht fährt nun fort: Die Stadt, wo ich zunächst einen Tag zu rasten beabsichtigte, war Neustadt an der.Haide, etwa 4 Stunden von Koburg ent- fernt und ebenfalls zum Herzoathum Koburg gehörig. Ich langte hier am Abend desselben Tages an, wurde jedoch sofort zum Bürgermeister geführt, der mir erklärte, er habe vom Ministerium Befehl, mich sofort auszuweisen, wenn ich es nicht vorzöge, noch diese Nacht gutwillig weiter zu wandern. Ich zog letzteres vor und schleppte mich während der Nacht mühsam nach dem 8 Stunden entfernten Meiningischen Städtchen Eisfeld. Glücklicherweise traf ich in einer Wirthschaft in Neustadt einige Arbeiter an, denen ich mein Schicksal erzählte, und die sich daraufhin sofort erboten, mich zu begleiten. Hätten sie das nicht gethan, dann wäre ich unterwegs liegen geblieben, denn meine Füße waren schon von dem Nachmittagsmarsche her so angeschwollen, daß mir jeder Schritt Schmerzen venirsachte. Mein nächster Wohnort war Weimar. Hier wurde ich am 21. Juni angemeldet und am 25. Juni ausgewiesen. Während sonst die Ausweisungsverfügungen gewöhnlich kein Wort zur Begründung der getroffenen Maßnahmen enthalten, hat in diesem Falle die Behörde eine solche hinzugefügt. Die- selbe tautet:„Da p. Christenscn seinen Aufenthalt im hiesigen Orte zweifellos dazu benutzt, für die sozialdemokratischen Zwecke zu agitiren, wie dies daraus sich ergiebt, daß er am 19. Juni 1887 mit dem in Erfurt wohnhaften sozialdcmokra- tischen Agitator Reißhaus eine Zusammenkunft in Weimar ge- habt hat, so wird dem p. Christensen u. s. w." Die Zusammen- kunft mit dem hier erwähnten Reißhaus stellt sich nach den Angaben Christcnsens als eine durchaus unschuldige heraus. Der Schluß der modernen Odyssee lautet folgendermaßen: Von Weimar reiste ich nack Gotha. Dort quartierte ich mich am 26. Juni in einem Gasthause ein. Anderthalb Tage spater wmde ich ausgewiesen, und zwar in einer Weise, die bis ictzt in Deutschland einzig dasteht. Ich wurde vor den stellver- tretenden Bürgermeister Herrn Liebetrau geladen, von demselben einem uniformten Schutzmann übergeben, der die Odre erhielt, mich nach dem Gasthofe zu begleiten, damit ich meine Effekten mitnehmen und meine Rechnung begleichen könne, sowie mich von dort nach dein Bahnhof zu führen, und dafür zu sorgen, daß ich mit dem in 50 Minuten abgehenden Zuge die Stadt verlasse. Und so geschah's; ich wurde unter polizeilicher Be- wachung nach dem Gasthofe und von dort nach dem Bahnhof führt und„abgeschoben". Nachdem ich also im Laufe des onats Jum viermal ausgewiesen war, wanderte ich etwa drei Wochen lang hcimathlos von Ort zu Ort. Schließlich waren indessen meine Nerven vollständig zerrüttet und meine Finanzen fast erschöpft. Ich beschloß daher, auf einige Monate mein gastliches Vaterland mit einem anderen Lande zu vertauschen und reiste nach London, wo ich mich jetzt noch aufhalte." Haus— besonders kein Gold— aber das Papier hier, mit dem Namen vom alten Salomon darunter, ist in der ganzen Stadt so gut wie Gold. So, und hier auf den Zettel schreiben Sie:„von Isaak Salomon 200 Luje- dor— schreibe zweihundert Lujedor mit fünf Prozent Zinsen geborgt erhalten zu haben, bescheinigt"— und Ihren Namen darunter." „Salomon.. „Es wird gleich sechs Uhr schlagen— wozu das viele Reden— wo ich mein eigenes Kind riskire— was liegt an dem Geld!" „Ich werde Euch das nie vergessen!" „War' mir auch nicht lieb," nickte der Alte, indem er den rasch geschriebenen Schein gegen das Licht hielt und dann wegschloß.„Und jetzt leben Sie wohl! Warten Sie, ich lasse Sie gleich durch den Hof auf die Straße, vorn ist zu." „Mein lieber, braver Salomon!" „Auf Wiedersehen, Herr Baron, aus Wiedersehen!" Und der alte Mann drängte ihn selber hinaus auf die Straße: dann ging er zurück in den Laden, schloß den Geld- schrank und schob den Schlüssel in die Tasche, löschte das Licht aus und begab sich dann zu seiner Familie. Der Familienball. Am Mittwoch Abend war große Gesellschaft beim Staats- anmalt Witte, aberdings nicht zu dessen eigenem Vergnügen, denn er haßte nichts mehr auf der Welt— einen schlechten Prozeß ausgenommen—, als derlei sogenannte Ver- gnügungen oder Festlichkeiten, die das eigene Haus schon auf drei, vier Tage vorher auf den Kopf stellen und jede eigene Bequemlichkeit aus dem Fenster werfen. Er hatte auch gewünscht, daß sie das Ganze in einem Hotel arrangiren möchten, wo sich nicht allein passendere Räum- lichkeiten fanden, sondern auch die Leute darauf eingerichtet waren, und er dann Abends, nach überstandenem Genüsse, augenblicklich wieder in seine alte Ordnung und Ruhe zurückkehren konnte. Es kostete allerdings eine Kleinigkeit mehr— und das vielleicht nicht einmal. Wenn man aber all' die Unruhe und Auftegung und die vielen fremden Griginak-Rornfpomlenzen. Feipttg, 19. Januar. Die„Dresdener Nachrichten" sind das erste Klatschblatt Sachsens nickt blos, sondern ganz Deutsch- lands, und Jedem, der dies weiß, mußte es ein Lächeln ent- locken, als er neulich in Berliner Blättern auf die Autorität der „Dresd. Nachr." hin mitgetheilt fand, einige konservative sächsische Abgeordnete würden gegen das�„neue und verschärfte" Sozialistengesetz stimmen. Die betreffende Notiz, welche von einem Freunde des längst abgethanen Exabgeordnetcn Hartwig, wenn nicht von diesem selbst, herrührte, war einfacher Klatsch— ohne auch nur einen Schatten von thatsächlicher Unterlage. In Sachsen ist die konservative Partei in noch Höherem Maße als in irgend einem der übrigen Bundesstaaten Regierungspartei, und da die sächsische Regiemna im Bundesrath für das„neue und verschärfte" Sozialistengesetz gestimmt hat, so wird auch jeder konservative sächsische Abgeordnete pflichtschuldigst im Reichstag für dasselbe stimmen. Das ist so selbstverständlich wie, daß zwei Mal zwei vier ist. Einer der betreffenden Abgeord- neten, ein Herr Grumbt— wenn ich mich nicht irre— hat auf einer Versammlung in S t o l p e n die Gelegenheit ergriffen, dies bündig zu erklären und seine kartellbrüderliche Begeisterung für das„neue und verschärfte" Gesetz auszusprechen. Und die versammelten Kartcllbrüdcr, konservative und Nationalliberale, klatschten und schrien frenetischen Beifall. Das„Leipziger Tage- blast" ist ganz stolz auf diese Kundgebung, welche seinem Scharf- sinne ein so glänzendes Zeugniß ausstellte. Es kannte seine Pappenheimer und nicht blos die sächsischen. Beiläufig liegt es in der früher schon betonten Z u- spitzung der Parteigegensäye in Sachsen, daß den Kartellbrüdern hier auch die letzte Spur von„Liberalismus" abhanden gekommen ist. Sie kennen und sehen nur einen Feind: die Sozialdemokratie, und diesen Feind zu vernichten, ist das Alpha und Omega ihrer politischen Weisheit— ganz wie es weiland das Ideal der Donquixote, des junkerlichen Feudalismus war, die bürgerlich-liberalen Bestrebungen mit Stumpf und Stiel auszurotten.— Heute sind diese Donquixote selbst ausgeartet, der Feudalismus ist bürgerlich- liberal geworden, und das Büracrthum feudal— und höchstens ein paar Fossilien, wie der aste Kleist-Retzow erinnern noch an jene Don- quixoterien. Im Landtag kam neulich der Disposistonsfonds zur Sprache, und der Herr Staatsminister v. N o st i z- W a l l w i tz aerieth in fieberhafte Erregung, als von einem sozialistischen Abgeordneten erwähnt wurde, daß ein agevt pruvocateur, der berüchtigte Zuchthäusler Schmidt, aus diesem Fonds be- zahlt worden sein soll. Die Sache wird, in Verbindung mit neueren Vorkommnissen, im Landtag noch weiter zur Sprache kommen. Politische Ueberstcht. KezLglich des geplanten internationalen Arbeiter- Kongresses behufs Anbahnung einer internationalen Fabrik- und Arbeitcrgesetzgcbung find wiedemm, theils von sehr schlecht unternchteter, theils von übelwollender Seite ganz falsche Be- richte in die Oeffentlichkeit gebracht worden. Es ist vor Allem nicht wahr, daß der Plan bei den englischen G e w e r k- schatten auf Widerstand gestoßen sei und daß die Führer der Trades Unions ohne Rücksicht auf den St. Gallcner Be- schluß einseitig vorgehen und dadurch die Ausführung des Beschlusses vereiteln wollten. Im Gcgenthcil: der parlamentarische Ausschuß der englischen Trades Unions hat sich durchaus ent- gcgenkommend gezeigt und Vorschläge gemacht, welche das Zustandekommen des Kongresses unter Mitwirkung der Trades Unions als gesichert erscheinen lassen. Was die ten- d e n z i ö s e Behauptung angeht, für den in St. Gallen beschlossenen Kongreß intcrcssisten sich blos die So- zialisten und„Anarchisten", und nur diese würden den Kongreß— allerdings vollzählig— besuchen, so haben wir auf das früher Mitgetheilte zu verweisen: die Aufgabe des Kongresses ist eine scharf umgrenzte, und die Erledigung dieser Aufgabe der einzige und ausschließ- liche Zweck des Kongresses. Ob die unvermeidlichen„Anarchisten", welche als rothes Gespenst aufzumarschiren haben, die Absicht hegen, den in St. Gallen beschlossenen Kongreß zu besuchen oder nicht— darüber find die Herren, welche jene Tendenznach- richten verbreiten, ohne Zweifel besser unterrichtet als wir— uns ist von einer solchen Absicht nichts bekannt. Wohl aber ist uns bekannt, daß der französische„Possibilist" B r o u s s e, den man vergnügten Sinns gegen den Kongreß ins Feld führt, lange Jahre hindurch der Führer der französischen„Anarchisten" gewesen ist. Vielleicht ist er es noch heute.— Apropos der Name Brousse giebt uns Veranlassung, den Unfug, welcher mst dem Wort: Anarchist und Anarchismus getrieben wird, einmal in das richtige Licht zu stellen. Wie gesagt, dieser Brousse war lang die Seele des französischen Anarchismus— er vernichtete„die Bestie Staat" jeden Morgen zum Frühstück, jeden Mittag zum Tiner und jeden Abend zum Nachtessen. Wenn er den„Staat" nicht verspeiste, verspeiste er Deutsche, Leute rechnete, die man gezwungen war, zur Bedienung in das Haus zu nehmen, so konnte das gar nicht in Be- stacht kommen. Er wurde jedoch im Familienrath über- stimmt, denn Frau wie Tochter hatten es sich einmal in den Kopf gesetzt, die kleine Festlichkeit auch in den eige- nen Räumen zu geben, selbst wenn diese etwas beschränkt waren. Ein Hotel— dort war die Frau Staatsanwalt weiter nichts, als was ihr Titel besagte, aber nicht die Hausfrau, und Ottilie nicht die Tochter vom Hause. Man bewegte sich in fremden Sälen genau so, als ob man wo anders zu Gaste gewesen wäre, und viele der Eingeladenen wurden sich am Ende nicht einmal recht klar, wem sie die Einladung verdankten: dem, der die Karten geschickt, oder vielleicht einem andern, für den er das nur besorgt hatte; ja, es konnte eben so gut eine„Aktiengesellschaft" sein, wo sich mehrere zusammengethan, um ihre Freunde und Bekannten einmal „abzufüttern". Da lieber nicht— die Frau Staatsanwalt erklärte, daß sie ihrem Manne„den Gefallen gethan habe", die Freunde zu sich zu bitten(sie hatte ihn nämlich bis auf's Blut gequält und immer wieder erinnert und gebohrt, bis sie seine Einwilligung bekam), nun aber wollte sie die Sache auch ordentlich inS Werk setzen, wie sich's gehöre, und nicht halb und stückweise. Dabei blieb es natürlich, denn der Staatsanwalt war eben nur ein Anwalt, kein Richter, besonders in seinem eigenen Hause, und hatte dafür das Vergnügen, daß ihm schon zwei Tage vor dem eigentlichen Festabend sein Studir- zimmer selber, aus Mangel an Raum, mit denjenigen Möbeln vollgepfiopft und verstellt wurde, die aus dem'Salon und anderen Nebenpitcen ausgeräumt werden mußten, um Platz für Seitentische und den Tanzraum zu schaffen. Er protestirte allerdings dagegen und behauptete thörichter Weise, daß er zu seinen Bücher-Regalen freien Zugang haben müsse, weil er nicht wissen könne, welches Buch er gerade brauche; aber was half es ihm! Seine Frau bewies ihm, daß die Sache nicht anders zu arrangiren sei; er habe den Ball einmal gewollt, und nun müsse er auch die Folgen stagen. Mit einem Seufzer fügte er sich deshalb in das Unvermeidliche. und zwar die lammfrommen,„bismarckisch-verstaatlichte« m ihren Berfa Sozialdemo kracken" in erster Linie. Parm«ich die Voran Thätigkeit war ihm Vcrrath, die politische Aktion dm mtzutage kein u. s. w. ein Verbrechen am Proletanat. Wohlan,# itnng mehr im hat der„Bestie Staat" kein Haar gekrümmt, und' stuckes auch r revolutionären Phrascnberg ist als winziges Mäusleni istaßen reicht hervorgehüpft: daß die neue anarchistische Jdealgeschmkccht zur Aufl durch— gewerkschaftliche Organisati«»ättig viel zu wirkicht werden könne. Und so hat dieser t%ß eher eine® deutschenfresserische„Anarchist" sich schließlich als" chtfertigt wäre. Gewerkschaftler entpuppt, der würdig wäre, Auch ein. Duncker'schcn Verein vorzustehn. Und wie gesagt, Wrm", die sich de war und ist der talentvollste und„gefährlichste" aller ss�Igent Anarchisten. Zum Sorialikengesetz gaben sehr weit rem Mitglieder der nationalliberalen Frastion bei den ernf besprechungen im Reichstage nach'Neujahr, so schreit' �Hamburg. Nachrichten", zu,„die Begründung e Eingeständniß, daß die Bemühungen, welche in Jahren von der Regierung auf Grund des Sozi aufgewendet worden, vergeblich waren, und das kl nicht zur Gewährung immer bedenklicherer Waffen setzung dieses erfolglosen Kampfes veranlassen.#1% Das erste vorgeschlagenen Verschärfungen auf Wh für die Vers Stimmung, welche sich heute bemerkbar machte, für a�at, ist die„Sc los: diese Stimmung ist sogar der Abschwächung �fÄofern noch üb den Gesetzes günstig- indcß halten wir für das Wahr�emung ist, de daß nochmals eine Verlängerung desselben für eine imtten, wenn ss erfolgt, aber mit der ausdrücklich bekundeten Absicht Standpunkt zuni derselben die allgemeine Gesetzgebung dergestatt' W das daß sie ausreicht, um auf dem Boden derselben s«��'' die[ tische Ausschreitungen zu verhindern rcsp. zu ahnd�-?tießen.— Die dem auch die nationalliberale„Magdeburger Ze�ußerung wenix süddeutsche nationalliberale Blätter diese Ansagt Da» neue treten, harren wir doch der Entscheidung der natioMrfervatrrcht. Reichstagssrattion mit dem Mißtrauen, zu dem:Alen Sozialisten geschickte dieser Mannesseelen vollauf derechstgt- Wfsstenum des was ist's auch für einen Rationalliberalen? H�ächt genöthigt, d 1874 ein Gesetz gemacht, das der Regierung die �Mlmstenum hat theilte, renitente katholische Geistliche, Personen,* ich t, wird sie Maigesetzen sich ungefähr in gleicher Weise verhielte««servatrecht thc Sozialdemokraten zu dem Ausnahmegesetz, zu iistenAentralbehorde fi, erpatniren? Das Prinzip, auf das sie sich etwa steter Befugmß pra daß eine solche Maßregel der Rechtsanschauun« ssdeß hoffen— 1 Humanität unseres Jahrhunderts widerspreche, hat P*'Vl und die höhnische Frage wird wohl von Seiten t� Reichstag dr lgendes:„De glich wäre, b id von der Po e" Bedenken stich aber eneri icken, die bei i ckaatsgefährlichk uns nicht gesc urf der irde." * vativen an ihre nationallibcralen Bundesbrüder aicht>htedigt werden n ob etwa der sozialistische Agitator in den Augen Die Keriil mehr Schonung verdiene, als der Priester, der dcn??oU?eid,rrktio zum Trotz Messen las und Sakramente spendete, � od e r hat funden habe? Denn es muß festgehalten werden' /Uer„Kreuzzeltun neuen Vorlage geforderte Expatriirung ist nicht„bNJne Denunzmltor in unserem Hause", der Sündenfall des Liberalism�tut unnchtig. 14 Jahre zurück und tugendhafter oder grundstk'�l! vor seiner Nationalliberalismus seitdem nicht geworden. J�n Aufmerksam Wa» sagt der Uatikan ,u dem NerbanMfVte auf sich ziel Von der Beantwortung dieser Frage soll die' ro,ot-?en> fsssfjzj&ässsät ä" MZK» haupten wenigstens nationalliberale Blätter. „Es ist bekannt, daß der Papst sich mit der Au Encyclika über die soziale Frage beM man im Vatikan ruhig zusehen, wenn das Zentrum' der Regierung die Kampfmittel gegen den Sozialist dieselbe nicht entbehren zu können behauptet? z sichert, daS Zentrum könne dem Vorschlage der! sozialdemokratischen Agitatoren schon mit Rück"' patnirungsgesetz von 1874 nickt zustimmen. und bleibt das Zentrum geschlossen, so ist die' Verschärfungen des Gesetzes selbst dann wahr Nation' llationalliberalen Die off»tu des Den uitarvorlage oh: rck die in Aussi ark geschwunden 'lche doch eine b stens 4 Millior enden haben; w ' graphiren läßt, stressen" in d< e, welche die i en einmaligen, sammtfordenme iiher an 300 ird."- Vielleicl etwa der rechte Flügel der Nerschärfunaen dr« „Nat.-Ztg." als Ersatz für schreibt:„Nach unserer Meinung konnte man., sozialdemokratischer Ausschreitungen mit voller o_ �lt:uc gewöhnlichen gerichtlichen und polizeilichen Vcrfad�Mhler und S t c sofern man einen dcrattigen Paragraphen in das-- B z,„ einfügte, ferner behufs Verhinderung der VereiwJst- � m durch die Presse die Vorschiebung von„Siyr-»Mßiell mst den «Mtz gesetzduch, ändert an der Sache nichts. Was gegen Siyredakteure anbetrifft, so scheint die vstw ,unt) seinen •sc Eigenschaft ii ff sie in guten Ja ------ r|iv III muui xui Witte's Unglück war, daß seine Frau st �ionelle Ernühru schwärmte. Sie behauptete, selber im vierte» �jben oder durö eliaen tr ff Zweig ihres Stammbaumes aus einer adelige» i den äckgehen; ob stammen, aus welcher eine ihrer Vormütter gebe es ihr!— einmal eine Mesalliance 0, sie hatte denn auch nur der Adel begriff eigentlich manchmal in stillen Sw, nicht, weshalb sie einen Bürgerlichen Witte mußte jedenfalls in seiner Jugendssü l Pen ihre typiß lallen, und est ischen Einflüss imliagen behau Cin Streik d keine„neue C futichen Handwe, stehlich gewesen sein, und an der Sa®,»utiger Zeit nicht überhaupt nichts mehr zu ändern. Aber �ticnbruderschaften STSZWä» ZW jedenfalls wieder gesetzlich und berechtigt>» geselle daselbst von w „.., welcher Mergesellen cot ?hre. bis 1505. -ackergesellen du den Rang einzuführen, aus dem jene besagte turden willig und leichtsinniger Weise ausgetreten, 5 Deik, an einen Baron zu verheirathen. (Forssetzung folgt.) Aus Kunst und$* �ßK�Arozessio Mruschen-Mrßknnst. Der berühmte, Zt« Rath Dr. Engel wendet sich in der neuesten A schrift des Vereins deutscher Ingenieure" an dieses aus etwa 6000 Mitgliedern bestehenden Bitte, ihre Hilfe ein klein wenig in den D»e»l mettie oder Menschen-Meßkunst zu stellen.„,�.,„1 Durch zahlreiche Beobachtungen in den"wssj von Amerika, in England, Schweden, Däne«- ist bewiesen, daß Größe, Gewicht, Brust- und,. Menschen zu den wichtigsten und sicherste», pst blos der körperlichen Entwickelung, sondern»u® und geistigen Kraft und Ausdauer der fofflgS, Menschen gehören. Die anthropometrischen s-W mittleren Menschen, der nicht mit dem Durchs wechselt werden darf, treten um so deutlicher st. Zahl der Beobachteten aus den einzelnen AU-N- fehlt es an solchen Beobachtungen in De» ganzlich. Engel hofft nun, mit Hilfe der e> pomctrischen Mittheilungen über die%%%[ i sowie über deren Familienglieder und A/ qst' können, welche Größe, welche Stärke, welche � an das Reichs '"de von den an .r Brotnoth eint -ten Zusammenhi 'ch zehn Jahren Vergleichs- Verh iften von Sstas cklenen. Die Ki seilen zu bckoimi die Gesellen n wie früher Amerikanist rckanischen We mPTi atl offerirt n ?en erhielten: 1 zugesandt. e Verpflichtung einführen zu wollen, daß alle Zeitungsartikel ihren Verfassern unterzeichnet werden müssen, welche da- rch die Verantwortlichkeit übemehmen. Denn thatsächlich ist utzutage kein Redakteur bei irgend einer größeren Tages- ltung mehr im Stande, die ganze Zeitung vor Beginn des mckes auch nur zu lesen. Gegen Massmaufzügc in den fraßen reicht unsere Gesetzgebung vollständig aus. Das cht zur Auflösung von Versammlungen geht schon gegen- rtig viel zu weit und wird überdies so häufig mißbraucht, , eher eine Einschränkung als eine Ausdehnung desselben ge- tfertigt wäre." Auch ein„freisinniges" Klatt! Die Hamburger„Re- ", die sich deutschfreistnnig nennt, sagt zu der„Erparriirung" llgendes:„Der Wunsch, daß dies(nämlich die Verbannung) )ghch wäre, beseelt gewiß nur die Herren von der Regierung d von der Polizei."- Leider hat die„Reform"„staaterecht- &e Bedenken und meint:„Unsere Nachbarn werden es sich stich aber energisch verbitten, daß wir über ihre Grenze Leute acken, die bei uns ihre Heimath hatten, bis sie derselben wegen .taatsgefährlichkeit verlustig erklärt wurden, grade so wie wir uns nicht gefallen lassen würden, daß man uns d e n A u s- urf der Bevölkerung unserer Nachbarstaaten auf- rde." Ja» größer- frrikonf-rvative Klatt. welches für dre Verschärfung des Sozialistengesetzes ausgesprochen w.«-, i"-..,'t �te" DJ 1' j- Ztg." Dieselbe geht in ihren Wünschen uvächuna noch über die Rcgrerungsvorlage hiiraus, als sie der x das SßWj5?,e,inunö die verbündeten Regierungen besser gethan n für eine uienn sse auf ihren von vornherein eingenommenen etcn Abficht Endpunkt zurückgekehrt wären und die Forderung erhoben vcrgestalt'??| �as Gesetz gleich jedem anderen so lange in Kraft iburger Z-it-kl-ußemng wenigstens in ihrer Preß- Revue. lese Ans»«» Das neu» Sozialistengestt? und das baqerifch- g der natu»Urs»rvatr»cht. Das„Bäuerische Vatcrl." bemerkt zu dem zu dem-Aen Sozialistengesetz:„Die Zentralbehörde, d.h. also das 'erecktigt. Mmsterrum des Innern, des Heimathstaates ist befugt, aber llen? HLMt genothigt. dre Expatriirung auszusprechen. Das bayerische ung die ioMmstenum hat nach unserem Reservatrecht die Befugniß Personen, ich t, wird sie ihm durch Reichsgesctz eingeräumt, so ist das sc verhieltaKelkrvatrecht theoretisch auch dann durchlöchert, wenn die ), zu intenMkalbehorde sich m irgend einer Form verbindlich macht, von ch etwa M"« Befugniß praktisch keinen Gebrauch zu machen. Wir wollen ruMUvev hosten- wenn auch unsere Hoffnung nur eine schwache oerstaistlichlal nie. Aktion Wohlan, mmt, und :s Mäuslem hat dieser eßlich als wäre, er ie gesagt, chste" aller r weit reäfi bei den# :, so schrH ündung welche in des Sozr und das% c Waffen asscn. S -cht" für auj jwl KUlSSi.«..'"i»' ustix-«nd Liberalism�lut unrichtig. In Sachen Ehrenberg waren schon Monate r grundst8 E® r frei 8'm. Auftrage der Bundeshörde, den. Autiticrtfamfett Ehrenberg infolge verschiedener Vorgänge Aerbannf�te auf sich ziehen muffen, polizeiliche Nachforschungen ge- UMMUßMlMsZ! a g e beschÄ ÄoMung. daß die Vermehrung der Mehr- i Zentrum»*» Deutschen Reiches durch Annahme der neuen a: iac der P�rark geschwunden, leider wird es aber bei jenen 100 Millionen, Rücksicht �.oelche doch eine jährliche Mehrbelastung des Budgets um min- men. BsM�tens 4 A-illionen zur Folge haben werden, nicht sein Be- ,s,' nie Wvenden haben; wie die„Köln. Ztg." sich nämlich aus Berlin n— a�Mtezraphiren läßt, erwartet man„in gut unterrichteten Reichs- mr-u rn den nächsten Tagen die Einbringung der Vor- raren m.»ge, welche die auf Grund des neuen Wehrgcsetzcs erforder- tshen einmaligen Kosten verlangt.„Man nimmt an, daß die Mlstei-F Wesammtforderung 100 Will. Mark weit iiberschreiten und sich : man« Währt an 300 al» an 100 Millionen Mark halten t voller o.Md."— Vielleicht öffnet diese llcbcrraschung manchem Kartell- en VcrfaM�ähler und Steuerzahler die Augen! 1 3m Kundesrath werden nächstens eine Reihe von legis- n D.J.MOTtori'chen und Verwaltungsarbciten vorgenommen, welche sich \"«•'l.n"st* hkn Verhältnissen unserer Industrie beschäftigen. taatlick u. �fsizros wird hierzu berichtet: Zunächst dürfte in naher Zeit �'mcltckso Zahl der Assistenten der Fabrikinspcktoren in Preußen eine °-r?.,tem rn» Bcdürfniß angemessene Vermehrung erfahren, sodann wird '® Vorschriften zur Verhütung von Krankheiten in cncm";i„ck#*: Spiegelbeleganstalten vorbereitet, außerdem wird an einer -lror lonelie zum Krankcnkasscngesetz gearbeitet, welche vielleicht noch dieser Session dem Reichstag zugehen dürste, und schließlich rd der vom Reichstag in voriger Session beschlossene Arbeiter« tzgesetzcntwurf auch jetzt noch in den Bundesrathsausschüsscn r Berathung und Erörterung unterzogen. lnterwlrfl, ne Ausnab im allgc� Was illc und seinen sozialen Schichten typisch ist; ob und wie sich stse Ergenschaft im Ganzen und in den Schichten verändern; — Kit»sie m guten Jahren steigen, in schlechten sinken: ob sie durch e Frau iWionelle Ernährung und systematische körperliche Uebungen sich im viertcn s/en oder durch körperliche und geistige Ueberanstrengung . gdeligen rrjrückgehen; ob die einzelnen Geburtsjahrgänge oder Genera- nen ihre typischen Eigenschaften mehr ltcn, und endlich, ob die körperliche wie enhagen behauptet. Gin Streik im 15. Jahrhundert. oder weniger bei- Entwickelung auch [bel-..................... Malling-Hausen in tillen Gin Streik im 15. Jahrhundert. Auch die Streiks chen(pst(ll|tb keine„neue Erfindung", im Gegentheil, die Geschichte des (ugendstO putschen Handwerks kennt Arbeitseinstellungen, denen wir in zer Sachs»utiger Zeit nichts an die Seite zu stellen haben. Die Ge- Aber llenbrüderschaften waren schon im Mittelalter über ganz _„„«er dtMutschland verbeitet und dienten der Wahrung der Standes- n unn»�..�„ s™-----____ an,.... r.. m.. w stigt s..r- il)t<"je, sowie der gegenseitigen Hilfeleistung. Wenn sie ein Ge- ;« dir �erk in einer Stadt in Acht und Bann thaten, so purste kein in etreten, jt.) ze rühmte uesten st ure" an llen. i den , Daist»' ist- ischen* daselbst Arbeit nehmen und die Streikenden von weit und breit unterstützt. Der längste welcher je dagewesen, ist der der Kolmarer ackergesellen vom Jahre 1495. Derselbe dauerte zehn ahre, bis 1505. Den Anlaß gab die Verdrängung der aaergesellen durch andere Brüderschaften von der Frohn- ,.ch,???'"�Irozession. Die Bäckergesellen verließen heimlich die jj�lKimunb gingen nach Oberbergheim, welche Stadt das Asyl- -ch der eu n»>-«P.st Gesellen klagten nun alle Instanzen hindurch 9"®aj Rerchs-Kammergencht in Frankfurt. Kolmar aber r."Jeren Brüdenchaften in Bann gethan, so daß r Brotnoth eintrat. Alle Versuche der Behörden, diesem ten Zusammenhalten der Gesellen zu begegnen, schlugen fehl. ach sehn Jabren endlich entschloß sich der Rath von Kolmar Vergleichs-Verhandluilgen, zu denen Vertreter der Brüder- Mten von Straßburg, Schlettstadt, Keyscrsderg, Freibura k. Ichtenen. Die Kolmarer Bäckerzunft übernahm, um nur wieder Gsellen zu bekommen, die Zahlung der Strafe von 1070 Gulden, d die Gesellen erhielten wieder ihr„Vorrecht", an der Pro- fion wie früher theilnehmen zu dürfen. Amerikanischer Schwindel. In einigen Blättem des errlamschen Westens fand sich vor kurzem eine Anzeige, in an pomphaftem Rellamestil die„billigste Nähmaschine -y, zu dem allerdings erstaunlich billigen Preise von arl offerirt wurde. Die auf den Schwindel Hercinge- enen erhielten von dem inserirenden Fabrikanten eine Näh- el zugesandt. Ueker die Ginfiihrung einer Kernfnngsinstan? in Strafsachen erklärte der b a d i s ch e Justizminister infolge einer Interpellation in der badischen Kammer am Mittwoch, diese Angelegenheit werde voraussichtlich den Bundesrath vorerst nicht beschäftigen. Die Regierung werde, wenn die Fraae spruchreif sei, die badischen Gerichte um ihr Urtheil bitten. Dieselben hätten die frühere Frage nach einer Berufung vemeint. Er glaube, das Reich werde nach weiterer Sammlung eine totale Aendemng der Strafprozeßordnung vornehmen und auch die Berufungs- � 8 I« der Nachwahl»um lachstschn»"Landtage im Wahlkreis Bischoffswerda-Land scheint der freisinnige Dr. Minckwitz über beide konservative Gegner gesiegt zu haben. Bis jetzt gezählt: Minckwitz 1029, König 307, Hähnel 61 Stimmen.— Der Kreis war bisher konservativ ver- Keschlagnahme. Aus Württemberg, 18. Januar, wird der„Franks. Ztg." mitgetheilt:„Wie wert die Wachsam- keit der Behörden und ihrer Organe in Handhabungdes S o z i a l i st e n ge s e tz e s auch bei uns geht, beweist die That- fache, daß letzter Tage in einem entlegenen Dorf des Bezirks Spaichingcn(Gosheim) in Privathäusern amerikanische Zeitungen von der Gendarmerie mit Beschlag gelegt wur- den. in welchen Lebensbeschreibungen-c. der in Chikago hinge- richteten Anarchisten enthalten waren. Die betreffenden Burger basten diese Zeitungen wie schon oft und viel von ihren rn Amerika lebenden Verwandten zugeschickt erhalten, wohl mehr der Merkwürdigkeit halber, als um für die Anarchisten irgend welche Propaganda zu machen."_.., Konfivlmtton. Wie der„Franks. Ztg." aus L u d wr g s- Hafen gemeldet wird, ist es doch richtig, daß die erste Nummer der„Pfälz. freien Presse" konsiszirt worden ist. Die Beschlagnahme erfolgte durch den Amtsrichter auf Grund des § 130 des Strafgesetzes.. Glsässtsche». Der verhaftete Kanzlist Diez war im be- triebstechnischen Bureau der Reichseisenbahnen angestellt. Er ist geständig, Militärfahrpläne und ähnliche für den Fall einer Mobilmachung bereit gehaltene Aktenstücke gegen Geld an Frankreich verrathen zu haben. Diez, der ein geborener Rhein- bayer ist, steht in den Fünfziger Jahren; vor dem Kriege hat er einige Jahre in Frankreich zugebracht, wo seine Kinder ver- heirathet sind. Die Ehefrau des Diez wurde ebenfalls ver- haftet. Ferner wurde verhaftet unter dem Verdachte des Landesverrats der Sohn des Bierbrauers Wagner in Mutzig. Das Städtchen Mutzig liegt im Kreise Molsheim; vor dem Kriege befand sich daselbst eine Gewehrfabnk, die für den fran- zösischen Staat arbeitete. An verschiedenen anderen Orten des Elsaß haben, wie die„Landeszeitung" meldet, Haussuchungen stattgefunden; nach dem„Elsässer" wurden diese Haussuchungen bei Einheimischen vorgenommen; sie sollen sich, was indessen kaum wahrscheinlich ist, auf den bereits abgeurtheilten Prozeß Cabannes beziehen.— In Mülhausen ist dem Direktor der Gasfabrik, H. Maurice, ein Ausweisungsbefehl zugestellt worden. Der Ausgewiesene, der Nationalfranzose ist, hat zur Regelung seiner Geschäfte eine Aufenthaltsfrist erhalten. Die Gasfabnt ist das Eigenthum einer Pariser Gesellschaft, welcher vor einer Reihe von Jahren die Konzession bis zum Jahre 1905 gegeben worden ist.— In Dinsheim, Kreis Molsheim, ist einem französischen Pensionär und Optant ebenfalls ein Ausweisungsbefehl, dem sofort Folge zu leisten ist, zugestellt worden. Schweix. Am 17. Januar fanden in Zürich bei zwei italienischen Anarchisten und bei zwei r u s s i- schen Flüchtlingen Haussuchungen statt, die in- dessen kein belastendes Material ergeben zu haben scheinen, da Verhaftungen nicht erfolgten. Wahrscheinlich haben Denunzia- tionen russischer und italienischer Spitzel der Züricher Polizei Arbeit gegeben. Frankreich. G o d i n, der Stifter des bekannten nach Fourier's Grund- sätzen eingerichteten Familistöre von Guise, ist am 15. Januar gestorben. Die materielle Lage der in seiner Kachelofenfabrik beschäftigten Arbeiter, die ein eigenes, gut eingerichtetes kleines Gemeinwesen mit vortrefflichen Schulen, mit Theater u. s. ,v. bildeten, eine eigene Zeitung: Le Devoir(Die Pflicht) besaßen, war eine vortreffliche. Godin hatte allmälig die Arbeiter zu Theilnehmern des Etablissements gemacht. So weit unter der kapitalistischen Produktionsweise derartige Experimente durchführbar sind, bringen sie den direkt betheilig- ten Arbeitern ivirthschaftliche Vortheile, sie sind aber nur Tropfen vom Eimer. Schädlich wirkt die naturgemäß aus solchen sporadischen Versuchen sich ergebende Abschließung von der Außenwelt, die Entfernung aus dem mächtig fluthenden Strom der Arbeiterbewegung und der Verzicht auf politische Aktion. Sonderbündelci ist stets von Hebel. Das kann nicht hindern, anzuerkennen, daß mit Godin ein ehrlicher, wirklich arbeitcrfrcundlicher Mann gestorben ist. Grsßbritanttie». Selbst die„Times", welche sonst wenig Sympathie für die irischen Pächter an den Tag legen, beklagen sich über das harte Verfahren Lord Clanricarde's.der gegen die meisten seiner 1500 Pächter bei Woodford das Austreibungsverfahren eingeleitet hat. Den Anlaß zu dieser über- raschenden Bemerkung des Cityblattes giebt ein Schreiben des liberalen Exministers Shaw-Lefevre, welcher die histo- rische Entwickelung des seit zwei Jahren dauernden Konflikts darstellt und behauptet, daß mit Hilfe der Agrarbill und Zwanasatte des letzten Jahres dieser herzlose Grundbesitzer auf dem Punkt steht, einen schönen Distrikt in eine Wüstenei zu verwandeln und Hundeste von Familien von Haus und Hof zu vertreiben. Noch vor einem Jahre hatte der damalige irische Sekretär Sir M. Hicks-Beach dem Lord Clanricarde die ver- langte staatliche Hilfsmacht, auf die er doch rechtlichen Anspruch hatte, verweisest, weil er seinen Pächtern keinen Abschlag gewähren wollte. Der jetzige Sekretär Balfour kennt jedoch keine solche Rücksichten; er wird dem Gesetz seinen Lauf lassen, und wenn nicht noch in letzter Stunde der Eigenthümcr zu Sinnen kommt, wird man eine Massenaustrei- bung erleben, wie sie seit Jahrzehnten nicht dagewesen ist. Die Pachtzinsen sind 2t Jahre im Rückstand, die Pächter können daher nicht von der Landkommisston einen Mlieial revt ver- langen; die Magistratspestonen, welche die Befugniß haben, in einzelnen Fällen Reduktionen anzuordnen, weigern sich, dieses zu thun, so lange die Pächter zusammenhalten._ Diese sind zur richtigen Erkenntniß gekommen, daß ihre einzige Hoffnung im Zusammenhalten desteht. Gegen die Grausamkeit Lord Clanri- carde's, der ein reicher Mann ist, auch wenn er keinen Pfennig aus Irland bezieht, haben die Pächter ,n öffentlichen Meetings Protest einlegen wollen, aber die Regierung hat ihnen auch dieses verboten. Blunt sitzt im Gesangmß, weil er m Wood- ford gegen Clanstcarde sprechen wollte. Nun hat Shaw- Lefevre in seinem Bstef angckundet, daß er selbst m«ner öffentlichen Versammlung in dem bedrohten Distritt e,ne Rede halten werde, falls der Lord nicht von seinem Vorhaben absteht. Trotzdem der„Standard" behauptet, daß irische An- gelegcnheiten die nächste Session nicht in Anspruch nehmen werden, so weiß man in politischen Kreisen doch.� daß Irland, wie immer, im Vordergrund stehen wird. Lord Salis- bury's bittere Woste über den öffentlichen Empfangs, welchen die englischen Radikalen den in istschen Gefängnissen wie ge- meine Verbrecher behandelten i r i s ch e n P a t r i o t c n zu be- reiten gedenken, haben genügt, um dieser anfänglich nur von Wenigen gebilligten Bewegung eine größere Ausdehnung zu verleihen. In allen Städten zwischen Liverpool und London bilden sich Empfangskomitees und sammelt man Geld, um den Empfang so großartig als möglich zu machen. Wie kontrastirt diese öffentliche Begrüßung der istschen Patrioten in England mit der in den Zeitungen gemeldeten Thatsache, daß Balfour nur von Detettivs begleitet und bei Nacht und Nebel sich aus seinem Palais im Phönixpark hinaus wagt! Gerichts-Ieitung. Der pofener Sostalistrnprozess. Posen, 19. Januar. Nach Eröffnung der gestrigen Sitzung beanttagte der Erste Staatsanwalt, den Polizei- Inspektor Büttner als Sach- vesttändigen darüber zu hören, daß ein bei den Atten de- findlicher Brief von der hier im Jahre 1881 vcrustheilten Sozialistin Jankowska herrühre. Der Gerichtshof beschloß, den Büttner zu heute früh 9 Uhr zu laden. Ferner beantragte der Erste Staatsanwalt, den Polizei-Jnspettor Glasemann darüber zu vernehmen, daß in Züstck keine polnische Druckerei eststire, von dost aus nie polnische Flugblätter verbreitet würden, son- dem alle polnischen Flugblätter aus Genf kommen. Szymanski habe ausdrücklich ausgesagt, daß ihm das von Naporra angeblich zugesteckte Flugblatt aus Zürich gewesen sei. Der Zeuge Szymanski, nochmals vorgerufen, erklästc, daß er den Titel des Flugblattes nicht gelesen habe, aber unter dem Titel habe er genau den Ost Züstch gelesen. Befragt, ob die polnische Benennung für Zürich daraus gestanden hätte, antwortete er, natürlich, es stand Geneiva darauf. Da nun aber Genewa die polnische Bezeichnung für Genf ist, zog der Erste Staatsanwalt den An- trag auf Vernehmung des Glasemann zurück. Darauf wurde in der Verlesung der Schriften fortgefahren und die Oeffenllich- keit ausgeschlossen. Nach etwa einer Viertelstunde wurde die Oeffentlichkeit wieder hergestellt und beantragte der Erste Staatsanwalt, den Kstminalwachtmeister Weinest als Zeuge darüber zu vemehmen, daß Szymanski, als er mit den übrigen Zeugen den Saal soeben verließ, gcäußest habe, er könne nicht bestimmt behaupten. Der Gerichtshof beschloß die Verneh- mung. Wachtmeister Weinest bestätigt diese Aeußerung. Zeuge Szymanski giebt diese Aeußerung zu, er habe aber dieselbe auf den Titel des Flugblattes bezogen. Dem- nächst wurde die Oeffentlichkeit wieder ausgeschlossen.— Nach Eröffnung der heutigen Sitzung wurde der Polizeiinspettor Büttner vemommen. Derselbe bekundete, daß der in den Akten befindliche Brief mit der Unterschrift„Leo Okonicwski" von der Hand der Jankowska herrühre; es seien charakteristische Merk- male einiger Buchstaben, die darauf schließen lassen. Der Brief wird sodann polnisch verlesen und ins Deutsche übersetzt. Auf der ersten Seite befindet sich mit gewöhnlicher Tinte ein Schrei- ben, in welchem dem Empfänger gesagt wird, daß er in einer Fabrik in Paris— der Brief trägt das Datum„Paris, den 19. November 1884"— Beschäftigung erhalten werde. Die zweite und dritte Seite ist mit chemischer Tinte geschrieben und beginnt„Geehster Genosse." Hier wird dem Empfänger gesagt, daß er zur Befreiung des Stanislaus 240 M. erhalten werde, 30 M. solle er für sich behalten. Hierauf wurde das Urtheil der hiesigen Stafkammer in der Strafsache gegen den Uhrmachergc- hllfen Wesolowski verlesen. Nach diesem hatWesolowski den er- wähnten Brief und auch das Geld erhalten, und zwar zur Befreiung des Studenten Stanislaus Padlewski, welcher ivegen sozio- listischer Umtriebe im hiesigen Gefängnisse eine längere Frei- heitsstrafe verbüßte, und den Wesolowski, als er hier ebenfalls eine Freiheitsstrafe im hiesigen Gefängnisse verbüßte, kennen gelernt hatte. Palews ki hatte ihm zugeredet, nach seiner Ent- lassung zu seiner— Padlcwskis— Befreiung behilflich zu sein und ihm eine Adresse gegeben, an die er dieserhalb schreiben sollte, von dort werde er Geld erhalten. Wesolowski hatte es aber für gut befunden, die ganzen 240 M. für sich zu behalten, und für die Befreiung des Padlewski nichts gethan. Weso- lowski wurde deshalb wegen Unterschlagung von 210 M., weil 30 M. sein Eigenthum davon waren, zu sechs Monaten Ge- fängniß verurtheilt. Von der Anklage der sozialistischen Umtticbe wurde er freigesprochen. Sodann wurde die Oeffentlichkeit wieder ausgeschlossen._ Pereine und Versammlungen. , aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Kernfogenossen hielt am 17. d. M. in den „Armmhallen' ihre Generalversammlung ab, in welcher der te? aus von 134,23 M. verblieb. Die Revisoren bestätigten die Richtig. keit der Abrechnung, worauf dem Kassirer Decharge estheilt wurde. Bei der hierauf vorgenommenen Vorstandswahl ivurden folgende.Herren gewählt: Schuster erster, Krause zweiter Bor» sitzender; Kunstheim erster, Hanke zweiter Schriftführer: Sebode erster, Finkcndei zweiter Kassirer; als Revisoren: Kratzmann. Schmädicke und Zeise; als Beisitzer: Niemand, Teuer und Becker. Nachdem hierauf Herr Schuster den Jahresbericht über die Thätigkeit des Vereins erstattet hatte, wurde Herr Krause beauftragt, auf das Grab des verstorbenen Mitgliedes.Hugo Heinrich einen Kranz namens des Vereins niederzulegen. Die statistischen Fragebogen sollen in der nächsten Versammlung zur Ausgabe gelangen. Allgemein- Kranken- und Kterkekass« der Metallarbeiter(E. H. 29 Hamburg). Den Mitgliedern der Filialen Berlin 1, 2, 3 und 4, sowie den Filialen Rixdori, Tempelhof und Nieder-Schönweide zur Ütachricht, daß am Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Louisenstädtischen Konzert- hause, Alte Jakobstr. 37, eine kombinirte Versammlung statt- findet, zu welcher alle Mitglieder oben genannter Filialen ein- geladen iverden. Tagesordnung: Vorlegung und Diskussion der zur nächsten Generalversammlung der Kasse gestellten An- ttäge, betreffend die Abänderung des Statuts. Der wichtigen Tagesordnung wegen sollte jedes Mitglied, um seine Rechte zu wahren, in dieser Versammlung erscheinen. Zentral-Kranken-«nd Sterbekasse der Drechsler rifoIesJ?u?Öttd,rcr' Köpnickerstr. 150-151, Vierteljahr. hchc Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Die Beschlüsse der stattgehabten Gcncralversammlung. 4. Wahl eines Revisors. 5. Verschiedenes. Quittungsbuch legitimirt. Verein der Einsetzer(Tischler). Außerordentliche Ge- neralversammlung am Sonntag, den 22. d. M., Vorm. 105 Uhr, Neue Fnedrichstr. 44. Tagesordnung: Vorstandsantrüge. Ver» schiedene VemnsangelegenHeiten und Fragekastcn. Nerein?ur Wahrung der Interessen der Klavier- arbriter. Generalversammlung heute Abend in Gratweil's Bierhallen, Beuthstraße 18, Aufgang E. Vortrag des Herrn Kögel über Chemie. Jahresbericht und Abrechnung vom IV. Quartal 1887. Besprechung des Maskenballes. Verschie» denes. Quittungsbuch legitimirt. Der Fachverein der Tischler hält seine ordentliche tmmnssvsA W Ordnung: 1. Vierteljahrsberichte des Vorstandes und der Kom- Missionen. 2. Ersatzwahl der Kommissionen. 3. Vereinsange- legenheiten. 4. Fragekasten. Das Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Billets zu dem am Sonnabend, den 11. Februar, in der„Berliner Ressource", Kommandantenstr. 57, stattfindenden Wiener Maskenball des Vereins find m der Versammlung zu haben. Freir-ligi-se Gemeinde. Sonntag, den 22. d. M.. Vormittags 10 Uhr, Rosenthalerstraße 38 Vortrag des Herrn Dt. H. Spazier über„Spinoza's Leben und Lehre". Dienstag, den 24. d. Mts, Abends 8& Uhr, Jnvalidenstr. 1 a, Vortrag des Herrn Dr. Huber über, Viesen und Ziele der freireligiösen Gemeinden. In diesen Versammlungen sind Damen und* Herren als Gäste willkommen. Theater. Sonnabend, den 21. Januar. Gvttmha««. Der Wanenlchmied. Kch««spi»lha««. Tante Therese. Dratlchr» Theater. Die Welt, in der man fich langweilt. MaUner-Theater. Ein toller Einfall. Der Mückado. Friedrich» Wilhelmstädtische» Theater. Schwaben. Die 7. � Uthtaria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Gstead-Theater. Liane, die zweite Frau. Mestdeaz-Theater. Francillon. Kellealliaure-Theater. Die Näherin. Walhalla-Theater. Alle Neune. Teatral-Theater. Höhere Töchter. KSaiaftädtische» Theater. Die Tochter der Markthalle. Americaa-Theater. Sp ezialitäten-V orstellung. Toarordia- Theater. Spezialitäten- Vor- stelluna. Theater der Keichshalle». Spezialitäten- Vorstellung._.... m Kaafmana» SfartÄW. Spezialltaten- Vorstellung._ Berliner Stadt Theater Wallnertheaterstraße 15, fr. Alhambra- Theater. Unser UMat oder: Vater Martin s Hans. Volksstück mit Gesang in 3 Akten von Dr. Lßmann. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. KjiUsiWtisdjks lljenlrr. Alexander-Straße 41 Seat* und folgend« Kurze Straße 6. ....------ d« Tu Gastspiel von roee: Anna Schramm. Die Tochter d. Markthalle. Große Poffe mit Gesang in 3 Akten von Alfted Schönfeld. Musik von Paul Lincke. 1. Bild: In der Zentral-Markthalle. 2. Bild: Im Viehhof. 3. Bild: Fräulein Doktor. 4. Bild: Die Hofsängerin. Caroline G dewitz, Scbiächter- mamsell aus Kalau: Anna Schramm. Anfang 7} Uhr.— Kassenöffnung 6 Uhr. Sämmtlich* Kon» stnd gUttg. Sonntag, den 22.: Auf allgemeinen Wunsch: «roste Zlachmittaga- Kinder K orstellung }« kleinen Kreisen. Robinson Crusoe. I. Parquet 0,25 Pf., Loge u. Fauteull 0,50 Pf. Die Abonnenten des„Berliner Volksblatt" zahlen gegen Vorzeigung ihrer Abonnements- qmttung halbe Kassenpreise. sovlstllstädtischts Theater. resdenerftr. 72. Direktion: Adolph Ernst. Neu einnudirt und mit neuen vouplet«. 197. Male: Zum Die schöne Ungarin. Gcsangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Musik von G. Steffens. Alie»rue« Koapl-t» stnd vom Kaprllmstr. Kerrn Franz Roth komponirt. Irma: Clara Helmer. Lilli: Olga O wo- raK. Fritze: Grete Gallus. Häppchen: Clara Büchler. Miesebcck: Direktor Ad. Ernst. Schröder: Aug. Kurz. Triller: Paul Barthold. Walzebock: Gustav Görs«. Alfred: Wilhelm Ruft. Teleph n KnschlaS: Amt III. Ur. 8043. Kasseneröffnung 6t Uhr. Anfang der Vorstellung 7t Uhr. u Morgen: Dieselbe Vorstellung.!? Circus A. Erembser kriedrich-Karl-Ufer, Ecke Karlstraße. Heute, Son«ab«ud. den 21. Januar 1888, Abends 7 Uhr: Alhleltii SM-KMmmz zwischen dem Former Herrn Herrmann Schmidt und dem Metallstanzer Herrn Emil Kleiuau. Beide Herren genießen in hiesigen Athleten- kreisen den Ruf, die stärksten und gewandtesten Männer zu sein und stnd zum heutigen Auf- treten von zwei hiesigen Athletenvereincn dele- girt worden, um sich im Kampfe zu messen. Der endgiltige Sieg wird durch eine Preis-Jury entschieden werden. Zum 23. Male: Ii? laftize ZWikgkrmiillrr Große originelle Pantomime mit Kallet, ausgeführt von 80 Personen und 40 Damen vom Corps de Ballet. Auftreten der vorzüglichsten Re'tkünstle- rinnen und R»itk«nst>»r, sowie Vorführen und Reiten der bestdresfirten Schul- und Frei- heitspferde. Morgen, Sonntag, zwei Vorstellungen, um 4 und 7% Uhr. _ A. Krembeer, Direktor. pastage 1«r. 9 M.- 10 A. Kaiser-Panorama. Schlösser König Lndmig II. Uruschmansteia. Kohenschmonga«. t» Neu! Zum etften Male: vierte Wardernng durch pari». Meise Kr. Maj. Schiff Kertha. Sine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Hiasken Gardsrobe für Herren und Dame« B. Mattausch von osenthalerstr. 56, 1 Tr. eschmavolleKostüme i. reichster __ Auswahl den Lesern d. Blattes bestens empfohlen. Vereinen Preisermäßigung, s 1 39 Kitte genau auf Hausnummer zu achten! Allen lieben Verwandten, Freunden, Mitarbeitern, sowie dem Comptoirpersonal der Fabrik, welche meinen lieben Mann zur letzten Ruhe geleitet haben, ganz be- sonders aber seinem hochverehrten Chef, Herrn Werner Katsch für die vielen Beweise der Güte und Liebe, die er ihm während seiner langen Krankheit und noch nach seinem Tode so überreich erwiesen hat, sowie auch Herrn Pastor Etage für die ttostreichen Motte am Grabe des Ent- schlafenen meinen tiefgefühltesten, innigsten Dank. 1189 Clara Parnemann, geb. Schön. Ortskasse der Tischler mtd Pianofo i te-Ardeiter. Mitglieder. Veriammlung morgen, Sonntag, den 22. Januar 1888, Vormittags 10 Uhr, Krrsman».strast» 7. Tagesordnung: Vorwahl von 35 Delegitten.— Alle Mitglieder, welche an den Kassirer Schätz ihre Bei- träge zahlen, werden zu dieser Versammlung ein- geladen. 164 I. A. der Delegitten: Werktt. Haupt. Zimmermann. Stephan. Schmitz. Todesanzeige. Am Dienstag, den 17. Januar, ist unser lieber Mann und Vater, Bruder und Schwager Hans Hirsekorn im St. Hedwigskrankenhause sanft entschlafen. General- Versammlung Die Beerdigung findet am Sonnabend,'Nach- mittags 3 Uhr, vom St. Hedwigsftankenhause aus statt. 183 Die Hinterbliebene Wittwe nebst Kindern. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Mann, Bruder, Schwager und Onkel, der Schlosser- meister*ibert Winter heute früh 1 Uhr nach jahrelangem Leiden verstorben ist. Die Beer- digung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Begräbnißplatzes der Frei- religiösen Gemeinde, Pappcl-Allee 15|17, aus statt. Berlin, den 20. Januar 1888.[191 Laa se Winter, geb. Sorge. Wilhelm Winter. Hertha Winter. Kereitts zur Wahrvllg der Ivtrreffei d't ßlavierarbelter Sonnabend, den 21. Januar 1888, Vratwell- sch« Kierizallen Bcuthstr. 18, Aufgang E. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Kögel über Chemie mit Experimenten. 1. Jahresbencht, Abrechnung vom 4. Quattal und Berichterstattung über die Thätiakeit des Vereins im verflossenen Jahre. , 3. Besprechung des Maskenballs. 4. Vereinsan- gelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Wohnung des 1. Vorsitzenden, Kollegen Hahn, befindet fich Lübbencrsrraße 13, 3 Tr., des Kasfirers, Kollegen Jeppson, Grünauer- sttaße 6, Ouergebäude 2 Tr. 187] Der vorstand. Sauitäts-Verein für Arbeiter beiderlei Geschlechts(E. H. 85), General Versammluna Sonntag, den 29. Januar, Vormittags 10$ Uhr, zns«lst«ost»»O(Scheffer'» Saal). Tages-Ordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. 2. Abrechnung des Kasfirers. 3. Wahl des Ge- sammtvorstandes. 4. Verschiedenes. 185 NB.: Weibliche Mitglieder haben Zuftitt und Stimmrecht. 9- Ä.: P. Hand. Eine gut erhaltene Fttster u. Roßmann-Näh- Maschine billig zu verkaufen bei Carl Napkch. Zimmerstraße 23 im Keller._ Centralkra�ken- u BegräbnUs- kasse der Buchbinder. Sonntag, den 22. d. M, Vormitt. 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, erste ordentliche Hanptvers�mmlnng. Tagesord- nung: Kassen- und Geschäftsbettcht pro viertes Quattal 1887. Neuwahl des Gesammtvorstan- des. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesord- nung halber ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen.[192] Der Vorstand. Weiss- und Bairisch-Sier-Lokai, große Weiße 20 Pf., kleine Weiße 10 Pf., ein gutes Glas Bairisch, Mittagstisch mit Bier & Couvett 50 Pf. bei F. Schmalowsky. Langestt. 70, parterre. jiar pereinoftmmer>«»ergebe», tks w Gl. Scbarnow's Kälteste«nd leistnngsfiihigste Uhren-F*�. Berlin S., am Moritzplatz, Oranienstr.-Ccke. Xüng'fos. Anerkannt beste Bezngbq-elle, auf allen Seltauistellunze» preiigekrönte Ttand-W-s.ruhren. Sinzeloeikauf|u wirklichen Kabiiipreisen nnter b jShr ger Garantie. Ktickel-Remontairuhreu von...... 10 JJlart an bo. bu piima........ I«.. 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Februar er C9ln Mindener 3 ll 0 Haupttreffer 165 000 Mark, 24 000 Mark etc. 1 Original-Loos 625 Mark, Antheile: j 330 Mk.,% ISO Mk.,: _ Vio 37L Mk,'/40 20 Mk.. Vso 10 Mk. Jedes Loos gesehen zu sein. in dieser Zlehochottien in der 100 Thal. SerienloofiÄnM® e gegen en. Kleinster Treffer 330 M3' 90 Mk., Vio'l'n den Streike -�ioge der Arbei te nur in Lo" Zlelioi 20 JaMar Öls 8 FtOriar. Koni«-!. Prenss. Slaatslollcrfc"1,'ä" Haupttreffer 600 000 Mk., 2 X 300 000 Mk., 2 X ISO 000 Mk Forderungei ei'ld) ist nicht der Anthei»oo«e: Vi 210 Mk.L| 105 Mk, J, 52% Mk.,',8 27 Mk, t/io 22 Mk., Vi,% f�chtigung (Porto und Liste 75 Attbeitem w scheinen der amtlichen L','J1''' V? ffslf V,o Iii Mk., 7 Mk, Vw« Mk., V,4 4 M. Die Auszahlung der Gewinne geschieht sofort nach Erscheinen der amtlichen-. Wunsch auch sofort nach Ziehung. Da die Gewinne täglich angezeigt werden n>, g i,' mir Ersatzloose stets zu Diensten stehen, so kann man in dieser einen HWn-, TT"\4 mals hintereinander gewinnen. 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Nichtkonvenirendes wird anstandslos zuru W IUnssrlre Katalog« gratleosd 'einen Werth Abg. Dr.§ lokraten stets Z 'ene Feindselig! » Vertreter dei !echt und auch k We Novelle zu r dankbar sein. er Aufgaben Cmmuno, und so wichtiges hr ventilirt wii 1 der Verfichc ige und Gehil "nigungen, e verfichem, ihl derselben i (i geringe un .•' jta die gesetzli .- Wunsch hie i die Standes t ernsthaft zu dct sich der 3 mbach, welck it. Die Form spektoren sei die 'cht gegeben, .ialfälle dur ---- Ap-rrginalberichte 1 Kellermann, � � Möbel ans Thrllzahlang w i____ Ktsuigl Preussische 177. Klassenlos �(Ptcht der Vcrsicherungszwang auszudehnen wäre auf die Lehr- ? dL»1' nge und Gehilfen des Handelsstandes. Einzelne freiwillige / Bereinigungen, welche diese Personen auch für Krankheits- it*.fille versichern, beständen bereits, jedoch sei die Mitglieder- Dre� chl derselben im Verhältniß der Gesammtheit eine viel tt geringe und esssz wäre deshalb um so angezeigter, ..' �icr die gesetzliche Zwangsversicherung einzuführen, zumal ..•• if*. Wunsch hierfür ein sehr starker sei. Der Einwand, .. M dre Standesehre derKaufleute damnter leide, sei doch wohl ...-' lchk ernsthaft zu nehmen.— Bezüglich der Gewerbeinfpektorcn ... sendet sich der Redner gegen die Einwände des Abgeordneten if Zahrt�aumbach, welche derselbe in der letzten Sitzung vorgebracht . oder c">t. Die Form der Veröffentlichung der Berichte der Fabrik- trag«»-....«spektoren sei die denkbar beste; es"'erde nicht nur ein General- slos ZUN>°5Mch.t. gegeben, sondern man könne sich auch bezüglich aller ia«hV lsn�pezialfälle durch die im Büreau des Hauses ausgelegten inalberichte der Inspektoren vollständig infornriren. Be- NN sei, und dabei theile er die Ansicht des Abgeordneten illll, iumbach, die Zunahme der Kinderarbeit im Königreich Achsen. Diese überraschende Thatsache könne jedoch möglicher � eise an emer Verschiedenheit des jetzigen Zahlungsmodus gen den früheren liegen. Es sei sicher fraglich, was man jetzt tn id was man früher als Fabrikbetrieb gerechnet habe und was er. Mt. Bezüglich der Zunahme von Uebertretungen, welche der lr Ve bg. Baumbach gleichfalls für das Königreich Sachsen konstatirte, Mk..z, Hsse er bemerken, daß die Uebertretungen in ihrer überwiegen- » tausch'' n Zahl formeller und nicht materieller Natur gewesen wären. ungstagc° sx Gcwerbeinspcktoren mit so zu sagen polizeilicher Gewalt "Matten, wie man von der linken Seile des Hauses orschlag gebracht habe, halte er für gänzlich inopportun. Gewerbeinspektoren müsse der Arbeiter mit Vertrauen ent- rd. 4 LW c, Eogntf ftr 57." senlo DCIiC MälSKO �igenkommcn können und nicht mit Furcht ihrem Besuche ent- «�.gensehen. j l Abg. Hitze(Zentrum): Die Berichte der Fabrikinsvektoren gerre» �jgensehen. 0* y Su.nf v, Cf'f lestillasto" tau& . 18. die Vermehrung der beschäftigten Kinder in Fabriken von 000 bis 21 000 fest. Merkwürdig ist, daß gleichzeitig die Zahl ? beschäftigten jungen Leute im Alter von 14 bis 16 Jahren unken ist. Herr Baumbach hat sich in seiner letzten Rede 'utend wohlwollender über die Arbeiterschutz-Gesetzgebuna esprochen; ich wünsche, daß er dieses sein Wohlwollen auch trmn bewahrt. Redner kommt dann auf die von ihm im iahre eingebrachten Antiäge bezüglich der Kinder- und Frauen- tt und der Arbeit an Sonntagen. Er bedauert, daß sich die perung darauf noch nicht eingelassen habe. Dankbar sei auch Aussicht gestellte Novelle, von der er wünsche, daß ,U,?!?£Ltrc Wm Jahre zu Stande kommen möge. Die psdehnung der Krankenversicherung auch auf die Hand- m er schon durch die Ortsstatute mög- Verhältnisse seien aber in den betheiligten iscn noch mcht geklärt. Bezüglich der Form der Be- e oer Fabrikinspektoren wünsche er größere Ausführlich- die Gewerbe-S...... �.erverbe-Cchiedsgerichte anlange, so hätte erden dieselben auf legislatorischem Wege errichtet Was tisch, daß «den. Staatssekretär v. Köttichee: Der.Herr Vorredner hat über Form der Veröffentlichung der Berichte der Fabrikinspektoren n neuen Vorschlag gemacht. Er wünscht nämlich, daß es Oos Rctch bei der jetzigen Form verbleiben, für Preußen � XfUT L? uiese Berichte vollständig abgedruckt werden sollen. Ich T natürlich keine Erklärung z. Z. darüber abgeben, wie sich langt Ack-te preußische Regierung zu diesem Verlangen stellen wird, aber rann sagen, daß ich die Sorge, den Dezernenten und Fabrik- % P he Alc!' Sonnabend» den 21. Januar 1888. S. Jahrg. inspcktoren könnten bei dem jetzigen Modus wichtige Mitthei- lungen entgehen, nicht theilen kann, da die Regierung Werth darauf legt, diesen Aufsichtsbeamten alles Wissenwerthe bekannt zu geben.— Der Herr Vorredner hat auch die Stellung der Regierung zur Arbciterschutzgcsetzgcbung in den Bereich seiner Kritik gezogen. Den Vorwurf, den er mir macht, daß ich von den Gewerbegerichtcn mit einer gewissen Geringschätzung gesprochen habe, muß ich zurückweisen, ich habe ge- sagt, daß schon jetzt jeder Stadt das Recht zustehe, sie einzuführen, und daß ich eine obligatorische Em- führung gegenwärtig für nicht dringend genug halte, mcht dringend genug, wohlgemerkt, noch dringenderen Aufgaben gegenüber. Wir haben jetzt soviel Eisen im Feuer, daß wir nicht alles auf einmal verarbeiten können; wenn der Moment gekommen sein wird, werde ich aewiß gern die Hand dazu bieten, diese Frage in sachgemäßer Weise zu erledigen.— Was das von dem Herrn Vorredner und Genossen in voriger Session eingebrachte Arbeiterschutzgesetz betrifft, so ist richtig, daß ich ge- sagt habe: die Antragsteller würden wohl selbst kaum geglaubt haben, daß ihr Gesetzentwurf auf Annahme seitens der Regte- runa zu rechnen habe. Das habe ich aber deshalb gesagt, well sich bei näherer Prüfung sehr wesentliche Inkongruenzen heraus- gestellt haben. Unsere ablehende Haltung entspringt also mcht aus einer Geringschätzung der legislatorischen Initiative des Reichstags, sondern aus den Fehlern, die jener Gesetzentwurf thatsächlich aufwies. Die Regierung verhält sich durchaus nicht ablehnend gegen das ganze Gebiet der Arbeiterschutzgesetzgebung, Sie müssen ihr aber das Recht zur Prüfung zugestehen. Es ist ebenso schwer, die Grenze zu bestimmen, wie weit man hierin gehen kann, als es leicht ist, zu sagen, der Arbeiter muß mehr geschützt iverden. Also besser, zusammen ruhig überlegen, als sich befehden.(Beifall rechts.) Bezuglich der Kinderarbeit ist richtig, daß sie, wenigstens in Sachsen, den Benchten nach zu- genommen hat. Dies liegt aber an der genaueren Zahlung; auch werden von Jahr zu Jahr mehr Fabriken unter Kontrole genommen. Es ist also eine absolute Vergleichbarkeit mcht mog- lieh und eine Steigerung faktisch nicht zu konstatiren. Eme Norm für die Zählung, wie sie der Abg. Hartmann will, ist gewiß wünschenswerth. Was das Verhältniß der Bemfsaenossen- schaften zu den Fabrikinspektoren angeht, das der Abfj. Baumbach letzthin berührte, so wird unsererseits auf ein gedeihliches Zu- sammemvirken hingearbeitet und halte ich, da Disparitäten nach Möglichkeit vermieden werden, gesetzliche Vorschriften für un- nöthig.— Wenn es möglich ist, die von mir bereits ange- kündigte Novelle zum Krankenkassengcsetz noch in dieser Session vorzulegen, so wird sie so ausgearbeitet sein, daß auch der Abg. Hartmann über Flüchtigkeit nicht zu klagen haben wird. (Abg. Hartmann! Soll mich freuen!) Dem Abg. Frohme muß ich auf seine Klagen noch kurz erwidern, daß, wcr.n die Fabrikinspektoren die Wahrnehmung gemacht haben, die Arbeiter seien an einzelnen Orten durch Agitatoren beeinflußt worden, dies schon seine Richtigkeit haben wird. Hätten dies die Inspektoren nicht in ihren Berichten er- wähnt, so hätten sie sich einer nicht objekiven Darstellung schul- dia gemacht. Gerade auf die Mittheilung solcher Erscheinungen müßte der Reichstag den allergrößten Werth legen, denn sie sind äußerst wichtig. Wir sind dabei den Fabrikinspektoren mit Recht Dank schuldig und haben keinen Grund zum Tadel. (Beifall.) Abg. Miqttelt Ich beabsichtige die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Frage zu lenken, ob ein öffentliches Bedürfniß besteht, wie es namentlich in England, Frankreich, theilweise in Belgien und in einzelnen schweizer Kantonen geschehen, ein Rcichsgesey über die Gesundheit des öffentlichen Wohnens zu erlassen. Wenn man den Kreis menschlicher Wohlfahrt unter- suchen will, so steht die Art und Weise des Wohnens und die Opfer, die dafür gebracht werden müssen, in allervorderster Reihe. Jedermann weiß das. Ob alle Mitglieder des Reichstags von den Nothständen, die in dieser Beziehung, namenlich in den großen Städten bestehen, aus eigener Erfahrung und Anschauung oder durch genaues Studium der sehr eingehenden Statistik zu dieser Frage Kenntniß genommen haben, kann ich freilich nicht beurtheilen. Jedenfalls, glaube ich, muß heutzutage jeder, der sich mit dem Wohl der arbeitenden Klassen beschäftigt, diesen Gegenstand hauptsächlich zum Gegenstand eingehenden Studiums machen. Hier muß ich mich darauf beschränken, innerhalb der Kompetenz des Deutschen Reichs die eine Seite der Sache ins Auge zu fassen, nämlich die Frage, ob das Reich vermöge seiner Kom- petenz als Gesetzgeber über die Gesundheitspolizei in diese Ver- Hältnisse eingreifen will. Ich mache mir keine zu großen Illusionen von dem, was das Reich hier leisten kann, und weiß, daß vielmehr die größten Aufgaben den Einzelstaaten, den Ge- meinden und den übrigen Faktoren bleiben. Aber allerdings vermag das Reich erheblich wirksam durch seine Gesetzgebung in diese Dinge einzugreifen, und die Frage ist für ein gesetzgebe- nsches Einschreiten schon reif. Wenn wir an die Wohnungs- frage herangehen, so wird die erste Frage die sein: wie sind die Wohnungen beschaffen? und wie müssen sie beschaffen sein, wenn fie zu menschlichen Wohnungen bestimmt sind? Da kommen wir sofort auf die Lnndesgesetzaebung und die Lokal- gesetzgebung über das Bauen. Die Bestimmungen über das Bauwesen sind in einigen Landestheilen ziemlich allge- mein gehalten und tragen den Prinzipien der öffentlichen Gesundheitspflege Rechnung. In den meisten Städten aber und namentlich preußischen haben wir nur vereinzelte Bestim- mungen, die sich über ganze Distrikte erstrecken; es sind dies Verordnungen lokaler Natur, Gemeindestatuten und dergleichen. Die Verordnungen sind von dem verschiedenartigsten Charakter. In einzelnen großen Städten hat man die Bauordnungen re- formirt und eine Reihe sehr heilsamer Bestimmungen in die- selben aufgenommen. Die meisten Bauordnungen aber sind gänzlich veraltet; sie beschränken sich M die Frage: wie soll das Gebäude zur Straße stehen, wie ist ein Gebäude standfest. wie verhält es sich zu seinen Nachbarn, wann ist es feuersicher? u. s. w. Nun könnte Jemand sagen: es steht nichts entgegen, diese Bauordnungen zu reformiren. Wozu eine allgemeine Ge- setzgebung. Nicht blos der Schlendrian in so vielen Gemein- den. sondern auch das Widerstreben großer Interessen von Klassen, welche in den Gemeinden die Herrschaft haben, verhin- dert nur gar zu oft hier eine Reform. � Es is also höchst schwierig, eine allgemeine Bauordnung für Deut chland zu machen. Aber das kann nicht bestritten werden, daß man Mi- nimalanforderungen an jeden Bau durch Reichsgesetz bestimmen kann, wobei dann den Lokalbehorden frei- steht, nach ihren besonderen Verhaltnissen diese Normativ- bestimmungen weiter auszuführen. Wenn das Reich die Sache in die Hand nimmt, so wird die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden und wir werden bald ungeheure Fortschritte auf diesem Gebiete erleben. Das Bedürfniß für die Reichsgesetzgebung, in dieses Gebiet einzugreifen, liegt einmal in den sozialen Zu- ständen, dann aber in dem bestehenden Recht. Die Baupolizei bewilligt z. B. jetzt den Bau einer Hütte, daraus wird aber hinterher eine Schlafkammer; sie bewilligt eine Rumpelkammer, und daraus wird wieder eine Schlafkammer; sie genehmigt einen Kellerraum nicht zu dauerndem Aufenthalt und zum Wohnen der Menschen, hinterher wird der Raum zu anderen Zwecken benutzt. Die Baupolizei handhabt also die Vorschriften, die für das Baum gegeben sind, aber sie garantirt nicht die Benutzung des betreffenden Lokals zu dem Zweck, zu dem die Bauerlaubniß gegeben ist. Ohne eine zweckmäßige Organisation können die Polizeiorgane auch nichts leisten. In großen und selbst mittleren Städten müssen Wohnungsinspettoren eingesetzt werden mit der Aufgabe, sich um diese ungeheuer wichtige Frage zu kummern. Ein Polizei« Präsidium kann wohl ein Loch, in dem eine Menge Menschen eng zusammenwohnen, ausräumen lassen, aber das ist doch eine große Seltenheit. Im Großen und Ganzen haben wir für diese Aufgabe der modernen Welt noch keine Organe. Ich verlange eine klare gesetzliche Darlegung der Kompetenzen der Sanitäts- und Baupolizei und Organe, die dafür sorgen, daß die gesetzlichen Bestimmungen nicht nur auf dem Papier stehen. Ich habe auf dem Lande, namentlich in der Nähe großer Städte, wo die Bevölkerung wohnt, die in der Stadt arbeitet, aber nicht schläft, vielfach noch viel schlimmere Zustände gefunden, als in den Städten selbst. Wir brauchen also nicht nur eine Gesetzgebung für die Städte, sondern mit den nothwendigen Unterscheidungen auch für Stadt und Land allgemein. Sodann stelle ich eine noch wichtigere, aber noch zweifelhaftere Materie zur Erwägung. Wir haben in Deutschland bis jetzt wohl den Eigenthümer gesetzlich in der Art des Bauens beschränkt, und das Recht hierzu ist alt, es bedurfte schon in der Urzeit zu jedem Bau, zu jeder Einzäunung der Zustimmung der Gesammtheit der Gemeindebewohner, später der Gemeinde, dann der Obngkeit; wir haben aber noch nicht gewagt, über diese Beschränkung des Eigenthums hinaus in das Benutzungsrecht eines Raumes als Wohnung einzugreifen. Das ist ein sehr zartes Gebiet, das man aber in England schon lange mit Bestimmungen beschritten hat, die jetzt auch nicht mehr als genügend angesehen werden. In den industriellen Bezirken Schlesiens, Westfalens und des Rheinlands sind ebenfalls höchst wohlthätige Polizeiverordnungen erlassen, insbesondere über die sogenannten Schläferstellcn, über die Trennung der Geschlechter, über einen bestimmten Kubik- meter Luftraum für den Kopf, zweckmäßige Einrichtung der Aborte u. s. w. Diese Verordnungen haben außerordentlich nütz-- lich gewirkt, und man wünscht ihre weitere Entwickeluna. Die königliche Regierung in Düsseldorf, die für ihre objektive und eingehende Beschäftigung mit den sozialen Fragen besonderen Dank verdient(sehr richtig! rechts), hat gerade wieder eine Kom- misston aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzt, um zu prüfen, ob man weiter gehen soll. Der Vorsitzende der Kommission hat meine Vorschläge für durchführbar erklärt. Wenn die Behörde berechtigt ist, für das gewerbliche Vermiethen von Schlafstellen und möblirten Zimmern Vorschriften dieser Art zu treffen, warum sollen wir dann nicht den weiteren erforderlichen Schritt bis zu dem gewerblichen Vermiethen von Wohnungen überhaupt thun? Haben wir nicht in den Städten ganze Klassen von Leuten, die sich mit dem gewerb- lichen Vermiethen von Häusern beschäftigen? Woher sind denn die Wohnungen überfüllt? Man sagt: weil zu wenig da find! (Ruf: das ist die Frage!) Das ist allerdings die große Frage. Das Gesetz selbst, hält man mir entgegen, kann nicht mehr Wohnungen schaffen. Man sagt ferner, es sei heute Wohnungs- mangel, morgen Ueberfluß, seit 20 Jahren gebe es bald Prosperität, bald Rückgang, bald Abströmen, bald Zuströmen, die Verhält- nisse regelten sich von selbst. Darauf erwidere ich folgendes: Für ganze Schichten der Bevölkerung sind die Wohnungen viel zu theuer, viel zu schlecht und nicht dauernd.(Abg. Richter: relativ!) Gewiß relativ! Die Bauspekulanten wollen eben gute Geschäfte machen mit Wohnungen für die höheren uud mitt- leren Klassen, stellen aber keine kleine Wohnungen für die ar- beitenden Klassen her. Deshalb haben sich gemeinnützige Ge- sellschaften gebildet, um solche Wohnungen herzustellen, und für diese Gesellschaften ist auch die sonst schwierige Verwaltung sol- cher Häuser am leichtesten. In.Hamburg hat man damit Großes geleistet. Aber im Wesentlichen ist der Zustand doch noch nicht geändert und der Prozentsatz der Miethe im Ver- hältniß zur Gesammteinnahme ist viel zu hoch. Die arbeitenden Klassen, namentlich die schlechtest fituirten, zahlen in Berlin, Frankfurt, Köln, Königsberg u. s. w. zwischen 25 und 30 pCt. der Gesammteinnahme und theilweise sogar darüber an Miethe. Das kann ich ja nicht ändern, aber ich kann verlangen, daß die Arbeiter für den hohen Preis wenigstens bessere Wohnungen erhalten. Wenn ich jetzt für Berlin oder eine andere Stadt das Bewohnen von Lokalitäten, in denen nicht wenigstens acht Kuibkmeter Luftraum pro Kopf, namentlich in den Schlafstellen, garantirt sind, verbiete, so wird allerdings auf den ersten An- griff eine überschüssige Bevölkerung da sein, die nicht unter- kommen kann, einen Theil wird man dann noch unterbringen können, aber ich nehme an, es soll immer noch ein Theil übrig bleiben, für den gesorgt werden muß. Deshalb kann man ein solches Gesetz nichr von heute auf morgen einführen. Ich würde es heute publiziren und innerhalb fünf Jahren in Kraft treten lassen, bei neuen Lokalitäten sofort, bei alten nach und nach. und darauf wird sich die Bevölkenmg einrichten. Wenn nach fünf Jahren nicht alle untergebracht sind, so hätte die Gemeinde für die Unterkunft zu sorgen. Bis jetzt fehlt noch eine genaue Definition des Begriffs„Unterkunft", wie er im Unterstützungs- wohnM-Gesetz.vorhanden ist. Das Gesetz muß sixiren, daß eine Wohnung, die nicht wenigstens so und so viel Kubikmeter Luftraum für den Kopf gewährt, keine gesetzlich zulässige Woh- nung ist. Wenn sich alle Menschen in gesetzlich geeigneten Wohnungen befinden, dann können neue nur anziehen, wenn geeignete Lokalitäten da sind. Gewiß wird dadurch erschwert, daß Arbeitgeber in Zeiten der Prosperität massenhaft Arbeiter in die Stadt ziehen, ohne sich zu fragen, wo dieselben wohnen sollen.(Sehr richtig!) Wenn der Arbeiter in Roth kommt, so spart er zunächst an der Wohnung, denn an Brot, an Kleidung und dergleichen kann er nicht viel sparen. Er sucht eine billigere, eine kleinere Wohnung und zieht schließlich mit an- deren Familien in ein und dieselbe Wohnung. Daher die moralische Verwüstung durch das enge Zusammen- wohnen. Wenn Sie sich diese Wohnungen selbst ansehen würden, wie ich es gethan habe, wären Sie mit mir einver- standen, mit der Gesetzgebung hier einzugreifen. Man kann Maßregeln finden, die zwar den Uebelstand nicht mit einem Schlage beseitigen, wohl aber allmälig bessern können. Und weiter will ich nichts. Das sind allerdings nur noch lose Ge- danken, und ich will noch keine Anträge stellen, aber wenigstens einen Vorschlag auf dem Gebiet der Gesundheitspolizei. In der deutschen Justizkommisston haben wir in die Zivilprozeß- ordnung Bestimmungen aufgenommen, wonach Gegenstände, die mm Leben unerläßlich sind, wie z. B. Betten und dergl., der Exekutton nicht unterliegen. In den Miethsverttägen wird aber dem Vermiether das Retentionsrecht an diesen Sachen ausdrück- lich gewahrt. Leider haben unsere Gerichte das Recht dahin interpretift, daß dies zulässig sei. Ich berufe mich aber auf die bayerische Gesetzgebung, die dieses Retentionsrecht an Jllaten und Invekten beseitigt hat. Ein großer Uebelstand ist für den Ar- better der lange Kredit bei den Miethszahlungen. Ich erinnere an das wohlthätiae Vorgehen der Engländerin Miß Heal, die eine achttägige Miethszahlung für Arbeiterwohnungen durch- gesetzt hat. Wir dürfen keine langen Kündigungsfristen und noch weniger lange Zahlungsfristen haben. Durch die Aus- Übung des Retentionsrechts wird leicht die ganze Familie ruinirt, der Arbeiter muß neue Schulden machen, um neue Möbel zu beschaffen. Deshalb muß auch das Pfandrecht an Jllaten und Jnvektcn aus dem deutschen Rechte verschwinden. Auch eine Reform des Miethsvertragcs würde bei Erlaß eines solchen Ge- sctzes in ernste Erwägung zu nehmen sein. Ich wollte diese Frage, die hier zwar noch nicht verhandelt ist, aber im Vorder- gründe der öffentlichen Diskussion steht, anregen. Es stehen hier so große Güter in Gefahr, daß es unsere Pflicht und die der verbündeten Regierungen ist, ernstliche Maßregeln zu er- greifen.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Schräder: Auch ich meine, daß in der Fürsorge für Arbeiterin ohnungen bei uns in Deutschland am wenigsten ge- schehen ist und daß die Gesetzgebung dort in mancher Beziehung ein furchtbares Feld finden könnte. Es wird aber schwer sein, durch Reichsgesctzgcbung Dinge zu regeln, welche der Landesgesevgebung zustehen. Ob die Vorschläge des Vorredners den gewünschten Effekt haben werden, möchte ich bezweifeln. Die nothivendige Konsequenz der Vorschläge des Vorredners ist, daß Staat und Kommune für die Wohnungen zu sorgen hat. Der Arbeiter ist durch unsere ganze Sozialpolitik(Zuruf links: Konizölle!) so sehr in Anspruch genommen, daß er für seine Wohnung nicht viel aufwenden kann. Die Arbeiter wissen auch in der Regel eine gute Wohnung nicht zu schätzen. Sie kommen oft vom Lande, wo sie sich mit schlechten Wohnungen bcholfen haben. Gute kleine Wohnungen werden auch oft, zumal in Berlin, verdorben durch Ueberfülluna und schlechte Benutzung. Eine Staatsaktion allein wird auf diesem Wege wenig erreichen. Es wäre wohl die Frage, ob nicht für solide Bauunternehmer ein staatlicher Kredit in größcrem Umfange nutzbar zu machen wäre. Ich denke nainentlich an die Mittel der Sparkassen. Leider ist bei uns infolge der sozialen Politik und der staat- lichcn Fürsorge die Thätigkcit und das Pflichtgefühl der besitzenden Klassen an der Lösung solcher Fragen sehr erlahmt. (Sehr richtig! links.) Hier in Berlin sind wir seit mehr als einem Jahre daran, eine Gesellschaft zu Stande zu bringen, welche Arbcitcrwohnungen baut. An ihrer Spitze stehen Leute aller poli- tischen Richtungen, und dennoch ist es uns nicht gelungen, das zu erreichen, was wir wollen. Es könnten auf diesem Gebiete nicht blos die Aktiengesellschaften, sondern auch die Genossen- schaftcn Ersprießliches leisten. Was die Berichte der Fabnk- inspektoren anbetrifft, so wünschte ich, das die verbündeten Re- aierungen dieselben in einer knappen einheitlichen Form in 1 vis 2 Bänden von Reichsweaen veröffentlichen und auch dem Publikum zu einem billigen Preise zugänglich machen. In der Arbliterschutzfrage haben die verbündeten Regierungen noch nicht den richtigen Weg eingeschlagen, um die Sache zu fördem. Ab- ficht der Verfassung war es nicht, daß die Vettreter der vcr- bündeten Regierungen sich ruhig die Sache erst mit ansehen und, wenn ein fettiger Beschluß des Reichstags ihnen vor- liegt, überlegen, ob dieses Gesetz ihnen paßt oder nicht. Es ist vielmehr die Absicht der Verfassung, daß beide Faktoren der Gesctzgceung zusammen arbeiten sollen. Ob die Revision des Krankenkassengcsetzes jetzt kommt oder später, weiß ich nicht, eine Aeußerung des Herrn Staatssekrektärs über seine Stellung zu den freien Hilfskassen ist mir aber aufgefallen. Er schien gewissermaßen denjenigen, welche den freien Hilfskassen entgegen sind, nachzugeben gewillt zu sein. Er meinte, es komme nur darauf an, Licht und Schatten gleich zu vettheilen, und er schien das Licht mehr auf Seiten der freien Kassen zu suchen. Das stimmt mit der sonstigen Behauptung überein. daß die freien Kassen durch die Gesetzgebung außerordentlich begünstigt seien. Nichts ist unbcgttindeter wie dieses; ihre Stellung ist eine viel angreifbarere und angegriffene als die der Zwangskasscn. Den freien Hilfskassen wird vorgeworfen, daß sie nicht die ärztliche Behandlung gewähtten. Nun haben viele Kassen Medizinalverbände geschassen, um diese Lücke in ihren Einrichtungen zu ergänzen. Die preußischen Behörden fangen aber jetzt an zu erklären, daß solche Kassen als Versicherungsanstalten zu betrachten seien und deshalb einer besonderen Genehmigung bedürften. Das Oberlandesgcricht in Naumburg hat entschieden, daß dieses Verlangen ein unbegründetes ist. Nichtsdestoweniger hat der Regieiungspräsident in Breslau einem solchen Verbände einfach die Genehmigung versagt i hört! links), well Ottskrankcnkassen da wären, und deshalb kein Bedürfniß für solche freien Kassen bestände. Ist das die gesetzlich garantitte freie Bewegung der freien Hilfskassen? Es giebt Gegner dieser Kassen deshalb, weil so viel Sozialdemokraten darin sind. Sehr mit Unrecht. Tie freien Kassen zeigen dem Arbeiter gerade, daß es auf dem Boden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung und ohne Hilfe des Staates möglich ist, die eigenen Interessen zu vettretcn. Ich würde es sehr bedauern, wenn bei der neuen Revision des Krankenkaffcngcsetzcs die freien Hilfskassen noch schlechter gestellt werden, als bisher.(Beifall links.) Abg. Kalle: Ein wirklich stichhaltiges Bedenken gegen den Vorschlag des Abg. Miquel könnte nur dann bestehen, daß mit demselben die Zahl der Arbeiter Wohnungen nicht vermehtt werden kann. Nun behaupte ick, daß, selbst wenn die Wohnungen durch ein solches Gesetz etwas vcttheuert würden, doch im Interesse der Gesundheit und Sittlichkeit ein enormer Vortheil in solchen Vorschriften lüge; wären die Wohnungen behaglicher, so würde der Familienvater zu frausc bleiben und die kleine Mehrausgabc für die Wohnung durch andere Ersparnisse wieder einbringen. Was die Fabttkinspek- toreu anbetnfft, so muß ich dem Abg. Frohmc entschieden ent- gcgentteten. Seine Ausführungen machen den Eindruck, als ob die Fabrikinspektoren der Sozialdemokratie unbequem sind, well sie ein vermittelndes Bindeglied zwischen Arbeitgebern und Arbeitern bilden. Hat doch Herr Frohme sogar getadelt, daß einzelne Fabrilinspektoren Wohlsahrtseinttcktungcn der Fabtt- kanten empfohlen haben. In diesem ganzen Verfahren liegt System. Ich muß es überhaupt entschieden zurückweisen, daß die Sozialdemokraten sich die eigentlichen Vettreter der Arbeiter nennen. Man nützt den Arbeitern durch eine Theilnahme an den gesesgederischen Arbeiten und durch Wohlfahttscir.richtungcn mehr, als durch fortwährendes Aufreizen und Mißmuthig- machen über die bestehenden Verhältnisse.(Beifall bei den Nationalliberalen.),~ m Staatssekretär v. Kotticher: Das Verfahren, welches die verbündeten Regieningen, in spe ie die Vettreter der vcrbün- deten Regierungen hier bei den Berathungen im Reichstage ein- schlagen, ist ein durchaus konektes. Ich und meine Kollegen sind außer Stande, den Jnitiativanttägen des Hauses gegenüber sofott Stellung zu nehmen, weil wir nur die Bevollmächtigten unserer Regierungen find und zu jeder Aeußerung, die wir ab- geben, soweit fie sich auf die Gesetzgebung bezieht, erst der Instruktion unserer Regierung bedürfen. Was die freien Hilfskassen detrifft, so habe ich nicht die Spur eines Uttheils darüber, nach welcher Richtung das Reformbedürfniß sich geltend gemacht hat, mir erlaubt, sondern nur den Satz hingestellt, daß Lickt und Schatten gleich verthcilt werden müssen. Als mir entgegengerufen wurde, die freien Hilfskassen leisten ja mehr, habe ich mit einem Scherzwott geantwortet; ä la bonbeur! dann braucht man ihnen nicht zu Leibe zu gehen. Daß die freien Hilfskassen in der That sehr gut gestellt find, beweist der Umstand, daß fie vollständig unbeschränkt find in der Aufnahme ihrer Mitglieder. Sie können Alte, Kranke und Gebrechliche zurückweisen, die Zwangskassen aber nicht. Daraus allein ergiebt sich die Be- xechtigung der Behauptung— ich sage nicht meiner—, daß« Licht und Schatten gleichmäßig vcrtheilt ist. Was die Form der Bettchte der Fabttkinspektoren betrifft, so kann ich wieder- holen: Möge sich die Majotttät des Reichstags über eine Form einigen, dann will ich mich bestreben, bei den verbündeten Re- gierungen diesen Wunsch zu erwirken. Damit schließt die Diskusfion. Abg. Singer konftatitt zur Geschäftsordnung, daß ihm durch Schluß der Diskussion die Möglichkeit abgeschnitten sei, auf die schweren Angüsse des Staatssekretärs und des Abg. Kalle gegen seine Partei zu antworten. Hierauf vertagt fich das Haus. Schluß 4% Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 1 Uhr (zweite Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend die Einführung der Gewerbeordnung für Elsaß-Lothringen, und Etat.) Auf eine Anfrage des Abg. Singer theilt der Prä- sident mit, daß er die erste Lesung des So- zialistengesetzes gegen Ende nächster Woche auf die Tagesordnung zu setzen gedenke. Allgeordnrtenhanv. 3. Sitzung vom 20. Januar, 11 Uhr. Am Ministertische: v. Puttkamer, v. Scholz, Friedberg, Lucius, Maybach und zahlreiche Kom- missare. Eingegangen find: 1. Nachrichten von der Verwaltung der preußischen Staatsbergwerke,.Hütten und Salinen während des Etatsjahres 1680 87; 2. Denkschrift, betreffend die in der Zeit vom 1. April 1886 bis zum 31. März 1887 erfolgten Bau- Ausführungen an denjenigen Wasserstraßen, über deren Regu- lirung dem Landtage besondere Vorlagen gemacht find; 3. Nachweis über die im Jahre 1887 88 stattgehabten Aus- und Einrangirungen in den Landgestüten. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Staatshaushalts pro 1888 89. Abg. Frhr. o. Kuene(Zentr.) spricht seine Befriedigung über den vorliegenden Etat aus; derselbe konzentrire fich in der Thatsache, daß unsere Finanzen endlich nach langjährigem Ringen eine wesentliche Besserung gefunden. Ob diese Besse- rung als eine dauernde anzusehen, könne freilich Niemand mit Bestimmtheit beantworten, da der Etat im Wesentlichen auf der Besserung der Einnahmen im Reiche beruhe. Jndeß wolle er mit dem Herrn Finanzminister annehmen, daß die Besserung eine dauernde sein werde und daß das Haus darnach in der Lage sei, die Verwendung der jetzt vorhandenen Ueberschüsse dauernd in den Etat einzustellen; aber er thue dies nicht in dem Bewußtsein, daß im Reiche weitere neue Steuern be- schafft werden müßten, sondern in der Hoffnung, daß man endlich in Preußen eine Reform der direkten Steuern anbahnen werde, welche die Lasten mehr auf die stärkeren Schultern abzuwälzen geeignet erscheine. Was die Verwendung der Ueberschüsse selbst anlange, so sei bedenklich, daß die Aufbesserung der Gehälter der Geist- lichen in das diskretionäre Ermessen des Kultusministers gelegt werden solle. Ebenso habe er Bedenken in Bezug auf den Gesetzentwurf zur Erleichterung der Volksschullasten. Abgesehen davon, daß man die Bevormundung der Kommunen nicht zu weit treiben sollte, werde diese Art der Uebcrweisung für viele Kommunen auch zu einer Erschwerung insofern, als daran die Aufhebung des Schulgeldes geknüpft werde. Man werde da- her an die Berathung dieses Gesetzentwurfes mit großer Vor- ficht herantreten müssen und zu prüfen haben, ob nicht die wohlwollenden Intentionen der Regierung in an- derer Weise zu erreichen seien. Zur Entlastung der Kommunen schlägt er seinerseits die Ueberweisung der Hälfte der Erträge aus der Grund- und Gebäudesteuer an die Kom- munen vor und stellt im klebrigen trotz der gegen die Vorschläge der Regierung erhobenen Bedenken eine wohl- wollende Prüfung derselben in Ausficht. Abg. Dr. Sattler betont, daß die bisherigen Ueberschüsse leider immer noch nicht eine wirthschaftliche Besserung erkennen ließen, da namentlich die Ueberschüsse des Jahres 1886—87 größtentheils aus Minderausgaben erzielt wurden. Auch das finanzielle Resultat von 1887—88 berechtige noch nicht zu der Hoffnung, daß die Mehreinnahmen dauernde sein werden; es werde daher zu prüfen sein, ob es gcrathcn sei, schon jetzt eine dauernde Verwendung der Ueberschüsse eintreten zu lassen. Jedenfalls aber werde in erster Linie auf eine Entlastung der Kommunen Bedacht genommen werden müssen, sobald die Finanzen dies nur irgend gestatten. Abg. Ilidtrrt(dfr.) weist im Eingange seiner Rede darauf hin, daß die Thronrede so hohe Ermattungen bezüglich der Finanzlage hervorgerufen, daß der Finanzminister sich veranlaßt gesehen hat, in einer Sitzung, in der ihm"Niemand antworten konnte, diese Erwartungen aus ihr richtiges Maß zurückzuführen. Das sei allerdings um so erklärlicher, als das, was jetzt im Etat geboten wird, in der That ganz erheblich hinter dem zurückbleibe, was nach der Thronrede und nach der„Reform" der Branntweinsteuer erwartet werden mußte. Wenn der Etat günstiger geworden ist, so haben wir keinen Grund, uns darauf etwas zu Gute zu thun. Der eigentliche Träger des Etats ist heute nicht mehr der Finanzminister, sondern der Eisenbahn- minister, dessen Spezialetat einen Umfang angenommen hat, daß dabei ein Mehr oder Weniger von 20 Millionen ganz unberechenbar ist. Jedenfalls aber konnten wir aus den Reden des Finanzministers zur Begründung der Branntweinsteuer nicht den Schluß ziehen, daß derselbe Herr jetzt mit einem so glän- zenden Finanzerposs hervortreten werde. Damals war einer seiner schwerwiegendsten Gründe der Hinweis auf die nngün- stige Finanzlage in Preußen. Eine Ahnung von dem günstigen Abschluß für 1886 87 hätte er doch damals schon haben können. Jetzt wissen wir. daß es der Branntweinsteuer gar nicht bedurft hätte, um das Gleichgewicht in unseren Finanzen herzustellen. Warum wird in Preußen nicht derselbe Gebrauch eingeführt, wie im Reiche, daß sogar schon für das laufende Jahr in jedem Monat Abschlüsse über die Einnahmen veröffentlicht werden? Die Erleichterungen, welche jetzt zugleich mit dem neuen Etat vorgeschlagen werden, find aber jedenfalls nur eine sehr gering- fügige Abschlagszahlung für die Lasten der neuen Branntwein- steuer. Von einer Reform der unteren Beamtengehälter ist keine Rede, dagegen zeigen die Zuwendungen an Oberpräfidial- räche und Landräche, welche der Etat bringt, wenigstens die Richtung, in welcher fich die Regierung eine„Reform der Beamtengehältcr" denkt. Die Voltsschullehrer werden vor- läufig noch nicht einmal so weit bedacht, daß ihnen auch nur die Reliktenbeiträge erlassen werden. Der Herr Finanz- minister hat den Rückgang des Domänenetats um 87000 M. besonders hervorgehoben; das soll ein Beweis sein für die Nochlage der Landwirthschaft. Wenn aber ein Tomänenpächter zahlungsunfähig wird— und das wird in vielen als Grund für die niedrigere Neuverpachtung angeführt— so beweist das noch nicht erne Nolhlage der Landwirthschaft.(Widerspruch rechts.) Landwirthe werden keineswegs blos aus landwirth- schaftlichen Gründen bankerott; genau so wie bei Handel und Wandel wirken dabei zahlreiche andere, persönliche Gründe mit. Uebrigens hat früher, wenn der Domänenetat vielleicht um eine halbe Million anwuchs, kein.Hahn darnach gekräht. Daß von 1850 bis 1884 der Ertrag pro Hektar von 15 auf 38 Mark gestiegen ist, nimmt man als etwas Selbst- versländliches hm, jede Schwankung nach unten aber soll die Zkoth der Landwirthschaft beweisen. In ähnlicher Weise zieht man aus den Stcuerlisten den Schluß auf die ver- minderte Steuerfähigkeit des platten Landes. Die Lteuerveran- lagung ist eben in den großen Städten eine ganz andere und schärfere. Kein Wunder allerdings, wenn fich nach Aeußerungen, wie fie vom Regierungstische und speziell aus dem Munde des Reichskanzlers laut geworden find, vielfach ganz merkwürdige Anschauungen über die Nothwendigkcit einer korrekten Steuer- cranlagung fich entwickeln. Redner geht dann speziell auf den Mitglieder an naen, uns mi Ein Vertagr Hr. Nächste Eitze n Lesung des Eisenbahnetat ein, in dessen gewaltigem Ansi Vings eine Gefahr für die Staatsfinanzen crbli schüsse dieses Etats würden übrigens sofort ein anl gewinnen, wenn man einmal an eine Gehälter des Eisenbahnbcamtenheercs heiaaj Wie wenig aber die von den Freunden des systcms darauf gesetzten Hoffnungen erfüllt werde der Minister wohl am besten aus bgj Broschüre der westfälischen Kohlenintereffenten erw' sechst, Von Osten und von Westen drängten die 30IJcnI5iorttcbcnl)e Ersi Tarifbegünstigungcn an ihn heran; wenn er n«sitzen Rückblick a zwungen sein sollte, denselben nachzugeben— wo Afsses zeitgemäß i wohl die heutigen Ueberschüsse bleiben? Die �.mulze-Delitzsch, zur Erleichterung der i�chullasten erscheinen dem:%en 1182 sozial bitterlich wenig. Dem Gedanken der Aufhebung-".pählt wurde. geldcs stehe er sympathisch gegenüber, aber was das sozialdem Gewährung von Staatszuschüssen anlange, so sei d» sten Wahlgange die erwartete Reform. Warum warte die Regienwli%cn erreicht wui mit der Ausarbeitung eines Schilldotationsgesetze?, J&ner Hasencleve die Unterrichtsvcrwaltung Gelegenheit genug gchoWder der Fortsc Schwierigkeiten dieses Gesetzes zu überwinden.- i der Nachwahl vielleicht einen Landtag abwarten, in dein' mmen hatte, v Konservative sitzen? So aber sei es mtt all* mdidat, mit 7! Versprechungen gegangen, von der LandgemewWwablt. Nach J verlaute auch nichts mehr. Obwohl er anerkenne,' n Sozialdemokr Gemeinden durch das neue Schulgesetz erheblich' bnngen. Haser würden, sei er aus Rücksicht auf die Wicktigkett d�) 80 Stum des Schulgeldes bereit, sich über dieses Gesetz zu*"r( gegen könne er dem Vorschlage des Abgeordneten»Abwahl wurde und das in einem Augenblicke, wo er mit UebesiB g des Reich- � MÄÄSS&i&S Rufe verschonen. der Branntweinsteuer, es brauche Ruhe, die ihm e»�. c Konserva werden sollte. Abg. von Minnigrrode: rgcbniß wurde r .MÄÄiSS nicht möglich war, sofort hinter dem Finanzminisi.� 6?Ä ÄSÄ fSSt MfJnlm Breslau, welcher wenigstens seinem Humor die stimmen aus Hä ließ.. Die Bewilligung von Reichssteuern hat"«$180™ Er gebessert. Aber ich will den Eisenbahnminister""h.orlschritt undBi er bei seiner vorsichtigen Veranschlagung geblieben unÖ, wieder ein ordentliches Extraordinarium festgestellt en„glatt durch wir kommen zu einer gesunden Bilanz ohne eine'.rcslau gewählt einer ruhigen und vorsichtigen Disposttion braueln�abl sicherten die Angst zu haben, über die Verwendung der vorha>tfaiiiikiich den zu beschließen. Ich habe stets darauf bingedräiu-zey(frs.) 7546,: Ausgaben zu bewilligen, sondern auch für Ärjülingcn Wahl sorgen. Ich stelle mich auf den Standpunkt des Zunahme de vertrauen wir auf die Besserung der Reichssinanze�asenclever), wäh Besserung unserer eigenen Verhältnisse. Tic Lau ihren breiten Rücken hergegeben, um die neuen zuführen. Es sind namhafte agrarische Opfer zum Wohle des Reichs und der Einzclstaaten. weinsteuer haben die landwirthschafrlichen B Opfer bringen müssen. Dazu kommen die KoM Versicherung und der Unfallocificherung, und z#� wo die Landwirthschaft fich in einer schwierige» Bei diesen Epfern werden wir noch zu anderes nöthigt. Das Lohnkonto ist ein stetig steigen. Arbeitskräfte mangeln, sondern weil sie in die um dort eine freiere Bewegung zu haben. Tie zeigen trotz der Zunahme der Bevölkerung im Abnahme der Bevölkerung. Von einem Profpe kann nian wohl nickt sprechen, denn wenn vie st noch ein kleines Mehr von Einnahme ergebe� besonders günstigen Einnahme einzelner Bezui 1 750 für Dr.( lUbtr die z in als Reichstag and"— diesi icke Beobachtm ifft sich die vorr llschait von Bei littichuhläufer nur 25 Pf. Ei den auch eine„l hädigung Münte Schlittschuhläi Luferinnen sind 'e Dienstboten k gehörige sich mr gestern und sienslboten mitge ne ziemlich lung der Valuta kann ihr helfen. Wenn dazu D 1 auf eine Ermäßigung der Eiscnbahntarife laut»V- stelle u diesen Stimmen doch auch andere gegenüber,'tAw-e solchen Hei Maßregeln warnen. Wenn eine Herabsetzung%%ma%r Ott verlangen. Ader ich glaube nicht, daß w» alle Ansprüche auf Grund des Zivilstandsst Welt geschafft sind. Die Gewährung von U"'1,, Vikariate erfüllt einen langjährigen Wunsch"ff. Kirche. Wir hoffen, daß die Regierung auch es Neuen Sees efehl gegen nicht Ter„Reichsfr hüten nicht, da 'prache zu drin un einmal). T Bedürfnissen ihre Aufmerksamkeit zuwenden fcb, wenn sie 7 seiligung der Wtttwen- und Waisengeldbeitrirt). bbensiänder an: ständig einverstanden. Wir mimfrf,..,, dafi_ lnd tft di, s? R?kr Wir wünschen, dich'nd ist diese Äesc diese Beiträge erlassen werden. Das Gesetz, kü««ist ouf der 5�,1 lasten, ist ein Nothgcsctz und chulen nichts zu tkun. Auch hat meinen C Jenft auf der Ja, was schadet ei mit der■, über entgangen, wie verschieden die Wirkungen Blenschenri müssen, namentlich weaen der verschiedenen.�l�d Bewältigung gcldes in einzelnen Provinzen. Wo das beiden Aufga als die Uebcrweisung, da wird wohl der früh auf dem auf fich nehmen müssen. Dieser Puntt bat gHT chr mit dem be hervorgerufen, ebenso die Frage, ob die Züsch"''"!, testier Wust hat jetzt schon gewährt, bestehen bleiben 1"' ,«ncm Mädchen i Vielleicht brauchte man mit die-' �«stehenden Fami Gesetzes nicht bis zum 1. Ottober zu® ffauses auf genau könnte schon mit dem l. Juli anfangen- T.L*ßh um 3% Uhr! Herrn v. Huene, unter Aufhebung der ler■v"O«weckt, der vom! den Gemeinden zu überweisen nach Niaßgabe..„llends in die Kle ist untz nickt annehmbar. Ich würde auch aN,.tvvi:telinarkt, Von fein der Gutsbezirke keinen Anstoß nehmen.�'.�sluckkunst schlugen standen bin ich mit dem Verbot der ZusckläS"' L �n treppe bereii Die Branntweinsteuer belastet gerade die �chotzdem versuchte. deshalb müssen fie zuerst entlastet werden � � einc � gislaturperiode eine Mehrheit sich f"% � v' und andere christlich» Aschen Luft bald ' ß.O J Ctll ttnfrmei« angenomme EWfÄTeÄ! wessen Gunsten hat man das' gethan? Wtm r ein Mitglied der freikslü lk rennung der Iii kert der konservativen Aera. Wir haben zN' metne Partei hat 132, die freikonservatioe �' kommen 8 Hospitanten, also 202 Mitglied' rr Mitglieder an der absoluten Majorität. Wir sind also ge- iem Ansch!� �unaen, uns mit anderen Parteien zu verständigen. >zen �Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Schluß a eine Nächste Sitzung S on nabend 11 Uhr(Fortsetzung der res heranM-xn Lesung des Etats). mnden des»»-- ;,„mS ß Johalto. :ic||cinn>„ jjwhi%>iritncr x»rlli,vingnivay»nrrrsr. jwic m die Feid� vorstehende Ersatzwahl für Wilhelm Hasenclever dürfte einen wenn er«**•,«> Rückblick auf die Geschichte dieses ausgedehnten Wahl- iben— wo �>ises zeitgemäß erscheinen lassen. Der erste Abgeordnete war den? Die-�Aulzc-Delitzsch, der 1371 mit ansehnlicher Majorität(3559 cheincn dein Men 1182 sozialdemokratische und 433 konservative Stimmen) m..kk.c.bilna vählt wurde. Schon in den nächsten 3 Jahren vermehrte O das sozialdemokratische Element Jo bedeutend, daß 1874 beim ctionsgcsctzÄ- genug gcb� überwinden. . in dem es mit all LandgemeiiH !r anerkenne, Aufhebung aber was du>............_____ inge, so sei'�ten Wahlgange keine absolute Mehrheit von einem Kandi- die Regicnwg%it erreicht wurde. Schulze-Delitzsch erhielt 4028, sein Haupt- tner tzasenclever 2523 Stimmen. Bei der engeren Wahl siegte ider der Fortschritt mit 3300 Stimmen Majorität, und auch i der Nachwahl 1874 für cchulze, der für Wiesbaden ange- men hatte, wurde IDr. Banks-Hamburg, der Fortschritts- didat, mit 7240 Stimmen gegen Hasenclever(5149 St.) ahlt. Nach Ablauf der Legislaturperiode gelang es 1877 n Sozialdemokraten zum ersten Male, ihren Kandidaten durch- dtz erheblicb Ebringen. Hasenclever erhielt 9569, Dr. Banks 6856, Borsig ZLicktigkeit*]&•) Stimmen. Diese Wahl wurde übrigens wegen vor- z Gesetz zu ei�koinmener Unregelmäßigkeit für ungiltig erklärt. Bei der llbacordneteN' wurde von der Fortschrittspartei Ludwig Löwe auf- und- und(it/tellt, der auch 11 650 Stimmen auf sich vereinte, aber die er babe seio-wz'alvemokraten eroberten mit 12751 Stimmen den Sitz im i- Neue wieder für tzasenclever. Nach der Auf- er mit UebeWUng des Reichstages mußten die Parteien schon 1878 wieder nölief) einmal�, Kräfte an der Urne messen. Der Fortschritt »?bre hinc��K' den damaligen Kreisgerichtsrath Klotz als Kandidaten auf, le die ihm die Konservativen legten sich etwas schärfer ins Zeug. Das ' m' rgcbmß wurde unter diesen Umständen für die Sozialdemo- rch den UaM�. nna �690 Stimmen können. .<©tid)raal)l würbe unvg miv ii oh utucn 'esg�, den stimmen gewählt. Im Jahre 1884 vereinigten die umw'hte SilP0 en b« der Hauvtwahl die stattliche Summe w....__ aammmmm Stimmen abgegeben. 17 947 gegen 17 378 Sozial- von 24258 'punkt dcs i�he Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen(30 453 für ST""«— die neuen|Uber M» Keschäftignng der Gffiziersbursche« hätte he Opfer Man als Reichstagsabgeordnetcr- so schreibt man dem„Reichs- ,clstaaten. �/eund— dieser �age am Thiergarten am Neuen See lehr- lichen Bw�Miche� Beobachtungen machen können. Dort auf der Eisbahn n die Kostw�Mt Nch die vornehme oder vornehm sein wollende feine Ge- g, und l��dchult�von Berliner Herren und Damen, sofern sie gute �schwieriges zu andere» ; steigend« sie in d« aben. Di# :rung im n Prosper mn vie ft ! ergebe rer Bczi! littichuhlaufer sind. Gestern war dort Konzert; heute kostete nur io Pf. Eintrittsgeld für die Eisbahn. Die Eispächter ven auch eine„Garderobe", sie nehmen gegen eine kleine Ent- chudlgung Mäntel, Ueberziehcr, Stöcke und— Seitengewehre ir Schlittschuhläufer in Verwahrung. Unter den Läufern und Äuferinnen sind sehr Viele, welche Bedienten haben, und weib- �'e Dienstboten kann vielleicht jeder Hausstand aufweisen, dessen gehörige sich hier auf den. Eise tummeln. Ader Niemand r gestern und heute zu finden, der zu seiner Bedienung ,en,tboten mitgebracht hatte. Die einzige Ausnahme machten nc ziemlich große Anzahl Offiziere. Diese halten ihre Bur- 1,1 mitgebracht, welche steif und fest am Ufer des Sees mgetyasi. �Näntel und Degen ihrer gnädigen Herren in ihren zenn dazu fänden und Armen aufbewahrten. Gestern zählte ich tarite W chjn einer Stelle um 2 Uhr 29, heute um 3 Uhr 21 Burschen, 3CtJ"dcr'„ kchdelche solchen Henendienst übten. Vielleicht würde diese Vcr- wabsetziN f �.Hendung der Offiziersburschen, die allerdings bequem und billig n» vu. slicM(man spart die Gardcrobegroschen), selbst auf Reichstags- "l njfc nrt Abgeordnete der konservativen Partei denselben häßlichen Ein- pdbi» puck machen, den ich erhalten habe. Bei 4 bis 5 Grad Kälte ;$ ar ii« peidersländer zu spielen, soll weder angenehm noch gesund sein. l r»„Wie»$«() glaube, wenn der Herr Kriegsminister sich hinausbemüht c..-g.aii�.nd die frierenden, stillstehcirdcn, bepackten Burschen am Ufer £- mit!>?es 5aucn Sees besichtigt hätte, so würden wir einen Armee- .. oa.ll m MPhl gegen mißbräuchliche Verwendung der Burschen erleben." uvilstand.„Reichsfrd." bemerkt hierzu: Soweit der Brief. Wir 'K"0",, Amben nicht, daß es sich lohnt, die Sache im Reichstage zur Wunich zu bringen(wenn wir nicht irren, geschah es früher ag auch"'hon einmal). Die Antwort, daß die Burschen sehr dankbar vcndcn w'..„h, wenn sie kommandirt werden, als Zuschauer und Garde- lgeldbcitMg bbeufiänder an der Eisbahn verwendet zu werden, liegt nahe. Tvrtt 1,1 Int', tfi: hirfp nnrfi«{<+»+ aoCumS mit ovi � U,UÜ cv? mnmüwß wno reine iöeöuiö Häven, ten Freuws Geschmeiden über Bräuche der Herren Offiziere mit anzuhören. irkungen Ulenschenrettung aus dringender Lebensgefahr chiedenen.» r/rd Bewältigung eines größeren Dachboden brandes, das waren )o das,��, M beiden Aufgaben, welche der Feuerwehr gestern— Freitag irkungen HMH ii der«ta� A- früh auf dem Grundstück Kurstraße!8— 19 zufielen und von itt hat gM.»r mit dem besten Erfolge gelöst worden sind. Ter Wasch- vie Züschs reiner Must hat mit seiner aus Frau und zwei Kindern— ciben die ngen.~Ct,n('Hih um 3% Uhr durch vcrdächtiaen Brandgeruch aus dem Schlafe ver lex Hm. sfMeckt, der vom Boden aus in die Wohnung drang; er warf sich cn»- reiner Wuir yar nur leiner aus Mau uns zwer«inocrn— som�chrem Mädchen von 12 und einem Knaben von 9 Jahren— u«.«Mehenden Familie eine Wohnung im Dachgeschoß des Vorder- «MMuses auf genanntem Grundstück inne. Derselbe wurde heute MaßgaK �.!,ilends in die Kleider und lief nach der nahen Feuerwehr auf dem -"auch ai> �Lvittelmarkt, dortselbst Zuschlag': Ä?, Ate n pc bereit )e die u�ch.�bdem versuchte, zu seiner bedrohten Familie zu gelangen, ........_____ die Feuermeldung erstattend. Bei seiner iüct fünft schlugen ihm auf der engen zu der Wohnung führen- V'Ben Treppe bereits die hellen Flammen entgegen, und als er k Ii«.-j, p-vom versuchte, zu seiner bedrohten Familie zu gelai -rden dti-ai ihn eine Stichflamme ins Gesicht, so daß er von weiteren MebrbG M�ungsversuchm Abstand nehmen mußte. Inzwischen war zie Verlang �vcr auch die Feuenvehr zur Stelle gekommen und, der Sach- icb find-'» Bfle entsprechend, dirigirte der Branddirektor eine Angriffs- runaMch'.oh brannte. Innen, dicht an der Thür, lag die Frau mit dem erbte Erf�bj�naben auf der Drele, beide bewußtlos; sie wurden schleunigst it öicfrfK» cl? Bonge Minuten verstrichen jedoch noch, ist es zU.�jfä man das Mädchen in einem 9tebenraum im Bette liegend rvchöL-n""»W.fA ebenfalls bewußtlos auffand. Die Mutter kam in der rfmistlilbr'frischen Luft bald von selbst wieder zu sich; mit den beiden Kin- 9 sin? ,j%rn nahmen im Samariterdienst ausgebildete Mannschaften cSrinies �Ptebetbelebungsoctsuche vor, welche den besten Erfolg hatten, (');.«'? bei Ankunft des aus der Nachbarschaft herbeigerufenen Arztes orl««� rä> B/>e Verunglückten ein schwaches Bewußtfein bereits wieder er- Kf" hatten.— Bei der Rettung erlitt em Feldwebel eine Ver- ff._.!rn:i>, �-i�K"ung der linken Hand. Einen schweren Stand hatte infolge öo»,. V oerzwickten Bauart die vom Quergcbäude aus mit zwei miner' Schläuchen der Gas- und Dampfspritze vordringende Angriffs- kolonne; sie gewann trotzdem stetig Terrain und mit Hilfe der mit dem Schlauch einer großen Druckspitze gegen das Dachgeschoß des Vorderhauses opcrirenden Kolonne hatte man den Brand bald derartig umgrenzt, daß eine Weiterverbreitung ausgeschlossen war. Die Zerstörung in den beiden Dachgeschossen ist eine recht umfangreiche; auch hat die Arbeitsstätte einer unterliegenden mechanischen Stickerei, infolge Durchbrennens der Decke, etwas gelitten, dagegen ist die Wust sche Wohnung, bis auf die Thür, vom Brande verschont geblieben: Rauch und Hitze haben das Mobiliar und die Betten aber so arg mitgenommen, daß fast nichts gebrauchsfähig geblieben ist. Um 6% Uhr kehrten die letzten Löschzüge in die Wachbcreitschaft zurück. Die Entstehungs- Ursache des Brandes ist unaufgeklärt geblieben. Kürttich ging eine Nachricht über die Uerirgung der Cbaritee durch die Presse. Der„Post" schreibt man nun von anjcheinend inspinrter Seite:„Eine Verlegung der Chantee wurde in gestrigen Morgenblättern besprochen und dabei be- merkt, daß der dicht an die Stadtbahn herangebaute Pavillon für ansteckende Kinderkrankheiten den auf der Bahn fahrenden Passagieren Ansteckungsstoffe entgegenbringen könnte. Was den letzten Punkt anbelangt, so darf man wohl dem Uttheil unserer ersten medizinischen Autontäten Glauben schenken, daß eine Ansteckungsgefahr auf der Vorbeifahrt am Kinderpavillon nicht zu befürchten ist. Was die Verlegung dis Charitee-Kranken- Kaufes anbelangt, so ist eine solche in absehbarer Zeit absolut für ausgeschlossen zu erklären. Das Institut ist nicht allein Krankenhaus, es birgt auch den größten Theil unserer medizmi- scheu Kliniken, und die Erweiterungsbauten, die das Institut in den letzten Jabren erfahren, sprechen auch nicht für eine in Aussicht stehende Verlegung. In allen großen Weltstädten wie Paris, Wien-c. liegen die großen Krankenhäuser ebenfalls mitten in der Stadt, weil diese Lage in der Hauptsache für die zweckmäßigste gehalten wurde und auch heute noch dafür ge- halten wu�. �„rchluß versäumt hat. Es dürfte das Publikum interesstren, zu erfahren, welche Rechte Reisenden zur Seite stehen, ivenn infolge verspäteter Ankunft eines Zuges ein Anschluß an einen anderen Zug versäumt wird. In solchen Fällen bleibt es den mit durchgehenden Billets versehenen Reisenden freigestellt, entweder 1) den nächsten Zug der dem Billet entsprechenden Route abzumatten oder die Fahtt über eine andere, nach demselben Bestimmungsort führende Route der preußischen Staatsbahnen auf Grund des ursprünglich gelösten Billets fortzusetzen, oder 2) mit dem nächsten zurückfahrenden Zuge ununterbrochen zur Abgangsstation zurückzukehren und Erstattung des verauslagten Fahrgeldes zu beanspruchen, oder 3) sowohl die Weiter- oder Rückreise zu unterlassen und Er- stattung des Fahrgeldes für die nicht durchfahrene Strecke zu fordern. Immer aber muß man sich sofort beim Bahnhofs- Inspektor melden..... Urbrr die muthvolle That einer Frau, welche mit eigener Lebensgefahr einen etwa zwölfjährigen Knaben vom Tode des Ertttnkens rettete, berichtet der„L.-Anz." Der Sohn des Restauratur Holm in Plötzensee war am Dienstag Morgen beim Spielen in ein Eisloch des Spandauer Schifffahrtskanals gerathen. Eine Frau Dobra war Augenzeugin des Vottalls und eilte sofort aufs Eis, um dem Kinde beizustehen. Sie hatte eine Säge in der.Hand und hielt, trotzdem das Eis unter ihr krachte, dieselbe dem Kmde hin. Da dies Rettungsinstrunrent nichts taugte, wurde ihr von einer zweiten Frau eine Stange gereicht, welche sie unter Gefährdung ihres eigenen Lebens mit enormer Anstrengung dem Kinde in die Hände drückte. Nach- dem sie den Kleinen auf die Eisfläche gezogen, brach sie selbst ohnmächtig zusammen. Etwas über die Humanität eines Arbeitgebers. In der M. Gebauer'schen Schirmstockfabrik ist bekanntlich ein Streik ausgebrochen. Wie bei allen Streiks, so haben auch hier, so schreibt man uns, einige Kollegen während des Streiks anderwärts Arbeit gefunden. Als diese nun ihr Werkzeug aus der Fabrik holen wollten, waren sie sehr erstaunt, die Werk- zeuge, die bei ihrem Weggänge wohlgeordnet auf den Plätzen der Arbeiter gelegen hatten, wie einen Haufen altes Gerümpel durcheinandergeworfen wiederzufinden. Verschiedene Gegen- stände fehlten übrigens, so daß einzelne Arbeiter einen recht empfindlichen Schaden erlitten. Wenn der Arbeitgeber auch ge- setzlich nicht verpflichtet ist, das Eigenthum seiner Arbeiter zu schützen, so wäre er doch wohl moralisch hierzu verpflichtet. Im llebripen ist in der Fabrik eine äußerst strenge Fabrikordnung cingefühtt; für einmaliges Zuspätkommen zahlt man 25 Pfennig Strafe, für die geringste Ungehörigkcit 50 Pfennig. Wohin das Geld fließt,:u welchen Zwecken es verwendet wird, weiß Niemand. Ein unbeliannter Freund, der entschieden gute Be Ziehungen in Verbrecherkreisen haben muß, hat eine Gold- waarenhändlcrin in der Müllerstraße vor einem empfindlichen Verlust bewahrt. Als Frau E. an der Ladenthür ihres Ge- schäftes stand, eilte ein junger Mann an ihr vorvei, welcher ihr ebenso eilig mittheilte, daß am Abend ihr Schaukasten„aus- geräumt" werden würde. Bevor die Dame die unangenehme Mittheilling so recht begriffen, war der unbekairnte Freund aus ihren Augen ucrschwunden. Frau E. beherzigte die ihr auf solch geheimnißvolle und selbstlose Att und Weise zugegangene Warnung und paßte am Abend scharf auf. Bald fiel ihr ein junger Manir auf,'der auf dem gegenüberliegenden Bürger- steige auf und ab ging und den mit Geschmeide ge- füllten Schaukasten begehrlich betrachtete. Stach einiger Zeit kam der Lüsterne über den Damm und stellte sich vor das Objekt seiner Wünsche. Als ihm der ge- eignete Moment gekommen zu sein schien, warf er plötzlich ein Tuch über den Schaukasten und drückte die Scheibe ein. Doch bevor er ins Volle greifen konnte, stürmte die resolute Frau aris dem Laden und warf sich dem Räuber entschlossen entgegen. Dieser ließ das Tuch, das er nach Verbrecheratt mit Schmierseife beschmiert hatte, um das Herabfallen von Glas- splittern zu vermeiden, und an dem die Glasstücken noch hafteten, im Stich und suchte sein Heil in der Flucht. Seine guten Beine hätten ihn auch in Sicherheit gebracht, wenn das Verhängniß ihm nicht in Gestalt einer Patrouille von zwei Ge- heimpolizisten entgegengekommen wäre. Auf dem Kriminal- kommissariat wurde der Schaukastendieb als der wegen Bettelns rind Arbeitsscheu schon vielfach vorbesttafte 23jährige„Arbeiter" Berndt identifizitt. In alle» Nariationen wird tagtäglich das alte Lred vom Schwindel wiederholt und täglich finden sich Harmlose, die auf die plumsten Schwindeleien hineinfallen,.lm 16. d. M. miethete bei den L.'schen Eheleuten ein Herr„Weber", der sich für einen neu zugezogennen Inspektor des Potsdamer Bahnhofes ausgab, ein Zimmer. Am anderen Tage grng er aus und kehtte zu einer Zeit zurück, da er wußte, daß die L.'schen Eheleute ausgegangen waren. Er frug das Dienstmädchen, ob Herr oder Frau L. zu Hause wären, er wolle gern seine Mrethe bezahlen. Er bedauette sehr, daß sie ausgegangen, denn er haoe nur einen Tausendmarkschein, den er m der Gegend nicht ge- wechselt bekomme; seine Sachen stunden auf dem Bahnhof und müßten gleich abgeholt werden, da es sonst Lagergeld toste. Schließlich bat er das Dienstmädchen, chm die Transportkosten mit 7,50 Mark vorzuschießen. Das Dienstmädchen ließ sich SÄ" ÄÄ Ä ÄiÄ alt und trägt dunkelblonden Schnurrbatt. Die Hanssiichnug, über die wir geltern berichteten, fand nicht, wie wir irrthümlich mittheilten, am Sonntag, sondern am M�Eto� bedeutender Ginbruchsdiebstahl wurde in der Nacht vom 18. zum 19. Januar in einer Konditorei der Jerusalemerstraße ausgefühtt. Der Verbrecher, welcher den Diebstahl ausbaldowett hatte, ließ sich des Abends in das Haus einschließen und stieg durch ein Fenster im Erdgeschoß in die Konditorei. Hier nahm er eine eiserne Kassette, deren Schwere und goldener Klang ihm sagte, daß er das Werthvollste im Laden glücklich erwischt hatte und entfernte sich ebenso geschickt und leise, wie er gekommen. In der Kassette befanden sich 4000 M. baares Geld und Wetthpapiere, sowie ein Depotschein der Deutschen Bank über 4000 M. Die Wetthpapiere sind: drei 4�prozentige Stettiner National- Hypothekenpsandbriefe & 300 M., 2 Berliner Neustadt-Aktien Sir. 2616 und 3036 ä 600 M., 2 Stück Fonrobert- Gummifabrik-Attien Nr. 2580 und 3723 über 300 M. Durch den Hufschlug eine« Pferdes erlitt gestern Nachmittag der Naunrffistraße 88 wohnende Arbeiter Johann Biel eine gräßliche Verletzung des Gesichts. B. passirte die Prinzenstraße und sah, daß sich vor dem Hause 81 mehrere Leute vergeblich abmühten, ein gefallenes Pferd wieder auf, zu- richten. Hilfsbereit sprang B. hinzu, das Pferd schlug aber in dem Augenblicke mit den Hinterbeinen um sich,'als sich B. zu ihm heravbückte. Ein wuchtiger Hufschlag traf den Aermsten mitten in das Gesicht. Blutüberströmt taumelte der Verletzte rückwärts und verlor das Bewußtsein. Ein Schutzmann nahm sich des Schwerverletzten an, trug ihn mit Hilfe einiger Passanten in eine Droschke und überführte ihn nach der Charitee. Dort wurden verschiedene Knochenzertrümmerungen des Gesichts fest- gestellt, desgleichen eine erhebliche Gehirnerschütterung. Der Zustand des B. ist ein trostloser. Der Tegeler See hat am Dienstag zwei Menschenleben zum Opfer gefordett. Eine aus Spandau kommende Gesellschaft von Handwerksgesellen und Militärpersonen hatte sich per Schlittschuhe aus das Eis des Tegeler Sees gewagh als plötz- lich dasselbe an einer Stelle brach und drei Schlittschuh- läufer untersanken. Der eine der Verunglückten wurde durch einen Soldaten gerettet, die beiden Anderen kamen unter der Eisdecke um das Leben. Die„fossilen Rest» eines Reptils", welche nach einer kürzlich durch die Zeitungen gegangenen Mittheiluna bei Oranien- bürg zwischen Braunkohlen gefunden sein sollten, haben sich bei näherer Prüfung als harmlose Fischgräten neuesten Ursprungs entpuppt. Wie die„Nordd. Allgem. Ztg.", welche die Fund- Meldung zuerst gebracht hatte, bettchtet, hat es sich nunmehr herausgestellt, daß man es mit dem Rückenstrange eines Fisches zu thun hatte, dessen Reste vor kurzer Zeit auf irgend eine Art zwischen die Kohlen gerathen waren. Gin Flegel. Vor einigen Tagen stand die junge Frau eines unserer Mitarbeiter vor einem Schaufenster der Beuth- straße. Sie betrachtete die dott ausgelegten Gegenstände. Plötzlich nähette sich ihr ein Mann, der sich später als ein ge- wiffer Leonhard Heller, Prinzenstr. 15 HI wohnhaft, herausstellte und beleidigte die junge Frau mit recht zotigen Redens- arten. Als er gebührend abgewiesen wurde, ging er unter empörenden Schrmpfworten in die in der Beuthstraße belegene gemeinnützige Speiseanstalt. Die junge Frau, die durchaus nicht gesonnen war, sich die Rüpeleien eines solchen Burschen unge- straft gefallen zu lassen, rief einen Schutzmann herbei, der den Menschen aus der Restauration Herausholte und zur Polizeiwache tstirte. Eine de- und wehmüthige Postkatte dieses„schneidigeu fiädchenjägers" liegt bereits vor, hoffentlich bleibt auch eine eremplattsche Strafe nicht aus. Polizei- Bericht. Am 19. d. M. Vormittags wurde iu der Louisensttaße eine Frau, sichtlich krank, auf der Erde liegend vorgefunden und nach ver Charitee gebracht. Um dieselbe Zeit wurde auf dem Güterbahnhof der Stettiner Bahn der Arbeiter Thorbier durch einen vom Wagen fallenden Balken am Fuß getroffen und so schwer verletzt, daß er auf ärztliche Anordnung nach der Universitätsklinik gebracht werden mußte.— Geqerr Mittag erhängte sich ein Mann in seiner Wohnung in der Friedenstraße am Bettpfosten.— Als um dieselbe Zeit der Arbeiter Biel in der Prinzenstraße bei dem Aufrichten eines gefallenen Droschkenpferdes behilflich war, erhielt er von dem- selben einen.Hufschlag ins Gesicht, durch den er so schwer ver- letzt wurde, daß er mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit sprang eine unbekannte� etwa 30 Jahre alte Frauensperson, anscheinend dem Arbeiterstande angehörig, beim Schloß Bellevue in selbst- mörderischer Absicht in die Spree. Obwohl sie bald darauf von einem anwesenden Mann lebend aus dem Wasser aezoaeu worden war, starb sie doch nach kurzer Zeit im Krankenhause zu Moabit, wohm sie gebracht worden war.— Abends wurde an der Ecke der Landsberger- und LieymanNstraße ein Mädchen durch ern von dem Schlächter Krampf gefühttes Fuhrwerk über- fahren.— An demselben Tage brannte Franzstraße 2 die Balkenlage im 3. Stockwerk und Kleine Alexanderstraße 4 die Schaldecke im Keller.— In der Stacht zum 20. d. M. fand Kurstraße 18—19 ein größeres Feuer statt, durch welches em Theil des sehr ausgedehnten Daches des Vorderhauses und Seitenflügels zerstört wurde. Eine Frau und zwei Kinder, von denen die letzteren bereits bewußtlos geworden waren, mußten durch die Feuerwehr aus den Flammen gerettet werden. Der Feldwebel Höhenfeld erlitt dabei nicht unbeträchtliche Brand- wunden. Außerdem hatte vor dem Eintreffen der Feuerwehr ein.HanSbewohner bei den Rettungsversuchen bedeutende Brand- wunden erlitten._ Gerichts-Ieitlmg. potitifche Gefangene in" Ketten. Den bisher fast einzig dastehenden Fall, daß eines politischen Vergehens angeklagte Personen ,n Ketten gelegt sind, haben wir aus dem Posener Sozialistenprozeß zu berichten. Der Hauptanqeklagte Student Slawinski und der polnische Reichstagskandidat für Posen, Janiszewski, werden täglich bis in den Sitzungssaal m Ketten geschlossen vorgeführt. Erst auf dem Korridor werden ihnen dieselben abgenommen und bei jeder Pause, sowie bei der Zurückführung ins Gefänaniß dott wieder angelegt. Der etttere ist am 7. März v. I. in Haft genommen und bereits an diesem A,agc in Ketten gelegt worden. Er hat an dieser schweren Bürde letzt schon über zehn Monate lang ununterbrochen zu tragen wird eine des deutschen Generalkonsuls Grund dieser ungewöhnlichen Maßregel Auskunft bezeichnet, die durch Vermittelun» „.' Generalkonsuls von dem russischen Staats- anmalt m Warschau ertheilt worden ist, Inhalts deren der Angeklagte v. im Jahre 1884 in die Nihilistenaffäre des Friedensrichters Bardowsk, verwickelt war und bei ivclcher ein mit ihm zusammen wohnhafter Mann zur Erlangung seiner Freiheit auf ernen Polizeibeamten einen Schuß abgefeuert hat. — Janiszewski ist im April v. I. wegen Verbreitung einer zum Klassenkampf aufreizenden Broschüre zu 2 Jahren und einer Woche Gefangmß veruttheilt und sofott verhaftet worden. Auch ihm wurden hierbei Ketten angelegt, weil im Jahre 1882, als er mit dem jetzt in Paris befindlichen Studenten Mendelsohn zusammen in Untersuchungshaft war, nach Ueberführung des letzteren in die Strafanstalt bei Plötzensee die eisernen Traillen seiner Zelle durchgefeilt gefunden worden waren. Diese Ketten trägt Janiszewski bis zum heutigen Tage, da die von ihm hiergegen erhobenen Beschwerden zurückgewiesen worden sind Vereine und Versammlungen. Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufs- genossen. Heute, Sonnabend, Abends 8& Uhr, Versammlung «m Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Vottrag des Herrn Direktor Sällis über Massage. 2. Ver- schiedenes und Fragekasten. Gäste sind willkommen.- Arbeits- Nachweis und Herberge befinden sich bei Sodtke. Ritterstr. 128. Geschaftsstunden: an Wochentagen von 12—1 Uhr Mittags und von 8—9 Uhr Abends, Sonntags von 10— 11% Uhr Vormittags. Allgemeine Kranken- und Sterbrkasse der Metallarbeiter(E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 6. Versamm- lung beute, Sonnabend, Abends 8& Uhr, bei Ackermann,)loth- ringcrstraßc 81. Tagesordnung: Kassenbericht und Statuten- terathung. Große»tfrntliche Mersammlnng sämmtlicher Ktell- «acher, Schmiede, Lackirer, Schlosser, Magenbauer «. s. m. am Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 19t Uhr, bei Niest, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter. 2. Gewerkschaftliches. Bereinigung der Drechsler Deutschiauds, Orts- venvaltung Berliir I. Generalversammlung am Dienstag, den 24. Januar, Abends 3j Uhr, in Deigmiiller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Bericht des provisorischen Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des definitiven Vor- standes. 4. Verschiedenes, Aufnahme neuer Mitglieder. Die Gewerkskollegen Berlins werden ersucht, sich recht zahlreich an dieser Versammlung zu betheiligen und sich der„Vereinigung der Drechsler Deutschlands" als Mitglieder anzuschließen. Die „Fachzeitung der Drechsler und verwandten Gewerksgenossen Deutschlands" wird den Mitgliedem der Vereinigung gratis verabfolgt. Perein ,«r'Wahrung der Interessen der Korbmacher Kerlin« und Umgegend. Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, Generalversammlung bei Otto, Adalbert- straße 21. Tagesordnung: 1. Vierteljährliche Rechnungslegung. 2. Verschiedenes. Zentral-Krankenkasse der Maurer-c.„Grundstein zur Einigkeit". Oertliche Verwaltung Berlin I." Mitgliederversammlung am Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, in Scheffcr's Salon, Jnselstt. 10. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1887. 2. Abrechnung vom letzten Kränzchen. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. An diesem Sonntage ist die Kasse geschlossen. Der Lachurrein der Lithographiefteinschlrifrr(nicht, :r irrthümlich angegeben war, der wie in der Freitagsnummer, Fachverein der Steindrucker und Lithographen) hält am Montag, den 23. Januar, bei Domnack, Johannisstraße, eine Versamm- lung ab mit der Tagesordnung: Kassenbericht und Neuwahl des Vorstandes. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu er- scheinen. Die Mitgliedskarte legitimirt. Zentral-Kranken- und Kegräbnißkasse der Knch- binder und verwandten Bemfszweige. Dw erste ordentliche Hauptversammlung findet morgen, Sonntag, Vormittags in den „Anninhallen", Kommandantenstr. 20, statt. ..............,.........................— Tagesordnung: Kassen- und Geschäftsbericht! Neuwahl des Gesammtvorstandcs auf die Dauer eines Jahres. Wem daran gelegen ist, daß tüchtige Kräfte in die Verwaltung gewählt werden, der besuche die Versammlung. Nrrrin zur Wahrung der Interessen der Tischler. Versammlung heute, Sonnabend, Abends 8& Uhr, Michael» tirchstraße 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Straus. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes.— Billets zu dem am 28. Januar im neuen Gesellschaftshaus, Hasenhaide 57, stattfindenden Maskenball sind in der Ver- sammlung sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. m Fachverein der Former und verwandten Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 23. d. M., Abends 8 Uhr, in Kricger's Lokal, Wasserthorstt. 68. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Kunert über: Hamlet, Prinz von Dänemark. 2. Diskusston. 3. Kassenbericht des letzten Halbjahrs. 4. Ver- schiedenes. 5. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Uerein zur Zluterstühung erkrankter Mitglieder der Maurer Kerlin». Mitgliederversammlung am Dienstag, den 24. d. M., Abends 8 Uhr, in Renncfahrt's(früher Alter- mann) Salon, Dennewitzstr. 13. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereins- angelegenheitcn. Gäste,(Maurer), welche geneigt find, dem Verein als Mitglieder beizutreten, haben Zutritt. Derrinignng der Graveure, Iiselrnre und ver- wandten Bcrufsgenossen. Versammlung am Montag, den 23. Januar, Abends 8' Uhr, im Restaurant Sahm, Annenstt. 16. Tagesordnung: 1. Geschäftliches, Ausnahme und Berichte. 2. Vortrag des Herm Buda über Unterstützungsfragen. 3) Ver- schiedenes. Nereinignng der Drechsler Dentlchlands. Ortsvcr- waltung Berlin. I(Stockbranche). Den Kollegen zur Nachricht, daß heute, Sonnabend, Abends von 7%— 10 Uhr und Montag Vormittags von 10—1 Uhr im Lokale des Herrn Pätzold, Reichenbergerstt. 16, Mitgliedsbücher ausgestellt und neue Mit- Glieder aufgenommen werden. Fachverein der Rohrleger. Versammlung am Sonntag, den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, im neuen Vereinsloial, Weberstraße 17 bei Niest. Tagesordnung: 1. Antrag des Herrn A. Becker. 2. Diskussion. 3. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Arbeitsnachweis befindet sich Dresdener- straße 48 bei Genrich. Krrliner Uereinignng RoUer'scher Stenographen. Außerordentliche Versammlung sämmtlicher Mitglieder heute, Sonnabend, Abends 8s Uhr, im Restaurant Leonhardt, Wall» straße 20. Berathung der Statuten des zu begründenden Roller'schen Stenographenbundes. Gesang-, Tnru- und gesellige vereine am Sonn- abend. Gesangverein„Harmonia" Abends 3 Uhr im Nestau- rant, Alte Jakobstt. 38.— Männcrgesangverein„Echo" Abends 9 Uhr im Restaurant Klemann, tlausitzersttaße 41.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant, Andreasstt. 9.— Quartett des Tumvereins„Froh und Frei" Abends 9 Uhr im Restaurant, Schlcgelstr. 14.— Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlingsabtheil.) Abends 8 Uhr Elisabethstt. 57 58. — Turnverein„Wedding", Pankstt. 9, Männerabtheilung von 10% Uhr Abends: desgl.'. Lehrlingsabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Ärends'sche Stenographenklasse des„Ber- liner Handwerkervereins" Abends 8t Uhr Sophienstt. 15.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 8',, Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11-— Verein der Taubenfreunde Abends 8' Uhr im Restaurant Klemann, Laufitzer- straße 41.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstt. 106.— Verein der Württemberger Abends 8', Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gememdeschule Abends 9§ Uhr im Restaurant, Markusstt. 7.— Rauchklub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28. Telegraphische Depeschen. (Wolffs Telegraphen-Bureau.) Kerlin, Freitag, 20. Januar. In der am 19. ds. Mts. unter dem Vorsitze des Staatsministers, Staatssekretärs des Innern, von Boetticher, abgehaltenen Plenarsitzung ertheilte der Bundesrath den Gesetzentwürfen für Elsaß-Lothnngen über das Theilungsverfahren und den gerichtlichen Verkauf von Liegen- schaften und über das Forststrafverfahren die Zustimmung und erklätte sich mit der weiteren Ausprägung von Kroncnstücken bis zur Höhe von 20 Millionen Mark einverstanden. Für er- ledigte Stellen bei mehreren Disziplinarkammern wurden die erforderlichen Ersatzwahlen vorgenommen. Bezüglich der allge- meinen Rechnung über den Landcshaushalt von Elsaß- Lothringen wurde die Entlastung erthcilt. Die Vorlagen, betr. das Verbot des Umlaufs fremder Scheidemünzen, die Ergänzung des Entwurfs zum Reichshaushaltsetat für 1888 89 und den im Haag am 16. Nov 1887 unterzeichneten internationalen Vertrag fr Unterdrückung des Branntweinhandels unter den Nordsee- chern auf hoher See, wurden den zuständigen Ausschüssen zur orberathung übergeben. Hamburg, Sonnabend, 20. Januar. Der Postdampfer „Moravia" der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt- Attien- Gesellschaft ist, von New-Aork kommend, heute um 3 Uhr auf der Elbe eingetroffen. London Freitag, 20. Januar. Wie der„Standard" aus Shanaai von gestern meldet, sollen 4000 Arbeiter, welche unter Aufsicht mehrerer Mandarine-Wellenbrecher herstellten, um den Lauf der Hoangho- Fluthcn zu stauen, von einem plötzlichen Andränge des Wassers überrascht und zum größten Theil um- gekommen sein. (Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.) Dublin, Freitag 20. Januar. Der Deputirte O'Brien wurde nach Ablauf der dreimonatlichen Haft, zu der er verur- theilt worden war, aus dem Gefängniß zu Tullamore entlassen. — Der pamellitische Abgeordnete Blaine und der katholische Priester Macfadden find heute Morgen in Armagh verhaftet worden. Dieselben sind angeklagt, aufrührerische! Reden ge- halten zu haben. Die Sache soll vor die Assisen verwiesen werden. London, Freitag 20. Januar. Diesen Morgen brach in einem Kaustaden in Houndsdich Feuer aus, bei welchem vier Personen umgekommen und fünf schwer verwundet worden sind. Paris, Freitag, 20. Januar, Abends. Die Initiativ- kommission hat sich mit 13 gegen 3 Stimmen gegen die Jnbe- trachtnahme des Basly'schen Äinncstieantrags ausgesprochen, den Antrag Gaudin betreffend die Unabsetzbarkeit der Kriegs- minister und Marineminister dagegen in Erwägung gezogen.— Die Kommission zur Vorberathung des Munizipalgcsetzes hat die Vorlage, wonach der Seinepräfekt im Stadthause wohnen soll, angenommen. Kriefkaste« der Redalttio«. 19. »et»nftagen bitten wir die»boim-ni-ntWMttimg Wp#* »nttvxrt wird nicht ertheilt. Zwei Mettende. Petroleum ist seit 1859 tungszwecke ein Handelsartikel ersten Ranges" wurde das Petroleum scbon im Alterthum, z. lanv, vielfach benutzt. Zioch im 18. Jabrhundeit Amiano unweit Parma aufgefundene Petroleum leuchtung einiger mittelitalienischer Städte, namest Genua. J I. I). Z. Ein solches Institut ist uns niÄ Frirdrichshagen. Lindenstraße 55.,. K. I., Kottbnjrr Ufer. Sie erfahren es u. Rothcnstein, sowie bei jedem Auswanderun! Wasserstand der Spree in der Woche 1888.(Angabe in Metern.) helnt täglich Mo �Haus vierteljä Einzelne (Eing« 1. Ziehung der 4. Klasse 177. König!. Prtnh. Lotterie. Zithung vom 20. Januar 1888, v-rmiit-g». Kur die»ewinne über 210 Mark stnd den betreiienden Nummern in Parentheie beigefügt. «Ohne Gewahr) 182 232 333 501 64[15000] 689 725 69 807 927 1131 47 434 38 630 99 828 941.98 2065 71[3001119 226 316 33 38 654 704 5 14 23( 5001 54 92 851 944 ______ 8060 219[500] 316 473 86 524 71[30001 76 604 52 7 16. 864 86(300] 4066[500] 157 301 86 406 33 35 547 84 613 38 722 813 14(3000s 39 59 85[3000] 934 87 5052 141 349 57 440 666 849 949 «029 106 277 509 648 89 767[1500] 808 12 89 933 7003 68 101 1300] 7 87 256 331 408(3000) 603 735 50 815 77 85 8037 154 329 489 584 700 31 973 76«128 87 257 358 401 592 849 10214 66 331 430 520 728 920 48 1 1036 78 188 221 70 377 401 539 64 606 43 798 1 2018 131 54 96 333 572 674 740[300] 76 82 91 842[300] 87 937 79 1 3067 83 127 43 83 216 27 96 459 786[500] 850 908 1 4249 52 301 568 623[3001 766 82 943 55 1 5279 89 351 495 750 74 94 824 25 86 914 1«099 276 437 506(30001 47 718 34 804 38[300] 1 7083 141 274 333 61 70 409 17 95[3000] 98 701 70 912 76 1«011 128 247 346 72 97 458 512 62 624 843 1 9032 150 354 450 82 603 710 60 800 2«000 59 119 254 69 311 717 839 1300] 92 977 2 1 034 94 95 194 99 379 461 62 65 592 687 92 759 88 22121 29 47 60 285 86 346 54 403 (500! 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