fWwMi». 1» uittung beizufüg» � rtheilt. st seit 1859 ; Ranges" lhum, z--■ o Zadrhundert w Petroleum/ Sonntag, den 32. Januar 1888. 5. Iahrg ist uns niO : 55. ! erfahren vanderuN! r Woche vom! Krgan für die Interessen der Arbeiter. . Da,„Berliner VolkSblatt" leint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei Haus merteliahrlcch 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Lmsejne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) JnsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbcitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen Hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition, Berlin SW., Zimmcrstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommm. 76 95281: Redaktion: Kenchstraße S.— Expedition: Zimmerstraße 44. 101222 62 sWer heutigen Kummer liegt für unsere Avonnente« �7% �*„K-nntags Klatt" bei. Die geistig Klinden. G 963»>/ 805 902'l 1 188 201 31 KJ 719 90 95 i 685 1»P 18 39 86 7% w, 91'359�91� Es ist ein altes Erbübel der geistig Blinden, daß sie ««.Menschen, der gegen bestehendes soziales Elend muthig 21 628 7HMt und dabei seinen Glauben an eine bessere, von Ge- rgkeit, Humanität und Wahrheit beherrschte Zukunft bart. oder gar ein Bild dieser Zukunft entwirft, ver- als U t 0 p i st e n" und„t h ö r i ch t e n T r ä u m er". höhnischem und geringschätzendem Lächeln erklären sie: ange die Menschheit besteht, habe es immer viel Elend den, und möge sie noch tausend und abertausend von en existiren,— Elend, viel Elend werde bleiben schenwitz und Menschenkunst seien nicht im Stande, T7 927, J.ZU bezwingen und die„goldene Zukunft", von welcher ;63M'l.'ch'varmer und Verführer den Leichtgläubigen vorreden", 6 849 950 ijbc ein schöner Traum. 1 m 421 7�1 Emen dieser geistig Blinden meinen, so sei es in *00193 1 fr chabanderlichen Naturgesetzen" begründet; �22 M i-k Ederen berufen sich auf die„Religion", den„unab- 3 431 liMerlichen, ewigen göttlichen Weltplan" und sagen:„Nach best« fem, als es stt; 0 790 824 31 i Elend sei unlöslich vom menschlichen Dasein und die coro»», es geduldig und mit Ergebung in den 49 iwi# ber Gottheit zu tragen." 734 72 ij Ein unbefangener Blick auf die Geschichte der Mensch- � uns die ganze unerhörte Kläglichkeit id Vernunftwidrigkeit dieser Argumente. Offenbart uns beschichte Alles in Allem doch nichts Anderes, als der chheit immerwährendes Ringen gegen soziale Unvoll- menheiten und Schäden, gegen Unwissenheit, Barbarei, d und Roth aller Art— und der Menschheit steten eg über diese Mächte, die von den Theologen immer und nll, zu allen Zeiten und in allen Landen, als„unbe- bare Faktoren der göttlichen Weltordnung" behandelt ben sind. man nun auch zugeben kann, daß der ganzen niemals ein vollkommenes Glück, ohne alles Leid zu Theil werden wird, so doch unbedingt festhalten an der Vernunft- und Humanitären Ueberzeugung, daß mit stetigen Entwickelung zu immer höherer Kultur 60 572 90 19 622 792! IO« 305 20 94 450 W, 168 Ii! [30001 731 «*000 33 259 331 6-, 79 605 87- 15 974 1, 4'3001 91) 138 64 82 9 500, 7 3 734 iif 5011 46 5 62« 703, kommen werde, wo alles das Elend, was wir spTifynwärtig unter der Bezeichnung„soziales Elend" 190 i« 387ja seinen verschiedensten Arten als Ausgeburt unserer 1 96 876'..�mmen wirthschaftlich-sozialen Verhältnisse kennen, nicht Ml(ihr existiren wird. Im Vergleich zu der Gegen- 1 174 76> Jeuill'eton. Recht, vorbehalten! [17 (Nachdruck verboten! Der Erbe. s'sös 97,9 Roman von Friedrich GerstScker. «>5001 817� Die eingeladenen Gäste gehörten deshalb auch vorzugS- ri!i098/!i'i ffe diesem Stande an. Es war allerdings nicht zu ver- 666Ä8S�i den gewesen, einige bürgerliche Appellations-, Gerichts- 65 855�Äb Justizräthe wie mehrere Kollegen Witte's mit ihren ! 9117 67[i�Dlien zu laden; aber adlige Namen, mit dem„von" . ,.„l'>,!Smal deutlich ausgeschrieben, glänzten hauptsächlich auf 36 94(leO&i'iF Liste, zu der sie sich denn auch vielleicht nur aus ii 63»91, v ein Grunde bewogen gefunden, den alten Major von 99 1 36'� sen und Frau von Bletzheim hinzuzufügen. Sie brauchte f jsooi fi� sizer, also nicht den Major, aber der Major spielte vor- � flieh l'Hombre, und dazu hatte ihn sich Witte für den >35� 743.�nd ausersehen. 13044 Daß Lieutenant von Wendelsheim geladen war, verstand '"e" felbst. Witte hatte allerdings gegen ihn protestirt; ivenn er auch den Verdacht des Majors für zu vage 00t SöL'fl#,)'" M 975;| /'» wenn er auch den Verdacht des 11 214 4- 4- arte, um ihm besonders viel Glauben zu schenken, war er m mißtrauisch geworden und wollte eine nähere R��.Mchastliche Bekanntschaft nicht provoziren. Aber, hatte eben so gut von seiner Frau verlangen ) 348 f�iTKep,. an dem�Abend des Balles in einem Kattunkleide l'Vitz ri-•,----— ouui» m e-vuciu jvuuuiuiuus »3" i.>�ji>>4 erscheinen. Er wurde mit Entrüstung abgewiesen, jader 617.59, o.2Utenant erhielt eine der ersten Karten, und das einzige, der Staatsanwalt erlangen konnte, war, noch einen rendar von seiner Seite einzuschmuggeln. In der Ausschmückung und Arrangirung des Gesellschafts- 'es war wirklich das Aeußerste geleistet, und die Zimmer gar nicht mehr so aus, als ob sie zu einer stets be- » 2 64 ,i/70'.Men Familienwohnung gehörten. Dastand aber auch kein 77057 unb kein Stuhl mehr auf seiner alten Stelle, und der ''J40'', kretar mit der Kommode friedlich in der Waschküche, wäh- -> 13001}&&.eT Chiffonnieren und Schränke einen Platz auf dem 12 87 1/ l�Menboden einnahmen und dort allerdings wunderlich genug wart mag eine solche Zukunft immerhin eine„goldene" ge- nannt werden; aber zu behaupten, daß sie ein„schöner Traum" bleiben werde, von welcher„Schwärmer und Ver- führer den Leichtgläubigen vorreden,"— das zeugt von einer gänzlichen Verkennung�des hohen natürlichen Berufs der Menschheit und kann wahrlich nicht dazu beitragen, das Bewußtsein der Menschenwürde zu stärken und zu ent- wickeln. �. Sonderbar! Man muthet den Armen und Elenden zu, an ein„beffcres, ewiges Zenseits" zu glauben, wo er entschädigt werden soll für alle die hienieden erduldeten Leiden. Aber an eine bessere Zukunft auf Erden soll er nicht glauben dürfen, das nennt man „Utopien",„thörichte Träume". Glauben soll der Mensch an die„göttliche Gerechtigkeit", aber nicht glauben an das Edle in der Menschheit und dessen Sieg! Der Glaube an das„bessere Jenseits" erleidet mehr und mehr das Schicksal aller übernatürlichen Vorstellungen; die wachsende Vernunft, die Einsicht in die wirkliche Natur der Dinge macht ihm ein Ende. Aber in demselben Maße stärkt sie auch den Glauben an eine bestere Zukunft des Menschengeschlechts. Wäre es möglich, dem Menschen den „schönen Traum" von einer beffcren Zukunft zu zerstören, so würde er den letzten sittlichen Halt verlieren, der ihm im Chaos des Elends noch geblieben ist. Noch immer, von Zeitalter zu Zeitalter, hat sich vom „schönen Traum der Schwärmer und Verführer" ein Stück erfüllt. Kein„Schwärmer und Verführer" von Plato an bis auf unsere Tage träumte diesen Traum umsonst. Ist der„schöne Traum" doch nichts anderes, als die von der Erkcnntniß der entwickelungsgesetz- lichen Roth wendigkeit verliehene Vor- a u s fi ch t. So können wir mit der größten Bestimmtheit sagen: All' das soziale Elend von heute gehört nicht zu den im Wesen der Dinge begründeten unwandelbaren Erscheinungen, sondern zu den sehr wohl abwendbaren, weil mit den Ver- nunftgesetzen im Widerspruch stehenden. Abwendbar ist alles Elend, welches in verkehrten und unzureichenden gesellschaft- lichen Einrichtungen wurzelt— und dieses Elend ist es, dem wir kämpfend entgegentreten müffen, vertrauend auf den Sieg! Kein Mensch ist berechtigt, unter Hinweis darauf, daß es immer viel Elend gegeben habe, zu behaupten, das Elend sei nicht abzuschaffen. Keinem steht eS zu, dem mensch- lichen Glücke in der Zukunft eine Grenze zu bezeichnen, und dies damit zu motiviren, daß„erfahrungsgemäß" immer Elend in der Welt sei. Der Philosoph Kant hat über diejenigen, die sich solcher Ueberhebung schuldig machen, ein hartes aber gerechtes Urtheil gefällt: „Nichts Schädlicheres und Unwürdigeres kann gesunden aussahen. Selbst das Heiliathum der Schlafzimmer war nicht unangetastet geblieben, und als der Staatsanwalt Abends noch einmal hineinging, um seine etwas derangirte Frisur ein wenig in Ordnung zu bringen, fand er statt des sonst ge- wohnten Lagers an ver nämlichen Stelle einen wahren Berg von Matratzen und Kopfkissen, die fast zu Manneshöhe auf- geschichtet lagen. Aber er sagte kein Wort; nur einen tiefen Seufzer stieß er aus, arbeitete sich dann zwischen den beiden Nähtischen seiner Frau und Tochter, die hier, wie in eiftiger Unterhaltung begriffen, zusammenstanden, durch, kam zu seinem Waschtisch, beendete die gewünschte Operation und gelangte nach einiger Mühe wieder ins Freie und hinaus, wo er wenigstens Raum hatte, sich zu bewegen. Aber jetzt bekam er auch keine Zeit mehr, um ein finsteres Gesicht zu ziehen, ja er mußte im Gegentheil lächeln und sehr liebenswürdig sein, denn die ersten Gäste langten eben an, und seine Frau war mit ihrer Toilette, die sie in der Tochter Zimmer beendete, richtig noch nicht fertig geworden — Damen werden das überhaupt selten. Sie hatte aber fteilich auch noch bis zum letzten Äugenblick so entsetzlich viel zu thun und anzuordnen gehabt, daß ihr nicht ein Mo- ment für sich selber blieb. Sie wollte auch, wie sie meinte, an das Fest und die Unordnung im Hause denken, und so was passirte ihr nicht wieder, so lange sie em Wort da hinein zu reden hätte.™„ r? Aber das war freilich in dem Moment alles vergeffen, wo sie den hellerleuchteten, ja von Lichtern ordentlich strah- lenden Saal betrat und nun nichts mehr hörte, als das Rauschen schwerer Kleiderstoffe und süß gelispelte Be- grüßungsformeln, zwischen welche sich melodisch manchmal das Klirren von einem Paar Sporen oder einer Säbelscheide m'sch�m Anfang ging das auch vortrefflich. Die ziemlich geräumigen Gemächer, von geputzten, fröhlichen Menschen belebt, sahen vortrefflich aus, und Alles schien sich außer- ordentlich behaglich zu befinden; aber mehr und mehr trafen ein— es waren doch, wie das ja oft geschieht, etwas mehr geladen, als man anfangs beabsichtigt hatte, und die Zimmer dabei ebenfalls nicht so groß, wie man gedacht. Aber es half jetzt nichts, es mußte gehen, und ging, und nur die werden, als die pöbelhafte Berufung auf vor- geblich wider st reitende Erfahrung. Denn, welches der höchste Grad sein mag, bei welchem die Mensch- heit stehen bleiben müffe, und wie groß die Kluft, welche zwischen der Idee und ihrer Ausführung bleibt, sein möge, das kann und soll Niemand bestimme n." Die Idee von der größten menschlichen Glückseligkeit ist eine nothwendige Idee. Das vernünftige Ideal muß sich losringen aus der„Unvernunft des überlieferten Daseins." Alles Große in der Geschichte ging stets von den Trägern einer Idee aus, die weit über die bisherige Erfahrung hinausgriff. Während eine Kultur- Periode untergeht, wird der Grund gelegt zu einem anderen und höheren Dasein der Menschheit. Unterdrückte Klassen ringen sich auf; die herrschenden Klassen verlieren die starre Sicherheit der gewohnten Herrschaft. Die Ahnung einer neuen Zeit durchzuckt die Gemüther und der Kampf weckt neue und ungeahnte Kräfte. Das sind die großen geschicht- lichen UebergangSperioden, die stets mit einem Erwachen des Geistes, mit einem Aufschwung zu den höchsten und edelsten Idealen verbunden sind. Auch wir leben in einer solchen'Zeit, die berufen ist, dem Ideal eine bestimmte Geltung im Leben zu erringen. Manch schöner Zukunftstraum wird sich erfüllen. Aber nicht erfüllen wird sich jener thörichte Traum der geistig Blinden, wonach die Verhältnisse der Gegenwart verewigt werden sollen. Das ist in der That die tollste Utopie als Ergebniß philisterhafter Bornirtheit! Eine Den&fdmfi n. D er Regierungsbaumeister Keßler stellt seinen„Fall" in folaender Weise dar: Anfangs Juni 1887 wurde Keßler eines Tages um die Mittagszeit von zwei Be- amten der Berliner Knminalpolizei auf der Straße aufgegriffen, m eine Droschke gesetzt und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Hier wurde>ihm ern Protokoll verlesen, worin ihm bekannt ge- geben wurde, daß er auf Gnind des Sozialistengesetzes als ein der öffentlichen Sicherheit gefährlicher Mensch aus Berlin aus- gewiesen wäre, und innerhalb 48 Stunden die Stadt zu ver- lasten habe. Auf seinen Einwand, daß er sich an politischen Be- strebungen nie betheiligt, sondern nur auf gewerkschaftlichem Gebiete bei Bestrebungen zur Verbesserung der Lage der Bau- Handwerker thätig gewesen wäre, wurde weiter keine Rücksicht genommen. Keßler wurde defragt, wohin er sich jetzt wenden würde. Er erklärte, zuerst nach Brandenburg a. H. für kurze Zeit gehen zu wollen, weil er von hier aus seine Privat« geschäfte in Berlin abwickeln wolle und dann würde er weiter gehen, wohin wisse er natürlich noch nicht. Darauf wurde er entlassen._Er reiste zur festgesetzten Zeit ab und hielt sich einige Tage in Brandenburg auf. hier wendete er sich mit der Gruppen standen ein wenig dicht, und es hatte später einige Schwierigkeit, um einen Raum zum Tanzen ftei zu bekommen. Dazu herrschte gleich von Anfang an, und durch die zahl- reichen Lichter noch vermehrt, eine drückende Schwüle in den Räumen, so daß die Rouleaux beseitigt und die oberen Fenster geöffnet werden mußten, wonach sich wieder einige alte Herren und Damen über Zug beklagten. Allen Men- schen kann man es aber doch nicht recht machen, und da sich das junge Volk bedeutend in der Majorität befand, setzte es seinen Willen durch. 15 Der Staatsanwalt hatte aber auch für sich etwas durch- gesetzt, und zwar auf sehr schlaue Weise, nämlich ein Spiel- zimmer, das zugleich zum„Rauchkoupee" dienen sollte. Da- gegen gegen das Rauchen nämlich— hatte die Frau Staatsanwalt sich mit Händen und Füßen gesträubt, ob- gleich sich ein vollkommen passendes Stäbchen am Ende der Wohnung befand, das aber zu entfernt vom Speisezimmer lag, um zu anderen Zwecken zu dienen und von ihr in An- spruch genommen werden konnte. Das Stäbchen war nur einfach gemalt, und Ottiliens Mutter hatte ihren Mann lange deshalb gequält, es einmal tapeziren zu lasten, damit man es zu einem, wie sie sagte,„anständigen" Fremdenstübchen herrichten konnte. Der Staatsanwalt war aber aus ver- schiedenen Gründen nie darauf eingegangen, jetzt wurde er weich. Er versprach der Gattin Wunsch zu erfüllen, wenn es ihm an dem Abend zur Disposition gestellt würde, und wie er die Einwilligung erhielt, wurde augenblicklich der Tapezirer beordert, der in unglaublich kurzer Zeit die ge- malte Wand mit einer Tapete überklebte; dann kamen drei Spieltische hinein mit den nöthigen Karten und Marken und— Aschenbecher und Feuerzeuge mft zwei Kisten aus- gesuchter Havanna-Zrgarren. Jetzt sah er dem Kommenden ruhig entgegen; er wußte einen Platz, wo er untertreten konnte. In der Gesellschaft bewegte sich indessen noch Alles ziem- lich wirr und ungeordnet durcheinander, denn die Leute waren noch nicht recht mit einander bekannt geworden. Thee wurde herumgereicht mit Backwerk, aber man stand zu gedrängt, und wenn Jemand der einen Dame eine Verbeugung machen wollte, so gerieth er dabei einer andern auf die Robe und Bitte an den Polizeipräsidenten von Berlin, ihm zu erlauben, mit der Stadtbahn durch Berlin zu fahren, weil er in Pommern ein Geschäft abzuwickeln habe, das er näher bezeichnete. Es handelte sich um die Abgabe eines technischen Gutachtens in einer Mühlenangelegenheit. Diese Erlaubnis wurde ihm ver- weigert und er wrirde mit Verhaftung bedroht, wenn er selbst nur mit der Eisenbahn das Gebiet des kleinen Belagerungszustandes von Berlin passiren würde. Am 20. Juni wurde ihm darauf eine Verfügung des Polizei- Präsidenten von Potsdam vom 19. Juni 1886 eingehändigt, durch welche dem Keßler auf Grund des§ 2 des Gesetzes vom 31. August 1842 über die Aufnahme anziehender Personen der Aufenthalt in der Stadt Brandenburg untersagt und ihm eine zweitägige Frist zum Abreisen gesetzt wurde. Diese Versüaung traf Keßler, der garnicht gefragt war, wie lange er sich in Bran- denburg aufhalten wollte, als er schon zur Abreise bereit war. Er begab sich nach Braunschweig, wo er in einem Gasthaus Aufenthalt nahm. Obwohl er sich am politischen Leben hier nicht bctheiligte, wurde ihm eine Verfügung vom 14. Juli 1886 eingehändigt, auf Gnind welcher er unter Berufung auf das Freizüqigkeitsgesetz vom 1. November 1867§ 3 aus dem Herzog- thum Braunschweig ausgewiesen wurde. Keßler begab sich jetzt nach Gotha und von dort Anfangs August 1886 nach Frankfurt a. M. In Frankfurt a. M. wurde er vor die Polizei ge- laden und über Zweck und Dauer seines Aufenthalts befragt, aber sonst nicht weiter belästigt. Er reiste am 1. September 1886 nach München. Hier wollte Keßler festen Wohnfitz nehmen. Er wurde am 7. September, nachdem gleich nach seiner Ankunft bei ihm eine resultatloseHaussuchung nach verbotenenSchriftcn statt- gefunden hatte, zur Polizei geladen und ihm zu Protokoll er- klärt, daß man die Absicht habe, ihn auszuweisen. Keßler hoffte, daß, wenn man glaube, nach dem Freizügigkeitsgesctz vom 1. November 1867 dazu das formale Recht zu haben, man doch von diesem Recht keinen Gebrauch machen werde, da er in München nur seine Tochter auf die Kunstgewerbeschule geben wolle. Man nahm dies zu Protokoll. Am 3. Oktober erhielt er jedoch einen Beschluß der königlichen Polizeidirektion vom 30. September mitgethcilt, wonach cr aus dem Königreich Bayern ausgewiesen wurde. Trotz einer rechtzeitig eingereichten Be- schwcrde blieb es bei diesem Beschluß, am 24. November wurde ihm eröffnet, daß cr innerhalb drei Tagen die Stadt München und das Königreich Bayem zu verlaffen habe. Keßler begab sich am 27. November nach Stuttgart und dann am 25. De- zember nach Gera. Inzwischen nahm Keßler zwei sozialdemo- kratische Kandidaturen an und dethciligte sich an den Wahl- agitationen in den Kreisen Gera, Reuß ältere Linie, Altenburg, Chemnitz u. a. O. Er wurde nun auf Grund des Freizügigkeitsacsetzes am 15. Februar 1887 aus Gera und dem Fürstcnthum Reuß ältere Linie, am 12. März aus dem Fürstenthum Sachsen- Altcnburg ausgewiesen. Keßler lebte darauf, durch Familien und Ge- schäftsangelcgcnhciten veranlaßt, eine zeitlang auf Reisen und nahm am 12. April 1887 in Gotha Aufenthalt, wo er mit einer kurzen Unterbrechung bis zum 29. Juni 1887 verblieb. An diesem Tage mußte cr auf Grund einer Ausweisung das Fürstenthum Gotha verlassen. Keßler begab sich nach Eiscnach, wo er vom 9. Juli bis zum 8. September 1887 sich aufhielt. An diesem Tage mußte er, abermals ausgewiesen, Eisenach und das Großhcrzogthum Sachsen verlassen.— Dieser Schilderung der Irrfahrten Keßler's ist ein Lebenslauf beigefügt, in welchem besonders betont wird, daß Keßler ursprünglich überhaupt nicht von sozialdemokratischen Ideen beseelt gewesen sei. lieber seine Maßregelungen läßt sich Keßler folgendermaßen aus:„Man wird aus dem, was Keßler gelehrt, gesprochen und geschrieben hat, niemals herleiten können, daß er bestrebt war, den Staat und die Gesellschaft umzustürzen. Aber freilich, er war einer kleinen aber recht lauten Kotcrie der Jnnungsmeister Berlins höchst unbequem. Sie wären beinahe gezwungen worden, den Ardeitern auch der glänzenden Geschäftslage entsprechende Löhne u zahlen, was sie vermeiden wollten. Sie petitionirten deshalb jci den Behörden um Unterdrückung der Arbeiterorganisation und um Ausweisung der Führer derselben, und erlangten was sie wünschten. Bei dem Fall Kayser zeigt es sich, daß man auch schon bei der heutigen Physiognomie des Sozialistengesetzes unter Zuhilfenahme der Partikular- Gesetzgebung der deutschen Staaten über die in den letzten Tagen so vielfach besprochene „Jnternimng" verfügt. Kayser erzählt folgendes:„Im Juli 1881 wurde ich wegen angeblicher Anstiftung zur Verbreitung des Züricher„Sozialdemokrat" vom Landgericht zu Dresden mit 2 Monaten Gefängniß bestraft und wurde, ohne daß in der Verhandlung ein solcher Antrag seitens der Staatsanwaltschaft gestellt worden war, voin Gerichtshof die Anwendung des§ 22 des Sozialistengesetzes beschlossen. Dieser Paragraph geht dahin, daß Personen, die sich eine auf Umsturz der bestehenden Staats- und Gcsellschaftsorganisation ic. gerichtete Agitation zum Geschäft machen, an allen Orten der Aufenthalt versagt werden kann, nur nicht an dem Orte, wo sie sich zuletzt j Jahr lang dauernd aufgehalten haben. Noch während ich im Ge- fängniß war, November 1881, wurde ich auf Grund des obigen Gerichtsbeschlusses aus der Kreishauptmannschaft Dresden aus- l mußte sich wieder entschuldigen. Doch das regulirt sich zuletzt Alles von selber. Wenn ein Schiff, zum Ueberlaufen mit Paffagieren be- setzt, in See geht, so glaubt man anfangs gar nicht, daß alle die Leute mit ihren zahllosen Koffern and Kisten ein Unterkommen darauf finden können; aber kaum einmal eine kurze Zeit in See, und sie werden so in einander geschüttelt, daß noch viel mehr darauf Platz gefunden hätten. Genau so ist es in Gesellschaft. Anfangs stehen sich die Leute alle im Wege und gettauen sich gar nicht, da oder dort hinüber zu rücken. Aber das dauert nicht lange, da gewinnen auch die Blödesten ihre fteie Bewegung wieder, und nur erst ein- mal in Bewegung, und die Masse vertheilt sich aus eigenem Antrieb bald zweckmäßig, daß sie sogar noch Raum für die hin und her gehenden Diener läßt. Das Militär war besonders zahlreich vertteten, vorzüg- lich der Stand der Lieutenants, denn schon Hauptleute sind meist verheirathet und außerordentlich schwer zum Tanzen zu bringen, während ein Major nur in Ausnahmefällen springt. Lieutenant von Wendelsheim hatte sich denn ebenfalls pflichtschuldigst eingefunden, denn wenn er sich «uch nicht gerade in der Stimmung fühlte, eben jetzt einer solchen Gesellschaft beizuwohnen, mochte er auch nicht un- höflich gegen eine Familie erscheinen, die sich ihm immer so freundlich und aufmerksam gezeigt. So leichtherzig, ja man könnte sagen leichtfertig, er sich aber auch sonst dei solchen Gelegenheiten benommen, so still und zurückgezogen hielt er sich heute, mischte sich fast gar nicht unter das rege Ge- tümmel des jungen Volkes, sondern hielt sich fast einzig und allein zu der fteundlichen Wirthin selber, oie auch über diese Aufmerksamkeit entzückt schien und ihn mit ihrer Liebens- Würdigkeit überschüttete Aber das junge Volk ließ nicht lange Ruhe. Ein kleines Gerüst war für die Musici aufgebaut worden, und einige von diesen hatten sich dort sehen lassen, um ihre Instrumente einzustellen. Ein paar Geigenstreiche, der Stim- mung wegen, wurden dabei unvermeidlich, und der scharfe Ton derselben wirkte wie ein Zauber auf die Tanznerven der Gesellschaft. Zuerst wurden die jungen Damen unruhig und singen gewiesen. Daneben erfolgte meine Ausweisung auf Grund des sächsischen Heimathsgcsetzes aus Dresden- Stadt, eine Ausweisung, welche damals eine einjährige Dauer hatte. Ich war somit auch aus dem einzigen Ott, woselbst ich auf Grund des§ 22 des Sozialistengesetzes einen hätte Aufenthalt haben können, auf Grund eines be- stehenden Landesgcsetzes ausgewiesen und dadurch vollständig Heimathlos. Fand das Beispiel der Dresdener Kreishauptmann- schaft von Seiten der anderen höheren Verwaltungsorgane Nachahmung, so konnte ich auf die Dauer eines Jahres aus ganz Deutschland ausgewiesen werden. Ich ging nun nach Breslau, ohne aber dott Wohnsitz zu nehmen, da ich mir das Auf- enthallsrecht auf Grund des Reichsgesetzcs in Dresden sichern wollte. Aber meine Mutter und mein Bruder wohnten dott und ich ging zn Besuch, wie auch in früherer Zeit. Bald be- gann der Reichstag und ich kam nach Berlin. Kurz vor Schluß der Rcichstaasfession wurde ich im Juni 1882 auf Grund jenes Gerichtsbeschlusses au6 Breslau ausgewiesen. Kurz zuvor war auch meine Ausweisung aus der Kreishauptmannschaft Zwickau auf Antrag des Polizeidirettor zu Chemnitz erfolgt und zwar „well ich im Jahre 1881 dott zur Reichstagswayl tbätig ge- wesen wäre". So lautete wöttlich die Motivimng. Ich ging nun, da die Vettagung des Reichstages begonnen hatte— die damals bis zum'November dauerte— auf Reisen. Hierbei kam ich auch nach Elberfeld-Bannen, wo meine Anwesenheit nur einige Tage dauerte. Einige Zeit nach meiner Anwesenheit in Barmen wurde ich von der Regierung in Düsseldorf aus Elberfeld, Barmen, Florsdorf, Remscheid und noch aus verschiedenen anderen Städten und Bürgermeistereien ausgewiesen, wo ich zum Theil noch nie ge- wesen war. Ich hielt im Jahre 1882 in verschiedenen Gegen- den Deutschlands Votträge über das Kranken- und Unfallvcr- ficherungsgesctz, besonders in Süddcutschlr.nd, und muß ich aus- dtticklich bemerken, daß auch nicht eine Versammlung aufgelöst wurde. Ilebcrall aber wurde polizeilicherseits nachgeforscht, ob ich mich dauernd aufhalten wollte, was ich in Rücksicht auf meinen späteren Wohnsitz in Dresden verneinte. Eine Zeitlang blieb ich unbehelligt. Jni November trat der Reichstag wieder zusammen und ich kam wieder nach Berlin. Während dieser Session reifte ich nach Arnstadt und von dott nach Erfurt, um in der Nacht nach Frankfurt a. M. weiter zu fahren. Auf dem Bahnhofe verweilte ich einige Zeit mit 6—7 Patteigenossen von mir, die von der Arnstädter Versammlung mitgekommen waren und mir Gesellschaft leisteten. Dadurch wurde mein kurzer Auf- enthalt der Ettuttcr Polizei bekannt und das genügte, um mir einige Wochen später auch das Aufenthaltsvcrbot für Erfutt und Ilversgehofen auf Grund des§ 22 cit. leg. zugehen zu lassen. Im März 1883 nahm ich, nachdem die auf Grund des lächfischen Heimathsgcsetzes erfolgte Ausweisung zu Ende war, meinen Wohnsitz wieder in Dresden, wo ich seitdem den Untefttützungs- wohnfiy erlangt habe. Seit jener Zeit bin ich von der An- Wendung des§ 22 cit. leg. verschont geblieben, aber ich bin in Dresden sozusagen eingeschlossen. Zu jedem Ausgang in die Umgegend bedarf ich der Genehmigung der Kreishauptmann schaft, die mir in vielen Fällen versagt wird. Will ich durch die Kreishauptmannschaft Zwickau fahren, so verlangt der dottige Kreishauptmann erst genaue Erläukcrungen über den Zweck der Reise, so daß ich lieber� große Umwege mache, als mich diesem Examen auszusetzen. Seit vielen Monaten leide ich an einer schweren Halsentzündung— Stimmbändcrentzündung. Der Arzt empfiehlt mir große Spaziergänge in's Freie, ich kann sie aber nicht ausführen, weil mir der Aufenthalt außerhalb der Stadt vettagt ist. Ein Gesuch, das ich vongcs Jahr bei der Kgl. Kreishauptmannschaft einreichte, mir zu geschäftlichen und aesundheillichen Zwecken den Aufenthalts- Rayon um 1 oder 2 Meilen zu erweitern, wurde abgeschlagen. So stehen die Dinge bis heute."_ Politische Urberficht. Die Hekatombe. Die neue Wehrvorlage, die Deutsch- lands Heer um eine halbe Million Soldaten vermehtt, ist auch von der Scheinopposition des Eugen Richter, dieses Nörglers in Kleinigkeiten, freundlich begrüßt worden. Man machte das Volk glauben— und die Leichtgläubigkeit namentlich des deutschen Philisters gegenüber„Autontäten" ist ja weltbekannt—, daß zwar die persönlichen Lasten und Beschwerden des Einzelnen gesteigert würden, daß der Geld- beute! diesmal aber auch wirklich nicht in Gefahr käme. Der Steuerzahler, schrie der Chorus der Kattellbttider und schtteb die reaktionäre Presse aller Schattiningen, wird nicht im geringsten belästigt werden. Kaum war dies Woit dem Munde entflohen, so brachten bereits nationallrberale Blätter die Nachttcht, daß zur Bestreitung der einmaligen Ausgaben für die Wehr- vorläge so ein hundert Milliönchen flüssig gemacht werden müßten. Geld heckt. Aus den hundert sind jetzt bereits zwei- hundert Millionen geworden, und in Pausch und Bogen wer- den von der Hurrah-Majorität zuletzt wahrscheinlich dreihundctt Millionen— drei ist eine gute Zahl— bewilligt werden. Als Pythagoras den nach ihin benannten geometrischen Lehrsatz ent- deckte, opfette er aus Heller Freude darüber den Göttem eine an zu flüstern und zu zischeln, dann wagte einer oder der andere der jungen Herren den allerdings lauten, aber doch aus sicherem Versteck hervorgestoßenen Ruf:„Musik!" so daß man nicht genau bestimmen konnte, von welcher Ecke cr eigentlich zuerst erschallte. Da aber Ottilie selber bei der Sache intcressirt war und gewissermaßen als Vizehausftau funqirte, so wußte sie die Musici bald auf die Tribüne zu bringen, und erst einmal dort, verstand es sich von selbst, daß sie ihre Znstrumente in Thätigkeit setzten. Eigentlich hatte die Frau Staatsanwalt bestimmt gehabt, daß der Tanz erst nach dem Essen beginnen sollte; aber was half ihre kalte Berechnung an einem so heißen Abend. Die Leidenschaft siegte, und während der Staatsanwalt selber sich seine Mannschast für das Rauchkoupee zusammensuchte und dadurch ebenfalls daftir sorgte, daß ein wenig mehr Raum wurde, fing das junge Volk schon an, sich im Kreise zu drehen. Wendelsheim hatte schon aus schuldiger Artigkeit die Tochter des Hauses zum ersten Tanz engagirt und keinen Korb bekommen, und Paar an Paar schloß sich dem lustigen Reigen an, während es der Staatsanwalt dagegen lange nicht so leicht fand, die Spieltische zu besetzen. So gern nämlich viele Leute spielen, haben sie auch nur zu häufig den Aber- glauben dabei, daß sie sich müsien dazu nöthigen lassen, um nachher zu gewinnen. Aber es gelang trotzdem, und er brachte, während er sich selber für das l'Hombre mit dem Major und dem Iustizrath Bertling engagitte, noch eine Whist- und eine Skatpartie zusammen, wobei sich dann noch etwa zehn oder zwölf ältere Herren der Hitze und dem Gewirr der anderen Zimmer entzogen, um hier in aller Ge- müthlichkeit dem Spiel zuzusehen und dabei ihr Glas Wein zu trinken und eine Zigarre zu rauchen. Sie hätten es sich nicht besser wünschen können. Der alte Major war ein ungemein eifttger l'Hombre- spieler und vergaß merkwürdiger Weise von dem Moment an, wo er am Kartentische saß, seine ganze Krankheit und sein sonstiges Elend. Zu anderen Zeiten stöhnte und jammette er den ganzen Tag bald über dies, bald über das, was ihn im Körper quälte und peinigte. Jetzt stöhnte er nun aller- dingS auch— denn das war ihm nun einmal zur andern Natur Hekatombe, das ist bundctt Ochsen. Das deutsch eine Hekatombe Markmillioncn dem Kttegsgotte bringen. Wie dieselbe beschafft werden soll, die Gelchtten der reaktionären Parlmncntsl vornherein einig. � Natürlich durch kräftiges leichstag schon i eise ivird sie Ordnung gesetz ich besucht. Z wie wir höre onen auf Wi Steuer s ch r a üb e. Natürlich der i n dir e kls°üsch der Vaterl,' schraube. Natürlich durch schwere Belastung der d«°alistengesetzcs so äußett'te angespannten breiten Masse der deutschen r Wird's diesmal der Tabak sein, der bluten muß? es? Vielleicht wird der Schnaps, vielleicht der T> polisitt. Oder die Gctreidezölle werden noch um erhöht, der nothlcidenden Landwitthschaft, d. b- in der vorgc ch c stattfinden. Uationalliber hing mit dr .Nationalliberale w*. �uuvunuiMUjuji, v. �/-'vuviimuuu'euu grundbesitzcrn zur Freude und zu Nutz und Reichstage"— Militärfiskus. So muß es kommen. Der deutsch«?für die Verse grur Mililärfiskus. So muß es kommen. Der deuts«?für die V e r s ch dem Militarismus den kleinen Finger gereicht. Techaus keine gi mus nahm die ganze fcand, er nahm den ganz«?....... Wer wie die bürgerliche„Demokratie", wer wie K freisinnigen" Don Quixote's blos Einzelh«' Details bekritelt, das Ganze aber bemu als nothiv endig anerkennt, der hat nicht das S' Recht, über die stetige Zunahme der Steuerlast� großen Militäretat zu klagen. Wer die jetzige sation für nchtig hält, der muß auch in den saui kolossalen Ausgaben beißen. Vom Stande''- aden Militärsystcms aus und Ganzen nicht. HUige; nur beklagen kc herrschenden Großen Vorschläge der". erscheint hei sich bei dieser( : solche hochpo ng und Vers eichstags eing g früherer Reis ng zu gewinne der Fall sein. Aber die löclden des schaftet werden...... �—....... haben nicht den Muth, gegen den Militattsmus J™* �lagc, Front zu machen. Sie können es nicht, weil sie eit?," Mangel an licke, eine kapitalistische Partei find. 1° ÄÄ io-[ Weber dir Aussichten des Sottatisien/ �"'ch breitet sich ein Ofsiziosus im„Hamb. Corr." Sesammt ~'...... daß man annimmt, würde eine Anzahl Zentvumsleute w tellpatteien anschließen. Der Entwurf aber, wie er< ich. Grgrn dir U, öS« tiSÄS S Mi- Nachdruck und mit welchen etwaigen neuen die Vorlage vom �Bundesrathstische" aus vertb«� löcschmißen Ansiedeln '"w Ww uua uww-ju-llzrupreußen ve wird. In erster Reihe wird die Vettrctuna des Akostenaufwand, dem preußischen Minister des Innern von PuttkAer werden wird. es ist aber nicht ausgeschlossen, daß auch der Re�diese Behörde, Wott ergreifen wird. Was den übrigen neu«» �ie Oeffcntlichkeit Vorlage betristt, so haben die Verschärfungen fg jff und an sächl gegen daS gewerbsmäßige Agitatorenthum bcyere-'Pl? M., d. h. 4 Annahme im Reichstage. Die Uebcrzeugung, für das laufend so lange das Sozialistengesetz besteht, auch die Mi'? Gin Arbeiterl unwirksam zu machen, namentlich die geheimen.% sich gcnöthigt, " istädt. Strenge geahndet werden müssen, reicht" weit infus„Darmfladter liberalen Reihen hinein."— Es scheint in der ffluner die Äittheil Yifp förnftfmnTrm nmvrpfrfTemoM" mrtrSrtrt hiL nprmntetf fiÄW die Expatttirung„vorgeschlagen" worden, um die""ger vereinigt hält schärsungen desto leichter durchsetzen zu können,."eichen sozialistisch Konservativer Kauernfang. Der„WlWX? Vereinbarung —"■■ M.» Drt?tir- � � � wird aus Dresden geschrieben:„'Nach den„DiMssesi bmse Tenun richten", bekanntlich eins der niedrigsten Orga"«(Abblättern', daß f Parteien, sollen sich„hervorragende"(?) sächfisHWlMlichen Notiz der konservativen Pattei gegen die Verschärfung Würdigt haben, ohn '--------"1) von einer Anza ________________ des„Tageblatt" des früheren Reichstagsabgeordneten BaumeisK Dresden, schreibt darunter unter der Spitzmarle� Bauernfang" sehr treffend:„Die sächsischen» scheinen zu spüren, daß ihnen mehr und mehr den Füßen wankt, und sie suchen nun nach I die Gunst der Verhältnisse errungene Stellung Die sächsische Bevölkerung besitzt jedoch zu viel v sich über die einseitige Jnteressenpolittk hinwcgtas und die pattikulattstischen'Neigungen vieler konsck derselben haben nie(?) Anklang in derselben wird daher nicht verfangen, wenn das Heer der •» Vn r* nn /?* si(irfy si 1 1 f rtirtrrrrtf />Yä(Dexf und Lrdcnsjägcr sich auf einmal als„Volkspattci und besten Sinne dcs Wortes" ausgicbt."--.'f.Stoe die„Dresdner Nachrichten" selbst nicht daran ten, die Jntcress lergsschster Weise n Sinne der Ar >eiden, wissen obi isten ausfällt, i Gelegenheit die Herz legen, unter erkthätige Bevöl zu verkehren, wi re Gegner thur das Besagte der �weisen." An» Gern wii vor dem Schi Prozeß gegen dei Herren Ackermann, Klemm, Reich, Dr. H-nckmano-Ä��fäbrikänt Huc ttrUr It ZMZMMWU werden seinerzeit nicht verfehlen, eben so tvatt» j f0 em, bannung der Sozialdemokraten einzutreten, w" Lft selbst auf „Popularitätshascherci sich dagegen erklären."..„ Zum Sottalistenarsetz schreibt die„Nat�M"-— noch zweifelhaft, ob die erste Berathung dcs epWvcsUmg, d&j Kur , saß oft kaum ein r maiie". geworden und er konnte es eben nicht mehr'"'-Mebel in der z keineswegs über irgend ein Krankheitssymptow-. � vom 11. und l einzig und allein über schlechte Karten, die er,$ r/1 immit untn d--«ürd- btlam. Auß-,d-m nT.XTZ 5«V aber er spielte sehr gut, und man ließ ge Masse vcrsch gefallen. oder Gegei So hatten die Herren, während im �sJiuf den Lcuchttl getanzt wurde, ein paar Stunden etwa gen.(QlPom ,znße de Frau Staatsanwalt selber einmal hinübergi"� �ee«ms sichtb kL Zrh,n ko?"- m Antwerpen weite Strei Gatten anzuzeigen, daß gegessen werden Herren ihr Spiel auf kurze Zeit unttt�-» QtIcä in m Sie öffnete vollkommen athemlos die Tyu �(de entlang die wirklich vor Entsetzen wie festgebannt auf Ztten führten, muj stehen, als ihr eine fast undurchsichtige bla �einmal ig der Lax ... ochtc auch kein (Fortsetzung folgt.) derpen, wo sonss : ganzen Tag hj. -Uli war, ist«ine Umrissen konnte. Aus i Fit, r' eme Kunst und hause. Sonntag, den 22.: Merlin; MonS�-Me m Vssssingen, .Hochzeit des Figaro(Fr. Scmbttch a. G.)!. T M Älessandro Stradella; Mittwoch, den ä.-"1 f' Hans Heiling; Donnerstag, den 26.: Der M � Tplegraph aeork tag. den 27.; Walküre; Sonnabend, den A bschnitten gel Sevilla«Fr. Scmbttch a. G.); Sonntag, de"., �bel Teufel; Montag, den 30.: Der WaffensckmuAM?°M konnte r RZ-MWWM , 9R• Tante'Dberetc: Sonnabend, den 28.: Tante Therese; Das Lebm ein Traum; Montag, den 30.: L jJ träum. ,< Ä' Weben dem vierte« Gqklu« Woche die Fortsetzung der Schlösser ifmd««™ lücklichern as beutfi icgägotte \ soll amen» M.tt. tung der deutschen iten muB-, >icht der noch uni ist, d. b. Reichstag schon in der kommenden Woche stattfindet; mög- 'eise ivird sie erst in der übernächsten Woche auf die ordnung gesetzt. Der Reichstag ist augenblicklich noch sehr besucht. Die Verschärfungsvorschläge des Entwurfs wie wir hören, selbst innerhalb der beiden konservativen onen auf Widerspruch."— Wenn nur hier nicht der |isch der Vater des Gedankens ist! Die erste Berathuna des 'istengesetzcs soll übrigens nach einer Erklärung des Prästin der vorgestrigen Rcichstagsfiyung Ende nächster che stattfinden. Uationnlliberale Klagelieder über„Mangel an Inng mit der Regierung" ertönen wieder einmal in »??chchualliberalen Corr.":„Alle Stimmungsbcrichte aus v und Reichstage— so schreibt ste—„kommen darin übercin, er deutsK �fur die Verschärfung des Sozialistengesetzes reicht. TNÄaus keine günstigen Aussichten bestehen. Daß >en gan;t?Vorschlägc der Regierung in vollem Umfang durchdringen wer wie°«tten, erscheint heute schon so gut wie ausgeschlossen. Es inzelhe' fich bei dieser Gelegenheit wieder, wie fehlerhaft es ist, aber bewu, solche hochpolitische Gesetzentwürfe ohne die mindeste nicht das C llmg und Verständigung mit den maßgebenden Fattoren -tcucrlast�. Reichstags eingebracht werden. 5)attc es die Zusammen- jetzige#9% früherer Reichstage der Regierung erschwert, eine solche den sauere« fiung zu gewinnen, ,o kann dies doch gegenwärtig nicht standp«� der Fall fem. Die Regierung würde damit die peinliche aus Iii: vermelden, Vorschlage zu bringen, die bis tief in die kon- illiacr«?t,ven Parteien hinein auf Widerspruch stoßen, und sich >cn des./uckiveisungen auszusetzen, die man für die gesammtpolitische tarismus ob® Kur beklagen kann. Wenn die Itegiemng oft mit Recht weil fie ci#'»J1 i ranßc' nn einer zuverlässigen parlamentarischen Mehr- llgcklagt hat, so sollte ste doch auch ihrerseits die Bildung ._ solche» sich nicht selbst erschweren. w',"" folg!« Ä** Sesammte« Staatsschulden des Königreichs für belaufen sich nach den dem Etatsentwurf für 1888—89 '%Le gegebenen Erläuterungen zur Zeit auf 4125 104 SOG Mark; rden��Wüh l,iefet Summe sind jährlich 176 148 161 Mari umsleule z Gegen dir Uebertragnng der Altervversorgung auf %e r u f s g e n o s s e n s ch a f t e n hat fich der Verein süd- cher Baumwollenindustriellcr in einer Generalversammlung r? � erklärt, weil die Verwaltung der Bemfsgenossen- �rvawmu� trn alsdann ihres ehrenamtlichen Charakters entkleidet würde. g»lau"« wurde durch die Uebertraauna nur dil> jer, wie i unter den R' �r Hra�c�uttI' öie Uebertragung auf die Bcrufsgenossen- m sein' en Verwaltung der Altersversorgung viel zu komplizirt neuen, �i- Anst-drlungslrommisston für die Provinzen Posen us veckdcAWestpreußen verursacht einen nicht unerheblichen Vermal- SMMstt.' sÄ'lS' K h der MMese Behörde, von deren Thätigkeit übrigens recht' wenig gen new* j/ie Oeffentlichkeit dringt, an persönlichen Ausgaben 90 817 sungen M�k und an sachlichen Ausgaben 76 000 Mark, zusammen a bctietc• �17 M., d. h. 43 067 M. mehr ausgeworfen, wie in dem igung. für das laufende Jahr. ch die Arbeiterbtatt. dl-„K-sstsch- Kürgerz-itnng". geHelmen. sich genothigt,„m eigener Sache" folgendes zu schreiben: t weit iit�j"Darmfindtet Tageblatt" bringt in seiner gestrigen in der f�imcr d,e Mlttheilung, daß sich eine Anzahl B e s s u n g e r i, um die' �5, oernnigt hätten, diejenigen Wirthschaften Bessungens, 'önncn. �pelchen sozialistische Blätter aufliegen, nicht mehr zu vesuchen. er„WztfG* Verclnbarung richtet sich gegen unser Blatt. Wir den..DW»en dieseDenunziationen, bestätigen den„Neuen Hessischen »«blättern. daß sie sich getreu ihrer Taktik durch Abdruck . luwi-i-.I�aPichen Notiz als Handlanger dieser— Bürger herab» härfung VssMdlgt haben, ohne aber weiter zu untersuchen, ob diese 'iz von einer Anzahl Bcssunger Bürzer oder von der Redak- des„Tageblatt" ausgeht. Es wird uns dieses jedoch nicht uen, die Interessen des wertthätigen Volkes nach wie vor �uerg�chster Weise, zu vertreten; wir �überlassen es dem ge- annung � ichcn Reh Bnutncisl lpitzmarle rchsischcN » mehr 1 ,ach Wi> Stellung zu viel hinwcgta clcr konst derselben Heer der SH. daran ß'1 Öadmai"'1 )en, dein. setzes g Je ii Sinuc der Arbeiter und Bürger Bessungens, darüber zu Heiden, wissen aber jetzt�.schon, daß das Urthcil zu berale «steis ausfällt. Den Arbeitern allerorts wollen wir bei Gelegenheit die Ztothwendigkcit des Solidaritätsgefühls Herz legen, unter Qinweis auf diesen speziellen Fall. Wenn nierkthätige Bevölkenmg sich entschließen würde, nur in Lo- zu verkehren, wo Arbeiterblättcr aufliegen, wie dies analog «re Gegner thun, so würden die Witthe ein Ansinnen, 'das Besagte der Anzahl der Bcssunger Bürger, entschieden ckweiscn." Ans Gera jnirb unterm 17. Januar geschrieben: Heute Je vor dem Schöffengericht ein fchon einmal vertagter An- Prozeß gegen den früheren Reichstagsabgcordnetcn Herrn �enfabrikant Hugo Rödigcr und acht andere Sozialdemo- zu Ende geführt. Die Angeklagten hatten im vorigen jimer von hier aus einen Ausflug mit Musik nach dem «e Frankenthal unternommen und die Polizeibehörde, von V— rui r uiuuicmijui uiuciuumiiuii Uliv vie Pviizeivenoroc, von lahme v%)er die Anklage ausging, hatte darin eine Verletzung des Ansaesetzes durch Abhaltung einer Versammlung ohne vor- e Anmeldung erblickt. Die Angeklagten vcrtheidigten .'intritt. r Gest» daß der Amts- und nur einer n so WM-» selbst so energisch und geschickt, uctcn, i'" üt selbst auf Freisprechung antrug ren." � Rat.-__ des AsMlung: das Kunstinstitut wird außerordentlich viel besucht, 'aß oft kaum ein Platz zu haben ist und i»an ein halbes Ostcnde schreibt man: Die werden aus dem Andenken der st mehr 'dch'er a�Jitite kaum jemals entschwinden. Seit Menschengedenken er- z-rdem'ab�t man sich nicht, einen so dichten Nebel gesehen zu haben, ■f* ilvaH>enjenigcn, welcher sich an den beiden erwähnten Tagen .z st die ganze Ziordsee ausbreitete. Am Morgen des 11. Januar ort, est jwer eiskalte Nebel Meer und Gestade in Ostende n lieh ge Masse verschwimmen. Man war nicht in ld im. etwa gest Mniiberqi*�. n See aus sichtbar. Noch viel schlimmer ..'kölinH in Antwerpen aus. Hier hatte sich der Rebcl vom.Hafen in eine der Lage, erkennen. waren nicht von der sah es an diesem v. UUiJ» SylLL WwttV flu; Vv«. VdVVLt UUlii«y UJ V�fire� i|eine weite Strecke in die Scheide hinein verbreitet und unter% alles in dichte Finsterniß. Di- ß-MR- m-irf,- w« "'-rfnir, H alles in dichte Finsterniß. Die Schiffe, welche die die jK-irac entlang die für den Antwerpcner Hafen bestimmten nnt auf Wen führten, mußten mitten im Flusse stille stehen und waren stige bmU ,) einmal in der Lage, das Ufer zu erreichen, da dasselbe unsicht- n höchst, iedcS Herumiraen einen Zusammenstoß befürchten ließ. ende Hesi" Jorgen des 11. Januar konnte kein Schiff die Häfen »Ntende und Antwerpen verlassen, und an diesem Tage °stste auch kein Schiff jene Häfen zu erreichen. Daß in Ist,"'«oo sonst täglich 15—20 große Dampfer einlaufen, Dag hindurch keine einzige Schiffsankunft zu vcr- in der Geschichte dieses Hafens wohl noch gekommene Erscheinung. Die englischen Postschiffe waren stststL einem Telegramm vom 11. Januar ausgelaufen, "na vji. ,im Akeere stoppen, da an ein Vorwärts- mr iDst' d�ßen nicht zu denken war. Ebensowenig konnten natürlich Monstoß�lte m Bstsllngen, Rotterdam und Amsterdam herankommen, zt.) "3 G.):. ÄM..tatsächlich 24 Stunden hindurch der ganze englisch- en 25-'<.,:i%st'sche Verkehr unterbrochen war. Hätte nicht wenigstens Tgr©e�r-elegraph gearbeitet, so wäre das Festland von England Jen ÄN �abgeschnitten gewesen. Erst am Abend des 12. Januar loa. De*'/'st=" i der. Nebel sich einigermaßen zu zerstreuen, und die i.Iistjrt. konnte wieder aufgenommen werden. Doch sind : Tßeiite noch alle englischen Posten mit großer Verfpätung ��st.r�VAen. Wahrscheinlich ivird der Nebel auf offener See Unglücksfälle hervorgerufen haben. Bisher ist das iweicr belgischer Fischerschaluppen bekannt ge- Glücklicherweise ist es"gelungen, die Mannschaft zu von ihnen, Restaurateur Hahn, wegen Nichtanmeldung dcs Zugs durch das Dorf zu 25 Mark Geldstrafe verurtheilt wurde.. Gesterreich Uttgar«. Heber Studentenrelegationen in Graz wird olgendes berichtet: Unmittelbar vor dem letzlen Universi- ätskommers waren die Kaiserbüsten aus dem Festsaale entfernt worden. Da es nicht zu ermitteln war, wer die Ent- ernung veranlaßt hatte, so wurden sechs studentische Mit- glieder des Dekorationskomitees vom Senat auf drei Semester relegitt; beantragt ivar eine dauernde Relegirung. Schwede«««d Norwegen. Der 22. ordentliche schwedische Reichstag(nach der Verfassungsänderung) ist am 16. d. wie es das Grundgesetz be° timmt, zusammengetreten, und am 17. find die Vollmachten ge- prüft worden. Die erste Kammer zählt 144 und die zweite 222 Mitglieder, der gesammte Reichstag ist also 366 Mann stark. Nach den angestellten Ermittelungen definden sich in der ersten Kammer 76 Schutzzöllner gegen 68 Freihändler und in der zweiten Kammer, so lange die Schutzzöllner die Stockholmer Bank besetzt haben, ungefähr 118 Schutzzöllner gegen 104 Freihändler. Im ganzen Reichstage werden also 194 Schutzzöllner und 172 Freihändler sein. Sollte wider Ermatten das höchste Gericht auch die schutzzöllnettschen Listen der Stockholmer Wahlen für ungiltig erklären, so würde das Verhältniß das um- gekehtte sein...... Großbritannien. Der frühere Obersekretär für Irland, Sir M. H i ck s- B e a ch. hat in Bristol eine Rede gehalten, welche eine sehr schatte Veruttheilung der rachsüchtigen und doch unwirksamen Regicmngsmethodc seiner früheren Kollegen enthält. Wenn alle Tories, welche mit den irischen Verhältnissen bekannt sind, den Muth hätten, ihre Ansicht so offen zu äußern, wie Hicks- Beach, würde das Ministerium Salisbury bald zusammen- brechen. Die Rede, welche der Abg. Lane in einem Dorf ge- halten hatte, blieb lange unbeachtet, bis er gegen einen Gefäng- nißbeamtcn in Cork auftrat, der sich Unsittlichkeiten gegen Kinder hatte zu Schulden kommen lassen. Kaum war das in Dublin bekannt, so wurde ihm der Rede wegen der Prozeß gemacht, und nun ist er zu einem Monat Gefängniß mit Zwangsarbeit vemttheilt worden. Shaw-Lefevre hat erst dieser Tage erzahlt, daß die Theilnehmcr am mitternächtlichen Meeting in Wood- ford erst nach Verlauf von acht Wochen belangt worden sind, weil sonst der Richter Henn keinen Grund gehabt hätte, Blunt zu vcruttheilcn. Dieser letztere wird in Galwav mit grausamer Strenge behandelt, seitdem er die bekannte Enthüllung über Balfour gemacht hat.. Am selben Tage, an welchem in Edinburg die sechs Käthner, welche in das Rehgehegc der Lady Matheson auf der Insel Lewis eingebrochen waren, von den Geschworenen unter gewaltiger Begeisterung der Bevölkerung freigesprochen wurden, fand auf der Schaffarm Galson auf Lewis, die etwa 7000 Akres umfaßt und früher von den Kleinbauem als Allmend benützt wurde, ein blutiger Konflikt zwischen den Crofters und der Polizei statt, wobei die letztere mit 4 Vcr- mundeten in die Flucht geschlagen wurde. Seither sind Ver- stärkungcn. Konstabler und Marinesoldaten nebst Militär abge- sandt worden, und die Nachncht aus Edinburg wird nicht ver- fehlen, die bereits hochgradige Aufregung noch mehr zu steigern. Ucberall wurden Freudenfcuer angezündet. Lord Moncrieff hatte in seiner Schlußrede auf Bestrafung der Crofters ange- tragen und deren Freisprechung, nachdem ste ihre Schuld ein- gestanden, ist als Zeichen der tiefen Sympathie anzusehen, welche man in den bürgerlichen Kreisen des Landes mir diesen Opfern des heillosen englischen Agrattystcms fühlt. Die Schwurgerichtsverhandlung gegen den englischen Abgeordneten Cuninghame Graham und den Sozialisten Burns wegen Betheiligung an dem Krawall auf Trafalgar Square am 13. November wurde nach dreitägiger Tauer zum Abschluß gebrackt. Graham hatte in dem kömg- llchen Rothe, Parlamentsmitglied Asquith einen sehr fähigen Vettheidiger, der in einer fast zweistündigen Rede für das Pttn«v eintrat, daß die Regierung ohne besondere Ermächtigung des Parlaments nicht befugt sei, Volksversammlungen zu ver- bieten, die in gesetzlicher Weise für einen gesetzlichen Zweck ein- berufen worden seien, weshalb die beiden Angeklagten sich weder gegen den Buchstaben oder Geist des Gesetzes vergangen hätten. Burns vettheidigte sich selber. Nach der Replik des General- prokurators und der Ansprache des Gerichtspräsidenten zog sich die Jury nach ihrem Berathungszimmer zurück. Nach halb- stündiger Abwesenheit kehtte sie nach dem Sitzungssaale zurück und gab ihren Wahrspruch ab, der dahin lautete, daß die An- geklagten sich weder der Betheiligung an einem Aufruhr, noch eines Angriffs gegen die Polizei, wohl aber ungesetzlicher Zu- sammenrottung schuldig gemacht hätten. Der Äettchtsbof ver- uttbeilte hierauf einen jeden der Angeklagten zu sechs Wochen Gefängniß ohne hatte Arbeit. Frankreich. Der U n t e r s u ch u n g s r i ch t e r A t t h a l i n stellte die Angeklagte R a t t a z z i dem Fabrikanten Legrand gegenüber, welcher ihrer Behauptung zufolge durch ihre Vermittlung das Kreuz der Ehrenlegion erhalten und dafür an Wilson 60 000 Fr. gezahlt habe. Legrand stellte die ganze Geschichte in Abrede und versicherte, die Rattazzi nie gesehen zu haben. Da die An- geklagte den Zeitpunkt bezeichnete, an welchem die 60 000 Fr. ßezahlt worden seien, einige Tage nach Legrand s Dekorinmg, [o begab sich der Untettuchungsrichtcr sofort mit Legrand nach dessen Wohnung und Geschäft und ließ sich■ H I „____. die Kassenbücher Zeigen, die jedoch keine Spur einer derattigen Zahlung auf- wiesen. Während die Verhandlungen über den Ordensschacher noch immer fortdauern, berichten die Zeitungen bereits wieder über einen anderen und weit schlimmeren Skandal. In einem übelberufencn Hause sollen unlängst zwei Richter von der Polizei bei Verüdung eines nicht näher zu bezeichnen- den Verbrechens getroffen worden sein, und der Polizeibeamtc, welcher so gefällig war, sie entkommen zu lassen, soll auffällig rasch befördert worden sein.„Rappel",„National" und eine Anzahl anderer Blätter verlangen, daß die Angelegenheit nicht vertuscht, sondern im Interesse der übrigen Richter untersucht werde. Ter parlamentarische Untersuchungs- ausschuß hat seinen zweiten Unterausschuß beanftragt, den Kttminaldirektor G o r o n ivegen dieser Sache zu ver« nehmen. Rnßlank. Zu den neuesten Petersburger Attentats- g c r ü ch t e n liegt eine seltsame Depesche des freilich wenig glaubhaften ,,N. Wiener Tgbl." aus Petersburg, 16. Januar, vor:„In Bestätigung der Meldung von der Auffindung einer großen Menge Dynamits in einem Polizeibureau verlautet, daß sämmtliche Beamten desselben, auch der Pristaw, sofort verhaftet wurden. Einer der zuettt arretirten Freunde des verhafteten Lazarethgehilfen erklätte angeblich beim Verhör, lange Zeit hätten die Revolutionäre kein so sicheres Versteck für ihr Dynamit depot gehabt, wie gerade im Polizeibureau." Parlamentarisches. ZUber die Petition de» deutschen Kellnerbnndes, welche bekanntlich auf Anerkennung der Kellner als Gewerbe- gehilfen gerichtet ist, hat die Petttionskommisfion des Reichstags jetzt Äettcht erstattet. Der Herr Regierungskommissar gab m der Kommission nachfolgende Erklärung ab:„Die Bestimmungen der Gewerbeordnung finden auf die im Gast- und Schank- gewerbe angestellten Pettonen insoweit Anwendung, als die letzteren„gewerblichen Arbeiter" im Sinne dieses Gesetzes sind. Unter diesen Begriff fallen alle Arbeiter, welche in einem ver- tragsmäßigen Dienstverhältniß zu einem selbstständigen Gewerbe» tteibenden stehen, infolge dieses Verttagsverhältnisses dem Ar- beitgeber ihre Arbeitskraft— nicht etwa blos eine oder einzelne peziclle Arbcitsverttchtungen— zu Gebote stellen und Dienst- leistungen verttchten, welche in Arbeiten des Gewerbebetriebes bestehen. Soweit die gedachten Personen hauswitthschaftliche Dienste leisten, nehmen sie die rechtliche Stellung der Dienst- boten, soweit ihre Dienste, wie z. B. diejenigen des Buch- Halters eines Witths, welchem die Führung der Bücher über die von diesem vorgenommenen Einkaufsgeschäfte obliegt, kaufmännischer Art sind, die rechtliche Stellung eines.Hand» lungsgehilfen ein. Hiernach ist die Frage, in welchem Umfange die Bestimmungen der Gewerbeordnung auf die im Gast- unl> Schankgewcrbe angestellten Personen Anwendung finden, eine Frage, deren Entscheidung von den thatsächlichen Verhältnissen des einzelnen Falles bedingt ist. Die letzteren iverden auch dafür entscheidend sein müssen, ob die„Kellner" unter die Vor- chriften des Tit. VII der Gewerbeordnung fallen. Nach den >bigen Ausführungen wird dies zwar im Allgemeinen anzunehmen ein, indessen darauf hingewiesen werden müssen, daß die Be- Zeichnung einer Petton als„Kellner" nicht genügt, um dettelben n allen Fällen den rechtlichen Charakter eines„gewerblichen Arbeiters" beizulegen, vielmcbr auch hier daS Wesen und der Inhalt des abgeschlossenen Vettrages und die"Natur der zu leistenden Dienste für die Würdigung der rechtlichen Stellung dieser Personen von entscheidender Bedeutung sein." Im Hin- blick auf die vorstehenden Auseinandettctzungen konnte dieKom- misston nur zu dem Beschlüsse kommen, dem Plenum des Reichstages die erneute Petition in einem schriftlichen Berichte vorzulegen, da die Sache immerhin einer öffentlichen Besprechung angemessen sei, übrigens aber vorzuschlagen: Der Reichstag wolle beschließen, über die Petition 11 Nr. 4138 zur Tagesordnung überzugehen. Petitionen. Das vierte Verzeichniß der beim Reichstage eingegangenen Petitionen führt zunächst deren 33 an, welche sich auf Aufhebung des Impfzwanges bezw. Beseitigung des Impf- gesetzes beziehen. In weiteren 29 Petitionen, welche fast aus- schließlich von Innungen herrühren, wird darum gebeten, daß jeder Arbeiter ohne Altersunterschied durch Gesetz zur Mhrung einer Gewerbe- oder Arbeiterlegitimation verpflichtet werde. Das Verbot der Führung des Meistertitels seitens solcher Pettonen. welche nicht Mitglieder einer Innung find, wird in 18, ebenfalls von Innungen herrührenden Petitionen geltend gemacht. Ferner sprechen fich noch einige hundert Petitionen für die Zoll- erhöhungen, ein anderer Theil dagegen aus. Auf den Gesetz- entwutt, betreffend den Verkehr mit Wein, beziehen sich gegen 200 Petitionen, meist aus Franken, in welchen verlangt wird, Zeinfabrikation oder den Verkauf von Gettänken, welche anderen Stoffen als gegohrenem Traubensaft bereitet mit der Bezeichnung Wein zu verbieten und Verkauf von Naturwein, welcher durch Galli- u. s. w. verändett ist, nur mit der ausdrück- Bezeichnung dieser Veränderung zu gestatten. Von Einzelpttitionen sind folgende bemerkenswerth: Der Vor- stand des Vereins gegen den Wucher im Saargebiet zu Beckingen bittet um Ausdehnung der strafrechtlichen Bestimmungen gegen den Wucher, um Einschränkung des gewerbsmäßig betriebenen Handels mit ländlichen Grundstücken und um Verbot der bei Gelegenheit öffentlicher Jmmobilienverkäufe üblichen unentgelt- lichen Verabreichung geistiger Getränke. Um einheitliche Rege- lung in der Bezeichnung des Raumgehalts der Bierfässer und den Verkauf des Bieres nach dem Litermaß, event. im Großbetrieb nach Gewicht ersuchen E. Wiese-Berlin und Genossen.— Ein Herr Ed. Bohnstedt zu Liestal(Schweiz) stellt die Forderung, den Anwälten der Patteien und der Regierungen die Führung des Titels Rechtsanwalt bezw. Staatsanwalt zu verbieten, bei öffentlichen Verhandlungen den Anwälten der Regierung ihren Platz neben denjenigen der Parteianwälte anzuweisen und öffentliche Gerichtsverhandlungen nach 6 Uhr Abends nicht zu gestatten. die aus sind, den stren lichen Vereine unb Derlammlmtgeit. Pott.rttich nicht genehminte Persammlnna. Die Bersamnilung des Fackwereins der Former, welche zu Montan den 23. Januar, nach Kneaer's Saal, Wasserthottttaße 68, einberufen war, kann nicht stattfinden, weil die polizeiliche Ge- nehmigung hierzu versagt worden ist. Zentral- Kranken-«nd Sterbekajfe der Schnh. wacher und verwandten Berufsgenossen Deutschlands(E. H. 32), örtliche Verwaltungsstelle Berlin. Montag, den 23. d. Mts., Abends 8t Uhr, Mitgliederversammlung in Mundt's Lokah Köpnickerstr. 100. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom vierten Ouartal 1887. 2. Wie verhalten sich die Mitglieder zur An- stellung eines Kassenboten? 3. Verschiedenes. Das Mitglieds- buch legitimitt. Zrntral-Kranken- und Sterbrkasse für Tavezirer und verw. Bcrufsgenossen. Montag, den 23. d. Vits.. Älvenvs Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstr. 77—79, Mitglieder- Versammlung. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Grtskrankenkajfe der Kürschner und Berufsgenossen. Generalvettammlung am Montag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale von Siemund, Linienstr. 8. Zentral-Kranken- und Kegräbuikkasse der Sattler und Benissgenossen Deutschlands(E. H. 64)„Hoffnung", Vauptversammlung am Montag, 23. Januar, Abends 8; Uhr, in Buldermann's Saal, Kommandantenstr. 72. Näheres siehe Anschlagsäulen. Turn- und gesellige Urreine am Sonntag. Lübeck'scher Turnverein(2. Lehrliiigsadtheilung» Abends 6 Uhr, Elisabeth- (Lehrlingsabtheflung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. G-sang-. Turn-nnd S-selllge Uereine etr. am Montag. Mannergesangverem„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Re» staurant Klose, Mariannenstr. 31—32.— Liedertafel der im Drechslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlins Abends 8s Uhr imsuüjsgpk - Mannergesangverem„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Re- staurant Kleine, Gerlchyitt. 10.- Männergesangverein„Ein- tracht 1" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 68, im Restaurant.— Männergesangvereln„Liedesfreiheit" Abends 9 Uhr im Restaurant Heinrich, Linienstr. 19.- Männergesangverein„Firmitas" Abends 9 Uhr bei Wolff u. Kruger, Skalitzerstr. 126, Gesang und Musik. — Turnverein..Hasenhaide"(Lehrlinasabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60—61.—„Berliner Tumgenossenschaft"(7. Lehrlingsabtheflung) Abends 8 Uhr in der städt. Turnhalle, Britzer» sttaße 17-18;- desgl.(6. Minnerabtheilung) Abends 8 Uhr m der stadtischen Turnhalle, Gubenetttr. 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männerabtheilung) AbfluZz 8 Uhr Elisabeth- MchWSN k.« toSÄfe ist«: Bp�>srx» Restaurant Fritze, Elyabethsttaße 30.- Arends'scher Steno- sraphenoemn„Mercur" Abends 8'/. Uhr im Restaurant „Baay, Blumenstraße 10.— Arends'scher Stenographenverein Fpollobund" Abends 8-/. Uhr Thurmstr. 81(Moabit).- Wlssenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends l vL=tm Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichssttaße 1, Unternchts- und Uebungsstunde. & Sonnta Theater. Januar. den ierlin. 22. Montag: Die Hochzeit des Figaro. 9*«Kr?i'Ufatt«. Emilia Galotti. Montag: Ein Wintermärchen. Der Wmtrche» Theater. Ziathan der Weise. Montag: Götz von Berlichingen. Maitaer-Theater. Ein toller Einfall. Mizekado. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater. Friedrich- Milhetmstadtische Die 7 Schwaben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Utiltoria-Theater. Die Reise um die Well in 80 Tagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Vftead-Theatrr. Liane, die zweite Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Meftdeus-Theater. Francillon. Montag: Dieselbe Vorstellung. OrUeaUiaaee-Theatrr. Die Räherin. Montag: Dieselbe Vorstellung. WathaUa-Theater. Alle Neune. Montags Dieselbe Vorstellung. Tratral-Theater. Höhere Montag: Dieselbe Vorstellung. MKaiastädtischrs Theater. Die Tochter der Markthalle. Montag: Dieselbe Vorstellung. A«ertran-Theater. Svezialitäten-Vorstellung. Tottrordla- Theater. SpeziMäten Theater �«r Reichshallen. Vorstellung. Kanfmann« MariStS. Spezialitäten stellung. Vor« Spezialitäten» Vor« B#rlin#r Stadt Theater Wallnertheaterstraße 15, fr. Alhambra- Theater. Utfuobt Unser laus. kten oder: Uater Martinas Volksstück mit Gesang in 3 von Dr. Oßmann. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. der Vorstellung LmisMlischks U'iilkk. Alexander-Straße 41— Kurze Straße 6. Große Nachmittag«- Kinder Morstellnug ;« kleinen Preise». Zum letzten Male: Robinson Crusoe. I. Parquet 0,25 Pf., Loge u. Fauteull 0,50 Pf. Abends lk Uhr: Gastspiel von Anna Schramm. Die Tochter d. Markthalle. Große Poffe mit Gesang in 3 Akten von Alfred Schönfeld. Mufil von Paul Lincke. KLmmUichr Kons sind gilttg. Montag: Gastspiet v. Anna Schramm. Die Tochter der Markthalle Gircas A. JLrembser Friedrich-Karl-Mfer» Ecke Karlstraße. Heute, Sonntag, den 22. Januar 1888, A große Vorstellungen 2 'Nachmittags 4 Uhr: Komiker-Vorstellung Die Instige Schmiegermutter große onginelle Pantomime mit Ballet. Komische Cntrecs und Intermezzos sämmtlicher Clowns. In dieser Porkellung hat jeder Erwachsene das Recht, ein Kind frei einzuführen. Abends lh Uhr: Grosse Gala Vorstellung. Zum 25. Male |t( lijiigr Stoirgermutlri Anfang des Konzerts 6 Uhr, 7t Uhr. Große originelle Pantomime mit Kästet. 8 Napphengste, vorgefühtt vom Direktor. Chera.min, Schulpferd, in der hohen Schule geritten von der vorzüglichen Reitkünstlerin Frl. Anna Krose. Auftteten des Preis-Ringkämpfers Herrn Abs. Jeu de darre, Reiterspiel aus dem Mittelalter. Charivari von 16 Clowns. Auftreten der besten Keitkünftterinn«. und Keitknnstler Montag: Große Morstellnng. A. Krembeer, Direktor. LouiseuMischtS Theater. Dresdenerstt. 72. Direktion: Adolph Ernat. N»m einandirt und mit»enen Tonptrts. 198. Zum Male: Die schöne Ungarin. Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Musik von G. Stesseus. Di» neuen Konplet« stnd vom Kapellmstr. Herrn Frame Roth komponirt. Irma: Clara Helmer. Lilli: Olga Dwo- raK. Fritze: Grete Gallu# Häppchen: Clara BUchler. Miesebeck: Direktor Ad. Ernst. Schröder: Aug. Kurz. Triller: Paul Barthold. Walzebock: Gustav Gttrss. Alfred: Wilhelm Ruft. Teleph n Anschtnst: Amt lU. Nr. 8042. Kasseneröffnung 5 5 Uhr. Anfang der Vorstellung _ 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ans. 7% Uhr. Passage 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kaiser-Panorama. Schlösser König Lndmig II. th.: m. Abth.: Kindeehof und Kerg. Neu! Zum e r st e n Male: Vierte Mardernng durch Paris. Hine Keift Kr. 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Die in den lant Kerü All dem Abtheilungen für Herren-. Damen- und Wäsche-Schnel�s o Das Blrsoft'sche Zuschneide- Sqk«m hat sich seit der Zeit seines.f'LlA,., e;n. leichifastlich» und korrekte Aufstellung einen Weltrnf erworben und ff' r. Grschäften des In- und Auslande« eingeführt. Dasselbe ist sowohl auf 1 Kongreß in Dresden 1874, als auch auf der Ke liurr G»wrrbe-A«»ss�s<'�- lcheutt su ehrenvollen Anerkennungen vrömtirt worden. Viele Auerkrn«uog»>, � einen Haw über die Uoriüglichkeit des Btrsob'schen Auschnride-KqNems Zeugniß a vereint zwl Bureau der Akademie zur gefl. Einficht aus. Bei den Anmeldungen, welche �,'ngen Name genommen werden, bitte ich genau auf obige F rma und Hausuumme» ex ejne; wollen. Stellungen werben auf Wunsch uachgemiefta.. Prospekte franko und gratis. Der Direktor: Bob«*: Fgt .iß, zirt er mi breiten U Bettfedern und Daunen. Fertige Selten 22 Mk., empfiehlt H. Glaser, Grüner Plcg. t»Zenden Hau Ireng rolle Bedienung.— Solide P � � �üh[tücksgäng :-:-—-—-———- Vaterland ent eintrit s muß, so St, Hilligste Kezngsquelle für Gold- u. Silber� **£ USSTSSÄ:. Similischmsck, Granat-, Korallen- und Silbrrschmuck. Trauri«! haben. auch in 14 karat. Golde und in Silber vergoldet stets vorräthig. WerkMl � ff Weiß Jen und für Reparaturen. Gravimngen, Vergoldungen, Versilberungen:c. L'». jut gehört? Bold« und Silber, Medaillen und Münzen. Reelle Bedienung und feste Inte der„Bu mzen. meelle Beoienung uno seile A. 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Druck und Verlag von War Sading in Berlin SW., Beuthsttaße 2. HieN" zu au] iti Beilage tum Berlmer BaMlatt. :t. 19, Amltag, den 22. Januar 1888. S. I-chrs. 40 45 V arlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 18. Sitzung vom 21. Januar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Bevollmächtigter zum Bun- H« Rll irath Staatssekretär von Böttichcr, Unterstaalssekretär . Jtwbt und mehrere Kommifsarien. Präsident v. Wedell-Piesdorf eröffnet die Sitzung 1 Uhr 25 Minuten. ?|m Hause befinden sich bei Eröffnung der Sitzung nur Mitglieder. Auf der Tagesordnung steht zunächst die z w e i t e B e- t h u n g des Gesetzentwurfs, betreffend die Einführung 'Gewerbeordnung in Elsaß-Lothringen. §1 desselben lautet; „Sie Gewerbeordnung für das Deutsche e 1 1 c*nri ,Co Fassung, welche durch Artikel 16 des Gesetzes ch Zun 1883, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung i-erchs-Gesetzbl. 159), durch das Gesetz vom 3. Dezember 1834 t** /f|]e�en Ergänzung des§ lOOe des Gesetzes, betreffend die Ab- y»l.� s�ung der Gewerbeordnung, vom 18. Juli 1881(Reichs- .. äAWW- 1884 S. 255), durch das Gesetz vom 26. April 1886, II« v"!treffend die Abänderung der Gewerbeordnung(Reichs Gesetzbl. burch das Gesetz vom 6. Juli 1887, betreffend die • Abänderung der Gewerbeordnung(Reichs- Gesetzbl. S. 218*, 411% durch die am 4. Januar 1885, am 24. April 1885, |2! April 1886 und 5. Januar*887 bekannt gemachten, vom tz jeichstag genehmigten Beschlüsse des Bundesraths(Reichs- i'esetzbl. des Jahres 1885 S. 2 und 92, des Jahres 1886 QA). 68 und des Jahres 1887 S.4) festgestellt ist. tritt in Elsaß- �Dvothnnaen, vorbehaltlich der Bestimmungen der§§ 2 bis 5 _ 4 � �Gesetzes, am 1. Januar 1889 als Reichsgesetz in Kraft. »0. 1 w miÄsiy ||f 411„Hinsichtlich""""-- �nllmfa�u Stellungen jeder Art tum Gegenstand hat7'bleiben »setze maßgebend. Gewerbeordnung die Landes- Dazu liegt ein Antrag des Abg. Winterer und Ge- ittrajjt*1'' n'e folgende Fassung dieses Paragraphen ! tssäch t l ich d es Gewerbebetriebes, welcher die Verbreitung Schnften, Drucksachen und bildlichen Darstellungen jeder durch Fellbieten m Umherziehen zum Gegenstande hat, en an Stelle der Bestimmungen der Gewerbeordnung die desgesetze maßgebend." Zunächst erhält das Wort (Glfaß-Lothrinaen), um seinen Antrag zu „ssus, daß die Reichsrcgierung aus rtlschen Motiven dieses Gesetz zu bedürfen meine. Er wolle x um Anschauungen nicht rechten, obgleich die Regierung bei üi ihrigen von falschen Voraussetzungen ausgehe, aber er bitte, ■ch wenigstens das reine Gewerbe, die Buchhändler und Buch- der, durch dieses Gesetz nicht zu beschränken. Was diese �lange, so böten die Landesgesetze hinreichende Sicherheit gegen siiß brauch, und er bitte, den§ 2 abzulehnen, oder wenigstens hmcn �Ct ,'0n vorgeschlagenen Fassung anzu- Unterstaatssekretär Ktudt führt aus, daß Ausnahmezustände Ausnahmevorschriften verlangen. Von der Befugniß des iktaturparagraphen könne man nicht immer Gebrauch machen, NN das sei bedenklich. Die Gesetzgebung über das Preßge- rbe sei prophylaktischer Natur, sie solle die Presse vor lieber- ntungen bewahren. Er bitte deswegen um Ablehnung des rag des Abg. Winterer. Der Antrag Winterer wird abgelehnt und der in der Fassung Jier Reigierungvvorlage ange- mmen. Ohne Debatte werden angenommen die§§ 3, 4 und 5. e lauten: „§ 8. Die auf die Theaterpolizei bezüglichen Bestimmungen Landesgesetze bleiben neben den Bestimmungen der Ge- eordnung in Kraft." „8 4. Die Schließung von Wirthschaften kann auch ferner- in den landcsgesetzlich vorgesehenen Fällen erfolgen. Die D«. und � Kerlmer Sonntagsplauderei. 0 Alle Morgen, wenn ..' r«(sKKl aus dem Milchkeller, der Wl* i— 'jpet,< .»NN, ich auf die Straße komme, . �. sich neben mMem Hause be- „ e,n Soldat heraus. Es ist ein riesenhafter junger bl auf vc�tnn, er sieht etwas verschlafen und nicht sehr intelligent �emt W auch noch nicht gewaschen zu haben. In «mngef* 1 einen Hand trägt er einen Teller, auf welchem brüder- jeugniß 0° aä vereint zwei Brödchen ruhen, die der Berliner mit dem , welche g,'ftgen Namen„Knüppel" bezeichnet, in der anderen Hand ummrr—.......~- Bob«'1 1 er eine Milchkanne. Mit diesen beiden Gegenständen mzirt er mühsam über den Straßendamm; er geht trotz breiten Unterlagen seiner Kommißstiefel unsicher, er baß er zerbrechliche Waare trägt. Der junge Hüne chfrei,*|1 1 das Frühstück für seinen Herrn, der im gegenüber- »r iM�g«enden Hause wohnt, und mit diesen allmorgentlichen e Pre..... ühstücksgäugen absolvirt er ein Stück seiner Dienstpflicht. -• Vaterland kann also beruhigt sein: wenn der gefährliche zlo»'«ment eintritt, daß es seine Söhne zum Schrippenholen auf- .{„1*, t,#en">uß, so sind geübte Leute da, die drei Jahre lang dieser »d Nlap ,.?pvießlichen und nothwendigen Thätigkeit mit Eifer obge- aurzn�-gr ��aben.--- äcriftaf B Weiß Jemand, was zu einer wirklichen Lieutenants- rl Nreise- tilut 9eb°rt'- Außer Bürsten, Pomade, Spiegel zc. in erster Sl»Vursche". Von meinem Fenster aus kann ich »is?,ertn Lieutenant beobachten, wenn er Sonntags seine t. ilngenirt, wie ein richtiger Krieger sein ■ WM. f■, ie'nen Spiegel auf das Fensterbrett, bewaffnet Vßl SD61"6-1 � wit einer Bürste, wie man sie eventuell ? Reinigung von Pferden benutzt und dann„Kartätsche" ise« nnt, darauf beginnt er sein Haupthaar zu bearbeiten. . Brr.P7rmle' dem gestrengen Herrn Lieutenant steht der Bursche und hält einen Spiegel hinter das im « Mstablichsten Sinne des Wortes gesalbte Haupt seines gesetzten, so daß, wenn ein Lichtstrahl in den Spiegel re! aussieht, als trüge dieser Jünger des Mars jölde," iP(ct seinen Epauletten noch einen Heiligenschein. Und der .ff, jrere Spiegel dient dazu, daß der Vorgesetzte auch seinen Menschen scheiteln kann. Lieb'~'' ßsi ssuhlg sein, wenn der kritische Augenblick me Söhne sich zusammenschaaren müssen, um Vaterland naht, daß dem Erb- tf* Fortsetzung des Wirthschaftsbetriebcs entgegen einer auf Grund der Landesgesetze angeordneten Schließung unterliegt der Strafe des§ 147 der Gewerbeordnung." „§ 5. Die Bestimmungen der Landesgesetze über die Be- fugniß zur Abhaltung von öffentlichen Versteigerungen bleiben ""�"ach' diesem Paragraph beantragt Abg. v. Dietrich (Elsäffer) Einschaltung folgenden§ 6: „Die Bestimmungen über die Anlegung von Dampfkesseln bleiben der landesgesetzlichen Regelung überlassen." Abg. v. Dietrich begründet seinen Antrag mit dem Hin- weise darauf, daß das heutige Verfahren, welches man m der Konzesstonimng von Dampfkesseln beobachte, gar oft zu wirklicher Schädigung fuhrc.(natlib, Rechtsanwalt in Elsaß- Lothringen) tritt für den Antrag Dietrich ein. Die Dampfkeffelbesttzer wer- den im eigenen Interesse schon dafür sorgen, daß sie nicht gegen die polizeilichen Vorschriften verstoßen. Desgleichen glaubt °"�Abg. Ackermann(dkons.) sich mit dem Antrage v. Dietrich befreunden zu können, dem vor allem keine politischen Be- denken entgegenständen, wie dem Antrage des Abgeordneten Wintercr. � Ab�Grad(Elsäffer) kurz für den A n t r a g v. D i e t r i ch gesprochen�unds auch�r � direkt gegen den Antrag ausgriprochen h�atte, �.�Attchen�Ärbeiterl begründet Abg. Wlnterer(Elsasser) seinen Antrag: Die Regierung habe selbst die Nothwendigkeü einer Uebergangsperiode anerkannt. Wenn diese aber nothwendig sei, so sei nicht ersichlich, warum die Bestimmungen dafür nicht gesetzlich festgestellt und ihre Anwendung vielmehr dem Ermessen der Beamten überlassen bleiben solle. Auf diese Weise könnte dem einen Arbeitgeber die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter gestattet, dem anderen verboten werden. Abg. Ack-rman«(dks.): Die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter ist in Elsaß. Lothringen zugelassen vom achten Lebens- jähre an. Vom achten bis zwölften ist allerdings den Schul- behörden das Recht eingeräumt, die Arbeit zu verbieten. Thun das die Schulbehörden nicht, so bleibt die Beschäftigung vom 8. Lebensjahre bestehen. Dann vom 12.-14. Jahre kann eine Beschäftigung von 10 und vom 14.— 16. Jahre eine solche von 12 Stunden erfolgen. Diese Ausnutzung der Kinderarbeit, die bisher gestattet war, soll durch die Einführung der Gewerbe- ordnung so weit beschränkt werden, wie es im übrigen Deutsch- �"�Abg.'Grad(Elf.) bittet im Interesse der Arbeiterfamilien und der jugendlichen Arbeiter um Annahme des Antrages SCSintcrcr. Abg. Mindtliorst(Zentr.): Es handelt sich darum, ob den jugendlichen Arbeitern das Recht gegeben werden soll, fortzuar- bellen, oder ob man einen Theil derselbe in die diskreditionäre Gewalt der Regierung stellen soll. Alle andem Erörterungen sind ohne Gewicht. Nun ist doch klar, daß man ein Gesetz, das so schwer in alle Verhältnisse, namentlich auch in die Familienverhältnisse der Arbeiter eingreift, nicht so ursplötzlich einführen kann und daß man jedenfalls Ruhe und Sicherheit der Verhältnisse her- beiführen muß. Ich habe keinen Grund gehört, weshalb hier die diskretionäre Gewalt gefordert wird. Ich bin ein ent- schiedencr Gegner der Kinderarbeit und wünsche sehr, daß die Regierung unsere Beschlüsse aus der vorigen Session ratifizirt. An sich billige ich also die bestehenden Zustände in Elsaß- Lothringen keineswegs; aber nachdem durch den Lauf der Zeit die Dinge sich so gestaltet haben, wie sie sind, ist es nicht mög- (ich, so urplötzlich einzugreifen. Abg. Singer: Es empfiehlt sich nicht, diskretionäre Ge- walten in die Hand der Regiemng zu geben; ich bin überzeugt, daß sie nach Rücksichten angewendet werden die wir nicht billigen. Der Fall Lalance zeigt deutlich, ivas sie mit solchen Bestimmungen beabsichtigt. Wenn die Gelegenheit sich dazu bietet, wird sie es auch hier an einer solchen Anwendung nicht fehlen �lassen. Insofern bringen wir dem Antrage Winterer unsereSympathie entgegen. Wir sind aber andererseits derMeinung, daß die Kinderarbeit in Elsaß-Lothringen ebenso beschränkt werden freund Kammerdienerdienste zu leisten, so sind geübte Leute da, welche in diesem Fache die nachhaltigsten Erfahrungen sich angeeignet haben.—-- Im Thiergarten werden, wie unsere Leser wissen, die Soldaten als lebendige Garderobenständer benutzt. Sie holen sich außer Eisbeinen im Dienste des Vaterlandes den unausbleiblichen Schnupfen und kräftigen ihr Selbstgefühl — denn, wer dem Tod in das Angesicht schauen kann, der Soldat allein ist der freie Mann. Dem Steuerzahler ist es natürlich eine Wonne, für sein schweres Geld andere Leute bedienen zu lassen, und viele Dienstpflichtige werden es schmerzlich empfinden, daß die Landwehr zweiten Aufgebots und der Landsturm nicht zu ähnlichen Herrendiensten heran- gezogen werden können. Nur derjenigchkann den Kummer voll und ganz begreifen, unter dessen Schritten auch einmal ein Kasernenhof gedröhnt hat.— Inzwischen gehen die Gesetzgebungsmaschinen an den beiden Enden der Leipzigerstraße ihren geregelten Gang. Das preußische Abgeordnetenhaus ist ins Hintertreffen gerückt, niemand kümmert sich um die Landrathskammer. Und im Reichstage ist Jedermann gespannt und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Infolge dessen erfreuen sich die augenblicklichen Debatten auch einer außerordentlichen Nichtbeachtung, Alles drängt dem einen Tage zu, an welchem es sich entscheiden wird, ob man schließlich noch Herr seiner selbst sein wird oder nicht. Etwas erwarten oder etwas suchen, was man verlegt hat,— das sind zwei der unange- nehmsten Dinge, die dem Sterblichen m unserem Jammer- thale beschieden sind. Ein berühmter Mann sagte einmal: „Ein Vergnügen erwarten, ist auch em Vergnügen"; und wer die anstehenden Debatten für ein Vergnügen halt, dem mag die augenblickliche Wartezeit auch em Vergnügen sein. Allen Anzeichen nach aber werden die Debatten den Leuten, von denen man es am wenigsten denkt, heftige Kopf- schmerzen bereiten, und vielleicht werden im letzten Augen- blick aus den Jägern Gejagte. Wahrscheinlich wird der Kampf mindestens ebenso hitzig werden wie derjenige, der jetzt allabendlich» im Zirkus Krembser tobt. Ein Reporter versandte bereits einen Le- benslauf des sieggekrönten Preisringers, in welchem in glühenden Worten dargelegt war, daß es auch unter den muß, wie im übrigen Deutschland, und daß eine Uebergangsperiode überhaupt nicht nothwendig ist. Wir werden des- halb sowohl gegen den§ 6 als gegen Ben Antrag Winterer, und wenn der§ 6 angenommen wird, gegen das ganze Gesetz stimmen. Abg. Kaumbach(dfr.): Die Arbeiter verlangen hier Rück- ficht und Schutz, daher wir uns auf dem Gebiete der Arbeiter- schutzgesetzgebung stets sehr vorsichtig verhalten haben. Ohne Ucbergangsstadium dürfen wir in ihre Ermerbsverhältnisse nicht eingreifen. In der Frage, ob das durch diskretionäre Befugniß der Regierung oder durch Gesetz geschehen soll, trete ich Winterer und Windthorst bei. Der Rechtsstaat verträgt sich überhaupt nicht mit diesem diskretionären Ermessen der Behörden. Unterstaatssekretär Stadt: Die Ausführungen des Abg. Winterer über die Nachtheile der Gewerbeordnung für die ar- bellende Bevölkerung richten sich gegen das System der Gc- werbcordnung überhaupt und bedürfen bei dem einstimmigen Wunsche nach der Einführung der Gewerbeordnung in Elsaß- Lothringen leiner Widerlegung mehr. Die Unterstellung, als ob sich die Regierung bei der Ertheilung der Erlaubniß zur Weitcrbeschäfligung jugendlicher Arbeiter an diesen oder jenen Fabrikanten von politischen Motiven leiten lassen würde, ist völlig unzutreffend. Es handelt sich wahrlich nickt um politische Motive, sondern um die Voraussetzungen der Technik und die örtlichen Verhältnisse, also lediglich um objektive Merk- male zur Beurtheilung der Sachlage. Dem Abg. Grad bemerke ich noch, daß für ein einhcilliches Verfahren in dieser Sache ge- sorgt werden wird. Abg. Mlndthorst: Der Herr Regierungsvertreter hat viele Worte, aber keine Gründe vorgebracht. Die Wünsche der In- dustriellen kommen hier nicht in Frage, sondern die arbeitenden Kinder, die vor plötzlicher Brotlofigkeit geschützt werden müssen, und nicht der Willkür der Regierungspräsidenten überlassen bleiben können. In Bezug auf die zeitliche Ausdehnung des Uebergangcs schließt sich der Antrag Winterer genau der Vor- läge an. Abg. Kühl(natl.): Die Ausführungen des Vorredners stehen im Widerspruch mit dem Verhalten seiner Partei bei dem Arbeitcrschutzaesetze im vorigen Jahre, in welchem die Hand- habung mancher Bestimmungen auch in das diskretionäre Er- messen der Regiemng gelegt ist. Abg. Mindthorft: Der Herr Vorredner hat mich der In- konsequent beschuldigt, er hat aber nur nicht gut distinguirt. In der vorjährigen Arbeiterschutzgesey-Kommission haben wir generell die Handhabung dieser oder jener Maßregel für alle gleichmäßig dem diskretionären Ermessen der Regierung überlassen, hier soll dem einen etwas erlaubt, dem anderen verweigert werden. Das wird den Herren jetzt wohl klar sein. Wenn die Uebergangszeit bis zur Einfühmna des Gesetzes genügte, dann würden wir überhaupt keine Ausnahme hrauchen. Die Nothwendigkeit derselben ist aber durch die Vorlage anerkannt. Ich hätte erwartet, daß Herr Buhl diese Momente ins Auge zu fassen im Stande wäre. Abg. Gebhard(natl.): Der Abg. Windthorst hat die Gegenausfühmngen, wenn ich recht verstanden habe, eine Thor- hell genannt. Ich theile dies nur dem Herrn Präsidenten mit und enthalte mich des Weiteren. Der Prästdent erklärt, eine solche Aeußerung nicht gehört zu haben. Abg. Windthorst: Ich erinnere mich nicht, das Wort gebraucht zu haben. Habe ich es gethan, so habe ich damit nur etwas Verkehrtes bezeichnen wollen. § 6 wird unter Ablehnung des Antrags Wintercr unver- ändert angenommen. Der Rest des Gesetzes wird ohne Debatte angenommen. Das Haus geht zur Forseyung der Berathung des Etats des Reichsamts des Innern über. Der Rest des Kap. 7(Besoldungen) und Kap. 7a(Allge- meine Fonds), in letzterem auch die Kosten der Maßregeln gegen die Reblauskrankheit im Betrage von 5000 M., werden ohne Debatte bewilligt. Bei den Reichskommissariaten, Titel 1, zur Ueberwachung des Auswandererwesens bemerkt Abg. Liugru»(Zentr.): Die deutsche Auswanderung ist 1887 gegen das Vorjahr nicht unerheblich gestiegen. Zu einem guten Theile infolge der heutigen sozialen Verhältnissen noch nicht ganz unmöglich ist, sich vom einfachsten Schlächtergesellen bis zum stärksten Mann Deutschlands emporzuringen. Hat man erst einmal einen anderen Ringkämpfer so auf den Boden ge- worfen, daß ihm alle Rippen im Leibe knacken, so kann man des Beifalls aller Athleten sicher sein. Im Uebrigen ist die körperliche Stärke in unserem Zeitalter immerhin an- gebracht. Aber als Gipfel der Kraft muß es natürlich be- trachtet werden, wenn jemand sich selbst im steifen Arm ver- hungern lassen kann, zu welchem Experiment das Gebiet der Altersversorgung als Versuchsfeld vorgeschlagen werden könnte. Theure Apparate sind hierzu in keinem Fall nöthig; und so würde sich diese Uebung auch für Leute, die mit dem Zirkus sonst in keinen Beziehungen stehen, empfehlen. Kraft ist die Seele, und es wird nicht lange dauern, so wird der Ringer im Zirkus Krembser so populär werden, wie der unsterbliche Bendix oder wie Windthorst. Es kommt eben nur darauf an, daß er es versteht, sich bei den Massen be- liebt zu machen; bekam es doch sogar Herr Pretzel fertig, sich einen Sitz in der Stadtverordneten-Versammlung zu er- ringen. Selbst die trübseligsten Erfahrungen auf dem Gebiet der Kirchengeschichte vermögen es nicht mehr, den kom- munalen Gemeinsinn, wenn er sich einmal regt, zu ersticken, und der Gedanke, daß man zum berümten Mann geboren ist, ist schwerer auszutilgen, als der unentdeckteste Bazillus. Es gehört nicht viel dazu, um als berühmter Mann zu gelten. Ist man Patriot wie Herr Pretzel, so bezieht man sich aus eine tadellose militärische Dienstzeit, während welcher man sogar den Besitz der Nationalkokarde gewahrt hat, ist man sonst aber weiter nichts, so genügt schon der Nach- weis, daß silberne Löffel keine besondere Anziehungskraft auf einen intakten Charakter ausüben. Letzteres setzt man von den Berliner Stadtverordneten voraus, und im allge- meinen täuscht man sich nur selten. Die Hauptsache ist, daß man sich Bürgerparteiler nennt, das andere kommt dann alles von selbst. Wenn man sich in der Gefolgschaft Stöckers befindet, darf man sein, was man will,. Vater- landsretter ist man in jedem Falle. Schreckbilder, die uns durch das Scptennat und durch die KriegsdrohuMn vorgeführt wurden. Das neueste Wcbrgesey wird diese Besorgnisse noch vermehren und wahrscheinlich die Auswandcrcrzahl für 1888 steigern. Ich habe mich im vorigen Jahre über die Einrichtungen in einzelnen Hafenplätzen geäußert. Bezüglich der Stadt Hamburg freut es mich, heute konstatiren zu können, daß auf dem Gebiete des Auswandererwesens Ham- vurg einen sehr großen Fortschritt gemacht hat. Staatssekretär v. Kötticher: Der Bericht unseres Kom- missars für das Auswanderungswesen für das abgelaufene Jahr liegt noch nicht vor. Aach anderen zuverlässigen Quellen aber find im Jahre 1887 über Bremen, Hamburg, Stettin, Ant- werpen, Rotterdam und Amsterdam 99712Personen ausgewandert. Im Vorjahre 1886 bctmg die Gesammtziffer 78 444, die Zu- nähme beträgt also etwa 21 000 Personen. 1885 aber betrug die Zahl der Auswanderer 103 657. Welche Gründe man nun der Zunahme der Auswanderung während des Jahres 1887 beimessen will, bleibt Jedem überlassen. Eine Verständigung hierüber ist niemals erzielt worden. So unbestritten ist es denn doch nicht, daß die Knegsbefürchtung oder die Mehrbelastung des Volks die Ursache gewesen ist. Aber ich lege darauf keinen Werth und wünsche nur, daß die Auswanderung immer geringere Dimensionen annehme. Auch ich begrüße den Erlaß des Hamburger Auswanderergesetzes mit großer Freude. Wir werden bei seiner Durchführung und Handhabung die besten Erfahrungen darüber sammeln können, ob wir denselben Weg wie die Hamburger einzuschlagen haben oder was in diesen Be- stimmungcn etwa für das dcmnächstige Aus wanderergesetz zu bessern sein möchte. Abg. Wörmann(nat.-lib.l: Das Lob, welches.Herr Lingens in diesem Jahre den Hamburger Schiffen und den Hamburger Verhältnissen hat zu Theil werden lassen, kann uns nur außerordentlich angenehm sein und im Rainen der Ham- burger Schifffahrts-Gesellschaftcn sage ich dafür meinen Dank, denn ich weiß ja, wie diese Aeußerungen des Herrn Lingens in der Presse weiter verbreitet werden, ich weiß, wie im vorigen Jahre die Antwerpener die Aeußerungen des Abg. Lingens als eine sehr gute Reklame für ihre Linien in ihren Annonzen ab- gedruckt hatten. Ich bin daher sehr dankbar, daß jetzt dieses Lob auch auf die Hamburger Einrichtungen übergangen ist Beim Kapitel„Reichsgesundhcitsamt" kommt Abg. Lingens srage der Anlage der Friedhöfe zurück, die derLö- auf die brennende Frage.... suna nicht nur bedürftig, sondern seit den neuesten Forschungen der Wissenschaft, namentlich den Vcrhundlungen auf dem Wiener wissenschaftlichen Kongreß von 1881 auch fähig sei. Leider vcr- misse man seitens des Gesundheitsamts jede Initiative auf die- fem Gebtete, während der unerttäglichen Vielfältigkeit der Vor- schriften in den verschiedenen deutichcn Gebietstheilen durch ein einheitliches Reichsgesetz schon jetzt ein Ende gemacht werden könnte. Direktor im Reichsgesundhcitsamt Köhler: Die Ergebnisse der cnvähnten Untersuchungen sind bisher durchaus noch nicht so sicher, daß darauf ein einheitliches Reichsgesctz über die Fried- Hofsanlagen sich aufbauen ließe. Wir folgen den Untersuchungen aufmerksam; speziell die Frage aber, ob eine absolute Sicherheit dafür vorhanden ist, daß die Jnfettwnsstoff- auch unschädlich geworden sind, bevor man die Reubelegung der Gräber gestattet, ist bisher noch nicht befriedigend beantwortet. Beim Kapitel„Reichspatentamt" bemerkt Abg. Kenneberg (natl.), daß es den Interessenten an einer genauen Nachweisung der bestehenden Patente fehle. Redner wünscht ferner Aus- kunft über die Resultate der Enquete zur Revision des Patent- gefetzes; es scheine in der Revision ein Stillstand eingetreten iU �Staatssekretär v. Kortticher: Die Enquete ist sofort einer Bearbeitung unterworfen und die Dringlichkeit der Reform an- erkannt worden. Der Präsident des Patentamtes hat ein Gutachten ertheilt und einen Entwurf aufgestellt. Wann der- selbe an den Reichstag kommen kann, kann ich nicht sicher angeben.„ �,.. Das Kapitel wird genehmigt. Schluß 4% Uhr. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. (Wahl eines Schriftführers an Stelle des Abg. Tröndlin; Ge- werbeordnuag für Elsaß-Lothringen und Fortsetzung der Etats- berathung.)_ Abgeordnetenhaus. 4. Sitzung vom 21. Januar, 11 U h r. Die Generaldebatte über den Etat pro 1888—89 wird fort» fie�Aafl. v. Gqnern(nat.-lib.) bezeichnet es als erfreulich, daß nunmehr auch der Redner der freifinnigen Partei sich günstig über die Finanzlage des Staates ausgesprochen habe. Früher hätten die freisinnigen Etatsredner die stereotype Be- hauvtung aufgestellt, der jedesmalige Etat sei der denkbar schlimniste. Thatsache sei es ja auch, daß der gegenwärtige Etat günstig sei. Er Hoffe denn auch, daß ivir aus lange Jahre di aus von neuen Steuern verschont bleiben würden, da sich die Finanzverhältnisse offenbar konsolidirt hätten. Wenn er nun einen Blick darauf werfe, was denn hauptsächlich diese günstige Finanzlage des Staates herbeigeführt habe, so müsse er in erster Linie die Staatseisenbahnverwaltung nennen. Und zwar seien die großen Ueberschüsse derselben hauptsächlich bewirkt worden durch die großen Kohlen- und Eisen� Transporte im Westen. Bei der Nothlage der Eisen- und Kohlen-Jndustrie müsse er aber bedauern, wenn— wie das aus dem von dem Finanzminister gebrauchten Ausdnicke„Sonderbestrebungen" hervorzu- gehen scheine— das fiskalische Interesse zu sehr über das Jnter- esse der beiden Industrien an billigen Frachttarifen gestellt werde. Nicht um„Sonderbestrebungen" dieser Industrien handle es sich, sondern um das Existenzinteresse der zahllosen, in demselben beschäftigten Arbeitermassen. Diese Industrien, welche den Eisen- bahnen die höhere Einnahmen zugeführt hätten, verdienten jeden- falls Berücksichtigung seitens der Eisenbahnverwaltung. Abg. Frhr. von Zedlitz(freikons.) sieht das Charatteristische des Etats darin, daß wir vom Reiche ungefähr 78 Millionen erhielten und doch nur 25 Millionen zu dauernden Mchr-Ver- Wendungen in Ausficht nehmen können. Daraus erhelle, wie nothwendig die neuen Reichssteuern gewesen seien. Dr. Ztteqer(.Halle, dfr), macht den Vorredner darauf auf- mcrksam, daß er das eigentlich Charatteristische an der Finanz- läge übersehen habe, die Thatsache nämlich, daß, da die neuen Steuerbewilligungen ohne jede Verwendungsbcschränkung ge- macht wurden, man jetzt in der Zwangslage sei, die von der Regierung vorgeschlagenen Verwendungen genehmigen zu müssen, ob man dieselben billige oder nicht. Herrn v. Minnigerode's gestrige Rede habe zum Schluß den Charatter einer Gardinenpredigt an- genommen. Das sei eigentlich ein Jnternum der Kartellparteicn, aber mit einem berühmten General müsse er, Redner, sagen: „Ick interesfire mir davor!"(Große Heiterkeit.) Die national- liberale Partei sei dabei hart angelassen worden, weil sie noch nicht an die Verlängerung der Legislaturperiode in Preußen herangetreten sei. Herr v. Eynern habe darauf nichts geantwortet — nun, man werde ja sehen! Finanzmintster v. Schot» tritt den Ausführungen des Vorredners wie auch des Abg. Rickert entgegen. Weder sei es richtig, daß die Branntweinsteuer für die Balanzirung der preußischen Finanzen überflüssig sei, noch auch das Haus sich in einer Zwangslage in Beziehung auf die Verwendung befinde; vollständig falsch sei auch die Behauptung, als ob die Erspar- nisse bei der Eisenbahnvcrwaltung sick vorher hätten übersehen lassen. Das Mißttauen, welches sich in der Unterschiebung ausspreche, als habe die Regierung in dieser Beziehung etwas absichttlch verschwiegen, müsse er mit aller Entschiedenheit zurückweisen, sowie auch die weitere Behauptung, als ob der neue Etat mit dem Hintergedanken hoher Ueberschüsse aufgestellt sei. Redner wendet sich gegen die Klage des Abgeordneten von Eynern, daß dre Interessen der westfälischen Kohlen- und Eisenindustrie von der Regierung zu wenig berücksichtigt würden; der Rhein- Emskanal sei ein Be- weis der Fürsorge, welche diesen Industrien entgegengc- bracht werde.— Sodann wendet sich Redner gegen Herrn von Minnigerode, welcher auf die jetzt schon gewährten Bedürfniß- Zuschüsse hingewiesen habe. Wir wollen diese Frage nicht mit dem neuen Gesetz in Verbindung bringen: dann hätten wir ja bei dm betreffenden Etatstiteln eine Absetzung vorschlagen müssen: das hat uns femgeleaen. Minister Maybach: Es war nicht meine Abficht, mich an der Debatte zu betheiligen. Ich glaubte dies bei der Spezialberathung thun zu können. Ich sehe, daß der Eisendahnetat der Kommission überwiesen werden soll. Ich bitte die Kommission, den Etat in allen seinen Theilen ein- gehend zu prüfen. Sie werden Klarheit finden in derselben Weise, wie wir sie ihnen früher haben geben können. Für die Landwirthschaft und Industrie können ivir Verschiedenes thun, sobald ich die Tragweite einer solchen Maßregel übersehen kann. Es sind in dieser Beziehung die nöthigen Einleitungen getroffen. Die Ueberschüsse in den letzten Jahren deckten sich fast mit den Ausgaben für die Meliorationsbahnen. Das ermuthigt uns, auf diesem Gebiete fortzufahren. Ich hoffe auf Ihre Zustimmung auch für die iveiteren Vorlagen, die wir Ihnen machen werden. (Beifall.) Abg. v, Keuda(ntl.) erkennt die günstige Finanzlage an, bittet aber um eine sorgfältige Prüfung des Etats, namentlich des Eisenbahnetats, bei dem die Schwankungen am größten sind. Nach einigen mehr persönlichen Bemerkungen des Abg. v. Kuene(Zentt.) schließt die Debatte. Persönlich bemerkt Abgeordneter von Rauchhaupt (konservativ), daß der Anttag der Konservativen wegen der direttcn Steuern ganz ernsthaft gemeint war; man — d. h. er, Redner— habe Herrn von Zedlitz nur gesagt, daß an die Durchdringung eines Steuergesetzes nicht mehr zu denken sei. Darauf wird ein Theil des Etats, namentlich der Eism- bahnetat, und alle einmaligen Ausgaben an die Budgetkommisston verwiesen. Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr. (Zweite Berathung des Etats.) Kommunales. Der wegen Frellegung des Lützowviatze» von der Stadlvcrorncten-Vcrsammlung niedergesetzte Ausschuß hat seine erste Sitzung abgehalten. Zu einer definitiven Beschlußfassung kam es hierbei nicht; der Ausschuß hat sich vielmehr, nachdem ein Anttag auf Kassation des Platzes abgelehnt worden war, auf zwei Monate vertagt, in der Erwartung, daß der Magistrat bis dahin ausführliche Erklärungen über die Erwerbung und Verwendung des Platzes bezw. des von den Adjazenten zu ge- währenden Beittages geben werde. Der Noranschlag der Kanalst'ationswerke und der städtische« Rieselfelder weist im Ordinarium eine Einnahme und Ausgabe von 6 448 132 M. nach und im Extraordinarium eine solche von 1 688 683 M. Die.Haupteinnahmen setzen sich zusammen aus einem Zuschüsse aus der Stadthauptkasse von 2 502 312 M., aus den Kanalisationsabgaben von 1956 000 M. und aus den Einnahmen der Rieselfelder von 1 837 910 M. Letzterer Einnahme steht eine Ausgabe von 1 742 000 M. gegenüber, so daß ein Ucberschuß von 95 910 M. aus den Riesel- feldern erzielt wird. Die Einnahme an« der Wirths- und Kanssteuer ist für das Rechnungsjahr 1888—89 auf 17 000000 M. angenommen, welcher Summe eine Ausgabe von 16 000 M. gegenübersteht, es verbleibt also ein Ueberschuß von 16 984000 M. Uene Gemeindefchnle. Der Magistrat hat den Bau einer Gemcinde-Doppelschule und eine Schule für Knaben und Mädchen katholischer Konfession auf dem Urban genehmigt. Lokales. fas Komitee der Gesellschaft„Urania" erläßt folgcn- ufmf: Das unterzeichnete Komitee ist von einem größeren Kreise gemeinnützig denkender Männer damit bettaut worden, die von demselben für Berlin vorbereitete Begründung einer öffentlichen, Jedermann zugänglich zu machenden Schaustätte sür astronomische und sonstige naturwissenschaftlich- technische Demonstrationen(mit Fernröhren, �pettral-Apparaten, Mtfro» skopen u. s. w.) der Verwirklichung näher zu führen. Zu diesem Zwecke hat das Komitee zunächst briefliche Einladungen zur Betheiligung an dem Untemehmen ergehen lassen, verbunden mit näheren Darlegungen über die geplanten Einrichtungen und über die geschäftliche Gestaltung des Unternehmens, für welche letztere sich die Form einer Aktiengesellschaft als unumgänglich erwiesen hat. Das sehr erfreuliche, die Verwirklichung des Planes sichernde Ergcbniß dieser Einladungen läßt es zweck- mäßig erscheinen, nunmehr auch an die weitesten Kreise eine direkte öffentliche Einladung zur Betheiligung zu richten. Es handelt sich nämlich jetzt dämm, die vollständige Zeichnung des Kapitals in möglichst kurzer Frist zu Ende zu führen, um schon in diesem Frühjahr mit der Herstellung der instrumentalen Ein- richtungen und der Baulichkeiten beginnen und beide von An- fang an in einer Berlins würdigen technischen Vollkommenheit ausführen zu können. Für ein solches baldiges und definitives Vorgehen find im übrigen die günstigsten Bedingungen bereits vorhanden, da bei den Staatsbehörden und bei den städtischen Behörden auf jegliche sonstige Art der Förderung mit Zuvcr- fichr gerechnet werden darf. Der Schriftführer des Komitees, Herr Dr. M. Wilhelm Meyer, w. Zietenstraßc 10, wird über die Modalitäten der Betheiligung, sowie über die Ziele und Aussichten des Unternehmens jede wünschenswerthe Auskunft ertheilcn. Gegen das Kelnrdenttmal bringt die„Kreuzztg." ein Eingesandt,„An die Deutschen" betitelt. Die Reimerei ist eben- so stümperhaft in der Form, als bodenlos beschränkt im geistigen Inhalt. Es genügt, wenn wir für unsere Leser folgende Strophen festnageln: Der die Muse nur mißbrauchte, Dichlkunsts Blumenau vcrjauchte, Wttd als größtes Licht gemalt. MMI GochM Das nächst Goethe uns gesttahlt? Was, ein lüstern häm'scher Affe, Ein verlog'ncr, eiller Lasse Soll ein Dichterheros steh'n Auf der Menschheit höchsten Höh'n? Pwi, laßt uns den Rücken kehren, Solcher Schmach uns zu erwehren— Sabt es zu verkünden Muth: r ist nickt von unsrem Blut! Merkt ihr nicht, wohin sie zielen?— Deutsche sollen mit ausspielen Diesen höchsten jüd'schen Tmmpf— Sind wir ganz und gar denn stumpf? Der erste botanifche«nd zo-ologlfche Garte« 1« Kerlin lag bei dem grauen Kloster vor etwas über 300 Jahren. Der vielgenannte Schweizer Thurneisser hatte hier beide für sich angelegt. In seinem zoologischen Garten befand sich unter anderen ein Elenn, welches ihm ein Fürst Radziwill aus Polen gesandt hatte. Wie bedeutend Thurneisser als Botaniker war, erkennt man daraus, daß man nach seinem Weggange von Berlin im Jahre 1584 in seinem Nachlaß 2025 Samenarten sorgfältig geordnet vorfand. Ebenso bedeutend war sein Laboratorium. Bei einem Umbau im Jahre 1667 fand man noch einen ganzen Keller, gefüllt mit Chemikalien, Instrumenten und Präparattn vor. Er beschäftigte eine ganze Schaar von ihnen die ersten Alchymisten, wie Freudenbest> terodius und Schüer; der Berliner Hofapothstn war sein Schüler. Dazu kamen Eleven, welm andere hochgestellte Leute bei ihm in die Lehre qo' fertigte nicht blos Medikamente, sondem auch turen, Salben, Pomaden u. s. w. und vertu» einer ganz modernen Reklame, zu welcher er»rusi benutzte. Diese stellte er in seiner eigenen Tm«w.,ung des Kupfersci gießerei her, in der er tüchtige Holzschneldcr/churde, förderte eir schäftigte. Seine Druckerei besaß selbst arabilM�eten Frohme verf perfische Typen, und sogar schweizer Verlege:'�siele Eremplare dc drucken. Das ganze Kloster war von Leuten W%jc Behörde glaub Wohnung und Kost gab. Zur Bewältigung seinu�atischer Scbrift« lvrdcn. Währen! stritt Schulze dei r überführt eraci e Kutscher je 1: erbs- und ger antragte, hielt vc r vorliegend und ü je sechs Monat« Eine Hanvs Wohnung und Kost gab. Zur Bewältigung sunu�ratischer Schriftcr bedurfte er allein zehn bis zwölf Schreiber.,..Jessen wegen Vm El« Erdrutsch, bei welchem nur m» Gjfften Strafkammci ' das; er sich einer 3 Erdrutsch, bei welchem nur mehrere Menschen dem Tode entgangen sind Vormittag gegen 10 Uhr auf dem Tcmpclhofcc bar hinter der Bockbrauerei statt. Hier wirb raumer Zeit an der Abttagung eines Hügels gestern Vormittag hielten unmittelbar am i 18 Fuß hohen, hartgefrorenen Erdwand mehrere deren Führer Erde verluden. Während diese richtet wurde, waren oben auf der Erdivand acht habe, die be ches Abends von traßc zugesteckt r au des Tischler- rem Manne bei alte. Sie erzählt üllte Packete in i beschäftigt. Bäume auszuroden. Die Erschülto�andere wiederum< den Erdverladern?ern wand, die inzwischen von unterminirt wurde, löste den leichten Frostvert stürzte die hohe Erdmasse mit dumpfem Tosen� sammen. Einer der untenstehenden Kutscher der Erdmassen bemerkt, sein lauter Wamun noch zu rechter Zeit, um die Arbeiter oben und ergreifen zu lassen. Zwei Arbeitswagen w> trümmert, eins der davorgespannten Pferde bciten behufs Frellegung der halbverschülteten. und Pferde zogen sich bis gegen Mittag hin. tlückssälle zu verhindern, wurde das We» lerges seitens der Polizei vorläufig fistirt.« herrschte im Laufe des Vormittags in der siner Nummer leg »essen Frau ein E s erhielten. Der Eh »dre wichtigsten Frc 'der Gefahr aussetzl < werden. Der Gc izu der Uederzcu; ? breitung des„So; Ipem Antrage gerne lloroic auf Vernicht »schriften. < Der Tlschlei "büße verurtheilt, n weil sich das Gerücht verbreitet' Hatte,'Zch siefu Dies Gerücht mit verschüttet worden. weise nicht.__ 0, melchr Lnst, Soldat;« sei«. 221„& Reservisten und Ersatzreservisten werden in w vor das Amtsgericht I gefordert. Dieselben in Berlin ihren letzten Ausenthalt gehabt, deren aber unbekannt ist, sind beschuldigt, ohne Ena' dert zu sein. Da dies eine Uebertretung des Sttafgesetzbuchcs ist, so werden alle diese„ Hauptverhandlung am 17. März, Vormittags bc)W er sich dadurci oj Uerewe Der Fachoer breit am 10. d. 3J Jakobstr. 37, eine stand: 1. Kassent schiedcnes und Fre erste Kasfirer Herr elegenhciten das Amtsgericht i, Abtheilung 94, Alt- Moabit U". stattete der 2. geladen unter der Verwarnung, daß sie h»"z foren g�rtift Ausbleiben auf Gmnd des§ 472 der-|r i. Kasfirer Herrn Kas uN werden verurtheilt werden. �Decharae ertbeilt"! Eine kostspielige Stndtbahnfahrt� Drucker Spielmann Mittwoch Nachmittag zwei Schiffer. Diesi Einttitt der Dunkelheit auf Station„Thiergalt Richtung„Friedrichshagen" fahrenden Stadls — rief der Eine dem Andern, der bereits zu—„Hier sind wir nicht richtig, das ist ja! „Ach was! Das schadet nichts! Setz Dir>" Angeredete. Der Zug fuhr ab, die beiden' Station zu Station unbehelligt. Zwar blia weiteren Stationen einsteigenden Passagiere 4 beiden Männer, aber schließlich ging doch,; etwas an und die Schisser blieben so bc> fitzen, unbekümmert darum, daß das Kupca> füllt war. Aber mit dem Telegraphen i? Auf der Station„Thiergarten" war beme ..... ntfin r Herr Schulz und der Leipziger Stei Wre aus Berichte! sich anfangs 18 T sprechen zurückgezo seien demnach nur einstellung betheili nannte Firma jed> gewählten Kommi her Pflicht der B läufig nicht nacl zu nehmen. Ein aus der Vereins! .._____________ nommen. Ein«ii Schiffer mit Billets dritter Klaff«' in ein MW' stutzungskommissio gestiegen waren. Es wurde, so erzählt dasl�ff"och ausst« nach allen Stationen telegraphirt, auf denen art'ciiung erner j R" j f—\ I J Verbrecher Spitznamen, die auf irgend Z � Zss? öer. des Individuum!, Bezug haben. Da die r'0, � nur unter diesen beigelegten Spitznamen j> Interesse des Ver »WM funden und nach dem Leichenschauhause � zweigen?" bcmei demselben Tage Vormittags mehrere Arbeit« Malciocrcinc aus waren, einen in der Straße 23 gelegenen."W dagegen sich nick Sandbcrg abzutragen, löste sich der obett Sachsen. Der V bettächtlichem Umfange ad und verschüttele>.» � Erstgenannter Wagen nebst Pferden, von denen cms'0.H � man iE)rcn bester hatten, als die Erdschicht in BeweguN?„> Wechsel veranlaßt, sich in Sicherheit zu bringen.— An deinlst M" Laufiyerstr. 41 und Neue Promenade 8 Kochmaschinen! außerdem fand Gr. Franttl"� Eisenwaarengeschäft ein unbedeutendes Fsw Gerichts-�. � ZeiWZ „Millionrn-Schutte" plötzlicher Verhaftung Mitte vorigen berichteten— hatte fleh am Freitag vor der mer am Landgericht ll wegen gcwerbs-»no Hehlerei zu verantworten. Der Mann sei""'' � mit Unrecht zu führen. Weder fleht-- befitzer aus, noch ist er ein solcher, er wenn auch wohlsituirter Fuhrhcn...rt „Millionen-Schulze" genannt wird. Aufe, Ä bester bezw. Steimvagenkutscker G. und jj» dank. Es handelte sich um folgenden.�» Kutscher G., S. und H. hatten beim � lottenburg in Diensten gestanden und hs® selben von dem Stättcvlatz der AktiengesZ,' nehmungen am Charlottenburger Ufer absi!'_ Beobachtung gemacht, daß der Anweiser Kullchern auch Steine verabfolgte, J®1 i schriftlichen Austtag ihres Herrn mitbrocksi' �ii ließ fich der Anweiser einfach von., Empfang der Steine quittiren. Auf Z'.,. die dre, Kutscher, nachdem sie AfK, Rattge abgegangen waren, den Plan, fuhren am 5. November auf dem Stai»'» mit zwei Gespannen, von denen das ew gestellt hatte. Sie fuhren mit jedem Dasselbe Experiment wiederholten fie an> Tie Steine wurden zu Schulze gebrach:» schärft. Am 13. Dezember kämen die den Platz, um Steine zu holen; der weile entdeckt worden. Nachdem das Wagen geschlossen war, wurden die K haftet, H. jedoch entkam. Er ist noch Zahlung von Eir die Mitglieder t EinttittSgeld aus daß die„Akkord- ordnung der Ge widert, daß dies von den Malern verlas Herr Lii Kommisson. Dei bis zum 15. Jan Von diesen wäre mstglicder. Von Berlin 228,> erhielten Arbeit: Ganzen 417 Ko #2 gestrichen werden Nachweis nicht e nach Gehilfen: i halb! im August September 2 fü mahl der Arbeite Herren Kölln, P der Vorsitzende e worin mitgetheili um die Erlaub; WS? haben und kritifi; 77 Herr Reddin fchen Fragebogen noch nachzuholen "'gen arbeiterfrc - Die Fachschul torbcn. Während die beiden Kutscher alle Fälle zugestanden, lstritt Schulze den ersten Fall, doch wurde er auch m diesem ir überführt erachtet. Während aber der Staatsanwalt für ie Kutscher je 1 Jahr Gefängniß und gegen Schulze wegen 'werbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei 1 Jahr Zuchthaus «ntragte, hielt vcr Gerichtshof bei Schulze nur einfache Hehlerei pjt vorliegend und verurtheilte die drei Angeklagten gleichmäßig il#u'eJctf's Monaten Gefängniß. <�ne Haussuchung, die im Oktober v. I. in der Woh- rr~ des Kupferschmiedemeisters Wilhelm Hasche vorgenommen joutbe, fötliette ein verbotenes Liederbuch, eine vom Abgeord- Frohme verfaßte, ebenfalls verbotene Broschüre und so iger �rele Exemplare des Züricher„Sozialdemokrat" zu Tage, daß re Behörde glaubte, eine Sammeljtelle verbotener sozialdemo- Mscher Schriften entdeckt zu haben. Hasche stand infolge ■ton wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz vor der sten Strafkammer des Landgerichts'. Der Angeklagte bestritt, HB sich einer Verbreitung des„Sozialdemokrat" schuldig ge- macht habe, die bei ihm beschlagnahmten Nummem seien ihm «mes Abends von einem ihm völlig sreniden Manne auf der 'traße zugesteckt worden.� Mls tzauptbclastungszeugin trat die rau des Tischlers Rothkopf auf, welche eine Zeit lang mit jtcm Manne der dem Angeklagten in Aftermiethe gewohnt "nü" m l>.zahlte, daß mehrmals fremde Personen wohlver- »ullte Packetc in die Hasche'sche Wohnung gebracht hatten und IttnplV rMlPnfnim................. r.t- n.r...... v..... r. oy... r ebre? S „v v...... ojuime iwe-woynung georawr yarren uno schüMandere wiedcmm erschienen waren, welche sich nur durch Angabe jcrn""einer Ztummer legitimirten und dann entweder von Hasche oder ocbcd dessen Frau ein Exemplar des„Sozialdemokrat" ausgehändigt zsen l" erhielten. Der Ehemann Rothkopf verweigerte die Antwort auf k,t htck die wichtigsten Fragen, weil er sich durch deren Beantwortung unßW bcr Gefahr aussetzen würde, ebenfalls strafrechllich verfolgt zu »werden. Der Gerichtshof gelangte mit« dem Staatsanwalt njutJO zu der Ueberzcugung, daß der Angeklagte sich mit der Ver- . ,eldi breitung des„Sozialdemokrat" beschäftigt habe und erkannte ,tcn dem Antrage gemäß auf eine Gefängnißstrafe von einem Monat, ■n«sowie auf Vernichtung der beschlagnahmten verbotenen Druck- igcittlWriften. Der Tischler Ioha«« Knudat wurde zu 10 M. Geld- ,r jrfbußc verurtheilt, weil bei einer Sistirung für 90 Pf. Sammcl- L-in« lsbons bei ihm gefunden wurden und der Gerichtshof annahm, ,MgIldaß er sich dadurch eines Vergehens schuldig gemacht habe. siL- Derewe und Versammlungen. " 1-K Der Lachverein der Steindrncker«nd Lithographen '' kielt am 10. d. M. im„Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobstr. 37, eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Kassenbericht; 2. Neuwahl des 1. Kassirers; 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorsitzende theilte mit, daß der erste Kasfirer Herr Splettstößer wegen dringende: Geschäftsan- Gelegenheiten das Kassireramt niedergelegt habe. Hierauf er- stattete der 2. Kasstrer den Kassenbericht, welcher von den Revi- loren geprüft und für richtig befunden ist. Dem bisherigen l. Kassirer Herrn Splettstößer wurde auf Antrag der Revisoren Jk Dcchargc ertheilt. Bei der Wahl des 1. Kassirers wurde Herr Stein- y,» drucket Spielmann mit großer Majorität gewählt. Hierauf machte � Schulz und andere Redner Mitthellungen über den Streik r022l£et Leipziger Steindrucker der Firma Schmidtmann u. Ko. Wie aus Berichten dortiger Zeitungen ersichtlich, bethciliaten plwa sich anfangs 18 Drucker am Streik, wovon jedoch 6 ihr Vcr- ia PI sprechen zurückgezogen und wieder weiter gearbeitet haben; es seien demnach nur noch 12 Drucker, welche sich an der Arbeits- einstellunz betheiligen. Ferner wurde mitgetheilt, daß die ge- nannte Firma jede Verhandlung mit einer zu diesem Zwecke gewählten Kommisston rundweg abgeschlagen habe. Es sei da- her Pflicht der Berliner, wie aller auswärtigen Kollegen, vor. läufig nicht nach Leipzig zu reisen und dort Stellung zu nehmen. Ein Antrag, für die Streikenden 100 Mark aus der Vcreinskasse zu bewilligen, wurde einstimmig ange- nommen. Ein weiteres Unterstützunasgcsuch wurde der Unter- stützungskommisston überwiesen. Außerdem wurde aufgefordert, in den noch ausstehenden Druckereien die Fragebogen zur Aus- arbcitung einer Statistik unverzüglich auszufüllen; bis letzt seien aus 80—100 Druckereien Fragebogen eingegangen. Nach Be- antwortung einiger Fragen theilte der Vorsitzende, Herr Jastrau, mit, daß die nächste Versammlung am 16. Febmar nicht Alte Jakobstr. 37, sondern in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- straße 77—79, stattfindet. Die Fragebogen nimmt Herr Jastrau, Schönleinstr. 23, entgegen. De» Kauverein der Water KerUn'» hielt am 17. Januar im Cafs Reger, Alte Jakobstraße 83, seine Generalversammlung ab. Nachdem der Kassenbericht verlesen, wurde mit- getheilt, daß sich im letzten Vierteljahr 49 neue Mitglieder in den Verein ausnehmen ließen. Hierauf wurde über die Tages- ordnung der nächsten Generalversammlung in Braunschwcig debattirl und der Delegirte beauftragt, sein möglichstes im Interesse des Vereins zu thun. Die Festsetzung der Diäten be- �«stressend, beantragte Herr Schweitzer, den Delegirten zur Generalversammlung, falls sie unverheirathet sind, 6— 7 M., ' in falls sie verheirathet find 7—8 M. pro Tag, mit Vergütigung yjc!� der Reisekosten zu bewilligen. Nach kurzer Diskussion wurde .ual0j der Antrag angenommen. Das Fachorgan(„Correspondcnt") �-b betreffend, wurde der Delegirte beauftragt, dafür zu wirken, daß inj dasselbe künftig wöchentlich erscheint. Zu der Fi iriFi stellt sich der VeriianN III hi-n it.™«ja*——>.u— vanewe runfna wöchentlich erscheint. Zu der Frage;„Wie #5# ftout sich der Verband zu den ihm nicht angehörenden Berufs- sf-y iwcincn?" bemerkte Herr Link, es sei Thatsache, daß emige ciW* j Malervereine aus Egoismus dem Verbände fern bleiben; andere dagegen sich nicht anschließen dürften. Z-B-m Bayern und Sachsen. Der Verband sollte sich alle mögliche Mühe geben, die Erstgenannten heranzuziehen; sollten diese sich weigern, so solle man ihren Mitgliedern, falls sie, durch späteren Arbeits- Wechsel veranlaßt, Aufnahme in den Verband suchen, nur gegen Zahlung von Eintrittsgeld den Eintritt gestatten, während man die Mitglieder der bayerischen und sächsischen Vereine ohne Eintrittsgeld aufnehmen solle. Einige Mitglieder bedauerten, daß die„Akkord- und Sonntagsarbeit" nicht mit auf der Tages- ordnung der Generalversammlung steht. Es wurde ihnen er- widert, daß dies wohl mehr Sache des Kongresses wäre, welcher von den Malern Deutschlands einberufen worden ist. Alsdann verlas Herr Link die Statistik der Arbeitsvcrmittelungs- Kommisson. Der Arbeitsnachweis wurde vom 15. Juni 1887 bis zum 15. Januar 1888 von 800 arbeitslosen Kollegen besucht. Bon diesen waren 350 Mitglieder des Gauvereins, 450 Nicht- Mitglieder. Von den 350 Mitgliedern haben Arbeit erhalten; in Berlin 228, nach Äußerhalb 23; von den Ziichtmitgliedern «hielten Arbeit; in Berlin 124, nach Außerhalb 42, so daß im Ganzen 417 Kollegen Arbeit nachgewiesen wurde. Von den ubngen 99 Mitgliedern wurden 87 gestrichen, theils wegen JOmWchcinens, theils weil sie anderweitig Arbeit erhielten. stilchtmitglieder mußten 260 aus der Liste der Arbeitsuchenden gestrichen werden, weil sie drei Mal hintereinander im Arbests- Nachweis nicht erschienen waren. Unerledigt blieben Anfragen nach Gehilfen: im Juli 12, davon 4 für Berlin, 8 für Äußer- fmlb; im August dagegen für Berlin 18, für Außerhalb 5; im September 2 für Berlin.— Bei der hierauf folgenden Neu- wähl der Arbeitsvermittelungs-Kommisfion wurden gewählt die Herren Kölln, Perband, Lindau und Uhlich. Alsdann verlas der Vorsitzende ein Schreiben aus dem Ministerium des Innern, worin mitgetheilt wurde, daß das Gesuch vom September v. I. um die Erlaubniß zur Unterstützung reisender Kollegen ab- schlägig beschieden sei.— Herr Schweitzer bedauerte, daß von 485 Mitgliedern nur 35 die statistischen Fragebogen ausgefüllt haben und krstifirte die Nachlässigkeit der betreffenden Mitglieder. ~ Herr Reddin wies ebenfalls auf die Wichtigkeit der statisti- ichen Fragebogen hin und ersuchte die Kollegen, das Versäumte Noch nachzuholen, um die Statistik im Fachblatt oder in son- it'gen arbeiterfreundlichen Blättern veröpentlichen zu können. — Die Fachschule betreffend, wurde beschlossen, daß wenn die Unkosten sich einigermaßen decken, noch im Monat Febmar Unterricht ertheilt werden soll.— Zum Schlüsse wurde bekannt gemacht, daß der Gauverein seinen ersten Wiener Maskenball am 14. Febmar bei Rieft, Weberstr. 17(früher Hildebrandt) abhält. Billets& 50 Pf. find im Verkehrslokal bei Sodtke, Ritterstr. 123, jeden Abend von 7—8 Uhr zu haben, ferner bei allen Vorstandsmitgliedern. Ort»- Krankenkasse der Tischte»�«nd pianoforte- arbeiter Kerlln». Heute, Sonntag, Vormittags 10 Uhr, Bergmannstraße 7: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Vorwahl von 35 Delegirten zur Generalversammlung.— Alle Mitglieder, welche an den Kasfirer Schütz ihre Beiträge zahlen, werden zu dieser Versammlung eingeladen.— Das Quittungsbuch legitimirt. Der Derein KerUner Hausdiener hält am Montag, den 23. d. M., Abends 9 Uhr, Neue Grünstr. 28, bei Jordan, einen geselligen Abend mit Damen ab. Humoristische Vorträge und Tanz. Gäste find willkommen. Verein ehematiger Kchiiier der 37. Gemeinde- f chule. Dienstag, den 24. Januar, im Restaurant Kinner, öpnickerstr. 68, Vortrag des Herrn Rudolf Queva über„Erd- künde". Gäste(Damen und Herren) sind willkommen. Verein zur Mahrung der Interessen der Lackirer aller Branchen. Versammlung am Montag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, Kommandantcnstr. 20, Arminhallen. Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Verschiedenes und Fragckasten. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Montag, den 23. d. M., Abends 8% Uhr, Versammlung in Seefeld's Lokal, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Zweck und Ziele des Vereins. Referent: Schuhmachermeister Metzner. 2. Ver- schiedenes. 3. Fragekasten. Verband deutscher Zimmerteute, Lokalverband„Berlin West". Versammlung am Montag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, in Sangc's Salon(tzohenzollerngarten), Steglitzerstr. 27, Tagesordnung; 1. Vortrag über Treppenbau. 2. Wahl eines Mitgliedes zur Kommission der Berliner Lokalverbände. 3. Ver- schiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Tetegraphische Depeschen. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Kerlin» Sonnabend, 21. Januar. Die Post von dem am 21. Dezember von Shanghai abgegangenen Reichspostdamvfer „Bayern" ist in Brindisi eingetroffen und wird in Berlin vor- ausfichtlich am 23. Januar früh zur Ausgabe gelangen. London, Sonnabend, 21. Januar. Der varnellitische Par- laments-Deputirte für Monaghan, Patrick O'Brien, ist gestern Abend wegen einer aufrührerischen Rede verhaftet worden. Rom, Sonnabend, 21. Januar. Wie der„Agenzia Stefani" aus Madrid gemeldet wird, wäre der Schiedsspruch Spaniens in dem Streitfalle zwischen Italien und Kolumbien für die italienischen Staatsangehörigen, welche bei der Revolution in Kolumbien geschädigt wurden, günstig ausgefallen. 2. Ziehung der 4. Klasie 177. König!. Preuh. Lotterie. Liebung vom 21. Januar 1888, Bomimog». Hut bic Sttmnue über 210 Mark find den detrefteuden Nummern in Parentheie beigefügt. (Ohne Bewähr.) 6 92 106 301 20(300) 453 579 652 61 73 892 996 1118 311 453 80 611 745 80 970 2061 73 387 415 570 744 79 882»002 8 87 235 41 95 425 37 510 45 674 794 4075 116 48[1500] 284 341 70 409 504 20 72 640 715 976 5149 73 209 434 62 567 82 632 721 54 96 920 6038 49 98 144 369 549 79 637 887 7041 169 83 299 329 436(3000) 62[500] 503 29 71 77 90 626 986 8108 212 74 80 86 304 53 416 18 623 85 763 808 (1500) 29 49 932»046 166 372 90 431 53(300) 676 779 10115 52 262 319 32 96 731 812 42 901 60 83 1 1084(500) 167 68 87 385 420(300) 517 67 76 707 12 26 41 810 70[50001 918 1 2063 164 76 91 208 50 52 469 633 66 755[3000] 910 1 3040 128 33 93 350 490 645 709 11 78 996 1 4006 25 320 402 513[30001 33 56 78 676 84 86 709[300] 77 844 1 5063 107 335 482 528 660 773 78 13001 I«133 326 35 69 505 32 677 763 72 992[500) 1 7308 45 49 542 613 762 56 1H021 [1500) 181 240 94 334 492 619 729 83 892 959 1U020 109 30 61 74 96 [30001 326 478 787 924 42[500) 20162 200(6000) 326 31 410 644 62[3000) 79 841 49 74 2 1 024 29 172 493 590 670 85 709 65 856 966 2 2006 24 33 84 92 428 664 705 (3000) 95 871 2»131 68 88[1500] 91 234 435 560 79 92 666 732 832 72 89 987 2 4015 32 36 208 25 335 431 713 846 93 95 981 25239 98 384 452 62 520 649 867 20139 55 58 64 262 97 423 504 26 629 97 733 81 86 800 2 7029 148 294 587 631 43 63 65 862 929 2K282 434 98 579 861 929 37 60 80 29369 430 34 95 502 32 49 11600) 636 741 90 »U044 79 101 10[300] 241 325 449 77 84 564 69 613 50 85 81128 32 57 69 262 89 429 62 546 620 41 80 729 80 806 907 1300) 26 8 8237 [3000] 95 436 747 815 946 3:1155[30001 509 661 64 76 84100 31 96 [300) 201 314 471 621 83 701 803 42 73 950 52 85167 85 312 50 430 622 23(3000) 624 36022 89 219 300 15 18 94 435 804 84 87091 180 258 97 324 30 432 531 644 94 887 900 8 8001 27 183 240 421 629 43 60 62 69 806 45 918 89040 80[15001 241 63 403 633 703 11 16[500) 23 888 96 40048 173 416[3000] 528 46 1300] 715 907 60 41077 277[500] 430 37 649 820 47 53 60983 42177 93 249 76 317 473 516 672 86 736 60867 43015 131 238 397 429 46 81 507 6551500) 729 830 997 44082 117 203 40 69 13000) 652 833 921 45024 1500) 130 416 21 719 814 4 0224 76 333 456 561 884 933 99 47122 59 328 42 473 84 528 42 67 62 641 701 5 1300) 38 91 883 98 931[15001 60 4 8044 80 176 281 386 501 40 87 667 723 84 828 4 9122 95 304 18 67 86 609 10 81 734 35 71 953 63 92 59032 38 119 218 29 362 82 467 670 876 929 69 5 1 002 11500) 21 [500| 240 75 422 646 651 808 969 58024 56 114 16 53 229 74 398 718 70 86 846 5 8046 62 209 614 807 9 27 59 70 916 5 4067 236 58 312 31 79(15001 465 73 516 80 601 35 763 858 55061 352 612 708 89 832 59108 13 403 25 603 13000) 749 812 57179 328 609 31 84 788 817 60 970 5 8618 745 821 81 942 5 9087 131 47 260 65[300) 300 415 792 812 mm 849»2280 353 64 71 490 576[8000! 649 81 706 19 873[1600] 921 74 93071 130 82 238 53 I300J 403 25 32 698 940 9 4021 51 379 90 456 646 73 910 95143 59 238 74 300) 343 64 94 401 39 672 655 738 924»«068 16000) 142 341[30001 344 1300) 428 602 20 678 715 40 69 70 864 925 59 96 9 7039 62 303[500) 506 900 3 13 87»8000 66 162 1500) 64 331 94 470 584 607[öOOf 80 891 905 29 34 83 9 9009 43 196 269 87 94 365 505 617 703 808 947 90 100555 730 81 90[30000] 851 10 1 227 66 405 668 72[300) 885 102009 35 227 99 338 41 84 448 90 624 43 55 650 88 880[300] 967 I«3024 25 38 178 277 370 490 678 639 87 92 743 92 876 911 104116 91 207 17 362 436 620 64 76 616 762 1O5032 45 67 207 48 320 438 575 875 1 00125 207 75 388 92 401 18 76 546 61741 812 50 IO7074 226 419 [1500) 751 78[3001 856 1«8051 189 201 25 499[300] 539 668 819 46 500] 57 1 0 9089 143 75 84 341 413 661 646[300) 791 826 92 909 73 110051[3001 143 46 430 54 84 656 748 803 13000) 30 II 1115 26 49 82 266 93 348 72 88 439 619 746 942 11«062 270 78 79 627 90» 1 1 8089 203 6 379 536 87[5001 891 928[3001 92 1 14252 81 439 84 85 669 973 115042 147 248 641 636 746 847 926 29 76 1 10128 226 42 379[3000) 635 603 735[500] 863 82 919 1 1 7109[300] 350 77 572 693 98 721 90 1 18078 96 196 404 27 36 37 654 98 793 926 30 119022 271[30001 485 651 896 120028 38 179 212 405 521 32 904 12 48 121075 233 394 469 515 [3000] 21 26 834[300) 97 962 79 1 22097 197 244 50 319 37 470 98 500 601 90 817 43 920 45 47 68 123055[3000] 204 408 37 545 50 636 725 27 830 974 124001[300] 145 72 352 697[3000[ 740 815 35 945 125232 321 48 54 452 537 683 869 12«056 261[600i 693 95 1 27062 190 301 26 407 98 652[3000] 888 91 128090 134 38 206 82 341 482 506 725 3000) 48 88 848 64 65 72 979[1500) 86 1 29091 185 277 347 82 487 [1600] 528 40 97 680 750[30001 1 30140 233 326 635 746 871 122 323[300] 82 35 65 392 438 47 610 1 181002 26 imi»»! 614 1 50032 370 471 666 695 786 40 1 51029 61 168 211 16 487 576 615 758 840 93 1 52059 188 389 427[500] 50 594 601 955 1 53000 70 233 158175 94 251 58 384 572 636 66 833 11500] 159459 507 67[3000) 777 H4,i 100154 313 425 49 97 632 708 953 89 I 01122[300] 207 600 42 739 46 102263 90 94 313 453 569 693 720 905 1O3078 147 53 315 73 440 90 554 668 730 89 896 1 04064 130 278 403 41 526 736 904 1 0, ,013 131 50 83 220 25 66 75 354 414 580 670 789 853 1 00003 82 137 206 14 321 54 453 57 637 115001 53 778 902 22 64 1 07028 264 372 494 521 88 642 735 67 108065 133 268 82 372 406 32 503 22 23 89 611 31 823 40 982 1 09169 262 63 442 581 92 682 733 43[3000] 946 76 87 170008 216 29 91 415 627 856 941 91 17 1 001 87 117 289 409 31 735 79 87 808[1500! 965 172030 78 118 231 50 78 341 92 519 32 47 65 79(1500) 682 784 1 73109 284 340 452 1 74 064 239 313 52 493 94 [3001 11500) 1500] 509 12 929 61 840 938 51 2. Ziehung der 4. Klasse 177. König!. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 21. Januar 1888, Rachmietag». Nur die Gewinn- über 2:0 Mark find den betreisenden Nummern in Parentheie beigefügt. (Ohne«ewäbr.) 53 150 54 70 85 556 600 914 1094 141 255 60 590 727 28 837 80 2058 127 456 549 642[300] 43(300) 92 733 38 43 58 911 3048 314 69 93 417 508 60 73 668 706 57 873 83 4094(500) 169[30001 71 230 72 346 479 550 942 97 5191 13001 635 46 895 911 51«243[30001 81 302 90 452 578 627 760[500) 75 875 906 13 13000) 24 7036 109 217 25 26 29 58 19039 165 307 35 458 95 659 643 788 941 62 69 17 46 61 59 910 29 67««001 KM.MWKMKS ! 98 713 845 996 81092 146 254 342 515 MWWZM» « m» B K- M VOS, SMP« Ml.«» SM! SW« 4)7 75 602 36 4 0006 1600) 52 169 353 408 91 589 770 916 4 7016 96 145 307 23 74 540 806 929 78 48142 76 410 60 508 48 00 000) 747 909 25 81 84 88 4 9055 129 50 78 203 37 81 91 628 50 691 760 882 85 „o.59089[3000] 137 351 445 48!300] 531 38 47 771 881 984 51218 78 414 562 682 86 740 52158(3000) 64[3000] 73 270 443 655 924 53150 74 207 37 317 416 22 64 787 88 5 4217 414 631 53 713 837 5 5002 103 64 231 603 7 83 13000) 741 5«135 274 87 333[500] 446 602 6 14 38 714 836 63 5 7024 51 83 132 245 52 728 29 87>300) 813 22 58106 49 383 446[100001 66 716 89 866 944 79 5 9040 104[300] 86 215 20 n373 644 717 935 0357 78 401 758 878«1059 241 82 388 652 78«2007 94 141 237 376 96 403 5 14 625 13000) 726 27 98 867«8084 128(300) 456 547 754 807 917[15001«4147 275 385 430 617(300) 75 766 64 818 920«5109 381 421 677 665 755 86 87 850 80««036 118 37 223 309 67 93 576 638 48 721 40 86 836«70113 228 69[300] 433 77[5001 612 734 66 832 53«8009 134 318 416 520 687 918 88[3000]«9142 324 99(300) 602 840 963 70060 72 515 21 37 683 90 952 71 71049 211 96 534 670 840 59 63 938 7 2007 119 277 341 448 63 707 756 80 90 827 900 7 3023 24 190 274 444 551 74099 133 79 396 473 82 635 702[300] 32 45 7 5023 53 61 152 240 99 303 71 437 56 667 710 45 811 81 968 70008 36 152 232 60 95 315 652 81 850(600) 76 928 7 7002[3000] 6 69 257 395 670 700 837 919 iSOOJ 39 52 61 78227 82 92[300) 849 78 946 71 79109[1500] 276 527 52 655 74 831 M0085 159 246 453 810 90 976 81206 398 444 525 55 704[300] 873 908 79 82304[300) 471 605 710 75 837 83 940 8 8003 178 213 388 610 84088 148 320 25 463 525 832 85012 188 97 246 98 1300) 333 61 460 81 605 42 748 951 80144[30001 48 239 66 364 578 638 768 916 97 8 5 079 309 24 465[300] 512[300] 59 77 648 52 736 71 824 57 944[300] 88010 86 147 96 223 36 37 409 12 19 67 69 98 530 692 714 22[300) 92 8 9019 87 170 300 42 669 92 746 51 90149 90 213 62 66 301 424 528 798[3000) 863 938 9 1 055 114 23 70(500) 98 283 324 870 95 9 2051 94 134 59 273[1500J 94 356 471 503 80 96 769 849 93176 211 60 80 328 601 736 805 9:168 76 96 270 319 445 63 554 864»5030 222 30 94 336 539[300J 96 WOO) 865 960»«196 221 69 327 36 87 443 606 739 55 896 960 9 7234 357 783 826 99» 98029 166 312 26 449 66 79 649 706 12 44 63 949 99127 49 65 218 514 625 737 856 908 57 100144 55 68 88 271 312 74 429 72 656 719 69 811 29 80 914 15 101073 195[500] 210 31 339 64 542 671 91 723 824 967 76 88 1 02011 143 282 498 1 03063 152 231 301 11500) 36 65 545 698 786 835 1 04052 59 136 45 68 80 220 473 561 761 81 892 957 82 1 0513» 86 203 28 6» 333 450 73 548 51 714 34 68 84[30001 100064 126 46 70 229 668 3001 73 810[15001 96 908 13000) 73 1 07109 256 361 422 76 253 68 92 15001 94[15001 108033 34 161 250 493 503 725 930 34 35 49 84 1 09120 268[1500] 348 67 434 575 610 772 891 1 10087 148[300] 220 75(300) 364 70 811 67[1500] 997 II 1017 191 204 86 347 71 442 63 528 61 67 729 112094 294 407 41 56 657 7:4» 870 113138 397 454 565 602 828 40 911 27 114029 74 200 593 95» 115061 139 240 53 370 415 29 87 924 80 116063 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Januar, Abends Uhr, gestorben ist. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 2 Uhr vom Traucrhause, Wienerstraße 25, aus statt. Di« Arbe'ter J»x*®. Dechstetn'sch«« 206] Hof Pianofort«- Fabrik. Ehrenerklärung. Die dem Restaurateur Herrn August Mipf, hier, Prinzenstr. 73, am 2. Wcihnachtsfeiettage, den 26. Dez. vor. Js., zugefügten Beleidigungen thun uns leid, indem wir dieselben in einem nicht lichten Zustande begangen haben, und er- klären denselben für einen Ehrenmann. Berlin, den 21. Januar 1888. G«dr. Wilh-lu», Albert und 208] Gustav hchu tz. Auf zur iVahl! Alle Mitglieder der Weber- und Wirker- Innung werden ersucht, bei den am Mo-- tag, den 23. Januar, stattfindenden Wahlen für die aufgestellten Kandidaten A. Kölker als Ober- meister, G. pause als Stellvertreter ihre Stimme abzugeben._[202 Centrai-Kram en- u. Sterbekasse der Tischler «. a. gewerblicher Arbeiter. (E. H., Hamburg) örtl. perwa tung Kirdorf, ?outag den 23. Januar, Abends 8% Uhr, iestgh'a Salon Bergstraße 129, Rixdorf Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Wahleines Beitragsammlers. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht[196 Die örtl. lgerwalruag Rirdorf. Fachverein der Tischler. Dienstag, den 24. Januar, Abends 8% Uhr, in Jordan s Salon, Neue Grünstraße 28, Ordend General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vierteljahrsberichte des Vorstandes und der Kommisstonen. 2. Ersatzwahl der Kommisfionen. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. Das Quittungsbuch legittmirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Billets zu dem am Sonn- abend, den 11. Febr., in der„Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57, stattfindenden Wiener Maskenball des Vereins find in der Versamm lung zu haben. 199] Der Porstaud. Große öffentliche JlersliMlnBg sämmtlicher Schmiede» Stellmacher, Lackirer, Satt er, Schlosser t tc ( �age bauer). Heute, Konnta t, den 22. Jan., Vorm. 10J Uhr, bei Nüst(fr. Hildebrandt), Weberstraße 17. Tagesordnung: 1. Die Alters- und Jnvalidenversorgung der Arbeiter. 2. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Berufsgenossen sollten dieser für jeden Arbeiter hochwichtigen Versammlung bei wohnen. 203 Hut-Fab it Adolph Kehr 1 39 Köp« ickerstraße 139 Eingang Adaibertftrave.[29 Eieq. Maskengarderobe für Herren und Damen von C. Tietz, Vrauienstraste 130, 8 Trepp. (Ecke Alerandriue»?r.). Geschmackvolle Kostüme in reichster Auswahl zu billigen Preisen. Uerein« Preisermäßigung. G.Htraußt Schneidermstr., 7. PaUtsude-eltraße 7, im Lade« empfiehlt fich zur Anfettigung eleganter Herren- Garderoben. Für guten Sitz und saubere Arbeit wird garantirt. Lager von Vuikekin« in großer, geschmaMvoUer Auowatzt. Ausverkauf eleganter eertige Mint rpalrtot«. Koulante Zahlungs- Bedingungen!_[14 Leats Klasse Köu->ii.Pltiß.Kl. Lollcr» , Ziehung täglich bis 8. Februar. lErster Hauptgewinn 600 000 M. Grigtnaie: Vi& 230. V» 115,% i 57t,'•'» A 29 M. Kei garantirrer Vückgade 38 M. billiger. 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Mk,!s°°chWi5%' es Der vom Fachverein der ��tcs�Srüel° � Arbeitsnachweis befindet sich � � �eten i(' I" im ; Die Adressenausgabe erfolgt jo in Kleidern »o« 8s vi» 10 Psir � von 9 bi» 11 Uhr Po«''[jfl'ial : die 4 Kassirer der„Ottskranl und Pianofortearbeiter Berlins sich ihrerseits jeder Adressenau�.,/� ersuchen wir, nur den ovt'<, beitsnachwri« zu benutzen--�BV Begonnene fs ksqualm einn ettsam gema n bereitete n zu gehen. das Dreiblat einem andern Junge,, krästtge Mädchen�� � �?„Arm si WW.pttu Foren 198) Posamenlier Handa»_ außer dem Hause verlangt s,.'v Melzer/x�a 186 Wtex Verantwottlicher Redakteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.