Diettstag, de,t 24. Januar 1888 5. Iahrg« �reisen- i, V«* md Tel jesch&fti Brgan für die Interessen der Arbeiter. täglich Mörsens�"?"Berliner Volk«blatt" �«MSWKWM MLMSWWSZW« Erhöhung des Preises, angenommen. ohne Redaktion: KeuthKraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. [aa»8 Aniö» Gnacksatbereien. ährend die politischen Parteien sich den Kopf zer- n, was sie mit dem neuen Sozialistenaesetz und seinen ���ronistischen Bestimmungen anfangen sollen, können auch Hochwohlweisen Leute nicht zur Ruhe kommen, die auf d Schreibebock und bei der Studirlampe die Mittelchen g ndig machen wollen, mit denen man der sozialen�Frage I Pelz waschen kann, ohne ihn naß zu machen. I Leutchen, statt ihr Gehirn mit AAL Aschen" Trödelkram rauschende Leben Würden unnützem„nationalöko- .u überladen, sich um das frische ä.— Ir,..... oa draußen in der modernen Welt iwiflrtrnmmt, so würden sie bald einsehen, wie abgeschmackt und ttZ«flüssig ihre Theorien und Probleme sind. Sie glauben aber, rauchten nur irgend ein„System" oder eine„Einrichtung" aden und die Menschheit hätte dann die Verpflichtung, *:iden Füßen zugleich hinein zu springen. Und diese werden ernstlich böse, wenn man sie Utopisten nennt; halten sich sogar für sehr praktische Leute. Zu ihnen gehört in erster Linie Herr Oechelhäuser, schon seit einiger Zeit in nationalliberaler„Sozial- a" macht. Was er vorschlägt, sind jene kleinen Mittel- denen man gelegentlich einen schönen und wohlklin- ; Namen geben kann, die aber zur Bessergestaltung ökonomischen Verhältnisie nicht das Minveste beizu- "iw�n vermögen. Neuerdings empfiehlt er ein„ A e l- ppei u ans chtrn. �Ven Namen D. tUwU—:rj; lrjJ|rtr,T>i vermögen, vtei 1(hfi enkollegium" von Arbeitern, das den Fabrik- 'eb und die Fabrikordnung überwachen, bei den jün- n Kollegen„Sitte und Ordnung" aufrecht erhalten, achten abgeben und noch allerlei ähnliche Funktionen aus- ' soll. An und für sich könnte solch ein Aeltestenkollegium, pasienden Leuten zusammengesetzt, schon einen guten .uß ausüben, allein um dahin zu gelangen, müßte wie ngland volle Koalitionsfreiheit vorhanden Einmal aber ist diese nicht da und zum anderen ben wir nicht, daß unter den gegenwärtigen Umständen solches Aeltestenkollegium mehr als ein Spielzeug wer- würde. Wenn diese Einrichtung eine Bedeutung haben de, so müßte sie doch auch die Ansprüche der Arbeiter »über dem Unternehmer vertreten können. Das könnte bcr nur, wenn sie eine organisirte Arbeiterschaft hinter j yätte. Zm andern Fall, wenn das Aeltestenkollegium allein wird der Unternehmer kurzen Prozeß machen, ihm die Ansprüche des Kollegiums nicht gefallen. 'assalle'2 weit die Unternehmer gehen, sieht man an oer Be- wie ö�lung, welche die Arbeitervertreter im Iieichsversicherungs- erfahren haben. Der Unteruehmer trotzt einfach auf (GrUpe' ß�Recht", den ihm mißliebigen Arbeiter zu entlassen. man nun endlich glauben, daß der Profesior L u j o b. » Keuilleton. »«cht« vorbehalten.) [18 (Nachdruck verboten.) Der Erve. Roman von Friedrich Gerstäcker. „Herr Du meine Güte!" rief sie ordentlich erschreckt „Dietrich, wo bist Du denn?" >„Hier, mein Kind," sagte der Verlangte, indem er sich n ein graues Nebelbild aus dem Qualm emporhob, oder lj.-.-!,.s»>inehr damit in die Höhe zu steigen schien. ji1''-"-..„Aber weshalb öffnen Sie denn kein Fenster?— »egreife gar nicht, daß Sie noch im Stande sind, die ten zu sehen!" Wallet»„Das hätten wir allerdings thun können," lächelte der icn tägh,- atsanwalt verlegen,„aber wir waren so in unser Spiel ie..." (iif Öl dürft' ich die Herren bitten, hinüber zum Effen 5 W.slommen- es ist Alles bereit." ,er �°hl, gnädige Frau!— Den Augenblick!— ick Pr'e� und mehrere andere derartige Ausrufe ant- während die Frau Staatsanwalt scheu wieder r und die Thür hinter sich schloß, denn in der Atmo- gerein°»jjmre konnte sie nicht exiftiren, der Tabaksgeruch hätte sich 1" m Kleidern und Locken festgesetzt. .itjzr, Begonnene Partien wurden jetzt beendet und da der aisqualm einmal erwähnt worden und die Herren darauf inerksam gemacht waren, auch die Fenster geöffnet. nn bereitete man sich vor, um hinüber in den Speise- zu gehen. Die l'Hombre-Partie ivar am ersten ans das Dreiblatt aufgestanden. Der Zustizrath trat noch tinem andern Tisch, als der Major den Staatsanwalt ' den Arm faßte und etwas mit sich bei Seite führte. »Wiffen Sie, Staatsanwalt, daß ich wieder auf einer t Spur bin?" sagte er dabei leise. .„Spur? Wohin?" sagte Witte, der noch das letzte tel im Kopfe hatte, das er mit den brillantesten Karten ren. K Brentano Recht gehabt hat, als er meinte, eine Sozial- reform verlange gebieterisch, daß eine staatliche Rege- lung des Arbeitsvertrages ihr zu Grunde ge- legt werde? Da möge doch Herr Oechelhäuser seine ab- gestandene Weisheit wieder einpacken nnd die Arbeiterwelt damit verschonen. Man hat heute über solche Dinge denn doch zu viel nachgedacht, gelesen, geredet und geschrieben, als daß man die Naivetäten des Herrn Oechelhäuser anders als komisch auffaffen könnte. Aber wenn man hier auf solche mit wenig Witz und viel Behagen breitgetretene Afterweisheit stößt, was wird denn auf der anderen Seite geboten? Die Herren, die vor dem Götzenbild von St. Manchester knieen, wissen recht wohl an allem zu kritteln und zu rütteln, was rechts und links von ihnen an positiven Vorschlägen erscheint. Ihre eigene Weisheit aber beschränkt sich immer noch auf den einfachen Satz, alles gehen zu lassen, wie es geht. Sie vergleichen die sozialökonomische Entwicklung mit der Ver- änderung der Arten nach Darwinscher Zuchtwahl; sie glauben, wie sich die Organismen aus niederen zu höheren entwickeln, so müsse auch der ökonomisch niedrig stehende Mensch sich„von selbst" empor ent- wickeln. Gehen dabei Tausende zu Grunde, so sagen sie eben achselzuckend, das sei ebenso wie in der unbewußten organischen Welt. Die Herren vergessen nur, daß Mensch- heit und Menschenthum keinen Werth haben, wenn sie nicht dahin gelangen, den Kampf um's Dasein abzumildern und seine rohen Formen durch andere zu ersetzen. Je mehr die Menschheit sich die Herrschaft über die Naturkräfte aneignet, desto mehr wird sie auch dahin gelangen, den Kampf um's Dasein mildern zu können. Diese tröstliche Gewißheit aber wird den Menschen von freisinnigen„Nationalökonomen", welche selbst keinen allzu schweren Kampf um's Dasein zu führen haben, abgesprochen. So hielten unlängst Alexander Meyer und B a r t h in der volkswirthschaft- lichen Gesellschaft Reden, in denen wieder die ganze trostlose Oede des Manchesterthums zu Tage trat. Herr Alexander Meyer meinte, ganz neue volkswirthschaftliche Organisationen seien überhaupt undenkbar, wie kein Gärtner einen neuen Baum erfinden könne. Nun, wenn sich Herr Meyer keine neuen volkswirthschaftlichen Organisationen denken kann, so ist das sein Pech. Sein Freund Barth sekundirte ihm und meinte, die beste Ueberbrückung der sozialen Kluft sei„das freie Aufsteigen aus den unteren Ständen". Also gehe hin, armer Mann, der Du nichts hast, als Deine Hände, gerade kräftig genug, um Deinen täglichen kümmerlichen Unterhalt zu erschwingen, und„steige frei" auf! Solch ein guter Rath, wie ihn Barth giebt, ist denn doch wirklich drei Pfennige werth, denn man kann darüber lachen. „Nun, in der Wendelsheim'schen Sache." „Mein lieber Herr Major," erwiderte der Jurist,„ich fürchte, Sie geben sich mit anerkennenswerther Thätigkeit da ganz vergebene Mühe; denn Sie werden zuletzt finden, daß Sie auf Ihrer neuen Spur, genau wie auf der alten, nur auf einem Holzweg sind. Die Sache ist eben ungreifbar, sie bietet nirgends einen Halt, denn Alles, was wir bis jetzt davon erfahren haben, sind eben weiter nichts als Verdachtsgründe und vage Vermuthungen, und damit dürfen wit nicht arbeiten. Bringen Sie mir einen haltbaren Be- weis, nur einen einzigen, dann überlassen Sie das Andere mir; denn wenn man erst das eine Ende von einem Faden hat, findet man auch das andere. Aber sonst will ich mit der Geschichte nichts weiter zu thun haben, schon des juugcn Mannes selber wegen, der sogar in diesem Äugenblick mein Gast ist." „Hol' ihn der Teufel!" knurrte der Major.„Er ist so wenig ein Baron von Wendelsheim, wie Sie und ich..." „Wollen wir nicht zum Essen gehen? Die Herren scheinen ihr Spiel beendet zu haben." „Und ich setz' es doch durch," sagte der Major, der, störrisch wie viele alte Leute, sich einmal auf den Gedanken verbissen hatte und nun mit menschlichen Mitteln nicht wieder davon abzubringen war.„Ich bin kein Advokat, aber ich wollte, ich wäre einer geworden; denn wenn irgend ein Haken an der Sache zu finden ist, ich finde ihn— soll mich der Teufel holen I" Der Staatsanwalt war steh, daß er Gelegenheit bekam, sich von der ihm lästig werdenden Unterredung zu befreien, und jetzt verschlang auch der Zug der in die Eßzimmer strömenden Menschen jedes weitere Gespräch; denn das wogte nur so herüber und hinüber und erforderte die ganze Aufmerksamkeit und Umsicht der Hausfrau, allen nicht allein ihren Platz, sondern sogar ihren bestimmten Platz anzu- weisen. Frau Staatsanwalt Witte war ihrer Aufgabe aber auch vollkommen gewachsen; sie hatte viel unter- nommen, aber nicht_ zu viel, und nach kaum einer Viertelstunde, wobei sich das junge Volk besonders gut amüsirte, wenn es ein wenig herüber und hinüber gestoßen So beschäftigen sie sich hüben und drüben mit dem Heil des armen Mannes. Was wird dabei herauskommen? Nun, etwas schon. Denn der Unsinn, der dabei heraus- kommt, ist so groß, daß er auch dem Blödesten die Augen öffnen muß!__ Driginak-Rorre�onäenzen. München, 20. Januar. In unserem Landtag quälen sich unsere Volksvertreter für 10 M. pro Tag nun schon Monate lang ab, des Landes Geschäfte so recht und schlecht wie es eben geht, zu besorgen. Unser Minister v. Lutz hat es verstanden, sich sowohl die Führer der Liberalen und Ultramontanen zu Freun- den zu machen und so ist denn von einer irgendwie emsthaften Opposition gar keine Rede. Hie und da freilich wird das idyllische Stillleben, das Kammer und Ministerium in trauter Gemeinschaft zusammen führen, etwas gestört; diese Störungen kommen aber dann regelmäßig von außen. So gab es vor einigen Tagen eine recht scharfe Debatte, wozu den Anlaß ein Ärmel in einer forstwirthschafUichen Zeitschrift, die in Berlin erscheint, abgab. In diesem Artikel wurden die bayerischen Landboten, welche sich bei früheren Gelegenheiten des Steuer- rechts der Landgemeinden angenommen hatten, so ungefähr in demselben Genre behandelt, welches der Herr Kommissionsrath Pindter und seine Hintermänner in der„Nordd. Allg.Ztg." an- zuwenden belleben, wenn der Deutsche Reichstag eininal Miene macht, in irgend einer Frage eine eigene Meinung zu haben. Da der Herausgeber der erwähnten Zeitschrift Professor an der hiesigen Universität ist, so verlangte der Abgeordnete Walter, einer der Führer unserer Schwarzen, daß dafür Sorge getragen werde, daß von dieser Seite derartige Beschimpfungen des Landtags unterbleiben. Aus der Antwort des Finanzministers von Riedel, der natürlich von dem Artikel nichts wußte, ver- dient nur hervorgehoben zu werden, daß er der Meinung war, der Herausgeber einer Zeitung trage für deren Inhalt keine Verantwortung. Das Preßgesetz scheint darnach der Herr Minister noch nicht oft zur Hand gehabt zu haben.— Der Würzburger Wahlstandal hat einem Theil der dortigen Wahlmänncr Anlaß gegeben, um eine Acndemng deS Wahlgesetzes zu petitioniren. Vom Petitions- Ausschuß sprachen aber llberale und ultramontane Abgeordnete gegen eine Aendemng des Wahlgesetzes und zwar führte man von beiden Seiten als Grund gegen die Aendemng an, daß man sich über die Art derselben doch nicht einigenwürde. Das letztere dürfte auch richtig sein. Zu einer wirklich freisinnigen Reform des Wahlrechts können sich weder die Liberalen noch die Schwarzen entschließen aus Angst vor den Sozialdemokraten; reaktionärer aber als es bereits ist, läßt sich das Wahlgesetz nicht mehr gut machen. Deshalb beläßt man es wie es ist, und erträgt lieber den geradezu skandalösen Zu- stand, daß ein Wahlkreis es zu keinem Abgeordneten bringen kann infolge technischer Mängel des Wahlgesetzes. Die Praxis, daß amtliche Inserate nur ganz lammfrommen Blättern zugewendet werden ohne Rücksicht darauf, ob diese Blätter auch eine entsprechende Verbreitung haben und die Annonzen wurde, fand sich die Gesellschaft wirklich untergebracht, und die Lohndiener konnten jetzt ungehindert in den Gängen hin und wieder schießen, um die verschiedenen Speisen herum zu reichen. Ottilie war glücklich heut Abend— Lieutenant von Wendelsheim, den sie aber ausnahmsweise still und schweig» sam fand, während er sonst gar nicht genug erzählen und plaudern konnte, hatte sich fast ausschließlich den ganzen Abend durch mit ihr beschäftigt und sie dann natürlich auch zu Tisch geführt. Sie saß jetzt neben ihm und mußte sich aestehen, daß ihm der Ernst viel besser stand, als das frühere, etwas unruhige Wesen. Ein wenig galanter hätte er freilich schon sein können, und sie erinnerte sich nicht, daß er ihr an dem ganzen Abend auch nur ein paar aufmerk- same Worte über ihre gewiß brillante Toilette gesagt, und beim Tanze selber— das fiel ihr eigentlich jetzt erst auf — schien er ganz vergessen zu haben, ihr seine Bemerkungen über den Putz anderer Damen, worüber sie sich sonst so amüsirt, mitzutheilen. Er war wirklich heute wie ausge- wechselt. Nicht einmal von seinem Fuchs hatte er gesprochen; Ottilie mußte ihn erst daran erinnern, und dann wußte er so gut als gar nichts über ihn zu sagen. Wenn sie nur im Stande gewesen wäre, heraus zu bekommen, was eine solche Veränderung bei ihm hervorgebracht— es wäre so interessant gewesen! Ottilie war aber wirklich an dem Abend vollkommen zwischen das Militär gerathen, denn an ihrer andern Seite hatte sie noch einen Lieutenant, und dieser wußte in der That, über was er sich unterhalten sollte, denn er ließ das Gespräch mit seinen beiden Nachbarinnen auch nicht einen Augenblick stocken. „Sage Ihnen, mein gnädiges Fräulein," schnarrte er, „pompös heut Abend, auf Ehre— wüßte nicht, wann mich so trefflich amüsirt hätte—& propw, haben Himmel- blauen Aufsatz von Frau Professor Nestewitz schon entdeckt? Himmlisch, im wahren Sinne des Worts— genau so, wie Kolibri auf Klatschrose!" und in dieser Art weiter. Ottilie aerieth auch dadurch ein paar Mal ziemlich in Verlegen- heit, denn eine Verwandte gerade jener etwas auffällig gc- kleideten Professorin saß gar nicht so weit von ihnen ent- �balb auch ihren Zweck erfüllen, wird natürlich auch in «ayern geübt. Im Landtag wurde diese Praxis dieser Tage zur Sprache gebracht und der Fall, daß man einem Blatte die An- nonzen zuwandte, das noch nicht den dritten Theil der Auflage des am selben Orte erscheinenden Konkurrenzblattes hatte, in dem nicht inseriren ließ, gebührend gerügt. Bezeichnend für man den bayerischen Liberalismus ist es nun, daß die hiesigen „Neuesten Nachr." ein solches Vorgehen ganz in der Ordnung finden und zwar um deswillen, weil der Redakteur des ver- brcitcteren Blattes schon einmal wegen Majestätsbeleidigung be- straft ist. Hut ab vor solcher Gesinnungstüchtigkeit. Der Geschäftsneid hat einen kleinen Rathhaus- Skandal aufgedeckt. Wie an anderen Orten wohl auch, ist es hier Gebrauch, daß die Herren Stadtväter für ihre Mühe- waltung um das vaterstädtische Gemeinwesen sich dadurch ent- schädigen, daß sie sich gegenseitig, soweit sie Geschäftsleute find, die städtischen Arbeiten zuschanzen. Daß die städtische Verwaltung bei dieser Praxis zu kurz kommt, möchten wir nicht behaupten; für die Herren Stadtväter ist es aber, soweit sie Geschäfts- leute find, immerhin angenehm, einen so prompt zahlenden Kunden, wie die Stadtgemeinde ist, zu haben. Es braucht des- halb gar nicht zu verwundern, daß es bei uns so ziemlich Usus ist, daß der eine Stadtvater die städtischen Arbeiten seiner Branche in München rechts der Isar, und sein Kollege und ebenfalls Stadtvater die Arbeiten links der Isar hat. Die Isar fließt ja mitten durch die Stadt und theilt das Arbeitsgebiet so ganz natürlich in zwei Hälften, was zugleich sehr zur beider- fettigen gerechten Berücksichtigung der beiden herrschenden Par- teien beiträgt. Trotz dieser harmonischen Ausgleichung treibt aber der Geschäftsneid auch auf diesem Gebiet seine giftigen Blasen und dieses Mal ist kein Geringerer als der große Vor- kämpfer der Zünftler im Reichstag und in unserem Landtag, der Gypsformator und Reichstagsabgeordnete Bichl das Opfer dieses Neides geworden. Herr Bichl, dieser feurige Ver- theidiger des Befähigungsnachweises, betreibt nämlich ver- schieden? Geschäfte, von denen er nicht die blaue Bohne versteht, zu deren Ausführung er sich aber geschickte Arbeiter hält. So unter anderem läßt er auch Stuckaturarbeiten ausführen. In den Rcstaurationslokalitätcn zu der diesjährigen Kunstaus- stellung sollen nun die Plafonds mit Stückarbeiten nach einer alten, theueren Methode geziert werden und Herr Bichl ist mit dem auf 20000 Mark geschätzten Auftrag bedacht worden. Nun ist aber Bichl auck Magistratsrath und um das Odiose, das für den simplen Bürgerverstand noch immer darin liegt, daß der Magisttat seine eigenen Mitglieder mit solchen Auf- trägen beglückt, zu beseitigen, mußte der oberste Leiter des städtischen Bauwesens in langer Rede ausführen, daß die Art der Stuckarbeiten, wie sie da geplant sei,iz vollständig verloren gegangen gewesen, und daß Herrn Biehl das Verdienst zukomme, dieselbe wieder eingeführt zu haben. Darauf hin erhielt Herr Biehl den Auftrag. Nun stellt sich aber heraus, daß diese ganzen Angaben von A~Z unwahr sind. Die in Frage stehende Arbeitsform ist noch nie aus der Hebung gewesen, konnte also von Biehl, der übrigens davon nicht das Geringste versteht, nicht neu wieder eingeführt werden. Außerdem aber erklärt ein halbes Dutzend Geschäfte, daß sie jeden Tag zur Ausführung gleicher Arbeiten bereit find und daß die Behauptung, nur Biehl verstehe davon etwas, reiner Humbug sei. Der Leiter unserer städtischen Bauten, von dem die unwahren Angaben herrühren, schweigt zu diesen Erklärungen, dasiclbc macht Herr Bichl, der demnächst aber wohl im Reichstag wieder eine kräftige Rede gegen die Schäden des Submissionswesens halten wird, welches Vorgänge, wie die vorstehend geschilderten, allerdings unmöglich macht. Die durch die Ilmwandlung der Ausrüstung in der Armee nothwendigen Arbeiten haben hier eine starke Nach- frage nach Sattlern im Gefolge. Besonders zur Aenderung der Tornister und zur Anfertigung der neuen Pattoncntaschen werden solche verlangt. Da aber die bis jetzt gezahlten Preise — für eine Patronentasche soll es 50 Pf. geben— sehr minimal find, so ist vor Zuzug vorläufig noch zu wamcn.— In der Geschützgießerei und Geschoßfabrik in Ingolstadt ist die Arbeitszeit von 8 Uhr früh bis Abends 9 Uhr und auf die Sonntags- Vormittage ausgedehnt worden. Tie in diesem Staatsbetrieb beschäftigten Arbeiter erfreuen sich also eines 15 stündigen Normalarbeitstags und der Beseitigung der Sonn- tagsruhe. Das ist A r b e i t e r s ch u tz, wie er von unseren Staatslcnkern in unserer Aera der„Sozialreform" verstanden wird. Zürich, den 18. Januar.AlAm nächsten Sonntag fällt die Entscheidung darüber, ob von nun an die schweizerische Arbeiter- schaft im Nationalrathe auch einen Vertreter haben wird. Der Redakteur des„Grütliancr", Herr Vogelfänger, rst der Arbeiterkandidat. Eine demokratische Wählervcrsammlung, die hier stattfand, erklärte sich einmüthig für seine Nomination. Anders bei den Liberal-Konservativcn. Da ihr Kattätschenfreund, der Großfabrikant Wunderly, die Kandidatur abgelehnt hat, entdeckten sie eine sog.„arbeiterfreundliche und bei den Arbeitern beliebte Persönlichkeit" m einem Ingenieur Namens B ü r k l i. fernt und hätte eigentlich das Ganze hören können, und ihr vi*.)-vis war mit der Dame ebenfalls bekannt. Der Sohn des Mars schien aber einmal im Gang und nicht auf- zuhalten, und überfluthete seine beiden schönen Nach- barrnuen unaufhörlich bald mit solchen ziemlich rücksichts- losen Beobachtungen, bald mit den überschwanglrchsten Schmeicheleien." „Sagen Sie, Herr Lieutenant," wandte sich endlich Ottilie, als sie nur einen Augenblick Luft bekam, an ihren Nachbar zur Linken, denn sie war entschlosien, in der Sache etwas klarer zu sehen,„weshalb sind Sie eigentlich heute so einsilbig? Fehlt Ihnen etwas, oder— noch schlimmer — langweilen Sie sich?" „Aber, mein gnädiges Fräulein, das ist ungerecht von Ihnen," sagte Wendelsheim fteundlich,„mir auch nur ftag- weise einen solchen Vorwurf zu machen; eS wäre schlimmer als undankbar, wenn daS an Ahrer Seite der Fall sein könnte." „Also fehlt Ahnen etwas?" sagte Ottilie leicht erröthend, denn das Wort„Ihrer" war mit besonderer Betonung ge- sprachen worden. „Auch das nicht," lächelte Wendelsheim ausweichend. „Wie wäre daS auch möglich? Wir schwelgen ja hier im Üeberfluß." „So meinte ich es nicht," sagte Ottilie, die fest ent- schlössen schien, ihren Nachbar nicht so leichten Kaufs davon zu lassen.„Fühlen Sie sich vielleicht nicht wohl, oder drückt Sie ein geheimer Kummer?" „Habe ich mich wirklich so ungeschickt benommen, daß ich in den Verdacht kommen konnte?" ftagte der Lieutenant. „Ungeschickt? Oh, gewiß nicht, Herr von Mendels- heim!" sagte Ottilie rasch.„Aber ich weiß nicht, der Aus- druck in Ihren Zügen kam mir so— wie soll ich nur sagen — so gedrückt, so wehmüthig vor, und ein paar Mal, wenn Sie sich unbemerkt glaubten, starrten Sie so düster vor sich nieder. Sie haben doch sicher und gewiß keine Ursache, traurig zu sein?" „Und woher wisien Sie das, mein gnädiges Fräulein?" sagte Wendelsheim, indem er ihr so voll in die Augen sah, daß sie die ihrigen verwirrt abwandte.„Wie mancher Man wird dabei unwillkürlich erinnert an den Gegenkandidaten Bebels bei der Wahl zum säfischen Landtage, der ihm in der Person des Fabrikanten Müller entgegengestellt worden war. Ob die Züricher Arbeiter den Koup der Kapitalisten ebenso wie ihre sächsischen Brüder vereiteln werden?— Einstweilen wird noch von den Liberalen so nebenbei auch kantonale Kirchthurms- polittk getrieben. Vogelsanger wohnt in Chur(Graubündten) und da sagen seine Gegner, es wäre ein Ärmuthszeugniß für den Kanton Zürich, seine Vertreter aus einem anderen Kanton und so dumm ein solcher Einwand auch ist, er findet >erllch doch seine Anhänger.(Nach einem Telegramm aus Zürich vom 23. d. M., wurde Vogelsanger nicht gewählt! er blieb mit 7370 Stimmen in der Minorität gegen B ü r k l i, der 9899 Stimmen erhielt. Red. des„Berl. Volksbl.") Die enthüllten„Spitzelgeschichten" rumoren noch immer und da ihre weitere Entwicklung namentlich von der„Köln. Ztg." mit größtem Jntereffe verfolgt wird, so scheint doch von den Enthüllungen das böse Gewissen beunruhigt worden zu sein. Eigenthümlich ist dabei nur, daß das Ricsenreptil seine Nach- richten aus Frankreich und aus dritter, vierter Hand bezieht. Ihr B e r n e r Korrespondent, der im vorigen Jahre anläßlich der verleumderischen Denunziationen des Schuhwaarenfabri- kanten Jordan den lügenhaften Mund so unendlich voll ge- nommen und die grundlos verleumdeten Männer beinahe als anarchistische Scheusale und Hetzapostel jeden Tag hinstellte, weiß absolut nichts zu berichten von den jüngsten Vorkomm- nissen. Wenn das Schröder'sche Dynamit, dem gehegten Plane gemäß, bei einem ausländischen Sozialisten in Zürich wäre gefunden worden, wie geschäftig und geschwätzig würde der jetzt so auffallend stille gewordene Berickterslatter in den Spalten seiner Allerweltstante sich gebcrden. Auf dem Umwege über Köln würde man in der Schweiz erfahren können, was der Bundcsrath Alles zu thun beabsichtigen soll. Bei diesen angeb- lichcn Maßregeln rst ja stets der Wunsch der Vater des Ge- dankens, und so würde in erster Linie die Unterdrückung der Hottinger Druckerei der„Kölnischen" gemeldet werden, wenn auch in der That kein Mensch daran dächte. Aber angesichts der Spitzclgeschichtcn ist der Korrespondent des„edlen Organs" still und so übernimmt die redaktionelle Leitung am Rhein selbst das Beschimpfen. So wird in der Montagsnummer der „Köln. Ztg." der Sitz der hiesigen deutschen Sozialisten als eine „schmähliche Brutstätte solchen Gesindels" bezeichnet? Dieser Tattik der braven„Kölnerin" schließt sich auch die Berliner„Krcuzzeitung" an, die nach dem Satze„Verleumde kühn, es bleibt doch etwas hängen", in der That versucht, den bekannten sozialistischen Schriftsetzer R. F i s ch e r in Hottingcn als Vigilanten der schweizerischen Behörden hinzustellen und ihm vorwirft, daß er semc Hände in der E h r e n b e r g- Affäre und nunmehr auch in den Spitzelgeschichten hatte. Das Departement der Justiz und Polizei dahicr(Dr. Stößel) erklärte sofort in einer Zuschrift an die„N. Z. Ztg." diese Behauptungen der„Kreuzz eitung" als absolut unwahr und zwar nicht blos in Bezug aus Fischer, sondern auch auf seine Genoffen. Betreffs der versteckten Verleumdung der„Kreuzzcitung" gegen Fischer, daß er unerlaubte Beziehungen zu M o st' s Frau unterhalten, während dieser in Plötzcnsee saß, erklärt Fischer in der„N. Z. Ztg.", daß dieser Vorwurf jedes thatsächlichcn Anhaltspunttes entbehre und daß er mit Most in bester Freundschaft lebte, bis dieser gegen die deutsche Sozial« demokratie auftrat. Politische Ueberstcht. UortreMich gedrillt zeigt sich die deutsche Presse in Bezug auf die bulgarischen Dinge. Die Zeitungen wetteifern förmlich miteinander, die Bulgaren und den unglücklichen Prin- zen oder Fürsten Ferdinand lächerlich und verächtlich zu machen. Daß Prinz Ferdinand zufällig ein deutscher Prinz ist und daß mit dieser Lächerlich- und Verächtlichmachung nur den Russen gedient wird, das genirt die betreffenden Zeitungen nicht, obgleich dieselben ausnahinslos bei jeder anderen Gelegen- heit von Patriotismus und deutschem Nationalgefühl triefen und vor kurzem noch furchtbar grimmig sich gegen das böse Rußland in die Brust warfen. Wie erklärt sich der wunderbare Umschwung? Nun— sehr natürlich.— lieber die Au«stchten des Sozialistengesetze» äußert sich der„Hamb. Eorr." folgendermaßen:„Man wird gut thun, die Aussichten des Gesetzes nicht ausschließlich nach dem gegen- wättigen Stande der Stimmung in den einzelnen Fraktionen zu beurtheilen. Es ist richtig, daß das Zentrum bisher gewillt war, gegen zu weitgegriffcne Verlängerung und jedenfalls gegen die Verschärfung des Gesetzes zu stimmen. Ob aber nicht von Außen her Einwirkungen erfolgen, welche für die Mehrzahl der Fraktion eine Aenderung dieser Bestrebungen hervorrufen und die übrigen veranlassen könnten, der Berathung und Abstim- mung fern zu bleiben, ist eine Frage, welche nach heute im Reichstage verbreiteten Andeutungen als offene zu betrachten ist. Wie sich die übrigen Frattioncn, abgesehen von der Linken, zu dem Gesetze stellen, ist auch noch durchaus uncnt- schieden." Mensch hat wirklich einen geheimen Kummer, in dem ihm entweder kein Anderer beistehen kann, oder wo er es wenigstens glaubt, die ganze Sorge auch vielleicht nur ein- gebildet ist, und er ttägt sie nur eine Zeit lang mit sich herum und hegt und pflegt sie, bis er einsieht, daß Alles, was er bis dahin für ein Unglück gehalten, der Vorbote seines Glückes gewesen..." Ottilie erröthete tief.„Ich will gewiß wünschen," sagte sie endlich,„daß das auch bei Ahnen der Fall ist; mein anderer Nachbar scheint aber keinen sol- chen Kummer zu haben, denn er plaudert ftisch von der Leber weg." „Glückliche Menschen," sagte Wendelsheim,„weil sie ihre eigene Unbedeutendheit nicht fühlen; denn wenn sie einmal zur Selbsterkenntniß kämen, wäre es vorbei— gerade wie bei mir." „Also das wäre Ahr Kummer?" lächelte Ottilie.„Da wäre es doch ein wahres Sprüchwort, wenn man sagt: Wer keine Sorgen hat, macht sich welche, oder er ist nicht zuftieden." „Ah, reden Sie von Sorgen?" fiel hier der unver- wüstliche Nachbar ein, der das Wort aufgefangen haben mußte.„Famoser Gedanke das, hier bei diesem lukullischen Mahl und bei dem Wein von Sorgen zu reden! Halten wohl meinem Kameraden da drüben eine kleine moralische Vorlesung? Sehr liebenswürdig, meine Gnädige, denn ich fürchte fast, er kann sie nothwendig gebrauchen." „Ach dürfte sie dann vielleicht zwischen den beiden Herren vertheilen?" lächelte Ottilie, die ihn gern bei dem Gedanken lassen wollte. „Bitte unterthänigst, meine Gnädige," sagte abwehrend der junge Offizier—„kriegen Nasen genug auch ohne das— auf Ehre! Wäre auch rein weggeworfene Müh' — gründlich verloren gegangene, Zerknirschung verduftet, vollständig verduftet, und nichts übrig geblieben als namen- lose Seligkeit und Verzückung— auf Ehre! Schwimme in einem wahren Taumel von Wonne und wäre grausam, daraus zu wecken!" Mit dem jungen Mann war kein ernstes Wort zu reden, noch weniger em vernünftiges, das fiihlte Ottilie recht gut, Isen diejenigen n die Wiedereinvei gegen das frai ne ihren Einfluß cn suchten. Ein k- und Handlung es im Septembe izilirende„Aus! beiterparter' Mitglieder dieses n Horst nnd E Auf den Reichskanzler und den Einfluß samkeit auf die Nationalliberalen setzen jetzt die beispielsweise der Berliner Offiziöse des„tzamblt Hoffnung zur Durchführung der Expawirung l i st e n g e s e tz. Uebrigcns hätten die verschärften. gegen die gewerbsmäßigen sozialistischen 3l| die Reihen der Nationalliberalen hinein au! rechnen. In einer Polemik mit einem au««"* betreff» de» Sozialistengesetze« spricht die Geringschätzung davon, daß man heut zu Tage gWaeragefährttchen Tl rottung von Ideen sei unausführbar. Sre sei u Falkenftetr lich, wenn man nur den Muth seiner Meinung l?inlrt. Diese Beweise erinnert das Blatt an— die Gegenw�tsachen möchter Oesterreich und Süddeutschland, an die HujW feine obige Be Camisarden-Kriege in Frankreich und an die-»H oc>s„ireipz. Tag Albigenser; in allen diesen Fällen sei das Zict«4 obigen Artikels lichcn" erreicht worden!—„Unbefangener"— IM Ttteses traurige Ztg." zu dieser„Vertheidigung"—„kann wan Sozialdemokraten letzten Konsequenzen der jetzt vorliegenden neueii mchem Kampf rna zur Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht eurmal ernen re zu bezweifeln, daß die Urheber des Gesttzentnniis"« S e und eure Nachrichten sehr unbestimmt gemacht, wie z. «LM!°»ch-, M der Einführung dieses Gesetzes in Bayern sur'- fichtige Reichstagsabgeordnete ein Punkt werden � f# sie zu stehen im Stande wären. ff' si .Jgfla uen öeujj Zeichen, das e ir e n g e i e tz. ycs nnvel va allgemeine Acht?, als Aufforde in einziger Journalist macht eine SlusnaW'' ouanier wollte, als lartift Paul® tonier aus C a s s a SV Gewehr abnehmi . s.:, 1 1____"I•. c..r�w........_____ w.... Auch die französische presse sich denken kann, lebhaft mit dem neuen zialistengesey. Es findet da allgemeine nur ein Bonapattist *-•--- itAden lassen, injhol Regierung, die den theidiaen."„Ein sehr .. unvorsichtiges Wort,� bemerkt ihm darauf die„Justice",„haben« MW... Sie sich bei jeder Gelegenheit als Feind der � Non der„Der spielen? Wollen Sie, daß diese Regierung den«jl erzählt worden, Sie zu verbannen?" Natürlich ist Herr Grainck eben. Wahr ist n schuldig geblieben.„Aandischen Arbeite Tiefer hängen müssen wir eine gegen �Wunnren, nicht gut richtende(oder richten sollende) Notiz des„LeiBÄ.,•? M*' nck Dieses wenigst— vomehme Organ der,% schreibt in? einer Nummer vom vorigen Sttertigkert Haltung der sozialdemokratischen Presse gegenüdM?.��". haben m Soziali st engesetz ist selbstverständlich eines! es beginnt ihr jetzt Klarheit darüber aufzu sozialdemokratische Partei, welcher, es kann da betont werden, bei weitem nicht sämmtliche schloffen haben, den bestehenden Staat und die l Parteien behufs Abwehr der ihnen drohenden' So bringt das�Berlin-r V- lkö bl tt" Artikel, welcher cm Gemisch von In grimm, p Drohungen auf der einen Seite und Ja" andern Seite über das der sozialdemokratischen N, brvorstehende große„Unrecht" bildet. Der Art>>A Widerlegung, nur in einer Beziehung möchten schwachen Gedächtnis; des gedachten Blattes A Das„Berliner Volksblatt" meint nämlich, A.> seiner Partei hätten sich 1870-1871 pZd um Deutschland in seinem Existenzkampt reich crivorben, indem es seinem Artikel fließen läßt:„Das soll geschehen den-, den Brüdern und Söhnen der Männer- gefunden, wo es d es die massenhas französischen Loh »heimischen Arbeite» Zur Atter»*« ieden: Es bestät »eiter-Altcrs- unt athung gefördert »bruarwoche i ßt mit Bcstimmth enhcrein ins Aug cn wird, das Gcse bringen. Antisemiten i r.t auf unsere 3 zuübcn. Wie wi» ftsch, und da die' 1 b r ü d e r ihnen 'reise, die ihnen i dem geringsten — Nun hat zwar im Jahr 1870 das sozialven>°, St �------- l-- � u_____?_t_ i v_ r.___. c nie* ——— L.:, iv-■ eine Versamml des Herrn Singer noch nicht bestanden, aber o.»Unnenberg in beute dafielbe leiten und redigiren, könnten Ui?� heute dasselbe leiten und I W> wohl wissen, daß bei Ausbruch des deutsch�sta» und während desselben die Führer der Soz>� „Chemnitzer Pres ngenen Mittwoi nicht die Hand gerührt haben zur Vertheidigung,�»� schen Bodens, im GegentheU, daß � rtär wie Zivil, ihle bei Seite z und da dessen Nachbarin sich, vielleicht tfe �Vnwmuna schwätze« müde, zur anderen Seite gewanNJ � tDar> wenigsten „, y—-------------- v' v*. ivut,»v tu tum ihr als Tochter vom Hause nicht« werter ubNS- hergestellt, anzuhören So verging die kurze, einer widmete Zeit, denn die jungen Damen, solchen Gelegenheiten, sehr zum Aerger& Damen, nur sehr wenig essen und fast fingen schon wieder an unruhig zu werden Ottilien zu— wo das irgend unbemerkt gel)? doch so bald als möglich nur die Tafel aust Ottilie iöaerte nnib denn sie nuisite WW' Das war aber sich mied» as kleine Hinte zusetzen, denn di e werden würd Dort in dem1 iv 1».. yr. v ü—*7*/ Vjl her ertönte das verrätherrsche und zünde� Asien in der Küche heimlich gerückten Stuhles. Da glaubte�- durch ein verzweifeltes Mittel die wwv 0 L./*f* J....... Da glaubte°. f rechten erhobene "<•< di° N> zu verlängern— er wollte einen räusperte sich und stand auf. Wie er 0" jn f zurückschob, war es, als ob ein aß geflogen. Am Nu folgten zwei~_ M chaft seinem Beispiel; er wollte an s1 � ah sich aber schon in den Strudel h1_ An» i �Deutschen hielt er das Messer in der Hand, aber preßten die jungen Damen auf ihn ein � �UIUVU UU| 1*711 v ,, M gesegnete Mahlzeit, und die Herren driw j Es ar.'T"":'' non trat mitjietn demüthiyenden Gefühl�zurü��» eigenen Tisch nicht einmal satt gegessen Jetzt war ader kein Halten mehr. ifluß : die bnn# uns .rftcn !ll u' !fcn diejenigen waren, welche den Krieg gegen Frankreich die Wiedereinverleibung von Elsaß-Lothringen als ein un- gegen das franzöfische Voll bezeichneten und in diesem ine ihren Einfluß auf die deutschen Arbeitcrkreise geltend zu tcn suchten. Ein drastischer Beweis für diese unpatriotische !- und Handlungsweise ist noch heute das Manifest, es im September 1870 der damals in Braunschweig izilirende„Ausschuß der sozialdemokratischen beiterpartei" an„alle deutschen Arbeiter" erließ. jjuärtip» Mitglieder dieses Ausschusses, die Herren Bracke, von die n h o r st und Genossen, wurden bekanntlich wegen ihrer ige gemeingefährlichen Thätigkeit auf Befehl des Generals Vogel sei alWjn Falten st ein verhaftet und in der Festung Löyen inung>?lnirt. Diese Erinnerung an notorisch- geschichtliche legenrei�atsachen möchten wir dem„Berliner Volksblatt" HusSss �ine obige Behauptung in das Stammbuch schreiben." die#1 das„Leipz. Tageblatt". Das geistige und fittliche stiiveau 5 Ziel Ä obigen Artikels zu charakterifiren, fällt uns natürlich nicht -(a3|'{ Dieses traurige Organ des Angstphilisterthums, das gegen man$ Sozialdemokraten nach der Polizei schreit, weil es in , neue' Dchem Kampf nicht mit ihnen fertig werden kann, verdient ijehe«! Ät einmal einen rechtschaffenen, ehrlichen Fußtritt. Nur eine itmurßKage und eine kleine Gedächtnißschärfung. Die •age: Haben im deutsch-französischen Krieg nicht mindestens i seffOOO Sozialdemokraten mitgekämpft, und werden, falls jetzt wW« ein Krieg ausbricht, nicht mindestens 500000 Sozial- ...... t— o�u, 1'�UD o ,fx General Vogel v. Falkenstein durch alle Instanzen ien der Amtsüberschreitung in seinem Verfahren gegen den ..�.�aunschweiger Ausschuß schuldig befunden und zur Zahlung kl'�q.zzer dedeutenden Entschädigung an die Mitglreder des Braun- uue« weiger Ausschusses verurtheilt worden ist f DaS„ireipziger t"Z�-gcklatt" wird gut thun, sich dies ins Stammbuch zu schreiben. können von ihm nicht verlangen, daß es seme Natur andere, >■W' ,ein solche Ignoranz ist polizeiwidrig.— .«Wl N-n Ktanteq find noch immer keine Nachrichten eingc- ■ Wen. Auch die am Freitag Abend in Brüssel eingetroffene Kongopost, welche am 15. Dezember Banana verließ, bringt � � ÄMcrlei Nachricht von Stanley. Man hegt deshalb ernste Be- r V"7»gnisse über das Schicksal des Forschers. � on.r(ü Kon einem HorfaU an der dentschfranzostscheu 1«ad#*;* berichtet das Pariser Telegraphenbureau, die„Agence den>(Das; sie läßt sich aus Nancy telegraphiren, daß ern Ein- ..ihner von Audun le Roman, Barbcrot, auf der Jagd im Be- chftigt"fk von Trieux sich auf deutsches Gebiet begeben habe, da er , tzeuuz Zeichen, das ein deutser(Zollbeamter) ihm '/..•----"•f nw vm g3#%%%'(fl'f Zeichen, das ein deutscher Douanier Deine �chte, als Aufforderung ansah, zu diesem zu kommen. Der usnah�uanier wollte, als Barberot auf deutschem Gebiet war, diesem assaf'sS Gewehr abnehmen, Barberot widersetzte sich thätlich. Der aifen:„"janitc ward genöthigt, das Gewehr mit Gewalt zu nehmen i ihre o begab fleh darauf nach Pomeranze, wo er stationirt .ort,*3— Bedauerlich sind solche Konflikte, die sich ficherlich ver- icn SstZiden lassen, in hohem Grade. , der% Von der„Deutschenhaß" in Frankreich ist uns sehr a de«: l erzählt worden, allein den Beweis ist man schuldig ge» Granill' eben. Wahr ist nur, daß die französischen Arbeiter auf die mPlandischen Arbeiter, welche zu billigeren Löhnen mit ihnen _. n find. Gegen d e u t s ch e Ar- . richtet sich diese bei der traurigen Geschäfts- e leider nur zu begreifliche Animosität nicht. Die igsten Streitigkeiten zwischen französischen und ausländischen beitern haben in Südfrankreich, besonders in Marseille "gefunden, wo es gar keine deutschen Arbeiter giebt. Dort d es die massenhaft zuwandernden Italiener, die unter französischen Lohnsätzen arbeiten und dadurch den Zorn der heimischen Arbeiter erweckt haben. Zur Altrrsurrsorgungovorlagr wird offiziös ge eben: Es bestätigt fich, daß der Gesetzentwurf über die elter-Alters- und Jnvalidenversorgung soweit in der Vor- athung gefördert ist, daß derselbe etwa in der zweiten »bruarwoche an den Reichstag gelangt sein kann. Es ßt mit Bestimmtheit, daß die Regierung, wenn fie dies von herein ins Auge gefaßte Ziel erreicht, auch Werth darauf r AJJÄ'en wird, das Gesetz noch in dieser Session zur Verabschiedung löchtc»'Ebringen. tcs K I Antisemiten in Sachsen. Das„gemütbliche" Sachsen ich» Wr.t auf unsere Antisemiten eine desondere Anziehungskraft 1 Wie wir bereits meldeten, arbeiten sie dort syste« w* Mch' und da die Geheimorganisation der Kar lbrüder ihnen zur Verfügung steht, so kommen sie auch kreise, die ihnen sonst nicht zugänglich wären. Es kann it dem geringsten Zweifel unterliegen, daß die Herren Anti- .ilen, obgleich fie bei jeder Gelegenheit öffentlich verleugnet den, fich sehr hoher Protektion erfreuen. Recht interessant eine Versammlung, welche Herr Liebermann von nnenberg in Glauchau abhielt. Die letzte Nummer „Chemnitzer Presse" schreibt darüber:„Glauchau. Am angenen Mittwoch fand im hiefigen Theaterlokal eine anti fikel n•" ten ti-fra im itär wie Zivil, griffen selber mit zu, um die Tische und _ ihle bei Seite zu schaffen, das Dienstpersonal konnte schnell genug daS Geschirr retten, daß es nicht mit »t Verwirrung hinringerieth, und in unglaublich kurzer oanvt. j: t �ar, wenigstens im Saale selber, die Ordnung wieder : übng- Lcjt hergestellt, daß die Paare zum neuen Tanze antreten r ä! gid-Das war aber auch das Signal sür die älteren Herren ' sen, sich wieder zu einer Tasse K „ppas kleine Hinterstübchen zurückzuziehen und ihr Sp,el die -jj FT?4*' unu 191: �-zusetzen, denn daß das junge Volk davon nicht so bald UCIV, LWk., � ii~c. nx-------c.r.— te n'chs >, �j� fcsen, � sich wieder ju einer Tasse Kaffee und Zigarre üCtDfi,e(jAe werden würdet ließ sich voruussehen kl Dort in dem Stübchen fanden sie aber eine Heidenver eng vor, denn die Frau Staatsanwalt hatte befohlen, , jelWild die Herren den Raum verlassen würden, sämmtliche Erster ebenso wie die Thür zu öffnen, damit der Oualm in® ätc« Abzug finde und die Luft gereinigt würde. Dar war tn der That gründlich geschehen; aber der heftige Zug, 'Lbaburch entstand, hatte sämmtliche Karten von den Tischen . V ab3efe9t und unter einander geworfen, so daß es einige )atte, JXHe kostete, um sie wieder in Ordnung und spielfähig zu Bmmen. .«S2t von unter Sf«■ lhen und die Karten auflesen konnte, hörte er «ail!tli �er xl schallendes Gelächter und fand, als er neu '%% gemacht, hineinsah, den Schuhmacher Heßbergei tirf"'j1,11 b� Küche, wie er dort, mit einem GlaS Wein in e � �en erhobenen Hand, aufrecht stand und eine Rede (Wf. folgt.) Aus Kunst und iebetu b Theater findet am nächsten Sonnabend, e MnfV erste Aufführung des fünfaktigen Trauerspiels er""H Otto Ludwig statt. Das weitere Repertoir semitische Versammlung unter Vorfitz eines Lehrers statt. Ein- berufen war dieselbe vom hiefigen Reformverein. Als Referent war der bekannte preußische Lieutenant a. D. Liebermann von Sonnenberg erschienen, der über„die Ziele des Antisemitismus" sprach. Er meinte u. a.: Die Juden seien eine Raffe, welche nicht zu uns gehörte, folglich müßten wir fie dorthin drängen, wohin fie gehörten— nach Palästina. Daran reihte fich die Aufzählung von Vergehen und Verbrechen, welche fich die Juden im Laufe der Jahrhunderte hätten zu Schulden kommen lassen, �8. die Juden hätten es verstanden, durch List und Betrug i nicht nur das Geld und die Presse anzueignen, sondern auch den Grund und Boden und selbst ganze Länder in ihre Netze zu ziehen. Die Juden hätten stets revolutionäre Be- strebungen unterstützt: Marx und L a s s a l l e wären die geistigen Urheber der deutschen Sozialdemokratie, in neuerer Zeit Paul Singer. Einen größeren Unsinn und Widerspruch habe ich allerdings in meinem Leben von einem Redner von Bildung noch nicht gekört als den fol- genden: erst sagt derselbe, die Juden schütten die Revolutionen, und in seiner weiteren Ausführung: wenn wir, die Antisemiten das Ventil im heutigen revolutionären Dampfkessel(deutsche Sozialdemokratie) nicht wären, so würde der Dampfkessel längst gesprungen sein und die Juden wären alle mit in die Luft geflogen. Also die Juden schüren die Revolution, um sich selbst in die Luft zu sprengen. Der Hetzprediger sprach weiter von Gebrechen der Juden aus ihrer Geschäftspraxis, auch leisteten dieselben in Bezug auf Meineid, Sittenlosigkeit und Diebstahl ein großes Kontingent, bei Mordthaten wenig. Als Mittel zur Bekämpfung der Juden wurde vor- geschlagen, man solle mit denselben nirgends ver- kehren, nicht grüßen oder danken, denselben nichts abkaufen und verkaufen, nur nicht angreifen, denn die Juden seien ein schwächliches Volk, deshalb dürfe man nicht den Angreifer machen; aber, meinte der Re- fercnt, wenn fie uns zu nahe treten, dann sollen fie unsere deutschenFäuste kennen lernen. Die Juden unterscheiden fich von uns Deutschen auch noch durch ihren Schädclbau, der die Form einer Melone hat(Melonen- Köpfe), auch sprächen fie nimmer richtig deuffch. Auf Heinrich Heine ist Referent sehr schlecht zu sprechen, er nannte denselben einen Juden- Dichter. Daß das beabsichtigte Denkmal in Düsseldorf diesem Burschen gesetzt würde, das würden die Anti- semiten verhindem. Die Versammlung war vielleicht von hundettfünfzig Personen besucht. Das Haupt- kontingent stellten Neugierige. Mit einer zweiten Ver- sammlung dürfte der Reformvcrein jedenfalls schlechte Geschäfte machen. Entrce wurde 20 Pf. erhoben. Die polizeilich über- wachte Versammlung verlief ziemlich ruhig— obgleich der Referent in aufreizendem Tone sprach—, nur ein Herr in betrunkenem Zu stände suchte den Referenten zu unterbrechen und die Versammlung zu stören. Der überwachende Polizeibeamte machte schon Miene, den Ruhestörer zu Ordnung zu verweisen, es kam aber nicht dazu. Die Störung paßte auch dem Referenten nicht, aber da er wahrnahm, daß es einer von„seinen Leuten" war, so wurde ein fauler Witz mit dem Bemerken gemacht:„Lassen Sie doch den Herrn, er gehört ja zu uns!" Die Versammlung war meist von kleinen Geschäfts- leuten besucht, die besonders unter dem Druck des Großkapitals zu leiden haben; aber da sich diese Leute wenig um die allge- meinen Verhältnisse kümmern, so wissen fie mcht, woher der Druck kommt, und finden es in der Ordnung, wenn ihnen vor- geschwatzt wird, die Juden seien Schuld an ihrem Elend. Am Schluß der Versammlung wurde auf Wunsch des Referenten — nachdem derselbe das Lied nach Att eines Schullehrers vor- gelesen hatte—„Deutschland, Deutschland, über Alles", ge- sungen und zu allerletzt ließ der betrunkene.Herr den Re- ferenten hoch leben, worüber dieser fich sehr zu freuen schien."— Dies der Bericht. Meist ist's ja alter Kohl, der nur komisch wirken kann. Interessant ist höchstens das Geständniß vom re- volutionärcn„Ventil". Natürlich sagt Herr Liebermann von Sonnenbcrg nicht die ganze Wahrheit. Diese ist: Um den Zorn des Volkes von den agrarischen„Tbeilern" abzulenken, die jetzt vre„Klinke der Gesetzgebung'' so eifrig handhaben, wird auf die Juden gehetzt. Die Franzosen nennen das llovner leobaiixe_„den Wechsel geben", auf eine falsche Fähtte bringen. Gegen die Juden wird der Volkszorn genchtet, damit die, welche das Geschäft des„Theilens" im Großen betreiben, unbehelligt das Geschäft fortsetzen können- und die Herren betreiben das Geschäft so gut, daß wir überzeugt sind, die schlimmsten Juden, mit denen Herr Liebermann von Sonnen- berg Bekanntschaft gemacht hat, können in ihrer Schule noch etwas lernen. Was(Ich»in preuffischcr Fandratli nicht Alles ertauben kann. Der Landrath Kruse zu Altena in Westfalen übersandte dem dottigcil Vorsitzenden der Verivaltungsstelle der „Nationalen Krankenkasse der deutschen Gold- und Silber- arbeiter, eingeschriebene Hilfskasse zu Schw.-Gmünd", folgenden Erlaß:„Ich fordere Sie hiermit auf, innerhalb 10 Tagen die staatliche Zulassung der„Nationalen Kankenkasse der deutschen Gold- und Silberarbeiter und verwandten Bcrufsgcnossen, E. H. in Schw.-Gmünd", für Preußen bezw. deren Nachsuchung bei ZUder Geisteskrankheiten. Es ist allgemein die An ficht verbreitet, daß geistige Anstrengung und Uebcransttengung die nächste Ursache der Geisteskrankheiten, und demnach der Ge lehrte, der bei seinem ernsten Studium sein Gehirn stark in Anspruch nimmt, am ehesten dem bösen Lebensfeinde ausgesetzt rst. Mehrere neuere statistische Untersuchungen haben aber das überraschende Ergebniß gehabt, daß die Kaufleute und Gewerbe brechenden die weitaus größte Zahl der Opfer der Geisteskrank betten stellen. Ter Grund dafür ist darin zu suchen, daß diese Stande der hastigen Arbeit des Tages obliegen, von dem Gewühl des Lebens stark beeinflußt werden, in dem Wettlauf mrt ihren Mitbewerbern, in dem Kampfe ums Dasein rasch ihre Kräfte ausnützen. Die Ermsttclungcn des Arztes an der Wiener Börse, Dr. Franz Steiner, haben ergeben, daß reichlich 75 pCt. der die Börse besuchenden Personen nervös veranlagte Naturen sind; von den etwa 1600 Besuchern erkrankte durchschnittlich in jedem Jahre 1 pCt. unter Erscheinungen, welche Zeichen von Gehim-Schlaganfällen und Öerzparalyse(Herzlähmung) find. Selbst wenn man den gün- stigsten Fall annimmt, daß davon nur die Hälfte diesem Leiden erlag, so ist dies immer noch um zehn Mal mehr als verhält- nihmäßig ähnliche Todesfälle unter der gesammten übttgen Be- völkerung vorkommen, worin alle Berufsklassen vertreten sind Die statistischen Erhebungen bei der Allgemeinen Arbeiter- Kranken- und Jnvalidenkasse haben ergeben, daß, während fich die Mitgliederzahl nur verachtfachte, in den Jahren von 1868 bis 1885 die Zahl der an Gehirn- und Nervenkrankheiten in diesem Zeitraum Gestorbenen sich verzwanzigfacht hat, so daß sich die Thatsache herausstellt, daß auch die gewerblichen Ar- beitcr, welche vor allem bei dem starken Angebot von Arbeit allen Anforderungen der Neuzeit genügen müssen, von der herrschenden Epidemie detroffen find. Elektrische Lokomotive. Aus London wird berichtet: Die Metropolitan Eisenbahngesellschaft hat mit der Electric Traction-Gesellschaft ein Abkommen gettoffen, probeweise auf ihrer Bahn eine elekttische Lokomotive fahren zu lassen. Die Maschine muß dieselbe Kraft entwickeln, wie die bisher ge- brauchten, und dürfen fich auch namentlich die Bettiebskosten nicht Höher stellen. ZUnrrmartetrr Ansgangeinrr Kchmurgerichtssthung. In Münster nahm dem„Wests. Merk." zufolge einer Schwur- genchtsfitzung, in welcher über eine Meineidssache verhandelt wurde, einen unerwatteten Ausgang. Die an die Geschworenen gestellte Frage lautete: Ist der Angeklagte schuldig, in der Verhandlung jc. wissentlich einen Meineid geschworen zu der zuständigen Zenttalbehörde nachzuweisen, widrigenfalls die zwangsweise Schließung der dottigen Zahlstelle und die straf- rechtliche Verfolgung der Betheiligten eintritt. Krus e." Der Herr Landrath weiß offenbar nicht, daß Gmünd in Württem- berg liegt und Württemberg ein deutscher Bundesstaat ist, denn sonst könnte er lein derattiges Verlangen an eine cingeschttebene Hilsskaffe stellen. Die wütttembergische Kreisregierung zu Ell- wangen war fich offenbar s. Z. klar bewußt, als fie der„Natio- nalen Krankenkasse" die staatliche Genehmigung ertheilte, daß das Statut dieser Kasse den Erfordernissen des Hilfskassen-- gesetzes genügt— und das Hilfskassengesctz ist doch bekannttich ein deutsches Reichsgesetz! Ans Sachse«, 21. Januar, schreibt man uns: Die Wahl des oppofitionellen Fortschrittlers Minkwitz in einem länd- lichen Wahlkreis, der hisher eine Domäne der Konservative» war, ist insofem bedeutungsvoll, als fie beweist, daß die kattell- brüderliche Hochfluth sich wieder verlaufen hat und daß die Masse der sächsischen Wähler keine Lust hat, fich lange als ' urrah-Kanaille" gebrauchen zu lassen. Aus dem Sieg eines „,,ortschnttlers" aber nun schließen wollen, daß eine Aera der Fottschnttspattei für Sachsen anbrechen werde, das ist eine Naivetät ohne Gleichen. Die Mehrzahl der Wähler hat einfach ihre Unzufttedenheit mit der gegenwärtigen Politik und Gesetz- gebung zeigen wollen— und da die Stimmenabgabe für Min r» w i tz ein Nittel war, dieser Unzufriedenheit Ausdruck zu geben» so stimmte sie für ihn. Das ist alles. EinbemerkenSwetthesMoment, welches hervorgehoben zu werden verdient, ist, daß nach dem Zeugniß aufmerksamer und uttheilsfähiger Beobachter die neue Militärvorlage, deren Härten in unserem industrielle» Lande ganz besonders empfunden werden, an jener Unzufrieden- heit wesentlichen Antheil hat. Und als die Wahl stattfand» wußte man noch nicht, daß die Rechnung fich an oder in die zweihundert Millionen Mark belaufen würde.— Apropos — soeben lese ich in einem Kattellblatt, Minkwitz sei ein Kattell- bruder. Eine kattellbrüderliche Lüge. Minkwitz, der Sohn des bekannten makellosen Demokraten Minkwitz, der auch zwecnial im Reichstag saß, ist, wie sein verstorbener Vater es war, ein sehr entschiedener Gegner der Schreck-Starke'schen Kammerweich» thiere. Eine von der gewöhnlichen Schablone abweichend» Auslegung des§ 28 des Sozialistengesetzes(Verbot der Waffenführung im kleinen Belagerungszustand) enthält ein kürzlich gefälltes Urtheil des Schöffengenchts zu Frankfurt am Main, wonach das einfache mechanische Tragen von Waffen über die Straße noch keine„Waffenfüdrung" im Sin» des Gesetzes ist. Kaufmann Hock und Packer Otto, den er mit einem Gewehr im Ueberzuge zum Waffenschmied geschickt hatte» wurden von der Anklage, gegen§ 28 gefehlt zu haben, aus diesem Grunde freigesprochen. Keschlagnahme. Die Nr. 3 der„Pfälzischen freien Presse" wurde auf Grund des 8 11 des Sozialistengesetzes vom Bezirksamte in Ludwigshafen mit Beschlag belegt. Haussuchungen«nd Nerhaftnngeu fanden in Stutt- gart als Folgen der Affäre des Anarchisten Martin E t t e r statt. So wurde am vottgen Sonnabend'Nachmittag auf Ver- anlassung der Züttcher Behörden bei dem Schreiner Steininger in Stuttgart gehaussucht. Äußer 3 Nummern des�Sozialdemokr." und einigenBroschüren wurde einEreinplar derMoit'schen„Frciheit" gefunden. St. war verschiedene Monate lang der Logiskollegc des aegenwättig wegen„Verbrechens gegen das Dynamitgesetz" im Gcsängniß des Justizpalastcs internitten Anarchisten Matti» Etter.— Femer wurden nach vorhergegangener Haussuchung am vergangenen Montag der Buchbinder Balluff, sowie dessen Logiswirth, Buchbinder Haslebncr, verhaftet. Letzterer wurde alsbald wieder entlassen, Balluff dagegen in Haft behalten, da man bei demselben verbotene Schriften gefunden haben soll. Großbritattttie«. Das etwas geheim nißvolle Interesse für das englische Schulwesen, welches der Papst beim Empfang der btttischen Katholiken kürzlich an den Tag legte, sowie seine Vorliebe für Lord Salishury's Protestantismus klärt fich jetzt auf: die von Lord Croß im Jahre 1885 ernannte königliche Kommission zur Untersuchung des nationale» Schulwesens hat ihren Bericht veröffentlicht und es ist daraus ersichtlich, daß eine von Katholiken und Angli- kanern mit seltener Uebercinstimmung unterstützte Bewegung im Gange ist, das von W. E. F o rst e r vor 18 Jahren vollendete Werl umgestoßen und wieder konfessionelle Schulen einzuführen. Das ist also das Zugcständniß, welches der Papst von Lord Salisbury erwartet. Freilich trifft es fich, daß diese reaktionäre Maßregel auch den Tories trefflich in den Kram paßt. Konfessionslose Schulen waren von jeher Angli- kanern und Katholiken ein Gräuel, allein aus dem Be- richt ergiebt sich, daß die Abschaffung des 14. Abschnitts der Schulaktc, welcher den Staatsschulen ihren konfessionslose» Charatter verleiht, von Kardinal M a n n i n g gewünscht wird» der einen Sitz in der Kommission hat. Weitaus die meisten Mitglieder find als Reaktionäre bekannt und es ist nur zu wahrscheinlich, daß die Nonkonformisten und Radikalen den im Jahre 1870 errungenen Vottheil abermals vettheidigen müssen. haben? Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte, nachdem er seine Darlegung der Thatsachen beendet, die Geschworene» auf, diese Frage zu vemeinen. Nun entwickelte sich ein Zwischenfall, der in hohem Grade das Interesse des Publikums in Anspruch nahm. Der Vorsitzende erinnerte den Staatsanwalt daran, daß er doch verschiedene belastende Momente her- vorgehoben habe und fragte, ob er nicht für Schuldig auf fahr- lässigen Meineid antrage. Der Staatsanwalt erwidette, er bleibe bei seinem Antrage, denn junstisch halte er die Sache für nicht genügend begründet. Er stelle es aber dem Gerichtshofe anHeim, die zweite Frage hinzuzufiwen. Der Gerichtshof that dies, und nun beantragte der Erste Staatsanwalt, die erste Frage zu ver- neinen und eventuell die zweite zu bejahen. Zur großen Uebcr- raschung lautete aber der Wahrspruch der Geschworenen auf Ja in der ersten Frage. Der Angeklagte war des wissentlichen Meineides für schuldig befunden. Nun mußte der Staatsanwatt ein Strafmaß beantragen; er forderte das Minimum, ein Jahr Zuchthaus. Der Gerichtshof aber verkündete folgenden Beschluß: „Die Geschworenen haben sich bei Abgabe ihres Wahrspruches in einem Jrtthum befunden; die Verhandlung wird daher ver- tagt und die Aburtheilung dem nächsten Schwurgericht überwiesen." Gin kurioser Fall, in welchem ein Theaterdirettor eine „fromme" englische Dame wegen Schadenersatz belangte, wurde vor einigen Tagen in London genchtlich entschieden. Direktor Shine besuchte vor einigen Wochen mit seiner Tmppe den Badeort Llandudno in Wales, wo er eine Poffe„Little Don Juan" aufführte. Die Mauern der Stadt wurden mit An- schlügen deklebt, auf welchen die Darstellerin der Titelrolle in dem sehr ungenügenden Gewand eines sog. Nautchgirl, d. h. einer indischen Tänzenn bildlich zu sehen war. Diese Affichc zog eine große Menge Zuschauer heran, und unter den Gaffern befand fich auch Frau Kcen, eine als sehr fromm aber auch als sehr energisch bekannte Matrone. Beim Anblick der beinahe nackten Gestalt ergriff fie ein jäher Zorn, fie drängte fich durch die Menge und zerrte mit ihrem Regenschirm das anstößige Kunstwerk von der Mauer. Bald hatte sie die ganze Stadt von den Anschlägen gesäubert. Der Theaterdirettor verstand jedoch keinen Spaß, belangte die energische Dame wegen Eigen« thumsbeschädigung und drese, die einsah, daß sie rechtlich keine Entschuldigung hatte, zahlte ein Pfund Sterling als Schaden- ersatz. Damit gab sich Herr Shine aber nicht zufrieden, der Oberrichter Hudoleston, der sich die Anschläge vorweisen ließ» war jedoch der Anficht, daß die eingezahlte Summe genüge, und wies die Klage ab. Eine zweite reaktionäre Zumuthung, welche an die Regierung gestellt wird, ist die Befreiung aller Eltern, welche ihre Kinder nicht in die Staatsschulen schicken, von der Entrichtung der lokalen Schulstcuer. Eine solche Maßregel würde allerdings den Sestenschulen, die von der Konkurrenz der Staatsschulen leiden, neues Leben einflößen. In Deptford(London) wurde wieder eine Vcrsamm- lung abgehalten, um über Maßregeln zur Linderung der dort herrschenden Roth zu berathen. Der anwesende Parlaments- abgeordnete Evelyn tadelte die Regierung, weil sie nichts zur Abhilfe des Nothstandcs thue. Im hauptstädtischen Arbeitsamt herrsche eine korrupte Wirthschaft. Die Versammlung beschloß, das Arbeitsamt aufzufordern, gewisse öffentliche Bauten zu deginnen, damit wenigstens eine Anzahl Beschäftigungsloser Arbeit bekomme. Da die irischen N a t i o n a l l i st e n angekündigt hatten, daß in Kilrush eine große Versammlung zur Feier der Haft- enÜassung des Tcputirten William O'Bnen stattfinden werde, so verbot die Regierung jede derartige Versammlung. In den Städten Lismore und Tullamore findet anläßlich der Entlassung O'Bnens aus dem Gefängniß eine Illumination Frankreich. Die bei Herrn Wilson vorgenommene Haussuchung ist, wie vorauszusehen war, resultatlos verlausen. Hatte doch der Schwiegersohn des Exprästdenten drei volle Monate Zeit, um die ihn kompromittirenden Papiere verschwinden zu lassen. Der Untersuchungsrath Atthalin nahm drei sehr umfangreiche Aktenstöße, die sich auf Legrand, die Rattazzi und Blanc be- zogen, mit. Aus denselben geht hervor, daß Legrand für 6000 Franks Aktien des„Moniteur de l'Erpofition" von Wilson ge- nommen hat, und daß letzterer die Rattazzi vielfach dazu be« nutzte, ihm Abonnenten und Attionäre für die„PctitFrance" zu ver- schaffen. Kein Dokument enthielt eine Andeutung über den Handel mit Orden. Das„XIX. Siecle" erzählt nun, daß nicht Legrand, sondern dessen Mutter in zwei Raten 100 000 Franks für die Dekorirung ihres Sohnes bezahlt habe und daß nach deren Tode die Miterben Legrands diese Summe vom Erbtheile desselben hätten abziehen wollen. Daraus sei ein Prozeß entstanden, der noch nicht abgeschlossen sei. In diesen Prozeßakten könne der Untersuchungsrichter den Beweis dafür finden, daß Wilson für die Dekorirung Legrands bezahlt worden sei.„Es wäre," so fügt das genannte Blatt hinzu,„verständiger gewesen, diesen Spuren zu folgen, als eine Haussuchung vorzunehmen, von deren Fruchtlosigkeit ein Feder im Voraus überzeugt war." Der „Paris" bestätigt diese Mittheilung und fügt hinzu, daß ein un- widerlegliches Beweismittel dafür existire, daß Lcgrand zuerst 10 000, dann 16 000, dann 20 000, endlich 60 000 Franks an Wilson bezahlt habe, und daß nichts leichter sei, als die Ent- deckung dieses Beweismittels. In einer Versammlung von Anarchisten in Havre feuerte ein Theilnehmer derselben Namen Lucas zwei Rcvolverschüsse auf Luise Michel ab. Der eine drang hinter dem Ohr ein nnd scheint der Getroffenen eine schwere Verwundung beigebracht zu haben. Lucas ist verhaftet worden. Italien. In der Universität in Rom fand ein großer Auf- rühr statt. Bonghi, der als Ehrenvrofessor I saale seine Antrittsvorlesung hallen sollte und Theil des Lehrkörpers ermattete, wurde von begrüßt und konnte trotz mehrfacher Anstrengu" Der Grund der Demonstration liegt dann, daß die Aufstellung des projektirten Denkmals für 0'�" auf der Hinrichtungsstätte des Philosophen plädroV- Vatikan nicht herauszufordern. Amerika. Ter Gouvemeur des Territottums W a i u> den Entwurf für die Gewährung des Stiinffl� Frauen unterzeichnet. 20 Pa Soziales mh ArveiterbewA 19. Der Streik in der Militär-Effekte-'i�Am Tische di WoMopf'X Senft'lebrn, Mfnzenflr. 12% ist � Staatssek Am Montag versuchten die streikenden Arbeite:, ��»d t. zu erzielen, es wurde ihnen aber der Bescheid, ,�£>?s&aus e köpf mit den Streikenden„nichts mehr abj� früh versto: habe. Die Firma Wollkopf u. Senftlcbcn nicht gewillt, die von den Klempnern und Dru��Meycr(Jen gerechten Forderungen zu bewilligen. Kollegen."Nt w orrner Zuzug fem, unterstützt uns in unserem gereckten Nachdruck gebeten. Theater. Dienstag, den 24. Januar. Aless-' Gpernhavv. Alessandro Stradella. Kch««spielkans. Auychitter Bahn. Deatsche» Theater. Galcotto. Mavcer-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado Friedrich- Mithrlmstadtifchea Theater. 7 Schwaben. Die Reise um die Welt in Die MiKt-ria-Theater. 80 Tagen. Gftend-Theater. Liane, die zwestc Frau. Ueftde«k-Theater. Francillon. Gevealliavee-Theater. Die Näherin. Maihalla-Theater. Geschlossen. Kroll's Theater. Alle Neune. G««trat-Theater. Höhere Töchter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Möniastädtisches Theater. Die Tochter der Markthalle. A««riran-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. »»«cordia» Theater. Speziallläten« VorTheater �ier Keichshalle«. Spezialitäten« Vorstellung. m Kaafaranno KariStö. Spezialitäten« Vorstellung. Circns A. Erembser Friedrich Kart-Ufer, Ecke Karlsttaße. Heute, Dienstag, den 24. Januar 1888, Abends 7 Uhr: Grcsse Gala- Vorstellung. Zum Ä7. Male: Dit lrstigl SchwikzkmiiIItt. 8#plim#p Ktadt Theater Wallnettheaterstraße 15, fr. Alhambra- Theater. Große ottginelle Pantomime mit Ballet» ausgeführt von 80 Personen und 40 Damen vom Corps de Ballet. Zum 1. Male: Die doppelte hohe Schnle, getttten mit den Schulpfcrden Höllonbrand und Cherasmin von Frau Direktor Pacta Krembfer und Frl. Ann» Krose. Auftreten des bis jetzt unbesiegten Athleten und Preis- Ringkämpfers Hrn. Ab». Derselbe setzt 3üOO Mark Prämie aus für den, welcher seine Pro- duttionen in jeder Weise nachmacht. Spring- pferd Ben-Abul, dressitt und vorgeführt vom Direktor A. Krembser.„Der Jongleur zu Vferdr", von Mr. Loyal. Jockeyreiter Kreole Magni. Auftreten der Damen Sign. Elvira und Diomira Magni, sowie der Miß Emeli« Korn. Eharivart von 10 Etowno. Das Nähere die Tageszettel. A. K rembser, Direktor. Unser Idooüat oder: Vater Martin s Hans. Volksstück mit Gesang in 3 Alten von Dr. Oßmann. Bor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. LouiseiiKlldtischts Theater. Dresdcnetttr. 72. Direktion: Adolph Erna«. Fest-Vorstellung. Inbiläum» Potpourri kompontrt von G. Steffens. Zum Male: Die schöne Ungarin. Gesangspoffe in 4 Akten von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Äufik von G. Steffens und F. Roth. gf" Jeder Krfncher»er heutige» Kor- stellen g erhält ei« Souvenir- Eremplar gratis."ZM Kasseneröffnung 5t Uhr. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. KimBädlifch« Hriiter. Alexander-Straße 41— Kurze Straße 6. Heute nnd folgende Tage: 7. Gastspiel von Anna Schpamm. Novität. Zum 7. Male: Novität. Die Tochter d. Markthalle. Große Posse mit Gesang in 3 Ästen von Alfred Schönfeld. Mufik von Paul Lincke. 1. Bild: In der Zentral-Marsthalle. 2. Bild Viehhof. 3. Bild: Fräulein Doktor. 4. Bild: Die.Hofsängenn. Caroline Gsdewitz, Schlächter- Mamsell aus Kalau: Anna Schramm. Anfang 7t Uhr.— Kaffenöffnung 6 Uhr. Im Die Abonnenten des„Berliner Volksblatt" zahlen gegen Vorzeigung ihrer Abonnements- qmttung halbe Kassenpreise. l- 1«r. 9 M.- 10 A. .Iver-Panorama Schlösser König Lndmig II. lll. Äbth.: Lindeehof und Kerg. Neu! Zum ersten Male: Vierte Wanderung durch Paris. jsteif« Kr. Maj. Schiff Hertha. Eine Reiie 20 Vf.. Kinder nur 10 Pf. Abonn. Unfern: Koll. Kothbarlh zu seinen: heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch, daß die Zeitung im Korbe wackelt.[214] Seine Freunde. Fachverein der Former «nd Pernfsgevossi«. Da es mir infolge der ungeregellcn Produstion in unserem Gewcrk in den letzten sechs Wochen nicht gelingen wollte, Arbeit zu erlangen, so sehe ich mich gezwungen, ein Engagement auf zehn Wochen zur Aushilfe, unter günstigen Bedin- gungen, nach Iserlohn anzunehmen. Ich habe während dieser Zeit meinem Stellvertreter, Koll. Stopsack. Wrangclstr. 132, meinen Posten über- tragen. Ich bitte deshalb, alle Vercinsangelegen- Helten sowie Verbindlichkeiten mtt demselben zu regeln. Ich hätte die Angelegenheit der Ver- " n ■ret Gcmcrbeoi Zu diesem§ Reichstag w möglichster B sammlung unterbreitet, da dieselbe jedoch verboten wurde, so geschieht es auf diesem Wege Adresse ist: Iserlohn. ,„ Meine Schützenhof 12, bei Tanhöffer, [216 Achtungsvoll Alwin Hörsten. Wicnerstr. 38. Berliner(jetreide-Kttmrael übertrifft«Um.. ä Ltr., Fl. exkl. vv Pf. Ingbrrliqvenr, hochf.„ j„ 90„ Atter Hoc» Häuser„„ 75„ Punsch, Wrogk und «lähmein.'/.Ortglfl.„ 1S5„ empfiehlt die Groß-Destillatwn von Lettau& Keil, 1181 Sopstienst». 1A. a. d. Rosenthalerstr. Letzte Klasse Kölltgl.Pttiß.Kl. Lotterit II Iiehvng täglich bis 8. Lebrnar. M> lErster Hauptgewinn 600 000 M.| Originale mit und ohne Rückgabe (keine Depotscheine) z. den billigste« Tagespreisen. Antheile: Die Beleidigung, welche ich Herrn Kaufmann Arel zugefügt, nehme ich Hiermit zurück und erkläre denselben als einen Ehrenmann. 213]«• Megener. » 25, 13,'/„& 6,50, 4 3 i Mk. Verkaufe auch«äheend der Zie- hung«nd n»k«e gezogene Loose in Zahlung. Kadeuer Loose ä 2,10 M. Tölner Dombau- Koose k 3 Mk. Richards Schröder, Markgrafen krasse 40. Gensdarmenmarst. Auch zu haben bei: Schröder» Rosenthalersk. 31. I Schröder, Münzstr. 26.[201 Jedes Loos gewinnt in dieser Ziehung. Ziehung am I Februar er. npskessel-Gcsetz Jedes Loos g-�führt aus, das in dieser Zieh0"»! schon eine Cöln Mindener 3'L 1 100 Thal. Serienloo%2%« Dispc Haupttreffer 165 000 Mark, 24 000 Mark etc. Kleinster Treffer 330 1 Original-Loos 625 Mark, Antheile:£ 350 Mk.,% ISO Mk..'/, 90 Mk.,'/.o", _'/:n 37* Mk,'/To 20 Mk-'/«, 10 Mk._ Wgfeit dies» l ZiGüniiE 20. Januar Dia 8. faDrnar. Königs. Prem«»«. Staatslotteife fii Haupttreffer 600 000 Mk., 2 X 300 000 Antheilloose: Vi 210 Mk., i 105 Mk, sj 52sj Mk. —_____------- erheblich steigt 0 Mk., 2 X 150 000 Mk. Mglich der Zu! . 6 g 27 Mk, V10 22 Mk„'/>, j'azc Reich ist -/-o 11$ Mk., 7 Mk.,'/«o 6 Mk.,'Vw 4 M.(Porto und Liste 75 Pfe) Mgepflicht zu scheinen der amtlichen Reichstag, Die Auszahlung der Gewinne geschieht sofort nach Erscheinen Wunsch auch sofort nach Ziehung. Da die Gewinne täglich angezeigt werden völlig objektil o mir Ersatzloose stets zu Diensten stehen, so kann man in dieser einen Ziehung �CN wird. mals hintereinander gewinnen. Um die Gewinnchancen zu erhöben, empfiehlt Abg.(Golds verschiedene Nummern zu nehmen. JShttTcssc cinl Cölner Dombau-Loose 5 3 Mk., 10 L. 29 Mk, Badener Loose s � Vlie, die unte 1» L. 20 Mk, Marienburger Loose ä 3 Mk., 11 L. 30 Mk, Porto u. 8 Wochen AUGUST FÜH8E. Iää BffHl f.. ttiSSfiÄ N �llen nicht genü Abg. v. lung, die Telegramm- Adresse: Fuhsebank Barl In. 1 Preuis La™ lfaterie Politur- Spiritus, Kren»-Spiritus ohne Wasserrückstand.& größere Quantitäten billiger, sowie Liqucure, Punsch-Ektrakte, Rum, Arac, Cogi billigst; Postaufträge frei Haus Ignatz SellOy®CTlin» Kaiseestr. 34, _ Utbtv 3 li Millionen Mark VZeldge«inue_— Prenss. Orig.-Loosc[*%%........ S. Bäsch. Berlin. Poststt. 27 II. PortoLAaten für den C i Dampfkesseln gc Behandlun rch Reichsgesetz 'fen Eingriff in fem Gesichtspu :ehrheit des fcm ach welcher Rid nschränkungen �ldeverfahrcn, t r Vorwurf we dl-Revifionsvei n der Äegieru: isen. : Abg. Kalle F. Schmidt, S., PrinzessiuneBj�Sr&'l Möbel auf Theilzahluug w j. Kellermann, jMJt «TäW'SÄ !! Flaschenreife Biere! Für je 3 Mark: Patzenhofer 25 Fl. oder 30 Fl.« Münchener(04 Original- Böhm. Brauh., Tivoli, 26 oder 30 Fl, Nürnberger, CuW .,® ,, Grätzer 25 Fl, Potsdamer 26 Fl., Breslauer Weizenbier 30 Fb AuZilgC« 30 FL, Malzwürze 15 FL, Lübbener Braunbier, Mannheimer A' Prima Welssbier 18 gr. oder S6kL Probesendung von 1 ,50 a b ZZZZ Kein Pfand auf Flasc» Maskengairdsrcbo von[25 Fritz Panknin t)ranieQstr.l78EckeAdalbertstr. empf. sich den Vereinen, sowie den Lesem ds.Bl. aufs beste. «irösstr Auswahl: Killigst» Preise! Masken-Oarderove Rsichste Auswahl, billigst# Preise I F. Stenzelf%% Dresdenerstrasse 21(Ecke Lnisenufcr). Masken Garderobe siir Herren und Dame« B. Mattausch von osrnthalerstr. 56, 1 Tr. eschmaoolle Kostüme i. reichster Auswahl den Lesem d. Blattes bestens empfohlen. Vereinen Preisermäßigung.[ 1 39 Sitte gena« auf Hausnummer tn achten! Lieg. Maskengarderobe für Herren und Dame» von Cm TietZ| Granirnstrasse 130, Ä Trepp. (Ecke Alerandrinenstr.). Geschmackvolle Kostüme in reichster Auswahl zu billigen Preisen. Perei»«« Preisermässignn«. Masken- Warderobe von den einfachsten bis zu den elegantesten Kostümen empfiehlt A. Walter, Lindensir. 84 1. Vereine und Gesellschaften billiger; auch nach außerhalb. «»brauchte und dar. Gamituren, Spinden, Sophas,____________ m. Fedcrbodcn, Spiegel:c. sof. sehr billig, femer empf. eleg. u. eins. Möbel, Spiegel u. Polster- waaren jeder Art. Theilzahlung gestattet. Z. Caro, Neue Schönhauser st r. 1, vis-A-vis der Münzstraße, 1 Etage. 45 Restaurant*««*«« m einzelne chmcn ihrer 3 3 Pf. pro Mk. u. i nJSttStä- SfnnWeiiie Faust'« Unit« Zuschneide Staatssekrctc Resolution, f g der Dispar Polizeigewalt ,,� fes Hauses lie „ Die Resolut fir alle Fitlar i Belltiif» •'-»-rchsamts Berlin W. 8, FriedHfci nt). ,_ Abg. Kann «..rk.nnl Wg#* ri»«.., ;!___-.-..'feBus nilfit Killige Zieste z. Ginsegv.-Me'lchcr Arbeiter l angef. werden können, verk. hnstensin Hilfe Play 1, im Keller(PorzcllangeM�nentgeltltch un '«eichen Emdrul --—--«wujcji vitnorui Kleines einfach möol um der Woh nahe Adr. der Leipzigerstraße B 10. Postamt E. kl. frdl. Zimmer an Pr. 9 M. Manteuffelstr.' ArlieitsMss Ein Ach«"! it, auch Repaw k chadigten und Weberstr. zuvorkomn -- ITlTuitvWA vielfach der bittet um Arbeit, 211] e> cmcm Soziä �arauf aus dem lcm Haftpflichtae >enn die Unbem \n"] Offizial-Ai uhl das vorige ertretung der s lehnend verhal >es Reichsverfich wenn mc Cin Junge von 2—6 Uhr p, 212] Aleraudri«�«55t Kaummollspuleriu ovjPtf. H. Idelzer, SebastiansttaßO- Posamentier Handarb�' außer dem Hause verlangt 186 MolusPj Kß Nerstlberer u. Farbigm. v. Für Hausfrauen V anille-Stücken-C hocolade, welche auf dem Transporte zerbrochen, garantiet � Z«ckt«r. sonst k Pfd.|,10 Mark. verkauft, jetzt- aften und t [rnherein als ill nicht sage er Ton, in �handeln, ist o jucke, wie„Sch 'e rhr gutes Ri luvt gehen einz r ihnen unter! o schätzen die L. JAECKEL'S Ehokoladen ROrassierstrasae 22. 10 Pfd Versandtges lfd. inkl. Ki arton fiiL Verantwortlicher Redattcur: N.«ronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2. HieN» ofessor w Ite und d von Zis�i? Dtx ,hcn plndM zum Berliner Volksblatt i 20. Dienstag, den 24. Januar �888. 5. Iatzrg. SBafl'"5;- Stimnu!° V arlamentsverichte. Deutscher Reichstag. e.»«». lS- Sitzung vom 23. Januar, 1 Uhr. ?ffeKtei>'N?Am Tische des Bundesraths: Bevollmächtigter zum Bun- 2. ist noii�th Staatssekretär von Bö'' 2, ist nochHth Staatssekretär von Bötticher, Unterstäatssekretär i, ~)a§ Haus ehrt in der üblichen Weise das Andenken des Irbeitei.M scheid, d«M>a lcn ehr abzl'. früh verstorbenen Abg. v. Waldow-Reitzenstein, des kon- 'eben istf itwen Vertreters des S Frankfurter Wahlkreises, wählt den and Trii-l««.- Meyer(Jena) an Stelle Trondlins zum Schriftführer und Kollegen! w* m ��ter-öerathung den Gesetzentwurf, betreffend die gerechten Mh.rung der Gewerbeordnung in Elsaß-Lothringen, an, ein- r Fabrik Beßlich des 8 6, der dcn� Reichslanden in Betreff der Anlage i Blättei} T ampikeffeln die Anzeigevflicht(statt der Konzesstonspflicht 'rer Gewerbeordnung) Masch ä§ 6 beantragt Abg. Henneberg die Resolution: c �.lchstag wolle beschließen; den Bundesratb zu ersuchen, „ möglichster Beschleunigung eine einheitliche Regelung der npskessel-Gesetzgebung für das ganze Reich herbeizuführen." hrt aus, daß die reichsgesetzliche Bestimmung vom 20. Mai luwn eine Grundlage für die einheitliche Regelung nnlflflSFL-, er,i? bietet, daß es aber noch der Aufstellung VN«»Zeitlicher Grundsätze bedarf, um die in den Einzelstaaten 330 ziehende Disparität zu beseitigen, wodurch die segens- 75*1 wirkendenden Dampfkessel-Ueberwachungsvereine sich in der u"S.strer Aufgabe erleichtert fühlen würden. Die Revistons- ----jitigmt dieser Vereine wird das Publikum vor jeder Äe- ;S zwe', ruyigung und die öffentliche Sicherheit auch dann schützen, *1 JK bie Zahl der Kcffelanlagen mit der Entwickelung der In- ���strre für die sie em Gradmeffer ist, sich, wie es zu wünschen _. y heigert. Eine einheitliche Behandlung, namentlich ,? � i.„ m ber Zulaffung und Prüfung der Anlagen, für das WKZMrVM- »pLedlt�s Abg. G-lbschmidt unterstützt die Resolution nicht blos iiiJL' sf- ��uhntllcher Gesetzgebung, sondern auch der In- i6e o cm Hntet bem Konzcsstonsverfahren leidet, und durch > u. i b ,8 Wodien und oft noch länger dauernde Prüfung der iellried �'reichten Beschreibungen und Zeichnungen geschädigt wird. i Faber ,ni werden die Revistonsvereine von der Regierung in einzelnen genügend unterstützt. "bg- v. Dietrich schildert, wie in der zweiten Be- IWDW��g'"le Vorzuge des Anzeigeverfahrens in den Reichs- t Sötticher: Die Einheitlichkeit ist bisher >abenaa.»d.eser Materie noch nicht vermißt worden. Allerdings liegt l, Vi«?« der �atitude, welche durch die Gewerbeordnung den Einzel- PortoLDaten für den Erlaß von Bestimmungen über die Einrichtung n Dampfkesseln gegeben ist, der Ursprung für eine verschieden- Behandlung; wenn wir aber diese Verschiedenartigkeit i Ls'ichSgesctz beseitigen wollen, so machen wir einen erheb- ■ in die Polizeigewalt der Einzelstaateii. Ob von em Gesichtspunkte aus die Resolution die Zustimmung der chrheit des Lzauses sinden wird, erscheint mir doch zweifelhaft. ch welcher Richtung wünschen denn die Herren speziell diese Nschrankungen durch das Reich? Ob Konzessions-, ob An- ldeverfahren, darüber sind die Herren verschiedener Meinung. 1 Vorwurf wegen ungenügender Unterstützung der Dampf- ■cl-Revisionsvereine ist völlig unberechtigt. Wenn je etwas ii der Regierung unterstützt ist, so sind es diese Vereine ge- tfen. l asci"' Abg. Kalle: Der Antragsteller hat in der vorigen Sitzung „äff,! Öt0ke§ Material für die Äeurthcilung dieser Materie bei- ybpcht. Die Zustimmung dieses Hauses wird die Resolution — finden, da sie von Mitgliedern aller Parteien unter- i ist. Wie es gemacht werden soll, ist nicht unsere w. sondern kann der großen Weisheit des Vundesrathes Goldfchmidt: Ich habe mich nur darüber beklagt, tt 7�. st in einzelnen Fällen die Regierung die Revisionsvereine « ßölst' genügend unterstützt hat. Es find ihnen durch einzelne , Urschriften Aufgaben zuertheilt worden, die nicht in den WpOsn �»hmcn ihrer Thätigkeit gehören. In der Frage: ob Kon- Zinsr? Ksions-, ob Anzeigepflicht, wünschen die Interessenten sehnlichst l.-randl"� letztere. Staatssekretär»». Rötlicher: Ich habe nicht die Annahme Resolution, sondern nur bezweifelt, ob die mit der Beseiti- III' M. der Disparität durch das Reich verbundenen Eingriffe in ----.rl.�stielgewalt der Einzelstaaten im Sinne der Mehrheit . I ASHses Hauses liegen. '"*■. Die Resolution und das Gesetz im Ganzen werden a n- i.blaillMN o m m e n. Darauf wird die zweite Bcrathung deö Etats des i�chsamts des Innern fortgesetzt(Reichsversicherungs- Abg. Haumbach: Bei der gegenwärtigen Organisation i/* Unfallversicherung fehlt es an geeigneten Organen, damit ate«*«('C Arbeiter seine durch das Gesetz begründeten Ansprüche «'l�/itcnd machen könne. Die Vertrauensmänner bei den Berufs- Täfl'"?./nosscnschaftcn sind doch eigentlich nur Vertrauensmänner der De*" rbeitgeber, und ich weiß aus Erfahrung, daß die Arbeiter Artchaus nicht in der Lage sind, sich helfen zu können. Ein '"•'iJ r'l* ächer Arbeiter hat schließlich bei dem Sozialdemokratenführer rk. hristensen Hilfe gefunden, der ihm die erforderliche Eingabe ange>K"' nentgeltlich und in zufriedenstellender Weise gemacht hat. r— Welchen Eindruck muß es nun auf den Arbeiter machen, wenn �"su der Wohlthaten des Gesetzes theilhaftig zu werden, erst zu ei einem Sozialdemokraten Unterstützung findet, der kurze Zeit O�M jgrauf aus dem betreffenden Gebiete ausgewiesen wird! Unter . qM fem Haftpstichf�esetz waren die Arbeiter innner noch Keffer daran; &(.3 FFymn die Unbemittelten bekamen auf Grund des Armenrechts " Otfizial-Anwalt. Die Gemeindebehörden, auf die Herr i i vorige Mal hinwies, haben sich dem Ansinnen einer /Vertretung der Arbeiterinteressen nach dieser Richtung bin direkt -»»vlednend verhalten und konnten sich dabei auf eine Entscheidung Reichsvcrsichemngsamts berufen. Run wäre es sehr zweck- äßlg, wenn man bei der Auseinanderffetzung zwischen den Ge- adigten und den Berufsgenossenschaften sich bemühte, die ute zuvorkommender und wohlwollender zu behandeln, als vielfach der Fall ist. Jetzt betrachten die Berufsgenoffen- «ften und ihre Organe in der Regel den Arbeiter von rnherein als einen Gegner.(Widerspruch rechts.) Ich »l nicht sagen: alle Berufsgenossenschaften, aber viele! er Ton, in dem die Behörden mit den Arbeitern �handeln, ist oft geradezu malitios. In München fielen Aus- "cke, wie„Schwindler, Betrüger". Das brauchen sich Ardeiter, " thr gutes Recht verfolgen, nicht gefallen zu lassen. Ucber- upt gehen einzelne Berufsgenoffenschaften bei der Beurthellung v ihnen unterbreiteten Fälle doch etwas zu skrupulös zu Werke o schätzen die theilweise Arbeitsfähigkeit allzu hoch ab; denn der theilweise arbeitsfähige Mann findet o't sehr schwer anderweitige Beschäftigung. Wären die Arbeiter m ven Berufs- aenossenschaften stärker vertreten, so würden die Prozesse, die Erkenntnisse der Schiedsgerichte u. s. w. sich erheblich vcr- mindern. In einem Falle ist die Entscheidung des Reichs- vcrsicherungsamts erst nach 9 Monaten erfolgt. Ich mache ihm daraus keinen Vorwurf, es erfreut sich eines großen Vertrauens, aber seine Organisation macht seine Thätigkeit außerordentlich langsam und schwierig. Die ordentlichen Gerichte könnten, den einzelnen Lokalverhältnissen mehr Ruckficht tragend, die Ent- scheidungen zwischen Bcrufsgenossenschaften und Arbeitern viel zweckmäßiger treffen. Hätten wir in Deutschland Gewerbegcrichte in genügender Zahl, so konnten sie derartige Streitigkeiten entscheiden. In der Denkschrift des Rcichsvcrsicherungsamts sind die finanziellen Er- gebnisse der Unfallversicherung niedergelegt. Diese Zusammenstellung sollte etwas übersichtlicher gemacht werden, sofern, als bei den einzelnen Berufsgenossenschaften gleich die Ausgaben zu- sammengcstellt werden, so daß sich mit einem Blicke ubersehen läßt, wieviel die Bemfsgcnossenschaft für die einzelnen Gegen- stände ihrer Verwaltung aufwendet. In der Uebcrflcht der Verwaltungskostcn pro Kopf der Versicherten steht regelmäßig in erster Linie die Berufsgcnossenschaft der Schornsteinfeger. Diese wendet pro Kopf 4,89 M. auf, halte im G-mzen nur 10 Unfälle zu erledigen und zahlte nur 1316 M. Entschädigung, bei laufenden Verwaltungskostcn von 24531 M. Die GeHalter der Beamten und Bediensteten betrugen allein 9236 M. Das sind wirklich ganz horrende Zahlen und entsetzliche Verhältnisse. Um aber nicht ungerecht zu sein und zu schwarz zu malen, führe ich die Müllcrcigcnossenschaft an. Diese zahlte 54992 Mark an S. 62 Berufsgenossenschaften beliefen sich der Entschädigungsbetrag auf 1 711 699 M., die laufenden Verwaltungskosten auf 2 334299 Mark. Dazu kommen gegen 300 000 Mark an sonstigen Kosten, so daß die laufenden Verwaltungs- kosten um etwa 50 Prozent die Entschädigungsbeträge übersteigen. Ich finde hierin im Gegensatz zur Denkschrift ein erschreckendes Mißvcrhältniß; dazu kommt, daß die Unfallver- sicherung seitens der Behörden unentgeltlich geschieht. Die Be- Hörden werden überhaupt durch diese Berufsgenossenschaften vielfach in Anspruch genommen mit Behändigungen, Exeku- tionen, welche einen großen Aufwand von Arbeitskräften und Geld darstellen. Dann werden die Unfallentschädigungen schließlich durch die Post bezahlt und zuletzt ist auch das Reichs- versichcrungsamt mit etwa 250000 M. interessirt. Die Zahl der Unfälle, die zur Regulirung kamen, betrug rund 10000. Bei einem Aufwände von 2 300 000 M. an laufenden Verwaltungskosten kostete jeder einzelne Unfall durchschnittlich 260 M. Verwaltungskosten. Ob man demgegenüber das Resultat der Unfallversicherung ein günstiges nennen darf, ist mir doch sehr fraglich. Uebcr 17 000 Personen sind in Bewegung, um 10 000 Unfälle zu reguliren; es kommen beinah zwei Beamte auf jeden Unfall. Die Vorstände der Genossenschaften sollen ehrenamtlich thätig sein. Mir ist aber ein Fall bekannt, wo jemand 10000 M. Entschädigung bekommen hat. Im Allgemeinen sind die Arbeit- geber mit dem Gesetze nicht zufrieden, obwohl auch freisinnige Männer bei den Genossenschaften vielfach betheiligt sind; zu- mal die kleinen Arbeitgeber sind es nicht. Das beweist die Zu- nähme der exekutiven Einziehung der Beiträge von den Arbeit- gebern. Eine Statistik hierüber wäre sehr interessant. Was die Theilnahme der Arbeiter an den Sitzungen des Reichsversiche- rungsamts betrifft, so kann der tüchtige Arbeiter zu diesem Zweck nicht Wochen lang seine Fabrik verlassen. Auch die national- liberale Wochenschrift„Volksivohl" hält die Organisation der Unfallversicherung für eine künstliche und unnatürliche, und eine Aenderung für angezeigt. Der Herr Staatssekretär v. Bötticher hat uns ermahnt, wir sollten doch erst die Dinge abwarten; zu einer Revision sei jetzt noch nicht der geeignete Zeitpunkt. Das konnte wohl zutreffen, wenn nicht die Alters- und Invaliden- Versorgung mit den Berufsgenossenschaften in Zusammenhang gebracht werden soll. Da ist doch die Frage berechtigt, ob die benissgenossenschaftliche Organisation überhaupt haltbar ist. Ist es wirklich die Absichl der verbündeten Regierungen, noch in dieser Session die Alters- und Jnvalidenversorgung der Ar- bciter zur Verabschiedung zu bringen? Ich würde dies für höchst bedenklich halten, da die Sache noch viel zur wenig ge- klärt ist und man vor allen Dingen erst die Arbeiter selbst anhören muß. Aus einem Aufruf entnehme ich, daß sie sich keineswegs für diese Idee begeistern. Eine Krönung des sozialpolitischen Werkes aber würde jenes Gesetz schon deshalb nicht sein, weil das Wichtigste fehlt, die Wittwen- und Waisenversorgung. Nach den Grundzugen des neuen Ge- setzcs sollen die Vertrauensmänner nur aus den Zwangskaffen berufen werden, ein Beweis, daß die freien Hilfskaffen auch hier zu kurz kommen. Je mehr die jetzige sozialpolitische Strömung dahin geht, das Bewußtsein der eigenen Verantwortlichkeit des Arbeiters abzuschwächen, umsomehr ist es Pflicht der freisinnigen Richtung, immerfort in Wort und Schrift darauf hinzu- weisen, daß die Selbsthilfe des Arbeiters durch die Staatshilfe wohl ergänzt, aber nicht ersetzt werden kann.(Bei- fall links.) Staatssekretär v.«örtlicher: Ich begreife es, wenn Zei- tungen, von einer unserer Sozialpolitik entgegengesetzten Ten- denz, in dem Bestreben, ihren Lesern möglichst schnell von Vor- gängcn auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens Kenntmß zu geben, in 6. 12, 24 Stunden mit ihrem Urtheil fertig sind und sagen: Alles das, was uns in dieser Vorlage geboten wird, ist verwerflich, genügt uns nickt; wir können es nicht brauchen, man giebt Steine statt Brot. Von den Mitgliedern dieses Hauses aber habe ich bisher immer angenommen, daß sie nicht so schnell fertig werden mit ihrem Wort, daß sie vielmehr ihre Ueberzeuguna basiren auf ern griindliches Studium der Vorlage und das Abwägen ihrer Vorthelle und Nachtheile. Ick kann aber dem Herrn Vorredner einen Vorwurf ■üBi nung getragen werden, aber der Vorredner wild IN dieser Zu- sammenstellung nichts vermissen, wenn er sich nur die Muhe giebt. genau nachzusehen. Im Gegensatz zu ihm. sehe ich das Ergebniß dieser Uebersicht für ein überaus günstigesin(SSminrhpmnfrnl qirl�iW aC%. uay lammm ssuche um Loosi diat berechtig lchtverletzung e aus gerüg rlrechtlich geg ist nur eine I trafbeflimmung ßerordentlich fi wer gekränkter lese Klagen hie 'en ihre Bedei Der Titel; nahmen werd Schluß öt 1 innest, daß ein Sozialdemokrat einem Arbeiter meine ich, daß auch große Beamtenkreise fich den Disposition stellen; jeder Landrath würde sich\ ohne Aufhebens davon zu machen, unterzogen ba Entscheidungen der Schiedsgerichte meistens r troffen haben, erhellt daraus, daß das Reichs nur in seltenen Fällen eine andere EntscheiduNl hat.(Widerspruch links.) Wenn man jetzt die. züglich der Beiträge der Arbeitgeber betont, 10....... ,ml mnua hier erst reckt, wie seinerzeit bei der Klassenstc� Hechandluna zu säumniß und Nachlässigkeit als Gnind aiiführ�gimge seien oh „ nA5- Ue Anordnunge ngehörige best! eint dies. T Beim Etat reslau die Bell . r russischen Ar mung mit mssisck viel richtiger, wenn wir alle, ohne Unterschied% Aic Scekiondluna diesem wichtigen Werke arbeiteten.(Beifall relb�xln? Eventuell Die Ausgaben für das Reichsversicherrwriint der Minister darauf bewilligt.. Afcdner spielt aul Bei den Ausgaben für die physikalisch-tcä� ,„) �lläst, tzcch verstanden ist? Finanzministi sie zum ersten nleihe herantrat «rlag, zu weis Übereinstimmung mals den Fehle ad dadurch einci nügt. Im U Iten suchen, schl s Kapitals in g litischen Lagen An der wei ynern, Graf elcher erklärt, da aser ein interne anstalt bemerst Abg. Engter: Tie Begründung und bei stellung dieser Anstalt darf mit großer Gern nommen und gehofft werden, daß sie unter nenten Gelehsten und unter Mitwirkung hcrvoi der Wissenschaft und Praxis die Aufgaben welche ihr gestellt sind. Ich möchte nur de« sprechen, daß man der technischen Abthcilung d> zuwende wie der wissenschaftlichen, namentlm Lokalitäten, und daß mit der Reichsanstalt aU» technische Abtheilung verbunden werde. Staatssekretär v. Köttichrr: Die Vers« kalisch-technischen Rcichsanstalt mit reicheren stellung eines besonderen Lokals für dil theuung wird gern ln Erwägung gez�>ge(r haben es hier freilich mit einen qimgch thun. An elterlicher Liebe unsererseits wird etjr,„ s„ fehlen. Die Errichtung einer chemisch teckv" � e r P? � läusig haben wir, um den Desiderien der 3�%!% werden, 10000 Mark in den gegeniDäriigen�iy�A�WWcn. zur Honorirung von Sachverständigen in gewri« übrigens s, fragen. pcchandlung mel Die Position wird bewilligt. ,,., Ii �®') Bei den„Einmaligen Ausgaben", Dj- AitzÄ /AÄ Kosten für die Rcichskommission zur Entsib� iip�'h�lung von s ch w e r d c n auf Grund des S o z i a l i st e n S»enn�der Minist« hält bemerkt.'.tfinanämmist Abg. Krillenberger: Die unerhörte-A-"' 6' man gegen uns vestähst, ersehen Sie aus gangenen Denkschrift über das Verfahre» Parteigenossen Christensen, Keßler und Kaylst- Im weiteren e i(c r- Breslai M. Seehandlunx Etat der Ar »fett Debatten. tatS der Gene binets, der P ite, der Ol ltcs in Bcrli 'Hastelgenoyen Ehnitemen, Keßler und»am-' iii»«Htt schlimmere Dinge hat sich die Reichskomm>s"A,/ Der Etat w kommen lassen; ihre Entscheidung über Vcrbo Münzverwalt schristen u. s. w. werden ungebührlich in die." obwohl die Zahl der Beschwerden schon sehr sich im allgemeinen doch keinen Erfolg von» Selbst Wahlflugblätter werden in der Regel erll geben, wenn die Wahl vorüber ist. Die Bcl« oft 3—5 Monat unerledigt liegen. Unter der. stcnogramnis über den Anttag Liebknecht Nädsste Sin Broschüre über Reichstagsverhandluugen hat N' � eingelaufen zurückgewiesen." in Nürnberg abgegangen, am als am verspätet 11. Juni Mission eingelaufen, dort"aber" drei Tage lob Nrderlistet »enden von il W erzählten E Wger Zeit ein % iVm/>v»VN c." C v sie an den Regierungspräsidenten in I I Frist war aber am 13. bereits abgelaufen-. hätte nämlich nicht direkt an die Reichskomnnm den Regierungspräsidenten in Erfurt Vorschrift ist eben bei unserer Beschwerde% und sonst auch von der Reichskommission» KPorwand fgr L: den. In diesem Falle aber, weil man„ P;-A r konsite mit sei keinem Falle aufrecht erhalten konnte,(�LifAdeii Wein aeri Mellen Grund vor. Mir scheint, die Reichska«'-�Ma er seine Seh lich wie der Bundcsrath, immer nach der BaAwfricb, konnten j und läßt inzwischen immer die Beschwerde» iljiiuc Lektion zu. zu erledigen. Das Acrgste auf diesem Geb". Adliger Miene de In Breslau ging im Jahre 1885 die Drucks jtfit eröffnete, da Firma Zimmer u. Ko. auf den Koll. Kracw �--«Rahren von ihm Regierungspräsident erklärte die Firma für e�Ar�pgräbniß crsche und konsisztrte das Vermögen. Alle diese W»-Tockcs bedürfe, er i listcngcsctzcs werden im Volke eben nicht»»>»'''.5 JjCct große Mime Ausweisungen war man entrüstet. Jetzt ist..i,-i«Ä'�rn, mein lic stumpft und gleichgiltig. Ader gerade bei b> MWftrchte, er ist Iß hätte eine Entrüstung durch das ganze deutssi"'fef, n)0l"c den 9: Obwohl die Druckerei inzwischen auf.er. ist Ihm gangen ist, also nur ein einziger 6%, Äj. ,n�6 abzu war, hielt der Regierungspräsident das nach der P Kräcker nun allein den Verein bildete. D« ylQr bie Potsi verschiedene Parieigenossen Tarlchne gcgcde•„ man sich nämlich eine KommaiiditgesellschaC'� lehnsgeber antheilsberechtigt seien. Herr � I Präm« nden.' h- erst i finden' Uät einet Beschwerde an die Reichskommisston und auch per- ch Dnlich an Soil Ministerium des Innern, wo ihm ein Re- P'?,sMruugsrath tx Ecnfft-Pilsach die genaueste Untersuchung ver- lschest rljtuch, ohne daß bis jetzt etwas geschehen ist. Bei Liquidation trieb die Behörde wohl alle Schulden . befriedigte aber nicht die früheren Besitzer, die eine Summe zu erhalten hatten, und doch ver- V-iMuat das Sozialistengesetz die Liquidation„unbeschadet der ngerer M�rchte Dritter". Ja, der Staatsanwalt des Landgerichts Breslau zu Rollte sogar einen Prozeß wegen Untreue gegen die Darlehns- atüw PAbev, gegen Herrn Kracker anstrengen, wurde aber vom Land- !) M stricht und auch vom Ober-Landesgericht abgewiesen, da es f# sich nicht entfernt um einen Verein handle. Durch i betraufj fiese Entscheidung wird also gerichtlich festgestellt, arth we�aß die Voraussetzungen des Verbots durchaus hwabr"'"'"' !- und sich und> angeM IN a>oh>' ein m {er._ d rathfstj ;ern er laltung� t sich Vahl �__________ 0................... unbe- mdet sind, und doch erhält man das Verbot aufrecht und ädigt berechtigte Vermögensinteressen. Eine so gröbliche ichtverletzung der Reichskommission muß von dieser Tri- lne aus gerügt werden. Ich habe Herrn Kräcker gerathen, filrechtlich gegen die Breslauer Regierung vorzugehen. s ist nur eine heikle Frage, wie? In der Entdeckung neuer itrafbestinmmngen und neuer Vergehen sind unsere Juristen ißerordentlich findig. Wanim sollten sie nicht auch einem so »wer gekränkten Manne zu seinem Rechte verHelsen können? fiese Klagen hier werden uns vielleicht nichts nützen, aber sie den ihre Bedeutung für die öffentliche Meinung. ~er iitel 3, der Rest des Ertraordinariums und die mnahmen werden bewilligt. (Schluß 5{ Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr. offensiW'�H�' Aufhebung der Wittwen- und Waisengeldbei gefahi�ae und Etat.) gefav-j kosten U'j sich enschastZ zeiter e» , �, Aligcordnetenhnno, 5. Sitzung vom 23. Januar, 11 Uhr. zeiter eu�."Uf der Tagesordnung stand die zweite Lesung des dock d-l-i-taats Haus Haltsetats. >tern dä. Beim Etat der Lotterieverwaltung entspinnt sich ■ J,ne längere Debatte, an der die Abgg. Franke, von in nigerode, von Gerlach, Arendt, Dr. Ham- ''fe�tn,QAe* und Rickert theilnehmen und aus welcher hervor- nR, daß sammtliche Lotterieloose vergeben sind, md de letvo aben ur de« Zw,' alt Bcrfoj ten dst cifg' fiuw j wird e», sch>e»n' der' stern Zus liechts? tc sich d�„ m ö" fragt speziell den Finanzminister, ob gene- L„ hotöf6 Anordnungen getroffen seien, die Lotteriekollekten nur an wtr: icheruns-�at der Minister nicht damals sofort in der Oeffentlichkeit(der unverstanden ist? Finanzminister o. Scholz; Die Seehandlung hätte damals, , ,ue zum ersten Male an die Emission einer auswärtigen lnleihe herantrat, erst anfragen sollen, weil hier ein Novum »orlag, zu welchem nach den allgemeinen Grundzügen die ebereinstlmmung des Ministers erforderlich war. Ich habe mials den, Dehler gegenüber dem, der ihn degangen hat, gerügt nd. dadurch emer Wiederholung vorgebeugt, somit meiner Pflicht -nugt. Im Uebrigen werde ich die Seehandlung stets zu ilten irichen, schon damit nicht einmal durch die Konzentrirung Kapitals in gewissen Händen der Regiemng in schwierigen t�chen Lagen die Hände gebunden werden können. An der weiteren Debatte betheiligen sich die Abgg. von . y n e r n, Graf L i m b urg-Stirum, Meyer- Breslau welcher erklari, daß die Seehandlung so gut wie alle anderen Bant �user ern internationales Institut sei und den Staat keines egs m Fallen der Roth retten könne) und v o n M i n n i- e r o d e. Finanzminister v, SchoJ erklärt, er sei auch gegen jede «stentative Betheiligung der Seehandtung an einer K o n v e r- irung ausländischer Werthe. Die Seehandlung soll sich an Reird�jllen Geschäften betheiligen, die unpolitischer Natur sind. Sie " d'b allen antipatriotischen Geschäften Hindernisse bereiten Uiid rtiaen patriotischen Geschäfte mit allen Kräften fördern. Man acivttb''!,erde übrigens später nicht so eingehende Mittheilungen aus der B veehandlung mehr machen. 4 Abg. v. Gisirrrn erklärt hierauf, daß wir in einem kon Tit. 3, jtutionellcn Staate leben und daß die Aufschlüsse über die �mtsct>cid>',,peehandlung vom Abgeordnetenhause verlangt werden würden, istetzg�'«nn der Minister sie verweigere. j Finanzminister v. Scholz giebt Herrn v. Eynem zu be- Rrte Seb'sfuken, ob seine Haltung dem Staate förderlich sei. ous de' 3 Im weiteren Verlauf der Debatte bemängeln die Abgg. rfafoe« �ey�er- Breslau und von Er, n ern die Rentabilität Kayser-, n seehandlung. während der Fiuanzminister für dieselbe MHMMMKMß ttatS der General-Ordenskommission, des Geheimen Zivil- anets, der Prüfungskommisfion für höhere Verwaltungs- imte, der Ober-Rechnungskammer, des Gesetzsammlungs- .---ltes in Berlin, des Disziplinarbofes, des Gerichtshofes Entscheidung der Kompetenzkonflikte, des Deutschen Reichs r0r tcu1™?. Preußischen Staats-Anzeigers, für Zwecke der LandeSver- » letztc��ffung, des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten, des «"uichi# lriegsmlmsteriums, der Forstverwaltung und der Zentralver- der Domänen und Forsten ohne oder nach unwesent- ....... Nächste Sitzung Dienstag c-l�chterung der Volksschullasten.) Kokales. „ liege«%'(. Urderlistet. Wir entnehmen der„Neuen Musikzeitung' kff teaz N-'-i ffiSM Wx«5 W VI'Sv w feines Jüngstgebornen, dann war es einTrauerfall W' kurz, immer wußte der arme Teufel einen neuen von J! % m und Forsten ohne oder nach unwesent- 11 Uhr(Gesetz betr. die Er- nde fion fife bildgrenze, dann lenkte der heimtückische Held die Schritte gegen Wilmersdorf- der andere trabte an seiner Seite und ver- wünschte heimlich den Weg- endlich war Wilmersdorf erreicht, aber man mar nod) immer nicht am Ziel. Der Schauspleler schlug nun gar die Richtung gegen Schmnrgendorf ein, und das in einem Geschwindschritt, der seinen unfreiwilligen Begleiter außer Athen, brachte. Endlich konnte er nicht mehr weiter: „Verzeihen Sie"- sagte er. sich den Schweiß abwischend,„aber ich muß mich ausruhen, ich bin ganz weg...„�ehen Sie - lächelte der tzeldenspieler-„ich wußte es. der Rock wird Ihnen zu weit sein!" Es versteht sich von selber, daß der über- listete Schlaumeyer für den ausgedehnten Spaziergang dies Schauspieler Josef Semsch aus Teplitz von Lüneburg aus hiesige Juweliere um werthvolles Geschmeide zu betmgen ver- standen. Er hatte sich auf Briefbogen folgende Adresse drucken lassen:„Dr. Adolf Ehrenstein." Unter dieser Firma wandte er sich an die Juweliere mit der Bitte um Zusendung ver- schiedener Schmuckgegenstände zum Aussuchen. Mehrere Juweliere sind mit hohen Beträgen bis zu 3000 Nt. herangegangen, da Semsch es verstand, seinem Schreiben den Stempel der Wahrheit aufzudrücken. Er bestellte zu einem Hochzeits- jubfläum im Auftrage seines Stammtisches inehrere Garnituren Brillanten zur„Ansicht". Einen Pelzwaarenhandler, den er gar nicht kannte, bat er. ihm einen Pelz, aber nicht so theuer, wie der vor einigen Jahren bei ihm gekauft, per Eilgut zu über- senden, da sein Dienstmädchen den Pelz durch Feuer beschädigt habe: der Pelz solle höchstens 500 M. kosten. Alle, an die sich Semsch, der in Lüneburg verhaftet ist, gewendet hat, sind hm- 3» Ä Ä ASVS, ÄÄ � Hanoluchung- Gestern Vormittag fand bei dem Maurer Herrn Heinrich Fiedler, Oderbergerstr. 12, auf Requisition der kgl. Staatsanwaltschaft eine Durchsuchung statt, ivelche durch einen Kriminalkommissar und zwei Kriminalschutzleute vollzogen wurde. Die Nr. 51 des„Sozialdemokrat" wurde beschlagnahmt und eine Anzahl Skripturen in vorläufige Verwahrung ge- nomine». Es soll sich um Feststellung einer verbotenen Samni- lung zum Generalfonds der deutschen Manier gchandelt haben. Herrn Fiedler wurden die beschlagnahmten Schnftstucke mit Ausnahme einiger Sammelkarten nach einiger Zeit wieder zurück- ßCftL®in Knl'enstrelch ist am' Mittwoch Vormittag im Lessing-Gymnafium auf dem Wedding ausgeführt worden. Als in einer der ersten Pausen sich ein Quartaner an seiner Garde- robe zu schaffen machte, bemerkte er mit Schrecken an seinem Mantel mehrere, offenbar von einer Scheere oder einem Messer herrührende Schnitte. Die herbeigerufenen Kameraden waren anfangs darüber belustigt; aber bald wich ihre Schadenfreude dem größten Entsetzen, als noch 33 von ihnen an ihrer Garde- robe dieselbe Wahrnehmung machten. Ebenso war es m den übrigen Gymnasialklassen: soweit es sich im Augenblick über- sehen ließ, fand man nicht weniger als 80 Garderobenstucke zer- schnitten. Ferner fehlten den Hüten die Krempen, der Deckel oder das Futter. Einige Mäntel waren derart zugerichtet, daß sie ganz unbrauchbar sind. Zwei Oberquintaner wurden als Thäter ermittelt, obwohl dieselben, um den Verdacht von sich abzulenken, aus ihren eigenen Hüten das Futter heraus- geschnitten hatten. Beide sind geständig. Der eine will von dem anderen verführt worden lein. Die Ausführung dieser That in diesem Umfange ist nur dadurch möglich gewesen, daß die Garderobe der Schüler auf den Korridoren untergebracht ist. Nachmittags, stürzte der Zimmergeselle Nattke vom Gesimse des Kuppeldaches des im Neubau begriffenen Gasometers aus einer Höbe von 16 Metern zur Erde und erlitt hierdurch einen Knöchelbruch an beiden Füßen und Verletzungen am Kopfe. Er wurde mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichs- Hain gebracht. Am 21. d. Ä. geriethen in der Wohnung eines Handelsmanns Koppenstraße 26 Kleidungsstücke und Betten in Brand; ferner fand in der Langenstraße 57 ein Schornstein- brand statt, welcher in kurzer Zeit durch die Feuerwehr gelöscht wurde.— Am 21. d. M. wurde ein 27 Jahre altes Mädchen(eine Putzmacherin) in seiner Wohnung in der Solms- straße todt im Bett liegend vorgefunden. Neben ihm lag ein kurz vorher anscheinend todtgeborenes Kind und eine Düte mit einem Pulver. Die Leichen wurden zur Feststellung der Todes- Ursache nach dem Leichenschauhause gebracht.— Am 22. d. M. Abends wurde auf dem Flur des Hauses Klosterstt. 49 ein junger Mann mit einer Schußwunde im Kopf vorgefunden. Nach seiner Angabe hatjer sich auf dem Kirchhofe der Parochialkirche die Wunde in selbstmörderischer Absicht— angeblich aus Schwer» muth— beigebracht und sich dann nach dem bezeichneten Hause begeben. Er wurde mittelst Krankenwagens nach der Charitee gebracht.— Um dieselbe Zeit brach an der Ecke der Naunyn- und Mariannenstraße ein etiva 45 Jahre alter Mann plötzlich zusammen und verstarb auf der Sanitätswache, wie festgestellt. wurde, infolge Herzschlages.— In der Nacht zum 23. d. M. wurde eine Frau in ihrer Wohnung am Grünen Weg erhängt vorgefunden.— Am 22. d. M. fanden Potsdamerstr. 99 irr einem Blumenladen— und Gartenstr. 155 in einem Material» waarengeschäft unbedeutende Feuer statt. Im letzteren Falle wurde der Inhaber des Geschäfts, welcher in einem Nebentouni schlief, durch den Rauch betäubt, so daß er sich später in ärzlliche Behandlung begeben mußte. Gerichts-Zeiwng. Die vor einigen Tagen auch von uns gebrachte Tierichtoverhandlung gegen den„Millionen- Schulze" aus Charlottenburg beruht auf Unwahrheit. Es fand an dem Tage .........--------- statt, eine Gerichtsverhandlung gegen einen gewissen Schulze doch war das nicht der„Millionen-Schulze". QO 7%""0, vw uimv W VlUtU UVU&U *2% fstr seine Unterstützungsbedürftigkeit zu erfinden, denn ew � seinem kleinen Gehalt nicht auskommen; sein aus * f.cm S?richteter Durst verschlang alle seine Einnahmen. a er lerne Schnorrerei aber zuletzt doch gar zu ungenirt de- ,„.'o konnten sichs die Kollegen zeitweise nicht versagen, ihm Sektion zu crthcilcn. Eines Tages näherte er sich mit trüd- . vMiger Miene dem Heldendarsteller der betreffenden Bühne, dem -rrf.,� eröffnete, daß seine Frau gestorben sei— ein schon vor Kr«» K?Mhren von ihm gebrauchter Vorwand— und daß er, um beim ir ewH,,,st?.vegräbniß erscheinen zu können, dringend eines schwarzen Geh- >ckcs bedürfe, er würde denselben noch am selben Tage zurückstellen. 'er große Mime wußte, wo der Heuchler hinauswollte, und sagte: "ein, mein lieber N., leihe ich Ihnen einen Rock, aber ich chte, er ist Ihnen zu weit!"— Der andere protestirte, denn eui|w% v. r» wollte den Rock ja doch nur— verklopfen.„Sie werden ihiö'f'.er'st Ihnen zu weit," wiederholte der tzeldenspieler, ohne Eifl�vJai" wdeß abzuschrecken; er schloß sich dem aroßmülhigen Kol- geibo', Ffen nach der Probe an, um den fraglichen Rock zu holen. Sie D«" die Potsdamerstraße entlang, ganz hinaus bis zur Weich- "gebe" in/ Die Aufregung unter den Schülern der Anstalt war begreif- licherweise so groß, daß die Thäter vor einer Lynchjustiz seitens der aufgebrachten Mitschüler nicht geschützt werden konnten. Am meisten sind die Eltern der beiden Rangen zu bedauern, die für den Schaden werden aufkommen müssen. Ei« nüchUichrv Abenteuer. In der Nacht zum 17. Januar, kurz vor der Mitternachtsstunde, fanden mehrere Per fönen in der Jnvalidenstraße, am Ausgang der Markthalle, einen Mann, der in offenbar angetrunkenem Zustande und mit zahlreichen Kopsverletzungen laut jammernd auf dem Pflaster lag. Man half dem unheimlichen Gast auf die Beine und übergab ihn einem Schutzmann, welcher ihn nach dem Lazarus- krankenhaus brachte. Unterwegs stellte sich der Unbekannte dem Beamten als.Handelsniaun S. vor und erzählte, wie er in ein Schanklokal in der Rosenthalerstraße gerathen sei, dort mit zwei Männern zusammen gezecht und bald gute Freundschaft mit diesen Trinkgenossen geschlossen habe. Dann seien sie alle drei zusammen nach Hause gewandert, und in der Jnvalidenstraße, gerade vor der Markthalle, habe er, S., plötzlich einen heftigen Schlag gegen den Kopf erhalten, die beiden Begleiter seien ver- schwunden und mit ihnen seine Baarschaft von 45 Mark, sowie seine goldene Zylindemhr. Die Kriminalpolizei pflegt sich im Allgemeinen derartigen abenteuerlichen Erzählungen gegenüber skeptisch zu verhalten, in dem vorliegenden Falle aber scheint der Bericht des S. auf Wahrheit zu beruhen, wenigstens fand man an der Weste des angeblich Beraubten einen Theil der Uhrkette mit daranhängendem Medaillon, während ein Schutz- mann den fehlenden Theil am anderen Morgen in der Jnvalidenstraße im Rinnstein ermittelte. Die Kopfverletzung des S. war übrigens so unerheblich, daß der Patient bereits am folgenden Tage wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Ertrunken. Ein Schlittschuhläufer wagte sich am Don- nerstag von der Liebesinsel auf die Spree hinaus, wo ein Dampfer am Tage zuvor eine Fahrstraße aufgebrochen hatte, die während der Nacht wieder übergefroren war. Der Läufer ge- rieth bald auf das dünne Eis. Auf der Treptower Seite brach dasselbe und der junge Mensch lag, laut um.Hilfe rufend, im Wasser. Der.Hausdiener des Restaurateurs Emst eilte sofort mit der Rettungsleine herbei, brach jedoch selbst ein, so daß er erst von anderen hinzueilenden Leuten gerettet werden konnte. Inzwischen hatten den unglücklichen jungen Menschen die Kräfte verlassen und er war unter dem Eise verschwunden. Der Hut lag noch am Sonntag an der Unglücksstelle auf den Eisschollen, wohin sich Niemand getraute. Die Leiche ist noch nicht gefunden. Der Ertrunkene soll ein Schneider Fiedler sein, der bei seinen Eltern in der Rüdersdorferstraße wohnte. � Selbstmord. Ein Forstbeamter entdeckte am Sonnabend im Walde in der Nähe von Westend die Leiche eines anschei- nend den sogenannten besseren Ständen angehörenden Mannes im Alter von etwa 30 Jahren. Derselbe hatte sich mittelst Zyankalium vergiftet. Man fand bei ihm so große Quantitäten von diesem Gift, daß damit noch zehn andere hätten ms Jen- seits befördert werden können. Irgendwelche Legitimations- papiere find bei den, Todten nicht vorgefunden worden, doch kann als sicheres Erkennungszeichen angegeben werden, daß dem Selbstmörder das linke Auge fehlt und daß die Wunde m letzterem alt und vernarbt ist. Wie alle im Grunewald gefundenen Selbstmörder, wird auch dieser auf dem Kirchhofe bei Schud- fl£U" poliiei Jtftr'icht. Am 18. d. Mts. ließ der Arbeiter Wentkowski, welcher einen großen eisernen Ring trug, denselben fallen und erlitt dadurch eine bedeutende Quetschung am rechten Juße.— Am 20. d. M. erlitt in der Eisengießerei der Berliner Maschinenbaugesellschaft, vormals L. Schwartzkopff, der Former Beerbaum dadurch bedeutende Brandwunden am Rucken und an den Schenkeln, daß er durch flüssiges Eisen aus einer am Boden stehenden Pfanne bespritzt wurde.— Am 21. d. Mts., Nachmittags, brannte der Dachstuhl des Hauses Kulmstraße 37. Nach kurzer Thätigkeit der herbeigerufenen Feuerwehr wurde daS Feuer gelöscht. Ein Brandmeister erhielt hierbei durch GlaSsvlitter derartige Verletzungen am linken Ohre, daß er nach Anlegung eines fltothverbandes mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— An demselben Tage, Der Dosrner Sorialisteuproirst.(Sechszehnter Ver» Handlungstag.) Posen, 20. Januar. Ein bereits am vierzehnten Verhandlungstage von dem Rechtsanwalt Dr. Meschelsohn ge- stelltet Antrag auf Haftentlassung des im Gcfängniß erkrankten Angeklagten Joseph Witkowski aus Berlin wurde heute(Freitag) vom Gerichtshof abgelehnt. Der vom Gericht um ein Sach- verständigen- Gutachten befragte Kreisphysilus Dr. Kunau erklärte schriftlich, daß Joseph Witkowski zwar krank sei, daß jedoch, da die Verhandlung sich ohnehin nicht mehr allzu lange hinziehen würde, seine Haftentlassung nicht unbedingt nothwendig sei. Außerdem setzte der Herr Vorsitzende hinzu, daß der erkrantte Angeklagte im Gefängniß die denkbar beste Pflege habe und von einem anerkannt tüchtigen Arzte behandelt würde. Im Anschluß hieran glaubte der Erste Staatsanwalt Ver- Währung gegen eine Auffassung einlegen zu müssen, welcher auch der Herr Vertheidiger offenbar bei Begründung seines Antrages gehuldigt habe, gegen die Auffassung nämlicb, als sei Szukalski im Gefängniß gestorben. Dies sei unwahr und gerade er persönlich sei dieserhalb mit Unrecht von der Arbeiterpresse auf's heftigste angefeindet worden. Szukalski sei nicht im Gefängniß, sondern im Stadtlazareth gestorben. Da bei diesen Ausführungen des Herrn Staatsanwaltes keiner der Herren Vertheidiger zugegen war, glaubte der Angeklagte Morowski darauf hinweisen zu müssen, daß Herr Dr. Meschelsohn nur gesagt habe, die Untersuchungs- Haft habe bereits ein Opfer gefordert, nicht aber, es sei hereits ein Angeklagter im Gefängniß gestorben. Erwähnt sei noch, daß in den letzten Tagen auch der Polizeisekretär.Herr Lührs aus Berlin, welcher seinerzeit im Auftrag des Ministers des Innern auch dem Freiberger Sozialistenprozeß als amtlicher Stenograph beiwohnte, bei den Verhandlungen zu- gegen war und bis zum Schluß des Prozesses hier bleiben wird. — Morgen(Sonnabend) wird, nachdem nunmehr die Ver- lesung des weitschichtigen Druckschriftenmaterials beendet ist, noch eine kürzere Sitzung stattfinden, in der einzelnen der Angeklagten Gelegenheit geboten werden soll, sich noch nachträglich zur An- klage zu äußern. Am nächsten Montag werden alsdann die Plädoyers beginnen, über welche ebenfalls Bericht erfolgen wird.— Von anderer Seite liegt folgender Bericht vor: Bei Beginn der gestrigen Sitzung war keiner der Vertheidiger an- wesend, später meldete sich der Rechtsanwalt v. Dziembowski. Der Erste Staatsanwalt beantragt, aus den Akten wider Berndt und Christensen festzustellen, daß Christensen zu jener Zeit sich in Untersuchungshaft in Plauen befand und zum Hauptverhand- lungstermin nach Berlin iransportirt worden sei; ferner sei die Behauptung eines Vertheidigers, daß Szukalski im Gefängniß gestorben sei, nicht richtig, er beantragt aus den Strafakten fest- zustellen, daß Szukalski am 25. Juni v. I. nach dem Stadt- lazareth transportirtundam 15. Juliv.J. der Haftbefehl aufgehoben worden sei. Der Vorfitzende stellte Beides aus den betreffenden Alten fest, sowie ferner, daß Szukalski am 16. Juli v. I. vcr- starben sei. Der Vorsitzende theilte ferner mit, daß er, weil ein Vertheidiger am Tage zuvor behauptet habe, die Verfügung des Polizeipräsidenten zu Berlin, wonach die Sammlung für Ausgewiesene verboten sei, sei bekanntlich aufgehoben, sofort um telegraphische Auskunft das Polizeipräsidium in Berlin ersucht habe; er verlese die Depesche, danach sei dieses Verbot nicht auf- gehoben worden. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde Janiszewski befragt, auf welche Weise er in den Besitz des Flugblattes, auf welchem seine Wahl zum ReichstagSabgeord- neten empfohlen wurde, gekommen sei. Er erklärte darauf, daß ein gewisser Chlopski ihm das polnische Manuskript gegeben habe, er habe den deutschen Text geschneben und habe Beides zum Drucken einem Setzer der Buchdruckerei von Sehönfeld und Harnisch in Dresden, in der er als Buch- bindet beschäftigt gewesen sei, gegeben, die gedruckten Exemplare seien darauf hier nach Posen abgesandt. Es wurde nun- mehr dem Janiszewski der Widerspruch zwischen der heutigen Auslassung und seiner verantwortlichen Vernehmung, wo er er» klärte, daß Chlopski nach drei Tagen die gedruckten Exemplare abgeholt habe, vorgehalten. Es wurde ferner ein bei Janiszewski vorgefundener Brief zur Verlesung gebracht, in welchem ein Christian Hern schrieb, die 100 M. möchten dem Janiszewski ausgehändigt werden; darauf erklärte Janiszewski, die 100 M. habe er dem Hein, als er mit ihm zusammen in Paris arbeitete. geborgt, und dieses Geld babe Hein seinem in Dresden woh- »enden Stiefbruder, dessen Namen er aber nicht nennen werde. behufs Abgabe an ihn gesandt. Es wurde ihm vorgehalten� daß er bei seiner verantwortlichen Vernehmung erklärt habe. er könne über dieses Geld keine Auskunft geben. Sodann wurde die Oeffentlichkeit wieder ausgeschlossen und die Ver- lesung der Schriften zu Ende geführt.— Nach Eröffnung der heutigen Sitzung beantragte der Erste Staatsanwalt die Ver« lesung des gegen den Schriftsteller, früheren Lehrer Christcnsm ergangenen Urtheils der Strafkammer in Plauen. Dieselbe erfolgte. Nach demselben ist Christensen wegen Vergehens gegen das Sozrattstengesetz zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Demnächst erfolgte auf Antrag des Ersten Staats- anwalts die Verlesuna der verantwortlichen Vernehmungen der Angeklagten, welche bis jetzt die Erklärung verweigert hatten. Zum Schluß wurden sämmtliche eingeklagten befragt, ob sie noch etwas bezuglich der Beweisaufnahme zu erklären hätten. Kurowskl schildert darauf, wie er mit Slawinski bekannt ge- worden sei. Pospieszny meint, er sei in dem Lokale, in welchem die polnischen Sozialdemokraten verkehrten, nur einmal mit Felix Witkowski und Morawski zusammengettoffen, er habe dort fernen Geburtstag gefeiert, sonst sei er in dem Lokale nie ge- wesen. Goseinski erklärte, er sei mit Christensen einige Male. ett L zusammen gewesen, weil sich derselbe erboten habe, schriftliche Eingaben an die Gerichte ihm unentgeltlich zu fertigen, und er habe bei solchen Gelegenheiten dem Chrislensen Informationen zur Fertigung der Eingaben gegeben. Die übrigen Angeklagten aeben keine Erklärungen ab; Verauf wurde die Sitzung ge- schlössen. Am Montag beginnen die Plädoyers. Kereme und Nersammiungru, Fachverrin der Tischler. Heute, Dienstag, Abends 8k Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28: Ordentliche Generaloersammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahrsberichte des Vorstandes und der Kommissionen. 2. Ersatzwahl der Kom- misstonen. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten.— Das Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. — Diejenigen Mitglieder, welche an dem Unterricht in der Handwerkerschule theilnehmen, sind zu dieser Versammlung be- sonders eingeladen und werden ersucht, ihre Schulkarte mitzu- bringen.— Billets zu dem am Sonnabend, den 11. Februar, in der„Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57, stattfindenden Wiener Maskenball des Vereins sind in der Ver- sammlung zu haben. � r, Demokratischer Verein ,« Serlin. Heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, im Restaurant Stein, Rosenthalerstr. 33 2 Tr. Tagesordnung: Ausschußwahl. Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Dr. Verls: Die zivllrcchtliche Verantwortlichkeit der Poll- __' i..r."„s. �____ S» sV) ,,% vi< 4�&*«• �)T mfcürtnSfimAe»« zeibehörde und-Beamten für ungesetzliche Amtshandlungen. �' r Wohnuugsmiether. Heute, Dienstag, Verein Berliner � � ,r. Abends 8 Uhr, allgemeine Miethcrvcrsammlung ,n vabcls Brauerei, Bergmannstr. 5—7. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Zweck und Ziel der Berliner Mietherbewegung. 2. Freie Diskussion. 3. Berathung der Gmndbestimmungen. 4. Mit- gliedcraufnahme. 5. Fragckasten.„, Kauverein Berliner Bildhauer, Annnenstr. 16. Heute, Dienstag, Bibliothekabend., ri Gesang-, Turn- und gesellrge Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8- Uhr im Restaurant Quandt, Stralauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Zzildebrandt, Prinzcnstraße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf und Krriger, Skalitzerstraßc 126, Gesang.— Männer- gesangvcrein„Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk, Kottbuserstraßc 22.— Männeracsangverein„Stcinnclke" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstraße 56—57.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8', Uhr Annenstraße 16, im Restaurant Sahm.— Gesangverein„Sängcrhain" Abends 9 Uhr im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abends 8'-, Uhr Wilsnackerstraße 63, im Restaurant Jlgcs.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Nebelin, Langestr. 108.— Zitherklub„Amphion". Abends 9 Uhr, im Kurfürstenkcller, Poststraße 5.— Turnverein„Froh und Frei"(Männerabtbeilung) Abends 8'/, Uhr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Tumgenossenschaft(V. Männerabthei- lung) Abends 8 /, Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasser- thorsrraße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Dicffenbachstraße Nr. 60/61. — Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gcmeindeschule Abends 9 Uhr im Rejtaurant Kinner, Köpnickerstraße 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Ge- meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant„Albrechtsgarten", Wilhclmsttaße Nr. 105.— Arends'scher Stenographen- Verein „Apollobund" Abends 8'. Uhr Brunnenstraße 129..— Arcnds- scher Stenographen-Verein Abends 3' /, Uhr im Restaurant„Zum eisernen Krcriz", Lindenstr. 71.—„Deutscher Verein Arendsfcher Stenographen Abends 8', Uhr in Randel's Restaurant, Bmnnen- straße 129»..— Verein„Rose" Abends 8'/, Uhr im Restaurant Eltze, Alcxandrinenstraße 99.— Vcrgnügungsverein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reimcke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15.— Rauchklub„Zum Wrangel" Abends 3 Uhr bei Blocksdorf, Wrangelstr. 32. Neueste Nachrichten. Eine srhr optimistische Anschauung über da» Schicksal der Nerbaunuugsvorlage vertritt der Berliner Korrespondent der„Franks. Ztg." Er schreibt:„Die Airtwort auf das Räthsel ist längst gegeben und jeden Äugenblick von den ausschlaggebenden Führern im Reichstage zu haben: das Gesetz wird abgelehnt, abgelehnt unter allen Um- ständen, auch wenn Für st Bismarck sich dafür ins Zeug legt. Das Höchste, was die Regierung erreichen wird, ist die Verlängerung des bestehenden Gesetzes auf zwei Jahre. Diese Versicherung wird aus dem Zen- trum und aus der nationallibcralen Partei mit solcher Bestimmt- heit abgegeben, daß nur ein durch die Erfahrungen der letzten Jahre besonders gefestigter Pessimismus noch an einen andern Ausgang glauben kann. Die Hoffnung der„Norddeutschen", daß die ablehnenden Stimmen in der Presse von„Parteimännern" herrühren und für die„ernsten Politiker" des Parlaments nicht entscheidend seien, ist irrig. � Wir haben Grund zu der An- nähme, daß die entschiedene Sprache, welche in der nationallibe- ralen Presse zum Durchbruch gekommen ist und sich zum Thcil sachlich sehr überzeugenden und vortrefflichen Auseinander- rn setzungen nicht nur gegen die jetzt beantragten Verschärfungen, sondern auf Grund der bisherigen Erfahrungen auch gegen die Verewigung des Sozialistengesetzes erklärt, hauptsächlich auf den Einstuß derjenigen„ernsten Politiker des Parlaments" zurückzuführen ist, welche die„Norddeutsche" wohl speziell im Auge gehabt hat. Auch der Vorschlag, das Gesetz nur noch einmal auf kurze Zeit zu verlängern und dann, wenn die Alters- und Invalidenversicherung angenommen ist, die Rückkehr vom Aus- nahmegesetz zuin gemeinen Recht zu versuchen, rührt von diesen ernsten Politikern her. Unbeschadet unserer Kenntniß der Ver- gangenheit und der Naturgeschichte des Nationalliberalismus haben wir den Eindruck, daß es der Partei mit der Ablehnung der jetzt beantragten Verschärfungen vorerst ernst ist. Wie lange diese Ueberzeugung und Stimmung Stand halten wird, ist eine Frage, deren Entwickelung man in den nächsten Wochen mit Interesse verfolgen wird. Die Ver- schärfungen des Sozialistengesetzes finden keine Mehrheit! Das ist zur Zeit die überwiegende Meinung im Reichstage. Die kleine Schaar der Zweifler beruft sich auf gewisse Er- sahningcn der Vergangenheit und auf den alten Wcisheitssatz — Abwarten!— Eine gewisse Bestätigung dieser Anschauung kann man vielleicht in folgenden Sätzen des Stöckcr'schen „Reichsbote" finden, die wenig zuversichtlich vom Schicksal der Regierungsvorlage sprechen: Das Sozialistengesetz steht noch immer im Mtttclpuntte der Diskussion in der Presse. Welches Schicksal dasselbe haben wird, läßt sich schwer voraussagen. Im allgemeinen glaubt man, daß eine Verlängerung des bestehenden Gesetzes stattfinden wird; ob sich aber für fünf Jahre und die Strafvcrschärfungcn eine Mehrheit finden werde, das wird bezweifelt, lieber die bisherigen Ausweisungen der Sozialdemokraten von einem Ort zum andern haben die Motive zu der jetzigen Vorlage selbst eine scharfe Kritik geübt und wenn die Mitt Heilungen, welche die sozialdemokratische Reichstags fraktion dem Reichstage gemacht hat, auf Wahrheit be- ruhen, so wird auch dadurch ein recht ungü n- stiges Licht auf diese Ausweisungen geworfen, die theilwcise in ruhelose Hetzjagd von Ort zu O r t a u s a r t e t e n. Ob die Ausweisung aus dem dem Deut- schen Reiche besser und wirksamer sein iverde, ja ob sie bei der Zurückweisung des Auslandes überhaupt möglich wäre, dürfte noch fraglich sein: vom Auslände aus könnten die Ausgewiesenen auf»dem Wege der Korrespondenz fast noch ungehinderter und wirksamer agitiren, als wenn sie in Deutschland bleiben und hier unter unseren Augen stehen. Wenn das Ausland aber die von uns Ausgewiesenen zurückweist, so ist die Ausweisung unmöglich; denn zwischen dem In- und AuSlanv liegt kein leerer Raum, wo die Leute bleiben könnten. Uns will es scheinen, als wäre noch das wirksamste und am wenigsten harte und grausame Mittel, um die Agitation der Führer der Sozialdemokratie un- schädlich zu machen, die Jnternirung an bestimmten kleinen Orten, wo ihr Verhalten kontrolirt werden lannund wo sie etwa wie Kriegsgefangene zu behandeln wären. Sie würden dann auch am wenigsten als Märtyrer erscheinen." Ans London, 23. Januar, wird der„Voss. Ztg." tele- graphirt: Die Sozialisten machten gestern einen Versuch, eine Versammlung auf Trafalgar Square abzuhalten. Kaum hatte aber der Sozialist Winks seine Ansprache an die etwa 200 Personen zählende Versammlung begonnen, als er vom Sockel der Nelsonsäule von Schutzleuten mit Gewali hinab- gezerrt wurde. Da er darauf bestand, weiter zu reden, so wurde er verhaftet. Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Uiga, Montag. 23. Januar. Die Passage von Domesnees ist völlig gesperrt. Mehrere für Riga bestimmte Dampfer sind in den Hafen von Libau eingelaufen. Krlgrad, Montag, 23. Januar. Die Sku aufgelöst worden. Die Neuwahlen sind für de« anberaumt. tr. 21. (Nack Kcklnß der Redaktion ei»grtr300] 1 0 1 109. 457 541 625 744[1500] 48 65 806 60 89 90 1 02013>5 818 45 996 1 03058 215 95 320(5001 436 63 507 14* 92 477 601 80 759 65 81 841 918 75 4 096 198 208 63[500] 65 3: 37 485 15001 579 823 47 80 971 5015 98 150 202 337 531 11500] 61«085 408 37 660 91 731 54 61 850 975 7324 56 78 444 75 580 81 610 839 928[3000] 8194 208 93 302 32 522 68 632 34 744 49 908 41 84 98»119 243 94 410 516 690 705 95 847 63 917 26 37[1500] 10124 79 222 70 333(.3000] 422 650 622 73 751 866 94 1 1019 143 249 74 353 507 97 705 39 879 904 1 2245 435 621 750 59 896 1 3035 462 554 628[300] 63 66 85 805 53 946 1 4015 31 68 121 201 86 334 560 680 93759 91922 1 5013 25 49249 688 I«316 26 30 57 598 651 780 814 44 920 53[300] 78 I 7028 113 296 343 53 64[1500] 712 24 895 18291 411 41 574 789 865 93 1 9129 67 520 650 847 62[1500] 20176 77[500] 637 704 87 834 900 2 1 018 113 233[500] 67 431 506 19 25 37 665[300O] 866 963 77»2223 336 44 559 729 60 834 921 81 23054 180 280 420 599 662 82 744 92 901 21 32 47 52 2 4077 97 114 293 357 401 20 511 688 735 25019 103[300] 92 94 273 80 94 446 516 702 853 983 2 6018[300] 30[5001 5» 127 201 14 53 414 507 618 81 87 706 85 812 2 7ii71 395 424 37 70 85 523 38 806 80 969 97 28055 162 W» 286 313 509 54[8000] 622 11500] 719 34[3000] 63 964 2 9177 95 582 611 69 545.83 744 46 824 31 30050 172 367 561 614 69 805 32 911 31144 65 276[300] 95 309 438 71 724 70 835 52 58 962 32099 137 286 434 51 78 509 30 874 928 33034 127 46 450 620 21 98 798 897 3 4006 71 118[15001 39 77 226 584 627 99 3 5086 262 1300] 407 500 631 61 806 48 974 3»102 211 458 83 636 72 714 838 923 66 89 3 7008 75 93 175 285 379 409 13001 60 74 760 86 857 85 984 3-8017[3000] 168 381 438 525 632 74 787 815 998 8»012 174 337 431 57 79 574 606 28 53 869 89 991 4»055 148 59 232 37 323 43 60 96 407 98 505 45 53 925 39 74 41103 321 71 96 402 34 576 883 4 2293 492 877 927 4 3157 748 802 [15000] 35 99 904 66 44044 134 436 88 579 773 827 45[300] 920 49 45039 45 341 798 40081 303 428 65 67 4 7010 295 98 99 393 403 99 605 7 643 93 844 64 97 927[1500] 48439 520 93 662 4V217 95 319 402 534 871 95 99 50072 152 94[3000] 274 362 68[300] 408 62 512 16 63 606 35 56 [300] 60 700 956 5 1 252 84 402 10 672 944 68 91 5S161 302 65 420 651 60 99 897 913 87 5 3002[1500] 147 374 460 505 600 10 73 757 838 988 54113 233 331 411 42 586 627 37 882 5 5007 30 186 90 335 443 524 68 610 39 718 986[1500] 99 5 6012 178 99 384 459 530 984 5 7183 89 286 489 592 633 782 931 58205[300] 30 311 47 684 626 32 815 990 5W156 99 214 306 13 561 665 922 60033 123 271 89>1500] 92 354 967 6 1 042 134 409 501 622 838 [5000] 985[300] 90«»318 40 59 474 501 617 729 804 972 89 95«3163 104013196 336 50 439 93 554 79 88 6201500] 43 8153 9 63 71 682 726 j 26 48 54 79 145 51 288 429 53 79 509(______ 87 348 471 97 503 826 56 107165 72 431 41 06< 1 08069 197 397 483 649 66 89 749 801 908 45 l»t, 10[3000] 22 334 88 425 81 623 784[500] 96 850 907 1 IO101 292 300[3000] 92 405 608 881 I 1 1125 j*? 317 491 515 655 61 883 935 68 1 1S024 154 68 494 U 96 721 923 113259 310 46 450 522 904 5 SO 49 H', 96 4500] 576 96 130001 616[500] 7:16 11.>404(3001 oijj 918 39 56 86 116051 203 86 300 17 2 1 35 4 2>300]* 843[300] 987 117103 14 208 30 40 405 527[15001 6'.! 81 96 11»— m 92 873 936 29 70 Sff-ntli Niemand geistig der 1 20032 122 205 11 361 485[300] 613 791 899_, 69 97 624[5(I0| 27 73 95 728 8.4 901_ I»»088 82g 90 1 23032 48 193[300] 225 316 34 73 576 672 789 227 39 413 17 58 554 77 85 605 897 903 1 2 3027»('"'j 82 408 514 90 97 635 84 98 747 57 88 849 50'»«ÄI 127 031 113[500] 87. 279.*' j 66 231 323 574 743 810 69 922 6 4036 135 213 54 64 1300, 429 96[ISO'] ...... 60«5072 15001 339 448 507 66 675 77 721 98 611 794 819[500] 907 48.______ �■ 66022 138 41 65 235 365 79 424 502 608 13 6 7278 401 596 625 702 85 «»075 77 236 412 772 84 852 968 70 72«»059 227 74 315 440 56 57 748[1500] 926 7O290 441 45 94 576 705 34 63 878 930 7 1 108 208 374 441 597 682 727 47 1500) 56(30001 88 880 995 7 2264 81 302 80[3001 567 71 88 652 58 738 909 51 86 7 3005 128 81 254 308 565 652 65 924 7 4012 126 97 218 369 434 631 73 97 826 78 931[300] 7 5044 224 830 505 6 631 71 855 948 76020 77 221 72 445 77149 207 79 323 36 51 630 49 713 955 83 7»076 289 321 437 636 49 816 61[1500] 913 7»III 19 239[300] 64 58 341 440 644[500] 784 »0105 42 15000] 46 214 70 325 463 504 17 650 65 722 56 905(500) 8 1 352 482(15001 580 646 71 711 79 805 57 89 912 97»»098 409 527 633 59[15001 68 715 892 911 36»3001 39 105 29[5001 72 85 552 56 624 35 864»4079 101 75 301 77 86 417 649 803 936 54»5141 74 478 528 766 835 96 995»6004 83 95 141 203 37 65 543 73 76 741 824 67 912»7010 21 25 215 77 398 400 669 94»»107 45 257 87 454 532 626 729 52 817 78 918»0009 20 109[3000] 18[500] 44 289 465 513 608 46 87 789 939 00594 673 713 902 58 68 Ol 015 19 154 261 91 412 551 707 67 885 »2195 269 1500) 330 69 423 561 97 007[15001 48 68 86 765 831 60»3256 89 437 546(15001 67 631 754 67 811»4033 44 91 136 376 402 662 »5033 36 67 105 61 84[1500] 261 69 324 68 79 99 427 632 44 65 68 940 ■'Ol 1 J«IVO 1t 6VO OV-»VO Ü6I 7.,,|p*. � � l»0S5 121 29 73 250 63 65 301 3 11 35 492 Kj kunren, 1U N 6 11»102 268[500] 89 424 37 508 26 SS jem g, „De Und Man ka angewendet n 709 49 869 998»»»OA. 142 52 208 314 447' und Heilsari "9' i' 3 01,4']■' r?' 5-20'235':;:i3 71*150� 570 628'1500] � � Sozialistenges 830 925(3OO0) 69 131018 90 196 412 536 702 73 SA 9 Kuren, denen will„»ich. 136111 43 412 58 860[30001 900 1 3 7417 518 49% 951 138005 100 40 471 72 538 612 744 813 94 S3V t* 542 714 23 845 912 20 33 70„„„> 1 40142 323 6.8 408 600 758 965 94 1 4 1 143 628 73 787 924 73 13001 14»053[50001 181 202 � 1431:60 207 45 308 66 584 616 68 732 53 883 93(Äl 320 546 95 603 704 825 89 963 1 45305 419 92 61? Z,? 63 210 60 88 304 455[500] 663 806 900 147045 ff j I4S131 67 231 89 440 509 56 67 91 791 14»009 641 710 17 61 815 11500] 32 941[3000] �lS| 1 50115 211 88 328 483 504 879 84 943 1 51000 l'jj 523 56 788 801 51 71 13»I19 229 89 309 23 45*% (5001 90 803 961 153126 71 86 218 77 465 71 91 TS 151111 79 308 24 78 639 91 888 89 927 1 5 502UI&4 373 450 574(300) 718 852 73 99.3 I 56022 274 8? /zjtt 85 878 79 963 72 157022 219 13000] 395 96 425«T 49 79 924[500: 87 I5»027 142 50 222 47 70 346g 937 I 50087 190 377 92 485 594[3000] 677 85 836 AA I«»063(30001 110 55 283 371 500 89 91 661 73S°A 63 I 6 1 1'>6 40 204 560 715 51 53 83$ 993 I«»oHW 40 11500) 88 604 76 836 52 1 630 K) 87 176 233 SM >»«037 185 343(500) 453 557 838 88 918 94 92 476 92 521 99 694 726 33 43[3000] 64 92 832 355 56 475 597 666 93 725 37 39 99 843 65 911 ,'A' 461 536 56 65 623 84 811 I 7 4003 51 147 291 316 I.jß 723 37 807 44 115001 95 1 7 5006 105 64 212 59 SB 682[300] 17tt0O6 4=6 514 675 725 82 96 846 52*33 841 I 7»059 68 249 54![1500] 60 91 988 ITOÜol1' 433 501>300] 620 800 937 61 76 53»1�)�737�15'52�,78'' �»»153 j500 �321%{W der tägliche A &' SSW«-K/l N/Ä'M x-L-d-«., 8.3 90:1 I»5273 621 25!5>» 7.! 73'*15 a»""! m den Groß rawrvfläf mn, 8i'ch.„d-»S, zusammenhan ' tausende zu Steht es mit der körp, den arbeiten senden Webst Industrie schäftigkeit, t stellt ungeheu Die weitgehei Verrichtungen lich ist, ins l zelnen auch d und Muskeln Aber wie stek : Thätigkeit des zu der die al Verhältniß f menschlichen BolkSeinkomir Einzelne st rung zufüh Ersatz seine! kommen nock welche die S. Zithung der&. Klaffe 177. König!. Preuff. Lotterie. Ziehung vom 23. Januar 1888, Raibmitiag». Ilm dir Sew»»>. über 2 1 0 MVtt find den b-trefieud-n Nummer» iu Poreuthe e beigefugt. (Ohii, Bewähr.) 19 194[500] 204 56 339 410[3000] 83 505 75 99 797 1150 316[300] 409 563 623 708 19 34 43 60 892 967 99 2047 206 326 61 470 627 32 793 803 3154 71 271 335 47 464 82 541 732 92 920 4041 48 93 182 344 476 91 546 611 12 790 821 51 94 908 5067 96 314 5:14 625 69 76 728 80 18 952«034 69 199 215.32 97 391 430 596 620 71 742[300] 7043 48 110 4 4 71 204 352 448 516 639 82 92 775 890 933 88«046 88 185 236 490 538 64 624 878 965»015 34[500] 177[1500] 99 210 15 411 88 584[500] 698 800 26 70 954 68 >0102 30 242 46 328 418 67 575 857 937[500] 40 57 11071[300] 133 309 23 440 568 770 89 926 I«039 399(30)0) 422 50 520 73 604 (500) 60 87 98 711 42 829 13004 58 126[3001 71 278 328[500] 70 638 775 869 87 900 61 98 11227 286 89 416 739[3000 51 855 SO 916 1 5075 220 98 370 401 3 18 811 52 932 47 48 52 1 0055 71 122 310 20 516 724 882 I 7329 463 611 708 944 1»078[5001 146 60 276 478 95 660 68 730 819 75[1500. 930 1 9013 64 66 104[3000] 291 97 405 66 700 68 832 0 äW4&«59% _:«O024 84 242 65 68 97[1500] 346 60 524 76 653 75 866 80 96 »>- 32019 216 38 564 643»4009 WKMi 60012 772 91 932»1031 36 67 125 WKMAWWWsWW [3000] 260 304 461 586 91 493 98 601 38 68 621 79 209 331 44 98[15001 569 96 963 90»6074 178 296 616 710 31 818[3000] 981»»043 186 94 205 22 3-' 705 873»»195 354 416 577 649 820 49 901 86 100229 540(3000]----- 229 32 98 506 611 783 835 989 1 011069 133 aw< i ooo<4-**4 1 oü#'Voa 622 733 69 834 921 91 105009[3001 391 464'V drängen, vro Menge von i Anzahl von A lassen uns ei k-A der Großstadl 106099 121 554 685[ 3000] 917' 1072-4(>: --------———~~- 4 [1500] 716 70 85 864 966 1 0»008 38 82 125 23a 844 916 1 0 906:: 249 862 67 901 41[1500] 79 110005 168 394[500] 522 58 971 1 1 1.102 Änl;]! 98 1 1»055 387 520 600 5 29 700 1 l«058 26-., 45 j'i & 1 14002 1(2 (KB* Recht« vor Ron „Bitte tl j anmalt," sagt 415 60 579 85 612[500 835 95 910 78[3000] 635 750 919 39 81[3001 I 16079 87 212 401 � MT 485 539 601 30 709! 1 1»137 61 204 73 i»«nu 150 > 121043 218 36t■ 159 81 273 331 95»,» 40 01 oos 959 o».. 1(•«••.•vi»..,(uu« rn 733 72 SOS 960 I»»087 168 469 773 916 21 vi.V.,',„daß Sie un I»0098 101....................... 1 1». oiniE. f... 810 967 l»12 178 486 580 715 «8« sasawa« tr 430 512 610 93 701 5 840 925 47 67 85 1»»233 ig 0' 29 90 126 251 311 622 33 88 628 700 13913' � 47 778 833 915 f&J . 125J600J.219 52[1500] 349 494 596 W.87 9% 63030 1500] 743 68 864 902 11 24 36 54 75 42�850 15001 67 701 44 85 89 845 75 ........ 90)�704�13 807 929 88 73 628 6«. 613 62 90 77h 8'5 953 1461,33 37 203 463»31 66 1 47170 408 26 1300] 80 665 783 90 86. lostljnoj 410 91 504 96 865 88 91 140041[500] 215 29 959[300] 1 50220 32, 200 3 411 61 676 803 71 >*fl 317 49 88 520 80 629 39 964 1 56136 201 Ist,, 130001 908 1 5 7 000 7 373 499 593 958!.r>Och'st? 75t' 442(5001 73 668 611 62 774 150410 5.7 61 1 160010 22(30001 98 181 209 328 461 098# ji> s,6 1 04030 126 39 52 85 514 6.36 39 712>.>[, 17 50 420 24 68 776 805 13 63 918 63 1 6«tv( 93 1 153 59 296 351 586 762 � »1097 90 486 511 863 99 923 910 t------------ 92 966_ 118 226 13000] 385[500] 492[30001 631 »»194 225 27 330| 86 90 98[3001 552 657 893 996 >80059 84 89 199 211 371 75 426 84 58? 7« 717 846 57»»191 316 417 561 «IM � Da ich aber Fräulein To. Heime Staats Wein auf ihr gründen... „Schon „haltet mir «b, denn st. Sie einmal h heruntergewel ab und schritt . Im Saa heim hatte no Nachbarin au anderen Her: und der ju | auf einen der eine Weile Stimmung, f. ... Setzt schi ltches Lächeln seinen traf. konnte- e �felch' ander „Merkwürdig. Tanze ihr Ge kam,„ob sie leise gebogene Verantworllicher Redatteur: an MIO SM», #.«»»»-.» in»alin. M«»»«.8°.n»«, in 3w., aeuchiST 32SJ