Mittwoch, den W. Januar 1888. 3. Jahrs« Der pai Mittag i» dakti» ung beij» Sie !42 i 746. im(W3 04013 507 W ZW 726 �|- 350 90 I 112oi IS 494! 49 II! W Z 28 96 erlittet WteblölL Krgan für die Intcreffen der Arbeiter. Zur öffentlichen Gefnndhettspstege. Niemand wird behaupten, daß der Doktoren, welche an der geistig und körperlich leidenden Menschheit herum- kuriren, zu wenige seien. Es geht immer noch, wie es in dem alten Studentenlied heißt: «99 i«®„Der schilt die sünd'ge Seele aus «sj Und der flickt ihr versallnes Haus" k. 5027,65� Man kann nicht behaupten, daß die Mittel, welche Vfg:;oi» angewendet werden, etwa zu schwach sind. Antisemitismus oiw i"1 und Heilsarmee aus der einen, Sozialgesetzgebung und ,5001 36 j! Sozialistengesetz aus der anderen Seite— das sind starke j 73 SU 1 Kuren, denen unser Volkskörper unterzogen wird. Und doch Mzos 4# will er nicht gesund werden! iäi-Ca rx...... A Steht es schon mit der geistigen Gesundheit schlimm, mit der körperlichen vielleicht noch schlimmer. Es ist für den arbeitenden Mann keine Kleinigkeit,„am sau- senden Webstuhl der Zeit" zu sitzen. Diese Epoche des AndustrialismuS mit ihrer athemloS schnellen Ge- schäftigkeit, die einem unaufhörlichen Wirbeltanze gleicht, flellt ungeheure Anforderungen an den menschlichen Körper. • 40--ai n�e weitgehende Tb eilung der Arbeit hat die mechanischen 7, 91 Verrichtungen, bei denen keine Kunstfertigkeit mehr erforder- lieb ift. llüPttSTiAp r\pr'mi>riv,+ S\n«v» !74 8�a 42o 9 lieh ist, ins Unendliche vermehrt und damit von dem Ein- szz'stW zelnen auch die stärksten Leistungen verlangt. Hirn, Nerven 346j�a und Muskeln werden in dieser Zeit sehr sch -'.öl ort.— n-r.-..«—. luTsä» Aber wie •dB ff •Afk m . nett verbraucht. , es mit dem Ersatz? Die hochangespannte Thätigkeit des Körpers bringt eine Abnutzung mit sich, zu der die allgemeine Volksernährung in gar keinem Verhältniß steht. Das unter dem doppelten Druck der menschlichen und der mechanischen Konkurrenz sinkende Volkseinkommen ist viel zu gering, als daß der Einzelne sich die kräftige und reichliche Nah- rung zuführen könnte, welche für den vollen Ersatz seines Kräfteverbrauchs erforderlich ist. Dazu kommen noch eine Menge von anderen Umständen, welche die körperliche Gesundheit beeinträchtigen; sossltijl weieye oie rorperneye Gelunoyeit veemtraeytigen; 2, sä HWder tägliche Aufenthalt in dumpfer, staubiger und qualmiger 'T&o Atmosphäre, die schlechten»n„»ni>„<»,>>->n Nlobminn»» Äli liA'"------- m und ungenügenden Wohnungen M in den Großstädten, der Mangel an Gelegenheit zu er- M frischenden Spaziergängen und Bädern, und was alles damit A zusammenhängt. In den großen Städten, wo sich Hundert- . � tausende zu rastloser Erwerbsarbeit aller Art zusammen- eine eine Sterblichkeitsziffern en uns einen tiefen Blick in die sanitären Verhältniffe Großstädte thun und sie beweisen uns, daß für die Ge- Sf 'so*'"'., näSiifl JeuiCeton. (KU* PI«cht««rteJaUea.) 1 [19 (Nachdruck verboten.) i t Der Erve. Roman von Friedrich Gerstäcker. „Bitte tausendmal um Esküse, Herr Geheimer Staats- anwalt," sagte der Schuhmacher, wie er nur seiner ansichtig .. � wurde und machte eine tiefe, ehrfurchtsvolle Verbeugung, öi'js'j;)«daß Sie uns hier in einer kleinen Konservation antreffen! 73i yi' i Da ich aber gerade ein Paar Schuh' für das unterthänigste Ti?«ii �(j Fräulein Tochter gebracht habe, so sagte die Frau Ge- Heime Staatsanwalt, ich möchte so frei sein und ein Glas Wein auf ihr Wohl leeren, und das wollten mit Dank be- gründen..." „Schon gut, Heßberger," sagte der Staatsanwalt; „haltet mir nur hier die Leute jetzt nicht von der Arbeit denn sie haben gerade viel zu thun. Franz, springen Sie einmal hinüber in's Spielzimmer und suchen Sie die heruntergewehten Karten mit auf!" Damit drehte er sich ab und schritt dem kleinen Zimmer wieder zu. . Im Saale wurde indessen flott getanzt und Mendels- ,i\. natürlich zu dem ersten Galopp wieder seine Tisch- nachbarm aufgefordert. Ottilie war dann anderen Herren zu den und der von ein paar zu den nächsten Tänzen cngagirt worden lunge Offizier benutzte die Gelegenheit, sich auf einen der Stühle zurückzuziehen und dem Vergnügen eine Weile ausruhend zuzusehen Er war nicht in der Stimmung, selber große Freude daran zu finden. Zetzt schwebte Ottilie an ihm vorüber, und ein freund- liches Lächeln glitt über ihre Wangen, als ihr Blick den seinen traf. Er tanzte nicht, weil sie nicht mit ihm tanzen konnte- er war wirklich zu liebenswürdig! Und doch, welch' andere Gedanken zuckten ihm durch den Sinn! „Merkwürdig," dachte er, als sie, noch immer lächelnd, im Tanze ihr Gesicht so drehte, daß er das Profil zu sehen be- kam,„ob sie nicht Aehnlichkeit mit Rebekka hat? Ganz die leise gebogene Nase und die schwellenden Lippen; nur der sundheitspflege noch lange nicht genug geschieht, namentlich wenn man die kärglichen Mittel in Betracht zieht, die heute gewöhnlich für die öffentliche Gesundheitspflege aus- geworfen werden. Selbstverständlich muß der Gesundheitszustand einer Einwohnerschaft an den verschiedenen Orten ein verschiedener sein, denn er wird nicht nur durch Ernährung, Wohnung, Arbeitsart und Lebensweise überhaupt, sondern auch durch Bodenbeschaffenheit und Klima bedingt. Aus diesem Um- stände sollte man schließen können, daß in den Städten, die von Natur mit den am wenigsten zuträglichen Verhältnissen versehen sind, auch die weitgehendsten Maßregeln für die öffentliche Gesundheitspflege getroffen sein müßten. Dies ist aber keineswegs der Fall und es besteht in dieser Be- ziehung ein sonderbares Mißverhältniß m den Sterblich- keitsziffern. Wenn man aus den großen Städten der ver- schiedenen Erdtheile etwa dreißig herausgreift, ergiebt sich dies Mißverhältniß zur Evidenz. Es kommen nämlich an Todesfällen auf je 1000 Personen jährlich: in Brüssel IS, in Amsterdam, im Haag und in Phila- delphia IG, in Stockholm und in Baltimore 17, in Dresden 18, m Wien und Turin 19, in Berlin, New-Bork und Brooklyn 20, in Paris 21, in Christiania 22, in Petersburg 23, in Venedig 24, in Budapest, Bombay und Kal- kutta 25, in Rotterdam, Breslau und Prag 26, in München 27, in Hamburg 29, in Trieft 30, in Kopenhagen 31, in Alexandria 35, in Rom 37, in Madras 43 und in Kairo 51. In Hamburg sterben hiernach fast doppelt so viel Personen per Zahr wie in Brüssel, und Paris kommt als 13. Stadt in dieser Rangordnung. Man sieht daraus, daß Brüssel die relativ gesttn- deste Großstadt ist und daß wir in Berlin uns in leid- lichen sanitären Zuständen, alles relativ genommen, befinden. Aber wie kommt gerade Brüssel zu einem solchen allerdings unschätzbaren Vorzuge? Die Fachmänner sagen, dies käme durch das groß- artige und musterhafte Kanalsystem, welches Brüssel hat, dessen Errichtung zwar großartige Kosten ver- ursacht hat, dessen Wirkungen aber durchaus segensreich sind. Ebenso� soll die Regelung des Seen-Bettes viel zur Hebung der öffentlichen Gesundheitszustände in Brüssel bei- getragen haben. Der Unterschied zwischen Brüssel und Hamburg läßt sich daraus leicht erklären. Hamburg hat viel enge und finstere Massenquartiere und daneben jene Kanäle, FleetS genannt, die im Sommer verpestende Ausdünstungen mit sich bringen, wenn das Wasser abläuft. Ob und wie das Brüsseler Kanalsystem dem Hamburger überlegen ist, können wir nicht beurtheilen; eS scheint aber durchaus der Fall zu sein. seelenvolle Ausdruck der Augen, nur daS reizende Grübchen im Kinn fehlen ihr; auch ihr Teint ist lange nicht so zart und weiß, das Haar nicht so üppig und natürlich gelockt." Er konnte sich nicht helfen: sein Blick mußte sie immer und immer wieder suchen, und so vertieft war er in den Ge- danken, daß er nicht einmal bemerkte, wie er da- bei sowohl von Ottilien als ihrer Mutter beobachtet wurde. Er vergaß sich selber, und die Gedanken flogen hin- über zu dem kleinen sonnigen Stübchen in der Zudengasse, zu dem Instrument dort und seiner Sängerin, und die Ge- stalten vor ihm bewegten sich im Takte der Musik wohl sichtbar, aber ungesehen vor seinen Augen. Wie aus einem wachen Traum fuhr er empor, als er plötzlich seinen Namen genannt hörte und Ottilie vor sich sah, die ihm lächelnd und erröthend eine Verbeugung machte. Es war zum Kotillon angetreten, und die Damen forderten ihre Tänzer selber auf. Was er sprach— er wußte es selber nicht; er fühlte wohl, daß er blutroth dabei wurde, aber ein verlegener Lieutenant ist schon an und für sich interessant, und Ottilie führte ihre Beute im Triumph den Reihen zu. Es war spät geworden, und der Kotillon, der mit seinen mannigfachen Variationen über eine Swnde dauerte, näherte sich seinem Ende. Aeltere Damen, die als Ehrengarde mit ihren Töchtern und Nichten hergekommen und in irgend einer Ecke„des langen Harrens müde" fanft entschlummert waren, wurden von ihren Nachbarinnen geweckt und rafften sich, wie sie nur erst einmal wieder begriffen, wo sie waren und was man von ihnen wollte, mit einem„Gott sei Dank— beinah' wär' ich eingeschlafen!" zusammen. Einzelne Paare und Gruppen hatten sich schon entfemt; auch die Spielpartie war bei vorgerückter Zeit aufgebrochen, obgleich sie keine Störung von der Frau Staatsanwalt mehr zu fürchten brauchte. Draußen in der Garderobe suchten junge, dekolletirte Damen nach ihren Mantillen, und junge Herren drückten mit Lichtern umherwartenden Dienstmädchen warm gctanzte Zehngroschenstücke in die Hände. Jetzt verstummte aber die Musik, und Wendelsheim, bis zuletzt beschäftigt, empfahl sich der freundlichen Wirthin und ihrer Tochter, und war Die Brüsseler Gesundheitszustände lehren uns— und das ist das Wichtigste— daß man der hohen Sterblichkeit durch geeignete Maßregeln in den großen Städten ent- gegenwirken kann. Man hat nämlich in Brüssel einen umfassenden öffentlichen Gesundheitsdienst eingerichtet, um den Epidemien rasch entgegenwirken-u können. Diese seit einigen Jahren bestehende Institution hat sich denn auch vortrefflich bewährt und man ist soeben dabei, auch für Paris einen öffentlichen Gesundheitsdienst zu organisiren und zwar nach dem Muster von Brüssel. Die Pariser werden dabei jedenfalls nicht schlecht fahren. Wir leben allerdings insofern in einer unglücklichen Zeit, als man auf große Schwierigkeiten stößt, wenn es gilt, die Mittel für die Durchführung einschneidender öffent- sicher Gesundheitsmaßregeln zu schaffen. In einem Moment, da für die Rüstungen fast in jedem Jahre mehr Mittel aufgewendet werden, wird man Mühe haben, so viel Mittel aus den öffentlichen Einnahmen zu erwirken, daß man den Gesundheitszustand damit erheblich verbessern könnte. Und doch giebt es kaum eine dringendere Forderung als diese in einer Zeit, da die Produktion der Lebensbedürfnisse so große Anforderungen an ein Volk stellt und die Sterblich- keit unter den Massen so furchtbare Ziffern aufweist. Wie glücklich wären die Völker, wenn sie statt gegen einander nur gegen Epidemien und Seuchen Krieg zu führen hätten! Aber wir wollen nicht weiter davon träumen, es siebt heute nicht darnach aus, als ob solches bald Wirklichkeit würde!_ Jriginaf-�ortcfpondctijcn« Wie», den 20. Januar. Die schon wiederholt besprochene Statistik der Reknitimngsresultate in Oesterrcich-Ungam hat in der deutlichsten und zuverlässtgsten Weise auf den Prozeß der Degeneration der Völker Oesterreich-Unaarns hingewiesen, der durch den Eintritt derselben in die Konkurrenz des Weltmarktes und in die Daseinsbedingungen der modernen Industrie herbei- geführt wurde. Daß das Promille der Tauglichen von 211 im Jahre 1870 auf 130 im Jahre 1880 herabging und diese stiffer bisher konstant blieb, ist ein furchtbarer Beleg für den stetigen und rapiden Rückgang der körperlichen Gesundheit der großen Bevölkcrunasschichten. Die massenhafte Auswanderung in erster Linie aus Ungarn, dann aber auch aus Böhmen, spricht ebenso beredt für die steigende Massennoth. Zum unmittelbaren Gegenstand wissenschaftlicher Forschung hat aber erst der ungarische Statistiker Karl Keleti die Ernährung im transleithanischen Theile des Reiches gemacht; er hat die Resultate seiner Studien in einem jüngst er- schiencnen Werke über die Statistik der Ernährung der unga- rischen Völker veröffentlicht. Er prüfte, als Leiter des ungarischen statistischen Bureaus im Besitze des wichtigsten Materials, die dabei so herzlich und unbefangen, und drückte der Frau Staatsanwalt so„bedeutungsvoll" die Hand, und schüttelte die des Staatsanwalts selber so ausnehmend dankbar und küßte die Ottiliens so zart und ehrfurchtsvoll— es war ordentlich, als ob er auf zeitlebens Abschied genommen hätte. Wie er aber das Haus verließ, huschte Ottilie, ihrer fast unbewußt, in ihr jetzt dunkles Schlaf- zimmer, um zu sehen, ob sie nicht noch einmal seinen Schatten unten auf der Straße erkennen könne. Dort kam er— er ging quer über den Weg— ob er wohl noch einmal stehen blieb und heraufsah? Wahrhaftig, dort hielt er mitten im Fahrwege— er schaute sich gewiß nach den erleuchteten Fenstern um und suchte sie. Jetzt blitzte etwas— es war ein Funken, der stärker zu glimmen anfing. Ottilie ließ enttäuscht die Gardine fallen — er zündete sich eine Zigarre an.— Das abscheuliche Rauchen! Am andern Morgen. Am nächsten Morgen fand sich der Staatsanwalt zu seinem Leidwesen viel früher geweckt, als ihm lieb war; denn die Nachwehen des gestern Abend erduldeten Festes mußten jetzt erst in allen Stadien durchgekostet werden— und eS wurde ihm nichts geschenkt oder erspart. Hauptursache des so frühen Alarmirens war natürlich die Nothwendigkeit, das Logis wieder in Ordnung zu bringen, ehe der übliche Besuch an dem Morgen kam, und wenn der müde Hausvater auch meinte:„Der Besuch solle zum Teufel gehen," so wußte seine Frau doch besser, waS sich schicke, und handelte danach. Dienstleute waren des- halb auch schon auf sieben Uhr früh bestellt worden, um die verschieden ausgestreuten Möbel wieder an ihre alten Plätze zu schaffen; zu gleicher Zeit mußten die sämmtlichen Swben natürlich— ohne Ausnahme— naß aufgewischt und wo nöthig gescheuert werden, zu welchem Zwecke eine Anzahl von alten Weibern schon seit sechs Uhr früh, mit aufgestteiften Aermeln und sackleinene, nasse Schürzen vor, auf den Knieen herumruschten und dabei die Familienver- Hältnisse ihrer Bekanntschaft besprachen. Das aber verstand sich, als unausbleibliche Folge eines solchen Genusses, von selbst, und der Staatsanwalt hatte e» Einzelheiten der Erniihrungverhältnisse in de» verschiedenen Klassen der Bevölkerung; bei den Schlußfolgerungen, die er aus dem mit peinlichster Gewissenhaftigkeit gesammelten Mate- riale zog. bezieht er fich auf die feststehenden Forderungen der modernen Physiologie an eine normale Ernährung des Menschen. Die Menge des Eiweißes gilt als die Grundlage der Berechnung für die erforderliche Menge der Nahrungsmittel. Ein Mann braucht darnach durchschnittlich pro Tag zur Selbsterhaltung und um eine genügende körperliche Kraft zu behalten, 118 bis 130 Gramm, eine Frau 100 bis 105 Gramm, ein Kind 60 bis 70 Gramm Eiweiß. Der jährliche Durchschnitt beträgt sonach für den Mann 47.450 Kilogramm, für die Frau 38.325, für das Kind 25.550 Kilogramm; der allgemeine jährliche Durchschnitt bettägt 37.108 Kilogramm. Keleti hat den Nährwertb der dreißig in Ungarn üblichen Nahrungsmittel in Eiweiß berechnet und ist dabei zu folgenden interessanten Resultaten gelangt: Die Männer verzehren jährlich im Durchschnitte 720,57 Kilogr. Nahrungsmittel, in Eiweiß umgerechnet 46 753 Kilogr., die grauen 947,20 Kilogr. Nahrungsmittel, 34 128 in Eiweiß, die Kinder 425,33 Nahrunasmittel, 24086 in Eiweiß. Alle drei Gruppen bleiben im Konsum hinter dem von der Wissenschaft gefundenen nothwendigcn Minimum zurück, am meisten die Frauen. Der allgemeine Durchschnitt beträgt 34 956 Kilogr, Eiweiß, ist also natürlich auch geringer als der geforderte normale. Unter den 63 Komitaten Ungarns überragen nur drei den normalen Durchschnitt, darunter Budapest, die andern sechszig bleiben dahinter zurück. Politische Ueberstcht. Nrrhaudlungrn hinter den Konlisse«. Die„Münch. Allg. Ztg." schreibt folgendes:„In wie weit die B e r h a n d« llungen, die zur Zeit hinter den Koulissen st a t t f i n d c n, auf die Haltung der nationallibcralen Patter zu der Sozialistengcsctzvorlage Einfluß ausüben, darüber werden die nächsten Verhandlungen im Hause Aufschluß geben. Bis jetzt liegen übttgens Anzeichen, daß der Reichskanzler gerade für die Ervatriirungsklausel mit besonderer Energie in den Kampf zu ziehen gewillt sei, nicht vor. Die Vorlage, welche jetzt den Reichstag beschäftigen soll, ist allem Anschein nach im preußischen Ministettum des Innern entstanden, und dieselbe unverändert durchzubttngen, liegt für den Reichskanzler ein wesentliches Interesse nicht vor, wofür schon der Umstand spttcht, daß auch in freikonservativen Kreisen Bedenken gegen die Expatttirung laut werden. Der einzig praktische Er- folg der Expatttirung würde der Ausschluß der sozialdcmokrati- schcn Führer aus dem Reichstage sein; aber bei der Rolle, welche selbst Herr Bebel, der bedeutendste unter denselben, im Reichs- tage spielt, kann Niemand auf das Schweigen derselben großen Wetth legen. Unter diesen Umständen glaubt man, die Be- rathung der Vorlage werde sehr viel mhiger verlaufen, als bis- her in Ausficht gestellt wurde. Die übttgcn in der Vorlage be- antragten Verschärfungen des bestehenden Gesetzes wer- den, wenn auch nicht alle, s o d och d er M e h rz a hl nach nicht auf erheblichen Widerspruch st oßen. Ob die Verlängcmng des Gesetzes auf 2, 3 oder 5 Jahre be- schloffen wird, dürfte nicht entscheidend ins Gewicht fallen. So- bald die Voraussetzungen, unter denen das Gesetz ins Leben gerufen worden ist, hinfällig werden, wird jede Regierung die schleunige Aufhebung desselben deantragen. Ttttt dieser Fall nicht ein, so ist nach zwei Jahren eine neue Verlängerung ebenso zu ermatten wie heute."— Man muß dem national- liberalen Blatte zum Ruhme nachsagen, daß es wenigstens offen- herzig ist, offenherzig genug, um einzugestehen, daß die national- liberale Fraktion hinter den Koulissen mit der Regierung um die Verschärfungen schachert und in ihrer Oppositton gegen die Verbannung nur deshalb bestehen bleibt, weil sie, ob mit Recht oder Unrecht ist hier glcichgiltia, vermuthet, daß der Reichskanzler „kein wesentliches Jnteressr an dieser Verschärfung nimmt. Hätte er es aber, wie würden dann diese muthigen„Volksver- treter" schleunigst ins Mauseloch kriechen! Die Derbannung und die bayerischen Reservat- rechte. Das„Berl. Tagebl." läßt fich aus München, 23. Jan., folgendes telegraphiren:„Das Organ des ultramontanen Klubs erinnert an die feierliche Erklärung des Pttnzregenten und die bündige Zusage des Finanzministers, daß weitere Reservat- rechte nicht ohne vorherige Zustimmung des Landtages auf- gegeben würden. Deshalb sei es eine Ungeheuerlichkeit, ja ein Ding der Unmöglichkeit, daß Bayern auf das Reservatrecht der selbstständigen Regulirung der Heimaths- und Niederlassungs- Verhältnisse im Bundesrathe verzichtet habe. Die Rechte beab» fichtigt dem Vernehmen nach, das Ministerium hierüber zu inter- pelliren.— Justizminister Leonrod ist gestern nach Berlin abgereist und wrrd den Verhandlungen des Reichstages über das Sozialistengesetz beiwohnen." Am Kchluß einer Polemik gegen die„Frkf. Ztg." über das neue Sozialistengesetz schreibt die„Krcuzzeitung": „In den Vereinigten Staaten ist ein Gesetz in der Vorbereitung begriffen, welches die A u s w e i s u n g notottscher Anarchisten gestattet, also genau das, was mit der Verschär- voraus gewußt, ja es sogar als Schreckbild— freilich vergeblich— seiner Ehehälfte schon früher vorgehalten und gewissermaßen prophezeit. Was er aber nicht gewußt hatte, das waren die„unvorhergesehenen Fälle", die bei der- attigen Gelegenheiten nie ausbleiben und dann im Stande find, den sonst ruhigsten Menschen zur Verzweiflung zu Vier silberne Löffel fehlten und der schwere Deckel der filbernen Zuckerdose mit einem massiven Engel darauf, der ein flammendes Herz in der Hand hielt. Außerdem war ein Stück aus einer der guten Porzellanschüffeln, mit blau und goldenen Streifen, ausgebrochen, drei englische Gläser lagen ohne Fuß auf dem Küchentische, und die Fruchtschale von Krystall— ein Leibstück der Frau Staatsanwalt, denn fie hatte es erst zur Feier ihres Hochzeitstages im vorigen Jahr bekommen— war rettungslos geborsten und konnte jeden Augenblick auseinander gehen. Außerdem fehlten sechs Flaschen Wein; sie hatte sie selber herausgegeben, gezählt, und wenn sie getrunken worden waren, wie das steche Geschöpf, die Köchin, behauptete, so hätten doch wenigstens die leeren Flaschen oder selbst deren Scherben da sein müssen. Aber Gott bewahre— keine Spur davon, und sie wußte wohl, wer sie fottgetragen, denn umsonst war sie nicht schon ein paar Mal im Dunkeln unten im Hausflur an einen langen Soldaten angestoßen, den sein Hauptmann doch sicher nicht dahin auf Posten ge- stellt hatte. Und was nun außerdem von eßbaren Dingen fottge- schleppt worden, wollte sie gar nicht einmal rathen, denn das heilige Abendmahl konnte sie darauf nehmen, daß die Nußtotte zum Beispiel zur großen Hälfte noch vom Tisch abgetragen sei, und jetzt lagen nur noch zwei dünne Stücke auf dem Porzellanteller— und selbst auf denen fehlte das Eingemachte oben. Aber das Alles verschwand trotzdem in dem einen Ge- fühl der Entrüstung über den Silbervieb und der gänzlichen Rathlosigkeit, wie man desselben habhaft werden sollte— denn wer unter all' den stemden Dienstleuten war es ge- wesen?-. � Mit dieser Nachncht wurde der Staatsanwalt auch ge- fung des Sozialistengesetzes bei uns beabsichtigt ist, höchst wahrscheinlich aber nicht wird durchgefühlt werden können, wäh- rend nichts davon zu bören ist, daß die Verbannungsbill in Amettka auf ernstlichen Widerftand stößt. Nicht einmal in un- seren liberalen Blättern regt sich, soweit wir sehen, etwas der- artiges bis jetzt. Wenn's die Amerikaner thun— gut: das find Republikaner; reden wir nicht weiter davon. Geht aber die deutsche Reichsregicrung in desselben Weise vor, dann ist es; die fürchterlichste„Reaktion". So lvird gemessen; so viel sind die Grundsätze wetth, je nachdem fie hüben oder, drüben zur Anwendung kommen. Wir wollen einmal sehen, ob die..Franks. Zeitung, die sich mitunter durch ein etwas größeres Maß von Unbefangenheit bemerkbar macht, den Much haben wird, in Amerika zu tadeln, was fie in Deutschland so entsetzlich findet." — Die„Frkf. Ztg." erwidett hierauf:„Unsere Unbefangenheit kann sich hier zunächst nur in Bedauern über die mangelhafte Kenntniß der„Kreuzztg." kundgeben. Die amettkanischen Ge- setzesvosschläge haben auch nicht die entfernteste Aehnlichkeit mit der deutschen Sozialistenvorlage, nirgends wird in ihnen auch nur die Möglichkeit zugelassen, sich amerikanische Bürger durch Verbannung zu entledigen; fie ttchten sich lediglich gegen Fremde, die durch gettchtliches Urtheil wegen anarchistischer Vergehen oder Verbrechen bestraft sind; diesen soll das Gast- recht versagt werden, was anderswo, z. B. auch in Deutschland, die Polizei ohne esst ein gerichtliches Urtheil abzumatten, thun kann und auch fleißig genug exekutitt. Wir würden es als einen Fottschtttt begrüßen, wenn bei uns Ausländer amettkanisch behandelt würden, also erst auf Grund eines gegen sie er- gangenen Uttheils der Gerichte abgeschoben werden könnten. Die„Kreuzztg." wird hoffentlich unvefangen genug sein, von dieser Belehrung Notiz für ihre Leser zu nehmen, damit diese von dem in ihnen hervorgerufenen Jrrthum, Amerika suche mit uns in reaktionärem Schnellschtttt zu wetteifem, recht- zeitig befreit werden." Es wird allmälig unheimlich, das fortgesetzte Klettern in der Presse nach immer höheren Ziffern für die vom Reichs- tage verlangte militärische Nachtragsforderung zu verfolgen. Die vorgestern anscheinend endlich erreichte höchste Sprosse mit 230 Millionen wird in der„Post" jetzt abermals durch eine um 30—35 Millionen höhere überboten. So wäre man denn, anfangend mit„nahezu 100 Millionen", durch portionsweise Verabreichung dabin gelangt, der Oeffentlichkeit all- mälig die Gesammtdosis in Höhe von— bis jetzt zweibun- dert fünfundsechzig Millionen Mehrkosten glücklich beizubringen. Die Vorlage ist übttgens inzwischen dem B u n- desrathe zugegangen, soll aber mit„geheim" bezeichnet sein, so daß genauere Angaben über den Inhalt desselben vor der Beschlußfassung nicht zu ermatten sind. Daß der zuletzt genannte Betrag von 230 Millionen„der Wirklichkeit noch nicht ent« spttcht" wird auch offiziös bestätigt. Von den KarteUbriidern. Als vor einigen Monaten in einem Anfalle von Erkenntniß die Kattcllschwcster zu Magde- bürg schtteb:„Man muß der Junkergesellschaft den Laufpaß aeben!" wurde ihr diese kühne Sprache auf geschwisterlicher Seite sehr verargt. Zahlreiche nationalliberale Organe wollten von einer Aufkündigung des Kattells nichts �wissen und be- stritten hartnäckig, daß Deutschland von einer Reaktion bedroht werde, als deren Handlanger die Konservativen an der Arbeit seien. Die S t ö ck e r e i hat hierin einen Umschwung bewirft, die„Gefahren von Rechts" finden auf einmal auch bei Blättern Beachtung, die sonst keine nordische Junkerhaftigkeit in den Jubelhymnen über das Kattellglück zu stören vermochte. Der„Schwab. Merkur" erhebt seine warnende Stimme gegen die konservativen Bestrebungen, deren nordische Adresse keiner weiteren Erklärung bedarf. Nachdem das Blatt den Segen der Flitterwochen des Kattells gerühmt hat, fähtt es fort:„Wenn neuerdings die staatserhaltende Richtung jener Zeit, welche sich so deutlich in den Abstimmungen wie in der ganzen Geschäfts- behandlung des neuen Reichstags ausdrückt, von einer ebenso übermüthigen als eigennützigen Pattci dazu ausgebeutet werden will, die natürliche Entwickelung des Deutschen Reiches in frei- heitlichem und freifinnigem Sinn zu unterbinden und alle maß- gebenden Gewalten in ihren Dienst zu stellen, so wäre, wenn dieser Pattei ihre Kunstgttsse gelängen, dies das beste Mittel, der Volkspattei, dem Freisinn und wie die Richtungen alle heißen, wieder das Oberwasser zu verschassen.... Nie wird es Deutschland ertragen, daß Rassenhaß, Judenverfolgung und der- attige mittelalterliche Schrullen wieder die Oberhand im deut- sehen Volke gewinnen." Zur Kekampfnng drs Wuchers soll wieder einmal eine Gcseycsoorlage eingebracht werden, und haben darüber Ver- Handlungen unter den konservativen Parteien stattgefunden. Regelung de» KrauKenKassenWesenv. Nach der „Deutschen volkswirthschaftlichen Korrespondenz" wird die bereits vom Herrn Staatsminister v. Bötticher angekündigte demnächstigc Regelung des Krankcnkassenwesens eine Reform in Bettcff des Verhältnisses der Ottskrankenkassen zu den sogenannten„freien" Kassen bttngen. Im Sinne der im Krankenkaffenwesen ge- machten Erfahrungen würde diese Reform dahin stteben, daß die Ortskrankenkassen in dem gesaminten Organismus des Krankcnkassenwesens gewissermaßen das„Rückgrat" zu bilden weckt. Er lag noch und schlummerte sanft, trotzdem daß die Nebenstube schon unter Wasser gesetzt war und die Thür eben abgescheuett wurde. Sein Morgengruß lautete: „Weißt Du's schon, Dietrich?— vier silberne Eßlöffel und den Deckel zu der Zuckerdose, mit dem Amor, haben sie uns gestohlen, und die große gute Schüssel ist zerbrochen und die Krystallvase— vier englische Gläser und die Teller habe ich noch nicht einmal gezählt; die Maiweinbowle klingt mir ebenfalls verdächtig, wenn die nur nicht auch'was ae- kriegt hat!" „Gott sei mir gnädig," sagte der Staatsanwalt, indem er sich, noch schlaftrunken, im Bett emporrichtete,„der Tag fängt gut an! Aber— scheuern sie denn hier die Schlaf- stube?" „Nein, das ist nebenan— denke Dir.. «Ich wjll Dir etwas sagen Therese," unterbrach sie der Staatsanwalt, indem er nach der neben seinem Bett liegen- den Uhr sah und dazu mit dem Kopf schüttelte,„wenn Du mir nicht dm ganzen Morgen verderben willst, so sei so gut und laß mich vorher aufstehen und besorge mir eine Tasse Kaffee- nachher wollen wir dann in Ruhe.. „Ja, Kaffee," sagte die Frau;„wir haben noch aar kein Feuer in der Küche— das sieht ja Alles aus wie Sodom und Gomorrha, und muß doch erst gereinigt und aufgewaschen werden; aber vier silbeme Eßlöffel fehlen noch dazu von den schwessten, und der Deckel von der Zuckerdose ,st ebenfalls fort. Wenn da die Polizei nicht einschreitet, wozu ist sie denn da?" Der Staatsanwalt erwiderte kein Wott; er seufzte nur aus tiefster Brust und streckte das eine Bein aus dem Bett wonach seine Frau ihm denn wenigstens gestattete, sich un- belästigt ankleiden zu können. Durch die Thür rief ne ihm aber noch zu:'' � „Zieh Dir nur auch gleich die Stiefel an, Dietrich; Du mußt unverweilt auf die Polizei und die Anzeige machen— so was ist ja noch gar nicht erlebt worden!" „Das ist recht," murmelte der Staatsanwalt vor sich hm, indem er seine verschiedenen Leiden, aber mit einer ge- wissen Resignation aufsummirte:„Morgens vor Tag aufstehen Stuben scheuern, keinen Kaffee, Silber gestohlen, Geschirr Revisto«. C icr Landgerichts 'teinreichung t fischen Landtag gt, und wird ne Oberlandesgi :den. lraunfchWe >ohnung de- eitere R. wiede llständig erfolgst rde trotz des P 1 Mannes gen ihrem Kinde n hätten.„Herr, dunkel ist der Rede Sinn" und Förderndes haben die freien Kassen erwarten.._ Gegen die freien Hilfskaffe« bttngt W Ztg." einen Artikel, welcher der letzten Erkläruvz v. Bötticher im' Reichstage noch einen besonder geben versucht. Man müsse die freien Hilfiu Novelle anhalten, jede kraiikenversichcmnW welche fich zu desselben meldet, auch aufzunel würden aber doch die freien Hilfslassen nicht Man braucht blas darauf hinzuweisen, Hilfskassen ausschließlich aus den Mitteln da Pflichtigen Arbeiter unterhalten werden, währemsskss�r den Zwangskassen die Arbeitgeber ein Dssttel% 0' bringen,-n. „Mas dir InvatidenstaNe der so ist sie eben bankerott geworden". Mit diesaV�'�. der Herr Staatssekretär v. Boetticher die„ Tün c- dürfte bei allen Buchdruckern Staunen erregen, �«„boten a dieser Kasse ein geradezu ausgezeichneter genannt�-..... Während nach dem uns vorliegenden Rechens�» Jahr 1885 mit einem Bestand von 513 356 M- betrug das Vermögen bei Abschluß des Jähret Mark. Der Bericht über das Jahr ISN«i schienen, doch hat auch dieses Jahr analog,, mit einem ganz bedeutenden Mehr abgeschlossen-� i � giebt in i mindestens wünschenswctth, daß Beamte, � nicht � Stande sind, aus dem in ihren Händen befind� anzunehmen,, richtige Auskunft zu ziehm, so äußerst stge? Messchied, zu w! Kassen anders bmrtheilten. Wenn die Jnvali�er liberal oder Zukunft mit den preußischen Mitgliedern glatter abbrechen muß, so sind einzig und allein die M.„ M preußischen Regierung schuld. Ob den Arbeits»nd er besteht. Holsen wird, möge Herr v. Boetticher sich seldel � e emogen vi Der„beschränkte Rnterthanenverftarf �'�blS zu d.es 15. in Preußen sein 50 jähriges JubiläU Tage waren es 50 Jahre, als Minister v. R o* würdige Schreiben an einige Bürger von Eibw!' gemaßregclten Professor Albrccht zu Göttingen „Sieben) eine Zustimmungs-Adresse gesandt!» Minister meint darin,„für den Unterthanen � an die Handlungen des Staats-Oberhauptc» seiner beschränkten Einsicht anzulegen" rc., worf flügelte Wott vom„beschränkten Untershanl standen ist. Uebttgens soll die Phrase von Assessor herrühren, dessen Elaborat Herr v. :ch die sächsisch, ist mit der Uel de mit dem Vi "buchdruckerei£ x Zulage von eicht worden, r lche ganz durch anderen Sch e Stiftungen ch freiwillige sprechen diese(S der Schulküche. e Kinder in «ersehen.— T ürlich nur esst it aber doch der unterschrieben habe.— Heute ist die schöne f'T Ilgemeineruna un beschränkten Untetthanenvcsstand aWtuß, wenn ihm r vom Geltung, nur wird sie in etwas anderen gcttagen., Auch eine Krgriibnißanzcige! W Gcrabronner Amtsblatt lautet:„Trauer-Anz« verein Herrenthierbach leidet seit der letzten einer schweren Krankheit und ist durch seine lung zu Tode vernichtet worden. Die so zay an dem am Sonntag, den 1. Mitglieder haben fich wie damals."— Dieser endet. Di« Liquidation der liberalen R«' manner hinsichtlich ihrer Kosten bei der vt wähl ist eingelaufen. Die Wahlmänner«f langen für ihre vessäumte halbe Stunde 5 Mark. Die Wahlmänner vom Dorf, 38 Mark für„Zeitvessäumniß", 110 M. 30 P. Reisekosten 142 M. 25 Pf. und für lieber, vi in Summa 400 M. 15 Pf. Eine richtige I die aber den.Herren nicht viel nutzen wird!., Gegen die Dennnziantenpest wcndh BczirksamtKrona'ch. Dasselbe erließ gendes Ausschreiben:„In neuester Zeit 1,1 kommen, daß durch anonyme Briefe D gemeindliche Verhältnisse hierher gerichtet der Austtag, in den Gemeinden bekannt zu rtitntiiimptt tonen in bpr Neael™ j, «legen ist. yuiy ies ernst strcbenl »gen darin einic »fehlt, so lange che körperliche P Den neulich ei ine dritte im i Januar, Nachmittag' ivlgt, die aber eb, noch nie Verein ist lufen ist und die eue bestätigt hat ur den Zweck ge ente in der En ach die Ansicht Polizei, welche so kgangen, bei ihr nein Drucke von Der irische Bei anonymen Denunziationen in der Reael Theil wird und Beschwerdeschriften über g* nisse nur dann Berücksichtigung finden könne»'. vom Beschwerdeführer unterzeichnet find."" leben wir, daß dcrattige Ermahnungen der Bevölkerung leider nur allzu angebracht f Behörden, die noch keine Erlasse dieser haben, könnten das leider mit Fug und Ar_ Wieder ein Geheimbundprozeß. Gerhold und Schreiner vom Hemshof, sowu meister Gunva, Mechaniker Köhler und dessen heim ist Untersuchung eingeleitet meS'.. breitung verbotener Schriften und Geheim» und 129). arde nach Verbi lefängniß von eiung hielt er j»on einer begeiste rin er erklärte, . aflöße. Die W �chandhabt werde ung zur SchandJ »r Irland gegebi tgnißtracht anzr erbrechern zu ve eise nach Dublii �on dem Stellvei �geordneten unl ßnd Klang empfa seinem Hotel ' ablin erschöpft aer ähnliche Oi Der p a r n e , ist am Mo Louise M �ach Paris überg �Mörders Lucas, zerbrochen, Waschttsch mit Nähtischen ssqnte n fft, verc anziehen und auf die Polizei laufen, gnügen will ich denken!" (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Zusammengewachsene Zwillings jfi Mähren wird der„N. fr. Pr." vom 19- unserem Städtchen kam beute der Fall armen Perlmutterknopf-Trechslers von- �. »erden, als man xicas soll angebl «übte. j Die sozialif Interpellation im >l lichten. � Arbeiter Itter und Kler riser Deputirtc is vorstellig z ander eine solche Lage, daß die Frontal--� jssAwie die ßÄ sawmsmm uuftcui laiiicaai ixiaji mu I»»» VV' irj» rT.. wahrscheinlich das letztere der Fall. Das �>0 �4� Redeschlachten i, rst gesund, hingegen kamen die zusamweng" jlck) die Konserva «fahr für das! .nnen. So fül iese neue Jnsti re. Die Sehr xn eine politi tution zuwiderl "triguen derjen und ihi (Mädchen) todt zur Welt." Ein bedeohte« Dokument. TfiA (dien Prozesses gebt der„Kölnischen j.< Anfrage zu:„Verleger Wiemann hat» daß ein Exemplar der Broschüre des scheid gegen den Katholizismus in den, zu Barmen niedergelegt worden ist- die Vernichtung der Broschüre angeor � Thurmknopf geöffnet und t den? U. 31. w. g." Das gende Antwort:„~ langer Zeit vorgcle, MKMpl Thurmknopferemplar könne aelesen wer später einmal einen neuen Knopf an,' schüre heraus und legt eine Ausfertigung hinein. Von Rechts wegen!" Revisto«. Gegen das freisprechende Urtkeil des Chem- !cr Landgerichts gegen C. R i e m a n n und Genossen wegen chteinreichung der„Statuten" des Zentralkomitees für die fischen �andtagswahlen hat der Staateanwalt Revision ein- !gt. und wird die Sache nunmehr zum dritten Male vor n Oberlandesgericht Dresden am 30. d. Mts. verhandelt :den. lraunschweig, Wie das„Unt. Bl." mittheilt, fand in Wohnung des in der vorigen Woche verhafteten Zigarren- J weitere R. wieder eme Haussuchung statt. Dieselbe war andig erfolglos. Das in einer Kommode befindliche Geld >e trotz des Protestes der Frau dagegen, daß man ihre und Mannes gemeinsame Ersparnisse fortnehme und sie lhrem Kmdc mittellos zurücklasse, vorläufig beschlag- t Drittel f'0 h m'• 22 Haussuchungen fanden am 21. d. M. im Augs- f 8 statt. Gesunden wurde ein Kongreßprotokoll, sonst inn ssen bringt dil ErkläninS icvungsP. wMnchW n Nicht leisen, m..N��nnS»-AuNosung. er jMy, e... Eine P olksverfam m- zxr<» n g i n K a r l s r u h e, in welcher Herr A. Geck aus Offen- 3 Äe Mg über das neue Sozialistengesetz sprach, verfiel der polizei- *5 Tlithen Auflösung, als sich der aus Frankfurt ausgewiesene � � 0�5,1 aT>«,. unu um a"ut dem Vermerk:„Gedruckt und zu haben in der Ver- ' iÄ? tßWbuchdruckerei Zürich-Hottingen". alog seinc». Schweiz. leicklosseir? Es grebt in der Schweiz nachgerade keinen Kanton mehr, untc nieM�welchem nicht der Gedanke, der ärmeren Schulkinder en b'efindii�b anzunehmen, Boden gefaßt hätte. Es macht dabei keinen erst segelistzmerschied, zu welcher Konfession ein Kanton sich bekennt und .-�nnaHWcr liberal oder ultramontan ist. Soeben wird durch die gliedern HDlbweiz. Blätter für Gesundheitspflege" bekannt gemacht, daß sie M sliüßwalden schon seit 1873 die S ch u l s u p p e für arme „ m�-itel» 1 i n d e t besteht. Die Mittagssuppenstiftung in Stans besitzt rj. ,[KCt Vermögen von über 14 000 Fr. Seit ihrer Entstehung ' frfti»l$®73) bis zu diesem Winter find 84 813 Pottionen Suppe nebst „?- rTu4nci Zulage von einem Stück Brot an arme Schulkinder ver- «gjjchreicht worden, was eine Ausgabe von ca. 8900 Fr. eraiebt, 'L. ganz durch freiwillige Beiträge gedeckt wurden.— Auch axwhliMi* anderen Schulgemeinden Nüßwaldcns existircn bereits ? Stiftungen, und wo noch keine sind, werden sie Än-n:i(i�* freiwillige Beiträge zu schaffen gesucht.- Es hauen i' Mprechcn diese Schulsuppen etwa den Genfer Mittagstischen erha««°.n der Schulküchc. In anderen Städten, Zürich z. B., werden -c-, Kinder in bestimmten Speiseanstalten mit Mittagstisch ntersna yetfchen.— Dieses gemeinnützige Vorgehen entspricht ase von Mturlich nur erst einem geringen Theile des Bedürfnisses. Es ?err o- Ji aber doch der Anfang zu einem großen Werke, dessen Ver- schone p. llgemeineruna und Vertiefung schließlich der Staat übernehmen nd w" Knuß, wenn ihm wirflich an der allgemeinen Volksbildung etwas , d e r e»-legen ist. Hungernde Kinder sind ein Bleigewicht am Fuße fr.n jes ernst strebenden Lehrers, und sind alle einsichtigen Päda- " L. 10flc", darin einig, daß auch der beste Unterricht seinen Zweck er-AnzAHllfehlt, so lange den geistigen Anfordemngen nicht eine ordent- letzten �Wchc körperliche Pflege entspricht. ) seine'ffil Den neulichen Haussuchungen in Zürich ist noch Die;; inc dntte im Lesesaal des slavischen Klubs ge- ichmitWj olgt, die aber ebenso resultatlos wie die voraufaegangencn ver- '"Tarifen ist und die Harmlosigkeit der russischen Emigranten aufs eue bestättgt hat. Es scheint so, als hätten die Haussuchungen lr den Zweck gehabt, den Bundesrath über die extremen Ele- mte in der Emigration zu unterrichten. Man hört freilich luck, die Ansicht— schreibt die„Franks. Ztg."—, daß die wlizei, welche so energisch dem deutschen Spitzelthum zu Leibe 'gangen, bei ihrem Vorgehen gegen die Italiener und Ruffen nein Drucke von auswärts gefolgt ist. Gr»ßbritan«ieu. Der irische Abgeordnete William O'Brien irde nach Verbüßung seiner dreimonatlichen Haft aus dem efängniß von Tullamore entlassen. Gleich nach seiner Be- >reiung hielt er auf dem Matttplaye in Tullamore, umgeben ion einer begeisterten Volksmenge, eine leidenschaftliche Rede, »orin er erklärte, daß das Vcrbrechergesetz ihm keinen Schrecken inflöße. Die Weise, in welcher es gegen politische Gegner «handhabt werde, wäre äußerst bmtal und gereiche der Regie- ring zur Schande. Er(OÄrien) habe sein dem Obersckrctär rr Irland gegebenes Wott, nämlich sich zu weigem, die Ge- ingnißtracht anzulegen, gemeine Arbeiten zu vertzchten oder mit '«rbrechern zu verkehren, gehalten. Alsdann trat O'Brien die -id." �«Meise nach Dublin an. Bei seiner Ankunft daselbst wurde er cn btt Y#on dem Stellvertreter des Lordmapors, einer Anzahl irischer nacht �sibgeordneten und einer ungeheuer großen Volksmenge mit Sang ser Ätt Knd Klang empfangen und unter stürmischen Willkommenmfen und seinem Hotel geleitet. Wenn die Empfangsfcstlichkeiten in g©»'�Publtn erschöpft find, wird sich O'Brien nach Cork begeben, wo ; fn'ivU L'�einer ähnliche Ovationen harren. vesieN% Der parnellitische D e p u t i r t e für O st- Cläre ''>eli? ox, ist am Montag Rachmittag in London verhaftet worden .ü« Frankreich. >i L o u i s e M i ch e l ist trotz ihrer schweren Verwundung --- ach Paris übergesiedelt. Sie wollte keine Verfolgung ihres -----.�iMörders Lucas, der Magazinwächter eines reichen Fabri- m verd° Tanten ist, veranlassen, und konnte erst zu Aussagen bewogen „—> erden, als man ihr sagte, derselbe würde ex o Ado verfolgt. ueas soll angeblich betrunken gewesen sein, als er das Attentat Ant) Mbte. 19 i Die sozialistische Gruppe in der Kammer wird eine Interpellation wegen des Kupferaufkaufs an den Minister Achten. v Arbeiter-Delegationen der Anstreicher, der sttler und Klempner erschienen in der Kammer, um bei den iriser Deputirtcn gegen die Beschäfttgung fremder Arbeiter in >aris vorstellig zu werden. Kvaaiett. In den Körles hat am Freitag ein Zwischenfall iroße Aufregung hervorgerufen. Der republikanische Abgeordnete 'lzcarate, welcher den Führer der Konservativen, Minister« riäsidenten a. D. Canovas, beschuldigte, ein Dekret gefälscht zu !»«•».u"'- jHsbcn, wurde von diesem mit dem Ehrentitel eines Verleumders td-Att gelegt. Es gehörte die ganze Autorität des Kammerpräsidenten st vi- die Castelar s und Sagasta's dazu," � c*, � d�ntes—!. o-. c----- tj--' > za n dem m« der incr de 5 38 30\ lebet» Zig- wird' wendn erlief Zeit fjm ÄVi - d :ct icim .d k'! BS S&tL % i» ineW „ um die Wiederholung wie sie die spanische Kammer von früheren T' V 4VUIIIIIIVV UVII I iwyvivu genheiten her kennt, zu verhindcm. j.y. yPj de" beiden Häusern der Kottes dauern die fruchtlosen *» f" in gewohnter Weise fort. Im Senat bemühen u» �°chervativen vergeblich, die Vorlage der G e s ch w o« flenchte zu Fall zu bringen. Sie suchen nach neuen Gesichtspunkten, unter denen sie die Schwurgerichte als drohende vefahr für das Wohl des Landes darstellen und brandmarken Lmien. So führte der Marques de Trives am 13. aus, daß liefe neue, Institution antikonsiitutionell und antimonarchistisch vare. Die Schwurgerichte seien überhaupt keine juridische, son- !rn eine politische Einrichtung, die dem Wortlaut der Kon- tution zuwiderlaufe, und die Rechtsprechung der Willkür, den ntnguen derjenigen preisgäbe, welche durch ihre gesellschaftliche stellung und ihre Mittel Einfluß auf ihre Mitbürger ausübten. "� Rechtssprechung werde dadurch eine völlig ungleiche, perso- rnjtische und den politischen Strömungen unterworfen werden. tay.'-ift. blieb das Kommissionsmitglied Äldccoa die Antwort jnfffl svMcht schuldig, und auch der Justizminister wies mit über- ichtigffV�iMlgender Kraft die Vorwürfe und Angriste des konservativen u bs,$MZcl>ai.or<' ab. Roch läßt sich nicht berechnen, wann diese I beendet werden wird, denn die Konservativen scheinen iiiflg» entschlossen zu sein, den parlamentarischen Obstruktionismus zum Sturze der liberalen Regierung bis zum Äcußersten zu tteiben. R«ßla»d. Die Polizei hält eine strenge Uebcrwachung fämmtlicher Studenten der Moskauer Universität aufrecht, und in den Wohnungen jener, die verdächtig geworden find, wurden Haussuchungen gehalten, welche zu der Entdeckung führten, daß die Studenten eine neue Bewegung vorbereiten. Dies verursachte die Verschiebung der Wiedereröffnung der Universität auf unbestimmte Zeit. Kalkanlander. Die serbische Skupschtina ist durch einen Ukas des Königs aufgelöst worden. Die Neuwahlen sind für den 4. März anberaumt. Es war diese Maßregel vorauszusehen. Bei den letzten Reuwahlen im vorigen Herbst erlitten die An- Hänger des damaligen Ministeriums Ristic, die sogenannten „Liberalen", trotz des Aufgebotes des ganzen Regiemngs- apparates, eine sehr empfindliche Niederlage. Nach der serbischen Verfassung steht indessen dem König das Recht zu. 40 Mitglieder der Skupschtina zu ernennen, während 120 Mitglieder vom Volke gewählt werden. Die Ernennung dieser 40 Mitglieder fiel ausschließlich auf„Liberale", so daß sich nun„Liberale" und „Radikale" in der Skupschtina ungefähr das Gleichgewicht hielten. Trotzdem konnte sich Ristic nicht behaupten. Dem jetzigen radikalen Ministerium unter Gmic mußte natürlich vor allem daran liegen, unter eigener Acgide Neuwahlen zu vcran- stalten und sich dadurch eine kompakte Majorität zu verschaffen. Das dürfte zweifellos gelingen, und die„Liberalen" werden aller Vorausficht nach mitsammt ihrem Führer Ristic für längere Zeit vollständig verdrängt werden. Für die auswärtige Politik hat diese Parteiverschicbung, da die„Radikalen" gleichmäßig wie vie„Liberalen" Russenfreunde find, keine größere Bedeutung. Soziales nnd Arbeiterbewegung. Auffordevuug. Wir bitten die Kollegen dringend, die noch ausstehenden Listen bis Sonntag, den 29 d. M, nur bei Bathe, Manteuffelstr. 47>, abzuliefern. Mit kollegialischem Gruß. Die Drücker der deutschen Industrie A.-G. Der Oberbürgermeister von Karmen hat nicht nur die dortige Mitgliedschaft des Unterstiitzungsvereins deutscher Buchdrucker verboten, sondern auch die der Zentralkrankenkasse, weil sie nach Inhalt der Statuten neben der Vertretung der Interessen der Angehörigen des Buchdruckgewerbes durch Er- zielung günstiger Ärbeitsbedingen, durch Gewährung von Rechts- schütz ,c., insbesondere die Gewährung von Unterstützungen in Krankheits- und Sterbefällen, von Geschenken an auf der Reise befindliche Mitglieder und von Unterstützung an arbeitslose Mit- glieder sich als Anstalten charakteristren, welche bestimmt sind, ihren Mitgliedern beim Eintritte gewisser Bedingungen Unter- stützungen an Kapital oder Rente zu gewähren und deshalb zur Ausdehnung ihrer Thätigkeit auf Preußen ministerieller Geneh- migung bedürfen, welche bisher nicht ertheilt worden ist.— Was die Krankenkasse betrifft, bemertt hierzu der„Corr. f. Deutsch!. Buchdrucker", so ist der Herr Oberbürgermeister im Jrrthum, diese bedarf der ministeriellen Genehmigung überhaupt nicht. Gegen diese Verfügung wird nun hoffentlich Beschwerde oder Klage erhoben und bis zum Austrage der Sache die Unter- stützung der Bedürftigen der Stadtverwaltung anheimgegeben. Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverord- «eten-D-rfammlung am Donnerstag, den 26. Januar, Nachmittags 5 Uhr. Vorlage, betr. die Verleihung des 5. städtischen Stipendiums.— Berichterstattung über die Vor- läge, betr. die Auswahl der im Etatsjahrc 1888—89 neu, bezw. umzupflasternden Straßen und Plätze— desgl. über die Vorlage, betr. den Ankauf des Grundstücks Melchiorstr. 22 behufs an- derweriiger Unterbringung der Werkstatt der städtischen Wasser- werke— desgl. über die Vorlage, betr. die Veräußerung des der Stadtgememde gehangen Vorgartenterrains von den Häusern Urbanstr. 84— 86.— Vorlage, betr. den Fortfall des bei Zahlung der personellen Kosten für das Nachtwacht- und Feuer- loschwesen bisher gemachten Vorbehalts- desgl., betr. die Uebernahme der Privatstraße Siegmundshof in die städtische Unterhaltung als öffentliche Straße— desgl., betr. die Ver- langcrung der Ermächtigung zum Verkauf von Villenbaustellen ber Treptow— desgl., betr. die Erwerbung des zur Durch- legung der Perlcberger Straße nach der Sttomsttaße er- forderlichen Terrains— desgleichen, betreffend die auf Grund von Entschädigungsbcschlüsien des königlichen Polizei- Präsidiums oder auf Grund richtlicher Entscheidungen pro 1. Oktober bis 31. Dezember 1887 angewiesenen Beträge— desgleichen, betreffend die Uebernahme der Voß- striche in das Eigcnthum und die Unterhaltung der Stadt — desgl., betr. die Erwerbung von Büraersteigterrain am Hol- steiner Ufer und die Veräußerung einer Parzelle des ehemaligen Kanonenweaes— desgl., betr. den Verkauf von Baulichkeiten auf dem Grundstücke Neue Friedrichstr. 35.— Zwei Rechnungen.— Berichterstattung, betr. die Neuwahl eines Zivil- Mitgliedes der neu zu bildenden Hilfs-ObeoErsatz-Kommisflon und eines Stellvertreters desselben.— Vorlage, betr. die Bewilligung einer laufenden Unterstützung und von Erzichungsgeld — dcsab, betr. die Neuwahl eines Bürger- Deputirten für die Gewcrbe-Deputation.. Die neu erbaute Markthalle VI m der Acker- straßc 23—26 und Jnvalidenstr. 158 wird am 2. Februar er. dem öffentlichen Verkehr übergeben werden, nachdem heute die- selbe feitens des kgl. Polizeipräfidii einer Besichtigung unter- warfen worden war und diese Behörde gegen die neue Anstalt nichts zu erinnern hatte. Mit dem Zeitpunkt der Eröffnung der Martthalle werden die öffentlichen Wochenmärkte auf dem Teutoburger-, Arkona- und Gartenplatz aufgehoben werden. Der Norauschlag der städtisch»« Wasserwerke schließt in Einnahme und Ausgabe mit der Summe von 5 539 721 M. ab, wovon 4 900 000 M. auf das Extraordma- rium entfallen. Der voraussichtliche Ueberschuß wird auf 1 655 204 M. angenommen. An Verrvaltungskosten wird die Summe von 147 138 M. gefordert, während die Betriebskosten 1 092 698 M. betragen. Für Vermehrung der Hausanschlüsse sind 20 000 M. erforderlich, während die Verzinsung und Amor- tisation des Anlagekapitals, welches durch die Anleihe beschafft ist, 2 226 681 M. adforbircn, und die Erweiterung des Röhren- netzcs 240 000 M. Kosten verursachen. Der jetzt geltende Tarif für die Entnahme von Wasser soll auch für das Rechnungsjahr 1888—89 unverändert bleiben. Die seit mehr ats 30 Jahren schwebende Streitfrage, ob die Gemeinde oder der Staat die bei der Verwal- tung des hiesigen Nachtwacht- und Feuerlöschwesens an Gehältern und Pensionen erwachsenden personellen Kosten'zu tragen hat, ist fortgesetzt Gegenstand von Prozessen zwischen dem preußischen Fiskus und der Stadt Berlin gewesen. Alle Bemühungen des Magistrats, jene Last, deren Tragung nach seiner Uebcrzeugung nach dem geltenden und materiellen Recht dem Fiskus zukommt, abzuwälzen, sind erfolglos gewesen, weshalb er beabsichtigt, den Vorbehalt, unter welchem bisher die personellen Kosten für das Nachwacht- und Feuerlöschwesen gezahlt worden find, für die Zukunft fortfallen zu lassen und hat daher hierzu die Zu- stimmung der Stadtverordneten-Versammlung nachgesucht. * Der vom Magistrat genehmigte Uoranschlag der städtischen Park- und Kartenanlagrn für das Etatsjahr 1888—1889 weist eine Einnahme von 759 278 M. nach gegenüber einer Ausgabe von 740585 M. Die Haupteinnahmcn bilden die vom Staate als Zuschuß zu den Kosten für die An- läge des Viktoriaparkes zu zahlenden 134 000 M., während die wichtigeren Ausgaben sich zusammensetzen aus den für die Fertig- stellung des Pläntcrwaldes hinter Treptow erforderlichen 30 000 M., zu Vervollständigung der Anlagen des Hohenstaufen- Platzes(am Kottbuser Damm) 17 900 Ä., für den Vinetaplatz 43000 M., für den Spittelmarkt 6000 M., für den Marheinicke- platz 7000 M. Zur Herstellung neuer Baumanpflanzungen in den Straßen sind 37 290 M. vorgesehen u. a. m. Nach dem Voranschlage sollte auch der Neue Markt in einen Schmuckplatz umgewandelt werden, da indessen der diese Umwandlung dar- stellende Entwurf noch nicht genehmigt ist, sich die dadurch er- wachsenden Kosten also noch nicht übersehen lassen, so wird der Magistrat seiner Zeit diese Kosten bei der Stadtverordneten- Versammlung besonders beantragen. Der Voranschlag für dio personalbesolduugen schließt in Einnahme mit 270 477 M. und in Ausgabe mit 3 723 000 M. ab, so daß ein Zuschuß von 3 452 823 M. erforderlich ist! es sind dies gegen das Vorjahr 66 336 M. mehr» welche die stets steigende Zahl der Veamtenstellen nothwcndig machen. Die Bureau- und Kassenbeamten erhalten an Gehältern 1 362 100 M., die Steuercrhcber 518 200 M., Stadtsergeanten, Magistratsdiener und Arbcitshausaufseher 346 080 Ä., Admini» strations- sc. Beamte 613986 Ä. Für diätarisch beschäftigte .Hilfsarbeiter ist die Summe von 500 000 M. und für Schreib- gebühren 350014 M. erforderlich. Die vielfachen Uerlichrsstorungen, welche durch das Ziehen der Brücken in den lebhasten Straßen venirsacht worden, hat die städtische Baudeputatiirn veranlaßt, der Frage näher zu treten, ob das Ziehen der Brücken in besonders verkehrsreichen Straßen während des Tages ganz zu verbieten sei. Die Depu- tation wird sich deswegen mit dem kgl. Polizeipräsidium in Ver- bindung setzen. In der Irrenanstalt zw Dalldorf war der Bestand am 31. Dezember 1887 1243 Personen(628 Männern, 615 Frauen); in Privatanstnlten auf Kosten der Stadt 1026 Personen(488 Männer, 538 Frauen); in Privatpflege 46 Personen, in der Jdiotenanstalt 84 Kinder, in Privatpflegestelle der Idioten 34 Kinder._ Gerichts-Ieitimg. Münchener Kozialistenprozest. Der 39 Jahre alte Schneidermeister Anton Michl von München vcrtheilte am 20. Februar 1887, dem Tage vor der Reichstagswahl, in Pöcking am Starnbergersce einen sozialistischen Wahlaufruf und wurde deshalb am 29. März v. I. vor der Strafkammer des Landgerichtes München II prozesstrt. Der Gerichtshof, welcher einen Beweis dafür, daß der Wahlaufruf, den Michl verthellte, mit dem verbotenen identisch sei, nicht für erbracht erachtete, sprach denselben indessen frei. Auf eingelegte Revision wurde dieses Urtheil vom Reichsgericht indessen aufgehoben und die Sache an das Landgericht München 1 zurückverwiesen. Zugleich wurde der 28 Jahre alte Malermeister Meinrad Diez von München, der als Mitglied des sozialistischen Wahlkomitee's dem Michl die Wahlaufrufe zur Vcrtheilung übergeben hatte, in den Anklagestand versetzt. Michl erklärte in der gestrigen Verhandlung, er könne sich nicht mehr erinnern, von wem er f. Z. die Flugblätter erhalten habe, von deren Verbot er nicht gewußt habe, während Diez positiv versicherte, daß er niemals verbotene Druckschriften weiter gegeben habe. Aus der Zeugenvernehmung ergab sich, daß verschiedene Personen außer Michl um jene Zeit Flugblätter vertheilt hatten, keineswegs aber die Gewißheit, daß gerade Michl diese Blätter austheilte. Der Staatsanwalt erklärte aber, daß, trotzdem nicht erwiesen sei, daß die Angeklagten schuldig seien, er die betreffende moralische Uebcrzeugung habe, weshalb er für Diez 4 Wochen, für Michl 14 Tage Gefängniß angebracht halte. Der Vertheidigcr führte aus, daß nur ganz un- sichere Indizien, aber nicht der geringste Beweis vorläge, im Gcgentheil ziemlich erwiesen sei, daß die verbotenen Schriften nicht von Michl herrührten, jedenfalls hätte keiner der Angeklagten davon, daß das Verbot auf die von ihnen verbreiteten Schriften sich bezogen habe, Kenntniß haben können, weshalb Freisprechung erfolgen müsse. Der Gerichtshof schloß sich indessen zur großen Uederraschung der Anwesenden den Ausführungen des Staatsanwalts an und erkannte gegen Diez aus 14, gegen Michl auf 8 Tage Gefängniß, sowie Tragung der Kosten._ Vereine und Versammlungen. Zur KteUnngnahme gegen die von der hiestge« Fnhrtzerren-Innung geplante Umwandlung der freien einge» schricbenen Hilfskasse Nr. 82 der Kutscher in eine Jnnungskasse fand am 20. d. M. im großen Saale des Handwerkervereins unter Vorsitz der Herren Klettke(Fubrhcrr), Stiller(Kutscher)- und Eberhardt(Kutscher) eine nächtliche Versammlung der Kutscher und Fuhrherren Berlins statt. Ter Vorsitzende des Vereins der Berliner Droschkenkutscher, Herr Schütte, referirte über das zur Tagesordnung aestelltc Thema:„Die'Entstehung der Fuhrherren-Jnnung zu Berlin und deren Prinzipien, sowie deren geplante Umwandlung der freien eingeschriebenen Hills- fasse Nr. 82 in eine Jnnungskasse und deren Folgen." Der Vortragende schilderte zunächst die Entwickelung der jetzt für das Fuhrwesen Berlins bestehenden sechs freien eingeschriebenen tzilfskassen und beleuchtete sodann die aus dem ehemaligen Zentralverein Berliner Fuhr- Unternehmer hervorgegangene Fuhr- Herren-Jnnung, dieselbe einer scharfen Kritik unterziehend. In der Diskussion sprachen u. a. auch die Fuhrherren Kulnig und Gnadt im Sinne des Referenten, während der bekannte Herr Kiesow wieder einmal inmitten des Ernstes der Verhandlungen für eine wohlthuende Heiterkeit sorgte. Die Versamm- lung nahm schließlich einstimmig folgende Resolution an:„Die heute im großen Saale des Berliner Handwcrkervereins tagende öffentliche Versammlung der Kutscher und Fuhrherren Berlins erklärt die Ausfühningen des Referenten als die ihrigen; die Versammelten erblicken in der Begründung der Fuhrherren- Innung eine Institution, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch die Hr durch Gesetz gewährleisteten Rechte ihren Arbeitern die diesen ebenfalls in den sozialpolitischen Gesetzen eingeräumten Rechte, hauptsächlich das der Selbstverwaltung, zu entziehen, um die Vormundschaft über dieselben ganz zu bekommen, öie beschließt, mit allen ihr zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln dahin zu wirken und ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Mitglieder der freien eingeschriebenen Hilfskasse Nr. 82(Kassen- lokal Alexanderstraße) unter keinen ilmständen zugeben wer- den, diese Kasse in eine Jnnungskasse umwandeln zu lassen." Die„Freie Vereinigung der Uergolder«nd Fnch- genosten hielt am 16. d. M. eine öffentliche Versammlung bei Scheffer, Jnsclstraße 10, ab. Der Kaffircr erstattete zunächst den Kassenbericht für die Zeit vom 3. Oktober 1887 bis 14. Januar 1888, welcher von der Versammlung für richtig an- erkannt wurde. Darauf hielt Herr Dr. Baumgart einen Vor- trag über„die Justizpflege im Mittelalter".— Als Bericht- erstatter über die Arbeitspreise in sämmtlicken hiesigen Werk- stätten führte hierauf Herr Lchmard aus, daß es der Kommisston noch nicht möglich gewesen sei, einen festen Lohnsatz aufzustellen, da sich verschiedene Kollegen aus kleineren Werkstätten weigern, die dort gezahlten Preise zu veröffentlichen. Zu„Verschiedenes" wurde die Lage der feiernden Kollegen der Adolph Werk- meister'schen Fabrik besprochen, worauf selbige als Gemaßregclte anerkannt wurden. Herr Schindling beantragte, die betreffenden Kollegen von den noch vorhandenen Streikgeldern mit 14 M. pro Woche, vom Tage der Arbeitslosigkeit an, zu unterstützen. Herr Boges stellte den Antrag, die Unterstützung auf 10 M. pro Woche festzusetzen. Dieser Antrag wurde von der Ver- sammlung angenommen. Schließlich wurde noch über die Stellungnahme des Vereins den Versilberern der August Werk» meister'schen Fabrik gegenüber debattirt. Nrrbaxd de«t scher Zimmerleute(Lokalverband ,Ller- Zin- Ost"). Mittwoch, den 25. Januar, Abends 8 Uhr, Versammlung im Lokale der Wittwe Horstmann, Frankfurter Ällee 127. Tagesordnung: 1. Wahl eines Kommisfionsmit- gliedes zur Vertretung der Berliner Lokalverbände. 2. Ver- fchiedenes u. Fragekasten.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Kerliuer JJegetarier-Derein hat seine wöchentlichen Sitzungen von Donnerstag, Abends 8 Uhr, auf Mittwoch, Abends 7 Uhr, verlegt. Der Derew zur Wahrung der Interesse« der Tischler hält seinen diesjährigen Wiener Maskenball, verbun- den mit großem Maskenaufzug und Fackelpolonaise, am Sonn- abend, den 28. Januar, im„Neuen Gcsellschaftshause", Hasen- Haide 57, ab. Billets find zu haben bei oen Herren Lackur, Admiralstt. 26; Stier, Grünauerstr. 16; Denzer, Fürstenstr. 19; Claus, Solmsstr. 38(bei Ncumann); Lerche, Fruchtstt. 52; Pschichholz, Pallisadenstr. 16; Werschke, Adalbertstr. 16, und in den mit Plakaten belegten Geschäften. Der Uerein der Steinhauer Kerlin» und Umgegend sei:""---' hält seine nächste Versammlung am Sonntag, den 29. Januar, Vormittags 9* Uhr in Krüger's Lokal, Gartcnstt. 123, ab. Kanitäts-Kerein für Arbeiter beiderlei Geschlecht». (E. H. 85.) Generalversammlung am Sonntag, den 29. Jan., Vormittags 10& Uhr, Jnselstr. 10(Scheffcr's Saal). Tagesordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. 2. Ab- reckmung des Kasfirers. 3. Wahl des Gesammtvorstandes. 4. Verschiedenes. Weibliche Mitglieder haben ebenfalls Zutritt und Stimmrecht. Gesang-, Turn- und gesellige Uereine am Mittwoch. Männcrgesangverein„Jugcndlust" Abends 8t Uhr im Restarant Passod, Gartenstr. 162.— Männergesangverein„Cacilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Ilöpnilerstr. 127a.— Gesangverein„Männcr- chor Linde" Abends 8', Ubr im Restaurant Haller, Naunynstr.70. — Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.— Turnverein„Wedding", Pankstraße 9. Männer- Abtheilung von 8% bis 10!, Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlings» 10 Uhr Abends.— Schlefischer Verein im Restaurant, Wasserthorstr. 41.— W'M fü'. Roller'sche Stenographie. Abends 8t% Beese, Alte Schönhausersttaße 42, llntemaiA_ — Arends'scher Stenographenverein„Amicu« im Restaurant Behrends, SchöncbergerstrM� �. Stenographenverein„Philia" Abends 9/ „Wilhelmsgarten", Kochstraße 7.— Verein der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im> Kurfürstenstraße 31.— Verliner Rauchklub�-� 9 Uhr im Restaurant Foge,.Köpenickchl� Pa klub„Havanna kO" Abends 8| Uhr im*£ Reichenbergersttaßc 16.— Rauchklub„QW# 20. SiNi 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpcnilkevdch. g. klub„Columbia" Abends 8% Uhr �t v Schell Vn�en[tr.__96. � RaulMtb ,,Frisch jenW Z�r eisten im Restaurant Tempel, Breslaucrstt. 27. ,l« ß tiet 2ßi Theater. Mittwoch, den 25. Januar. «peruhau». Der Trompeter von Säkkingen. Achauspielhau». Othello, der Mohr von Venedig. Deutsche« Theater. Faust. Malluer-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizckado. Louiselljtädtischks Theater. Dresdenerstt. 72. Direktion: Adolph Ernst. Neu riustudirt und mit nrur« Couplet». Zum �01« Male: Die schöne Ungarin. Friedrich- Milhelmstädtische» Theater, Die 7 Schwaben. Dlbtoria-Theater. Die Reise um die Well in 80 Tagen. Gsteud-Theater. Liane, die zweite Frau. Meftdeuz-Theater. Francillon. Wellealliaure-Theater. Die Näherin. Walhalla-Theater. La Masiotte. Kroll» Theater. Alle Neune. Teutrat-Theater. Höhere Töchter. MSniastäd tische» Theater. Die Tochter der Markthalle. {«eriran-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. »ueordia» Theater. Spezialitäten- Vor- Theater"»-»» K-ichshalleu. Spezialitäten- Vorstellung. � Maufumnu» DariCtC. Spezialitäten- Vorstellung. Gesangspoffe in 4 Attcn von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Äufik von G. Steffens. Die»euen Konplet» sind vom Kapellmftr. Herr« Franz Roth kompouirt. Irma: Clarn Keiner. Lilli: Olga Dwo« raK. Fritze: Grete Gallus. Häppchen: Clara BQchler. Miesebeck: Direktor Ad. Ernst. Schröder: Aug. Kurz. Triller: Paul Barthold. Walzebock: Gustav GSrss. Alfred: Wilhelm Ruft. Teleph«« Anschlug: Amt III. Ur. 8O4S. Kaffeneröffnung 6i Uhr. Anfang der Vorstellung 7l- Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Berliner Stadt Theater Wallncrtbeatersttaße 15, fr. Alhambra- Theater. Unser Muoltat oder jans. lten Vater Martin'» Volksstück mit Gesang in 3 von Dr. Oßmann. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel Grosses Konzert Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellnng 7t Uhr. Kolllgltädtijchks HhMer. Alexander-Straße 41— Kurze Straße 6. Heute und folgeude Tage: 8. Gastspiel von Anna Schramm. Novität. Zum 8. Male: Novität. Die Tochter d. Markthalle. Große Posse mit Gesang in 3 Akten von Alfred Schönfeld. Musik von Paul Lincke. Der Streik in der MUiiür- Gffektenfakrik von Wollkopf u Senftieben dauert fort; wir bit- ten, den Zuzug fern zu halten Ale stmktvdtv Arbeiter. 227] OrtskrMeiilmffe der Klcmpnn. Bei unserer Kasse ist zum 1. März d. I. die Stelle eines Kasfirers zu besetzen. Kassenmit- glieder, die darauf reflettiren, gut schreiben und rechnen und 500 Mark Kaution stellen können, mögen selbstgeschriebene Offerten mit Lebenslauf bis zum 1. Februar er. an den Vorfitzendcn H. G intel, Naunynstr. 80, abgeben. 225] Der Dorstaud. fadjgmin der Stemtrazer Kerlivs WUT Versammlung"HW derjenigen Mitglieder, welche zum General- foud» beisteuem, am So»«tac, den 29. Jan., Vormittags 11 Uhr, in Schm df's Salon, Waldemarstraße 75. Tages-Ordnung: Wie stellen wir uns zu den Darlehns-Gesuchen. Antrag über in Druckbringung des Reglements zum Generalfonds. Um zahlreiches Erscheinen ersucht[217]_ Der Vorstan». 1. Bild: In der Zentral-Markthalle. 2. Bild: Im Viehhof. 3. Bild: Fräulein Doktor. 4. Bild: Die Hofsängenn. Caroline Gödewitz, Schlächter- Mamsell aus Kalau: Anna Schramm. Anfang 7t Uhr.— Kassenöffnung 6 Uhr. Die Abonnenten des„Berliner Volksblatt" zahlen gegen Vorzeigung ihrer Abonnements- quittung halbe Kassenpreise. Circus A. krembner Fried r ch-Kart-Zlfer, Ecke Karlsttaße. Heute, Mittwoch, den 25. Januar 1888, Abends 7 Uhr: Gnihk lihlrlm-liinknT.'iij zwischen dem bis jetzt unbesiegten Athleten und Preisrinalämpfer Herrn Carl Abs und den beiden Herren W. Ouabbe, Präfident des Athletenvereins„Vulkan", und O. Kessler, Steindrucker, früher Athlet und Preisringkämpfer. Beide Herren haben sich erboten, die Produktionen des Herrn Ab» nachzumachen. Herr Ab» hat eine Prämie von 3000 Mb. ausgesetzt, welche sofort an den ausgezahlt wird, der seine Pro- duktionen in jeder Weise nachmacht. Ferner hat sich der Steinsetzer Herr Possow infolge Auf- Forderung des Hrn. Schmidt bereit erklärt, eine Kraftprobe mit Hrn. Schmidt einzugehen. Herr Schmidt behauptet, dieselben Produttionen aus- zuführen, ja noch mehr zu leisten, wie seiner Zeit Herr Kossow gegen Herrn Ab» geleistet hat. Zum 29. Male: lir luftige Schwikzttmlllt«. Große originelle Pantomim» mit Kältet. Auftreten der vorzüglichsten Nettbunst-eriuue» und Keittzün stier Vorführen und Reiten der best dressinen Schul- und Kreiheitspferde. A. Krembscr, Direktor. Passase 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kaiser-Piuieraiua Schlösser König Ludwig II. III. Abth.: Liaderhvf und Kerg. Neu! Zunr e r st e n Male: vierte Warderung durch Pari». Keif» Sr. Mas. Schiff He�a. Sine Reise 20 W, Kmder nur 10 Pf. Abonn. Ele4. Maskengarderobe für Herren und Dame» von C Tiefz, Geauienstraste 130, S Trepp. (Ecke Aieraudriueustr.). Geschmackvolle Kostüme in reichster Auswahl zu billigen Preisen. Derein-« PreioermSstiauna. M&skengaiderobG von[25 Fritz Panknin 0raiukvstr.l78EckeAdalbertstr. empf. sich den Vereinen, sowie den Lesem ds. Bl. aufs beste. Größte Avowahl! Killigste Preise: � Natur. Weine M Oswald JTIer D �■•n-gwaitt[N«i08 � \ BERLIN* s,— � Jede Uhr zu reparirrn und reiutgen kostet kiNd�Ml mir unt. Garantie d. Gutgehens n. 1«t 5» Pfg. Kleine Reparaturen billiger. Prima Patentgiäser 10 Pfeunig. R. Kionka, W 87. Adalbertstraße Nr. 87."## _ jtritt Lade«, daher>ö billig. Maske«- Kostüme jeder Art verleiht billig Paul Cordt, Reichenbergerstrasse No. 140. Vereine Preisermäßigung. Cirössle Slaalsgew Angehörigen 1 X«00,000 Mb., 2 X 300,000, 2 X 150,1 20. Jan. bis 8. Febr., Kgi.Preuss.177. Staatslot�' 65,000 Gewinne: 22 MUM, In Summa 167,180 ilk. baar. Hierzu empfehlen Orig• und Ant-Loose i 1, M. 220,'k M. 11«,'1, K. 55, i M. 44, 1. 'U M. 22,'!»«. 11, 1« 1, 6,'jso» Z Amtliche Liste und Porto 60 Pfg eztra« Oscar Bräuer Marlin W., Unter d» n Linden 12. der kaiserliche Abg. v. Ke er Resolution :zichte auf Wi bis zum 1 also auch Bec keine Ahnunc werden. bg. Kaum! in seltene is Hände für das mmunen werd i dieser Schi -rfall) » Abg. v. Ma Mändigem Ein «lenz, daß viel ' en folgen mü 'timmen. Die Zustimm on verweisen ' ernuth au irung des„»�eldungspflicht werden die vorhandenen dresiahngen prachtvollen pnma Herreu-b»� ,�'ine ich, daß t ?us 10 000 ff. Miutrr-Palerot», darunter feinste Eskimo Pal �g�esetzcs, als in i«*«y �29 vuma Jaquet- sab Kock-Anpige, darunter ff. K �#n wird. Jude 16— 88, 2H 000«ute reiumoll.«, Hos-« für M. 4— It«, Mbcn. Mluter-Imurt», Kchtssröcke, Kuabeu-Paletot». jchwarze, Abg. Haan gut« Myreu etc.../thümlichen Auf zum reellen Leihwerth auewcrmrjlitf bCT einriß _.?uch KonutaG» bis Abends geöffnet. Pferdebahn- und( bd Einkauf eines Anzuges oder Paletots zurückgezahlt. betroffene 737 Homöopathische Klinik für Brust-, Unterleibs-, Frauen- und Kinder ankheiten. Kassenmitglieder erhalten Ermäßi- esch, Friedrichslr. 1( Sonntags nur Vorm gung. Cr. Hoesch, Friedrichslr. 108,>. 8 bis 10, 5-7 Uhr.~- [15 Wo speisen Sie? In der alten pommerschm Küche, Oranienstt. 181, Hof parterre, bei Klei«! Frühst. 30 Pf., Mittagstisch m. Bier 50 Pf., Abendtisch von 30— 60 Pf. nach Auswahl. Allen Männern der Arbeit empfehle mein Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal. 224) W. Waagk. Weinstt. 22. NB. Auch liegt die Sammelliste für die Familie Hasenclever aus. ���discken Abgeoi �beistände, die Gebr. Hobelbanb.«Ancm Heimathla Solmsstraße 7, 4 Tr-, b�Ärache brächten, -—-.iinerseits der Fal Arwits-ß S«rift-LithZ mit englischen Schrist�ss Stellung in der Luxu-p wdh Boehnie» auf j Einen Dergolder. 226] Ad. Göpfe'-" auf. Nergolverinueb 223] Dersttbrreru. Farbig�. in jedem Geschenk passend, empfehle ich Bilder von Mar» und Lassalle in schwarz und Oeldruck, A. Kebel, sowie Gruppenbilder der Sozialdemokratischen Fraktion. Anferti» gung jeder Glaserarbeit.(Gruppenbilder werden sauber und billig eingerahmt.)[133 Karl Scholz, Eisenbahnstt. 36b l. vre , als Leiter für findet lohnende und Wilhel*' Luruopapierfabri» und er richte stm Gebiete I ollende Aufmerl Der Rest dc- . die Tttel, r fttö bei dem Tü fung einer Ka :dcn. Unter dm e agahinverwaltr agazingebäudeu övnickerstraße 1( [erden. Die Mil i Kommission, ssen, well di re»de nur zu mahlen wollen auf 36_Pf. st stsS Abg. «mwesens m Richte r,hU.Üö Hause nUu; aber wir ber Staatsi WlasKen« AnzOge verl. Adalbertstr. 75, H. 2 Tr., b. Milbe. [219 Verantwortlicher Redakteur: K. Crouheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadiug in Berlin 8W., Beuthsttaße Der Arbeit«»-�,/ , s# crem SmIl Un: Beilage zum Berliner Volksblatt. _ 5#- 21- "A&a S UHr im ** Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 20. Sitzung vom 24. Januar, l Uhr. �« Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher. Bron- -tt v. Schellendorff und Kommissarien. Zur ersten Berathung steht der Gesetzentwurf, betreff nd den r � v.__ cm � cm � �- a# iö�enÄ Uhr-m% rstr.-<• �lass der Wittwen- und Waisengcldbeiträge Angehörigen der Reichs-Zivilverwaltung, des Reichshecres i der kaiserlichen Marine. . Ada. u. Kenda: Diese Vorlage ist eine Ausführung »M? all lern Resolution vom 10. Mai v. I. Artikel 2 bestimmt, daß V»-zichte auf Wittwen- und Waisengeld auf Grund früherer absetze bis zum 30. Juni 1888 widerrufen werden dürfen, so x lOU,«. also auch Beamte, welche von der Einbringung dieser Vor- wÄ keine Ahnung haben konnten, dor Wohlthat derselben theil- Ahr., i-tia werden. Abg. Kaumbach: Diesem Wunsche stimmt die freisinnige ei in seltener Harmonie mit der Mehrheit des Hauses Es handelt sich um einen höchst bedeutungsvollen illlAlf für das Reich und die Einzelstaaten. Auch die lyilkUt-'nununen werden nicht zurückbleiben können. Hoffen wir, ! dieser Schritt segensreiche Wirkungen haben möge. »fall) ooaei j Abg.». Manteuffel: Ich freue mich, daß ich mich in \\ 1, Mündigem Einklänge mit dem Vorredner befinde. Die Kon- lo ucnz, daß vielleicht auch die Kommunen diesem Beispiel ÄT.fcen folgen müssen, kann uns nicht abhalten, der Vorlage ' Zustimmen. i Vh? 0 sxtra- & , Die Zustimmung zur Vorlage, die Niemand an eine Kam- isfion verweisen will, ist allerseits eine so vollständige, daß Bernuth auf das Wort und die Reichspartei durch eine Wrung des Grafen Ä e h r auf ihren Antrag, die besser Wirten Beamten von der Wohlthat des Gesetzes auszu- !ßcn, verzichtet. Die zweite Berathung wird im Plenum ..finden. Die zweite Berathung des Etats wird fortgesetzt. Es folgt der Etat für die Verwaltung des eichsheeres. Beim Ordinarium, Kap. 14(Kriegsministerumt bemerkt v�fercnt Abg. Sattler, daß durch die Hcercsverstärkung im �/»'.iegsministerium die Bildung zweier neuen Abtheilungen .d eine Mehrforderung dafür nothwendig geworden sei; die Immission habe sich von dieser Nothwendigieit überzeugt und :se Mchrfordung, sowie auch eine Reihe anderer Mehrforde- (»gen im Ordinarium bewilligt. * Das Kapitel wird bewilligt. Kapitel 24 Titel 5 enthält eine Mehrforderung von Mark für 7 Hauptleute als Vorstände von neu zu itcnden Zcntral-Meldebureaus bei den Landwehr-Bezirks- P*) l�mniandos. Wobei!. Abg�Aaarmann: Die Bildung dieser Bureaus wird in deinem Wahlkreise als eine große Belästigung empfunden. Die izirksfeldwebel waren früher über verschiedene Städte des nses vcrthcilt, so daß die Mannschaften des Beurlaubtcnstan- ! leicht ihre persönlichen Meldungen erstatten konnten. Jetzt der Sitz des Zentral-MeldeburauS Bochum und sämmlliche rnnschaftcn des Kreises müssen jetzt dorthin reisen, wcnir r- eine Meldung zu mache» haben, denn wegen der unge- «gcnden Uebung im Schreiben machen die Mannschafren inn größten Theil lieber ihre Meldungen persönlich als iftlich. I*|TUr KriegLminister Kronsart n. ScheUendorfs: Selbsivcr- ländlich habe ich gegen eine eingehendere Erörterung dieser Iragc in der Kommisfion nichts einzuwenden. Für jetzt nur so v: es handelt sich nicht um Ersparnisse, indem Leuten nicht r*. Ächr eine Kompetenz zustehen soll, die ihnen unter anderen fflHv Umständen zustehen würde, sondern wir sind zu der Einrichtung .1-—-�Itlangt, um sehr erheblichen Mehrforderungen und organisato- _..gU-jschen Veränderungen, die sonst nothwendig werden würden, rs dem Wege zu gehen. ß Abg. Richter: Nach den Darlegungen der Vorredner hat Sache eine viel größere Bedeutung als nach der Erläuterung *' j dem Etat scheinen mußte. Nach dieser mußte ich annehmen, � es sich um Dezcntralisirung, nicht um Zentralisirung hier oclc; ich legte die Erläutemng so aus, daß diejenigen Mel- igen, die man jetzt bei dem Landwehrbezirkskommando selbst i 1 rfg)1 machen habe, künftig an mehreren Stationen des Kor [(1" sirks sollen gemacht werden können. Nunmehr erfai r.o er' baß es sich um eine Zentralisirung von sehr großer ha«!» Deutung handelt. Die Sache gehört eigentlich in das Militär- setz, mit dem wir uns jetzt beschäftigen; denn dort wird die ieldungspflicht ganz bedeutend erweitert, und prima vista, :inc ich, daß die Frage leichter in einem Paragraphen eines esctzes, als in einer Etatspofition zum Austrag zu bringen . f"- Vn wird. Indessen wird sich das ja bei näherer Betrachtung — liv, jchdcn. r. Abg. Haarmann: Der Kriegsminister ging von der ..Mhümlichcn Auffassung aus, als sei nach meiner Meinung der fvl'���veck der Einrichtung, Ersparnisse zu erzielen. Das habe ich id Oivs' it keiner Siibe angedeutet, um so weniger, als mir bekannt ist, iß die betroffenen Städte sich bereit erklärt haben, eventuell Müsse zu geben. ji Die Titel 5 und 7 werden in die Kommission verwiesen F Bei Kap. 25„N a t u r a l v e r p f l e g u n g" verwahrt I Abg. t>. Kuol gegen den von verschiedenen Seiten dischen Abgeordneten gemachten Vorwurf, daß sie febelstände, die sich aus dem Quarticrleistungsgeseye aab ä«'i»cm Heimathlande ergeben hätten, im Reichstage nicht zur Tr-, b�Hrache brächten, und weist darauf hin, daß dies wiederholt —-mcrseits der Fall gewesen. Die Klagen beständen im Uebrigen und er richte an die Militärverwaltung die Bitte, den auf Gebiete bestehenden Wünschen ununterbrochen wohl- ***< sich den die in ■ illf 0 tS e Aufmerksamkeit zu schenken. y\t Ott-fX v'.i r- W-?..... a...!„i». »vm-; iuxus? ehni� ... auj. en -- tÜ- elf rib. -Der Rest des Ordinariums wird unverändert bewilligt, nur . bie Titel, welche sich auf die Kadcttenanstaltcn beziehen o der dem Titel des Extraordinariums, welcher von der Er cden� etner ���uschule in Karlsruhe handelt, beschlossen Unter dm einmaligen Ausgaben figurirt in Kapitel u agazmverwaltungswesen) eine Forderung zum ssieubau von �lgazrngebauden in Berlin. Auf dem Magazingrundstück wpnickerstraße Ig— 17 soll auch eine Dampfmahlmühle ernchtet >erdcn. Die Militärverwaltung hat sich hierzu, wie der Referent Kommisston, Abg. Sattler, mittheilt, deshalb cnt- >ssen, weil die hiesigen Mühlenctablissements das Militär- erde nur zu einem Satze von 75 Pf. pro Zentner mahlen wollen, während der Satz bei der Militärmühle Ä! stellen würde. . Abg. Nichter: Wir wollen die Ausgestaltung des Ma- Unwesens in Berlin nicht bemängeln, bei der Zusammen- i 8. t Hauses würde unser Widerspruch auch keinen Erfolg ! aber wir geben zu bedenken, ob man in der Ausdch- & der Staatsindustrie weiter gehen soll, als es thatsächlich Mittwoch, den 23. Januar 1888. nothwendig ist. Bisher hat die Militärverwaltung eigene Mühlen nur errichtet in Festungen. Ich beantrage also, diese "osition an die Budgctkommission zurückzuverweisen in dem Sinne, daß die Errichtung einer Mühle ausgeschieden und dem- entsprechend die ganze Forderung ermäßigt wird. Geschieht dies nicht, so muß ich gegen die Position stimmen. Generalmajor v. Lluuie: Die Zahlen, welche hier gc- wünscht werden, standen der Kommission zur Verfügung. Es ist aber keine Frage gestellt und auch nicht beantwortet worden. Dem Zweifel über die 75 Pf., welche hier in Berlin von der Militärverwaltung für die Vermahlung eines Zentner Roggen bezahlt werden müssen, stelle ich ebenso bestimmt die Thatsache gegenüber, daß dem Kontrakte der Militärverwaltung zufolge seit dem vorigen Jahre der Mahllohn 70 Pf. beträgt, während er bis dahin allerdings 75 Pf. betrug. Ich bitte Sie, die Forderung für die Herstellung der Mühle zu be- willi�en� 2%� Ansichten müssen schließlich dahin , ühren, daß man überall, wo eine Garnisonbäckerei besteht, auch eine Garnisonmühle errichtet. So entstehen Konsequenzen, die sich nicht übersehen lassen. Der finanzielle Effekt wird jetzt auf 50 000 M. berechnet. Diese Ersparniß gegenüber der Gesammt- summe des Äilitäretats kann mich nicht verlocken, von meinem Grundsatze abzugehen. Man will eben in großen Städten an dem Prinzip festhalten, selbst zu kaufen, in das eigene Maga- zin, in die eigene Mühle zu führen und daraus zum Verbrauch zu bringen. Die Militärverwaltung steht in Bezug auf die Naturawerpflegung noch auf dem Standpunkte des Königs Joseph in Egypten.(Große Heiterkeit.) Dann ist die Militärverwaltung ebenso wohl in der Lage, das Mehl von Privatlieferanten sür den Kriegsbedarf aufzuspeichern. ES handelt sich hier um ein Prinzip, dessen Kon- scqucnzen der gesanimten Mühlenindustrie im Lande gegenüber gezogen werden können. Denn Alles, was gegen die Mühlen angeführt worden ist, trifft, wenn es überhaupt berechtigt ist, die kleinen Mühlen in den Provinzen mindestens dreifach so, wie die großen in Berlin. Abg. Graf Kehr: Die Ausführungen des Abg. Richter treffen nicht das Richtige in dieser Frage, denn es handelt sich hauptsächlich darum, ein Gegengewicht gegen die großen Mühlen .u schassen, damit diese nicht der Militärverwaltung einfach den Preis diktircn. Wir bewilligen die immerhin große Ausgabe, um die Militärverwaltung unabhängig zu machen und zu sichern, daß sie das entsprechende Mebl erhält. Abg. Schräder: Der Herr Vorredner steht im Gegen- ts zu den Erklärungen der Regierungsvertreter; er macht die agc kleiner, wenn er meint, daß es sich nur um ein igengewicht gegen die Privatmühlen handelt. Die Militär vcnvaltung will immer alle Dinge, welche die Armee bedarf, sich selbst beschaffen und nimmt immer größere Industrien in die Hand. Daß die Militärverwaltung beim Ankauf von Getreide bessere Sachverständige hat, als die Müller, das be- zweifle ich. Für die Solidität der Ausführung bürgt der Ruf der großen Mühlen. Auch finanziell würden wir auf die Dauer kein gutes Geschäft machen. Deshalb empfehle ich Ihnen die Zurückverweisung an die Kommission. Abg. Richter erweitert seinen Antrag dahin, daß die Kom Mission schriftlichen Bericht erstatten solle, damit auf Grund desselben alle Faktoren geprüft werden könnten. Referent Sattler bemerkt, daß die Kommisston bereits eine eingehende Prüfung vorgenommen habe, und empfiehlt die Ab lehnung des Antrags Richter. nommen 9lntra0 Aicfetet wird abgelehnt und der Titel ange- Bei der Position„Um- und Erweiterungsbau des zur äÄÄ SSS ., Abg. Windthorst: Die Kommission mag diese Forderung gründlich geprüft haben; damals waren aber die enormen Summen noch nicht bekannt, die wir für die beiden Riilrtarvorlagen zu bewilligen haben werden und die jedenfalls über 200 Millionen hinausgehen werden. In einer solchen Lage müssen wir unsere Ausgaben aus das NotHwendigstc beschränken. cv.L. Brn gkauben, daß es wünschenswerth wäre, den Fcjtsaal zu schaffen; aber daß es eine absolute Nothwendigkcit sei, wird Niemand behaupten wollen, weil er so lange genügt hat, und baufällig ist er nicht geworden. Es ist nur behauptet S?.' W cr den Anforderungen der Neuzeit nicht entspreche. -üitr thut es unendlich leid, diese Position beanstanden zu muffen. Da wir dem Herrn Kriegsministcr zu außerordent- lichcm Dank verpflichtet sind für die Art, wie er Geschäfte führt und das Interesse unserer Armee wahrt, würde ich ihm gern persönlich eine Freude bereiten. Aber darum handelt es sich nickt, sondern einfach um die Frage, welche Positionen wir be willigen sollen und welche nicht. Kricgsminister Kronsart o. Kchellendorff: Es ist keine �gknehmc Sache, pro domo zu sprechen und ich würde, wenn 4M um mein persönliches Interesse handelte, auch nichts weiter thun können, als dem Antrage bei- zutreten, diese Forderung möglichst einstimmig abzulehnen. Die Wohnung, die mir dienstlich angewiesen ist, reicht für meine persönlichen Verhältnisse vollkommen aus. Sie ist sogar jetzt schon viel zu groß. Wenn ich mich nun trotz alledem dazu verstanden habe, einen Antrag auf Erweiterung des jetzt vor- handencn Festsaales zu stellen, so ist es wahrlich nicht aus per- sönlichen Rücksichten geschehen. Die Erweiterung wird für den gewöhnlichen Gebrauch meiner Wohnung gar keine Vortheile, nur Nachthcile haben. Ich hätte sie gern unterlassen, bin aber einer gewissen Nothwendigkeit gefolgt. Es ist nicht gcsundheits. dienlich, sich längere Zeit in diesem Saale aufzuhalten. Die Position wird gegen die Stimmen der freisinnigen und einen Theil des Zentrums dewilligt.. �. Bei der Position„Bau einer Kaserne für em Garde-Jn fantcrieregiment in Berlin(Entwurfsbcarbeitung 15 000 M.)" 1"'alfiß. Mindthorst. daß militärische Gründe für die Verlegung eines der Jnfanterieregimenter aus Spandau oder Koblenz nicht angefühlt seien und bittet, diese Ausgaben auf bessere Zeiten zu verschieben. Kriegsminister Kronsart von Sch-ll-nd-rL erwidert, daß er sich über die Motive in der Kommission weitläufig aus- gesprochen habe und die Debatte im Plenum nicht wiederholen möcktc. Auf den, Gebiete der militärischen Ausbildung siegen die Gründe nicht. Die Position wird bewilligt. Die Positionen„Herstellung einer angemessenen Fassade für den Gcsammtbau des Generalkommando-Dienstgebäudes in Stettin 57 900 M." und„Neubau eines Kasemements in Stolp 207 000 M." werden gestrichen; ebenso die Summe von 198 000 M. .für einen Exerzierplatz in Schweidnitz. Hiemach vertagt das Haus._ Schluß 4% Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 2 U h r. (Anträge Hitze und Ackermann wegen Einführung des Befähi 3. Jahrg. gungsnachweises, Antrag Lohren, betteffend Brotverkauf nach Gewicht.)______ Abgeordnetenhaus. 6. Sitzung vom 24. Januar, 11 Uhr. Am Ministcrtische: v. Goßler, v. Scholz und Kom- missarien. Einziger Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Be- rathung des Gesetzentwurfs, bett. die Erleichterung der Volksschullasten. Abg.». Mryer-Arnswalde: Ich habe eine ganze Reihe von Bedenken gegen das Gesetz, von denen ich nur einige her- vorheben will. Das wichtigste ist ein finanzielles, wir wollen 20 Millionen bewilligen, haben aber nur 10 Millionen. Ob päter dauemd 20 Millionen übrig sein werden, wissen wir nicht. Jedenfalls sollte ein solcher vereinzelter Sonnen- blick uns nicht zu einem derartigen Schritt veranlassen. Das scheint mir eine unsolide Wirthschaft, da wir sichere Einnahmen dafür aufgeben sollen. Wir lassen unsere eigenen Einnahmen verfallen, weil wir das Defizit durch das Reich haben decken können, und auch die Städte sollen jetzt in solche Abhängigkeit von den Reichsfinanzen hin- eingezogen werden. Dieses Mißverhältniß fängt jetzt an, überall die alten Grundsätze preußischer Finanzpolitik zu ver- drängen. Kultusminister». Goffler: Aus den Ausführungen des Vorredners kann ich nur entnehmen, daß die Durchführung des Gesetzes schwierig sein wird, aber wir haben Größeres geleistet und werden auch dieses vollbringen, namentlich wo das Ziel allgemein Beifall findet. Die finanziellen Bedenken des Vor« redners kann ich nicht theilcn. Ich kann als Ressortminister das Gesetz nur mit Freuden begrüßen. Und nun bedenken Sie, daß Sie selbst in der lex Huene und sonst immer und immer die Hcrabminderung des Schulgeldes gefordert haben. Zweifellos ist es richtig, daß einige Gemeinden mehr Schul- geld eingenommen haben, als ihnen jetzt vom Staate zufließen wird. Aber man darf nicht übersehen, daß die Gemeinden, wenn man Sie als die Summe ihrer Mitglieder ansteht, doch in der Höhe des Schulgeldes erleichtert und steuerkräftiger gemacht werden. Ich hoffe, daß trotz der gemachten Einwen- düngen das Gesetz zu Stande kommen und daß es segensreich wirken wird.(Beifall.) Abg. Kurth: Wenn die freisinnige Partei dem Gesetz auch freundlich gegenübersteht, so verkennt sie doch nicht, daß dem Gesetze, welches sich als Nochgesetz darstellt, manche Schwierigkeiten entgegenstehen. Das Schulgeld ist ja eigentlich theo- rerisch keine Steuer, aber es wirkt ebenso; denn der Vater schließt nicht mit dem Lehrer einen freien Vertrag ab über den Unterricht seiner Kinder, sondern wenn er die Kinder nicht in die Schule schickt, wird er bestraft; wenn er das Schulgeld nicht bezahlt, erscheint der Exekutor. Abg. Kriiet beantragt die Verweisung der Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Die Kommission wird sich namentlich auch mit der Verfassungsfrage beschäftigen müssen. Ich kann zwar nach der Praxis, die sich herausgebildet hat, nicht mehr annehmen, daß die Verfassung jede Einzel« gesetzgebung auf dem Gebiete des Schulwesens untersagt; aber die Artikel 24—26 der Verfassung müssen doch beobachtet werden. Ich muß dem Herrn Minister darin Recht geben, daß eine einfache Erstattung des aufgehobenen Schulgeldes seitens des Staates nicht richtig wäre; aber man sollte die Ausgaben für das Schulwesen überhaupt, namentlich aber die Höhe der Lehrerbesoldungen in Betracht ziehen; denn die 200 M. Zuschuß werden in einzelnen Fällen die Hälfte, in anderen nur>/, oder der Besoldung ausmachen. Da, wo die Besoldungen am niedrigsten sind, würde am meisten gewährt, da, wo die höchsten Besoldungen gezahlt werden, am wenigsten. Diese Un- gerechtigkeit könne vielleicht am besten dadurch beseitigt werden, daß der Staat vielleicht ein Viertel aller Lehrcrbesoldungen, die auf 63 Millionen Mark veranschlagt werden können, übemimmt, und vielleicht den einklassigen Schulen einen besonderen Zuschuß gewährt. Abg. Hobrecht: Meine Freunde begrüßen die Vorlage als einen hocherfreulichcn Schritt auf dem richtigen Wege der Erleichterung der Schullasten. Die Verfassungsbedenkcn des Vorredners werden wohl nickt das Entscheidende bei der Vor« läge sein, sondern vielmehr die Begehrlichkeit der einzelnen Ge- meinden. Man kann von einem S y st e m der Uebeeweisungen vom Reich an die Einzelstaaten und von den Staaten an die Gemeinden nicht reden. Die Ueberweisungcn sind nicht nach dem Maße des Bedürfnisses verthcilt, sondern nach dem Maßstabe der Matrikularumlagcn. Die Ucberweisungen an die Einzelstaatcn sind eigentlich nur das, was die Angehörigen der Einzclstaaten in Forin von Reichssteuern aufgebracht haben. Diese Befürchtungen haben sich in Berlin als vollständig grundlos erwiesen. Deswegen werden meine Freunde der verfassungsmäßigen Fordening der Be- seitigung des Schulgeldes gern entsprechen und wir hoffen, daß es möglich sein wird, einen Uebergang zu finden, der den Städten die Beseitigung des Schulgeldes erleichtert. Ich beantrage eine Kommisfion von 28 Mitgliedern. Abg. v. Schorle, ner-Al st: Man hätte erst einmal ein organisches Gesetz machen, dann fragen sollen, wie viel es kostet; das vorgelegte Gesetz ist zu einfach; es ist ein einfaches Multi- plikationsexempel. Ich bin zweifelhaft, ob wir uns damit auf dem richtigen Wege befinden; vielleicht haben wir eine gebun- dene Marschroute. Die Beseitigung des Schulgeldes entlastet den Wohlhabenderen unnöthiger Weise; warum soll der Wohlhabende kein Schulgeld bezahlen? Von einer gleich- mäßigen Erleichterung kann nach dem Gesetz keine Rede sein. Wie wird es bei einer Steigerung der Schullastcn, bei einer Erhöhung der Lehrergehälter sein? Ich wünschte» daß man jetzt noch zu einer anderen Verwendung kommen möge. Ich schließe inich dem Antrage an, eine Kommission von 28 Mitgliedern einzusetzen. Abg.». Ranchhanpt: Unsere Stellung zur Vorlage ist bei der Etatsberathung bereits allgemein dargelegt worden. Die Schullastcn sind eine schwere Last; aber niemals hat dieses Haus auf eine Beseitigung des Schulgeldes gedrängt, sondern stets nur eine Erleichterung der Schullasten im Allgemeinen verlangt. Einen Zweifel, ob das das Gesetz init Art. 25 der Verfassung vereinbar ist, können wir nicht unterdrücken; denn das Gesetz giebt ohne Prüfung der Leistungsfähigkeit den Gemeinden Zu- schusse. Es müssen neue Grundsätze für Verthellung der Be- durfnißzusckusse aufgestellt werden. Wir wünschen, daß der be- treffende Etatstitel, soweit er erspatt werden sollte, verwendet wird zu Alterszulagen für die Lehrer, da- nnt diese auch etwas von dem Gesetz haben.(Sehr richtig! rechts.) Wir wünschen das Gesetz bereits am 1. Juli m Kraft treten zu lassen; das wird möglich sein, denn in den meisten Fällen wird eine Verhandlung mit den einzelnen Gemeinden gar nicht nothwendig sein.(Beifall rechts.) Finanzminister v. Kchsls; Wenn die Wünsche des Herrn v. Rauchhaupt berücksichtigt werden sollen, dann wird die Zeit bis zum 1. Oktober kaum ausreichen, um zur Verständigung über das Gesetz zu gelangen. Trotz der vielfachen Widersprüche hoffe ich doch, daß wir in der Kommission zur Einigung ge- langen werden.(Beifall.) Abg. Kickert: Eine so abfällige Kritik, wie seitens des Herrn von Rauchhaupt, ist auf dieser Seite an der Vor- läge nicht geübt worden. Alles hat Herr von Rauchhaupt ge- tadelt, und die schwerste Unzufriedenheit als Folge der Vorlage bezeichnet. Bei der Bewilligung neuer Steuem verspricht man Allerlei; nachher, wenn es an die Erfüllung der Versprechungen geht, dann entstehen Schwierigkeiten. Wir haben nicht den Konstitutionalismuv, welcher es rechtfer- tigt, daß das Parlament nicht weiter geht als die Regierung. Deshalb machen wir von dem Recht unserer Initiative Gebrauch und halten dieses Recht aufrecht. Ablehnend können wir uns nicht verhalten, einmal weil endlich das Schulgeld beseitigt werden soll, dann weil die neuen Steuern bewilligt sind unter dem Versprechen der Entlastung. Trotzdem wir die Steuem nicht bewilligt haben, übernehmen wir die Verpflichtungen mit, die daraus folgen.(Beifall links.) Damit schließt die Diskusston. Die Vorlage wird einer Kommisston von 28 Mitgliedem überwiesen. Schluß 3k Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. (Verlesung der Interpellation der Polen, Rechnungsvorlagen und Uebersichten). Zokales. I« der„III. Jagdzeitung" findet stch ei« iuter- fanter Artikel über die Mävrn auf der H�ree in rlin: Wer um die gegenwärtige Jahreszeit bei.tage die edricksbrücke in Berlin pasfirt, welche fast im Zentrum der Stadt über die Spree zwischen der Börse und dem Museum führt, dem bietet sich em eigenartiges Schauspiel dar, um das ihn mancher Provinziale beneiden könnte, zumal es eigentlich nicht recht in den Rahmen einer Weltstadt paßt, sondern eher auf einen einsam gelegenen See oder einen vom Weltgetriede nicht berührten Flußarm des platten Landes gehört.— Die Svree, welche zu beiden Seiten dieser Brücke bis auf einen schmalen Streifen in der Mitte zugefroren ist, wird nämlich dort von einer ca. 20 bis 30 Köpfe starken Schwancngescllschaft und fast ebenso vielen— Möven belebt, und wohl jeder, den sein Weg über die Brücke führt, macht für einige Augenblicke Halt, um dem lebhaften Treiben dort unten auf dem Wasser zuzuschauen. Besonders der eigentliche Berliner interesstrt sich für Alles, was innerhalb des Weichbildes seiner Heimathstadt passtrt und wenn es auch noch so harmlos und alltäglich erscheint. Ist ein schwachbeiniger Droschkengaul auf dem regenfeuchten, glatten Asphalt- pflaster gestürzt, hat der Hundefänger mit geschickter Hand die blanke Messtngschlinge einem maulkorblosen Hunde über den Kopf geworfen, ist ein Taschendieb oder ein anderer Ilebertreter des Gesetzes der heiligen Hermandad in die Hände gefallen, oder ist endlich ein Kananenvöalein seinem engen Käsig entschlüpft und flattert ängstlich von Baum zu Baum, von Dach zu Dach — stets werden diese Vorkommnisse von einer großen Schaar von Zuschauern mit Aufmerksamkeit und Theilnahme verfolgt. Und so ist auch die Friedrichsbnicke stets von einer Anzahl Personen besetzt, welche über das Geländer ins Wasser schauen. Schließen wir uns diesen Zuschauern an, opfern wir einige Minuten unserer Zeit, es verlohnt sich wirklich. Die Schwäne, von denen die jüngeren noch ihr schmutzig graues Kleid tragen, während die Farbe der älteren sich kaum von dem auf dem Eise liegenden Schnee abhebt, rudern stolz auf der vom Frost immer mehr und mehr verringerten offenen Wasserfläche umher. Dort senkt einer den langen, biegsamen Hals mit eleganter Wendung in die trüben Flutbcn der Spree, um irgend einen Gegen- stand, der im Wasser daher geschwommen kommt und seine Neugierde erregt hat, zu untersuchen. Hier blin- zeln andere mit schräg gehaltenem Kopfe zur Brücke empor, von der herab ihnen so mancher Leckerbissen zugeworfen wird, um den sich dann im Waffer oft ein erbitterter Kampf mit Schnabelhieben und Flügelschlägen entspinnt. Noch andere wieder haben die Fischkästen auf der Burgstraßenscite erklommen und machen dort Toilette. Zwischen diesen zahmen Schwänen nun tummeln sich leicht und beweglich die Möven in ihrem silbergrauen, sammetglänzendcn Gefieder. Klug und listig blicken die kleinen Augen aus den zierlichen Köpfen in die Welt. Sobald ein Stück Brot ins Wasser geworfen wird, suchen sie dasselbe den schwerfälligeren Schwänen wegzubaschen und weichen führten Schnaoelstößen der ob dieser gewandt den nach ihnen geführten. Frechheit erzürnten stolzen Vögel aus. Hin und wieder erhebt sich eine Möve, um mit schillerndem Fluge über die Wasser- fläche dahinzuschwebcn oder von der einen Seite der Brücke dicht über die Köpfe der Passanten hinweg nach der anderen zu gelangen. Andere wieder haben sich auf das Eis am Ufer zurückgezogen, wo sie entweder mit dem Schnabel die Federn putzen und ordnen oder von wo sie tiefsinnig und unbeweglich in das offene Wasser schauen. Nur wenige unter den Zuschauern auf der Brücke kennen die Möven nicht; sie halten sie für eine Entenart, werden aber sogleich von den Nachbarn eines Besseren belehrt. Welcher Art diese Möven angehören, weiß ich nicht, dazu bin ich nicht Orni- thologe genug; immerhin aber dürfte es manchen Leser inter- esfiren, daß sich die doch als ziemlich scheu bekannten Vögel, denen der Jäger nur schwer beikommen kann, ohne jede Furcht mitten in das lebhafte Getriebe der verkehrsreichen Weltstadt wagen. Zur Erklärung dieser Thatsachc dürfte freilich die reich- liche Nahrung eine Hauptrolle spielen, die ihnen hier zu Theil wird, besonders von der über die Brücke zur Schule pilgernden Jugend, welche gern das Frühstücksdrot mit den munteren Vögeln theilt und wohl oftmals wegen Zuspätkommens von dem gestrengen Lehrer getadelt wird. Im Sommer sind die Möven aus Berlin verschwunden und die Sckiwänc allein beherrschen die trübe sich dahinwälzende Spree, welche nach einem bekannten Ausspruch rein und klar wie ein Schwan selbst in Berlin ihren Einzug hält, aber schmutzig wie ein Schwein die Stadt wieder verläßt. Eine KrrUner Griginatfigur ist vorgestern aus dem Leben geschieden. Wilhelm Fischbach, der bekannte„Papierbild- Hauer" vom Berliner Bock, der Keine immer freundliche Mann mit dem Sammetjaquetchen, dem blonden Wallenstein-Kncbcl- bart und den„Raphaelkopf", ist am Sonntaa Nachmittag gegen 5 Uhr im Städtischen Krankenhause am Frievrichshain ver- starben. Fischbach war eine von der Bocksaison auf dem Tempel- hvfcr Berge unzertrennliche Figur. Alis schwarzem Papier schnitt er Silhouetten aller Art und fast jeder, der den„Bock" besuchte, nahm sich eine solche als Andenken an die dort ver- lebten sidelen Stunden mit. In vielen Berliner Restaurants findet man die Fischdach'schen Silhouetten unter Glas und Rahmen. Sein bekanntestes Bild, das sich in zahlreichen Kopien verbreitet findet, ist das„Ja, wenn!" mehrere Jäger und einen Jagdhund in origineller Position darstellend, welche e6 dem im Hintergrunde fichtbaren Hasen zu entkommen ermög- licht. F., ein Mann in den 50er Jahren, wurde vor ungefähr einem halben Jahre vom Schlage gerührt, vermochte von da ab seiner Beschäftigung nicht mehr abzuliegen und lebte schließ- lich von der Mildthätigkeit seiner vielen Bekannten. Mit ihm ist eins der harmlosesten Originale des alten Berlins aus dem Leben geschieden. Sträflicher Leichtstnn hat den Schneidcrgescllen K. aus der Grenadierstraße in große Lebensgefahr gebracht. Derselbe hatte mit drei Männern, von denen ihm einer persönlich bekannt war, am Abend des 21. Januar tücktig gekneipt. Gegen 12 Ubr verließen alle vier ein Lokal der Grenadiersttaße und machten sich auf den Heimweg. K. wurde noch in der Nacht von einem Weichenwärter auf den Schienen der Verbindungsbahn bewußtlos liegend aufgefunden und dem Tode entrissen. K. machte andern Tags die Anzeige bei der Kriminalbehörde, daß er an dem für ihn verhängmßvollen Abend beraubt worden sei. Es fehlte ihm sein Portemonnaie mit 6 M. Inhalt, sowie seine Zylindcruhr mit Talmikctte und Kompaß. K. hat keine Ahnung davon, wie er nach Weißensee auf den Schienenstrang gerathen ist. Auf Grund eines rechtskräftigen Erkenntnisse» wird zufolge einer amtlichen Bekanntmachung des Polizeiprä- sidiums in Zukunft„Rochow's Heilmittel gegen Genickstarre" und das Heilmittel Ameri. an- Consum�tion- Cure von Höpner zu den Geheimmitteln im Sinne der Polizeiverordnung vom 30. Juni 1887, betr. die Ankündigung von Geheimmitteln rc., gerechnet werden. Ein falscher Kriminalbeamter. Am 20. d. M. Nachmittags erschien in der Wohnung eines in der Lothringerstraße wohnenden Rentiers v. G. ein großer starker Mann, welcher sich als Kriminalbeamter von Kleve vorstellte und die Beglei- tung des v. G., gegen welchen er angeblich einen Haftbefehl hatte, fordette. Der angebliche Kriminalbeamte zeigte sich so vettraut mit den Verhältnissen des v. G., daß letzterer, ohne eine Legitimation sich vorzeigen zu lassen, folgte. In der Nähe der Börse erklärte der Pseudobeamte dem Arrestanten, daß er sich für eine Reise nach Petersburg, woselbst er zwei Studenten vemehmen müsse, einen Pelz kaufen wolle, und bat für diesen Zweck um ein Darlehn von 33 M., welche auf dem nächsten Polizeibüreau zurückgezahlt werden sollten. Nachdem er das verla- gte Geld erhalten hatte, schwindelte er dem v. G. noch 5 Mark ab, indem er vorgab, eine Schuldverbindlichkeit des letz- tercn rcguliren zu wollen. Dann gab er mit dem Bemerken, daß er zunächst auf dem Molkenmarkt Rapport erstatten, sich dort Geld holen und dann dem v. G- das Darlehn zurückerstatten werde, seinen Gefangenen frei und ließ stch nicht wieder sehen. Eine Tkierqnälmi erregte Sonntag Abend die Ent- rüstung der Passanten der Wasserthorstraße. Mit gesträubten Haaren, pustend und pfauchend jagte eine schwarze Angorakatze mit einer am Schwänze befestigten, mit Kieselsteinen gefüllten Blechbüchse die Straße herab, hinter ihr her eine Meute kläffen- der Hunde, welche auf das durch ihr Anhängsel rasend gemachte Thier Jagd machten. In den tollsten Kreuz- und Ouersprüngcn versuchte die gehetzte Katze den von allen Seiten auf sie ein- dringenden.Hunden zu entrinnen, schließlich gelang es ihr auch, sich mit einem verzweifelten Satze in ein Grundstück und da auf das niedere Dach des Pferdestalls zu retten, wo sie erschöpft liegen blieb, bis sie ein mitleidiger Schlächterlehrling ihrer Fessel entledigte. Frecher Raub. Als der Kaufmann I. in der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr nach seiner Wohnung, Alte Schönhauser- straße 2, zurückkehrte und bemerste, daß er den Hausschlüffel vergessen habe, bat er unter dem Versprechen einer Belohnung von 50 Pf. zwei ihm unbekannte in einer Thorwegnischc stehende Männer, den Nachtwächter behufs Oennung der Haus- thür herbeizuholen. Die Männer leisteten der Aufforderung Folge und kehrten nach kurzer Zeit mit dem Revicr-Nachtwächter zurück. Während letzterer mit dem Aufschließen des Hauses beschäftigt war, trat I. an die nächste Straßenlaterne, um seinem Portemonnaie, welches 330 M., darunter einen Hundertmark- schein enthielt, die versprochenen 50 Pf. zu entnehmen. In diesem Augenblick griff der Jüngere der beiden dicht neben ihm stehenden Unbekannten nach dem Portemonnaie, entriß ihm das- selbe und ergriff mit seinem Begleiter die Flucht. Leider ist es den frechen Dieben, von denen der eine etwa 25, der andere 18 Jahre alt war, gelungen, zu entkommen. Der ältere trug einen hellen Jaqucttanzug und war von kräftiger Gestalt. Der jüngere war von schwächlicher Figur, trug einen dunklen Anzug. Beide waren mit Mützen bekleidet. Auf dem Bürgersteige unterhalb der Straßenlaterne fand I. später 60 M. in Gold, die dem Potemonnaie entfallen waren. Die Leichen» der beiden Däckergeselle«, welche An- fangs voriger Woche beim Schlittschuhlaufen auf dem Tegelersee verunglückten, sind bisher trotz verschiedener Versuche noch nicht aus dem Wasser geholt worden. Die beiden Verunglückten sind übrigens Opfer ihres eigenen Leichtsinns geworden, da sie vorher vor dem Betteten des unsicheren Eises gewarnt worden waren. — Auck auf der Oberhavel wäre in vergangener Woche beinahe ein ähnlicher Unglücksfall zu verzeichnen gewesen. Ein 17jähnger Arbeiter, welcher dort Schlittschuh lief, gcrieth in eine geschlagene offene Stelle und konnte nur durch zwei hinzueilende Arbeiter mühsam gerettet werden. Gemäß den Deröffentlichungrn de» Kaiserlichen Gesundheitsamts sind in der Zeit vom 1. bis 7. Januar dieses Jahres von je 1000 Bewohnem auf den Jahres- durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin, 22,4, in Breslau 33,0, in Königsberg 25,3, in Köln 24,8, in Frankfurt a. M. 15,6, in Wiesbaden 23,3, in Hannover 17,9, in Kassel 24,6, in Magdeburg 23,7, in Stettin 23,6, in Altona 32,6, in Straßburg 23,8, in Metz 25,3, in München 27,4, in Nürnberg 32,1, in Augsburg 23,6, in Dresden 21,9, in Leipzig 20,0, in Stuttgart 15,9, in Karlsruhe 17,8, in Braunschweig 26,5, in Hamburg 30,5, in Wien 23,0, in Pest 29,2, in Prag 36,9, in Trieft 35.0, in Krakau 40,6, in Amsterdam 24,1, iir Brüssel 24,9, in Paris 26,2, in Basel— in London 22,8, in Glasgow 27,1, in Liverpool 25,1, in Dublin 33,6, in Edinburg 30,4, in Kopenhagen 27,3, in Stockholm 24,7, in Christiania 27,2, in St. Petersburg 28,1, in Warschau 24,6, in Odessa 26,7, in Rom 24,1, in Turin —, in Venedig 31,5, in Alcxandria 39,9. Ferner in der Zeit vom 12. bis 17. Dezember v. I.: in New-Dork 24,2, in Phila- delphia 20,4, in Baltimore 17,6, in Kalkutta 30,4, in Bombay 21,8, in Madras 49,2. In der Berichtswoche haben sich die Sterblichkeitsverhältniffe in den meisten Großstädten Europas erheblich ungünstiger ge- staltet �und wurden aus den meisten derselben höhere Sterblich- keitsziffern mitgethcilt, als aus der Vorwoche. Städte mit einer Sterblichkeit unter 15,0 pro Mille und Jahr kamen nicht zur Meldung. Einer günstigen Sterblichkeit(bis zu 20,0 pro Mille und Jahr) erfreuten sich Frankfurt a. M., Bochum,.Hannover, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim. Mäßig hoch(etwas über 20,0) war die Sterblichkeit auch in Leipzig, Mainz, Dresden, Bremen. — In ansehnlich gesteigerter Zahl führten ziemlich allgemein akute Entzündungen der Athmungsorgane und Katarrhe der Luftwege zum Tode; aber auch Darmkatarrhe und Brechdurch- fälle der Kinder waren nicht selten, wie in Berlin, Breslau, Bremen, Nürnberg, Hamburg, London, Pest, Paris u. a. O., gesteigert. Die Theilnahme des Säuglingsalters an der Sterb- lichkeit war im Ganzen eine größere, in München eine kleinere als in der vorher gegangenen Woche. Von je 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 76, in München 65 Säuglinge.— Dagegen zeigten die meisten Infektionskrankheiten an vielen Orten eine Abnahme der durch sie hervorgerufenen Todesfälle und Erkrankungen, nur Erkrankungen an Keuch- husten und Pocken traten häufiger zu Tage und führten in gesteigerter Zahl zum Tode.— Sterbefälle an Masern waren in Berlin, Hamburg, Kassel, St. Petersburg, Edinburg etwas gesteigert; in Dresden, Hannover, Braun- schweig, Mainz, London, Ehristiania wurde ihre Zahl eine kleinere; in Wien, Pest. Kopenhagen, Paris blieb sie fast die gleiche wie in der Vorwoche. Erkrankungen wurden aus Berlin, Pest, Kopenhagen, Christiania in kleinerer, aus Hamburg, Wien, Edinburg, St. Petersburg in etwas größerer Zahl als in der Vorwoche gemeldet.— Das Scharlachfieber zeigte in Berlin, Hamburg, München, Wien, Prag, London, Christiania, St. Petersburg eine Abnahme der Sterbefälle, da- gegen in Dublin, Kopenhagen, Warschau eine Zunahme. Er- krankungen an Scharlach wurden aus den meisten Orten, aus denen Mittheilungcn vorliegen, in geringerer Zahl zur Anzeige gebracht.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup war in MWKWV aus dem Regierungsbezirk Schleswig in wenig ein,cinc weniger, rn Berlin und London etwas mehr U�böten._ Die Zahl der zur Anzeige gekommenen Erkrankungen x.tt Staatsanw sr-r äääs. T°°?�eiten der Berti >en gestellten Berathung Der" Keuchhusten wurde in Paris und Dublin Gange" Berlin und London seltener Todesursache.— eine Störung Lyon und St. Petersburg einzelne, in Wien uno r@5 nimmt al orten, ferner in Pest, Paris mehrfache, in Trieft" Ins; Meine Hi in Warschau 14, in Prag 19 Sterbefälle hcrvorgn�ner Reihe von krankungen kamen aus dem Regierungsbezirk MarW politischen Proz aus St. Petersburg je 3, aus Pest 4, aus Wien'chst die Prozesse theilung.— Der Gesundheitszustand in Berlin Ift' ns anläßlich de Berichtswoche etwas weniger günstig gestaltet u»« sterer Provinz ei Sterblichkeit war im Vergleich zur Vorwoche cinebren wurden d Insbesondere kamen infolge des wiederholt unrcl».ncuen Art von tretenden Temperaturwechsels Erkältungskrankheu�Jbc auch dieser i Erkrankungen an akuten entzündlichen Prozessen dd n organe und Katarrhe der Luftwege ungemein hMj schein und führten auch in einer wesentlich gel« zum Tode. Auch Darmkatarrhe der Kinder« häufiger beobachtet. Dagegen war das Auftreten da? London und St. Petersburg je 1 St. Petersburg auch 2 Erttankungen, aus dem Marienwerder 1 Erkrankung an epidemischer ■---- MnttS zur Anzeige. Dem Kindbettfieber erlagen in Lo#ü der -»Mein gl ien Arbeiterbev ten. Der Art eine neue Leh gebildet, artet krankheiten meist ein seltenes, von Masern, Scharla�al. Ich habe und Kroup kamen weniger Erkrankungen zur zin� da ich den t zeigten sich in der Oranienburger und Rosenthnlel beuten zu thun, wie im Stralauer Viertel am häufigsten, letztersten es mit l auch in der Schöneberger Vorstadt noch eine gAÄiÄ M Erkrankungen. Typhöse Fieber, obwohl etwas'... B der Vorwoche sich zeigend, blieben in beschränktet»-> et: d ist wohl Tage vU(iui gvl�vtlvf vllvvvtl III krankungen im Wochenbett, an roscnartigen EnWjJ... b® r.i.?. Zellgewebes der Haut sowie Todesfälle an ssctUWr1. im'Jhrnleiifi mr-.in.. fUin» N-mmindeNlH.-. J' im Vergleich zur Vorwoche eine kleine Vermindcni�- � ansehnlich gesteigerter Zahl kamen jedoch*"1-, Stai was we fchwerdcn der Muskeln zur ärztlichen ÄelmndluG l�g����� Dolixribericht. Am 2l. d. M. Adends ftMxn Kreisen Aul der Vorstellung im Zirkus Renz die Equilibnlln> � an � folge Bruchs des Drahtseils aus der Höhe von Sjung zu stellen, zu Boden und erlitt eine anscheinend leichte I'uheben, um da _ Mm oa s sm m,,rde ni..-» uu Oberschenkels.— Am 23. d. M. Mittags wurde gCjeE!tcn �a) brücke die bereits stark verweste Leiche eines%utnng beigelegt alten Mannes aus dem Wasser gezogen und"�Mtrtei, die jetzt Kurz fitach Mittag stürzte L,, der polnisch chutzmann mit deicht hat. Die Ai schauhause gebracht. nackerstraße ein berittener brach das rechte Bein.— Nachmittags sprang.�8 und 129 des altes Mädchen nach einer von seinem Vater fjjSnden, bin ich; gung aus dem Fenster der Am Schlefischen V;- Jen Gerichtshöfe! hoch belegenen Wohnung auf den Hof hinab und>eis auf diese Ä so schwere Verletzungen, daß es mittelst KratuM hat gesagt, daß dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht twWs die Selbsts Um dieselbe Zeit fi-l in der Belle-AlliancestraD es darf in von einem Kohlenwagen während der und erlitt dadurch derartige Verletzungen, der Charitec gebracht werden mußte.— Nach sich ein Mädchen in einer Wohnung in der mittelst Blausäure.— Abends brach auf dem etwa 30 Jahre alter Mann plötzlich zusammen der Stelle, wahrscheinlich infolge eines Sü/l Leiche wurde nach dem Leichcnfchauhause wurde Abends auf dem Gartenplatz Mann bewußtlos neben einer Bank je M ?tl. Ich bin Autorität l... : Nihilismus in mich aber gi Vmgm des Reick >>er vor mehreren inen Verbindunx Jf" Reihe von\ 5%#% so fährt der mittelst Droschke nach dem Lazarus-Krankenhauft� ß wmm ein Eingreifen der alarmirten Feuerwehr nicht �■ m /L]'er| __ pSTsS Gerichts-Zeiwng'Fa«- MtSXSnX«a lokale geöffnet halten zu dürfen, herrschen unter � bähen, selbst großcntheils unrichtige Ansichten, und es kominl"«.» Stelle des< daß derartige Geschäftsleute, nachdem sie Jahrzehnte lang offen gehalten haben, auf 0 Beamten Anklagen wegen Sonntagsentheiligung Verhütung unnöthiger Weiteningen wollen die Verhandlung eines dergleichen Anklagefalls gleichzeitig den Wortlaut der in Frage komw� Vorschrift mittheilen. Der Äehl- und Jäkel hatte an einem Sonntaa im November wie seit mehr denn zehn Jahren, nach'P, Gottesdienst die Thür zu seinem Geschäft und erhielt deshalb eine Strafverfügung '"M•- Tag c ist aber auch Uches. Ich r langweilig zu en wollte. 3 g nach nicht e en nach dicse> bindung, mi n, verweise ü aus dem„Re! at". Die Ver e hier zur Verl entHeiligung in Höhe von 3 M. ev. 1 Tag(ll%( seien. Ich r Meinung, zum Oeffnen der Ladenthür berechtigst„Rebell" vc "-«-nsmitteln handle, erhob er Widerlpstfij 1 die Grundsä, ndat; er wurde aber vom Schöffeng��Mn heißt, wenr Jrrthum belehrt und nunmehr durch llrtheil'�jbng aufstellt. gleichen träfe belegt. Die Polizeiverordnung.und nennen sie vember 1853 lautet nämlich in ihrer Nr.?'■ gufwirft, was Verkaufsstellen, in welchen Lebensmittel fi'lg'; Mriigen Angelb mit Ausnahme derer der Bäcker un> ��Angeklagten ei müssen nach 9 Uhr Vorm. außer den Haupm ist und l welchen sie gänzlich zu schließen sind, mindesten- fi.Mbewcgung v> Dem Handel mit Lebensmitteln wird der utn �riW: hier vor 1 -----■----- chb�WannUich t na für Sonntags halten. stellt."— Hiernach haben nur Bäcker und Mntlich unter nach dem tzauptgottesdienst ihre � jruna für die .„Aif'P ,,an wird Die Frage, ob»in Vertrieb so?ialißu.�W'-klagten mit 1 von» straffrei oder strafbar ist, wurde gestern> Sozialdemokrat" instar» gegen den Maurer Traugott Balle Ai>�. Mficm der Strafkammer am Landgericht> entschieden. 1 im Besitz von 1 1 Sammelbons zum Besten B-» ausgewiesener Maurer betroffen worden und. Schöffeng dieses Erb sein Vertheidiger, Rechtsanwalt Freud e 1 it Hai,., Sammeln lung laut für die Familien Ausgewiesener AL$!.„.? Reskript des Ministeriums nicht lW ist ußerdem wer' Penhagcner& erweise hat n jemvärtigen Ve lenthümlich, na gewesen sind, die Echtheit an Demgegenüber nahm der Gerichtshof an, r,-," daß ein polizeiliches Verbot bestehe, deinzPA'(Ä krottschen S u von Sammelbons strafbar sein müsse. Ob.' � die Grenzen des Sozialistengesetzes überschre-zll s zu prüfen, könne nicht Sache des GerichtöhLni» wenig sei aber der Beweis erbracht, daß der bot aufgehoben habe. Aus diesen Gründe"..j, im» rufung verworfen und das ersttichterliche-F»/ Der volener Soiialiflrnvroteß..5.�~ alle nicht, r neuen Welt n kann durch ndlage der• Wl�UlUHUBC. Vitm-L w ilUMDm I. ivu*j r S' smiinifkv"®: Ich kündige einen Antrag auf Ausschluß der Lesicnt> erlm, Mu nn_ jottzcre tzaZ Publikum auf, den Saal - l?lm«Sflaiicn, die Personen innerhalb der Barierre können hier ius Berlin Staatsanwalt bemerkt: Ich fühle mich veran- uf des§ 173 des Gerichtsverfassungsgesetzes die ;t. Peters WwK-cßung der Oeffcntlichkeit zu beantragen. Seh werde ge- tn wcmg i.äg.j einzelne Stellen aus den hier zur Verlesung ge- üung. � Druckschriften zu zitiren; ich halte deshalb den Aus- , ct. P*. ,, der Oeffentlichkeit im Jntercsie der öffentlichen Ordnung ä mehr toten.— Die Vertheidiger widersprechen diesem Antrage. krankungen zerr Staatsanwalt werde doch wohl in der Lage sein, die eine che Anführung anstößiger Stellen zu vermeiden. Jeder Flecktyphus'ozcndc muffe das ja bei der Urtheilsmotivirung auch thun; je 1 uJSJpciten der Vertheidigung werde alles vermieden werden, aus demJWElen gestellten Antrag rechtfertigen könnte.— Nach epidemischere» Bcralhung beschließt der Gerichtshof, den An- gen in LoM�r der Staatsanwaltschaft abzulehnen, da nach dem ind Dubün �.jgr'n Gange der Verhandlung durch die Seffent- ache.—+ 05;Jt eine Störung der öffentlichen Ordnung nicht zu besorgen n Wien und R Eg nimmt alsdann das Wort der Erste Staatsanwalt in Trieft Meine Herren Richter! Das hiesige Landgericht ist »•r-.- fVr �<- /x**" S gen.zm r 4v.» o—,«',___ ir V,—'•'Vir". iviv II UV vi» t» uiu;v Rosenthaler �(uten zu thun, die für ihre Nationalität kämpfen, sondern letztere daben es mit einer internationalen Partei M* AM V.'--Jt CY\— Ilten, ch eine gro! hl etwas ho l beschränkter md, es ______________ zu thun. Als jen dicseS Prozeffes begannen, ahnte wohl daß derselbe uns noch heute beschäftigen ist wohl auch nicht geglaubt worden, daß das Tage geförderte Material in den weitesten t jU Tage geförderte Materi NW..-BW argen Eiu;,?n«, den lebhaftesten Erörterrmgen Veranlaffung geben W-------- ................. Abschaffung des Sozialisten- und was weiß ich alles vorgeschlagen. Das geht mich jedoch ls Staatsanwalt nichts an. Fest fleht aber, daß das BehandlunSi erial, das die Verhandlung zu Tage gefördert, in den Aocnds uMsten streifen Aufsehen erregt hat. Ick bin entfernt, des- Equilibnft'U � an Ihr richterliches Gewiffen die Bitte um eine Ver- höhe von r�jung zu stellen, allein ich hielt es Hohe von �rmg zu treuen, allein ich hielt es für nöthig, dies hier ad leichte Anzuheben, um darauf hinzuweisen, daß den den Angeklagten iags wurde ss'asi gelegten Handlungen in weitesten streifen eine große he eines �,n und naill«artei, die jetzt fast in allen Kulturstaaten zu sindcn ist, tag stürzte Mn der polnisch redenden Arbeiterbevölkerung Eingang ge- n mit des. eii hat. Tie Angeklagten sind zunächst der Verletzung der gs sprang und 129 des Strafgesetzbuches angeklagt. Um dies zu r Vater c �nden, bin ich genöthigt, auf mehrere Entscheidungen des ilcffschen%#5Wn Gerichtshofes hinzuweisen. Ich weiß wohl, daß der binab UN�eis auf diese Autorität vielfache Angriffe erfahren hat. telst strankÄ Hot gesagt, daß der Hinweis auf die Beschlüffe des Reichs- IC bracht ir�hts die Selbstständigkeit der Strafkammerurtheile auf- IllianeestrtW cs darf in juridischer Beziehung keine Autorität nv der Ich bin jedoch der Meinung, daß, wenn wir t-niinoen.«Autorität des Reichsgerichts nicht anerkennen, wir — sllackwW �Nihilismus in der Jurisprudenz kommen. Ich be- in der N mich aber ganz besonders deshalb auf die Eni- ,..f tii-m Wtiinacn des Reichsgerichts, weil gerade die hiesige Straf- r iL F�ier vor mehreren Jahren eine Entscheidung bezüglich der rfammen F/ mcn Berbindung gefällt hat, der das Reichsgericht in einer res Y-kAin Reihe von Fällen beigetreten ist. Der Staatsanwalt iuhausr S>� imln aUf �e verschiedenen Entscheidungen bezüglich der ge- ein etil#' Verbindung ein. Es ist ein anerkannter Rechtsgrund- so fährt der Staatsanwalt fort,— daß derjenige Mit- liegend r-'vMJ f0 fährt der Staatsanwalt fort,— daß derjenige Mit- ankenhaul. ß Verbindung wird, der sich stillschweigend dem Willen Wunde_*1 Gesammtheit unterordnet; eine ausdrückliche Willenserklä- 'a? 1 hierzu ist nicht erforderlich, sondern die Mitgliedschaft ist ,n' ,(«1 ausgedrückt durch konkludeute Handlungen. Das Reichs- �rach d®..zi t hat in dem Prozeß gegen die Patriotcnliga ausgesprochen, mmm g ine Verbindung auch vorhanden ist, wenn der Sitz der "j"-' Endung sich im Auslande befindet. Daß die Verbindung, iCltt,_ tfil fttpr nt chfntsi•")"—*----- c-v cht nicht elf J............. Vv|...Vv». 'er wir es hier zu thun haben, ungesetzliche Zwecke verfolgt, ie Verhandlung mehr als zur Genüge ergeben. Es kann ! keinem Zweifel unterliegen, daß die Expropnirung trund und Bodens, die Abtchaffung des Privateigenthums, »ufhebung der Ehe in ihrer heutigen Form, die Ab- „er»'!Ng aller Autorität Dinge sind, die den gemalt- dcr? jhlti Ilmsturz unserer heutigen Gesellschaftsordnung bedingen. Festtagen�»»�jnnere hgran, daß die Verbindung, mit der wir es hier hen unter-itjn haben, selbst die Abschaffung aller Religion bezweckt es fonirm�o n Stelle des Göttlichen die Anarchie setzen will. Die m sie iht(., me ist aber auch erhoben auf Grund der§ 130 des Straften, auf �Ijfljuches. Ich würde mir gewiß nicht den Vorwurf er- atbeiligUN? cJL langweilig zu sein, wenn ich mich hierbei noch weiter vollen wü Übn wollte. Der hohe Gerichtshof wird meiner liebet- nklaaefoük-�ig nach nicht einen Augenblick im Zweifel sein, daß ein rage ko'N''''.Mchen nach dieser Richtung hin vorliegt. Um die Ziele l- und'»Herdindung, mit der wir es zu thun haben, zu be- November L°?n, verweise ich auf die hier zur Verlesung gelangten nach aus dem„Rebell", der„Freiheit" und dem„Sozial- , Gefct"1.„'at". Die Vertheidigung hat die Behauptung aufgestellt, .. v;uv vvv-�VbJWUV*_ AV V' rri/ ,e hier zur Verlesung gelangten Nummem des„Rebell it seien. Ich muß bemerken, daß die betreffenden Num- 's.Rebell" von Behörde zu Behörde gegangen sind und nüntnYtfnnTnii imWo** r dereeyti.»' pes„Rebell" von Behörde zu Behörde gegangen sind und WideNvl-, B die Grundsäulen unserer staatlichen Ordnung zu er- Zchöffcngtfp'il'chn heißt, wenn man eine solche durch nichts bewiesene littheil d' Y-ifptuug aufstellt. Die genannten Blätter zitiren sich gegen- erordiiung-j.:und nennen sich„Bruderorgan". Wenn man nun die Nr. e: auswirft, was geben die Auslassungen dieser Blätter die ittel teuiu; zwärtigen Angeklagten an, so erinnere ich, daß bei einem ick er um.�Angeklagten eine Nummer der„Freiheit" gefunden .Czaupttm-..-1 ist und daß in diesen Organen die polnische miKtbcmcgung verherrlicht wird. In der„Freiheit" ß der.muK»�---------|'..... M'- i HÜUP"T(WE.'st und mindesten» ��"eivegung veryerreW wiro. Fn ver„Freiheit" L'.es vor mehreren Jahren verurtheilte Padlewski, � IT"% unter der hiesigen polnisch redenden Arbeiter- T. I" xllllrt ¥«•». w**'• jt--"x----—--■ _____,.» vw»f vt) UVCIIUCII £"« für die revolutionären Ideen agitirte,„Genosse" Nian wird danach wohl den geistigen Zusammenhang »PTfc». Sl*cn mit den envähnten Blättern annehmen müssen. rn Sozialdemokrat" ist erst vor ganz kurzer Zeit noch als äesteM"V,«-"amiuemotrat" ist erst vor ganz kurzl�.....— i Walke Organ der deutschen Sozialdemokratie anerkannt wor- Der � Mugerdem werden hierbei die Protokolle des Wydener ?»-. Kongresses beachtet werden müssen. Eigen« man auch die Echtheit dieser Protokolle in lenwärtigen Verhandlung angezweifelt. Ich sage, es ist m a J-v---- i.• aa- lenthalf,® m FW r#. 1 -------.—»tt u.iyvgrvvMV-- �-/'n'j. iich, nachdem die Personen, die auf diesen ston- , gewesen sind, wie die Abgeordneten Frohme und Ge- 1 die Echtheit anerkannt haben. Allein eine solche Zweifel- fc.Ui?Ä%%%% Sc% i"S S ÄÄ™ ffndlage der Sozialdemokratie bildet das lommuniftische it von 1847 und das Gothaer Programm von ld7o. Ich würde mich einer Unterlassung schuldig machen, wenn ich hier- bei nicht des bekannten Ferdinand Lassalle erwähnen wollte. Dieser war jedenfalls der begabteste sozialdemokratische Agitator, dem die jetzigen Führer nicht werth find, die Schuhriemen zu lösen. Er wollte die Besserung der sozialen Verhältnisse auf dem Boden der nationalen Gesetzgebung. Aber er sah wohl ein, daß seine Pläne nicht ausführbar seien. Die Wogen gingen über ihn hinweg und an seine Stelle traten die Männer der Revolution. Es bildete sich eine internationale revolutionäre Arbeiterpartei, die wohl von der Oberfläche weggefegt wurde, jedoch im Ge- Heimen weiter wühlte. Ich erinnere daran, daß man auf dem Kongreß zu Wyden für gut fand, das Wort„gesetzlich" aus dem Programm zu streichen. Auf dem Kopenhaaener Kongreß wurde in einem Beschlüsse gesagt: die sozialen Reformen, die staatlicherseits angestrebt werden, können nur bei den Arbeitern den irrthümlichcn Glauben erwecken, als sei der heutige Staat in der Lage, bessere soziale Verhältnisse zu schaffen. Aus diesen und vielen anderen Auslassungen der verschiedenen sozialdemo- statischen Blätter und Führer, ich nenne z. B. den bekannten Liebknecht, geht hervor, daß nur eine große sozial revolutionäre Partei besteht, die in ganz Europa und Amerika verbreitet ist. Ich behaupte, es giebt zwischen der sozialdemokratischen und anarchistischen Partei keinen grundsätzlichen Unterschied. Der Unterschied besteht lediglich in dem augenblicklichen praktischen Handeln. Die Anarchisten sagen: die Zeit zum Handeln, d. b. zum gewaltsamen Umsturz ist bereits gekommen, während die Sozial- demokratcn sagen: wir wollen wohl den gewaltsamen Umsturz, allein wir halten den Zeitpunkt hierfür noch nicht für gekommen, wir wollen wohl den gewaltsamen Kampf, aber es fehlen uns noch die Waffen dazu. Deshalb wollen wir vorläufig blos agi- tiren, die Massen aufreizen und scheinbar paktiren. Ich will nicht die verschiedenen Reden Liebknechts, die hier zur Verlesung gelangt sind, wiederholen, es dürfte genügen, auf einen Aus- spruch des Abgeordneten Bebel im Reichstage hinzuweisen. Dieser sagte im Jahre 1881: Die Sozialdemokratie erstrebt auf politischem Gebiete die Republik, auf sozialem den Sozialismus, aus religiösem den Atheismus. Damit ist mit drei Worten das Programm der Sozialdemokratie gegeben. Der An- geklagte Merkowski sagte im Laufe der Verhandlung: Der Unterschied ewischcn den Sozialdemokraten und An- archisten besteht darin, Jmß die Anarchisten die Vorposten sind, die den Kampf eröffnen, in den die Sozialdemokraten zu geeigneter Zeit einzugreifen haben. Nun, meine Herren, diese Aeußerung bestätigt meine Behauptung vollkommen. Ich habe wohl nicht nöthig, des Näheren oen Nachweis zu führen, daß die Sozialdemokratie die Abschaffung alles Privat-Eigenthums erstrebt. Lassalle hat einmal aus die„verdammte Bedürfniß- losigkeit" der deutschen Arbeiter hingewiesen. Dies Wort ist derartig gedeutet worden, daß die Arbeiter allen ihren Verdienst sofort verjubeln sollen. In ver sogenannten Gründerperiode konnte man in gewiffen Gegenden unseres Vaterlandes nur vierter Klasse fahren, man war sonst gefährdet, mit übermüthigen sozialdemokratischen Redensarten belästigt zu werden, denn die zweite Wagenklaffe war gewöhnlich von den Arbeikern gefüllt, in deren Kreisen der Champagner in Strömen floß. Die Ver- Handlung hat im Weiteren zur Genüge ergeben, daß die Sozial- dcmokralie die Abschaffung der Ehe, der Familie, ja der Religion verlangt. Bian acht aber noch weiker, man hat sich in den sozial- demokratischen Blättern selbst nicht entblödet, gemeine Raub- Mörder zu verherrlichen. In dem sogenannten zahmen„Sozial- dcmokrat" wurde sogar der Königsmord als objektiv berechtigt bezeichnet. Ja man ist weiter gegangen, man ist in einigen sozialdemokratischen Blättern sogar für die Thaten von Hödel, Nobiling und Reinsdorff eingetreten. Man könnte vielleicht einwenden, die deutschen Sozialdemokraten betheiligen sich ja an den Reichskagswahlen und haben eine Vertretung im Reichstage. Ich verweise hierbei aus die verschic- denen Reden Liebknechts, der gesagt hat: Das ganze Parlament ist nur eine Komödie, allem wir betheiligen uns an den Wahlen und lassen uns in den Reichstag wählen aus taktischen Gründen, da die Reichstagstribüne der einzige Ort ist. von dem aus wir m der Vage sind, zum Volke zu sprechen. Liebknecht sagte ein- mal.„Die soziale Frage kann nicht im Parlament, sondern w J� ci" können, mit welchen Mitteln die sozial- Partei ihre Forbmmgcn zu verwirklichen gedenkt. Zwischen den Sozialdemokraten und Anarchisten ein vollständiger geistiger Zusammenhang besteht, erhellt, wenn es gefunden, bei denen etne ganze Reihe von Leuten ums Leben gekommen find. Das Chikagocr Gericht hat die Leute, die die Attentate begangen haben, zum Tode verurtheilt, ein Urtheil, OOS ßClOlß OtP J'ltTftmitm Vior statfmtniort Aßftffafow 91X1 4- A hat. Die das gewiß die Billigung der gesammten gesitteten Welt gefunden hat. Die Herren Bebel und Genossen fühlten sich aber veranlaßt, an den Präsidenten der Vereinigten Staaten ein Telegramm zu richten:„Im Namen der Menschlichkeit bitten wir um Be- anadigung der zum Tode verurtheiltcn Anarchisten." Daß die Sozialdemokratie eine internationale Partei ist, dafür hat die Verhandlung hinlängliche Beweise erbracht. Ich erinnere an die Schlußworte im konimunistischen Manifest:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch." Ich erinnere an die Beziehungen der Sozialdemokraten in den verschiedenen Ländern und au die Aussprüche der verschiedenen sozialdemokratischen Blatter und Redner:„Tie Arbeiter haben kein Vater- 1«. lC\ Leute wissen nur nicht, was es heißt, dem Arbeiter die Liebe zum Vaterlande zu nehmen. Ich gehe nun zu der Organisation der sozialdemokratischen Partei über. Es unterliegt keinem Zweifel, daß nach Erlaß des Sozialisten- gesetzcs eine weitere Organisation, die vor den Behörden ge- heim gehalten werden sollte, geschaffen wurde. Dafür spricht zunächst die Parteivertrctung, die die jeweilige sozialdemokratische Reichstagsfraktion bildete, die Vertraucnsmänuer, die„Beauf- tragten", das offizielle Organ der deutschen Sozialdemokratie, der in Zürich erscheinende„Sozialdemokrat", die Kongresse zu Wyden und Kopenhagen, die Ausschließung der früheren Reichs- tagsabgcordneten Hasselmann und Rittinghausen, der Schriften- fonds, der Agitationsfonds, der linterstützungsfonds u. s. w. Es wurde von den Führern ausgesprochen: eine Aenderung der Organisation ist nothwendig. Es wurde eine Dezentralisation an Stelle der bisher bestandenen Zentralisation vorgeschlagen. Diese Dezentralisation ist auch unter der polnisch redenden Ar- beiterbevölkerung durchgeführt. Daß zwischen diesen polnischen Gruppen und den russischen Nihilisten eine vollständige Ver- bindung desteht, um zu geeigneter Zeit gemeinschaftlich los- zuschlagen, dafür sprechen die vertraulichen Berichte über den internationalen Kongreß in London. Wenn es aber noch eines weiteren Beweises Hiersur bedarf, so sind es die Beziehungen, die der Angeklagte Slawinski mit den Anarchisten und Nihilisten aller Gegenden Europas unterhalten hat. Er ist von der„Freiheit" als derjenige bezeichnet worden, der die Aufgabe hat, unter der polnisch redenden Arbeiterbevöl- kerung für die sozialrevolutionären Ideen Propaganda zu machen. Daß aber auch ein inniger Zusammenhang zwischen den An- archisten und Sozialdemokraten besteht, darüber kann ein Zweifel nicht mehr obwalten. Mögen Sie schütteln(nach der Anklage- dank gewendet) soviel Sie wollen, möge sich die sozialdemokra- tische Partei drehen und wenden wie sie wolle, den Reinsdorff kann sie von ihren Rockschößen nicht abschütteln, denn dieser wird im„Sozialdemokrat als„Genosse" bezeichnet. Ich glaube, das besagt genug. Ich habe nun noch den Beweis zu führen, daß auch eine Verletzung des Z 128 des Strafgesetzbuches vor- liegt. Hierfür spricht die Art, wie die gesummte Organisation und Agitation stets geheim gehalten worden ist. dafür sprechen die Aussprüche der verschiedenen Führer: die Behörden dürfen nicht erfahren, in welcher Weise die Aar- tation gehandhabt wird; es spricht ganz besonders dafür ein Jnstruktionsbuch, in dem Fingerzeige gegeben wcroen, wie die Agitation vor den Behörden geheim zu halten sei, in dem gesagt wird: alle Briefe müssen im Geschäftsstil oder inr Stile von Liebesbriefen abgefaßt werden. Es wird Chiffrirschrift K. empfohlen. Ich weise endlich auf die Redensarten hin, mit denen auf sozialvemokratischen Kongressen die Behörden ver- höhnt worden, daß es ihnen nicht gelinge, die Agitation aufzu« halten. Daß diese Organisation bezweckte, das Sozialistengesetz durch ungesetzliche Mittel zu verhindern und lahm zu legen, be- weist die Massenverbreitung des„Sozialdemokrat" und vieler anderen verbotenen Druckschriften in Deutschland. Ich erinnere an den bekannten Ausspruch:„Die Zeit zum Losschlagen ist noch nicht gekommen, es gilt zunächst und hauptsächlich durch die Presse zu agitiren." So wurde nun ein Netz zur Berbrei- tung von verbotenen Druckschriften von Amsterdam bis Petersburg, ja über das ganze Europa gezogen. Es wurde eine spezielle Literatur für die polnisch redende Arbeiter- bevölkerung geschaffen. Der Staatsanwalt schildert nun die Thätigkeit der einzelnen Angeklagten, welche dieselben bei der Verbreitung von Druckschriften entfaltet haben, und fährt fort: Ein sehr großes Material haben wir hierüber dem hier als Zeugen aufgetretenen Mädchen Kühncl, der Braut des Seifensiedcmesellen Czielski zu verdanken. Wenn ich es nicht aus anderem Gründen sagen würde, so spreche ich es aus, ganz besonders im Hinblick auf die gegenwärtige An- klage: Gott sei Dank, daß wir noch Frauenzimmer haben, deren Naturell es mit sich bringt, daß die Behörden über geheime Umtriebe etwas erfahren. Der Staatsanwalt beleuchtet hierauf die verschiedenen sozialvemokratischen bezw. anarchistischen Blätter und deren Auslassungen. In der„Freiheit"— so fährt der Staatsanwalt fort— wird nicht nur indirekt, sondern ganz direkt zum Königsmorde aufgefordert, es werden sogar Todes- urtheile u. s. w. erlassen. Die verschiedenen Auslassungen des „Prezdwit", des„Wallka Clas" die Protokolle über den Kon- greß in Chur u. s. w. beweisen, daß eine festgegliederte polnisch- sozialdemokratische Gruppe besteht, die, gleich den zuletzt er- wähnten Blättern, Einfluß auf die Verhältnisse in Deutschland zu üben versucht. Ich bin nun amj Ende der allgemeinen Be- trachtungen und ersuche, mir zu gestatten, behufs Beleuchtung des speziellen Theils morgen fortzufahren. Die Verhandlung wird hierauf gegen 2 Uhr Nachmittags auf morgen(Dienstag) Vormittags% Uhr vertagt. Kleine Mittheilungen. Mainz, 19. Januar.(Ein Schwindler.) Das hiesige Polizeiamt verfolgt einen raffinirten Schwindler, dem es ge- lungen ist, eine große Anzahl leichtgläubiger Personen zu be- trügen. Der Verfolgte ist ein angeblicher R- Bürgin aus München, welcher Ende des verflossenen Jahres in hiesigen und auswärtigen Zeitungen eine Annonze veröffentlichte, wonach er Antheilscheine der Braunschweiger Staatslotterie zu 2 M. mit dem Beifügen offerirt, daß die Ziehung am 31. Dezember 1887 stattfinde und jedes Laos gewinne. Amtlich ist nachgewiesen, daß Bürgin 828 Postanweisungen aus Deutschland und 273 Postanweisungen postlagernd Salzburg erhalten hat. Als in Salzburg in einem Hotel ein Polizeibeamter nach Bürgin fragte, ließ er sein Frühstück im Stich und ist seitdem spurlos verschwunden. Kasel, 18. Januar.(Verschwundenes Kind.) Endlich be- ginnt sich der Schleier zu lüften über das Verbleiben des kleinen Mädchens, das seit August vergangenen Jahres vermißt wurde und von dem seither trotz aller Preisaussetzungen von feiten der Polizei keinerlei Nachrichten erhältlich waren. Etwa eine Weg- stunde von der Stadt, in einem Walde, der zur Sommerzeit als Ausflugsort dient, wurde erhängt das Gerippe eines Kindes gesunden, an dem zum Theil die Haare noch erhalten waren. Da von einem Selbstmord keine Rede sein kann, so handelt es sich— eine andere Erklärung ist kaum möglich— um ein fluchwürdiges Verbrechen, zu welcher Deutung um so mehr gedrängt wird, als das Mädchen kaut Aussage anderer Kinder zuletzt in Begleitung eines fremden Mannes gesehen wurde, der ihm Zuckerzeug zusteckte. Odessa, 18. Januar.(Kampf zwischen Gefangenen und ihren Transporteuren.) Wie das Tifliser Blatt„fltowoje Obosrenija"(Neue Rundschau) meldet, kam es während der Transportirung weherer Hundert Arrestanten aus Südrußland nach dem Kaukasus am 12. d. M. zu einem schreckstchen Kampfe zwischen den Arrestanten und den sie begleitenden Soldaten und Gendarmen, wobei acht Soldaten, zwei Gendarmen und 31 Arrestanten tobt auf dem Playe blieben; 21 Arrestanten ergriffen während des Kampfes die Flucht und konnten nicht mehr eingeholt werden. Der Kampf brach während der Fahrt des Zuges Nr. 1 zwischen den Stationen Aliaty und Santschagal im Kaukasus aus. Die Arrestanten zwangen den Lokomotw- führet, den Zug zum Stehen zu bringen. An dem Kampfe nahmen auch die Kondukteure theil. Antwerpen, 19. Januar.(Schiffszusammcnstoß.) Der Norddeutsche Lloyddampfer„Sachsen", welcher dieser Tage Ant- werpen verlassen und die Fahrt nach China antreten sollte, stieß beim Antwerpencr Rheinquai mit dem Dampfer„Pennland" zusammen; dieser wurde stark beschädigt und die Gesellschaft der „Red-Star-Line", welcher der„Pennland" gehört, verlangt 150 000 Frks. Schadenersatz. Bald darauf bohrte der Dampfer „Sachsen", als et den Antwerpener Hafen verließ, das Rhein- schiff„Alida" vollständig in den Gnind; die Mannschaft wurde gerettet, die gesammte Ladung, 120 Tonnen Zucker, ging jedoch verloren. Die Antwerpener Behörde nahm ein Protokoll über beide Unfälle auf. Telegraphische Depeschen. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) . Cr-few Dienstag' 24. Januar. Der Rheintrajekt Griet- Hausen-Welle der Strecke Clevc-Zevenaar ist von heute ab wie- der in Betrieb. Metz, Dienstag, 24. Januar. Die„Lothringer Zeitung" meldet: Der lungste Zwischenfall an der Grenze beschränkt sich aus die Entwaffnung des französischen Jägers Barberot aus dem etwa 20 Kilometer westlich von Diedenhofen entfernten französischen Grenzorte Trieur durch den deutschen Grenz- aufsehet Hahnemann aus Lommeringen; die Entwaffnung n'X S% ie'"« Tournse zwischen Lommeringen und der Grenzstation —--y-- 1—•■••wM.vvvv*» und sehte demselben, als er sich zurückzog, nach. Einige Schritte von der Grenze trafen beide auf deutschem Gebiete zusammen. Barberot knüpfte ein Gespräch mit dem Grenzwächter an. Dieser jedoch forderte Barberot auf, ihm nach Fentsch zu folgen. Da letzterer jedoch energischen Widerstand leistete, entspann sich ein Ringen»wischen beiden, das mit der Entwaffnung Barbe- rot's durch Hahnemann endete. Heute, begaben sich Kreisdirek- tot Killinger und Polizeikommiffar Keller von Diedenhofen nach dem Thatorte, um Erkundigungen einzuziehen || Pest, Dienstag, 24. Januar. Das Unterhaus nahm mit 215 gegen 113 Stimmen das Budget als Grundlage für die Spezialdebatte an. Wien, Dienstag, 24. Januar. Das Handelsministerium hat die sämmtlichen bisher gegen italienische Provenienzen im östcrreichischen Küstengebiete noch bestehenden Sanitätsmaßregeln nunmehr außer Kraft gesetzt. Kukarest, Dienstag, 24. Januar.(Telegr. der„Agence Havas"). Nachdem ein Stallknecht der hiestgen rusfischcn Gesandtschaft anläßlich eines Verbrechens Hierselbst mit vielen anderen Dienern einige Stunden von der Behörde zurückge- halten worden, wird der Versuch gemacht, dieser bedeutungs- losen Angelegenheit einen polilischen Anstrich zu geben und die- selbe zu einem diplomatischen Zwischenfalle aufzubauschen. Alle auf Grund dieser Thatsache verbreiteten alarmirenden Nach- richten können als unbegründet bezeichnet werden. Petersburg, Dienstag, 24. Januar. Den Meldungen einiger Blätter zufolge beabsichtigt der Finanzministcr, die Eisen- bahnen zur Entrichtung der bestehenden Handelssteuer bezw. einer dreiprozentigen Steuer vom Reingewinn heranzuziehen. Ausgenommen seien diejenigen Eisenbahnen, welche statutenmäßig Molut steuerbefreit find; dagegen soll die Superdividende solcher Eisenbahngesellschaften, deren Revenuen durch die Regierung garantiri sind, ebenfalls besteuert werden. Rom, Dienstag 24. Januar. Die„Tribuna" meldet aus Meffauah, daß die Besetzung von Sahati durch die Italiener morgen erfolgen werde, falls nicht Gegenbefehl einträfe. London, Dienstag, 24. Januar. Die bereits gemeldete Verhaftung des parnellitischen Deputirten für Ost-Elare, Cox, erfolgte Gnmd eines von der irischen Behörde ausgestellten und der englischen Behörde gegengezeichneten Verhaftsbcfehles. von Cox, welcher sich lange Zeit den Nachforschungen der irischen tolizei entzogen hatte, war kürzlich nach England gereist in der nnahme, daß der in Irland ausgestellte Verhaftsbefchl in England keine Kraft habe. Cox wird nach Dublin zurückgebracht werden. (Mach Zchlutz der Redaktion eingetroffen.) Karlsruhe, Dienstag, 24. Januar. Die kirchenpolitische Kommission der zweiten Kammer nahm die Bestimmung der Vorlage, durch welche der Kurie die Befugniß zur Errichtung von Konvikten an Gymnasien und Universitäten eingeräumt wird, mit Zusätzen im Sinne einer Verschärfung der Staatsaufsicht über diese Anstalten an. Dagegen wurde der Artikel über eine vorübergehende, aushilfsweise Zulassung von Ordensgeistlichen in der Seelsorge mit 7 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Wien, Dienstag, 24. Januar. Die„Polit. Korr." meldet aus Konstantinopel, seit der Vereitelung des Putsches in Burgas hätten abermals kleine Abthcilungen versucht, in Ostrumelien einzudringen. Mehrere Individuen seien von den Türken ge- fangen, andere beim Betreten von Ostrumelien entwaffnet wor- den. Die Zahl der Gefangenen betrage insgesammt 50. Stockholm, Dienstag, den 24. Januar. Der höchste Gerichtshof bestätigte in der Appellationsinstanz die Stockholmer Wahlen zur zweiten Kammer. Die Schutzzöllncr haben nunmehr definitiv die Majorität im Reichstage. ß�SUom, Dienstag, den 24. Januar. Teputirtcnkammer. In Beantwortung einer Interpellation, betr. die Gewährung von Diäten an die Deputirten, erklärte der Ministerpräsident Erispi, die Erweiterung der Wahlfähigkeit mache die Gewährung einer Entschädigung an die Deputirten nothwendig, jedoch müsse eine derartige Einrichtung mit dem Gesetzentwürfe über die parlamentarische Jnkompatrbilität verknüpft werden. Auch müsse aus Gründen der Delikatesse von der Durchführung dieser Reform bis zur nächsten Legislaturperiode Abstand genommen werden. KmfKasten der Redaktio«. »ei Anfragen bitten wir die»bonnementi-Ouittung beizufügen. Brieflich» Antwort wird nicht ertheilt. M. L.©. Sie erfahren das am sichersten, wenn Sie sich direkt bei der Verwaltung des betreffenden Instituts erkun- Ligen; uns find die Aufnahmebedingungen nicht bekannt. S. F. K. 108. Wir sind nicht in der Lage, Ihnen eine Bezugsquelle für den gewünschten Artikel angeben zu können. RojVnheim. Wenden Sie sich an den Gesangverein „Jreya" in Berlin. Derselbe tagt jeden Donnerstag Abends Neue Friedrichstraße 35, Saal 3. Das Andere wird mit Dank denutzt w.'rden. K. K. Kergstraße. Wir glauben kaum, daß eine Ver- urtheilung erfolgen kann. Benennen Sie jedenfalls dem Ge- richte Zeugen, welche über Ihren lind Ihres Neffen Leumund sich äußern können. Einen Vcrtheidiger brauchen Sie, falls die etwaige Verhandlung vor dem Schöffengericht stattfindet, fürdie erste Instanz nock nicht zu nehmen. Werden Sie aber in erster Instanz verurtheilt oder findet die Verhandlung sogleich vor der Strafkammer statt, so nehmen Sie jedenfalls einen Ver« �&. S. FruchMr. Ihr Anspruch verjährt in 30 Jahren; die Zeit Ihrer Minderjährigkeit wird dabei nicht mit- gerechnet. G. K. Eine Beleidigung wird in dem Briefe kaum ge- funden werden können, da nicht aus demselben hervorgeht, wer denn Ihre Frau geschurigelt haben soll. Wenn Sie die Kragen noch jetzt hintragen, wozu wir Ihnen rathen, so kann Ihnen eine Schadenersatzklage nicht gefährlich werden. A. K. Mälkerstr. Sie können den Vizewirth auf Rück- Zahlung des Draufgeldes verklagen. Namenlos. Daß die Kündigung durch eingeschriebenen Brief erfolgen müffe, ist gesetzlich nicht bestimmt, schon danim nicht, weil bei Erlaß des Gesetzes im Jahre 1794 es noch keine eingeschriebenen Briefe gab. Eine Kündigung auf offenem Zettel ist giltig. H. S., Simeonstr. Nur der unten wohnende Miether, nicht aber der Wirth kann Schadenersatz fordern, und zwar nicht von Ihnen, sondern von Ihrer Tochter. Ist der Schaden durch Unachtsamkeit des Mietbers größer geworden, so haftet Ihre Tochter für die Mehrkosten nicht. S. p. Die Unfallsunterstützung beginnt erst mit der vier« zehnten Woche seit den, Unfall. Ob Sie überhaupt und event. ob Sie dauernde Unterstützung beanspmchcn können, hängt von der Art und den Folgen der Versicherung ab. G. F., Reinickeudorf. Es ist nichst strafbar, wenn Jemand seine eignen Münzen vernichtet oder zu Schmuckgegen- ständen verwendet. M. Kösltnerftr. Der betreffende Brief ist zwar nicht schön stvlisirt, giebt aber deutlich zu erkennen, daß das bis- hcrigc Miethsveihältniß an» 1. April endigen soll. Es liegt daher unseres Ermessens eine giltige Kündigung vor. A. T. 101. Da die Ehe noch nicht durch Richterspruch geschieden ist, ist der Mann, obgleich er Jahre lang von der Frau getrennt lebt, erbberechtigt und kann nicht durch Testament enterbt werden. A.©., Aleranderplnt». Jaffa, 56 Kilometer von Jerusalem, ist einer der ältesten Häfen der Welt. Paffagierdampfer werden unseres Wissens aus deutschen Häfen nach dorthin nicht befördert, wohl aber Handelsschiffe. Markthalle«-Krricht von I. Sandmann, städtisch« Verkaufsvermittler. Berlin, den 23. Januar 1888. Temperatur in der Halle 5 Grad Reaumur. Wetter: Mild. Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste haltbare Süß- rahm-Tafelbuttcr(bekannte Marken) 100—107 M., 2. rein- schmeckende Tafelbutter 93—100 M, 3. Tischbutter 15 bis 93 M, 4. fehlerhafte Tischbutter 75—85 M., 5. Kock- und Backdutter 65—75 M pr. Ztr. Auktion täglich um 11 Ufr Vormittags. Eier 2,50—3,10—3,25 netto ohne Abzug ein 2,95 M. p. Schck. Fleisch. Rindfleisch 28-40-53, Kalbfleisch 50—58, Hammel 38—45—50, Schweinefleisch- Pfund, Schinken geräuchert mit Knochen 70— t» 50—60 Pf. pr. Pfund. Obst und Gemüse. Weißfleischige Speise» 5,00, Zwiebeln 9,00-14,00 M. pro 100 Kilo, 25 Ä. pro 100 Kopf. Aepfelfinen Jaffa 8—13, Valenzia 420er 14—26 Ä. pro Kiste 13 M. per Kiste. 4. 725 817 2fi[300] 35«3028 70 345 412[1500] 662 »4065 156 312 453 515 622 728»5007 122 01 350 ff 904 17 51 90035 95 133 303 413 78[1500] 89 013»s' 322 430 78 534[500] 613 703 809[5000] 75 939 738 811 53 99006 113 258 498 570 604 10 42 69 733 89[3000] 199031 40 53 193 351 409 510 41 75 03 647_ 119 81 90 390 404 35 37 523 87 736 49 868 91 027„__ 321 422 510 29 792 972 80 1 93093 399 477 816 toä 101 1.3 17 233 328 56 426 508 722 31 050 1 05029)%% 515 640 829 911 54 55 1 90084 05 20 91 213 35 73%U Lithlttig der 4. Klasse 177. Königl. Prelis}. Lotterie. Zlehunz vom 24. Januar 1888, ivormi»-g». 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Klasse 177. Kömgl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 34. Januar 1888, R-«n>i»»g». Jiüt die Wew'nne über glO Mar! sind den betreiienben Kummer» in Parenthese beigefügt (Ohne(Bewähr.) 11628 349 488 531 641 713 834 989 1 258 481 512 84 624 801 2097 140 43 202 323 497 510 30 620 51[300] 771 87 88(3001 8004(300) 202 78 91 304 22 679[3000] 734 55 865 4195 260 313 33 71 470 98 518 756 936 52 56 77 5009 132 218 13000] 344[500] 91 691 925 34 6036 109 41 217 424 71 506 828 99 7069 142 61 263 316 467 83 92[300] 621 97 727 820 934 58 62 8187 234 356 90 403 67 665 779 891»300 19 451 64 59 86 521 67 93 694[500] 886 1«064 187 294 303 538 55 660 844 63 H 003 33 68 68 137 85 206 11 480 645 907 60 1 2235 384 457 555 602 771 889 97 932 1 8025 60 66 106 305 404 519 696 715 18 911 14204 34 90 303 8 448 593 671 827 947 73 1 5083 101 74 225 72 369 623[300] 609[1500] 43 67 98 768 90 835 949 86 1«056 181 498 552 694 713 55 69 846 64 928 1 7078 150 286 581 632 789 843 49 86 948 82 18001 10 879 628 81 19006 30 446 83 693 747 69 926 29135 369 93 491 671 718 829 83 921 2 1 014 39 128 327 433 57 608 67 911 22024 228 40 335 831 42[1500] 947 23027 127 252[3001 92 327 76 80 1300] 88 606 16 60 615[500] 23 70 88 96 788 922 62[3001 24155 478 521 617 63 759 841 52 25138 321 32 439 44 522 624[1500] 755 939 2W069 359 67 410 76 687 91 632 736 54 63 80 11500] 818 91 27215 66 594[300] 609 19 787 830 908 67 28020 103 43 66 677 711 29006 49 257 356 443 544 77 610(3000) 33 88 765 69 898 31)086 261 302 40 80 452 835 987 81012[1500] 83 102 50 332 63 403 61 64 558 614 23 730 32210 76[3000] 83[1500] 415 92 599 641 93 709 75 804 81 976 81 33084 124 360 445 673 880 957 84073 102 54 205[300] 99 369 79 503 617 45 812 903 35060 80 106 65[1500] 225 319 49 502 13[1500] 690 74 6 814 66 67 904 79 3«106 201 349 85 656 8i 893 970 3 7 273 429 93 618 796 3H243 81 316 658[1500] 76 736 614 903 3 9021 140 217 48 402 617 86 709 97 823 57 73[3000] 937 95 40162 242 64 97 351 65 76[300] 430 56 590 92 718 28 64 74 847 963 96 4 1061 100 314 20 66 85 94 444 826 99 4 2021 202 40 321 60 423 84 606 52 707 825 26 34 75 89 992 4 3043 548 81 714 69 829 938 4 1 096 135 204 376 440 54 97 607[300] 728 4 5175 223 337[1500] 39 456 61 695 641 779[1500] 86 928 82 4 0013[30001 142 48 78 256 431 47 47 053 321 677 13000] 755 841 73 928 83 48004 234 318 88 467 523 50 60 65 USOO] 74 625 81 777 78 809 915 16 29 49137 73 282[1500] 365 748 90.5 98 55, H4 fMOOl M 955 SllfUß 159 99* Q5 A9A r* 89 215 316 55 84 436 1300) 51 955 511046 152 223 95 620' 30 41722 943 501 29 935 52 429 505 58____ 586 658 89 722 945 M 56 90[3ÖÖ] 670 I C n erw\1«r/\ r< r.'. 743 85 875 11500] 9U[300. 28 65 73 83 »1140 80 266 93016[1500]'150K02RW 587. mmma ,00089 134[15001 357 413 609 77 731[1500! 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