matt« ÄÄ hrkette»» arätig, f Ml II RepM aBze, 26, Dienstag, den 31. Januar 1888. 5. Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner VolkSblatt« MorgmS außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei 'eljäbtlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement jelnt Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„SonntagS-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unier Ztr. 849.) Insertion» beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren' Aufträgen hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. e b ü h r aum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» in der Expedition, Bertin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Äureaur, ohn« Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße Ä.— Expedition: Zimmerstraste 44. o w* Abinuemtiis-Eillladutig. �ona' Februar eröffnen wir ein neues Abonne- Volksblatt" _— js'" wöchentlich erscheinenden Zonntagvblatt. f MonnenteyrMe beträgt frei in» Hau« monatlich : VU wöchentlich 35|If. Bei Selbstabholung im S«" J-r Expediston. Zimmerstraße 44, k-'-S? rin» in Au««e palctot«� oingungt�, *S%*i h 1 Mark pro Monat. t werden von sämmllichen Zeitungsspcditcuren, on der Expedition unseres Blattes, Zimmerstraße 44, genommen. kl Klßcrbalb nehmen sämmtliche Postanstaltcn Be- I jn die Monate Februar und März gegen Zahlung � Pf. an. Dir Redaktion«nd Expedition des„Kertiner Nolkoblatt". 10*«nd nach dem Schutzzoll- j l. fegen. '' � nip\ zwischen Freihändler und Schutzzöllner hat W»Inders aufgeregt. Wir haben in demselben immer y'''"*' las der betheiligten Interessen erblickt, und es hat Qr Cl Stoib eil nur ein Lächeln abgewinnen können, wenn wir l hl begeisterten Freihändler seine Anschauungen im ff*.»unveräußerlichen Menschenrechte" haben ver- ' i# fia9föicä, oder wenn uns ein Schutzzöllner haarscharf 3""- Wer nftf n«aa Vaterland in Gefahr ist, wenn Roheisen zabs»'"Kei............. e eingeht oder Gußeisen nicht einen höheren htflF rtstr"»!. ercht; ä 1*0' iitei*' Bi nicht?etKnnen den gewaltigen Kulturfortschritt durch- c bei,©, barin besteht, daß heute der WaarenauStausch Kulturvölkern und selbst mit den Theilen der be- >esuch, J' welche von unserer Zivilisation noch nicht ■t, iu einer Weise zugenommen hat, von der i, m änderte keine Ahnung hatten. Was wir be- ' Und bie Behauptung der Freihändler, daß nur Blütb» r'brem System der Welthandel zu der Heu- >[un! fangen konnte, oder die dem entgegenstehende ' fähig I Schutzzöllner, daß nur ihr System die virths�sUud stark dazu mache, ihre Stellung in der .sandelj� Nation en� welche heute auf dem Gebiete des '"ttikg � bedeutendste Rolle spielen, England und " ne: �l.ldräsentiren beide die wirthschaftspolitischen �°'handel und Schutzzoll. England steht aber -A '•Ht, Jeuitteton. [24 (Ka�bnut»ttloten.) *------ Der Erbe. ,vv i|(,;0tt»on Friedrich Gerstäcker. ? Hunnen0 Vonnte Niemanden mehr darin entdecken, als bten x eben an einem Birnbaum schüttelte, um sonder � einmal ae f" Wfi»'"»oem � c......— um, wer ihn gerufen haben s-d. ..felber�l�l blieb jetzt nichts weiter übrig, als in das "schloß[.j. Sehen und dort den Rath aufzusuchen, und >�"wal s.?,. gerade nicht gern dazu, blieb auch wirklich �nster aeö�."� überlegte sich die Sache, als plötzlich ostß herausrief��� und die wohlbekannte Stimme Senen Bn�.��jor, wie haben Sie sich einmal in diesen Zch ,11"erkoren? Wollen Sie denn nicht näher rnlch gerade an, begleite Sie dann ein «Ei n,„._ � der dem�j Mvrgen, mein lieber Rath!" sagte ? O so fre;1!; wenigstens die Wahl erspart worden. 1 gleich 11" r. und den Weg dahin einschlagend, L TZ?-'-«"und 4b be- 30 Schilt.'l�nre parterre und hatte ein ganz "°v auf den. nur der N ..— auch nicht verschlosien, und �liac �YUten' J" etnen langen schmalen Gang mit einer bei,, welchen er nicht gleich die rechte U T wie 1,1,•?" ber rechten Seite war aber eine lirte ein ,» S�lch darauf bemerkte, die Küche, und weibliches Wesen in einem sehr schmutzigen heute noch, was den Welthandel betrifft, an der Spitze der Nationen, obwohl dort das Freihandelssystem in einer Weise durchgeführt ist, wie in keinem der festländischen Staaten, und Amerika hat Schutzzölle, wie sie Rußland nicht kennt, und doch spielt es nach England die zweite Rolle. Diese Beispiele beweisen, daß für die wirthschaftliche Entwickelung der Völker die Frage, ob Freihandel oder Schutzzoll, von verhältnißmäßig untergeordneter Be- deutung ist. Zum Schutze einer jungen, schwachen Industrie, für die aber sonst die Lebensbedingungen vorhanden sind, oder gegenüber einer vom Auslande vielleicht auf Kosten von Leben und Gesundhett seiner Arbeiter betriebenen Schmutz- konkurrenz mag sich ein Schutzzoll immerhin rechtfertigen lasten. Dabei darf aber hervorzuheben nicht vergessen wer- den, daß aus dem soeben angeführten Grunde bis heute noch kein Staat einen Schutzzoll eingeführt hat. Schutz- zölle aber einzuführen, blos um die betheiligten Jndu- srriellen zu bereichern, das ist und bleibt unter allen Um- ständen verwerflich. Freilich haben weder schutzzöllnerische Regierungen, noch die hinter ihnen stehenden Parteien jemals zugegeben, daß Schutzzölle solchen Zwecken dienen soften. Zm Gegentheil war es immer nur die angebliche Fürsorge für das Gemeinwohl und speziell das Wohl der arbeitenden Klasten, womit die schutzzöllnerischen Maßnahmen gerechtsertigt wurden und werden. Diese Fürsorge für die arbeitende Klaste, den kleinen Mann, theilen übrigens die Schutzzöllncr mit ihren Gegnern, den Freihändlern. Auch diese denken bei ihren Bestrebungen nur an den armen Arbeiter, und wenn sie die fulminantesten Reden gegen die Beschränkungen, welche der Handel durch das Schutzzollsystem erleidet, halten, so denken sie dabei natürlich nur an den Danziger Kornträger und ähnliche Arbeiter, die unter dem Darniederliegen des Handels leiden; der reiche Handelsherr dagegen, dem der Zoll das Geschäft verdirbt, ist ihnen gleichgiltig, ganz so wie es unseren Schutzzöllnern nur um die Znteresten der Kleinindustriellen und Bauern zu thun ist und sie an die Großindustrie und den Großgrundbesitz nur so nebenher denten. Man braucht nur die Reden der Führer der beiden streitenden Parteien zu lesen und man wird das Vorstehende bestätigt finden. Da beide Parteien aber das Privilegium für sich in Anspruch nehmen, den kleinen Mann besonders in ihr Herz geschlossen zu haben, so ist es erklärlich, daß sie sich gegenseitig um den Schützling streiten und sich den Vorwurf machen, der Gegner vernachlässige denselben. Augenblicklich sind es die Freihändler, welche die Rolle Uebcrrock von verschostener Baröge, aber ohne Schürze, das er natürlich für die Köchin oder das Hausmädchen „Können Sie mir wohl sagen, liebes Kind," ftagte er,„in welchem Zimmer ich den Herrn Rath finde." „Gehen Sie nur geradeaus," lautete die Antwort, ,mein Mann ist in der letzten Stube links." „Bitte," sagte der Major erschreckt, einen solchen Ver- stoß gegen die Höflichkeit und die Frau vom Hause zugleich begangen zu haben.„Entschuldigen Sie, es ist hier so dunkel im Vorsaal..." Und damit wandte er sich, immer still mit dem Kopf schüttelnd, der bezeichneten Thür zu. Er hatte aber die letzten Worte der Frau gar nicht mehr gehört ging geradeaus und öffnete die dort befindliche Thür'schloß sie aber eben so rasch wieder, denn er war in das Heiligthum eines Schlafzimmers im Urzustand ge- herein, bester Freund! Hier herein!" rief der Rath und stieß seine eigene Thür auf.„Sie wären beinah' in das falsche Zimmer gefahren, heh? Treten Sie nur näher, ich bin den Augenblick fertig— na, wie geht's? Das ist gescheidt, daß Sie sich auch einmal bei mir sehen thut mir leid, daß ich Sie störe, bester Freund," sagte der Major, der den Rath noch in schon seit einiger Zeit getragenen Unterhosen fand, während seine übrigen Kleidungsstücke im Zimmer umhergestreut ��"„Mich stören? Nein sicher nicht!" lachte der freund- liche alte Herr.„Sie sehen ja, daß ich mich gar nicht stören lasse— aber bitte, wollen Sie nicht Platz nehmen?" .Danke Ihnen, habe die ganze Zeit gesessen," sagte der Major, der in der Stickluft des Zimmers, die so un- angenehm nach Schweiß roch, kaum zu athmen vermochte. Wenn Sie erlauben, gehe ich einen Augenblick an das Fenster, �indessen ziehen Sie sich fertig an. Famoser 'SkU�Z«,\echt hübsch," sagte der Rath, während der Major das Fenster öffnete. des Anklägers übernommen haben, und das Material dazu hat ihnen die preußische Regierung durch die dem Landtage zugegangenen Berichte über die Lage der Bergwerksindustrie während des Kalenderjahres 1886 gegeben. Aus diesen Berichten ergiebt sich, daß die Eisenerzbergwerke infolge ge- drückten Absatzes sich zur Entlastung von Arbeitern genöthigt sahen; außerdem mußten Feierschichten eingelegt werden, was für den Arbeiter natürlich Lohnausfall und Anziehen des Schmachtriemens bedeutet. Mit dem Mangel an Arbeit ging eine Verringerung der Löhne Hand in Hand. So be- trugen die Schichtlöhne der Dortmunder Steinkohlenberg- werke 1884 3,08 M., 1885 3,04 M., 1886 2,92 M Dabei sind aber die Gehälter der Grubenbeamten in die Löhne miteingerechnet. Werden diese Gehälter ausgeschieden, so ergeben sich für die drei Jahre folgende Durchschnitts- löhne 2,68 M., 2,66 M., 2,58 M. Ebenso tritt ein Rückgang hervor beim Saarbrücker Steinkohlenbergbau für die unterirdischen Bergarbeiter wie folgt: 1884 3 M., 1885 2,96 M., 1886 2,92 M.; für die Gesammtbelegschaft ergeben sich folgende Durchschnittslöhne: 1884 2,92 M., 1885 2,88 M., 1886 2,85 M. Der Jahres lohn auf einen Arbeiter ist gesunken für die Ge- sammtbelegschaft von 873 M. im Zahre 1884 a u f 836 M. im Jahre 1885 und 809 M. im Jahre 1886. Eben solches Sinken des Jahreslohnes der Ge- sammtbelegschaft ergiebt sich zugleich mit einer Herabsetzung des Lohnes für die Arbeitsschicht für den Erzbergbau im Oberharz von 585 M. im Jahre 1884 auf 581 M. im Jahre 1886. Im Oberbergamtsbezirk Halle ist der Jahres- lohn gesunken im Erzbergbau von 937 im Jahre 1884 auf 916 M. im Jahre 1886, im Kupferschieferbergbau von 827 auf 735 M.; im Braunkohlenbergbau betrug der Jahres- lohn 1884 684 M., 1885 682 M., 1886 676 M.— Die | Freihändler schlagen die Hände über den Kopf zusammen angesichts dieser Zahlen, und sie rufen so laut sie können: Seht Arbeiter, das sind die Folgen der Schutzzollpolitik! Es fällt uns nun nicht im Traume ein, diese Politik rechtfertigen oder vertheidigen zu wollen. Wir fühlen nicht den geringsten Beruf in uns, uns zum Anwalt der Unter- nehmer aufzuwerfen. Wenn aber die Freihändler aus den vorstehenden Zahlen den Nachweis heraus lesen wollen, daß der Schutzzoft den Arbeitsmangel und den Rückgang der Löhne verschuldet habe, und daß der Freihandel die Wünschelruthe sei, mit der dieses alles gebestert werden könne, dann müsten wir an die Zeiten erinnern, in denen Camphausen und Delbrück am Ruder waren, und wo die Freihandelspartei bei uns oben auf und der Herr Reichs- kanzler den ganzen Zolltarif auf ein Dutzend Positionen einträglicher Finanzzölle reduzirt sehen wollte. Vor uns liegen Petitionen an den Reichstag aus dem Jahre 1876 ebenfalls aus dem rheinisch-westfälischen Mon- „Aber wer wohnt hier über Ihnen?" „Uebcr mir? Ist augenblicklich gar nicht vermiethet— zwei Treppen hoch wohnt ein Beamter." „Hören Sie, lieber Rath," sagte der Major— denn gerade vor dem Fenster hingen die beiden wollenen Decken —„dem würde ich aber nicht erlauben, mir die beiden Schmierlappen da gerade vor die Nase zu hängen— alles was recht ist, aber..." „Die beiden Decken?" sagte Frühbach, zum Fenster hinaussehend.„Das sind ja meine eigenen— in denen schlafe ich jede Nacht." „In den Decken?" sagte der Major, wirklich starr vor Schrecken. „Ja, sehen Sie, lieber Freund," fuhr der Rath fort, „ich muß jede Nacht tüchtig schwitzen— wenn ich nicht schwitze, leidet meine Verdauung, und da ich genöthigt bin, mit meiner Gesundheit sehr vorsichtig zu sein.. „06 Sie noch frühstücken wollen, ehe Sie ausgehen, Herr Rath?" sagte in diesem Augenblick ein ziemlich sauber gekleidetes Dienstmädchen, das, trotz der etwas derangirten Toilette des Hausherrn, den Kopf ins Zimmer steckte. „Frühstücken? Gewiß!" lautete die Antwort.„Aber bringen Sie gleich zwei Gläser mit herein, Henriette, und zwei geller und Messer und Gabeln dazu!" „Ich danke Ihnen wirklich, lieber Rath," sagte der Major, dem der ganze Appetit vergangen war—„ist mir noch zu ftüh." „Noch zu ftüh?" lachte der Rath.„So?- Da waren wir einmal m Schwerin,„Im Mohren", fuhr er fort, mäh- �.er. M Unaussprechlichen anzog, was mit einiger Schwierigkeit verbunden war, da ihm die Brille immer dabei herunterrutschte„und der Geheime Regierungsrath Hesse er wurde nachher Minister und hat eine bedeutende Rolle gespielt— war auch hereingekommen— um nach olnem Fremden zu ftagen. Wir saßen und ftüh- stuckten— frische Austern und alten Rheinwein dazu— es schmeckt eigentlich Morgens nichts besser als ftische Austern und alter Rheinwein—, und wie er hereinkam, riefen wir
tan-Jndustriebezirk und zwar ausgehend von Magistraten, Gemeindebehörden und Handelskammern des Bezirkes. Zn diesen Petitionen heißt es,„daß große und kleine Werke steh in der alt ertraurigsten Lage befänden, daß es nicht möglich sein würde, in der Zukunft noch einen Hochofen in Deutschland im Gange zu erhalten, daß man genöthigt sei, eine sehr große Anzahl von Arbeitern zu entlassen, und daß mit einem Worte bereits eine große Arbeiterkalamität in diesen Distrikten eingetreten ist." Die Magistrate und Gemeindebehörden konstatirten, daß durch diese große Kalamität die Lasten aller kommunalen Verwaltungen ganz außerordentlich ver- mehrt worden seien und daß die Steuerkraft bedeutend ab- nimmt." In Bochum war die Klassensteuer um 20 pCt. zurück gegangen, obgleich man in den höheren Stufen mit der Einschätzung schärfer vorging und in dem Kreise Siegen waren die Berhältnissewomöglich noch schlimmer wie in Bochum- Dortmund. Aus Gelsenkirchen wurde geschrieben, „daß die Armuth sehr groß und daß infolge davon die Armenpflege immer sehr stark in Anspruch genommen sei, daß die Bettelei ein sehr hohes Maß erreicht habe und daß, wenn die Armenpfleger sich näher unterrichten über den Zustand derjenigen, die von der Armenpflege unterstützt werden wollen, sie auf Ernährungsverhältnisse treffen, die -früher unglaublich gewesen sind und auch wohl nie dort existirt haben. Wenn die Kartoffel in einem Hause fehlen, so bettelt die Familie bei den besser situirten Nachbarn um die Kartoffelschalen, um sie zu kochen und zu verzehre n." Das sind Bilder aus der Freihandelsperiode und da- mals waren es die Schutzzöllner, welche riefen:„Seht, Arbeiter, das sind die Folgen der Freihandelspolitik!" Nun, die Arbeiter haben mittlerweile gelernt, daß die Schutzzöllner und die Freihändler, daß sie alle Beide gleich viel wcrth sind. Arbeitsmangel und Lohnreduktionen und in deren Ge- folge Hunger und Elend unter den Schutzzöllen; Kartoffel- schalen zur Nahrung als Segnung des Freihandels! Die Schamlosigkeit und Anarchie in der Produktion herrscht eben unter beiden Systemen gleichmäßig und die Ueberproduktion mit den nothwendigen Krisen und ihrem Gefolge von Jam- mer und Elend für die arbeitende Klaffe vermag weder der Freihandel noch der Schutzzoll aus der Welt zu schaffen. Dazu bedarf es anderer Maßnahmen, zu denen aber keine der beiden Parteien zu haben ist. Die Ver�är�ng tles Aoziaü�nge�es vor dem AeicWoge. Zwischen dem zweiten und dritten Verhandlungstage liegt der Sonntag. Die Pause gab den kämpfenden Parteien Zelt und Gelegenheit, sich zur Fortsetzung des Streites zu sammeln. Inzwischen hat die schweizerische Bundesregierung auf die An- griffe des Herrn v. Puttkamer prompt geantwortet und die von der deutschen Sozialdemokratie öffentlich genannten deutschen Polizcispione des Landes verwiesen. Zu Beginn der heutigen Sitzung war weder der Herr Reichskanzler noch Herr v. Puttkamer anwesend. Letzterer er- schien erst, nachdem der erste Redner, Abg. Bebel, bereits in Aktion getreten war. Dieser schneidige Redner, von dem ganzen Hause mit Spannung erwartet, wies zunächst darauf hin, daß, um so unerhörte Verschärfungen eines Ausnahmegesetzes zu be- gründen, doch wohl schwer belastendes Material in den Händen der Regierung sich befinden müsse. In der That wurde auch von der offiziösen Presse derartiges verkündet. Auf einmal aber tauchte die Nachricht auf, daß die Motive einer Aenderung unterzogen werden müssen. Und die zur Vorlage gelangte Begründung war denn auch wirklich so ungemein dürftig, daß sich jedem logisch Denkenden sofort die Ueberzeugung aufdrängen mußte, das so pomphaft angekündigte Belastungsmaterial müsse sich als un- stichhaltig herausgestellt haben. Das war auch der Fall. Ein Ereigniß, das sich im Ausland abgespielt und wofür er im Laufe seiner Erörterungen die Beweise erbringen werde, und bei dem ein preußischer agernt pruvocatenr eine äußerst merkwürdige Rolle gespielt habe, gab die Veranlassung dazu. Bebel geht dann den Puttkamer'schen Behauptungen über die„vortreffliche Wirksamkeit" des Sozialistengesetzes zu Leibe und schildert in ergreifender Weise namentlich die Wirkungen des§ 28, wie er sie an seinem eigenen Leibe erfahren, die un- ihm zu und sagten, er solle sich doch mit hersetzen; aber er meinte auch, es wäre ihm zu früh. Und glauben Sie, daß er geftühstückt hätte? Gott bewahre!" „Sagen Sie einmal, lieber Rath," stagte jetzt der Major, der nicht mit Unrecht eine zweite, der ersten rasch folgende Erzählung fürchtete, denn wenn der Mann im Zuge war, ging es Schlag auf Schlag,„weshalb ich eigent- lich herkam: können Sie mir nicht sagen, wie ich am besten nach Vollmers hinaus komme?" „Nach Vollmers?" rief Rath Frühbach erstaunt aus, indem er seinen Besuch über die Brille ansah.„Ja, alle Wetter, Major, das wäre ja ein merkwürdiges Zusammen- treffen! Aber was haben Sie in Vollmers zu thun? Aha, kommen Sie endlich auch auf meine Sprünge? Ja, Sie können mir's glauben, es geht nichts in der Welt über eine Apfelwein-Diät, und wenn ich den nicht die langen Jahre hindurch gebraucht hätte, wäre ich gar nicht der Mann, der ich bin. Denken Sie sich, da kam vor etwa drei Monaten, gerade als ich von Schwerin fortziehen wollte..." er.„ r „Aber Sie wollten mir wegen Vollmers sagen— wie so ist" das ein merkwürdiges Zusammentreffen?" Rath Frühbach hatte eine gute Eigenschaft: er war unerschöpflich in nichtssagenden Geschichten; sowie er aber unterbrochen wurde, vergaß er augenblicklich, was er eben erzählen wollte, und wenn erficht gerade in eine andere hinemgerieth, blieb er bei der Sache. „Ja so, Vollmers," nickte er;„das ist allerdings merk- würdig, denn ich ziehe mich gerade an, um meine gewöhn- liche Fuhre dahin zu machen. Um elf Uhr wollte ich fort, und wenn Sie mich begleiten, nehmen wir den Einspänner �„Um elf Uhr— das muß es aber gleich sein." Es ist auch dicht hierbei. Jetzt frühstücken wir erst, und dann" kann die Henriette gleich hinüber springen und den Wagen besorgen. Das wäre ja wundervoll. Major! So eine Stunde lang im Wagen allein zu sitzen und den Mund nicht aufzuthun, ist für mich immer eine Qual, denn mit dem Kutscher läßt sich leider gar nicht reden; er hört so geheuere Verbitterung, die gerade diese Maßregeln hervor ge- rufen und gerade durch diese Verbitterung die ganzen Äe- stimmungen des§ 28 unwirksam gemacht habe, unwirksam machen mußte. Das Königreich Sachsen, welches ent- gegen sogar der Berliner Praxis„mit besonderer Wollust die Maffenausweisungen" im Leipziger Bclagcrungs- gebiete betreibe, erhielt dabei ein besonderes Sträußchen ge- bunden, das Herrn Held wohl nicht besonders gefallen haben mag. Er machte wenigstens kein Gesicht, aus dem man eine besondere„Erbauung" zu schließen gewesen wäre. Von überwältigender Wirkung waren die Tbatsachen, welche der Redner über die Vernichtung der gewerkschaftlichen Arbeiter- Verbindungen vorbrachte, bei welcher Gelegendcit auch die neu- liche Aeußemng des Herrn von Bötticher über die Invaliden- lasse der deutschen Buchdruckergehilfen die gebührende Zurückweisung fand. Recht unbehaglich wurde es der Kartellbrüder- schast, als eine Menge behördlicher Miß brauche des Vereins- rechts, die ungleiche, ungerechte Anwendung der ohnehin schon reaktionär genug zugeschnittenen Vereinsgesetze je nach der Färbung der Parteien vorgebracht wurde und Bebel anfragte, ob denn die Versammlung unter freiem Himmel, welche die Nationalliberalen im vorigen Jahre unter Mit- Wirkung des Oberbürgermeisters und Abg. Dr. Miquel am Niederwald gelegentlich der bekannten großen„Wallfahrt" abgehalten haben, behördlich angezeigt und bewilligt gewesen sei.■—— Mit bekannter Schlagfertigkeit ging Bebel auf die von der Regierungsseste vorgebrachten Zitate aus dem St. Galler Kon- greßprotokoll ein und wies daraus und aus den dazu ge- hörigen, von dem Herrn Minister und Herrn v. Helldorss aber nicht verlesenen Ergänzungen nach, wie vollständig unberechtigt das Zusammenwerfen der Sozialdemokratie mit dem Anarchismus sei und wie die Regierung absichtlich nur noch von sozial-„revolutionären" Bestrebungen statt von sozial- demokratischen spreche, um die Begriffe zu verwirren. Dem wiederholt erhobenen Vorwurf wegen des bekannten Telegramms um Gnade für die Chicagoer Veruttheilten hielt er die That- fache entgegen, daß zahlreiche-� nichts weniger als sozia- tistische oder anarchistische— Staatsmänner Europas, namentlich Englands, sich in gleichem Sinne an den Gouverneur von Illinois gewendet, daß die deutschen sozialdemokratischen Abgeordneten für ihr Gesuch von der anarchistischen„Freiheit" abgekanzelt wurden und daß Fürst Bismarck knapp ein Jahr früher telegraphisch die Begnadigung der bulgarischen Hochverräther verlangt und durchgesetzt hat, die nicht für ihre politische Ueberzeugung, sondern gegen Bezahlung, für den Rubel gekämpft und die in Deutschland sicher als gemeine Verbrecher vemrthcilt worden wären. tur Abwehr der speziell gegen ihn vom Minister erhobenen nklage vom„Dolche schleifen" zititte Bebel eine Reihe von Beispielen aus der Geschichte der europäischen Fürstenhäuser, die unzweifelhaft darthun, daß man es in allerhöchsten Kreisen mit Attentaten und allem, was damit zusammenhängt, zu ge- gcbencr Zeit gar nicht skrupulös genommen. Dem folgten Zitate aus den Schriften der liberalen, der bürgerlichen Revolutionäre aus der Zeit, da die Herren noch Ideale hatten, Aussprüche des Biedermann Lothar Bucher u. s. w. u. f. w.— Für die Erwähnung, daß ein Mitglied der nationalliberalen Partei des Hauses in den sechziger Jahren gegen den König von Preußen eine hier nicht wiederzugebende Drobung ausge- stoßen, erhielt der Redner in ganz unverdienter Weise einen Ordnungsruf. Herr Dr. von Äarquardsen aber machte ein sehr ernstes Gesicht dazu.--- Von Paragraph zu Paragraph nahm dann Redner die be- anttagten Strafveychärstungen durch und konstatirte, daß solche Verschärfungen auch für Vergehen beantragt seien, die während des ganzen Bestehens des Sozialistengesetzes gar nicht vor- gekommen sind, daß weiter die Behauptung des Generalstaatsanwalts Held, die Richter könnten heute bei Füllen mehrfacher Vergehen nicht über das einfache Straf- maß des Gesetzes hinausgehen, unrichtig find, wie aus der Thatfache ganz exorbitanter Vcmrthcilungen in Hannover, Hamburg-Altona, Aachen jc. klar hervorgeht. Zur Kritik der Expatriining führt er Aeußcrungen der„Neuen Fr. Presse" und des ultramontanen, hochkonservativen Wiener „Vaterland" an, welche diese Strasart in einer Weise bcurthei- Icn, daß wir auf Grund unserer„Preßfreiheit" nicht in der Lage sind, sie hier zu wiederholen. Ein kolossal umfangreiches Material hatte der Redner auf dem Gebiete der Reichsgerichts- cntscheidungen, der neuen Ausdeutung des§ 129 des Strafgesetzbuchs, des Begriffs der„Verleitung zur Verbreitung" durch Avonnement, der Mißbräuche bei Haussuchungen, polizeilicher Beobachtung-c. zu bewältigen und er schloß dieses Kapitel da- mit, daß er sagte, die letzteren Vorkommnisse in ihrer Gesammt- Wirkung seien geeignet, dem unabhängig denkenden Deutschen die Schamröthe ins Geficht zu treiben. Nunmehr kam Redner auf das anfangs seiner Ausführun- gen erwähnte Spitzelmaterial zu sprechen, das zunächst in einer Reihe ergänzender Mittheilungen zu den von Singer vorge- brachten Enthüllungen über Haupt und Schröder bestand. Es ist dies jedoch ein so ausgedehntes Kapitel, daß es in einer furchtbar schwer, daß man immer laut schreien muß, und das verdirbt jede Unterhaltung. Also fahren wir?" Der Major war in allen seinen Bewegungen, sobald er nur erst einmal den einen Punkt: seine Krankheit, überwunden hatte, ziemlich resolut. Jetzt fand er das Eisen heiß, jetzt mußte es also auch geschmiedet werden. „Na, meinetwegen, Rath," sagte er dann,„fahren wir zusammen; allein getraue ich mir die Tour ohnedies nicht gern zu machen, des verdammten Beines wegen, und meinen Gärtner kann ich nicht gut mitnehmen— das ist ein eben so alter, elender Krüppel, als ich selber bin. Also basta— bestellen Sie die Karre. Bis wann können wir wieder zurück sein?" „Wann wir wollen, bester Freund. Wir essen draußen zu Mittag— ich sage Ihnen, ganz delikat. Heute giebt es dort Wildpretsbraten— ich habe mich schon danach erkundigt — und einen ganz magnifiquen Selleriesalat, und nach dem Essen, wenn wir unser Geschäft beendet haben, setzen wir uns wieder ein und kommen in aller Behaglichkeit zurück." „Also abgemacht." „Und da bringt die Henriette gerade das Frühstück— so, mein Kind, setzen Sie es nur hierher," sagte der Rath, indem er auf dem Tisch, auf welchem es wild genug aus- sah, ein wenig Platz machte und einen dort liegenden Kamm, sein Rasirzeug mit der Seifenbüchse und ein Packet frisch angebrochenen Schnupftabaks ein wenig bei Seite schob.„Da, so, das soll nicht lange dauern. Aber wo haben Sie denn die Flasche?" „Ich bringe sie gleich, Herr Rath." „Und dann springen Sie einmal zum Kutscher Behrens hinüber, er sollte nur gleich anspannen— und ein bischen Heu in den Sitzkasten legen; wenn wir zurück kommen, packen wir ihn voll. Uno nun, lieber Major, seien Sie so gut, setzen Sie sich und larnjen Sie zu; wir werden sonst flau, ehe wir hinauskommen." (Fortsetzung folgt.) knappen Uebcrficht über den Gang der Verhandlung� �,gt cc � lich in ausgiebiger Weise gewürdigt werden kann.&"U' Weite Lesung graphische Bericht giebt indeß über diese Materie hält®roße, lang', essante Aufschlüsse.»'-ionliche Bemerk Aus den Mittheilungen über die Affäre E hre»>M B e bel, ii welche unseren Lesem zum Theil aus einem kürzlich> Wificn suchte, reproduzirten Artikel der„Züncher Post" bekannt find, richtig t vor, daß dieser v. Ebrenbcrg, ehemaliger badiscker Um 4 Uhr st offizier, dem französischen Knegsministerium Anel»«wurf wurde a machte, die geeignet sein sollten, die deukschen Sozial�«"ffen, als Landcsverräther hinzustellen und aus diesem Expatriining als gerechtfertigt erscheinen zu lassen und! der französischen Regierung Verlegenheiten zu bereiten. Nach einer Reihe weiterer Mittheilungen über das � wesen, die von Seite der deutschen Polizei in Belgien land 2C. unterhalten werden, schloß Redner mit einem � Appell an das Haus, einem Gesetz, welches derartig«. zeitige, nicht femer die Zustimmung zu geben. Herr von Puttkamer erklärt zunächst, daß ein| Gefühl der Ermüdung nach der dreistündigen Rede. seiner bemächtigt habe, was wir ihm gern glauben,� massenhaft von Bebel vorgebrachte Belastungsmaterial' eignet war, die stärksten Nerven in hochgradige bringen. Die Mittheilungen Bebels über Kol 5« äußere wenn diejeni ■e für Bürgsch um welch . vermehrt i bereits 800 verständlich ti Mi-U md)t fa> N-nen, daß d ' llm gut zw i Wenn dr macht werden, wobei Herr Bebel dann als Zeuge K haben dürfte. Ueber Naporra und den Jhring- M er soeben ein Telegramm aus Posen erhalten, wona» sitzende des dortigen Gerichtshofs diese beide Herten» würdige Zeugen erklärt habe. Ueber das von Bebfl! gebrachte Material sei er„ohne jede Information"" Der sächsische Generalstaatsanwalt Held sucht sächsischer Weise einige Angaben Bedel's zu entkräf seiner Meinung Ausdruck, daß die Sozialdew weniger unter den Verfolgungen seitens der Geheil umgekehrt..die Behörden unter der Thätigkeit ei. scheine,„wohlorganistrten aber ungeschickten" soz1" kratischen Geheimpolizei zu leiden habe! Nachträglich ert heilte der Präsident, Herr � feine N, nge Kric an sie! cr„Hell uns j .als um fft aber worden. L�Krieg ri Grund, n ß: _ s wäre 1 KfÄr' »TT'" ßgÜ' ve fv haben jK�elt) bie 5. � wenn Bebel noch einen Ordnungsruf, weil er nach WZ) l�'Ä, vorliegenden Stenogramm das Sozialistengesetz das � digste aller Gesetze" genannt habe.„,% iL'" haben. Herr Kardorff, der Redner der„Reichspartsi'& Bah lange mit seiner wohl vorbereiteten Rede im � A Mllitärst Wort gelauert hatte, begann damit, daß Bebel„dü>»>,�?hallniffe Hauses mißbraucht habe, es mit einer vierstündig«» langweiligen", schimpfte dann auf Herrn Singer,', lich ein Fortschrittler und nur„aus Versehen" unter demolraten gekommen sei und hält dann eine warn», bei diesem sonderbaren Herrn von„Wärme" dl«'. kann— Lobrede auf das verschärfte Gesetz, welfltfjTrfa, II«?. und nähme der Expatriining in allen seinen Theilen„.„. wrke- und auf möglichst lange Zeit erstreckt werden müsse-.. � w ledcr ve mit dem Antrag auf Verweisung des Gesetzes an ein« � von 28 Mitgliedern. Ein äußerst aufmerksames Haus findet die klein Herr Dr. W i n d t h o r st, und dessen wohlerwogen» nahmswcise sehr vernehmlicher Stimme gesprochene setzungen schienen selbst bei diversen seiner Gegner Eindruck zu machen. Herr Äindthorst liebt lich, sich in drastischen Vergleichen zu ergehen. So dav.", wundem, daß er die Sozialdemokratie eine,, wahre P«' er'„mit allen Mitteln" bekämpfen werde. Diesen an j der Sozialdemokraten streifenden Ausdruck gebrauchte augenscheinlich zu d e in Zweck, um desto kräftig«« f ?"?.ern®eite. hauen zu können. Er erklärt«,# kräftigere Beweise über das Treiben der prcußij proroeaieurs, als sie vorgebracht wurden. aNfli W'Ä Mrath i �"teassesfor S8, aus de aus den aus dem lu% Lenthi '«uni feu-n ii"\ e5, Innen wären, und daß er nickt"All es als vositiv könne, trotzdem aber müsse er doch einräumen, tägigen Verhandlungen einen sehr tiefgreifenden ihn gemacht hätten, und die Einwendungen von de«, dank, durch die nicht klipp und klar die echo% digungcn zurückgewiesen weiden konnten, ihm dur«�! reichend erschienen. Auf das Gesetz selbst eing% er, dasselbe sei schlecht, noch schlechter aber die physischen Zwangsmitteln ließen sich die Bestrebuw haßten Partei nicht beseitigen und mit ethii««», befasse sich das Gesetz nicht. Deshalb sei dasselbe«L zu schaffen, vor allen Dingen aber sei baldigst«# stadium durch mildere Bestimmungen zu schaffen,. durch Aufhebung des§ 28, der am aUerm«'"� schärfung der Gegensätze und des Hasses beig«', Ein Stückchen„Kulturkampf" mußte natürlich laufen. Bemerkenswerth war aber gewiß der•- J endlich einmal ernstlich an die Arbeitcrschutzgesetzg«� werden müsse, da die bis jetzt geschaffenen Verfi- nicht genügen, die Arbeiter zu befriedigen- lu�ichder 0*! 3K: qr» aus, "«(S«. Güng % ler nscl leine Aus Kunst und Lebe Ei» Federhalter im Kehir». G- Hospital wurde über einen kürzlich am Schlagsinss� SSZ 32jährigen Handlungsreisenven," Namens Moses selhx �"8 folg, schau abgehalten, wobei aus den Aussagen st-', Moses Davis hervorging, daß der Verstorben«. w kejh a%i Wochen über Kopfschmerzen und häufigas Frbstew.| Wesse wovon ihn der herbeigerufene Arzt nicht beste«. UhiedeX ,1 Gel daß er schließlich nach dem London-Hospital s«. Sekomn,.„ Hier wurde er von dem Hausarzte Doyle Wri llrun>.„ Aussage zufolge der Patient über Kopfweh S« stets schläfrig, meistens aber bei vollem Bew sei, bis er am 10. Januar am Schlagfluß starb- auf vorgenommenen Obduktion fand Dr. Doyl« � des Verstorbenen ein Geschwür von der Große.. Eies. Bei Entfernung dieses Geschwürs e»td« � zu seinem Erstaunen in dem Knochen über der höhle einen etwa drei Zoll langen F«berb � spitzigen Stahlfeder, wie sie in der Schule 9« I deren Anwesenheit ohne Zweifel das Gefebw Fi auch den Tod des Patienten verursacht hatt«-,„ durch das rechte Nasenloch oder durch das rc«. oberen Augcnhöhlenknochcn gelangt war, ließ � ermitteln, ebensowenig, wie lange sie fick dos', obschon es klar war, daß die Feder sich schon' Sy» O% rrtlt Bfefe« ü t, MZ sich mit ihr Mann nie erwähnt habe, daß er letzt babe. Auch eine Helrathsannonze. Tagebl. brachte kürzlich folgendes ,,�%iße% deutsche Eiche, die einsam in einem große" � em Epheu mit silbernen und goldenen Bla tnj dieselbe herumschlängeln und seine-stiiv«-jnit Stamm suchen will. Diejenigen, welche den verstehen, werden gebeten, ihre Photographie.- Strenge Geheimhaltung ist Ehrensache." Sinn dieser Worte etwa nicht verstehen, füg�mel rung zu, daß Einer, bei dem es in«rgenb ganz richtig ist. Eine, bei der es noch men'8 ein aroßes Portemonnaie hat, sucht, und i sich die„feine" Presse her. em gie V die nat iweij «
Handlung»! A�igt er die Wiedercinbringung seiner Mildemngsanträge für kann.» Lesung an. Matene yoa.Möge, lang andauernde Heiterkeit erregte eine sogenannte ��"We Bemerkung des be— rühmten Dr. Götz von Lindenau 'äre Ehre» igen �ebel, in welcher er seinen Gesinnungswechsel zu ver- lem kürzu« WKgen suchte, dabei aber nur konstatirte, daß er von Bebel kannt sind,> richtig taxirt worden war. badischer% Um 4 Uhr fand Schluß der Diskussion statt. Der Gesetz- äum Ann» Muy wurde an eine Kommission von 23 Mitgliedern ver- >en SozlaldeMejen. diesem- r lassen und ß zu bereiten. a über das? i in mit einein s derartige en. chst, daß ei« zen Rede« m glauben, igsmaterm adiae über ldigst der$ :en, wonald' motion". ,ä ld sucht«, entkräst« i wzialdem� :r Gchein�, i' sä gcsctz das, leichspmt� e im Lerbe, � UolMsche Ueverstcht. äußere Zage müßte jetzt eigentlich eine sehr günstig wenn diejenigen Recht hätten, welche die Vermehrung der e für Bürgschaften des Friedens halten. Aus den 40 OOO ' um welche die deutsche Armee im Anfang des vorigen « vermehrt werden sollte, find nach der neuen Militärvor- bereits 800 000 geworden— in Frankreich bleibt man tändlich nicht zurück; die Russen und Oesterreicher sind aus nicht faul— kurz, wir können, ohne zu übertreiben, Wen, daß die europäischen Heerkräfte sich binnen Jahres- bm gut zwei Millionen vermehrt haben. Der famose Wcwr du den Frieden willst, rüste zum Krieg" ist also llangt. Wäre er richtig, .Himmel wie weggeblasen bt keinen Winkel unserer europäischen Erde, in dem nicht Handel und Wandel Mbaiigc Kricgsbesorgnisse gestört würden. Das der Mili- CJJJß an sieb ein Ucbel, wird ja— mit Ausnahme einiger ss�arcr„Heiliger"— von allen Menschen zugestandcr— uns jedoch als nothwendiges Uebel hin- als unerläßlich, um uns den Frieden zu sichern. m aber dieser Zweck notorisch bisher nicht worden. Und er wird nie erreicht werden. Je eifriger ■ Mm Krieg rüsten, desto trüber werden die Aussichten. Der aa Grund, welcher sich zur Vertheidigung des Militarismus wJM läßt, ist hiernach binfällig, weil durch die Thatsachen Ja, wenn der Militarismus nicht ansteckend wäre, �batte die Sache einen gewissen Sinn. Deutschland schant l uj,"aue Soldaten und hat nun genau so viele Soldaten, | keine Rachbarn zusammengenommen. Das ginge zur I � n � wäre hart für uns, allein wir hätten doch wenigstens Äm.tt ugtbuung, uns durch unsere Anstrengungen den Frieden %,.iu haben. Leider isl's aber nicht so. Jeder Schritt, den iw»Ss Bahn des Militarismus machen, wird von den m Militärstaaten nachgemacht. Das liegt in der Natur Z?mhaltnisse und ist einfach selbstverständlich. Und nun mren wir an den gesunden Menschenverstand Derer, die den tz�mus vcrthcidigcn. Wenn wir drei Millionen haben und die Franzosen und Russen(um die es sich Fm handelt) zusammen sechs Millionen— sind wir dann r ms wenn wir andetthalb Millionen Soldaten haben und jjvM"1 und Franzosen zusammen drei Millionen? Die �»>!,> �kärke— auf die es ankommt— ist genau die gleiche küh,a» keder vernünftige Mensch antwotten. Und was folgt ">,v»Laß die Steigerung des Militarismus eine absolut M Belastung des Volkes ist. :t die klein» den Urrhandlungen im Reichstage über das zhlerivogen»ll �.�""»»gesetz find als Regierungskommissare prochenc-�1"■ aus dem Rcichsamt des Innern der Geh. Ober- '"gsrath Schröder und der dort zur Zeit beschäftigte Re- ""f if e�or 3°n ict Regierung zu Schleswig, von Jon- lcbel„die ientünd«g»b -inger,� m" unter eine warnic�. rme" du etz, weM. Theilen/s, rden müff»� es an ein» � it die klein»! WlieW liefen an- , aus dem Auswärtigen Amt der Wirkliche Legationsrath ,' aus dem Reichs-Justizamt der Geheime Ober-Rcgierungs- «ei>. rP Lenthe, aus dem preußischen Justizministerium der tium> �r-Juslizrath Dr. Löwe, aus dem preußischen Ministe- vim Innern der Geh. Regierungsrath Sensft von Pilsach %. W der Staatsanwalt von der Regierung rn, 4 Dr. Lucas. x fenilletanistifch gefärbten Schilderung der benk d?.�»ng vom Freitag bericbtet ein Berliner Korrcspon- des H�Msen„Hamb. Korr." über die Wirkung der Rede kräftiger a klärte,» r prcus n, angej ofttiv reifenden � Puttkämer folgendes:„Herr v. Puttkämer sprach r von del?1 ükeich�."?» zwei Stunden. Seine Rede war rhetorisch nicht )te erhob» km, ,,,�9 ausgearbeitet und in manchen Stellen wenig wirk- ihm durch?« /lussij�entlich zu Anfang beherrschte ein müder Ton die lbst jaftiafri�HSen des Ministers; man vermißte seine sonstige Leb- w die Wut g*; und Energie des Ausdrucks, und nicht selten zank i-igte s.�we � unverständlichem Gemurmel herab. Dies wie 2.Inders in jenem Theil seiner Rede, in welchem er eg y" Wien, größtentheils unvorbereitet— auf die Einzel- biina Anschuldigungen des Vorredners gegen die Hand- »liner m Sozialistengesetzes und gegen das Verhalten der ? kackt-. bei einging und dieselben widerlegte. Noch mehr: «$• als h!1"»" geradezu peinlichen Eindruck, Wert;„ Minister mit seinem Motte als Ehrenmann ver- Ü'�we'r firf, die ihm unterstellten Organe hätten nie und Uruna"Keats provocatenrs bedient, das.Haus diese Er- «. kaub«'»„n welche Herr v. Puttkämer laut und eindttnglich den "'cm Ordnungspatteien im Reichstage fordette, mit sA'�'gen beantwottete.«_„ �„ »der bei■»von anderer Seite" werden die Kartell- Wien. Dj. Verlängerung des Sozialistengesetzes wohl er- @.„J Swnnn fü'e.,„Germania" deutet an, daß einige Zentrums- C. W f)ietfß7 einfache Verlängerung stimmen werden. Aber -Mhung C unb ebenso für die wabrschemliche Kommsssions Besttebu l ethstlh� dasselbe ldigst ei« schaffen, allermeu» sses beigem ürlick» 'iß der ?'S edigcn. M agen se."A » » Gesi bos'"*«, r�""luna f„f-»o eocn o tut vre wauriweinume jiumimnum«- gfeSÄfe A'edenhest 2�, das wir stets und ohne Wanken m,t Ent- kommen �wpst haben, ist es jetzt glücklicherweise so wert Endlich'; A es desto mehr Anhänger verliett. je länger und macht.»"»on darüber diskutirt. Es hat eben Bankerott ge- �ri�jn�er« interessant an den Erklärungen des «?°uf. d�uardsen findet die„Voss. Ztg." den Hinwers W völlig? Wch Ablauf von zwei Jahren die Nationalliberalen Kotten Vlw. vorbehalten. Das heißt mit anderen 5'» weite?« S1 in Aussicht, daß sie nach zwei Jahren gegen oteUpirf,+ n8erung des Sozialistengesetzes stimmen wer- . wt unter gleichzeitiger Verschärfung einiger Bestim- f, gemeinen Rechts. Wir wissen, daß ein hervor- , Nationalllberalen sich unter der Hand dahin efetz ,u>>, Partei werde unter feinen Umständen das 1> Sender lS.ZSR.S-'-. ich m« le verlängern. Wir wollen auf dieses eine Brücke bauen, aber wir halten es aller- ,..-v-inlich, daß nach weiteren zwei Jahren die »j» des Gesetzes vielen Leuten klar werden wird, n verschließen."— Diese über» Voss. Ztg." sind vollkommen s..c"'tteiftm,:"T uicrutjrenD. Das Sozialistengesetz ist auch �. x?.-, j-ven wöcbA V'wk zu angenehm, als daß sie es aufgehoben S nv zu Fraktion scheint— so schreibt m der ablehnenden Haltung gegen eine die Ver- beneidens- sg vr glz m ver ablehnenden Haltung g S�wübettinfi� e. Hvvr v. Puttkämer gestern gegenüber den «Itert.»ff emuahm, wird ihnen die Sache jedenfalls er- bewarbt J'j-UW kann man aus dem Fernbleiben des Fürsten *5% von N?ff Verhandlungen eigene Schlüsse ziehen, die "ffter Affugscn vor drei Jahren so heftig angegriffenen •"alt gunstig find." Mird das Sozialistengesrtz an eine Kommifsto« vermiesen, so haben die Freisinnigen den Sozialdemokraten einen Sitz in derselben angeboten; denselben wird Bebel ein- nehmen, welcher an den Berathungen des Gesetzes schon 1878 theilgenommen hat. „Die sozialdemokratische« Reichstagsabgeordneten sollen nicht mrkr als Gentlemen behandelt werden", for- dern die offiziösen„Pol. Nachr." in ihrer Wuth über die Singer'schen Enthüllungen. Sie schreiben:„Das Austreten des Sozialdemokraten Singer in der heutigen Reichstagssttzung war nichts als eine Verhöhnung der elementarsten Begriffe der politischen Moral. Man kann, angesichts eines solchen Zynis- mus, wie er in dem Bestreben des Herrn Singer, alle sozial- revolutionären bezw. anarchistischen Umtriebe als polizeiliche Ver- anstaltungen hinzustellen, zum Vorschein kommt, nur auf das Tieffte beklagen, daß die Gepflogenheit unseres öffentlichen Lebens, politische Gegner regelmäßig als Gentlemen zu be- handeln, selbst diesen Leuten zu Statten kommt."— Ein wahres Glück, daß die„Reptilien" sich schon längst von dieser„Gepflogenheit unseres öffentlichen Lebens" frei gemacht haben! Zu den Wirkungen des Polizeiagententhums be- merkt die„Frkf. Ztg.":„Man schaudett bei dem Gedanken der Möglichkeit, daß in den Händen solcher bezahlter Subjekte, denen Herr v. Puttkämer seihst den Anspruch auf den Titel Ehrenmänner abspricht, die Freiheit, ja die Existenz von Per- sonen lag, denen man nur ihre Parteirichtung zum Vorwurf machen konnte. In dieser bloßen Möglichkeit— denn ob die Haupt und Schröder Menschen ins Unglück gebracht haben, wissen wir zur Zeit nicht— liegt eine schwere Verantwottlich- keit und diese fällt, Herr v. Puttkämer mag sich sträuben wie er will— vor der Welt und der Geschichte auf die Polizei." Die prompte Antwort der Schmelz auf die Freitags- rede des Herrn v. Puttkämer im Deutschen Reichstage haben unsere Leser vorgestern unter den Telegrammen gefunden. Nach- zutragen aus den Beschlüssen des schweizerischen Bundesrathes ist der Schlußsatz, den das„W. T.-B." unterdrückt hatte. Er lautet:„Schließlich überläßt es der Bundesrath der Regierung von Zürich, gegen Karl Schröder, Möbelpolier, gebüttig aus Deutschland, aber im Kanton Zürich naturalifirt, wegen der gegen ihn vorliegenden Anhaltspunkte nach den Gesetzen des Kantons vorzugehen."— Wie der Züricher Korrespondent der „Magd. Ztg." mittheilt, werden die Ergebnisse der Untersuchung gegen die Spitzel offiziell veröffentlicht werden. Der„Frankf. Ztg." wird in der gleichen Angelegenheit aus Zürich telegraphirt: „Die Behauptungen des Ministers v. Puttkämer im deutschen Reichstage in'Betteff der Gewalt thaten gegen Schröder und Haupt sind unrichtig. Das Vorgehen des Polizeihauptmanns Fischer, wenn auch voreilig, wird maßgebenden Ortes nicht für inkorrekt gehalten, weil die Antwort an Bebel und Singer nichts ihnen Unbekanntes mittheilte und den hiesigen Journalisten keine Eröffnungen gemacht wurden. Die hiesige Regierung wird Puttkamcr's Interpellation abmatten."— Der Spitzel Haupt ist übrigens bereits von der Schweiz über die Grenze geschafft worden. Mit Millionen Mark ist der Kostenanschlag für die neue Wehrvorlage(das Landsturmgesetz) endlich erreicht worden. Wie erinnerlich, kündigte sich der Entwurf zuerst mit regelmäßigen Mehrkosten von einigen hunderttausend Mark an, eine Ziffer, welche, wie sich jetzt ergiebt, ungefähr von den Kosten für Papier und Siegellack verschlungen werden dürfte. Einige Zeit später wurden für die früher nicht erwähnten einmaligen Kosten für Ausrüstung und Bewaffnung 100 Millionen genannt, was bei den erstaunten bürgerlichen Philistern erst Glauben fand, als man berichtigend bemerkte, die wittliche Summe sei noch viel höher. Dann wagten sich Schätzungen von 200, später 230 Millionen hervor, immer bestaunt, bezweifelt, zuletzt geglaubt. Jetzt sind es zuletzt 279 Millionen geworden. Man wird un- willkürlich an jenen Hund erinnert, dem der Herr aus Barm- Herzigkeit den Schwanz stückweise abhieb. E« mird„gerommrlt". In den„Berliner Politischen Nachrichten" finden wir folgende an Herrn Rommel gemahnende Notiz:„Wir erwähnten bereits vor einigen Tagen, daß der „Hamburger Korrespondent" gelegentlich einer Mittheilung über die Auszeichnung, welche der preußische Gesandte in Dresden, Graf Dönhoff, erhalten hatte, darauf hinwies, daß der letztere bei seiner Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rath mehrere Vordermänner im diplomatischen Dienst, u. A. auch den Ge- sandten in Stockholm, Herrn v. Pfuel, überholt habe. Jetzt kommt auf diese Nachricht der Stockholmer, augenscheinlich in Vor- tigen Verhältnissen gut orientirte Korrespondent des„Hamburger Korrespondent" zurück und cröttert dabei die Frage des Rück- ttitts des Herrn v. Pfuel von seinem Posten und seines Er- satzcs durch eine für die Beobachtung der komplizitten inneren wie äußeren Interessen des Königsrcichs Schweden und Nor- wegen geeignete jüngere Kraft. Es scheint danach, als trage sich Herr v. Pfuel mit Rücktrittsgedankcn, wenngleich er bisher seinen Abschied noch nicht eingereicht hat." Dass die«ationnllibernlen Führer v. Bennigsen und Miquel den Aufruf für die Stöckersche Stadtmisfion in der That unterzeichnet haben, wird nunmehr auch von dem Stöckcr- schen„Reichsboten" bestätigt. Der„Reichsbote" bezeichnet die Darstellung des„Hannoverschen Kouriers", welcher diese That- fache zu beschönigen sucht, als eine auf Irreführung der öffentlichen Meinung berechnete unwahre Darstellung. Die Stadtmission, so schreibt der„Reichsbote",„bleibt auf demselben Boden stehen und wird in demselben Geiste und unter der- selben Leitung weiter arbeiten wie bisher. Daran wird auch nichts geändert werden, wenn es Stöcker endlich nach langem Suchen gelingen wird, einen Mann zu finden, der ihm die schwere Arbeit der technischen Leitung abnimmt. Denn es wird dies ein Mann sein, mit dem Stöcker weiter einheitlich zusam- mcn arbeiten kann." Nationalliberales„Arbeiterblatt". In nationallibe- ralcn Blättern lesen wir:„Unter Thcilnahme einer Anzahl an- gesehener Parlamentarier und Arbettettreunde, besonders aus den Reihen der nationalliberalen Pattei, wird gegenwättig ein publizistisches Unternehmen vorbereitet, welcbes auf sozialem Ge- biete sich bewegen und die sozialpolitischen Pläne unserer Gesetz- gebung unterstützen und ergänzen soll. Bei Arbeitgebern und Arbeirnehmern soll dadurch das nothwendige Vctttändniß für dieselbe befördert, bei den erstercn die freundliche Gesinnung für die Arbeiter gestärkt und bei diesen die Aufklärung über ihre wahren Interessen vermehtt werden. Die Zenttalleitung dieses Unternehmens soll in Berlin ihren Sitz haben und sie wird zu- nächst 8 wöchentlich drei Mal erscheinende Blätter für die ver- schiedenen Theile Deutschlands erscheinen lassen. Konfessionelle und spezielle politische Gesichtspunkte sollen vollständig ausge- schloffen sein; dagegen ist es beabsichtigt, den Inhalt der Leitungen so reichhaltig zu gestalten, daß sie ein billiges Fa- milienblatt für die Arbeiter werden können. Da bereits eine geeignete Kraft zur Leitung gewonnen ist, kann man auf eine gedeihliche Entwickelung des Unternehmens hoffen und muß dieses um des guten Zwecks willen dringend wünschen."— Wir wollen dem kommenden Blatte nur den freundlichen Rath mit auf den Weg geben, gratis zu erscheinen, da es auf frei- willige Abonnenten aus Arbciterkreisen nicht zu rechnen hat. Die Gefangenenarbeit fand am Montag im s ä ch s i- schen Landtage eine eingehende Erörterung. Abg. Geyer (Soz.) rügte die in Sachsen übliche Verdingung von Gefangenen an Großgrundbesitzer, die den freien Arbeitern eine unerträgliche Konkurrenz mache, wogegen der konservative Abg. v. Oehl- schlägel erwidette, daß die Untemehmer wegen der erhöhten Aufstchtskosten keinen besonderen Nutzen von der Arbeit der müfete die Agrarier nicht kennen, wenn man glauben sollte, sie thäten dem Staate mit der Beschäftigung der Gefangenen einen Gefallen oder sie würden solche Arbeiter nehmen, wenn sie so theuer wären, wie freie Arbeiter. Im Gegentheil, statt zu sparen, wo gcspatt werden könne, an ihrer eigenen Lebensweise, suchten die Agrarier an den Arbeitslöhnen zu sparen. Die Aufflchtführung könne nur bei Großgrundbesitzern geübt werden, und die Folge sei, daß diese billige Arbeiter erhielten, und wenn blas zu diesem Zwecke ein Staatsgut verkauft werden solle, so harmonire dies schlecht mit den arbeiterfreundlichen Aeußerungen, die man an anderen Stellen von der Regierung höre. Seine Partei stehe auf dem Grundsatz der Staatsregie; die Gefangenen sollten allerdings arbeiten, aber nur im Dienste des Staates, und der Staat solle Gefangene nicht vermiethen, um den freien Arbeitern Konkurrenz zu machen. Abg. Mehner behauptet, daß die Arbeit der Gefangenen nicht billiger zu stehen komme, als die freie Arbeit; die Gutsbesitzer seien aber an vielen Orten ge- zwungen, Gefangene zu beschäftigen, weil freie Arbeiter gar nicht zu haben seien. Abg. v. Öehlschlägel: Wo freie Arbeiter vorhanden seien, werde jeder Gutsbesitzer es gern ver- meiden, Gefangene zu beschäftigen, weil dies theurer sei und manche Unzuträglichkeiten mit sich bringe. Die landwitthschaft- liche Beschäftigung von Gefangenen komme der gesammten Land- witthschaft zugute, denn es würden dadurch andere freie Ar- beiter für die kleinen Landwitthe verfügbar.(!) Abg. v. Voll- mar: Daß der Gefangene theurer sei, wie der freie Arbeiter, werde Niemand glauben. Darauf komme es nicht an, daß der Gefangene bei der Verdingung nicht weniger verdiene, als im Gesängniß, sondem darum handle es sich, um wie viel er weniger Lohn bekomme, als der freie Arbeiter. Anlangend seine Anariffe auf das Agrarierthum, so theile er nur das allgemeine Utthcil, das in Deutschland über den letzten und die früheren Raubzüge der Agrarier gefällt werde. Regicrungsr. L o t i- ch i u s erklätt, daß die den Landesanstalten für die Verdingung von Gefangenen ettheilten Vorschriften dahin gerichtet seien, daß die Löhne nicht niedriger gestellt sein dürften, als die Grund- besitzer an andere Arbeiter zahlten. Der Gegenstand wurde darauf verlassen. Mir aus Mainz der„Frkf. Ztg." unterm 27. d. geschrieben wird, hat die Staatsanwaltschaft den zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilten sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Franz Jöst aus„Gesundheitsrücksichten" einen längeren Aufschub bis zum Antritt seiner Strafe bewilligt. Aus Halle, 28. Januar, wird mitgetheilt: Die VerHand- lung gegen sechs hiesige Sozialisten wegen Vergehen gegen §§ 128, 129 des R.-Str.-G.-B. beginnt am 13. Februar er. vor hiesiger Strafkammer. Auch der Abgeordnete Grillenberger sowie elf andere hiesige und Gicbichensteiner Sozialisten waren dieser- halb in Voruntersuchung gezogen. Das Verfahren hat jetzt Mangels ungenügender Beweise eingestellt werden müssen. Elsässische». Wegen Verdachts des Landesverraths ist der Apotheker G i r a r d in Schirmcck verhaftet worden. Schwede«««d Norwegen. Die Entscheidung des höchsten Gerichts über die Stockholmer Wahlen, schreiben die freisinnigen Blätter, hat Niemand überrascht, ebenso wenig der Ausfall der Vorstand«- wählen der Kammern in rein schutzzöllncrischer Richtung. Es ist immer das Beste, wenn Methode im Widersinn ist. Desto schneller kann er die Bahn ablaufen. Die schutzzöllnerische Presse kann jetzt triumphiren und sie thut das auch. Die„Zweiund- zwanzig" sitzen sicher auf ihren Plätzen und Schutzzöllner vom reinsten Vollblut beherrschen den Reichstag. Vettassungs- und Finanzausschüsse sind von allen freihändlerischen Elementen ge- säubert und nur in den„neutralen" Ausschüssen findet man unter den Mitgliedern ab und zu einen Freibeuter. Wenn jetzt nur nicht eine plötzliche Auflösung des Reichstags über die Sieger kommt. Noch scheint die Regierung zu schwanken, aber mehr als einmal war die Hand zum Schlage er- hoben. Hätten die Schutzzöllner, sagt die freisinnige Presse, im ehrlichen Wahlkampfe gesiegt, so würden wir uns gefügt haben, aber ihr jetziger Sieg ist eine Niederlage für die nationale Ehre und die gesunde Vemunft. Großbrlta««i-tt. Der parnellitische Deputirte Cox' wurde in Ennis zu einer viermonatlichen Gefängnißstrafe verurtheilt. Eox meldete sofott Berufunga an und wurde gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Beim Verlassen des Gerichtshauses wurde Cox jedoch wegen einer aufrührerischen Rede, welche er jüngst in Kildysatt gehalten, von neuem verhaftet. Frankreich. Die eine der beiden auf Louise Michel abgefeuetten Kugeln ist in deren Hut gefunden worden; Louise Michel hat diese Herrn Rochefort geschenkt. Die Untersuchung gegen ihren Angreifer Lucas hat zur Ermittelung des Waffenhündlcrs ge- führt, bei dem er kurz vor der That den Revolver, angeblich für einen Freund, kaufte; er ließ ihn zuvor vom Händler pro- biren, um zu sehen, ob derselbe nicht versage. Auf die Bitte Louise Michel's hat der Abg. Laguerre die Vertheidigung von Lucas übernommen, der sich vor dem Schwurgericht in Havre für seine That zu verantworten haben wird. In der Wilson-Affäre ist ein neuer Skand al zu verzeichnen. Man hat einen Brief verloren, der vor dem Appellationsgericht von dem Advokaten der Frau Rattazzi ver- lesen, und durch den bewiesen wurde, daß Legrnnd 3000 Franks in den Bureaus des Wilson gehörigen„Moniteur de l'Exposition" habe bezahlen wollen. Dieser Brief gehötte zu den Akten, die ein Advokat nach der Verhandlung dem Präsi- deuten des Appellationsgerichts ausgehändigt und die dieser dem Gcncralprokurator übergeben hatte. Von diesem erhielt der an die Stelle des abgesetzten Vigneau getretene Unter- suchungsrichter Athalin die Akten, die er in Gegcnwatt der Rattazzi öffnete, wobei sofort das Fehlen des betreffenden Briefes konstatitt wurde. Man spricht infolge dessen viel von der Demission des Generalprokurators B o u ch e y und des Prokurators B e r n a r d, die eine kompromittirende Rolle in den verschiedenen Wilson-Affären gespielt haben sollen. Die Rattazzi wurde auf ihren speziellen Wunsch mit Wilson konfrontirt,' wobei es zu heftigen Auseinandersetzungen ge- kommen sein soll. . Bei der im Departement Haute-Saone statt- gefundenenN«chwahl zur Deputirtenkammer wurde Mercrer, Kandidat der Republikaner, mit 34000 Stimmen gewählt. Der konservative Gegenkandidat erhielt 27 000 St. __ Itali?«. Der Ex-Präfett von Novara, Senator Pissavini, ist wegen fottgesetzter Sittlichkeitsvcrbrechen für den 8. Febmar vor Vre Gerrchtskammer des Senats vorgeladen. � R«ßlank. Alis Warschau sind neuerdings 105 Ausländer ausge- nnescn worden, darunter 54 österreichische, 27 preußische Staats- angehonge. Parlamentarisches. Einf?brun?folgender Bestumnim? iFbcn�l3 der'Vorlage: berufen werden sollen, ist, von besonderen Ausnahmefällen ab- 8 b)# zum 15. Juli des detreffenden w uü r M machen. Schifffahrttreibenden Mann- gtnn der Uebung bekannt zu machen. Als Nachersatz sind die wegen hoher Loosnummern ver Ersatzreserve überwiesenen Mann-
Schäften nicht heranzuziehen." Ferner wurde durch einen Zusatz zu § 22 bestimmt, daß diejenigen der gegenwärtigen Seewehr an- gehörigen Mannschaften, welche derselben von Hause aus über- wiesen find und demnach vomZeitpunkte des Inkrafttretens des Gesetzes ab Angehörige der Marine-Ersatzreserve werden, gleich- wohl während des Kalenderjahres 1888 noch nach den bisher geltenden Bestimmungen zu Uebungen herangezogen werden können. Bezüglich der Bestimmung in§ 3, Satz 2, betreffend den Eintritt in die Landwehr zweiten Aufgebots, bleibt die Beschlußfaffung bis zur nächsten Sitzung(Dienstag), in der mich die Verlesung des Berichts des Abgeordneten v. Maltzahn- Gültz erfolgt, vorbehalten, ebenso die Abstimmung über das ganze Gesetz. In der ersten Kitzung der Kommisston de» Adge- ordnetenhanse» für den Gesetzentwurf, betr. die E r l e i ch- terung der Volksschullasten, fand zunächst eine Generaldebatte statt. In derselben erklärten sich die Mitglieder der Konservativen und des Zentrums für theilweise Aufhebung des Schulgeldes, während die Freifinnigen, Nationalliberalen und Freikonservativen sich auf den Standpunkt der Vorlage, völlige Aufhebung des Schulgeldes, stellten. Die Spezial- diskusfion beginnt in der zweiten Hälfte der nächsten Woche. Kommunales. ProjeKtirte Parkanlage in der Kasentzaide. Der Magistrat hat bekanntlich seit längerer Zeit mit dem Militär- Fiskus wegen Erwerbes des zwischen den Schießständen in der Hasenhaide und der Straße daselbst belegenen Waldstreifens zwecks Umwandlung in einen Park Verhandlungen geführt, und für diesen Streifen einen Kaufpreis von 400 000 M. geboten. Auf dieses Gebot ist ein ministerielles Antwortschreiben des In- Halts eingegangen, daß der Preis von 400 000 M. dem wirklichen Werlhe des Grund und Bodens zu wenig entspreche, um denselben als Ausgangspunkt weiterer Verhandlungen geeignet erscheinen zu lassen. Die Angelegenheit erscheint somit] doch wird der Magistrat der Stadtverordneten-Vclj« hiervon Kenntniß geben und derselben die hierüber so Verhandlungen mittheilen. Für die neue MarkttzaUe i« der Ackerst« l!' am 2. Febmar, Nachts 1 Uhr, dem öffentlichen geben wird, find die Geschäftsstunden folgendermaßen M tfüt den Großhandel Jrn Winter von 5 Uhr Morgens So Pommer von 4 Uhr Morgens; für den Kleinhandel Markthalle zwei Stunden später geöffnet, also um 7 6 Uhr Morgens. Von 1—5 Uhr Nachmittags ist die Halle für den öffentlichen Verkehr geschlossen und wird« den Wochentagen von 5—8, Sonnabends bis 9 Uhr# öffnet. An Sonn- und Festtagen wird der Verkehr 9 Uhr Vormittags geschlossen. Theater. Dienstag, den 31. Januar. Gpwirtziut». Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wattburg. Ackauspielhau». Ein Sommernachtstraum. Witsche» Theater. Götz von Berlichingen. Mallner-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado. Friedrich- Milhetmstädtische» Theater. Die 7 Schwaben. Wikt-ria»Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Gstead Theater. Berlin wie es weint und lacht. Uestdenk-Theater. Francillon. Aelleailiaare-Theater. Die Näherin. -te Malhalla-Theater. La Masrotte. Kroll» Theater. Sneewittchen und die sieben Zwerge. Teatrai-Theater. Höhere Töchter. Aöntaftiidtische« Theater. Die Tochter der Markth" Halle. Americau-Theater. Spezialitäten-Vorstellung Goaeordia- Theater. Spezialitäten Vor- Theater der N«ich»halle«. Spezialitäten- Vorstellung. Kaafma«»» MariStS. Spezialitäten stellung._ -Voller. 5resdenerstr. 72. Direktion: Adolph Ernst. Zum äOy. Male: Die schöne Ungarin. Iofotve zahlreicher Iufchri t*n von Thea er esuchee«, welche am Ta�e »er 000. Auffuheuns steinen Einlast und »aher a, ck die zur Keecheiiung gelangten Konvenir-Eremplare nicht rrhietten, habe ick ein« g öhere A-zahl dieser Noten- hefte, welche die detiebteste« Konplet» enthalte«, anfertigen tasten, welche d-n «such er« der morgen Kattstn''-nden »stkuhrung grat e«eradsolgt werden. dolph Ernst, Direst or._ ßilMvWlÜchcs p..iirr. Alexander-Straße 41— Kurze Straße 6. Heute und folgende Tage: Gastspiel von Anna Scharansrn« Zum 14. Male: Die Tochter d. Markthslle. Große Posse mit Gesang in 4 Akten von Alfred Schönfeld. Musik von Paul Lincke. Caroline Gödewitz, Scktächter- mamsell aus Kalau: Anna Schramm a G. Anfang 7& Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Die Abonnenten des„Berliner Volksblatt" zahlen gegen Vorzeigung ihrer Abonnements- qmttung halbe Kassenprcise._ Clrcas A. Kremtmer Friedr-ch-Karl-Nfer, Ecke Karlstraße. Heute, Dienstag, den 31. Januar 1888, Abends 7 Uhr: Gr. Gata-Uorsteilung. Zum 1. Male: Ein Eistest auf der Neva bei Petersburg, große Ausstattungs-Pantomime mit Tänzen, Gruppirungen und Evolutionen in 12 Abtheilungen, ausgeführt von 160 Personen, inkl. 60 Damen Corps de Ballet, mit vollständig neuen Äostüinen, Requisiten und elektrischer Beleuchtung, brillant ausgestattet und in Szene gesetzt vom Direktor A. Krrmbser. Unter Anderem: Auftreten des Wunder- Z werg E i ephanten Sierry in seinen großartigen Produktionen auf dem -... r jf. T iVi unst- Welazipr» und in anderen verschiedenen� jmcken. Auftreten der vorzügl.�Reitstnnstle- »iunen und Ueitkünst er» Vorführen und Retten der best dresfitten Schul- und Frecheits Pferde. Ausführliches die Tageszettel. A. Krtmbser, Direktor. Ssrlinsr St«dk- Theater fKallnettbeatersKaße 15, fr. Alhambra- Theater. Ruf Tock uiul Lebm. Romantisches Schauspiel in 5 Bildem nach Bourgeois und Lemoine. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. Anfang des Konzetts 6 Uhr, der Vorstellnng 7t Uhr. Naflfcg- 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kaiser-Panorama Kchloster Honig Ludwig II. Ei. Abtb.: Lioderhof und Kerg. Neu! V. Abth.: Schw»iz. «eise Kr. Maf. Kchiff Hertha. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Allen In- und Ausländern empfehle ich, bevor sie das deutsche Reichsgebiet verlassen, für Mi- gräne, Magenleiden und Gruseligwcrden einen, «orireffUchen Hitler« von Dr. Maugk. Proben von 5 Pf. an sind zu haben 224]_ Zveinstroste 28. Jedes Loos gewinnt in dieser Ziehung. Jedes Loos gewinn' in dieser Ziehung. Cöln Mindener 3 Ziehung am I. Februar er. 100 Thal. Serienloos erste Ber soauer de- Ii 0 0 Haupttreffer 165 ODO Mark, 24 OÖO Mark etc. Kleinster Treffer 330 Mark. 1 Original-Loos 625 Mark, Antheile; j 350 Mk.,% 180 Mk.,'/» 90 Mk, Vio 75 V20 37% Mk,«/40 20 Mk., t/80 10 Mk. Jedes zweite Loos gewinnt. MW 20. Jaraar Iis 8. Faüraar. . Prenws. ütaatslotterK Haupttreffer 600 000 Mk., 2 X 300 000 Mk., 2 X 150 000 Mk. etc. Antheilloose:'/, 210 Mk., t 105 Mk., 3, 52Jt Mk.,>/g 27 Mk, 22 Mk.,»/„ 14 Vjo Iii Mk,, 7 Mk.,'�n 6 Mk., V«« 4 M.(Porto und Liste 75 Pfg) Die Auszahlung der Gewinne geschieht sofort nach Erscheinen der amtlichen Liste, Wunsch auch sofort nach Ziehung. Da die Gewinne täglich angezeigt werden und mir Ersatzloose stets zu Diensten stehen, so kann man in dieser einen Ziehung ae mals hintereinander gewinnen. Um die Gewinnchancen zu erhöhen, empfiehlt es verschiedene Nummern zu nehmen. Cöiner Dombau-Loose ä 3 Mk., 10 L. 29 Mk, Badener Loose äMk. 1> L. 20 Mk, Marienburger Loose ä 3 Mk., 11 L. 30 Mk, Porto u. Liste I AUGÜST FÜH8E lÄÄ Berllll W, im FaberW Meißdiee ohne jeden Wasserzusatz, die große Weiße 20 Pf., die kl. 10 Pf. außer dem Hause, giebt's nur im Restaurant Franks. Klle« 74, im Hause der Ostend-Apotheke bei Emil Böhl. Von 2 Mark an frei ins Haus._[21 Gesteniliche yerstimmlnng der Sattlergehilfen Berlins. Den Sattlergehilfen Berlins zur Nachncht, daß am Mittwoch, den 1. Februar, Vormittags 11 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstraße Nr. 5—7, eine Versammlung stattfindet mit der Tagesordnung:„Lohnfraae". Im Interesse der Sache ist das Erscheinen sämmtlicher Kollgen nolhwendig. 258] Der Emberufer. Die öffentliche Versammlung der Serlmer Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, chirurgischen Instrumentenmacher und verwandten Kerz.fogeeost't« am 31. er. im Saale des Louisenslädtiichcn Konzerthauscs mit der Tagesordnung:„Zweck und Ziele einer Gcwerkschaftsorganisation", Re- ferent Herr Mctzner, findet polizeilicher Versagung, wegen nicht statt. 259 Der Einberufer. i Seid gespart— heisst Geld verdie' Laut Beschluß der Verwaltung des ersten Aerliner Lethhaufe« 2WeinkergU'Weg FK * am Rosenthalcr Thor werden die vorhandenen diesjähttgen prachtvollen prima Herren- Garderobe«. aus 16 000 ff. Minter-Haterot», darunter feinste Evkimo-Pateto»» für ltv. 11 000 prima Iaqnet- und Kock-Anziige, darunter ff. Sammgarn 16— Sv. S8 000 gnte reinwolle«» Hos-n für M. 4— 1». Mehrere Settel: 3 1' S?' Zeigte . Was wa ermattet 1 Belastung t Vorlage, 'fie noch vc ihre B. �«uch bereits »rade aus! !.r.U"d in plötzlich, da] Ise beg Bund geworden sei .N ganz gl .angcnom! h eine b .geworden| [Äl? . sie auf 2 Äi-ß" ÄM l�hotsacht «b das schr erdrückt, darunter feinste Eskimo Darunter ff. Hammgarn vo« ...ür M. 4—1«. Mehrere 5»- Winter zaqnet», Kchlafröcke, Anabeu-Paletot», lchwar?e Köck», Frack», e - Kammgarn«CJ Ä daß die 2 auf Aussa ««t» Zltzre» etc zum reellen Leihwerth ausverkauft. T bei Einkauf Auch Ko««tag» bis Abends geöffnet. Pferdebahn« und Omnibus-BilletI. oek eines Anzuges oder Paletots zurückgezahlt. 2. > ivuurtn in "ch werd die M ÄOk 737 Zvetnbrrg» Weg am Roscnthaler Thor.' ein,.�Terungl Volizeilich konzesfisnirtes Ualitur- Spiritus, Kren»-Spiritus ohne Wass�ckstand, s Liter/ größere Quantitäten billiger, sowie Liqueure, Punsch-Exttakte, Rum, Arac, Cognac' billigst; Postaufträge frei Haus Ignatz SellO; Berlin, Kaiserllr. 34, ; �MWemoi ÜS 0,'t" ..'MM h 4 ©ine Oswald STier BERLIN„ Masken-Garderobe Reichste Auswahl, billigste Preise I F. Stenzely � Drr«de«erstratze 21(Ecke Luisenufer). £ie«|..�askengardarobe Mr Herren und Hamen von C» Tietzp Grauienstraste 130, 2 Trepp. (Ecke Kterandrinenstr.). Geschmackvolle Kostüme in reichster Auswahl zu dilligen Preisen. perein»« Preisermäßigung. SBVS Soeben erschien: Heft 17 der Intsmational® Bibliothek Charles Fourier, sein Zeven n. seine The� Mo« A. Hebel. Preis pro Hsft 50 Pf. Zu beziehen durch die Grpedttio« des„Kerl. 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Lehder.- NB. Mein Leberthran ist nur in obigen Niederlagen zu haben. Neanderstraße 8 bei Damsch laSÄ'iö'af� Seydelsttaß« 27 bei Behrend. Verantwortlicher Redatteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von War Kading in Berlin SW., Beuthsttaße 2. Htr-k«
cheint foniitj dneten-BcM hierüber ge> zbck-r»r-! lichcn Vcib idcrmaßen b SS 2«. i und wirb dis 9 Ubr n Verlehr . Beilage mm Berliner Volksblatt. Dienstage den 31. Januar 1888. 5. Jahrg. »os gewinn1 r Ziehung' nloosf (30 Mark.� . Vio 75 � zweite gewinnt. teri< Mk. etc. •i Vi« l1*' '5 Pfg) hen Liste, erden und[ Ziehung )fiehlt es■ «e ä Mk S'j u. Liste 3C 5drich
e noch vor Weihnachten, und in der That hatten die . ien ihre Berathungcn und die Motive fertig gestellt, m bereits der Beschluß vorhanden und bis zu einem Grade ausgcfübrt worden, daß der Entwurf an den i und in die Hände seiner Mitglieder gelange. Da plötzlich, daß Hindernisse eingetreten und infolge der Y bes Bundesraths eine Umarbeitung der Motive noth- geworden sei. Man fragte: sollte wirklich der Bundes ganz gegen seine Gewohnheit die preußischen än- [�,.7.,"Ugenomtnen, sondern wesentlich verändert haben, so � u>ch eine bedeutende Umgestaltung der Motive noth- >,gnvorden sei? Nun, das war es nicht. In der iW bie Motive nach einem on dit wesent- nJj:8' oß sie uns jetzt vorliegen, und zwar der Art, daß k? Rc auf Wahrheiten und bestimmten Thatsachen be- nnen großen Thcil der Mitglieder, die an und für sich kL b*"0' für die Verlängerung des Gesetzes zu b« zu einem gewissen Grade auch für die Verschär- eufi, � bus-Billtt� :fi#4 i Liter/ lognac' 34, E .v�iskteten bestimmen konnten. Da stellt fich jedoch die 1 ,, �«utsachc heraus, daß die Motive sich als nichts stich- »mi."US schwerwiegende Material, unter dem die Sozial- die«R rrbrürft werden sollte, sich als haltlos herausstellte, ..«che Diskussion der Thatsachen, auf die gebaut »Iio, vk'khr in sich schloß, nicht zum Schaden der Sozial- sondern derer auszuschlagen, die fie in die Motive � ein a?. �tten. Mit einem Wort: es pasfirte im ti.us- 'iL wjRgniß, das einem gewissen deutschen Gesandten L� /ubticke in bestimmtes Aktenmaterial gestattete, woraus Li»„I Motive und das Material für dieselben ganz Mpit wuf Aussagen und Mittheilungen bestimmter Polizei- Thatsachen beruhten, die von einem agent ---------- r— O 1 fifl f(rfuniffinn�'- �uch die Herren, üL&U� k"«weifen wollen, wie fie sagen, Uelsen L5,weiß nicht, warum man sich ßk.;i der preußischen Rcgiening herbeigeführt wo werde später diese bis jetzt noch nicht »it,M u aekommenen Thatsachen beweisen. Da die Motive, wie wir sie jetzt sehen. Die enthalten die nicht eben so gut vor 2, 4, 7 Jahren bei : des Gesetzes hätte angeführt werden können, die Thatsache von Bedeutung, oder die bewiese, sbishq°i«ldemokratie eine gefährlichere Thätigkeit entfalte 3 M offiziöse Notiz erkannte das sogar an, verwies . avGt�lchendere Mitthcllungen des Herrn v. Puttkamer "ge er; Geheimnissen reichen Portefeuille; da würde e daß der Reichstag auch den Verschärfungen ? schw»." müssen. Nun, er hat zweimal gesprochen, aber •n von, Anklagen Singers gegen die preußische Polizei Vicht j».vs vorgebrachten amtlich beglaubigten Thatsachen " und wesentlichen Punkt einen Jrrthum nackge- Lep ft.i n sonstiges Beweismaterial für die Ver- die die Vorlage an 1 sagen, nur um sich nicht, warum man sich unnütz quält, —, auch sie haben zu erfahren. Mit von der Welt können wir daher sagen, keine anderen Gründe giebt, als die in «.�ich�jl", und vom Minister mitgetheilten, deren Un- .Herr Marquardsen, der Fürsprecher für die s J!« des'tS ,erknnt. Herr v. Puttkamer rühmte es als eine L �vunN-bes, daß die Sozialdemokratie in Teutschland eine LÄ'eeschritten habe, in manchen Bezirken sogar % widni/vMassung, die demnächst bei allgemeinen Wahlen iL Vers��erden dürfte. Ist sie aber richtig, waruin des Nl"""gcn? Und wenn die Ausweisung aus den ' �ndii�Nungszustandes die Agitation in bisher un- tift.i�eL t �ejirfe verbreitet, wie Herr v. Helldorff es Ä. den wäre es da nicht logischer, es ganz oder .SSÄÄ'. Ät'. sä tf. r®tQnho �irn der sogenannte Atavismus ein, sie n»..An und'r�ker zu denken und ihr Gedanke geht um Dringt wr stch ist die Thatsache. die Herr v. Hell- ,Vv, �elag�br, aber nicht n-u. sondern die natürliche �dustrj��unggzustandcs, der über alle größeren Städte ch?°Zen die s,'"«hängt ist. Die Berliner Polizei ist °»dent-s�ntralpolizei für Deutschland, der Berliner lenk."gentlich in Wahrheit so eine Art %bo des Mister unter der Oberaufsicht und den, . SöpS�tillHi� die B�?rn v. Puttkamer, bei dem alle Be- sof. sev.»nt dieL ttn�'.eseuen zusammenlaufen. Die Berliner Spiege« L, gsn von itf, Wirkung der Ausweisung und macht daher » L�rden L«?, allerseltensten Gebrauch, im Gegensatz „Jus heutp �dnigreich Sachsen, die die Massenaus- I-Lie Orot. W) wahrer Wollust betreiben und in der jAe Poj; d'stonsche staatsrctterische That ausposaunen 30 Pt'l Jnkov «»petzttV LckÄ M 1 0« Etage- 1 veri erstr. � faußL M , die mit der Post in den allerintimsten .vuhLzirte einmal in Berlin ein Packet ver- aen. «breitun bei einem wir Sie können wir könnten Sie Ausgewiesen, W�MZMZ miir e* g vuhen Bifi �nl) wir nicht mehr. ntel j z�ntrole>1.� Limmer als in Berlin, wo ,hr unter 4»1,.. �achtet/- Ausgewiesen werden Sie nicht, aber MMOMWM M-' � �««ue»«.Ausgewiesene muß sich vor der Polizei i."" Neuen Nlnkü�utejene muß sich vor der Polizei dt � wird"der seine Subststenzmittel aus- -' die inL.5�Att und Tritt von einem Beamten .1«»% JW Äß«-- n* ..vie SRni;, t-wiiu uno �Nll von einem Aeamten 42 l°gt. 14 Lk erL,ft ausgewiesen. Der Mann er- Z wÄtsste- 1 freche bLe Folge ist eine furchtbare Verbitte- 'ch 20%!l InaKrung. Ich bin seit 1881 aus Geschäft„!ca2}iir9er war. ausgewiesen, ich mußte ' austreten, meine Existenz zum größten Theil preisgeben. Wir sind ja den Arbeitern gegenüber in einer verhältnißmäßig günstigen Position, und doch bin ich wäh- rend meiner 2öjährigen politischen Thätigkeit in den verschie- densten Orten zu Gefängnißslrasen verurthcilt, gehetzt und ver- folgt worden nach jeder Richtung. Aber nie in meinem Leben habe ich eine so andauernde Wuth und Erbitterung empfunden, als damals, als ich auf Grund des Belagerungszustandes, ich möchte sagen, wie ein räudiger Hund von Haus und Hof weggetrieben wurde, ohne daß ich wußte, wamm und wie mich dagegen vertheidigen. Dem Richter gegen über konnte ich mich vertheidigen und, wenn meine Gründe durchschlugen, auf Freisprechung rechnen. Die Polizei sagt: Du mußt gehen, weil es mein Wille ist, und mein Wille ist die Willkür. Ich habe es begriffen, welch furchtbare Wuth, welch furchtbarer Haß die Ausgewiesenen beseelt, und daß fie es erst recht als ihre Pflicht betrachten, Alles daran zu setzen, der Idee, wegen derer sie verfolgt werden, zum Siege zu ver- helfen. Wir haben dies in eklatanter Weise in Berlin gesehen. Die Ausweisung der 90 Berliner Parteigenossen hat natürlich einen deprimirendcn Einfluß auf die Massen geübt. Unsere ganze Armee wurde dadurch zersprengt, aber Dank der Thätigkeit der Berliner Ausgewiesenen, alter, bewährter, geschulter und klarsehender Parteigenossen, die überall, wo fie hm- kamen, den Parteimitgliedern neuen Muth einflößten, konnten wir 1881 bei den Wahlen wieder auftreten und 380000 Stimmen erzielen. Das war die Folge des kleinen Bclagcrungszu> standes über Berlin. Wenn also Logik in den Köpfen unserer Gegner wäre, müßten fie wenigstens diese ST stimmung ausmerzen. Herr v. Hclldorff begründet die Verschärfungen damit, daß, weil die Sozialdemokratie in ihrem Auftreten ruhiger, anständiger geworben sei, sie erst recht gefährlich wäre, weil sie dadurch mehr Leute gewinnt, welche sich früher ihr nicht anschlössen. Er wollte fie also reizen, damit es zu Putschen kommt; dann ist die Flinte da, die schießt, und der Säbel, der haut. Ebenso sagte Graf zu Eulcnburg I. 1877:„Die Anarchisten, die Mostiancr, Most selbst find rabiate Menschen, die predigen offene Gewalt; sie sind mir aber lieber als die anscheinenden Gesctzlichkeitssozialdemokraten, die Parla mentarier; das sind gerade die schlimmsten." Gegen solche Logik kämpfen freilich Götter selbst vergebens. Unsere Partei hat nie eine Rcformpartci im Sinne der Regierung sein wollen; daß aber die Regierung dies gehofft hat, daß sie als Ratten- fänger von Hameln nur die Reformflöte zu blasen brauche (Heiterkeit), um die Sozialdemokraten zur Gefolgschaft zu bringen, das amüsirt mich. Dazu müßten Sie viel schönere Reform- Melodien pfeifen. Die ganze neuere sozialpolitische Gesetzgebung soll ja nur eine bessere Gestaltung der Armenpflege sein, und diese kleinlichen Bestrebungen werden mit dem größten Wort- schwoll von sozialistischen Phrasen aufgebauscht, die Motive namentlich des ersten Unfallgesetzes erinnerten lebhaft un Karl Marx, und ebenso die Ausführungen des Herrn v. Puttkamer über die kapitalistische Produktionsweise, über Klassenkampf k., alles in günstigem Sinne für die Arbeiterbestrebungen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Als die liberale Bourgeoisie, Fort- schritt und die jetzigen Nationallibcralen, mit dem System Bismarck im bittersten Kampfe stand, beantragte Wagcner 1864 die Aufhebung der Koatitionsbeschränkunaen mit energi- scher Unterstützung vor Konservativen. Die Liberalen hatten große Bedenken und Schulze-Delitzsch äußerte:„Reizen Sie die Bestien nicht!" Früher konnten die Liberalen, Miquel voran, gar nicht genug die Woblthaten preisen, welche den Arbeitern aus der neuen Gewerbeordnung, der Freizügigkeit, den Verebe- lichungserleichtcrungen, der Koalitionsfreiheit erwüchsen. Als aber Herr von Puttkamer im schneidenden Gegensatz zur Gc- Werberordnung seine Behörden anwies, die Streikbewegung möglichst zu hemmen, haben wir in der liberalen Presse, mit wenig Ausnahmen, kein Wort des Widerspruchs gefunden. Heute geht man so weit, daß man die Lohnkommisfionen als Vereine betrachtet, welche die Statuten einzureichen hätten u. s. w. Ich denke hier vornehmlich an Sachsen. Und wie geht es unseren Altersversicherungskassen? Die vor einigen Tagen er- wähnte Kasse des Buchdruckerverbandes, welcher 14000 Mit- glicder zählt, sollte mit einem Male unter das Versicherungs- gesetz gestellt werden. Eine Beschwerde bei der Regierung von Hannover blieb ohne Erfolg. Diese Kasse stand nicht, wie Herr v. Böttichcr behauptet hat, vor dem Bankerott, sie hat sogar steigernde Ucberschüsse gehabt. Man geht systematisch darauf aus, die viel besseren freien Institutionen der Arbeiter zu Grunde zu richten.(Scbr richtig! links.) Wir Sozialdemokraten find ja leider in der Minorität unter den Arbeitern, der große Haufe läuft leider noch hinter Ihnen her als Stimmvieh. Aber warum erfolgt aus der eigenen Initiative der Millionen von Arbeitern niemals ein unterthäniger Dank für die arbeiterfreundlichen Be> strebungen der Regierung? Das giebt zu denken. Während die Behörden die Arbeitcrkoalitionen verfolgen, lassen fie die Arbeitgeber ungehindert fich zu Zentralvereinen, Verbänden or- ganisircn, welche sogar politische Zwecke verfolgen. Kein Staats- anmalt verfolgt diejenigen Innungen, welche fich an der Wahl- agitation betheiligten. Ja, ein Staatsanwalt, also ein Wächter des Gesetzes, hat sogar die Militärvereine aufgefordert, mehr den Verbänden beizutreten, um sich wirksamer an der Wahl- agitation betheiligen zu können. Glauben Sie, unsere Arbeiter seien Idioten, daß sie diese schreiend ungleiche Behandlung, die ihnen zu Thcil wird, nicht gewahr werden? Ich gebe gern zu, daß in unseren früheren Worten und Reden und«christen hier und da Ausdrücke und Sätze vorkamen, aus denen Sie von Ihrem Standpunkt deduziren können: da seht Ihr es, die Sozialdemo- kratie arbeitet auf die Gewalt, auf die Revolution hin. Aber nie und nimmer können Sie das aus den Verhandlungen des St. Gallcr Parteitages berauslesen. Wäre wirklich in St Gallen der Hochverrath verbreitet worden, Herr General- staätsanivalt Held, dann stände ich jetzt nicht auf dieser Tri- büne Solche Behauptungen können auf die dumme Masse den Eindruck machen, das Deutsche Reich sei in Bezug auf das gemeine Recht so wehrlos, daß es ohne Sozialistengesetz gegen derartige Bestrebungen nicht aufkommen könnte. Aber nach unserer Strafgcsetzgcbung ist nicht nur der Hochverrath, sondern auch der Versuch und die Vorbereitung dazu mit Strafe bedroht. Aus jenen Verhandlungen ist nickt einmal die Vorbereitung zur B&jeiSsF&SB sMMKMM einfach liegt, beweist die ungeheure Bewegung, die infolge des Chicagoer llitheils durch die ganze zivilisirte Welt gegangen ist. (Widerspruch rechts.) In Amerika wandten fich.Hunderttausende — nicht Anarchisten— petitionirend um Begnadigung der Ver- urtheilten an den Gouverneur von Chicago, ebenso wie englische Parlamentsmitglieder und eine große Anzahl angesehener Per- fönen in Europa. Als prinzipielle Gegner der Todesstrafe mußten wir umsomehr hier bei einem politischen Vergehen vor- gehen.(Rufe rechts: Politisches Vergehen!) Die Most'sche „Freiheit" hat unser Vorgehen getadelt:„Da sehe man wieder, wie die Herren Parlamentarier sich verhielten." Und welche sittliche Entrüstung des Ministers über unser Vorgehen! Er vergaß, daß ein Jahr vorher der Reichskanzler sich für die Be- gnndigung der Hochverräther, welche den Fürsten von Bulgarien vom Throne gestürzt hatten, verwendet hat. Und die Anarchisten von Chicago, wie man auch über fie urthcllen mag, wenn auch ihre ganze Art eine ver- kehrte und zu verurtheilen ist, haben doch für ihre politische Uebcrzeugung gekämpft(Widerspruch rechts), aber die Hochvcr- räther, die den Battenberger stürzten, waren mit Rubeln bezahlt. In Deutschland wären fie als gemeine Verbrecher verurthcilt, die sich zu einem Attentat gegen den legitimen Fürsten, den Bismarck selbst hat einsetzen lassen, hergegeben haben. Die Stel- lung, die Deutschland und speziell der Reichskanzler gegenüber Bulgarien und Rußland damals eingenommen, gehört zu den traurigsten Episoden der deutschen Geschichte. Das Wort des „Wettkriechens vor Rußland" stammt nicht aus sozialistischen Kreisen, sondern ein gutgesinntes Blatt, die„Kölnische Zeitung", hat es zuerst ausgesprochen. Fürst Bismarck nimmt in der bul- garischen Frage eine Stellung ein, daß man zweifeln kann, ob er ein deutscher oder mssischer Minister ist. Also stecken Sie Ihren Degen ein, an dem mehr Schmutz fitzt, als Sie uns nachweisen möchten. Wir drängen nicht zur Gewalt, obwohl die Geschichte lehrt, daß große Entwickelungen von Erschütte- rungen begleitet wurden und gewaltsame Behinderung dazu gedrängt hat. Ich erinnere an das Vcrhältniß des märkischen Adels zu den Hohenzollern, an die Ermordung russischer Kaiser— 1801 stand ein Herr v. Bennigsen dabei an der Spitze—(große Heiterkeit), an Gustav Ul. durch den schwedischen Adel, an Sand, an die republikanischen Strömungen im Jahre 1848. Der Herr Reichskanzler hat sogar ein gewisses Faible für Hochverräthcr; ich erinnere an Lothar Bucher und Braß. Und was für hochverrätherische Aeußerungen fielen in der Konflikts« zeit!(Der Redner zititt dergleichen und wird vom Präsidenten zur Ordnung gerufen.) Und was war in den Zeitungen zu lesen! Eine Illustration stellte den Attentäter Blind und Herrn v. Bismarck dar, in der Mitte der Teufel, der dazwischcnspringt und ruft: Halt, der gehört mir!(Große Heiterkeit.) Mancher rothe Dcnwkrat hat sich in einen sehr zahmen Nationallibcralen verwandelt, so Ritterhaus, so Götz, den wir 1867 als unseren Parteigenossen aufgestellt haben, und der 1868, als über die Bundcsverfassung abgestimmt wurde, unter großer Heiterkeit erklätte:„Es wird mir zwar blutessiasaucr, dafür zu stimmen, aber ich werde dafür stimmen."(Abg. Götz: Ich stimmte dafür aus Patriotismus!) Sie bestätigen es ja nur, Herr Dr. Götz, und weiter wollte ich nichts. Ich wollte nur Ihren Gesinnungswechsel konstatiren, und ich kann es eventuell durch ein öffentliches Urthcil bezeugen. (Zuruf: Was waren Sie denn früher, Herr Bebel, als Geselle?> Bezahlen habe ich mich für den Wandel meiner Ueberzcugung nie lassen, Herr Dr. Götz! Was die Verschärfungen betrifft, so wird in dem betreffenden Paragraphen eine Reihe von Straf- fällen und Vergehen angeführt und die Verschärfung der Strafe beantragt, auf die bis heute noch kein deutsches Gericht hat er- kennen können, weil sie gar nicht vorgekommen sind. Der Be- vollmächtigte Herr Held hält die Verschärfungen auch deshalb für nothwcndig, weil die Strafen des§ 19 nicht kumulirend angewendet würden, auch wenn eine Mehrzahl von Straffällcn vorliege. Darin täuscht er sich als einer der ersten Juristen Sachsens in schwerster Weise. Daß die Herren im Bundesrath nicht einmal wissen, wie deutsche Gerichte bisher nach dem Sozialistengesetz geurtheilt haben, ist doch in der That ein starkes Stück! Sie, die Sie außerhalb der Fangarme des Sozialisten- gesetzes stehen, kümmern sich wenig darum, was unter und mit ihm geschieht; Sie haben nicht nöthig, die richterlichen Urtheile zu kontroliren. Da mache ich denn darauf aufmerksam, daß nach§ 19 nicht etwa nur die Verbreitung des„Sozialdemo- krat" oder einer anderen staatsgefährlichen Schrift— ich will sagen, einer Schrift, in welcher wirklich nach dein allge« meinen Recht Vergehen enthalten find— strafbar, son- dein die Verbreitung jeder Druckschrift, die verboten ist, auch wenn fie die denkbar harmloseste wäre. Was ist aber Alles im Deutschen Reich in den Jahren ver- boten worden! Die Zahl der verbotenen Druckschriften beläuft sich vielleicht auf zirka 2000, darunter harmlose Wahlflugblätter, um derentwillen fich an die Reichskommisfion zu wenden nach vollzogener Wahl ohne Interesse war. Ebenso ist es mit der Verschärfung der Strafe für die Theilnahme an verbotenen Vereinen; seit 9 Jahren ist nicht eine einzige Verurtheilung in solchen Dingen vorgekommen. Strafvcrschärfungen schlägt man sonst doch blas vor, wenn die Straffälle sich häufen, wenn also die Strafe fich als unwirksam erweist. Ich kann nicht begrci« fen, wie einer der ersten Juristen Sachsens für eine?solche ju« rijtische Ungeheuerlichkeit eintteten kann. Es ist auch, wie an vielen Fällen nachgewiesen werden könnte, nicht richttg. daß die Richter nur auf die niedrigsten Sttafen erkennen; in Hannover N«n Mann wegen Verbreitung des„Sozialdemokrat" zu vier Jahren Gefängnis! verurtheilt. Die geschäftsmäßige Verbrei- iunß verbotener Druckschriften soll mit mindestens zwei Jahren Gefangmß bestraft werden, ganz gleich, ob der Inhalt der verbotenen Schrift ein harmloser ist oder nicht. Nie bat eme Vorlage einen peinlicheren Eindruck im Auslande gemacht, namentlich die Vorschrift der Expattii- tung. Die diametralsten Gegner finden sich dabei in ihrem UMell zusammen, so die./Neue Freie Presse" und das „Wiener Vaterland/, welches ,n diesem Gesetz die Bankerot« erklamng erblickt. Was wird aus der Expatriimng, wenn das Ausland den Ausgewiesenen nicht aufnimmt? Herr General- Staatsanwalt Held meinte, dann müsse der Mann wiedeil auf- genommen werden: im Gesetz steht das nicht. Was soll die Jntermrung nutzen? Das.st der witthschaftliche Tod der Ar- ffMWZ i!9'uJn"— lm Auslande. Die Deutschen, die sich t? aufhalten, arbeiten unter den dort bestehenden Landesgesetzen; fie halten ihre Thätigkeit für etivas Erlaubtes. Nun soll das Sozialistengesetz auch auf des Ausland ausgedehnt werden. Man hat ja gesehen, wie die Schröder und Haupt denunzwen. Unsere Gesetze haben durch die Reichsgerichtsent-
Scheidungen ein Angesicht bekommen, daß die Väter derselben sich schwerlich wiedererkennen; kein Richter kann mehr nach freiem Er- meffcn urthcilen, sondern muß aus den Entscheidungen des Reichs- gerichts entnehmen, daß die Gesetze ganz andere Dinge enthalten, als er jahrelang angenommen. Man hatte früher über Vcr- breitung von Druckschriften, über geheime Verbindungen u. s. w. ganz andere Ansichten als heute. Schon das bloße Abonne- mcnt auf den„Sozialdemokrat" wird als eine Verbreitung des- selben betrachtet. Run sind aber nicht blos wir auf denselben abonnirt, sondern auch Herr v. Puttkamer; es wird mich sehr freuen, eines Tages mit ihm Arm in Arm nach Plötzensee zu wandem.(Heiterkeit. Zuruf des Herrn v. Bötticher: Er muß ihn lesen!) Ich auch, damit ich kontroliren kann, ob Herr von Puttkamer richtig vorliest, wenn er ihn hier zitirt.(Heiterkeit.) % aufgeregten Zeiten geben die Gerichte den Vorschriften eine Bedeutung, die der Gesetzgeber selbst ihnen nicht beigelegt� hat. So wie Tacitus aus der seltsamen Auslegung der Majestäts- acsetze unter Tiberius auf den geistigen Verfall Roms schloß, so muß ich sagen: Trotzdem wir heute im Zenith unserer Macht stehen, die Art und Weise der Ausnahmegesetze gegen die halbe Bevölkerung des Landes ist ein trauriges Zeichen des geistigen Verfalls, und dahinter steht der physische Verfall. Ich könnte noch viel über die.Haussuchungen und die Ucberwachung reden, wie nian mich, wenn ich eine Geschäftsreise mache, polizeilich im voraus anmeldet auf meiner ganzen Reiseroute, wie man mit meiner Photographie in der Hand nach mir Erkundigungen an- stellt, wie ich Tag und Nacht von Polizisten überwacht und verfolgt werde. Ich komme jetzt auf das Kapitel der neents provo■•teurs.(Aha! rechts.) Sie werden viel Neues erfahren, wenn auch vielleicht nicht Angenehmes. Herr v. Puttkamer hat nicht im mindesten den Versuch gemacht, die Tbatsachen, die von meinein Freunde Singer in Bezug auf Schröder und Haupt angeführt wurden, zu bestreiten. Er hat nur feierlichst dagegen sich verwahrt, daß er von derartigen Dingen Kenntniß habe, oder daß er es billige, daß Organe der preußischen Polizei ogevts provooateurs engagirten und bezahlten. Ferner ist von Herrn v. Puttkamer festgestellt worden— ich wußte es schon—, daß der von uns denunzirte Beamte Krüger Polizeidirektor und im Auswärtigen Amt seit einer Reihe von Monaten als Chef die aesammte politische Polizei im Auslande leitet. Herr von Puttkamer hat diesen Herrn als einen tüchtigen, de- fälngtcn Beamten hingestellt— ich bestreite das nicht. Herr von Puttkamer wird mir vielleicht auch weiter bestätigen, daß der Herr Polizeidirektor genau die Intentionen des Herrn von Puttkanier und seines gegenwärtigen Chefs, des Fürsten Bismarck kennt. Er bestreitet das nicht, ich nehme an, er ist damit einverstanden.(Heiterkeit.) Weiter ist von uns Herr v. Hacke denunzirt. Herr v. Puttkamer hat über die Quali- fikation dieses Beamten kein Wort gesagt, ich setze voraus, daß er auch ihm alle die guten Eigenschaften zuschreibt, wie dem Herrn Krüger- er bestreitet es wieder nicht.(Große Heiter- keit.) Ich konstatirc, daß diese beiden pflichttreuen, gewissen- haften, tüchtigen Beamten mit Wissen und Absicht agents pruvo- cateurs engagirt und bezahlt haben(hört, hört! links), zu dem Zweck, um in der Schweiz Attentate hervorzurufen, das Asylrecht dadurch in Mißkredit zu bringen und den schweizer Bundesrath zu veranlassen, daß nicht allein die Anarchisten, sondern auch die Sozialisten aus der Schweiz ausgewiesen würden; und damit in solchen Fällen der agent provocateur nicht an dem Rock- kragen gefaßt und über die Grenze gebracht werden kann, hat Schröder bereits seit einer Reihe von Jahren die Klugheit gehabt, mit preußischem Polizeigelde schweizer Bürger zu werden. Haupt dagegen ist, da er auf Grund des schweizer Strafrechts kein Verbrechen begangen hat, über die Grenze verwiesen. Ich konstatire weiter, da die Herren auf der Rechten, wie Singer ausführte, daß Schröder die„Freiheit' eine ganze Zeit lang mit preußischem Polizeigelde habe drucken lassen, lachten und sagten, Alles für 200 M. Daß derartige Sachen extra bezahlt werden, dies geht hervor aus einem Briefe vom 20. Juli 1887 aus Berlin, von der Polizei eingeschrieben, von dem ich Abschrift genommen habe. In dem Briefe wird gesagt, Schröder möchte ein reiches statistisches Material über die Fuhrer von Vereinen und Ge- werlschaften anfertigen. Schicken Sie, heißt es, die Verzeichnisse an die Ihnen wohlbekannte Adresse des Chefs, Berlin W, 72 Kaiserin-Augustastraße. Beiläufig bemerkt, hat die hiesige Polizei Deckadressen benutzt, z. B. die Firma Fumugalli. Schlöder hat mit den bekannten Attentätern und Mördern Kumitzsck, Stellmacher, Kämmerer schon vom Jahre 1882 ab intime Beziehungen gehabt. Stellmacher hat im August 1883 einer Versammlung von Anarchisten in der Schweiz beigewohnt uub zum Thcil präsidirt, in der die Attentate geplant wurden, die dann kurz darauf in Wien, Straßburg, Stuttgart und anderwärts ausgeübt wurden. Die Versammlung war im August 1883 in Zürich besucht von den bekannten Anarchisten Stellmacher, Kaufmann, Kammerer, Kuinitzsch, Kettcl, Etter. Kaufmann stand ebenfalls im Dienst der preußischen Polizei, ein ganz verloddertes, versumpftes Subjekt, einer der elendesten Menschen, die die Erde trägt. Er hat den Schröder an die preußische Polizei abgeliefert, der ihm von Krüger als Agent angeboten war, wie Schröder selbst eingesteht. Schröder giebt zu, daß Stellmacher ihm Vorschläge behufs Propaganda der That gemacht habe, er will sie zwar abgelehnt haben, bleibt aber nachdem intim mit ihm. Im August war diese Konferenz; am 29. Oktober 1883 Attentat im Frankfurter Poli zcigebäude; am 20. November Raubattentat auf den Bankier Heilbronner in Stuttgart durch Kumitzsck und Genossen; am 15. Dezember Attentat auf den Polizeikommissar Lübeck in Wien durch Kammerer, der auch die beiden Straßburger Raube und Mordanfälle auf Eifert in Gemeinschaft mit Stellmacher ausgeübt hat und infolge dessen hingerichtet wurde; am 24.'Januar 1884 Erschießung des Polizeidircktors Blöch in Floridsdorf durch Stellmacher; das find die Intimen des preußi- schen Polizeiagenten Schröder, diese Bande von Mördern und Raubaenossen! Weiter giebt Schröder zu, daß er auch Neue und Pcuckert kannte, daß Neue sogar bei ihm logirt habe. Es ist weiter in ganz Zürich bekannt gewesen, daß Schröder die Kiste Dynamit, die mein Freund Singer und ich selbst gesehen, bei sich hatte seit Jahren, die er von den Anarchisten Wübbeler und Etter wollte bekommen haben. Diese Beiden bestreiten auf das Entschiedenste, von Schröder selbst das Dynanitt, dos bekanntlich aus Opladen herstammt, erhalten zu haben. Es wird nun interessant werden, wer der eigentliche Ueberbringer und Besorger dieser Kiste war. Bei dem Schlosserstreik hat Schröder direkt zur Gewaltthat provozirt durch Leute, die er aufgehetzt hatte. In Kneipen, in zahlreichen Versammlungen, namentlich alsfl Präsident der Schreinergewerkschaft hat er in anarchistischem Sinne gepredigt. Er hat seine Genossen Wüsten- feld, Etter jc. nach verschiedenen Städten der Schweiz geschickt, um Streiks anzuzetteln, wobei die Arbeiter solche Forderungen stellen müssen, daß sie die Arbeitgeber nicht befriedigen könnten, damit es schließlich zu Attentaten oder Gewaltthätigkeiten käme. Alle diese Thatsacheu haben bei mir und den betr. Beamten in der Schweiz die Ueberzeugung wachgerufen, daß Schröder in der That allen seinen Einfluß aufgeboten hat, Attentate zu provoziren und nicht nur die Anarchisten, sondern auch die verhaßten Sozialisten aus der Schweiz herauszufegen. Dann der Haupt, der mittlerweile ansgewiesen ist! Alan darf ihm das Zeugniß ausstellen, daß er sich gegenüber den Sozialisten in Genf merkwürdig geschickt, klug und zurückhaltend be- nommen hat, so daß, als die Nachricht nach Genf kam, er sei preußischer Polizeispitzel, alle Welt das für unmöglich erklärte. Herr von Puttkainer hat nun gesagt, daß eine Bande von Strolchen Haupt und Schröder über- fallen und zu allen möglichen Geständnissen gezwungen hätte. Ich halte mich für zu gut, solche Worte wie Strolche. Bande, Mordbrenner zu brauchen; aber ich will erklären, daß jene Leute ehrliche, brave Arbeiter waren, die bis dahin dem Haupt und Schröder volles Vettrauen geschenkt hatten, und als sie hörten, daß sie Polizeispitzel seien, sie zwangen, die Wahrheit einzu- gestehen. Schröder gestand nun, daß er diese Dienste seit Jahren thue, und bereit sei, von Genf nach Zürich zu gehen und dort seine Geständnisse in aller Form zu Papier zu bringen. Als er darauf Einsicht in seine Papiere gestattete, entdeckten die Leute— die ganze Geschichte vollzog sich zunächst in der Werk- statte— rein durch Zufall unter einem Haufen Hobelspäne die dort versteckte Tynamitliste. Dieser Umstand trug dazu bei, daß jetzt die Polizei einschritt; denn die Thatsache, daß Schröder Polizeispion fei, hätte nach dem dortigen Recht dazu nicht ge- nügt. Schröder und auch Haupt wurden nun verhaftet. So hat sich die Sache zugetragen, und die Arbeiter haben sich also wahrhaftig sehr anständig und rechtschaffen dabei verhalten; und wenn der Minister die agents provocatenrs als Schufte gebrandmarkt hat, so hätte er den Leuten gegenüber, die diese Schufte entlarvt haben, höflichere Bezeichnungen, trenn � nickt gar Lob Platz greifen lassen sollen. Aber die Sozialdemokraten können thun, was sie wollen, namentlich wenn sie so unangenehme Tinge an das Licht der Oeffentlichkcit bringen, dann müssen sie erst recht Strolche und Lumpe sein. Haupt und Schröder haben sich in das besondere Vettrauen der Polen und Russen einzuschleichen gewußt, sind ihnen nicht nur außerordentlich liebenswürdig ent- gegengckommcn, sondern haben sie auch zu sich zu Tisch geladen und haben einigen Unterstützung gegeben— alles aus dem preußischen Polizeisückel natürlich. Schröder hat bereits 1885 sich beklagt, daß er schon nahe 500 Fr. Unterstützung an Russen und Polen ausgegeben habe. Es iväre zu verwundern, daß Fanatiker, die früher Anarchisten waren, sich nicht gefragt haben, die Leute das Geld herkttegen; aber Schröder ttteb ja, wo natürlich zum Schein, die Schreinerei, wie Haupt ein ähnliches Geschäft hatte, und deshalb nahmen die Leute alles als Wahr- heit hin. Nun pasfitte es, daß 1884 ein Pole namens Tukatein, der, wie ebenfalls zeugeneidlich feststeht, weil er eine politische Mission, die er übernommen, nicht durchführen konnte, aus Verzweiflung sich den Tod gab, und weil er von fernen Landsleuten ungeheuer geachtet wurde, gab es ein großes Leichenbegängniß; dabei hat Haupt die Leichenrede gehalten und in den wärmsten Worten die Ver- dienste Tukateins uin die revolutionäre Propaganda gepredigt und ihn allen am Grabe Stehenden als nachahmunaswürdiges Beispiel hingestellt. Als ein Jahr darauf diesem Manne von seinen Freunden ein Denkmal gesetzt wurde, hat Haupt die Ein- weihungsrede gehalten und zur Nachahmung im Geiste desselben aufgefordert. Wahr ist nun, daß dieser Mann viele Leute der preußischen und russischen Polizei in die Hände geliefett hat. Hob ja auch Herr v. Puttkamer hervor, daß er durch seine Agenten in der Lage gewesen sei, die russische Regierung recht- zeitig auf das gegen das Winterpalais geplante Attentat auf- merksam zu machen. Dank scheint die preußische Regierung von der russischen dafür nicht gefunden zu haben, denn die russische Presse wenigstens denunzitt die preußische Polizei, daß sie agents provoorteurs anstelle, die solche Attentate planen, und daß, nach- dem sie rechtzeitig die russische Regierung untcrttcktet habe, das Attentat nickt zur Ausführung komme, l Rufe rechts: Lauter!) Ja, seien Sic nur ein bischen ruhig; ich spreche schon lange. (Ruf rechts: ja, das ist wahr, zwei Stunden schon!) Ja, wir kämpfen hier um unfern Kopf, und wenn ich vier Stunde rede, so ist es für sdas, was ich vorzubringen habe, nicht zu viel. Haupt ist wegen Ohrfeigens eines Unteroffiziers als Soldat ini Jahre 1875 flüchtig geworden. Ein solches Vergehen wird be- kanntlich nach dem Militärgcsetz mit harter Strafe geahndet. Aber Haupt ging ins Ausland, wurde Ende 1880 Spion und begab sich mit Einverständnifi des Polizeidirektors Krüger nach Genf, weil dort ein wirksames Feld seiner Thätigkcit ivar. In Genf verlangte man von ihm Legitimations papiere, die ihm seine Heimathsbehörde nicht gegeben hatte. Es galt also, um jeden Preis diese Fluchtgeschichte zum Ausaleich zu Hungen. Haupt wandte sich an sein Regiment und fragte, ob er die Sache nicht mit einer Geldstrafe abmachen könne. Darauf wurde ihm von dem Kominando des Regiments— ich habe den Brief im Original gehabt, sonst würde ich es nicht glauben— mitgcthcilt, daß, wenn er 150 M. zahle, die That ausgeglichen sei.(Hört, hört! links. Ruf: Zeigen Sie doch den Bttef vor!) Herr v. Puttkamer, die Akten in dem Prozeß werden genau so dem Gesandten in Bern mitgethcilt, wie die aus der Ehrenbergschcn Untersuchung mitgethcilt sein werden. Wissen Sie das nicht? Ich weiß das ganz genau. Fragen Sie nur einmal bei Herrn v. Bülow an, ob die Thatsache sich bestätigt. Ich wollte das nur erwähnen, um zu zeigen, was alles in Deutschland, selbst in der Kriegsveuvaltung möglich ist.— Herr v. Ebrenberg, der bekannt- lich vor ciniacn Tagen vom Berncr Bundcsrath wegen an- archistischer Umtriebe ausgewiesen ist, war mehr als blos An- archist, er war agent piovo ateur. Herr v. Ehrenberg war Hauptmann im badischen Generalstab; er hat zu Anfang der 80er Jahre, als er nicht mehr Militär war, für die süddeutsche Volkspartei agitirt, war auch Reichstagskandidat; er hat eine Broschüre über das Militärwesen geschneben, für die er damals zu drei Monaten Festung vemttheilt wurde, die er in Wesel verbüßte; 1883 kam er nach der Schweiz, wo ich ihn persönlich kennen lernte; dort näherte er sich unseren Leuten und suchte Allen, in die Redaktion des„Sozialdemokrat" Eingang. vor Damals war er das durchaus nicht, was er später geworden ist; sein Preußenhaß, den er zur Schau trug, war, glaube ich, ehr- lich gemeint; der war glühend. Aber Herr v. Ehrenberg ist doch ein etwas sehr exzentttscher Mensch—(Zuruf vom Bundesrathstisch: Verrückt!) Verrückt? Das ist ein wahres Glück für Sie, daß er verrückt geworden ist(Heiterkeit). Ich habe mir gedacht, daß er verrückt werden würde, wenigstens für verrückt erklärt werden würde. In der Schweiz ist man nicht der Meinung, daß er verrückt sei oder gewesen sei. Also 1883 wurde ich mit Herrn v. Ehrenberg bekannt, von dem man mir vorher mitgethcilt hatte, daß ich einen etwas seltsamen Hern, finden werde, der mir beweisen werde, daß die Sozial- demokratie jetzt die Revolution vorbereiten und vor allem sich endlich mit der revolutionären Kriegswissenschaft bekanntmachen müsse. Ich habe natürlich Herrn v. Ehrenberg sofort gehörig abblitzen lassen. Nach einigen Monaten hörte ich, daß er mit einem gewissen Sckopen, bei dem ich sogar, ohne zu wissen, daß er preußischer Agent ist, in Bern zwei Nächte gewohnt habe und einigen Züricher Studenten begonnen habe, ihnen revolutionäre Kttegsmiflenschaft beizubringen; dann hat er auch der ,, Arbeiter- stimme", einem schweizerstchen Arbeiterorgan, eine Reihe von Artikeln in dieser Richtung veröffentlicht, die Herrn Most der- maßen gefallen haben, daß er sie in der„Freiheit" abgedruckt bat; später hat er auch für die„Freiheit" geschrieben. Wir ,a(icn Herrn v. Ehrenberg abgeschüttelt, der preußische Gesandte in Bern, der die Akten eingesehen hat, wird diesen Absagebttef von mir gelesen haben. Herr v. Ehrenberg hat sich nachher als Spitzel angeboten und ist angenommen worden.(Zuruf: Das ist falsch!) 18-4 übergab er der französischen Regierung einen Plan zur Ueberrumpelung der Festung Wesel, welcher abgelehnt wurde. Dann erbot er sich, die deutsche So- zialdemokratie hinter dem Rücken der Feldarmee im Falle eines Krieges zu insurgiren.(Hört! bei den Sozialdemokraten.) Ick erinnere dabei an das, was Fürst Bismarck im(Jahre 1866 gegen Oesterreich gcthan hat. Ein französischer Offizier erkundigte sich, ob er denn einen solchen Einfluß unter den Sozialdemokraten habe. Das wurde entschieden bestritten. Bei der Haussuchung bei Ehrenbcrg wurden interessante Aktenstücke beschlagnahmt: Ein Plan, wie man an einem Sonntag in die Expedition des„Sozialdemokrat" ein- brechen könne; er wollte die Leute selbst instruiren. Dann ein Altstuf zur Vorbereitung einer Nevoluiton, weil bei den Sozialdemokraten in den Parlamenten doch nur die Juden das Wort haben: uns bezeichnet er als Mitarbeiter Bismarcks; dann ein anderer Aufruf mit den gröbsten Schmähungen gegen die Diese Tinge sollten bei Pariser k �fißkeit find, a> d dann weiter verbreitet werden.�■'nu?tt, daß der i ehemaligen Kollegen im CÖ#® kmeni sehr hu, n Berufssoldaten". Er hat P® es ihr nicht deutschen Fürsten. genossen gedruckt und Mann sprach von seinen nur als von„verthierten eine Adresse an die„Kölnische Zeitung" verfaßt, wonn Zfi«? zu verfol deutsche Sozialreform eintritt; aber die Sozialdeiiw Deicht wird dc sollten sich erst von ihren Führern lossagen, Wen, vielleicht deportirt die Bebel und Konsorten. Diesen Wr von der Trib hat Ehrenberg gemacht; er stimmt überein ro',''n der Lage sei Expatriirungsvorschlag der Regierungen. Dieser- �taatsanw kommt nach Deutschland zurück, wird in%«nberg einleitet, internirt und ist, wie es jetzt heißt, verrückt geworden.* S«bel wird Zi außerordentlich auffallend. Die abgedankten Offiziere Herr Bebel unter den Polizeiagcnten einen großen Platz ein. Ein F'ederhole m bayerischer Offizier Trautner war ebenfalls Agent. Das>!>|Wn Bebel, s interessant für das ganze Treiben.(Zwischenrufe rechts/:«ahch� daß di Sehr langweilig!) Ich kürze schon so viel wie mv(Un8 zur beut! Interesse meiner Lunge. Bei diesem Polizeispion Trautiiaffi� Herr v. Hacke Haussuchung halten, räth ihm aber vOü �«hstscher B« möge alles Kompromittirende bei Seite schaffen. Als daß Ben dann in Bern mit Anarchisten bekannt wurde, bot cr r».'-.'tewe der Vo Dienste an und schickt die Briefe des Polizeirath lWsßj auf Erfordern zurück, aber erst, nachdem er sie hat photog»� lassen. Das zeigt, wie dieses System der preußisch� ausarten muß. 1884 machte sich Trautncr hier im mit uns bekannt und gab an, er sei hierher gekommen,. von ihm erfundenen Revolver dem preußischen Äriegsmi« vorzulegen. Später theilte er uns mit, daß er mit Ho" und mit dem General v. Alvensleben Konferenzen g und auf deren Antrieb nach Belgien gegangen sei, um dort im Interesse des preußischen Militärs Spion machen, anderentheils, um die Anarchisten in Belgiens wachen. So brandmarken diese Männer die Beamten Dienst sie gestanden haben. Dieser Trautner hat sei' aischen Polizei seine Papiere angeboten, ebenso der f Regierung. Trautncr und Peuckert waren es, die Jahre den dekannten Neve in Brüssel gefangen ncb» durch die belgische Polizei, die, wie der Polizeiinspest�? aus Aachen dem Trautncr sagte, mit der preußisch, unter einer Decke steckte. Pcuckert, ebenfalls ein age»' oatenr, hat dann in der„Autonomie", einem von ihmv anarchistischen Blatte, in der furchtbarsten Weise die f Polizei und das Reichsgericht, das Neve zu 15 Jahl�Htzs�u Geheim niß verurthellt hat, angegriffen und beschimpft in cittf Ä"- daß, wenn er in preußische Hände fiele, er deswe'/ Tymdfnt; viele Jahre Zuchthaus bekäme, und dieser Peuckert W Worte d und Krüger den Nene selbst gefangen genommen. Es,%( mir des! mit Reuß. Dieser sitzt heute in London in den Leutra!' Herr Bebel hat die Aufgabe, für die deutsche Polizei in der ihWj hj W daß eine fügung stehenden Presse zu verbreiten, daß iftitm!teuen werd Demonstrationen auf dem Trafalgar Square und in Sr" f mun0 gegeb deutschen Anarchisten und Sozialisten eine bedeute!/'...bestehendes gespielt haben. Tix„Jndependence bclge" und„OM-'. ß??'driger ihn schon vor einigen Monaten als preußischen Spion/ � /'(ort marlt, der durch Denunziationen an die englische> J, den politischen Flüchtlingen auch das Asylrecht in Eng'! gß- v. Ka, möglich zu machen hat. Gehen Sie heute nach dO � O m Ader dies js Demokraten 3 th einige derung. den Zusä ldesrath m «ch auch esetzlichen lngsrccht, �gewendet i 6.% % objektiv( sich über. bix wie oorr vre Stimmung in den BeHorden und in' wie der ist. In der Schweiz wundert man sich im höchsten � fo'/• ssetn nad bänfia Vemirmtlti- nnti Pen filnliii'ilipnmton hnfnrfit Ivcl'M. fiensotz 1% H, Sozial!) häufig Verwandte von den Polizeibcamten besucht es schneit oder regnet, und wie sie die schweizer« feinen Diners einladen, wie das Geld in Strömen die schweizer Beamten starr sind über die Summen,.,, preußische Polizei für solche Zwecke ausgiebt. In Zus� es die Spatzen von den Dächern, daß der fruhj kommissar, der Vorgänger des Stadthauptmanns preußischen Polizcidiensten gestanden hat. Es«st daß von preußischen Beamten in der Schwei» Vers worden find, schweizerische Beamte gegen ihr Bat' Hetzen. Wenn es so fortgeht, müssen aus solch: nothwendig internationale Verwickelungen der schi entstehen und Deutschland sich vor der ganzen zivil blamiren. Dem gegenüber ist es an der Zeit, dok Dingen der preußische Landtag sich seiner Pflicht 0/ was er gegenüber der Verwaltung des Wclfenfont- Stellung einnehmen will. Die Art der Verng kolossalen Summen, mittelst deren die politische® allen Ländern der Welt ausgeübt wird, muß, ich 0" zu politischen Verwickelungen und zur Mlßstimw Deutschland führen. Wenn Sie nach alledem nock. nacht tu �weilen. lang die cmo Pehmen k % ""iien M«-5 sein Ä« elÄ£ fl0 m ja W »te emen i Huttkai r nicht das Sozialistengesetz anzunehmen, und auch die Verl so thun sie es. Ich bin aber fest überzeugt, daß e. die Zeit kommen wird, wo sie es bitter bereuen wen fluchwürdigsten aller Gesetze ihre Zustimmung gcgebe» (Beifall bei den Sozialdemokraten.). Nach dieser dreistündigen Rede nimmt das Wef Minister v. puttkamer: Ich weiß nicht, ob bei der Rede, die wir eben gehört haben, ergangen>r ich laborire unter einem gewissen Gefühl der Erinüd' tonlose Erzählung von Thatsacheu, die angeblich..H» n"""/n tu sollen, die geeignet seien, das Ansehen der preußllWhr.Mf srt, rung herabzuwürdigen, kann man vielleicht eine haWknten iff 8! anhören, aber wenn drei Stunden hintereinander„hinoeA.rr? nic ganz einseitige Behauptungen aufgestellt wff.%cru_'— doch von Beweisen gar keine Rede/ ne TtemL vis, dann wird man wirklich etwas abgcstu0>~«fl nich habe gesagt, daß das Urthell über die beiden.''e dies i"ei,, 3 si Singer angegriffenen Beamten— es find eben ke»"' Sozchtjssotdch sondern regelmäßig angestellte, penstonsfähige um" ahlen.-d?,ltai Beamte— sich wohl erst definitiv feststellen lassen, 0� Riqm yg f.Geg theil des Landgerichts zu Posen über den Sozialisten/ e illong�Älen i erst heute zum Abschluß gekommen ist, feststeht. oflOer Austü t inreremri, eine wtruicy zrappanre, uno tcy gm»".;■ auf x/. Ar theilung macht, die wohl nicht ohne Eindruck auf D& � sie Rä.m" Va: wird. Es geht mir folgendes Telegramm*":-M' I1 o un wiro. Es gern mir MgenveS Telegramm zu:"«et-& tationen im Sozialistenprozeß haben begonnen. ss Arivät,,«�- daß die Zeugen Jhrtna-Mahlow und Naporra,,.ihren bung durch sonstige Beweisaufnahme bestätigt ss' f ß iiuiuneii uu oujiuunnimuzeK nuuen oegonnen.- z;• Privnt,.Lt, fämmtlicher Angeklagten wahrscheinlich. Vorsitzende> t �'"«rtw daß die Zeugen Jhring-Äahlow und Naporra� � "i über" die angeblichen agents provo ateurs � j ben fick in der Schwei, in unserem Dienste berste., o�Mrecher glaubwürdig sind. Nichts rechtfertige die Annah0'/z Zeugen als agents provooateurs aufgetreten seien-., /ttieu?m„,A0o das genügt! Was dann die Ausführungen des- bu den ersten Herrn Staatsanwalt heute telegraphirt,% JMtnrtk%?or! mir noch heute das Resultat dieses Urtheils rnttzu»'', äe iL ti~'ateric solches Telegramm habe ich von ihm allerdings nocb., Man», nu aber von dem Herrn Polizeipräsidenten in Posen, H.« auflU(5i® Mis diejenige Thatsache, die mich hier am meisten und ati®»en iL'?* wor intcresfirt, eine wirklich frappante, und ich glauH• yn auf hoPcnjaIi usfü u UN e sich in der Schweiz in unserem Dienste, L ZivilisnN?� bin ich selbstverständlich außer Stande, seine Ai!% JSinner aF.?,. mit» an frrnfrnltivn ptnS nwff ieh mcht f-Ußtl wie zu kontroliren. Ader eins will ich nicht uneOTügj�atrat '' gutenMauben. einen üderW �stis�M St druck auf das Haus hervorzubringen, hervorgehoben h0'.�o ,atu*._ Wenn er hier mit dem; von absolut kein Wort wahr. Gesichtskreis der preußischen und als Angeklagter aekomnien und nicht übrigens Herrn Bebel zurief, der Dia diesen Ausdruck nur mit der Einschränkung Herr in hohem Grade exzenttisch[ei, daß er unzurt sei, ist mir nicht bekannt geworden. Herr Bebel fonders frappant, daß der Mann sich jetzt iss' unangefochten aufhalte, und daß nichts gegen% hat einen sehr guten Grund. Die schweizer f" das Anerbieten, die verdächtigen Papiere, aus etwa eine Berurtheilung des Ehrenberg wege» gegen Deutschland erfolgen könne und die 1* ßenbf du wisset Ehrenberg, der früher allerdings deutscher Ofssi�.'|L�4auWpt% agents provo ateurs-Diensten für uns hergegeben"| J�nfteu .............................. iWS'l SW
:t Pariser f ,��lt find, auszuliefem, an die ausdrückliche Bedingung l werden-'?ft, daß der Herr hier nicht strafrechtlich verfolgt werde, r im CMß'L""ein sehr humanen Grunde, weil die Schweiz annimmt, Er hat p° es ihr nicht anstehe, die Mittel zu liefern, ein Ver- aßt, wom-«en m verfolgen, welches im Auslande begangen fei. SozialdeWNMncht wird das Auswärtige Amt auf diese Bedingung lossagen, t�Nhen, vielleicht auch nicht. Nach dem Material aber, das Diesen � � von der Tribüne vorgetragen ist, werde ich jetzt wahrschcin- iberein nnl. L" Soge sein, dahin zu wirken, daß die �großherzoglich Dresel% w Staatsanwaltschaft die Untersuchung gegen oerrn von ) m"4;!jnict8 einleitet, um ihn zur Verurtheilung zu bringen, und geworden. � D iebel wird Zeuge sein.(Heiterkeit.) Die Beschuldigungen, Offizrere w � � Bebel erhoben hat, lasten mich völlig gleichgiltig. ein. Ein w i wiederhole nur; es ist Wort für Wort— ich rede nicht gent. Das i-ettn Bebel, sondern nur von seinen Quellen— erfundene rufe rech».' Mhest, daß dieser Ehrenberg einmal in irgend einer Be- -l wie«Gl ng zur deutschen Regierung gestanden hat.(Beifall pion Trauti» ""f"'r 1 Bevollmächtigter Held: Ich will nicht an- i/' daß Herr Bebel seine Mitthcilungen über die Genests . oiive der Vorlage nicht in gutem Glauben vorgetragen . dies ist wieder ein Fall, der zeigt, daß die Herren �«wemokrate» Behauptungen aufstellen, für die sie uns die huldig bleiben. Die Motive der ursprünglich dem 'ath überwiesenen Vorlage haben infolge der Beschlüsse des «fch einige Erweiterungen erfahren müssen, aber nirgends I-�denrng. Die Motive find im Wesentlichen, abge- den Zusätzen, die ste erhalten haben, dieselben, wie fie desrath vorgelegen haben. Alle übrigen Geschichtchen, Bebel erzählt hat, sind reine Erfindung. Von dem in St. Gallen habe ich überhaupt nicht gesprochen SJarlich auch nicht von der Vorbereitung zum Hochverrath. � gesetzlichen Bestimmungen, betreffend das Vereins- und mgsrccht, in Sachsen in unrichtiger und parteiischer Mewendet werden, ist durchaus unzutreffend. Der säch- j-�rr Justizminister steht der Frage, ob die Lohn- '» Q'S Vereine zu betrachten seien oder nicht, sehr h� d objektiv gegenüber, und wenn behauptet worden ist, preuBW'; jBinne M über eine gerichtliche Entscheidung im bejahenden ein ageI1'J ititf.,?,le Hände gerieben, so erwarte ich dafür den Beweis. a von ihwlM �iMucksi� Ich entnehme aber aus dieser Behauptung, W> row en. Als e, bot et' irath Stujt1 ; hat photi preußiMg; liier im � ekommen, r.. n Kriegsn» :r mit HeiA renzen gcK ,en sei, rs Spio> n Belgien Beamte! c hat sc' so der I s, vre i"1 gen netz izeiinfpell® preußiM, Jinfs.) Weise die Ä Sozialdemokratie die Regierungen mit einer wohl- 15 Jahre» �Men Geheimpolizei verfolgt, aber mcht mit einer sehr zu- ipft in cüN..«en er deswgn,...„"dent: Ich habe wegen einer momentanen Störung uckert hat'". Worte des Abg. Bebel nicht genau verstehen können. m>en. Eee 0« mir deshalb das Stenogramm seiner Rede kommen in Central� Bebel hat am Schluß gesagt: Ich bin aber fest n der ihw s o: z?.' � eines Tages die Zeit kommen wird, wo Sie es '---- Gesetze Ihre und in gegeben zu haben. Der Ausdruck„fluchwürdig", bedemte? � gestehendes Gesetz angewendet, muß von mir als ein und d& bezeichnet werden. Ich mfe deshalb den nachträglich deswegen zur Ordnung.(Beifall englffme."'j oj, cht in ß"- s knl', v' Kardorsf: Noch nie hat ein Mitglied-drei nach.der• lang die Tribüne gemißbraucht, um das Haus so zu und w Q.-fi, rate der Abg. Bebel.(Sehr wahr! rechts.) Sonst höchsten® Jb flrm nach ihm, weil ich ihn ganz ernsthaft nehme, besucht' ften Wah zu.Herrn Singer, den ich nicht als einen ernst- bweizer M �------------"'------- � Strömen M -ummen,. • In Zur »er stübÄ bweizer � � Sozialdemokraten ansehen kann. Ich denke zwar nicht i solch. 3er sch SÄ Pflicht W? clfcnfonts r VeriM litische«g |, ich mi'1 Jiißstimf >em noA., die Verl!' t. daß(> cuen well tg gcgebe» das Wort nicht, ob cgangen>' ir Ermud ageblich> :r preußh' ! eine ha lander 0' teilt we' Vorwürfe, die ihm bei der Berliner Mäntelnäherinnen- ei», fiemacht wurden und die ich, obwohl Herr Singer u; lehr ungenügende Erklärung abgegeben hat, nicht für .i'�tigt halte, weil er sonst nicht diese Stellung in seiner Ullgj pj ijVUiV; IWit VV I Vits* 1 1 Villi VlVsV WlVllUU� UV|VUVVl- !fini;l n,«11 ernw, vi—"»>>'>»"■ v»" Singer als Sozialdemo- porra, M ihten WJmaft genug.(Heiterkeit.) Die Anarchisten sind estätigt n?%(«„ Ds�en hervorgegangen; Most ist Ihr Vertreter hier im AnnaW s»ch ,,'t ÄPesen..Herr Bebel hat versucht, jenen Massenmord- n seien...«meti politisches Vergehen hinzustellen, also den >cn des-'tienbfji �rch Dynamit, der nur die Stadt und die b!Üf dL i>. ousplundern wollte. Sie haben natürlich Mitleid rs'-T«cn VprKv Vl wollte, cie yaven e be' h,, Zj�wrechern weil sie das Produkt ei ne Ai#U �inJÄx�-(Rbg. Singer nickt mit vem atuuiev ht uner� Äsllt das. In der französischen Revolution haben St. Juste und andere sich auch nur durch eine )CI -W einer ganz korrum- mit dem Kopfe.) nach Tau- können. Das- idealen Ge- -.AM " frisch J:,-, Doch! Sehr richtig!) Herr Bebel will parla- '„.ff ßj wenn das Parlament mehr Macht hätte. ' l ,I tV von if würde nicht zu seiner sonstigen Strategie passen. ivegen � oen Sozialdemokraten beantragte Arbciterschutzgcsetz wäre der Tod der deutschen Industrie und deren Ueberlieferung an das Ausland gewesen. Wenn mit dem Sozialistengesetz in zehn Jahren sich Mißstände gezeigt haben, ist die Verschärfung ganz in der Ordnung. Jetzt ist z. B. die Verbreitung des „Sozialdemokrat" in jedem Lokale möglich, indem es ein Un- bekannter einfach liegen läßt, ohne daß der Wirth zur Verant- wortung gezogen werden kann. Diese Lücke des Gesetzes muß ausgefüllt werden. Die Nothwendigkeit der Erhöhung der Sttafc für gewerbsmäßige Agitation muß gleichfalls geprüft werden. Das bisherige Strafmaß dafür ist sehr mäßig. Mit dem Prinzip der Verschärfung sind wir einverstanden, anders stehen wir aber zu dem Gedanken der Expatriimng. Schon bei Erlaß des Erpatriirungsgesetzes für die Jesuiten waren ein Theil meiner Freunde, wie die Herren v. Friedenthal und der jetzige Botschafter in Paris, Graf Münster, der Meinung, daß des Bürgerrechts niemand verlustig gehen kann, außer durch seinen Willen.(Hört, hört! links.) Und ein anderer Theil meiner Freunde stimmte aus anderen Gründen für das Jesuitengcsetz. Das System der jetzigen Ausweisung aus den Bezirken des kleinen Belagerungs- Zustandes hat Uebelstände zur Folge gehabt und macht eine Verschärfung wünschenswetth. Alle meine Freunde sind nicht grundsätzlich gegen die Expatriimng, glauben aber, daß dieses Mittel in höherem Maße dasselbe zur Folge haben wird, wie die jetzige Ausweisung, nämlich daß die Ausgewiesenen zu Mär- tyrern gemacht werden. Wenn wir die Ausgewiesenen nach der Schweiz, Frankreich, Belgien, Holland und Dänemark treiben, so find sie an den deutschen Grenzen nicht weniger gefährlich, als unter uns. Im Gegentheil ist hier eine bessere Ueberwachung möglich. Wir würden im Auslande nur eine Akademie von Sozialdemokraten bekommen, die unter der jüngeren Generation üble Lehren verbreiten würde. Deshalb würde ich mit dem Reichskanzler lieber hier im Hause eine größere Anzahl von Sozialdemokraten sehen. Und wenn wir von den fremden Regierungen verlangen würden, sie sollten die wilden Elemente nicht aufnehmen, so würde man uns antworten: Expatriirt ste doch nicht!(Abgeordneter Dr. Windthorst: Sehr richtig!) Die Mehrzahl meiner Freunde kann sich deshalb nicht be- freunden mit dem Gedanken der Expatriimng und hofft durch andere Mittel das Ziel zu erreichen. Das Schicksal der Vor- läge ist ja nach der Stellung der Nationalliberalen voraus- zusehen. Ich würde aber eine Verlängerung auf fünf Jahre für eine Verbessemna halten. In irgend einer Weise muß die Maßregel gegen die Sozialdemokratie zu einer dauernden gemacht werden.(Sehr richtig! rechts.) Der Zustand, daß für alle 2 Jahre dieses Gesetz berathen wird, ist nicht aufrecht zu erhalten. Für eine Ueberfühmng der Be- stimmung auf das gemeine Recht wird eine Majorität kaum zu gewinnen sein, weil alle Parteien von der bürgerlichen Freiheit nichts einbüßen wollen. Es würde also nur übrig bleiben, ein Spezialgesetz zum Strafgesetzbuch zu machen. Es handelt sich aber hierbei nicht nur um die Frage der Fortdauer des Gesetzes, sondern auch um Sie, wie weit die Kompetenz des Vcrwaltungs- gerichtshofes, der jetzt über die Beschwerde auf Gmnd des Ge- setzes zu entscheiden hat, fortbestehen soll oder die Gerichte ein- zugreifen haben. Das ist die schwierigste Frage; eine Lösung derselben sind wir uns aber schuldig. Wir Deutschen haben einen unermeßlich reichen Schatz von Gottesfurcht, Achtung vor dem Gesetz, Liebe zum Vaterlande, Treue gegen Kaiser und Reich, und diesen Schatz zu hüten ist die Aufgabe der ver- bündeten Regiemngen und des Reichstags mit.(Beifall rechts.) Diesen Schatz zu untergraben ist die Absicht und die Taktik der Leute, die sich im Gegensatz zu den Anarchisten als Sozialisten bezeichnen. Sie' wollen jedes Gcfühlgvon Pietät für Alles, was uns heilig und ehrwürdig ist, aus dem Herzen der Masse ent- fernen(sehr richtig! rechts), und mit wahrhaft fanatischer Ge- schicklichkeit versteht es die Presse, dem Volke den Glauben an eine göttliche Weltordnung und die Achtung vor der sitt- licken Gesellschaftsordnung lächerlich zu machen. Wenn diese Agitation durch Einschmuggeln des„Sozialdemokrat" fortgeht, dann zeigt sich nur die Bestie und die Brutalität der Menschen, die zum Umsturz führt. Dagegen kämpfen wir durch die Ar- beiterschutzgesetze(Lachen links) und die Stärkung der wirth- schaftlichen Beziehungen der Nation und die strengen Strafen des Sozialistengesetzes. Ich verweise wieder auf die Ausfüh- miigen des Abg. Bambcrgcr in seiner Rede vom 12. Ottober 1878. Demgegenüber ist seine jetzige Ablehnung interessant, die nur dadurch begründet ist, daß die Regierung ihm mit ihrer sozialen Gesetzgebung zu weit geht. Herr Bamberger beschwert sich, daß Herr v. Puttkamer das Gegentheil seiner Aeußemngen wiedergegeben hat, er selbst hat es aber noch schlimmer gemacht, denn er hat meinem Freunde Gehlert eine Vertheidigung des ehernen Lohnaesetzes, wie Lassalle und Marx es aufgestellt haben, untergeschoben. Wir haben eine ganz andere Auffassung davon. Ich erkläre mich für die Uebcrweisuim der Vorlage an eine Kommission von 23 Mitgliedern und hoffe, daß die Kom- Mission sich die Verantwortung vor Augen halten wird, jenen Schatz zu wahren, an dem gerüttelt wird.(Beifall rechts.) Abg. Mindthorst: Als das Gesetz 1878 erlassen werden sollte, haben meine Freunde auf das Entschiedenste dagegen gesprochen und auch dagegen gestimmt und alles das vorher- gesagt, was jetzt zu Tage getreten ist. Wir sind auch heute der Meinung, daß das Gesetz kein Heil, sondern nur Ilnalück gebracht hat. Herr v. Puttkamer spricht von den guten Wir- kungen des Gesetzes, da es doch hie und da Ruhe geschaffen habe. Diese von der Verwaltung geschaffene äußere Ruhe ist sehr trügerisch, denn unter ihr brennt der Krater weiter, der zum Ausbruch kommen kann, wenn er nicht schon zum Aus- brück) gekommen ist. Daß das Gesetz das Gegentheil von dem erreicht hat, was es bezweckte, geht hervor aus dem rapiden Anwachsen der Sozialdemokratie; nicht allein bei den Wahlen, es folgt aber vor allem aus der Vorlage des Gesetzes und der ihm hier vom Bundesrathstische gegebenen Begründung. Die Ideen, welche die Sozialdemokratie erzeugt haben, werden auch durch das verschärfte Gesetz nicht beseitigt werden. Sie wollen die Hydra dadurch beseitigen, daß Sie bald hier, bald da einen Kopf abschlagen; es ist bis jetzt für jeden abgeschlagenen Kopf eine ganze Reihe anderer erwachsen. Die Wirkungs- losigkeit des Gesetzes zeigt sich auch darin, daß unter ihm die sozialdemokratischen Bestrebungen ins Ausland verbreitet worden sind. Natürlicherweise mußten die Ausweisungen dahin wirken, daß die Ausgewiesen in Gegenden kamen, wo sie Freiheit der Bewegung hatten, und schließlich gingen die Agitatoren freiwillig ins Ausland, wo wir fie zu beobachten und im Zaum zu halten gar nicht im Stande sind. Ueberdies hat das Gesetz bewirkt, daß sich die sozialdemokratischen Agitationen in die dunklen Winkel, in die Höhlen zurückziehen müßten, und wir waren infolge dessen gezwungen, sie in diese Schlupfwinkel, in die wir selbst sie getrieben haben, zu ver- folgen, und daher das ganze Kapitel von der Geheimpolizei. So lange wir sie auf dem Boden des gemeinen Rechts verfolgen konnten, haben wir sie auch fassen können; jetzt sehen wir, daß die geheime Polizei nicht wirksam gegen diese Herren ist, weder im Inlands, noch im Auslande, und gleichzeitig haben wir damit eine geheime Polizei gezüchtet, von der der Herr Held soeben nur gesagt bat, daß sie nicht ganz zuverlässig sei.(Heiterkeit.) Ich bin weit entfernt, alle hier aus- gestellten Behauptungen ohne_ weiteres zu glauben, halte vielmehr bessere Beweise für nöthig; so hat Bebel nicht nachgewiesen, daß das, was er als Provokation von Polizeiorganen hinstellt, irgendwie von der Regie- rung oder ihren Organen veranlaßt ist. Aber immerhin ist es mit der Natur der geheimen Polizei verbunden, daß sie ganz leicht in solche Lätzen kommt, und die Theorie des Herrn Ministers von der geheimen Polizei hat mir nicht ganz gefallen. Wenn er selbst zugiebt, daß Leute, die nicht Gentlemen sind, uns) die er noch derber charakteristrt hat, von ihm gebraucht werden, dann bedauere ich das; das Mittel kann der Zweck niemals heiligen.(Große Heiterkeit rechts.) Es freut mich, daß die Aeußerung bei Ihnen(nach rechts) so viel Heiterkeit erregt. Sie sind einfach deshalb heiter, weil Sie sich auf dem Boden befinden, auf welchen Sie andere stellen wollen. Es ist über- Haupt jetzt Sitte im Hause geworden, wenn ernste Wahrheiten ausgesprochen werden, mit Gelächter zu antworten. Das ist namentlich bei so ernsteil Dingen, wie sie uns hier beschäftigen, nicht richtig und zulässig; es könnte einmal ein böses Erwachen auf das Gelächter folgen. Diese dreitägige Debatte hat auf mich einen tiefcrgreifenden Eindruck gemacht, weil ick sehe, vor welchen Abgründen wir stehen, und daß man die Sozialdemo- kraten mit Mitteln niederkämpfen zu können glaubt, die nie ausreichen werden. Sie haben nichts, als die physische Gewalt, und dämm werden fie auch nichts ausrichten. Die Sozialdemokratie will allerdings auch mit den Waffen des Gesetzes bekämpft werden, vor allem aber ist nöthig, daß man sie mit ethischen Mitteln bekämpfe, aber das haben' Sie nicht gethan. Sie haben sogar die Mittel, die schon da waren, niedergedrückt und niedergehalten. Aus den Hauptstädten haben Sie die Leute durch die Ausweisungen über das ganze Land gehetzt und da ist die Verfü hrung weiter gegangen; Sie haben sie liH Ausland getrieben und da find neue Anknüpfungen ent- standen, die uns jetzt sehr mißfallen. Mit den Verschärfungs» vorschlügen würden gewiß noch manche böse Früchte gezeitigt werden. Wir haben es Ihnen vorausgesagt, Sie haben es nicht glauben wollen. Mir wird Herr v. Kardorff nicht wie Herrn Reichcnsperger Inkonsequenz vorwerfen. Sie hätten doch ge- witzigt sein sollen, weil Sie ähnliche Maßregeln gegen uns ver- sucht und damit eine klägliche Niederlage erlitten haben.(Sehr wahr! links und im Zentrum.) Gerechtigkeit sollen wir üben, und Gerechtigkeit ist in diesen Dingen nicht. Ich will die Sozialdemokratie bekämpfen auf Leben und Tod mit jedem ge- setzlichen Mittel, sie ist eine wahre Pest(Zuruf links: Nanu! Große Heiterkeit); aber mit gerechten Mitteln. Wie sollen wir nun in Zukunft verfahren? Da freue ich mich, in dieser Frage mit den Herren Nationalliberalen, die ja sonst meine Freunde leider nicht sind(Heiterkeit), ein stark Stück zusammengehen zu können. Sie haben uns dar- gelegt, daß sie die Verschärfungen ablehnen, aber auf zwei wei- tere Jahre es zu dem Zwecke bestehen lassen wollen, damit die Zeit benutzt werde, eine andere Gestaltung der Sache herbeizu« führen. Ich hätte gewünscht, Herr Marquardsen hätte seine Reformgedanken gleich klargelegt, das hat er aber vermieden. Ich muß auch hier, wie im allgemeinen von den National- liberalen sagen: Die Grundsätze vottrefflich, auch die Konklu- stonen nicht schlecht, aber die Exekutive recht mangelhaft!(Große Heiterkeit.) Ich habe meinerseits wiederholt Abänderungen vor- geschlagen, um die Rückkehr zum gemeinen Recht anzubahnen; der wichtigste meiner Vorschläge war der, daß die Ausweisung aufzuhören hätte. Für meine Person wäre ich sogar geneigt, die anderen Anträge fallen zu lassen und mich auf diesen zu konzentriren, der zu deutsch heißt: Wenn Ihr in Berlin mit Eueren Sozialdemokraten nicht fettig werden könnt, so verschont uns damit in Hannover, Magdeburg u. s. w. und behaltet sie gefälligst in Berlin!(Heiterkeit.) Wenn wir diesen Paragraphen aufheben, dann könnte ich mich entschließen, für die Fortdauer des Gesetzes auf einige Zeit zu stimmen; dann hätte die Regie- rung alle Gelegenheit, sich einzuttchten. Da eine Kommission be- antragt ist, so werde ich meine Anträge dort wieder einbringen lassen, und auch, wenn ste dort abgelehnt werden, hier im Plenum, denn ich bin in der Verfolgung meiner Ziele sehr zäh. Ich thue das, um zu zeigen, wie wir geneigt sind, einen gegen unseren Willen geschaffenen Zustand allmälig wieder in die richtige Bahn zu bringen, und um das Land wissen zu lassen, daß wir mit anderen Mitteln die Bekämpfung führen wollen. Wahrscheinlich ist der Minister von der absoluten Zweckmäßigkeit seiner Vorschläge überzeugt. Aber ich könnte mir denken, daß von dem nach meiner Ansicht übel unterrichteten Minister der Appell an den besser zu unterttchtenden nicht ohne Erfolg wäre. Werden unsere Anträge nicht angenommen, in denen wir einig sind, so werden meine Freunde insgesammt die fünf Jahre ablehnen; ein Theil davon wird aber allerdintzs für 2 Jahre stimmen, ein ander-r sofort die Aufhebung verlangen. Es ist recht glücklich, daß jetzt schon die Sache zur Verhandlung kommt, weil, wenn der Be- schluß gefaßt ist, die Regierung volle Zeit hat, etwas Anderes vorzuschlagen, wenn ste es für nothwendig befindet. Was die Expatriimng angeht, so freue ich mich, daß die Reichspartei dafür Nicht stimmen wird. Diese Maßregel ist im ganzen Hause nur den Konservativen plausibel gewesen, und damit eigentlich ihr Schicksal besiegelt. Ich empfehle allen Herren, nachzulesen und zu beherzigen, was der berühmte Jurist Prof. v. Bar in Göttinaen in der„Station" darüber ausgefühtt hat. Der Herr aus Sachsen hält die Strafe für eine sehr milde, sie lassen ja den Verbannten die Freiheit in der ganzen Welt. Aus dem Vaterlande ohne Gericht verbannt in der Welt hemmzuirren, das ist also nach der Ansicht des General- staatsanwalts Freiheit. Geradezu kurios ist es, daß unter Um- ständen Repattiirung soll eintreten können. Darnach würden wir ja schnell in die Lage kommen, die sämmtlichen Äusgewiese- nen bald wieder bei uns zu haben. Ich werde nun aber doch zusehen, ob die Herren die Konsequenz ziehen werden, die Ex- patriirung für die Geistlichen nun endlich aufzuheben. Glücklich bin ich, daß man endlich zur Erkenntniß kommt, und auch die Herren von der Regierung werden nun wohl einsehen, welch' ein böses Präzedcnz sie sich durch dieses Gesetz geschaffen haben. Im Volksschulunterricht muß die Religion wieder die Haupt- fache werden! Femer ist es hohe Zeit, die Schutzgesetzgebung für die Arbeiter zu sanktioniren, die sehr nützlich ist und auch von den Arbeitern selbst gewünscht wird. Diese Dinge allein genügen aber noch nicht. Diejenigen meiner Genossen, welche der Regiemng eine letzte Frist bewillitzen wollen, thun das, damit die Regierung sie benutze, um die irnche in eine andere Lage zu leiten. Ich gehe noch weiter und hebe das Gesetz sofort auf und überlasse die Verantwortung der Regierung.(Beifall im Zentmm.) Damit schließt die Diskusston. Es folgt eine lange Reibe persönlicher Bemerkungen. Abg. Dr. Götz: Der Abg. Bebel hat auch mich in seiner Rede erwähnt. Ich soll früher als rother Demokrat im Reichs- tage gesessen haben. Thut mir leid, roth bin ich in der Be- ziehung nicht gewesen. Ich habe die Ereignisse von 1866 als ein Unglück betrachtet und war damals allerdings großdeutscher Demokrat und in letzter Beziehung bin ich auch jetzt noch nicht ganz sicher(Heiterkeit), aber roth bin ich nie gewesen. Ich könnte es freilich jetzt noch manchmal werden, wenn ich daran denke, daß ich früher mit Herm Bebel in näheren Beziehungen gestanden habe. Seit 45 Jahren kann ich politisch denken. Meine Rückkehr in treue nationale Kreise hat sich durch den Ktteg von 1870 und durch die Gründung des neuen Deutschen Reiches vollzogen, und auch durch das geradezu vaterlandsverräthc- ttsche Treiben der Volkspartei während dieses Krieges, lieber meine Gesinnung- und meinen Gesinnungswechsel mir Vorwürfe zu machen, hat Niemand das Recht, der nicht nachweist, daß ich mich dabei unlauterer Mittel bedient habe. Herr Bebel war als Drechslergesclle 1863 der zahmste, nicht einmal konstitutionelle Jüngling, der damals den Professor Biedermann wegen seines Radikalismus bekämpfte.(Zwischenruf des Abg. Bebel.) Er hat mir vorgewotten, daß ich meine Ansicht geändett habe! Ich bin bei der Aenderung meiner Ansicht aufwätts gestiegen, er ist in den allgemeinen politischen Sumpf heruntergerutscht.(Große 5)e>terkelt.) Er hat dann davon gesprochen, daß er event. durch ein öffentliches Urtheil meinen Gesinnunaswechsel und dessen unlautere Grunde nachweisen könnte. Er hat mir schließlich zugerufen:„Bezahlen habe ich mich für den Wechsel meiner Uebeizeugung mcht lassen." Das ist ja kein direkter Vorwurf für wich, aber wenn man die Verhältnisse kennt, weiß man was das für cm Vorwurf sein soll. Er erwähnte da einen gewissen Prozeß.und da müssen Sie mir schon einmal ge-
statten, daß ich Ihnen ganz kurz die Geschichte erzähle. Es war an einem Bußtage, es sollte eine freifinnige Versammlung stattfinden, die aber wegen des Bußtages nicht stattfinden konnte. Ich als vielbeschäftigter Arzt kam später in dasselbe Lokal und fand noch einige meiner früheren Gesinnungsgenossen vor. Meine schwache Seite ist, manchmal ein Glas Bier zu trinken(schallendes Gelächter); wir kamen also in ein Gespräch, da wollten mich die Herren ein bischen kitzeln(erneutes Geläch- ter) und hielten mir halb Vorwurfs-, halb scherzweise vor, daß ich nicht mehr mit ihnen marschire. Ich habe ihnen geant- wortet, daß ich mich, seit ich nicht mehr eine oppositionelle Gc- finnung bethätige, viel wohler befinde. Das hat Herr Kieger, später durchgefallener Kandidat der Deutschfrei- fiunigen, in einer Versammlung vorgebracht in dem Sinne, als ob ich für meinen Gefinnungswechsel bezahlt worden sei. Ich wollte mir dummer Weise(Heiterkeit)— ich klage nie wieder Jemanden an(erneute Heiterkeit)— die Sache nicht ge- fallen lassen und klagte. Da sagten drei Zeugen aus, daß ich so gesprochen hätte, als hätte es sich um die Verbesserung meines materiellen Wohlhefindens infolge meines Gesinnungswechsels gehandelt. Meine Klage gegen Krieger wurde abgewiesen(Ruf links: Aha!), und das ist die ganze Geschichte.(Stürmische Heiterkeit.) Ich bin damals hereingefallen(Gelächter), aber ich bin heute noch voll treuen nationalen Sinnes, wie vor 45 Jahren. Präsident v. Wedell bemerkt, daß er in den bezüglichen Worten Bebels einen Vorwurf gegen den Abg. Götz nicht habe finden können. Abg. Singer: Ich bestreite dem Abg. von Kardorff das Recht zu einer Kritik meiner Parteistellung, und ich meine, Ausführungen in dieser Weise sind unter Ehrenmännern— und Ehrenmänner sind wir ja alle— nicht üblich. Präsident v. Medell ruft den Abgeordneten Singer wegen des in dieser Aeußerung enthaltenen schweren Vonvurfs zur Ordnung. Die Vorlage geht hierauf an eine Kommisston von 23 Mitgliedern. Es folgt die Berathung der Darlegungen über die Ausführung des Soziali st engesetzes(Verhängung des kleinen Belagerungszustandes über Berlin, Frankfurt a. M., Leipzig und Hamburg). Abg. Frohme verweist darauf, daß die Gewaltthätigkeiten, welche Veranlassung gegeben haben, den kleinen Bclagerungszu- stand über Frankfurt a. M. zu verhängen, nicht von Sozial- demokratcn, sondern von der Polizei ausgegangen seien; die Frankfurter Friedhofsaffäre habe zur Verurtheilung der Polizisten geführt, die nachher begnadigt worden find. Darüber war man in Frankfurt geradezu empört. Ein geradezu räuberischer Ueber- fall seitens der Polizei hat den Anlaß zu der Friedhofsaffäre gegeben.(Präsident von Wedell bittet den Redner, sich zu mäßigen.) Redner entschuldigt sich dannt, daß er selbst gesehen habe, wie die Schutzleute mit wahrer Wollust auf die wehr- losen, fliehenden Frauen und Kinder eingehauen haben. Es kommt der Regiemng nur darauf an, jede sclbstständige Ar- beiterbewegung unmöglich zu machen, deshalb werden alle Vereine der Arbeiter unterdruckt. Der Reichskanzler sagte vor zehn Jahren, daß es nicht darauf ankomme, alle Bestrebungen der Sozialdemokratie zu unterdrücken; die berechtigten Be- strebungen sollten gefördert werden. Dazu gehörten die Ge- werkschasten vornehmlich. Man hat sie und andere Vereine zur Zielscheibe polizeilicher Maßregeln genommen, weil bekannte Sozialdemokraten in ihnen saßen; man beschuldigt diese Ver- einigungungen, daß sie lediglich der sozialdemokratischen Propa- ganda dienten. Man spricht freilich jetzt von sozial- revolutionärer Propaganda, obgleich die Sozialdemokratie früher ebenso revolutionär war, wie jetzt; sie hat ihre Taktik nicht ge- ändert. Nur das Sozialistengesetz hat, den Anarchismus zu Stande gebracht und wird immer Nähroat« desselben bleiben. (Lachen rechts.) Die Ausnahmemaßrcgeln haben nur den Zweck, der Regierung das Vorgehen gegen die Arbcitervercini- gungen zu erleichtern. Des weiteren will ich auf die Denk- schritten nicht eingehen. Hoffen wir, daß die Regierung bald nicht mehr in der Lage sein wird, solche Denkschriften zu er- lassen, daß man auch vom Sozialistengesetz sagen wird: es ist gewesen! Der Präsident konstatirt, daß durch die Vorlegung der Denkschriften den Vorschriften des Gesetzes entsprochen ist. Schluß 4s, Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr. (Wahl eines Schriftführers an Stelle des Abg. Grafen Schön- dorn; 2. Berathung des Gesetzentwurfes, betr. Unterstützung der zum Dienst eingezogenen Mannschaften; Etat.) Abgeordnrtenha««. 9. Sitzung vom 30. Januar, 11 llh_r. Vor leeren Bänken wurde die Berathung des Etats ,fort- gesetzt. Bei dem Etat der Domänen entspann sich eine lebhafte Debatte über die Ertäge der Domänen und die Frage, ob und wie aus denselben ein Rückschluß auf die Lage der Landwirth- schast zu ziehen sei. An der Diskussion betheiligten sich die Abgeordneten Rickert, v. Rauchhaupt, Graf Limdurg-Stimm, Frhr. v. Erffa und Parisius, sowie der Minister für Landwirth- schaft, Dr. Lucius. Bei den folgenden Punkten der Tages- ordnung(Forsten, Rente des Kronsideikommißfonds, Zuschuß zur Rente des Kronsideikommißfonds, Erlös aus Ablösungen von Domänengefällen und aus dem Verkaufe von Domänen- und Folstgrundstücken), fand eine erhebliche Debatte nicht statt. Alle Positionen wurden nach den Forderungen der Regierung unverändett bewilligt. Beim Etat der landwitthschafllichen Verwaltung kommt Abg. Schulz-Lupitz(ff.) nochmals auf die Lage der Landwirthschaft zu sprechen. Die sich daran an- schließende Debatte war ohne größere Bedeutung. Neueste Nachrichten. In dem Kerlinrr So?ialistenpro,eh wider Ferkel und Genossen haben die Angeklagten, wie seiner Zeit berichtet worden ist, die Echtheit und Richtigkeit der bei den Akten befind- lichen Protokolle der verschiedenen Sozialistenkongresse bestritten. Der Genchtshof hatte deshalb beschlossen, die Verhandlung der Sache zu vertagen und der königl. Staatsanwaltschaft aufzu- geben, Beweise für die bestrittene Echtheit zu erbringen. Nach- dem diese Behörde hierfür das Zengniß der Reichstags- abgeordneten Bebel und D i e tz angeboten, hat das Gencht den neuen Termin zum 2l. Februar anberaumt und zu dem- selben die genannten Personen als Zeugen geladen. Zu den Auseinandersetzungen zwischen der deutschen und der schweizerischen Regierung, welche Herr v. Puttkamer in der Freitagssitzung des Deutschen Reichstages ankündigte, äußert sich der..Bund", Organ der schweizer Bundesregierung, wie folgt:„Wir haben gegen die Ausführungen des Herrn v. Puttkamer in erster Linie zu bemerken, daß keine schweize- rischen Behörden, das heißt keine Organe des Bundes, in Frage stehen. Der Zürcherische Polizeihauptmann Fischer ist ein kan- tonaler Beamter, und wenn er über die Untersuchung Schröder und Haupt Mittheilungen gemacht, so geschah dies ohne Wissen der Bundesbehörden. Die amtliche Untersuchung hat allerdings unzweifelhaft festgestellt, daß Schröder und Haupt deutsche Polizeispitzel waren und von Berlin aus, und zwar recht gut besoldet wurden. Infolge dessen hat der Zürcherische Beamte die Allen dem Bundcsrath überwiesen, der in seiner Sitzung vom letzten Freitag Christian Haupt, Alfred Ehrenberg, Peter Emil Sckopen und Jgnaz Metzler aus dem Gebiete der Eidgenossen- schaft ausgewiesen hat und zwar auf Grund von Attikel 70 der Bundesverfassung. Ehrenbcrg und Schapen, welche flüchtig ge- worden, stehen in starkem Verdacht, als Spitzel gedient zu haben; bezüglich dev Haupt ist dies erwiesen und ebenso bezüglich des Schröder, der nicht ausgewiesen werden konnte, weil er das schweizer Bürgerrecht erworben und sich in der Gemeinde Neftenbach einge kaust hat. Schröder soll regelmäßig monatlich 250 Fils, von der Berliner Polizei bezogen haben und lebt in Zürich sehr behäbig. Er hat großen Einfluß und hat unter anderem auch den letzt- jährigen Schreinerstteik in Bern eingeleitet und durch einen Sendling organifiren lassen. Da das mangelhafte Bundesstraf- recht von 1853 keine rechte Handhabe bietet für die strafrecht- liche Verfolgung, so dürfte Schröder wohl den Gerichten des Kantons Zürich überwiesen werden, um nach den Bestimmungen des kantonalen Rechts abgcurtheilt zu werden. Die Umtriebe dieser beiden Spitzel sind offenkundige Thatsachcn. Ob nun Polizeihauptmann Fischer sich einer Taktlosigkeit schul- dig gemacht, wenn er den Herren Bebel und Singer authen- tische Mittheilungen machte, können wir heute um so weniger beurtheilen, als wir Inhalt und Form jener Mitthcilungen noch nicht genauer kennen. In jedem Fall ist das nebensächlich gegenüber dem Umstand, daß eben alles wahr ist, daß die deutsche Polzei Spitzel in der Schweiz hat und besoldet, die als Agenta proTo' ateurs Ruhe und Ordnung gefährden, das Land kompromittiren, künstliche Anarchisten heranbilden und, wie z. B. Schröder es gcthan, mit Dynamit Hantiren. Herr von Puttkamer hat selbst zugeben müssen, daß die Berliner Polizei solche Agenten halte und daß sie nicht immer Gent- lemen seien. Wenn sich also Jemand beschweren kann, so sind es wir, die wir unter diescr Institution viel zu leiden haben." Gin» Anzahl Uerhaftnngen tvegr« verdacht» des Landesnerraths sind wieder in Elsaß erfolgt. In der Sonntagsausgabe hatten wir telegraphisch gemeldet, daß der Färdereibefitzer C. Appel verhaftet sei. Derselbe war des Bneftaubenvereins in Straßburg i. E., alle in Besitz befindlichen Brieftauben sollen beschlagnahmt worde»! An demselben Abend wurde auch, der„Straßb. Post" äL von der Polizei eine Haussuchung bei dem Buchballer Feuerverficherungsgesellschaft in Sttaßburg, E. Geisen,�. nommen.— Eine weitere Verhaftung ist, nach der„E. in Schirmeck erfolgt. Dort ist der Apotheker Girard worden. lr. Ätz. Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Posen, Montag, 30. Januar. In dem Prozesse geze« Sozialisten Slawinski und Genossen wegen Thcrlnahme>» Heimen Verbindungen hat die zweite Strafkammer des gcrichts auf Grund der Artikcs 128, 129 und 73 des gesetzbuchs erkannt: gegen Slawinski auf 2 Jahr 9, J' m —' 1' Konovinski auf ie 2 Jahr 6"sß gegen Witkowski und Konopinski auf je 2 yuv---.—. gegen Merkowski auf 1 Jahr 9 Monate, gegen Janiszew�"* g Als Morawski auf je 1 Jahr 6 Monate Gesängniß. � übrigen 11 Angeklagten wurden 7 zu 9 bis 4 Äonetes-rnah fängniß veruttheilt, 5 Angeklagte wurden freigesprochen- L.W!1"' ver /»j.- y wuiotu I«lytipiuu,..- An")/"""'«w Pomaden) stark bc trat zn ««stscho wiu vm vtvtuttuvcxj uu», vmuf Hauserkarec zwischen der Princesttect und Springstrecl wurde. Das Feuer dehnte sich bis zur Mcrccrstreet"" Schaden wird auf 2 Millionen veranschlagt. Einige leute erlitten Verletzungen. 9. Liehvng der 4. Klasse 177. Königl. Preuß. Lotterie. Lieduna vl>m 30. Januar 1K88, Bormittag«. Hui dt««r»inm Uder X 1 0 Mark Und den delrcNcuac« Kumour» in Pareulheie belflffilgt. 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Januar 1888, 11« die Sex» an- Uder XI 0 Marl find den detreffendrn Hummer» in Parenlbete belgefüu«. (Lbne Bewähr.) ig#### M W Tw&TA'Ssu'-! ÄS Ä'«' 616 24 35 804_, 1 durch) [(im Achher »3003 87 98 190 270 541 718 93 831 669 751 76 999»5025 267 313 601 85.... 400 4 50 553 57 628 62 70 91»7033 67(3000) 219 65 3<6£ 0*049 145 76 219 389 471 551 81 880 926 70»»029 86 1» [500] 46 73 371 877.«3 100022 110 12(15001 32 76 305 33 458 88 535 626 73491 Jf: 12 245 55 56 1500) 334 450(500) 77 79 81 562 67 688 782 8% 189 295 98 364 439(500) 551 54 649 769 829 1 03085 95% 40 412 536 695 711 5)19 32 1 04109 13000] 236 349 518 36% 34 44 68 76 891 911 47 1 05052 418 59 503 45 89 671 1 [3001 582 617 806 901(3001 107329 62 66 87 407 664% 10*043 63 112 57 82 224[3001 319 410 557 622 41<61 109031 38 123 319 89 422 32 49 515 615 27 57 89 766 70 � 1 1 0287 304 548(300) 93 637 700 31 44 72 845 II 77 267 360[3000) 461 95 737 112177 261 65(3000) 66 4' fmi aa Ofii«47Q lorwifu ruio a/vi ooo iwi Oft Q9o PtA S7MW! 610 19 880 81 902 1 708 38 908 55 1»«524 544 619 732[300] 851 1 3*014 140038 167 357 60 490 502 1 4 2034 324 429 51 636 820 981 835 97 345 80 802 w m w vuw vr* kj■ wn#• w— 1 4*011(300) 88 136 623 45 47 747(5000) 97 854 87 939 243 373 98 466 92 629 39(30001 648 71 757 897 997 404 10 34 500 39 99 671 972*4076 106 71 79 264 531 656 873*5029 73 151 238 80 629 736(500) 44 880 95 934*«041 177 256 77 344(300) 72 421 667 789 842*7038 73 101 52 323 51 427, 80(300) 815 924 **200 62 350 71 95 507 20 65 627 49 718 803 6 54 912*»018 61[1500] 1:)2»0004 33 178 89 3N 463 532 912'»?143 58)9 88 488 710 12 804 68 <00»2025 43 74 13001 227 43 359 60 88 410 41 626 94 7,2 929 32 70 150007 102 209 433[15001 528 751 82 816 58 920 99 265 469[3001 733 817 85 152071 160 416 65 74 54142?" g)Z, 129 319(3000) 82 433 573 632 69 812 1 5 1 038 393(3001 ST ftzl Itt e ,"denen'") . 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lbc war alle in hmt wor> ib. P<, Buch balter 1 j. G eisen,« der„C.*;|» Oß Girard wtif»*«O, . Beilage zum Berliner VolNlatt. Dienstag, den 31. Januar 1888. 5. Jahrg. zniß. M 4 Monate» � esprochcn. M**- i Lokale«. rozeffe Krokachtuug der Mondfinsternitz in der Nacht herlnahwe cRyMmbenb zum Sonntag ist durch die Ungunst des mmcr des slart beeinträchtigt worden. Das verschleierte Bild des id 73 des VW« trat zwar zuweilen aus den Wolken hervor, entschwand Jahr 9# �?»st schon nach wenig Sekunden wieder den Blicken. Jabr 6# lieh sich die fortschreitende Verfinsterung annähernd Janiszen!!-"? M Als das Einzige, was auf der Stemwarte während .-.;t Na» Mternih mit Sicherheit konstatirt ist, kann man folgendes Während der Totalität würde die Mondscheibe für [JW'tb verschwinden, wenn nicht durch die lichtbrcchendcn Cysten der Erdatmosphäre auch in den Raum des Kern- der Erde Sonnenlicht gelangte. Dies ist aber nur Mich, wenn diejenigen untersten Schichten der Erd- welche sich während der Totalität, vom aus gesehen, am Rande der Erdscheibe befinden, 'ch Wolken getrübt find. Mitunter sind solche dieser Schickten so allgemein, daß auch T Brechung der Erdatmosphäre kein Sonnenlicht in «ttenraum gelangen kann. Dann verschwindet der wahrend der Totalität für uns gänzlich. Bei der gestri- "adsinsterniß konnte nun eine Viertelstunde nach dem der Totalität kurz vor Mitternacht, bei kurzer Sichtbar« Erscheinung in größeren Wolkcnlücken deutlich wahrge- werden, daß der Mond mittelst des durch die Erd- K gebrochenen Sonnenlichts noch vollkommen deutlich I daß also die Durchfichtigkeit der maßgebenden Schichten ' osphäre hinreichend günstig war. Das Charakteristische unserer Atmosphäre gebrochenen Sonnenlichtes .nach dem Durchgange durch ausgedehntere und dichtere i>-Mrn hervortretende röthliche Färbung, ganz verwandt Ai?t. Farbentönen unserer Morgen- und Abendröthe. -'''°rner einleuchtend, daß in der Nähe der Grenzen i�ttenraumcs die Wirkungen des gebrochenen Sonnen- stärksten sein müssen, daß also diese röthliche Beleuch- der Mondscheibe während der Totalität im Allge- an derjenigen Seite die lebhafteste sein muß, Ilten?-den Begrenzungsflächen des Schattenraumes am befindet. Dementsprechend war auch kurz nachdem 34 444 68»'S» y. � Totalität die rechte Seite der Mondscheibe am stärk- 0 Iii«1 u'S lisKf�kt. Es ist ebenso einleuchtend, daß dieser Sachver- imoo � ti«»»enii�drn muß, wenn der Durchgang des gebrochenen 67 76»Iii i'j) ths�chtes durch die Erdatmosphäre nicht rings um die Erde 16 80 978 jj" vfiig erfolgt, sondern aus größere Strecken dieses Um- om H"» bi, 5,'" ssanz oder theilweise durch Wolkenschichten gehemmt 67 102 sj 7 Ihjv.'d.ds Publikum verhielt sich der Erscheinung gegenüber 1 11?dßig theilnahmslos, und namentlich der Austritt aus '«ysMung wurde, obgleich er viel interessanter war als « 267 1 im ya 89 416 st »t'.BSj J 222 44 j » 912 llr r# 366 631 61*1 a *» WM. w I[15001 87 955 94 i) 423( 52 919 i 97 r 28 45 3 927 1*077 1» fl '# 3» I nur von wenige» beobachtet. > ,»!, B* der Neubauten am Merderschen Wardt i»"Wne Grundstücke neu nummerirt worden. Das Gmnd- »"Tstraße 52—53 hat die Bezeichnung Werderscher Markt 7 .Den Häusern, welche bisher die Nummern 7, 8 und 9 ™b jeht die neuen Nummern 8, 9 und 10 gegeben ' feystttta* Versuch, betreffend die Feuerbeständigkeit der in voriger Woche kurz erwähnt wurde, »in � Zentralbl. d. Bauv." zu einem längeren Berichte, gen st � zu einem im Ganzen dem Rabitzputz durchaus «L sZkbniffe kommt. Bemerkenswcrth ist zunächst das v ein», Wände und Decken, von denen die crstcren selbst l%en �en Stunde keine sehr lebhafte Wärmeannahme �w-hrend der auf den Simsen ruhende Schnee der 0bfLkä zum Schlüsse des Versuches nicht zum Schmelzen e. T" im Innern bis über 1000 Grad Celsius erzeugt 1 verf*. Feststellung der aufgetretenen Wärmestufen ließ tlein-n r»uen Legierungen beobachten, die im Innern 1 bet g.�uses in Tiegeln aufgestellt waren. Auch die in %un„men Flamme ausgesetzten Schlote angebrachten, mit Pulv«. Ollsen Gasröhren, in denen Wasser bezw. Gas ' mit m,. untergebracht waren, zeigten keinerlei Einwirkung. o o�.vUtzburr�« versehene gußeiserne Säule, auf welcher mito biirl f9ramm in Barren lasteten, ließ eine Beem- betniifS Feuer an keiner Stelle erkennen. Vim schlech« l nach eJrtesid, eine der bisher so hochgehaltenen Eisenthuren, l sie nach!, �.Minuten zum Glühen kam und sich so nmif, ?°re a®« 78 dnnte. Bei dem Abbruch des Hauses sollen noch gemacht werden, über die das einen eingehenden Bericht zu erstatten II® � �'s���echn u"? w" hat'�'die beträchtliche An« in Berlin. Als Reichshaupt- 13O00L ............... ,5„effe wird aber durch die politischen Zciwngen, h°den. Die Zahl der Zeitschriften für Handel ,_ 217 übertrifft aber alle andern, denn nickt weniger und Zeitungen, die der obigen Rubriken einreiben lassen,� wie MMM-SsIä M Zsss Krer'j ovlgen inuvnien ernweeu d'sche„Hausfraucnzeitung" u. s. w.; 8 aus 'n fremd» haben in Berlin ihre Vertretung, wahrend mver Sprache erscheinen. M. S&A ÄÄM war m d kM SMW» a If % O W a ZV-# JftöTfen nülv Morgenausgabe war dem Versehen naturlich �„»stattera Dennoch wurde nach Meldung emeS Be« in allen öffentlichen Lokalen auf die Mangel- 4%%% vor« �en Provinzen durch allerlei erfundene Anek- in«..»'Bn graulich gemacht. So schreibt man der Kg. redin?"���erburg, daß dort Superintendent Pätz i i"i sol»!«�-„.Houptgottcsdienslrs zur Charatteristik von . kn��des G""' MMM ,�ts>Us?»ÄwUie mit den Worten:„Wohnt hier' der" Herr .»:v>e.-. i" folä».8- n,�u"p7gollcsvieniles j MNer Mm,,,» �»srhichtchen erzählte:„Einst trat ein an- rn,*.-�dn(nämlich ein Kolporteur! in die Wohnung einer en, wie W Nein, ich kenne es in Die- denach- wieder- ustimmungsadresse für chicksale als Zeuge vor holt. Pätz regte seiner Zeit eine Stöcker an, als Stöcker die bekannten Gericht erlitt. Im Inseratenthril einer hiesigen Zeitung finden w,r folgendes„reelle Heirathsgesuch":„Ein Mann in den besten Jahren, einstiger Jünger des Mars wie des Aeskulap, welcher schier die halbe Welt durchkreuzte, wünscht jetzt sicher in den Hafen der Ruhe einzulaufen; doch fehlt ihm hierzu ein liebebedürftig Weib, ein Passe-par-tout, um die Pforten des Paradieses schon im Diesseits zu finden. Ob Wittib oder Jungfrau, ist gleichgiltia, wenn nur gebildet, moralisch, schön, ohne Dünkel, liebenswürdig, geistreich und aus guter Familie. Vermögen nicht durchaus nothwendig, dagegen darf die Schwiegermutter nur bei festlichen Gelegenheiten erscheinen..." (Diese Anzeige gehött wohl zu den in diesem Genre nicht seltenen Erfindungen.) Eine Priigetszene zwischen zwei Sekundanern des Friedrichs- Gymnasiums, welche s. Z. großes Aufsehen erregte, fand gestem mit der Entfernung von der Schule eines der beiden Betheiligten seinen Abschluß. Als am vergangenen Sonntag der Sohn des Bankiers K. eine unserer„höheren Töchter" von der Eisbahn auf der Rousscau-Jnscl heim geleitete, wurde er von seineni ihm folgenden Mitschüler S. durch Schneewürfe belästigt; als das junge Mädchen am Königsplatz in die Pferde- bahn stieg, stürzte S. aus seinen Freund los und versetzte ihm mit einem Stock einen so wuchtigen Schlag über den Kopf, daß der Stock zerschellte und eine klaffende Wunde zurückblieb. Der Verletzte drehte sich um und empfing nun von seinem Gegner mit dem zersplitterten Schaft einen zweiten Hieb in die Wange unterhalb des Auges. Das Publikum machte dem Streu ein Ende, indem es S. dem nächsten Schutzmann über- gab. Herr Bankier K. erstattete Anzeige und die Angelegenheit wurde vor dem Forum der Schule in der oben erwähnten Weise zum Austtag gebracht. Eine Ketrügcrin, die verwittwcte Gerichtsrath Böttcher, geborene Schillack, ist nach der„Post" am Freitag von der hiesigen Kriminalbehörde dingfest gemacht worden. Die Böttcher hat in derselben Weise manövrirt, wie die Hochstaplerin Frau v. Willing. Sie bezog eine jährliche Wittwenpenfion von 1500 M., die aber für ihre Bedürfnisse nicht ausreichte. Sie wußte sich aber die fehlenden Gelder in der Weise zu ver- schaffen, daß sie in hiesigen Geschäften größere Posten Waare auf Kredit entnahm, die sie gleich wieder zu versilbern verstand. Namentlich prellte sie Möbel-Äbzahlungsgeschäfte, sowie Piano- fortefabnken. Nachdem sie mit dem Inhaber des Geschäfts einen„Leihkontrakt" gegen geringe Anzahlung abgeschlossen und ihr die Möbel nach der Wohnung gesendet waren, verkaufte sie dieselben sofort weiter. In vielen Fällen verpfändete sie zur Deckung ihre Wittwenpenfion, über die aber schon längst vor- her anderweitig verfügt worden war. In welchem Umfange die Betrügerin, welche durch ihr distinguirtes Auftreten ihre t- pfcr zu blenden verstand, ihre Geschäfte betrieben hat, geht wohl daraus hervor, daß sie z. B. im September ein Piano zu 600 Mark, im November eins zu 620 M., im Januar ein solches für 750 M. auf Abzahlung gekauft und gleich weiter verschoben hat. Bis jetzt haben sich über 30 bettogene Kauflcute bei der Kriminalbehörde genieldet. Die Marnngr'schr Mordaffäre hatte am Freitag noch ein eigcnthümliches Nachspiel vor dem Kammcrgcricht. Im Jahre 1865 verschwand der Maurer Marunge in Charlottenburg, und da Selbstmord angenommen wurde, so erhielten die Wittwe und die fünf Kinder des M. am 4. Januar 1886 eine Erbbescheinigung, auf Grund deren die Wittwe als Besitzerin zur .Hälfte, die fünf Kinder aber als Besitzer zu je ein Zehntel des von Marunge hinterlassenen Grundstücks eingettagen wurden. Mittlerweile war es herausgekommen, daß die Frau M. und deren ältester Sohn Wilhelm den Gatten resp. Vater erschlagen und im Keller verschärft hatten, worauf Beide bekanntlich am 29. März 1886 vom Schwurgencht des Landgeftchts II zum Tode verurtheilt, dann aber zu lebenslänglichem Zuchtbaus be- gnadigt wurden. Einige Tage nach der Verurtheilung ließ nun die Äencktskasse die durch den Mordprozeß entstandenen Kosten in Höhe von 12 000 M. auf das Marunge'sckc Grundstück eintragen, worauf aber die vier jüngeren Geschwister Marunge bei Geftcht be- antragtcn, daß das Mördciyaar wegen Unwürdigkeit von der Erbschaft ausgeschlossen werden möchte. Das Landgencht 11 erkannte auch in Gcmäßheit dieses Anttages, worauf vom Ge- rickt eine neue Erbbescheinigung efthcilt und der Besttztttcl dahin abgeändeft wurde, daß das Grundstück fortan den vier Geschwister» zu gleichen Theilen gehören solle. Die Geschwister Nagten nun aber auch gegen die Geftchskaffe auf Löschung des Vermerks im Hypothekenbuche betreffs der 12000 M. und erzielten auch bei dem Landgericht II ein obsiegendes Erkenntniß, wogegen die Genchtskasse Berufung bei dem Kammergeftcht unter der Ausführung einlegte, daß in dieser Sache, wo es sich um GeftchtSkosten handle, der Rechtsweg gar nicht zulässig und daß das Erbrecht der beiden Miffethäter auch noch nicht de- scitigt sei. Dgs Kammemcricht erkannte jedoch auf Zurück- Weisung der Berufung. Der Rechtsweg sei hier— so wurde ausgeführt— zulässig, weil eS sich um die Ansprüche dftner Personen handle, welche gar nicht Kostenschuldner waren. Das Erbrecht der Mörder war durch ihre That er- loschen, und die Gerichtskasse hätte unter diesen Umständen überhaupt wissen müssen, daß die betteffende Einttagung keine rechtliche Wirkung hatte. Folgenden Vorgang an» de« Ttzierlrbe» meldet ein Leser der«Voss. Ztg." in einer Zuschnft vom gestftgen Tage: Heute Nachmittag 3 Uhr machte ich einen Spaziergang nach dem in meiner Nähe gelegenen Humbaldthain, um mich zu über- zeugen, ob mit der Erftchtnng des sogenannten„Humboldt- steines", der das Fundament für die Büste Alexander v. Hum- boldtS b lden soll, bereits wesentliche Foftschfttte gemacht seien. Angesichts des bereits feftig gestellten Unterbaues in Gedanken versunken, wurde ich urplötzlich durch ein Mark und Bein er- schüttelndes Geschrei, wie es ganz jungen Kindern eigen ist, er- schreckt. Aufmerksam forschend gewahrte ich bald, daß es aus einem in der Nähe befindlichen dichten Gebüsch kam. Mit meinem mich begleitenden 12jähftgen Sohne in dasselbe ein« dftngend, erblickte ich einen Hasen, welcher sich, aus Leibeskräften schreiend, am Boden hin und her wälzte. An seinem Halse hing etwas, das er abzuschütteln und mit den Vorderpfoten ab- zustreifen versuchte; es war ein kleines langgestrecktes Thier von rothbrauner Farbe mit weißer Kehle und langem, in einem Büschel endenden Schwänze, in dem ich ein Wiesel zu eftennen glaubte. Als ich mit dem Stock meines Regenschirmes auf Beide einhicb, sprang der Hase auf und rannte schreiend davon, ohne daß das Wiesel losließ. Nach meiner Meinung mag der Hase im Gebüsch geschlafen haben, während sich der kleine Räuber aus seiner Erdhöhle an ihn heranschlich, um ihn abzu- würgen. Gerichts-Jeitirng. Recht lehrreiche Einblicke in die Mysteften des Ber- liner„Bauuntemehmeftbums", wie es von manchen Leuten ge- handhabt wird, gewähfte die umfangreiche Verhandlung einer Pftvatklage, welche der in weiten Kreisen unter dem Spitznamen „Gewerke- Hermann" bekannte„Rittergutsbesitzer" Hermann gegen den Redatteur der„Vosstschen Zeitung", Dr. Fr. Stephan, eingeleitet und über welche das hiesige Schössengeftcht gestern zu verhandeln hatte. Der vermögenslose Herr Hermann raufte vor Jahren als Generalbevollmächtigter einer gleichfalls Vermögens- losen Freifrau von der Malsburg, geb. v. Baumbach, welche von ihren Kindern unterstützt wurde, eine Anzahl Häuser und liest fich überhaupt in größere Spekulationen mit Grundstücken, Gütern, Bergwerken ic. ein. Viele Personen weinen dieser Thätigkeit des Herrn Hermann noch heute Thränen der Ver» zwciflung nach. Unter denjenigen, welche behaupteten, von Herrn Hermann um die Summe von 100000 M. betrogen zu sein, weil deftelbe die Freifrau von der Malsburg als eine sehr ver« mögende Frau und Besitzen» von drei Rittergütem darstellte, gehörte auch die Frau Justizrälhin Hecker. Auf Grund einer von derselben erstatteten Anzeige wurde Hermann endlich in Haft genommen und ihm der Prozeß wegen Betruges gemacht. Wie hier gleich mitgetheflt werden mag, endete vie Gerichtsverhandlung nach dem vorliegenden Erkenntniß damit, daß der Genchtshof das Vorliegen eines vollendeten Betruges allerdings annahm, indessen auf Freisprechung erkennen mußte, weil Verjährung eingetteten war. Als Herr Hermann damals hinter Schloß und Riegel gebracht wurde, erregte diese That- fache natürlich berechtigtes Aufsehen und, wie mehrere andere Zeitungen brachte auch die„Voss. Ztg." mehrere Artikel, welche von Berichterstattern herrührten, die notorisch mit der Polizei Fühlung hatten. Herr Hermann hat nun die JBoff Ztg." herausgegriffen, um auf Grund dieser Artikel im Wege der Privat- klage„seine angegriffene Ehre wieder izu rcpariren". Er hatte eine Anzahl von Bemerkungen herausgegriffen, durch welche er schwer beleidigt sein �wollte, bezüglich der schwersten Punkte ist jedoch die Klage zurückgewiesen und es find nur folgende Theile der Artikel zum Gegenstande der Privatklage ausersehen wor« den: Hermann habe die von ihm cnvorbenen Grundstücke ausgenutzt, sie dann den Hiyvothekengläubigem überlassen und zahlreiche Personen hineingelegt; er habe das Vermögen der Frau v. Malsburg verspckulirt, habe seine eigene Frau nur unter der Bedingung geheirathet, daß sein Schwiegervater ihm ein Berg« werk mitgab, er habe auch auf öder Fläche plötzlich ein Berg- werk entdeckt und eine Aktiengesellschaft gegründet, bei welcher viele kleine Leute um ihr Geld gebracht worden sind. Der Ver- klagte erklärte, daß er sich zur Aufnahme der betreffenden Artikel für verpflichtet gehalten habe, um das Publikum vor einem Manne zu warnen, dessen Thätigkeit namentlich auch in West« falen ihm schon seit 30 Jahren bekannt gewesen sei. Er wisse, daß gegen den Kläger auch schon wiederholt die Gerichte ange- rufen worden find, daß sich derselbe aber immer schlauer gezeigt habe, wie seine Ankläger. Die Ergebnisse der sehr umfangreichen Beweisaufnahme, welche weit hineinstieg in die Geheimnisse der Grundatten, waren schwerlich nach dem Sinne des Klägers. Einerseits ergab dieselbe eine ganz erstaunliche Unsumme von verwickelten Rechtsgeschäften, Zessionen, Eintragungen, Hypo- theken-Tauschgeschästen, Subhastationcn w., andererseits war ein halbes Dutzend von Personen zur Stelle, welche trotz des rlägerischen Widerspruchs dabei blieben, daß sie durch falsche Vor» spiegelungen des Herrn Hermann um Hab und Gut gebracht worden seien und es wurde femer festgestellt, daß der Kläger seine vielen Grundstückskäufe ohne eigene Baarmittel in Szene gesetzt hat und daß ein großer Theil dieser Grundstücke ebenso verkracht ist, wie die Grunderwerb- und Baugcsellschaft Im- periale", zu welcher er in naher Beziehung stand. Die Beweis- aufnähme wurde außerordentlich genau protokollirt, namentlich die Aussagen der angeblich von Herrn Hermann arg geschädigten Zeugen. Der eine derselben schrie ihm in seiner noch heute andaucmden Aufregung zu:„Was Sie an mir gethan, ist ärger, als was Sobbe gethan," ein anderer erklärte, daß es ihm heute bei ruhigem Verstände gar nicht faßbar sei, wie er sich von dem Kläger so stark habe übervortheilen lassen. Nachdem in vierstündiger Verhandlung alle diese Dinge in ausführlichster Weise festgesetzt worden waren, sah Herr Hermann wohl ein, daß diese Privatllage nicht im Stande sei, seine Ehre zu re« pariren und während er anfänglich alle Vergleichsvorschläge zurückgewiesen, kam nun auf seine Anregung ein Vergleich doch zu Stande, daß der Angeklagte unter Uebernahme der Kosten protokollarisch erklärte, daß sich nicht alle Punkte des betreffenden Artikels als wahr erwiesen haben. Wa» alle« als Kelridiguug von Minister« verfolgt »ird, bewies wieder einmal eine Verhandlung gegen das „Berliner Tageblatt". Minister Maybach hatte eine Beleidigung gefunden in einer Notiz dieses Blattes, daß eine Verdoppelung der Bierfrachten nach Frankreich kürzlich stattgefunden habe, und dadurch der Export einer Berliner Braucreigesellschaft lahmgelegt worden sei. Der Artikel schloß mit dem Passus:„Wo bleiben da die rosigen Ausfichten der neuen Acra der Eisenbahnvcrstaat« lichungen? Der Gerichtshof erkannte indeß auf Freisprechung. Zweifellos enthalte der Artikel Unwahrheiten bezw. Uebertrn- düngen, es sei aber etwas Herabwürdigendes in dem Inhalte desselben für den Minister oder dessen Beamten nicht zu finden, da eine Erwähnung derselben nicht geschehen. Mngla«b»Lrdlg- A«»sag- eine« Kriminalschntz. «an«»». Eine für den Segen der Bemfungsinstanz sprechende Verhandlung fand heute gegen den Mechanikus Johann Julius Gustav Grieß vor der sechsten Strafkammer Berliner Land- gerichts I statt. Der Angeklagte befand fich am Spätabende des 27. Juli cr. mit einigen Bekannten auf dem Nachhause- wege. In der Nähe des Jakobikirchhofs wurde ersterer von einigen nachtwandelnden Dirne» wiederholt belästigt und ver« mochte nur durch energisches Auftreten dieselben von sich abzu- schütteln. Ein zum Schutze angemfener Nachtwächter begnügte sich damit, die Frauenspersonen zum Weitergehen aufzufordern. Auf dem Wege nach der Oramenstraße zu unterhielt fich der Angeklagte mit dem einen seiner Begleiter über den oben erlebten Vorfall und äußerte dabei, daß er bet Wieder« holung solcher Belästigungen den Dirnen Eins in die Fr... schlagen würde. Hinter ihnen kommen einige Männer daher, die stc für Zuhälter hielten, und auch bezüglich dieser ge« brauchte der Angeklagte einige scharfe Ausdrücke. Einer der beiden Männer war der Kriminalschutzmann Friese, welcher die AWe des Angellagten als auf die Polizerbeamten qcmünzt aufgefaßt hat. Er redete denselben mit den Worten an:„Nun ist's aber mit den Schimpfereien genug". Diese Einmischung m seine Unterhaltung wollte fich der Angeklagte nicht gefallen lassen, und es kam zwischen ihm und dem fich erst später als Beamter legitim, renden Friese zu lebhaften Auseinandersetzungen. Unter den Passanten, welche dem ganzen Vorgang mit ange- wohnt hatten, befand fich auch der städtische Lehrer Weber. Der Beamte denunzirte den G. wegen Beleidigung der Polizei- beamten und das Schöffengericht verurtheilte denselben auch auf
das Zeugniß des Friese zu 2ö 9JI. ev. 5 Tagen Gcfängniß.— Vor der Berufunaskammer bezeichneten Staatsanwalt Dr. Menge und der Gerichtshof die Aussage des Schutzmannes als in hohem Grade unglaubwürdig; erslercr hatte auf deren Protokollirung beantragt. Der Angeklagte wurde freigesprochen und der Siaatskafse auch die Kosten für den Ver- theidiger, Rechtsanwalt Reiche, auferlegt. Die falsch adresstrte Kackpfeif».„Weshalb haben Sie denn Berufung eingelegt? Ich sollte meinen, daß Sie mit Rück- ficht auf Ihre Vorstrafen billig genug weggekommen find, acht Tage Haft ist für den von Ihnen begangenen Exzeß wahrlich nicht zu viel." So redete der Vorfitzende deS Schöffengerichts einen lang aufgeschossenen Burschen von 18 Jahren an, der sich auf der Anklagebank befand. Angekl.: Wenn ick et nicht jewesen bin, denn will ick ooch keene Strafe haben, denn is ooch'ne Stunde zu ville. Un det ick für'n andern den Kopp in't Loch stecken soll, det will mir doch nicht scheinen. Jerech- tigkeit muß find. Vors.: Sie behaupten also, daß Sie nicht der Thäter find? Sie sind ja doch in flagranti ertappt worden, als Sie mit dem Schirm um sich hieben.— Anaek.: Nee, et is draußen in der Älücherstraße jewesen. Vors.: Wollen Sie denn Ihre Unschuld beweisen durch die drei Zeugen, die Sie geladen haben?— Angekl.: Det versteht sich. Uf die Schutzleite alleene können Sie nischt jeden, von vorne herin find sie bei sowat, et Senge jiebt, nichts vorräthig, und wenn sie denn wo mit eenmal so'ne drei vier Mann anjerennt kommen, oh, denn dhun ste jrade, als wenn det Vaterland in Jefahr wäre, un denn jreifen sie ooch derbe zu, ob ste denn aber den Richtijen haben, da fragen fle ville nach.„Man immer mit!" sajeit sie denn, wo man denn henrachens jewöhnlich blaue Flecken uf- weisen kann.— Vors.: Wir wollen die Sache mal etwas näher untersuchen. Sie heißen Ferdinand Prüfer und nennen sich Arbeiter? Sagen Sie mal, womit beschästigen Sie sich denn eigentlich?— Angekt: Ick bin bei Muddem.— Vors.: Ja, Sie wohnen da, aber womit ernähren Sie sich denn?— An- geklagter: Ick helfe Muddern.— Vors.: Was? Ihre Mutter ist doch Leichenwäscherin?— Angekl.: Nu ja, aber eener muß doch uffs Haus Obacht jeden, wenn sie uff Kundschaft is.— Vors.: Sie thun also aar nichts? Sagen Sie nur die Wahrheit. — Angekl.: Wat hat det denn for'n Zweck, wenn man een Handwerk lernen dhut? Wenn man eben so weit is, denn muß man Soldat wer'n, da is et denn schon weit juter, wenn man erst Soldat wird un denn wat lernt. Denn kann ja ooch fnd, det ick bei't Milletähr bleibe, wer kann det wissen.— Zors.: Na, das ist Ihre Sache. Aber Sie find schon zweimal wegen groben Unfugs bestraft?— Angekl.: Det stimmt, det is Keilerei jewesen, dunncmals hadde ick Schuld, det streite ick nich, aber diesmal haben se mir uf de Pollezei unrecht verur- deelt. Vors.: Nun, wir werden ja hören. Nach der Anklage find Sie mit einem zweiten Menschen, den Sie auffallender Weise nicht kennen wollen, am Abend des 4. Ottober durch die Blücherstraße gegangen, haben da Personen beschimpft und schließlich eine Prügelei angefangen, gerade wie in den früheren Fällen.— Angekl.: Derf ick mal erzählen, wie det jekommen is?— Vors.: Gewiß, aber machen Sie's kurz.— Angekl.: Also ick war an jenen Nachmittag een bisken bei Friedrichen in de Uorksttaße jewesen, wo ick een oller Stammjast bin. Ich hadde da cenen Menschen kennen jelemt, der allerleihand Mumpitz un Witze in'n Kopp hadde, so det wir alle derbe lachen mußten, aber wie er mit'n Namen heeßt, det weeß noch heite noch keener nich. Als ich meinen Sommerüberziehcr un meinen Hut ufseyte, da sagte er:„Halt stopp, wo jchn Sie lang?"„Durch die Blücher- sttaße," sage ick.„Da jeh ick ooch lang, da können wir zu- sammenjehn," meent er, un wir jehn so recht langsam un je- miethlich los, wobei er mir immer Witze erzählen daht. Bei einem Haus in de Blücherstraße, in so'n stoßen Dhorweg, standen zwec Damen un en Herr, un de eene Dame schien zum Besuch jewesen zu sind und wollte jehen, denn sie hadde'n.Hut uf un'n Mantel oder sowat an, während der Herr un die andere Dame nicks anhatten un in'n bloßen Kopp standen un immer dienerten und:„Kommen Sie bald wieder!" sagten. Als wir nu so vorbeijehn, da sagde mein Kollege zu mir: ,Mu sehe Dir blos mal die lange Latte an, det is jcwiß'ne Discherstochter, denn die is uff die eene Seite jauz jlatt un uff die andere wie jchubell," wo er die Dame mit meente, die in'l Haus jehörte. Na, ick lachte natierlich, wir jungen aber arglos weiter. Mit eencm Male krieje ick von hinten eene Backfeife, det ick denke, ick soll lang hinschlagen un eene Stimme sagde: „Jnfamichter Strolch, was erdreisten Sie sich?" Ick kieke mir um un sehe denn, det et der Mann is, der eben unner'n Dhorweg stand, un weil ick mir als Berliner Junge nu nich hauen lasse, un wenn Zehne uff mir kommen, un lck bluten oder brechen muß, so nehme ick denn meinen Schirm, den�ick�jrade in de Hand hatte, un halte ihn die Krücke so jc�en de Neese, det se det ooch übel nahm un zu bluten anfing. wurde det een jroßer Uffstand, der Mann wollte mir immer mit de Faust hauen, wobei ick ihn immer mit'n Schirm so abparirte, un de beeden Damen schrieen immerzu: Schutzmann! Schutz- mann! un wat mein Kollege war, der eijentlich die Backpfeife haben sollte, der riß aus wie Schafleder. Natierlich, endlich kommen denn zwee Schutzleite anjerennt, die mir mit nach de Wache nehmen. Nu möchte ick blos wissen, ob det strafbar is, wenn mir Eeener eene'runterhaut un ick jeb'n eene wieder." So lautete die Erzählung des Herrn Ferdinand Prüfer und durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß er im Wescnt- lichen bei der Wahrheit geblieben. Der Gerichtshof setzte daher die von Polizeiwegen festgesetzte Haststrafe auf eine Geldstrafe von 5 M. herab._ Uerewe und Versammlungen. Verband deutscher Ulechaniker und verw. Berufs- genossen. Die Zahlstelle Berlin hielt am 13. Januar in Lammer's Lokal, Kommandantenstr. 71—72, ihre ordentliche Generalvers ammlung ab. Nach einem kurzen Rückblick seitens des Vorfitzenden auf die Thätigkcit der Mitgliedschaft in dem verflossenen Jahre, verlas zunächst der Kasstrer seinen Bericht. Im letzten Quartal 1887 betrugen die Einnahmen 174,20 M., die Ausgaben 94,70 M. Der Ileberschuß mit rund 80 Mark wurde der Hauptkasse übersandt. Die Gesammt-Jahreseinnahme der Zahlstelle Berlin betrug 593,07 M. Ausgaben wurden für Vorttäge 72 M.. für Fachschnften-Abonnement 20 Mark, für Annonzcn 67 M., für Rechtsschutz in gewerblichen Streitig- leiten 21 M., für Reisegeschenke an zureisende Kollegen 2,75 M., für Utensilien, Drucksachen, Posta ic. 170,32 Mark. Die dem Hauptvorstande in Stuttgast überwiesene Summe für das Jahr 1887 beträgt 240 M. Nach Beglaubigung dieser Abrechnung durch die Revisoren, wurde dem Kasstrer Deckarge estheilt. Hierauf berichtet ein Mitglied der Rechtsschutzkommisfion über einige Fälle, in denen Mitgliedern die Hilfe des Vereins in gewerblichen Streittgkeiten zu Theil wurde. Sodann schritt die Versamm- lung zu den Neuwahlen des Vorstandes der Zahlstelle. Es wurden wieder gewählt für das bisher von ihnen verwaltete Amt: Der Bevollmächtigte O Spieß, der Kasstrer Kühn und der Schriftführer Niendorf. Zu Revisoren wurden gewählt die Herrn Salbach und Benecke; zu Beifitzern die Herrn Bäcker, Schönemann, Joh. Wagener, Otto und Schmitz. Ferner wurde noch die Wahl einer Rechtsschutzkommisfion, sowie einer Preß- kommisston, erstere zu 5, letztere zu 6 Mitgliedern vollzogen. Die Mitglieder der letztgenannten Kommisston haben besonders für Hebung und Verbreitung deS Fachorgans(„Deutsche MechanikeoZeitung" Hamburg) Sorge zu tragen und fleh sämmtlich bereit erlläst, nach Kräften dahin wirken zu wollen. De» F«chverein der KteinfrLger hielt am 29. Januar -in Schmidt's Salon, Waldemarsst. 75, eine Versammlung der Mitglieder, die zum Generalfonds steuern, ab. Die Taaesord- nung lautete: 1. Wie stellen wir uns zu den Darlehnsgesuchen? 2. Antrag über die Jndruckbnngung des Reglements zum Ge- neralfonds. Nachdem vom Vorfitzenden klar gelegt, weshalb die Versammlung einberufen sei, las er das von der Behörde ge- nehmigte Reglement vor. Herr Rennthaler fand es nicht für richtig, den Generalfonds gewissermaßen vom Verein zu isoliren und hob hervor, daß es nach§ 3 des Vercinsstatutes schon ge- nüge, im Falle der Nothwendigkeit von Unterstützungen die Beiträge zu erhöhen. Hierüber entspann fich eine lebhafte De- hatte, an der fich mehrere Redner betheiligtcn. Herr Wallenthin meinte, der Vorredner hätte wohl Recht, die Versammlung sei aber doch nur für die Mitglieder, welche zum Generalfonds steuern, einberufen, um die Angelegenheit zu ordnen. Viele Mitglieder kümmern fich nicht um den Generalfonds und da sei es nur angemessen, die Versammlung für die intercssirten Mitglieder abzuhalten, denn wer nicht säet, der könne auch nicht ernten. Herr Krüger schloß fich dem an und führte verschiedene Vereine an, bei denen der Generalfonds ebenfalls isolist sei. Herr Rennthaler meinte, daß dann der Verein fich auf den Standpuntt der Organisationen Schulze-Delitzsch's stellen würde. Der Antrag des Herrn Wallen- thin, Darlehnsgesuche zu bewilligen, wurde nicht angenommen und nach Verlesung verschiedener Unterstützungs- und Darlchns- gesuche die Debatte geschlossen. Hierauf verlas Herr Wallenthin die Namen der fich am Gcneralfonds bethciligcnden Mitglieder, welche die Zahl 334 ergaben. Die nächste Versammlung findet am 12. Februar in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, statt. Die Zeutral-Kranken- unt> Kegräbniffkafle der Sattler und Berussgenossen(E. H. 64)„Hoffnung" hielt am 23. d. M. in Buldermann's Salon, Kommandantenstraße 72, Bre Mitgliederversammlung ab, behufs Neuwahl des gesammten stsvorstandes. Es wurden gewählt zum Bevollmächtigten Matschulat, zum Schriftführer Leister, zum Kasfirer Schwarz, zu Revisoren Aßmann und Binski, zu Beisitzern Kuhnke, Silber- stein, Enders und Hellwich. Nach Decharge-Estheilung des Kassirers für die Abrechnung des viesten Quastals, verlas der- selbe noch die Gesammteinnahme und Ausgabe der Verwaltung Berlin pro 1887. Demnach belaufen sich die Einnahmen auf 12390,15 M., die Ausgaben auf 9636,64 M. Mithin hat die Kasse in diesem Jahre mit einem Ileberschuß von 2753,51 M. gearbeitet. Hiervon wurden 2700 M. an den Zentralvorstand gesandt. Leider ist die Zahl der Kranken in diesem Jahre(1888) bisher eine sehr erhebliche. Außerdem wurde noch empfohlen, in Kürze eine Versammlung einzuberufen, behufs Besprechung event. Beschlußfassung über Eintheilung der Verwaltung Berlin in mehrere Verwaltungsstellen. Ferner wurde beschlossen, den noch vorhandenen Ileberschuß des Sommcstcstcs vom 23. Juli, sowie des Stiftungsfestes der Kasse vom 26. November, gleich 250 M., zu einem Fond anzulegen, welcher nur zur Unter- stützung ausgesteuerter hilfsbedürftiger Mitglieder bestimmt ist, und diesen dem Zentralvorstand zu überweisen. Die zahlreich besuchte Versammlung endete um 12% Uhr. Der Derei«?«r zlntrrstnfinng erkrankter Mitglieder der Maurer Kerlin« hielt am 24. d. M. in Renncfahr's Lokal, Dennewitzstt. 13, eine Mitgliederversammlung ab. Herr Krieg sprach über das Thema:„Was bietet der Verein seinen Mitgliedern?" Redner erläuteste zuerst den § 1 des Statuts, welcher lautet:„Der Verein hat den Zweck, erkrantte Mitglieder resp. deren Familien nach Kräften zu unterstützen, sowie durch Belehrung über Entstehung und Ver- hütung von Krankheitsfällen das Wohl der Mitglieder zu fördern. Die Höhe der Unterstützung, welche mit der zweiten Woche der Estrankung beginnt, wird bis zu 6 M. wöchentlich gewähst, über die Dauer derselben beschließt die Mitgliedervcr- sammlung." Redner betonte, wie nothwendig es wäre, daß fich jeder Maurer den Verein als Mitglied anschließt. Habe schon ein gesunder Arbeiter schwer zu kämpfen, um allen Anforde« rungen gerecht zu werden, wie traurig würde es aussehen, wenn Krankheits- oder Unglücksfälle eintreten. Bei dem niedstgen Beitrag von 20 Pf. monatlich sei es jedem Kollegen möglich, dem Verein beizutreten. Der Verein würde dafür sorgen, daß die Familien wenigstens vor der äußersten Roth geschützt sind. In der Diskussion wurde von mehreren Rednern besonders hervor gehoben, daß alle sozialreformatorischen Quack- salbereien, welche den Arbeitern heute aufottroist würden, nicht darnach wären, um wirklich etwas Positives zu schaffen. So- dann wurde der Frau eines verstorbenen Mitgliedes eine wöchent- lichc Unterstützung von 6 M. auf die Dauer von vier Wochen gewähst. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten erledigt waren, wurde beschlossen, die nächste Versammlung in Moabit abzuhalten. Der Verein der Voll- und Lastfuhrwerkkntscher »« Kerlin hat in seiner stattgehabten Generalversammlung die Wahlen für den Vorstand vollzogen. Derselbe setzt sich nun- mehr wie folgt zusammen: Erster Vorfitzender: Fritz Grunow; Stellvestreter: Otto Danneberger. Kasscnrendant: Franz Beseke; Stellvestreter: Karl Zagelow. Schnftführer: Emst Beier; Stellvestreter: Wilhelm Richter. Beisitzer: Wilhem Hertel, Wilhelm Vogt, Wilhelm Karnowsky. Kassenrevisorm: Karl Guths, Otto Wichmann, Hermann Hetke. Vestrauensmänner: August Jeschke, August Wegner, Fritz Fiedt, Albest Voigt, Albest Kneger, Albert Wiechest.— Zu Rechtsbeiständen für den Verein find die Rechtsanwälte Dr. Friedmann und Dr. Wolf gewonnen worden. Der Fachverein der Zithoaraphiekeinschleifer und K«r»f«genossen hielt am 23. d. M. eine Generalvestammlung ab, in welcher der Jahres- und Kaffenbencht erstattet wurde. Dem Rendanten Herrn Winkelmann wurde Decharge estheilt. Bei der stattgefundenen'Neuwahl des Vorstandes wurden ge- wählt: die Herren F. Rose, erster, W. Zechest, zweiter Vor- fitzender; A. Burckardt, erster. E. Karge, zweiter Schnftführer; Winkelmann, Rendant, und Rothmann und Massute als Bei- fitzer. Nach der Wahl fand eine Diskussion über innere Vereins- angelegenheiten statt. Versammlung jeden ersten Montag nach dem 15. im Monat bei Domnack, Johannisstr. 20. Verband deutscher Zimmrrleute.(Lokal- Verband Berlin Zentrum.) Generalversammlung, heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, in Buldermann's Salon, Kommandantenstr. 71. Tagesordnung: 1. Wahl zweier Kommissionsmitglieder. 2. Ab- rechnung der Lokalkasse. 3. Abrechnung vom Sylvester- vergnügen. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder findet statt. Deutscher Verein Krends'scher Stenographen. Vereinslokal Hensel's Restaurant, Brunnenstr. 129 a. Jeden Dienstag, Abends 9 Uhr, Sitzung und Uebungsstunde. Zum angefangenen neuen Untersteht werden noch Meldungen von Schülern im Vereinslokal entgegengenommen. Gäste stets will« kommen. Wesentlicher Vortrag. Der praktische Arzt Dr. med. E. Sturm wird heute, Diennag, Abends 8* Uhr, im Saale des katholischen VereinshauseS, Niederwallstr. 11, über die Frage: „Wie erhält man gesunden Schlaf?" sprechen. Damen und Herren haben Zutsttt. «auuerei» Kerliner Kildhaner. Heute, Dienstag, Abends 8i Uhr, Annenstt. 16, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vostrag deS Herrn Dr. Pohlmeier über Heinstch Heine. 2. Erledigung der Anträge Talke. Gesang-» Sur»-«nd gesellig» Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8', Uhr im Restaurant Quandt, Stralauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Pstnzensttaße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf und Kruger, Skalitzersttaße 126, Gesang.— Männergesangverein„Gastenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Fist, Kottbusestttaße 22.— Männergesangverein„Steinnelke" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinersttaße 56—57.— Gesang« verem„Schwungrad" Abends 8'/, Uhr Annensttaße 16, im Restaurant Sahm.— Gesangverein„Sana erHain" Abends 9 Uhr im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abends 8V, Uhr Wilsnackerstraße 63, im flges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im QflMfYolfy"1 Aß_ %7. ebelin, Langeslr. 108.— Zithcrklub„Ämphion' im Kurfüsttenkeller, Poststraße 5.— Turnverein und Frei"(Männerabth eilung) Abends 3'/, Uhr V Nr. 57.— Berliner Turngenossenschaft(V. Mäni lung) Abends 8 /, Uhr in der städtischen Tumhalle thorsttaße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(3 Äbtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstraße Nr. — Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Händler, Wrangclstt. 11.— Verein ehemaliger Sc 37. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Köpnickerstraße 68.— Verein ehemaliger Schüler der meindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant„Albrecht Wilhelmsttaße Nr. 105.— Arends'scher Stenographen „Apollobund" Abends 8'/. Uhr Brunnenslraße 129».-'71 scher Stenographen-Verein Abends 8 V, Uhr im Restaurawi eisernen Kreuz", Lindenstt. 71.—„Deutscher Verein Ar-»" Stenographen Abends 8', Uhr in Randel's Restaurant,' straße 129».— Verein„Rose" Abends 8'/, Uhr im l Eltze, Alexandstnenstraße 99.— Vergnügungsverein Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipssttaße Dienstag nach dem 1. und 15.— Rauchllub„Zum Abends 8 Uhr bei Blocksdorf, Wrangclstt. 32. Kleine Mittheilnngen. Hamburg, 26. Januar.(Ein netter Waisen»" lange die Hamburger Bürgerschaft besteht, ist es noch nicht vorgekommen, daß dieselbe resp. ein ttagt, daß einer Behörde ein Mißfallensvotum esth möge. Die Bürgerschaft hatte wegen der ttaurigen Waisenhause— der„Waisenvatcr" Schütz wurde stttlichkeiten mit Waisenmädchen zu 10 Jahren und eine hergelaufene Wästerin, Namens 3 Amerika, wegen ekelhafter Mißhandlung eines Waisenmädchens zu einem Jahr Gefängniß — einen Ausschuß eingesetzt, um die Angelegen. in der Bevölkerung so jjroßcs Aergerniß her» untersuchen. Der erste Bericht des Ausschusses empörende Thatsacken, daß es kaum begreiflich ist, einer bürgerlichen Aufsicht solche Schandthaten und, Jahre lang pafferen konnten, daß in mehr als 200J armen Mädchen einem so rohen Subjekt wie dem zum Opfer fallen konnten. Es kam hinzu, daß diel über die aufgedeckten Thatsachen um so mehr empört� der Vorsteher des Waisenhaus-Kollcgium, Senator ablehnte, den jetzigen Waisenhausoarer Oester zur Vernehmung im Ausschuß zu stellen. Der erste Be deshalb an einen verstärkten Äuss chuß zustickoerwiesen, m»" Anträge zu formuliren. Der nun vorliegende zwe# deckt noch weit schlimmere Sachen auf, gegen deren sich die Feder sträubt. Der Ausschuß kommt zu den« täglich« viesti � Einzel (Ei Alm NW oie tfcoer nrauor.-Ler Viusichutz lommt zu oei» 71 Resultat, daß die Waisenkinder weder zu dem Wassens zu den Verwaltungsmitgliedern, noch zu dem Predig Herli > � wöchent Stellungen °°n der E Sknoinmer %% Die Arzte Vertrauen hatten, um ihr Herz auszuschütten, die unglücklichen Mädchen bei einer Wästestn beklaM Antwost erhielten:„Das thut der Waisenvater aus v ist eine wahre„Pfütze", die hier aufgedeckt wird. D?, beantragt, daß der Senat dem Waisenhaus- Kollegs kennen gebe, daß es die ihm obliegende Pflicht der u»! Fürsorge für die ihm anvertrauten Kinder nicht er' Der weitere Anttag, ob die Waisen etwa zweckmäß mitten unterzubringen find, wird zum Gegenstand eirn Bestchts gemacht. Liegnib, 26. Januar. Die Typhusepidemie ist im Steigen begstffen; bis heute waren 654(jrfro« 33 Todesfälle gemeldet. Zur Ergründung der lltst Derektor des hygienischen Instituts der Breslaue Professor Dr. Flügge, hierher berufen worden. schaft wünscht man lebhaft, daß die Schulen auf. schlössen werden. Die Zöglinge der Rittel-Alademit, gehörige einen dabin gehenden Wunsch gcäußest, r .Heimath beurlaubt worden. Die Bstefträger fi*, Erlaubniß gebeten, auf ihren Bcstellgängen rauche» um fich dadurch vor Ansteckung zu schützen. Bereits auch geschäftliche Nachtheile geltend. In mehrere» ,. Umgegend wird öffentlich vor dem Besuche der SA- gewarnt; einem hiesigen Handwerksmeister, der!?. Militärpersonen arbeitet, wurde der Eintritt in die ferne verwehrt. Die Geschäftsreisenden meiden, s» möglich ist, unsere Stadt. Wie«, 24. Januar. Die„Allg. Wr. Mediz'? berichtet unter dem Titel:„Traurige Verwechslunge» aenden Vorfall aus dem allgemeinen Krankenhause' holt haben Verwechslungen von Medikamenten»% angerichtet, und wir find leider in der Lage, Ehronik um einen weiteren Fall zu bereichern. allgemeinen Krankenhause gab eine Wästestn der Abtheilung �Professor Salzer's zwei Patiente» " m...»um!»' i» R m i '" be, sbSä verordneten Bittersalzes— Oralsäure(welche zum Hände benutzt wird): die Folge davon war, dabJa darnach verschieb, während der andere nur mit wurde." Briefkasten der Uedakti" ,n, ersteh Sprrckstunden der Kedaktio« f nur von 13—1 Uhr Mittag« nnd 7—8, ©et anfragen bitten wir die Abonnementi-Quittung beizufitg�* Antwort wird nicht ertheilt. S. D. 50. Solche Sozietätsvesträge müssen gestempelt werden, und zwar innerhalb 14 Tage».«!.»Alle ha, dessen Namen und Wohnung Sie aus dem Ädces» sehen können. Ein Vestrag wird dadurch, daß die„4* Stempelung unterblieben ist, nicht ungiltig; ei»' und s, Kontrahenten muß aber den vierfachen StempelbetrW->Mn m zahlen.„j».Gericht A K. 3. Wenn Sie den An- und Verkauf �$(in""uh=6uter ?"fgenom in der Absicht betreiben, daraus einen regelmäßige» �;n tehen, so ist das ein steuerpflichtiges Gewerbe agisttat schriftlich angezeigt werden. Wird soU»..� �CagiUral jchnftlich angezeigt werden. Wird im*.# nur gelegentlich gemacht, so ist die Anzeige nicht fl»« ffnV» ntrkf nrrn hMM �. K l*. Sie�find nicht berechtigt,"von dem�� oufben" -»q. __ c irnw ii.ua ueieumgi, vv»- uur h � das gemachte Weihnachtsgeschenk zurückzuverlang. �»n Z Schenkung als Entgelt für die Ihnen gHsste B �--Allez v Dienste gilt. Wohl aber kann die Herrschaft v A � bai welche fle gemacht, zurückverlangen und, soweit sie � Sie sich standen, vom Lohne zurückbehalten, wenn das �% Majo 1. Februar gekündigt hat, ohne daß ihr gegründete � � sich„ach, dazu gegeben worden ist.„... S»' formen>ufan Abrede Ihrer Frau mit dem Hausverwalter,»kep» �„td kennen wohl den Knittelvers:„Was man new, tonn, sieht man als groben Unfug an.' Verantwortlicher Redakteur: V. Ero«tzei« in Berlin. Druck und Verlag von M« Kading in Berlin 8W„ Beuthstraße 2. e leeren?'