G3, im i Ubr im.... ton". Abends Turnverein v, ubr r (V. Man Tumhalle, mhaide" l »straße% Uhr im R laliger SK Restaurant Schüler der :„Albrecht enographen. Ke 129».—®! im Restaurach Verein Amd estaurant, LZ Uhr im RÄ ngsverein sttoostr#& Z7. Mittwoch, deu 1. Febrwar 1888. 5. ZohrK. eMlZMKll. Krgan für die Interessen der Arbeiter. «n.\n„it* u i* i tu .zelne Nummer 5 Pf. Sonntags-?tummer mit dem„Sonntags-!�, (Eingetragm in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Pf. JnsertionSaebuhr beträfst für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbcitsmarkt 10 Pf. Bn aräheren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcreinkunst. Inserate werden bts 4 Uhr Nachmittag» in der Erpedstion. Berlin SW., Zimmerstraße 44. sowie von allen Airnoncen-Bureaur, ohn« Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße Ä.— Erpedition: Zimmerstraße 44. aurigen wurde Jahren mens ig eines ängniß ngelc! iß zschusses Uch ist, AdonvtMtllis-Einladiing. �den Monat Febmar eröffneten wir ein neues Abonne- ."berliner Uolksblatt" en' und z-'"! wöchentlich erscheinenden Konntagsblatt. als 200 beträgt frei ins Hans monatlich ie dem wöchentlich 35 Vf. Bei Selbstabholung daß die« �edition. Zimmcrslraße 44. hr empört A 1 Mark pro Monat. Senat? werden von sämmtlichen Zeituugsspediteuren, � Don tet Expedition unseres Blattes, Zimmersttaßc 44. «nommen. Merhalb nehmen sämmttiche Postanstalten Be- 2% für die Monate Februar und März gegen Zahlung b7 Pf. an. Dir Redaktion und Expedition „Berliner Volksblatt". ler zur erste Beiudt Viesen, uni" "de zweNj. a deren tt zu dem m Waisen' Prel« un° lern Hütten, n beklagte» tcr aus 0 strd. Der s- llolleg st der un>' nicht weckm> stand J!er ein- cmie ist n� Ei/ranb der Ursa ccslaue» fitet Riesenstreik in Penn- . syivanien. P Ausstand der Kohlenarbeiter in der Graf- } High in Pennsylvanien zieht in hohem Grade die � Aufmerksamkeit auf sich. Die streikenden Kohlen- Bildeten bisher eine kompakte Masse von Nunmehr hat die Bewegung weiter um sich Angestellten und Arbeiter der Bahn von rtt3ww uach den Kohlengruben haben sich den V aM-iier s, �geschloffen, und so wird die Zahl derselben L-rWÄ« ;er h[*\%Men �at- Wer Sieger bleiben wird, ist noch nicht rauche» jürikiqmt, �'e Raeding-Bahn von Philadelphia nach den Bereits gegen deren Verwaltung der ganze Streik nehre�>W> Au-g��ichtet fft, wird sich wehren, da ihre Existenz von der in hinter >en, so des Streiks abhängt; andererseits werden . ter, hinter denen der bekannte Orden dct um° � Arbeit" steht, alles an Mitteln auf- M�ie Zuhalten. Medizi?|jfwliib�|achen dieses großen Ausstandes sind die ge- sslunge» 4% in err, f ee amerikanische Arbeiter sieht mit vollem �iihaus�, r Linie darauf, daß ihm sein Lohn nicht durch 3"#:'#% u n ver di|3�'""fationo?e't� seine gewaltigen und umfassenden atiente» gebrldet, die mit beträchtlichen Geldmitteln e zum�'U— JjBf] �euifiteton. ------(25 �ÄL> l Nachdruck verboten.) Der Erbe. von Friedrich Gerstäcker. mM Tw* beliufül)01 müssen •läff* m w-W f il Das>nan Friedrich Gerstäcker. fer?� roch allerdings delikat und b« ■ tchbn braun gebratenen Fleischgericht vi»».."Alle ZLetter."'--.....--- .../ iÄ-'Ä SZlÄÄt iaft D'' aber b»»?« � Kuh, bis auf die Klauen und it sie i»jch£n Sie n*®uter und Gehirn am liebsten! Aber as � Dtäm/'"' b/! Sie zu Kräften kommen." -ndete� L>e n r war der ganze Appetit vergangen, und er ,'.(e tufain/0"1 Wein. Aber auch der zog ihm .WIO« berf,. Wommen; er war van scbnöden Aevseln aevreßt bestand und ««% yWMrg aß die i| � �oaertAi.' ?" ein r,ef der Major entsetzt, indem ihm die ie Gabel wieder aus der Hand fiel. schrecklicher Gedanke, Rath! Sie cffcn Wb bitteT ,%\m'l�t3hnenberV" Ki.iyta, � w., »J« iM. p f-i» ibsoclffz/ en,"" ch habe in meinem Leben schon besseren ge- -Ute" „ich eief der unvenvüstliche Rath.„Das °i Kesii/�'llstens solchen, der besser schmeckte, aber (£-i\p ftA n�rlßffrn �eren, darauf en gesünderen! können Der Sie sich verlassen, arbeitet Ihnen das in den Streit marschiren können. Die amerikanischen Ar- beiter sind in solchen Dingen energischer als viele ihrer europäischen Kollegen; bei ihnen heißt es: prineipii* obsta!— das heißt, wo sich nur das Bestreben, die Löhne zu drücken, von ferne zeigt, wenden sie gleich die Spitze ihrer Organisationen da- gegen. Die genannte Reading-Bahn hatte Leute angestellt, welche billiger arbeiteten, als die übrigen Kohlenarbeiter, und die nicht zu deren Verband gehörten. Das Ersuchen an die Verwaltung, die Lohndrücker zu entlassen, blieb un- beachtet, und der Leiter der Bahn erklärten ganz ausdrück- lich, er lasse sich keine Vorschriften machen. Es wurde ein Schiedsgericht beantragt, das die Sache schlichten sollte, allein der Leiter der Bahn erklärte, sich einem solchen nicht unterwerfen zu wollen. Daraufhin brach die Arbeits- einstellung aus, die nunmehr im Gange ist. Dieser große Streik hat insofern ein besonderes Interesse, als er ein Schlaglicht auf das Verhältniß der großen amerikanischen Unternehmer zu der Gesetzgebung zu werfen vortrefflich geeignet ist. Man weiß, wie vortrefflich die amerikanischen Groß- Unternehmer es verstehen, das Publikum auszubeuten, und mit welcher Unverfrorenheit sie die Gesetze rechts oder links unbeachtet liegen lassen. Die Staatsverfassung von Penn- sylvanien enthält einen Paragraphen, der den Eisenbahnen verbietet, zugleich Eigenthümer von Kohlengruben zu sein und die Kohlen selber zu befördern. Die Kohleneisenbahn- barone haben nämlich eine förmliche Verschwörung gegen das Publikum geschlossen, um die Kohlenpreise in die Höhe zu treiben; cS ist ihnen dies gelungen und die ganze Be- völkerung von Pennsylvanien muß darunter leiden. Der bezeichnete Verfassungs- Paragraph ist indeß auf die Reading-Bahn nicht angewendet worden; die Eisenbahnbarone haben dies durch ihren Einfluß— man weiß nicht, auf welchem Wege— fertigjgebracht. Die Reading- bahn war am Rande des Bankerotts, wohin sie durch eine schlechte Verwaltung gebracht worden war; sie kam erst mit Hilfe englischer Kapitalisten wieder empor. Nun soll„ge- spart" werden, um die Divende der Herren Eisenbahn- barone empor zu treiben; daher die Heranziehung billiger Arbeitskräfte. Nun steht eben die Sache so, daß, wenn die Arbeiter hartnäckig bleiven, die ganze Bahn Gefahr läuft, zusammenzubrechen, denn sie kann keine großen Verluste er- tragen. Und dabei schwebt noch die Gefahr, daß der Ver- fassungsparagraph doch noch angewendet werden könnte, drohend über dem Haupte der Bahn. Die Wirkungen der Arbeitseinstellung, die in den Kohlengruben vor drei Monaten begonnen hat, werden empfindlich verspürt. In New-Aork ist der Kohlenpreis um zwei Dollars pro Tonne gestiegen. Man glaubt, daß, Innere heraus und macht Sie zu einem vollständig neuen Menschen! Aber nun trinken Sie auch und langen Sie zu." Der Major aß ein Stückchen Brot, um den Wein, und trank dann wieder einen Schluck, um das Brot hinunter zu bekommen. Er wäre nicht im Stande gewesen, ein Stück von dem Kuh-Euter auch nur an die Lippen zu bringen, ja bei dem bloßen Gedanken wurde ihm übel. Endlich waren sie fertig, und der Wagen hielt auch schon vor der Thür. Wie sie hinausgingen, klopfte der Rath an die Thür des Schlafzimmers. „Herzchen," sagte er zärtlich,„können wir Dir Adieu sagen?" „Ich bin noch nicht angezogen, Männi," antwortete die Stimme der Frau Räthin. „Na, denn leb' wohl, mein Schätzchen," erwiderte Rath Frühbach.„Ich komme bald wieder und bringe Dir auch etwas mit." „Apfelwein," dachte der Major und fühlte, wie ihm die Zähne schon wieder stumpf wurden. Dann gingen sie hinaus vor den Garten, wo der Wagen hielt, und fort rollte das leichte Fuhrwerk die Straße entlang, die nach Vollmers zu führte. Die beiden Verbündeten. Der alte Major von Halsen war, als er an dem Morgen zum Rath Frühbach kam, wie schon gesagt, gar nicht etwa gewillt gewesen, ihn zum Vertrauten in der Erb- schafts- Angelegenheit zu machen; aber Umstände verändern manchmal die Sache, und der Wagen schüttelte ihn nach und nach in eine andere Ansicht hinein. „Der verdammte Kasten hat, glaub' ich, gar keine Federn," sagte er, als sie eine Weile auf einem Feldweg hingerasselt waren;„er stößt Einem ja die Seele aus dem Leib." „Aber Sie glauben gar nicht," erwiderte der Rath, „wie wohlthätig das Schütteln auf die Verdauung wirkt, und ich spüre den segensreichen Einfluß jedesmal. Sie wissen, ich leide daran. Da fuhr ich einmal in Schwerin, wenn der Streik noch länger andauert, 50 Hochöfen gelöscht werden müssen. Es fehlt hauptsächlich an Leuten, welche die Verladung der Kohlenfrachten übernehmen. Man hat zwar eiligst billige ausländische Arbeiter herangezogen, allem diese können die geübten Amerikaner nicht ohne weiteres ersetzen. Die Arbeitseinstellung verläuft ruhig ohne alle Aus- schreitungen. Dessenungeachtet wird es nicht an den be- kannten Deklamationen gegen die Arbeiter fehlen. Man wird sie beschuldigen, muthwillig große Werthe zerstört zu haben, und was dergleichen gewöhnliche Anschuldigungen mehr sind. Nun, für uns liefert die ganze Angelegenheit nur den Beweis, wohin es führt, wenn man den großen Unterneh- mern völlig freie Hand läßt. Das lab-sez faire, laisser aller zeigt sich hier in seinen schlimmen Konsequenzen. Wenn die Gesetzgebung keine Schranken zieht, so werden, wie man sieht, förmliche Verschwörungen gebildet, bei denen das Publikum Haare lassen muß. Die unverschämten Ma- nipulationen der amerikanischen Kohlen-, Petroleum- und Eisenbahnbarone brauchen hier nicht des Näheren geschildert zu werden, sie sind weltbekannt. Der Staat und seine Behörden sehen gleichgiltig dem Treiben zu— oder sind sie vielleicht gar mitschuldig? Da greifen die Arbeiter ein und wenn es ihnen gelingt, der großen Verschwörung der Kohlen- und Eisenbahnbarone das Handwerk zu legen, so werden sie sich um die Gesammthcit ein großes Verdienst erwerben. Allerdings wird dies die Arbeiter schwere Opfer kosten. Wie wir über Streiks im Allgemeinen denken, haben wir schon oft dargelegt. Aber wir stellen uns niemals auf den Standpunkt der Philister, sondern auf den der aufge- klärtcren Arbeiter. � (Driginaf-fornfpondenjeiu München, 29. Januar. Die Verschärfungen des Sozia- listengesetzes sind ja wohl abgethan, nachdem die Abwesenheit des Reichskanzlers der nationalliberalen Mannesseele Mar- q u a r d se n den Muth gegeben, in seinem und seiner Partei- freunde Namen sich gegen dieselben auszusprechen. Für uns hier in Bayern hatten die geplanten Verschärfungen insofern ein besonderes Interesse, als durch die Expatriirung die Frage an- geregt wurde: kann dieselbe auch gegen einen Bayern ange- wendet werden oder nicht? Wer noch auf dem alten, wie es freilich scheint, mich bereits verbrauchten Standpunkt Luthers steht, der da meinte:„Das Wort sie sollen lassen stahn", für den konnte es freilich keine Frage sein, daß der Expatnirungs- Paragraph das bayerische Reservat der Hcimatbsgeseygebung in keiner Weise berühren konnte. Das Recht des Bayern, in seiner Heimath zu wohnen, sich dort aufzuhalten, steht außerhalb der Macht der Reichsgesetzgebung und kann durch dieselbe nicht be- wo ich etwas auf dem Lande zu besorgen hatte, mit einem Leiterwagen, weil kein anderes Fuhrwerk zu bekommen war, und zu Fuß war mir der Weg zu weit, obgleich ich täglich meinen Spaziergang mache und mich dann jedes Mal in Schweiß laufe— ich muß das schon meiner Gesundheit wegen thun— etwa dritthalb Stunden über einen Weg — einen Weg, sage ich Ihnen, Major, man kriegte Hühner- äugen, wenn man nur den Weg ansah. Wissen Sie, es war weicher Boden, wo sie an den sumpfigen Stellen hatten Knüppel hineinwerfen müssen, um bei nasser Witterung die Wagen vom Versinken abzuhalten. Nun aber war es sehr lange trocken gewesen und die alte Wagenspur so hart und fest wie ein Stein geworden. Da ging es denn hinauf und herunter, daß man die Zunge im Munde festhalten mußte, und wenn man einmal auf so eine Stelle mit Knüppeln kam— nein, ich versichere Ihnen, es stieß Einem geradezu den Hut vom Kopf herunter!" „Hören Sie einmal, Rath," sagte der Major, der nicht mit Unrecht fürchtete, auf dem ganzen Wege derartige Er- zählungen dulden zu müssen,„ich will Ihnen etwas sagen. Wissen Sie, weshalb ich heute nach Vollmers fahre?" „Sie? Nun, um den Apfelwein einmal an der Quelle zu trinken. Ich habe Sie ja lange genug darum gebeten, mich einmal zu begleiten." „Der Teufel soll Ihren Apfelwein holen," knurrte der alte Soldat,„er liegt mir noch wie blanker Essig im Magen! Nein, ich habe einen andern Zweck, und da Sie doch einmal ein Rath sind, so sollen Sie mir nun auch einen Rath in einer Sache geben. Aber ich muß ein bis- chen vorsichtig sprechen, sonst beißt man sich auf dem ver- fluchten Marterfuhrwerk einmal aus Versehendie Zunge ab." „Da fällt mir eine Geschichte ein," sagte der Rath. „Jetzt will ich Ihnen erst einmal eine erzählen," sagte aber der Major, fest entschlossen, den Rath nicht so schnell wieder zum Wort kommen zu lassen.„Sie haben mir ver- sichert, der Kutscher hört schwer." „Er ist halb taub. Sie müssen schreien, wenn Sie mit ihm reden wollen, und das greift einem die Lunge an." „Desto besser, denn er braucht auch gar nicht zu hören, ■ fcitißt werden, so lange Bayern selbst an seinem Reservatrecht festhält. Das ist so klar wie Sonnenlicht und alle juristische Rabulistcrei kann daran nichts ändern. Es giebt auch in ganz Bayern weder einen ernst zu nehmenden Parlamentarier noch Juristen, der einer anderen Meinung wäre. Trotzdem aber und obwohl die Angelenheit die Bevölkerung in allen Schichten aufregt— denn die Reservatrechte sind unserer Bevölkerung so lange als ihr Palladium gepredigt worden, daß sie an denselben ängstlich festbält— hat es weder die ultramontane Reckte noch die liberale Linke unserer Kainmer gewagt, an das Ministerium eine Anfrage zu stellen, und um Auskunft über diese für Bayern so hochwichtige Frage zu bitten. Die Angst vor Berlin steckt unseren„Volksvertretern" derart in den Knochen, daß sie über eine Angelegenheit Aufklärung zu fordern unterließen, die für die bundcsrecbtliche Stellung Bayerns im Reiche geradezu entscheidend ist. Wie weit die Entrüstung in der Bevölkerung, über den Versuch, das Rcservatrecht auf dem Wege juristischer Kniffe zu beseitigen, geht, zeigt eine Aeußerung der hiesigen, der Regierung sonst mit Haut und Haar ergebenen„Neuesten Nachr.", welche gegenüber einer Aeußerung der„Köln. Ztg.", daß„die Rechte der bayerischen Heimathsgesetzgebung auf der Staatsangehörigkeit beruhen, und daß elftere mit dem Verlust der letzteren ebenfalls hinfällig werden", meint:„daß mit solchen Auslegungskünsten die bayerische Staatsregierung sich um den entscheidenden Punkt herumdrückt und das Re- servatreckt, wenn auch nicht preisgiebt, so doch umgeht. Dessen Kern ist, daß kein Bayer aus seiner zuständigen Heimath ausgewiesen werden kann, und es ist eine juristisch vielleicht zu konstruirende, den Sinn des bayerischen Heimathsrechtes aber zerstörende Spitzfindigkeit zu behaupten, wenn der Richter einem Bayern die Reichsangchörigkeit abgesprochen und die Ex- patriinmg für zulässig erkannt habe, so sei der Betreffende eben auch kein Bayer mehr und die Regierung habe die Befugniß, ihn auszuweisen." So wie hier die„Neuesten Nachr." schreiben, denkt in Bayern Jedermann, nur daß die gefällten Urtheile meist noch viel schroffer lauten. Nur unsere Volksvertreter hatten nicht den Much, für das dedrohte Recht einzutreten; sie verkrochen sich hinter der Hoffnung, daß der Reichstag das Gesetz ja doch nicht annehme. Der hiesige demokratische Verein hielt am letzten Mittwoch eine öffentliche Versammlung ab, die von mehreren hundert Personen besucht war, und in der der frühere Reichstagsabge- ordnete K r ö b e r über eine lokale Angelegenheit und Herr Heinz Krieger in einer guten Rede über die bisherige Thättgkeit des Kartellreichstags referirten. In der Diskussion wurde dem Sozialdemokraten Auer durch den überwachenden Be- amten das Wort entzogen, als er die Meinung aussprach, daß man nicht wissen könne, wie lange es noch dauere, daß der Amboß von heute zum Hammer von morgen werde. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: „Die Versammlung erklärt sich gegen die Verlängerung der Legislaturperioden und des Sozialistengesetzes, sowie gegen jede Verschärfung des letzteren." n Unsere Äürgermei st erwähl, die so viel Staub a�f- gewirbelt hat, ist jetzt zum Abschluß gelangt. Der erste Bürger- weister ist penstonirt und der zweite an seine Stelle gerückt. Als zweiten neuen Bürgermeister haben aber die Ultramontanen einen jungen Assessor präsentirt, dessen Verdienst um das städtische Gemeinwesen darin besteht, daß er mit einigen der reichsten hiesigen Familien nahe verwandt ist. Bei der Einigung über die Wahl des Herrn Assessors wollten die Ultra- montanen einen Revers unterschrieben haben, in dem sich die Liberalen verpflichten sollten, nach drei Jahren, wenn etwa der „junge Herr" sich nicht bewährt haben sollte, den Ultramontanen wieder das Recht einzuräumen, den nothwendig werdenden Ersatzmann zu präsentiren. Wie würden wohl unsere Tugend- bolde von Entrüstung überschäumen, wenn ein solcher Aemtcr- schacher aus einer amerikanischen oder gar französischen Stadt gemeldet würde? Die bayerische Regierung hat eine Lieferung von OQOOO Patronentaschen an eine österreichische Militäreyencnfabrik ver- geben. Angesichts der neuen riefigen Forderungen für Militärzwecke muß es überraschend wirken, daß die für dieses Geld zu beschaffenden Ausrüstungsgegenstände dem Auslande hur Lieferung überttagen werden. In den Militärbäckereien wird Tag und Nacht Feldzwieback gebacken, ebenso wird in allen Militärwerkstätten mit Uederstunden gearbeitet. Alles natürlich zur Sicherung des Friedens. Politische Uebersicht. Der dritte Tag der Sozialistengesetzdedatte steht an Eindruck seinen beiden Vorgängern nicht nach. Bis weit in die nationallibcrale Presse hinein wird anerkannt, daß die Re- gicrung dem sozialdemokratischen Redner die Antwort voll- kommen schuldig geblieben sei. So hebt die„Nat.-Ztg." besonders hervor, daß zu der Behauptung in B e b e l' s Ausfüh- rungen, mehrere von denjenigen Bestimmnngen des jetzigen Sozialistengesetzes, welche als angeblich nicht ausrei- ch e n d noch verschärft werden sollen, seien bisher noch um was es sich hier handelt. Sie können doch verstehen, was ich sage?" „Jedes Wort. Ich habe ein Ohr wie ein Luchs. Da kam einmal in Schwerin..." „Bitte, lassen Sie mich erst aussprechen," fiel ihm der Major in die Rede,„und Sie zu gleicher Zeit ersuchen, das, was ich Ihnen jetzt unter vier Augen sage, vor der Hand noch als Geheimniß zu behandeln." „Ein Geheimniß, he?" sagte der Rath und zog die Augenbrauen in die Höhe. „Es wird hoffentlich nicht mehr lange ein Geheimniß bleiben," fuhr der Major fort;„aber vor der Hand und so lange wir nicht fest und entschieden auftreten können, muß es jedenfalls als ein solches betrachtet werden. Sie geben mir auch gewiß Recht, wenn Sie erfahren, um was es sich handelt— aber jetzt hören Sie." Und nun erzählte er dem allerdings genau aufhorchen- den Rath zuerst mit kurzen Umrissen den Stand der Familien- Angelegenheit des Wendelsheim'schen Hauses, den Frühbach aber auch schon ziemlich kannte, und dann den Verdacht, den er selber gefaßt habe und jetzt, ja in diesem Augenblick, bis zur Quelle verfolgte. Frühbach unterbrach ihn dabei mit keinem Wort, so erstaunt war er über eine Erzählung, die wirklich eine Pointe bot und zu dem Znteressantesten gehörte, was er in seinem ganzen Leben erlebt hatte. Nur„Hm und„Es ist die Möglichkeit!" oder andere kurze Ausrufe ließ er manchmal hören und schüttelte dabei, wie über etwas Unglaubliches, den Kopf. Endlich, wie der Major geendet hatte, warf er selber einige Fragen ein, die sich aber merkwürdiger Weise auf den Gegenstand bezogen, und schien jetzt so von der Wahrheit des Gehörten durchdrungen, daß er darüber ordent- lich in Ekstase gerieth. „Major," rief er und drückte daS Knie des neben ihm Sitzenden,„einen besseren Gehilfen als mich hätten Sie sich zu Ihrer Expeditton nicht aussuchen können— das ist gerade mein Fach, und jetzt sollen Sie einmal sehen, wie geschwind wir der Geschichte auf den Grund kommen; der Madame wollen wir auf die Hacken treten!" „Lieber Rath, wir werden ungemein vorsichtig zu Werk niemals angewendet worden, die Regierung vollkommen geschwiegen habe.„Auf diese Behauptung"— so schreibt sie—„welche, wenn sie begründet wäre, das seltsamste Licht auf die Vorlage werfen müßte, konnte man eine sofortige Er- widerung vom Regierungsttsch erwarten. Aber obgleich Herr v. Puttkamer mehrere der an der Handhabung des Sozia- listengesetzcs in erster Reihe betheiligtcr Beamten neben sich hatte, erfolgte weder von ihm, noch seitens des ebenfalls das Wort ergreifenden sächsischen Bevollmächtigten Dr. Held eine Klarstellung. Man muß sagen, daß so seltsam wie diese Vor- läge auch ihre Vertretung im Reichstag gewesen ist." Die Haltung der ilationallibrralen in der Sozialistengesetz Kommisston soll nach der„N. L. C." folgende sein:„Man wird erwarten können, daß über die augenblickliche Entscheidung der Frage hinaus die Erörterung sich darauf er- streckt, was nach Ablauf der abennaligen Erneuerungsfrist gegenüber der sozialdemokratischen Agitation zu geschehen haben wird. Man dürfte endlich der Frage der Rückkehr zum ge- meinen Recht näher ttctcn, nicht als ob jetzt gleich vollständige Gesetzesparagraphen in dieser Richtung vorgeschlagen werden könnten, aber die Forderung, die bisher ein ziemlich inhaltloses Schlagwort gewesen, wird doch jetzt einmal nach ihrer Möglich- feit und Durchführbarkeit untersucht, es werden allgemeine Grundzüge als Richtschnur für eine Bekämpfung der Sozial- demokratie auf dem Boden des allgemeinen Rechts vorgeschlagen werden müssen. Wenn man sich über eine solche allgemeine Richtschnur verständigen könnte, dann— meint das national- liberale Parteiorgan— könnte in der Zwischenzeit bis zum Ab- lauf der neuesten Verlängerungsfrist die Regierung den Versuch machen, bestimmte gesetzgeberische Vorschläge zum Ersatz des Sozialistengesetzes auszuarbeiten."— Gt> die Kestimmungen des Ausnahmegesetze« selbst nicht schon jetzt gemildert werden können, verdient, so schreibt die nationalliberale„Magd. Ztg.", ernstliche Erwägung.„Die Ausweisungsbefugniß zum Beispiel, deren üble Wirkung selbst von konservativer Seite anerkannt wurde, könnte man wohl entbehren." Die Klamage der„Hrrunta." Die„Nat.-Ztg." schreibt im freundnachbarlichen Tone ihrer Kartellschwester, der„Kreuz- ztg." folgendes ein:„Die„Neue Preuß. Ztg." versichert am Schluß einer überaus konfusen Erörtcmng über die Sozia- listenverhandlung, in welcher die Nationalliberalen der— Konspiration mit Freisinnigen und Sozialdemokraten bezichtigt werden, daß von ihr der crsteren Pläne„bis ins Kleinste hinein durchschaut werden". Dieser Scharfsinn setzt uns durchaus nicht in Erstaunen bei Leuten, welche die Lage vor vier Wochen dergestalt„bis ins Kleinste hinein durch- schauten", daß sie die Nationallibcralen im Unteroffizierton anherrschten: der Entwurf sei ohne weiteres anzunehmen und es möge sofort erklärt werden, ob man sich unterwerfe. Wer sich so grenzenlos blamirt hat, wie das Organ der äußersten Rechten in dieser Angelegenheit— und auch anderweitig in der jüngsten Zeit—, der muß sich allerdings selbst das Zcugniß des tiefen politischen Blickes ausstellen, denn— andere Leute thun es nicht!" Herr Kamkerger und das Sozialistengesetz. Die „Frkf. Ztg." schreibt:„Mit uns erkennt Herr Bambcrger die Konsequenz an, die in dem Antrag auf Verschärfung des Ge- sctzcs liegt, er— der einstige Befürworter— sieht sich auch deshalb genöthigt, das System, das er inauguriren half, jetzt preiszugeben und zu verurtheilen, er bricht damit den Stab über die eigene politische Vergangenheit. Der Bamberger von 1878 war durchaus nicht der Ansicht,„im Sckoße der NationI habe jeder das Recht, nicht nur zu kcben und sich zu ernähren, son- dem auch seinen politischen Bestrebungen nachzugehen und niemand habe ein Recht, ihm zuzusetzen, so lange er sich nicht itäten, an Gesetz und Reckt"; der Bamberger vergreife an Autoritäten,... von 1873 rief den Sozialdemokraten zu: Ihr verleugnet den Staat, also hat der Staat das Recht, Euch auch zu verleugnen! Heute nennt er das eine Auffassung,„bei der es eigentlich nur darauf ankommt, wer eigentlich die Gewalt hat, der Stand- punkt des französischen Absolutismus"— des Jakobinerthums nicht minder—„der jetzt wieder modern wird: I'- tat«'est moi(der Staat bin ich). Ja, diesem verwerflichen Standpunkt dankt das Gesetz gegen die Sozialdemokratie, danken die Kultur- kämpf- und Antipolengesetze ihr Dasein, und das Schlagwort: „nakionale Interessen, nationale Zwecke", über dessen Mißbrauch jetzt Herr Bamberger so hochgradig entrüstet ist, hat niemand verschwenderischer im Munde geführt, als er und seine Freunde, als sie noch ungeärgert Herrn Delbrück an der Seite des„Heros des Jahrhunderts", des„providentiellen Mannes" sahen. Auch dem Meister, der sein Werk verwirft und als eine Verirmng beklagt, können wir nur sagen: Ex ore tuo te judico(Mit deinen eigenen Worten spreche ich dir dein Urthcil). Seine späte Einficht und Reue in Ehren, aber die Verschuldung, die er auf sich geladen hat, ist damit nicht von ihm genommen; die Geschichte rennt die mildernden Umstände nicht, mit denen unter dem Eindruck glänzender Beredtsamkeit die Mitwelt so freigebig ist, sie sagt unerbittlich: Je tiefer der Fall war, desto größer die Sünde." Angeblich soll der schweizerische Kundesrattz eine gehen müssen, da wir eigentlich noch gar keine wirklichen Beweise in den Händen haben, sondem nur einen, wenn auch sehr stark begründeten Verdacht." „Eigentlich hätten wir uns gleich einen Polizeidiener mitnehmen sollen," sagte der Rath, der indessen nur seinen eigenen Gedanken gefolgt war. „Daß der Alles gleich von vornherein verdorben hätte, nicht wahr?" rief der Major.„Wir können doch die Frau nicht arretiren!" „Gott bewahre!" schüttelte Frühbach mit dem Kopf; „denken nicht daran. Aber Sie glauben gar nicht, welchen Eindruck eine Uniform macht. Ich bin mir doch wahrhaftig nichts Böses bewußt, aber wenn selbst zu mir ein Polizei- diener ins Zimmer tritt, fährt's nur immer gleich in die Kniekehlen. Denken Sie sich, da sitz' ich einmal in Schwerin..." „Sind Sie denn in Vollmers bekannt und wissen Sie, wo jene Frau Müller wohnt?" „Ja, lieber Major," sagte der Rath,„ich kenne zwei verschiedene Müller in Vollmers. Erstlich heißt unser Wirth so, von dem ich den Apfelwein beziehe, und dann giebt's auch noch einen Butter- und Käsehändler Müller im Orte, von dem sich meine Frau immer Handkäse bringen läßt." „Aber der Müller ist lange tobt." „Der Käsehändler? Nein, er war noch vorige Woche bei uns." „Nein, ich meine den Mann von dieser Müller; sie ist ja Wittwe." „Za so, von der— nun, die wird auch aufzutteiben sein; Vollmers ist nicht so groß. Wenn Sie nur wenigstens wüßten, wie der Mann ihrer Tochter heißt; an einem solchen Namen hängt manchmal viel. Da lebte bei uns in Schwerin..." Rath Frühbach hatte heute mit seinen Erzählungen Un- glück. In dem nämlichen Augenblick, wo er wieder begann, that das Pferd einen Ruck, wurde scheu und fing an zu ga- loppiren. „Na, das fehlte uns auch noch," rief Frühbach, sich er- schreckt festhaltend,„daß der alte, halbblinde Gaul mit uns Untersuchung gegen den Polizeihauptmann Fischer ang« aus de haben. So meldete der Berner Korrespondent der„iköla KWlid) öie<- Das„Weltblatt" geräth aus Freude über diese Meldung!c die Borgest dem Häuschen, stellt Herrn Fischer das Lob aus, daß»«Wt lassen, d ihrer Meinung„zu seinem Berufe möglichst wenig@; und, vielleichi habe" und gratulirt dem schweizerischen Bundesrath zu' len JaD der so rasch bewiesenen polittschen Einsicht."— Irgend eine d- Ties Gerüc tigung dieser Meldung der Kölnerin liegt nicht vor, dafiu�Mr b. Puttk liegt die Vermuthung sehr nahe, daß der Berner KorUswegs allein; beut des Blattes wieder einmal dreist gelogen habe jjwt— nur nennt, Ein» obskure Korrespondenz, die sich„Verl. Inf-?~ anflenor will aus„bester Quelle" folgende Meldung �!1 Aerchj haben:„Wie wir vernehmen, find vertrauliche Bcspi�°/�e auf i'iA?; V.") i auf diplomatischem Wege einaeleitet, um Meinungsäuße« �»A. V.") der einzelnen Mächte herbeizuführen, wie die Schweiz'»��hrung viv vuijuuiu l,ilUCläU|Ul)lCll, iure Vit C! a) IU l' 3„.rr.'-""b l zu bringen sein möchte, das A s y l r e ch t für Reoolu. rtpialen P aller Nationen, wenn nicht aufzuheben, so doch in dem. 5 1 ctn, gewü einzuschränken, daß es fernerhin nicht mehr zu einer Gefäh° VHLugenwä der Sicherheit aller Staaten mißbraucht werden könua. wcht emve die Schweiz bereits die Ausweisung aller Anarch'. Q�er man � beschloffen hat, dürfte es der Bundesverfassung nicht im- nahe mit liegen, die Ausweisung auch auf alle notorischen sozialdm« ,» zu einer tischen Agitatoren zu ersttecken, zumal es wohl auck �. fnr 0.e«eemfl Schweiz nicht bestritten werden durfte, daß der Soziald»*.'**$tv tismus nur die Vorstufe des Anarchismus ist."— Die# nher d ist offenbar erfunden. Es ist der Schweiz gar nicht ein# l« Vjnrung die Ausweisung„aller Anarchisten" zu beschließen, es W Gaben, d< sich bei der letzten Ausweisung bekannttich nur um«jj a jju. r Herrn pruvoca-eurs". Die famose Logik des letzten Satzes in Fall geführten Mittheilung der„Bcrl. Jnform.", mit der% M�dung b fähr alles beweisen ließe, weist auf eine recht trübe Ln»"Äm,.- er aus der diese obskure, neu erstandene Zeitungskorrcspand»' ��izugcben schöpft hat. versu jjjdte nicht ? ber Soz ÄfS f'cheirattt- der Re e bei.( Jen des lebel zu und Hau w Auch de Lerhandlr Annes I Mtagsgebä Q Schn Zur Miitrdigmtg der Angriffe de» Herr«. von Puttkamer gegen die Schmelz wird es— der Züricher Korrespondent der„Franks. Ztg."— du folgendes zu erfahren:„Längst hatte die sozialistische leitung in Zürich eine Liste von 12 Spitzeln in Händ� Haupt fehlte und, obwohl verdächtig, konnten keine gegen ihn aufgebracht werden. Man entschloß sich I Mittel, wie es eben gegenüber feigen Subjetten vom dieser Leute anwendbar ist, zur Ucberrumpelung. In' müthlichen Zusammenkunft wurde plötzlich gefragt, w ein Spion unter den Häuptern wäre, zu thun sei. I — auch Haupt— erklärte, alsdann fei eine Hauss» nothwendig. Jetzt hieß es:„Gut, wir unterwerfen' dem Urthcil und es ist dessen Vollftteckuna nöthig;' Anzeichen für Verrath unter uns find vorhanden. H fangen bei Dir an!" Augenblicklich knickte Haupt weinte und bat um Schonung. Was er auslieferte, alles freiwillig. Auch seine Reise nach Zürich Folge freien Ensschlusses; er wollte sich verantworten, lag sehr viel daran, in Genf sein Geschäft in Kohlen, Syphons fortbetreibcn zu können. Hier angekommen-jj mit Beweiseinlieferung der Polizei signalisirt. Sie ihn unter Direktion deö Bundcsraths. Ganz e b e n s o-, jegliche Zwangsmittel einzig durch die Macht lich hereinbrechenden Wahrheit gegenüber der Lüge h�, „Strolche" auch Schröder entlarvt. Beiläufig w« Schröder beim Schlofferstreik einer der Haupthetzer � Hauptwache und im Schüyenhaus; wie auch bei an legcnheit rieth er zur Anwendung von Dynamit, wovon Patronen(aus deutscher Fabrik geliefert) bei sich zu tr« hauptete. Schröder hat schriftlich die Freiwilligkeit ständnisse bezeugt. Bei ihm mußte auf DenunziaW» Haussuchung gehalten werden des Dynamits wegen. lizei fand trotz haufcmveis verbrannter Briefe noch B nug, daß er einerseits mit der Berliner Polizei, anderem Anarchisten wie Kaufmann verkehrte. Haupt ist Freit prif tuutsches Gebiet abgeschoben worden. Er verließ dr tn sudlicher Richtung.- Die„Züricher Post" erklärtt�.y.-Mag u ttzeihauptmann Fischer habe korrekt gehandelt, da ÄS Z««rem j&u ßsmM 30 traten ti war Bebel , aber war # % richer Strafrechtspflege derartige Mittheilungen ertaub gens war die Untersuchung beendigt. Die„Züricher klärt alle Angaben der„Kreuzzeitung" über die Vm reine Erfindung. Singer als betheiligt ansehen mußke und Artikel 7*'�(r-ji.. ....... w Durch die Ausweisung der polizeiage�)%�N4e% der Schweiz ist— so meint die„Franks. Ztg. weiskette geschlossen„und fürwahr nicht zur Ehre der Polizei. Die„Krcuzztg." wird wohl nicht mehr de» haben, von„noch nicht abgeschlossenen Akten" zu die dreiste Stirn des Herrn Stöcker, der am Freitag.? einer Volksversammlung zu sagen wagte:„Herr v« heute im Reichstage zwei Stunden lang unwahre Dingt die der Minister zum größten Theil widerlegt hat",'' eines neuen„Wahrheits"glanzes erfreuen." Wankt der Ministersessel de« Herr«*' kamer? Zu dieser von einigen naiven Organen des freistnns und der Nationallibcralen aufgestellten W" wird dem„Hamb. Eorr." aus Berlin geschrieben:„Vi durchgeht. Gräben." Auf der einen Seite sieht er u d Ghe » aber die Zügel auf, zog dem alten Gaul ein paar � det ii'frei Peitsche über und brachte ihn bald wieder zu ein� Haym ntetj ständniß seiner Lage, das er auch wohl kaum �%n UlT"ni Augen verloren. Er hatte sich nur einmal in,'te Erfind,,« setzen wollen, oder auch vielleicht die schon ga�(P&& Häuser von Vollmers entdeckt, wo er den Stall u" Futter kannte. (Fortsetzung folgt.) Au« Kunst und Kebr«. 3m Srrlinrr 2. Februar er. eine itadttheater kxtravorstellung für Frl. Franziska Häser. Zur" Aufführung geW, kL zu Allgold, oder drei Thränen, Mmvf>(mM,n»siiiel iN...t'd worin die Benefiziantin die Frl. Häser ist ein langjähriges" und sehr beliebtes.' die S kl, ■—' und somit dürfte dieselbe wohl ein..... Uc dieser Bühne, und somit dürfte dieselbe wohl ein v"-' KT'? Nur nidft an ihrem Ehrenabend zu erwarten haben. Jichen Garibaldi s erste Lirb». In den soeben EA Werden. Denkwürdigkeiten Garibaldis hat sich der berühmte Freiheitskämpfer mit größter Treue abkonterfeit. Aus l n%tl)cj[cn' tele" i iahe en. seiner amerikanischen Abenteuer greifen wir nur o � � e o sich über seine erste Liebe heraus. Von feinem Schiffe � a Geltung mu —-».g or,:u habx" aus steht er eines Tages an der Küste ein schönes, Er fährt gleich in einem Nachen ans Land unv Manne der Schönen in sein Haus geladen.„Die die ich erblicke, ist diejenige, deren Sch lich ans Land gelockt hat.... Wir blieben z«"jf■« eine Art Verzückung verloren. Dann plötzlich erlang Kraft, ihr zu sagen:«Du mußt mein werden"--' damit eine Verpflichtung übernommen, die nur.'!?,. "> Schsi n zwei nach Liebe dürstende Herzen sich durch Ä ff it�A fonft"be icke Macht vereinigt fanden, so geschah dies k'B i'• t'< Angaben wenn. stehliche dem das Leben Anita ward die th eilte seine Strapaz Kriegen und bedienre oft sogar im Kampfe die S" »g Mischer aW aus dem bisherigen Verlauf der Sozialistendebatte, ent der die Stellungnahme der nationalliveralen.Partei :se Meldung* die vorgeschlagenen Verschärfungen, haben das Gerücht ch aus, daße klaffen, daß der Minister v. Puttkamcr ziemlich allein lo rliche Bcsvreä> er ischen sozi wohl auch der Sozil - Die iar nicht ei »ließen, h nur um r Satzes in , mit der jt trübe lgskorrespoi chst wenig@1:""�welleicht sogar nach dem Wunsche des Reichskanzlers, endesrath z»™ der neuen Bestimmungen hineingezogen werden Irgend eine t■.ßies Gerücht beruht auf falschen Vorstellungen. Der icht vor, dastl ltt j, Puttkamer steht in Sachen des Sozialistengesetzes erner fllnnvwcgs allein; im Bundesrath ist es mit großer Stimmen- gen hade»u— �ur wenige Staaten waren gegen die Verschär- sich„Berl. 3»; i'. angenommen worden, und wenn eine Verstimmung Meldung gn??., am Reichskanzler und seinem Mitarbeiter vorgekommen n f' UIIV Iimtm wv*.yv4vmmtiv h% mQUf anderem Gebiete(Waldersee- Versammlung? �Mrung genießt, nicht nachwirken können. Inder • für Rcoolut Liberalen Partei giebt es zwar, und nicht erst seit heute doch in dein?"ern, gewichtige Stimmen, welche in manchen Punkten zu einer GeW �. äjflnnoärtigen Verwaltung des Ministeriums des «erden könne" einverstanden sind und eine andere Leitung wün- Anarä� � rman tritt der Einsicht und Gewissenhaftigkeit der sung nichts- nahe mit der Annahme, daß sie sich hierdurch in ihrem Herr« rd es— z."- dici sozialistische , Zu einer so schwerwiegenden gesetzgeberischen Maß- im beeinflussen lassen." Fernbleiben de» Reichskanzler»»an de« über da» Sozialiäengesetz hat die„Frsg. Ztg." «NIarung:„Vielfach scheint man im Publikum er- .«den, daß Fürst Bismarck in dieser Sitzung zum Herrn v. Puttkamer erscheinen werde. Dies ist Kfc Fall gewesen. Fürst Bismarck will sich offenbar ü!Mung bis nach Ablauf der Kommissionsberathung b oh er die Verschärfungen des Sozialistengesetzes Äugeben, oder im Konflikt mit den Nationalliberalcn Am versuchen soll. Ob das eine oder das andere ge- Äte nicht von parlamentarischen Reden oder Vor- der Sozialistendebatte, sondern einzig und allein von Pn Situation der inneren Politik abhängen, wie j_____-jj i�'unen einigen Wochen herausstellt." a in Händ» gj i'riratb Krüger wohnte— wie verschiedene Blätter inten keine � �L,. der Reichstagssitzung am Montag auf der Journa- hloß sich iL bei. Er verfolgte mit großer Aufmerksamkeit die etten vom£ des Abg. Bebel, war aber plötzlich verschwunden ung. In � � Bebel zu einer Darlegung der Verbindung der Agenten gefragt, und Haupt mit ihm und dem Polizcirath von.Hacke in sei. 5 A Jituch bei früheren Berathungcn über das Sozialisten- : H a u s su i» Herr Krüger von der Journalistcntribüne den lterwerfcn � l|*t Debatte. Der„Berliner Börsencour." schreibt;„In der �Verhandlung des Reichstags wurde auch erwähnt, daß nöthig; y, inden. H Haupt ausliefette, ach Zünch ntworten, n Kohlen, ekommen rt. Sie z c b e n s». die Macht WJ :t Lüge habe». eiläusig n>m aupthctzer"1 s bei an imit, wovon i sich zu M Billigkeit% DenunzianA ! wegen. e noch Bi MS verließ dp t" crkläi t, da er ürtikel 7V'P zcn erlang Züricher die Vl e eines Juweliers Fumagalli in der Leipzigerstr. 130, i i!, �ugsgebäude gegenüber, für die Berichte der Polizei *?er Schwei» eine Deckadresse aewesen sei. Die WaK S�weiz eine Deckadresse gewesen sei. Die Wahl ' Adresse erklärt sich ziemlich einfach: Die Inhaberin erklärt sich ziemlich einfach: u'fumagalli ist in zweiter Ehe mit einem Kriminal� larnts Namens Göttlich vcrheirathct." i'l, gestrigen Notiz über die Theilnahme der Sozialistengesetz- Kommisston war zum Schlüsse lvm» an den Berathungen des Gesetzes schon 1878 habe. Aus dem Zusammenhang dieser Stelle L..xsnn herausgelesen werden, als Hütte Bebel schon der Sozialistengesetz-Koniinisfion angehört. Dies Mty' ii ir �niinltftpnrrpfHi s(tnmmtfffnn Bei der Wahl zur Sozialistengesetz- Kommission zwar mehrfach der Wunsch geäußert, auch einen Giraten in dieselbe zu entsenden und von seinen Partei- war Bebel auch dazu ausersehen. Nach langem Hin- und oder war man sich darüber einig geworden, Herrn wann zu nehmen, dieser aber verzichtete zu - 5 Bebels. Obwohl nun eine solche Verzichtleistung "«t als auch später stets akzeptirt wurde, so geschah Z. das Ueberraschende, daß die zweite Abthcilung, Bebels nominell zu vollziehen hatte, den % und an Stelle Bebels den Professor G n eist •fliirt, uhat infolge dieses Streiches der Kommission nicht Münchener„illeuesten Nach- Sozialistengesctzes im brachst nämlich bereits Ztg." Ehre der mehr dc" ten" zu t Freitag „Herr ahre Dinös egt Hab,' -schlössen gegen die Verschärfung des So. Die Reichspartei in überwiegender Mehrheit da- zh.-Mahme des Gesetzes, ohne Verschärfungen ge- '"teft �?8 wohl diese„Originaldepesche" das Licht der baden i N-rr« ganen ellten :ben:„Vl ngenickt ein pac c zu l kaum ral in "ÄLää J �Upt}Ci„A-'Zneten an der Untersuchung gegen Schrö schon ga> Stall u"' srt«» und jch-r ein Kartell zwischen den"hiesigen De 1»o« ��Ndvw, ��wokraten berichtet wird, Jst tn ledcm Das„Leipziger Tageblatt", welches die . vu Ist hat, als ziemlich einziges Blatt in Deutsch- der»-��wtriimngsgcsetz cingestetcn zu sein, hat in M, fchinettcrndcn Niederlage dieses„neuen" Gesetzes det n, �ständig verloren, daß es keine Worte dar- .sinina-s bisher mit größtem Eifer für die � brachte es am Sonntag einen Leitartikel stcheg der Türkei in der gegenwärtigen Krise". 8 schon. kümmerten die Philister von Leipzig sich wachzul-k« bie Völker hinten in der Türkei— wie im ouieicn. nL musr i ®*«b«" das„Tageblatt" ihn wohl kennt? "'.�n» Rirsbach Zürich, 30. Januar da- Curti, �'dig. Redaktion der„Züricher Post". �unllrsl��uterftübung der Stadtmission ist L" v. B"ichticben haben ihn von nativnalliberalen Lacher"�'v- Bennigsen, Prof. Gncist, »wwm i [gnes sp'Ä fl Enmklika. Dem Vernehmen nach beliebtes M die S s, an b>e Bischöfe Südamerikas eine Enzyklika ihl ein''[? nur niif0°- n- m a n z i p a t i o n.— Möge diese Bi&x/" das falsche Kouvert gerathen und an •to��ben.- als Lösung unserer sozialen Frage vcr- uardsen und Miquel.— ,"""-"i uiä ein ziemlich vollständiger reak- lender brauchbar. Stöckers Name fehlt unter unzweifelhaft ist er unter dem anonymen '-..... Stadtmission" zu ver- nur spärlich be- soeben ..«b,?8; Januar. Herr Bäckermeister Oueva !önes, Zur» ctn' rAZ 5'iZfe.lie,t die Rede ist. i suvaM-d.-fstitj i„ lun8en gemacht, welche abwechselnd bestätigt Ges-b"�'"urden. Natürlich giebt aber die Form der von re . Singer und Bebel inszenirten Enthüllung zu mannigfachen Kommentaren Anlaß. Es ist nicht ungewöhnlich, daß man bei der großen Oeffentlichkeit, wie sie in der Schweiz gepflogen wird, dritten Personen Einficht in die Prozeßakten gestattet; dabei ist jedoch vorausgesetzt, daß die Untersuchung abgeschlossen sei. So haben in Zünch die„Neue Züricher Ztg.", die„Züricher Post" und andere Preßorgane kürzlich über die Fälle Ehrenberg und Schröder ausführlich berichtet, offenbar well ihren Redattionen erlaubt wurde, die'eckten einzusehen. Ob nun den Herren Singer und Bebel gleiches gewährt wurde? Man vermuthet, sie seien durch die vielen sozialdemokratischen Zeugen, die in der Angelegenheit verhört wurden, an kait gesetz worden und haben die von ihnen bezeichneten Thatsachen also nicht von der Polizei selbst erfahren. Letztere aber bestätigt nun die Richtigkeit der Angaben und trifft jene Voraussetzung zu, daß in Zürich die Untersuchung zu Ende geführt war, so widerspricht das möglicherweise anderswo ungekannte Verfahren den hiesigen Rechtssttten nicht. Was den Buchdrucker Bührer anbe- trifft, so bin ich in der Lage, einiges weitere von dem Manne zu erzählen. Derselbe war längst in ungünstigen Finanzverhält- nissen und ergriff das Anerbieten zum Druck der„Freiheit" als Rettungsanker. Er war Alles in einer Person: Prinzipal, Setzer und Drucker seines Geschäfts und so nur ist es möglich geworden, die Herausgabe der„Freiheit", auf die man in Zürich -oahre lang fahndete, geheim zu halten. Interessant ist, daß Bührer für den Titel des Blattes keine Schrift hatte und eine solche erst kaufen mußte; er that dies, indem er sich, an- geblich um ein Unterhaltungsblättchen für einen Gesellschaftsabend zu drucken, die Buchstaben geben ließ, welche das Wort„Froeh- lichkeit" zusammensetzen, die er dann zurechtlegte und zurecht- feitte, bis daraus„Freiheit" entstand. Mit Schröder und den anarchistischen Redakteuren kam aber Bührer bald in Stteit und als sie Drohungen gegen ihn ausstießen, suchte er aus dem Handel herauszukommen, machte Andern Mittheilung von dem Vorgefallenen und beichtete zuletzt, wie es scheint, auch den Herren Singer und Bebel. In einem neuen Blättchen, das Bührer in Schaffhausen druckt, betheucrt er, geglaubt zu haben, daß Schröder ein wohlhabender Mann sei und blos aus polittschem Haß die Herausgabe der„Freiheit" bezahlte. Heute Nachmittag hat nun der Bundesrath eine Reihe Beschlüsse publizirt, welche sich auf die bezeichneten und anderen Vorgänge gleicher Art be- ziehen, v. Ehrenberg, Haupt, Schopcn und Jgnaz Mctzler wer- den des Landes verwiesen, bezw. denselben(da v. Ehrenberg ge- flohen ist) das Betreten schweizerischen Gebiets untersagt. Schopen und Mctzler sigurirten seiner Zeit mit von Ehrenberg als Zeugen Attenhoffers, des in dem betreffenden Prozesse wegen Verleumdung verurthellten und in Zürich gegenwärtig inhaftirten Redatteurs, und ein vierter Zeuge ist soeben wegen Verbreitung falscher Gerüchte um 100 Fr. gebüßt worden. Die Züricher Gerichte hatten es mit einem wahren Rattenkönig von Prozessen zu thun, zu welchem die saubere Klique den Anlaß gab. Mit ihren Denunziationen haben sie sich jedoch zuletzt selbst das Grab gegraben; man erkannte sie als Anarchisten und Agenten. Ten letzteren Titel legt ihnen der Bundesrath allerdings nicht bei, sondern er beruft sich nur auf den Artikel 70 des Bundesstrafrechts, mit welchem er bisher gegen die Anarchisten vorzu- gehen pflegte. Auch andere Agenten, wie Friedemann, welcher einen Studirenden aus hohem preußischen Adel(der Name ist in der Diplomatie und im preußischen Heere sehr bekannt) zu Majcstätsbcleidigungcn verleiten wollte und ihn nach Berlin denunzirte, war dem Bundcsrath als Agent bekannt, wurde aber— offenbar damit die internationale Höflichkeit gewahrt bleibe— nicht als solcher bezeichnet, sondem als Anarchist, und da er einem anarchistischen Zirkel angehörte, ausgewiesen. Was Schröder betrifft, so ist derselbe Burger der Schweiz und kann nicht ausgewiesen werden. Dagegen wird er den Züricher Ge- richten zur Beurtheilung überliefert und es ist wahrscheinlich, daß sich Bestimmungen finden, nach welchen die„Propaganda der That" an ihm geahndet werden kann. Nebenbei hat der Bundesrath aber auch den Züricher Behörden aufgetragen, gegen den„Sozialdemokrat" einzuschreiten, wenn derselbe sich Aufreizungen zu Schulden kommen lasse. Auf diese Maßregel war man schon seit einiger Zeit gefaßt, kann sich aber nur eine Ahndung innerhalb des Gesetzes vorstellen, nicht eine nach Zürcherischen Gesetzen unstatthafte Unterdrückung des Blattes. Mäßigen sich die Sozialdemokraten, so werden sie sich um die Schweiz verdient machen. Seit Herr v. Röder den Gesandt- schaftspostcn in Bern verlassen hat, sollen die Polizeiangelegen- heilen zwischen Deutschland und der Schweiz zu einer Bedeu- tung gelangt sein, welche sie früher nicht hatten und die Stellung der Bundcsbehörden ist auch deshalb noch schwieriger geworden, weil in ähnlicher Weise Italien auf seine in der Schweiz be- sindlichen Sozialdemokraten ein scharfes Auge hat und schon wiederholt, selbst in Fällen, die sich nachher als harmlose herausstellten, vorstellig geworden ist. Der schweizerische Bundesrath ist wahrlich um diesen Theil seiner Thätigkeit nicht zu beneiden; seit 1849 hatte er darin nicht mehr so viel zu thun. Wegen der Folgen des Expa- tnirungsgesetzes, sollte dasselbe in Kraft treten, ist man in der schiveizerischen Bevölkerung sehr besorgt. Bereits sind in dieser Richtung in zwei Volksversammlungen Kundgebungen erfolgt, so in der Stadt St. Gallen. An verschiedenen anderen Orten hat man davon abgeralhen, hoffend, die Vorlage werde vom Reichstag verworfen werden. In schweizerischen Abgeordneten- kreisen soll eine Interpellation an den Bundesrath für die März- sesfion der Bundesoersammlüng in Aussicht genommen sein. Die Presse aller Parteien spricht ihr Bedauern darüber aus, daß die deutsche Regierung auf den Gedanken der Expatriirung kam, und '.......... ve Blätter, wie die„Ostschweiz", das„Basler katholisch-konservative_..... Volksblatt" u. s. w. beschwören besonders kräftig die Zentrums- abgeordneten, gegen dieselbe zu stimmen. Frankreich. Neben den Parlamentsdebatten geht nun der Wilson- prozeß noch immer weiter und droht von Tag zu Tage mit einem neuen Ausbruche, der tief auch in das politische und namentlich in das parlamentarische Leben eingreifen könnte. Jede neue Verzweigung dieses Skandals bringt den Beweis, daß der Schacher mit Stellen, Orden und andern amtlichen Vorthcilcn nicht nur das Werk einzelner Persönlichkeiten war, sondern von einer organifirtcn Jndustrieritterschaft betrieben wurde, deren Mitglieder Jahre lang die Geschicke des Staates lenkten und von ihren jetzt noch maßgebenden Parteigenossen wohl oder übel gedeckt werden müssen. Der Widerstand der Staatsanwaltschaft gegen die auf Verfolgung der Schuldigen dringende Presse hat wahrscheinlich seinen Grund in einer aus hochpolitischen Gründen entspringenden Roth- wendigkeit, die Blöße des zurückgetretenen Staatschefs und so- mit auch diejenige des Regimes zu verhüllen. Ueberdies ge- winnt der kecke Ausspruch Wilson's, daß er, falls er vor das Schwurgericht komme, dritthalbhundert Deputirte und Senatoren mit in die Verfolgung hineinziehen werde, im Laufe der jetzigen Entdeckungen den Anschein, als wäre es mehr als bloße Prahlerei. AugcnblickUch gipfelt sich die Frage des Skandals in dem Verbleib oder der Absetzung des Oberstaatsanwalts Äouchez, eines Freundes der Grevy'schen Familie, der von den Zeitungen mit Änerbietung des Beweises beschuldigt wird, die für Wilson kompromittircnden Schriftstücke mit Beschlag belegt und dem Untersuchungsrichter entzogen zu haben. Unter andcrm verschwand aus dem Ältenbündel, welches der Verthcidiacr der zu Gefängnißstrafe vcrurtheilten Frau Ratazzi dem Gerichte übergeben hatte, die Telegrammkarte, durch welche der auf Wilson's Fürsprache dekorirte Kaufmann Learand die Zahlung einer von Wilson in einem gleichfalls bekannten Briefe ge- forderten Abschlagssumme anzeigt. Umsonst ermattet man, daß der Oberstaatsanwall die Zeitungen, die ihn mit äußerster Heftigkeit des Einverständnisses mrt Wilson zeihen, gettchtlich verfolge. Großkritauui-«. Der wegen aufrührerischer Reden in Armagh verhaftete katholische P r i e st e r M a c f a d d e n aus Dunfanagh wurde zu drei Monaten Gefängniß veruttheilt, jedoch bis zur anderweiten Verhandlung beim Äppellgettcht in Freiheit gesetzt. Der katholische Pfarrer Stephens wurde wegen aufrührerischer Reden in Dunfanagh verhaftet. Rußland. Aus Petersburg wird englischen Blättem gemeldet, daß ein O f f i z i e r sterbend in das Hospital gebracht worden sei, der einen Selbstmord verübt hatte, um einem Befehl des Evolutionären Komitee's, den Z a r e n zu tödten, zu entgehen. Es seien Verhaftungen vorgenommen und Geständnisse abgelegt worden. In dem O r g a n der Nihilisten ,L)bschtscheje-Djelo" wird in einer der letzten Nummern auseinandergesetzt, warum ein Kttcg mit Deutschland, ob er nun glücklich oder unglücklich ende, sür Rußland ein politischer Fehler sein würde; dann heißt es wörtlich:„Ja, aber kann man denn überhaupt von politischer Vernunft reden da, wo die Regierung durch ihre unsinnige innere Politik eine ganze Klasse von Leuten geschaffen hat, welche, einen unglücklichen Ausgang des Krieges vorher- sehend, ihn nichtsdestoweniger mit allen Kräften ihrer Seele herbeiwünscht als Werkzeug, dem Drucke des Rückschtttts zu ent- gehen." Der„Regierungsanzeiger" meldet: Auf Befehl des Kaisers wurden am 6. Oktober v. I. folgende 8 Personen einer besonderen Session des Senats für Staatsverbrechen zur Aburtbeilung überwiesen: Die Kleinbürger Orshich und Pe- ttowskij, Kosakenkapitän Tschernow, Edelmann Alexandnn, Klein- bürger Ssigida nebst Frau, Beamtcnfrau Trinitatskaja und Kleinbürgettn Feodorowa. Dieselben waren angeklagt, einer geheimen revolutionären Vereinigung, die sich die Partei der Narodjana Wolja nennt, beigetreten zu sein und zum Zweck der Vcrübung terroristischer Thaten Exvlosivwurfgeschosse aufbewahrt zu haben. Einige Angeklagte errichteten außerdem eine geheime Druckerei in Taganroa, welche am 23. Januar des Jahres 1880 entdeckt wurde. Die Aburtheilung Orshich's mußte wegen Krank- heit desselben vertagt werden, die übrigen sieben Angeklagten aber wurden von der oben genannten Behörde für schuldig be- funden und zur Hinrichtung durch den Strang veruttheilt, fünf Angeklagten wurden Mildcrungsgründe eingeräumt. Sechs Angeklagte reichten Begnadigungsgesuche ein. Schließlich be- gnadigte der Kaiser alle sieben Angeklagte und zwar Petrowskij und Ssigida zu Zwangsarbeit auf unbestimmte Zeit, Alexandrin zu 18jähriger, Tschernow zu ISjähriger, die Frauen Trinitats- kaja zu 12jähriger, Ssigida und Feodorowa zu 8jähriger Zwangs- arbeit. Amerika. Ueber eine„Cooperativ-Farm" lesen wir im„Pitts- burger Volksblatt" vom 12. Januar:„Was die Sozialisten tief unten in Topolodambo, Mexiko, versucht haben, wird jetzt auch in dem kalten Minnesota ins Leben geführt, nämlich eine Kolonie von Farmarbcitcrn, die sich das moderne System der Theilung der Arbeit und einen gemeinschaftlichen Genuß der Früchte der- selben zum Ziele gesetzt haben. Es hapert mit dieser Kolonie noch ganz bedenklich, weil es ihr an den nothwcndigstcn Geld- Mitteln fehlt, doch hegen ihre Gründer die Uebcrzeugung, daß es ihnen gelingen wird, der Kolonie in kurzer Zeit zu einem glänzenden Aufblühen zu vcrbelfen. Ein alter Mann, Ramens John S. Rankin, der jetzt seine wohlgezählten 70 Jahre auf dem Buckel hat, verfiel zuerst auf die Idee, eine Farm nach kooperativem System in Minnesota zu gründen, und er hat dieser Idee viele Jahre seines Lebens geopfert. Der Orden der„Arbeitsritter"(„Knights of Labor") hatte ihm das Versprechen geleistet, daß er— der Orden— sich seiner Idee an- nehmen und ihm zur Ausführung derselben verhelfen werde, doch hat der Orden sich bisher in dieser Beziehung sehr schäbig gezeigt und dem Unternehmen die versprochene Hilfe versagt. Vor zwei Jahren traten mehrere Männer zusammen, an deren Spitze John S. Rankin stand. Sie traten in Unter- Handlungen mit der„Nördlichen Pacific-Eisenbahn-Gesellschaft" und erwarben von derselben 600 bis 700 Acker Land im östlichen Theile von Crow-Wing-County in Minnesota, auf welchen sie eine Farm nach kooperativem System errichten wollten. Die Gegend zeichnet sich durch Fruchtbarkeit und landschaftliche Schönheit aus. Es dauerte nicht lange, bis sich mehrere Fa- mitten auf der„Koopcrativ-Farm" niedergelassen hatten, und der Andrang von Kolonisten war so groß, daß die meisten derselben zurückgewiesen werden mußten, weil es den Unternehmern an Geld fehlte, um alle Anmeldungen berücksichtigen zu können. Jedes Mitglied der Kolonie erhält je nach dem Werthe seiner Leistungen und seiner Arbeitszeit einen bestimmten Lohn und außerdem im Vcrhältniß zu demselben einen bestimmten Prozentsatz aus den jährlichen etwaigen Ueberschüssen des Unternehmens. Inmitten der Kolonie soll ein Dorf errichtet werden, welches jedoch auf den einzelnen Bauplätzen weder Ställe und Kaufläden, noch Fabriken und Wirthschaften haben soll. Das Hauptaugenmerk der Kolonisten soll auf die Verschönerung ihres neuen Heims gerichtet sein und zu diesem Zwecke wird ein bedeutender Theil der Kolonie als Wald reservirt werden, ferner sollen an geeigneten Stellen überall neue Baumanpflanzungen u. s. w. angelegt werden. Die„Pioniere" kämpfen vorläufig noch bitter um ihre bloße Existenz, da sie keine ausreichenden Geldmittel besaßen, um sich ordentlich einrichten zu können. Sie haben jedoch bereits einen Winter auf dem Platze überstanden und im letzten Sommer genug gerastet, um schon diesen Winter auf eine behaglichere Weise zubringen zu können. Ter alte Rankin ist die Seele des Unternehmens, und er giebt sich alle Mühe, für dasselbe noch nachträglsch die Unterstützung des Ordens der„Arbeitsritter" zu gewinnen. Bisher bat man ihn stets nur mit Versprechungen abgespeist." So das amerikanische Blatt, dessen antisozialistische Rich- tung sich zur Genüge in vorstehender Notiz ausprägt. Wenn die„Arbeitsritter" das Unternehmen auch fernerhin ohne Unter- stützung lassen, so wird das zu den geringsten ihrer Sünden ge- hören. Solche Experimente haben prinzipiell gar keine Be- ÄÄ Ä'ÄS»Ät'S mitgetheilt w,rd- allerdings die Absicht, nicht blos einige kooperative Fabriken sondern auch einige kooperative Farmen zu gründen. Beiläufig bestehen in Amerika auch heute noch ver- schiedene k o m m u n i st i s ch e Kolonien, von denen Pro- fessor E l y m seinem Buch über die amerikanische Arbeiterbe- wcgung schreibt, daß sie wenigstens den einen Vortheil hätten, die Theilnehmer durch Entwcrthung aller Reiz- mittel des Egoismus auf ein das gewöhnliche weit uberragendes Niveau der Sittlichkeit gehobenzuhaben. _ Der freireligiöse Prediger Fritz Schütz, welcher in Deutschland noch viele Bekannte hat, und gegenwärtig m der deutschen Turnerkolonie Neu- Ulm in Mmnesotte wohnt, spricht sich in einer Zuschrift an SiSPS w iSfofJo i w" ff? fl-�urd) zwei SDinge in Europa aus, durch 5«» wK. ro SyPy so hoch, daß der Papst selbst bei den deutschen Reichswahlen vom deutschen Reichskanzler zu Hilfe "nÜfi' Un5 �s Steigen der Macht Rußlands, ITLMTI bereit Staaten Europas gegenüber unabhängig und sogar drohend dasteht. Dagegen ist Deutschland, welches nach dem ftanzöfischen Kriege die gebietende Macht in Europa war, in die Vertheidigungsstellung zurück gedrängt. Das ist die J?ol0c_ des großen Fehlers, den Bismarck gemacht, daß _______________ er die 70er Siege nur" zur"Eroberung und nicht zu einem engen Handels-, Zoll- und Verlehrsbündniß mit Frankreich benützte. In den Ver- einigten Staaten war das Jahr 1887 das Geburtsjahr einer großen Arbeiterpartei, der die Zukunft, wenn auch nach langen und harten Kämpfen gehören wird. Durch den Anarchisten- prozeß in Chicago wurde der geistige Samen durch das ganze Volk getragen, und durch die vier Arbeiterabgeordneten im Kon- greß: Brum, Smith, Richols und Hopkins hat fich bereits der erste Keim der Partei gebildet. Achtungsvoll grüßend und mit Glückwünschen zum neuen Jahr. Fritz Schütz. Herr Schütz, das sei noch bemerkt, ist durchaus kein Sozialist, und ebenso- wenig ein Anarchist. Trotzdem tritt er hier, indirekt wenigstens, für die Chieagoer„Anarchisten ein. Wamm, das ist ein Räthsel, dessen Lösung wir den geehrten und gelehrten Kreuzzeitungsrittern überlassen. Soziales und Arbeiterbemegung, Der Sattlerstreik nimmt immer größere Dimensionen an.%n der L o h'schen Militär-Effektenfabrik, Wilhelmftr. 22, haben jetzt auch die Pelzzuschneider und die Zuschneider und Schärfer von den Patronentaschen die Arbeit niedergelegt; sie erklärten sich mit Den streikenden Kollegen solidarisch. Im Ganzen streiken jetzt ungefähr 1100 Sattler. Die Arbeit ist wegen einer Lohnerhöhung von 15 pCt. eingestellt worden. Die Forderung der Arbeiter ist vollkommen gerechtfertigt, da der ge- forderte Preis seit Beginn der günstigen Konjunttur in E l b e r- feld, Barmen, Offenbach und in fast sämmtlichen Städten Süddeutschlands gezahlt wird. Wir machen hiermit nochmals auf die heute, Mittwoch, den 1. Februar, Vormittags 11 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstt. 5—7, stattfindenve Versammlung aufmerksam. Die Arbeiter der Gebauer'schen Hchirmstockfabrik, Tresdenerftraße 79, die sich seit dem 22. Dezember v. I. im Streik befanden, sagen für die thatkräftige Unterstützung, die sie gefunden, hiermit herzlichen Dank. Der Streik, der 51 Arbeiter umfaßte, ist leider trotz aller Bemühungen der Streik- kommission, eine Einigung herbeizuführen, verloren gegangen. Mangelnder Zusammenhalt unter den Streikenden, von denen einige(darunter auch ein Kommissionsmitglied) abbröckelten und wieder in Arbeit ttaten, hat dieses traurige Resultat verschuldet, das gleichzeitig eine eindringliche Mahnung enthält, festgefugte Fachorganisationen zu gründen. Achtzehn Streikende haben bis jetzt noch keine Arbeit gefunden und sind noch weiter auf die Unterstützungen der Arbeiterschaft angewiesen. Es wird deshalb gebeten, die Sammel- listen, wenn möglich gezeichnet, recht bald zuriickzu- schicken, damit auch eine Abrechnung stattfinden kann. Die Streikenden fühlen fich noch verpflichtet, der Freien Ver- einigung der Lohgerber, den Steinträgern Berlins und den Kollegen in Breslau, Hannover, Düsseldorf, Straßburg i. E., Hamburg, Bürgel und Halle a. d. S. ihren besonderen Dank auszusprechen. In der Gfenthürenfabrib von Ehr. Kanow, Stall- schreiderstr. 10, haben am vergangenen Donnerstag 10 Mann die Arbeit niedergelegt. Der Grund des Streiks ist der Versuch des Chefs, durch einen neuen Preiskourant die Löhne bettächtlich herunterzudrücken. Auf Verhandlungen ließ fich der Herr Fabrikant gar nicht erst ein.— Die Streikenden bitten um materielle Unterstützung und um Femhaltung des Zuzugs. Kriefkasten der KedsKtM Kprechstundeu der Kedaktto« J u«r vo» 13— 1 Khr Mittags und 7—8 Uhr Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen- Antwort wird nicht ertheilt. I. N- Krunneukr. Wenn Sie dereit und im 1 sind, Ihre Mutter hier vollständig zu ernähren, so kaimi Zuzug nach hier nicht widersprochen werden. Durch z«sU ununterbrochenen Aufenthalt hier erwirbt sie den Unter!» wohnsiy. Bis dahin muß sie im Nothfalle von der dv Gemeinde unterstützt werden. Tritt die NothwendigtKh Unterstützung vor Ablauf zweier Jahre seit ibrer Hicm ein, so kann Ihrer Mutter der weitere Aufenthalt werden. A M. Maler. Wenn die Forderung des wirklich an die Firma abgetreten ist, worüber IHM"' Aufschluß geben muß, so haben Sie jetzt nur iwffl J* Firma zu thun. Schreiben Sie an dieselbe, daß � I.... Schneider Frist bis zum Frühjahr gewährt hat, und �"sart von erst dann zahlen werven. Wenn Sie verklag� wenden Sie dasselbe ein und benennen den Sdr" Zeugen. A. K. 303. Sic find zur Zahlung von Afw zum vollendeten vierten Lebensjahre des Kindes verpfiWJ Ihnen dann die Herausgabe des Kindes verweigert»irtJJ Sie weitere Alimente nicht zu zahlen. Bis dahin würden rathen, es nicht auf einen Prozeß ankommen zu laffe Weigerung des Mädchens, Sie zu Heirathen, keinen« die Rechte des Kindes hat. Rückständige Alimente vier Jahren. Nin # Ä2JS getret m aufi Unterhalt! jtJ'dn ferne: und ih °hne A i Bk Theater. Mittwoch, den 1. Februar. GPttUh««». Der Prophet. Achaaspielhaa». Die Maus. »»«tsche» Theater. Die Makkabäer. WaLaer-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado. Theater. Attzelavo. Friedrich- Wilhelmstädtische» Die 7 Schwaben. Uidtoria-Theater. Die Reise um die Well in 80 Tagen. Gftead-Theater. Im Schillingshof. U,stde«k-Theater. Francillon. Aettealtiaaee-Theater. Die Räherin. W> alhalla Theater. La Maacotte. Kroll« Theater. Sneewittchen und die sieben Zwerge. Teatrat-Theater. Höhere Töchter. KSainKädtische» Theater. Die Tochter der Markthalle. »«eriean-Theater. Spezialitäten-Vorftellung. Taaeovdia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Theater der Reichshalle». Vorstellung. Kaaf«»»«« UariStS. stellung. Spezialitäten» Spezialitäten« Vor» Sarlinar ßomIMijchks Watkr. Kurze Straße 6. Tage: Alexander-Straße 41 Keate und folgende Gastspiel von Anna Schramm. Zum 15. Male: Die Tochter d. lviarkthalle. Große Posse mit Gesang in 4 Allen von Alfred Schönfeld. Musik von Paul Lincke. Caroline Gödewitz, Schlächtermamsell aus Kalau: Anna Schramm a G. Anfang 7; Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Die Abonnenten des„Berliner Volksblatt" zahlen gegen Vorzeigung ihrer Abonnements- quittung halbe Kaffenpreise. »tadt Theater Wallnertbeaterftraße 15, fr. Alhambra- Theater. Ruf Toll imtl Kelim. ""aSi IT 1 9 SR.- 10 2L ilBer-Panorama. Schlösser König Lud»ig II. HI. Abth.: Kinderhof und Kerg. Neu! V. Abth.: Schwei?. Keif- Kr. Was. Kchiss K-rtha..� Nne Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Romantisches Schauspiel in 5 Bildem nach, Bourgeois und Lemoine. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: üü üMGS Konzert Anfang des Konzetts 6 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. I, sdenerstt. 72. Direktion: Adolph Ernst. Zum Male: Die schöne Ungarin. Zufolse zahlreicher Znfchet ten von Thealer-esnchern, welche am Tage der 300. Anssnhrung Meinen Gtnlab und daher arch die zur Keriheilung yelangte» Konvenir-Eremplare nicht erhielten» habe ich«in« giötzer« Anzahl dieser Usten- hefte, welche die detiedtestr« Konplet» enthalten» anfertige« lasse», welche den Kefuchrrn de» morgen ssattfiasendra Aussnhrung grat's verabfolgt werden. Adolph Ernst, Direktor._ Allen Freunden, Kollegen und Bekannten zur Nachricht, daß unser Bruder, der Klempner Adolf Held, nach längerem Krankenlager sanft entschlafen ist. Beerdigung Donnerstag, den 2. Febr., Nachmittags 3t Uhr, vom Michaelskirch- Hof(Leichenhalle), Hermannstraße. 260 Di« Geschwister. Bilanz pna « ctiva. Maaren- Conto....... Debitores......... Cassn-Conto........ Wechsel-Conto....... Utenfilien-Conto ML 817,99 Ab lOpCt. Abschreibung„ 81,79 31 Decernber Pasalra. Creditores......... Aceepten-Conto....... Mitglied-Capital Conto ML 7239,32 Ab Verlust„ 4597,12 I Ii iL>m M S" Debet. Credit. Zinsen-Conto........ Handlungs-Unkosten-Conto... Utensilien- Conto: 10 pCt. Abschreibung von M. 817,99 W. Antonius u. S. Cichocki, hier Waaren-Conto....... Agio-Conto........ Verlust anMitglieder-Capital-Conto ;cn 4% Mitgliederzahl am I.Januar 1387: 50, eingetreten 1887: keine, ausgeschieden Mitgliederzahl am 31. Decernber 1887: 34. wia bog' produktiv- und Kostoss enossenschaft der Schneider(G.#.) Friedrich Eppinger, Obmann. August Poraila, Lagerhalter. fe&S'J IN! F. iodrioh Brandt, Kasstrer. Geprüft und mit den Geschäftsbüchern übereinstimmend gefunden: Der Ausschuß: F. Büttner, Vorsitzender. A. Schmidt. F Imme. F. Kuba. Kreits ih 'nAusf w ijoSSKä 9we@elialf«-I�rofliiuiiS Anfangs Februar eröffne ich Dresdenepstn« 123, nahe am Drai#fe#'y et« Karg- unif MSel-MaqaziW�' Mein Bestreben wird sein, stets auf gute und gediegene Maure bei zu halten und bitte daher, bei Bedarf mich in meinem Unternehmen gütigst unterMe" w- Reelle Theilzahlung goatattet._..»(AFjfotbfjJf iUr Allen In- und Ausländern empfehle ich, bevor sie das deutsche Reichsgebiet verlassen, für Mi- gräne, Magenleiden und Gruseligwerden einen vortr»sslich»n Kitt-r« von Or. xaugk. Proben von 5 Pf. an sind zu haben 224] W»iustr.'h- 33. ■■sauen w w? so s ss� Tischlermstr, au« . 4" I in M Wo speisen Sie? Circiife A. Mrembser Gr. Ein mit Tänzen, in 10 Bildern, Friedr ch-Karl-Ufer, Ecke Karlstraße. Heute, Mittwoch, den 1. Februar 1888, Abends 7 Uhr: ausserurdentl. Vorstellung. Zum 2. 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Im Interesse der Sache ist das Erscheinen sämmtlicher Kollgen notwendig. Der Einberufet. Bieg. Maskengardarobe für Herren»nd Dame» von C. Tietzy Sranienstraße 130, 3 Trepp. (Ecke Klnmndrinenar.). Geschmackvolle Kostüme in reichster Auswahl zu billigen Preisen. Verein»« Preisermaßignng. Arveitsmarkt. Ein kräftiges Arbeilswadch«« verlangt _ II Älelier, Sebastianstraße 76. Soeben erschien: � - Ur. 49 ■.ko?: stell des „Wahren Zu beziehen durch die C � ZiwmerllraSe 44. W°°Krn- verleiht bt'."',! Paul Cordb B*ichenbepge»»«tra»** 0 de«? m ei"' Verantworllicher Redakteur: P. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hier?» j, Vellage zum Berliner Volksblatt. �iirfb«W'____________--—--— iel|Ufü(|M<- t und im en, so Durch V den Unters» von der � othwendM ibrer enthalt W ig des 3* Iber Zhnen nur noch *1 8— Mittwoch» den 1. Fedrnnr 1888. 5 Jahrs« K arlamentsberichte. Aeutscher Zieichstag. oiiinils-ts?�� wählt den Abg. v. Buol an Stelle des Grafen °0" S lnb«tn zum Schriftführer, und tritt in die zweite Be. • 0!?LrD i A Gesetzentwurfs, betreffend die Unterstützung ZÄ«.- i»>-»-in l. t.mb kW oes Bundesraths: von Bötticher »0» Schellendorff, Aschenborn. V'st ein Gesetzentwurf, betr. den Schutz r zu l, kernen llimente laM 188% l#tk st eingetretener it t e n, ein. 2 haben auf die Unterstützungen Anspmch die Ehe getretenen, dessen Kinder unter und über 15 Jahren. m aufsteigender Linie und Geschwister, insofern sie wterhalten wurden. Nach eineni Zusatz der Kam w ferner den Verwandten der Ehefrau in aufsteigen- und ihren Kindern aus früherer Ehe eine Unter- e Anspruch auf ErsatzvomReichege- i»hn beantragt, die gesperrten Worte zu streichen. im Mut Erstattung der Leistungen der Verbände aus gj* ist im Gesetz prinzipiell anerkannt. Soweit die i c,?as hinausgehen, was das Gesetz ihnen auflegt, '239,32 i597,12 nto* l-Conto lsgeschicde» «.«-) gerhalter- iti*t t P Anspruch auf Ersatz aus der Reichskassc aller- '»Mw- 5' Nun soll aber diese Unterstützung nicht in -- joi|oe Ermessen der Kreisvertretuna gestellt werden, i, Entscheidung der Kommission zustehen, welche nach l'o zu bilden und unter Umständen gar nicht von der �"9 gewählt ist. Die Reichskasse ist daher in allen j-�wtär v. Koetticher: Hält man es für richtig, « jl oer Famflie so weit auszudehnen, wie es die Kom- ttms'mQnn kann man mit ihr der Meinung sein, daß „.„?fn Voraussetzungen auch die Verwandten der Ehe- iini� �onder Linie und ihre Kinder aus früherer Ehe fc»t wch auf Unterstützung haben. Dann ist es auch :' oajj diese Kategorien ebenso behandelt werden, wie I iKr« es ist nicht abzusehen, daß die Kreise diese üirtw schultern nehmen sollen. Ich weiß nicht, wie .s�on Regierungen über den Antrag Hahn urtheilen , s.�be aber nicht, daß sie Schwierigkeiten machen 5 oas Gesetz mit dieser Aenderung angenommen i» �„wit der vom Abg dü«".ikonimisstonsfassung r" tttpTAor n STßiMy C. Qfi' » bei rt/l'* unterstützt Hahn vorgeschlagenen Aende� . ,,„ angenommen. UL"'.welcher die Mindestbeträge der Unterstützungen merft B a u m b a ch, daß das bayerische Gesetz der J?üs eine höhere Unterstützung gewährt, als dieses 1 Aussicht stellt. Die Kommission hat seinen An- 'schling der Mindestbeträge, die ja vom Reiche ersetzt % abgelehnt und er wiederholt ihn jetzt schon des- £' seme Ablehnung ein bedenkliches Präjudiz sein Ä% � ' b��chcr von dem Zahlungsmodus der Unter irnu"flü%!'. beantragt Abg. Goldschmidt folgenden , /?aft in den Dienst Eingetretene in feindliche Ge- » ü cmwH und aus derselben noch nicht zurückgekehrt, w welcher er angehörte, auf den Jnedens- ' n oder aufgelöst ist, so werden die Unter �OlniKf„ w einem Jahre nach diesem Zeitpuntte ge !»..tzung einer solchen Gewährung ist, daß es an ten über den Verbleib des Gefangenen Bezüge der Unterstützung Berechtigten einer zur Abnahme von Eiden zu- die eidesstattliche Versicherung abgeben, ...des Gefangenen keine anderen als die Men erhalten zu haben." 'innehn,;: Es fehlt in§ 10 eine Bestimmung , tnb Unv8Ien derer, welche in feindliche Gefangenschaft "sticht® mnger in Feindesland bleiben, als die For- sirie'a- n, angehörten. Derartige Fälle find , wen« �kommen und können sich namentlich dann Landes, L Gefangenen in entlegene Theile des die Un»°cht werden. Am einfachsten wäre es, .en ein-s, ützung so weit ausdehnen könnte, den �sthcncn?> I°l4en Gefangenen die in diesem Ge- tss k tägx bis zur Rückkehr des Gefangenen zu koetticher: Ich erkenne die wohl- in.? steuen«.Antragstellers in vollem Maße an, und ich ihr Vorschub leisten könnte durch �stlche Ben..Erklärung. Indessen stehen dem Antrage in vken cntacaen. Es kann ja der Fall vor- (Ä«Äl'nÄ SwLÄ sich m?« 0?{' insofern man nicht übersehen kann, 2"'cht. wirklich unter einem solchen Zwange be- „ en Sie Mmen Sie diese Vorschrift in das Gesetz iw>°ch ein it»?.vielleicht einem Kriegsgefangenen den e N- zu ve�n, � langer im schönen Frankreich, oder wo t irNilic..und sich damit zu beruhigen, daß ja S�stag miJx ftt stu IftnsJ istotlanc szuvuckgezoaen und§ 10 angenommen. f®ttbtten iinw]",n,mt die Restituirung der nach diesem h8 Und di� Ä,"düngen aus Reichsmitteln, behält aber ir � iedesni«n le sowie das Verfahren bei Feststellung ß uligen Spezialgesetz des Reichs nach dem i�ur%°" W dagegen dem§ 12 folgende Fassung r. 8en wird k- vorstehenden Bestimmungen geleisteten oder, sns'""�. eines Jahres nach erfolgtem Frie- billiS doch noch zur des Kom- v». und"n �nnayme empnevli. Die Re- >... e Regierunosvorlaae will über____ eine de- BlW««WW stillegen bjrfj m Uilösung der betreffeoden Formation f' Um Gefch ,ansteÄer Natur. Die Zusammensetzung .» zL'erstüv.v. z" wählenden Kommission bürgt dafür, aus dem Reichssäckel soll sich ja nur auf das mindeste Maß der zu gewährenden Unterstützung bilden. Allein die Bestimmung darüber, wann und in welchem Umfange die Unter slützung gewährt werde, ist lediglich Sache der Komisfion. Nun ist es in der Schwäche des menschlichen Herzens begründet, daß ein Dritter, der aus dem großen Reichssäckel wirthschaftet, im einzelnen Falle viel weniger streng prüft, als wenn er die Auf- Wendung auf das eingene Risiko nimmt. Deshalb halte ich es für richtiger, daß man jedes Mal nach beendigtem Kriege, wie es 1871 geschehen ist, den Umfang der Ersatzpflicht durch ein Spezialgesetz feststellt. Nun kann femer ja auch einmal, wir wollen es nicht hoffen, ein unglücklicher und sehr kostspieliger Krieg geführt werden. In solchen Fällen ist es finanziell von dem höchsten Werth, daß die Frage offen bleibt, ob, in welchem Umfange und unter welchen Modalitäten dieser Erstattungs- pflicht genügt wird. Es ist wohl möglich, daß die verbündeten Regierungen einem Gesetze mit diesem Kommissionsbeschlusse ihre Zustimmung versagen müßten. Abg. u. Kleist-Retzow: Ich glaube, der Bundesrath wird schließlich dem Gesetz zustimmen. Es soll hier lediglich prinzipiell ausgesprochen werden, daß das Reich die heilige Schuld hat für die Unterstützungen einzutreten. Ist es dazu im Falle eines unglücklichen Krieges nicht im Stande, dann kann es uns ja eine entsprechende Vorlage machen. Direktor im Reichsschatzamt Ascheubovn: Es handelt sich bei diesen Aufwendungen um 130 bis 150 Millionen für einen Krieg von der Länge eines Jahres. Wird diese Summe nicht im Wege der Kriegskostencntschädigung gedeckt, so muß sie durch Inanspruchnahme des Reichskredits aufgebracht werden. Nun vergegenwärtigen See sich, in welchem Maße dieser Krevit auch bei dem glücklichsten Kriege in Anspruch genommen werden muß. Wir haben im letzten Kriege 1 600 000 000 M. aufbringen müssen auf dem Wege der An- leihe. Wer eine Ahnung hat, wie die Geschäfte sich vollziehen, wird mir bezeugen, daß es ein außerordentlicher Unterschied ist, welche Summen man aufzubringen hat. Ich kann mir wodl denken, daß der Kommission die früheren Er- fahrungen vorgeschwebt haben und daß man die Kommunen hat sicher stellen wollen. Allein die Rechtsanschauungen haben sich seit früher total geändert. Im lebten Kriege sind dm Gemeinden volle Entschädigungen gewährt worden. Die Er- satzpflicht des Reiches ist ja vom Reich vollkommen anerkannt worden. Abg. Hammacher: Ich kann mich diesen Bedenken nur anschließen. Im Interesse der Vorsicht und um unsere Finanzen in nicht zu große Gefahr zu bringen, warne ich Sie davor, dem Kommissionsbeschluß zuzustimmen. Die Abag. Kaumbach und Graf KaUrstrem empfehlen den Kommisfionsbeschluß. § 12 wird in der Fassung der Kommission angenommen. Gegen denselben stimmen nur einige Nationalliberalc. Der Rest der Vorlage wird ohne Debatte angenommen. Hierauf wird die zweite Berathung des Reichhaushaltsetats und zwar des Militäretats fortgesetzt. Es wird zunächst die Abstimmung über die Forderung für den Neubau einer Kaserne in Hanau, welche am vorigen Donnerstag wegen Be schlußunfähigkeit des Nauses ausgesetzt werden mußte, vor- genommen. Die Position wird mit großer Mehrheit ange- nommen.„ Der Rest des ExtraordinariumS und die Einnahmen des Militäretats werden bewilligt. Es folgt der Etat des R e i ch s- I u st i z a m t s. Abg. Kuhlmann: Seit dem Erlaß des Gerichtskosten- gesetzes im Jahre 1378 hat die Höhe der Gerichtskosten und der Anwaltsgebühren fortgesetzt die öffentliche Diskussion und den Reichstag beschäftigt. Der Reichstag hat wiederholt Reso- lutioncn gefaßt, um die Regierung zu einer Vorlage für die Er- Mäßigung der Gerichtskosten zu veranlassen. Eine Novelle zum Gcrichtslostengcsetz wurde auch 1381 gemacht; dieselbe beschräntte sich aber nur auf die sogenannten Nebenkosten. Die im vorigen Jahre uns gemachte Vorlage über die Ermäßigung der Gerichtskosten und der Anwaltsgebühren konnte wegen des Schlusses der Session nicht mehr aus der Kommission in das Plenum gelangen. Die Kommission verlangte statistische Er- Hebungen über die Einnahmeverhältniffe der Rechtsanwälte und die voraussichtliche Wirkung der Vorlage auf dieselben, der Ver- treter der Regierung erklärte solche Ermittelungen jedoch für unmöglich, forderte aber die Mitglieder der Kommission auf, weitere der Abänderung bedürftige Punkte des Gerichtskostcn- gesetzes zu bezeichnen; für eine umfassende Revision sei aber die Finanzlage nicht günstig. Da sich jetzt die Finanzen im Reich und in den Einzelstaaten wesentlich gebessert haben, muffen wir diese günstige Gelegenheit benutzen,«rmal in Preußen schon über die Verwendung der größeren Mittel Beschlüsse gefaßt werden. Ein fernerer Hauptübelstand liegt in der jetzigen Verschleppung der Prozesse und der dadurch hervor- gerufenen Erhöhung der Kosten. Ferner ist das Sustem des Kostenvorschusses für das Publikum sehr beschwer- lich und die Gerichte müßten in manchen Fällen davon absehen können. Eine organische Revision der Kostengcsetzgebung dürfte aber nicht einseitig die der Rechtsanwälte, sondem zugleich die übrigen Gerichtskostcn in Betracht ziehen. Staatssekretär v. Schelllng: Die verbündeten Regie- rungen stehen den Klagen über die Höhe der Gerichtskosten keineswegs gleichgiltig gegenüber. Das lebhafte Interesse für eine bessere Gestaltung des Kostenwesens haben wir auch durch die Novelle von 1881 an den Tag gelegt, durch welche eine wesentliche finanzielle Erleichterung herbeigeführt ist. Die weitere Revision hätte aber hauptsächlich bei den Anwalts- gebühren einzusetzen. Die Vorlage des vorigen Jahres hat leider im Reichstag nicht die gehoffte Förderung gefunden. Allerdings strebte die Regierung darin nur eine mäßige Herab« setzung der tsserichtskosten an, dem Reichstag war aber natürlich anheimgestellt, Abänderungen vorzunehmen. Die Vorlage wurde aber von der Kommission überhaupt keiner sachlichen Prüfung unter, ogen, sondern verlangte vorher statistische Erbebungen über die Einnahmen der Rechtsanwälte. Die Kommission hat damit eine so weit gehende Rückficht auf die jetzt im Amte befindlichen Anwälte genommen, wie nie zuvor bei der Geseygcbug auf an- dere Berufsklassen genommen ist.(Sebr richtig! rechts.) Der Gesetzgeber kann nicht blas die Verhältnisse der lebenden Ge- neration in Bettacht ziehen, sondern hervorgetretene Uebelstände ür die Zukunft beseitigen. Wie weit dieses Gesetz auf die jetzt m Amte befindlichen Rechtsanwälte Anwendung zu finden habe, wie weit dieselben für Ausfälle Entschädigungen bekommen ollen, ist eine Frage der Ucbcrgangsbestimmungen. Die Kom- nisfion ist leider diesen Weg nicht gegangen, selbst der eventuelle Antrag, wenigstens einstweilen die materiellen Bestimmungen der Vorlage zu prüfen, wurde abgelehnt, und die Kommission hat die weitere Berathung von dem Ergcbniß der geforderten statisti- chen Ermittlungen abhängig gemacht. Dadurch ist die ranze Angelcgenbeit auf ein todtes Geleise gerathen. Unser Vro,eßverfahren bedarf durchaus einer Vereinfachung, nament- lich, um den mittleren Volksklasscn die Beschreitung des Rechts- weges zu erleichtern. Aber unsere Prozeßordnung ist ein orga-- nischcs Ganze, und es ist deshalb schwer, Einzelnes herauszu- nehmen und einer Reparatur zu unterwerfen; solch' tief- greifenden Uebelständen, wie sie hier vorgeführt worden find» kann vielmehr nur durch eine weitergehende Revision abgeholfeir werden. Abg. petri: Es ist schwierig, die Gerichtsvollzieher, so wie sie gegenwärtig bei uns beschäftigt find, zu Staatsbeamten zu machen. Das Maß ihres Einkommens hängt vollständig von ihrer Zuverlässigkeit ab; der Eine, der seine Aufträge rasch und pünttlich erfüllt, hat viel zu thun, ein Anderer wenig; es wäre deshalb nicht billig, Beiden ein gleiches Gehalt zu geben. Abg. Meyer(Jena): Die Ausführungen des Abg.Kule- mann geben nur seine persönlichen Ansichten wieder; er hat nicht als Vertreter der Frattion gesprochen; ich gehe deshalb auf seine Behauptungen nicht weiter ein. Wenn die verbündeten Regierungen sich entschlöffen, eine Vorlage einzubringen, welche die Einwendungen gegen die früher vorgeschlagene Herabsetzung der Anwaltsgcbühren berücksichtigte und gleichzeitig eine Er- Mäßigung der Gcrichtskostcn enthielte, würde eine Einigung wohl möglich sein. Abg. v. Kuol: Ich wünsche auch, daß das Werk einer allgemeinen Revision der Prozeßkosten nicht ruhen möge. Die Kommisston muß ich gegen die vom Staatssekretär erhobenen Vorwürfe in Schutz nehmen. Erstens fielen ihre Arbeiten in die allerletzten Tage der Session, und dann waren die Wünsche der Kommisston bezüglich der statistischen Erhebungen nicht so ganz unbegründet. Das Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt. Bei dem Titel„Ausgaben zur Ausarbeitung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs bemerkt Staatssekretär v. KcheUing: Es ist ein erfreulicher Ge- danke, daß an demselben Tage, an welchem diese Position der Beschlußfassung des Reichstags unterliegt, auch der Bundcsrath in Bezug auf diese Angelegenheit einen Beschluß gefaßt hat. Er hat beschlossen, daß der Entwurf nebst den Motiven durch den Druck veröffentlicht und dadurch der allgemeinen Kritik unterbreitet werde.(Allseitiger Beifall.) Der Titel wird bewilligt, desgleichen der Rest des Etats der Reichs-Juftizverwaltung. Bei dem Etat des„Reichs-Eisenbahnamts" spricht Abg. Hammachrr den Wunsch aus, daß ein Aufrücken der Subaltembeamten in diesem Amt in gleichmäßiger Weise mit den Subaltembeamten ver übrigen dem Reichsamt des Innern unterstellten Aemtcr ermöglicht werde. Geh. Rath Kchulz: Das Avancement innerhalb des Reichs- Eisenbahnamts ist allerdings ein ungünstiges. Der Vorschlag des Vorredners ist aber von großer Tragweite auf die andern Reffotts und würde die dabei beabsichtigte Besserstellung jener Beamten wohl auch nicht herbeiführen. Abg. Schräder hält den Wunsch des Abg. Hammacher für berechtigt, verkennt aber auch die Schwiengkeiten nicht, die seiner Erfüllung entgegenstehen. Ein Durchrangiren dieser Subaltembeamten mit denen der anderen Aemter scheine nicht möglich. Der Etat wird bewilligt. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident theilt mit, daß der Gesetzentwurf, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Ver- waltung des Reichshceres, eingegangen ist. Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. (Antrag betr. Verlängerung der Legislatur- Periode des Reichstages.) Abgeordnetenhaus. 10. Sitzung vom 31. Januar, 11 Uhr. Am Ministertische: v. Puttkamer, Lucius und Kommiffatten. Der Etat der Gestütverwaltung wird genehmigt. Im Etat des Bureaus des Staatsmini« sie ri ums werden 164 000 M. verlangt zur baulichen Umze- staltung und inneren Einttchtung des Hauses Leipzigetstr 11 zu einem Dienstgebäude für das Sraatsministerium. Referent Francke(Tandem) beantragt namens der Budget- kommission die Bewilligung des Titels. Abg. n. Rauchhanpt: Diese Position hat einen gewissen Zusammenhang mit der Frage der künftigen Plazimng des Abgeordnetenhauses. Das Haus hat beschlossen, den Platz des jetzigen Reichstagsgebäudes dafür in Anspmch zu nehmen; aber seitens der betheiligten Minister wurde erwidert, daß dieser Platz nicht mehr dafür verwend- bar sei, auch durch Umbau und Enveitemng nicht ge- eignet gemacht werden könne. Wir müssen von der Regiemng eine Erklärung fordern darüber, welche Abficht sie auf diesem Gebiete hat. Da die Regiemng nun den ganzen Komplex da- selbst erworben bat, dürfte wohl, nachdem für alle Ministetten gesorgt ist, der Platz des Reichstagsgebäudes für uns disponibel gemacht werden. Die Benutzung des jetzigen Gebäudes ist wohl nicht möglich, weil der Saal des Reichstages manche Mängel hat, namentlich akustisch so schlecht ist, daß Niemand weder im Saale noch auf den Tribünen etwas verstehen kann. Minister v. Puttkamer: Es kann Niemand zweifelhast sein, daß die Regiemng dttngend wünscht, das.Haus und sich selbst aus der peinlichen Lage zu befreien, in welcher wir uns hier definden. Die Regiemng hat vielleicht noch ein größeres Interesse daran; denn wer die Räume kennt, in denen wir uns hier aufhalten müssen, der weiß, daß es beinahe so ist, als wenn man zur Einzelhaft vemrtheilt ist.(Heiterkeit.) Dia Regiemng hat dem Hause vorgeschlagen, einen Platz zum 'Neubau zu erwerben. Das Gebäude, nicht das Gmndstück des jetzigen Reichstages hat sich als nicht geeignet erwiesen. Eine andere Flage ist, ob das Grundstück nach Beseitigung des etzigen Gebäudes die nothwendige Fläche bietet, um ein neues Haus darauf zu bauen. Wir sind der Meinung, daß Vorzugs- weise dieses Gmndstück zum Neubau sich eignet und dazu be- timmt werden wird. Es ist zu diesem Zwecke, unter Zuzielmna des Burcaudirektors und des Architetten dieses Hauses, ein Pro- gramm der Bedüttnisse aufgestellt worden und es sind drei ver- chiedcne Bautcchniker beauftragt worden, ihr Gutachten darüber abzugeben, ob bei Zugmndelegung dieses Programms das Reichs« tagsgmndstuck sur das Abgeordnetenhaus ausreicht. Diese Untersuchungen find ,m Gange. Nur ein Techniker hat sich bis letzt bejahend erklatt; wir werden das Gutachten der bei- den anderen Techniker noch abmatten und dann dem Hause rocltw Mitthellungen machen. Es wird einige Jahre dauern, bis das Grundstück frei wird, und einige weitere Jahre, bis der Neubau vollendet« fem wird. So lange werden Sie sich schon gedulden müssen. Abg. Gnnercer«»: Ich fasse die Erklärung des Ministers vamn auf, daß die Regiemng, wenn sich nicht ein anderes ge- ergnetes Gebäude findet, welches auch unsere Billigung findet. das Reichstagsgrundstück für uns bestimmt.(Minister von Puttkamer nickt.) Ich konstatire, daß der Minister, wenn auch nur durch eine Geberde, meine Auffassung als richtig anerkannt hat.(Heiterkeit.) Abg. Lachem: Wir haben die unerträglichen Zustände hier mit deutscher Geduld getragen und können nur wünschen, daß die heutige energische Anregung des Herrn v. Rauchhaupt die Sache beschleunigen wird. Die Forderung wird bewilligt. Die einmaligen Ausgaben des Etats der Staats» a r ch i v e werden ohne Debatte genehmigt. Es folgt der Etat des Ministeriums des Innern. Bei den Einnahmen aus der Strafanstaltsverwaltung richtet Abg. Sattler an die Regiemng die Frage, wie die Ver- suche ausgefallen seien, die Arbeit der Strafgefangenen für die Beschaffung von Militärstiefeln zu verwenden, und ob diese Ver- suche fortgesetzt würden. Geh. Rath Illing erklärt, daß die Versuche fortgesetzt seien und einen guten Erfolg ergeben hätten. Bei den Ausgaben, und zwar beim Gehalt des Mi- nisters, bemerkt Abg. Keqffardt(Magdeburg), daß der Minister im vorigen Jahre die Anregung mit Freuden begrüßt habe, den Gemeinden ein Schutzmittel zu gewähren gegen die arbeitsfähigen Personen, welche ihre Angehörigen ohne Unterhalt lassen, so daß sie der Armenpflege an- heim fallen. Er bitte den Minister um Aufklärung darüber, ob er die Sache in der Zwischenzeit gefördert habe. Minister v. Puttkamer glaubt, daß eine Aendcrung des Strafgesetzbuches dazu nothwendig sei; die Anträge dazu seien ergangen, aber die vorbereitenden Erörterungen seien noch nicht abgeschlossen. Abg. v. Crarlinski kommt auf die Rede des Ministers vom Rlai vorigen Jahres zurück, in welcher er den Polen leb- hafte Vorwürfe gemacht hatte wegen der hochsteigenden natio- nalen Pläne, die namentlich auch in einen« Buche enthalten sein sollten, das in den Volksbibliotheken sich verbreitet finde. Er habe nur eine einzige der vom Minister zitirten bedenklichen Stellen entdecken können, die anderen nicht; der Minister hat also wieder einmal falsche Berichte erhalten. Abg. Lachem kommt auf die Rhcinbrohler Glockenaffärc zurück; das Gericht habe der Kirchengemcinde das Eigcntbums- recht zugesprochen und dem Bürgermeister bei Strafe verboten, die Glocken für Zwecke eines anderen Kultus zu benutzen. Die ganze Recbtsanschauung, auf welcher das Vorgehen des Land- raths v. Runkel beruhe, sei also eine falsche. Die Gemeinde Rheinbrohl hat sich lebhast gegen den Bürgermeister beschwert; der Minister habe auch erklärt, der Regierung könne nichts daran liegen, einen nichtsnutzigen Bürgermeister zu behalten. Die Gc- meinde hat nach der Erfolglosigkeit aller Beschwerden die Klagen der Leffentlichkeit übergeben. Man muhte davon ein energisches Einschreiten gegen die publizirendcn Blätter erwarten; das ist nicht geschehen. Der Bürgenneister hat sich damit begnügt, die Äittheilungcn als Verleumdungen zu bezeichnen. Die „Kölnische Volkszeitung" hat diese Dinge wieder abgednickt und die Behörden aufgefordett zum Einschreiten. Tie Klage ist nun erhoben, hat aber zur Freisprechung der„Kölnischen Volkszeitung" geführt, weil der Beweis für alle Behauptungen erbracht sei. Der Landrath von Runkel scheint die in Kölir gerichtlich be- wiesenesi Thatsachen doch nicht richtig an den Minister berichtet zu haben, denn sonst hätte der Minister wobl schon einge- griffen. Ich hoffe, daß der Minister nunmehr ohne Antrag der Gemeinde derselben die Kosten der polizeilichen Exekution er- statten werden. Minister t>. Puttkamer: Ein Theil der Kosten ist schon auf die Staatskasse übernommen; es schweben in dieser leidigen Angelegenheit noch zwei Prozesse, der eine beim Oberlandes- gen cht in Frankfurt a. M, dessen Urtheil jedenfalls ab- gewartet werden muß. Die gerichtliche Prozedur gegen einen Redakteur ist zu Ungunsten des Bürgermerfters entschieden; indessen die vorgesetzte Behörde ist der Meinung, daß das Ur- theil sehr anfechtbar ist.(Widerspruch im Zentrum.) Eine ob- jektive Kritik eines auch schon rechtskräftige ir Erkenntnisses ist gestattet und wird von jeder Partei geübt. Die Regierung bat auch hier eine weitere Untersuchung eingeleitet und deren Er- ledigung müssen wir abmatten. Abg. Lachem: Das Urtheil ist rechtskräftig geworden, weil der Bürgermeister die Berufungsfrist hat verstreichen lassen. M m hat eine Untersuchung gegen ein anderes Blatt wegen derselben gerichtlich festgestellten Thatsachen eingeleitet, gleichsam um für die Landtagsverbandlungcn eine noch nicht vollendete Thalsache zu schaffen. Ein Beamter einer anderen Pattei wäre nach solchen Vorkommnissen schon längst beseitigt worden.(Sehr richtig! links.) Der Minister soll seine Beamten schützen, aber nicht mehr dann, wenn sie pflichtwidrig gehandelt haben. Minister v. Puttkamer: Es handelt sich nicht blos um einen übergreifenden Beamten und daneben um eine unschuldige Gemeinde, sondern die Agitationen gegen den Bürgermeister gehen von sehr fragwürdigen Elementen aus und entbehren nicht der politische:« Beimischung. Abg. Lachem erblickt dann eine unberechtigte Kntik des rechtskräftigen Uttheils des Kölner Landgerichts, das gefällt sei von politischen Gesinnungsgenossen des Bürgermeisters. Minister v. Puttkamer: Ich werde einschreiten, wenn die Thatsachen festgestellt find.(Zuruf: Ist Geschehen!) In einem anderen Falle, den ich gestern im Reichstage schon mit- gctheilt habe, hat das Landgericht Berlin zwei Schutzleute für unglaubwürdig erklätt. das Landgettckt Posen aber die- selben Schutzleute für glaubwürdig. Bei solchen Vorkommnissen muß ick einen abmattenden Standpunkt einnehmen. Abg. Weyer(Breslau): Das Landgettcht in Posen konnte nur die Glaubwürdigkeit der beiden Schutzleute in der ihm vor- liegenden Sache bcurtheilen, aber nicht das Uttheil des Land- gettckts Berlin revidiren. Ein rechtskräftiges Erkenntniß schafft objektive Wahrheit; aber der Minister will den Versuch machen, einem rechtskräftigen Erkenntniß gegenüber ein anderes Erkennt- niß zu provoziren, um sich dann das Beste für seinen Stand- punkt auszusuchen. Das ist für die Aufrechterbaltuna des Rcchtszustandes sehr bedenklich.(Sehr wahr!) Der Minister will jeden Beamten schützen, so lange bis ihm überzeugende Beweise erbracht sind, daß er gefehlt hat. Dieser Standpunkt ist unttchtig. Der Minister müßte seiner- scits vazu beitrage««, die Sache zu untersuchen. Er hat sich lange gegen solche Beweisführungen gesträubt, z. B. in dem Falle Bennigsen-Förder. Er hätte auch die Herren Kriigcr und v. Hacke befragen sollen, was sie gethan haben, und die Antwott dem Reichstag mittheilen. Der Schutzmann Naporra hat sozialdemokratische Flugschriften verbreitet, die nachher verboten worden find. Damit hat er in die Thätigkcit eines agent provocateur übergegriffen, denn es ist nicht würdig eines Schutzmannes, Schttften zu verbreiten, welche auf den Uinsturz der Staatsordnung gerichtet sind. Minister v. puttkamer: Die Regierung nimmt einen anderen Standpunkt ein; sie kann nicht infolge jeder Beschuldi- gung, die erhoben wird, die Beamten unter Anklage stellen. Das würde zur Schädigung des Beamtenftandes beitragen. Herr Meyer hätte auch den Herrn v. Bennigsen ruhig in seinem Grabe ruhen lassen sollen. Er ist schließlich, als seine Schuld feststand, zur Disposition gestellt worden. Damit ist die Sache erledigt.(Zustimmung rechts.) Das Posener Landgettcht hat die Glaubivürvigkeit der beiden Zeugen festgestellt, welche das Berliner Landgericht nickt annahm,«veil es nicht vollständig unterrichtet war. In Posen ist festgestellt worden, daß Naporra kein agent pvovocatear aeroefen«st. Ein rechtskräftiges Uttheil schafft allerdings objektive Wahrheit zwischen Patteien, aber davon verschieden ist die Frage nach der mora- tischen'Seite. Nachdem diese beiden Beamten, die durch mein- eidige Zeugen verleumdet worden find, rehabilititt find, bin ich gesonnen, ihnen bei Sr. Majestät eine eklatante Genugthuung zu erwirken. Abg. Mindtkorst: Ich meine auch, daß der Minister, wenn gravirende Thatsachen vorgebracht werden gegen einen Beamten, von sich aus einschreiten muß; ich hoffe, daß dies auch in den gestern im Reichstag vorgebrachten Fällen geschehen wird; ich hoffe, daß eine öffentliche Klarstellung der Fälle im Reichstag erfolgen muß. Den Bürgermeister in Rheinbrohl hätte man längst versetzen müssen, denn dort kann er nicht mehr gedeihlich wirken.(Sehr ttchtig!) Daß man zur Revision eines unliebsamen Uttheils ein anderes gleichgestelltes Gericht auf- fordert, ist nickt zulässig; das muß die Autorität der Gerichte untergraben. Es handelt sich übrigens nicht um ein Ettenntniß, sondern um zeugeneivlich festgestellte Thatsachen, die höchstens durch Nachweis des Meineides umgestoßen werden können. Wenn die Regiemng so verfährt, dann«verden auch Andere provozitt, ein Gericht gegen das andere aufzu- mfen. Wir müssen dem Ministerium des Jnnem eine Instanz eröffnen, wo es alle Utthcile, die ihm nicht passen, zur Revision bringen kann.(Heiterkeit.) Die Beamten haben in dem Kampfe mit der Sozialdemokratie einen schweren Stand, deshalb muß man um so mehr die Grenzen des Rechts und der Moral inne halten; das scheint bei der geheimen Polizei nickt immer der Fall gewesen zu sein. Abg. Weyer(Breslau): Wir wollten bei diesem Titel gar nicht sprechen: ich mußte aber auf die Dinge eingehen, weil der Minister den Fall Jhring in Posen für sich nutzbar machen wollte. Im Reichstag hat der Minister geschildert, wie schlimm die Vertheilung sozialdemokratischer Dmckschriften wirkt; glaubt der Minister, daß das gährende Drachen- gift in Milch der frommen Denkungsart verwandelt wird, wenn es durch die Hände eines preußischen Kriminalschutzmanns geht?(Heiterkeit.) Das Schlimme an den Zuständen ist, daß die Regierung sich verschiedene Erkenntnisse für denselben Fall verschafft. Abg. Cremer(Teltow) bestreitet, daß ein rechtskräftiges Erkenntniß objektive� Wahrheit schaffe; es werde damit nur for- Melles Recht geschaffen. Die armen Schutzleute haben einen schweren Stand;«venn sie sozialdemokratische Versammlungen überwachen, müssen sie auch einmal, um sich nicht auf- fällig zu machen, sich an der Vertheilung von Druckschriften be- theiligen. Abg. Graf(Elberfeld) verweist auf die Schilderung der Subjekte, welche an der Agitation gegen den Bürgermeister sich vomehmlich belheiligt haben, seitens des Abg. Borger in voriger Session. Abg. v. Gqnern glaubt, daß der Minister sich den Dank der Rheinprovinz verdiene,«venn er nicht auf solche Erkenntnisse hin, die durch das Zeugniß solcher zweifelhaften Leute zu Stande gekommen find, gegen einen Beamten einschreitet.(Beifall.) Man weiß in der Rheinprovinz,«vie solche Dinge zu Stande kommen. Abg. Lachem weist darauf hin, daß der Bürgermeister allen Beschuldigungen genenüber geschwiegen habe, daß er durch seine vorgesetzte Behörde gezrvungen werden mußte, die Ver- leumdungsklage zu erheben; als Zeugen haben nicht die Leute fungitt, die Herr Bergcr übrigens zum Theil ungerechterweise als verdächtig darstellte. Der Titel«vird genehmigt. Die Ausgaben für das statistische Bureau, das Ober-Ver- waltungsgericht, die Deputationen für das Heimathwesen, die Standesämter und die landräthlichen Behörden werden ohne Debatte genehmigt. Bei den Ausgaben für die Berliner Polizeivcr- waltung bemerkt Abg. Dr. Langerhans, daß eine Ver- mehruiig der Schutzleute vielleicht nicht nothwendig sei,«venn man die ganz harmlosen Vereinsversammlungen nicht durch eine so große Zahl von Polizeibeamten bewachen lasse. Die Ausgaben für die Berliner und die lokalen Polizei« Verwaltungen in den Provinzen werden genehmigt. Das Kapitel„Di st riktskom missare in der Provinz Posen"«vird an die Budgetkommisfion ver- wiesen, mit einem Antrage des Abg. v. Kalkreuth, der einen weiteren Beamten in dem Kreise Bimbaum angestellt wissen' will. Ohne Debatte werden die Kapitel: Landgcndarmerie, Allge- meine Ausgaben im Interesse der Polizei, Strafanstaltsverwal- tung, für Wohlthätigkeitszwecke und verschiedene Bedürsnisse, ebenso die einmaligen Ausgaben bewilligt. Schluß Uhr. Nächste Sitzung Mit tw och 11 Uhr. (Etat.)_ Parlamentarisches. Die Kommission des Reichstages für das Sozia- listengesetzrs wird nach der Verständigung der Fraktionen aus folgenden Mitgliedern bestehen: A. Nationallibe- ralc: Böhm, Brand. Clauß, Geibcl, Hastedt, Henncberg, Dr. Marquardscn, Dr. Meyer(Jena). B. Deutschkonservative: Frhr. v. Manteuffcl, v. Kleist-Retzow, Weyrauch, Hegel, Frhr. v. tzammerstein, Kurz. C. Reichspartei: Prinz Earolath, v. Kardorff, Robbe, v. C e n t r u m: Dr. Bock, Fritzen, Graf Neipperg, Graf Adelmann, Dr. Windthorst, Spahn, Frhr. v. Landsbera, Graf Prcnsing. E. Deuts ch- f reis innige: Dr. A. Meyer(Halle), Träger. F. Sozial» demokraten: Bebel. Kommnnales. Taaesordnnng für die Sitzung der Stadtoerord- «eten-Kerfamminng am Donnerstag, den 2. Februar d. I., Nachmitlags 5 Uhr. Berichterstattung des Ausschusses für Rech- nungssachen über �eine Anzahl Rechnungen, sowie über den Finalabschluß der Stadthauptkasse, der Haupt-Stiftungskasse, der Gasanstalten, der Wasserwerke, der Kanalisationswerke und der Ricselgüter pro 1. April 1886/87— desgl. über die Vorlage, betr. die Herstellung eines UederführungsbauwettS über den Bahnhof Moabit, sowie die Abänderung der Bauchfluchtlinicn für die Straße 11, Adtheilung Viil des Bebauungsplanes, uno die Festsetzung von Baufluchtlinien für die na« anzulegende Straße IIa desgl. über die Vorlage, betr. die Abänderung von Baufluchten am Play F, Adtheilung IV und V, Sektion 1 des Bebauungsplanes der Umgebungen vo>« Berlin und die Verlegung der Weichbildgrenze längs des Zoologischen Gartens — desgl. über die Proteste gegen die Wahl der Sradtvcrodneten Faehndrich, Splctr- stößer und Dr. Hermes— Vorlage, betreffend die Skizze zum Neubau eines Gemeinde- Doppel- schulhauses und eines einfachen Schulgebäudes auf dem städtischen Grundstücke Gräfesttaße, Kottbuser Damm und Äöckh- straße— desgl., betr. die erfolgte Bauabnahme der neuen Lazarethbaracke, sowie des neuen Küchen- und Kesselhauses auf dem Waiseuhausgrundstücke zu Rummelsburg— Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betr. die Festjetzung von Bau- fluchtlinien für die im Bebauungspläne vom Jahre 1852 vorgesehenen Straßen jc. unter Beobachtung der Vorschriften des Gesetzes vom 2. Juli 1875— Vorlage, betr. die Bestreitung der für den Betrieb der Markthalle VI während der Monate Februar uird März d. I. eiforderlichen Ausgaben— desgl., betr. die erfolgte Festsetzung der Schulferien für die höheren Lehranstalten im laufenden Jahre— Erne Rechnung— Be- richterstatlung, betr. den Ablauf der Wahlzeit eines Raths- Maurermeisters und eines Rathszimmernieisters, sowie die Neu- wähl eines Rathszimmermeisters— Vorlage, betr. die Ent- lassung eines unbcsolveten Gemeindebeamtcn aus den von ihm innehaöeirden Aemtern. Zokales. und Nerletzuuge». ein einfaches, billiges uno zuverlaistges%rta«)ren lernen, wie man einfache und komplizirte Wunden, Anltf y..�en und selbst Quetschungen der Knochen ohne Anwendi«, Wnes pllztödtenden Substanzen heilen kann. Die Vottheile � eueiw l?4" Verfahrens find so bedeutend, daß man es lebhaft bd � P muß, daß noch so wenig Aerzte Kenntniß davon HM n d«,.;," f das einfache Heilverfahren in Anwendung bringen.>% ri ri""L( Meinung der modernen Aerzte müssen die Wunden,« 11 Heilung zu gelangen, desinfiszitt und mit einem anM Verbände bedeckt werden: es müssen die aus der Lack � � ,-'�un8- Wunde eingedrungenen Mikroorganismen mit irgend einc» je tödtenden Stoffe unschädlich gemacht werden. AbgesthA'% ßmyand �I'ches Bild "«toi«, tn% daß diese antiseptischen u««d desinfizircnden"�üanoe; Karbolsäure, Jodoform, Quecksilberchlorid(Sublimats S'l&nö i weilen unangenehme Nebenzufälle hervorrufen, ist Behandlung der Indikation nicht entsprochen, Ä füllung eine rasche und zuverlässige Heilung einer dingt.— Was die neue Wundheilmethode betrifft, st selbe zuerst von Dr. Bolle in Aachen in Anwendung und von namhaften Aerzten als bewährt befundc« Auch der Obermedizinalrath Dr. O. Sick in Stuttga� der„Zeitschrift des Berliner Aente-Vereins" das Verfahren warm empfohlen und Beispiele eigener darüber veröffentlicht. Tie Vottheile, welche durch Verbandmethode erzielt werden, find nach Dr. Bos folgende: 1. Alle frischen, offenen Wunden, in den fremden Körper mehr befinden, auch die ärgsten ge quetschten und mit Substanzverlust verbundenen fordern nur einen einzigen Watteverband, roi Heilung nicht wieder abgenommen wird; ja, fast ohne jede Veränderung liegen bleiben muß. 2. Alst bezeichneten Wunden gehen unter diesem Verbau» mit verdünnter Arnikatinktur vor dem Auflege� wird, nie in Eiterung über, sondern hellen rasch d«#* entzündung. 3. Schmerz, Wundfieber find kaum zu bald der Verband angelegt ist. 4. Umschläge von oder Ueberrieselungen werden nie angewendet. Es � mehr die Wunden— wo noch möglich— im Blute vereinigt, so daß die Wundränder und Wuno»�,� etwas Blut bedeckt bleiben. 5. Da bei frisch Wunden niemals Eiterung entsteht, so kann auch Luftverpestung, wie man sie in Lazarethen findet,. sein. 6. Die Rekonvaleszenz wird stcherlich um dies? bei sehr schwachen Verletzungen wohl um das Zeh»" kürzt. Nach Professor Dr. Rapp in Stuttgart, der bandmethode 26 Jahre lang ausnahmslos anwende�-. Reinigung und Bereinigung der Wunde sofort eiv�ew schluß derselben durch reine Watte bewerkstelligt. legen wird die Watte eingeiveicht in reines welchem man etivas Arnikatinktur beifügt.(Auf J? Liter Wasser 20—30 Tropfen Amikatinktur.) Wunden der Weicktheile bleibt der Verband so bis die Wunde völlig gehellt ist, was meistens M geschieht. ©» ist noch wicht lange Ijer, daß die hier Fl Chinesen und Japaner, so oft sie sich auf ds» zeigten, wie Wundetthiere angeschaut und mit unziei gier belästigt wurden. Jetzt gehören die Söhne des« Reiches und des Sonnenaufganges zu den gewöhn nungen in den Straßen Berlins. Während jedoch starre Anhänger ihrer heimischen Gebräuche geblieben die vielen Japaner, die zu Studienzwecken«c. fick unsere Sitten und Kleidung vollständig angenoinmei«, war es doch etwas Ungeivohntes, einen jungen JavCcs und weißer Binde vor einem Auditorium von M fessoren, Offizieren jc. in deutscher Sprache ubdf�' seiner Heimath vortragen zu hören, vo war der f: K Orientalischen Seminar veranstalteten öffentlich�? Dar kalt. cmti wer C getrag. ict dazu r Poliz «nte, i Jouma i seiner Mg der h v. H Periii > Omni «n. Die - Schön! .(10 Pf. ■); Hall. U N»; Pots, 'trecke Bot Äl% Ä von 7 V «ine ziem * � , Äs welchen der Lektor des Japanischen, Dr. am Sonnabend über die nationale Religion (Sintö) hielt. Der junjje Gelehrte sprach Deutsch und elegantem Satzbau, wennglei« ländischem Akzent uird wußte sein Thema ech,-. zu gestalten. Sin- tü heißt der Weg zu Gott f t Mindestens ."Geschäft II Hauptsache ein polytheistischer Ahnen- ui«d stäs faßt nicht«veniger als acht Millionen Gottheiten. 0', Ter Sintoismus hat sich unabhängig von and?1'. entwickelt und sich in seiner ursprünglichen auf den heutigen Tag erhalten, wiewohl nach sj;, des Buddhismus und Eonfueianismus zahlreich»- bildeten. Das älteste Gesetzbuch der Japaner. entstand in den Jahren 660—580 v. Ehr. Geb. ul' wie der Koran uird die Bibel, als ein Heiligthuni. interessante Aufschlüsse über die religiösen Vau Japaner, es kennt auch ein Chaos, aus welchem% stand, und führt drei Stammgottheiteii auf, dann zwölf Götter folgten. Hierauf entstand das?..! rjnen sind. Unseres KekffC** (acht CM % orfiral 2 Cvu re ort Js« paar Jsanagi und Jsanami, �welche aiff� einer ' ZSZ durch einen herabfallenden Tropfen_____ hatte. Jsanagi und Jsanami schloffen als das � ersten Ehebund, welchem viele Kinder entsproßten, des Reichthums, ein Gott der Blumen, der BaM des Meeres, der Flüsse. Als aber Jsanami den 0. gebar, verbrannte sie dabei und starb. Thräne, aus welcher der Gott der Trauer cnstta�,. stch aus Sehnsucht nach seiner Gattin nach der � sie wiederzuholen. Jsanami bat ihren Gatten die andern Götter um Rath fragen müsse- v,;t aber die Geduldprobe nicht, er öffnete vorzeitig o. � welcher seine Gattin verschwunden war, und K j derselben ekle Würmer stch ringeln. Entsetzt nv. der Oberwelt zurück. Die Mythen voir AvaM � ■~'' stier in anveref M Hades und der Eurydice kehren also hier««> � r Jsanagi unterzog stch dann einer Reinigung i f Auge wusch, entstand dieSonnengöttinAmateras,?' � Auge wusch, entstand der Mond, und als er ff»' entstand der Gott des Meeres. Amateras m?, jic tochter Jsanagis und erhielt auch von«%" Welt, sie ist die höchste Gottheit der JoP. v,e' 1 1 V 1 1 1 Vit Vtt) I tt- j->»»«� W' � Jivaware war der erste Mikado, mit welchem rechnung beginnt, und der jetzt regierende Herrscher, leitet seine Abstammung direkt von her. Die religiösen Gebräuche des Sintoismwj. � seine Hauptlehre: Reinheit des Leibes im® 'ells ein dogmatisch begründetes System ist der anzusehen. Religiöse«Streitigkeiten giebt es> es dort möglich ist. zu gleicher Zeit Anhänge« liaionen zu sein. Die gottesvienstlichen Gebu Vortragende an Bildem und Modellen von«_- und schloß mit einem Kompliment für Berlin eines Orientalischen Seminars., Hei den schiedsgerichtlichen ti't od niiord hriflflfU'...7i � m 3 zM fcC, !ÄSJ §# 0% bii?«; MZZ den M !v°ttet�.�R Berufsgeiioisenschaften ist es öfters beklagt> ji kicken Atteste vielfach äußerst schwer zu Iriei*„«■ Ausdrücken aus fremden Sprachen deriimb � daß es dem Schiedsgerichte nicht möglich 6' � bung eine klare Anschauung des Zustan®� �r gewinnen. Einzelne Berufsgenossenscha'n'N � � veranlaßt gesehen, bei Einforderung von �« den Aerzten eine deutliche Schrift«m®®"Ml dung von ungewöhnlichen Fiemdwörterij vw.iy wvu UUytlVUyiUUMUI fJfCIMMIWva.--- �.. w ihnen besonders bemerklich zu machen, haben, den nicht immer mit technische»*• � Mitgliedern der Vorstände des Schiedöge« I von der in Frage stehenden Verleyuna Der Vorsitzende der in Hannover domizilirten(gweds- ndcn- � (Sublimat) ufen, ist � »rochen, o#| ing einer. ,e betrifft, Anwendung rt befunbe« in Stuttgo� eins" das i eigener eiche durch Dr. Bolle.� r, in dcnm rgsten ge rdenen lnd, wl ,'"A i Verbands Ausicgea , von.-,-1"., auf diese Frage aufmerksam gemacht und terfahren Icn«,.-�vfohlen, geeignete Maßnahmen in dwelben Richtung iunden, Verl? sollten sich auch die übrigen Bervksgenossen- LoMeile'diesa �utijäserianer. In den Vereinigten Staaten blüht es lebhaft W' ns eme ganz cigenthümliche Industrie, nämlich die Fabn- ä» B? ss aus der Luft N'"dungsstellen find zusammenklebt, ur>d dre Jacken sind ndcn Witt-i. � Um,tande nun, als diese über tem tzemd zu tragenden �.eine ungemein behagliche Wä�me gewahren und sich bei ■'chct Dauerhaftigkeit zn�tge ihrer Undurchdringlich- %n kalte Stünde<üi bestes Schutzmittel gegen Er- ,'gen ermv.'cn haben,— werden dieselben von den ' � auer Stände während der rauhen Jahreszeit mit getragen.— Was sagt wohl Herr Professor Doktor Mer dazu? Pill, � Volizeirath Krüger, der in den letzten Tagen so ??°nnte, wohnte auch am Montag der Reichstagssttzung Journalistentribüne bei. Er verschwand plötzlich, als seiner unvergleichlichen Rede zu einer Darlegung der LMung der Agenten Schröder und Haupt mit ihm und dem >?ch v. Hacke überging. luSne Verlängerung von 14 Theilstrecken auf ver- Ku Omnibuslinien ohne Erhöhung des Fahrpreises tritt ttn. Die neuen Theilstrecken find: Köllnischer Fisch- - Schönhauser Thor(10 Pf.); Hallescbes Thor— Lust» '10 Pf.); Werderscher Markt— Schönhauser Thor wj Hallesches Thor— Rathhaus(10 Pf.); Köllnischer »s Ä) � Landsberger Thor(10 Pf.); Werderscher Markt �«ecfc Botanischer Garten— Oranienplatz verkehren die Itm i"?" morgen ab in Zwischenräumen von 11— 12(statt 15 Minuten. In beiden Richtungen fahren die «u son � Uhr 10 Minuten Morgens bis 10 Uhr Abends. Hütt? liemlich bedenteiid» Zahl von Ktndirendrn «,./-weäen Unfleißes" nach den Statuten der Universität lir, M i-emester gestrichen werden, weil sie nicht mindestens 1% �nvatvorlesung belegt hatten. Es sind im Ganzen s.jMirende, von ihnen gehören 8 der theologischen, 18 der .J?,™, 35 der medizinischen und 74 der philosophischen ton jt°n. Allerdings ist ein ziemlich großer Prozentsatz 35,5 �r0äcnt' Ausländer, namentlich Russen und �«M Apothelren-Konlefstons-Kchacher. 'i frisch kann am n findet, ch um die das Zeft m sv- leiitens ahm in sich mit unzib söhne deö en gcwohmf ad jedoch' rffm , genommen ingcn Ja-" im von iche ü» «r der.,. a Religion, sprach. i Gott d Scan theiten & ■S% Mk elchem t" auf, fl nd daS t einer Im alzwaffels ils das 1 rSä m alten A, N rium. ,v---- v---- �. r,----- Die Apotheke fe.�'denen Hirsch", Lindenstraße 83 Hierselbst, welche der «!>. Inhaber Herr Apotheker Eichhoktz vor wenigen Wochen toj Herm Friedrich Holpe verkaufte, ist von dem letzteren fit! rtrbernahme durch Zession seines Kaufvertrages gegen »bisT.tcnde Ilbstandssumme an den Apotheker und Bandagen- ■"Heu Herrn E. Moritz Hellwig hicrselbst weiterverkauft Herr Kalpe hat, soviel uns bekannt ist, in ganz kurzer �»bestens drei Apotheken ge- und wieder verkauft. Ein ?'Geschäft"! IforW Anr egung j« verbotenem Klücksspiel ist von der t��vburger Polizeibehörde die nachfolgende, in der Ehar- uvib„Reuen Zeit" veröffentlichte Annonce erachtet Wcldje? lernerer Abdruck untersagt worden. Die Annonze, ftatte forTÜfcm Besitzer eines Vcrgnügungslokals ausging, !% in E N Wortlaut:„Ein Korb, vollgefüllt mit Zigarren, fetten Lokal zur Anficht aus. Wer die Zabl der 1 April?°th, die in dem Korbe enthalten find, erhält am Krl) dein Tage, an welchem diese Konkurrenz geschlossen «cr Zigarren Prima-Waare. Sollte Niemand die Zahl dep z T%n richtig errathen, so werden diese Zigarren unter khn,� vertheilt, welche der wirklichen Zahl am nächsten WL" i,?ud. Die Prcisvertheilung geschieht in meinem dab, �s Erachtens mit Recht hebt die„Reue Zeit" her- 'ciciL Begriff des„Glückspiels" ein Emsatz seitens der 'Notu/tV forderlich ist, und von einem solchen ist in jener - z.�İuvt nicht die Siede. H, der Raucher müssen es gewesen sein, die i»um Sonntag in einem Zigarrengeschäft in der M�� Miraße einen Einbruch verübten. Nach den vorge «S» � Spuren haben die Diebe vorerst etwa 30 verschiedene probirt, ehe sie sich entschlossen, von den ihnen Grw',. �fen 10 000 Zigarren zu stehlen.' e Sobn �' Rm Dienstag verschwand von hier der 22jah- ?dusm(mn-�"bs Fabrikanten mit der 17jährigen Tochter eines «tte. D.' L°chdcm er seinem Vater 2000 M. unterschlagen JUTOcmbctn.war, welches die Slbficht hatte, nach Amerika aus- Fluckt'tfwb sich nach Hamburg. Jndeß hatte der Vater K°re nach � Sohnes sehr bald bemerkt. Er reiste dem 5% als pa od es gelang ihm, es m dem Augenblicke abru- „" nahm, an Bord eines Schiffes begeben wollte. Der � Beel? Sohn und auch das junge Mädchen mit 1 i iW ateras.a l er f®"pif �4 S*'! :Bß IT* länger mss» ■•i gf ? einpftn�T�Ser hat am Sonnabend einen,Gcschaftslnhaber Ae groß. Ufr Weise geprellt. Der Geschäftsinhaber erhielt Als der%*chre Kofes aus der englischen Gasanstalt geliefert. Malt mit l8*" vorfuhr, begab sich der Arbeiter aus der Gas- Mittun»„, guittirten Rechnung in den Laden und legte die M den 0„fU- den Ladentisch; dann begab er sich hinaus und w ÄÄftÄ wsS" Suftta(ie wmlun0e Mann in das Geschäft und verlangte im . �»uua-��nstalt Bezahlung der auf dem Tisch liegenden n ben i,,®cr Geschäftsinhaber zahlte auch ohne Bedenken !Mand i,u 8� Mann die Summe aus und der letztere ver- o* Acbc W �rrgnügt mit dem Gelde. Als nach dem Abladen °lrs»och �" Laven betrat, mußte der Geschäftsinhaber den V«-Ndet„Gfsbehörden aller Hauptstädte mit dein Ersuchen zu- M um f°en' auf den Betreffenden zu fahnden. Es handelt pichet... �"Internationalen Hochstapler Stanrens Benson, k bcftdnv n Verbrechern gehört, deren fabelhafte Geschicklich. Mttet mm< der Verfolgung der erfahrensten Polizeiagenten m|..... eine wahre Siovelle bildet. Zuerst . er durch eine Aufsehen erregende Fälschungs- in den Gerichtsannalen Englands aufgezeichnet -S h.7» aWACK NSS« S Miirete»»Ellschaften, besonders solcher zur Minenausbeutung, llzej f,.',« U1 diese Weise gewannen sie viel Geld, aber die M nicht°us ihre Spur und sie gingen nun nach Brüssel, b das kj ,",8 Gefängniß zurückzuwandem. In Brüssel setzten « W 5, Konflikt und wurden zu zwei Jahren Gefängniß Zvteau'' An dem Tage ihrer Festnahme fand man in ihrem M im 3i r uneröffnete Briefe mit Wechseln und Einweisungen Miewf W von 2800 M., die das Ergebniß der gerade »en Postsendungen waren. Slufs neue in Freiheit ge- setzt,(ehrte Benson nach Amerika zurück, beging einige andere Betrügereien und verschwand dann. Den folgenden Schwindel verübte er in Genf, wo er als amerikanischer Baron auftrat. Er lebte in den ersten Hotels, hatte Wagen und Pferde, empfing fortwährend Depeschen seiner Genoffen in Amerika, die ihm die Börsennotirungen anzeigten und um Ordre-Ertheilung betreffs Verkaufes oder Kaufes singitter Werthpapiere ersuchten. Benson versäumte nicht, diese Telegramme, wie in der Eile vergessen, auf dem Tische liegen zu lassen, um Unkundige damit zu ködern, was ihm nur zu bald glückte. Es gelang ihm, sich in das Ver- trauen eines englischen Offiziers einzuschleichen, welcher, nach jahrelangem Aufenthalte in Indien, in Gesellschaft seiner Tochter durch Europa reiste. Benson machte das Mädchen in sich ver- liebt, indem er ihm kostbare Geschenke anbot, was ihm das Vertrauen des Vaters derart gewann, daß er ihm 35 000 Dollars zur Anlegung übergab. Einige Tage darauf verschwand Benson. Er wurde in Bremen in dem Augenblicke festgenommen, als er sich nach Amerika einschiffen wollte. Man brachte ihn nach Genf zurück; aber nachdem er sich bereit erklärt hatte, 25 000 von den 35000 Dollars wieder herauszugeben, setzte man ihn in Freiheit. Die Schmucksachen, welche er der Tochter des Engländers geschenkt hatte, waren von- Kupfer. Benson verließ bald darauf Europa, und die englischen Behörden, welche ständig über ihn wachen, haben seine Fährte verloren. Da vorauszusetzen ist, daß er seiner Gewohnheit gemäß unter fal- schem Namen wieder mit der Gründung von Gesellschaften oder ähnlichen Dingen beschäftigt ist, haben dieselben, wie gesagt, sein Bildniß an alle Hauptstädte der Welt gesandt. Ginen Garrnerstrrich hat gestern früh ein vielfach be- strafter Verbrecher, der„Kellner" Biltner, bei einer unglücklichen jungen Frau ausgeführt. Frau M.'s Gatte befand sich seit einigen Tagen in Untersuchungshaft und diesen Umstand hat Bittner in folgender Weise auszunutzen verstanden. Er erschien gestern früh bei Frau M. und gab sich als Referendar beim Kriminalgericht zu Moabit aus, als welcher er die Untersuchung wider M. zu führen habe. Mit strenger Amtsmiene erklärte er die Sache für höchst bedenklich; um so bedenklicher, als auch sie, die Frau M., dringend verdächtig erscheine und in den nächsten Tagen wohl verhaftet werden würde. Bleich, entsetzt sab die geängstigte Frau den gestrengen Herrn„Referendar" an, mit bebenden Lippen ihre Unschuld betheuemd. Endlich ließ denn auch der Herr Referendar ein menschliches Rühren Platz greifen und erzählte in nunmehr vertraulicher Weise, die Sache werde sich wohl noch einmal drehen lassen, er sei nicht so und wolle der Frau gerne beistehen. Da sei aber vor allen Dingen nothwendig, daß dem Wunsche des Ehemannes ent- sprochen und ein Rechtsanwalt als Vettheidiger an- genommen werde. Das koste zwar etwa 60 Mark, die aber wohl in Raten getilgt werden könnten; er wolle sofort einen Rechtsanwalt aufsuchen und ihm die Sache klarlegen. Aus Freundschaftzu ihm werde derselbe wohl mit einer Sin- zahlung von 20 M. zufrieden sein. Die arme Frau ließ sich denn auch in ihrer Angst bethören und übergab dem Pseudo- Referendar 20 M. zur Anzahlung beim Vertheidiger. Einige Stunden später erhielt Frau M. durch einen Trenstmann die Karte eines Rechtsanwalts zugeschickt, auf der der Verbrecher Bittner mit Bleistift die Worte geschrieben;„Dieser Rechtsanwalt wird ihren Ehemann vertheidigen. Erwarte Sie vor dem Eaf» X. Vierzig Mark mitbringen. B.. Referendar." Die Karte und wohl namentlich die unorthographische Schreibweise erregten bei Frau M. doch Bedenken, und sie bat daher einen Rachdarn, sie auf dem Wege zu dem Rechtsanwalt zu begleiten. Vor dem Cafe traf man den Referendar, welcher aufgefordert ivurde, die Frau M. zu dem Rechtsanwalt zu führen. Dies hatte derselbe nicht erwartet, er verwickelte sich in Widersprüche, die schließlich den resoluten Nachbar veranlaßten, einen pa- trouillirenden Schutzmann um Verhaftung des„Kriminal- studenten" zu bitten. Wie Bittner in den Besitz der Karte des Rechtsanwalts gekommen, ist noch nicht aufgeklärt, da B. sich darüber nicht äußern will. Ginr aufregende Kzene spielte sich Sonntag Vor« mittag gegen 11 Uhr an der Stadtbahnbrücke Sllexanderplatz ab. Die Pferde eines vom Landsberger Thor kommenden Omnibus, welcher auf dem Verdeck sowohl wie im Innern dicht besetzt war, waren, wie es scheint, durch einen gerade über die Brücke fahrenden vtadtbahnzug scheu geworden. Der Kutscher verlor die Gewalt über die dahinstürmenden Thiers und dieselben rannten mit dem hin und her geschleuderten Omnibus direkt auf das Trottoir. Da stürzte auf dem glatten Pflaster eines der Pferde, das andere mit sich ziehend, und nun gelang es, die Passagiere aus dem Omnibus zu entfemen. Die Insassen find mit dem Schrecken und leichten Kontusionen davon gekommen, ebenso sind die Pferde unbeschädigt geblieben. Eine fatzrläfstg eingesetzt» Küststange hat am Sonn- tag an einem Reubau in Charlottenbura einen schweren Unglücks- fall herbeiaeführt. Der in der Lessingstraße wohnhafte Arbeiter Heinrich«ch. wanderte ahnungslos durch die Spreestraße, als er plötzlich einen wuchtigen Hieb über die Schulter erhielt und lautlos zusammenbrach. Eine vor einem Neubau schlecht eingesetzte, freistehende Rüstslange von bedeutender Länge und Schwere war durch den Wind umgeweht worden und hatte den Sch. in schrecklicher Weise verletzt. Sch. wurde zur Charitee transportirt, wo ein äußerst schmerzhafter Bruch des linken Schulterblattes konstatirt wurde. An dem Slufkommen des Schwerverletzten muß leider gezweifelt werden. Ein tödtticher Stur»«it de« Vrloziped sollte sich kürzlich, wie ein Berichterstatter meldete, auf der nach Herms- dorf führenden Chaussee ereignet haben. Diese Nachricht hat sich jetzt als Erfindung herausgestellt. Polizei- Bericht. Am 30. d. M. Nachmittags wurde in der Bernauerstraße ein Arbeiter durch einen Brauerwagen über- fahren uud derartig am linken Bein verletzt, daß er mittelst Droschke nach dem Lazaruskrankenhause gebracht werden mußte. — Ferner wurde gegen Abend in der Wallstraße ein Mann durch eine Droschke überfahren und am linken Fuß verletzt.— An demselben Tage brannte Siaunynstr. 51 Fußboden und Balkenlage in der Nähe eines schadhalt gewordenen Schorn- steins,— und in der Nacht zum 31. v. M. Kleiststr. 5 Balken und Bretter in einem Neubau. Gerichts-Zeiwng. Der Schlosser peukert war wegen am 17. Februar er. erfolgter Anheftung von rothen Wahlplakaten der fözialdcmo- kratischcn Partei in einem Hausflur zu einer Geldstrafe von 30 M. verurtheilt worden, und zwar hatten sowohl das Schöffengericht wie die Strafkammer angenommen, daß der Flureines Hauses unter die„öffentli chen Orte" im Sinne des Gesetzes zu rechnen sei.— Die hiergegen vom An- geklagten eingelegte Revision wurde am Montag von dem Strafsenat des Kammergerickts, der sich obiger Rechtsansicht der Vor- derrickter anschloß, zurückgewiesen. Da» Urttzeil im posener Sozialiste, iprozeft. Posen, den 30. Januar 1888. Die Strafkammer trat heute Vormittag 10 Uhr zur Urthcilspublikation zusammen. Nachdem die Ange- klagten sich in Kürze über die gegen sie beantragten Strafen geäußert, erfolgt die Verkündigung des Erkenntnisses durch den Vorsitzenden, Herrn Landgerichtsdirettor Hausleutner. Der Ge- richtsbof ging nach den Motiven des Erkenntnisses von folgenden Erwägungen aus: Es unterliegt keinem Zweifel, daß inner- halh der Sozialdemokratie in den letzten Dezennien sich eine Hauptströmung sozialrevolutionärer Tendenz herausgebildet hat, welche Verbindungen mit dem Auslande unterhält und deren Bestrebungen sich gegeg die staatliche und gesetzliche Ordnung richten, deren gewaltsamer Umsturz herbeigeführt werden soll. Ob diese Besttebungen unter völliger Verleugnung des Vater- landsvrinzips einen rein internationalen Charakter angenommen, ob dieselben ferner die ganze Sozialdemokratie oder nur einen Theil derselben ergriffen haben, od diese soziakrevolutionäre Strömung mit der sogenannten anarchistischen Richtung identisch ist oder nicht, das Alles entzieht sich der Beurtheilung des Gerichtshofes. Bei dem, was sie als thatsächkich erwiesen angenommen hat, stützt sich die Strafkammer einerseits auf allgemein bekannte Thatsachen, deren Kenntniß während der letzten Dezennien zum Gemeingut Slller geworden, andererseits auf verlesene Berichte, Auskünfte, Druckschriften u. f. w., gegen deren Echtheit und Glaubwürdigkeit berechtigte Zweifel völlig unzulässig find. Im letzten Jahrzehnts hat sich unter der polnischen Bevölkerung zweifellos eine starke sozialistische Strömung entwickelt, deren Agitation hauptsächlich gegen das Slusnahmegesetz vom 21. Oktober 1878 gerichtet ist, mit dem Bestreben, dasselbe in seinen Wirkungen völlig lahmzulegen. Diese Strömung hat sonder Frage mit der Zeit eine feste Organisation ange- nommen und sich nicht nur im Inlands ausgebreitet, sondern auch Fühlung mit dem Auslande gewonnen. Ja, es defindet sich sogar zur Zeit der Hauptfitz der polnischen sozialrevolutionären Bewegung im Auslande, nämlich in Paris und Genf. In Paris sind es u. a. der bekannte Mendelssohn und dessen Genossin Marie von Jankowska, welche die Bewegung leiten, die ihre Verzweigungen bis nach Posen und Berlin getrieben hat, woselbst durch kleinere Organi- sationen(„Kolkos" oder Gruppen genannt) die Agitation be- betrieben wird. Dasjenige, was über die Gruppe Berlin des polnischen Sozialismus zur Kenntniß des Gerichtshofes gelangt ist, beruht hauptsächlich auf den Bekundungen der Kriminal- schutzleute Jhring und Naporra, welche in der Zeit von 1885 bis 1887 seitens ihrer vorgesetzten Behörde in Berlin mit der Ueberwachung der polnischen Sozialisten beauftragt waren. Die gerichtlichen Slussagen dieser beiden Zeugen, sowie die Mittel und Wege, deren sie sich bedienten, um den ihnen zuertheilten Auftrag auszuführen, sind seitens der Vertheidigung aufs Leb- hafteste angegriffen worden. Aus diesem Grunde hat sich der Gerichtshof veranlaßt gesehen, die Frage inwiefern die Kriminal- schutzleute Jhring und Naporra als glaubwürdige Zeugen angesehen werden können, einer eingehenden und gewissenhaften Prüfung zu unterziehen. Diese Prüfung hat nichts ergeben, was irgend geeignet wäre, die Glaubwürdigkeit der beiden Zeugen abzuschwächen. Od der Thätigkeit eines Vigilanten nach landläufigen Begriffen ein moralischer Makel anhafte, das hat der Gerichtshof nicht in den Kreis seiner Erwägungen ein- bezichen können; ebensowenig hat das Gericht einen Grund, sich hier über die Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit des Vigilantenthums zu äußern. Das Gericht hat die Glaubwürdig- keit des Jhring nach reiflicher Erwägung als unanfechtbar an- genommen und wennjuich in Berlin anläßlich des bekannten Prozesses gegen den Schriftsteller Cbristensen seitens der Straf- kammer des Landgerichtes I dem Jhring kein Glauben geschenkt worden ist, so sind doch nachträglich bezüglich des Christensen, dem damals geglaubt worden, Thassachen zur öffentlichen Kenntniß gelangt, die dessen Glaubwürdigkeit bedeutend herabzumindern geeignet find.(Vergl. die Auslassungen des Ministers v. Putt» kamer bei der letzten Sozialistendebatte. Das Richterkollegium in Posen scheint sich die Ansichten des Ministers ganz und gar angeeignet zu haben. Red. d.„B. V.") Der Gerichtshof hat die volle Ueberzeugung, daß Jhring im vorliegenden Falle lediglich die Wahrheit bekundet hat. Es ist im Laufe der Be» weisaufnahmc nichts zu Tage gefördert worden, was auch nur im Geringsten geeignet wäre, die von Jhring erstatteten Berichte als unzuverlässig oder aar als erfunden erscheinen zu lassen. Die Bekundungen des Jhring find im Gegentheil theils direkt, theils indirett durch die Aussagen der Angeklagten selbst unter- stützt worden. Ganz dasselbe gilt bezüglich der Zeugenaussage des Naporra. Besonders rann gegen die Art und Weise des Zustandekommens seiner Berichte ein Bedenken nicht erhoben werden, da durch die leichten Korrekturen, welche der Kriminal- kommissarius Schöne an den Bcrichtentwürfcn des Raporra vorgenommen, die letzteren inhaltlich in keiner Weise tangirt worden find. Der Herr Vorsitzende beleuchtet hierauf die einzelnen gegen die Glaubwürdigkeit des Naporra geltend ge- machten Einwände und erklärt, daß dieselben jeglicher Begrün- dung entbehren. Bezüglich der einen Redensart, welche von dem unverdächtigen Zeugen Ksaskiewicz bekundet worden ist, daß nämlich Naporra aus Anlaß der erfolgten Sprengung einer konservativen Versammlung(im März 1886) zu ihm in die Wohnung gekommen sei und gesagt habe:„Komme herunter, da ist Revolution, wenn es in unserer Macht stände, würden wir sie mit Säbeln und Stöcken zusammenhauen"— bezüglich dieser Aeußcrung, welche Naporra auf Grund seiner Slufzcich» nungen aufs bestimmteste in Sibrcde stellte, nimmt der Gerichts- Hof an, daß sie von Naporra vergessen worden sei.(!!) Des Weiteren ist der Gerichtshof zu der Ueberzcu- gung gelangt, daß Naporra nie und nirgends im Laufe der hier zur Verhandlung stehenden Vorgänge die Rolle eines agent provo stenr gespielt habe. Auch damals, als er ein gewisses Flugblatt im polnischen Handwerkerverein ver- breitete, welches erst später verboten wurde, habe Naporra nur im Auftrage des Kriminalkommiffarius Schöne gehandelt, der vorher aufs Gewiffenshafteste mit sich darüber zu Ruthe gegangen, ob er seinem Untergebenen diesen Sluftrag ertheilen dürfe. Der Gerichtshof nimmt als erwiesen an, daß in der Zeit von 1885—1887 in Berlin zahlreiche geheime Versanim- lungern stattgefunden haben, sowie daß zwischen Berlin und Posen und außerdem zwischen Deutschland und dem Sluslande ein ziemlich lebhafter Verkehr stattgesunden hat. An diesen Agitationen find die meisten der Angeklagten betheiligt gewesen. Hervorragend belastet ist der Slngeklagte e-lawinski und auch die übrigen Angeklagten(mit nur vier Ausnahmen) sind alle der ihnen zur Last gelegten Strafthaten als mehr oder minder überführt zu erachten. Selbst die Angeklagte Michaline Zielonacka ist keineswegs unschuldig. Auch sie ist an der un- leugbar bestehenden geheimen Verbindung betheiligt gewesen. Im Uebrigen ist zu bemerken, daß die Handlungsweise der Angeklagten auch unter dem Gesichtspunkte des§ 73 des R.-Str.-G.-B. betrachtet worden ist, wovon sie bei Beginn der heutigen Sitzung verständigt worden waren. Es wurden demgeiiiäßverurtheilt: Bronislaus Qplannnsk.»» 2 Jahren 9 Monaten, Wladislaus Kurowski-zu 6 Monaten, Felix Witkowskr zu einer Zusatzstrafe von 2 Jahren 6 Monaten, Johann Konopinski zu 2 Jahren 6 Monaten, Konstantin Janiszewskl zu 1 Jahr und 6 Monaten. Franz Merkowski zusätzlich zu 1 Jahr 9 Monaten, Franz Morawski zu 1 Jahr 6 Monaten, Paul Pricelius zu 9 Monaten, Adam Grochowskr zu 9 Monaten, Ludwig Konopinski zu 6 Monaten, Mickalina Zielonacka ,u 4 Monaten, Stephan Pospiesnv zu 6 Monaten, Marcell Goscinski zu 7 Äonaten Gefängniß. Die Angeklagten Mar Porankiewicz, Roman Dercngowsti, Albert Kostrzeiva und Joseph Witkowski wurden freigesprochen. Der Angeklagten Zielonacka wurden von der Untersuchungshaft 4 Monate in Anrechnung gebracht und ihre sofortige Freilassuna angeordnet. Ludwig Konopinski wurden ebenfalls 4 Monate Untersuchungshaft, dagegen dem Stephan Pospiesny nur l' Monat angerechnet. Den übrigen Verurtheilten wurden 3 Monat in Stnrechnung gebracht. Berri«»«nd Urrsammlungr«. und Hoffmann überaus zahlreich eingefunden hatten. Nachdem - Ux•?i$/,err retIJ5n®ot'ra8 über„die Entwickelung des Kultur- forsschnttv gehalten hatte, wurde der Slntrag gestellt, den Streckenden 100 M. aus der Vereinskaffe, soweit sie Mitglieder des Vereins seien, zur Unterstützung zu bewilligen. Der An- trag wurde von den anwesenden Mitgliedern des Vereins an- fenommcn, die NichtMitglieder enthielten stch der Abstimmung. !ach den darauf folgenden Aeußerungen der verschiedenen Redner handelt es sich bei dem Streik um eine zu erzielende öohncrhöhuna, zu welcher Forderung die in den Fabriken vor- liegenden Massenaufträge Veranlaffung gegeben haben. Die Sattler Zacharias, Krüger, Berg und andere erklärten die Forderungen(für Patronentaschen 1 M., bisher 75 Pf., und Tornister 3 M., bisher 2 M. 60 Pf. pro Stück) als gerecht- ferttgt, weil die Lage des Sattlergewerbes eine äußerst gedrückte fei. In der Saison würden allerdings von einigen Arbeitern Verdienste von über 30 M. pro Woche erzielt, aber es sei dies auch nur durch übermäßig lange Arbeitszeit möglich. Da müsse die jetzige besonders günstige Geschäftslage benutzt werden, um einige Dortbeile zu erreichen; denn nach Fertigstellung der vor- handcnen Aufträge komme wieder eine schlimme Zeit. Die Fabrikanten verdienten enormes Geld; Dolti allein habe in einem Jahre 72000 Thaler an Tomistern verdient, und gerade bei ihm würden die Arbeiter am verletzendsten behandelt, so habe er fich z. B. verbeten, daß seine Arbeiter ihn grüßen:c. Ebenso verhalte fich der dortige Werkführer Fischer, wogegen die Behandlung in der Werkstadt von Loh eine achtbare zu nennen fei. Außerdem rechtfertigen fich die gestellten Forderungen da- durch, well die Fabrikanten nicht den Lohn zahlten, der vom Ministerium ausgeworfen sei. Wegen dieser Angelegenheit würde man beim Ministerium vorstellig werden; auch zahle eine von Arbeitern in Straßburg gebildete Genossenschaft höhere Preise als die hier jetzt geforderten. Sie zahle 3 M. 20 Pk. für Tornister; hier arbeite man fie für 2 M. 60 Pf. Vor allen Dingen sei auch nöthig, eine geregelte Arbeitszeit einzuhalten; denn die Arbeitskraft wäre bald verbraucht und lasse stch nicht wieder ersetzen. Außerdem wurde noch betont, daß die Arbeiter bei dem angeführten Verdienst von 18—30 M. pro Woche bei 10— llftündiger Arbeitszeit ihr Handwerkszeug selbst halten und die Zuthaten zur Arbeit(Nähmaterial zc.) liefern müssen. Die Zahl der Streikenden beträgt über 1100. Mit der Aufforderung, in jeder Werkstatt zwei Mann zur Verhandlung mit den Chefs zu wählen, sowie fich keine un- gesetzlichen Schritte zu Schulden kommen zu lassen, schloß die Versammlung. Der Fachverel« der Tischler veranstaltet fernen dres- jährigen Wiener Maskerrball am Sonnabend, den 11. Februar, in der„Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57. Billets find nur vorher bei folgenden Mitgliedern zu haben: Wirde- mann, Forsterstt. 50; Apelt, Scbastianstr. 27/28(Möbelhand- lung); Georgi, Moritzstr. 2; Schulz, Britzerstraße 42; Meinz, Manteuffelstr. 97, Hof 3 Treppen; Glocke, Wrangelstrahe 30, 3 Treppen; Noack, Skalitzerstr. 24, 4 Tr.; Postel, Manteuffel- straße 22, 2 Tr.; Merkel, Zossenstraße 33, Hof 2 Tr.; Wanke, Nostizstr. 35, 3Tr.i Witte, Äöckernstt. 65; Normann, Steglitzer- straße 3, Hof pari, rechts; Grabert, Pallisadenstr. 43; Bielstein, Gartenstr. 3 a, 4 Tr., bei Biedermann; und Millarg, Lehrter- straße 22, 2 Treppen; ferner Sonnabends Abends auf den Zahl- stellen des Vereins. An der Kasse der„Berliner Ressource" werden keine Billets ausgegeben.— Der Zentral- Arbeitsnachweis des Vereins befindet»ch Alte Jakobstraße 38, pari. Die Adressenausgabe an Arbeitsuchende erfolgt daselbst unentgeltlich an Wochentagen von 8: bis 9; Uhr Abends, Sonntags von 9—11 Uhr Vormittags. Schriflliche Gesuche um Zufchickung von Gesellen können zu jeder Tageszeit in den am Eingange des Arbeitsnacbweiselokals befindlichen Briefkasten gelegt werden. Verein für Uechtsschntz«nd Iustiireform. Mittwoch, den 1. Februar, in den Gratweil'schcn Bierhallcn, Komman- dantenstraße 77—79, Monatsversammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Redakteur I. Fränckel über„Theorie und Praxis in der Strafrechtspflege". Sodann Referat über neuere Rechtsfällc. Gäste haben Zutritt. Krrliner Vereinigung Roller'scher Htenograpsten. Die diesmalige monatliche Hauptversammlung findet heute, Mittwoch, Abends 8% Uhr, im Restaurant Bester, Große Ham- burgersttaße 4, statt. Tagesordnung: Beschlußfassung ernge- gangener Anträge.„.,, v Verband deutscher Zimmerlente. Lokalverband „Berlin Süd". Donnerstag, den 2. Februar, Abends 8 Uhr, in den„Jndustriehallen", Mariannenstr. 31, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahresabrechnung. 2. Wahl eines Kommisfionsmitgliedes. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Grtra-Unterslübungakassr der Suchbinder. General Versammlung der Mitglieder am Donnerstag, den 2. _______,______..1».________ Februar, Abends 8t Uhr, in Feuerstein's Restaurant, Tunnel, Alte Jakodstraße 75. Tagesordnung: Statutenvorlage und Verschiedenes. Allgemeine Kranken- und Kterbekajse der Metall- heiter>E. E. 29, Hamburg). Der�von Mitgliedern der arde Filiale Berlin veranstaltete Wiener Maskenball findet am Sonnabend, den 4. Februar, in den großen Sälen der Berliner Bockbrauerei(am Tempclhofer Berg) statt. Anfang 8% Uhr Abends. Billets a 50 Pf. find zu haben: Bellealliancestraßc Nr. 96, Zigarrenladen von Wetting(vis-a-vis Bellealliance- Theater): Äittenwalder- und Gneisenausttaßen-Ecke, Restaurant Pähl; Teltowerstraße 11, Restaurant Richter; Steglitzer- und Flottwellstraßen-Ecke, Restaurant Sander, sowie bei sämmtlichen Mitgliedern der örtlichen Verwaltung. Abendkasse findet nicht statt. Die öffentliche Versammlung der Herliner Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, chirursischen Instrumenten- macher und vcnvandten Berufsgenosscn, welche gestern Abend im Louisenstädtiichen Konzetthause stattfinden sollte mit der Tagesordnung:„Zweck und Ziele einer Gcwerkschaftsorganisa- tion", Referent Herr Metzner, mußte ausfallen, weil die Polizei- liche Genehmigung nicht ettheilt wurde. Geffrntlich- Versammlung der Sattlerg-Hilfe« Oer- '~' r. Vormittags 11 Uhr, in tiu» am Mittwoch, den 1. Februar. Vormittags u Uhr, m fcabel's Brauerei, Äcrgmannftr. 5—7. Tagesordnung:„Lohnfrage". Im Interesse der Sache ist das Erscheinen sämmtlicher Kollegen nothwendig. J, Grsang-. Turn- und gesellig, Vereine am Mittwoch. chor Linde" Abends 8'> Übr im Restaurant»aller, Nawthnstt. 70. — Lübecksscher Turnverein(1. Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.— Turnverein„Weddina", Pankstraße 9. Männer- Abtheilung von 8), bis 10h Uhr fe Ä im Restaurant. Wasserthorstr. 41.- Wissenschastllcher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends fit Uhr rm Restaurant Beese, Alte Schönhauserstraße 42. Unterncht und Ucbungsstunde. - Arcndssscher Stcnographenvcrein„Anncitta" Abends 8. Uhr im Restaurant Behrends, Schöneberger,ttaße 6.- Arends'scher Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant „Wilheln.sgatten", Kochstraße 7.- Verem ehemaliger Schüler i>er 22. Gcmeindeschule'Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kuttürstcnstraße 31.— Berliner Rauchklub„Wränge l Abende 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickersttaße 191.— Rauchklub„Havanna-0" Abends 8» Uhr im Restaurant Pacvoldt, Rcichenbergersttaße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkett Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickersttaße 161.— Rauch- klub„Columbia" Abends 84 Uhr im Restaurant Beyer, Pttnzenslr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 8* Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstt. 27. Telegraphische Depesche«. Wolff's Telegraphen-Bureau.) O erlin. Dienstag, 31. Januar. Der Bundesrath hat in einer heutigen Plenarfitzung den Anttägen Preußens und Hessens wegen erneuter Anordnungen auf Grund des Z 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial- demokratie für Stettin und Umgegend beziehentlich den Kreis Offenbach zugestimmt. Bezüglich des in erster Lesung festgestellten Entwutts eines bürgerlichen Gesetzbuchs wurde der folgende Ausschutzantrug angenommen: 1. Der in erster Lesung festgestellte Entwurf eines bürger- lichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich und die auf Grund der von den Redaktoren ausgearbeiteten Motive zu den Vorent- würfen und der Berathungsprotokolle der Kommisston aufgestellte Begründung des Entwurfs werden veröffentlicht. 2. Ter Herr Reichskanzler wird ersucht, zur Ausführung dieses Beschlusses das Erforderliche zu veranlassen und denselben mit dem Bei- fügen zu veröffentlichen, daß Besprechungen des Entwutts bei dem Herrn Reichskanzler(Reichs-Justtzamt) eingereicht werden können. 3. Bestimmung über die zweite Lesung des Entwutts bleibt vorbehalten. Koblen», Dienstag, 31. Januar. Der Rheintrajett bei Oberkassel ist seit heule Morgen wegen Eisgangs für den ge- sammtcn Verkehr eingestellt. Mönche«, Dienstag, 31. Januar. Abgeordnetenkammer. Eine Petition von Interessenten im unteren Mainthale uin Ausdehnung der Kettenschifffahtt von Aschaffenburg bis Würz- bürg oder Baniberg wird der Regierung zur Kenntnißnahmc überwiesen. Die Minister v. Crailsheim und v. Feilitsch hatten erklätt, daß bei den großen Kosten, die die Erweiterung der Häfen in Äschaffenburg und Würzburg veruttachen würde, die Äusficht auf eine entsprechende Steigerung der Einnahmen jeden- falls eine problematische sei. VaNiingto«, Dienstag, 31. Januar. Der Pri nne Proklamation erlassen, wonach für aus deutsch komme.. 5,. Schiffe die Tonnengebühr von 6 hoben ist. Mach Kchlnß der Ked«ktion eingetref! lom Dienstag, 31. Januar. Der„Agenzia Str. us 4-ana»u»b gemeldet: In Asmara und Tigre erhält st.crucht, d,ch Menelik stch im Aufstände gegen den\ N; alle Kundschafter wiederholen diese Nachttcht seit! Tagen. Dienstag, 31. Januar. Der parnellit vulitte Diane wurde heute wegen aufrüherischer vier Monaten.. u.o- kti«« «nr vcn 13—1 zlhr Mittag«»«d 7 w Uhr} I. K. Aurich. Für uns leider nicht verwend _ K.®. Kottbufer Damm. Sie bringen m Schreiben nichts anderes, als wa wir auch gebrait � tioIWi? Indessen danken wir Ihnen, weil die Talstellung ro» eeite immer interessant ist. Für die Oeffentlichkett � wu,,., jedoch kaum einen Wetth. U K. K. Friedrichsfiai». Der Reichstags"''� Singer wohnt Lindenstr. 55. 10. Ziehllng der 4. Klaffe 177. Königl. Preuh. Lotterie. Liebun» vom»i. Januar>8«,«ormi»«»,,. «ur di»»rwinn« üb» 210 Marl sind den detrenende»«nmmer» w Parenthese beigefügt (Ohne Gewähr.) 7 17[5001 67 82 125 51 251 327 422 68 94 643 93 715 19 97l 1273 87 315 69 116001 473 602 83 88 908 66 2139 205 392 524 698 740 957 67 71 81 3147 603 7 27 619 985 89 4023 106[3001 27 360 64 419 [10000] 26[3000] 50 607 39 754 973[3001 5044 121 224 81 364 71 575 668(5001 84 989«233 66 676[15001 86 647 817 984 7044 220 317 73 401 28 13001 78 522 841 64 923 30 S166 246 77 475 86 526 701 84»116 23 258 380 558 87 603 14 23 701 93 876 958(50001 10036 100 92 343 643 44[3001 79 793 902 34 72 87 1 1150 373 441 (15001 540 655 978 12080 88[300) 222 64 472 507 26 77 652 79 715 44 805 942 43 1 8160 66 382 644 67 651 78 720 14169 86 304 35 78[3001 574 744 802 1 5002 29 66 192 346 472 665 94 681 887 978 I«051 79 (30001 169 291 369 412 16 75 659 707 41 855 1 7059 96 211 27 64 95 319 425 51 534 94 677 917 25 69 I«059 150 217 302 48 64 1 9027[3001 50 59 III 89 231 37 50 115001 342 78 413 602 »«015 22 134 94 212 67 4SI 567 732 69 802 97 953»1087 115 244 367 434 54 78 679 762 13000) 818 61[3000) 916 19 52 92»»244 424 (3001 72 81 93 15001 535 648 775 862 2 8041 392 415 58 677 80 996 21154 260 329 44 67 76 817 99 2 5297 338[3001 f »«138 130001 66 94 203 317 1300) 68 73 515 468 76 762 823 70»«016 17 158 252 83 383 200 319(3000) 29 38 72 513 762 937[15001 51 »«011 139 365 81 618 38 813 82 908 98 3 513 87 901 82000 32 61 107 14 212 13001 31 364 571 600 31 765 93 88025 59 308(80001 407 14 72 554 635 739 998 81170 265 651 768 85012 35 63 88 102 23 209 342 512 751 884 987»«050 122 33 244 472 96[50001 648 61 90 708 866[30001 913 22 76 87048 77 140 249 86 320 36 568 73 93»«143 656 665 714 37 44 72[5001 80 877 936 62 85 171 215 88 89 384 462 531 680 998 9 5002 51 169 325 659 809 909 96062[3001 200 542(3001 612 64 810 24 75 424 678 82[1500] 88 851 73 78 97»«045 221 369 429 619 89 758 68 818 11500)»»148 71 328 429 519 603 35 756 68. 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Liehung der 4. Klaffe 177. Königl. Prellff. Lotterie. Ziehung vom»1. Januar ie«8,«»ichmieiag». »iur die Gewinn- über LH* Mark find den betreäenden«Ummern in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 1.2 64 80 89 392 402 742 57 804 936 1033 39 129 76 203 29 614 821 66 916 93«217[3001 358 481 597 99 887 975 8174 377 448 99 663 92 712 98 827 994 96 1300) 4170 200 10 15 71 320 447 61 626 873 6073 84 302 540 70 99 819 62 936«125 60 67 241 618 824 46 983 7128 31 48 55 211 369 443 549 56 70 74 693 94 13001 806 16001«086 161 250 53 320 420 98 612 68 69 710 36 43 72 833 920 63 62»144 92 262 78 85 349 487 5:50 95 695 739 82 946 1O046 61(3001 271 13001 317[1500] 22 41 13000) 490 730 814 964 11265 78 396 472 97 600 29 87 701 66 941 1»009 35 48 1:56 47 52 241 72 614 736(3001 84«43 18163(1500) 203 11 1300] 441 51 86 688 706 34 95 824 32 1 4030 39 146 313 596 612 29 727 962 1 5040 78 169 84 378 575 j300j 84 659 715 59 93 810[30001 909 34 1 0081 209(300) 340 537 61 647 81 750 86 861 959 1 7019 76 90 203 55 338 687 733 49 876 80 987 I«374 82 85 445 525 55 83 923 53 75 76 i»026 425 86 822 42 »«263 322 513 21 13001 647 94 875 1500) 21002 76 167 92 281 88 330 38 425 565 782 96 831 67 93 95»»085 137 82 226 375 614 778 818 910 69 76»8211 312 11600) 487 507 742 74 869 950 67»4231 38 42115001 67 338 487 607[30001 26 676 79 773[500] 802 2 5012 47 13000) 222 46 347 408«i 534 41 699 743 919 46 89««036 84 278 325 54 64 532 38 604 47 83 882 945 58»7195 255 417 577[5001 689 737 15001 aMÄ% 1% KMT � � KK sg ira 969 107030 m 287 371 439 965 64 1N«035 9.8 290 425 60 77 85 747 870 1 011014 61 79 476 549 605 5 4 737 845 74. 171*209 333 494 552 628 115001 76 842 MX*) 908 15 ITL 33 51 80 99 248 310(10 0001 38 62 494 559 630 95 1 72022 A 53 6 47 727 81 958[3001 17:1001 53 84 122 92 421 622 845% 90 409 1300) 20 42 583 665 746 15001 75 816[500] 175046 456 508 28 72 632 33 1 7 0025 94 289 662 83 670 1 77107 44 84 760(6001 960- 17«056 119[500] 273 98 314 448 64 681 13001 920 1 7»003 5 12 355(5001 606 14 18 746[3001 78,, 1««014 102 324 411 15 604 5 99 705(300) 1N1I31 256 i, 1«»044 1500) 180 666 613 61 787 800 82 928 55 89 1«»06'- [300] 494 160001 577 722(30001 909 66 71 1H4188 92 229<1 I»5053 96 438 513 604 700 12 ÖOOOJ 44 854 1«6039 57% 91 478 82 669 81 775 884 1«7049 70(15001 96 194 278 M»» W# 72 97 761 820 »0014 81 437 38 510 42 62 915»1032 47 107 214 529 608 62 921 32 73 77(300) 88 97 9*096 113 209 341«V 651 72 79 787 848»8201 44 57 58 305 36 72 413 543 87%: 1500) 958»4237 322 71 553 66 98 734 811 913 85 1500)»AV 66 83 316 413 78 647 54 63 769 71 919 52 71 99»«014 81«K 633 636 865 902 97»7222 388 603 20 874»«030 53 W7 »0026 107 271 621 796 845 87 I««147[30001 347 64 69 428 66 642 720 838 906»«'. 56 519 602 59 784 89 919 1«»067 145 88(300) 297 82» � I«8213 23 360 418 511 615 730 858 1 04137 497 804 8(2� 105020 84[1500] 100 10(500) 38 211 654 83 717 32 J»,• 1«0007 54 277 343 68.......... 424 574 623 84 94 755 5* Kr« Herr St , Unsere S Meugcfctz fiion(tat Ar,? 3% W * «t 1 sind 'etotndu "Ott Sicht "un die ) nicht( Wh't' '"gel. 58 435 614 36 705 82 822 1 07060 71 ,2» 0,4 r>« a-, y* ,55 63 878 9:14 50 71 IOH120 291 303,'f,._ 67 825(300J 79 923 67 90 1 00024 35 157 69 201 441 5b0«1?-*«,*, 1 1«472 546 601 14 33 61 742 819 75 919 51 1 1 1051™**4, [3001409 539 46 13001 610 54 712 96 876 958 97_l|*7fi|13 pO 142 326[15001 402 25 557 61 78 652 74)3.839 114289 68 845 60 115194 387 447 598 667 757 893 915 84 85'»"a l1 980 1 17017 18 49 152 56 78 85 221 53 364 529 634 4, 9ol � 503 707 17 895 944 1 10006 283 302 580 81 809 17 916 ä.V 1»«100 1300) 239(5001 M................... 12 1143 56 208 89 414 589| 41 961 62 1»:1041 51 53 1 292 310 98 612 69 616 15001 38 202 4o6 27 517 19 i'OI ,01 7 61 89» 927 laWi ß« v«; 326 37 79 407 62 59|300| 75 730 1 2 7 021 40 203.30(Tr 12H086 160 224 393 411 r~'~ a in 11 Ml_4 I004 83 210 13001 63 97[500| 601 24 »«009 48 49 86 199 368 13001 643 88 98 772 807 953 96 5 1 037 155 WWWWW 633 13U130 224(3001 40 i 930 182082 106 72 267 79 339 48 77 527 603 705 932% L«Jsajot 181 284 321 72 99 676 93 752 964 181045 254 369 95'% dj._ 16 85 701 986 I 86031 144 305 494 528 6 3 79 719«14 4-.,,„:,« er ai 161 222 65 88 305 94 409 501627 28 749 814 l-iOOj OrJ l. 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