'29. Freitag, de« 3. Fedraar 1888. 5. Jakra. atl?s gegen''---- UcrlimVcksdlil. edakti� aktio« 7-8 Uh-Z »ig b-l,usugni 28. 1. duni' Ihnen keine? iefitzer einc� M des Artikel-! wohnt nicht wünschen, VI ation würde j 1 Verhandl bei uns zu 1 811 29 92«. !2 Ü4034 •.»0008 37 29 39 318 1 97 269 328, 150 59 361 966 1 01 'Ätl W« 38[30001 M -Ns 0 33 71 7[3000j 76 343_ 40 47 790 Drgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner Bolksblatt« «glich MorgenS außer nach Sonn» und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei » vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungs Preisliste für 1888 unter Nr. 849.) Insertion» gebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kntchstraße S.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. AblUllltmeats-Eillladimg. Februar eröffneten wir ein neues Abonne ojl Drrliner Lolksbiatt" 14S»ii"'Gütlich erscheinenden Ko»«tag»blatt. W' i-Ü ♦'•»«ttewnrtsirrH« bettäat frti In» Sa«» mo beträgt frei ia» Sau« monatlich 584 esll wöchentlich 35 Pf. Bei Selbstabholung V7., wocyenmly an q �kpeditwn, Zimmerskaße 44, 1 Mark pro Monat. /-> Pf. an. Die Redaktion«nd Grpeditio« des„Oerltner U-Ur»blatt". 72%'MiJg r�imgen werden von sämmtlichm Zeitungsspediteuren, 6«3%% Expedttion unseres Blattes. Zimmerskaße 44. 87 862 ff' �°"0MMen. H#en-?�?hulb nehmen sämmlliche Postanstalten Be- 16 71�92«& 5 sm die Monate Februar und Mär, gegen Zahlung '026*87�.0, iillf 40 94 M! mg m 66 89|S 6no(M a 0*1 8s 924 42 J ia m » SiS; Ä Sie Mohunngs-Misere. V? Piiquel, Oberbürgermeister von Frankfurt und � nationalliberalen Partei, ist offenbar ein sehr ' W Mann. Neben seinen Berufs- und Staatsge- ttnaliS 0U� n0� un� Gelegenheit, sich speziell �.Schend mit der Wohnungsftage zu befassen und ' �«zuarbeiten, wie der auf diesem Gebiet Herr- . �Mrade barbarisch werdenden Kalamität beizu- Wii. wollen daS Vorgehen des Herrn Miquel i">uz lg�cht tadeln. Im Gegentheil wollen wir eS , anerkennen, daß endlich einmal ein Mann � zu i."OM, der es wagt, die Hand in diese offene Denn bisher wurde man, wenn man auf ntit;, Misere hinwies, einfach mit den Worten ab- eser t ni�t8 iu wachen! Ansicht wir nun steilich durchaus nicht. T"W'' Ii"0 wir»»»...v,.. 1»ur Mtheil sehr viel zu machen und eS fragt sich k«m ti*; man den Muth und die Energie hat, die •en 5 hat " u ä t 4« k o rv e r u n g e n seirirenen, wriuzr u.c ' Dag-«.'ökl an menschliche Wohnungen erheben ' Hut 9tt! lann man gewiß nichts einwenden und es Lac, daß diese Forderungen nicht aar zu � oelen. Dann will Herr Miquel daS Pfand- Uf"! um Jeuilleton. [27 (K«4bnirtgeltlichen � ist, ein Spruche der >! 4) allgei besonders% ' drückenden �ensteuer; 6 SS.7Z des Prinzis �. Z u st a n Wd die Kug � ihres Hutes bislenversamml '?an müsse: ,9 begeben, Pjttiomtm ?üffe, ßab mmmt im 10000 Ar Bess ihr Gant % .btt letzten i Professor B, I.iÄ sein 51 " naapwifvn W<> v 'ch in ein anderes Blatt ähnlicher Kst.gX Ford. : geschrieben. Der Vorwurf, der i% bQWus je Dienste geleistet zu haben, sei eine � ,st"st ntch UN Ng ei�JWlof( des„Züricher Boten" mitgetheilt. Von der deussst. habe er außer seiner gesetzlichen Offizierspenfion nie c erhalten noch verlangt."— Daß Herr v. Ehrenberg zugeben sollte, daß er wirttich Spitzel und*ge®l J war, ist von einem Manne von seiner moralischen'| auch nicht ohne weiteres zu verlangen. Im ubngstl. „Herr Hauptmann" bereits aus dem MllitärgefaN ruhe entlassen und in Freiheit gesetzt.,. An» Sachsen, 31. Januar, wird geschrieben u thellungen der„Chemn. Presse" über die EM Prügelstrafe in dem Armenhausc zu Meerane bei« � jeder Beziehung. Ein uns vorliegender amtlicher die in Frage kommende Sitzung des dortigen Stao geneigt jLekvniii egetiffen nicht zugeben, aber lieber Gott, was konnten � � — die Frau Baronin war so leidend, auch'st J üben?, Rng? iLrAr&m: KZ?° gesund und kräftig, und ich habe mir später ke'» J ..< Stunden auseinander— ja, und es kam}l%«. m a% schwer genug an, den armen kleinen S&M. wie 2% hinein." t LT und es v? (Fortsetzung folgt.) zu B#—# Newark dem irk-Theater zutrug, als Frau Langtry t-jssst jfcC!1 kum, als plötzlich ein enormer schwarzer Kater jfc, �..durch »er d tum, als plötzlich etn enormer schwarzer»w-- �e. g wutch td verncymen unv gleich darauf brach vas..fa#' Tst Tut lächtet aus. Die Schauspielerin versuchte es � vst..'f Anor Kater blinzelte einen Moment und setzte dann der Bühne fort, bis er dirett vor Fra" gemächlich bettachtete. Es ließ fii vernehmen und gleich darauf brach gemächlich bettachtete. Es ließ fich"ein ...... orrngiing zu ignonren, lonnke aoer vew v' 9 mcht widerstehen und mußte ttov ihres ssa. In diesem Moment machte der Kater plost p« sprang durch ein Fenster hinaus. Das Stuck fortgesetzt, aber die Mrkung war zerstört. MZMV Der tapokcK. 1 J'ßwntä enthält aber außerdem noch die wichtige Mittheilung, M Stadtratb Mehncrt in jener Sitzung sich sogar auf das verach» lPinlum des Innern derief, mit deffcn Genehmigung jene ;.w ADWtordnung in der„Zeitschr. f. Rechtsflege u. Vermal- :n wlOMv empfohlen worden ist. � Schweiz. aus Sem, 30. Januar, wird gemeldet: Bis heute war Teutschlands keine Reklamation in Sachm der von �eihauptmann Fischer über die Spitzelbandc an Bebel und 9" gemachten Enthüllungen eingelaufen. Dagegen spricht .«ut„B. N." von einer eventuellen Veröffentlichung der Sarge für»i- Libirale» ir crkenm»� K vember itisch auf der nsamen 1,1% S mt n in ten." � , Slö-k-l ist. 1 hofpi M$1 libeio rtheil 1 zu vr die„ t, so � jrüherd ist dr« iulirt üf l'chßf| igen 1 ff» te bn von lätter . Wer oohl der kennen, , Stande der Auf» ligsen. renbeeS L3, Verbind , ivie I Willi ---A t&r m nie enberg »5«°' iliscdeo ijrfäH"' fÖ 5Ä m Stavn b r.* ffyj' vi. uuu cuiti cucuiucucu vet Menschen Untersuchungsakten gegen Ehrenberg und Genoffen 6Mn eines diplomatischen Blaubuches. «ammtliche bedeutendere Schweizerblätter jeglicher Farbe, ...»Auricher Zeitung" ausgenommen, erklären, Polizei- t!�dtmann Fischer habe fich ein Verdimst um die erworben. Die Nachricht von einer eidge- .wuschen Untersuchung gegen Fischer ist Er- "�ung. » � SoNa«d. den alten Parteien, die fich auf den bevorstehen- Sahlkamps eifrig vorbereiten, ist eine neue bürgerliche 'getreten, die fich von den Gemäßigten und Doktrinären »kden trennt und fich in einem großen Verein„Amsterdam" gruppirt hat. Das Programm von„Amsterdam", das wich dasjenige der fich nunmehr bildenden Fortschritts- erHaupt werden wird, verlangt nach der„K. Z." zu- �_ Mittheilungen: 1) Allgemeines Stimmrecht mit ge- .Abstimmung! 2) Einführung eines Wahlsystems, das �Vertretung der Minderheiten verbürgt; 3) Schulzwang ""geltlichem Volksuntcrricht von Obrigkeitswegen, wo ,. ist, ein Zusatz, der weit genug gefaßt ist, um auch Spruche der Kirchlichen innerhalb seiner Grenzen zu be- ?d! 4) allgemeine Dienstpflicht; 5) Reform des Steuer- % besonders Abschaffung aller auf die unentbehrlichsten Be- -■mm brückenden Steuern und Einführung einer stufenweisen f) blensteuer; 6) vollständige Trennung von Staat und Kirche; H ß-Aung der Finanzen des Mutterlandes und der Kolonien; �'Wickelung der Selbstverwaltung und vollständige Durch- ' bes Prinzips der freien Arbeit in Niederländisch-Jndien. z, Frankreich. Suftand Louise Michel's ist befriedigend. ,' bo die Kugel, die fie am Ohr verletzte, in den Eisen- Mes Hutes. Die Untersuchung gegen Lucas dauert in Derselbe behauptet, daß er zufällig in die erste �'�Versammlung gerathen sei, und daß, als er den Ruf A«v? uiüsse Louise Michel ins Waffer werfen, er in die ii*, gung gerathen und ihm der Gedanke gekommen sei, 1 iji, J auszutreten. Er habe fich hierauf einen Revolver �>�"inhändler Mariette gekauft, sich in die zweite Ver- "g begeben, und als er dann abermals um fich hemm 1"vernommen, die wiederholten, daß man Louise Michel ?uffe, habe er seine That begangen. Der Ver> kommt Tie im März vor das Geschworenengericht in tet % 5,��000 Arb eil er des Berg- und Hütten- � k s B es sb g es und Terre-Noire haben vom Lber Gantmassc ihren Lohnrückstand vom November, VFR., ausgezahlt erhalten. Auf dem Bewwerk Mar- Te Puy haben heute 120 Knappen die Einfahrt ver- und die Zahlung ihres rückständigen Lohnes verlangt. Italien. jn letzten Kammersitzung verlangte der radikale �»roseffor Bovio zu wiffen, wann der Unterrichtsminister betreffend die Univcrsitätsunruhcn beantworten -s �Avi ersuchte den Anfragenden, noch Geduld zu J;;W v'*!? Kollege im Senat zurückgehalten werde, und ......."'clber die Antwort zu er- zurückziehen zu wollen er« 1UU)1„UUUUUUl lucibe. , Schwede«««d Norwege«. ber Ministerkrisis verlautet nunmehr, daß, "chof Sundberg fich andauernd geweigert hat, die l— top» n?°uen Kabinets zu übernehmen, neuerdings mit fjetrn»mAsandten in Berlin und jetzigen Reichsmarschall L fall n-»• klnterhandlungcn angeknüpft seien. Freiherr geneigt sein, die Herstellung eines Ministeriums zu CÜ1 R. ®sten8e Bgonii Großbritannien. rung Lord Salisburys wüthct mit Jn"�! gegen die Volksvertreter Ir- � nin, Ewigen Prozessen find so greuliche Sachen zu "b vo/ sudele st e r sammt vcm PUlvtrt vz/trut-v"> Uian de«? standen. Wie„United Jreland� mittyeilt, Niede..�.Va,en Teufel eine Hütte nach der andern ent- guriffen oder verbrannt, bis Greally schließlich unter i!?f»t-Krt,wtr. Seit Menschengedenken ist das Bier nen.—,a■ öet Deutschen gewesen. In Leipzig hatten ijnT"-in?.uines üblen Trunkes in alten Zeiten die Nirtb- �nannte Bier-Vehme gegründet, die darauf durch � tn i,«ffentiiA � Wlechtes Bier verzapften,� so lange dieS I!"' mten ich 5MMW cJ r und her". Dabei wurden unter jämmerlichem -MMKSSWS* Die betroffenen Wirthe sputeten iung besseren BiereS die Wieder- __ T.__... C\! f ß O AriT� lieh1* Mie in nft-Ver benutzt, vlach einiger �eir zog v.c k(mj und tih u? � esellm die Bier-Vehme auSzuuden �eng verc und!»?'» Seizmaterial nnoer immri">->!- ein f°ich Ri;m"bsehbarer Zeit dürfte auf Schign der a» Sröß�e Heizmaterials allgemein üblich sein. Y#' auf welchem Versuche mit Petroleum- ihr Vor« jeden- ____ findet immer mehr dürfte auf Schiffen der an die ! Verstauung �eucrungsan- ymnd dieses MWMM °n Heizmaterial und Luft- eine voll« dem Bogen einer Brücke Obdach suchte. Dort starb seine Tochter infolge der Feuchtigkeit an einer schmerzlichen Krankheit. Da ertappte man ihn eines Tages auf seinem früheren Gut; er und seine Frau wurden in's Gefängniß geschleppt, und die zwei noch in der Hütte gebliebenen Kinder wären in dem feuchten Loche verhungert, hätten nicht mildthätige Nachkam Erbarmen gehabt. Das Verbrechen der beiden Geistlichen bestand darin, daß sie für die beiden Kinder eine Holzhütte bauten. Ein Kom- promiß wurde abgeschlossen, der dann bestand, daß die Hütte auf einer andem Stelle errichtet werden wird. Dreihundert Reguläre und Konstabler waren aufgeboten worden, um der „Majestät deS Gesetzes" Achtung zu verschaffen! Die Londoner Presse— mit Ausnahme des neuen Abendblattes„Star"— erzählt dergleichen Fälle nicht. Diese Blätter füllen ihre Spalten mit Nachrichten auS Irland, die alle der Regierung günstig lauten. Sir George Trevelyan sprach kürzlich in einer Rede die Befürchtung aus, daß, wenn die Regierung nicht bald von ihrem finnlosen, zwecklosen Wüthen ablasse, geheime Gesell- schaften entstehen und der Dubliner Regiemng weit mehr zu schaffen geben würden, als die Nationalliga, welche trotz aller Verbote ihre Versammlungen abhält, deren Beschlüsse Balfour zim Trotz in allen nationallistischen Organen abgedruckt werden. Im Londoner Haupt-Kriminalgerichtshofe beginnt nächsten Mittwoch die Schwurgerichtsverhandlung gegen die amerikanischen Tynimitarden Eallan und Harkins, welche bekanntlich beschuldigt find, im Befitze großer Quantitäten Dynamit gewesen zu sein, mit welchem während der Jubi- läumsfestlichkeiten im Juni Explosionen verübt werden sollten. Erperimente haben ergeben, daß das beschlagnahmte Dynamit von der stärksten Art ist und 75 Prozent Nitroglyzerin enthält. R«ßl*ttk. Auch nach England ist die Melvung von einer neuerdings gegen das Leben des Zaren gcrichtetenVe r s ch w ö- rung gekommen, und zwar berichtet die„St. James Gazette" folgende Einzelheiten, die fie direkt aus Petersburg erhalten haben will und für deren Wahrheit sie bis ins einzelne fich verbürgt:„Der Zar ist wiederum mit knapper Noth der Ermordung entgangen und hat er seine Errettung in keiner Weise den Vorsichtsmaßregeln der Behörden zu verdanken. Letzter Tage wurde ein im Sterben liegender Offizier ins Hospital gebracht. Er hatte fich ins Herz geschossen und die Aerzte er- klärten sofott, daß die beigebrachten Wunden tödtlich seien. Nachdem man ihm dieses mitgetheilt hatte, sprach er den Wunsch aus, wichtige Enthüllungen zu machen. Man schickte sofott nach den Behörden. Aber ehe diese ankamen und ehe überflüssige Zuhörer aus dem Zimmer entfernt werden konnten, gestand er, daß er versucht habe, fich selbst zu tödten, weil er den Kaiser nicht habe ermorden wollen. Als Mitglied einer revolutionären Gesellschaft habe ihn das Los getroffen, den Mord zu begehen. Nur so viel hörten die Personen, für deren Ohren nach Anficht der Behörden diese Mittheilungen nicht bestimmt waren. Die Leute wurden sofort verhaftet, da aber zwei von ihnen den höheren Ständen angehötten und im Hospital angestellt waren, wurden fie nach einer scharfen Verwarnung entlassen. Die obigen Nach- richten kommen von einem, welcher selbst den ersten Theil des Geständnisses des Sterbenden angehött hat. Sie verdienen des- halb absolutes Vertrauen. Als die Behörden am Bette des Sterbenden ankamen, lauschten fie gespannt seinen Mittheilungen, nahmen sie zu Protokoll und eröffneten dann ein Kreutteuer von Fragen auf den Offizier, welches auch einen gesunden Mann hätte erschöpfen müssen. Mit welchem Resultat, ist unbekannt. Ob der Offizier seine Mitverschworenen oder einen Schlüssel zu ihrer Entdeckung gegeben hat, wissen nur die Beamten, welche die Aussagen niederschrieben. Vielleicht werden einige hochinter- essante Fragen noch später aufgeklätt, wie z. B. die gesellschaft- liche Stellung der Revolutionäre ist; ferner, ob der geheime Kreis ein rein militärischer war, od er zumeist aus Armeeoffizieren be- stand K. Wahrscheinlich bestand die Verschwörung nicht aus vielen Personen. Die Stärke der revolutionären Bewegung in Rußland in ihrer neuesten Entwickelung liegt nämlich gerade in der großen Anzahl getrennter geheimer Kreise, welche aus ver- gleichsweise wenigen Verschworenen bestehen." Amerik«. Der russischeSchrift st eller Stepniak hat beim Senat der Vereinigten Staaten petitionitt, den vorgeschlagenen Auslieferungsvettrag mit Rußland nicht zu ratifiziren. Afrika. Der Oberkommandirende, General San M a r z a n 0, ist mit dem Generalstab einer Jnfanterie-Brigade und einer Gebirgsbattctte nach Sahati abgegangen. Der Feind wurde jenseits Ghinda signalifitt. Aastralie». Australien ist dünn bevölleit, aber es hat bereits sein Proletattat. Die Lage der Arbeiter, schreibt man aus M e l- bourne, ist eine überaus traurige. Tausende von Familien- vätern, wie unverheirathete Arbeiter, tüchtige Handwerker, von kommene Verbrennung zu erreichen. Die Dampfyacht„Flam- boyante", auf welcher die Versuche in Gegenwatt der Admirale Cloue und Miot angestellt wurden, liefetten ganz ausgezeichnete NUllllate. Zahl der sogrnanuten Geverb-KranKheiten ist neuerdings wieder um eine vermehtt worden; sie betttfft die Perlmutter-Drechsler. Bei der Bearbeiwng der Muschelschalen entstehen große Mengen dichten Perlmutterstaubes, welche die Luft der Arbeitsräume erfüllen und, von den Arbeitern einge- athmct, direkt in die Lunge gelangen. Dieser Staub ist unter- sucht worden. Man fand dann außer kohlensaurem Kalk einen organischen Stoff, der Conchiolin genannt wurde. Letzteres soll nach der bishenaen Annahme das schädliche Moment sein, welches bei den Perlinutter-Drechslern, namentlich den jugend- ticken Arbeitern, eine eigenthümliche Knochenentzündurnj hervorruft. Gewöhnlich tritt plötzlich unter heftig reißenden Schmerzen an irgend einem Knochen eine Anschwellung auf, welche die darüber liegenden Weichtheile in Mitleidenschast zieht und nach einiger Zeit bei zweckmäßiger Behandlung Zurückgeht. Charak- teriflisch ist, daß diese Krankheit nur jugendliche Arbeiter befällt, und daß dieselben, wenn fie einmal daran gelitten haben, fast regelmäßig von einem neuen Anfall an demselben oder an einem anderen Knochen heimgesucht werden, sobald fie ihre Beschäftigung wieder aufnehmen. m„ Kerbreitung der Kprnchen. Professor Kirchhoff in Halle wmde dieser Tage um Entscheidung einer Wette an- gegangen, die sich auf die Frage bezog, welche Sprache auf Erden von den meisten Menschen geredet würde. Die Berech- nung des Halleschen Gelehtten für den genannten Zweck ist folgende: Ohne jeden Zweifel ist die auf Erden von den meisten Menschen geredete Sprache(seit 1000 Jahren mindestens) die chinesische, denn fie ist die einzige, die von mehr denn 400000000 geredet wird. In weitem Abstand folgt dann die Hindusprache(wohl über 100 Mill.), dann die englische(gegen 100 Mill.), die russische(über 70 Mill.), die deutsche(über 57 Mill.), die spanische(47—48 Mill.). Nach der spanischen folgt die französische. Pottuaiefisch reden nur etwa 16 Mill., abgesehen von den auf 10 Mill. geschätzten Ziegern der portu- giesischen Kolonien, die sich aber größtentheils einheimischer Mund- arten bedienen. Jltbtv General G-rdan» Tod gab kürzlich in London aller, ein persönlicher Freund des Generals, folgenden, von einem Sergeanten mitgetheilten Bettcht.„Als der General hörte, daß die Aufständischen in der Stadt wären, sagte er: „Nun ist's vorbei heute wird Gordon getödtet," und ging dem Willen, arbeiten zu wollen, beseelt, müssen feiern, da fie keine Beschäftigung finden können. Unter den Arbeitern ist eine starke Bewegung im Gange, fich zu organifiren. Parlamentarisches. Die Kommisston zur Dorberathung de« Sozialistengesetze» läßt fich Zeit, fie wird ihre Sitzungen erst am 8. Fe- bruar beginnen.— Gut Ding will Weile haben! Die Petitions-Kommisston hat schttfttichen Bettcht über Petitionen erstattet, welche im wesentlichen dahin gingen, die Erhöhung der Einsuhrzölle für ausländischen Tabak von 85 M. auf mindestens>50 M. für 100 Kilogr.; die Kreditirung der Steuer für den selbst erbauten Tabak, in jedem Falle bis zur nächsten Veräußerung desselben, zum Gesetz zu erhebm. Der Vettreter der verbündeten Regierungen konstatitte, daß dieselben zu ähnlichen Petitionen noch keine Stellung genommen hätten. Die Kommission beschloß, über die Petitionen, so weit dieselben auf eine Erhöhung des Tabakzolles gerichtet find, zur Tages- ordnung überzugehen, im übttgen aber dieselben dem Reichs- kanzler zur Erwägung zu überweisen. Die Keich«tag»llommisst-n zur Berathung des Gesetz- entwurfs, betreffend die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- findenden Gerichtsverhandlungen, hat die erste Lesung der Vorlage beendet. Att. 1 erhielt folgende Fassung:„Soweit bei einer Gettchtsverhandlung die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit ausgeschlossen war, dürfen Berichte über die Verhandlung durch die Presse nicht veröffentlicht werden. Das Gleiche gilt auch nach der Beendigung des Verfahrens in Betreff der Veröffentlichung der Anklageschttft oder anderer amtlicher Schriftstücke des Prozesses. Ist die Oeffentlichkeit wegen Ge- fährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen, so kann das Gettcht durch einen vor Schluß der Verhandlung öffentlich zu verkün- denden Beschluß die Berichterstattung über die Verhandlung sowie die Veröffentlichung der im vottgen Absätze bezeichneten Schttftstücke durch die Presse untersagen. Der Beschluß ist in das Sitzungsprotokoll aufzunehmen. Gegen denselben findet Beschwerde statt. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschttften im Absatz I, sowie gegen ein nach Absatz II erlassenes Verbot unterliegen der im Ättikel 11 bestimmten Strafe."(Geldstrafe bis zu 1000 Mark oder vaft, oder Ge- fängniß bis zu sechs Monaten.) Die gespertt gedruckten Motte find auf Antrag des Abg. Kullmann(nationallideral) eingefügt worden. Soziales und Arbeiterbewegung. An die Sattler, Klemer und Kürfchnergehilfen Deutschland«. Hiermit benachttchtigen wir Euch, daß die Kollegen in der Militärdranche und namentlich die Tornister- und Taschenarbeitcr Berlins in einen ernsten Lohnkampf mit den Fab ikanten eingetreten find. Lange vorher haben wir durch Verhandlungen mit den Fabttkanten eine Aufbesserung der Akkordpreise der Tornister- und Taschenarbeit zu erzielen ver- sucht, aber vergeblich war unsere Mühe. Entweder vettröstete man uns und suchte einer geraden Antwott auszuweichen, oder man ignotttte die in den Werkstätten ernannten Deputationen vollständig. In einer imposanten Versammlung am 1. Februar dieses Jahres haben nun die Sattler Berlins ihre Forderungen in folgender Resolution niedergelegt:„Die heute tagende öffentliche Versammlung der Sattler Berlins beschließt, die ge- stellten Preise bei Loh, Söhne, Dotty, Wunderlich und Hoff- mann, 1) für den Tornister 3 Mark; 2) für die Hinter- Patronentasche 1 Mark; 3) für die Vorder-Patronentasche 1,30 M.; 4) für den Helm 50 Pf. zu verlangen und wird durch ihr einmüthiges Zusammenhalten suchen, mit allen gesctz- lichcn Mitteln ihre gerechten Forderungen durchzusetzen. In fernerer Erwägung, daß durch die Lieferungen von Garn und Wachs den Fabttkanten gewisse Vottheile erwachsen und die Ge- Hilfen einen großen Schaden davon haben, beschließt die Ver- sammlung, die Abschaffung der Lieferung der betr. Materialien seitens der Arbeiter zu fordern, und ersuchen wir hierdurch unsere Deputation, die Fabttkanten'hiervon in Kenntniß zu setzen."— Kollegen! Schon matten uns die Fabttkanten vor, wir hätten diesen Schtttt aus Uebermuth gethan, um fie jetzt zu drücken. Nun, wie ficht es mit unseren Löhnen und unserer Arbeitszeit denn eigentlich aus! Bei ausgedehnter Arbeitszeit ist es mog- lich, daß der eingearbeitete Gehllfe es wohl zu einem annehm- baren Lohne bringt, was aber soll der in Militärarbeit nicht geübte anfangen? Und sind unsere Forderungen etwa uner- hört? Ihr, die Ihr die Militärarbeit kennt, müßt zugeben, daß nur die größte Anstrengung es ermöglicht, zu einem auchreichen- den Lohne zu gelangen. Die Frage, ob höhere Löhne gezahlt werden können, wird damit beantwottet, daß unsere Kollegen am Rhein und in Straßburg höhere Akkordlöhne erhalten, als wir. Und gerade bei uns drängen die öttlichen Der« bältnisse dazu, eine Aufbesserung zu erzielen.— An Euch, Kollegen, sowie an alle Arbeiter richten wir nun den Ruf: Hattet den Zuzug fem. Schon ist man dabei, andere hinunter, gefolgt von vier Sergeanten, welche ihre Gewehre mit sich nahmen. Er nahm einen Stuhl, setzte fich rechts neben das Palastthor, die vier Sergeanten stellten fich zu seiner Linken. Plötzlich galoppitte ein Schelk mit einigen Bagatt-Arabem her- btt; die Sergeanten waren auf dem Punkt zu feuern, da ergriff Gordon eines ihrer Gewehre mit den Motten:„Heute sind leine Gewehre nöthia: Gordon wird getödtet." Der Scheik sagte Gordon, der Mahdi habe ihm befohlen, ihn lebendig zu bringen. Gordon weigette fich zu gehen, mit den Motten er wolle sterben, wo er fei, nur solle man den vier Sergeanten kein Leid thun, da fie nicht auf die Aufrührer geschossen Der ZK-tÄl" Z fefö ar Z enthauptet und sein Haupt nach Omdurman zum Mahdi gebracht. Sem Korper wurde nahe bei dem Thor des Palastes begraben und e,n Grabmal darüber erttchtet . Kchwnsrnwand-ruug. Aus Kubin(Temeser Komttat) wird der„Neuen Sudunganschen Zeitung" über folgenden inter- effanten Fall berichtet: Zwischen Kubin und Szendrö befindet sich m der Donau die sogenannte„Semendtt* Insel", welche dadurch bekannt ist, daß Tausende und aber Tausende Schlangen dott ihren Winterschlaf halten. Vor einigen Tagen nun ae- das interessante Ereigniß,. daß die Schlangen, aus ihrem rÄr% Trlel)e�Lmit Schlangen. Im Jahre 1875-76 fand eine st Arbeiter, wie Schuhmacher, Buchbinder und andere»um Ersatz für die streikenden Sattlergehilfen einzustellen, um es mit diesen Kräften zu verfuchen, die Lieferungen fertigzustellen. Wir wollen sehen, wie weit die Fabrikanten mit diesem Schritt kommen. Wir find fest entschloffen, für unsere gerechten Forderungen auszuharren, welche uns nöthigten, die Arbeit niederzulegen, bis wir fie in unserem Sinne durchgesetzt haben. In Anbetracht dieser Situation— es streiken zirka 1500 Gehilfen— ist es möglich, zum Siege zu gelangen. Auch haben zu Gunsten der Streikenden die Schärfer und Kleber einer Werkstätte die Arbeit niedergelegt, um zu verhindern, daß den Hausarbeitern der Branche ein Zuschnitt verabreicht werden kann. An Euch, Kollegen, allerorts, wenden wir uns mit der Bitte, uns mit Rath und That zur Seite zu stehen. Auch appelliren wir an Euer Solidaritätsgefühl und bitten Euch, uns mit Geld- Mitteln zu unterstützen, denn Euere Hilfe ist unsere Hilfe, Euere Unterstützung ist unser Sieg. Es wäre nicht das erste Mal, daß ein Stteik durch das einmüthige und thatkräftige Zusammen- halten der Arbeiter fiegreich ausfällt! Zuschriften sowie Geld- sendungen find zu richten an die Unterzeichneten: G. Aßmann, Wilhelmstt. 133, Hof rechts II; F. Martsch, Neue Jakobstt. 10, IV. vorn bei Röhrig. Streikende, die in Bedrängniß gerathen, haben fich am Sonnabend von 9 Uhr Vormittags bis Nach- mittags 4 Uhr im Restaurant Marx, Neue Jakobstraße 11, zu melden. Es wird hierbei vorausgesetzt, daß nur wahrhaft Be- dürstige die Hilfe der Kollegenschaft in Anspruch nehmen. Bedenke ein Jeder, der aus eignen Mitteln die schwere Zeit des Streiks überstehen kann, daß er durch eine Unterstützung, die er verlangt, einem Bedürftigeren die Hikfe schmälest! Der Streik in der Militär- Effekte«- Fabrik von Mollkopf* Senftlebe«, Prinzenstraße 12, bauest fort. Da Gerüchte im Umlauf find, der Streik sei beendet, so machen wir alle Kollegen darauf aufmerksam, daß die Stellen noch nicht be- etzt find. Wir bitten um rege moralische und matestelle Unter- liitzung. Auch erklären wir, daß fich bei Schmidt, Pstnzen« ttaße 12, leine Zahlstelle befindet, sondern bei Fierenkranz, )ranienstr 187, Hof l, und bei Thiele, Bergmannstt. 17, H. h. Die streikenden Klempner und Drucker. Die Schleifer der I. Mehlich'fchen Fabrik, Sophienstraße 21, haben am Sonnabend, den 28. Januar, die Arbeit &Xf Ifuwii Ulli wirntiuwiiv/ we» v»v einer Lohnreduttion von 15 bis 25 Prozent wegen niedergelegt. Ein Dmck auf die Löhne wurde schon lange durch den Vor- arbstter B. ausgefühst; Abzüge wurden gemacht, die bis jetzt noch ruhig getragen wurden. Durch dieses Schweigen wurde die Sache noch schlimmer, so daß wir bei dem letzten Abzug nicht mehr ruhig zusehen konnten, ohne daß wir unserer Ehre als Arbeiter verlustig gegangen wären. Wir richten hiermit an alle Mitarbstter die Bitte, uns in diesem Kampf um unsere Existenz zu unterstützen, damit der Sieg auf unserer Seite bleibt. Emil Brieger, Gstebenowstt. 13. Johann Fliege r, Kl. Hamduraesttr. 17. De» Konsularagent der D ereinigte» Staate« in Gera hat seinem Staatsdepastement einen interessanten B e- richt über den Stand der Jndustste in Gera und die Lage der hiefigen Fabrikarbstter übersandt, welchem amestkanische Nichtarbeiterblätter die Ueberschstft geben:„Arbeiterelend in Deutschland." Man ficht aus demselben, daß fich die deutschen Arbeiterzustände trotz der gouvemementalen Sozialpolitik für unbefangene Augen doch nicht so rosig darstellen, wie man öfters glauben machen will. Gera mit seinen 35 000 Einwohnern hat 30 Wollfabstken aufzuweisen, deren stnige bis zu 1000 Webstühle haben: ferner 3 Kammgarnspinnereien, 7 Teppichfabstken, 5 Eisengießereien, 4 Pianofabstken und 30 Gerbereien, sowie eine große Anzahl Etablissements von ge- stngerer Wichtigkeit. Die Unficherhett der politischen Lage Europas und die großen Schwankungen in den Wollpreisen haben im vergangenen Jahre einen lähmenden Einfluß auf die Gewerbthätigkeit der Stadt ausgeübt. Die Arbeiter befinden fich in einer sehr schlimmen Lage und es kann nicht bezweifelt werden, daß die amestkanischen Arbstter viel besser im Stande find, für fich und ihre Familien den nöthigen Lebensunterhalt zu erwerben und außerdem noch etwas für die Zukunft zurück- zulegen. Die Arbstter in Gera wohnen in den denkbar ärm- lichsten Hütten und ihre Hauptnahrung besteht aus Brot und Kastoffeln. Die Arbstter im Diststtt find flstßig und ehrlich, aber nicht wenige tstnken Bier im Uebermaße und verzichten lieber auf stne substanzielle Mahlzstt als auf die gewohnte Quantität Bier. In Gera befinden fich nicht weniger als 200 Wisthshäuser, stnS auf je 175 Einwohner. Der deutsche Arbstter hat nicht das Gefühl der Frst- hstt und Unabhängigkstt, welches den amestkanischen Arbstter charaktestfist, und fühlt fich durch die niedrige Stellung, welche er im sozialen Leben einnimmt, gedrückt. Die Steuern find von zweifacher Ast: Steuern auf Tabak, geistige Gettänke und verschiedene Astikel, die zum Lebensuntrrbalte nothwendig find, sowie eine Einkommensteuer von 1,70 Doll. auf je 100 Doli, bis zu 14,28 Doll. auf je 300 Doll. Einkommen. Viele Frauenspersonen find in den Fabstken beschäftigt; dieselben verdienen bei elfstündiger täglicher Arbeit im Durchschnitt nur 2,38 Doll. per Woche. Es ist stne unbestrsttbare Thatsache, daß viele deutsche Jnduststen nicht estolgrstch mit den ent- sprechenden Jnduststen anderer Länder konkurstren können, wenn die niedrigen Löhne nicht wäre«. Dagegen hält die der in Fabriken beschäftigten Frauenspestonen u« obwohl fie in mancher Hinficht unvollkommen# vosthstlhaften Vergleich mit der Erziehung der Arb anderen Ländern aus, da im ganzen Lande Schulz»« Die Ardsttslöhne in Gera vaniren zwischen Doli. 6 f für Klaviesttimmer und 42 Cents per Woche für Kinde Tabakfadstken. Mit Ausnahme von Brot, welches per Mund kostet, find Nahrungsmittel in Gera tl den Vereinigten Staaten. Zur Mekerlug». Unter diesem Titel schrstbt des Herrn Bichl, der Hauptmoniteur del schen Zünftler, die„Allgemeine Hand»' Zeitung" in München:„Der Geschäftsgang S a m m e t b r a n ch e ist ein so schlechter, daß Tmisen� arbeitslos find, und da allem Anschein nach die ilni einige Zstt anhalten wird, sind die Aussichten für r? da der Winter vor der Thür steht— m B 29 er Da der Geschäftsgang in der Stoffbranche stn ziemM»W so ist ein großer Thstl der arbeitslosen SammetaebKM� tz ch zu auch in dieser Branche erfahren find, hierzu überg> haben sich Stoffketten geholt.... Lstder giebt es a lose Stofffabstkanten in Krefeld, die � die|(# Konjunttur in der Sammetbranche benutzen und die# tigung genommenen Sammetwebcr durch Zahlung von j». Hungerlöhnen in schonungslos er Wellss beuten. Fabstkanten, welche fich bis jetzt in Kref»», Löhne noch eines ziemlich guten Rufes erfreuten, Sammetwebem 30 bis 35 Pf. pro Stab für ein. Arbeit weniger als den Webern in Krefeld, was K zige Kette 24 bis 28 M. Minderlohn ausmacht..- stne Ausbeutung der Arbeiter durch Lo derer sonnenklar vor." So zu lesen in Nr. 50 Handw.-Ztg." vom 16. Dezember 1887. Wenn brüder dies sagen, darf doch ein patentister nicht daran zweifeln. Es find die Freunde Ackermann, es find keine ttt Sozialdemokraten. '%&. Dualla Cr .■ Einst »■-fenu i der' K niemals Herrn Dr. T � zusammen « wir unsere Krück) giebl ege vor fi de Gewall umgehen lasier *- von zwei' "(Buchne: laben wir' Wehrpflicht Kolonialabe ß Kriefkasteu der Neda Sprechstunde» de»»edukttvr» MtzhstnQh f"ÄfÄÄf-"i. tOS Rk&O der Redaktion des betreffenden Blattes. jTn Sfipitarr Theater. Freitag, den 3. Februar. »»»»»ha«». Don Juan. Mchausptelhau«. Auf glatter Bahn. Deutsche» Theater. Die Makkabäer. Walluer-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado. Friedrich- Milhelmstädtische» Theater. Die 7 Schwaben. Dttrivria-Theater. Die Rstse um die Well in 80 Tagen. Ofteud-Theate». Im Schillingshof. Uestdeuz-Theate». Francillon. Oetlealliance-Theate». Die Salonttrolestn. Walhalla-Theater. Josephine yendne per ses soeura Kroll» Theater. Sneewittchen und die fieben Tenwal-Theate». Höhere Töchter. »ftSdtiflt~~ Itönigtirch»» Theater. Die" Tochter der Kurerieau-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. Toueordia» Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Theater der Keichshalle«. Spezialitäten- Vorstellung. faufMUtttt» Uari�tst. Spezialitäten- Vor- stellung. KilillMIilisih» Wnltrr. Alexander-Sttaße 41— Kurze Straße 6. Heute und folgende Tage: ind folgend, Gastspiel von Anna Schpamm. Zum 17. Male: Die Tochter d. Markthalle. Große Posse mtt Gesang in 4 Allen von Alfred Schönfeld. Mustk von Paul Lincke. Caroline Gadewitz, Schlächtermamsell aus Kalau: Anna Schramm a. G. Anfang 7& Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Bcplinap Stadt- Theater Wallnertheaterstraße 15, fr. Alhambra- Theater. Gr. Extra Vorstellung. Köllig Allgeli). Schauspiel mit Gesang in 5 Akten. len: Hauptrol Ella...... Pstnzesstn Agnes... Prinz Allgold.... Heinz, Edelknecht... Trudchen...... Der Mann ohne Namen rl. Mestel. ,rl. Hafer. or. Hamann. bx. Winkler. rl. Mollner. ?r. Förster. Circa* A. Krembser Friedrich-Karl-Ufer, Ecke Karlstraße. Heute, Freitag, den 3. Februar 1888, Abends 7 Uhr: Ein Grtra- Vorstellung. Zum 4. Male: Eisfest auf der Neva bei Die Abonnenten des„Berliner Volksblatt" zahlen gegen Vorzstgung ihrer Abonnements- qmttung halbe Kaffenprstse. heisst Geld Terdicft�i»'"«»» Geld gespart— Laut Beschluß der Verwallung des ersten Kerliner Leihhaus»» 2W»i«d»rg»-Mes Q ♦ am Rosenthalcr Thor werden die vorhandenen diesjähstgen prachtvollen pstma Herren-Varderod»»� aus 18 000 ff. Wiute» Poietot», darunter feinste«»kinto-paMo:» für M 89. 11 000 pstma fohnet- und Kock-Anzüge, darunter ff. Ka««garn vofi 18—88, 98 000 gute r»i«»-ll»»» Hos-u für M. 4— U. Mehrere Miuter-Iaquet», SchiofrScke, Kuadeu-Patetot», schwarz» Köck», Frack», gut» Uhr»«»t». zum reellen Leihwerth ausverkauft. Auch Houutag« bis Abends geöffnet. Merdebahn« und OmnibuS-Bille- " emeS Anzuges oder Paletots zurückgezahlt. 2W-i»derg».Weg ■ am Rosenthaler Thor. 787 Volixeilich konzesfi»«irte» Keihh �ezieu für Kc WenmatcnNlN' bei Einkauf Lomstustödtisches Theater. Dresdenerftt. 72. Direktion: Adolph Ernot. Ken eiustudirt und mit neuen«ouptet». Zum �10. Male: Die schöne Ungarin. —._.. rwva, nm fVY\ n»k. t Besangsposse in 4 Allen von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Mufik von G. Steffens. Di« neue« Kouptet« stnd»o« KapeUmstr. Herr« Fron» Roth kompouirt. Irma: Clor# Helmer. Lilli: Olga Dwo- raK. Fritze: Grote Gallus. Häppchen: Clara BOchler. Miesebeck: Direktor Ad. Ernst. Alfred: Wilhelm Ruft. Schröder: Aug. Kurz. Triller: Paul Barthold. Walzebock: Gustav GSrss. Teleph» Kuscht«»: Amt III. K». 804%. Kasseneröffnung 61 Uhr� Anfang der Vorstellung Morgen: Dieselbe Vorstellung. M. Mi ZinfflerleilB Petersburg� große Ausstattungs- Pantomime mtt Ballet, Gruppirunaen und Evolutionen, ausgefühst von 160 Personen. Elektrische Beleuchtung., Auftreten des Elephanten„Merry' als Ve- lozipedenläufer und Mufiker. Auftreten des Kreis- Kinzkämpfer» Herrn Kd». Auftreten der vorzüglichsten Keiiküustterinneu und Keitkunstlee, sowie sämmllicher Clowns. Das�Nähere die Tageszettel. Vers ammluug sämmilicher Lokalverkände Kerlin» Sonntag, den 5. Februar, Vormittags 101 Uhr, Kommandantenstr. 72, im Urne« Ktuk-Hau«. Tages-Ordnung: Name, Zweck und Ziel der gewählten Kom- Mission. Gewerkschaftliches. Verschiedenes.— Sämmtliche Mitglieder werden ersucht, zu er- scheinen, auch findet Aufnahme neuer Mitglieder statt. Di» Voenäud« Kertin». 275 I. A.: H. Jäckel. Morgen, Sonnabend, zum 5� Male Tiefest auf der Keua. Sonntag: 2 Vorstellungen, Nachmittags 4 Uhr und Abends 71 Uhr. Nachmittags 4 Uhr und Abends 71 Uhr. Nachmittag» 1 Kind frei. Vereins-Billets haben heute keine Giltigkeit. A. Krcmbser, Direktor. Der Streik in der Kanow- schen Ofenthüreu- Fabrik, Stallschreiberstraße Nr. 10, dauert fort. 261 Kaksage 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kaiser- Panorama. Weiss- u. Bairischbier- Lokal Do» Kerrman« Stramm, 5 b. BrQcken- Strasse 5b, 35 empfiehlt seinen reichhaltigen FrShft«ck»tifch, Mittagottsch n. Äusw. 1 Couv. m. Bier 50 Pf. Reichhaltigen Abeudtt ch zu soliden Prstsen. Schlösser König L«d»»tg II. EI. Äbth.: Linderhof und Kerg. e u! V.Abth.: Schu..ik. Neu! V. Abth.: Schweiz. Keise#» Was. Schiff***** Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Ußeißtster ohne jeden Wasserzusatz, die große —-- �—-v»«-« s* � ä ev»r r A. Weiße 20 Pf., die kl. 10 Pf. außer dem Haus giebts nur im Restaurant Frankf. Kllee 74, rm Hause der Ostend-Äpotheke bei Emil B&hl. Von 2 Mark an frei ins Haus.[21 ## A,erun? bli, °der mit den itP ißm ,[''tasten Rai itfer «Ä W*'«ÄV. Soeben erschien: Heft 17 der International� s» uin fit Bibliothek. uptet�Mts' llla'w°> vor Charles Fourier, sein Zeven u. seine Theorl' Da« A. K- K e t. 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Hie»,« -1«-� ML otv it hält die rioner [fomnt dn Ard : Schulzi««! - Doli.« f\ h- für« wc!cke- Sera thei Beilage zum Berliner Bolksblatt. !l schreibt Z9 Freitag, den 3. Februar 1888. 5. Jahrg. ZTÄ aach die M chten für K steht-O. Warner an Von Karl Kauts ly. (Fortsetzung auS Nr. 17.) «emlich' Dualla werden bald anfangen, über die Handels ZnmmpWiAkw"Wi* zu jammern. Es wird Hunger unter ihnen M... Einige werden sich infolge dessen vielleicht zur � bequemen, gegen billigen Taglohn, der nicht höher sein '' eine Mark in Maaren... Aber ohne Hunger wer- « sich niemals stellen"(H. 172). wrn Dr. Buchner läuft förmlich das Wasser im zusammen, wenn er an die Hungersnoth denkt, f wir unsere„Sozialreform" bei den Negern einzuleiten sirlich giebt sich unser Sozialrevolutionär für Afrika : Illusion bin, daß die von ihm so warm befürwortete Ex- «n eines Volks zu Gunsten einiger Kaufleute auf fricd- eege vor sich gehen werde.„Die Nothwendigkeit, eine . ude Gewall, eine Kolonialtnippe zu schaffen, wird sich lassen." Wir brauchen»eine Kompagnie Neger- ai/1 ,?on Zwei- bis vierhundert Mann mit vier deutschen %(Buchner. 166, 167). ' a daben wir's. Eine Armee auf Grundlage der allge „«hrpflidlt kann mon nicht gut auf die Dauer in über i Kolonialabenteuern engagircn. Wie die anderen großen besitzenden Staaten, England, Holland, Frankreich Fremdenlegion und manchen seiner afrikanischen >ammi M übeigi iebt es a - die jefifi und die m ihtng von n WM in Kr#' steuten, ur ein was acht. arch L« it Nr. 50 , Wenn trter mde der traten. ktio« t �ner ii«tf oicinucmepxon unu mannen jeiuci O tfIrfJiBstsfct) wird auch Deutschland sich gezwungen sehen, sobald " �0«»Mal ordentlich in der Kolonialpolitik dnn steckt, eine eigene SPstarmec,„um die es nicht ,chade ist", für die Kolonien C�arnjum. Daß es gerade nicht die besten Elemente C! denen damit die..Aukechtbaltuna der Rübe und Ordnuna >en.— 2- eutigen' ndigen L» erdiß roden * für_ Bar» vo«. •ertrm.V' �wit die„Aufrechthaltung der Ruhe und Ordnung wwd, ist bekannt. peziell für Kamerun empfiehlt Dr. Büchner die Anwer M...... afrikanischen für ein großes ff?*,'—....»y». im».»»*##.».*»,* i w.m,». Haussaleute er- (®» 169). Was das für Kunden sind, sagt uns Herr idüg».(V.''~f' wy t M».."".y... I'..—. 1—----— «-15011 Hautfarbe ebenso dunkel, wie die hiesigen Neger stand), aber durch Abstammung, Sprache und Religio! f." getrennt, bilden die Haussas eine der englischen Ko leruny blindlings zur Verfügung stehende Truppe, " nut den Eingeborenen auf denkbar schlechtestem Fuße wen durch ihre von keinem weißen Offizier oder beaufsichtigten oder bestraften Schandthaten auch die uft lug-Siflr" Kolonialrcgierung als solche verhaßt." Und an stelle:„In Uniformirung, Eharalter und Sitten die Haussas den türkischen Bazibozuks und .namentlich an der Grenze wegen ihrer nie- �straften Räubereien und Gewaltthätigkeiten eine wahre lcworden"(Zöller, l, S. 39, 90). Mchner empfiehlt also die Bewaffnung des Gesindels i MWung des expropriirten und ausgehungerten Volkes. Ti tarn?ne nette Wirthschaft werden! Und das Alles, um deutschen Kaufleuten„wucherhaften" Profit zu ver- \bh-""b Mellich Dr. Buchner die Sache nicht dar. sslein, Li""i ben\'m Frrthum, Ivcnn wir glauben, es handle sich rhr«y Profit einiger Handelsleute. Es handelt sich da I bauptei Ol,"Olitä Geringeres als— um eine Lebensfrage! So „Oqg � Ernstes Herr Dr. Buchner: IIa m.0„ rn vorgeschlagene Verfahren zur Bändigung unserer ««z.», hart erscheinen. Aber man darf nicht vergessen, schert en auch um eine harte Lebensfrage handelt. Wer im g! Fori seinen Ellenbogen Gebrauch zu machen, der es- Unge zu Gmnde gehen." Und an anderer Stelle i im/'c'09 Kolonisten ist zweifellos ein Wagniß. Zaber Meter nn niemals wagen? Sollten wir denn ewig Äst>r«, 9''n Scholle Neben bleiben, während die Nachkam igen(sink„ Xlm eine Existenzfrage, nicht um einen über- "nuft-n. handelt es sich bei dem. was geschehen ist. �atim, stst.b müssen wagen, soll das Fortbestehen der deut- Z. nS Mcht in Frage konimen."(S. 174, 202. Vgl. tie 183.) "Mbinf�v/ �olonialpolitik ist nach Büchner eine„harte siamns' uns aufgedrängt durch die Uebervölkerung und ein"m'5 Dasein".„Wenn man als Schiffbrüchiger % mn« n��rumtreibt und kein Proviant mehr vorhanden Inen nü, gegenseitig auf. Dabei fragt es sich für den wer dem Anderen zuvorkommt. Ganz dasselbe die gesammte Menschheit auf unserem im enger wird.... ......„.RH dem wirklichen es wird doch gut sein, schon jetzt eine Stellung ...... j Jene Nation <1% W*' üZT rnw-»"ie geiammre Mcmcyyeli ar Sl J stehtn," sausenden Erdball, der immer e jl, nifffen Juar noch nicht unmittelbar vor , Dahlen v.bet es wird doch gut sein, schon je 000 mö fiir,» Lj«men C"""- cs wiro vom gut lein, Iwvn rept vmc% l unä günstig ist, wenn es einmal losgebt. �stanl�unb � �' künzlich durch die�deutsche� von Spöttem als Kolonialrausch rafeistr nartt. Labai .m /«---»«f«»v•• y wi» wt*-»»-|—7-«»1-T- r- N � 2sn un�",?uchner sind also alle die„Reformen", die atze aß'JjCjjiffe»schwarzen Mitbürgern" verüben sollen, nicht die 7)u pflnf«. vCt A'Nnfirti.w.. y. ri' � r„ A 4«.*s«(««■.»«• �eräU�tV, ? Man n/runneger werden wahrscheinlich zu Gmnde gehen, Mltai W n m Buchner'schen Verfahren unterivirft, aber so "n K»,„Fuumvf um'ä Dasein:„Wahrscheinlich werden auch stiege« f um's Dasein denselben unerbittlichen Gesetzen ■ jöj.' wie vor ihnen hundert andere Menschenfippcn" «.» ��stchgier prositsüchtiger Kapitalisten und ihrer »ü Saturn«»lsi u die Resultate einer harten, unerbitt- das-v„..siwendigkeit. Fressen oder gefressen werden, so "Tvil�tlemak mgesetz des Kampfes um's Dasein. I drimst P st win pd w/ ssrg sich die Beutegier hinter der Religion. leblosen' m%srn die normannischen Räuber, als sie sich of Bell�>�Kn. Rittern anderer Nationen und geschundenen ..... ,en auf den Orient stürzten, um ihn zu W gTtH'k'v�Bnnipr£*„"'! beginn der kapitalistischen Produktions- H"..oi Jos 3Ji0' �I'anbet und Engländer um die Seeherrschaft iriket" Ustchrej i„ der Kolonialausbeutung rangen, da war das erfahr Mi»» chres Qu,?-*" Kämpfen, die an Grausamkeit und Blut feiÄftm» ÄSStLS-S"'- Itv f- lrn suchten, das„reine Wort Gottes", das (,((»* ,,.�bet k' mbrct und„Antichrist" zu verthcidigen war. «K&«1..Ä x lÄÄSÄ je m.rCt v"nm«Antichrist" zu vertheidigen war. --s- STplf ürf > tin>.«lll N�usweise den Sieg der Zivilisation; das —"r Uli iu zieij0«« und Rassen in den Bereich des Kapita- � iteit auf dem ganzen Erdball zu verbreiten. In England wie in Frankreich erschien seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts die Aufhebung der Sklaverei als eine der wich- tigsten Aufgaben der Kolonialpolitik. Heute ist die Bourgeoisie all geworden und greisenhaft lächelt sie über die Illusionen ihrer Jugend. Ueberdies find die tbatsächlichen Verhältnisse in den Kolonien zu offenkundig ihr Widerspruch zu den bürgerlichen Illusionen zu schreiend ge rvorden, als daß man diese noch aufrecht halten könnte. Aber man will doch nicht ohne weiteres sagen, daß die Erwerbung und Festhaltung von Kolonien durch den Staat nur ein Akt der Staatshilfe für gewisse Frattionen der Kapital listentlasse sei. Nach der bürgerlichen Theorie ist der Staatsi wille nicht der Wille einer einzelnen Klasse, sondem der ganzen Nation. Was der Staat für die Bourgeoisie thut, thut er zum Besten des ganzen Volkes. Das Tarwin'sche Wort vom„Kampf um's Dasein", der unter den Lebewesen durch ihre Tendenz zur Uebervölkemng er- zeugt wird, und der einen Hebel der Entwicklung der Lebe- wcsen bildet, kam in Beziehung auf die Kolonialpolitik wie in Bezug auf viele andere kapitalistische Einrichtungen und Be- strebungen der Bourgeoisie wie gemfen. Was unter dem „Kampf um's Dasein" eigentlich zu verstehen sei und welche Rolle dieser tbatsächlich spiele, das kümmert sie wenig. Was unter gewissen Umständen einer von vielen Hebeln der Entwick- lung in der delebten Natur war, wurde ihr der einzige, ausschließliche, natumothwendige Hebel jeder Entwicklung in Natur und Gesellschaft, und jeder Kampf, jeder Gegen satz wurde jetzt in ihren und ihrer Anwälte Augen ein Kampf um's Dasein, also nothwendig und nützlich; jede Gemeinheit und'Niedertracht, die Widerstand hervorrief, wurde als ein segensreicher Hebel des Fortschritts, jedes Gelingen eines Gauner stuckchens, das nicht direkt in's Zuchthaus führte, als ein Beweis des Ueberlebens des Bestausgestattetcn angesehen. Juristen, Vulgärökonomen und Vulgärhistoriker, die von Naturwissenschaften keinen Dunst hatten, im Verein mit Naturi forschem und Medizinern, die von den Zuständen und der End wicklung der Gesellschaft absolut nichts verstanden, bildeten eine bürgerlich-aftermaterialistische Geschichtsauffassung als, die ebenso unhistorisch wie flach ist, da sie sich einbilvet, zu den letzten Ursachen der historischen Entwicklung dadurch vorzudringen, daß sie jedem Kampf in der Geschichte, durch welche Gegensätze immer er erzeugt worden, ein und denselben Namen besiegt: sie waren alle„Kämpfe um's Dasein." Kommunales. Ktadtverordneten-Nersammlung. Sitzung vom Donner st ag, den 2. Februar. Der Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Stryck eröffnet die Sitzung um b's Uhr und gedenkt zunächst des Ablebens des Stadtv. Paetel, dessen Verdienste um das Gemeinwesen er hervorhebt. Die Versammlung erhebt sich zu Ehren des Ver- storbenen von den Plätzen. Aus den geschäftlichen Mitthei« lungen des Vorstehers ist zu erwähnen, daß die Abthesiungen einen Ausschuß von zehn Mitgliedem erwählt haben, welcher die Vorlage, betreffend die Ucbernahme der Voßstraße in das Eigenthum und die Unterhaltung der Stadt, vorberathen soll. Die Stcuererhcber Berlins pctitioniren um eine Gehalts- erhöhung; die Petition geht an den Etatsausschuß. Die Ge- nerallesung des Etats wird in der nächsten Sitzung erfolgen.— Abweichend von der bisherigen Regel soll der Etatsausschuß, um Zeit zu ersparen, nach der nächsten Sitzung durch die Abthesiungen gewählt werden.— Der Besitzer des Grundstücks Siegmundbof 8 a, Engelbrecht, zieht seinen Ver« kaufsantrag zurück, weil die Versammlung den Termin, bis zu dem er sich gebuuden, nicht eingehalten habe.— Zu dem m der heutigen Sitzung zur Verhandlung kommenden Protest gegen die Wahl des Stadtv. S p l e t t st ö ß e r ist ein Schrift- stück eingelaufen, in welchem eine Anzahl Kommunalwähler, darunter der Stadtv. M i t a n, versichern, daß die von den Zeugen vor dem Wahlprüfungsausschuß abgegebene Erklärung, wonach 22 Wähler nach 6 llhr noch das Wahllokal betreten und von ihrem Wahlrecht Gebrauch ge- macht hätten, der Wahrheit nicht entspreche. Zugefügt ist die eidesstattliche Erklärung des Heizers Köhler, daß nach 6 Uhr kein Wähler mehr in das Wahllokal Einlaß gefunden habe. Das Schreiben steht bei der betr. An- gclcgenheit mit zur Bcrathung. 'Nach Eintritt in die Tagesordnung beantragt der Bericht« erstattet des Rechnungsausschusscs, Stadtv. F r i c d e r i c i, für eine Anzahl Rechnungen die Dcchargc. Die Versammlung er- thcilt sie. Sodann bespricht Referent den Filialabschluß der Stadthauptkassc, der einen Ucberschuß von 2i Millionen ergebe, also die relativ günstige Finanzlage der Stadt beweise. Referent warnt, übertriebene Homumgen an das Ergcbniß zu knüpfe ist; man habe in manchen Kreisen der Bürgerschaft ja schon die Möglichkeit erörtert, die Gemeinde- Einkommensteuer um 10 pCt. herabzusetzen. Der hohe Ueberfchuß des Etats entstehe daraus, daß immer die Ueberschüsse der vorhergehenden Etats in zweijähriger criode mit eingestellt würden, in diesem Falle etwa 1 Million. �teuerherabsetzuugcn seien schon deshalb unmöglich, weil der Kreis der Aufgaben und Leistungen der Stadt beständig wachse. Man werde deshalb auch bei der bevorstehenden Etatsberathung die'Nothwendigkeit jedes Ausgabcvostens vorsichtig prüfen müssen. Der Uebersckuß des Finalabschlusses rcsultire einmal aus den Ueberschüffen der städtischen Werke und dann aus den höheren Einnahmen aus den Steuern. Es habe sich bei den letzteren herausgestellt, daß zu hohe Einschätzungen verhältnißmäßig häusig vonämen. So hätten zirka 230000 M. an Steuern als zu koch erhoben zurückgezahlt werden müssen. Bemerkungen aus der Mitte der Versammlung erfolgen bei diesem Puntte nicht und eine Reihe von verwaltungstechnischen Anttägen des Rechnungsausschusses wird angenommen. Zwei Anträge auf Abänderung von Bauflucht- l i n i c n werden nach den Vorschlägen des Ausschusses ge- nehmigt. Es erfolgt die Berichterstattung über die roteste gegen die Wahl der Stadtverordneten F ä h n d r i ch, plettstößer und Dr. Hermes. Der Antrag des Ausschusses an die Stadtverordneten- Versamm- lung geht dahin, die Wahlen der Herren Fähndrich und Dr. Hermes für giltig, diejenige des Herrn Splettstößer aber u n g i l t i g zu erklären. Durch Zeugen ist, so wird der letztere Antrag vom Ausschuß motivirt, zu be- weisen, daß bei der Wahl des Herrn Splettstößer eine erheb- liehe Zeit nach dem Schlüsse des Wahltermins um 6 Uhr erst die Thüren zum Wahllokal geschlossen wurden. Dieser Um- stand ist von etwa zwanzig vis dreißig Personen dazu benutzt worden, noch das Wahllokal zu betreten und ihre Stimme ab- zugeben. Nun ist aber die Wahl nur mit einer Mehrheit von 14 Stimmen erfolgt und ebenfalls durch Zeugenaussagen ist fest- estcllt, daß die sämmtlichen Wähler, welche nach 6 Uhr ihre Stimmen abgegeben haben, und es sollen deren sehr viele ge- wesen sein, mit Ausnahme von drei Personen, welche ihre Stimme dem Herrn Oswald Berliner gaben, für Herrn Splett- stößer gestimmt haben. Berichterstatter über den Protest gegen Fähndrich ist Stadtv. H o r w i y: Die Proteste seien gegen die Wahl Fähndrichs eingelaufen. Der Ober-Postasfistent Schütze beschwert sich, daß seine Bestallungsurkunde nicht als Legitimation angenommen worden sei. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß es in jedem Falle dem diskretionären Ermessen des Wahlvorstandes über» lassen bleiben müsse, wie derselbe sich seine Ueberzeugung von der Identität des betreffenden Wählers verschaffen wolle. Es werde dem Magistrat anheim zu geben sein, wenn er es für erforderlich erachten sollte, die Wahlvorstände mit In- formationen zu versehen, um in dieser Beziehung ein möglichst einhesiliches Verfahren zu erzielen, keinesfalls aber habe der Einspruch des Herrn Schütze eine so prinzipielle Bedeutung. um daraufhin eine Wahl für ungiltig zu erklären. Aehnlich stehe es mit den beiden folgenden Protesten, die nicht genügend substantiirt seien. Auch würde, selbst wenn in den angezogenen Fällen Unregelmäßigkeiten des Wahlvorstandes vorhanden seien, das Resultat der Wahl nicht geändert werden. Herr Dr. Evers rügt die Verletzung des§ 21 der Städteordnung; als Herr Vits gewählt wurde, hätten einige Häuser zu dem Wahlbezirke gehört, die jetzt dem angrenzenden Bezirk zugeschlagen feien, während andere Häuser hinzugenommcn wären. Der Ausschuß sieht in dem§ 21 nur eine Sicherung gegen die sogen. Wahlgcometrie. Die Verschiebung des Wahlbezirkes sei gefetzlich, weil z. B. die innerhalb des Zeitraums zwischen den alle zwei Jahre vorzu- nehmenden Ergänzungswahlen entstandenen neuen Häuser doch irgend einem Wahlbezirke zugelegt werden müßten. Also sei auch der Protest des Herrn Dr. Evers hinfällig und die Wahl Fähndrich's giltig zu erklären. Stadtv. I r m e r vertheidigt in längerer Rede den Stand- punkt der Wahlprotestler, besonders den des letzten. Die Grenzen des Kommunalwahldezirks müßten so fest gezogen werden, wie bei den Reichstagswahlkreisen. Der Magistrat habe gegen das klare Gesetz gefehlt. Stadtrath Schreiner bestreitet dies. Kein einziger Wahl- bezirk als solcher sei geändert worden. Stadtv. Spinola räch, der Ansicht des Ausschusses zu folgen. Ein Gesetz müsse nach Sinn und Zusammenhang intet» pretirt werden. Stadtv. Neumann l vertheidigt denselben Standpunkt. Nachdem der Referent kurz den Standpunkt des Aus- sckusses noch einmal begründet, ergiebt die Abstimmung eine große Majorität für die Gsitiakeitscrklärung der Wahl des Destillateurs Fähndrich.— Auch die Arbeiter-Stadtverordneten stimmten dafür. Berichterstatter des Wahlausschusses über den Protest''gegen Splett st ößer ist der Stadtv. Dr. Neumann l. Der Haupt- sächlichste Protestgrund ist oben bereits mitgethcilt. Erwähnt fei noch, daß die Majorität, mit welcher Herr Splettstößer gewählt ist, 14 Stimmen beträgt. Die Thür sei bei dem Wahl- lokal in der Turnhalle nicht um 6 Uhr geschlossen werden; der Wahlvorsteher habe nach 6 Uhr erst noch 5 Stimmen abgenommen, während welcher Zeit unausgesetzt neue Wähler im Lokal er- schienen und später auch ihre Stimme zu Protokoll erklärten. Im Ganzen sollen es zwanzig bis dreißig Wähler gewesen sein, die erst nach 6 Uhr im Wahllokal erschienen seien.„Zeugen" für diesen Vorgang sind der Schneidermeister Jakob Hirschfcld, Bernauer- ftraße 74, Rektor Schuppau, Stralsunderstraße 70—71, Bäckermeister Zehrmann, Stralsunderstraße 73, und Magistratsdiener H. Gragert. Aus diesen Aussagen sei hervorgehoben, daß der Wahlvorsteher, als die Beisitzer ihn aufmerksam machten, es sei 6 Uhr, seine Uhr gezogen und gemeint habe, sie gehe etwas vor. Herr Hirschfeld giebt die Zeit nach 6 Uhr, innerhalb welcher noch Wähler in das Wahllokal gekommen seien, auf 8 bis 9 Minuten wenigstens an. Von diesenWählern habe mireiner für Berliner, alle anderen für Splettstößer gestimmt. Der Ausschuß sieht in diesem Vorgange eine erhebliche Verletzung gesetzlicher Be- stimmungen, die zur Uilgiltigkeitserlläruna der Splettstößer'schen Wahl führen müßten. Dagegen hat der Ausschuß einen anderen Protest zurückgewiesen, der behauptete, daß für Splettstößer 22 Wähler ihre Stimmen abgegeben hätten, welche theils aus öffenllichen Mitteln unterstützt werden, theils zu keiner Steuer veranlagt oder nur zur ersten Stufe, theils die veranlagte Steuer niemals bezahlt und bei denen die Exekution stets frucht- los gewesen sei. Die amtlichen Ermittelungen haben nun er- geben, daß diese Behauptungen sämmtlich aus derLuftgegriffen sind. Die Stadtverordneten Singer und Genossen beantragen die Angelegenheit zur nochmaligen Prüfung an den Ausschuß zurückzuweisen. Stadtv. Singer: Derselbe Antrag hat bereits dem Aus- schuß vorgelegen. Er wurde veranlaßt, weil merkwürdigerweise der Wohlvorfteher, unter dessen Leitung das Versehen vorgekom- men sein soll, nicht vernommen worden ist. Ich hätte das sehr gewünscht. Noch mehr werde ich jetzt dazu veranlaßt, wo neues Material, das der Vorsteher bereits mitgetheilt hat, beigebracht worden ist. Unter Nennung von Zeugen wird behauptet, daß die Aussagen derjenigen Personen, auf welche der Ausschuß sich verließ, unrichtig seien, und die eidesstattliche Versicherung des Heizers, welcher den Schulviener vertrat und für die rechtzeitige Schließung des Wahllokals zu sorgen hatte, daß von 6 Uhr ab der Einlaß nicht mehr gestattet worden sei. Ein Schutzmann bestätigt die Richtigkeit dieser Aussage. Nun erkenne ich ja, abgesehen von diesem Material, an, daß die vom Ausschuß gehörten Personen ihrer Ueberzeugung gemäß ausgesagt haben, aber ein gewisses Mißtrauen wird doch in mir wach, wenn ich sehe, daß es Bürger ferttg bekommen, in einem andern Protest Thatsachen gegen die Wahl Svlettstößers anzuführen, die nach amtlicher Auskunft vollkom- men erfunden find. Es sind ja nun nicht dieselben Personen, die denZersterwähnten Protest eingereicht haben, aber der Protest cht doch aus derselben Richtung hervor. Die Sache liegt nicht ar. Der Wahlvorstand, gegen den eine schivere Beschuldigung erhoben, muß gehört werden; den Mitbürgem, welche die Un- richtigkciten in der Aussage der bisher vernommenen Per- soncn nachweisen wollen, muß das Wort gegeben werden. Da die Sache durchaus nicht eilt, bitte ich, sie dem Ausschuß Stadtv.iH o r w i tz meint, daß die Sache sehr eile. Es sei fraglich, ob ein Stadtverordneter, gegen dessen Wahl ein Protest vorliege, seine Stimme, die den Ausschlag geben könne, noch hier abgeben dürfe. Die Sache werde durch die Ver- nehmung weiterer Zeugen nur unklarer und unübersichtlicher. Stadtv. M i t a n bestätigt aus eigenem Wissen die heut eingereichten Angaben. Er sei eine Minute nach 6 Uhr an die Thür des Wahllokals gekommen und habe sie geschlossen gefunden. Ein Stadtverordneter werde doch noch auf Glaub- Würdigkeit Anspruch machen dürfen. Die Stadtv. Spinola und Fricdemann empfehlen den Anttag Singer. Es seien neue Thatsachen vorgebracht, die geprüft werden müßten. Die Versammlung stimmt dem Antrag Singer zu. Ohne Debatte wird die Wahl des Stadtv. Hermes für giltig erklärt. Die weiteren Gegenständ« der Tagesordnung entbehren des öffentlichen Interesses. Schluß: Nach% Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. ZoKales. AusfchUeßung sozialistischer Arbeiter von der Herstell««« der KeKleid«ngsst«cke siir die Armee. Vor uns— so schreibt die„Freis. Ztg."— liegt im Original ein Exemplar der allgemeinen Bedingungen zu Kontraktsabschlüssen über Liefeiungen und Leistungen der Bekleidungskommisfion des 3. brandenburgischen Infanterieregiments Nr. 20. Nach§ 7 dieser Bedingungen bat der Regimentskommandeur das Recht, die Aufhebung des Vertrages zu verfügen, wenn der Privat- Unternehmer zur Liefening von Bekleidungsstücken selbst Mit- glied eines von der Polizei auf Grund des Sozialistengesetzes verbotenen Vereins ist oder Anbänger der Sozialgemolratie de- schäftigt. Nach§ 8 derselben Bedingungen ist der Unternehmer verpflichtet, bei Ausführung des Lieferungsgeschäftcs keine Person zu verwenden, die Mitglied eines von der Polizei auf Grund des Sozialistengesetzes verbotenen Vereins war, oder die wegen sozialistischer Tendenzen, sei'es von einer öffentlichen Verwaltung, sei es von einem größeren Privatetablissement aus ihrem Wirkungskreis entlassen ist oder die offen- kundig als Anhänger der Sozialdemokratie auftritt, zum Beispiel für deren Bestrebungen wirkt oder sammelt. Der Unternehmer muß, sobald es sich herausstellt, daß die eine oder die andere der von ihm beschäftigten Personen unter eine der bezeichneten Klassen fällt, dieselbe sofott, jedenfalls auf Verlangen der konttahirenden Kommission unter Angabe des Gnmdes cnt- lassen.— foierzu bemerkt das genannte Blatt: Durch die vorstehenden Bestimmungen find also die Anhänger einer großen politischen Partei ausgeschlossen von der Beschäsliaung zur Her- stellung von Bekleidungsaegensländen für das Militär. Aus der Sache selbst ist dieser Ausschluß nicht zu begründen, denn od Uniformen von Sozialisten, Freisinnigen, Zentmmsmänncrn oder Anhängern Stöckers hergestellt werden, beeinträchtigt die Beschaffenheit der Bekleidungsstücke nicht im mindesten. Auch kommen die betreffenden Schneider von Privatunternehmern mit Militärpersonen in keinerlei Berührung. Der Grund des Aus- schluffes kann daher nur ein politischer sein. Einst verkündigte Knegsminister v. Kameke im Reichstage den Grundsatz, daß.die Armee sich von dem Getriebe der politischen Parteien fernzuhalten habe." Wir glauben aber, daß es kaum eine andere Verwaltung giebt, welche in solcher Weise politische Parteiunterschiede aufstellt bei der Vergebung von Lieferungen, wie es seitens der Bekleidungs- Kommission des 20. Infanterie-Regiments der Fall ist. Geht diese Belleidungs-Kommisston dabei selbstständig vor oder han- delt sie auf Grund einer allgemeinen Anweisung des Knegs- Ministers? Letzteres zu erfahren würde von besonderem Interesse sein. Indem man sozialistischen Arbeitern die Arbeitsgelegenheit aus politischen Gründen einschränkt, macht man sie wahrlich nicht zufriedener mit den Staatseinrichtungen und den Staats- behörden. Im günstigsten Falle wird dadurch die politische Heuchelei befördert, indem die Arbeiter veranlaßt werden, vor den Arbeitgebern eine andere politische Gesinnung zur Schau zu tragen, als sie wirklich defitzen. Was die praktische Ausführ- barkeit der Bestimmungen betrifft, schreibt uns ein Sachver- ständiger, so haben unsere Herren Offiziere eigcnthümliche An- sichten von einem Fabrikbettieb. Wenn ein Fabrikant alle An« Hänger der Sozialdemokratie aus seinem Geschäft entlassen wollte, könnte er an manchen Orten seine Fabrik schließen. Giner der ödesten Straßentheile mitten im lebhaftesten Viertel Berlins ist der Anfang der Burgstraße, rechts von der Kurfürstenbrücke, zwischen dieser und den Mühlen. Vor hundert Jahren gehörte diese Hauserreihe noch nicht zur Burgstraße. Nikolai schreibt in seiner Berliner Chronik:„An der langen Brücke am Wasser heißt die Kaye an der langen Brücke rechter Hand, wo der Eingang des neuen Posthauses ist. Sie ist mit den Hinterhäusern der in der Poststtaße auf dieser Seite liegen- den Häuser besetzt, durch welche Durchgänge gehen.„Heute wird die Straße nur von denen betreten, die in den dortigen sechs Häusern zu thun haben; kein Passantenverkehr, kein Wagen- gerassel ist hier zu vernehmen, in fast ländlicher Ruhe lebt man hier. Die Straße läuft in einem Garten aus, der mitten in der Straße liegt und bis zur Spree reicht. Eine Laube und ein Springbrunnen sind in dem ziemlich gepflegten, meist offen- stehenden Gatten errichtet. Die Angelegenheit der KenKung de« Spreewaster- spiegel« von der Obersprce beim Eintritt in Berlin bis zur Einmündung des Flusses in die Havel bei Spandau ist dadurch in ein weiteres Stadium der Verhandlung getreten, daß der Vettragsentwutt zwischen Fiskus und Stadtgemeinde Berlin, betreffend die pekuniäre Betheiligung der letzteren bei dem wich- tigen Unternehmen, dem Magistrat zur Prüfung zugegangen ist. Am nächsten Montag findet nach dem„Berl. Tgbl. bereits die erste kommissattsche Berathung des Entwurfs mit den betheiligten Ministerialkommissarien statt. Die Aktieubrauerei zum Löwenbrä« in München, deren Bier in Berlin viel getrunken wird von denen, die es dazu haben, vettheilte für das verflossene Geschäftsjahr 1886 87 an ihre glücklichen Aktionäre eine Dividende von 14 Prozent gegen 12 Prozent im Vorjahr. In München kostet das Liter 12 dezw. 24 Pfennig, in Berlin 60 Pfennig. Daß die Brauerei- arbeiter, die Mälzer, die Schäffler u. s. w. des Löwenbräu unter solchen günstigen Verhältnissen eine Lohnerhöhung erhalten würden, glauben selbst die unverbesserlichsten Optimisten nicht. Die fortgesetzten Kemiihunge« zur Gewinnung «ine» wirksamen Löschmittrl« bei Feuersgefahren haben zur Herstellung einer neuen Art von Feucrlöschgranaten gefühtt, welche gestern Mittag auf Tivoli erprobt wurden. Das Pttnzip dieser von einer englischen Gesellschaft eingefühtten Löschgranate Beruht, wie bei anderen schon erprobten Granaten, darauf, daß die Granaten, sobald sie in das Feuer geworfen werden, platzen und eine große Menge Kohlensäure ent- wickeln, durch welche der Brand erstickt wird. Zu dem gestttgen Versuche wurde eine kleine fcolzbride, die mit Theer und Petroleum bestttchen und mit Holz, Papier ic. gefüllt war, angezündet. Als die Flammen hoch aufloderten, wurden zwei Löschgranaten hineingeworfen, durch welche das Feuer sofort erstickt wurde. Hierauf wurde ein aus Holz aufgefühtter, etwa 14 Fuß hoher Schomstein ebenfalls durch Petroleum zu schneller Entflammung gebracht; hier genügte eine Granate zum Löschen des Brandes. Endlich wurde ein großer Holzschuppen, der in ähnlicher Weise präpatttt war, in Brand gesetzt und mit vier Bomben das Feuer erstickt. Uebcr die Lentungsfähiakeit dieser Löschgranaten im Ernsttalle giebt dieser Versuch indessen noch keinen genügenden Aufschluß.,.. Der neulich- Hauveinstur? in Mritzeusee. der ,n diesem Ott« eine besonders strenge Handhabung der Bauponzer zur Folge gehabt hat. scheint der Baulust trotz alledem keinen Abbruch gethan zu haben. Es sind dort zum Fruhiahr mcht weniger als 200 Neubauten bei der Ottsbehörde angemeldet worden. Dieselben erstrecken sich namentlich auf Grundstücke, welche nach der Richtung der Prenzlauer Allee zu liegen und es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, daß Weißensee, Neu-Weißensee, Neu-Berlin und der ehemalige Windmühlen- derg vor dem Schönhauser und Prenzlauer Thor einen zu- di.„eiw. Ztg." beknnntlich die Mittheilung, daß der jetzt vielgenannte Kleinmann aus Algier der Behörde geschrieben �habe, die An- gaben des Strache bezüglich der Unterredung über den Mord der Frau Ziethen in Elberfeld seien durchaus falsche. Strache sei im Uebttgen wegen Unregelmäßigkeiten u. dergl. m. aus der Fremdenlegion ausgestoßen. Dem gegenüber will nun der L.-A. wissen, daß Herr Strache überhaupt niemals Unteroffizier gewesen ist nnd aus der Fremdenlegion nicht ausgestoßen, sondern unter Mitnahme von ehrenvollen Abschiedspapieren und Ehrenzeichen ausgetreten ist. Et« Huutpf zwischen einer großen dänischen Dogge und einem Studenten fand in der Nacht vom Dienstag auf Mitt- woch in der Nähe des Wassetthorbeckens statt. Zwei Studenten, von denen der eine eine große Dogge besaß, aericthen auf dem Nachhauseweg in angeheitetter Stinimung in Stteit, der schließ- lich in Thätlichkeiten ausattete. Als der Besitzer des Hundes sah, daß er unterliegen würde, hetzte er den Hund auf den Kommilitonen; obgleich die Dogge einen Maulkorb tmg, brachte sie doch dem Studenten nicht nur bedeutende Risse in seine Kleidung, sondern auch Bißwunden in die Hände und Beine bei, so daß der Verletzte die Hilfe der nahen Sanitätswache in Anspruch nehmen mußte. Das Ende vom Liede wird wahr- scheinlich wieder ein Duell sein. Auf eigenartige Weise wußte sich vor einigen Tagen eine unbekannt gebliebene Frau ihres kleinen Kindes zu ent- ledigen. Die Unbekannte erschien am 27. Januar in der Woh- nung der Wittwe B. und bestellte eine Empfehlung vom Herrn Pastor B. von der Dankeskirche. Frau W. solle den kleinen, etwa vier Wochen alten Knaben auf zwei Tage aufnehmen. Da Frau W. den Pastor B. persönlich kennt, so zweifelte sie nicht an der Richtigkeit der Bestellung und wurde auch noch durch ein Zehnmarkstück überzeugt, welches die Unbekannte ihr in die Hand drückte. Dann enflernte dieselbe sich mit der Versicherung, £; werde den Knaben am 29. Januar wieder abholen. Als die nbekannte das Kind auch am gesittgen Tage noch nicht abge- holt hatte, begab sich die Wittwe W. zum Pastor B., der von der ganzen Sache nichts wußte. Auf die erfolgte polizeiliche Anzeige wurde das Knäblein dem Waisenhaus übergeben, da die W. selbst mit fünf Kindern gesegnet ist. Das Kind war nur mit Hemdcken und Jäckchen ohne Abzeichen bekleidet. Eheliche ZWistigkeite« trübten schon seit längerer Zeit das Familienleben der A.'schen Eheleute, welche in der Ritter- straße eine kleine Wohnung bewohnen. Von den Schmähreden ging der Ehemann in der letzten Zeit öfters zu Thätlichkeiten über, welche um so verwerflicher erscheinen, als sich die be- klagenswetthe Frau in gesegneten Umständen befindet. Gestern Sing A. mit einem Scheinelbein auf seine Frau los und schlug e damit blutig; als die arme Frau zusammenbrach, versetzte ihr der rohe Patron noch Fußtritte auf Kopf und Brust. Die Schwerverletzte wurde zur Chatttee transpottitt; gegen den rohen Ehemann wurde die Untersuchung eingeleitet. Giner Ketriigerei, die doch keine Betrügerei nach dem Sinne des Strafgesetzbuches sein wird, ist ein Offiziersbursche zum Opfer gefallen. Im Dezember v. I wurde der Bursche eines nach Berlin kommandirten Offiziers am Potsdamer Bahn- Hof von zwei unbekannten Herren angesprochen und gefragt, ob er nicht ein Leihhaus in der Nähe wüßte, sie möchten gern eine Uhr versetzen. Im Laufe des Gespräches zeigten die Herren die Uhr und konnten dieselben nickt genug loben; sie sei noch so gut wie neu und koste nur 18 M. Schließlich kaufte der Ltfizier- bursche die Uhr für 9 M. Am anderen Tage hatte sich die gutgehende Uhr bereits um 12 Stunden verfrüht und der Uhr- macher, welchem die Uhr zur Regnlirung übergeben wurde, er- kiätte, nicht helfen zu können, die Uhr sei zu schlecht und habe nur einen Wetth von 1,50 M. Am gestttgen Tage geht der geprellte Offizicrbursche wieder durch die Königgrätzerstraße und dachte gerade an den Streich, der ihm im Dezember an der- selben Stelle gespielt worden war. Da plötzlich tönt die Frage an sein Ohr:„Ach, oerzeihen Sie, wissen Sie hier in der Nähe kein Leihhaus?" Zunächst starrt« der Bursche den Frager sprach- los an. Dann aber klammette sich seine Faust um den Hals des Fragers und mit den Worten:„Also doch noch gekttegt," schleppte er den Prcller, in dem er denselben vom Dezember er- kannte, zum nächsten Schutzmann. Der Festgenommene, der Stadtrcisendc L. erklätte, daß er einen großen Posten Uhren zu 5 M. pro Stück gekauft und nun auf der Straße weiter ver- kaufe. Da sich die Angaben des L. als ttchtig erwiesen, so scheinen die Kttterien des Betruges nicht vorzuliegen, jedenfalls aber sei vor diesem Uhrenschwindelgcwarnt. Groß-Fener wurde gestern Mittag gegen Uhr von der Dampf-Wollen- und Baumwollengarn-Färberei von F. Kuhnert, Holzmatttstt. 11, gemeldet. Das Feuer war dicht bei dem Baumwollenlager rn einem Heizungsraum der zweiten Etage ausgekommen— auf welche Art, ist noch nicht aufgeklärt. Die Feuerwehr war leider so spät alarmirt worden, daß sie erst an- kam, als bereits ein großes Lager von Baumwolle in hellen Flammen stand und das verheerende Element auch die Balken- lagen des Dachstuhlcs ergriffen hatte. So konnte durch angc- strengte Löscharbeit nur die weitere Ausdehnung des Feuerherdes verhindert werden. Unermüdlich war ein Theil der Feuerwehr- leute thätig, den Brand durch kolossale Wassermassen zu löschen, während ein anderer Tbeil die glimmende Wolle und das brennende Holz auf die Straße hinabwarf, um so dem Feuer die Nahrung zu entziehen. Der Brand dauerte mehrere Stun- den, bis er vollständig gelöscht war. lieber einen Dopprlmord in der Zossenerstraße 54 gehen uns folgende Mittheilunaen zu: Im dttttcn Stock des Hauses wohnt leit mehr als 6 Jahren das Bötzow'sche Ehepaar. Ter Gatte, Kaufmann A. Bötzow, ein Mann von 35 Jahren, ist in einem Versicherungsbureau angestellt und weilt täglich von früh 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 6 Uhr außer dem.Hause. Die Gattin, mit der er bis vor kurzem in glücklichster Ehe lebte, ist 30 Jahre alt. Kinder waren der Ehe nicht entsprossen, dagegen hatte Bötzow, der bereits früher einmal verheirathet war, einen Sohn erster Ehe, der außer dem Hause erzogen wurde. Seit einem halben Jahre war den Hausbewohnern ein junger Mann, der 2öjähttge Bankbeamte Karl Fischer aufgefallen, der oft in Abwesenheit des Gatten Frau Bötzow besuchte. Karl Fischer ist angeblich mit einem Gehalt von 3000 Matt in der See- Handlung angestellt. Da die Mutter der Frau Bötzow fast täglich bei ihrer Tochter sich aufhielt, legte man der Sache zuerst nicht viel Gewicht bei. Vorgestern Nach- mittag wurde Bötzow plötzlich von einem Hausgenossen ettucht, schleunigst nach hause zu kommen. Als ihm die mit einer Sichcrheitskettc geschlossene Thür geöffnet wurde, fiel ihm die Gattin um den Hals und gestand ihm ihre Ver- irrung. Inzwischen war auch Fischer mit der Erklärung hervor- getreten, daß ein Vergeben zu spät sei, da Beide bereits Strychnin genommen. Kaum hatte Bötzow dies vernommen als er davon eilte, um ärztliche Hilfe herbeizuholen. Als er zumckkehtte, stürzte ein Dienstmann aus der Wohnung, gleich- zeitlg ertönten zwei Schüsse— Fischer hatte seine Geliebte und dann sich selbst erschossen. Wie sich herausstellte, hatte Fischer schon vorher durch eine Hausbewohnettn, eine Frau H., einen Diensttnann herbeiholen lassen, den Fischer mit der Herbei- schaffung eines Gewehrs und der nöthigen Munition beauf- tragt hatte. Als der Dienstmann nach Ausführung des Auf- träges merkte, um was es sich handelte, hat er sich schleunigst aus dem Staube gemacht und ist noch nicht ermittelt. Frau Bötzow hat einen Brief hmterlassen, in welchem sie ihren Gatten ersucht, ,hr und ihrem Geliebten em gemeinsames Grab bereiten zu lassen mit einem Denkstein, der jedoch nur ihren Vor- namen enthalten soll.- Der„Post" wird folgendes berichtet: r Em furchtbares Liebesdrama welches sich vorgestern Abend einem Hause der Zossenerstraße abspielte, setzt die m ganze Umgegend m große Aufregung. Der Rentier Bötzow ist Wt längerer Zeit verheirathet und empfing namentlich in letzter Zeit hausig den Besuch erncs jungen Mannes, dessen ganze Auf. irtÄÄ"% Z s matten. Die stille Gluth machte der Liebe Platz und>> W nach der Cl brecherische Paar gelangte zu der Einsicht, daß sie, dum �'Nllnowsttaße« liche Schranken getrennt, das Leben nicht mehr zu ettnss% Arm.—@ mochten. Ihr Entschluß stand fest; Gift sollte sie Zerplatz 21 d verbinden. Der„Hausfreund", Sekretär F., besorgte S» � Und nach tz welches die Liebenden vorgestern Nachmittag zusamt Mche Spuren I genossen. Doch die ermattete Wirkung trat nicht kir Vn schließen.- Gift war schon sehr alt und hatte daha.�euzungderfl Kraft verloren. So zwischen Leben und Tod � durch ein D bend, gefoltert von den heftigsten Gewissensbissen, J ,«'m Lranienpli des Paares noch eine andere Seelenqual. Plötzlich W® em Gespann Zimmer: der betrogene Ehemann. Beide erklärten de«® vufttttte am glücklichen Mann, daß sie der heißen Liebe zu ttnands«t Jiojjftroße eil hätten widerstehen können und nun vorgezogen to und Abend ehrlosen Leben ein Ende zu bereiten. Das Gift, das isiou durch ein nassen, werde sie bald von allen Leiden erlösen. Der J' Mich elfterer liche B. stürzte fort zum Arzt. Als er einige Zeit 10" Merdem geriet dem Arzt wiederkehrte, fand er viele fremde Leute» M altes Mäd Behausung; man lief hin und her, man rief und fffls' v�wmroagen i einander. Zwei Schüsse hatten die Nachbarn atori0l«n hatte nach dem Fortgang des B. durch einen Dienstin«f Mdlung und> Jagdgewehr aus seiner nahe gelegenen Wohnung boK Aencrstraße, und einen Lauf auf seine„Geliebte" abgefeuert. Der �>!chaftlich ihre! hatte gut getroffen, mitten durch's Herz. Der sofort sandte das todtbttngcnde Blei in die eigene Birst freundes". Bleich, entsetzt, stand der unglückliche B- diesem Trubel, an dem.Grabe seines ehelichen Ei Fttedens. Einige Stunden später wurden die beide» nach dem Leichenschauhause überführt. Gemäß den Veröffentlichungen de» Kam Gesundheitsamts sind in der Zeit vom 15. bis 21 dieses Jahres von je 1000 Bewohnern, auf den durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in B in Breslau 26,6, in Königsberg 21,9, in Köln 30,6, fürt a. M. 17,0, in Wiesbaden 17,0, in Hannover! Kassel 18,6, in Magdeburg 20,1, in Stettin 20,1, 27,0, in Straßburg 19,7, in Metz 20,0, in 26,5, in Nürnberg 30,0, in Augsburg 31 Dresden 16,3, in Leipzig 13,5, in Stuttgart 17,6, ruhe 16,3, in Braunschweig 27,6, in Hamburg 31,6,, 24,7, in Pest 29,6, in Prag 34,8, in Trieft 37.3,/ 33,0, in Amsterdam 26,8, in Brüssel 26,4, in Pari»> Bafel— in London 24,3, in Glasgow—. in Liverr»� in Dublin 31,8, in Edinburg 23,8, in Kopenhagen Stockholm 20,9, in Christiania 26,4, in St. Peters» in Warschau 29,5, in Odessa—, in Rom 30,2,, 25,1, in Venedig 30,5, in Alerandria 46,7. Ferner>» vom 22. bis 31. Dezember v. I.: in New-Nort—/ delphia 21,5, in Baltimore 18,1, in Kalkutta 26,1, in Madras 41,7. n Die Stcrblichkeitsverhältnisse der meisten Großstädte. blieben im Allgemeinen ähnliche wie in der vorangeg Woche, doch wurden namentlich aus deutschen Starts Wowe, ooo) wurven namenurry aus oeustoim � etwas höhere Sterblichkeitsziffern als in der Vorwoa. � Raths« theilt. Sehr gering Ibis 15,0 pro Mille und Jahr)"n des Hau' Sterblichkeit in Görlitz, Barmen, Duisburg, LeipK, L der 95. Ab Günstig(bis 20,0 pro Mille und Jahr) war die l» der neuen in Frankfurt a. M., Wiesbaden, Dresden,.Halle,% t Ä/'nes eiser nover, Kassel, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, g �"kster polst Metz; nur wenig höher in Berlin, Stettin, BtagdebuG. �«reffende G bera. Tarmitadt. Liverpool. Stockbolm.— Xn noch"h n.'-iu deren G bereits todt gebracht. traße 1 d dadurch i rtswache bracht.— gleitens rks des an der < Frauens d vorgef gebracht.- Feuer st durch eine ÄÄ 9 alte Saö 'prelendes k °n>enstr. KX ,n8 eines G G. „deren G gC iw*! Süe berg, Darmstadt, Liverpool, Stockholm.— In noch ansehnlicher Zahl kamen Erkrankungen an akuten En! der Athmungsorgane zum Vorschein und führten arid Todesfälle herbei, obgleich die Zahl derselben im 26 etwas kleiner als in der Vorwoche war. Todesfälle katarrhen und Brechdurchfällen der Kinder wurden mein seltener, nur aus Hamburg, Paris und Warschau größerer Zahl als in der Vorwoche gemeldet.— Die� des Säuglmgsalters an der Gesammtsterblichkeit wtt geringere als in der Vorwoche; von je 10 000 Lebe: aufs Jahr berechnet, in Berlin 63, in München 73 Von den Infektionskrankheiten wurden von Maftn» Diphtherie und Kroup weniger, dagegen von typd»0 und Pocken mehr Sterbcfälle und Erkrankungen J'l gebracht.— So haben Todesfälle an ÄaieM Braunschweig, Mainz, London, Kopenhagen, 6% Petersburg abgenommen, während ihre Zahl München, Karlsruhe, Wien, Prag etwas größer» krankunaen wurden aus den meisten Berichtsstädtcm Mittheilungen vorliegen, seltener, nur aus Wird meldet.— Auch Sterbefälle an Scharlachfieber mar»». Wien, Kopenhagen, St. Petersburg, Warschau etn>� dcrt, in Tanzig und London gesteigert. Erkra) Scharlach kamen aus Berlin und Stockholm(tt#„ Kopenhagen und St. Petersburg etwas weniger Vorwoche zur Mittheitung.— Die Sterblichkeit an und Kroup war meist eine etwas verminderte, wie" Breslau, München, Dresden, Leipzig, KönigsdH fnrt a. M, Nürnberg, Wien, Prag, Brüssels« St. Petersburg. Etwas größer wurde sie in London, Paris, Lyon, Amsterdam, Kopenhagen, krankungen an Diphtherie wurden dagegen meisi m gemeldet, nur aus Hamburg. Nürnberg, Christiania,..- bürg in geringerer.— Ansehnlich gesteigert war g Todesfälle an Unterleibstyphus namentlich in Bern & ir ä*«5s- HZA An Flecktyphus kamen aus dem Regienniasbeztrl• J �vpeln St. Petersburg 3 Erkrankungen zur MittherluNg. � etfll" � Metz ein Todesfall an epidemischer Genichtarre.$• Dezham Entzündungen des Zellgewebes der Haut waren N; w Kopenhagen häufiger. Auch das Kindbettfiedcr f',„ijf las. �tthejst"J und London nicht selten zum Tode.- Ter KeuA � 1�%"» Berlin und London etwas weniger Opfer L,, n>vd,� der neuen Erkrankunaen mar in Hnmbura und Koh., iy r>----*»* 4S .und Kin Ä�ftig gesteigerte.- In Berlin kan�Todesfall an�n� ,�cn� W Anzeige.— Einzelne Todesfälle an 6% L'�tzet be 8t. in Warschau 11, in Prag 16 Personen, kamen aus dem Regierungsbezirk ,q Vi h; �"flarte Ii je 1, aus Pest 7, aus Wien 1 jft j,' Ke das An! Ter Gesundheitszustand in Berlin blieb ley �Mem bi idheltszuftand tn Berlin oueo ouw. it r... wache em ziemlich günstiger und die Sterblia. � �noch hohe. Etwas f eltener als in der Vorwoche'an„p fstothefc! linb hrr dinhpr aurtt � Pni* und Brechdurchfälle der Kinder zum Borsche"'„. Entzündungen der Athmungsorgane waren, zahlreich, doch etwas seltener als in dl I — Von den Infektionskrankheiten haben»»-...wnuca MäI.V'"Malt Masern etwas abgenommen und kamen'(fwv Achen nj in besonders nennenSwerther Zahl zur Anze>£, �1* 1 z».■ 3« geben •' Diphtherie, letztere in der ang' UHMSM %"n!Ä" best Or gewebes der Haut etwas weniger zur Das Vorkommen des Keuchhustens blieb Zahl der Sterbefälle eine kleine. Rheuwa aller Art zeigten gegen die Vorwoche kem ändening in ihrem Vorkommen. kxbefgq Polizei- Bericht. Am 1. d. M-, � Dienstmann Paulke auf dem Alexanderplatz und blieb besinnungslos liegen. Er wurv UMM sS yM" en Platz und ds nach der kharit« gebracht.— Um dieselbe Zeit fiel in daß fie, dum'WnowsKaße eine Frau infolge Ausgleitens und brach den lehr zu ertr«'»m Arm.— Gegen Mittag wurde auf dem Flur des Hauses sollte fie all �lamplay 21 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufge- besorgte und nach dem Leichenschauhause gebracht. Am Halse ittag zusawM«ouche Spuren lassen auf einen gewaltsamen Tod durch Er- trat nicht o:%n schließen.— Um dieselbe Zeit wurden beim Ueberschreiten hatte daher Muzung der Friedrichstraße und Unter den Linden ein Ar- und Tod er durch ein Troschkcnvferd umgerannt und Nachmittags wissensbiffen,«ein Oranienplatz ein Knabe infolge eigener Unvorfichtigkeit Plötzlich u»® nn Gespann der Vereinsbrauerci Rixdorf überfahren und erklärten de» � Mtritte am Kopf verletzt.— Ferner wurde Nachmittags ebe zu einanda m Jloßftraße ein Knabe durch die Equipage des Fabrikanten lezogen hanel% und Abends auf dem Köllnischen Fischmarkt eine 76 Jahre Gift, das OTm dmch einen Ärrestantentransportwagen überfahren und lösen. Der>>> Mch ersterer anscheinend nicht unbedeutend verletzt.— nige Zeit IT Mttdem aerieth Nachmittags in der Greifswalderstraße ein mde Leutels vre alles Mädchen unter einen in der Fahrt begriffenen rief und W.«tahmoagen und erlitt dadurch einige Verletzungen am chbarn alaMliff n.-- Nachmittags gegen 5 Uhr machten ein Beamter der «en Dienstwa iMdiuna und eine Frau in der Wohnung der letzteren in ohnung iS�traßc, nachdem fie vorder Gift genommen hatten, tt eitert. D��Mafllich ihrem Leben durch Erschießen ein Ende. Als 'wann sofort nach dem Arzte eilte und mit demselben Me, fand er beide, jeden mit einer Schußwunde in der �rerts todt vor. Die Leichen wurden nach dem Leichen- e. gebracht.— Um dieselbe Zeit fiel auf dem Neubau traße 1 der Bauanschläger Polster von einer Treppe dadurch eine Gehirnblutung. Er wurde zunächst nach rtswache und von dort nach dem Krankenhause Be- bracht.— Abends fiel in der Skalitzerstraße ein Mann megleitens und erlitt einen doppelten Bruch des lems des rechten FußeS.— In der Nacht vom 1. zum an der Ecke der Linien- und Roscnthalerstraße eine KT Frauensperson bewußtlos und fichtlich krank auf der Mnd vorgefunden und mittelst Krankenwagens nach der gebracht.— Am 1. Februar fanden mehrere unbe- Feuer statt. Es brannten Taubenstt. 47 Küchen- burch einen umgestoßenen Petroleumkocher in Brand t,',T Rochstr. 18 Werg in einer Tapezirerwerkstatt, durch a?? aus Uebermuth vorsätzlich angezündet,— Rup- 1, in Paris>|• J alte Sachen in einer Küche, durch ein mit Streich- in Livere�. j � stielendes Kind in Brand gesetzt,— Kurfürstenstr. 60 K openhagen � M �enstr. l OO Gardinen,— Lützowstr. 102 die Stroh- St. Petes ef« ng eines Gasrohrs, beim Aufthauen desselben in Brand tom 30,2,* T"' �7 Hafenplay 4 eine Portiere;— ferner in der Nacht 7. Ferner � Fehrbellinerftr. 25-------------- |. Der M ne Birst IcS. äckliche S- helichen Elm en die beide» d»» Kailt i 15. bis 21 , auf den det: in B Köln 30,6, i Hannover tin 20,1,' 20.0, in agsburg% tgart 17,6, t würg 31,6, ciest 37,3,/. „.. noch akuten Est führten auch elben im»> Todesfälle r wurden id Warschau >et.— Die ichkeit w 000 Leben üncken<3 m Masern-, von tyi>b� nkunaen"f, i Mastin,- igen, C/' .ÄA chtsstädte» us Wien lieber rvtf olm etwa» ,, weniger% blichkeit-Uz �lönTg� nf« penhagen, n meist iN fl-j hristianio,v' '"i ____ T: Fehrbellinerstr. 25 in einem Materialwaaren Iv-Nork—t"L«j. liste kleine Menge ausgelaufener Spiritus— und Köp- utta—, m fctWn mer Fußboden neben einem wahrscheinlich schadhaft - iSIbS;', Grrichta-Ieitung. der Voist i � eJ/«iathsmaurermrister Kuhn und die und Jahrs., des Hauses Wilhelmstr. 48, Wittwe Bäller, Eigen- unv r,>, vuuies zuugeimiu. 10,-uuuior iouuci, hatten urg, LeiMg 95. Abtheilung des Schöffengerichts wegen Ueber- war die �'(J* /r neuen Baupolizeiordnung— begangen durch Auf- .Halle, Lst,'. i Ä"nes eisernen Klosets in allen 4 Etagen des Hauses annheini, f> g t"gter polizeilicher Genehmigung— zu verantworten. Ntagdebul� � lenenbc Grundstück war unter der alten Bauordnung In noch''L 1 1%/' deren Geltungszeit für die Anlage der Klosets nur ' erf Rommen mit der Verwaltung der städtischen Wasser- .forderlich war. Die neue Verordnung hat auch betreffs Ziagen die vorher nachzusuchende polizeiliche Genehmi- /Wühit. Der Bauleiter Kuhn hatte dieselbe am /der v.L. nachgesucht und die eisernen Becken zc. in er/ geschastenen Räumen aufstellen lassen, ohne aber den i y Kuß zu bewirken. Da nach dem Gutachten des Bau- '/luitrath ohne diesen Anschluß eine Ausstellung der als bewirkt anzusehen ist, erkannte der Gerichtshof „„ h» 8 der Angeklagten. /'tiliint* tzonr gestoppelt» Kaettoffeln 10 Personen ? gestern«„?>f eine Anklage wegen Felddiebstahls hatten fü%n,_°i der 95. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts Istilinp«stek s'nnfrr die 12iäbriaen Schulknaben ir >und ill a n Dl!» SStlbcImtnc Lange, die 12 jährigen Schulknaben � endt. Fritz Protz und Paul Brettschneider; auf «Oto« Nichtzurückhaltens ihrer drei strafunmündigcn j? Felddiebstahl Frau Arbeiter Chnstiane Küster und ftösttiet« �egreßvflicht für Strafe und Kosten die beiden w S4,a?nflc und Küster, sowie die Väter der drei ange- >e. p>Ä'istaben zu verantworten. Diese ganze Prozedur auf ei«»i°" Lange in den Tagen vom 5. bis 7. Oktober sten o/1" stbgeerntet gewesenen, an der Prenzlauer Allee dachtet Äielfelde nachgestoppelt hatte und weil an dem drei n„.?e~ es waren gerade Schulferien— be«»Ven Knaben und drei strafunmündige o/«üster, vielleicht auch noch zahlreiche ,./i auf demselben Felde fich mit dem /ein �'Uelner Kartoffeln die freie Zeit vertrieben haben. ot vnb Forstpolizeigesetz haften für die von straf- ßtzief, Kindern begangenen Felddiebstählc deren Eltern ""TO iiny o/iilelbar und für die Strafen und Kosten der ei reff,% Kinder im Unvcrmögensfall derselben die Ehe- Jtold Da der Arbeiter Küster den Tag über ..?wi>unjihststigt war, war die Ehefrau als für die Kinder den betreffenden Kreisen für wurden aiich" fie' mid deren Väter freige ,„jr �rde Frau Lange zu 3 M. eventt 3 Tagen Mb Ehemann Lange regreßpflichtig sur gefährlicher Jon Juan�stand ngeklagte in frivoler Wk? fäw&'np g: SÄ •%" VÄ1S fa'S sHMMMWP «WW "" stellte er fich als Asfistenzarzt vor. NWM uxi8 der Angeklagte gewollt traten fünf junge Damen als Zeugen gegen den stechen Menschen auf. Cr wurde der Beleidigung rn vier Fällen und der versuchten Nöthigung in einem Falle schuldig befunden. Leider hatte eine Dame den Strafantrag nicht gestellt, aber auch das vorhandene Material reichte hin, den Angeklagten auf eine Zeit unschädlich zu machen. Das Urtheil lautete auf vier Mo- nate Gefängniß. Eine Episode an« dem Ktndentenlede« unterlag gestern der Prüfung der sechsten Strafkammer am Landgericht I. Der Dr. med. Hirschberg verkehrte in den Passagebierhallen, in denen ein Zimmer der Verbindung Rhenania angewiesen ist. Eines Abends gerieth er mit einigen Mitgliedern dieser studen- tischen Korporationen in Streit, ja es kam sogar auf dem Hofe zu Thällichkeiten, bei denen der Angeklagte offenbar den Kürzeren zog, denn er sann auf Rache. Diese fiel, wenn auch unblutig, so doch sehr boshaft aus. Der Angeklagte drang in das Verbindungszimmer ein, als Niemand von den Gegnern in dem Räume anwesend war, und dort richtete fich seine Rache gegen das Wappen, das er mit einem Messer bearbeitete. Um das Werk zu krönen, schrieb er mit Bleisttft„Fecit Dr. med. Hirschberg auf das lädirte Wappenschild. Gegen den Misse- thäter wurde nun von der beleidigten Verbindung der Sstaf- antrag wegen Sachbeschädigung gestellt, und das Schöffengericht erkannte auf 150 Ä. Geldstrafe. Gegen dieses Erkenntniß legte der Vemrtheilte wegen der Höhe der erkannten Strafe Be- rufung ein. Die Strafkammer, die fich infolge dessen gestern mit der Angelegenheit zu beschäfttgen hatte, hielt indessen wegen der bewiesenen Bosheit das erstinstanzliche Urtheil ausrecht und verwarf die Berufung. Wege« wiederholten Diebstahls und schwerer Unterschlagung stand gestern der Schreiber Ernst Albert Jakob Eoel vor der zweiten Strafkammer am Landgericht I. Der Angeklagte ist früher Eisenbahndiätar gewesen, da er fich aber verschiedene Unterschlagungen im Amte zu Schulden kommen ließ, wegen deren er vemrtheilt wurde, erfolgte seine Ent- lassung. Später trat er bei der Berliner Speditionsgesellschaft als Kommis ein. Er bezog ein Gehalt von 100 Mark monatlich. Im Laufe seiner Thätigkeit ließ er sich mehrere Urkunden- fälschungen zu Schulden kommen. Er nahm stets aus der Ge- schäftskaffe Beträge, wenn gerade der Kassirer abwesend war, und um das Defizit zu decken, fälschte er Quittungen über Nachnahmegüter, die er dann dem Kasfirer überreichte mit dem Bemerken, er habe den Betrag aus der Kasse entnommen. Es liegen nicht weniger als 9 solcher Quittungen vor. Die Anklage nimmt nun nicht allein Ur- kundenfälschung, sondern auch Diebstahl, also zwei selbstständige Handlungen für jeden Fall an, und der Gerichtshof nahm eben- falls zwei selbstständigc Handlungen an und erkannte auf zwei Jahre Gefängniß und Ehrverlust auf die gleiche Dauer. sandgerichtsdircktor tütq, der Vorfitzende der zweiten Strafkammer beim Berliner Landgericht I, hat infolge schweren Nervenleidens den ihm bereits ertheilten Urlaub um zwei Monate, bis zum 1. April er. verlängert. Wenn bis dahin keine entschiedene Besserung in seinem Zustande eingetreten, de- abfichtigt Direktor Lüty seinen Abschied aus dem Justizdienst »u nehmen.— Der Gcrichtsschreiber derselben Kammer Sekretär Driefel, der schon vor dem Inkrafttreten der neuen Justiz- organisation beim früheren Stadtgericht der Abtheilung des Direktors Lüty als Bureauvorstehcr vorstand, hat bereits aus Gesundheitsrückfichten sein Penstonirungsgesuch eingereicht. Wiesbaden, 31. Januar. Der Sozialdemokrat Fleisch- mann, früher in Bockenheim, jetzt in Fürth, wurde heute von der Strafkammer wegen Bannbruchs(er war aus Frankfurt, Höchst u. s. w. ausgewiesen worden) zu 10 M. Geldbuße und wegen Beleidigung des Hochheimer Gendarmen zu 10 Tagen Haft verurtheitt. Entscheidungen de« Reichsaerichts.(Nachdruck ver- boten.) Leipzig, 26. Januar 1333.(Vom Sozialistengesetz.) Im Züricher„Sozialdemokrat" hatte im vorigen Sommer ein Artikel unter der Ileberschrift„Die Polizei im Dienste der Fabrikanten" gestanden, welcher gegen eine Firma in Offenburg gerichtet war. Ter Hutmacher Johann Jäger, welcher aus jenem Geschäfte entlassen worden war, hatte ein Exemplar des Blattes so zurecht- gefalzt, daß man nur jenen Artikel, der an fich nicht gegen das Sozialistengesetz verstieß, sehen konnte, und dann in verschiedenen Lokalen etwa 6 bis 7 Personen einzeln zum Lesen gegeben. Er wurde deshalb wegen Verbreitung einer verbotenen Druckschrift angeklagt, aber vom Landgerichte Offenburg freigesprochen, weil der Artikel, den er allein verbreitet hat, nicht gegen das Sozia- listengesetz verstoße. Der Staatsanwalt hatte hiergegen Reviflon eingelegt und der Reichsanwalt des 1. Strafsenats beantragte in der Sitzung vom 26. ds. die Aufhebung des Urtheils, da es nach früheren Entscheidungen des Reichsgerichts nicht darauf ankomme, daß der gerade verbreitete Ar- tikel gegen das Sozialistengesetz verstoße, sondern darauf, daß das ganze Blatt verboten sei. Das Reichsgericht hob sodann das Urtheil auf und verwies die Sache an das Landgericht in Karlsruhe zurück. Leipzig, 26. Januar.(Kulturkämpferisches.) Der Re- dakteur der in Heiligenstadt erscheinenden katholischen Zeitung „Eichsfcldia", Paul Feige, war von der Strafkammer beim dor- tigen Amtsgericht in zwei Prozessen sowohl von der Beleidigung des Fürsten Bismarck als des Evangelischen Bundes und des Grafen von Winzingerode freigesprochen. Die Revision des Staatsanwalts gegen beide Urtheile kam heute(26.) vor dem 3. Strafsenate des Reicksgerichts zur Verhandlung und wurde vom Reichsanwalt für begründet erachtet. Derselbe gebrauchte u. a. die schwerwiegenden Worte:„Das ganze Urtheil zeigt nur die Tendenz freizusprechen; von Begründung ist keine Rede." Das Reichsgericht hob dann auch beide Urtheile auf und verwies die Sache dem gestellten Anträge gemäß an das Landgericht Magdeburg zurück. Leipzig, 26. Januar.(Das unterschlagene Rundreise- billet.) Am 16. Juli v. I. begleitete der Eisenbahnschaffncr .Heinrich Gustav Berk den Nachmittags von Korbetha nach Leipzig fahrenden Zug und erhielt von einem Reisenden, Max B., ein auf dessen Namen lautendes, unübertragbares Rund- reisebillet, welches bis auf den Koupon Leipzig— Erfurt oder Erfurt— Leipzig abgefahren war. Als der Reisende in Leipzig ankam, war also das Billet ungiltig geworden, und der Schaffner hätte es koupiren und seiner vorgesetzten Behörde ab- liefern müssen. Dies that er jedoch nicht, angeblich, weil er es vergessen hatte. Einige Tage später aber faßte er den Ent- schluß, das Billet zu behalten und den letzten Koupon ander- weit zu vcrwcrthcn. Er schenkte es daher einem Be- kannten namens Vetterlein, welcher nach Weißenfels zu fahren beabsichtigte und ließ denselben zunächst die Strecke Leipzig Korbetha ohne giltiges Billet fahren, daß er selbst bis Korbetha Schaffnerdrenste that. Dann instruirtc er den Ketterbein dahin, daß er jenes Billet auf der Strecke Korbetha-Weißenfels benutzen solle. Ferner sagte er ihm, da er das Billet auch zur Rückfahrt von Weißenfels bis Leipzig benutzen könne, wenn er fich beim Stationsvorsteher in Weißen- fels die„Fahrunterbrcchung bescheinigen lasse. Vetterlein kam glücklich umsonst in Weißenfcls an, hatte aber nicht den Muth, selbst zum Stationsvorsteher zu gehen. Er ließ deshalb das Billet durch einen Boten zu diesem tragen. Der Vorsteher aber sagte dem Boten, der Billetinhaber solle selbst kommen und das Bulet abholen. Vctterlein wollte fich nicht der Ge- fahr aussetzen, von dem Vorsteher als Betrüger entlarvt zu wer- den, und kaufte fich zur Rückfahrt ein gewöhnliches Billet. Aber gerade der Umstand, daß er das Rundreisebillet nicht abgeholt hatte, war aufgefallen: es wurden Nachforschungen an- gestellt und sowohl Berk als Vetterlein wurden unter Anklage gestellt. Das Landgericht Leipzig vemrtheilte am 14. Oktober v. I. Berk wegen Amtsunterschlagung und Anstiftung sowohl zum vollendeten als versuchten Betmg, alle drei Vergehen in Realkonkurrenz, zu 5 Monaten Gefängniß, Vetterlein dagegen wegen Hehlerei, vollendeten und versuchten Betmges zu 5 Woche» Gefängniß.— Die Revision Berk's gegen dieses Urtheil kam dieser Tage vor dem dritten Strafsenat des Reichsgerichts zur Verhandlung und wurde durch Herrn Rechtsanwalt Frevtag II vertreten. Derselbe stellt es zunächst in Frage, ob eine Unter» schlagung wirklich vorliege, da doch das Billet an fich keinen Werth mehr hatte und auf jeden Fall in die Hände der Eisenbahn- Verwaltung zurückgelangt wäre. Dann aber bekämpfte er die Annahme der Realkonkurrenz, indem er die Anstiftung des Vetterlein zur Benutzung desjBillets bis Weißenfels(vollendeter Betrug) und zur Erlangung des Fahrtunterbrcchungsvermerkes (versuchter Betmg) als eine Handlung, als den Ausfluß des- selben verbrecherischen Willens angesehen wissen wollte. Der Reichsanwalt wandte fich mit Entschiedenheit gegen die An- nähme, als ob eine Unterschlagung nicht vorliege; eine solche würde schon angenommen werden müssen, selbst wenn daS Billet noch nicht ganz abgefahren gewesen wäre. Zweifelhafter sei die Annahme der Realkonkurrenz, aber er halte das Urtheil schon deshalb für ausreichend gestützt, weil die Vorspiegelung, welche Vetterlein benutzte, in jedem der beiden Fälle eine andere war. Entsprechend diesen Ausfühmngcn verwarf sodann das Reichsgericht die Revifion. Mereine und Versammlungen. Der Fachverein der Steinmetzen Kerlin» hielt am 29. Januar eine Versammlung ab in Ahlgrim's Salon, Sophienstr. 34. Zuerst erfolgte die Abrechnung der freiwilligen Beiträge zur Unterstützung reisender Kollegen. Es wurden im Jahre 1887 1256 M. 80 Pf. freiwillig zusammengebracht. 87 Vereinsmitglieder und 17 Nichtmitglieder wurden in Summa mit 353 M. unterstützt. Alsdann erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht. Das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder be-- trägt 27 Jahre, der älteste Kollege ist 60, der jüngste 17 Jahr alt; im Älter von unter 20 Jahren befinden sich 32, von 20 bis 30 Jahren 251, von 30— 40 Jahren 140, von 40—50 Jahren 47 und von 50—60 Jahren 5 Kollegen. Gestorben find 8 Vereinsmitglieder. An Unterstützung für kranke Kollegen wurden 1129 M. verausgabt. Die Zahl der Mitglieder beträgt nach den gezahlten Monatsbciträgen 400, da aber viele Mitglieder noch Beiträge restiren, resp. andere es nicht der Mühe merth halten, fich bei ihrer Abreise abzumelden, so kann die Mitgliederzahl nicht ganz genau festgestellt werden. Hierauf wurde über die Lichtarbeit auf den Bauten gesprochen und hervorgehoben, daß, falls es unumgänglich nöthig sei, daß Ueberstunden gemacht oder im Winter des Abends bei Licht gearbeitet werden muß, um den betr. Bau zur bestimmten Zeit fertig zu stellen, die Ueberstunden auch höher als die andere Zeit bezahlt werden müßten. Die Versammlung beschloß, hierzn Stellung zu nehmen, um eine cndgiltige Regelung dieser An- gelegenhcit herbeizuführen. Die Stuckateure K erlins«nd Umgegend hielten am 30. Januar bei Scheffer, Jnselstr. 10, unter Vorsitz des Herrn Schulz, eine Versammlung ab. Die Tagesordnung lautete: „Die Stellungnahme der Gehilfen zu einem diesjährigen Lohn- tarif." Wie mitgetheilt wurde, geht man in den Kreisen der Inhaber von Stuckgeschäften mit der Abficht um, die bisher übliche tägliche Arbeitszeit von 9% Stunden auf 10 Stunden auszudehnen und einzelne Lohnsätze herabzusetzen, was bei den Anwesenden lauten Protest hervorrief. Dies Vorgehen der Unternehmer wurde als den heutigen Verhältnissen zuwider-- laufend bezeichnet und hervorgehoben, daß heute die Ver- theuerung der nothwendigsten Lebensmittel durch Steuern und Zölle, sowie die Steigerung der Wohnungsmiethen die ar- bettende Bevölkening immer mehr belastet. Wie früher, so wären auch jetzt die Stuckateure fest entschloffen, für ihre Rechte energisch einzutreten; für Herstellung einer gewissenhaften, solide» Arbeit, und dementsprechend angemessene Löhne. Im Laufe der Diskussion wurde im Allgemeinen die Meinung aus- gesprochen, nicht abzuwarten bis die Prinzipale mit einem Tarif hervortreten, sondern eine Kommisston zu wählen, welche die bestehenden Tarife auf etwaige Mängel prüft, ohne jedoch erhöhte Forderungen im allgemeinen zu stellen. Dieser revidirte Tarif soll den Prinzipalen vorgelegt werden, mit der kurzen nnd bündigen Erklärung, denselben zu bewilligen, im andern Falle werde man ohne Tarif arbeiten, was ja bei der vorausflchtlich guten Geschäftskonjunktur in diesem Jahre die Untemehmer zu- mehrfach höheren Löhnen zwingen würde. Es wurde sodann eine Lohnkommission von 7 Mitgliedern und 4 Revisoren ge- wählt, welche sofort die Ausführung der gefaßten Beschlüsse iw die Hand zu nehmen hat. Der Fachverein der Schlosser hielt am 28. Januar, in Reyer's Lokal, Alte Jakobstraße 83, eine Versammlung ab, in welcher zunächst über die beantragte Ermäßigung der monat- lichen Beiträge auf 20 Pfennig debattirt wurde. Der Vor- fitzende führte aus, daß der Vorstand seiner Zeit genöthigt ge- wesen wäre, die Beiträge auf 40 Pf. zu erhöhen, da die finan- ziellen Verhältnisse des Vereins dies damals bedingt hätten; da fich die Verhältnisse der Vereinskasse jetzt besser gestaltet hätten, empfehle er, den gestellten Antrag anzunehmen. Nach kurzer Debatte wurde der Antrag angenommen. Hierauf theilte Herr Otto mit, daß die Schlosser der Ofenthürenfabrik von Kanow, Stallschreiberstraße 10, die Arbeit eingestellt hätten, weil ihnen ein neuer Lohntarif mit derart reduzirten Preisen aufgedrungen werden sollte, daß es ihnen nicht möglich wäre, dabei nur noth- dürftig existiren zu können. In der hierauf folgenden Debatte wurden die Arbeitsverhältnisse der genannten Werkstatt einer, scharfen Kritik unterzogen und darauf hingewiesen, daß dort auch in sanitärer Hinsicht viel zu wünschen übrig bleibe, nament- lich mangele es an Luft und Licht. Die Decke befände fich kaum 30 Zentimeter über Manneshöhe und die Fenster ließen so wenig Licht in die Werkstatt, daß von früh bis spät Gas brennen müsse; auch die Wände wären ungemein feucht, so daß es wünschenswerth wäre, diese Zustände zur Kenntniß der Sa-, nitätspolizei zu bringen. Der Uerein Kerllner Moßnvngsmiether hielt am 31. Januar im Topp'schen Lokale, Belle-Alliancestr. 87, eine Mitgliederversammlung ab, in welcher die vom provisorischen Vorstande vorgelegten Grundbestimmungen cn bloc zur Annahme gelangten. Es wurde nun zur Vorstandswahl geschritten und die Herren Malzahn zum ersten, Dr. Schumann zum Zweiten mid Sachs zum dritten Vorfitzenden, als Beifltzende die Herren Bahrfeldt, Lewenthal, Marienberger und Schultze ge- wählt. Von weiteren Wahlen nahm man bis auf Weiteres Ab- stand. Die nächste Versammlung soll eine große öffentliche fein und in einer anderen Stadtgegend stattfinden. Zur Aufnahme meldeten sich ca. 20 Personen, so daß der Verein jetzt 200 Mitglieder zählt. Der Ker�n zur Wahrung der Interesse« der Schuhmacher und verwandten Berufsgenosscn Berlins taatc am Montag, den 30. Januar, in Gratweil's Lokal. Auf dr- Tagesordnung stand 1. Vortrag des Herrn A. Gerisch, über ygä.SÄEHraS Dlskussion. Mehrere Fragen, welche Vereinsangelegenheiten be- trafen, sotten in der Generalversammlung näher erörtert werden.. AS«?'»«-«"gJC; Gcsamnttsälen"®onnQ~n�-' Februar, in den Gcsammt älen der Berliner Bockbrauerei"., Berg statt. Sammtlrche Mitglieder, Freunde am Tempelhofer Kasse sind hierzu eingeladen. Abendlasse findet nicht�stabll Sintis i 50 Pf. find zu habtn: Belltalliancefir. 96, Zigarren- Handlung von Werling; Bergmannstraße, Zigarrenhandlung von Röhl; Tcltowerstr. II, Restaurant Richter und bei der örtlichen Verwaltung. Die Zahlstellen bleiben am Sonnabend ge- schloffen. Grtskrankenkasse der Tischler und piauofortr- Arbeiter. Die Wahl von 143 Vertretem zur General-Ver- sammlung pro 1883 und 1889 seitens der Kassenmitglieder findet am Sonntag, den 5. Febmar er., Vormittags 10 Uhr, in allen 4 Kasfirer-Bezirken statt.». Die Mitglieder, welche in dem Bezirk des Kasstrers Stäps arbeiten oder ihre Beiträge an denselben gezahlt haben, wählen im Konzerthause, Kott buserstr. 4», 39 Vertreter, d. Die Mitglieder in dem Bezirk des Kasstrers Schulze wählen in Mohrmann's Salon, Gr. Frank' furterstr. 117, 35 Vertreter, c. Die Mitglieder in dem Bezirk des Kasstrers Schütze wählen im Saale von Habel's Brauerei, Bergmannstr. 7, 35 Vertreter, d. Die Mitglieder in dem Be- zirk oes Kasstrers Schrepffer, sowie diejenigen freiwilligen Mit- gliederHwelche ihre Beiträge direkt im Kassenlokal zahlen, wählen im Saale des Handwerkervcreins, Sophienstr 15, 34 Vertreter. Der Eintritt ist nur den in dem betreffenden Wahllokal stimm- berechtigten großjährigen Mitgliedern gegen Vorzeigung des Quittungsbuches gestattet. Allgemeine Aranken-«nd Sterbekajse der Metallarbeiter(E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin IV. Sonntag, den 5. Februar er., Vormittags lOj Uhr, Versammlung An- dreasstr. 26 bei Matthies. Tagesordnung: Kassenbericht und Verschiedenes. Merein der Oananschläger Kerlin»«nd Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 5. Februar er., Vormittags 10% Uhr, Oranienstraße 51 bei Preuß.— Quittungsbuch le- gitimirt. Berichtigung. Der in der Donnerstagsnummer veröffent- lichte Bericht über die am 1. Februar abgehaltene öffentliche Versammlung der Sattler enthält einen Druckfehler, den wir hiermit richtig stellen wollen. Es muß in der Resolution heißen:„3. für die Vorder-Patronentasche 1 M."(nicht 1,90 M.) Vrsana-, Turn- und gesellige Vereine am Freitag. Kaiser'scher Männergesangvercin Abends 9 Uhr im Restaurant Vettin, Veteranenstt. 19.— Gesangverein„Pausebeutel" Abends 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alcxandrinenstt. 15.—„Liedertafel der Maler Berlins" Abends 8; Uhr Kaiser-Franz-Grenadier- Play 7, Restaurant Berg.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstt. 97.— Gesang- verein„Flöter'sches Doppel-Quartett' Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstt. 31.— Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant Schmidt, Manteuffelstt. 71.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpenicker- str. 127» im Restaurant Goelling.— Gesangverein„Ossian" Abends 9 Ubr Dresdenerstr. 85 bei Gustavus.— Berl. Turngenoffenschaft (V. Männerabtheilung) Abends 8'/ Uhr in der städt. Turnhalle, Wassetthorstt.31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männerabthcllung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60/61.— Turnverein„Froh und Frei"(Männerabtheilung) Abends 8% Uhr Bergstr. 57.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8; Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheensk. 31, Unterricht und Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographen- verein� Äbtheilung„Vorwärts", Abends 8 t Uhr im Restaurant Koll, Mariannenplatz 11.— Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Sevdelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Abends 9 Uhr, Restaurant Krebs, Friedrichstr. 208.— Voigt'scher Dilet- ttn tanten-Orchesterverein. Abends 8§ Uhr Uebungsstunde im Re staurant Lehmann, Alexandrinenstr. 32.— Zitherverein„Alpen- veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt", Belle- allianeestraße 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 Uhr im Hohenzollerngarten, Steglitzerstt- 27.— Rauchklub„Weichselblatt" Abends 8* Uhr im Restaurant Wasserthorstr. 10,11. Kleine Mittheiwngen. Kieguik» 30. Januar. Die Typhusepidemie ist hier im Erlöschen. Im Ganzen sind 30 Personen an der Krankheit gestorben. Velseukirche«, 30. Januar. Die egyptische Augcnkrank- best greift fortgesetzt weiter um sich; wie zu Gelsenkirchen, Schalke, Ueckendorf, Bottrop, Eigen, Welheim, Dorsten, so ist sie neuerdings unter den Schulkindern in Grünnigfeld ausgebrochen. In einer Klaffe der evangelischen Schule dieser Gemeinde find von 61 Kindern 46, in zwei anderen Klassen von zusammen 80 gar 70 erkrankt. Zörbig, 29. Januar.(Unglücksfall.) Im benachbarten Orte Spören gericth der Lehrling des Müllermeistcrs Rose beim Schmieren der Windmühle in das Werk; es wurde ihm der rechte Arm buchstäblich Herausgeriffen. Kastel, 31. Januar.(Selbstmordversuch emcs Soldaten.) In der Nähe der Stationskurve bei Biebrich ließ fich am Sonn- abend Abend ein Soldat von dem Nassauischen Infanterie- Regiment Nr. 87 von einem Eisenbahnzua überfahren. Die Lokomotive schleifte den Unglücklichen eine Strecke mit auf den Schienen fort und warf ihn schließlich zur Seite. Schwer ver- letzt wurde der Soldat— Schilling ist sein Name— in das Militärlazareth nach Biebrich gebracht. sslnrenftown, Mittwoch, I. Februar. Heute Vormittag ist die„Suevia" hier eingetroffen; Paffagiere wie Mannschaften an Bord find wohlbehalten. Palermo, 26. Januar.(Soziales Elend.) Ein Arbeiter stürzte sich mit Frau und vier Kindern, welche gewaltsam mit Stricken zusammengebunden worden waren, ins Meer, wobei alle sechs erttanken. Roth hat den Unglücklichen zu dieser ent- se�Uat Die„Nichi Nichi Sbimbun", eine japanische Zeitung, enthält folgende Mittheilung: In Tokio ging neulich das Gerücht, daß eine ausländische Firma be- abfichtige, 50 hübsche junge Japanerinnen mit einem Gehalt von 1500 bis 3000 Yen, je nach den Reizen, für ein in einer japanischen Ausstellung befindliches Restaurant in London zu engagiren. Ein Schwindler versuchte darauf hin, eine Anzahl VVV|V*V*;»V VV.VV.V.,*7.--- junger Mädchen anzuwerben, wurde aber noch zeitig genug der Polizei gefaßt. Von anderer Seite hört dieselbe Zettl dcck eine„Frauen-Export- Agentur" in Tokio sich dc _ v von _____________________________ Zettung, daß eine„Frauen-Export- Agentur" in Tokio sich damit befassen wolle, junge Mädchen nach Amenka auszuführen, doch wird gehofft, daß die Regierung dies nicht gestatten wird._ Telegraphische Depeschen. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Kamburg, Donnerstag, 2. Febmar. Der Postdampfer „Bohcmia" der Hamburg-Amerikanischen Packeffahtt-Aktiengesell- schaft ist, von Hamburg kommend, heute Morgen 1 Uhr in New-Yoik eingetroffen. � mr. Kobleuz, Donnerstag, 2. Febr. Der Rhemttaiett zwischen Bingerbrück und Rüdesheim wurde heute Morgen wegen Eis- gangs eingestellt. � � London. Donnerstag, 2. Febmar. Heute Vormittag wurden in Jnverneß und Birmingham, sowie in der ganzen Umgegend dieser Städte ziemlich heftige Erderschüttemngen wahrgenommen. Dublin, Donnerstag, 2. Febmar. Lord Ripon und John Morley find gestern hier eingetroffen. Bei der Landung in Kingstown wurden dieselben von einer Deputation begrüßt. In Erwidemng auf die Ansprache der Deputation sagte Lord Ripon: sie seien gekommen, um die intimste und herzlichste Einigung zwischen England und Irland anzubahnen, sonne den lebhaften Sympathien und der liberalen Partei Englands und Schottlands für das irische Volk Ausdruck zu geben und gleich- zeitig zu erlären, baß die Zeit gekommen sei, um der Herrschaft der Bedrückung und des Zwanges für immer ein Ende zu setzen und Irland diejenige Selbstständigkeit zu geben, auf die es ein Recht habe. Ripon und Morley wurden in den Haupt- straßen Dublins von einer ungeheueren Menschenmenge enthusiastisch begrüßt. Mashingto«, Mittwoch 1. Febmar. Der dem Senate zugegangene Bericht der Kommission für die Vorlage betreffend Einsetzung einer Inspektion für das zum Export bestimmte Fleisch und zur Verhindemng der Einfuhr von verfälschten Lebensmitteln und Getränken spricht fich zu Gunsten der Vor- läge aus. (Nach Kchluß der Uedakti-u eiugetroffeu.) Pari», Donnerstag, 2. Februar, Abends. Die Deputitten- kammer nahm heute die Beratbung des Budgets wieder auf. Ministerpräsident Tirard sprach sich gegen die Vorlage der Kommisston bezüglich der Alkoholfrage und mehrerer anderer Punkte aus. Die Rechte beschloß, wegen des Urtheils des Kassationshofs in dem Disziplinarverfahren gegen den Richter Vigneau, der in dem Prozeß gegen Wilson seiner Funltionen als Untersuchungsrichter enthoben worden war und vom Kassa- tionshofe mit einem Verweise belegt wurde, eine Interpellation an die Regierung zu richten. Die Interpellation nimmt Bezug auf die dem Urtheil des Kaffationshoss vorausgeschickten Er» wägungen und verlangt Aufklärungen von der Regierung über ihr Vorgehen in der Ordenshandels- Angelegenheit. Thristiuuia. Donnerstag, 2. Febmar. DaS Stoi heute mit einer Thronrede eröffnet worden, in welch» I vorschlüge angekündigt wurden betreffend daS Posto Erweiterung der Wirksamkeit der Staatsdank und& schulen. 8«, Q Markthalle«- Bericht«»«?. Sandmau», Verkaufsvermittler. Berlin, den 1. Februar 1888. Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste hall rahm- Tafelbutter(bekannte Marken) 98—106 M, schmeckende Tafelbutter 90—98 M., 3. Tischbutter 90 M., 4. fehlerhafte Tischbutter 75—85 M., 5.' Backbutter 65—75 M. pr. Ztr. Auktion täglich um Vormittags. Eier 2,80-3,35-3,75 netto ohne Abzug p.© eier— M. p. Schck. Käse. Jmportirter Emmenthaler—87,„ Schweizer 35—50—63, Quadrat-Backstein 8—12-24 burger 20—30—35, Rheinischer Holländer Käse 58— GO" pr. Ztr., Edamer 58—68, Harzer—3,00 M. Tische. Camembert— M. pr. Dtz. Neufchatel- Stück. Fleisch. Rindfleisch 26-40-53, Kalbfleisch irnt 50—55, Hammel 32—45—50, Schweinefleisch 38— i Pfund, Schinken geräuchert mit Knochen 70—85 Pf., 50—60 Pf. pr. Pfund. 12. Liehllnfl der 4. Klaffe 177. Kömgl. Preuß. Lotterie. „ Ll-dun, vkM 2. 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