i dem nunnH 34 Dahlen find i ;ten der Cn erforderlich � rem Teleg' welche den! cl mit Ab> m Italienern I irktio«. beizufügen. ktio«.. -8 Uhr Al ic läßt sich' bekannt. 'tr ist, so erbt el ob Kindd !§ gemeinst' T öie Ehe i Wer?«n. Domterstag, de« 9. Februar 1888. 5. Jahrx. , keine nögen der S1 (riMMWafl. Drgan für die Interessen der Arbeiter. .Xti Da» �«erlin-r VolkSblatt« «glich Morgen? außer nach Sonn« und Festtagen. AbonnemcntSprei« für Berlin frei vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement einzelne Nummer 5 Pf. SonntagS-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) 521 81 791 r ?®i' UÄZ'. Wa» soll geschehen? niif �er Kriegsperiode, in der wir jetzt leben, . man wohl vom Beginn des schleswig-holsteinischen 1863—64, datiren kann, kommen die europäischen Jnsertionsaebnhr beträgt für die 4 gespaltete Petitzcile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcreinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bmeaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. 907„ 628 54 610% 147 tnISfi Redaktion: Keuthstraße 2.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. 15 506 652 3s'Il>ä.n n'0� vom Beginn des schleswig-holsteinischen . R« ww7f# �3—64, datirenkann, kommen die europäischen 51 511 39#5 ,2 Kriegsfurcht und Aufregung eigentlich aar i% 7%� xi'i' in&r, �?aus. Es sind 25 Jahre, also ein volles ' i topn tert fortgesetzter Kriegsrüstungen und Kriegs- om 80[3000� 9 und es hat wirklich den Anschein, als sollte in i eol 12 8911% Zeit in dieser Beziehung keine Wendung zum nnni r.Q IX vu r�.«-• r/ t• Ort., r.«.» IKW 742 91 f" Dabei haben die Rüstungen zum Kriege 27uio�Ä�, f�vvkt erreicht, der schwerlich noch überschritten '' �«Unä. Deutsche erscheint uns wenigstens der Kul- Punkt der Rüstungen durch die neue Wehrvorlage fein. Wenn ein Volk alle waffenfähigen Männer zum 45. Lebensjahr seiner Armee einreiht, so TT?« tn®t MO 46 82�.' len- versteige sich dazu, Amazonen- und Greisen *8188 227 �. zu formiren. „........... Wir sind also, 0 91 919(500# d�Mannschaften zur Armee ..........■ % der Herr Minister befürchtet, neue Erfindungen 1%. �er Waffentechnik ic. könnten neue Aus- An�idia machen. Denn daß man noch weitere was die Heran- ........ betrifft, an der Möglichen mit der neuen Wehrvorlage ange- wenn der Herr Kriegsminister auf die an ihn �uftage: ob mit der neuen Wehrvorlage die An- M für die Armee ihren Abschluß finden werden, "übende Antwort gab, so kann man das wohl nur %%% k/'""m1-'1, �enii oup mau nuty loeueri � Armee einverleiben wolle, erscheint unS aus & MetjAit Ratur hat da selbst eine Grenze gezogen. �gsfijf.i»Ustriebezirken wird die Zahl der waffen- ■fi'«kte fe;„ Männer über 40 Jahre eine sehr be- dies� auch die Ackerbau treibende Bevölkerung b(n gfik �ren meistens schon von Rheumatismus und 7 29 50 51 Ä»"""I ih« seplagt und die Vierziger dürfen deshalb, > 893 968 L tünfe�fc« größere Strapazen zumuthet, die Spitäler i 224��#-« fklbü �onen in oiner Weife belasten, die 133 2 85.... 21 339 540 2 963 29 896 5000) W0&' 9 60 96 10 35 67' . K »1063 69 8 226( 302%J� rrünoi uiotf« vv»»|.v.., v.v für die 70 247,;, in in.von Gefahr werden könnte. Ein höheres Hin- älteren Jahrgängen ist also absolut ausge- in«n"fo ein weiteres Ausholen in den jüngeren >..._. ein- zweifeln überhaupt, ob 17jährige Jüng- 67! ift, Ärmee einen Kraftiuwachs bedeuten. Der "bi dt« f.eit fahren noch gar nicht widerstandsfähig 20 9is �(i(j e mit einem Feldzug verknüpften Anstrengungen Last x�orode und Kranke aber sind eine sehr un- .„ r e'ne Armee. Wir wiederholen also, eine >»»007 ig jh«hu«» n]enrer Wehrfähigkeit, so weit eine größere in' '334 77 436* '%# I1ää" imf, Jeuilleton. [32 (Rachdruck otrdotin.) Der Erbe. von Friedrich Gerstäcker. 46 994 aus f? bem ältesten Sohne, stand sie, wie schon 151 424 83*,' lischt"vem guten Fuße, obgleich der alte Pommer, " sehr gern gehabt und ihn Nach der Geburt des zweiten und *13 Knaben ... A u"b 11500] 81�*% T ß? zu haben. Als Kind fühlte er das na- ;2(5001 62631! WamJ?®61: als er aber nach dem Tode der " 4"Sf 36'. ,te zutürf� t �.# vom Vater vernachlässigt, von 9131V' Oft ftjrr �tzt, ja oft genug mißhandelt sah, da «nk in!i!nunier in den Parh setzte sich dort auf i«) 53»lii...�ies Gebüslb binein ,IN>> meinte silb recbt 159139• Otis,'®edüfch hinein und' weinte sich recht (0 vier t,e£ ex gedieh trotzdem und vielleicht gerade i. Und v, daß sich niemand viel UM ihn be- -m.».H er. f an fahren reifte und zu begreifen 2 332.40%;� Verm5?�'.der�Erbe des ganzen Besitzthums, ''>'i nxfl*13 der Wendelsheim, eigentlich wie ein . 0. i-*- W S fing r � uur Geduldeter im Hause behau- äÄÄ« � onR fÄ' bpw..«�4, 16001 m e» kein« gesunder Haß zwischen Beiden ent- .. vor dem anderen zu verbergen sich große 'CtBft ljntet Weise hatte dabei der herangewachsene t Knnd.. unfteundlichen Worten, die er als wj� ertragen mußte, eins im Herzen bewahrt ttwa.?/egeffen können— eins, das er als esi Jahren gehört, und das ihm wahr- Was aber nun? Der Herr Reichskanzler hat uns in seiner letzten großen Rede gesagt, daß wir im Stande sind, an jeder unserer Grenzen eine Million Soldaten aufzustellen und die nöthigen Reserven dazu bereit zu haben. Der Kanzler hat uns auch versichert, daß die übrigen europäischen Militärmächte dies nicht können, weil sie nicht über ein gleich treffliches Offiziermaterial verfügen als wir. Wir glauben, daß der Kanzler bei diesen seinen Ausführungen die Wahrheft ganz und gar auf seiner Seite hatte und wir bedauern nur, daß diese Sätze nicht vor einem Jahre von so autoritativem Munde gesprochen wurden. Denn diese Worte ergeben ja haarklein, daß die ganze SeptennatShetze im vorigen Jahre überflüssig war. Das war es ja gerade, was die Antiseptennats- Parteien auch behaupteten, daß unsere Armee so stark und stärker wie jede ihrer Konkurrentinnen sei und daß in Bezug auf innere Tüchtigkeit sich ebenfalls keine der als Rivalen in Betracht kommenden Armeen mit der unseren meffen könne. Die Antiseptennatsparteien waren aber auch bereit, alles waS zur Aufrechthaltung der Stärke und Tüchtigkeit der Armee nothwendig war, zu bewilligen; sie wollten sich nur nicht auf eine lange Reihe von Jahren die Hände binden lassen, sondern verlangten, daß man zu ihrer Vater- landsliebe das Vertrauen hege, daß sie auch nach drei Jahren wieder diejenigen Mittel bewilligen würden, die zum Schutze unserer Grenzen und zur Vertheidigung unserer nationalen Unabhängigkeit nothwendig sein würden. Und nun vergleiche man mit den jetzigen Ausführungen des Kanzlers das Geschrei der kartellvriiderlichen Presse vom vorigen Jahre über die ftanzösischen Rüstungen, über Baraken, Melinit, ftänkische Hammel und über die daraus für uns resultirende Nothwendigkeit, alles was die Regierung verlangt, ohne eS zu besehen und ohne zu ftaaen, auf wie lange, zu bewilligen. Wollte man den Kartellorganen glauben, dann war die französische Armee uns allein weit überlegen und die Gefahr, daß die Franzosen von ihrer Uebermacht Gebrauch machen, uns überfallen und— wie es in den illustrirten Wahlflugblättern so geschmackvoll ausge- führt war— den Bauern die letzte Kuh auS dem Stall nehmen und die Frau des LandmanneS mißbrauchen würden, stand vor der Thüre, wenn das Parlament nicht auf eines seiner Grundrechte verzichtete. Wie klingt dagegen die letzte Rede des Kanzlers! Mit einer Kühnheit, wie sie wohl kaum jemals ein Staatsmann zur Schau getragen hat, erklärt er, daß wir gerüstet und mächtig sind, jedem Gegner und jeder Koalition zu be- gegnen, und daß das, was wir an militärischer Kraft- entfaltung zu leisten vermögen, von keiner anderen euro- päischen Nation uns gleichgethan zu werden vermag. Also genau dasselbe, waS von den Antiseptennatlern im vorigen Jahre immer und immer wieder hervorgehoben wurde und scheinlich nur deshalb unter all' den tausend anderen in der Erinnerung blieb, weil er eS nicht begriff und damals schon oft und bttter darüber nachgrübelte. ES war gewesen, als er es zum ersten Male wagte, der Tante offen entgegen zu treten. Er hatte irgend eins der zahllosen ihm gestellten Verbote übertreten oder einem Befehl nicht gehorcht— die Ursache war seinem Gedächtniß entschwunden, aber die Folgen blieben um so deutlicher darin, wie eS ja oft ge- schieht, daß unS einzelne, oft unbedeutende Szenen der Kinderzeit, manchmal bis in die ersten Jahre zurück, unver- gesien bleiben, während andere, viel wichtigere gänzlich sich verwischen. Er sah noch den Blick voll Haß und Zorn vor sich, mit welchem ihn die Tvnte ansah, als er ihr sagte, daß sie von den Leuten im Hause Beißzahn genannt würde, er sich aber nicht mehr von ihr beißen lassen wolle. „Und wer bist Du denn?" hatte sie damals zu ihm gesagt.„WaS wärst Du denn, wenn ich Dich nicht dazu gemacht hätte?"— Er erinnerte sich auch, sie damals um die Erklärung der Worte gefragt zu haben, ohne aber eine Antwort darauf zu erhalten; sie schlug nur nach ihm, und als er ein auf dem Tische liegendes Messer ergriff, schrie sie um Hilfe, und der Vater gab ihm nachher drei Tage strengen Arrest bei Wasser und Brot auf seiner Stube mit so viel lateinischen Strafarbeiten, daß er sie kaum in der Zeit be- wältigen konnte. Von da ab war der Bruch mit der Tante vollständig ausgesprochen, hatte aber doch ein Gutes gehabt, denn sie wagte von dem Tag an nie wieder die Hand gegen ihn zu erheben, und nur in dem Hirn des Knaben arbeitete der Gedanke fort:„Weshalb hat mich die Tante zu dem gemacht, was ich bin? Was soll das heißen?" Er hatte aber nie- wanden, gegen den er sich darüber aussprechen konnte— seinen Vater wagte er nicht zu fragen, sein Bruder war noch zu klein, sein Hofmeister ein strenger, finsterer Pedant, der, wie leider nur zu viele Pädagogen, nichts auf der Welt in seinem ganzen Leben gelernt hatte als Griechisch und Lateinisch, und für welchen deshalb auch weiter nichts existirte. Und die Tante selber? Es lag ihm oft in ihrer Gegenwart waS ihnen ja die bekannten geschmackvollen Verleumdungen von Seite der Kartellbrüder eingetragen hat, das sagt jetzt der Kanzler auch. Die Behauptungen unserer Kartellpresse von unserer angeblichen militärischen Schwäche waren also da», als was wir sie immer bezeichnet haben, nämlich Lügen und Schwindeleien, bestimmt, das Volk in Schrecken zu jagen und so in der allgemeinen Verwirrung gewissen Parteien und einflußreichen Koterien Gelegenheit zu geben, im Trübe« zu fischen. Man sage nicht, der vorige Reichstag hätte die vor- jährige und die die diesjährige Wehrvorlage nicht bewilligt, diese hätten aber erst unser vom Kanzler so emphatisch be- tontes militärisches Uebergewicht geschaffen. Würde eine solche Behauptung aufgestellt, sie wäre einfach unwahr. Ab- gesehen davon, daß im vorigen Reichstag Zentrum und Deutschfreisinnige erklärten, jeden Mann und jeden Groschen auf drei Jahre zu bewilligen und auch der sozialdemokra» tische Redner in seinem und seiner Parteigenossen Namen die Erklärung abgab, daß sie zur Vertheidigung des Vater- landeS und zur Abwehr eines etwaigen Angriffs, wobei der Redner speziell auf Rußland verwies, alle erforderlichen Mittel bewilligen würden, stützte sich der Kanzler in seinen Ausführungen besonders auf die Vortrefflichkeit unseres Offizierkorps. Daß aber dieses Korps erst geschaffen war- den sei seit dem vorigen Jahre und daß es vorher nicht in gleicher Tüchtigkeit vorhanden gewesen, das zu behaupten trauen wir selbst den Organen der Kartellbrüder nicht zu. Die militärische Uebermacht Deutschlands beruht heute noch darauf, daß in Preußen die allgemeine Wehrpflicht schon zu einer Zeit eingeführt wurde, wo das Ausland noch nicht im Traume an die Möglichkeit der Einführung einer solchen Institution dachte. Bei uns ist in Fleisch und Blut übergegangen, was anderwärts noch künstlich gehegt und ge- pflegt wird. Wird aber dieser Zustand ewig dauern, werden wir unser militärisches Uebergewicht für immer behaupten können? Es mag Menschen aeben, die das glauben, wir zählen aber nicht zu ihnen. Je länger der jetzige Zustand der Dinge dauern wird, um so mehr wird unser Uebergewicht ver- schwinden. WaS aber dann? Dann wird der gefürchtete Moment, daß die Heere aufeinander stoßen werden und Europa die Greuel eines Krieges zu kosten bekommt, wie er so schrecklich seit dem dreißigjährigen Kriege vielleicht nicht mehr gesehen war, doch eintreten, und alle Opfer, die wir in lange« Jahrzehnten nun schon gebracht haben und in Zukunft noch werden bringen müssen, sind dann umsonst gebracht. Sie werden im Gegentheil nur dazu beitragen, die Wirkungen des Krieges noch furchtbarer zu machen. Sollte es nun gar kein Mittel geben, daß Europa dem auf der Zunge, aber er war viel zu stolz und zu trotzig, um sie ahnen zu lassen, daß er sich etwas zu Herzen genommen, waS über ihre Lippen gekommen. Er haßte sie, wie nur ein mißhandeltes Kind ein Wesen hassen kann, dem eS keine Rechte über sich zugesteht und von dem es sich ungerecht und schlecht behandelt weiß. Und waS hatte er gethan, daS zu verdienen? Nichts, das er sich denken konnte. So blieb denn die Erinnerung an jenen Morgen fest in seinem jungen Herzen verschlossen, und wie viele Jahre auch mit ihren frischeren Eindrücken darüber hingingen, aus allen hervor wuchsen immer wieder die da gehörten Worte:„Wer wärest Du, wenn ich Dich nicht dazu gemacht hätte?" Jetzt war er ein Mann geworden, und man hätte denken können, die Tante würde sich, mit der Gewißheit, daß er bald als Herr eines bedeutenden Vermögens dastehen mußte, freundlicher gegen ihn gezeigt und gesucht haben, die alten Erinnerungen aus der Jugendzeit zu verwischen. E« schien auch wirklich, als ob sie sich Mühe dazu gäbe; aber es gelang ihr trotzdem nicht. Selbst manchmal zwischen aleichgiltigen Worten traf ihn ein Blick aus ihren kleinen, blitzenden Augen so giftig, so voll Haß und Zorn, daß er sie dann oft staunend ansah. Er wußte sich aber die Sache nicht zu erklären, denn lange schon war kein böses Wort mehr zwischen ihnen gewechselt worden. Sie gingen nur einander aus dem Wege, wo sie konnten— und weshalb dann noch dieser unauslöschliche Haß? Als Bruno unten im Gartensaal die Tante traf und an ihrem ganzen Wesen bemerkte, daß sie nicht in besonderer Laune schien— überdies ein sehr seltener Fall— wollte er auch mit einem kurzen Gruß vorübergehen. „Guten Morgen, Tante!" sagte er nur und schritt der Gartenthür zu. „Und wen suchst Du?" ftagte- Fräulein von Mendels- heim, ohne selbst den Gruß zu erwidern. „Den Vater. Weshalb?" „Du warst bei Benno oben?" „Ja, Tante; er sieht heute recht krank und elend aus." „Und Du regst ihn nur immer noch mehr auf." Verhängnisse entgeht, der Schauplatz eines Krieges zu wer- den, wie die Welt noch keinen schrecklicher gesehen hat? Wir glauben doch, daß es dieses Mittel giebt und zwar sehen wir dasselbe darin, daß es Deutschland gelingt, mit den Westmächten und speziell mit Frankreich zu einer Verstän- digung zu gelangen. Schwierig mag ja diese Verständigung sein, aber da sie geschaffen werden muß, wenn wir endlich aus dem geradezu unleidlichen Zustande herauskommen wollen, daß der Halbbarbar an der Newa fortgesetzt die Nuhe Europas bedroht, so wird sich auch ein AuSweg sin- den. Das französische Volk leidet unter den drückenden Mi- litärlasten so schwer wie wir, der französische Bürger und Bauer ist so wenig kriegslustig wieZ unser Volk, und die Kriegsschreier Deroulede und Genoffen sind so wenig die Vertreter der französischen Masien, als eS bei uns die Deutschthümler a la Treitschke und Genoffen sind. Unter den französischen Staatsmännern, welche ernst genommen zu werden verdienen, ist nicht einer, der sich der riesigen Ge- fahren nicht bewußt wäre, die ein Krieg mit Deutschland für sein Land im Gefolge haben müßte, und von dem der- feitigen Präsidenten der Republik konstatirte der Kanzler selbst, daß er friedliebend sei. Frankreich rüstet sich außer- dem zur Feier des hundertjährigen Jubiläums seiner großen Revolution und es hat die Völker der Erde zu diesem Zu- biläum nach seiner Hauptstadt geladen zu einem friedlichen Wettkampf menschlichen Fleißes und menschlicher Kunst. Will man nicht annehmen, daß dem großen Kulturvolk jen- feits des Rheins alle Vernunft verloren gegangen ist, dann darf man an der Möglichkeit einer friedlichen Verständigung nicht zweifeln. Die„thurmhohe" Freundschaft Rußlands find wir ja nach den Ausführungen des Kanzlers endlich glücklich los geworden. Wenden wir all unfern Witz und Scharfsinn auf, uns dafür die Freundschaft der beiden großen westlichen Kulturnationen, England und Frankreich, zu erwerben, so werden bei diesem Tausche wir und die ganze Kultur gewinnen. Nriginak-Korresponäenzeu. München, den 5. Februar. Unser Landtag hat im Laufe der letzen Woche eine seiner Sitzungen der Frage der Ueber- bürdung der Schüler an den Gymnasien gewidmet. Freiherr v. Stauffenbcrg, welcher neben seiner Eigenschaft, ein anständiger politischer Gegner zu sein, auch noch darauf An- svruch erheben kann, als grundgelehrter Mann zu gelten, machte sich zum Sprachrohr der allgemein verbreiteten Klage, daß die Schüler an den Gymnasien theilweise weit über ihre Kräfte hinaus angestrengt würden und infolge dessen sowohl körperlich wie geistig Schaden litten. Stauffcnberg kam auch aut das Einjährig-Freiwilligen-Jnstitut zu sprechen und konstatirte dessen unheilvollen Einfluß auf die höheren Schulen. Der Redner meinte, daß man auf diese Wunde an unserem Schul- wesen immer wieder zurückkommen müsse. Nun, diese Wunde würde sich wohl schließen, wenn man sich entschließen könnte, die Äilitärdienstzeit auf das blos vom Ge- fichtspunkt der Wehrfähigkeit der Nation bedingte Maß zu rcduziren. Das Privilegium, das unserer besitzenden Klasse Durch das Einjährig-Freiwilligen-Jnstitut eingeräumt ist, schädigt nicht nur die Gymnasien, indem jeder Strohkopf sich dort das Reifezeugniß erfitzen will, wenn der Papa nur das nöthige Gclv fiat, um den„Herrn Sohn" in der Kaserne ein Jahr durch, u- üttern und zu equipiren, sondern es ist auch ein Hohn auf die allgemeine Wehrpflicht, die doch angeblich mit eine der Grund- lagen des Reiches ist. Da aber, w»e die Dinge beute liegen, eher eine Verlängerung, als eine Verkürzung der Dienstzeit zu erwarten ist, die Bourgeoisie aber auf ihr Privilegium, ihre Herren Söhne nur ein Jahr dienen zu lassen, natürlich unter keinen Umständen verzichten wird, so wird Herr v. Stauffenbcrg noch lange Gelegenheit haben, auf diese Wunde am Schul- körper hinzuweisen. Wir kennen übrigens noch eine andere wunde Stelle an unserem Schulwesen, die viel schlimmer ist, weil sie Niel größere Kreise umfaßt, als wie die der Gymnasialbildung, welche ja doch nur einem verschwindend kleinen Bruchtheil un- serer Jugend zu Theil wird. Diese wunde Stelle aber ist die Bestimmung unseres Schulgesetzes, wonach Bayern der einzige Staat in Deutschland ist, welcher nur einen siebenjährigen Glementarschulunterricht hat. Die Folge davon ist, daß unsere Schuljugend durchgchends mit dem vollendeten 13. Lebensjahr die Schule verläßt— die Kinder armer Elte n auf dem Lande sogar meist noch früher— und ins Joch der täglichen Arbeit ber Handwerkern oder Bauern gespannt wird. Dreizehnjährige Lehrburschen, welche von Morgens 5 Uhr bis Abends 7 Uhr ohne Pausen zur Arbeit angehalten werden, giebt es deshalb bei uns, besonders in den kleinen Städten und auf den Dörfern, nach Tausenden. Ebenso werden zwölf- bis dreizehn- jährige Kinder als Hüte- und Stalljungen auf dem Lande „Ich rege ihn auf, Tante? Aber womit? Ich habe ihm nur„guten Tag" gesagt und bin dann gleich wieder fortgegangen. Er verlangt nach dem jungen Baumann." „Wenn der oben ist, kann er reden und erzählen, und wenn i ch zu ihm komme, legt er sich hin und dreht das Gesicht der Wand zu." „Er bekommt manchmal plötzliche Schmerzen. Ich firrchte, seine Krankheit ist gefährlicher, als wir ahnen." „D u fürchtest daS?" sagte die Tante, und wieder traf ihn solch ein böser Blick aus ihren Augen. „Und weshalb sollte ich es weniger fürchten, weniger fühlen, Tante, als Zhr?" sagte Bruno erstaunt.„Glaubst Tu, daß ich Benno weniger lieb habe als Zhr— wenn i Ihr ihn auch mehr geliebt habt als mich?" „Ich sagte das nicht," erwiderte sinster die Tante und wandte sich von ihm ab;„Du drehst Einem die Worte im Munde herum. Ich glaube gar nicht, daß er so krank ist, fondern nur schwach und angegriffen, das meinte ich— aber da kommt der Vater." Und damit ließ sie ihn stehen, verließ den Saal und warf die Thür hinter sich in's Schloß. Bruno war stehen geblieben und sah ihr nach, und wieder tauchten jene geheimnißvollen Worte in ihm auf, die sie damals gesprochen; aber ein anderer Gegenstand beschäftigte seinen Geist— was kümmerte ihn auch die Tante! � Draußen durch die GlaSthür sab er semen Vater kommen, und etwa zwei Schritt hinter ihm folgte der junge Baumann, der eine kleine, wunderlich geformte Maschine in der Hand trug. Der alte Herr hatte sich aber auf keine Unterhaltung mit dem„Handwerker" eingelassen; er wußte allerdings, daß Benno mit großer Liebe an dem jungen Mann hing, und Benno's wegen duldete er den Besuch, aber er sah ihn nicht gern und machte auch nicht viel Umstände mit ihm. „Gehen Sie hinauf," sagte er, als sie die Thür des Gartensaales erreichten;„Sie wissen den Weg. Benno ist oben und hat mich schon heute Morgen nach Ihnen geftagt; aber bleiben Sie nicht zu lange. Sein Kopf glüht jedesmal, ganz allgemein verwendet. Besonders schlimm sieht es in dieser Beziehung in Niedcrbayern, der Oberpfalz und einigen Theilen Oberbayerns aus. Dafür haben diese Distrikte freilich auch den Vorzug, die meistenJMesserstecher und Mein- eidschwörer aufzuweisen. Das achte Schullahr endlich durchzu- setzen, wäre eine Aufgabe, die des Schweißes der Edlen Werth wäre, aber troy ihres so oft betonten Interesses für die Volks- schule wagen es die Liberalen nicht, einen solchen Antraazu stellen, unter den schwarzen aber befindet sich eine starke Mi- norität, die sogar das fiebcnte Schuljahr beseitigen will. Der bayerische altkatholische Landesverein hielt dieser Tage seine Jahresgeneralversammlung ab. Aus den Verhandlungen derselben erfahren wir, daß im verflossenen Jahre 11 Trauun- gen, 31 Taufen und 40 Begräbnisse stattgefunden haben. Diese Zahlen zeigen die ganze Jämmerlichkeit dieser einst mit so viel Pomp ins Leben getretenen Bewegung. Während der Zeit des Kulturkampfes gehörte es für das Beamten- thum zum guten Ton, mit dem Altkatholizismus zu liebäugeln. Jetzt dagegen, wo von oben her ein anderer Wind weht, kann man dieselben Herren gesenkten Hauptes in den Reihen der Frohnleichnamsprozesfion einhermarschiren sehen. Die Zeitungen theilen mit, daß die Liquidation des poli- zeilich aufgelösten Tischler-Fachvereins beendet ist. Da der Vcr- ein, kurz vor seiner Auflösung, sein Vermögen dem hiesigen Sanitätsvcrband geschenkt hat, so wird die Polizei mit der Liqui- dation nicht allzu viel Arbeit gehabt haben. Die zahlreichen kalten Tage, welche wir im Laufe dieses Winters bisher hatten, haben zur Folge gehabt, daß die Kohlen- lager auf die Neige gehen und die kleinen Kohlenhändler mehrfach ihre Kundschaft nicht mehr befriedigen konnten. Das nun wieder eingetretene Thauwetter kam deshalb sehr will- kommen. Wie sehr den Arbeitern noch oft das Verständniß für den eigenen Vortheil fehlt, zeigt ein Vorgang in der hiesigen Artillericwerkstätte. Die dort beschäftigten Sattler haben nämlich die in dieser Branche jetzt herrschenden Arbectermängel zu nichts anderem zu benützen verstanden, als dazu, um die Beseitigung des Stundenlohnes einzukommen und die Einführung der Stück-(Akkord-) Löhnung zu erbitten. Das Gesuch ist natürlich dewilligt worden und die Folge wird sein, daß die Schinderei und Abrackerei, die in allen Äilitäreffekten- Fabriken üblich ist, jetzt auch in dieser Staatswerkstätte beginnt. Zunächst freilich verdienen die Sattler etwas mehr, aber wie lange wird es dauem, so werden die Stücklöhne herabgesetzt und die Sattler werden bei viel angestrengterer Arbeit doch nur den Satz verdienen, den sie bisher hatten. Wenn man solche Dinge steht, wird einem so recht klar, wie nothwcndig die Fach- Vereinigung für die Arbeiter wäre und in wessen Interesse die Zerstörung derselben mit so großem Eifer betrieben wird. In der genannten Staatswerkstätte wird übrigens von Morgens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr gearbeitet. Mittagspause 1% Stunde und Vormittags 10 Minuten. Die Nach Mittagspause wurde, als die Arbeitszeit reduzirt war, abgeschafft und sie ist seitdem nicht wieder eingeführt worden. Politische Uetierstcht. Mir könne» mit alle« Parteien ans demsFnß der Kleichkerechtignng verkehren, wenn wir sie auch de- kämpfen— aber mit einer Partei, welche die einfachsten Gnrnd- sätze der Menschlichkeit und Moralität verleug- n e t, haben wir nichts gemeinsam.— Die Mitglieder dieser Partei find keine Politiker, sondern Uebelthäter, sie haben kein Recht zu existiren, denn sie verüben die infamsten Verbrechen oder stacheln zu ihnen auf." Wo steht das? Es ist ungefähr die Sprache der„Kölnischen Zeitung", oder des„Leipz. Tage- blatt", wenn diese Organe des Anstands und der Sitte von Sozialdemokraten reden. Es steht aber überhaupt in keinem deutschen Blatt und wir haben die Stylprobe nur abgedruckt, um zu zeigen, wie die Feinde des Fortschritts in der ganzen Welt, wenn sie am Ende ihrer Gründe find, ihren geistigen Bankerott hinter denselben ein- und gleichförmigen Schimpfphrasen verstecken. Tie Verbrecher, mit denen der brave Ordnungsmann keine Gemeinschaft haben kann, find in dem vorliegenden Fall die irischen Homeruler mit G l a d- st o n e an der Spitze, dem die„Preußischen Jahrbücher" dieser Tage einen Lobhymnus widmeten— und das Blatt, dem wir den grimmigen Erguß entnehmen, ist die konservative„gocurday Review"(1. Leitartikel der letzten Nummer), die augenscheinlich zu der Ueberzcugung gelangt ist, daß der Sieg der Homeruler nicht mehr verhindert werden kann. Das Schimpfen ist die letzte Waffe der geistigen oder physischen Ohnmacht. „In Amerika fangt man au klug;» m erden." meinte neulich die„Magdeburger Zeitung". Und sie hat recht — obgleich nicht in dem Sinne, wie sie es meinte. Sie dachte an ein amerikanisches Sozialistengesetz. Nun— in Amerika ist man allerdings vernünftig geworden— und deshalb macht man kein Gesetz gegen die S o z i a l i st e n, sondern ein Gesetz gegen den K a p i t a l i s m u s, d. h. also im Grunde genommen ein sozialistisches Gesetz. Die Regie- wenn Sie ihn verlassen haben; der Arzt hat jede Aufregung streng untersagt." „Sehr wohl, Herr Baron," sagte der junge Mann ruhig;„ich wäre auch garnicht herausgekommen, wenn ich nicht geglaubt hätte, dem Kranken eine Freude zu machen. Er hat mich gestern selber darum bitten lassen und ich sagte es deshalb zu." „Es ist gut," nickte ihm der Baron vornehm zu, und Baumann wollte mit einem kurzen Gruß an Bruno vorüber der Verbindungsthür zuschreiten,, als dieser die Hand gegen ihn ausstreckte. „Herr Baumann," sagte er dabei,„ich habe Sie noch um Entschuldigung zu bitten, daß ich Sie neulich mit dem Pferd anritt; aber ich konnte wirklich nichts dafür. Der Weg war so eng und der Fuchs so ungezogen, daß ich nicht einmal im Stande war, ihn nachher einzuzügeln; er ging förmlich mit mir durch." „Herr Lieutenant," sagte Baumann fteundlich,„ich sah, daß das Pferd wild war, und habe später erfahren, wie gegründete Ursache Sie hatten, sich unterwegs nicht aufzuhalten. Ich erschrak allerdings im ersten Augenblick; daS aber war auch das ganze Unglück, das Sie angerichtet haben. Reden wir nicht weiter davon."— Und ihn grüßend, schritt er den wohlbekannten Weg durch den Garten- saal dem Gange zu und die Treppe hinaus zu Benno's Zimmer. „Guten Tag, Vater!" sagte der Offizier, als der junge Handwerker das Zimmer verlassen hatte.„Ich wollte Dich eben aufsuchen, um ein paar Worte mit Dir zu reden." „Und was steht zu Diensten, wenn ich ftagen darf?" „Hast Du kein fteundlichereS Wort für mich, Vater?" „Du wirst wieder Geld haben wollen," sagte der Baron mürrisch,„und Du weißt, daß ich nicht mehr im Stande bin, es Dir zu geben. Die Tausende und Tausende, die ich die langen Jahre für Dich ausgelegt, haben meine Mittel erschöpft, und es wird Zeit, daß Du zurückzahlst, was Du mich gekostet, aber nicht mehr verlangst." „Ich bin nicht um Geld gekommen, Vater," sagte der rung der Vereinigten Staaten will nämlich das Wminz daraus ei graphenwesen verstaatlichen. Auf dem M�derlichen Falles Telegraphcnwesens feierte in Amerika der Kapitalist Btn Antro« o tollsten Orgien— die Jay Gould und Konsorten. �Stimmzettel b das Telegraphenmonopol zu ergaunern wußten, habe» stelle der öffer Hunderte von Millionen Dollars bereichert. Herr o?" im Abgeordm der übrigens seit einigen Wochen in Europa ist, weil l ttellbrüder auf Vc Boden drüben durch ein paar fatale Gründerprozesse°;«t Sozialdcmok beiß gemacht worden ist, giebt sich xar diwance'j; nicht einmal Entfernung— alle erdenkliche Mühe, um die Abfial klich nicht auf Ar giemng und aller ehrlichen Politiker zu vereiteln. Es 6'{Egern eine aber nichts nützen. Und find einmal die Telegraph qts füt � gan staatlicht"— dann geht's den Eisenbahnen zu �.Hinter Welche so weiter, bis alle Monopole gefallen find. Und->chten auf Verkür lichung in einer demokratischen Republik will etwas in»" zeigt die„Kr als Verstaatlichung in einem bureaukratischen PolizeiM�nbschaffung der in M 1 1» vvitvui VMVt.uuvtu*i(U�U i''**/"! IWIH vei Hetretfs der beide« brennendsten TitgesfW � nur das M lt o n t e s q u i e u's„Geist der G e s e tz e,' auch die eme ,rrage rühmten, zuerst 1748 erschienenen Werke, einige L-,.. welche schlagend beweisen, wie durchaus beschränkte Vor� s« Kaden pli selbst die scharfsinnigsten Denker des vorigen JahrhuMMgehend, daß di die Grundlagen des Gesellschafts- und Staatslcben- Junten Ritter- u In Buch XU, Kap. 13, handelt Montesquieu°-Mnt werden sc Spionen in der Monarchie" und sagt Allein gerechte, t „Braucht man Spione in der Monarchie? Es ist nnvvs Nickwerk wert wöhnliche Praxis guter Fürsten. Wenn ein Mensa I?«en. setzen treu Pst, so hat er Alles erfüllt, was er bayrisch- schuldet. Sein Haus muß ihm wenigstens eine FrkMAerbürdung bc sein übriges Thun und Lassen unangefochten blo�r?»ondenz aus' Spionage wäre vielleicht erträglich, wenn sie von ehrlwjg/i? Frage leb ausgeübt werden könnte; von der nothwendigen EbrMBjäß sei. Wir Person aber läßt sich auf die Infamie der Sache sibl»?%'orm auf de Und in Buch XUI, Kap. 17 desselben Werkes läßt s d) u l e Ni tesquieu über„die Vermehrung der Tru?'jLAahrcnen Schi wie folgt:„Eine neue Seuche hat sich in Europa»»M? iu bilden, un hat unsere Fürsten befallen und macht, daß sie eine sich um ur Anzahl Truppen unterhalten. Zu Zeiten treten'sjJfcP Dichtigkeit fi dieser Krankheit mit verdoppelter Kraft ein, und K"uTg" von so gro wendiger Weise ansteckend; denn sobald ein Stae> die dr»t> er seine Truppen nennt, vermehrt, so vermehren de» Krfäh alsbald die ihrigen, so daß man nichts dabei gew�CJ�n, womit di allgemeine Verderben. Jeder Monarch hält beftänWljW'nung vom Heere auf den Beinen, als er vielleicht haben müßte, den Zünft Völker in Gefahr wären, vertilgt zu werden, und{"spricht, an) stand höchster Kraftanstrengung Aller gegen Alle 1)%�% folgend Frieden. Auch ist Europa so minirt, daß Prioatleu� Z*Nimgcn nic in der Lage befänden, worin die drei reichsten 3%«ssvahrcir beabfii Welttheils sind, nicht wissen würden, wovon sie ,!% von Zeit Troy der Reichthümer und des Handels der ganzen* Ifme Kapital-, wir arm, und so viele Soldaten haben wir schon,. 5"} verwenden bald nur noch Soldaten haben und den Tartaren werden." Kerr Minister von pnttkamer hat fein% is�ete herbeizr löst. Die„Schutzleute" I h r i n g- M a h l o w und �„vOtti Streit a SÄS ioii.„ wuimnaut' oorrng-auaricow u»' ,,%«iretr a haben der„Lib. Korr." zufolge das allgemeine� Pntuhcung dci zeichen erhalten als Gcnugthuung für die Verd� wW der Prüf denen sie durch„meineidige Zeugen" ausgesetzt 9� Niederla sollen..„ A hat." I« der Mochrnschrift„Die Gegeniv� ihren politischen Theil dem im reaktionären Sinne P' Auch-Philosophcn Ed. von Hartmann und Scbrifn? licher Richtung zu öffnen pflegt, macht ein LeivB dozent Namens Walcken den Vorschlag, das 3# noch weiter— d. h. noch über die dem Reichstag. Novelle hinaus— zu verschärfen, oder wenigstens% und gerichtliche Handhabung. Die Sprengung � politischer und wirthschaftlicher Versammlungen— ist Eigenthum des Leipziger Privatdozcnten—~ sozialisten durch Sozialdemokraten müsse bestraf gegen soll in einer anderen Beziehung das' werden. Nämlich für„Staatsmänner, Volksvl ökonomen. Redaktcure konservativ— soll na meinem Deutsch heißen konservativer— und gci» Zeitschriften und Zeitungen" soll das Verbot soziab ten nicht gelten, da sie nur bei Kenntniß vel Literatur den Sozialismus widerlegen können, „tüchtigen und sachkundigen Antisozialisten eine sei. Volksvertreter und Redakteure anderer Rid)% Walcken, wie es nach dieser Darlegung seiner po! schlüge den Anschein hat, von der gewünschten' ausgeschlossen wissen... Alterverstchernngsgefetz. Wie mit Best"! lautet, find— so berichten die Offiziösen— die{ züglich der Arbeiter-Altersversorgung so weit votgel vor Ablauf dieses Monats die Einbringung an erfolgen kann; darnach würde also das Erscheinen beim Bundcsrathe nahe bevorstehen. Es bestätigt n Regierung lediglich darauf Gewicht legt, daß der erste Lesung des Gesetzes vornimmt, die öffen»'� also Anlaß erhält, sich mit dem Gesetze vertraut,� darüber in der Weise und dem Umfang zu lartcllbrüd. Ovaren, was —..%bet ein Lc W % % -K "Hl kt isÄ die Mee Wr An« 0 Schre junge Offizier ruhig,„ich brauche keins, und zu dem Tage, wo die Erbschaft ausgezahlt wird,' zubringen. Nachher magst Du von mir Erl „Ausgelegte" verlangen." „Und wie hast Tu Dein Ehrenwort daina Wo hast Du das Geld aufgetrieben?— matstm doppelte Summe dafür gezeichnet?"„ „Zch habe es zu fünf Prozent bekommen. „Zu fünf Prozent?" rief der alte Mann, � w. --«'tr äjs? Ä S?S> St&jfiÄ- Mi eine Verbindlichkeit eingegangen,„ zu sprechen, heute hier herausgekommen.".% K�wtnenftjent „Thu mir den Gefallen und redeP'ch � I st� �ika! H und Bildern," sagte der alte Herr mürrisch! � et Kopf schon ohnedies zu voll, um ihn mir n e bctic zerbrechen." „Zch werde sehr deutlich sein, Vater, " erw1 indem er sich in einen Stuhl warf und den� wer Lehne in die Hand stützte� eS bedarf auch� di��ine gemai gemai Ks;®« M-W UV vw �/wivv|vvv�vv) v» y' f. Umschweife, denn es betrifft nur eine einfach keine Frage oder Bitte." „Und die wäre?" i° ÄfLÄ theilung sein soll?" � „Und trage ich die Schuld, Vater, zwischen uns gekommen? Was habe ich S J schuldet, daß ich, so lange ich denken kann-�s npfiprfrtfftrtpr imtfrfvon Fremder, Ueberlästiger zwischen Euch heru» „Zch verstehe Dich nicht!"„ „Du hast mich nie verstanden, r0 ,mich nie verstehen wollen!" (Fortsetzung folgt.) sS kS'&n A imlich das Wmwg daraus einen Aiaßstab dafür gewinnt, die Vorlage luf dem w''««rlichen Falles umzuarbeiten. r Kapitals Se» Antrag auf Einführung der geheimen Mahl z Konsorten � Stimmzettel bei den Urwahlen und Wahlmännerwahlen >ten, babea stelle der öffentlichen Stimmabgabe hat die freifinnige . Herr# � w Abgeordnetenhause eingebracht zu dem Antrage der pa ist, wm«Wruder auf Verlängerung der Wahlperiode.— Die Furcht lderprozcsse° �% Sozialdemokratie geht bei den Freifinnigen so weit, äiz'saca�lIi nicht einmal diesen Scheinantrag, der selbstver- die Al'W?»»ch nicht auf Annahme zu rechnen hat, auf Einführung eiteln. �uZemeinen, gleichen und direkten Wahl- e TelegrapdMtzfur die Landtagswahlen erweitern. h n e n zu»tntrr welche» Mortfpielen die Koirservativen ihre nd. Uno> �len auf Verkümmerung des allgemeinen Wahlrechts ver- etwas mw zeigt die„Kreuzztg.". Dieselbe meint, daß ein Antrag n Polizei!� Abschaffung der Stichwahlen das Wahlrecht nicht abändere, Tagest? uur das Wahlverfahren. Auf diese Weise kann die l esetze" 1 P#-. auch die Frage, ob öffentliches oder geheimes Wahl- nige Sätze i'' � eine Frage des Wahlverfahrens bezeichnen. hränkte Aon- In Kaden plant man eine Acnderung der Verfaffung n Jahrhun�VWehend, daß die adeligen und geistlichen Elemente der so- Ztaatsleden��iten Ritter- und Prälatenbank aus der zweiten Kammer % werden sollen; an das allgemeine Stimmrecht, als gerechte, denkt man natürlich nicht. Es wird ein mckwerk werden, wie nach der„Magdeb. Ztg." viele de- "im. bayrische Landtag beschäftigt fich mit der Frage bürdung betrens der Gymnastalschüler(f. unsere heutige r/ndenz aus München), und in den bayrischen Blättern b>e Frage lebhaft besprochen, od der Gymnasialunterricht Aoff sei. Wir meinen, daß vor allen Dingen eine gründ- Morm auf dem Gebiete der gesammten deutschen � 1 ch u l e Roth thäte. Bis heute ist die Aufforderung Mhrenen Schulmannes Dr. Sack, eine große Erziehungs- iu bilden, unbeachtet geblieben. Aber auch die Arbeiter ch um unser Schulwesen angelegentlicher kümmern, ichtigkcit für das Wohl und Wehe der nächsten Gene- rtesquieu und sagt Es ist ein Mensid as er deol. eine achten bl> - von ehrla digen® Sache 1 ckes läßt r Trup� Europa z fie eine treten und fie„ ein Staat? rmehren. bei gew-� gen, lt bestänNS Mrd m müßte. �Aer.den Tartaren ,at w. > e meine die Verl -gesetzt! Sinne � d Schrffllt ein LeitzM das SW Reichstag'> igstcns M rgung m gen— bi rten äestrafi das lksvei �'.wn so großer Bedeutung ist. «r die deutschen Regier«»gen vor zwanzig Jahren Befähigungsnachweis«rtheilten. In den womit die Regierung ihren ersten Entwurf der Ge- Mj-mung vom 7. April 1868 begleitete, findet sich zu§ 4, 'üß w u1? Zünften und kaufmännischen Korporationen das :n, und �'bricht, andere von dem Betrieb eines Gewerbes aus« en Alle" rffBen, folgende Bemerkung:„Darüber, daß die Hand- PrioatWv.�susungen nicht diejenigen Garantien gewähren, welche fie hsten W0.�wahren beabsichtigen, daß sie den Handwerker zur Auf- lvon sie[ FS von Zeit und Kosten zu einer Zeit zwingen, wo er >er ganzen- jf ne Kapital- und Arbeitskraft auf die Gründung seiner wir schon,, verwenden muß, und daß sie die Rothwendigkeit eines Tartaren« t weg einer, theoretisch undurchführbaren, praktisch die Ent- a-ä ülsw.', Gewerbcthätigkeit hemmenden Abgrenzung der Ar- i»> �herbeizuführen bedingen, dürfte es wohl kaum nöthig l o w und'[[ ü Streit aufzunehmen, da die Bundesgesetzgebung mit '"'?suhruna der Freizügigkeit, die, wenn sie wirksam sein i,: J der Prüfungspflicht als lokaler Bedingung der ge- ��Niederlassung unvereinbar ist, die Frage bereits ent- �'vijptin in Armenhäusern. Mit dieser Ueberschrift "w„Leipziger Zeitung"„aus den Kreisen der Bürger- von M e e r a n e einen Artikel über die neueste Meeraner �'lausordnung, aus welchem wir nur das eine ersehen, daß �""Heilungen der Preffe über die monströsen Bestimmungen lartellbrüderlichen Kulturprodukts vollkommen vlaren, was vielfach bezweifelt wurde. Der Herr Ein- „i-�bet ein Langes und Breites von„Humanitätswahn", rt> r|V, der„Rothwendigkeit strenger Zucht", von wahrer %. re„Gemüthlichkeit", und vcrräth einiges— Scham- scheint also noch nicht ganz echt in der Wolle ge- �„Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt— wird uns .»vv.,;,." �lbtu.Jcn geschrieben—, daß zwischen Armen- und ll naM,ti»Ann�« Häusern kein Unterschied mehr besteht. Das rd gcM�zAorki,� fit ein Arbeitshaus und entspricht dem englischen fäentfp[UUJt, das ja auch die zwiefache Bestimmung hat. Kn. N'hm auch in Bezug auf die Behandlung der In- ' England stirbt jeden Tag durchschnittlich mindestens KHK". p RichtMj t sozial' liß ver nnen,' r eine ir stner poj lischten iit Bcfl'Ä >- Vi'» eit vorgei' rng an° ÄS* rtrautZU zu uri M Düngers, im eigentlichen Sinne des Woits, vi', Behandlung im Workhouse eme solche ist, "nsp den Hungertod dem Leben im Work- "..."«ziehen. Daß in unseren Arbcitshäusem ge- rein' wird, ist nichts Neues. Und seit Jahrzehnten ver- Ärnn��mgerichtssesfion, in der nicht verschiedene Falle vvsiiflungen oder sonstigen Verbrechen zur Verhandlung ' dw von Insassen der Arbeitshäuser eingestandener i'ii "fshiL.alleinigen Absicht begangen worden sind, das UnT,«it dem Zuchthaus zu vertauschen, wo Er- und Behandlung weit besser sind. Es ist dies eine üm "iit h""" oeyanvlung weit vcsier jino. uo tii oies eine bei unseres Vcrwaltungswesens, eine Thatsache, die ""ncr schon öfters zur Besprechung gekommen ist, her Abhilfe erfolgt wäre. Es ist vielleicht recht eeraner Kartellbrüder in ihrer grimmigen Wuth �bil die und' t wird .Aua Kunst und Leben. ßpr lÄm«," Schramm kehrt an die Stätte ihrer ersten großen an das Wallncrthcater zurück. Gestern wurde ein fünf- ftot e.' Zwischen der genannten Künstlerin und Herrn !chl»o �asemann abgeschlossen. Anna Schramm hat den 40 flCmflt. in mtfnye* rt damals wahtm nmen." fuhr „Kit ■.-i.iuuiui aogeimioyen. Anna Schramm hat gefaßt, in das reifere, ältere Fach überzugehen. '«er Stadt- Theater. Zum Benefiz für d,e aw Mollnar tind den Komiker Hern, Wenghofer C0 Donnerstag, den 9. Februar das Volksstück von llnar- Kuller„Gewonnene Herzen" m Szene. Fräulein l"4" Ann,!f/em.'e Caroline und Herr Wcnghöfcr hat die Rolle zk 3%> Wetterhahn übernommen. � m, DUV„- bei il� �sistädtischen Theater wurde gestern Fr. Rosa W Alitl"J Wiederauftreten bei Direktor Emst durch Beifall <*1 ch- U-Hellnfcit und bat„Die schöne Ungarin" hier- ir" e So»«. Zugabe erkalten.. -wck durch elektrisches Licht. Im„oournal ' crl0>r.['s berichtet Henri de Parville über einige merkwürdige >ea. Beobachtungen auf den, berühmten französischen ich da�-Rs?°ntain. � �reuzot, welche von dem dortigen Oberarzt Dr. k icke"üheiit S�cht und der chirurgischen Gesellschaft in Pans � n™[,nö- In Crcuzot ist seit längerer Zc,t cm Betrieb gesetzt worden, wonn Stahl mittelst Mische in?�oihet wird. Der dabei sich entwickelnde elektrische n' außerordentlich stark und er bewirkt, daß die zur niLWa des Verfahrens dabei angestellten Arbeiter nach K da? � 'aan-,, m'im Stunden ein mehr oder minder jchmerzymics ttzham F. Gesicht und Racken empfinden und daß deren Ge- St bei h%. eine dunkelkupferrothe Färbung annimmt, ob- oder minder schmerzhaftes Ztacken cmpfii L"? bei x-T'a eine dunkelkupferrothe Färbung anmmmr, oo- O keiner elektrischen Löthprozesse die Hitze die Arbeiter SNbtin'„8cn zum Zweck der Beobachtung des Prozesses a von dunklem Glase, trotzdem werden aber deren .«>- 4§te 3si;5;„tn»s| ss Löchtes„h4 einigen Tagen schält sich dann die Haut des Alle diese Symptome sind denen, die beim * auftreten, sehr ähnlich. egen den„Humanitätswahn", der nur eine Erfindung der ösen Demokraten und Sozialdemokraten ist, einmal tüchtig„in die Töpfe gehauen" und einen Skandal herbeigeführt Wen, der die öffentliche Aufmerksamkeit auf diesen dunklen Punkt lenkt. Für Haynau'sche Weiberpügelei ist das deutsche Volk doch hoffentlich noch nicht„reif". Dr. Adolf Douai t- Am 21. Januar d. I. starb in Brooklyn Dr. Adolf Douai. Wir hoffen, bald Aus- führlicheres über das Leben dieses um die Sache der Ardeiter und der Menschheit hochverdienten Mannes bringen zu können. Für heute nur folgendes. Douai, ein geborener Altenburgcr, gehörte 1848 zu den Führern der Bewegung in Altenburg, Sachsen und Thüringen. Er war Republikaner und begriff schon damals die Bedeutung der sozialen Frage. Die Reaktion, welche der Sturmfluth des„tollen Jahres" folgte, trieb Douai gleich so vielen anderen Misitreitern für ein freres Teutschland hinüber in die neue Welt, wo er harte Zeiten durchmachen mußte, aber fich sofort auch ein politisches Thätigkeitsfeld zu schaffen verstand. Alle größeren Arbeiterblätter Deutschlands und der Vereinigten Staaten haben Douai zu ihrem Mitarbeiter gehabt; und sein „ABC des Wissens" ist in Deutschland sehr populär geworden. Bis unmittelbar vor seinem Tod, der ihn im 70. Lebensjahre wegraffte, war Douai in der Redaktion der„Rew-Norker Volks- zeitung". Auch als P ä d a g o g e hat er theoretisch und prak- tisch Hervonagendes geleistet. Die Arbeiterklasse wird den trefflichen Lehrer und tapferen Vorkämpfer nicht vergessen! Aus P-frn berichtet man als Nachtrag zum dortigen Sozialistenprozeß: Der Tischlcrgeselle Braciszewski aus Berlin, der in dem jetzt beendeten großen Poscner Sozialistenprozeß als Belastungszeuge aufgetreten war, mußte ivegen unverschämter Hausbcttelei in der Breslaucrstraße verhaftet und in das Polizei- gefänaniß abgeführt werden. Zur weiteren Charaktcrisirung der Glaubwürdigkeit dieses Belastungszeugen diene, daß demselben vom Rechtsamvalt Flatau aus Berlin, einem Verthcidiger der Posener Angeklagten, der Vorwurf gemacht werden konnte, daß er in Berlin sechs Mal bei polizeilichen Vernehmungen gelogen habe; aber„seitdem er Denunziant geworden, sage er die Wahrheit, denn seine Schwiegermutter habe ihm das Herz weich gemacht"! � Die Beseitigung der Urcelenda, des Massenfanges und Massenmordes der durchwandernden Vögel in großartig angelegten Netzen in Oberitalien, bezeichnet die„Germania" als die Vorbedingung eines deutschen Vogelschutzgesctzes. Hiergegen seim auf internationalem Wege Vorkehrungen zu treffen. Zur Zeit des Hin- und Herfluges im Herbst und Frühling nährte fich ja die Gourmandise wie der genügsame Magen oberitalieni- scher Bewohner hauptsächlich von den gefangenen durch- wandernden Vögeln. Schweiz. Eine Versammlung schweizer Bürger in Winterthur nahm nach einem gründlichen Referate des Herrn Locher einstimmig eine Resolution an, nach welcher bei den Bundesbehörden ein Gesetz zur Abwehr der Polizeispitzel angeregt werden soll. Als der Referent sagte, Herr Fischer habe fich durch seine Erklärung um's Vater- land verdient gemacht, brach die Versammlung m einen w a h r e n Beifallssturm aus. Der Bundesvorstand des schweizerischen Ardeiterbundes war Sonntag Nachmittags versammelt, um die regelmäßigen Geschäfte zu erledigen. Von den 23 Mit- gliedern waren 17 anwesend; der vierstündigen Verhandlung wohnte außer dem Arbeitersekretär auch Hen Dr. Kaufmann als Vertreter des Bundesraths bei. Der später im Druck erscheinende Jahresbericht ncbst Rechnung wurde genehmigt und hierbei die be- deutende Arbeitsleistung des Sekretariats nach Gebühr anerkannt. Im Interesse ruhigen Schaffens bei den vorliegenden gxoßcn statistischen Aufgaben bleibt das Bürcau vorläufig in Hirslanden. Die Lohnstatistik soll Ende März ihre Erhebungen beginnen, nachdem man sich überzeugt hat, daß nur auf diesem nichtamt- lichen Wege ein zuverlässiges Resultat gewonnen werden kann. Für Erhebungen über die schweizerischen Gewerbe, welche der Haftpflicht unterliegen, zeigte fich das eidgenössische Departement sehr entgegenkommend. Beschlossen wurde, es solle der Arbeiter- sckretär dem Bundesrath Vorschläge machen, wie die Liste der haftpflichtigen Betriebe erfolgreich zu erhalten sei. Nachdem schon Sonnabends das Büreau revidirt worden war, desuchten die meisten Vorstandsmitglieder dasselbe am Montag noch und sprachen in jeder Hinsicht ihre Befriedigung aus. Schweden nnd Norwegen. Die Lage der arbeitenden Klasse in Norwegen läßt an Gedrücktheit wohl kaum zu wünschen übrig. In Trondhjem(Drontheim) haben fich über 200 Familienver- sorgcr an den Gcmeindcvorstand gewandt und ihm mitgcthcilt, daß mehrere hundert Arbeiter absolut keine Beschäftigung finden könnten.„Es ist," heißt es in dem Schriftstück,„uns unmög- lich, für unsere Familie und uns Essen zu schaffen. Sollen wir nicht verhungern, dann muß uns Arbeit oder sonst etwas gegehen werden. Wir haben uns schon an den StistSamtmann gewendet, aber der bat uns zum" agistrat geschickt. Wir haben den Magistrat schon mehrere Male um Arbeit angegan- gen, aber wir haben noch keine bestimmte Antwort be- kommen— aber uA eine bestimmte Antwort müssen wlr nun bitten: will uns die Stadt Arbeit schaffen oder nicht? Wenn die Stadt uns keine Arbeit schaffen will, dann ist es. doch besser, daß man uns einfach todtschlüae. Todtgeschlagcn zu werden ist besser als zu verhungern."— Eines Kommentars bedarf diese Sprache nicht. Ersuchen ähnlichen Inhalts haben die Arbeiter in Bergen an den Gemeinderath gestellt. Armen- Unterstützung wollen fie nicht haben.„Einer Gemeinde un- würdig ist es", meinen fie,„kräftige und arbeitstüchtige Ar- beiter Steine klopfen zu lassen oder fie auf die Armenkasse zu verweisen."— Desgleichen verlangten die Arbeiter in Arendal unter Prozession und mit Fahnen, daß öffentliche Arbeit ange- fangen werden soll. Das Storthing möge ersucht werden, eine passende Summe zu bewilligen, um die Fischer in den Stand zu setzen, Fahrzeuge zu kaufen und zu fischen.— Und in der norwegischen Metropole ist es ebenso. Sechszehn Fachvereine haben fich an den Magistrat gewendet, um Arbeit zu erlangen. — Noch fehlt überall die Antwort. Großbritattnien. Aus London. 4. Februar, schreibt man der„Voss. Ztg.": „Die zuerst von dem Züricher Zentralorgan der deutschen Sozial- dcmokratie unternommene Entlarvung einer Reihe geheimer Agenten der Berliner Polizei wird em Nachspiel, das weitere Aufschlüsse verspricht, vor den englischen Gerichten haben. Einer der Entlarvten, Theodor Reuß, hat gegen die hiesige sozialistische Wochenschrift.The Comm< nweal*, Organ der„Sozialist League", eine Beleidigunas- und Schadenersatz- klage anhängig gemacht. Reuß war früher Sänger und Im- presario und schloß sich als solcher den Anarchisten an. Er ver- kehrte viel mit Victor Dave und gelegentlich auch mit John Nene. Er war gewissermaßen Davc's Adjutant, was aber nicht verhinderte, daß er schließlich auf Daves Betreiben, als der Spitzelei verdächtig, von der„Sozialist Leaene", zu deren Generalrath er gehörte, ausgestoßen wurde. Alsdann war er lange Zeit hindurch der vertraute Freund JosephPeukert's, der vor etwa einem Jahre mit ihm nach Lüttich zu Neoe fuhr, angeblich damit letzterer Reuß' guten Leumund wieder herstelle; Nene wies dieses Ansinnen jedoch schroff zurück und war bald darauf in den Händen der nach ihm fahndenden preußischen Polizei. Nach der Darstellung des„Sozial- dcmokrat" soll nun Reuß auf seiner Reise nach Lüttich sowohl in Brüssel wie auch in Lüttich selbst die Abwesenheit seines Reisebegleiters Peukert zweimal dazu benutzt haben, mit dem Polizeidirektor Krüger zusammenzutreffen, dem er Neve's ge- Heimen Aufenthalt venathen habe. Peukert verlor infolge dessen seine in der anarchistischen Bewegung lärme Jahre hindurch de- hauptete Stellung und ist seit einigen Monaten ganz von der Bildfläsche verschwunden, während Reuß von der«Central News" beschäftigt wird. Auf der zwölf Ziamen enthaltenden Spitzelliste, welche der„Sozialdemokrat" jüngst veröffentlichte, war Reuß als Nr. 1 und als hervonagend thätig aufgeführt und in letzter Hinsicht mit Haupt und Schröder auf eine Linie gestellt. Das von dem Dichter William Monis heraus- gegebene Blatt„Commonweal" druckte die Liste des„Sozial- demokrat" ab und fügte in Bezug auf Reuß einige wertere Mitthcllungen hinzu. Reuß ist infolge dessen gegen Monis klagbar geworden und verlangt, daß seine verletzte Ehre durch ein Schmerzensgeld von 1000 Lstrl. wiederhergestellt werde. Für Monis gilt es, den Beweis der Wahrheit zu führen, vor allem auch dafür, daß Reuß mil einem monatlichen Gehalt von 450 Mark ständig im Dienste der Berliner Polizei steht. Frankreich. Deputirtenkammer. Bei der Berathung des Marinebudgets erklärte der Marineministcr, Frankreich sei aenöthigt, in entfernten Gewässern viele Fahrzeuge zu unter- halten; um aber eine genügende disponible Schiffsmacht zur Verfügung zu haben, lasse es fich nicht vermeiden, in den fern gelegenen Stationen den Effektivbestand zu vermindern. Die Geschwader in den europäischen Gewässern, welche die wirkliche Defenfivmacht Frankreichs ausmachten, sollten auf ihrer bis- herigen Höhe erhalten und auf die erforderliche Efiektivstärke gebracht werden. In dem gegenwärtigen Budget könne man es nicht bei 4 neuen Panzerschiffen bewenden lassen. Der Admiral Amet, welcher das Mittelmeergeschwader kommandirr, solle zwei Panzerschiffe erhalten. Das Kanalgeschwader müsse aus drei Panzerschiffen und einem Expeditionsschiffe bestehen und stets bereit sein, eventuelle Misstoncn zu übernehmen. Der Minister betonte, daß allerdings möglichste Ersparnisse gemacht werden sollten, doch müsse man zur rechten Zeit die nöthigen Vorkehrungen treffen. Der Berichterstatter der Kommission er- klärte, daß dieselbe fich in voller Uebereinstimmung mit dem Minister befinde.� Holland. In Rotterdam trat am Sonntag Domela-ssiieuwenbuis in einer zahlreich besuchten Versammlung als Redner auf. Im Saale herrschte die größte Ruhe und Ordnung, auf der Straße sammelten sich einzelne Gruppen an, doch blieb alles rubig. tolizei und Seesoldaten waren konfignirt, doch fanden fie keinen mnd zum Einschreiten. Uebrigens, bemerkt hierzu das„Recht voor Allen", hatten wir für eigene Polizei gesorgt, auf welche wir besser vertrauen konnten, aber auch diese brauchte nicht in Aktion zu treten. Der Redner behandelte die Frage:„Wer ist ein Missethäter?" Der Vorfitzende Heijer schloß die Vcrsamm- lung mit einem Worte des Dankes und der Aufmunterung. R«ßla«d. Dem„Berl. Tagbl." zufolge wurde den Petersburger Studenten eröffnet, bei der geringsten Wiederholung des Skandals würden die Stipendien aufgehoben und ihnen ein Halbjahr nicht in Anrechnung gebracht werden. Kalka« länder. In türkischen offiziellen Kreisen wird einer Reuter-Meldung zufolge konstatirt, daß aus dem Verhöre, welches mit den in Adrianopel verhafteten Montenegrinern vor- genommen wurde, hervorgehe, daß zwei neue Banden unter der Leitung von drei russischen Offizieren in Adrianopel in Bildung begriffen seien und im Frühjahre in Ostrumelien in Aktion treten sollen. Alle diese Banden hätten sich mit voller Kennt- niß des Fürsten von Montenegro gebildet. Sicher ist es übrigens, daß seit der Ervedition von Burgas viele russische und montenegrinische Emissäre herbeiströmen, um neue Banden zu bilden. Die Regierung konnte jedoch der russischen Offiziere nicht habhaft werden, weil diese in Adrianopel ver- steckt sind. Amerika. Ueber die in Shenandoah, Pennsylvanien, vorge- kommenen Ruhestörungen wird berichtet, daß die Polizei die Arbeiter von den Kohlengruben nach Hause geleitete, als die letzteren von den Streikenden angegriffen wurden. Die Polizisten zogen die Revolver und verwundeten drei Streiker, jedoch nicht gefährlich. Es wurden mehrere Leute verhaftet und nach den Polizeigerichten geführt, welche darnach von der Menge dcmolirt wurden. Ein Theil der Streiker verurtheilt streng alle thät- lichen Angriffe auf diejenigen Arbeiter, welche die Stellen der Ausständigen besetzt haben, und fürchten, daß ein solches Vor- gehen nur ihrer Sache schaden werde. Soziales und Ardeitervemeguna. Der Streik in der Kanow'schen Gfenthiirenfakrik, Stallschreiberstr. 10, dauert fort, da es bis jetzt nicht ge- lungen ist, eine Einigung mit dem Fabrikanten zu Stande zu �ringen. Die Streikenden bitten, den Zuzug fern zu Kalten und sie auch weiterhin thatkrüftig zu unterstützen. Die Zahl- stelle befindet sich Stallschreiberstr. 11 im Lokal. Mereitie und Versammlungen. Der Streik im Sattlergewerk bildete abermals das Verhandlungsthema einer öffentlichen Versammlung der Sattler Berlins und Umgegend, welche unter zahlreichster Betheiligung und unter Vorsitz der Henen Kabel und Silberstein am 7. d. M. Abends stattfand. Im Namen der gewählten Deputation er- stattete Hen Aßmann Bericht über den weiteren Verlauf der Unterhandlungen mit den Fabrikanten. Der Bescheid der Fa- brikanten ist fast durchweg derselbe, indem dieselben bei dem in der vorhergehenden Versammlung bekannt gegebenen Ultimatum behanen. Eine Ausnahme macht nur Hen Dolly, welcher eine Einigung in Ausficht stellte, wenn die Arbeiter ihm entgegen- kommen würden. Herr Ziehr wünschte den Streik bald zu Ende geführt zu sehen, da, wie er mittheilte, viele Kollegen gewillt seien, die Arbeit wieder aufzunehmen, und wünschte, daß die Deputation in diesem Sinne Schritte thuc. Hen Berg konnte nicht verhehlen, daß der Streik bis jetzt einen moralischen und finanziellen Erfolg erzielt habe, war aber auch der Meinung. daß es besser sei, einen Vergleich einzugehen, da die Zahl der Streikenden fich mit jedem Tage vermindere, indem die Arbeiter. namentlich die verheirathcten, durch die Roth gezwungen feien. die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Fabrikanten würden ein- sehen, daß sie mit den Arbeitem zu rechnen hätten und in Zu- kunft darauf Bedacht nehmen. Auch Hen Büttner befürwortete ein Entgegenkommen der Gehilfen gegenüber den Prinzipalen. Hen Krüger hob in längeren Ausführungen hervor, daß außer- halb Berlins höhere Löhne gezahlt werden, als in Berlin, daß demzufolge die hiesigen Fabrikanten nur ihr eigenes Interesse gewahrt haben, und nicht gefragt haben, ob die hiesigen Ar- beiter mit den niedrigen Löhnen auskommen könnten. Er konnte den Gehilfen den Vorwurf nicht ersparen, daß fie infolge ihrer Unemrgkelt die Fabrikanten m die Lage versetzt haben, auf ihren Bedingungen zu behanen. Es waren harte Wolle, welche er den Arbeitern zunef, doch mußte deren Berechtigung anerkannt werden. Er ermahnte die Streikenden, noch einmal fest zu- sammenzustchen, um ihre Forderungen zur Geltung zu bringen. Gelder seien rn reichem Maße zugeflossen und auch reichlich ge- zahlt worden; wenn die Unterstützungen an falsche Adressen ge- zahlt worden seien, so treffe die Deputation kein Vorwurf, son- dern die Betreffenden selber. Er hielt nur zwei Wege für mög- lich; entweder einmüthiges Zusammengehen oder Unterwerfung unter die Bedingungen der Fabrikanten. Sollte das ersten nicht 1 durchführbar sein, so müsse der zweite Weg eingeschlagen werden. Die Versammlung habe darüber zu entscheiden. Seine persön- liche Meinung gmg dahin, daß die kurze Zeit des positiven Streiks noch keinen bestimmenden Einfluß auszuüben vermöchte, um sich den Bedingungen der Fabrikanten willenlos zu unter- werfen. Sollten aber die Arbeiter nicht vermögen, vier Tage zu streiken, so bekundeten sie dadurch nur die eigene Norh und wäre dies um so mehr ein Grund, bei den gestellten f orderungen zu beharren. Herr Bernardini schlug vor, die orderungen dahin zu formuliren: Für den Tornister 3 M., für Patronentaschen 90 Pf. unter Wegfall der Lieferung der Materialien seitens der Fabrikanten. Diesem Vorschlage trat Olpe entgegen. Herr Kabel legte noch einmal die zerr Situation klar und machte darauf aufmerksam, daß vielleicht in langen Jahren keine MUitärardeit zu machen sei, daß den Ar- beitcrn also sobald nicht wieder eine günstige Gelegenheit gx, boten werden würde, höhere Löhne zu erzielen. Er stellte es jedoch der Versammlung anheim, nach eigener Ueberzeugung einen Beschluß zu fassen. Herr Olpe trat unter großem Beifall warm für die Aufrechterhaltung der Forderungen ein. Den gleichen Gedanken führte Herr Krüger in längeren Ausführungen aus und führte nochmals den Beweis, daß Arbeitskräfte nach außerhalb in großer Zahl zu den geforderten Löhnen verlangt werden, daß deshalb die geäußerte Furcht, daß die Arbester un- freiwillig den„Berliner" auf den Rücken nehmen müßten, un« gerechtfertigt sei. Herr Bombin ermahnte gleichfalls, noch einige Tage auszuhalten, es sei nicht zu besorgen, daß die Arbeiter unterliegen, wenn sie einig wären und einig würden. Als ein großes Haupterfordemiß wurde die Lieferung des Materials seitens der Fabrikanten erachtet, schon im Interesse der Waaren, da der Arbeiter möglichst billiges und daher schlechtes Material zu verwenden genöthigt sei, der Fabrikant bei seinem großen Bedarf aber billig und gut kaufen könne. Der Versammlung lagen zwei Anträge zur Beschlußfassung vor; der eine dahingehend, auf die Lieferung des Materials seitens der Fabrikanten zu verzichten, für den Tornister 3 M. und für die Patronentaschen 90 Pf. zu fordern; der zweite aber dahingehend, die Bedingungen der Fabrikanten abzulehnen und die Fordemngen der Arbeiter mit Energie und allen gesetzlichen Mitteln aufrecht zu erhalten. In der folgenden Diskussion wurde der mit dem Bezug von Unterstützungsgeldem getriebene Mißbrauch sehr abfällig kritifirt. Ausgezahlt sind bis jetzt 1587 M., von Elberfeld, Barmen, Dresden, München und anderen großen Städten find bereits wieder reiche Geldsendungen eingetroffen. Nach einem energischen Appell an die Ver- sammelten seitens des Herrn Krüger und anderer Redner wurde zur Abstimmung geschritten. Das Resultat derselben war die einstimmige Annahme folgender Resolution(auch sestens der Arbeiter des Jnnuimsobcrmeistcrs Eobau):„Die heute tagende Versammlung der Sattler Berlins und Umgegend erklärt, auf die Bedingungen der Arbeitgeber nicht eingehen zu können, sie hält sich vielmehr verpflichtet, die gestellten Forderungen auf- recht zu erhalten und mit aller Energie dahin zu wirken, daß dieselben bald im Sinne der streikenden Sattler- gehilfen von den Fabrikanten angenommen werden." Es wurde noch bekannt gegeben, daß Unterstützungen aus- gezahlt werden in der Restauration von Marx, Neue Jakobstraße 11, am nächsten Sonnabend von 9—11 Uhr Vormittags; am nächsten Montag, von 9 Uhr Vormittags bis 4 Uhr Nachmittags. Dem Versammlungsbcschluffe zufolge wird r nächsten Morgen(Mittwoch) überall die Arbeit wieder ein- Zentrallmtnb«»- und Kterbekasse her Tischt Die Vorstandsmitglieder sämmtlicher hiesiger Verwaltu� '"' Freitag, den 10. d. M. Abends 9# versammeln sich lauerstraße 43. Vtrtin der Parqvetl-odenlrgrr Kerlin«. Maskenball am Sonntag, den 12. Februar, Abends Dräsel's Festsälen. Neue Friedrichstraße 35. Billcts vorher zu haben. R. am gestellt. Wie Herr Krüger mitthestte, ist das Gesuch der Fabri- kanten um Verlängerung der Lieferungsfristen vom Ministerium abschlägig beschiedcn, dieselben find vielmehr dedeutet worden, sich mit ihren Arbeitern zu einigen. Die nächste Versammlung findet am Mittwoch Vormitttag 11 Uhr in Hadel's Brauerei statt. — Zum Sattlerstreik: Heutehaben die Sattlergehilfen der Werk- statt H. und W. Schulz, Dorotheenstraße 70, Eobau, Obermeister der Innung, Dresdenerstraße 82—83, und Lcrch, Jüdcn- straßejisi— 37, sämmtlich die Arbeit niedergelegt. Der Lachverein der Tischler veranstaltet seinen dies' jährigen Wiener Maskenball am Sonnabend, den 11. Februar, in der„Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57. Billets find nur vorher bei folgenden Mitgliedern zu haben: Wiede- mann, Forfterstt. 50; Äpelt, Scbastianstr. 27 28(Äöbclhand- lung); Teorgi, Moritzstr. 2; Schulz, Britzerstraße 42; Äeinz, Manteuffelstt. 97, Hof 3 Treppen; Glocke, Wrangelsttaße 30, 3 Treppen; Noack, Skalitzerftr. 24, 4 Tr.; Postel, Äanteuffcl- fttaße 22, 2 Tr.; Merkel, Zossenstraße 33, Hof 2 Tr.: Wanke, Nostizstr. 35, 3Tr.; Witte, Möckernstr. 65; Normann, Steglitzer- straße 3, Hof part. rechts; Grabert, Pallisadenstt. 43; Bielstein, Gartenstr. 3 a, 4 Tr., bei Biedermann; und Millarg, Lehrter- sttaße 22, 2 Tr.; ferner am Sonnabend Abend auf den Zahl- stellen des Vereins. An der Kasse der„Berliner Ressource" werden keine Billets ausgegeben.— Der Zentral- Arbeitsnachweis des Vereins befindet sich Alte Jakobstraße 38, part. Die Adressenausgabe an Arbeitsuchende erfolgt daselbst unentgeltlich an Wochentagen von 8t bis 9* Uhr Abends, Sonntags von 9—11 Uhr Vormittags. Schriftliche Gesuche um Zuschickung von Gesellen können zu jeder Tagesze-t in den am Eingänge des Arbeitsnachweiselokals befindlichen Briefkasten gelegt werden. Kranben- Unterstubunastnind der Schneider. Montag, den 13. Februar, Gr. Wiener Maskenball in der„Ber- liner Ressource", Kommandantenstraße 56. Billets 6 50 Pf. vorher Krausenstr. 11 im Bureau, sowie Grenadierstr. 33 und Annenstt. 9. «jvuui a ym-uuium, otaiuiiciiiu. la.— VJ)t|UUUUCUiii r schluß' Abends 3t Uhr im Restaurant Schumann, Alte straße 38.— Männergesangverein„Nordstem" Abends 9 Restaurant Facab. Vinhnmcrffr 9R—(Srhnfer'fihci i rant Jacob, Lindowerstr."26.— Schäfer'scher j verein„der Elfer", Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, � f Oß /T<, r__________-.. m r" i.r___ a Gesangverein„Blüthcnkranz" Wasserth,''" straße 126, Gesang.— n_____ v,., 9 Uhr im Restaurant Wasferthorsträße 54.— Gesangverein der freireligiösen Gemeinde, Abends Neue Friedrichstraße 35, Saal 3.— Äännergese .�Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Stw-. straße 3.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrling- theflung) Abends 8 Uhr Dieffenbachsttaße —„Berliner Turnaenossenschaft"(7. Lehrlings lung) Abends 8 Uhr in der städtischen I Britzerstraße 17—18;— desgl. 6. Männer- Abends 8 Uhr_ in der städtischen Tumhalle, straße 51.— Lübeck'schcr Turnverein(Männer- Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.- Mg. �'tenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends 8(1 Restaurant Preuß, Oranienstraße 51.— Ärendsh'chci! araphenverein„Phalanx" Abends 8( Uhr im Restaurc Buckowcr Garten", Buckowersttaße 9.— Berline araphen-Vercin(System Arends) Abends 8( Uhr straße 47(Brandenburger Haus).— Stolze'scher graphen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr SchlegZ — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im) Wienerstraße 35.— Rauchklub„Kernspitze" Abends 81 Restaurant, Holzmarktstraße 44. r- Rauchklub„Arcona 9 Uhr bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reilt straße.— Rauchklub„Dezimalwaage" Abends 8t Restaurant, Memelerstraße 82.— Rauchklub„Vorwärts/ 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ämbos-, lauersttaße 27.—„Orientalischer Rauchklub" Abends im Restaurant Wiechert, Oranienstraße 8. 81 Sitz ui Tische des 3« dritten Be i" der W e h r �lanckenstei die unter I minister mit i vorläge wem definitiv erle ls Haus trit n, betr. Al ein: Bäck Verkaufsp Verkaufsz, dringen u r reinem S von den t darf n >amm verkc len werd die Baä zu lass Brote zu gesundes Bro fechten ' auf das Br geführt. 5 nu» der Tabe lsen Theater. Donner stag, den 9. Februar. Oyettti)««». Keine Vorstellung. Ichonspietbem». Auf glatter Bahn. Denifche» Theater. Die berühmte Frau. Ml allner-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado. Friedrich- Wilhelmflädtische« Theater. Die 7 Schwaben. Mthtarta-Theater. Die Reise um die Well in 80 Tagen. SSead-Theater. Liane, die zweite Frau. Meftdenz-Theater. Francillon. Oalleallianre-Theater. Die Salontirolerin. _ talhalla-Theatet. Le coear et la maiu. «entral-Theater. Höhere Töchter. ALni�ttädttsche« Theater. Die Tochter der Ms-Krtran-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. Tvaevrdta- Theater. Spezialitäten< Vorstellung. Theater der Keichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Aaafwan«» DartStS. Spezialitäten« Vor« stellung. Swi-Iincr Stadt Theater KmiBäillillhts Weln. Alerander-Sttaße 41— Kurze Straße 6. 24. Gastspiel von Anna Schramm. Zum 1. Mal«: AllsMilchUladchmv Slhö«kb??z. Posse mit Gesang in 3 Akten von W. Mannstädt. KS««titchr von» stnd gtlitg. Morgen: Dieselbe Vorstellung. onnabcnd:-..... Einmaliges iaöiife uutf ließe. Sonntag: Gr Nachmittags- Kifider- Nsrftt llang. Hans im Glück. 1. Parquet 0,25 Pf., Loge u. Fauteuil 0,50 Pf. Sonnabend: Mohithiitigbeita- Dorkellnng. Gastspiel der Kgl. preuß. Schau- spielerin Clara Neyer ■ Fortsehmrg de» Nerbanf« der unsauber»«d naß und 2 Kopfkissen 3 gewordenen Waaren: 1 fertiger»aschechter Kettbezug Ohne Uaht Kett- Kaken, 2 Meter lang, V 3 Wallnertheatersttaße 15, fr. Alhambra- Theater. Donnerstag, den 9. Fedrnar er.; Benefiz für Louise Moilnar und LamscuNdlischcs Theater. Otto Wenghöfer. (Bemtieiie Kerzen. Volksstück mit Gesang in 3 Allen von Dr. Hugo Müller. Freitag: Glwonnea« Serien. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7i Uhr. Dresdenerstr. 72. Direktion: Adolph Ernst. Den einandirt und mit nenen«onplets. 216. , w, reinleinene w w Unsauber gewordene Hemdentuche, die getheilt werden mußten, bostl d«rch»eg 30 Meter nnr 5 Mb 1 Posten Kleiderstoffe, etwas gelitten. Uobe 18 Ellen 3 Mk. 1 reinleinenes«-deck mit 6 Serviette», sehr«nr..... 3 Mk- & Dutzend abgepatzt» Handtücher........... i jzil«. i Dutzend weiße reinleinene Taschentücher......... 1 Mk.: 1 abgepaßtes Koittnch mit Oord«.......... 65 Pf- 1 Waffeldecke mit Feanzen............. 75 Pf. CVoll-Cachemip, schwarz und coul., Uobr seht 5 P* Unsaubere Gardinen dnrchweg i Fenster 1 Mb. 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Kranken und Begräbnisskasse für die im Sktliift Gürtler-». Kroktturgewerde beschäftigten Personen(Eing. Hilfsk. Nr. 60). Ordentliche General- Vemammlwng laut§29 des Statuts am Konntag. den 12. d., Soeben erschien: lieft 17 K pro % der Internationales Bibliothek. Charles Fourier, sein Feben u. seine Theorie Zu beziehen durch die. j Erpebition de»„Kerl. Kolksblatt", Zimmerstrafr- � K-n A. K edel. Preis pro Heft 50 Pf. Einbanddecken zu Heft 1-3, 4-6 u. 7-10 ä 30 Wiederwerkfiufern Rabatt. 'usbei �"Ssmitt. und; tzs«! Wjanuncrg *on m m «edranchte nnd?vrückg»s»hte Wobei, .- has, Der Kommers der Freien Vereinigung der Graveure und Ziseleure findet am.. Sonnabend, den 11. Februar, Abends 8si Uhr, Im Dresdener Garte«, Dresdner; tr. 45, statt. Gäste durch Mitglieder eingeführt willkommen. Der Vorstand. I. 31.: Kchimansktz. Der Verein der AakljueldlldMlega Kerlias veranstaltet seinen Wiener Maskenball Sillets nur vorher bei Schubst. AlteJakob- und Hollmannstraßenecke, und Setz, Ackerstr. 170. Um recht zahlleichen Besuch bittet 312) Da» Komitee. Vorm. 10 Uhr, im imtlsenaüdtischen K-ns-rt-. dar. Garnitüren, Spinden, Sophas, Bettstellen hau». Alte Jakobittaße Nr. 37.> m. J"..........-- Tages-Ordnung: Federboden, Spiegel ic. sof. sehr billig, ferner empf. eleg. u. eins. Möbel, Spiegel u. Polster» _.-.„.WWWW waaren jeder Art." Vorstandes und der Ausschußmitglieder. i I. Caro, Neue Das Quittungsbuch legitimirt. Um zahlreichen! vis-i-vis der Münzsttaße. erste Besuch bittet 1309) Der Uorstand.'° � 1. Jahresbericht. 2. Wahl des gesammten: Theilzahlung gestattet. Schönhauser st r. I, Etage. 273 Wasken Garderobe für Herren nnd Damen 8. Mattausch »thalerstr. 56, 1 Tr. navolle Kostüme i. reichster eschmavolle Auswahl den Lesern d. Blattes bestens empfohlen. Vereinen Preisermäßigung.)139 Kitte gena« anf Hausnummer zu achte«. Saal und Uereinssimmer zu vergeben. Töslinrrft-. 17. [311 Eine möbl. Schlafstelle ist z. verm. Schwedter straße 253, v. 3 Tr. rechts, bei Klei«. 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Billcts' Vereine ' Abends esangverein umann, Alle Abends" -chäfer'scher u. Krüger, lithenkranz" 54. ie, Abends Manncrges- Rose,' (Sei iachstraße Lehrling Vtischcn Männer mhalle, Banner- „ Allg. AbendS Arends'slber ln Nestau - Berlin! 8i Uhr Ztolze'schn hr Schleg! Uhr im Abends St b„Arconl der Reil bends 3t „Vorwärts im Ambas, b" Abends Beilage zum Berlmer Bolksblatt. Donnerstage den 9. Fedrnar 1888. 3. Zahrg. P arlamentsbcrichte. Z Mk. e',%t .19 m. I ithalerstr-� Dnrtscher Reichstag. .�Sitzung vom 8. Februar, 1 Uhr. nW Tische des Bundesraths: v. B ö t t i ch e r. wtoen Bcratbung steht der G.E., betreffend Aende� w der W e h r p f l r ch t. Wie am 6. Febmar beantragt tlJ° u st e i n auch heute die Annahme des Wehrgesetzes ,T', me unter lautem Beifall erfolgt, so daß der eintretende in t er wit allgemeiner Heiterkeit empfangen wird, da er Anlage wenige Minuten nach Eröffnung der Sitzung definitiv erledigt vorfindet. 's Haus tritt darauf in die erste Berathung des Antrags n, betr. Abänderung der§§ 73 und 74 der Gewerbe- «n; Bäcker und Verkäufer von Brot sollen verpflichtet Verkaufspreise des Brotes per Kilogramm täglich wäh- Verkaufszeit durch Anschlag zur Kenntniß des Publi- i» Mingen und dabei anzugeben, ob das Brot nur aus von reinem Weizen oder Roggen besteht, oder wie viel von den einzelnen Mehlsorten darin enthalten sind. ' darf nur gut ausgebacken im Gewicht von& bis amm verkauft und muß dem Käufer unaufgefordert Wl werden. Die Ortspolizeibehörden sind be- die Bäckerlokale und Verkaufsläden unangemeldet ju lassen und sich auch durch Zerschneiden ... Vrote zu überzeugen, ob nur gehörig ausgebackcnes Mundes Brot feilgehalten wird. ,� 9. Kohr»«(frk.): Die bestehende Freiheit der Bäcker in auf das Brotgewicht hat zu schweren Schädigungen des gefuhrt. Welche Willkür in den Brotpreisen herrscht, .uo der Tabelle hervor, welche der Getreidezollvorlage von rngmeben ist. Danach kostete in Karlsruhe 1881 Roggcn- m 26 Pf.. 1886 28,6 Pf. Das Brot hat sich also vCt. vertheuert, obgleich die Getreideprcise um 26 pCt. waren. Der Preis des Roggenbrotes bei den Bäckern ßel von 24 Pf. im Jahre 1880 auf 22 Pf. im Jahre Jcho um 9 pCt., während derselbe in der Bäckerei des Arbeitshauses zu Berlin in derselben Zeit von 23,4 Pf. Pf-, also um 25 pEt. herunterging. Äehnliche Preis- wagen könnte ich aus anderen Orten anführen. Das freien Konkurrenz hat keineswegs auf den Preis des gedrückt. Die Zahl der Bäcker hat sich in den letzten gußerordenllich vermehrt, der einzelne Bäcker hat daher Kunden und muß den Preis hoch halten, um ;*♦ u wenigen Kunden leben zu können. Die „ dieses Hochhaltens der Brotpreise beruht auf sn thatsächlichen Verhältnissen. Das Publikum erfährt . uu, was das Pfund Brot kostet und welcher Bäcker am w liefert; die Dienstboten, namentlich in den großen können nicht weite Wege machen, um den billigsten !; die Bäcker in coipoee verschreien jeden als Schlcu- nten, der es wagt, in seinen Preisen öfter herunter der Errichtung von Konsumbäckereien wird in Deutsche wenig Beachtung geschenkt, und diese Bäckereien ver- dcn Fehler, auf fette Dividenden hinzuarbeiten, jWunenz zu machen. Der Verein für das Arbeiter- fW fSJjrtiia" hat festgestellt, daß das Roggenbrot in ein- rS>>n Schäften dicht bei Berlin 10—20 pCt. theurer war als di-A. selbst. In Magdeburg gab an einem bestimmten fsejt qj' Mi-sie Bäcker für 50 Pf. um 700 Gramm Brot •% kT* teuerste. Der eine Bäcker weiß gar nicht, wie andere verkauft. Selbst der billigste Bäcker Ml„j�wrg hat für ein Brot 36 pCt. mehr ver- wwech...»ur Zeil der alten Brottaxe, und der SMe. �erlangte einen Zuschlag von 85 pCt. zum Roggcn- ' der„Freifinnigen Zeitung" stand jüngst, daß ein Bf»" er täglich 150 Kilo Roggen und 150 Kilo °acke. neben den Selbstkosten noch einen Brutto- vlefsi> 20 M. täglich haben müsse. Da nach dem heutigen his bJ\r08flcns von 120 M. pro Tonne der Selbstkosten- °wil5 �Menbrotes höchstens 12 Pf. pro Kilo sich berechnet, L Lf" Bäcker nach diesem Artikel sein Brot für ungefähr x Pf''.J0 Kilo abgeben. Er fordert aber durchschnittlich linden Zuschlag von 83 pEt. zum Selbstkostenpreis. war den Herren von der Sinken eine Brotver» "W;■L,00,'1 16—20 pCt. etwas Unerhörtes und Uncrträg- � fvü es fich um eine Bagatelle handeln. Diese des Volkes bei Beschaffung seines wichtigsten 7z ,,��els hat die Bundesstaaten dahin geführt, in den (OflC .-a k�d 74 unserer Gewerbeordnung Abhilfe zu schaffen. EWa �!"..den Einzclstaatcn, so in Bayern.und Sachsen, vern�ii", �mzeisiaaien, io in �lhujclu uuv wuu#(«ii, Spalten„Jl'v 00 Brot mit bestimmtem Gewichtstcmpcl ... Ar.t./ stnd die Behörden haben Gewicht und Preis einzelnen Bäcker öffentlich bekannt ge- h das Reichsgericht und entschieden, daß es ge- '.'tusbacken von Brot nur be- Wllwiiefcen„i"T""«ÄWu, Jibcn und andere Gewichtsgrößcn $•StoÄ Ä" SÄ CS,,?8 der"h auf dem richtigen Wege bin, ergiebt ly-j�ken. des Zenttalverbandes deutscher Bäcker- tojfw Antrat welche zwar prinzipaliter um Ablehnung über de« m � en' eventualiter aber Anträge gestellt, dez �„weinen noch hinausgehen. Ter obligatorischen S& SZUR Änl Ä& SSSk 24 k* ist, das k ff- Bwt 24 Stunden, nachdem es gebacken " stunden... estlmmte Gewicht hat und nach Verlauf von ... 3•» f Schluß ziehen zu können glaubt, dieser Mikroorganwkgenwänig Ql einzig und allein die Ursache der Cholera, v. Pettenko«- aus allen das le ernzrg uno auern vre ttriacye ver Cholera, v. Perremv"■ auen auf die wichtige Rolle aufmerksam, welche bei allen uno,�MNm und bei den epidemischen Krankheiten Position" spielen und schlägt m „Kontagionisten" auf's Haupt,-------............... �----------- und für sich als genügend erachten, eine Epidemie beivB"gnwen. welche wwv ivuj u*» ytuuvivuv miv Vi-Vivtmu. Or �7"' oder weiter zu verbreiten. Ein dritter hochwichtiger M;W, t Heils ai Entstehung oder Uebertragung aller Krankheiten, ir>-� J%chn und i der infektiösen, ist die„individuelle Disposition", d. h" 2 �fdeutung, sondere Fähigkeit, eine" Krankheit zu„erben" oder �iMd größten werben. Zwar herrscht in dieser Frage auf wissensa�„"Uantnäten, Gebiete durchaus noch keine Klarheit, sondern man ist weniger auf die„Erfahrung" angewisen. Mit fortst naturwissenschaftlicher Erkenntniß steht hier noch die ebenso interessanter als schwieriger Fragen beiio� beobachten, daß gewisse Menschen mit Voil« ganz bestimmten Krankheiten und beim einzelnen M oder jene Organe immer wieder von der oder jener „befallen" werden. Wir sprechen demnach von einer und einer erworbenen„Disposition" und pflegen mll klärung leider nur allzu zufrieden zu sein, ves Sr> denkend: ,,Je nun, man trägt, was man nicht ander« Daß aber m diesen Fällen eine Resignation durchaus« Platz, sondern im Gegcntheil ein kräftiges Aufraffen« kämpfen�geaen dieses„Geschick" von Nöthen ist, soll? is,' mmp,en gegen vieies„meiern m von �roiyen yr,'& kretes Beispiel beweisen. In einer Familie ist Lunll? Semeinsam, �erblich", d. h. so und so viele Glieder der Familie g englische i Krankheiten der Lunge gestorben und von den kränkeln mehrere, sind„bmstleidcnd", haben Witterungswechsel„ihren" Katarrh oder werden überhaupt nicht los, rauhes Lüftchen,�— kurz, g wKfiS® �«sendet i vertragen„infolge Seifen Mtiger Sieg führen ein reckt �''efien über c luiujta-cuf f— tuig, TUDitn ein iruf»>. uoer C Dasein. Ist diese Krankheitsanlage aber wirklich immer �««rfügen wird lo dasi man..nichts machen kann"? Kann man d?).-» dn,. a-h, wir einmal zu, wie solche�?? W« Ui s n" so daß man„nichts machen kann"? Kann nichts machen? Sehen „ererbtem" Lungenleiden die Mutter krank, so muß ihren Lebensgewohnheiten darnach vir einmal zu, wie ioiwe>-,» u. s m meistens leben. Ist der � � Artikel übe, sich natürlich die ganze �ngen: Wie H iWo mchl�rung i>n, währe von Jahr; ' sind nc ialb des T zugeführt w �Ausfuhr vndueben: &5Ä «S um Gotteswillen sich keiner„Verkältung" aussetzen. o�FMehrs und PI Wetter ja nicht spazieren gehen, beileibe nickt baden! für die fvhi ßtatiprftfrptptit miiü her OtvmFt» �«ittTPtU SS« r...... Generalrezcpt muß der Kranke und mit ihm zumeill � Familie leben. Das in allen Zimmern vorhandene undl? registrirte Thermometer zeigt den ganzen Winter hinf� Seitens 13 Gr., die ganze Familie ttägt„natürlich"�' die Fensterritzen sind mit Watte verstopft, die FenM Vormittags ein halbes Stündchen zum„Lüften" geoßt nur das Dienstmädchen, das kein Brustleiden„ererb» „Zug" stehen und„aufstauben" darf.„Trotz" dieser lichen" Vorsicht wird der Kranke nicht besser, obgW-i nebenbei die allerbesten und allern cuesten Mittel „Arzneischatz" bekommt, obwohl er schon Arsenik, Natron, Jodkali, Creosot, Antipyrin u. s. w. durch! und sich schon auf's nächste„Neueste" im Vorm' Die übrigen Familicnglieder, die theils direkt, theil, „Anlage" zu Brullleidcn„geerbt" haben, werd Husten, Kopfschmerz, Kerzklopfen und mchrercs, während der Sommermonate los, die sie draußen auf*5 zubringen. Die„Stadtluft thut ihnen gar nickt f., man sich in ihr alle Augenblicke„verkältet. Wenn im Moli�re'schen Lustspiel, eines Tages ein guter und würde sagen:„Meine sehr verehrten Eltern ihr habt euch gegenseitig eine"sehr unselige A engst!« geerbt", nicht eine Krankheit. Werft zunächst alle cure� und Fläschchen zum Fenster hinaus, laßt mir aber Gelegenheit das Fenster eine gute Weile offen, de Schlafzimmer. Zieht euch von der„Jägerei" wieder>. zur Baumwolle undjum Linnen zurück und erfreut. Matronen, deren -> im! das mT'i mcherseits ob man Äncbrncn. ??"Ä? 1*»% unlj die m „Jägerzeug" arme Greise und schützenden Ucberzuges bedarf. Begnügt euch 14 Grad warmen Zimmern und schenkt. bleibende Holz solchen Leuten, die stch kern Süppchen schaffen können. Ergeht euch bei jeglicke« und Kälte im Freien und schlürft die köfflicke speise draußen mit vollen Zügen, je mehr, desto bei'JJ eurer schlaffen, welken Haut alle paar Tage die.jrl warmen Bades an gedeihen, das ihr mit einer kaW'', beschließen und auf das ihr einen tüchtigen Spazier � müßt,— kurz, thut das Gegenthell von alledem,'van her gethan, wenn auch im Anfange vorsichtig und» dem andern, habt den Muth, gesund zu sein, und ch''? Wenn ein guter Freund der Familie so sprechen wuce,. leJJ'flen 5 wn, *3 K .0l6e .in i��anz-E W und die Gefangenen aus dumpfer Kerkcrlust K� U1 Bemühungen so lange fortzusetzen, bis er die .ererbter" Krankheit, sondern ererbter Vorurtheile heitsfreudigkeit an's„rosige Licht" gerettet hat. ein Tb�i' iFreude zu erleben, hat er schon was einstecken kornien- � tz �% N |* Aus Lrhrerkreiseu Eine geradezu unerträglich________„,, den meisten hiesigen Schulen, besonders aber in den der Gemeindcschulcn, durch die eigenartige Bethe» l Schüler am Konsirmandenunterrichtc. Die Konsirmawi liegen nur ausnahmsweise in der schulfreien Zeit, ifi. ''tf �''0,"nu Konfirmand an zwei Stunden in der Woche den Jjje Tiresti'on richt versäumt. Ties allein ist oft schon eine erhebliA��t ,,0n Wäsche fü »ung des Unterrichts, besonders dann, wenn die$3�* Vilische tü solche Gegenstände trifft, die in der Volksschule c..n...» fa ßut, ginnen oder erst gegen das Ende der Schulzeit�"on � e bef0rtrt dern mit nennenswerthem Erfolge betrieben werden � den, Umli nur in zwei Stunden wöchentlich auftreten, wie PHO�jfii' ��Neden um Geometrie. Zeichnen, Geschichte. Da denstunden durchaus nicht in einer etwa in der ersten oder letzten Schulstunde, kann der Schulplan auf sie keine Entstehung allzu fühlbarer Bildungslücken Kindern nicht vermeiden. Leider bleibt es mm Versäumniß von nur zweijShmden. Die gleichalttA� l% Wen M' tiffif rtrüfl vlU. er derselben Schule oder Klaffe besuchen nickt etwa firmandenstunden, sondern gehen zu einem 1�(1, /%! Wandos ftttb TOi nh, 1,1,50& sich, d 38 9%� leim gedi zu einer Kirche, die ihnen lieben. So laufen beispielsweise Ostbahnhofe nach der Klostcrstraße,.„v.. Einsegnung 15 M. geschenkt erhalten. Bei der T°e wV? dem Konfirmandenuntcrricht entfernt liegender Kirad-.« gedi Kinder in der Regel so weite Wege zu machen, o � u vier rmn blas in der eigentlichen Konfirmandenstunde den Eck H as int« versäumen, sondern zum Theil auch die vorbei �, v,�UftÄen I darauf folgende Unterrichtsstunde. Wo mehrere K'« rw'«i mtt Qni reichbarcr Entfernung liegen, geht es in manchen. � wung den ganzen Vormittag wie in einem Taubenschlag .eme Truppe kommt, geht eine andere, so daß der ,, si nil,t m wenigen Stunden eine völlig gefüllte Klaffe un> ister wiffeasid"unterrichten kann. Daß dadurch die einheitliche und em eminente«'�Unterrichtsarbeit ernstlich gefährdet wird, liegt auf der die Oeben und es dürfte dringend geboten erscheinen, hier in irgend l Schlöffe% uom Abhilfe zu schaffen. Bei der großen Bedeutung, h und vonBi Mde das letzte Schuljahr für die Volksbildung hat, haben. 509 � dlese Angelegenheit eine Erörterung an maß- n Lrganis«« wer stelle, und die Aufmerksamkeit auf die empfindliche eise" schweife mN �ung� des Volksunterrichts hinzulenken, ist der Zweck bestimmten Nrr Jahresverbrauch Kerlins an Kohle« beziffert Mikroorganii» Mgenwanig auf rund 24 Millionen Zentner Steinkohle, v. PestenlÄ aus allen Himmelsrichtungen herbeigeschleppt werden. bei allen und �tmen und Wasserwege vermitteln die Beförderung des che und ze>tW Produkts und vie verschiedenen Fundstätten de- rerbittlicher � 1 n nch um den Absatz in dem viel umworbenen und Ansteckung� �onsumtionsgebiet. Neben den oberschlefischen Stein- idemie ben"? Wen, welche ihr Erzeugniß zum Thcil durch die Eisen- hwichtiger �................ [heiten, in61 ;tion", d. 6- i" oder nf«, ;uf wissensl n man ist' Mit fortll r noch die agen be« nit Vorst izelnen oder jener von einer flegen mit r, des S?i nicht ändec« n durchaus> ; Aufraffen � r% Jet. 24 064= 100 pCt. o- f« in» 8em,e.mft>mc Kampf ,» welchen die schlefischen Reviere >er Familie. englische Steinkohle in Berlin führen, hat die letztere DO", ba",;»u,?.zurückzudrängen vermocht; der große Vorzug, den Huben � � � dadurch genießt, daß fie von ihrem Fundorte aus zu werden dessen� � via�uyuiB ftum vwiiy uic auf lombinirtem Wege, das heißt bis Breslau C%bn und von da ab zu Waffer nach Berlin versenden u" Bedeutung, sowie der geographischen Lage gemäß den end größten Theil des Bedarfs liefern, gelangen nam- """titäten niederschlefischer und englischer Steinkohle , während die Lieferungen aus Sachsen und von von Jahr zu Jahr geringer werden. Im abgelaufenen ' find nach Abzug derjenigen Sendungen, welche alb des Weichbildes von Berlin liegenden Ringbahn- 'zugeführt wurden, sowie desjenigen Quantums, welches m Ausfuhr gelangte, für den eigentlichen Konsum von °ttdlieben: BT'*"»■ dto. dto. dto. 17 094 3 444 2 082 1363 81 71 pCt. a; 0,3, tn�r�Hdet roeröcn kann, war nickt wett zu machen und kWltlOpr i'-ytprr mir>4 orfi an fptn mptirt niirfl gcr öteg wird erst zu erreichen sein, wenn auch ou über einen Waffcrweg vom Ursprung bis nach olge eln» uütt cii klich immer A«eifugen wird. n Tbema der Ke«k«n«i macht die„Deutsche des Spreemaff'cr- Bauztg." in einem C&i tfn Üli';/'. rv. macht uit„�rtttittN!-oun�a.»» r»»ri» über das Bauwesen der Stadt Berlin folgende o n;j,t: Wie bekannt, find die Kosten der Gcsammt- alten ilten' Ä'W.'i tm» uiivs�».von� stadtischen Behörden haben ihre Bereitwilligkeit AA SN w'»' b' tinUr ermittelt. Hiervon entfallen etwa 4 600 000 WtÄniiefifJ der bereits für die Erwerbung der Tammühlcn ssenen W übernommenen Kosten auf die Verbesserung des «ü/fn"v��uffenen Pläne ein überaus wichtiges Bindeglied ..... iten" gcore-j, en„ererla r stotz" dieser» ser. obgl r Mittel lrsenik, w. dur> i Vorne. !t, theib i, werdl ehre res mßen gar nicht . Weim�l jsj Sf ist alle cure�j mir ab« J offen, bcst� d" wieder. Mr'A euch m" henkt dos fick kein iei jegliche« e köstliche SSfJWlinmg rVyTOO Marl anzubieten. Leider war man sich �oallicherseits noch immer nicht darüber schlüssig ob man gewillt ist, dies Anerbieten der Stadt �nehmen. Bedauerlicher Weise wurde dadurch jrt.-wwg dieses in jeder Beziehung segensreichen SlWÄrcher'n der Kette der für die Verbesserung der bliVia?"rrstraßen ausgearbeiteten, meistens schon in der rvtttüJteff c--- hinausgeschoben. Ein jüngst wieder einge- beim Durchfahren der Dreiviertelstunden den hemmte, führte so reckt wieder vor Augen, Den.?erbefferung der Wafferzüge im Innern Der- ,, St einer Ausbildungsüdunz einge- find hierzu 32 000 Mann, welche 'werden d�/,"-erden soÜte. Die erstaunte Direttion ersah -usch w'ln bieten loßcn ÄÄz''...... K�WWWZ es sich am Montag ftüh in Häusern und Zimmern angeklebt; in Friedrichsberg, Lichtenberg und Friedrichsfelde wurde es so maffenhakt vor die Thören der Häuser geworfen, daß allein bei dem in Friedrichsfelde stationirten Gendarmen aus letzterer Ort- schaft mehrere Tausend Exemplare abgeliefert worden find. Die Drücker der Mititäreffektenfabritr von Mollkopf«. Henftleben theilen den Metallarbeitern Berlins mit, daß der Streik in der Mil täreffektenfabrik von Wollkopf u. Senftleben beendet ist, da durch andere die Stellen besetzt sind. Die Drücker sagen allen für die rege Unterstützung ihren besten Dank. Zur Affäre Fifcher-Köffom wird uns noch mitgctheilt, daß die Thai schon längere Zeit vorbereitet war. Fischer hatte sein Jagdgewehr etwa acht Tage vor der Katastrophe einem Büchsenmacher mit der Weisung übergeben, es gründlich zu reinigen und ihm zwei scharfe Patronen„zur Hiischjagd" zu übersenden. Gewehr und Patronen hat er dann am Tage der That durch den Dienstmann holen lassen. Jähzorn hat einen Bäckermeister im Norden der Stadt— dessen Name leider nicht genannt wird— zu einem bedauerlichen Mißgriff gegen seinen Gesellen hingerissen. Der Meister ge- rielh mit dem Gesellen Robert W. in einen Wortstreit, in deffen Verlauf der ersterc ein Holzscheit ergriff und den W. damit über den Kopf schlug. Der Schwerverletzte mußte in eine Heil- anstatt aufgenommen werden. Im Zimmer erfroren aufgefunden wurde gestern in einem Hause der Alten Jakobstraße eine Wittwe G. Das alte Mütterchen bewohnte ganz allein ein Stübchen, das vom Korridor aus seinen Eingang hatte. Da es gestern den Nach- barn auffiel, daß die»eilte nicht zum Vorschein kam, wurde polizeiliche Hilfe requirirt, welche die Thür gewaltsam öffnen ließ. Die G. lag auf der Erde und blutete aus einer Kopf- wunde. Da das Fenster offen stand, so war die anscheinend vom Schlage getrogene und zu Boden gestürzte G. vor Kälte schon ganz erstarrt. Die Kopswunde hat sich die Verunglückte durch den Fall zur Erde zugezogen. Das 55. Polizeirevier schaffte die G. nach dem Krankenhause. Die„Penstonsmutter" hat zu vielfachen Schwindeleien wieder einmal herhalten müssen. Vorgestern wurde eine Frau Becker-Stief, geborene Göhre, zur Untersuchungshaft gebracht. Frau Becker-Stief hat diesen Leuten nach der„Post" auf häß- liche Weise mitgespielt. Sie erschien in der Friedrichsstadt bei Hauseigenthümern, welche größere Wobnungen zu vermicthen hatten, und gab vor, ein Pensionat errichten zu wollen. Ge- schickt, mit fließender Bcrcdtsamkeit wußte die zukünftige Pensionsmutter die Vorzüge zu schildern, die das zu errichtende Pensionat vor allen anderen voraus haben sollte und wußte auch dabei die Aufmerksamkeit der Hausbesitzer auf ihr„zufällig" aufgehendes Täschchen zu lenken, aus dem mehrere große Geld- scheine neugierig hervorlugten. Da die Pensionsmuttcr bereit- willigst auf alle Bedingungen des gestrengen Eigenthümcrs ein- ging, so beeilte man sich mit der Vollziehung des Kontraktes, von einer Anzahlung nahm inan aber bei dem noblen Auf- treten der Mietherin Abstand. War die Wohnung gemiethct, so ging es zu Möbclhändlern, welche nun mit dem Kontrakt geködert wurden und nach kurzer Zeit war das„Pensionat" eingenchtet. Der Lüge konnte man die Penstonsmutter nicht zeihen, wenn fie behauptet hatte, das Pensionat werde anders sein, als alle anderen, denn es war bald besetzt mit lauter— Kellnerinnen. Miethe wurde nicht dezahlt; wenn der Wirth auf Exmission klagte, so wurden allerlei Einwendungen gemacht, kurz, es gab manch lustigen Krieg zwischen Vermiether und Mietherin. Den bettogenen Möbelhändlcrn ging es nicht besser. Da Frau Becker-Stief so unvorsichtig war, die Angabe zu machen, sie beziehe von einem Grafen Hohenbruch(einen solchen giebt es gar nicht) eine jährliche Rente von 5000 M., so erachtete die Kriminalpolizei die Kriterien des Betruges für vor- liegend und richtete der Pensionsmuttcr einen unfreiwilligen Penstonsaufenthalt in Moabit ein. Ein schlechtes physiognomien-Vrdächtnist muß der schon wiederholt vorbestrafte Schankwirth Gustav Hagemeister haben, das ihm bei Ausübung frecher Prellereien verderblich ge- worden ist. Vorgestern„durchreiste" der Stadtreisende S. mit Roman-Lieferungen und den dazu gehörigen glaschromolitho- graphischen Bildern die Straßen Berlins. In der Schilling- sttaße wurde S. von dem genannten H. nach dem Preis der Bilder gefragt. H. wunderte sich sehr über die koulanten Be- dingungcn, die den Käufern des Romans und der Bilder ge- stellt würden, und bat den S., mitzugehen; er wolle in der nächsten Kneipe ihm Roman und Bilder abkaufen. Beim Bier zahlte H. die geforderten 50 Pf. Angeld und erhielt dafür die ersten fünf Liefemngen des Romans sowie die beiden Bilder. Den ihm vom stadtreisenden vorgelegten Kauf- und Leih- kontratt unterzeichnete Hagemeister mit F. Ripp aus der .Istraße.— Anderen Tages begab sich S. nach dem Hause, wo Herr„Ripp" wohnen wollte, mußte aber zu seinem Leidwesen erfahren, daß er von einem Schwindler geprellt worden war. Bekümmert stieg er die Treppe hinunter und schlich, über die Schlechtigkeit der Menschen nachdenkend, die»Neue Königstraße entlang. Da plötzlich tönt es wie mah- nend an sein Ohr:„Wat kosten denn die Dinger?"— Wie vom Schlage gerührt bleibt S. stehen. Das war ja dieselbe Frage, auf die er gestern hineingefallen, ja das war sogar wieder Herr„Ripp" selbst, der die Frage mit der treuherzigsten Miene an den stellte, den er gestern erst geprellt.-„Ja, wissen Sie," sagte S. sich schnell faffend,„diese Bilder sind bereits verkauft, aber da um die Ecke, da„stehen noch welche."— Herr Ripp, welcher den erst gestern von ihm Betrogenen nicht wieder erkannte, ging ahnungslos mit. Um die Ecke kommend, schmun- zelte S.:„Sehen Sie, da stehen welche"— und während er den Betrüger festhielt, winlte er einem Schutzmannsposten, welcher den„Ripp" in sicheres Gewahrsam brachte. Die Bilder hatte Hagemeistcr, alias Ripp, Tags zuvor, gleich nach dem Schwindel, für 3 M. weiterverkauft. potizeikericht. Am 7. d. M. fiel ,n der Charlotten- straße ein Mann infolge Ausglcitens und aus derselben Ver- anlassung Abends eine Frau beim Ueberschreitcn der Laufbrücke vor dem Neubau Marienstr. 13, und erlitten beide einen Bruch des linken Armes.— Nachmittags wurde in der Potsdamer- straße der Arbeiter Horn, während er mit dem Reinigen der Pferdebahngeleise beschäftigt war, durch einen von rückwärts kommenden Pferdebahnwagen erfaßt, zu Boden geschleudert und am linken Auge verletzt.— AbendS erschotz sich em Mann rn seiner Wohnung in der Friedensttaßc.- An demselben Tage brannten MarkuSstraße 16 Balken in der Nahe emes schadhaften Schornsteins, Mobrenstraße 53 Draperien und Dekoration�- Gegeirstände in einem Galantcriewaaren- Geschäft und Karls- straße 29 Ruß im Schornstein. Gerichts-Ieiwng. Hinstckiiich der Grenzen der Redefreiheit eines Dertheidigers hat das Reichsgericht, IV Strafsenat, durch Uttheil vom 29. November v. I. eine bemerkenswerthc Eni- scheivung gefällt, welcher folgender Fall zu Munde lag. Bei einer Schwurgerichtsverbandlung sprach der Vertheidigcr des Angeklagten bei Gelegenheit seiner Ausführungen über die Schuldfragc von der Strafe, welche das Gesetz auf die dem Angeklagien zur Last gelegte That androht. Hierbei wurde der Vertheidigcr vom Vorsitzenden unterbrochen und darauf hinge- wiesen, daß dies unzulässig sei. Der Vertheidiger widersprach, und das Gericht erklärte durch Beschluß das Verhalten des Ver- thcidigers für unzMsfig. mit der Motivimng: das Gesetz be- rufe die Geschworenen zu Richtern über die Thattrage; fie hätten also bei ihrer Berathung über Schuldig oder Nichtschuldig die Erwägung, welche Strafe im ersteren Falle den Angeklagten treffe, zu unterlassen. Wenn ihnen in der Vettheidigung die gesetzlichen Strafen vorgeführt und erläutett würden, so sei dies geeignet, sie über ihre eingangs erwähnte Pflicht in Jrrthum zu setzen, beziehungsweise schwankend zu machen; demnach sei eine Bekanntgebung der gesetzlichen Strafen und deren Erörterungen nicht statthaft.— Auf die Revision des Angeklagten, in welcher die Beschränkung des Rechts der Ve.theidigung gerügt wurde, hob das Reichsgericht das erste Urtheil auf, indem es begründend ausführte:„Die Strafprozeßordnung hat zwar den Ge- schworenen die Entscheidung über die Schulvfrage anvertraut, sie hat ihnen jedoch nirgend eine Vorschrift darüber gegeben, auf welchem Wege sie ihre Uederzeugung von der Schuld oder Nichtschuld zu gewinnen haben. Sie Hai ihnen nicht nur völlig freies Ermessen in der Beweiswürdigung gewährt, sondern auch darüber keine Anordnungen getroffen, welche Thatsachen, Um- stände und Momente sie bei der Findung ihres Spruchs zu berücksichtigen und welche sie unberücksichtigt zu lassen haben. Die einzige Schranke, die fie ihnen gezogen hat, liegt in dem von ihnen zu leistenden Eide, ihre Stimme nach bestem Wissen und Gewissen abgeben zu wollen. Nun ist zwar anzuerkennen, daß der Regel nach aus der Höhe der angedrohten Strafe kein Moment für die Entscheidung der Schuldfrage wird entnommen werden können. Allein hieraus folgt nicht, daß eine Berück- sichtigung der Strafposttion nicht nach irgend einer anderen Richtung hin von einem Einfluß auf die Erlangung der Ueber- zeugung von der Schuld oder Nichtschuld des Angeklagten sein kann. Wenn es daher die Geschworenen mit der von ihnen eidlich angelobten Pflicht für vereinbar erachten, bei ihren Be- rathungen auch die mögliche Strafe nicht unberücksichtigt zu lassen, so verstoßen fie nicht gegen eine ausdrückliche Vorschrift des Gesetzes." Um die Ehr« eine« Todten drehte sich zum Thcil eine Verhandlung wider einen jugendlichen Durchgänger, welche am Dienstage die erste Strafkammer am Landgericht II beschäftigte. Des schweren Diebstahls in sieben und des versuchten schweren Diebstahls in einem Falle angeklagt, stand der 16jährige Maler» lehrling Otto Zantz auf der Anklagebank, der in Berlin als der Sohn eines Apothekers geboren und gleich nach der Geburt zu dem Maler- und Glasermeister Wagner in Friedrichsfelde in Erziehung gegeben und bis kurz vor seiner Verhaftung daselbst geblieben ist. Der Pflegevater des Angeklagten fungirte als Rendant der allgemeinen Ortskranken- und Sterbekasse in Friedrichsfelde. Anfang Dezember v. I. erregte es nun im ganzen Orte großes Aufsehen, als sich das Gerücht verbreitete, Wagner sei spurlos verschwunden und habe in der von ihm verwalteten Kasse ein großes Defizit hinterlassen. Die Höhe des letzteren hat bisher noch nicht festgestellt werden können; der Gemeindevorstand hat zwar die Bücher des verschwun- denen Rcndanten und die Ouittungsbüchcr der Mitglieder ein- ziehen lassen, dieselben waren aber so unordentlich geführt, daß Niemand daraus klug werden konnte. Deshalb ist das gesammte Material dem Landrathsamte zugestellt und von diesem einem gerichtlichen Bücherrevisor überwiesen worden, der mit der Unter- suchung noch nicht zu Ende ist. Bald nach dem Verschwinden des Rendanten wurde durch die Zeitungen bekannt, daß am 7. Dezember in der nächsten Nähe eines Gasthofes in Charlotten- bürg die Leiche eines Mannes gefunden sei, der sich durch Er- hängen den Tod gegeben habe. Das angegebene Signalement paßte auf den verschwundenen Rendanten, und thatsächlich wurde die Leiche durch die Familie als die des Rendanten rekognoszirt. Aber noch ehe der Mann unter die Erde kam, verbreitete fich weiter das Gerücht, daß der Rendant zwar sein Amt recht unordentlich geführt, sich aber an der Kasse wohl selbst nicht vergriffen habe, das letztere vielmehr von einem Mitgliede der Familie geschehen sei. In der That sollte dieses Gerücht alsbald eine Bestätigung erfahren. Zwei Tage nach der Beerdigung des Selbstmörders machte sich nämlich im Panoptikum ein junger Mensch auffällig bemerkbar, der stark angetrunken und im Besitze vieler Geldmittel zu sein schien, die er nach Kräften vergeudete. Ein Kriminalbeamter folgte dem Verdächtigen und verhaftete denselben auf dem Bahn- Hof Friedrichstraße. Bei einer Visitation auf dem nächsten Polizcibureau fand man bei ihm 130 Mark baarcs Geld und einen Revolver vor. Er gab an, der Pflegesohn des p. Wagner zu sein und sich das Geld geliehen zu haben, um seiner Pflege- mutter das Geld zu ersetzen, welches der Pflegevater der Kasse unterschlagen habe. Bei seinen weiteren Vernehm" ngen machte er Aeußcrunacn, welche den Verdacht bcstärtten, daß er es gewesen, welcher die von Wagner verwaltete Kasse gedrandschatzt habe. In der Chambrcgarnie Wohnung, welche der Verhaftete in Berlin inne hatte, wurden bei Gelegenheit einer Haussuchung eine Unmenge von Dingen vorgefunden, welche sich der Bursche erst neuerdings angeschafft hatte, z. B. diverse neue Garderobe, eine Zither, eine Flöte, eine Spieldose, zwei Lustbüchsen, eine kleine Lokomotive, eine Dampfspritze, eine goldene Remontoiruhr mit Kette, diverse goldene Ringe und Broschen, Bücher u. s. w. Der junge Bursche wurde nun in Untersuchungshaft genommen und gestand vor dem Untersuchungsrichter wie in der Haupt- Verhandlung folgendes ein: Er wußte, daß seine Pflege- schwester, die unverehelichte Hedwig Wagner, ihre Ersparnisse in einem Koffer verschlossen hielt. Mit einem krumm gebogenen Drahte öffnete er dreimal das Vorlegeschloß und entwendete Summen von 20—30 Mark. Als er ein viertes Mal den Koffer erbrach, hatte Fräulein Wagner das Geld ander- wärts verborgen, und so blieb er in diesem Falle beim Versuch. Am 6. November schlich er fich in die offene Wohnung der auf demselben Flur wohnhaften Handelsmann Krüger'schcn Ehe- leute und stahl aus der angeblich offenen Kommode 70 Mark. Da er wußte, daß der Schlüssel zur Krüger'schcn Wohnung oft unter dem Fußteppich vor der Thür lag, verschaffte er sich noch dreimal Eingang zur Wohnung und stahl aus der angeblich stets offenen Kommode 80, 140 und 40 M. Als sein Pflege- vater plötzlich verschwand und er sich anderweitig Beschäftigung gab er zu Hause an, er habe eine gute Stellung iru----™........£ v;-•■ suchen mußte, gab„.,........... bei einem Bankier gefunden. In Bezug auf die Diebstähle bcr Krügcr's schien sein Geständniß kein offenes zu sein, denn die Besiohlencn, die ihren Verlust auf 500 M. schätzen, versicherten, daß die KommoUe stets verschlossen und der Schlüssel in der Tasche der Frau war. Trotz aller Er- Mahnungen des Vorsitzenden war der Angeklagte nicht zu bewegen, einzugestehen, daß er die Kasse seines Pflegvaters be- stöhlen habe. Dieser Verdacht blieb aber bestehen, denn der Kaufmann von Borkstedc, bei welchem der Angeklagte viel aus und einging, bekundete, daß der Angeklagte schon seit Jahren über viel Geld verfügte, was letzterer damit erklärte, daß er mit seiner Schwester den Großvater beerbt und er 15 000 M. bekommen habe, während die Schwester 10 000 M. erhielt. Zuletzt habe ihm der Angeklagte noch 70 M. zur Aufbewahrung übergeben, die er aber bis auf die genchtlich deponirlen 18 M. wieder abgehoben habe. Nachdem der Angeklagte im vollen Umfange der Anklage überführt worden, schloß sich der Gerichtshof der Ansicht des Staatsanwalts an, daß der Angeklagte, der mit erstaunlichem Raffinement zu Werke gegangen sei, nur durch eine lange(?) Gefängnißstrafe gebessert werden könne und so wurde im allseitigen Einverständniß auf drei Jahre Gefängniß erkannt._ Vereine«nd Versammlungen. Eine öffentliche Uersammlnng der Lackirer Keelin» fand am Sonntag, den 5. Februar er., in den„Arminhallen", Kommandantenstr. 20, unter Vorsitz des Herrn Rautcnhaus statt. Herr Schüpler erstattete als Delegirter Bericht über den Verlauf des Braunschweiget Kongresses der Maler, Lackirer und verw. Berufsgenoffen. Derselbe sprach den Braunschweiger Berufs- genossen seinen Dank aus für das herzliche Entgegenkommen und die Aufnahme, welche den dorthin entsendeten Delegirten zu Theil geworden sei. Der Kongreß habe den für die Lackirer maßgebendsten Punkt, die„Organisationsfrage", gründlich vis- kutrrt und beschlossen, eine Ägitationskommisfion" einzusetzen, um in denjenigen Städten, in welchen keine Fachorganisationen bestehen, die Fachgenossen zur Organisation heranzuziehen. Der flommisfion sollen die nöthigen Mittel dadurch zugeführt wer- den, daß die destehenden Lokalverbände der aesammten„Ver- einigung der Maler" einen Theil der Mitgliederbeiträge an die Verbandskasse abführen. Redner ging noch näher auf die anderen dort verhandelten Gegenstände ein und gab eine Gesammtübcrficht über den Verlauf des Kongresses. Ferner konstatttte derselbe, daß er der einzige Lackirer auf dem Kongreß gewesen sei. Es wäre zu wünschen, daß die Lackirer der größeren Städte, in welchen es möglich sei, selbstständige Organisationen der Lackirer zu bilden, dem Beispiele der Berliner folgen.— In der sich hieran anschließenden Diskussion sprachen sich mehrere Redner dahin aus, daß, wenn die Regelung der Lohn- frage für die Lackirer ein günstiges Resultat haben solle, sich die Kollegen weit energischer an der bestehenden Organisation, rcsp. an der bessere Lohnbedingungen erstrebenden Bewegung be- theiligen müßten. Hierauf wurde das Resultat der auf die Sammellisten eingegangenen Beiträge und deren Verwendung veröffentlicht und zum Schluß aufgefordett, daß, da jetzt die Zett wieder herankomme, in welcher wieder aus dauernde Arbeit zu rechnen sei, sich alle Arbeitsuchenden nur an den Arbeits- Nachweis der Lackirer, Breslauerstt. 27, wenden sollten. Der Fachverein der Stuckateure hielt am 6. Februar bei Nentwich, Neue Grünsttaße 14, seine regelmäßige Versammlung ad. Die Tagesordnung lautete: 1. Besprechung über die Reiseuntcrstützuna an zugereiste Stuckateure; 2. Aufnahme neuer Mitglieder; 3. Verschiedenes und Fragekasten. Auf Anregung einiger Mitglieder hatte der Vorstand den Antrag eingebracht, zugereisten Stuckateurcn, welche früher einer fachgewerblichen Organisation angehörten, eine Unterstützung von 1 M. zu gewähren; haben dieselben keiner Organisation angehört, so sollen 50 Pf. gezahlt werden. Nach längerer Diskussion beschloß die Versamnilung folgendes: Zugereiste Stuckateure, welche mindc- stens 3 Monat vor Antritt der Reise einem Fachverein angehört, erhalten eine Unterstützung von 1 M.: dasselbe erhalten solche, denen es in einem anderen Orte nicht möglich war, sich einem Fachverein anzuschließen in Ermangelung eines solchen. Diese Unterstützung wird im Laufe eines Lahres nur einmal gezahlt, und zwar von dem Inhaber des Arbeitsnachweises, Herrn W. Leue, Granscerstraße 4(Arkonaplatz). Sodann erfolgte die Auf- nähme neuer Mitglieder. Hierauf wurden einige fachgewerdliche Fragen diskutirt und schließlich mitgetheilt, daß der Fachvcrcin am Sonnabend, den 11. d. M., bei Mündt, Köpnickerstraße 100, seinen diesjährigen Maskenball abhält, wozu alle Kollegen und Freunde des Vereins eingeladen find. Der Fachverein sämmtlicher an Kolzbearbritnngs- Nlafchinen beschäftigter Arbeiter hielt am 6. d. Mts. im Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg 29, eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Infolge der in der vorigen Ver- sammlung stattgehabten Diskusston über die neue Fabrikord- nung der H. Nadge'schen Holzbearbeitungs-Fabrik, Pallisadcn- sttaße 77—78, waren mehrere Arbeiter in der Versammlung er- schienen. Einer derselben wollte anfangs die bewußte Fabrik- ordnung garnicht kennen, gab jedoch später zu, daß dieselbe vor- banden sei und daß jeder Arbeiter ein Exemplar derselben in Buchform empfangen hätte. Herr Nadge hätte jedoch, so be- hauptete der Redner, von den Bestimmungen dieser neuen Fabrikordnung noch keinen Gebrauch gemacht.— Hierauf wurden auf Antrag 20 M. für die streikenden Sattler-, Riemer- und Täschnergchilfen Berlins aus der Vcreinskasse bewilligt.— Der Arbeitsnachweis befindet sich Mariannen-Ufcr 4 bei släbn. Der Wiener Maskenball des Vereins findet am Sonnabend, den 11. d. Mts., in Kliem's Volksgatten(Hasenhaide) statt. Billets find im Arbeitsnachweis und bei sämmtlichen Vorstands- Mitgliedern zu haben. Die nächste Versammlung findet am 20. d. M. im oben genannten Lokale statt. Kei dem Kerlinrr Asnlverein für Obdachlose nächtig- ten im Monat Januar im Männer-Asyl 8694 Personen, davon badeten 859, im Fraucnasyl 1340 Personen, davon badeten 93. Der Vorstand macht von neuem auf den von ihm er- ttchtetcn Arbeitsnachweis aufmerksam, und' ittet, von Vakanzen jeder Art, männliche Arbeiter betr. dem Hausvater des Männer- asyls, Büschingstr. 4, weibliche Arbeiter betr. der Hausmutter des Frauenasyls, Füsiliersttaße 5, Kenntniß zu geben, damit die Zuweisung geeigneter Personen unverzüglich erfolgen kann. Neueste Nachrichten. Die Reichvtagvkommissto« fiir das Sozialistengesetz trat am Mittwoch zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Von einer Generaldiskussion wurde Abstand genommen. Abgeordn. Dr. Windthor st begründete zunächst mit kurzen Watten die von ihm eingebrachten Abänderungsanträge. Dieselben sollen, wie er betonte, besonders bezwecken, die spätere Aufhebung der Ausnahmegesetze vorzubereiten und zu erleichtern. Das Haupt- gewicht lege er auf die Abänderung des§28, wonach ferner die Verhängung des sogenannten kleinen Belagerungszustandes nur für Berlin zulässig sein und für Versammlungen nicht mehr die vorhettge Einholung der polizeilichen Genehmigung erfor- derlich sein sollte. Sollten diese seine Vorschläge abgelehnt werden, so müsse er gegen das ganze Gesetz stimmen. Abg. v. K l e i st- R e tz o w(kons.) vermag nicht zu begreifen, daß Windthorst seine Versuche, das Gesetz abzuschwächen, immer wiederholt, da er doch vordem selbst erklätt habe, erst wenn die Sozialdemokraten die Revolution abgeschworen hätten, könnten Milderungen des Gesetzes zugestanden werden. Zum gemeinen Recht könne man nicht zurückkehren, da nicht die Besttafung an sich, sondern die Abwehr der gemeingefährlichen Bestte- düngen die Hauptsache sei. Gegenüber den außerordent- lichen Zuständen seien auch außerordentliche Gesetze erforderlich. Abg. Dr. Meyer- Jena(ntl.): Der Gedanke, zum gemeinen Recht zurückzukehren, sei ihm sympathisch, aber seiner Ansicht nach sei das so unvermittelt und im Augenblick nicht zugängig. Die Antrüge Windthorst's würden auch diese Absicht nicht er- leichtern. Er empfehle daher, zunächst die Geltung des bestehen- den Gesetzes unverändett zu verlängern. Abg. Bebel: Er könne sich hier nur auf den Standpunkt stellen, Angriffe abzuwehren, und da müsse er sich auch gegen Windthorst's Vor- schlüge erklären, da in ihnen eine indirette Anerkennung des Ausnahmegesetzes liege. Er wiederhole, daß die Sozialdemokratie mit dem Nihilismus schlechterdings nichts gemein habe, dieser sei ein lediglich russisches Gewächs. Und wenn auf das Nieder- walv-Altentat hingewiesen werde, so sollte man doch anerkennen, daß das Sozialistengesetz ein solches Attentat nicht verhindett habe; eher sei anzuerkennen, daß es gerade durch dieses Gesetz hervorgerufen worden sei. Abg. Dr. Windthorst: Seiner Meinung nach habe das Sozialistengesetz die Geheimbündelei in hohem Grade gefördett. Wenn Abg. Meyer- Jena seine (Windthorst's) Anttäge als nicht durchführbar bezeichne, so empfange er den Eindruck, als ob die Nationalliberalen die Sathe nur dilatorisch behandeln wollen. Zur Abuttheilung der Attentäter des Niedcrwald-Tcnkmals habe das gemeine Recht genügt, woraus, wie Bebel mit R cht angeführt, hervorgehe, daß gegen solche Verbrechen die Ausnahmegcsetzgebung über- flüssig sei. Die Abgg. Dr. Meyer-Jena und von Marquardsen(natli) erklären, sich auch ferner freie Hand behalten zu wollen und, wenn er erforderlich erscheine, auch nach znvci Jahren das Gesetz verlängern zu können. Abg. Dr. Windthorst erwidett, daß diese Erklärungen mit den früheren Auslassungen der Vorredner im Plenum ebenso wie mit denen der nationalliberalen Presse im Widerspruch stehen, da man glaubte, annehmen p dürfen, die Nationalliberalen würden nach Ablauf von zwei Jahren dieses Gesetz nickt mehr bewilligen. Abg. Dr. Meyer-Halle(dfr.) fühtt aus, daß auch er den Eindruck hatte, die Nationalliberalen würden nach zwei Jahren das Gesetz nicht mehr verlängern wollen. Abg. Dr. Meyer-Jena will sich nicht jetzt schon endgiltig binden bezüglich seiner Stellungnahme nach zwei Jahren. Hierauf wird zur Abstimmung geschritten und werden die ersten 8 Paragraphen des bestehenden Gesetzes(zu welchem keine Gegenanträge vorliegen) angenommen. Zu§ 9, wo Abg. Dr. Windthorst das zweite Alinea:„Versammlungen, von denen durch Thatsachen die Annahme gerechtfertigt ist, daß sie zur Förderung der im ersten Absätze bezeichneten Bestrebungen bestimmt sind, find zu verbieten", zu streichen beantragt, wird vom Antragsteller hervor- gehoben, daß nach der bisherigen Praxis für die Sozialdemo- traten das Versammlungsrecht fast gar nicht vorhanden sei, was namentlich bei den Wahlen eine große Härte einschließe. Da- gegen scheinen andererseits Versammlungen von Leuten be- günstigt zu werden, in denen Reden gehalten werden, die noch giftgcschwollener erscheinen, als die sozialdemokratischen. Abge- ordneter Bebel ettnnett daran, daß Minister von Puttkamer seiner Zeit im Reichstage gesagt habe, er(Bebel) dürfe in Berlin niemals öffentlich sprechen, so lange Herr von Puttkamer Minister sei, während er in Dresden sprechen könne, Singer dagegen dürfe in Dresden nicht zum Wotte gelassen werden. Abg. Träger(dfr.) erllätt, daß seine Partei für die An- träge Windthopt stimme.§ 9 statuire die Willkür der Polizei, unter welcher auch alle anderen Parteien zu leiden haben. Absatz 2 des§ 9 sei ganz unhaltbar, nachdem infolge der unberechtigten Anwendung desselben wiederholt Wahlen zum Reichstage haben kassitt werden müssen. Minister v. Puttkamer wollte sich eigentlich an der Debatte über die Windtborst'schcn Anträge nickt betheiligen, da er erst vor zwei Jahren den Standpunkt der verbündeten Regierungen dargelegt habe. Tie Regierung könne den§ 9 nicht entbehren. Wenn beispielsweise Most aus Amerika zurück- kehren und hier eine Versammlung abhalten wolle, so wäre der Thatbestand gegeben, den§ 9 anzuwenden, oder wenn am Tage der anberaumten Versammlung' Flugschriften vettheüt würden, aus denen hervorgehe, daß diese Versammlung den sozialdemo- statischen Bestrebungen Vorschub leisten solle. Die bloße Be- fugniß, Versammlungen aufzulösen, gleiche einem Messer ohne Klinge und das kleinere Uebel sei der mögliche Mißbrauch des Veriammlungsverbots, das größere die Zulassung der gemein- gesährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie. Kgl. sächsischer Gcneralstaatsanwalt Held vertheidigt die Fassung des§ 9 vom juristischen Standpunkte und ist der Anficht. daß es ganz gut erklärlich sei, wenn ein sozialdemokratischer Redner in der einen Stadt zum öffentlichen Reden zugelassen werde, in der anderen aber nicht, da die vorligenden Thatsachen und Umstände, das Thema u. s. w. dabei berücksichtigt werden müssen. Abg. Bebel führt demgegenüber eine Reihe einzelner Vorkommnisse über ver- schiedene Anwendung dieses Paragraphen den einzelnen Personen gegenüber an. Das sächsische Vereinsgesctz aber mache überhaupt alle Ausnahmebestimmungen überflüssig, es sei an sich streng genug. Abg. Dr. M e y e r- Halle wendet sich zunächst gegen die fast unmögliche Voraussetzung des Ministers v. Puttkamer, daß Most nach Deutschland wiederkehren könnte. Thatsächlich sei auch das Versammlungsrecht anderer Parteien durch die An- Wendung des§ 9 schwankend geworden. Redner erinnctt an zwei Auflösungen von deutschfreistnnigen Versammlungen aus neuester Zeit. Fürst Bismarck habe hei der ersten Berathung des Sozialistengesetzes im Jahre 1878 ausdrücklich hervorgehoben, daß die Bestimmungen dieses Gesetzes nickt gegen andere Pai- tcien zur Anwendung kommen würden. Dieses Versprechen sei gegen des Redners Pattei nicht gehalten worden. Die nach- trägliche Rektifikation der Beamten habe in der Praxis gar keinen Wetth. Minister v. Puttkamer: Die Singularität der eben angeführten Fälle beweise gerade, daß das Gesetz loyal geHand- habt worden. Abg. Dr. Windthorst will seine Anträge immer wiederholen, um schließlich die allgemeine Stimmung dafür zu gewinnen; schon jetzt seien die meisten Leute der Anficht, daß das Gesetz abgeschafft werden müsse. Die öffentliche Diskussion mit Sozialdemokraten halte er für sehr nützlich. Uebrigens möchte er an Herrn Minister v. Puttkamer nächstens die Frage richten, ob es sich nicht empfehle, ein so strenges Gesetz auch gegen andere Leute zu machen, die er jetzt nickt nennen wolle. Abg. Dr. Meyer- Jena meint, daß die Annahme der Anträge Windt- horst's auck keinen Schutz gewähren könne gegen die Möglich- keit von Mißgttffen seitens der Polizei. Hierauf wird die Dis- kusston geschlossen. Der Antrag Windtborst zu§ 9 wird mit 9 gegen 8 Stimmen abgelehnt,§ 9 des bestehenden Gesetzes unverändett angenommen; mit demselben Stimmverhältniß werden die§§ 10 bis 18, nach Ablehnung der Windthorsi'schen Gegenanträge, genehmigt. Bei§ 19, welcher von der Ver- breiiung verbotener Schriften handelt, beantragt Abg. Spahn (Zentrum) eine Milderung der bisherigen Bestimmungen, während Geh. Rath Held und Abg. v. Kleist-Retzow für die neu beantragten Verschattungen eintreten. Nach längerer Debatte zieht Abg. Spahn seinen Antrag zurück, die Ver- schärfung des bestehenden Gesetzes wird abgelehnt und§ 19 in der bisherigen Fassung unverändett angenommen. Morgen wird die Berathung fortgesetzt. Kleine Wittlseiltuiften. Chemnitz, 4. Februar.(Verunglückte Thierbändigeiin.) In der seit einiger Zeit hier anwesenden Falk'schen Menagerie ereignete sich heute Mittag eine Schreckensszene. Kurz nachdem die Thierbändigerin, eine Tochter des Besitzers, zur Dressur der Thiers einen großen Käfig betteten hatte, in dem sich ein Bär, drei Wölfe und eine Hyäne befanden, stürzte sich der Bär auf das junge Mädchen und krackte ihm mit Tatzen und Zähnen schwere Verletzungen bei. Ein Wättcr, der zu Hilfe eilte, wurde von der wüthendcn Bestie gleichfalls mit Tatzenschlägen nieder- gestreckt und verletzt, ebenso der Menagettebesitzer, der sich in den Käfig begeben hatte. Endlich gelang es dem übrigen Wärtcrpcrsonal, die Bestien mit eisernen Stangen in eine Ecke des Käfigs zu treiben und die Verwundeten aus demselben zu entfernen. Die Verletzungen sollen nach ärztlichem Ausspruch bedenklich sein. Wir«, 6. Februar.(Ein Kind verbrannt.! Ein entsetz- licher Unglücksfall ereignete sich gestern Vormittag in Ober- Döbling, Sonnbergplay Nr. 2. Die im bezeichneten Hause wohnhaste Zimmermanns- Gattin Theresia Ebhardt besorgte Vor- mittags in der Nachbarschaft einige Einkäufe und ließ in der Zwischenzeit ihre drei Kinder, im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren, allein in der Wohnung, die sie beim Fortgehen von außen abacspent hatte, zurück. Als Frau Ebhardt nach einer halben Stunde wieder heimkehtte, fand sie das Zimmer mit dichtem Rauch gefüllt und ein widerlicher Geruch schlug ihr entgegen. Ein Unglück ahnend, öffnete sie rasch die Fenster und als sich der Rauch theilweise verzogen hatte, sah sie ihr ältestes Kind, die dreijährige Anna, als halbverkohlte Leiche todt auf dem Boden liegen. Während der Abwesenheit der Mutter hat sich, wie angenommen werden kann, die Kleine dem glühend heißen Ofen genähett, bei welcher Gelegenheit sich die Kleider des armen Kindes entzündet haben müssen. Tie Hilferufe der «einen Anna wurden im Hause nicht gehött. und als die un- Ebhardt wurde die strafgenchtliche Untersuchung eingeleitet Londou. 8. Februar,(Ueberschwemmung.) Der„Standard" meldet aus Shanghai, durch den Austritt des Hoanghofluffes dcr wette Sttecken uberschwemmt habe, seien nahe an 2 Milli- onen Menschen in Roth und Gefahr versetzt. Fondon. 7. Februar Der Eastle-Dampfer„Roslin Easlle" cht heute auf der Heimreise m Plymouth angekommen und der Dampfer„Drummond Castle" hat heute auf dcr Ausreise Madeira pasfitt. Foiidon, 7. Februar. Der Union-Dampfer„Roman" ist gestern auf der Heimreise in Southampton angekommen 100. Telegraphische Depesche� (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Wi»«, Mittwoch, 8. Febmar. Das Abgeordnet den österreichisch-italicnischen Handelsvettrag.welchervo« minister in längerer Rede befürwottet wurde, mit Majotttät angenommen. peft, Mittwoch, 7. Februar. Unterhaus. dcnt Tisza rechtfertigte die letzte Goldrenten-Emisfi sich um die Beschaffung der vom Reichstage ben Millionen gehandelt, eine so große Emission von würde den.Kours tief gedrückt haben. Man irre übrig Annahme, daß das Konsottium die Papierrente rest Er sei durch die Erwägung bestimmt worden, daß rentenmartt ein internationaler sei. Stockholm» Mittwoch, 8. Februar. Die ersicl nahm mit 73 gegen 57 Stimmen einen Zoll aitf Weizen, Gerste, Mais, Erbsen und Bohnen und? 2t Kronen für 100 Kilo an. Doris, Mittwoch, 8. Febmar. Nach einer des Untestuchungsttchters Athalin wird Wilson in' Ordenshandels mit Le Grand und Crespin vor polizeigericht verwiesen. Der Termin ist auf den i anberaumt. Nladrid, Mittwoch 8. Februar. Neueren Nach Rio Tinto zufolge herrscht daselbst vollständige Ruh« beitcr haben die regelmäßige Arbeit wieder aufgenom die Vorgänge am 4. d. M. ist eine Untersuchung« Das Theater in Rio Tinto ist vollständig abgebrar (Nack Schluß der Kedotttion ringetrot Stockholm, Mittwoch, 8. Febmar. Die er nahm femer mit 73 gegen 42 Stimmen einen Z»/ von 1 Krone für 100 Kiloqr. an. Rom, Mittwoch, 8. Febmar. Nach einer M Massauah fand gcstem zwischen Kantibai, dem» mit den Italienern verbündeten Habab, und A> Gumkod, vier Kilometer von Allet, ein Zusammenn welchem die Abessinier 1 Offizier und 1 Soldatt Kantibai hatte keine Verluste. Li Literarisches. Volksbibliothek de» gesammte« Misten», herausgegeben von Wilhelm Kommissionsverlag von R. Schnabel in Dresden straße 3). Erscheint in einzeln käuflichen Wo« g 10 Pf. Der Bezug der ganzen Bibliothek kann begonnen werden.— Die soeben zur Ausgal Hefte 25 und 26 enthalten: 25. Astronomie, Astrophysik und Kosmogon« von K. Steinmetz(Forfetzung). 26. Volkscmähmng, bearbeitet von Ema> (Fortsetzung). Zu beziehen durch alle Buchhandlungen un° Kricfkasten der Kedaktit Bei Anfragen bitten wir die»bonnementb-Quittung beizufk'" Antwort wird nicht ertheilt. Sprechstunde« der Redaktio» nur von 12—1 Ahr Mittag» und 7—8 S. 100. Auf die Empfehlung dcrattiger! wir uns nicht einlassen. Im Berliner Adreßbu die gewünschten Adressen finden. p. f. 090. 1. Die Schwedterstraße iftj vierten Theil länger als die Linicnslraße. 2. Dg bekannt. A. M. Fliederftratze. Die gewünschte nicht bekannt. 17. Ziehung der 4. Klaffe 177. König! Ziebun» vom 8. Februar 188$,«*(»•• Ilm die Cnsli'.m über 210 Wart sind den dcir«N«r w Parenthele beigesüzi. (Ohne Gewähr.) 522 730 970 1 284 365 425 606 702 53 928 63% 800 46»234 345 736 4086 165 421 812 5129 21 610«094 636 823(300) 917 7022 545 53 602 753 846 48»129 286 628 13001 792 914 40189 426 584 624 720 840 56 61 44186 290 H 42274[500] 421 654 61 858 961 99 4»I24 217 88(l 617 89 891 15006 176 592 703 79 87 985 4«3vS'■ 629 809 4 7224 615 52 751 97 1«290 741 79 89? 20018 66 477 1500! 576 21265 587 2 2581 849 28 428 547 964 2 409Ö 96 180 88 345 615 708 77 W, 41 26.311|500| 79 516 2 7128 639 1500! 81 897 933. 11 537 48 633 774 944 115001 88 20237 401[30001 23 »0287 499 503 4 78 731 940»1213 948 84 n*. 548 90[500] 773 938[30001»»066 90 422 523 808' 85» 5002 240 97 361 79 503 45»6308 55 80 5« 1 344 886J30PL»«066 229 673 98[15001 667 7S8.AA-1 41011 374 966 421% 44 265 308 499 869 4"' 40090 198 691 726 62 57 263 314 82 95 467 593 ovo tw erw [3000) 634 770 46080 144 202 409 508 848 944 51�» ..... 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