m nicht ic große- ' unteres ing geän� die l>M ach Nord«? Naum das» allgememe� ra'".«u � nd Zlc er- und um Unt [C uns oM mg. U ,u bandeln H laufbesseni»« i, bekannt. Ufa [ provlWW kschast- J der Jl SolivaM der auafik Derftitft■ t allen � S Ä? elben zu, s?> 3« Kottnabend, den 11. Februar 1888. R J«hrx. Brgan für die Interessen der Arbeiter. »a« »Berliner Volk«blatt« -�»«MWWKS in der Erpeditwn. Berlin SW., Zimmerstraß- 44, sowie von allen Annoncen-Bureaur, o*ä# Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Grxedition: Zimmerstraße 44. Änderungen des Kozintisten- ge setze». ersten Berathung deS Sozialistengesetzes im 1.�78 sagte der Abgeordnete Wcndt Horst, als Dei den. kleinen Belagerungszustand(§ 28) berieth; (..t]6 diesen Paragraphen annehmen, so werden Sie biu wieder loS."— Damit hatte der parla- , lche Stratege des Zentrums recht und wir glauben /�te, daß jenes Windthorst'sche Wort noch auf lange _ 2"� zutreffend sein wird. Aber auch die Abände- Asahr.'� �rage, die Herr Windthorst selbst zum Sozialisten- I»k,, �bracht hat, sind nicht geeignet, eine wirkliche ~_«.-iiti"8 un dem Ausnahmezustands in den die Arbeiter- äIää'ä'äs, er heutig�, J®1 der, welcher sich eben auf den kleinen Belage- er uhl»u? itk.„ d und die damit verbundene Ausweisungsbefugniß tadthaltcri' � Herr Windthorst will die Anwendung des§ 28 m rniiH itimfrr n und dessen Umgebung beschränkt wissen. Die „Polch' i tzd ellen Gegner des Ausnahmegesetzes werden ihm mit 5« vte sagen können, daß, was für andere Städte # t i„ für Berlin recht sein muß. Leben wir denn Bundesrat L Merlin unter so schlimmen Zuständen, daß gegen """ Bevölkerung strengere Maßregeln erforderlich sind, »egen die Einwohner anderer Städte? Wir haben , dergleichen bemerkt, und wenn Einzelne sich einmal '�lsen fortreißen lassen sollten, so kann man dafür � Bevölkerung von einer Million und darüber °ülich machen. Herr Windthorst mag denen, �sipielle Gegner deS ganzen Sozialistengesetzes 'L-iPd��ten, man müsse das Sezialistengesetz !?en. K und stückweise nach und nach zu beseitigen ?e Ab» 5® das wird ihm zunächst nicht gelingen, weil -en/ Uns f ft,n98antrii9e keine Aussicht auf Annahme de»« fadann werden die Anhänger deS Gesetzes gerade ..j.-zsten Windthorst angefochtenen Härten desselben am rgetr-?'»zenij�"(stehen. Für uns hat einem Ausnahmegesetze ■'''" ben nr®(" nur ein prinzipieller Standpunkt einen Werth. itest, q krägen des Abgeordneten Windthorst liegt das liiß..?®A(ständniß, daß er ein Sozialistengesetz für zeit- tin. für gerechtfertigt hält und daß es nur die 'er des o gegnwärtigen Gesetzes ist, gegen�welche�der von iittbeiluns� Sink :d)tfei as Rl gen. � n.eK wied«»� im fill- tiger ll Die VN 2i snfolge chungen % NaM tröhreiB Mi a«Sl£. ai'Ä■WSr'ÄÄ'# J# nicht so sehr konservative und antidemokratische uungen hätte, so könnte man von ihm, °°n dem Führer einer einst vielverfolgten ' verlangen, daß er für unbedingte Preß- Antreten müsse. Aber sein Abänderungsvor- Jeuilreton. [34 (»«chbruck Bttfotm.) 0 yji' uuu in und macht ihr unser Haus - P... L... C....... V«. s\ v*.. 1 SJÜNftslO« rtllf WÖ.Mrt«, O.CT.« f.ArtO« ),50 gesund wäre und ihr bei- ir la ÄS= ,T. vv. �.UU, UNO U? lsvion n Mngslos auf meinem Kissen W""- Au.r'v* glaube," sagte Baumann leise,» r»',.w-" 1 ymnpm, um Ää' das gnädige It täglich . uz ist„. sich bei frischen Kräften zu rK�'lhiK � aiifv;l,. ch f° eine Art perpetnnm mobile, das ez®„9eiagt, lieber nicht rcpariren möchte, ..°-d 30�1 Fn�vert J mte �ugel, die stets auf's Neue das ganze . S" mk® arb?i». setzt, denn schon nach den ersten � �®tuß l-t Wenigstens noch nie einen fteundlichen Blick !»," essen sti'br bekommen/' ..en."?.. nnen sich überhaupt nur wenige Menschen nno.„Oh, warum sich und Anderen machen! ES ist doch so schock und, ach, schlag gerade in Bezug auf die Presse ist ein Zugeständniß, das man von einem Manne nicht erwarten sollte, der sich schon so oft über die Verfolgungen, welche die katholische Presse erlitten, beklagt hat. Herr Windthorst schlägt näm- lich vor, den§ 11 des Sozialistengesetzes, der sich auf das Verbot von Druckschriften bezieht, dahin abzuändern, daß eine periodische Zeitschrift nur dann für immer verboten werden kann, wenn das Verbot einer einzelnen Nummer zum zweiten Mal erfolgt ist. Bis jetzt genügt bekannt- lich das einmalige Verbot einer einzelnen Nummer auch zum Verbot des ferneren Erscheinens. Was würde es be beuten, wenn der Vorschlag des Herrn Windthorst ange- nommen würde? Gar nichts, denn wenn man in einer periodischen Druckschrift einen Grund zum Verbot findet, so kann man auch deren zwei sinden, ohne große Mühe dabei aufzuwenden. Und außerdem bezieht sich die Abän- derungsbestimmung des Herrn Windthorst nur auf die pe- riodischen Druckschriften; die nicht periodischen, die Bücher, will er also auch ferner dem Gesetze preisgegeben wissen. Seltsame Abänderungen das! Den wirklichen und prinzi- piellen Gegnern des Gesetzes thut Herr Windthorst mit seinen Abänderungsanträgen gar keinen Gefallen, schon deshalb nicht, weil seine Anträge, wenn auch nur indirekt, das Gesetz für nothwendig und gerechtfertigt anerkennen. Die Nationalliberalen haben dagegen diesmal bei der ersten Lesung des verschärften Sozialistengesetzes mit ganz besonderem Nachdruck, wie man ihn bei oieser Partei nicht gewohnt ist, erklären lassen, sie seien für baldige Beseitigung des Ausnahmegesetzes und seine Ersetzung durch Aufnahme entsprechender Bestimmungen in das gemeine Recht. Bekanntlich hat sich seinerzeit auch der„fteisinnige" Herr H ä n e l dafür ausgesprochen, um der Welt zu zeigen, wie es mit seiner„Freisinnigkeit" bestellt ist. Die offiziösen Blätter haben den Nationalliberalen erwidert, man möchte erst einmal Vorschläge machen, wie die einschneidenden Be- stimmungen des Sozialistengesetzes in das gemeine Recht überzuführen seien, um— nach den Begriffen der„Nord- deutschen Allgemeinen"— dennoch wirksam zu bleiben. Nun, die Ueberführung des Sozialistengesetzes ins ge- meine Recht hätte zunächst die Bedeutung, daß die Ans- führung des Gesetzes aus den Händen der Polizeibehörden in die Hände der richterlichen Behörden überginge. DaS wäre an sich ziemlich viel und wäre eine Umkehr von prinzipieller Bedeutung. Aber wenn man sich das Sozialistengesetz in das gemeine Recht eingeführt denkt— wem fällt oa nicht der berühmte„Wurm, der nicht sterben kann", ein, die famose S t r a fg e se tz n o v e l l e, die 1876 zum letzten Mal im Reichstage vorgelegt und damals auch von den Nationalliberalen abgelehnt wurde? Etwas ähnliches müßte doch wieder kommen, wenn man die Regierung auch Kathinka trat herein und brachte den Thee, setzte ihn aber nur auf den Tisch und verließ augenblicklich das Zimmer wieder. Sie hatte rothgeweinte Augen und wollte die wahrscheinlich nicht vor den jungen Leuten sehen lassen. Baumann'S Blick haftete mit innigem Mitleiden auf ihr; sie war so jung und so unglücklich schon, stand so ohne Schutz und Freunde da, und ertrug doch Alles mit so stiller Demuth, ohne ein einziges Wort der Widerrede! Er hatte auch wirklich einen bittern Fluch gegen die„steinerne Tante" auf den Lippen, verbiß ihn aber, um Benno nicht wehe zu thun, und setzte nun langsam die Maschine außer Gang und zurück neben seinen Hut. „Sie wollen doch noch nicht fort, Baumann?" fragte Benno rasch.„Du lieber Gott, dann bin ich ja ganz allein, denn Kathinka hat die Tante weggejagt und Bruno ist ja auch wieder fortgeritten, er wäre sonst gewiß noch einmal heraufgekommen." „Zch kann noch etwas bleiben, lieber Baron, aber ich fürchte, Sie regen sich zu sehr auf. Sie sehen jetzt schon so blaß aus." „Weil ich mich über die Tante geärgert habe," sagte der Knabe.„Weshalb zankt sie immer mit der armen Ka- thinka— ich bin ja auch gar nicht krank mehr, nur noch schwach, wie mir der Doktor selber gesagt hat, und nur ausruhen soll ich mich, recht ordentlich ausruhen, da- mit ich wieder zu Kräften komme— könnt' ich nur fort von hier!" „Aber wohin?" ftagte Baumann. „Bruno hat mir versprochen," fuhr der Knabe mit leuchtenden Blicken fort,„wenn er jetzt das viele Geld von seiner großen Erbschaft bekommt, was ja nur noch wenige Wochen dauert, dann macht er mit mir eine Reise nach Italien. Dort ist weiche, warme Luft, dort erhol' ich mich gewiß in so viel Tagen, wie hier in Monden, und dann nehmen wir Kathinka als Krankenpflegerin mit— ja, Baumann, gewiß! Ich habe eS schon alles mit meinem Bruder ausgemacht— ich brauche noch Pflege unterwegs, wenigstens in der ersten Zeit— aber die Tante," setzte er lächelnd hinzu,„die lassen wir hier in nur entfernt zuftieden stellen wollte, und darum wird eS der nationalliberalen Partei bei einer solchen Umänderung in erster Linie zu thun sein. Aber will man in das gemeine Recht für den Sozialismus Strafbestimmungen aufnehmen? Dann hätten wir ja wieder die Ausnahme, denn sowie eine bestimmte Parteirichtung im Strafgesetzbuch bezeichnet wird, ist der Begriff des gemeinen Rechts wiederum durchbrochen. Wird aber die Partei, auf die es abgesehen ist, nicht deutlich bezeichnet, so steht die Anwendung der neuen Strafbestimmungen ganz im Belieben des Richters, und das Schwert des neuen Gesetzes hängt über dem Haupte aller Oppositionsparteien. Nun, wir überlassen es anderen Leuten, sich über diese Dinge den Kopf zu zerbrechen; wir haben ja keine Vor- schlüge zu machen, wie man die Arbeiterbewegung mit dem Gesetze treffen kann. Wir wollen nur sagen, daß uns die Abänderungsvorschläge des Herrn Windthorst und die nationalliberale Hänel'sche Zdee der Ueberführung in's ge- meine Recht gleich unsympathisch sind. Trigmak-Korrespon�mzen. Minterthnr, 7. Februar. Am Freitag Morgen vor 6 Uhr ereignete fich in der hiefigen Lokomotivfabrik ein blutiger Vor- fall. Ein 56 Jahre alter Arbeiter Namens H e r t i g, der in der genannten Fabrik als Schmied beschäftigt war, hatte die Kündigung erhalten und sollte am letzten Sonnabend die Fabrik verlassen. Arbeitslosigkeit und Roth vor Augen, ging der Ar- deiter zur Direktion und bat, die Kündigung zurückzunehmen, doch umsonst. Da ging seine Frau gleichfalls zur Direktion und wiederholte die Bitte ihres Mannes, aber ebenso erfolglos. Donnerstag Abend theilte die Frau dem Manne die Nutzlofig- keit ihrer Bemühungen mit und am nächsten Morgen stand der Arme auf, ging in die Fabrik und schnitt fich vor seiner Esse mit einem Rastrmesser den Hals durch. Als um 6 Uhr seine Arbeitskollegen in die Schmiedewerkstättc Katen, fanden sie den Unglücklichen in seinem Blute liegen und einige Minuten später war er eine Leiche. Die Arbeiter der Fabrik brachten sofort über 300 Fr. auf, die von der Direktton auf 500 Fr. erhöht wurden. Am Sonntag Vormittag fand die Beerdigung statt und viele Hunderte von Arbeitem folgten ihrem in den Tod getriebenen Genossen. Er hinterläßt eine arme Frau und meh- rere Kinder. Der Fall ist derselbe wie der s. Z. in der Maschinenfabrik Oerlikon, wo der Gemaßrcgelte, Göckler, seinem rück- fichtslosen Werkmeister mit einem Stück Eisen eine Kopfwunde beibrachte. Wie ich höre, soll die �anze Schuld des Ereignisses auch in diesem Falle auf den Meister enttallen, der nun ebenfalls entlassen werden soll. Die„Arbeiterstimme" widmet dem Todten einen ergreifenden Nekrolog, in d m es u. a. heißt:„Der Name Hertig hat einen guten Klang. Schon seit einer Reihe von Jahren war er tti der schweiz. Arbeiter- dem alten, öden Schlosse, wo es mir immer ist, ob als die Mauern über mir zusammenbrechen müßten, und dann kann sie nicht mehr mit Kathinka zanken, und sie wird wieder heiter und glücklich werden und wieder lachen— ach, Bau- mann, Sie sollten sie einmal lachen hören, wie herzlich, wie lieb das klingt!— Aber," setzte er leise hinzu,„eS ist schon lange her, daß ich es nicht mehr gehört habe, und es thut mir doch so wohl." Er lag viele Minuten still und regungslos, und Bai> mann, das Herz von innigem Mitleiden mit dem Armen erfüllt, wagte selber nicht das Schweigen zu brechen. Welchen Trost hätte er ihm auch geben können? Endlich sagte Benno wieder: „Wo nur der Vater heute sein mag, daß er nicht ein einziges Mal zu mir heraufkommt, und er weiß doch, wie ich mich immer freue, ihn hier zu sehen— aber freilich," setzte er seufzend hinzu,„bei mir hier oben ist eS so lang- weilig und er hat so wenig Gedulo— da ist die Kathinka und wenn sie dürfte, säße sie halbe Tage lang an meinem Bett und erzählte mir ihre wunderhübschen Geschichten. Ach, sie kann so schön erzählen, Baumann, und wenn sie eS thut, seh' ich all' die Personen, welche sie be- schreibt, all' die Feen und Elfen mit ihren lieben Gestalten um mein Bett stehen, und es wird mir dann so wohl, oh, so wohl..." Er sank zurück, Todtenblässe deckte seine Züge, er war ohnmächtig geworden, und Baumann zog die Klingel, um Hilfe herbei zu rufen, aber nur die Magd erschien. Das gnädige Fräulein Tante war unten in den Ställen und zankte sich gerade mit einer der Viehmägde, Fräulein Ka- thinka war aber in den Garten geschickt, um dort die Blumen zu begießen. Benno erholte sich jedoch, wie ihm nur Baumann ein nasses Tuch um die Stirn legte, rasch von selber wieder; aber er war jetzt so schwach geworden, daß er nach Ruhe verlangte. „Ich will schlafen," sagte er leise, indem er dem Freund die Hand reichte—„heute bin ich recht elend, aber wenn Sie wieder herauskommen, finden Sie mich von allen Schmerzen frei— dann beginnt eme glückliche Zeit. Leben Sie wohl, Bewegung thätig, schon bei manchen Delegirtenversammlunaen bat er sein Mandat mit Ekren erfüllt, bei dem letzten Ar- veitertag in Aarau war er Vertreter der Grütlivereine der Ur- schwciz. Dieser liebe Verstorbene hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Maßregelungen infolge seiner Gesinnung hatte er viele durchzumachen, aber erst in der letzten Zeit ließ man ihn so recht deutlich fühlen, daß ein ausrangirter Arbeiter nicht vöthig habe, sich in öffentliche Angelegenheiten zu mischen ic. Während die Arbeiter und die ihnen freundlich gesinnte Presse «ntrüstet ist über solch' brutale Behandlung, einen Arbeiter blos von der Gnade eines Meisters abhängen und von diesem in fcen Tod treiben zu lassen, schreibt die„N. Zür. Ztg." in vor- nehmer Unwissenheit:„über die Motive Hertig's ist man völlig im Unklaren." Politische Ueberstcht. Die Kede des Fürsten Bismarck hat das Dunkel, welches durch die Veröffentlichung des deutsch- österreichischen Bündnißvertrages noch vermehrt wurde, nicht gelichtet— darüber ist man, nachdem der erste Eindruck verflogen, auf allen Seiten so ziemlich einig. Klarheit ist in einem Punkte ge- schafft worden: das Deutsche Reich wird n i ch t zu den Warten greifen wenn Rußland in Bulgarien mit Güte oderGe- «alt seinen Willen durchzusetzen sucht. Also Ferdinand von Bulgarien ist preisgegeben. Das wußten wir aber schon vorher. Und schon als der Lärm mit den sog.„ge- fälschten Depeschen" entstand, gaben wir der Vermuthung Aus- druck, dieser Lärm sei nur d'e Homerische Wolke, hinter der das diplomatische Spiel der Preisgebung Bulgariens an Ruß- land sich verstecke. Die Veröffentlichung des dcutsch-öster- veichischen Bündnißvertrags scheint also genau denselben Zweck gehabt zu haben, wie seiner Zeit die Veröffentlichung der sog. gefälschten Depeschen, nämlich die, dem deutschen Nationalstolz nicht sehr schmeichelhafte Thatsache zu verhüllen, daß Deutsch- land dem Vorgehen Rußlands, so lange dieses nicht direkt deutsches oder österreichisches Gebiet angreift, keinen Widerstand entgegenzusetzen. Außerdem hatte die Veröffentlichung des deutsch-örterreichischen Bündnißvertrags unzweifelhaft auch noch den Zweck, der Rede des Fürsten Bismarck ein größeres Relief zu geben— und die Erwartungen des Publikums aufs höchste zu spannen. Und dieser Zweck ist allerdings erreicht worden. ibb die Rede den gehegten Erwartungen entsprochen hat, ist freilich eine andere Fräße. Jedenfalls ist der Eindruck heute bei weitem kein so günstiger, wie unmittelbar nachdem die Rede gehalten und von dem gutmüthigen Publikum in seinem Sinn — als Friedensbotschaft— ausgelegt worden war. Heute ist die Zahl derer, welche sich fragen: Was hat Fürst Bismarck denn eigentlich gesagt? weit größer als damals, und die Zahl derer, die es errathen zu haben glauben, weit kleiner. Kurz: wir wissen heute genau so viel wie vor jener Rede und die Lage ist genau so unsicher. Am zufriedensten scheint man in Rußland zu sein— was sich allerdings begreifen läßt.— Der bisherige Verlauf der Kitznngen drrSonatisteu- sefetzkommifston hat die letzten Zweifel darüber beseitigt, daß nichts anderes als die Verlängerung des bisherigen Gesetzes auf zwei Jahre herauskommen wird. Herr von Puttkamer hat be- lanntlich im Plenum kaum den Versuch gemacht, das verschärfte neue Gesetz zu begründen. Er hatte genug zu thun, um sich gegen die Angriffe auf die Handhabung des bestehenden Gesetzes zw vertheidigen. Man konnte nun glauben, er würde in der Kommission dies nachholen. Das geschieht aber nicht. Er scheint vollkommen zufrieden, wenn es bei dem alten Gesetz bleibt, und wehrt sich nur gegen die vom Abg. Windthorst de- «ntragten Abänderungen desselben. Es ist vielleicht noch niemals ein iyesctzentwurf der Regierung von ähnlicher Tragweite, der wochenlang die größte Aufregung hervorgerufen hatte, so wider- standslos aufgegeben worden, wie dieses neue Sozialistengesetz durch Herrn v. Puttkamer. Es läßt sich das wohl kaum anders erklären, als daß er in diesem Falle nicht den nötbigen Rückhalt an derjenigen Instanz hat, die bisher auch einer Majorität des Reichstags gegenüber immer noch versucht hat, ihren Willen durchzusetzen. In den Kefchlüssen der Kommifsto» knr das Sona- listenaefetz bemerkt die„Rat. Lid. Korr.":„So wird also eine kurze Verlängerung des bestehenden Gesetzes das Ergebniß der Verhandlung sein. Daß damit eine dauernde Lösung der Frage nicht erzielt und daß nicht in alle Ewigkeit mit immer neuen Fristverlängerungen fortgcwirthschaftet werden kann, muß freilich zugegeben werden. Nachdem für den Augenblick wieder einmal Vorsorge getroffen ist, wird man um so ernstlicher sich mit Prüfung der Frage beschäftigen müssen, ob und wie an Stelle dieser Ausnahmcvorschriften mit vorübergehender Giltigkeit dauernde organische Bestimmungen zur Abwehr dieser Gefahr in die ordentliche Gesetzgebung eingefügt werden können. Eine in mancher Hinsicht besondere Behandlung dieser Bewegung wird freilich nicht zu vermeiden sein, läßt sich aber auch durch ihre besonderen Eigcnthümlichkeiten rechtfertigen. Die Annahme einer nur so kurzen Frist wie zwei Jahre muß ein Antrieb sein, sich jetzt ernstlich und ohne Säumen mit der mein guter Baumann!" Er drehte sich ab und legte sich auf die Seite. Baumann sah nur noch die eingefallenen Wangen, die hohlen Schläfe und geschlossenen Augen. Es war ihm, als ob er einen Tobten verließ, als er, seine Maschine im Arm, die Thür des Zimmers hinter sich zudrückte. Er stieg langsam die Treppe hinunter und betrat durch eine Seitenthür den Garten— es wurde unten im Park an dem einen Theile der Mauer gebaut, und er wußte, daß er dort hinaus ein bedeutendes Stück seines Weges ab- schneiden konnte—, aber er mußte an dem Gartensaal vor- über, und als er die Thür desselben passirte bemerkte er den alten Freiherrn, der dort, die Stirn noch immer an die Glasscheiben gelegt, stand und anscheinend hinaus in den Garten sah. Im ersten Moment wollte er ihn auch anreden und ihm sagen, daß Benno wieder eine Ohnmacht gehabt. Der Kranke schlief aber jetzt aerade; wenn der Baron hinaufging, störte er ihn nur wieder. Das vorher gerufene Mädchen würde es schon besser der Tante sagen; er selber beschloß, nichts davon zu erwähnen. Nur als er vorüberging, zog er seinen Hut ab und grüßte den alten Herrn, dessen stieres Auge auf ihm haftete— aber ob er ihn trotzdem nicht sah? Er dankte wenigstens nicht, noch gab er irgend ein Zeichen der Er- kennung. Still und regungslos stand er an der Glasthür und starrte, wie in das Leere, in die grünen Büsche und Sträucher hinein. Dem jungen Mann wurde es auch ganz unheimlich, als er ihn da so stehen sah. Was war vorge- gangen, das den alten, sonst so strengen und kalten Herrn dermaßen erschüttern und von seiner nächsten Umgebung ablenken konnte!.. Soll mich der Himmel vor Macht und Retchthum be- wahren," flüsterte Baumann leise vor sich hin, als er durch die laubigen Gänge des Parkes schritt,„wenn ich sie solcher Art mit meinem Seelenfrieden erkaufen müßte! Wie kummervoll der Mann aussieht! Hat er vielleicht von dem neuen Anfall des jüngsten Kindes gehört und sorgt sich darüber?— armer Vater!— Oder ist es etwas Anderes das ihn drückt? Wenn so, dann müßte er es auch allein tragen, denn er hat keinen Freund, dem er sich angeregten Frage zu beschäftigen. Gerade die Kürze dieser Frist ist aber auch besonders zweckmäßig, weil sie die Sicherheit bietet, daß noch der gegenwärtige Reichslam zu dem man das Vcr- trauen haben kann, daß er die Svache unbefangen und mit verständiger realpolitischer Betrachtung der Verhältnisse anfassen wird, sich obermals mit der alsdann hoffentlich dauernden Rege- lung der Angelegenheit zu beschäftigen haben wird." Ei« Tübinger Prsfeffbr, Herr Thudichum, hat — einem von ihm selbst wahrscheinlich tiefgefühlten Bedürf- niffe folgend— in der„Tübinger Chronik", dem Stapelplatze für derartige Waare, eine langathmige Verherrlichung des Spitzelthums veröffentlicht. Während in gut nationalliberalen Blättem(beispielsweise der„Straßb. Post") nach dem eisernen Besen gerufen wird, der Kehraus machen soll mit dem Spitzel- unfug, votirt der Herr Professor dem Minister von Puttkamer den„Dank jedes Freundes des Vaterlandes und der Ordnung" und beschimpft den Züricher Polizeihauptmann, der das Spion- aefindel aus seinem Schlupfwinkel scheuchte. Das ist Geschmack- fache,— meint hierzu die„Franks. Ztg."— und wenn der Herr Professor sich zu den Schröder, Haupt und Konsorten hin- gezogen fühtt, so mag er diesem seinem„nationalen" Gefühl keinen Zwang auferlegen. Etwas anderes ist es, wenn Herr Thudichum, um seine Schützlinge besser vertheidigen zu können, sich offenbar Unwahrheiten zu Schulden kommen läßt. Herr Thudichum etwähnt, die Sozialisten hätten nach dem Nieder- waldattentat behauptet, dasselbe sei auf die Polizei zurückzu- führen, und schreibt dann:„Der damalige Abgeordnete der ehe- maligen freien Reichsstadt Frankfurt, Sonnemann mit Namen, bestätigte in der Reichstagssitzung vom 21. März 1884, daß„in der Bürgerschaft" die Ansicht„vielfach" verbreitet sei, die Sacke mit dem Dynamitattentatc in dein Polizeigebäude sei „nicht ganz klar"; in Verbindung mit dem, was er vor- her thells wahrheitswidrig, theils verdeckt verdächtigend vorge- bracht hatte, lag darin die Andeutung, daß die Sozialdemokraten Recht haben möchten,— wobei ins Gewicht fällt, daß er seine Wahl lediglich den Stimmen der Sozialdemokraten zu danken hatte." Bekanntlich aber war Sonnemann gegen die Stimmen der Sozialdemokraten gewählt worden. An dieser dreisten Un- Wahrheit Hadder Herr Professor aber noch nicht genug; er schreibt am Schlüsse seines Machwerkes:„Wenn ein deutschfrci- sinniger Abgeordneter des deutschen Reichstags auf solche völlig unbewiesene und unglaubwürdige Beschuldigungen davon reden kann, daß„die Ehre unseres Landes" gegenüber der Schweiz durch die preußische Regierung boßgestellt worden sei, so ist dies nicht blos auf Rechnung des Umstandes zu setzen, daß Herr Bamberger den Stimmen der Sozialdemokraten seine Wahl verdankt, sondern auch eiuer Staatsgefinnung, die von deutsch- nationalem Bewußtsein leider nur wenig erkennen läßt." Be- kanntlich erhielt aber bei der letzten Wahl Bamberger 1 1 076, sein nationalliberaler Gegenkandidat 8119, der Sozialist 147 Stimmen. Der Herr Professor hat also zweimal das Gegen- theil der Wahrheit gesagt, blos uin den politischen Gegner zu verunglimpfen. Wir wollen diese Prattik festnageln, sie ist überaus bezeichnend für eine gewisse„nationale" Ge- finnung. Zur Affärr Ehrenberg schreibt die„Münchener Post", daß Hauptmann Ehrenberg auch ihrem Redatteur(L. Viereck) 1883 Pläne, wie man das deutsche Militär insurgiren könne, vorgetragen habe. Auf die sehr bestimmte Entgegnung, daß der- artige Unternehmungen mit den sozialen Rcformgcdanken der Arbeiterbewegung absolut nichts gemein haben, hatte Ehrenberg nur ein mitleidiges Achselzucken. Ilattien« der Reichstags-Kommtsfion für das S o z i a« li st engesetz wird Abg. Meyer(Jena) an das Haus Bericht erstatten. Die Mörder de« Gaflwirths Salu» zu„Insel" in St. Gallen scheinen entdeckt zu sein. Das Landjägerkommando in St. Gallen veröffentlicht einen Steckbrief gegen die der That Verdächtigen: 1. Wen die, Friedrich Wilhelm Ludwig, aus Berkel, Preußen, Angestellter bei Karousselbesitzer Stuhr aus Ham- 3 2. Pannin g, Heinrich Karl, aus Münster, Westfalen, Tischler oder Zimmermann, auch Angestellter bei verschiedenen Schaustellern, 30 Jahre alt, groß, blonder Schnurrbart, gegen- wältig wahrscheinlich bei einem Schausteller in Berlin engagirt; 3. K l c e m a n n, Eduard, Schlächter, nun ebenfalls An- gestellter bei Schaubuden, angeblich aus Dresden, 40 Jahre alt, groß, dünne, röthliche Haare, röthlichen Schnurrbart, war vorigen Monat bei Karousselbesitzer Webclhorst in Dresden, besindct sich möglicherweise noch in Dresden; und ein 4. Unbekannter, zu oben angegebener Zeit Rekomman- deur bei Panoramabesitzer L o w i n g e r oder Lohmever. Es wird ersucht, um allseitige strenge'Nachforschung in größeren Städten, auf Messen u. f. w., und um Verhaftung derselben unter telegraphischer Anzeige an die unterzeichnete Amtsstelle. Für Entdeckung und Einbringung der richtigen Thäter ist eine Prämie von 500 Frks. ausgesetzt. Der Ente Staatsanwalt in Ä r a u n s ch w e i g hat auf Er- suchen des bctteffendcn Landjägerkommandos diesen Steckbrief anvertrauen könnte oder wollte." Er war wohl ein„vor- nehmer Herr", aber er stand allein, trostlos allein in der weiten Welt, und niemand half ihm seine Lasten tragen, und doch war der Glanz und Prunk, der ihn umgab, und das Meiste von alledem, nur noch gemacht, wie Äaumann recht gut wußte. Ein übertünchtes Elend, um Rang und Stand mit den letzten, fast erschöpften Kräften aufrecht zu erhalten, und daS alles ohne die Spur von häuslichem Glück und Frieden, und nichts in dem großen, öden Schlosse, als Stolz, Haß und Unfriede, und dazwischen den lauernden Tod am Krankenbett des Sohnes! Baumann war, in seine trüben Gedanken vertieft, rasch durch den Park jener Stelle zugeschritten, an welcher, wie er wußte, die Mauer niedergeworfen worden und eben neu aufgebaut werden sollte. Er hatte auf seine Umgebung wenig oder gar nicht geachtet, als er plötzlich ein lichtes Kleid durch die Büsche schimmern sah und gleich darauf Kathinka erkannte. Sie kam gerade, eine große, aber jetzt leere Gießkanne in der Hand, von den ihr anvertrauten Beeten her und wollte nach dem Schloß zurück. Als sie Baumann bemerkte, war es fast, als ob ihr Fuß einen Moment zögerte; sie wäre ihm in der That am liebsten ausgewichen, denn ihre Augen zeigten noch Spuren von vergossenen Thränen und sie scheute sich, die den Fremden sehen zu lassen; aber es ging nicht mehr, er war schon zu nahe herangekommen, und Baumann selber ging auf sie zu, um ihr den Unfall mitzutheilen, der Benno während ihrer Ab- Wesenheit betroffen. „Du lieber Gott," rief sie erschreckt aus,„der arme junge Mensch! Oh, nicht einen Augenblick sollte er allein gelassen werden— sie wissen ja gar nicht, wie krank er ist, sie können es nicht wissen, oder sie würden anders handeln. Zch will gleich zu ihm." „Lassen Sie ihn jetzt," sagte Baumann freundlich;„er ist eingeschlafen und die Ruhe wird ihm gut thun; er be- darf ihrer." „Er wird bald von allen Leiden ausruhen," sagte Ka- thinka traurig—„bald und für immer." „Halten Sie seinen Zustand wirklich für so gefährlich?" „Zch fürchte, ja. Er hat die letzten Tage an Kräften in den amtlichen„Braunschw. Anzeigen" bekannt gcmoCr0.'*"1-,® Mittwoch i st nun von der Braunslds�I wir f Kriminal-Polizei der st eckbrieflich rcirj Sl x>n" Pann in g verhaftet— Saluz war bekanntlich C Mden, t geachtetsten Führer der Sozialdemokraten in St kom wird angenommen, daß die steckbrieflich Verfolgten in qT™1 lehr vom 23. zum 24. Oktober in das Saluz'sche Gastlokal z-M�ken d wollten, als der Wirth dasselbe zu schließen im Begriff> Jrt lm Von rouiutn, ms ver Wniy oaneive zu ityncRen tm«egmi-«c'V'� ihm hierbei die zahlreichen Messerstiche beibrachten, an> Jeimann, verstorben ist. Zur Entdeckung der vcrmuthlichen f f" i> g verdächtige Aeußerungen, wurden, geführt haben. die von ihnen lieber das Petitionsrrcht der preußische» schreibt die„Pädagog. Ztg.":„Es wird immer besser!, Die ig find an den ersten des Alphabets zurückgekommen mä � wurde- dies eine Massenpetition set. W�unlung t*ri merken, daß auch_______ �________..> Auslegung sachlich begründet wäre, so wäre über W« und die st eine vollkommene Sperre verhängt" 4 den libero Zum Dynamitgesetz. Ein Bergmann in E sstt Unterste die Lehrer von dem ihnen als Slaatsbürger gewMno bildet n Recht des Petitionirens noch Gebrauch machen, so Anhängern infolge des Verbotes der Massenpetitioncn nur den- Gegner und Einzeleingaben beschreiten. Wir berichteten bereits, J ur wahren s Potsdamer Lehrer diesen Ausweg gesucht hatten. � aber heraus etwas Sonderbares ist darauf erfolgt. Sämmtliche Pacing abgehal cher drei Zündhütchen in der Tasche mit sich geführt geblich weil sie naß geworden waren, wurde wegen" des Dynamitgesetzes zu 3 Monaten Gefängn ß veri Die Maßregelung de» UnterstLtzu«g»ver> scher Buchdrucker durch die preußischen Behörden in einer Zuschrift der amtlichen.Leipziger Ztg." il Verurtbeilung durch eine thatsächliche Darstellung der lichcn Schwierigkeiten, weiche der Humanitären Arl' sation seit 1885 durch die Polizei verursacht ri Schlüsse der Darstellung hofft der Verfasser, daß fertige freiwillige Unterstützung der Berufsgenossen schen Ministerium noch in letzter Stunde verdiente A> finden werde. Das bleibt abzuwarten und erst zweifelhaft Die Redaktion des sächsischen Regiewngs» Entschluß 9 für Gii bis dc Um Fall '°llte, das «e Erbscha 1 wollen, i .ung des Jet Mitwi Wßen, jh «n einzr indem Italiens selber drückt sich mit einer verzweifelten Äcngsllichlc�(b# Blldha ""fachen Gr fcfct bald '"gel .Fall ist «nd Dudv Der »len; e ? bemerkt« Hieben; entschiedene Stellungnahme in der Frage heruin, sie auch ihrerseits dem Vereine ihre Anerkennung ni0> kann. Mo?« die Post Zeit tzat. In der„Münch, wir:„Wir haben oft genug über Verzögerungen lassungen Klage geführt, welche wir oder Leser unfetfjlet seitens der hiesigen Post schmerzlich zu empfinden wir auch die Thatcn nicht verschweigen dürfen. Redaktion laufen täglich mehrere Zeitungen unter! ein, darunter, wie bei der großen Zahl von Verboten land bei jeder Redaktion absolut unvermeidlich, aul' wann einzelne Nummem von hier verbotenen Zeith amerikanischen Blätter pflegen aber wegen des übers« sandts derartig fest verpackt zu sein, daß es von unmöglich ist, den Titel des Blattes zu errathen- wurde die Ztr. 3 des New- Yorker„Sozialist" auf 1-., gehalten und der Staatsanwaltschaft überliefert, dann den Redakteur dieses Blattes wegen Verdachts, gebet des amerikanischen Blattes zur Verbreitung haben, gestern vernehmen ließ. Wir verfehlen. getreu bewahrte P o st g e b e i m n i ß uns bestens»u Der bayrische Mahlprüfungsausschuß bei der Kammer zu beantragen, die von den sozü Wahlmännern beanstandete Wahl in Nürnberg erklären.. Auf Grund des§ 19 de« Sorialißensch die Staatsanwaltschaft in Hamburg Anklage � den in_ Blankenese wohnhasten Verlagsbuchhändl� G r ü n i n g, den Herausgeber und Redakteur Tagen unterdrückten sozialistischen Wochenschrift Nunds chau, sowie gegen den in Lübeck ans lrsten Jod. Wedde, früher Eigenthümer und ebenfalls verbotenen„B ü rg er-Z t g.". Der'' Paragraph bestraft die Fortsetzung einer verbotene« L ein Fall, der bisher noch nicht vorgekommen ist. lich angenommen, daß die„Rundschau" eine F«« „Bürger-Ztg." gewesen ist. Herr Polizeibauptmami fischet ersucht die---l um Aufnahme folgender Erklärung:„Da man® Orten geneigt zu sein scheint, für die von He?" Deutschen Reichstage gemachten Aeußerungen deutscher Polizeibeamten in Zürich mir dirette Verantwortlichkeit bcizum>ssen, so sehe ich michbeivAs in beiden Formen abzulehnen. Ich füge im ivcitel" die.Herren Bebel und Singer über diesen Punkt hau Amtsführung meines Vorgängers Bollier mich mit. 4'%'tm, behelligt und auch spontan von mir aus leine bezus, theilungen erhalten haben. Die Polizeipräsident Feichter von____...„ stets den angenehmsten Verkehr unterhielt, konnte "Be, wo< wberten. Untersud den Ab» MBi welche belgische egung •Ä sswnentlicl # {Neilc a »«fteema 8: e« in erschreckender Weise abgenommen, und seines« einen so unheimlichen Glanz bekommen." "Send einet «Ja," sagte Kathinka,„Bruno schon, aber � tiu'M au der böse Geist im Hause, der kein Glück und- der vose Geist im Hause, der lein Gtua uno ,i, aufkommen läßt, und ich selber hätte es auch' verlassen, wenn ich nicht Benno's wegen blieb � hat sich so an mich gewöhnt, daß er ganz würde, wenn ich ginge— sonst lieber trocken Fremden essen," setzte sie leise hinzu.. � � „Sie haben ein schweres Leben hier«m armes Fräulein," sagte Baumann mitleidsvoll,"Ms"{ greife da wirklich die Tante nicht, denn sie ha � i ife( en bedi das zeigt sich in allem, und doch kränkt sie ch"]./"Ngen?, Sie. Er sagte mir selber heute, daß ihn das ö f cin{ beth, I-a», g-m-chl» SÄ' ,««!?«" -.A"äLSf«Jhp«! „Der arme, arme Benno, wie wenig noch im Leben gehabt, und so jung schon sterben jetzt, da vielleicht in dem Reichthum seines Brude� neu erwachenden Glanz des Hauses auch ein bclb e..„ für ihn beginnen könnte! Glauben Sie nicht( � Hund fort, als Kathinka leise mit dem Kopf schüttelte� danken würde gewiß freundlich mit ihm sein, er ist von �• Und und hat ihn liebL_,.. hie Vr weichend.„Benno könnte aufwachen und*#7"- Cie",' langen, und meine Arbeit ist hier beendet, y Jß„Je, iSS-s Herr Baumann!" Und mit leuchten Schritt«� d-n W ÄK'Sf schwerem Herzen. Er hatte den kranken lieb gewonnen, und wie lange konnte es h„VJ. er in der kühlen Erde ruhte! Dann kehrte � Add� mehr in den Schatten dieser Bäume zurück,_ pl% M ihm der Weg hierher abgeschnitten,� denn� � h-d'-n.'' Er stand noch und sah zu dem 0*/ i,«Aa»�. zurück/ das gerade hier, bei einer Biegu■( folgt durch die dichten Wipfel sichtbar wurde, l ikannt gel Zrauns flich°'- bckanntliai sem. Was über splendide Bewirthungen vorgebracht >» mir fremd. Deutsche Polizeibeamte find in Zürich von vielen Leuten persönlich gekannt und es darf den, wenn ihr Eintreffen zu Gerüchten Veranlassung bciannru«" t 5 wenn lyr r>,inlrrnen zu in St. kommt, wie auch nur eine flüchtige Durchficht ge rfolaten in* lehrt, daß die hiefigen Sozialisten von den Fahrten Gastlokal til-Mimten durch ihre auswärtigen Genossen meist genau im Begriß? JT w Voraus unterrichtet find. Hochachtungsvoll Fischer, rächten, an 1 CT�tmann." chlichen t'äig Bürger von Schöftland haben, wie in Hamburg I„�Mischen Blastem lesen, Herrn Polizeihauptmann w Zürich eine Sympathieadresse übersandt. 'r-aßM Italien. "mer Sä wegen des Denkmals für Giordano ürger geM no bildet firh dnrffi hip Rps>n�s>chkpit mit her fip nnn lchen, so lo>% i nur den 5(Si en bereits,%, . hatten. U Iber heraus. v° bildet fich durch die Beharrlichkeit, mit der fie von „Zayangem verfolgt wird, durch den Verfinstemngseifer rr hm Gegner und die Ungeschicklichkeit der Univerfitätsbchörden bereu», �wahren Frage der Geistesfreiheit den Dunkelmännern v"tten. vver heraus. So haben die Studenten in Rom eine Vcr- ammtlichev«Mg abgehalten, in der folgende Tagesordnung ange- ommen m» Mi wurde:„Die Studenten der Univerfität Rom, in einer 'et'- fciäi. lmig vereinigt, protestiren gegen die unwürdigen Zöge- vare über«und dw Furcht des Gemeinderaths von Rom, indem sie .? beu liberalen Gemeinderäthen und Vereinen ihren Dank 1? M��ttrstützung aussprechen. Sie geben feierlich ihrem Aitschluß Ausdruck, ihre Mitwirkung zur Erreichung eines für Giordano Bruno auf dem Campo di Fiori nicht , bis dasselbe ehrenvoll errichtet sein wird. Sie be- /m Fall der klerikale Widerstand noch eine Zeit lang sollte, daß fie dieses Werk gebührender Genuathuung le Erbschaft von einem Jabr ins andere mit hinüber- wollen. Sie beschließen, den nächsten Fahresiag der Pwitig des berühmten Philosophen und Märtyrers von Mitwirkung aller freiheitlichen Vereine zu feiern. Wen, ihre Gefährten von den übrigen italienischen üen einzuladen, sich an diesen Berathschlagungen zu be« indem sie dieselben bitten, in allen bedeutenden 'Italiens gleiche Gedenkfeierlichkeiten zu begehen."— wünscfien, daß die Statue des Giordano Bnmo, llengstllchll wt Bildhauer Ferrari soeben ausgeführt hat und die in ige borunr i n™)en Größe und strengen Erhabenheit tiefen Eindruck nnung m■ � echt bald in Bronze gegossen und auf jenem Platze Münch P' itlloit t"0"Iammcn s�sucs Scheiterhaufens gen k J Frankreich. mfiiihen h:%t �nsuchunasrichter A t h a l i n hat, wie beweits kurz F Sk!' Aber. Wils on wegen der beiden Angelegenheiten ich gefuhrt >e wegen gn ß ve ungsverr Behörden t Ztg." J stellung der itären Arl irsacht ser, daß< 'sgenoffen rdicnte Ar und erslbi Regterum dürfen. errathem ist" auf b�führt" ckiefest.�Mnt., � Den 'imtet W �?�verlci�ung an Legränd und Cr espin de la - tM ftA«WS, rtLÄ ÄpitfArü* Lt Dubreuil, im crsteren als Mitschuldiger der Rattazzi «G s-Zr/r»«"«? ää i L i��erkte, man möchte doch nicht Alles Wilson in die j«.Rieben; die Anklage dürfte also nicht sehr lcidenschaft- %tt werden. Venhcidigcr Wilsons ist der Rechts- W w i � e*n Freund Grcvys. Die Verhandlungen Weitung � � 16- d. M. anberaumt und dürften drei Tage besten-�!k,u K-lgi-N. srdiuß»tip Blätter berichten: Deutsche Polizei- -n soziälve«� l k'.welche in den wallonischen Disstikten mit Zustim- 'n b era Stet? Mischen Regierung für Rechnung Deutschlands die �r�egung„überwachen" müssen, find in flagrany bei v"' weicye in den wallonischen iLlsttisten mit Bustim- r.?delgischen Regierung für Rechnung Deutschlands die jZnL. e8Ung„überwachen" müssen, find in(lagrann bei anarchistischer Propaganda betroffen worden. Ganze ilnklaae erhl>Mn �hetzender Schriften wurden in ihren Wohnungen ge- ................. i ischrist eck ans rer und . Der erbotenen en ist. eine und in Sewing, dein Sitze des ...—.— Ricsenetablissemcnts, das Tausende CV verwendet, sehr schlechte Löhne zahlt und ein . �belgischen Königshauses zum Thcilbaber hat. Man •LiWiii,y C\eä sich um einen Skandal handelt in derselben �«olljSciffanbal in der Schweiz. Auf nähere Mit ' diese Vorkommnisse darf man in der That ge- fty!;!?ner sucht die Da man M von Htfgj. S mich bewvS im w« keine beM Anwesenb� in Zürich, t, konnte Großbritannie«. Agcnschaft als Führer der irischen ML Varnell an, daß die Fraktion am Donners- in ALf, Magens in den irischen parlamentarischen Parlp tter die übliche Zusammenkunft vor Eröff- � wents abhalten wird. Da die allerwichtigsten zur Sprache kommen werden, hofft Parnell, »ti «anir�- denen es möglich ist, erscheinen werden. �»Fr- geordnete W i l "Meeman's [h lsiam O' Brien erfreut sich, teinT"""� Journal" schreibt, seit seiner Frellassung knu 8utcn Gesundheit. Sowohl in Boulogne als n*.er einen Ohnmachtsanfall. Sein Arzt. Dr. Kenny, "i. 5iJaü3e Zeit von aller aufregenden Thätigkeit fern- 'Kanf,� Sonnabend wird sich L'Brien nach dem süd- sj."wich begeben. von hauptstädtischen Polizeikom« seine! c.schml zenia 6 on sterb- res Brudett h ein besil ite nicht s schüttelt» ir ist von ffe iii„,A'che Winseln und Heulen eines Hundes fMchlöge auf dessen Rücken hörte. Es ststnb V' �er seinen Dachs an der Leine hatte und und war , p-CUWl/V V*»» V VV einem®runde jämmerlich abprügelte. nch-.j��eißer Gott," sagte Baumann fast unwillkürlich .ei» L;»'st das ein trostloser Platz hier— nicht ein- .""et\ n° kann sich da wohl fühlen! Ich will dem He i«.?ten, wenn ich ihn nicht mehr zu betreten . wickbrw rafch ausschreitend, erreichte er bald darauf iHenili* und gleich dahinter die freie Straße, wo und !s auch pber bie't'(ntlieb:£U"D gleich dahn fcinCp sij ch uufathmete, als ob er einem Gefängniß ent (Fortsetzung folgt.) „«nd Jebett. W» fciÄÄMÄr ät ttsrs 1. j.f'nfen d!?»dt den Witterungsverhältnissen unterworfen. , i.Unsirx. �ustwarme bedingt auch eine solche der Blut- beete i y4iangen; dieselben werden, je kälter ihr Blut Äi S- l?pll.?cs' schließlich unfähig, fich ihre Nahrung zu und Leb»-, * :% Sch�b tiegu-'S m '% bald die Häutung, welche für oa» m i s s a r eingesetzte Kommission zur Untersuchung des vielfach gegen die Polizei erhobenen Vorwurfs, daß sie Geld erpresse, hat entschieden, daß keinerlei Beweise für diese Anschuldigung vorliegen. Oderhaus. Im Laufe der Debatte über die. Adresse be- merkte Lord Salisbury femer, Lord Granville habe, wie er glaube, die Aeußemngen des Fürsten Bismarck über den Berliner Kongreß mißverstanden. Der Berliner Kongreß habe wie die meisten Kongresse seinen Abschluß durch einen Kom- vromiß gefunden. Die Geschicklichkeit des Fürsten Bismarck habe wahrscheinlich viel dazu beigetragen, England zur Annahme des Kompromisses zu bestimmen, das Kompromiß sei indeß für Rußland nicht völlig annehmbar gewesen, wohl aber für das englische Volk. Wenn Fürst Bismarck geäußert hahe, daß even- tuelle Ereignisse im türkischen Reiche und an der türkischen Grenze Deutschland nur leicht berührten und daß alle Sorgfalt den Ereignissen zugewendet sei, die an der Grenze Deutsch- lands und Oesterreichs eintreten könnten, so unterscheide sich seiner Ansicht nach Deutschland in dieser Beziehung von den anderen Mächten, von Oesterreich, der Türkei, Italien, Frank- reich und England. England habe in dieser Beziehung nicht dieselbe Position, wie Deutschland, England habe Traditionen und keine Abficht, fich von denselben zu entfernen(Beifall), Eng- land hänge fest an den Interessen, die es drei oder vier Genera- tionen hindurch im Südosten Europas behauptet habe. Er thclle indeß vollständig den Glauben des Fürsten Bismarck an die Erhaltung des Friedens. Für die Interessen Englands im Südosten Europas könne nur aus einer abenteuerlichen oder illegalen Attion Rußlands eine Gefahr entstehen, England besitze aber die bündigsten und bestimmtesten Versicherungen, daß Rußland keinerlei illegales Borgehen in Aussicht nehme. Unterhaus. Bei der Berathung der auf die Thron- rede zu erlassenden Adresse sagte der erste Lord des Schatzes Smith, er werde später mittheilen, wie die Rc- gicrung fich zu dem vonZCHarles Russe! zu der Adresse ange- meldeten Amendement, in welchem eine Untersuchung in Betreff des öffentlichen Vers ammlun gs- rechts auf öffentlichen Plätzen Londons bean- tragt wird, stellen werde. Auf die Fragen bezüglich I r- lands werbe er sofort eingehen. Das über diesen Gegenstand gestellte Amendement bezwecke eine große Veränoerung der Ge- schäftsordnung des Hauses. Er wünsche lediglich, daß die volle Freiheit der Rede aus beiden Seiten gesichert werde. Dazu sei aber nothwendig, dem Hause die Macht zu geben, sich der Obstmttion zu erwehren und vernünftige Gcschäftsstunden für seine Sitzungen einzuführen. Uerewe wifr Uersammlungeu. Die Versammlung der streikeudrn Sattler gestern Vormittag(Freitag) in Habel's Brauerei war wiederum sehr zahlreich besucht. Der Beschluß der Versammlung in der Bock- brauerci ist nicht ohne Erfolg geblieben. Außer den bisherigen großen Fabriken sind von der Arbeitseinstellung noch betroffen worden die Werkstätten von Goldmann. H. u. W. Schulz, Cabau, Lerch, Eicke u. Hintze, sodaß gegenwärtig in 9 Werkstätten gestreikt wird. Die Zahl der Streikenden hat dadurch einen Zuwachs erfahren, doch ist die Zahl derselben nicht genau festzustellen. Mit der Leitung der Versammlung wurde wie- verum Herr Kabel betraut. Derselbe forderte zur größten Ruhe auf und ermahnte alle Redner, nur zur Sache zu sprechen. Der- selbe schlug vor, den Fabrikanten oder deren Vertretern das Wort zu verstatten, doch meldete sich von diesen Rie- mand. Herr Krüger bezeichnete als den Zweck der Ver- sammlung, öffentlich eine Einigung mit den Arbeitgebern zu erzielen und legte noch einmal die ganze Situation klar. Wie derselbe mitthcilte, hat sich Herr Kaschner in der Schilling- sttaßc, dessen Arbeiter fich noch nicht im Ausstande befinden, bereit erklärt, die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen, nur um einen Streik zu verhindern. Er folgerte daraus, daß es wur- WWWWWWWWWW>. lerkstatten übertragen. Er forderte entschieden auf, die gestellten Forde- rungen aufrecht zu erhalten, auch ging seine Meinung dahin, daß die jüngeren Kräfte außerhalb Berlins Arbeit annehmen sollten oder Privatarbeit, um den Streikenden zum Siege zu verhelfen. Die Deputation der Arbeiter hat sich schriftlich an die Fabrikanten gewandt und um gemeinsame Unterhandlung gebeten. Eine Antwort ist bis jetzt noch nicht erfolgt. Redner zweifelte nicht an dem endlichen Siege der Streikenden, da Arbeitskräfte nothwendig gebraucht werden. Als das größte Hinderniß für den baldigen günstigen Erfolg des Streiks wurde die Hausarbeit bezeichnet. Besonders rühmend erwähnt wurde Herr Cobau, Obcnneister der Innung,� welcher erklärt haben soll, daß er wegen des ausgekrochenen Streiks Niemand maßregeln werde, daß vielmehr nach Beendigung desselben jeder wieder bei ihm in Arbeit treten könne. Zur Annahme gelangte eine Resolution, laut welcher die Versammlung beschloß, an den gestellten Forderungen festzuhalten und nicht eher die Arbeit wieder aufzunehmen, bis eine Einigung mit den Fabrikanten im Schlangen von der größten Wichtigkeit ist. Sie beginnt mit dem Ablösen der dünnen durchsichtigen Oberhaut an den Lippen- rändern. ES folgt ein öfteres Reiben an rauhen Steinen und dergleichen, um die Haut loszulösen. Auch halten sich die Schlangen vor der Häutung öfter als gewöhnlich im Wasser oder im feuchten Grase auf, um die Erweichung der Haut zu erwirken. Die Haut stülpt sich dann nach außen um. Der ganze Vorgang vollendet fich in depWeise ungefähr wie man einen Handschuh auszieht, die innere Seite der Haut kommt nach außen. Die Häutung erfolgt gewöhnlich vier bis sechs Mal im Jahre. Nach der Häutung fühlen sie fich bedeutend lebhafter und augenscheinlich wohler. Der Trieb der Fortpflanzung erregt dann die sonst so trägen Giftschlangen in mehr oder minder hohem Grade. Während der Paarung vereinigen sich einige Arten zu größeren Gesellschaften, und es kommt vor, daß sie während der Begattung zu größeren Knäueln sich ver- schlingen. Amerikanische Lynchjustiz. In Teras wurde vor einigen Wochen eine Entdeckung gemacht, welche dort großes Aussehen erregte. Der„Franks. Ztg." wird darüber folgendes berichtet:„Die Spur eines verschollenen Mannes wurde in einem Wirthshause unweit Oak Eity aufgefunden, das von einer Familie Namens Kelly gehalten und von Viehhändlern und Anderen, die Geld besaßen und dasselbe bei sich führten, häufig besucht wurde. Eine Haussuchung fühtte zur Entdeckung seiner Leiche in einem Keller, in welchem noch fünf andere Leichen lagen, während vier andere, darunter die einer Fruu, in einem Stalle vorgefunden wurden. Die Familie Kelly war vor einiger Zeit verschwunden. Als die Kunde von der grausigen Ent- deckung nach Beaver Eity gelangte, erinnerte man fich, daß die Familie Kelly die Stadt passirt hatte, und anscheinend reichlich mit Geld versehen war. Zwanzig Bürger machten sich zu ihrer Verfolgung auf. Als fie endlich der Reisenden ansichtig wurden, bestiegen sie frische Pferde und setzten die Verfolgung fort. Nach zweistündigem scharfen Rstte stürzte das Pferd, welches Frau Kelly ritt. Dadurch entstand eine Verzögerung, welche die Verfolger in einer halben Stunde dem Sohne und der Tochter nahe genug brachte, um Feuer zu geben. Sie hielten an, als sie angerufen wurden, aber der alte Mann, der ein besseres Pferd ritt, jagte weiter. Als die Bürger heran- kamen, fing das junge Mädchen an, um Gnade zu flehen, mit dem Bemerken, sie hätte niemalsjemand getödtet. Ihr Bruder Bill sagte:„Oh, halte Deinen Mund; es nützt nichts Kitt, Du wirst mein Loos theilen müyen Du weißt, Du hattest ebenso viel damit zu thun, wie ich." Stricke wurden schnell beschafft Sinne der Arbeiter erzielt worden ist. Die Streikenden wurden ermahnt, dem Beschlüsse gemäß zu handeln. Weitere Versamm- lungen werden stattfinden. Rrisennterstützungauerband der Schneider Dentsch- land«. Nachdem in der am 18. v. M. abgehaltenen Versamm-- lung der Schneider Berlins, in welcher Herr Jeschonneck über Zweck und Ziele des Reiseunterftützungsverbandcs der Schneider Deutschlands gesprochen, sich die dort Anwesenden einstimmig dafür erklärten, genanntem Verband beizutreten und zur weiteren Verhandlung eine Kommission von 3 Personen, bestehend aus den Herren S. Winters, C. Schulz und H. Jeschonneck, nieder» setzten, hietten dieselben unter Leitung dieser Kommisston am 8. Februar in den„Arminhallen", Kommandantensttaße 20, eine Versammlung ab, in welcher sich eine Zahlstelle des Reiseunter- stützungsverbandes endgiltig bildete. Es wurden in die hiesige Lokalverwaltung gewählt: Zum Bevollmächtigten, H. Jeschon- neck; dessen Stellvertreter F. Winters; zum Kassirer C. Schulz; dessen Stellvertretee A. Zilm; zum Schriftführer G. Pmdler; zu Revisoren R. Frank, R. Tick und H. Jahn. Allen den Kollegen, welche als Mitglieder gezeichnet haben, aber in der letzten Versammlung nicht anwesend waren, zur Nachricht, daß die Mitgliedsbücher nach 3 Tagen vom Bureau, Krausenstt. 11, Hof pari., abzuholen find. Eine öffentliche Versammlung der Drechsler und verwandten Berufsgenossen Berlins findet am Montag, den 13. Febmar, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakob- straße 48 a, statt. Tagesordnung: 1. Die Nothwendigkeit einer einheitlichen Organisation der Drechsler und Berufsgcnossen Deutschlands und die Zwecke und Ziele der„Vereinigung der Drechsler Deutschlands". 2. Diskussson. 3. Unsere Stellung zu dem gewählten Gesellenausschuß der Drcchslcrinnung Bei- lins. 4. Verschiedenes. Die Aufnahme neuer Mitglieder in die „Vereinigung der Drechsler Deutschlands" findet in der Ver- sammlung statt, und werden die Gewerkskollegen ersucht, der Vereinigung sich anzuschließen, sowie recht zahlreich in der Ver» sammlung zu erscheinen. Fachvrrrin für Schlosser und Keruf«ge«ossev. Montag, den 13. Febmar, Abends 8& Uhr, Versammlung bei Reger, Alte Jakobstt. 83. Lachverein der Rohrleger. Sonntag, den 12. Febr., Vormittags 10 Uhr, Weberstr. 17 Versammlung. Tagesordnung: 1. Vottrag des Herrn Dr. Benkendorff:„Die Rechtsgüter des Menschen im Schutze der Moral und des Strafgesetzes." 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 3. Wahl des Vergnügungs- Komitee's zum bevorstehenden Stiftungsfest. 4. Verschiedenes und Fragekastcn. Aufnahme neuer Mitglieder. — Gäste willkommen. Verein der Sattler und Lachgenossen. Sonnabend, den 11. Febmar, Abends 8& Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77—79, Versammlung. Tagesordnung: Gewerkschaftliches, Fragckasten, Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gäste haben Zutritt. Zentral-Kranken-«nd Kterbekasse der Tilchler ete. (Oertliche Verwaltung Berlin v.) Montag, den 13. Febmar. Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Gerlach, Sttomstr. 28, Mitgliederversammlung. Verband der Möbelpolirer Kerlin« und Umgegend. Montag, den 13. Febmar, Abends*9 Uhr, Versammlung im Andreasgatten, Andreasstt. 26. Tagesordnung: 1. Die Nothwendigkeit eines einheitlichen Lohntarifs und einer geregelten Arbeitszeit, sowie Stellungnahme gegen die Lehrlingszüchterei. 2. Antrag behufs Wahl von 3 Beitragsammlern. 3. Ver- schiedenes und Fragekasten. Gäste sind willkommen.— Der Wiener Maskenball des Verbandes findet am Sonnabend, den 18. Febmar, in Mundt's Ballsalon, Köpnickerstr. 100, statt und find Villets heute, Sonnabend, in den Zahlstellen, sowie am Montag in der Versammlung und bei allen Vorstands- und Kommissionsmitgliedem zu haben. Fachverein der Steinträger Kerlin«. Sonntag, den 12. Februar, Vonnittags 11 Uhr, in Scheffer's Salon, Insel- straße 10—11, Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zum Tarif für 1888. Abrechnung vom 4. Quattal 1887. Wahl eines zweiten Schriftführers. Wahl eines Mitgliedes zur Fach- kommisston. Wahl eines Beitragsammlcrs für die Zahlstelle im Westen sowie für die Zahlstelle im Osten. Verschiedenes und Fragekastcn. Gessentllcher Vortrag. Am Sonntag, den 12. Febmar, Vormittags 11 Uhr, hält Herr Lehrer E. Hering aus Leipzig im Saale der Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstt. 77, Hof links 1 Tr., einen Vortrag über das Thema: Die Bedeu- tung des Vegetarismus für die Erhaltung der Volkskrast und seine wissenschaftliche Begründung. Gäste willkommen. Fachverein der Kuchbinder und verw. Berufsgcnossen. Sonnabend, den 11. Februar, Abends 8; Uhr, Versammlung im Restaurant Reyer, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. lieber pbotographrsche Passe-Partouts. 2. Das Ergebniß der Statistik. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Verband deutscher Jimmerlente. Lokalverband „Berlin West", den 13. Februar, Abends 8 Uhr, in Sanges Salon(Hohenzollcmgattcn), Steglitzcrstr. 27, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vottrag des Rechtsanwalts Herrn Dr. Perl und die zwei wurden gebunden. Einer der Bürger kletterte auf einen Baum, warf zwei Stricke über einen der ausgesttecklen Aeste, an deren Enden zwei Schlingen gemacht worden waren. Die Mörder wurden sodann unter dieselben gestellt, die Schlingen ihnen um den Hals gelegt und im nächsten Äugenblick schwebten die zwei Körper in der Luft. Die Stricke wurden an einem da- neben stehenden jungen Baume befestigt und die Körper hängen gelassen, während die Bürger dem alten Kelly folgten, der zur Zeit aus dem Gesichtskreise verschwunden war. Seine Spur wurde leicht verfolgt. Nach dreistündigem scharfen Ritte kamen die Bürger nahe genug, um Kelly aufzufordern, Halt zu machen. Dies verweigette er, woraus ein Schuß abgefeuett wurde. Er tttt weiter, worauf ein zweiter Schuß abgefeuert ivurde, der ihn zum Halten zwang. Im Nu hatten die Verfolger ihn umringt. Der Führer sagte ihm, er hätte nur eine kurze Zeit zu leben, und wenn er irgend etwas zu sagen hätte, würde man ihn an- hören. Kelly begann in fast unhörbarer Stimme zu sprechen und gab eine kurze Erklärung ab. Sofort wurden Vorbereitungen gemacht. um ihn aufzuknüpfen. In wenigen Minuten schwebte sein Körper in der Luft. Sodann wurde er herunter- gelassen und aufgefordert, sein Verbrechen einzugestehen. Das that er. Er unipalle Mitglieder seiner Familie, sagte er, wären schuldig. Sie hätten neun Männer und zwei Frauen ermordet und beraubt. Er gab an, wo das geraubte Geld ver- borgen worden und lieferte seine ganze Baarschaft ab. Woher die ermordeten Personen kamen, wußte er nicht zu sagen. Er wurde wieder hinaufgezogen und hängen gelassen. Der der Frau zugestoßene Unfall endete mit ihrem Tode und machte ihr? „Hinrichtung" unnöthig." Der Ursprvug de» Petroleums ist wiederholt Gegen- stand lebhafter Erötterungen gewesen. In neuerer Zeit vcrttttt der russische Gelehrte Mendelejew die Ansicht, daß die Mineral- öle nicht aus den Ablagerungen animalischer oder vegetabilischer Stoffe entstehen, sondern durch Wasser zu Stande kommen, welches durch die Erdkrusten seinen Weg in größere Tiefen findet und dott mit den Zusammensetzungen aus der Kohle und den Metallen, namentlich mit Eisen, in glühendem Zustande in Verbindung tritt. Nachdem das Wasser zersetzt ist, vereinigt sich sein Sauerstoff mit den Metallen, während der Wasserftoff eine Vereinigung mit der Kohle eingeht. Infolge der Leichtig- keit der Zusammensetzung dieser Stoffe steigt dieselbe zu höheren Regionen empor, wo ein Theil als natürliches Gas entweicht» während andere Theile sich zu Mineralöl verdichten. Aber:„Das deutsche Vereinswcsen und die Polizeiaufsicht." 2. Verschiedenes und Fra�ekasten. Neue Mitglieder werden auf- genommen._ Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 12. d. M., Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Doktor Huder über:„Darwin als Gründer einer neuen Weltanschauung." Damen und Herren als Gäste willkommen.— Abends 7 Uhr daselbst gesellige Zusammenkunft. Vortrag des Herrn Vogtherr übet:„Das Leben in der kleinen Stadt." Gäste, durch Mit- glieder eingeführt, haben Zutritt. Ganverei« der Maler Kerlins. Der Wiener Masken- ball findet am Fastnachtstage, Dienstag, den 14. Februar er., bei Niest(früher Hildebrandt's Salon), Webersttaße 17. nahe der Frankfurtcrstrafie, statt. Anfang 8 Uhr. Enttee inklusive Tanz SO Pfennig. Billcts find vorher in allen mit Plakaten de- legten Handlungen, sowie im Verkehrslokal Ritterstraße 123 bei Sodtke, wie auch beim Vorfitzenden H. Wentker, Memeler- sttaße 61, Hof links 4 Tr., zu haben. Billetverkauf an der Kasse findet nicht statt. Kollrr'scher Htrnographenvrrein„Alt-Kölln", Wall- straße 20, Restaurant Lconhardt, Abends 8; Uhr, Wahl eines Deputirten zum Roller'schen Stenographenbund; Besprechung wichtiger Vereinsangclegenheiten. Grsang-, Turn- und gesellig« Mereine am Sonn- abend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstt. 38.— Männergcsangvcrein„Echo" Abends 9 Uhr im Restaurant Klemann, Laufitzersttaße 41.— Männergesangverein„Treue" Wends 9 Uhr im Restaurant, Andreasstt. 9.— Quartett des Turnvereins„Froh und Frei" Abends 9 Uhr im Restaurant, Schlegelstt. 14.— Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlingsabtheil.) Abends 8Uhr Elisabethstt. 57 58. — Turnverein„Wedding", Pankstt. 9, Männerabtheilung von 3%— 10% Uhr Abends: desgl.'. Lehrlingsabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Ärends'sche Stenographenklaffe des„Ber- liner Handwerkcrvereins" Abends 8t Uhr Sophienstr. 15.— Theater- und Vergnügungs- Verrin„Caritas" Abends 9 llhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralstt. 38.— Theater- und Vergnügunasgesellschast„Treue" Abends 8', Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11.— Verein der Taubenfreunde Abends 8> Uhr im Restaurant Klemann, Lausttzer- straße 41.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstt. 106.— Verein der Württemberger Abends 8', Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeindeschule Ahends 9« Uhr im Restaurant, Markusstt. 7.— Rauchklub„Qualm" Abends g Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28. Kleine Mittheilnngen. Fippstadt, 8. Februar.(Eisenbahnunfall.) Aus Rheda wird ein Eisenbahnunfall gemeldet. Der um 11,19 Uhr dort eintreffende Personenzug Lippstadt-Münster stieß beim Einlaufen in den Bahnhof mit einem gleichzeitig von Hamm kommenden Güterzuge zusammen. Zwei Personen wurden verletzt. Der Schaden an Material ist erheblich, da viele Wag» Kollifion völlig zertrümmert wurden. Aon«, 7. Februar. Eine auf dem Rhein gestt» überfahrende große Eisscholle vernichtete die Landunz» Niederländischen Dampfschiffe fast vollständig wdK schweren eisernen Ketten und großen Balken, Brücke am Ufer befestigt ist, zerstörte und ein eisern» zum Sinken brachte. Die Brücke selbst wurde fortgensl Philadelphia., 6. Februar.(Eisenbahw letzte Waggon eines Personenzuges der New« sylvania und Ohio Eisenbahn entgleiste gestern ml Achsenbruches im westlichen New-Nork und schlug Güterzug hinein. Vier Personen wurden getödtet un« fährlich verletzt. Walferstaud der Kpree in der Woche vom 8.(Angabe in Metern.) 22. diM 2,751 Aott will( " des chri n- Schätzen w'en die �Mcn kramp " und das\ ? Dr. Bul V« zu er deiteii spä un Lebens Kolonien k Theater. Sonnabend, den 11. Februar. Die Walküre. taiaaspielha«». Ein Sommernachtsttaum. eNtsche» Theater. Die berühmte Frau. lallner-Theater. Ein toller Einfall. Der Mizekado. FrtedriÄ- Milhel«ftSdtische» Theater Die Dreizehn. Utdtaria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. SSead-Theater. Der Mikado in Berlin. Klestdetts-Theater. Francillon. p ettealliaare-Theater. Die Salontirolerin. Walhalla-Theater. Le ooeur et la rnain. dr-vtral-Theater. Höhere Töchter. Kabale und Liebe. Diönigkädtifchr» Theater. Kabale A«»rtr«»-Th»ater. Spezialitäten-Vorstellung. Gyeater der Ketthehallen. wpezialitäten- Vorstellung. K-««f«am»» UariStS. Spezialttäten- Vorstellung. Theater der Netchshallen. Spezialitäten- Vorstellung. umlculilldtischrs Theater. Dresdenerstt. 72. Direttion: Adolph Ernst. pea ritt&n dir t und mit neue« Tvnplet». Zum 218, Male: Die schöne Ungarin. Gesangsposse in 4 Allen von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Mufik von G. Stessens. Die neue« Kauplet« find vo« Kapellmkr. Herr« Franz Roth komponirt. Irma: Clara Kelnter. Lilli: Olga Dwo- r«K. Fritze: Grete Gallus. Häppchen: Rosa Lid. Miesebcck: Direktor Ad. Ernst. Schröder: Aug. Aurn. Walzebock: Güstau Cörss. Triller: Paul Barthold. Alfred: Wilhelm Ruft. Telephon Anich luv: Amt III. pr. 8048. Kaffeneröffnung 6s Uhr. Anfang der Vorstellung Morgen: Dieselbe Vorstellung. Berliner Stadt Theater nertheatersttaße 15, fr. Alhambra-Th Heute, Kanuadend: O,(tiefe Weiber! Posse mit Gesang in 3 Akten und 7 Bildern von R. Hahn. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. Sonntag: G, diese Mrider! komgAiillilchrs Alerander-Sttaße 41— Kurze Sttaße 6. Heute. Sonnabend, den 11. Februar: Wohithätigkeits• Vorstellung. Mit besonderer Genehmigung des Hrn. General« Intendanten der Königl. Schauspiele Grafen v. Hochberg. Einmaliges Gastspiel der Kgl. preuß. Schau- spielerin Fil. Clara Meyer Kabele und liebe. Trauerspiel in 5 Allen von Friedrich v. Schiller. Louise: F l. Clara tleyer a.G. Kömwtliche Hon« stnd»iltig. Avnntag: Gastspiel von Anna Schramm. Aas pldmaMdi v.Schllllellttz. Posse mit Gesang in 3 Allen von W. Mannstädt. Anfang Uhr. 4 Uhr: Gr. Nachrnittags-Hinderoorstellung. Hanö im Glück. I. Parquet 0,25 Pf., Loge u. Fauteuil 0,50 Pf. PatoMt 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kaiser-Panorama. Eine bequeme Wanderung durch Kaden-Heidelberg u. s. w. Neu! V.Abth.: Hchttuiz. »eis» Kr. Mas. Schiff Hertha. «ine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Unserm Freunde, dem Schankwirth Hermann Liemald, zu seinem heutigen 36. Geburtstage ein dreimal donnernde» Hoch, daß die ganze Marianne« str. mit dem Heinrichsplatz wackelt. Mehrere Sangeobrüder. Unserm Freunde und Kollegen Tnte zu seinem heutigen Geburtstage ein donneende» Hoch. daß alle Soldaten wackeln.[330 Also!'s geht los. F. G. K. K. A. M. M. F.«. H. '€*. scharnow'» älteste««d leist««gsfahisste Uhre«-Fa� Ml 1860.| Central-Kran*en- u. Sterbekasse der Tischler etc. 326 (G ertliche Permaitung K-rli« A.) Montag, den 13. Februar, Abends 8% Uhr, im Nereinshan« Küd-Gst, Waldemarstt. 75, MitglicderVclsammluug. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quartal 1887. 2. Wahl eines Beitragsammlers. 3. Verschiedene Kassen- angelcgenheitcn. Um zahlreiches und pünttliches Erscheinen ersucht Nie Grtsverwaltang. Berlin 8., am Moritzplatz, Oranlenstr.-Ecke. Irl" «nerfannt teste BriugSqucIU. auf aCm Seltausstelluage» preisgeirSnle Sland-W-ckeruheen. tinjeloeitauf zu wirtlich«« Fabrikpreiseii unter s jithr�er Garantie. Nickel-Remontoirnlircu«an...... 10 Mark« da. da. prima....... l» m„ Eilberne Remanieir. Uhren«an... IT— 30 m da.„ anere.... S5-60„ Goldene Damcnnhre», is tar....... 30 r, „„mit Rem-Aufz.«an. S«,, »«„ 3 Galdtapseln van«0„„ " m-« d„ 37—200- « Hkrre«.Re»«»t»ir-Uhrrn oon.. so mm mm»»°ldt 0. TO - m m», 3, 90-500 tzleinlatenres U Zagt gehend ca. I Meier lang«. 10 do. in palirt Nuhbaum-Gehstuse«an 14 da. da. mit Schlagwerl.... 18— TS Etand-Weckeruhren«an....... s— 30 Illustrirte Pre>«aer,eichniff, gratis und frone», versandt nach --------------- dorel-----" yiuno uno scancp. vcr]anoinacq ,/dr auherhald g-gen Hochnahm«. Umtausch bereitwilligst gestattet.___ Möbel auf Thettzahlnng � j Kellermann, N-rs.mml«ng des Fachvereins der Marmor- und Granit- Arbeiter Sonntag, den 12. Febr., Vorm. lOj Uhr, bei DeigmüNer. Alte Jakobstt. 48a. Kollegen willkommen.[324] Der Dorftand. Oeffentliche Versammlung für Frauen u#d Männer am Montag den 13. Februar, Abends 8 Uhr, im Wedding-Park, Müllcrslraße 178. Tages-Ordnung: Referat. Was bezweckt der Sanitätsverein der Ardeiter Berlins?[319 pansch. Grogir- and Glnhmeinertrakt, Original-Flasche, exkl.... Sch ammer-«nd Rofal-Sunsch, kräftig,„„,.. Kargander Punsch, hochfein, aus Wein,„„... Schwedischer Punsch, ganz vorzüglich,„„... Ananas garantirt aus Frucht„„... Thee-Num, äußerst preiswerth,„„... Alter zlo-dhänser»„„... Kerliare Aetreide Knmmel, übertrifft Gilka„ ,,... Krrnn-Spiritu», geruchlos,» Liter 50 Pfg. empfiehlt die Großdestillation von Lettau U Keil, Sophienstr. IS, an der Rosenth Centraftranken- u Sterbekasse der Tischler etc. (Nerwaltnngsstelle Kerlin B.) Montag, den 13. Februar, Abends 8* Uhr, Prinzensttaße 106, bei Görth, Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1887. 2. Wahl eines Revisors. 3. Verschiedenes.— Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 328 Die Grtsverwaltnng. Fachvi litn der Former «nd Kernfseenoff-n Montag, den 13. Febmar, Abends 8i Uhr, in KrOger's Salon, Wasscrthorstraße 68, Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. G e r i s ch über„die Ein- Wirkungen der Meeresströmungen auf das Klima der Kontinente". Diskusfion. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen bittet 329] Der Darstand. Uhrenfabrik 'Für uns' liche Au- W holen. %% ummeres. „einer Uc Gerung keii würden x ."'chts abhi i'S.wHnrtes K.? Ä Z fn sucht, , geduldig' anfangen ' Materialist .Profith Mchaftlict �ner tradi >en. j # Vortheil , ,°ver zu ää Rcn besserer .sollte rat me Ausber sicher S " den Ko kjwn, Mk '3% %te di »u g Etablirt 1877. G, Wassnef Berlin 8., Orauieusiraße 1 Anerkannt größte Leist fShigteit. S >n die „Dresden Preisgekrönt: Königsberg 1887. _„Düsseldorf 1887." Nickel-Remontoir-Uhren....•• Silberne Remontolr Uhren...>: Seidene Remontoir-Uhren...• Regulateure.......... Vernickelte Stand-Wecker...' SfiSr Woronri» di» p» fünf Jahren- Versand nnr gegen Nachnahme oder v*1* sendnüg de» Ketrage».. Nichtkonvenirendes wird anstandslos zuruM Jllnstrirte Hatalog« gratis«nd k dkren'c % ife ist MZ �»SÄ Der Komm er» der Freien Vereinigung der Graveure und Ziseleure findet am Sauuabend. den 11. Febrnar, Abends 8% Uhr, im Dresdener Garte«, Dresdncrstt. 45, statt. 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(Fortsetzung aus Nr. 29.) . es!" erklärten die katholischen Pfaffen zum des christlich germanischen Raubritlerthums, als dieses Schätzen des Lrients lüstern wurde;„die Natur will die darwinistelnden Pfaffen des Kapitals, so oft nnen krampfhaften Versuch macht, einen neuen Markt zu und das Feld seiner Ausbeutung zu erweitem. <>r. Buchner erklärt, wir müßten Kolonien erwerben, zu eng für die Masten werde, die es beherberge. Leiten später erzählt er uns von der heutigen Ueberpro- an Lebensmitteln(Vit!) und davon, daß unsere afrika- monicn kein Ziel für eine deutsche AuSwandemng ab- Für uitsern leidigen Ueberschuß an Bevölkerung, also fche Auswanderer, ist im tropischen Afrika allerdings , �olen. Jene Zeitungsartikel, die einmal sogar die Ä"ongoländer als Auswandemngsziele empfahlen, 9's als Massenmordversuche aus Unwissenheit, wenn lummeres." einer Ueberproduktion von Lebensmitteln kann von nerung keine Rede sein; aber selbst wenn eine solche > wurden unsere Kolonien, die in den Tropen gelegen, nichts abhelfen. Das weiß Herr Dr. Buchner. Wenn l,'"..hartes" Verfahren gegen die Duallas, wie er sich n'ich ausdrückt, mit der Nothwendigkeit des Kampfes «n und dergleichen zu beschönigen und die Erhöhung Nllchcn Handelsprostte in Kamcmn auf ein„Wucher- •nweau als eine Lebensfrage für die deutsche Nation . sticht, so zeigt er uns damit blos, was man alles geduldigen Schlagworten„Kampf um's Dasein" und »""fangest kann. (eiÄ�ftisch übrigens mitunter das bürgerliche Gehim choiff".viofithungcr als„Naturgesetz" mit Hilfe moderner enichaftlichcr Sch.'agworte zu deuten sucht, ganz kann traditionellen ideologischen Illusionen doch nicht �-..So fühlt sich auch Herr Dr. Buchner hin und N'gt uns zu zeigen, daß die Degradimng der foJv:a0cn und die Emporschraubung der europäischen s-??kite die Verbreitung der Kultur und Zivilisation in Er hofft, daß mit dein„merkairtllen auch der .>p-'Q» knisse find gering, die A»sv"' fit F Profitsu� 0rtCn demnach ziemlich begrenzt. i �cnze J des Kapitals ist dagegen maßlos, sie findet lisk- t w" ntrpfi ) a 30 Pt h*'©IrrfÜ.? �kbst. Unter dem" Druck der Konkurrenz kJUc tasrfipn ffÜ-j größtmöglicher Ausbeutung des Ar- fre?» n��wng der ganzen Arbeiterklasse. Die Ämu»,* eitcr erlangt in allen -"'�„früher oder später jedoch solche in allen kapita- moralische, öko ** iiwv—«cuurr ober »» Lraft, um dieser Tendenz durch Gcwcrk- zS ausn,».?''"tzgoketze-c. wenigstens einigermaßen kn«QpitafiÄ -.--...... ungehindert "k kann seine Sklaven mißhandeln und iiii�wen UrniV�s" �che Brutalität und Gemeinheit sich *it,"d dem �wickelt, haben die Pflanzer in West �---*••••*-» v* v«�UVVIt VIV»•» V|» Süden der Vereinigten Staaten deutlich genug kTPMeknl" mir in unfern überseeischen Besitzungen keine Listen Aber daß sie nothwendig ist. sollen unsere K-�en ..........' vZ'erklären WW will�die Sv-'' sn.v"r'v" möglichst wenrg �mzip de; möglichsten auf die Finger Nichteinmischung könnte schließlich bis zur Beibehaltung einiger sebr nützlicher Rcchtsgewohnheiten gehen, wie sie sich im Verkebr der europäischen Kaufleute mit den eingeborenen Händlern allmälig fest herausgebildet haben, wenn fie auch mehr den afrikanischen als den europäischen Rechtsanschauungcn entsprechen. Ich meine da namentlich das unter den Afrikanern allgemein ailtige Recht des Gläubigers, den säumigen oder böswilligen Schuldner oder einen Angehörigen desselben festzunehmen, bis die betreffende Schuld bezahll rst." Man sieht, der Deutsche in Kamerun nimmt die„afrikani- schen Rechtsanschauungcn" an, statt den Neger auf die Höhe des Deutschen Reichs zu heben. „Das beste Arrestlokal für den Neger ist die Kette, an der er arbeiten muß." Dagegen sollen, da„die Neger viel fein. fühliger sind, als unsere gemeinen Leute,"„Vergehen der Europäer möglichst blos mit Geldbußen zu bestrafen, in schweren Fällen vor deutschen Gerichten in der Heimath abzuhandeln sein"(S. 192, 193). Da der Neger sehr feinfühlig, soll der Deutsche jedes Ver- gehen gegen ihn mit ein paar Mark sühnen können! Sonder- bare Logik! Mißhandlungen von Negern rechnet Herr Buchner jeden falls nicht zu den Vergehen. Sagt er doch von Stanley: „Auch er hat Sklaven gehalten und gelegentlich durchgepeitscht. Ich nehme ihm das gar nicht übel. Im barbarischen Afrika muß man zuweilen bardarisch auftreten"(S. 177). Und Herr Zöller erzählt uns mit Behagen folgendes als die Logik der Weißen in Wcstafrika;„Gott, hieß es, sei nach Ansicht der Schwarzen sehr gut, so gut sogar, daß sich niemand um ihn zu kümmern brauche. Dem Teufel aber oder vielmehr den verschiedenen Teufeln bringe man Opfer dar, damit sie sich nicht unliebenswürdig erwiesen. Es leuchte ein, daß der Weiße sich besser dabei stehen werde, wenn er dem Neger gegenüber die Rolle des Teufels, als wenn er diejenige des guten Gottes spiele"(I, S. 187). Verwildert der Europäer in den Kolonien bereits in Frie denszeiten, wie man steht, so noch mehr natürlich, wenn es gilt, die Eingeborenen aus diesem oder jenem Grunde zu „züchtigen", welches Wort allein eigentlich schon genug sagt. (Fortsetzung folgt.) P arlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 34 Sitzung vom 10. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesratbs: v. Bötticher, Bron- sart von Schelle ndorf f. Das Haus genehmigt in dritter Berathung die Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Reichshceres nahezu einstimmig und tritt in die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betr. den Schutz von Vögeln, ein. Abg. Herme»(vfr.): Es kommt darauf an, auf dem Ge biete des Vogelschutzes die Grundlage zu schaffen für den Ab schluß intenrationaler Verträge, und sodann darauf, das Mindest- maß des Schutzes den Vögeln innerhalb Deutschlands zu ge- währen. Die Wiikung des Gesetzes wird zunächst keine große sein. Einer seit Jahrhunderten eingerissenen Gewohnheit kann man nicht plötzlich steuern ivollen. Der Massenfang der Vögel, die wir schützen wollen, wird nicht sofort aufhören. Erst von der späteren Zeit werden wir eine gute Wirkung des Gesetzes er- warten können. Eine rigorose Einführung von Schutzmaßregeln würde im Volke auf Widerstand stoßen. Wir müssen die Vögel in Schutz nehmen gegen Nachstellungen der Menschen, aber auch den Menschen gegen die Vögel, die seine Jnter- essen stören;'md im Großen und Ganzen hat nach dieser Richtung der Gesetzentwurf das Rechte getroffen. Die Wünsche, die ich in Bezug auf die einzelnen Paragraphen habe, werden sich am besten in einer Kommission erörtern lassen. Namentlich hätte ich in Bezug auf die Proskriptionslistc, die sich in dem § 8 des Gesetzes findet, einige Aenderungcn in Vorschlag zu bringen. So wünschte ich den Eisvogel, der einer der schönsten Vögel Deutschlands ist, geschützt. Von dem schwanen Storche giedt es in ganz Deutschland noch 20 Paare. Warum diese ausgerottct�wcrden sollen, vermag ich nicht einzusehen; sie sollten schon der Seltenheit wegen gescbützt werden. Gegen den Kram- metsvogelfang kann ich mich nicht erklären. Trotz des Massen- mordes, der bei uns und in Italien geschieht, ist an eine gänz- liche Ausrottung dieser Vogelart nickt zu denken. Der Einwand, daß in dem Dohnenstrich auch andere nützliche Vögel sich finden, ist nicht stichbaltig, da� dies nur eine ver- hältnißmäßig geringe Zahl ist. Sie fangen sich nur in den ersten 8 Tagen des Striches, denn nachher haben die meisten dieser Voaelarten Deutschland bereits ver- lassen. Ornithologcn von Ruf sind nicht der Ansicht, daß der Krammctsvogcl ganz verboten werden soll. Vielleicht empfiehlt sich eine Einschränkung der bisher üblichen Fangweise. Ich beantrage, den Gesetzentwurf einer Kommission von 14 Mitgliedern zu überweisen. Abg. v. Strombrck(Zentr.): Ich bin gegen Kom- missionSberathung. Ich fürchte, daß die Vorlage dort das gleiche Schicksal ivie die früheren erfährt, und wünschte deshalb, daß die zweite Berathung hier im Plenum stattfindet. Dieser an sich hannlose Gesetzentwurf enthält auch ein politisches Be- denken. Nack§ 3 ist nämlich der Bundesrath ermächtigt, das Fangen und die Erlegung bestimmter Vogelarten für gewisse Zeiten oder Bezirke überhaupt zu untersagen. Verfaffungs- mäßig ist dies zwar zulässig, aber doch bedenklich, denn wir statuiren dadurch Fälle, wo der Bundesrath mit Polizei- Vorschriften in einzelnen Bundesstaaten vorgehen kann. Beim Nachdruckgcsetz haben wir eine ähnliche Bestimmung gehabt, Herr von Bocttichcr hat aber damals er- klärt, daß etwas Aehnliches nicht wieder vorkommen werde. Wir können die zweite Lesung sofort im Plenum vornehmen. Einige Bestimmungen müssen �schärfer formulirt werden, um Jnkorreklheiten zu vermeiden. Die Strafbestimmungen für solche Personen, ivelche durch Mangel der Beaufsichtigung von. Kindern eine llebertretung des Gesetzes durch letztere er- möglichen, find zu scharf. Es empfiehlt sich, nach dem Muster einer preußischen Polizcioerordnung, solche Personen, wenn sie die Kinder an der Uebertretung des Gesetzes nicht hindern konnten, überhaupt straffrei zu lassen. Dagegen müssen für den Rückfall und für die gewerbsmäßige Zuwiderhandlung gegen das Gesetz die Strafen schärfer sein. In Bezug auf dem Kram- metsvogelfang habe ich aus meinem Wahlkreise eine mit zahl- reichen Unterschriften versebene Petition bekommen, in welcher ich gebeten werde, dafür einzutreten, daß die massenhafte Ver- tilgung dieser Thiere gesetzlich verhindert wird. Ich stehe zwar hier in Widerspruch mit meinem Freunde Windthorst, der 1879 eine große Krammetsvögel-Rede gehalten hat. Ich plädire indessen nicht für das gänzliche Verbot des Krammetsoogel- fanges, sondem nur für eine Bestimmung gegen das massen- hatte Vertilgen. 1879 wollte man dem Fange von Krammels- vögeln kein'Hinderniß bereiten, um keine Vertheuerung herbeizuführen. Heute liegen die Verhältnisse anders. Wir haben die notbwendigen Lebensmittel der ärmeren Klassen vertheuern müssen und daher ist es auch gerecht, wenn nur die Genüsse der höheren Klassen etwas vertheuern. Abg. v. Mirbach(kons.): Die Vorlage beseitigt die Be» denken, die auf diesem Gebiete bisher bestanden haben, und wir wünschen auf dem Boden derselben zu einem positiven Resultat zu kommen. Eine KommissionSberatbunss ist nicht wünschens- werth, denn sonst werden in der Kommission so viele Spezial« wünsche der Herren Ornithologen laut, daß wir möglicherweise zu keinem Resultate gelangen. Der Schwerpunkt der Vorlage liegt darin, daß sie die Möglichkeit giebt, internationale Ver« träge zum Schutze der Vögel zu schließen. Die Nomenklatur der Ausnahmen ist sehr geschickt und richtig aufgestellt. Auch der schwarze Storch und der Eisvogel können in die Liste bleiben, denn in der Praxis wird der schwarze Storch und der Eis- vogel so wie so geschont. Der Eisvogel kann allerdings unter Umständen Schaden bringen. Aber wo der Schaden nickt be« deutend ist, schont man ihn gleichfalls. Die Nomenklatur giebt also die Möglichkeit, die Vögel zu tödten, wo es nöthia tst, zwingt aber Niemand dazu. Der Krammetsvogelfang ist allerdings etwas grausam, aber eine bedeutende Einnahme» quelle für verschiedene ÄevölkerungSschichten, zum Beispiel für die preußischen Forstbeamten, deren Einnahme sonst nicht sehr groß ist. Abg. v. Ururath(Reichsp.): Gerade aus der Mitte meiner Freunde ist in frührcn Jahren der rechte Anstoß zu diesem Gesetz gegeben worden. Wir stehen demselben sympathisch gegenüber. Wir gewinnen durch dieses Gesetz eine Basis der Verständigung mit Italien und hoffentlich auch mit Frankreich, denn auch an der französischen Küste hat das Fangen und Schießen der Vögel einen sehr bedeutenden Umfang an- genommen. Die Hauptsache ist, daß wir überhaupt etwas zu Stande bringen. Einer Kommisfionsbcrathung würden sich meine Freunde nicht widersetzen. Abg. Duvigneau(natl.): In der zweiten Lesung im Plenum würden wir eine genauere Unterscheidung der nützlichen und schädlichen Vögel vorzunehmen haben. Neben den beliebten Krammetsvögeln scheinen mir auch die Kiebitzeier eines beson- deren Schutzes zu bedürfen. Abg. Kaumbach(dfr.): Die Vorlage hat auf mich den Eindruck gemacht, als wenn fie von denjenigen ausgearbeitet ist, die uns mit ihren zünftlerischen Anträgen erfreuen. Der Bundesrath soll die näheren Bestimmungen über eine ganze Reihe von wichtigen Fragen treffen, die nach meinem Dafür« halten in das Gesetz gehören. Ich will dem vcrehrlichen Bun- desrath kein Mißtrauen entgegenbringen, aber hier können wir uns auf unsere eigene Weisheit verlassen. Zu meinem Be- dauern muß ich in meiner Stellungnahme zu diesem Gesetz von meinem Freunde Hermes abweichen. Ich plädire cnt» schieden für die Einschränkung des Krammetsvogelfanges, da es sich hier um eine Massenvertilgung handelt. Der Krammets- vogel wird in der allermiserabelsten Art gefangen, und c& schmerzt mich, daß sich für diesen Massenmord der Drosselarten ein sonst so humaner Mann wie Herr Windthorst interessirt. Baldamus, dessen Autorität ich Herrn Hermes entgegensetze, spricht mir in einem Briefe seine Entrüstung darüber aus, daß dieser Gesetzentwurf den Massenmord der Krammetsvögel ge- statten will; es handle sich hier nicht nur um sämmttiche Drossel- arten, worunter die besten Singvögel wären, es würde eine Menge anderer werthvollcr Vögel mit den Krammetsvögeln mit- gefangen und als solche verkauft. Der Dohnenstrich sei das thierquälerischste Fangmittel. Auch der große Verein zum Schutz der Vogclwelt, welcher den deutschen Kronprinzen und den Kronprinzen von Oesterreich zu seinen Mitgliedern zählt, hat das Verbot des Krammctsvogelfanges vorgeschlagen. Diese und andere Bedenken sind stark genug, um eine kommissarische Be- rathung zu rechtfertigen. Abg. Mindthorft(Zentr.): Ich erkläre mich für den G.E.. wie er uns hier vorliegt. Es würde vielleicht zu erwägen sein, ob wir nicht einzelne Lozelarten, z. B. den Storch, etwas mehr schützen sollen. Die Debatte hat sich wieder hauptsächlich um die Krammetsvögel gedreht. Ich glaube auch, wenn die nicht wären, würde das Gesetz schon längst fertig sein. Zweifel- Haft ist mir, ob durch internationale Verträge etwas erreicht würde, weil die Ausführung des Gesetzes die Hauptsache ist, und die Konttole darüber, ob das Gesetz im Auslande ordcnt- lich ausgeführt wird, schwer ist. Ein Verbot des Fangens von Krammetsvögeln würde in Italien kaum durchzuführen sein. Dieser Vogelfang ist dort so eingewurzelt, daß die Bevölkerung in aller Weise das Gesetz vernachlässigen würde. Auch in Bel« aien und Holland werden viele Krammetsvögel verzehrt. Das Resultat würde nur sein, daß die Vögel, die wir schützen, dann von unseren Nachbarn verzehrt werden. Ich mache kein Hehl daraus, daß auch ich die Krammetsvögel gern esse, wenn fie gut zubereitet sind(Heiterkeit), und daß ich in jungen Jahren häufig Vogelnester ausgenommen und Fallen gestellt habe. Zu beachten ist auch, daß eine ganze Reihe von kleinen Leuten aus dem Fang von Krammetsvögcln eine hübsche Einnahme erzielen. Abg. Dr. Meyer(Halle, dfr.): Die Bekenntnisse, zu denen sich der Abg. Windthorst hier herbeigelassen hat, riefen mir das Goethe'sche Wort ins Gedäcktniß: Fischefangcn und Vogelstellcn verdarb schon manchen Junggesellen.(Heiterkeit.) Ich nehme an, daß diese Bekenntnisse sich auf die unverheirathete Zeit des Abg. Windthorst beziehen, und sie haben mir einiger« maßen das ideale Bild von ihm getrübt, indem ich von ihm Mahren habe, was er früher für Dinge getrieben(Heiterkeit); und ich suche einen Trost nur darin, daß er in seinem gegen« wärtigen Zivilstande sich hoffentlich auf derartige Dinge nicht mehr einlassen wird.(Heiterkeit.) Herr Windthorst hat sich auf die Volkssitte berufen. Wenn dieses Argument durch- schlagend wäre, dann müssen wir uns auch stillschweigend darin ergeben, daß man in romanischen Ländern die Vögel ganz und gar ausrottet. Das ist eben eine Volksfitte, die man aber mit allen Mitteln bekämpfen muß, weil sie verderblich wirkt. Ich halte den Vogelschutz für eine wichtige Aufgabe auf dem Gebiete der Kultur und der Humanität; und unter dem Gesichtspunkt der Humanität soll man nicht den Storch allein berücksichtigen, dem Herr Abg. Windthorst seine Gunst erweist, wie ich dankbar anerkenne.(Heiterkeit.) Die kleine Vogelwelt ist der natürliche Nlliirte des Menschen im Kampfe gegen allerlei wirthschaftliche Schädlichkeiten; sie hilft ihm Dinge verrichten, die sich mit allen polizeilichen Maßregeln nicht durchführen ließen, indem sie lästige und schädliche Insekten« chaaren vernichtet. Wir sind mit dem Vogelschutzgesetz, mit dem wir uns seit langer Zeit beschäftigen, noch nicht zum Abschluß gekommen, weil sich dagegen partikulare Interessen geltend ge- macht haben, und die sind auch in den vorliegenden Gesetzent- wurf eingedrungen. Ich habe den Passus von den Krammcts- vögeln im Auge. In einem Gesetzentwurf, der sich als Vogel- chutzgesey bezeichnet, diese diskretionäre Gewalt den Krainmetsvögeln gegenüber, das kommt mir ungefähr so vor, als wenn man in einem geordneten Rechtsstaat ein Sozialisten- gesctz einfuhrt.(Heiterkeit.) Es wird genau dieselbe Unsicherheit der Rechtsverhältnisse erzeugt. Und was ein Krammets- vogel ist, läßt sich nicht mit größerer Bestimmtheit definiren, als was eine auf Umsturz gerichtete sozialdemokratische Bestrebung ist.(Heiterkeit.) Mit diesem Paragraphen in der Hand können Sie jedem Bogel, auf den Sie Appetit haben, sagen:„Du wirst gegessen, Venn du bist ein Krammetsvogel.(Heiterkeit.) Der Krammetsvogel hat alsdann nicht das geringste Rechts- mittel, um sich gegen diese willkürliche Behandlung zu wehren. (Große Heiterkeit.) Was heißt denn das,„in der üblichen Weise" Krammetsvögcl fangen? Das heißt: Schlingen auf- stellen; und in den Schlingen dieses Gesetzes haben sich schon manche Vögel gefangen, die entschieden gar nicht zur Krammets- vogelpartei gehörten, sondern durchaus freiwillige Sänger waren, wahre Frühlingslerchen.(Heiterkeit.) Der ordentliche Rechtsschutz, den wir hier etabliren wollen, ist auch durchaus nölhig, um das letzte Ziel, den internationalen Schutz zu erreichen. Wenn wir mit anderen Staaten verhandeln, daß sie ihr thörichtes Vogelfangen einstellen, so können sie uns einwenden: Ihr fangt ja selber die schönsten Singvögel; Meisen, Drosseln und Lerchen, und redet euch dann damit her- aus, es seien nur Krammctsvögel gewesen.(Heiterkeit.) Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen, dann werden die an- deren Staaten schon folgen. Wenn man bei uns Ernst damit macht, den Fang der Sänger ganz zu verbieten, dann werden wir auch in airderen Ländern, von denen uns in dieser Be- zichung Gefahr droht, Nachahmung finden. Ich täusche mich ja nicht darüber, es ist der Appetit am Krammetsvogelbratcn, der diesen Paragraphen hineingebracht hat. Der Abg. Windt- Horst sagt: warum sollen wir uns einen Braten, den wir haben können, entgehen lassen? Wie kann ein deutscher Parlamen- tarier das sagen!(Heiterkeit.) Wie oft haben wir uns schon einen Braten entgehen lassen müssen!(Große Heiterkeit.) Ich denke noch an unseren Tiätenantrag von vorgestern; da hat eine ganze Menge von Ihnen, die den Braten hätte haben können, ihn sich entgehen lassen.(Große Heiterkeit.) Es sind feudale Jnter- essen, die zu Gunsten des Krammetsvogelfanges geltend gemacht und ich entscheide mich mit aller Entschiedenheit für v. Oertzen-Parchim giltig erklärt werden soll, werden, und WWW> den Krammctsvögel und gegen den Feudalismus. Abg. Hennrbrrg(natl.) spricht sich für die Vorlage aus. Abg. v. Gerben(Parchim, kons.) bittet gleichfalls um die Annahmt des Gesetzes, indem er darauf hinweist, daß der Krammctsvögel, der für das Gesetz überhaupt nur eine unter- geordnete Bedeutung habe, sich bisher nicht vermindert habe. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag des Abg. Hermes auf Kommissionsdcrathung wird abgelehnt; die zweite Bcrathung wird also im Plenum stattfinden. Es folgen Wahlprüfungen. Ueber die Wahl des Abg. (3. Mecklenburg-Schwerin), die für referirt Abg. v. Friesen. Abg. Rickrrt(dfrs.) bemerkt, daß man den Ausführungen des Referenten über die Vorkommnisse bei dieser Wahl und den Inhalt des Protestes nicht genügend habe folgen können. Es scheine ihm auch, als od der Referent einige erhebliche Protcstpunkte nickt vorgebracht habe. Er beantrage deshalb, die Wahl an die Wahlprüfungskommisston zur schrift- liehen Berichterstattung zurückzuverweisen. Abg. Maquardfen(natl.) erklärt als Vorsitzender der Wahlprüfungskommisfion. daß die letztere die Protestbebaup- tungen nicht für so erheblich gehalten habe, um daraus die Roth- wendigkeit eines schriftlichen Berichts herzuleiten. Herrn Richert bleibe überlassen, aus dem Vortrage des Referenten seine Schlüsse zu ziehen und Anträge zu stellen. Abg. Rirtrert erklärt dies für unmöglich nach dem ein- maligen Anhören des Referats und beharrt bei seinem Antrage, welcher darauf gegen die Stimmen des Zentrums, der Frei- finnigen, Sozialdemokraten und einiger Nationalliberaler abgelehnt wird. In der Diskusston erklärt sodann Abg. Hegel(natl.) die bei der Wahl vorgekommenen Unregelmäßigkeiten für nicht er- heblich. Abg. Rickert hebt nochmals hervor, daß der Vortrag des Referenten nicht zu verstehen gewesen sei und beantragt, die Beschlußfassung so lange auszusetzen, bis die Rede des Re- fercnten gedruckt im stenographischen Bericht vorliege. Nachdem sich Abg. v. Marquardse« mit letzterem Antrag einverstanden erklärt hat, wird diese Wahlprüsung von der Tagesordnung abgesetzt. Tie Wahl des Abg. Clauß(IG. Sachsen)(kons.) beantragt die Wahlprüfungskommisston für giltig zu erklären. Referent ist der Abg. v. Reinbaben(srk.) Aus den Grün- den des eingelaufenen Protestes führt er an, daß sozialdemo- kratische Wahlversammlungen verboten worden sind. Abg. Kitiger(Soz.) bedauert, daß auch hier kein schrift- licher Bericht erstattet sei. Es sei ein umfangreicher Protest ein- gegangen, aus welchem der Referent wichtige Thatsachen gar nicht mitgetheilt habe. Dahin gehöre auch die, daß der betreffende Wahlvorsteher erst die Wahlzettel entfaltet und sie erst dann in die Wahlurne gelegt habe. Früher habe der Reichstag stets den Grundsatz vertreten, daß das Verbot von Wahlvcr- sammlungen zur Ungiltigkeit der Wahl führen müsse. Diesen Grundsatz scheinen selbst die Rationalliberalen verlassen zu wollen. Wenn der Referent es nicht mehr für nothwendig halte, die Thatsachen mitzutheilen, welche zeigten, welche uner- hörten Wahlbceinflussungen namentlich in Sachsen, vorgekommen seien, dann sei das keine Wahlprüfung mehr. Die MajontätS- Parteien erklärten dann einfach die Wahlen ihrer Mitglieder für giltig.(Widerspruch rechts.) Er beantrage, die Kommisston aufzufordem, dem Hause einen gednickten Bericht vorzu- legen. Referent Abg. v. Reinbaben glaubt, daß das Haus der Kommission das Vertrauen schenken müsse, darüber zu entschei- den, was sie als erheblich oder unerheblich betrachte. FinsUebri- gen sei er gern bereit, Alles mitzutheilen, was das Haus wünsche. Abg. Rinteten(Zentr.): Die Wahlprüfungskommission sei nicht Vertreterin des Hauses, sondern habe nur Bericht zu er- statten; ob etwas erheblich sei oder nicht, darüber stehe ein Urthcil lediglich dem Hause zu. Abg. v. Hardorff ifrks): Das laufe darauf hinaus, jeden Protest dem Hause gedruckt initzuthcilen. Das Haus müsse der Kommission das Vertrauen schenken, daß sie Erhebliches vom Unerheblichen unterscheiden könne. Abg. Hammachrr(natl.): Das Haus könne verlangen, daß der Referent ihm das gesammte thatsächliche Material vor- lege, auf Grund dessen die Kommission ihre Entscheidung ae- troffen habe. Er bitte den Herrn Präsidenten, den Re- fcrenten aufzufordern, das thatsächliche Material vollständig mit- � 1 Referent o. Keinbaben: Dazu babe er schon seine Bc- rcitwilligkeit zuerkennen gegeben. Uebrigcns hätte ja das Haus den Bemerkungen des Referenten keine Aufmerksamkeit geschenkt, auch der Abgeordnete Rickcrt nicht. Abg. Nickert bestreitet dies. Trotz der größten Aufmerk» samkeit sei es ihm nicht gelungen, den Ausführungen des Rcfe- rentcn v. Friesen zu folgen. Abg. Rintelr» zieht nunmehr seinen Antrag zurück, der jedoch von dem Abg. Kräcker wieder aufgenomnien wird. Der Antrag auf schriftliche Berichterstattung wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Referent». Reinbaben trägt nunmehr ausführlich die- jenigen Fälle vor, welche zu dem Wahlprotest geführt haben. Abg. Singer beantragt darauf, den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen, Um sich davon zu überzeugen, wie die Wahlprüfungskommisston den Protest aufgefaßt hat. Vmch dieser Antrag wird abgelehnt. tn der weiteren Diskussion weist bg. v. Friesen(kons.) den Vorwurf zurück, daß die Re- gierung, die Beamten und die Arbeitgeber der Ordnungs- Parteien sich unerhörter Wahlbeeinflussungen schuldig gemacht hätten. Wolle er dagegen Alles aufzählen, was die Sozial- demokraten an Wahlbceinflussungen geleistet hätten, so würde er die Geduld des Hauses zu ermüden fürchten. Abg. Febel(Sozialdem.): Der Vorredner werde nicht nachweisen können, daß seitens der Sozialdemokratie eine Un- gesctzlichkcit bei der Wahlagitation in Sachsen ungerügt unter- nommmen worden ist. In Dresden habe man unmündige Studenten des Polytechnikums aufgeboten, sich an der Wahlagitation zu betheiligen. Dagegen erhebe sich keine tadelnde Stimme: so werde überall mit zweierlei Maß gemessen. Ungerügt hätten sich auch die Militär- Vereine in durchaus ungesetzlicher Weise zu Gunsten der rcichs- treuen Parteien an der Wahlagitation betheiligt. Das Gleiche lasse sich von der Wahlbeeinflussung zahlreicher Behörden sagen. Abg v. Friesen bleibt dabei, daß unerhörte Wahlbeein- flussungen seitens der Sozialdemokraten in Sachsen vorgc- kommen find. Abg. Kebel: Der Vorredner muß als Vorsitzender des Konservativen Landcsvereins in Sachsen von diesen Dingen wissen, es sei geradezu unglaublich, daß er von diesen Dingen keine Kenntniß erhalten haben soll. Die Wahl des Abgeordneten Clauß wird hierauf für giltig erklärt. Die Wahlen der Abgeordneten v. Funcke(9. Frankfurt) und P a n s e(7. Merseburg) werden ohne Debatte für giltig erilärt. Hierauf vertagt sich das Haus. Schluß 4'/« Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 1 Uhr (Wahlprüjungen; Etat). Kommunales. Der wegen Anlegung eine« Hafens am Schiff- fahrtskanal auf dem Urban von der Stadtverordneten- Versammlung niede niedergesetzte Ausschuß ist am Mittwoch zu einer Bcrathung, die vollständig durch die Generaldiskusston aus- gefüllt wurde, zusammengetreten. Alle Redner erkannten die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Hafcnanlage an der vom Magistrat vorgeschlagenen Stelle an, und erscheint hiemach die Annahme der Borlage als gesichert. Bezüglich der Tarif- frage theilten die Magistratskomniissare mit, daß die Staats- behörden zwar vorläufig die Genehmigung eines bestimmten Tarifs, dessen einzelne Sätze ja auch wesentlich durch die Ge- staltung des Hafens und die Ausladcvorrichtungen bedingt wer- den, abgelehnt hätten, dagegen hätten sie die Zusicherung er- theilt, daß die Stadtgemeinde in Hinsicht auf die Tariffrage in die Reihe der bestbegünstigten Städte und Korporationen ein- treten soll. Die Auswahl des Projekts, nach welchem der Hafen erbaut werden soll, od mit einer oder zwei Inseln, oder ob gar keine Insel angebracht werden soll, ist der Spezialberathung vor- behalten. Dach Mittheilung de» Statistischen Amts der Stadt Herlin find bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 29. Januar bis inkl. 4. Februar zur Anmeldung ge- kommen: 194 Eheschließungen, 941 Lebendgedorene, 31 Todt- geborene, 586 Sterbefälle. Lokales. Die Kunst des Gehens und Fahren» in Kerli» war vor einem Jahrhundert günstiger entwickelt als jetzt. Dem „Fuhrbalter" schreibt ein alter Berliner hierüber:„Es sind etwa 35 Jahre ins Zeitmeer gesunken, seitdem man in Berlin überhaupt das Rcchtsfahrcn kennt. Ich entsinne mich, daß eines Tages an Hausthüren, Haus- und anderen Mauem ein Anschlag zu lesen war, des Inhalts:„Wir haben beschlossen, daß jetzt immer rechts gefahren werden soll." Die Bekanntmachung war nicht etwa von Herrn von Hinckeldey unterzeichnet; nein— sondern von einer Vereinigung Berliner Fuhrwerksbesitzer. Der Gedanke war schauderhaft neu; bis d-uo hatte man in Berlin fahren können, wie man heute gebt, d. h. jeder wie er Lust hat. Aber der Gedanke„rechts fahren" schien vernünftig und schlug durch, wie alles Vernünftige früher oder später durchschlagen muß, mag es anfangs auch so ungereimt ausschauen wie es will: man fuhr rechts. Aber gegangen wird heute in der Rcichs- Hauptstadt noch immer viel dümmer als beispielsweise auf der Elbbiücke in Dresden; gegangen wird noch dümmer als vor hundert Jahren. Beweis: Wenn man die„Königlich Privile- gute Zeitung von Staats- und gelehrten Sachen", so da im Fe- bruar 1788 gedruckt ward, aufmerksamst zu durchstöbern geneigt ist, also dann wird man finden, daß Berlin seit hundert Jahren bei der Wcltdrchung in Bezug auf Fahr- und Geh-Ordnung zurückgerutscht ist. Das Rechtsfahren war schon vor hundert Jahren, obwohl doch damals in Berlin nicht entfernt der Fuhrverkehr wie heute herrschte, Polizeigcsetz, gegen das allerdings von Atännialich gefehlt wurde. Bon neuem erging deshalb an sämmtliche Fuhrleute und herrschaftlichen Kutscher der Befehl: „bei harter Strafe auf den Straßen jedesmal die rechte Hand zu halten; und sind die PolizeüLffizianten bereits instruiret, jeden Kontravenienten sofort zu arrctiren". Wir, im Jahre 1883, werden glimpflicher an dic Kanthare geritten; wir werden als„Kontravenienten" blas notirt, nicht arretirt. Das ist ein Fortschritt; denn amüsant ist es für den Insassen eines Wagens nicht, wenn ihm der Kutscher von dem Bock geholt und in Polizeiarrcst geführt wird.— Auch die Reiter hatten stets„die rechte Hand zu halten", und die Verordnung fügt hinzu, daß dies„auch die Fußgänger, besonders auf den Brücken, zu beobachten haben". Man war also in der„Kunst zu gehen" vor hundert Jahren in Berlin weiter als heute, wo nicht wenige Unfälle durch Fuhrwerk tagtäglich dadurch veranlaßt werden, daß die Fußgänger, vor allem die des schönen Geschlechtes, ihr Lebtag nicht geben lernen wollen. Gin Gmnibuo. Jeder Siy besetzt. Er fährt, so plaudert die„Nat.-Ztg.", an der Markthalle vorüber, zu den Fahrgästen kommen also noch Körbe, Fischnetze, Blumentöpfe, Taschen, Packete. Es ist etwas ungemürblicd eng. Eng ist es im Omnibus eigentlich immer, viel mehr als in der Pferdebahn. Eben hat man sich aui fünf Minuten ungestörter Ruhe eingerichtet, da erscheint der Kontroleur. Das Geschäft dc6 Mannes beginnt. Vor jedem der 14 Fahrgäste fährt er mit der Hand nach der Mütze, flüstert ein eintöniges„Vitt schön, den Fahrschein," vergleicht die Nummer des kleinen Zettels mit der Angabe des Kontrolbuchs, reißt eine Ecke ab und arbeitet sich, so reckt und schlecht es geht, über empfindliche und unempfind- liche Füße mühsam weiter bis zum nächsten Fahrgast. Wenn Blicke Dolche wären, der gute Mann käme nur selten unverletzt wieder aus dem Wagen heraus, denn gern sieht man ihn nicht. So ist er, der Oesterreicher würde sagen „heuer", auch an eine Frau gekommen, die mit unvcrkenn- barem Unbehagen schon seit einigen Minuten an sich herum- getastet, was gesucht hat.„Nu habe ich den Zettel weg- geworfen", sagt sie zu ihrem Nachbar,„an den Mann habe ich nicht gedacht", und dabei biegt sie sich nach vorn, daß einige lose aus dem Schooße liegende Packetcken herunter kullern.„Det is schlimm vor Sie", tröstet sie der Nachbar und hilft suchen,„da wer n Sc wohl ncch eenmal bezahlen müssen." Mittlerweile ist der Kontroleur herangekommen:„Bitt' schön, den Fahrschein." Die Frau erzählt ihr Mißgeschick. Der Kontroleur ist ein ver- ständiger Mann.„Wenn Jemand gesehen hat, daß Sie ein Billet gelöst haben, so...„Wir sind zusammen eingestiegen. ans Hallc'sche Thor, das stimmt!" flötet eine Frauenstimme hinten aus der Ecke. Der Kontroleur geht weiter. Aber auch die Frau sucht weiter und in ihrem Umkreis bethelligcn sich nun .der„| sechs Personen an dem Suchen.„Es ist gar zu k&P dem Aufbewahren", sagt die Frau vor sich hin.„®J aber sind", wirft ihr Nachbar ein. Von der anderen-/; tmtpn an-, eine dritte Partei die Sache auf:„Et soll villes M � Stfiensol doch nid)." Wo erst drei in der Debatte sind, r*"™ nicht lange, bis sie eine allgemeine ist. Ganz vornan.. bemerkt jetzt eine Dame:„Der Kondukteur wird nS �, Strafe genommen, wenn"—„Sie irren," unterbu- �.�urgervere, anderer Fahrgast,„der Kondukteur ist daran ganz ui$ x® Ecke ab. Der Zettel wandert zu der Frau zurück. ioJcm-I!?*8" erhalten, wirft sie ihn auf die Erde.„Nee, so wat.|C' Nachbar,„wenn nu wieder Eener kommt, denn liegen-,-�«Qg zur Und er kam. Eine Minute später war der zweite"■„eiche lhrei da.„Es war schon Eener hier," ruft ihm die Faule,. Nch auch di Und da die Mittheilung Bestätigung findet, begnWiL.v n chtches mit oberflächlicher Kontrole.„Bitt' schön, schein," flüstert auch er und faßt an die Mütze, der Frau steht, die leichtfinnig ihr Billet zum fortgeworfen. Und diesmal hat sie zu dem Schade» Spott zu tragen. Von allen Seiten lacht es ihr ew" Retter in der Noth und dem Gehege ihrer Zähne' kräftig Wörtlein des Aergers. Die Antwort bleibt ihr Nachbar mit dem Berlinischen Dialekt ist es, der ahnung„Immer hübsch stille, mein Puteken">» regung versetzt. In diesem Stadium der Entwickeb" Referent es vor, den Wagen zu verlassen. Denn ihm, daß er am Ende noch als Zeuge in einem& vrozeß vor dem Schössenrichter figuriren müßte. An Ecke sah er sich um, eben zog der Schaffner die winkte einem Schutzmann.-- Diese wahrheb schichte ist an sich sehr unbedeutend. Aber da sie»»' kommniß von vielen ähnlichen und gleichen sci>"� Schauplatz der Omnibus und deren Veranlassung ist, so mag sie als ein Beweisstück betrachtet werde»; Abschaffung des Kontroleurs zum Wachsen der sehr viel beitragen würde.„ „Uon zarter Hand." Ein heftiger Kampf � rechtigung weiblicher Bedienung wird augendliau» Herrn Stcrnecker im Interesse seines in der Frirt# legenen Ausschankes„Sterneckerbräu" und dem Bc»? demselben Hause belegenen„Krug zum grünen Kra»'s Schulz, vor den Gerichten durchgekämpft. Herr von dem Besitzer des Grundstücks kontraktlich die erhalten, daß er allein in dem betreffenden Hause,»ii. in Bier und Wein an den verschiedensten Stellen»'" 1ei|en Unb/ J berechtigt sein solle, weibliche Bedienung zu halte»- j%" GM M"..... r'~ Sternecker die et'"'»°amo thet, während d vorläufig Konzesfionsinhaber war. Herr Sterneckrt W wenigsten dahmgeschiel vft, Tagesliterc »Srnsati, schreibt in disemita de dstro dell'i ich Dr. Stöc f des Jnne 6 auf die ng des» nmen hat. Wt und das Haus verkauft war, hat Herr Stemecker die er»e.;~ Ausschanklokal für sein Bräu gcmiethet, während det feiden»nr>2 rmrlmiffi.(Trmipffmtißin'hnhi>r nutr(�fpmßCu� n'ftlfn Mr.-, ZUff' JWhnet Bevöll vebruar war 1813, in ein �Uwgsjustand ."f leichter Ko fcWffirt und fi »m der kom Asberg Widerstand .. Diese wäre damal! vor einiger Zeit für vortdeilhaft, für seinen AaMVAcschü�® Bedienung anzuschaffen, Herr Schulz erachtet davum' gsf für verletzt und es begann nun eine nachdrückliche. Schiedsgericht. Herr Sternecker war der Unterlüß Fni � die Gegenpartei erwirkte nicht nur ein Gericht«»».? nach die weibliche Bedienung im Sterncckerfeiv. R,;'.„rS? sei, sondern sie er' acht auch die Festsetzung 1 lischen Strafe von 100 M. für jeden Tag derlleb»»Mii�� Tage der Behändigung des Erkenntnisses an_- auf diese Weise bereits eine Sttafsumme von o".-M univissenKÄ"« mengekommen und die unterlegene Partei suchte»» ein unter dc mehr einen Weg, auf welchem sie das Nüvliche„ nehmen verbinden zu können glaubte. Die nung" wurde im Sterneckerbräu zwar abgeschfL MinTmt bienunjj wieder Kellnern übertragen, indessen die und and en n & Der uic ynvcn, ourcy:yr Gäste zu unterhalten und denselben auf diese � V' v4 1 ♦ V jju Ullll lijui Vi 1 1 u 1 1 V VV'iV|VVUVlV UU| VlvIV- ff halt im Lokal möglichst angenehm zu machen. grünen Kranze" will diesen Ausweg aber(('»!% lassen, er hat vielmehr seinen Vertreter mit%: � einer neuen Klage beauftragt, da er der Ansicht � hier nur um eine Umgehung des klaren 8#%%* niffes handelt. Außerdem soll aber eine(in1� anhängig gemacht werden, auf deren Ausfall, begierig sein kann, da es bis jetzt wohl noch» festgestellt ist, welchen Werth die„zarte Hand' f» ausscbauk hat. k— m, i—" unn m. D ro l'ch li cn kutsch er und Hökerin'mi#* C»4te ihn™ um 85 Vf. Die Berliner Hökerinnen stehen drei K recht in dem Rute,„resolut" zu sein, und mg»- L schon an sich selbst erfahren müssen, daß es m® Der S von I ihnen anzubinden. Doch wir leben ja in einen'; nehmen, am wenigsten wenn»».. leivenschaft gezogen ig. So kam es denn, da« kutscher Blümel muthvoll den unblutigen ßtt � gegen die Handelefrau John au'nahm, indem rt. einen Prozeß auf Zahlung von 3o Pf. nebst•> ß,) iÄ� VermöJ -i-age der KlaaezusteUung an anstrengte. Aus y£ Wnd-Note s, ist nunmehr Blümel als Sieger hervorgegangen- Me 3igQrtf Q �l gestern'' klagte durch Erkenittniß des Amtsgericht, Äbtb- � u�in antrage gemäß verurtheilt und das Urthcil 0,: O M ntIlern, streckbar erklärt worden ist, trotzdem die Beklag �®lsPutitenb' aar nicht benutzt hat. Und dies kam so: Dieü � �- wie die kam eines Tages mit Gepäck auf dem Bahnbo.,� ä te La* MAt-» rttl I T f i1!! � h«. an, entnahm von svem dortselbst statiomrtcn h- Nach kur»! Droschkenblechmarke und ließ dem Inhaber derb � � te F�au eini iHIümet mar. durch einen Beauftragten iagem..�«. n, einen cv und sein Recht läßt sich ein Berliner Droschke» �.�» ttkannte wsn, dabei sein EJ2»te% il, berfel 1» L--"«Ii ?utzmann tu, Blümel war, durch einen Beauftragten ihm fahren, wenn die Fahrt nach der Allen nicht mehr wie 1 M. koste. Blümel verlangte.. � und zwar 60 Pf. für eine einfache Tour,<-■> maikc und 50 Pf. für das Gepäck. Da dar ,, von der Handelsfrau John verweigert wurde, die Klage gegen dieselbe an, die mit der Handelsfrau John endete und zwar unter' öffentlichen Ve.kelirsoerhältnisse nicht ummckn P „Durch die Annahme der Blechmarke durch ve der Beklagten war die Verpflichtung des K>ag® �" der Vollmachtgeberin nach dem Bestimmung-. �..... pflichtung der letzleren zur Zahlung des V»�.V?titeI lohnes begründet. Nach dem dem 1'», rdFutu schüttet 20. Januar 1873 angehängten Tarif luied1® ber Vtei kutscher, wenn die Droschke durch die„ntl'e��jtitti ��feäe eine ist, kr.§ 48 des Reglements, was einen Zuschlag von 25� Pf. zu den aewöht�� auch dann zu beanspruchen, wenn die�»�� ß ui verlangen. Diesen Zuschlag für auch dann zu beanspruchen, wenn J*' behauptet, nur gegen den vereinbarten gie" j�ng �, Meha micthet worden wäre, denn der Preis 1" �»er den zu dem Fahrpreis hinzukommende 1 4#,«'' dem Halteplatz wartenden Kutscher. Die- gjc n °>Kies, WSKWKK außerdem von der Beklagten Entschav>S» j,? durch den Preis für eine einfache Tour � zusammen 85 Pf., tarifmäßig bestimmt, 5» bis 410, Theil 1, Titel 5 Allg. Landreckw-z deshalb dem Klagcanttagc gemäß und §§ 87, 649 Nr. 4 der Zivilprozeßordnung� Die Berliner Droschkenkutscher sind also de doch noch„über". W Grsatzmahl im XIII. Kom- tj hm.„v> iuj,;--uz»- wir aus sicherer Quelle erfahren, % anderen Sei« die Deutschfreifinnigen den in Tirbeiterkrcisen sattsam soll villes M �, Kistenfabrikanten Erdmann aufzustellen. Der XUI. batte sind,® J�lbezirf war bisher bekanntlich durch Herrn Görcki teur' wird der„Normärts",„das Organ für sämmtliche en" unterbrÄ!?I,,"egerv ereine konservatiDer Richtung," welcher bisher rran ganz unk Melden Verlag wie das„Deutsche Tageblatt" erschien, Tg eD;'„®le der„Freis. Ztg." mitgetheilt wird, nationalliberal. Sie hat �„�r zieht sich von der Betheiligung zurück, und unter irausien und � Abg. Dr. Hammacher und des bekannten national urückgewinkt»' Agitators Konsuls Weber soll der„Vorwärts"� nun- Trittbrett«iei. �guationsorgan der nationalliberalen Bezirksvereine in aiakeit nacbtii Sterben. Unter Kameraden ist dies freilich ganz egal! au zurück.# Mt wn.i«-r ats 10„Todesfälle" auf dem Gebiete llee so wat!"«, J�teratur in Berlin verzeichnet der soeben erschienene t, denn liegen i« l„ iai)t(r,aa zur Postzeitungs-Prcisliste. Zehn Fachzcitungen der, weite A? 3 welche ihrem Leben ein Ende gemacht haben; darunter 6m die Frau« 7?. M auch die jungfräuliche„Deutsche Braut- Zeitung". , die Mütze, � 3 dahingeschiedene„Braut-Zeitung" gleich wieder ein Er- "nden hat, und zwar in Gestalt einer„Zeitschrift für • Auch noch von drei anderen„Romtäten" in der Tageslit«atur meldet der Nachtrag. a Sensationsnachricht bringt der„Corriere diNapoli". schreibt in seiner Nummer vom 2. Februar:„II tV itisemita dottStoe.ker sposera fra giurni l'unica figlia ustro deVinterno Puttkamer", d. h.:„Der famose at Dr. Stöcker wird demnächst die einzige Tochter des 1 des Innern o. Puttkamer Heirathen." Die Notiz ist s auf die Nachricht zurückzuführen, daß Herr Stöcker ng des Fräulein v. Puttkamer mit Herrn v. Chelius -j-'wen hat. 3W? und Franzose« versetzten vor genau 75 Jahren TUlner Bevölkerung' in eine gewaltige Aufregung. Gegen Wruar war Berlin, nach Ausweis der„Voss. Ztg." vom wla, in eine ängstliche Lage und in einen wirklichen �ngszustand versetzt worden. Anfangs Februar hatte ..s leichter Kavallerie bestehende russische Avantgarde die ' Wrt und sich Berlin allmälig genähert. Am 20. Februar Hit e» der kommandirende General Herr v. Tschemitschew, toi Voßberg her eine Rekognoszimng, welche bei einem let zum zu dem Schadens ht es ihr ents hrer Zähne° ilwort bleibt kt ist es. der Puteken" inj er Entwickeh ssen. Denn in einem müßte. An. chaffner die se Wahrheit .der da sie UM gleichen schwA eranlassung M rächtet werden� .chsen der lger ) Kampf. in0ÄÄ»Iä.» und ii.n_ �tnnigcn �aufen � voritrabcnden Kosaken, bis in die Mitte tzen Sprengen, vereinzelt die Sttaßen zu durchstreifen > grünen Friedrilt �"Widerstände bis zu den Thoren Berlins fortgesetzt em Äeßh tiiiLr?� waren offen und schwach besetzt und so gelang .. w, feiQljfen hnr nr»r+rnhf»rt,h(»tt in die 5Jtittc kNtlft ÖClt yi ö Pt«._l VivllytTT; DClvinjeil OXC s-'IXUdvii gU vUlUj lllvl) vll ««"'# 5"*SKS»'SZZZ'tmS K terneckerbrau g.:%, rtci suchte n" Nützliche Die n*«S en Stellen n-�'ebpn 9' vQU® jenen Tagen, hatte bei den Berlinern großes una~ü halten- Jm und bei dem französischen Militär große Bewegung - damals kommandirende Gouvemeur glaubte da- Verthcidiauiigsanstaltcn treffen zu müssen. Die dem Schlosse und dem Palais, die meisten e und viele Haupt- und Nebenstraßen wurden mit rr Sternecker h,.r Nnieriie�»i,?°S.und Nacht, theils auf öffentlicher Straße, Heils siusern truppweise zu 40, 100 und 200 Mann - Gewehren. Während der Anwesenheit der Ko- sogar in den bclcotestcn Straßen Kanonen- und 'rsse, die mehrere Berliner Bürger tödteten oder ver- und andere, die des Abends das französische Anrufen ! Iiil�wochen nicht gleich zu beantworten verstanden, mußten !l�"wtssenheit ebenfalls mit dem Leben hüßen. Als sich "nSn J unter dem Befehle des Generalmajors Fürsten von :tn Tobendes Korps der Wittgcnstcin'schen Armee in for- Tüschen Berlin näherte, räumten die Franzosen die ftt, bn l: Der Abmarsch der französischen Tmppen geschah <; ,1 uom 3. zum 4. März. Morgens 5 Uhr folgte '?ntm,u>ssische Kominandcur v. Tschcrnitschew und zog mit t n'-i Artillerie, Kosaken, Husaren und Dragonern in .- nach„Huisit Truppen, zumal Kosaken, eilten Jven Fran- r abgeschabt ,. adcssen" " umw ht Konie uf diese tL., machen.*- 1 aber» eter mit >er Anficht ffe ' 0�1 % k vi® es kam noch'in den umliegenden Ortschaften, - AAitz, zu kleinen Gefechten. Tie Franzosen ant - w'vHil "%&&&- Vorstädte in der Umgegend von �„--•"•■btannten. ?usll-n>� der trtten Hotel» Siiiet- LogiS. Derselbe war cm nahm vor einigen Tagen reicher Herr, welcher br.*' und wolle in ein Krankenhaus aufgenommen sein. dlki«q thn zum Königin Augusta-Hospital, woselbst er an- Cr,-, verfaßt zu haben, die von besonderem Werthe > Mit\ 9% auch gleich die Werke; es waren drei Brief- uewö�J'rma und Ansicht seines Hotels, auf die der erkannt? das unsinnigste Zeug zusammengeschrieben hatte. ' brach?, Sofort, daß der Fremde an Größenwahn leidet, MtionJ f daher in einer Irrenanstalt unter, bis weitere asinnin!.skltens seiner Angehörigen getroffen sind. Der 3 chatte in das Krankenhaus rrl« oder- wn stehen , und man daß es nf ja in einen' K onüT lutigcn ge� tnftem � denn, datz seinen Koffer mitge< ganzes, nicht unbe- ig konnte ihm eine Uttdiis' i« k Ä D-n Salianltn d-1 Pri»,-N. wmm ''M°n,fus5"d haltend, flüchtete derselbe in der Richtung des °naekan.�°hnhofes. Die Frau war mit dem bloßen Schreck I S?'ONimcn. 11, m rar«/»>,,r nofmffpn. 'Da daraM -S? r# T.««f-* 1 Nc.ch">7"�war schließlich auch zur Stelle, welcher die »chültt„«x.ache ssstirte. Dieselbe venveigerte jede nähere x von i«?,"5 gab nur an, daß der Attentäter ihr Mann sei, % aesch?»Mntrischer Natur, infolge des Mißlingcns all f, bat-ijssssthen Unternehmungen ihr Vorwürfe gemacht "4 zu jLef"c(n früher von ihm unternommenen Selbstmord- It'sch�am�**. wurde 0 cint, Jmit Kiesfahren beschäftigter Kiesgrube Kottbuser WW»WS§ &«& unter � rdnung also de« MW mli 1hö �... c x;,. �TlnriirBt tiidll ��ßruben'zü'thun haben, die größte Vorsicht nicht �.»men merdi-n Undr«, MjhrMDWMDMMDMWWWI ohnung in der Mantcuffelstraße 25 und ist bis H««den. tewÄ* SfinrÄ«| T r>w � hoL- �Obmitirt s..,- cm__ 95 imb tlt blö Am Montag Mittag ver- föfÄene trug einen w't Feder und aufgeschlagener Krempe, cm graues Kleid und langen, schwarzen Mantel. Das Mädchen ist für sein Alter sehr entwickelt; es hat ein rundes, frisches Gesicht, dunkle, große Augen und blonde Haare(kurzer Zopf). Wer über den Verbleib des Mädchens irgend eine Mittheilung zu machen weiß, wird dringend ersucht, sie sofort der Mutter zu- kommen zu lassen.■ verbotener Maskenball. Der vom Rauchklub„Vor- wärts" arrangirte Maskenball, welcher heute, Sonnabend, in den„Königstädtischen Bierhallen", Franksurterstr. 30, stattfinden sollte, ist auf Grund des Sozialistengesetzes verboten worden. Gemäß den UrröffentUchnngen de« Kaiserliche« Gesundheitsamts sind in der Zeit vom 22. bis 28. Januar dieses Jahres von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres- durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin, 20,0, in Breslau 26,0, in Königsberg 23,6, in Köln 21,7, in Frankfurt a. M. 20,7, in Wiesbaden 17,0, in Hannover 20,3, in Kassel 20,9, in Magdeburg 22,8, in Stettin 19,6, in Altona 29,4, in Straßburg 23,3, in Metz 22,9, in München 25,6, in Nürnberg 25,6, in Augsburg 29,0, in Dresden 21,3, in Leipzig 20,9, in Stuttgart 18,1, in Karlsruhe—, in Braunschwcig 25,9, in Hamburg 31,7, in Wien 25,8, in Pest 34,8, in Prag 37,1, in Trieft 41,0, in Krakau 35,8, in Amsterdam 24,4, in Brüssel 22,5, in Paris 26,8, in Basel— in London 22,1, in Glasgow 23,7, in Liverpool 21,1, in Dublin 33,1, in Edinburg 22,4, in Kopenhagen 25,3, in Stockholm 26,1, in Christiania 26,4, in St. Petersburg 29,0, in Warschau 29,5, in Odessa 27,0, in Rom 30,4, in Turin —, in Venedig 36,1, in Alcxandria 34,5. Ferner in der Zeit vom 1. bis 7. Januar d. I.: in New-Nork 24,8, in Phila- delphia 20,1, in Baltimore—, in Kalkutta 27,5, in Bombay 30,9, in Madras—. Die Stcrblichkeitsverhältnisse der meisten europäischen Groß- städte blieben auch in der Bcrichtswoche ähnliche wie in der vorhergegangenen Woche. Aus einer größeren Zahl, namentlich deutscher Städte wurden etwas kleinere, aus anderen auch wieder etwas größere Sterblichkeitsziffern als in der Vorwoche gemeldet. Gering war die Sterblichkeit(noch nicht 15,0 pro Mille und Jahr berechnet) in Essen, Freiburg i. B. Etwas höher(bis 20,0 pro Mille und Jahr) war die Sterblichkeit in Berlin, Stettin, Wiesbaden, Stuttgart, Nürnberg, Bremen, Elberfeld. Auch in Köln, Frankfurt a. M., Hannover, Kassel, Dresden, Leipzig, Düsseldorf, Magdeburg, Mannheim, Mainz, Brüssel, London, Liverpool, Warschau und andere war die Sterblichkeit eine mäßig hohe.— Zahlreich führten auch in dieser Berichtswoche akute Entzündungen der Athmungsorgane zum Tode, doch war ihre Zahl wiedemm etwas geringer als in der vorhergegangenen Woche. Darmkatarrhe und Brech- durchfälle der Kinder endeten in Berlin, München, Pest und St. Petersburg häufiger tödtlich als in der Vorwoche. Die Theilnahme des Säuglingsalters an der Gcsammtsterblichkeit war im allgemeinen eine nur wenig gegen die Vorwoche ge- steigerte. Von 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 73, in München 75 Säuglinge.— Von den Infektionskrankheiten haben Todesfälle an Scharlach und an typhösen Fiebern zum Theil recht erhebliche Abnahme er- fahren, während Masern, Diphtherie, Keuchhusten und Pocken vielfach eine Steigerung der Stcrbefällc und Erkrankungen auf- weisen.— So haben Todesfälle an Masern in Berlin, Hannover, London, Wien, Edinburg, Prag, Lyon, Kopenhagen, St. Peters- bürg, Venedig zugenommen, in Hamburg und Paris blieb die Zahl die gleiche, in Mainz, Pest, Christiania wurde sie eine kleinere als in der Vorwoche, aus Braunschweig wurde gar kein Todesfall gemeldet. Erkrankungen an Masem wurden aber aus den meisten Orten, aus denen Mittheilungen vorliegen, in ge- ringcrer Zahl mitgcthellt.— Das Scharlachfieber hat in Berlin, Danzig, Leipzig, Prag, London. St. Petersburg weniger, in Wien, Paris, Dublin mehr Todesfälle veranlaßt, dagegen in den meisten Orten, aus denen Mittheilunaen vorliegen, mehr Er- krankungen hervorgerufen als in der Vorwoche.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup war nur in Berlin, Köln, Nürnberg(0), Pest eine kleinere, in München, Dresden, Breslau, London, Amsterdam fast die gleiche, in Hamburg, Königsberg, Frankfurt a. M., Hannover, Barmen, Wien, Prag, Kopenhagen, Paris, Petersburg eine größere als in der Vorwoche. Auch neue Er- krankungen wurden meist i n größerer, nur aus Berlin und Kopenhagen in kleinerer Zahl mitgetheilt.— Typhöse Fieber haben in Berlin, Hamburg, Königsberg, Paris, London weniger, in Chemnitz und St. Petersburg mehr Todesfälle hervorgerufen, Erkrankungen haben in den meisten Berichtsstädten abgenommen. — An Flecktyphus kamen aus Prag 1 Todesfall, aus Edinburg 1, aus St. Petersburg 3 Erkrankungen zur Bericht- erstattung.— An egidemischer Genickstarre gelangte aus Berlin und Kopenhagen je 1 Todesfall, aus Berlin auch 1 Erkrankung zur Anzeige.— Rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut wurden in Wien häufiger, in Kopenhagen seltener be- obachtet.— Dem Kindbettsieber erlagen in Wien und London eine größere Zahl von Frauen.— Der Keuchhusten forderte in Berlin, Wien. Paris, London, Dublin mehr Opfer; auch in .Hamburg und Kopenhagen sind Erkrankungen an Keuchhusten nicht selten.— Todesfälle an Pocken kamen aus Graz 1, aus Wien und St. Petersburg je 3, aus Warschau 6, aus Rom 7, aus Paris 12, aus Trieft 14, aus Prag 27 zur Mittheilung; Erkrankungen aus Berlin 1, aus Pest 5, aus St. Petersburg 7, aus Wien 11. Ter Gesundheitszustand in Berlin war in der Berichtswoche ein günstiger und auch die Sterblichkeit eine nur mäßig hohe. Namentlich gelangten weniger Erkrankungen an den meisten Infektionskrankheiten zur Anzeige. Sehr erheblich vermindert (auf 31 von 78 der Vorwoche) war die Zahl der gemeldeten Erkrankungen an Unterleibs- Tyvhus, nur im Stralauer Viertel kamen Erkrankungen noch in nennenswerther Zahl zum Vorschein. Auch Erkranlungen an Masern, Scharlach und Diphtherie gelangten seltener zur Meldung und zeigten sich crstere besonders in der diesseitigen Luiscnstadt und in der Rosenthaler Vorstadt, letztere in dem Tempclhofer Vorsiadtbezirk, in der jenseitigen Luisenstadt und im Stralauer Viertel. Das Schar- lachfieber veranlaßte nur in der jenseitigen Luisenstadt eine größere Zahl von Erkrankungen. Gemeldet wurden auch je 1 Erkrankung an Pocken und an epidemischer Genickstarre, auch 1 Todesfall an letzterer Erkrankung. Erkrankungen im Wochenbett und an roscnattigen Entzündungen des Zellgewebes der Haut kamen weniger, an Keuchhusten dagegen mehr zur Behandlung; letzterer führte auch in einer gesteigerten Zahl von Fällen zum Tode. Zahlreich waren noch immer Erkrankungen und Sterbefälle an akuten Entzündungen der Athmungsorgane, auch Darmkatarrhe und Brechdurchfälle endeten häufiger tödlich. Sehr zahlreich kamen Erkranlungen an rheumatischen Beschwerden der Muskeln zu ärztlichen Beobachtung, während akute Gelenkrheumatismen etwas seltener als in derVorwoche zurBehandlung gebracht wurden. polizribericht. Am 9. d. M. früh wurde in der Mark- grafcnstraßc der Arbeiter Behrend sichtlich krank und bewußtlos aus der Erde liegend vorgefunden und mittelst Droschke nach der Charitce gebracht.— Vormittags erlitt der Rollkutscher Litzan dadurch eine schwere Quetschung der Brust und des Rück- grats, daß er beim Hinausschieben eines Rollwagens aus dem Thorweg des Hauses Prenzlauerstraße 23 24 durch eigene Un- Vorsichtigkeit zwischen die Ladung des Wagens und einen Prell- stein gericth. Er wurde nach dem Kranken Hause im Friedrichs- Hain gebracht.— Um dieselbe Zeit erhängte sich eine Frau, nachdem sie sich vorher die Pillsadern durchschnitten hatte, in ihrer Wohnung in der Scbastiansttaße. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.— Nachmittags wurde am Nordhafen die Leiche eines etwa 60 Jahre alten Mannes aus dem Wasser ge- zogen und nach dem Leichenschauhause gebracht.— An dem- selben Tage brannten Falckensteinstraße 21 Betten in einer Wohnung,— Linienstraße 30 der Fußboden vor einem Ofen, — Krausensttaße 3 4 Papierabfälle— und Markgrafenstr. 105 Stroh in der Müllgrul Gerichts-Ieitung. Die mehrfach besprochene Angelegenheit betreffs des Erlasses einer Verfügung des Amtsvorstehers Wilcke in Reinickcn- dorf an die Eisenbahnbeamten H.'sehen Eheleute, sich binnen einer Woche bei Vermeidung von 30 M. event. 6 Tagen Haft von einander zu trennen, hat ihre entgiltige Erledigung noch nicht gefunden. Zwar bat, wie seiner Zeit berichtet wurde, der Amtsvorsteher die von ihm erlassene Verfügung als auf unnch- tiger Voraussetzung beruhend zurückgenommen, doch hat er es nicht für angemessen gefunden, auch nur ein Wort der Entschul- digung wegen der den betroffenen Eheleuten objektiv zugefügten schweren Ehrenkränkung hinzuzufügen. Dieser Mangel hat Herrn H. veranlaßt, beim Landrath des Kreises sitieder-Barnim.Herrn Geh. Regierungsrath Scharnweber vorstellig zu werden und um eine Rektifikation des Amtsvorstehers Wilcke zu bitten. Darauf ist jetzt— nach zwei Monaten— der nachfolgende Be- scheid eingegangen:„In Verfolg Ihres Schreibens vom 5. Dezdr. v. I., die Beschwerde gegen den Amtsvorsteher Wilcke daselbst betreffend, erwidere ich Ihnen, daß Ihnen allein die Schuld an dem irrthümlichen Erlaß der Verfügung desselben vom 30. August pr. beigemessen werden muß, da der Jrrthum ver- mieden worden wäre, wenn Sic dem ÄmtSdiencr Härtung die Vorzeigung der Eheschließungsbescheinigung nicht vorenthalten hätten.(Ein solches Verlangen hat der Amtsdiener an die Ehefrau des Beamten in Abwesenheit deren Ehemannes gestellt.) Nach der eingegangenen Information ist das bezügliche Ver- langen aus sachlichen Gründen und ohne die Absicht einer per- sönlichen Kränkung gestellt worden, so daß, wie bedauerlich auch der Vorgang ist, doch eine Dienstwidrigkeit den betheiligten Be- amten nicht zur Last zu legen ist. Der Landrath. Geh. Reg.- Rath Scharnweber."— Herr H. ist der Ansicht, daß ein ein- fachcr Einblick in das Melderegistcr den Jrrthum aufgeklärt haben würde, er will sich deshalb weiter beschweren. Wegen Gotteslästernng wurde gestern vor der ersten Strafkammer am Landgericht I der Arbeiter Oskar Kämmerer zu 6 Wochen Gefänaniß vcrurtheilt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Ocffentlichkeit statt. Der helle Friesacker.„Gegen den Unfug in der Neu- jahrsnacht soll gründlich eingeschritten werden und ist deshalb gegen Sie trotz Ihrer bisherigen Unbescholtenhcit auf die ver- hältnißmäßig hohe Strafe von 30 M. erkannt worden; ich glaube auch kaum, daß Sie durch die Berufungseinlegung etwas er- reichen werden," meinte der Vorsitzende des Schöffengerichts zu einem gewissen Emil Böhm.— Angekl.: Ick habe ja ooch nich in die jeringste Entfernung wat jejen, wenn Der, der hauen dhut, in Strafe jenommcn wird, aber wenn ick injeseeft werden soll, weil mir ein anderer jehauen hat, det kann mir doch nich passen.— Vors.: Aber Sie find ja dabei betroffen worden, wie Sie gerade in der schönsten Schlägerei begriffen waren.— Angeklagter: Seit wenn is et denn verboten, sich zu wehren? Ick müßte ja'ne richtije Nulpe find, wenn ick meinen Kopp zum Drufhauen berjebcn wollte.— Vors.: Allerdings, vertheidigen dürfen Sie sich, Sie scheinen aber zu der Sorte von Burschen zu ge- hören, die in der Neujahrsnacht allerlei Unfug getrieben haben, wie Zylinderantreiben u. dergl.— Angekl.: Bitte recht sehr, det wird mir wohl kener nachweisen können.— Vors.: Na, erzählen Sie mal, wie Sie in die Schlägerei verwickelt wurden. — Angekl.: Eijentlich is mein Vetter aus Friesack an die janze Jeschichte schuld. Er hatte mir jeschrieben, det er mir Neujahrs- dag un Sylvester besuchen wollte un richtig, er kommt ooch so um fünfe rum an. Nu denken Sie blos an, kommt der Mensch zum Sylvester nach Berlin un hat'ne Angsttöhre ufjesetzt. Ick sage noch zu ihm, ob er denn uf eene Seite en bisken dumm fem dhäte, det er nich en andern Hut mitgebracht hätte, denn den Zylinder würden sie ihn hier bald intreiben, wenn er sich Abends uf die Straße mit sehen ließe; er meent aber so recht von oben runncr, an ihn würde sich schon keener ranmagen, er hätte ooch en Ansehen wie'n Berliner. Na, na, sagde ick, un richtig, so kam et ooch. Als wir so jejen halb zwölfe ruml in die Jejend, von't Cass Bauer rumjing n, sagt eener mit'n mal: Prost Neujahr! un haut ihm dabei uf den Deckel ruf, det er jleich en Ansehen wie'ne Zieh- Harmonika kriegte. Mein Vetter dreht sich um, so flink er kann un will den Betreffenden wiederhauen, aber alle die Menschen, die um ihn rumstanden, machten allzusammen Jesichtcr, so ehr- bar als'ne Töpperschürze un hadden die Hände in die Taschen. Wer war et nu jewesen? Wie mein Vetter die verschiedenen Personen nu so ankicken dhut, da kriegt er, bums, wieder von hinten eencn uf'n Hut, det er ihm über die Oojen rutschte. Nu wurde er falsch un haute blindlings uf zu, aber da jung et ihm schlecht, denn von allen Seiten regnete det man so üf'n los, un als ick ihn aus det Jewirre rausziehen wollte, kriegte ick ooch so'ne halbe Mandel Faustschläge mit ab. Ick war froh, als wir endlich in die Fnedrichstraße waren. Mein Vetter schimpfte nich schlecht, er meente, da wären die Ham- burger, wo er in die Pfingstdage zum Besuch ge- wesen wäre, doch feinere Leite, da jingen sie Alle mit hohe Hüte.— Vors.: Sie erzählen aber gar zu umständlich.— Angekl.; Ter Hauptakt kommt nu jleich. Also mein Vetter war unjeheicr jiftig un hädde am liebsten allens kurz un kleen je- schlagen. Den schönen ncien Zylinder, meente er, den habe ick noch von meine Jnsegnung her— denn in Friesack werden sie alle mit'n Hut konsirmirt— un den habe ick erst dreimal uf- büjeln lassen. Mit eenmal steht er still un kiekt mir an. Du, meent er, hast Du ville Stecknadeln zu Haufe? Ick sage, det ick woll keene hätte, aber meine Mutter, die pflegte immer ville zu haben. Wat er denn damit machen wollte? Komm mit, sagt er, nach Hause, ick erzähle Dir det unnerwcjens. Ick habe en Plan, wie ick mir rächen kann, wenn ooch nich an dieselbichten, die mir jehauen haben, so doch an andere, die ooch Lust haben,. uf'n Zylinder zu hauen. Wir jehn nu schnell nach Hause un lassen uns von Deine Mutter alle Steck- nadeln jeden, die sie hat, nu die stecken wir denn von inwendig durck'n Zylinder, wer da denn rus haut, der jagt sich die Nadeln in die Hand rin, wat ihm jarnischt schaden kann. Ick dachte, der Spaß könnte jut wer'n, un verboten kann et ooch nich sind, denn ick kann doch an meinen Hut stecken, wat ich will. Also wir machen det zu Hause un unsere Zylinder sahen rund rum aus wie'ne Schmetterlingssammlung ohne Schmetterlinge, Nadel saß an Rädel.„So," meente mein Vetter, nu wollen wir wieder mang die Linden lehn. Na, wir jondeln denn nu los, wir kamen aber mch janz bis hm. Et war derweilen über zwölfe ge- worden un eene Menge Menschen liefen uf die Straße rum. Als wir m die Behrenstraße sind, wo et en bisken dunkel is, jingen en janzcr Trupp junge Leute hinter uns her un ick sage zu meinen Vetter: Du. paß Achtung un halte die Ohr'n steif. Ick habe det aber kaum aus'n Munde raus, da jeht et bums! bums! un ruff uf unsere Hüte. Aber die„Prost Neujahr" sagen wollten, die kamen nich weiter als bis„Prost!", denn riefen sie „Au! un besahen sich ihre Handgelenke, wo die ollen Stecknadeln janz niedlich rinjepiekt hadden. Die Friesackcr sind doch hell' Aber die, die sich jestochen hadden, die wurden ooch falsch un fingen an zu hauen, aber nich mehr uf'n Zylinder, denn sie bet wäre Bedn�erei. un sowat jilt in Berlin nich. Natierlich haben wir uns icwehrt un dabei sind denn die Schutz- 8%%%»«Ä iÄfe aber Sre haben gewissermaßen den Streit dadurch verursacht.- Angekl.: Wer will nur verwehren, meinen Zylinder mit Steck- nadeln zu spicken? Wenn mir Eener ruff hauen duht, denn ooch hinnehmen, wat danach kommen duht.- Der Ge- nchtshof fand sich nicht veranlaßt, die schlaue Idee des rachsüch- tl�en Fnesackers durch eine Herabsetzung der Polizeistrafe zu de- lohnen, sondern ließ es bei derselben bewenden. Soziales und Arbeiterbewegung. Z«m Sattlerstreik. Gestern haben zirka 100 streikende Sattlergesellen Berlin verlassen, um theils in Barmen und Neu-Ruppin, theils in Landsbcrg a. W., Frankfurt a. O. und Eislcben die Arbeit für die in Berlin geforderten Akkordpreisc aufzunehmen. Möchte dies Beispiel recht viel Nachahmung finden. Die Situation der Leipziger Steinmetze« betreffs der Aussperrung hat noch keine andere Wendung genommen. Die Bedingungen, welche den Gehilfen zur Unterschrift vorgelegt wurden, lauteten dahingehend, daß der 1887 vereinbarte Tarif aufrecht erhalten werden soll, vorkommende Streitigkeiten sollten durch einen bei einem andern Jnnungsmcister beschäftigten Gehilfen geschlichtet werden, insbesondere sollten die charirten Ar- betten nach den Tarifätzen hergestellt werden. Selbstverständlich ging auf diese Bedingung niemand ein. Eine Versammlung wurde auf Grund des§ 9 des sächsischen Vereinsgesctzes aufae- löst. Wir hatten gleich darauf eine zweite Versammlung einbe- rufen, in welcher unser zuerst gefaßter Beschluß gegen eine Stimme erneuert wurde. Wir sind gewillt, da niemand nachgiebt, auch selbstständig Arbeit auszuführen. Die Zahl der Entlassenen bettägt 268, wovon 73 Kollegen abgereist sind; mithin find noch 1 95KoUegen anwesend, worunter 167 Verheirathete und 28 Ledige. Bald werden auch von diesen noch viele abreisen. Zuzug hat bis jetzt fast noch gar keiner stattgefunden und arbeitet auf den ausge- schlossenen Plätzen lein Einziger. Für die uns gesendete Unter- stützung sagen wir allen Kollegen und Freunden besten Dank. Quittung darüber wollen wir Umstände halber erst am Ende der Periode briirgen. Wir bitten ferner, uns nicht zu vergessen. Die vier inhaftirtcn Kollegen Eichhorn, Kolbe, Müller und Kind sind noch nicht entlassen; man will, soviel wir er- fahren, die§§128 und 129 des Strafg esetzbuches (geheime Verbindung) in Anwendung bringen, natürlich auch das Vereinsgesetz. Mehrere Kollegen wurden noch verhört. Trotz alledem und alledem stehen wir jedoch fest und wanken nicht. Die Steinmetzen Leipzigs und Umgegend. Kollege« allerorts! Im Januar d. I. wurde den Ar« beitern der G. Luthcr'schen Maschinenfabrik zu Braunschweig eine unangenehme Ueberraschung zu Thcil, nämlich den Holz- arbeitern wurde ein Abzug von 12 bis 15 pCt. angekündigt, außerdem aber auch noch ein indirekter Abzug, und zwar wer 1 Stück einer bestimmten Arbeit in Arbeit hat, bekommt den oben festgesetzten Preis, wer 2 Stücke zugleich in Arbeit hat, bekomnit auf den ganzen Akkord 2 pCt. weniger, bei 5 Stücken 5 pCt. und so fort, für jedes Stück mehr 1 pCt. weniger vom ganzen Akkord. Nun haben sich die ganzen Arbeiter der Fabrik vereinigt und folgende Forderungen an die Firma ge- stellt: 1) Fallenlassen der indirekten Abzüge in der Tischlerei; 2) achttägige Löhnung statt der bisher vier- zehntägigen: 3) Aufstellung eines Akkordtanfs für Spezial- arbeiten und Aushängung desselben in den Werkstätten; 4) lOstündige Arbeitszeit statt der 12stündigen; 5) 10 pCt. Lohnzulage für alle Arbeiter.— Als Antwort hierauf wurde allen Holzarbeitern gekündigt und alle Forderungen als unannehmbar abgelehnt. Wenn nun die Kündigung der 67 Tiscblcr bis Sonnabend nicht wieder zurückgenommen wird und unsere For- derungcn nicht wenigstens theilwcise bewilligt werden, so legen wir alle am 11. d. M. die Arbeit nieder. Darum, Kollegen. warnt aller Orts vor Zuzug nach Braunschweig. Ausführlicher Bericht kommt anfangs nächster Woche. Mit Gruß die G. Luthcr'schen Schlosser, Dreher, Schmiede und Tischler. Braunschweig, den 7. Februar 1888. I. A.: Die Kommission._ Neueste Nachrichten. Die Rrichstagskommifston fiir das Sozialistengesetz setzte gestern ihre Berathungen fort.§ 25 a der Regicrungsvor- läge lautet:„Die Betheiligung eines Deutschen an einer Ver- sammlung, welche außerhalb des Bundesgebietes zu dem Zwecke stattfindet, die im Gesetze verbotenen Bestrebungen zu fördern, ist mit Gefängniß zu bestrafen. Neben der Freiheitsstrafe kann auf Zulässigkeit der Entziehung der Staatsangehörigkeit erkannt werden." Nachdem Abg. Dr. Meyer-Jena sich gegen und Abg. v. Kardorff für diesen Paragraphen erklärt, wird er abgelehnt.§26 bestimmt, daß die„Beschwerdckommission" aus neun Mitgliedern besteht, welche der Bundesrath zu wählen hat, und zwar vier aus seiner Mitte und fünf aus den Mitgliedern der höchsten Gerichte des Reiches oder der einzelnen Bundesstaaten.— Abg. Windthor st deantragt, alle neun Mitglieder den obersten Gerichten zu entnehmen. Der Antrag wrrd abgelehnt und§ 26 in der bisherigen Fassung beibehalten, ebenso§ 27. Bei§ 28, welcher von der Verhängung des sogenannten kleinen Belagerunge- zustandes handelt, beanttagt Abg. Dr. Windthorst, daß diese Maßnahme nur für Berlin zulässig sein solle. Er hält die Anwendung des kleinen Belagerungszustandes für alle anderen Städte für durchaus nicht erforderlich. Hier sei der Anfang zu machen mit der Aufhebung des ganzen Gesetzes. Besonders die beliebige Ausweisung, welche der„kleine Belagerungszustand" statuire, enthalte eine ganz unzulässige Härte, welche sich durch nichts reckstertigen lasse. Die Behauptung, es sei noch nicht der Zeit,_Dcn Paragraphen, wenigstens in der von ihm an beantragten Einschränkung, aufzuheben, sei lediglich eine dilatorische Ausrede. Abg. Bebel: Gerade die Konscr- vativen haben allen Anlaß, für den Antrag Windthorst zu stimmen, da andernfalls die von ihnen in so hohem Grade besorgte Gefahr, daß die Landbezirke von den Ausgewiesenen „infizirt" werden, bestehen bleibt. Abg. Windthorst hätte aller- Vings konsequenter Weise auch für Berlin die Aufhebung des § 28 beantragen müssen. Mini st er von P u t t k a m c r giebt zu, daß die Handhabung des§ 28 auch manche Nachtheile mit sich bringe, aber diese würden weit überwogen durch die Vor- tbcile, welche§ 28 biete. Besonders geheiligte Interessen seien allerdings in Berlin zu schützen, aber auch an anderen Orten stehen große Interessen in Frage. Wenn man sogar von dem bis- herigen Gesetze noch etwas abbröckeln wolle, dann könnte man lieber das ganze Gesetz ablehnen. Abg. Bebel: Die Wohlthat des§ 28 bestehe darin, daß er die Möglichkeit biete und auch geboten habe, eine große Zabl von Familien zu zerstören und wirthschastlich zu ruiniren. Mit der Aufhebung dieses Para- graphen würde gar sehr viel.Haß, den die ganze.Handhabung des Gesetzes mit sich bringe, aus der Welt geschafft werden. Die Korruption, die jetzt durch das Gesetz in weiten Kreisen ringe- rissen, würde verschwinden, und die verbündeten Regierungen würden den Vortheil nach Aufhebung des§ 28 bald empfinden. Abg. v. Manteuffel(kons.) hält die Ausweisung für das kleinere Ucbcl gegenüber der sozialdemokratischen Gefahr; seine Partei werde also sür den§ 28 stimmen. Wenn Abg. Windt- Horst nur die Residenz Berlin schützen wolle, so erinnere er daran, daß in Deutschland noch mehr Residenzen vorhanden find, die denselben Schutz bedürfen können.— Abg. Windthor st-: Sein Streben gehe dahin, daß gemeine Recht wieder herzustellen. Finde die Regierung die Äusnahmemaßregel auch für" Berlin nicht mehr nöthig, so werde er sofort den ganzen § 28 fallen lassen.— Abg. N o b b e(Reichsp.) will der gicmng die Waffe des§ 28 auch ferner belassen in der Hoffnung, daß sie nur mäßigen Gebrauch davon machen werde.— Abg. Dr. Meyer- Halle: Das Sozialistengesetz hat dazu bei- getragen, die sozialdemokratische Partei so stark zu machen, wie sie ohne dasselbe nie geworden wäre. Das könne er aus der Abstimmung in seinem Wahlkreise genau nachweisen. Die Regierung sei recht schlecht informirt über die thatsächlicken Ver Kältnisse trotz der„nicht gentleman"schen Kräfte, welche sie ver- wendet. Unter den bei den Wahren für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen seien drei Kategorien zu unterscheiden, nämlich zunächst eine Masse solcher, die bei Stichwahlen ge- dankcnlos der konservativen Partei zufallen, ferner die Partei- genossen im engeren Sinne, welche der sozialdemokratischen Parteidisziplin unbedingt gehorchen. Die dritte Gruppe sind bürgerliche Elemente, die in der Stichwahl für Deutschfreiflnnigc stimmen, die aber gegen das Ausnahmegesetz sind und deshalb in erster Linie für den sozialdemokratischen Kandidaten votiren. Minister v. P u t t k a m e r: Er wisse sich von der Stimmung im Lande sehr wohl zu unterrichten und habe die Erkenntniß gewonnen, daß die bürgerlichen Elemente durchaus für das Sozialistengesetz sind, wenn sie auch öffentlich dagegen sprechen, und schelten. Im Herzen aber find sie sehr froh darüber, daß das Gesetz besteht, weil sie sich wohl dabei finden. Bei der Ab- stimmung wird der Anttag Windthorst abgelehnt und§ 28 in der alten Fassung beibehalten. Nunmehr wird Art. 1 der Regierungsvorlage zur Debatte gestellt, welcher die Verlängerung des Gesetzes bis zum 30. September 1893 verlangt, während Abg. Dr. Windthorst die Verlängerung nur bis zum 30. September 1890 zuzugestehen beantragt. Minister v. P u t t- k a m e r: Die Fristverlängerung auf 5 Jahre sei nothwendig, da sich nicht voraussehen lasse, daß vorher die Zustände sich ge- bessert haben würden, wenigstens lasse der heutige Stand der Dinge das nicht erwarten. Es sei nicht zu wünschen, daß sich alle zwei Jahre die aufregenden Debatten über die Verlänge- nmg des Gesetzes wiederholen. Allerdings würde die Regie- rung, wenn nur zwei Jahre zugestanden würden, das Gesetz nicht ablehnen. Wenn gesagt werde, daß jeder Reichstag in der Lage sein müsse, über die Fortdauer des Gesetzes sich schlüssig zu machen, so werde diese Forderung auch bei 5 jähriger Geltungs- dauer erfüllt, da ja auch die Legislaturperioden auf fünf Jahre verlängert würden.— Abg. Dr. Windthorst: Gerade die öftere Wiederholung solcher Debatten halte er für sehr nützlich, solange das Gesetz noch bestehe: er hoffe, daß der Minister recht bald die vor einigen Tagen bei der Generaldiskussion des Ge- setzes von den Abgg. Singer und Bebel vorgebrachten Tinge werde widerlegen können. Er müsse sein Bedauern wiederholt aussprechen darüber, daß die Regierung sich so passiv verhalte gegenüber den Initiativanträgen aus dem Hause, besonders den Anträgen, betr. die Schutzgcseyaebung, Arbeitszeit, Sonn- tagsruhe zc.— Abg. v. K l e i st- R e tz o w: Bei den wieder- holten Debatten über das Sozialistengesetz werden die Begierden und Leidenschaften des Volkes immer von neuem aufgeregt. Die sozialdemokratischen Abgeordneten erklären ja selbst, daß sie die Tribüne des Reichstages zu Agitationsreden benutzen, und diese Gelegenheit müsse ihnen weniger oft gegeben werden. Das werde bei fünfjähriger Verlängerung des Gesetzes wenigstens einigermaßen erreicht, wenn es auch freilich besser wäre, dem Ge- fetze überhaupt keine Zcitbeschränkung beizufügen.— Abg. Dr. v. M a r q u a r d s e n: W'.r wollen nur zwei Jahre bewilligen, um während dieser Zeit mit der Regierung daran zu arbeiten, ein dauerndes Gesetz zu schassen, und wir hoffen, daß die Regie- rung uns dabei nach Kräften entgegenkommen wird.— Abg. Prinz Carolath(Reichsvartei) giebt die Zusage, daß seine politischen reunde sich an der Lösung der Aufgabe, ein dauerndes Gesey zu Freunde,,_,... schaffen, eifrig betheiligcn werden. Abg. Dr. M e y e r-Jpallc weist darauf hin, daß der Zweck, die Debatten über das Sozia- listengesetz zu vermeiden, durch eine fünfjährige Geltungsdauer desselben nicht erreicht werden würde, da ja nur von irgend einer Seite Anträge gestellt zu werden brauchten, um eine Debatte hervorzurufen. Bei der Abstimmung wird die fünf- jährige Verlängerung des Gesetzes abgelehnt und die Dauer desselben bis 30. September 1890 mit allen gegen 3 Stimmen defchlossen. Abg. Dr. Windthorst verzichtet hiernach auf die Diskussion der von ihm beantragten Resolutionen und zieht sie zurück, um sie im Plenum wieder auszunehmen. Er erklärt, nachdem seine Mildcrungsanträge abgelehnt seien, gegen das ganze Gesetz zu stimmen. Das Gesetz wird sodann mit allen gegen drei Stimmen angenommen. Zum Referenten für das Plenum ist Abg. Dr. Meyer- Jena bestellt. Es wird mündlicher Bericht erstattet werden. Die Urrlängernng des kleinen Srlirgerungsiu- Sandes über Offenbach a. M. und Umgegend für die Zeit vom 11. Februar bis zum 30. September d.J. wird im„Reichs- anzeiger" publizirt. Tie Beschränkung der Druckschriften- kolportage sindet sich in der Verfügung nicht. Derboten ans(örnnd des SorialiSeugesehr» wurde durch den Regierungspräsidenten.von Potsdam das am 6. Fe- bruar 1388 im Kreife Nieder Barnim verbreitete Flugblatt mit der Ueberschrift:„An die Reichstagswähler des Nieder-Barnim!" und mit dem Schlußsatz:„Hoch lebe das international-reoolutio- näre Proletariat!" Kleine Mittheilungen. Hamburg, 8. Februar.(Unsere Frommen.) Großes Auf- sehen erregt die Entdeckung einer Lasterhöhle, welche sich unter dem Deckmantel eines„Schwestcrheim für gefallene Mädchen" in einer stillen Straße unweit des Lübecker Bahnhofes in St. Georg breit machte. Die Einzelheiten entziehen sich, wie der „Voss. Ztg"' geschrieben wird, der öffentlichen Besprechung; die gestern erfolgte.Haussuchung in dem betreffenden Hause(rn der Woltmannstraßc) haben jedoch baarsiräudende Dinge zu Tage gefördert. Mehrere„Schwestern" mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Ter„Hausvater" wurde in.Haft genommen und den Mädchen untersagt, ferner die Schwesterttacht anzulegen. Der Verhaftete, ein gewisser Wannack, steht auch im Verdachte, Hochstapeleien bei verschiedenen„frommen Damen" im großen Maßstabe betrieben zu haben. Kergheim, 8. Februar. In dem Dorfe Garsdorf wurde am 25. Januar ein Verbrechen verübt, welches die Bewohner in große Aufregung versetzte. Man fand nämlich die 25 jährige Dicnstmagd Adelheid Stork an besagten: Tage gegen Abend in dem Stalle ihres Tienstherrn erdrosselt liegen. Dieser Tage nun ist der Sohn des letztem, ein junger Mensch von 24 Jahren, unter dem Verdacht, dieses Verbrechen begangen zu haben, ver- haftet worden. Wien, 9. Februar.(Komische Kämpfe.) Die Saat der Gewerbenovelle treibt immer seltsamere Blüthcn. Jeder Ge- werdszweig will gegen Konkurrenz geschützt sein. Womöglich soll ihm alles gestattet sein, dem anderen alles untersagt. Die Feindschaft gegen die Konkurrenz erzeugt einen Konkurrenzkampf um behördliche Maßregelung. Wahrhaftig drollig ist das Ge- such, mit dem sich die Genossenschaft der Zimmer- und Dekora- tionsmalcr um Schutz für ihr Gewerbe an das Handels- Ministerium gewendet hat. Sie verlangen nicht weniger als folgendes: Den Anstreichern soll die Holz- und Marmor-Jmi- tationsmalerei, ferner daö Malen:mÄ Liniiren verboten werden. Die armen Anstreicher! Wenn sie nicht Holz und Marmor imitiren, wenn sie nicht malen und liniiren dürften— woraus bestünde dann ihre Tbätigkeit und was bliebe ihnen als erlaubt übrig? Das Essen und Trinken gewiß nicht. Und wer sollte denn das Anstreicher- Gewerbe aus- üben, wenn es die Anstteicher nicht thun sollen? Darauf haben die Zimmer- und Dekorationsmaler eine bündige und einfache Antwort. Die gewerbliche Befugniß der Schilder- und Schriftenmalcr, sowie der glatte, einfarbige Oelansttich und das Lackiren möge ihnen zuerkannt werden. Sie wollen also auch die Schilder- und Schriftenmaler nicht in der Welt sehen. Aber auch den Tapezirem wünschen sie das Handwerk gelegt zu sehen, denn sie fordern das ausschließliche Recht, Tapeten aus Stoff und Papier, fettige Plastik von Leisten und sonstigen Wand- und Plafondverzicrungen befestigen zu dürfen. Darob find natürlich die Tapezster sehr ergrimmt. Sie sprechen sich in ihrer Eingabe nicht nur gegen diese Forderung ars, sie benüyen auch die Gelegenheit, um den Möbeltischlern, welche Möbelgestclle polstern lassen, die Verwerflichkeit ihres Ge- Kahrens vorzuhalten und fahren in heftigen Ausfälles Tapctenhändler loS, welche ihre verkauften Tapeten lassen. Die Handels- und Gewerbekammer hat nun* sprüche der genannten Genossenschaften zu begutachten,> werbebehörden haben zu entscheiden. Eine angenehme»» Aber so mußte es ja kommen!... Paris, 7. Februar.(Die Würger.) Vor einigen A meldete man von hier das Bestehen einer Bande von„W» die während der Nacht auf der Place d'Jtalie ihr trieb. Die Würger bedienten sich mit seltener Geh des Lasso, den fie den Opfern um den Hals matten, 1 Boden Gefallenen dann rasch zu berauben. Man m>! fähr zehn Verhaftungen vor und es schien, als ob Verbrechern ihr Handwerk gelegt hätte. Aber in de» Tagen ist die Bande, die unter der Leitung eines» steht, wieder aufgetaucht. Fünf Pcttonen wurden. der„Würger" und man entnahm den Aussagen derlei gende Details: Die Räuber operiren zu dreien zwischen' 2 Uhr Morgens. Sie nehmen den Gang von PoliM die in Zivll eine Runde durch die Straßen machen. die Vorübergehen ven einige Schutte vorausgehen, dann einer der Räuber von seinen Kameraden los, nähen räuschlos seinem Opfer, wirft den Lasso und verhindert<> rasches Zuziehen des Stuckes am Schreien. Tann eilen& deren herbei und nehmen dem Ucberfallenen Alles ab- an Wctthsachen oder Geld besitzt. Die Polizei macht strengungen, um die Räuber zu erwischen, aber bisher W Anstrengungen fnichtlos gewesen, trotzdem die UebefiW für Nacht vorkommen. London, 6. Februar.(Unglück zur See.) Der abend in Plymouth angekommene Postdamvfcr„MoM die Kapitäne und Bemannungen der Brigg London, und der Brigg„Isabel" von Abeiystwith, ss? schiffbrüchige Matrosen von westindischen Häfen an% beiden genannten Briggs waren auf offener See in tA Zustande verlassen worden. Die Mannschaft der„Lüg fürchterliche Leiden zu überstehen und wurde nur rettet, als die Roth am höchsten war. Telegraphische Depeschro» (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Drrtt«, Freitag, 10. Februar. In der am& unter dem Vorsitz des Staatsministcrs, Staatssekretär von Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung erheiitc der rath den Gesetzentwürfen wegen Untetttützung von ssn uitti M Worte herrsö � und Aller ?heit und! l�t, den: ihn den Dienst eingetretener Mannschaften und betreffend Aca der Wehrpflicht, mit den vom Reichstage beschlossenen :n welc -LH rungen, sowie dem Entwurf eines Gesetzes sür Elsaß über die Fürsorge für Beamten infolge von Betriebsunf® cv..rv„..if*-Ti-.-T..2. o." rcfC�&A'ü die kna m'n int ouiiuiut|wt otuinicn lNsvige von-ueincovu-"'�»:! um dem Entwurf eines Feldpolizcistrafgesctzcs für Elsaß-��I M über B die Zustimmung. Von der Uebersicht der Geschäfte dc»?Pi ereignete) gettchts im Jahre 1887 nahm die Versammlung Kcnnnrhtet und n, beschloß, den Gesetzentwurf wegen der Löschung nickt nnd ,,, m stehender Firmen im Handelsregister dem Ausschuß b wesen, den Antrag Württembergs, betreffend die WNy des Etats der Zollvcrwaltungskostcn für das.Königreick-3.'"Nhscha berg. den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesen � allae: Rechnungswesen zur Vorberathung zu überweisen. (Nach Schluß der Redaktion eingrtroff� Dresden, Freitag, 10. Februar. Die durch den f dem Verkehr entzogenen sächsischen Bahnen sind bis Strecken Mattenderg-Reitzcnhain, Johanngeorgenstadt- berg, Annnberg-Weigett und Bienenmühle- Moldau Betrieb. London. Freitag, 10. Februar. Der Dcputirte Parnelliten- Gruppe angehörig, wurde heute Mittag o* yve uugcgong, wuroc aeulc auiuag zum Parlamentsgebäude wegen Zuwidcrhandelus M Zwangsgesetz verhaftet; derselbe wird heute Abend r gebracht, um daselbst vor Gericht gestellt zu werde- Gebieten d ensfreud behaust "en Prole „n'/Hun Mtsterbl! t,ei «idenj der Sriefkaste« der Redaktion Bei Anfragen bitten wir die Abonnement�-Quitwng beizufüge#» Antwort wird nicht ertheilt. Sprechstunden der Kedaktio« «nr von 18—1 Uhr Mittag» und 7—8|lh',, Meyer 13. Die nächste Weltausstellung findet* Jahre in Barzelona(Spanien) statt.... J Abonnent NO. Wrberstr. Anonyme Zuschn"� wir nicht bettickflchtigen. K. K. 10. Testamente brauchen nicht auf 6" geschrieben zu werden. I An te) Markthallen-Bericht von$. Sandmann, Vcrkaufsvermittler. Berlin, den 9. Februar 1888. Wetter: Feucht. Temperatur in der Halle 4 Grad Reaumur. Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste HW j rahm- Tafelbutter(bekannte Marken) 98—105 h schmeckende Tafelbutter 90-98 M.. 3. Tischbutt�, 00 M., 4. fehlerhafte Tischbutter 75-85 M-, ö. m Backbutter 65-75 M. pr. Ztr. Auktion täglich � Vormittags. Eier 2,70—4,10-- netto ohne Abzug P ei«— M. p. Schck. Käse. Jmpottitt« Emmenthaler—87, Vjt Schweizer 35—50—63, Ouadrat-Backstein 8—1" burger 20—30—35, Rheinischer Holländer Käse 58" pr. Ztr., Edamer 58—68, Harzer—3,00 M- Tische. Camembert— M. pr. Dy. Neufchatel Stück. Wild. jSuhtl"„ ®UR9 de, C c -»q. n«« 'Nno von % x/y-OK«" 1 Rehböcke 70-80-90 Pf.. Dammwild ergre Rothwild 30-40-50 Vf., Schwarzwild 40-75' Nz bis 65 Pf. pr. Pfd.. Kaninchen 50-60 Pf. per �»d�bens 2,60-2,80-3,00 M. Stück. Schneehühner 0,90—1,10 M. Wildauktion Morden 10 Ubr Voimittags und 6 Uhr Nachmittags. � Ä Fleisch. Rindfleisch 27-40-53, Kalbfleisch(mit 30— 40—55, Hammel 35-45-48, Schweinefleisch Z»- Pfund, Schinken geräuchert mit Knochen 70—85-Pi« 50—60 Pf. pr. Pfund.., f Gcflügel, lebend. Gänse la---,'U$L)/ Enten 1,20-1,50-2,25 M., junge Hühner 89_ Hühner 1,20-1,70, Tauben 35-50 Pf. pr. � 3,00-5,00 M.-, ,r fi(KJ Geflügel, fett, geschlachtet. Fette Gänse 5u � Fette Enten 55—80 Pf. pr. Pfd., Puten 4o q, Pfd., Tauben 38-55 Pf., Hühner 0,90- 1, 20' � Obst und Gemüse. WMflcischige Speisekatt � 6,00, Zwiebeln 12,00- 14,00 M. pro 100 Kilo, Bluw 25 M. pro 100 Kopf. Apfelsinen Jaffa 9-13, Valenzia 420er 14-26 M, Citronen l,3" II per Kiste. Feldfrüchte in Wagenladungen, Kattoffeln, � Spcisekartoffeln 40—50 M. per 1000 Kilo, Hafer 1, Erbsen 110-200 M., Futtercrbsen--' 3j'"„ bis 180 M., Richtstroh-- 30 M.. Heu' 1000 Kilo. Verantwortlicher Redakteur: U. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mao Kading in Beilin SW„ Beuthstraße 2. er S ittnetn V, '5«und end. selb L