Dcr Uni« ife in Ply aar. James treiben den* Sie Mitgliedei> daß sein Mir inischen NaÄ afts-KandiV �edaki edaktion id 7-8 W ittung beizufügen- i heilt. iewünschte ist rvnnenstraßc U des hiesigen L. 13., lengruppe im & ist 1872 r°!> oviel wir iW'* mf dem Köni I auf ihrem P Prozeß ist für* en Rechtsana« zenforderung stets etwas!. nbegründel nnti pothekenbrief � es bestimmt ist,> Orte gesandt g ,ek seinen M c Wohnsitz de-» Mittwoch, den 15* Frbrnar 1888. 5 Jahrg. MerWitsbiM Brgn» siir die Interessen dcr Arbeiter. 4 .ütohnsttz A.�entgeltlicher, Unterricht an allen öffentlichen Bildung?- %ä'h���bemoLff(he%orb,n,nI_ab«"och nen nai Aus llnwalt me des i deren stets noch öeantivortung rieb sollt nickt* i der hiesigen tigen nicht bc suchen ett c hiesigen lost Vermicther>>> anzcn 150% nur dafür Grundstücks stattet, nicht ie Bescheini polizeilichen ii 3 M. J er nicht zu. haben Jhre� eiher die Das NolKsschulgeld. «ie"die M, non ihrer Verwirklichung entfernt. Gerade jene len Sie dem t l welche so schöne Phrasen von der„Macht der Bil- nach Abzua � A drechseln wiffen, haben sich sehr wenig darum ge- ?Ius dem Grs» den arbeitenden Klaffen auch die Wohlthaten all- • i*1 Bildung zukommen zu lassen. Was in dieser , n9 auf privatem Wege geleistet worden ist, hat nur . ätc v; 5 untergeordneten Werth, denn man wird doch L, Vorträge gewöhnlicher„liberaler" Reiseprcdiger, ,,°te„Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" ?" pffegt, als wirklich bildend auffaffen wollen. Bolke mit Bildung zu Hilfe kommen will, der hat ° staatlichen Bildungsanstalten möglichst zugänglich Jtchen. Würden in dieser Beziehung alle 3 zusammen wirken, so würden wir bald rj1* Generation heranwachsen sehen, erfüllt von Men geistigen Leben, an dem man seine Freude Wellie. Allein cS geht ja ein„konservativer urch das Land und seine Träger wollen kein„allzu Volk haben. In dieser Beziehung sind sich Wve und Ulttamontane einig; sie wünschten immer, ™ möchten in„glückseliger Dummheit" dahin leben, °ann die Leiden dieses irdischen Zammerthals nicht Mren würden. Mit dieser heuchlerischen Auffaffung ..�Reaktionäre nur zu verbergen, daß sie eine un- �laffe am leichtesten beherrschen zu können glauben. n�Metts sind die Phrasen von der Bedeutung der ,.' man sie von den liberalen Bildungsaposteln Mvtach% bis zum Ueberdruß hören mußte, sehr abge- ein??�.„Bildung macht frei!" war % Cz.'tbles Schlagwort dieser Richtung. stcheinigunw� cj, �.Unbestreitbar, daß Bildung den Kampf um's . betm JL,«r. �.Pert. Allein die ökonomischen Verhältnisse sind :enWch��@, � hoch heute, daß eine Menge nvollständil en Sie su uläsfig. .inen Recht! i Sie von e>n von � We�ten"— wir nennen Aerzte, Anwälte u. s. w. mpfen haben, weil die f ist. Man wird, wenn ipwrv, U�eit('ulu, sur möglichste Ausdehnung u»v wv- ns wck nij, �Volksbildung, aber zugleich auch für seine Ämtsaerickt P«_ wir nennen Aerzte, Anwälte u. s. w. ...ich unbekanss, tey, A�mngel zu kämpfen haben, weil die Konkurrenz ncn für JW*,% groß'st. � es octsptorf)�,»hejt v" wrll, für mö man dem und Ge- »®ia�Q®'®'e't und Befferstellung eintreten ' � a"t�er thun aber nur das erstere, um das zweite pf(e� buchen, was allerdings nur sehr schlecht zu ge- ...» D der preußischen Verfassung bestimmt, fctpfli*, Böltäfchulgesetz geändert werden soll, man t>Nejn �% den Unterricht in der Volksschule �" unentgeltlich zu machen. Indem «».> I. Sand««"' icbruar 1833- m iktion tagt*® � me Abzug«• loler—37, S-Kss. . Zieufcha� -60 Pf- p" 1-*«� fifSTÄS- Iieuill'eton. [37 »»rtolm.) �Man oor Friedrich GerstScker. hob den Lampenschirm auf Bruno's Züge fiel, Der Erbe. �« Friedr kaVs stand auf; banne�n Licht jetzt M H Hcn w 86 unb ernst in die bittenden, aber guten ' des jungen Mannes; und jetzt erst— Wib i.a' stog ein leichter Schimmer über sein sogar hielt den Blick fest aus, und wäh- e'n fächeln um die feingeschnittenen Lippen %t Torf,/ �ckte, sagte er:„Und der Baron will «ez Achter freien»" �feUSsfs. 3!"": MO'NR V0 es sagen nein— er hat es leider nie ge- .der&,*** besser gewesen wäre. Kommen Sie, t Hühner HpiV« bjx g 4e ein Ende machen." "*"■ a fl6. Fltnr» MrtA I»ir* hrtr/ Cittonen Hinterthür, wieder daran und wohlbekannten S» tr tft Aber Solomon, die Hand aus der sich das seinen Arm i, Kartoffel"' ,.-1. llM"5 ihn nicht"rascher vorwärts� als er selber D �......__._ in., Heu V.1-er er dabei,„Geduld, junger Mann: es der s tt, den Sie thun, und da ziemt keine ästest e Schritt, den ein Mann thun kann— die Regierung mit einem entsprechenden Gesetzentwurf herantrat, hat sie lediglich die Vorschrift der Verfassung ausgeführt, und Jedermann, der nur einigermaßen anderen Ideen huldigt, mußte zu- stimmen, daß der Artikel'25 nach so langer Zögerung ein- mal ausgeführt werden sollte. Da aber zeigten sich Kon- servative und Ultramontane in ihrem vollen Glänze. Sie wollen die Beseitigung des Volksschulgeldes nicht haben, sie, welche doch immer behaupten, es thue dem armen Mann weh, irgend eine Abgabe direkt bezahlen zu müssen. Und beim Schulgeld ist dies doch der Fall. Wenn von den indirekten Steuern die Rede ist, kann man von jener Seite in allen Tonarten über die Lästigkeit direkter Geldleistungen für den Arbeiter Klagen hören. Man weiß, wie die Ultramontanen überhaupt über die moderne Schule denken. Sie geht ihnen viel zu weit; die Kinder des Volkes lernen nach der Behauptung der schwarzen Herren viel zu viel und die Schulzeit ist viel zu lang. Die Kinder sollten nur in ganz wenigen praktischen Gegen- ständen unterrichtet und dann möglichst viel mit Religions- Unterricht bedacht werden. So bliebe dann immer ein fetter Boden für die ulttamontane Propaganda. Die Konser- vativen sehen die Kinder der ländlichen Arbeiter lieber als Hütekinder verwendet, als in der Schule. Wozu braucht ein Tagelöhner Bildung? Diese beiden Richtungen haben den Schulzwang als eine Art Revolution von oben und als ein großes Unglück für die gesammte Menschheit be- zeichnet. Sie träumen immer noch, als ließe sich die mittel- alterliche Unwissenheit der Massen, die ein so bequemes Fundament für die Feudalgewalten war, wieder her- stellen. Bekanntlich sind die Ausgaben, welche die sämmt- lichen staatlichen BildungSanstalten erfordern, nicht so ver- theilt, daß der arme Mann dabei etwa bevorzugt worden wäre. Diese Ausgaben werden von allen Steuerzahlern getragen. Die Masse zahlt also mit ihren Steuern auch die Kosten für jene höheren BildungSanstalten mit, in die sie ihre Kinder nicht senden kann. Wenn man dies bedenkt, so wäre es nur ein Gebot der Billigkeit, den Volksschulunter- richt unentgeltlich zu machen. Die Verschiebung des Ver- hältnisseS in Bezug auf die Kosten wäre ohnehin nur eine geringe, denn die Massen kommen ja um ihren Antheil an den Steuern in keiner Weise herum. Konservative und Ultramontane haben nun in der Volksschulkommission des Abgeordnetenhauses Beschlüsse durchgesetzt, welche eine un- verholene Gegnerschaft gegen die Abschaffung des Volks- schulgeldes bekunden. Wenn nach Wegsall des Schulgeldes ein Defizit entsteht, weil der Staatsbcitrag nicht ausreicht, so soll das Schulgeld bestehen bleiben; Auch noch in anderen Fällen soll das Schulgeld bestehen bleiben.» und kein Rückschritt ist möglich— außer durch ein Thor des Jammers und Herzeleids für zwei verfehlte Leben. Gehen Sie ihn langsam und mit Bedacht. Und jetzt noch," fuhr er plötzlich fort,„ist eine Umkehr möglich— noch weiß Rebekka nicht, daß wir kommen— noch läßt sich viel- leicht..." „Vater," bat Bruno,„das Schicksal wtll es, daß sich zwei Herzen, die sich auf ewig angehören sollen, finden— wollen Sie da eingreifen?" „Rein," sagte der alte Mann feierlich,„es ist auch jetzt zu spät; sie hat uns— sie hat Ihre Stimme schon gehört — also vorwärts denn!" Und oben öffnete sich die Thür.„Vater," nef Rebekka's Stimme,„bist Du das?" „Ich bin es, mein Kind," sagte der alte Mann. „Und kommst Du allein? Mit wem sprichst Du?" „Ich komme nicht allein, Rebekka, ich bringe Dir Jemandem? sgrun0 voraus, aber der alte Mann ließ ihn nicht; er hielt ihn fest am Arme, und oben wurde die Thür wieder zugeschlagen. Gleich darauf hatten sie die obere Etage erreicht. „Und darf ich jetzt hinein?" „Gehen Sie," sagte der Alte,„es hilft mir doch nichts. Einen Augenblick könnt' ich es noch hinauszögern, nicht länger— was liegt an dem Augenblick—'s ist ein Tropfen im Meere— gehen Sie.". ,,.. Bruno hatte sich schon lange von ihm losgemacht, die Thür geöffnet und den langen Vorsaal durchschritten. Dort im Zimmer stand Rebekka, wie sie gewöhnlich ging, in einem blüthenweißen Kleid, die rabenschwarzen Locken auf den vollen Nacken niederfallend, und diese Art von Tunika durch einen jener zierlichen russischen Platina-Gürtel zusammenge- halten. So stand sie da— ein Bild jungfräulicher Scham und Liebe— die Arme halb dem Nahenden entgegen- gestreckt, und doch auch wieder den elastischen Körper wie scheu zurückgebeugt, als ob sie ihm entfliehen, ihn meiden '"�„Rebekka," rief Bruno, die Arme nach ihr ausbreitend, Diese Beschlüsse stehen in einem direkten Widerspruch mit dem Artikel 25 der Verfassung, der in einem solchen Fall ganz unzweideutig die Aufhebung des Schul- geldes verlangt. Aber darum scheint sich die konservativ- ultramontane Mehrheit nicht viel zu kümmern. Wir glauben auch nicht, daß die Herren W i n d t- borst und Schorlemer in einer solchen Sache etwn leichter zu bekehren sind, als die Herren von Minnige- rode und v o n H a m m e r st e i n. Im Gegentheil' die Ultramontanen sind in solchen Fragen vielleicht am zäyesten und werden ihre rückständigen Anschauungen so leicht nicht aufgeben. An schönen Worten für das Volk haben es die beiden Richtungen in den letzten Zahren wahrhaftig nicht fehlen lassen; wie weit sie aber von schönen Thaten ent- sernt sind, das zeigt ihre Haltung in der Schulgeldftage wieder zur Genüge. Bildung scheint ihnen ein gefährlich Element. In einem Lande mit völlig freien und unabhängigen, in an- derem Geiste geleiteten Schulen würden die Konservativen und die Ultramontanen bald sehr wenig Anhänger mehr haben. Aber—--! Sic zweiic ficratfiimg des Soynl�m- &|c%c8. Faschingsdienstag! Gestern vor einem Jahre—, wenn auch nicht dem Datum, so doch dem„Feste" nach— war der sogenannte„tolle Wahltag", an dem das deutsche Volk den Kartell-Reichstag, die Septennatsbrüder und Getreidezöllner gewählt hat. Gestern und heute, ein Jahr nach der Faschings- wähl, aber wiederum am Faschingsmontag und-Dienstag, wird die vierte Verlängerung des Sozialistengeseyes votirt. DaS Schicksal des Gesetzes wurde ja gestern schon entschieden. Nachdem der entscheidende§ 1 mit 164 gegen 80 Stimmen angenommen war, konnte man darauf rechnen, vaß das Uebrige heute keine großen Schwierigkeiten bereiten werde. Und in der Thal, die Einleitung zur beutigen Berathung gestaltete sich merkwürdig glatt. Minister von Puttkamer er» klärte: er könne zwar nicht im diretten Auftrag der verbün- Veten Regierungen sprechen, aber soviel könne er doch wohl sagen, daß nach der gestrigen Abstimmung die Regierungen einen besonderen Werth auf den weiteren Verlauf der Berathung nicht mehr legen könnten. In wenigen Minuten— nach*2 Uhr war die Sitzung er- öffnet worden und um;2 Uhr war schon die„Abstimmung" bis inkl.§ 27 erledigt— war man beim Antrag Windthorst angelangt, den_§ 28(Belagerungszustand betreffend) aufzuheben; alle übrigen Paragraphen waren in der seitherigen Fassung angenommen, alle Aenderungen resp. Verschärfungen ohne Debatte abgelehnt. Dr. Windthorst begründete seinen Antrag damit, daß die Anwendung des§ 28 gerade am meisten dazu beigetragen habe, „Rebekka— süßes, herziges Lieb— willst Du mein sein — willst Du mir angehören für Dein ganzes Leben und Freud' und Leid mit mir tragen, Lust und Schmerz— willst Du mein Weib sein und Dein Herz mir geben?" „Mein Herz?" sagte Rebekka mit leiser Stimme, die aber wie ein Ehoral in Bruno's Ohren klang.„Mein Herz— Hab' ich es denn noch? Ist es nicht längst schon Dein?" Und als er auf sie zuflog und sie in seine Arme, an seine Brust drückte, da lehnte sie ihr Haupt wie müde an ihn und flüsterte:„Bruno— mein lieber, lieber Bruno — oh, wie danke ich Dir, daß Du gekommen bist— wie werd' ick es Dir ewig danken!" Und die Mutter saß in der Ecke, und die hellen Thrä- nen liefen ihr über die Wangen nieder; und der Vater stand mit gefalteten Händen vor ihnen und sah mit Schmerz und Lust zugleich das junge, jetzt so glückliche, so überselige Paar. Dann nahm er langsam ihre Hände, legte sie m einander und sagte fteundlich: „So geht denn zusammen den Weg durch dieses Leben! Ihr werdet ihn nicht so glatt finden: Haß, Neid, Stolz und Ehrgeiz werden in Euren Pfad treten und Euer Glück bedrohen. Laßt sie— seid Euch selbst genug und in der Familie, wie unsere Vorväter es schon gethan, allem den Frieden, den Euch die Welt vielleicht weigern oder streitig machen möchte. Er, der die Bitten eines alten Mannes gehört, welcher stets, wo es seine schwachen Kräfte erlaubten, nach Seinem Willen oder Geiste gehandelt hat —— segne Euch!" Und jetzt kam auch die Mutter herbei und küßte die Kinder und setzte sich dann wieder in ihre Ecke und fing von vorn zu weinen an, aber vor lauter Freude und Seligkeit. Freude und Seligkeit glänzte aber auch aus den Augen der Liebenden, die jetzt, fest an einander gelehnt, zusammen saßen und von ihrer Zukunft, von ihrem Glück sprachen. Vergessen war für Bruno, was da draußen lag- vergessen das finstere Schloß mit all' seinen trüben Erinne- rangen und überstandenen Schmerzen— vergessen alles er- tragene Leid nur in der Wonne dieses Augenblicks.- Und W übrigen Bestimmungen des Gesetzes unwirksam zu machen, da die aus den Belagerungsgebieten ausgewiesenen Sozialdemo« kraten am meisten dazu beigetragen haben, die Agitation nach Gegenden zu verpflanzen, wo früher die Grundsätze der Partei unbekannt gewesen. Er(Redner) hatte zuerst beabsichtigt, nur zu beantragen, den Belagerungszustand auf Berlm zu beschränken; da der Minister aber gestern erklärt, daß er den Belagerungszustand für Berlin nicht n ö t h i ge r brauche als für die anderen Gebiete, so sei er fü; gänzliche Beseitigung des Paragraphen. Herr Windthorst sprach heute mit so leiser Stimme, daß er in nächster Nähe der Tribüne kaum verständlich war. Um so kräftiger machte es Herr v. K l e i st- R e tz o w —„Genosse Kleist" nannte ihn neulich Herr Ludwig Bam- berger—, welcher, frei vor dem Tisch des Hauses stehend, mit bekanntem gewaltigen Pathos in's Haus hinein wetterte, Herrn Stöcker Konkurrenz bietend, gar viel von den Sünden der Welt sprach und für die Beibehaltung des Belagerungs- paragrapbcn plaidirte. Seitens der sozialdemokratischen Partei nahm der Abg. Sa bor das Wort, um insbesondere die Inhumanität der Ausweisungsmaßregel zu kennzeichnen und das gegenwärtig herrschende System für die unter diesen» Gesetz gezeitigten Ver» brechen verantwortlich zu machen. Herr Dr. H ä n e l erklärte für die Freisinnigen, daß dieselben für den Antrag Windthorst stimmen würden. Er glaube, daß die Zeit kommen werde, wo keine Partei die Verantwortung dafür werde übernehmen wollen, an dem Zustandekommen dieses Ge- setzes mitgewirkt zu haben, wie dies auch bei den Maigesctzcn der Fall gewesen. Er hoffe, daß diese Zeit bald kommen möge. K a r d o r f f giebt einige seiner bekannten Redensarten zu Gunsten des Belagerungszustandes zum Besten und erklärt, er würde nie sich schämen, für das Sozialistengesetz gestimmt zu haben. Der oberste Führer der Nationalliberalen, Herr Rudolph v. Bennigsen, wirft dem Abg. Windthorst Jnkonse- quem bezüglich seiner Stellung zu§28 vor und giebt ganz kurz die Erklärung ab. die Nationalliberalcn würden sich auf Erörte« runaen über Verschärfungen sowohl als Milderungen des Gesetzes nicht einlassen. Sie stimmten einfach für die Verlängerung des unveränderten Gesetzes auf 2 Jahre, von der Regierung sowohl als der Majorität des Hauses erwar- tend, daß bis dahin Mittel und Wege gefunden seien, an Stelle dieses von Zeit zu Zeit verlängerten Gesetzes ein dauerndes Gesetz gegen Umsturzbestrebungen(also ein ewiges Ausnahmegesetz?) setzen zu können. Bebel ruft dem Herrn v. Kardorff zu, er(Kardorff) könne ebenso wenig wie überhaupt irgend Jemand im voraus er- klären, daß er nie seine Stellung zu diesem Gesetz bereuen werde. Diese Zeit könnte allerdings kommen.— Die wiederholten Vorwürfe der Konservativen berührend, daß die Sozialdemokratie zum Anarchismus führe, erwähnt Bebel, wie die anarchistische Presse so gut wie gar keine Stütze im Volke habe, wie die Zahlungen für dieselbe fast nur von den Polizciabonnenten geleistet würden. Trotzdem würde die Re- gicrung und Herr v. Puttkamer ganz unglücklich sein, wenn es die paar Anarchisten nicht gäbe, well fie dieselben brauchen, um dem Spießbürgerthum und der Bourgeoisie „graulich" zu machen. Er würde, um ein Wort des Herrn von Puttkamer zu gebrauchen, sich„in die Seele binein schämen", wenn er als Minister eines der mächtigsten Reiche, mit um« fangreichstem Polizei- und Gcrichtsapparat und einer Militär- organisation ohne gleichen, zur Bekämpfung einer unangenehmen Partei keine andern Mittel wüßte, als Ausnahme- Sesetze und Ausweisungsmaßrcgeln. An einer Reihe drasti- her Beispiele weist der Redner nach, wie gerade dieser Paragraph fast st e t s das Gegentheil von dem bezweckt habe, was er bezwecken sollte, und wie gerade d» e Herren, welche immer so sehr auf ihr Christenthum pochen, wie Herr von Kleist und Genossen, die a l l e r u n ch r i st l i ch- st e n Mittel gegen ihre politischen Gegner empfehlen und an- wenden. Im übrigen glaube er, daß hier im Hause durch Dis- kusstonen niemand mehr zueinem anderen Standpunkt bekehrt werde. Meyer- Halle wendet sich gleichfalls gegen die Bei- beHaltung des§ 28. Nachdem noch Windthorst sich in längeren Aus- führungen gegen Herrn von Bennigsen gewendet, wird die Diskussion geschlossen. Nach einigen Bemerkungen des Referenten wird zur Abstimmung geschritten, die auf Antrag Windthor st's eine n a m e n t l i ch e ist. Es stimmen für Abschaffung des Belagcrungszustands-Paragraphen 100, für Beibehaltung 158 Abgeordnete. Damit ist die zweite Lesung erledigt; die dritte wird noch Ende dieser Woche stattfinden. Triginak-Korresponäenzem München, 13. Februar. Zu denjenigen Gewerben, welche auch heute noch einen goldenen Boden haben, gehört zweifel- Vater und Mutter saßen dabei, hörten dem Plaudern zu und wurden selber wieder jung in der Erinnerung an ihre eigene Liebe. So verging ihnen mit Zauberschnelle die Zeit, und als es dunkelte und Rebekka aufsprang, um Licht zu holen, da setzte sich Bruno an das Instrument, und in jubelnden Tönen machte sich seine Seele Luft, bis Rebekka zurückkam, zu ihm trat, ihre Hand auf seine Schulter legte und glück- lich, überglücklich ihre alten Lieder sang. Jetzt aber saßen die beiden Eltern zusammen in der Ecke, hatten Einer des Andern Hand gefaßt und hörten zu, bis die Zeit kam, daß die Mutter das Abendbrot bestellen mußte, denn Bruno sollte heute zum ersten Mal mit ihnen essen. Er blieb auch lange; er konnte sich nicht losreißen von dem Glück dieser ersten Stunden und geizte förmlich mit den Sekunden, und als er endlich gehen mußte, als die Glocke auf dem alten, nicht fernen Dome die zehnte Stunde schlug, da nahm er wieder und wieder Abschied von der Geliebten� als ob sie sich sür'S ganze Leben und nicht auf wenige Stunden nur trennen müßten. Der alte Solomon gab ihm das Geleit durch den Hof. „Und wann darf ich wiederkommen, Vater?" „Hab' ich jetzt ein Recht, darüber zu bestimmen?" sagte der alte Mann.„Lieber Himmel, was für eine Frage! Mich besuchen Sie doch nicht, und die Rebekka— werden Sie kommen morgen ftüh um neun Uhr, wird eS ihr sein nicht zu ftüh. Gute Nacht, Herr Baron— gute Nacht!" Bruno trat hinaus auf die Straße, und von dem Licht noch geblendet, das er eben verlassen, konnten sich seine Augen nicht gleich an die Dunkelheit gewöhnen. Trotzdem war eS ihm, als ob er eine menschliche Gestalt, Schatten gleich, von einem der verschlossenen Ladenfenster fortgleiten sah, und diese hielt, als ob unschlüssig, wohin sie sich wenden solle, an der andern Seite der Straße. Der junge Mann wäre auch gern darauf zugegangen, aber eS lag ihm selber noch nicht» daran, eS zu ftüh in der Stadt bekannt werden zu lassen, in welcher nächsten Beziehung er zu Solomon stehe. Er schritt deshalb, ohne sich weiter nach der Persönlichkeit um- zusehen, die Straße hinab, bis er den ersten Nachtwächter losdas Schornsteinfegergcwerde. Zwarfürdie Kaminkehrergehilfen gilt das nicht, wie wir noch nachweisen werdm. Aber für die „Lehrlinge und Knechte" hat das Handwerk wohl auch zu jener Zeit, wo fie noch in angeblich patriarchalischer Weise zur Familie zählten, d. h. auf des Meisters Dachboden schlafen durften, Abends mit dem Ave Maria«Läuten zu Hause sein und Morgens mit dem ersten Hahnenschrei aus dem Bette sein mußten, wenig goldene Seiten gehabt. Dagegen ist es allerdings auch heute noch eine recht angenehme Aufgabe, wohlbestallter Kaminkehrer- meister zu sein. Dies ergab sich wieder recht klar aus Erör- terungen, welche dieser Tage im hiesigen Magisttat aus Anlaß einer recht unverschämten Anforderung der Kaminkehrerinnung stattfanden. Die Herren verlangten nämlich nichts Gcrin- Es, als daß ihnen die Reinigung aller Hefen und crapparate obligarisch zugewiesen werde, wofür natürlich die hnungsmiether und Hausbesitzer entsprechend zu zahlen ge- habt hätten. Glücklicherweise ist diese Forderung abgewiesen worden. Zugleich hat aber der vom Magistrat zur Prüfung der Angelegenheit eingesetzte Ausschuß auch eine Untersuchung über das Einkommen der Kaminkehrermeister angestellt und hat die- selbe ergeben, daß das Einkommen der einzelnen Meister zwi- schen 4000 und 14000 M. pro Jahr differire. Gewiß ein Herr- liches Einkommen, wenn man bedenkt, daß so ein Kaminkehrer- meister in seinem Gewerbe eigentlich gar» und gar nichts zu thun hat, denn dazu hält er sich seine Gehilfen— also eine reine Sinekure inne hat. Jeder Fabrikant oder Handelsherr mit ähnlichem Einkommen muß sich um sein Geschäft küm- mcrn, muß Aufträge herbeischaffen und Kunden suchen. Selbst der Inhaber irgend einer fett dotirten Pfarre muß wenigstens Messe lesen und ab und zu eine Predigt halten. All diese Sorgen hat der Herr Kaminkehrermeister nicht. Sein Kundenkreis ist mit seinem Kehrbezirk genau umschrieben, kein Konkurrent kann ihm in demselben lästig fallen, da kein Hausbesitzer das Recht hat, einen anderen Meister, als den des Bezirks, zu berufen. Die Preise sind dauernd festgesetzt und eine Störung oder Krise giebt es nicht, da die Perioden, innerhalb derer gekehrt werden muß, genau vorgeschrieben sind, und ge- kehrt wird, ob viel oder wenig geheizt ist. Der Meister hat nur darauf zu achten, daß er die nöthige Zahl von Arbeitern hat, an welchen es übrigens nie fehlt, da das Gewerbe sehr leicht zu lernen ist, und daß die Arbeiter ihrem Beruf auch fleißig nach- gehen, was schon um deswillen geschieht, da die Konkurrenz unter den Arbeitern auch in diesem Berufe groß ist. Für diese geringe Mühewaltung nun streichen die Herren Meister ein Einkommen ein, wie es kein Minister unserer Klein- und Mittelstaaten hat. Während aber die Meister herrlich und in Freuden leben und es bei ihnen auf eine Hand voll Mark nicht ankommt, was sie ja auch dadurch bewiesen, daß fie sich in ihrer Berufsgenossenschaft die luxuriösesten Einrichtungen er- laubtcn, sieht es für die Gehilfen freilich weniger glänzend aus. Daß es kein Vergnügen ist, den ganzen Tag in Kaminen herum zu klettern und den Pech- und Rußgcstank einzuathmen — von dem Schmutz, der sich auf die Haut lagert und sich in den Poren festsetzt, gar nicht zu reden— sieht wohl jeder ein. Im Winter kommt dazu noch der schroffe Wechsel zwischen den heißen Kaminen und der kalten Lust, dazu muß der Schorn- steinfcger während seiner Arbeit stets barfuß sein und geht auch in der schlimmsten Kälte nur mit Leder- Pantoffeln oder niederen Schuhen auf der Straße. Die meisten leiden deshalb an gefrorenen Füßen. Da, wo die Gehilfen über Land müssen, fehlen natürlich die Wasch- und Badevorrichtungen, fie können sich deshalb in kein Bett legen, sondern müssen in Scheunen und Ställen ihr Nachtquartier suchen, ein Zustand, der gegcndenweise 14 Tage und 3 Wochen ertragen werden muß. Man denke sich nun das Gefühl, zwei bis drei Wochen mit dieser Ruß- und Pechkruste auf dem Körper herumlaufen und arbeiten zu müssen. Und was verdient nun so ein Schornstcinseaergehilfe? In länd- lichcn Bezirken oft nur 10—12 M. die Woche, in der Stadt aber 16—18 M. im Minimum, 30 M. im Maximum. Wahre Hundelöhne also— um mit Herrn von Puttkamer zu reden. Dabei ist zu beachten, daß für den Schornsteinfcgergehilfen das Sclbstftändigwcrden davon abhängig ist, daß entweder ein neuer Kehrbezirk eingerichtet wird, oder daß einer der Meister stirbt. Die Gehilfen rücken meist nach ihrem Alter in die vakant werden- den Stellen ein, nur in neuerer Zeit macht sich gegendenweise sogar auch auf diesem Gebiete der Militarismus und seine Folgen bemerkbar, indem diejenigen Gehilfen, welche„gedient" haben, den nicht gedienten vorgezogen werden. Für hier hat die Unersättlichkeit der Herren Meister die für dieselben gewiß unerwartete Folge gehabt, daß der Ausschuß dem Magistrat vorschlug, den berechtigten Klagen der alten Ge- Hilfen entgegen zu kommen und zu den 30 vorhandenen 11 neue Kchrbezirke zu bilden und dieselben derart abzutbeilen, daß das Einkommen zwischen 5—12 000 M. schwanke. Das Ver- nünftiaste wäre, wenn die Stadt aus den Kaminkehrergehilfen eine Genossenschaft bildete und das Kaminkehren durch dieselbe in Regie ausführen ließe. Ein einziges Bureau mit 3—4 Beamten könnte die Verwaltung, für die jetzt die 30 Meister Hunderttausende einstecken, mit Leichtigkeit versehen und was an Feucrschau rc. die Meister jetzt leisten, eben das würden die traf, und schickte diesen dann zurück mit der Weisung, auf jene Gegend Acht zu geben, da sich dort ein verdächtiger Bursche herumtreibe. Der Nachtwächter folgte auch der Weisung und suchte den ganzen Weg ab, fand aber niemanden mehr vor. Wer es auch gewesen, er hatte sich nicht länger dort aufgehalten und war verschwunden. Frau Heßberge r. Oben in der dritten Etage eines der Häuser in der Bergstraße von Alburg saß der Schuhmacher Heßberger mit einem Gesellen und drei Lehrjungcn bei der Arbeit und war emsig beschäftigt, ein Paar sehr elegante Damenschuhe, die einen außerordentlich kleinen Fuß verriethen, frisch zu besohlen. Er hatte seinen Tisch aber dicht an'S Fenster gerückt, denn schwere, graue Wolken lagen vor der Sonne und dumpf grollender Donner verrieth ein nahes Gewitter. Nichtsdestoweniger arbeitete er fleißig fort und schien sich um das Wetter draußen wenig zu kümmern, bis plötzlich ein greller Blitz die Stube hell erleuchtete und gleich dar- auf ein so schmetternder Donnerschlag hinterdrein folgte, daß der kleine Mann ordentlich zusammenfuhr. Statt jedes andern Ausrufes setzte er aber plötzlich mit gellender Stimme in einen Choral ein, daß sich die Lehrjungen untereinander ansahen und heimlich lachten, aber nur ganz heimlich, denn es wäre ihnen bös ergangen, wenn es der Meister gemerkt oder nur Verdacht geschöpft hätte. Dieser aber, nur mit seiner Sohle(denn er unter- brach seine Arbeit nicht) und dem Lied beschäftigt, schrie mehr als er sang, während der Regen an die Fenster peitschte: „Oh Mensch, gedenk' ans Ende, Willst Du nicht Uebles thun— Der Tod bringt nun behende DaS allerletzte Nun. Am Lebens-Augenblicke Hängt ewig Wohl und Weh', Drum denke wohl zurücke, Wohin Dein Ende geh'!" Und wieder ein Blitz— wieder ein Schlag, als ob die Erde von einander bersten wollte, und die Fensterscheiben Gehilfen, denen man dann einen ihrer Beschäsi sprechenden Lohn zahlen könnte, ebenso gut machen. vernünftigen Organisation wird es aber frellich sobald« kommen. * t* Halle a. K., den 13. Febmar. Heute Morgen 91 gann vor dem hiesigen Landgericht die öffenlliche«r Handlung gegen die Sozialdemokraten S ch m i d t,»r f �vrettu sowie der Verbreitung verbotener Schriften. Die Vertd«v"�dach fühlte Rechtsanwalt H e r z f e l d, junior. Die Vev�.,.. Mm% luyue aicajibuiiiuau � e i z i e i o,»unior. jlic■"'■'ritt) wurde öffentlich geführt. Als Belastungszeugen figu�H Aachb s:.,— 03 r 6 fkir otefem � ------ I t-----—/ O'"'' c,.™ V" m Leute, die früher für Sozialdemokraten galten, Bloßl'O- Dittri ch und Kriminalkommissar Große. Die p?V�»Arlden gemachten Aussagen der beiden Enteren wurden in Wik. liehen Punkten so modifizirt, daß die belastenden...~ wiede vollständig auflösten.— Bei den Aussagen des Herw~1.e dort g kommissar Große war das Interessanteste, daß die � wen „sozialdemokratischen Agenten" hält, ß aus allein das Belastungsmaterial sich schließlich stützt, und rä �agemn Person auf Befehl der Polizeidircklion jede„direllj n' „indirekte" Aussage verweigert wurde.."�.Au anwaltschaft ließ unter solchen Umständen die die I § 129 fallen, beantragte die Freisprechung.»Mglttg 4 Wochen Gefängniß gegen Schmidt und 3 WolfrsM�«nzeichen Bichl, Eichhorn, Mittag und Groß. Nach einer vf Rede des Vettheidigers, welcher die Anklage, so tw» aufrecht erhalten wurde, nach allen Richtungen bin r und nach einigen kurzen Bemerkungen der AngeklaW der Gerichtshof gegen il zur Berathung zurück. wurde das Ui theil verkündet. Es lautete wie wir gel tclegraphisch mittheilten, auf Freisprechung all geklagten. *»* Au« Kachfen, den 13. Februar. Zu meiner«j Korrespondenz habe ich einen kleinen Nachtra Nämlich, was werden oder was würden die praU.. sein, wenn die sächsischen Studenten und Polytechnila ich will nicht sagen Rath, aber doch Wink des 6«� Ministers befolgen und auch in Zukunft den siw Schlepper- und sonstige Liebesdienste leisten wollten Eigentlich i st die Frage schon beantwortet, und die Taktik der Sozialdemokraten bei den letzten Land...... In allen Wahlkreisen, wo derartige studentische-Aium, dienste zu ermatten waren— namentlich im•oefti kreis— hatten die Sozialdemokraten angeord« DA e 5 5 oder jedem studentischen i&mbQ lU chen Faci geselliger T beiden. S bekannt «w Umgegenl und dle L .cn ebens der in gewcrdli seinarder euch vom den Sozialdet "Mter Form. saß die? neu ist> , für die Au' die allgemein» , aestellten G Umsturzes der ' immer weiter "t die Aufhif die Sozial« im Septei ng, wobei erheblich namentlich zur Seite gestellt wurde, der zwar nicht freiwillig«.'Ain oh,,'cii v S"' uÄt», 21. Februar 1887 sich nicht wiederholen konnte». Studenten u. s. w. waren unter diesen Umstände» manierlich. So wird es auch bei künftigen Wab'' werden; und sollten die Worte des sächsischen Ministers etwa zur Folge haben, daß einer oder hoffnungsvolle Student u. s. w. sich vom patrioti>n>' weit hinreißen ließe, so würde wirksamst dafür geW die patttotischen Bäume nickt in den Himmel mach'?; Apropos— den Verrath liebt man, aber räther. Herrn P olz, der Eigenthümer des„Leipi. der jüngst in die vornehmste Leipziger Bürgerge» treten wollte, ist das fatale Mißgeschick widerfahren. hinausballotitt wurde._ .»en führen. b'itrtm Vt die Ä R '■gl. ReA Me Kasse si-t %&&& '«der neb und I tiefet. Politische Ueberstch� D»« Reichstage stnd— wie wir gestcl» unter„Neueste Nachrichten" mittheiltcn— wie# sogenannte Rechenschaftsberichte zugegangen, Tw Verlängerung des kleinen Belageruiigszustaitw� und seine Umgcaung und über den Kreis Psr 2 weiteres Jahr motivitt werden sollen. Man w 10 Jahren gewöhnt, daß diese Rechenschaftsbencdb....... als Voraussetzung für die Verhänoung des?, rungszustandes beweisen sollen, eine Bedrohung t' f'R Sicherheit oder Ordnung durchaus nicht nackm�U � gicrung scheint auch allmälig diese Rechenschafts eine leere Form zu betrachten, denn sie werden Jahr inhaltsloser. Es existiren noch SozialdeM» werden verbotene Schriften eingeschmuggelt. �-™urn,„ Kern dieser Aktenstücke und wenn das genügte,«g&ber.-...f" bekanntlich den kleinen Belagerungszustand.t�TK�ngsmüM Städte Deutschlands verhängen. DaS Türst'S' ll? Ngesiyxz J. bisher gelesen haben, ist der auf den Kreis Je1 1 Rechenschaftsbericht. Es wird darin nur 0 geheime Organisation der sozialdemokratische» Kreise Offenbach besteht zweifellos fott. Sie w» ihrer Mitglieder auf dem Parteitag in St. 1887 vertreten, unterhält fortwährenden Zyftj» auswärtigen Parteigenossen, namentlich solch«» m zun W bitte, Porzell, zitterten und klapperten ordentlich dazu. Der ließ sich aber nicht stören, und ohne eine™ j ziehen, setzte er eben zu dem gerade so begin»« Vers ein: „Oh Mensch, gedenk' ans Ende als es heftig an die Thür pochte und der des Meisters Befehl abzuwarten, laut Fast zu gleicher Zeit wurde dieselbe auch 9 j eine etwas korpulente Frau, einen triefe»® wollenen Regenschirm mit Messingriff in Hut etwas zerdrückt und jedenfalls von dein genommen, das Gesicht geröthet und eben» i�" der* fteundlich ausschauend, trat in'S Zimmer» Ej«n raschen Blick darin umher. Der Schuhmacher schien keine besondere r•..... evr.-c.x« Fai....... r.rr... A«, sich in seiner Andacht stören zu lassen, denn j ____ iitttlU* i auch nur den Kopf nach der Thür umz» drossen fort: „Wer weiß, ob nicht noch heui Der Tod Dich treffen könnte, ........... f ctv• r t___ ix-'' Drum mache Dich bereit Ährend'"'' Die Dame schien aber nicht gesonnen, rxtt geistlichen Liedes abzuwarten, denn mit einer M �nb� er ,,. —k wt,.,..«XU—.. n,:-.'X'».-Tvna"'6 "»■ war h S«r, »sm Ii««: fi elmc .K und derben Stimme rief sie dazwisch«» könnt Ihr Eure Faxen lassen, Meister � feblUf�ot« Eure Frau zu Haus? Das fehlte auch dem Hundewetter den Weg umsonst genla«? Der Schuhmacher fuhr blitzschnell her», die tiefe Stimme und sagte, von ft'»� springend und den Schuh, an � ziemlich rücksichtslos bei Seite werfend-� Müller— ist mir doch sehr angenehm,~ �, sönlichkeit wieder einmal nach so langer J ITfe; zu machen.„Was Ihnen angenehm odrt � desch! mich einen Quark. Ich will wissen,® und i Hause ist.""»utbt „Bitte, Madame Müller," sagte Hetz'""« »Är SW et Beschilft it machen. r#, ■n. r. Iben die S?72W} Räch einet»W aklage, so htungen bm 5 )et AngellG� ig zutück.« e wie wtt gl echung aU' Zu meinet«i u.S:' und übt noch chen Fachveteine immer großen Einfluß auf die ge- in Offendach aus, welche unter�der II Machen. P a, r„. uuwucmnc>n uu», ivciu/c uimi vi ceilicb sobald« Z, Ewiger Vergnügungen eifrig sozialdemolratische Pro T�en. Set allen von ihnen veranstalteten Festerer- % Me bekannten Führer der Sozialdemokraten aus Offen- tte Morgen 9' Z. �?gegend und stellen dadurch ihren Anhängern das öffentliche zJ# die Leitung der Partei vor die Augen. Die fort« Schmidt,% Verbreitung des Züricher„Sozialdemokrat" ist gleich« i t t a g unter> � die Thätigkeit der Parteileitung zurückzuführen. Die , bezeichneten Anordnungen können daher für_ben enbach noch nicht entbehrt werden." Offen- r. Die Wm Belagerungszustand hauptsächlich gekommen szeuaen figui!« �"uer Aachbarschaft mit Frankfurt a. Main. Das tritt alten Bloßst J" b«sem Rechenschaftsbericht wieder zu Tage. Am s, e Die prol-i~"E wflelben wird nämlich darauf hingewiesen, daß der wurden in den FMßWhmb über Frankfutt und Umgebung im De- lastenden Mo»«? wieder verlängert worden ist. Und dann wird len des Herrn 5l; ye dott getroffenen Maßregeln werden von größerem baü die Poll« lern, wenn sie auf den Kreis Lffenbach ausgedehnt e n" ball,'' Z" �anz auf derselben Höhe steht die Begründung des ch stünt. und üb S Belagerungszustandes für Stettin und ferne Umgebung. iede direkt! Nnen find aus Stettin im vorigen Jahre ausgewiesen wurde. De ,»5�. Ausweisung dieser eifrigsten und geschicktesten " W die lokale Organisation der sozialrevolutionären hochhaltig erschüttert...... trotzdem wird nach «»zeichen die Agitation für die sozialrevolutionären ie» ebensowohl unter den Handwerkern als unter den der in Stettin und den Nachbarotten bestehenden , gewerblichen Etablissements fortgesetzt." In diesen chemander folgenden Sätzen hat man den bekannten JKuch vom Nutzen des Sozialistengesetzes, das aber «n Sozialdemokraten nichts schadet, wieder einmal in '»er Form. Daran schließen fich die bekannten An« daß die Fachvereine sozialdemokratischen Besttebungen ..»eu ist nur die Charatterifirung dieser Vereine als ?™t die Aufhetzung der Gesellen gegen ihre Meister und » allgemeine Verfeindung der Berufsgenoffen mit den gestellten Gesellschaftsklassen". Man„ sieht, der Begriff n die praktisl ad Polytechn'l" link des W nft den K isten... twortet, und letzten Laitdt studentische Iii r l Sturzes der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung inmer wetter gefaßt. Als besondere Vorkommnisse werden .die Aufhiffung einer rothen Fahne mit der Inschrift Y Sozialdemokratie" während der Anwesenheit des >m September und Ausschreitungen während einer »g, wobei einer der Exzedenten erschossen und ein erheblich verwundet wurde. Als ob es zur Unter- und Besttafung derartiger Ausschreitungen eines Aus tlich im Wj T'v"-�'"UIUNU vciuwigei«uoiujicuuiiucii_««"=' anacord�j �Btzes oder des kleinen Belagerungszustandes bedurfte! bandfestet. in, �l�afgesetze reichen dafür vollkommen aus. Nach den r�-».aiiae Debatten über das Sozialistengesetz, die stattgefunden bt freiwillige av» vaa �ujiuii|miac,cc, vu..u» eibienfte vcrs� f Ä1»och tn dritter Lesung zu erwarten find, werden die �kanvalsiM�enschaftsberichte wohl kaum mehr zu besonderen Ver- )len konnte»- führen. Man legt sie zu den übrigen. Umstände» rk»»forw de» Krankenkassengesetze». Dem Aus- igen Wabich,M� �erm Staatssekretärs, Minister von Bötticher über die 1»es Kranlenkaffengesetzcs,„Licht und Schatten sei gleich- unter den verschiedenen Krankenkassen zu vcrthcilen," -.legendes über den„Lichtgenuß" der eingeschriebenen -?e» als Charakteristik dienen. Die eingeschriebenen Hilfs« »ehe» bekanntlich unter der Aufsicht der Polizeibehörden q? die cine mehr oder weniger unter der Schneidigkcit ,s,??uzeibehörden zn dulden. Es möge die eingeschriebene l jMe Krankenkasse, welche sich nur über das Gebiet der «mdsburg erstreckt, hier als Exempel hingestellt werden. ?%, im Jahre 1870 von den dortigen Arbeitern ge« yj', ließ sich im Jahre 1879 als eingeschriebene Hilfskasse i. I.W. Regierung in Schleswig eintragen, im Jahre 1884 0lese Kasse fich dem neuen Krankcnkassengesetz an und genügte d,»»dem§ 75 beä Kranlenkasscngesetzes, sondern ging �Mindestleistungen hinaus, indem sfie den Angehörigen -eher neben freier ärztticher Behandlung auch Medika Ken tonnten en ritigen sächsischen ! einer oder' om Patriot, sw?� it dafür geW )immel n)afl)»»| in, aber»4 .'r des„Lei?i zer Bürgergc» k widerfahre»! lterstch�j wir gestern/ n- wie-5 angen,?.i H �erT�Bkosten bewilligte. Nach einjähriger Thätigkeit ■ Mmt die Aufsichtsbehörde und ordnet eine Sta- an, da nach§ 12 des Hilfskassengesetzes die Ge- : einau�terbeaelbern anAngehönge derMitglieder unzulässig tun-, um Aufhebung dieser Anordnung wird von der Re- � Ä.�ehleswig mit der Bemerkung,§ 12 des Hllfskasstn- nichr, daß Sterbegelder I. Man'f chaftsberuh» ung des» Bedrohung � icht na es' y.e-1 M N-s Dürft'M sie werde» Sozialdemo» muggelt' »as genügte, istand über »s Kreis Off« »» nur 0' demokratische» 'in Sd'Gall�K� idcn Zusaw tlich solche» 'ge Äö- niÄ d aß'Sterbegeld er an verstorbene Ange- l°us Mitglieder gezahlt werden, zurückgewiesen. Nach ffidtei.Üf weiteren Verwaltungsjahres kommt abermals die W-� hotde mit der Anordnung, die den Angehöngen der fetun»«.utarisch gewährten Medikamente, Heil- und Er« Knüttel in Wegfall zu bringen, da§ 12 des Hilfs- dieses nicht gestattet. Es fand jilso m Mrc zum Nachthell der Mitglieder eine Statuten- & L'ott, wonach cS fast den Anschein gewinnt, im*,»fie stückweise zerrissen werden sollte, denn ohne die von Medikamenten u. s. w. an Angehörige der , Hut eine Krankenkasse für die verheiratheten Mitglie- oder gar keinen Werth. Die Kasse hatte nach ihrer sy so bcgi»»*" ff, be auch», triefend� � immer S wch heut könnte, 'Wp.�flich, und eine Höflichkeit ist der andern werth; »itbi'chemcn aber— oh Du Herr Jesus, der Donner! bii Cr 9»fer Laune zu sein. Da wird sich meine Frau �"ders darüber scharmiren, paßt ihr gerade— sie ist �''m' treten Sie näher, demelliren Sie mir aber Porzellan nicht!" (Fortsetzung folgt.) z Ans Kunst und Leben. morglgr« Premiere de» Mallnertheater», i Volksstück mit Gesang in vier Akten von ker ei*?, und L. Herrmann, find die Damen Fräulein cen'«l?ch?te. Sckwan, Leuchtmann, Walter-Trost und die %0t Luther?, Meißner, Worlitzsch in den Haupttollen ? im«i». Einen neuen Beweis dafür, ?tigen cv1 Rücksichtslosigkeit in Bezug auf die Besatzungen i» manchen Fällen die Schiffsahrt, namentlich znnw,»'lchisssahrt, betrieben wird, liefert die Geschichte des t— riss't"1 mähre„vmpr'ftö»Juana Nancy", wegen dessen Besatzung -sonne», Jet Tan,!? mehrcret Wochen die größten Befürchtungen hegte. rit einer kbJ"»fer«Juana Nancy", der Schwedisch- Norwegischen »W er."« äää« ''. t>ljcks..�fotenbahn von Su ,... Schwedisch- Norwegischen gehörend, ein Schiff von ca. 700 ......... M....... v. I. mit Eisenbahnmaterial für ü no�- gliche,'�fotenbahn von Sunderland nach Lulea, einem der aü� i.\fi'' es aZ„, ten im Bottnischen Meerbusen, abgegangen, trotz- "1% S ÄÄX m»"Ä Ä siine»* � i». Lelmafiiaer Stnlni» fnnnr nft frfinn im Oktober, sicher '% c i» r-n.i'??? Dezember scharfe Fröste einrieten, dtachl. 2? im Atmaßigcr Folge sogar oft schon im Oktober, sicher dem jAje» 3:W,?t' er- Der Dampfer erreichte indeß glucklich -send. wäh."!mwungsort und löschte seine Ladung, doch * K- W-"«• Wtn , hatte--- wieder ........ ehe die„Juana Nancy" denverlassen können. Wohl telegraphirie der "'s.- ss ää A'ech m""? dem Dampfer den Weg ins Meer zu bahnen. .heri 1 UCd« die Sache sehr theuer, 35 000 Kronen gingen fünfjährigen Thätigkeit als eing. HilfSkasse den ihr gesetzlich vor- geschriebenen Reservefonds und am 31. Dezember 1887 betrug der Reservefonds inkl. des Baarbestandes zirka 10000 M. Die Mitgliederzahl war 1000. Die Maßnahmen von Seiten der Behörden können folglich mit dem bekannten Schlagwort „Leistungsunfähigkeit" nicht begründet werden. Wie verhalten sich diese Maßnahmen nun zu anderen eing. Hilsslaffen? Wie bekannt, find viele eing. Hilfskassen, namentlich in Sachsen, da- von bettoffen, daß ihre versicherungspflichtigen Mitglieder zwangsweise den Ottskrankenkaffen zugeführt wurden, mit der Begründung, daß die Kasse, der sie als Mit- glied angehören, dem Gesetze nicht entsprechend sei, da diese den Mitgliedern und Angehörigen der Mitglieder keine Medikamente u. w. gewährt. Also mehr Licht, damit der Schatten, welcher z. Z. über den erngeschriebcnen Hilfskassen waltet, erleuchtet werde. Eine weitere Kalamität für die Arbeiter ist dadurch entstanden, daß ältere Personen, welche den Orts- krankenkaffen angehören und durch Verhältnisse gezwungen wer- den, aus ihrer bisherigen Beschäftigung auszuscheiden, Arbeit in einem Betrieb, in welchem eine Betricbskrankenkasse besteht, er- halten können, wenn sie den Nachweis erbringen, daß sie einer eingeschriebenen Hilfskasse angehören. In Rendsburg wird diese Taktik von zwei Bettieben ausgeübt. In diesen Fällen sollen die eingeschriebenen Hllfskassen lieb Kind sein. Kein vernünftiger Mensch wird es nun den eingeschriebenen Hilfskassen verargen, wenn sie solche Personen, welche von den Orts- und Betriebskrankenkaffen für vogelfrei erklärt werden, nicht als Mitglieder in ihre Kassen aufnehmen. Es ist leider bedauerlich, daß solche Personen, durch die Einrichtung des Krankenkassengesetzes arbeitslos gemacht, dadurch in die Arme der Armenpflege getrieben werden. Hierdurch entsteht unwill« kürlicb die Frage: Wie werden solche himmelschreienden Zustände beseitigt? Hier ist nur der eine Weg offen, daß die gesey- gebende Körperschaft bei der Krankenkassengesetzresorm ein Reichsverficherunasamt schafft, den Verficherungszwang hochhält, dagegen die verschiedenen Zwanskaffen aufhebt, um somit ein einheitliches Krankenkassenwesen zu erzielen, damit endlich der Grundsatz zum Ausdruck komme, daß die Krankenkaffen von den Arbeitern verwallet werden müssen. Patriotische Kaanegießerei. Der Leib- und Leitartikel- schreiber des„Leipziger Tageblatt", welcher seine politische Weis- heit aus der„Nationalliberalen Correspondenz", der„Conserva- tiven Correspondenz" und den„Berliner Politischen Nachrichten" zusammenzubrauen pflegt, schließt einen malkontenten Jammer- ariikel über die e n g l i s ch e P o l i t i k(in der Nummer vom vorigen Sonntag) mit folgender staatsmännischen Weisheit: „Englands Unlust, irgendwie thätig in die Gestattung der euro- päischen Verhältnisse einzugreifen durch Bündnisse mit bestimmten gegenseitigen Verpflichtungen, wie sie zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien bestehen, ist ein Unglück für Europa. England hätte es jetzt in der Hand, durch offene Parteinahme für den Dreibund den europäischen Frieden auf eine sichere Grundlage zu stellen, es beschränkt fich aber darauf, von seiner Jnselwane aus den kontinentalen Streitigkeiten als unbetheiligter Zuschauer beizuwohnen und höchstens seine Mit- Wirkung in solchen Fragen in Aussicht zu stellen, die seine eigensten Interessen berühren. Eine solche Politik der Nichteinmischung mag Vortheile haben, aber sicherlich auch große und schwere Nachtbeile. Auch Englands Handelsintereffen leiden unter der steten Unsicherheit des europäischen Friedens, und seine Kolonial- macht würde viel sicherer begründet sein, wenn Englands euro- päische Politik damit in Einklang stände. Die Grenze von Afghanistan ist stets gefährdet, wenn England die russischen Pläne in Bulgarien belämpft, ohne den Willen und die Macht, seine Politik auch mit den Waffen in der Hand zur Geltung zu bringen."— Die englische Regierung müßte geradezu verrückt sein, wollte sie dem sogenannten„Dreibund" beitteten. Sic gäbe dadurch alle Vortheile ihrer Stellung aus der Hand und könnte in die sehr fatale Lage kommen, mit Frankreich, dessen Bundesgenoffenschaft für England unter Umständen noth- wendig sein kann, in Konflikt zu kommen, und Ruß- land, dessen Interessen den englischen feindlich find, den Weg nach Konstantinopel noch ebnen und der Türkei, deren Erhaltung für England eine Lebensbedingung ist, den Genickfang geben zu müssen. Hätte man diese Möglichkeit in England vorher außer Acht gelassen, so würde man durch die letzte, nach dieser Richtung ja sehr deutlichen Rede des Fürsten Bismarck darauf aufmerksam gemacht worden sein. Daß auch die englischen Interessen unter der jetzigen Un- sichcrhett leiden, ist allerdings richtig, allein sie leiden weit weniger als die unseligen, er st ens weil England fich nicht die erdrückende Last des Militarismus aufge- legt hat und zweitens, weil England, kraft seiner meerbe- herrschenden Flotte, der Weltmarkt nicht streitig ge- macht werden kann. Und letzteres wäre der Fall, wenn die Engländer die Thor- hell begingen, durch Beitritt zum sogenannten Dreibund die einzigen ihm gegenüber in Frage kommenden Seemächte zu reizen. Die Bemerkungen über die angeblich bedrohten englischen Kolonien brauchen wir nach Vorstehenden nicht zu kritisiren. darauf, aber das Unternehmen gelang: am 21. Dezember v. I. konnte die„Juana Nancy" in See dampfen und dem ungast- liehen Hafen von Lulea Lebewohl sagen. Freilich hatte der Dampfer bei seinem Abgange nur für 8—12 Tage Kohlen und für 14 Tage Lebensmittel an Bord, aber was machte das? Konnte man doch, wenn alles gut ging, in wenigen Tagen Kopenhagen erreichen und sich dort mit allem Nöthigen wieder reichlich verschen. Aber es ging nicht Alles gut, es kam anders, als die armen Schiffsleute, denen ja kein Protest gegen die bedenkliche Reise zustand, gehofft hatten; cs stellte sich, als das Schiff kaum abgegangen war, im ganzen Bottnischen Meer- Husen sttenge Kälte ein, bis 31 Grad— in Haparanda— wurden registrirt, und das Eis bildete fich an den Küsten und in der See so rasch, daß die Leuchtfeuer, wie üblich, überall aus- gelöscht wurden. Vergebens wartete man jetzt auf Nachricht vom Sund, daß die„Juana Nancy" dort angekommen oder passirt sei; diese Nachricht blieb aus, und die schwedische Auf- fichtsbehörde der Leuchtfeuer, fürchtend, daß der Dampfer gar nicht aus den Nordbotten herausgekommen sei, ließ in löblicher Vorsicht die Hauptfeuer noch femer anzünden, um im Nothfall dem Dampfer als Wahrzeichen dienen zu können. Das alte Jahr ging indeß zu Ende und der Dampfer gab kein Lebenszeichen von sich, denn wenn man auch hier und da einmal einen Dampfer gesehen zu haben glaubte, so beruhte dies doch bei genauerer Untersuchung stets auf Täuschungen. Endlich am 9. Januar, also am 19. Tage nach dem Abgange von Lulea, sah man die„Juana Nancu" wieder, und zwar im Eise treibend drei Seemeilen außerhalb Ny-Kar- leby an der Kiste von Finnland, so daß also das Schiff sich in der ganzen Zeit keine 60 Seemeilen von seinem Abgangsorte entfemt und noch die schwerste Passage, nämlich die mit Jnseichen und Riffen angefüllte, eine Hauptsammelstellc des Treibeises bildende Quarkenenge vor sich hatte. Als es gesehen wurde, trieb das Schiff, ohne fich vorwärts zu bewegen; man sah weder Rauch aus seinem Schlot aufsteigen noch auch sonstige Lebenszeichen von demselben, und so bemächtigten fich die ernstesten Befürchtungen aller derer, denen die schlimme Lage des Dampfers bekannt war. Mit dem den finnischen Küsten- bewohnern eigenen Muth, mit wahrer Todesverachtung machte man sich sofort daran, zu dem hilfslosen Schiffe hmauszu- kommen und demselben wenigstens Lebensmittel zu bringen, indeß waren alle Versuche erfolglos. Am 11. Januar sah man das unglückliche Dampfschiff wieder, und zwar diesmal bei Gamla Karleby, also wieder bettäcktlich nördlicher, als am 9. Januar. Abermals versuchtm die Küstenbewohner, fich durch Es ist genau das Gegentheil der handgreiflichen Wahrheit. Oder will der Tageblatt-Kannegießer uns weiß machm, die drei schwächsten Seemächte Europas, welche den sog. Dreibund bilden, könnten das englische Kolonialreich gefährden oder befestigen?— Genug, der betreffende Leitnrtikelschreiber hätte seinem Aerger über die— selbstverständliche— Tyatsacbe, daß England dem sogenannten Dreibund nickt beigetreten ist und nicht beitreten wird, in etwas geschickterer Form Luft machen können. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß Lord Sa« l i s b u r u in seiner letzten Parlamentsrede auch Italien unter den Staaten genannt hat, die, bis zu einem gewissen Punkt, gleich Frankreich und der Türk ei, gleicheJnteresscnmit England haben. Es zeigt dies, daß der sogenannte„Dreibund" nicht blos e i n Loch hat, sondern sogar zwei. Wäre cs anders und erfüllte er wirklich seine Mission eines„Friedensbundes" oder einer Friedensbürgschaft, dann würden wir ja nicht unter der gegenwärtigen Unsicherheit der Lage zu leiden haben. Diese Unsicherheit ist der schlagendste Beweisdafür, daß der so ge nan n t e Dr e ib und sehr weit davon entfernt ist, eine Friedens- bürgschaft zusein— das heißt ein Bund, welcher die Aufrechterhaltung des Friedens verbürgt. Freude und Jubel herrscht bet den fchlestschen Kchuhmacher-Jnuunge« ob des Gerüchts, daß die Militär« Verwaltung die Absicht habe, jeden noch so tüchtigen nichtzünf- tigen Schuhmachermeister zu übergehen und dafür bei jeder Schuhmacher-Innung, je nach der Kopfzahl der Mitglieder, 30—50000 Paar Militärstiefel in Bestellung zu geben. Die Glogauer Zunftmeister aber sind prattische Leute; sie wollen statt des wiederholten Versprechens Aufträge, und da diese aus- blieben, sandten sie kurz entschlossen eine Deputation nach Berlin. Der Obermeister berief, als die Deputation aus Berlin zurück- gekehrt war, eine Versammlung, schloß aber die Vertreter der Presse dabei aus. Sie sollten nicht Zeugen der Szenen sein, die fich abspielten. Trotzdem verlautet: die Jnnungsmeister seien erbost darob, daß der Zentralvorstand in Berlin keine be« stimmte Zusage gemacht, obwohl die Innung nun schon so vielerlei Unkosten, insbesondere durch die Entsendung der De- putation, gehabt. Der Obermeister, welcher sich dem Ansturm der Unzufriedenen nicht mehr gewachsen fühlte, legte sein Amt nieder. Die Mesammtvertreinng der konservativen Partei in Berlin besteht, wie die„Post" mittheilt, aus je zwei Ver« trauensmännem aus jedem Wahlverein. Dieselben haben das Recht der Kooptation. Gegenwärtig ist diese Parteivertretung wie folgt zusammengesetzt: Der erste Reichstagswahlkreis wird verrieten durch Geh. Sekretär v. Kleist, Kaufmann Bemhard; der zweite Reichstagswahlkreis durch Justizrath Seeger und Kaufmann Rappo; der dritte Reichstagswablkreis durch Land- tagsabgcordneten Cremer und Apotheker Witte; der vierte Reichstagswahlkreis durch Dr. phil. Evers und Geh. Registrator Bobbe; der fünfte Reichstagswahlkreis durch Major z. D. Blume und Fabrikbesitzer Pretzel und endlich der sechste Reichstagswahl- kreis durch Kanzleirath Engelke, der gegenwärtig Schriftführer ist, und Major z. D. Scheibert, der zur Zeit als Altersvor- sitzender der konservativen Gesammtvertretung präfidirt. Noch find neuerdings in diese Vereinigung als Mitglieder kooptirt worden Geh. Regierungsrath Professor Dr. Wagner, Ober-Ver» waltungsgerichtsrath Hahn und tzofprediger Stöcker. Die beiden letztgenannten Herren setzen wahrscheinlich dem Ganzen die Krone auf. Wie die Konservative« fich die Umgestaltung des Wahl- rechts denken, hat wieder einmal Herr Stöcker vor seinen Christ- lichsozialen ausgeplaudert. Das Volk müsse nach Korporationen organifirt werden und dann nach Berufsgenossenschaften wählen, so daß die Gleichartigen den Gleichartigen zu ihrem Vertreter wählen können. Dabei kommen natürlich die zahlreichen Arbeiter gegenüber der geringeren Zahl von„Gleichartigen" in den höheren Berufsklassen besonders schlecht weg. Aber darin besteht ja gerade die„Fürsorge für den kleinen Mann". Der Keniorenkonvent de» Reichotag« hat fich dahin verständigt, daß die Erledigung der zur Zeit dem Reichstage ge- machten Vorlagen— das Genossenschaftsgescy, dessen Vorlegung an den Bundesrath in naher Aussicht steht, einbegriffen— bis zum 15. oder 20. März erfolgen könne. Man ging dabei von der Voraussetzung aus, daß eine Verständigung über das Gesetz, betteffend den Verkehr mit Wein, ausgeschlossen erscheine, lieber den Zeitpunkt der Vorlegung des Gesetzentwurfs, betreffend die Alters- und Invalidenversicherung und des weiteren in der Thronrede angekündigten Gesetzentwurfs, betteffend die Aus« dehnung der Unfallverficherung auf die Handwerker, Ge- finde u. s. w., war dem Seniorenkonvent keinerlei Mittheilung zugegangen. Man schließt daraus, daß diese Vorlagen, selbst wenn sie in der Zwischenzeit noch an den Reichstag gelangen sollten, auch nach der Absicht der Regierung zu einer Verlängerung der Session über Ostern hinaus keine Veranlassung geben würden. Schweiz. Bem, 12. Febr. Ein schweizer Witzblatt, das ein Porträt des Polizeihauptmanns Fischer brachte, erlebte 4 Auflagen. Das oder über das Eis einen Weg nach der„Juana Nancy" zu bahnen und der unglücklichen Besatzung Lebensmittel zu bringen, doch abermals ohne Erfolg. Am 12. Januar trafen endlich vier Leute von der Besatzung des Dampfers in Gamla Karleby ein: dieselben hatten das Schiff auf Zflottem Wasser, jedoch vom Treibeise eingeschlossen, am 10. Januar verlassen und meldeten. daß die Besatzung nur noch für zwei Tage Proviant gehabt, furchtbare Strapazen ausgehalten habe, und daß der Kapitän so- wie zwei Maschinisten durch Frost emstlich zu Schaden gekom- men seien. Der Dampfer sei kurz nach dem Abgänge von Lulea im Eise festgerathen und habe in demselben bis Zum 27. umhergetrieben. wo er in Sicht der schwedischen Küste Nothfignale gezeigt habe, welche indeß nicht verstanden worden seien. Am 29. Dezember sei der Dampfer dann zwar aus dem Eise wieder losgekommen, habe aber vcr- g* /"en Weg Abwärts zu bahne"% ,hm schließlich d,e Kohlen ausgegangen seien, so daß er hilflos umhergeweben habe. Die vier Gelandeten waren so furchtbar mitgenommen, daß sie in Gamla Karleby sofort ins Hospital gebracht werden mußten; die Erzählungen dieser Leute über die ausgestandenen Strapazen waren geradezu schrecklich. Endlich gelang es einigen von der finnischen Küste mit Schneeschuhen abgegangenen beherzten Männem, den Dampfer zu erreichen und dem Kapitän die völlige Hoffnungslosigkeit der Lage des Dampfers klar zu machen, worauf sich der infolge eines Falles von der Kommandobrücke schwer leidende Mann endlich ent- schloß, die„Juana Nancy" ihrem Schicksal zu überlassen; die- Me wird ohne Zweifel bald irgendwo auf die Klippen treiben. »M ZMZW-MM kennzeichnet ganz genau die Stimmung der schweizer Bevölke- runa, welcher der Bundesrath, so stark auch die Pression von Berlin ausfallen möge, unbedingt in seinen event. Beschlüssen dem hochverdienten Beamten gegenüber wird Rechnung tragen müssen.— In Winterthur druckte eine sehr zahlreich besuchte Bersammlung dem Polizeihauptmann ihren Dank aus, zugleich eine Resolution fassend, daß der Bundcsrath um eine Vorlage, betr. die Ergänzung des Bundesstrafgesetzcs ersucht werden soll, damit künftig Polizeispione— v— � � sprecher der Versammlung . gestraft"werden könnten. Haupt- war Kantonsrath Locher, einer der Redakteure des„Landboten". Denselben Vorschlag wie hier ''..........:3ei' haben zu gleicher"Zeit auck mehrere der größeren schweizer luugen gemacht, so der„Bund" und die„Zür. Post". Dänemark. Die erste Kammer hat gestern in der Frage des k o m m u- nalen Wahlrechts für die Frauen eine so reaktionäre Entscheidung gegeben, daß selbst der Minister des Fnncrn mit der Linken stimmte. Es handelte fich um die erste Lesung des vom Folkething angenommenen Gesetzentwurfes des um die Frauensache hochverdienten Abgeordneten Bajer, der allen selbst- ständigen Frauen im Lande das kommunale Wahlrecht ge- währen soll; nach dem schwedischen Beispiele hat Bajer auch die Wählbarkeit der Frau in seinem Vorschlage aufgenommen. Im Folkething hatten sich bereits im Jahre 1866 alle Freunde des kommunalen Wahlrechts der Frauen auf den söge- Standp! nannten isländischen Standpunkt vereinigt. In Island be- fitzen alle selbstständigcn Frauen— nicht die verheirathcten das kommunale Wahlrecht, lieber seit dem 12. Mai 1882 den Bajer'schcn.Entwurf wurde dann auch im Folkething eine Verständigung leicht erzielt und selbst die Regierung zeigt so viel Entgegenkoinmen, daß das Zustandekomnren des Ge- setzes gesichert wäre, wenn die Rechte des Landsthings nicht ihr Veto eingelegt hätte. Sie ließ es durch den Mund des Herrn Ploug begründen. Er sah in dem Vorschlage nichts anderes, als ein Glied in der Kette der Bestrebungen, der Frau die voll- kommen? politische Gleichberechtigung zu erringen. Es seien keine Zeiten, wo man daran denken könne, das politische Wahl- recht auszudehnen. Auch seien die Frauen durchaus nicht darauf vorbereitet und seien mit ihren Eigenschaften überhaupt nicht dazu befähigt, Gesetzgeber zu sein, wo die ruhige lieber- legung und die logische Schlußfolgerung sich geltend machen solle. Ploug glaubt den Beruf des Weibes auf die Werke der Humanität und der Christenliebe beschränken zu müssen; er schlug eine kurze Tagesordnung vor, in welcher das Thema er- klärt, es liege weder im Interesse der Frau, noch in dem der Gesellschaft, daß die Frau das kommunale Wahlrecht erhalte. Die Opposition erinnerte an das isländische Gesetz und selbst der Minister des Innern legte einiges Gewicht darauf, daß die Regierung Island ein derartiges Gesetz gegeben habe, er t täubte auch nicht, daß ein weitergehendes Prinzip in dem vorschlage stecke, desKalb habe er auch keinen Widerspruch er- hoben, sondern den Thingen anheimgegeben, sich zu einigen. Der Verfassungsausleger der Regierung, der eben so chauvi- nistische als reaktionäre Professor Mayen, gericth ob des Ent- gegenkommens, welches der Minister bewiesen, aus Rand und Band; er protestirte, daß man sich auf ilsändische Gesetze be- rufe und geberdete sich so, als wenn Dänemark dadurch in Ab- bängigkeit von Island geratbcn könnte, er war der reine Ton Quixote, als er hoch und heilig versicherte, er werde sich dem isländischen Gesetze nicht beugen. Wenn die Anhänger der Frauensache durch eine jahrelange Arbeit ein überwältigendes sachliches Material zur Begründung des kommunalen Wahl- rechts zusammengetragen hatten, so brachten die Gegner das Gesetz einzig und allein mit leeren Phrasen zu Fall. Die Plong'sche Tagesordnung wurde schließlich mit 34 gegen 13 Stimmen angenommen. Mit der Linken stimmt«, Andre und der Minister Jngersley, der Minister Rop hielt fich der Abstimmung; 6 Mitglieder der LiMj Wenn die ganze Linke zur Stelle gewesen wäre, stj Minorität zu Gunsten des kommunalen Frauenwahlrecb»!> men betragen, in diesem reaktionären Thinge immni"] achtenswerthes Zeichen. FrauKreich. Die Kammer strich gestern auf Antrag des A« de Lanjuinais 350 000 Fr. von den Ausgaben für trieben zahlreiche Verwaltungspersonal der Kolonien diesem?lnlaß wurde gerügt, daß die Regiemng Ar den Gesetzgcbungsarbeiten, für welche sie gewählt iw entziehe und mit der Verwaltung ferner Kolonien W den Abg. Papinaud, der zum Gouverneur von Noi? den Abg. Eonstans, der, nachdem er Gesandter in che zum Generalgouverneur in Hinterindien— mit■ Einkommen!— ernannt worden ist. Bezüglich handelt es fich, wie der Premierminister Tirard erl um einen Auftrag von kurzer Tauer, und Eonstans Rouvier, der ihn ernannte, zu seiner Rechtfertigung blos deswegen in Asien gelassen worden, weil et i" de Frcycinet nach China gesandt, einmal in der Gc — Im lieben deutschen Vaterlande ist es ganz and. hat noch nie gekört, daß Jemandem, der beispiclsweJll geschmackvollen Sobn in eine einträgliche Pfründe nien schickt, Vorwürfe deswegen gemacht worden war« N . Sil % Tisch A-ettil Lutzland. an der Moskauer UniJsz sind am 10. d. Mts. wieder in vollem Umfange amgE worden; an der Odessa er Unioerfitüt sollten die A' am 13. Febr. wieder beginnen. Die Vorlesungen 10. d. Mts. Theater. Mittwoch, den 15. Februar. •»«ntifiiBa. Wagner-Konzert. Mchmefpiotha«». Othello, der Mohr von Venedig. Weutsch«» Theater. Faust.— Donnerstag: Die berühmte Frau. MiÜtoer-Theater. 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Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Uorstand. Der Arbritsnachmeis d. Vereins befindet fich von jetzt ab bei Scheidenrrich, Elisabethufer 42. Sprechstunden jeden Abend von 7 Uhr ab.[353 Hold- Ulli» Müxrma eu Fabrikpreisen! m Große Auswahl gold. Kette«, Die b iiider, Kren?». Medaillon»?". Mung tni ' rrtttB««. Uinge eig. Fabw-. Mter v. gold. Damen- Uhren, �tathm -----------_-—"R fcjit,■ e d< Granaten und Ktlbersocheo Trauringe ä Oucatrn" TLIIJO) auch Eig. Werkstatt f. Neuarb. u. ReP*�j%4(n, Aug* Schuld a Goldarbeiter, ,, gar Kommandautrnstr. 3», t � Ju den j Mr Sitte genau ans Fir-«' ß Hausnummer?« achten. 10 h wird 22 ton fi wachen Verein auf(5 te verb "�ftthm Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Musik von G. Steffens. Dte neuen Kouplet« sind vom KaprUmftr. Herrn Franz Roth komponirt. Irma: Clara Helmer. Lilli: Olga D störe k. Fritze: Grete Gallus. Häppchen: Rosa Lid. 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Hier!» rö* m nimmt« f Minister Ms t ;n roäre, der Linl» mmM icnroai nge immW Beilage juw Berliner Balksblati. -ag deS Wf 89 zgaben für :r Kolonien iegiemng AVI gewählt wM Kolonien odg nr von Mß>1 mdter in W i— mit Bezüglich Tirard e nd ConstanS echtfertigung , weil er" in der 0 i ganz an : beispielsi Pfründe in vorden wän Mittwoch, den 13. Fedrnar 1888. 5. Jahrg. P arlamentsberichte. Drutscher Reichstag. »�-Sitzung vom 14. Februar, �*8 2-tfrfK» S3unbc§rf*�**» n« Af von 1 Uhr. Puttkamer uct U n> Imfange otlten die mifa ,_ R e i n h o l d(Altena-Iserlohn) hat sein Mandat # (Joem an Stelle des Abg. Porsch durch Akklamation «oelmann zum Schriftführer gewählt ist, wird die zweite des Gesetzentwurfs, betr. die Verlängerung der Gib er des Sozialistengesetzes, fortgesetzt. der Vorlage soll dem§ 19, welcher von der Ver- verbotener Druckschriften handelt, folgender Zusatz werden:„Der Verbreitung wird gleich geachtet, wenn �votene Druckschrift in einem Verkaufslokale, einer Ächank- T* oder in einem sonstigen, dem Zutritt des Publi- ™ stehenden Orte zur Benutzung der daselbst Verwei- "Usgelegt oder bereit gehalten wird."— Die Kommission n Zusatz abgelehnt. ' o. Srllborff(dk.): Ziamcns meiner politischen Freunde W erklären: wir haben in den bisherigen Verhäng »vsete Aunaffung dahin ausgedrückt, daß wir eine Ver . t ii."Mk Gesetzes für angemessen und richtig halten. Wir fmTT letzt nicht für die einzelnen Paragraphen der Vor- roei' os uns nicht möglich war, sie in der Kom- s. Mlprcchend zu gestalten. Es wäre nur eine Demonstration, oe zu stimmen, und wir werden deshalb einfach den «sbeschlüssen zustimmen. wird abgelehnt. § 22 der Vorlage soll gegen Personen, welche sich Ii.«.„rtffIRtit~01} � die im Gesetze bezeichneten Bestiebungen zum [u(FwIW»"\, mati)en' bei Bestrafungen wegen Betheiligung an vev ,_. iL, �ererncn und wegen Verbreitung verbotener Druck tn. Gefängiß nicht unter 2 Jahren erkannt ■?- Siif„ dlsher schon statthafte Nebenstrafe der Aufenthalts- '%%%&& rairö beibehalten. ctg. wa'r ä üidkÜ6?, Puttkamer: Nach den Resulaltcn der Kom 't�on. 9 � gtathung und der Erklärung, die wir eben von der rsacheo. � �>-elte tzxz.Hauses entgegengenommen haben, glaube ich, ? nicht berechtigt bin, im Namen des Bundesraths b- u. Ml chea, haß eine weitere Berathung der Vorlage Si.d ��bündeten Regierungen keinen Werth hat, lÄnatzm. Antrags des Abg. Windthorst, laque«- 39, S»*. i iff. k nfv kanz aufzuheben. Die verbündeten Negierunger v'? Kommisfionsbeschlüssen noch keine Stellung ge auf F>k k ich kann nur meinen persönlichen Eindruck dar A nieiner Auffassung nach für die verbündeten Regie- !% e weitere Berathung kein Interesse hat. ..—Li wird abgelehnt. iWrfflt W-7?.,bem neu einzuschaltenden§ 22a kann in den Fällen t'' auf Grund des§ 129 des St. G. B.(ge- ltzdung) ebenfalls die Aufenthaltsbeschränkung aus- n, und auch auf die Zulässigkeit der Entziehung der �ÄMgkeit erkannt werden. Durch ein solches Erkennt % iu, d, Zentralbehörde des heimathsstaates des Verur esugniß, den letzteren seiner Staatsangehörigkeit iL�etEIarcn und aus dem Bundesgebiete auszu- h%eit i�nehmigung des Bundesraths kann die Staats- ven.>» keinem anderen Bundesstaate wieder erworden er alten P* Oroniensü, ce, bei#1%', ■ nach ' )aus. lakol»" x�pediti-' «arkt ttlerg»� Euvr icher auf 8� tthat �chenT �oge soll ferner folgender neuer§ 25a cingc- "ußwi�igung eines Deutschen an einer Versammlung, §] v'" bes Bundesgebietes zu dem Zwecke stattsindet, Tefz,,� Gesetzes bezeichneten Bestrebungen zu fördern, 'ssiat»,>!� zu bestrafen. Neben der Freiheitsstrafe kann oer Entziehung der Staatsangehörigkeit erkannt ruc nwL�'ben im Art. III enthaltenen Abändern ngs- » z»,, ohne Debatte abgelehnt. �hcina���orst beantragt. den 8 28, betreffend zi. 8 des kleinen Belagerungszustandes, abzu- . �ktzt in (K Ken«): Der Kommission lag der An- w, unr>«.en Belagerungszustand nur für Berlin «»trag W ihn abgelehnt. Auch den jetzt ge- wvfehle ich namens der Kommission zur Ab- lieber den§' 28 war seit jeher leb- "»rbotrn.) Eine rothe Domino. neb r�a'�'n989efchichte von A. Grone:. W Louise�l Hern ��ngene Vollmond steigt blutfarben über S ILhn'S' Ä'S 5 lst-i« ein i* »enspo� iter und sSs Thäb?.�:L Lt i%.:. '�Ne j0n" ouf � der durchfurchten Fläche und wie -'rscht �, ch?oeflocken durch die Luft: die starre Und' hj �or hm, geisterhaft schnell, die Läufer � Wink.Z P vermischt ihre Klänge mit dem ise smgj' �or, hoch oben dahinziehend, seine «tun auf dem Eise rommi vir %% w en ziehen, so etwa, den An- mechanisch ihre wie ein im können. % en ein wenig maschinenhaft Quadrille Bäbm che@(hti#nhknf nu; SZK? N sse wer K bot 0er' 'J Und jle kleinere Vergnügen des Eislaufens »or ob des größeren, der Liebe, vergessen um nicht .% ,2� Snterpni1'�'" ,otaoium angeromnir», darin �ehi"ohnr LK emcm innerlichen wird. Er be- ' ouf rJ ft'hten, daß die hübsche Kleine nicht �reizendste Art die Augen niederzu- hafte Streit, weil er de Regierung eine große diskretionäre Gewalt giebt. Man sollte gar nicht von einem„kleinen" Be lagerungszustande sprechen, von einem solchen im weitesten Um fange, denn ein wirkliche Belagerungszustand, ein Kriegszustand, kann kaum stärker sein, lieber die Lerderblichkeit der sozial- demokratischen Anschauungen sind wir mit der Regierung der- s.lben Meinung. Es müssen alle Mittel angewendet werden, um diese Tenvenzen niederzuhalten. Tie Differenz unserer Anschauung liegt aber in den anzuwendenden Mitteln. Bei straffer Handhabung würden die Bestimmungen des gemeinen Rechts genügen. Wenn die�Rcgicruna das gemeine Recht aus bauen will, um weitere Wagen zu haben, so werde ich sie au diesem Wege begleiten. Sie will aber nicht zum gemeinen Recht zurückkehren, sonst hätte sie nicht noch Verschärfungen be- antragt. De Herr Minister meinte gestern, daß ich nicht bereit sei, ihm das Nothwendige zur Bekämpfung der Sozialdemokratie zu bewilligen; ich will ihm geben, was nothwendig ist, wenn mir nachgewiesen wird, daß das gemeine Recht nicht genügt. In meinem ursprünglich n Antrage in der Kommission habe ich, wie auch in früheren Jahren, für Berlin den Belagerungs- zastand konzedircn wollen. Von dieser Konzesston bin ich jetzt zurückgekommen, weil e mir bestimmt erklärt hat, daß sie für die Regierung nicht annehmbar sei. Vor zwei Jahren waren die Erklärungen noch bestimmter ablehnend. Sollte der Minister seine Ansicht ändern, so werde ich jederzeit bereit sein, den Antrag wieder so zu formuliren, daß für Berlin der kleine Belagerungs' zustand bestehen bleibt. Die Gründe, weshalb ich diese Maß rcgel für außerordentlich bedenklich halte, habe ich wiederholt entwickelt. Der§ 28 bekommt jetzt Schritt für Schritt eine größere Bedeutung. Wir sehen immer wiede neue Belagerungs- zustände verhängen, und bald wird er fast in allen größeren Städten ausgesprochen sein, denn in diesen breitet sich— und das ist die Frucht dieses Gesetzes— die Sozialdemokratie immer weiter aus und zwingt zu solchen Maßregeln. So wird in den größeren Städten das Vesammlungsrecht außer Wirksamkeit gesetzt und so auch andere Kreise als sozialdemokratische getroffen. Es entsteht gewissermaßen ein Belagerungszustand für das Reich. Wird so eine große Anzahl ansässiger Bürger, die ehrlich ihr Brot verdienen, aus den Städten getrieben, so wird das platte Land noch mehr von der Sozialdemokratie infizirt. Darum habe ich die Aufhebung des§ 28 beantragt. Wird er aufgehoben, so werde ich in Beziehung auf die übrigen Bestimmungen des Gesetzes eine Verständigung herbeizuführen suchen, um zu zeigen, wie wenig ich geneigt bin, das Nothwendige vorzuenthalten. Allerdings kann bei dem Standpunkte der verbündeten Regierungen dieser Gedanke kein Entgegenkommen finden. Der Herr Minister meinte gestern, ich schiene nur meine persönliche Ansicht, nicht die meiner Freunde auszusprechen. Er wird sich wohl bei der gestrigen Abstimmung schon überzeugt haben, daß diese Annahme irrig ist, und sich heute noch mehr davon überzeugen. Ich hebe dies hervor, weil ich sehr gut weiß, wie meine Haltung in diese Sache ausgebeutet werden wird. Dem Herrn Minister erkläre ich ferner, daß ich von meinen früheren Aeußerungen übe die Kirchenstreitigkciten und die Schulverhältnisse nichts zurücknehme, sondern dieselben noch heute voll und ganz aufrecht erhalte. Ich habe gestern auch nicht von dem Kultusministerium des Herrn v. Puttkamer gesprochen, sondern von de oder den Re- gicrungen im Allgemeinen. Herr v. Puttkamer hat allerdings als Kultusminister auf dem Gebiete des Schulwesens Re- formen versucht, die ich nur anerkennen konnte, aber er ist leider zu kurze Zeit Kultusminister gewesen. Preußen steht mit seinem Schulwesen heute auf demselben Standpunkt, mit dem der Herr Minister Falk be« gönnen hat. Abg. v. Kleist-Nrhow((.): Der Abg. Windthorst will die wichtigste Bestimmung aus dem Gesetze entfernen. Zur Be- gründung seines Antrages hat er sich trotz seiner sonstigen Sa« gazität nicht anders helfen können, als mit der Uebertreibung: „Was kann nicht Alles noch werden? De kleine Belagerungs- zustand kann schließlich über das ganze Land verhängt weden!" Seit dem Erlaß des Sozialistengesetzes sind 10 Jahre verflossen, und ich wünsche dem Abg. Windthorst ein so langes Leben, bis nicht blos alle Städte, sondern auch das platte Land diesem Paragraphen unterworfen find. Die Sozialdemokratie hat Aus- ficht auf Erfolg lediglich in den großen Industriezentren. Daraus ergiebt sich aber die Zlothwendigkeit, der Ziegierung diese Be- fugniß in die Hand zu geben. Der Schutz Berlins steht hier in erster Reihe. Herrn Windthorst ist es fichtlich schwer ge- worden, seine ursprüngliche Stellung aufzugeben, wozu ihn die geschickte Taktik des Herrn Ministers gezwungen hat. Nach den schlagen, wenn er von seinem Hezen spricht, sondern auch das Talent besitzt, ihn mit unangenehmer Verwunderung groß anzuschauen, wenn er etwa allzudeutlich seine beweg- lichen Sinne mitreden läßt. Vor diesen großen, unzufriedenen Augen läßt sich nicht jedes Thema behandeln; e thut daher Einhalt und zieht sich vorsichtig in klareres Wasser zurück, darin nun auch sie wieder lustig mitplätschert. Sie, noch wenig erfahren, hält für großmächtige Leidenschaft, was noch die Merkzeichen eine kaum geborenen Schwärmerei mit sich herumträgt. Wenn ihr Gesichtchen glüht, weil er ihr etwas Liebes sagt, bei dem eine weit- und männerkundige Schöne kaum die Ohren rührte, meint sie, solch ein wunderbares Empfinden habe noch keines Weibes Herz bewegt. Was war gegen diese bezaubernde Wirklichkeit mit solch angenehmem Herzpochen und solch köstlichen Zukunfts- Hoffnungen die ehrfürchtige, wunschlose Verehrung, welche sie noch unlängst für ihren Gesangslehrer gehegt hatte? An der Seite ihres ersten Verehrers vergißt sie alle Jnstitutsträume und in seine blitzenden Augen blickend er- schrickt sie völlig vor der Helligkeit ihres Glückes. Wie ein Erzengel scheint er ihr, der sie, die eben in das Leben hinaus- tritt, in das Paradies holt. O! Wie gern folgt sie ihm, wenn auch mit natürlichem, wohlanständigen Zaudern. Insofern Erzengel gewöhnlich keine hübschen Schnurr- hätte, goldene Augengläser und Schlittschuhe tragen, stört dies, wenn auch auf recht angenehme Weife, ihre Illusionen. Herr Emil ist auch sonst nichts weniger als ein Erz- engel, aber das weiß die kleine Josefine nicht, denn er hütet sich sehr, ihr den Pferdefuß zu zeigen. Der inteessante, pikante Ausdruck seines Gesichts entzückt sie, und sie fragt nicht danach, woher es diesen entzückenden Aus- druck nahm und sie weiß nicht, daß nur reiche Erfahrungen die Blicke so vertiefen, das Antlitz so beleben können. Eines steht fest, sie ist unbewußt davon gefesselt, beiden grauenhasten Attentaten gegen unseren Kaise verlangt das deutsche Volk Schutz und Sicherheit für den Monarchen. Auch das Attentat am Niederwald-Denkmal fordest zu Vorsichtsmaßregeln auf. Aus dem Verhalten der sozialdemo- kratischen Abgeordneten zu den Vorlagen kann man abnehmen, wofür man sich zu entscheiden hat. Die Heren haben sich gegen den kleinen Belagerungszustand ausgesprochen, während sie andererseits behaupteten, die Ausweisungen hätten ihrer Pattei genützt. Darnach haben wir allen Giund, für die Maßregel zu stimmen. Wer von uns hat nicht das Gefühl der Barm« Herzigkeit gegen jedes Leid, auch gegen das der Frauen und Kinder der Ausgewiesenen. Aber es ist außerordentlich gefähr- lich, dieses Argument geltend zu machen gegen die Strafe und deren Handhabung. Dem Mitleid mit den Familien der Aus- gewiesenen steht gegenüber das Mitleid mit Millionen.(Sehr richtig! rechts.) Das rechte Mitleid mit dem Verbrechen und der Sünde ist der Ingrimm des Herzens gegen das Verbrechen und die Sünde.? Nun haben wir allerdings selbst gegen den kleinen Belagerungszustand das Bedenken, daß die aus den Städten Aus- gewiesenen sich über das Land verbreiten und an Osten ihre Lehren oostragen, wo man sie bisher gar nicht kannte. Wer indessen unser treues, gutes Landvolk kennt, wie ich, weiß, daß die Agitatoren nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Wir werden für den§ 28 stimmen in der Hoffnung, daß nach zwei Jahren der Regierung die weiteren Handhaben gegeben werden, welche diesmal versagt sind. Abg. Kabor(SozJ: Herr v. Kleist hat gesagt, die Herren müßten schon deshalb für das Institut des kleinen Belagerungs- zustandes sein, weil wir dagegen wären. Damach könnten wir einfach die Taktik befolgen, uns gegen etwas auszusprechen, um die Annahme zu ermöglichen. Ein derartiges Argument ist also an sich schon hinfällig, lieber die Ausübung der Humanität kann man sehr verschiedener Ansicht sein. Ich gebe zu, daß es richtig ist, in einzelnen Fällen inhuman zu sein, um anderestests desto humaner zu verfahren. Wollen wir ob r ein System anwenden, das, auf grausamer Grundlage bemhend, nur zu Grausamkeiten führen muß? Das System, das Sie heute»nie dem Beifall de Majorität annehmen, ist das System der Gewalt und der Inhumanität. Zu welchen Auswüchsen es führt, haben Sie in der estten Lesung geHöst, daß nämlich amtlich Leute angestellt weden, um Verbrechen anzustiften. Das System ist also moralisch mit veantwostlich für diese Verbrechen. Abg. H änel: Meine politischen Freunde und ich werden für den Antrag Windthorst stimmen. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß der Zeitpunkt nicht fern ist, wo, ähnlich wie bei den Mai- Sesetzen, keine Pastei es zugestehen wird, für dieses Gesetz als lrheber oder Theilnehmer verantwortlich zu sein. Abg. Windthorst: Ich nehme immer noch denselben Standpunkt wie früher ein. An dem Tage, wo ich weiß, daß die verehsten Herren meinen Antrag in der ursprünglichen Fassung annehmen wollen, bin ich bereit, selbst in de dsttten Lesung ihn wieder herzustellen. 'eibg. v. Kardorsf(R.-P.): De Standpunkt des Abg. Windthorst war ja ein recht praktischer und bequemer. Den Gegnern des Sozialistengesetzes gegenüber kann er sich darauf berufen, daß e gegen das Gesetz gestimmt hätte, wenn der§ 28 nicht angenommen wäre. Diese Taktik ist sehr durchsichtig. Herrn Hänel erwidere ich, daß ich die Verantwortlichkeit für dieses Gesetz tragen werde. So sehr ich dafür bin, die Bestimmungen des Sozialistengesetzes dem allgemeinen Rechte einzuverleiben, der§ 28 wird niemals dem allgemeinen Rechte einverleibt werden können. Ich hoffe, die Zeit wird kommen, wo wir diesen Paragraphen abmildern oder entbehren können. Nach den Fortschritten des Anarchismus in der ganzen Welt werden wir ihn aber auch nach zwei Jahren noch brauchen. Niemals werde ich mich schämen, für das Sozialistengesetz ge- stimmt zu haben. Abg. Dr. v. Wennigsen(nl.): Ich gehe wohl nicht fehl, wenn ich behaupte, daß der Antrag Windthorst im Wesentlichen eine taltische Bedeutung hat.(Abg. Windthorst: Nein!) Ich mache darauf aufmerksam, daß in dem Verhalten des Abg. Windthorst und in seinem Antrage ein sehr starker Widerspruch vorhanden ist. Er hat heute und früher seinen Standpunkt da- hin erklärt, daß er wünscht, durch Aendemngen und Milde- rungen des bestehenden Sozialistengesetzes allmälig zu einem dauernden und festen Zustande auf diesem Gebiet zu kommen. In demselben Augenblick, wo er eine solche Position einnimmt, bringt er einen Antrag ein, welcher den Belagerungszustand überall, auch für Berlin, aus- schließt, also eine ganz erhebliche Veränderung und daß er ein Weltmann ist, und er ist glücklich, ein Kind in Form eines reizenden Weibes gefunden zu haben. Wochenlang kennen sie sich schon und treffen sich hier draußen, während Josefinens Mama im Wartesaal, ver- tieft in einen Roman, der Rückkehr des Töchterchens hartt. Die Kleine hütet sich wohl, von ihrem Glücke zu sprechen. So lange als möglich will sie ihr süßes Ge- heimniß wahren, denn sie fühlt es, daß sonst sein zarteste Reiz dahin sein würde. Vor einigen Tagen jedoch fragt Mama, wer der Herr sei, mit dem sie ihr Töchtechen des öfteren laufen sehe und da muß Josefine ein wenig beichten, viel mehr aber, als ihr zögernder Mund, sagen ihre eeöthenden Wangen. „Soll ich ihn Dir vorstellen?" ftagt das Mädchen, aber Mama meint, damit habe es keine Eile, denn es würde sich schon eine Gelegenheit ergeben, dies ohne besondere Vor- bereitung zu thun. Mama war nämlich eine Feindin von jeder Feierlichkeit und konnte die steifleinenen Formen der Gesellschaft nicht leiden; auch wollte sie dieser Bekanntschaft einstweilen noch gar keine Bedeutung beimessen, sondern begnügte sich damit, ihr Töchterchen par Distance zu übe- wachen. Herrn Emil hatte es bislang vollständig genügt, Josefinen fast allabendlich hier zu finden, heute aber, da er verliebter ist, als je, wünscht er mit mehr Sicherheit, als bisher, auf ihre Gesellschaft rechnen zu können und drängt eifrige, als sonst, in sie, ihn ihrer Mutter vor- zustellen. Josefine meint, es ließe sich dies am besten am nächste Abend thun, an welchem sie mit Mama und einigen Bekannten ein Maskenfest besuchen werde. Er ist damit zufrieden. Sie verräth ihm ihr Costüm und da sie Ort und Zeit ihres Zusammentreffens bestimmt haben, scheiden sie. Ein wenig erregt kehrt Josefine zur Mama zurück. „Du hast Dich wohl sehr gut unterhalten?" fragt diese, und daS Töchterchen berichtet zögernd, daß ihr Pattne Milderung des Sozialistengesetzes herbeiführt. Während er das thut. erklärt er aber wirklick, daß er künftig, wenn die verbün- deten Regiemngen und auch die Mehrheit des Hauses sich mit ihm darüber verständigen wollten, den Belagerungszustand für Berlin im Gesetz wieder herstellen werde. Also zuerst mildert er das Gesetz bedeutend, im zweiten Stadium wird das Gesetz wieder verschärft und im dritten soll ein definitiver Zustand eintreten.(Heiterkeit rechts.) Ich beschränke mich in der jetzigen Lage auf die Erklärung, daß wir in eine Erörterung über die Aenderung des bestehenden, für gewisse Zeit erlassenen Sozia- listengesetzes, namentlich über die Milderung desselben, nicht eintreten werden, dagegen haben wir nach wie vor den dringen- den Wunsch, daß die zwei Jahre, für welche dieses Gesetz nun wiederum verlängert wird, seitens der verbündeten Regiemngen und der Mehrheit dieses Hauses dazu benutzt werden, um an die Stelle dieses von Zeit zu Zeit immer wieder verlängerten Zustandes ein dauerndes Gesetz zu schaffen, geeignet, den Um- sturzbcstrebungen möglichst entgegenzutreten. Abg. Kebel: Herr Kardorff hat gesagt, er würde sich nie- mals schämen, für das Sozialistengesetz gestimmt zu haben. Wie kann er oder irgend ein Anderer wissen, wie sich die'Verhält- nisse in zehn bis zwanzig Jahren gestalten? Es könnte doch der Tag kommen, wo er und seine Freunde diesen Schritt bitter bereuen.< Widerspruch rechts.) Eigentlich ist jede weitere Diskussion überflüssig; wenn wir ohne jedes Wort einfach ab- stimmen, wird das Resultat genau so sein, wie wenn wir acht Tage damber debattirt hätten. Das ist zugleich ein Beweis dafür, welchen Werth heute der Parlamentarismus hat, und daß man Grund hat, gerinaschäeig auf diesen Parlamentaris- mus herabzusehen. Weiter hat Herr v. Kardorff gesagt, gerade bei der Zunahme des Anarchismus in der ganzen Welt sei vas Sozialistengesetz nothwendig. Das ist eine allgemein hinge- worfene Behauptung ohne den geringsten Beweis. Erscheint in einem anarchistischen Blatte ein bluttriefender Attikel oder wird irgendwo von Anarchisten eine Gewaltthat begangen, so wird dies von der gesammten Presse ausgenutzt gegen die den bürger- lich.n Patteien, wie begreiflich, verhaßten sozialdemokratischen Besttebungen überhaupt. Den Riebergang des Anarchismus beweist nichts schlagender, als die Thatsacke, daß die anarchistische Presse in allen Ländern die größte Mühe hat, sich überhaupt existenzfähig zu erhalten. Die Verschärfung, welche der Bundes- rath beantragt hat, stützt sich wesentlich darauf, daß der Züricher „Sozialdemolrat" alljährlich in 10000 Exemplaren nach Deutschland eingeführt wird. Wegen dieser 10000 Züricher„Sozialdemokraten" muß das mächtige, Deutsche Reich bei seiner groß- attigen Polizei, mit seinen Gerichten und seiner Armee, das erste Reich der Welt, ein Ausnahmegesetz machen und vcr- schärfen. Um ein Wort des Ministers v. Puttkamer zu ge- brauchen: Ich würde mich als Mimster in der Welt schämen, eine solche Maßregel zu gebrauchen. Der Anarchismus ist also in der ganzen Welt im Niedergang begriffen, und wenn ihn noch etwas erhält, so sind es die agenta provocateur». Nach dem Berichte des schweizer Bundesraths sollen sich in den größeren Städten der Schweiz höchstens 10 Anarchisten gefunden haben. Werfen Sie einen Blick in die Most'sche„Freiheit", so gewahren Sie den Jammer dieses Blattes über die Undank- barkeit der Arbeiter, die nicht die nöthigen Abonnenten stellten und nicht einmal Abonnemcntsgelder bezahlten. Die„Kölnische Zeitung" brachte neulich die Mittheilung, daß von der„Freiheit" etwa 800 Exemplare nach Europa gingen, und davon 400 in die Hände der Polizei und daß nur diese 400 Exemplare bezahlt würden, die Herren am Minislertisch würden geradezu unglücklich sein, wenn kein Anarchist mehr in der Welt wäre, den sie als Popanz benutzen, um der Bourgeoisie Angst einzuflößen. Gehe ich nun auf den § 28 ein, so möchte ich Sie zunächst fragen, ob der kleine Be- lagerungszustand etwa geeignet sei, ähnliche Attentate zu ver- hüten. Es ist überhaupt bis jetzt nicht festgestellt, wie der Be- griff„Umsturz der bestehende» Staats- und Gesellschaftsordnung" zu desiniren sei. Der kleine Belagerungszustand besteht m Berlin seit zehn Jahren. Niemand aber wird bestreiten, daß trotzvem jemand einen Revolver in der Tasche führen oder eine Dynamitpatrorre versteckt halten könnte. Hat denn der§ 28 wirklich Vortheile gebracht? Die Sozialdemokratie hat nach dem Sozialistengesetz erst recht an Umfang gewonnen. Man hat uns weiter nichts nachweisen können, als daß wir im Geheimen die Wahlen organisiren und Zeitschriften oettrieben haben. Sehr viele Leute wären froh, wenn sie nur ein einziges Mal uns ein kleines Hochverräthchen anhängen könnten. In allen Belagerungsbezirken haben wir an Stimmen bei den Wahlen gewonnen. Die Aus- gewiesenen, so ich selbst und meine Freunde Singer und Lieb- knecht, haben dadurch nur mehr Zeit gewonnen, mit allen Kräften für unsere Sache zu wirken. Herr v. Kleist hat ge- meint, das Miileid für die Einzelnen muß hier zurück treten gegenüber dem Mitleid für die Millionen, die hier geschädigt werden. Dieser Einwand ist noch stets von allen Verfolgern gemacht worden. Es ist überhaupt charakteristisch, daß gerade diejenigen, welche sich als Vertreter des ChristcnthumS bezeichnen, wie Herr v. Kleist, in Bezug auf diejenigen, die sie ver- folgen, mit der äußersten unchrisilichcn Inhumanität am stärksten vorgehen. Mit denselben Gründen hat man seiner Zeit die Bmtholomäusnacht gerechtfertigt. Diese Tendenz tritt auch bei dem§ 28 hervor, und ich gratulire Ihnen dazu. Abz. Weyer(Halle): Herr von Bennigsen hätte Herrn Windthorst den Vorwurf der Inkonsequenz nicht machen können, auch heute wieder dagewesen sei, und sie ihm auf seine Bitte hin gesagt habe, wie er am nächsten Abend mit ihnen zusammenttesfen könne. „Ganz gut," entgegnet die Mutter lächelnd, endlich mußtest Du seinen Vorschlag annehmen, denn es schickt sich nun nicht mehr, daß Du weiter allein mit ihm verkehrst." „Aber Mama, er bat ja schon mehrmals, daß ich ihn Dir vorstellen möge, Du selbst hindertest mich daran. Er ist ja so reizend, so vornehm, so feinfühlig.... Der Athem und die Adjectiva gehen ver jungen Dame zu gleicher Zeit aus. Mama lächelt, wie erfahrene Frauen zu lächeln pflegen, wenn junge Mädchen über die innere Noblesse eines ManneS reden. „Wenn Du Dich nur nicht täuschest!" entgegnet sie sanft der Schwärmerin. „Mama, Du lästerst ihn, er ist tadellos, ich fühle es!" Zosefinens Feuer und Verlegenheit verrathen der Mutter, daß sie ihren Verehrer vor sieh selber vertheidigt. Je ernster aber der Fall, desto feuriger die Bertheidigung. Der Ballsaal ist in Licht getaucht, darin weiße Nacken und bunte Steine blinken, das sich in perlengestickten Ge- wändern und in glänzender Seide bricht, das in vielen Augen widersttahlt und das in einigen Herzen sich spiegelt. In einigen, aber nicht in allen. Zosefine, reizend costümirt, geht, mit Mühe ihre Pein verbergend, am Arme eines sehr harmlos aussehenden Herrn durch den Saal. Dieser Herr ist ihr Cousin und er ist wirklich harmlos. Wenn Cousins so sind, dann ist es recht betrübend, denn diese Menschenspecies hat die Gottheit in einer übermüthigen und doch sinnigen Laune geschaffen, hat ihnen angenehme Pflichten, die geübt sein wollen, und allerliebste Rechte, die vertreten werden dürfen, angewiesen— wer sich aber aus diesen Rechten nichts macht, der hat den schönen Beruf eines wenn er genau die Haltung desselben zu dem vorliegenden Gesetz verfolgt hätte. Herr Windthorst hat den Erlaß des Gesetzes gemiß- billigt, da es aber nun einmal erlassen sei, so wäre es ein ebenso großes Uebel, es ohne Vorsichtsmaßregeln aufzuheben; man müsse es langsam und allmälig aufheben, und deshalb hat er einzelne Milderungen vorgeschlagen. Diesen Standpunkt nennt der Herr Minister em Abbröckeln, was schädlich wirken würde. Darnach bleibt uns übrig, zu ermatten, ob er es für ttcktig hält, daß das Gesetz für ewige Zeiten fortbestehe, oder daß es plötzlich mit einem Schlage aufgehoben werde. Das langsame Abbröckeln eines Gesetzes ist nichts Schlimmes. Ein schöneres Beispiel in dieser Beziehung gicbt es nicht, als gerade das des Ministers v. Puttkamer. Er war der erste, der die Kulturkampfgesetze abgebröckelt hat, zuerst außerordentlich vor- sichtig. Man scheute sich, ihm dann zu folgen, aber nachdem der erste Schtttt geschehen war, haben wir schließlich alle mit- gebröckelt(Heiterkeit) und stehe, welchen Erfolg Sie gehabt haben.(Große Heitetteit.) Wenn das Sozialistengesetz in derselben unschädlichen und harmlosen Weise aus der Welt kommt wie die Kulturkampfgesetze, so können wir nur damit zuktteden sein, lieber das Verhalten des Abg. Windt- Horst in der Kommission folgendes: Herr Windthorst hatte zuerst beantragt,§ 28 nicht völlig aufzuheben, sondern für Berlin be- stehen zu lassen; und hiergegen wandte sich Herr v. Puttkamer mit so großer Schärfe des Geistes, daß er in diesem � .... Dalle sogar Herrn Windthorft imponitte(Heiterkeit), und Herr Windthorst sagte: ja diese Gründe leuchten mir ein, ich renonzire vorläufig und ermatte, daß die Regierung Vorschläge macht, wie wir zu einem guten Ziele kommen. Tarin finde ich keine Inkonsequenz, sondern ein Bestreben, das gerade der Sympathie aus der Mitte der nationalliberalen Partei würdig ist. Sie will ja auch nach zwei Jahren ein wenig abbröckeln. Wir wollen einmal sehen, welchen Erfolg sie damit haben wird, und da möchte ich an die Herren Nationalliberalen die Frage richten, die mir einer aus ihrer Mitte beantwotten möge, am liebsten der Herr Berichterstatter, dem ich große Qualifikation dazu zutraue. Wenn Sie die Erpatrurung verwetten, wie können Sie eine Ausnahmebestimmung aufrecht erhalten, die in ihrem Schooße die Expatttirung als unfehlbare Konsequenz birgt. In vielen Fällen wird jemand aus einem Otte ausgewiesen, wie der Baumeister Keßler, ein Mann, für den ich übrigens nicht die gcttngste Sympathie habe. Dieser wurde aus Berlin ausgewiesen, wo er sein Domizil hatte, und später aus federn anderen Otte, weil er nirgends sein sollte, als in seinem Domizil. Diese Maßregel kann nun auf das ganze Reich ausgedehnt werden. Wie will man es ermöglichen, daß jemand, der aus jeder einzelnen Parzelle des Deutschen Reiches ausgewiesen wird, nicht auch aus dem Deutschen Reich ausgewiesen wird— man kann sich doch nicht im Deutschen Reiche in abstracto aufhalten(Heiterkeit)— und dann haben Sie die Erpatttirung! Erhalten Sie den§ 28, so führen Sic nach dem Beispiele Keßler die Expatriirung ein. Strenge gegen das Verbrechen ist ein Grundsatz, zu dem ich mich vollständig bekenne. Es handelt sich aber hier darum, daß eine Petto» besttaft werden kann, ohne daß ihr in objektiver Beziehung ein Ver- brechen, oder in subjektiver die Thätcrschaft nachgewiesen worden ist. Die Ausweisung ist eine furchtbare Strafe, und ich bin überzeugt, daß viele der Ausgewiesenen lieber eine bestimmte Gefängnißsttafe gewählt hätten.(Zustimmung bei den Sozial- dcmokraten.) Oberster Grundsatz des Rechtsstaates ist: nulla paena sine lege. Der Thatbeftand der strafbaren Handlung muß genau desinirt sein. Wenn Jemand ein Mittel angeben könnte, wie solchen entsetzlichen Verbrechen wie dem Attentat auf dem Niederwalddcnkmal vorgebeugt werden könnte, gäbe es nicht Einen hier im Hause, der dieses Mittel nicht anwenden würde. Das Sozialistengesetz hat nicht dazu beigetragen, ihm vorzubeugen, und die Enthüllung dieses Verbrechens hat sich später mit den Mitteln des gemeinen Rechts vollzogen. Wie bat denn hier in Berlin der ganze Polizeiapparat des Sozialistengesetzes gewirkt? Vor einigen Monaten kam man hier, mit einem offiziellen Ausdrucke, einem soziali- stischen Komplott auf die Spur, man verhaftete die Führer der hiesigen Organisation, eine große Zahl von Pcttonen, die bis dahin in der Oeffentlichkeit in keiner Weise sich hervor- gethan hatten, die im Geheimen die Organisation leiteten. Es war also im Sinne der Polizei ein höchst bedeutungsvoller Fund, so die geheimen Häupter einer geheimen Verbindung auf- zuheben und das ganze schriftliche Material mit sich zu nehmen. Ein paar Tage nach diesem Akte, durch den anscheinend die ganze hiesige sozialdemokratische Organisation zetttött war, wurde eins der aufreizendsten sozialvemokratischen Flugblätter in vielen tausend Exemplaren- etwa 30 000, es können auch 100000 gewesen sein— mit unfehlbarer Sicherheit durch die ganze q-tadt in jedes Haus getragen. Damit war bewiesen, daß man mit diesen Mitteln einer solchen Agitation nicht entgegen- treten kann. j. Windthorst: Die Nationalliberalen wollen das Gesetz auch beseitigen und etwas Anderes an seine Stelle setzen, verschieben es aber auf eine spätere Zeit. Morgen, morgen, nur nicht beute! Sie sagen auch nicht, in welcher Weise es geschehen soll. Wir wollen nicht matten, sondern sogleich an die Arbeit gehen, und deshalb habe ich die Anträge gestellt, die von der Kommisston leider abgelehnt find, ohne daß irgend jemand versucht hätte, sie anders zu formuliren. Ein einfaches Nein war die Antwort darauf. Nur den Antrag zu 8 28 habe Cousins entschieden verfehlt. So Ludwig, der mit fast brüderlicher Gleichgiltigkeit seine schöne Maske führt. Josefinen aber ist gräßlich zu Muthe.... Herr Emil war, wie verabredet, gekommen und hatte sich entzückend betragen, doch konnte sie ihn ihrer Mama nicht sogleich vorstellen, da diese immerwährend von Freunden und Bekannten umlagert blieb. Zwei glückliche Stunden waren dem Mädchen in Emils Gesellschaft verfloffen. Seine Complimente waren noch zatter, noch herzlicher, noch sinniger als sonst. Freilich, sie war ja selber so zart und zierlich heute. Die kaum erst sich entwickelnde Gestalt sah allerliebst kindlich aus in dem lichten, leichten Costüm und Herr Emil benahm sich unwill- kürlich musterhaft. Endlich brachte Ludwig die Kunde, daß Mama zu sprechen sei, aber— gerade im Begriff sich zu ihr aus den Weg zu machen, näherte sich ihnen" ein brillanter rother Domino. Er kam ganz ungenirt an Emil heran und flüstette ihm einige Worte in's Ohr. Emil bat Josefine, ihn ein wenig zu beurlauben. Die Kleine that es natürlich und von da an sah sie, ruhelos am Arme Lud- wig's umherwandernd, Emil's elegante Gestalt nur noch an der Seite des rothen Dominos und bemerkte schließlich mit Schrecken, wie die Beiden am Ausgang des Saales ver- schwanden. Dem harmlosen Ludwig fehlte es durchaus nicht an Verstand und er hatte Mitleid mit der liebenswctthen Kousine. Zatt zur Seite schauend, ftagte er:„Soll ich ihnen folgen?" „Wenn Du mich lieb hast," sagte sie leise und während sie tapfer allein zu ihrer Gesellschaft zurückkehtte, um dort zu ihrer momentanen Erleichterung zu erfahren, daß Mama promenire, rannte der harmlose Vetter den Verschwundenen nach. Nun zeigte sich's aber auch, daß er doch ein echter und rechter Cousin sei. Ein Blick, der einem Feldherrn Ehre gemacht hätte, ein Wink, ein kühner Sprung in ein«.» Wagen— und Ludwig setzte mit Hilfe eines pfiffigen ich hier wiederHoll, und zwar ohne die früher in de«- wnn der enthaltene Ausnawne für Berlin, well die Regierung> U#. erklärte, daß der Belagerungszustand in Berlin nicht d Mizmlnist biger sei, als in den anderen Städten. Ich suchte c>nä■ welcher neten Weg zur Ordnung der Sache durch ein Kowtt jwas cm s finden, leider vergeblich. Ich will allmälig das Gest? �■J* Anehm helfen Sie mir dabei! Wenn Sie mir nicht helfen® bot nur, kann ich nichts weiter thun, und bcdaure nur, daß 7? ZU lasse nicht andere Vorschläge gemacht sind._,? In namentlicher Abstimmung wird wtolässtg, Windthorst mit 153 gegen 100 Stimmen abgelebt' �Bedenke den Antrag stimmen geschlossen Zentrum, Polen, Wch" sinnige und Sozialdemokraten, sowie die fraktionsm»® habe der Retemeyer, Hildebrand und Deahna; dagegen du b nicht selb Parteien der Rechten und die Nationalliberalen. er« Die eingelaufenen Petitionen werden durch du 9 der Natic Beschlüsse für erledigt erelärt. Mister di In dtttter Berathung wird darauf der Gesetzcntm» mit Rech treffend den Erlaß der Reliktenbeiträge,> rf nicht t Beschlüssen der zweiten Berathung angenommen. DJ und w Abg. v. Kernuth mit Unterstützung von Mch# WWcht woi aller Parteien beantragt die Aufnahme eines Zusatzes, C;at Mitgliedern einer Reichszivilbeamten-, MilitärtvUWj Wem bei roemj „________ einer Waisenkasse oder einer derartigen Landesanstall, dem Reckt des Widerrufs ihres Verzichts Gebrauch seit der Verzichtleistung an d e resp. Anstalt gezahlte auf die Rachzahlungen angerechnet werden diejenigen Anstalten, welche früheren Reichs Zivllverwaltung oder Angehörigen der Reich» der Marine eine entsprechende Anrechnung vertagen- Bestimmung keine Anwendung finden.,. Abg. v. lilontruffrl befürwortet die Annahme träges, der eine Härte beseitigen solle, welche durch mungen des Gesetzes für diejenigen entsteht, die in lassen verblieben find und ihre Beittäge dort gezahlt aber dem Reiche für die verflossene Zeit die Beitragt müssen... Direktor im Reichsschatzamt Aschenbor« glaubt,% dem der Antrag von Mitgliedern fast aller Patteien auSgc«- einige Bedenken geltend machen müsse. Bei der lasse, wo schließlich das Reick in letzter Linie vettb könne der beabsichtigte Ausgleich vielleicht gestaut Dagegen liege es bei den Landesanstalten anders! Beamten, welche auf die Wohlthaten des Relikten? ziehtet hätten, hätten seitdem Beiträge an die, gezahlt; nunmehr solle das Reick für ihre Hu"! sorgen, ohne die entsprechenden Beiträge volitisi rständig daran, ttheil n %F"' vo , stzchem c halten, d libere Wüg Ä en w ?,* Mannt ng von des St MZ« yne vie cnriprewenven-oeumge.v"rarenmm baden, die feite s der anderen Beamten gezahlt n''% �tthe Hier wird dem Reiche eine Verpflichtung zugemulhcl,,«e man u lich dem Einzelstaate obliegen würde, an dessen KM! über amten bisher'Beiträge gezahlt haben. Außerdem � 6mfQ([nina :5 eine mangelhafte, namentlm' Wbig sgctur Fassung des Antrages eine mangelhafte, namentUv«big P, iivcklußpassus betrifft, daß dieser Zusay unter gewissen l, f0 � keine Anwendung finden solle...« DJ der Ein! Abg. Kanmbach bittet, zur Erledigung dicstt Regici den Anttag und mit ihm die noch nicht erledigten j. diese Fra des Gesetzes einer Kommission zu überweisen! eS � dieser Lc um eine finanziell sehr unbedeutende Belastung des � c• Das Haus beschließt demgemäß; die weitere' jn wird vertagt. Ohne Debatte erledigt das Haus in dritter Ben G.E., betr. die Zurückdeförderung der Hinterbliebene) lande angestellter Rcichsbeamten und Personen standcs; die Vorlage wird definitiv angenommen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Mittwock 1 Uhr.(Antrag! die Sonntagsarbeit, Antrag Johannfen, betr. die Strafvollftteckung, Kommissionsberichte über P" nicht Mo bezogen. tige -SQ Vgebe un Abgeordnetenha«». ,, 18. Sitzung vom 14. Februar 1888, 11 Am Ministettische: Dr. Friedberg..„ Eingegangen sind: 1. Em Gesetzentwurf, M* Herstellung neuer Eisenbahnlinien für Rechnung und sonstige Bauausführungen und Beschaffungen.'� ständigung und besseren Ausrüstung des StaatSeiJ sowie die Betheilmung des Staats an den � Eisenbabn von Sigmaringen(Jnzighofen) SÄ nock. 2. Ein Gesetzentwurf, betr. die Vereinigung der schaft und des Rotartats im Geltungsbereich- Rechts. 3. Ein Gesetzentwurf über das Grund» W unse wy"' und vei ich «dete. die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche*■-, nurh- Gellungsbereich des Rheinischen Rechts.. Die zweite Berathung des StaatsbauSb dem Spezialetat mit 1888—89 wird fortgesetzt verwaltug. � Die Einnahmen des Justizetats, 48 398 000 bewilligt. Bei dem ersten Ausgabetitel„Gehalt d 36000 M.". kommt_ Abg. Gberty(dfr.) auf den schon im Fall Durholt in Hirsckberg zurück und kritilitt das Verhalten des Staatsanwalts Heim und Er trage diese Dinge dem Justizminister nf- eventuell Remedur eintreten lasse. Es wäre em" v'eurs %% W Ä Mgä J'tenb Kutschers den eben Davoneilenden nach; leider eine bescheidene Droschke erwischt und diese Q ihm hinsausende Equipage nicht erreichen, Jy*. dem Lenker von Ludwig's Gefährt den verfolg Auge zu behalten. Dieser hielt vor einem%. Thor rasch geöffnet und wieder geschloffen wendete sodann. Als er an seinen Verfolgern � fiel eben der Schein einer Laterne �>nc>n- konnte deutlich sehen, daß nur noch eine Pe I Herr Emil darin saß. � Eine Viertelstunde später trafen beide- vor dem Festlokale ein, und kurze Zeit dan. die beiden Herren in der Gesellschaft Joseffn-< Mama. Die Kleine ist nicht sehr heiter, Mann sich alle Mühe giebt, sich zu en erzählt, daß der rothe Domino nur eine kannte gewesen sei, deren er sich nicht soglenv können._ Vielleicht hemmt die sichtliche Kälte,«"■ Qgi Verehrer ihrer Tochter entgegenbringt, deren-... Gewiß ist, daß dieses erste Maskenft! recht empfindlich durch den rothen Domino pt jj. dennoch träumt sie Versöhnliches und Sck- KjMtw% deren Morgen ihr Emil seine erste Visite» ��ffefinen'z| M würde• g" auße, -- wob, #1 m h°" Mit Der junge Mann liegt schlaflos, aber au�"Sie � men Träumen auf seinem Lager. Morgen w". sich u Domino wiedersehen; er denkt jetzt nur g Un die kleine Josefine, deren Kindlichkeit ck' lei los dünkt.,„ KKe 4ln sei Farblos, ja— und formenlos l�i ��wiec üppigen Gestalt, um welche er einen gmit, Lwit v dahinsausenden Wagen seine Arme geschlu"»cht, Rasch hatte sie ihn von sich gedrängt- I 3?öen ein Billet in die Hand gedrückt.■ emmen.™ und werde es auch nicht gegenüber Angriffen, wie fie von Mitglu--uiacht worden find.(Beifall rechts.) & �?arlin»Ki bittet um möglichste Zuziehung von Mllitanvlln«> Mein bei gerichtlichen Vehrandlungen mit Personen, die anstatt. wschen Sprache nicht mächtig find. Träger: An einem gerichtlichen Urtheil darf man dpunlte der'Gesetzgebung wohl eine Kritik üben, nicht polirische Gefinnung der Interessenten in die Kritik -m. Die politische Meinung des Richters muß für Mtandigcn gleichgiltig sein; aber wir haben überall ein ,, daran, daß die politische Meinung des Richters in Unheil nicht zu merken ist. Sollte einmal der„liberale , von dem übrigens neulich der Abg. Munckel nur Uchem Sinne sprach, wieder einziehen, so werden wir talten, daß er nicht auf Kosten der Gerechtigkeit und ."! liberal ist. Der Abg. Eberty hat auch nur 2 l ität des Staatsanwaltes angreifen wollen. .„sn«kt tj, A°Mung, daß der Staatsanwalt Heim nur, e-üss S&SS W? 45s sä Gebrauch alt gezahlten verden sulk» Reichs! er Reichs rg versage», >ie Annahme lche durch K ht. die in® ort gezahlt ie Bettrage >r» Jfto,?., nt stin, daß der Reichstag die Genehmigung zur "g Beleidigungen nicht ertheilt. Gegen die Ob- Vi, Sil Staatsanwalts liegt der Vervacht mindestens nahe. nL ßintn�f 6�.� allgemein bekannt, daß gegen die liberale Presse ,% cmiD"llicher Heftigkeit vorgegangen wird, wahrend iverS h/ n Unwalt für die münden der sogenannten gut ge- u 8 5f b Stesse ein Auge zu haben scheint. Sehr dankbar �ug� u■-. man im Lande sein, wenn der Justizminister ' dessm M Fragen von höchstem Interesse, über ,n,nlli-t>'®cr Berufung und die Entschädigung ' nnSL,n Irt Ä) t8 Verurtheiltcr äußern wollte. Was den letzten Punkt 1 0C Irin x zu verwundern, daß, während sonst die Justiz als hifW#>i,» V�lnhcit des Vaterlandes betrachtet wird, die ver- 'guug. N>(n?. Regierungen erklärt haben, daß fie kein Interesse erledigt � r M« Frage zu lösen Man hat die berechtigten An- weisen,& Mer Leute an die Einzclstaatcn gewiesen. In Bayern Wung�) sM/en find nun Summen zur Entschädigung unschuldig zie weit« i. ler in den Etal eingestellt: warum findet fich nicht '.Unserem Budget ein solcher Posten? luzminister Dr. Friedberg: Der Angriff des Abg. Eberty nicht blos auf die Staatsanwälte, sondern auch auf die kjogcn. Die Einführung� der Berufung würde ich ohne ichjeitige Revifion der Strafprozeßordnung in anderer rj! nicht für einen Gewinn, sondern für einen Rück- rw- An Stelle der Berufung ist seiner Zeit eine ganze dritter interbliebc»« iersonen®lJ nomine» «N u6ct uLn*1 Garantien für die Angeklagten und zur Verfolgun der Pettt� ßMx��egeben worden, die wett über das norhwendige Mä . v.- und eine energische Strafverfolgung lähmen. rechts.) Die Sacke ist aud, von materieller Be- w�thst wenn die Berufung an die Landgerichte geht, erg.„ ji f;r Mehrbedarf von 2286 000 M. haben, wobei itwurf, b-«� n Bauten. Zeugen u. s. w. nicht mitgerechnet Rechnung ,,, CrZ" fie an die Oberlandesgerichte leiten, dann muß chaffungen. 1%%% Mmion der Rcichsjustizgesevgebung ganz abgeändert i dem jetzigen weiten Bezirke der Oberlandes- � die Maßnahme absolut unmöglich. Was die Ent- unschuldig Verurthciltcr betrifft, so habe ich noch .j.' u>o mir der N'achweis geführt wird, daß ein wirklid) -tivi«v»«ff /»«ifi trf) nach« des, Staatseisi den )f(n)„, iung der icrcith s Grunds vegliche ratshausb� ezialctat [8 398 000 Zehalt � im Reiä kritistrt -im un® inister väre ei» ven. g' verurtheilt worden ist, aus den Fonds, dic�ch uät® aus denen, die ick mir ausdrücklich von Sr. ich m.I n habe, für die Entschädigung gesorgt. Das A. ff? n)citcr thun.(Beifall rechts.) AafhM, Bs**(Teltow) kommt noch einmal auf den Fall ! h... Urs Dörholt zurück und bespricht dabei die Bchand- . Redakteure in den Gefängnissen. Er wisse Nir, 1.»� ministerielle Instruktion bestehe, die see iu behandeln, ihm selbst sei es in i% gestattet gewesen, sich zu verpflegen. bleibe> Begriff des politischen Vergehens festgestellt » h?r fü. Behandlmrg der Redakteure von dem guten ■i bcn, Mssfinißinspcktoren abhängig. Die Gefängnisse, tofW....'"n'ctium des Innern gehören, seien milderer ZW beide eit danach „............... vvv Innern gehören,.........-..... H»ugangig, als die, welche vom Justizminister ressor- 'jji? �erstellten Stimme zu, die ihm so viel Geistvolles gegeben, war eine Adresse mit der genau (fm.r �nde, in der er kommen dürfte. : zufri."rächt des Morgens lange Toilette und ist endlich , Neu mit sich. > niuf, w Mutter empfängt ihn kühl- und ceremoniell; " js. cet zugeben, daß sie eine sehr angenehme, hübsche > Rivalität der Tochter noch nicht zu scheuen chen a' n�ivwohl diese ihm in ihrem einfachen Haus- Gt„"jJ�vsdvnllich anmuthig erscheint. »ey plaudert eine angenehme halbe Stunde mit den k hvn Ernst seiner Absichten bezüglich . entschui!?�"™" läßt. Noch bevor er sich empfehlen entschu��� dfcTiSaf � Mama für einen Augenblick und Zes Q flne blickt nicht wie sonst fteudig leuchtenden sagt 2-,'h"' nein, sie entzieht ihm ihre Hand '"111 Ptnö- �"-""■ÜMi en u,n' nein, sie entzieht ihm ihre Hand t fest% �e'nb-' u, einer Handbewegung nach der Thür, herb ...... ■% Schwelle bei Salons rauscht— der rothe ttf,te ßi» �nen'g m?en entfetni er die Larve vom Gesichte: 2� die ;n wird er� jf* sich �uden es wohl begreiflich, daß ich den Mann, nur Ufuna, UUI mein Kind bewirbt, einer kleinen * 1 1 t Ä 5 nebe"|/l(j. pv angenehmer Gesellschafter, was auch Mome"'»nir v�utter zu würdigen weiß; aber Zosefine -schluv�Vl«11� Räch. ulS ich ihr unsere kleinen Erlebnisse von ..i J®' I e,1i li«™ mutbeilm knfe r.»»n»n Mann oan» für sich /\ für w 1 ne nickte fc-n rief s" . und Herr Emil empfahl sich. Abg. Eberty konstatirt, daß der Justizminister auf die Frage, was er angesichts der von ihm vorgetragenen Thatsachen gegen den Staatsanwalt Heim zu thun gedenke, keine Antwort gegeben habe. Das Gehalt des Ministers wird bewilligt. Um 4 Uhr vertagt fich das Haus. Nächste Sitzung Mitt° woch 11 Uhr.(Etat.)__ Kommunales. Tagesordnung für die Sitzung der Ktadtverord- neten-Uerl'ammlung am Donnerstag, den 16. Februar, Nachmittags 5 Uhr. Vorschläge des Ausschusses für Petitionen— Wahl je eines Mitgliedes in den Ausschuß für die Wahlen von Rathsmaurermeistern und Rathszimmermeistcrn, in die Grund- eigenthums-Deputation, in Die Deputation für Parkanlagen und in das Kuratorium des evangelischen Säkular- Stipendiums— Berichterstattung über die Vorlage, betr. den Abschluß eines neuen Vertrages mit der Aktienaesellschaft„Berliner Elektnzitäts- werke"— Vorlage, betr. die Crridztung einer neuen Wasser- gewinnungsstation am Müggelsee zur Versorgung der Stadt Berlin mit Waffer— desgl., betr. den Fortgang der Kanali- sationsbauten während des Vierteljahres Oktober- Dezember 1887— desgl., betr. den Verkauf des Grundstücks Prinzen- Allee 1—6— desgl., betr. das Penfionsrcglement für An- gestellte der wirthschaftlichen und industriellen Anstalten der Stadt Berlin— desgl., betr. die von der Stadt-Haupt-Kasse im Vierteljahr Oktober-Dezember 1887 geleisteten Vorschüsse— desgl., betr. den Erwerb des von den Grundstücken Gr. Frank- furtersttaße 26 resp. 27./28 zur Freilegung der Straße 5 der Äbtheilung XV. des Bebauungsplanes erforderlichen Terrains — Zwei Rechnungen— Berichterstattung über eine Penfioni- rungssache, sowie über einige Untcrstützungs- und Ansiellunas- fachen— desgl., betr. die Entbindung eines unbesoldeten Ge- mcindebeamten von seinen Aemtern— Vorlage, betr. die Wahl eines Mitgliedes zur Unter-Kommission I>. der Einschätzungs- Kommission für die klasstfizirte Einkommensteuer pro 1888/89.— Außerdem findet in dieser Sitzung um 7 Uhr die Wahl eines unbesolveten Stadtraths statt. * Die Gesammtschnlden der Stadt Serlin betrugen Ultimo März 1887— abgesehen von ca. 4 Millionen, die aus der Anleihe von 1836 zu den verschiedenen Zwecken derselben bereits verwendet, aber noch nicht verrechnet find— 164 363 957 M., Ende März 1886 betrug die Schuld 155 065 675 M., so daß fich dieselbe un, 9 298 282 M. vermehrt hat. Von den angegebenen Gesammtschulden bllden aber — wiederum abgesehen von den noch nicht verrechneten 4 Millionen— nur 15 210449 M. die eigentliche Kämmerei- schuld, während der Uederrest auf die Gasanstalten, Wasser- werke, Kanalisation, Vieh- und Schlachthof und auf die Markt- hallen treffen, welche nickt allein die Zinsen und Amortisations- betläge der auf sie verwmdcten Anleihesummen vollständig decken, sondern auch die Zinsen und Amortisationsbeträge der cigent- lichen Kämmcreischuld aufbringen und noch ca. 1& Millionen Mark zur Verwendung zu allgemeinen städtischen Zwecken zur Stadthauptkaffe abführen. * Die vorhandene« städtischen Masterwerke werden nur noch bis zum Ablauf des Jahres 1891 den Bedarf an Wasser decken und muß daher spätestens bis zum Eintritt heißer Witterung i. 1. 1892 eine neue Wassergewinnungsstation in Betrieb gesetzt werden. Das Kuratorium der städtischen Wasserwerke hat daher ein diesbezügliches Projekt ausgearbeitet, welches der Magistrat der Stadtverordneten-Versammlung übersandte mit dem Ersuchen, dieselbe möge das mit der Vorlage des Magistrats vom 9. Februar d. I. vorgelegte Projekt des Tirek- tors Gill vom 25. Fuli/ssiovember 1887, betreffend die Errichtung einer neuen Wassergewinnungsstation am Müggelsee und einer Vertheilungsstation bei Lichtenberg, genehmigen und darein willigen, daß das Kuratorium der städtischen Wasserwerke er- mächtigt wird: 1. Die zur Ausführung des Projektes erforder- lichen Baumaterialien, Röhren und Maschinen anzulaufen bezw. in Bestellung zu geben. 2. In Verhandlungen wegen kauf- licher Erwerbung der in dem Projekt näher dezeichneten Grund- stücke mit den betreffenden Eigenthümern zu treten und vorbe- baltlich der jedesmal einzuholenden Genehmigung der städtischen Behörden die Kausanträge abzuschließen. Zu diesem Zwecke möge die Versammlung vorläufig bis zur Vorlegung der defini- tiven Bauprojekte einen aus der Anleihe vom Jahre 1886 zu entnehmenden Betrag von 4 Millionen Mark zur Verfügung stellen. ♦ 23 289 Kellerwohnungen, in denen 100301 Bewohner Unterkommen fanden, waren im Jahre 1880 in Berlin vorhanden, trotz der ohne baupolizeiliche Beschränkungen in den letzten Jahren erfolgten relativen Abnahme. Die Vorschrift der neuen Bauordnung, daß Keller, welche tiefer als 1 Meter in den Boden eingesenkt find, zur Wohnung oder zu dauerndem Aufenthalte von Menschen nicht dienen dürfen, wird hierbei einen wohlthuendcn Erfolg sicher ausüben. * Im städtischen Fleischschauamt auf dem Zentral- Schlachthofe find im Monat Januar er. 40 027 Schweine auf Trichinen unsersucht und darunter 35 trichinöse und 207 finnige ermittelt worden, welche als zur menschlichen Nahrung ungeeignet vorworfen worden find. Lokales. Da«„Kerlinev Tageblatt" ist wieder einmal das Opfer irgend eines sensationS- und gelddurstigen Reporters geworden. Die Meldung, daß Wilhelm Hasenclever von der Maison de sautS nach Dalldorf gebracht, dort gestorben und bereits beerdigt sei, ist in allen Theilen erfunden. Aus zuverlässigster Quelle können wir melden, daß der Erkrankte fich in der Maison de santS unter sorgsamer ärztlicher Pflege befindet uud daß sein Zustand seit seiner Aufnahme in diese.Heilanstalt nahezu un- verändert ist. Wir fügen hinzu, daß, wie uns mitgetheilt ist, eine etwaige Ueberfievelung in eine andere Anstalt nur unter Zustimmung der Gattin und der Freunde Hasenclever's erfolgen würde und daß nach Anficht der Aerzte vorläufig eine wesentliche Acnderung in dem Befinden des Patienten nid, t zu erwarten ist. Die Nachricht, welcher das„Berl. Tgbl." seine Spalten ge- öffnet, hat wohl schon gestern, namentlich im 6. Wahlkreis, die Runde gemacht, denn auf eine Mittheilung„ehr Mann läge im Sterben ist die beklagenswerthe Frau Hasenclever mit ihren Kindern von Dessau hierher geeilt, um den Gatten und Vater noch einmal zu sehen. Die erschreckte und in namenlose Angst versetzte Frau erfuhr in der Anstalt, daß ste das Opfer einer Täuschung geworden und wird in einigen Tagen die Rückreise antreten. Tie Redaktion des„Berl. Tgbl� aber hätte durch eine Anfrage im Bureau der Anstalt d,e Sachlage sehr leicht feststellen und dadurch verhindern können, daß weite Kreise unserer Mitbürger durch diesen„groben Unfug" beunruhigt wor- den find, Obwohl schon oft Angaben über die Schulpflicht veröffentlicht worden find, kommen noch immer viele Fälle vor, in welchen die Eltern im Unklaren find; deshalb sollen hier noch einmal die Bestimmungen wiederholt werden: Jedes Kind, welches in der Zeit vom 1. Oktober bis znm 31. März sechs Jahr alt geworden ist. hat vom 1. April ab die Schule zu besuchen; ein Kind, welches in der Zeit vom I.April bis zum 30. September das sechste Lebensjahr vollendet, muß vom 1. Oktober desselben Jahres die Schule besuchen. Die An- meldung für die Gemeindeschulen findet bei dem betreffenden Schul-Kommisfions-Vorsteher statt und muß bis zum 15. Februar resp. 15. August geschehen, weil sonst die Kinder dann oft einer entfernteren Schule zugetheilt werden müssen. Diejenigen Eltern, die ihre Kinder in eine andere Schule schicken wollen, haben dieselben bei dem Vorsteher der betr. Anstalt anzumelden, und es genügt dann, dem Schulkommisfions-Vorsteher davon Mit- theilung zu machen. Bei der Anmeldung ist der Taufschein und der Impfschein vorzulegen.— Die Schulpflicht dauert volle acht Jahre und nicht, wie oft geglaubt wird, nur bis zur Vollend, mz des vierzehnten Lebensjahres oder bis zum Tage der Einseg- nung. Das Kind wird am Schlüsse desjenigen Semesters ent- lassen, in welchem es vierzehn Jahre alt geworden ist. Aus- nahmsweise werden einzelne Kinder ein halb Jahr eher ent- lassen, wenn die Familienverhältnisse es dringend uothwendig machen. Solche Kinder müssen aber mindestens ein Jahr die zweite Klasse besucht haben und von dem betreffenden Rektor für die erste Klasse für reif erklärt werden. Bezügliche Anträge find schriftlich an die Schuldeputation einige Wochen nor dem Semesterschluß einzureichen, also etwa im Februar resp. August. Innerhalb des Semesters wird kein Kind entlassen. Die Ein- segnung hat mit der Schulentlassung nichts zu thun. ES können also schon eingesegnete Kinder zum Schulbesuch verpflichtet und umgekehrt noch nicht eingesegnete entlassen werden. Wie groß ist Keriin? Die Antwort darauf findet man in jedem geographisd,en Handbuche, ob aber die einfachen Zahlen ein anschauliches Bild von der Ausdehnung des Häusermeeres und der Anzahl der Bewohner geben, ist zweifelhaft. Letzteres ist viel eher durch Vergleiche und Berechnungen möglich, wovon hier einige folgen mögen: Die Länge sämmtlicher Straßen Ver- lins beträgt ungefähr 50 Meilen. Man würde also selbst bei anstrengendem Marsche wenigstens 10 Tage brauchen, um durch alle Straßen hindurch zu kommen. Selbst ein Eisenbahnzug würde hierzu einen ganzen Tag brauchen. Würden die 1 400 OOO Bewohner Berlins in einem„Gänsemarsche" aufmarschiren, sc» würde diese Reihe die stattliche Länge von mehr als 180 Meilen betragen und der Ausmarsch in dieser Anordnung wenigstens sechs Wochen erfordern. Wollten die Berliner einen gemein- schaftlichen Ausflug mit der Eisenbahn machen, so würden sämmt- liche Personenwagen 1. bis 4. Klasse aller Eisenbahnen Deutsch- lands hierzu nidit ausreichen, vielmehr nur etwa zwei Drittel der Bewohner auf einmal befördern können. In einem fortschrittlichen Knrgcrverein de» Nordosten» hatte bekanntlich vor einiger Zeit der als deutsch- freistnnige Säule sattsam bekannte Großdestillateur Äax SchM „oine Lippe riskirt", infolge dessen die Versammlung von dem überwachenden Polizeibeamten sozialistengesetzlich aufgelöst wurde. Auf die dieserhalb an das königl. Polizei-Präfidium gerichtete Beschwerde hat der Vorsitzende des genannten Vereins, Herr Rettor Emil Trautwein, gestern das folgende, vom 8. d. DL datitte Schreiben erhalten: „Ew. Wohlgeboren wird auf die Vorstellung vom 24. d. M. ergcbenst eröffnet, daß ich die auf Grund des § 9 des Reichsgcsetzes vom 21. Oktober 1878 erfolgte Auflösung der Versammlung des fortschrittliäien Vereins „Nordost" vom 24. v. M. nicht für gerechtfertigt zu er- achten vermag und den überwachenden Beamten ent» sprechend rektisizitt habe. Ter Polizei-Prästdent:(gez.> v. Richthofen." Herr Schulz scheint also durch seine deutschfreisinnigen Tiraden die Grundvesten der modernen Staats- und Gesell- schaftsordnung noch nicht erschüttert zu haben. Da»„Deutsche Tageblatt", anstatt rund und nett zu erklären, daß es mit dem nationalliberalen Führer Baurath Kyllmann nicht das mindeste gemein habe, jammert über die Angriffe, welche es von allen Seiten erfahre, und beruft fich für die Lauterkeit seiner konservativen Gesinnungen auf den „Vorwärts." Der„Vorwärts" erscheint bekanntlich gleichfalls im Verlage des Herrn Luckhardt und ist ebenso wie das„Deutsche Tageblatt" umgewandelt worden. In drastischer Weise tritt die Wandlung des„Deutschen Tageblatt" schon hervor, indem das- selbe jetzt von einem sogenannten christlich-sozialen Standpunkt spricht und die konservative Partei als eine Koterie bezeichnet. Die Kapriolen, welche das„Deutsche Tageblatt" anstellt, um seinen bisherigen Lesern seinen Wandel zu maskircn, sind für alle Parteien überaus belustigend. Die„schwarze Internationale" hat seit einiger Zeit in Berlin ein ständiges Kneiplokal gefunden, in welchem fie regel» mäßig zu verkehren pflegt. Ihr gehören recht harmlose Leute an, die ihre Farbe vor aller Welt offen zur Schau tragen— die Neger nämlich, die als„Künstler" die Welt durchziehen und auf ihren endlosen Wanderungen auch Berlin berühren. Keiner dieser schwarzen Erdcnsöhne kommt nach oder geht von Berlin, ohne nach dem„Restaurant zum echten Mohren" in der Barnim- straße 21 zu gehen, zurückgelassene Nachrichten für sich in Em- pfang zunehmen oder Nachrichten für andere zurücklassend, denn die sdiwarzen Künstler, gleichviel, ob fie sich in London oder Paris, in Antwerpen oder Brüssel, in Hamburg oder Berlin aufhalten, fie bilden alle eine einzige große Familie. Und der Witth in der Bamimstraßc ist in doppelter Beziehung einer der Ihrigen. Er ist schwarz wie Ebenholz, und ehe William Bcaly Kellner und zuletzt wohlbestallter Restauratcur wurde, da war er ebenfalls Künstler, der m den siebziger Jahren mit der schwarzen Schauspielergescllschaft„Onkel Tom's Hütte" den Kontinent durchzog. Sein Lokal hat durch die Macht der Presse einen Weltruf erhalten. Als die Zeitungen Berlins im Herbst v. I. die Mittheilung brachten, daß Berlin um ein eigenartiges Restaurant reicher sei, dessen Wirth ein in der Sklaverei ge- borener echter Neger ist, da wurde diese Notiz in englischen, französischen und holländischen Zeitungen abgedruckt. So er- hielten alle Negerkünstler, die nicht minder eifrige Zeitungslcser find als ihre weißen Kollegen, Kennttriß von der Existenz dieser Kneipe und kommt nun Einer oder der Andere von ihnen nach Berlin, so bringt er auch sicher einen Londoner, Pariser oder Amsterdamer Zertungsaussdinitt mit, dem er die Adresse des �Willi" verdantt, worauf dieser nicht wenig stolz ist. Solchen. Weltruf wie er haben seine„Geschäftskollegen nicht aufzu- weisen. Der fehlende Zeuge. In einer Weltstadt wie Berlin bilden fich Erwerbszweige heraus, von denen viele Bewohner keine blasse Ahnung haben. Wieviel Menschen haben z. B. wohl eine Kenntniß, daß das„Zeuge spielen" auf dem Stan- desamt auch einen Erwerbszweig bildet, der, wenn auch nur als Nebenbeschäftigung betrieben, doch recht einttäglich sein soll. Wenn Leute fich auf dem Standcsamte trauen lassen, dann suchen fie die nöthigen Zeugen zwar gewöhnlich unter Ver- wandten, Bekannten und Freunden. Bei„wohlfituirten" Leuten wird es ja theils als Ehre, theils als Vergnügen geschätzt, bei der Trauung als Zeuge fungiren zu können, bei armen Leuten gilt es einfach als ein Opfer, denn das„Vergnügen" kostet Ver- tust an Arbeitszeit, an baarem Geld und erfordert wohl gar noch ein kleines Hochzcitsgeschenk, ohne daß dafür ein opulenter Hochzeitsschmaus als Entschädigung wintt. Darum drücken sich Viele um das zweifelhafte Vergnügen herum, so gut ste können. Run grebt es aber in einer Weltstadt zwar wieder Viele, die„ein holdeS Weib errungen", ohne daß ihnen„der große Wurf ge» lungen, eines Freundes Freund zu sein!"— Leute, die keinen oder aber nur einen oder aber nur zwei Zeugen finden können. Oft hat es auch einer versprochen, der aber nicht erscheint. Wo nun einen Zeugen hernehmen und nickt stehlen? In Berlin ist da guter Rath bald gefunden. Wozu wären denn die Restaurateure da? Em Restaurant und ein Sargmagazin find die unvermeidlichen Nachkam eines jeden Standesamts. In der Zeugcnnoth wird daher der Wirth aus dem benachbarten Lokal geholt. Derselbe rst immer vorbereitet, sein Anzug und seme Legittmationspapiere hegen stets parat, oft muß der Witth alle Tage und manchmal sogar zwei Mal„Zeuge spielen") Seln Schaden ist es nicht, denn aus Erkenntlichkeit für treu gelerstete Drenste knerpt die Hochzeitsgesellschaft nachher bei ihm em und macht eine anständige Zeche, bei der er gleichzeitig Wrrth mid Gast ist. Verschiedene solcher Witthe verdanken den flotten Gang ihres Geschäfts zum größten Theil ihrer bereit- willigen Zeugenschaft. .. VnHjeibtricht. Am 13. d. M. Vormittags wurde ein obdadjloser Mann, fichtlich krank, auf dem Flur des Hauses Neue Köniastr. 3 liegend vorgefunden und mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht.— Zu derselben Zeit wurde die unverehelichte Zehden in ihrer in der Prenzlauer Allee 23 belegenen Wohnung besinnungslos vorge- funden. Die Stube war mit Petroleumdunst angefüllt, und ist anzunehmen, dasi die Zehden, welche an Krämpfen leidet, in einem Anfall derselben den Zylinder der brennenden Lampe zerschlagen hat und durch Einathmen des dadurch entstandenen Qualms betäubt worden ist.— Geyen Mittag erschoß sich im Thiergarten auf dem Appollosteig ein Mann mittelst eines Ne- volvers. Nach einenr bei der Leiche vorgefundenen Briefe ist verletztes Ehrgefühl die Veranlassung zum Selbstmord gewesen. — Um dieselbe Zeit wurde ein Arbeiter in der Wörthcrstraße in der von innen verriegelten Schlafstube erhängt vorgefunden. — Nachmittags erhängte sich ein Mann in seiner Wohnung in der Teltowerstraße. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.— Im Laufe des Nachmittags wurde in der Bellcalliancestraße ein Arbeiter durch eine von dem Kutscher Meyer geführte Equipage überfahren und am Kopf und beiden Beinen verletzt, ferner wurde ein Dienstmädchen, welches mit einem kleinen Kinde auf dem Arm vor der Einfahrt zum Grundstück Mauerstraße 73— 75 stand, durch ein von dem Kutscher Rocowski geführtes Geschäfts- fuhrwerk derartig angefahren, daß das Kind vom Arm auf die Erde fiel, anscheinend jedoch ohne Schaden erlitten zu haben.— Als um dieselbe Zeit der Lehrling Kohnkow in der Schlegel- straße neben einem ihm zur Beaufsichtigung üdergebencn Gefährt stand, wurde das Pferd desselben durch einen Peitschenschlag, welchen ein vorüberfahrendcr Kutscher nach ihm führte, plötzlich scheu und ging durch. Kohnkow gerieth dabei unter die Räder des Wagens und wurde durch Ueberfahrcn an beiden Schenkeln schwer verletzt, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Gegen Abend begab sich in der Nähe der Kielcrstraße ein 10 Jahre alter Knabe auf das Eis des Schifffahrtskanals und fiel ins Waffer, wurde auf sein Hilferufen durch vorüber- gehende Personeir wieder herausgezogen und seinen Eltern zu- geführt.— Abends brachte sich ein Mann im Humboldthain rn selbstmörderischer Absicht aus einem Revolver einen Schuß in die Brust bei. Er wurde schwer verletzt nach dem Lazarus- krankenhause gebracht.— Um dieselbe Zeit machte ein Mädchen in seiner Wohnung in der Anncnstraße den Versuch, sich mittelst eincS Revvlvers zu erschießen. Es wurde auf ärztliche Anord- nung nach den, Krankenhause Bethanien gebracht.— Abends wurde ein Mädchen in seiner Wohnung in der Oppelnersttaße todt vorgefunden. Vermutblich hat es sich vergiftet. Die Leiche wurde zur Feststellung der Todesursache nach dem Leichenichau- hause gebracht.— Abends wurde während der Vorstellung im Zirkus Krembser ein Mann von Krämpfen befallen und mußte mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werden.— An demselben Tages gerietken in der Heckmann'schcn Fabrik, Schlefischestraßc 25, die Verpackung eines Rohres und Schaal- bretter in Brand. Die Feuerwehr löschte das Feuer in kurzer Zeit, wurde aber nach einigen Stunden an dieselbe Stelle ge- rufen, um einen Theil der abermals in Brand gerathcnen Dach- schaalung zu löschen.— Ferner brannten Ackcrstraße 143 Bürsten- waaren und Regale in ernem Kellcrgeschäft. Gerichts-Zeitung. Eine Rabenmutter. JDie gegenwärtige Verhandlung hat ein derartig bettübendes Bild entrollt, wie es glücklicher Weise selbst in der Weltstadt Berlin nur äußerst selten vor- kommt," mit diesen Motten leitete Staatsanwalt Dr. Hoppe sein Plaidoyer in einer Verhandlung ein, die gestern mehrere Stunden die viette Strafkammer des iönigl. Landgerichts Berlin' beschäftigte. Auf der Anklagebank nahm eine hübsche junge Frau, die sepatttte Amalie Bettha Liß, geborene Dietz, Platz. Diese Frau, die zu den„besseren"«Ständen zählt, war keines geringeren Verbrechens beschuldigt, als ihr leibliches Kind, einen lljähttgen Knaben derattig mißhandelt zu haben, daß das Kind infolge dieser Verletzungen verstarb. Die Angeklagte verehelichte sich im Jahre 1877 mit einem Geometer Namens Liß, dem sie im Jahre 1881 einen Knaben gebar. Schon im folgen- den Jahre wurde auf Antrag des Ehemannes die Ehe wegen eines von der Frau begangenen Ehebruches gerichtlich geschie- dm und letztere als allein schuldiger Theil erklätt. Da das Kind der Frau zugesprochen wurde, diese aber mit einem Manne hier- selbst ein Liebesverhältniß unterhielt, so gab sie das Kind ihren Eltern in Rogasen in Pflege. Im Jahre 1886 war sie jedoch aus verschiedenen Gründen genöthigt, das Kind zu sich zu nehmen. Die Angeklagte mißhandelte nun das Kind in gerade- zu Grauen erregender Weise. Die Megäre begnügte sich aber nicht, das Kind in unmenschlicher Weise zu schlagen, sie stieß dasselbe öfters mit aller Gewalt an die Tischkante, band es an den Tisch oder an das Bett, auch einige Male an den Thür- pfosten an, so daß das arme Kind Stunden lang in der Luft schweben mußte. Auch ließ daS entmenschte Weib das Kind derartig hungern, daß das arme Würmchen, als es einmal zu einem'Nachbar kam, von dem Hundefutter essen wollte. Die fottgesetztcn Mißhandlungen wurden schließlich in der Nachbar- schaft ruchbar. Eine Anzeige der Nachbaren bei der Polizei hatte zur Folge, daß ein Schutzmann mit der Recherche be- auftragt wurde. Letzterer meldete seiner Behörde, daß er an dem Knaben keinerlei Spuren von Mißhandlung entdeckt habe. Diese erfolglose Denunziation bestärkte die Angeklagte nur in ihrem schrecklichen Beginnen. Das arme Kind verfiel schließ- lich in Siechthum und starb am 5. Oktober 1887. Nunmehr machte aber der Arzt, der den Todtenschein auszustellen hatte, der Sachlage Anzeige. Dies veranlaßte die Behörde, von die Angeklagte zu verhaften und die Anklage wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tödtlichcm Ausgange zu erheben. Die An- geklagte stellte m Abrede, das Kind in der angedeuteten Weise mißhandelt zu haben, sie habe das Kind nur bisweilen gezüchtigt, da es unreinlich war. Diese Unatt soll Jöas Kind allerdings gehabt haben, aber keineswegs in solchem Maße, daß eine harte Züchtigung, geschweige eine solch arge Mißhandlung geboten war. Um übttgen wurde von allen Zeugen bekundet, daß das Kind ein sehr aufgeweckter, freundlicher und hübscher Knabe war. Der gerichtliche Phyfiker, Sanitätsrath Dr. Mittenzweig, be- kündete: Der Körper des Kindes war über und über mit dicken Stttemen, die zweifellos von Schlägen und Stößen mit stumpfen Werkzeugen herrühtten, bedeckt. Das Kind ist zweifellos infolge dieser fottgcsetzten Mißhandlungen in Siech- tbum vettallen und schließlich gestorben. Als unmittelbare Todesursache war wohl Darmkatarrh zu bezeichnen, die fott- gefetzten argen Mißhandlungen haben es aber jedenfalls ver- schuldet, daß das Kind in einen derattig siechen Zustand ver- fallen ist. Ob das Kind unreinlich war, konnte bei der Obduk- tion nicht festgestellt werden, jedenfalls waren die Mißhand- lungen keineswegs geeignet, dem Kinde irgendwelche Unatten abzugewöhnen. Erstere konnten nur das Gegentheil dewitten, da das Kind angesichts solcher Behandlung in fottwährender Angst erhalten und somit in seiner freien Willcnsentschließung beschränkt wurde.— Staatsanwalt Dr. Hoppe beantragte mit Rückficht auf die an den Tag gelegte große Bestialität eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren.— Der Gerichtshof(Vorsitzender Landgerichtsdirektor Martens) entsprach jedoch dem Antrage des Vettheidigers, Rechtsanwalt Wronker, auf Zuei kennung mildem- der Umstände, da die Möglichkeit wohl vorliege, daß der Knabe sehr unreinlich gewesen sei. Angesichts dieses Rechtsstandes erkannte der Genchtshof auf 9 Monate Gefängpiß. Gi« Heirathafchwindler stand gestern vor der 6. Straf- kammer am Landgericht 1. Der Buchhalter Joseph Julius Blumenthal wurde 1879 wegen Eigentbumsvergehens zu drei Jahren Zuchthaus vemttheilt und die Strafe verbüßte er, ohne daß eine Besserung seines Charatters erzielt worden wäre. Er trennte sich dann von seiner Frau und machte die Bekanntschaft eines Mädchens, lmit dem er auch in nähere Beziehungen trat. Er gab sich für ledig aus, obwohl er verheirathet war, und als er merkte, daß daS Mädchen einige Erfpamissc zurückgelegt hatte, verlobte sich in der Absicht, die ersparte Summe sich anzueignen er Diese Absicht gelang nur zu gut, denn das Mädchen schenkte dem Schwindler vollen Glauben und ließ sich bewegen, ihre Erspamisse in Höhe von 100 M. herauszugeben. Als dieser Zweck erreicht war, sah sich der Bräutigam nicht mehr veranlaßt, die Verlobung aufrecht zu erhalten. Nun stellte sich aber auch heraus, daß Blumenthal verheirathet war. Es wurde die An- klage erhoben und das Schöffengericht erkannte wegen Betruges auf 14 Tage Gcfängniß. Gegen dieses Erkenntniß legte sowohl der Staatsanwalt als auch der Angeklagte Bemfung ein. Der Staatsanwalt beanttagt, die Stra e auf 3 Monate zu erhöhen, und der Gerichtshof erkennt unter Aufhebung des ett'trichter- lichen Uttheils auf die beantragte dreimonatige Gefängnißstrafe und auf 1 Jahr Ehrverlust. Wegen Wajestätsbeleidignng stand gestcm der Maler Richard Karl Alfred Baehr vor der zweiten Strafkammer am Landgericht. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Leffcntlichkeit statt. Das Uttheil lautete auf sechs Monate Ge- fängniß. Die sofortige Verhaftung des Veruttheilten wurde beschlossen. Soziales und Arbeiterdemegung. Zur Keachtnug. Den Vergoldem Berlins hiermit zur Nachricht, daß wir in der Fabrik von Hennig u. Ko., Frucht- straße 36, die Arbeit niedergelegt baden wegen Reduziiung der Löhne. Die Kollegen ersuchen, den Zuzug fem zu halten. Arbeiter! Kollegen! Wir ersuchen höflich, die noch ausstehenden Sammellisten von dem Streik der M. Gebauerischen Stockfabrik so schnell wie möglich an die betreffenden Zahlstellen abzuliefern. Hauptzahlstelle: Herr Karderg, Blumenstraße 51b. Das Komitee. Uerewe mh Uersamminngen. Die Stuckateurr Kerlins hielten am 13. d. Mts. in Scheffers Salon, Jnselstraße 10, eine öffentliche Versammlung ab, um über den von der Tarifkommission ausgearbeiteten Lohn- tarif für 1888—89 zu berathen. Der Referent der Kommisston, Herr Heindorf, äußerte sich folgendermaßen: Wie in den ver- gangcncn Jahren, so handle es sich auch in diesem Jahre um eine Unterlage, worauf sich die Gehilfen stützen können, um den unliebsamen Streitereien aus dem Wege zu gehen, welche oft des Sonnabends mit den Prinzipalen entstehen. Wenn auch das Prinzip des Tarifs bisher nicht ganz genau durchgeführt worden ist, so sei doch keineswegs zu verkennen, daß die Mehr- heit sich darnach gerichtet hat, indem das Selbstrüstungbauen nicht mehr üblich, die Arbeitszeit innegehalten und Löbne nach gewissen Normen verlangt und gezahlt werden. Es sei recht eigcnthümlich, wenn die Prinzipale bei der voraussichtlich guten Geschäftskonjunktur die Arbeitsbedingungen für die Gehilfen verschlechtern wollen. So habe die Vereinigung der Inhaber von Stuckgcschäften in ihrem der Kommission vorgelegten Tarif die bisher übliche Arbeitszeit von 9& Stunden auf 10 Stunden erhöht, die sehr bescheidene Mehr- fordemng von 5 Pfennig für die Uebcrstunde ganz weggelassen, sowie einige Positionen des Akkordtarifs herabgesetzt. Die Ver- fammlung beschloß infolge dessen einstimmig, den von den Prin- zipalcn aufgestellten Tarif zu verwerfen und in die Bcratbung des von der Kommission aufgestellten Tarifs einzutreten. Von den in der Spczialberathung gefaßten Beschlüssen find folgende Hervorzuheben:„Die Giltigkeitsdauer des Tarifs ist festgestellt vom 1. März d. I. bis 1. April k. I.; die längste Arbeitszeit deträgt für Werfftatt und Bau Oj Stunden. Tie Löhne(in Zeit) find wie im Vorjahr, jedoch ist für die Uebcrstunde ein Mehr von 5 Pfennig, für jede Arbeitsstunde an Sonntagen ein Mehr von 15 Pf., für Zemcntgießer ein Zuschlag von 75 Pf. pro Tag, für Ansetzen der Zementsachen ein Zuschlag 50 pCt. zu zahlen. Von den einzelnen Positionen der von Bauarbcit sind nur 2 geändert worden; Aikordarbeiten in der Werkstatt find in den diesjährigen Tarif nicht aufgenommen worden, da die Kollegen in der Werkstatt die festgesetzten Preise nicht aufrecht erhalten haben. In namentlicher Abstimmung wurde der Tarif der Kommission einstim- mig angenommen. Von welchem Geist die Versammlung beseelt war. beweist am besten die fall einstimmige Annahme folgender Resolution:„Die heute in Schcffcr's Salon tagende öffenttiche Versammlung der Stuckateure beschließt: 1. Ten von den Prinzipalen ausgestellten Tarif für 1888 89 zu verwerfen, da derselbe den Zeitverhältnissen nicht entsprechend und bedeutend ungünstiger als der vorjährige ist. 2. Die Ver- sammlung beschließt femer, den von der Kommission der Stucka- teure und von der Versammlung akzcptirten Lohntarif anzu- erkennen und für die strikte Aufrechlerhaltung zu sorgen. 3. Beschließt die Versammlung, falls der Gehilfentarif von den frinzipalen verworfen werden sollte, überhaupt von jedem Tarif bstand zu nehmen und es jedem einzelnen zu überlassen, sich die Preise selbst zu bedingen." J)it streikenden Sattler waren am 13. d. M., Abends, aale der Habelffchen Brauerei wiederum sehr'ahlreich ver- sammelt, um über das fernere Verkalten gegenüber der Antwort der Fabrikanten zu berathen und Beschluß zu fassen. Nachdem die Versammlung die Herren Kabel, Silberstein und Aßmann in den Vorstand aewählt hatte, erstattete Herr Aßmann Bericht über die mit den Fabrikanten stattgehabten Verhandlungen. Auf das Schreiben an die Fabrikanten und Jnnungsmcister, in corpore mit der Deputation der Arbeiter zu verhandeln, ist keine Antwort erfolgt. Taraufhin sah sich die Deputation genöthigt, die Fabrikanten und Meister aufzusuchen. Die Jnnungsmcister lehnten ein Verhandeln mit der Deputation überhaupt ab und wünschen nur mit ihren Arbeitern direkt zu verhandeln. Die Fabrikanten stehen ebenfalls noch auf demselben Standpunkte, wie vorher, indem dieselben nicht geneigt sind, die Fordeningey der Streikenden zu bewilligen. Die Meinung des Bericht- erstatters ging dahin, daß die Streikenden unentwegt auf ihren Fordemngen beharren sollten. Herr Krüger wandte sich energisch gegen den der Deputation seitens eines Arbeitgebers gemachten Vorwurf, daß sie„Revolutionäre" seien undßerklärte es für durch- auS ungerechtfertigt, daß die von den Streikenden gewählte Deputation von oen Jnnungsmeistern nicht anerkannt werde. Wie Herr Krüger mittheilte, habe Herr Neander, der Sozius des Herrn Dotty, erklärt, er sei gewillt, die Forderungen der Streikenden zu bewilligen, sobald ein anderer Fabrikant zuvor dieselben dewilliat habe. Die Tottyssche Werkstätte gilt als die maßgebendste. Wenn Herr Dotty bewilligen würde, so müßten die anderen Fabrikanten nachfolgen. Herr Dotty beschäftigt etwa 500 Arbeiter. Davon streiken aber nur noch 77. Herr Krüger machte daher den Arbeitern den Vorwurf, daß sie selber Schuld hätten, daß die Aufbesserung der Löhne so lange auf sich warten lasse. Selbst die Behörden, meinte Herr Krüger, ständen auf Seite der Arbeiter, sonst würden den Streikenden schon lange Schwierigkeiten bereitet worden sein. Um den Fabrikanten und Meistern ein Paroli bieten zu können, forderte er die Streikenden auf, soviel wie möglich Berlin zu verlassen und außerhalb Arbeit zu nehmen. Arbettsgelegenheit sei reich- lich vorhanden und viele Sattler hätten Berlin bereits schon verlassen. Am nächsten Mittwoch würden wieder etwa hundert Arbeiter nach Barmen abgehen. Auch seine Meinung ging dahin, die Streikenden sollten sich nicht cntmuthigen lassen, sondern ausharren bis auf den letzten Mann. Besonders ge- tadelt wurde, daß der Obermeister der Innung, Herr Cobau, der Hüter des Handwerks, andere Handwerker, wie Schubmacher und Buchbinder, an Stelle der Streikenden beschäftige. Bekannt gegeben wurde, daß in der kgl. Artilleriewerkstätte in Spandau Arbeitskräfte verlangt würden, außerdem lagen Listen aus zum Einzeichnen für diejenigen, welche gewillt sind, sich für eine große Firma nach Elberfeld engagiren zu lassen. Nach einer längeren Diskussion, in welcher die Situation noch besprochen wurde, gelangte mit allen gegen ei folgende Resolution zur Annahme: ,Die Habcl's Brauerei tagende öffentliche Velsav streikenden Sattler Berlins und Umgegend erklärt halten der Fabrikanten den Gehllfcn gegenüber gerechtfertigt und müssen aus diesem Gmnde die i der Gehilfen aufrecht erhalten werden, damit die ersehen, daß die Ehre der Gehilfen durch dasselbe gezogen und deren Arbeitskraft vollständig igaorin ist. Demnach ist die einzige Konsequenz, die früher wieder aufzunehmen und den Streik nicht endet zu betrachten, als bis die von den Gehilfen Akkordpreise bewilligt worden find." Noch mit dem desselben Tages fuhr ein Theil der Versammelten bürg ab. Die besten Arbeitskräfte werden somit Fabrikanten entzogen, indem dieselben nach Aus« woselbst höhere Löhne gezahlt werden als hier in' dem, wie mitgctheill wurde, die hiesigen Fabrikanten« tracht der Berliner Verhältnisse die Liefcrungs Verträge p, § reisen abgeschlossen haben sollen, als die Lieferanten tädtcn. Die Streikenden zweifeln nicht an ihrem endua� um so weniger, als dieser Streik von der ganzen Arn» unterstützt wird und die Fabrikanten und Kieinme»» Roth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" werden" müssen. Der Verein Kerliner Wohnnngsmirther demnächst in den verschiedenen Stadttheilcn Wo,-. weisebureaus zu errichten, um den Miethern schon ginnenden Ouartal das Wohnungssuchen zu erleichtcn« sollen Bczirksvereine gegründet werden, um eine w Handhabe zu haben. Die nächste große Versammln« Mittwoch, 15. Februar, Abends 8 Uhr, in„Sansmch buserstr. 4a, statt, in welcher Herr Dr. Schumann ein«« hält über Zwecke und Ziele des Verein?., Unterstiiknngaverein der Kuchbindcr. 15. d. M., Abends 8% Uhr, Generalversammlung, straße 46,„Waffelhalle". Tagesordnung: 1. Adrechnuw 40 tislich» viertel Stnzeln (Sin ?er Verwendung ver Gelder.— Zutritt zur Vcrsammlmül> � nur die Mitglieder, welche bis zum Schluß des Fnede ihre Beiträge bezahlt haben. Kranken- und Kterkekafle de» Verein» de* (E. H. 53.) Zu dem am 18. Februar stattfindenden Stiftungsfeste, verbunden mit großem Wiener M#, Krolls Etablissement am Königsplav find Billets., zu haben bei Mewcs, Schönlcinstr. 21, Rieger, Brunn«« ig,«. 9 und Meifielbach. Äckerstr. 134. wie auch bei den*"e8«, d und Meißelbach, Äckerstr. 134, wie auch bei den An der Kasse findet ein Billetverkauf nicht statt. Gesang-, Turn- und gesellig» Vereine am$ aJt die fi Nänncrgesangverein„Jugendlust" Abends 8t Uhr fM. �.ch hmzuste Passod, Gartcnstr. 162.— Männergcsangvercin„Cacilia� m Heß. gj Vayov, Garlenslr. lv/.— lucannergesangverein,> 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstr. 127a.— Gesangverew. M chor Linde" Ahcnds 8'. Ubr im Restaurant Haller, Nau>) Jtt allen i Wb die 5 «m Hort Aapoleon stttachen'— Zungen> „r_, Qtofel chor Linde" Abends 3'. Ubr im Restaurant Haller, Nam>, �» — Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlings-Abtheilun�> K in 4 gn Uhr Elisabethstraße 57 58.— Turnverein y-, den ffT),,,;. Zankstraße 9. Männer- Abtheilung von% brs t A y-J« lbends; desgleichen 1. Lehritnas- Abthcilung � 10 Uhr Abends.— Schlefischer Verein„Holtei" 3% h.damals im Restaurant, Wasserthorstr. 41.— Wissenschaftlichst,. 1'""Mte p für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im% bringt Weese, Alte Schönhauscrstraßc 42, Unterricht und UebuNd,' Die Berel — Roller'scher Stenographenvcrein„Süd-Berlin- JP Und in der 8& Uhr im Restaurant Prinzenstr. 97 Sitzung und llcbun#•- — Ärends'scher Stenographenvercin„Amicitia" Abeno� im Restaurant Behrends, Schönebergerslraße 6.—"i' Stenographenvercin„Philia" Abends 9 Uhr im> „Wilhelmsgarten", Kochslraße 7.— Verein ehemalig« der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Kurfürstcnsttaße 31.— Berliner Rauchklub„Wrang« 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickersttaße 1» llub„Havanna>0" Abends 8t Uhr im RestaisgL Reichenbergerstraße 16.— Rauchklub„GcmüthM«" 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpcnickcrftraße 1�-. klub„Columbia" Abends 8% Uhr im RestaU�Ä, Prinzenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Ad«« im Restaurant Tempel, Brcslauerstr. 27. «utschh lag. Mickliä Jtttita uN Telegraphische Depesche� % Hamburg, �icniiap, jt. �reoruar."»rnn, „Ascania" der Hamburg-Ämcrikanischen Packetfahrt� Ms.ang durch sellschaft ist, von Hamburg kommend, am 12. c. in ju"«n allerd eingetroffen.. HE«Och njx, Wien, Dienstag, 14. Febr. Nachdem die durch 4 lawinen gestörte Brücke der Arlbergbahn wieder ff" worden, ist heute der Verkehr auf dieser Bahn nommen.. London, Montag, 13. Februar. Der Union „Merican" hat heute auf der Ausreise Lissabon passiv. (Dach Schluß der Redaktion eingetrost«"' London, Dienstag, 14. Februar. Das Oberh«� die erste Lesung der Bill betreffend die Regelung«Li, bahn- und Kanalverkehrs an.— Im Untcrhause erwidert«..j, staatssekrctär des Aeußern, Fergusson, auf eine bcM�, frage, er habe bereits erklärt, daß die Regierung aufi««. Hause bekannten Engagements keine weiteren eingegangen sei, durch welche eine militäril>ffff.-j!> Englands, die selbsttedend auch eine solche zur See würde, zugesagt werde. Der Schriftwechsel mit den europäischen Staaten über die gegenwärtige nicht vorgelegt werden. Labouchöre fragt ....... zu (Wolffs Telegrapben-Bureau.) Dienstag, 14. Februar. Der. m Sf, "gentli UT will. Aus Sa 9ei �»treten. 1-«q»i Vornan diese Antwort dahin zu verstehen sei� daß*1 �"ollen% keinerlei Abmachung bestehe, selbst ohne Zusage e>n«s. � w- schen Aktion Englands zur See. Fergusson erklarte h«Ilxz' sei nicht in der Lage, eine weitere Antwort zu gebcm :«eiste' d: «n von Markthalle«- Kerlcht von Z. Kandman«» Verlaussvermittler. Berlin, den 13. Februar 1888. Temperatur in der Halle 5 Grad Reaumur.. Butter.(Reine Naturbuttcr.) 1. Feinste bmtt Vormittags. Eier 2,70-4,10-- netto ohne Abzug P- 06 � 7 Med eier- M. p. Schck. � S Käse. Jmportirter Emmenthal er—87,. jffM Schweizer 35—50—63, Ouadrat-Backstein 8—1- burger 20—30—35, Rheinischer Holländer Käse oS- pr. Ztr., Edamer 58—68, Harzer—3,00 M- Dtsche. Camembert— M. pr. Dtz. Neufchatcl ~" Fleisch. Rindfleisch 27-40-53, Kalbfleisch(mit�z Z-£ J*t 30—40—55, Hammel 35—40—45, Schweinefleisch 38 Apg Pfund, Schinken geräuchert mit Knochen 70—85 Pf""~ 50-60 Pf. pr. Pfund., w 7-- Gcflügel, lebend. Gänse la---, iu"8 j Oft. Enten 1,20-1,50-2,25 M., junge Hühner 80% S Hühner 1,20-1,70, Tauben 35-50 Pf. pr. 3,00— 5,00 M.— A)< Geflügel, fett, geschlachtet. Fette Gänse 55— �\ tte Enten 55-80 Pf. pr. Pfd., Puten 45- lfd., Tauben 38-55 Pf., Hühner 0,90-1,20-N J B �ßer. Sn y* m Pf Verantwortlicher Redakteur: Cronhel« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Fading in Berlin 8W., Beuthstraße 2. 4