ation noch< gegen e ,D» Veiw end erklärt gegenüber mnde die damit die. 'ch dasselbe� ndig ignorm enz, die :ik nicht l n Gehilfen ch mit dem rmmelten m somit nach Ausnx-. hier in Belle Fabrikanten« igsverträge M Lieferanten m> ihrem endliche« ganzen nd flfeinmef ?e" werden 40 PlMtterstag. den 16. Fkdrnar 1888. 5. Jahrg. MnWlMll Drgan für die Interessen der Arbeiter. Da».Berliner Volksblatt- liglich Norgenö außer nach Sonn« und Festtagen. AbonnementSpreit für Berlin frei nietteljährlich 4 Mark, monatlich IIS Man, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement m). einzelne Rummer 6 Pf. Sonntags-Nummer mtt dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. («ingetrazen in der Postzeitungsvreisliste für 1888 unier Rr. 849.) smirther «eilen Wol ern schon zu erleichtern� um eine ni» Versammlen« in„Sanssov� >umann eine» indrr. Mitt� csammlung,\ I. Abrechnung� Versammln�&- t luß des Änpn Friede ist ein köstlich Gut und deshalb von den JnsertiouSaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufttägen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition, Berlin SV,'., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. KedaKtio«: Kenthftraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Der Dritte im Kunde. ' Friede ist ein köstlich Gut und deshalb allen Zeiten hoch geschätzt worden. Was Wunder, ■ halb die Machhaber aller Zeiten sich stets mit dem «W 9= TW£i* KC1Ä ier Brunn""1*[. �negzlust verfügte— obwohl es Unrecht wäre, bei den k J�nege, die er geführt, ihn als Urheber verantwort- -«l fon.—- liebte es in seinen Manifesten und An- 1 französische Nation, sich stets als den Fried- öf fn ,, anzustellen, den nur der„böse Nachbar" nicht in rein„Caca j. ließ, Napoleon III. aber hatte in diesem Punkte psfmnm'a'M rr]!e�em___ L___ r.s f.:__- DWWDW Heilung von. J der Friede." Die ofsiziösen Pariser Blätter leit- wltei" Abon M damals über dieses Thema mit derselben Herzens- 'VIS wie wenn heute unsere„Nordd. Allg."eineAb- bringt über— die Gedankenfreiheit in Deutsch- e Verehrer des dritten Napoleons sahen in dem- "b m dem von ihm inaugurirten System so wenig fenschaftlicb" Uhr iin* t und Uebui üd-Berlin itin"ÄemdsRI�llen und Kriegsgefahren, als Herr v. Bennigsen -e g'� ArM Deutschland einen Schatten von Reaktion ,u ent- Uhr' im f' n ehemablvf Restaurant r „Wrangol raße 191-• SReftaiWL nüthlichlw iraße eutschland einen Schatten von Reaktion zu ent- - bildlich ist, wenn man der offiziösen Presie und JMrimgen unserer Staatsmänner glauben darf, das mitteleuropäischen Mächte der Friedenshort. Noch \ � Äthren oblag diese Aufgabe dem Dreikaiser- l878 vollständig in die Brüche gegangen äke' löl-" T" daß er überhaupt jemals ernst zu nehmen Rcstaurvvl f die neuen Friedenshüter anbelangt, so stehen gt" Abends auszusprechen, daß wir voll und ganz an die �uicL der Worte glauben, wenn unser leitender Uijj. versichert, Deutschland habe absolut keine & peschenj :au.) Der M iacketfahrri?' 2. c. in St-I irgend einem seiner Nachbarn Händel zu �lK-nd ist eb� durch die drei Kriege, die zu seiner »?„, 8 geführt haben, in die glückliche Lage ge- 'Kim J.ch keinen Wunsch mehr zu haben, besten hdm„ ch einen weiteren Krieg erst denkbar wäre. ! duerdingz noch Millionen Deutsche in Europa, �il Z.,mcht dem Deutschen Reiche einverleibt sind, und h Unserer KtammeSaennssen in 5)esterrelcb scbeint �wieder unserer Stammesgenosten in Oesterreich scheint Bahn nnedMi,� angenehm zu empfinden. Zndeß jeder Politiker, Der Union- ibon passtri ingetroffen- as OberhoU* «egeluna d' j! »II»#,«! Ä'-ZE »artige t-Oß, S'»° ÄÄ zu geben- daß das Schicksal, welches Napoleon I. llun»?sichi stellte, nämlich kosakisch zu werden, ei«,8 gehe, der muß für die Erhaltung Oester- ."en. Oesterreich ist aber nicht denkbar ohne KeuMeton. Der Crbe. [38 (Ka�bratf Dttlcttn.) an von Friedrich Gerstäcker. 1888. 41� ei)�] Müller warf ihm einen nichts weniger als '»tttb" 3" und stteg dann, ohne eS weiter der Ihz 8 D halten, ihm noch eine Antwort zu geben, ifcet �dPiche in den Weg gestreute Schuh- und Leder- jkw. v"' HandwerkSgeräth und andere derartige 8 ver Thür zu, welche, wie sie aus früheren �tt?» Wohn- und Schiafzimmer der Heßberger- iiht»_ t,on der Werkstätte abschloß. Sie klopfte auch »Ijchp"ge an, wartete wenigstens nicht einmal den -iw—■ f»'riiner" ,ruf ab, sondern trat in demselben Moment Tischbuttri' aW wieder ein greller Blitz über den Himmel M., ü.? eich darauf, aber doch etwas später als bisher, täglich uw umpfer Donner hinterdrein rollte. Das Gewitter '"deinen ��"dergezogen, und nur der Regen goß noch -kfu Donnerschlag— selber ein kleines Gewitter barkrf«der Madame Müller auf der Schwelle, rief Gruß schon, den sie der Herrin vom Hause fotn"�uten Tag, Frau Heßberger, ich habe'was T''bber � deutete nicht viel Gutes. tm:t ii, M' mit 8lr' obgleich er keine Ahnung hatte, was die bkß TÄS".5 . Ä. ner sich und die Frau Müller schrie, so be- pr.. il�en�., 3eiten, wenigstens einen lästigen Zeugen , ,, eO�Ji!>b>Urde n Mensch konnte ja sagen, was da ver- nse so gg 9 �ajhof r 7° � brummte er deshalb, eben nicht besonders IM be|'otg'®� können Schicht machen und mir noch 7°--»- wT rfchatel i seine deutschen Provinzen. Ob das später, wenn die große Auseindersetzung auf der Balkanhalbinsel stattgefunden hat und die österreichischen Fahnen in dem Hafen von Saloniki wehen, einmal anders werden wird, darüber brauchen wir uns heute die Köpfe nicht zu zerbrechen. Für jetzt und die nächst absehbare Zeit gilt nur, daß allen jenen, denen vor der preußischen Knute graut und die des- halb nicht wünschen, daß Deutschland jemals wieder um die Gunst des russischen Zar's buhlt, daran liegen muß, Oesterreichs Macht nicht zu schmähen, sondern dasselbe unS als starken und treuen Bundesgenossen zu erhalten. Muß aber sogar der Wunsch schweigen, mit unseren Stammesgenosten in Oesterreich anders als durd�ein Schutz- und Trutzbündniß der beiden Staaten vereint zu sein, so liegt unS natürlich erst recht ferne, die Zahl der innerhalb der deutschen Grenzen bereits lebenden Polen und Fran- zosen durch Eroberungen noch zu vermehren. Wir erlauben unS sogar der Meinung zu sein, daß wir von diesen unseren Landsleuten wider Willen sogar eine gute Partie entbehren könnten, ohne daß dadurch Deutschlands Stärke im gerinsten litte. Das Gegentheil dürfte sogar viel eher der Fall sein. Für Deutschland besteht absolut kein vernünftiger Grund, mit irgend einem seiner Nachbarn Händel anzufangen, selbst nicht der, dadurch innere Schwierigkeiten zu überwinden und zum Schweigen zu bringen. Denn unsere Regierung ist heute im Innern so mächtig wie keine zweite in Europa, und die Ausschlag gebenden Parteien denken nicht etwa daran, hieran etwas zu ändern, im Gegentheil, sie sind mit Eifer bestrebt, die Macht der Regierung sogar auf Kosten der Volksvertretung noch zu erhöhen, wie der Antrag auf Verlängerung der Legislaturperioden zeigt. Ob das fteilich immer so bleiben wird, das ist eine andere Frage, jetzt aber ist eS so, und wir haben es eben nur mit dem Jetzt zu thun. Ebenso wie wir von der Wahrheit der deutschen Friedens- liebe überzeugt sind, ebenso trauen wir auch Oesterreich keine kriegerischen Neigungen zu. Daß dieses Land der Auftheilung der türkischen Erbschaft auf der Balkanhalbisnel nicht ruhig zusehen wird und daß es schließlich dafür Sorge tragen wird, sich den Weg zum Mitteliändischen Meere freier zu gestalten, als dies heute der Fall ist, ist gewiß sicher. Dies kann aber geschehen, ohne die Jnteresten einer der europäischen Mächte zu verletzen, selbst die Rußlands nicht, wenn dasselbe die Anmaßung aufgiebt, die ausschließliche slavische Vormacht zu sein. So sehr wir aber von der Auftichtigkeit der Friedens- Versicherungen der beiden deutschen Großmächte überzeugt sind, so wenig glauben wir an die Aufrichtigkeit dieser Be- theuerungen, wenn dieselben aus dem Munde italienischer Staatsmänner kommen, dieser Macht, welche uns ja als „Aber ich möchte so gern noch den Schuh fertig machen," sagte der Geselle, denn in der Nebenstube wurden die Stimmen schon etwas lauter, und er wünschte vielleicht ebenfalls, einen etwa entstehenden Zank mit anzuhören, der sicherlich der Mühe werth sein mußte. Seine Meisterin kannte er, was ihre Zunge betraf; die eben gekommene Frau sah auch nicht so aus, als ob eS ihr an den Sprach- Werkzeugen fehle, und Es schwankt der Sieg, wenn Griech' auf Grieche trifft. Sein Meister mochte aber Verdacht geschöpft haben, daß ein anderer Wunsch, als nur den alten Schuh fertig zu bekommen, in seinem Herzen lauere. Zeit war auch nicht zu versäumen, denn Madame Müller schien nicht viel zu verlieren, und er sagte deshalb hastig:„Machen Sie em bischen zu— die Stiefel sollten schon um drei Uhr beim Herrn Geheimen Obergerichtsrath sein." „Ja, aber Meister, die bringen doch sonst immer die Zungen fort. Das ist doch nicht meine Sache..." „Das weiß ich wohl; ich will es auch nicht for Plesir haben," sagte Heßberger, der sich augenscheinlich die größte Mühe geben mußte, höflich zu bleiben.„Hier sind fünf Groschen, da trinken Sie einmal auf meine Gesundheit— aber machen Sie ein bischen— alleh Backhof— und hier, nehmen Sie dem Herrn Geheimen Obergerichtsrath gleich die quittirte Rechnung mit." Backhof, der Gesell, merkte wohl, daß ihn der Meister unter jeder Bedingung los sein wollte, und eS wäre doch jetzt hier so hübsch gewesen— gerade ging's da drinnen loS. Aber er hatte auch nicht gut einen Vorwand, da zu bleiben; die fünf Groschen lockten ihn ebenfalls. Er stand auf, warf sein Schurzfell ab und zog den am Nagel hängen- den Rock an, dann nahm er Rechnung und Stiefel und ging damit hinaus, immer noch in der Hoffnung, auch dort etwas zu hören. Darin sah er sich jedoch getäuscht, denn die dazwischen liegende Küche war wie gewöhnlich ab- geschlosten-Meister 0eni).tcn je�t noch die Lehrjungen, aber doch nicht so viel, als es der Geselle gethan hätte, denn die waren eine etwas lebhafte Unterhaltung im Hause schon gewohnt und— konnten nicht die Kondition wechseln, sie die Dritte im Bunde der Friedensmächte vorgestellt wird. Italien ist weniger aus eigener Kraft, als durch Zusammen- treffen glücklicher Umstände, zu seiner Einigkeit gelangt und es befindet sich heute in der glücklichen Lage, daß, wenn eS selbst Ruhe halten will, wohl keine andere Macht je daran denken wird, sich an italienischem Besitz zu vergreifen. Daß das heutige Deutsche Reich jemals die Politik der Hohenstaufen wieder aufnehmen könnte und deutsche Heerhaufen über die Alpen gehen werden, das ist einfach ausgeschloffen und unmöglich. Aber auch Oesterreich, das ja die Erbschaft deS alten römisch- deutschen Reiches in Italien antrat und bis zum Jahre 1866 auch zu behaupten suchte, hat längst darauf verzichtet, seine Herrschaft auf seine früheren italienischen Provinzen jenseits der Etsch und des Mincio wieder auSzu- dehnen. Ebenso wenig aber wie in Deutschland und Oester- reich denkt in Frankreich jemand daran, an dem Besitzstand des italienischen Reiches zu rütteln, oder den berechtigten Einfluß dieser Nation in Europa zu schmälern. Italien also befindet sich den möglichen europäischen Händeln gegen- über, nach England, wohl in der verhältnißmäßig günstigsten Lage, trotzdem aber macht gerade dieses Land mit die riesig- sten Anstrengungen, um sowohl Heer als Flotte auf einen Fuß zu bringen, der eigentlich weit über die Kräfte deS Landes hinausgeht. Daß dieses nicht geschieht zu Vertheidigungszwecken, liegt auf der Hand, denn niemand bedroht Italien, auch Frankreich nicht, das seine Kriegsvorkehrungen Italien gegen- über überall nur auf die Defensive einrichtet. Italien muß also an Eroberungen denken, und es denkt auch daran. Jahre lang war eS der ersichtliche Zweck der italienischen Kriegsvorbereitungen, sich zu einer Auseinandersetzung mit Oesterreich bereit zu machen, dem man Süd- tirol, Jstrien mit Trieft abzunehmen große Neigung hatte. Noch zur Zeit, als Bismarck in Wien weilte, um dort einen Anhalt zu suchen, nachdem die russi- sche Freundschaft ein Loch bekommen hatte, veröffentlichte der österreichische Oberst im Generalstab, Ritter v. Haymerle, ein Bruder des damaligen österreichischen Kanzlers, ein Buch über Italien, in dem er von den Forderungen der italienischen Aktionsparteien— wozu damals auch Herr Crispi gehörte— sagte, daß mit„deren Theorien man direkt auf die Bahn des RaubsystemS und des internationalen Sozialismus gerathen würde." Was der internationale Sozialismus fteilich mit der italienischen Eroberungspolitik zu thun haben soll, ist nicht ersichtlich, sicher aber ist, daß Italiens Politik— seitdem eS im eigenen Lande nichts mehr zu punktiren giebt, und da hat ja die herrschende Partei, von den Kirchengütern ange- fangen bis zum letzten Landfetzcn deS lombardischen Bauer« herab, so ziemlich alles an sich geriffen— ihr Augenmerk mußten im Hause bleiben, dursten also nichts daraus schwatzen, oder— der Teufel sollte sie bei lebendigem Leibe holen! Er ging auch wirklich selber wieder zu seiner Ar- beit zurück, aber es war keine Andacht dabei. Die großen, schweren Tropfen schlugen draußen gegen die Scheiben, daß sie das Zimmer fast dunkel machten, und da drinnen wurden die beiden Damen immer lauter und heftiger. DaS ging nicht mehr, er mußte da einschreiten oder doch wenigstens erfahren, um was es sich handelte; denn was ihn dabei beunruhigte, war, daß er die Stimme seiner Frau gar nicht so scharf hervor hörte; Madame Müller schien ziemlich allein das Wort zu führen, und da» konnte unmöglich ein gutes Zeichen sein. Wenn die Frau Heßberger eine gute oder doch wenigstens haltbare Sache hatte, sprach sie auch gewöhnlich mit— und wie! Er fühlte sich nicht mehr behaglich auf seinem Schemel. Er stand auf, band sich anstandshalber das Schurzfell ab, wobei sich die Jungen schon wieder untereinander anstießen, fuhr in den schwarzen, abgeschabten Frack hinein, und dann sein fettglänzendes Mützchen abnehmend und die Haare vorn in die Stirn streichend— es war dies die einzige Art, wie er seine Frisur arrangirte—, drehte er sich noch einmal gegen die Zungen um und sagte:„Daß mir keiner von Euch von seinem Schämbel aufsteht, oder— Ihr wißt wohl..." Und damit stieg er nach der Thür hinüber. Als er sie öffnete, fand er die Damen in sehr leb- hafter Unterhaltung. Frau Heßberger hatte ftiedlich, trotz Blitz und Donner- wetter, am Fenster geseffen und eine etwas sehr schadhaft gewordene Unterjacke ihres Gemahls ausgebeffert Sie be- schäftigte sich allerdings in geeigneten Stunden vortheil- hafter mit der höheren Magie, mit Kartenlegen und Prophezeien, wofür sie, wunderbarer Weise, in Alburg ein sehr gläubiges Publikum fand. Aber die nothwendigen Hausarbeiten mutzten doch auch erledigt werden, und Fran Heßberger war die richtige Frau dazu, um daö zu besorgen. Und dazwischen zuckte der Blitz und praffelte der Donner; aber wie eine nur von metallenen Rädern ab- hängige Maschine saß sie dazwischen und rührte und regte nur mehr darauf gerichtet hat, Eroberungen außerhalb der LandeSgrenzen zu machen. Es ist notorisch, daß Italien in kern albanischen Theilen des türkischen Reiches Beziehungen unterhält, um die dortige Bevölkerung auf einen «venwellen Anschluß an Italien vorzubereiten. Dasielbe Spiel, wenn auch versteckter, wird, trotz aller Bündnisse, noch mit den italienischen Einwohnern Oesterreichs getrieben. Daß Italien außerdem Nizza und Savoyen wieder sein eigen nennen möchte, ist vielleicht die natürlichste und deshalb ent- schuldbarste seiner Aspirationen. In Afrika hat sich Italien in Masiauah festgesetzt und äugelt es lüstern nach Tripolis, das eS bei der Auftheilung der Türkei sicher ein- zuheimsen hofft. Wir verargen eS den Italienern nun keineswegs, wenn sie an der afrikanischen Küste Kolonien haben wollen, für eine Mittelmeer-Macht ist dieses Bestreben sogar sehr natür- lich. Weniger Geschack finden wir aber an ihren Wünschen auf österreichisches Gebiet, und von Trieft erwarten wir, daß, wenn es einmal seinen Herrn wechseln sollte, eS dann ein deutscher Hafen werde. Unter keinen Umständen aber können wir in einer Macht, deren Dichten und Trachten nur nach neuem Besitz und Ausdehnung der Grenzen gerichtet ist, einen Friedenshort erblicken. Italien braucht zwar keinen Krieg, aber es hofft auf ihn und wünscht ihn, um seine Macht auszudehnen. WaS aber hat es dann im„Friedens- bund" zu thun. Wir können uns nicht helfen, dieser„Dritte im Bunde" will uns gar nicht gefallen. Nriginak'�rresponämzm. Taudou, den 12. Februar. Die Eröffnung des Parlaments bat die Verlegenheiten der Regierung noch wesentlich gesteigert. Englische Minister können stch nicht über die Volksvertretung vornehm hinwegsetzen; sie müssen die Kritik hinnehmen und Rede stehen. Und das Dutzend irischer Abgeordneten i m G e- f ä n a n i ß ist vielleicht noch gefährlicher und unbequemer als die sechs Dutzend im Unter Hause. Daß es in der bis- herigen Weise nicht mehr lange fortgeht, das sehen die Minister auch sehr wohl ein. Diese Politik der Gewaltthätigkeit, welche überall an die Schranken des Gesetzes anstößt und nie zu ihren eigenen Konsequenzen gelangt, ist ein Widerspruch in stch selbst. In Rußland, in Teutschland ließe eine solche Politik sich zur Roth auf einige Zeit durchführen, aber in einem freien Lande ist sie auf die Dauer einfach eine Unmöglichkeit. Ausnahmegesetz und Freiheit paßt nicht zusammen. Die deutsche Regierung hat die sozialistische Presse beinahe zerstören müssen, um das Sozialistengesetz durchzuführen. Und trotzdem ist sie nicht ans Ziel gekommen. In wie viel schlimmerer Lage ist nun erst die englische Regierung, welche die irische Nationalpreffe nicht unterdrucken kann, und wenn sie es versuchte, in der englischen Presse eine nicht zu überwindende Gegnerschaft finden würde. Ich weiß, auch in England war die Preßfreihcit schon unterdrückt, und das englische Volk hat Jahrhunderte lang das Zwangsregiment über Irland geduldet. Aber das waren andere Zeiten. Eine Knebelung der englischen Presse wird nur noch einmal mög- lich sein: unter dem Eindruck des rothen Gespenstes, das jedoch vorläufig, hier zu Land keine Rolle spielt und, falls John Bull -" iöticKt"'' feine Kaltblütigkeit bewahrt, auch niemals spielen wird. Und was die irische Frage betrifft, so hat, wie schon früher ange- deut.t, ein vollständiger Umschwung der öffentlichen Meinung und des öffentlichen Gefühls in England stattgefunden. Die verächtliche Abneigung, mit der die Engländer Jabrhunderte lang die Jrländer betrachteten, hat einer gewissen Syinpathie Platz gemacht, und die Masse der Engländer ist nicht mehr in der Stimmung, Alles, was den Jrländern geschieht, ohne wei- teres gutzuheißen. Schon vor vielen Jahren sprach Schreiber dieses es aus, daß die irische Frage nur zwei Lösungen finden könne: entweder Ausrottung der Jrländer oder Befreiung Irlands durch die Engländer. Glücklicherweise find wir jetzt auf dem besten Wege zu der zweiten Lösung. Den Jrländern, unterstützt von der Logik der Thatsachen, ist es gelungen, die tief- und langeingewurzelte nationale Antipathie der Engländer zu überwinden. Die Jrländer haben England„moralisch erobert". Sie gelten nicht mehr als Staatsbürger zweiter Klasse, nicht mehr als politische Viviscktions- thiere, die man nicht zu schonen und mit denen man kein Mit- leid zu haben braucht. Ich würde natürlich zu weit gehen, wollte ich behaupten, daß jeder Engländer die Jrländer jetzt mit unbefangeneren, freundlicheren Augen betrachte, aber die große Mehrzahl des Volkes thut es unzweifelhaft. Und vor allem Hut cs die Ar- beiterklaffe, deren indirekter politischer Einfluß in England bereits maßgebend ist, so geringfügig auch ihr diretter Einfluß noch fein mag. Hätten die Jrländer zu den Waffen gegriffen, so wurde sich nicht weiter, als eS ihre Arbeit erforderte. Sie blinzelte nicht mit den Augen, wenn das gelbe, grelle Licht durch das Zimmer zischte, sie fuhr nicht zusammen, wenn der Donner das HauS in seinen Grundfesten zu erschüttern drohte — sie hatte überhaupt keine Nerven, die das möglich machen konnten. Drinnen in der Werkstatt hörte sie eine Stimme, aber sie achtete nicht darauf. Der Besuch, der zu ihr kam— verschleierte Damen gewöhnlich, manchmal in Begleitung von jungen Herren— traf erst in viel späterer Stunde und bei vollständig angebrochener Dunkelheit ein, was früher kam, wollte nur Stiefel oder Schuhe haben. Da klopfte eS plötzlich, und wie sie ein halberstauntes „Herein!" rief, stand auch schon, mit prasselndem Donner, eine fremde Frau auf der Schwelle, deren Züge sie sich nicht einmal, mit anderen Personen im Kopfe, gleich zurück mS Gedächtniß rief. Der Frau selbst schien aber gar nichts daran gelegen, sie lange über sich in Zweifel zu lassen, denn sowie sie nur die Schwelle betrat, sagte sie schon mit ihrer etwas tiefen Altstimme, den Raum dabei mit den Blicken überfliegend: „Guten Tag, Frau Heßberger! Ich Hab' mit Ihnen zu reden." „Madame Müller, so wahr ich einst selig zu werden hoffe!" rief Frau Heßberger und nicht einmal in gekün- steltem Erstaunen aus, denn so gut und genau sie die Frau kannte, so lange Zeit war verflossen, seit sie dieselbe nicht gesehen.„Ei, was verschafft mir denn die Ehre eines so unverhofften Besuches? Freue mich doch wirklich sehr!" „Wollen wir erst abwarten," sagte Madame Müller, noch immer den triefenden Schirm in der Hand, mit dem sie schon eine lange, nasse Goffe über Leder und Leisten ge- zogen und jetzt anfing, einen kleinen See in der Stube zu bilden.„Thut mir leid, daß ich das Zimmer naß mache, aber ich weiß nicht, wobin mit dem Schirm; geben Sie einmal einen von den Blumenuntersetzern her— da« Wetter ist schuld." Frau Heßberger gehorchte wunderbarer Weise äugen- blicklich der Aufforderung und würde dadurch besonders die der Aufstand in Blut erstickt worden sein und das englische Volk wäre seiner Regierung nicht in den Arm gefallen. Und hätten die Jrländer sich für die Dynamitpolitik entschieden, die ihnen von dem englischen Polizeiagent O'Donnovan. Rossa — denn daS war er, wie jetzt nachgewiesen ist— so warm empfohlen wurde, dann hätte Lord Salisbury freie Hand gegen Irland. Es ist eine Thatsache, daß die Dynamitattentate — namentlich daS Bubenstück auf der unterirdischen Bahn, das so vielm Unschuldigen verderblich wurde— eine große Er- bitterung gegen die Jrländer im englischen Volke erzeugt haben, und'gerade die Klaffe, auf der die einzige Hoffnung Irlands beruht — die Arbeiterklasse—, den Jrländern entfremdete. Nun— der„falsche Bruder" wurde noch rechtzeitig ent- larvt und beseitigt: die Jrländer haben an das Rechtsgefühl und die Menschlichkeit des englischen Volks appellirt. Und mit Erfolg. Sie haben es mit außerordentlichem Geschick verstanden, die englische Regierung in's Unrecht zu setzen und durch ihre bewundernswürdige Mäßigung die Politik der Gewaltthätigkeit ad abiurdum zu reduziren. Zu keiner Zeit— das ist statistisch festgestellt— find Ver- brechen gegen die Person in Irland so selten gewesen, wie gerade jetzt. Die Organe der Regierung behaupten, das sei die Sünstige Wirkung der Rcpresfionspolitik. Das ist aber dummes leug. Die natürliche Wirkung der Represfionspolttik mußte das Gegentheil sein: eine Zunahme der Gewaltthätigketten. Der Tan und die Tattik der Jrländer haben diese natürliche Wirkung aufgehoben. Sie sagten fich:„Greifen wir zur Ge- walt, so nützen wir damit nur der Rcgiemng, indem wir ihr Gelegenheit und Vorwand zu weiteren Gewaltmaßregeln geben und uns die Sympathien des englischen Volkes verscherzen. Zeigen wir durch unsere Ruhe England und der Welt, daß wir kein Unrecht thun, aber schweres Unrecht leiden!"— Es ist dies ein glorreicher Triumph der Vernunft über die Leidenschaft;— doppelt glorreich bei einem so leidenschafttichen Volk, wie die Jrländer es find. Genug— Dank dieser klugen Tattik der Jrländer hat die irische Politik Lord Salisbury's Schiffbruch gelitten. Die Maffeneinsperrung irischer Agitatoren und Parlamentsmitglieder stößt auf allgemeine und wachsende Mißbilligung, und sehr bald wird der Ministerpräfident fich vor die Frage gestellt sehen: soll die gegenwärtige, oder soll eine andere Regierung die Forde- mngen der Jrländer dewilligen. Daß es nicht schon vor Jahresfrist so weit war, ist wesent- lich dem Umstände zu verdanken, daß Gladstone in seiner dema- gogischen Ueberstürzung den in den Engländern sehr starken Gedanken der Reichseinheit nicht genügend berücksichtigt hat. In eine Lostrennung Irlands von England wird die Masse des englischen Volks nicht willigen; allein die Forderungen der Jrländer lassen fich ja im ausgedehntesten Maße und im demo- kratischsten Geiste verwirklichen, ohne daß die für Englands politische Stellung unbedingt nothwendige Reichseinhert er- schüttelt oder gar zerstört wird. Politische Ueverstcht. In den Erörterungen über die politische Situation kommt immer mehr die Anficht zum Durchbruch, daß Rußland die Verantwottung nicht überuehmen wird, als Störer des Weltfriedens aufzutteten und einen europäischen Krieg zu entzünden. Der letzte Berliner Artikel der„Polit. Korresp.", der als wahren Beweggrund zur Veröffentlichung des deutsch- österreichischen Vertrages und der Rede des Fürsten Bismarck den Gesichtspunkt bezeichnet, daß man der ganzen Welt habe zeigen wollen, die Wiederherstellung der Ruhe in Europa liege n erster Hand bei Rußland, soll direkt aus dem Auswärtigen Amt stammen, aber auch ohne diesen offiziösen Hinweis war es wohl von Anfang an klar, daß einer der Hauptzwecke der Bis- marck'schen Rede die deutliche Kennzeichnung der Verantwort- lichkeit war. Mit Rückficht darauf meint die„fliationalzeitung": „Werdarauf wartet, daß vom heutigenRußland etwas geschehen solle, der wird fich regelmäßig betrogen finden, wer dagegen annimmt, daß nichts geschieht, hat große Aussicht, Recht zu behalten." Auch die„Vosfische Zeitung" ist der Ansicht, daß Rußland fich für die nächste Zeit, wenn auch widerwillig, in die ihm be- rettete Lage finden werde, und ebenso erblickt die„Kreuzzeitung" eine„gewisse Garantie für den Frieden in dem Fehlen eines greifbaren Vorwandes für ein gcwaltthätiges Vorgehen und in der Scheu vor der äußeren Verantwortlichkeit für den Friedens- brück). Rußland war auch vor der Rede des Fürsten Bismarck gewiß schon genau unterrichtet, welcher mächtigen Koalition es rm Falle eines Krieges gegenüberstehen würde, und wer den Leitern des rusfichen Staates nicht selbstmörderische Verblendung zuschreibt, wird vorläufig an der Erhaltung der Friedens nicht zweifeln dürfen."— So hätte denn Europa wieder den Frieden und die Ruhe, bis es irgendwelche Interessen wieder gebieterisch fordern, die ganze Welt in Aufregung und Sorgen zu versetzen. Es ist klar, daß Deutschland niemals„das Karnickel" rst, welches anfängt, die Million Soldaten an jeder Grenzesollen«den wahrscheinlich nur zur künstlenschen AusschmückungDeutschlands dienen. Rußland, so wird übrigens noch von anderer Seite offiziös verfichert, ist durch die Erklärungen des Fürsten Bismarck in so hohem Grade Lehrjungen, wenn sie hätten Zeugen sein können, sehr in Erstaunen gesetzt haben; die Madame Müller stellte des- halb ihren Schirm dort ein, denn sie war selber viel zu reinlich und hielt bei sich zu Hause zu sehr auf Ordnung, um eine andere Stube zu beschmutzen. Sobald sie ihr „Regendach" aber untergebracht sah, drehte sie fich auch gegen des Schuhmachers Gattin um. „So— und jetzt haben wir ein paar Worte mit ein- ander zu wechseln, Madame Heßberger, wenn eS Ihnen recht ist," sagte Madame Müller, aber gleich in einem so entschiedenen Ton, daß man ihm wohl anhörte, sie würde eben reden, ob es recht wäre oder nicht. „Wir Beiden, Madame Müller? Aber wollen Sie denn nicht Platz nehmen? Sie stehen ja da an der Thür..." „Sagen Sie einmal, Frau Heßberger," fuhr die Frau fort, ohne die Einladung weiter zu beachten,„was haben Sie denn von mir in der Stadt erzählt, wenn ich fragen darf?" „Ich? Von Ihnen?" sagte des Schusters Frau, doch nicht mit einem recht reinen Gewissen, denn sie sprach gewöhnlich sehr viel über andere Leute und nie etwas Gutes, und fühlte sich natürlich nicht so recht sicher, daß irgend eine oder die andere Bemerkung einem oder dem anderen der Betreffenden zu Ohren gekommen sein konnte. Jeden- falls mußte sie erst hören, um was eS sich eigentlich handle. „Und was sollte ich von Ihnen gesprochen haben? WaS hätte ich denn eigentlich sprechen oder erzählen können? Ich weiß ja doch gar nichts von Ihnen\" „Desto schlimmer, Frau Heßberger, desto schlimmer," rief Madame Müller, keineswegs gesonnen, sich auf solche sum- mansche Weise abspeisen zu lassen; auf anfänaliches Leugnen war sie überdies gefaßt.„Aber aus der Luft greifen'« die Leute nicht, das ist nicht möglich, und Ihre Zunge kenn' ich, die ist in der ganzen Stadt bekannt!" „Hören Sie, Madame Müller," sagte Frau Heßberger, doch jetzt auch ein bischen warm werdend, obgleich sie noch I«' immer sehr zurückhielt, denn sie mußte erst wissen, auf was die Frau eigentlich abzielte,„beleidigen brauche ich mich hier befnedigt, daß— entsprächen demnächst die Thate» o«n.- schen Reichskanzlers seinen Worten— ein Grund f Im können„Wl befürchtungen schlechterdings nicht vorläge. Ebenso Mnqendcn Str wie man in Petersburg von den Stipulationen»»ichsimnaere österreichischen Vertrages Kenntniß genommen i[e?ie äkJclbefrift übrigens dem dortigen Kabinete kein Gcheimniߣ£? e lich aufectbalh ebenso freudig habe man die Auslassungen deS?>« um 30. Teotemk marck begrüßt, aus denen wahre Friedensliebe uni imtk natb 3V,.l richtige Bestreben hervorleuchte, dem rusfischen Einfluß sMe be« ftnlnr den Einfluß, der Rußland in Bulgarien sowohl naib ti Aufaebots< lincr Vertrage als auch nach der Stellung dieser Mas% j freier Bulgariens gebührt, herzustellen, wenn dies nial% Landwcbr« mitteleuropäischen Staaten entzweien könnte." Die des Zaren habe die Ueberzeugung, daß Fürst Bism-« an@ seinen Motten nicht werde bewenden lassen, und 9|nbe gattsche Frage sehr bald in das Stadium einer frieblwlitett„Fr0mmp" matischen Aktion treten werde. Je früher dies yesckiI schneller wird Europa die langersehnte Ruhe nncöfttptt. Dettelb- s Was hat's also für Roth'? Und woher kommt deo�D,, plötzlich die friedliche Gesinnung?— Hier könnten' die Gewaltigen der Börse den geheimnißvollen S>'' Die hinterpommerschen Konservativen in ihrem Besttz befindlichen Reichstagsmandate g> als Familicnbesttzstücke zu betrachten. So haben W vattven an Stelle des Polizeipräsidenten v. Köller ss« gewesen sein, Mitglied der Familie, v. Köller-Hof, aufgestellt. M' leibst zu v servative scheinen das Reichstagsmandat als Köllerschesi% Bordellwittl wollen und empseV�Mtsache von? fideikommiß nicht anerkennen zu________________„_____ Major a. D. v. Naumann. Das Mandat soll als« ächtet die„N Familie bleiben. Kann man da nicht wirklich sagen: fi Blättern. Kölker, es wird immer„Völler?"„ �Aelagerungsz Der„Krenneitnug" in» Stammbuch. In•J«" einräum schieden antisoziodistischen„Pittsburgher Volksblatt, Äne weiteres folgendes:„Herr Rappapott, der Redakteur der/'ss oon Poli Tribüne", hat seit mehreren Wochen einen Prozeß P""diente die englische Zeitung„Sentinel" geführt und denselben ßi«„frrnnrr roonnen. Der„Sentinel", dessen Reporter natürlich die f+4.■±1,;, verstehen, hatte eine sozialistische Rede Rappaports des« jsintralleitu w" destehe gefärbt und gefälscht, daß Rappapott als bomb �"schiedene Fa icher Pascha ■1 auch von brachten so ein recht fassen Anarchist im"„Sentinel"" geschildert wurde. 4 Anarchismus stets in der entschieden�«. �•> gel Rappapott den Anarchismus stets in der entschiedennpf«. bekämpft, und da es ihm natürlich nicht gleichgiltig%«in, tin früher bei dem englisch lesenden Theil des Jndranopoliser l Mer der Volk- als Befürworter desjenigen zu gelten; was er seit flutp«ordnete Mc deutschen Presse und von der deutschen Rednertribüne kr, Außerden kämpft hatte, so verklagte er den„Sentinel", welcdck Äitnuaaler" der frechsten Weise auf der Wahrheit seines gefÄschkcn Aisch� �„ destanden hatte. Das Resullat des Prozesses ist eriu 0«n leitenden Rechtfertigung Rappapotts und die Erklärung, daß � Der letzte tinel" gelogen habe. Da dem„Sentinel" keine bofNb. q der verhaß ficht nachgewiesen werden konnte, so wurde R. ketf�Jt dürfte über UIIII«, III Ivurvr c». vurrre Uber ersatz zugesprochen. Doch war es demselben auch% stattgefund um eine Gelegenheit P Msrmktisch, zu thun, fertig ng. sondern nur Rappaport hat mit diesem Pro»/ ganzen freisinnigen deutschen Press' guten D i e n st g e l e r st e t. Die u n w i s s e n d e u' b olde, welche überall in der englischen Presse des/ Verhetzen freisinniger Deutscher wetteiferten, wer« jetzt an wohl nicht mehr Jederwa'l Anarchisten verschreien, der das in[f.] voll st reckte Bluturtheil für u n g e r e ch t b „Unwissende Lügenbolde"— wie gefällt baaj%i Zeitung"? In Amerika nimmt man eben kein& Mund. ijr�flitif, msbi iug afrikan L' bildete 1 Wen darir . b't Häuptli "ss Und ihre Tuttlingen ..tzN einem % Bei dieser Gelegenheit sei nochmals erwähnt, � njch der deutschen Bevölkerung Amerikas die Anficht �:ien, ist, die Venittheilung der Chicagoer«Anarchisten'' neulich von berufenster oder wenigstens fompetcn'JJJtil yj," die Eigenschaft von„Gentlemen" abgesprochen-. J cotlsten s ie letzte Dummer de» Neichageletzblatte»' z tz /�Numme daS Gesetz, betr. Aenderungen der Wehrpflicht vom■»' 6 e I ro e i 1888. Das Gesetz tritt mit dem Tage der Verkund�'» �■ gestern, in Kraft. Darnach haben fich innerhalb oj also bis zum 14. März d. I., zur erstmaligen Au" Listen diejenigen im Jahre 1850 oder später geborenen welche nach abgeleisteter gesetzlicher Dienstpflicht Heere und der Landwehr bezw. als geübte Ersatzreß Ablauf der Ersatzreservepflicht bereits z find, schriftlich oder mündlich unter Vorl, sSUV, mptllMlU? VVVV lliUllVilU/ Ulllll-Ovllujzl- SV* j W/tf soweit diese noch vorhanden sind, im Stationsotte m den Landwehrkompagnie zu melden. Bei Unterl-,� dung kommen die Bestimmungen des§ 67 des in meinem eigenen Hause nicht zu lassen, denn der Stadt bekannt bin..." „So? Aber zu mir schicken Sie die 1 %%(%%%% Ws beleidigen und verunglimpfen lassen, nicht wahr �, Dichtung d< haben Sie nichts, oh Gott bewahre, das ist la fit und Senüge, chetn. "»ii"'»**»-»■».t El�bejf � mir auch eine Zunge gegeben, mit der ich lNNV u> nn, und die will ich denn auch» en Müller, eine alleinstehende Frau und Wittwr die muß sich alles gefallen lassen! Aber der lie mir auch eine Zu vettheidigen kann, hat Ihnen noch Niemand abgestritten," sagte o by in der 'TuS'Ärt» werfen, Frau Heßberger, Sie am allerwenigst� � gl,. Gegenpatt wieder, und zwar lauter, als es v%t( turzo, ""'Hi&faz't'* d-.. m«. ä8. Müller, jetzt einmal zu sagen, was Sie von � j}e v,el best sagte die Frau Heßberger mit einem ironischen�%n er w.ÄSrife«W x-Sg ob die Gerichte nicht eine arme, allein! �>r/in recht, schützen!"_ feinet „So, Madame Müller, und wissen Si, � fil gleich hingehen und Sie verklagen kann, wen den Gerichten drohen?" w „Ja, gehen Sie nur, Frau Heßberger, 4„ rief die Frau Müller in Eifer,„wenn Sie L A im Munde herumdrehen wollen! Aber dann � � eigen, was Sie dem alten Schlabbermaul, � ir und meinem Kinde.crz/tL� s « en be: der ein % dach, von mir ich es umgetauscht hätte und daß meii�nd n� sondern ein Kind vom Baron von Wende Sie schlechte Person Sie..." (Fortsetzung folgt.) t die That« ein Grund bat»• m com 2. »om 2. Mai 1874 in Anwendung; d. h. die Manne fc,..'"nnen, abgesehen von der etwa noch anderweit übcrfie e. Eoenw mixenden Strafe, unter Verlängerung ihrer Dienstzeit in pulationen nommen cheimniß ß'Mk# tuklZr'B™ Jahresklaffc versetzt werden.— Die vorstehend v Jt?tt Meldefrist wird für die davon betroffenen Personen, ß v �°ch außerhalb Deutschlands bezw. auf Seereisen befinden, wan.�r ,mJ Üfh 0-«evtember 1888, bezw. wenn dieselben vor diesem lonjltcw u.Mite nach Deutschland zurückkehren oder bei einem See- � � es Inlandes abgemustert werden, bis vierzehn Tage iinJ*$ 5 Rückkehr bezw. Abmusterung verlängert.— Die -ustchlanö u n Personen, welche vor vollendetem 20. Lebensjahre in T$„rtrfi' �-.eingetreten find, werden nur dann in die Landwehr �. Aufgebots aufgenommen, wenn der Eintritt in das ? b'eftt Ato* AI, zrmil 1870 oder später erfolgt ist. Ihre Zngehörig. >enn dies n: Landwehr zweiten Aufgebots endigt mit dem nächsten >elch" RuM« Ablauf voller achtzehn Jahre seit ihrem Eintritt ata««*1 KKandalgeschichte in Hamburg, über die wir ' anderer Stelle mehrfach beuchtet haben, werden jetzt Reihe der merkwürdigsten Einzelnheiten bekannt. Der «Fromme" ist der„Baptistenprediger" Wanna!, ein «„ L u>egen unregelmäßiger Kaffenfuhrung entlaffener Rube nne �Derselbe soll, obgleich verheirathet, unter den„Schwe- r lommr«wchiedene Favoritinnen gehabt haben, mit denen er wie H'�könnten Pascha lebte. Die von ihm und auf seine Vet BDOllen jPa auch von einzelnen Schwestem veranstalteten Haus« rvative» IliM»rächten so erhebliche Summen ein, daß er und seine nandate ge�% ein recht behagliches Leben führen konnten. Die -o haben ß»«nsaffen des Hauses sollen größtentheils darauf ange» , v. Koller.gewesen sein, fich durch unfittlichcn Lebenswandel ihren fgestellt. Ana selbst zu verschaffen. Ein Bruder von Wannak soll ils Köllersches? N Bordellwirth in der Ulricusstraße sein, doch wurde n und empW Mtsache von Wannak selbst möglichst geheim gehalten.— rdat soll al", Met die„Reform" übereinstimmend mit den übrigen stklich sagen:/ Blättern. Und alles das konnte pasfiren unter dem r. m»4? �erungszustand", welcher der Polizei so ausgedehnte ,b«ch. In l 7«" einräumt und jeden Störer der öffentlichen Ord- Lolksblatt, f; Me weiteres auszuweisen gestattet! Zur Charakteristik oakteur der>'% von Polizeivollmacht und der unter ihr möglichen en Prozeß���dlente die Affäre im Reichstage bekannt zu werden! 4SI äs? acs gefälscht cffes ist ein-« rung, daß V- " keine bof irde R. ke» clben auch# elegcnheit i1" ;„m W > i s s e n d c» Presse des :tten, wer Jederm"' das in& , g e r e ch t« ML setzt jetzt tagtäglich ihren Kreuzzug So berichtet fie über die an- rd denselbenM, | «wv..-Ül entschieden!��. Hictju gch3tfn Redakteur des„Sozialdemokrat", nn früherer Berliner Handlungsgchllfe, der geschäft- der Volksbuchhandlung, Schlüter, der frühere Reichs- t'e'r natürstch � eitung der So ! zehn Persoi Parteisekretär .gehören der l iherer Berliner Volksbuchhandlung, vchturer, ocr sruvere �eicys- o Ver--(«ine 1 t». nete Motteler und die beiden Setzer Fischer und fiednertrldu Außerdem werden noch viele Setzer, Erpedientcn und »-Ä�Kkler" beschäftigt. Da jeder Anstoß mit den appaports den? �Zentralleitung der Sozialistenpartei in Zürich". Die kfor litis Jpfm i;nh hpifu»! flin1 stanopolst»� Whrat Berliner Handlungsgehilfe, der geschäft scheu Behörden peinlichst vermieden wird, stehen fie leitenden Personen Zürichs auf freundschaftlichstem Ber letzte Satz enthält wohl die Pointe des Ganzen, Ar verhaßten Schweiz wieder eins anzuhängen. Im durfte über diese Enthüllungen jedenfalls„homerisches" nattgcfundcn haben. Kl»??' tische« Treibe«. Der Antisemitismus feierte Maskenfest am Sonnabend hauptsächlich die deutsche t«, insbesondere durch Masken aus dem Togolande. -'lug afrikanischer Häuptlinge, so berichtet die„Staats- bildete den Glanzpunkt der Darstellungen, auch die lchlten darin nicht, die es auch schon dort verstanden, Ac Häuptlinge vermittelst des Feuerwaffers heranzu- A und ihre Dienste anzubieten; natürlich hatten fie bei JrUcllmgen kein Glück und wurden jämmerlich zurück- einem von Dr. Henrici verfaßten Prolog, den sprach, wurde die deutsche Kolonialpolitik verHerr- «Jl patriotischen Worten der Erwerbungen für das gedacht.— Die Herren Antisemiten aber find -r. 4 WB 1 X? tarv.»rvulpr.— tae!»»tncinurn uuci|iiiu Mn�/(sIiitjÄ nicht in die neuen Kolonien auszuwandern, ttotz 'l"stcht r�n. welche fie auf ihrem Abzug dotthin begleiten archistest ie„Krell. z es bei Wf Ivrvrll es UUO) in icinrin Güsten Widersprüche zu Tage. So enthalt z. B. _3»tgel�firrredaktiv« ist die deS„Leipziger Tagedl.". b esmÄn���"'-�"ert es auch in seincm�kartellbrüderlichen Hetzblatt«»' Pflicht vom" >er Vcrkunb nnerhalb v laligcn Au! er gebon nstpflicht te Ersatzrcs lm Landstu,. ge ihrer# Uionsorte d, i Unterlaß» z 67 des E b j! u,mmtt einen Leitartikel zur Vertheidigung f. in hl6 1 10 e?' n ä— beiläufig, unseres Wissens, der deutschen Presse— und einige Spalten dahinter rpröfft,!" die schweizerische Verdeutschung des Wortes ' ,75°°'(„Lockspitzel"), worin das„Lockspitzclthum" fremdländisches Ding" genannt wird. hjx�Arig, 14. Februar. Die„Franks. Ztg." schreibt: >n bedeutenden Maschinenfabrik und Mühlenbau- Luther werden heute Abend sämmtlichc Arbeiter bfiito*« Arbeit einstellen. Der Streik(veranlaßt ,j Einfühmn» eines durchaus nicht ungünstigen : jh!!? die Hollbearbeiter), erscheint um so unberechtigter, � btr seine Arbeiter nicht nur sehr gut bezahlt, fon- denn KuuK und Lebe». i: di-»>»!.>■ Giftattt". IW.Sl. M-„- WeM der Üeb�s ich wich p W»d«»in« Aünfl auch 3 Mü; Großes Aufsehen erregt hier . f Jibenv drtgen MalerS Franz Feilhamer, i " i«. 0 tÖCOPtt mrtf#rt#TTi3r ,-\fi Künstler« wird der Selbst« «l«cenv'{jiung oinyuuivi, welcher fich Mada�I' iu%.wegm materieller Zlothlage erschoß. Feilhamer ''{ tr Uch besten Kunstmalern des Landes und leistete %. g?.Ar Glasmalerei und Aauarellmalerei Hervor- ,m'? if Stn7Ä B f Wittwe in den ärmlichsten >»chef»rt'« an« Uen-Taled-nie« ist, J? bemnZs.A�'eidet. die Ursache eines Prozesses geworden, A S äää'-£ nifcbeii �; Ifi wohin besprochene Flucht aus Neu-Caledonien bemerke % SS4.1 mich 1 e •9 an d; ernbilden, keine andere als historische Er- JWe gtriil�Ör�niß zu bewahren. Nun wird er aber ..i t aucht('cht ngoroser. Man hat die Einzelheiten jener 2* NUMLWBA6 MWMÄkldMS ann ih%"9?n Bord und ermöglichte eS ihnen auf il, dew.Vk�DeF'Mnbe,t wieder ,u erlangen. Der Kahn, welcher SM wieder zu erlangen. Der Kahn, welcher ihrer Flucht war, gehörte einem Schantwirthe welchem einer der entflohenen Deportirten, -- Dieser Bastien hatte den Kahn von «cht und sodann fich mit seinen erwähnten Duffer galt lange als Mitschuldiger und welcher das erfolgge- dem auch sonst in jeder Beziehung ein humaner Arbeitgeber ist."— Wenn der Korrespondent der Frankfurterin nur genau angegeben, für wen die Einfühmng des Lohntarifs nicht„un- günstig" sei. Wir glauben, daß der seine freie Zeit vielleicht ,m Komptoir des humanen Heim Luther zubringende„Ge- legcnhettskorrespondent" nicht so viel Vomrtheilslosigkeit befitzt, um für die Beurtheilung eines Streiks von ungefähr ZOO Arbeitern maßgebend zu fem. Mandnt»«i»d»rl»g»ng. Der Reichstagsabgeordnete Amtsrichter Reinhold in Barmen hat das Reichstagsmandat fürAltena-Jserlohn wegen fortdauernder Krankheit nieder- gelegt. D« Kpirit««ring ist»i»der verkracht. Wie die �kreuz-Ztg? hört, find die Verhandlungen zwischen dem Aus- schuß der Spiritusproduzenten und dem bekannten Finanz- konsortium(Diskontogesellschaft jc.) betreffs der Spiritus- kommisstonsdank endgiltig abgebrochen. Der Ausschuß will nunmehr versuchen, das Unternehmen mit anderen Finanziers zu Stande zu bringen. Hoffentlich mit demselben Erfolge. Au» der Pro ein/ Posen wird abermals eine Grenz- Verletzung von msfischer Seite berichtet. Angeblich als Deserteur überschritt, nach der Jk. Z.", ein msfischer Grenzsoldat in der Nähe der Ortschaft Wvschanow(Kreis Kempen) die Grenze. twei Wirthssöhne des Ackerbürgers Spick näherten fich dem -oldaten ohne feindselige Abficht; der letztere feuerte aus einer Entfernung von etwa zehn Schritt auf einen der Brüder. Die Kugel schlug durch das Handgelenk, zersplitterte einen Schaufel- stiel, welchen der Getroffene in der Hand hielt, und drang mit den losgelösten Holztheilen in den Unterleib des Spick. Der zweite eilte nunmehr seinem niedersinkenden Bmder zu Hilfe und wurde, jedoch erfolglos, zwei Mal von dem rusfichen Sol- baten beschossen. Dieser floh nach der Grenze zurück, wo er von einer msfischen Wachabtheilung entwaffnet wurde. Nach zehn Stunden erlag der Verwundete seinen Verletzungen.— Auch in diesem Falle scheint der Ueberfall geplant gewesen zu sein; überhaupt mehren fich die Nachrichten, daß die msfischen Grenzsoldaten übermüthig und herausfordernd auftreten. Und in dieser Hinficht find dieZBewohner unserer Grenzbezirke keines- wegs besonders empfindlich. Wenn aber Aehnliches an unserer Westgrenze passtrte? Gest-rv-ich'M»gar«. Die Anstrengungen Teutschlands, seine Wehrkraft zu ver- stärken, spornen Oesterreich zu ähnlichen Anstrengungen an. Zu diesem Zwecke kündigte der Landesvertheidigungsminister Graf Welsersbeimb im Budgetausschusse des Abgeordnetenhauses weitere Geldfordcmngen an. Er erklärte auf eine Anfrage wegen Vermehrung der Landwehroffiziere, eine solche Ver- mehrung des Kadresstandes sei absolut nothwendig; er werde nächstens einen Nachtragskredit von 534 000 Gulden für die Aufstellung von Regimentsstäben u. s. w. verlangen. Auch die Zahl der auszubildenden Landwehrrekmten erheische eine zeit- weilige Erhöhung; diese Vorlage sei unbedingt nothwendig, wenn man die allgemeine Situation erwäge. Er wolle nicht die politische Lage erörtern, sondern nur den militärischen Standpunkt darlegen. Der veröffentlichte Bündnißvertrag enthalte für jeden Theil die Voraussetzung einer entsprechenden Macht, um die demselben zu Gmnde liegenden Abfichten und Interessen auch unter allen Umständen zur Geltung zu bringen. Alles wünsche den Frieden, aber allseitig erhöhe man die Kriegs» rüstungen. Oesterreich Ungarn komme gewiß nicht die Jnitia- tive zu in der Herbeifühmng der Thatsache, daß allen Staaten so schwere Rüstungsopfer auferlegt werden. Die Regierung verlange nur das unumgänglich Nothwendige zur Ergänzung der militärischen Bereitschaft, was wohl zu unterscheiden sei von den Maßnahmen, welche zum Kriege treiben und schon im Frieden unerträgliche Lasten auferlegen. Der Kriegsminister werde in den nächsten Delcgationssitzunaen sein Vorgehen recht- fertigen. Der gegenwärtige Landwehr- Nachtragskredit falle we- niger ins Gewicht; bei diesem würden die bedeutenden Aus- lagen für die Neubewaffnung noch nicht in Betracht gezogen, welche auch für die Landwehr erforderlich sein werden. Fraukreich. Paris, 14. Febmar. Das Kapitel 25 des Haushalts der Kolonialverwaltung, den Zuschuß des Mutterlandes an Tongking für das laufende Jahr auf 20 Millionen Franks festsetzend, rief gestern eine lebhafte Debatte über den Werth dieser Kolonie hervor. Der Abg. Rich. Waddington führte aus, daß dieselbe mit der Zeit sehr verbrauchsfähia werden könne; schon jetzt, seit- dem man dort Schutzzölle zu Gunsten der französtschen Waaren eingeführt habe, seien bedeutende Bestellungen, namentlich von Geweben, von dort in Ronen eingegangen. Mgr. Freppcl, Bischof von Angers, wandte fich gleichfalls gegen die Schwarz- seherei, aus welcher jüngst der Abg. Delafosse gerathen habe, Tongking lieber gleich aufzugeben, weil man es im Falle eines Krieges mit Deutschland ja doch verliere. Solle man also Alles im Voraus preisgeben, was man in Gefahr sei, einmal zu ver- lieren? Man muffe eben auf dem Festland eine derartige Po- litik treiben, daß man jene Gefahr vermeide, in der klugen und verständigen Politik einer Nation verharren, welche die Auf- krönte Unternehmen der sechs Flüchtlinge sehr unangenehm war, viel Ungemach erfahren. Man konfiszirte seine Barke, verhaftete ihn und wies ihn endlich aus. Duffer schien indessen alle diese Vexationen vergessen zu haben und den unfreiwilligen Urhebern derselben keine Ranküne nachzutragen, als er vor ungefähr drei oder vier Jahren in Paris Henri Rochefort begegnete und mit demselben eine freundschaftliche Konversation pflog. Mit einem Male erscheint die(Sachlage geändert. Vor wenigen Monaten schrieb Duffer an Rochefort, daß er einen Prozeß gegen ihn anstrengen werde, wenn ihm nicht binnen kurzem eine Enrschädigunassumme bezahlt würde, � und da er keine Antwort erhielt, führte er in der That seine Drohung aus und belangte Herrn Rochefort vor dem Ziviltribunal. Duffer formulirte seine Ansprüche folgendermaßen: 2500 Franks als Preis für seine Barke, ferner eine lebenslängliche Penfion als Ersatz für den ihm zugefügten Schaden. Das ist der Gegenstand dieses cigenthümltchen und ziemlich verspäteten Pro- zeffes, über welchen nun das Gericht zu entscheiden haben wird. Die Frage liegt nahe, warum der Kläger fich gerade an Rochefort und nicht an andere noch lebende seiner Fluchtgenoffen hält? Hierüber wird vielleicht der Lauf der Verhandlungen Aufschluß geben. Uett»„jnnde»»Lt«". W. de Porta erzählt m sernem Buche:„Weltlicher Humor in Geschichte, Recht und Gesetz« gebung" folgende Geschichtchen von deutschen Fürsten: Der fünfte Fürst von Schwarzbura-Sondershausen, Günther, gefiel fich dann, ähnlich wie der Kaiser Nero, ein großer Athlet zu sein und beständig raufte und boxte er sich mit seinen Haus- beamten und Domänenpächtern, wurde aber dabei mitunter ge- hörig durchgebläuet. Wie er den Faustkämpfer, so liebte Graf Friedrich Christian von Lippe-Bückeburg den— Wilhelm Test zu spielen und wiederholte oft den Apfelschuß an den Kindern seiner geliebten Unterthanen im Beisein der bis»um Tode er- schrockenen Eltern. Aber fie kamen mit dem Schrecken davon, und die Kinder erhielten für ihren Muth eine wenn auch nicht gerade sehr große Belohnung. Die allergrausamste Passion aber wird berichtet von einem Grafen von Bach, dem Vorgänger der jetzt regierenden Linie des fürstlichen Hauses Liechtenstein. Er soll sich darauf kaprizirt haben, den Verdauungsprozeß im menschlichen Körper zu studiren, und ließ einem Unterthanen lebendig den Bauch aufschneiden, um seine Beobachtungen an- zustellen!!_ reizungen zu verachten wisse, über den Herausforderungen erhaben bleibe und zur Wiederaufrichtung ihrer Fahne die günstige Minute abwarte. Bischof Freppel schloß seine Rede— wir zitiren nach dem stenographischen Bericht des„Joum. offiziell"— wie folgt: „Wenn ich dieses Frankreich sehe so mhig, so sclbstvcrtrauend, so ohne Ueberhebung und ohne Kleinmuth, bereit zu allen Opfern, die man von ihm verlangt, und ihnen fich unterziehend ohne Prahlerei und ohne Herausforderung gegen irgend Jemand, so bin ich beruhigt über den Ausgang der Ereignisse, die man uns in Ausficht stellt. Denn auch wir Franzosen fürchten Gott» aber nicht wie jene Pharisäer, die fich besser dünken als andere und das Bedürfniß fühlen, jeden Augenblick damit zu paradiren» und weil unser religiöses Gefühl nicht blos auf unseren Lippen» sondern auch in unserem Herzen ist, so enthalten wir uns der Worte der Verachtung und des Hochmuths, wir vermeiden es mit Sorgfalt, jeden Augenblick einen jener Zwischenfälle hervor« zunifen, welche Europa verwirren, den Ruin in Tausende Fa- Milien ttagen und alle Völker zwingen, dazustehen Gewehr iir Arm, ausgesetzt allen Drohungen und Jntriguen, statt fich friedlich den Arbeiten des Landbaus, des Handels und der Industrie widmen zu können. Unser religiöses Gefühl besteht nicht darin, Träume von Rassenvorzügen und universeller Herr- schaft zu hegen, sondern, so viel an uns liegt, die Freiheit und Unabhängigkeit der europäischen Völker zu schützen. Und des- wegen wagen auch wir zu hoffen, daß in Zukunft Gott mit uns sein wird."— Die Mehrheit des Hauses spendete der Rede lebhaften Beifall; nur ein Theil der Rechten und die äußerste Linke verhielten fich schweigend und Clemenceau rief dem Redner zu:„Lesen Sie doch, bevor fie über Kolonialpolitik sprechen, erst nochmals die Rede des Fürsten Bismarck durchs" (Lärm.) «roßbritannie«. Herr Shaw-Lefevre hat sein Versprechen, für die be- drängten Pächter Lord Clanricarde's einzutreten, durch Abhaltung einer Versammlung in Louahrea erfüllt. Wie wir« kungsvoll sein Auftreten war, geht schon daraus hervor, daß am Morgen der Versammlung Lord Clanricarde, der vorher den Wünschen der Pächter den hartnäckigsten Widerstand entgegen- gesetzt hatte, durch Anschlag in der Ortschaft Loughrea den Pächtern einen geringen Nachlaß an den fälligen Pachtzahlun« gen zustchern ließ, ohne allerdings durch dieses verspätete, aber höchst ungenügende Zugeständniß einen anderen Erfolg zu er« zielen, als die Pächter noch mehr in ihrem Widerstande zu de- stärken. Shaw-Lefevre war in Loughrea auf Grund einer un- mittelbaren Einladung erschienen, welche die Pächterschaft der Clanricarde'schen Güter infolge seines vielbesprochenen offenen Briefes an ihn gerichtet hatte. In seiner Begleitung befand sich außer einigen englischen Parlamentsmitgliedern auch der Volks- freund Samuel Plimsoll, der sich vor mehreren Jahren durch sein mannhaftes Auftreten gegen die Rückfichtslosigkeit der Rheder in Bezug auf Leben und Gesundheit der auf ihren Schiffen fahrmoen Seeleute ein ähnliches Verdienst erworben hat, wie jetzt Shaw-Lefevre und Blunt um die irdischen Pächter. Es war von den Veranstaltern der gestrigen Versammlung in Loughrea Sorge getragen worden, der Versammlung den näm» lichen Charafter zu verleihen, wie ihn diejenige trug, wegen deren Abhaltung Blunt angeklagt und verurtheilt worden ist. Trotzdem unterließ es die Regierung, auch diese Versammlung zu verbieten,|o daß Shaw-Lefevre triumphirend seinen 3 bis 4000 Zuhörern mittheilen konnte, es sei ihm gelungen, durch sein Auftreten für die irischen Pächter das Recht der Versamm- lung zur Erörterung ihrer Beschwerden zu wahren. Er ver- sprach den Pächtern, daß er alles thun werde, um für fie ein wirklich annehmbares Abkommen mit Lord Clanricarde durch- zusetzen. Dafür, daß Shaw-Lcfevre's Auftreten selbst bei sol»' chen irischen Großgmndbefitzern Anerkennung findet, die nicht gänzlich verblendet find, liegt ein trefflicher Beweis in der That- fache, daß ein Gutsherr in der Nachbarschaft, der nicht weniger als 800 Pächter hat, seinen Bmder an den ehemaligen General» postmcister sandte, um ihn zur Uebernahme des Mittleramtes zwischen ihm selbst und seinen Pächtern zu bewegen. Shaw-Lefevre sprach die Hoffnung aus, daß schließlich selbst Lord Clancicarde einsehen werde, daß der Weg der Verständigung der beste sei: sollte es aber nicht der Fall sein, so werde das englische Volk es nicht dulden, daß eine ganze Gegend durch die geplanten Ausweisungen entvölkert werde. Auf Vorschlag Plimsoll'S wurde die Absendung einer Petition an das Parlament be- schloffen, so daß die Erörtemng der ganzen Frage im Unterhause zu erwarten ist. London, 14. Febmar. Das Oberhaus nahm die erste Lesung der Bill betreffend die Regelung des Eisenbahn- und Kanalverkehrs an.— Im Unterhause erwiderte der Untcrstaats« sekretär des Acußeren Ferguffon auf eine bezügliche Anfrage, er habe bereits erklärt, daß die Regierung außer den dem Hause bekannten Engagements keine weiteren Verpflichtungen einge- gangen sei, durch welche eine militärische Aktion Englands, die selbstredend auch eine solche zur See einschließen würde, zuge- sagt werde. Der Schriftwechsel mit den verschiedenen europäischen Staaten über die gegenwärtige Lage könne nicht vorgelegt wer- den. Labouch�re fragt an, ob diese Antwort dahin zu verstehen sei, daß mit Italien keinerlei Abmachung bestehe, selbst ohne Zusage einer militärischen Aktion Englands zur See. Ferguffon. erklärte hierauf, er sei nicht in der Lage, eine weitere Antwort zu geben. Soziales«ad Arbeiterbewegung. Aufruf au fämmttiche Metallfchleifer K erlins Kollegen! Seit dem 28. Januar streiken wir und ist es um bisher noch nicht gelungen, eine Einigung herbeizuführen. Zwa versucht der Fabrikant, durch unwahre Zeitungsartikel und Ver sprechungcn einzelnen gegenüber unsere gerechte Sache illusorisä zu machen, was ihm auch bei einigen Arbeitern gelungen ist Trotzdem, Metallschlcifer, laßt Euch nicht deirren. Kollegen Tretet Mann für Mann für die Streikenden ein, scheut est kleines Opfer nicht, denn bedenkt, gehen wir hier nicht alt Sieger aus diesem Lolmkampfe hervor, so werden andere Fabri kanten, die dieselben Sachen verfertigen wie Herr Mehlich, sofor mit einer Lohnreduktion vorgehen. Kollegen! Wär auch nur est wenig Verständniß von der Mehlich'schen Arbeit hat, wird flck sagen, daß es unmöglich ist, von diesen erbärmlichen Akkord. preisen noch etwas abzuziehen. Denn nur derjenige Schleife, kann dort soviel als er aurn Leben gebraucht verdienen, welchei Jahre lang auf diesen Artikel eingearbeitet ist. Mctallschleifc, Berlins! Wir find nicht gewillt, uns in der Oeffentlichkeit mit gehässigen Redensarten gegen Herrn Mehlich'rumzuhadern, abci auf den Artikel des Herrn Mchlich vom Freitag, den 10. Februar. im„Berliner Volksblatt" müssen wir näher eingehen, denn der- selbe sstotzt von Unwahrheiten. Es ist dies ein Zeichen, mit welchen Waffen ein in eine Geschäftskrisis gerathener Fabrikant gegen seine Arbeiter kämpft. Wir haben schon am Montag, den 13. Februar, in einer Versammlung die Sache beleuchtet abe, -MMM«raf Si Nun, Kollegen, wenn heut ein Fabrikant mit einer Lohnreduk- tton herantntt und Ihr sagt. w,r können auf die gestellten Be- dmgungen nicht eingehen und legt die Arbeit nieder, so ist doch ws ein Streik! Wenn nun der Fabrikant nach 8 Tagen Euch d:e Entlasiuna gledt, so ändert doch das an der Sache durch- aus nichts. Herr Meblich schreibt in seinem Artikel, daß die Lohnreduktion 6—8 pCt. heträgt und fie sich nur auf 10—12 Mann erstreckt. Das erstere ist nur dem einmüthigen Geist der Streikenden zuzuschreiben, denn 10-25 pCt. waren in Vor- schlag gebracht worden. Als aber Herr Mehlich sah, daß wir «lle einig waren, da ließ er soviel ad. Es wäre vielleicht noch eine Einigung zu Stande gekommen mit Herrn Mehlich, wenn fcer Vorarbeiter Bartsch nicht gar zu rigoros acaen uns Ar- heiter vorgegangen wäre. Ferner schreibt Herr Mehlich, daß er den Abzug nur mal 14 Tage versuchen wollte. Nun, Kollegen, wer so wie wir fast alle Jahre lang bei Herrn Meh- lich gearbeitet hat, bnuicht wohl> mit sich nicht erst einen Versuch machen zu lassen, ob er auch zurccht kommt, wenn er statt 1,45 M. nur l,3o M. bekommt. Herr Mehlich schreibt weiter:„Trotzdem am Montag sämmtliche Komitee- Mitglieder bis auf eins ihre Entlassung hatten, ist kein Wort davon in der am Abend abgehaltenen Versammlung erwähnt worden." Kollegen, das ist eben eine grobe Unwahrheit, die der Herr öffentlich ausgesprochen hat, denn es hat sogar ein Redner in der Versammlung längere Zeit darüber gesprochen, In Betreff des Durchschnittlohnes von 6,35 M. pro Tag bei IL stündiger Arbeitszeit bei denen, welche die Arbeitseinstellung in Szene gesetzt haben sollen, können wir sämmtlich aus unfern Büchern die Unrichtigkeit dieser Angabe nachweisen. Denn wenn derartige Preise gezahlt würden, würde es wohl Niemand einfallen, die Arbeit niederzulegen. Der Zweck, den Herr Mehlich damit erreichen wollte, ist doch Jedem klar. Mit den anderen Lobnangaben des Herrn Mehlich- 40 Pf. pro Stunde— verhält es sich ebenso, denn der Durchschnrttslohn eines mittelmäßigen Schleifers beträgt nach unseren Lohnbüchern nur 30 Pf. pro Stunde. Zuletzt stellt Herr Mehlich vre, unserer besten Kollegen als Lügner hin, ohne direkt nachzuweisen, in wiefern sie eine Unwahrheit gesagt haben. Metallschleifer Berlins! Ihr seht aus dem Angeführten, daß der ganze Artikel des Herrn Mehlich von A. bis Z. aus Unwahrheiten besteht, die dazu dienen sollten, uns jede Unterstützung seitens der Ar- beiter zu entziehen. Zum Schluß fordern wir Euch auf, thut Eure Schuldigkeit soviel in Euren Kräften steht, laßt uns in diesem gerechten Kampf nicht unterliegen. Mit kollcglalischem Gruß! Tie streikenden Schleifer der I. Mehlich'schen Fabrik.- Unterstützungen werden vom Kollegen Brache, Schonholzer- straße 19, vorn 1 Tr., entgegengenommen. Der Unterstiitzungsvrrrin deutscher Kuchdrucker hält nun desinitiv seine Generalversammlung, welche über das fernere Bestehen der einzelnen Kassenzweige berathen soll, in den Tagen vom 13. bis 16. Mär, in Hamburg ab. Auf der Tagesordnung befinden sich u. A. folgende Punkte: Be- rathung der durch den Entscheid des preußischen Ministeriums nothwendig werdenden Schritte event. Abändemng des Vereins- statuts und des Reglements, wie auch Wahl einer Llauldatlons- kommission. Stellungnahme zur Jnnungssraae. Besprechung über Tarifangelegcnheiten. Berathung und Beschlußfassung über Aufhebung der Jnvalidenkaffe und desgleichen der Zentralkranken- lasse.— Die Jnvalidenkaffe betreffend hat der Gau Hannover ein vollständig neues Statut ausgearbeitet, hoffend, mit demselben die Genehmigung der Kasse für Preußen zu erreichen. Trotzdem die genannte Kasse bei den heutigen Beiträgen und Leistungen sehr gut zu bestehen vermag, haben die Verfettiger des neuen Statuts, um der preußischen Regierung den letzten Anlaß zu einer Nichtzulassung zu nehmen, den Beittag von 20 auf 25 Pf. wöchentlich und die Karenzzeit für diejenigen, welche sofott nach Beendigung ihrer Lehrzeit beitteten, von 5 auf 10 Jahre erhöht. Für die später Beitretenden soll die Karenzzeit eine noch längere sein. Die Unterstützung, pro Tag eine Mark, ist in diesem Statut dieselbe geblieben. Die vorhandenen 740000 M. sollen einen unangreifbaren Reservefonds bilden, welcher durch hestimmte Zuführungen auf den fünfzehnfachen Betrag einer Jahresaus- gäbe erhöht wird.— Wir befürchten, daß aller Liebe Müh bei dem bekannten Verhalten der preußischen Regierung umsonst sein wird. Freie, lebenskräftige Arbeitervereinigungen und mumienhafte, künstlich zum Vegetiren gebrachte Innungen mit den verrottesten Anschauungen passen nicht zu einander, und will manZdie letzteren mit aller nur denkbaren staatlichen Unter- stützung wenigstens eine Zeit lang am Leben halten, so muß man schon die Arbcitervereinigungen mit kräftiger Hand nieder- drücken, damit die Innungen keine Störungen in ihren zu gründenden„Arbeitcr-Untentützungskassen" erleiden. Und die Majotttät unseres gesetzgebenden Körpers nickt mit den Köpfen, sieht erhabenen Blickes zum Bundesrathstische und spricht: Was Du tbust, das ist wohlgethan, es ist gerecht Dein Wille. Das eine Gute an der ganzen Sache wird die Erkenntniß so manchen Buchdruckers sein, daß durch gewerkschaftliche Bestrebungen allein nichts zu erreichen, sondern eine starke politische Arbeiterpartei unentbehrlich ist. Zum Streik i« der Kauom'schrn Fabrik. Ein Erfolg ist erzielt: die Gefahr einer Lohnrcduttion ist abgewandt, die alten Preise find bewilligt. Aber diejenigen Arbeiter, welche den Ausstand bewirft und frühere Forderungen durchgesetzt haben, sollen auf das Pflaster gewotten werden. Nur zweien scheint es gestattet zu sein, wieder unter gewissen Bedingungen in Arbeit zu treten. Dies geht aus einer Antwott hervor, welche auf einen eingeschttebcncn Brief unter dem 13. Febr. er. durch den Vettreter Kanow's erfolgt ist. Dies ist die äugen- blickliche Sachlage. Jeder aufttchtige Arbeiter wftd wissen, was er nothleidenden Kollegen gegenüber zu thun hat.— Die Zahl« und Abrechnungsstelle befindet sich Stallschrcibersttaße 11 im Lokale von Gossens. Die i««userer Dr. 39»uthatteu,« Mittheilungen über einen Streik der Vergoldcr in der Fabttk von Hennig u. Komp., Fruchtstraße 36, entsprechen nicht den thatsächlichen Verhältnissen. Die Löhne sind nicht reduzitt worden I vielmehr ein Arbeiter aufhören, well er sich einem- gegenüber unanständig betrug. Infolge dessen legte»- legen die Arbeit nieder. Kleine Mittheilnngen. Dreade«, 13. Februar. Ueder die Tttckinen-E»� Cunewalde wird folgendes bettchtct: Man hofft, daß d» liche Seuche jetzt ihren Höhepuntt erreicht hat. Bei de» Erkrantten stellen die Aerzte eine wesentliche Beff B Tie Schwerkranken gehen freilich unter unsagbaren-- Einer nach dem Andern dem Tode entgegen. Bis W Cunewalde 15, nach anderen Nachrichten 16 Personen$ und zwar 5 ledige junge Männer, 4 junge Ehernännst frauen, 1 Wittwer, 1 Wittwe und 1 Kind. Verwaist aiebt es bereits 20. Der Bericht der freiwilligen Fcutt Obercunewalde, deren Mitglieder gelegentlich einer � lung trichinenhaltige Würstchen verzehtt"haben, theiltmit»issm eingebrai der freiwilligen Jeuerwehr Obercunewalde find W �»gen und E «.40. Kar , 88. _- Sitzu r® Tische des Sit ersten Bei treten der Tttchinose 25 Männer erkrankt, davonj) 8>'«nntaasard 16 Frauen, davon 2 gestorben." Die Zahl aller(% Zur Begründu fälle in sämmtlichen von der Tttchinose betroffenen OW--.~■- ist mit 200 nicht zu hoch gegttffen. Wien, 13. Februar.(Eine treulos Verlassenes großes Aufsehen erregende Swne spielte sich gestern 5 Uhr vor der Hernalser Kirche ab. Ein Drea Peter M. wurde mit einem jungen Mädchen getraut, Die Enq btm Einfluß "4 ermattet Uen. Die s oßen Mehr! vor das Paar die Kirche bcttät,"hatte sich durch bie..£IJ*u Gennalsiino Menschenmenge, die um jene Zeit den Kirchenplatz bie katholische blasse, junge Frau mit einem Kinde auf dem Arm 9': erst ausmsvre Als der Bräutigam aus dem Wagen stieg, stürzte fis»im Katechisn diesen und machte ihm in fliegenden Motten die la» sich gleichfalls lichsten Vorwürfe. Es war die alte Geschichte. Jah«� Yseren Antrac M. mit der Armen ein Verhältnis! unterhalten und Ritt, tue lande waren demselben entsprossen; als der Verführer aber<>>»«cht �%,[,. Braut fand, ließ er die Vettührte sitzen. Jetzt zeig? w w ce't das Kind, das sie auf dem Arme trug, und das% Tingen dara Zusammenhang schnell begreifend, zeigte nicht übe! � des Sonntal Brautpaar anzugreifen, dem erst durch das Einsah Merschug-u Sicherheitswache die Möglichkeit geschaffen werden i» die in keine Kircke zu betreten. Aber auch nach der Trauung mMr Trtspolizei ist vor der Kirche noch im höchsten Grade aufgeregt und e» i henn von Schneebällen sauste auf das junge Paar und w" K um eine so zeugen herab, als der Zug, von Kirchendienern begleite[n erster Linie Platz heraustrat und die Wagen bestieg. Die laM 4 und will ,n Verlassene war früher schon durch Wachleute%n dafür schc worden. �!.«us' Theater. Donnerstag, den 16. Februar. GP»»nda»». Matte, oder: Die Tochter des Regiments. RftHeUtan«. Em Sommernachtstraum. sch«« Theater. Die berühmte Frau. «er-Theater. Orgelpfttfen. jvUkriA. Withelmstadttsche» Theater. Die Dreizehn._ Wtktarta-Theater. Die Reise um die Well in 80 Tagen. m.. Ostead Theater. Der Mikado in Berlm. Nestheuk-Theater. Franttllom, AelleaUianre-Theater. Die Salontirolerm. Walhalla-Theater. Le coenr et la main. »eatrat-Theater. Höhere Töchter. ASaiastädtisch«» Theater. Die Tochter der Markthalle. A«erie««-Th«ater. Spezialttäten-Vorstellung. Theater der Ketchahatle«. Spezialitäten- Vorstellung._ Warf mann« UartSt<. SpeziMtätm« Vorstellung. � Aankordia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung._ Bariinar Stadt Theater Wallnettbeaterstraße 15, fr. Alhambra- Theater. Donnerstag, den 16. Februar ct. Benefiz tur Marie Mestei. Zum ersten Male resdenettk. 72. Direttion: Adolph Epro«. Den einstndirt und mit nenen Kauplet«. Zum 3?»3. Male: Die schöne Ungarin. Gesangsposse in 4 Attcn von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Musik von G. Steffens. Die neuen Kauplet« find vom KapeUmstr. Kernt Franz Roth kompanirt. Irma: Clara Reimer. Lilli: Olga Otao- rak. Ftttze: Grete Gallun. Häppchen: Rena Lid. Miesebeck: Direktor Ad. Ernat. Schröder: Aug. Kurz. Walzebock: Gustav Görna. Triller: Paul Barthold. Alfred: Wilhelm Ruft. Tetephan Anschluß: Amt III. Dr. 8042. Kasseneröffnung 6% Uhr. Anfang der Vorstellung 7% Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung._ Kerz und Welt. Trauerspiel in 5 Akten. ... esetzt vom Oderregisseur Hm. Förster. Anfang der Vorstellung&8 Uhr. Freitag: Hers«nd Welt. In Szene gi nfc Köitzflädlislh« Nett». Alerander-Straße 40— Kurze Straße 6. Donnetttag, den 16. Febmar 1888: »aftsptel van Anna Schramm. Dur nach 2 Aufführungen zu halben Kassenpreise«. Die Tochter d. Markthalle. Große offe mit Gesang in 4 Allen von Alfred Schönfeld. Musik von P. Lincke. Kanuadeud jum ersten Mal»: DttslflÄendeitttopfl Posse in 3 Akten von H. Wohlmuth. Sonntag: DachMittags-Kindervarltelluug. Hans im Glück. 1. Parquet 0,25 Pf., Loge u. Fauteuil 0,50 Pf. 9 M.- 10 A. Panorama. Eine bequeme Wanderung durch Kaden-Heidelberg u. s. w. Zweite Reise durch Gber- Italien. Lago Maggiore u. Como- See. Villa Zlri» und Kau Dema. JUift fr. Mai- fchtff S-vth«. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. 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Charles Fourier, sein Feben u. seine Theorie H «tr «lt. °itz .b» f�r� Dan A. K e d» 1. Preis pro Heft 80 Pf. Zu beziehen durch die Grpebitio» des„Kerl. Nolbsblatt", Zimmerstraßt 'M Einbanddecken zu Heft 1-3, 4-6 u. 7-10 Rabatt. Pf. Wiederverkäufen I Pr. Lotterie- Antheile '/« 7.25 M., 3,65 M., 1,85 M. '.hab.b. M.DI»sso»,Alexanderstr.54. Ktllt«, 10 MM. 1 Stand, vollständige Länge und Breite, nur 10 Matt, Bettfedern, Pfund von 35 Pf. an, verkauft allein die Bettfedern-Engros-Handlung: 1. Geschäft Kottbuferstraß» 4, patt. 2. Geschäft Krnnnenstraße 189. i. Zur Auswahl stehen 23 Sorten Federn. Billigste Bezugsquelle für Händler.__ 2% Killige Keste f. Ginseg.-Aufügen, welche gleich angef. w. können, verk. Carle, Laufitzer« platz 1 im Keller(Porzellangeschäft). i34 Danksagang.* Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie den Mitarbeitern und Herren Meistern der Lampenfabttk E. Rakenius u. Ko. zu Berlin für die rege Theilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, unseres Vaters und Schwiegervaters, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. 357 Wilmersdorf, den 14. Febmar 1888... Wwe. Tschermack nebst Familie. Donnetttag, den 16. Febmar, Vormitt. 11 Uhr, in Habel« Kraneret, Bergmaimstt. 5—7, Große össeattiche Versammlung der Sattler Berlins und Umgeg. Tages-Ordnung: 1. Unsere Streikangelegenheiten. 2. Diskussion.— Ein jeder Kollege wird zu dieser Versammlung dttngend eingeladen. 361] Der«inbernfer. Krbeiter-Motizkalender pro 1888 ifl Prel# 80 Mg. Stärkere Ausgabe 70 Mg. Wiebarvarkünfern haha» Rabatt. z« deziehe« d«rch die Gepeditio«, Zimmerstraße 44. Hiermit erfüllen wir unsere Pflicht und rufen unseren hundert scheidenden Kollegen noch ein herzlich»» Zebewahl zu, mit dem Bemerken, auch femer und für alle Zeiten ihre Kollegialität in diesem Sinne bewahren zu wollen. Also, Ihr treuen Brüder, schwer wird uns die Trennung, jedoch das Band, welches uns umschlingt, wird hierdurch nicht gelockert, sondem nur befestigt, denn Ihr handelt im Interesse der Sache. Die streikenden Kattler Kenin«. A* M«.».Zachen ar"! ÄS?" -ist. AüF et öle UM1 «> Kl Masken- Sard-r» «erb, CX 9 von den einfachsten bis wj> � Kostümen empfiehlt A. �•J' i.iJllf Vereine und Gesellschaften nach außerhalb. Lino SV». ~■ d ie. fof. I< -siSa. te- « und ni I. Tara, ! yis-k-via der---------------.— m o glebt's wohl einen guten Tut von Hopfen, Kom und Gerstensaft, sowie eine kraftig» K-chfran?[342 Wo soll es anders sein als bei «f. Haugk, Weinstraße 9k. 22. von 60-70 Thlrn. Kronpttnzen Kft�Ä'�ge R.p üasaÄfe: MS.telnäherinnen vl Jakobstraße 92, Hof rechts 4 ttobstraße 92, Hos remw��-�m Tüchtige Daeqnetb-d-ol'a�," langt im Dr. 14 Verantwortlicher Redafteur: D. Tranheim in Berlin. j�Dmck und Verlag von War Kalling in Berlin 8W., Beuthstraße OieN« 3,Men ■Sä litt worden, c sich eincni dessen legten� »ttge«. �richlnen-Epi-ß, hofft, daß d* hat. Bei da> ntliche Beffcni� unsagbaren 0# Zen. Bis Ml 16 Personen sj e Ehemänner, ad. Bcrwaijle! willigen FeneN rllich einer N iben, thellt m:i find----- % 40. Beilage zum Berlmer Volksblatt. Donnerstag» den 10. Februar 1888. 5. Jahrg. P arlamnltsberichte. Deutscher Keichstag. tu na vom 15. Fedruar, 1 Uhr. 5* Mche des Bundesraths: von So etlicher. lurfu ttLen Berathuiig steht der von Lieber, Ö i v e und seit h?> 1%, �"gebrachte_ Gesetzentwurf, betreffend A b ä n d e njm Wfitunb Gmamunaen der Gewerbeordung zctroncnen C i§ Verlassenst ich gestern Ein Trec chcn getraut, durch die. rchen platz dem Arm - chte. Jahr ilten und i' fübrer aber Ä#Ä nicht übel das Einslbi« r werden M auung ward»' Ära rem kegle • Die r, chleute hinr IT. Gründung des Antrags erhält das Wort Abg. Sitze i' Die Enquete über die Sonntagsarbeit, von der wir °em Einfluß der Reden des Reichskanzlers kein günstiges ;!f erwartet hatten, ist sehr zu Gunsten unseres Antrages Uen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich in OBen Mehrheit für den Grundgedanken unseres Antrages k, a. 8" demselben Sinne ist auch von der evange- i.Aweralsynode einstimmig eine Resolution gefaßt worden. , �katholische Kirche sich zustimmend verhält, brauche ich V' auszusprechen, da wir das Verbot der Sonntagsarbeit . m Katechismus haben. Der hygienische Kongreß in Wien „5 Klerchfalls im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege ü*, n Antrag ausgesprochen. Herr v. Bötticher hat früher .7.bre landespolizcilichen Bestimmungen genügten. Das ir s! denn diese Bestimmungen leiden an dem W daß fix wesentlich von einander abweichen, und vor �ngen daran, daß fie von dem Gesichtspunkte der Heist» «Sonntags ausgehen und nicht getroffen sind, um dem 'Mutz zu dienen. Außerdem find Ausnahmen zugc- r*le T. keiner Weise umgrenzt und näher präzisirt sind. �apolrzei ist überhaupt nicht die geeignete Behörde für '�e, denn sie besitzt nicht die nöthigen technischen Kennt- JJJ erne solche Maßregel durchzuführen. Unser Antrag 2"".'nie auf das Verbot der Arbeit am Sonntag ge- *leny � zweitens, wenn Ausnahmen zugelassen weiden, dafür schaffen, daß sie nicht zu weit ausgedehnt werden. J�nahmen schon im Gesetz festzulegen, ist nicht möglich, »In.�"kwickclung der Industrie im Jluß ist und jeder Fall ich��dchieden werden muß. Unser Antrag enthält nur die mL l.merfür und überläßt die Ausführung dem Bundes- fju;rm? Regelung für ganz Teutschland ist nothwendig, bdiV. e 1" dem einen Bezirke erlaubt ist, was in dem an- pL"daien ist. Das Verbot der Sonntagsarbeit ist die erste k, für die Versöhnung der Arbeiter. Ich wünsche und wir dieser eines christlichen Staates würdigen Auf- •ton* Knecht werden. i.9' struckmann(natl.): Ich danke vor allem dem '.An für die Enquete, die mit ebenso großer Sorgfalt SA'risteit ausgeführt ist. Dies ist, ob wir jetzt schon zu £%bniß kommen oder nicht, jedenfalls eine wcrthvolle lk für die Behandlung dieser Frage. Wenn zugegeben wuß, daß früher mit großer Rücksichtslosigkeit die »arbeit seitens der Arbeitgeber ausgedeutet worden ist, M> dies heute nur noch in sehr geringem Umfange. In rÄ Betrieben findet heute keine Sonntagsarbcit statt, �S»der Fall ist, liegen Verhältnisse vor, die man als ÜQ Mtim wird bezeichnen müssen. Denn die Zahl der &ba eine geringfügige und gewisse Arbeiten können � Mntag nicht vollständig unterlassen werden, sollen Cr Anficht des Vorredners künftig nicht ganz auf- von C.vffi Ergebnissen der Enquete hat eine große An- Mg zr'veitgebern und Arbeitnehmern die völlige Ein it. zfs Arbeit am Sonntag für absolut undurchführbar ts c. � Umstand andererseits, daß in Gegenden, wo >ßere Vorschriften bestehen, die Industrie blüht, führt «6$A' ob es nicht möglich ist, die Sonntagsarbeit für oT'et einzuschränken. Wenn es nicht möglich sein "Ken Deutschland diese Vorschriften zur Durchführung iich k.'s,, könnte man vielleicht ein geringeres Maß davon ifchlfjWw Manche Verschiedenheit der Bestimmungen, vverich ond thatsächlich cxistirt, kann ick als berechtigt »£ im und sie dürfte einer einheitlichen Regelung ,2 bqmZj 0e stehen. Einen Gesetzentwurf aber, der einerseits kann �t, was einheitlich und rcichsgesctzlich geregelt > Apl �d andererseits nicht in Verbältnisse hineingreift, .ktinnen nicht zu lassen, hier im Reichstag zu Stande 5 für>,■" ganz umöglich. Diese Aufgabe wird sich viel jvetn unff»Mündeten Regierungen, die das Material zu � hiA�ntisch zu fixten in der Lage find, eignen. Ter "b Cor k.;\wber ist wörtlich so vorgelegt worden, wie früher Geb El«ot C�wer ,st wörtlich so vorgelegt gj? Enquete. Ist denn die Enquete spurlos an den Vorgegangen? Wir hätten ermattet, daß der Antrag Da der Bundesrath für ni? meisten itn- I jyVT"! ._,,�®etQ(6u�en:. Es wäre zweckmäßig, daß wir uns in irderA tcn» iwr*'* Sopbs 'i, rste" f �erhandelt haben, wäre GW» räf cinzenstt' ictyen- mdeff. iwt 1». fltachdem wir seit 10 Jahren Die'w,'.'�" oooen, wäre endlich ein Resultat zu Süä.rß 9&&&'"ä irn� k>ath, und auch vom Heiland anerkannt ist. um k. Äum des Menschen willen da, nicht der Äiiiau�Ttags willen. Gott selbst braucht keine K'c. Aber° Pe ist aus Liebe zu den Menschen ., auch der Heiland macht Ausnahmen »T�ag»„ L' B. zur Hilfe des Mitmenschen auch ,"alifinhpn t~ wollen auch wir erwägen, wo Aus- fejy Samml.,»®en Arbeitern Ruhe und die Mög- I. Msoche. p' ö und zur Andacht zu gewähren, das ist .. Ndery inffTl absolute Sonntagsruhe beanspruchen wir Ä>i» toir �»— J— B. Kommisfionsberaihung einverstanden. miWWWIM W-n» �nen größeren Verdienst haben, ist nn sie durch die Ruhe nach sechstägiger I w»>. A.K fo wird geschont Arbeit erfolgreicher� ihre Arbeitsfähigkeit wer- von längerer Dauer sein. Ter allmächtige Gott hat diese Ordnung zum Wohle der Arbeiter gegeben; und nun wollen wir armen Menschen sagen, Gott als Meister hätte es nicht verstanden� denn bei der Sonntagsruhe verdiene der Ardeiter weniger. Allerdings müssen die Arbeitgeber in manchen Betriebszweigen für die kommende Saison die Zeit benutzen, aber weil sie da- durch einen größeren Verdienst haben, sollten fie auch wieder dem Arbeiter die nörhige Ruhe zu Theil werden lassen. Durch die Sonntagsruhe würde der blaue Montag aufgehoben wer den. In England und Amettka, den industttereichsten und ge werbthätigsten Ländern, ist man noch weiter gegangen, als wir beantragen. Nach den Enqucteergebnissen ist kein Industrie zweig vollständig für die Sonntagsarbeit eingenommen. Der Herr Reichskanzler hat die Papiettabnkation als Beweis für die Rothwendigkeit der Sonntagsarbeit angefühtt; nach der Enquete findet in Rheinland und Westfalen in einer Papier fabttkation überhaupt keine Sonntagsarbeit statt. Dar nach wird sich also der Reichskanzler wohl über zeugen, daß es in der Papiettabnkation ohne Sonntags arbeit geht und wird seinen Widerstand aufgeben. Gerade in den Landcstheilen mit entschieden religiösem Bewußtsein ist die Sonntagsruhe vorhanden. Strenge Vorschriften müssen aller- Vings gegeben werden, auch mit Rückficht auf die Trägheit der ihre Bestellungen nickt rechtzeitig machenden Besteller. Dem Stock Fnedttch Wilhelms I. verdanken wir unseren guten preußischen Beamten stand. Internationale Vetträge brauchen wir nicht, denn England und Amettka find uns schon vor- gegangen. Man sagt, die Arbeiter gehen doch nur in die Kneipe, statt zum Gottesdienst. Dem ist nicht so. Gerade weil dem Arbeiter die Möglichkeit- des Gottesdienstes ge nommen ist, wird ihm der Sonntag nur ein Tag des Vet gnügens. Geben Sie dem Arbeiter den Gottesdienst wieder, so wird ihm der Sonntag ein Tag des Segens werden.(Bei- fall rechts.) Abg. Kaumbach(dfr.): Mit den Endzielen der Herren Hitze und Lieber sind wir ganz einvetttandcn, aber nicht mit ihren Mitteln, und in der Kommisstonsbcrathung werden wir ihnen unsere Hilfe nicht versagen. Ich wünsche nur, daß die Regierung ihre bisherige Zurückhaltung in der Arbeiter schutzfrage, namentlich in den Kommissionsbcrathungcn aufgiebt. Herr v. Kleist-Retzow hat uns eine Büßpredigt, eine Fasten- predigt gehalten, die allerdings zu dem heutigen Aschermittwoch paßt, aber er stößt nur offene Thüren ein. Die Schwierigkeit liegt nicht in dem Erlaß, sondern in der praktischen Durchfüh rung eines solchen Gesetzes. Der Bundesrath muß uns endlich die Punkte bezeichnen, bis zu welchen er mit uns gehen will. sonst sind alle unsere Reden nutzlose Monologe. Die größte Schwiettgkeit bietet die Formulirung der Ausnahmen. Manche Betttcbszweige haben die Sonntagsarbeit durchaus nöthig; so behaupten die Photographen, daß gerade am Sonntag die meisten Leute sich photographiren lassen, weil sie dann am hübschesten aussehen. Die Ergebnisse der Enquete zeigen, wie verschieden die Verhältnisse in lokaler Beziehung sind. In kleinen Städten ist die Sonntagsruhe leichter möglich. Herr Hitze hat empfohlen, in der Arbeiter frage den Weg der �österreichischen Gesetzgebung einzuschlagen gegenüber der schiveizettschcn, bei welcher letzteren den Polizeiorganen die Bestimmung der Ausnahmen überlassen bleibt. Er meint, daß die Polizerorgane nicht die nöthige technische Einficht und ausreichende Energie besäßen, um die Bestimmungen praktisch durchzuführen.(Abg. Kräcker: Sehr richtig!) Ich bin selbst ein ausführendes Polizeiorgan, und Herr Kräcker wird mir doch nicht die erforderliche technische Ein ficht und ausreichende Energie absprechen. Mangel an Energie kann man den preußischen Polizcibeamten am wenigsten vor- wetten. Den Weg der österreichischen Gesetzgebung, wo die Feststellung der Ausnahmen dem Handelsminister und dem Minister des Innern überlassen ist, können wir auch nicht gehen. Das Gesetz selbst muß möglichst die Ausnahmebestimmungen festlegen. Die Arbeitettckutzfraae ist nicht das A. und O. der sozialen Frage, und selbst der Normalarbeitstag würde den Ar- beitern keinen wesentlichen Vottheil schaffen. Wenn die Herren Hitze und Lieber so arbcitettreundlich sind, warum haben sie dies nicht bei der Erhöhung der Gettcidczölle in ihren Reden dokumentitt?(Sehr ttcktig! links.) Unterstützen Sic lieber die Bestrebungen der Gewerkvereine, die Herr Hitze aller- Vings als künstliche Patteischöpfung der freisinnigen und sozial- demokratischen Pattei ansieht, die aber trotz großer Schwiettg- leiten durchaus Wcrthvolles geleistes haben. Unterstützen Sie die Arbeiter bei ihren gesetzlichen Vereinigungen, so werden Sie unsere Zustimmung finden!(Beifall links.) Abg. Vrillenberger: Auf dem Gebiet des Arbeiter- schutzes, von dem schon 1878 bei Erlaß des Sozialistengesetzes die Rede war, ist bisher gar nichts geschehen, obgleich mir die Arbeit nicht so schwer zu sein scheint. Uebcr dahin gerichtete Anträge ist ja im Reichstag schon häusig verhandelt worde>, wenn auch gewöhnlich bei so leeren Bänken wie heute; sie sind dann immer in der Kommisston begraben worden, und mehr wird wohl auch dieses Mal nicht herauskommen. Die Sonn- tagsruhe der Arbeiter ist eine so selbstverständliche Sache, daß man in dem Parlamente eines so viel als chttstlich gepriesenen Staates nicht erst darüber diskutiren sollte. Die Enquete hat für die Gegner des Verbots der Sonntagsarbcit keineswegs günstige Tbatsachcn ergeben, obgleich man sich seitens der Regierun- Öm, einer Anzahl ausübender Organe, einer gewissen Presse und der ntcrnehmer alle Mühe gegeben hat. die Verhältnisse nicht so schlimm erscheinen zu lassen, wie sie sind. Wo man irgend die Arbeiter umgehen lonnte, hat man sie umgangen; und wo dies nicht geschehen konnte, hat man die Fragen derart formulitt, daß die Arheiter nicht in der Lage waren, das, was sie wirklich auf dem Herzen hatten, voll und ganz zu äußern.� Die Ergebnisse haben, wie aus der Presse hervorgeht, es auch für die Regierung wünschcnswetth erscheinen lassen, etwas in der Sache zu thun, und ich möchte eine klare Auskunft darüber haben, wie weit fie zu gehen entschlossen ist. Wenn auch das, was in dem Antrage geboten wird, wenig ist, so stehen wir doch nicht an, es anzu- nehmen, und find bereit, es auch weiter durchzuführen. Die Feststellung der Ausnahmebedingungen möchte ich nicht dem Bundesrathe überlassen sehen. Es kann sehr wohl in dem Gesetz festgelegt werden, welche Geschäftszweige unter Ausnahme gestellt werden sollen und was unter Ausnahme verstanden werden soll. Die Bemssgenoffenschaften, die Vertreter der Fabrikanten könnten sich ja darüber erklären, wie weit Aus- nahmen zu statuiren seien, und ebenso könnten die Ardeiter über diese Frage gehött werden. Auf Grund dieser Aussagen könnte dann der Reichstag alles das, was in dem Antrag dem Bundes- rath überlassen wird, selbstständig in das Gesetz einfügen. Die Konkurrenz des Auslandes kann uns nicht hindern, die Sonntagsarbeit einzuschränken, denn unsere Hauptkonkurrentcn Eng- land und Amettka, und auch Oesterreich haben die Sonntags- ruhe längst eingefühtt. Mit der Bestimmung, daß in dttngenden Zöllen die Ottspolizeibehorde die Beschäftigung an Sonn» und „esttagen gestatten könne, bin ich nicht einverstanden, denn in den ländlichen Bezirken sind die Fabrikanten meist selbst die Ottsbehörde. Wenn man diesen Leuten gestatten will, eine Ausnahme zu gewähren, dann ist das Gesetz vollständig illu« sottsch. Nachdem schon so viel über den Gegenstand gesprochen worden ist, wäre es an der Zeit, endlich einmal auch etwas zu thun. Bei der Schutzzollgesetzgebung haben andere und viel Srößere Schwierigkeiten überwunden werden müssen, und fie nd schnell beseitigt worden, weil es sich um die Interessen der herrschenden Klassen handelte. Dokumentiren Sie doch hier, wo es fich um die Interessen der Arbeiterklassen handelt, einmal Ihren chttstlichen Sinn. Der Abg. v. Kleist bewegt fich gern in biblischen Zitaten. Da möchte ich ihn doch daran erinnern, daß unser Herr Chttstus die Zöllner und Sünder in einem Athemzug genannt hat; er muß also der Meinung gewesen sein, daß die Zöllner Sünder seien. Auch Ihre Zöllnerei muß also eine Sünde gewesen sein, und ich möchte Sie bitten, nachdem Sie durch diese Zöllnerei den Befitzenden geholfen haben, Hand an das Werk zu legen, damit auch für die Arbeiter einmal wenigstens eine Kleinigkeit geschieht. Abg. Henning(Reichsp.): Die Arbeitgeber haben an der Sonntagsruhe ein gleiches Interesse wie die Arbeiter. Ick finde auch, daß die Enquete einen verhältnißmäßig günstigen Erfolg in Bezug auf die Sonntagsbeschäftigung gehabt hat. Wie schwer es ist, diese Sache gesetzgeberisch zu regeln, ergiebt fich schon daraus, daß der Entwurf zum größten Theil aus Ausnahmebestimmungen besteht und auch der Polizei sehr weit- gehende diskretionäre Befugnisse einräumt. Indessen verdient der Entwutt eine eingehende Erörterung in einer Kommisston, gegen welche wir uns nicht widettetzen wollen. Abg. Cegirlvki(Pole) hat sich schon früher in ähnlichem Sinne ausgesprochen wie die Antragsteller und wird ebenfalls für Kommissionsberathung stimmen. Die Diskussion wird geschlossen. Das Schlußwott erhält Abg. Lieber: Der Antrag ist nicht unser ursprünglicher Sonntagsruheantrag, sondern lediglich der Antrag der betreffen- den Kommission von 1885, welchen wir heute hier einbringen, um die Frage anzuregen, nachdem das Resultat der Enquete uns vorliegt. Dem Einwände, daß wir der Ottspolizeibehörde zu weitgehende Ausnahmebefugnisse einräumen, ist da- durch begegnet worden, daß die Verfügung der Orts» Polizeibehörde schttftlich zu erlassen und daß über die erlassenen Verfügungen ein Verzeichniß zu führen und den höheren Verwaltungsbehörden respektive Fahrikinspektoren einzureichen ist. Unser Antrag bezieht sich lediglich auf die Sonntagsruhe im Gewerbebetrieb, diese ist aber ausschließlich der Kompetenz des Reichs unterstellt, und insofern ist der Vor- wutt unbegründet, daß wir dem Bundesrath zu weitgehende Vollmachten gegeben hätten. Warten wir doch weitere Ersah- rungen ab, dann können wir event. manche dieser diskretionären Bestimmungen gesetzlich festlegen. Uebttgens braucht fich das witthschaftliche und bürgerliche Leben nicht erst zu richten nach einem von uns zu erlassenden Verbot der Sonntagsarbeit. Dieses Verbot ist längst erlassen von einer viel autoritativeren Seite als es Menschen find. Nachdem das Resultat der Enquete vorliegt, kommt Herr Struckmann und schlägt uns vor, uns auf eine Resolution zu deschränken, der Bundesrath möchte doch die Gefälligkeit haben, ein Gesetz vorzulegen. Nein, auf diese Brücke treten wir nicht, nachdem zehn Jahre die Sache fich hingeschleppt hat. Eine inter- nationale Regelung der Frage kann doch erst eintreten, wenn wir sie national geregelt haben. Ich denke, die chttstlichen An» gehörigen des Deutschen Reiches werden sich von den Israeliten in der Heilighaltung des Sabbaths nicht beschämen lassen.(Bei» fall im Zentrum.) Der Antrag wird einer Kommisston von 21 Mitgliedern überwiesen. Hierauf vettagt fich das Haus. Schluß 4, Uhr. Nächste Sitzung Donner st ag 1 Uhr. (Etat, Antrag, betr. die Aufhebung des Identitätsnachweises für transitirendes Getreide, Steuervorlagen.) Abgeordnetenhaus. 19. Sitzung vom 15. Februar 1888, 11 Uhr. Am Ministcttischc: Dr. Friedberg, Bronsart von Schellendorff und Kommissatten. Eingegangen ist der Rechcnschaftsbettcht über die Verwen- dung der flüssig gemachten Bestünde der in der Hinterlegungs- ordnung bezeichneten Fonds und Gelder für das Jahr 1887. Die zweite Berathung des Etats, und zwar der der Justizverwaltung, wird fortgesetzt. Bei Kap. 72(Justiz- Prüfungskommisfion) wünscht Abg. Hägens, daß die jungen Juristen bei den Verwaltungs- bchörden vorübergehend praktisch ausgebildet werden möchten, sei es bei einem Landrathsamt, dem Magistrat einer größeren Stadt ic., damit fie dem praktischen Leben näher treten. Redner benutzt diese Gelegenheit, um auf den starken Andrang zur juri» stischen Karriere hinzuweisen. Im Herbst 1887 betrug die Zahl der unbesoldeten Assessoren 1480, die Zahl der Referendare 3383 gegen 1983 im Jahre 1875. Abg. Winbihorft: Der Andrang zur juttstischen Karttcre ist eine wahre Landplage geworden. Die Aussichtslosigkeit auf Anstellung muß die Mißstimmung der jungen Leute erregen. Umsomehr ist es unsere Pflicht, Eltern und junge Leute zu warnen, auf die juttstische Laufbahn ihr Augenmerk zu richten. Ueberhaupt sollte man bei der Uebcttüllung aller gelehtten Fächer lieber dem Handwerk sich zuwenden. Genußsucht, mechanische gedächtnißmäßige Einpaukerei sind noch jetzt bei den Hörern der Rechte zu rügen. Die jungen Leute sollten zu eigenen Arbeiten angehalten werden. Dasselbe gilt von den Referendattcn, deren Beschäftigung bei der Verwaltung recht nützlich sein könnte. Daß die Juttsten besser besoldet werden, als die Verwattungsbeamten, ist eine Fabel. Abg. Fried borg: So schlimm wie Herr Windthottt den Studiengangder juttstischen Jugend schildert, ist es denn doch nicht. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Die akademische Frei- heit bttngt es mit sich, daß schwache Charaktere in Müßiggang vettallcn. Es giebt aber auch viele fleißige Studenten. Die Professoren tragen am wenigsten die Schuld, wenn die jungen Leute nichts leisten.„Man lasse doch die jungen Leute ruhig ihren Weg gehen. Bloßes Losschlagen auf dieselben hilft doch nichts.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Das Kapitel wird bewilligt. Bei Kap. 73(Oberlandsgerichte) regt Abg. Zlhtendorf den Neubau eines Gebäudes für das Oberlandcsgcricht in Hamm an. Geh. Rath KtarKe kann das Bedürfniß eines Neubaues nicht anerkennen. Die nothwendigen Reparaturen würden vor» genommen werden. Das Kapitel wird bewilligt. Bei Kap. 74(Landgettchte und Amtsgettchte) wünscht Abg. n.«zarlinski, daß die Richter von ihrer diskretionären Befugniß, Er Dolmetscher zuzuziehen, mehr Gebrauch machen möchten. exemplifizirt auf die Mißstände beim Landgericht Posen. Abg. Hage» bedauert, daß die Richter aller Kategorien finanziell und dem Range nach ungünstiger gestellt find, als die Verwaltungsbeamten. Den Beamten in den östlichen Provinzen mit sprachlich gemischter Bevölkerung müßte eine Funktions- zulage als Aufmunterung zu längcrem Verweilen gegeben werden. Abg. wiederholt die schon früher von ihm vorge- brachten Klagen über die Arbeit in den Gefängnissen. Durch die Gefangenmardeit erwächst dem freien Handwerter eine ge- fährliche Konkurrenz und würde die Jllufion des sozialdcmokra- tischen Staatsideals gewährt. Das einzig Richtige sei, die Arbeit in den Gefängnissen grundsätzlich zu verbieten. Abg. Cwalina nimmt die Gerichte Polens und West- preußens gegen den Vorwurf des Abg. v. Czarlinski in Schutz. Sehr häufig wollten die Leute nur nicht deutsch sprechen. Sehr wünschenswerth wäre es aber, wenn dort besser gebildete Dolmetscher, womöglich Referendare, angestellt würden. Minister Frirdberg: Diesen Wunsch thcile ich voll- kommen, ich würde es auch gern sehen, wenn die besser gebil- Veten Dolmetscher eine bessere Besoldung zugebilligt erhielten. Leider kann ich das geeignete Material für den Dolnietscher- dienst nicht finden. Es wird fich schwerlich Jemand finden, der seine juristische Laufbahn verlassen und Dolmetscher in Posen werden möchte. Wollten die polnischen Herren in diesem Sinne wirken, so würde ich ihnen sehr dankbar sein. Abg. Fotichius bittet die Regierung, konform einem im vorigen Jahre ausgesprochenen Wunsche des Hauses, den Ge- richtssekretären, welche zugleich als Kassenbeamte fungircn, eine Remuneration zu Theil werden zu lassen. Geh. Rath Schmidt erwidert, daß die Regierung hoffe, diesem Wunsche im nächsten Etatsjahre Rechnung tragen zu können. Abg. Cswali»» will die Beamten sämmtlicher Amts- anwaltschaften im Interesse des Dienstes etatifirt sehen, nach- dem fie in Berlin und Breslau bereits fest angestellt find. Das Kapitel wird bewilligt, ebenso der Rest des Ordi- nariums. Bei den einmaligen und außerordentlichen Ausgaben rügt Abg. Molff die Zersplitterung der Gerichte zu Berlin in vcr- schiedene Äbtheilungen und in verschiedene Gegenden. Die große Entfernung der Strafabtheilung in Moabit von der Zivilabtheilung befördere die Spezialitäten beim Anwaltthum. Einen Vorwurf wolle er der Verwaltung in dieser Hinficht nicht machen. Es wäre aber wohl zu erwägen, ob nicht auf dem Terrain der Kadetten- Anstalt in der Neuen Friedrichstraße ein Justizpalast— er meine ja nicht einen Luxusbau— für das Landgericht und Amtsgericht I erbaut werden könnte. Geh. Rath Starke: Dieser Wunsch begegnet durchaus den Gedanken der Regierung. Aber die Ausführung desselben ist nicht leicht. Berlin wächst von Jahr zu Jahr in rapider Weise. Wir würden kaum einen Raum finden, der noch 25 Jahre ge- nügt. Das Kriminalgerichtsgebäude in'Moabit genügt jetzt schon nicht. Freilich stehen uns auch noch 10 Morgen zu Gebote. Wann mit der Ausführung eines Neubaues in der Neuen Friedrichstraße vorgegangen werden wird, kann ich nicht sagen. Jedenfalls wird der Herr Justizminister die Sache im Auge behalten. Abg. v. Weyer(Arnswalde): Ich denke, Luxusbauten haben wir schon genug und dafür kein Geld. Daß die Gerichte in Berlin getrennt liegen, schadet den Anwalten nicht, Pferdebahnen haben wir genug, und wollen die Anwalte nicht fahren, so mögen fie zu Fuß gehen, das ist gut für den linterleib. (Herterkeit.) Das Extraordinarium wird bewilligt. Es folgt der Etat des K r i eg s m i n i st e r i u m s. Abg. Kehmann bedauert, daß die Schlachtfelder, speziell von Spichern, fich in einem sehr schlechten Zustande befinden. Er bittet den Kriegsminister, beim Reich die nölhigen Mittel flüssig zu machen, um einen bequemeren Weg für die Besuche der Spicherer Höhen anzubahnen und die Grabdenkmäler in einen würdigen Zustand zu versetzen. Das sei eine Ehrenpflicht der deutschen Nation. Kriegsminister Kr»»fart v. Schrllendorff: Tie Mi- litärvcrwaltuna verfügt bereits über einen Fonds zur Unter- Haltung der Grabstätten der Gefallenen, sowohl in, Jnlande wie im Auslande. Dieser Fonds ist meines Wissens noch nicht erschöpft. Ich mache aber darauf aufmerksam, daß die staatliche Fürsorge fich beschränkt auf die Pflege und würdige Ausstattung der eigentlichen Kriegergrabstätten. Die einzelnen Denkmäler für Offiziere oder Mannschaften sind Eigenthum der betreffenden Truppenteile, welche für deren Unterhaltung zu sorgen haben. Der Weg zum Spicherer Schlachtfelde muß doch bequem genug sein, denn wir find diesen Weg im Kugelregen am Tage von Spichem gegangen. Und wenn nicht, so werden diejenigen, welche ihn in patriotischer Erregung hinaufgehen, um so mehr in Erinnerung behalten, was an dem Tage geleistet ist. (Zustimmung.) Im übrigen bin ich dein Vorredner für seine Anregung sehr dankbar und werde event. von dem mir zur Verfügung stehenden Fonds Gebrauch machen. Der Etat des Kricgsministeriums wird bewilligt. Dasselbe geschieht bezüglich eines Titels aus dem Etat des Ministeriums des Innern, welcher in die Kommisston zurückverwiesen war. Der Etat des Herrenhauses wird ohne Debatte bewilligt. Beim Etat des Abgeordnetenhauses rügt Abg. daß den Mitgliedern des Abgeordnelenhauses im Reichs- tage keine Tribüne reservirt sei, während die Mitglieder des Reichstages im Abgeordnetenhause eine solche hätten. Das sei ein großer Uebelstand, und es wäre schon viel gewonnen, wenn wenigstens eine bestimmte Zahl von Plätzen den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses reservirt würde. Der P r ä s i d e n t verspricht, die Sache dem Reichstags- Präsidium zur Entscheidung vorzulegen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Schluß 2% Uhr. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr(erste Lesung des Gesetzentwurfs, betr. die Regulirung des unteren Laufs der Weichsel, Berichte). Parlamentarisches. Au« der Kewerbeordnungskommisston de« Reichstag«. Die Gewerbeordnungskommisfion des Reichstags trat zur Berathung des Antrages Lohrcn, betr. die Einführung von Brottaxen ic. zusammen. Auf den Vorschlag des Vorsitzenden v. Oertzen-Brunn einigte man sich zunächst darüber, die Frage in dreifacher Richtung zu erörtern. 1.'Ob durch Ausbeutung des Volkes von Seiten der Bäcker in der That ein Nothstand vorliege, 2. ob die Gewerbeordnung und das Nahrungsmittel- oesetz bei richtiger Handhabung nicht bereits einen genügenden Schutz gegen eine eventuelle Ausbeutung gewähre, und 3. wenn dies nicht der Fall, welche von den Lohren'schen Vor- schlafen annehncbar wären. Abg. Metzner(Zentrum) bestreitet, daß überhaupt eine Ausbeutung des Volkes durch die Bäcker stattfindet, indem er darauf hinweist, daß zahlreiche Bäckereien mit Verlust arbeiten und nicht bestehen können, manche Konsum- bäckerei existire nur, weil fie den Verlust, welchen die Bäckerei dringe, durch den Gewinn an anderen Artikeln ausgleiche. Abg. Lohren glaubt die bestehende Ausbeutung zur Genüge in der Generaldebatte im Plenum nachgewiesen zu haben. Vielfach hätten die Bäcker einen Reingewinn von 100 pCt., das Roggenbrot sei immer um 40 bis 80 pCt. theurer als das Getreive, der Arbeiter in England erhalte für denselben Preis dreimal soviel Brot wie in Deutschland, und wenn der deutsche Arbeiter fich nicht satt essen könne, so liege das an dem übergroßen Ge- winn der Bäcker. Es handle fich dämm, einer wirklichen Ka- lamität abzuhelfen. Abg. Stmckmann(natlib.) bezeichnet Lohren's Berechnung als sehr problematisch. Zunächst sei zu berückstch- tigen, daß die Miethspreise nicht nur in den einzelnen Städten Deutschlands, sondern sogar in den einzelnen Stadtthcilen Berlins eine sehr verschiedene Höhe zeigen und daß je nachdem auch die Brotpreise sich unterscheiden müssen. Daß die Brot- preise nicht zu hoch gingen, dafür sorge die Konkurrenz, welche Bä< für die städtischen Bäcker durch die Landbäcker erwachse. In Hildesheim, einer Stadt mit 30 000 Einwohnern, cxistirtcn bis vor kurzem 40 Bäcker, davon seien 16 Bäcker in den letzten Jahren gezwungen gewesen, ihr Gewerbe auf- zugeben. Das beweise doch wohl, daß von exorbitanten Ge> Winnen nicht die Rede sein könne. Abg. Szmula(Zentmm) pflichtet der Auffassung Lohrcns bei, während Abg. Duvigneau (nationall.) auf Grund seiner besonders in Magdeburg ge- wonnenen Erfahrungen und des Jahresberichts des Magde- burger Konsumvereins das Vorhandensein eines übermäßigen Gewinns der Bäcker bestreitet. Abg. Melbach(Reichspartei): Am Brote kann der Arbeiter nicht sparen, und nicht selten geräth er beim Bäcker infolge der hohen Brotpreise in Schulden und kann deshalb von seinem Lieferanten nicht abgehen und anderwärts kaufen; er ist der Gnade der Bäcker überliefert. In kleineren und mittleren Städten können sich auch die Bäcker sehr leicht zu Koalitionen vereinigen, um sich hohe Preise zu sichern. Dieser Gefahr gegenüber empfehle sich besonders die Annahme der Lohren'schen Vorschläge. Abg. Broemel(freis.): Die Ausfühmngen des Vorredners seien durch nichts erwiesen, und wenn derartiges vielleicht an einein Orte vorgekommen sein mag, dürfe man dock nicht gleich ein solches allgemein giltigcs Gesetz machen. Die Oualität des Brotes sei brs jetzt noch gar nicht in Betracht gezogen worden, wenn man von dem großen Gewinn der Bäcker gesprochen habe. In Wirklichkeit seien die Gewinne der Bäcker und Müller sehr bescheiden, das habe fich überall erwiesen, wo genaue Erhebungen angestellt worden seien. — 3lbg. Haupt(natl.): Er habe früher in amtlicher Eigenschaft die Wirkung der Brottaxen beobachtet. In der Stadt Wismar seien die Brotpreise gegen die letzte Taxe vom Jahre 1852 nur sehr wenig gestiegen; und daß fie etwas gestiegen, sei erklärlich durch die seitdem höher gewordenen Geschäftsunkosten. Dabei sei aber auch die Oualität des Brotes jetzt erheblich besser ge- worden infolge der bedeutenden Konkurrenz im Bäckergcwcrbe. Als die Brottaxe noch bestand, war man bereits sehr geneigt, die Taxe auf Weißbrot aufzuheben; er sei auch jetzt dafür, daß diese mindestens aus dem Gesetze fortbleibt, wenn er auch gegen eine gewisse polizeiliche Kontrole nichts einzuwenden habe.— Abg. Äeyner: Abg. Lohren befindet fich bei seinen Ausführungen in einem argen Jrtthunre. Von 80 pCt. Verdienst könne gar keine Rede sein. Wenn Abg. Lohren Taren einführen und den Bäckern nur 20 pCt. Zuschlag zu den Ge- treideprcisen gewähren wolle, würde er der populärste Mann der Bäcker werden. Abg. Graf(Zentmm) kann nach den Er- fahrungen, welche er in seiner Heimath, in Hobenzollcrn, in Bayern und in Württemberg gesammelt, nicht anerkennen, daß irgend ein Nothstand vorhanden sei. Abg. Lohren: Seine Berechnungen seien durch die Abga. Brömel und Struckmann nicht erschüttert worden, und seine Zahlen haben dargethan, daß die jetzigen Bestimmungen der Gewerbeordnung nicht ausreichen, um die Bäcker zu zwingen, prcisentsprechendcs Brot zu liefern. Abg. Stmckmann fragt, oh denn der Regierung aus den Kreisen des Publikums Klagen zugegangen seien. Geh. Rath Lohmann: Beim Reichsamt des Jnnem seien keine Klagen über Brot- verthcuerung durch die Bäcker eingegangen.— Die Fortsetzung der Debatte wird darauf bis Donnerstag vertagt. Kommunales. In der letzten Sitzung der Subkommisfion der städti- schen Deputation für öffentliche Gesundheitspflege wurde die Prüfung der Bauprogramme für die zweite bei Lichtenberg zu errichtende Irrenanstalt und eine Anstalt für Epileptische auf dem Terrain bei Biesdorf zu Ende geführt. Es handelte sich vornehmlich um die Frage, auf welche Att die Kranken zu be- ' Grt schäftigen seien. Auf Grund der bei den bestehenden Jrrenan- stalten gemachten Erfahmngen soll bei den neuen Anstalten der Schwerpunkt in die gärtnerische Beschäftigung der Kranken ge- legt werden, weil bei dieser die Intelligenz derselben, insbeson- dere der Epileptischen, vornehmlich angeregt wird, auch Arbeit für die Wintermonate sich findet. Es sollen daher neben den Park- und Zicranlagen in größerem Maßstabe Baumschulen, Gemüse- anlagen, Obstgätten, Weidenplantagen und namentlich Blumen- kulturen angelegt werden. Die Leitung der Arbeiten soll einem Obergärtncr unterstellt werden, dem zwei Gärtnergehilfen zur Unterstützung beizugeben find. Der Gutshof soll außer den Wohnungen für die Gärtner und das Gefinde mit Arbeits- schuppen und Trockenböden, mit einem Pferde- und Ochsenstall, sowie mit einem Stall für 80 Schweine und Federvieh, welche der Abgänge wegen gehalten werden, ausgestattet werden. Ter Milchbedarf soll von einem der benachbarten Rieselgüter bezogen werden, da dort alle erforderlichen baulichen Anlagen bereits vorhanden find. Nach den Beschlüssen der Subkommisfion werden nunmehr neue Programme für die gedachten bei- den Anstalten-ausgearbeitet und mit den hiernach zu entwerfenden Bauskizzen demnächst würden vorgelegt werden. Beachtung für Grt»-Kranke«kafleu-Mitglieder. Es ist in letzter Zeit bäufig vorgekommen, daß Personen, welche wegen einer für rückständige Beiträge der Orts-Kranken« lassen erfolgten Pfändung Jnterventionsansprüche geltend machen wollten, sich mit derartigen Ansprüchen an die Gewerbedcputation des Magistrats wendeten. Hierdurch ent- steht lediglich eine unnöthige Verzögerung. Denn nur der be- treffende Kassen vorstand hat darüber zu entscheiden, ob er die gepfändeten Sachen freigeben will, und auch nur gegen diesen Vorstand ist eventuell die Jnterventionsklage zu richten. Anträge auf vorläufige Einstellung der Zwangsvoll- ftteckungsmaßregeln gegen Sicherbeitsleistung sind in derartigen Jnterventionssachen stets beim Gericht, nicht aber bei der Gewerbedcputation anzubringen. Der Vauptvermaltung«bericht de« Wa ristrat» zu Kerlin für die Zeit vom 1. April 1886 bis 31. März 1887 ist soeben erschienen, lieber die Beoölkerungsverhältnisse Berlins entnehmen wir demselben, daß die Bevölkerung unserer Stadt am Schlüsse des Jahres 1885 1 315 626 Seelen betrug und fie sich nach der Fottschreibung zu Ende 1886 auf 1 362 384, also um 46 758 Seelen oder 3,55 pCt.(gegen 3,44 pCt. in der ver- flossenen bjährigen Periode) vermehrt hatte. Dieser Vermehrung der Volkszahl stand eine Vermehrung an vermietheten Wohnungen in dem Berichtsjahre um 10 072 gegenüber, so daß auf jede neue Wohnung rund 4,6 Köpfe treffen, während auf die am 1. April 1886 vorhandene Zahl von Wohnungen (315 063) nur 4,13 Köpfe entfielen. Schon hieraus ergiebt fich, daß die Bauthäligkeit mit der Zunahme der Bevölkerung nicht gleichen Schritt gehalten hat. Dir Zahl der leerstehenden Wohnungen, welche cm Jahre 1879 noch 20 000 betrug, hat deshalb auch im Berichtsjahre wieder urn 205 abgenommen und betrug am Schlüsse desselben nur 6904. Dabei bat der Werth der leerstehenden Wobnungen gegen das Vorjahr um 143 153 M. zugenommen— ein deutlicher Beweis, daß vor- wiegend größere Wohnungen leer stehen. Leider hat sich trotz- dein die Bauthäligkeit vorwiegend der Errichtung größerer Wohnungen zugewendet, was daraus ersichtlich wird, daß der durchschnittliche Micthswerth der 10072 neu bezogenen Wohnungen 1196 M., der durchschnittliche aller im Ouartal 1887 vorhandenen Wohnungen aber nur 629 M. beträgt. Jmnrerhin erir ist auch dieser letztere Durchschnittswerth aller nungen, welcher im 1. Ouartal 1884 nur 603 hatte, in den letzten Jahren nicht unerheblich gestiegen, 'Mi Tunras auch den im Jahre 1875 bestandenen durchschnittlichen �nuimflämmch werth von 686 M. für die Wohnung noch nicht ei«>» ftnd fietQhc Auf den Kopf der Bevölkemng traf im 1. Quartal| Mnniaen„• Miethzins von 143 M., im 1. Ouartal 1886 147-l rat, welches m 1. Ouartal 1887 149 M. Miethe. Es ist somit e» innen unerhebliches Ansteigen der Wohnungsmiethen erkennb� Lokales. Hrn. Mon den Großstädte»«nd itzre» Uät dieses Thema mit besonderer Berücksichtigung Berln Stadtsyndikus Eberty dieser Tage einen bemerkenswert trag in Charlottenburg, welchem wir folgende Einzelhci» � � letzt allgemeinem Interesse(nach der„Neuen Zeit")�entnehni< � Absicht ei> 'ras findet fiq *s genannt J Eelegenh Mg >uttkarner das T Aslches jetzt Noth der großen Städte, so begann der Vorttagende, t„. fimi en volkswirthschaftlichc Erscheinung, die dadurch hervorgcw» � Fra daß fich auf verhältnißmäßig kleinen Wohnflächen groß L Lem l schenmassen anhäufen. Die Hauptnoth find in Berlin ssw v, yreund nungen, denn auf Ouadrat-Meilen hat Berlin heute soviel Einwohner als vor 20 Jahren, wobei noch!' sichtigen ist, daß der für Wohnungen nutzbare Raum» von Jahr zu Jahr fällt. Der Gefahr des Zusammc ist übrigens weder durch Miethsordnungen noch dura liche Maßnahmen zu steuern, und bleibt als einziger Hilfsfaktor die Verbesserung der Fahrverbindung in der Diese stetig fortschreitende Entwickelung'ist trotz ihrer> fachen Schäden stärker als alle legislatorischen Apergns Ucbrigen ist auch jener so oft vorgebrachte Tadel ß? großen Städte, welcher sich besonders gegen die ,.d"7, enwas'srf.-. � schende Unstttlichkeit" richtet, meist nichts als Phrase, den« � S die Fremden, die Besucher aus der Provinz find es, wellt« Q j w 1-ü Lokale, gewisse Vergnügungen frcquentiren, deren Er# ils n, kcit der Großstädter selbst am allerwenigsten unterstützt tfittürf,„ Lokale in Berlin z. B. werden fast ausschließlich � ichtlM- Fremden erhalten, welche fich dort nach besten Kräften ÄFz�ickt w' und dann zu Hause die Hände über den Kopf zusammen ß Untl. J Zrotzbem.«* ob der Ilnsittlichkeit der großen Städte. Trotzdem adn ls-.., � A0 in der Erscheinung des Zusammendrängens groß völkcrungsmaflen auf kleine Räume gewisse Hebel,«Mjh Qn"risV wenn wir die Rapidität in Betracht ziehen, mit welcher* Äet[inc' wohncrziffer wächst. Charlottenburg z. B. hatte natürlich die rommunaren Ansoroerungen. zue o'-jni.u großer Städte ist im Steigen, die Ansprüche, welche J ndmch tveltficn U/VlMVVt-.vnvt, g.«jv»..*-.»IHenir 40 Jakren nur 8000 Einwohner, heutt ist die Zahl� i nicht voraus ""m kh e Z dieselben stellt, find ebenfalls größer geworden. Das» aber ifPpÄ*'*1 kein Fehler� denn �rvo keine Ansprüche, da�ist�auch ü'in� 8� gewachsen. Mit diesem schnellen Wachsthum"'S% ........ kommunalen Anforderungen. Die � ra zu«WfTr ? diese Kori Herr von wen. ist zi der Anl hellige über da« ? Puttkamel haben. T !es Werk ischen en, f. (Dieser tiessinnige Ausspruch des Herrn Stadtsyndikus � amf/fiZ'' kanntlich aus die Arbeiter nicht angewendet. Was � anderen Menschen„Ansprüche" nennt, wird bei den f t � als„unverschämte Forderung" bezeichnet. Red. d. B-« t',. 8 und all die kleinen und großen Städte, welche in woE lifijgt, w- Verhältnissen leben, bieten ihren Einwohnern eben ni®*\- L Hri. muß die Mittel auf dem richtigen Puntte richtig anwen*�« einem Vergleiche betreffs des Ausbaues der Stadt und Wien erwähnte der Redner, daß Wien Berlin überlegen sei, da dort der Ausbau der Stadt sich vollziehen lasse, weil die Wiener mit ihrem r jeden Quadratmeter nicht so zu handeln brauchen, wie stävtische Verwaltung findet dort ein ganz anderes kommen, welches sich besonders in Schenkungen von dokumentitt. C» ist ri«r«ft»» machrude Keobacht»»S Ilmaestaltung unserer Stadt ruckweise vorgeht, derge die Unternchmungslust sich mit Vorliebe auf eine Gegend wirft und während dieser Zeit andere Gegen�e txm-sw Erst wenn diese, man kann fast sagen in' beachtet WWW kommene Gegend erschöpfend behandelt worden,% gn neue an die Reihe. Natürlich geht diese besondere ß'Z en kJ. Nach r neben der allgemeinen Bauthätrgkeit einher und bezren'-,:nL,%n; auf Umgestaltungen. Eben jetzt ist die Gegend des, wich � burgerthors solchen Veränderungen unterworfen.~;1" w, N®ec Chausseestraße hinaus, in die Oranienburgerstraße um,%,%nn e nördlichen Theil der Friedrichstraße hinein solgen fft! rüste, das bedeutendste Leben auf dem Gebiete der-§*«e» kcit wird sich aber demnächst gerade an der Stelle«*"f* an der das Oranienburger Thor stand. Am«*% is»" Donnerstag hat die Stadtgemeinde definitiv die Ba� n�Mtden Er der das Oranienburger Thor stand. Am vc«« � � Ctatistisi gemeinde definitiv die Bau?' � deichen Ei neue Straße festgestellt, welche theilwcise. isnMkrungsg "eit unbenutzen Kirchhöfe l#(0> und Yd Terrain der seit langer Zeit unbenutzen Kirchhöfe. Dorotheenstädtischer u. f. w.) führen wird. Der i1 fitzer des Terrains, Herr Troplowitz, beabsichtigt Niederlegung deS letzten Stückes der alten Stadtnu nur prachtvolle Wohnhäuser zu errichten. Die Ecke, jeyt eine ganze Anzahl kleiner Buden stehen, wird w. Ausdehnung abgeschrägt werden, aber, trotz der vielw® nothig wr »Ungeheure i» Ä man ['8" Diskont WKthe für "bch zu mac MI! ÄÄ Sfe .werde C eiuuueyuuuu uuuviujiuui iucivcii, uuee, uug vei J.WfJckjniti getretenen Wünsche, keinen Bierausschank bekommen,«'L intfZwstetn( That bemerkenswerthe Erscheinung. Die neue Straße,�> � Me gerne alte„Kommunikation" verdränge» wird, erhält eine»i, bei d, 24 Metern, wird also eine Fortsetzung der Elsassers' � Mit gl Die Baufluchtlinie wird gleich bis zum Neuen Thor«%% Tischte, Es wird möalich sein, diese Veränderungen vorzunehn.. �ß>.) 10,7, den Empfindungen Hinterbliebener längst vergessener Äj, Werdern nahe zu treten, ssiur einige Erbbegräbnisse werft CM 8,8, bc werden müssen, in denen fich die Gräber berühmter».) �''252 M finden� Aus dem Dorotheenstädtischen KirchhofeZind bei de von" Fichte, stoßenden,,,.,, Cornelius. Diese Gräber werden, wie schon errva.� die Bauten fie eben berühren würden, an anderer St«. errichtet werden.— An der gegenüber liegenden Ecke waltigste Bauthätigkeit schon in vollstem Gange. sig'sche Terrain ist parzellirt worden, die Häuser% über Nacht aus der Erde. Und die dritte Ecke, die ler Artilleriekaserne eingenommen wird, soll demnächst 3"' und Abbruch kommen. Dir dem Rrsidrnzthrater im Reichstag S Reklame hat, wie hiesige Blätter melden, ihrejW' KÄ" ii, der"" Äff Reklame hat, w,e hiesige Blatter melden, ihre che �*7' verfehlt. Die gestrige Vorstellung von„Francillon 7-, e n verkauft. Der Vorstellung wohnten u. a. viele-Nckffnirg„, j-t- abgeordnete bei und fand namenttich bereits Vorw' ungewöhnlich starker Vorverkauf statt. Im übrigen efiant, zu verfolgen, welche Wirkung das übrigens deutungslose Intermezzo auf die K'H- cung oas uorrgen» hiesige Bourgeoisprt",� gen Richter läßt fiw> au Die„Freis. Ztg." des Herrn Eugen„»w»..»n-<. maßen aus:„Das„Fränzchen" des Residenztheatew nun am Montag auch auf der Reichstagsbühne.% kamcr und Dr. Windthorst, um das heitere Ww'g # IUIIIV.I miiu üjiiiuiijuiu, Ulli uu» yciitic �(Wi �Oauiin Minister gebrauchte, festzuhalten, zoaen gegen die arw' Jy zu Felde, als hätte der jüngere Dumas wirklich.'M J'ten revolutionäre That mit seinem wässerigen, schlechten.� 9�niii h»»r S'Ärm? fül' 1« sucht. Wozu der Lärm? Wozu die Rellamc für«J f AfTfe* otr«(3 f-»**» n m n f aiwa der, sollte ein Kutlurhistoriker einmal eine Geschichte. geistiger Kultur schreiben, gewiß im unrühmlichsten Li?/ werden wird? Wenn die Abfälle aus einer franzölNA lüche einem P. T. Publikum deHagen, wenn dieses vor A nur durch die Zote gewürzten Phllisterhastigkeit/> Dumas„Francillon" fich breit macht, sich demütb� j Witzelei mit Geist verwechselt, dann hat Herr"oj wahrlich keinen Grund, mit Herrn v. Richthofen£1 Leute, die sich baß an dem Zötlein ergötzen, find !9U jmm "S,. gen K?" er, fügsam; ihr Behagen wird am allermmdesten ar 603 Äi-?i Aksellschaftsordnungen stören, so wenig wie die Stand- ich gestlegen, a Mn Tumas„Fränzchen" es thun werden. Das find hschnittlichen HWwmfiämmchen und keine Blitze."— Diese Kompli- lh nicht AUM gerade nicht sehr schmeichelhaft für die Leser der , 1- �-„uarüil gl'mtißm„Freis. Zta.". Der„Verl. Börsm-Kourier", 1886 14?.Pvt, welches mit Vorliebe sogar die Unterröcke der Schau- ist somit wpnni beschreibt, faßt die Sache sogar politisch auf, hen erkennt» Ms findet fich die lolgende Auslaffung im politischen T genannten Börsenblattes. Es heißt da:„In der Gung des Reichstages hatte, wie wir gemeldet, Herr m Gelegenheit genommen. Herrn v. Puttkamer darauf A zu machen, daß in Theatern und anderwärts zu �Zustellungen produzirt würden, welche in Rückficht Aötlie«. L N�'che Sittlichkeit besser zu untersagen wären. launa Berlin!.' Jutttamer hatte geglaubt, diese Hinwcisung ganz de- .«Ä K- Vw eit") entnehn»' �»Wielt wird. Herrn Windthorst hat, wie wir Vortragende,.„Absicht einer Exemplifikation gerade auf das Refidenz- LL?S CZi* L ms Ii � Freunde empfangen hatte. An der Sache selbst ch diese Korrektur wenig geändert. Ob Herr Windt- Herr von Puttkamer vornehmlich an Francillon An- �wen, ist ziemlich gleickgiltig, besonders da weder der der Andere das Stück gesehen oder gelesen hat. e heilige aber müssen es gewesen sein, die Herrn m 1 ood Berliner Treiben im Allgemeinen und �Stkrh tkamet über Francillon im Besonderen Bericht .ÜVeses d in Berlin Berlin beute zobei noch Z» ?are Raum» s Zusammen- a noch dural als einziger wn ndung in der t trotz ihrer lern richtig anwe der Stadt ien Berlin Stadt fich ihrem t rauchen, wie rz anderes angen von Was Francillon betrifft, so kann man »._<- c\y i Ärt? sÄffä acn die„w umlL ks hat hieran ganz gewiß Nicht gefehlt. VSStÄ K U JSJStJt ÄS' M isfAIiefilicH W liihnS? verwahrloste oder auch nur als eine im Ueber- ml__ u H| mit welcher?�?."Sefault wird.�Hlücklicherweise befitzt die Bevöl- nchc[, be(üS auch leichtfertige Scherz verschwindet, der Kern , Lt.„.[Act V A„,?ssSefault wird. Glücklicherweise befitzt die Bevöl- B. hatte J �Ä5n8ane Kroße Widerstandskraft gegen alle muckeri- ..A Ifi" d-e%[ an! L ängen, selbst für den unglücklichen Fall, den wir mm. n. Die iffjp rnt'frac"TKAis, j# mv»vv»» irden xas>>> öS,■f?,eI�en dasselbe auf uns machte, geschildert. Merk- ist auch kein- j paß die Bourgeoisie fich in die Bmst wirft, itadtsyndilus» seIbst'amüfirt.S�n Achten Zoten zu vertherdigen, mrt denen ' ie'n.e Ucberführung in das Untcrsuchungsgefängniß nothig wurde. Selbstverständlich spricht man nun �ungeheuren Aufsehen", welches dieser Fall erregt. »,» Ä man jetzt, gewitzigt durch das geniale Vorgehen S Diskonto- Gesellschafts- Direktoren, auch die Herren Wräthe für die Schwindeleien der eigentlichen Macher ach zu machen. Nach dem Ergebniß der bisherigen 2!% so theilt die„Voss. Ztg." mit, wird das straf- . Aerfahren fich auch auf die Mitglieder des Ver- „ j?5 ausdehnen. Die Staatsaufsichtsbehörde, welche eohachwaS'.� die Beschlagnahme der Geschäftsbücher Sorge ge- orgcht, d li demnächst eine Generalversammlung der„All- > Qlrti Hagel-Versichcrungs-Gesellschaft" ausschreiben, verc Gegen KMnhej�lzten den Thatbestand klarzulegen und denselben """ ,rt 1 � � nach gewonnenem Einblick in die Sach- - geeigneter Persönlichkeiten in den Ver- ren Cfii,ffo Dch bester Kraft selbst an der ungehinderten n?l �r Gesellschaft mitzuarbeiten, unter allen h'1® darauf Bedacht genommen werden, eine . � Gesellschaft im Interesse der Betheiligten zu fait es zu dent letzteren löblichen Beginnen nur st sagen in worden, besondere ;r und beziw. Ä% lerstraße und n folgen P slebiete der der Stelle v. Am itiv die Ba> e theilweise Kirchhöfe rd. Der l1 beabsichtigt :ten Stadtm , Die Ecke. ffÄfe bekommen,""j neue Straße, ift! de« leuen en vori vergessener bei den Hutmachern ' den Mit- den da die Zahlen zu klein und die n Gange."M»ü. e Häuser w s« �*** Plummer 33 veröffentlichten wir einen Fall, -�cke. die>u% a�kdorf zugetragen haben sollte. Es sollte ein demnachtt i Ederen Ä mehreren Zimmerern vereinigt haben, um s'• fcetr fl'v!' öet Feierabend erhalten hatte, durchzu- cillon gj%[; 7�."lcht so verhielt. Der Einsender unserer a. viele Jj m -ereits Vorn�...,,..._.-.M„ von Herrn R. pro- i übrigen»».«m gi �uhuunnungen uno Fußtritten ist den Zourgcoisvr/V ei-. 7QUct Nichts bemerkbar geworden. Die ganze iter läßt fich-Zk* k.. sianz unfrfmrhirt� nc-— SMUUA�- ÜfSft : Geschichte.� iyen, find g»",VVi >en die arme/��Ng�°"Wg einer Wärme von 37 Grad R„ unter - wirklich.�tten St„ßrmearabe verdaut er nichts, besonders '? »äS's"®''4 wer- rer franzoß Aben fn vermag. Zudem verträgt der Magen in .n dieses vf. N werden cn Temperaturwechsel nicht so leicht. »»«SÄ ÄLSLr ÄS bat Herr ��erer Unförmige Bewegung des Magens hören Richthofes Kl iu seh. genossen, verdünnt das Waffer den - �"1 vt Und—-•«----- e>!. macht ihn unwirksam für die Speisen. In heißer Jahreszeit ist es daher anzurathen, eine halbe oder eine Viertelstunde vor der Mahlzeit ein Glas Wasser zu ge- nießen, was der Verdauung der Speisen nur förderlich ist. Die Gewebe des Magens werden in warmer oder trockener Jahres- zeit angefeuchtet, daher elastischer und der Magensaft fließt reich- licher. Die Flüssigkeit wird zumeist bis zur Mahlzeit aufgesogen und die regelmäßige Wärme wieder hergestellt. Wer überhaupt das Bedürfniß hat, zur Mahlzeit zu trinken, der beobachte die Regel, eine halbe Stunde vorher zu trinken. Eine Stunde nach der Mahlzeit darf ebenfalls getrunken werden, weil dann die Verdauung schon soweit vorgeschritten ist, daß eine Störung nicht herbergeführt wird, wmn nicht zu kalt und zu große Mengen getrunken werden. Was vom Wasser gesagt wurde, das gilt auch vom Bier. Wie Mehl;« wählen ist. Beim Einkaufen von Mehl sehe man zunächst auf die Farbe; ist diese weiß mit einer schwachen Nuance ins Strohgelbe, so kaufe; ist sie weiß mit bläulicher Nuance oder schwärzlichen Pünktchen, so weise es zurück. Dann prüfe seine Adhäsion, befeuchte ein wenig und knete es zwischen den Fingern; ist es dabei weich und schwam- miß, so ist es von geringer Qualität. Nun wirf ein Klümpchen trockenes Mehl gegen eine trockene Fläche, fällt es wie Pulver ab, so taugt es nichts. Endlich presse etwas Mehl stark in der Hand, behält es die empfangenen Eindrücke, so ist das ein schlechtes Zeichen. Ein Mehl, das diese Proben gut besteht, ist gut, alle erfahrenen Mehlhändler stimmen darin überein, und da die Sache von allgemeiner Wichtigkeit ist, so werden obige Winke eine allgemeine Beachtung verdienen. Der überaus poetisch angeleate Körsenrefereut des„Leipz. Tagebl." leitet seine letzte Finanzbetrachtung mit folgenden wundersam schönen Worten ein: Und er kommt doch! Mögen auch noch vereinzelte Schneewetter drohen, rauhe Tage mit düsterem Wolkengewirr; die milde, lang ersehnte Jahreszeit macht ihr Nahen immer fühlbarer. Dann entströmt dem er- starben scheinenden Boden neues Leben, die Wiesen bedecken fich mit Grün, die Bäume schlagen aus, überall Keime und Blüthen. Der Sonnenstrahl dringt in die verborgendsten Gründe und zaubert seine Wunder. Die Welt verwandelt fich, der starre Tod entweicht und überläßt das Feld der mit schmetternden Stimmen einziehenden Wiederauferstehung. Mögen auch die ersten Blüthen dem Frost verfallen, zuletzt muß er doch fich unterwerfen und dem mächtigen Zuge der Erlösung Raum geben, welche die Welt von seinen Banden befreit. Dem englischen„Economist"...." u. s. w.— Armer Mann, ärmere Leser! Do« einer Kaussuchuug, die bei dem Möbelpolirer Popp, Friedrichsbergerstr. 27 wohnhaft, stattgefunden haben soll, derichteten wir vor einigen Tagen. Der betreffende Herr theilt unS mit, daß bei ihm vor fünf Monaten gehaussucht wurde und daß er in den letzten Tagen von jeder polizeilichen Maßregel verschont geblieben ist. Wir hatten die Nachricht einem anderen Blatte entnommen, welches wahrscheinlich durch einen nicht allzu „fixen" Reporter reingelegt worden ist. Eine Tragödie a«« dem Arbeiterleben. Der am Büschinasplatz wohnhafte Maurer Emil B., welcher gestern zum ersten Male nach langem Krankenlager wieder auf Arbeit ge- gangen war, stürzte auf dem Neubau der Schönhauser Allee 152 Nachmittags fünf Stockwerke tief herab und blieb sofort todt. B. war Familienvater.— Erzählen diese wenigen Zeilen nicht einen ganzen Roman? Tin Herkules in des Wortes verwegenster Ke» dentnng zeigte fich am verflossenen Sonnabend Abend beim Sturz eines Omnibuspferdes in der Nähe des Spatenbräu in der Friedrichstraße. Durch die vielen Neugierigen, welche das gefallene Thier gaffend umstanden, drängte fich plötzlich ein gut gekleideter, mittelgroßer Mann, faßte das Pferd bei dem Bauch- gurt und mit übermenschlicher Kraft richtete er das mindestens acht Zentner schwere Thier auf, wie wenn es ein Schaukelpferd gewesen wäre. Noch ehe fich die Umstehenden von ihrem Er- staunen über das soeben Gesehene erholen konnten, war der moderne Herkules im Gedränge verschwunden. Wie wir aus wohlunterrichteter Quelle erfahren, war der Unbekannte ein hier zum Besuch der königlichen Kunstakademie sich aufhaltender Sachse, Herr A. Maul, von dem der berühmte Maler Skarbina kürzlich behauptete, daß er ein moderner Polyklet sei, dessen erstaunliche muskulöse Entwicklung des herkulischen Körpers sür Künstler namentlich ebenso interessant als lehrreich sei. Herr Maul ist dieser Tage auf Antrag des Professors A. v. Werner wegen der außerordentlichen Ausbildung seines Körpers abge- formt und diese Formen sind der Sammlung der Unterrichts- mittel der akademischen Hochschule einverleibt worden. Die hirstge Polizeibehörde hat aus Mainz folgende amtliche Anzeige erhalten: Am 11. d. M. Nachmittags ist hier die 72jährige Ehefrau Sockel ermordet worden. Der Thäter ist nicht gesehen worden. Geraubt sind 140 M. in Gold und Silber, eine silberne Schlüsseluhr mit römischen Zahlen, schmalem Goldrande, der Fabriknummer 3559 und der Reparaturnummer 433, im Innern der Namme„Rettig" oder„Redig" und wahr- scheinlich der Vorname„Philipp"; eine silberne Schuppenkette mit einer römischen Silbermünze als Anhängsel; eine schwarze runde Broche mit einem gelben und blauen Streifen am Rande und einem blauen Stein in der Mitte und eine kleine altmodische verschlungene goldene Broche. Gin werthvollrr Fang ist am Sonntag der Sicherheits- dehörde in Steglitz geglückt. Im Laufe des Tages wurde von der hiesigen Kriminalpolizei nach dort depeschirt, daß in Berlin ein bedeutender Gelddiebstahl verübt sei und daß die Spuren der Thäter nach Steglitz führten. Der Gendarm Boich und der Amtsdiener Menzel wurden bald auf einen Menschen aufmerksam, der sich durch ausfällige Geldausgaben bemerklich machte. Sie schritten zu dessen Verhaftung und bei seiner Sistirung wurde eine grüne Börse gefunden, rn der fich 70 und einige harte Thaler befanden, in welcher Münzsorte das ge- fiohlene Geld bestanden haben soll. Bei seiner Vernehmung gab der Jnhaftat nach längerem Leugnen zu, daß er das Geld in Berlin gestohlen habe, doch könne er bei seiner geringen Lolalkenntniß nicht angeben, wo der Diebstahl verübt sei. Es wurde nunmehr zu einer genauereu Durchsuchung geschritten und außer einem Brief, in welchem der Adressat benachrichtigt wurde, daß er am Abend im„schwarzen Adler" zu Schöne- Hera erwartet werde, wurden noch mehr falsche Zweimark- stücke, zur Anfertigung derselben gehörige Gipsformen und ein Vorrath von Zinn gesunden, woraus zu schließen war, daß der Besitzer dieser Materialien fich mit Anfertigung solcher Falsifikate beschäftigt habe. In dem Verbrecher wurde ein„Arbeiter" Rabe aus Rahnsdorf ermittelt, der bis zum Herbst vorigen Jahres eine flebenjährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte. Nachdem Rabe nun in sichere Obhut genommen, wurde bald ermittelt, daß er mit dem ebenfalls im Herbst v. I. nach vierjähriger Strafe aus demselben Zuchthause entlassenen Falschmünzer Kolbe in Steglitz, dessen Bekanntschaft er im Zuchthause gemacht, in lebhaftem Verkehr gestanden. Noch in der Nacht wurde bei diesem, der seinerseits jede Bekanntschaft mit Rabe bestritt, eine Haussuchung abgehalten, bei der ein ganzer Vorrath von Formen, Stempeln und Werkzeug zur Fa- brikation falschen Geldes, sowie bereits fertig gestellte Falsch- stücke in Beschlag genommen wurden. Auch Kolbe wurde ver- haftet, aber um jede Verbindung zwischen diesen beiden gefähr- licken Verbrechern zu verhüten, noch in der Stacht in das Amts- gefängniß nach Schöneberg transportirt. Der Tanzsaal im Schwarzen Adler zu Schöneberg wurde den Abend hindurch unter strenge Observation gestellt, jedoch dort nichts Verdächtiges ermittelt. Beide Verbrecher find bereits in das Untersuckungs- gefängniß des Landgerichts 11 in Moabit eingeliefett worden. Hilferufe versetzten in der Nacht vom 14. zum 15. d. M. die Bewohner der Häuser Jägerstr. 4 und 5 in große Aufregung. Es war gegen 1 Uhr, als plötzlich aus einem der Fenster der zweiten Etage des Hauses Nr. 4 nach dem Hofe heraus der weithin hörbare Ruf:„Hilfe! Diebe im Haus!" erscholl und die Bewohner beider Häuser alarmitte. Nach Mitth.silung der letzteren wollte der Wirth des Hauses, Herr Bretsck, und ein in der zweiten Etage wohnender Herr L. fast gleichzeitig gehört haben, daß sich mehrere Personen mit Schlüsseln an verschiedenen Flurthüren zu schassen machten. Mit Hilfe zweier, auf Veranlassung von Gästen der Hausmann'schen Weinhandlung herbei- geeilter Nachtwächter machte man sich sofort an eine Untersuchung des Hauses, leider zu spät; der Hauswitth hatte gleich nach dem ersten Hilferuf gehött, wie mehrere Personen laut polternd die Treppe hinunterstürzten, die Hausthür dann krachend zuschlug; thatsächlich war kein Dieb zu entdecken, nur in der erüen Etage fand man auf dem Treppenpodest mehrere Dietriche, wie sie die Diebe zu gebrauchen pflegen. Einen entschieden interessanten Anblick gewährten die recherchirendm Hausmann'schen Gäste; trotz der Begleitung eines großen Bullenbeißers hatten sich die- selben doch derartig mit Dolchmessern, alten Säbeln und sonstigem Kriegsgeräth bewaffnet, als ob es fich hier um einen„Kosacken- Überfall" handle. Kmegvttg der Kevölkerung K erlins nach den Ver- öffentlichungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge« schriebene Bevölkerungszahl betrug am 22. Januar einschließlich der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 416 494, hat fich demnach gegen die Woche vorher um 1486 Seelen ver- mehrt. In der Woche vom 22. bis 28. Januar wurden poli- zeilich gemeldet 2317 zugezogene, 1402 fortgezoaene Personen; [tandesamtlich wurden 203 Ehen geschlossen. Geboren wurden 962 Kinder, und zwar lebend: 478 männliche, 452 weib- liche, zusammen 930(darunter 101 außereheliche), todt 13 männliche, 19 weibliche, zusammen 32(darunter 3- außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, aufs Jahr be- rechnet, bilden 34,3, die Todtgeborenen 1,2 pro Mille der Be- völkenmg, die außerehelich Geborenen 10,81 pEt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebendgeborenen 10,50, die bei den Todtgeborenen 9,81 pEt. In der Eharitee und Entbindungsanstalt wurden— Kinder geboren. Gestorben (ohne Todtgeborene) find 544, nämlich 291 männliche, 253 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 198 (inkl. 31 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 67(inkl. 2 außereheliche), 5 bis 10 Jahre 12, 10 bis 15 Jahre 6, 15 bis 20 Jahre 11, 20 bis 30 Jahre 38, 30 bis 40 Jahre 41, 40 bis 60 Jahre 80, 60 bis 80 Jahre 77, über 80 Jahre 16. Die Sterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 48,34 ptE. sämmt- licher in der Woche Gestorbenen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 55 im ersten, 23 im zweiten, 13 im dritten, 21 im vierten, 18 im fünften, 11 im sechsten, 57 im siebenten bis zwölften Lebensmonate; von denselben waren ernährt 36 mit Muttermilch, 1 mit Ammenmilch, 112 mit Thiermilch, 2 mit Milchsurrogaten, 14 mit gemischter Nahrung, von 33 war es unbekannt. Todesursache war bei den in dieser Woche Gestorbenen namentlich: Lungenschwind« sucht(80), Lungenentzündung(45), Bronchialkatarrh(17), Kehlkopfentzündung(14), Krämpfe(21), Gehirnschlag(22), Gehirn« und Gehirnhautentzündung(18), Krebs(22), Altersschwäche(22), LebenSschwäche(31), Abzehrung(15), Masern(6), Scharlach(1), Diphtherie(11), Typhus(8), Diarrhöe(Ii), Brechdurchfall(24), an anderen Krankheiten starben 168 und durch Selbstmord 8, davon durch Vergiftung 1, durch Erhängen 5, durch Ertrinken 1, durch Sturz aus dem Fenster 1. Die Sterblichkeit der Woche, auf das Jahr berechnet, kommen durchschnitt- lich auf 1000 Bewohner in Berlin 20,1, in Breslau 26,0, in Bremen 18,0, in Frankfurt a. Ä. 20,7, in Köln 21,7, in Dresden 21,3, in München 25,6, in Stuttgart 18,1, in Wien 25,8, in Paris 26,8, in London 22,1, in Liverpool 21,1. In der Woche wurden dem Polizeipräsidium gemeldet als erkrankt an Typhus 31, an Masern 70, an Scharlach 35, an Diphtherie 74, an Scharlach-Diphterie 5, an Pocken 1, an Kindbettfieber 7. In den 9 größerenKrankenhäusem wurden in der Berichtswoche 973 Kranke aufgenommen, davon litten an Masem 1, an Scharlach 6, an Diphtherie 29, an Typhus 23, an Rose 3. Es starben 123 Personen oder 22,6 pEt. aller in der Woche Ge- storbenen; als Bestand verblieben in den Krankenhäusern 4238 Kranke. polizribericht. Am 14. d. M. Mittags wurde an der Ecke der Charlotten- und Jägerstraße ein 5 Jahre alter Knabe durch einen von dem Kutscher Thiele geführten Arbeitswagen überfahre».— Stachmittags stürzte auf dem Neubau� Schön- hauser Allee 152 der Maurer Bleise aus dem vierte» Stock auf den Hof herab und blieb auf der Stelle todt.— Um dieselbe Zeit wurde in der Großen Hamburgerstraße ein Arbeitsbursche sichtlich krank und bewußtlos auf dem Bürgersteig liegend vor- gefunden und nach dem St. Hedwigs-Krankenhause gebracht.— Abends gerieth auf dem Belleallianeeplatz eine Frau beim Ueber» schreiten der Geleise unter einen vorüberfahrenden Pferdebahn- wagen und wurde durch die Räder desselben derartig verletzt, daß sie mittelst Droschke nach der Eharitee gebracht werden mußte.— An demselben Tage entstand gegen Mittag auf dem Dachboden des Hauses Jerusalemerstr. 3/4, wahrscheinlich durch unvoifichtiaes Umgehen mit Licht, Feuer, welches an den dort lagernden Troguen der Firma Neumann reiche Nahrung fand und außer diesen noch zum Theil die Dächer des Lagerhauses und des Seitenflügels zerstörte. Die Feuerwehr war längere teit in Thätiakeit.— Außerdem fanden im Laufe des Tages lartenstr. 6, Zimmerstr. 38, Bartelstr. 10, Augustsir. 51, Jnoa» lidenstr. 96 und in der Stacht zum 15. d. M. Körnerstt. 21 unbedeutende Feuer statt, bei welchen zum Theil die Feuerwehr nicht erst in Thätigkeit zu treten nöthig hatte. Gerichts-Zeitung. Mit der Frage, ob ein Drognenhändler ei» Mittet gegen de» Kandwnrm verkaufen darf, war die 97. Abthei- rung des Berliner Schöffengerichts befaßt. Der schon wieder- holt wegen unbefugten Verlaufs von Medikamenten, die nurtn Apotheken abgegeben werden dürfen, vorbesttafte Droguen- Händler Wende hatte einer Frau Bergmann gegen den Band- wurm ein Pulver und einen Saft verkauft und wurde des- halb wiederum wegen der gleichen Uebertretung angeklagt. Das Pulver ist aus Gurkensamen, der vorher scharf getrocknet wor- den ist, hergestellt, und der Saft ist aus der sogenannten Kreuz- beere gezogen. Der als Sachverständige geladene gericht- liche Phyfikus Dr. Quittel bekundet, daß zunächst das Pulver, da es mit keiner anderen Substanz gemischt ist, nicht zu den Medikamenten gehött, welcher nur in Apotheken ver- kauft werden dürfen. Das Pulver sei ein bekanntes Abführmittel. Bezüglich des Saftes gehören zwar mit Zucker zubereitete Synipe zu den nur in Apotheken zu verkaufenden Heilmitteln, doch heißt es im Verzeichniß, daß hiervon die Fruchtsäfte ausge- nommen sind. Die schwarze oder Kreuzbeere, die in unseren Wäldern wächst, müsse aber zweifellos als eine Frucht im Sinne der kaiserlichen Verordnung angesehen werden, und so sei auch der Kreuzbeersaft zu den Syrupen zu rechnen, die überall ver- kauft werden dürfen. Auf Grund dieses Gutachtens beantragte der Amtsanwali Freisprechung des Angeklagten, auf welche dann der Gerichtshof erkannte. Gin Streit zwischen zwei Mitolieder« einer städtischen Armrnkommisston unterlag gestern der Prüfung der 100. Abtheilung des Schöffengerichts. Als Kläger trat der Physiker Böttcher auf, der die Bestrafung des Kommunallehrrrs Carl Stoof wegen verleumderischer Beleidigung beantragt hatte. Beide Patteien bekleiden in ihrem Revier, der Schönhauser Vorstadt, mehrere Ehrenämter; der Kläger ist Mitglied und der Beklagte Vott'teher der dortigen Armenkommisfion, außerdem ge- hören beide dem dottigen 5)ausbesitzcrvercin an. Im September vottgen Jahres traf der Beklagte zufällig in der Brauerei Mcfferberg mit dem Vorfitzenden des letztgenannten Vereins, dem Rcgicrungssekretär Burghardt, zusammen und ließ sich diesem gegenüber aus freien Stücken in höchst abfälliger Weise über das Verhalten des Klägers in seiner Eigenschaft als Armenkommisfionsmitglicd aus. Herr feloof behauptete, daß der Kläger sein Amt dazu mißbrauche, um fich von den Hand- werkern, denen er Armenunterstützung zu gewähren hatte, persönliche Vortheile gewähren zu lasten. Da habe bcispiels- weise der Schuhmacher Rebel ihm Stiefel für fünfzig Pfennig besohlen und eine Waschfrau unter dem gewohnliches Preis arbeiten müssen. Ein Almosenempfänger Zink habe zwei Monate lang auf der Liste des Böttcher figurirt, obgleich er bereits verstorben war und es lasse sich daraus der Schluß ziehen, daß Böttcher den für Zink bestimmten Betrag habe für fich behalten wollen. Hm Burghardt hielt es für seine Pflicht, dem ihm als ehrenhaft bekannten Kläger von dem Gehörten Mittheilung zu machen, worauf dieser den Klageweg beschritt und gleichzeitig eine Eingabe, die der Beklagte, über ihn be« schwerdcsührend, an die Armendireltion gerichtet hatte, in den Bereich der Klage zog. Es war zum gestrigen Termine ein um- fangreicher Zeugenapparat geladen, durch welchen der Kläger die Unwahrheit der wider ihn erhobenen Beschuldigungen und die Lauterkeit seiner Handlungsweise beweisen wollte. In dem Falle Zink wies der Kläger nach, daß er in der betreffenden Liste nicht den Betrag! init dem Auszahlungsvermerk versehen hatte, es komme häufig vor, daß Almosenempfünger die Gelder erst nachträglich erheben, zumal bei umherziehenden Drehorgel- spiclcrn, und er habe fich deshalb.auch die Rate für den zweiten Äonat auszahlen lassen. Als er den Tod des Zink erfuhr, habe er den Betrag der Armenkommisfion zurückgegeben. Durch die Vernehmung des Schuhmachers Rebel wurde festgestellt, daß derselbe thatsächlich für den Kläger zu dem erwähnten billigen Preise gearbeitet, aber das Leder und sämmtliche Zu- thaten geliefert erhalten hatte. Der Kläger, der eine starke Fa- milic befitzt, hat mit seinem Schuhmacher das Abkommen ge- troffen, daß dieser für jede Reparatur, od groß oder klein, fünf- zig Pfennige erhält. Die Waschfrau hatte von Böttcher die üblichen Preise erhalten. Der Kläger führte nach Schluß der Beweisaufnahme aus, daß er in allen Punkten gerechtfertigt da- stehe, welches der Vcrtheidiger des Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Friedmann, zwar zugab, aber doch hervorhob, daß der Kläger zum mindesten unvorsichtig handelte, als er mit denjenigen Per- sonen, die durch ihn Armenuntcrstützung oder Pflcgegclder er- dielten, in Geschäftsverbindung trat. Der Beklagte mußte der Meinung sein, daß der Kläger unlautere Zwecke verfolge und war er es, dann handelte er in Wahrnehmung berechtigter Jntcr- essen, welcher Umstand seine Freisprechung bedinge. Der Gc- richtshof erkannte auf Freisprechung und legte dem Kläger die Kosten auf. Allerdings sei gegen den letzteren nichts Ehren- rühriges erwiesen worden, der Beklagte habe fich aber im guten Glauben befunden, und wenn sein ganzes Verhalten auch stark von Gehässigkeit imprägnirt sei, habe der Gerichtsbof ihm doch den Schutz des§ 193 des Slr.-G.-Ä. zubilligen müssen. Uereine und Uersammlunge«. Nerband deutscher Mechaniker und verw. Berufs- genossen. Zahlstelle Berlin. In der am 8. d. M. im Lokale von Lammers, Kommandantenstraße 71—72, abgehaltenen Versammlung hielt Herr Ingenieur Beschetznik einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über das„Benardos'sche elektrische Löth- und Schweißverfahren". Ter Vortragende erklärte die Vortheile dieses nach seinem Erfinder, v. B., eines Russen, be- nannten Verfahrens, namentlich bei Fällen, wo es darauf an- komme, verschiedenartige Metalle auf das Innigste zu verbinden, bei Dampfkcsselverbleiungcn und Lötbungen. Was Schnelligkeit und Sicherheit der Ausführung von Damvfkesselrcparaturen an- betreffe, so hätten die bis jetzt angestellten Versuche«Redner ging auf einige eklatante Fälle näher ein) ein durchaus glänzendes Resultat ergeben. Am Schluß seiner interessanten Ausführungen machte Redner bekannt, daß man dabei sei, in Charlottenburg eine Versuchsanstalt zu errichten, welche nach dieser Richtung hin arbeiten solle, und hätten die Anwesenden sodann Gelegen- heit, das Verfahren fich selber anzusehen. Bei„Verschiedenes" machte ein Mitglied auf die in Nr. 3 der„Deutschen Mechaniker- Zsitung" gemachte Veröffentlichung aufmerksam, wonach sämmt- lichen bei der Firma„Helios" in Ehrenfeld bei Köln arbeitenden Verbandskollegcn gekündigt ist. Es wird ersucht, Zuzug vor- läufig fem zu halten. Die Firma sucht gegenwärtig in der„Zentral- zettung für Optik und Mechanik" tüchtige Mechaniker. Einige An- wesende, welche dort gearbeitet haben, gaben ein wenig erbauliches t Fabrik herrschendenZuständen namentlich auch Blld von den in dieser �.,,_. in Hinsicht auf Verdienst und Behandlung. Schon vor längerer Zeit seien die dort arbeitenden Verbandskollegen unter Androhung der Entlassuug aufgefordert worden, aus dem Ver- band auszutreten. Kollegen, welche dennoch beadfichtiacn, dort in Arbeit zu treten, seien noch auf die in Nr. 2 der„D. Mech.- Zeituna" unter„Zahlstelle Köln" enthaltenen Äittheilungcn, diese Fabrik betreffend, aufmerksam gemacht. Betreffs der Statutenangclegcnheit ist bekannt zu geben, daß die betreffende Äommission die beanstandete Stelle dem von der Polizeibehörde «stellten Verlangen gemäß umgeändert und die geänderten Statuten auch eingeschickt hat, daß aber bis zum Versammlungs- abend noch kein Entscheid hierüber zurückgekommen ist.— Die Versammlung ertheilte dem Vorstand der hiestgen Zahlstelle für die den streikenden Schirm- und Stockarbcitern seiner Zeit ge- währte Unterstützung nachträglich und zwar einstimmig Decharge. Der Fachverein der Rohrleger Berlins hatte zum Sonntag, den 12. d. M., eine Versammlung einbemfen, in welcher Herr Dr. Bcnkendorff einen Vortrag über die Rechts- aüter des Menschen im Schutze der Moral und des Strafgesetzes dielt. Ter Vortragende konnte aber den Vortrag nicht bis zu End« halten, weil der übenvachende Polizcilieutenant es für nöthig fand, bei den Ausführungen des Vortragenden die Ver« sammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufzulösen. Fachverein der Steindrucker und Lithographen. Heute, Donnerstag, Abends 8£ Uhr, in Gratweil's Bicrhallen, Kommandantenstraße 77, Vereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorff über:„Denken, Wollen und Handeln". 2. Diskussion 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Abrechnung der letzten Matinee. 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste willkomnien. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Arbeitsnachweis des Vereins be- findet fich von jetzt ad bei Scheidenreich, Elisadethufcr 42. Sprechstunden jeden Abend von 7 Uhr ab. Der Gesangverein..Krehrlschlnss" der posamentirer veranstaltet am Sonntag, den 19. Febmar, Andreasstr. 21 in lkeller's Salon ein Wohlthätigkeitskonzert, verbunden mit Tanz- kränzchen. Anfang 4 Uhr. Billets find bei sämmtlichen Mit- gliedern, ferner im Arbeitsnachweis Oberwasserstr. 12 und im Zigarrengeschäft von Kunert, Prinzenstr. 44, zu haben. Geffentliche Versammlung der Sattler Kerlin» und Umgegend heute, Donnerstag, Vormittags 11 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstr, 5—7. Tagesordnung: Unsere Streikangelegenheiten. Diskussion. Alle Kollegen werden gebeten, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gesang-,'Turn- und gesellige Verein« ete. am Donnerstag. Männcrgesangverein„Lätitia" Abends 9 Uhr in Vettin's Restaurant, Vcteranenstr. 19.— Gesangverein„Bretzel- fchluß" Abends 3j Uhr im Restaurant Schumann, Alte Jakob- ftraße 33.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Jacob, Lindowerstt. 26.— Schäfer'scher Gesangverein„der Elfer", Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skalitzer- straße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Wafferthorftraße 54.—„Freya", Gesangverein der freireligiösen Gemeinde, AbcndS 8t Uhr Neue Friedrichstraße 35, Saal 3.— Männergesangverein „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Straußberger- straße 3.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlings- Ab- theüungl Abends 8 Uhr Dieffcnbachstraße 60—61. —„Berliner Turngenoffenschaft"(7. Lehrlings-Ab-thei- lung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Briyersttaßc 17—18;— desgl. 6. Männer- Abtheilung Wends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubener- straße 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.— Allg. Arends'scher Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends 8t Uhr im Restaurant Preuß, Lranicnstraße 51.— Arends'scher Stenographenverein„Phalanr" Abends 8t Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buckowerstraße 9.— Berliner Stenographen-Verein(System Arends) Abends 8t Uhr Mohren- jtraße 47(Brandenburger Haus).— Stolzc'scher Stenographen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr Schlegelstraßc 44. — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiencrstraße 35.— Rauchklub„Kernspitze" Abends 8t Uhr im Restaurant, Holzmarttstraßc 44.— Rauchklub„Arcona" Abends 9 Uhr bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reichenberger- straße.— Rauchklub„Dezimalwaage" Abends 8t Uhr im Restaurant, Äcmelerstraße 82.— Rauchklub„Vorwärts" Abends 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambos", Bres- lauerstraße 27.—„Orientalischer Rauchklub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiechert, Oranienstraße 8. Kleine Mittheilnngen. Meiningen, 12. Februar.(Ertrunkener Flüchtling.) Ein Sträfling aus dem Zuchthaus in Gräfentonna versuchte kürzlich in Frauenklcidern zu entfliehen; einer der wachthabenden Sol- daten vom 95. Regiment verfolgte ihn aber so, daß er nur nach der Unstrut hin weiter konnte. Um fich nicht einfangen zu lassen, hat der Sträfling es vorgezogen, in die Unstrut zu springen, in der er ertrank. Leipzig, 10. Februar.(Unglücksfall.) d.uf schreckliche Weise ist ein Ardeiter auf dem hiesigen Berliner Bahnhof um's Leben gekommen. Er war mit dem Räumen einer Aschengrube beschäftigt, als er plötzlich von der Leiter, auf der er stand, herab- und in die noch glühende Asche stürzte. Sofort fing die Kleidung des Unglücklichen Feuer und brannte lichterloh. Mit schweren Brandwunden bedeckt scharrte man ihn ins städtische Krankenhaus, wo er jedoch bald darauf verstarb. Dresden, 8. Februar.(Bestrafte Rohheid) Wegen Aus- sctzung hilfloser Personen hatte sich gestern der Gutsbesitzer Klotz aus Wuhnitz bei Lommatzsch vor dem hiesigen Landgericht zu verantworten. Ter Angeklagte war beschuldigt, in einer rauhen Novembernacht des vorigen Jahres eine seiner Mägde mit ihrem neugeborenen Kinde, kurz nach ihrer Entbindung, in herzlosester Werse ausgesetzt zu haben und wurde deshalb mit einer Ge- fängnißstrafe von sechs Monaten belegt. München, 12. Februar.(Der Lawinensturz bei Langen.) Dem„Süddeutschen Korrcspondenzburcau" in Stuttgart, welches durch seine telcgraphische Nachricht über die angebliche Ver- schüttung eines Personenzuges hei Langen eine nur zu öcgreif- liche, aber glücklicherweise unbegründete Aufregung hervorgerufen hatte, geht jetzt von Friedrichshofen die„offiziöse" Mittheilung zu,„daß der kürzlich erfolgte zweite Lawinensturz bei der Station Langen an der Arlbcrgbahn eher noch beträchtlicheren Schaden, als bisher angenommen, verursacht hat. Zwei immense Schneehaufen von der Höhe eines Thurmes find unmittelbar zwischen dem Arlberg-Tunnel und der nächsten Station am Freitag Mittag niedergegangen, so daß die mit Graben be- schäftigten 2000 Arbeiter voraussichtlich noch einige Tage zu thun haben werden, bis die Schnceinasse durchbrochen oder nothdürftig abgeräumt sein wird. Bei dieser Gelegenheit ist noch zu konstatiren, daß kein Post- und keinZ Güterzug von den Schncelawinen überrascht wurde, vielmehr ßing der Nachmit- tagszug glücklich an der Station Langen vorüber. Auch ist eine theilweise Beschädigung der Häuser des Dorfes Langen in sofern von keiner zu großen Bedeutung, als nämlich das Dorf zur gegen wärtigen Zeit gar nicht bewohnt wird und deshalb keiner der Einwohner, außer der bereits gemeldeten Bahnwärtcrsfamilie, ums Leben gekommen ist." Mle«, 13. Februar.(Lawinenstürze�) Aus Gastein wird vom 10. d. M. gemeldet: In dem eine Stunde von Wildbad- Gastein entfernten Böckstein find infolge des außergewöhnlichen Schneefalles furchtbare Schneelawinen von den Bergen herab- gerollt und haben nebst mehreren Heustadeln auch drei Häuser zanz verschüttet. Ein glücklicher Zufall war es, daß hierbei kein Lerlust an Menschenleben zu beklagen ist. In dem Hause des alten Böcksteincr Briefträgers Schattauer saßen dessen Weib und Kinder bei Tische, als fich die Lawine mit furchtbarer Wucht über das Haus stürzte und selbes ganz verschüttete. Das Weib und die Kinder wurden durch den Luftdruck unter den Tisch geschleudert und konnten nachher gerettet werden. Das 5oaus des Ruppert Klausner ist ebenfalls vollkoinmen unter Schnee begraben, jedoch konnten sich die Bewohner desselben rechtzeitig lüchten. Der Naßfelderbach soll durch Lawinen und Holz, welches dieselben mitrissen, an mehreren Stellen verschüttet sein. Auch im Klammpaß fängt es an, durch die Lawinen unsicher zu werden, und es war nur dem starken Straßengeländer zu ver- danken, daß nicht ein vierspänniger Fuhrwagen sammt den Pferden durch eine Lawine in den Abgrund der Gasteiner Ache gestürzt wurde. Lemberg, 11. Febmar.(Ueberschwemmung.) Bei Sieras- lowice durchbrach der Eisstoß die Weichseldämme, wodurch auf msfisch-polnischer Seite mehrere Ortschaften überschmemmt wur- den. Die Bevölkemng befürchtet eine größere Ausdehnung der Uederschwemmung. Moskau, 10. Febmar. Die Kälte fordert hier erschreckend Zahlreiche Opfer. In der Umgebung Moskaus wurden in letzter Zeit nicht weniger als 13 Leichen Erfrorener, darunter fünf Frauen, gefunden. Die Mehrzahl der Verunglückten scheinen Fabrikarbeiter oder Handwerker gewesen zu sein.— Angesichts des Umstandes, daß bei dem anhaltenden Frost fast Nacht für Nacht Leute mit erfrorenen Gliedmaßen auf den Straßen ge- fundcn werden, hat der Moskauer Oberpolizeimeistcr angeordnet, daß die Polizei Nachts öfter Rundgänge durch die Rayons ver- anstalte und daß auch die Patrouillen häufiger durch weniger frequentirtc Straßen und Gassen ihren Weg nehmen und Leute, die sie auf der Straße liegen schon, aufheben und in die Stadt- thcilhäuser schaffen. Masklngtou, 10. Febmar.(Explosion.) In einer Pulvcrmühle in Wapwallopcn«Pennsylvanien) hat eine Explosion stattgefunden, wodurch 4 Personen auf der Stelle getödtet und 40 verwundet worden find. Es wird gefürchtet, daß 14 der letzteren ihren Verletzungen erliegen werden. Fast jedes Ge- bäude in der Stadt wurde durch die Gewalt der Exvlofion entweder demolirt oder beschädigt, und viele Personen daselbst und in der Nachbarschaft wurden zu Boden geschleudert. In benachbarten Ortschaften wurden Fensterscheiben zertrümmert und Schornsteine stürzten ein. Neueste Nachrichten. Aus Stuttgart wird geschrieben:„Die Entlawung des preußischen Polizeispitzels und Dynamitarden Karl Schröder in Zürich, sowie dessen und seiner Freunde Verhaftung wirft— wie bekannt— auch ihre Schatten auf Stuttgart zurück. Durch die umfangreich geführte Untersuchung wurden neuerdings Fäden entdeckt, die auf das an dem hiesigen Bankier Hcildronner seiner Zeit verübte Raubattentat zurückführen. Wie wir hören, wurden bereits mehrere Zeugen in dieser Sache von dem Iii lichter des Landgenchts dahier vernommen." das Organ der hiefigen Arbeiterpartei,„Schwäb. in seiner heutigen Nummer. Die auffallende, Nachricht— der Raubanfall auf Heildronner mehreren Jahren stattgefunden, und es herrschte die Ueberzeugung, daß der in Wien hingerichtete und der im hiestgen Zuchthaus seine Strafe Kumitsch die Urheber desselben waren— bringt d r jüngst erfolgten Verhaftung des Anarchisten Zusammenhang. Etter, ein geborener Württemberg die Jahreswende von London in seine Heimath i damals hier stattgehabte Verbreitung anarchistischer wurde von einigen Blättem mit seiner vorübergel Wesenheit im Lande in Verbindung gebracht—, b' in Zürich auf und wurde in Reutlingen verhaftet. defindet er fich hier in Untersuchungshaft. Au» Sachsen, 13. Febmar, wird geschrieben: fühmng des L a t t e n a r r e st c s und der Prügel dem Armenhause zu M e e r a n e hat jetzt auch die des nationalliberalen„Leipz. Tagcbl." gesunden, ebenso wie die„Leipz. Ztg." geradezu darüber l daß jene barmlose Maßnahme in der„auswäi kratischen Presse"— das Wort„demokratisch um jeden ehrsanien sächsischen Ordnungsmann st' zu machen— so großen Staub aufgewirbelt lörperliche Züchtigung sei, das ist die Ansicht Tagebl.", als kräftigstes und wirksamstes Zuchtmittel unentbehrlich, und es sei deshalb unbegreiflich, daß � liegenden Falle im Interesse der Menschenwürde und i» lichkcit so ledhasten Einspmch gegen jene Verordne- — Inzwischen ist übrigens der„Voss. Ztg." bekannt ff daß auch in Rcuß j. L. für das Armenhaus zu Tin� liche Hausordnung besteht, wo unter den zulässigen an 5. und 6. Stelle Arrest bis zu 8 Tagen und � Züchtigung bis zu 15 Ruthenhieben aufgeführt werdet Der Lastträger Lucas, der das Attentat® Michel deging, ist auf wiederholtes Verwenden und � 41. MNchvlo, % (Eingc Bitten der letzteren provisorisch freigelassen worden. � d,. würdigen Benehmen dieser Frau könnten sich versch'�? den jüngs mächtige Herren ein Beispiel nehmen. � politisch Telegraphische Depesch«"''..! (Wolff's Telegraphen-Bureau.)" > ? erli», Mittwoch, 15. Febmar. Die Post Januar von Sydney abgegangenen Reichs eine ...................... M Brindisi eingetroffen und wird Oes voraussichtlich am 17. früh zur Ausgabe gelangen.. 1 1 e nd e -"........&%%% land- f% die Küsten „Hohenstaufen" ist in München, Mittwoch, 15. Febmar" kammer begann beute die Berathung der Reichsgesetz betreffend die Ilnfallverfichemng wirthschaftlicher Arbeiter. Der Minister des zu legte die Gmndsätze des Entwurfs dar und bemerkte �%% Qur c hiß hrrnßrifffiß>>»« Sse? K die bayerische Regierung die Sozialpolitik des f � J freudig unterstützt habe.„ ÄU,„ Rom, Mittwoch, 15. Febmar. Die„Gajä�'Jw.>, dies veröffentlicht das Gesetz betresscnd die Reorganisation DcL entnehme steriums. In parlamentarischen Kreisen wird vc��en Kriege sämmtliche Minister mit Ausnahme des Untcrrichtsn��' ihren Posten bleiben werden (Nach Kchlnst der Redaktion ringetro Dublin, Mittwoch, 15. Febmar. Der parncllst tirte Pyne wurde Heute rvegcn einer von ihm goos rührcrischen Rede zu drei Monaten Gefängniß verunl selbe legte Berufung ein.■. % London, Mittwoch, 15. Februar. Ter R', „Mexiean' ist auf der Ausreise heute von, Castlc-Dampfer„Roslin Castle von London ot#"™ Är Krieskasten der ©et Anfragen bitten wir die Slbonntmenti-Ouittung Antwort wird nicht ertheUt. Atter Abonnent, Krunnrnstrast». WennA�l vereinbart wurde, haben Sie, auch wenn Sie aus» Wlüak »Ii Anspruch auf 14 tägige Kündigung. K. K. 70. Auf Eigennamen finden wenden. F. Möttau. Leider sind wir nicht in der Wunsche entsprechen;u können, da uns eine sol» Berlin nicht bekannt rst. rLMug, 'jjS hc'ÄM 0 die%er -sie i tfn, _ Sprechstunden der Redaktion Sa'I! nur von 12—1 Uhr Mittags und 7—8 3A, t J; w a i el wie bedrol M'&M ifeinen orthographische Regeln keine"Anwendung. B. K. Erkundigen Sie sich bei einem FfÄ,, Sieg W d E. Müller 10. Sie wollen sich an den Baugewerkschule, Herrn Direktor Jensen, Lindench |�' oi' Y 1 o i t fÄT" ."fffn wer Iis Markthallen-Bericht von?. Kand«'"' Vcrkaufsvennittler. Berlin, den 15. Februar 188o. Temperatur in der Halle 5 Grad Reaumur. Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste 5� rahm- Tafelbutter(bekannte Marken) 95—100 ytos schmeckende Tafelbutter 88—95 M., 3. Trs» p 90 M., 4. fehlerhafte Tischbutter 75—80 M-' Backduttcr 65-75 M. pr. Ztr. Auttion tagl'« Vormittags..„ Eier 2,70-4,10-- netto ohne Abzug"■ eier— M. p. Schck., Käse. 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