zmäb. N lende, uk inner M rschte h« richtete Strafe >ringt narchlste»' Itembcrfli !>math! istischer irüberge» zt—. verhaftet Arieben: Vrügcl, uch die 3� unöen,,«J itübet „auämJOT motrotifi wann sotj wirbelt Ansicht W htinittcl h. daß«A rde und V' Verordne " befnnnt > zu Tinj lässigen«'. 9"* mitleleuropkische . Sündnisi. Freitag, den 17. Februar 1888. 5 Jahrg. MMUiidiM Brgan für die Interessen der Arbeiter. „M . Das„Berliner Volksblatt" «glich Morgen? außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreii für Berlin frei vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Man, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement »inzelne Nummer 6 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 uraet Nr. 849.) JnsertiouSgebühr betragt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. ArbeitSmarN 10 Pf. BH poBcren Auftragen hoher Rabatt nach Ueberemkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Lipedrhon, Berlin SW,, Zrmmerstraße 44, sowie von allen Annoneen-Bureaur, obm Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße Ä.— Expedition: Zimmerstraße 44. morden,"jk*.. a— re' ch ocrftbf'TL� den jüngsten Enthüllungen über die in Europa politischen Bündnisie weiß man nunmehr, daß wzvertrag zwischen dem Deutschen Reich und 5 � ch vorhanden ist, welcher einem russischen toi au� e'ne der beiden Mächte ober einem russisch- Mqen Angriff auf Deutschland die Spitze bieten soll. und wird Oesterreich und Italien, der auf Eilende Neutralität hinausläuft, wenn oder Italien mit Frankreich Krieg ''"-- über- feind schützen, während zugleich Oesterreich Tu- Abgs�!� lnit Rußland ooer Dianen mir �rnnrrriai Vorlage r,"blich hat England die Verpflichtung > knd'| jj» bie Küsten Italiens und Oesterreichs gegen - � schätzen, während zugleich Oes auf der Balkanhalbinsel gemeinsam vorgehen 'w � diese Mittheilungen richtig sind, so wäre M �""hmen, daß bei einem künftigen deutsch- ich."fwge, auch wenn Rußland und Oesterreich "«heiligen würden, Italien mit dem Deutschen IL* würde. kdi�ahnten dieses Bündnisses ist sehr weit gespannt gA* genug, um im Sauft der Zeit noch mannig- JFWjtrungen zuzulaffen. Wir haben zum ersten Istw Merblick über die Gruppirung der Mächte und sich auf der einen Seite die Interessen des * Oesterreich-Ungarns, Italiens und Eng- die �"ander verknüpfen; vielleicht darf man auch S[utl«t, soweit sie noch aktionsfähig ist, hinzu » 1 anderen Seite könnte eine Allianz uae [ des" „Gazz-tt-, �anisatw«. wird or terrichtsl »getrosi parnech« ihm iß vetuw Ter nW«� nur 'r e i ch, Rußland und vielleicht dem ttio«."lark zu Stande kommen. Spanien —8 frj' ölejz �"eben bei einem Kampfe wahrscheinlich i%n; vj- Wenn M die mitteleuropäischen Mächte, die ie auf �"oht werden können, ganz von selbst jr* gefurfvi?"ad sich die unentbehrlichen Bundes- en selds'�I�ch Wen. Man begreift auch, warum Ruß- , ,ii» ffok» �"griff gewagt hat, denn man kann auch i die Puffen thöricht genug wären, sich ,4" �en™,,ben sich auf da,„Divide et irnpera!" tb*#«#* : 1888. K'-nsfi -105 Tisch, i 3)1, J-. tägli-b zug" ei in# 1,W< ufchotel Sf KeuMeton. z. Der Erde. � Man von Friedrich Gerstäcker. [39 sulgttn.) �mt9e«flnr,la®ns an die 1 «tri» Zuchthaus verurtheilt, welches Uttheil an dem Manne zogen wurde. Die Polizei soll vor allen Dingen übettrctungen vorbeugen: die fraglichen Beamten dn Polizei haben aber ein Verbrechen absichtlich hervorgew!� sind dicserhalb nicht bestraft worden;— im Ge" der Ober- Staatsanwalt Adlung rühmt ihnen ni hätten einen„glücklichen Schritt" gethan;„die rönne in ihren Mitteln nicht wählensch sein, sie. brechen mit gleicher Schlauheit entaegentteten. Sie, andere Thätiakeit, als die übrigen Behörden und W'' Umständen Mittel und Wege ergreifen, die vom© der strengen Moral nicht zu rechtfettigen seien. Wir gut von der deutschen Polizei, um zu besorgen, sie werde Behauptungen stillschweigend hinnehmen. Kaum hat fie deren Anlaß zu einem energischen und allgemeinen P« habt. Mag fie schweigen, wenn ihre Gegner auf dem B und sozialen Gebiete sie lästern und verleumden, mag t» Geduld tragen, wenn über ihr Wesen und ihre Aufg Unkenntniß irrige Begriffe verbreitet werden;— wenn einem großen Staate der Beamte, welcher vor allem' das Verbrechen zu verfolgen, es ihr offiziell als ein vindizitt, in listiger Weise Verbrechen zu provoziren, wahrlich an der Zeit, daß sie nachdrücklich ihre Ehre kann bei der Mißgunst, mit welcher die Polizei noch wird, nicht oft genug öffentlich wiederholt werden, daß dem Gebiete der sog. politischen Polizei nur mit solchen» verfahren werden darf, welche der Polizei gesetzlich find oder deren Anwendung doch in allen übrigen T*?er ihrer Verwaltung allgemein als rechtlich oder erlanhi?,»�arngsb. daß aber solche Mittel auch, sobald es erforderlich> m 16. Jan: schränkt, mit Gewandtheit und Energie, ohne Mensch»« Venn£ aber auch ohne Nebenabsichten gebraucht werden müssen,. mer, mit viel ob es sich um politische oder andere Bestrebungen r?,«rangitt, — D. Red." Bravo gesprochen!! Nur eins ist' foHen. 2 merken: Es find 24 Jahre her, seitdem die krafnsj-..dem m 3 klärung geschrieben ist, die betr.'Nummer trägt das Dann te von ca. 5. August 1864.... i lA°rm unl Die„N-rddentsch- Allgemeine Zeitung" b" Grund selbstgemachter Erfahrungen genöthigt, in d>c Untero über die Mängel der berussgenossenschaftlichen OrgamM'." un einzustimmen. Sie spricht die Befürchtung aus, daß tl.,' 5 J'sii hal schäftsgebahrung der Berufsgenoffenschaften in eine das Saldi des den schien ein Kri ,enboot„Hi uptlmge n b%»hinter tisch-statistische ausatte, und errlärt, hierzu durch die�*•&««, 12. Yierzu üiuu) c L; und Lobnnachweisung veranlaßt zu sein, welche sie vom die deutsche Buchdruckergcnossenschaft ausfüllen muß", ,Mend. Vor fährt das genannte Blatt sott:„Was für Feststellung Jahre alt' leistenden Beiträge die Berufsgenossenschaft sür jeden �.M. Er ntr zu wissen nöthig hat, ist 1. Zahl der beschäftigten verst� 6 M. fü Pflichtigen Personen, 2. gezahlter Lohnbetrag, 3. Zahi dst,' nur 5 M Personen, deren durchschnittlicher Tagesarbeitsvcrdienlt. � st. wie er nui 4 M. stellte, 4. Zahl der Arbeitstage dieser Personen-', Wende Ber sammtarbeitsvcrdienst derselben, 6. Zahl der beschälst� Vo: sonen. die keinen oder geringen Lobn beriehen, ui tttn'- A.Muß der an: sonen, die keinen oder geringen Lohn beziehen, zu trw�ANMuß der männlich oder weiblich, 7. Betrag des diesen„?- Hemde Lohnes. Das für die Arbeiter- und Lohnnachwc'�A■ dgi. z M Buchdruckereigcnossenschaft aufgestellte Schema enthält� Aj�t-. zusamm diesen nothwendigcn Fragen noch eine Reihe''' also i Beantwortung jedoch jeder aus den auf vorstehende also fü etthcilendcn Antworten auf kalkulatorischem Wege der Knabe die also sehr wohl seitens der berussgenossenschattlM M" M für je selbst ermittelt werden könnten. Für größere Betriff jJnRmcht, p solche Zwecke genügend geschultem Personal ist nur die Beantwottung derartiger kalkulatorischer Aufgj schwierig-aber die Berufsgenoffenschaften— wir nur die Buchdruckereigenossenschaft allein im Auge T' auch kleinere Betriebe, denen derartiges Personal ni# fügung steht und für welche diese Fragedeantwortung muthlich nicht freudig begrüßte Arbeits oermehruuS Wir haben diese Angelegenheit berührt, weil wir bcrufsaenossenschaftliche Organisation sollte alles >hrer Geschäftsführung einen allzu bureaukram�' a«--«n v iusooi giebt, und besorgen, daß gerade derattig kaltm� mühungen der Bcrufsgenossen dazu beitragen könnM-%% � hat stch noch eine Stimme e Ä.'tägliä b-t. Ick warm r, weil somit n rfnisse v- es l & alten f .bat «» die Wehroo-l� by«q�atze «WK "«stelkm stch noch eine Stimme tage, welche sich gegen die Weh-zv-, dings nachträglich— ausspricht. In dem ofsii'� o... graphischen Berichte über die Reichstagssitzung no'", 1 befindet sich eine Nachtraaserklärung des AbgeordnO.%!5e'"ni Johaimsen, welcher den Wahlkreis Hadersleben-Bavcr� �"entr-«'brun- tritt und der einzige Däne im Reichstage ist. Diest. a,-»..." d« lautet: Abstimmungsmotivirung, betreffend den wegen Aufnahme einer Anleihe sür Zwecke der V-'. ReichSheercs. Weder die Begründung des Entivurl-- Ausführungen des Hc:ni Reichskanzlers, noch der- Kommission für den ReickshauehaltSetat haben nn® Nothwendigkcit und Zweckmäßigkeit dieses Gesetze» können, wogegen ich der Meinung bin, daß eine■ der deutschen Grenzen durch Ausscheiden der frenivs®..! Deutschland gehörenwollenden Nationalitäten das eiwyj zur Erhaltung des Weltfriedens ist. Deshalb stin"" den Gesetzentwurf. Gustav Johaimsen. ■m will .man fi fien Angriff 'M stude ist sicher, denn ich will nicht umsonst Aerger krank im Bett gelegen haben! ganze suche 4 !L«Ä ins-cw* yuucii;-O"/ c.li.'ü_ Advokaten, und dann wollen wir doch einmal st". rA wen ----- e„,f..... r. jr.. 7 unl) mir>?' 1 W. l'rtle Un ein paar Kerle zu mir hereinbrechen unter die Nase reiben dürfen!"„ w „Da müssen Sie schmähliches Geld blechen, bergcr,„und es hilft Ihnen gar nicht»."_ unk „Und wenn mich die Geschichte zwanzig kosten sollte!" rief Madame Müller bestimmt ie linke v0 sich mit dem nassen Regenschirm in die linke kenne die Advokaten hier fteilich nicht, denn mit derlei Leuten nie in meinem Leben etwas znj" � aber ist ein #5 # % VvV*v» A/vMivll lllv UI lllvl"VlJl �vVvll CUVWV 0~ : ich gehe zu Eurem Schwager, dem alten Ba J*® d ein ehrlicher, braver Mensch, der den Tyß rechten Stelle hat. Der wird mir schon einen Menschen nennen können, der einen nicht blo gnügen über's Okr haut." Hd „Liebe Madame Müller," sagte da die Fs � s rasch,„thun Sie daS nicht; mein Schwager»'■ guter Mensch, aber was weiß der von Advota Sie absolut denn einmal Ihren Willen durch! so wohnt hier gleich neben an ein sehr tüchtlgr � Herr-" h „Lassen Sie mich nur machen, Frau Hess � i> &*« .>U SS« «llsi »Jfl Madame Müller, die eben nicht besonder* Empfehlung derselben zu geben schien.„54 � auf in der Welt gewesen und weiß selber, wa � habe. Meister Baumann ist ein ganz tu® �■•uyue r i:\argz werden, brauchen Sie nur auszusagen, wa« vei sichert haben, und dann wollen wir die. den Herrn Rath und den Herrn Major, I daraus dürfen Sie sich verlassen!" „Aber e« regnet so sehr, meine gute A Heßberger, der sie jetzt mettwürdiger Weise no® eine Weile dabehalten hätte.««rr�ie „Und wenn es Schusterjungen regnete,% Jjckj versicherte Madame Müller,„ich komme m>t" pluie schon durch. Also guten Morgen allerse ■n Manne«»»»» Giuschreit»« gegen Hänptttng« n Dingen �'Alande von Aa«eeu« anläßlich der Expedition des eamten ber">u- Kund wird in der„Krem-Ztg." folgendes berichtet: Hervorgewie-I� Blendung der Expedition Kund nach Kamerun wurde — im EeS�Maft Groß- Batanga im(Süden des Kamerunschuy« ihnen Sur Errichtung einer Station in Ausficht genommen, tan;»die..�«nficht vorherrschte, daß man dort nicht, wie bei den ein, fie nie"!> mit auf ihr Handelsmonopol eifersüchtigen(Stämmen ten. Sie W' r«mpfen haben, und man deshalb leichter in das Hinter- !N und düs! zubringen vermöge. Das war eine Täuschung, die > vom Stac« 2% W dort dieselben Erfahningcn gemacht, wie im en. Wirde» Ma; die Küstenstämme find in Groß datanga ebenso ten, fie wech< J® gegen alle europäischen Eindringlinge und versuchen laum hat fiel» Hungen mit allen Mitteln zu hindern. Die Expedition meinen Pre!' J""® nun zwar von den Eingeborenen nicht feindlich r auf dem i'�, anscheinend zeigten fich die Eingeborenen sogar ent- aden, mag s°, doch stellte es fich heraus, daß die angenommenen ihre AuM i.°M>ar auf Weisung ihrer Häuptlinge, die Expedition ms an die Küste heranreichende Gebirge hinweg im umgefühtt und wieder auf ihren Ausgangspunkt zurück- Men. Das wurde nach Kamerun gemeldet und auf .™ig des den Gouverneur vertretenden Kanzlers Zim- Mien ein Knegsschiff an der Küste von Criby(dott ist �nenboot„Habicht" stationitt) und nahm die hinter- Mpllinge mit nach Kamerun.— Man kann fich das bkr„hinterlistigen" Häuptlinge über die neue Kultur t;— wenn or allem . als ein ovoziren, hre Ehre lizci noch Verden, daß : mit solchen n gesedlich n übrigen 3' i � Urrwendnng von Koldaten al« Teeibee oder erlaubt!.�»Konigsd. Hart. Ztg." aus Ragnit folgendes mitge- irderlich wirb! 16. Januar ct. war von dem Pächter der städti- >hne Menslip W Herrn Oskar Mester, Befitzer einer Holzschneide- rdcn müssen,! T" hier, mit anderen daranstoßenden Jagdinhabern eine testrebunge» � F°Nangitt, bei welcher ca. 20 Hasen zur Strecke ge- ur eins ist" wllen. Die zu dieser Jagd erforderlichen Treider 1 die krafiep e,.�bem in Tilsit garnisonircnden Jnfantenebataillon in lägt das TatX' �«e von ca. 50 Mann gestellt und in noch gut er- . n» fu v0rm und Militärmänteln erschienen. Diese Mann- ltunn" ssebt%. 1?ttocn bei Ausübung ihres Treiberdienstes unter der j"nes Unteroffiziers, waren in ____ n�n enfchaftliä� Bete Beines ml ist Nl» chcr Aufgj — wir in Auge rsonal ti™ antwortM lermchnMS Jj alles bei Ausübung ihres Treiberdienstes unter der 'eroffizierS, waren nach der Jagd auf dem und verweilten daselbst in Reih und Glied .,..... Halde Stunde.— Es ist eben eine herrliche eine« � das Soldatenspielcn. durchs dü 12. Februar. Die„Soz.-Korr." bringt soeben velche fie lu>VH�«lljze vom Arbeiterelend im Erzgebirge, aus der Lim- 111� mu�... gend. Vor einiger Zeit frug ich einen Fottbildungs- r Feststelli� Jahre alt), warum er nicht mehr bei seinem Stief- : für jeden" me. Er antwortete, es sei ihm unmöglich, weil dieser iftigten ver>o>l. 5 M. für freie Station verlange, er selbst aber g, 3. Zahl �' � sh nur 5 M. durch Spulen verdiene. Daraufhin frug eitsverdieiw i-'Me er nun von den desagten 5 M. lebe, und es er- r Personen-) tMendx Berechnung: Jahrescinnahme bei 50 Ardeits- icr beschast s, � J M. Von diesen find 75 M. für Kleidung nöthig den. zu lr< Mb der Reparaturen: Rock 17 M., Weste 5 M.. n Personen s." M. Hemden 4 M.. Stiefeln 20 M.. Schürzen 2,50 M., Lohnna«: 1|)i® 1,50 M., Strümpfe 3 M. Hut 4 M., Taschen- mm entdaltss h �-.Zusammen 75 M. Das Schlafgeld kostet wöchent- seihe wen'Ä ist also mit 26 M. jährlich in Ansatz zu bringen. orstchcnde iN � ben also für Rahrung und Luxus 149 M. Bis jetzt i Wege fin e � der Knabe diese Summe so, daß er an Sonn- und (ÖO) für je 25 Pfg. warm zu Mittag ißt und damit �°Ä?ucht. die übrigen 134 M. aber, also wöchentlich läßlich zirka 37 Pf., für Brot, Butter und etwas »«-.sssdet. Ich redete ihm zu, um seiner Gesundheit U warm zu Mittag zu essen, aber er hielt dies für P«, weil dann der Mittagstisch allein jährlich zirka 's- somit nur zirka 60 M. für alle Nebenmahlzeiten dibürfnifie blieben, d. h. täglich noch nicht 17 Pf. .hat es dieser Fortbildungsschüler noch um Vieles 2 alten Strumpfwirker, welche auf ihren Strumpf- w�ti 5-6 M. verdienen, wenn fie überhaupt eaukraws n dW Wovon sollen fie ihre Kinder satt machen, selbst ig kalk»�,, btt Jaitarbeitet?" Die zu gleicher Zeit erschienene /? fie Allg. Ztg." bringt einen Leitartikel, in olo-n».. �«nationale Wirthschastspolitik" Bismarcks u. A. ''— w!- Industrie, ig... ten köw»"', me ssyung°o-n. w tthschaftlichcn Lebens haben fich m erfreulicher Abgeordnet/,% P.?." und durch ihre Prosperität zu einer früher nicht ieben-Bavel?">>en�A�hrung des Nationalvermögens geführt.' Das in Diest..«(f> dieser beiden Veröffentlichungen ist charakte- Wehroo:'� esrn auch's.vatze verhimmelt:„Nicht nur die Industrie, ifih dez �Meisten andern Zweige der gewerblichen Thatig- roch ver «aben M>°>, Gesetze! iß eine r..Hier die nackte, rauhe Wirklichkeit, dort die liebe- Stellung des offiziösen Blattes. m Gesetze, unter welche die Studirenden in werden sollen, erregen in den akademischen ,U) min'fcoernnügen. Der etwas sehr schneidige Herr aber � Auswüchse der studentischen Freiheit be- !°-n furchtet mit Recht, daß diese selbst unter dem »gen j�ssff leiden würde. Es find allerlei häßliche Er- ........." üudentisrben Leben zu beobachten gewesen! poli« aanzr Mahlzeit j" und damit öffnete sie die Thür v such* Jj*%|L selber, schritt, ohne mehr nach rechts oder links mal r(lUr wenden, hindurch und stieg dann langsam mir // stf Sä ftir rocnben, hindurch und stieg dann langsam ,Sen i?. und dunkle Treppe hinab. .Hausflur hatte sich indessen ebenfalls Gefell- * Der Staatsanwalt Witte war, gerade begann, ohne Regenschirm die Straße her- ichen, . h fMornm»rga....,................■ jp, zig bla"" U,lb, da er sich besonders vor Erkältung fürchtete, mm*\ 1 Er glaubte natürlich, daß es, da eS mit inke S'', einsetzte, auch eben so rasch vor- dr"."„ ä e' denn„gestrenge Herren regieren nicht lange." zu thx.< �t4Un,nntt folgte immer langsamer und in größeren en r m Blitz, bis zuletzt noch kaum ein >«; t hörbar wurde, und immer wollte der >en r uß nicht nachlassen, ia. scb neu blos w �vuu„�cjircuge zerren regieren unv1 �„'"""■folgte immer langsamer und in größeren » wen dem Blitz, bis zuletzt noch kaum hörbar wurde, und immer wollte»>.. mcht nachlassen, ja, schien eher heftiger zu (Fortsetzung folgt.) .eßb-K .4�* Hmust und Zeven. dl* � d'istig»« Grscheinnngr«}« beobachte«, K Jhn«."'"»/» hervorruft, hat der bekannte amen- WK�aatlorn* irroorrum, yal oer oeranme umr». i ftfi die Schoemaker fich der Aufgabe unterzogen, an Äff"'. SÄÄ N>d... Zustande der Nm-knk, Anmn und fich Mit Hilfe t»n«-"itiub ocs Aerycrs m der Absicht ausge- d tu ßul!f"de der Narkose gemachten Wahrnehmungen .auch„�.ren. Mit dem Entschlüsse, der Wirkung des � Paii»!«. geringsten Wideistand leisten zu wollen % als �"'fn.st dies gewöhnlich nicht der Fall— und !/P ff«'S% fiad S rP% �chen«Q-� der ersten Einathmiing versuchte S-e bei .»e» jl tische und nationale Besttebungen haben fich vorgedrängt in einer Weise, daß der Zweck der Schule hie und da gelitten haben mag. Damm ist es aber noch lange nicht gerechtfettigt, der Studentenschaft mit der Polizei zu Leibe zu gehen und die akademische Freiheit zu beschneiden. Die Aufregung in der Studentenschaft ist dämm erklärlich und wenn ein offiziöses Blatt schreibt:„Die jungen Herren scheinen nicht zu wissen oder es zu ignoriren, daß das Gesetz nicht gegen die Vereinsfreiheit, sondern gegen den Vereinsunfug gerichtet ist", so ist das eme Phrase, mit der man jedes Maulkorbgesetz beschönigen kann. Merk- würdigerweise giebt es aber auch„liberale" Blätter, welchen der reattionäre Entwurf zu gefallen scheint, oder die fich doch höchstens zu dem Bedauem aufraffen können, daß das Treiben der Jugend ein solches Gesetz rechtfettige. Eine klägliche Aus- rede, die hoffentlich im Reichsrath nicht getheilt wird; haben fich doch für die morgen beginnende Berathung der Vorlage mehrere Redner gegen das Gesetz angemeldet. fchw-is. er Bundesrath hat in Sachen des Polizeihauptmann Fischer den Regiemngspräsidenten von Zürich hierher berufen. Mit demselben ist vereinbatt worden, daß die Züricher Regierung die Fortführung der Anarchisten-Unter- suchung an Fischer's Stelle dem Staatsanwalt Kronauer über- trage. Amerika. Dem Kongreß liegt jetzt ein Gesetzentwurf vor, nach welchem das Briefporto für Stadtbttefe innerhalb der Union auf 1 Cent— etwa 4 Pfennig— herabgesetzt werden soll. Jetzt herrscht für den ganzen Umfang der Ver- einigten Staaten das gleichförmige 2 Centpotto— also ein niedrigeres Potto als in Deutschland, trotz der ungleich größeren Entternungen und dem ungleich geringeren Wetthe des Geldes in Amenka. Dennoch beantragt die Regierung die Herabsetzung um die Hälfte für Stadtbttefe; was uns an der Sache am meisten intercsfitt und uns überhaupt zur Erwähnung veranlaßt hat, ist aber die Begründung. In derselben heißt es nämlich: die Post ergebe jetzt einen Ueberschuß der Einnahmen, und da die Post nicht dazu da sei, Geschäfte zu machen, so müsse fie das Publikum billiger bedienen.-- Die deutsche Post liefert bekanntlich sehr namhafte Ueber- schüffe; es wäre jedenfalls im Interesse des deutschen Publi- kums, wenn unsere Postverwaltung fich auf den amettkanischen Standpunkt stellte— oder durch den Reichstag darauf gestellt würde.— Gerichts-Zeitung. Entscheidungen de« Neichogericht«.(Nachdruck ver- boten.) Leipzig, 13. Februar.(Von der Immunität auslän- discher Konsularbeamten.) Beim Generalkonsulat der Vereinigten Staaten in Berlin war ein gewisser William Tilghman, amett- kanischer Staatsanzehöttger, als Clerk angestellt. Die freie Zeit, welche ihm seine Berufsgeschäfte ließen, hatte er zu zwei Be- trügcreien benutzt, sodaß seines Bleibens in Berlin nicht mehr war. Er wurde deshalb nach Rotterdam versetzt, aber bald dar- auf, im Mai 1887, seiner Stellung enthoben. Dann war er wieder nach Berlin gekommen, hatte noch einen Betrug verübt und war in Untersuchungshaft genommen worden. Das Land- gericht Verlin I verurtheilte ihn sodann am 9. Dezember v. I. wegen der beiden ersten Betrugsfälle zu 9 Monaten Gefängniß und sprach ihn von der Anklage im letzten Falle frei.— Die Revision des Angeklagten, welche kürzlich vor dem 2. Straf- senate des Reichsgerichts zur Verhandlung kam, rügte Ver- letzung der Konsularkonvention zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten, insbesondere des Artikel 3 dieses Vettrages. Derselbe besagt, daß Konsularbeamte, welche nicht Angehörige des Staates sind, wo sie beglaubigt find, in dem Lande, wo fie ihren Sitz haben, eine persönliche Immunität von Verhaftung oder Gefangenhaltung genießen sollen, ausgenommen im Falle von Verbrechen. Hieraus folgerte nun die Revision, daß solche Beamte vor jeder Freiheitssttafe geschützt seien, und meinte, eine Verutthellung hätte gar nicht eintreten dürfen, denn es sei nach dem Wortlaut des Artikel 3 nicht anzunehmen, daß der Schutz fich nur auf die Unter- suchungshaft beschränke. Der Reichsanwalt wies dagegen auf den Umstand hin, daß die eingeräumte persönliche Immunität nur denjenigen amettkanischen Konsularbeamten zustehe, welche in Deutschland zugelassen find, und dies nur für die Dauer dieser Zulassung. Das folge nicht nur aus der Fassung, sondern auch aus dem Zweck und dem gesammten Inhalt des Vertrages. Der Angeklagte sei bei seiner Verhaftung nicht mehr Konsulat- beamtet gewesen, habe daher mit Recht in Haft genommen werden können.— Dem Antrage, die Revision zu verwerfen, entsprach sodann das Reichsgericht. Leipzig, 13. Februar.(Von der Verjährung.) Gegen den Photographcn Peter Eberhardt aus Koblenz war am 21. März 1881 ein Steckbrief erlassen, weil er des Rückfall- betruges, also eines Verbrechens, verdächtig war. Erst im Jahre 1387 wurde er ermittelt und unter Anklage gestellt. Er hatte im Jahre 1880 Gelder für seinen gewesenen Dicnstherrn ohne Augenblick daS Gefühl der Bewußtlosigkeit hatte; aber er konnte die sonderbare Erscheinung feststellen, daß er zu gleicher Zeit an diese Bewußtlosigkeit nicht glaube, und er erinnert fich sehr genau an diesen eigenthümlichen geistigen Zustand, der einige Aehnlichkeit mit dem Traumleben hat, wo sehr häufig ein dunkles Streben nach ktttischer Veurtheilung der phantastischen Vor- stellungen nach Geltung ttngt. Nun trat auch Empfindungslosigkeit ein und S. verspürte keinen einzigen der Nadelstiche, die ihm an den verschiedensten Stellen beigebracht wurden. Die Empfindungslosigkeit war jedoch keine vollständige, ihn befiel eine allgemeine und sehr schmerz. liche Beklemmung, die ihn während des ganzen Bettuchs nicht verließ: eine Beklemmung, welche er weder zu er- klären noch auch an eine destimmte Körperregion zu verlegen im Stande war, hinterließ in ihm, wie er bettchtet, die Erinnerung an die peinigendste Beklemmung, die er jemals empfunden habe. „Ich wollte mich," so schreibt S.,„von diesem Angstgefühl befreien, aber ich vermochte nicht die geringste Bewegung auszu- führen, und ich hatte auch das Bewußtsein dieser meiner Lhn- macht. Gleichzeitig erfüllte mich die Anwesenheit des Arztes, der das Expettment mit mir vornahm, mit einer sonderbaren Vor- stellung. Ohne daß ich seine Person von der incnen genau auseinanderhallen konnte, hatte ich die Uebcrzeugung. daß mein Kollege, zu dem ich das vollste Vertrauen gehegt und den ich immer als meinen besten Freund angesehen, mich schmählich ver- rathe und das Unvermögen, mich zu rühren, mißbrauche, um mich grausam zu quälen. Die seelische Erregung, welche sich nun in Verbindung mit der phyfischen Beklemmung meiner bemächtigte, war furchtbar." Inzwischen gab fich eine neue Erscheinung kund, die bis zum Ende des Zustandes, der mit dem Alpdrucken verglichen werden kann, anhielt. S. glaubte zwei leuchtende, parallel laufende endlose Linien zu sehen, die fich in wellen- förmiger Bewegung von einem tiefschwarzen Hintergrund ab- Koben. Dieses Wogen war von einem Geräusch begleitet, das mit dem Schnurren eines Spinnrades große Aehnlichkeit hatte. Außer diesen Halluzinationen des Gehirns und des Gesichts konnte er nichts wahmehmen; eben so wenig konnte er einen Gedanken fassen oder eine Bewegung ausfuhren. Allmälig ver- blaßten die leuchtenden Linien, bis sie schließlich vollständig ver- schwanden. Nun trat S. in em dttttes Stadium: die Empfindung und das Bewußtsein— das normale Sensottum nämlich— kehrte langsam zuttick. Er stieß einen schweren Seufzer aus und erinnerte fich, daß dies ein Zeichen tiefster Narkose sei, jene Ziarkose, die einen todtenähnlichen Zustand bedeute. Dieser Gedanke beunruhigte ihn aber keines- dessen Wissen eingezogen, aber nicht abgeliefert, weil er noch Forderungen an denselben hatte. Das Landgettcht Bonn stellte den Glauben des Angeklagten, daß er zur Kompensation be- rechtigt sei, nicht in Zweifel, ließ aber dennoch eine Ver- urtheilung eintreten, wenn auch nur wegen Unterschlagung, eines Vergehens.— Zu Gunsten des Angeklagten hatte nun der Staatsanwalt Reviston eingelegt, da für das vom Gettcht nur angenommene Vergehen die fünfjähttge Verjährungsfrist schon abgelaufen sei.— Der Reichsanwalt beantragte dementsprechend Aufhebung des Urtheils, da die Verurthcilung offenbar auf einem Versehen beruhe. Das Reichsgericht (1. Strafsenat) hob denn auch das Urtheil auf. Uerewe nnd Nerfantmwngen. Der Fachverein der Kteinträger Kerlin« hielt am 12. Februar seine ordentliche Mitgliederversammlung in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, ab, mit der Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Lohntarif für 1888. 2. Abrechnung vom letzten Quartal 1887. 3. Wahl eines Mitgliedes zur Fachkommission und eines zweiten Schttftführers. 4. Wahl eines Beitrags« sammlers für die Zahlstelle im Westen und Osten. Verschiedenes und Fragekasten. Zur Lohnfrage empfahl Herr Wallenthin, den Tarif vom vottgen Jahr auch für dieses Jahr aufrecht zu hallen, worauf er folgende Resolution einbrachte:„Die heute in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, tagende Versammlung des Fach« Vereins der Steinträger Berlins beschließt, den bis dahin be- standenen Tattf in diesem Jahre ebenfalls aufrecht zu erhalten, und verpflichten fich die Mitglieder, den Vorstand bis zum 1. Mai er. davon in Kenntniß zu setzen, wo nach dem Tattf gezahlt wird und wo nicht. Eine alsdann hierzu einzuberufende Versammlung soll dann beschließen, wie gegen diejenigen Meister resp. Arbeitgeber vorgegangen werden soll, die nach dem Tarif nicht zahlen."— Herr Unterlauf hielt es für rathsam, jetzt, wo viel Arbeiten von Nichtvereinsmitgliedern ausgeführt wurden, den Tattf etwas zu ermäßigen, wozu noch von Herrn Kohlstädt angeführt wurde, daß die Maschinen den Steinträgem doch viel zu schaffen machen. Dagegen wurde von Herrn Knaak geltend gemacht, daß es unumwunden nöthig sei, den Tattf festzuhalten und nicht abzuschwächen. Weshalb soll man den Meistern nachgiebig sein, wo die Arbeit doch verlangt wird. )ie Meister kämen den Arbeitern auch nicht entgegen, wenn die Arbeit darniederlicgt. Herr Wallenthin bemerkte, daß von den vettchiedenen Rednern fich niemand gegen die Resolution aus- gesprochen habe, weshalb anzunehmen sei, daß sich alle mit der- selben einverstanden erklären. Herr Giese drückte sein Befremden darüber aus, daß im Winter billiger gearbeitet werden solle als im Sommer, die Stunden wären im Winter ebenso lang als im Sommer. Herr Wallenthin erwiderte, daß das von ihm nicht buchstäblich so gemeint sei, sondern nur für den Fall, daß schweres Matettal verwandt wird, solle man nicht so genau ver- fahren; die Kollegen, welche dem Verein angehören, wären nur ein kleiner Thcil der Steinttägcr Berlins. Wenn sich die Vor- orte dem Verein anschließen würden, dann könnte man anders rechnen. Gleichzeitig führte Redner einige Fälle an, wo bedeu- tende Arbeiten in Händen von Nichtvereinsmitgliedern liegen. Herr Knaak entgegnete, daß das Vorgehen der Vereinigung dennoch die Richtschnur für sämmtliche Steinträger Berlins wäre, gleichviel, ob sie innerhalb oder außerhalb des Vereins ständen. Herr Noak beantragte, die eingebrachte Resolution durch den Druck vervielfältigen zu lassen und sie den Meistern zu übersenden, was aber abgelehnt wurde. Dagegen wurde be- schloffen, diese Resolution m der„Vauacwerfs- Zeitung" durch Inserat zu veröffentlichen, wodurch die Meister ebenso gut damit bekannt gemacht würden.— Hierauf folgte die Abrechnung vom letzten Quartal 1887. Die Einnahmen betrugen 225,20 Ä., hierzu der frühere Bestand von 644,41 M., ergiebt in Summa 869,61 Mark. Die Ausgaben betrugen 321,90 l"arf. Es verbleibt demnach ein Bestand von 547,71 M.— Hierauf wurde als 2. Schriftführer Herr Robert Kohl: als Fach- kommisfionsmitglieder die Herren P. Schröder und E. Gutsch; als Beitragssammler für die Zahlstelle im Westen Herr R. Klinge und als Beirragssammler für die Zahlstelle im Osten Herr Kohlstädt gewählt.— In Unterstützungsangelegenheiten waren, wie der Vorfitzende mittheilte, 17 Gesuche eingelaufen, davon hat der Vorstand nur 4 bewilligt, um nicht den Vor- wurf auf sich zu laden vettchwendettsch und leichtstnnia zu handeln. Die meisten Gesuche wären wegen Arbeitslosigkeit ein- gebracht und solle deshalb die Vettammlung dattiber entschci- den. Herr Wallenthin beantragte, eine Kommission von 7 Personen zu wählen, welche die einzelnen Gesuche zu prüfen und zu regeln hätte. Von den eingegangenen Unterstützungsgcsuchen wurden hierauf fünf berückfichtigt und zwar wurden einem Mit- gliede 15 M. und vier Mitgliedern je 20 M. bewilligt. Ferner wurde für ein krankes Mitglied eine Tcllersammlung veranstatet, welche 15,10 M. ergab. Alsdann wurde beschloffen, Ansang März eine Vettammlung einzuberufen, in welcher die übrigen Unterstützungsgesuche erledigt werden sollen. Die nächste ordent- liche Mitgliederversammlung findet am 11. März statt. Zum Snttlrrstrrik. Die Sattler Berlins und Umgegend hielten gestern(Donnerstag) Vormittag in Habel's Brauerei unter wegs. Im Gegenthttl, es überkam ihn die lebhafte Neugierde, zu ettahren, was sich ereignen werde, und eine Fülle von Ge- danken strömte ihm jetzt zu.„Ich bildete mir ein," erzählte S. der„Deutschen Med. Ztg." zufolge,„daß mir. die Gabe ver« liehen sei, das Wesen des Lebens zu erkennen. Mir war es, als zerttsse vor meinen Augen der geheimnißvolle Schleier, welcher die Wahrheit verhüllte. Die beiden wellenförmigen leuchtenden Linien schienen mir eine graphische Darstellung jener beiden Reihen von Thatsachen, aus welchen das organische und geistige Leben besteht. Ich glaubte mich im Besitz einer sehr wichtigen Entdeckung und ich nahm mir vor, mich an alle Einzelheiten derselben, sobald ich bei vollem Be- wußtsein wäre, genau zu ettnnern, um der Menschheit einen unermeßlichen Dienst zu erweisen. Und in diesem Augenblick erwachte ich." Die K-rst«ll«ng««« Flasche« au« Papier» welche geeignet sind, zum Transport und zur Aufbewahrung von Flülstgkeitcn zu dienen, scheint jetzt eme größere Ausdehnung gewinnen zu sollen. In England hat sich nämlich in der letzten Zeit eine Gesellschaft gebildet, welche große Fabttken gründen will, in denen nach in England zu erwerbenden Patenten Flaschen aus Papier hergestellt werden sollen. Wie weit nun die Glasflasche durch die Papierflasche verdrängt werden wird oder verdrängt werden kann, läßt fich zwar nicht vorausbestim- men, aber es ist immerhin denkbar, daß die Verwendung der Glas- flaschen_ eine erhebliche Einschränkung ettahren werde. Das Glas wird für gewisse Zwecke wegen seiner Durchsichtigkeit wohl stets beibehalten werden, sowie Tttnkgläser nicht leicht durch Metall-, Holz-, Papier- oder andere Becher verdrängt werden können. Aber besonders für einen Zweck, nämlich für die Versendung von Flüsfigkeiten, dürften die Papierflaschen die Korbflaschen(Demijohns) vielleicht zuerst verdrängen. Diesen gegenüber haben die Papierflaschen den großen Vortheil, daß fie außerordentlich leicht und weniger zerbrechlich als Glasflaschen find. Bei dem Transport von Flüssigkeiten wird durch die Glasflaschen eme bedeutende Gewichtserhöhung her- dergefuhrt, da dieselben aus dickem, starkem Glase hergestellt werden müssen, und dadurch werden die Transportkosten erheblich vertheuert. Die Papierflaschen, welche besonders in Amerika schon viel angewendet werden, find derart hergestellt, daß sie von Flusfigketten, wie Wein, Spiritus u. a., nicht leiden, das Ijetßt, das Papier ist eben derart hergerichtet, daß es von den genannten Flüsfigkeiten nicht angegriffen wird. Vorsitz des Herrn Aßmann wiederum eine öffentliche Versamm- lung ab zur Besprccbung der Streikangclegenheitcn. Wie Herr Atzmann mittheilte, find am Mittwoch Abend, um den hiestgen Kollegen zum Siege zu verhelfen, 100 Sattler nach Barmen ab- t ereist, um zu den hier geforderten aber verweigerten Löhnen die lrbeit dortselbst aufzunehmen. Auch die Dresdener Sattler haben fich mit den hiesigen Streikenden solidarisch erklärt und sich verpflichtet, für die Dauer des Streiks pro Woche und Person l M. zu zahlen. Der Versammlung lag die Frage vor, ob Mittel und Wege zu finden seien, sich, wenn dies noch möglich fem sollte, mit den Fabrikanten zu einigen oder aber den Streik für beendet zu erklären. Da traf aber ganz unerwartet die Nach- licht ein, daß die Arbeiter der Dotty'schen Werkstätte gesonnen seien, die Arbeit einzustellen. Diese Nachricht wirkte bestimmend auf die Beschlüsse der Versammlung ein, indem allseitig die Ansicht geäußert wurde, daß unter diesen Umständen der Streik nicht für beendet erklärt werden dürfe. Allerdings müsse erst die Bestätigung dieser Nachricht abgewartet werden. Sollte es nicht der Fall sein, daß die Arbeiter der Dotty'schen Werkstätte die Arbeit einstellen, so würde es zwecklos sein, den Streik unnöthig in die Länge zu ziehen. Auch wurde es für nothwendig erachtet, dar- über schlüssig zu werden, ob und wie weit die Streikenden in ihren Forderungen zurückgehen wollen und einen bestimmten Preis zu formuliren, um nicht in die Lage zu kommen, die Löhne annehmen p müssen, welche die Fabrikanten dann zu zahlen belieben würden. Herr Aßmann befürwortete ebenfalls eine Ermäßigung der Forderungen, doch war die allgemeine Stimmung dagegen, wenigstens wurde eine derartige Erwägung für verfrüht erachtet, indem man zuvor die Entschließungen der Dotty'schen Arbeiter abwarten müsse. Ueber die Neu- fonnulirung der Forderungen könne eine spätere Versammlung beschließen. Die Deputation müsse fich daher zunächst mit den Dotty'schen Arbeitern in Verbindung setzen und sodann eine neue Versammlung einberufen. Von verschiedenen Seiten wurde energisch aufgefordert, an den gestellten Forderungen fest- zuhalten, da die geforderten Akkordprcise die in der Provinz gezahlten Preise noch nicht einmal erreichen. Sollte zudern der Streik resultatlos verlaufen, so würden die Fabrikanten überall sehr bald mit Abzügen kommen. Der Schwerpunkt liegt äugen- blicklich auf der Dotty'schen Fabrik. Sollten die dortigen Ar- bester nicht die Arbeit einstellen, so find die Streikenden ae- willt, einen ehrlichen Rückzug anzutreten in dem Bc- wutztsein, ihre Schuldigkeit gcthan zu haben. Herr Atzmann erklärte fich Namens der gewählten Deputation auf Beschlutz der Versammlung bereit, sich mit den Dotty'schen Arbeitem in Verbindung zu setzen, obgleich er sich keinen großen Erfolg versprach. Es wurde vorgeschlagen, am Sonnabend eine neue Versammlung einzuberufen und dieser den endgiltigcn Be- schluß zu überlassen. Zur einstimmigen Annahme gelangte fol- gende Resolution:»Tie heute in Habel's Brauerei tagende Versammlung der Sattler Berlins und Ilmgegend erklärt, die gestellten Forderungen den Fabrikanten gegenüber aufrecht zu erhalten, um dieselben im Sinne der Streikenden durchzuführen, und beschließt, eine neue Versammlung einzuberufen, um Stcl- lung zum Streik zu nehmen und zu beschließen, denselben als geschlossen zu erklären oder denselben aufrecht zu erhalten."— Die Versammlung findet am Sonnabend Nachmittag 3 Uhr in Habel's Brauerei statt. Unterstützungsbedürftige haben fich am Sonnabend von 9—2 Uhr bei Marx, Neue Jakobstraße 11, zu melden. Eine öffentlich« Uerfammlung der Drechsler und verwandten Berufsgenossen Berlins, welche am 13. Februar in Deigmüllcr's Salon, Alle Jakobstr. 48», stattfand, erörterte in eingehender Weise„die Nothwendigkeit einer einheitlichen Or> ganisation der Drechsler und Berufsgenossen Deutschlands und die Zwecke und Ziele der„Vereinigung der Drechsler Deutsch- lands", sowie die„Stellung zu dem gewählten Gesellenausschuß der Drechslerinnung Berlins". Das Referat hatte Herr Sünder- mann übernommen. Derselbe begründete die Nothwendigkeit einer einheitlichen Organisation der Gewcrkskollegen Deutschlands zunächst mit den äußerst schlechten Lohn- und Arbeisverhält- nissen der Drechsler und der sich aus diesen Verhältnissen er- gebenden durchaus ungenügenden Ernährungsweise der Arbeiter der Gewerkschaft, welche es dem Einzelnen unmöglich mache, die nothwendigen physischen Kräfte seinem Körper auf die Dauer zu erhalten.'Niedrige Arbeitslöhne bedingen eine schlechte mangelhafte Ernährung; der Werth des Familienlebens sinke bei niedrigen Arbeitslöhnen auf ein Minimum herab; der Ardeiter verfalle trotz allen Fleißes mit seiner Familie einem früh- zeitigen Sicchthum. Ferner sei die modeme kapitalistische Pro- duttionsweise ein weiterer Grund, welcher die Gewcrkskollegen zur einheitlichen Organisation zwingt. Es sei eine unbestrittene Thatsache, daß die Produktionsweise der Kcibende Keil ist, welcher die so überaus niedrigen Arbeitslöhne bedingt. Unter dieser Produktionsweise opfere der Arbeiter seine Lebenskraft und ver- falle einem frühzeitigen Siechthum. Diese Begründungen der Nothwendigkeit einer einhetilichen Organisation wurden von dem Referenten durch statistische Mittheilungen ergänzt und her- vorschoben, daß hier nur eine geschlossene Organisation Erfolge erzielen kann. Uebergchcnd auf die„Zwecke und Ziele der Ver- einigung der Drechsler Deutschlands" bemerkte der Referent, daß die Vereinigung keine politische Richtung verfolge, auch be- absichtige dieselbe keine Gewaltmaßrcgeln. Die Vereinigung werde mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln, auf gesetzlichem Wege, eine Besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Gewerkskollegen herbeizuführen bestrebt sein; sie werde, ungeachtet der den Arbeiterorganisationen vielfach gegenüberstehen- den Hemnisse, stets mit aller Energie die Lebenshaltung der Ar- beiter des Gewerks einer durchgreifenden Besserung entgegenzuführen suchen.— Nach einer lebhaften Diskussion forderte der Referent in seinem Schlußwofte auf, unablässig für die Vereinigung der Drechsler Deutschlands zu wirken. Es sei die Pflicht jedes denkenden Gewerkskollegen, selbst als Agitator für den Anschluß Aller an die Vereinigung thätig zu sein.— Die Stellung zu dem gewählten Gelellenausschuß der Drechsler- Innung Berlins wurde von dem Referenten in sachlicher Weise erläutert. Da jedoch auf Beschlutz der Versammlung vorgerückten Zeit die Beschlußfassung hierüber erst in i» nächst stattfindenden Versammlung erfolgen soll, so** kurz erwähnt sein, daß der Referent die Erflärung von einer Anerkennung des Gesellenausschusses alS tauten der Gesellenschaft, wie es die Innung wünscht- die Rede sein könne. Ein Gesellenausschuß, der demA vorstände gegenüber nur Pflichten habe aber keine As» Gesetzesvorschriften und das diesbezügliche Jnnungs-«! geben, werde nie im Stande sein, die Interessen der' K J 1 schaft zu vertreten. Der Ausschuß sei weiter nichts» V Spielerei, welche zu unterstützen die Gesellen nicht gc. Gegen die Ausführungen des Referenten weM zunächst das Mitglied des Gesellenausschusses Julius Hildcbrand, ausführend, man könnte i" hin versuchen, ob etwas zu machen sei, wei>> dann sei es immer noch Zeit dagegen zu opponiren und! zu nehmen. Der Vorfitzende der Versammlung, Herr führte demgegenüber aus, daß grade der jetzige GeseCW am allerwenigsten Veranlassung hätte, den durch da Verletzten zu spielen, denn erst niache man gemeinsam nung in einer von dieser einbemfenen Versammlung schäftste Opposition hinsichtlich der Wahl eines Ö schusscs und dann lasse man fich selbst wählen. Dietj- quenz" richte sich selbst nach Gebühr.— Mit einem* die Anwesenden, rege in ihren Kreisen für de>"mH Gewerkskollegen an die„Vereinigung der Drechsler lands" zu agitiren, wurde die Versammlung geschloffen. Kranken- und Kegräbnißkasse des Kerein» lichrr Kerufsklassen.(E. H. r.) Versammlung Km ,39. ml erster unl ag zwisch nzung des des neue: in Form geworden i Asdann ei arine er waren: so de der vorl abend, den 18. Februar, Abends 8 Uhr, bei Baitelt,'�'�reaux in est straße 5� Neue Mitglieder� werden daselbst und berni � �uung etne: Zeisig, Teltowerstr. 45, 3 Dr., aufgenommen. Allgemeine Kranken- und Kterbekasse de* l| arbeiter(E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin>. J Versammlung Sonnabend, den 18. Fcbmar, Lichterfei (Wilhelmshöhe). Tagesordnung: 1. Kassenbericht. svrechung des Statuts. 3. Innere Kassenangelegcnhe». Erscheinen jedes Mitgliedes ist nothwendig. Kranken- und Kterbekalle des Uerein« de* (E. H- 53.) Zu dem am 18. Februar stattfindenden- Stiftungsfeste, verbunden mit großem Wiener Masleim Kroll's Etablissement am Königsplatz sind Billets% haben bei Mewes, Schönleinstr. 21, Rieger, Brunnen!� und Meißclbach, Ackerstr. 134, wie auch bei den Am An der Kasse sindet ein Billetverkauf nicht statt. Gesangverein Freundschaft. Sonnabend, M' bruar, Wiener Maskenball im Etablissement„Eiskeller�, W straße 88. „-AI bewill' Mermt Kall 1/ 34 Better von n 's genomme "S« zufunf: . toS Lazai l,9 ledes der Jm. mehr al %%% und große IS K« 001 �..ger für(5 fyw unter a, und inlä den Trc oder unc find; f ®. übertr einer des UNg soll ii tarifs) getr - kohren .der Gest H fich als S jwb dcs Witt. S Mland >d die Theater. Freitag, den 17. Februar. •pevulffttt». Die Hugenotten. K tzanspieU»««». Dante Therese. De«tsch«» Theater. Götz von Bcrlichingen. Mckitner-Theater. Orgelpfeifen. »»tedrich» Wilhelmstädtische» Theater. Die Dreizehn. Miktoria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Mstend-Theater. Der Mikado in Berlin. Uestdenz-Eheater. Francillon. Belleallianre-Theater. Die Salontirolerin. Walhalla-Theater. Le coeur et la warn. »eatral-Theater. Höhere Töchter. Mönigstädtisches Theater. Die Tochter der Markthalle. Kmeriran-Theater. SpeziMSten-Vorftellung. Theater der Keichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Aaafmann« UariStS. Spezialitäten- Vor- stellung. AonKordia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Lomstltsiiidtlschcs Theater. Dresdenerftr. 72. Direktion: Adolph Ernst. Neu eiastndtrt und mit neuen Gvuplet». Zum 2?» 4. Male: Bsrlinsr Stadt Theater lllnertheaterstraße 15, fr. Alhambra-Theat Zum zweiten Male: Kerz untf Welt. Trauerspiel in 5 Akten. In Szene gesetzt vom Oberregisseur Hrn. Förster. Anfang der Vorstellung%8 Uhr._ KölliMdlilches Theater. Alexander-Straße 40— Kurze Straße 6. Freitag, den 17. Februar 1888: « a st sp i e l von Anna Schramm. Zum letzten Male: z« halben Kajsenpreifen. Die Tochter d. Markthalle. Große osse mit Gesang in 4 Akten von Alfred chönfeld. Musik von P. Lincke. Konuaveud zum e, ste« Male: Die schöne Ungarin. Gesangspoffe in 4 Aften von W. Mannstädt. Kmrplets v. G. Görtz. Musik von G. Steffens. Ate neuen Kauplet» find vom Kapellmstr. Herrn Franz Roth komponirt. Irma: Clara Helmer. Lilli: Olga Dwo- rak. Fritze: Grete Gallus. Häppchen: Rosa Lid. Miesebeck: Direktor Ad. Ernst. Schröder: Aug. Kurz. Walzcbock: Gustav Görss. Triller: Paul Barthaid. Alfred: Wilhelm Ruft. Uelrph« Anschluß: Amt III. Ur. 8042. Kaffeneröffnung 6* Uhr. Anfang der Vorstellung 7& Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. »ge 1«r. 9 M.- 10 A. lalner-Panorama. Eine bequeme Wanderung durch Kaden-Heidelberg u. s. w. Zweite Reise durch Gber- Italien. Lago Maggiore u. Como- See. Villa Zirio und San Demo. I-is« Kr. Maj. Schiff Hertha. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Ps. Abonn. Das[adieutfE iaropa Posse in 3 Akten. Sonntag: Nachmittago-Kindervorstelluua. Hans im Glück. 1. Parquet 0,25 Pf., Loge u. Fauteuil 0,50 Pf. ä 10, 20 etc. Pf. K* belehrende Schriften zur freien Besichtigung und eigenen Auswahl. 50 mane v. Gerstäcker, Heyse, Marlitt, Spielhagen u.R. enthaltend & M™ Meyers Konv.-Lex.m. d m' OU Karten und Illustrationen tc. 2. A. cplt. geb. und andere größere Werke in billigen Exemplaren Kurstr. 37 Fl Leiter Knchhdlg. seit 1861. [168 ffo giebt's wohl einen guten Tut von TI Hopfen, Korn und Gerstensaft, sowie ' eine kräftige Kochfahrt?[342 Wo soll es anders sein als bei W. Haugk, Weinstraße Nr. 22. Soeben erschien: Heft 17 der Internationalen Bibliothek Charles Fourier, sein Leben«. seine Theorien. N-n A. K- l»< l. Preis pro Heft 50 Pf. Zu beziehen durch die Grpedttis« des„Kerl. Uolksblatt", Zimmerstraße 44. Einbanddecken zu Heft 1-3, 4-6 u. 7-10 ä 30 Pf. WiederverkSufern Rabatt. Versammlung des Vmivs Dt Mohruvg dtt Iüttttsst» dn Klaolerarbeiter am Sonnabend, den 18. Februar, Abds. 8jj Uhr, Keuthftraße Kr. 18, Trepp« E. Tagcs-Ordnung:) 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadel über:„Mc- dizinische Wissenschaft". 2. Vcreinsangclegen- heften und Verschiedenes.— Mitgliedsbuch! legitimirt. 366] Der Dorstaud. Masken Gard; für Herren»»>» i B. Ulatlais JO-ÄlS Auswahl den Lesern � bestens empfohlen. Vereinen Preisermäß' Kitte genau auf Hausnummer' ,.°us Ken von .ber Vkrein der Einsetzer Ktteil, 10 K [362 (Tischler). General- Kersammlnng Sonntag, Vorm. lO* Uhr, Neue Friedrichstr. 44. Tages-Ordnung: 1. Antrag auf Verlegung des Vereinslokals. 2. Vorlage und Anträge des Vergnügungskomi- tees. 3. Vorstandsanträge. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten.— Recht zahlreicher Besuch er- wünscht. Mitgliedsbuch legitimift. NB.: Der diesjährige N»rein«-W»skrnl>all findet Sonnabend, den 3. März, in Knß's «a.saal. Frankfurterstr. 87, statt, wozu alle Freunde und Kollegen des Vereins ganz ergebenst hiermit eingeladen werden. Der Vor st and. 1 Stand, vollständige Länge und%', Mark, Bettfedern, Pfund von 35 , kauft allein die Bettfedern-Engros-v. ! 1. Geschäft Kottbuserstraße 4, P#, schüft Kruvneusteaße 139,>.%[ i stehen 23 Sorten Fedem. Billigste Bep für Händler.______ i Mehrere kleine Wohnungen leitung, Klosets rc. find per 1. Aprils JK O luv ffLL ♦V*.Q| von 60—70 Thlrn. Kronprinzenstr. Frankfurter Allee, zu vermiethen. W Stadtbahnverbindung vorhanden. Weiss- u. Bairischbier- Lokal von Kerrman» Stramm, _____ 23., 24., 25. Febr._ Kömer Domb. Lo� — M' 5 b. Brücken-Strasse 5 b, 35 empfiehlt seinen reichhaltigen Fr«hstü«k»tifch, Wlittagstisch n. Ausw.& Eouv. in. Bier 50 Pf. Reichhaltigen Abevdti ch zu soliden Preisen. Weißbier ohne jeden Wafferzusatz, die große Weiße 20 Pf., die kl. 10 Pf. außer dem Hause, giebt's nur im Restaurant Lrandf. Allee 74, im Hause der Ostend-Apotheke bei Emil Bfihl. 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Deutscher Reichstag. .�Sitzung vom 16. Februar, 1 Uhr. f® Tische des Bundesraths: v. Boetticher, Bron- Schellendorsf. v. Schelling. erster und zweiter Berrthung wird der Meistbegünsti- % zwischen dem Reich und Paraguay genehmigt, «zung des Etats für 1888—89, welche nach Geneh- des neuen Wchrgesctzcs und der dazu erforderlichen m Form einmaliger und dauernder Äuszabcn noth- geworden ist, an die Budgctkommission verwiesen und alsdann einige Reste aus den Etats des Reichs� eres arine erledigt, die an dieselbe Kommisston zurückver- �aren: so die Mchrforderung für sieben Hauptleute als e der vorläufig in dieser Zahl zu errichtenden Zentral- aeaux in einzelnen Kompagniestationsorten und die Mittel Jimng eines Marinelazareths in Lehe(bei Bremerhaven); JSwbe werden nur 222000 M. statt der geforderten M. bewilligt. ,�rent Kalle motivirt diese Reduktion dadurch, daß es 34 Betten einzurichten, die für 5 pCt. Kranke einer von rund 500 Mann aus' eichen, statt der in a genommenen 56 Betten, für welche eine noch nicht « zukünftige Verstärkung der Garnison vorausgesetzt � Lazareth wird pro Bett nur 6000 M. kosten, £ gäS iZr l�as der 600 Betten im Krankenhause Friedrichshain ...... b is, Iur löehe wird durch Verminderung der Zahl der bei den% llroße Sparsamkeit in der Wahl des Baumaterials statt, inabend. „Eiskeller", Lj/�nillalSnachwell es. � Abg. Am p ach und Gen. beantragen, im Z 7 des Jjgtfefccä vom 15. Juli 1879: Erstens für die reinen Mer für Getreide und die übrigen in Position 9 des w unter a, b, c aufgeführten Maaren die Mischung aus- und inländischer Maaren so zu gestatten, daß stimmt» den Transttlagern in das Ausland übergehende ge- oder ungemischte Maaren als zollfreie Durchfuhr sind; femer sollen bei der Ausfuhr von Getreide übertragbare Einfuhrvollmachten erthcilt werden Maßgabe, daß dem Inhaber derselben der 'iost für eine gleiche Menge gleichartiger Maaren RNer bestimmten Frist nachgelassen wird. Eine gleiche Ung soll in Betreff der Mühlenfabrikate(Position 25 g Tarifs) getroffen werden. ä- lohrtn(R.'P.): Die Annahme, daß die letzte Er- ,0er Getrcidczölle eine Preissteigerung herbeiführen W Rdj als trügerisch erwiesen: bei Marienwerder wird itvtz des Zolles von 50 M. pro Tonne noch unter .Mrt. Der Preis steigt hauptsächlich deshalb nicht, , BÄand steh gegen unsere Einsuhr sich immer mehr . Mb hie Gesetzgebung von 1879 hat nicht nur dem iäv' den ausländischen Markt nach und nach ver- wn«uch noch Bestimmungen angenommen, welche a-Engros-s Wc, nä,»,. scheide viel ungünstiger stellen, als das auslan- sie 4. bic Bestimmungen in§ 7 über die steuerfreien ifftiZL# Mühlcnlager. Der Inhaber eines gemischten »erKs? kann ausländisches Getteide auf sein Lager fuhren, in enmÄ' veredeln und 6 Monate liegen lassen, ohne den UnteTai en, und kann inzwischen aus allen Märtten der ler sorfL�nutzung der günstigsten Konjunktur nach ernem auch.Er sucht aber nicht nur den ausländischen. zvl..?ländischen Markt zu gewinnen Gard) en ren n Malta«' »lerstr. volle KostunilZ den Lesern.» ZreisermaßiS ummer .,°us Sachen >' ),>. ZZ. öilligstc Ml »ngen n 1. April inzenstr. iethen. nden. 19,. Febr._ .-L-tt n?Li?'� l. pr'-si- stets voiro> nd franko. zdrffä affoßr nartt. 4«J ii derw U den el» r-Ä-' son r•"»unmilyen üiaru zu gciuiuiitu. Infolge des .»„{vfcht er weniger Betriebskapital, als wenn er die- . mationen mit deutschem Getreide ausführen wollte. «r viel günstiger da als diejenigen, welche die�Kon- , ousläntol deutschem Getreide abwarten. Der Händler yn>?'schem Getreide kann auf allen Märkten beim 'skaoi�vr Roggen mit etwas mehr als der Hälfte des Di-s» vperircn als ein Händler mit deutschem Ge- bgytr" ungeheuren Privilegium gegenüber verlangt die des„ die Hinterlegung von Wechseln in Höhe von durchschnittlichen Lagerbestand ruhenden '"»aer m w—- größer als die Vorrechte der gemischten \"an ari;� die der steuerfreien Mühlenlager. Die In- b ZgWhlenlagern haben nicht nur ein solches Monopol noch»j�erkauf fremden Getreides im Zollinlande, son- »„5 besonderes Monopol zum Verkauf von Mehl für >de£ und Inland. Wenn ein Müller ausländisches »�"tt. w�d ihm der Zoll vom Reiche nicht nur kre- 19 lakob'Y !»pedtti� rM: Jbvh eI kann sein Mehl überall hin verkaufen, auch in ?Zbei haben die Mühlenlager einen Jdentitats- i, bafLäUlut,""i sie können also ausländisches Getreide im- % ober Mehl aus deutschen? Produkt ohne Zoll ..äonfrov. großen Äüblenlager arbeiten insgesammt mit ittebllfd'k»on 14 Millionen Mark. In Betreff dieses " vMetn«letcK..»ä in einer Broschüre, die uns von einem l&ben � Muhlenintercffenten zugegangen ist: die Mühlen- Z°llkredits wegen gehalten. Infolge ? kam-» �d die Müller im Stande, jede Konjunktur : lil". Erde auf das Vollkommenste auszunutzen. zo�bet hauptsächlich der Osten so andauemd und isS besser werden soll, so müssen wir unbe- iS beutu, Bevorzugungen des ausländischen Getreides & Die" Qlftc beseitigen. Das ist das Ziel unseres gegenwärtigen Bestimmungen des 8 7 sind aus des Handels in den Seestädten, und Sägemühlen sahen. Deshalb "tu di, xl- uno Sagemühlen javen. �csymv bg der �rren Ausnahmerechte für dieselben, welche die ?ok di- �chtzzolle paralysiren sollten. So erhielten em Maber der Transitlager für die Mischung und .�kreide, die Inhaber der großen Exportmuhlen % WC(lriitilen Einfuhr und Aufspeicherung von C davon«Gerung des Mehlexports. Die traurigen ________ von kleinen Windgroßen Oclmühlcn haben Und�. JMb allenthalben bemerkbar geworden. Die fh. iutn �."�'smühlen haben hunderte von kleinen Wind- % Gegenwärtig wird denselben nur so viel bin �eid-%?ic der Menge von importirtem auslan« ffd, ift �lcht, das in dem zu exportirendem Quan- n0ke der Antrag Rickert, daß den gemischten Tranfitlagern der Nachweis der Identität erlassen wird, wie er schon den Besitzern der Niühlenlaaer erlassen ist. Mit der Erhöhung des Gctreidezolls von 10 M. auf 30 M. pro Tonne wuchs der zinsfreie Staatslredit für die steuerfreien Lager au 25—30 M. pro Tonne, jetzt beim Zoll von 50 M. beträgt er 40—60 Ä. Die Bevölkerung ist mit Recht gegen eine so weit gehende Unterstützung der Exporteure, denn der ganze G�treidehandel ist so auf die Hände der wenigen Inhaber der gemischten Transitlager übergegangen. Wir wollen nun das Monopol der Gesammtheit geben, damit es in sich zusammenfalle. Wir wollen allen Staatsbürgern gleichmäßig das Recht verleihen, daß beim Export ein Schein gewährt wird, der den Inhabern das Recht(siebt, eine gleiche Menge gleichartigen Getreides zollfrei einführen. Man be- hauptet nun, daß der Antrag dahin führen würde, unser gutes Getreide fortzubringen und dafür aus dem Auslande schlechter einzutauschen. Die>e Ansicht ist durchaus irrig. Ein Kaufmann, der eine solche Maxime verfolgen würde, würde bald kein Ge- schüft mehr machen. Wir werden stets die Qualität importiren, welche wir am nöthigsten brauchen, und das sind die besseren Sorten. Das Argument gegen unseren Antrag, daß dadurch für alle Gegenden, welche mehr Getreide konsumiren als pro- duziren, eine Preissteigerung eintreten wird, trifft allerdings zu, aber gerade dadurch wird andererseits die Roth gelindert, wo sie am größten ist. Die Befürchtung, daß das Ausland die Ein- fuhrvollmacht als Verletzung der.Handelsverträge ansehen wird, ist durchaus unbegründet. Der Verkehr mit dem Ausland wird nicht beschränkt, sondem eher gefördert werden. Der Antrag ist gerade für das Deutsche Reich von der größen Bedeutung, da es zwischen den Ländem im Osten und Westen, Norden und Süden den Verkehr vermittelt. Auch die Befürchtung, daß durch den Antrag eine große Ein- . büße an Zolleinnahmcn entstehen wird, kann ich nicht vollständig theilen. Die befürchtete Konkurrenz der norddeutschen Mühlen gegenüber Süddeutschland wird durch unseren Antrag eher ver- mindert als vermehrt. Ebenso unberechtigt ist der Einwand, daß die Jmportvollmachten weit unter den Zollwerth fallen könnten. Wenn in Deutschland keine Verschiebungen in der Produktion eintreten, so werden die Einfuhrvollmachten nahezu pari stehen. Der Bedarf Deutschlands an fremdem Getreide vertheilt sich über das ganze Jahr, während wir von Mai bis Juli exportiren. Um nun den Landwirth in den Stand zu setzen, seine Scheine dann zu verkaufen, wenn sie am meisten werth sind, haben wir den Zusay gemacht, daß auch schon bei der Niederlegung des Getreides m eine Zollniederlage unter amtlichen Verschluß die Zollvollmachten gewährt werden. Der inländische Produzent kann dann ruhig abwarten, ob sich nicht nach der Konjunktur des Auslandes ein günstigerer Preis erzielen läßt. Ich vertrete die Maßregel, auch wenn einzelne Bundesstaaten ihre Heilsamkeit noch nicht ganz aner- kannt haben sollten. Die himmelhohen Mauern, die unsere Schutzzölle aufgebaut haben, werden wieder geöffnet werden. Der Handelsverkehr mit Oesterreich-Ungarn wird wieder auf- leben, unsere Abhängigkeit von Rußland schwinden und dem deutschen Volk eine sichere Zufuhr an Brotfrüchten für alle Zu- fünft gesichert sein.(Beifall rechts.) Abg. Richter: Wenn man nicht wüßte, daß nach der Geschäftsordnung zuerst ein Redner für einen Antrag zu sprechen hätte, so könnte man im Zweifel sein, ob der Vor- redncr mehr für oder gegen den Antrag gesprochen hat. Wer eine unbefangene Stellung zu der Sache einnimmt, dem ist sie durch seine Ausführungen noch dunkler geworden, als sie ohne- dies schon war. Das Verhältniß dieses Antrages zu den de- stehenden gesetzlichen Bestimmungen über die Erleichterung der Ausfuhr in Verbindung mit einer Einfuhr hat der Antragsteller ganz unrichtig dargestellt. Namentlich in dem, was er über die Mühlen ausführte, war es mir, als ob mir ein Mühlenrad im Kopfe hemm- ging.(Heiterkeit.) Es ist der Grundfehler des Antrags, daß diejenigen Getreidcsorten, die unter derselben Nummer des Tarifs stehen, als gleichartig behandelt und dadurch verschiedene Wirkungen hervorgerufen werden. Die Tragweite des Antrags in Bezug auf die Verschiebung unserer Produktions- und Handels- beziehungen läßt sich gar nicht übersehen. Wir können uns in- folge der vieljährigen Verhandlungen über die Getreidezölle wohl ein Bild über die internationalen Beziehungen auf diesem Gebiete machen, aber sehr unklar ist das Verhältniß der Ge- treidcversorgung in den einzelnen deutschen Landschaften zu einander. Wie sich hier die Handels- und Transportbeziehungen gestellt haben, wieviel Getreide und Mehl aus dem einen Landes- theil in den anderen übergeht, darüber fehlt jede klare statistische Darlegung. Ohne über diese Punkte Klarheit zu haben, kann man die Wirkungen des Antrages im Einzelnen nicht über- sehen. Daß die Durchfühmng des Antrages in denjenigen Landcstheilen, in welchen mehr produzirt als konsumirt wird, eine Preissteigemna zur Folge haben würde, ist auch meine Meinung. Diese Auffassung wird von der Geschäftswelt da- durch bestätigt, daß an den Börsen der östlichen Provinzen, ins- besondere der hier maßgebenden Berliner Börse, die Kurse steigen und fallen, je nachdem man die Ausfichten dieses An- träges schätzt.(Hört! hört! rechts.) Ja wohl: in dieser Auf- sassung slimmen wir mit Ihnen überein. Es ist das auch eine ganz natürliche Folge. Der Ueberschuß, der in den östlichen Landcstheilen produzirt wird, kann nur zu einem Preise, ab- züglich der Transportkosten bis zu dem Orte, wo er verbleibt, verkauft werden. Jetzt soll infolge des vorliegenden Antrags dieser Ueberschuß in Gegenden verkauft werden, die mit ge- ringercn Transportkosten zu erreichen sind, ins Ausland auf dem Seewege. Um den Unterschied der Transportkojten steigert sich der Preis in den östlichen Landesthellen; und diese Preissteigerung tritt nicht blos für das von hierin das Ausland verkaufte, sondern auch für das in den östlichen Provinzen konsumirte Getreide ein.(Sehr richtig! rechts.) Schon aus diesem Gmnde kann ich dem Antrag nicht zustimmen. Es stehen sich hier in den östlichen Provinzen gegenüber die Interessen derer, die einen Ueber- schuß an Getreide verkaufen und derjenigen, die Getreide kon- sumircn. Durch die stattgehabte Kornzollerhöhung werden sich die Preise auch in diesen östlichen Provinzen ganz erheblich steigern; die Steigerung, die noch nicht eingetreten ist, weil noch alte Vorräthe vorhanden sind, wird wahrscheinlich schon in einigen Wochen erfolgen, und sie würde noch verschärft werden, wenn dieser Antrag zur Annahme gelangte. Au einer Ver- theuemng des Getreides und Brotes m diesen Provinzen will ich aber nach keiner Richtung theilnehmen, um so weniger, als, wenn eine solche Vertheuemng eintritt, zuletzt Niemand mehr unterscheiden kann, wie weit sie durch Zollerhöhung und wie weit sie durch diesen Antrag hervorgerufen ist. In dem Maße, wie Sie den Lebensunterhalt m diesen Provinzen, dessen Wohl- eilbeit einen Vorzug derselben bildet vor anderen Provinzen, vertheuern, zerstören Sie auch d,e Voraussetzungen für die lÄT Ä 8S|' S«ÄfS Westen und Süven. Hier wird die Einfuhr und auch die Spekulationseinfuhr ganz erheblich erleichtert. Für mich als Freihändler ist das natürlich kein Gmnd der Abschreckung. Die Einfuhrvollmacht wird im Süden und Westen zu einem Preise verkaust werden, der unter dem Zollsatz steht; müßte man sie voll bezahlen, so würde man ja überhaupt darauf verzichten und einfach direkt verzollen. Um die Differenz zwischen dem Kurs der Einfuhrvollmacht und dem Zollsatz wird dann thatsächlich der Zoll ermäßigt. Das wird in erster Reihe den 5)andclstreibenden zu Gute kommen, aber auch auf die Konsumtionspreise wirkeil. Von diesem Gesichts- punkte könnte ich mich ja nur mit dem Anttage hefreunden. Aber dieser Vortheil vom freihändlerischen Standpunkt für den Süden und Westen gleicht die Nachtheile nicht aus, die ich von freihändlerischem Standpuntte in dem Anttag für den Osten erblicke. Ein einheitlicher freihändlerischer oder schutzzöllnerischer Standpunkt läßt sich überhaupt diesem Antrag gegenüber nicht einnehmen, weil die Getreideverhältnisse in Deutschland ver- schicdenartig sind und deshalb der Antrag auf jeden Theil Deutschlands verschiedenattig wirst. Nun kommen noch die besonderen Wirkungen des Antrags aus die Getreidehändler an der Nordseeküste einerseits und auf die Müller andererseits in Betracht. Jene sind Freunde, diese in der Hauptsache Gegner des Antrags. Die Getreide- Händler an der Nordseeküste versprechen sich von dem Antrage die Eröffnung neuer Handelsbeziehungen. Es ist ja unleugbar, daß, wenn neue Handelswege eröffnet werden, daraus ein ge- wisser neuer Handelsgewinn entspringt und auch einige Hilfs» gewerbe des Handels dabei einen größeren Gewinn machen. Ein größerer oder geringerer.Handelsgewinn kann aber für meine Stellung in der Zollpolitik nicht maßgebend sein. Unter Freihandel verstehe ich den freien Handel nicht blos im Interesse der Produzenten, des Absatzes, der Ausfuhr, sondem auch im Interesse der Zufuhr, der Konsumenten. Durch die erhoffte Er- öffnung neuer Handelswege werden auch alte Handelsbeziehungen zerstört. Dasselbe gilt vom Transpottgewerbe. Die Rhederer wird dann vielleicht Getreide-nach Skandinavien und England führen, jetzt ist sie aber schon damit beschäftigt, das Getreide von der Ostsee nach der Nordsee und rhcinaufwätts zufahren. Welchen Ausfall an Transporten werden die Eisenbahnen haben? Dar- über fehlt uns jede Statistik. Daneben steht das Interesse der Müller, welches auch eine Berücksichtigung verdient. Die Aus- gleichung in der Getreideversorgung der einzelnen Landestheile vollzieht sich mehr in der Form des Mehles, weil die Trans- pottkosten gettnger find. Ein großer Theil der Mühlen bracht auf den Unterschieden in den Getreidepreisen in den verschiedenen Landesthcilen; je mehr diese vettchoben werden, desto mehr ent» ziehen Sie den Mühlen ihre Existenzbedingung. Wie sich die Verhältnisse gestalten werden, kann man im Einzelnen nicht übersehen. Wamin soll dieses neue System nur eingeführt werden für Getreide und Mehl? Sprechen nicht die hier angeführten Gründe für eine ähnliche Behandlung anderer Waaren: Holz, Eisen, Oelfrüchte u. s. w.?(Widerspruch rechts.) Die Einführung des neuen Systems wirkt auch auf das Auslaud, welches in dieser Maßregel eine Ausfuhrprämie erblicken wird. Wenn man zu Retorsionen greift, so brauchen sie sich nicht immer auf das Getreide zu beschränken; die Ab- wehr kann auch andere Artikel treffen. Kurz, soweit ich es übersehe, haben wir überall ein Dunkel vor uns, dessen Tiefe wir gar nicht zu ermessen vermögen. Mag man einen freihändlettschen oder schutzzöllnettschen Stand- punkt einnehmen: es ist unmöglich, diesem Anttage seine Zustimmung zu geben. Abg. Hoffmann(Königsberg): Ein Sprung ins Dunste ist der Anttag nicht, obwohl seine Folgen sich nicht überall über« sehen lassen. Meine politischen Freunde find der Ansicht, daß man sehr wohl zu einer Klarheit in dieser wichtigen Frage lom- men kann, und beantragen deshalb, den Antrag an eine Kom- misston von 28 Mitgliedern zu überweisen. Der Herr Vor- redner hat richtigerweise gemeint, die Folgen dieses Antrages würden in den verschiedenen Theilen Deutschlands sehr verschie- den sein, da Deutschland kein einheitliches Wirthschaftsaebiet sei. Sind denn aber die Wirkungen der bishettgen Gesetz- gebung in den verschiedenen Theilen Deutschlands nicht ver- schieden gewesen? Man ist aber auch darauf bedacht gewesen, den so entstandenen Uebelständen abzuhelfen. Im Nordosten Deutschlands halten nun die Bevölkerung und die Vettreter des Handels und der Landwitthschaft die gegenwärtigen Zustände, denen der Antrag Ampach abhelfen will, für reich an Uebelständen. Wenn der Herr Vorredner meint, die Annahme dieses Antrages würde im Nordosten die Voraussetzungen für die Entwickelung der Jndusttie und deS Handels zerstören, so ist man in den Vorsteherämtcrn der Kauf« Mannschaften und in den landwirthschaftlichen Zentralvereincir jener Gegend ganz entschieden anderer Anficht(sehr ttchtig k rechts), und man sollte doch glauben, daß diese.Herren ihre In- tercssen verstehen. Die Handelskammern sind doch nicht einzig und allein von Getreidehändlern besetzt und unsere Vorsteher- ämter der Kaufmannschaft find wohl im Stande, die Wirkungen dieses Anttages auch auf anderen Gebieten zu übersehen. Wie sehr die Aufhebung des Identitätsnachweises ein Äedürfniß ist, .eigen die Beschlüsse der Handelsvorstände in Königsberg, Hanzig, Stettin und des deutschen Handelstages, in welchem diese drei Städte nicht vertreten find, und der mit 64 gegen 13 Stimmen dafür war. Wenn jetzt die Kaufmannschaften nicht das Heil von dem Anttage ermatten, den der Abg. Rickett feit dem Jahre 1879 wiederholt gestellt hat, sondem den hier vor- geschlagenen Weg versuchen wollen, so thun sie das, weil sie darauf verzichten, den Austausch zwischen Ausland unv Inland direkt in ihrem Lager vornehmen zu dürfen, sondern dies innerhalb des ganzen Deutschen Reiches wollen. Durch allgemeine Dedustionen über Schutzzoll und Freihandel sollte man die Diskussion nicht erfchweren. In der Kommission wird eröttett werden können, ob die Behauptung ver östlichen Handelskammern,� daß dem im Osten wachsenden Getreide der natürliche Weg über die See verlegt worden sei und ob daS Getreide sich dort anstaue, richtig sei. Inwieweit die Wirkung ich von der Küste nach dem Jnlande zu ersttecken wird, darüber bin ich anderer Anficht als der Vorredner. Es wird sich viel- leicht eine allmälige Verschiebung des Preises von der Küste nach der Mitte Deutschlands zu herausstellen. Es wird eben nur dasjenige wiederhergestellt, was früher war. So stellen es die östlichen Handelskammem und landwitthschafllicken Vereine dar. Wir wünschen deshalb, daß die verbündeten Regierungen in den Kommisstonsberathungen mitwirken, um den ttchtigen Weg zu finden m dieser Fra�e uns namenttich mit dem Material zur Seite stehen, das über die Fragen beigebracht wird, die der Herr Vorredner angezogen hat. Es wird gewiß höchst wichtig ein, zu wissen, wie weit eine solche Verschiebung des Absatzes, we„Frontveranderung", wie sie 1879 Herr von Maltzahn- Gnltz bezeichnete, in dem Absatz der Ueberschüsse des Ostens "�ber See nach dem Südwesten hin gegttffen habe, und welche Folgen da zu verzeichnen wären. In der Kommisston wird auch das Uebermaß von Klagen über die gegenwärtigen Zustande herabgestimmt werden können, vielleicht auch die ubergroßen Hoffnungen auf die Wirkung dieser Sache. TDafc man sich aber jetzt nicht gleich über alle Folgen schlüssig machen kann, ist kein Grund, diesem Antrag nicht zuzustimmen. (Beifall.)_, Abg. Graf Udo Ktolberg(Wernigerode): Ich spreche nicht im Ziamen aller meiner politischen Freunde, sondem nur eines Theiles derselben. Der dem Antrag zu Grunde liegende Gedanke ist so alt wie die Getreidezölle. Schon 1879 wollten wir den Identitätsnachweis beseitigen, fanden aber bei der Re- aierung und dem Reichstag nicht die nöthige Unterstützung. Bei Erhöhung der Zölle 1685 tauchte der Gedanke wieder auf, und der Reichstag hat sich damals durch die Annahme der Resolution von Hcercman für eine Abänderung des bis- herigen Zustandes entschieden. Auch im vorigen Jahre wur- den wieder zwei dahin gerichtete Anträge eingebracht. In den zehn Jahren, in denen wir uns mit dieser Frage beschäftigen, ist die Bewegung in fortwährendem Wachsen begriffen gewesen. Der Abg. Richter meint, daß wir mit dem Antrage einen Svmng ins Dunkle thun. Das ist aber bei jeder Aendemng unserer wirthschaftlichen Gesetzgebung der Fall; niemals kann man alle Folgen im Voraus erkennen. Daraus folgt nur, daß man mit solchen Aenderungcn nur vorgehen soll, wenn eine unbedingte Nothwendigkeit dazu vorliegt. Dies ist aber nach meiner Ansicht der Fall. Die Nothlage der Land- wirthschaft ist am schärfsten im östlichen und nordöstlichen Theile unseres Vaterlandes hervorgetreten; ich beziehe mich für diese Behauptung auf die Mittheilungen, die uns Minister v. Scholz über die Resultate der Einschätzung zur Klassenstcucr hier ge- macht hat. Die Getrcidezölle aber, welche diesem tlioth stände abhelfen sollten, haben gerade da, wo sie am nothwendigsten wareu, sich am unwirksamsten erwiesen. In Königsberg wird das verzollte ausländische oder das unverzollte inländische Getreide nicht 30 M., sondern nur 6—7 M. über den Getreide- preis im Ausland bezahlt. Der Zweck unseres Antrages ist, eine Ausgleichung der Getreidepreise nach oben herbeizuführen und zugleich den Interessen des Handels und der Schiff- fahrt zu di nen. So ist er eine Verbindung von agrarischen und kommerziellen Interessen. Künstliche Produktions- und� Transportbedingungen schafft er nicht; im Gegentheil, er eröffnet dem Getreide wieder den Weg, welchen es vor der Einführung der Zölle gegangen ist.(Sehr richtig! rechts.) Eine Schädigung der Reichsfinanzen ist ausgeschlossen(sehr richtig! rechts) oder könnte höchstens beim Gerstenzoll eintreten, würde hier aber so minimal sein, daß sie nicht ins Gewicht fiele. Wenn sich aber die Nothwendigkeit einer Bestimmung zum Schutze der Finanzen ergeben sollte, würde ich zur Einführung der- Ästiger Bestimmungen bereit sein. Ich schließe mich dem Antrage an, eine Kommission von 28 Mitgliedern ein- zusetzen, und hoffe, daß die Kommisstonsberathung auch die Gegner des Antrags zu Freunden desselben machen wird.(Bei- fall rechts.) Abg. StrulKman«(natl.): Wir wollen die Schädigung des Ostens durch unser jetziges Zollsystem gern beseitigen, und 8 weit der Antrag zu diesem Zwecke die Erleichterung ober ufhebung des Identitätsnachweises bezweckt, habe ich gegen denselben keine Bedenken, dagegen sehr bedeutende, so- weit er darüber hinausgeht. Die Folgen des Eintrages in seiner Gesammtheit lassen sich gar nicht übersehen. Die deutsche Land- wirthschaft ist durch die Zölle gegen die Ueberflutbung des aus- wärtigm Getreides geschützt, dadurch ist aber der Preis des Getreides zu theuer geworden, um es exportiren zu können. Nun wollen die Schutzzöllner wohl das Recht auf den inlän- dischen Markt haben, aber nicht die Pflicht, denselben zu ver- sorgen; sie wollen vielmehr den ausländischen Markt noch da- neben haben, und zwar auf eine künstliche Weise durch eine Ex- portpramie, denn darauf läuft doch der Antrag hinaus. Eine Analogie mit den Bestimmungen für die Mühlenfabrikanten und die Transitlager kann ich nicht anerkennen. Bei dieser handelt es sich um den Veredclungsverkehr, hier um eine Exportprämie für ein einheitliches Produkt. Später könnte eine bedrängte Industrie ebensolche Ansprüche machen, und wir könnten indeß diese Konsequenz nicht ablehnen. Die beabsichtigte Preiscr- höhung im Inlands wird den Konsumenten schädigen. Zwar wird in dem mehr importirenden Theile Deutschlands eine gewisse Preis Verringerung eintreten, die aber die prinzipiellen Bedenken nicht beseitigen kann. Wie sich die freisgestaltung und der Handel mit den Einfuhrscheinen in ukunft vollziehen wird, läßt sich überhaupt noch nicht de- urtheilen. Mit einer näheren Prüfung in der Kommisfion bin ich einverstanden. Abg. Kickert: Noch nie sind so verschiedene Anschauungen zu Tage getreten, wie über diesen Gegenstand, und ich könnte den Ausführungen meines Freundes Richter und des Abge« ordneten Lohren gleichmäßig entgegentreten. Die Frage ist sehr schwierig und rein technischer Natur, und es wirken eine ganze Reihe von Interessen dabei mit. Namentlich haben die Herren von der Mühlenindustrie es verstanden, ihr Interesse zum All- gemeininteresse zu machen, etwas mehr Billigkeit hätte ich gern von ihnen gesehen. Eine Differenz zwischen dem Antrage und den Bestimmungen für die Mühlenindustrie ist zweifellos vor- handen, aber das Prinzip der Aufhebung des Identitätsnachweises für die letztere ist festgestellt. Der landwirthschaftliche Minister von Preußen ist allerdings gegen die Aufhebung des Jdenti- tätsnachweises, aber dieselbe liegt gleichzeitig im Interesse der Landwirthschaft, des Handels und freien Verkehrs. 1879 hat der Minister Delbrück mit uns diesen Wunsch getheilt. Herr Schweinburg hat mich allerdings im„Reichsanzeiger" beschul- digt, daß ich entgegen meinem sonstigen Streben für das Ge- mcinwohl in dieser Frage krasse Jntercffenpolitil für meine Danziger Wähler triebe. Gewiß wird gerade der Osten ohne die Aufhebung des Identitätsnachweises besonders geschädigt. Wenn aber schon durch Regulative von 1837 und 1846 die absolute Verwaltung eben dasselbe im Interesse des freien Ver- kehrs und auch der Landwirthschaft für nothwendig erklärte, so kann es keine krasse Jnteressenpolitik sein, wenn wir jetzt ange- fichts der hohen Zölle das wiederum vei langen. Der Antrag, den ich 1880 einbrachte, wurde von den Nationollideralen unterstützt, von Herrn v. Bennigsen, sowie auch von Süddeutschen, wie Buhl, Marquardsen, Kiefer; Alle erklärten sich für die Aufhebung des Jventitätsnachweiscs, und ich halte dieselbe noch heute für das einzige Mittel, allen berechtigten Ansprüchen zu genügen. Auch die Herren Windthorst und v. Heereman haben uns 1885 darin unterstützt. Gehen Sie also nochmals mit uns diesen Weg! In duscr Form ist aber der Antrag für mich unannehmbar. Die Oelindultrie ist dabei vielleicht aus Versehen gar nicht berücksichtigt worden. Wir wollen uns in der Kommission redliche Mühe geben, die Sache so zu gestalten, daß die Majorität und die verbündeten Regie- rangen zustimmen können. Wie der Antrag in Zukunft auf die Precsgestaltung wirken wird, kann Niemand voraussagen; alle Erörterungen darüber sind rein theocetischer Statur. Ich glaube nicht mit dem Abgeordneten Richter, daß der Preis im Osten heraufgehen wird. Und wenn eine Preissteigerung infolge des Antrages wirklich eintritt, so muß ich mich dar- über wundein, wenn der Abgeordnete Rechter sich für Antrag Rickert- von Heereman erklärte; denn der ist ja für dce östlichen Provinzen genau dasselbe wie der Antrag Ampach. Es handelt sich hier um keine prinzipiellen Gegen- sätze, sondern um die Aufrcchterhaltung eines für Deutschland nothwcndigen und nützlichen, im Interesse der Landwirthschaft aufrecht zu erhaltenden Veredelungsvcrkehrs, so daß unsere Guts- befitzer in die Lage kommen, für ihre gute und feine Waare im Auslande höhere Preise zu bekommen. Ich stehe noch ganz auf dem Standpunkte von 1879 und werde jeder Maßregel zu- stimmen, die den jetzigen unnatürlichen Zustand beseitigt und nicht erhebliche Bedenken gegen sich hat. Ich stehe also nicht auf dem Boden des Abg. Richter. Ich hoffe, die Kommission wird etwas an das Haus bringen, was auch die Zustimmung der verbündeten Regierungen findet.(Beifall links.) Die Diskussion wird geschlossen. Unter großer Unruhe des Hauses nimmt das Schlußwort der Abg. v. Puttkanter (Plauth), um sich gegen die Abag. Richter und Struckmann zu wenden. Der frühere Antrag Rickert lönn könne der Landwirthschaft durchaus nichts helfen. Der Antrag wird hierauf einer Kommisfion von 28 Mit- gliedern überwiesen. Es folgen Kommisfionsberichte über Petitionen. Die Petition des Deutschen Kellnerbundes zu Leipzig um Anerkennung derjenigen Kellner als Gehilfen, welche eine bestimmte Lehrzeit durchgemacht haben, wird durch Ueber- gang zur Tagesordnung erledrgt. Der Apotheker Kempf in Steinau hat seine früher schon dem Reichstage eingereichten Beschwerden über die Uebelstände des jetzigen Apothekenwesens nebst Reformvorschlägen wiederum in Gestalt einer Petition dem.Hause unterbreitet. Nach seinen Vorschlägen soll für das ganze Deutsche Reich die Personalkonzession eingeführt und nach Entschädigung der Kon- zessionsinhaver die Staats- resp. Kommunalapotheke eingeführt werden. Die Kommission beantragt: „Die Petition des ic. Kempf, ohne sich damit die Vorschläge desselben anzueignen, den verbündeten Regie- rungen als Material zur gesetzlichen Regelung des Apothekenwesens zu überweisen." Abg. Schumacher(Soz.) kann sich eine Besserung auf diesem Gebiete nur von der Errichtung von Kommunalapotheken versprechen. Dann wüßte man auch, was man bekomme. In London habe die Gesundheitskommisfion ermittelt, daß von 30 Apotheken nur 3 reines Opium lieferten. In Köln hätte vor Ii Jahrzehnten ein Apotheker wiederholt Lieferungen an das Äilitärlazareth gemacht, worin nicht die vorgeschriebene Dosis von Arzneien enthalten war. Die Kommunen hingegen könnten und müßten die Medikamente zum Selbstkostenpreise abgeben und dann würde auch an Krankenkassengeldcm gespart. Jetzt würden die Zinsen der theuren Apotheken auf diejenigen geschlagen, die am meisten von Mißgeschick betroffen seien. Abg. Witte(dfr.): Der Vorredner hat im Grunde die Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit des deutschen Apothekerstandes angegriffen. Das Beispiel von London ist aber für Teulschland gar nicht zutreffend, und für das von Köln hat der Vorredner keinen Beweis geliefert. Der deutsche Apothekerstand steht unter der scharfen Kontrole der Regierung und entspricht allen gerechten Anforderungen. Nichts ist ungerechter, als so allgemeine Angriffe gegen die Rc- fpektabilität des deutschen Apothekenwesens.(Beifall.) Abg. Schumacher hat die deutschen Apotheker nicht als unehrenhaft anzugreifen, sondern nur darlegen wollen, daß sie wegen der hohen Apothekerpreise gezwungen seien, so hohe Preise zu fordern. Das Haus tritt dem Antrage der Kommission bei. Schluß 4h Uhr. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. (Dritte Lesung des Sozialistengesetzes; Denkschriften über den kleinen Belagerungszustand in Stettin und Offenbach.) Kommunales. Stadtuerordneteu-Nersammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 16. Februar. Der Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Stryck eröffnet die Sitzung um 5i Uhr mit geschäftlichen Mittbeilungen. Mehrere Petitionen werden auf Vorschlag des Petitions- ausschusses durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. In den Ausschuß für die Wahlen von Rathsmaurcrmeistern und Zimmermeistern wird der Stadtv. Kreitling, in die Grund- cigcnthums-Dcputation�der Stadtv. Franke, in die Deputation für Parkanlagen der Stadtv. Schmeißer und in das Kuratorium des evagelischcn Säkular- Stipendiums der Stadtv. Matterne gewählt. stadtv. Haß erstattet Namens des Petitionsausschusses Bericht über eine Petition, betreffend die Verlegung der Berlin- Stettiner Eisenbahn und Ausführung der Kanalisation im X. Radialsystem. DiesefcAngelegenheit hat die Versammlung schon zu wieder- holten Malen beschäftigt, ohne indeß bisher eine endglltige Erledigung gefunden zu haben. Der Ausschuß empfiehlt, diese Petition dem Magistrat zur Berücksichtigung zu überweisen. Stadtrath Friedet: Die Verhandlungen mit den Staats- behörden seien soweit gediehen, daß wahrscheinlich noch im Laufe dieses Monats betreffs des aus städtischen Mitteln zu leisten- den Zuschusses zur Verlegung der Bcrlin-Stettiner Eisenbahn eine Vorlage des Magistrats der Versammlung vorgelegt wer- den dürfte. Die Versammlung beschließt dem Antrage des Petitions- Ausschusses gemäß. Es folgt die Berichterstattung des Ausschusses zur Vor- qerathuna der Vorlage, betr. den Abschluß eines neuen Vertrages mit der Akticngesellfcbaft„Berliner Elektrizitätswerke". Bericht- erstatter ist Stadtv. Meyer I Die vom Ausschuß vorgeschlagenen Aenderungen mehrerer Paragraphen werden ohne Debatte genehmigt und hierauf der ganze Verttag angenommen. Die Versammlung beschließt ferner, den Magistrat um Auskunft zu ersuchen, ob Versuche bezüglich der elektrischen Be- leuchtung nach dem System Brush angestellt find, ob die betr. Gesellschaft(Thüringer Bergwerk-Gewerkschast) auch Privat- beleuchtung übernimmt und welche Resultate erzielt worden find, ferner ob der Magistrat etwa bereits der elektrischen Beleuch- tung nach dem System Khotinsky in irgend einer Weise näher getreten ist? Die Vorlage, betreffend die Errichtung einer neuen Wassergewinnungsstation am Müggelsee zur Ver- sorgung der Stadt Berlin mit Wasser, wird auf Antrag des Stadtv. Kreitling einem Ausschuß zur Vorbcrathung über- wiesen, nachdem der Antragsteller einige Bedenken gegen die Vorlage geäußert und Stadttath H a a ck e die Vorlage des Magistrats in länger Rede empfohlen hatte. Die Versammlung nimmt hierauf Kenntniß von der Vor- läge, betreffend den Fortgang der Kanalisationsbauten während des Vierteljahrs Oktober-Dezenibcr 1887. Es folgt die Berathung der Vorlage, betr. den Verkauf des Grundstückes Prinzen-Allee 1—6. Stadtv. Franke erklärt sich gegen die Vorlage. Stadtv. Pitzmann beantragt, einen Ausschuß zur Vor- Prüfung der Vorlage einzusetzen. Nachdem Stadtrath B o r ch a r d für die Vorlage einge- treten und die Stadtv. Schulz und Scheiding sich an der Dis- kussion betheiligt haben, wird die Vorlage einem Ausschuß über- wiesen. Es findet hierauf die Wahl eines unbesoldeten Stadtrathes statt. Es wurden hierbei 114 Stimmzettel abgegeben, davon waren 5 unbeschrieben. Die absolute Mehr« beit beträgt 55 Stimmen. Es erhielten Dr. Mar Weigert 55. Stadtv. Scbmidt 42 und Stadtv. Wallich 10 Stimmen 2 Stimmen waren zersplittert. Der Erstgenannte hat demnach genau die absolute Majorität erhalten und wird vom Vorsteber als gewählt proklamirt. Es folgt die Berathung der Vorlage, betr. das Penfions- reglement für Angestellte der wrrthschaftlrchen und industriellen Werke der Stadt Berlrn. Stadtv. V o r t m a n n beantragt, die Vorlage einem Aus- scbuß zur Vorberathung zu überweisen. Redner bedauert daß der Magistrat auf die Vorschläge der gemischten Deputation nicht eingegangen sei. Das in der Vorlage enthaltene Ver- zcichniß der zu penfionirenden Angestellten sei dasselbe, wie in der ursprünglichen Magistratsvorlage, trotzdem die Sudlc' rnnl die unwürt der gemischten Deputation verschiedenen Kategorien f' die Regierung stellten, welche der Magisttat für nicht penfionsbeieM% helfen würl die Pensionsberechtigung zuerkannt habe. Mum mit sei, Stadtv. S p i n o l a: Der bereits früher eingei« J Fesseln, je ehe schuß habe von jedem Verzeichniß der event. zu pH* l( Spiel, das ni Angestellten abgerathen und allen Angestellten ohne» w wird, eifern die Pensionsberechtigung zuerkennen wollen. Dies: ie, auf tzjx g�t Magisttat zu weitgehend und wurde deshalb die! War in dm A Deputation eingesetzt. Die Thätigkeit derselben sei dem Zusammer heutigen Vorlage vom Magistrat gleich Null wligey Mahnr worden, sonst hätte dieser auf die Beschlüsse der D Ws", ajU eingehen müssen, statt seine alte Vorlage wieder ein?% Produkt?. wenn sie ir Stadtv. Singer: Er müsse sich, was die Nub"tose Verhetzum der Beschlüsse der gemischten Deputation anbetrifft, Hl1«» Zlunon, fühmnaen des Stadtv. Spinola anschließen. Stach de Wtteffe nimmt sollen Angestellte mit auskömmlichen Gehältem pcnst% besonders i den, während man Viele, welche einen niedrigen für die Bei ziehen, von dieser Wohlthat ausschließen wolle. macht, i Berlin habe allen Grund, in dieser Frage nicht 3" W und wer ui vorzugehen. Alle Arbeiter, welche ihre Thätigkeit W;" der Stadt gewidmet, sollte nian bei eintretender Arb feit penfioniren, gleichviel, ob sie fest angestellt wären< Das Vorgehen der Staatsregierung wolle er nicht M empfehlen. Die Pension müsse so bemessen sein, dak� sagen könne:„Tie Pension bietet zum Leben zu auf die H Sterben zu viel." Daß bei der Ausdehnung derk und nur zr berechtigung auf alle städtischen Arbeiter allzu große 3W gut zahl schwierigkeiten zu überwinden wären, könne er m®1; t1't dem Anseh wenn nur der gute Wille vorhanden wäre, würde fi®' Wien soll, schon machen lassen. Wolle man hierauf nicht eingeb�»läge ist nie man doch die mit besseren Gehältern bedachten wen# 0 vor dreißig vor den schlechter besoldeten bevorzugen. So wolle> gewachsen, Wasserwerken die sogenannten Schoßschließer von der' tut die Schi berechtigung ausschließen, Leute, welche bei Wind# Jtknä gewa im Freien arbeiten müßten. Zu bedauern wäre es, d», Mhr zuwent jenigen Angestellten, welche, selbst nach>0 jähriger- mche Folgen entlassen werden, ihre Pensionsansprüche verlierfl aus dieser% Der früher eingesetzte Ausschuß habe den Verlust WJ.'«der richti anspräche nur zulassen wollen, wenn die EntlaM' zahlreiche Dienstvergehen rc. erfolge; diesen Standpunkt � und jetzt verlassen zum Schaden der ganzen Sache. � M die Sach die Angestellten nicht der Laune ihrer Vorgesetzten nl% das G 9�enn öiiffr bte ßntlnffunfr mir mit ßtanphtmciunfl t«Intianti Wehen, d. tJ. ten' die WI bekannt\ w Verkehr jcbcn. Die Wenn auch die Entlassung nur mit Genehmigung sttats erfolgen soll, so biete dies keine Gewähr rechtigkeiten nicht vorkommen könnten; da ja der•"«nig einzelnen Vcrwaltungszweigc ein Mitglied des Nk'!»•'?nger, die würde dieses Mitglied bei der entscheidenden Absti# j JgS Auslar großen Einfluß ausüben können. Redner empsiw''|,«.Mung unt die Vorlage einem Ausschuß von 15 Personen denno und wünscht, daß dieser die Grenzen der Pension� Handhat nicht zu eng stecken möge. MC, L Htzpo Oberbürgermeister v. Forckenbeck erklärt L iu®eschäf1 Vorberathung durch einen Ausschuß einverstanden,-z so ger hcndcr Berathung durch einen Ausschuß würde � f\ sch welche der Magisttat der Sache gegenüber einnin#* fe Mtesttir, weit günstigeren Lichte erscheinen. Doch solle" Cnh,nW mm möglichst schnell seine Berathungen zum Abschluß � mit das Reglement möglichst schon zum 1. April d.% samkeit treten kann. Die Ausdehnung der Pension auf weitere in dem vorliegenden Verzeichr nannte Kategorien von Angestellten sei nur der Zeit. Im Uebrigen wolle er Wj' der Magisttat ein ebenso großes Interesse habe 0� ergehen der nach der Vorlage nicht pensionsdcj*? beiter, wie die Stadtvcrorvneten-Versammlung�� endloser dcß keine allzu großen Ansprüche hervorrufen.' Vorschlage des Vorredners folgen, erscheiner Äfl nunmeh, oder f «n red �( Tsttel sfmassa wach hie . so müsse nttfl Magistrat beschäftigten Hilfsarbeitern, welche Diäten bezichen, die Pensionsberechtigung zubwsS wäre es, bei dieser Frage nicht nur die Jntettflen t stellten, dezw. im Dienste der Stadt stehenden auch die Interessen der Steuerzahler ins Auge � Herr Singer meine, daß die einzelnen Tezcrm. Magistatssitzung bei der in Rede großen Einfluß ausüben könnten, m nicht zu ermatten, Hätten die Vorredner 1 fW\ g � P fionsfrage bereits die Erfahrungen gerno™ sAll/!? W,-f'l Magistrat, so würden sie auch mit größter-t Erledigung dieser Angelegenheit herantreten, U H- leicht später wieder einen Schtttt nach Ru» � zu müssen. Schon das Pensions- Regien#; wehr verursache der Stadt eine jährliche:„ 110 bis 120 000 M. und es sei noch nicht abzU'�i Einführung des vorliegenden Reglements niä»� pjt der Steuern nöthig würde. Er empfehle dem Wohlwollen des Ausschusses. Stadtv. G e r t h hält es für unmöglich W ss ää Sfsi&A 5 -dii daher der Magistrat vor 2 Jahren durch seine Vorlag � Aen S0rl�} würden sich auch im nächsten Etatsjahr melleid) � atc "flen lassen, weil die lg gelangt sei. Au,------...-------- �....«m_ sei bei Auswahl derjenigen Katcgotten von Ana teil...« füllen lassen, weil die jetzige Vorlage lum Auf ihn mache die' mg.-. M >n n .sietsone Hierauf wird die erste Berathung läge einem Ausschuß von 15 Personen wiesen. Stadtv. Hoffmann beschwert sich,. Mehrere Rechnungssachcn werden dem Su fci ftie die fg. überwiesen.% elfteren Damit ist die Tagesordnung erschöpft- Schluß der Sitzung 8% Uhr. ES solgt eine nicht öffentliche Sitzung- Lokales. Uon der Stöcker-partri, Heren Parlament mit heuchlettscher Miene über vi g�ßn*� len Z°ch Ko! Ji cfite Parteien beschwette, werden jetzt im v..k AWung Wahlkreise, wo infolge der Erttankung des � p« Achbun; clever eine Nackwabl notbwendig wird,„a d>Ä ih,-,i'«noert clever eine Siachwahl nothwendig wird, � d'U n jiü»:an6ert" eines Ausnahmegesetzes, das Ihr nicht auch ehrliche und rechtliche Arbeiter"" bewegung ist wie gelähmt und des Schicksals!- unter der kapitalistischen Juden und Arbeitsausbeuler- Führer der sc beiterbewegung %Sr s T bem btc SuW* du unwürdigen und verberdlichen Fesseln, in die Euch Kategorien w> As Regierung, die mit verständigen Arbeitern paktiren und venfionsbenc?» Mfm würde und könnte, sondern das internationale .... ,Uum mit seinen Helfershelfem geschlagen hat! Zerbrecht fmhcr einM Wein, je eher, um so besser! Erkennt das unwürdige und went. ZU tW �Cpiel, das mit Euch und Euren heiligsten Interessen ge- stellten ohne»*n wird, erkennt die Gefährlichkeit und Verderblichkeit der ollen. Di» �°uf die Ihr unter solcher Führung gerathen seid und die deshalb du Wbot in den Abgrund, ins Verderben führen!" Mit einem derselben p«em Zusammenhang gerissenen Zitat von Lassalle und einem glelch-llull Wtgen Mahnruf an die„willenlosen Knechte des Groß- chlusse der i die„Ausbeuter über Bord zu werfen", schließt das - wieder ein,% Produkt Stöcker'schen Geistes. Und angesichts solcher Vorgehen w ungen wagt man es noch, anderen Parteien Vorwürfe zu � 3."ann sie im Interesse des sozialen Friedens gegen so was die N'chMose Verhetzungen protestiren! i anbetrifft, 4»us Aunonzenwesen in den öffentlichen Lrgancn der gen. fftach W griffe nimmt in den Erscheinungen unseres hauptstädtischen ehältern penIM« vefonders um deßwegen einen hervorragenden Platz ein, niedrigen Uez für Beurtheilung des Verkehrs, dem sich die Presse ien wolle, ifww macht, einen ziemlich genau zutreffenden Maßstab agc nicht zu V, und wer unsere bekannten Jnscrtionsoraane kennt, der Lhätigkeit ut J�uaesiehen, daß dieselben, von einigen besonderen Eigen- retender Arvcl°?>>Ue,ten, die dem professionirten Annonzenstudenten aber Hellt wären MM bekannt find, abgesehen, ein recht zutreffendes Bild le er nicht oi'j™ Verkehr der Stadt auf den verschiedenen Gebieten sen sein, u»» TfFcn. Die Wichtigkeit des Annonzcnwesens und sein l Leben zu n'ajj'J auf die Haltung der Presse ist zu keiner Zeit verkannt Zehnung veli jn und nur zu häufig werden einzelne Lrgane der Tages- llzu große-W» M gut zahlenden Inserenten in einer Weise dienstbar, >nne er.'' Ansehen, das die Presse sich dem Publikum gegen- !e, würde M uGren soll, durchaus nicht mehr vereinbar jist. Diese nicht eingeMU.»läge ist nicht neu, sie datirt seit vielen Jahrzehnten und lachten wenig»or dreißig Jahren war der Jnseratenschwindcl zu einer So wolle w«! Mewachsen, daß bedeutende Männer, die sich einen freien cher von der u mr die Schäden des gesammten modernen wirthschaft- bei Wind uu J-ebeng gewahrt hatten, ihre Augen der von dort drohen- wäre es, 0% �Wr zuwendeten und warnend darauf hinwiesen, welche z llljährig?. M Folgen für die gesammte Bedeutung der Tages- üche verlM uns dieser Pandorabüchse des Annonzen- und Reklame- i Verlust du:.,' über richtiger Unwesens, hervorgehen müsse. Es ge- die EntlaM zahlreiche wuchtige Angriffe gegen die Annonzenpresse -tandpunn, du'/"', und man kann nicht behaupten, daß sich seit a Sache.-.W' die Sache auch nur im mindesten gebessert habe; gesetzten u% L,,;( das Gegcntheil gesagt werden. Wenn man aber mebmigung � � N Annonzenpresse mit einiger Aufmerksamkeit beobachtet, ! Gewähr,. JMich ein geradezu ekelerregender Abgrund von Schwindel, 10 ia bcr kmS Zutrug und rohester Unfittlichkeit. Die Inserate der ied des AftV' z langer die zu größeren Unternehmungen, namentlich zu idcn AbstuA?>'"5 Ausland, Geld gebrauchen, sind durch ihre eigen- aer empsiehss.�-.Mung und ihre dunklen Andeutungen nicht Jedem Personen äuJ: dennoch sollen sse der Polizei schon öfter sehr er Pension� Handhaben geboten haben. Die Reklamen der Pfand- .i Hypotheken, und Giundstücksschwindlcr und anderer ck erklärt �.Geschäftsleute sind ebenfalls bekannt, wenn auch bei sucht so genügend, daß sich Jeder vor dem Reinfall auf ! T ie»« schützen könnte. Nicht minder bekannt, ja wohl F lesten, find die der Kuppelei dienenden Inserate, , endloser Anzahl täglich in der Form von Heiraths- 'erscheinen. Seit das Gericht dies Aufsuchen vonÄe- N zwischen Herren und Damen auf dem Wege der Insertion strafrechtlich verfolgt, fehlt in diesen Kuppelei- nunmehr der Zusay, ,,zum Zwecke eventueller Ver- oder„späterer Vcrheirathung" oder eine ähnliche „uj.- Daß der thatsächliche Zweck dieser Anzeigen dadurch te»„besser wird, liegt auf der Hand. Bisher nun bin 5$ bie Redakteure solcher Blätter, daß sie .Inhalt des Jnscrtionstheiles nicht verantwortlich g? es ist ja klar, daß solche Annonzenorgane redaktionellen Thcile aus die Dauer nicht un- ocilye un,.' können von dem Treiben in dem Annonzen- ng zubj™*&In, an% welcher Dreistigkeit die Herren Inserenten mit, -- >erstanden. l würde. icr einnii»� ch solle} r Abschluß 1. April � er Pcnfios Verzeichne sei nur er kons« e habe f>n ensionsbfj" m enden Auge zu Tezcn" fA ' Redaktionen herantreten und mit welchen Z �eflon," bisse zu kämpfen haben, wenn sie der aufdring- sich widersetzen wollen, davon kann man sich % in:• ftlQffzort MUMM mn« fnfrtfnhpß Anfcmt liest, das das ,,Re- hiesige ein gut eingeführter Journalist. Css. an die Exped. dieser Zeitung erbeten."— gegenüber den gewissenhaften Organen der Rß* wirklich das Maß des Glaublichen! Sollte t Tieze»�. 4,2»I ein�uchen, wenn man folgendes Inserat liest, enden 3%' tinv hiesigen Jnsertionsblatte zu finden ist: o sei � is I ausiv�ssdaktionelle Besprechungen lanzirt in die rredner- � h y �'»e Presse''' M 1 M---- ,iri *°n VHfi K&*%%%&" ssssa«at Keglcntfhjj] und zu prüfen, was an seinen Ver- ' �°ws ist und worauf er dieselben gründet? Oder llen Jülich schon so weit gekommen, daß sie im jilMlte Abbeile sich ihren gut zahlenden Inserenten de- hle daye> stellt? Tann verdiente sie in der That m ytfjS.T 'S«•US ÄnÄ'™»™'te KiÄf' ral'u. F-bm-r im VÄ ÄÄwS _ 5"»UM LanNff,.�«..-7____ irrfm ipftt in Nie h, daß ihiii -fing. abgeleisteter in die zum . JI,«, c\ nuaj in UCi tuuuivvyi. i»vbv»vi ' l fet eiS01en' welche vor vollendetem 20. Lebensjahr tn Ä tz?Meten find, endigt die Verpflichtung dagegen am r* hov rr5Kniacn«M Mnos�sM, htrf#lhpn fpffcö Wenigen Kalenderjahres, in welchem dieselben feetä der crftl b,e Landwehr ersten Aufgebots, doch greifen � Platz- ungehörigen Personen folgende Vergunstl Ms»»,. von?»"1 Auswanderung, sind vielmehr nur >i»ftMR'garji' AS'RL ÄL dieselben im Frieden weder zu herangezogen; 2) können ' durch Familien- __ dem Falle einer für hie Zeit eines Krieges oder einer Kriegs, Vl0l,/ 5 iyC(gi Jlulvpc UVÄ KÄSMMÄKSWZ IS MMWM ' ÄS« kMApüw»«« WM...______ ezw. als erschuf'-p F Itff b'än�ssien nach Ablauf bcr Ersatzreservepflicht de, zum 13. März d. I. - �KWKWBW icutels� deihNdwehr� �rhanden find, im Stationsort der betreffen «j Hs-M?-! mm# L bfe ePitn Zeitpunkte nach Deutschland zurückkehren Lebensjahre in das Heer eingetreten find, r ff auf, wcr- Abmusterung vor wer- den nur dann in die Landwehr zweiten Aufgebots aufgcnom- men, wenn der Eintritt in das Heer am 1. April 1870 oder später erfolgt ist. Ihre Zugehörigkeit zur Landwehr zweiten Aufgebots endigt mit dem nächsten 31. März nach Ablauf voller achtzehn Jahre seit ihrem Eintritt in das Heer. Etwas vom Zunftzopf. Zu den auf Grund der Ge- werdenovelle entstandenen neuen Innungen gehört auch die Innung der„Berliner Messerschmiede", welche zugleich das Gewerbe der Bandogisten und Verfertiger chirurgischer Instrumente umfaßt. Herr W. Feucht, Inhaber der Firma I. Thamm in der Karlstraße, hatte es unterlassen, bei Begründung der Innung derselben beizutreten. Die Entwicklung der neueren Jnnungsgesctzgebung veranlaßte ihn jedoch, nachträglich seinen Beitritt zu erklären. Der Vorstand der Innung machte seine Aufnahme von der Ablegung einer Meisterprüfung abhängig, die in der Abtheilung für Jnstrumentenmacher dann besteht, daß vier verschiedene chirurgische Instrumente für geeignete Patienten passend anzufertigen sind. Herr Feucht wurde aufgefordert, in der Werkstatt eines Obermeisters der Innung unter den Augen des Prüfungsmeisters die Meisterstücke anzufertigen. Ties lehnte er jedoch mit dem Bemerken ab, daß er selbst eine vollständig eingerichtete Werkstatt besitze. Er sei gern bereit, im Beisein des Obermeisters die Prüfungsarbeit anzufertigen, habe aber keine Veranlassung, sich nach einer fremden Werkstatt zu begeben. Da die Innung von ihrem Vorhaben aber nicht abging, beschwerte sich F. bei der städtischen Gewerbedeputation und diese ettheilte der Innung die Anweisung, die Meisterprüfung in der Werk- statt des F. abzunehmen. Jetzt strengte die Innung Klage auf Aufhebung der Verfügung der Aufsichtsbehörde an und drang auch mit derselben durch. Der Bezirksausschuß entschied nämlich dahin, daß F. verpflichtet sei, die Prüfungsarbeiten in der Werkstatt eines der Jnnungs- Obermeister anzufertigen. Der „B. G.-Chr." zu olge wird dieser Streitfall nun noch das Oberverwaltungsgericht beschäftigen.— Die echte und rechte Krähwinkelei! Eine gewagte Nerdrutschung eines allerdings un- schönen Fremdwottes hat, wie der„T. R." mitgetheilt wird, jüngst ein höherer Berliner Beamter zu Stande gebracht und beinahe damit einiges Unheil angerichtet. Einem Unterbeamten einer reichshauptstädtischen Behörde wurde von jenem seinen Vorgesetzten der Auftrag ertheilt, eine Reihe von Schriftstücken zu„beseitigen". Diesen Auftrag wörtlich nach der üblichen Be- deutung des Wortes auszuführen, erschien ihm denn doch etwas gewagt, er sann hin und her, erkundigte sich auch bei seinen Kollegen, keiner wollte aber die Verantwottung für eine viel- leicht falsche Auslegung auf sich nehmen. Endlich faßte sich der Rathlose ein Herz und fragte seinen Auftraggeber, was denn nun mit den Sacken geschehen solle,— und was wurde ihm zur Antwort:„Das gebrauchte Wort sei die treffende kurze deutsche Bezeichnung für das Fremdwort„Paginiren", die Schriftstücke sollten mit sottlaufenden Seitenzahlen versehen werden." Worauf sich der junge Beamte fröhlich daran machte, sogleich eins der ihm anvettrauten Aktenstücke nach dem andern zu beseitigen, ohne die gettngste Furcht, daß ihm etwa Graf Arnim's Schicksals bereitet werden würde. Verlorene» Portemonnaie. Am Dienstag Abend zwischen 8t und 9 Uhr ist dem in der Zoffenctttraße 33 wohn- haften Tischler H. Merkel ein schwarzledernes Portemonnaie mit gelbem Schloß auf dem Wege von der Zossenerstraßen- und Gne senaustraßen-Ecke bis zur Neuen Grünstraße 26 verloren gegangen. Der Verlierer benutzte die Pferdebahn bis zum Montz- platz. Ter Inhalt bestand aus folgenden Münzsortcn: 8 Zwanzigmark- und 2 Zehnmarkstücke, ferner 2 Dreimarkstücke und 7 Zweimarkstücke, welches Geld sich in einem mit Bügclverschluß versehenen Mittelfach befand. Ferner 3 Mark und einige Pfeirnigc in kleineren Münzsortcn. Der Verlust trifft den Verlierer um so empfind- licher, da 200 Mark nicht sein Ergenthum waren, und er zum Ersatz derselben verpflichtet ist. Der ehrliche Finder wird ge- beten, gegen eine angemessene Belohnung bei dem oben Ve- zeichneten das Pottcmonnaie mit Inhalt zurückzuerstatten. Mit grosser KormlostgKrit veräußerte am Montag, wie die„Post" bettchtet, ein Dieb die von ihm mit größter Frech- heit kurz vorher gestohlenen Uhrkettcn und Uhren. Der Uhr- macher H. speiste am genannten Tage in der Stallschreiberstraße in einem Restaurant zu Mittag und hatte seinen Kasten mit Uhren und Ketten im WettHe von über 400 M. neben sich ge- stellt. Während sich H. nach der anderen Seite hin mit der hinter dem Büffet stehenden Wirthin unterhielt, verschwand der Kasten spurlos. Als H. dies nach einer Weile zu seinem Schrecken bemerkte, machten verschiedene Gäste die Angabe, daß ein Herr, welcher täglich in dem Restaurant speise, den Kasten mitgenommen habe. H. gttff schleunigst nach Hut und Stock und nahm die Verfolgung des Diebes auf. Nach kurzer Zeit schon hatte er das Glück, den Stammgast mit dem Kasten in einem anderen Lokal— haustrend anzutreffen. Der Dieb, den die Kttminalpolizci späterhin mit dem schon mehrfach vorbestraften„Krankenwärter" S. identifizirte, hatte in aller Gemüth- lichkeit gleich nach dem Diebstahl mit dem Haufirhandel der gestohlenen Uhren und Ketten angefangen. Da er aber erst mehrere kleinere Geschäfte abgewickelt hatte, so erhielt H. fast seine ganze Waarc wieder. «rmäß den Veröffentlichungen de» Kaiserlichen Gesundheitsamts sind in der Zeit vom 29. Januar bis 4. Februar er. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres- durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin, 21, S, in Breslau 29,7, in Königsberg 29,4, in Köln 22,0, m Frankfurt a. M. 19,7, in Wiesbaden 19,7, in Hannover 19,3, rn Kassel 20,9, in Magdeburg 28,3, in Stettin 22,1, in Altona 28,8, in Straßburg 20,5, in Metz 29,6, rn München 28,4, in Nürnberg 22,4, in Augsburg 18,3, in Dresden 23,3, in Leipzig 22,9, in Stuttgart 23,4. rn Karlsruhe in Äraunschiveig 23,0, in Hamburg 27,8, in Wien 25,5, in Pest 33,4, in Prag 31,5, in Trieft 42.7, rn Krakau 33,0, in Amsterdam 24,2, in Brüssel 34,9, rn Paris 27,6, rn Basel— in London 23,1, in Glasgow 26,2, m Liverpool 18,4, in Dublin 29,9, in Edinburg 19,5, in Kopenhagen 22,5, in Stockholm 25,9, in Chttstiania 38,8, in St. Petersburg 30,9, in Warschau 25.5, in Odessa 25,6 in Rom in Turin delphia 20,4, in Baltimore 16,6, rn Kalkutta 29,3, rn Bombay 28,7 In der�Berichiswoche gestalteten sich die Sterblichkeits- Verhältnisse in den meisten Großstädten Europas etwas un- günstiger und wurden aus den merjten derselben größere Sterblichkeitsziffern als in der vorhergegangenen Woche ge- meldet. Einer sehr genngen Sterblrchkett(noch nicht 15,0 mo Mille und Jabr berechnet) erfreute sich Lübeck. Etwas hoher (bis 20,0 pro Mille und Jahr) war Vre Sterblrchkert m Frankfurt a. M., Hannover, Karlsruhe Wiesbaden,.Augsburg, Barmen. Bremen. Liverpool. Edinburg. Auch m Berlin, ms&st««KM« wä Jahr).- Wesentlich gesteigert war. rn den mersten Berichts- ÄS'Ä'nTlfo»%=£ rechnet in Berlin 75, in München 110 Säuglinge.- Von den als in der vergangenen Woche mitgetheilt wurden.— Sterbe- fälle an Masern waren in Berlin, Wien, Prag, Kopenhagen, Paris, Edinburg vermindert, in Hamburg, London, Lyon, Christiania, St. Petersburg dagegen vermehrt. Neue Er- krankungen wurden aus den meisten Orten, aus denen Mit- theilungen vorliegen, in geringerer, nur aus den Regicrungs- bezirken Erfurt und Schleswig, sowie aus Wien und St. Peters- bürg in größerer Zahl mitgetheilt. Das Scharlachfieber wurde in Berlin, Danzig, Leipzig, Prag, Dublin, St. Petersburg seltener Todesveranlassung, dagegen hat in Wien, London, Kopenhagen, Warschau die Zahl der Stelbefälle etwas zuge- nommcn. Erkrankungen wurden aus Breslau, Hamburg, Wien, Christiania und aus dem Regierungsbezirk Schleswig in größerer Zahl als in der Vorwoche gemeldet.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup war m Berlin, München,.Halle, Leipzig, Metz. Frankfurt a. M.. Nürnberg, Pest, Prag, Paris, Lyon, St. Petersburg, Christiania eine größere, in Hamburg, Breslau, Dresden, Königsberg, Hannover, Wien, Kopenhagen, London, Brüssel eine kleinere als in der Vorwoche. Erkrankungen wurden aus Berlin, Wien, Pest, Kopenhagen und aus dem Regierungsbezirke Schleswig in gesteigerter, aus Breslau, Stock- Holm, Christiania, St. Petersburg in geringerer, aus Ham- bürg in gleich großer Zahl, wie aus der Vorwoche, mit- aetheilt.— Sterbefälle an typhösen Fiebern haben in Berlin, Hamburg, Chemnitz abgenommen, dagegen stieg ihre Zahl in Prag, London, Paris und St. Petersburg. Neue Erkrankungen wurden aber aus Berlin, Hamburg, St. Petersburg und aus dem Regierungsdezirk Schleswig in gesteigerter Zahl zur Anzeige gebracht.— Aus Prag und Warschau wurden je 1, aus St. Petersburg 2 Todesfälle, aus Berlin und St. Petersburg auch je eine Erkrankung an Flecktyphus gemeldet. Aus Metz wird 1 Todesfall, aus dem Regierungsbezirk Marienwerdcr 1 Erkran- kung an epidemischer Genickstarre berichtet. Rosenartige Eni- zündungen des Zellgewebes der Haut waren in Wien und Kopenhagen nicht selten. Auch der Keuchheusten forderte in London, Dublin, Liverpool mehr, in Berlin und Wien weniger Opfer.— Einzelne Sterbefälle an Pocken wurden aus Pest, Odessa und den Vororten Wiens mitgetheilt. Aus Wien und Lyon kamen je 3, aus Trieft 5, aus Warschau 7, aus Paris 10, aus Prag 23 Todesfälle an Pocken zur Meldung; Erkrankungen aus dem Regierungsbezirk Erfurt 1, aus Pest und St. Peters» bürg je 5, aus Wien 7. Die Gesundheitsverhältniste in Berlin waren in der Berichtswoche im Ganzen ähnliche wie in der vorhergegangenen Woche, und auch die Sterblichkeit war, wenn auch eine gegen die Vorwoche etwas gesteigerte, eine nur mäßig hohe. Insbesondere kamen akute Entzündungen der Athmungsorgane sehr zahlreich zum Vorschein und führten auch in einer großen Zahl zum Tode. Dagegen gelangten Darm- katarrhe und Brechdurchfälle der Kinder seltener zur ärztlichen Behandlung und führten auch in weniger Fällen den tödtlicken Ausgang herbei. Von den Infektionskrankheiten blieben Er» krankungen an Scharlach und typösen Fiebern in beschränkter Zahl, auch Masern riefen weniger Erkrankungen hervor und zeigten sich in keinem Stadttheil in nennenswerther Ver- breitung. Erkrankungen an Diphtherie wurden etwas mehr, bc- sonders im Stralauer Viertel und in der Tempelhofer Vorstadt, zur Anzeige gebracht. Ferner kam eine Erkrankung an Fleck- typhus zur Meldung. Rosenartige Entzündungen des Zell- gewebes der Haut, sowie Erkrankungen an Kindbettfieber wur- den seltener beobachtet. Erkrankungen an Keuchhusten waren noch häufig, die Zabl der durch sie veranlaßten Todesfälle eine kleinere als in der Vorwoche. Rheumatische Beschwerden der Muskeln kamen erheblich seltener, Erkrankungen an akutem Ge- lenkrheumatismus etwas häufiger als in der Vorwoche zur Be- Handlung. Polizeibericht. Am 15. d. Mts., früh, brach in der Naunynstraße der obdachlose Handelsmann Rubeau plötzlich ohn- mächtig zusammen und starb bald darauf in einem Hausflur, wohin er von Vorübergehenden gebracht worden war, wie ärzt- lich festgestellt wurde, am Herzschlag.— Gegen Mittag erhängte sich ein Mann in seiner Wohnung tn der Adalbertstraße.— Nachmittags stürzte auf dem Neubau Melanchthonstraße 13 der Dachdecker Roy von einer Leiter und erlitt einen Bruch des rechten Unterschenkels.— An demselben Tage brannten Fricdrich- straße 143—149 Schirme in einem Schaufenster, Adalbertsttaße Nr. 21 Kleider in einer Mädchenkammer und Neue Königstraße Nr. 73 ein Stallgebäude. Gerichts-Aeitimg. Der bekannte Ministerial-Erlaß vom 27. Sept. 1867, wonach bekanntlich Extrablätter u. s. w. nur nach erhaltener po» lizeilicher Genehmigung in Berlin vertheilt werden dürfen, de» fchäftigte heute zum ersten Male den Richter. Auf der Anklage- bank der 88. Abtheilung des Schöffengerichts am kgl. Amts» gericht Berlin I nahmen heute Platz die Arbeiter Franke, Hör- muth, Rauhut, Dietz, Schneider, Schwarz und Knobel. Diese waren beschuldigt, im November v. I. ein sozialdemokratisches Flugblatt, betitelt:„An die Parteigenossen, Handwerker und Arbeiter Berlins" und schließend mit den Worten:„Hoch lebe die revolutionäre Sozialdeniokratie" im Osten Berlins verbreitet zu haben. Dies Flugblatt, das gewissermaßen eine Antwort auf das im Monat Ottober seitens der christlich- sozialen Partei herausgegebene Flugblatt, in welch letzterem hauptsächlich der Abgeordnete Singer angegriffen wurde, darstellte, war an dem Abende, als es von den Angeklagten verbreitet wurde, der Po- lizei noch nicht bekannt. Die Angeklagten versammelten sich sämmtlich in der Wohnung des Angeklagten Dietz, nahmen da- selbst die in umfangreichen Packeten angelangten Flugblätter tn Empfang und bewirkten sofort die Verbreitung, indem sie dieselben auf die Hausflure warfen, unter die Stubenthüren schoben, zum Theil auch an den Wohnungen klingelten, den Oeffnendm des Flugblatt übergaben und eiligst davon- liefen. Einige dieser Vcrtheiler wurden von Schutzleuten er- griffen; diese verriethen in der Angst ihre Genossen, so daß, wie der als Zeuge vernommene Kriminalkomniissar Graf Still- fried bekundete, die Behörde sofort zu der Ueberzeugung ge- langte, daß sie es mit der„Gruppe Knobel" zu thun habe. Knobel, so bemerkte Graf Stillfried, ist der Polizei als Führer einer sozialdemokratischen Gruppe bekannt. Durch diese Ver- Haftung habe die Polizei von dem Flugblatt zuerst Kenntniß er- halten, in welcher Folge am folgenden Tage das Flugblatt auf Grund des Sozialistengesetzes verboten wurde. Die Angeklagten gaben zum Theil die Verbreitung zu, stellten jedoch mit Aus- nähme von Knobel in Abrede, Sozialdemokraten zu sein.— Kriminalkommissar Graf Stillfried bemerkte, die Angeklagten Dietz, Schneider, Schwarz und Knobel seien der Polizei als Sozialdemokraten bekannt; die drei andern Angeklagten feien allerdings blos verführt. Staatsanwalt Dr. Thiekel beantragte gegen Dietz, Schwarz und Schneider je 4 Wochen Gefänaniß. gegen Franke, Hormuth und Rauhut je 20 M. Geldstrafe und bezüglich Knobel, da nicht erwiesen sei, daß dieser irgendwie bei der Flugblattvertheilung thätig gewesen, die Freisprechung.— Der Vertheitiger Rechtsanwalt Dr. Flatau beantragt die Frei» sprechung aller Angeklagten, da nach einem Urtheil des Kammer- Senchts dre Hausflure von Hausern. in denen sich keine Schank- wrrthschaften befinden. nicht öffentliche Orte seien. Der Ge- rtchtshof beschloß, das Urtherl am Dienstag, den 21. d. M., Mittags 1 Uhr, zu verkünden, da der Ministerialerlaß vom 27- September 1887 zur Verlesung kommen müsse, ein Exemplar dieses Erlasses aber augenblicklich nicht zu beschaffen sei. M« kostspielige» Mittagsschläfchen leistete sich an einem warmen Apnltage vor. Js. der Fuhrherr Franz Vogel. Derselbe fuhr mit seinem Wagen in der Berlinerstraße zu Rix- öwar im langsamsten Tempo, wie es seinem nahezu 30 Jahre alten Pferd just gerade gefiel. Der einschläfernden Einwirkung dieses Schneckenganges war Vogel schließlich uolens •volens erlegen und ein sanfter„Bock- Schlummer" hatte sich seiner bemächtigt. Plötzlich erweckte ihn ein Ruck des Wagens und das unter demselben ertönende Jammergeschrei eines Kindes belehrte Herrn Vogel, daß etwas vorgefallen sei. Das drei jährige Söhnchen des Grünkramhändlers Stenzel hatte sich au dem Fahrdamm in der genannten Straße, gegenüber der San �»er'schen Fabrik, beim„Pferdchenspiel" vergnügt und war unter die Räder des von Vogel gefühtten— oder richtiger nicht ge- führten— Wagens gerathen. Ein Augenzeuge wollte wahr- genommen haben, daß der Knabe von dem Vorderrad umge- stoßen und dann, bevor Rettung möglich war, vom Hinterrade überfahren worden war. Das Kind hatte, wie der schleunigst berzugeeilte prattische Arzt Herr Dr. Voigt konstatirte, eine Brustquetschung sowie Quetschung des linken Oberarms und einen Bruch des linken Oberschenkels davongetragen. Räch 2monatlichem Aufenthalt im Krankenhause ward das Kind seinen Eltern als geheilt wieder zurückgegeben; gegen Vogel aber war Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben worden.— Im Audienztcrmin gab der Angeklagte zu, auf dem Bock geschlafen zu haben; er führte dies geradezu als Entschuldigung an und behauptete des Weiteren, daß der Knabe über seine eigenen Mße gefallen und demnächst unter den Wagen gerathen sei. Aus dem Ergebniß der Beweisaufnahme schöpfte jedoch der Staats- anwalt die Ueberzeugung, daß das Kind durch Verschulden des Angeklagten, weil dieser auf sein Fuhrwerk nicht Acht gab, von dem Vorderrade erst umgestoßen und dann, nachdem es herum gekollert, vom Hintcrrave überfahren worden ist.— Rechts: anwalt Bürkner, der Vcrtheidiger des Angeklagten, maß in seinem Plaidoyer dem Vater des Kindes alle Schuld bei, denn derselbe habe seinen Sohn ohne Aufsicht in der belebten Straße gelassen. So gut, wie dem Angeklagten jenes Unglück pasfirt ist, konnte es auch jedem anderen Wagenführer ebenso ergehen. Im Beistande des Justizrath Lütkemüller hatte der Vater des verletzten Knaben Zuerkennung einer dem Angeklagten aufzuer- legenden Buße beantragt; der Gerichtshof erkannte auf eine solche im Betrage von 100 M. und sprach durch den Vorsitzen- den die Ansicht aus, daß ein Kutscher, welcher fährt,„nicht schlafen" dürfe, oder das Recht habe, sich auszureden, er habe geschlafen. Von diesem Gesichtspunkte ward der Angeklagte der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig erachtet und zu 50 M. Geldbuße cvent. 5 Tage Gefängniß vcrurtheilt. Der Staats- anwalt, welcher in einem früheren Termin nur 20 M. gegen den Angeklagten beantragte, hatte auf Grund des Ergeb nisses der erweiterten Beweisaufnahme 100 Mark Geldbuße be antragt. Der Destaurateur Ueumann stand vor der 96. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts unter der Anklage, seinen Hund ohne Maulkorb in seinem Lokale geduldet zu haben. Ein Knabe, der bei dem Angeklagten eine Flasche Bier geholt und dabei den Hund desselben geneckt hatte, war von demselben ge- bissen worden. Auf die einem Schutzmann auf der Straße gemachte Mittheilung erstattete derselbe Anzeige, und das Polizeipräsidium erließ einen Strafbefchl über 3 M. ev. 1 Tag Haft. Hiergegen erhob Neumann Widerspruch und machte im Termine geltend, daß es sich bei seinen beschränkten Wohn- Verhältnissen gar nicht verhüten lasse, daß der Hund, der im übrigen niemand belästigt, zuweilen ins Gastzimmer komnie. Nun könne doch nicht verlangt werden, daß der Hund den ganzen Tag über mit dem Maulkorb versehen sei. Der Amts- anwalt vertrat zwar diese Ansicht, da eine Gaststube als ein öpentlicher Ort anzusehen sei, an welchem Hunde ohne Maul- korb nickt geduldet werden dürfen, und beantragte 3 Mark eo. 1 Tag Hast. Der Gerichtshof ging in seiner Annahme aber nicht so weit und erkannte auf Freisprechung des Angeklagten. Uereine med Uersammlunge«. Der Uerein znr Wahrung der Interessen der Kackirer hielt am 13. Februar eine Mitgliederversammlung in den„Arminhallen", Kommandantenstraße 20, ab. Zum ersten Gegenstand der Tagesordnuug,„die zehnstündige Arbeitszeit", führte Herr Müller etwa folgendes aus: Unter den heutigen Verhältnisien sei eine 11 stündige Arbeitszeit entschieden zu be- kämpfen. Ueberdies sei bei den Blechlackirern und in den Wagenfabriken die lOstündige Arbeitszeit schon eingeführt; nur von den Meistern der„Wagcnlackirer-Jnnung" werde noch die llstündige Arbeitzeit aufrecht erhalten. Psiicht der Kollegen sei es, wenn eine Btssergestaltung ihrer Lage eintreten soll, für die Abschaffung der llstündigen Arbeitszeit energisch einzutreten. Redner wies nach, daß durch eine Verkürzung der Arbeitszeit eine ganze Anzahl Kollegen, welche selbst in der Zeit feiern müßten, wo das Geschäft am besten ginge, Stellung erhalten würden. Ferner kritisirte Redner die Sonn- tags- sowie die Ziachfeicrabendarbeit und hob hervor, daß dieselbe auf das große Angebot von Arbeitskräften und das Sinken der Löhne einen großen Einfluß ausübe. In demselben Sinne äußerten sich die Herren Jacob, Rautenhaus u. A. Herr Jacob kritisirte den Jndifferentismus der Kollegen und forderte alle Vereinsmitglicder auf, dahin zu streben, daß alle Berufsgenossen dem Verein beitreten. Herr Schüßler ging auf die gegenwättige Lage derLackirer, die heutige Produktions« weise, die gesundheitsschädlichen Einwirkungen der Arbeit im Lackirergcwerbe ein. Bei den Ausfühmngen dieses Redners er- hob sich der überwachende Beamte und löste die Versammlung aus Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes auf. Kranken-, Sterbe- und Unterstübungskasse der deutschen Zimmerer(E. H. 2), Filiale Berlin. In der am 13. d. M. in Gratweil's Bierhallen abgehaltenen Gencralver- sammlung wurde die Abrechnung vom 4. Quartal 1887 verlesen und hierauf den drei Kassirern Decharge ettheilt. Die Kasse erzielte trotz ungünstiger Gesundheitsverhältnisse der Mitglieder im 4. Quartal noch einen Ueberschuß von 483/38 M. Hü rauf wurde die Jahresübeisicht der Kasse(Filiale Berlin) veröffcnt- lickt, sie schließt pro 1886—87 mit einem Nettoüberschuß von 362,38 M. Darauf hielt Herr May einen beifällig ausgenom- mcnen Vortrag über den Sanitätsverein für Arbeiter beiderlei Geschlechts. Redner wies auf die Vorthcile hin, welche dieser Verein seinen Mitgliedern bietet. Ter Beitrag ist so gering, daß jedermann in der Lage ist, dem Verein beitreten zu können. Für Familien, welche mit Kindern gesegnet sind, sei der Verein besonders zu empfehlen. Es wäre zu wünschen, daß alle Ar- beiterfamilien dem Verein beitreten, auch die Amte wären mit den Leistungen des Vereins sehr zufrieden. Kein Mitglied würde gezwungen, sich einen Arzt aufdrängen zu lassen, jeder könne sich den Arzt selbst wählen. Der Arzt wird sür jeden Besuch honoritt; er bezieht nicht wie bei den Zwangskaffen ein * feftes Honorar. Tie Medikamente betreffend, hat der rein mit den Apothekem einen Veitrag dahin abgeschlossen, daß dieselben an Mitglieder des Vereins die Arznei 25 pEt. billiger abgeben. Für Mitglieder der freien Hilfskasse sei dadurch noch mehr geschaffen worden, denn mit der von der Kasse gezahlten Unterstützung könne eine Familie sich zum mindesten satt essen, wenn der Ernährer krank darniederliegt. Da durch den Verein die Kosten für den Arzt ganz in Wegfall kommen, und die Medikamente bedeutend billiger sich stellen, könne dem Kranken mehr Pflege angethan werden.— Die Versammlung nahm hierauf folgende Resolution einstimmig an:„Die heute tagende Generalversammlung ist mit den Ausfühmngen des Referenten einverstanden und erklärt, für den Sanitätsverein einzutreten durch möglichst regen Beitritt, sowie durch Agitation für den- selben."— Zu„Verschiedenes" wurde hervorgehoben, daß die Krankenbücher der Zwangskasse die von den Zünftlem schon so oft begehrten Arbeitsbücher schon jetzt ersetzen, denn wenn ein Geselle der Zwangskaffe angehört und entlassen wird, so schreibt des" Arbeitgeber einfach seinen Nammen in die betteffende Wochenmbrik und dient dieS als Quittung über geleistete Beittäge. Wie häufig komme es aber in Berlin gerade im Zimmerhand- werk vor, daß der Arbeitgeber Gesellen nur auf ein paar Tage braucht; ist die Arbeit fertig, so wird der Betreffende entlassen und im Krankenkassenbuche der Name des betreffenden Arbeit- aebers eingeschrieben. So kann es dem Arbeiter zwei bis drei Mal ergehen, und das„Arbeitsbuch" ist fertig; es fehlt nur noch die Zensur„Betragen gut!" Trotzdem es ein tüchtiger Arbeiter ist, welcher sich um Arbeit bemüht, zuckt, infolge des häugen Arbeitswechsels, der Arbeitgeber, bei dem er sich Arbeit suchen will, mitleidig die Achseln und sagt:„Alles besetzt". Da nun die freie Hilfskassc sehr gut fundamentirt ist, so wäre es sehr wünschenswerth, daß die Zimmerer Berlins zu der Ein- ficht gelangen, daß sie eines Vormundes nicht mehr bedürfen und sie der eingeschriebenen Hilfskaffe beitreten. Gesang-, Tnrn- und gesellige Vereine am Freitag. Kaiser'scher Männcrgesangverein Abends 9 Uhr im Restaurant Vettin, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Pausebcutel" Abends 8t Uhr im Restaurant foensel, Alcxandrinenstr. 15.—„Liedertafel der Maler Berlins" Abends 8« Uhr Kaiscr-Franz-Grenadier- Platz 7, Restaurant Berg.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstt. 97.— Gesang- verein„Flöter'sches Toppel-Quartett' Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsberaerstr. 31.— Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant Schmidt, Manteuffelstt. 71.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpenicker- str. 127» im Restaurant Goelling.— Gesangverein„Ossian" Abends 9 Uhr Drcsdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche Sänger- Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Niest, Wcber- straßc 17.— Berliner Turngenossenschaft(V. Männerabthci- lung) Abends 8", Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasserthoi.itr.31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männerabthcilung) Abends 8 Uhr Dieffcnbachftr. 60 61.— Turnverein„Froh und Frei" iMännerabtheilung) Abends 8t Uhr Bergstr. 57.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8* Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstr. 31, Unterricht und Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographen- vercin, Äbthellung„V> ..„ vorwärts", Abends 8t Uhr im Restaurant Koll, Mariannenplatz 11.— Arendssscher Stenographenverein „Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Sehvelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'schcr Schüler" Abends 9 Uhr, im Restaurant Krebs, Friedrichstr. 208.— Voigt'scher Dilettanten-Orchesterverein. Abends 8» Uhr Uebungsstunde im Re- staurant Lehmann, Alexandrincnstt. 32.— Zitheivcrein„Alpenveilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt", Belle- alliancestraße 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 Uhr im Hohenzollerngarten, Stcglitzerstt. 27.— Rauchklub„Weichselblatt" Abends 8t Uhr im Restaurant Wasserthorstr. 10,11. Kleine Wittlzeilnngen. Siege«, 14. Februar.(Verschüttet.) In einer der letzten Nächte wurde, der„Elberf. Ztg." zufolge, der Bergmann L. Schmidt auf Grube„Dreisbach" durch Herabfallen von Gestein verschüttet. Zwölf Stunden lang hat der Aermste lebend unter dem Schutte zugebracht und wiederholt Lebenszeichen von sich gegeben. Leider waren die Rettungsarbeiten vergeblich; denn als man bis zu dem Verschütteten vorgedrungen war und nur noch ein Arm bloßzulegen war, gab der Verunglückte plötzlich den Geist auf. Hamburg. 14. Februar. Die Auswanderung über Ham- bürg im Monat Januar 1888 betrug 2933 Personen, welche in 59 Dampfschiffen und 1 Segelschiff befördert wurden. Nach den Vereinigten Staaten gingen 2678 Personen. Aus dem König- reich Preußen kamen 566, aus dem übrigen Deutschland 184, aus anderen europäischen Staaten 2077 und aus außereuropäischen Staaten 106 Personen. Seit dem 1. Januar bis ult. Januar d. I. wandetten 2933 Peisonen über Hamburg aus gegen 2293 in 1887, 2222 in 1886, 1816 in 1885 und 3806 in 1884. Hamburg, 16. Febmar. Der Postdampfer„Bohemia" der Hamburg- Amerikanischen Packetfakirt-Aktienaesellschaft hat, von New-?)ork kommend, gestern Abend 6 Uhr Scilly passirt. Altdorf, 15. Februar.(Lawinenstürze.) Gestern Nach- mittag wurde die Gotthardbahn bei Wasen durch Lawinenstürze für einen Tag unterbrochen. Die Reisenden müssen umsteigen. Sechs Arbeiter sind verschüttet. Der Schnee liegt bei einer Länge von 140 Meter 5 Meter hoch. Mir«, 14. Februar.(Lawinenstürze und Schneemassen.) Schon seit vielen Jahren sind die Thäler der österreichischen Nlpen nicht von so zahlreichen und verheerenden Lawinenstürzen heimgesucht worden, wie in diesem Winter. Jeder Tag bringt neue Meldungen über Unglücksfälle, die durch Lawinenstürze herbeigeführt worden find. Besonders arg sind die Lawinen- stürze in den Tauern. Ueber ein neuerliches Unglück, bei dem vier Menschen ums Leben gekommen find, wird der„Salzburgcr Zeitung" aus Radstadt berichtet: In der Zauch, Gemeinde Palfen, waren am 8. d. M., Vormittags, sechs Holzknechte mit Blockziehcn im Vorderkogelgraben unter der gleichnamigen Alpe beschäftigt. Zwei waren gegen 11 Uhr bis zum Zauchbache ab- gefahren, hatten abgeladen und stiegen dann wieder bergauf. Nach etwa 500 Schritten hörten sie von der Richtung, wo ihre Kameraden Blöcke aufluden, ein furchtbares Gekrach. Sie ver- mutheten sofort den Abgang einer Schneelawine, was sich auch bestätigte. Als sie noch eine kleine Strecke aufwärts gegangen waren, sahen sie nämlich, daß der gesammte noch herabzufördernde Blockvorrath sammt ihren Kameraden und der eine Viertelstunde entfernt gestandenen Unterstandshütte mit dem Schnee von einer ungeheuren Fläche, in einer festen Masse, etwa 700 Schritt unter dem Holzplatze im Graben lagen. Anderen Morgens um 4 Uhr begab sich eine Gendarmerie- Pattouille mit Leuten von Palfen, Altenmartt und Sinnhub an die Unglücksstätte, wohin dieselben des vielen Schnees wegen erst nach 4& Stunden zu gelangen vermochten. Nach ändert- halbstündiger Arbeit wurden zwei Verschüttete gefunden, beide todt. Die weitere Nachsuchung nach den beiden anderen Ver- unglückten blieb vergeblich, zumal die Lawine bei 2000 Meter lang, 10—12 Meter breit und durchschnittlich 10 Meter tief ist. Es mußte das fernere Suchen eingestellt werden, da es noch immer fottschneete und der Abgang mehrerer Lawinen in der Umgebung zu befürchten stand. Uebrigens war ja auch als sicher anzunehmen, daß die Verunglückten nicht mehr am Leben sein konnten.— Auch in der Nähe von Wien liegt der Schnee auf den Wegen durchschnittlich Ii Fuß hoch. Äussee war 8 Tage lang vollständig eingeschneet. Aus Galizien werden neue Schnee- türme und Verkehrsstörungen gemeldet. Mailand, 14. Februar.(Feuerbestattung eines Mönches.) In einem hiesigen Spitale starb vergangene Woche der Mönch Dr. Gaetano Corbella. Er befahl vor seinem Tode, daß man seine Leiche verbrenne. Man wandte sich nun deshalb an den dottigen Erzbischof, der hierauf die Verfügung traf, daß man den Willen des Todten zwar erfülle, der Leiche jedoch jede religiöse Zeremonie versage.— Wird auch ohne die Zeremonie gegangen sein. Rom, 15. Februar.(Eisenbahnzusammenstoß.) In der vergangenen Nacht stieß auf dem Bahnhofe in Levanto ein von Rom kommender Zug mit einem Güterzuge zusammen, wobei 7 Personen leicht verletzt wurden. Mashington, 11. Febmar.(Eine Pulvermühle in die Luft geflogen.) In Wopwollopen, einer zumeist von Deutschen bewohnten Stadt in Pennsylvanien, ereignete sich, wie bereits kurz gemeldet, am Freitag ein entsetzlicher Unglücksfall. Die außerhalb der Stadt gelegene Pulvermühle, eine der größten in Amerika, flog in die Luft. In den Magazinen waren mehr als zwanzig Tonnen Pulver aufgespeichert. Die Eischüttemng wurde auf zwanzig englische Mellen in der Runde anfangs glaubte man an einen heftigen Erdstoß. Nähe wurden alle Häuser beschädigt, einige demolirt. Von der Fabrik und ihren Anlagen ist> mehr vorhanden. Die Gewalt der Explosion war« bare. Die Verwüstungen sind schwer zu schildern. wollopen, wie in allen Dörfern der Umgebung ist ganz geblieben. Leider ist auch der Verlust an I zu beklagen. Die Zahl der Todten ist bis jetzt mit festgesetzt worden. Von den 40 Verletzten, die m haben 14 tödtliche Verwundungen davongetragen Menge von Leuten wurden zu Boden geworfen Verwundungen leichteren Grades. 42. Telegraphische Depesch taglich Nl viertel Einzeln (Ein (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Kaiserslautern, Donnerstag, 16. Febmar. Abend fand in der Tiefbaugrube„Kreuzgraben" i' von Camphauscn im Saargebiet eine Gmbenexpl durch welche 40 Grubenarbeiter getödtet wurden. 36 Arbeiter sind gerettet worden. Münch»«, Donnerstag, 16. Februar, Nachnn Abgeordnetenkammer hat das Ausfühmngsgesetz zu gesetz über die Kranken- und Un'allversichemng land- wirthschaftlicher Arbeiter mit unerheblichen Aenden! stimmig angenommen. Kern, Donnerstag 16. Februar. Vom Eisen» ment wird mitgetheilt: In der Nähe des Kirchberat Wasen überschüttete gestern Vormittag eine starke r Bahnkörper der Gotthardbahn, so daß der Schnellzugs nach Mailand lk Stunden im Tunnel matten mut')- jji,. v Nachmittag erfolgten zwei neue bedeutende Lawinenstv? glt OD" die Entschigthalaalette überschütteten. Die Betriebst'. einen bis zwei Tage dauern... Kopenhagen. Donnerstag, 16. Febmar. f' JWn.A dänische Bahnen mit Ausnahme der Linie Korsör-� Ifc feftK, sind infolge Schneegestöbers unfahrbar. Der dew i ,u re nlzug in der Richtung nach Norden hat den M ich fämnrfL Vandmp nicht erreicht. äunölr. T., sä polizeibcricht begonnen.� Die Anklageschrift bcschu der Theilnahme an Schwindeleien, welche zum.Msjü.'.,_ mehrerer Personen, die Ordensauszeichnungen mW-n nQrf, e" gangen wurden._«iiier rer.,!» Paris. Donnerstag, 16. Februar. In der vor el°'' Versammlung in Gap gehaltenen Rede sagte Flau«-, i« aber w, f„ reich wolle den Fottschritt in der Demokratie undj�% � schritt könne sich nur durch den Frieden verwirI'�% den wünschen, daß ganz Europa der Loyalität unserer&■'. M gealmiM f. W....."" äÄ 1 Derselb hfrt, deserti sowie der Festigkeit unserer Haltung Gerechtigkeit, lasse; man müsse überall anerkennen, daß die Best� iheist»ü hJ ««ä'isäw K-Zö Staaten sei., Hinp rä,, Rom, Donnerstag. 16. Febmar. Die„RiforsW�V." � den Journalen polcmisirend, welche der Regierum Absichten zuschreiben, daß seit der Enttevue in i nichts vorkam, was den Verdacht aufkommen lies auf etwas anderes als den Frieden abziele. Bei lungen über den 5�andelsvettrag mit Frankreich Zwischenfall von Florenz bewies Italien die go Es sei sicher, daß die italienische Politik& intendire. Italien wolle den Ftteden, wenn es ni®' werde.. Trieft. Donnerstag, 16. Febmar. Der Llovd«_ ift heute Vorrmttag auS Konstantinopel hier eingp�%n 1.«sm ß., KS - N des Rot >g Kriefk asten der Kedaktst ; schwerde prüfen und den Beamten die nöthigcn theilen. R. Kch. Lindenstraße 55 I. zu W # %%% fsgner bWüT-'h Markthalle»- Kericht von Z. Kandma«" Verkaufsvcrmittlcr. Berlin, den 16. Febmar 1888. Temperatur in der Halle 5 Grad Reaumur. ,, Butter.(Reine'Naturbutter.) 1. Feinste% 1 rahm- Tafelbutter(bekannte Marken) 95— 105 schmeckende Tafelbutter 88-95 M., 3. Tis#*? 90 M., 4. fehlerhafte Tischbutter 75-80 M-, Backbutter 65—75 M. pr. Ztr. Auttion täglicb Vormittags. 0 Eier 2,50—3,60-- netto ohne Abzug p- cier— M. p. Schck.° Käse. Jmpottirter Emmenthalcr—87,* Schweizer 35-50-63, Quadrat-Backstein 3-� burger 20—30—35, Rheinischer Holländer Käse ob pr. Ztr., Edamer 58—68, Harzer—3,00 Tische. Camembert— M. pr. Dtz. Neufchatel Stück. mvnswi ''«»«Wer narr v >„ er si« Befunden' ulMur Wild. Rehböcke 75-85-90 Pf., Dammwi�.��nen die Rothwild 30-40-50 Pf.. Schwarzwild 40-75 die F, rrzwu bis 65 Pf. pr. Pfd„ Kaninchen J50— 60 jjßst per�— � i-nen von ik Ä.Ä Fasanenhähne 2,75—4,00 M. pr. St., bis 1,10 M. pr. Stück, Schnepfen——, BuU y«-, cm paQ) 2,00 pro Stück. Wildauttion täglich um 10 W& J'%n und s Pfund, Schinken geräuchett mit Knochen 70— 60 4> fkj> nicht 50-60 Pf. pr. Pfund..,%% wieder Geflügel, lebend. Gänse I»--—- jl X-'/ �°rok> 4] Enten 1,20-1,50-2,25 M., junge Huhner'»Wey � «Ä Pfd., Tauben 38—55 Pf., Hühner 0,90—1-20 Obst und Gemüse. Weißfleischige' 5,00, Zwiebeln 12,00-18,00 M. pro IOC_ 25 M. pro 100 Kopf. Apfelsinen Jaffa"„gö 8-13, Valenzia 420er 14-24 M., Citronen'' Feldfrüchte in Wagenladungen, Kattoffeln,� Speijckattoffeln 40—50 M. per 1000 Kilo, Erbsen 110—200 M., Futtererbsen—— � bis 180 M., Richtstroh-- 30 33?., Heu 1000 Kilo. % iV m W'j�u Mi "" CI we u.»»,- Verantwottlicher Redakteur: ZU. Grönheim in Bettin. Dmck und Verlag von Ma» Kadiug in Berlin 8W„ Beuthstraße 2.