»er Runde PfL—— Erdstoß. 91 ' einige W ilagen ist g )fton war«j i schildern. ebung ist ust an 3 jetzt mit l1 ;n, die m »ngetragen zeworfm Pesch reau.) . Februar. , graben"> Ärubenexpl et wurden r, Zlachm» sgesetz zu runa land> »en Aende» Sonnabend, den 18. Febrnar 1888. 5. Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner Voltsblatt" Jnsertiousaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. BN größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcreinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition. Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaur» ohn« Erhöhung deS Preises, angenommen. lom EisenbH ä Kirch berg� ine starke WT Schnellzugs arten munie LawinenW : Bctriebs�l Redaktion: Kenthstrahe Ä.— Expedition: Zimmerstraße 44. kebmar.„ ie Korsör-A Ter dc>" at den Sie dritte Kerathung des Koziatisten-Gesetxes. % Beginn der heutigen Sitzung wurde auf Vormittags .„Mtgesetzt. um mit der Äeräthung und Abstimmung M Ende zu kommen. Der Besuch des Hauses ist ein '�wacher. lachst ergriff der K r i e g s m i n i st e r daS Wort, um in «es Deserteurs und Lockspitzels Haupt eine Erklämng ". Derselbe sei nicht, weil er einen Unteroffizier ge- S®. desertirt, sondern umgekehrt deswegen, weil ein i'kr ihn geschlagen habe. Ein militärisches Ver- in,, dieser Richtung lag daher nicht vor. "er Geldstrafe von 150 Mark sei derselbe in .c,la®, allerdings vcrurtheilt worden, dieselbe �r die weiteren militärischen Folgen für Fahnenflucht habe Haupt dies angenommen und auch Herr Bebel oen Briefen des Regiments-Kommandos entnehmen zu �glaubt, so sei dies eben ein Jrrthum. JJ e 1, der sofort nach dem Kriegsminister das Wort er- Wv'. daß er im Begriff gewesen sei, ganz aus eigener . Pkn ihm in der ersten Lesung ohne seine Schuld unter- binrt.m zu berichtigen und der Militärverwaltung Genugtbuung zu geben. Er habe zu diesem Zweck �stcn des Briefwechsels mitgebracht und sei auch be- , PPnale herbeizuschaffen. Aus den dann wörtlich '.Briefen ging allerdings nicht mit voller Bestimmtheit .° Öaupt noch eine weitere Strafe zu erwarten habe �anze mit der Geldbuße abgcthan war.— Zur Sache 'sehend, wies Bebel darauf hin, daß man im Jahre eS so hingestellt habe, als ob die Attentate des «es Robiling die Veranlassung zur Verhängung des Metzes gewesen seien. Run sei aber längst nach- HrVdaß diese beiden Altentäter mit der Sozialdemo- -'SV&&'»äs Uli,'ßmhr.Snn zu den Gegnern übergegangen, dort soge- C gemacht, von diesen Gegnern mit Geld- . li-tT?en eff/iei wurde, um nach Berlin zu gehen, fich b%'«cker'schen angeschlossen und das Attentat VW»» M �gesprochenen Absicht, der Sozialdemokratie W***!>?"den, unternommen habe. Dies Alles sei auch k— 8 M t�hren von der„Kölnischen Zeitung" �gestanden DerD eute vor st Besch lche zum mgen wui» i der vor � Zte FloureA rtie und � r verwirbl unserer 'echtigkcit ß die B fand für' mit all"' e„SRifoi Scgierui nie in men Ii» . Bei mkreich die gr- Politik kr° n es n>«! .......... JUft j9"bcn, unternommen habe. Dies Alles sei auch _ stohS en von der„Kölnischen Zeitung" zugestanden g MufSH0't sei aber falle es von den Gegnern Niemandem .-CfoPf»!, Demokratie die schuldige Ehrenerklärung offiziell - Blatt M«Wgm � noch müsse stc unter jenen falschen Voraus- ie Abhill/j»'". R; Wenn allerdings die herrschenden Klassen er- an das ttQ,""ten die„berechtigten Bestrebungen" der Arbeiter eres m'&mrü'ien«�".oas Sozialistengesetz aufheben, wenn die Sozial- thigen«l�PWen,(1%"mt erklärten, auf weitergehende Forderungen zu �'"e A�". /?'oses Gesetz in„alle Ewigkeit"bestehen bleiben, ki® e« fönne eine solche Erklärung nicht abgeben. Das �■«Äuh ev a'0„berechtigt" anerkennen, sogar der ganze oas sei zwar sehr nöthig im Rahmen der Heu- � ����weise, ser aber nicht eigentlich sozialistisch. Für U JeuMelon. r 1888. mmur. ui» [40 (Ra4»ni<»» lelet f. j."| °Ai»- l Der Erbe. bM&****« von Friedrich Gerstäcker. ..*4� schüttelte mit dem Kopf, fand sich aber darein, - n l�?ytttri Lftug�QKen* denn ewig konnte es ja nicht dauern o�ike 58"* P Uno. t Jam auch eine leere Droschke vorüber, die er * 00 Ii.#»>�'"fen hätte. Wer aber hat schon je bei Regenwetter, iufchatö sie am nothwendigsten brauchte, eine leere m,"»ie bi/�.���f�"Ultcyer m joicper �en emzu- '�r Zlii�A? tinen„ N'egen, denn man trifft nur in Ausnahme- ' tbnecl!'� benn on,'hueu auf der Straße. Der Staatsanwalt rfbäWiT Rrh.auch vergeblich eine volle Viertelstunde und ' 10� Uhr i mtinopn �?ar Aial vor, lieber mitten in den Regen hin- ... scharf an den Häusern wegzulaufen. Jedesmal nfeh Wa J-tP*4, als � � einem halben Entschlüsse gekommen war, mwilv Ä"b,n? Es kommt gar nicht vor, und über- 44� pr. wft 5A�. T*'1'"1 »eu" 8to en' Sit t" dastand, arbeitete sich ein Herr mit * �urch den—■"" ÄiT" immi Windstoß eine andere Richtung er- Inhalt über den unglücklichen und wehrlosen Eigenthümer des Schirmes aus- die Aeußcrung:„die Sozialdemokratie habe das deutsche Kaiser- reich gezwungen, eine staatssozialstischc Maske vorzunehmen," erhielt der Redner von dem den Vorsitz führenden Vizeprä- fidenten Bubi einen Ordnungsruf.(Von Seite des Herrn v. Wedell-Piesdorff würde dies unstreitig nickt geschehen sein, aber die„liberalen".Herren Präsidenten lfind von jeher, namentlich gegen sozialdemokratische Redner, viel w e- niger objektiv gewesen, als die konservativen.)— Ein höchst aufmerksames Ohr bei allen Parteien fanden die wirklich geistvollen Ausführungen des Redners über den Begriff der „Revolution", insbesondere auch seine Zitate aus den Werken nicht sozialistischer Schriftsteller über dieses Thema und über die Möglichkeit der Verhütung von gewaltsamen Um- wälzungen durch rechtzeitige ehrliche Durchführung aus- reichender sozialer Reformen. Recht bedenkliche Gesichter machten verschiedene von den Herren„Führern" der Nationalliberalen, als Bebel ihnen unter Aufzählung einer Reihe von Beispielen vorhielt, wie gerade sie es gewesen, die Schritt für Schritt jegliche politische und bürgerliche Freiheit preisgegeben und der Reaktion Vorspanndienste geleistet haben. Auch die Vergleiche der Zustände in Deutschland mit denen in Frankreich, Italien, Dänemark, England u. s. w. machten einen ersichtlichen Ein- druck, der aber freilich bei den eingefleischten Anhängem der Ausnahmcgesetzgebung niemals so tief einwirkt, um ihre Bekehrung herbei zu führen.— Die Sozialdemokratie, dies hob Redner besonders hervor, habe fich in Deutschland trotz aller sie bedrückenden Maßregeln, während der ganzen Dauer des Ausnahmegesetzes stets vollkommen inner- halb der Grenzen des gemei en Rechts gehalten; trotz der raffinirtestcn Polizeispionage, die in Berlin z. B. so weit gehe, daß jeder sogenannte Kriminalbeamte, der die Arbeiterbewegung zu beobachten habe, fich innerhalb der Arbeiterkreise einen„Ver- trauensmann" halte, der mit ziemlich hohem Betrag honorirt werde, konnte so unendlich wenig belastendes Material zu Tage gefördert, konnten so wenige Personen dem Richter übermiesen werden, daß man sich in der That wundern müsse, wozu denn eigentlich das viele Geld ausgegeben werde; es gehe daraus aber auch unzweifelhaft hervor, daß die sozialistischen Arbeiter in Wirklichkeit keine Ungesetzlichkeiten begehen. Auf denFall Fi s ch er- Zürich übergehend, erklärte Bebel, daß Polizeihaupmann Fischer ihm und Singer gar keine direkten Mittheilungen aus den Untersuchungsakten gemacht, sondem nur das a m t l i ch b e- st ä t i g t habe, was sie von anderer Seite schon erfahren hatten. Dagegen sei es gerichtlich festgestellt, daß dem in letzter Zeit oft genannten„Schutzmann" N a p o r r a gerichtliche Akten zur Durchsicht ausgehändigt worden seien, wir dies auch schon in andern Fällen, u. A. auch in dem 1870 gegen ihn(Redner) und Liebknecht anhängig gewesenen Hochvcrrathsprozcsse der Fall war. Die von Herrn von Puttkamer in der Kommission be- strittcne Thatsache, daß die„Freiheit" durch Vermittelung des Spitzels Schröder mit preußischen Polizeigeld bezahlt worden sei, müsse er nach den vorliegenden Beweisen und Indizien völlig aufrecht halten; durch den schweizerischen Bundesrath sei auch weiter unzweifelhaft festgestellt, daß der be- kannte Herr von Ehrenberg in der Schweiz der a n a r ch i st i- s ch e n Bewegung angehört und gegen sein Vaterland konspirirt schüttet worden, und Witte erkannte jetzt erst in dem Ein- geregneten den Rath Frühbach. „Ei, ei, mein lieber Herr Rath," sagte er,„Sie sind ja in ein ganz gehöriges Sturzbad hinein gerathen. Das nenn' ich ja vollkommen unter Waffer gesetzt. Es ist aber auch wirklich ein Hundewetter." Rath Frühbach brauchte einige Zeit, bis er seine Seh- Werkzeuge wieder in Ordnung hatte, denn er erkannte den Staatsanwalt nicht gleich an der Stimme. Während er aber die Brille noch abwischte, bog er den Kopf herunter, als ob er sie auf der Nase hätte und darüber hinweg sehen wollte, und rief plötzlich aus:„Ei, mein lieber Herr Staats- anwalt, das ist mir ja ein ganz besonderes Vergnügen, Sie hier so zufällig zu treffen! Das nehme mir aber kein Mensch übel, so ein Wetter ist ja noch gar nicht dagewesen— dreht Einem den Schirm ordentlich um. Aber so ist es mir ein- mal in Schwerin gegangen. Da spaziere ich auch in aller Gemüthlichkeit, bei fast wolkenreinem Himmel, ein Stückchen vor die Stadt hinaus, hatte aber doch den Schirm aus Vorsicht mitgenommen, als plötzlich ein Gewitter ankommt, und ich war draußen auf freiem Felde, und wenigstens auf tausend Schritt nach keiner Richtung hin ein HauS. Na, ich spannte den Schirm auf, und nun dicke durch. Ja, aber das wurde immer ärger, das regnete, als ob es mit Mulden göffe, genau so, wie jetzt da draußen, und es hörte auch den ganzen Nachmittag nicht auf." „Wenn wir nur eine Droschke bekommen könnten," sagte der Staatsanwalt, der ungeduldig indessen auf die Straße hinaus sah;„ich habe gar nicht einmal so lange Zeit, ich muß nach Hause, und nun das Wetter— mit meinen dünnen Stiefeln— wenn ich nur wenigstens Gummischuhe mitgenommen hätte!" „Die helfen auch nicht viel," sagte der Rath.„Da kam ich einmal Abends in Schwerin aus dem Theater; es war auch nasses Wetter gewesen und ich hatte meine Gummi- schuhe mitgenommen. Während der Vorstellung mußte sich aber der Wind gedreht haben; es wurde bitter kalt und fror, und wie ich nur hinaus auf die steinerne Treppe trete, fühle ich schon, daß ich zu nitschen anfange. Ich trete also sehr vorsichtig hinunter auf das Pflaster, erst mit dem hat; trotzdem aber habe man noch nichts davon gehört, daß gegen diesen„Herrn das militärische Ehrengerichtsverfahren eingeleitet worden wäre, wie dies gegen den früheren Major H i n tz e wegen deutschfreifinniger Agitation und kürzlich gegen einen sächsischen Militär-Reservearzt wegen einfacher Zugehörig« kcit zur Sozialdemokratie geschehen sei. Auch die Mittheilungen des Ministers über den P o s e n e r P r o z c ß, die er in erster Lesung gemacht, seien— wie aus den Aufzeichnungen eines der Anwälte ersichtlich— in wesentlichen Punkten unrichtig. Bezüglich der Zeugen Jhring-Mahlow und Naporra(ei es nachgewiesen, daß dieselben bei verschiedenen Gelegenheiten Aussagen gemacht hätten, die der Wahrheit nicht entsprechen, es habe fich aber bis jetzt kein Staatsanwalt ge- funden, der sie dieserhalb angeklagt hätte: Jhring-Mahlow habe hiesigen Sozialdemokraten eine Geheimschrift gelehrt und dazu das Stichwort„Kauft Revolver" gewählt. In ähnlichem Gleise bewegte fich die„Thätigkeit" der in preußischem Polizeidienst stehenden oder gestanden habenden Friede« mann, Trautner, Neumann, Elias Schmidt, Weiß(Basel) u. s. w. u. s. w.— Wenn nun von gegnerischer Seite gefragt werde: ja, was hat denn dies Alles mit dem Sozialistengesetz zu thun? so antworte er: ohne dieses Gesetz hätten wir auch dieses korrumpirende Spionaaesystem nicht. Wenn Sie daher diese Früchte des Gesetzes nicht billigen, so ungefähr schloß Redner, so schaffen Sie auch das Gesetz selbst aus der Welt, denn dasselbe wird dereinst die Grube seiner eigenen Anhänger werden. Herr von Puttkamer erklärt vonZvornherein, dem Vor» redner auf dessen historische Ausführungen und die daran ge- knüpften Schlußfolgerungen nicht folgen zu wollen. Als Ant- wort darauf möchte er nur dem Hause empfehlen: nehmen Sie die Verlängerung des Gesetzes an. Etwas weniger kurz, aber eben so bequem, war die Zurückweisung, welche der Herr Minister den neuerlich gegen die Geheimpolizei erhobenen Anschuldigungen zu Theil werden ließ. Herr von Puttkamer begann einfach eine Reihe von Sätzen: E s i st vollkommen unrichtig, daß u. s. w. So in Bezug auf Ehrenberg, gegen den übrigens jetzt das militärgerichtliche Verfahren, in welchem Herr Bebel als Zeuge zu fungiren haben werde, eröffnet sei; so in Bezug auf Haupt: so in Bezug auf Schröder und den Druck der„Freiheit"; so in Bezug auf Naporra und Jhring-Mahlow, auf welche beiden pflichttreuen Beamten sich die Sozialdemo« kraten seit langer Zeit stürzten„wie ein Rudel hungriger Wölfe"; so in Bezug auf alles Andere, was in der Richtung vorge- bracht worden; es sei eben einfach„Alles erfunden"! Irgend welchen Beweis hat, so weit wir das zu beurthellen verstehen, der Herr Minister diesen Behauptungen nicht hinzu- gefügt. Dagegen behauptet er, daß der Züricher Polizeihaupt- mann von seinen Vorgesetzten jetzt als für ein„vollkommen vertrauensunwürdigcs Subjekt" gehalten und als solches bezeichnet würde! Ferner:„die Sozialdemokraten drängten fich massenhaft zur Beschäftigung als Polizeispione".—— Ziemlich leidenschaftlich waren seine Angriffe gegen den Abg. Dr. Bamberger wegen dessen Ausführungen, die er in erster Lesung über die geheimnißvolle Art, in der die bewußte rechten und dann mit dem linken Fuß, und immer ein bischen weiter, und so bin ich den ganzen Weg nach Hau» gegangen." Der Staatsanwalt überlebte sich eben, ob er nicht lieber dem Regen und einem ledenfalls darauf folgende» Schnupfen, als den endlosen Erzählungen des Raths trotzen sollte, als hinter ihnen eine Frau die Treppe herunterkam, auf welche Rath Frühbach, da er gerade wieder seinen Schirm in Ordnung brachte, gar nicht achtete. Es regnete noch mit derselben Hartnäckigkeit weiter, und die Frau spannte unten im Flur, ohne sich um die Herren zu bekümmern, ihren Schirm auf, wollte eben hin- aus in den Guß treten, als ihr Auge zufällig auf Rath Frühbach fiel, der in seiner aufmerksamen Weise Platz machte. „Ne, so'was lebt nicht!" rief sie plötzlich im größten Erstaunen aus.„Da ist er ja— wenn man den Wolf nennt, kommt er gerennt! Ist auch ein vortreffliches Plätz- chen hier, um andere ehrliche Leute schlecht zu machen und zu bereden, nicht wahr? Ja wohl, kann ich mir denken! Aber jetzt wollen wir einmal sehen, ob die Gerichte da» zugeben! Wenn noch Recht und Billigkeit im Lande ist, (o will ich's schon finden, darauf können Sie sich ver- lassen, und Ihren säubern Major, den kauf' ich mir noch dazu!" »Liebe, beste Frau," sagte der Rath,'der zu seinem Entsetzen die Frau Müller aus Vollmers erkannt hatte und jetzt nicht übel Lust zu haben schien, seine ganze Existenz abzuleugnen, denn der Staatsanwalt durfte auf keinen Fall etwas von der Geschichte erfahren. Madame Müller war aber nicht die Frau, irgend jemand Anderes reden zu lassen, so lange sie noch etwas zu sagen hatte, und die wohlwollende Anrede reizte sie ganz besonders. „Der Teufel ist Ihre„liebe, beste Frau"!" rief sie zornig und schien nicht übel Lust zu haben, den schon geöffneten Schirm wieder zu schließen. Sie sollen mir aber vor'» Messer, darauf können Oie sich verlassen, und wenn ich..." »Heh, Droschke! Droschke!" rief der Staatsanwalt auf die Straße hinaus. Er begriff nicht recht, was Rath Früh- bach mit der Frau haben oder gehabt haben konnte, hatte Dynamitkiste nach Zürich gekommen, gethan, sowie über die be- kannte Angelegenheit mit der Korrektur einer Bambcrgcr'schen Rede. Der Vertreter Sachsens, Herr Held, sucht die von Bebel über den Spitzel Schmidt vorgebrachten Thatsachen abzuschwächen und verliest eine Statistik über die im Leipziger Belagerungsgebiet vorgekommenen Verbote, Verurtheilungcn und Ausweisungen. Auch macht er ein Witzchen darüber, daß Bebel die in der ersten Berathung angebotene„Wette", die nationalliberalc Versammlung auf dem Niederwald sei nicht polizeilich angemeldet worden, verloren habe. In längeren Auseinandersetzungen wendet er sich gegen den ihm gemachten Vorwurf, daß er durch seine erste Rede einen Einfluß auf die Richter haben ausüben wollen, in Sozia» listenprozcfsen schärfere Venutheilungen eintreten zu lassen. Annütz sei auch die Gesammtwirksamkeit des Sozialistengesetzes nicht gewesen; wo ständen wir, ruft er aus, wenn das Gesetz nicht gewesen wäre! Die nationalliberalen Redner leiden während der ganzen Verhandlungen über dieses Gesetz unter großer llnauf- merksamkeit des Hauses. So auch heute Herr Oechelhäuser, der bekannte„liebenswürdige" Arbeitgeber, welcher die soziale Frage, wie aus seinen verschiedenen Broschüren hervorgeht, durch die väter- liche Fürsorge Dividenden beziehen derAktwnäre zu lösen sucht. Die Rede dieses Herrn ging zun« größten Theil in der allgemeinen Unruhe, die nach der Rede des sächsischen Reaierungsvertrcters entstand, verloren. Doch ging dabei für die Weltgeschichte nicht viel zu Grunde. Nach ihm sprach der sächsische LandesgerichtsdirektorKurz, derselbe, welcher in der Kommission für die D e p o r t a t i o n ge- schwärmt. Nach dieser Andeutung brauchen wir uns mit dem Spech dieses richterlichen Beamten wohl nicht weiter zu be- fassen. Sehr lebhaft verwahrte sich Dr. B a m b e r a c r gegen die ihm vom Minister gemachten Unterstellungen. Was Banibergcr von der politischen Aufrichtigkeit der Kartellbrüdcr hält, geht aus der Äemerkuirg hervor: es sei ganz gleich, ob in dem be- wußten Stenogramm„verachtend" oder„vernichtend" stehen ge- blieben wäre; hätte er den Fehler des Setzers geändert, so würde man ihm d a S zum Vorwurf gemacht haben, jetzt thue man das Umgekehrte. Ungemein bitter kritisirt er das Austreten und die Redeweise von Puttkamers gegen die Mitglieder der Opposition, denen er Worte wie„seichte Phrasen",„giftige Pfeile" k. an den Kopf geworfen habe, ohne vom Präsidenten zur Ordnung verwiesen worden zu sein. „Genosse Gehlert"— so genannt neulich von Herrn Bamdergcr— hält eine fulminante Pauke gegen letzten, um ihm den„Genossen" heimzuzahlen, räumt dabei aber ein, daß er �gar nicht anstehe, sich in gewisser Beziehung auch als„Genosse" der Sozialdemokraten zu fühlen, wie er denn in seinen Angriffen auf das Manchesterthum tbatsächlich in diversen Punkten die Verthcidigung des Sozialismus über- nimmt. Von„freisinniger" Seite hat man vor einiger Zeit Herrn Gehlert den„sozialpolitischen Struwelpeter" des Hauses geuannt. Diese Bezeichnung ist nicht ganz unzutreffend, Gehlert hat ersichtlich viel gelesen, nationalökonomische und philosophische Werke„studirt", aber nur einen geringen Theil davon verdaut. So brachte er denn auch heute die verschiedent- lichsten Materien wie Kraut und Rüben durcheinander. Nicht ganz ohne Wetth war das Geständniß, daß die Anwendung des Sozialistengesetzes lediglich auf dem Prinzip der Gewalt basire, worüber sich aber die Sozialisten„nicht wundern dürften". Das Gesetz selbst erklärt er als eine„heilige Pflicht" zum Schutze der Arbeiter! Diese„Beweisführung" für die„Nothwendigkeit" des Aus- nahmegesetzes wurde vom Abg. Singer treffend zurückgewiesen und den Herren von der rechten Seite zugerufen:„Die nächste Re- volution guillotinirt nicht, sie expropriirt." Auch die urreaktio- nären Deduktionen des sächsischen Herrn Kurz fanden ent- sprechende Beleuchtung. Das Berichtigungsverfahren des Herrn v. Puttkamer bezeichnet Redner als gleichartig mit dem eines Mannes, der ein ganzes Aktenstück deswegen für falsch erklären möchte, weil zufällig eine unrichtige Hausnummer darin ange- geben ist. Bei der Erklärung des Herrn Ministers über den Herrn Ehrenberg habe ersterer nur davon gesprochen, daß die preußische Regierung nicht in Geschäftsverbindung mit jenem Herrn gestanden, von den verbündeten, insbesonvere von der elsaß- lothringcn'schen Regierung sei dagegen keine Rede gewesen. Merkwürdig sei auch, daß man sich in allen Sozialistenprozessen auf die Angaben von Spitzeln stütze, deren Zeugniß als v o l l st ä n d i g glaub- würdig hinstelle, das die offiziellen Beamten der Polizei mit ihrer Autorität decken, die Subjekte selbst aber, voir denen die Angaben ausgehen, hier im Reichstag als„Nicht- Gentleman" und Schufte bezeichne. Die Angabe des Ministers, es drängten sich Sozialisten massenhaft zum Spitzeldicnst bcant- wartete Singer mit dem Hinweis, daß schon seit längerer Zeit die aus Berlin zur Ausweisung kommenden vorher auf das Polizeipräsidium zitirt und ihnen dort gesagt werde:„Na, nun find Sie arbeitslos, von Ihrer Familie getrennt, es wäre doch besser, jetzt in den Dienst der Polizei zu treten, Sie würden aber auch keine große Lust, einem etwaigen Streit zuzuhören, und der Wagen, der gerade zufällig gegenüber eine„Fuhre" abgesetzt, kam ihm gut zu statten. Der Kutscher Höne auch den Ruf und lenkte um, und mit einem kurzen Gruß gegen den Rath sprang der Staatsanwalt mitten in den Regen hinaus. DaS war dem Rath aber zu viel. Mit der entsetzlichen Frau sollte er hier im Thorweg, und außerdem noch durchaus naß, das Unwetter abwarten? Nein— hier drinnen wüthete eS ärger als draußen, und einen herzhaften Entschluß fassend, spannte er mit einem plötzlichen Ruck seinen Schirm, sagte „Guten Morgen, Madame!" und war mit drei Schritten wieder unter der Traufe. Er hörte noch hinter sich her etwas von„Gerichten" und„Hausschleichern", aber der auf den Schirm schlagende Regen ertödtete die Worte, und dem Sturm in die Zähne arbeitete er sich, Madame Müller ihrem eigenen Schicksal überlassend, die Straße hinauf. Neben der Werkst ätte. Neben der Werkstätte des Schlossers Baumann befand sich da» kleine, aber ganz behaglich eingerichtete Wohnzimmer der Familie, und zwar nicht etwa behaglich durch elegante Möbel oder sonstigen Zierath, sondern weit mehr durch die wirklich auffallende Sauberkeit, die dort herrschte, so daß Baumann selber oft lachte, wenn er mit seinem rußgeschwärzten Gesicht und eben solchen bloßen Armen zum Frühstück oder sonst einmal hereinkam und dann meinte, er passe da eigentlich gar nicht hin und müsse immer vorher an der Thür„ab- getreten" werden. Er paßte aber und gehörte trotzdem da ganz besonders hinein, denn seinem unermüdlichen Fleiß sowohl als seiner Geschicklichkeit verdankte die Familie gerade diese Behaglichkeit, die nur die Frau noch durch ihr ewig thätiaes Schaffen und Sorgen zu erhöhen und zu er- halten wußte. Baumann hätte sich auch in der That keine bessere Frau wünschen und sie auf der weiten Weit finden können; eine sorgsamere für ihn und seine Bequemlichkeit gewiß nicht, denn waS sie ihm an den Augen absehen konnte, das that sie. Dabei war in den langen Jahren ihrer Verh'eirathung auch noch nicht ein einziger Zank zwischen ihnen vorgekommen, gut dafür bezahlt werden." Es sei wohl erklärlick, daß in dieser Nothlage hie und da einer der Lockung nicht widerstehen könne. Der aus Berlin und Leipzig ausgewiesene Schmied und Spitzel Heinrich sei wegen Hehlerei und Nothzucht in Magdeburg in Untersuchung gewesen, wegen elfteren Vergehens sogar steck- brieflich verfolgt worden, habe aber trotzdem von der Berliner Polizei 500 M. erhalten, um seine Flucht zu bemerk- stelligen!— Ter rein prinzipiell gehaltene Schluß der Rede Singers richtete sich in kräftigen Worten gegen die auf konservativer Seite zum Ausdruck gelangte Hoffnung, man werde vielleicht nach zwei Jahren in der Lage sein, den jetzt der Verschärfung widerstrebenden Elementen beweisen zu können, wie nothwendig dieselben gewesen wären. Die Angehörigen der sozialdemo- kratischen Partei, der einfachste Arbeiter sowohl als die mit Wort und Schrift für die Sache thätigen Genossen, seien sich bewußt, daß sie im Interesse jedes Einzelnen sowohl als der Gesammtheit keinen Fuß breit abweichen dürften von dem, was ihnen durch das Gesetz gestattet sei. Der Wunsch, etwa durch Putsche oder Aehnliches den Nachweis für die„Nothwendigkeit" des Ge- setzes erbringen zu können, werde an der Intelligenz der deutschen Arbeiterschaft zu Schanden werden. Die Sieger in der nun beendeten Debatte seien die Sozialdemokraten. Damit war die Gencraldiskusfion zu Ende. In der sofort eröffneten Spezialdiskussion ivurdc das Wort nicht verlangt. Nach den üblichen„persönlichen Bemerkungen", die meist sehr unpersönlich waren, kam man zur Abstimmung. Ein Antrag Singer's auf namentliche Abstimmung über das Gesammt gesetz wurde, als angeblich verspätet gestellt, zurückaewiesen. Die nfache Abstimmung ergab die Annahme des •........ w r...... ir.____ o-. r*___ f..... i» sodann erfolgte einfache � Gesetzes mit den Stimmen der Konservativen, Freikonservativen, Nationalliberalcn und einen Theil des Zentrums. Schluß halb 5 Uhr. TnMak-Korresponlimzm» Zürich, 15. Februar. Der Zündstoff, der durch die Noten des Bundesrathcs in Sachen des Polizeihauptmanns Fischer an die hiesige Regierung erzeugt wurde, entlud fich�gewissermaßen in einer Versammlung, die gestern Abend im Floratheater in Hottingen abgehalten wurde. Von allen Seiten strömten die Schaaren herbei und man kann wohl behaupten, daß mindestens 1000 Personen aus allen Kreisen der Bevölkerung anwesend waren. Nach Eröffnung der Versammlung gelangte eine Zu- schrift des Universilätsprosessors V ö g e l i n, welcher das Referat übernommen hatte, zur Verlesung. Vögelin bedauert, daß sein Gesundheitszustand ihnr Reden und Besuchen von großen Ver- sammlungen verbietet. Er nahm aber das Vorgehen Fischer's in Schutz und konstatirte, daß sich dieser ein ungewöhnliches Verdienst unr die Sache ver Freiheit und um das Vaterland erworben habe. Wenn Fischer sich eines Dienstfehlers schuldig gemacht hat, so geschah dies unter dem Eindruck eines höheren Pflichtbewußtseins. Sollte die durch Erlaß des Sozialisten- gesetzcs drohende Gefahr abgewendet werden, so mußte jene Ent- liülluiig eben bei Berathung des Gesetzcs verwerthet werden können, und zwar nicht von den Verfechtern, sondern von den Gegnern des Gesetzes. Das Untersuchungsresultat war übrigens vollkommen liquid und bekannt. Der Schluß des Briefes lautete:„Nach meiner Ueberzeugung gebührt Fischer der Dank aller derer, welchen die Sache der Freiheit, Sicherheit und Ehre der Schweiz am Herzen liegt." Sodann ergriff Herr Nationalrath Eurti das Wort und kriti- sirte scharf die Erlässe des Bundesrathcs in der Sache Fischer. Dieselben enthalten ein Minimum der Würde, welche von der höchsten Landesregierung im Umgange mit kantonalen Regie- rungen zu erwarten ist. Im gleichen Sinne sprachen noch Na- tionalrath Schäppi und der bekannte Univerfitäte Professor Dr. Dodel-Port. Schließlich wurde unter dem Beifalls- stürme der Versammlung folgende Resolution angenommen: 1. Die Versammlung spricht Hauptmann Fischer für seine Handlungsweise ihren Dank aus und erklärt, daß er sich um das Land verdient gemacht habe. 2. Sie wünscht, daß die Polizeispione und agen's provocatenrs vom Bundesrath künftig als solche und nicht als Anarchisten behandelt werden und das Bundesstrafrecht dahin ergänzt werde, daß es möglich sei, sie nicht blos auszuweisen, sondern zu bestrafen. 3. Sie protestirt gegen jede Einschränkung des Asylrechts. So spricht in der Schweiz das Volk und dementirt damit kategorisch das Verhalten einer„N. Z. Ztg." und ihres An- Hanges._ Politische Ueverstcht. est wider Wurst. In der neulichen Rede Wurst wider Wurst. In der neulichen Rede des deut- schen Reichskanzlers wurde der luror teutom>u», d. h. die ger- manische Rauf- und Kampflust, verherrlicht. Da nun die Rauf» und Kampflust zu den gewöhnlichsten und verbreitetsten Eigen- schaften der Menschen gehören, so melden sich von allen Seiten Stationen, Naliönchen und Personen, die auf diese Eigenschaft Anspruch erheben. In Frankreich wird auf die kuria lranoese, das heißt die französische Rauf- und Kampflust, angestoßen; bei und nur manchmal neckte sie der alte Schlosser mit dem „Stückchen Hochmuthsteufel", der in ihr stecke, und meinte dann wohl, es sei jammerschade, daß sie keine Gräfin ge- worden wäre und in Sammet und Seide und mit langen Schleppkleidern hätte umhergeben können, das würde ihr außerordentlich gut gestanden haben. Aber das war immer nur im Scherz und wurde so gesagt und auf- genommen. Heute saß sie allein in der Stube an ihrem Nähtisch und arbeitete ein Kleid für ihr kleines Töchterchen,' das seit acht Tagen zum ersten Mal in die Schule geschickt war und nun doch manches brauchte, um anständig zwischen den übrigen Kindern zu erscheinen. Wenn eS auch blos Kattun- rückchen tragen durfte, denn der Vater litt daS nicht anders, konnten die doch wenigstens sauber und nett gemacht sein, und darin, wie überhaupt in allen Dingen, besaß sie eine besonders geschickte Hand. Draußen wetterte es gerade, was vom Himmel herunter wollte; der Blitz zischte, der Donner rollte und die ersten schweren Tropfen singen an zu fallen. Die Leute auf der Straße liefen, was sie laufen konnten, um irgend ein schützendes Obdach zu erreichen und ein paar vorüberfahrende Droschkenkutscher hieben mit ganz ungewohnter Energie auf ihre Pferde ein. Die Frau Baumann warf einen besorgten Blick auf die Straße und nach dem Himmel hinauf— aber ihre Else saß jetzt schon lange sicher in der Schule, und bis die aus war, hatte sich das Wetter auch gewiß wieder verzogen. Nur die Schmiede ängstigte sie etwas; dort lag so viel Eisen, und sie fürchtete immer, daß der Blitz einmal da einschlagen könnte, hatte auch ihren Mann oft und oft ge- beten, nur doch wenigstens so lange mit Arbeiten aufzu- hören, als ein Gewitter dauere. Der aber lachte dazu und meinte, der Blitz, wenn er einmal einschlagen wolle, könne ihn überall treffen, jedenfalls eben so leicht in der Stube, wie in der Werkstätte. Die Arbeit dürfe aber nicht rasten, und nur wenn einmal ein Gewitter an einem Sonntag käme, verspräche er ihr, nicht dabei am Ambos zu stehen, was er überhaupt nicht am Sonntag that. Es war mit dem Manne eben nichts anzufangen. den flavischcn Völkern regt sich, wie die München« l-SELj® Suchlho Zeitung" schreibt, der luror«laviens, d. h. die fWß r, von_ und Kampflust, und wenn es so fortgeht, werden baß � Bepo tionalitäten dieses Erdenrundes ihren speziellen suror z« n9fetton gebracht haben— sogar unsere„Landsleute" in 0lti J.\,™e"1 ja auch im Besitz dieser Eigenschaft find, die allndlilzi �"durch d Zivilisation, an deren Spitze wir— gleich anderen«. Wusicru hc zu marschiren behaupten, auf bedenklich gespanntem A- J>en sach Scke» bei Seite— wobin kommen wir. wobm vbgleu uci vweue— wohin kommen wir, wohin...—»>-" Menschheit mit einem solchen Wettrennen animalischerZM� iaafe zulaßt —.........--■--•-'-■witie wird durcl Denn rein animalisch ist jener luror. Und auf diese« nu uui fei.«um find uns die Thiere sogar weit„über". Der Stier, WF, m mdeß Ivi der Hahn können sowohl dem iuror tentonious als(�m s avi us und den furor galli< ns) mit der Curia fran ese und den den furor furor >WW»W>WW>»WMgailii>«I�.. Hit durchschlagendem Erfolg gegenüberstellen,- W Tann wirklich gut, wenn man, statt sich fottwährend in% � äu gehör UUV»WIM» IMMM/|»L*f|W»IVMI�VVI»V'»»|f." Jahrtausende alten Geleise zu bewegen und immer metzU. S»t»r dem fahren, endlich einmal den ernstlichen Versuch machte, Mmkat" hat versiebt? Bahnen einzulenken. Daß es in der bisherigen ewig so weitergehen kann, das muß doch nachgerade 1« fähigen Menschen klar geworden sein. Und denen,' dem naiven Wunderglauben befangen sind, irgend ihnen mit besonderem Genie ausgestattete Person Fähigkeit, der Igelt den Frieden zu sichern und ger stände zu erschanen, legen wir die Frage vor:„Könnte stehen, wenn die unfähigsten Staatsmänner seit' am Ruder wären? Wer kann mit Ja antworten? Der Meeraner Arme«ha«»skandal. Die Zeitung" scheint wegen ihrer ungeschickten Berthe kartellbrüderlichen Attentats auf Menschlichkeit,# Anstand einen Rüffel bezogen zu haben. In ii Nummer(vom 15. d.) kommt sie auf die Sache schreibt:„Disziplinarstrafen in den sächsischen A Die Erklärung aus Meeraner Bürgerkreisen, der Raum gaben, hat der Skandalpresse(!) Willkomms lassung zu tiefsinnigen Betrachtungen über„säcksiM lichkeit" geboten. Diesen Preßmatadoren gegenud» Beschluß des Stadtraths zu Mcerane einzutreten, lich nicht unsere Abficht sein. Schon weil die oL Bestätigung der angefochtenen Hausordnung unser«- noch aussteht, werden wir uns einer Erörterung d« halten. Nur die Bestimmuiiacn, auf welchen die> körperlicher Züchtigung als Disziplinarmittel der et im Regierungsbezirk Zwickau fußt, lassen wir zum jenigen, die sich selbst ein Urtheil in der Sache t' auf Grund der in Fischer's„Zeitschrift für Gesetzgebung der Verwaltung zc." Bd. 4 S. gedruckten Unterlagen hier folgen. In ein« welche die Kreishauptmannschaft Zwickau mit Bezirks- und größeren Gemeinde-Armenanstalten 1883 adhiekt, einigte man sich über folgende Die zulässigen Disziplinarstrafen gegen Dctiniite� weis, 2) Entziehung des Sonntagsausgangs, 3) 2##" Gebiete von auf Miner l Gold- u 'Pt zu erwe mit der( ten und ame und oder AI % emrelne o Judikats üt Erträgnisse und des Taschengeldes, 4) Einzelhaft, 5) der warmen Kost, 6) Arbeiten unter Verschluß,'•.. mit Arbeitsentziehung, 8) Versetzung in eine nt«S ziplinarklasse. 9) enge Haft bis zu 6 Stunden, 10), 11) körperliche Züchtigung bis zu 30 Hieben. Für des Strafübels sind sowohl das zu bestrafende die Umstände, unter welchen dasselbe begangen wult� das übrige bisherige Verhalten des zu Bestrafenden Körperliche Züchtigung insbesondere setzt voraus, Bestrafende der Korrektionsabtheilung angehört,> botmäßigkeit und Äusiehnung, Widersetzlichkeit, That Beamte der Anstalt, Bedrohen und Beschimpfe" Thätlichkeit gegen andere Häuslinge, Trunkenheit?, Exzeß oder Erfolglosigkeit vorausgegangener bei anderen Vergehen, insbesondere solchen, Emlreferung des zu Bestrafenden in die Ansto�v Entweichen und Vagabondiren, Trunkenheit und deitsverweigerung, vorliegt. Die körperliche Züchte" Zustimmung des Anstaltsarztes zu vollstrecken. Haus- oder Anstaltsbeamtcn steht keinerlei Diszipusi: Das Beste an dieser Erklärung ist, daß sie die Nichtbestätigung des skandalösen Machwerks der von Mecrane in Aussicht stellt. Die von der„LeW. gezogenen„Grundsätze" bestehen allerdings, wie un- mird»nd mir erfnhrm mirfi meiter difc nerade M;' i X wird, und wir erfahren auch weiter, daß gerade sätzc" es find, welche die sächsischen Aimenbäuser gebracht und die Insassen derselben so häufig zu trieben haben, deren einziges Motiv der Wunsch n", Zuchthaus zu kommen. Jedenfalls ist es ein groß« daß die Armenhäuser zugleich Arbeits- und Ko«� sind. Ob die Jnhumanltät gegen Korreltionäre od« die nicht Korrektionäre sind, verübt wird, ist P«!? kommen gleichgiltig, um so mehr, als die Grenz»"? beiden Kategorien sich sehr lercht verwischt.„„ häusem und Gefängnissen", so schreibt man uns i" J diese Materie,„find gewiß mindestens ebenso srfiw«? Elemente, und trotzdem ist es eine Thatsache, daß Innracher jc. Sft'l' ftein, Gehest Vwffi ■ leren. Tu iu stürzen". l>ch darb, ÄTS °enn der ÄS" au- -M neugebil! an der C «%« ä?D»nJütuJ (Ngsamtes CÄ ffn C Untere W M«u»sser eblen. T 1 ö» d, nicht Ste 8> fei »°r Kf" KÄ Baumann hämmerte denn auch, mit, Sohn, einem anderen Gesellen und dem Lehsi seiner Seite, wacker darauf los, daß die Funks" Seiten hinaus spritzten, und warf nur einen ty", Blick nach der Thür, als der Regen plötzl'?. Wucht einsetzte und niederschlug. Wie die Mensch sprangen, um unter Dach zu kommen ötffl anz trocken, und lustig schlug er wieder auf daS f "ifen ein..3 Da fuhr plötzlich ein Schirm in die weitg«!! und als er den Kopf dahin wandte, tauchte l Sohn Fritz darunter auf und rief ihm lachend«" Morgen" zu. (Fortsetzung folgt.) #2 erhaupj ufno g-•»»uinc amstm 'Zn, A«» Kunst und ZeH Fouifrnstiidtifchr» Theater. Nachdem W; � f Ungarin" ihre 225. Aufführung gefeiert, tritt n�z menden Woche vom Repcrtoir des Louisenstadtp.l� SfÄ 4:» 'Ng mit 1 K ab, um der nicht minder bewährten und beliebten Platz zu machen. Direktor Emst ist zur Zeit mitl«"�! O? truppen auf's eifrigste mit der zeitgemäß jeder Beziehung neu ausstassirten flotten osse best Zur«isenbahn-zlnfaUstatistik. Im%% vorigen Jahres kamen beim deutschen Eisenbay'� SÄ Ausschluß des bayerischen, an Unfällen vor: 0, iw und 5 Zusammenstöße auf freier Bahn, 23 Entg.�jj 21 Zusammenstöße in Stationen und 150 fonflMs." bei find im Ganzen 162 Personen verunglückt, bahnfahrzeuge erheblich und 131 unerheblich ofn e Reisenden wurden zwei getödtet und zwei ven«- j bcamten und Arbeitem im Dienst beim eigcntliws zIlsenl, SgÄ getödtet und 95 verletzt, bei Nebenbeschäftigung«' und 5 verletzt, von Steuer- zc. Beamten 1 getöb'S den Personen 15 getödtet und 7 verletzt, bei™ suchen 11 Personen getödtet und 2 verletzt. sn. d'�Phe m N. «Uft ptö UN «tz i S' zw unchenn • �'e K r, verde« ball len fnrorju-'1 e" in ie allerdi anderen spanntem wohin nmalischer M Zuchthaus zu Waldheim und in unseren Ge- W, von denen in diesem PunNe urtheilsfähigsten der Bevölkerung, das heißt von denen, welche ' 3,nft persönlicher Erfahrung urthcilen, der Behandlung gieren Armenhäusern und Korrcktionsanstalten vorgezogen wie durch die bekannte Brandstiftungscpidcmie unter den fhäuslcm handgreiflich bewiesen wird. Daß die BeHand- m den sächfischen Gefängnissen vergleichsweise eine sehr 'k m, obgleich auch die sächsische Gefängnißordnung die __________n 1|ttQle zuläßt, sei ausdrücklich anerkannt. Eine grausame ) auf diese« wird durch eine milde Praris aber nicht gerechtfertigt. )er Stier,* l.0en|>ndeß wie ihm wolle, die Meeraner Kartellbrüder haben reu» als W M ihre famose Armen ordnung ein bleibendes Denkmal ;n fuwr' i1- Apropos, was die Leipziger Zeitung" unter„Skandal- ■or galiW. ,1,®wslebt? Wohl die Presse, welche den Skandal aufge- überstellen.,% Dann wäre es ja eine Schande, nicht zur„iirkan- wend in* Zu gehören.— immer nw, Ww dem Kamen„Siidmest-Afrikanische» Gold- uch machte, Wmkat" sich jetzt nach einer Zuschrift der„Nat.-Ztg." zherigen riM.�wlIschaft mit folgendem Zwecke gebildet: Im deutschen »BEbtetc von Südwestafrika Untersuchungeu und Schür- w m Mineralschätze vorzunehmen, Verleihungen auf Ab- «M Gold- und Edelsteinfcldern und Bergwerkscigenthum Wt zu erwerben, wirthschaftliche Einrichtungen aller Art, Hut der Gewinnung von Gold re. zusammenhängen, uen und in eigenen Betrieb zu nehmen, die erworbenen ame und gemachten Anlagen wieder zu veräußern und . oder Aktien- oder Bergwerksgcsellschaften zu bilden, s einzelne oder sämmtliche erworbenen Vermöaensobjekte �?udikats übernehmen.— Bisher find der Gesellschaft �.Mitglieder beigetreten, unter denen sich die Direktion wlontogesellschaft, S. Bleichröder, Deutsche Bank, Dres- ieiKt Ii' Rheinische Kreditbank, Herzog von Ujest, Fürst -wl, Graf Henckcl von Donnersmarck, Geheimrath Haniel, �wacher rc. befinden. Die Geschäfte des Syndikats werden «nein Ausschüsse geführt, bestehend aus den Herren: Ober- rtvf• m- Weber, Senator a. D. Teichen, Freiherrn von nein, Geheimen Kommerzienrath Neubauer und Freiherrn w. Appenheim. Tie Zuschrift behauptet, es bestätige Goldlager in Südwestafrika„erheblich und ausge- ercn. Tie Engländer ständen bereit,„sich auf die Aus- »Kurzen". Wolle man sich in Deutschland die uner- ach darbietenden Vortheile im südwestafrikanischen emete nicht entgehen lassen, so müsse„der Unternch- ck, gerade M v denen, w d, irgend te Person n und geo. „Könnte� ncr seit warten f dal. Die Vertheb ichkeit, 9i . In ihr- : Sache ischen%. en, der« willkommc«, ur* erung deichen die A tel der wir zum ™ seilt sich schleunigst bcthätigen". Es sei dazu die höchste Sache bilde« � Mn der Erlaß der kaiserlichen Verordnung, die den ist für W und das Schutzgebiet zu freiem Bergwerks- -— r, eröffnen wird, stehe nahe bevor.— Welche Wirkung ausüben wird, muß abgewartet werden. Ganz ..JifW. s aber ist es nicht, daß, nachdem schon die Kolonial- ran, lallen hur Südwestafrika sich vergeblich bemüht hat, das er- 'olaeirde®r 4 Kapital aus ihrer eigenen Mitte aufzubringen, nun tiniite fft'u Hitn"kugebildete„Gold-Syndikat" mit ersten Firmen und s gi EnM Kurf,. an der Spitze wiederum das Geld anderer Leute erst el'bast ö)% H: u,m sich die„unerwarteten Bvrtheile" des Goldlandes MuÄ. N Umsehen zu lassen. i???. de» iZA Kerufsgenossrnschaflen haben bereits tl>n, �bütungsvorschriften mit Genehmigung des Reichs- «?uugsamtes erlassen; bei den anderen Genossenschaften Vorbereitung. Für alle Industriellen wird deshalb 3 kurzlich erlassene Rundschreiben des Reichsverfichcrungs- ßj" Interesse sein:„Seitdem die Berufsgenossenschaften K'N von Unfallverhütungsvorschriften geschritten sind, ist wiederholt von Erfindern und Vertretern von U.Sen darum angegangen worden, ihre zur Verhütung den. sende Ktfi igen nnii* trafcnden voraus leschimpst« Äs ErMSchi MC Ansiatt/�"" flauen m gewerblichen Betrieben veitimmtcn Apparaten. �.-�Kenossenschaftlichen Organen und Bctriebsunternehmcm k Diese Eingaben waren in der Regel von dem Leitet, ein Eremplar der betreffenden Apparate ügung stellen zu dürfen. Den Gesuchstellem erwidert, daß die Einführung von bewährten it un« erw W... e ZüchtlSU zwar jU fflytoen im Interesse der Verhütung von Unfällen f! Aufgaben der auf Grund der Unfallversicherungs- 't 1S&M ! GrenM ■cht„IN an uns>" tvJ DischlM�Awittet�eten Berufsgenossenschaften gehöre, icher nicht die«Shalb Z"»n hier aus zu erfolgen habe. Es muffe ks der**1'«ben, filn. Erfindern von Schutzvorrichtungen überlassen der ß([fi" den« ,m Interesse der Verbreitung ihrer Erfindungen > wie uns i8etkj fotftänben der betreffenden Bemfsgcnosscnschaften gerade%"8 M setzen. Auch gutachtliche Atteste und tchäuser A, ig ngen betreffs erfundener Schutzvorkchrunaen auszu- >sig ZU; Jj« Bet»* im Bereich der Funktionen des R.-V.-A. Als lunsch itinen sich jedoch im weiteren Verlaufe zu mehren bc- ein grohtt-»«sseMÄ das R.-V.-A. im Interesse der den Berufs- nd Korrell Ichn>j �'ten hinsichtlich der Unfallverhütung auferlegten eben «■»! � gen wie wichtigen Aufgaben zu handeln, wenn es Tli>i,„!. g'. durch Annahme und Sammlung der angebote- Effabn? �iungen einen Diittelpunkt für den Austausch die Klugen auf diesem Gebiete, eine Lrientirungsquelle »dere Mtieder und Organe der Berufsgenossenschaften, ins- »iiial' Beauftragten(Revifionsingenieure) zu schaffen e nnrf, o,. uus anderen Anzeichen zu folgern war, daß eine , Art einer ständigen Ausstellung gehaltene Samm- iitiitirt i speziell und ausschließlich die Fragen der Unfall- !->&2"i& Auge faßt und sich durch laufende Ausnahme alle WeTai einschlägigen Erfindungen ergänzt, bei r- iM°bl der Unfälle in den versicherten Betrieben- gelangten 113 594 Unfälle, darunter 17 142 ent- M �Pflichtige, zur Anmeldung— einem in industriellen Zz�haupt empfunden- n Bedürfnisse entgegen kommen - Aufnahme, welche die Mittheilung von der Anlage einer mit. ,, dem Leh> e Funk-n einen W ieÄns�, —, abn- auf daS � ; weitgesk! :auchte y lachend e> i abobÄ ä i kurzer Zeit für die Samm- „. lÄcgcnltände haben jene Annahme vollauf be- 'Me(f den eingelaufenen Rückäußcrungen geht hervor, Rh��flchk'eßung, an der diesseitigen Zentralstelle für die «,? Unfallverfichemngsgeseye. welche in beständiger «"it den bcrufsgenossenschaftlichen Kreisen steht, und 'en ein lebhafter persönlicher Verkehr mit den «ersi���genossenschaften, mit Betriebsunternchmern 1 Personen vollzieht, eine Sammlung von Appa- iinb»" f- w., zur Förderung der Unfallverhütung InxZ"' mit großer Befriedigung aufgenommen worden .»LJ? �as R.-V.-A. Vorstehendes den Vorständen zur �erw/flmßnakme bringt, bemerkt dasselbe ergcbenst, daß diäten �p. Eröffnung der Sammlung für den Besuch der "reise demnächst mitgethcilt werden wird." ' antisemitischer Frl»,««. so triumphirt die Ei>..°�tung». wurde in den letzten 14 Tagen auf �öntQ.snv�WoWalen aufgeführt.„Auf Einladung des en, lA-ic /en) hat Herr Liebcrmann von Sonnenberg an e, Dn� dkirchen, Münster, Lünen, Waltrop, Langendreer, ifrgg,«"'"nd. Essen und Bielefeld, Vorträge über die och B'Wten, welche überall ein zahlreiches Publikum nachhaltige Wirkung auf weite Kreise� gehabt sj"' wa« c*"uwyailige Wiriung auf weile»reife geyavi tunh'W sichon in der Bildung mehrerer neuen Reform- dje Sl" ivt U. f- eiPrt« an, u. f. w.— Man vergleiche mit dieser Nach- ung des Abg. von Eynern im Abge- «et qr:v l3. Februar, welche Herr von Eynem gerade °erSff''satlonalzeitung" in ihrem stenographischen Wort- i,i?- die läßt. Herr v. Eynern sagte:„Nun, meine �"ch mit!." tbun, wir leben dort ruhig und fried- „kl. baß.Unseren jüdischen Mitbürgern, und ich muß ge- hp?"nmer mit dem allergrößten Erstaunen diese ' 1{ hier. jenseitigen Hasses und der Verachtung ver- zwischen Christen und Juden ans Licht treten. Deshalb kann ich ganz objektiv darüber urtheilcn, ich begreife das nicht." Zu de« NeichOtagvVeehandlunge««der da» Sozia- Uttengesrtz wird der„Franks. Ztg." aus Zürich gemeldet, daß daselbst eine von gegen tausend Personen besuchte Volksver- sammlung dem Polizeikommissär Fischer wegen seines Verhaltens in der Spitzelaffäre ihren Dank ausgesprochen habe. Von dem Bundesrath wird verlangt er möge gegen die Spitzel ein- schreiten, insbesondere das Strafrecht ergänzen, damit jene, statt wie bisher blos ausgewiesen, auch wirklich bestraft werden können. Die Versammlung protestirte ferner gegen die Ein- schränkung des Asylrechts.(Vgl. auch unsere Original-Korresp. aus Zürich. Red.) Lange» salza, 10. Februar. Eine für die hiesige freireli- giöse Gemeinde prinzipiell wichtige Entscheidung wurde gestern von dem hiesigen Schöffengericht gefällt. Angeklagt war der Prediger der freien Religionsgemeinde aus Nordhausen, Dr. Karl Schramm, wegen Uebertrctung der§§ 9 und 12 des Vereinsgesetzes vom 11. März 1850. Zu Grunde lag der Anklage die Thatsache, daß der Angeklagte am 15. März 1887 bei Gelegenheit des Begräbnisses eines der freireligiösen Gemeinde an- gehörigen Langcnsalzaer Bürgers ohne Einholung der polizei- lichen Erlaubniß auf dem Kirchhofe daselbst eine Grabrede hielt. Die Anklrge erklärt nun das Äegräbniß für„eine Versammlung unter freiem Himmel", für welche nach§ 9 des Vereinsgesetzes die polizeiliche Erlaubniß nothwendig sei, der Angeklagte also sich nach§ 12 desselben Gesetzes strafbar gemacht habe, weil er in einer polizeilich nicht genehmigten Versammlung als Redner aufgetreten sei. Der Angeklagte gab die Thatsache, an jenem Tage eine Grabrede gehalten zu haben, zu, bestritt jedoch, da- durch das Verelnsgescy verletzt zu haben, da es sich hier nicht um eine„Versammlung unter freiem Himmel", die§ 9 im Auge habe, handle, fondern um ein gewöhnliches Leichenbegäng- niß, für welches nach§ 10 desselben G setzes weder eine polt- zeiliche Genehmigung noch überhaupt eine Anmeldung noth- wendig sei. Er beantragte infolge dessen eine kostenlose Frei- fprechung, sowie die Uebernahme der nothwendigen Kosten der Vertheidigung auf die Staatskasse. Der Ämtsanwalt schloß sich den Ausführungen desA Angeklagten durchaus an und stellte gleichfalls den Antrag auf Freisprecbung, auf welche der Ge- richtshof nach kurzer Berathung auch erkannte, indem er in den Urtheilsmotiven ebenfalls die Ausführungen des Angeklagten akzeptirte. Gest-rr-ich-Ungar«. Wien, 13. Februar. Die mit der Organisation der staat- lichen Arbeiter-Unfallverflcherung verbundenen Arbeiten be- schästiaen gegenwärtig lebhaft das verstcherungstechnische Bureau im Mmistei ium des Innern. Es handelt sich um die Schaffung einer Institution, für welche auch Oesterreich noch kein Prä- zedens besitzt, und die Aufgabe ist eine umso schwierigere, als weder das Vorbild, noch die Erfahrung der staatlichen Unfall- vcrsichcrungs-Organisation im Deutschen Reiche, welche sich in wesentlichen Punkten von der österreichischen unterscheidet, als Leitfaden dienen können. Die österreichische Organifation bc- ruht nämlich nicht auf Berufsgenossenschaften, fondern auf dem Prinzipe der territorialen Zusammengehörigkeit, ein Modus, von dem man sich in Regierungskreisen mit Recht eine wesentliche Ersparniß der Betriebskosten verspricht. Die Höhe der letzteren in Deutschland hat einigen Anstoß erregt. Die vermehrten Agenden, welche auf solche Weise unserem versicherungstechni- schen Bureau zugefallen sind und die Nothwendigkeit der Her- anbildung eines fachmännisch geschulten Beamtenpersonals haben den Gedanken der Umwandlung des assckuranztechnischen Bureaus in ein selbstständiges Bersicherungsamt nahegelegt. Ata» hat dabei zugleich die Bildung eines Beirathes mit be- rathcnder Stimme im Auge, dessen Mitglieder zum Theil aus der Mitte der Assekuranzinstitute, zum anderen Theile aus ge- eigneten Persönlichkeiten der Industrie- und der Handelskreise erwählt werden sollen. Kchweiz. Zürich, 14. Februar. Das Vorgehen des Bundesraths gegen den Polizeihauptmann Fischer erregt in demokratischen und sozialistischen Kreisen lebhaften Unwillen und es soll sich am nächsten Dienstag eine Volksversammlung mit der Sache be- schäftigen. Es läßt sich erwarten, daß sie sich zu einer großen Demonstration zu Gunsten Fischer's gestalten wird. Der radi- kale„Winterthurer Landbote gießt etwas Oel in die erregten Wogen und sucht beschwichtigend zu wirken. Er erinnert an die Nctschajew'sche Affäre. Der damalige Bundespräsident Dubs richtete Brief über Brief an die Züricher Regierung, worin er die Auslieferung forderte, während die Züricher Re- aierung entschieden widerstrebte. Endlich fügte sich dieselbe und Netfchajcw wurde wirklich ausgeliefert. Nach einiger Zeit trat Dubs aus dem Bundesrath und wurde Mitglied des zürcheri- schen Kantonsraths.'Hier griff er in einer glänzenden Rede die Züricher Regierung lebhaft an— weil sie Netschajew ausge- liefert. Das Grundargument seiner Ausführungen war, die Züricher Regierung hätte klugerweise merken sollen, daß der Äundesrath einfach eine»on Außen auf ihn einivirkende Presston weitergeben wollte und daß es daher der Regierung angestanden wäre, sich durch nichts anderes als die Erwägung der Sache in ihrer eignen Kompetenz leiten zu lassen.„Wir können nicht dafür,' schreibt der„Landbote",„daß hinter die strengen Mienen, die heute von Bern nach Zürich blicken, und die großen Pausbacken, aus denen einige bomives minoram gentmai dazu blasen, sich uns unnwillkürlich das ironische Lächeln projizirt, mit wel- chcm damals der gewesene Bundespräsident Dubs die Züricher Regierung„abgeführt" hat. Ob hinter dem tragischen Ernst nicht auch heute wieder ein solches Lächeln sich versteckt, wissen wir nicht: wenn's nicht ist, so ist's eben ein Mangel. Die Züricher Regierung ist darob angefahren worden, daß sie einer ersten tadelnden Zurückweisung ihres Polizeivorstehers in die ordinären Formen nicht noch eine zweite, solennere hat folgen lassen. Wir denken, sie werde in Erinnerungen früherer Vor- kommnisse lassen und thun, was in ihrer Kompetenz liegt, das bundesräthliche Quo» ego, namentlich wenn sie erfahren sollte, daß es wirklich einen so langen Stiel hat, ruhig hinter den Rathhausosen stecken und dabei einige der weichen Sprüchlein, die dieser auf sich trägt, sich mit erneutem Fleiß einprägen."— Der Regierungsrath hat bekanntlich bereits definitiv Stellung genommen; Fischer bleibt Polizeihauptmann, und was die über die Typographie des„Sozialdemokrat" verhängte Zensur anbetrifft, so will bekanntlich der Regierungsrath zwar die Auf- ficht führen, er erklärt sich aber außer Stande, Preßvergchen, die in Zürich gegen das Ausland verübt werden, strafrechtlich zu verfolgen. Der Bundesrath aber könnte nur in be- sonders schweren, zu revolutionären Handlungen provoziren- den Fällen auf Grund der Verletzung des Völkerrechts ein- schreiten. So dürste die Zensur praktisch rcsultatlos und die preußische Regiemng ohne die von ihr gewünschte Genugthuung bleiben. Frankreich. Der Prozeß gegen Wilson, Ribaudeau und Genossen hat gestern vor dem Pariser Zuchtpolizeigericht begonnen. Die An- klageschrift beschulvigt Wllson der Theilnahme an Schwindeleien, welche zum Nachthcile mehrerer Personen, die OrdenSauszeich- nungen wünschten, begangen wurden. Holland. Amsterdam, 14. Februar. Heute ist die zweite Kammer wieder zusammengekommen. Die Abgeordneten find sehr ver- stimmt, weil die Regiemng. dem ursprünglichen Plane entgegen, die Neuwahlen bereits auf den 6. März anberaumt hat, denn sonst hätte der Vorsitzende die Kammer gewiß einige Wochen früher einbemfen. Die Kammer beabsichtigt jetzt nur wenige Tage zu arbeiten, well die kurze Frist, welche ihr jetzt noch ge- gönnt wird, nicht gestattet, bedeutendere Angelegenheiten zu erledigen. Die noch nicht behandelten Gesetzentwürfe bleiben also für die neue Kammer aufbewahrt, welche, wie bereits bestimmt ist, am 4. oder 5. April ihre Arbeiten anfangen wird. In» zwischen schlägt der Wablkampf immer höhere Wellen, je näher der entscheidende Tag heranrückt. Die Gründung von neuen Parteien scheint noch kein Ende zu nehmen. Im Haag wurde dieser Tage der Versuch gemacht zur Bildung einer sogenannten „Nationalen Partei", welche sich auf einen höchst konservativen Standpunkt stellen wird, allein diese zukünftige Partei des„frei» finnigen Despotismus" wird voraussichtlich bei dem bevorstehen» den Kampfe keine hervorragende Rolle spielen. Die junge ra» dikale Partei, welche sich neulich in Amsterdam bildete, hat sich bereits mit den Sozialdemokraten überwarfen. Der radikale Wahlverein„Amsterdam" zählt jetzt bereits 260 Mitglieder. allein 40 derselben stellten sich später als Sozialdemokraten reinsten Wassers heraus. Deshalb wurde gestern nach ausführ» lichen Besprechungen der Beschluß gefaßt, daß die Sozialdemo» kraten nicht in diesen blos radikalen Verein gehören und des» halb freundlichst aufgefordert werden, den Verein schleunigst zn verlassen.— Ausgezeichnet! Soziales und Arbeit»'rbemesung. An die Schmiede Deutschlands. In Halle a. S. wurden infolge Beschlusses der dortigen Schmiedeinnung die» jenigen Schmiedegesellen, welche der Vereinigung der deutsche« Schmiede beigetreten ivaren, aus der Arbeit entlassen, und wird deshalb dringend vor Zuzug nach dort gewarnt Daß bei diesem Kampfe der Innung gegen die Vereinigung der Ge- sellen der Zweck die Mittel heiligt und ausdrücklich gegen daS Gesetz gehandelt wird, beweist der folgende wörtlich abgedruckte Inhalt eines Fremdzettels.—„Der Schmiedegeselle Gustav Rades, aus Oberschmon, Kreis Queifutt, hat vom 27. Juli 1887 bis heute bei mir gearbeitet und ist wegen Mitgliedschaft des Fachvereins entlassen. Halle a. S., den 5. Februar 1888. H. Matuschka, Schmiedemeister. Halle a. S., Landwehrstr. 3." Uerewe und Uersammlunge«. Die Dereinigung der deutsche« Schmied» hielt am 13. d. M. in Weick's Lokal, Alexanderstr. 31, eine gut besuchte Versammlung ab, in welcher Herr Vogtherr einen beifällig auf» genommenen Vortrag über das Thema;„Der Werth des Menschen" hielt. An den Vortrag schloß sich eine kurze Diskusston.— Zum zweiten Punkt der Tagesordnung,„Gewerk» schastlicheS", wies der Vorsitzende, Herr Löblich, auf das feste Zusammenhalten der Meisterschaft hin und empfahl den Ge- sellen, ebenfalls einig zusammenzustehen und für ihre gewerb- lichen Interessen einzutreten. Herr Mathes kritifirte das schroffe Vorgehen der Jnnungsmeister in Halle a. S. gegen die dortige« Mitglieder der Vereinigung deutscher Schmiede.(Siehe Soziales und Arbeiterbewegung.) Dieses Vorgehen sollte die Geselle« allerorts veranlassen, sich der Organisation zahlreicher als bisher anzuschließen, da derartige Uebergriffe nur durch eine starke Or- ganisation zurückgewiesen werden können. Herr Heidenreich (Schmiedemeister) führte aus, daß in der letzten Meisterver- sammlung nur zum Nutzen der Gesellen verhandelt worde« wäre und daß hier von einer Unterdrückung der Gesellen über» Haupt nicht die Rede wäre. Schließlich versuchte Redner, die Jnnungskrankenkasse möglichst herauszustreichen, was große Heiter- keit hervorrief. Hr.Walther bezweifelte, daß die Jnnungsmeister auf das Wohl ihrer Gesellen so sehr bedacht wären; wäre dies der Fall, so würden sie den gerechten Forderungen der Geselle« nicht so heftigen Widerstand entgegensetzen. Auch die Jnnungs- krankenlaffe unterzog Redner einer scharfen Kritik; durch Aus» Übung eines gewissen Zwanges suche man Mitglieder für die- selbe zu gewinnen. Das Streben der Jnnungsmeister nach Einführung der Arbeitsbücher zeuge ebenfalls von wenig Ar» beiterfreundlichkeit. Herr Heidenreich versuchte die Einführung der Arbeitsbücher als im Interesse der Gesellen liegend darzu» stellen, was ihm natürlich niemand glaubte. Herr Löchert meinte, die Meister sollen lieber darnach trachten, einen einheit- lichen Tarif für die Schmiedearbeiten aufzustellen, nicht aber sich gegenseitig bei Herabsetzung der Preise zu überbieten: die Meisler m der Umgegend Berlins wären in dieser Hinsieht weiter als die Berliner Jnnungsmeister.— Nachdem der Vorsitzende be» kannt gemacht, daß die nächste Versammlung am 28. Februar stattfindet, wurde die Versammlung geschlossen. Der Lachverein der Farmer und Berufsgenossen hielt am 13. Februar in Krieger's Salon, Wasserthorstr. 68, eine gut besuchte Mitgliederversammlug ab, in welcher Herr Gerisch eine« beifällig angenommenen Vortrag über:„Die Einwirkung der Meeresströmungen auf daS Klima der Kontinente" hielt. Zunr zweiten Punkt der Tagesordnung wurde ein Antrag gestellt. dahingehend, daß die nächste Versemmlung eine General- Versammlung sein soll, in welcher die Ersatzwahl des erste« Vorsitzenden stattfindet. Hierüber entspann sich eine lebhafte Debatte. Der Antrag wurde darauf angenommen. Nach Verlesung einzelner Fragen, welche beantwortet wurden, machte der zweite Vorsitzende bekannt, daß am 17. März im Buggenhagen» schen Lokale am Moritzplatz das Stiftungsfest des Vereins statt» sindet. BilletS hierzu sind in der nächsten Versammlung zu haben. Kranken-«nd Kegräbnilfkasfe der IGürtter«nd Kronreure(Eingesch. Hilfskasse Nr. 60). In der am 12. Februar stattgefundenen ordentlichen Generalversammlung wurde nach Annahme der Protokolle und des Jahresabschlusses, nach welchem die Kasse, trotzdem dieselbe erst seit drei Jahren besteht und ohne Mittel in's Leben gerufen wurde, schon einen Bestand von nahezu 8000 M. aufzuweisen hat. Die Kasse zahlt ihren Mitgliedern gegen Zahlung eines Beitrages von wöchentlich 40 Pf. eine Krankenunterstüyun g vom ersten Tage der Er» krankung an, und zwar für 52 Wochen hintereinander. Auch sür Geschlechts- und Geisteskranke wird Hauskrankengeld, sowie die Kur- und Verpflegungsgcldcr in einer Heilanstalt gezahlt. trotzdem diese Kosten beinahe doppelt so hoch wie in anderen Krankheitsfällen sind. Es wäre Pflicht eines jeden der Kasse noch fernstehenden Kollegen, sich derselben anzuschließen. JedeS Vorstandsmitglied ist zur Aufnahme von neuen Mitgliedern be- rechtigt. Hierauf wurden folgende Herren in den Vorstand ge» wählt; Klein, Äitterstr. 15, erster Vorsitzender; König, Fürsten- sttaße 24, zweiter Vorsitzender; Miesterfeld, Oranienstr. 201, v. 3 Tr, Renbant; Jacckcl, Prinzenstr. 11, erster Schriftführer; Künicke, Gubenerstr. 54, zweiter Schriftführer; als Beisitzer die Herren Teichert, Reichenbergerstr. 34; Schmolt, Waldemarsir. 56; Häßler, Reichenbergerstr. 22; Gürtler, Kottbuserstr. 20: Neumann. Dieffcnbachstr. 69; in den Ausschuß die Herren Dochow. Martendorf ersir. 7; Stephan, Blücherstr. 45a und Zöllner. Skalitzerstr. 24. Der Derrin Kerliner Wohnungsmiether hielt am Mittwoch, den 15. d. Mts., eine zahlreich besuchte Versammlung im Konzerthaus„Sanssouci", Kottbuserstr. 4», ab, in welcher Herr Dr. Schumann einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Zweck und Ziele des Vereins hielt. Nachdem der Vorsitzende zum Beitritt in den Verein aufforderte, meldeten sich 60 Personen. Weitere Meldungen werden beim Vorfitzen» den Herrn E. Malzahn, Mariendorterstr. 4, entgegengenommen. Der mindeste Beitrag beträgt pro Quartal 30 Pf. Fachverein der Metallschrauben-, Facondreher«nd Kerufsgenosseu Kerlin». Generalversammlung am Sonn» tag, den 19. Februar, Vormittags 10% Uhr, im«Salon„König- sladt-Kafino," Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: 1. Sind ferner Unterstützungen an NichtMitglieder zuzahlen? 2. Können Mit- glieder, welche zweimal aus der Vereinigung ausgetreten find. zum dritten Male beitreten, ohne die Reste nachzuzahlen? 3. Besprechung über ein Vergnügen für die Mitglieder. 4. Vereins» angelegmheiten. grtit Nrreinigung der Graveure, Eifeleure und verwandten Berufsgenossen. Versammlung am Montag, den 20. Februar, Abends 8& Uhr, im Restaurant Sahm, Annen- straßc 16. Tagesordnung: 1. Geschäftliches, Ausnahme und Berichte. 2. Vortrag über:„Die plötzliche Preissteigerung der Metalle; die Ursachen und deren Wirkungen". 3. Verschiedenes. Polizeilich nicht genehmigter Maskenball. Ter zu heute(Sonnabend) vom Gesangverein„Freundschaft" im Eta- dlissement„Eiskeller", Ehausseestraße 83, arrangirte Wiener Maskenball kann nicht stattfinden, weil die polizeiliche Genehnii- gung hierzu nicht ertheilt worden ist. JentralKranKen- und Sterbekaste der deutsche» Magenbauer. Sonntag, den 19. d. M., Vormittags 10i Uhr, Versammlung sämmtlich.r Beamten der Ortsverwaltungen bei Säger, Grüner Weg 29. Das Fest des 10jährigen Bestehens der Kasse wird am 14. April in der„Philharmonie", Bern- durgerstr. 22, aefeicrt. Billets find bei allen Bevollmächtigten, Kasfirern und Komitcemitgliedern zu haben. Urrri« zur Mahrung der Interessen der Klavierarbeiter. Heute, Sonnabend, Abends 8% Uhr, Beuthstr. 18, Treppe E, Versammlung. Tagesordnung; 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadel über:„Medizinische Wissenschaft". 2. Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes.— Mitgliedsbuch legitimirt. Allgemeine Kranken- und Kterbrkass» der Metallarbeiter.(E. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 5. Versammlung heute, Sonnabend, Abends 8t Uhr, bei Ackermann, Lothringerstr. 81. Eine össentliche Versammlung sämmtlicher Stein- «ußknopfarbeiter Kerlin« findet am Sonntag, den 19. Februar er., Vormittags 10) Uhr, im Restaurant Böttcher, Köpnickerstr. 150—151, statt. Tagesordnung: Wie stellen sich die Berliner Knopfarbeitcr zur Gründung eineS Fachvereins. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen sämmtlicher Steinnußknopfarbeiter erwünscht. Verein der Parquetbodenleger Kerlin«. Montag, den 20. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Herms, Mauerstr. 86, Versammlung. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl eines Revisors. 2. Verschiedenes und Fragckasten. Fachverein der Kuchbinder und verwandten Berufs- genossen. Heute, Sonnabend, Abends 8) Uhr, Versammlung im Restaurant Rcyer, Alte Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bohn„Was ist von der Falb'schen Erdbebcntheorie zu halten?" 2. Ergänzungswahl zur Arbeits- nachweis-Kommisfion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste sind willkommen. Der Verein zur Mahrung der Juteresse« der Tischler hält heute, Sonnabend, den 18. Febniar, Abends 3) Uhr, im Vereinslokal, Äichaclkirchstr. 39, eine Versamnilung ab. Tagesordnung: Aufnahme neuer Mitglieder, Vereinsan- gelcgenheiten und Verschiedenes. Abrechnung der Billets von Weihnachten und vom Maskenball.— Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Verein der Ginseher(Tischler). Generalversamm- lung Sonntag, Vormittags 10) Uhr, Neue Friedrichstraße 44. Tagcs-Ordnung: 1. Antrag auf Verlegung des Vereinslokals. 2. Vorlage und Anträge des Vergnügungskomitces. 3. Vor- standsanträge. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten. Mitglieds- buch legitimirt. Der diesjährige Vereins- Maskenball findet Sonnabend, den 3. März, in Büß' Ballsaal, Frankfurter- straße 87, statt. Zentral-Kraukru- und KterbeKusse der u. s. w.(E. H. 48), Verwaltungsstelle„Berlin C".- 4B Versammlung am Sonntag, den 19. Februar, Vormittägig! in den„Arminhellen", Kommandantenstraße 20. 1. Abrechnung für das 4. Quartal 1887. 2. Bericht# Generalversammlung vom 8. Januar. 3. Verschiedenes Gesang-, Turu- und gesellige Vereine a» abend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr ini rant, Alte Jakobstr. 38.— Männergesangvcrein Abends 9 Uhr im Restaurant Klemann, LaufitzerstM' Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im M'D Andreasstr. 9.— Quartett des Turnvereins„Froh um Abends 9 Uhr im Restaurant, Schlcgelsrr. 14.— A Turnverein(1. Lehrlingsabtheil.) Abends 8Uhr Elisabcth!� — Turnverein„Wedding", Pankstr. 9, Mannerabthcl»i IC# Uhr Abends: desgl.>. Lehrlingsabtheilung 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographenklaffc liner Handwerkervereins" Abends 8) Uhr Sophienfd- Theater- und Vergnügungs- Verrin„Caritas" 9 Uhr im Louiscnstädtischen Bierhause, Admiralstr. 42. Varl Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends Ballsalon, Weinstraßc 11.— in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11.— Verein der> freunde Abends 8' Uhr im Restaurant Klemann, � straße 41.— Dänischer Verein„Freya" Abends-Ü Restaurant Poppe, Lindensir. 106.— Verein der berger Abends 8'> Uhr bei Vaihinger, Dorothccnsti Verein ehemal. Schüler der 34. Gemcindeschule Abends im Restaurant, Markusstr. 7.— Rauchklub„Qualm 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28. Schellen dritten Sei Gerung »esctze ,■ Sevteml 'Minister£ l Herr Bei welche, wei !30. Theater. Sonnabend, den 18. Februar. Gperuhau«. Der Waffenschmied. Kchausptelkauv. Die Weisheit Salomo's. Dnltsche» Theater. Die berühmte Frau. M«Auer-Theater. Orgelpfeifen. Z»t,»rich- Milh-lmstadtische» Theater. Die Dreizehn. Uiktvria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Gsteuk-Theater. Der Mikado in Berlin. Uestdeuz- Theater. Francillon. FeAeaUiauce-Theater. Die Salontirolerin. MathaUa-Theater. Le coenr et la rnain. Teutrat-Theater. Höhere Töchter. MSuigstädtisches Theater. Das lachende Europa. H»eri ran-Theater. Svezialitäten-Vorstellung. Bcpiltsep Stadt Theater allnertheaterstraße 15, fr. Alhambra-Theat Zum dritten Male: Herz und Heft. Trauerspiel in 5 Akten. In Szene gesetzt vom Oderregisseur Hrn. Förster. Anfang der Vorstellung)8 Uhr. Den Mitgliedern des Verein« zur Mahrung der Juier- tffttt der Klavierarbeitee zur Nachricht, daß unser Mitglied Otto Hambach am 16. Februar plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. Februar, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Sophien- Kirchhofes, Stettinerstraße, aus statt. Um zahlreiche Betheilignng bittet 373 Der Vorstand. T*. SciBaraow's älteste«nd leistungsfähig ste Uhreu-Fabt' jem-zi ftti 1860.| Fabrikpreisen unter 5 jähr Nlckel-Nemontoirnhrcu> Desertion! Freunden und Bekannten hiermit zur Nach- richt, daß unser Kollege Otto Kambach am 16. d. M. verstorben ist.— Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle tes Sophienkirchhofes, Stettiner- straße, auf dem Gesundbrunnen, statt. Die Arbeiter der C. Kechftein'fche» Kof- Pianofortefabrtk. 374 Die schöne Ungarin. Gesangsposse in 4 Akten von W. Mannstädt. Kouplcts v. G. Görß. Musik von G. Steffens. Dt« uenen Konpietv lind vom Kapellmftr. Kerrn Frana Roth homponirt. Telephon Anschluß: Amt III. Nr.tsOIS. Kaffeneröffnung 6) Uhr. Anfang der Vorstellung 7) Uhr. Jeder Kesucher der heutigen Por- Todeaauze ge. Allen Verwandten und Bekannten die trau- rige Nachricht, daß am 16. d. M., Vormittags, unser geliebter und unvergeßlicher Sohn Rudolf im Alter von 3 Jahr 1 Monat nach kurzer, aber schwerer Krankheit sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nach- mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobikirchhofes aus statt. 370 Dies zeigen tiefbetrübt an Rudolf R'ifurth. _ Amalie Rrifurth, geb. Bänsch. Todes- Anzeige, 369 Am 15. d. M., Abends 7 Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden nieine liebe Frau und unsere gute Mutter Johanna Wo«hage geb. Meyer im 41. Lebensjahre.— Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Kiichhofs in der Pappelallee aus statt. Dir ttefb»tr«i>te Gatte nebS Kinder». Kellung erhält«in Souvenir- Gremplar «ratio.-Ws Morgen: Dieselbe Vorstellung._ KömMdlischks Wiiln. Alexander-Straße 40— Kurze Straße 6. 35. Gastspiel von Anna Schnamm. Novität! N-mtiit! u Lustige Possen-Revue mit Gesang in 3 Äkten und 1 Vorspiel von Dr. Gust. Braun. 1. Vorspiel. 2. Anna, zu Dir ist mein liebster Gang und Schnattergang. 3. Durchgegangene Weiber. 4. Bettelstudent von Berlin u. kleine Fischerin. 5 SHer Sftniihrtffs»r_ -Oduuftuucui vvn u. .. Der geschundene Raubritter. Minna Wubbdich. Anna. Engländerin. '' Schusterjunge. Geist. Prinzessin Adelgunde' Hökerin. Anna Schramm a. G. Die Abonnenten des„Berliner Volksblatt" zahlen gegen Vorzeigung ihrer Abonnements- quittung halbe Kaflenpreise. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Schraubendreher Robert Köhler, am 15. Februar in der Charitce nach langem Leiden dem Herrn sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 19. Febr., Nachmittags 2 Uhr, von der Chantec aus nach dem Markuskirchhof, Wilhelms- berg, statt. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Wittwe 376 Anna Köhler nebst Kindern. Fachv. sämmtl. an Holzbcarbeitungs- Maschinen beschäst. Arbeiter. den 20. d. M., Abends 8) Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Innere Vereinsangelegcnheiten, Verschiedenes und Fragekastcn. 377 Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Central- Krankenkasse der Maurer M»»-» m m Mm' , Passage 1 Cr. 9 M.— 10 A. Kaiser-Panorama. Eine bequeme Wanderung durch Kodrn-Heidelberg u. s. w. Zweite Reise durch Gber- Italien. Lago Maggiore u. Como- See. Villa Jirio und Sau Nemo. »eise#r.»as. Schiff Hertha. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. SBT Maoken-Garderobe-*** von Frau Matthiesy Petnzeuilraß« 17« 282 Große Aufführungen, wie Thierkaravaue«:c. find zu haben. KtUigste Preise. Zadensptud billig zu verkaufen. Plautz, Ruppinerstraße 29, im Keller. 371 (Grundstein zur Einigkeit) Gertlich«|I«riwaltnng K er lt« I. Sonntag, den 19. Februar, Vorm. 10 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnfelftraße 10, Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zur nächsten Generalversamm- lung. 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Die im Vereinsblatt enthaltene Tagesordnung ist geändert. Zu gleicher Zeit machen wir auf den am 8. März im Judustriegebäude stattfindenden Maskenball aufmerksam, wozu Billets in der Versammlung und in den mit Plakaten belegten Lokalen zu haben find. 373 Die örtliche Verwaltung. I. A.: E. Pankow. Mehrere kleine Mohunugen mit Wasser- leitung, Klosets:c. find per 1. April zum Preise von 60—70 Thlm. Kronprinzenstt. 19, bei der Frankfurter Allee, zu vermiethen. Pferde- und Stadtvahnverbindung vorhanden.[348 Eine Oeffeutliche Versammlung __ der Sattler findet heute, Sonnabend, den 18. d. M., Nachmittags 3 Uhr, in Habel'« Krauerei, Berg- mannstr. 5—7, statt. Tages-Ordnung: 1. Unsere Streikangclegenheit. 2. Diskussion. 372 Der Einberufer. Mantelnahertun»« verl. Robrlscb, Alte Jakobstraße 92, Hof rechts 4 Tr.[358 Eug-i-os. Berlin S., am Moritzplatz, Oranienstr.-Ecke. Anerkannt beste Bejugiquelle. aus allen Weltauistkllungen preiigekrante Ltand-Weck-ruhren. 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Kihhaiiz-Kinilnlllihs. 2. Weinbergs-Weg 2. dicht am Rosenthaler Thor. Laut Beschluß der Generalversammlung vom 2. Februar sollen nunmehr die vor- handencn diesjährigen Prium-Hrrrrn- Garderoben für den 4. Theil des reellen Werthes schleunigst ausverkauft werden. 14 000 ff. moderne Feiih- jähr» und Sommer-Psletot» von M. 10—34 prima, 12,500 hochfeine Nach u. Iaquett-Anzüge v. M. 15 bis 39, 16 200 ff. Holen»on 3—10 Mark prima, 4500 Ieqnett», schwarze Pocke. Leack«, schwarze Hosen, Burschen-Anzüge, Hamb. Leder- hosen, div. Uhren»c. Sämmtliche Gegenstände werden wegen Ueberfüllung unter Leihwerth ausvcr- kauft. 20 2. Weinbergs-Weg 2. Hie Direktion. €*. Wagner, Berlin S., Oranieuftraße 1 Anerkannt größte KeiM fätzigkeit. Preisgekrönt:„Königsberg 1887."„Dresden „Dusseldorf 1887." Nickel-Remontoir-Uhren..... Silberne Remontolr-Uhren....- Goldene Remontoir-Uhren,' Regulateure........... Vernickelte Stand-Wecker....• r OTT Garan ie bis zu fünf Jahre«. 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Wien Bcralhuna fleht der Gesetzentwurf, betr. die �"Kerung der Giltiakeitsdauer des So- »eng�s cggg(nach den Beschlüssen der zweiten Lesung % Sevtember 1890). �minister Kronsart von SchrUendortt: In erster l derr Bebel auf Vorgänge in der Armee Bezug ge- Welche, wenn wahr, in der That unerhört wären. Die Behauptungen sind aber unrichtig. Herr Bebel t sei fahnenflüchtig geworden, weil er einen Unter- Weigt und ihm deshalb schwere Strafe gedroht habe. d' Deseltionsfalle recherchiren wir nach den Ursachen. :% schreiben Haupt's an seine Verwandten, worin es A lwch noch schellen lassen müssen", scheint hervor- s»ivB Haupt nicht Ohrfeigen erthcilt, sondern empfangen «fahr Unhrcn Aachforschungen haben wir zwar nichts dar- W* können, daß Haupt geohrfeigt worden sei, aber ich nicht direkt in Abrede stellen. Jedenfalls ist «s.ilen etwas anderes, als Ohrfeigen empfangen Aichtig ist ferner nur, daß Haupt nach Erlaß dce �Achen Erkenntnisses sich an das Kommando des fei l.5 gewendet hat, um das Erkcnutmß in Geldbuße "ühi't ZU erhalten. Darauf erhielt Haupt die Antwort eryappt in contnmatiam zu 50 Mark Geldbuße ver- »<°en sei. Wie kommt nun Herr Bebel zu der Be- AB die Fahnenflucht, dieses schwere Vergehen, mit Alchen worden sei? Wenn man gegen einen jL �wppenthcil einen so schweren Vorwurf erhebt, di m rjr doch vorher genau erkundigen. Ziach den �esiimmungen muß zunächst auf Geldbuße erkannt aber nicht ausschließt, daß, wenn man des n.�abhaft werde, eine weitere Strafe verfügt werden . o lediglich nach diesen bestehenden Bestimmungen ist woitzen. �ebrl: Hätte der Herr Kriegsminister meine heutige /jrjutet, so würde er gefunden haben, daß ich ihm eine -wMuung bereitet hätte.(Lachen rechts.) Ich halte Ehrensache, einen begangenen Jrrthum zu be- <50) kann die betreffenden Lrigiualbricfc nicht vor- > sofort noch heute nach Zürich schreiben, um «r,ri„et �nginalbenchte bitten und sie dem Herrn Kriegs- !kuw Durchficht der Briefe ist mir allerdings tn dem angedeuteten Sinne passirt.(Hört! das Militärkommando des 93. Regiments B zwar der Haupt zu einer Geldstrafe von �.verurtheilt wäre, aber nun für immer als (J*eur angesehen werde.(Hört! hört! rechts.) L Fahnenflucht mit Geld kompensirt werden tt,,..ich in meiner ersten Rede selbst für un- wA Die Briefe liegen mir nur in Abschrift vor, Ät-Spl an das Anhaltische Regiment Rr. 93 ge- Hn s.Ter Unterzeichnete, welcher 1875 nach acht- �Sent&ftzeit in der 11. Kompagnie des 93. Regi- ■m Mich, A%nS seitens des Unteroffiziers fahnenflüchtig für s�wiit, ihm gefälligst mittheilen zu wollen das Alstafe Fahnenflucht und ob dieselbe möglicher Weise Melier �*en werden könnte. In Anbetracht, daß Is'Bhft, � Aehr im 34. Jahre steht, verheirathet ist und & auf®0n ein Junge von drei Jahren, hat, in der sÄ�wanj"� günstige" Aufnahme und Beantwortung I Der r>Äs?ller�Batalllon, br. w. dem Regiments- �enmna�U">ier Ehristian Haupt ist laut kriegsgencht- S CnB? vom 13. August 1875 in contuma lam « erklärt und mit einer Geldbuße von worden. 17. 4. 86 von Berlin Rach- hes Infanterie- Regiment 93. Dessau, An Herrn Christian Haupt, Genf. etti«?°uf vorstehende Meldung des Füsilier-Batai- -8' Das ist der Briefwechsel(Lachen rechts). t ATUS INein.«'�»" Wtl bol'"stitie s�-�khum veranlaßte, den ich heute aus ii» ick sticht, gon wollte. lKurufs rechts.) Sie sehen t war. ...------- . zweifeln.(Oho! rechts.) Die Herren können �'rt) die m��igen wollte.(Zurufs rechts.) Sie ckir soi� ss�e Hier habe und das meine Absicht ' �°A° Zwischenrufe verbitten." war. die an der Ehrlich- !z'�um auch ausgesetzt sein. In der zweiten i l°s>e an w! eo und Nobiling sind immer der Rockschöße gehängt worden, cs ist uns y"otigen>n|"ru.?8,B�ür zu Tbeil geworden.(Nein! i. daß öj« K-ic'//.jedoch eine Veröffentlichung erfolgt, - stss& ijr.Biit dem Urheberin jener Attentate bezeichnet A- Zeituna" h8,Qi'/tcnfic� getroffen werden müsse. r\-----«una hrnrf,»---;--- ntoKror« �g'Ngen■>>„ e.'% auch in das„Leipziger Tage � was' üh�r � am Schluß folgendes Gcständniß: jjSubieft.. schimpf und Schande als ein moralisch Nei d?s � Berlin, wo er Mitglied der christ- Lntimus NN Stöcker wurde. Ebenso erklärte Jröneberl M Herrn Stöcker. der bekannte �VVßaur sif s■ ss ÄS Ä ,"ernich�,, k>le Sozialdemokratie durch das Sozia- 'mUAbein: Hcuke handelt es sich nicht mehr um %% die d,c revolutionären Bestrebungen der Ui-,!°.urdia.�uf den„gewaltsamen" Umsturz hi> inaus- sssr srss, i mßcn der Sozialdemokratie an, die i'Hunoen 8t unterstützen wollen. Worin diese Herr?- aber belieben, ist niemandem klar. en ß.cn. aber bestehen, ist niemandem unter sich darüber verständigen wollten, würde eine Sprachverwirrung entstehen, wie beim babylonischen Thurmbau. Was Sie als berechtigte Bestrebungen ansehen, ist im Grunbe nichts sozialdemokratisches, nicht nothwendig mit der Sozialdemokratie verbunden. Und wenn Sie uns nicht eher von dem Sozialistengesetz befreien wollen, als bis die Sozial- demokratie das, was Sie als ihre berechtigten Bestrebungen an- sehen, auch ihrerseits anerkannt bat� so können Sie bis in alle Ewigkeit warten. Die Ziele der Sozialdemokratie sind in der That auf eine Umgestaltung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung von Grund aus gerichtet, und wenn Sie diese Bestrebungen als revolutionäre bezeichnen, so habe ich von meinem Standpunkte dagegen nichts einzuwenden. So viel steht fest, daß überhaupt eine Bewegung nie zum Ziele kommen kann, wenn sie nicht einen bedeutenden Theil des Volkes für ihre Ziele gewonnen hat. Eine rein politische Bewegung giebt es ebenso wenig, wie eine rein religiöse Bewegung. Alle diese Bewegungen sind mehr oder weniger darauf gerichtet, die sozialen Zustände umzugestalten. Das tritt bei keiner großen Bewegung der Geschichte deutlicher hervor, als bei der christ- liehen, die ganz unmöglich gewesen wäre ohne die sozialen Unterschiede, wie sie im römischen Reiche bestanden. Die Völker des Erdkreises schmachteten unter der römischen Fuchtel, die alten Gottheiten halfen nicht mehr, und so war der Boden gewonnen, indem das Christenthum Wurzel faßte. Die Verfolgungen welche das Christenthum zu erdulden hatte, lassen sich Zug um Zug vergleichen mit den Verfolgungen der Sozialdemokratie (Oh! rechts.) Die römischen Cäsaren haben die Christen nicht blos als Sektirer angesehen, sondern als Feinde des Vater- landes, des Staates. Die Haltung der Christen gab? dazu auch Anlaß, denn sie weigerten sich lange Zeit, unter heidnischen Führern zu kämpfen. Die sozialen— ich sage nicht: sozialisti schen— Lehren des Christenthums von Gleichheit, Brüderlich- keil und gegenseitiger Hilfeleistung haben von Jahrhundert zu Jahrhundert an Boden gewonnen, bis schließlich der Kaiser selbst christlich wurde. Ob wir je in Deutschland einen sozialistischen Kaiser erleben werden, weiß ich nicht(Lachen rechts); Thatsache aber ist, daß die sozialistische Bewegung das deutsche Kaiserreich gezwungen hat, eine staatssozialistische Maske vorzunehmen. (Unruhe.) Vizepräsident Knhl ruft den Redner zur Ordnung.(Bei- fall rechts.) Abg. Febel: Die soziale Bewegung in Deutschland hat sehr verschiedene Phasen erlebt. In den 60er Jahren suchte mau sie gegen die liberale Bourgeoisie auszunutzen. Bis Ende der 60er Jahre war der bekannte Geheimrath Lothar Bucher Mitglied der so berühmten internationalen Arbeiterassoziation. Durch seine Vcrmittclung wurde Karl Marx, der berühmte Re volutionär, 1865 angegangen, für den preußischen„Staatsan- zeiger" zeitweise Artikel über die Bewegung der Börse und des Handels ohne jede Reserve zu schreiben. In der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" stand seit 1863 meinem Freunde Lieb knecht Raum offen für tägliche Artikel über sozialistische und kommunistische Bestrebungen. Erst seit 1866, als die Sozial- demokratie als trennender Keil gegen die liberale Bourgeoisie überflüssig wurde, nahm Bismarck eine andere Stellung zur Sozialdemokratie ein. Heute umfassen die sozialistischen Jveen den ganzen Erdkreis. Kein Parlament, kein Mann der Wissen- scbaft kann an ihr nichtachtend vorübergehen. Wäre sie das Werk eines Agitators, so würde sie verschwinden, wie so manche andere. Das ist aber nicht der Fall. Die sozialistische Bewegung ist cntspiungcn aus dm modernen Pioduktionsver- Hältnissen. Tie liberale kapitalistische Bourgeoisie ist ihr Vater und, wenn Sie wollen, auch ihre Mutter. Der Gegensatz vom Rcichthum Weniger und Massenarmuth, von Schwelgerei und Roth wird von den besitzlosen Klassen empfunden. Von Plato bis auf die französischen und englischen Philantropisten hat man das soziale Elend lindern wollen. Diese Ideen gingen aber von einzelnen Utopisten der herrschenden Klassen aus. Unter den Sozialdemokraten giebt es keine Uto pisten. Der einfachste Arbeiter sagt sich: was wir wollen kann mit Gewalt nicht erreicht werden, sondern im Laufe der Entwickelung in der einen oder anderen Weise. Kein Sozialist legt Gewicht darauf, daß der oder jener Fürst regiert, der oder jener Staatsmann am Ruder ist. Ob dieser StantsmannFllrst Bismarck oder v. Bennigsen heißt, ist uns ziemlich Wurst. Gerade so steht es mit den höheren Personen. So bedeutend die Personen an Charakter und Wollen sein mögen: im Grunde schieben sie nicht, sondern sind die Geschobenen und handeln im Interesse und auf die Zustimmung der herrschenden Klassen hin. Unsere Bestrebungen zielen allerdings auf eine neue Staats- und Gesellschaftsordnung ab, aber ich bestreite, daß revolutionäre Bestrebungen absolut mit Gewalt verwirklicht werden müssen. Der liberale Staatsrechtslehrer Bluntschli sagt: das Recht der Revolution ist das Recht der Volksnatur, das sich nicht mehr anders zu helfen weiß; aber das einzige Mittel, die Revolution zu ver- meiden, ist eine gründliche Reform; und Welker sagt, es giebt keinen einzigen Fall in der Geschichte, in der die Revolution nicht durch eine Reform hätte vermieden werden können. Es giebt Revolutionen von oben und unten. Eine Revolution von oben haben wir 1866 erlebt in Preußen bei den Annexionen und der Konfiskation des Vermögens des Königs von Hannover, 1859 bis 1870 in Italien. Eine Revolution von oben und unten war die Steinssche Gesetzgebung und die Aufhebung der Leib- eigenschaft in Rußland. Jede Revolution läßt sich verhüten, wenn die Regierungsgewalt das vorhandene Bedürfniß der Reform anerkennt. Unzweifelhaft sind meine Ausführungen keineswegs etwas Neues.(Sehr wahr! rechts.) Die liberale Partei hat alle diese Grundsätze von jeher als die ihrigen proklamirt. Sie hat sich für die Vereins-, Versamm- lungs- und Preßfreihcit erklärt. Nun erleben wir cs, daß ein Theil der Liberalen, die Nationalliberalen, nachdem sie aus der Rolle der Verfolgten herausgekommen sind, in der Rolle der Herrschenden selbst zu Verfolgern werden. Die Nationalliberalen sind die Urheber der Ausnahmegesetze im Kulturkampfe, gegen die Elsaß- Lothringer, Polen, und schließlich auch gegen die Sozialdemokraten. Welches Maß von Freiheit hat denn jetzt nocb der deutsche Arbeiter gegenüber den Ardeitern im AuS« lande? Nirgends zeigt sich der Humor der Weltgeschichte drastischer als aus diesem Gebiete. In Oesterreich erscheinen für die Arbeiter Zeitungen unbeanstandet, die in Teutschland auf Gmnd des Sozialistengesetzes für gefährlich erachtet werden. Von der Schweiz lede ich nicht. Aber in dem kleinen Däne- mark erscheint eine Zeitung, welche über 20 000 Abonnenten hat, ungehindert durch Ausnahmegesetze. Belgien hat trotz gewisser Gewaltthaten in letzter Zeit keine Ausnahmegesetze erlassen. Wenn jemand im französischen oder belgischen Parlament das ge- meine Recht einschränken oder ein Ausnahmegesetz damit be- gründen wollte, daß der deutsche Sozialismus eine mächtige Gestalt angenommen habe, wurde man ihn einfach auslachen. Die Leute würden es schon aus Nationalgefühl unter ihrer Würde halten, auf Gmnd solcher Motive ein Ausnahmegesetz ,u erlassen. Bei uns findet man es ganz in der Ordnung, daß die Motive für ein Ausnahmegesetz aus dem Auslande geholt werden. Die Kommune kann gewissermaßen als eine hoch- und landesverrätherische Bewegung bezeichnet werden. Frankreich aber, das von der Kommune geschädigt worden ist, hat nach kaum fünf Jahren einen Akt der Hochherzigkeit begangen» wie er in der ganzen Welt einzig dasteht; es hat einfach die Kommunarden amnestirt und hat diesen Akt nicht zu bereuen gehabt. Bei uns wird eine Bevölkerung, die sich von alle dem nichts hat zu Schulden kommen lassen, ohne weiteres unter ein Ausirahmegesetz gestellt. Blicken Sie nach England und Irland. Auch heute noch hat der Jrländer eine Preßfreiheit, die höher steht als bei uns unter der Herrschaft des Sozialistengesetzes. Das englische Parlament hat allerdings einem Ausnahmegesetz gegen Irland zugestimmt, aber die an- gesehensten Staatsmänner des Landes sind auf die Seite von Irland getreten; so Gladstone. Und diese Bewegung hat immer mehr Anhänger im Parlament gewonnen. Die Jrländer er- streben die möglichste Selbstständigkeit in Bezug auf die innere Verwaltung und vollständige Beseitigung des Landlordismus; eine vollständig revolutionäre Bewegung, die ihren Weg auch nach England nehmen wird. Ich bin bei den Londoner Meetings zugegen gewesen und habe von Polizei fast gar nichts bemerkt. Bei einer Versammlung waren zwei Polizisten zu» gegen, aber als aufmerksame Zuhörer. Es waren die Park» wärtcr. Gegen das Einschreiten der Polizei auf dem Trafalgar« Square hat der weitaus größte Theil der englischen Presse protestirt. Bei unseren spießbürgerlichen und kleinen Verhältnissen schreit man sogleich: Zeter und Mordio! Welche schauderhaften Summen werden bei uns aus» gegeben für Spione, die uns überall zu überwachen haben! In Berlin werden sogenannte Vertrauensmänner der Arbeiter mit wöchentlich 30 M. bezahlt, um der Polizei zu be- richten, was sie in den Fabriken gehört haben. Wenn dabei fast gar nichts herauskommt, so erweist das nicht die Unbrauch- barkeit der Polizei, sondern daß sich bei den Sazialdemokraten Handlungen gegen das gemeine Recht nicht aussindig machen lassen. An dieser Stelle hin ich einer Persönlichkeit, die bei unserm Verhandlungen eine Rolle gespielt hat, eine Ehren- erklärung schuldig. Man hat nach außen hin den Eindruck er- wecken wollen, als wenn der Polizeihauptmann Fischer in Zürich weit hinaus über die Bescheinigungen, die er uns gab» uns auch heimlich Akten geschickt habe. Dem muß ich ganz ent» schieden widersprechen. Fischer hat einfach bestätigt, was in dem bekannten Flugblatt enthalten ist. Herr v. Puttkamer hat Herrn Fischer in sehr scharfer Weise angegriffen, und man hätte eigentlich glauben sollen, der ganze Zorn von Herrn v. Putt« kamer würde sich nicht gegen den.Hauptmann Fischer, sondern gegen die Polizeispione und gegen die agents provoiatenrs richten. Aber weit entfernt davon, richtet sich sein ganzerZZorn gegen Fischer, der dazu beigetragen hat, Dinge zu ent- hüllen, womit er seinem Lande, und ich glaube auch Deutschland, eine große Wohlthat erwiesen hat, daß er nämlich diese korrumpirende und dcmoralisirende politische geheime Polizei an die Oeffentlichkeit zog. Herr v. Puttkamer hat in sittlicher Ent» rüstung erklärt, so etwas sei in Deutschland unmöglich und könne nur in einem Lande wie die Schweiz, eine Republik, vorkommen, wo gewissermaßen eine staatliche Desorganisation, eine Art Anarchismus exi stire. In Deutschland kommt Aehn» liches vor. In Bezug auf siiaporra in dem Prozeß gegen Witkowski und Genossen und in dem Posener Prozeß ist kon» statirt, daß, während die Voruntersuchung gegen die Ängeschul» digten schwebte, der die Untersuchung führende Landrichter Ballieu die Untersuchungsakten dem sitaporra zur Durchsicht ein- gehändigt und der letztere Bleistiftnotizen in den Akten am Rande gemacht hat. Als ferner vor 2 Jahren der Reichstags» abgeordnete Äntoine verhaftet wurde, publizitte die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" Briese, die bei ihm vorgesundcn worden waren; die Polizei oder der Untersuchungsrichter müssen das Original oder Abschriften an die Zeitung geschickt haben. In dem Fall Westerwelle> Kozmian wurde, während die Untersuchung im Gange war, ein Brief des Abg. Windt- Horst an Kozmian, der während einer Haussuchung bei dem letzteren gefunden wurde, in der„Kölnischen Zeitung veröffent- licht, ohne daß Absender oder Empfänger etwas davon wußten: auch hier muß die Polizei den Brief der Zeitung zugesandt haben. Aehnlich erging es mir im Jahre 1870, als mein Freund Liebknecht und ich wegen Vorbereitung zum Hochvenath in Untersuchung gebogen waren; Briefe von uns, die damals in Braunschweig bei dem Ausschuß der sozialdemokratischen Partei beschlagnahmt waren und veröffentlicht wurden, können nur mit Zustimmungen der betreffenden�Behörden und Beamten ver- öffentlicht worden sein. Diesen Thatsachen gegenüber bat Herr v. Puttkamer gar keine Ursache, in sittliche Entrüstung über den f olizeihauvtmanu Fischer auszubrechen, der odenein nach dem üricher Strafrecht zu seinem Vorgehen berechtigt war. Die Züricher Regierung hat es denn auch abgelehnt, ihm eine Rüge zu ertheilen, erst der schweizer Bundesrath hat die Rüge beschlossen, aber wir wissen ja, wie dergleichen zu Stande kommt. Herr Fischer wird sich über die Angriffe des Herrn von Puttkamer wohl hinwegsetzen können, nachdem ihm seitens der schweizerischen Bevölkerung die lebhafteste Genugthuung geworden ist. Die Urthcile in der Schwei» über das ganze System der agents provo ateurs, wie es deutscherseits seit zehn Jahren organisirt worden ist, werden hoffentlich dazu beitragen, daß ihm endlich der Hals gebrochen wird. In der Kommission erklärte Herr v. Puttkamer, daß die Angabe, Schröder habe mit preußischem Polizcigelde die„Freiheit" gedruckt, unrichtig sei. Ich habe mich gewundert, daß er zur Feststellung dieser Thatsache 12 Tage Zeit gebraucht hat. beson- ders da der Polizeidireltor Krüger während unserer VerHand- lungen auf der Tribüne anwesend war und mit dem Minister wiederholt konferitte. Demgegenüber will ich folgendes konsta- tiren, daß Schröder kein Vermögen besitzt, sein Geschäft einge» standenermaßen zum Schein betrieb, aus seinem Polizei« geholt den Druck der„Freiheit" nicht bezahlen konnte» die anarchistische Pattei bankrott war, und die„Freiheit", da Most damals im Gefängniß saß, untergegangen wäre, wenn sich nicht die preußische Polizei ihrer an- genommen......' s»• SM« Z- m&mass .Produkt ist, wäre „Freiheit" tödtlich damals schon mit dem Untergange der getroffen worden, wenn nicht Schröder das nöthige Futter zur Erhaltung des Blattes hergegeben Hatzte. Weiter hat Herr v. Puttkamer erklärt, daß Schröder nicht durch Kaufmann der Polizei zugeführt worden sei. Die Thatsache er- scheint mir ungeheuer nebensächlich zu sein, so daß ich darauf kein Gewicht lege. Das ist unbestteitbar, daß er als agent provocateur der Berliner politischen Polizei thätig war. In Bezug auf den Hauptmann v. Ehrenberg hat Herr v. Puttkamer geäußert, derselbe sei nicht von der Polizei dezahlt. Ich nehme das als glaubwürdig an. Alle meine übrigen Behauptungen über Ehrenberg halte ich aber aufrecht, namentlich auch die öfteren Konferenzen desselben mit dem preußischen Gesandten in Bern. Was die Echtheit der von mir vorgetragenen Aktenstücke bettifft, so bemerke ich, daß. nachdem Ehrenberg unter Bruch seines Ehrenwottes sich aus dem Staube gemacht, die Züricher Polizei infolge der Anschuldigungen gegen Ehren- derg die Redaktionen der hervorragenden Zeitungen einge- laden hat. Einficht in die Akten zu nehmen, was nach dem Züricher Recht zuläsfig ist. Bei dieser Gelegenheit sind die Aktenstücke abgeschrieben und mir übermittelt worden. Der schweizerische Bundesrath hat nun Ehrenberg und eine Anzahl seiner Komplizen außer Landes gewiesen, weil sie, wie es in dem offiziellen Erlaß heißt, während ihres Aufenthalts in der Schweiz der anarchistischen Partei angehört, das Asylrecht gemißbraucht hätten und die Doktrin der Anarchisten in ihrer tzeimath zur Geltung zu bringen suchten. Dieses Aktenstück des schweizerischen Bundesratbs kann doch unmöglich den Militärbehörden in Karls- ruhe, wo sich Ehrenberg aufhielt, unbekannt geblieben sein; ich habe aber weder von der Einleitung eines strafgerichtlichen, noch eines ehrengerichtlichen Verfahrens gegen Ehrenberg etwas gehört. Ich erinnere dem gegenüber an den Aall Hinze, dem der Majors- titel aberkannt worden ist; und erst jüngst ist noch einem Freunde von mir, einem Militärarzt in der Reserve, der Abschied zuge- sandt worden, weil er Sozialdemokrat sei. Herr v. Puttkamer bat sodann mitgetheilt, daß das Posener Landgericht die Zeugen Jhring und Raporra für völlig glaubwürdig erklärt habe. In den Zeitungsberichten über den Posener Pro- zcß habe ich keine Zeile gesehen, daß das Posener Ge- richt den Jhring gewissermaßen rehabilitirt habe. Ich habe dazu die Erklärung eines der bctheiligten Rechtsanwälte erhal- te», in der es heißt, das Posener Landgericht habe es ausdrück- lich abgelehnt, ein Urtheil über die Glaubwürdigkeit des Jhring in, allgemeinen abzugeben, er wolle die Berliner Vorgänge nicht in den Kreis der Beachtung ziehen, es frage sich nur, ob die Zeugen Jhring und Raporra in Bezug auf die für den Posener Prozeß wichtigen Thatsachen glaubwürdig seien. Diese Frage sei van dem Gericht bejaht worden, zumal sämmtliche Angaben des Jhring durch die eigenen Angaben der Angeklagten bestätigt worden seien. Der Berliner Prozeß kann ja auch bei dem Po- scner Gericht keine Rolle spielen. Wie könnte sich das Posener Gericht herausnehmen, über das Berliner Gericht zu urthcilen, während demselben nicht einmal die hiesigen Akten vorgelegen haben. Weiter hat Herr v. Puttkamer behauptet, daß dem Berliner Gericht, als es über die Glaubwürdigkeit des Zeugen Christensen sich entschied, nicht gewußt habe, daß derselbe wegen Verbreitung sozialistischer Schriften angeklagt sei. Das war dem Gericht wohl bekannt, Christensen ist ja aus der Haft vorgeführt worden. Das Gericht konnte an dieser Thatsache um so weniger Anstoß nehmen, als die Aussagen Christensens von sieben anderen Zeugen bestätigt wurden. Ein Vergehen, das höchstens mit sechs Monaten bestraft werden kann, kann doch auch unmöglich die Glaubwürdigkeit eines Zeugen beeinträchtigen. Wenn man fcmandcn, der im Gefängniß gesessen, nicht als glaubwürdigen eugcn mehr sollte anerkennen wollen, dann müßte man auf manches Zeugniß verzichten, und die Berliner Staatsanwaltschaft würde sich der größten Inkonsequenz schuldig machen, die mich für den nächsten Dienstag als Belastungszeugen gegen meine eigenen Parteigenossen vorgeladen hat. Auch der Fall Witkowski ist vom Minister nicht richtig dargestellt worden. Das Gericht hat seiner Aussage keine Glaubwürdigkeit beigelegt und konnte es auch nicht, denn von den fünf Richtern des Kollegiums hatten vier in einem anderen Prozesse, der wenige Tage vorher verhandelt war, erklärt, daß Witkowski durchaus un- glaubwürdig sei. Wir haben bei dieser Gelegenheit die interessante Thetsache erlebt, daß zwei Mitglieder des Vundcsrathes die Rechtsprechung der deutschen Gerichte in einer Weise kritisirt haben, daß man im Hause und in der Presse all- gemein glaubte, man wolle dadurch einen moralischen Druck auf die deutschen Gerichte ausüben, damit sie in künftigen Fällen schäi fer gegen die Sozialdemokraten urtheilcn. Durch sieben Zeugen außer dem Zeugniß des Christensten ist also festgestellt worden, daß Jhring sich der schwersten Majestätsbcleidigungen, sowie der Beleidigung gegen einen Prinzen des königlichen Hauses schuldig gemacht hat. Jhring hat die Thatsache in der ersten Instanz abgeschworen, in der zweiten hat das Gericht entschieden, daß dieser Eid falsch sei. Weiter hat Jhring zuge- geben, daß er meinen Parteigenossen die Geheinsschrift gelehrt und als Paradigma die Worte„Kauft Revolver" benutzt habe. Wenn dies die Stützen von Staat und Gesellschaft sind, so gratu- lire ich dazu! Auch gegen die Glaubwürdigkeit des Raporra hat das Posener Gericht keine Bedenken gehabt; es ist aber festgestellt worden, daß er unter Zustimmung des Polizeilommissärs Schöne in in dem polnischen 5zandwerkervcrein sozialrevolutionüre Flug- blättcr vertheilt hat, welcher Verein an sich keine Politik treibt. 'Raporra hak außerdem, als eine Versammlung aufgelöst wurde und Tumult entstand, geäußert:„Wenn jetzt 48 wäre, würde man mit Stöcken auf die Schutzleute einhauen." Er hat aller- dings nachher beschworen, eine solche Aeußerung nicht gethan zu haben; der Zeuge Czionkewicz machte indessen auf den Gerichts- Hof einen solchen Eindruck, daß derselbe die Aeußerung als er- wiesen erachtete und das schließlich auch Raporra zugeben mußte, es sei möglich, daß er so etwas gesagt haben tönne. Aber auch hier hat es bisher keine Anklage wegen Meineides gegeben(Zuruf: Rein, aber das Allgemeine Ehrenzeichen!»; wundern kann man sich darüber aber freilich nicht, in einer Zeit, wo es vorkommt, daß hochgestellte Personen beschwören, mit einer bestimmten anderen Person in keiner Beziehung gestanden zu haben und im Laufe eines Prozesses dann nachgewiesen wird, daß sie mit dieser Persön- lichkeit nicht blos in brieflichem, sondern auch in persönlichem Verkehr gestanden haben. Ich meine den Fall Strecker und das sagt alles. Vor kurzem ist ein Buch erschienen„Das unter- irvische Rußland" von Stepniak; es enthälk eine wahre Glon- fizmmg der russischen revokutionären Bewegung und greift die russische Staatsverwaltung und Regierung in der heftigsten Weise an. Diese Schrift ist auch in Deutschland sofort nach ihrem Erscheinen verboten werden. Der Uebcrsetzcr ist der königlich preußische Polizeispion und ehemalige bayerische Lieutenant Max Trautner, der seinen Aufenthalt in der Schweiz dazu benutzt hat, diese Schrift den Deutschen zugänglich zu machen. Sie sehen, was alles unter diesem Polizeisystem mög- lich ist! Diese Rollen haben übrigens die.Herren von der gc- Heimen Polizei von jeher gespielt; die Fälle, die wir früher vor- getragen haben, sind eben nur, weil sie nicht öffentlich be> glaubigt waren, der öffentlichen Aufmerksamkeit mehr cnt- gangen. Ich erinnere nur an den Zeugen Horsch, den der Polizeirath Rumpff akquiritt hatte, und welcher der Ver- anlasser zu dem ersten Hochverrathsprozesse war. Das Reichs- gcricht hat freilich l)ic_ Zeugenschaft dieses Mannes nachher desavouirt. Horsch trifft in Wahrheit die moralische Verant- wortlichkeit für die Ermordung Rumpffs. Er hat in den an- archistischen Kreisen eine solche Erbitterung gegen Rumpff her- vorgerufen, daß diese schließlich zum Meuchelmord schritten. Ohne das Vorgehen der a�enta pruvocateurs lebte Rumpff wahrscheinlich heute noch. Eine Menge anderer Fälle sind vor- gekommen. Neumann, der 1880 81 die„Freiheit" in Massen kolportirt hat, wurde von uns als Polizeispion entlarvt und steht noch heute im Dienste der preußischen Polizei in Hannover, wo ihitz die Herren v. Bennigsen und Windthorst persönlich kennen lernen können.(Heiterkeit.) Ich erinnere ferner an den Friede- mann in der Schweiz, der das LicWvon Heinrich Heine:„Die beiden Grenadiere", folgendermaßen parodirte:„Was scheert mich Weib, was scheert mich Kind, ich trage weit höheres Ver- kangen: laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind, mein Kaiser, mein Kaiser muß hangen!" Ferner war in Zürich der Sohn des konservativen Grafen von der Goltz mit Sozialisten bekannt geworden. Man erzählte von ihm, daß er einen großen Theil einer ihm in Aussicht siebenden Erbschaft der Sozialdemokratie zuwenden wollte. Flugs berichtete dae Friedemann an den Polizeivirettor Krüger, dieser es an den Vater des Herrn v. d. Goltz, welcher dann seinen Sohn vor der Gesellschaft warnte, da Fricdemann ein Spion sei. Auch Friedemann ist also so von uns entlarvt worden. Der Elias Schmidt, der wegen schwerer Urkundenfälschung verfolgt wurde, bot seine Dienste als Polizeispion in Zürich an und diente dann als agent provocateur. Als er entlarvt wurde, kehrte er nach Dresden zurück, wurde vom Dresdener Schwur- gericht zu vier Jahren Zuchthaus verurthcllt(hört, hört!), später aber begnadigt. Ein anderer Polizeispion war Weiß, der in Basel Plakate, welche das Attentat Stellmachers verherrlichten, verbreitete. In der Schweiz herrscht über diese Zustände große Aufregung. Wenn Sie jetzt auf einer Vergnügungsreise in der Schweiz in Zürich bei den Kolpotteuren auf dem Bahnhof sozialistische Schriften kaufen, so wird dies sofort an die Grenze gemeldet und dort wird Ihr Gepäck ganz genau untersucht. Trotz allen äußerlichen Entgegenkommens denken auch die schwei- zerischen Behörden anders über diese Dinge, die ohne das So- zialistengesetz unmöglich wären. Vor Erlaß dieses Gesetzes haben wir von Polizeispionage und agevts provocatcurs nichts gehört, jetzt ist dieses System weiter und weiter ausgesponnen worden. In allen größeren Städten, auch im Ausland, in London, Paris be- finden sich geheime Polizisten unter den Sozialdemokraten. Was hat nun dieser ungeheuere Apparat für Resultate erzielt? Die Regierung hoffte mit Hilfe des Spionagesystems hier mit überraschenden Thatsachen auftreten zu können, aber trotz der Geheimpolizisten an allen Ecken Europas hat sie nichts zur Begründung des Gesetzes beibringen können, und wenn die Mehr- heitsparteien nicht von Klassenhaß und andererseits von Bereit- Willigkeit gegenüber der Regierung von vornherein beeinflußt würden, würden sie auf die Begründung der Regierung hin dieses Gesetz nie annehmen. Sie betrachten sich als die Hüter der öffentlichen Ordnung und Sitte. Es giebt aber kein Gesetz, welches mehr gegen die öffentliche Ordnung und Sitte verstößt als dieses. Schaffen Sie es sobald als mög- lich aus der Welt, sonst wird es Ihnen einst zum Fluche ge- reichen. Minister von puttkamer: Die historischen und philosophischen Ausführungen des Abg. Bebel würden mich nicht zu einer nochmaligen Polemik gegen ihn veranlassen, seine eigenthümliche Weltanschauung— das will ich zu seiner Ent- schuldigung gelten lassen— führt ihn zu einer diametral entgegengesetzten Stellung, wie die meinige ist, er hat selbst ge- sagt, ein Einverständniß ist nicht möglich. Dagegen hat er auch heute wieder mit Emphase betont, daß seine Partei sich inner- halb der Gesetzlichkeit halte und nicht zu einer gewaltsamen Lösung der Frage dränge, daß sich alles die öffentliche Meinung von setber machen werde, aber er hat einschränkend hinzugefügt, „nur, wenn die besitzenden Klaffen sich von der vollkommenen Berechtigung seiner Anschauung überzeugten", sonst würde es so gehen, wie in St. Gallen prokkamirt sei, also auf dem Wege der Gewalt, unter Abweichung vom parlamentarischen Wege. Das alles ist so oft wiederholt, daß eine Ergänzung überflüssig ist. Ich schweige auch von Plato und den Utopisten. Nehmen Sie das Gesetz in dritter Lesung an, dann werden Sie der deutschen Nation einen bessaen Dienst erweisen, als der Abg. Bebel thun kann. Der Abg. Bebel hat heute wiederum be- hauptet, daß die preußischen Behörden sich der agents provo- cateurs bedienten. Es ist unwahr und erfunden, daß der Herr v. Ehrenbcrg irgendwie mit den preußischen Behörden in irgend einer geschäftlichen Beziehung gestanden hat. Der Abg. Bebel sinrd in der nächsten Zeit in der Lage sein, als Zeuge über diese Dinge aufzutreten, denn der Herr Kriegs- minister hat das Kommando des 15. Armeekorps ersucht, die Untersuchung über.Herrn v. Ehrenbcrg einleiten. Herr Bebel bat nicht einen Punkk für die Behauptung beigebracht, daß von Ehrenbcrg agent provocateur oder überhaupt im Dienste der folizei sei. Das sind überflüssige Monologe, die die Zeit des auscs mißbrauchen. Unwahr ist ebenso die ganze Episode mit dem Briefe des Haupt. Der Herr Kriegsminister hat bereits nachgewiesen, daß der Truppentheil vollkommen korrctt gehan- delt hat. Diese Mittheilungcn werden nur gemacht, um ein verdächtiges Licht auf die militärischen und Polizeibehörden zu werfen, als hätten beide kolludirt, um sich des Haupt als Polizei- spion zu bedienen. Ich muß den Abg. Bebel auf dieser un- richtigen Behauptung festnageln. Entschieden protestire ich auch dagegen, daß die„Freiheit" mit dem Gelde der preußischen Polizei in Zünch gedruckt werde. Ob das 12 Tage gedauert hat, um das festzustellen, ist gleichgiltig, ich pflege meine Untersuchungen mit aller Genauigkeit zu machen. Die mir zugegangenen amtlichen Berichte, an deren Glaubwürdigkeit zu zweifeln für mich geradezu ein Frevel wäre, ergeben ohne Zweifel, daß niemals, zu keiner Zeit, in keinem Falle mit Wissen der preußischen Polizei die„Freiheit" in Zürich gedruckt worden ist. Allein für richtig könnte gehalten werden, daß der Herr Schröder allerdings die vier oder fünf Exemplare der„Freiheit", die die preußische Polizei für sich gebraucht, eingeschickt hat. Die Ouelle des Herrn Singer für diese Behauptung ist der Drucker der„Frei- heit" Wilhelm Bührer. Wer die„Freiheit" kennt, weiß, daß Jeder, der sich mit diesem Preßorgan befaßt, von vornherein ein unglaubwürdiger Mensch, und jeder Gemeinheit, jedes Ver- brcchens fähig ist.(Sehr richtig! rechts.) Den Fall Kaufmann hat Herr Bebel selbst preisgegeben. Wenn er darüber so leicht hinweg geht, hätte er das doch nickt erst zur Sprache bringen müssen. Tann hat Herr Bebel seinen Freund, den Polizei- Hauptmann Fischer, in ein vortheflhaftes Licht zu stellen gesucht. (Lachen rechts.) Dieser ist von seinen Vorgesetzten als ein durch- aus unglaubwürdiges Subjekt bezeichnet worden«Abg. Bebel: Subjekt?), Mann, Beamter. In dem von Herrn Singer unter der Spivmarke„Wortgetreue Abschrift" vor- gelegten gedruckten Schriftstück enthalten die.Haupt und Schröder betreffenden Puntte ein so komplizirtes, thatsächliches und geschäftliches Material, daß es mehr als fraglich ist, ob es möglich gewesen ist, dieses Material ohne Einblick in die Akten zu sammeln. Höchst wahrscheinlich sind also die Herren Bebel und Singer durch den Polizeihauptmann Fischer in die Lage gebracht worden, die Akten kennen zu lernen. Ferner gehört zur Sammlung und Sichtung eines solchen Matenals eine sehr erhebliche Zeit, und doch haben die Herren das ganze Material an einem und demselben Tage gesammelt. (Hört, hört!) Es handelt sich hier lediglich um ein abgekartetes >el, erfunden, um auf die Thätigkeit der preußischen Polizei- tt-s.____• f O: JLA...... p. r. y._ —..... behörven ein schlechtes Licht zu werfen. Diese ganzen angeblich in der Schweiz vorgekommenen Tinge fallen vollständig in ihr Nichts zusammen.«Abg. Singer: Das ist arg!) Und wenn Herr Bebel noch andere Fälle von Weiß, Neumann, Friede- mann hinzufügt, so ist in keinem einzigen dieser Fälle von einem agent provocateur die Rede. Es find bi zahlte Spione, diese Thatsache erkenne ich prinzipiell und generell an. Wir müssen zu dem traurigen Mittel greifen und Leute aus jener Partei kaufen, um hinter die Vorgänge in derselben zu kommen. Das erkenne ich unumwunden an und mache mir kein Gewisien daraus. Es hat uns auch noch niemals an Angeboten dazu gefehlt(Heiterkeit), ich werde geradezu destürmt um Beschäftigung in diesem Zweige.(Große .Heiterkeit.) In dem Verhalten der Herren Sozialdemokraten gegen die beiden oft erwähnten Polizeibcamten herrscht Methode und Konsequenz. Ein Rudel von Wölfen könnte nicht heiß- hungriger, zäher und rastloser hinter seiner Beute herstürzen, wie es von den Herren geschehen ist, um die beiden Beamten durch- aus ins Verderben zu stürzen. Kaum ist in der Posener Ge- richtsverhandlung der Beweis durch eine feierliche Erklärung des Gerichtsvorsttzcnden erbracht worden, daß diese Beamten voll- kommen glaubwürdig find, tritt der Abg. Bebel mit neuem Material hervor, daß sie doch unglaubwürdig find und es ein Skandal sei, sie in Schutz zu nehmen. So sehr ich die Pflicht anerkenne, von jedem mir untergebenen Beamten die strengste Pflichterfüllung, wenn es nöthig ist, Opfer an Leib und Leben zu verlangen, so erkenne ich andererseits als meine heilige Pflicht an, wenn ich überzeugt bin, daß einem Beamten Unrecht ge- sckehen ist, mit aller Kraft für ihn einzutreten.(3 Es wäre eine Versündigung an meinem meiner Pflicht, wenn ich es nicht thäte. Gerade� Beamten Jahre lang mit Hohn, Drohungen und Sa verfolgt und durch die Presse gehetzt sind und weil st« Pflichttreue überzeugt bin, habe ich die Auszeichnung' die über ihr Dienstalter hinausgeht und die sie m».! halten hätten, wenn dieser Fall nicht vorgekommen kann ich vor meinem Gewissen vertreten. Es ist unrichtig, was dem Abg. Bebel durch den betreffend»! anwalt zugetragen worden ist, daß der Vorsitzende W] Landgerichts in dem Prozesse des Berliner Vorpr»' Erwähnung gethan hat. Im Gegentheil, er hat g« Aufgabe unseres Gerichtshofes kann nicht sein, das Vorprozesscs genau zu prüfen, aber ich muß betonen! Glaubwürdigkeit des Herrn Christensen diesen Beair� über durch die nach dem Berliner Prozeß bekannt L Thatsachen in erheblichem Maße herabgemindett ist. ja auch gar nicht anders möglich, wenn man die Tie Akten des Berlrner und Plauener Gerichts Posener Gericht vorgelegen zum Zweck der allgemeine rung über die Sachlage. Das Posener Gericht hat in r" zeugung erkannt und festgestellt, daß diese Bea« die Umtticbe der sozialdemokratischen Partei Jahr«, ihren guten Namen gebracht sind. Und ich will hre� tragen, ihnen denselben zu verschaffen. Der 9%' hat neulich mit nicht mißzuverstehcnder Deuttickkeit>. gewiesen, daß er von mir in unerhört schroffer M Weise Angegriffen worden sei. Ich bedauere das lebhaft, eine persönliche Beleidigung hat mir giW�Jl legen, ich habe nur im Interesse der Sache std-rj Vielleicht war meine Sprache etwas sehr erregt. I?, nicht mit den Gründen für diese Erregung zuruo Staubte in der Rede des Abg. Bamberger vom S&J,- hwerc und gehässige Insinuationen gegen preußst«� die unter mir arbeiten, gehört zu haben. Na«" innerungen, und wie die Morgenblätter meldeten,� zu sorx Gebiete ihre Instruktionen gegeben hätten, wohl auch �- liste nach Zürich gebracht haben könnten. Das l>«k � die Behauptung des Abg. Bebel hinter" j, weder dieser noch der Abg. Singer haben)� gen so weit zu gehen, die Vorgesetzten des S«« rzÄ welch Haupt anzugreifen.. Ich war. dadurch in eure sta� gerathen, so daß ich zugebe, ich bin vielleicht drücken über das Maß hinausgegangen, was icb w jjLj, gen der erlege. Als ich diese zitirten Aeußerungen des. � eben.(. gehört hatte, dachte ich mir, du hast doch wohl W. Wortlaut dessen zu vergleichen, was du im Gedaflun, was die Moraenblätter, die zum Theil stenograp?, sind, bringen. Ich ließ mir das wörtliche Stenogramm H,. wer deschreibt mein Erstaunen, als ich sehe, daß* rungen des Abg. Bamberger einen ganz anderen- ten haben.«Heiterkeit.) Ist das vielleicht� deus ex ma hina erscheinende Setzer gewesen? OP» sagte mir, wenn der Abg. Bamberger sich so wu«° hak, so habe ich über die Sttänge gehauen.*„ Widerspruch, um dessen lAufklärung ich den Awj bitte. Ich hatte folgendermaßen verstanden, und blätter am folgenden Tage brachten es eben � weise auf das in der Regel sehr korren mene Stenogramm der„Norddeutschen AUS«1 tung":„Ich will gar nicht einmal der Annabn unbedingk Glauben schenken, daß die Dynamitlm«' der Mittheilung die Rede ist, durch dieselben Ilm anderen Instruktionen der Herren Schröder und}, haben, nach der Schweiz befördert sei"(hört! will diesen an sich unglaublichen klingenden W'l'Ln' lich in Zweifel lassen." Dagegen steht im phischcn Bericht:„Ich will gar nicht einM schon selbst unbedingt Glauben schenken, daß �: von der in der Mitthcilung die Rede ist-. Schröder und Haupt nach der Schweiz beförvctt m u. f. w. Hier liegt ein dunkler Punkt vor, BcnHy)# ich meinerseits dringend wünsche. Ich halte das m. Stenogrammen für keine Sünde. Ich selbst ma«, Gebrauch davon, wo es sich um stylistische G a m 9 Da ist es eine loyale und parlamentarisch zula.M w dieses Mittels zu bedienen. Der Abg. BambrtS � dingS gesagt, es sei nicht seine Gewohnheit, er a wie möglich. Es wäre mir deshalb interessant, i? ,..entgegenzu ,1C haben der i o revolutionäre ourückhaltunc : mmg bedürfe Eningen kam i'n-r Bessern .ebetn eine« Ö hat. C «tbnter geger ; lsi ia nicht i 'Rer es vor Wn, um ni wie sie vor I Sä Spezialgesetz Meine Rc graten diesel «siecht zu Tinge J haben. 2 bie sozial 'taat. die G reichen, un Demokratie, Sozialrefoi biet voraus Lropen. st Mt°n Tag. % werden ;re 10 Millio �Pension zr worden. Abg. Bamberger wenigstens bedingt den Verdacht a�M� worven. daß dieselben Herren, welche den Agenten Schröder?A.->ig nicht ff»-! st** ♦>■>«■» paf(juclj, tion ; Kurz« Mir für ur rn sich in ;tn werden. ?ren nach gäi W H Vit L-ttZ "38 das hier gethan hat. Sollte das hier nicht der 3«% klA rettend� 'anst treffenden Instruktionen gegeben haben,«(Mg?" ihn um Aufklärung.(Abg. Bamberger:. J��M» d�n, nnhcrt' nhpr irfi rntifi CÄ crf« fpticti erirrrrere�� tQf'et ,•£ ändert; aber ich muß es erst sehen, uy er»»»- ändert zu haben!) Ich bitte den Herrn Präsid«" z chiren, ob das offizielle Stenogramm von stmLjili Sinne geändert ist oder nicht.(Heiterkeit.)% ich Sie, auch in der dritten Lesung die BvrM, anzunehmen.(Abg. Bambergcr tntt an den v- und läßt sich das Manuskript, aus dem der&e{l hat, zur Einsicht geben.).„... sächsischer Generalstaatsanwalt Held ß'U%& schiedcncn Aeußerungen Bebels(namentlich konstatiren, daß das Gros der aus Sachsen Au-s � gewiesen sei auf Grund unmittelbar oolausges. � vf Verurthcilungen. Falsch sei eine Aeußerung Gencralstaatsanwalt) einen gegen die Gerichte g zu milder Urthcile habe in der Kommission M' Als ein richterliches Mitglied in derKommysiov � könne den betreffenden Vorwurf des Redner � habe er vielmehr ausdrücklich erwidert, einen nicht erhoben. Er habe nur gesagt, daß vi« That nicht alle Verbrechen mit der Schärfe 1 sti Schwere des Verbrechens zu erfordern m äp« i denn m d'H rn, «Ä noch jetzt seine Meinung."Namenilich seien � sehr bereit, mildernde Umstände anzunchme• --_ c.___ ra�(,pl was i ,. (agernilmw, flnb m Ä» wohl haben würden, wenn wir Man möge ihm noch ein Wort des Ä keit.)_ Herr Bamberger habe ihm neulich ifi Ä« ivn.y«vwv �jumvtiutv yuw»4,1»— der Vorlage vorgeschlagenen Verschärfungen) rufen:„Zurück" Du rettest den Freunv "P w r ick m t �en �.....------- yw w-,. entgegengesetzten Schluß; wenn wir S"1 ,f berger werde diesmal wohl recht bchal- Jahren werde honentlief) Bamberger tage> mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dn$cbcl Abg.(Ord|fltja«Or(nl.): Der Kritik meiner Partei vergessen, dag wir au«, Gesetzenmitgcwirkt haben, die bestimmt sin o, �pii�v Arbeitgebern und Arbeitern zu bessern. Wen r uns anderen Kulturstaaten gegenüber in den«. iP � weil wir solche Ausnahmegesetze haben, l_.�wlV ......, vernichten oder das Sammelsurium von Xf# kC' Ich M MWZMK � kratie vernichten zu können, wir müssen» Lage Ausnahmegesetze" brauchen, so erkennung, daß wir gerade von A & I 9*1«M ent teten. � entgegenzusetzen." Und der Herr Minister hat gesagt: meinem haben der Sozialdemokratie die Mäßigung aufgezwungen le. Gerade � 5 revolutionäre Ausschreitungen hintertrieben, wir haben ihr gen und S� s,ouluckhaltung aufgezwungen, die wir zu unserer und weil u»«mutig bedürfen." Auf Grund meiner eigenen vielseitigen luszeichnuiür"'Duingen kann ich konstatiren, daß das Sozialistengesetz die sie twr einer Veffemng des Verhältnisses von Arbeitern und gekommen«o Angebern einen entscheidenden und ausschlaggebenden Ein- Es ist W J'fubt hat. Ein gewisses Mißtrauen und eine Zurückhaltung n betreffende» JstWee gegen wohlwollenden Intentionen der Arbeit- lorsiyende da w i)t ja nicht verschwunden und es mag wohl mancher In- ner VortW®"let es vorziehen, sein Geld nicht in Unternehmungen , er hat g» MSin, um nicht sozialistischen Ausschreitungen ausgesetzt zu t sein, das W«, wie sie vor dem Sozialistengesetz so häufig waren. Aber muß betonev Jwube ich sagen zu dürfen, daß wir heute von einer Ver- diefen Bcanill.düng des Sozialistengesetzes vollständig absehen können. z bekannt gc mibe sogar, daß wir nach zwei Jahren erwägen können, emindert ist- nicht das Gesetz mildern können, sei es in der Form man die f Spezialgesetzes, oder in der Form einer Einfügung in r Gerichts d Sememe Recht. Wollten wir jetzt schon den Sozial- er allgemeine»'Wen dieselbe Preßsieiheit, dasselbe Vereins- und Ver- .....• 1878, so würden wir sofort sehen, wie wir sie damals —.... bloßer mechanischer Repression können wir a. sozialdemokratische Bewegung nicht eindämmen, Wah die Gesetzgebung und die Arbeitgeber müssen sich die lachen, um durch positive Maßregeln die Quellen der ich will Istei Ter Abt Deutlichkeit schroffer«»f lauere das f t nur gänM Sache ; erregt. Zung zum ;t vom 28-'. cn preußiM den. Nach' [ex ineldeten, Vervacht JJIöfmoftQtie zu verstopfen. Nicht eine sozialpolitische Maske ozialreform, wie Herr Bebel sich ausdrückte, sondern Ä von so hoher Bedeutung, daß noch kein anderer stch daran gewagt hat. Wenn heute vor 10 Jahren Je- Wet vorausgesagt hatte, daß nicht von irgend einem Hroven. sondern von den verbündeten Regierungen in ''Wen Togen ein Gesetz auf den Tisch des Hauses nie- W werden würde und zwar mit Ausficht auf Annahme, 10 Millionen deutscher Arbeiter eine Alters- und In- "nsion zusichert, er wäre ein lächerlicher Ideologe ge- iveromi-t worden. Damit find aber die Arbeitgeber der Ver- n Schröder»' siWg nicht enthoben, über die immerhin m chanischen hl auch.?»' hinaus auch ihrerseits für das Wohl der Ar- t. Das Mj„v A sorgen. Die deutsche Industrie ist auf hinter Jt �®ebicte— ich darf es mit Stolz sagen— er haben A,;lr. WB'g gewesen. Möchte das Beispiel derjenigen In- i des«, welche so bedeutende Wohlfahrtseinrichtungen für in eine stauQ 1 J'etter gemacht haben, Nachahmung finden und möchten elleicht in,'Samsationcn geschaffen werden, durch welche die sozialen was ick w'L'nßJn der Arbeiter und Arbeitgeber immer friedlicher ge- en des%%(Beifall bei den Nationalliberalen.) h wohl die r ,1,'S- Kurz(t.); Eine Verschärfung des Sozialistengesetzes im GedächlU.>>>„./ �" lür um so nothwcndiger, als die sozialdemokratische il stenograp'v i stch in eine starte und feste Organisation verwandelt -voffMI.Faben die Sozialdemokraten doch zur Berbreitung ihrer n�cine sog. Weltpost begründet. Der Zusammenhang Sozialdemokratie und Anarchismus kann nicht mehr "'S fi £ Ällg-l ;r Annah ynamitkili'' elben der und« ÄÄN« -UnchT wilfcS!" weiden." 'ucluen- Die vielfachen Reisen der sozialdemokratischen vesen? ich.'v nach den Zentren des Anarchismus, nach London, Schweiz und den Vereinigten Staaten würden dies beweisen. Ken hätten, r Iln'-Demokraten 'he Auftreten wenn wir nicht aus dem St. Gallener Partei- wie der Unterschied zwischen Anarchisten zu schwinden beginnt. Mögen die «m—........ noch so harmlos hinstellen, das tt oh�'heee Rede heraus: ihr Arbeiter müßt revolutioniren, TlxioJ' wir das Signal dazu geben. Herr Bebel - vie Attentäter seien lauter hirnverbrannte Leute gewesen. x-'! ihnen aber das Hirn verbrannt? Doch Niemand ii(0u5 die Sozialdemokraten mit ihren Lehren und Schriften. NitiSf Agitatoren, die sich noch obendrein der Gerechtigkeit wissen, ist keine Strafe hart genug. Ich hoffe, daß nach zwei Jahren durch eine Verschärfung des Sozia- die Mittel zur Bekämpfung des inneren Feindes 'wird, die sie zur Bekämpfung des äußeren Fein- „ m-«*,«y(Beifall rechts.' ii fittfg�nzbergrr: Ich war sehr begierig, wie der Minister beförven"� � habe steine neulichen heftigen Angritte gegen mich— vor, deffes� Mt_.7.Mvektiven genannt und halte diesen Ausdruck auf- aalte das �% nicht.Mgen winde. Er hat gesagt, daß er aus meiner Mikte �Wternt direkte Anklagen gegen ihn, sondem nur . ller �'''"Nationen hätte geglaubt herausnehmen zu können. >»- r' der so empfindlich ist für das, was er K im t eim iÜ 1 «iiali-�cr aalte„ i,r.% rar* Beamten/ t aemaw'.yy i».'"uen ä—;»tn unv rerglfiere Piene yane er mir vvegr- r: Jld �iid Ml,'n, ha�st lener Sitzung ist nicht blos vollständig klar gestellt ,?S0 „. so empfindlich.......... �„ »i�°n anftN"'" subjektiven Auffassung als versteckte Infi- b n>it ei«' deginnt seine Auseinandersetzung Heute gegen Vi"f" tineü a?Qnä nackten Insinuation der gröbsten Art, indem I rettet Äf�ehler, der neulich hier gespielt hat, sagt, es ISt �"en srn1 Druckfehler als deus ex rnachina mir zu Hilfe 'ä�'Ußcbnu Herrn v. Puttkamer ein solches Wort ii?e Antniir n Hütte, wie viel Gift und Galle, wie viel ge- ?.°rfen Hungen und vergiftete Pfeile hätte er mir vorge- tk dofi i*' i,1 �'vung Iii nicy i'Mct absolut unschuldiawar an dem, was geändert... �eieniaF, �pwch rechts). Wenn Sie protestiren, so bitte *'1: ich 1, m protestiren, sich zu nennen.(Abg. v. Ham- � Gut, dann wird mir Herr v. Hammerstein den . jein. ttipcPi/>TI» 1 J. r j___ TS.! Srtf»«A 4« % S'ß-k & tnitthAv weshalb ich schuldig war. daß ich in irgend leitend eingegriffen habe, um die Auttk! Richen.(Zurufe rechts: unterlassen!) Also irgend � hat Heute zu verstehen gegeben, als träfe pgranini- tm* Schuld daran, daß der Setzer des %ttnb�°us dem im Manuskript stehenden Wort Msle��''°ern,chtend" gemacht hat. und jetzt wird Ct'i N- l° gefunden, um die Anklage zu retten, als tzi, st'ch') � Ntet gewesen, das zu konigiren.(Rufe rechts. ■ y%n ßK; Sie, wenn ich das korrigirt hätte, was '?"r als' jSie hätten behauptet,„vernichtend wäre ,'st d/n."Uerachtcnd".(Lachen rechts.) Gott m, Himmel, «Nid« ist C�.has für'" �e-----------------------.--dag öenn V r r..vllv* v�aajen recytv.'.......... ift frhnSf � em Unterschied. Ich behaupte,„ver- "wahrt°ls„verachtend". Das ist ja ein Streit und w und das Licht" oder ,, v e r wahrt das �de-(S-hr gut! links.) Äer immer eine 0e Antwort gewicht" S'ebt. in dem'steckt wirklich doch die Ver- Me.netwegen hätte Herr v. Uniuhe, als er mit '''' Druckfehler i können: KKfdlMsuWs icnn .......................... S h?.tQwm nich,? kommen lassen, indem ich an demgednickten nur auf die derjenigen der Mitglieder� Sß*'"'"'' geändert habe. Wenn ich das Manuskript .'g vor mir gehabt, verglichen und mchtt- konnte man vielleicht sagen, ich hatte andern ?*ber nur den Abzug gesehen und dann rst en: und wäre mir etwas aufgefallen, so gesagt hätte: hier hast-- Mir ist nun, als ich mich darauf berief, ich hätte nichts geändert, sondern der Setzer, die Insinuation gemacht worden, ich hätte vielleicht den Setzer bestochen.(Widerspruch rechts.) Es ist mir von einem Äitgliede der Rechten gesagt worden, er hätte diese Aeußemng neben sich gehört. Diese Insinuation wärmt der Minister wieder auf, obgleich sie durch die Thatsachen einfach widerlegt wird. Nun komme ich zur Sache selbst. Es ist ganz richtig, daß der negative Satz, den ich ausgesprochen habe, hier so abgemildert ist, daß statt„Urheber die Instruktionen" steht„die Herren Schröder und Haupt". Aber es ist ja gar keine positive Behauptung, die ich gemacht habe. Ich habe da- mals erklärt, es sei mir ferne, Herrn v. Puttkamer oder einer hiesigen höheren Ministerialbehörde den Gedanken zuzuschreiben, daß sie ihre Spione instmirt Hätte zu agents prorocatenrs. Ich habe auch gar keine zweideutigen Worte gebraucht, ich habe blos exponirt, daß man darauf vorbereitet sein müsse, daß eben solche Subjekte sich ausbilden würden zu agents piovo- cateurs, und daß desweaen eine Art moralischer Verantwort- lichkeit hier eintrete.(Redner verliest die betreffende Stelle seiner damaligen Rede.) In meiner langen parlamentarischen Thätigkeit ist mir nie so viel Böses— ich will kein anderes Wort gebrauchen— gesagt worden, als von Herrn von Putt- kamer zu einer Rede, in der ich von ihm persönlich auch nicht ein- unglimpfliches Wort gesagt Habe. Ich soll die soziale Gesetzgebung persiflirt haben- Ich habe diese Gesetzgebung ganz objettiv dargestellt.(Redner verliest die betreffende Stelle seiner Rede.)(Unruhe rechts.) Sie werden schweigen, wenn ich, provozirt, mich vertheidige, wie Sie schweigen, wenn der Minister spricht.(Abg. v. Kardorff: Ich denke nicht daran!) Ich habe in meinen Ausführungen nicht den geringsten Anlaß zu dem Vorwurf gegeben, daß ich die Sozialreform perfifliit habe; ich habe vielmehr mit der allergrößten Ruhe und Ge- rechtigkeit über die Sache gesprochen. Herr v. Puttkamer ver- gleicht mich ferner mit einem Mann, der dialettische Trampolin- sprünge macht, dann lächelnd von der Tribüne abtlitt und sich dem Beifall des Publikums empfiehlt.(Zustimmung rechts.) Ich entsinne mich, daß vor ungefähr einem Jahre, als Herr v. Puttkamer sprach, einem Mitglied des Hauses auf dieser Seite ganz unwillkürlich ein Wort— ich will es nicht nennen — entsprang, das noch etwas weniger schimpflich, als das von Herrn v. Puttkamer gegen mich gebrauchte ist, aber wesentlich auf dasselbe hinauskommt. Dieses unwillkürlich dem Gehege der Zähne entflohene Wort gab zu einem Ordnungsruf Anlaß, und ich bin fern davon, dagegen zu pro- testiren. Aber seine viel schlimmeren Acußerungen hat Herr v. Puttkamer thun können und die Rechte dazu„sehr richtig!" gerufen. Ohne dem Leiter unserer Geschäfte auch nur den Schatten eines Vorwurfs zu machen, dessen Unparteilichkeit und Wohlwollen ich für meine Person gern anerkenne, muß ich sagen, es hat sich die Praxis ausgebildet, daß die Minister gegen die Parlamentsmitglieder mehr Lizenz haben als diese gegen die Minister. Das ist die Auffassung, die sich der Gesammtyeit bemächtigt hat mit Einschluß der Leitung der Geschäfte. Mit diesem zweiten Streich noch nicht zufrieden, nannte Herr v. Puttkamer meine Ausführungen„seichte Phrasen". Früher erfolgte wegen des Ausdrucks„hohle Phrasen" der Ordnungs- ruf; aber auch diese Bemerkung des Herrn v. Puttkamer ging ungerügt durch. Wessen Gedanken tiefer sind, die des Herrn v. Puttkamer oder die meinigen, das können wir Beide nicht entscheiden; aber ich hätte das Wort nicht gebraucht, weil ich den Ordnungsruf gefürchtet hätte. Alles dies soll nun von mir durch die einzige Nüanze provozirt worden sein, daß die Tynamitkiste als eine von den Jnstruttionsgebern statt von Schröder und Haupt herkommende bezeichnet sei. Der Minister hat mir sodann vorgeworfen, daß ich persönliche L.n- spielungen mache und Spitzen in meine Reden verflechte. Ich soll gesagt haben, daß er.vorschlage"— ich habe das Wort in meiner Rede nicht entdecken können. Dagegen hat der Minist, r selbst in einer Erwiderung eine Verdächtigung meines privaten Charakters ausgesprochen und seine Bemerkung persönlich so zu- gespitzt, wie ich es mir einem Minister oder Mitgliede des Hauses gegenüber nie erlauben werde. Der Minister meinte, ich würde von dem Vorschlagen und Feilschen mehr verstehen als er selbst. Wer mich kennt, weiß, wie unbegründet und un- berechtigt ein solcher Vorwurf ist. Wenn ich weltliche Jnter- essen verfolgte, würde ich etwas anderes treiben können, als das brotlose Metier eines Oppositionsmitgliedes des Deutschen Reichstags. Ich war gezwungen, als ich in das Ausland kam, mir eine Stellung zu suchen, mich selbstständig zu machen; ich war gezwungen, gegen meinen Geschmack— obwohl ich es nicht bereue, da ich darin unendlich viel gelernt habe— in die Geschäftswelt einzutreten; aber ich wäre nicht 15 Jahre darin geblieben, wenn ich es mit gewissen Gentlemen zu thun gehabt hätte, wie Herr von Puttkamer meint. Ob ich gesagt habe: ich glaube nicht, daß die Jnstruttionsgeber die Dynamitkiste befördert haben, oder, ich glaube nicht, daß die Schröder und Haupt sie befördert haben, das kommt auf eins hinaus. Korrekturen mache ich wirk- lich nur in seltenen Fällen. Ich könnte Ihnen aber Beispiele von Korrelturcn anführen, die vom Bundesrathstische aus ge- macht sind. Die Herren v. Bötticher und Sckraut haben seiner Zeit Ziffern, die sie über Ausfuhr und Einfuhr aufgestellt hatten und nachher als falsch erkannten, im Stenogramm ge- ändert. Ich halte das auch für keine Sünde, und ebensowenig, wenn ein Satz, der etwas zugespitzt ist, eine geringe Ab- schwächung erfährt. Das ist also die ganze Sunde, die mir zur Last fällt und worauf Herr v. Puttkamer seine Berechtigung dazu Wirt, mich mit solchen erniedrigenden Angrissen zu überschütten. Herr v. Puttkamer erklärte, es würde ihn freuen, wenn er bedauern könnte, mir Unrecht gethan zu haben. Ich hoffe, er wird jetzt zugeben, daß er mir Unrecht gethan hat. (Widerspruch rechts.)_..,.. Präsident; Herr Abg. Bambcrger hat in seiner Rede de- merkt, daß sich der Gebrauch hier eingebürgert habe, seitens der Geschäftslettung gegenüber den Mitgliedern des Hauses anders zu verfahren, als gegenüber den Mitgliedern des Bundesraths. Ich will mit Bezug hierauf nur die eine Be- merkung machen, daß ich sowie auch meine Kollegen uns stets verpflichtet halten werden, die Mitglieder des Reichstags gegen Beleidigungen durch Mitglieder des Bundesraths ebenso gut in Schutz zu nehmen, wie umgekehrt. Mein Herr Kollege, der bei jener Rede präsidirt hat, hat nicht geglaubt, daß damals eine Beleidigung vorgelegen habe, die weitere Maßnahmen nothig gemacht habe, und dieser Auffassung kann ich mich meinerseits auch nur anschließen.._ v, Abg. Gehlert(R.-P.): Der arme, arme Herr Vorredner! Er ist der Mann, der Niemandem das Waffer trübt, und dem dock das Wasser von Jedermann getrübt wird, und auch ich werde von ihm den letzteren zugerechnet. In der vielberufenen Sitzung vom 28. Januar hat er meiner und des Herrn v. Kleist- Retzow als loyaler, königstreuer Konservativer gedacht, die nicht nur an dem Gegenwärtigen, sondern an allem festhalten, was ,n den vergangenen 500 Jahren geschehen ist, und diedoch recht gut als Genossen im Protokoll der Versammlung von St. Gallen hatten stehen können. Nun hat doch wohl Konigstreue nicht auf der Tagesordnung in St. Gallen gestanden. Herr Bamberger kon- fundirt ganz unvereinbare Begriffe, Kommunismus und Sozia- ÄSf SS, SS ÜÄÄÄnnr. tÄÄ linterschiede ohne weiteres hervortreten. Ich bin nun faktisch ein Genosse der Herren Bebel und Liebknecht, soweit es sich um nie Aufbebung der freien Konkurrenz und die Durchbrechung des Monopols des Geldkapitals handelt. Die Sozialdemokraten find in verhängnißvollen Jrrtbümern befangen, hinsichtlich der Mittel der Ziele und der Art der sozialen Reform; aber diese Männer tragen in sich das Gefühl für das Elend der Menschheit und wissen für diese Ideen zu leiden. Wo sind aber die Ideen des Herrn Bamberger? Jede seiner wirthschaftlichen Ideen ist auch be- reits an die 500 Jahre alt, d. h. längst antiquirt. Ich habe allerdings in meinen letzten beiden Reden sozialistische Ideen ausführlich entwickelt, aber sie auch gewissenhaft mit Argumenten und Thatsachen belegt, auch ganz präzise Fragen an die Adresse der Genossen des Herrn Bamberger gerichtet. Statt darauf zu antworten, macht stch Herr Bambcrger mit schlechten Witzen aus dem Staube. Das wachsende Elend ist die nothwendige Folge der staats- und volksfeindlichen Man- chesterdoktrin von der absoluten Freiheit im Gewerbe. Herr Bamberger hat im April 1886 den Schiller'schen Vers:„Einst- weilen, bis den Lauf der Welt Philosophie zusammenhält, er- hält sich das Getriebe durch Hunger und durch Liebe" als sein Glaubensbekenntniß vorgetragen. Hier wird also offenbar, daß Herr Bamherger den Unterschied nicht begreift zwischen der Ent- Wickelung der Menschheit, wobei doch die Vernunft konkurriren soll, und der Entwickelung der Natur überhaupt, welche die un» vernünftige Thierwelt und die Pflanzenwelt umfaßt.(Lachen links.) Nun gilt doch in der Natur nur das Recht des Stärkeren, während doch der Gottesfunke der Vernunft zu dem Zwecke da ist, daß stch der Mensch mehr und mehr von der blinden Begierde, von jenen Daseinstriebfedern abscheidet(Heiterkeit links) und immer gottähnlicher werden möge. Herr Bamberger nennt sich demnach mit Recht einen hartgesottenen Manchestermann. Zwischen Sozialismus und Demokratie resp. Kommunismus, zwischen mir und den Herren Bebel und Bamberger ist ein ungeheurer prinzipieller Unterschied, zwischen den beiden Herren selbst nur ein Unter» schied in der Modalität. Der beispiellose Aufschwung der Hohenzollern hat darin seinen Grund, daß die Könige dieser Dynastie stets sozialistische Könige, deutsche Sozialisten waren. Sozialistisch war die Stein'sche Gesetzgebung, war der Bruch mit dem Partikularismus, war der Bruck mit dem Manchester- prinzip 1879; und ebenso die kaiserliche Botschaft von 1881, die hochherrlichste Thai, welche die Geschichte von dem gegen» wältigen Kaiser erzählen wird.(Beifall rechts.) Zu der herku- tischen Arbeit der Durchführung können wir nicht Vertreter egoistischer Interessen gebrauchen, sondern nur Monarchen� welche in eminentem Sinne souverän sind. So wie unsere deutschen Fürsten den Feudalismus zerschmettert haben, haben sie auch aufgehört, Diener des Kapitalismus zu sein.— In der heutigen Debatte hat man die Hauptfrage, nämlich die Frage des Naturrechtsbegriffs, gar nicht erörtert, sie auch vorher von den Abgg. Marquardsen und Äeichensperger nur gestreift worden. Ich finde ganz im Gegensatz zu letzterem den zwingenden Grund für dieses Ausnahmegesetz nur im Naturrecht. Ich weiß nicht, ob man überhaupt davon fvrechea kann, der Einzelne habe das Recht, irgendwo und irgendwie zu sein, nach dem Naturrecht handelt es sich nur um die Macht; das gemeine bürgerliche Recht scheint mir nicht ein Korrelat als vielmehr ein Gegensatz zum Naturrecbt zu sein; es ist nicht die Natur, sondern der Staatswille. Allerdings steht es jedermann frei, den Staat nicht mehr anzuerkennen, in demselben Augen- blick aber tritt er aus der Sphäre des bürgerlichen Rechts und stellt sich auf das Naturrecht, nämlich die Gewalt. Jetzt muß der einzelne Mensch mit seinem bloßen Naturrecht auf seine Kosten sehen, wie weit er kommt, und daß er damit nicht weit kommt, dafür verweise ich auf die Gefängnisse. Die Sozialdemokratie, weil sie den Staat nicht anerkennt, steht also überhaupt nicht auf dem Boden des bürger- liehen Rechts, sondern des Naturrechts oder der Gewalt und dieser Gewalt kann nur das Naturrecht oder die Gewalt des Staats entgegengestellt werden. Sie fordert den Staat zum Zweikampf heraus und beklagt sich nachher, daß der Staat auf die Herausforderung antwortet und seine Waffen gebraucht. Ich meine deshalb, daß das hohe Haus über die erforderlichew Maßregeln nicht so orientirt ist wie die Regierung, die doch allein die Verantwortung trägt. Es ist daher ein großer Widerspruch, wenn der Reichstag der Regierung auch nur das Min- deste von den Befugnissen verweigert, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe gebraucht. Ich betrachte dieses Gesetz nicht sowohl als ein Recht, sondern als eine heilige Pflicht zu Gunsten der ar- bettenden Klassen und ich bitte Sie noch in letzter Stunde, die Vorlage in einer Fassung anzunehmen, welche der Regierung genehm ist. Abg. Singer: Ich muß anerkennen, daß Herr Gehlert sich zwar als guter Genosse demüht, uns im ersten Theile seiner Rede zu vertheidigen; im großen Ganzen aber haben wir keine Veranlassung, ihm für seine Genossenschaft dankbar zu>ein. Wenn Herr Gehlert die kaiserliche Botschaft als Sozialismus bezeichnet hat, so wird ihm darin im Hause Niemand widersprechen. Aber kein Geringerer als Fürst Bismarck selber hat anerkannt, daß gerade wir Sozialisten es sind, denen die An- regungen zu verdanken find, auf Grund deren überhaupt die kaiserliche Botschaft ergangen ist. Ohne Sozialdemokraten war eben keine Noihwendigkeit für die herrschenden Parteien vor- banden, die Sozialreform in die Hand zu nehmen. Wenn die herrschenden Klassen und vor allem die verbündeten Regierungen frei von allen Rücksichten wären, so könnten sie etwas Besseres auf dem Gebiete der Sozialreform schaffen, als sie jetzt schaffen werden und schaffen wollen. Auf den metaphysischen Vortrag des Herrn Gehlert will ich nicht weiter eingehen. In unseren Augen bleibt das ganze Sozialistengesetz eine Anwendung von Gewalt ohne eine Spur von Recht, und wir wundern uns darüber gar nicht einmal, wie der Herr Vorredner anzunehmen scheint. Wir würden uns überhaupt an dieser Debatte gar nicht hetheiliaen, wenn es uns nicht darauf ankäme, Ihnen bei dieser Gelegenheit zu zeigen, daß Sie nicht auf dem Boden des Rechts, sondern auf dem der Gewalt stehen, und wenn Herr Gehlert selber zugesteht, daß die Anwendung des Sozia- listengesetzes nur die Anwendung von Gewalt ist, so nehmen wir von dieser seiner Erklärung sehr gern Akt. Die Sozial- dcmokratie und die Erreichung ihrer Ziele ist aber nicht ab- hängig von der Gewalt des Einzelnen, sondern sie wird sich vollziehen als nothwendige Folge der weiter fortschreitenden Entwickelung der Gesellschaft, und die Verwirklichung unserer Ziele wird eintreten, wenn die heutige Gesellschaftsordnung zu- sammengebrochen sein wird. Sie wird zusammenbrechen in dem Augenblicke, wo die Frucht reif ist. Die nächste Revolution guillotinirt nicht mehr, sie expropriirt.(Hört, hört! rechts.) ES ist sogar auf die von der Regierung vorgelegten Denkschriften hingewiesen worden, um daraus einen Grund iür die Ver- längerung des Sozialistengesetzes herzunehmen. Dieses Maß von Bescheidenheit habe ich nicht, und ich glaube auch nicht,. daß der Reichstag so genügsam sein wird. Sogar daraus wird uns ein Vorwurf gemacht, daß wir Wbhlromitees bilden und Wahlfonds sammeln. Dann ist es vielleicht besser, daß man überhaupt nicht mehr diskutirt, denn selbst unter der heutigen Staatsordnung ist uns daS Wahlrecht und das Recht, Wahlfonds zu sammeln, garantirt. Gerade an unserer Wahlbetheiligung erkennen Sie deutlich den Ver- such auf gütlichem Wege unsere Ziele durchzusetzen, und darauf sollten Sie nicht mit einer That der Gewalt antworten. Nein. wir thun Ihnen den Gefallen nicht, Hochverrath zu treiben. w,r kämpfen bis zum letzten Mann, wir benutzen alle Mittel, welche die heutige Staats- und Gesellschaftsordnung uns giebt, um unseren Besttebungen zum siege zu verhelfen. Und die Verantwortlichkeit, Millionen des Volks mit Gewalt trotzdem zu unterdrucken, die uberlassen wir Ihnen. Sogar die Fach- vereme hat man zur Verschärfung des Gesetzes herangezogen und gesagt, innerhalb dieser Fachvereine habe die Sozialdemo» kratie festen Boden gefaßt. Wer aus den vielfachen Ver- Handlungen des Hauses absolut nichts lernen will, dem ist eben nicht zu helfen. Wie oft ist schon darauf hingewiesen, daß diese Fachvereine an sich mit der Sozialdemokratie gar nichts zu thun haben. Unter dem Vorgeben, die gemeingefährlichen Be- strebungen der Sozialdemokratie treffen zu wollen, will man i» den Fachvereinen die ganze Arbeiterbewegung treffen. Und wenn die Arbeiter totzdem immer noch Vereine gründen und zu er- halten suchen, so ist das ein Beweis für ihren gesetzlichen Sinn, daß sie alles und jedes gesetzliche Mittel anwenden wollen, um ihre Lage materiell zu verbessern. Sie freilich wollen Alles zu Boden schlagen, was dazu dienen kann, materiell die Lage der Arbeiter zu verbessern. Herr v. Puttkamer wirft uns vor, daß wir unrichtige Thatsachen vorgebracht hätten, und die Konscr- vativen lachten dazu. Sie hätten lieber lachen sollen, als er seine Beweisstellen aus dem„Sozialdemokrat" zitirte, wo in den betreffenden Nummern von dem angeblichen Inhalt kein Wort steht. Bei der Zurückweisung der Behauptung, daß Herr von Ehrenberg im Dienste der Polizei gestanden, hat Herr v. Putt- lamcr einen besonderen Nachdruck darauf gelegt, daß Ehrcnbcrg „mit der königlichen Staatsrcgicrung niemals in geschäftlicher Beziehung gejtanden habe". Lieber wäre es mir gewesen, wenn er hinzugefügt hätte, daß er auch mit der elfaß- lothringischen Regierung nicht in geschäftlichen Beziehungen gestanden habe. Herr v. Puttkamer sagt: Schröder hat die„Freiheit" nickt im Auftrage der Regierung drucken lassen. Nun, wir haben Ihnen hier den Beweis geliefert, daß er die„Freiheit" hat drucken lassen, daß er sein Geschäfi als Schreiner nur als Vorwand bc- treibt und seine ganze Einnahmen nur aus dem Gehalte seitens der preußischen Polizei bestanden. Wenn Herr v. Puttkamer in der Kommission selbst zugab, daß Schröder bei seinen Auf- traggebern hat anfragen lassen, ob er die„Freiheit" drucken lassen sollte— ja, ist denn der Mann so ganz aus sich zu dieser Frage gekommen? Das sieht doch sonderbar aus. Der Herr Minister bezeichnet hier die Leute, mit denen die Geheim- polizci in Verbindung steht, als Nichtgentlemen und Schufte, und doch sind das eben die Leute, auf deren ausschlaggebendes Zeugniß in den Prozessen die Verurtheilungen der Sozialdemo- traten erfolgen. Wenn wir aber einmal uns auf solche Leute als Zeugen berufen wollen, dann lachen die Herren. Auf solche Leute bauen Sie Ihr ganzes staatsrctterisches System. Und welche Mittel werden angewandt, um ehemalige Partei- genossen in den Dienst der Polizei zu ziehen! In Berlin z.B. ist es bekannt, daß jeder Mann, der ausgewiesen wird, sofern seine soziale Stellung nicht von vornherein annehmen läßt, daß er die Zumuthung mit Hohnlachen abweisen wird, bei Behän- digung der Auswcisungsordrc auf dem Polizeipräsidium gefragt wird: Wollen Sie nicht in unsere Dienste treten und uns Mit- thellungen machen? Wir bezahlen es Ihnen gut. Und das thun die Leute, die gerade dazu da sind, daß Recht und Moral heilig gehalten werden soll. Herr v. Puttkamer schüttet die rchale seines Zornes über den Polizeihauptmann Fischer in Zürich aus. Nun konstatire ich ausdrücklich, daß dieser Herr meine Freunde und mir eine Einficht in die Akten nicht gc- währt hat, wie Herr v. Puttkamer meint, sondern daß Mitthei- lungen seitens unserer freunde uns zu unserer Fragestellung befähigten, die Herr Fischer nur mit Ja oder Nein beantwortet hat, ob der Inhalt unserer Fragen mit dem Ergebniß der Untersuchung in Ucbereinstimmuna sei. Da ist es wohl nicht angemessen, einen solchen Mann im Deutschen Reichstage als ein durchaus vertrauensunwürdiges Subjekt hinzustellen, und ich will abwarten, was der Berner Äundesrath zum Schutze dieses Beamten thun wird, der deS Schutzes seitens seiner Vorgesetzten in höherem Maße würdig ist, als Herr Jhring, der Schützling des Herin v. Puttkamer. Herr v. Puttkamer sagt, mit seinem Wissen würden keine agents provocateui a verwendet. Nun, wir haben auch ihm persönlich diesen Vorwurf nicht machen wollen; unsere Beschwerde geht dahin, daß wir an der Hand der von uns festgestellten That- fachen darlegten, das System, welchem Herr v. Puttkamer dient, erzeugt mit Nothwendigleit agems provooateurs. Wenn einem polizeilichen Berichterstatter gesagt wird, das ist nichts, Sie müssen mehr bringen, so werden die Leute einfach gezwungen, etwas zu erfinden. Und wenn Herr von Puttkamer in der zweiten Lesung die Verschärfung so ohne weiteres fallen, ließ fo erkläre ich mir das damit, daß er nach unseren Enthüllungen nicht mehr den Muth fand, diese Ver- schärfungen noch zu vertreten, selbst einem.Hause gegenüber, welches ihm so viele Willfährigkeit zeigt.(Unruhe rechts.) In einem konstitutionellen Staate würde damit allerdings sein Rück- tritt besiegelt gewesen sein bei der Bedeutung dieses Gesetzes, bei uns allerdings nicht. Die Regierung hofft vielleicht, in zwei Jahren die Verschärfungen eher durchzusetzen; man denkt, es werden demnächst Dinge passiren, welche die Nationalliberalen zwingen werden, für die Vcrschäfung zu stimmen. Nun, diese Hoffnung wird sich nicht erfüllen. An sich ist ja die Sozial- demokratie eine Partei, welche die grundsätzliche Umgestaltung der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung will, aber wir werden nicht einen Finger breit abweichen von dem, was das Gesetz zu thun uns berechtigt. Jeder Arbeiter, der Mitglied unserer Partei ist, fühlt instinktiv, daß er, wenn er anders bandelte, unserer Sache nur schaden würde. Und wenn Sie durch gesteigerte Gewaltmaßregcln Ihr Ziel zu erreichen suchen, Sie werden Ihr Ziel nie erreichen und es zu Putschen bringen. Diese Hoffnung scheitert an dem gesunden Sinn und an der Intelligenz der Arbeiterbevölkcrung. Ich will schließen mit dem Wunsche, daß, wenn nach zwei Jahren die Angelegenheit wieder auf die Tagesordnung kommt, und zwar will ich es wünschen im Interesse der verbündeten Regieningen, daß es uns dann erspart bleiben möge, mit solchen Dingen wieder vor das Haus treten zu müssen, wie wir dies Mal gezwungen waren.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Die Generaldiskussion wird darauf geschlossen. Zur Geschäftsordnung bemerkt Abg. Langwerth v. Sim- mern, daß er durch den Schluß der Diskussion verhindert wor- den sei, das Wort zu ergreifen. Persönlich bemerkt Abg. v. Hammrrstein: Herr Dr. Bamberger hat mich provoziit, zu beweisen, daß er aktiv oder passiv eine entschei- dende Stelle seiner Rede korrigirt habe. Es handelt sich um „verachtend" und„vernichtend". Eine„vernichtende" Antwort würde eine sachliche Widerlegung bedeuten, eine„verachtende" eine Beleidigung sein. Doch das ist die Sache des Gefühls. Das Haus hat den Ausdruck verachtend verstanden, der stenographische Bericht verzeichnet„große Unruhe rechts und bei den Nationalliberalen"; Herr von Bennigsen hat auch den Aus- druck sofoit festgestellt. Herr Bamberger konnte nach dem Allen nicht zweifelhaft sein, daß das Haus das Wort„verachtend" verstanden und auch voll gewürdigt hat. Darnach ist ein Ver- sehen ausgeschlossen, als Herrn Bamdcrger den anders lautenden Satz ohne Äenderung passiren ließ. Er hat mit voller Absicht- lichkeit dazu beigetragen, daß seine Rede in einem entscheidenden und als solchem vom.Hause erkannten Punkte nicht so wieder- gegeben ist, wie er die Worte gesprochen hat. Weshalb er das gethan... Präsident v. Wedell-piesdorf: Ich glaube, daß Sie die Gründe des Abg. Bamberger in einer persönlichen Bemerkung nicht erörtern können. Abg. v. Hammerstein: Er hat heute zugestanden, daß er die Äenderung nicht gethan hat, weil seine Gegner sonst das Wort„vernichtend" als das schlimmere hinstellen würden. Er bat also nicht den Muth, für den einen wie für den anderen Ausdruck in der Ocffemlichkeit einzutreten. Abg. Äamberger: Die Frage, ob„vernichtend" oder„ver- achtend" schlimmer sei, bekommt ja eine so hohe Bedeutung, daß ich mich beinahe an die Stelle des dritten Direktors versetzt fühle. Es wird vielleicht eine große stürmische Bewegung ver- uisacht werden, als sei Jemand nicht national gesinnt, der für das deutsche Parlament eine würdigere Stellung verlangt, als es jetzt hat. Herr v. Hammerstein hat seine Unterbrechung von vorhin dahin gerechtfertigt, die Anklage des Abg. Stöcker sei degründet gewesen. Herr Stöcker selbst war so loyal, sie schließlich zurückzunehmen, aber Herr v. Hammerstein nimmt sie wieder auf. Den Vorwurf des Abg. Stöcker, ich hätte etwas an dem Stenogramm gcändctt, habe ich thatsächlich wider- legt. Herr v..Hammerstein sagt nun, der Vorwurf liege darin, daß ich eben nichts verändert hätte. Also ob ich verändere oder nicht, jedenfalls muß ich verbrannt werden.(Heiterkeit.) Es war mir ganz interessant, daß ich die Frage stellte, wer denn die Insinuation gegen mich aufnahm, die Antwort kam, Herr v. Hammersrein. Wenn ich mir Jemanden dazu hätte heraussuchen sollen, so wäre er es gewesen. Warum, das ist die Sache des Ehrgefühls, die ich Herrn v. Hammerslein nicht erklären kann. In der Spezialdebatte nimmt Niemand das Wort. In dem Augenblick, wo der Präsident zur Abstimmung über das ganze Gesetz auffordett, beantragt Abg. Singer namentliche Abstimmung. Ter Präsident erklärt diesen Antrag, als innerhalb der Abstimmung gestellt, nach der Gcschäftsord- nung nicht mehr für zulässig. Das Gesetz wird darauf im Ganzen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Freisinnigen und des größten Theiles des Zentrums angenommen. Schluß 4% Uhr. Nächste Sitzung Sonnabend 1 Uhr. (Denkschnften über die Vcrhängung des kleinen Belagerungszustandes über Offenbach und Stettin; Etat.) Kokales. Einen regelrechten Kampf mit de« Müttern haben diejenigen Lehrer, die es mit der Schulgesundheitspflege ernst meinen, oft zu bestehen. Auch die natürlichsten Anordnungen stoßen anfangs auf Widerspruch, ein Beweis dafür, daß es an ver- nünftigen hygienischen Anschauungen in allen Kreisen unseres Volkes vielfach noch fehlt. So herrscht z. B., wie das„Bett. Tgbl." ausführt, die Meinung, daß der Hals der Kinder auch in der warmen Stube dicht in Wolle eingehüllt werden müsse. Ein mindestens ein Meter langer Shawl wird drei bis vier Mal um den Hals gewunden und auch in einer Zimmettempe- ratur von 15 Grad Reaumur nicht abgelegt. Wenn eine solche Hülle niebt zur Vettügung steht, werden zwei oder gar drei wollene Tücher übereinander gebunden. Diese Unsitte ist ohne Frage die Ursache vieler Erkrankungen, denn wenn die Kinder nun aus der warmen Stube herauskommen, kann eine Erkäl- gar nicht ausbleiben. In den Schulen wird diese Halsver- Packung deswegen auch nur selten geduldet. Aber wo dies noch nicht zum unbedingten Gesetz geworden ist und das Kommando: Halstücher ablegen! zum zweiten oder dritten Male ergeht, meldet sicher eine ganze Anzahl von Kindem, daß ihre Mütter gesagt hätten, sie sollten ihre warmen Tücher umbehalten. Das hilft aber nichts. Mutter hat nur gefürchtet, das Söhnchen werde in der Pause mit bloßem Halse hinausgehen. Die Kleinen glauben's und legen die Emballage ab. Aber am nächsten Tage wissen sie ganz bestimmt zu de- richten, daß Mutter es nicht so gemeint habe, bringens auch wohl schriftlich. Die Belehnmg des Lehrers, daß es in der Schule wärmer sei als zu Hause und das Einwickeln des Halses schädlich wirke, findet Anklang, und auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, muß die ausdrückliche Anordnung respektitt werden. Aber ein Theil der Mütter ist so leicht nicht zu besiegen. Am folgenden Tage ist eine Anzahl Shawls und Tücher auf dem Rücken unter der Jacke zusammengeknotet. Auch das fruchtet nicht. Selbst der künstlichste Knoten wird gelöst und die Halsumhüllung wandert in die Mappe. Damit ist die Sache in der Regel beendet. Die meisten Mütter schicken sich ins Unvermeidliche. Nicht so eine biedere Frau in Berlin 0. Sie näht ihrem Lieblinge die Enden des Shawls auf den Un- aussprechlichen in einer gewissen Gegend fest, und das hätte sie, wenns geglückt wäre, vielleicht den ganzen Winter hindurch jeden Morgen gethan. Aber der Lehrer, den auch nichts aus der Fassung bringen kann, zieht zum Gaudium der ganzen jungen Gesellschaft sein Messer heraus, ein geschickter Nachbar trennt mit schadenfrohem Grinsen die Bescherung ab, und das Muttersöhnchen muß nun doch mit freiem Halse sitzen. Was die besorgte Mutter nun thun wird, ist noch abzuwarten. Der Feldmg gegen die Würfelbuden. Große Auf- regung herrscht augenblicklich unter den Inhabern von Würfel- buden wegen eines Erlasses des Landraths Stubenrauck, unter dessen Polizeigewalt ein großer Theil der Umgegend Berlins steht. Herr Stubenrauch will das Würfeln in den Buden ver- boten wissen. 400 Gewerbtreibende, die in Vergnügungslokalen, auf Jahrmärkten u. s. w. Wüttelbuden unterhalten, werden da- durch mit ihren Familien in ihrer Existenz bedroht. Wem find diese Würfelbuden nicht noch aus seiner Kindheit bekannt:„drei mal würfeln für einen Groschen, wer über zwölf wirft, ge- winnt;" und wer hätte nicht ein mal seinen Groschen hinge- bracht, um ihn zu verlieren oder irgend eine Kleinigkeit, einen Blumentopf zc. zu gewinnen? Es war ein harmloses Spiel und schwerlich ist irgend einem dadurch an Leib oder Seele Schaden gethan worden. Freilich hat es auch hierbei nicht an Aus- artungcn gefehlt. Folgender Mißbrauch soll nach der„Voss. Ztg." den Anlaß zu der landräthlichcn Verordnung gegeben haben: Man sieht in manchen Würfelbudcn werthvollere Schau- stücke, Uhren, Lampen, Goldwaaren je., die zwar verlocken, aber nicht gewonnen werden können, man müßte denn mit sechs Würfeln sechs gleiche Zahlen, also einen sechsfachen Pasch werfen, was natürlich Niemand fertig bringt. Der Ein- satz von 25 und 50 Pf. steht also in keinem Verhältniß zum Gewinn, der, wenn man, was stets der Fall ist, leinen Pasch wicht, in einer Feder, einem Stück Siegellack-c. im Wetthe von 5 Pf. besteht. Zwar sollte man meinen, daß Niemand auf so plumpen Humbug hineinfällt, aber die Dummen werden nie alle, sagt der Berliner, und man wird Nichts da- gegen haben, wenn gegen solche Beutelschneiderei eingeschtttten wird. Hart aber ist es, wenn um der Ausschreitungen Ein- zelner willen mit einem Federstrich die Existenz von etwa vier- hundett Familien untergraben werden soll. Die Würfelbudcn- befitzer wollen deshalb in den nächsten Tagen eine Abordnung zu Herrn Landrath Stubenrauch entsenden. Die Mißbräuche wollen sie selbst beseitigt wissen, nur um die Erhaltung des alten harmlosen Würfelspiels mit polizeilich geaichten Würfeln wollen sie bitten. Wir leben jetzt in einer sehr moralischen Zeit, aber man kann auch in der Moral des Guten zu viel thun und leicht wirkt dann die Moral lasterhafter als das Laster selbst. Will man aber durchaus das Spiel in den Würfclbuden auch in seiner alten, harmlosen Gestalt verbieten, dann solle man sich zunächst nur gegen die Ausschreitungen wenden, im Ucbttgen aber durch Nichtkonzessioniruna neuer Buden die alten allmälig aussterben lassen, nicht aber Hunderte sich kümmerlich nährender Familien mit einem Schlage brotlos machen. Nochmals„Klingel- Kolle". Ter Verein der Berliner Rcstaurateure verhandelte in seiner am 16. d. M. abgehaltenen Sitzung gleichfalls und zwar recht lebhaft üher den„Fall" Bolle und kamen hierbei manche interessante Thatsachen zur Sprache Im Namen des Vorstandes war Herr Metzner mit den bezüg- lichen Recherchen beauftragt worden. Derselbe stellte fest, daß Herr Bolle in seinem Etablissement neben einem Bethause auch eine wohleingettcktete Schankslätte besitze und ging die Meinung des Herrn Metzner dahin, daß Herr Bolle nur im Interesse seiner eigenen Schankwitthschaft seinem Dienstpersonal das Betreten einer Reibe von Moabiter Schankwirthschaften ver- boten habe. Wie der Vorfitzende des Vereins Berliner Milch- Pächter mittheilte, hat Herr Bolle anläßlich der vom Verein Berliner Wcißbierwitthc gefaßten Resolution an Herrn Kucken- bürg, den Vorfitzenden des letztgenannten Vereins, ein Schreiben gettchtet, in welchem Herr Bolle erklärt, das erlassene Verbot nicht zurücknehmen zu können. Der Verein der Berliner Weiß. bierwitthe soll demzufolge beabsichtigen, in seiner nächsten Sitzung die gefaßte Resolution noch zu vettckätten. der Berliner Restaurateure faßte ebenfalls den Besctm Herrn Molkereibefitzer Bolle fernerhin keine Milch med? nehmen. Außerdem aber wurden die Mitglieder rew# ihren Gästen und Bekannten in gleichem Sinne und w» bei ihren rcsp. Hauswitthcn dahin zu wirken, daß boten des Herrn Bolle, den„Klingeljungcn", das auf den Höfen verboten werde. Zum Ueberfluffe Verein noch eine Kommission zur Ausarbeitung einer l an das Polizeipräsidium, betreffend das Verbot klingelns" auf den Straßen Berlins. Dies das Res« sehr schatten Debatten über den„Fall Bolle". Die Gaß Innung zu Berlin hat, wie mitgetheilt wurde, es# Stellung zu dieser Angelegenheit zu nehmen. Wie viel Personen befördert ei« Pferdebahn Auf der Linie Kreuzberg— Gesundbrunnen, also einer der> Touren, wurden, so meldet ein Berichterstatter aus anged ständiger Quelle, im Jahre 1887 180 274 Personen dum Wagen befördert und es stellte sich die Jabreseinnahn>( Wagens auf 21 000 M., d. h. also täglich 60 M. Da°> den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Kreuzberg je 32& mit gleichem Dienst angestellt find, so crgiebt dies � sammtbeförderung von 11 500 000 Personen im Jahr> Einnahme von 1 425 000 M. Die größte Personen?- einem Tage in einem Wagen betrug 1210 und der r" dieser Beförderung betrug 160 M.; die höchste Zahl fönen bei einer Tour belief sich auf 156 Personen Einnahme von 20& M. Ein nrttr« Söhnchr« ist der jugendliche_ L., dessen Mutter in der Kochstraße eine Wohnung«f Frau L. kam, wie die„Post" berichtet, auf den GeW* Vermögen, das in Wcrthpapicren und Sparkassenbücher Summe von über 25 000 M. rcpiäscntirte, in einen Koffer zu packen, den sie in ihrem Bett unauffällig zu% wußte. Einbrecher hätten das Versteck auch so leickt rf* funden; aber Frau L. hat einen jungen Sohn, der F feit längerer Zeit mit lüderlicken Freunden abgiebt,«» Spitznamen„Fran?aise" und„Komtesse" führen. Teins L. gefiel das Leben in Deutschland nicht mehr und er mit seinen Freunden auszuwandern. Um keine Roth sU� entschloß sich L., den kostbaren Koffer der Frau%%*4111 Reisegepäck mitzunehmen. Am Mittwoch wurde das■be» ausgeführt. Frau L. entdeckte aber fofott den VerluÜ»44 Koffers und benachrichtigte die Kriminalpolizei. Dieser? ben Vere es, noch an demselben Ä.age das Dreiblatt auf dem- J noch{eine Bahnhof abzufassen und einzusperren.„Franxaise".eu"! bey gin,erff( sich als Konditorgeselle L.,„Komtesse" ist ein Kaufwf Oeninften vL Von den Werthobjekten fehlten nur einige Pretiosen, a(' Im nÄ' Muttersöhnchen bereits für 100 M. verkauft hatte.„ w..'.. polizeibericht. Am 16. d. M. Vormittags wSbesm Thiergarten in der Nähe von Bellevue ein Mann' �._den meist — r'MK.z Einzeln (Ein »�heutigen *..Ks Baum erhängt vorgefunden. Die Leicke wurde � Wung unt« Leichenschauhause gebracht.— Um dieselbe Zeit sollen Garten-Ufer in der Näbe der Stadtbahn die bereits'' j Slrh.it n, Garten-Ufer in der Nähe der Stadtbahn die bereits"( Arbeit bei Verwesung übergegangene Leiche einer etwa 30, wben nicht st, Jtrmi.nsnprfnn nus y.m Pnnhmfhr,(TnnnI n.jiwn imS ll""j Jn c.....' Frauensperson aus dem Landwehr-Kanal gezogen und Lcichenschauhause gebracht.— Nachmittags wurden in maiktstraße, an der Ecke der Michaelbrücke, zwei Männn, eine vorschriftswidttg schnell fahrende Equipage und l'1? Linden eine Frau infolge eigener Unvorsichtigkeit Droschke überfahren und besonders die beiden ersten"s bedeutend am Kopfe verletzt.— An demselben Mi Elisabethstraße 121 im Trockenraum einer Gummiwaarsb ein unbedeutendes Feuer statt.— In der Nacht zum 1' in der Karlstraße ein Mädchen mit dem Kutscher Otto m in dessen Verlauf es von demselben durch Messerstiche an Kopf und Händen verletzt wurde, daß seine Untrtt in der Chatttee erfolgen mußte. s-N. � vor eine Weber gef ei ' Schul > sollte. W&ntnr— M- Gerichts-Ieitung. Der ehemaliarTelegraphist beimPolizei-P�N Georg Wilhelm Manger, wurde gestern aus dcrllntew� br oft dam vor? Haft der dtttten Strafkammer des Landgettchts 1 vorgc sich wegen einer ganzen Reihe von Betrügereien ä" Worten. Der etwa 50jährige SIngeklagte ist im Job. von seiner ersten Ehefrau geschieden worden und 1% dieser Zeit jeden moralischen Halt verloren zu haben, r» er keine Kinder zu ernähren hatte, reichte sein Gc» 2200 M. nicht mehr aus und er getteth nach und na#% gesetzte Geldverlegenheit. Um dettelben zeitweise gttff er zu einem gefährlichen Mittel. Auf Grund st' � lichen Stellung gelang es ihm leicht, Wctthsacben auf gegen geringe SInzahlung zu erhalten, die schleunigst Hb-- wandctten. Der SIngeklagte machte von diesem Mittel gedehntesten Gebrauch; bei seiner Berhaftung. gestellt, daß allein im königl. Leihhause sieben goldene,, versetzte Uhren in Verfall gerathen waren. Ferner%% einem Zeitraum von anderthalb Jahren sechs groW,� fationslexika, zum Theil in Prachtbänden, die einen annähernd lOOO M. rcpräsentirten; wo diese Werke sind, hat sich nicht ermitteln lassen. Er getteth immer Schulden, die von ihm ausgestellten Wechsel will honoritt und die Exekution fiel fruchtlos aus. Zuleb � nur noch einen Rettungsanker, eine reiche Heirath lustige Damen gab es in Menge und die solchen war durch die Zeitung leicht vermittelt. schenkte den Versprechungen des Angeklagten, Ehe eingehen zu wollen, Vcttrauen, und gab rbm Ersparnissen 1100 M., damit er sich vor der Hl den drückendsten Schulden, deren Höhe er am angab, während sie thatsächlich über 4000 M- befreien könne. Es wurde ihr auffällig, daß der Ani ihr versprochene Hinterlegung einer Lebensveisiweri trotz aller Mahnungen immer wieder hinauszusanc- � �a,C und eines Tages mußte sie die Entdeckung maw? c v n wußte r, Verlobter nicht nur die Polize bereits bei feiner ,�1 t. 400 M. verpfändet hotte, sondern gleichzeitig nock �0, j» Dlr Liebesverhältniß unterhielt. Sogar den Betrag von. —~----—---______ der" 's,,. •«Hol Fräulein L. ihrem Bräutigam"zum Ankaufender� g�c|„|n ringe übergehen, hatte dieser für sich verbraucht. Singe klagten wurde immer drückender und es war �ji Slkt der Verzweiflung anzusehen, daß er ficb m 65jährigen Dame, welche seiner Behauptung nack 1 Ehe einzubringen versprochen, verhcirathete. Schon Tagen haben die Neuvermählten sich wieder"uch hauptete im........ r'" ÄS seinem gan 44-OUjUlUt, Vit Ujll iH'iyui Uli U4D-. �. ................- schmeichelhaftes Bild von dem Charakter des Anaf" � � ein trugcs zur Rechenschaft ziehen wolle. Sie habe v$0"ttu womit er� seine drängendsten Gläubiger dewedigen. J Haupt nicht besessen. Der Staatsanwalt cnttvaN teiv fcflM(id)Clhaftß§ SRifh nnn dpm fffinrnffpr 91�0 Weha einen «MMWSA», mißxmmfpm ..._ Gcfängniß, lehnte aber die Bitte vottaung aus der Haft entlassen zu werden, dachts ab. wegen Aoman »oN d-Äl, wohl ?" ein, Bäte und "Z "'cht Ske. B. Verantwortlicher Redakteur; p.«ronheim in Bettin. Druck und Verlag von Ma» Fading in Berlin SW., Beuthstraßc 2