mg M p. 44. »tndt Dienstag, den 21. Fel»r«ar 1888. 5 Jahrg. mar, Neue nung: jungswahl Mitglieder� ag ersucht Der V« tlin Nor» M., Abenl lsch.ft-I»«' »lung« nun g: chulz über 3. Frage! aufgenom> MerVMlM. Brgan für die Interessen der Ardeiter. DaA„Berliuer VolkAblatt" .- taglich Morgen! außer nach Sonn« und Festtagen. Abonnementsprei! für Berlin frei ,v?ut vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1888 unter Nr. 849.) JnsertiouSaebühr beträgt für die 4 gespalte'""''' größeren Aufträgen hoher L. m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-� Erhöhung des Preises, angenommen. JnsertionSaebühr i gespaltete Petitzeile oder deren Raun, 25 Pf. Arbcitsmarkt 10 n hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr N Pf. SM Nachmittag» urcaux, oh« KedaKtton: Denthstraste 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. jrbeerlö ihenböU, ärz, im ankfurt fang 8 Da« den gern ruh», R> et»ig. «idt, Kl Reickenl ncider 7. i« i* !#3ard« veee Af tohin« ,t. iedingunS' W Die Kunst zu wohnen. « vor ein paar Wochen der Abgeordnete --—\ rschlägen herausrückte, die nach seiner Meinung ge- ..,_ wären, so gründliche Besserung zu schaffen, daß fünf «etttttl»" f, nach deren Durchführung in Deutschland von keiner 'kelle«,«noth mehr die Rede sein könnte, hat jetzt über «.�hema der deutschfreisinnige Abgeordnete und Eisen- 1' lu r0* a" Schräder einen Vortrag in der Volks- �'Mtlichen Gesellschaft gehalten. .wahrend Herr Miquel als früherer Kommunist und rminhallr' auch aus seinen Erfahrungen, die er als Direktor der sts find, f �tobank während der blutigsten Gründerzeit gesammelt r., bei Hfl» etß, daß der Uebermacht des Kapitalismus mit den rn �rahw�Wien der sogenannten Selbsthilfe nicht beizukommen ist ues, was auf diesem Gebiete geleistet werden kann, elendes Flickwerk bleibt, wenn es nicht schließlich so- Welt zum Vortheil deffelben kapitalistischen Systems !. ist, das damit bekämpft werden soll, und er deshalb �greifen der Staatsgewalt für unvermeidlich hält, Herr Schräder den entgegengesetzten Standpunkt, und nach seiner Ansicht der Versuch, die Lösung dieser Wit Hilfx der Staatsgewalt herbeizuführen, das Uebel Nchlimmern. Ehrend Herr Miquel seinem staatssozialistischen Stand- sprechend sanitätspolizeiliche Vorschriften verlangt, nie Mindestforderungen der von Menschen zu be- Räume feststellen, dann den Hauseigenthümern spfandrecht an den von Miethern eingebrachten mren will und sich indirekt für eine staatliche % Höhe der Miethspreise ausspricht, indem er - Miethsforderungcn ein Wohnungswucher- fen N' verspricht sich Herr Schräder von all keit J1" nichts und sieht er nur die einzige Mög- ftei,.'"et Abhilfe in der Gründung von Baugenoffen- beweise dafür, daß diese Genoffenschaften— die kerne Wohlthaten erweisen, sondern nach den Wider und vernünftiger Wirthschaft verfahren, entsprechende Verzinsung des Kapitals erzielen te Wohnungsmisere noch am ehesten zu lösen ck und exernp�ifizirte Herr Schräder auf die Resultate, z-, Pol�uFn � Genossenschaften in London und auch in Däne- Gmnbtw 4�. anderwärts schon erzielt haben sollen. Herr ineufi.mhrte dabei gewaltige Zahlen an. Speziell in m führte er aus, sollen 2150 solcher Genossen- traktc u. IlNtl alltk« � httl r i-— 7——---- n �orderU�Me � �6 594 Mitgliedern existiren, die eine Ein- .. n 20 5n?;rT;„�„.. snn, knk.n irt«. d» 0**' rss agene �iRe «Sen, 20 Millionen Pfd. Sterling jährlich haben. KeuMeton. •niiHttoij Der Erve. [42 (Kc4*nitl Mtistn.) van von Friedrich T e r st ä ck e r. »ich°.��mann'S Mutter hatte still und schweigend vor Vte«en« aber kein Wort mehr gesagt, und Fritz i;„f, eigentlich, daß sie nicht seine Partei stärker zp f r, �cr Alte hatte auch Recht, denn sein Entschluß l es.;:' um sich noch von seiner Liebe abwenden zu ÄetbliÄ#on seit langen Jahren sein Zdeal n� ert gewesen, und nur um sie zu gewinnen, J.; mit beispiellosem Fleiße abgemüht, sein Ziel sSn«rrei�en' Setzt stand er unabhängig da, nicht reiSirj"®' ne.'n' mit der Gewißheit, sich sein Brot * verdienen zu können und eine Frau und fy' ernähren. Er wollte keine Mitgift, er i-PTV»«* �_»JV f treuen zu J Cr't''\ juuten, verzujprmgen. Was oraucyie >*. at, wnn. nt<�t als Bittender in Witte's HauS , j\dcn(frf e � auch bringen, der Tochter einen trei e". f4,''�ater" r2 einen wackern Sohn. l'Üips ez jk..".'hre Tochter eine vornehmere Partie �erftlb»» � natürlich. Aber sie wrrd auch nicht Ut. entgegentreten wollen, und ist mir Ottilie "ijrsnz ct."• ' b®nÄ9«s und wenn seine Frau wirklich daran I M Außerdem haben dieselben 600 Millionen Gesellschafts- antheile, 300 Millionen Spareinlagen und 920 Millionen Hypothekenschulden. Ein großer Theil der Mitglieder soll bereits in eigenen Häusern wohnen. So Herr Schräder! Wir sind nun weit entfernt, den geringsten Zweifel in die Angaben des geehrten Herrn zu setzen, und wir glauben, daß dieselben bis zum letzten Penny stimmen. Was wir aber nicht glauben, das ist, daß alle diese Genoffenschaften mit ihren ganz respektablen Spareinlagen und mit ihren noch respektableren Hypothekenschulden das geringste dazu beigetragen haben, die Wohnungsnoth der arbeitenden Klassen— und um diese handelt es sich in erster Linie— zu heben. Die Mitglieder solcher Genoffenschaften, so weit diese sich nicht direkt aus kapitalistischen Kreisen bilden, was auch nicht selten ist— gehören dem Mittelbürgerstand und dem Be amtenthum an und nur hie und da verirren sich ein paar beffer gestellte Arbeiter, Werkführer 2c. darunter. Das eigentliche Gros der Arbeiterschaft ist in diesen Genoffen- schaften aber nicht vertreten und zwar aus dem sehr ein- fachen Grunde nicht, weil von dem verdienten Lohne, neben den Ausgaben für den nothwendigen Lebensunterhalt, nicht so viel übrig bleibt, um die für ein Arbeitcreinkommen immerhin verhältnißmäßig hohen Beiträge, die solche Ge- sellschaften erheben müssen, bezahlen zu können. Aber selbst, wenn in Zeiten der Prosperität eine größere Zahl von Ar- beitern solchen Genossenschaften beitritt, sobald eine Krise und in deren Gefolge Arbeits- und Verdienstlosigkeit kömmt, dann gehen diese Arbeiter, infolge des Unvermögens, die Beiträge weiter zu bezahlen, entweder ihrer Mitgliederrechte verloren ohne Entschädigung, oder sie verkaufen oder über- tragen diese ihre Rechte an kapitalkräftigere Mitglieder oder gar Spekulanten. Dieser Vorgang hat sich noch überall wiederholt, wo mit solchen Genossenschaften versucht wurde, das Loos der Arbeiter zu heben. Wenn Herr Schräder übrigens die Berichte nachlesen will, die über die Zustände veröffentlicht wurden, unter denen die Londoner Arbeiter, z. B. im Eastend, leben und wohnen, so wird er sich rasch überzeugen, daß für die Lon- doner Arbeiterschaft die Wohnungsmisere eben so schlimm und vielleicht schlimmer vorhanden ist, wie für die Arbeiter irgend einer Großstadt des Kontinents. Und dieses, trotz der kolossalen Summen, welche den Baugenossenschaften zur Verfügung stehen. Herr Schräder glaubt aber nicht nur, daß die Bau- genoffenschaften der Wohnungsnoth zu steuern vermögen, sondern er erwartet von denselben auch, daß sie die Be- wohner der Genoffenschaftshäuser zu der„Kunst des Wohnens" geradezu erziehen. Nun, wer eine geräumige, helle und luftige Wohnung hat, d. h. sie bezahlen kann, bei dächte, ihr Kind Einem aus jenem Stande zu geben, so wäre der Sprung weit größer, als von uns zu ihr." „Za," sagte der Vater,„daö klingt ganz vernünftig, ist aber nur einfach nicht wahr, weil Sitten uno Gewobnheiten die ganze Geschichte gewöhnlich herumdrehen. Aver was kann's helfen— Du, als mein echter Sohn, bast natürlich gerade einen solchen Dickschädel wie ich, und oer muß erst ein paar Mal rrgendwo geaenrennen, ehe er gescheidt wird— also lauf! Mit Vernunftgründen ist bei Dir doch nichts auszurichten, Du mußt durch Schaden klug werden." „Vater..." „Es ist nicht anders— aber das Wetter warte erst ab, sonst kommst Du wie eine gebadete Maus als Braut- werber, und naß sieht ein Fisch recht hübsch auS, aber kein Mensch— der Guß kann ja doch nicht ewig dauern. Wie daS noch regnet; wie dicke Seile kommt's von oben herunter, und auf oer Straße könnte man beinahe mit einem Boote fahren— Herein!" Der Ausruf galt einem starken und ganz entschiedenen Klopfen an der Thür, die sich auch gleich darauf öffnete und das uns wohlbekannte Gisicht der Madame Müller zeigte. „Guten Tag alle mitsammen!" sagte sie, ihren Regen- schirm vorsichtiger Weise draußen lassend.„Zemine, meine Güte, ist das ein Wetter, und bei dem wird man heraus- gejagt, wo man so ruhig zwischen seinen vier Pfählen sitzen könnte! Ich werde mir wohl wieder den Tod an einem Schnupfen holen, denn aus den Schuhen hebt mich daS Waffer heraus— bis an die Knöchel geht'S einem ja da draußen!" „Madame Müller," lachte Baumann,„so wahr ich lebe— na, Sie haben sich eine schöne Witterung zum Spazierengehen ausgesucht— aber kommen Sie doch nur herein! Sie wollen doch nicht in der Thür stehen bleiben?" „Rein," sagte Madame Müller, mit einem Blick auf das reinliche Zimmer; aber ich triefe nur so, und mein ver- wünschter blauer Kittel färbt ab— ich werde Ihnen einen blauen Streifen ins Zimmer bringen. So einen Regen Hab' dem ist die Kunst des Wohnens rasch gelernt. Wer das nöthige Geld hat, um sich Feuerung zu kaufen, der wird auch im Winter bei strenger Kälte dafür sorgen, daß die Wohnung reichlich gelüftet wird. Wer aber den dritten oder vierten Theil seines Einkommens für WohnungSmiethe aus- geben muß und infolge dessen genöthigt ist, von den wenige« Räumlichkeiten, die er sich überhaupt miethen konnte, wieder welche an Aftermiether weiter zu geben und wer, wegen Feuerungs- und Nahrungsmangel, hungernd und frierend in der„gelüfteten" Wohnung sich aufhalten muß, dem wird die„Kunst des Wohnens" schwer beizubringen sein. Wir überschätzen die Vorschläge des Herrn Miquel für Abhilfe der Wohnungsmisere gewiß nicht, aber sein Vor- schlag, durch ein Reichsgesetz die Mindestanforderungen fest- zustellen, welche die Sanitätspolizei an menschliche Woh- nungen erheben kann und muß, flößt uns doch noch mehr Vertrauen ein, als die Schrader'sche Hoffnung, daß Bau- genoffenschaften den Miethebewohnern die Kunst des WohnenS beibringen werden. Diese Kunst würde sich rasch sinken, wenn der Arbeiter, der kleine Beamte und der Kleinhand- werker nur so viel verdienten, daß sie sich neben den An- schaffungen für die Nothdurst des Körpers auch noch eine menschenwürdige Wohnung miethen könnten. Um die„Kunst des Wohnens" zu üben, muß man vor allem Herr in seiner eigenen Wohnung sein, d. h. die- selbe allein bewohnen. Wie viele Arbeiter aber sind im Stande, eine Wohnung,(unk wenn sie auch noch so be- scheiden ist, allein ohne Zuhilfenahme von Einlogirern zu bezahlen? Daran wiro aber nichts geändert, ob die Wohnung einem Bausvekulanten oder einer Genossenschaft gehört. Den besten Beweis dafür, daß unter den heutigen EnverbS- und Eigenthumsverhältniffeit, unter denen der Ar- beiter in Gestalt des Lohnes dauernd nie mehr als das Unterhaltsminimum ausbezahlt erhalte, Pläne, wie sie Herr Schräder entwickelt hat, nichts zur Verbesserung der LaZe der Arbeiter beitragen können, liefern die Zustände in jenen Unternehmungen, mit denen man früher bereits versuchte, die Wohnungsmisere für den Arbeiterstand zu lösen. Am umfassendsten ist dieser Versuch wohl mit der Grün- dung der sog. Arbeiterstadt in Mülhausen im Elsaß gemacht worden und Jahre lang wurde diese Gründung ja auch als dre endgiltige und glückliche Lösung der ArbeiterwohnungSftage auSposaunt.„Die Mülhauser Gilsa ouvrieies sind eine Neuerung, welche eine Glanzepoche in der Geschichte der arbeitenden Klaffen und der Humanität im Allgemeinen bildet, welche die Nachwelt höher stellen wird, als die Siege, welche die Alexander und Napoleon aller Zeiten er- fochten haben." So steht zu lesen in dem Bericht über die Pariser Ausstellung im Jahre 1867, auf welcher die Pläne und sauber ausgeführten Modelle der Mülhauser Häuschen ich noch gar nicht erlebt; das ist ja ein wahrer Wollen- bruch!" „Aber Sie sind doch nicht von Vollmers herein zu Fuß gegangen?" rief Frau Baumann, indem sie ihr behilflich war, das Tuch abzunehmen und aufzuhängen. „Na, weiter fehlte mir nichts," sagte die Dame;„aber ich hatte vorher noch einen Besuch zu machen, und jetzt bin ich hierher gekommen, Herr Baumann, um Sie in einer Sache um Rath zu fragen." „Mich?" lachte der Schloffermeister.„Da wären Sie wohl an der falschen Thür; ich bin doch kein Advokat!" „Ja, eben einen guten, anständigen Advokaten will ich bei Ihnen erftagen," sagte die Frau;„es giebt derlei Volk genug in der Stadt, alle drei Thüren weit klebt ein Schild, aber wer sich da nicht auskennt, ist auch gleich verrathen und verkauft." „Hm," sagte Baumann,„und was haben Sie mit einem Advokaten zu thun? Wer die nicht sehr nothwendig hat, soll die Finger davon lassen; mit denen ist nicht gut Kirfchen essen." „Das weiß ich," nickte Madame Müller entschieden mit dem Kopf, indem sie sich auf den ihr hingeschobenen Stuhl niederließ.„Ah, da ist ja auch der Fritz— alle Wetter, fft der groß und ein hübscher Junge geworden, Baumann! Der ist ja einen halben Kopf größer als Sie, und Sie ge- hören auch nicht mit zu den Kleinsten." „Ja, und jetzt Meister und selbststündig'geworden," nickte der Vater mit einem beifälligen Lächeln auf den Sohn; „er hat'was gelernt, der Junge, das muß man ihm lassen, und wird sich schon durchhelfen in der Welt." „Dafür kann man nicht genug dankbar sein," nickte die Frau,„wenn man Freude an seinen Kindern erlebt,— aber was ich gleich sagen wollte, Meister, wissen Sie hier in der Nähe einen ordentlichen Advokaten, der weiß, was Rechtens ist?" „Das sollten sie eigentlich alle wissen," lächelte der Meister,„aber es kommt daraus an, zu was Sie ihn habe» wollen. Brauchen Sie einen recht verschmitzten und ourch- triebenen, so..." „Nein, den brauch' ich nicht," rief Madame Müller; «wch paradirten. Dieses Lob wurde, womöglich in noch tiberschwänglicheren Worten, in der deutschen Presse und von unseren Volkswirthschaftlern a la Schräder Jahre lang vachgeplappert und wer an der Richtigkeit desselben sich den leisesten Zweifel erlaubte, der war ein Sozialdemokrat und Umstürzler. Das ging so lange, bis endlich Herckner's tressliches Buch den Schleier lüftete. Und welches Bild bietet sich uns nun? „Leider," so schreibt H., nachdem er den obigen Aus- spruch des österreichischen Berichts zitirt hat,„sieht d i e Wirklichkeit ganz anders aus, als sich die Schilderungen auf dem Papiere ausnehmen..... Der Fehler liegt eben darin, daß die soziale Lage den Mülhauser Arbeitern eben so wenig als ihren Kollegen in den übrigen Zndu st rie- ländern und Städten erlaubt, sich eine auch nur den bescheiden st en Verhältnissen angepaßte menschenwürdige Wohnung zu g est a tte n." Die in der„City" gebauten Häuschen sind ursprüng- lieh alle nur für eine Familie gedacht gewesen. Nun er- zählt uns Herckner: „Der Besitzer des Häuschens vermiethet den ersten Stock und auch die Dachkammer, um so in die Möglichkeit ?u kommen, die kontraktmäßige Abzahlung zu leisten und sich o das Häuschen zu— ersparen... Der zu„Wohnungen" umgewandelte Dachraum enthält 15,05 Kubikmeter Luftraum. Ein solches Gemach könnte also höchstens einer Per- fem zum Aufenthalt dienen. Thatsächlich werden nach den Angaben des Abb? Betty von 160 Mansarden 26 von einer Person, 49 von zwei und 85 von ganzen Familien bewohnt, deren Kopfzahl in der Regel 4—5 beträgt... Gelegent- lich der infolge drohender Choleragefahr vorgenommenen Untersuchung der Wohnräume 1884 fand man in einem einzigen dieser Häuschen 6 F a m i l i e n und einen einzelnen Arbeiter, der die Mansarde bewohnte, im Ganzen 42 Köpfe. Derselbe Hausbesitzer gewährte noch 58 Personen gegen Vergütung ein Lager auf stinkendem Stroh." So steht es um die Wohnungsftage für den Arbeiter an den Stellen, wo nach Schrader'schem Rezept die Woh- vungsfrage gelöst ist und die„Kunst des WohnenS" geübt wird. Die Wohnungsfrage ist ein Theil der sozialen Frage, fie wird gelöst mit dieser, nicht ftüher und nicht später. Driginak-Korresponäenzm. Amsterdam, 18. Februar. Gestern Abend strömte wieder Alles nach dem„Bolkspark", wo eine öffentliche Versammlung abgehalten werden sollte, um einen lebendigen Protest einzu- legen gegen den Minister du Tour und dessen ferneres Ver- bleiben im Amte. Als erster Redner trat Genosse Methöfer auf, um über„Jeanne Corette" zu sprechen.(Der geehrte Ein- fendcr giebt uns leider nicht an, was es mit dieser„Dame" auf sich hat; in Deutschland ist über den Fall, der in Holland wahrscheinlich Aufsehen gemacht hat, nichts bekannt geworden. Sm Großen und Ganzen geht aus der folgenden Resolution jedoch hervor, daß hier ein Akt grober Klassenjustiz vorliegt. Sobald wir die näheren Umstände erfahren, werden wir unseren Lesem nachträglich Mittheilung machen. Red. d. Volksbl.) Redner erzähllte, wie diese„Dame" hochfein fristrt die Salons des Gefängnißdircktors betrat, wie fie auf dem denkbar per- trautesten Fuße mit einem Mitgliede des RichteistandeS verlehrte, der ihr feine Parfüms und Kiäbchen mit Kirschen in das Ge- fängniß sandte. Der jetzige Justizminister, unter dessen Ver- waltung solche Dinge vorlommen können, sei nicht mehr werth, seine Stessnng auch nur einen Augenblick zu behalten. Unsere Lusriz ist keine blinde Frau mit Schaale und Schwert, sondern eine Dirne, die mit dem einen Auge mit den Reichen und Mächtigen liebäugelt, und mit dem anderen herumschielt, ob fie «icht einen rechtschaffenen Mann aus dem Volke entdecken kann, um ihn in den Kerker zu werfen. Und wie tief das Gefühl für die eigene Manneswürde in unseren„gebildeten" Ständen ge- funken ist, das geht aus der Thatsache hervor, daß der letzte Ball bei diesem Minister noch so stark besucht war. Redner schloß mit dem Wunsch, daß die Klassenjustiz endlich der Recht- sprechung durch das Volk Play machen möge. Als Protest gegen die Klassenjustiz nahm man folgende Resolution an: Die am 17. Februar in Amsterdam abgehaltene große Volksversammlung in Erwägung: „daß die nach„Recht voor Allen" am 19. September 1887 verurtheilte Jeanne Lore tte bei ihrem Trans- »ort nach dem Gefängniß von dem niederländischen Hustizminister, von dem niederlänoischen Generalstaatsanwalt „ich will einen ehrlichen haben, der geradcweg ist, denn ich habe auch eine ehrliche Sache!" „Za, liebe Madame Müller," sagte Baumann, sich den Kopf kratzend,„mit den Advokaten hier in der Stadt bin ich nicht besonders bekannt; aber wenn Sie in der Sache einen guten Rath hören wollen, dann gehen Sie zum Staatsanwalt Witte. Ob er sich selber damit einläßt, weiß ich nicht, aber was der Ihnen sagt, können Sie getrost thun, denn das ist ein ehrlicher Mann." „Gut, danke schön, weiter verlang' ich nichts; das übrige besorg' ich mir dann schon selber, denn auf den Kopf gefallen bin ich auch nicht, und in meinem eigenen Hause brauch' ich mich nicht beschimpfen und beleidigen zu lassen." „Rein, das allerdings nicht," sagte Meister Baumann; „und hat das wirklich jemand gethan?" „2H denken Sie nur," rief die Frau,„kommen da neu- lich— ich habe zehn Tage von dem Aerger krank im Bette gelegen— so ein paar ganz anständig gekleidete Herren— der eine war ein Rath und der andere ein Major— zu wir in's Haus hinein und reden so zuckersüß und gehen immer wie die Katze um den heißen Brei herum, thun auch, als ob sie gar nicht zu mir, sondern nur zu meinem Schmie- aersohn gewollt hätten, der gerade wieder mit meiner Tochter fortgefahren war. Wie ich aber nicht anbiß, denn wer denkt denn in seiner Gutmüthigkeit an so'was, fingen fie an, vom Baron Wendelsheim und seinem ältesten Sohn zu reden." „Vom Baron Wendelsheim?" rief Frau Baumann. „Zawohl," nickte Madame Müller;„und auf einmal sagte mir der eine von ihnen, der Rath— und ein Mundwerk hatte er, daß Einem angst und bange wurde- sagte wir der Rath— man sollte es gar nicht für möglich halten— das Bild von meiner Tochter, das üher meinem Sopha hängt und das der Maler Schröter hier gemalt hat, wie sie neunzehn Jahre alt war, wäre gar nicht meine Tochter, sondern das Kind vom Baron, und ich hätte das Kind vertauscht, und die Heßberger hätte es ihnen erzählt." im Haag und zwei Bedienten begleitet wurde; daß der verur- theilten Jeanne Lorette in dem Gefängniß zu Arnheim ein ge- räumiges Zimmer angewiesen wurde, daß ihr ihre kostbaren Toiletten, Parfüms und Seifen belassen wurden, daß fie ganz nach ihrem Belieben Briefe schreiben und Besuche von offiziellen und nichtoffiziellen Personen empfangen durste, während die Salons des Direktors ihr allabendlich offen standen; In Erwägung, daß zu derselben Zeit D omela- Nieuwenhuis in einem Ge- fängnißwagen nach der Strafanstalt zu Utrecht überführt wurde, daß dieser Mann nackt ausgezogen wurde, daß man ihm Haar und Bart obschor, daß er Dütcn kleben mußte, daß er die Bnefe des Vormundes seiner Kinder nicht erhielt, daß er letztere mit einem Sträflingsanzug bekleidet empfangen mußte und von ihnen durch zwei Reihen Eisenstäbe getrennt war; In Erwägung, daß diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden müßten, die in der geschilderten ungleichmäßigen Weise richterliche Urtheile zur Ausführung bringen, oder daß der Verbreiter dieser Thatsachen, Bürger Methöfer, bestraft werden muß; daß der Justizminister, Herr Baron du Tour van Bellinckave, wiederholentlich aufgefordert wurde, ein Verfahren gegen Methöfer einzuleiten, welches Ansuchen jedoch wiederholt durch die richterliche Gewalt abgeschlagen wurde; appellirt an das niederländische Volk, um durchzusetzen, daß entweder Methöfer gerichtlich verfolgt wird, oder daß der Justiz- minister, Herr Baron du Tour van Bellinchave, seines Amtes enthoben werde." Der Vorsitzende Fortuyn thcilte mit, daß eine ganze An- zahl von Telegrammen eingelaufen sei, in welchen die vollstän- digste Zustimmung zu der Versamnilung ausgesprochen wurde. Mit dem Wunsche, daß entweder Methöfer verfolgt oder der Minister entlassen werden müsse, schloß er die Versammlung. * London, 17. Februar. Die gestrige Parlamentsfitzung war ein großer Triumph der irischen Sache. Eins der irischen Mitglieder, O' B r i e n, der mit den Gefängnissen der Tories jüngst Bekanntschaft gemacht hat, ent- wickelte in der Adreßdebatte das Programm der neuen Taktik. Und es lautet— genau wie ich es skizzirt habe—: moralische Eroberung Englands, Kampf gegen die englische Regierung, Bündniß mit dem englischen Volk. Zu Gewaltthätigkeiten, führte er aus, würden die Jrländer sich nicht hinreißen lassen,— noch sei die Majorität des eng- tischen Parlaments nicht für die gerechte Sache Irlands ge- wonnen, aber die Wahrheit bohre fich durch, in immer weitere Kreise dringe die Erkcnntniß, daß die Gerechtigkeit auch hier die d e st e P o l i t i k sei. Das Ministerium habe mit der Majorität im Hause auch die Gewalt. Aber weder seine Majorität noch die Gewalt würden ihm auf die Dauer nutzen. Die Majorität werde zusammenschmelzen, und die Ge- waltspolitik, wie überall sonst in der Welt, schmählichen Schiffbruch leiden. Der Redner gab eine Ueberficht der Fortschritte, welche die Sache Irlands gemacht, und für welche das irische Volk in hervorragendem Maße Gladstone zu danken habe. Und er erklärte den Herren von der Majorität, fie, die irischen Mit- glieder, seien ihres Siemes so sicher, daß sie von jeder weiteren Obstruktionspolitik absehen und das Toryministerium ungehin dort sich selb st ruiniren lassen würden. Diese Rede, voll schlichter, dem einfachsten Menschenverstand faßlicher Wahrheit, machte auf das Parlament einen größeren Eindruck als irgend eine frühere zu Gunsten Irlands gehaltene Rede. Und den Tories wäre es tausend Mal lieber gewesen, wenn O'Brien eine blutrünstige Rede gehalten, an die Leiden- schatten appellirt und neue Parlamcntsskandale angekündigt hätte. Diese mhige Sprache der Siegesgewißheit machte auf die Gegner einen wahrhaft verblüffenden Eindruck. Und es war kein flüchtiger Augenblickserfolg. Denn die verranntesten Feinde Irlands mußten sich sagen, daß fie durch diese Taktik lahm elegt waren— daß es keine Macht giebt, welche die Fort- ritte der irischen Bewegung noch aufhalten kann. Kein parlamentarischer Sieg kann an dieser Thatsache etwas ändern. So stark die englische Regierung ist, wenn fie das englische Voll hinter sich hat, so ohnmächtig ist fie, wenn sie es nicht hinter fich hat! Regierung und Volk find zwar in England noch lange nicht Eins, aber so weit find wir schon in England, daß keine Regierung sich am Ruder behaupten kann, welche die Majorität nicht hinter sich hat._ Und während die f r ü h er e Taktik der Jrländer die Mehr- zahl des eiiglischen Volks aus Seiten der Irland unterdrückenden englischen Regierung trieb, führt die jetzige Taktik mit mathe- matischer Bestimmtheit das englische Volk auf Seiten Irlands. Daran ist weder durch List noch durch Gewalt etwas zu ändern. Und das haben die Tories sehr wohl begriffen. Für alle diejenigen, welche ähnliche Kämpfe zu bestehen „Aber das ist doch ganz unmöglich!" rief Frau Bau- mann, von ihrem Stuhl emporfahrend. „Na, ich Hab' ihnen aber heimgeleuchtet," lachte Madame Müller ingrimmig vor sich hin,„die kommen so bald nicht wieder! Was ich ihnen eigentlich gesagt habe, weiß ich gar nicht mehr, aber Exzellenz habe ich sie nicht genannt, darauf können Sie sich verlassen. Ich wollte auch gleich nachher aufs Gericht und das Lumpengesindel auf frischer That ver- klagen; aber der Aerger war mir so in die Glieder ge- schlagen; daß ich mich wahrhaftig zu Bett legen mußte, und da kriegte ich meinen alten Rheumatismus in das linke Knie, daß ich mich die ganze Zeit nicht rühren konnte. Aber jetzt geht's wieder, und mein erster Gang war heute Morgen zur Heßbergern, Ihrer Schwester, Baumannen, um der einmal ordentlich die Leviten zu lesen, daß sie von einer ehrlichen Frau solche Schandgeschichten erzählt. Die leugnet aber Stein und Bein; kein Wort will sie, weder mit dem Rath noch mit dem Major, gesprochen haben. Aber ich trau' ihr nicht. Baumannen, wenn's auch Ihre Schwester ist; sie hat immer ihre Hinterkniffe gehabt, so lange ich sie kenne, und da wollen wir denn kurzen Prozeß machen. Ich muß der Sache auf den Grund gehen, und wenn die Heßberger Recht hat, dann sollen mir die beiden Patrone, der Rath und der Major, vor's Messer." „Aber, liebe Madame Müller," sagte Baumann köpf- schüttelnd, während feine Frau ausstand und in die Küche ging,„wegen eines solchen Klatsches wollen Sie vor Gericht? Wenn Sie meinem Rathe folgen, so lassen Sie die Hände davon, denn dabei kommt nichts heraus, als höchstens Lauferei und Geldkosten. Kennen Sie denn den Rath Frühbach?" „Ich? In meinem ganzen Leben Hab' ich den Menschen nicht gesehen." „Nun ja, der ist aber in der ganzen Stadt dafür bekannt, daß er die Leute auf der Straße anfällt und todt- schwatzt." „Aber dann soll er mir nicht ins HauS kommen, und Ihnen kann es auch nicht recht sein, Baumann, daß er von Ihrer Schwägerin solche Sachen erzählt." meinsteuc nanzwir haben, hat der irische Em anzipationskamflk?�?' welche ungemein Belehrendes und Tröstliches. So lange die SL Me Per sich auf die nackte Gewalt verließen und unterschieti'M Z weifel englische Reich und Voll bekämpften, mußten sie«tajf�.�nr no liegen. Und die englische Regierung that ihr MöglubölUMmzen b die Jrländer auf dieser irrigen Bahn zu halten; fit noch n« stigte auf diese Weise die fen ische G-w-l�wng die l- litik und leitete durch O'Donnovan di Jahre lang die sogenannte DynamitparOj? �ammtcri durch bittere Erfahrung wurden die Jrländer llug. Mir a, kannten, daß der Rassenkampf auf dem Boden wlffl. s"? ,n nir ten Nationalitütspri n z i p s für fie Vernichtung endigen könnte, tie erkannten, daz! Rassen- und Rcligionsuutcrschied bei und den Theil des englischen Volks, welcher ein Jntcw die politischen und sozialen Verhältnisse um zuge«' die Bruderhand zu gcmeinsamemKampf reichen� Und diese Erkenntniß ist allmälig zu praklischer Verw gelangt. Schon früher gab es Männer von Scharfblick,>n sowohl als in England, welche einen Bund der De»� tie beiderLänder befürworteten. Die C h a r t i st c n bemühten steh aufs Aeußerste. länder heranzuziehen, und der Hauptführer der W O' C o n n o r, war ein Jrländer. Allein die M a s s � Länder wurden für diesen Gedanken nicht gewann� Ding braucht Weile. Der Katholizismus F Jrländcrn zu tief im Fleisch, und Jahrhunderte blutigel und brutaler Unterdrückung hatten eine zu üppig uno wurzelte Saat des Hasses aufschießen lassen, als daß' hättc�ausgerottct werden können. zipationskampf die beiden feindlichen»' dauernd mit einander versöhnen. Ich schrieb schon, die G l a d st o n e' s ch e n _ K' stießen in England deshalb noch auf vielfachen well sie mit der R e i ch s e i n h e i t nicht verträgluh ß�rrt) ......... die lerÄ��Erzgeb wurden. Das find jedoch Einwendungen, seitigen find. Die Hauptschwierigkeit liegt in den schaftlichen Verhällniffen. Sind diese geregel'., zwar besser, als es nach den höchst problematischen Cule Vorschlägen möglich— so ist der Rest kinderleicht. �"*4 x. � öroßl FS'F Geschäf Jrländer" ein Ländesparlament und autono 19'! """" MK w altung, so werden fie gern im Reichsparl aßLl Gesammtvertretung Großbritanniens< gerne daran Theil nehmen. Daß em schon alle vernünftigen Jrländer em, und.wird, Haß gegen England naturgemäß erloschen rst, daw denen eingesehen werden, die jetzt noch nicht vern Potttifche Ueberstltit. "";%1 l.ft '«Ben müss "Lgaden ur unabmen z *k A»tis, Mrem in m durch da >°re. mit Dfir rathe, �Kourier" °uf den C jp.baß diese den Nun, endlich ist es gelungen, und, weit entfernt hJjjB; � n u n g zu endigen, wird der i r i s ch- e n gli(ehe..«rfeD rlich tne 'en und! Und l2,'1.0 Mark od n vi Ueue Stenern find wieder in Sicht! »Politischen Nachrichten", deren Beziehungen a~i. Scholz bekannt find, lassen fich wie folgt vcrnehM preußische Gesetzentwurf für 1888 89 balanzirt; er die Mittel zu einer außerordentlichen Schuldentilgung 8 Millionen Mark. Abgesehen davon,'daß dabei bedarf für das Reich aus Anlaß der Äilitäranleihe v*' berücksichtigt ist, wird diese außerordentliche Schuld! dadurch ermöglicht, daß für 1883/89 nur die Hälfte zur Erleichterung der Volksschullasten bereit zu stelle� der betreffende Staatsbeitrag erst vom 1. Oktober werden soll. Müßte anstatt der Hälfte der ganze 20 Millionen in dem nächsten Etat ausgebracht ,vj würde derselbe dafür nicht ausreichende Deckungsn»n?. Wenn, worauf jedenfalls nicht mit Sicherhelt nicht erhebliche Veränderungen eintreten, dürfte nächstjährigen Etats fich in seinen Hauptzügen wiederholen und so als der Ausdruck der dauernden Preußens anzusehen sein. Mit anderen Worten: tne ß Finanzen gestatten wohl dauernd die Zteuaufwenduns Millionen Mark zur Erleichterung der Volksschullaj»� aber Mittel für weitere Neuaufwendungen vor der v® Gleichwohl ist eine Reihe von Anträgen im Abgeow theils bereits gestellt, theils in Aussicht, welche en« Vermehrung der Ausgaben oder eine Verminderung nahmen zur Folge haben würde. Die in der KoM die Erleichterung der Volksschullasten beschlossene Eel Staatsbeiträge, die Anträge auf Uebernahme der R der Volksschullehrer aus dle Staatskasse und auf der Immobilien- und Pachtstempcl bewegen fich. dieser Richtung. Die Beseitigung der Bergwerkssteuei- Mäßigung der Eisenbahntarife, die Ueberweisung und Gebäudestcuer an die Kommunen find mew. Gegenstand von Erörterungen gewesen. Ohne ZwenH die Absichten und Ziele, welche jene Anträge und»!' folgen, volle Sympathie und liegen ja alle in der 9" Wi einstelle, �/Y.Betr ■' fahren 1 'S Koulirstr %!E ?tein"4eUa Angefick Erw # ÄÄ 'W i ,n glän ist „Liebe Madame Müller," sagte Baumann aucst vorher im Zimmer um, ob seine Frau nicht da'" J, meiner Schwägerin wollen wir nicht weiter �.„ Mundwerk, und je weniger ich von ihr zu fehen gM.'-�ein desto lieber ist es mir— wenn ich's auch meine El» 3" gern merken lasse, da es ihr weh thut.". mSsat s., „Nun ja, es sind Schwestern," sagte" „so ungleich habe ich aber noch gar keine»Zia,%' sehen— im ganzen Leben nicht.'Ihre Frau>!' ordentliche Hausfrau, und die Heßberger—"a' 5,,-j< mir das Maul nicht verbrennen. Hat sie mich#L Ai* lich auf eine solche gemeine Weise hinter mcw'%% gai" schlecht gemacht, dann soll sie auch dafür bqah'�JKU&ßo sie's nicht, gut, dann kriegen wir den Rath, A von Beiden hat gelogen, und bei der Müllern I unglücklicher Weise gerade an die Unrechte L � btr � A propog, wo wohnt der Herr Witte?". J'% s* oben o, Der alte Baumann sah Fritz an, der nue aber saß und nur das Aufhören des Regens erwan|.% interessirte ihn der Alteweiberklatsch! Der woü � � Mar über, und wenn ihm die Frau Müller in die � der Pate, war nichts zu machen— die mußte er deShaw � Resser Weile zurückhalten. M „Oh, gar nicht weit von hier/' sgjjte�, i? I i _lvi. // Madame Müller. i5nni<"s>r" rnen � W".W'&m o"<« vi Der Mann hat so viel zu Aifc* ko kleinen Pause;„aber jetzt können Sie ch" � ��. nur hj >ed .feines< ""ch nur in bestimmten Stunden Fremde annimw in welcher Zeit das ist, Fritz?". bC'n Ä y$■:%%%# Frau, die sich nun einmal von ihrem V-»- bringen ließ.. „Dann bleiben Sie aber so lange ve. Müller," sagte Baumann,„und essen M» ist— viel wird'S so nicht geben, und tCv? .. Vl«' Ü , s ka m jiCp"' welche die Staatsreaiemng seit Jahren schon an- lange.#( Verwirklichung würde an sich mit den Grund- nterschictiM'�Ukrweisen Politik gewiß vereinbar sein; vorerst aber n Ire al>M7..?.MUr noch an der nothwendigen Voraussetzung. Die ; Mögliliili �Manzen bieten die Mittel zur Erfüllung aller dieser cn: sie M N"och nicht. Blchrausgaben zu beschließen, für deren i e G call die laufenden Einnahmen nicht die Mittel bieten, rovan?«nj,ta9e der Staatseinnahmequellen herbeizuführen, wo itportu Msamnrtcrtrag zur Bestreitung des nothwendigen Staats- er klug.- 3% nur gerade hinreicht, bedeutet aber nichts anderes, Boden dil C ,■.u?'n die eben erst überwundene Dcfizitwirthschaft ür sie'3. Z Memsteuem, den soeben wiedergewonnenen Boden einer rnten, daf! � irwanzwirthschaft preußischer Tradition wieder verlassen. 0 bei Sti«. NÄung der abschüssigen Bahn der Dcfizitwirthschaft ist ein Jnlem«taatsinteresse unvereinbar und daher ganz ungang- i zugesi«»?°u daher aus die Verwirklichung jener Anträge und p f reiche»« nicht verzichtet werden, so wird das Abgeordnetenhaus ,er Veno» �Wn müssen, daß der Staatskasse die zur Bestreitung der Ausgaben und der Einnahmeausfälle erforderlichen sicheren arfblick, in INnawm zugeführt werden. der De« i*'* Antiseinite« zerfallen in verschiedene Spielarten, . l«2vm*n eine christliche und— jüdische. Das erfahren Aeußerste,> W durch das Stöcker'sche Leibblatt; und wir erfahren aus x der# K jo eiteren, daß die christlichen Antisemiten fuchswild find Mass««% indischen, weil diese Witz haben. Das ist allerdings gewonnen.*'«™'«, mit der unsere„christlichen" Antisemiten nicht han- s m us''iEJi" rcs�en ihnen aber, sich mit ihren Kollegen vom te blutige« Dss�'wurier" zu vertragen und den„Witzen", die derselbe rppig und«ML nuf den Grund zu gehen. Es wrrd sich dann heraus- als daß diese meist sehr fragwürdigen Ursprungs sind, wie .M. I den„christlichen" Antisemiten besonders anstößige rtfernt in«Mi: Wie wird man am schnellsten reich? Ant- lischt �Wil�llch währt am längsten", welchen Witz wir schon lichenLl'M�sn und 20 Jahren gelesen haben, also lange ehe der U�'Smus,„christlicher" wie„jüdischer" Spielart er- achen�Wid« Nothstand in der sächstschen Strnmpfwaaren- erträglicd � i|f�eren,«ttl der„Chemnitzer Presse" aus Burkhards- die leich! f( 3« Erzgebirge) vom 13. Februar geschrieben: Es dürste in den �""der nehmen, wenn man in Versuchung geräth, die geregelt'»9e Geschäftskrise unserer Strumpfwaaren- Industrie für >en Glad!'� �dukt einer künstlichen Spekulation der ton- bleicht. M Kroßen Handelsfirmen anzusehen. Es drängt sich u tono»"''rrage auf i Was es eigentlich bedeutet, wenn einigen v arlain««%tn berichtet wird:„Die Amerikaner hätten sich zu s erbliit«?, � Preisen verstehen müssen";„die üblichen Maffenlager ; ein iri � iur Zeit vermißt, infolge dessen würden sich die Preise und ein« z,.Und das just in den vergangenen Wochen, wo sich de das'«? Ä"*™- Fattore genannt- bei den Kaufleutcn Aufwird, so�$rn n°der erhaschen mußten für einen um volle i, bald t vernuusi' jjz \ �"stellen zu müssen. Diese Faktore liefern je nach ,des Betriebs 50 bis 700 Dtzd. wöchentlich. In den »» Zsie ww,'�hren hat sich die Existenzunfähigkcit der Handwerks- .V in M1; s. Koulirstrchlarbeit vollauf bestätigt. Es bedarf daher ■xkP siwewsssr& Iserts � Strumpfmaschine. Tie fabrikmäßige Maffenpro- l �™«d nunmehr vermöge der spottniedrigen Arbeitslöhne ir?ihe Tempo annehmen, bis das Wesen der Ucberpro- «olaffenbankerotte erzeugt, gegen welche die sieben In- .' m Zeulenroda, die drei in Limbach und die eine in J"« des Monats Januar d. I. nur ein kleines Vorspiel : Angesichts dieser Thalsachen wie der bei solchen Krisen den Erwerbslosigkeit, kann nicht oft rmd nicht laut Poe Versicherung gegen unverschuldete Erwerbs- resp. '""sigkeit gewünscht werden. Der großen Masse der anleihe -chuld Hälfte (u stellen. )ttobcr ganze bracht kungsn"' eit /ff rste das 30"�" A s�weschx jährlich keine G00 M. verdienen, muß es unter t�Mtmssen unbegreiflich erscheinen, wenn ihnen zuge- ". die?re Äeuictlt. Alters- oder Invalidenrente. Denn sene El der?___ Hit»i;, � nun zwar «N a-r,. ALU,«ciiuiici ncyi vvv Ederen n�'Ken Vorrechte und thatsächlrchen Bevorzugungen :„Tns ir.d'e Träger adeliger Namen erfreuen, und sagt jedes- Hill«u nun zwar im Grunde nicht recht", sucht dann .tu febl st"# einige Vorzüge dieser Sonderstellungen ins kteinij�f So z. B.: Das Herrenhaus verfolgt wohl öfter �jieb!» einseitige Politik. Aber bedenkt doch:„Di- , ,».-i.�»i Ät>njsf d«a Herrenhausmitglieder nicht, sie haben also ihre Z we?0*V heri-n Befugnisse nicht umsonst; allerdings sind ja in rf überhaupt die Fidcikommißinhaber, durch- Kränzender Lage, aber manche werden durch diese auf sich f»' >erkssteried isung nd metl und ; der* *4 u�J1•ßtn« ouch deshalb schon hinaus in die Küche b.*** an», t haü ge- ««�»Srf■' r«�> it»? Herr Baumann, von Ihnen nehm' ich das i,«g K" ,c9 weiß, Sie meinen'S genau so, wie Sie's hat � ��laube nicht, daß mich schon Jemand anders ge- k ttnrf'?Cro«6 nicht— UI]U,«o uiuui uuwn, W"V.»' � Zar t m'r au� bie Fahne ein bischen»b, daß ich n(0m�t schlumpig aussehe, wenn man zu fremden bann könntest Du wohl indessen Deinen «ich, fatPV' wandte sich der Alte jetzt an diesen,„und -'um®�en w'eder hier— Du müßtest NiÄJf eingeladen werden," setzte er mit einem eigen- sisstaat«'/ nn bCC � � l« in fernem kh lUr zu einem Professor wegen Instrumente," Qt �ter;„der Regen hat ja auch jetzt aufgehört, je ßw p inar I? iuckt schon wieder der blaue Himmel durch. "n West«!", oosits L Jliioen iii)ne3, schelmisches Lächeln flog über die Züge ie J!* ber gj ,annech als er eben an seinen Professor dachte. alb t.«s i R�er hatte Recht, denn wenn er gehen wollte, J J, W V n 3inS gleich, und ließ sich nicht von der - er/,'-!, Aluller zuvorkommen, da er doch den alten pich'> ,»>ar.selber gern einmal vorher gesprochen hätte. «.i,e Mutter hingerathen? Er suchte sie draußen t.""ie sie aber auch dort nicht finden; er hätte ■d siin.a«hr genommen, da er einen so wichtigen ßleich ng�ebenz thun wollte— aber er sah sie ja ich gehe jetzt," sagte er, auf diesen zu- »•', fi»■«Oer v''.v;e Hand reichend— der alte Baumann #( i.„Und/ Einige erst an einem dort liegenden Tuche . Und J0,«"ie ich etwas Genaueres erfahre, komme «i%."%n � Euch mit." Ustr jv//1" 2unge," schmunzelte der Alte,„und— \i* nen Professor," setzte er hinzu,„und sag also, es bleibt dabei, und in- SM und andere Ehrenausgaben doch härter gedrückt, als ihnen lieb ist". Oder die Bevorzugung im diplomatischen Dienst— wie- viel Berechtigtes man auch gegen sie sagen kann, rechtfertigt nicht ein Umstand sie gewissermaßen? Gerade hier ist„jene gesellschaftliche Sicherheit, jene volle Beherrschung der Formen, wie sie nur der besten Gesellschaft eigen", sind„feinste Formen" unerläßlich. Wäre es nun nicht möglich,„daß diese Eigen- schaften bis zu einem gewissen Grade erblich sein können, und daß die Glieder unserer alten Adelsfamilien sie zum Theil in seltener Vollkommenheit befitzen?" Endlich unser vielgelästertes Agrarier- und Junkerthum, hat es nicht des Dichters(Storm) Vorwurf—„es gehe mit dem Pöbel zwar, doch niemals mit dem Volke"— jetzt gründlich widerlegt?— Diese Pröbchen anscheinend einer treffenden Satire, thatsächlich aber emer Äe- wcisführung, welche nothgedmngen zu den lächerlichsten Schein- gründen greift und dieselben zu guter Letzt ernsthaft für stich- Hallig hält, entnehmen wir dem neuesten Hefte der— reaktio- nären und hochoffiziösen„Grenzboten". Die„Neue H«eie presse" bestätigt, daß man bereits für die nächsten Tage einen amtlichen Schritt Rußlands in Betreff Bulgariens erwarte, der in„maßvoller" Weise sich darauf beschränken werde, eine Deklaration vorzuschlagen, welche den Prinzen Ferdinand von Koburg als einen illegitimen Fürsten bezeichnet. Diese Deklaration sollen die Mäcbte der Pforte mit- theilen, möglicherweise auch noch andere russische Anträge. Es wird versichert, daß das russische Vorgehen als eine Wirkung der Rede des Fürsten Bismarck vom 6. Februar zu betrachten sei. Zum vortragende» Rothe bei dem Prinzen Mit- Helm soll, wie der„Freist Ztg." mitgetheilt wird, der Direktor im Ministerium des Innern v. Zastrow, ein besonderer Ver- ehrer und Gesinnungsgenosse des Ministers v. Puttkamer, de- stimmt sein. Der hessische Fandtagoabgeordnete I-eft hat, wie auch wir schon gemeldet haben, seine Haft angetreten,„weil das Ministerium— so schreiben die Zeitungen— den beantragten Öaftaufschuh verweigert habe". Wir verstehen diese Notiz nicht recht. Unseres Erachtens hatte die hessische Kammer, deren Mitglied Joest ist, ihre Genehmigung um Haftantritt zu geben. Wir haben aber nichts davon ge- ört, daß eine solche Genehmigung ertheilt worden sei. Perbot ans Vrnud des Kozialistrngesrhrs. Der Polizeipräsident von Berlin verbietet ein Flugblatt, welches die Ueberschrift trägt:„Arbeiter, Brüder, und den Schluß hat: „Wird es immer Ge-Liebknechtet werden." Gefterre ich-Ungar». Rothschildgaunereien in Oesterreich. Die Nordbahnverwal- tung nützt die ihr in dem von der Regierung eingegangenen neuen Vertrage eingeräumten Privilegien rücksichtslos zu ihrem Vortheile aus, indem sie durch ausgiebige Tarifherabsetzungen dem Erzeugnisse ihrer mährischen Kohlenwerke auch den südlichen Markt zu erobern sucht, in der Absicht, die konkurrirende alpen- ländische Kohlenindustrie zu Grunde zu richten. Die letztere befindet sich gegenüber den mährischen Kohlcnwerken insofern beträchtlich im Nachtheile, als ihr Produkt bei weitem nicht die Heizkraft der mährischen Kohle besitzt. Wenn nun zu diesem natürlichen Vorzug der mährischen Kohle noch ausgiebige Tarif- bcgünsligungen hinzukommen, so liegt es auf der.Hand, daß auch in den Loüdprovinzen Oesterreichs die steirische Kohle mit der mährischen Kohle nicht mehr zu konkurriren vermag. Vom Standpunttc des Konsumenten wäre nun wohl nichts gegen eine solche Konkurrenz einzuwenden, wenn sie eine Vcrwohlfeilung der Kohle mit sich brächte, aber man ginge fehl, wollte man an- nehmen, daß es der Nordbahnvcrwaltung und dem hinter dieser stehenden Großaktionär Rothschild, der bekanntlich für seine vielen „Verdienste" hoffähig geworden ist, in Wirklichkeit darum zu thun sei, der Bevölkerung billigeres Brennmaterial zu verschaffen. Baron Rothschild verfolgt mit der namhaften Herabsetzung der Kohlentarife der Nordbahn ganz andere Zwecke. Es ist ihm darum zu thun, der Südbahn zu einer Ersparniß von mehreren Hunderttausend Gulden zu verhelfen. Wenn Rothschild aber der Südbahn Koble aus den Werten der Nordbahn zu einem Frachtsatze nach Wien liefert, der kaum die Selbstkosten erreicht, so ist das dadurch zu erklären, daß Baron Rothschild nicht nur Großaktionär der Nordbahn, sondern auch Großaktionär der Südbahn ist. Und wenn er dieser durch billige Kohlenliefe- runaen zu einer beträchtlichen Ersparniß vcrhilst, so besagt das nichts anderes, als daß er den Gewinn, dessen er sich auf der einen Seite begeben hat, auf der anderen Seite wieder herein- hringt. Der Gewinnverzicht ist sonach nur ein schein- harer, es findet nur eine für das Haus Rothschild wohlthätige Schiebung statt. Bleibend wird dagegen die durch dieses Ma- növer bewirkte Verdrängung der steirischen Kohle aus der Wirth- schaft der Südbahn und die hiervon zu besorgende Entwerthung der steirischen Kohlenwerkc, die den Ruin vieler Tausende von Arbeiterfamilien zur Folge hat, sein, wobei Baron Rothschild möglicherweise auf die billige Erwerbung dieser Kohlenwerke und auf die Schaffung eines unschätzbaren allgemeinen Kohlen- Monopols spekulirt haben mag. Ohne Zweifel spielt aber bei ihm— wem, Ihr Euch über die Arbeit einigt, natürlich—, er möchte doch auch einmal zu mir herüber in die Werk- statte kommen— verstanden?" „Gewiß, Vater," sagte Fritz, während ihm das Blut in die Schläfe stieg,„und hoffentlich einigen wir uns ja. Grüß' die Mutter noch einmal— Adieu— Adieu, Madame Müller!" Und rasch wandte er sich und schritt zur Thür hinaus. (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Zeven. Da» größte astronomisch- Fernrohr der Erde, das vielbesprochene'Instrument für die Lick-Sternwarte m Kall- formen, ist endlich vollendet. Der Bau desselben ,st von den Mechanikern Warner u. Swassey in Cleveland N.-A. ausgeführt worden. Die quadratische gußeiserne Säule, die Tragenn des Fernrohrs, ist so hoch wie ein dreistöckiges Gebäude und wiegt 36 000 Pfund; an ihrer Basis mißt sie 10, an lhrem oberen Ende 5 Fuß. Auf dieser Säule ruht der 8000 Pfund schwere Aufsatz, in welchem die stählerne Polarare von 10 Fuß Länge und 2800 Pfund Gewicht gelagert.st. Diese Are ,st der Erdare parallel. Am oberen Ende dieser fc« ist die stählerne Deklinationsare von 10 Fuß Länge und 2300 Pfd. Gewicht an- gebracht. Dieselbe trägt das riesige Rohr von'« Zoll d.ckem Stahlblech und 50 Fuß Länge. An dessen Ende befindet sich das weltberühmte Obiektivglas von 36 Zoll.m Durchmesser und 638 Pfund Gewicht. Die Glasmasse stammt von Fe.l in Paris, wahrend der Schliff der Linse von Clark in Amerika ausgeführt worden ist Diese Linse hat fast 50 pCt. mehr raumdurchdringende Kraft als die größte, welche bisher existirte, und erträgt eine 4000fache Vergrößerung. Tie Ablesung der feingethe.lten Kre.se, welche durch elektrisches Gluhlicht beleuchtet werden, geschieht vom Okularende des Fernrohrs aus; desgleichen können alle Bewegungen, die dem Instrumente ertheilt werden sollen, vom Okularende aus veranlaßt werden. Um den zu beobachtenden Stern ortwährend im Mittelpunkte des Gesichtsfeldes zu haben, wird das Fernrohr nach erfolgter Einstellung des Odjctts durch ein kräftiges Uhrwerk, der Bewegung der Erde folgend, um seine Are getrieben. Das Uhrwerk wird durch ein doppelt konisches Pendel welches in elektrischer Verbindung mit der Normaluhr der auffälligen Herabsetzung der Nordbahnkohlentarife, die nur einigen Begünstigten, nicht aber der großen Konsumentenmenge zu gute kommt und dieser nach den Absichten Rothschild's auch nicht zu gute kommen soll, noch eine andere wichtige Erwägung mit. Laut Verttag partizipirt der Staat an dem 10 pCt. übersteigenden Reingewinn des Eisenbahnbetriebes, nicht aber an dem Erträgniß der Montanwerke der Nordbahngesellschaft. Es liegt sonach im Interesse der letzteren und Rothschild's. daß das Er- trägniß des Betriebes der Nordbahn, wenn es 10 pCt. zu übersteigen droht, zurückgeht, jenes der Montanwerke aber sich er- höht. Dieser Effekt wird nun einerseits durch die Herabsetzung der Kohlentarife auf den Selbstkostenpreis für einzelne Groß- Händler und andererseits durch den dadurch bewirkten Mehr- absatz der Kohlenwerke erzielt. Des weiteren bewirkt die Roth- schild'sche Klique auch dadurch eine Herabmindcrung des Bahn- etträgnisses, daß sie die für den Bahnbetrieb erforderliche Kohle um einen auffallend hohen Preis aus ihren eigenen Kohlen- werken bezieht. So zahlt die Nordbahngesellschaft ihren eigenen Kohlenwerken 6 Fl. 40 Kr. per Tonne, während sie der Süd- bahn die Kohle um 50 Kr. billiger verkauft. Diese die alpen- ländische Kohlenindustrie mit dem Ruine bedrohenden, der großen Konsumentenmenge aber keine Verwohlfeilung der Kohle bringenden gaunerhaften Manöver haben in Oesterreich begreiflicher Weise das unliebsamste Aufsehen hervorgerufen. Im Abgeordnctenhause wurden in dieser Angelegenheit an die Regierung vier Interpellationen gerichtet, aber der jetzige Han- delsminister erklätte, nicht einschreiten zu können. In der Debatte über die Antwort des Ministers bekam Baron Roth- schild sehr harte Motte zu hören, und auch der Regierung ivurde scharf zugesetzt. Der Regierungsvertreter mußte zugestehen, daß er die Handlungsweise der Nordbahn mißbillige und die un- natürliche Herabsetzung der Tattfe für einen bestimmten Zweck für ungesund und unpraktisch halte; aber im übrigen vertrat er den Standpunkt, daß aus Grundlage des leider bestehenden Nordbahnvettrages die Regierung absolut nicht das Recht befitze, hier einzugreifen. Darin liegt wohl die schärfste Verutt Heilung des seinerzeit so viel angefeindeten, von dem Hmndelsminister Pino mit Hilfe der Rechten und der Gründer auf der Linken glücklich durchgebrachten schmachvollen Vettrages. Frankr-ich. Patts, 18. Februar. In der heutigen Verhandlung des Prozesses gegen Wilson und Genossen leugnete Legrand hart- näckig, daß er seine Ordcnsdekoration der Frau Rattazzi oder Wilson verdanke: er kenne Wilson gar nicht. Auch die übrigen Zeugen aus der Familie Legrand.vollen jetzt, im Widerspruche mit ihren früheren Aussagen, von nichts wissen. Die Zeugen- Vernehmungen werden Montag fortgesetzt werden. Gro-ßbritan»i-». Edinburg, 18. Februar. Das Unterhausmitglicd Buchanan hatte sein Mandat wegen Aenderung seines Parteistandpunktes zu Gunsten des Homemle niedergelegt und kandidirte bei der heutigen Ersatzwahl als Anhänger Gladstone's. Derselbe wurde mit 3294 Stimmen wiedergewählt, sein unionistischer Gegen- kandidat Raleigh erhielt 3248 Stimmen. Rußland. Petersburg, 19. Februar. Das„Journal de St. Pe- tersbourg" reproduzitt die Mittheilungen der„Correspondance de l'Est" bezüglich der Verhandlungen m der bulgarischen Frage, ohne jedoch eine Vcrantwottlichkeit für deren Richtigkeit zu über- nehmen; andererseits aber möchte das Journal den günstigen Eindruck, welchen die Nachttchten der letzten Tage hinsichtlich einer Beruhigung der Gemüther hervorgebracht haben, nicht abschwächen. Knlkn» lander. Bukarest, 19. Februar. Die Kammern sind heute mit einer Botschaft des Königs eröffnet worden, in welcher der Hoffnung auf Erhaltung des Fttedens Ausdruck gegeben, gleichzeitig aber betont wird, daß es in Anbetracht der schwiettgen Verhältnisse in Europa nothwendig sei, auf eine Kräftigung im Innern Be» dacht zu nehmen. Amerika. Jens Christensen, der in Deutschland von Ort zu Ort ge- ttteben wurde, kam neulich nach New- Kork. Dortige Blätter bettchten über einen von ibm gehaltenen Vortrag über die„s»r- beiterbewegung in Europa" wie folgt: Redner begann mit der Beleuchtung der Zustände in England, indem er ausführte, daß, trotzdem das Maschinenwesen und die Großindustrie in Eng- land mehr entwickelt sei, als in irgend einem anderen Lande, die deutsche Rrbeiterdewegung derselben doch viel voraus sei. Es gebe in England zwar viele Sozialisten, aber die meisten tenirten sich noch, den Namen„Sozialist" anzunehmen. In ielgicn mache die Bewegung gute Fortschritte, wie die Ereig- nisse der letzten Jahre bewiesen. In Holland gehe es lang- samer, weil dott die Industrie noch nicht so weit entwickelt sei. In Skandinavien dagegen habe die sozialistische Bewegung in den letzten Jahren ganz enonne Fottschtttte gemacht. Im Jahre 1884 habe in Norwegen der erste Streik stattgefunden und hellte existire dott ein sozialistisches Blatt, welches größere Verbreitung als irgend ein anderes Blatt habe. In der Sternwatte steht, regulitt. Ist das Fernrohr nach dem Zenith gcttchtet, so befindet sich das Objettivglas in einer Höhe von 22 Meter über dem Säulenfuß. Das ganze Instrument vollständig wiegt 65000 Pfund. Mit Vollendung dieses Riesen- fernrohrs dürfte die praktische Optik und Mechanik an die ihnen erreichbare Grenze gelangt sein. „Der Nampyr". Aus Belgrad wird dem„Pester Lloyd" geschrieben: In den letzten kalten Tagen fand die Polizei- Patrouille in einer der Straßen Belgrads einen Mann erstarrt tiegen, der nach mehttachen Versuchen der Erweckung für todt gehalten wurde. Die Verwandten bereiteten das Leichen- begängiß vor und der Leichenzug bewegte sich bereits durch die Stadt zu dem weit von derselben befindlichen Friedhofe, als plötzlich auf dem weiten Felde vor dem Todtenacker der Kutscher des Leichenwagens denselben anhielt und zu dem begleitenden Pttester gewendet, demselben mittheilte, daß er aus dem Sarge heraus deutlich ein Pochen und Scharren vernommen. Der Pope und die Angehörigen drängten sich heran, aber als auch sie das Pochen deutlich vernahmen, da wendete sich der Geistliche entsetzt um, und ihm folgten auf der eiligen Flucht die Theilnehmer an dem Leichenbegängnisse. Die Furcht, daß der Todtgeglaubte als„Vampyr" aufgewacht sei, hatte die Leute in die Flucht gejagt. Die abergläubische Furcht vor dem Vampyr ist in Serbien weit verbreitet, und besonders sollen soche, die eines plötzlichen Todes starben, als Vampyre wieder aufstehen, um ihre zurückgebliebenen Nachbarn und Angehörigen zu peinigen. Der Kutscher des Leichenwagens besann sich nicht lange. Als er sich so allein und verlassen mit dem Sarge sah, in dessen Innern es immer lauter pochte, kehtte er mit dem Wagen um und fuhr eiligst zur nächsten Polizeistation, um dott den unheimlichen Fall zu melden. Man öffnete den Sargdeckel und da ertönten schon die kernigen Scheltworte des vermeintlichen Todten, der sich darüber beschmette, daß man ihn so ohne jedes Zeremoniell und ohne Untersuchung lebendig beerdigen wollte. Die Polizei erklärte, daß der Fall eigentlich das Spital anginge, und so mußte der Scheintodte sich dazu bequemen, im Sarge die Reise ins Spital anzutreten. wo man ihm behilflich war, als er aus dem Sarge kroch, und wo er sich unter guter Pflege wieder erholen wird. Der Schein- todte war an dem verhängnißvollen Abend mit einigen guten Freunden zusammengekommen, hatte mehrere Gläser über den Durst getrunken und war in diesem Zustande auf der Straße niedergestürzt und erstarrt. Das Rütteln des Leichenwagens hatte endlich seine Lebensgeister wieder erweckt. 1 Frankreich sei der klassische Boden für den Sozialls- mus, aber leider seien die Sozialisten in gar zu viele Fraktionen gespalten und lägen sich gegenseltlg in den Haaren. Der Redner ging sodann zu den deutschen Zu- ständen über und schilderte die Zustände vor den Hödel-Nobi- ling'schen Attentaten, bis zur Jetztzeit in recht eingehender, faß- licher Weise. Er zeichnete die allmälige Verschärfurm des So- zialistengesetzes, die Verurtheilungen, die Art und Weise, wie die Flugblätter veitheilt werden und die Polizeispitzelei und bc- hauptete, es gebe allein in Berlin gegen 4000 Polizeispivel(?); ausgewiesen seien daselbst in den 9 Jahren mindestens 2000 Ge- Nossen.(?) Die heutigen Verhältnisse und Institutionen seien sämmtlich unhaltbar und gingem ihrem Zerfall immer mehr entgegen. Sicher sei, daß die Revolution kommen werde. Auf- gäbe der Sozialisten sei es daher, die Arbeiter darauf vorziibc- reiten, daß, wenn dies Ereigniß eintrete, dieselben auch wüßten, welche Wege sie zu wandeln hätten. A fielt. Bombay, 15. Februar. Die neuen Steuern rufen in Indien große Unzufriedenheit hervor. Die um 460 Prozent erhöhte Salzsteuer drückt namentlich die ärmeren Klassen, welche die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Da die finanzielle Klemme der Regierung eine Folge der Ausgaben für militärische Zwecke und des birmanischen Krieges ist, worüber das Volk nicht befragt wurde, meinen die Eingeborenen mit Recht, daß es nicht mehr als recht und dillig wäre, wenn England einen Thell der dem indischen Schatzamt hierdurch erwachsenden Lasten übernähme. Da in vielen Gegenden, wie in der Prä- fidentschaft Bombay, selbst auf dem Lande, Petroleum allgemein im Gebrauch ist, so wird auch die Petroleumsteuer als eine große Härte empfunden werden. vereine und Uerfamminngen. " Uerband deutscher Mechaniker und verwandter Berufs- genossen(Zahlstelle Berlin). Versammlung am Mittwoch, den 22. Februar, Abends 8; Uhr, bei Lammers, Kommandanten- straße 71 72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Voigtherr über Wesen und Bedeutung der freireligiösen Gemeinden. 2. Diskussion. 3. Verschiedes. 4. Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, die Fragebogen auszufüllen. Verband deutscher Zimmerleute(Lokalverband Berlin Nord). Mittwoch, den 22. d. M., Abends 8 Uhr, in Zimmermanns Gesellschaftsbaus, Cöslinerstraße 17, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vottrag des Herrn Schulz über„Homöo- pathie". 2. Verschiedenes. 3. Frazekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommenn.'�äste find willkommen. Gauverei» Kerliner Kildhauer.(Annenstraße 16.) Heute, Dienstag, außerordentliche Generalversammlung. Tages- ordnung: 1. Der Stand der Verhandlungen mit der preußi- schen Behörde in Sachen des Unterstüyungsvereins. 2. Be- rathung von Anträgen zur Generalversammlung in Stuttgart im Juni d. I. 3. Verschiedenes. Fachverei« sämmtlicher im Prechslergewerk beschäftigten Arbeiter Berlins. Wanderversammlung am Mittwoch, den 22. Febmar, Abends 8t Uhr, in Krieger's Salon, Wassetthorstr. 68. Tagesordnung: 1. Vottrag über„die end- giltigen Ziele der gewerkschaftlichen Organisationen Arbeiter in der Jetztzeit" unter besonderer Berück „Geschichte der Arbeiteragitation Ferdinand Lassalle's". � R. Sündermann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.-» neuer Mitglieder. Gäste haben Zuttttt. Der Vorstack in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung, um zahl# such dieser Versammlung. Verband deutscher Zimmerleute, Lokal-?? Berlin Gst und Umgegend. Mittwoch, den 29J Abends 8 Uhr im Lokal der Wittwe horstmann, 3# Allee 127. Versammlung mit der Tagesordnung 1' träge zum diesjährigen Handwerkertag, 2. Verschiebe« Fragekasten.• Gauverein der Maler K-rlin«. Vereinsverss am Dienstag, den 21. d. M., Abends 8t Uhr, K Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Kollegen Schweitzer über die Generalversammlung Z» schweig. 3. Verschiedenes.— Gäste haben Zutritt. Der diesjährige Miener Maskenball des zur Mahrnng der Interessen der Klavierard Sonnabend, den 10. März ct., in den auf das dekoritten Sälen der Philharmonie, Bcrnburgerstraße statt. Billets a 60 Pf. find nur vorher zu haben Nagel, Wienerstr. 62, 3 Tr.: G. Hahn, Lübbenersck König, Kl. Andreasstr. 5; Mahnke, Pücklerstr. 1% Wintzer, Naunynstr.78; im Arbeitsnachweis bei Pfister, sämmtlichen Vorstandsmitgliedern. An der Kasse Billets verkaust. Theater. Dienstag, den 21. Februar. »Poeuhau». Lohengrin. Mchauspielka««. Tante Therese. Wiutschr« Theater. Die berühmte Frau. Malluer-Theater. Orgelpfeifen. »xiedrich> Milhelmstädtisches Theater. Die Dreizehn. m.. Wiktaria-Theater. Die Reise um die Well in 80 Tagen. m„ Gßeud-Thrater. Der Mikado in Berlm. Messdeuz-TH-ater. Francillon._ UsSealliaure-Theater. Die Salontirolenn. Malhalla-Theater. Le coeur et la rnaiu. Ueutral-TKeater. Höhere Töchter. M-'«igKädtische» Theater. Das lachende Europa. American-Theater. Spczialitäten-Vorstellung. Aaufma»»« UariStS. Spezialitäten> Vor« stellung. Aoukordia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Theater de» Ketchshalle«. Spezialitäten- Vottrellung. resdenerfk. 72. Direllion: Adolph Ernst. Ketzte Woche. Die schöne Ungarin. Gesangspoffe in 4 Allen von W. Mannstädt. Kouplets v. G. Görß. Musik von G. Steffens. Dt» neue« Kouplets stnd vom Kapellmssr i Frans Roth kompoutrt. Kerr» Telephon KuichiuS: Amt IU Ur. 8042. Kaffeneröffnung 6* Uhr. Anfang der Vorstellung 7; Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kouutog, den 26. d. M.: �)eu einstuditt. Der Streik der KerUner Sattler ist laut Beschluß der Versammlung vom 18. Febr. als beendet zu bel achten. Bitte etwaige noch außenstehenden Listen gütigst an Unterzeichneten senden zu wollen.[405 G. Assmann, Neue Jakobstt. 11 im Lokal von Marr. Von Vormittags 9 Uhr bis Abends 9 Uhr. 3372 Geldgewinne= 375000 Mark ,_...••fort zahlbar In Bretlan bej d. Schledtchen Bankverein in Hambarg bei Herrn Carl Helote» In Berlin bei Herrn Simon Cohn :ln Danzig bei d. Danziger Privat Fachverein der Putzer. Erlass' Miestätdes Kaisers und ratectfipste Mittwoch, den 22. Febr., Abends 8t Uhr, im Vercinslokal, Jnselstr. 10, bei Scheffer, Mitglieder Nerfammwng. Tages-Ordnung: 1. Vortrag eines Architellen über„die Eni- wicklung der Architellur", mit optisch- bildlichen Darstellungen. 2. Abrechnung vom Maskenball. 3. Vereinssachen.— In Anbettacht der Wichtig- keit und Jnteressantheit des Vottrages ist em zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mit- glieder dringend erwünscht. 402 Der Vorstand. Der Fachverein f. Schlosser etc. feiert sein 8. Ktiftuugsfeft, verbunden mit Wiener Maskenball, am Hovnabeud, den 25. Febrva, er., im Grand Hotel Aleranderplatz. Groher Kall. Vorher Konzert von einer 10 Mann starken Kapelle. Gesang u. komische Vorträge, ausgeführt vom Gesangverein Euterpe. Verschiedene Belustigungen. Anfang 8 Uhr. Es ladet ergebenst ein[401 Der Vorstand. Das Vergnügungskomitee. _ 23., 24., 25. Febr._ ölner Domb- Lotterie. „Schutzenlis'l". Gelle» Auftrete«»e« Frl. Bertha Feidan, der Herren Hugo Hasskerl und Adolph Kratz It. Hauptgewinn 75 000 M. baar. iLoose ä 3 M.(Porto und Liste 30 Pf.) Loose der Könlgl. Vrentz. Klassen- Lot!». ie stets vorräthig. Prospekte gratis und franko.[27 BorHner Ktadt Theater V'allnertbeatcrsttaße 15, fr. Alhambra- Theater. DiellaucetoJectin. Posse mit Gesang in 7 Bildern von Thalburg und Sanftteben. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert von Th. Franke. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. KomBadtischks Thmter. Alexander-Sttaße 40— Kurze Straße 6. Dienstag, de« 21. Februar: » a st spi« l von Anna Schramm. Novität! Zum 4. Male: Novität! Das(adiende Europa Dritte Marienburgcr GELD-LOTTERIE Ziehung am 17., 18. und 19. April 1888 unter Aufsicht der Königlichen S t a a t» r e g 1 e ruOf Nur Geldgewinne: Bichard Schrödei Berlin W., Markgrafen ste 48. Gendarmenmarkt. IsÜ (Fottsetzu Europa ist �Nimanifitt w > mit dem E Iwundcn. T ""gen seines C feindliche Ä Eine Kr Technik ni ,- gegen die �MEigenthui �erodung Euri Wng, angej Ken Verhä auf einav % gegenseiti jicht gegenfett t drese Einfli Mm und e Produktionsr Mmk. alles Mhegung du % 8m Gemei mc Alle verai EÄS V die Bru, Ä» Nkn und die � 30 00«>i?,Siri Ii;;*5 Lsdcrs, 1�lÄr5 «Ltzher der( Gew. baar 37500 ifeTfuftn Kri ��lonien I Ganze Loose ä Halbe..-.. � .*ÜSiö I T»ltar»nim-*dre»«»: Lolterubznk Bwliw. I Auf 10 Loose ein Ffel «mpflehlt und Tamndet piosipl Carl Heinize Bank-Oesohäft, Berlin W. Unter den Für jed« frankirta Loot-Sendung und«alnar Zait amtliche üda»Ind 20 � (untar Eimchraiban 50 Pf.) beizufügen. m # Natur- tP Qaehrta Baatallar bitte loh doa Hamen anf dar Foatanwolsimg .he�»" '* atwnea aux a#r Postanweisung denUloh zm seb mir die prompte und richtige Zusendung ennö�aeht wird«_____ � Möbel anf Theilzahlung bd j Kellermann, # Weine r-? H Oswald Ifier D �«••rtiucbtn[wios � * BERLIN* V—* Melöbier ohne jeden Wasscrzusatz, die große Weiße 20 Pf., die kl. 10 Pf. außer dem Hause, giebt's nur im Restaurant Frankf. Allee 74, rm Hause der Ostend-Apotheke bei Emil Böhl. Von 2 Mark an frei ins Haus.[21 Äevolverliqaenr Lustige Possen-Revue mit Gesang in 3 Allen und 1 Vorspiel von Dr. Gust. Braun. 1. Vorspiel. 2. Anna, zu Dir ist mein liebster Gang und Schnattergans. 3. Durchgegangene Weiber. 4. Bettelltudent von Berlin u. lleme Frscherin. 5. Der geschundene Kanbrttter. Minona Wubbdich. Anna. Engländerin. Hökerin. Schusterjunge. Dienstmädchen. Geist. 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Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin SW., Beuthslraßc 2. Hteri» men dn' cnicksicklS ffalle's".» nes.— Vorsts 1 m zahlM den 2&F iqnn, nung!■ Vellage zum Berliner Bolksblatt. verschied«! :reinsveis4 SM nlung Z» rtritt. ill de« erardei f das serftrafct i haben ibbeneiA rflr. 15, i Pfifter. äffe 44. Dienstag, den 31. Februar 1888. 5. Iatzeg« •k HelflW. 'rivat- wDwh�i u?»"'. so r ruN? o 000 0 OOÖ 5 OOO, inr Kamerun. Von Karl Kautsky. (Fortsetzung aus Nr. 36 und Schluß.) (Europa ist die Kriegführung bis zu einem gewiffen dumviuflrt woroen. Tie enge Verbindung des Zndi- 1 nnt dem Gemeinwesen, wie fic ursprünglich bestand, lwundcn. Das Individuum wird nicht mehr für die gen seines Gemeinwesens verantwortlich gemacht, man leurdliche Armee zu vernichten, nicht aber das feind' �Einc Kriegführung, die rücksichtslos alle Mittel der tu,*•ictfln� nicht blos gegen eine feindliche Armee, son- � Regen die Nichtkombattanten der feindlichen Station .�.genthum anwenden wollte, würde bald zur ganz- . novung Europas führen. Sie wäre eine selbstmörderische Ung, angesichts der Jnternationalität der heutigen Wen Verhältniffe. Die modernen Nationen find alle oa' einander angewiesen. Sie mögen versuchen, sich S gegenseitig zu schwächen, sie dürfen und wollen ein gegenseitig verderben. z Wse Einflüsse, die Lockerung der Beziehungen zwischen »um und Gemeinwesen, die Intemationalität der mo- Produktionsweise, die mörderische Wirkung der jetzigen �mik, alles das hat die„Humanifirung" des Krieges, i�gung durch gewiffe Regeln in Europa zur Noth- »gemacht. «Inka herrscht noch meist das urwüchsige Kricgsvcr- »�„Gemeinwesen ist dort Jeder mit Allen solidarisch Alle verantwortlich. Jedes Gemeinwesen besteht un andern, es bedarf des andern nicht. Man greift vtos die Kombattanten an, sondern jedes Mitglied des «tammes, dessen man habhaft werden kann; man iw>.M"dlichc Dorf nieder, haut die Obstbäume um, B die Brunnen, kurz, schädigt den Gegner, wo man >st sicher barbarisch, jedoch nicht so schlimm, als es kt._»t, dg die beiderseitigen Waffen nicht viel Unhcll und die Streitkräfte meist auf beiden Seiten ziemlich 5? S�erS, wenn diesen nackten wehrlosen Wilden eine T Macht mit Kavallerie und Artillerie, mit Hinter- • gar Repetirgewehren, Panzerschiffen rc. zu Leibe Natt nach europäischem nach barbarischem Kriegsrcckt Aug der Rauferei, wie sie zwischen den Wilden sonst . v uicht eine Schlacht, sondcm ein Schlachten; das 18 U /i � Nlwl eine crniawr, Ivnocrn ein«wiatrjxcn; oas 30 Dörfer und Hinrichten der Gefangenen geschieht 30 0®:,/ JÖlut, ohne daß irgend welche größere Gefahr vorher @0 0 Pw Hl kjyUchet der Sieger erregt. Mit Entsetzen haben wir von 30 02,% Kriegführung der Engländer und Holländer in ilr.AI y der Franzosen in Algier und Tunis gelesen. Seit- lt Kolonien haben, ist auch unsere Kriegsmarine einige- '"u Lage gekommen, sich in der Südsee wie in Afrika Niederbrennen von Dörfern und ähnlichen„Züchti- ßL � terW Das ist ja eben das schlimme, daß wir »aft»ifv müssen, wenn wir aus solchen Kolonien Ge- I"isLrf 0[[en, daß wir verwildern müssen, wenn wir nickt'' wollen. tC(»gar V1 unser Fühlen verwildert in den Kolonien, . �i.tiDf!l! �.®enfen:»Stirbt einmal ein Fattorist an IBÖ* P??., Wieder, so wird seinen Kollegen häufig genug 20 P* ana.L.",ung oder gar eine Verhetzung durch eingeborene "Ötth' 13")" � u��negert man eben sehr leicht!" 'u,L in der Produttion und im Handel, im >.'°ndera s°der Religion, oder„Wissenschaft", wenn man jjjjjn'Jifjjtfn ,m Familienleben vernegcrt der Europäer � entriis!!t!��n� Kolonialschwärmer find auch diejenigen, e' weil fy1 über die„Unflttlichkcit" der Sozial- » Und �le behauptet, die überkommenen Formen der . W'en keineswegs unabänderlich, sondern hurch>>-. ug fähig. Sie werden in letzter Linie be- � e Wweilige Produttioneweise. Nein, dem Deut- Mi m cw*.0 müj urrboten.) stilvoll." � und Heiteres von Willy Herfen. ftlooll" ist ein Haupt-Schlagwort, ja geradezu ».____-- �. c or rr. a ra__ c x H .�UQVa-i, V»«»> xj—---- r*_ w �til �'cum unserer Zeit geworden. Alles strebt -~"- a a.-va 1 fL w*—. r» l U-(*... C MI M eb�en fiif,,, tägliche Gespräch in klassi- ich-n" kann, ohne lächerlich zu werden, kann man ungestraft den lien zuwider sich mit Möbeln umgeben, scheu, wenigstens dem„gebildeten", ist seine Familie, seine Ehe heilig, er hält fest an seinen Idealen trauter Häuslichkeit und b ehrer Weiblichkeit und läßt sie sich durch keinen„rohen Materialismus" verkümmern. Die deutsche Hochachtung der Frauenwürde und Familienzucht ist nicht„niedrigen" materiellen Verhältnissen entsprungen, sondern der Tiefe des deutschen Ge- müthes. Mögen gemütblose Juden, frivole Franzosen und lrämerhafte Engländer tkierijchcn Materialismus predigen, der Deutsche bleibt zu allen Zeilen und unter allen Verhältnissen ein Idealist, vor allem in seinem Verhältniß zu seinem Weibe, zu seinen Kindern. So rufen unsere„Nationalen" aus, von denen jeder natür lich von vornherein ein Kolonialfanatiker ist. Sehen wir zu, wie sich der deutsche Idealismus, in Beziehung auf FamÜie und Ehe, in den Kolonien bethätigt. Herr Zöller giebt uns einige interessante Aufschlüsse darüber:„Ein durchaus nicht unbedeutender Theil der für längere Zeit hier(in Westafrika) lebenden Kaufleute ist nach Landesbrauch mit eingeborenen Frauen verheirathct; blos den Angestellten einer einzigen mit der Mission in Verbindung stehenden Firma ist dies ausdrück- lich untersagt. Das Heirathen ist hier, wie allenthalben unter Negern, eine Geld- und Geschäftssache. An die ihre Töchter anbietenden Eltern wird für Jungfrauen ein Geschenk von 16 Dollars in Geld und 6 bis 8 Dollars in Waaren gemacht, so daß also der Besitz einer Jungfrau auf etwa 100 Mark zu stehen kommt"(Zöller I, S. 245).(In Kamerun sind die Jungfrauen thcurer. D. Ref.) Unter dem Einfluß der Pro- duktionswcise der Neger greift also der Weiße unbedenklich auch zu ihrer Eheform, zum Frauenkauf. Fern sei es von uns, den Bc- treffenden daraus einenVorwurf zu machen. Wir wissen jasehrwohl, daß die Ideen ein Produkt der materiellen Verhältnisse find uns überrascht also die Negerehe der Weißen in Afrika durch aus nicht. Damit sei aber keineswegs gesagt, daß dieselbe eine an- mutbige und erfreuliche Erscheinung sei. Der Weiße vernegcrt in jeder Beziehung nur so weit, als es seinen Augenblicks- interessen entspricht; er steigt nicht voll und ganz auf das Niveau der primitiven Produttionswcise herab, deren Mittel er annimmt, er bleibt in seinem Herzen im Kreise des Kapita- lismus: dieser Widerspruch ist es, der in der Ehe, wie im Handel, der Produktion, dem Krieg-c. die widerlichsten Zustände ��öenn der Neger sein Weib kaust, so degradirt er sie damit nicht. Sie wird seine Lebens- und Arbeitsgefährtin, eine höchst notbwendige Gefährtin. Er ist ihr daher gewisse Rück- sichten schuldig, ihre Lage ist durchaus nicht so schlecht, als man annimmt.„Die Stellung der Weiber im allgemeinen, die der Sklavinnen mitgerechnet, ist kotz des Gckauftseins und kotz- dem, daß ihnen die ganze, übrigens nicht sehr bedeutende Feld- und Hausarbeit obliegt, durchaus keine so gedrückte, wie man denken möchte", sagt Buchner,„und es wohnt hier in diesen un? so sehr befremdenden Verhältnissen viel mehr wahres Menschenglück als in Europa... Die Ziegerin läßt sich nicht so leicht zum willenlosen Werkzeug niederbeugen, dazu hat sie einen viel zu selbstständigen, der Opposition geneigten Sinn Auch die Weiber ganzer Dorfschaften thun sich gelegentlich zu- sammen, um zu streiken. So sollen vor etwa zwanzig Jahren die sämmtlichen Tualla Weiber eines schönen Tages ausgezogen sein und sich irgendwo im Freien ein Separatdorf gebaut haben, um ihren Männern eine Vergrößerung des ihnen bis dotthin nur sehr dürftig zugemessenen Hüftentuches abzutrotzen, und der Erfolg soll glänzend gewesen sein. Oft genug findet man auf Handelsstationen Weiber postirt, die Interessen ihrer Gatten wahrzunehmen und zu vettreten"(S. 32). Die Neger'rau des Weißen ist dagegen nicht seine Lebens- und Arbeitsgefähitin, sie ist blos gekauft für eine kurze Zeit, einzig, um seine geschlechtliche Lust zu befriedigen, ohne irgendwelche andere Bedeutung für ihn. Außer der De- gattung haben die beiden Gatten nicht das geringste gemeinsame Interesse; aber auch auf geschlechtlichem Gebiete ist das Interesse meist nur ein einseitiges, da das Negermädchen in der Regel wider seinen Willen vom Weißen gekauft wird. Unter diesen Umständen wird die Kausche, die beim Neger weder Mann noch Weib degradirt, zur Prostitutton, die noch degradirender für beide Tbcile wirft, als die europäische, da in der Kolonie keine weiblichen Wesen vorhanden find, auf die irgend welche Rück sichten zu nehmen wären. Die beiden Gatten leben nicht zusammen:„Die schwatzen die den Eindruck einer Kunstausstellung, eines Gewerbe- Museums machen. Za, wäre unser Leben auch— stilvoll, dann„möcht'S leidlich scheinen",— so aber„steht es schief darum".— Hinter Butzenscheiben an einem altdeutschen Tischchen sitzt die Gattin in einer Pariser Robe modernsten Schnitts; sie ermangelt auch nicht der Tournure, die gewiß die biederen altdeutschen Frauen derjenigen Zeit, auS welcher der Stil des Zimmers geborgt ist, nicht trugen, weil sie dieselbe— wie man nach den Traditionen annehmen muß— nicht nöthig hatten. Damals war auch der Schwerpunkt noch nicht/ wie jetzt, so merkwürdig—„verrückt".— Die Näh- Maschine schaut sich verwundert in der altdeutschen Um- gebung um und kann nicht begreifen, wie sie da hinein ge- kommen ist; sie träumt gewiß von einem weitläusig mit ihr verwandten Wesen, dem Spinnrad, das nun zwar in die stilvolle Einrichtung, nicht aber in die Zeit passen würde.— Der Hausherr sitzt am stilvollen Schreib- tisch, er selbst ist durchaus nicht stilvoll gekleidet, — er trägt nicht den altdeutschen Rock, wie ihn Jahn vorschreibt:„Hinten zu und vorn offen!" sondern er besitzt einen gewandten Schneider, dessen Recepte zum gut und modern sitzenden Jaquet und dito PantalonS minder einfach und lakonisch sind, als jene Vorschrift Jahn'S. Nun tritt mit mir in das Speisezimmer, wo große Humpen von den eichenen Gesimsen herabschauen; wo aber sind die biderben Ritter, die sie leeren?" Statt der letz- teren siehst Du wohlfrisierte Lieutenants mit gewichsten Schnurrbärten, das Monocle im Auge. Man schlürft Thee, macht Conversation(— solche„macht" man nämlich, wenn man eigentlich nichts zu sagen hat—), und die Damen haben auch nicht viel von den Ritterftäuleins, wie sie zu der altdeutschen Einrichtung passen würden— selbst ihr Panzer" entstammt einer wesentlich anderen Epoche, als der altdeutschen Ritterzeit. Lieber Leser, ich will Dich nicht langweilen,— denke Dir lieber selbst alle die Lächer- lichkeiten und Widersprüche auS, die in einem stilvoll eingerichteten Hause vom ersten Moment an, wo die Be- Frauen wohnen nicht bei ihren weißen Ehegatten, sondern gehen jeden Morgen in einer Kleidung, die sich durch verhältnißmäßigen Luxus von der ihrer Mitschwestcrn unterscbetdet, in ihr Dorf zurück, um erst Abends wieder zur Faklorei zu kommen. Die Weißen pflegen mit ihren schwarzen Frauen blos dann gemeinsam zu Speisen, wenn sie fieberkrank find und sich von denselben verpflegen lassen." Wie gnädig von so hoben Herren! Die Mädchen können sich anfänglich mit ihrer Lage gar nicht befreunden,„sie geberden sich wie wilde Tigerkatzen", mit der Zeit gewöhnen sie sich an ihre Stellung, namentlich, ivenn sie einen schivarzen Liebhaber finden, der sie über ihre Unter» werfung unter den gehaßten weißen Mann ttöstct. Verläßt der Kaufmann Afrika, dann hat die„Ehe" ein Ende.„Daß jene deutschen Kaufleute, welche nach lang« jährigem Aufenthalt auf afrikanischem Boden zur Heimath zurückkehren, ihre schwarzen Geführtinnen nicht mit sich nehmen, halte ich für sehr vernünftig. Bisher hat sich noch jeder nach der andern Richtung hin unternommene Versuch auf's Bitterste gerächt. Was soll die Negerin in Europa? Kann sie, welche zur Dienerin geboren(!) ist, die Gattin sein? Oder könnte sie, welche die Gattin gewesen ist, wieder Dienerin werden?" (Zöller. III, S. 74.) Die Ehen werden also von vornherein mit der Absicht ge» schlössen, sie nach ein paar Jahren wieder zu lösen. In der That, wie Herr Zöller sagt, sehr vernünftig. Wo bleibt aber die christlich- germanische Tugend? Und was geschieht mit den Kindern? Man überläßt sie ihrem Schicksal. Der Vater kümmert sich mit echt deutscher„Gemüthlichkcit" nicht um sie, einem Negerstamm gehören sie auch nicht an, der sich ihrer an- nähme, so bilden sie die Keime eines Lumpenproletariats in den Kolonien, das zu deren sittlicher Hebung jedenfalls ungemein beiträgt. Die Knaben werden Spitzbuden, sagt uns Zöller, die Mädchen stellen das Hauptkontingent zur sonst nicht stark ver- tretenen Prostitution(Hl, 78).„Bekämen diese Kinder den Familiennamen des Vaters, so würden gewiß manche der an- gesehensten Namen der Kaufmannswelt von England, Frank- reich und Deutschland hier vertreten sein." Diese„angesehenen Namen" scheinen für die Wahrung des Mutterrechts in den Kolonien sehr besorgt zu sein. Alles das ist, wie schon gesagt, nicht überraschend. Es ist die naturnothwendize Folge der Kolonialpolitik. Wir bringen den Wilden nicht die Zivilisation, sondern nehmen von ihnen die Barbarei an, die bis zur abstoßendsten Gemeinheit entartet, da sie den Tendenzen einer höheren Produttionswcise dienstbar gemacht wird. Zunächst haben die Kolonien jc. nur die Deutschen in Afrika vernegett, aber es scheint, als beginne die Vcrnegemna sich bereits in gewissen Kreisen Teutschlands einzunisten. Es ist eine nicht hinwegzuleugnende Thatsache, daß der Kuttus der Barbarei in Deutschland nicht nur in den Kreisen, die an ihr ein direttes Interesse haben, sondern selbst unter bürgerlichen Ideologen, die dem praktischen Leben ganz fern stehen, immer mehr überband nimmt. Die Barbarei, welche das Kolonialfieder in feinen Anfängen bei Spaniern, Engländern und Holländern im 16. und 17. Jahrhundert groß zog, diese Barbarei ersteht jetzt in gewissen Kreisen Deutschlands. Die alten Kolonialnationen, die bereits durch Erfahrung gelernt haben, wie weit man in der Ausbeutung der Kolonien gehen kann, ohne das Huhn zu schlachten, das goldene Eier legt, werden in Deutschland wegen ihrer„falschen Humanität" verspottet und verlästert. Wenn Herr Zöllner den Holländern vorwirft, sie hätten ihr schönes System der Zwangsarbeit in Ostindien durch allzugroße Humanitär verdorben(IL, 142) und wenn Herr Bucher gegen die„unselige Gleichhcitstheorie" und die über« schwcnglichc Humanität der Engländer eifert, welche die„Frech» hcit" der Eingeborenen in den Kolonien großziehe, so geschieht das unter dem Beifall der Mehrheit gerade derjenigen, die bei jeder Gelegenheit von der Erhabenheit des deutschen Gemüths und des deutschen Idealismus über ausländischen Materialismus schwätzen. Nur in einem Punkte vernegcrt Deutschland nicht, in Bezug auf die Freiheit. Die Kamerunneger sind völlige Demo» kraten, ihre„Könige", wie man ihre Häuptlinge nennt, nur die Ersten unter Gleichen. Heute ist in Kamerun„die sicher(?) früher vorhanden gewesene Subordination so sehr gelockert, daß man das herrschende System schon mehr als Polparchie oder Anarchie bezeichnen kann. Die meisten Häuptlinge wissen sich wohner Morgens die Augen aufschlagen, bis zum Schlafen» gehen sich darbieten. Vergiß dabei vor allem nicht die stil- volle Kinderstube mit ihren Windeln nnd sonstigen Intimi» täten, und Du hast Stoff genug zu lachen und mir beizu» pflichten. Da lobe ich mir die Consequenz, die die„Fliegenden Blätter" in ihrer köstlichen Laune vor einiger Zeit gezogen hatten. In einem allerliebsten Bilde waren sie nicht bei den stilvollen Möbeln stehen geblieben, nein, die ganze Familie war altdeutsch gekleidet, der Vater und die Buben hatten den charakteristischen viereckigen Haarschnitt der alten Zeit, die Mutter erfchien& la Martha Schwerdtlein, die Töchter sämmtlich& la Gretchen. Und— horribile dietn! — der Vater sprach ein Tischgebet,„weil das zur altdeutschen Einrichtung paßt"; aus gleichem Grunde hatte man sich ein altes Großmütterchen als stilvolles Jnventarstück verschrieben; dasselbe saß hinter den Butzenscheiben im Erker in altdeutscher Tracht am Rocken. In eine solche Um» gebung passen dann auch die Worte einer auf's Alt» deutsche versessenen Dame, die ihrem Dienstmädchen befahl:„Hildegard, gehe in die Kemnate und lange daS Linnen für Ekbert aus der Truhe!" Das Mädchen ver« stand auffallender Weise und holte auS der Kommode im Schlafzimmer die Windeln für's Kind. Solchen stilvollen Müttern und Hausfrauen dürfte die Aliteration zu empfehlen sein, etwa: „Wasche, 0 Weib, die Windeln im wogenden Wasser'" oder: „Koche den kräftigen Kaffee auf knisternder Kohle!" Je. Das nenne ich dann doch wenigstens consequente Durch« führung eines„stilvollen" Gedankens! Was heißt denn überhaupt„Sttl"?— Es ist die Kunstrichtung, wie sie einer bestimmten Zeit und einem be- stimmten Volk eigen ist und in beiden zum concrxten AuS» druck gelangt, ein Resultat von tausenderlei eigenartigen Impulsen, Motiven, Anschauungen und Anlässen eben in jener Zeit und bei jenem Volke. Damit ist eigentlich schon die ganze Sucht nach altdeutschem Stil als klägliche und für unser modernes Leben nicht passende Imitation ver- kaum mehr genügende Achtung zu verschaffen; selbst Sklaven dürfen es wagen, öffentlich mitzureden(entsetzlich! d. Ref.). und wer das größte Maul hat, dem gehorcht momentan der Haufe. Hat ein Häuptling ein gutes Geschäft gemacht, so kommen als- bald seine Untergebenen(!), um ihren Antheil zu fordern. Giebt er ihnen nichts. oder weniger als sie wünschen, so re- belliren sie. indem sie sich mit Gewehren und sonstigen Waffen versammeln und ganze Nächte lang währende Cntrüstungs- Palaver abhalten, bei denen unter wüstem Schreien und Lärmen und gelegentlichem Abfeuem der Gewehre die Person des Häuptlings verhöhnt wird:„Wenn Du uns nicht das und das aiebst. kannst Du Deine Kanuus selber rudern. Wie man sieht, es ist die reinste Sozialdemokratie"(! S. 29). Die darf natür- lich nicht geduldet werden, in Kamerun ebenso wenig wie an- derswo. Herr Buchner hat ein ganz anderes Ideal: .Könnten wir unsere Dualla wieder(?) dahin bringen, Daß sie vor ihrem King Bell oder meinetwegen auch King Akwa, niederknieen, so wäre damit ein großer Fortschritt erreicht, oder genauer ausgedrückt, es wäre damit ihre gegen- wärtige maßlose Frechheit auf jenen Punkt zurückgedrängt, von dem aus allein ein wirklicher Fortschritt angebahnt werden kann" (S. 189). Das also ist der„Fortschritt", den wir den Wilden bringen! Die Anhänger der Sklaverei erzählen uns gern, der Neger habe lein Freihcitsbedürfniß, er sei seinem ganzen Wesen nach zum Sklaven, zum Knecht geschaffen. Wir sehen, wie falsch die An- nähme ist. Nach Kamerun muß Servililät, wie der Schnaps aus Deutschland eingeführt werden. Leider sind die Exporteure aus Kamerun nicht die Leute, uns etwas Negerfreiheit von dort zu bringen. Im Gcgentheil, sie scheinen nur zu geneigt, die ganze Verachtung, die sie für den Neger empfinden, auf den deutschen Proletarier zu über- tragen und diesem eine ähnliche Behandlung zu wünschen, wie sie sie den Kamerunern zugedacht haben. Der Neger und der Europäer dürfen nicht rechtlich gleich- gestellt werden, erklärt Herr Buchner, denn der Zieger„ist un- mündig, nicht etwa im Sinne der dauernden Inferiorität seiner ganzen Rasse, sondem im Sinne der Unreifheit, jener männlichen Unreifheit, die auch unsere eigenen unteren Volksschichten auszeichnet, und auch diese unter dem Einfluß der unglückseligen Gleicbheits- apostel ebenso anspruchsvoll als nichtsnutzig werden läßt"(Seite 191). Und an anderer Stelle belehrt er uns:„Zwischen dem Neger und dem Europäer bestehen im Wesentlichen keine andern Unterschiede, als bei uns zwischen den Armen und Reichen, dem Schwachen und Starken dem geringwcrthigen(!) und dem hervorragend nützlichen Mitglied der Gesellschaft. Gleichwie bei uns der Reiche ganz vernünftiger Weise sich sträubt, dem Armen seine Vorzüge(!) abzutreten, ebenso können wir auch nicht zu Gunsten der Neger auf unfern Reichthum, die Zivilisation, ja nicht einmal auf das geringste Bruchstück derselben verzichten" die Luftröhre bcläsiigt, indem er sie stark austrocknet mf macht und die Stimme schädigt, wie er denn auch dem und Gehör schadet, wenn er in Augen oder Ohren hinein Dioskondes spricht über die Platane im 107. Kapitel dei Buches feiner Materia medica:„Der Staub der Bläi der Kügelchen verletzt, wenn er auffällt, Gehör und< Ferner erwähnt Karl Koch in seinem Buch„die Bätm* Sträucher des alten Gnechenlands", daß im„Pbädr Plato bei der Beschreibung der Platane, unter der Sokn Phädrus sich unterhielten, von einem schädlichen Blüther sprechen wird, den die Platane ausgehaucht haben soll bemerkt Koch:„Dieser Blüthenduft sind wahrscheinlich W Haare, welche beim Entfalten der Blätter von der unteicM, a, ai abfallen und wohl dem Auge schädlich sein und in der>«der% röhre ein unangenehmes kratzendes Gefühl hervormfen tntift r.i,' t, — Uebrigens ist die Schädlichkeit der Platanen für die � JeteQtQlh s,;! liehe Gesundheit auch jetzt etwas nicht ganz unbekanntes. Bf ich höre, ist vor drei Jahren in Elsaß-Lothnngen das%n# B von Plantanen in der Nähe von Schulgebäuden unteriG � den. Beide Arten der Platane, die hauptsächlich im 6"% � g/ gepflanzte morgenländische und die härtere, bei uns im%% fi'.. häufiger gepflanzte abendländische, die aus Amerika sto�Z t Das Seil fitzen diese Sternhaare. Dieselben bedecken anfangs f%rtift und Blattstiele und fallen ab, wenn sie ihren Zweck:.»' n im zarten Organe gegen schädigende Einwirkungen von auW'' gliche den Frost und gegen die Sonne zu schützen, �iilli , im fleisch Zu gewinnen «den Abend »der auf dem 'ge sausen, sc • netot» Jf/ie aufrei bei® Lausigen B *«8erufe§, so Verlustliste LMet aus Zdem„Börs ! gestellten j fd jck auf da ..Wen in der W'Mch schtt ij» Ursachen sM-r ist letch wenn auc einer Fami »on einem D �unt es vor, haushält, ai Auch ändere Laubbäume zeigen im�Frühjahr eine%%%d)arb%! fe haarung, Linden z. B. und einige Eichen. Die Bernste�%%-. besaßen diese Eigenschaft im hohem Grade, so daß dost Vieb oer T, wuchsen, im Frühling die Atmosphäre stark mit SWJ? F, obwM erfüllt gewesen sein muß. Mengen derselben sind in W.*i W.. stein hinein gerathen und uns auf diese Weise erhalten-■ — Die Bewohner Berlins, die Platanen vor ihren haben, mögen im kommenden Frühjahr darauf Acht i sie den Platanenhusten bekommen. Mit Platanen beä Strecken am Kanal und außerdem stehen hier und M Bäume. Der schönste ist der in der Victoriasttaße.. prächtigen Platanen, die in der Potsdamerstraße Hause Nr. 20 standen, find vor nicht langer Zeit Uebrigens legten die alten Griechen auf die ihnen Schädlichkeit der Platane kein großes Gewicht. Sie den herrlichen Baum mit Vorliebe überall in ihren© in den Umgebungen derselben an." Der poliiriprästdent erläßt folgende f.*' machung: Der ehemalige Bildhauer Franz Otto wer. fürstcnstraße 5, früher Bülowstraße 68 wohnhaft, verv seinem sogenannten Lebenswecker, einem von einem Baunscheidt vor Jahrzehnten schon marktschreierisch zw gung aller denkbaren Krankheiten angewiesenen SchneL sogenanntes Lebensöl. Letzteres desteht nach amllich 01 chemischer Untersuchung aus einem fetten Oel, welchem öl beigemischt ist. Die zum Preise von 3 Mark#•---«u Flasche Oel hat einen reellen Werth von etwa 30 fä � selb. Gebrauch des Lebenswcckcrs und des zugehörigen Oel� in jj/Jjnfj£ wiederholt üble Folgen gehabt. Das Publikum wird den genannten Mitteln gewarnt. 5K? W W bei '.'Ä5 genannten gemein gewarnt. ar 0*1 n merkwürdige» Mißverständnis hat an 0. tittz sei n Tage eine unnöthige Alarmirung unserer Feuew �&(2 letzten—„............. ,-0.—.....-—„—.....„ beigcführt. In einem Hotel der Behrenstraße rief eM mädchen aus dem dritten Stockwerl durch das Schauro«- Pottierstube hinunter:„Ist Emil da?!" und sie fu) hinzu:„Schnell, er soll herauskommen, es brennt! � schreckt stürzten die in der Portierstube Anwesenden Straße hinunter, zerschlugen die Scheibe des nächste?. mclders und bald darauf kam die Feuerwehr angeraw/j mit einer Tampfspritze, weil diese Vorsichtsmaßregel im Rayon des kaiserlichen Palais gemeldeten Branv � Ä» !>!), sÄ der. Ries« PN U i>s I Licht ab. Kein Wunder, daß dann auch jener hölzerner wird. Tausend Mal sei mir dagegen gepriesen, altes langes Sopha, auf das ich mich U � Ruhe mit der ganzen schönen Länge meines KwM � strecken kann, und du ttefflicher brauner Sessel, der � liebend in deine weichen Arme aufnimmst. Da � mit Egmont sagen:„Süßer Schlaf, du kommst, � reines Glück!"- Ja, wenn man sich noch M deutschen des uraltdeutschen Sttls bediente, bei de häute, nichts als Bärenhäute die ganze Zimmere, bilden. Auf ihnen liegen die heutigen„Genna' grade so gern als die alten Deutschen an beiden � Rheins zu Zeiten des Tacitus, das wäre ein Anaeo der wemgstens wegen des Comforts zur Nachah forderte!' p[ So aber, Du armer junger Ehemann,.-.ßt Deiner jungdeutschen Frau leider auch eine alw. steuer ins Haus bekommen hast, bist Du zu of. � den Flitterwochen wirst Du der harten Ecken"»w lichen Stils nicht gewahr werden, da sich De'- Weib süß und weich(wie ich zu ihren Gust|( Gunsten Deines Geschmacks annehmen will) an* r Doch bald suchst Du Deine alten bequemen � � Möoel auf,— vergebens, sie sind als stilwidriZ� Dann wird Dir Dein Haus ein Graus, die Ha � Scheußlichkeit. Dein Dasein kommt Dir„verinöbel das häusliche Glück wird nicht a»* � Eichenholz geschnitzt,— daS$ nur zu balde. Leider darfst Du auch get einem altdeutschen stilvollen Fluch dazwischen denn Du hast natürlich auch— ein Unglück 1 g* allein— eine höchst� stilvolle alte deutsche statt v Verl �3 i): mutier! Tie böse Stunde kommt, wo brnli ersten Mal Dein Weib in seiner eckigen UmgJ lassest; aber ach! auch in der Kneipe ist'- Jedes einigermaßen„schneidige" Lokal ist ja � ststV auch„stilvoll". Denn ist es dies nicht, IjLyj Berliner mit Rücksicht auf die das Hauptn'.« Kneipe bildende Fülle von Stühlen mitleidig" ilde und , auf den Intersuchuna n jungen ge wie ein daß somit wnd, welche «geben— icrzu bem« tsache der ■ toti. jERan denke stch die Ueberraschung, als fich mittler- swsslellt, daß das Dienstmädchen die Worte„Es nur in der Bedeutung:„Es ist höchste Eile" gebraucht M die Feuerwehr ganz umsonst in Bewegung gesetzt �.Kehrseite de« Artiste«lede»s. TaS aus aller Indern bunt zusammengewürfelte Wanderoölkchen der '>n welchem man keinerler Nationalitatenhader kennt, der tiumc v« lnmcradschastlich mit dem Deutschen, der Italiener ge- venig bekamt �cben dem Oestcrreichcr„arbeitet", hat mehr als die bums davon y anderer Berufsllassen mit Widerwärtigkeiten und hx t nb auskam tchcn Krieger, es kennzeichnet auch so recht das Laos brcn nachtbei tm ileischfarbigcn Brusttrikot. Um ihren Lebens- roöre es nrnnfv" Sewinnen, setzten sie ihr Leben unzählige Male aufs Abend, wenn fie am Trapez durch den Saal m auf dem Rücken eines ungezäumten Pferdes durch "c sausen, setzen fie ihr Leben aus das Spiel. Rechnet ' die aufreibenden Strapazen der ruhelosen Artisten- häufigen Wechsel des Klimas, die Aufregungen ihres ge- k Kruses, so ist es nicht erstaunlich, daß am Schluß des llerlustliste zahlreiche Ramen trägt, daß Freund Hein �vfer aus den Reihen der Artisten holt. An der dem„Börs.-Kour." von dem„Artist freundlichst zur gestellten Materials erscheint es nicht uninteressant, firL QUf das verflossene Jahr zu w«fen und zu sehen, 1)*!■ l1?- � den verschiedenen Ländern im Kampfe ums Ancßlich schwer getroffen worden oder unterlegen sind, Ursachen ihren Tod herbeigeführt haben. Die Kon- �er ist leichter, als man sich vorstellt. Die Artisten wenn auch in der gan en Welt zerssteut, immer als erner Familie, fie bleiben in Verbindung mtteinander, °°n einem Welttheil zum anderen Grüße aus und nicht wäre es :n Frühjahr st finden, lntersi. r der bcive« telle bei vor dem i Athem eb ustrocknet uii; n auch dem ihren hineil . Kapitel bei «b der Blä' lehör und' l„die Baueii im..Phädn», i der SoR®5j ien Blüthci haben soll schewM w � v°r. daßh B ein Attest, we'lcher sich gerade IMB M nworrufen ien für die unbekannte» «gen das Avil iden unters Äi m von au#/"'' den, etfuj* r eine afliu'� Die Bern!> so daß dost ! mit StB find in se erhalten vor ihren iuf Acht ianen bev! ier und d« sstaße.% nerstraße er Zeit ie ihnen «cht. Sie ihren S an einem Tage Bttefc resp. Postkarten aus . Konstanstnopcl und Melbourne erhält. Ein �? ein schwerer Unglücksfall in diesen Kreisen wird Mst sehr schnell bekannt. Es ist, als od ein ge Aegraph die Artisten aller Welttherle mit einander ver- n z Schalst� jpo.uci hatte. Am 29. HJioi i nd fie dhiiksai Ä,?d von Tigern zerttssen. Ein gleich furch! rennt.* A„'""r den Thier bündiger Emil Schlaefer, welcher nwesendeN� seinen Löwen zerfleischt wurde und den grüß- ""�nnstif.»,Am 1. August starb infolge eines Sturzes inü{t Garrv Krochin und zwar ereignete sich auch der W Moskau. Am 2. August wurde in ■-t'ese Franz Winkelmeier, dessen man fich rn illem- Wkll en st. Da bei dein Zimmere'N # Wd--Ä D-'N�z jener'"»a narr von einem„stilvollen" Lokal. Hättest verblendeter junger Ehemann, in den Ehe- riefen, 1 wie nur„die gute Swbe"(„die kalte ich j." Ii r' Co»? �erliner sagt) altdeutsch eingerichtet wer- nes Korpc'dix �ber findest Du kein behagliches Eckchen, das Schrff iessel, der..Ksch�fluithlichkest wie einen Hafen herbeisehnenden L'« ot,nran den harten Klippen Deiner stilvollen 3i„ n �'ch die Urnen auf den Borden höhmsch »nnr�ilung rennst Du Dir den Schädel an 2 Demes„teutschen" Büffets ein und fährst fischen am" �ahre zum finsteren Orkus, ein Opfer Stilwuth. .Likvmir�° �llarc Twain in feiner übergeschnappten Indern haben. Wir aber sind keine ? Unfp,1' eI?'\e gründliche Deutsche und wollen di lieber noch pedantisch durch di NN, «e Jen. ch Dem ' dunste" '" K die die 2* lassen0"�°ie über allem Zweifel erhaben ist, "lich te Autorität ist k'C Hierbei wird nrir wundern, kein anderer als sich der geneigte Leser daß Goethe schon Ver- ti. ,U fleho„emen den altdeutschen Stil ablehnenenden .Qal in andern Worten, daß die Stilwuth möbelt ,l il Du Äb- uttf'Ä! Umg-b� %% st, lupfN""/ l*»k.,•♦vvvil XT) vUp Vtzv>■'/ PW dflnil�r lehigen Imitation originell, sondern 'st, wahrscheinlich im Anschluß an flndei Tasten und den übrigen mittelalterlichen, I"('.""üttn'« st? H Per der romantischen Schule. Man Gespräch mit Goethe vom 17. Januar �''deutschen Zeit kam das Gespräch auf die �chenitew« haen. % Wr"U'e"". Wte Goethe,„„wo so viele t"Ire t)?rn, einige derselben leer stehen laßt und Panckvucke' in Paris ein chinesisches Berlin von seinem vor drei Jahren stattgehabten„Gastspiel" noch ettnnern wird, vom Tode ereilt. Der kaum Ein- undzwanzigjähttge ging an der Krankheit der Riesen, der Lungen- schwindsucht, zu Grunde. Am 8. September legte die Tänzettn Matte Stcinbach in Breslau Hand an sich und starb. Am 15. September fiel der Klown Keyschnitt einer Lungenkrankheit in Stockholm zum Opfer. Am 17. September verschied die „Taubenkönigin" Matte Endersen in Sheffield. Am 21. September erlag die Sängerin Elisabeth Rachfall in Berlin der Lungenschwindsucht. Am 25. September verstarb der Menagette- befitzer Kreutzberg in Norköping. Schließlich seien hier noch die leider sehr zahlreichen Brände und Katastrophen erwähnt, von welchen im vergangenen Jahre die Zirkus- und Spezialitäten- Theater heimgesucht worden find. Im März brannte der Zirkus Herzog in Gent, wobei mehrere Personen getödtet wurden, im Juni verunglückten in dem niedergebrannten russischen Zirkus Leschin mehrere.Hundett Personen, in Rotterdam brannte die Sinaspielhalle„Kosmopolit". Im Juli verunglückten in Hurley in Amcttka bei dem Brande des Alcazar zwanzig Personen. Im September brannten Rewsome's Zirkus in Edinburg, die Konzerts Patt- tss in Calais und der Zirkus Lorch in Metzingen. Im November brannte der Zirkus Renz in Ham- bürg nieder. In demselben Monat gingen in Bttdgcvott Barnum's weltberühmter Zirkus und Menagerie in Flammen auf. Im Mai stürzten bei einem Sturm der Olympia-Zirkus in Jeoml und Weißenbach's Arena ein. Im Brüsseler Eden- Theater stürzte bei der EröffnungsPorstellung die Decke cm. ohne daß jemand ernstlich verletzt wurde. Ende Juni brach der Sttcrgefecht-Zirkus in Thomer in Pottugal durch Ueberfüllung zusammen, wobei fünfhundett Menschen verletzt und zehn ge- tödtet worden. Aus obigem wird der Leser einen kleinen Ein- blick in die Gefahren und schweren Kämpfe des Attistenlebens erhalten, das fich ihm gewöhnlich im Glanz der Lüstres nur von der lächelnden, gefälligen Sette zeigt. Der General- Anzeiger der Fra« Gambert, jenes Heirathsblatt, welches in seinen Spalten für alle Schickten der Bevölkerung„bttllante" Partien nachweist, wird wohl nun- mehr von der Königlichen Staatsanwaltschaft einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Die„Post" schreibt darüber folgendes: Das Blatt führt alle Damen, welche httrathslustig find, in einer Kolonne als„Nummern" auf; an diese Nummern reihen fich alle guten Eigenschaften und auch die besonderen Wünsche der Heirathslustigen. So ist zu lesen Nr. N. N.; Aus Rußland; jüdisch; 19 Jahre alt. Eine Million Rubel als Mitgift. Schwiegermutter noch vier Millionen. Der gesuchte Bräutigam kann jüdischer Konfesfion, muß aber adeliger Her- kunft sein ic. Bis jetzt hatte die Königliche Staatsanwaltschaft auf die von Geschädigten eingereichten Denunziationen hin noch keine Handhabe zum Einschreiten finden können. Da las nun vor einigen Tagen in Hanno ver ein Arbeiter unter den Annonzen des Hciratbsblattes. daß tüchtige Bleilöther gegen hohen Lohn gesucht würden. Er fchtteb, um solche Stelle zu erhalten, an die Expedition des General-Anzeigers. Mit wendender Post kam ein riesengroßes Kouvert mit Nachnahme von 15 Mark an den Ardeiter, welcher, durch die enorme Größe des Kouverts neu- giettg gemacht, fich dazu entschloß, die 15 Mark zu entrichten. Wie groß aber war seine Enttäuschung und seine Entrüstung, als er für die 15 Mark nur ein Zirkular des Heirathsblattes in den Händen hielt, in welchem ihm die„brillanteste".Heirath zu- gesichert wurde. Der Arbeiter reichte sofort die Denunziation wegen Bettuges ein. Es sei noch bewerft, daß Frau Gombert auch ein besonderes Heirathsblatt,„Damen-Korrespondent" betitelt, ausgiebt, in dem den Damen httrathslustige Herren an- geboten werden. Selbstverständlich vermittelt Frau Gombert auch sehr gern die in ihrem Blatt ausgeschriebenen„Stellen". Gin Gannprstückche«. Unter dem Zeichen der Masken freiheit hat dieser Tage ein geriebener Gauner ein wcrthvolles Kollier gleichsam mit Erlaubniß der Bestohlenen entwendet. Au einem Maskenball der Süd-Ost. Vorstadt war Frl. Emilie B., die Direktrice eines hiesigen Konfettionsgeschaftes, als „Zigeunerin" erschienen und erregte durch ihr geschmackvolles Kostüm, welches noch durch Schmucksachen, unter ihnen ein werthvolles Granattollier mit schwerer goldner Kette, hervor gehoben wurde, allgemeines Aufsehen. Die erste Polka tanzte Fräulein Emilie mit einem hochgewachsenen Herrn im Domino, welcher sie zu kennen vorgab; Preziosa verneinte durch Kopf- schütteln die neugierigen Fragen, litt aber, daß der Domino ihr tändelnd das Kollier vom Halse löste, um, wie er ihr durch Zeichen zu erkennen gab, ein paar Zeilen, welche fie erst nach der Demaskirung lesen sollte, in das Medaillon des Kolliers zu legen. Arglos gewährte die schöne Zigeunerin dies dem Domino und war sogar so wenig mißttauisch, daß fie der Aufforderung eines andern Tänzers nachkam und lustig davon walzte. Als sie aber auf ihren Play zurückkehrte, war der Domino verschwunden und mit ihm das Kollier. Fräulein B. durchirrte nun den Saal und interpellirte jeden schwarzen Domino, allein überall erfuhr fie auf die Frage nach ihrem Kollier nur mitleidiges Achselzucken und Bedauern. Der schlaue Gauner war mit der Beute verjchwunden. Gegen die Uacht-Caf�». Neu entstehenden Cafes wird nach einer Mittheilung der„Post" bestimmungsgemäß seit hat. Allein sein Wohnzimmer mit so fremder und veralte- ter Umgebung auszuftaffiren, kann ich gar nicht loben. Es ist immer eine Art von Maskerade, die auf die Länge in keiner Hinsicht wohlthun kann, vielmehr aus den Menschen, der sich damit befaßt, einen nachtheiligen Einfluß haben muß. Denn so etwas steht im Widerspruch mit dem lebendigen Tage, i n w e l ch e n w ir gese tz t sin d, und wie es aus einer leeren und hohlen Gesin- nungS- undDenkweise hervorgeht, so wird es darin bestärken. Es mag wohl einer an einem lustigen Winterabend als Türke zur Maskerade gehen, allein was würden wir von einem Menschen halten, der ein ganzes Jahr sich in einer solchen Maske zeigen wollte? Wir würden von ihm denken, daß er entweder schon verrückt sei, oder daß er doch die größte Anlage habe, es bald zu "�Wir fanden Goethe's Worte über einen so sehr in's Leben eingreifenden Gegenstand durchaus überzeugend, und da keiner von den Anwesenden etwas daran als leisen Vor- wurs auf sich selbst beziehen konnte, so fühlten wir ihre Wahrheit in der heitersten Stimmung." Nach diesen überzeugenden Sätzen des weisen Meisters, zwischen deren Zeilen man deutlich„Narrensposien!" liest, kein Wort mehr über unser Thema! Wenn auch die ange- führte Bemerkung des braven Eckermann nicht auf alle Leser paßt, so ist das kein Unglück. Fühlen sie sich getroffen, so können sie sich damit trösten, daß sie weiter keine ästhetische Sünde begangen haben, als daß sie eine Mode, die thöricht ist, wie viele andere Moden auch, mitgemacht haben zu ihrer„selbsteignen Pein". Sollte es jedoch jemanden emfallen, drese meine Zeilen und Ansichten kritisiren zu wollen, so möge er erst, was ich billiger Weise verlangen muß, eine notarielle Besckeini- gung darüber vorlegen, daß er nicht etwa— Möbel- Händler ist. Ende 1886 eine längere Polizeistunde als bis 2 Uhr Morgens nicht mehr gewährt, während den Konzesfionären solcher Lokale, welche berests vordem im Befitze einer weitergebenden Erlaubniß waren, diese Erlaubniß belassen worden ist. Verschiedene Vor» kommnisse haben das Polizeipräfidium jetzt veranlaßt, seine Or» gane anzuweisen, fortan auch ausnahmsweise Erlaubnisse an Inhaber von Wiener Caf s, ihre Lokale bis nach 2 Uhr Morgens geöffnet zu halten, was bisher hin und wieder geschehen ist, nicht mehr zu ertheilen. Hanssuchnng. Am Sonntag Morgen wurde bei Herrn Süßmayer, Steglitzerstt. 27, eine polizeiliche Haussuchung nach verbotenen Schriften abgehalten. Gefunden wurden 2 Exem- plare der Nummern 6 und 7 des Züricher„Sozialdemokrat", 1 Exemplar sozialdemokratische Bibliothek Nr. i2, 2 kleine Notizen, 5 Sammellisten für Hasencleoer.(Dieselben find doch nicht verboten?! Red.) Bei dem Wirth des Herrn Süßmeyer wurde 1 Exemplar„Neujahrsgruß an die Genoffen Berlins" und 20 Stück Sammelbons für die Familien der Ausgewiesenen und Jnhaftirten gefunden. Die Dionakirche in Feuevsgefahr. Am Sonnabend Abend gegen 9 Uhr schwebte die Zionskirche in Feuersgefahr, und nur durch das schnelle Erscheinen der Feuerwehr und deren thatkäftiges Eingreifen ist die Kirche vor größerer Zerstörung bewahrt worden. Im Keller der Kirche waren Heizungsrohre eingefroren. Mehrere Arbeiter waren gegen 9 Uhr damit he- schäftigt, die Rohre durch Einwirkung von Spiritusflammen. aufzuthauen. Dabei ist ein Rohr zu stark erhitzt worden, das- selbe erplodirte und entzündete die Wergverpackung, in welche es gehüllt war. Das Feuer, welches in den Rohrlagcn sofort reichliche Nahrung fand, verbreitete fich rasch und hätte unbe- dingt größere Dimenstonen angenommen, wenn nicht die Feuer- wehr rasch zur Stelle gewesen wäre. Schon um ilO Uhr konnten die Mannschaften wieder abrücken. Keschädigter pferdebahnwagen. Ein mit Steinen beladener Wagen fuhr am Sonnabend am Reichstags-Ufer mit solcher Heftigkeit gegen den Pserdebahnwagen der Linie Spittel- marft-Moabit, daß er die eiserne Rücklehne desselben vollständig herunterriß. Die auf dem Hinterperron des Wagens befind- lichen Personen fielen sämmtlich zur Erde, wobei fich leider ein junger Mann eine, wie es schien, ziemlich starke Kopfwunde zu-- zog. Die abgebrochene Rücklehne wurde auf den Wagen ge- laden und derselbe außer Betrieb gesetzt. Z« rekognoszire«. Sonnabend Abend wurde von Be- amten des 39. Polizeireviers eine alte Dame in die Charitee. eingeliefert, welche anscheinend einen Schlaganfall erlitten hatte. Die Unbekannte war in dem Flur eines Hauses in der Linden- sttaße aufgefunden worden. Gestern Vormittag ist die Unbe- kannte, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, verstorben-. Dieselbe kann 60 bis 65 Jahre alt sein, ist 1,35 Meter groß und von kräftigem Körperbau. Das Haar spielt bereits stark ins Graue. Augen sind blau, die Gestchtsfarbe blaß. Bekleidet war die Unbekannte mit schwarzem Moireekleide. Die Leib« wüsche ist S. C. gezeichnet. Vielleicht tragen diese Angaben dazu bei, die Angehörigen der Verstorbenen ausfindig zu machen. Die Leiche ist behufs Rekognition im Leichenhause der Eharitee vorläufig ausgestellt. Gin schreckliche« Wiedersehen. Plötzlich gestorben ist der im Sudwesten überall bekannt und beliebt gewesene Reichs- bankbote Mühr, und zwar gerade in dem Augenblick, als er von einer Reise zurückgekehrt war. Er hatte stch in seine Heimath begeben, um dort eine Erbschaft zu erheben. Am Donnerstag kehrte er. wie das„B. Tgbl." meldet, im Besitz derselben zu- rück, fuhr vom Anhalter Bahnhof nach seiner in der Friesen- straße belegenen Wohnung, stieg aus der Droschke, bat den Kutscher, schnell seine Frau herbeizuholen, setzte fich auf den in- zwischen ebenfalls abgesetzten Reisekoffer und verschied. Herz- ergreifend war es, als die herbeigeholte Gattin ihren Ehemann herzte und küßte und endlich laut aufschrie, nachdem fie auf ihre beständigen Fragen keine Antwort erhielt,— es war eine Leiche, die fie geküßt hatte, fürwahr, ein schreckliches Wieder- sehen! Gin entsetzlicher UnglückofaU ereignete stch heute Nach- mittag gegen 3 Uhr, wie uns von einem Augenzeugen berichtet wird, in der Bronzewaarenfabrik von O. Schulz, Naunirnstraße Nr. 69. Der achtzehnjährige Gürtlerlehrling E. Tägc wurde beim Versuch, einen Treibriemen auf die Welle zu legen, von der Transmission erfaßt, emporgezogen und mehrmals um die an der Decke befindliche Welle geschleudert. Die Wucht, mit welcher der Unglückliche zweimal gegen die Decke geworfen wurde, war so gewaltig, daß der Hauptriemen der Transmission entzwei riß. Erst jetzt konnte der vor Schreck und Schmerz de- wußtlos gewordene junge Mensch von den entsetzt hinzusprin- genden Arbeitern aus der Verschlingung des Treibriemens ent- fern! werden. Wahrhaft grauenerregend war der Anblick des armen Verunglückten, welchem der rechte Arm ganz und gar zerschmettert und der linke Arm gebrochen war. Der Verletzte wurde auf der Stelle nach dem Krankenhause Bethanien de- fördert. potiz-ib-richt. Am 18. d. Ms. Nachmittags wurde eine unbekannte, etwa 60 Jahre alte Frau in dem Flur des Hauses Llndenstr. 49, anscheinend vom Schlage gekosten, bewußtlos aufgefunden und nach der Charitee gebracht.— Um dieselbe Zeit wurden der obdachlose Bäcker Borowskn in der Louisen- sttaße und ein unbekannter Mann vor dem Hause Unterbaum- straße 5-6, anscheinend innerlich krank, in hilfloser Lage auf. gefunden. Beide wurden gleichfalls nach der Charitee gebracht. - Im Laufe des Tages fanden in der Zionskirche, sowie auf den Grundstucken Langestt. 13, Köpnickerstr. 32 und Tresckow. straße 41 durch mangelhafte Beschaffenheit der Feuerungs- oder der Heizungsan lagen verursachte kleine Brände statt, welche die Feuerwehr nur kurze Zeit in Anspruch nahmen. Am 19 d Mts. Vormittags wurde in einem Keller Mittenwalderstr 52 eme Frauensperson bewußtlos und körperlich sehr herabgekommen ilpaspaig Gerichts-Ieitung. .. Einen unglaubUch leichtstnnige» Streich des Teck- mkers Gustav Hermann Schmidt hatte gestem die dritte Sttaf- kammer am Landgencht I abzuurtheilen. Der Angeklagte er- b.e t in seinem Bureau 800 M. mit dem Auftrage, für diesen Betrag zur Auszahlung der Arbeiter kleines Geld zu wechseln. zwerer Kmder. Obwohl er nun eine auskömmliche Stelle inne MW das m Konkurs gerathenc Fabrikgeschäst seines Sohnes ttt bcffert Interesse fortzuführen. Bald nach dieser Abmachung wurde aber entdeckt, daß'nach dem abge- schlossencn Miethvcrtrage der Miether zu einer Abvcr- mietdung nicht berechtigt sei, und es wurde deshalb in den Konkurssachen eine von K. Jim. unterzeichnete Registratur aufgenommen, wonach der von K. sen. gezahlte Betrag von 8000 M. auf die Utensilien gerechnet und dem K. sen. das Recht der unentgeltlichen Benutzung der Fabrikräume gestattet wurde. In dieser Registratur erblickte die Steuerbehörde einen schriftlichen Kaufvertrag, der mit', p6t. vom Kaufwerthe zu stempeln ge- wesen wäre. Die zweite Strafkammer verurtheilte in einem früheren Verfahren auch die drei betheiligten Personen zu je 308 M.; der zweite Strafsenat des Reichsgerichts hob aber dieses UrtheU auf, weil kein schriftlicher Kaufvertrag, sondern höchstens eine Modifikation eines mündlichen Vertrages vorliege, und derselbe Gerichtshof hat nunmehr die Angeklagten nur zu je sechs Mark Strafe vcmrtheilt, da der schriftliche Vertrag mit 1,50 M. zu stempeln gewesen wäre. Megr« Unterschlagung stand gestern der Beamte der städtischen Steuerdirektion Hermann Schulz vor der dritten Strafkammer am Landgericht'. Der Angeklagte hatte eine Rebenstellung in der Lrtsberufskrankenkassc der Hutmacher als Rendant gefunden. In seinen Buchführungen stellten fich mit der Zeit große Unregelmäßigkeiten heraus, und eine außerordent- liibe Reviston stellte ein Manko von 4335 Mark fest. Der An- (irklagte hatte anfangs gestanden, das fehlende Geld zur Be- treituna von Schulden verwendet zu haben, gestern bestritt er dieses Geständniß und sagte, er habe nur seine Bücher unordent- lich geführt, darum stände in den Büchern eine größere Ein- nähme, als wie fie thatsächlich erfolgt sei. Der Genchtshof hielt ihn aber für vollkommen durch die Beweisaufnahme über- führt und erkannte nach dem Anttag des Staatsanwalts auf 1 Jahr Gefängniß und Ehrverlust auf die gleiche Dauer. Keichogericht«- Entscheidung, i Nachdruck verboten.) Leipzig, l 6. Februar.(Eine negative Drohung.) Wenn jemand einen andern widerrechtlich mit einem Uebel bedroht und da- durch eine Handlung erzwingt, die freiwillig nickt geleistet wor- den wäre, so macht er sich einer strafbaren Nöthigung schuldig. Wenn er aber nur droht, er werde etwas unterlassen, was zu thun er berechtigt oder verpflichtet ist, so ist hierin nach einem Uttheile des 2. Sttafsenates des Reichsgerichts vom 10. d. nicht immer eine Drohung zu erblicken.— Den Anlaß zu diesem Ausspruche gab ein Prozeß, welcher vor der Sttafkammer in Graudenz gegen den Stadtverordneten-Vorsteher Lentz in Lessen stattgefunden und mit der Veruttheilung des Angeklagten wegen Nöthigung geendet hatte. Die Stadtverordneten und der Magistrat in Lessen hatten den Beschluß gefaßt, gegen einenge- wissen S. klagbar vorzugehen, well derselbe die Pacht der städtischen Fischerei in ungebührlicher Weise ausgenutzt hatte. Auf Grund dieses Beschlusses war auch schon ein Rechtsanwalt beauftragt worden, die Klage einzureichen. Der Angeklagte war nun zu S. gegangen und hatte ihm gesagt, er «erde seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß der Prozeß unterbleibe, wenn S. 75" ark zahle; thue er dies nicht, so werde er die Sache ihren normalen Lauf nehmen lassen. S. war nicht abgeneigt, auf den Vorschlag einzugehen, fand aber den Betrag zu hoch. Schließlich einigten fich beide auf 50 M. Die Strafkammer fand nun im Uttheil die Drohung darin, daß der Angeklagte erklätt hatte, er werde den Prozeß im Falle der Weigerung des S-, auf seinen Vorschlag einzugehen, durch- setzen.— Das Reichsgericht dagegen, welches das Urtbeil sammt den thatsächlichen Feststellungen aufhob, war der Anficht, daß darin offenbar eine Drohung nicht erblickt werden könne und daß diese Annahme widerspruchsvoll sei, da der Prozeß schon beschlossen war und der Angeklagte also denselben nicht erst durchsetzen konnte. Es liegt, so sagt das Reichsgericht, in dem Fnausfichtftellm eines Hebels, dessen Eintritt nicht von dem Droher abhängt, keine Drohung. Das Landgericht stellt nur fest, daß der Angeklagte gesagt hat, er wolle sonst seinen Ein- fluß nicht dazu verwenden, den Prozeß zurückzuziehen und einen Vergleich anzubahnen. Die Drohung könnte also nur in der Jnausfichtstellung einer Unter- lassung gefunden werden, nämlich in der Unterlassung der Herbeiführung eines dem S. günstigen Vergleichs. In der In- ausfichlstellung einer Unterlassung ist aber nicht immer eine Drohung zu finden, wie das Landgericht anzunehmen scheint. Deshalb war der Revision des Angeklagten staltzugeben und das Urtheil aufzuheben. Leipzig, 16. Februar.(Was ist eine Hütte?) Die Antwort auf diese Frage muß verschieden lauten je nach dem Zwecke, der dabei verfolgt wird. Der Schwärmer wird seine Antwort aus dem bekannten Schiller'schen Ausspruche von der kleinsten Hütte herholen, der Minderbegütcrte erklärt vielleicht sein unscheinbares Wohnhaus für eine Hütte u. s. w., aber das Reichsgericht ist der Anficht, daß man den Begriff Hütte nach zwei verschiedenen Richtungen hin auslegen muß, je nachdem es sich um die Anschauung des gewöhnlichen Lebens oder um die Paragraphen 306 und 308 handelt. In diesen wird von vor- sätzlichcr Brandstiftung gesprochen und im Paragrahen 308 heißt es insbesondere: Wegen Brandstiftung wird mit Zucht- HouS... bestraft, wer vorsätzlich Gebäude, Schiffe, Hütten, Bergwerke, Magazine u. s. w. in Brand setzt. Auf Grund dieser Bestimmungen waren zwei Knaben, Karl Sanner und Johann Seubert von Laub vom Landgerichte Schweinfurt zu 1 Monat bezw. 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, well sie eine Obsthüter- Hütte in Brand gesetzt hätten. Diese Hütte bestand aus einigen Pfählen, um die herum Strohlagen gehäuft waren und die, damit fie nicht vom Winde fottgeweht werde, an einen Zwetschcnbaum festgebunden war.— Auf die Revision der An- geklagten, die von Reichsanwalt befürwortet wurde, hob nun das Reichsgencht(2. Strafsenat) das Urtheil am 16. d. auf und sprach sich dahin aus, daß eine solche Obsthütte zwar im ge- wohnlichen Leben als Hütte bezeichnet werde, aber nicht unter den§ 308 rubrizirt werden könne, da der ganze Zusammenhang dieses Paragraphen und seine Entstehungsgeschichte darauf hin- weist, daß hier unter Hütte etwas anderes zu verstehen sei, wie im gewöhnlichen Leben, nämlich ein Hüttenwerk oder dergleichen. Hoffentlich erhalten nun die beiden jugendlichen Angeklagten wegen Sachbeschädigung eine mildere Strafe. Haziales und Arbeiterbewegung. � Der Streik bei 0. Kanon». Ofenthürenfabrik, Stall- schreiverstraße 10, dauert fort. Zuzug ist fern zu halten. Dir deutsche Keeschifffahrt bietet ein drastisches Bei- sviel für die raschen Fortschritte der Großproduktion. Das Segel wird durch den Dampf, das kleine Schin durch das große verdrängt. Die„Monatshefte zur Statistik des Deutschen Reichs",(Dezcmberhest 1887) bieten dafür die ziffernmäßigen Belege. Am 1. Januar war der Bestand der deutschen Kauffahrteiflotte 4509 Schiffe mit einer Gesammtlade- fähigkeit von 1 191407 Reg.-Tons, am 1. Januar 1886 finden wir nur noch 4135 Fahrzeuge, aber mit einem Raumgehalt von 1282 449 Reg.-Tons.„Aus der Abnahme der Schiffs- zahl und gleichmäßigen Zunahme des Gesammt- raumgehalts geht hervor," sagt unsere amtliche Quelle, „daß die abgängig gewordenen Schiffe in der Regel durch eine geringere Anzahl von größeren Fahrzeugen ersetzt wor- den find. Das wird am besten erfichllich, wenn man den Durchschnitts-Reingebalt der in Bestand gezählten Fahrzeuge für die einzelnen Jahre berechnet und die gefun- denen Zahlen vergleicht, wobei fich zeigt daß derselbe für die Geiammthcit der Seeschiffe von 26o Reg.-Tons am 1. Januar 1882 auf 319 Reg.-Tons am 1. Januar 1887 gestiegen, ist. Also schnelle Entwicklung des Großbe�bs und Verschwinden der kleinen Schiffe, d. h. der minder kapitalkräftigen Betriebe. Betrachten wir nur die Daten, welche den Kampf zwischen Segelschiffen und Dampfschiffen veranschaulichen. Am 1. Januar 1882 finden wir 4051 Segel schiffe mit einer Gesammtlade fähigkeit von 942 759 Reg.-Tons, am 1. Januar 1887 nur noch 3327 mit 830 789 Reg.-�ons. Die Zahl derselben hat fi also in diesem Zeittaum um 724 oder 17,9 pCt., und die La- dungsfähigkeit um III 970 Register-Tons oder 11,9 pEt. verringert. Dagegen stieg die Zahl der Dampfschiffe von 453 am 1. Januar 1882 auf 694 am 1. Januar 1887, ihre Ladungs fähigkeit von 251 646 Reg.-Tons auf 453 914 Reg.-Tons; die Zunahme in der Zahl der Dampfer bcläuft sich auf 236 oder 51,5 pCt. und an Raumgehalt derselben auf 202266 Reg. Tons oder 80,4 pCt. Unter 100 Schiffen waren am 1. Januar 1882 Segelschiffe: 89,8, Dampfer: 10,2, am 1. Januar 1887 dagegen 82,7 Segler und 17,3 Dampfschiffe. Von 100 Reg. Tons Raumgehalt der Schiffe kamen am 1. Januar 1882 auf Segelschiffe 78,9, auf Dampfer 21,1, am 1. Januar 1887 auf Segler 64,7, auf Dampfer 35,3. Man steht, daß lediglich der Bestand an Segel schiffen im Rückgang begriffen ist, und zwar im bedeutenden, fottgesetzten Rück gang. Wie steht es nun mit der B e s a tz u n g der Seeschiffe, den Arbeitern? Im Jahre 1882 finden wir 39109, i. I. 1887 39 021 Mann. Und zwar im Jahre 1882 gab es 29 492 Mann auf den Segelschiffen, 9516 auf den Dampfern, i. I. 1887 23 566 Mann auf den Seglern, 15 455 Mann auf den Dampfern. Die durchschnittliche regelmäßige Besatzung war i. I. 1882 bei einem Scg lschiff 7,3, bei einem Dampfer 20,8 Mann, i. I. 1887 bei einem Segelschiff 7,1, bei einem Dampfschiff 22,3 Mann. Auf 1 Mann tarnen Reg.-Tons Netto- Raumgehalt, i. I. 1882 waren bei einem Segelschiff 31,9, bei einem Dampfer 26,4, i. I. 1886 bei einem Scgelschiss 35,4, bei einem Dampfer 29,4.— Daraus crgiedt fich, wenn man in Betracht zieht, daß der Durchschnittsraumgchalt der Schisie sich wesentlich vergrößert hat, eine Verringerung der durch- schnittlichcn Mannschaftsvcrwendung bei der deutschen Handelsflotte." Der Schiffsraumgehalt ist gestiegen, die Arbeitsleistung der Seeleute ist gewachsen. So bildet fich allgemach sein seemännisches Proletariat, eine industrielle Reservearmee der Seeleute. Je mehr das Groß- kapital fich der Sccschifffahtt bemächtigt, desto größer die Schiffe, desto leistungsfähiger, desto technisch vollkommener. Die „Monatshefte" weisen ausdrücklich darauf hin, daß die mensch- liche Arbeitskraft fottwährend ersetzt wird„durch Verein- fachung der Takelung, sowie sonstige maschinelle Ver- besserungen." Uebcrall, wo die Maschine die geschickte Arbeit verdrängt und bloße Handlangerdienste an die Stelle der geschickten Arbeit setzt, sinken die Löhne, auch die Löhne der Matrosen und Schiffsjungen. Hierüber erthellt genügend Auskunft eine andere reichsamtliche Veröffentlichung, das„Statistische Jahrbuch für das Deutsche Rei ch", Jahrgang 1887. Danach sank die durchschnittliche Monatsheuer der Vollmatrosen von 56,85 M. im Jahre 1877 auf 45 M. im Jahre 1886, die durchschnittliche Monatsheuer der«Schiffsjungen von 18,89 Mark im Jahre 1877 auf 14,09 Mark im Jahre 1886.— Diese Ziffern genügen, um den Sieg der modernen im Dienste des mächtigen Großrhederthums stehenden Technik über die veraltete, sozusagen handwerksmäßige Form des Kleinbetriedes, der Scgelschifffahrt zu zeigen. Jetzt vermag nur noch der große Segeler— die Manufaktur zur See— sich im Kampfe mit dem modernen Dampfer, der fabrikmäßig geleitet wird, über Wasser zu halten. Das heißt nur noch eine kurze Spanne Zeit. Die Zukunft der Seeschifffahtt weist hin auf Vorherrschen der großen Dampfer. Und im gleichen Verhältnis; mit dieser witthschaft- lichen Umwandlung der Betriebsform verschlechtert fich die Lage der sceinännrschen Arbeiter. Hoffentlich werden dieselben der Arbeiterbewegung sich recht zahlreich zuwenden; nur diese kann ihnen Hilfe bringen. Kerewe und Uersammlungen. Der Verband der Möbewolirer Kerlins und Umgegend hielt am 13. d. M. seine Monatsversammlung im An- drcasgarten, Andreasstt. 26, ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung: Die Nothwendigkeit eines einhellliche i Lohntarifes und geregelter Arbeieszeit sowie Stellungnahme gegen das wilde Anlernen, sprach Herr Weber. Derselbe erklärte der Versamm- lung, daß der Lohntarif von 1884 nicht mehr den Anforde- rungen entspräche, da namentlich viele der Positionen darin nickt mehr gearbeitet würden, andere neuere Ai bellen gar nicht auf- geführt und der Tarif dahin nicht ergänzt ist, sowie, da Kasten- und geschweifte Branche jetzt vereinigt sind, stellt sich die Noch« wendigkeit eines einheitlichen Lohntarifes immer dringender heraus. Redner wies ferner nach, daß ohne Tarif die Preise und Löhne immer mehr gedrückt werden, speziell beim Arbeitswechsel, und dadurch kommen die Nachfeierabend- und Sonntags« arbeit. Mit der Einfühning eines richtig ausgearbeiteten Tarifs, den Redner spezieller klarlegte, müsse die Regelung der Arbeits- zeit Hand in Hand gehen. Ebenso müsse gegen das wilde Anlernen Front gemacht werden, da grade Leute, die in Tischler« Werkstätten Untemchmer der Polirarbeiten find, fich nicht scheuen, Lehrlinge oder jugendliche Arbeiter anzunehmen und tüchtige Gehilfen drollos zu machen, weil diese theurer find als Lehrlinge und somit auch helfen, die Preise in den Tischler- Werkstätten zu drücken. Namentlich soll diesen Unternehmern genau auf die Finger gesehen werden, ob fie auch Gewerbe- steuer zahlen, was bei sehr vielen nicht der Fall ist. Die fol- genden Redner waren mit diesen Ausführungen einverstanden und wurde eine dahin gehende Resolution einstimmig angenom- men. Hierauf wurde die Wahl von 3 Beitragsammlern voll- zogen, welche in den Zahlstellen freiwillige Beitrüge zum Unter- stutzungsfonds, sowie Mitgliederbeiträgc entgegen- und neue Mit- glieder aufnehmen. Herr Kutth thcilte der Versammlung mit, daß das Gesuch an das Reichsgesundhcitsamt in betreff des mit Pyridinbasen dcnaturitten Spiritus jetzt schon in sofern von Erfolg wor, daß vorige Woche der Bezirksphyfikus in seiner Werkstatt war und dort Erkundigungen wegen der Gesund- heitsschädlickkeit dieses Zeuges einzog und eine Probe davon entnehmen wollte, die aber nicht mehr verabreicht werden konnfe. Ebenso erklärte Herr Kurth, daß nach Aussage des Herrn Phyfikus Pyridinbasen voraussichtlich nicht mehr zum Dena- turiren verwendet werden. Mithin habe das Vorgehen des Ver- dandcs dazu beigetragen, diese Angelegenheit zur Untersuchung ,u bringen.— Hierauf wurden einem seit 16 Wochen kranken Mitaliedc 20 M. Unterstützung bewilligt. Da am 19. März, als Montag nach dem 15.. die Versammlung wegen der am selben Tage stattfindenden Generalversammlung der Ortskasse der Möbelpolirer in obigem Lokale ausfallen muß, wurde beschlossen dafür am 12. März im selben Lokal eine Versammlung mit Damen abzuhalten und soll der Vorstand einen Arzt als Vortragenden engagiren. Der Vorsitzende forderte alle Delegitte der Ottskrankenkasse auf, in der obigen Gcneralvcrsammluna»u erscheinen. Etwaige Anträge find bis 7. März an den Vor- fitzenden der Kasse zu richten. polizeilich nicht genehmigt wurde die für Sonntag Vormittag nach dem Mundtfchen Saale in der Köpnickersttaße einberufen gewesene öffentliche Versammlung der Schmiede Berlins und Umgegend, welche dazu bestimmt war, über die Ein- fuhrung der 10 stündigen Arbeitszeit zu beschließen und eine Lohnkommisfion zu wählen. Di- Auoftellung der H»chsch«l- des«annerrin» drr Maler Kerlin» findet Sonntag Vormittag 10 Uhr Aula der Gemeindeschule, Britzcrstr. 17—18, statt. Deutscher Senefelder Kund. Dienstag, den 21. Febr er., Mitgliedschaft Berlin, Restauraut Weich Aleranderstt. 31 Abends 8 Uhr. «TsK" lN 10. März in den Arminhallen, Kommandantenstraße% find zu haben: Zossenerftraße 17, Hof 4 Tr., bei HS und Langcsttaße 69 bei Herrn Frahm. Zoniseustädtischer Stenographen-Verein« Naunynstraße 44, Restaurant Lehmann, Abends ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. wähl, 2. Verschiedenes. Sämmtliche Mitglieder wer! pünktlich zu erscheinen. Gesaugoerein Lorbeerkranz veranstaltet sei« rigen Wiener Maskenball am Sonnabend, den 3. Etablissement Königsbank, Große Franffutterstt. H' 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Es ladet crgebenst ein d« Billets find zu haben bei den Herren G. Rüblicke, A. Grühn, Rheinsberaerstraße 61, v. 2 Tr.;. Langestr. 44, Hof 2 Tr.; F. Hermerschmidt, K« ö. Oug.; H. Hoffmann, Rcichenbergerstr. 62, ood F. Langmeier, Friedrichsbergerstraße 4, H. 2 Tr.; 6 Gollnowstr. 12, v. 2 Tr., ber Otto. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Gesangverein„Gutenberg" Abends 8', Uhr im■ Ouandt, Stralauerstraßc 43.— Gesangverein„M Abends 9 Uhr im Restaurant HUdebrandt, Prinzens» Schäfer'scher„Gesangverein der Efter". Abends 9 Wolf und Kruger, Skaliyerstraße 126, Gesang.- gesangverein„Gattenlaube" Abends 9 Uhr im Rest' Kottbuserstraße 22.— Männergesangverein„Steinnc! 9 Ubr im Restaurant Schulz, Sfettinerstraße 56—57." verein„Schwungrad" Abends 3', Uhr AnnenstM Restaurant Sahm.— Gesangverein„Sänaerhain"# im Rest. Kaiser Franz Grenadiervl. 7.— Gesangverein Moabit" Abends 8'/, ubr Wilsnackerstraße 63, im Jlges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im* Icbelin, Langestr. 108.— Zitherklub„Amphion".?lM 45« täglich D viertel Einzeln (Tin in Triebcl's Restaurant, Hoher Steinweg 15.— Turn» und Frei"(Männcrabtheilung) Abends 8% Ubr Nr. 57.— Berliner Turngenossenschaft(V. Mai». lung) Abends 8 /, Uhr in der städtischen Tumhallc-I�as Es thorsttaße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide" f 1 das Abtheiluna) Abends 8 Uhr Dieffenbachstraße% 1»erlär — Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im% jt®eitl.�V Händler, Wrangelstt. 11.— Verein ehemaliger Ä„ 37. Gemeindcfchule Abends 9 Uhr im Restauv» E. Wbe Köpnickersttaße 68.— Verein ehemaliger Schüler � ta J* man' mcindcschuje Abends 9 Uhr im Restaurant„AlbrecV Im— faj Wilhclmstraße Nr. 105.— Arends'scher Stenograph�% Sogar „Apollobund" Abends 3'/. Uhr Brunncnsttaße 129«■'.mage nicht scher Stenographen-Verein Abends 8V: Uhr im Restes««rtell verb eisernen Kreuz", Lindenstt. 71.—„Deutscher Verein* ü»erschi-de, Stenographen Abends 8',, Uhr in Randcls Restaurant» sich c r, straße 129a.- Verein„Rose" Abends 8',. Uhr im �, 2%,� 99.— Veraniiaunasverei» 1_'• Dienstag nach dem 1. und 15.— Rauchklub„Zum' Abends 8 Uhr bei Blocksdorf, Wrangelstt. 32. Telegraphische Depest (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Ka» Nemo, Montag, 20. Februar, Vormiti (Eingegangen 6 Uhr Abends.) Der Kronprinz hat sonders gute Nacht und schlief deshalb länger a" Fieber oder irgendwelche sonstige beunruhigend zeigten fich nicht. Das Allgemeinbefinden ist in fnedigend. paei«, Montag, 20. Februar. Prozeß gegen■ Genossen wegen des Ordenshandcls. Bei dem heute s?-' nur De 8 auf B. mit ei« S'cht erh von Hei zwei; Ä?; }Xr* und beendeten� Zeugenverbör deponitte der) heuti er habe eine Lrdcnsauszeichnung gewünscht.' e f tu ........................ von ihm verlangt, er"solle äoo'ooo Frks. für 3c'�tn. nehmungen zeichnen, er habe daraus geschlossen, � darum handele, die Ordensauszeichnungen zu tau'M, ttotn i nicht wieder in das Elys e zu Wflson gegangen.--Jyejia.t ginnen die PlmdoyerS._____. en vre Pcaiooyers.-,' nt I U-W-Nork, Montag 20. Februar. Nach einem, m fein, aus Mount Vernon in Illinois beschädigte ein '.....■'' MLSÜJ SÄ..! 500 Häuser der Stadt; eine FeuersbrunstZ>K, v. vitn. � Unwetters ausbrach, legte drei Viertel des Stadtt!� 4�.., �atli< in welchem sich die größten Läden und Magazm, �'ftt an 29 Personen haben das Leben hierbei eingebüßt„ 7') die, 100 sind verletzt. Der Verlust wird auf eine r i(jur Dollars geschätzt. J[£. Beruf, 5 geicyavr..» oeruf («ach Schi«, der»edakti-n-ingrte-� Att die vlieu, Montag, 20. Februar. Die„PolitW L, t täfüc hält übereinstimmende �Berichte aus London und � römische russischen Vorschlage entgegen gesehen � � Krstjz_ Mächte bei der Pforte gemeinsam ersta ,e< den o., daß das Verbleiben des Punzen Ferdinand in®etfted»_ lich sei. Zwangsmaßregeln würden jedoch von �- bte � folge einem welchem die vorgeschlagen. Kam, Montag, 20. Febr. Nach heute eingego�f »rt*» /»tiP STD z«(?/>««/%!%.im Ii»' l nicht fi düngen aus Maffauah düngen die Derwische das Gebiet nördlich des Tsana-Sees ein. Kriefkasten der Keda� Sprech Hunde« der K-daktion�, B«r von 12—1 Jlssr Mittag» und 7 Bei Anfragen bitten wir die Abonnementl-Quittung beijuM Antwort wird nicht ertheilt. U. Friedrich ffr. 107 M. für den W empfangen und abgeliefert.___- töiU W Sch— r. Die Abgeordneten zum bayerischen Landtage erhalten Diäten.—-■ Eleveland ist nicht oberste Gerichtsbehörde m Staaten von Nordamenka. vc» Segenüb «nb B di, •<» Markthalle«- Kericht wen?. Verkaufsvermittler. Berlin, den 20. Februar 1?° L Butter.«Reine Naturbutter.) 1. Jrinste ijj, rahm- Tafelbutter(bekannte Marken) 95— i, schmeckende Tafelbutter 88— 95 M-, 3.-U 90 M., 4. fehlerhafte Tischbutter 75— 80 1-j in Backbutter 65-75 M. pr. Ztt. Auttwn tag"« Vormittags.«. Eier 2,50-3,25-- netto ohne Abzug eier— � M. p.�Schck._ � W 'VI % *9 w< «uz Käse. Jmpottitter Emmenthaler � �1- Schwcizer 35-50—63" Quadrat-Backstein'�� burger 20-30-35, Rheinischer Holländers 1 vj. Ztr., Edamer 58—68, Haider Dtsche. Camembert— M. pr. Dtz.-.... Stuck. W Fleisch. Rindfleisch 27-40-53. Kai mr- v Hammel 35—40—48, Schwerne Pfund, Schinken geräuchett mit Knochen'ü 50-60 Pf. pr. Pfund. ji<, 3,00-5,00 M. Neuf SÄ D ,ttine nti SU n KartossÄltv f-ÄSS KM. 1000 Kilo. tOtj; Verantwortlicher Redakteur:*.«rouhei« in Berlin. Druck und Verlag von Ma»«adiug in Berlin 8W„ Beuthsttaße 2.