nlenfrtafje* Tr., bei tz-S -Uerei» nü i, AbendS dnung: 1. >lieder wer! nstaltet sei! rd, den 3. furterstr. 11 nst ein das hmidt, Kop! >tr. 62. vor Q. 2 Tr.; S lereine am i Uhr im' joerein„Am t, Prinzens . Abends S Gesang.- ;r im Rest i„Stemm fce 56-57. Annens ;erhatn"i| cfangocrcin c aße 63, tm j s 9 Uhr im S phion". Ab� ).— Turnver� SV- Uhr t(V. JRaiU r Turnhalle asenhaide' � achstraße 8M i cmaliger 45. Mittwoch, den 22. Februar 1888. 5. Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«„»erlitte*«olkSilatt« UfiRdh Morgen» außer nach Sonn« mü> Festtagen. ÄbonnementSprei» für Berlin frei JnfertloaSaebüh* beträgt für die»gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Qd rßeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag! der Expeditwu, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bmeaux» ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstrahe 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. ?er Kampf gegen Ideen. Schicksal des Sozialistengesetzes ist vorläufig be� '.os besetz ist in semer bisherigen Form auf zwei ilbr im), �ongeri; die Verschärfungen aber und die fünf �...aliaer Ä �lungSperiode sind abgelehnt worden. Die 33er: n Nestau«« �tR haben das sehr bcachtenswerthe Resultat er Schüler W, L aP man im Parlament— und sogar in diesem mt„Albrelhi wt— fast auf allen Seiten des SozialistengefetzeS Stenograph. V- Sogar das berühmte W a h l k a r t e l l hat in raße 129'' nicht Stich gehalten; die Parteien, die durch hrlmRestm Kartell verbunden, sind bezüglich des Sozialisten- AW! »ifsss. f.i'r. llub„Zum'| ollig begreifen. Aber schon von den Freikonserva- :. 32. lL,p sich nur ein Theil herbei, für die Verschärfungen 7?�- Der kleine Belagerungszustand, dessen Be- fltt rdl�K t,,® auf Berlin Herr W i n d t h o r st beantragt hatte, »„L einer Mehrheit von 53 Stimmen für das gerecht erhalten. i»00n Helldorff hat zwar gesagt, die Verschärfungen j*"äroei Jahren wiederkehren. Indessen sind die 2 �ez Herrn von Helldorff noch keine politischen zn--<-»-t-— � 4 ben_......______...... vor 10 Jahren ireau.) :, Vormi iprinz hl länger ruhigest n ist ii Zeß gegen dem heute ' Man wird also abwarten dürfen. Denn wenn >.:£> Wünschen der Kreuzzeitungsritter gegangen � Wen wir die Expatriirung schon M ucm yvu«»» w er Dcß%*#z% M heute nicht uninteressant sein, einem Rückblick zu ist- Äulo.leO«it Wirkung der zwieschlächtigen Ausnahme- P*Rg, die wir in dem Deutschen Reiche cn zu � q j fotßtjj w#n iirirrtmntitrtnifimuS nfrtdbtete on UNI lch ite eingesA cwische edaßl ■•»«IV unj bcizuM� lt.. den zum(gl stde in den UltramontaniSmus gerichtete e b u n g sollte eine veraltete Idee °�e gegen die r ö m i s ch e H i e r a r ch i e ge- en zu JaU'p Qi.H egangcn. fen) V' Rad) ctncmj � fein.- a�sv"*"■»»>>» � gte ein Iffvrock,,. Gedanken, den einst Luther und Hutten nst, die �> das„Los von Rom!" sollte hier auf Stadtt? l ��,1 tätlicher Gesetzgebung bewirkt werden. Geger f�bfn; v- an und für sich haben wir gewiß nichts em � rnm'tfAö tK gen)i| ntd�t af"L"'TeAA' Pneswherrschaft' ' C! den ig®fschmQct und wir erkennen dem Papstthum mi, einen anderen Staat nicht allzu schwer sein, sich S fttifil n Einflüsse los zu machen. Dazu müßte vollen und freien Lauf lassen: sie wäre im i-'sam crl>°7 � ben"«""uen und freien Lauf lassen: sie war. -nd in 6%®eiffp4. enS9ebanten des UltramontanismuS ich von Aa-, bi( r.ajnpf im niAi rJ' ZU überwinden, wohlgemerkt, jene sich mit öden Schimpfereien über„Pfaffen" vc» JeuiUeton. —"3 (Ru�™a Mtleltn.) ,. Der«rbe. m9n DOtt Friedrich Gerstäcker. IK rm ganz eigenes, beklemmendes Gefühl, bis Werkstätte durchschritt; denn wenn er sich Wie c. ca9tn. auch in den rosigsten Farben ausge- S geaenl!?9 das Herz jetzt, da er sich der Eni- Und V r �h, merkwürdig an zu schlagen und zu Ms W sL01 eigentlich ganz zufrieden damit, daß er Straße hinausführenden Thür noch einen eigentlich ganz zufrie! —-.DO« um das Regenwasser erst ein oar l98{,gtih l Sttnc'. lassen, denn wie ein Sturzbach kam eS ""on d geleert, und die Schleusen sogen ' um wenigstens die Trottsirs frei zu ?ar auch nicht so weit; gleich in der andern 07■-*miJus tieft.61 �aatSamvalt, und mit einem»nwill- <'& 4tÄnÄ«l'-S!Ä'.k.m! 'et Lf'nfi'aen Pläne und Aussichten unter- |'hm das bei der Tochter? Wenn ju ninf°or� wenigen Minuten zu ihm gesagt. tA" Neu! ''S % jübuer Zf. � Heu Bet(e��r' daß eine Menge adeliger Herren mit "'' am Abend jenes Balles b es ihm LI �khr** up cinc Stenge aoeiujci vv ' ö"d als er am Abend jene. begnügt, sondern der Sache auf den Grund geht. Sind doch die großen Erfolge Hutten's nnd Luther's gegen die Römlinge mit rein geistigen Waffen erstritten worden! Heute wäre neben der freien Kritik nur die völlige Be- fteiung der Schule von kirchlichen Einflüssen und die ent- fprechende Vorbildung der künftigen Generation erforderlich, um Deutschland für immer von römischen Einflüssen frei zu machen. Aber man fürchtet, die Rückwirkungen folcher frei- heitlichenMaßnahmen möchten auchdenProtestantismuS treffen; deshalb glaubte man mitdem Staatsanwalt und mit derPolizei dem Ultramontanismus zu Leibe gehen zu müssen. Und das war ein Fehler von unabsehbaren Folgen. Die Idee des römischen Priesterthums, die unser Volk schon vor 350 Jahren abgeschüttelt hatte, gewann an Kraft durch die Gloriole des MärtvrerthumS einzelner ihrer Träger; die Sympathie des Volkes wendete sich den Verfolgten zu. Ohnedies ist der UltramontaniSmus getragen von einem Theil der herrschenden Klassen; großer Einfluß in Staat und Gesellfchaft steht ihm zu Gebot und er konnte schon einen tüchtigen Puff vertragen. Nach sechszehnjährigem Kampfe steht diese Partei stärker als jemals da; die römi- fchen Einflüsse sind mächtig gewachsen und der Papst mischt sich sogar in deutsche Wahl- und parlamentarische Angelegen- heiten ein. Kurz und gut, der Erfolg des sogenannten Kulturkampfes ist ein rein negativer gewesen. Der S o z a l i sm u s repräsentirt im Gegensatz zum Ultramontanismus einen Gedanken der Zukunft. Wir steuern auf den Großbetrieb zu und das ist der Zug in unserer gesellschaftlichen Entwicklung, auf den sich der Gedanke des Sozialismus gründet. Daher auch das Zurück- areifen in die Vergangenheit nach veralteten Formen des Kleinbetriebs seitens der reaktionären Parteien, welche in- stinktiv fühlen, daß die Würfel des Sozialismus weder in einer politischen Propaganda, noch in einer politischen Orga- nisation, sondern in der ganzen ökonomischen Entwickelung zu suchen ist. Wer das begreift, sollte sich von Ausnahme- gesetzen nicht viel versprechen. Die Partei des Sozialismus hat nicht, wie die des UltramontanismuS, sich auf einen großen Besitz und die damit verbundene Macht stützen können. Sie ist eine arme Partei. Run aber wird dennoch nach zehnjährigem Bestand das Sozialistengesetz nur noch um dessentwillen verlängert, weil man nichts anoereS an dessen Stelle zu setzen weiß. Da kommen wir denn an der Hand dieser Resultate auf den schönen Spruch der„Kreuzzeitung" zurück, daß sich Ideen überwinden und unterdrücken ließen. Ist das richtig? Ja und nein! Ist eine Idee an sich falsch, d. h. nicht in den sozial- jtischen Zustünden und der Zeitentwicklung begründet, so politis. sich Ottilie gegen ihn gezeigt, ja wie deutlich bewiesen, welchen Antheil sie an ihm nehme, als er ihr an jenem Tage mittheilte, daß er selbstständig geworden. War ihr in jenem Augenblick das Blut nicht in einem wahren Strom in die Schläfe gestiegen, und wie gut, wie herzig hatte sie dabei ausgesehen! Daß auch gerade damals der alberne Ballbesuch kam— er war so auf dem besten Wege gewesen und hätte vielleicht damals schon die Gewißheit seines Glückes bekommen. Aber eS war selbst jetzt noch nicht zu spät, und heute, besonders unmittelbar nach dem schlechten Wetter, kaum eine Störung! zu befürchten. Er wollte eS auch gan, dem Zu- fall überlassen, mit wem er zuerst sprach, mit dem Vater oder der Tochter, wen er zuerst traf, nur nicht der Mutter, denn zu der hatte er selber kein rechtes Vertrauen und nie recht warm in ihrer Gegenwart werden können. Aber wie rasch ihm diesmal die Zeitverflossen war! Er befand sich schon im Hause, schon auf der Treppe, ehe er nur eigentlich selber wußte wie er dahin gekommen. Und wie schwer ihm die Füße wurden als er die Stufen hinanstieg, so merkwürdig schwer, und sonst war er sie so leicht hinaufgesprungen! Aber eS onnte nichts mehr helfen; er mußte vorwarf Wie hatte er sich auch nach dem Augenblick gesehnt! Jetzt war er ja da, und er selber nur thöricht und zaghaft, wenn er sich davor fürchtete. Er stieg auch m.t festen Schritten die wenigen Stufen hinan die'hn noch von dem Vorsaal trennten, und wollte sich eben entschlossen nach lmkS wen- den wo er Ottiliens Zimmer wußte als der Staatsanwalt elber von dort herauskam und auf seine eigene Stube zu- �ing. Als er den jungen Mann bemerkte, rief er freundlich aus: Ah lieber Baumann, wollen Sie zu mir? Kommen oii-. bier berein!" Und damit, ohne eine weitere Antwort abzuwarten, schritt er in sein Bureau, dessen Thür er hinter ich offen ließ. Fritz Baumann konnte je�t gar nicht anders, als ihm folacn und nahm das für einen Fingerzeig, denn ein wenig abergläubisch sind wir ja alle miteinander. Er sollte kann sie überwunden merden.ZMer dies kann nur geschehen durch fteien geistigen Kampf und durch uneingeschränkte Kritik. Auf diesem Wege ist z. B. der Hexenaberglaube überwunden worden. Sowie man aber Zwangsmittel an- wendet, stellt sich ein gut Theil der öffentlichen Meinung auf die Seite des verfolgten Gedankens und er wird sogar auch da wieder lebensfähig und kräftig, wo ihn die freie Kritik längst lahmgelegt hatte. Eine Idee, die in oen Zeitverhältnissen begründet ist, wird immer ihre Bedeutung behalten und läßt sich nicht so einfach auswischen, wie die„Kreuzzeitung" meint. Für die Herren von Hammerstein und von Helldorff sind allerdings die tiefen Lehren der Geschichte nicht vor» handen. Würde man diese verstehen, so müßte man die ganze„Kreuzzeitung" für völlig überflüssig halten! UoiMsche Ueberstcht. Unsere« Chauvinisten i«'» Stammbuch. Im Reichs- tag wurde schon wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß Deutschland von allen Großstaaten das größte Interesse habe, sich mit anderen Nationalitäten nicht zu verfeinden, und zwar, weil die Zahl der Deutsckicn in fremden Ländern weit größer ist als die Zahl der Ausländer in Deutschland. Bei solche« Warnungen verfehlten die Herren Chauvinisten natürlich nicht, kräftig zu lachen. Nun— wir wollen heute einen Fall er- wähnen, der den einen oder anderen der hochmüthigen Herren vielleicht zum Nachdenken und zur Vernunft bringt. In der amerikanischen Stadt St. Louis, welche gut 200000 deutsche Bewohner enthält, ist von dem amerikanisch-irischen Stadtrat() der obligatorische Unterricht im Deutschen abgeschafft worden;. und im Staate Ohio, der zu gut einem Drittel aus Deutschen besteht, ist jetzt von der Legislative ein Gesetzesvorschlag gemacht worden, der das Gleiche für diesen ganzen Staat bezweckt. Nun— die Deutschen in Amerika werden an diesem Schlag nicht zu Grund gehen, und der obligatorische Unterricht im Deutschen wird wieder eingeführt w-�ben. sobald die antideutsche Strömung uusgroort hät. Wie wird übt: oiese cw.t'deutfche Bewegung, gerechtfertigt? Einfach— und daS mögen die Herren Chauvinisten sich hinter die Ohren schreiben— mit dem schroffen Vorgehen der Deutschen in Deutschland gegen fremde Natio- nalitäten.„Die Deutschen, so schreiben die amerikanischen Blätter — z. B. der„Cincinnati Dispatch"— die Deutschen machen es zu Hause ja ebenso, in Elsaß-Lothringen unterdrücken sie die französische Sprache, in Schleswig die dänische, in Westpreußen die polnische." Unsere Landsleute in Amerika haben also zu büßen, weil das Deutsche Reich durch sein„schneidiges" Vor- gehen Legen die fremden Nationalitäten in anderen Nationen die Lust zu Repressalien erweckt hat. Diese Neigung zu Repressalien macht sich leider ja auch in anderen Staaten geltend. Doch— für heute genug. Das Thema ist ein sehr reichhaltiges und soll fortgesetzt werden. In parlamentavifcher Sprache, hatten wir immer ge- hört, ließe sich alles sagen, was von anständigen und gebildeten zuerst mit dem Vater sprechen, und es war vielleicht auch besser so. Vorn im Bureau saßen und standen fünf verschiedene Schreiber in einem nicht überhellen Gemach; die Leute kritzelten mit ihren Federn und warfen kaum einen Blick darüber hin nach dem Eingetretenen. Ihr Chef war gerade wiedergekommen, und derz mußte sie thätig bei der Arbeit finden. Gleich dahinter hatte der Staatsanwalt sein Privat- zimmer, und als Fritz Baumann das hinter demselben her betrat, drückte er die Thür ins Schloß, denn die Schrei- der brauchten gerade nicht zu wissen, um was es sich hier handle. „Nun, mein lieber Baumann," sagte der Staatsanwalt in seiner kardialen Weise,„was führt Sie zu mir? Setzen Sie sich— Sie rauchen doch?" „Ich danke fteundlichst— heute nicht," lehnte der junge Mann ab. „Heute nicht?" lachte Witte, indem er sich die eigene Zigarre anzündete.„Es ist doch nicht etwa Ihr Geburtstag oder sonst eine feierliche Gelegenheit?" „Lieber Herr Witte," sagte Fritz, dem eS jetzt fast die Kehle zusammenschnürte,„ich— bin allerdings aus einer ganz eigenthümlichrn Ursache zu Ihnen gekommen." „So? Na, da lassen Sie einmal hören. Wie mir Ottilie neulich sagte, sind Sie jetzt Ihr eigener Herr ge- worden, wie?" „Allerdings, und das— auch eigentlich die Ursache. weshalb ich zu Ihnen komme..." „So? Doch keine Schwierigkeiten in der Stadt? Die wollten wir bald klar bekommen." „Nein, Herr Witte— eine— Familienangelegenheit... „Eine Familienangelegenheit?" sagte der Staatsanwalt etwas gedehnt, und zum ersten Mal flog sein Blick über des jungen Mannes sonntägliche Kleidung; auch die Glacehand- schuhe war er nicht an ihm gewohnt.„Und die betrifft. wenn ich fragen darf?" „Sie selbst."— Fritz war in Gang gekommen, und jetzt half ja doch kein längeres hinter dem Berge halten. Juslizminister». Abelen scheint aber anderer Meinung zu sein. Als in einer der letzten Sitzungen des sächsischen Land- tages Bebel und Herr v. Vollmar daraus hinwiesen, daß nach allgemeinem Urtheil, oder wenigstens nach dem Urtheil sehr ausgedehnter Volkskreise die Rechtsprechung durch die jetzt herschende politische Strömung beeinflußt werde, da meinte v. Abelen,„innerhalb parlamentarischer Formen" ließe sich auf einen solchen Vorwurf nicht antworten. Wir dächten, es hätte dem Herrn Iustizminister gar nicht schwer fallen können, die von den beiden Rednern angeführten Fälle ebenso befriedigend aufzuklären, als das Verhalten der Staats- anwaltschaft in Sachen der„Leipziger Dikontogesellschaft". In Bezug auf letztere Angelegenheit kann es in der That keinem Zweifel niehr unterliegen— und unsere Korrespondenz ,FuS Sachsen" hat dieS ja schon hervorgehoben—, daß die Schuld am Entrinnen der kartellbruderlichen Millionendiebe einzig und allein auf den Schultern der kar- tellbrüderlichen Herren Aufsichtsräthe lastet. Eine Arbeitgrberverfichernng, das ist der neueste Witz der„Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen Regierung. Für die Arbeiter wird heute so gut gesorgt und die Interessen der Arbeit gebet werden so arg vernach- lässigt von dem bösen arbeiterfreundlichen Staat, daß die armen Arbeitgeber etwaS thun müssen, um nicht der Gesetzgebung zum Opfer zu fallen. So die„Leipz. Ztg." Nächstens werden wir also wohl einen Verein zur Unterstützung der Reichen bekommen. Was sagen wir: bekommen? Wir haben ja längst einen für das Reich, und einen sehr einfluß- reichen— mit Zweigvereinen in den einzelnen Bundesstaaten. Der Hauptverein in der Leipzigerstraße zu Berlin �hat seit 1879 gar manches Milliönchen den armen Reichen als Staatsalmosen gegeben.— Interrsilaute Enthüllungen über die Uationnl- liheraleu in Krrlin finden sich in einem Artikel der nationallibcralen„Jenaischen Zeitung". Tarnach ist der nationalliberale Verein in Berlin zwar in der ersten Zeit seines Bestehens kräftig angewachsen, nachher aber in der Entmicfelung nicht mehr vorwärts gegangen. Auch die Bezirksvereine der Nationalliberalen blühen nicht mehr. Verschiedene Umstände tragen die Schuld daran. Die Nationalliberalen in Berlin be- gnügen sich damit, einmal einen Aufruf zu unterzeichnen oder dem Verein ihren Beitrag zu zahlen. Von einer planmäßigen, größere Kreise umfassenden Agitation, von regelmäßigen Ver- sammlungen und Vorträgen, von einem ohne bedeutsame Störungen arbeitenden Wahlapparat ist keine Spur. So kann es denn nicht ausbleiben, daß am Tage der Entscheidung, an Wahltagen, die Erfolge der Nationalliberalen sich als außer- ordentlich geringe erweisen. Dazu kommt noch, daß in Berlin unter den Nationalliberalen zwei Strömungen vorhanden sind, eine große und eine kleine.„Die kleine, von Herrn Kyllmann geleitete, hat die Neigung, überall mit den Konservativen zu- sammenzugehen. Diese Neigung ist deshalb so sehr gefährlich, weil die Konservativen Berlins eine Mischung der allerseltsamsten Art bilden, die höchst bedenkliche Elemente in sich birgt, zeit- weise sich sogar von diesen beherrschen läßt. Wir erinnern nur an Stöcker, Crcmer und Genossen, welche, wenn es nach ihrem Herzen gehen könnte, dem Nationallibcralismus längst den Todesstoß versetzt hätten. Ihren schädlichen Einfluß auf die Berliner Bevölkerung wird Herr Kyllmann durch enge Ver- brüdcrung nicht hemmen, er eben so wenig aB_ andere be fähigtcre Politiker. Dieser Einfluß kann nur offen bekämpft oder durch den Machlspruch des Reichskanzlers gebrochen wer- den." Aber der Reichskanzler sei von den bisher durch die Nationalliberalen erzielten Ergebnisse enttäuscht. Um vorwärts zu kommen, müßten die fliationalliberalen in Berlin die Gruppe des Herm Kyllmann aus dem alten Verein ausschließen und diesen verjüngen und stärken, oder was besser erscheint, einen neuen Verein, eine lebens- und entwickelungsfähige Vereinigung gründe». Das sei um so nöthiger, als von der Gruppe des Herrn Kyllmann noch manches geschehen dürfte, was nicht ge- raoe geeignet ist, das Ansehen des Nationalliberalismus zu heben. Herr Kyllmann werde jetzt seine Anschauungen im„Deutschen Tageblatt" niederlegen; denn das„Deutsche Tageblatt" ist dazu bestimmt, dein kleinen rechten Flügel der Berliner National- liberalen als Organ zu dienen. Jndeü�l-;-ji starke Zweifel "! hegen, ob das„Deutsche Tageblatt" sich als Organ des Herrn Kyllmann„eines langen Lebens erfreuen wird, denn die großen Kreise der Leser, welche es zu seiner Existenz braucht, sind nicht vorhanden." Urber die Lrritagssitzung de» Reichstag«, in der die Verlängerung des bestehenden Sozialistengesetzes auf zwei Jahre endgiltig beschlossen worden ist, liegt jetzt der offizielle stenographische Bericht vor und in diesem auch die Rede des 5oerrn v. Puttkamer. Diese merkwürdige Rede— fast noch merlwürdiger durch das, was sie nicht enthält, als durch das, was sie besagt— beschäftigt sich in ihrem ersten Theile init den Enthüllungen der Herren Bebel und Singer, zu deutsch, mit der Vertheidigung der preußischen Polizeiagcnten v. Ehrenberg, Schröder, Haupt, Jhring-Mahlow und Noporra gegen die Unterstellung, daß sie sich Sozialdemokraten oder Anarchisten „Mich selbst?" lachte Witte.„Sie wollen mich doch nicht selbst bei mir selber verklagen?" „Nein, Herr Witte," sagte Fritz ernst, aber freundlich; aber Ihre Meinung wollte ich in einer Sache hören, die mich sowohl als Sie bettifft." „Und die wäre?" fragte Witte, und sein erster Ver- dacht wurde durch die Aeußerung nur bestärkt— er hatte einen Freiwerber vor sich. „Zch wollte Sie um die Hand Ihrer Tochter bitten," platzte'denn auch der junge Baumann ohne weiteres heraus. „Alle Wetter!" rief Witte erstaunt.„Und haben Sie mit Ottilien schon darüber gesprochen?" „Nein, Herr Witte; ich bin allerdings deshalb heute herüber gekommen, aber da ich Sie zuerst traf, hielt ich es für besser, vorher Ihre Meinung darüber zu hören. Ich brauche Ihnen auch nicht zu sagen, daß ich den Schritt ge- nügend vorbereitet thue. Ich kann Ottilien eine zwar nur bescheidene, aber vollkommen ausreichende Existenz bieten und sie von allen Nahrungssorgen fern halten, ja ihr aus eigenen Mitteln, ohne irgend eine Mitgift zu beanspruchen, auch noch manche Bequemlichkeit bieten. Mit nur einiger- maßen bescheidenen Ansprüchen reichen wir dann sicher aus, denn ich habe jetzt schon, besonders von auswärts, so viele �ehrenvolle Aufträge und Arbeiten bekommen, daß ich, wenn sich dieselben nicht einmal steigern, schon jetzt genöthigt bin, einige Gehilfen anzunehmen." „Lieber Baumann," sagte der Staatsanwalt, der bei den letzten Worten still und nachdenkend vor sich nieder- gesehen hatte,„ich weiß, daß Sie ein braver, tüchtiger Mann sind, kenne Sie auch die langen Jahre und habe Sie von Herzen gern. Ihr Vater ist ebenfalls ein braver, geachteter Bürger in der Stadt..." „Aber?" sagte Fritz und sah erwartungsvoll zu �„Erwarten Sie kein Aber von meiner Seite," fuhr jedoch der Staatsanwalt mit dem Kopf schüttelnd fort.„Hätten Sie mit Ottilien schon gesprochen und ihr Jawort erhalten, so würde ich selber gegen ihre Wahl nichts einzuwenden haben, ja, aufrichtig gesagt, wären Sie mir, mit Ihrem einfachen, anspruchslosen Wesen, lieber als vielleicht mancher zu Exzessen zu verleiten. Dabei verdächtigt der Minister den Züncher Untersuchungsrichter, Polizei> Hauptmann Fischer, indem er sagt:„Ich kann nur histonsch versichern, daß er von seiner höchsten vorgesetzten Behörce als ein vertrauensunwürdiges Subjekt jetzt behandelt und bezeichnet wird." Und als Bebel durch einen Zumf das Wort„Subjekt" monitte, fuhr der Minister fort:„Sagen wir also eine vettrauensunwürdige Persönlichkeit oder Beamter." Bekanntlich werden in der Schweiz diese Beamten nicht ernannt, sondern gewählt. Der Münchener„Allg. Ztg." geht aus Zürich ein Beucht zu, der zwar die Animosität Fischer's und der Züricher Bevölkerung gegen die Deutschen hervorhebt, aber über die Beamtenthätigkert dieses„ruhigen und schneidigen Mannes" nur Lobendes zu sagen weiß. Fischer ist selbst Sozialdemokrat, ebenso wie sein Vorgesetzter, der Regierungsdirettor für Justiz und Polizei, Dr. Stößel. Dann heißt es:„Anläßlich des Schlosserstreiks im vorigen Jahre zeigte Herr Fischer, daß er auch gegen Ausschreitungen der Sozialdemokraten energisch auf- zutreten wisse und zog sich dadurch die Ungnade und seine Ausschließung aus dem Erütli- Verbände(Arbeiterverein) zu. Doch hinderte das nicht, daß er bei den letzten Wahlen für den Kantonalrath mit Hilfe dieser Partei aus der Urne hervorging und nun auch im kantonalen Parlament refiditt." Darnach scheint allerdings Polizeihauptmann Fischer das Vertrauen der preußischen Polizeiagenten nicht zu verdienen. Ktöckrr und die„Norddeutsche Allg. Ztg.". Die „Nordd. Allg. Ztg." findet, daß Stellen des von den Chnstlich- Sozialen verbreiteten Flugblattes im 6. Berliner Reichstagswahlkreise„im Hinblick auf das Preßgesetz, wie auf den litera- rischen Anstand" sich nicht wiedergeben lassen. Die legislatorischen Arbeite« zur Alter»- und In- validenverficherung der Arbeiter sind dem Vernehmen nach im Reichsamt des Innern gegenwärtig so weit gefördert, daß der betreffende Gesetzentwurf fertiggestellt ist und in den nächsten Tagen der Abschluß der Ausarbeitung der Motive vorgenommen werden dürfte. Nachdem die Gesetzesvorlage dann dem Fürsten Bismarck vorgelegen haben wird, wird dieselbe, was voraus- sichtlich im Laufe der Woche geschehen kann, dem Bundesrathe zur Beschlußfassung zugestellt werden. Mögen MidrrSande« gegen die Staatsgewalt und Aufruhrs find vom Schwurgericht in Luckenwalde vier Arbeiter zu je 1 Jahr Gefängniß veruttheilt worden, während die übrigen 16 Angeklagten freigesprochen wurden. Es bandelte sich um Vorfälle bei der polizeilichen Auflösung einer Versammlung, in der Herr Görcki aus Berlin eine Rede halten sollte. Es soll bei dieser Gelegenheit zu Thätlichkeiten gegen Polizeibeamte ge- kommen sein. Mrinridigr Zeugen, welche die Geheimpolizisten Jhnng und Naporra in der schändlichsten Weise verleumdet hätten, hat bekanntlich Minister v. Puttkamer die sozialistischen Arbeiter ge- nannt, welche in dem Prozeß Berndt-Ehnstcnsen als Zeugen fungirten. Wie das„Berliner Tageblatt" erfahren haben will, haben diese Zeugen jetzt bei der Staatsanwaltschaft beantragt, gegen den Minister v. Puttkamer Anklage wegen Beleidigung zu erheben. Durch Selbstmord find dem Generalrappott des„Milit. Wochenbl." zufolge in der deutschen Armee im Monat De- " Ma zember 10 Mann gestorben. Elberfeld, 19. Febr. Der Abgeordnete für Elberfeld- Barmen, Herr Heinrich Harm(Sozialdemokrat), refetttte heute Morgen in einer zahlreich besuchten Volksversammlung über die Verhandlungen des Reichstags. Redner kritisitte die volks- feindlichen Beschlüsse der Kattellmajotttät unter lebhaftem Beifall der Zuhörerschaft. Tie einstimmig angenommene Resolution brachte die Uebereinstimmung der Anwesenden mit den Aus- führungen des Abgeordneten zum Ausdruck, bezeichnete die im Wahlkampfe vor einem Jahr von den Kartellbttidern gemachten Versprechungen als eitel Heuchelei und konstatitte, daß die Thätig- kcit des Reichstages im letzten Jahre nur eine volksfeindliche Richtung verfolgt habe. Großbritannie«. Wie brennend auch in England und Schottland die„Landfrage" ist, erhellt aus nachstehenden Ziffern, die wir in einem englischen Blatt finden, dieselben dürsten zwar dem Einen oder Änderen der Leser schon bekannt sein, sie sollten, aber Allen bekannt sein und können oeshalb nicht oft genug wiederholt werden. In England und Schottland de» findet sich die Hälfte des gesammten Landes in den Händen von 18 200 Eigenthümem. Im Jahre 1883 gab es 44 Grundbesitzer mit lOOOOOAkres und mehr: 71 mit 50— 100 000 Akres und 299 mit 20—50000 Akres. Ein Einkommen von 100 000 Lflrl. und mehr hatten 15 Grundbesitzer; von 50 bis 100 000 Lstrl. 51, und von 30- 50 000 Lstrl. 2434. Vor 10 Jahren, d. h. im Jahr 1878 brachte das Grundeigenthum von England und Schottland— die Ausbeute an Kohlen, Eisen und sonstigen Mineralen nicht eingeschloffen— 67 Millionen Pfund Sterling, und repräscntirte einen Wetth von 2000 Millionen, d. h. zwei Milliarden andere Schwiegersohn. Das Aber liegt allein bei meiner Tochter, und mit der müssen Sie vorher darüber in's Klare kommen; denn das werden Sie keinenfalls von mir ermatten oder wünschen, daß ich meinem Kind in einer so wichtigen Sache zureden oder gar bereden solle." „Lieber Herr Witte, Sie glauben mir wohl, daß ich an etwas Aehnliches nicht gedacht habe." „Gut, dann gehen Sie hinüber zu meiner Tochter und fragen sie selber. Sie treffen es günstig, denn sie ist gerade ganz allein. Aber eins beantworten Sie mir erst: Haben Sie irgend eine— wie soll ich gleich sagen— eine gegründete Ursache, zu glauben, daß Ottilie Sie wirk- lich liebt?" „Bester Herr Witte..." „Ich will es nicht meinetwegen wissen, lieber Bau- mann, denn das ist Ihre Sache; aber ich sage Ihnen ganz auftichtig, daß meine Idee, wenn ich überhaupt einmal an etwas derartiges dachte, nach einer anderen Richtung hin lag. Ich glaubte, Ottilie hätte eine Neigung nach einer anderen Seite gefaßt. Aber wer kennt ein Mädchen- herz aus, und noch dazu ich, der ich mir die Stunden abstehlen muß, die ich in meiner Familie zubringe!" „Nach anderer Richtung hin?" „Ich sage Ihnen, es ist das nur eine Vermuthung, und nichts, gar nichts, worüber ich selber mit ihr ins Klare gekommen wäre. Sie waren Spielgefähtten zu- sammen..." „Ja, und immer seit der Zeit habe ich Ottilie im Herzen getragen." „Also wirklich eine erste Liebe? Aber haben Sie noch nie«ine Andeutung davon gegen sie fallen lassen?" „Neulich, als ich sie zum letzten Male sprach." „Und was sagte sie da?" „Wir wurden gestört— es kam Besuch— eS war unmittelbar nach dem Ball, den Sie damals gaben. Aber wenn ich nach ihrem Erröthcn und dem Ausdruck ihrer lieben Züge gehen darf, so ist sie mir gut." „Na, dann versuchen Sie Ihr Glück," nickte der Staats- anmalt;„der Henker soll aus dem Mädchen klug werden! Von mir haben Sie auch keinen Widerspruch zu fürchten, Mark.—'" M eines Protei Ter Ageordnete Cunningham Graham und da> Writis aufg, John Burns wurden gestern Morgen aus dem• iWedoniens Gefängnisse entlassen, in welchem sie eine scchswöch«»!- Mtest zirkulü wegen Theilnahme an den Ruhestörungen auf dem» viele Unterj Square abgebüßt hatten. Beide sahen wohl und n# und beklagten sich nicht über die ihnen im Gefängnifff gewordene Behandlung. Graham stellt das Gerücht in_ er wolle bei den Verhandlungen über die Trafalgar'Lkvordnung Vorgänge im Parlament in Sträflingskleidung erschein�»«ttiimml«» der Parlanientsabgeordnete Hooper, welcher wegen 3 jj Uhr. Vier lichung von Bettchten über Versammlungen unterdrückt!!»veii Beisitzers vereine der Nationalliga in seiner Zeitung, dem„Cor! jknoffenschast zwei onate im Gefängniß von Tullamore zugebre» l>Z über die V wurde gestern Morgen entlassen. Wegen Aufsässigkeit:"Sginundshos Gefängnißordnung hatte Hooper mehrere Male diszik tI(1Be— dcsgl bestraft werden müssen. wnndeschulhc Ein großer Streik droht in Südwest-Lancashi«'�räfestraße, brechen, indem die dortigen Kohlengrubenarbeitcr W Dgelsbergerst werksbesitzern angekündigt haben, daß sie Ende Fcbni« Ue eines Haf beit niederlegen werden, wenn nicht der wegen beigä w Abändert Schmutzes gemachte Abzug erniedrigt würde. Es han* um 100 000 Kohlengräber. Rußland. In Moskau ist neulich ein Prozeß zu Ende geführt,� obwohl juridisch kaum von Interesse, doch durch das mit Füßen tretende politische Verdikt, welches auch dick Zeitungen unerhött finden, eine gewisse Berühmtheit bat. Vor Gettcht standen zwei subalteme Postbeamte,�... Gcldpacket mit 120000 Rubel gestohlen hatten, sowie ein? Jcfe dieses H Uebernah llnterhalti betr. d % zur An Stadthau! Zentral-«! banslalten, tung der e und t Helfer in dieser Sache. Alle drei wurden freigcsprociü' i 1888—89, schon die Schuld der Angeklagten klar errviesen worb« II— Vorlage schon sie selbst geständig waren und obschon gar noch# an der( Umstände vorlagen, wie z. B. amtliche Fälschung. T«, M-Systxms verhalt ist in kürze folgender, soweit er sich aus den-% dem Gru der Freisprechung herausschälen läßt: Ein Werthpackel,«' eines E ligationen der Orientanleihe im Betrage von 1200$ städtischen enthielt, war von der Moskauer Firma Knoop an ein* chne des Bankhaus nicht als Geldsendung, sondern als rckkominv chule, Temi Brief, versichert bei der deutschen Gesellschaft„Vikiona> nvetbung ditt worden und wurde gestohlen. Die Vertheidiger j# sendeten fi klagten Postbeamten suchten nun durch patriotische# Nbsiücfe Se Geschworenen milde zu stimmen. Einmal sollten nf Miet Straße Hypothese die Wetthpapiere zu Börsenspekulationen au! �Pflaster u drückung des russischen Kurses benutzt werden— erg» wohlgefälliges Werk, sie zu stehlen. Dann hatte ß deutsche Versicherungsgesellschaft Verluste und der Fi?Z thelle, da die Absender es später vorziehen könnten, d'1' Papiere bei dem russischen Postamt zu versichern— erc« sogar nothwendig, die Finanzlage des Staates auf' zu bessern. Außerdem hatte nur die deutsche Schaden, während im Fall einer Verutthcilung der Pvn mehrere russische Familien in's Unglück gestürzt wordc? — ergo war es human, die armen Leute freizusprechen Verdikt schließt sich den mannigfachen Sonderbar« russischen Geschworenengenchts würdig an. Die Wrenija" bedauett, daß die Advokaten so gar nili>> Wesen der Rechtspflege dachten, als sie sich alle den Patriotismus der Geschworenen zu entflammen,> vielleicht ein nur allzu günstiges Feld darboien. Uns daß auch die Leiter der Prozeßoerhandlung diese auf liche Bahn gerathen ließen, eine nicht nur für die sondern auch für die Gesellschaft ge ährliche Bahn. man einen Dieb aus Feindseligkeit gegen die Dei und morgen vielleicht eineir Mörder aus Feindseli irgend ein Prinzip oder überhaupt zum Zweck in politischen oder sonstigen Manifestation. Wo bleibt Rechtspflege und die Erbfrcundschaft? ~ sowi M Reguli d-r Schlei "�treffend I Gmtenpl, Wcmeind> Ablauf de d°tr. die B , 1 Feuern Destillate! der Gec stützt •an � Wlsgesck ?ADah unl Kalkan lander._ j Bukarest, 20. Februar. Ein General und ein unter der Anschuldigung von Erpressungen bei Militärl«� verhaftet worden.— Der vormalige Kriegsminister ist aus der Armee ausgetreten. -o» Salonichi, 8. Türkei. Februar. Vor einigen Tagan hervorragenden Kaufleuten der gttechischen Kolonie durchsuchung statt, wobei deren Korresponven und kautZMer an?/. Bücher mit Beschlag belegt wurden. Anlaß zu dieser % neun e na n>erd soll eine Denunziation des bekannten Chefs der Propaganda, A. Margaritis, geboten haben, we., treffenden Kaufleute als Mitglieder einer auf den W\... bestehenden Ordnung abzielenden Partei bezeichnet b' mit dem Auslände in Beziehungen stehe. Indens Mn, gv�trc keinerlei kompromittirende Schriftstücke vorgefunden wvl%!%. qP11« Allgemein hält man die Sache für einen Racheakt des S Jtifttn rumänischen Agenten. weil es bekannt ist, daß Vre•*" Kauflcute stets energisch dessen Schritte bekämpften, f eine Umwandlung der griechischen Schulen in ruwa"»ngei Ä* vor ts A-Nk n« 'flftfiin 4. i*5* Er wobei ich jedoch nicht eben so sicher für die stehen möchte. Aber das läßt sich am Ende auch »V, und wenn sich ihr Kind glücklich darin fühlt, nichts dagegen haben dürfen." „Mein lieber Herr Witte, wie herzlich Ihnen..." „Noch haben Sie für gar Baumann," sagte der alte Herr,„v..... w Sie mich doch für einen vernünftigen Mann, j*5% rj"• Kind eben so ss-rn, oder noch ein fcho B* Sie einem braven Techniker, als irgend einem Flieg in die Luft giebt. Reden Sie mit... wenn Ottilie damit einverstanden ist und � hat, wie— ich es eigentlich wünsche, tdan wegen!", � Damit drückte er dem jungen Manne h�K'�.bl und öffnete ihm selbst die Thür, und Fritz flog", ging— sehr zum Erstaunen der Schreiber— °uch. Stube und über den Vorsaal hin. � Fritz klopfte herzhaft an- jetzt war der y brachen, und als er nach einem rasch folgenden tafoj. kam ihm Ottilie schon«uf 9'„jJ die Thür öffnete, kJ0 lang. v»v A.ywv iUill UJIIl'c f.:." entgegen, und es war fast, als ob sie die Hon ausstreckie. Aber wie verlegen wurde sie, als fl? Baumann erkannte und stotterte:.,..M gew „Entschuldigen Sic, Herr Baumann, ,c�ir �' �% Sie ging gerade Jemand— eine Freundin von wj*„N' Atter[ nnrtiber und irfi— fi» mär*>U«n""ftttl vorüber, und ich— glaubte, sie wäre zu kommen." d&a „Und bekomme ich keine Hand, FräuleM ni »Gewiß, warum nicht?" sagte daS junge 1 :r noch befangen, indem sie ihm die Ho"?, d«, o auch dabei gar nicht, wie sonderbar � n"! Mann heute vorkam, ganz anders als sonsi-„ßl>A v jm,.' wollte er nur? Eine Arbeit war doch nicht% d.SJfl'tn immer wußte V. an Fritz aber, dem ihre Befangenheit"'fj vjm%, % föt* wurden. Soll ich aber aufrichtig sein, so., � baß Sie jetzt keinen Besuch bekommen hob' •&*» ßn �.viiiai •r.>' W. 3 j 1 0 3R 1 1 1'IM bisher vergeblich waren. Auch sollen sie die Unter- .. jfc°""e,| Protestes gefördert haben, welcher fich gegen die r und dn> Wutis aufgestellte Behauptung wendet, daß die Be- iS dem Pe» SittKöonitnS durchweg rumänischen Ursprungs seien. echswochaiir woteft»rkulirte in zahlreichen Ortschaften Makedoniens auf dem. viele Unterschriften. >l und mul_ fSft Kommunales. e Trafilgap �"»dnung für die Sitzung der Stadtverord- mg erlchein»»�fammlung am Donnerstag, den 23. Februar, Zisch- er wegen-- Uhr. Vier Naturalisationsgesuche— Wahl eines stell- untcrdrulkm Beisitzers für das Schiedsgericht der Sektion Berlin, dem„nde,chulhäusern auf den städtiscken Gmndstücken !lt-Lancashitt.�lasestrasie, Kottbuser Damm und Boeckstrasie, bezw. narbcrtcr N Melsbergerstraße 34- desgl., über die Vorlage, betr. nde Februar Me eines Hafens am Schifffahriskanal auf dem Urban, Abänderung des Bebauungsplanes in der Um» dieses Hafens— desgl., über die Vorlage, Uebernahme der Voßstraße in das Eigenthum Unterhaltung der Stadt— desgl., über die betr. den Ankauf eines Grundstückes am 'er zur Anlegung ein Steindepotplatzes— Vorlagen, «tadthaushaltetat, den Etat für den Zentral-Vieh- Zentral-Schlachthof und die Fleischschau, den Etat wegen E. Es Ende gefühchs Durch das und die Voispannverwaltung, sämmtlich pro 'N, sowie eivwM und die Vorspannverwaliung, sämmtlich pro freigesproideP>888— 89, den Ziormalbesoldungsetat Vto l888 liefen woiKPl- Vnilan? h-fr ni-«nermenhuna eines itavtllchen Viesen gar nock ammen,, len. Uns. diese auf ür die sahn.. die Dei tzeindseli Zweck ir,. o bleibt# Vorlage. 'IV V V 1 1 V vvm v|----- y- betr. die Verwendung�ernes stadtlschm � V' W.V« V k V rv/v*. W-»----, Seeslraße zum Bau der Pumpstation... schung._ desgl., betr. die Erwerbung des Straßen-- 32•m Grundstücke Langestr. 102— desgl. betr. die nnn lonmm Einheitspreises für den Verkauf von Kolks von i-� � städtischen Gasanstalten— desgl., betr. die erfolgte r, TVmiimwf neuen Schulhauses der 131./169. Ge- ,« � Tempelhofer Ufer 2. Vorlagen, betreffend .ic. � �iw��yng von zwei zur Stadtbahn- Parallel- .ÄÄkÄ.. q?Hw?��n�fiskalischen Parzellen, des Strasienlandes vor ■ ffn/S Sebastianstraße 36 und der zur Freilegung der " � fn sni f trafee von der Mcmeler Straße bis zum vor- lationcn& �Master unweit der Rüdersdorfer Straße erforder- m??,?'cn �on,ie der von dem Grundstücke Diene König« mn hatte m Regulimng der Gollnowstraße und einer zur Frei- id der �i; f Ott Schleiermacherstraße erforderlichen Parzelle- onnten, i �treffend die Festsetzung von Baufluchtlinien für die ff t fL»vs-m �enplatz zu errichtende Kirche der katholischen »f.. fw! a* tu Dtw"f"de— sechs Rechnungen— Berichterstattung, Deutsche, t'-bkuf der Wahlzeit eines Rathsmaurermeisters— ng der P, die Bewilligung von Gratifikationen an Mann- lurzt wordi- o« Feuerwehr aus Anlaß zurückgelegter 25jähriger """*(•1»*'5 renreritUtzungen. ß">? der Stadt Kerlin hat der uibf??' Versammlung Abschrift der Klage des Dr. '• 5.die Gemeindevertretung wegen Ungiltigkeit der . ftDatcurs Fähndrich zum Stadtverordneten behufs M« Gegeneiklärung zugehen laffen. Der Einspruch ,«2� stützt fich auf den§ 21 der Städtcordnung, nach to, �lgänzungs- und Ersatzwahlen von denselben Ab- Ziiahlbezirken vorgenommen werden sollen, von io, Ausgeschiedene gewählt war. Gegen diese Be- '»der verstoßen, da thatsächlich eine Aendemng des - mv oeriiOBcn, oa lyaiwcyuw eine m-uuciuua ws i sit, �Wahlbezirks, von welchem Herr Fähndrich ß(i ' �vfunden habe. Forum der zweiten Strafkammi. � Berlin' wiederum zur Verhandlung. Auf k KST'JSS Ne�Mschke und 8. der Tischler Hermann ige-n* Angeklagte, Schneider Heinrich Winters, «ZA bt! letzten Verhandlung verstorben. Die KKMM Worte mit Ihnen reden- Sie iff d" «An. um etwas tt" Hir2» Shnen in irgend etwas Auskunft geben gern." »are „lolen weit aus; -, 1 Ichon darum Sie aber ich dächte, gefragt. Gewiß, Sie hätten und wes- ,* erf(j)rnI,0�i1n)aä wir damals spielten, Ottilie?" j? seit if„!r 0. lhrcm bloßen Vornamen hatte sie $ auch ff n'e wieder genannt, und sie er- Jptaut~' e hauptsächlich zusammen gespiel lner WM ijj; ii!'1 Ait Herr Baumann, was spielen Kinder i, � wachsen; lasten wir die alten Sachen ruhen. c U wich denn fragen? Sie entschuldigen, tch '"& V,f limuber." g Ä Lt 1(5 tn 3uQ, c Sie mein Weib werden? Seit t e®1 ein» f98 Sie im Herzen, nie hat i? Frosch, � Wesen meine Brust erfüllt. � Wie ein ä f.1"' i,fn Sie mir vor einiger ' Hwltothum trage ich ihn seitdem auf ? weiß," fuhr er bewegt fort, als brach neulich schen Zentralkomitee für die Stadt Berlin in den Geschäfts- räumen der Produktivgenoffenschaft Berliner Schneider(Loth- ringerstraße 51) eine geheime Sitzung abgehalten werden. An- läßlich dessen wurden an jenem Abende eine Anzahl Polizei- beamte in der Nähe jenes im Norden Berlins belegenen Lokals postirt. Gegen 9 Uhr Abends sollen nun mehrere Personen dies Lokal betreten haben. Nach etwa einer Viertelstunde wurden die Rolljaloufien Heruntergelaffen und nachdem hierauf noch eine Person längere Zeit an der Hausthür gestanden, wurde das Lokal voll- ständig geschlossen. Gegen 12 Uhr Nachts öffnete fich die dicht neben der Ladenthür befindliche Hausthür und aus derselben traten sieben Personen heraus, die von den observirenden Po- lizeibeamten verhaftet wurden. Es waren dies, mit Ausnahme von Ferkel und Apelt, die erst einige Tage später verhaktet wurden, die gegenwärtigen Angeklagten, einschließlich des ver- storbenen Winters. Letzterer war nämlicb in der Produktiv- Genossenschaft Berliner Schneider als Verkäufer angestellt. Die Berliner Polizei glaubte, annehmen zu können, daß in Berlin ein sozialdemokratisches Zentralkomitee existire; es soll dies auch aus verschiedenen Nummern des in Zürich erscheinenden„Sozial- demokrat" hervorgehen. Dies Komitee soll aus 8 Mitgliedern und 3 Stellvertretern bestanden haben und zwar sollen die Sozial- demokraten des ersten, zweiten, dritten und fünften Berliner Reichstagswahlkreis je ein Mitglied und ein stellvertretendes Mitglied, der vierte und sechste Berliner Reichstagswahlkreis, mit Rücksicht auf deren Größe, je zwei Mitglieder und ebenso viel Stellvertreter in das Zentralkomitee delegirt haben. Tie bei den Verhafteten vorgenommenen Leibesvisitationen und Haussuchungen sollen die Auffindung einer großen Anzahl ver- botencr sozialdemokratischer Schriften, Liederbücher, Sammel- bons und endlich eines zerlegbaren Stempels ergeben haben. Hieraus, sowie aus verschiedenen beschlagnahmten Brie- fm, Rechnungen u. s. w. scheint die Behörde gefol- gert zu haben, daß die damals verhafteten 9 Personen zu dem Zentralkomitee gehört haben, denn dieselben haben fich von Mitte Juli bis Mitte November v. I. in Unter- suchungshaft befunden. In der vorigen Sitzung bestritten die Vertheidiger die Echtheit der Nummern des„Sozialdemokrat", sowie auch die Richtigkeit der Protokolle über den Wydener und Kopenhagcner Kongreß u. s. w., die auf Antrag des Staats- anwalts als Belastungsmaterial zur Verlesung gelangen sollten. Der Gerichtshof beschloß deshalb: die Verhandlung zu ver- tagen und die Akten der Königlichen Staatsanwallschaft zuzu- stellen, mit der Anheimgabe, neues Beweismaterial zu erbringen. Zu der heutigen Verhandlung ist außer den bisherigen Zeugen noch Reichtagsabgeordneter Bebel und zwar auf Antrag der Staats- Anwaltschaft geladen. Die Angeklagten befinden fich zumeist noch in sehr jugendlichem Alter. Jahn und Schmidt find wegen Erregung ruhestörenden Lärmes polizeilich mit 3 M. Geldbuße, Seelig wegen Uebertretung des Preßgesetzcs mit 5 M. Geldbuße be- straft; alle anderen Angeklagten sind unbestraft. Die Änge- klagten wurden im vorigen Termin sämmtlich gegen eine Kaution von je 1000 M. aus der Untersuchungshaft entlassen. Schon lange vor Beginn der Verhandlung drängt eine un- geheure Mcnschenmenmenge nach dem nur sehr winzigen Zu- Hörerraum, der infolge dessen Kopf an Kopf gefüllt ist. Selbst- verständlich ist es nur einem kleinem Theile des Publikums ae- lungen, Zutritt zu erhalten. Den Vorsitz des Gerichtshofes führt Landgcrichtsrath v. Makomaski. Die königl Staatsan- waltschaft vertritt Staatsanwalt Dr. Großpietjch, die Vertheidi- gung führen die Rechtsanwälte Dr. Flatau, Dr. Meschelsohn und Hugo Sachs. Im Auftrage des Ministers des Innern ist der Polizei- sekretär Lührß behufs stenographischer Niederschrift der VerHand- lungen erschienen. Nach Aufruf von etwa 25 Zeugen, unter diesen zumeist Polizeibeamte, der Abg. Bebel und auch einige Frauen, kündigt sowohl der Staatsanwalt als auch die Vertheidiger die Ladung weiterer Zeugen an. Es wird alsdann der An- klagebcschluß verlesen und hierauf zur Vernehmung der Ange- klagten geschritten. Die Angeklagten erklären fich sämmtlich für nichtschuldig.— Präs.: Angeklagter Ferkel, find Sie Sozial- demokrat?— Anaekl.: Jawohl.— Präs.: Seit wann?— Angekl.: Schon seit langer Zeit.— Präs.; Sie verfolgen also ebenfalls die Ziele der Sozialdemokratie?— Angekl.: Nein. — Präs.: Sie nennen sich doch aber Sozialdemokrat. — Angekl.: Ich gehöre dem Fachverein der Maurer an und huldige den Bestrebungen, die auf Ver- besserung der Lage der Arbeiter gerichtet find. Wenn man das Sozialdemokrat nennt, dann bin ich Sozialdemokrat.— Präs.: Sie lesen doch den in Zürich erscheinenden„Sozialdemokrat"? — Angekl.: Nein, ich lese blos das Fachblatt der Maurer und politische Tageszeitungen, den„Sozialdemokrat" habe ich aber nicht gelesen.— Präs.: Wissen Sie, daß die Sozialdemokratie den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung. insbesondere die Entkräftung des Sozialistengesetzes bezweckt? — Angekl.: Nein.— Präs.: Wissen Sie, daß in Teutschland eine sozialdemokratische Verbindung besteht? — Angekl.: Nein.— Präs.: Wissen Sie, daß in Whden und Kopenhagen sozialdemokratische Kongresse stattgefunden haben?— Angekl.: Ich habe wohl einmal von diesen Kon- gressen etwas gehört, ich habe auch einmal ein Buch in die Ottilie erbleichend schwieg,„ich bin nicht«uS vornehmem Stand, und Glanz und Rang kann ich Ihnen nicht bieten, aber ein treues Herz, Ottilie, und einen ge- achteten, ehrlichen Namen. Mein Auskommen habe ich auch; Sie sollen wahrlich an meiner Hand weder Roth noch Sorge kennen lernen, und wenn Ihr Herz nur ein klein wenig..." „Halten Sie ein, Herr Baumann," unterbrach ihn Ottilie mit fast tonloser, aber doch vollkommen deutlicher Stimme.„Gehen Sie nicht weiter und hören Sie mich erst an." (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Leben. Im Kellner Stadtttzeater findet am Donnerstag das Benefiz eines der beliebtesten Mitglieder dieser Buhne, des ÄS•ftÄS %%%%%%, WUMWM ein früherer Kollege des Herrn Haman. Herr Gustav Schmidt für diesen einen Abend übernommen. Wrr können dem Bene- fi�a�Di,'vieraktig�Kesangspofl».�Schiitzenliol", die am ■üi MMtliMtW« Hand bekommen, das von dem Kongresse in Kopenhagen oder Wyden handelte, von den Kongreffen ist mir persönlich um so weniger etwas bekannt, als ich erst im Jahre 1880 aus der Schule gekommen bin.— Präs.: Sie wissen auch nicht, daß in Berlin ein sozialdemokratisches Zentralkomitee bestanden hat?— Angekl.: Nein.— Präs.: Es muß Ihnen doch aber bekannt gewesen sein, daß die Sozialdemokratie durch Verbreitung des „Sozialdemokrat" ungesetzliche Zwecke verfolg!?— Angekl.: Ob die Verbreitung des„Sozialdemokrat" ungesetzlich ist, ist mir nicht bekannt.— Präs.: Sie wissen doch, daß der„Sozial« demokrat" in Deutschland verboten ist?— Angekl.: Das ist mir nicht bekannt.— Präs.: Weshalb haben Sie die bei Ihnen vorgefundenen Exemplare des„Sozialdemokrat", als die Polizei bei Ihnen Haussuchung hielt, versteckt?— Angekl.: Weil ich die Blätter, die mir von einem Bekannten gegeben wurden, noch lesen wollte.— Die anderen Angeklagten erklären eben- falls sämmtlich, Sozialdemokraten zu sein, sie wollen jedoch weder einer Verbindung angehört, noch Kenntniß von der Existenz einer solchen gehabt haben. Die meisten der Ange- klagten erklären, daß sie mit den Prinzipien der sozialdemokrati- schen R ichstagsfraktion einverstanden seien. Der Präsident hält alsdann dem Ferkel vor, daß bei ihm ein Hektograph und ein hektographirter Aufruf, gerichtet an die „Handwerker und Arbeiter im Stadttheile Moabit" gefunden worden ist. Der Aufruf wendet sich mit scharfen Worten gegen den Gemeindekirchenrath der in Moabit belegenen St. Johannis- Gemeinde, da diese im kleinen Thiergarten den Bau einer Ka- pelle projektirt hatte, mithin der Spaziergang im kleinen Thier- garten verengt werde. Der Prediger der in Rede stehenden Ge« meinde, Pastor Prochnow, wird ein Prediger in der Wüste, die Kirche„Äerdummungsanstalt" und die Ge- meindeältesten„Leithammel" genannt. Der Aufruf schließt mit den Worten:„Nieder mit dem Pfaffenthum, hoch die inter« nationale Arbeiterpartei." Ferkel bemerkt: Er habe den Aufruf wohl mit verfaßt, wußte aber nicht, daß derselbe verbreitet wer» den sollte. Im Weiteren ist bei Ferkel eine Brochüre:„Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" von August Bebel gefunden worden. Ferkel bemerkt: Er habe fich das Buch gekauft, um es seiner Braut zu geben, damit diese die sozialdemokratischen Prinzipien kennen lerne.— Es werden alsdann vier Packete in den Saal getragen, in diesen befinden sich 18 Exemplare des„Sozialdemokrat, 24 sozialdemokratische Liederbücher, eine Brochüre:„OffenesAntwortschreibcn von Frd.Lassalle", mehrere Exemplare des Anti-Syllabus, ein Ausruf:„An unsere Brüder in der Kaserne", und noch eine Reihe anderer Flug- schriften und Broschüren, die sämmtlich auf Grund des Sozia» listengesetzes verboten sind. Im Weiteren ist bei Ferkel ein zerlegbarer Stempel gefunden worden, der, wenn zusammen- gestellt:„B. S.-D." ergiebt.— Präs.: Bedeutet das nicht: „Berliner Sozialdemokratie?"— Ferkel: Ich kenne die Bedeu- tung des Stempels nicht.— Bei dem Auspacken dieser Schriften»c. wird Kriminalkommissar Schöne, der die Haus- suchung bei Ferkel vorgenommen hat, in den Saal gerufen. Dieser bemerkt vor seiner Eidesleistung: Er habe bei dem Posener Sozialistenprozeß als Zeuge fungirt. Dort sei seine ganz präzise Zeugenaussage in der Presse derartig falsch wiedergegeben worden, daß er befürchte, es könnte dies auch hier pasflren. Er sei der Ueberzeugung, der betreffende Bericht- erstatter in Posen habe seine Aussage wissentlich falsch wieder? er ersuche daher den Gerichtshof, ihn nach dieser ife ichtung hin zu schützen.— Präsident; Wir werden Ihre Aus«- sage präzistren, was jedoch in der Presse über dieselbe ge« schrieben wird, können wir nicht verhüten.— Der Angeklagte Apelt giebt zu, Vertrauensmann des sozialdemokratischen Wahl- komitee's für den SüdostenBerlins gewesen zu sein. Er habe auch mit dem Abg. Singer über die Reichstagswahl konferirt und sei zu diesem Behufe in Dresden gewesen, an einer anderen als an der Wahlagitation habe er fich aber nicht betheiligt.— Präs.: Es wird behauptet, daß Sie überhaupt Vertrauensmann der Ber- liner Sozialdemokratie find?— Apelt: Das bestreite ich.— Es wird ein bei dem Angeklagten vorgefundener Brief verlesen. In diesem fragt ein ausgewiesener Schriftsetzer, namens Decker, den Angeklagten, wo man Uhren am besten beziehen könne.— Präs.: Es wird behauptet, daß unter dem Worte„Uhren"„ver« botene Schriften" verstanden werden sollte?— Apelt: Das bestreite ich.— Präs.: Wissen Sie denn als Nähmaschinenhändler mit dem Uhrengeschäft so genau Bescheid?— Apelt: Ja.—Präs.: Es ist auch bei Ihnen ein Stempel:„Central-Comits der Berliner Sozialdemokratie" gefunden worden?— Apelt: Der war blos für die Wahlen bestimmt.— Präs.: Die Bezeichnung„Central- Comit der Berliner Sozialdemokratie" läßt doch aber nicht auf ein bloßes Wahlkomitee schließen?— Apelt: An einer anderen Agitation als an der Wahlagitation habe ich mich nicht be- theiligt.— Präs.: Sie sollen eine Kassette bei Seite geschafft haben, in der mehrere tausend Mark Parteigelder enthalten ge- wesen find? Sie sollen außerdem an ausgewiesene Sozial» demokraten Unterstützungen und für Vcrtheidrgung von ange- klagten Sozialdemokraten Rechtsanwaltsgebühren bezahlt haben? — Angekl.: Ich habe diese Zahlungen allerdings in einzelnen Fällen geleistet, Parteigclder habe ich jedoch nicht gehabt. (Fortsetzung in der Beilage.) und stand in fester Verbindung mit Nordamerika. Das Ein« brechen des Ozeans, welches die aritischen Inseln von unserem Fesliandc trennte, und das Zerstörungswerl der Küsten schreitet noch jetzt alljährlich fort. Cap Gris-Nez, derjenige Küstenpunkt am Kanal, in welchem sickFrankrcich am meisten England nähert, weicht durchschnittlich 25 Meter im Jahrhundert zurück, woraus sich mit einiger Sicherheit der Schluß ableiten läßt, daß vor 60000 Jahren— vorausgesetzt, daß sich in früheren Zeitaltern die Erosion(einschneidende Thätigkeit der fließenden Gewässer) ebenso kräftig erwies— noch ein Isthmus(Landenge) Frankreich und England mit einander verband. Die Zerstörung der festen Land- drücke, die einst zwischen den beiden Ländern bestand, schreitet jedoch nicht blos am Tageslichte, sondern auch unterseeisch be« ständig weiter vor. Davon giebt die neueste Aufnahme der der Ostküste von Gent gegenüber liegenden gefährlichen Goodwin Sands(Sandbänke) durch die englische Secwartc deutliches Zeugniß. Es hat fich herausgestellt, daß die Bänke seit ihrer früheren Aufnahme eine bedeutende Umwandlung erfahren haben. Die sogenannte Bund Head Shoal ist durch die Arbeit des Wogenganges und der Strömung völlig verschwunden, und an deren Orten hat fich wenigstens eine ganz andere Bctonnung nöthig gemacht. Ergiebig» Patent«. Man schreibt aus London:„Nach einem Ausweise über die Thätigkeit des Londoner Patentbureau haben folgende Erfindungen große Summen den Entdeckern eingetragen:'Eine mit Tintenyalter versehene Feder trug dem Erfinder 40 000 Pfund Sterling im Jahre ein, ein Gummi- knöpfchen am oberen Ende eines Bleistiftes mehr als 20000 Pfund Sterling, ein amerikanischer Brunnenbvhrer 400 000 Pfd. Sterling im Jahre; der Erfinder der Rollschuhe zum Eislauf machte bereits mehr als 200 000 Pfund Sterling, der amerikanische Erfinder kupferner Schuhspitzen für Kinder hinterließ ein Ver- mögen von 400 000 Pfund Sterling: derjenige eines Nadel- einfädlers erwirbt in England 2000 Pfund Sterling jährlich. De» telephonische U-rkehr zwischen pari««nb Marseille wird am 1. März eröffnet. Die Kosten für das aus Bronze gefertigte Kabel werden fich auf eine Million Franks belaufen. Die Bahndistanz beträgt 363 Kilometer. Theater. Mittwoch, den 22. Fetruar. V»sr»hau«. Der Waffenschmied. Gch«»fpt»tha«». Die Weisheit Salomo'S. »»»tsche« Theater. Faust. Mattaer-Thenter. Orgelpfeifen. Mtedrteh- Withelmstädtischr» Theater. Die Dreizehn. Miktaria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Upsad Theater. Der Mikado in Berlin. KeMeiK-Theater. Francillon. MeLealltance-Theater. Die Salontirolerin. Kßathalls-Theater. Giroile-Giroü». Teatral-Theater. Höhere Töchter. ASvtgstSdtische» Theater. DaS lachende Europa. Ztmeriraa-Thrater. Spezialitätcn-Vorstellung. B*Mfma»n9 Kari6tS. Spezialitäten- Vorstellung. AenKerdia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Theater de» Reichshatle«. Spezialitäten- Vorstellung._ pBipffttülilihfS Meiilkr. Alexander-Straße 40— Kurze Straße 6. Mittwoch, den SS. Fedrnar: 39. Gastspiel von Anna Schramm. Novität! Zum 6. Male: Uwität! Dosyieiufediitopa Lustige Possen-Revue mit Gesang in 3 Akten und 1 Vorspiel von Dr. Gust. Braun. 1. Vorspiel. 2. Anna, zu Dir ist mein liebster Gang und Schnattergans. Z. Durchgegangene Weiber. 4. Bettelstudent von Berlin u. kleine Fischerin. 6. Der geschundene Raubritter. Minona Wubbdich. Anna. Engländerin. Hökerin. Schusterjunge. Dienstmädchen. Geist. Prinzesstn Adelgunde: Anna Schramm a. G. _ Anfang 7 Ir Uhr. WM- Kon» haben«iltigkelt."mm Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Karllmer Stadt Theater Wallnertheatersttaße 15, fr. Alhambra- Theater. DielhaacecnJetKa. Posse mit Gesang in 7 Bildern von Thalburg und Sanftleben. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert von Th. kranke. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7» Uhr. Louiseustödtischts Theater. Dresdenerstt. 72. Direktion: Adolph Ernat. Letzte Woche."WD Die schöne Ungarin. Gesangsposse in 4 Atten von W. Mannstädt. Kouplcts v. G. Görß. Musik von G. Steffens. Mi» neue« Kauplet« stnd vom KapeUmstr. Kerrn Franm Roth kompouirt. Teleph n Anschluß: Amt III. Ur. M04%. Kaffeneröffnung 6i Uhr. Anfang der Vorstellung 7; Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Konntag, d-n S6. d. M.: Neu einstuditt. ..Schüheniis't'. Grstev Auftreten oe« Frl. Bertha Fel- daui der Herren Hugo Hasskerl«nd _ Adolph Kratz. NorbeSeUu» gen auf Killet««erde« dereit« heute an der Theater-Kaste ent- gegengeoommen. mm_ Kallagr 1 T, Kaiser-Panorama. Zum ersten Male: Eine Wanderung durch Kerdn», Sanrq Pont-d-Woaston u. f. m. Reise durch Gber- Jtelien. Lago Maggiore u. Como« See. Villa Zirio und Kan Kem». Reise Kr. Mas. Kchist Hertha. Eine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Mehrere kleine Wohnungen mit Wasser- leitung, Klosets jc. sind per 1. April zum Preise von 60—70 Thlm. Kronprinzenstr. 19, bei der Frankfurter Allee, zu vermiethen. Pferde- und Sladtoahnverbindung vorhanden.[348 Wö- Ulli» Mmmareu __ Fabrikpreisen I Große Auswahl gold. Ketten, Armbänder, Kreuz». Wedaillou«. Kroch»« Ohrringe u. Ringe eig. Fabrik. Lager in gold Mamea-Uheeu, Korallen, Granate« und Atlbersacheo. Trauringe 6 Ducaten II Mk. Eig. Werkstatt f. Neuarb. u. Reparaturen. Aug Schulze, 10 Goldarbeiter, Kommandantenstr. 35, 1 Tr. mm Kitte genau auf Firma«nd Hausnummer z« achten. Am 19. d. M. früh verstarb plötzlich am Herzschlag unser lieber, guter Vater u. Gatte Karl Rudel im 87. Lebensjahre. Alle, die ihn gekannt haben, werden meinen Schmerz mitfühlen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. Febr., Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Dresdcncistr. 119, aus statt.[415 Dies zeigt allen Freunden tiefbetrübt an W'ttwe Rudel. iachvtrew der SteiutrüAer Kerlivs. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Kollege O«wa d Ktache am 19. d. M. verstorben ist und am Mitt- woch, den 22. d. M., Nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas-Kirchhofes aus beerdigt wird. Um zahlreiche Betheiligung ersucht See Vorstand. Cnrl Wallenthin 414] Liedenwalderstr. 51. tmä KkgröbvMlsssk der Kerliuer Görtler uvd Krorzevre (Eingeschr. Hilfskasse 60J Fcbmar Kgl. Freuds. 178. Klassen-Lotterie, Die ZiehnnK I. Glaste beginnt am 3. April; hierin empfehle Antheile;>> 60 ll. 25 M.>/« 12J M,% 6,25 M., Vio 5 M.,»/>, 3.25 M., Vw 2,50 M.,>/„ 1,75 M, 1,50 M,' e, 1,10 M. Amtliche Listen für alle 4 Classen 1 M. Bei Vorauszahlung» alle 4 Classen kosten Anth.-, 200 M., � 100 M,,>/« 60 M,", 25 M, 1/I0 20 M.," 12i M, Vao 10 M,'/ja 6,50 M.,>>«, 6 M.,'/,4 3,50 M.— Bei d. Itxt Zhg. wurden zg Hauptgew. v. 100 000 M., sowie I ä 30 000 M.t 2 ä 5000 M. etc. bei mir geX#**1') Cölner Domban Loose Zhg. 23. 2 c Loose ä 3 M, 10 L. 29 M., 10 Halbe 14s» Badener Loose Zhg, 27/2 c. L ä2,10M., 10 L. 20 M. Krene�Lmn-eä IM., 11L. 10» 350 BIHWIBWi Ferner empfehle mich zum An- und YerM toü Wertnpapioren zu den Coursen Bßrliner Börse., Provision'Ijq Prozent. Discomo- und Che que- Verkehr. Wechsel- Domicilii* AUG PST FüHSE. EapiMscMfi, Bsriin V, S'S;".* R \ T elegramm- Adresse: Fohsehank Berlin. LW Möbel-, Spiegel-«nd VolsterWoaren- Mag von Jnlins Apelt, Sebastian straße 27- ReeU» Maare. Prompte Krdieuung. ver- Die Beerdigung des am 19. swrbenen Mitgliedes Oswald Günzel findet am Mittwoch, den 22. d. M., Nachmittags 3s Uhr, von der Leichenhalle deS Luisenkirchhofes (Britzer Chaussee) aus statt. Um zahlreiche Äe- theiligung bittet[417 Der Vorstand. Mariendorf. Der Pantinenmacher C. Heilmann ist am 20. Februar verstorben. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Febr, Nachm. 3 Ubr, statt. 413] Seine Freunde in Mariendorf. Vttsltravkeedafft der Klempner. Außerordentliche General- Versammlung Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitn nehmer Abends der Vertreter der Arbeitgeber am Donnerstag, den 1. März d. I., 8 Uhr, bei Mündt, Köpnickerstr. 100. Tages-Ordnung: Die Kündigung des Kasscnbeamten Herrn Otte. 406] Her Korstaud. " I rdinen- Emil Lefevre, Kerlin S., verkauft jetzt auch an Private, jedoch nur in ganzen Stücken, ea. 200 Muster stets vorräthig! »• b t e p h c Haus gc der durch g°ußer den ei /Aitimationsi ' sur die 278 5 der Refercr "dm Etatsj nlich geniack relalLmäßig Kvlammer un Muf wird di fttats für Mgl. Tüll neuen �22m.�L40 Vereinen»reisermahignug. Jede Uhr zu reparire« und reiuigen kostet bet mtr unt. Garantie d. Gtitgehens n. � 1«it. 50 Pfg. Kleine Reparaturen billiger. Prima PateutgiSfer 10 Pfennig. R« Kionka, r* 87. Adalbertfttaßc Nr. 87.- Kein Lade», daher fo billig. Kinderwagen zu verk. Preis�7j0� fttaße 71, Hof 2 Tr. links bei Spie� « ------------- I i ki, f)i, öen ArdeitsmarkM� IN"Abhi Gründl. Violinunterricht Lranienstt rt< Herrengardcrobe wird ausgcbrtski bügelt bei Koch, Kl. Markusitr. 51)- P' litt uf»ur Der Arbeüsnaly� Klaviernrdeitt� befindet sich nach wie vor Walde Restaurant Pstster. 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Bron v t e p h a n. «->?°us genehmigt den Nachtragsctat für 7- ber durch das neue Wihrgescy crforverlich geworden i n, den einmaligen Ausgaben für die Beschaffung der .Wumrationspapiere und die erste Listenaufstellung die T die 278 Millionenanleihe enthält, in zweiter Lesung m®et Referent v. Huene hervorgehoben hat, daß noch «nden Etatsjahre 1887-88 Ausgaben für diese Zwecke pw* gemacht werden müßten, die in den Ueberstchten �etatemäßigc erscheinen und der Prüfung der Ober- iicnnmer unterliegen würden. wird die zweite Bcrathung des Reichshaus- kbe sD 1888—89 fortgesetzt, und zwar mit dem «? e' ch s- P o st- und Telegraphenverwal- � dessen Titel 24 im Extraordinarium(zur 5>er- iSKL neuen Dienstgcbäudes in Jnstcrdurg, erste �,000 Mark) heute mit großer Mehrheit ge- wiro, nachdem die Abstimmung über diese Forderung Sitzung ein beschlußunfähiges Haus ergeben �Herstellung eines neuen Dienstgebäudes für Würzen 2".(erste Rate 76 500 M.) hat die Budgetkommisfion beantragt. '»mrrmann nimmt sich dieser Forderung bei aller vor der Autorität der Kommisston aus Gründen ,e der Vertreter des Reichspostamtes ausführlich cnt un Reichspostamt Fischer: In den letzten zehn nch Würzen aus einem stillen Landstädtchen zu Industriestadt entwickelt. Es exportirt Piano- Pferdedecken u. dergl. über die Grenzen Europas f. setzt seine Wolldecken bis in die Pampas Süd- » f- Folge davon ist die fast großstädtische Ent- ■. Ä*. und Telegraphenverkehrs, während sein Postmeister gebautes Posthaus den damaligen pa- 'bit n?en Postocrhältnisscn entspricht. Schon seit zwei Jahren ' L �swaltung den Bau eines neuen Posthauses befürwortet, . j.?n wurde— ich weiß nicht recht, aus welchen Grün- Irin"'Acren Stadien zurückgestellt, vielleicht weil Würzen �i»in. llung im Alphabet immer die letzte Stellung in , �-.wsungen eingenommen hat. und wie es dem Letzten »üs � g>ebt es ja ein altes Sprüchwort. In der Sub- ...wurde uns gesagt, daß, wenn Würzen zwei Mal f hat, es am Ende auch noch ein drittes Mal Pech Trost � Stadt und die Beamten ist das ein sehr Schräder(dfr.) warnt davor, die Beschlüsse der die ein Ganzes bilden, wie es bei Jnsterburg be ichsto n ist, aufs Reue zu durchbrechen; das führt dahin, «u �?werk in verlorene Mühe zu verwandeln und es im 5 einmal zu wiederholen. tSvi' Giesen(d.-k.) erklärt den Bau für durchaus fragt fich nur, ob er schon in diesem oder hi �% ii?.Fahre ausgeführt werden solle. Die jetzige künftig; ob fie von Dauer sein werde, weiß man 6crufl auf das Zeuaniß der Mitglieder I(Ron dafür, daß sich die Postverwaltring gegen �»ew��Pofition für das Dicnstgedäude in Würzen entscheidet sich daS Haus für die Ab- ilKÜBtn nach dem Antrag der Kommission die For- i c?00 M. zur Vergrößerung des Postgrundstücks in ■v'�s l« J1, und von 120000 M. zur Erwerbung eincS �lljnt'�vrcmbcrg abgelehnt. ."wea z>?nkrden 75 000 M. als erste Rate zur Herstellung teS�-Ustoebäudes Ratibor, ferner die Forderungen " m njJJß des Telegrophcngrundstücks an der Jäger- nrauf der Grundstücke Leipzigerstr. 17 und 18 und i Ceti m'n der Nähe des Reichspostamts, und zur Ver- Äerii,,•(tz�nudstücks an der König- und Spandaucr- e'n? Summe von 143 622 M. zur Vergrößerung kl: Aer�ndstncks in Tanzig. 459 000 M. als erste Zjest>5erung des Postgrundstücks in Frankfurt a. M., i_, 0er einmaligen und die außerordentlichen Aus- " de m L'" stir�Ir�nrz(Nerchsp.), ob nicht der Absender den . �bsenw's"™ auf das Land tragen müßte, ebenso ' sei- H eines Tclegrammes vom Lande dazu K nicht das Bestellgeld von 30 Pf. m-Engros-H' m ZA narftk )ranienstr�> usgebeffertu� u. Stephan: Der Botenlohn für Tele- R(, n)Pr* Ct für die Landbewohner von einer JR bei uL Verwaltung nicht unterschätzt. Diese der c?.(chon eine Geschichte von 30 Jahren. % u„>>s-ntwickelung, als die Zahl der Postanstaltcn Wt�llr.§ nie Entfemungen zu den Landorten sehr weite tCiRöln»1!!$ möglich, bei Absendung einer Depesche, Nx"'fetnim* se,?eK �ot( Ostpreußen, zu wissen, wie Bote?? des Orts von der nächsten Postanstalt war, Tlir ne»tt rW /.». a. i« � � � �» S»* Lost dieses Botenlohns lag also auf den -wohner. Das ging jahrelang so. Es wurde unausweichlicher Uebelstand empfunden, der znacyv� rbtWl WaWemS "lg».ns,"*»««/ Ulv Vit OWWt VCl �»r eg �Entfernungen zu den Landorten sehr weite °ln' ler, K®4) sf den Gang beanspruchen würde; da> WvHie Botenlohn vom Absender vorausbezahlen Tkr der 5 dieses Botenlohns lag also auf l... ffillft Landbewohner. Das ging jahrelang so. Es wurde sN der unausweichlicher Uebelstand empfunden, der sO'N. dringend bedurfte. Tie Frage wurde viel- »»> V.�. den große Statistiken deS Verkehrs aufgestellt, I,'.kung in den verschiedenen Provinzen zu Jostk�m«, auf die Idee, od es möglich sein wurde, p N'e Q,lf.die ganzen Kosten für die Bestellung der n Mche ri.l'm Lande übernehme gegen eine für das w Ä» ' Untz" die Post mußte ja natürlich die Boten cnt- Ii erb.k 8 sehr davon ab, wie hock man den vom rn die Postgememschaft ... das jetzige Postgebict und Telegraphenanstalten, Dadurch sind die Ent- M-M? "Uhren 17000. Da! fernungcn der einzelnen Dörfer von sehr verringert worden und die Frage neues, viel einfacheres Gesicht. Es ergab 80 Pf. Botenlohn für das Telegramm die übernehmen konnte, für diesen einheitlichen auf das Land anzunehmen und die"" Natürlich hatten ivir oft 1, ja bis 2 den Postanstaltcn bekam dadurch ein sich nun, daß bei Postkasse es sehr gut Betrag Telegramme Boten zu entschädigen. zu bezahlen, denn es kommen nicht allein die Entfernungen in Betracht, sondern auch die Wege-, Witterungsv.rhältnisse— z. B. Schneegestöber— die Tageszeit— bei Nacht geht der Bote viel weniger gern als bei Tage— und in dieser Beziehung hatte die Postkasse oft einen Ausfall. In anderen Fällen, wo die Entfernungen kleiner und Witterung und Wege günstig waren, ging die Summe von 80 Pf. über den wirklich bezahlten Betrag hinaus. Diese Maßregel wurde vor etwa acht Jahren getroffen. Seit- dem wurde das Verhältniß der Einnahmen und Ausgaben aus diesem Durchschnittssatz sorgfältig verfolgt mit der Absicht, ihn, wenn möglich, auf 60 Pf. zu ermäßigen. Einen Zuschuß hat die Postkasse bisher nicht gezahlt und bei der fortschreitenden Ver- mehrung der Postanstalten nähern wir uns immer mehr dem Ziel, den Betrag auf 60 Pf. herabzusetzen. Die Bezahlung für die Absender obligatorisch zu machen, dazu möchte ich nicht rathen. Oft ist das Telegramm für den Empfänger wichtiger als für den Absender, z. B. wenn ein Leben in Gefahr ist, eines theuren Verwandten, der in der Stadt wohnt, und da ist nicht zu verlangen, daß der Absender auch den Botenlohn zahlen soll. Es würde das nur eine Abwälzung der ganzen Last auf die Schultern der Absender sein, während sie sich jetzt im Großen und Ganzen auf Empfänger und Absender vertheilt. Im Publikum scheint es viet zu wenig bekannt zu sein, daß man mit Zahlung von 80 Pf. den Botenlohn frankiren kann. Sie unterbleibt nicht aus bösem Willen, nicht in der Absicht, sich der Zahlung zu entziehen, sondern aus Unkenntniß. Wie weit die Unkenntniß der Einrichtungen geht, beweist die geringe Be- Nutzung der seit Jahren bestehenden Einrichtung, daß für Reisende, die fich in einem Eisenbahnzuge befinden, die in jedem Zuge laufenden Postwagen die fliegenden Annahmestellen für Telegramme find. Jedermann, der fich im Zuge befindet, kann ein Telegramm auf ein Formular schreiben und durch den Eiscnbahnschaffner zu dem Beamten im Post- wagen mit dem nöthigen Gelve, 6 Pf. pro Wort, schicken. Dann wird das Telegramm an die Postbeamten, die an jeder Station an den Eiscnbahnpostwagen kommen, abgegeben und das Telegramm wird von dort aus augenblicklich telegraphirt. In dieser Weise werden jährlich etwa 10000 Telegramnic expe- dirt; das ist gar nichts, es müßten nach dem Umfang desZReise- Verkehrs 100 000 expedirt werden, namentlich viele in der Reise- zeit. Tie Einrichtung ist aber vielfach unbekannt, auch auf dem Lande. Man benutzt fie nicht deshalb nicht, um den Botenlohn zu sparen, sondern weil es eben nicht genug bekannt ist. Der Vorredner sprach davon, daß der Absender auch für die abge sendeten Depeschen den Botenlohn bezahlen muß. Das kann er sparen, wenn er die Depeschen dem Briefträger übergiebt, der dort auch hinkommt. Das wird sich dadurch regeln, daß die Postvcrwaltung ihrem Ziel, den Betrag immer mehr, zunächst auf 60 Pf., zu verringern, sich nähert, und daß durch Ver- mehrung der Postanstaltcn die Entfernungen immer mehr verkürzt werde». Unser Ideal wäre, daß in jedem Dorf eine Poslanstalt existirt. Aber das Glück, diesen Mo- mcnt zu erleben, wird wohl erst meinem Nachfolger oder dessen Nachfolger blühen. Mit der Packetbestellung steht es ähnlich. Die Gebühr von 30 Pf. ist etwas hoch! sie wurde eingeführt, um die Landbriefträger für die größere Mühewaltung zu entschädigen, die ihnen durch Bestellung der größeren Packete über 10 Pfund erwächst; unter 10 Pfund ist eine geringere Gebühr. Sie fließt den Landbricfträgern zu, denen sie zu gönnen ist, da fie nach ihrem Kontrakt zur Bestellung der schwereren Packete nicht verpflichtet find. Ich räume ein, daß das hoch ist. Je mehr der Packetverkehr fich ausdehnt, je mehr die Landbewohner den guten Schinken, Eier, Butter k. in die Städte schicken und dafür Jndustricartikel aus den Städten be- ziehen, je größer der Verkehr ist, desto mehr werden wir den Betrag heruntersetzen können. Dos ist eine Massenfrage. Außerdem, je mehr die fahrenden Landbricfträgcr zunehmen, was nicht blos ein Wunsch der Landbewohner, sondern auch der Verwaltung ist, desto cber werden wir den Betrag herunter- setzen können, weil dann die Packete nicht mehr getragen, sondern ge- sahrcn werden. Insofern stimmt die Verwaltung vollständig mit Ihren Ansichten überein: eS wird geprüft werden und wenn der Moment für eine Ermäßigung eintrifft, wird sie unsererseits sehr bereitwillig in Kraft gesetzt werden.(Beifall.) Abg. Fürst Hntzfeldt-Trachenberg: Wer die Zeitungen im vorigen Herbst gelesen hat, wird häufig darin den Passus ge- funden haben: Die englische Post ist ausgeblieben, weil sie in Ostcnde den Eisenbahnzug verfehlt hat._ Die englische Post geht theilwcise über Ostendc, theilwcisc über Vlissingen. Die Post über Vlissingen erreicht jedes Mal den Anschluß. Wenn dieselbe schneller und sicherer geht, warum wird sie nicht allein �'�Staatssekretär v. Stephan: Die Post wird jetzt schon wesentlich über Vlissingen befördert, namentlich die, welche nach dem'Norden, de» Hansastädten, Dänemark und Schweden, geht. Ein Theil wird allerdings in Ostende verbleiben. Daß die Anschlüsse in Ostendc häufig versäumt worden sind, ist auch der Aufmerksamkeit der bclgiscben Regierung, welche die Verbindung mit sehr großem Interesse leitet, nicht ent- gangen. Sic hat alle möglichen Anstrengungen gemacbt, um den Verkehr zu verbessern. Tie Verfehlung des Anschlusses ist auf die Schwierigkeit des Ostender Hafens und auf die Witterungsvcrhältnisse zurückzuführen. Die belgische Postver- waltung hat neuerdings kostspielige Anstrengungen gemacht, um Schiffe mit verstärkter Fuhracschwindigkeit, die auch den Un- bilden des WetterS und des Seegangs gewachsen sind, einzu- tellen. Hoffentlich werden sich also die Anschlüsse verbessern. Die Route über Vlissingen war von vorn herein mit vorzüglichen Schiffen ausgerüstet. Auch diese Route hat man noch mehr zu verbessern sich bemüht. Aber es waltet dabei wieder die Schwierigkeit ob, daß die Nebel auf der Themse beim Aus- laufen der Schiffe sehr hinderlich sind. Es liegt das nicht an dem guten Willen, nicht an dem Mangel der Mittel, den Uebelständen Abhilfe zu schaffen, die vielmehr in der Natur der Dinge liegen. Abg. M-evmann: Daß die Postbeförderung nicht mehr ausschließlich über Ostende, sondern jetzt auch über Vlissingen ge- leitet wird, ist eine wesentliche Verbesserung unserer Verbindung mit England; aber ich möchte fragen, ob es nicht möglich ist, diese Verbindung noch mehr über Dover und Calais»u dirigiren. Das ist der kürzeste Seeweg und deshalb die Post am sichersten. Die Sicherheit, welche die Postverbindung über Vlissingen gegen- über der Verbindung über Ostende bretet, ist immerhin noch nicht ganz genügend, wir haben trotz dieser Verbesserung in den letzten Monaten sehr erhebliche Verspätungen und Ausfälle der englischen Post gehabt. m, � Staatssekretär w. Stephan: Der Weg über Dover und Calais ist zwar der kürzeste, aber nicht der bequemste. Die Fahrt im Kanal ist gegenüber oerselben auf offener See reckt gefährlich, und besonders wegen der großen Menge von Schiffen, die sich zu gewissen Zeiten im Kanal sammeln, ist die Ueberfahrt mit Ver» zögerungen und Gefahren verbunden. Sodann würden wir uns von der französischen Verwaltung abhängig machen in der Benutzung der französischen Bahnen, in Bezug auf die Tranfit» gebühren und den Expeditionsdienst, und wir hätten dann mit zwei Transitländern, Frankreich und Belgien zu thun. Es ist schon sehr schwer, alle Faktoren, mit denen wir bei dem Transit-- verkehr zu thun haben, unter einen Hut zu bringen; Frankreich richtet den Verkehr hauptsächlich nach den Zügen von Paris ein und wird kaum davon abzuweichen geneigt sein. Wenn die niederländische Verwaltung soweit gegangen ist, uns zu gestatten, daß die deutschen ambulanten Postwagen bis Vlissingen gehen und unsere eigenen Beamten die Post daselbst in Empfang nehmen und während der ganzen ahrt durch Holland bearbeiten, so möchte ich diesen Vorzug gegenüber den schwankenden Verhältnissen bei der französischen Beförderung nicht aufgeben. Die Einnahmen werden bewilligt. Der Etat der Reichsdruckerei wird ohne Debatte ge» nehmigt. Das Haus wendet sich darauf der Bcrathung des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern zu. Die Abgg. v. Wedell-Malchow und v. Frege haben hierzu folgende Resolution eingebracht: die verbündeten Regierungen zu ersuchen: 1. über die Wirksamkeit und Kongnienz der nach« stehend verzeichneten Zollpositionen eine eingehende Unter- suchung nach der Richtung hin eintreten zu lassen, ob es nicht geboten erscheine, eine Erhöhung bezüglich Ab- änderung derselben im Interesse der Landwirthschaft und der betheiligten Industrien herbeizuführen; 2. dem Reichstage demnächst über das Ergedniß dieser Untersuchung Äitthcilung zu machen. In der darauf folgenden Nacbweisung sind aufgezählt Raps, Rübsaat und andere Oclfrüchte, Butter, Ocle und andere Fette aus den Positionen 9, 25 und 26 des Zolltarifs. Abg. Krömrl: Es muß dankbar anerkannt werden, daß seitens der verbündeten Regierungen einem von dem Hause und der Kommission wiederholt geäußerten Wünsche nach der Ueber« ficht über die Erträgnisse der Zölle nach den Etatsjahrcn im diesmaligen Etat Rechnung getragen ist. Dagegen ist eine Reihe anderer, vom Hause wiederholt geäußerter Beschwerden noch immer von den Regierungen unberücksichtigt geblieben. Sehe ich ab von den Ermittelungen, betteffend Vre Lage der Arbeiterinnen in der Wäschefabrikation, so ist uns weiter nichts mitgetheilt worden, als die einfache Kanzleinotiz, die Sache sei vom Bundesrath dem Herrn Reicks- kanzler überwiesen worden. Dre Beschlüsse des Hauses find nun drei Jahre alt und könnten doch endlich ihre fachgemäße Erledigung finden. Der Herr Schaysekretär sagte mir vor einem Jahre, die Frage sei in der Hauptsache so komplizirt, daß er vor einer schleunigen, überhasteten Erledigung warnen müsse. Ich frage jedes Mitglied dieses Hauses, ob es eine überhastete Entscheidung ist, wenn man den Anspruch erhebt, daß Beschwer- den, die vor einem Jahre als berechtigt anerkannt sind, endlich ihre Erledigung finden. Was nützen uns alle Anträge und Erneuerungen der Anträge, wenn sie alle schließlich dieselbe Be» Handlung erfabren. Ick bringe diese Sache deshalb zur Sprache, weil ich darauf aufmerksam machen will, daß die auf Grund eingehender Berathungen gefaßten Beschlüsse des Hauses ohne jede sachliche Antwort bleiben. Direttor im Reichsschatzamt Aschenborn: Ter Vorredner hat übersehen, daß wir es in den von ihm erwähnten Fällen nicht mit den Beamten des Reichs zu tbun haben, sondern mit dem Bundcsrath, der als gleichberechtigter Faktor wie der Reichstag zu entscheiden hat, ob und in wie weit er Veranlassung findet, eine Antwort zu geben und fie zu motiviren. Was die von dem Vorredner hervorgehobenen Punkte betrifft, so kann ich ihn über fast alle beruhigen; es wird eine Antwort ergehen und bezüglich einzelner vermuthlich schon in der nächsten Zeit. Die Gutachten der Sachverständigen» über die Ermittelung eines zweckmäßigen Verfahrens, den Inhalt einer Waare an Zucker und Kakao festzustellen, sind so weit ge« diehen, daß Vorschläge an den Bundcsrath gebracht werden können. Auch bezüglich Ides Petroleumfaßzolles ist eine Ent- scheidung des Bundcsratbs nächstens zu erwarten Ob dieselbe aber den Wünschen des Herrn Abgeordneten entsprechen wird, muß zur Zeit dahingestellt bleiben. Die Reichsverwaltung hat sich nicht davon überzeugen können, daß der Beschluß des Bundesraths von 1885 ein unrichtiger war. Beschlusses scheint die beabsichtigte zu sein, des Böttchcrgcwcrbes und die Sorge deutsche Markt von dem amerikanischen unabhängig wird. Abg.». Wedell-Malchow: Bei der Bcrathung der Zoll- Novelle vor Weihnachten wurde vo i zwei Parteien des Hauses erklärt, sie wären nicht in der Lage, für die von der Regierung vorgeschlagene Erhöhung des ssiapszolles in Verbindung mit dem Oelzoll stimmen zu können, weil sie die Positionen wegen Mangel an Zeit nicht genau aeurtheilen könnten. Die Erwä- gung dieser Sachlage hat mich nun dahin gebracht, die Frage auf dem Wege der von mir vorgeschlagenen Resolution in Fluß zu erhalten. Wenn man sich den Zolltarif für Oelsaaten und für Oel ansieht, wird man eine Inkonsequenz in diesen Tarif- Positionen finden; beispielsweise ist der Baumwollensamcn nach dem alten Tarif frei, ebenso der Lein- und Rizinussamcn, wäh- rcnd tbierische Fette, wie Talg, mit einem Zoll belegt find. Di-: Einfuhr an amerikanischen Fetten ist de» deutend gestiegen und es liegt daher die Vermuthung nahe, daß die Amerikaner sogenannte Kunstbutter, welche wir mit einem Zollsatz von 20 Mark belegt haben, auch unter dem Namen Olcomargarine mit dem Zollsatz von 10 M. einführen. Wir müssen untersuchen, ob und in welcher Weise die Einfuhr von Kunstbutter und dem als Surrogate der» selben dienenden amerikanischen Produkte gemindert werden kann. Die Position Schmalz, Olcomargarine rc. könnte zu diesem Zweck sehr wohl eine Erhöhung des Zolls auf 20 M., den Satz für Kunstbutter, erfahren. Es ist für die Zollämter überaus schwierig, die amerikanischen Fette, zumal sie oft sehr künstliche Kompositionen sind, von einander zu unterscheiden. Auch für Talg ist der bisherige Zollsatz von 2 M. zu niedrig, da eine steigende Einfuhr darin zu verzeichnen ist. Endlich ist zu untersuchen, ob nicht auch für mineralische Oele, die als Leuchtöle dem deutschen Rüb- und sonstigem Pflanzenöl Kon» kurrenz machen, eine Zollcrhöhung eintreten kann. Der Antrag vertritt nickt ein ernscitlgcs landwirthsckaftliches Interesse. Tie Margannefabrikantcn haben ein großes Interesse hieran. Wenn ich auch kern Freund der Margarinefabrikation bin. so will ich dieselbe doch lieber im Unlande haben, als die Margarineein- uhr vom Ausland zulassen. Abgesehen von dem landwirth- chaftlrchm Nutzen würde eine Menge von Industrien bei rich- trger Rcgulirung der in meinet Resolution aufgeführten Zoll» Die Wirkung des nämlich ein Schutz dafür, daß der Petroleummonopol satze zufrieden sein. Wenn einige andere Industriezweige da- durch benachthciligt werden sollten, so müßten wir ihnen auf andere Weise entgegenkommen. Gerade dem Drängen der Landwirthschaft auf Erhöhung des Rapszolls wird man mit sachlichen Gründen entgegentreten können, wenn diese Angelegen- beit zur Ruhe kommt. Durch die letzte Zollnovelle ist die Rube noch nicht herbeigeführt, und wenn nicht Remedur ge- schafft wird, werden diese Klagen nicht aufhören. Ich bitte um Annahme der Resolution und ersuche den Herrn Präsidenten, dieAbstimmung über diese Resolution was geschäftsordnungsmäßig zuläsfig ist, erst in dritter Lesung stattfinden zu lassen.(Beifall � Direktor im Reichsschatzamt Aschenborn: Ueber die Re- solution kann ich im Namen der verbündeten Regierungen keine Erklärung abgeben, da sie dazu noch nicht Stellung genommen hoben. Nur bezüglich eines Punktes will ich den Herrn Vor- redner beruhigen. Er glaubt, daß eine erhebliche Einfuhr von Kunstbutter unter der Flagge von Lleomargarine mit 10 statt 20 M. Zoll stattfinde, und folgert dies aus der starken Einfuhr von amerikanischem Fett überhaupt. Ein solcher Schluß ist nicht gerechtfertigt. Wie viel an Oleomargarine eingeführt wird, ist zwar nicht erkennbar. Aber die Vermehrung des Imports an Fetten ist wesentlich durch das amerikanische Schmalz hervor- gerufen. Seitens des Reichsschatzamtes sind die Zollstellcn darüber verständigt worden, daß unter Oleomargarine auch Kunst- butter verstanden werden könnte. Es wird sich zeigen, ob nach dieser Richtung hin ein erheblicher Import vor- liegt. Ist dies der Fall, so. würde ein erhöhter Zoll eintreten müssen. Abg. Struckman»»: Unser Gewerbe und unsere Industrie können allerdings nicht mehr zur Ruhe kommen. Wenn der Abg. v. Wedell-Malchow das Bedürfniß nach Ruhe ausspricht, so hätte er diesem Bedürfniß dadurch Rechnung tragen können, daß er diese Fragen nicht wieder von neuem anregte. Ist ein solches Faß erst einmal angestochen, so läuft es auch aus. Weite Kreise werden durch diese Resolution von neuem beunruhigt. Der Herr Direktor des Reichsschatzamts hat uns für die nächste Zeit eine Mittheilung über den Beschluß des Bundesraths in Betreff des�Petrolcumfaßzolles in Aussicht gestellt: ich wünsche, daß uns diese Mittheilung baldigst zugehe. Tie Zwecke, welche man mit dem Petroleumfaßzoll verfolgt hat, scheinen mir nach Mitthcilungen sehr vieler Handelskammern nicht erreicht zu sein. Ein Schutz des Böttchergewerbes ist nicht eingetreten, im Gegentheil ist der Werth dieser Fässer seit der Einführung des Zolls von 4,50 aus 3,60 M. gefallen und ebenso der Werth der Ausfuhrschcine, den man auf 1,45 M. annahm, auf 25 Pfennige gesunken. Dadurch ist eine große Unsicherheit in den Petroleumhandel gekommen. In Amerika hat man des- halb angefangen, in eigens dazu gebauten Schiffen das Petroleum überzuführen. Unabhängiger vom amerikanischen Petroleum sind wir nicht geworden. Mag man zur Zweckmäßigkeitsfrage so oder so stehen, die Rechtsfrage ist durchaus nicht entschieden. Der Reichstag hat damals angenommen, daß der Bundesrath nicht berechtigt war, den Petroleumzoll aufzuerlegen. Wir wer- den uns mit dieser Frage noch weiter zu beschäftige haben. Eine Erklärung des Bundesraths steht auch noch aus über die vor zwei Jahren angenommene Resolution, daß eine Reichs- bebörde geschaffen werden solle, welche in ober'ter Instanz über solche streitigen Zollfragen zu entscheiden habe, um eine Garantie zu geben, daß solche Fragen rein sachlich, nicht nach politischen Zweckmäßigkeitsgründen entschieden würden. In dieser Sache hat der Bundesrath uns noch keinen Beschluß mit- getheilt, ich frage deshalb die Regierung, ob wir demnächst eine Erklärung darüber erhalten können. Direktor Aschrnborn: Dem Abg. Struckmann erwidere ich auf seine letzte Anfrage, daß der Bundesrath am 28. November v. I. beschlossen hat, der Resolutien des Reichstages nicht Folge zu geben. Abg. Karth: Ich habe mit dem Abg. Struckmann dem Bedauern Ausdnick gegeben, daß durch die Resolution dcS Abg. Wedel! in weite gewerbliche Kreise auf's Nene Beunruhigung hineingetragen wird. Mit diesem Vorgehen wird eine ganz neue?Irt der Behandlung von zollpolitischen Fragen eingeführt. Der Abg. v. Wcd ll hat sich so gestellt, als ob es sich um einen Ziutrag auf Abändemng des Zolltarifs handelte. Thatsächlich sollen aber die verbündeten Regierungen nur ersucht werden, eingehende Untersuchungen über die Wirksamkeit verschiedener Zölle anzustellen. Früher wurden entweder seitens der ver- bündeten Regierungen oder aus dem Haufe Anträge nach irgend einer Richtung gestellt; daß aber den verbündeten Regie- rungen der Auftrag ertheilt wird, sich zu orientiren, ist neu und verdient besondere Beleuchtung. Es wäre Auf- gäbe derer, die die Resolution beantragen, gewesen, zu sagen, nach welcher Richtung die eingehenden Untersuchungen statt- finden sollen, da es ihnen um allgemeines platonisches Nach- denken doch nicht zu thun sein wird. Welcher Hohn wäre die Folge gewesen, wenn einmal von der linken Seite eine derartige Aufforderung an die verbündeten Regierungen gestellt worden wäre! Aber damit nicht genug, hat man in beinahe naiver Weise angedeutet, was für ein Ergebniß diese Untersuchungen haben sollen; sie sollen nämlich darauf gerichtet sein, ob nicht eine Erhöhung bezw. Abänderung der betreffenden Positionen im Interesse der Landwirthschaft und der betheiligten Industrien herbeigeführt werden könnte. Man hätte doch zum mindesten den verbündeten Regierungen überlassen sollen, welche Resultate die Untersuchungen haben werden; man hätte theoretisch wenigstens die Möglichkeit offen lassen sollen, daß auch eine Ermäßigung für angezeigt erachtet werden könnte. Aber schon vor dem bloßen Gedanken der Möglich- keit einer Ermäßigung schrecken die Antragsteller zurück. Den Regierungen wird mit der Resolution gesagt: Wir haben das dunkle Gefühl, daß hier noch etwas erhöht werden kann; denkt nach! Vielleicht bekommt Ihr etwas heraus; unserer Zustimmung seid Ihr im Voraus gewiß! Diejenigen anderen Par- tcien, die nicht geneigt find, Ihnen diese Zustimmung zu er- theilcn und die einen« Antrag auf Erhöhung nicht zugestimmt hätten, sollen durch die Resolution kaptivirt werden. Wenn der Reichstag mit Majorität diese Resolution annimmt, so hat er sich schon einigermaßen engagirt. Kommen die verbündeten Re- gierungen dann mit einem Antrage auf Erhöhung der bc- treffenden Zollposition, so können sie sich darauf berufen, daß der Reichstag sie ja dazu aufgefordert habe. Diese Vinkulirung des Reichstags wollen wir nicht! Und deswegen fordern wir Sie auf, diese Resolution rundweg abzulehnen. Abg. v. Huene: Meine politischen Freunde werden für die Resolution stimmen, weil aus ihrer Mitte bei Be- rathung dcs Zolltarifs veranlaßt worden ist, jene Positionen vorläufig außer Acht zu lassen. Wir sind dadurch gewissermaßen verpflichtet, einem Antrage zuzustimmen, die zu jener Zeit nicht vorhandene Klärung der Verhältnisse herbeizuführen. In der Zolltarifnovelle war die Erhöhung der in Rede stehen- den Position in Aussicht genommen; die Rücksicht auf die Entwickelring der Industrie hat uns veranlaßt, sie damals herauszustreichen. Die materielle Stellungnahme behalten wir uns vor, bis wir uns einem Gesetzentwurf gegenüber befinden. Abg. Krömel: Was die von mir vorgetragene Beschwerde betrifft, so halte ich daran fest, daß Beschlüsse des Reichstages durch eine einfache Kanzleinotiz seitens des Bundesrath iricht für erledigt angesehen werden können. Daß der Bundesrath überhaupt nicht verpflichtet sein soll, auf einen Beschluß des Reichstags eine formelle Auskunft zu geben, höre ich an dieser Stelle zum ersten Male. Ich halte aber daran fest, daß, selbst wenn dieser Standpunkt staatsrechtlich begründet wäre, der Bundesrath in der Ueberficht über seine Beschlüsse auf Resolir- tionen des Reichstages seinerseits eine Erklärung abgiebt. Lautet die Erklärung dahin, daß die Sache dem Reichskanzler über- »Viesen sei,.so bleibt doch dem Reichstage nichts übrig, als sich nunmehr an den Reichskanzler, der der Verfassung nach ohnehin der verantwortliche Beamte ist, zu wenden. An irgend eine Stelle im Deutschen Reiche muß doch die deutsche Volksver- tretung sich halten, wenn ste eine Antwort auf eine Resolution haben will. Oder sind die Herren der Ansicht, daß der Deutsche Reichstag nicht das Recht hat, auf einen nach sorgfältiger Erwägung gefaßten Beschluß eine Antwort zu erhalten. Hier im Hause erfolgt gar keine Auskunft. In welcher Lage befindet sich nun demgegenüber das Haus? Es ist das keine Frage parteipolitischer oder wirthschaftlich politischer Art; es ist eine ernste Frage, die für die Zukunft unserer Reichsinstitutionen von höchster Bedeutung ist. Nach den Erklärungen des Vertreters der verbündeten Regierungen scheint es für die Volksvertretung unmöglich zri sein, auf eine solche einfach sachlich begründete Frage auch nur eine Antwort zu erhalten. Staatssekretär v. Kortticher: Der Eifer des Vorredners über das Verfahren der verbündeten Regierungen ist unbe- gründet und ungerechtfertigt. Wenn er sich auf den Stand- punkt, den die Reichsverfaffung an die Hand giebt, gestellt hätte, so würde er nicht zu seinen Exklamationen gekommen sein. Er beschwert sich darüber, daß auf eine Resolution des Reichs- tags in der üblichen Ueberficht die Antwort gegeben wird, daß der Bundesrath beschlossen habe, die Resolution dem Reichs- kanzler zu überweisen. Er bemängelt ruckst, daß der Bundesrath einen solchen Beschluß gefaßt hat. Und das kann er auch nicht. Denn die einseitige Resolution des Reichstages wird erst eine Form haben können, wenn der Bundesrath sie zu der seinigen macht. Nun hat ja dieser Beschluß des Bundesraths die Äe- dcutung, daß er die Prüfung, ob der Resolution eine Form zu geben sei, von der weiteren Prüfung des Reichskanzlers abhängig gemacht hat. Und wenn diese Prüfung des Reichs- kanzlerS das Ergebniß hat, daß es nicht angezeigt ist oder kein Bedürfniß vorliegt, auf dem durch den Reichstag betretenen Weg vorzugehen, so bleibt die Sache einfach dabei, d. h. der Bundesrath hat durch diesen Beschluß irnpücke der Resolution keine Folge gegegen. Wie darin eine Rücksichtslosigkeit gegen den Reichstag liegen soll, ist mir unverständlich. Meinungs- Verschiedenheiten kommen überall vor, und der Deutsche Reichs- tag wird nicht verlangen können, daß der deutsche Bundesrath sich jeder Meinungsverschiedenheit dem Reichstage gegenüber enthält. Wenn der der Abg. Broemel mir aus der Verfassung irgend eine Bestimmung zu zitiren vermag, welche den Bundes- rath oder den Reichskanzler verpflichtet, die Ablehnung einer Resolution dem Reichstage gegenüber zu motiviren, so will ich gern die Segel streichen. So lange das nicht geschieht, muß ich dabei stehen bleiben, daß das bis- her übliche Verfahren der Verfassung des Deutschen Reiches entspricht. Abg. Moermann: Nach der Erklärung v. Huene's scheint mir die Annahme der Resolution ziemlich gesichert zu sein. Ich kann es mir deshalb nicht versagen, sachlich auf einige Punkte einzugehen. Leinöl soll nach den Wünschen des Abg. v. Wedcll in Zukunft mit 10 M. verzollt werden. Dadurch würde aber nicht nur der Handel, sondern auch eine Reihe von Industrien, die auf dem jetzigen Leinölzoll basirt sind, bedeutend geschädigt werden. Es find in Hamburg in den letzten beiden Jahren zwischen 7 und 8 Millionen mehr an Leinöl eingeführt worden, das namentlich für technische Zwecke, für die Linoleum-, Fimiß- und Schmierseifenfabrikation verwendet wird. Es find das recht bedeutende Exportartikel, und eine Vcrtheuerung derselben würde diese Industrien ganz erheblich beeinträchtigen. Herr v. Wedell meinte, daß dann in Deutschland mehr Lein gebaut werden würde; mir ist von anderer Seite gesagt wor- den, daß das deutsche Leinöl mit dem aus Ostindien und Rußland überhaupt nicht konkurriren kann. Leinöl wird namentlich auch deshalb von England und Holland zu uns exportirt, weil dort die Leimkuchen verwendet werden. Es ist gesagt worden, daß Leinöl ebenfalls zu Gcnußzwecken diene und deshalb denselben Zoll wie Genußöl tragen müsse. Für Gcnußzwccke ist Leinöl aber in jeder Hinsicht absolut unbrauch- bar. Was den Petroleumfaßzoll betrifft, so sind die Scheine zur Wiederausfuhr der Fässer fast nichts mehr werth, sie sind jetzt viel billiger, als vor dem Petroleumfaßzoll, der einfach dazu gedient hat, das Petroleum zu vertheuern und die Staatseinahmen zu erhöhen. Dieses Resultat ist nicht beabsichtigt worden, und es ist deshalb wünschcns- werth, diesen Eingangszoll auf die Petroleumfässer abzu- schessen� Ich bitte Sie, die Resolution des Abg. um die Beunruhigung, hineingetragen ist, zu die de- die ge- dem von Wedell abzulehnen, in viele Kreise dadurch seitigcn. Abg. Rickrrt: Der Abg. Brömel theilte mit, daß Resolution über den Identitätsnachweis am 14. Mai 1885 faßt war; der Bundesrath hat sie am 21. November 1885 Reichskanzler überwieien. Seitdem sind wir vollständig ohne Mittheilungen. Der Abg. Brömel halte allerdings Grund zur Beschwerde, daß wir über eine Frage, die den Reichskanzler so lange beschäftigt hat, bis vorhin absolut nichts erfahren haben. Herr v. Boettrcher hat nun die Auskunft gegeben, nach der wir uns schmerzlich gesehnt haben. Er sagte, der Bundesrath habe die Resolution dem Reichskanzler überwiesen; nach dem Ausfall der Prüfung durch den Reichskanzler entscheidet er sich. Da der Bundesrath selbst nicht weiter entschieden hat, so nehmen wir an, daß der Bundesrath der Resolution beitritt. Wenn er diesen Be- schluß gefaßt hat, war er verpflichtet, dem Reichstag davon Mit- theilung zu machen. Nach der Geschäftsordnung des Reichstags find Resolutionen deS Reichstages entweder durch Zustimmung oder durch Ablehnung des Bundesraths erst erledigt. Es ist eine unzutreffende Unterstellung, wenn Herr v. Boetticher meint, der Abg. Brömel habe verlangt, daß der Bundesrath der Resolution beitrete. Aber Auskunft soll der Bundesrath geben. Bei einem richtigen Verhältniß zwischen Bundesrath und Reichstag würde der Bundesrath Recht thun, auch seine Gründe anzugeben. Das liegt in dem Wesen der positiven Bestimmungen und jedes konstitutionellen Staats.(Beifall links.) Staatssekretär v. Kortticher: Herr Rickert war schon viel viel milder als Herr Broemel, und deshalb diskutire ich mit ihm viel lieber, weil ich annehmen darf, daß es ihm wirklich um eine Klarstellung zu thun ist über die Stellung dcs Bun- desraths zu den Resolutionen des Reichstags. Herr Rickert hat mich in der That mißverstanden. Ich habe nicht sagen wollen, daß bei der Resolution bezüglich des Identitätsnachweises der Herr Reichskanzler das Resultat seiner Erwägungen an den Bundesrath gebracht hätte und daß der Bundes- rath nunmehr beschlossen hätte, der Resolution keine Folge zu geben. Das ist nicht geschehen. Der Bundesrath ist nickt wieder mit der Sacke befaßt worden. Ter dringende Wunsch des Reichstags, ihm in der nächsten Session eine Vorlage zu machen, muß ja dem Bundesrath Veranlassung zu einer sorg- fältigen und wohlwollenden Prüfung geben, ob er in ver Lage ist, sich auf denselben Standpunkt wie der Reichstag in seiner Resolution zu stellen. Wenn aber bei dieser Prüfung das Er- gebniß herauskommt, daß der Bundesrath entweder überhaupt nicht dem Ziele beipflichten kann, welches diese Resolution an- strebt, oder daß er es noch nicht in der Frist thun kann, die in der Resolution bezeichnet ist, so werden Sie alle bei ruhiger Ueberlegung dem Bundesratb die volle Freiheit der Ent- scheidung darüber einräumen, was er zu thun findet. Es versteht sich ganz von selbst würde dem freundlichen Verkehr, wie er dem Bundesrath und dem Reichstag bestehen soll, widersprechen, wenn der Bundesrath nicht das S für gut unv es zwischen durchaus chicksal der Resolutionen dcs Reichstags dem Reichstage mittbeilen wollte. Hat doch der Reichstag ganz fröhlich und harmlos Vorlagen der Regierung begraben oder unter den Tisch des Hauses fallen lassen, und weder die Regierung noch der Reichskanzler hat sich erkundigt, was denn aus diesen Vorlagen geworden sei. Auch Varl der Bundesrath läßt unter Umständen solche VolW Reichstags unter den Tisch fallen, wenn die verbünden' rungen sich überzeugen, daß es nicht gut ist, der Saat' Kie Folge zu geben. Ich bitte also, von der Forderung, Antrages Liebe der Bundesrath soll und muß Auskunft geben; er thul« gestern ihre Be nicht.(Beifall rechts.) w«n vorgeschlw Abg. v. Kennigsen: Die Resolutionen bewege« J® zurückgestellt. Theil auf dem Gebiet der Verwaltung, worüber der- Ochen Anträge, rath zu beschließen hat, zum Theil auf dem der ReichsgeW«n sollten, in so Ueber letztere haben Reichstag und Bundesrath zusaar- wo Dauer der Kompetenz. Bezüglich des Verfahrens zwischen dem Bl»«nedes einen Au und dem Reichskanzler ist der Abschluß der Verhandle alle Anlagen c erreicht, wenn der Reichskanzler zunächst dem Bundesrat-Visesisetzung kann seits mitgetheilt hat, wie er zu der Sache steht und alle Anlagen den Bundesrath diejenige Eröffnung an den ReichstaZ VMn werden. auf die er allerdings Werth zu legen hat. Auf WfMWm durch B dürfen wir hoffen, daß gegenseitige emsthafte Differenz. com Bundesro entliehen können und auch die Herren vom Freisinn w' beruhigen. Abg. Kroemrl: Es bandelt sich hier keineswegs i um Verwaltungsangelegenheiten, die Resolution hinaus, die gesetzlichen Grundlagen für die Tranfftlagn!' Daß die angemessene Form dcs Verkehrs zwischen d" gebenden Faktoren durch den Herm Staatssekretär� wird, kann ich nicht sagen. Wenn er bemerkte, lieber mit Herrn Rickert als mit mir auseinand ist mir das völlig gleichgiltig. Ich verfolge rein Zwecke." rJ'-- Titel 1(Zölle) wird bewilligt. Ueber die: des Abg. von Wedell' Malchow wird in dritter LeM stimmt werden. u � Bei Titel 2(Tabaks st euer) stellt Abg.»«"'J Jy die Nervi für die dritte Lesung namens des am Erscheinen � zur Verw Abg. v. Franckenstein einen Antrag über eine andeinmw.toben unsere anlagung der Tabaksteuer in Aussicht.. i% Bestinrmu Abg. Sripio(natl.) bittet zu erwägen, ob nicht �.ysentlich in d dcs zu exportirenden Tabaks in denaturirtem Zustund' Mt von Gas; Landwirthschaft als Düngermittel verwendet werden rn größerem statt daß sie jetzt mit exportirt würden. j, M waren Direktor im Reichs- Schatzamt Aschenbor« daß die Sache im Bundesrath zur Erwägung den soll.. Abg. v. Christen(R.-P.) lenkt die AuM-n u. s. w. keit des Hauses auf die bedrängte Lage der kleinen Tod«,°«ordnung die wie sie namentlich durch die Bestimmungen dcs jwn Betriebe> steuergesetzes herbeigeführt worden sei. Die Haupts /Ryn Ouantil der Tadaksbauer richteten sich vor Allem gegen die 8, �M'Konsum anlagung. Es müßten ihnen weitergehende Stcu'l. na nicht, o! rungen zu Theil werden und ihnen namentlich die, �3 er zum solchen Tabak nachgelassen werden, der auf dem Wff, infolgi Naturereignisse geschädigt sei. Die Gewichtssteucr f# i 0." auch nich lese müsse abgeschafft werden. � JLiMMck Abg. Korckel: Nach den mir aus dem Kreise w.vjefhgften machten Mittheilungen ist die Lage d-r hmtfrfien in der That eine trostlose. Im ,K°g- spätestens «rathung des -Satz lautet "Mde die B 3ede Verfüg beantragt Dr. durch„wi Wanderen drü X* sich kropats 5*61 Diskus " Sltzuna verl — Aufstellr genow� Mn. um eine Ä Preis zu a Hier deutschen oj™2 freilief dortigen Kreise& oßflcfli "it I tiß'j ®ie Sachs .Dng einer " M fassen" örrechtfertigt WU Produktionskosten für einen Morgen Tabak, gcrini 88,50 Ä., der Erlös daraus aber nur 72 M., so daß Verlust gearbeitet wird. Der Untergang dm'!, ist daher nur eine Frage der Zeit, wenn der Regierung Maßregeln ergriffen ivcrde�. den deutschen Tabaksbau rentabler machen. 2 nicht nur die beim Tabaksbau beschäftigten Arbeits der ganze mittlere und kleine Bauernstand wird in schaft gezogen. Die Arbeiter werden zur Auswai nöthigt, aus dem Kreise Randow haben sich schon zur Auswanderung entschlossen, und der Strom> derung wird bald stärker fließen. Die Verhältnisse Jahr zu Jahr sich verschlimmem, da die Tabaksb füllt sind, so daß der Preis noch mehr gedrückt n"'r Wie in Pommern, so sind auch die Verhältnisse"i. überhaupt in ganz Deutschland. Der deutsch-;n ferner nicht mit dem amerikanischen konkuniren, 2(1, wegen des fruchtbaren Bodens, des günstigen � der„billigen Arbeitskräfte" die Produktionskosten geringer find. Durch das massenhafte Einsttöine" ländischen Tabaks wird der Preis des deutsch- Ein weiterer Uebelstand für unseren Tabaksvau Monopolistrung des Tabakshandels in den Händen (Rufe: Aha!)., Präsident v. Wedrll piesdorf: Ich glaube, tag ist nicht geneigt, bei dieser Angelegenheit in eine Debatte über die sogenannte Judenfrage einzutreten. Sie also, dies aus Ihrer Rede wegzulassen.. f- Abg. Köckel(fortfahrend): Ich möchte diese o. allgemein, sondern nur in Bezug auf den Tabalhano Ich will beleuchten, wie der Tadakshandel von monopolifirt wird. Präsident v. Web»ll-pie«borf: Wir Tabakssteuer und nicht mit dem Tabats thun. Ich bitte Sie, dazu zu sprechen.>"M iw" Abg. Köckel: Ich kann also das nur kurz kon! den muß mir das Weitere auf eine spätere Gelegenh-.M|?%satz~ Der Tabaksgroßhandel liegt in den Händen wenig-- es hat sich gewissermaßen ein Privatmonopol he- i Diese Personen bedienen sich der Kommissionäre-. andere Sachen, z. B. den Pfcrdehandel auf dem Händen haben. Sie werden begreifen, daß tyau Kommissionäre— ,r,SM Präsident v. WedeU-Pie«d-rfi.Herr Abg-W*� Sie bereits darauf aufmerksam gemacht, J)aß.w«� östchen Zw denen die inren finden jeutende Ar „M» SS1 "«Ks sSiM jfftt bakssteuer und nicht die Gestaltung des Tabakshan. Ich bitte Sie, bei der Sache zu bleiben, und'"0„# die gc schäftsordnungsm äßigen Folgen aufmerksam, i i fiUl nochmals zur Sache rufen muß. Abg. Sockel(fortfahrend): Ich wollte ganl Bezug nehmen, wie die Tabakssteuer in den Jg.«n ife""" :tckj Zezug ncoairu, unc nie x,uuuia|icuci>» Tabakshändler zu einer Waffe wird.(Heiterkert.) t- seit zwanzig Jahren praktischer Landwirth m b.,ht nbck.' ifö % >n Gz beim Zu L'n Vorsitzender von Bauernvereinen ist, theilt m«„ schäftspraxis in dicsrr Beziehung folgendes. Kommissionär schließt mit den Tabaksbauern t f( Ernte über die Lieferung von gutem Tabak-m Kontrakt. Der Bauer packt auch nach der Ernte � stimmen, der Kommissionär aber nimmt w. fondern, wohl wissend, daß der in feuw zusammengepackte Tabak allmälig in der Mütc läßt er ihn längere Zeit liegen.(Rufe: Tabak-I will er ihn nicht mehr abnehmen, werl er Bestst Der Bauer kann aber nichts mehr damit!-' �riist Wt �-n Theil M' Unter solchen Umständen ist es Zeit, daß die R-.S w infv bald anaelcaen sein lasse. Mittel vorzuschlagen,$•, einen bald angelegen fein lasse, Mittel vorzuschlagen,% �fst. Oeim scheu Tabaksbau geholfen und dem Absterben � iii f HL von Existenzen vorgebeugt werden kann. W« V.titfu% mofee Bauernstand die beste Stütze unfercs Staates. �, ,,ze'..L,/* die Bauernstand die beste Stütze unseres Staates. deshalb den deutschen Tabaksdau unserem Vate Der Titel wird bewilligt. Das Haus vertagt sich. Schluß 5? Uhr. Näck,,.. �.v-.p (Anträge Munckel und Rintelen, betreffend En schuldig Verurtheilter; Antrag Johannsen, -„(i b** h;S" «n Desti! einen »« * u 'fefen Kar im ädi ZMM -ociuuycuici,, vviiviuy x3�yuiui|vi»e-.iirtli1' des Gefängnitz- und Straf vollstreckunzswesens! Pt und Reickensperger, betreffend Ueberiveisunz° an die Schwurgerichte und betreffend Wiede Bemfung.) "dSch. solche VoM ne öerbünlg— � � ist, der SadtI?» Kommisston de» Reichstage» zur Berathung �aaes Lieber-Hiye, betreffend die Sonntagsarbeit, fort. Absatz 4 des von den An- 105a wurde nach längerer Dis- 5 wurde nach Ablehnung der erfolge rein Parlamentarisches. leben; er#4| Äm ihre Berathung 1 � vorgeschlagenen§ nen bewegen n™ zriruckgeslcllt. Absatz o wuroe natu wuityiiuuu uiu worüber der v Men Anträge, welche die Vollmacht des Bundesraths er- der Reichsgeikk � I°|ten, in folgender Fassung angenommen:„Art, Um- >esrath zußm Ad Tauer der Arbeiten, welche nach der Natur des Ge- scheu dem«i»?>ebes einen Aufschub oder eineUnterbrcchung nicht gestatten, er Verhandle«alle Anlagen einer bcstimmtenGattung derBundesrath fest. em Bundes»� ,?eslsetzung kann bei veränderten Verhältnissen, jedoch immer e steht und»»"(alle Anlagen der betroffenen Gattung, abgeändert oder den Reichstaz Wen werden. Für bestimmte Gewerbe dürfen weitere hat. Auf W Men durch Beschluß des Bundesraths zugelassen werden. laste Differenz, Wm Bundesrath getroffenen Bestimmungen sind dem n Freisinn st*, NV spätestens in der nächstfolgenden Session vorzulegen. - rl"10 des Absatzes 6 wird in drei Theile gethcilt. keineswegs Z» Gaß lautet:„Fn dringenden Fällen kann die Orts- Solution gnst Myoide die Beschäftigung an Sonn- und Festtagen ge- : �.ransitlagnl �ede Verfügung dieser Art ist schriftlich zu erlassen." s zwischen M» deantragt Dr. Buhl, die Worte„in dringenden Fällen" taatssckretar?!»en durch„wegen außergewöhnlicher Häufung der Arbeit bemerkte, Z anderen dringenden Fällen." Gegen diesen Antrag auseinander P sich Kropatscheck(kons.), Kräcker' Soz.), Lüders(frei).). Tiskusfirn wurde die Beschlußfassung ausgesetzt Heber die � dritter LeslA �Gi Atzung vertagt. , Zokalr«. "'L die Vrrbilligung von Va», n l ÄUt fiir rtpmprfifiH ;IIt Abg. die Perbilligung von Gas, welches den städtischen Erscheinen oci � m zur Verwendung für gewerbliche Zwecke entnommen eine andeiweiae.Mberj unsere städtischen Behörden vor einiger Zeit um- Bestimmungen erlassen. Ter Zweck dersel en war 'n, ob nicht d. Deutlich in dem Sinne aufgefaßt worden, daß die Ver- ctem Zuliano-�, I von Gas zu gewerblichen Zwecken in jedem einzelnen ndet werden ��gtöfjerem Umfange stattfinden würde, und dem red i schenbor« gung gei Et HI. . waren auch die einzelnen Anordnungen getroffen, Aufstellung eines besonderen Gasmessers, Vor- hsro' M eine Entnahme von Gas für den festgesetzten g iu anderen als gewerblichen Zwecken unmöglich die Mjj u. s. w..hauptsächlich hatte man also wohl bei die- er kleinen| �nung die Wahrscheinlichkeit im Auge, daß das billigere mungen d>s m Betriebe von Maschinen von den einzelnen Abnehmern Tie.Haup»>. �en Quantitäten entnommen werden würde. Wie groß gegen du �.M'Konsum fich gestaltet haben mag, wissen wir im chende Gkg j'f nicht, aber allzu umfangreich dürfte er wohl kaum mtlich Wj'' i jn 6 er zum größten Theile einer bedürftigen Klasse der auf dem In,| Mng infolge seines billigen Preises zu Gute komme, chtssteuer fu(, � mich nicht sagen, denn Unternehmer, welche ihren Be- en.«»1 �.�maschinen betreiben, wird man wohl noch nicht rem Kreise Jy t.Wtigften Klasse der Steuerzahler rechnen können. deutschen-S i sJ1'3 freilich wird die Kommune an dem für gewerb- �?"chen Zwecken.— Wie unzureichend die Wohnräume w Auswai>L� IMen die ärmeren Klassen unserer Bevölkerung ihr sich schon yt|VfeAmen finden, ist bekannt und ebenso bekannt ist, daß es eine : Strom I»>.?Mtende Anzahl bewohnter Räume giebt, die eine Hei- ierhältnisse �W'�mheil nicht besitzen; und es ist zweifellos, daß die An- ; Tabaksl«��..................... gedrückt Mv? hältnissc ist leicht beschafft, um solche Räume zu heizen. deutsche 4, elenden Aufenthalt solche nicht heizbaren Dach- rrriren,.'r �e�Äsols und ähnliche Gelaffe während der Kälte lünstigen w""i tiditin'm bilden, das wird man fich im großen Publikum iktionskolien ü n in fe/iJochellen. Die Krankenkassenärzte aber wissen von Einsttömen �. nj�t n Räumen logirenden Arbeiterinnen zu erzählen, deutsche».j den un� �'t erfrorenen Händen oder Füßen arbeitsunfähig Tabaksbau)«en.«bie Unterstützung der Krankenkasse in Anspruch en Hände« c JjJfen könnt? n,? ftnhtifrfi? Berwaltuna durch ein Ein- M-' Mit u.k?nnte die städtische Verwaltung durch ein Ein (».(Jju,, Eiligen Gaspreisen ein wirklich humanes Werk sch glaube,(%, Äiftt[[en.beizende und billige Gasöfen giebt es heute schon; diese iheit in etiles k hxj,.'°nnen baupolizeiliche Bedenken nicht obwalten; eine -in», treten-' WA- ,,°J0enheit bietet zugleich die Möglichkeit, eine Kochvor- dfrlirctt— et*— �* Sit einzutreten en. Bebte diese- i Tabalhaiid" ndel von ixt' nur kurz MI Gclegcnhess den wenig*'.. onopol hec� nmisfionatt M thatsä> A» äV*. ■« gJSf i ' CeiT Ter'Ärbeitcr oder die Arbeiterin, die 'ilich fr-l Kälte aus ihrer Schlafkammer verscheucht und I, n)p„' Gewalt in die Kneipe getrieben wird, bleibt gern I ist„ij der erwähnte Wohnraum den Aufenthalt gestattet. (her„Iv'HF die Wohnungsfrage ein bedeutender witth- '(tfotini ssttlicher Votthcii gewonnen. Freilich soll ja " fceiiii ��den, daß wegen der Entnahme von Gas zu V M"ken einige Bedenken obwalten. Wenn indessen ;J} den armen Leuten nichts verdienen. will, so läßt Höh''Hl die Heizung eines solchen Raumes ein bew c, Monat oder Tag berechnen. Gasröhren liegen Ist Die erste Einrichtung müßte möglichst billig ün T„(d'n. Wir wollen unseren Plan hier nicht in allen Hit H�Ubführen; wir glauben, das sei nicht nöthig. W emul Millen über die Sache nachdenkt, wird auch ltst-.Uttel zu ibrer Tiirebfübruna. die dem slachmanne > zu ihrer Durchführung, die dem Fachmanne tipn- ci Mwieng erscheinen als uns, nicht in Verlegen- ers'. Nr den Magistrat wird es dann ein Leichtes ivrverlichen Bestimmungen zu treffen. Sttenger und .'ur den Gasverbrauch zu gewerblichen Zwecken i st. j'ul oen Gasverbrauch zu (Ztt-I. vuch nicht zu sein. der Zentralmarkthalle erläßt, durch fobachlungen veranlaßt, folgende Bekanntmachung: !bn-...(( die nicht vergebenen Stände find stets frei Jibet l(vird ferner untersagt, Marttwaaren oder Embal- %b, ,en, Bordstein des Standes hinaus oder in die H b»u fetzen. Die �Verkäufer und ihr Personal dürfen h.," Gängen stehen." Zugleich werden polizeiliche (" Zuwiderhandeln gegen diese Vorschriften an- der.den Abendstunden häuft sich der Ver- Sssm �kthalle in der Ackerstraße in überaus starker ..ße 5 cs sich deshalb nicht empfehlen, diesen Theil der von der Marttballe in Mitleidenschaft gezogen «1�" beleuchten? Die Markthalle hat auch der um .an iu ein cigenattiges Gepräge gegeben. Destillation sten-jMssation und die Schilder dieser Läden tragen diese» � f'f* Bezeichnung„zur Markthalle". Die Be- 'de», Tagend sehen es aber ungern, daß der Pappel- Älixi.iJ,'Endplatz für die Fuhrwerke der Standinhaber 1 initb fit benutzt wird. Die an Schmuckplätzcn so arme ' ,ss">olge dessen der Hoffnung beraubt, aus dem chmuckplatz erstehen zu sehen. K T. �TOIae e» M�nen Sä �ung'der Alerandrinenstr«Se über die (. ub% Und mittelst Ucberbrückung des Schifffahtts- i, b fen hinaus bis znm Planufcr steht bekanntlich i»,. 13 j JMmgarnspinnerci von Schwendy, Gitschiner- ' Mege. Nachdem eine Einigung über die zu lgunn f,",r tzen erforderlichen Theil des Grund- nicht zu erzielen war, ist nunmehr Dermin auf den 6. kommenden Monats an- br««vrmalrn Taxen der preußischen Personen- auf vielen l a v.w*»»» v*» t Bahnstrecken, namentlich auch von und nach Berlin in Kraft. Zum Theil werden dadurch die Billetpreise erhöht, zum Theil ermäßigt. Im Bereich der königl. Äahndirektion Magdeburg soll die Einführung der neuen Fahrpreise streckenweise erfolgen, und die neuen Tarifsätze, soweit Vertheuerungen eintreten, jedesmal sechs Wochen vor der Einführung bekannt gemacht werden. Vor drm mehrjährigen Leiter der Kerliner Maurerbemegung, dem Maurer R. Conrad, wird, wie wir bereits gestern kurz mittheilten, in der letzten Nummer des Züricher„Sozialdemokrat" gewarnt. Der„Voss. Ztg." wird hierzu noch geschrieben: Nach den Angaben dieses Blattes soll Conrad im Dienste der Breslauer und Berliner Polizei stehen. Er soll hauptsächlich den letzten Brcslauer Geheimbundsprozeß, in welchem u. a. auch der Reichstagsabgeordnete Kräcker nach mehrmonatlicher Untersuchungshaft zu sieben Monaten Gefängniß verurlheilt wurde, auf dem Gewissen haben. Conrad wurde mit angeklagt, vom Gericht aber freigesprochen. Conrad wurde weiteren Kreisen zuerst durch die Kommunalwahlbewegung vom Jahre 1883, bei welcher sich die sozialdemokratischen Arbeiter Berlins als solche zum ersten Male betheiligten, bekannt. Er kandidirte damals, erhielt aber nicht die genügende Stimmen- zahl. Schon damals erregte sein Auftreten namentlich bei den Maurern Berlins peinliches Aufsehen; er hatte von einem kon- servativen Arbeitgeber Beschäftigung verlangt und die Zusage gegeben, daß er, falls ihm dauemde Arbeit zugesichert wurde, die Berliner Maurer zu einem Uebettritt in das konservative Lager veranlassen würde. Es gab aus diesem Anlaß zu jener Zeit erregte Debatten in der Presse, der kompromittirende Brief Conrads wurde, wenn wir uns recht entsinnen, in dem bürger- vereinlichcn„Vorwärts" veröffentlicht. Trotzdem gelang es Conrad, sich der Expedition deS damaligen„Bauhandwerkcr" zu bemächtigen, er erhielt dadurch eine dominirende Stellung in der jetzt auch schon lange verbotenen„Kommission der Berliner Maurer". Hier begann die unheilvolle Thätigkeit Conrads. Er führte, wie aus den Verhandlungen späterer öffentlicher Maurerver- sammlungen hervorging, die Geschäftsbücher des„Bauhand- werker" sehr lüderlich, er verstand es, die„Kommission der Ber- liner Maurer" lange Zeit hindurch zu täuschen und von einer eingehenden Revision der Bücher und Bestände abzuhalten. Vor einem öffentlichen Krach und noch unangenehmeren Folgen rettete Conrad die Ausweisung aus Berlin. Er ging von hier nach Breslau, wo er fich soviel Anhang zu verschaffen wußte, daß ihm die Herausgabe eines neuen Blattes, der„Breslauer Volksstimme", möglich wurde. Als Redatteur und Verleger dieses Blattes, welches vor ungefähr einem Jahre auf Grund des Sozialistengesetzes verboten wurde, kam er häufig mit dem Straf- und Preßgesetz in Kollision, er wurde zu harten Geld- strafen veruttheilt und diese benutzte er dazu, sich überall als Märtyrer und Opfer des Sozialistengesetzes aufzuspielen. In Breslau hatte er jedoch schon seit langer Zeit das Mißtrauen der Genossen erregt. Der große Sozialistenprozeß und spätere Vorkommnisse scheinen dem Faß den Boden ausgeschlagen zu haben. Nunmehr dürfte Herr Conrad für alle Zeiten aufgehört haben, in Arbeiterkrcisen irgendwie eine Rolle zu spielen, denn eine Warnung im„Sozialdemokrat" ist das politische Todes- urtheil für alle diejenigen, welche sich in der sozialistischen Be- wegung etwas)u Schulden kommen lassen. Wir veröffentlichten vor einigen Tagen den sogenannten Jahiesbericht des freisinnigen Halleschen Thor-Bezirksvereins. In diesem Bericht war gesagt!, daß an einer Vereins- Versammlung auch einmal zwei Mitglieder der Arbeiterpartei theilgenommen hätten, die schließlich ihre Zeche nicht bezahlt hätten. Durch diese Darstellung, die nur auf die Tischler Her- mann Krug, Straße A, Parzelle 3 wohnhaft und Karl Klose, Lichtenbergcrstr. 14 Bezug haben kann, fühlen sich die Genannten beleidigt, weil es absolut unwahr ist, daß sie dem Kellner mit der Zeche durchgegangen wären. Die Herren haben die Abficht, den Vorstand des Vereins gerichtlich zu belangen. J« arge Wriegeuhrit gerieth vor einigen Tagen ein biederer, auf der Durchreise nach München befindlicher Pro- vinzler. Derselbe beabsichtigte, die Premiöre eines unserer größeren Theater zu besuchen, und versah fich etwas mehr denn rechtzeitig mit Billcts für sich und seinen Sohn. Inzwischen hatte der Biedermann aber seine Reisedispositionen dahin ab- änder müssen, daß er seine Abreise schon an besagtem Premieren- Abend antreten wollte. Er entschloß sich, die Billcts an der Kasse zurückzugeben, oder wenn dies nicht möglich sei— wie sich auch infolge des Andranges in Wahrheit ergab—, die Kotten zu verkaufen. Kaum hatte er an der Kasse einen Käu'er für seine Billcts gefunden, als fich plötzlich die Hand der wach- tarnen Hermandad auf seine Schultern legte, ihn im Namen des Gesetzes als einen längst bekannten Billethändler verhaftete und seine Sistirung zum Polizeibureau vornahm. Vergeblich waren seine Vorstellungen; eine entfernte Aehnlichkeit mit jenem be- treffenden Händler mußte wohl vorhanden sein, er mußte zur Wache folgen und dort seine Legitimation bewirken, während sein Sohn, in Angst und Sorge des Vaters auf der Bahn harrend, den Zug davoneilen sah. Ein Kild de» Krajfesten Elend» spielte fich am Mon- tag in der siebenten Abendstunde in der Mattenburgettttaße ab. Ein abgehärmt aussehendes, fast nur mit Lumpen bedecktes Weib nebst zwei Kindern im Alter von 2 bez. 4 Jahren hatte Auf- nähme im städtischen Asyl begchtt, die ihr aber, ihrer Angabe nach, der vorgerückten Zeit halder und weil das Asyl voll besetzt war, nicht gewährt werden konnte. Bald bildete sich ein Kreis mitleidiger Passanten um die Gruppe des Elends und man hörte wieder die alte ttaurige Geschichte von Arbeitslosigkeit, Krankheit infolge Entbehrung der nöthigen Nahrung, Mieths- schulden und Exmission, der Mann war verzweifelnd davon ge- lausen u. s. w. Ein Kontroleur aus dem nahen Depot der Omnibusgesellschaft veranstaltete auf der Stelle bei den Um- stehenden und seinen Kollegen eine Sammlung, welche ca. sechs Mark ergab. Die Summe wurde der Aermsten sofort behändigt, so daß sie vor der drückendsten Noth vor der Hand ge- schützt ist. Eine unheimliche Entdeckung wurde vorgestern von den Bewohnern deS Hauses Mittenwaldersttaße 58 gemacht. Beim Betreten eines Kellerraumes fand man nämlich dott plötz- [ich eine Person in vollständig verwahrlostem und verkommenem Zustande, die später als ein Dienstmädchen Namens Ottilie B. rekognoszitt wurde, in einem Winkel zusammengekauett vor. Nach dem hohen Grade der Verwahrlosung zu urtheilen, muß sich die Genannte schon längere Zeit in dem Keller aufgehalten haben. Der Zustand der Ä. war ein derartiger, daß sie sofort aus Anordnung des 72. Polizeireviers in ein Krankenhaus ein- geliefert werden mußte. WaS die Unglückliche zum Aufsuchen dieses Schlupfwinkels veranlaßt hat, war bisher nicht festzu- � � pollielberlckt. Am 20. d. Mts. gegen Mittag fiel auf dem Neubau des Theaters am Fttedttch Karlufer der Schlosser Winller vom Dach aus das nur etwa 1 Meter darunter befindliche Gerüst und erlitt dadurch eine Verstauchung des Rückgrats, so daß er mittelst Droschke nach der Chatttee gebracht werden mußte.— Abends wurde in der Großen Franifuttersttaße ein 11 Jahre alter Knabe durch einen von dem Kutscher Schwenk geführten Geschäftswagen überfahren und derartig verletzt, daß er nach dem Kranken Hause im Fricdrichshain gebracht werden mußte.- Um dieselbe Zeit wurde auf dem Flur des Hauses Eichendorffstraße 6 ein unbekannter etwa 40 Jahre alter Mann besinnungslos und anscheinend innerlich krank vorgefunden und nach der Chatttec gebracht.— Abends vergiftete sich ern Mädchen in ihrer Wohnung in der Fttedrichsttaße mittelst Kleesalzes.— An demselben Tage brannte Petersburgerstraße 46 die Baekenlage unter einer Kochmaschinc.- Außerdem fanden Kastanien-Allee 47 und Prenzlauer-Allec 236 unbedeutende Feuer statt. Gerichts-Aeitung. Der Kerliner Svzlallstenprvzest.(Fottsetzung aus dem Hauptblatt.) Der Präsident zählt im Weiteren eine Reihe bei Apelt vor« gefundener verbotener Druckschttften auf.— Der Angeklagte Scholz bewerft auf Befragen des Präsidenten: Er sei von Winters aufgefordett worden, zu ihm zu kommen. Er habe an der Versammlung, die am Abende des 15. Juli bei Winters in der Lothringetttraße stattgefunden hat, theilgenommen, in dieser sei jedoch lediglich über die Stadtverordnetenwahlen debattirt wor- den.— Der Präsident hält dem Angeklagten vor, daß er bei dem Untersuchungsrichter unter Thränen zugegeben, daß er Mit- glied des„sozialdemokratischen Zentralkomitees für die Stadt Berlin" gewesen und daß über allgemeine Patteiverhältnisse in den Versammlungen verhandelt worden sei.— Scholz: Ich habe das allerdings bei dem Untersuchungsrichter gesagt, aber lediglich deshalb, weil ich glaubte, dadurch aus der Haft ent- lassen zu werden. In Wirklichkeit war ich nur Mitglied des sozialdemokratischen Wahlkomitces, in dessen Versammlungen über Wahlangelegenheiten, aber auch bisweilen über Röcke und Hosen verhandelt wurde.— Der Präsident kon- statitt, daß auch bei dem Angeklagten Scholz eine Reihe ver- botener Druckschriften gefunden worden seien.— Angeklagter Jahn bemerkt auf Befragen des Präsidenten: Ich wollte mir am Abende des 15. Juli bei Winters ein Paar Arbeitshosen kaufen. Bei dieser Gelegenheit forderte mich Winters auf, an einer Besprechung über Stadtvcrordnetenwahlen theil zu nehmen.— Der Präsident konstatitt, daß bei diesem Angeklagten ein Theil eines zerlegbaren Stempels, der zusammengestellt: „Berliner Sozialdemokratie" ergicbt, sowie ein sozialdemokratisches Flugblatt gefunoen worden rst.— Die anderen Angeklagten machen ganz ähnliche Angaben. Sämmtlich behaupten sie, daß das Komitee nur Wahlangelegcnheiten verhandelt habe. Es wird alsdann der Reichsabgeordnete Bebel in den Saal gerufen. Dieser bittet seine Vereidigung vorläufig auszusetzen, da ihm Fragen vorgelegt werden könnten, durch deren Be» antwortung er fich einer strafgerichllichen Verfolgung aussetzen könnte. Der Präsident kommt diesem Ersuchen nach. Alsdann bekundet Bebel auf Befragen: Auf dem im Jahre 1369 zu Eisenach stattgehabten sozialdemokratischen Kongreß war der verstorbene Geib erster, ich stellvertretender Vorsitzen- der. Ich war alsdann Mitglied der sozialdemokratischen Kongresse, die in den Jahren 1875, 1876 und 1877 in Gotha stattgefunden haben, Vorsitzender dieser Kongresse war ich nicht. Dem im Jahre 1880 zu Wyden statt» Sefundcnen Kongresse habe ich ebenfalls beigewohnt; ob ich Vor» tzender dieses Kongresses gewesen, weiß ich nicht mehr genau. Auf dem im Jahre 1883 zu Kopenhagen stattgefundenen Kongreß war ich erster Vorsitzender.— Präs.: Es wird de- hauptet, daß, nachdem die sozialdemokratische Partei auf Gmnd des Sozialistengesetzes aufgelöst war, eine neue Organisation ge- schaffen wurde?— Bebel: Das ist nicht wahr. Die sozial- demokratische Pattei ist nicht auf Grund des Sozialistengesetzes ausgelöst worden, sondern der damals in Hamburg domizilirte Vorstand der sozialdemokratischen Partei hat die Auflösung der Partei bereits, als das Sozialistengesetz in zweiter Lesung vom Reichstage angenommen worden war und die Annahme auch in dritter Lesung feststand, beschlossen. Es hat fich alsdann später in Leipzig ein Komitee, bestehend aus Liebknecht, Geiser, Hasenclcver, Bahlteich, Ftttzsche und meiner Wenigkeit, gebildet und zwar zu dem Zwecke, um auf die Wahlen zu wirken, und für diese sowohl als auch für die Ausgewiesenen und deren Familien Gelder zu sammeln.— Präs.: Auf den Kongressen zu Wyden und Kopenhagen wurde ein neues Pro- gramm der sozialdemokratischen Pattei Deutschlands berathen?— Bebel: Das ist ein Jrrthum. Wir erachteten trotz des Sozialistengesetzes unser Programm nicht für erloschen. Wir versammelten uns deshalb in Wyden und Kopenhagen auf dem Boden dieses Programms und nahmen allerdings auf diesen Kongressen einige kleine Aenderungen des Programms vor.— Präs.: Die Beschlüsse waren doch für sämmtliche Mit- glieder der sozialdemokratischen Pattei bindend?— Bebel: Von bindenden Beschlüssen konnte gar keine Rede sein, das geht auch aus den Protokollen hervor. Die Beschlüsse halten sür die einzelnen Genossen denselben Wetth, wie etwa die Beschlüsse von den Kongressen anderer Patteien für ihre Mitglieder. Da wir gar keine Mittel hatten, die Beschlüsse zur vollen Gellung zu bringen, so konnten diese Beschlüsse nur allgemeiner Natur, d. h. nur Rathschläge sein.— Präs.: Auf dem Kongresse er- schienen doch aber mit Mandaten versehene Delegitte, die Man» date wurden von einer Mandatsprüfungskommission geprüft.— Bebel: Die Mandatsprüfungskommisston war nothwendig, um zu prüfen, daß nur Patteigenossen an dem Kongresse theil- nahmen. Ein Mandat behufs Eintrittserlangung in den Kongreß war nicht erforderlich. Einzelne Genossen erschienen allerdings mit Mandaten, wie dieselben zu Stande gekommen waren, weiß ich nicht, es wurde auch nicht danach gefragt.— Auf weiterei Befragen bemerkt Bebel: Vertrauensmänner existiren allerdings in den verschiedenen Orten, dieselben find aber von Niemandem gewählt, sondern sind altbekannte Partciaenossen, an die man sich in gewissen Fällen wendet. Der„Sozialdemokrat" ist allerdings das offizielle Organ der sozialdemokratischen Partei, einen direkten Einfluß können und konnten wir auf dasselbe aber nicht haben. Ebenso vermochte die Pattei auf die Gcschäftsleitung keinen Einfluß auszuüben. Auf dem Kopenhagener Kongreß wurde die Gründung von lokalen Organisationen vorgeschlagen, ich habe jedoch von einem solchen Vorhaben abgerathen mit dem Bemerken, daß dadurch sogenannte Geheimbundprozesse entstehen könnten. Ich habe wohl einmal gehört, daß in Berlin ein Patteibezirk cxislitt, auS eigener Wahrnehmung weiß ich darüber nichts zu bekunden. Es ist mir jedoch bekannt, daß im Jahre 1884 eine bei der Polizei angemeldete und von dieser überwachte sozialdemokratische Vertrauensmänner- Ver- sammlung in Berlin staltgefunden hat, in welcher berathen wurde, wer, da Hasenclever doppelt gewählt sei, an dessen Stelle im sechsten Berliner Reichstagswahlkreise als Kandidat aufgestellt werden solle. Als der Kongreß zu Wyden tagte, bestand der„Sozialdemokrat" schon seit Jahr und Tag. Auf dem Kongreß zu Wyden erschien es uns geboten, ein Blatt zu unserem Parteiorgan zu wählen. Angesichts des Sozialisten« gesetzcs waren wir selbstoerständlich genöthigt, ein im Auslande erscheinendes Blatt zu wählen. Der„Sozialdemokrat" nahm in Folge dessen dieselbe Stelle ein, wie früher der in Leipzig er- scheinende„Vorwärts" u. s. w.— Verth. Rechtsanwalt Sachs: Waren nicht auch die Angriffe der„Freiheit" auf die sozial- demokratische Rcichstagsfrattion mitbestimmend für den Beschluß? — Bebel: Jawohl.— Verth. Rechtsanwalt Dr. Mechelsohn: Wurde nicht die sozialdemokratische Reichstagsfraktion von dem „Sozialdemokrat" einmal sehr heftig angegriffen?— Bebel: Allerdings. Wenn wir auch bis zum September 1886 einen gewissen Einfluß auf die Haltung des Blattes hatten, so war doch die Redaktion immer eine selbstständige. Im September 1886 hat die sozialdemokratische Rcichstagsfrattion anläßlich der Veruttheilung in Frciberg die offene Erllärung abgegeben, daß der„Sozialdemokrat" nicht mehr Organ der deutschen Sozialdemokratie ist.— Endlich erklärt Bebel, daß er der äußeren Beschaffenheit nach die ihm vorgelegten Kon- greßprotokolle für eckt halte.- Es tritt alsdann eine kurze Pause em.- Nach Wiederaufnahme der Verhandlung erscheint als Zeuge der auf Gmnd des Sozialistengesetzes aus Stettin ausgewiesene Arbeiter Stolp. Dieser bekundet: er habe von dem Angeklagten Wilschke einmal 15 M. Unterstützung erhalten.- Arbeiter Ehlert: Er habe mit dem Angeklagten Seelig zusam- mengewohnt, dieser sowohl, aber auch er haben mehrere sozial- demokratische Schriften beseffen.— Es wird hierauf die auf dem 1875 zu Gotha stattgefundenen Kongreß beschlossene Organisation tmfc Programm der damals begründeten sozialistischen Arbeiter- partei Deutschlands und alsdann einzelne Stellen aus dem Wydener Konareh-Protokolle verlesen. Es heißt in dem letzteren: Es ist der Vorwurf erhoben war- den, daß man bei dem Inkrafttreten des Sozialisten- gcsetzes nicht gleich init einer Neuorganisation fertig war. Allein, es mußten doch erst die Schläge abgewartet wer- den, die allerdings heftig genug waren." Weiter heißt es an einer Stelle: Es wird der Antrag gestellt, das Wort„gesetzlich" aus dem Programm zu streichen.— Ter Verlheidiger Rechtsanwalt Sachs beruft(ich auf das Zeugniß des Abg. Bebel, daß mit diesem Beschlüsse keineswegs gemeint war, dag ungesetzliche Maßnahmen vorgenommen werden sollten, sondern daß deshalb dieser Beschluß gefaßt wurde, weil alle Maßnahmen der Sozial- demokraten für ungesetzlich erklärt wurden.— Der Präfidcnt bemerkt, daß diese Behauptung aus den Motiven des Beschlusses hervorgehe.— Es werden im Weiteren einige Stellen aus dem Kopenhagener Kongreßprotokoll und endlich einige Stellen aus dem„Sozialdemokrat" verlesen. Eine der letzteren lautet: Wir haben die von der„Lcipz. Zeitung" vorgeschlagene Organisation nicht nöthig, die von uns geschaffene Organisation ist eine bedeutend bessere.— Auf Befragen des Staatsanwalts bemerkt Bebel: Zunächst muß ich bemerken, daß diese Angelegenheit lediglich auf Leipzig Bezug hat. Wenn ich hier Angeklagter wäre, dann würde ich die Vorlesung von weiteren Nummern des„Sozialdemokrat" beantragen, woraus hervorgeht, daß eine Organisation in keiner Weise besteht und bestanden hat. Wenn in einzelnen Orten lokale Organisationen bestehen oder bestanden haben, wie dies ja zum Theil gerichtlich festgestellt worden ist, so haben diese mit der sozialdemokratischen Partei Deutschlands absolut nichts zu schaffen. Die Partei als solche hat niemals die Gründung von Lokal- Organisationen angerathcn oder mit solchen irgendwelche Fühlung gehabt. Daß eine derartige Or- Sanisation nicht destanden hat, geht ja auch schon aus dem Imstande hervor, daß von irgeirdwelchen Parteisteuern gar keine Rede ist. Es werden höchstens freiwillige Bei- träge in ganz unregelmäßiger Weise an die Partei- llertung, die aus der jeweiligen Reichstagsfraktion be- steht, gesandt, über die auch stets ganz öffentlich quittirt wird. Es werden auch von Zeit zu Zeit von der erwähnten Parteileitung öffentliche Aufrufe zur Leistung non Beiträgen bezw. Unterstützungen und zwar in den Zei- hingen der verschiedensten Partcirichtungen erlassen.— Essollen nun weitere Stellen aus dem„Sozialdemokrat" verlesen wer- den. Auf Antrag dcS Staatsanwalts beschließt der Gerichtshof, während dieser Verlesung die Oeffentlichkeit auszuschließen.— Gegen 4i Uhr Nachmittags wird die Sitzung auf morgen (Mittwoch), Vormittags Uhr vertagt. Mit der Klnge des Apotheker« Ziethen wider die Stadtverordnetenversammlung auf Aushebung des die Wahl desselben für ungiltig erklärenden Beschlusses der letzteren hatte sich gestern der Bezirksausschuß zu befassen. Wie bekannt, war in der 3. Abtheilung des 9. Kommunalwahlbezirks der Apotheker Ziethen mit 861 Stimmen gewählt worden, während seinem Gcdenkandidaten, dem früheren Major a. D. Hinze 664 Stimmen zugefallen waren. Gegen diese Wahl war ein Protest bei dem Magistrat eingelaufen und darauf hatte das Plenum der Stadtverordnetenversammlung, dem Be- schluffe seiner Kommission folgend, die Wahl des Apothekers Ziethen für ungiltig erklärt. Die Stadtverordnetenversammlung legte nur der einen im Proteste mitaetheiltcn Thatsache, daß bei dem Wahlgeschäft zeitweilig der Wahlvoistand nur aus zwei Personen bestanden habe, besonderes Gewicht bei, erblickte aber in diesem Umstände eine„erhebliche Unregelmäßigkeit". Gegen den Beschluß strengte Herr Ziethen die Klage im Verwaltungs- streitvcrfahren an. Vor dem Bezirksausschuß vertrat gestern Herr Dr. Jrmer den Kläger, während die beklagte Stadtverord- nctenversammlung durch Herrn yustizrath Dr. Horwitz vertreten wurde. Ter Bezirksausschuß erkannte auf Zurückweisung der Klage. Der Kläger will berm Ober-Verwaltungsgericht Berufung einlegen. Altona» 20. Februar.(Prozeß wegen Verbreitung von Flugblättern.) Bei Gelegenheit der vorjährigen Reichstagswahl waren in Lauenburg mehrere Personen bei der Vertheilung von sozialdemokratischen Wahlaufrufen, welche nicht mit dem Namen des Verlegers jc. versehen waren, betroffen worden. Gegen diese Personen war Anklage auf Grund des Reichspreßgesetzes erhoben worden. Ter Strafprozeß ist bei den Amtsgerichten Louenlurg und Schwarzenbek und sodann in den höheren In- stanzen verhandelt worden. Das Kammergericht hat nun das prinzipiell wichtige, der Entscheidung des Landgerichts zu Altona entgegengesetzte Erkenntniß abgegeben, daß der Vertheiler einer nicht mrt dem Namen des Verlegers jc. versehenen Druckschrift an der Verletzung der Vorschrift, welche die Angabe des Verlegers jc. auf der Druckschrift verlangt, nicht mit betheiligt da er erst nach der Vollendung der bereits begangenen sei, W M. uebertretuna in Thätigkeit trete. Die Angeklagten wurden daher dieserhalb freigesprochen, dafür aber auf Grund einer alten lauenburgischen Verordnung vom 9. November 1819, welche die Verbreitung einer namenlosen Druckschrift verbietet, in eine Geldstrafe von je 1 M. cvent. 1 Tag Haft genommen.— Die Sache liegt demnach so, daß in Preußen wegen Vertheilung einer nicht mit Namen des Verlegers jc. versehenen Druckschrift auf Grund deS Reichspreßgesetzes eine Verurtheilung nicht statt« finden kann, sondern daß hierfür die etwa in den einzelnen Bundesstaaten erlassenen Spczialbestimmungen maßgebend bleiben. Uereine und UerfantmwngeA. Der Fach verein der Kuchbinder und verw. Berufs- penossen hielt am Sonnabend in Rerfher'S Restaurant, Alte Fakobstr. 83, eine Versammlung ab, in welcher Herr Dr. Bohn einen Vortrag hielt über das Thema:„Was ist von der Falb- schen Erdbebentheorie zu halten?" Der Vortragende er- läuterte zunächst die Erscheinungen der Erdbeben im Allgemeinen und ging dann auf die Falbh'che Theorie— nämlich die Einwirkung des Mondes auf die Erde — über. Die Ursachen der Erdbeben, meint Redner, können recht verschiedener Art sein. Die Entstehung dieser Erderschütte- rungen sei nicht, wie Alexander v. Humboldt lehrte, in dem Flüsstgsein des Erdinnern allein zu suchen(eine Theorie, auf welche sich wiederum die Falb'sche Theorie stützt), sondern sie wäre mehr lokalen Ursprungs und auch nicht in bedeutender Tiefe unter der Erdoberfläche zu suchen. Als eine sehr wahr- scheinliche Ursache stellt der Vortragende den Zu- sammensturz unterirdischer Höhlen hin, welcher durch das Befördern der festen Bestandtheile vermittelst der Quellen nach außen hin entstehe. Auch sammeln sich oft in unter- irdischen Räumen Dämpfe an, welche geeignet wären, nicht un« bedeutende Erdbeben hervorzurufen. Redner spricht sich zum Schluß dahin aus, daß auch der Mond, mittelst seiner bedeutenden Anziehungskraft auf die schon vorhandenen Ursachen ein- wirkend, einen Einfluß auf die Entstehung der Erd- beben ihaben könne. An diesen von der Versammlung mit größtem Interesse verfolgten Vortrag schloß sich eine Reihe Fragen, welche von Herrn Dr. Bohn in ausführlichster Weise beantwortet wurden. Hierauf wurde die Ergänzungswahl der Arbeitsnachweis-Kommisfion vollzogen und einige interne Ver> einsangelegenheitcn erledigt, worauf die Versammlung geschlossen wurde. Nerband deutscher Zimmerlrute, Lokal- Verband „Aerlin Vst". Mittwoch, den 22. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokal der Wittwe Horstmann, Frankfurter Allee 127, Versammlung mit der Tagesordnung: 1. die Anträge zum dies- jährigen tzandwerkertag. 2. Verschiedenes und Fragekasten.— Der Lokalverband„Berlin Nord" hält ebenfalls heute, Mut- woch, Abends 8 Uhr, in Zimmermann's Gesellschaftshaus, Cös- linerstraße 17, eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Schulz über„Homöopathie". 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste sind willkommen. Der Fachverrin für Schlosser etc. feiert sein 8. Stif- Wiener Maskenball, am Sonnabend, tungsfest, verbunden mit Wiener den 25. Februar ct., im Grand Hotel Alexanderplatz. Großer Ball. Vorher Konzert von einer 10 Mann starken Kapelle. Gesang und komische Vorträge, ausgeführt vom Gesangverein Euterpe. Verschiedene Belustigungen. Anfang 8 Uhr. Der Verein der Dnmenmäntel-Kchncidergesellen, Bügler, Stepper, Zuschneider feiert sein 2. Stiftungsfest am 10. März in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Billets sind zu haben: Zossenerstraße 17, Hof 4 Tr., bei Herrn Wutke und Langestraße 69 bei Herrn Frahm. Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Kranche beschäftigte« Kerufsgenosfen. Heute, Mittwoch, Abends 8{ Uhr, in den„Armin-Hallen", Kommandantenstr. 20, statutenmäßige Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorlegung der Statistik. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Fachverein der Putzer. Heute, Mittwoch, Abends 81 Uhr, im Vereinslokal. Jnselstr. 10, bei Scheffer, Mit- glieder- Versammlung. Tagesordnung; 1. Vortrag eines Architekten über„die Entwicklung der Architektur", mit optisch- bildlichen Darstellungen. 2. Abrechnung vom Maskenball. 3. Vcreinssachen. Gesang-, Turn- nnd gesellige Vereine am Mittwoch. Männergesangvcrein„Jugendlust" Abends 8t Uhr im Restarant Passod, Gartenstr. 162.— Männergesangverein„Cäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstr. 127a.— Gesangverein„Männerchor Linde" Abends 8'> Ubr im Restaurant Haller, Naunynslr. 70. — Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlings-Abtheiluna) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.— Turnverein„Wedding", Pankstraße 9. Männer- Abtheilung von 8� bis 10� Uhr Lehrlings- Abtheilung von 8 bis �sischer Verein„Holtet" Abends 9 Uhr Wissenschaftlicher Verein Abends; desgleichen 1. 10 llhr Abends.— Schlcsischer im Restaurant, Wasscrthorstr. 41. für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schöichauserstraße 42, Unterricht und Uebungsstunde. — Äoller'scher Stenographenverein„Süd-Berlin". Abends 8t Uhr im Restaurant Prinzenstr. 97 Sitzung und Uebungsstunde. — Arends'scher Stenographenverein„Amicitia" Abends 8« Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.— Arends'scher Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant „Wilhelmsgallen", Hochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler indcschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, ze 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickerstraße 191.— Rauchklub„Havanna 80" Abends 8t Uhr im ResiaurtfA tn Reicheirbergerstraße 16.— Rauchklub„GemüthlicMf' xu, 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161 klub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restau Prinzenstr. 96.— Rauchflub„Frisch gewagt" Ab im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27. Neueste Nachrichten. Auf Grund de« Sozialistengrsrtzr»** boten: 1. Vom Kgl. Polizeipräsidium zu Berlin dietz Anarchistisch- kommunistische Bibliothek. Heft I. Ar Regierungen von Peter Krapotkin, übersetzt aus zösischen und herausgegeben von der Gruppe London. Druck von R. Gundersen, 96 Wardour«J Square W.— 2. Von der Kgl. sächsischen Kreishaup> Dresden die Druckschrift:„Arbeiter! Wähler!" mit, schrift:„Nieder mit der Reaktion! Es lebe die' kratie!" Verleger: Wilh. Trippner, Dresden. Schönfeld und Harnisch, Dresden. München, 21. Februar. Der Finanzausschuß.� Matnkularquote Bayerns auf 30 700000 M. fest.> minister stimmte dem Anschlage des Referats zu, Zinsbetrag der Reichsschulven auf 40 Mill. M.«J, theil Bayerns für das Reichsmilitär um 61 Mill. M z sprach jedoch die Hoffirung aus, daß die Verbrau Rübenzucker sich steigern werde. pari«, 21. Februar. In mehreren Zeitungen' Befürchtung ausgesprochen, daß es bei GelegenWZ rathung über die geheimen Fonds, welche wahrschein� Donnerstag stattfindet, zu einer Ministerkrise lern#' wenn das Kadinet die Vertrauensfrage stellen sollte. � Wich Morx (Einget Telegraphische Depeschl besei' (Wolff's Telegraphen-Bureau.) k* Kan Nemo, Dienstag, 21. Februar, Vormi>�** Kronprinz hatte eine bessere Nacht, Husten und Ausn» wesentlich nachgelassen.,, pari», Dienstag, 21. Februar. Der Ministers beute Morgen die»xrage der geheimen Fonds un?( w™]'" eine Reduzirung des vom Minister des Innern f 6«nr,?Mrt, un Kredits von 1600 000 Frcs. seitens der Kammer n- paß erlaubt r lassen. längere Z pari«, Dienstag, 21. Februar. In der heutigen� könne, wie 1 lung des Prozesses gegen Wilson und Genossen nn£ M einer neuer das Plaidoyer des Staatsanwalts die thatsächliche alle Welt bar Wilsons konstatirt. Die Handlungsweise desselben erfe allen ist Ob' so unmoralischer, als er ein Politiker sei und seine t verlänn-v.™ Thätigkeit selbst im Palais des Elysee betrieben habe a' 11 R ffiV1"' ieichstag Kriefkasten der Redaktil».wird das s° i Kpreck, stund»«>»» Judaktion, �kigen Faktor nur von 13—1 Uhr Mittag» und 7—8 Uhr?»>, daß man P«10 Bei anfragen bittin mir die abannementg-Quittung beiiufüg«- f'SCN nicht me Verein der Metallschleifer und• Verein zur Wahrung der Interesse'� � �# es Dachdecker � machen r werden gebeten, der Ervedition ihre Adressen anzu#�. �det, das p. G. Wenn Sie durch Unvorsichtigkeit Ä 3 fnet Reihe nei zerbrochen haben, so�müssen Sie dem Wirthc den ersetzen. derselben ersetzen. Er braucht nicht darauf einzugei-' st Daß hies aber statt der geschliffenen Scheibe eine einfache wcK hn, r «st lassen. «SÄ'./! , einen bW, NenT�i SwföÄ A$ Der Schlafbursche kann sich in dem SÄ lange aufhalten, wie er will, auch tagsüber. H. A. 58. Darüber dürften die Ansichten st den sein. I. K. Rud»r«dorf»rstratz». Wenn Sie Zei muß Ihnen das Geld zurückgezahlt werden. ill-»• F. Ripdorf. Wenn Ihre Großmutter den,, bej m." mit Großonkels nicht erlebt hat(nur auf diesen Zeitpunkt i;~ inneren u an), so ist das Vermächtniß hinfällig geworden, st. Politische die Erben oder die Kinder Ihrer Großmutter � n Vergehen d G. D. Tegelerstr. 1. Wenn Sie nachweisen Wj\ scheint die Frau wiederholt und absichtlich vor Ihnen au?>*�„9„% je -selbe zum Sühnctcrmin vor den h�ausbe nderen gei laden Sie dieselbe zum Sühnetcrmin vor den � oQ � und im i strengen alsdann Beleidigungsklage an. 2. Dst r...■.ei sechsten Wahlkreise ist noch nicht ausgeschrieben,, gvl > kann erst festaesevt merdan. fnbnlb Vier i-aiae™,e6en kam Akratische« Tag kann erst festgesetzt werden, sobald der jetzige Ve> mündigt ist. M.(ß. 71. Nach der humanen Bestimmung T°pganisireu ordnung ist die Herrschaft bei Widersetzlichkeit des' leichten Züchtigungen befugt. Bockbier-Saison 1888. Die diesjährige Saison wird am 25. Fedrnar eröffnet. Am 33. ds. Mts. wird mit dem Versand nach außerhalb in Gebinde» und in Flaschen begonnen. A«ch in di.f»« fahr» werde« wir a« Prwatktmden Kockbier in kleinen Gebinden nnd Flaschk� direkt au» unserer Krauerei adsrb»»,«nd iwar berechnen wir: für die Achtel-Tonne 4,50 M.> für die Diertel-Tonne 0 M., für die halbe 18 M., für die ganze Tonne 36 M. Hosttdier in Flaschen nur echt mit 2 in die gurd,*» eingeblasenen Köcken liefer» wir für hier»um preise»o« 3 Mar' für 18 Flaschen frei in» Ka««. Pfand wird mit 5 pfg. per Flasche berechnet, und hat der Kutscher eine chnittnng nnferer Kranerei darüber autzusstkk� Unsere Kockfiasche» find nicht nerbüuflich und werden als unser Gigenthum auch dann zurückverlangt, wenn Händler solche undest� an sich dringen. Nach außerhalb liefern wir Ksckbier in Kisten ä 50 Flaschen(inkl. Pfand für Kiste und Flaschen) 14 Mark frei hiestgen gegen Nachnahme und zahlen für Kiste und Flaschen bei freier Retournimng die 5 Mark Pfand zurück.( Berliner Bock-Brauerei, SW., Tempelhofer Berg, Telephon No. 4419. Amt Vi Verantwortlicher Redakteur: Zi.«ronhei« in Berlin. Druck und Verlag v«n Mar Kadiug in Berlin Beuthstraße 2.