littltl I nttfrj i(i. Ursachen JJJ den die• Speziell mit Rück daß a« gemäße ! Leiden' daß alle! nie für i t durch Körpers isen ißt Abends> Wiener■ Herren nienstt. V; und" tlftr ü»»| Abends TagcsolZ Gefühls Versamml«� T Mit» immlung an kenball. 3� Mitglieder m iintzud!' en Gnld' l H.) W, mittags Wi lntcnftr. u Versa Zteue. rotokolls! reffen.*■ 5. Außc, der und Abends > n ung. eine eta ends 9 benov 47. Freitag, den 34» Februar 1888. 5 Jahrg. erlimMsM Lrgiin für die Interessen der Arbeiter. 4 Da»„»erli«-r VolkSblatt« «glich Morgen« außer nach Sonn« und Festtagen. AbonnementSprei« für Berlin frei Eingetragen PostzeitungSpreiSliste JnsertionSaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf.«U größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohn» Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 3.— Grpedition: Zimmerstraße 44. Monopole in Nordamerika. Ausdehnung des Kapitalismus hat in Nordamerika rapideren Verlauf genommen als im alten Europa. ,?Fen erst noch eine Menge von Schranken zu besei- l: it,e#u4 früheren Zeiten übrig geblieben waren und nach sehr dauerhaft erwiesen haben. Zn Nordamerika P'H völlig freier Raum, so viel Freiheit, daß die �"onswuth und das Profitfieber wahre Orgien feiern ,: infolge dessen haben sich sowohl an Grundbesitz i � In beweglichem Kapital in Nordamerika in den Einzelner solche Mafien angehäuft, wie wir sie in taum kennen. man uns sagt, die Entwickelung des Kapi- und die immerwährende Aufsaugung der kleinen „ g, urch die großen führe schließlich dahin, daß Betriebszweige sich in den Händen weniger ! �uttrnehmer befinden würden, so schütteln »ch �hakigen Spießbürger ungläubig die Köpfe. baß bei uns der Kleinbetrieb immer sehr breiten Raum m w»" ncrgff 3 gi%|i tüäj —.v., einnimmt, breiter als andern Ländern. Aber es ist auch nicht zu ver Die „„_______...7_____ Kapi sind schon verschiedene Bettiebs h- r«anoern. Aver es t|t aucy mctzl zr SnliJi lsch dieser Raum immer mehr verringert. .�'sch�u Zustände zeigen unS, wohin der k.: lmtov4(Ts�y.i____. cn.i % cm'tn'C70n verschiedene Betriebs- % �Monopolen einzelner weniger Kapitalisten ge- � Monopole im Eisenbahnwesen die Be- ��troleum quellen können als Monopolisten bc ier< [(,, w- ls| , irden und auch die Zuckerproduktion , von Firmen ausge Wp l> i r i t u s r i n g bei unS i a» iß Q fit drüben längst vorhanden; ist zum ausgewachsen. Was in Deutschland der Zucker- L,'fäem schon Gegner der staatlichen Monopole mit ks sind, so müssen wir um so mehr Gegner 3?,°u°pole sein. Diese Privatmonopole sind im ganze Einwohnerschaft eines Landes den im,(JAroan9 und Druck auszuüben. r fest 5.. Leute, welche den Sozialisten gegenüber steif i�ß»iit.,s upten, der Bedarf eines Landes an Waaren, h!? bie a.n, Ustd Verbrauchsgegenständen ließe sich nicht h � firfi 1 lW feststellen. Diese ungläubigen Thomafie Jlklh. u�ch die amerikanischen Monopolgesellschaftcn . �sten r'f festeren belehren lassen müssen. Die Ge- 8co§en ,?nen sehr genau aus, was die Bevölkerung �bchr jtfi»«n. Qn Pettoleum, an Zucker und anderen htonZ Bingen braucht. Sie richten darnach die Pilin, jr,,"gen ein und indem sie ein bestimmtes \ den sner. Maaren auf den Riarkt werfen, gelingt es �te'3 dieser Waaren durch gesteigerte Nachfrage JeuMeton. _[' '(SoijbnMt sulet«.) Der Crbe. �oman von Friedrich Gerst �er S-°°�°»walt Witte zu � A �"-»u Friedrich G e r st ä ck e r. � l..�er° �° � u l t W i t t e z u H a u s e. des i"°isanwalt Witte war indefien durch den An« Technikers ebenso überrascht worden, wie Praktik' 0bne aber auch nur für einen Moment E kein.!,T" Standpunkt zu verlieren. Er hatte aller- Vellen Ti ü?.gehabt, daß nach dieser Richtung hin V �ndx.."e Neigung im Aufkeimen wäre— weit ehcr yjdgt r' das mußte doch der Fall sein, sonst würde SsT Antra! schüchterne Mann nicht gleich mit einem wh q J.?«6 vorgetreten sein. Aber er wäre nicht bose >ett denn er kannte Fritz Baumann als einen w ch'" und fleißigen jungen Techniker, und Ii-'v»rn«s� roar ebenfalls nichts einzuwenden. Em ne/et" Schwiegersohn wäre vielleicht auch ihm .Ä Kwa tnf a�er wirklich? t« XA ik n Ärbei. ikmem Zimmer auf und ab und dachte gar unh% wußte er gut genug— Hoch mit ,4.ei Sik j,, che wäre eine derartige Verbindung ein be- it-�b au* ch die Rechnung gewesen; bei ihr fanden ßZMUUZ« am L iieo pioniM) in �'. al zu seiner Tochter hinüberging h Ende mehr, als es gut wachte. zu erhöhen. Bei der Zuckerproduktion lassen sich diese Ma- nipulationen deutlich verfolgen. Man nimmt an, daß die 60 Millionen Einwohner von Nordamerika je 52 Pfund Zucker pro Kopf und Jahr verbrauchen. Das Monopol hat den Zuckerpreis um U Cent pro Pfund gesteigert und diese Steigerung allein schon bringt den Zuckerbaronen, die am„Ring" betheiligt sind, eine Summe von nahezu 47 Millionen Dollars jährlich ein. Diese großartige Schröpferei erinnert an die Vorkaufs- und Preissteiaerungsgesellschaften zur Zeit der Reformation. Nur daß die heutigen Monopolgesellschaften viel raffinirter zu Werke gehen als die früheren, und daß der Gewinn tausend fach größer ist. Indefien sieht das Publikum diesen Dingen auch nicht ruhig zu; man kann in der That„seine Nerven" bekommen, wenn man sieht, wie diese Monopolisten sich mit ihren Preis- steigerungen um Milliarden bereichern, so daß ihnen mit einem Federstrich ein goldener Regen in den Schooß fällt. Jawohl, der Goldregen der Danas war noch ein mytholo- gischeS Wunder, aber was will es bedeuten gegen den wunderbaren Goldregen, den die amerikanischen Monopolisten hervorzuzaubern vermögen? In der Presse, soweit sie nicht von den Monopolgesest schaften auch monopolisirt ist, hat sich ein Sturm gegen diese Monopolgesellschaften erhoben. Man verlangt Ab- Hilfe, gesetzgeberische Mittel gegen diese empfindliche Be- drückung und Besteuerung. In der That, die Bedrückung durch solch ein Privatmonopol kann lästiger werden, als je- mals eine absolute Regierungsgewalt es war. Wer weiß, was alles noch monopolisirt werden wird? Selbstverständ- lich wird man immer darauf ausgehen, gerade die n o t h- wendig st en Gebrauchsgegenstände, die unentbehr- l i ch st e n Genußmittel in vie Hände der Monopolgesell- schaften zu bringen. Man stelle sich z. B. einmal vor, es gelänge in späterer Zeit einmal einer großen Monopolge- sellschaft, alle Bekleidungsindusttien an sich zu bringen und den Kleinbetrieb zu vernichten. Wir schwärmen gewiß nicht für den Kleinbetrieb, aber in den Händen der Privatmono- pole würde die Gesellschaft in eine ganz neue Art von Knechtschaft gerathen, nicht weniger schlimm als die anderen Arten von sozialer Knechtschaft, welche die Geschichte kennt. Man verlangt Abhilfe von der Gesetzgebung. Ob sich die nordamerikanische Legislatur dazu verstehen wird, gegen die Monopolisten einzuschreiten, das muß man abwarten. Jedenfalls wird sie sich nicht gerne dazu verstehen. Das Geschrei über einen solchen Eingriff in die„persönliche Freiheit" wird genau so groß sein, als zur Zeit der Sklavew emanzipation. Wenn die Legislatur sich indefien entschließt, gegen die Monopole vorzugehen, so wird dies einen der bedeutsamsten auch nicht abgeredet haben. Es war befier, er ließ der Sache eben ihren natürlichen Lauf. Draußen auf dem Gang wurde eine Thür geöffnet und hastig wieder geschloffen; er hörte es deutlich, denn seine eigene, in das Schreibzimmer führende Thür stand offen— das konnte doch nicht schon der Brautwerber gewesen sein— vielleicht seine Frau. Er schritt hinaus über den Vorsaal in seiner Frau Wohnstube, um dort aus dem Fenster auf die Straße zu sehen. Wahrhaftig, dort ging der junge Baumann mit raschen Schritten gerade über den Weg!, „Abgelehnt," nickte er leise vor sich hm— ob ich es mir denn nicht gedacht habe— armer Junge— aber es ist, wie ich gefürchtet: das Mädel hat, wie man so sagt, große Rosinen im Topfe, und ihre Mama quellt sie noch aut."— Er zuckte mit den Achseln.—„Ich kann's nicht ändern, und das Gescheidteste wird sein, ich thue, als ob ich gar nichts von der ganzen Geschichte ""''"Damit drehte er sich um und glitt wieder— dieses Mal mit geräuschlosen Schritten- in fem Bureau Hin- über, wo er sich an sein Pult setzte und arbeitete. Er wollte das Ganze ruhig an sich kommen laffen. Eine gute Viertelstunde, vielleicht etwas langer, mochte er so ungestört geblieben sein, als einer seiner Schreiber den Kopf in die Thür steckte und sagte: Herr StaatSan- walt, es ist eine Frau hier, welche Sie selber zu sprechen wünscht." tft 64? "Die Frau Müller aus Vollmers." Soll herein kommen," sagte der Staatsanwalt mür- risch" er hatte den Kopf voll und die Störung war ihm nicht£>ert Advokat!" sagte Madame Müller, indem sie sich in der Stube nach einem Platz umsah, wo sie ihren Schirm abstellen konnte, denn sie brauchte ihre Hände �'©uÄg, liebe Frau! Was wünschen Sie?" "Sehen Sie, Herr Advokat," sagte Madame Müller, indem sie den Schirm glücklich hinter dem Sopha anbrachte, Eingriffe der staatlichen Gewalt in die wirthschaftlichen Zu- stände darstellen. Es wäre unendlich einschneidender, als alles, was bis dato geschehen ist. Unfall- und Alters- Versicherung, Fabrikgesetzgebung überhaupt und alles, was damit zusammenhängt, greift nicht so tief, als eine Beschränkung des kapitalistischen Monopolismus. Eine andere Frage freilich ist, wie eine solche Gesetz- gebung beschaffen sein müßte, um wirksam zu sein und zu bleiben. An eine besondere Wirksamkeit glauben wir über- Haupt nicht. Der Monopolismus bedeutet eine besondere Phase in der naturgemäßen historischen Entwicklung des Kapitalismus und eine solche Phase läßt sich mit einem Gesetz nicht aus der Geschichte streichen. Immerhin aber würde mit einer solchen Gesetzgebung jener Kampf der Staatsgewalt, von dem wir sicher sind, daß die Zukunft ihn allgemein machen wird, mit den Auswüchsen des Kapitalismus beginnen. In Amerika wird die Staats- gewalt ftüher als anderswo gezwungen, im Jntcrcfie der Gesammtheit diesen Kampf aufzunehmen, wie wir sehen. Die Monopole ä la Zuckerring sind eine der wüstesten ökonomischen Erscheinungen' sie sind das Resultat, zu dem ein auf die mancherliche Theorie gegründetes WirthschaftS- leben führen muß. Wer angesichts derartiger Erscheinungen noch die„freie Konkurrenz" und das„freie Spiel der Kräfte" für eine wohlthätige Erscheinung halten kann, der muß schon die Absicht haben, selber Monopolist zu werden. Wenn die nordamerikanische Legislatur den Kampf gegen die Monopole aufnimmt, so wird dieser Kampf der beiden Gewalten der Welt eines der interefiantesten Schau- spiele bieten, die sich in der Neuzeit auf dem sozial- ökonomischen Gebiet gezeigt haben. Man wird zum mindesten sehr viel daraus lernen können. Triginak-Komspontlcnzm. Zürich, 21. Februar. Obwohl gewöhnlich nicht mit den ersten Frühlingsboten der erste Streik begann, so haben wir diesmal ausnahmsweise schon im Februar eine Arbeitseinstellung. Freilich sind es die Herren Fabrikanten, welche die Arbeiter dazu gedrängt haben. Es ist die Schuhfabrik von Steinhäuser. Bucktenthalcr u. Ei e. in Lausanne, die ihren Arbeitem eine Lohnreduktion und eine geradezu blöde Fadrikordming oktroyiren wollten. Bei elfstündiger angestrengter Arbeitszeit verdienten bisher die Arbeiter in 14 Tagen bis zu 20 Frks. und darunter trotz des theueren Lebensunterhaltes, ver in der französischen Schweiz noch kostspieliger ist als in der deutschen. Nachdem gütliche Vorstellungen von Seite der Arbeiter mit Eni« lassungcn beantwortet wurden, blieb den Arbeitern nichts an- dercs übrig, als zum letzten anwendbaren Mittel, dem Stteik, zu greifen und so legten denn am 11. Februar 40 meist ver« „ich bin die Frau Müller aus Vollmers, und daß mir kein Mensch'was Böses oder Schlechtes nachsagen kann, das will ich Ihnen beweisen, da. Da, hier," fuhr sie fort, indem sie ein ganzes Packet Schriftstücke aus ihrem Arbeitsbeutel nahm,„ist mein Tauf- und Impfschein, mein Konfirmations- Zeugniß, mein altes Drenstbuch, denn ich..." „Meine gute Madame," sagte Witte ruhig,„Sie sind hier mit Ihrer Beschwerde am unrechten Platz. Daß Sie eine brave, rechtliche Frau sind, glaube ich Ihnen auf Ihr Wort, aber ich habe mit der Sache..." „Na, aber dann brauchen auch so ein paar alte Schleicher nicht zu mir ins Haus zu kommen," rief die Frau entrüstet,„und mir alle möglichen Grobheiten und Injurien zu sagen!" „Liebe Madame Müller," sagte Witte, ungeduldig werdend,„Sie sind hier an den vollkommen unrechten Ort gerathen, denn wenn Sie, wie ich nach Ihren Reden ver- muthen muß, in Ihrem eigenen Hause beleidigt wurden, so gehen Sie einfach auf die Polizei und beschweren sich dort. Einen Advokaten haben Sie dazu überhaupt nicht nöthig." „Aber ich will einen haben," sagte die Frau ganz ent- schieden,„denn wenn ich gegen ein paar so vornehme Herren auf die Polizei gehe, so steckt die mit ihnen durch und Unsereiner kann mit langer Nase wieder abziehen." Witte lachte.„Sie haben gute Ansichten von der Po- lizei, aber Sie sind im Jrrthum; ob Sic ein Baron oder ein Graf oder wer sonst beleidigt hat, bleibt dasselbe— die Gesetze sind für Alle gleich. Aber jetzt, liebe Madame, bitte ich Sie, mich zu entschuldigen; ich bin sehr beschäftigt und habe auch mit der Sache gar nichts zu thun. Gehen Sie nur auf die Polizei." „Nein," sagte die Frau—„Gott bewahre Einen vor der Polizei! Einen Advokaten will ich haben, und wenn's auch kein Baron oder Graf war, so war's doch ein Major und ein Rath, und den Rath besonders, den Herrn Früh- bach, den soll mir der Advokat drangsaliren, daß er schwarz wird!" „Rath Frühbach— und ein Major?" sagte Witte, plötzlich aufmerksam werdend, denn er mußte an den ver- Heirathete Arbeiter die Arbeit nieder. Die deutschen Schuh- macher werden es sicherlich als eine Pflicht der Solidarität er- achten, ihren schweizerischen Kollegen durch Zuzug den Stand nicht zu erschweren, sondern in jeder möglichen Weise denselben zum Siege verhelfen. Der abermalige Angriff der Schweiz durch Herrn v. Putt- famer, diesmal gegen die Person des hiesigen Polizeihauptmanns Fischer gerichtet, hat die Spitzclaffäre und was damit zusammen- hängt auf's Neue in den Vordergrund geschoben. Am Sonn- abend Abend machte der Telegraph von den„taktvollen" Aeusjerungen des Herrn Ministers Mittheilung und die Er- regung darüber war so groß, daß sog« die ,,N. Z. Ztg." in ihrer Depesche das„Subjekt" unterdrückte. Die demokratischen Blätter aber theilten die parlamentarische Leistung des deutschen Ministers ihren Lesern mit, denn diese durften erfahren und wissen, was man gegen die Beamten der Schweiz in einem fliachbarstaatc sich zu sagen erlaubt— einem Nachbttstaate, der mit seinen Produkten aller Art Jahr aus Jahr ein das Land überschwemmt und von dem 100 000 Angehörige in der Schweiz ihre Existenz und ihr Auskommen haben. Der von einer gewissen schweizerischen Presse stistematisch gepflegte Chauvinismus und die kultivirte Schwabcnfrcsserci erhalten durch solche Vorkommnisse neue und nachhaltige Nahrung. Hatte das der Minister beabsichtigt? Diesen Zweck kann er erreicht haben. Denn das schweizerische Volk fühlt sich mit seinen tüchtigen Beamten eins, es steht mit denselben nicht im Gegensätze wie in anderen Ländern und darum empfindet jeder Schweizer die Beleidigung, die seinem Beamten zugefügt wurde. Wird der BundcSrath Genugthuung verlangen- Die Presse bespricht den Fall in kritischer, erregter Weise. Der„Bund" druckt die wichtigsten, namentlich die auf Fischer bezüglichen Partien der Reden Bebel's und Singer's ab, ebenso mehrere andere Blätter. Dem Taktgefühl und der diplomatischen Ueberlegung und Gewandtheit— die deutsche offiziöse Blätter oft nicht genug bewundern können— des Herrn v. Puttkamer flicht man in der Schweiz keine Kränze. PolMsche Ueberstcht. Die parlamentarische Saison wird aller Voraussicht nach in diesem Jahre erheblich früher beendet sein, als sonst. Das Interesse an ihr ist sogar jetzt schon so gut wie erloschen. Der Reichstag hat seine wichtigsten Aufgaben, die Zollerhöhungen, das Wehrgesey mit seiner Anleihe, die Verlängerung der Legis- laturpcrioden und die Verlängerung des Sozialistengesetzes be- reits erledigt und der preußische Landtag hat, von dem Gesetz betr. Erleichterung der Volksschullasten abgesehen, wichtige Auf- gaben diesmal überhaupt nicht gehabt. In einer Zeit, in der die politischen Erwägungen schwer auf allen Gemülhern lasten und die Beunruhigung über die politische Lage Europas trotz des Eingreisens des Reichskanzlers nicht zu schwinden scheint, tritt das Interesse an der Thätigkcit der Parlamente wesent- lich in den Hintergrund, zumal wenn eine der Regierung UN- bedingt zur Verfügung stehende Majorität die gesetzgeberischen Projette schon bei ihrem Auftauchen entschieden sein läßt. Der Rest der Aufgaben, die dem Reichstage jetzt noch verbleiben, die zweite und dritte Lesung des Etats, das Gesetz, betreffend die Oeffcntlichkeit des Gerichtsverfahrens, die Rechtsverhältnisse in den Schutzgebieten, das Gesetz über den Verkehr mit Wein — läßt sich bequem vor Ostern erledigen, um so eher, als das Weingesetz aller Voraussicht nach unter den Tisch fallen wird. Auch die Anträge aus dem Hause, wie der den Brot- verkauf betreffende, die Sonntagsnihe, die Aufhebung des Identitätsnachweises werden den Schluß der Session nicht vcr- zögern. Wenn sich die Kommission mit dem letzteren nicht sehr beeilt, kommt er möglicherweise gar nicht mehr ans Plenum. Zwei von der Regierung angekündigte Vorlagen, das neue Ge- nossenschaftsgcsetz und die Alters- und Juvalidenvcrsicherung, find hiS jetzt dem Reichstage noch nicht zugegangen, sie liegen noch nicht einmal dem Bundesrathc vor. Ob das Genossen- schaftsgesetz noch eingebracht wird, soll sich in diesen Tagen ent- scheiden. In den Kreisen, die den Entwurf bereits kennen, nimmt man an, daß es dann im Reichstage schnell erledigt werden könnte und daß eine Verlängerung der Session dadurch nicht verursacht werden dürfte. Auf die Einbringung der Alters- und Jnvalidenversorgung ist kaum mehr zu rechnen. Es wird zwar jetzt zum so und so vielten Male öffiziös angekündigt, daß der Entwurf im Reichsamt des Innern fertig sei und dem Bundcsrath im Laufe der Woche zugehen werde, das geschieht wohl aber nur, um„diligeniiam zu prästiren". Man nimmt an, daß der Entwurf im Bundesrath drei bis vier Wochen Zeit zur Bcrathung brauchen werde. Er würde dann also an den Reichstag so spät gelangen, daß in Ernst an seine Erledigung nicht mehr gedacht wird. Digse Aufgabe bleibt wohl der nächsten Session vorbehalten. Drr Mirthschaftlich» NL«kg«ng, den die Anhänger der neuesten sogenannten„Wrrthschaflspolitik" stets geleugnet hatten, ist jetzt in Sachsen auf eine cigenthümliche Weise ent- deckt worden. Nämlich in der auffallenden Abnahme der bissenen Major von Halsen denken.„Wie hieß der Major?" „Halsen," sagte die Frau,„Major von Halsen." „Und der soll Sie in Ihrem eigenen Hause beleidigt haben?" sacjte der Staatsanwalt kopfschüttelnd.„Das ist wohl nur em Jrrthum, liebe Frau, denn der alte Herr kränkelt fortwährend und wäre kaum zu Ihnen nach Vollmers gekommen!" „Jrrthum? Ja, schöner Jrrthum!" rief die Frau. „Kränklich sieht er aus, denn er humpelte an einem Stock herum. Aber wo soll da ein Jrrthum herkommen, wenn er mir in meinem eigenen Hause sagt— das heißt, der Rath, nicht der Major— das Bild, das über meinem Sopha hängt, wäre nicht meine Tochter, sondern die Tochter vom Baron von Wendelsheim, und daß ich die Kinder ver- tauscht hätte, wo ich den jungen Baron selber auf meinen eigenen Armen zehn volle Monate herumgetragen und ge- nährt habe." „Von Wendelsheim?" sagte Witte, der schon ungeduldig auf seinem Stuhl herumgerückt war, jetzt plötzlich aufnierk- sam werdend. Dahinter stak wieder der unglückliche Riajor, so viel war sicher, und der hatte jetzt, wie es schien, seinen tollen Verdacht so weit getrieben, um einen Eklat herbei zu führen. Witte selber sing aber an, sich nach den Vor- gängen von heute Morgen mehr und näher für den Namen Wendelsheim zu interessiren. Seine Tochter mußte eine andere Neigung haben, oder sie hätte den Freier nicht so rasch und entschieden abgewiesen, und erwünschte nun wenigstens der Klagesache auf den Grund zu kommen, um wo mög- lich ein Oeffentlichwerden der fatalen Rederei zu verhindern. Anstatt die Frau deshalb abzuweisen, legte er die Feder hin, drehte sich auf seinem Stuhl herum und sagte:„Dann lassen Sie wenigstens einmal hören, was die Herren von Ihnen gewollt haben; bitte, nehmen Sie Platz und reden Sie ein wenig leiser." Madame Müller verlangte nichts weiter als einen Platz zum Sitzen und eine Aufforderung zum Reden, und begann nun auch ohne Säumen mit ihrer gewöhnlichen Weit- schweifigkeit nach allen Himmelsrichtungen hin auszuholen. Witte war aber nicht der Mann, der ihr das hingehen ließ. Volksschulfrequenz. Eine Notiz über diese, allerdings unzweifelhafte Thatsache, ging dieser Tage durch die sächsische Presse und hat die„Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen Regierung, zu folgender Aussprache ver- anlaßt: „Durch die Lokalblätter läuft eine Betrachtung über die „befremdende Wahrnehmung", daß in„mehreren Städten Sachsens" ein Stillstand in der Zunahme der Volksschüler ein- getreten sei. Wer die Bevölkerungsstatistik der letzten zehn Jahre auch nur mit gewöhnlicher Aufmerksamkeit verfolgt hat, weiß, daß diese Erscheinung weder neu, noch mehreren „sächsischen Städten" eigenthümlich ist, sondern sich auf das ganze Deutsche Reich erstreckt und hier schon vor fünf Jahren, in Sachsen schon vor zehn Jahren ihren Anfang nahm. Denn es ist selbstverständlich, daß die Zunahme der Schülerfrequcnz sich bei normaler Ältersgruppimng genau in demselben Verhältniß wie der Bevölkerungszuwachs verlang- s a m e n muß. Nun betrug aber die durchschnittliche Bevölke- rungszunahme pro Jahr in der Periode 1871 1875 1876/1880 1881 1885 in Sachsen.... 1,„ pCt. 1,« pCt. 1,,« pCt. im Deutschen Reich. l,oo„ l,u„ 0,70„ Der Bevölkerungs- Zuwachs ist somit in Sachsen schon seit 1875, im Reich schon seit 1880 zurückgegangen, im Reichsdurchschnitte sogar genau um die Hälfte, und es ist nur natürlich, wenn sich das in der Zahl der jährlich schulpflichtig werdenden Kinder von Jahr zu Jahr bemerkbarer macht. Was insbesondere die Gcburtsziffer(die Zahl der auf 1000 Bewohner entfallenden Geburten) betrifft, so fiel dieselbe in Sachsen seit der Periode 1876/80 von 45, i, auf 43,«z und zwar nahmen an diesem Rückgang sämmtliche Regie- rungsbezirke Thcil. Von den 28 Städten Sachsens, die im Jahre 1875 mehr als 8000 Einwohner hatten, zeigen in der Periode 1881 85 nur vier(Limbach, Oschatz, Schneeberg und Würzen) eine höhere Geburtsziffcr als in der Periode vorher; drei(Annaberg, Bautzen und Pfauen) haben ihre frühere Ge- burtenhäufigkeit beibehalten, atle übrigen zeigen niedrigere Äeburtszifsern als früher. Ein Vergleich der Prozentziffern der in noch nicht schulpflich- tigcm Alter gestorbenen Kinder ist bei der Art, wie unser statistisches Material publizirt wird, nicht möglich; selbst die Säuglingssterblichkeit fehlt uns für die Periode 1876—80. Dennoch lassen bie_ in unserer Nummer vom J20. v. M. zusammengestellten Ziffern erkennen, daß auch die Säuglings st erblichkeit — wenigstens in den Fabrikstädtcn— in Zunahme be- griffen ist; auch aus diesem Grunde kann die Scbüler- ferquenz nicht mehr in den Progressionen, wie in früheren Perioden, steigen." Die Thatsachen, welche das sächsische Regicrungsorgan für rückhaltlos konstatirt, sprechen so deutlich, daß ein Kom- mentar überflüssig erscheint. Abnahme der Geburts- zifjern, Zunahme der Sä u ä li ngs- Sterb 1 i ch- feil, das sind allgemein anerkannte Symptome des w l r t h- schastlicken Rückgangs, der in Deutschland also mitdenFortschrittendersogenanntenWirth- schaktsreform Hand in Hand gebt. Damit das dritte klassische Symptom des wirth schaftlichen Rückgangs nicht fehle, fei hier gleich mitgetheitt, daß auch die Frequenz der Ehcschlietzun- gen in Sachsen wie im übrigen Deutschland abgenom» m e n hat. Gewiße Zeitungen werden sich trotzdem doch nicht abhalten lassen, der Wahrheit ins Gesicht die„Segnungen der neuesten Wirthschaftspolitik" nach wie vor zu verherrlichen. Und wer weiß, ob die„Leivziger Zeitung" nicht dazu gehört. Zum Glück lassen sich Thatsachen nicht aus der Welt schaffen. Die„Stöckerei" bleibt der„Nat.-Ztg." die Antwort nicht schuldig und giebt sie sogar nach dem Spruch bis dat qui cito dat. Am Sonntag hatte die„Nat.-Ztg." betont, daß das Auf- treten Stöcker's als Wortführer der Konservativen kartellgemein- schädlich sein müsse, und war dabei auch zu der Aeußemng ge- kommen, sie müsse sich sehr täuschen, wenn man nicht auch in- nerhalb der konservativen Partei darüber unterrichtet wäre, wie sehr Loerrn Stöcker's Erscheinen vor der parlamentarischen Front zum Nachtheil sei. Worauf die„Kreuzzeitung" hohnlachend er- widert:„Ja, sie täuscht sich in der That;„innerhalb der kon- servativen Fraktion" ist man nur über eins„unterrichtet", dar- über nämlich, daß das Auftreten Stöcker's vortrefflich gewirkt und den allerbesten Eindruck hinterlassen hat; nicht am wenigsten auf die Parteigenossen der„fliational-Zeitung" selbst, unter denen die„Nikodemusnaturen" freilich häusiger sind, als sie bei Anderen gefunden werden. Wie oft geschieht es doch, daß Hofprcdiger Stöcker von denselben Herren einen stillen Händedruck erhält, die ihm öffentlich noch kalt entgegen- stehen! Wir wissen das und können es vertreten." Auch die „Nordd. Allg. Ztg." erhält bei dieser Gelegenheit eine Quittung Wie er nur erst einmal herausbekam, worauf es abzielte, hielt er sie auch in dem Geleise, und wenn sie nach links oder rechts ausbrechen wollte, schnitt er ihr augenblicklich den Faden ab und brachte sie wieder in die richtige Bahn. So hatte er denn auch nach einer kleinen halben Stunde, denn die Zeit gebrauchte Madame Müller doch, um sich gehörig zu entwickeln, nicht allein den größten Theil ihrer Lebens- geschichte,— so weit sich dieselbe nämlich auf das Wen- delsheim'sche Haus und die spätere Zeit bezog— sondern auch die genauen Vorgänge jenes Morgens erfahren, wo der Major und der Rath Frühbach so schmählich abgefahren waren. Wiederholt produzirte dabei Madame Müller jenen ganzen Stoß von Papieren, der ihre Unschuld bekräftigen sollte, wenn der Staatsanwalt überhaupt noch an derselben gezweifelt hätte. Witte wies sie jetzt auch nicht ganz zurück, sondern blätterte sie durch, um den Tag zu erfahren, an melchem sie damals zuerst in Wendelsheim'sche Dienste, und zwar als Amme, eingetreten war; das Datum notirte er sich und schnürte das Packet dann wieder zusammen. Uebrigens stimmte dasselbe genau mit ihrer Angabe, und das wußte er schon selber aus früheren Nachforschungen, daß die Frau wirklich erst in der Nacht, und zwar mehrere Stunden nach der Geburt des Kindes, durch den herrschaftlichen Kutscher in einem verschlossenen Wagen aus ihrem HeimathSort ab- geholt worden sei und die Wartung des Säuglings dann übernommen habe. Die Madame Müller machte den Ein- druck einer zwar etwas derben und überschwatzhaften, aber doch grundehrlichen Frau, und der Staatsanwalt mußte nur im Stillen für sich lachen, wenn er sich die Szene dachte, wo Frühbach und der Major einen Angriff auf sie versucht hatten, es natürlich so ungeschickt als möglich anfingen und mit einem Donnerwetter und völlig geschlagen wieder abziehen mußten. So gern er aber dem Major sowohl wie dem Rath eine kleine Lektion gegönnt hätte, die nicht ausblieb, wenn die Sache vor Gericht kam, so durfte er es doch nicht so weit gehen lassen, schon des unausbleiblichen Geredes wegen, das darüber entstanden wäre. Er freute sich jetzt ordentlich, die Frau nicht gleich abgewiesen zu haben, und es galt jetzt nur, sie von ihrer Klage abzubringen. UebrigenS zeigte sich das gar nicht so leicht, denn Madame Müller über ihre„milde Gesinnung gegen das Judenthum% einer Mißbilligung des von den Stöcker'schen im Wahlbezirk verbreiteten Flugblattes veranlaßt hat.»■ Stöcker und Genossen", sagt die„Kreuzztg.",„lassen denkOffiziösen ebenso wenig imponiren, als von den hängigen", wenn sich dieselben, ohne daß irgend ein Anlaß da wäre, auf den Wegen philosemitischer Ter" zusammenfinden." Man sieht, bemertt hierzu die„L wie den Reaktionären der Kamm geschwollen ilst Pindter's Stimrunzeln verlachen sie und über die der nationalliberalen Kartellbrüder machen sie sich lustig dar glauben sie, von einem Mächtigeren, der sie schon"' gedcmüthigt hat, nichts mehr befürchten zu brauchen, diesen können die Offiziösen wohl bellen, aber nicht b ©» wird jetzt verschiedenen Senken dach wegen der dilatorischen Behandlung der gewerblichen& ruhe durch Reichstag und Regierung. Die amtliche Zeitung" schreibt zum Beispiel post festum:„Das I standekommen eines Reichsgesetzes gegen die Sonn» und weiterer Ausbau der deutschen Arbeiterschutzgesl auch im übrigen, namentlich in der Richtung weiterei kung der Frauenarbeit und verschärfter Fabnkaufsicht, nur int Interesse der Arbeiter, sondern auch im wohloem Interesse der Arbeitgeber in der That recht dringend schen." Die fromme„Kreuzzeitung" aber sucht das L Verschleppung auf den Bundesrath abzuwälzen.„Nur ringcr Erfolg" tei den verbündeten Regierungen, und im Reichstage werde sich anders gestalten. Wir me>w sagt die„Franks. Ztg.", der Reichstag hätte es umgekedu Hand, durch energisches Auftreten die Machthaber i» Aktion zu zwingen. Jndeß als Anzeichen beginnen«!� wissensbiffc sei auch diese Aeußcrung verzeichnet. Tie-!* � �„ liberalen posaunen durch ihre Korrespondenz aus, daß T: /Mete Kro ihrer Sitze in der Kommission für die Sonntages- daß mir flrntt Hirfd i verendete. M die Erlar �roetden dürfe. machte, das tiu.m den Seil JJjfangenen ei " warm star, tw r� itsci tMbe von d k Anfragen I und bis zui 1$ Siebt wohl Frauen als gerade 1 xss» Hitze w '-50 Grad "ner find( Sozialdemokraten abgetreten hätten, damit auch diese ml kommen könnten. Soll damit die traurige Hallurg JE" von 50 l mann's in der Reichstagidebatte wieder wett gemacht p. M Raten» Dann müßten die Herren vom Kartell auch zu in#*,»z Fabrikant dabei helfen, daß etwas besseres, als der schwächltä/. Steuert, Lieber, bald Gesetz wird. Die„Nordd. Ziellg. Ztg.' sv rj Mhr auf j die Maßnahme der Nationallibcralen die hämische 6%™ soll dieses daß die Sozialdemokraten ja doch zu keiner ernsten."M welche->n-> in der Kommission bereit seien. Sie sollte aber do«. wurden u daß darin nichts Verwunderliches ist. Wer spricht gem v-aten de Wind und-ür taube Ohren? Man kann sich die gen� �Mstrircn gung der Sozialdemokraten, in Kommissionen viel w'.-�mcht überz leicht erllären, wenn man die„Sozialpob"' L Paibmenti Ardeiter i „'B, vertra M gehen l dennoch mer so lr % sfe'ri Bei d °us,„d> alle nur zu leicht eiliaren, wenn Reichstags gründlich kennt. ,, Tüchtige Schlosser und Dreher nach bei hohem Lohn per sofort verlangt, so lautete° drei Wochen eine Annonze eines hiesigen Blattes, iw-'™, dengDreher Herrn Ä. B. veranlaßt?, sich schriftlich au. bester suchende Firma näherer Auskunft halber zu ws"„ Einen Tag später erhielt Herr B. von der betrcsseM Bescheid, welcher wörtlich lautete:„Ihre Karte vom 1-<- bestätigend, theile ich Ihnen mit, wenn Sie tüchtig.'',1 Sie sofort nach hier kommen. Sie dürfen jedoch demokratischen Vereine angehören. Sie finden bei# dauernde Beschäftigung. Zeugnisse wären erwünscht- nu voll p. p. G. Luther." In einer zweiten Zuschrift .H, W_ einer jtncncu uuiu/**l' tj, demselben T'age eintraf, schreibt Herr L. noco n „Da in meiner Fabrik Streik ausgebrochen ist, des wSfj demokratischer Seite unterstützt wird, so bitte ick, Wj treffen auf dem hiesigen Bahnhofe an den dtcnstht�'W zisten, welcher genau informirt(!) ist, zu wenden. Ihr Eintreffen per Postkarte anzeigen, so ist von der Firnia am Bahnhof. D. O." Herr B. üvh/f diesen Umständen vorgezogen, sich nicht vertraue#.� Braunschweiger Polizisten zu wenden, sondern HAW Von einem nntrrrichtrten Mitarbeit� Berliner Ztg.", wird uns die Angabe mchrer�» .kes Staal '"tereffe die fNgruppen m für sie ni rffSl NN rejulti SßS 'wen, un % R äg die /wr" U'' C-tuguvr meyir»' � v im Mahlow-Jhrinm Prozesse als Zeugen vernonw-� hätten gegen den Minister von Puttkamer hei der, waltschaft Strafantrag wegen Beleidigung gestellt, hezeichnet. Die Absicht, gegen den Minister die BdwLitt ÄM M- jitM, �tschi».— anzustrengen, hat zwar bestanden, allein die sich in&tc digt fühlenden Albeiter hatten juristisches Verstand, �$l"er, � Gl um einzusehen, bnfc kein einielner unter ifmefl". Nck �:o(X um einzusehen, daß kein einzelner unter ihnen' stimmtheit als vom Minister gemeint bezeichnen>0-. von Puttkamer hat behauptet, daß Mahlow Jhrina � eidigcn Zeugen verleumdet worden sei, aber er ho sagt, daß alle in der Angelegenheit vernommenen»' ten Zeugen meineidig seien, noch hat er besUtitni, unter ihnen bezeichnet, denen sein Vorwurf gelte. �' beschlossen also, deshalb von einer Klage abzustehen-..* abmeifenbeä llrtbeil nnrmififnfien. mit melrbem slö>5, � abweisendes Urtheil voraussahen, mit welchem sie einverstanden waren, ungeachtet ihrer menschlichen � l.t um der gewissenhaften Ausübung einer staatsbürgrt' willen eine schwere Kränkung erlitten zn haben. Von der russtlchen Grenze wird berichtet,-tzm kürzlich in Schillno ahgehaltencn Treihjagd ein von hatte einen ganz entschiedenen Charakter Kopf, und Witte wurde deshalb höflich. „Liebe Madame," sagte er, als sie wie ihren silÖj k, damit schloß, daß er jetzt eine ordentliche und Ä w-isch � gegen die„beiden Subjekte" aufsetzen solle—"»».. u# oder Verdächtigung der beiden Herren ist viel npritialte �,.1(1 r iKb, das geringste Mensch wird und leer, als daß Sie darauf könnten— kein vernünftiger derartiges von Ihnen glauben.". agM, „Und deshalb sollen sie mir gerade nnä, Madame Müller, indem sie auf ihren Strickv � „da drinnen steht's, daß ich mir von solcher.�i meinen ehrlichen Namen nicht brauche vericv lassen!"...„iviil'- „Davon rede ich nicht," sagte der SW s.# ist eine Sache, die sich von selbst versteht! mir gerade so aus, als ob Sie auch praltisch — Hab' ich nicht Recht?".pen"� „Na, ich sollte denken," sagte die Frau,■ einmal so lange in der Welt herumgetrieben i „Nun gut, dann müssen Sie sich doch f„cheiV solchen Klage einen praktischen Nutzen v wahr?",/ „Ich will nichts für mich davon hs Frau, die ihn falsch verstand;„nur dw �( abgestraft werden, wie sich's gehört und w � l)ate",$oS meine ich nicht," sagte koossch�Aö* „Sie selber haben natürlich nichts davon, K" Unannehmlichkeiten, und das wäre das wen S ihre Gegner zu wälzen, fürchte ich, stuv von Haus auS zu weit gegangen." „Ich— wie so denn?" „Sie scheinen mir etwas>rr-v-„„mmei', u i gegen ließe sich nichts einwenden— j" b tzeW auch Schimpfworte wie Schafskopf und #: W M �genen '.6'" f lXh.H" unt äe» nn Sie wollten. �-«er-Ttz Us "(% �'"akter �modern, 1 W #4 identhum",� 'fctien im cht hat. ig.",»laffm lls von W irgend ein scher Ten!� :ju die„l chwollcn'Ii', i über die# sie sich lustig r sie schon" i brauchen, iber nicht bi exten doch werblichen& i amtliche i:„Das bi die Sonntl leiterschutzgeli ng weiterer 'nkaufflcht, > im wohloefl t dringend sucht das L Uzen. ,,%ii un gen, und , Wir m«, ! es umge'edn Nachthaber � -n beginnen* chnct. !en« Hirsch übet die Grenze lief und auf russischem verendete. Ein russischer Grenzsoldat zu Pferde gab auf . Zw die Erlaubniß, daß der Hirsch von den Treibern ge- Wen dürfe. Ali jedoch der daraufhin abgesandte Treiber » machte, das Thier zu heben, warf ihm der Soldat einen um den Leib, hieb auf sein Pferd und den sich sträuben- '"Mgenen ein und fort aings in Karriere. Schützen und waren starr vor Schreck. Gleich darauf fuhr einer der "ach Leibitsch, um den Arrestanten zu reklamiren, indessen Melde von dem Soldaten nicht hingebracht worden. Ver- Anfragen bei anderen Stationen hatten gleichfall keinen und bis zum Mittwoch war der Mann, wie die„Brom- Ortung" meldet, noch nicht wieder zurückgekehrt.— Das * der Erbfreund! ff- ,w v«sterr-ich-Ungar«. �(bebt wohl nicht leicht eine Industrie, in der die Sitt- Frauen und das Schamgefühl der Kinder so bedroht T gerade die Zuckerindustrie, denn die Frauen können Wen Hitze wegen(mindestens 30 Grad C., in der Trocken- s»p5v Grad C.) höchstens Hemd und Unterrock tragen, Mner find gezwungen, total nackt bis zu den Lenden zu e Arbeiter in diesen Fabriken neigen natürlich zum Al- 5% vertragen denselben aber weniger wie andere Ar- M gehen leicht daran zu Grunde. dennoch ist wohl keine Industrie für die jeweiligen wer so lukrativ und wird von den gesetzgebenden Ge- w stark protegirt, wie gerade die Zuckerindustrie. Vor «.«pil war diese Frage von dem österreichischen Reichs- Aenstand der Verhandlungen, das heißt, die Zucker- �ellen verlangten, gleich den Deutschen, s. Z. Ausfuhr- 5 Bei diesen Verhandlungen hat der demokratische uu-, ü# vete Kronawetter eine Rede gehalten, die ver- Sonntags daß wir dieselbe auszugsweise wiedergeben. Er auch diese � � ous, daß Die� t,. es sich um ein m/us, je opiui"''» �! von oi ett gemacb' � g Raten ich zu ib|*fj Wrfabrikamen vom österrecchlschen 1� r schwachlm'.«w Steuerträgern bekommen sollen. Es kommen, glaube 'llg. Ztg. � Yabc auf jedes Etablissement im Durchschnitt 25 000 fl. ge Haltung von 50 Millionen Gulden ö. W. handle, zahlbar in Ä Cfulen i 5 Millionen Gulden, welches' 41 ur�Kabukanten vom österreichischen Staate, von den öfter- wiedergeben. großes Ziational- wenige hun- zämische f"1 fett dieses Nationalgeschenk gemacht werden? Die Vor- rer ernsten- weiche alle österreichischen Staatsbürger davon haben aber baw Hs Mden uns im Laufe der Debatte"von den verschie« spricht gern �«elten des hohen Hauses in einer glänzenden Weise . �naiwemn»..� sucht. Ich wurde durch alle diese Ausfüh- nrer"'7j uä'""); uoerzeugt. Es machen sich nämlich in allen Staa- Sozialpolin' � parlamentarischer Vertretung große, mächtige Interessen- "eltend, diese kämpfen mit einander einige Zeit um 'i'idKTTT' welche die Ausbeutung des Gesammtin- L i Staates und seiner Bevölkerung dem einzelnen llattes, flejfL bieten kann. Bald aber sehen diese privilcgirten christlich hd,,"Mppen ein, daß aus diesem Kampfe unter- und mit- ilber zu A ü für sie nicht viel herausschaut, daß es besser ist, wenn r betreffen�, Ellenseitig kartelliren, ihre Sondervortheile zusammen ,1. nnm le-ü.aen tte&GX*--—— karte vom tüchtig, l-a; jedoch ;n bei tn'1, .'rwünschu rsÄ ÄM diensthabi�! inden.- st außertf/« rr B. WC. ertraue dern hibj rbeitef W» mchrerbs tNONiNl' J;, : bei '«K s I Ml des Staates und der gesammten Bevölkerung be- "OS km uuf den breiten Rücken der großen Masse des Belastung wälzen, aus welcher ihre Vortheile und un resultiren. Nun, meine.Herren, ich finde das voll- �.i �ich. Unsere gegenwärtige Gesellschaftsordnung "' gegenwärtige Staats- und Wirthschaftsordnung ist nichts anderem aufgebaut, als auf der Herrschaft des uignftften Individualismus und auf der individuellen c''- Nach diesem Systeme muß jeder allein für sich k Nn und Gruppen von gleichen Interessenten thun wen, um in vereinigter Kraft nur für sich selber zu ®hbe Rückficht auf das Wohl und Wehe aller ..Betrachten wir, meine Herren, unsere allgemeinen w Zustände und besonders diejenigen, welche im ÄW huschten, zur Zeit, als die Petition der Zucker- (o fabelhaft günstigen Erfolg erzielte. Da- s vche, � Men sechziger Jahre, fallen bei uns die ersten *'''bfn(3® dahin nur in Theorien und in Büchern auf- echz,,Ndn>iokratischen Anschauungen in das praktische 5Ä�°siatische Bestrebungen rangen damals bei uns wahN®.unter den weniger. besitzenden Volksklassen »er,®c[turm."",Zu"jener Zeit bekämpften sich zwei ' /'«taatgbilfe". N'ich an �'Delitzsch und Lassalle, und die Schlagworte, °»nd s. ese beiden Männer knüpften, waren„Selbst- "....... Das Lassalle'sche System suchte de- gelte. -'M Arbeiter durch" staatliche is," wöge diesen Assoziationen k wp seine Subvention nur Subventionen nichts schenken, leihen,— wenn stlbi'jjiiflr aiij � blichen ietiti,0�3. PerJa leihen. Nun, diese Theorie hat natür tsbürgcr".M�nste m W denen die Zuckerfabrikanten angehören, die den.*M?»se-�es�Lemrtheilung erfahren und der Bourgeoisökonom richtet, glorjM wit seiner Selbsthilfe ist von dieser Seite aus ein von ew� NLl1*'" worden. Und was geschah von jenen Herren, _" V � dadurch eine Beleidigung nicht allein erlitten, 1 auch, � eine« inÄl4 und'uM lle bi«, t viel pf .otr Henker soll da ruhig bleiben, wenn einem M �uen Hause..." h Äun-N rühren ganz Recht, verehrte Frau- m Sie vollkommen entschuldigt und wir eben W U auch ichk ähnlichen Verhältnissen vielleicht dat Hg'a"; aber die Gesetze sind darin außerordent- >>del>n"?- bedenken Sie selber, wie das aussehen kb'® Jemanden gerade eines Vergehens wegen i Kunst und lebe«. ' Für seinen langjährigen Freund und Mittel! veranstaltet zu dessen 40jährigem .Direktor Hasemann am nächsten Sonnabend Y�f'vo�ter™ er aTn Wallner-Tbeater so lange Jahre dic wie ?er" bekanntlich" f rinei' Augenlichtes fast ganz % Hüft oif'«vere schauspielerische Thätigkeit versagt ist. C GHnl al» bfi"1 i flSw1 .A katur, # 'ttlH Cßr,''0/ daß das Berliner Publikum Herrn Mittell uQjb aix� d seine Sympathie durch zahlreichen Besuch ' BK,. für LuftschiFfahrt. Aus Wien schreibt �»alen a, llung an der mit 1. April hier zu eröffnenden ""tellung für Luftschim'ahrt und Flugtechmk Seiten des Auslandes eine sehr rege zu "Uten Ai".» vci mu i.»pui ijicv gu tivfiunpw.» 'm Luch' Sung für Luftschim'ahrt und Flugtechmk L..' J"- VON QX..sf--- C L fnfa 44* iaris i,?!e w �ftschifffahrt" korporativ Al.' 1 auf�ri5 werden sich die etilen aeronautischen Firmen ®°r �Berlin dürfte der„Deutsche Verein zur För- V: t'ü. �n'fij�waschinen werden zur Anficht koi ausstellen. Zahlreiche kommen. Die vollständig eine Reihe rein fach- GZMWW c" werden. die Lassalle und seine Theorie den Arbeitern gegenüber mit dem Schlagworte„Selbsthilfe" bekämpften, im eigenen Lager?(Sehr gut!.Heiterkeit links.) Man hat mit Staatshilfe Zuckcrfabriks- Gesellschaften geschaffen und Etablissements sehr reicher Privaten glänzend subventionirt, man hat Eisenbahn- Aktiengesellschaften mit Staatshilfe geschaffen. Das, was man auf der einen Seite der arbeitenden Bevölkerung als eine große national- ökonomische Ketzerei, als eine Thorhcit, als eine Verwirrung der Massen, als eine Verhetzung derselben gegen das Groß- kapital darstellte, das hat man auf der anderen Seite im eigenen Lager selbst gethan; so ist es gekommen, daß, wie der Herr Abg. Dr. v. Plener berechnet hat, für die einzige Zucker- industrie 350 Millionen Gulden aus der Staatskasse, das ist aus dem Volksvermögcn, herausgenommen und in die Taschen weniger Millionäre hineingesteckt wurden. Aber die Herren, welche sich Zuckerexportplämien und Staatssubventionen für Eisenbahn-Unternehmungen verschafft haben, sind viel pfiffiger und feiner gewesen, als die große Bevölkerung, sie haben sich weder um Lassalle, noch um Schulze gekümmert, haben nichts gesprochen, sie haben, schweigend und in einer für die Bevölke- rung g«nz unauffälligen Weise von ihrer Macht im Staate Gebrauch gemacht; die Zuckerindustriellen z.B. haben sich einfach mit einer Petition an den Reichsrath gewendet, ihre Petition schnell gehört, ihr Wunsch wurde rasch und vollständig erfüllt. Die Bevölkerung aller zivilifirten Staaten sollte aus solchen Vorgängen entnehmen, wie viel der Parlamentarismus heute werth ist, sie soll wissen, wie die Interessen des Volkes in den heutigen Parlamenten vertreten werden. Großbritan«i-n. London, 23. Februar. Die„Times" meinen: Das Projekt, daß die Pforte die Stellung des Prinzen Ferdinand in Bul- garien als illegal bezeichne, könne nur ein Resultat haben, wenn die Mächte wüßten, welche«eiteren Schritte seitens deS russischen Kabinets in Aussicht genommen seien. Dies sei die Anschauung der Regierung Großbritanniens und hätten sich Italien und Oesterreich in gleichem Sinne geäußert. K«fjiland. Petersburg, 23. Februar. Der„Regierungsbote" veröffcnt- licht ein Communiquö, worin die kaiserliche Regierung ihre An- schauung über dic bulgarische Frage ausspricht. Nach näherer Ausführung wird darin betont, die Erwägungen hätten die Re- gicmng von Anbeginn der bulgarischen Krise an geleitet und dieselbe bewogen, von Hause aus jeden Gedanken an die Even- tualität der Wiederherstellung der Gesetzlichkeit in Bulgarien mit Hilfe von Gewalt abzulehnen. Italie«. Rom, 22. Februar. Das Journal„Esercito" macht auf französische Truppenansammlungen an der italienisch-französtschen Grenze aufmerksam und sagt, die Regierung sei über Vre Vor- bereitungen zur Konzentrirung von Kriegsmaterial jenseits der Grenze vollständig unterrichtet und verfolge wachsamen Auges diese Mahnahmen, welche durch die Haltung Italiens von keinem Gesichtspunkte aus gerechtfertigt erschienen. Was von der Land- grenze gesagt werde, verstehe sich natürlich auch von der See- grenze. KV««;-«. In Spanien ist wieder einmal eine Ministerkrifis im An- zuge. Dieser Tage wird die Kommission gewählt, welche die Finanzreformen Sennor Puigcervers begutachten soll. Gegen diese Reformen hat sich eine starke Opposition erhoben und die ganze Regierungsmajorität droht aus den Fugen zu geben. Der Finanzminister hat erklärt. daß er seine Demission geben werde, wenn die Wahl keine seinen Entwürfen günstige Ma- jorität ergebe, und nun machen die Herren Sagasta und Marios alle Anstrengungen, um die Disziplin der Majorität aufrecht zu erhalten und den Mitgliedern zu beweisen, daß die De- Mission Puigcervers den Zusammensturz des ganzen Kabinets nach sich ziehen werde. Sagasta hat zur Zeit auch noch mit dem Zorn der Reformisten zu kämpfen, der entfacht ist, weil der Herzog von Montpensicr das Land meiden muß und alle Reformistenpläne ein plötzliches Ende genommen haben. Caste' lars Oman„El Globo" beschuldigt den.Herzog nicht blas, er wolle Regent von Spanien werden, sondern deutet auch an, er hege Pläne, deren Ausführung die Monarchie in Spanien ruiniren würde. Seine Rolle soll dem Herzog in der großen Orlcanistenkonferenz, dic kürzlich in Sevilla stattfand, zuge- wiesen worden sein, bezw. wird er sich wohl selber genommen haben. Die Sache wurde der Regierung verrathcn, die ihre Maßregeln ergriff und nun fitzt der Herzog verbannt in Paris und die Exkönigin Jsabclla wallfahrtet nach Rom. Alle Klagen an die Königin-Regentin lehnt diese mit dem Hinweis auf ihre verantwortlichen Minister ab. Ob diese dem aufziehenden Sturme gewachsen find, wird die nächste Zukunft lehren. Amerika. Henry George hat das Kunststück fertig gebracht, sich mit einer Geschicklichkeit um Ruf und Ansehen zu bringen, die Niemand, auch sein bester Feind nicht, ihm zugetraut hatte. Die„Vereinigte Arbeiterpartei", deren rapiden Verfall wir be- reits gemeldet haben, ist so ohnmächtig, daß Henry George von vorn herein darauf verzichtet hat, in den jetzt b ginnenden Wahlkampf um die Präsidentschaft einzutreten. Er hat dem zusammen geschmolzenen Häuflein seiner Lieben erklärt, man müsse mit der Botschaft Clevelands zufrieden sein und für C l e v e l a n d s Wiederwahl und— Frei- Handel thätig sein. Also zum gewöhnlichen Schlepptau- Politiker und Manchestermann hat der Verfasser von„Progreus and PoTerty"(Fortschritt und Armuth), der weiland Himmel- stürmende Feind der alten korrupten Parteien sich rück- wärts entwickelt. Mit Mac G l y n n, der den umgekehrten Entwicklungsgang durchmacht und den Radikalen spielt, ist Henry George ganz verfeindet. Sie sagen einander die größten Grobheiten; und Atac Glynn that neulich seinen ehemaligen Freund mit der Bemerkung ab:„Ich hatte ihn für einen Staatsmann gehalten und er ist nur ein gemeiner politician" Politician ist das Englische für Politiker, hat aber in Amerika die denkbar schlechteste Bedeutung und ließe sich allenfalls mit berufsmäßigem Geschäftspolitiker übersetzen. Mac Glynn, der beiläufig nickt mehr in den Priesterstand zurückkehren will— wie«r versicheit— agitirt seinerseits für die Aufstellung eines Arbciterkandidaten zur Präsidentschaftsivahl. Dic Arbeiter trauen dem Herrn jedoch nicht, und sie haben recht. Diese pfäffischcn Sentimcntal-Politiker sind unberechenbar und immer falsch. Der Hauptausfuhiaitikel der Vereinigten Staaten ist Ge- treibe, und dieses wird, wie ein Bericht über den Handelsverkehr des Hafens von New-Kork nachweist, so gut wie ausschließlich in fremden Schiffen transportirt. Unter den sämmtlichen Dampfern, welche letztes Jahr Getreide von New-York nach Europa führten, befand sich nur ein amerikanischer Dampfer, der „Illinois", und ein Segelschiff, welches bezeichnend genug den Namen„Der ewige Jude" führte. Der„Illinois" machte in- dcß fünf Fahrten. Bei weitem der größte Theil des Getreide- trans»orts wird in englischen Schiffen besorgt. In 705 eng- nach Europa befördert. Der Zahl der Dampfer nach kam Deutschland mit 140 Dampfern und 3 6l4 574 Bushels zunächst. Aber der Bushelzahl nach ging ihm Belgien mit 78 Dampfern und 5 263 129 Bushels vor. 58 französische Dampfer nahmen 3 084025 Bushels mit, 45 holländische 1 768 165 Bushels, 25 italienische 1 560 878 Bushels, 16 spanische 990 841 Bushels, 25 dänische 797 971 Bushels. Zusammen wurden in Dampf- schiffen in 1107 Fahrten 50 761 576 Bushels Getreide von New- Bork aus verschifft. Dagegen ist der Transport in Segelschiffen nur noch ganz gering. In 74 Segelschiffen wurden 1 992 921 Bushels befördert. Hier kamen die Italiener mit der größten Zahl, dann die Oesterreicher, dann dic Portugiesen, Engländer� Deutschen, Norweger u. s. w. Die Zahl der Segelschisse, die Getreide führen, nimmt reißend ab. Sie betrug vom Hafen New Norks aus 1880 noch 1789 gegen 1292 Dampfern. Seitdem ist sie stetig bis auf 74 im letzten Jahre herabgegangen. Bald werden die Segelschiffe aus dem Getreidetransport gänz- lich verschwunden sein. Es hängt das mit der ganzen ökonomischen Entwicklung zusammen. Die Segelschiffe repräsentiren heutzu- tage nicht mehr den großkapitalistischen Be» trieb, der auch in der Schifffahrt des Dampfers bedarf und immer größere Kolosse für den transozeanischen Verkehr braucht.__ Uereine und Perlammwnge«. Der Fachverein der Metallschrauben-, Faeondreher und Bcrufsgenossen Berlins hielt am 19. Februar im„König- stadt-Kafino, Holzmarktstr. 72, seine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Werden NichtMitglieder im Fall eines Streiks vom Fachverein fernerhin unterstützt oder nicht? 2. Sind Mitglieder, welche zweimal aus der Vereinigung ausgetreten, bei der dritten Aufnahme verpflichtet, den bei ihrem zweiten Ausscheiden verbliebenen Rest nachzuzahlen? 3. Be- sprechung über ein Vergnügen für die Mitglieder. 4. Verschie- denes. Zu Punkt 1 sprachen die Herren Jacobs und Hirsch gegen die Unterstützung der Nichtmitglieder. Die Versammlung beschloß darauf einstimmig, Nichtmitglieder in Zukunft bel Streiks nicht zu unterstützen. Zu Punkt 2 sprachen die Herren Jörn, Voigt und Magnus dafür, daß Mitglieder, welche zwei- mal aus der Vereinigung ausgeschieden sind, das dritte Mal den Rest nachzuzahlen haben, da von vielen Kollegen, wenn Sie größere Rückstände haben, es vor- gezogen wird, sich von neuem einschreiben zu lassen, um dadurch zu sparen. Auch hierin beschloß die Versammlung ein- stimmig, daß beim dritten Eintritt in den Verein der Rest nach- gezahlt werden muß, widrigenfalls die Aufnahme werweigert wird.— Zu Punkt 3 wurde beschlossen, am Sonntag, den 18. März, bei Keller's, Andreasstraße 21, ein Vergnügen abzuhalten. Hierauf beschloß die Versammlung, die Unterstützung eines Mitgliedes für beendet zu erklären. Auf Antrag Hirsch wurde beschlossen, das Werk„Neue Zeit" durch Ankauf zu ver- vollständigen. Zum Schluß machte der Vorsitzende die Mit- theilung, daß die Generalversammlungen jetzt immer pünktlich um 11 Uhr eröffnet werden und ersuchte die Mitglieder, recht zeitig zu erscheinen. Der Verband deutscher Zimmerlente(Lokalverband „Berlin-West") hielt am 13. Februar im tzohenzollerngarten� 'Äteglitzerstr. 27, eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag über das deutsche Vereinswesen und die polizeiliche Aufsicht. 2. Verschiedenes und Fragekasten.— Der Vortragende, Herr Rechtsanwalt Dr. Perl, leitete seinen Vor- trag mit dem Bemerken ein, daß er vom Vorsitzenden ersucht worden sei, den Vlitgliedern auseinander zu setzen, wo bei Be- rathung der wirthschaftlichen Fragen in gewerkschaftlichen Ver- einen das„Gewerkschaftliche" aufhört uno das„Politische" an- fängt; darauf könne er nur erwidern, daß nicht er allein, sondern auch andere juristisch gebildete Männer keine bestimmte Grenze finden können. Es komme sehr häufig vor, daß bei Berathung wirthschaftlicher Fragen auch das Politische mit hinein gezogen werden muß. Es dürften»ber die Besprechungen sich nicht auf die Allgemeinheit ausdehnen, wenn nicht die Behörde dies al« eine politische Handlung ansehen soll; die Debatte müsse sich vielmehr aus die Verhältnisse der betressenden Gewerkschaft beschränken. Der Vortragende führte speziell einen Fall an, wie es einem gewerkschaftlichen Verein in Rixdorf er- gangen sei. Es habe zwar seit dem Jahre 1850, wo das preußische Vereinsgesetz in Kraft trat, jeder Preuße daS Recht, sich zu vereinigen und durch die Vereini- aung seine wirthschaftliche Lage zu verbessern durch Erzielung höherer Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit (soweit das Koalitionsrecht den Arbeitern zur Seite steht), jedoch dürfe dasselbe nicht gemißbraucht werden. Wenn z. Ä. Per- sonen, welche den von einer Versammlung gefaßten Beschlüssen nicht nachkommen, von anderen durch Drohungen, Ehrenkränkung oder Verstoß gestraft werden, was schon öfter vorgekommen, so sei dies strafbar. Solche Vergehen müßten die Gewerkschaften strengstens zu verhüten suchen. Nachdem sprach der Vortragende über Kaffenvereinc, politische Vereine und Wahlversammlungen und verlas aus dem Vereinsgesetz die Bestimmungen über die Pflichten der Vereinsvorstände und der Mitglieder, sowie über die Befugnisse der Behörden. Auch erläuterte er die Beschrän- kungen de« Vcreinsrechts seit Erlaß des Sozialistengesetzes und Verhängung des kleinen Belagerungszustandes. An den Vor- trag schloß sich eine rege Diskussion, in welcher der Vortragende mehrere gestellte Fragen näher beantwortete. In der Diskussion hatte der Vortragende vernommen, daß die Äitgliedcrzahl des Verbands deutscher Zimmerleute in Berlin nur eine sehr geringe sei und daß die Organisation mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Er sprach darauf in seinem Schlußwort den Mitgliedern Muth zu; eine kleine Zahl fest und einig zusammen- haltender Mitglieder könne schon sehr viel thun, auch würde wieder einmal die Zeit kommen, wo sich die Verhältnisse ändern und der Verband an Mitgliedern bedeutend wächst. Nachdem noch die im Fragekasten befindlichen Fragen beantwortet waren, wurde die Versammlung geschlossen. Der Verein zur Mahrung der Interesse« der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen hielt am 20. d. Mls. in Keller's Lokal seine erste Generalversammlung ab. Nach Verlesung der Abrechnung sprach der Vorsitzende sein Bedauern darüber aus, daß von 215 Mitgliedern bis zum 29. Januar erst 126 ihre Beiträge bezahlt haben; die Kollegen müßten e« sich zur Pflicht machen, die Beiträge regelmäßig zu bezahlen. Zu„Verschiedenes" wurde bekannt gegeben, daß die Kommisston einen Fragebogen ausgearbeitet habe, um statistisches Material zu sammeln. Ferner wurde über 30 000 Paar Militärstiefel welche der Innung zur Anfertigung überwiesen worden sind' der Militärverwaltung gezahtte� Preis� ein�verhältnißmäßig pgeWbab�, 3L& AJü rnrnMÄ Allernöthigste zum Lc'be/habc" noch ein gu?Nuck�GAd"dman verdienen. Verschiedene Redner sprachen sich dahin aus, daß die Kommission dem gegenüber Stellung nehmen müsse und beim Jnnungsvorstand dahin wirken solle, daß die Untemehmer einen auskömmlichen, der Arbeit entsprechenden Minimallohn zahlen. Da ein Kommisstonsmitglied sein Amt niedergelegt, wurde Herr Sußmaier an dessen Stelle gewählt. Außerdem wurden, da erne Tellersammlung von dem überwachenden Be» amten nicht gestattet wurde, 20 Mark aus der Vereinskasse kür ■■ wente" und selbst bestraste Subjekie gewesen wären.(DaS ist allerdings für die„gebildeten Stände" nicht sehr schmeichelhaft. D. R.) Er schloß mit einem Appell an die Vater- lands- und Nächstenliebe.— Hierauf theilte der Vor- fitzende mit, daß fich ein Herr Hoffmann zum Wort gemeldet hätte. Er frug Herrn H., ob dieser einer der „Kartellparteien" angehöre. Als diese Frage verneint wurde, hieß es:„Dann erhalten Sie das Wort nicht!" Stinimen aus dem Publikum:„Ich bitte ums Wort"! Vorsitzender:„Fhr Name"? Antwort:„Hofmeister!" Vorsitzender:„Gehören Sie zu einer der Kartellparteien?" Hofmeister:„Das thut nichts zur Sache; hier ist eine öffentliche Versammlung, welche selbst zu beschließen hat, wer hier sprechen soll. Die Versammlung besteht aus majorennen Männern, also lassen Sie abstimmen!" Vor- fitzender:„Hier hat niemand etwas zu sagen, wie ich. Ich er- theile keinem Redner das Wort, der nicht zu einer der Kartell- Parteien gehört!" Hofmeister:„Dann fordere ich meine Freunde auf, mit mir das Lokal zu verlassen!" Hierauf verließen etwa lOO Personen den Saal. Der Vorsitzende rief ihnen nach: Meine Herren! Sie können ja, wenn Sie fich hübsch ruhig ver- halten, hier bleiben, nur reden dürfen Sie nicht!"(Schallendes Gelächter. Zurufe:„Graulen Sie fich nicht!" rc.) Nur etwa 40 Personen blieben hierauf noch in dem Saal. Der zweite Gegenstand der Tagesordnung konnte so recht„familiär" er- ledigt werden. Polizeilich nicht genehmigte Persammlnng. Die von Herrn Breitholz nachgesuchte polizeiliche Genehmigung zu einer am Sonntag, den 26. d. M., in Feuersteins Salon, Alte Zakobstr. 75, anberaumten öffentlichen Versammlung der Gas-, Wasser- und Hcizungs-Rohrleger Berlins und Umgegend mit der Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Rohrleger Berlins zu einer Lohnaufbesserung in der diesjährigen Bauperiode. (Referent Herr Julius Reckner.) 2. Gewerkschaftliches, wurde vom Polizeipräsidium versagt. Fachverein der Kuchbinder«nd verwandte« Ke- rnfagenojsen. Sonnabend, den 25. Februar: GemüthlicheS Beisammensein mit Damen im Restaurant Reyer, Alte Jakob- straße 83. Anfang 8& Uhr. Kollegen, Gäste und Damen sind willkommen. Generalverfammlnug de» Fachverein» der Former «nd Kernfsgenosten findet am Sonntag, den 26. Februar, Vormittags 11 Uhr, in Faustmann's Lokal, Jnvalidenstr. 144, statt. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Baumgarten über„Die Ideen des ewigen Völkerfriedens." Diskussion. Er- aänzungswahl zum Vorstand. Verschiedenes und Fragekasten. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Zur Keachtung für Maurer und Zimmrrleute! Am Sonntag, den 26. Februar, Vormittags 10 Uhr, findet in Buggenhagen's Saal, am Moritzplatz, eine vom Jnnungsaus- schuß für das Gesellenwesen einberufene Versammlung statt. Tagesordnung: Besprechung über die Bildung eines Gesellen- aussckusses. für welchen aus Gnmd des§ 36 des Jnnungs- statuts 5 Maurer, 5 Zimmerer, sowie je 3 Stellvertreter gewählt werden sollen. Allgemein» Kranken- und Sterbekaste de» Metallarbeiter(E. H. 29 Hamburg), Filiale Berlin 8. Versammlung am Sonntag, Vormittag Uhr, Badstr. 82 bei Gottschalk. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag des Herrn Hieke, Lehrer der Naturhellkunde. 3. Innere Kassenangelegen- Herten. Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser- und Damviarmaturen. Sonnabend, den 25. d. M., Abends 84 Uhr, bei Jordan, Neue Grünstraße 28, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Gcrisch über Finnland (Land und Leute, Sitten und Gebräuche). 2. Vierteljahres- abrcchnung. 3. Verschiedenes. Ausgabe der Billets zu dem am 10. März in den Räumen des Vereins junger Kaufleute? Beuth- straße 20—21, stattfindenden Maskenball. Gäste, durch Mit- glieder eingeführt, haben Zutritt. Der unentgeltliche Arbeits- Nachweis befindet fich bei Herrn C. Printz, Wienerstraße 62, Hof 1 Tr. Kerei« der Steinhauer Berlins und Umgegend. Ge- neralversammlung am Sonntag, den 26. Febmar, Vormittags 94 Uhr, im Lokale Gartenstraße 123. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Revifion der Kasse und Jahres- abschluß. 3. Wahl des Vorstandes und der Kassenrevisoren. Die Kranken- und Kegräbnißkasse de, Uerein» sämmtlicher Ker«f»klallen(E. H.), Filiale Berlin hält am Sonnabend, den 25. d. M.. Abends 8 Uhr, Blumenstraße Nr. 78 bei Wollschläger eine Versammlung ab. Neue Mitglieder werden in jeder Versammlung sowie zu jeder Tageszeit beim Vorsitzenden Sasse, Hasenhaide 48, und beim Kasfirer Schilling, Koppenstraße 48, aufgenommen. Eiefang-, Turn-»nd gefrlligr Dereine am Freitag. Kaisersscher Männergesangver in Abends 9 Uhr im Restaurant Vcttin, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Pausebeutel" Abends 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alexandrincnstr. 15.-„Lieder« lafcl der Maler Berlins" Abends 8. Uhr Kaiser-Franz-Grenadier- Platz 7, Restaurant Berg.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstr. 97.— Gesangverein„Flöter'sches Doppel-Quartett'Abends 9 Uhr imRestauravt Musehold, Landsbcrgerstr. 31.— Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant Schmidt, Manteuffelstr.71.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpenicker- str. 127a im Restaurant Goelling.— Gesangvereins ssian" Abends 9 Uhr Dcesdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche Sänger- Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Rieft, Weber- straße 17.— Berliner Turngenossenschaft(V. Männerabthei- lung) Abends 3'/> Uhr in der ftädrischen Turnhalle, Wasserthorstt.31.— Turnverein„.Hasenhaide"(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60 61.— Turnverein„Froh und Frei"(Männerabtheilung) Abends 8j Uhr Bergstr. 57.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographic. Abends 8t Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstr. 31, Unterricht und Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographen- verein, Abthellung„Vorwärts", Abends 3j Uhr im Restaurant Kall, Mariannenplatz 11.— Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" Abends 9 Uhr inr Restaurant, Seydelstt. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" AL im Restaurant KrebS, Friedrichstt. 208.— VoigMZ tanten-Orchesterverein. Abends 3s Uhr Uebunasstrin'« T staurant Lehmann, Alerandrinenstt. 32.— ZüherwraM veilchen" Abends 8% Öhr im Restaurant„Wählst�\ alliancestraße 89.— Rauchklub„Westend" AbenbMJ Hohenzollerngarten, Steglitzerstr. 27.— Rauchklub Abends 8t Öhr im Restaurant Wasserthorstt. 10 11. B 47. Kriefkasten der Kedaktii Sprechstunde« der Kedaktio« nur von 13-1 Uhr Utttta,» und 7-8 UV Lei»nsrazin bitten»ir die Abennementi-Quittun,»ei>>isllie«. Ant»»tt wirb nicht etttzeilt. Der Kasftrer vom Kenefelder Knud wird Expedition seine Adresse anzuzeigen. Rrrrr. Sie find jetzt Angehöriger des Landsü Aufgebots. Sie brauchen fich nicht zu melden. Ver' den Artikel in heutiger Nummer„Die Ersatzreserve neuen Wehrgesetz". K. S. 10. Wenn kein Testament vorhanden ißi in der Mark Brandenburg der Ehegatte, gleichviel," oder Verwandte vorhanden find, die Hälfte des lichcn Vermögens beider Gatten. So lange aber 0" steht, herrscht hier, mangels besonderer Ehevcrträge," gemcinschaft, sondern der Mann hat an dem Frau nur das Nießbrauchs- und Verwaltungsrecht. G. F. D. 33. 1) Ja. 2) Aus praktischen 3) Dagegen können Sie nichts machen, wenn da Benutzung nicht kontraktlich ausgemacht ist. 4) T® nicht bekannt. 5) en bloc— in Bausch und Bogen,' Annahme eines Gesetzentwurfs— Annahme, ohne übs Seinen Punkte getrennt abzustimmen. ®. F. Öl. Hamburg hatte Anfang Deze»'"I 4925:8 Einwohner._J f. R. 19. Der Hausverwalter ist in seinem"A ontrakt das Halten von Astcrmiethern von NT Genehmigung abhängig macht, so kann der Wirth Vertreter die blos mündliche Erlaubnis jeder Zeit"v und Ermisfion androhen. In der Unterzeichnung 50 lichcn Anmeldung liegt noch keine Genehmigung-�.. M. S. 1. Die sächsischen und bayerischen LaM ordneten beziehen als solche Diäten. 2. Der Präfidew einigten Staaten hat kein Begnadigungsrecht. Kloster. Sie können Ihre Tochter jederzeit!». rücknehmen, da dieselbe, obgleich großjährig, noch t"1 liehet Gewalt steht. K K. Geschwister und deren Kinder haben dem Bruder, bezw. Onkel kein Pflichttheilsrecht. also zum Erben einsetzen, wen er will. F. Sch. Sie find berechtigt, bei Ihrem AusZNS Ihnen angebrachten Verschlag mitzunehmen, müssen früheren Zustand ordnungsgemäß wieder herstellen. Mar M'.. �gegangen fc?'« fe-J t teuer(27 die Theater. Freitag, den 24. Februar. Kp»»«qa«». Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur. Achaasptetkan«. Ein Sommcrnachtsttaum. Ientsche» Theater. Götz von Berlichingen. Mallaer-Theater. Orgelpfeifen. Friedrich- Milhelmstadtifche« Theater. Die Dreizehn. � Viktvria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. m Vstend-Theater. Der Mikado in Berlm. Aestdenz-Theater. Francillon. Kelleallianre-Theater. Die Salontirolerin. Wnthalla-Theater. Qirofle-Girofla. Teatral-Theater. Höhere Töchter. Köntgstädtifche» Theater. Das lachende Europa. Kmertran-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. M««fwa»»» U«ri6tS. Spezialitäten- Vor- stellung. Kvnkordia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Theater»er Ueichshalle«. Spezialitäten- Vorstellung. Berllmvr Stadt Theater Wal nertheaterstraße 15, fr. Alhamdra- Theater. Der Btann mit der eisernen Maske. Historisches Drama in 5 Akten. Marie d'Ostanges.. Frl. Häser. Gaston..... Herr Hamann. d'Aubignö.... Herr Schmitt a. G. Vor unv nach der Vorstellung im Tunnel: grosses Konzert von Th. Franke. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 74 Uhr. Sonnabend: Der Mann mit der eiserne« Ma»ke._ ""Siu.f-P ... 9 M.- 10 21. -Panorama. Zum ersten Male: Eine Wanderung durch Derdn«, Uanrq Pont-ck-Monfson«. s. w. Zweite Reise durch Gber- Italien. Lago Maggiore u. Como« See. Villa Zirio und San Uemo. «eis» Sr. Maj. Achiff Kertha. Eine Reile 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. KomBidlijlhes Thlater. Alexander-Sttaße 40— Kurze Straße 6. Freitag, de« 24. Februar: 41.« a st spt» l von Anna Schramm. Novität! Zum 7. Male: Novität! Lusttge Possen-Revue mit Gesang in 3 Akten und 1 Vorspiel von Dr. Gust. Braun. Konnakend, de« 25. Febrnar: Große Eztro-Uorst Ullvz znm Kesten der Genossenschaft deutscher Kühnen an gehöriger Unter gefälliger Mitwirkung der Frau Königl. Opernsängerin Ernst, der Pianistin Frl. Ottilie Lichter/eld, des Frl. Anna Schramm und des Herrn Anton Schott. AlleS Nähere die Zettel und die Annonce. tomleultädtisches Theater. vresdenerstt. 72. Direktion: Adolph Em.«. Vorletzte Vorstellung. � Die schöne Ungarin. Nesangspoffe in 4 Sitten von W. Mannstädt. fiouplets v. G. Görß. Mufik von G. Steffens. Eeievhr« Anschluß: Amt III. Ur. 8042. lkasseneröffnung 64 Uhr. Anfang der Vorstellung 74 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, dm 26. d. M.: Neu cinstudirt. „Kchützenlis'l". Krste» Auftrete« ve» Frl. Borth. Fel- dau, der Kerren Hugo Haa.kerl und Adolph Krata. aar UorbesteUni-gen auf Killet»»erde« bereit» hente an der Theater-Kasse entgegengenommen. Weißbier ohne jeden Wasserzusatz, die große Weiße 20 Pf., die kl. 10 Pf. außer dem Hause, giebt's nur im Restaurant Franbf. Allee 74. im Hause der Ostend-Apotheke bei Emil BShl. Von 2 Mark an frei ins Haus.[21 Emil Lefevref Kerlin S. verkauft jetzt auch an Private, jedoch nur in ganzen Stücken, ea. 200 Muster stets vorräthig! Versandt gegen Nachnahme! Oranlench� Damast- ZmiA das ganze 0™ Unserm Freunde V. Hin? zu seinem beutigen Wiegenfeste ein donnernde» H-ch. Ob ihm der Nordhäuser auch heut' schmecken wird? 424] i. M.€.». Verein der Sattlsr u. Fachgen Morgin, Sonnabend, den 25. dS., Abends 84 Uhr, Versammlung in Gratmeil'» Kierhalle«. Kommandantensttaße 77—79. Tages-Ordnung: Gewerkschaftliches. Diskussion. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen.[425] Der DorSand. Zu dem am 3. Ma?z stattfindenden Wiener Maskenball find Billets am Vereinsabend und im Restaurant Neue Jakobstt. 11 zu haben. Masken-G�t für Herren»"' l B. Matta'J von fceÄfe'i Ausmahl den Lcst?!� : bestens empfohlen. Vereinen PreiserM«. ' Kitte gena« anf Hau»»umM»�> Metollarbeiter-Kranken- uvd Kterbekajse (E. H. Nr. 29, Hamburg.) Den Mitgliedern der Berliner Filialen 1, 2, 3 und 4, sowie den Filialen Rixdorf, Tempel- Hof und Nieder- Schönweide zur Nachricht, daß am Sonntag, den 26. Febr., Vorm. 10 Uhr, bei Deigmüller, 2Ilte Jakobstr. 48a, eine kombinitte Ve r sa m ml ung stattfindet, zu welcher alle Mitglieder obiger Filialen hiermit eingeladen werden. TageS-Ordnung: Vorlegung und Diskussion der Anträge zur Statutenverändemng zur nächsten stattfindenden Generalversammlung der Kasse.— In Anbetracht dieser wichtigen Tagesordnung sollte jedes Mit- glied, um seine Rechte zu wahren, es für seine heiligste Pflicht halten, in dieser Versammlung zu erscheinen.[423] Die Kommissto«. Eieq. Masken� für Herren w"* 1 von C. T'», Oranicnstraße iSy» Masken-Garder» F. Stenze>v Reichste Auswahl, billjll*.jui# t Vereinen Ermäßigung. Nach Aichcrb.-� ; Drrsdenerstraße 21(Eckern /j **Vk »erb Tiu?!,<» . Von W m K- Kn,§ etwai l". Thür, von den einfachsten bis... x»--, nach außerhalb.________ � Weiss- u Bairischbier- Lokal von Kerrmanu Stramm, »cr 9» voll 3« 420]«. Kohrisch. Alte Soeben erschien: so T 7 X«. 5 b. Brücken. Strasse 5 b, 35 empfiehlt seinen reichhaltigen Frühstückotifch., �"«antiCch n. Ausw. i Eouv. m. Bier 50 Pf.! Jin-meritraSe 44 Reichhaltigen Abend« ch zu soliden Preisen. Wahren '.°tt«bssuben -S. s« .......... ch.fi Zu beziehen durch die ÄÄ. Vs«. f Verantwortlicher Redakteur: K. Cronhei« in Berlin. Druck und Verlag von Mae Kadtng in Berlin 8W., Beuthstraße 2. üler" W' - VoiM bungsskiB' fmßi dakw Beilage zum Berliner Bolksblati. Freitag, de« 24. Februar 1�88. 5 Zahrg. Ktion '-8 Zli�Z I»eiiufttl«- Parlamertisberichte. Kruischer Krichstag. .�Litzung vom 23. Februar, 1 Uhr. f® Asche des BundeSraths: v. Boettlchcr, Bron« es Landstui»-� E ch c I l e n d o r f f. >en. VergW�Dkgangen ist der Bericht über die Tfmtigkeit des 'atzrcserve Wissars für das Auswanderungslvesen während des * rhanden WÄ* 8®eite Berathung des Etats der Zölle und Verbrauchs- gleichviel,«'UZ pW bei der Zucker st euer. :te des v. Wedell-Wlalchow(dk.): Hier erscheint zum ;e aber die neue Verbrauchsabgabc(6 636 000 M.j neben der icrträge, lel»DN!teuer(27 234 000 M.). Dadurch wird die Berechnung dem VewM*«r, zumal die Steuerkredite von sehr langer Dauer lgsrecht. a%°as Resultat beeinflussen. Die Kommisston hat die -aktischen � �fitpräft und beantragt, sie zu genehmigen. wenn des � Jssl Duvignea«(natl.): Durch die neue Verbrauchs» st. 4)!>„«cn mit der nächsten Kampagne andere Verhältnisse für Wnneit, �»Merhandel ein. Der Export ist doppelt so groß, als der ind Bogen. ohne üb« Dezein�! mg HÄi'f Konsum. Nun unterlag bisher der Zucker nach ~"J, den freien Verkehr keiner Kontrole und der mm J'estimmtc wurde der Bonifikation wegen erst an der »ntrolirt. Jetzt wird die Verbrauchsabgabe erhoben, sobald "aus der Fabrik oder der Raffinerie in den freien mit oder auf steuerfreie Niederlagen ic. gebt. Nun : Wirth �Jül°C1 diesem Export das Umschlagverfahren vom Lande zu der Zeit n»' K ungeheure Dimensionen an, besonders im Spätsommer, ichnung M ►.«u oO 000 Zentner an einem Tage expcdirt werden, eine igung. w'% vom frühen Morgen bis in die finkende Nacht scheu La»«? L-wenn die neuen Kontrolmaßrcgeln streng durchgeführt !r Präfidew> wurde in Zukunft nur die Hälfte expedirt werden bt-, i>;'U,ffiQl auch damit zu rechnen ist, daß zu gewissen Zeiten jederzeit Wb hÜ,or' durch niedrigen Wasserstand erschwert wird. g, noch recht. i, müsse" erstellen. hat die Magdeburger Kaufmannschaft an den Herrn JkZf die Eingabe gerichtet, daß zur Erleichterung des »er haben v* �-Potts die Einrichtung getroffen werde, daß dem Zucker, h», � der Fabrik kommt, Deklarationen nach Art der u n, Mo mitgegeben werden, die ohne Vorfühmng der em Auszug � mbst an andere Geranten übertragbar find. Nur so J'n geläufiger Transport möglich bleiben, andern C? nn großer Theil des Exports in Frage gestellt. R die Regierung, ob bei dem Erlaß der Aus °chNmmungcn zu dem neuen Zuckergcsetz eine solche f I P�nltr? öemacht werden könnte, und würde für eine günstige I4 ir» dankbar sein. UP$ Rithi.'. h Kocciu»: Die Eingabe der Acltesten der »n?ct Kaufmannschaft ist als Material den Stellen über» wn* 2' welche die Ausführungsbestimmungen ausarbeiten. sie wie alles anvere Materials aus den Kreisen der %% t-I« anze l!n« �Sfältig geprüft. Wie die Entscheidung ausfallen »�-'ch nicht sagen, aber es wird jede Erleichtemng ge. die fich mit dem Steuerzweck verträgt. fn*®' Ditte schließt sich diesem Wunsch an und bezeichnet - Gesetz als eine immerhin werthvolle Abschlagszahlung. Immission gar kein Bedenken bei den Etatsansätzen muß überraschen, aber man entschließt sich sehr m»-„.«ff, Ott 5»:� Etatsansätzen etwas zu ändern. Von dem Er- von 1886 87(20 391 000 M.), wovon an - üta> 5648 000 M. abgehen, blieben nur 14 743 000 M°ho sind wiedemm 62,3 Millionen dahin nicht ist Jln sie rechtlich hätten gelangen sollen. Auf diesem „ Sss L/Ndlich der Regierung Anerkennung dafür auszusprechen, " ihrer Mitwirkung die internationale Konferenz Regelung der Zuckersteuerfrage mi -»"n ,1, 5"» der Abschaffung der Exportprämien oen �reiserma' kengJ r rif, s? rder«' i*c'( Außerhau (Ecke W. i, i.; gilligstt' mit der be js- ocr /roiwanung oer u�pintiHuimeir zu Stande «uf hJ°roie für die Haltung �der deutschen Bcvollmach- dg Kongresse! Die" Resultate liegen in einem ''(n»J! rn Resolutionen vor, die den Regiemngen zur W ato6, a"8 vorgelegt werden sollen. Wenn auch darin ff s�Neffändniß an die belgische Regiemng Bedenken doch die eigentliche Tendenz des internatio» hi�! anzuerkennen. Begreiflicherweise kann die Re- -!>k gnjr Noch keine Erklärung abgeben. Aber der ein- Ifen i»,ßc N richtig und wird zum Ziele führen, weil er 00,2#- Wenn wir mit der Abschaffung der Zucker- rro n)iihtÜcn.' werden die übrigen Staaten folgen müssen. L"'S fh,?e'4, daß die Regierung diesen Weg festhalte alltr m'- durch internationales Vorgehen die Auf- % zu Stande zu bringen., füt.* lR.-P.); Ich habe das Exportpramiensystem rrn Unwesen gehalten und eine intemationale **** war «erbot»».) Mne Z a r o s l a w V r ch l i ck y. ili" Tmf inzensw icthen- nden- nV-rA Lier&,lmr Monat des Osterfestes. Fast gerade in der be v ,Qpe del Corso, welche zu jener Zeit— gegen ?>z birCf dreizehnten Jahrhunderts— das Herz von 1 9ea»n t' stand dem Hause des Bäckers Folco Por- , Utoen Uhr ein Jüngling von schlanker Gestalt, in h von i'�Warzen Mantel gehüllt, wie er in jener iestao»" Baccalaureen der hohen Wissenschaft allge- k?t r, wurde. � hier schon lange— offenbar erwartete er 3))'e sioldene Frühlingssonne tauchte die Straße "bäte«nj, t)on �icht. Die ungewöhnlich ftische Luft [qg 4 nicht in dem tiefen Azur des Sommers; fl ungemein Traumseliges in den weichen b'.WVl�che» st« die spitzen Giebel der Patrizier- % hurm und die Kuppeln der zauberhaften Stadt lAtzz � kam es von Zeit zu Zeit wie der Sana %tioe if0ßei; Von den Gärten her rauschten feierlich stille Bäume, und bald wieder herrschte träum- ' fhlich°°u unaussprechlicher Frühlingswonne und un- i%» Seit zu Zeit ab« Whte Ho? Brust.? Bruder eines Ordens, die Hände fromm Qft c-v, Ä' gekreuzt, den Rosenkranz an ver weißen dl f ll st* s— er huschte vorüber wie ein Schatten, n» Joiif-st0 stärker von ihm abhöben die Alabaster- welche in Schwärmen aufflogen vom > /sta L t!a. still und furchtsam, als scheuten sie sich, Jsj Unterbtech�ldenen Frühlingsschlaf versunkenen "»bt�'n? stand wie ein Steinbild da und starrte ' einen Strauch blühender Rosen vor dem Regelung für die allein richtige und- mögliche. Auf der Ein- nähme aus dem Zucker müssen wesentlich die Einnahmen des Reiches basircn, da es uns nicht gelungen ist, aus dem Tabak höhere Erträge zu ziehen. Wollten wir allein vorgehen, so wäre das der Untergang unserer Zuckerindustrie. Die Aufhebung der Prämie muß gemeinsam von allen Staaten erfolgen. Auch ich danke der Regierung, daß sie den Kongreß beschickt hat, und wünsche die Resultate desselben in unserer Gesetzgebung nutzbar gemacht zu sehen. Wir haben allerdings unser neues Gesetz machen müssen, bevor andere Staaten auf diesem Gebiete vor- gingen. Es folgt die B r a n n t w e i n st e u e r. Ref. v. MedeU Malchow: Die Bonifikation in de" Höhe der 3* fachen Maischraumsteuer bis zum 1. Ottober v. I. betrug 131, die Nachsteuer 23 Millionen. Es find also große Vorräthe, die sich in der Nachsteuer darstellen, im Lande geblieben und die hohe Bonifikation hat auf den Export nicht den gewünschten Erfolgt gehabt. Abg.». Mirbach(d. k.): Die Mehrheit meiner Freunde hält ihre schwere Bedenken gegen das Branntweinsteuergcsetz aufrecht, dem wir nur zugestimmt haben, weil fich kein anderer Weg fand, um die Reichsfinanzen zu bessern. Es hat aber eine schwere Belastung der Produktion, namentlich der östlichen Pro- vinzen, herbeigeführt, ein Beweis, wie unb recktigt der Vorwurf der Freifinnigen ist, daß wir aus agrarischer Begehrlichkeit für dieses Gesetz stimmten. Die Herren haben mit ihren Prophe- zeiungen überhaupt kein Glück. Mit dem theueren Brot des armen Mannes haben sie entschieden Fiasko gemacht, und ein noch viel größeres mit der Behauptung, daß die Schnapsbrenner, wie die elegante Diktion lautete, mit dem Branntweinsteuer- gesetz ein Geschenk von 30 oder 34 Millionen erhicl- ten. Die„Volkszeitung" schreibt: Der Spiritusexport stockt gegen Erwarten gänzlich, und wenn noch der Kon- sum im Jnlande abnimmt und der Schmuggel nach Rußland aufhört, so wird fich bald ein solcher Ueber- fluß im Jnlande aufsammeln, daß das Brennen von Spiritus mit 70 M. Steuer ganz aufhören muß. Meine Voraussage trifft also zu, daß schon bei einer Preisbildung von 106 Mark ein Zwang vorhanden sei zu einer Einschränkung von ein Drittel des Betriebes. Bei der jetzigen Preislage ist eine noch viel größere nothwendig. Besonders schlimm sind die kleineren Brennereien daran. Sie find zwar kontingentirt, ganz adäquat ihrer wirklichen Produktion, aber ihr Steuersatz ist niedrig. Ihre Situation ist aber vollständig vcrhängnißooll deshalb, weil sie absolut nicht in der Lage sind, 70 Pfennig-Spiritus zu produ- ziren. Die größere Brennerei kann ihren Betrieb anders gc- stalten. Der kleine Brenner aber ist dem Händler in der näch- sten Stadt vollständig in die Hände gegeben. Die verbündeten Regierungen haben allerdings die Preisbildung anders reguliren wollen durch eine Nachsteuer von 60 M. Ich will ihnen nicht imputiren, daß sie damit nur einen taktischen Schachzug machen wollten, aber bei der Stimmung dess Hauses war auf eine Zustimmung zu dieser hohen Nachsteuer nicht zu rechnen. Ich selbst war eigentlich für 80 M., konnte mir aber das Bedenkliche einer solchen Maßregel nicht verhehlen. Graf Kleist und ich schlugen dann vor, eine halbe Piaischraum- steucr als Exportprämie zu bewilligen, dann würde der Export ganz sicher folgen. Leider fand dieser Vorschlag auf keiner Seite Zustimmung. Der Einwand, daß die Börse davon einen großen Gewinn gehabt hätte, konnte doch einer Reform nicht hinderlich sein, wir hätten sonst auch nicht die Eisenbahnverstaatlichung durchführen können. Die Einschränkung von', des Betriebes ist so unerwartet eingetreten, daß wir uns wirthschaftlich darauf absolut nicht einrichten konnten. Eine anderweitige Verwerthung unserer Kartoffeln ist absolut ausgcschlussen und ich bitte den Herrn Finanzminister, wenigstens dabin zu wirken, daß durch billige Tarife ein Export der Kartoffeln von dem Osten nach dem Westen ermöglicht wird. Ich habe schon bei Emanation des Gesetzes die Besorgniß ausgesprochen, es möchten die Brenner bei Ausführung des Gesetzes eine Schädigung erleiden. Diese Schädigung ist zum Theil schon eingetreten. Ich erkenne es ja mit Tank an, daß der Herr Finanzminister hat Remedur ein- treten lassen. Ich möchte ihn aber bitten, d«für zu sorgen, daß die Rigorosität des Gesetzes, daß wenn Jemand die Rückzahlung seines Stcuerkredits nicht erfüllt hat, ihm dann häufig der Steuerkredit versagt wird, nicht zur Anwendung kommt, weil die Interessenten da« Gesetz noch nicht so genau kennen. Auch bei den Unterbeamten herrscht noch eine außerordentliche Un- kenntniß der bestehenden Verhältnisse.(Sehr richtig! rechts.) Es entsteht dadurch eine außerordentliche Verzögerung. Die finanziellen Opfer, die uns durch die Ausführungsbestimmunaen auferlegt worden find, hat man erheblich unterschätzt. Wir haben Hause hin. Es waren volle, große Rosen von märchen- hafter Schönheit und berauschendem Duft. Indessen näherte sich mit bedächtigem Schritt, das Haupt zur Erde geneigt, ein Mann, ebenfalls schwarz ge- kleidet, in Gewändern eines reichen Patriziers. In der Hand hielt er eine Pergamentrolle. Bald las er mit halber Stimme, bald lächelte er. Etwa zwei Schritte von dem Jüngling entfernt blieb er stehen, legte die Hände kreuzweise über die Brust und schaute ihm auf- merksam zu. Der Jüngling empfand lange Zeit gar nicht, daß er der Gegenstand der Beobachtung eines Anderen sei. Endlich aber erwachte er aus seinem Hinbrüten, streckte die Arme aus und schritt dem Nahenden entgegen. „Mein Guido!" rief er auS und griff unwillkürlich nach der Rolle, aus welcher dieser vor einer Weile gelesen �'�'„Nidft so ungestüm, Durante," antwortete der An- gesprochene ausweichend und hob die Rolle über seinen Kopf, als wollte er seinen Freund necken,„nicht so un- 0e,tU™$u weißt, ich glühe vor Sehnsucht," bemerkte der Junglmg. 6 liebt, glüht immer vor Sehn- sucht sagte Guido langsam, als wären seine Worte ein Citat. „Du verspottest mich!, „Nein, Freund, aber ich weiß nicht, ob Dich meine Antwort beftiedigen wird. Ich habe in der Frage der Liebe meine eigene Anschauung, eine andere, als Du und Emcu t)a Majano," warf der Freund ein. Ich"weiß wohl, ich weiß. Aber gieb mir das, ich be- schwöre Dich. Gerade an Deiner Antwort ist mir am meisten gelegen. Hier hast Du~ dabei griff er in die zur Seite hängende Tasche—„die Antwort Dante da Majano's; ich bin fast beleidigt durch die Art, in der er große Kosten gehabt für die Anschaffung von Kontrolapparaten und andere unentbehrliche Einrichtiiiigen. Und da? nennt man agrarische Begehrlichkeit!(Abg. Witte i Täuschung!> Die liegt auf Ihrer Seite; Sie haben allen Grund zu schweigen.(Bei- fall rechts.) Abg. MM«: Die Ausführungsbest immungen sind ebenso wichtig, wie das Gesetz selbst, und ich halte es für eine ernste und wichtige Aufgabe der Regierung, hier eventuell Aende- rungen eintreten zu lassen. Von Herrn v. Mirbach hatte ich nach seiner neulichen Ankündigung ein heftigeres Vorgehen erwartet; er mag selbst in seinem Jnnem einigermaßen bedenklich geworden sein. So viel Gutes ich ihm nun auch zutraue, das wer- den wir ihm nicht glauben können, daß seine Partei lediglich, um die finanziellen Verhältnisse des Reichs dauernd zu stärken, das Gesetz über sich genommen hat. Das Gesetz setzte als noth- wendige Folge eine wesentliche Einschränkung der Produttion voraus, ohne welche namentlich die Ausgleichung zwischen dem 70 und 50 Mark- Spiritus nicht eintreten könne. Daß diese Einschränkung nicht erfolgt ist, mußte nothwendig auf die Preisbildung nachtheilig wirken. Es wird fortgebrannt ohne Rücksicht darauf, wie viel im Lande konsumirt und zur Ausfuhr gebracht werden kann; darunter muß das Brennereigewerbe schwer leiden. Es kommt dazu, daß der Export immer mehr und mehr eingeschränkt wird, nachdem die Länder, in die wir exportiren, höhere Eingangszöllc einge- führt haben. Der Andrang von Branntwein nach den großen Zentren des Handels, namentlich in Berlin, wie er früher nicht vorhanden war, muß naturgemäß den Preis drücken; und dieser Andrang muß vermehrt werden, je mehr die An- sammlung von kleinen Lägem erschwert ist. Wenn nicht Ein- schränkung der Produttion erfolgt, werden und müssen die Preise noch weiter sinken. Die Zustände des Brcnnereigewerbcs unter diesem Gesetz, das gebe ich zu, sind äußerst bedenklich, und ich freue mich außerordentlich, daß ich nicht dazu beigetragen habe, es zu Stande zu bringen. Abg. v. Helldorff(d.-k.): Die Schwierigkeiten des Brannt- weingesetzcs liegen darin, daß es galt, nicht nur den wirthschast- lichen Interessen der Kartoffeln bauenden Landestheile gerecht zu werden, sondern zugleich auch hohe Steucrcrträge zu erzielen. Im Großen und Ganzen können wir mit dem, was erreicht ist, zufrieden sein. Der Landwirth wird fich in Zukunft auf diese Einschränkung einrichten müssen, sonst würde die Brennerei zu Grunde gehen. Unter dem Branntweinsteuergcsetz ist jeden- falls der Schnapskonsum erheblich heruntergegangen, und das ist ein großer Effekt, über den ich mich freue im Interesse der ganzen Nation.(Beifall rechts.) Abg Karth(dfr.): Das Gesetz konnte die Hoffnungen nicht erfüllen, weil die hohen Steuersätze den Konsum stark ver- mindern mußten und die Produttion diesem Rückgang nicht genügend gefolgt ist, so daß jetzt die Preise sehr niedrig find. Was wir vorhcrgesagt, ist eingetroffen. Der Hauptgrund des jetzigen Zustandes liegt an der Differenzialsteuer, durch welche den Brenncm ein Geschenk von 36—40 Millionen aus der Tasche der Konsumenten zugefallen ist. Der Kommisston wurde erklärt, man werde die Berechtigungsscheine bei der Entrichtung der Maischraumsteuer in Zahlung nehmen. Aus welchem recht- lichen Grunde glaubt die Regierung den Berechtigungsschein, «elcher an der Börse mit 18& Ä. gehandelt wird, mit 20 M. in Zahlung nehmen zu können? Dann würde thatsächlich die Regierung von allem in Deutschland konsumirtea Spiritus zunächst die 70 Mark erheben und davon 20 Mark dem Produzenten auf seinen kontingentirten Spi- ritus vergüten. Dann wird aber auch der Blindeste im Volke begreifen, daß es fich nur um eine Subvention der Pro« duzentcn aus den Taschen der Konsumenten bis zu 40 Mill. Mark handelt. Abg. Nack»: Wie verschieden die Anschauungen find, geht aus den fich fast diametral gegenüber stehenden Aeußerunaen der Herren v. Helldorff und v. Mirbach hervor. Herr v. Mir- hach klagt über die schlechten Wirkungen des Gesetzes für die Landwirthe, Herr v. Helldorff hält die günstigen Folgen des- selben für erwiesen. Der fuselhaltigste Alkohol, dcnaturirt mit dem schlechtesten Holzgeist, ist noch das reine Kölnische Waffer gegen den mit Pyridinbasen versetzten Spiritus. Ich gratulire den Herren, welche diesen zu untersuchen haben; in einem Haushalte ist er völlig unverwendbar. Der Titel wird bewilligt. Die Etats des Hauptzollamts in Hamburg und der Reichs-Stempelabgaben werden ohne Debatte be» willigt._ Vom Etat des Reichs-Schayamts werden die ordentlichen Ausgaben ohne Debatte bewilligt. Im Extra- von der Liebe spricht. Seine Worte sind so niedrig, wie der Gesichtskreis seiner Seele. Um so mehr begehre ich Deine Antwort zu wissen.—" Und wieder streckte er die Hand nach der Pergamentrolle aus. Aber Guido Cavalcanti hielt das Pergament mit starker Hand über seinem Kopfe und sagte mit verdüstertem Antlitz: „Laß ab, Durante, laß ab. Auch meine Antwort wird Dich nicht beftiedigen. Wie viele von uns sind treu i» der Liebe, und wie faßt sie jeder anders auf! Cino findet sie nur in Eindrücken, Dante da Majano in der Sinnlich- keit, Du— im glühenden Herzen und ich— im kalte» Verstände. Für mich ist der höchste Gegenstand der Liebe die Philosophie. Sie ist die süße Göttin, die mich de- herrscht. Ecce deus fortior me!— Wer von uns hat Recht?"- „Gieb mir Deine Antwort! gieb her— ich glühe vor Ungeduld," rief der Freund. Plötzlich, gerade in dem Augenblick, da Guido Cavalcanti dem Freunde seine poetische Ant- wort auf sein Sonnett hinreichte, öffnete sich das Pförtchen des Gartens, der an Folco Portinari'S Haus stieß, und heraustraten zwei Matronen mit ernsten, strengen Gesichtszügen, schon ergrautem Haar, in reichen, aber einfachen Gewändern. Ihnen folgte die Straße herauf ein Mädchen von schlanker Gestalt, in ein schneeweißes iüeid gehüllt, den Kopf leicht zur Erde geneigt, mit einem zarten, Roth auf dem blassen, durchsichtigen Antlitze. Sie trat zwischen die beiden Matronen und schritt mit ihnen die Straße weiter. Beide Freunde traten bei Seite und erwarteten sie mit einem tiefen, achtungsvollen Gruß. Die beiden Matronen antworteten etwas stolz und kühl auf die Begrüßung, das Mädchen aber neigte tief das wunderbare Köpfchen, das sich unter der Last seiner Schönheit zu beugen schien, und ein kräftigeres Roth färbte ihre Wange, die in diesem Augen- ff* ordinarium enthält Titel 4 den Beitrag zu Deckung der laufenden Ausgaben der Universität Straßburg von 400 000 Mark. Referent Abg. v. Kuene: Die Versetzung dieses Titels aus dem Ordinarium in das Extraordinarium ist in der Kam- Mission Gegenstand eingehender Verhandlung gewesen. Es wurde hervorgehoben, daß dieselbe in Elsaß-Lothringen einen unangenehmen Eindruck gemacht habe, man befürchte, daß das Reich sich der Pflicht zu diesem Beitrag fernerhin entziehen wolle. Die Universität Straßburg sei nicht als Landesunioersttät, sondern im Interesse des Reichs gegründet worden. Die Leistung eines dauernden Beitrages zu den Unterhaltungkosten sei dem- nach billig, und derselbe müsse im Ordinarium bestehen bleiben. Der Vertreter des Reichsschatzamts erklärt, daß keineswegs beab- stchtigt sei, durch diese Umstellung den Zuschuß alsbald zu beseitigen, man habe nur eine allmälige Abminderung in Aussicht nehmen wollen. Kunst und Wissenschaft sei Sache der Landesregierungen. Geändert werden könne auch im Ordinarium, durch die Rückversetzung in das Ordinarium würde man sich noch mehr binden als bisher. Dagegen wurde geltend gemacht, daß man eine Aenderung des Beitrags überhauvt nicht vornehmen wolle, und die Kommission beschloß deshalb die Rückversetzung des Titels in das Ordinarium. Abg. Petri(Hospitant der ntl. Partei): Seit 1876 hat dieser Posten im ordentlichen Etat gestanden. Die plötzliche Versetzung in den außerordentlichen Etat hat großes Aufsehen erregt, und nicht allein im Kreise der Professoren. Alan fürchtete, daß in Bälde der Posten ganz gestrichen werden könnte. Wenn eine solche Absicht nicht besteht, so begrüße ich das mit großer Freude. Unmittelbar nach dem Frankfurter Friedensvertrag haben Bundesrath und Reichstag als eine der ersten Aufgaben des Reichs betrachtet, eine deutsche Universität in Straßburg zu gründen. Bereits 1871 hat der Reichstag in einer Resolution den Reichskanzler ersucht, diese Universität zu gründen. Dabei halte man hohe Ziele im Auge. Es handelt sich nicht speziell um eine Universität für die Bedürfnisse Elsaß-Lothringens, sondern um eine Hochschule, welche als Pflanzstätte deutscher Kultur und Wissenschaft den deutschen Geist in der Westmark des Reichs kräftigen sollte. Reichstag und Bundesrath stellten mit großer Opferwilligkeit Millionen zur Verfügung zur Errichtung der Universität. Heute ist sie ein Muster der Hochschulen, nach dem Münster die schönste Zierde der Stadt Straßdurg. Mit den einmaligen Ausgaben war es natürlich nicht gethan. Dem äußeren Werthe mußte auch der innere entsprechen. Und diese Aufgabe ist durch Gewinnung hervorragender Lehrkräfte erfüllt. Es ist billig, daß Elsaß- Lothringen die laufenden Ausgaben nicht allein , SVk■ l I— rv»',—. VI L t\ L_—, übernimmt. Zu dem Beitrage des Reiches hat der Landcsaueschuß 1875 die Initiative ergriffen, weil die Universität zum großen Theile im Interesse des Reicks errichtet sei. Der Beitrag des Reiches wurde auf 400 000 M. normirt und in den letzten 13 Jahren jedesmal im Ordinarium bewilligt. Eine Aenderung dieses Zu- standes rechtfertigende Umstände sind nicht vorhanden. Die Universität ist auch heute nicht nur eine Landesuniverfiiät, son- dern eine Reichsuniversität! die laufenden Ausgaben stehen auch heute nicht im Vcrhältniß zu dem Landcsbudget. Die Zahl der Studenten ist bedeutend gestiegen, bis mif 1005, worunter 331 Elsaß-Lothringer. Ein erheblicher Theil ist also nicht aus Elsaß-Lothringen. Die Ausgaben sind von 813 000 M. in 1877 auf 881 000 Ä. in diesem Jahre gestiegen. Die Finanzen des Landes haben sich allerdings gebessert, aber das ist in allen Staaten und auch im Reiche der Fall und kann daher nicht ins Gewicht fallen. Es ist ein wesentlicher Unterschied, wenn plötzlich dieser Posten, der 13 Jahre im Ordinarium stand, jetzt ohne materiellen Grund in das Extraordinarmm versetzt wird. Als Grund ist die Vermuthung einer Gefinnungsändcrung seitens Altdeutschlands gegenüber Elsaß-Lothringen aufgestellt worden. Ich halte diese Äcrniuthung für absolut unbegründet, aber sie ist wiederholt im Lande aufgestellt worden. Allerdings hat sich seit den letzten Rcichstagswahlen eine gewisse Animosträt in Ältdcutschland gegen Elsaß-Lothringen, wenistens in ge- wissen Kreisen, bemerkbar gemacht. Man berücksichtigt aber nicht die besonderen Umstände, unter denen die letzten Wahlen zu Stande gekommen sind. Man glaubt, Elsaß- Lothringen bestehe zum großen Theile aus revolutionären, um- stürzlerischcn Elementen und säße gewissermaßen auf einem Vulkan. Wer das behauptet, kennt unser Land nickt oder will es nicht kennen. Wir sind eine ruhige und friedliche Bevölke- rung, welche Gesetz und Obrigkeit achtet und leicht zu regieren ist. Allerdings sind Ausschreitungen vorgekommen, aber in wel- chem Lande ist das nicht geschehen? Zur Herbeiführung nor- maler politischer Zustände ist vor Allem erforderlich ein maß- und taktvolles Vorgehen der Landesregierung, einerseits energisches Eingreifen gegen politische Dcnionstrationen, andererseits aber sorgfältige Vermeidung aller kleinlichen Polizeimaßregeln, die nur die Bevölkerung aufregen und der deutschen Sache schaden, so daß sich diejenigen wieder von ihr abwenden, die bereits gewonnen find. Ich werde die Verhältnisse inimerdar vonr deutsch- nationalen Standpunkt betrachten und besprechen (Beifall), dafür spricht der Charakter meiner Wahl und mein politisches Verhalten. Nicht nur hier im Hause, sondern auch im engeren Kreise werde ich von unseren Verhältnissen immer reden ohne Hintergedanken und ohne Vorurthcile, aber andererseits auch ohne Schwäche, frei aus der Brust heraus, wie es einem freien, unabhängigen Manne ge- ziemt. Ich bitte Sie, den Antrag anzunehmen, der hohe Reichstag wird dadurch den Beweis führen, daß er die Jnter- blick der schönsten Rose auf dem Strauche glich, an welchem ste eben vorüberging. Einen Augenblick nur erhob sie mit der Furchtsamkeit eines Rehes die unaussprechlich tiefen, dunkelblauen Augen und schritt des Weges weiter zwischen den beiden Matronen mit unsicherem Fuß und gesenktem Haupt. „Tanto gentile e tanto oneata pare la donna niia" (So schön bist Du und so edel, meine Herrin!) sprach leise, vor Rührung und heiliger Scheu fast bebend der Freund Guido Eavalcanti's. Dieser, obwohl älter und kühler, war nicht minder gerührt. Er legte seine Hand auf den Arm des Freundes und wiederholte traurig die letzten Worte eines seiner Sonnette:„Che va dicendo all' anirna: Boapira!"(Der zur Seele sagt: seufze!) Dann wandte er sich in eine Seitenstraße. Durante Alighieri stand immer noch sprachlos da, das Auge starr auf die paradiesische Erscheinung geheftet. Siehe! dort am Ende der Straße leuchtete jene Crewtnra bella, bianco vestita(jenes schöne, weiß gekleidete Wesen). Wie die glänzende Lilie zwischen den grauen Stengeln trockenen Schilfs, wie eine bewegte Flamme schwebte sie über die Erde, und es schien, als wäre die ganze Schönheit der er- wachenden Natur, die ganze alterthümliche Pracht der stolzen Stadt, alles Licht und alle Freude, aller Duft und aller Glanz nur der Rahmen, aus welchem sie lächelnd hervortrat mit dem zarten Roth auf den Wangen, mit dieser Süßigkeit im tiefen Blick, mit diesem Erbarmen himmlischer, unendlicher Liebe. Da er- tönten alle Glocken der nahen Kirche, und die aufgescheuchte Schaar der weißen Tauben flog auf wie eine Wolke weißer Rosen über ihrem Haupte gerade in dem Augenblick, als sie in dem dunklen Gange der Kathedrale verschwand, deren Steine in den goldenen Luftwellen zu erzittern schienen, als sie die Schwelle überschritt. „JScce dens fortior nie, qui veniens dorninabitur essen der Universität Straßburg ebenso zu fördern gewillt ist, wie der Reichstag der vergangenen Jahre. Ich spreche auch die Zuverficht aus, daß der hohe Bundesrath dieser Anficht des Reichstags beitreten wird, daß Bundesrath und Reichstag nie- mals zulassen werden, daß diejenige Universität auf ein niedri- geres Niveau gebracht werde, welche ein so hohes nationales Ziel zu verfolgen hat, an deren Kollcgiengebäude die Inschrift prangt: Litteria et patriae, oder wie der Herr Reichskanzler diesen Wahl- spruck einmal umgeformt hat: Patriae et litteris!(Lebhafter Beifall.) Staatssekretär des Jnnem v. Lottich»»: Meine Herren, was die Frage, die in der Kommisston und hier im Hause jetzt streitig geworden ist, anlangt, so halte ich die Besorgniß, der der Herr Vorredner Ausdruck gegeben hat und die in der Kommission, wie wir aus dem Munde des Herrn Referenten vemommen haben, von verschiedenen Seiten gehegt worden ist, für eine über- triebene. Die Entstehungsgeschichte der Wandlung, die Sie im Etatsentwurf sehen, wonach also der Zuschuß für die Universität Straßburg aus den allgemeinen Fonds in das Ertraordinarium gesetzt worden ist, läßt erkennen, daß es Erwägungen finanz- rechtlicher Natur gewesen sind, welche dazu bestimmt haben. Es läßt sich nicht leugnen, daß zu den Aufgaben des Reichs an sich die Unterhaltung von Universitäten nicht gehört. Es würde also jeder Betrag, den das Reich für eine der Landesfürsorge anheimfallende Universität als Subvention zahlt, schon an sich unter die extraordinären Ausgaben des Etats zu verweisen sein. So liegt die Sacke nicht, wie der Herr Vorredner meint, daß die Universität Straßburg eine Reichsuniversiiät sei. Richtig ist aus der Entstehungsgeschichte der Universität von ihm vorgetragen, daß damals, als der Bundesrath sich auf Anregung des Reichstags dazu entschloß, von Reichswegen die Universität Straßburg zu subventioniren, dabei der Gedanke zu Grunde lag, daß man im deutsch- nationalen Interesse an der Westmark des Reiches eine Pflanz- stätte deutscher Bildung und vaterländischen Geistes schaffen wollte. Eine Reichsuniversttät im eigentlichen Sinne des Wortes ist Straßburg nicht; ste ist, wie alle übrigen im Deutschen Reich, eine Landesuniversität, und die Fürsorge für diese Anstalt liegt dem Lande, der Landesregierung ob. Ich wünsche, daß so, wie der Herr Vorredner die Franzosenfurcht vollständig abgestreift und seine warme Anhänglichkeit an das deutsche Vaterland bekundet hat, auch seine Landsleutc durch die Beschlüsse des Rcickistags und des Bundcsraths recht bald zu der Ueberzcugung gelangen mögen, daß nirgends besser für sie und ihre Interessen gesorgt ist als im Deutschen Reich. (Lebhaftes Bravo.) Der Antrag der Budgetkommisflon wird nahezu einstimmig zuni Beschluß erhoben und der Rest des Extraordinariums ohne Debatte genehmigt. Beim Etat des Reichsinvalidcnfonds bittet Abg. v. Huene die Militärverwaltung, denjenigen Offizieren, welchen aus der Versetzung aus der aufgelösten Invaliden- kompagnie in Jnvalidenhäuser Verluste e itstehen, event. aus anderen Fonds eine Zulage zu gewähren. Kriegsminister Kronsart v. Schellen dorff: Die Wünsche dieser Ofstziere sind in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle erfüllt worden. Sollten irgendwo im einzelnen Falle durch die besonderen Verhältnisse sich Nachtheile ergeben, so würden wir mit unserem Unterstützungsfonds eintreten, so daß die ganze Maßregel ohne jede Härte für den Einzelnen durch- geführt werden kann. Der Etat wird bewilligt. Es folgt der Etat des allgemeinen Pensions- f o n d s. In der Kommission wurde, wie Referent v. Huene mit- theilt. die Ungleichheit in den Pensionsverhältnissen der Zivil- und Militärbeamten ausführlich besprochen. Diese Ungleichheit be- steht darin, daß diejenigen Offiziere, welche in den Kommunal- dienst eintreren, sich einen Abzug von der Militärpenston ge- fallen lassen müssen, während den Zivilpenfionären ein Abzug nur beim Uedertritt in den Reichs- oder Staatsdienst gemacht wird. Abg. Struckmann(ntl.): Es ist eine schreiende Härte, wenn ein im Kriege zum Krüppel geschossener Offizier im Kom- munaldienst schlechter wegkommt als ein Zivilanwärtcr. Ich bitte den Kriegsminister dringend, uns demnächst einen G.E. vorzulegen, der diese Sache endgiltig regelt. Minister Kronsart v. Hchellendorff: Das wird nicht möglich sein, weil sonst eine nicht unbegründete Unzufriedenheit der Militärbeamten im Staatsdienst entstehen könnte. Der Etat wird dewilligt, ebenso der Etat der Rcichsschuld ohne Debatte. Die Etats„Bankwesen",„Besonderer Beitrag von Elsaß- Lothringen",„Zinsen aus belegten Reichsgeldern" werden ohne Diskussion angenommen. Bei den Einnahmen aus den „Außerordentlichen Zuschüssen" Kap. 23„Aus der Anleihe" berichtet Referent Abg. v. Hnene über einen in der Kommission gestellten Antrag, welcher dahin ging, gewisse Ausgaben statt auf die Anleihe auf die dauernden Ausgaben des Etats zu übernehmen und andererseits eine Amortisation der Reichsschuld bezweckte. Abg. Kalle; Wir beantragten in der Kommission, statt 5 Millionen 6|; Millionen für die Marineverwaltung aus den ordentlichen Einnahmen zu decken, da es sich bei der betreffenden Position nur um die Erhaltung des vorhandenen Materials handelte; es entspricht dies auch dem in der Marinedenkschrift mihi," sprach Dante Alighieri leise vor sich hin, wie in Ekstase, immer noch an demselben Orte stehend, den Blick auf das Ende der Straße geheftet. „Ah, Messer Durante," wurde hinter ihm eine Stimme laut—„zu welcher Canzone sucht Ihr gerade den letzten Reim?"— Der Angesprochene wandte sich schnell um, wie Einer, der plötzlich aus dem Schlafe geweckt wird. Vor ihm stand das Muster eines vollendeten Elegants jener Zeit. In der einen Hand hielt er einen großen Blumenstrauß, mit der andern schaukelte er leichthin seinen Degen, der an einer reich gestickten Schärpe herabhing. „Gott mit Euch, Messer Simone! Einen Reim habe ich wirklich nicht gesucht. Das ist nicht meine Gewohnheit: er kommt selbst, und noch früher als man ihn braucht, und mehr als einer, glaubet mir." „Wer kennt Euren Stolz nicht: Ihr werdet's nicht Wort haben; und doch weiß ich, daß Ihr ganze Nächte hinbringt über einem Sonnett." „Das mag wahr sein, aber über einem vollendeten Sonnett." „Vollendeten?— Das verstehe ich bei Gott nicht. Wenn es vollendet ist, so ist es vollendet; was fehlt da noch? Ich würde eher em ganzes Leben hinbringen über einem un- vollendeten." „Das begreife ich sehr wohl, Messer Simone. Zhr seht, unsere Wege gehen auseinander." „Zhr"habt Recht. Ihr sucht hier Reime und ich bin gebeten worden, Bice aus der Kirche abzuholen und sie nach Haus zu geleiten. Ich will noch eine Weile hier auf dem Platz spazieren gehen und dann an der Kirchthür warten. Das ist wohl eine Canzone werth, Messer Alighieri." „Ihr— gebeten worden?— Und von wem?" „Von ihr, von Bice, der Tochter Folco Portinari's. Ich habe schon ihr Wort, Messer Trooatore, ich hole sie ab vom vorigen Jahre aufgestellten Grundsatz. Die gleiche die Einze sung von der Anleihe auf die ordentlichen Einnahme«* i«Aaben in 5 ftagteu wir auch bezüglich einiger Posten der Postver««? �fonerigkeitei Die Anträge fielen weniger aus inneren Bedenken gegen dm V Matrikulart als weil man es nicht für opportun hielt, nachdem die W, �"tnizroitihscha tn den Einzelheiten bereits festgestellt seien, eine A»«« vermindert. der Matrikularbeiträge vorzunehmen. Ich wünsche, ,% Frhr.».\ unsere Wünsche bei künftiger Aufstellung des Etats da s geeignet, mit e sichtigt würden. Was die Amortisationsfrage betrifft,]• p Wst wü scheint die Tilgung um'".....™...... Ute zuiiuuiicuiuubnutic vcn>„.,.„u werden. Alle soliden wirthsckaftlichen Staaten haben eins Amortisation für nothwendig erachtet. Im Prinzip W das Reich diesen Gedanken anerkannt. Aber seit 1875 schaften wir gleichwohl mit Anleihen. Seit Anfang der« Jahre mehren sich die Forderungen, daß wir in eine iw unserer Anleihen eintreten. Die Amortisation von 1# Schulvquote scheint mir das Minimum zu sein. Direktor Aschenbor«: Die Staatsverwaltung p1 dieser Richtung ihrerseits nichts versäumt; seit 1881—82 fast alljährlich einen Schritt in dieser Richtung gethan innere an die Ausgaben für Fcstungsbauten, Pgstdienstks Sf Wö» ÄÄ Nach der . Kapitel wi Äffcfl Gamisoneinrichtungen für Elsaß-Lothringen, Kasernen� bauten. Auch in dem Etat für das nächste Jahr ist für die eine verbesserte Deckung eingeführt, indem wir 2 860 O* mehr auf ordentliche Mittel übernehmen, als wir gethau wenn wir bei dem alten Prinzip geblieben wären. � also ein durchaus planmäßiges Vorgehen der Verwaltung?, gewünschten Richtung statt. Weiler find wir bei deii� rungcn für die Marine nicht gegangen, weil wir nicht gn�S besser als der Chef der Admiralität veurtheilen zu könnet � Summen unter den Begriff der Ersatzbautcn und wePs. den Begriff der neuen Bauten fallen. Auch die% Amortisation wird von der Finanzverwaltung unausg Auge behalten. Man hat sich bisher nicht entschließen praktisch vorzugehen, weil seit Jahren ohnedies die M beitragslast gewachsen ist. Unser gesetzlicher Zulün in dem Gesetz vom 9. April 1870 fixirt, nach ff die Tilgung der Reichsschulv in der Weise erfolgz, die durch den Etat� dazu zur Verfügung gestellten zum Ankauf von Schuldverschreibungen verwendet Es müßte also eine Aenderung dieses Gesetzes gehen. Das wird aber nicht so kurzer Hnnd geschehen da die Bestimmung nicht isolitt besteht, sondern den mungen des preußischen Konsolidationsgesetzes entsptP'> welches die obligatorische Schuldentilgung aufgehoben«| erwähnte Modus eingeführt worden ist. Was kann f helfen, an einer Stelle des Etats eine TilgungssuniP � stellen, wenn wir, um Balanze herzustellen, an ander»" einen gleichen Mehrbetrag einsetzen müssen. Nur wenn. sichere Grundsätze bestehen darüber, welche Ausgaben P.j auf Anleihe gehören, ist eine solche Maßnahme hu# j Sobald wir ein Jahr mit Ueberschüssen haben, wird waltunz dieselben zur Schuldentilgung benutzen. * Berathung ,on beantrag! Herrn! Reichshr Mg und nehmen, d lsgaben in i Ae und Est fMnahmen, «renFon SÄS Cfi o ist d S4 Ä e-rrt.« "efwnlttttt betreffend d # . JAC" rm allgl Abg. v. Kennigsen: Ich zweifle nicht, daß die m t eigen tpfimnrn in hpr htßficr frfirm n�ivininff nprfnfntClt\ MÄb< r�OuCtUI des fortWn toSkS" W»Z I', ääää ri s " s-ZMAx» s Elsaß-Lothttnacn, kein werbendes. Die großen »vv»» ivvvvviivvv. VszVIt � jft*■ K �1011 hoch man die Amortisationsbcträgegreifcn man verschiedener Ansicht sein. Man köi will, av emi «.CT, K y " t ela VW ai «n W-Mi könnte 1 P® das Maximum halten, das würde schon mehr als betragen. Wen» die Kommission der Frage der nicht näher getreten ist, so liegt das an den ai Verhältnissen. In 2 bis 3 Jahren wird man stimmte Vottchläge zurückkommen müssen, falls$, von der Regierung nickt ergriffen wird. Augmbli wir uns mit unseren Anleihen in einem gewissen. stadium. In künftigen Jahren werden ähnliche grK«z.r'M"" viebfo? für Militär- und andere Zwecke nicht erfordeM r Man wird also zu einem gewissen festen ZustanW 8#'6% sein, bei dem man übersehen kann, wie hoch si* fc l»J" betrag beläuft. Dann aber hat man die Verpflichte v /rt0J zu sorgen, nicht allein, daß man hinsichtlich v; gaben aus den laufenden Mitteln für die einzclP � M,Meit-".e tungszweigen vorsichtig zu Werke geht, sondern au«- die vorhandenen Anleihen, die bereits mehr als eim betragen, auch regelmäßig tilgt. Direktor Afchrnborn: Auch das Reich hat Z 91 mögen. Die Reicksschuld wird in diesem Jahre e i wendung von 49- Millionen erfordern; dem ge L-Lz« Uederschüffe aus den Betriebsverwaltungen des-o•„ Höhe von 43 Millionen. JSs ist dies also ungefav� � K m K sSSm valent für die Zinsen der Schuld. Außerdem..,-. "�"den muffen, wenn wir die Reichsschuld in ihrer P Hohe schätzen wollen., � balle dieses Jahr dazu für besonders günstig Finanzlage. Gehen wir nicht bald zu einer Arno fW &S . Besagt Wen ge als Verlobter—— als Verlobter! Lebt wohh lebt wohl! Wenn Ihr diesen Reim gefunden Hab', 0 NI mich wissen." Dante hörte nicht mehr. Ein Ocean von. hüllte ihn ein. Er hörte ein seltsames Getöse,� VUiur t,». vu vvl.v Vlll|VW|UI11V>, �, sich die Erde. O wenn sie ihn doch vcrschlmsst" Aber, die Harte, Grausame that es nicht. T>>e rauschten feierlich wie vorher, die Rosen blüh � vorher, die Tauben flogen von den Dächern auf lvi die Luft athmete Fröhlichkeit, Glanz und Duft,% seinem Busen war dieser Abgrund, war diese% dieses fürchterliche Getöse. Er wußte nicht, wie' g, hier gestanden, mit der Antwott seines Freun�J Cavalcanti in der Hand, die er noch immer nP' hatte— diese Antwort, auf die er so begierig gh � — was sollte sie ihm? Jetzt hatte er schon em Antwort.. Der Widerhall von Schritten, Gespräch fj( scheuchten ihn aus seinen Träumen aus. Sie'' � auä der Kirche heimkehrte, nachdem der F<$, vollendet war. Wieder schritt sie einher, weiß�unv�� % 'n ihn *4� .fet® rö0 "••"Äf äS 'M pen aber nicht mehr in der Mitte der beiden gingen langsamen Schrittes hinter ihr � Aß""' yuiyc» iun�]umen yuuti"r/ r. und an ihrer Seite schlenkette und schaute st z Simon de Bardi, der noch vor wenigen jni ihm gesprochen hatte. Und jetzt sprach ih�, ige •7*" p-.[ �» V V vauv J[vy» I r V,' r und Gelächter, und sie hielt seinen Strauß � � und lächelte flüchtig. Die beiden Matronen S- 0%� ittes hintc/ignen her in Schrittes hatte nicht die Kraft— es war auch F) „Welches Glück, mit Ihnen zu gehen, M Simon,-„mein Leben gäbe ich dafür Y' � bieIe«S e gleiches ,;rl"«ic Bmäentaaten däs�vä�Men üeefroteTe!n!!�flf n nahmen*."Waben in Anspruch nehmen. Wir würden dann auf PosloeriB ��«wieripkeiten bei den verbündeten Ricgerungen stoßen, a gegen da' V aitatrikularbeiträge erhöht werden müßten. Wir wünschen cm die W Manzwirthschaft, welche unsere Schulden nicht vermehrt, eine Aendl>«in vermindert. wünsche i"dg. Frhr. v. Malhahn: Der gegenwärtige Moment ist =1 Etats«° t°?dlgnet, mit einer solchen einschneidenden Maßregel vor- betrifft, I* F- Wir würden damit das ganze Gebäude des Etats, eher die �« Grundlage für die Etats der Cinzelstaaten geworden und entire Maren. Für die Zukunft dürfen wir aber auf die haben eiiK'i nichge Tilgung unserer Schuld nicht verzichten. Die Ein- gder Reichs-Betriebsverwaltung bieten ein Aequivalent WWaber es fehlt das Aequivalent für das Kapitals »nden die Einzelstaaten das, was ihnen überwiesen ist, für mg der �cach der großen Reform unserer indirekten in eine iw wodurch wir zu festeren Finanzverhältniffen gekommen ivn 1# es auch mir wünschenswerth, daß wir an die Amor- M unserer Schulden gehen. as Kapjtcl wird bewilligt, ebenso das Kapitel„Matri- Das Etatsgesetz und das Anleihegesetz werden, »ch der definitiven Feststellung der Ziffern, S-? gethan- astdienstgti Kasernen st für die -en. | erwaltud�. bei den � r nicht m ; könnew � nd welche steht ferner folgende re Resolution: ange- von der Budget- an Berathung i"' 5 beantragte....... 2 860 000'.»den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, bei der Vorlage x gethan«o|«5 Reichshaushaltsetats für 1889—90 eine Verein- lechung und größere Ueberfichtlichkeit insoweit in Ausficht I nehmen, daß getrennt von den übrigen Einnahmen und RSgaben in einem außerordentlichen Etat dasjenige in Aus- Ade und Einnahme erscheint, wofür nicht aus laufenden Annahmen, sondern durch Anleihebeträge oder aus be- ......."beren Fonds und Verpflichtungen die Deckungsmittel h die, l' L�Mügung gestellt werden." unausgesw.. Resolution wird ohne Deba wen. it ist die zweite Berathung des Etats r89 erledigt. 5s Uhr. Rächst« Sitzung Freitag 1 Uhr. r 3"� nach ff se erfolgt, cstclltcn wendet WS i ren den Äf kann t» lgesumwe i anderer x wenn gaben u> wird ohne Debatte mit großer Mehrheit (An- Aschmidt, betreffend die'Konservenbüchsen, Vogelschutz� Petitionen.) , z-k-lr». Ii,? über die Kosten königlicher ,'�waltungen in Ktadtgemeinden. Der Gesetz- betreffend die Kosten königlicher Polizeivcrwaltunaen in »„mden beziffert den Kostenbeitrag, welchen Berlin, Entwurf Gesetz wird, mehr als bisher aufzubringen hJ y t;' lPi.., I nit s 3 070 968 M. Das macht nach dem bisherigen 2 ner hierfür allein verwendbaren Gemeinde-Einkommcn- gavc»$ Erhöhung dieser Steuer vom 1. April 1889 von ie durlhw� t Ä pEt. aus. In der Begründung wird erklärt, daß wird t»t ZMehung anderer Stadtgemcindcn wie Berlin zur Hälfte .„«0 iL".un allgemeinen keine Härten nach sich ziehe, da in _____ iL)< d,, Sl4 eigener Polizeiverwaltung der Kostenbetrag pro olgten f'ij) nj.Bevölkerung ein höherer sei, als unter Zugrunde- etrifft. I � vorgeschlagenen Thellungsvcrhältnisses in den den mit königlicher Polizeiverwaltung.„Was aas~,,,t wvm». Kopf der Bevölkerung um 2,30 M. ßisen�fi» Hz!, ,lo sagt wörtlich die Begründung. Das find nach Su»"' i Ken Belastung eines Berliner Einwohners mit städti- von 22,49 M. rund 10 pEt. mehr. Für diese �.Mehrbelastung, die also Berlin allein im Gegensatz Ä Li, �rigen Städten mit königlicher Polizeiverwaltung .abgesehen von dem angeblichen Vortheil, welcher WZ/U"»."W» zw>,wen luaiuuicn uno pcrivntiwen Pouzeuouen f ImiLf'jrführt:„daß Berlin, als Reichshauptstadt, Sitz sowie als Sammelpunkt eines großartigen H?? außerordentliche wirtblckaftliche Vortbcile ae- »L»»,» S_ Außerordentliche wirthschaftliche Sortheile gel ■für den gegen das stark vertretene ge- ..... �.......... im nothwcndigen verstärkten Polizei ich rcl'„welch"ble ist im Gesetzentwurf davon gesprochen, flicht� ü Koftfn. Prozentsatz Berlin und andere große Städte Ii* f 5, Wim V. Dekali„Polizei auf dem platten Lande izclncn�-� diese etwa nach dem Grundsatze ausgleichender Clljrf)/ � � eine ,®on den Grundherren und ihren Hintersafien allein ß'Miinin.s? sonst noch enthält der Entwurf sehr bedenk- Niu-n tliw§ 2 und noch bedenklichere Begründungen; so Um'«.,, B Ivlche Kosten für Beschaffung von Einrichtungen (�traßenpflasterung, Reinigung, Kanalisation, kS' s K abt,!° w.-- i Die% blüh� 'ifki Jgn. ,'�*vwb�u|i|4u|ict4iiiB/ jieuuyuuy; j\uuuhiu*wii/ jnvsu gesundheitlichen Zwecken, welche zwar kommu- »""gen öfters im preußischen Interesse gefordert, im A bden müssen) nicht als Kosten der Polizeiver- bleib«.. dieses Gesetzes angesehen werden dürfen. 4 Boln. owlmehr beschränkt auf die unmittelbar solche?-?bhenen Verwaltungskosten. Das heißt also: . fiiti.„Zurichtungen und Anstalten wirthschaftlicher 1, etwa Kt, wohlfahrtspolizeilicher Art, welche die . brt, v.. gegen den Willen der Stadtgemcindcn Kuben die letzteren zu bezahlen. Das Ergcbniß 'N-orL." ob es wirklich ein so großes Glück '�ünsch� �.bescheiden. %. Sie einen Beweis dafür?" sagte er heraus- '9 Zide?-, b" sein, wenn das Glück entgegenkommt, !' baß;'. erklang ihre Stimme,— und der Dichter im p;„ chbem Auge eine zerdrückte Thräne zitterte— !#«nft"en®lütf ber Armen zu gedenken, ist eine w' c"Abstehe Sie nicht, Signora. Wessen sollte ich j(ieftn Korten waren sie vor dem Hause ange- cht 97 gf. em Strauche, der von blühenden Rosen über- nf"'<|{' ��enden, Signore Vardi, der Leidenden," sagte die schönste Rose, und ehe Messer unb\ i"te' reichte sie sie dem Dichter mit Tjx �füllten, 1,011 �er Süßigkeit unendlichen H�uch kein Wort— auch er schwieg. Sie ginczen o�M-�blüv. Vnein, et über auf der Straße drückte diese in 7? L �iinen' /Rurige Rose, welche ihr Auge geweiht hatte d'tjA kippen f�rr Milde und unendlichen Mitleids, er% SJ�ts"och stand auf der Straße vor dem Hause ' vHt ro Portinari der junge Durante Alighieri. l'-V" die Rose an, erst stumpf, gedanken- A fe Ä ft9Un9 sich mit einander verbinden; sein AwK« Ä es biese ofB die Rose ihm vor den Augen entschwand sb übrig blieben, die beständig und immer ist klar: die größeren Gemeinden bezahlen. Am meisten zahlt Berlin, mitzubestimmen, mitzubcrathen aber hat Berlin, haben andere Städte niemals. Den Schlüffcl zur Stadtkasse führt die Polizei. Im übrigen verbleibt es bei der Selbstverwaltung. Berlin bezahlt an Mehlkosten mehr, weit mehr, als alle übrigen bethciligten Gemeinden mehr zu zahlen haben. Denn was diese letzteren mehr zu zahlen haben, beträgt(Seite 14 der Motive) 1 507 646 Mark. Berlin hat an Mebrzahlungen allein mehr als doppelt so viel aufzubringen, als die Mehrbelastung aller übrigen bethciligten Kommunen des Staates beträgt. Außerdem aber hat Berlin noch besonders die Kosten der kgl. Feuerwehr mit 2 022 640 Mark zu zahlen! Wir denken, Kommentare find hier nicht nöthig. Die Zahlen reden laut und deutlich. Rur eine Frage werfen wir zum Schlüsse auf: Ist es ein staatserhalten- der Gedanke, wenn so die Entwickelung großer Städte, der Mittelpunkte des Wirthschaftslebens und der Kulturarbeit, ge- stört und unterbunden wird? %ltbtv den Kin«bahn verkehr wird der„Rat-Ztg." auf einen Wunsch dieses Blattes, den Ringbahnverkehr in den Morgenstunden zu verdoppeln, seitens der Verwaltung folgendes derichtet: Die Verwaltung ist seit Jahren fortgesetzt bemüht, dem Verkehrsbedürfniß auf dem Nordringe soweit als thunlich auch durch Einlegung von Sonderzügen Rechnung zu tragen. Nach eingehenden Beobachtungen des Verkehrs in allen Tages- stunden hat sich nur die Notwendigkeit ergeben, in Richtung Schlesischcr Bahnhof-Westend m der sechsten Morgenstunde, in welcher zahlreiche Arbeiter zu ihren Arbeitsplätzen fahren und dort pünktlich eintreffen müssen, einen desonderen Zug einzu- legen. Im Uebrigen reichten die Züge bei angemessener Ver- stärkung aus. Sollte fich im nächsten Frühjahre eine weitere Entlastung der Züge— wie dies nickt unwahrscheinlich— als nothwendig erweisen, so ist in Aussicht genommen, zwischen Wedding und Westend in den Morgen- und Abendstunden noch je einen Zug für jede Richtung einzulegen. Unabhängig hiervon ist der rege Sonntagsverkehr der Sommermonate. Für diesen«erden schon seit Jahren auf dem Nordringe in den Nach- Mittagsstunden Sonderzüge beider Richtungen nach Bedarf ein- gelegt. Ein Weiteres läßt sich ohne Benachtheiligung des starken Güterverkehres, dessen pünktliche Abfertigung auf dem Nord- ringe eine besondere Bedeutung hat und welchem die Ver- waltung nicht minder wie dem Personenverkehr ihre Fürsorge zuzuwenden hat, nickt thun. Bekannt ist, daß auf dem Nordring noch ein zweites Geleisepaar lediglich für den Personenverkehr im Anschluß an die von Stralau— Rummelsburg bis Lands- berger Allee bereits vorhandene viergleistge Bahn gebaut werden wird und daß die Vorbereitungen hierzu bereits so weit getroffen sind, daß im nächsten Frühjahr mit der Bauausführung auf der Strecke Landsberger Allee— Wedding begonnen werden kann, falls der Grunderwerb für diese Anlage nicht noch auf uner- wartete Hindernisse stoßen sollte. Auf dem Südring ist eben- falls schon seit Jahren dem regeren Verkehr der Frühstunden in den Monaten März bis Ende Oktober auf der Strecke Stralau- Rummelsburg— Potsdamer Bahnhof durch Einlegung zweier Sonderzüge eine entsprechende Berücksichtigung zu Theil geworden. In den späteren Morgenstunden bis 9 Uhr haben die gewöhn- lichcn Züge ausgelcichr; daß in einzelnen Fällen Passagiere auf einzelnen Strecken nicht mit aller Bequemlichkeit befördert werden konnten, wird sich kaum ganz vermeiden lassen, da im Stadt- verkehr nicht jeder plötzliche Verkchrsandrang vorhergesehen und berücksichtigt werden kann. Im Sonntagsinaffenverkehr sind in den Sommermonaten auf den Strecken Schlesischcr Bahnhof— Rixdorf, sowie Potsdamer Bahnhof und Anhalter Bahnhof— Halensee- Grunewald so viel Personenzüge befördert worden, als der Verkehr erforderlich machte und als ohne Beeinträchtigung des Güterverkehrs gefahren werden konnten. DU Trorkenfrist der zieubauten scheint sich in der Praxis durchaus nicht zu bewähren und keineswegs die guten Erfolge zu haben, die man sich davon versprach. Es scheint hier wie in vielen ähnlichen Fällen zu gehen: der Zweck ist gut, das Mitkek schlecht! Die schleunigen Prozesse beim Amtsgericht, welche die Aufhebung bestehender Miethsvcrhältnisse zum Gegen- stände haben, sind heute noch gerade so zahlreich wie früher, und der vom Miether geltend gemachte Klagcgrund, gesund- heitsschädliche Feuchtigkeit der Wohnräume, findet sich bei fast allen Neubauten. Es besteht auch in den Kreisen der Bauver- ständigen gar kein Zweifel darüber, daß die bewohnten Räume in einem Neubau während der kälteren Jahreszeit und bei un- genügender Heizung in den Wänden bedeutende Feuchtigkeit aufnehmen, die als Schimmel oder in tropfbar flüssigem Zu- stände nicht blos die Tapeten zerstört, sondern auch Bilder, welche an den Wänden aufgehängt sind, und ebenso Spiegel gründlich verdirbt und die an den Wänden aufgestellten Möbel erheblich beschädigt. In solchen Zimmern herrscht eine feuchte, dumpfige Luft, die trotz reichlicher Ventilation nicht zu beseitigen ist und Schnupfen und Kopfschmerzen verursacht. Die Betten fühlen sich beständig feuckt an, die Federn in den Betten kleben in Klumpen zusammen und alle diese Umstände führen zu einem solchen Maße von Unbehaglichkeit, daß den Bewohnern der Aufenthalt in den Zimmern verleidet wird. Und alle diese Mißstände werden durch die polizeilich vorgeschriebene sechsmonat- liche Trockenzeit keineswegs verhindert. Wohl aber geschieht dies durch ein anderes, mehrfach erprobtes und stets bewähttes Mittel, nämlich durch tüchtiges Heizen der neuen Räume schon während der feuchten Jahreszeit, unter Anwendung eiserner Oefcn. Die auf diese Weise erzeugte trockene und warme Luft absorbirt die Feuchtigkeit des Mauerwerks und der Oberfläche der Wände so gründlich, daß sich später keine Nässe mehr zeigt. schneller sich bewegten, in einen unbekannten, fürchterlichen, drohenden Abgrund hinabsteigend. Er schaute in dieser Rose in diesem Augenblick die Hölle; die Hölle der Leiden, die er durchlebte, nahm sichtbar Antlitz und Gestalt an und öffnete vor ihm in dieser Rose ihren Rachen. Und seine Thränen strömten auf die Rose herab, glühend, wie ge- schmolzenes Blei, brennend wie der Schwefelregen Sodoms und Gomorrhas, aber es waren auch Thränen, die reinigten und erhoben. Zn dem Widerschein der Thränen schien es ihm plötzlich, als blühe diese blutige, feurige Rose in seiner Hand, als leuchte sie mit schneeigem Glänze und als hätte ein Sturmwind die Seufzer nach einer andern Seite ver- weht— sah er im Traum, wie die Rose wuchs, wie sie all- mälig zu Niesenformen, wie sie zur leuchtenden Rose des Empureums heranwuchs, wo jedes Blättchen der Thron eines Heiligen ist und deren Mittelpunkt ein feuriger Strudel, in dem die Liebe weilt, die alle Sterne in Bewegung fetzt; und in der Nähe des Mittelpunktes, aus einem der Blättchen, erhebt sich jene Creatnr» belU bwnco vestita und geht ihm entgegen. Zn der Hand hält sie einen Kranz aus un- verwelklichem Lorbeer, dessen Blätter Sterne sind, und durch das Weltall fährt ein Donncrhall, wie das Brausen der Heerschaaren und das Getöse stürzender Wasser: Heilig, heilig, heilig— Hosiannah und Hallelujah der unendlichen, ungezählten Engelschaarcn. Indem er die Rose an die Lippen druckte, empfand er in der Seele die ersten Umrisse seines großen Gedichts, das allein ihm die Kraft gab, den Verrath der Liebe und des Vaterlandes zu ertragen, und er bemerkte nicht, daß ganz in seiner Nähe der junge Maler vorüberschritt, der, da er ihn mit der Rose in der Hand in tiefes Brüten versunken sah. stehen blieb, um sich seine große Gestalt ins Herz zu prägen und künftigen Geschlechtern zu übermitteln. Ein hiesiger Bauuntemehmer, der in allen seinen Neubauten: stets für das erste Jahr interimistisch eiserne Oefen aufstellt, hat damit die besten Erfahrungen gemacht, ist aber natürlich auch genöthigt, die vorgeschriebene Trockenzeit innezuhalten, obwohl dieselbe, wie er versichert, für die einziehenden Miether so gut wie gar keine Vortheile bietet, sondern den fertiggestellten Neu- bau nur um ein halbes Jahr Zinsen für die nicht unbeträchtliche Summe, die seine Herstellung kostet, theurer macht, was natürlich wieder zurückwirkt auf die Miethspreise. Es ist ja gar nichts dagegen zu sagen, wenn die Behörde von den zu Wohn- zwecken bestimmten Räumen eine der Gesundheit der Bewohner nicht schädliche Beschaffenheit verlangt; aber diese wird durch bloßes Leerstehen nicht erzielt. Viel mehr Sicherheit giebt itr dieser Hinsicht die Prüfung der Ventilations- und Heizungs- anlagen und ein den Verhältnissen angemessener Gebrauch der- selben. Die bloße Bestimmung eines sechsmonatlichen Leer- stehens der Neubauten mag ein für die behördliche Kontrole sehr bequemes Verfahren sein, aber der angestrebte Zweck wird damit ganz und gar nicht erreicht. Wohl aber giebt es für Bauunternehmer, denen daran liegt, ein trockenes Mauerwerk herzustellen, genug Mittel, diese Austrocknung noch während der Maurerarbeit zu besorgen und zwar so gründlich, daß eine Trockenfrist überhaupt nicht nöthig ist. Für solche Leute ist die Polizeiverordnung ein Hindcrungsgrund, derartige künstliche Trockenmittel anzuwenden. Man sieht also, die Polizeiverord- nung nützt gar nichts, schadet aber sehr viel. Auf dem Stadtkahnhof„Lehrter Kahn" wird es als ein schwerer Uebelstand empfunden, daß der Zugang zum Perron von der Jnvalidenstraße aus erst durch das Hinabsteigen einer, namentlich bei Schnee- oder Thauwetter geradezu lebcnsgefähr- licken, Treppe von 34 Stufen und nachherigem Wicderempor- steigen einer gleich großen Treppe gewonnen werden muß. Zahlreiche Interessenten haben sich nun zur Ablaffung einer Petition an das Betriebsamt der Stadt- und Ringbahn ver- einigt, in welcher ein durch Ueberbrückung des zwischen der Straße und dem Perron belegenen offenen Theils des altere Bahnkörpers herzustellender anderweitiger Zugang angeregt wird. Die Petenten machen darauf aufmerksam, daß die wiederholt nothwendig werdende Reparatur der erstgedachten Treppe nicht nur bedeutende Kosten verursacht, sondern auch höchst unliebsame Störungen des Verkehrs zur Folge habe, während die gewünschte Ueberbrückung fich ohne große Kosten herstellen lasse. Betreffs Einrichtung der Billetverkaufsstelle ist auf die gleiche Einrichtung auf der Stadsseite des Bahnhofs„Alexanderplatz" hingcwiescre worden, die sich auch hier ganz bequem anbringen lasse. End- lich wurde geltend gemacht, daß durch die erbetene Neuerung eine bedeutende Hebung der Frequenz der Stadtbahn zu er» matten sei, da jetzt zahlreiche Personen wegen des erschwettere Zugangs zum Bahnhof lieber auf die Benutzung der Stadtbahre verzichteten und die ihnen weniger gelegene Pferdebahn zur Beförderung wählten.— Wir wollen von der Bahnverwaltung, die ja sonst so bereitwillig berechtigten Anforderungen des Publikums entgegenzukommen pflegt, hoffen, daß sie die dankenS- wetthe Anregung einer geneigten Prüfung unterziehen wird. V«n Herrn M. Hnterbock, Stuben- und Schildermaler, Dresdenerstr. 84, geht uns mit Bezugnahme auf den§ 11 des Preßgesetzes folgende Bettchtigung zu:„Ich erkläre hiermit, daß die Malergehilfen des Äalereigeschäfts von M. Jüterbock, Dresdenerstr. 84, am Sonnabend die Arbeit nicht niedergelegt haben, wie solches in der Sonntaas-Nummer 43 stand, sondern es sind am Sonnabend, den 18. d. Mts., nur einige Gehilsen wegen unpassenden Betragens entlassen worden." Gin- Traufahrt mit Hindernissen. Eine Aufsehen erregende Szene spielte fich Montag Nachmittag in der Hoch- meisterstraße vor dem Prenzlauer Thor ab. Der dort wohnende Tischlermeister K., welcher schon seit längerer Zeit mit einem jungen Mädchen in gemeinsamem Haushalte lebte, sollte mit demselben getraut werden. Ahnungslos betrat das Brautpaar, aus dem Hause kommend, den Bürgersteig; doch bevor es den vor der Thür haltenden Wagen besteigen konnte, drängte sich durch die zahlreiche Menschenmenge, die um jene Zeit den Platz bereits angefüllt hatte, eine abgehärmte junge Frau mit einen» Kinde auf dem Arm. Als sie nun des Bräutigams ansichtig wurde, stürzte sie auf diesen zu und machte ihm die leidenschaft- lichsten Vorwürfe. Es war vre alte Geschichte. K. hatte mit der Armen jahrelang ein Verhältniß unterhalten, dem bereits zwei Kinder entsprossen waren, hatte fich aber, nachdem er„etwas Besseres" gefunden, treulos von ihr zurückgezogen und sie da- durch in die bitterste Roth versetzt. In ihrer Verzweiflung hatte die treulos Verlassene das Kind schnell in den Wagen ge- warfen, worauf sie selbst ohnmächtig zusammenbrach. Das Publikum, welches den Zusammenhang schnell dcgttffen hatte,. zeigte nicht übel Lust, das Brautpaar zu lynchen, wenn es ihm nicht schnell genug gelungen wäre, den Wagen zu erreichen und davon zu fahren. D«s im Wagen befindliche Kind wurde unterwegs abgesetzt und in hilsioscm Zustande aufgefunden, worauf es der inzwischen wieder zum Bewußtsein gelangten Mutter eingehändigt wurde. Die Aufregung des Publikums kannte aber jetzt keine Grenzen mehr, mit Spannung erwartete es die Rückkehr des„glücklichen Paares", das nach zirka dreiviertel Stunden auch wieder erschien. Aber kaum war es dem Wagen entstiegen, so wurde es, wie das„Kl. I." bettchtet, auch schon mit einem Hagel von Schneebällen empfangen, worauf sich einige der Passanten auf den Bräutigam stürzten, ihm den Hut aufttteben und seinen Hochzeitsfrack ihm buchstäblich vom Leibe rissen. Die Braut hatte fich durch schnelle Flucht in den Haus- flur der Lynchjustiz entzogen, während die laut weinende Ver- kaffene mit ihrem Kinde davongegangen war. Nachdem der Herr Bräutigam in seinem aufgelösten Zustande verschwunden war, zerstreute sich das Publikum. Uekrr die«on der Polizei i« hilflofe« Zustande im Keller aufgefundene Ottilie B. gehen uns noch folgende Mtt- theilungen zu: Die B. ist die Tochter eines in einem Dörfchcre der Mark wohnenden Tischlers, welcher in seinem Ort als Tttnker bekannt ist. Die B. hat es in ihrem elterlichen Hause nie gut gehabt und zog es deshalb vor, nach Berlin in Dienst zu gehen. Hier wurde sie vor etwa vier Wochen krank und ihr Vater kam her. um die Tochter nach der.Heimath zurückzu- holen. Auf dem Wege nach dem Bahnhof stieß derselbe mehr- fache Drohungen gegen das Mädchen aus, was dasselbe ver- anlaßtc, in einem unbewachten Augenblick dem Vater zu cnt» fliehen. Die B. wollte nun Zuflucht bei einer ihr bekanntere Wittwe in dem Hause der Mittenwaldersttaße 52 suchen, welche dort 4 Treppen hoch wohnt. Die Acrmste scheint nun nicht niehr die Kraft besessen zu haben, die Treppen zu ersteigen, sie fand den Keller des Hauses offenstehend und verkroch sich ire demselben. In ihrer Schwäche scheint es nachher der Ä. un- möglich gewesen zu sein, den Keller zu verlassen, und so hat dieselbe sieben Tage, von Sonntag bis den darauf folgendere Sonnabend, in dem dunklen Winkel gckauett, ohne zu essere und zu trinken. In die Charitec eingelicfett, befindet sie sich auf dem Wege der Besserung und dürste nach Ausspruch der Aerzte wieder hergestellt werden können. ##### Stockholm 29,3, in Christinnia 24,9, in St. Petersburg 36,1, in Warschau 23,0, in Odessa—, in Rom—, in Turin 27,4, in Venedig 87,1, in Alexandria 34,5. Ferner in der Zeit vom 22. bis 28. Januar d. I.: in New-Uorr 26,7, in Philadelphia 22,3, in Baltimore 19,5, in Kalkutta 36,9, in Bombay 23,4 in Madras 43,3. Die Sterblichkeit hat in der Berichtswoche in den meisten größeren Städten Europas ein wenig abgenommen, und werden aus den meisten derselben kleinere Sterblichkeitsverhältnißzahlcn als aus der vorhergegangenen Woche gemeldet. Einer sehr ge- ringen Sterblichkeit(bis 15,0 pro Mille und Jahr gerechnet) erfreuten sich Potsdam und Freiburg i. B. Günstig(bis 20,0 pro Mille und Jahr) war die Sterblichkeit jedoch in einer trößeren Zahl von Städten, von denen hier nur Wiesbaden, Duisburg, Königsberg, Hannover, Elberfeld, Aachen, Stettin, Bremen, Mainz, Mannheim, Leipzig genannt sein sollen. Auch in Berlin, Breslau, Dresden, Frankfurt a. M., Barmen, Düffel- dorf, Darmstadt und anderen Orten war die Sterblichkeit eine mäßig hohe(etwas über 20,0 pro Mille). Eine hohe Sterblich- keit(über 35,0 pro Mille) wird von den deutschen Städten aus Chemnitz und Metz gemeldet.— Insbesondere erfuhren Sterbefälle an akuten Entzündungen der Athmungsorgane eine größere Abnahme; auch Todesfälle an Darm katarrhen und Brechdurchfällen der Kinder kamen im All gemeinen seltener, nur in Berlin, Hamburg, Pest und St. Peters- bürg in gesteigerter Zahl zur Berichterstattung. Die Theil- nabme des Säuglingsalters an der Gesammtftcrblichkeit war im Ganzen eine geringere, als in der vorhergegangenen Woche. Von je 10 000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 68, in München 80 Säuglinge.— Das Vorkommen der In fektionskrankheiten blieb meist ein ähnliches wie in der Vor- woche; nur wurden Todesfälle an Pocken und neue Erkran- kungen an Diphtherie und Kroup weniger zur Meldung ge- bracht.— Sterbefälle an Masern waren in Hamburg, Wien, Prag, London vermindert, in Hannover, Paris, Lyon, Edin- bürg, Christiania und St. Petersburg dagegen vermehrt. Neue Erkrankungen kamen jedoch aus Berlin, Hamburg, Wien, Pest, Edinburg, St. Petersburg und aus dem Rcgierunas- bezirk Wiesbaden in größerer, aus den Regiemimsdczirkcn Düsseldorf und Erfurt, sowie aus Kopenhagen und Christiania in etwas verminderter Zahl zur Meldung.— Das Scharlachfieber hat in Danzig, Wien, Kopenhagen, Paris, London weniger, in Berlin, Leipzig, Liverpool etwas mehr Sterbefälle veranlaßt. Neue Erkrankungen kamen in Berlin, Nürnberg, Wien, Edinburg, Kopenhagen, Stockholm, St. Petersburg in fast gleicher Zahl wie in der Vorwoche zur Anzeige.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup war in Berlin, Ham- bürg, Dresden, Paris, Lyon, Kopenhagen fast die gleiche wie in oer Vorwoche; etwas geringer wurde sie in München, Frankfurt a. M., Pest, Prag, etwas größer dagegen in Breslau, Hannover, Magdeburg, Kassel, Leipzig, Wien, London, Amsterdam, St. Petersburg. Neue Erkrankungen kamen nur aus Berlin. Wien, Kopenhagen, Cbristiania und St. Petersburg in wenig gesteigerter Zahl zur Berichterstattung. — Die Sterblichkeit an Unterleibstyphus war in Berlin, Hamburg, Chemnitz eine etwas größere, in Paris, London eine etwas kleinere, in St. Petersburg die gleiche wie in der Vorwoche. Erkrankungen kamen jedoch aus Berlin und Hamburg weniger, aus Wien, Pest und St. Petersburg etwas mehr als in der vorhergegangenen Woche zur Mittheilung. An Flecktyphus wur- den aus St. Petersburg 1, aus Prag 2 Todesfälle, aus St. Petersburg auch 4 Erkrankungen berichtet; an epidemischer Genickstarre aus Berlin, Zwickau, Prag je 1 Todesfall, aus Berlin 2, aus Nürnberg 3 Erkrankungen. An rosenartige Ent- zündungen des Zellgewebes der Haut und an Kindbettfiebcr erlagen in London eine große Zahl von Personen. DerKeuchhusten forderte in London, Dublin etwas weniger, in Berlin etwas mehr Opfer. Aus dem Regierungsbezirk Königsberg wurden 2 Sterbefälle (Kreis Fischhauscn) und mehrfache Erkrankungen an Trichinofis mitgetheilt. Einzelne Todesfälle an Pocken kamen aus Graz, Pest, Lyon mehrfach, aus Wien und seinen Vororten, aus Trieft 4, aus Warschau 7, aus Paris 13, aus Prag 21 zur Kenntniß; Erkrankungen gelangten aus Wien, Pest und St. Petersburg in beschränkter Zahl zur Anzeige. Der Gesundheitszustand in Berlin war auch in dieser Be- richtswoche ein günstiger und die Sterblichkeit eine mäßig hohe. Seltener als in den Vorwochen kamen akute Entzündungen der Athmungsorgane zum Vorschein, auch der Verlauf derselben war in zahlreichen Fällen ein milderer, so daß nur 57 tödtlich endende Fälle gegen 81 der Vorwoche zur Anzeige kamen. Etwas häufiger zeigten fich dagegen Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder, die auch etwas mehr Sterbefälle als in der Vorwoche hervomcfen. Von den Infektionskrankheiten kamen Erkrankungen an Unterleidstyphus nur in wenigen Fällen zur Meldung; das Vorkommen von Scharlach blieb ebenfalls ein beschranktes. An Masern und Diphtherie kamen etwas mehr Erkrankungen zur Anzeige, erstere besonders im Stralauer Viertel und in der Rosenthaler Vor» stadt, letztere in der Tempelhofer Vorstadt und in der jenseitigen Louisenstadt am häufigsten auftretend. Das Vorkommen des Keuchhustens zeigte gegen die Vorwoche keine wesentliche Ver- änderung. Rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut und Erkrankungen an Kindbettfiebcr blieben selten. Ein Todes- fall und zwei Erkrankungen an epidemischer Genickstarre kamen zur Kenntniß. Rheumatische Beschwerden der Muskeln, sowie akuter Gelenkrheumatismus gelangten häufiger zur ärztlichen Be- Handlung. Polikribericht. Am 22. d. M. Vormittags wurden in der Königstraße ein Mädchen durch einen von dem Kutscher Zimmermann geführten Geschäftswagen,— in der Chaussecstraße ein Mann durch einen Milchwagen-— und gegen Mittag in der Schönebergerstraße ein Bäckerlehrling infolge eigener Unvor- fichtigkeit durch eine Equipage überfahren und zum Theil nicht unbedeutend verletzt.— Nachmittags brach auf dem Werdcrschen Kirchhof in der Bergmannstraße eine Frau bei der Beerdigung ihres KindeS plötzlich zusammen und starb bald darauf in der Wohnung des Kirchhof-JnspektorS, wie ärztlich festgestellt worden, infolge eineS Hirnschlages. Gerichts-Zeitung. Der Kerlwer Kozialiftenproseff. Dritter Tag der Verhandlung. Die heutige Verhandlung findet im kleinen Schwurgerichts- saale statt. Den Vertretern der Presse ist es heute gestattet worden, auf den Bänken der Geschworenen Platz zu nehmen. Der Andrang des Publikums ist ebenso wie an den vorher- gehenden Tagen ein ganz immenser. Gegen 10 Uhr Vonntt- tags eröffnet der Präsident, Landgerichtsrath v. Makomaski die Sitzung. Auf Antrag des Staatsanwalts wird zunächst Kriminal- kommiffar Graf Stillfried über die vor einiger Zeit Hierselbst erfolgte Verhaftung der Baake'schen Eheleute vernommen. DerKriminalkom- missar bekundet: An einen Mann kam vor einigen Wochen ein Packet aus Köln an, in dem eine große Zahl von Exemplaren des„Sozialdemokrat" enthalten war. Der Mann wußte nicht, wie er zu dieser Sendung kam. Der Sohn des Mannes, der mit Vaake befreundet ist, ging zu diesem und machte ihm von der Ankunft des Packeis Mittheilung. Baake antwortete dem jungen Manne: Es ist gut, das Packet wird abgeholt werden. Bald darauf kam Frau Baake mit einer Freundin zu dem Manne und holte das Packet ab. Die Polizei erhielt Kunde von dieser Sendung, ich nahm deshalb de: Baake eine Haussuchung vor, die jedoch kein Resultat ergab. Es wurde nur ein Eremplar der'Nr. 52 des„Sozialdemokrat" vorgefunden. Diese Nummer soll in dem Packet enthalten ge- wcsen sein. Soweit der Polizei bekannt, ist diese Nummer bisher noch nicht zur Ausgabe gelangt. Frau Baake verweigette über den Verbleib der Schriften die Auskunft. Der Ehemann Baake, ein Schriftsteller, war, als ich ihn nach dem Verbleib der Zeitungen fragte, ganz perplex. Er erklärte mir, daß er den Verbleib der Zeitungen mir nicht angeben könne, wenn er aber davon etwas wüßte, dann würde er es mir auch nicht sagen.— Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Flatau: Ist dem Herrn Zeugen bekannt, daß Baake Redakteur am„Berliner Volksblait" und milhin kein geheimer Agitator war?— Zeuge: Es ist mir allerdings bekannt, daß Baake Redatteur am„Berliner Volks- blatt" war; gleichzeitig gehörte er aber zu den bedeu- tendsten geheimen sozialdemokratischen Agitatoren.— Kriminalkommissar von Raumer ergänzt die Bekundungen des Vorzeugen.— Kriminalkommissar von Böblingen: Er habe noch zu berichten, daß der Angeklagte Jahn bereits bei der Reichstagswahl im Jahre 1884 Listenführer gewesen ist, obwohl er damals erst 19 Jahre alt war. Jahn war später sogenannter Hauptmann im fünften Bezirk und wurde schließ- tich Mitglied des Zentralkomitees. Jahn nahm überhaupt eine sehr hervorragende Stellung in der sozialdemokrattschen Bewe- gung ein, er wohnte auch längere Zeit bei dem Bruder des Gastwitths Holz, der aus Berlin ausgewiesen ist.— Vertheidigcr Rechtsanwalt Meschelsohn: Bei dem Gastwitth Holz hat Jahn nicht gewohnt, sondern bei dessen Bruder?— Zeuge: Jawohl, aber auch der Bruder ist der Polizei als Sozialdemokrat be- kannt.— Vertheidiger: Wissen Sie genau, daß der Gastwitth Holz ausgewiesen worden ist?— Aus dem Zuhörerraum ertönt ein Flüstern wie„Nein".— Vettheidiger: Ich muß doch den Herrn Präsidenten ersuchen, nicht gestatten zu wollen, daß dem Zeugen etwas zugeflüstctt wird.— Präs.: Ich kann derartige Zuflüsterungen aus dem Zuhörerraum nicht gestatten.— Zeuge: ES ist möglich, daß ich mich in diesem Punkte irre. Bei der großen Zahl der Sozialdemokraten, die wir zu observircn haben, ist ein Jrrthum wohl einmal möglich.— Vettheidiger, Rechts- anmalt Dr. Meschelsohn: Hat der Herr Zeuge selbst wahrge- nommen, daß Jahn bei der Reichstagswahl im Jahre 1884 Listenführer gewesen ist?— Zeuge: Selbst habe ich das nicht wahrgenommen, es ist mir das von meinen Beamten berichtet worden; wir höheren Polizei beamten recherchiren nicht selbst, sondern lassen zumeist von unseren Unterbeamten die Recherchen anstellen.— Vettheidiger: Der Herr Zeuge sagte: er habe die diesbezügliche Nachricht von seinen Beamten; ich mache einen Unterschied zwischen Beamten und Agenten; kann uns der Herr Zeuge diese Beamten nambaft machen?— Zeuge: Nein, das verbietet mir das Amtsgeheimniß.— Kriminalwachtmeister Kiehl: Ich habe vor einiger Zeit bei einem Schuhmacher Schu- mann eine große Anzahl von verbotenen Druckschriften, wie „Sozialdemokrat", Liederbücher, 1 Exemplar der„Autonomie", mehrere Exemplare der„Freiheit", eine große Anzahl Excm- plarc von„Oeterum conseo", mehrere Exemplare von„Der rothe Teufel" u. s. w. vorgefunden. Das sozialdemokratische Zentralkomitee besteht schon seit mehreren Jahren; dasselbe be- steht zumeist aus jungen, unverhciratheten Leuten, die von den älteren und bekannteren Sozialdemokraten, welch' letztere im Hintergrunde bleiben, ihre Weisungen erhalten. Bereits im Jahre 1882 habe ich in der Lothnngersttaße ein Komitee, aus 9 Personen bestehend, verhaftet als fie gerade von der Sitzung kamen.— Präs.: Können Sie uns das Haus, in dem die Sitzung stattgefunden hat, näher bezeichnen?— Zeuge: Es war daS Haus Lothringettftaße 16.— Vettheidiger Rechtsanwalt Dr. Meschelsohn: Ist anläßlich dieser Verhaftung eine Anklage erfolgt?— Zeuge: Nein.— Kriminalschutzmann Diener berichtet ebenfalls über die von ihm ausgefühtten Beschlagnahmen vieler verbotener Druckschriften. Im Jahre 1884 habe er einmal einer Sitzung des Zentralkomitees unerkannt beigewohnt.— Staatsanwalt: Fand diese Sitzung in einem öffentlichen Lokale statt?— Zeuge: Jarvohl.— Staatsanwalt: Fand diese Sitzung in dem Lokale statt, wo andere Gäste wmen?— Zeuge: Jawohl.— Präs.: Was wurde in dieser Sitzung ver- handelt?— Zeuge: Es wurde über ein Vergnügen gesprochen, welches zu Gunsten der sozialdemokratischen Patteikasse veranstaltet werden sollte; es wurde femer über die Att, wie die Billets vcrtheitt werden sollten, und im Weiteren über französische Arbeiterverhältnisse gesprochen. Alles konnte ich nicht hören, da die Verhandlung im Flüstettone geführt wurde. Dem Komitee gehötte damals der Angeklagte Schmidt an. Schmidt war früher sogenannter Hauptmann, den ich stets von und nach den Sitzungen de- gleitete.— Angell. Schmidt: Ich frage den Zeugen, in welchem Lokale die Sitzung des Zentralkomitees, der ich beigewohnt haben soll, stattgesunden hat?— Zeuge: Darüber verweigere ich, mit Rückficht auf die mir auferlegte Amtsverschwiegenheit, die Auskunft.— Angekl. Schmidt: Ich frage den Herrn Zeugen, wes- halb er mich damals nicht verhaftet hat?— Präsident: lieber Gründe können wir an die Zeugen keine Frage stellen.— Die Kriminalschutzleute Lindenau, Hahn, Busse, Richter und Wächter Franke bekunden hierauf über zahlreiche Beschlagnahmen ver- botener Druckschriften, die von ihnen im Laufe der Jahre statt- gefunden haben.— Kriminalschutzmann Richter: Er habe einmal bemerkt, daß in der Wohnung von Apelt eine Konriteefitzung stattgefunden hat.— Apelt bestreitet das. Kriminalkommissar von Bodungen bekundet noch, daß mehrere der Angeklagten seit langer Zeit r.icht gearbeitet, son- dem aus der Parteikasse Unterstützungen schalten haben.— Die eingeklagten weisen diese Bemerkung mit Entrüstung zurück und benennen mehrere Zeugen, die bekunden werden, daß fie zumeist gearbeitet haben.— Kriminalkommissar v. Bodungen: Meine Bekundungen beziehen sich ganz besonders auf den Angeklagten Jahn, bezuglich dessen eine Arbeitsstelle nicht ermittelt werden konnte.— Angekl. Jahn: Ich habe in den letzten drei Wochen gearbeitet, ich kann dafür Zeugen denennen.— Präs.: Der Ilmstand, daß eine Arbeitsstelle nicht ermittelt werden konnte, schließt ja nicht aus, daß Sie trotzdem gearbeitet haben.— Der Präsident verliest hierauf eine Verfügung des Berliner Polizei- Prästdiums, wonach die Geldsammlung für„entschieden freifinnige Wahlen" nicht verboten sei.— Staatsanwalt: Ich habe in einem Zeitungsbericht gelesen, daß Herr Kriminalkommissar Schöne gestem gesagt haben soll: er habe die Mittheilung, daß die Parteikasse an den Bruder des Abgeordneten Singer abgeliefett worden sei, von einer vettrauenswürdigen Seite mitgetheilt worden sei. Ich habe das Wort„Vertrauens- würdig" nicht gehött.— Präs.: Ich habe das Wott„ver- ttaucnswürdig" auch nicht gehött.— Zeuge Kriminalkommissar Schöne: Ich habe nur gesagt, daß ich die betreffende Mit- theiluna gehött habe.— Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Meschel- söhn: Ich höre heute zum ersten Male, daß ein Unterschied ge- macht wird über„vettrauenswürdiger" und nicht„vettrauenswur- diger Quelle."— Es erscheint hierauf als Zeugin eine Frau Thiele: Ich wohnte bei der Familie Apelt. Herr Apelt kam oftmals sehr spät Nach» nach Hause; seine Frau sagte mir, daß er in Patteiversammlungen sei. Als Apelt verhafter wurde, hat Frau Apelt eine Anzahl Papiere verbrannt, was das für Pa- piere waren, weiß ich nicht. Die Apclt'schen Eheleute fühttcn ein sehr schlechtes Familienleben, Apelt schlug seine Frau oft- mals derattia, daß fie des Nackts laut um Hilfe rief. Als Apelt verhaftet war, erzählte mir Frau Apelt, daß die Patteikasse, in der 15000 M. enthalten waren, von einigen Sozial- demokratcn abgehott worden ist. Frau Apelt sagte mir, wenn die Kasse nicht schon abgeholl worden wäre, dann wäre ich mit der Kasse mit dem Maurer März nach der Schweiz gegangen. EineS Sonntags wurde Frau Apelt aufgefordert, nach Treptow zu kommen; ich redete ihr noch ab, diese Fahrt zu unternehmen, da schlechtes Wetter war. Frau Apelt fuhr aber doch mit März nach Treptow. Sie er- zählte mir am folgenden Tage: Es hat eine Versammlung von etwa 9 Personen unter freiem Himmel stattgefunden. Die Leute hätten ihr derartige Vorwürfe gemacht, daß, wenn nicht März dabei gewesen wäre, fie„Keile" bekommen hätte,'s Apelt, die Ehefrau dcS Angeklagten Apelt, welche Zeugin erscheint, verweigett ihre Aussage.— Mauw. Bezüglich der Frage, ob er mit Frau Apelt ein sttäch�r hältniß unterhalten, verweigere er die Antwort. Er Ml dcmokrat und gehöre der Partei schon seit 1869*1 ein Zentralkomitee in Berlin bestanden, wisse el) er habe sich nur bei der Wahlagitation Von einer Parteikasse wisse er ebenfalls nichts. einmal zu einer Versammlung nach Treptow gewesen, habe dieser Einladung auch Folge geleistet. sammlung habe nicht unter freiem Himmel, sondern Lokale stattgefunden. Er sei von den dort versammelt!! Leuten, die er nur von Ansehen als Patteigenossen lr Rede gestellt worden, weil er während der Verl Apelt mit dessen Frau ein sträfliches Verhällniß haben solle.— Tischler Lusch verweigett bezuglich der gelegten Fragen, ob in Berlin ein Zentralkomitee dt � eine Patteikasse vorhanden sei u. s. w., die Auskunst."J niker Nickel: Er sei der Schwager des gestern oernr Zeugen Glaubitz. Die Frau des Glaubi» habe ihm emd einen in einem Kouvert verschlossenen Brief übergebe" Glaubitz habe ihm gesagt, der Brief sei nach Zürich Ten Brief habe er nicht gelesen, sondem ihn einfach.� übergeben. Was in dem Briefe gestanden, wisse er Wf ihn nicht gelesen habe. Ter Brief sei nicht adresfirt. nur mit zwei Briefmarken beklebt gewesen.— Auf cr» Befragen des Vertheidigers, Rechtsanwalts Dr. F neint der Zeuge, daß er im Dienste der Polizei stehe, oder auch nur gestanden habe.' keinem Kriminalbeamten bekannt, kenne auch nicht den! beamten Perschke.— Kaufmann Heinrich Singer: Er> Apelt nicht und habe weder von diesem noch von issss» anderen Menschen jemals sozialdemokratische Partes Aufbewahrung oder Absendung erhalten.— Es erfffl«"" als Zeuge Destillateur Fickett. Vettheidiger RgT Dr. Flatrau: Herr Zeuge, kennen Sie einen Kriminat!° Fromberg?— Zeuge: Jawohl.— Vertheidiger: Fw%g Sie einmal ersucht haben, fich dem Angeklagten Jahn anwalt vorzustellen und ihm zu sagen, Sie wollen Referendar'Namens Fritsch vorstellen, der nächstens s«? Examen machen werde und unentgeltlich die VeriheiW sämmtliche Angeklagten übernehmen wolle. Zu VieM' wünsche der Referendar eine Besprechung mit sämniU�� geklagten?— Zeuge: Ich bekümmere mich um pobwA sonst gar nicht; Fromberg sagte mir, er habe den observircn, habe aber noch keine Gelegenheit gehabt,' kennen zu lernen. Ich habe deshalb an Jahn dem Fromberg einen Gefallen zu thun.— Ver 48. � täglich viett oem Momoerg einen rsesauen zu ryun.— J w haben sich dem Jahn als Rechtsanwalt vorgestellt und getheilt, daß ein Referendar Fritsch, der nächstens . S»t verlaut I* und „ tR prrvatl F»«n. Di :( Arl Man weiter examcn machen will, unentgeltlich die Vertheidigung wolle und daß deshalb Jahn eine KomiteefitzmI �'i sprechung veranstalten möge?— Zeuge: Eine Jahn nicht veranstalten, wir wollten blos den«S lernen.— Angeklagter Jahn: Doch hat mich der \)uyu.«cvuf V"* fs# gefordert, eine Konriteefitzung zu veranstalten, o®% Zeugen: am folgenden Abend werden mich alle"'N. AohM am angeklagten besuchen, infolge dessen standen Abende fünf Kriminalpolizisten vor meiner___ Kriminalkommissar v. Bodungen: Ich will zunächst�. daß der Zeuge nicht im Dienste der Polizei$ ich von der Angelegenheit hörte, habe ich mann Fromberg sofort zur Rede gestellt und ih® � in Zukunft derartige Tinge zu machen.— SOertheiWLi anwalt Dr. Meschelsohn: Ich will bloS bemerke»-- Kriminalkommissar o. Bodungen dem Schutzman». diese Vorhaltung gemacht hat, als er gesehen, W hineingefallen war.— Kriminalkommissar v. BoduiV?» ich den Fromberg zur Rede gestellt habe, weiß Wfw Ich will blos noch bemerken, daß die Polizei 1»%#. Handlung jedes Schutzmannes vervntwottlich sei» T � ich von der Sache hörte, war ich ganz entrüstet gleich den Fromberg zur Rede gestellt. Ich sagte, wird zweifellos in der Gerichtsverhandlung vor» � Vettheidiger Rechtsanwalt Dr. Flatau: Ich will jJjLj theflen, daß, als die erste Zusammenkunst statt»» Jahn von dem Zeugen Fickett eine Karte erhielt' merken, er solle entschuldigen, daß Herr Assessor o � kommen könne, da er einer Vertheidiaung™" Leipzig gereist sei.— Vertheidiger Remis»». Meschelsohn: Ich will demetten, daß ich den auf ihr Befragen gerathen habe, der Besprechung mit dem angeblichen Assessor Fritsch» mann Fromberg in einem öffentlichen Lokale 3»WV i — Frau Fickett, die Gatten des Vorzeugen, vorerwähnte Angelegenheit nichts zu bekunde»- � gerichtsrath Hollmann: Der Angeklagte Schaft einmal ein Geständniß abgelegt, dasselbe aber rufen.— Hier wird die Sitzung gegen 2 Ubr auf morgen(Freitag) Vormittags 9% Uhr vertagt- sollen nach noch kurzer Beweisaufnahme die PW finden. > nschei unser« nrveitsve Wichtigerer So Äll; «?. aller A «eit fit f, B �Sbv, �4 mit A Telegraphische Depesche (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Aerli«, Donnerstag, 23. Februar. I» Plenarsitzung des Bundesraths wurde der Gesetz, die Erwerbs- und Witthschaftsgenossenschaften��den � «n- 3/ 1»««»«) Ausschüssen überwiesen, dem Gesetzentwurfe tidrt� � rung des Artikel 24 der Reichsverfassung wurde � München, Donnerstag, 23. Februar. Abgeord»' Bei Berathung dcS Etats für Reichszwecke wurden krrlarbeiträge in Höhe von 30700000 M..bewillig» � gierungskommissar Raesfeldt erklärte gegenüber dem Geiger, daß die Ausgaben für das orientalische Fx gor fern auch Reichsausgabcn seien, als dadurch vie Dolmetscher erspart blieben. ? rieft. Donnerstag, 23. Februar. Der � „Flora" ist heute Vormittag aus Konstantrnop V4 troffen.. � (Stach Kchln»»er»edakti.n Krannschmeig, Donnetttag. 23. Februar. vettammlung hat den Gesetzentwurf über gLupfU" jähriger Finanzperioden und vierjähriger Wahl nommen.-miHnN U»*,' die republikanische Sache fich angelegen �"..sirengt rechte gerichtliche Verfolgung Wilsons sei. ÄM Ä«-> und Kummer hin, der dem früheren Mfibe% das Vorgehen�gegen Wilson berettet worden%i Ith � Nrnt Si »w »es R tri Pom, Tonnetttag, 23. Februar. hat heute ihre Arbeiten wieder aufgcnomm minister wurden mehrere auf finanzielle Matz Vorlagen eingebracht. i Verantwottlicher Redakteur: Dt.«ronhrt« in Berlin. Druck und Verlag von DNoy Dading in Berlin SW„ Beuthstraße 2.