i � imente> che* e Brands en fflcitr,' >rdc um u wo ßl >n ihre« SÄ» Reisen� ;en oder hn ü re fW. seph% dem von der G. ge 2 Zül inöglicb' INN h/ Mittwoch« dc» 29. Febrsar 1888. 5. Jchrg. erlmrVMM Krgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„IB erlitt er Volksblatt- Morgen» aujer"nach Eonn» mid Fe�Lagcn. ÄbonnementSpreii�für Berlin frei inuvgcup uuhci. uuu� wunn* uiui(jcitiuuuu«ufuimi�ui�iupv�w iui. ociim ,iri £*ul vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1�5 Man, wöchentlich 35 Pf. Postabonncment Einzelne Nummer 6 Pf. SonntagS-Nummer mit dem„EonntagS-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der PostzeitungSpreiSliste für 1888 unter Nr. 849.) geordnet elcher ff® , indem N DOtfl® lerftorfer ig eines ie beider.- WM Abanliemriiis-Einladllllg. andacmer� Monat März eröffnen wir ein neues Abonne- den � �«k das Ää-berliner volkslilatt" auf der'dem wöchentlich erscheinenden Konntagsvlatt. � igt I ��.�dovnementsprei« beträgt frei in» Ha«» monatlich %"br°»Ä35 Vf., wöchentlich 35 Pf. Bei Sclbstabholung "*>* S Expedition, Zimmerstraße 44. nS« in 5-; 1 Mark pro Monat. ten ffnd �Gestellungen werden von sämmtlichen Zeitungsspediteurcn, ZynaWe von der Erpedition unseres Blattes, Zimmerskaße 44, dem AfM«"angenommen. . außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Be- � ik ijl für den Monat März gegen Zahlung von 1 M. • an. Jnsertionsaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum' 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. 0*1 größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmtttagk m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bmeaux. oh« Erhöhung des Preises, angenommen. Kedaktio«: Kenthstraße 2.— Grpeditlou: Zimmerftraße 44. 'SS führte% einen" Auswn mge i® iter dc� opf mU Die Redaktion nnb Expedition des„Kerliuer Noiksblatt". �ichrrstrUung der Arbeiter- zA X(Mi p' baffen. �enn die im Deutschen Reich eingeleitete söge- Sozialreform über die Maßen dürftig ist und '�Jorwärts strebende Arbeiterwelt keineswegs auch nur N v � in diesen Maßnahmen die Bedeutung erkennen � t e ihnen von anderer Seite zugemessen wird, so muß die leitenden Staatsmänner in Frank- ffttr niJjH geberben, als ob die große Arbeiterfrage füllen T �stände. Parteikämpfe und Streben nach Macht Herren m ganze politische Thätiakeit aus, und wenn die s" Z-nügt �dneten nur einmal Minister geworden sind, 4 men, rden J& Ä n- cs ihnen, daß sie regieren; wie sie regieren, .„ wie es scheint, Nebensache. Es scheint eben, Arbeiter überall zu kurz kommen sollen. Zn �il ein.? �üre es gewiß an und für sich leichter als anderswo, •otjmipt belgischen und demokratischen Sozialgesetzgebung JtoiG, rn' als anderswo, allein die dort regierende Bour- � Stnn» �en keine staatsmännische Ader und für sie ist n... i" beein.r r-me� ein Mittel, die finanziellen Spekulationen ien' j'« Äftni« i1' als der Hebel für eine gesunde Entwicklung Die c 30,1 n Gemeinwesens. in tri«?" indessen, was an wirklichen Reformen ins fehlt\ l>arum nicht übersehen. Woran es in Frank- das sind große Reformideen; an kleinen Reformen hen v* Pd yt'j.. I yiUpC UlC|Ut»lHUvCU, UUHVl .�en»."'cht. So hat die Regierung erst ��fetzentwurf beschlossen, zu dem ihr i dieser Tage aus dem Volk JeuiCeton. ■'titUUn. [49 iSi-chtn-S o»tsci»n.) / Der Grbe. Stoma« von Friedrich Gerstäcker. K» � Staatsanwalt lachte.„Ach so, Sie sind wohl der xii; M dem schwachen Gedächtniß? Nun, Scherz bei v/ �nche ist ernsthaft genug. Sie haben da draußen .»k,'"aien Streich gemacht—" v. Bit?' lieber Herr Staatsanwalt—" t Zeit''en®'e mich ausreden, denn ich habe nicht Äje �n,x Unk außerdem meine besonderen Gründe, die >nir ch'chte ohne Eklat beigelegt zu sehen. Also hören ..>.''"fach zu. was ich Ihnen sagen werde." .®'n wirklich neugierig," log der Rath. l)rau Müller war bei mir und wollte Sie ver- m. �lw? u"b den Major— ich habe eS noch vor der Hand 'i'.ib'e�v nur unter kiner Bedingung." 'A!>■?%%% ?" einander hat, und das Gericht würde sich lnschließen. Sie haben einen dummen Streich Rath- Sie oder der Major, oder beide Vl�Juh der Major in Thatsachen irrte,! ist das �."ttleiu�leibt sich jetzt vollkommen gleich. Sie haben »�."icht s>. da draußen Sachen zu behaupten, die It? iffe tl)(:iscn können, und die Rtadame Müller scheint * Mstn �e'n' �twas derartiges ruhig über sich er- »»i-"Zuers/°n�"klangt sie nur?".. jü �ftand sie darauf, eine Klage gegen Sie Beide Segeben."ch�, und was das für ein Gerede m der Hatte, brauche ich Ihnen nicht zu sagen, sie heraus die Anregung gegeben war und der sich auf das Vermögen ver Arbeitervereine und Ar- beiterkassen bezieht. Es ist bekannt, daß von vielen Industriellen Kranken- kassen, Altersversorgungs- und Sterbekassen und ähw liche Organisationen eingeführt worden sind, denen ihre Arbeiter beizutreten haben, ob sie wollen oder nicht. Man hat es nicht an Lob- preisungen dieser Schärfungen fehlen lassen und hat sie als einen Ausfluß reiner Humanität dargestellt. Zn vielen, vielleicht in den meisten Fällen mögen sie das auch sein. Allein es giebt auch Fälle, in denen diese Kassen eine ganz andere Bedeutung haben. Die Unternehmer haben die in diesen Kassen angesammelten Kapitalien ein- fach in den Betrieb gesteckt. Wenn nun ein solches Ge- schäft fallirt, so gehen damit auch die sauer verdienten Gelder der Arbeiter und ihre Ansprüche auf Versorgung und Verpflegung bei Krankheiten und Altersschwäche ver- loren. Ein solcher Fall ist unlängst in Frankreich bei einem großen Unternehmen vorgekommen. Die großen Hüttenwerke von Besssges und Terrenoire, Eigenthum einer Gesellschaft, haben fallirt und damit sind die gesammten Kapitalien der Arbeiter, die in Kranken-, Altersversorgungs- und Znvalidenkassen ange- legt waren, verloren gegangen, denn man hatte sie im Ge- schästsbettieb verwendet. Diese Art, außer dem Mehrwerth der täglichen Arbeit auch noch ein besonderes Anlagekapital aus den Arbeitern herauszuschlagen, hatte sich auch in Deutschland eingebürgert. Es gab Fälle, in denen die von den Unternehmern zwangS- weise eingesetzten Kassen gar keinen anderen Zweck haben konnten. Als das neue Krankenkassengesetz in Deutschland einge- führt wurde, gab man sich alle Mühe, die Aufhebung der privaten Fabrikkrankenkassen zu bewirken. Dies gelang in- dessen nicht nur nicht, sondern das neue Gesetz leistet den Fabrikkrankenkassen noch einen besonderen Vor- schub, indem es sie den obligatorischen Kassen gleich- stellt und den Arbeiter, der sich in einer solchen Kasse be- ssndet, von der Pflicht des Beitritts zu einer staatlichen oder Gemeindekasse befreit. Natürlich ist das nur geschehen, um vor den schönen und humanen Einrichtungen der Industriellen cinen entsprechenden Respekt zu bezeugen. Wenn man aber die Fabrikkrankenkassen aufgehoben hätte, wären sicherlich viele Unternehmer in Verlegenheit gerathen. So aber können sie die Spargroschen ihrer Arbeiter auch ferner werbend in ihrem Betriebe anlegen. Nur daß diese Spargroschen nicht für die Arbeiter werbend wirken, sondern für die Unternehmer. Die französische Regierung hat nun eine besondere will sich aber zufrieden stellen, wenn Sie ihr eine schrift- liche Ehrenerklärung geben." „Ach?" ,'Sie alle Beide— Sie sowohl als der Major. Ich habe das Ding jetzt aufgesetzt, und das müssen Sie unter- schreiben." „Aber ich bitte Sie," rief Frühbach erschreckt, denn er hatte einen heiligen Respekt vor allen Unterschriften—„ich weiß ja von der Frau gar nichts, weder ob sie irgend eines Vergehens schuldig oder unschuldig wie ein Lamm ist, und nur dem Major zu Liebe..." „Desto schlimmer für Sie," unterbrach ihn der Staats- anwalt,„daß Sie dann, wenn Sie gar nichts wissen, zu einer fremden Frau ins HauS gehen und ihr ein Ver- brechen vorwerfen. Aber machen Sie, was Sie wollen, und glauben Sie nicht, daß ich Sie zu etwas überreden werde! Ich meine es gut mit Ihnen und habe in der Sache weiter nichts zu thun. Es ist jetzt vier Uhr; um fünf Uhr bin ich draußen bei dem Major und lege Ihnen das Schriftstück vor, das Sie dann unterschreiben können oder nicht— wie Sie wollen." „Und wenn wir es nicht unterschreiben /' „Gut, dann macht die Frau ihre Klage anhängig, und Sie können nachher meinetwegen die Sache ab- schwören." „Aber, bester Staatsanwalt... „Sie haben eine volle Stunde Zeit, um sich alles reiflich zu überlegen. Ich werde mir den Kopf nicht weiter darüber zerbrechen� Staatsanwalt," sagte Frühbach,„mir fällt da ein ganz ähnlicher Fall ein. In Schwerin waren wir eines Tages..."., „Mein lieber Rath, es thut mir leid, Sie zu unter- brechen, denn ich muß hier abbiegen. Vergleichen Sie im Geist indessen jenen analogen Fall aus Schwerin mit der aeqenwärtigen Situation und richten Sie, es sich so ein, daß Sie bis um fünf Uhr zu einem Entschluß gekommen sind. Haben Sie mich verstanden?" Vollkommen, Herr Staatsanwalt, aber..." ,"Na, dann wünsche ich Ihnen einen guten Tag!" Und Kasse zu begründen beschlossen, die unter der Ver- waltung der staatlichen Depositenkasse zu stehen hat. Dieser Kasse sollen die Vermögen der Arbeiter- vereine, der HilfS- und Krankenkassen, der Altersversorgung?- kassen u. s. w. anvertraut werden. Dadurch werden"sie da- vor bewahrt, von den Unternehmern in den Betrieb gesteckt und zu Gunsten der Unternehmer verwendet zu werden, während den Arbeitern nur das Risiko, nicht aber der Er- trag der Verwendung zugeschoben wird. Die französische Regierung denkt damit Vorkommnisse wie in den erwähnten Hüttenwerken zu verhüten. Diese Kasse, welche die von den Arbeitern zu Wohl- fahrtseinrichtungen angesammelten Summen schützen soll, wird ohne Zweifel den Beifall der Arbeiter finden und mit Recht. Bei uns in Deutschland könnte solch eine Kasse auch nur nützlich sein. Zwar wäre es am einfachsten gewesen, die Fabrikkrankenkassen aufzuheben. Allein es giebt ja noch eine Menge von Wohlfahrtseinrichtungen, zu denen beizusteuern die Arbeiter von den Unternehmern gezwungen werden. Bekanntlich sind die Unternehmer gewöhnlich keine Freunde von staatlichen Wohlfahrtseinrichtungcn, bei denen die Ar- beiter einzutreten gezwungen werden können; um so mehr lieben sie es, einen solchen Zwang durch ihre eigene per- sönliche Machtvollkommenheit in dem ihnen unterstellte« Bereich auszuüben. An und für sich ist die von der französischen Regie- rung beschlossene Maßregel nicht bedeutend- sie ist keine Sozialrcform. Aber sie führt in ihren Konsequenzen doch zu einer Forderung, die heute täglich mehr zeitgemäß erscheint, daß nämlich die Gesetzgebung verpflichtet ist, ordnend und aus- gleichend in das Verhältniß der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzugreifen. Wie man die staatliche Regelung des Arbeits- Vertrags von so vielen Seiten varlangt hat, so ist auch in vielen anderen Beziehungen die einseitige Willkür aus dem Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter zu verbannen und eine feste Norm dafür zu schaffen. Insofern hat der Beschluß der ftanzösischen Regierung seine praktische und ziemlich weitreichende Bedeutung. Politische Ueberstcht. Der Kampf um die Volksschuir, den Herr Windthorst bereits im vorigen Jahre angekündigt hatte, ist jetzt durch einen von der Zentrumspartei des Abgeordnetenhauses eingebrachten Antrag eröffnet worden, der angeblich den zweiten Absatz des Art. 24 der Verfaffung,„den religiösen Unterricht in der Volks- schule leiten die betreffenden Religionsgcsellschaften", zur Wahr- heit machen will. Der Antrag Windihorst fordert die Re- gicrung auf, einen diesbezüglichen Gesetzentwurf vorzulegen, m welchem folgende„Rechte" der Religionsgcsellschaften tan- erkcnnung finden sollen: 1. In das Amt des Volksschullchrcrs ohne dem verblüfft in der Straße stehen bleibenden Rath einen weiteren Einwand zu gestatten, nickte er ihm nur freundlich zu und bog in eine Quergasse ein. Er war nicht in der Stimmung, längere Auseinandersetzungen der Schweriner Chronik mit anzuhören. Der Raubmord. Fritz Baumann hielt sich in seiner eigenen Wohnung. Das Herz war ihm so schwer, daß er sich scheute, anderen Menschen zu begegnen. Er hatte auch viel an einem Tage verloren— den jungen Freund und die Geliebte— fast zu viel für einen Tag; aber wenn in unserem wunderlichen Leben einmal ein Gewitter über ein Menschenherz herein- bricht, so folgt auch nicht selten Schlag auf Schlag, bis das Schicksal müde wird und seine Sonne wieder über den verödeten Platz scheinen läßt. Fritz Baumann war aber keine Natur, die sich zu lange solch' trübem und nutzlosem Grübeln hingegeben hätte. Eine Stunde brauchte er, um alles abzuschütteln, was ihm im Anfange fast zu Boden drückte; wie er sich aber erst einmal auf seinem eigenen kleinen Zimmer ordentlich ausgeweint, da kehrte sein elastischer Geist auch wieder die trotzige Seite heraus. Im ersten Moment, ja, und bei der Zusammenkunft mit dem Vater meinte er, daß jetzt all' sein Mühen und Ringen, da er das Ziel verfehlt, nach dem er gestrebt, auch vergebens gewesen sei, und das Leben, seine Zukunft lag schwarz und öde vor ihm da— aber wahrlich nicht lange. Nein, jetzt erst recht mit ftischen Kräften wollte er seine Arbeit wieder aufnehmen— jetzt erst recht Ottilien beweisen, daß er, wenn er auch ihre Liebe nicht erringen konnte, doch wahr- lich nicht ihre Verachtung verdient habe. Mit dem Gedanken, dem Entschluß durchströmte ihn auch wieder ein neues, frisches Leben, und trotzig vor sich hin lachend, warf er seine Sonntagskleider ab und fuhr wieder in sein gewöhnliches Wochenzeug. Zum Arbeiten war es heute freilich zu spät geworden er fühlte sich dazu auch nicht besonders aufgelegt—, aber andere Sachen blieben noch zu erledigen, und morgen dann begann er wieder mit ftischen Kräften. dürfen nur Personen berufen werden, gegen welcke die kirch- liche Behörde in küchlich-religiöser iöinsicht keine Einwendung gemacht hat. Werden später solche Einwendungen erhoben, so darf der Lehrer zur Ertheilung des Religionsunterrichts nicht weiter zugelassen werden. 2. Diejenigen Organe zu bestimmen, welche in den einzelnen Volksschulen den Religionsunterricht zu leiten berechtigt sind, steht ausschließlich den kirchlichen Oberen zu. 3. Das zur Leitung des Religionsunterrichts berufene kirch- liche Organ ist befugt, nach eigenem Ermessen den schulplan- mäßigen Religionsunterricht selbst zu ertheilen oder dem Religionsunterrichte des Lehrers beizuwohnen, in diesen einzu- greifen und für dessen Ertheilung oen Lehrer mit Weisungen zu versehen, welche von letztcrem zu befolgen sind. 4. Die kirchlichen Behörden bestimmen die für den Religionsunterricht und die religiöse Uebung in den Schulen dienenden Lehr- und Unterrichtsbücher, den Umfang und Inhalt des schulplanmäßigen religiösen Unterrichtsstoffes und dessen Verthcilung auf die einzelnen Klassen.— Eines Kommentars bedürfen diese Forderungen nicht. Ein Staat, der im Wege deS Gesetzes den Religionsgesellschasten einen so weit- gehenden Anspruch auf die Beherrschung der Volksschule einräumen wollte, daß kein Lehrer ohne die dauernde Zustim- mung der kirchlichen Behörde angestellt werden und wirken darf, würde auf die Volksschule als staatliche Veranilaltung ver- zichten. Die nächste Folge einer solchen Schutzpolitik würde die fein, daß der Ruf nach dem Ausschluß des Religionsunterrichts «us der Volksschule auch da ein Echo finden würde, wo man zur Zeit in dieser Forderung eine Art Gotteslästenina sieht. So viel steht übrigens fest, daß es sich bei diesem Antrage keineswegs um einen auf den Augenblick berechneten Schachzug bandelt, sondern um ein Programm für die Fortsetzung und Wiederbelebung des lirchenpolitischen Kampfes. Zur Begründung der Anträge wird binnen kurzem eine Broschüre des Abge- ordneten Rintelcn erscheinen, welche aus der Geschichte der Preußischen Unterrichts-Gesctzgcbung nachweisen soll, daß die Forderungen, welche der Antrag Windthorst aufstellt, vor kürzerer oder längerer Zeit im preußischen Unterrichtsministerium als be- rechtigt anerkannt worden sind. Wenn das richtig ist, so würde das ein Grund, die früheren Unterrichtsminister zu tadeln, nicht aber ein Beweis sein für die Berechtigung der ultramontanen Fordemngen. Von nicht geringem Interesse ist ferner die Frage, ob der Antrag mit Zustimmung der Kurie eingebracht worden ist. Angesichts der Stellung, welche Leo XIU. zum Theil durch die Schuld der Regierung zu der inneren preußischen Politik eingenommen hat, ist kein Anlaß, daran zu zweifeln, daß die Wortführer des Zentrums sich der zum mindesten stillschweigen- Billigung des Antrags vor Einbringung desselben versichert haben. Und damit ist ein Anhaltspunkt zur Beurtheilung der Erfolge gegeben, welche der Staat bei den wiederholten Knie- beugungen vor dem päpstlichen Stuhl erreicht hat. ZMei Hauptkiimpe« de» Zünftleetbum» im Reichstage, dre Abgg. Ackermann und Meyner, haben an den öfter- reichischen Handiverkerstand einige Fragen über den Befähigungs- Nachweis und seine Bewährung in Oesterreich gerichtet und darauf von dem Vorsteher der Tischlergenossenschaft in Wien, Herrn Lahr, im Einverständnisse mit angeblich 63 Genossen- schaftem eine Antwort erkalten, welche sie, soweit wir wissen, noch nickt zu veröffentlichen für gut befunden haben. Man wird sich darüber nicht verwundern, wenn man aus einem Be- richte der„Voss. Ztg." aus Wien erfährt, was Herr Lahr von einem Krebsschaden, an welchem das österreichische zünftlerische Gesetz leidet, erzählt. Wir lesen da:„Die Schuld, daß die Presse und die oberen Schichten der Bevölkerung, daß alles, was Intelligenz, Bildung und Ansehen hat, gegen dieses Gesetz vor- eingenommen war und zum Theil noch ist, liegt nur darin, daß die Reaktion bei diesem Gesetze zu Gevatter stand. An dieser Boreingenommenheit leidet das Gewerbegesetz und leidet der Handwerkerstand bis zur Stunde, und ich gestehe offen, nicht xanz mit Unrecht. Erst die jüngste Zeit hat den Beweis er- bracht, daß die Reaktion bei uns gesonnen ist, sich die Hebeammendicnste bei Schaffung unseres Gesetzes glänzend bezahlen zu lassen. Sie verleugnet nichts weniger als unsere Schule, sie verlangt unsere Jugend, unsere Nach- konunenschaft, sie verlangt den nrarkigen Gewcrbestand in Bausch und Bogen als Lohn." Der Briefschreibcr, bemerkt die „Volks Ztg.", hat vermuthlich keine Ahnung davon gehabt, daß der eine Fragesteller, der Abg. Ackermann, einer der ringe- fleischtesten Reaktionäre des Deutschen Reichstages ist und in dieser Hinsicht keinem jener österreichischen Reaktionäre, welche das dortige Gewerbegesctz gemacht haben, das Geringste nach- oicbt.— Auch in Deutschland leistet die Reaktion, die politische Reaktion, leisten die Männer von der Farbe eines Ackermann, eines Klcist-Rctzow und sonstiger„Sozialpolitiker" den Zünftlcrn ihre Hilfe nicht umsonst. Auch bei uns verlangen sie, daß ihnen der Handwerkerstand bei allen Bestrebungen auf Verminderung der Rechte des Volkes im Staat und Gemeinde, in der Schule, in der wirthschaftlichen und sozialpolitischen Gesetzgebung, Handlangerdienste leisten soll. Unsere Handwerker, d. h. der- jenige Theil derselben, welcher der zünftlerischen Agitation folgt, werden, wenn sie erst das Programm der letzteren mit Hilfe der Kreuz-Zeiwngs-Ritter durchgesetzt haben, sehr bald Zn seiner Stube stand, noch immer in rastloser Thätig- feit, das perpetvum mobile, welches er damals Benno bei seinem letzten Besuch gezeigt und noch immer nicht an den Gigenthümer abgeliefert hatte, obgleich dieser schon ein paar Mal danach geschickt. Das konnte er heute selber hintragen, denn einem anderen mochte er eS nicht anvertrauen. Aber er mußte vorher damit bei den Eltern vorgehen, denen er davon erzählt. Die Mutter wollte es so gern einmal selber sehen; auch der Vater hatte mit ihm die Sache eifrig be- sprachen, wie es möglich sei, etwas herzustellen, das sich selber in Bewegung halte und nicht auslaufe. UeberdieS schämte er sich zctzt der Schwäche, die er heute Mittag dem alten Schlosscrmerster gegenüber gezeigt; der Vater sollte wenigstens sehen, daß er nicht lange Zeit gebraucht, um darüber Herr zu werden, und das würde ihn, wie er recht gut wußte, freuen. So nahm er denn das kleine Kunstwerk auf und ging damit zu den Eltern hinüber, fand auch den Vater, obgleich es schon stark auf den Abend zuhielt, noch scharf bei seiner Arbeit. � „Holla, Fritz, was bringst Du da?" „Das perpetuum mobile, Vater. Ihr wolltet es ja gern einmal sehen, und ich muß es jetzt wieder dem Eigen- thümer hintragen." „Hm." sagte der Alte, der nur einen flüchtigen Blick auf das Kunstwerk warf, während die übrigen darum her- drängten. Sein Auge flog forschend über die Züge des Sohnes, und wie damit befriedigt, fuhr er fort:„Bravo, mein Junge, Du hast den schwarzen Rock und damit eine ganze Menge anderer Dinge wieder ausgezogen, und das Heut mich, freut mich von Herzen! Geh' nur damit in die Stube— laß die Pfoten davon, Karl, Du mußt doch gleich Alles betasten. Setz' es nur drinnen hin, Fritz, ich komme gleichmachte t).rin?" Ja, ich glaube; sie war vorhin ausgegangen, ist aber wieder zurück. Weiß der Henker, was sie hat! Vorhin wurde sie doch auf einmal unwohl, aber es muß wohl wieder vorüber sein.",,, Fritz ging in die Stube und fand zu fernem Erstaunen einsehen, ja sie müssen es jetzt schon merken, daß diese Gegen dienste verlangen, welche die Handwerker nur leisten können, wenn sie auf ihre politischen Rechte vollständig zu verzichten ge- neigt find. Das Lamento der österreichischen Berufsgcnosscn sollte sie belehren, daß sie auf dem Wege, welchen sie einge- schlagen haben, einhalten und den Herren Ackermann und Metzner, und wie die Herren sonst heißen mögen, den Laufpaß geben. Durch Wicderaufrichtung der alten Zunftschranken kann dem Handwerk heute nie unv nimmer aufgeholfen werden. Dir Stichwahl im Mahlkrrisr Grrifenbrrg-Cammin ist nun schon auf den 1. März anberaumt. Der Minister des Innern hat das„Sofort", abweichend von seiner früheren Aus- legung, diesmal wörtlich genommen und die Stichwahl mit einer Beschleunigung angeordnet, die fast jede weitere Wahlvorberei- tung und Agitation ausschließt. Hofft mair durch so hastiges Vorgehen die verfahrene konservative Sache wieder flott zu machen? Der frühere Landrath und Vertreter des Kreises, Herr v. Köller, der jetzige Polizeipräsident von Frankfurt a. M., ist in der That im Wahlkreise erschienen, um seinem bedrängten Namens- und Parteigenossen, dem jetzigen Kandidaten v. Köller, zu Hilfe zu eilen. Auf seine Anregung wird Vre Plötzlichkeit der Ansetzung des Wahltermins zurückgeführt. Er hat einen Wahlaufruf erlassen, in welchem er die Wähler folgendermaßen ermahnt: JAn die Wähler des Greifenberg. Cammincr Wahlkreises. Wähler! Nachdem ich durch drei Legislaturperioden, durch Ihr Vertrauen gewählt, den Wahlkreis in konservativem Sinne vertreten habe, bitte ich Sie, auch jetzt bei der bevorstehenden engeren Wahl zwischen einem konservativen und einem deutschsreiflnnigen Kan- didaten durch Abgabe Ihrer Stimme für den konservativen Kandidaten Herrn v. Köller-Hoff Ihre konservative Gesinnung zu bezeigen und unserer Partei zum Siege zu verhelfen. Ergcbenst Ihr ehemaliger Reichstagsabgeordneter v. Köller." Wer kann da widerstehen!— bemerkt hierzu die„N. St. Ztg."— Ueber dieser väterlichen Ermahnung aber steht der eigentliche Wahl- aufruf, in dem zuerst die Konservativen hervorheben, daß sie noch einmal offen und ehrlich, mit Unterzeichnung ihrer Namen �und mit Einsetzung ihrer Person" an die Wähler herantreten. Welch ein seltener Mannesmuth dazu gehört, in der Aera Putt- kamer für eine konservative Kandidatur einzutreten, welchen Ge- fahren, wie Beförderung, Orden man sich dabei aussetzt, ist zu bekannt, als daß dieser Appell seine Wirkung verfehlen könnte. Doch glauben wir, daß trotz der Anwesenheit des ehemaligen Herrn Landraths v. Köller, trotz des Flugblattes mit der väter- lichen Ermahnung, die Wählerschaft sich den Konservativen erst noch einmal bei Licht besehen wird. Allerdings dürfte ver- nünftigen Leuten die Wahl zwischen einem Freisinnigen und Konservativen schwer fallen. Glücklicherweise findet die Wahl in Pommern statt, wo die Gefinnungstüchtigkeit zu Hause ist. Als Helfer in der Uotü, so bemerkt die„Franks. Ztg." sarkasttsch— die„Kreuzzeitung würde sagen als Fleckenreiniger — hat sich Herr v. Köller, der Polizeipräsident, in den Greifen- berg-Camminer Wahlkreis begeben. Mit welchen Gefühlen, kann man sich leicht denken; die Wahlziffcrn vom 21. Februar müssen ihm gesagt haben: Alle Bande frommer Scheu, die unter deiner landräthlichen Hut so trefflich gediehen sind, lösen sich auf und frei wallet das Laster der Opposition in einem Kreise, dessen konservative Festigkeit du einst im Reichstage für unerschütterlich erklärt hast. Die Berliner Fortschrittspresse ist aufgebracht über den Kreuzzug Köller's I. für die heilige Sache, den einst besessenen Wahlkreis vor der„Schmach" fortschritt licher Vertretung zu bewahren; sie fragt: Was hat der Polizei- chef von Frankfurt am Main sich in Wahlsachen zu mischen und gar noch in pommcrsche? Wir fühlen nicht den Berus in uns, Herrn v. Köller zu vertreten, aber das glauben wir sagen zu müssen, daß er sich ganz gewiß zu seiner Reise nach Pommern Urlaub erbeten hat, und daß ihm dieser Urlaub keineswegs zu politischen Agitationszwecken, sondern in Familienanaelcgen- Herten ertheilt worden ist. Da nun aber eine Wahl irr Grcifcn- Hcrg-Eammin nichts anderes ist, als eine Köller'sche Familien- angelcgenheit, denn es handelt sich ja darum, einen Einbruch der Fortschrittler in den Silberschatz des Köller'schen Hauses, dessen werthvollstes Stück das Reichstagsmandat ist, zu ver- hindern, so ist alles in bester Ordnung, und nur gewohnheits- mäßige Nörgelsucht kann sich darüber aufhalten, daß der Frank- futter Polizeipräsident in Pommern als Wahlnothhelfer thätig sein wird. In»nelchrr eigenthümlichen Meise fiir die Stöcker' sche Stadtmisston Geld aufzutreiben gesucht wird, zeigt ein Inserat im„Grünebcrger Wochenblatt":„Im Hinblick aus die schwere Last, welche Sc. K. H. unser theurer Prinz Wilhelm durch das große Krankhcitslcid seines Kronpnnzlichen Herrn Vaters zu tragen hat, und in dem treu patriotischen Ge- fühl, daß wir Untetthanen seine Bemühungen für das innere Wohl unseres Vaterlandes aus allen Kräften unterstützen müssen, bittet um Gelvbeiträge für die unter seiner besonderen Fürsorge stehende Berliner Stadtmisston. Saabor bei Grünberg. Karoline Prinzessin Carolath."— Geld ist die Losung, wie man es er- hält rst Nebensache. Wie verschiede» der Nahen de» Kefähigungsnach- «eise» für da» Kaugemerbe in den technischen Kreisen selbst aufgefaßt wird, dafür sprechen die gegenwärtig in fast die Mutter, die er sonst nie ohne irgend eine Arbeit traf, wie in ttefen Gedanken auf- und abgehen. Wie sie ihn erkannte, blieb sie stehen, und während sie ihn ansah, traten ihr die Thränen in die Augen. „Guten Abend, Mutter!" sagte Fritz, indem er das Mitgebrachte auf den Tisch stellte.„Ich wollte Dir einmal die kleine Maschine zeigen, von der ich Euch neulich erzählt. Es ist wirklich eine Art von Kunstwerk." „Fritz, mein armer, armer Fritz!" sagte die Frau, ohne einen Blick darauf zu werfen, indem sie auf ihn zu- ging, seine beiden Hände ergriff und ihm voll und traurig in die Augen schaute. „Hat Dir der Vater erzählt?" sagte der junge Mann scheu und leise. „Alles, Alles," nickte die Frau;„oh das stolze, hoch- müthige Ding— und wenn sie wüßte, was sie an Dir hätte!" „Liebe Mutter," lächelte Fritz verlegen, denn er hätte sich dieses neue Aufreißen der kaum geschlossenen Wunde lieber erspart,„ich glaube, sie hat, wenn nicht liebevoll, doch sehr vernünftig gehandelt. Ich war ein wenig zu hastig— ich bin doch nichts— ich muß mir selber erst einen Namen, einen Wirkungskreis schaffen,— und wenn die Jahre auch für den Mann nicht so rasch dahinfliegen— ein junges Mädchen kann darauf nicht warten." „Und Du vertheidigst sie noch?" sagte die Mutter.„Oh, Fritz, daß ich das Herzeleid erleben mußte!" Und ihr Ge- ficht in die Schürze bergend, sank sie auf einen Stuhl und schluchzte laut. „Mutter," bat Fritz und schlang seinen Arm um sie, „meine liebe, gute Mutter, aber so beruhige Dich doch; Du siehst ja, daß ich gefaßt und wieder ruhig bin! Was ist eS denn auch weiter? Ich habe eben einen Korb bekommen, was sich schon bessere Männer gefallen lassen mußten. Sieh, der Vater kommt jetzt herein— Du weißt, daß er die Thränen nicht leiden kann." Die Frau stand auf, warf plötzlich ihre Arme um den Nacken des Sohnes, drückte einen Kuß auf seinen Mund und verließ dann durch die Küchenthür das Zimmer in demselben . wenigstens «n Pariser B Mweise übe, Zlchr, bei w den Gr> I iuzusendei „■ falls der t Marien ein �»rittet hat. ansprrichsl mich zw .- Es ist t auf die Ml i* n' seine 1 sie berbeig pnen Grunl Wjtc ich Du höher d de Gebrechi " missen, u e es ab, ti k qM herbeif 3" hiesig« eer letzten lÄfr. "jus glaubt i ""en Wort allen Architekienvereincn zur Tagesordnung stehenden Hamburg, 2 langen. Kürzlich berieth über den Gegenstand der gr-? �ti siellerwirtk süddeutschen Vereine, derjenige zu München, welchem W%, vorgestern schiedene ausführliche Gutachten zugegangen waren. Im? Mig erscheine lichen wurde für den Befähigungsnachweis nur die?% sozialistische schrittene Technik, der größere Umfang der Bauten und«« Kellers wurden der letzten Zeit wahrgenommene größere Sorglosigkeit« Weg und besck Baubetrieben geltend gemacht, wodurch mehrere Unfälle»% geführt wurden. Demgegenüber aber wurde angesM m. man eine schärfere behördliche Aussicht gegen Unbefugt�% v, härtere Strafen gegen die Schuldigen bei etwaigen UMiter der llWis-- einfübren solle. Es wurde auch bemerkt, daß die Forl»-■-' deS Befähigungsnachweises insbesondere für Maurer un) mcrleute u. f. w. eine zweifelhafte Berechtigung habe, t' man nicht auch die Anleger von Blitzableitern, die N macher und andere, deren Gewerbe mindestens von glerA Verantwortlichkeit sei, dazu heranziehe. Wenn schließ!! längeren Erörterungen, die von den Freunden des gungsnachweises sehr eingehend und eifrig geführt wurt Mage, ob eine Besserung durch den verlangten Nachweit warten, mit 20 gegen 19, also mit nur einer Stimme Mehrheit, bejaht wurde, so zeigen diese geringen Zahl' dem Beschluß kein Gewicht zu Gunsten des Beföhigui weises beigelegt werden kann. In München dürfte anscheinend ebenso wie in Berlin zuletzt ebenfalls Standpunkt der Jedem frei gestellten, nicht aber vc mäßigen Prüfung stellen. Zrtrrff» der liebet- Aotis wird uns noch misl daß der dieselbe enthüllende Brief eine Unterschrift mit nummer trug und hektographirt an die Zeitungen gesandt Aller Wahrscheinlichkeit nach sollte den ArbeiterblätteM Falle gestellt werden und beabsichtigte der ingeniöse A zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: 1. die Lei bigkeit und Unglaubwürdigkeit der Arbeiterblätter» I'eiphini zu demonstriren, und 2. den Arbeiterblättern Beleidigungsklagen mit saftigen Entschädigungeansprüc den Hals zu schaffen. Vielleicht war es auch die Absiebt durch die bekannten Enthüllungen für Leipzig unbrausiie wordenen Helden der Notiz einen stillen Wirkungsfre einem anderen Orte zu sichem. Jedenfalls haben wir einem raffinitten Streich zu thun. Von der Raffinirthe« noch der Umstand, daß die Nachricht in auswärtige lanzirt ward, die nicht in der Lage waren, den Betrug decken. Sobald die Nachricht nach Leipzig kam, wurden lich sofort Recherchen angestellt, welche zur Entdeckung Jiongtn trugs führten. Wir haben Grund, zu glauben, daß Wjl, 8utc" Zu beiterblättern weitere Mystifikationen ähnlicher Art zuge�*u machen, find. Es thut also doppelte Vorsicht noth. �Hrtra Der frühere Reichvtagsabgeordnete Mar#Wt(Kite[»„w ist nunmehr nach Breslau übergesiedelt, um dort seine bedrohte Gesundheit wiederherzustellen. Er hat die Tracheotomie, wie es scheint, glücklich überwunden unv 1*™-' e sich in trefflicher spezialistischer Behandlung seines Brude» eines weiteren Arztes, welche durch die sorgsame Pfleg' Frau und der Breslaucr Verwandten auf das Beste unv wird. Die deutsche Sprache und da» bürgerliche buch. Ter Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs wirb reden, zahlreiche Fremdwörter wurden vermieden; OlW sind Schuldverbältniffe, Ceifion ist Uebertragung, Komrf Aufrechnung, Servituten Dienstbarkeiten. Selbst der» Prozeß wird nicht vorkommen, er heißt Rechtsstreit bürgerliche Gesetzbuch wird ein Vorbild für eine vlwH Sprachreinigung sein. Dagegen hat man keinen AnN nommen, die Worte Hypothek und Testament beizubeh�i Für da»„Deutsche Tageblatt" kann in Kreist Führer und parlamentarischen Vertreter der konservatives so schreibt die„Konservative Korrespondenz" als amtlich' organ, von einem Interesse seit seinem Uebergang in liberalen Besitz selbstverständlich keine Rede mehr sein Versuch, einen anderen Eindruck hervorzurufen, läm Täuschung hinaus." Somit können wir, so schreibt di« Zeitung", das„Deutsche Tageblatt" auf der Fahrt demnächst nationalliberalen Fahrwasser sich nunmehr sei lassen._ Die Wahlprüfun�o- Kommission hat beschloß Wahl des Abg. Dommes für Thorn für gütig zu erklfltj gewisse Beschwerdepunkte in dem Proteste der Regterti» zutheilen behufs Einleitung von Erhebungen und etwa medur den Beamten gegenüber. Ferner hat die Wahlp? kommission einstimmig beschlossen, die Wahl des Abg.' Offenbach für giltig zu erklären. Erhöhung de» Tabakzolle». Tie Deutsch t tiven unter Führung des Abg. Menzer von'Neckar- haben im Reichstag den Antrag eingebracht, die Regien ersuchen, angesichts der schw.ren Nothlage, in der sich/'', schen Tabaksbauer befinden, thunlichst bald eine ErdoW™. Eingangszollcs auf ausländische, eventuell eine ErmäßiM Steuer auf inländische Tabake herbeizuführen."— � J trag dürfte schwerlich noch in dieser Session zur Ver! gelangen. »erung üb. "lerut der "tenvirc, i in.jW) belaus h�terversorgr Mung wa >"&: im E Msche M «Ä, llk besonder % Depoft M«nett Ers •mA eir Äf JotCfc�eld« K Wn$DL „'wAllg. nach. anh wr In noch, genant % !%, Augenblick, als es der alte Baumann von der|k" tr auf S aus betrat.„IW, Fritz sah ihr erstaunt nach und konnte sich 9%l :n, weshalb sich die Mutter gerade seine Abwen A'n denken, wesyucv|tu) ort imutier geraoe zetne m i-«m furchtbar zu Herzen nahm. War es vielleicht deshw'.iz°Ntt er f i e gerade ihm zugeredet und ihn in seiner Liebe u L Ist abr wo w alten s i e gerade ihm zugeredet und ihn in seiner Hoffnung, die er darauf baute, bestärkt hatte? „Was hat nur die Mutter, Vater?" fragte er. „Sie weint, als ob ihr Herz brechen muffe, daß mia> verschmäht." ,>' „Ich weiß es nicht," erwiderte kopfschütte� jj Schlossermeister,„was ihr in die Krone gefahren>!>■ h ?' und e: sie war schon den ganzen Mittag so aufgeregt und u 1 ich sie noch nie gesehen habe— eigentlich st I rote Müller zu uns kam,'die' allerdings genug schrv# Einem den Kopf wirbelig zu machen. Aber laß m Jtatti sie wird sich schon wieder zufrieden geben, ist 1* lange vernünftige, resolute Frau. Und nun laß einmal M'ßji"in Du Du mitgebracht hast— et, Du kleiner Schelm,#■'"* 0" Deine naseweisen Finger davon lassen!"—®eI galt der kleinen Else, die sich, neugierig wie Kinder die Maschine gemacht hatte und mit ihren Fchiss� Räder in Gang zu bringen suchte.—„Du wirst v die ganre Arbeit verderben; komm, Schatz, sitz*$ dem Vater her, und nun wollen wir uns die Sach bettachten.", Damit nahm er die Kleine auf den Schoo? sich neben dem Tische nieder, wo ihm Fritz, der vre in Bewegung setzte, den Mechanismus erklärte. Der alte Mann begriff das auch leick aber doch dazu mit dem Kopf und sagte: noy Ding, das läßt sich nicht leugnen, auch sinnrelcv � q l � WWWU'MG und Wasser und Feuer bei unseren Gewerken f y!> L ssdr P,„ können nicht HW�c* � ich solche Arbeiten sehe und an die Zeit und die darauf verschwendet wurde. Die Bewegung n die Kraft fehlt, um die Bewegung nutzbrin vermögen, bleibt die ganze Geschichte doch immer als eine hübsche Spielerei." % #: fortbr. au %%% »nein & lernen W Hamburgs 24. Februar. In der am Pfcrdemarkt be- d der M Kellerwirthschaft von Warnholz wurden, der„Frkf. Ztg." eichcmKji K vorgestern in der Nacht acht Arbeiter verhaftet, welche ncn.. Mg erscheinen, einer geheimen Verbindung anzugehören, nur Sie!« sozialistische Zwecke verfolgt. Bei einer Durchsuchung lten und# Hellers wurden zahlreiche verbotene sozialistische Schriften rlofi gleit fjwn und beschlagnahmt. Der Wirth wurde ebenfalls ver- Unfälle» w. iinhlö Wrj o Gesterreich Ungar«. Ferdinand von Koburg empfing� kürzlich einen Mit- & die W ourer und i habe, so , die Än von gb# i schlich Den des brt wuü Ziachweri Stimme mn Zahl Zefähigui dürfte benfalls aber vom noch mih chrift mit n gesandt iterblätteM >eniöse � . die Lel lätter in rblättern zsanspruA Die Abfi-bh' unbtouÄlji 'irkungokreff erben wir /' affinirtheit swärtige- Betwg wurden l Pariser„Figaro" und üufjerte sich demselben gegen- nxnigstens nach dem über die Unterredung in dem ge- 11 Pariser Blatte verofrentlichten Berichte, ziemlich gering- Meise über die Mitwirkung des Gehcimraths Grafen oichg bei der letzten bulgarischen Fürstenwahl. Dieses »te den Grafen Zichy, den Journalen heute folgende Er- T zuzusenden: Blätter melden eine Unterredung, in � falls der betreffende Bericht wahr ist, Fürst Ferdinand Bulgarien einem Korrespondenten des„Figaro" sein tzerz ullet hat. Bei dieser Gelegenheit thut der Fürst auch anspruchslosen Person in einer Weise Erwähnung, _ mich zwingt, in aller Kürze folgendes zu er- - Es ist mir vollkommen unfaßbar, wie Se. auf die Meinung gekommen sein mag, daß ich mich ge- hatte, seine Wahl herbeigeführt zu haben. Weder habe • ne herbeigeführt, noch würde ich, wenn ich es gcthan Men Grund wissen, mich dessen zu rübmen, und jeden- "chte ich die Sache, die jetzt in Bulgarien auf dem spiele M höher denn iraend eine Person, deren Vorzüge oder e Gebrechen. Fürst Ferdinand wird jedenfalls zu be- 1 missen, was ihm als Gentlemair und Politiker zusteht. a>e es ab, mit ihm darüber wie über die Umstände, welche Fahl herbeiführten, in eine Diskussion einzutreten. Eugen imny.— Der Korrcspondenc der„N. Fr. Pr." bemerkt M hiesigen politischen Kreisen, wo die näheren Um- letzten Fürstenwahl in Tirnowa genau bekannt Mgt der ziemlich herbe Ton dieser Gegenerklärung «ttewden, da man weiß, daß Graf Zichy dem Prinzen Mg solche Dienste geleistet habe, daß dessen Aeußcmngen M Grafen jedenfalls rücksichtsvoller hätten lauten sollen. M klaubt man noch immer, daß der Prinz die ihm zu- wen Worte nicht gesprochen habe. Fraukr-ich. deckung vorigen Jahre trat in Paris ein Ausschuß von Ar- >, daß Mrten zu dem Zwecke zusammen, der Regierung Vor- ' �«N___...? w a in......»____ v... ai-U-ii.___..■.nrr ji.n... , ÖOß V � vciu(juiumuit ji, vti, i/itymuuy-ov/v1- M»? ISTf« ÄÄ Klar 3WtbetW; ♦ � ohne Umstände bereit, Vorschläge Seitens nt seine n,r„. r /ntgegcn zu nehmen und in der gewünschten Aich- die FofeJ�| MM...... en und wr es Bludev re Pfleg« Öcfte und erliche* chs wird i; CWi# I, Kompe est der Ä .'chtsstreit eine urwi en Auste' /eizubchM in sircrij ervativen� amtlich' ang in r sein ' läu reibt die 5obrt mehr ftw , De?geberisch vorzugehen. Der Ausschuß arbeitete hierauf Murrte Gesetzesvorlage aus, die Anfangs dieses Jahres Gerung übergeben ward. Wenige Tage nachher erfolgte i-Mnit der Berg- und Hüttengesellschaft von Besseges � Mvire, wobei das ganze auf über dritthalb Millionen j, uch belaufende Kassenvermögen der Arbeiter(Kranken- i> Uerversorgungskasse und Sparkasse) verloren ging. Für Wung war dies um so mehr ein Ansporn zur Eile, als Mankreich leider ein sehr ausgedehnter Gebrauch ist, u. Geld der Arbeiter von den Arbeitgebern aufbe- und iw Geschäft angelegt wird. Am 23. d. M. nahm ozosischc Ministerrath den von den Arbeitern entworfenen liftUorschlag in allen wesentlichen Punkten an, und der- « oer Kammer schon zugegangen. Nach diesem Entwurf Iii* c besondere Kasse gegründet und der Verwaltung der IM Depositenkasse anvertraut, welche die ihr freiwillig i bMen Ersparnisse der Erwerbsgenossenschasten, sowie die Ii. Sssjsv und den freien Hilfskassen zugewandten Vermächt- Mlsei, jC zinstragend anzulegen hat. Auch die gewerb- Altersversorgungs-, Fabrik-, Sterbekassen:c. i.• r n rr L.___ c?>!. a»..k... I: l�\aiciSec dieser Kasse überweisen. Die Anlage hat v�uiche der Eigenthümer rn Rente oder in solchen k' tu n Wertken, welche die Bank von Frankreich .ftliche» m�lgen. Nur Franzosen, die im Besitze ihrer .sse B-saMchte sind, werden als Einleger zugelassen. Iba im«.u/ung ist natürlich recht albern— der Gesetzcs- oSbuinb„"kemcinen ist aber sehr vernünftig und auch für /"rlnian uachahmenswerth. Denn auch in Deutschland ist Nffe J? der Arbeiter keinesioegs sicher gestellt, und Vor- m tiöiiii*") Besseges und Terrenvire sind bei uns gerade L?Ut d' w-°'n Frankreich. Wir wollen blos an den wob-i- obcndorfer Knappschaftskasse(in Sachsen) er- Zeutsch tySl�eir«e Arbeiter ebenfalls um ihr ganzes Kassen- Neckars»* 11 thre langjährige Ersparnisse kamen. : �*$>$#««d Norwegen. ErhShtl'��.'lt noch"""' Sverdrup kracht in allen Fugen ErmSß'ÄTMD'kutl Regier� nd etwaW 'US immer nicht gelungen, nur an die Er- strup's Stelle - ISStä I 8 Keblieben. Je größer die Schwierigkeiten sich r der pV' uns Weiteres macht sie ja auch keinen Anspruch, gehört, oder ge- ,,—.v.v v......,"■, schon an einen _"der nur unter der Bedingung verkauft, daß es : n er d'Vrn ,T5jmen in Stand gesetzt würde. Das ist jetzt er wöchte es gern so bald als möglich ab- AMWLKWs, !a�s�vatzi-Mli(k wi-��dben?" fragte die Mutter, die in diesem s laß �-»Mte'nS Zimmer trat und die letzten Worte nna��seh�sil�d �"2° Benno von Wendelsheim, Mutter." MV&f Ä 3804 w- Kinder»st bei ihm gewesen, Mutter, besonders in t FinS�st? Ärbeit� �"l er selber große Freude an mecha- wirst dfi �an' und ich ihm da oft aushelfen und , setz' auch„ uurdte. Es war ein herzensguter junger ie Sachr#�airn%®"st und Leben, und ich hatte ihn recht 'st er tobt," setzte er leise hinzu, ,, hat, ch"Uch gar nicht sagen, wie weh mir sein Tod it fachte» willst Du Dir nicht einmal die Ria- k f��er? Du wolltest sie ja gern j wolltest sie ja gern sehen, -nuS. und Ich bin"gerade damit unter- S t ÄÄVSÄt lwer n-----' wenn bie ..-.vM?."' �edesrnab.' � gestalten, das Ministerium in seinem numerischen Bestände wieder herzustellen, desto stärker wird bei den übrig gebliebenen Kabinetsmitgliedem das Verlangen, das finkende Schiff zu ver- lassen. Auch Staatsrath Blix, der das Kultusdepartement ver- waltet, hat um seine Entlassung gebeten, aber der König hat sich geweigert, das betreffende Gesuch anzunehmen; Staatsrath Haugland sinnt„aus Gesundheitsrücksichten" auf den Rückzug, und wenn Sverdrup die Lücken nicht wenigstens mit Mittel- gut ausfüllt— in der ganzen ministeriellen Linken und bei den Wilden ist nichts davon vorhanden— so wird Staatsminister Richter, der Chef der norwegischen Staats- rathsabtheilung in Stockholm, ebenfalls zurücktreten.— Obwohl auf den Bänken der Rechten keineswegs immer nur Männer mit reinen Händen gesessen, schlägt ihre Presse jetzt doch großen Lärm, daß der zur Linken gehörende Lagthings-Präfident und frühere Rcichsraths-Präsidcnt Havig verdächtig erscheint, als Konrmunalkasfirer 16—1700 Kronen unterschlagen zu haben, die er allerdings später mit Zinsen und Zinfeszinscn zurückbezahlt hat. Die Linke selbst dringt auf strenge Untersuchung. Herr Havig hat eigentlich das Zugeständniß seiner Schuld schon ge- geben, indem er sich bis zum Schlüsse der Saison, also bis zum Ablauf seines Mandats hat beurlauben lassen, sein Stellver- trcter ist bereits einberufen. Schufte giebt es leider in jeder Partei, aber es ist für die Linke ein doppeltes Mißgeschick, daß der Havig-Skandal gerade in dem Augenblicke zum Ausbruch kommt, wo das Ansehen der Linken schwer erschüttert ist.— Für die Betheiligung Norwegens an der Pariser Weltaus- stellung beantragt die Regierung 75000 Kronen zu bewilligen. Kpanie«. Trotz den Erklärungen des spanischen Ministerpräsidenten Sagasta in den Cortes, nach denen die Exkönigin Jsabella und der Herzog von Montpensier sich thatsächlich gewisse Jntriguen gegen Vre Regierung zu Schulden kommen ließen, hat sich der Herzog von Montpensier nach Madrid begeben. Vorgestern ist er daselbst eingetroffen und auf dem Bahnhofe vom Präfekten, jedoch von keinem einzigen Minister empfangen worden. Der Herzog beabsichtigt, wie französischen Blättern telegraphisch ge- meld t wird, ehe er sich zu den übrigen orleanistischen Prinzen nach Sevilla begiebt, fünf Tage lang in der spanischen Haupt. stadt zu bleiben. Hinzugefügt wird, daß die spanische Regierung den Herzog von Montpensier so lange in Spanien unbehelligt lassen wrrd, als er sich jeder Einmischung in die innere Politik enthält. Jedenfalls wird das Kabinet Sagasta das Treiben des Herzogs auf's schärfste beobachten; wie denn überhaupt die Or- leanisten augenblicklich ganz besonders als Friedensstörer, wenn auch zunächst nur in der Idee, angesehen werden müssen. Parlamentarisches. Die Neichstagokommisston für die Anträge betr. die Konntagsarbeit hat in zweiter Lesung folgenden Gesetz- entwurf einstimmig angenommen. Art'. An Stelle des§ 105 der Gewerbeordnung treten folgende Bestimmungen: § 105. Die Festsetzung der Verhältnisse zwischen den selbstständigen Gewerbetreibenden und den gewerblichen Ar- heiterer ist, vorbehaltlich der durch Reichsgesetz begründeten Be- schränkungen, Gegenstand freier Uebereinkunft. § 105a. Zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen können die Gewerbetreibenden die Arbeiter nicht verpflichten. Welche Tage als Festtage gelten, bestimmen unter Berücksichtigung der örtlichen und konfessionellen Verhältnisse die Landesregierungen. § 105b. Im Betriebe von Bergwerken, Salinen, Auf- bereitungsanstalten, Brüchen und Gruben, von Hüttenwerken, tabriken und Werkstätten, von Werften und Bauten aller tt dürfen Arbeiter an Sonn- und Festtagen nicht beschäftigt rvcrdcn. Im Handelsgcwerbe dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter an Sonn- und Festtagen nicht länger als fünf Stunden beschäftigt werden. Die Stunden, während welcher die Beschäftigung stattfinden darf, werden von der Ortspolizeibehörde festgestellt. Die Feststellung kann für verschiedene Zweige des Handclsgewerbes ver- schieden erfolgen. Die Ottspolizeibchördc kann mit Ge- nehmigung der höheren Verwaltungsbehörde für gewisse, die Dauer von vier Wochen nicht übersteigende Zeiten eine Ver- mehrung der Stunden, während welcher die Beschäftigung statt- finden darf, zulassen. § 105 c. Die Bestimmungen des§ 105 b finden keine Anwendung; 1. auf Arbeiten zur Reinigung und Instandhaltung, durch welche der regelmäßige Fortgang des eigenen oder eines fremden Betriebes bedingt ist, sofern die Beschäftigung in der Weise geregelt ist, daß jeder Arbeiter an jedem zweiten Sonn- und Festtage mindestens in der Zeit von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends von Arbeit befreit bleibt; 2. auf Arbeiten, welche zur Beseitigung eines Nothstandes vorgenommen werden % 105 d. Für bestimmte Gewerbe, insbesondere für Be- triebe, in denen Arbeiten vorkommen, welche ihrer Natur nach eine Unterbrechung oder einen Aufschub nicht gestatten, sowie für Betriebe, welche ihrer Natur nach auf bestimmte Jahreszeit summt es mir so sonderbar, und— im Herzen thut mir etwas weh. Aber nimm es nur fort, ich verstehe ja doch nichts davon und sehe nur, daß es hin und her geht." (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Leben. Zleber da« neuerfundene, mit dem Name« Elektro- Kephiisto» belegte elektrische Kchmeißuerfahre« des Petersburger Technikers v. Benardos, dessen versuchsweise Ein- führung auf einer größeren Werft neulich gemeldet wurde, wer- den der„Tägl. R. einige nähere Einzelheiten mitgetheilt. Das Verfahren beruht auf der eingeschränkten Anwendung des zwischen den Enden zweier Kohlenstäbe erzeugten sogenannten Volta'schen Lichtbogens, welcher eine ungeheure Wärme entwickelt. Um zwei Mctallstücke zusammenzuschwerßeu bringt der Erfinder dieselben mit dem Negativpole eurer starken Batterie in leitende Verbindung; von dem Positivpole der Batterie führt eine bieg- same Leitungsschnur zu einem Kohlenstab, welcher zur Aus- sührung der Arbeit mit dem Metall für die Dauer eines Augen- blicks in Berührung gebracht wird; hierdurch wird der elcttrische Strom, dessen Stärke durch eine von Benardos eigens hierzu konsttuirte Aklumulatorbatterie je nach Bedarf geregelt werden kann, für den Bruchtheil einer Sekunde geschlossen. Während darauf der Kohlenstab auf einige Millimeter von dem Metall zurückgeholt und in dieser Entfernung über den zu vereinigen- den Mctallstellen hin und her bewegt wird, entsteht durch diese Unterbrechung des Sttomes zwischen Kohle und Metall ein Lichtbogen, dessen Hitzcentwickelung selbst die am schwersten schmelzbaren und verschiedenartigsten Metalle zum Erweichen bringt und für die alsdann unmittelbar folgende mechanische Schweißung vorbereitet; die Arbeiter, welche den Kohlenstab zu führen haben, müssen sich gegen das entstehende blendende Licht durck Brillen mit farbigen oder verdunkelten Gläsern schützen. — Gegenüber den bisher u. A. auch von William Siemens vorgeschlagenen Methoden, nach welchen theils die Metalle zwi- sehen zwei Kohlenstäbe gebracht, theils die elektrischen Pole umgekehrt angeordnet waren, besitzt v. Benardos' Verfahren den Vorzug, daß es praktisch leicht ausführbar ist und die Oxydation der dem Kohlenpol zugewandten Metallstclle ausschließt; es ist anzunehmen, daß dasselbe bald allgemeinere Anwendung finden wird. beschränkt find, oder welche in gewissen Zeiten des Jahres durch unabwendbare Verhältnisse zu einer außergewöhnlich verstärkten Thätigkeit genöthigt find, können durch Beschluß des Bundes- raths Ausnahmen von der Bestimmung des§ 105 d Absatz 1 zugelassen werden. Die Regelung der an Sonn- und Festtagen rn diesen Betrieben gestatteten Arbeiten und der Bedingungen, unter welchen sie gestattet sind, eriolgt für alle Betnebe derselben Art gleichmäßig und mit der Maßgabe, daß jeder Arbeiter an jedem zweiten Sonn- und Festtage mindestens in der Zeit von sechs Uhr Morgens bis sechs Uhr Abends von Arbeit befreit bleibt. Die vom Bundesrath getroffenen Bestimmungen find dem Reichstage spätestens in der nächsten Session vorzu- legen. § 105«. Eine gleiche Regelung, wie die im§ 105d vorgesehene. findet für Betriebe, deren vollständige oder thcil- weise Fortsetzung an Sonn- und Festtagen zur Befriedi- gung täglicher Bedürfnisse der Bevölkerung erforderlich ist» durch Verfügung der höheren Verwaltungsbehörde statt. Dasselbe gilt für Betriebe, welche ausschließlich mit durch Wind- oder unregelmäßige Wasserkraft bewegten Treibwerken arbeiten. 105k. Wenn zur Abwendung plötzlich eintretender Gefahr» zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des Miß- lingens von Arbeitserzeugnissen oder zur Verhütung eines un» verhältnißmäßigen Schadens ein nicht vorherzusehendes Be» dürsniß der Beschäftigung von Arbeitern an Sonn- und Fest- tagen eintritt, so können auf Antrag des Gewerbeunternehmers Ausnahmen von der Bestimmung des§ 105 Absatz 1 für zwei Wochen durch die Ottspolizeibehörde, für sechs Wochen durch die höhere Verwaltungsbehörde zugelassen werden. Jede Ver- fügung dieser Att ist schttftlich zu erlassen. Die Ottspolizei- behörde hat über die von ihr gestatteten Ausnahmen ein Ver- zeichniß zu führen und dasselbe für jedes abgelaufene Victteljahr der höheren Verwaltungsbehörde einzureichen. Art. I'. An Stelle des§ 146 Ziffer 2 der Gewerbeordnung treten folgende Bestimmungen. 2. Gewerbetreibende, welche den§§ 105» bis 105t, 135, 136 oder den auf Grund der§§ 105a bis 105f, 139, 139a getroffenen Verfügungen zuwider arbeiten, Arbeiterinnen oder jugendlichen Arbeitern Beschäftigung geben; Att. III. An Stelle des§ 154, Absatz 1 tritt folgende Bestimmung: Die Bestimmungen der§§ 105 bis 133 finden auf Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken und Handelsgeschäften nur insoweit Anwendung, als sie sich auf solche ausdrücklich be- ziehen. Att. IV. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes oder einzelner Theile desselben wird unter Zustimmung des Bundesraths durch kaiserliche Verordnung bestimmt. Zugleich wurde folgende Resolutron einstimmig ange» nommen: Der Reichstag wolle beschließen, im Hinblick darauf, daß die auf dem Gebiete der Kultusgesetzgebung liegenden Vor- schuften, soweit dieselben die äußere Heilighaltung der Sonn» und Festtage betreffen, durch die in diesem Gesetzentwurf vor- gesehenen Bestimmungen nicht außer Kraft gesetzt werden, daß aber in zahlreichen Fällen Zweifel darüber entstehen können, in welchem Umfange die bestehenden Vorfchttften über die Sonntagsarbeit durch die gedachten Bestimmungen geändett oder auf- gehoben werden, sowie im Hinblick darauf, daß jene Vorschttften nicht nur in den einzelnen Theilen des Reiches erheblich von einander abweichen, sondern auch mit den Bestimmungen des Gesetzentwurfs theilweise in Widerspruch stehen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, bei den verbündeten Regierungen eine Revision der in ihren Gebieten geltenden Vorschriften über die Sonntagsarbeit in Anregung zu Hungen. Kommunales. GrsatzMahte« zur Stadtverordnrten-Nerjammlnng. Der Magistrat erläßt folgende Bekanntmachung: Der Zigarren- und Tabakhändler Fritz G ö r ck i, welcher im 13. Kommunal-Wahlbezirke>«I. Abtheilung bis Ende 1389 als Stadtverordneter gewählt war, hat sein Mandat niedergelegt, und der Stadtverordnete P ä t c l, im 5. K ommunal-Wahlbezirke II. Abtheilung bis Ende 1891 gewählt, ist am 27. Januar er. gestorben. Zur Ausführung der dadurch nothwendig gewordenen Ersatzwahlen haben wir einen Termin auf Mittwoch, den 21. März 1888, und zwar für den 13. K o m m u n a l- W a h l b c z i r k der 1-1. Abthei- lung— umfassend die Stadtbezirke 88. bis 94.— von Vormittags 9 bis Nachmittags 6 Uhr im Wahllokal: 50./68. Gemeindeschule, Reichcnbcrgcrstraße 44—45, für den 5. Kommunal-Wahlbezirk der 11. Abtheilung— umfassend die Stadtbezirke 38. bis 52,— von Vormittags 11 bis Nachmittags 5 Uhr, im Wahllokal: Falk- Realgymnasium— Turnhalle— Lützowstraße 84«, angesetzt und laden dazu die Wahlberechtigten obiger Kommunal-Wahlbezirke behufs Abgabe ihrer Stimmen hrcrdurch ein, indem wir bemerken, daß im 13. Wahlbezirke III. Abtheilung die Wahl wegen der Humor im Gerichtssaal. Selbst in die trüben eng- tischen Gettchtshöfe, in denen in der Regel Alles nur an Sorgen und Unglück erinnert, fällt dann und wann ein Sonnenblick des Humors. Vor einigen Wochen waren die Gettchtsherren in einem Saale mit ganzen Bergen von sogenannten Draht- toumüren umgeben, über deren Form und Matena! ein Urthcil abgegeben werden sollte. Neulich, so wird aus London ge- schtteben, handelte es sich um ein Patent für Drehorgeln. Beide Kläger stellten ein Jnstrumeut vor dem Richter auf, welcher die Anwälte einlud, die Äortheile der beiden Drehorgeln im In- teressc ihrer Klienten anzuführen. Einer der Herren erhob sich sogleich von seinem erhöhten Sitze, wies auf den feinen Mecha- nismus des einen Instrumentes und leierte, zum großen Er- aötzen aller Anwesenden, in Talar und Perücke eine bekannte Opcmarie ab. Der Anwalt des zweiten Klägers wollte nicht hinter seinem Amtsbruder zurückbleiben und drehte auch mit großem Eifer an dem Instrument seines Klienten, welches jedoch leinen Laut von sich geben wollte und dadurch für einen Augen- blick die ausgelassenste Heiterkeit hervorttef, während der Richter lachend bemerkte:„Ich fürchte, Sie find ein schlechter Orgel- dreher, mein Herr!" D iicher für Klinde. Bekanntlich können die Blinden mit ihren Fingern die erhabenen Buchstaben fließend lesen, noch schneller lesen sie die sogenannte Punktschttft, ein Meisterwerk an Einfachheit, erfunden und zusammengesetzt vom Blinden- Professor Braille in Patts. Bis vor kurzer Zeit hatten die Blinden mit Ausnahme der allernothwendigsten Lesebücher bei- irahe keine Bücher, weil einerseits der Reliefdruck ziemlich kost- spielig ist, und andererseits keine ttchtige Einheit in der Blinden- weit herrschte. Nun ist es besser geworden und die Frage der Blindenbildung macht täglich so große Fottschtttte, daß es be- reits möglich ist, den Blinden auch die Schätze der Literatur zugänglich zu machen. In Patts hat ein Blinder, Namens Maunce de la Sizeranne, erne Leihbibliothek für Blinde ins Leben gerufen, die mehr als 1000 Bücher zählt. In London besorgt die„British and Foreign Blind Association" nebst Reliefbüchern, Noten-c. auch„geschriebene" erhabene Bücher, so daß der Blende ,edcs Werk, welches er wünscht, bestellen kann. In Deutschland existitt schon seit dem Jahre 1876 ein „Verein zur Förderung der Blindenbildung", der besonders Schulbücher, Landkarten rc. herausgicbt. Seit einiger Zeit er- scheinen auch besondere Zeitschttften für Blinde, so in Bettin seit kurzem das„Blinden-Daheim", herausgegeben vom städtischen Blmdenschulrettor Kull. großen Zabl von Wählern in zwei Abtheilungen und in ge- sonderten Räumen stattfinden wird. Denjenigen Wählern, welche ihre Wohnungen seit Ostern v. I. nicht gewechselt haben, werden zur Erleichterung der Legitimation bei Stimmabgabe und zur Beschleunigung des Wahlverfahrens besondere Karten zur Wahl zugestellt werden, um dieselben bei Abgabe der Stimmen vorzuzeigen, während denjenigen Wahlberechtigten, welche seitdcin verzogen find, an- heimgcgeben wird, die für sie bestimmten Karten an einem der beiden letzten Wochentage vor der Wahl aus unscrm Wahl- dureau, Königstr. 7, Hof 3 Treppen, während der gewöhnlichen Bureaustunden abzuholen. Die ohne Karten erscheinenden Wähler muffen für ihre Legitimation Sorge tragen, stch auch bei der Zulassung zur Stimmabgabe eine Zurückstellung hinter die mit Karten Erschienenen gefallen lassen." Uagevordnung für die Sitzung der Stadwerord- «eten-U-rsammlung am Donnerstag, den 1. März, Nach- nüttagä 5 Uhr. Ein Naturalisationsgesuch— Vorlage, betr. die Verwendung eines städtischen Grundstücks an der Seestraßc zum Bau der Pumpstation des IX. Radialsystcms— desgl., betr. die Erwerbung des Straßenlandcs vor dem Grundstücke Lange Str. 102— dkSgl., betr. die Festsetzung eines Einheits- preis s für den Verkauf von Kokcs aus den städtischen Gasan- stalten— desgl., betr. die erfolgte Bauabnahme des neuen Schulhauses der 131. 169. Gemeindeschule, Tcmpelhofcr Ufer 2. — Vorlagen, betr. die Erwerbung von zwei zur Stadtbahn Parallelstraße verwendeten fiskalischen Parzellen, des Straßen- landes vor dem Grundstück Sebastianstr. 36 und der zur Frei- legung der Königsbergerstraße von der Biemeler Straße bis zum vorhandenen Pflaster unweit der Rüdcrsdorfcr Straße erforderlichen Flächen, sowie der von dem Grund- stücke Neue Königstr. 76 zur Regulirung der Gollnowstraße und einer zur Freilegung der Sckleiermacherstraße erforderlichen Parzelle— Vorlage, betr. die Festsetzung von Baufluchtlinien für die auf dem Gartenplatz zu errichtende Kirche der katholi- schen Sebastians- Gemeinde— Sechs Rechnungen— Wahl eines Mitgliedes für das Kuratorium der Simon und Hermann Bocbm'schen Stiftung— Berichterstattung über die Proteste gegendieWahl desStadtverordneten Splettstößer— Schreiben des Magistrats, betr. die Bcan- standung des Beschlusses der Stadtverordneten- Versammlung, vom 9. Februar d. I. in Bezug auf das Stadtverordneten- bM Mandat des Apothekers Ziethen— Etats für die der Hauptlasse der stävtischen Werke und für die der Wasserwerke, sowie Etat und Gedübrentarif für' suchung des von auswärts eingefühlten frischen sämmtlich pro 1. April 1888—89— Vorlage, betr. M längerung der Ermächtigung zum Verkauf von ParzcW»! städtischen Bauterrains auf dem Urban— desgl., betr. M stellung einer Verbindung der Pfcrdeeisenbahnaeleise '~ee über die Cornelius- Brücke hinweg Lichtenstcin Allee................-.......,....... Geleisen im Kurfürstendamm— Berichterstattung, betr.* lauf der Wahlzeit eines Rathsmaurermeistcrs— VorlG die Bewilligung von Gratifikationen an Mannschaften ,48. S wehr aus Anlaß zurückgelegter 2Sjähriger Dienstzeit � betr. das Verzeichnis; der in den letzten drei Jahren an 5» Tis und Waisen städiischer Beamten und Lehrer:c. gezahll�t$ 4■-■ stützungen— desgl., betr. die Neuwahl eines Bürgert für die Schuldeputation— Eine Unterstützungssache- betr. die Neuwahl eines Mitgliedes in die Unterkow! der Einschätzungskommission für die klasfifizirte Einkotw� Mmgcbirae� pro 1888—89.| mses gemäß I ellin # i ! Irl Theater. Mittwoch, den 29. Februar. Pperatzi»»». Keine Vorstellung. Achsssptrltza«». Die Weisheit Salomo's. Ieatfche» Theater. Die berühmte Frau. Makaer- Theater. Ein toller Einfall.— Der Mizekado. Ueatral-Theater. Die Himmelsleiter. Htrietzrietz- Milhelmstadtilche» Theater. Die Dreizehn. Httztoria-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Nstead Theater. Von Stufe zu Stufe. K»Me«»-Th»ater. Francillon. KMeavlaaee-Theater. Die Salontirolerin. Mathalla-Theater. Öirofle-Girofla. Käatgltädtifche«, Theater. Das lachende Europa. Amertra»-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. NariSt«. Spezialitäten« Vorstellung. Kaatzordia- 1 Theater. Spezialitäten stellung. Utzsater»er KetchshaUe«. Vorstellung. - Vor- Spezialitätcn- SaHinar Stadt-Theater Wallnertheaterstraße 15, fr. Alkambra- Theater. Fachverein der Tischler. Mittwoch, den 29. Febr., Abds. 8; Uhr, Sr% in Gründ-r'» Salon, Schwerinstraße 26. Tages-Ordnung: 1. Der Maschinenbi trieb im Tischlergewerbe. Referent Herr Millarg. 2. Verschiedenes und Fmgckasten. Neue Mitglieder werden aufge- nommen. Um zahlreichen Besuch bittet 456 D e r V 0 r st a n d. Ortskrankenkaff- der Cigarrenmacher etr. General- Versammlung Mittwoch, den 7. März, Abends 8 Uhr, Gypsstraße 11. T.-O.: Vorlegung des Jahresberichts. Bericht der Kommission zur Prüfung der Jahresrechnung. Statutenänderung§ 24. Anträge. 457] Der Dorstand. (BeiDonaene Kerzm. Volksstück in 3 Akten von Dr. Hugo Müller. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Csnws«» Konzert von Rh.-ranke. Anfang des Konzerts 5& Uhr, der Vorstellung 7j Uhr. 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D I Montag er-, Frankfurter Allee, zu vermietben- halten habe, die sich von meinem vielfach re- j Stadtbabnverbinduna vorbanvew nommirten Weißbier überzeugt stabcn; sie konnte nicht umhin, am Schluß die bündige Erklärung abzugeben, daß sie noch nie in Bcrlrn eine solche große Weiße für 20 Pf. getrunken habe als in der W-inslr. 22 bei«f. H-ugk. 455 Wo speisen Sie? In d erhalten pommcrschen Kück" Soeben erschien:_. � Nr. 30 des k y, Wahren Zu beziehen durch die Erp '.üche, Oranienstt 181, Hof l varterre�bei Klein! Frühst. ' lü Pf., Mittagstisch m. Bier 50 Pf., Abendtisch von 30— 50 Pf. nach Auswahst Zur Ginsegnung. Mantelrt«, Umhänge, Mäntel, JtwmerSrosse 4 4 sowie rm AklmLirtchintis lü' jrdr» IS se. niciliruef hstr. prh 1 k 51 Mittwoch, den 29. Febrnar 1888. 3. Aatze P arlamentsbeiichte. t'cntsch«? Zleichvtag. Februar, 1 Uhr. iths: von Boctt icher, oomSß. Fi Bundesrath irl iM'i, 48.® j � u n ß fei.TJS- dg. v Kehle*(Z.) referirt über die Ertheil mg der Er- Sung zur strafrechllichen Verfolgung wegen Vileidigung eichstags gegen den Redakteur des„Boten aus dem fengebirge". Die Kommission beantragt, der Praxis des % Semäsz, sie nicht zu ertheilen. «dg. Hueth(bfr.;: Leider ist der Abg. Hartmann, welcher «n Justifikation des Staatsanwalts Heim, durch dessen »jnelung diese Sache an uns gelangt ist, in Aussicht ge- ,«1, heute nicht anwesend. Der Staatsanwalt Heim in ' l will einen Zeitungsartikel wegen Beleidigung des s verfolgen, obgleich er verschiedene Beleidigungen des s durch die konservative Presse seines Bezirks unbean- �«at durchgehen lassen und selbst den Reichstag vor eini- Wen dadurch beleidigt hat, daß er in einer Adresse an '«ichskanzler das Votum des Reichstags vom 15. Dezem- fo34 bezüglich des dritten Direktors als undankbar, un- und schmachvoll bezeichnete. Ein Staatsanwalt f.. vor allem durch sein eigenes Beispiel aus die slchen Sitten seines Bezirks nicht demoralifirend tten, besonders wenn er Beleidigungen anderer gegen den %! zu unserer Kognition bringen will. Vor allen Dingen * sich davor zu hüten, selbst den Reichstag zu beleidigen. (.W ein chaiakteristisches Vorgehen eines Mitgliedes der Wen Staatsanwaltschaft. Ich will keine besondere Resolution Men, aber die Hoffnung aussprechen, daß der Herr Staats- ® Heim in Zukunft den Reichstag nicht wieder beleidigt, n durch Beispiel dabin wirft, daß der Reichstag in seinem von der Presse so behandelt wird, wie er es nach seiner hohen Stellung verlangen kann. dg. v. Kelldorlf(dk.): Die früheren Vorgänge haben sein Beucht nichts zu thun. In der Kommission wurde ' die allgemeine Frage erörtert, daß der Reichstag nicht Zulassung und auch nicht die Aufgabe habe, solche Preß- lagen strafrechtlich verfolgen zu lassen. Der Abg. Hart- �.'it übrigens durch den Tod seines Vaters verhindert, Auna anwesend zu sein. '"" der Staatsanwalt Heim, son griffe gegen die gegenwärtige Majorität ist, wenige Monate vorher in einer Abri sse an den Reichskanzler den Beschluß des Reichstags und zwar einen solchen der zweiten Lesung, der in der dritten noch abgeändert wurde, für unpatriotisch und schmachvoll erklärt hat. Das ist charakteristisch für die Staatsanwälte und für die Beamten überhaupt, daß sie öffentlich mit ihrer Namensunter- schuft die allergrößten Invektiven und Beleidigungen gegen eine Majorität des Reichstags ausstoßen, während die Heuen, wenn irgend ein Redakteur in den harmlosesten Ausdrücken die jetzige Majorität angreift, denselben strafrechtlich»erfolgen. Wenn irgend eine Thatsache auf unsere gegenwärtigen Zustände ein Schlaglicht wirft, so sind es die 21 Verurtbeilungen des Redakteurs Dürholt, namentlich die letzte zu 6 Monaten. Ich wundere mich, daß Sie noch den Muth haben, dies als nicht hierher gehörig bezeichnen. Sie wollen uns mundtodt machen. Wenn aber em Anderer wagt, die Hoheit Ihrer Majestät an- zugreifen, so wird er vor den Staatsanwalt geschleppt. Man will die Erlaubniß haben, ihn 6 Monate ins Gefängniß sperren zu dürfen. Abg. Karo(dk.): Hätte ich gewußt, daß die Sache zur Sprache gebracht würde, so hätte ich mich mit den nöthigen Informationen versehen. Mir ist die Sache neu. Es ist mißlich, einen Beamten anzugreifen, der sich hier nicht verth" kann. Fch halte es nicht gerade für hervorragend nobel, einen Abwesenden anzugreifen.(Abg. Meyer-Halle: Aber Dürholt darf man angreisen!) Dürholt ist nicht angegriffen! Er wird angeklagt und ist auch schon verurtheilt worden.(Abg. Meyer- Halle: Dazu gehört nicht viel!) Der Abg. Barth hat aber nicht nur den Staatsanwalt Heim angeguffen, sondem die ganze m d« ?-n, egel(dk.) Nicht :rste Staatsanwalt Pietsch hat Veranlassung ge- r.___ t r � r cx;____ 1t- 1__ 1____ 3 :-U •- 1- I-——--------II--- k, t» ?°n, uns mit dieser Sache zu beschäftigen. Uebugens ■?" betreffende Redakteur schon 21 Vorstrafen wegen "S? vergehen erlitten.(Ruf links: Schlimm genug, daß Richter haben!) Der Staatsanwalt Heim hat nur t JTL einen Wahlaufruf unterzeichnet, in welchem die Thätig- (.® Reichstags in scharfer Weise kritisirt wurde, das gehört nicht hierher und wir müssen die erhobenen Beschuldi- 25 weil sie nicht hierher gehören und an sich auch unbe- jjJ und nicht nachgewiesen find, zurückweisen. Karth: Aus den 21 Vorstrafen des Redakteurs l fc« kann doch nicht gefolgert werden, daß die Beleidigungen . Aatsanwalt Heim rrrelevant find. Trotz dieser Vorstrafen J�u-hoit im ganzen Bezirk für einen durchaus ehrenwerthcn � und seine Ehre als Mensch ist in keiner Weise tangirt % ,?uch der erste Staatsanwalt Pietsch unmittelbar diese veranlaßt hat, so hat sie doch der Staatsanwalt «vmntrlll aufgegriffen, zur Zeit, als er jenen vertrat. Er hat Vit» uvih.;ihv,.vv»» v... g'stti(j dazu noch nicht vorlag, so blieb die Sache einst t,>st(J'n, um später wieder aufgenommen zu werden. ; nf' wie Dürholt dann wegen eines politischen Wß.'"der drakonischsten Weise zu sechs Monaten Ge- liskuttu ftbvill wurde. Die Verbindung dieser Sache mit itt 5iI'on isi also gerechtfertigt. Wenn ich gewußt hätte, '°e ick j,3' Hartmann aus triftigen Gründen nicht hier sei, %'"»nicht erwähnt haben. ldÄ..- Kelldortf: Hat denn der Abg. Bartb'nicht selbst •--"' c\r.*c.".c------ 9 ,TTUb[ ♦«KW* vv....-v.----- WM,- M. i �schatn? roeniß Konsequenz in seinen Ausführungen'st? TJnnoe« fnTJtun8 wit der bisherigen Praxis, strafrechtliche ! ein.„ Beleidigungen abzulehnen, und Herr Barth Beleidigung des Reichstags durch den lten, oh 5emi. Dor- Ich bin bereit, mit ihm darüber zu _ Eintteff„er F"dlich ist, die strafrechtliche Verfolgung solcher W°n ihm Aber darum handelt es sich hier nicht, s?1 nur Dinge stehen nicht zur Berathung, L Sbo. Antrag der Kommission. 2 �t1e[b7?er* Jdfr-): Es wird mit Recht hier konstatirt, � Herr Staatsanwalt, der so feinfühlig auf die An- ihnen einen Gefallen erweisen durch einen Beschluß, auf solche Anträge niemals eingehen zu wollen.(Abg. Rickert: Das können wir nicht!) Gerade die politischen Verfolgungen find den Staatsanwälten am widerwärtigsten. Präsident». Wedell-Picsdorf: Der Vorredner Haidas Verfahren anderer Mitglieder des Hauses als„nicht hervorragend nobel" bezeichnet. Ich möchte bitten, solche an die Grenze des Ordnungswidrigen immerhin sehr nahe streifende Aeußerungen zu vermeiden.(Sehr richtig! links.) Abg. Karth(dfr.): So subaltern ist die Stellung des Reichstags doch nicht, daß er nicht die.Handhabung der Geschäfte seitens des Staatsanwalts kritisiren dürfte. Die Angelegenheit berührt die öffentliche Meinung seit Monaten sehr eingehend. Wir haben sie auch mehrmals hier und im Abgeordnetenhause be- sprachen. Wenn zu Gunsten des Staatsanwalts Heim etwas hätte gesagt werden können, so wäre schon einer seiner Freunde damit aufgetreten. Gerade als Vertreter des Kreises Hirschberg habe ich mich zu dieser Erörterung verpflichtet erachtet. Die Staatsanwälte Deutschlands_ werden daraus lernen, daß sie nicht Andere verfolgen dürfen, wenn fie derselben Thltt schuldig sind. Wir würden unsere Rechte als Volksver- treter nicht wahren, wenn wir solche Erörterungen unterließen. Abg. Rickert: Es ist auffallend, daß die konservative Partei sich hier als Vertheidiger des Staatsanwalts Heim auf- geworfen hat. Im Abgeordnetenhause hat niemand dazu den Muth gehabt. Und selbst der Herr Justizminister hat die Handlung des Staatsanwalts zwar nicht ausdrücklich ge- mißbilligt, aber doch erkennen lassen, daß er damit nicht einverstanden war. Wir werden den Herrn Minister bei der dritten Lesung des Etats nochmals um eine Erklärung bitten. Abg. Saro(kons.): Ich habe dem Abg. Barth vorge warfen, daß er nicht allein den Staatsanwalt Heim, sondern die ganze Staatsanwaltschaft angreift. Sie sollen vom Reichs- tag lernen, wie fie ihr Amt zu verwalten haben. Die Staats- anwalte haben keine Belehrung vom Reichstag entgegenzu- nehmen(sehr richtig! rechts), sondern lediglich von ihren Vor- gesetzten, die auch die Mittel in der Hand haben, Fehler der selben disziplinarisch zu ahnden. Referent v. Kehler konstatirt, daß Dürholt nicht 21 Mal, sondern 15 Mal bestraft sei. Darunter sei keine Ehrenstrafe. ———.•—* j— ryn% t m t# w r w '"*** v»rt.»t»n.) Die Kraut. Dem Altitalienischen nacherzählt von E. O. Hopp. irök-? �vmäldegalerie zu Modena hängt neben vielen Kn Sc en und berühmteren Bildern das Porträt einer k". llllre. das nnn mnnrhpn Bt-luchern vielleicht un- "le, das von manchen Besuchern vielleicht UN- Und doch munberüeb- » �Opf oi.'"rn vvvy.—....... vs- Neben ,0 Besicht, das eine gewisse sinnende Melan . ü Jugendschönheit einen entsagenden oder u i bV �rr ßi,nftraS*- DaS Bild ist von Meisterhand ge- fb! A so bon er �at'"dessen seinen Namen nicht hinzu- i �! Waffen re Ir nur Bermuthungen darüber haben, wer "ge DÖ«, auffälliger Smaragdschmuck, den obn macht das Porträt leicht kenntlich, V�ütbiafew6 ��ichte, die sich daran knüpft, zu den csicktsx, der Galerie gehören würde. Die köstlich i�dee& � die sprechenden dunklen Augen und ein vauch, her über dem Ganzen schwebt, das 'olorit und die lebensvolle Auffassung e Ausnahme gerühmt. Und dieses Engclskopfes kennt... ?.der was erzählt wird. .««.itL. die oof■, Mutigen Lucca, unfem der Meeres- ßd ÄMeya, Und � hundert Jahren im Zeitalter der und« f ,�e der Genueser ein vermöglicher, defaft«.""siesehener Landedelmann, der eine einzige »>". f Visd« bor war das Entzücken ihrer Eltern und Mf 8"nzen Nachbarschaft; wie ein Reh hüpfte 1 der; der sich um das alterthümliche Schloß hinzog. mrmen ging ungetröstet von ihr; sie war -Ä »'51 " siign ohne S �vck i.- herbe Geschick die Auf Veranlassung des Staatsanwalts Pietsch solle auch gegen die ,,Danziger Zeitung", die den Artikel des„Boten aus dem Ricsengedrrgc" übernommen habe, gleichfalls Die strafrechttichc Verfolgung beantragt werden. Der Antrag der Kommission wird gegen die Stimmen einiger Konservativen(v. Helldorff und Pnnz Handjery) ange- nommen. Es folgt die zweite Berathung deS Gesetzentwurfs wegen Abänderung des Gesetzes, betr. die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete. so herzensgut und fromm, wie sie rein und schön war. Als sie in das herrathsfähige Alter getreten war, nahten sich wohl viele Bewerber, sie aber gab Herz und Hand einem entfernten Vetter, mit dem man sie schon in der Wiege verlobt hatte, dem Grafen Lugeri, einem schönen, edlen und begüterten Manne, dem sie schon seit ihrer Kinderzeit zärtlich zugethan war, und der in jeder Beziehung ihre Liebe verdiente. Nach halbjähriger Verlobungsftist wurde der Hochzeitstag festgesetzt; und da Lugeri seine Eltern schon längst verloren hatte, war von der Familie beschlossen worden, das junge Paar seinen Wohnsitz bei Vannina's Eltern nehmen zu lassen; wenigstens für das erste Jahr, bis das Erbschloß des Grafen, das eben umgebaut wurde, so weit vollendet sei, daß es seine junge Herrin aufnehmen könne. Die Hochzeit fand natürlich bei Vannina's Eltern statt. Und was für eine lustige und prächtige Hochzeit war es! Ein herrlicher Frühlingstag war gekommen, in den Gärten sproßte und blühte es, und die zahlreichen HochzeitS- gäste, das junge Paar, wie die Eltern, alle waren in rosig- ster Laune und behaglichster Stimmung. Den Mittelpunkt der ganzen Feier bildete natürlich die liebliche Vannina, die mit schämiger Holdseligkeit zu ihrem Erwählten auf- blickte. Eine ausgelassenere Gesellschaft hat man wohl selten gesehen. Sobald die Trauung vorüber war, die der alte Lehrer der Braut, der Beichtvater der Familie vollzogen, ging es zur reichbesetzten Tafel, wo den leckeren Gerichten und dem feurigen Weine fleißig zugesprochen wurde. Das lange Tafeln war indeß nicht nach Vannina's Geschmack. Als es an's Dessert ging, stand sie auf und verzog sich mit ihren Gespielinnen, mit ihrem Gemahl und dessen Freunden in den Park, wo fröhliche Spiele getrieben mur- den. Jemand schlug endlich vor, die Damen sollten sich verstecken und die Herren sie suchen, aber im Hause, wo es so schöne Ecken und heimliche Winkel gäbe, denn der Referent Meyer(Jena): Die Kommission bat die Vorlage ohne erhebliche Aenderungen angenommen und nur die Vorschriften über die Kolonialgesellschaften neu eingestellt. Nur an diese Vorschriften, nach denen der Bundesrath das Recht erhält, solchen Kolonialgesellschasten Korporationsrechte zu ertheilen, wodurch sie von den Vorschriften des Aftiengesetzes, das auf sie nicht paßt, befreit werden, knüpft sich eine Debatte. Abg. v. Ktrombeck(Z.): Durch diese Vorschrift wird dem Bundesrath die Möglichkeit geschaffen, in jedem einzelnen deutschen Bundesstaat Kolonialgesellschaften zu errichten; ein Recht, das bisher den Landesregierungen zustand. Bedenklich ist mir nun, daß die materielle Regelung der Verhältnisse dieser Gesellschaften zum Publikum in sehr weitgehendem Maße dem Reichskanzler überlassen ist, der die betreffenden Statuten zu prüfen und zu genehmigen hat. Es kommen bei diesen kolonialen Gesellschaften nicht blos die materiellen Interessen der Einwohner der Schutzgebiete in Frage, sondern auch die aller Deutschen. Es hat sich z. B. ein„südwestafrikanisches Goldsyndikat" gebildet zu dem Zweck, in den Schutzgebieten Grundeigenthum zu erwerben, Bergwerke anzulegen und ihre Anlagen wieder zu veräußern. Eine nähere gesetzliche Regelung der einschlägigen Rechtsverhältnisse würde doch sehr wünschenswerth sein. Das Aktienrecht ist auf die Kolonial» gesellschaften nicht anwendbar. Sollten nun bei diesen Grün- düngen betheiligte Personen in Deutschland geschädigt werden, so fehlt es an gesetzlichen Vorschriften, um die Gründer, Direk- torcn und Auffichtsräthe als verantwortlich zur Verantwortung u ziehen und zu bestrafen. Die kaiserliche Befugniß, in Ma» erien, die nicht Gegenstand des Strafgesetzbuches sind, Strafen bis zu einem Jahre anzudrohen, macht eine spezielle Regelung dieser Rechtsverhältnisse nicht überflüssig. Ich werde gegen diese Bestimmungen stimmen. Abg.(steckethiiufer(natl.): Es handelt sich hier eigentlich recht um eine Reichsanaelegenheit und darum find Bundesrath und Reichskanzler zur Ertheilung der Korporationsrechte an die Kolonialgesellschasten am besten geeignet. Bedenken dagegen würden doch nur dann berechtigt sein, wenn man das Miß» trauen haben könnte, daß Bundesrath und Reichskanzler jemals zweifelhaften Gründungen oder derartigen Manipulationen Vorschub leisten würden. Nach dem Atticnrecht mit seiner weitgehenden Haftbarkeit war es ganz unmöglich, Gesellschaften zu gründen, deren Sitz Tausende von Meilen von dem Gebiete entfernt ist, wo das Kapital arbeitet. Deshalb freue ich mich, daß die Kommisston, einerßAnrcgunglaus der Mitte dieses Hauses folgend, eine Bestimmung in das Gesetz auf» genommen hat, wonach den Kolonialgesellschasten Korporations- rechte crtheilt werden können. Damit ist nun nicht gesagt, daß die. Verhältnisse der Kolonialgesellschasten ein für alle Mal ge- regelt sind. Wir haben es vielmehr mit einem Ueberganas- stadium zu thun. Hammacher hat bereits auf die Nothwendig- keit hingewiesen, daß die Form der Bergwerksgenossenschaften auch auf anderen wifthschastlichen Gebieten zur Anwendung komme. Zu meiner großen Freude können nach dem Entwurf eines neuen Genossenschaftsgesetzes neben den Genossenschaften mit Solidarität auch solche mit Theilhast errichtet werden, was _____ f..-ir....— w:---- tri. r-> r-x----- n** � l .__ WW........ sich... ganze wirthschaslliche Bewegung nur in der Gesellschaftsform vollziehen. Die Form der offenen Handelsgesellschaft bietet dafür die geeignetste Basis. Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften find nur auf große Verhältnisse berechnet. Bei den Kolonial- esellschaften handelt es sich keineswegs immer um große Summen. Daraus ergiebt sich die Nothwcndigkeit, offene Ge» sellschasten individualistischer Natur mit beschränkter Haftbarkeit zu gründen. England mit seinen Kolonien hat hierin bereits einen Vorsprung vor uns. Staatssekretär v. Schelling: Ob ein solches Bedllrfniß wirklich vorliegt, darüber hat sich die Reichsregierung noch nicht schlüssig gemacht. In Frage ist bisher nur gekommen, ob die Vertreter vom Handel und Industrie über das Vorhandensein dieses Bedürfnisses zu hören sind. In der Sache selbst hat sich die gegebene Anregung nicht blos darauf erstreckt, ob eine dem Gewerlschaftszesetz nachgebildete Form einzuführen sei, sondern auch der Gedanke des Vorredners hat Berücksichtigung gefunden, ob nämlich ein Bedürfniß vorliege, die offene Handelsgesellschaft dahin auszubilden, daß eine beschränkte Hastpflicht eintritt, jedoch unter Beibehaltung des wesentlich individualistischen Charafters. Zu welchem Resultat diese Erörterungen und Erwägungen führen werden, darüber vermag ich noch nichts mitzutheflen. Abg. v. Ktrombeck: Bei der Wichtigkeit der Kolonial- gesellschaften ist es nicht blos für die Schutzgebiete, sondern auch für das Inland wünschenswerth, daß die Frage der Ver» Garten sei zu ausgedehnt. Das gefiel der übermüthigen Schaar. Und eS ward ausgemacht, jeder Herr, der eme Dame finde, solle für den Tag ihr dienender Kavalier sein; die Zungvermählte ausgenommen, doch sollte diese dem, der sie entdecke, ein Andenken verleihen. DaS Spiel begann; Paar um Paar kehrte nach einer Weile in den Saal zur Festtafel zurück, alle waren endlich da, nur Vannina fehlte. Daraufhin zog die ganze Schaar der jungen Herren aus, um die junge Frau zu finden; bald schloffen sich auch die älteren an, endlich, da kein Resultat erfolgte, gingen auch die Damen auf die Suche. Man rief, man pfiff und sang, durchzog alle Gemächer und ließ auch den Dachboden und den Keller nicht undurch- forscht. Keine Vannina! Aergerlich kehrten die Eltern urück.„DaS heißt den Scherz denn doch zu weit treiben!" emerkte der Vater,„jetzt wollen wir nicht mehr suchen, sie wird schon von selber kommen." Doch sie kam nicht. Stunden verrannen und die junge au war noch nicht wieder da. Man bot Diener und ägde auf; umsonst! Schweißbedeckt, mit wirrem Haar stürzte Graf Lugeri von Treppe zu Treppe, von Gemäch zu Gemach; sie mußte zu Schaden gekommen sein! Aber wie? Ohne daß man etwas gehört, ohne daß sie einen Laut von sich gegeben? Auch der Garten wurde durchforscht, und da die Dämme- rung hereingebrochen war, zündete man hunderte von Fackeln und Wachskerzen an. Die höchste Freude war in tiefstes Leid verkehrt. Schweigsam saßen die Hochzeitsgäste umher oder suchten angstvoll weiter. Die Nacht brach ein, und Vannina blieb verschwunden. Am nächsten Morgen, nach peinvoll verlebten Stunden, begann die Jagd nach der Vermißten auf's Neue. Jemand blickt zufällig auf das nahe Meer; in nicht zu weiter Entfernung segelt ein Schiff.„Wie wäre es," sagt rmtwortlichkeit durch die Gesetzgebung und nicht auf dem Vcr- ordnungswege geregelt werde. Die bezüglichen Paragraphen sind durchaus nicht hinreichend durchgearbeitet. Nach solchen Grundsätzen könnten wir die ganze interne Gesetzgebung dem Reichskanzler überlassen. Abg. Kammacher: Ohne Zweifel wäre es besser, die Sache im Wege geordneter Gesetzgebung auszutragen. Der Vorschlag der Kommission ist nur aus der Roth des Tages her- vorgegangen. Die Entwickelung in unserem Schutzgebiete war leider nicht so günstig, wie wir erwarteten, und die Gründe dafür liegen zum Theil auf dem Gebiet einer mangelnden Sozietätsgcsetzgebung. Um diesem Ucbelstande abzuhelfen, hat die Kommission den Ausweg, den§ 9 enthält, betreten. Auswüchsen und Mißbräuchen wird man durch Bestim- mungen der Sozietätsgcsetzgebung nie den Riegel vorschieben können. Wenn die hier vorgeschlagenen Bestimmungen Reichsgesetz mit dem Charakter eines Nothgcsetzcs geworden sind, wird sich in nicht zu langer Zeit ein vollständiges Kolonialacsetz auf dem Wege der geordneten Gesetzgebung aus- arbeiten lassen; ich hoffe, daß dies in Verbindung mit einem Sozietätsgcsetz für das Deutsche Reich geschehen wird. Der Herr Staatssekretär drückte sich in Bezug auf die Aenderung des Ge- sellschaftsrechts heute etwas dilatorischer aus, als bei der ersten Lesung, wo er sagte, daß die Verhandlungen bereits in die Wege geleitet seien und daß die Materie einer eingehenden Prüfung unterworfen werden müsse. Heute hören wir, daß man kaum in die Vorarbeiten eingetreten sei und erst das Bedürfniß nach einer Aenderung des Gesellschaftsrechts festgestellt werden müsse. Das heißt doch offene Thüren einstoßen. Die Nicht- erfüllung dieses Bedürfnisses, die Unfruchtbarkeit der Juris- prudenz auf diesem Gebiet hat erhebliche Schäden in unserem Vaterlande verschuldet. Die Mitglieder der deutschen südwest- afrikanischen Gesellschaft haben sich zu einer Gesellschaft ver- einigt, um in erster Linie Untersuchungen des Landes auf Gold- lager anzustellen. Als die Personen und das nöthiae Kapital zusammen waren, wurde in erster Linie auch die Frage der Sozietätsform angeregt. Man hatte den Wunsch, nur für ein bestimmtes Kapital— das ja entschieden gewagt war— hastbar zu sein. Nachdem die wiederholten Bcrathungen es als un- möglich erwiesen hatten, eine der bestehenden Gesellschaftsformen anzunehmen, erboten sich bestimmte Personen dazu, in ihrem Namen die Geschäfte des Konsortiums wahrzunehmen. Tie Unzulänglichkeit eines solchen Zustandes liegt doch auf der Hand. Aehnlich liegt die Sache bei einer Menge deutscher Unternehmungen. Der Vorschlag der Kommission ist also durch- aus zweckmäßig, wenn er auch in vielen Beziehungen mangel- hast ist. Indem wir die Vervollständigung unseres Äesellschafts- rechts anstreben, wird die Reichsjustizgcsetzgcbung auf ein durch- aus fruchtbares Gebiet gclenit, von dem wir wesentliche Erfolge für unsere wirthschaftliche Thätigkeit uns versprechen können. Abg. Känel: Die Tragweite dieser Paragraphen wird denn doch etwas überschätzt,' sie sind schlechterdings nicht im Stande, neue Gesellschaftsformen in unser positives Recht ein- zuführen. Diejenigen absoluten Bestimmungen, die wir in Bezug auf persönliche Hasibarkeit, die Ausgabe von Aktien, die Bildung von Aktiengesellschaften haben, bleiben unberührt bestehen. Auf Grund dieser Paragraphen könnte nichts mehr geschaffen wer- den, als z. B. schon jetzt nach dem preußischen Landrecht durch Ertheilung von Korporationsrcchten geschehen kann. Die juri- stischc Tragweite dieser Bestimmungen ist also eine verhältniß- mäßig recht kleine, aber eine durchaus sachgemäße. Das, was bisher die Reichsrcgierung nur mit Hilfe der preußischen Mini- sterien bewerkstelligen konnte, soll jetzt der Bundesrath bez. der Reichskanzler aus eigener Kompetenz bewerkstelligen können. Das ist das einzig neue Moment, das durch diese Paragraphen geschaffen wird. Der§ 9 wird hierauf in der Fassung der Kommission an- genommen, ebenso ohne Debatte die§§ 10 und 11. Hinter§ 11 beantragt Abg. Rintclen folgenden§ 12 einzuschalten:„Die Bestimmung des Artikels 6 Alinea 3 der Gcneralakte der Berliner Konferenz vom 26. Februar 1886, welcher lautet: „Gewissensfreiheit und religiöse Duldung werden sowohl den Eingeborenen wie den Landesanaehörigen und Fremden ausdrücklich gewährleistet. Die freie und öffentliche Ausübung aller Kulte, das Recht der Erbauung aottesdienstlicher Gebäude und der Errichtung von Missionen, welcher Art Kultus dieselben angehören mögen, soll keinerlei Beschränkung noch Hin- derung unterliegen." findet auf die deutschen Schutzgebiete Anwendung." Abg. Rintelen: In Uebereinstimmung mit meinen Freunden habe ich davon Abstand genommen, unsere Anträge, die wir vor zwei Jahren bei der Berathung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete in der Kom- Mission gestellt haben, von neuem einzubringen. Nur diesen einen Antrag halten wir aufrecht. Tic itglieder der Kom- Mission erklärten sich damals materiell mit demselben einver- standen, er erschien aber nicht zweckmäßig, weil man zu der Re- gierung das Verstauen haben könne, daß sie völlige Gleichheit üben werde und man den religiösen Kampf nicht auf die Schutz- gebiete übertragen wolle. Es sei außerdem auch trotz einer solchen Bestimmung die Regierung nicht verhindert, einem ein- reinen Missionar aus anderen als konfessionellen Gründen den Aufenthalt zu verweigern. Gegenüber der Erklärung, daß es selbstverftändlich sei, daß in den Schutzgebieten volle Glaubens- freihcit walten werde, ist doch der Widerspruch gegen unseren er,„wenn sie doch in den Garten geeilt und von lauern- den Korsaren gefangen, gefesselt und fortgeschleppt wäre?" Die Möglichkeit war immerhin nicht ausgeschlossen; denn kühne Piraten aus den Staaten der Barbaresken hatten schon häufig solche Ueberfälle gewagt, unr ein hohes Löse- gcld zu erpressen. Die Idee findet Freunde; die Jugend eilt in die nahe Hafenstadt, allen voran der unglückliche Ehemann. Zwei schnellsegclnde Galeeren werden bemannt, es gelingt, das verdächtige Fahrzeug zu erreichen, zu entern. Nach heißem Kampfe erobert man das Schiff; aber von Vannina auch dort keine Spur. Keiner der Gefangenen weiß etwas von solchem Ueberfall, von einer Entführung. Trostlos kehrt man heim; die Hochzeitsgäste waren theil- weis schon abgereist, jetzt verschwinden auch die letzten. In einer Nacht ist es dem Grafen Lugeri, als habe er ein Wimmern gehört; er springt aus dem Bette, weckt die Dienerschaft und beginnt die Nachforschungen noch einmal. Zimmerleute und Maurer werden herbeigeholt, die das Holz- getäfel der Wände untersuchen und die Kamine durchstöbern — nichts! Vannina's Mutter erliegt dem Schmerz, sie stirbt; eine Woche darauf bettet man auch den Vater auf dem Friedhof. Das Haus steht öde. verwaist da. Der Jammer wird stille; aber die abergläubischen Dorfleute raunen sich allerlei Klatschereien und thörichte Vermuthungen zu. Von den alten Frauen weiß die eine von einer unglücklichen geheimen Leidenschaft zu erzählen, die andere von einem zurückge- wiesenen Freier— das wird dem Grafen Lugeri, zu dessen Ohr das Gerede der Skandalsüchtigen dringt, unerträglich. Er tritt in Kriegsdienste, um gegen die Ungläubigen zu kämpfen, um zu vergessen oder zu sterben. Er wünscht den Tod herbei und findet ihn nicht. Er schwingt sich als Erster über die Mauer des feindlichen Castells, er springt von der Enter- brücke in das Türkenschiff, er versinkt mit einem Fahr- Anstag recht auffallend. Es muß jedenfalls etwas Anderes da- hinter stecken. Die Regierungen, welche die Kontrakte unter- zeichnet haben, haben die Nothwcndigkcit dieses Artikels aner- rannt. Warum soll er nicht auch in dieses Gesetz aufgenommen werden? Die Missionäre sind für die Ausbreitung der Kultur in dem weitesten Umfange förderlich gewesen, und ivir wollen deshalb ermöglichen, daß ihnen aus keinerlei Gründen ein Hin- derniß in den Weg gelegt werde. Abg. Hahn(dk.): Wir find alle darin einig, daß bezüg- lich der Religionsfreiheit in den Schutzgebieten nach den vom Vorredner angeführten Grundsätzen verfahren werden muß, und in der Kommission von 1886 haben die Kommissäre der ver- bündetcn Regierungen erklärt, daß eine besondere Bestimmung überfiüssig sei, da in den Schutzgebieten vollständige Kultus- freiheit bestehe. Diese Zusicherung der Religionsfreiheit ist werthvoll und auch damals als weithvoll erachtet worden. Die Annahme, daß ganz besondere Gründe die Kommission veran- laßt haben, diesen Zusatz abzulehnen, ist unzutreffend. Als Ergänzung des Gesetzes von 1886 muß sich diese Vorlage auf die Befriedigung der inzwischen hervorgetretenen Bedürfnisse beschränken. Bei der gestrigen Berathung des Gesetzes über den Ausschluß der Ocffentlichkeit bei Gerichtsverhandlungen sagte der Abg. Windthorst: Aenderungen des bestehenden Gesetzes dürfen nur gemacht werden, soweit ein praktisches Bedürfniß vorliege. Ich will abwarten, ob hier ein praktisches Bedürfniß nachge- wiesen wird. Es ist kein Fall bisher vorgekommen, welcher befürchten ließe, daß in den Schutzgebieten Religions- freiheit nicht geübt werde. Ich bitte deshalb, den Antrag ab- zulehnen. Abg. Mindthorst: Es freut mich, daß der Herr Vorredner damit einverstanden ist, daß die Grundsätze der Kongoattc in unseren Schutzgebieten ncthwendia Anwendung finden müssen und daß er die Erklärungen der Regierungskommiffare vor zwei Jahren auch so versteht, daß die Regierung diese Grundsätze als selbstverständlich geltend ansehe. Ich wünschte, er hätte Recht, dann hätten wir nichts weiter nöthig. Aber es wird leider nicht als selbstverständlich angesehen; in dem Lande der Religionsfreiheit Deutschland bekämpft man, was alle anderen Nationen gewähren.(Sehr richtig! im Zentrum.) Das ist auch ein Zeichen der Zeit. Ich wünschte, daß die Regierung in ihren eigenen Gebicten das zur Geltung bringt, was sie für die aus- wättigen Gebiete angenonunen hat. Die Kongoakte ist mit ihrer Zustimmung zu Stande gekominen für andere Gebiete, und hier weigert man sich, dasselbe anzunehmen. Das verstehe, wer's verstehen kann! Ich will jetzt, unr die Probe zu machen, ob der Vorredner Recht hat. den Antrag stellen:„In Erwägung, daß die Anwendung der Grundsätze der Kongoakte nach den Erklärungen der Kommissaricn der verbündeten Regierungen als selbstverständlich anzusehen find, geht der Reichstag über den Antrag Rintelen zur Tagesordnung über.(Beifall im Zentrum.) Ich beantrage namentliche Abstimmung über diesen Antrag. (Heiterkeit.) Abg. Hahn(zur Geschäftsordnung): Ohne von meinen vorherigen Erklärungen etwas zurücknehmen zu wollen, so bezweifle ich doch, od bei einem zu einem Gcsetzcsartikel gestellten Antrag eine motivirte Tagesordnung zulässig ist. Ich nehme an, daß dies nur bei sclbststandigcn Anträgen der Fall ist. Ein Amendement zu einem Gesetzespaiagraphen wird le:ig- lich durch die Abstimmung angenommen oder beseitigt. Präsident». Wedell pievdorf erklärt dieses Bedenken für unbegründet, da nach der Geschäftsordnung ein Antrag auf niotivirte Tagesordnung jederzeit zulässig sei. Referent Abg. Meyer(Jena) kann namens der Kom- Mission keine Erklärung über den Antrag Rintelen abgeben, da derselbe der Kommission noch nicht vorgelegen habe. Die Reli- gionsfreihcit in den Schutzgebieten sei allerdings selbstverständlich, aber es könne der Regierung auch nicht das Recht bestritten werden, auf Grund des Freizügigkeitsgesetzes diesen oder jenen Geistlichen aus den Schutzgebieten auszuwerfen. Die Kommission habe keine Gelegenheit gehabt, diese Frage ausführlich zu erörtern. Abg. v. Kardorff legt dagegen Verwahrung ein, daß der Antrag auf motivirte Tagesordnung hierbei zulässig sei, und will diese Meinung für spätere Fälle ausdrücklich feststellen. Es siimmen 80 Mitglieder für den Antrag, 104 gegen den- selben, 2 Abgeordnete, Fürst Hatzfeldt und v. Kardorff, enthalten sich der Stimmabgabe. Mit Ja stimmen die anwesenden Mit- alieder des Zentrums, der Freisinnigen, Polen, Welsen und Sozialdemokraten, ferner der Antisemit Böckel; mit Nein die beiden Parteien der Rechten und die Nationallibcralen. Da zur Beschlußfähigkeit 199 gehören, aber nur 186 Mitglieder anwesend sind, muß die Sitzung abgebrochen werden. Schluß 3h Uhr. Nächste S tzung Mittwoch 1 Uhr. (Anträge wegen der Zuständigkeit der Schwurgerichte wegen Wiedereinführung der Berufung und betr. den Befähigungs- Nachweis.)_ Zlbgrordnetenhan». 27. Sitzung vom 28. Februar 1888, 11 Uhr. Am Ministertische: v. Scholz und Kommissare. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Fortsetzung der zweiten Berathung des Staatshaushaltsetats für 1888—1889, und zwar der Etat der indirekten Steuern._ Bei Titel 1: Zölle, erhält das Wort Abg. Graf Könitz: Nachdem der Herr Minister für die öffentlichen Arbeiten eine Erklärung dahin abgegeben hat, daß zeuge und fällt schwerverwundet in Gefangenschaft; aber der Tod vermeidet ihn. Müde deS Abenteuerns kehrt er heim, und noch lange Jahre sieht man indem alten Schlosse, wo seine heißgeliebte Vannina geboren und erzogen war, einen weißhaarigen, gebückten Greis einherschleichen, eine stille, blöde, unzusammenhängende Worte murmelnde Menschenruine, die unablässig sucht und sucht, wie im Traum verloren..... Und dennoch kam Vannina wieder, dennoch fand man sie ndlich. Graf Lugeri ruhte unter dem Rasen, neben den Eltern seiner Gemahlin, die er nie besessen hatte. Ein neues Ge- schlecht zog in das alte Schloß, in dem große bauliche Ver- Änderungen vorgenommen wurden. Beim Niederreißen des linken Flügels entdeckte man in einer schrankartigen Nische ein Gerippe, das den Smaragdschmuck trug, an dem man Vannina erkannte. Der alte Schrank hatte ein un- gemein künstliches Schloß und in der einen Ecke desselben fand sich eine zweite Thür, die zu einem kleinen Hohlraum sührte. Das Schloß dieses letzteren hatte eine überaus starke Feder, die eingeschnappt war. Wahrscheinlich hatte Vannina nichts davon gewußt, sie hatte es wenigstens nicht verstanden, den Mechanismus wieder zu öffnen, und war dort, zusammengekauert, im Hochzeitsschmuck verdorben und gestorben. Ihr Hilfegeschrei mußte ungehört verhallen, da der Hohlraum nur nach oben hin eine geringe Oeffnung hatte; die suchende Menschenmenge wußte nichts von der Existenz dieses Versteckes, auch die Eltern kannten es wohl kaum. Solche geheimen Schlupfwinkel giebt es in vielen der alten Schlösser Italiens und Englands und auch in Deutschland kennt man sie. Wie traurig blickt das süße Gesicht aus dem alten goldenen Barockcahmen! nner Kapell Lamp L das Ki Mo vor die der W< er die Bergwerksabgaben beseitigen wolle, möchte ich Frage erlauben, ob er noch in dieser Session einen' zielenden Gesetzentwurf vorlegen will? Der Titel wird bewilligt. Beim TitelS(Branntweinsteuer) weist...=»« Uet>,,, Abg. Kohtz darauf hin, daß sich infolge der verM Stätte artigen Besteuerung des Branntweins mit 50 und 70 R I � � � Hektoliter Verbrauchsabgabe die Branntweinbrennerei dah»n hiliner Gasibof wickelt habe, daß nur noch das mit 50 M. besteuerte sog«� � Äbrhundert' kontingentitte Quantum gebrannt werde, eine Menge, die s k sj ausreicht, um den Brennereibetrieb für die Landwirtbscha'l- tz% Schmest.-i neud zu gestalten. Namentlich im Osten find die kleinen»%% nac,) m witthschaftlichen Brennereien so erheblich in ihrem BZ% Wirtb w beschränkt worden, daß es nicht möglich ist, die WssW Kiesen.'Seit dabei rationell fortzuführen. Wenn die Möglichkeit> Ärbsiß �» Händen wäre, das kontingentitte Quantum jctt j% spurlos vo etwas zu erhöhen, so sollte man schleunig'! Äadtbahn bi vorgehen, denn in den meisten kleinen m ist das kontingentitte Quantum jetzt schon vollständig(Wl und die Besitzer stehen vor der Frage, ob sie ihre Brei" zuschließen und die Kartoffeln verkaufen sollen, da es ihnr möglich ist, den 70er Spitttus zu brennen. Außerdem ich den Finanzministcr bitten, uns darüber Aufkläm»! schaffen, was bei der Aufstellung der Konttol- und' gefäße von Seiten des Fiskus und was von Seite» Brenncreidcsitzer zu leisten sei. Der Titel wird bewilligt. Beim Tit. 8(Stempelabgabe für Wetthpapiere, schäfte u. s. w...... »01 und V Tfiflj:„D< durch kr t morde Seine h, -Präfider . gethan, �ledoch ohti Adaß ihm o.) spricht Abg. Sattler seine BefrieD|n« Ucbngcns darüber aus, daß durch Verfügung des Ministers der i� Aiidlung- es wisse, der Börsenstcuer bereits unterliegende Geschäfte i preußischen Staate erhobene Kaufstempel wiederum tigt sei. Die übrigen Einnahmen werden ohne Debatte bennm In den dauernden Ausgaben werden infolge der' Gesetze über die Branntwein- und Zuckersteuer insglp 5828800 M. mehr gefordert, außerdem 1 Million Mark uwS. einmaligen Ausgaben. Diese Mehrausgaben sind namcim� forderlich für die neu einzustellenden Kontrolbeamten st»« Branntweinsteuer. Tie Budgetkommission empfiehlt D« willigung dieser Summe.. Das Haus tritt dem Anttage der BudgetkomM'W"� und bewilligt sowohl die fottlaufenden wie die einmalige»� gaben, nachdem bezüglich der Ausgabe von 1 Million � zur Erweiterung von Abfertigunge- und Niederlagsräuws� wie zur Errichtung neuer öffentlicher Niederlagen aus Ar neuen Branntweinsteuergcsetzes der Abg. Friedberg fürchtungen der Raffineure Ausdruck gegeben, daß es! um den Anfang neuer Begünstigungen der Brenner am der Raffineure handele.> Finanzminister v. Scholz erklärt, daß nach dem 9 Uf neuen Branntwcinsteuergesetzes der Spitttus unter o»� Kontrole in öffentliche Nieverlagen gebracht werden ka»». hat sich schon früher das Bedenken geltend gemacht, D» jetzt vorhandenen öffentlichen Niederlagen nicht ausreiche»( den, daß sie in manchen Orten gar nicht vorhanden fi»'. Umfrage hat auch ergeben, daß die Privatindusttte Do», dürfniß nicht wird genügen können. Im Interesse allst.,, > das R, jton," hat D- Schl. IT (»an erkan "»e besonde ,« trotz des Q.Dem c M hoch, do bedeckt, ui daß der Schl nach d f �ladfahrc ,'Werder in rrnd Pfa> W ? hoch vo! .druch und «en manö Mnittagsl ■ ant> durfmß nicht wird genügen können. Im Interesse""gs antl sonen, welche Spiritus unter steuerlicher Kontrole zur BM �« war d< haben, der Produzenten sowohl wie die der Händler,,. � LNn's � wünschcnswcrth erschienen, einiaermaken idüttorae's? 4 L ff'. All-n wünschcnswetth erschienen, einigermaßen zelne Niederlagen zu treffen. Die nicht dahin, irgendwie Lager, die jetzt überflüssig zu machen und in bestehende Verbindungen einzugreifen.. � Damit ist der Etat der indirekten Steuern erledig''..�/ Aus dem Etat der S t a a t s s ch u l d e n v e r« o erregt eine Debatte nur der Titel der einmaligen welcher zur außerordentlichen Tilgung von St 8 050 000 M. verlangt. Diese Summe ist die Ueberschüsse des Etats, die andere Hälfte soll leichterung der Steuerlasten verwendet werden, Zweck im nächsten Jahre die ganze Ueberschußsumme finden soll...« Der Berichterstatter der Budgetkommission Abg- W hebt hervor, daß die Budgetkomniisfion sts» M gehegt habe, die Erhöhung der MatrikMfi�P Preußens, welche infolge der Einstellung der Ziipb'L, r die große Anleihe in den Reichshaushaltsetats nothwt» den würde, bei diesem Titel zum Ausgleich zu bringoZ� Abg. Sattler crklätt, daß allerdings die Zm�j ,jstt. die Reichsanleihe in den Etat eingestellt seien und# höhung der Matrikularbeittäge infolge dessen eint«! Finanzminister v. Scholz: Allerdings sind Allen « ist der o VS Ä � der t W fest % M betrüge eingestellt worden, aber da die Anleihe im bevoff�Ä�. nd Elatsjahre nicht ganz zur Ausgabe gelangen wird, l» li Ä>« nur ein Theil der Zinsen flüssig gemacht werden muß � angesetzte Summe von etwa 2 300 000 Mark, von Preußen nur ein Äiuchtheil entfällt, der noch"a mindert wird, daß infolge der bei anderen Titeln. Ersparnisse sich auch eine Ermäßigung der Matriw» ergiebt, ist übrigens eine so geringe, daß eine Aueg«' � sie die Budgetkommisston bei diesem Titel wünscht, v jo hjm? nicht einmal nothwendig sein wird. � ß»(wf. H"1 Der IM wird brnilligt..„ %% Schluß 12% Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch trag des Prinzen Arenberg und Petitionen.) Lokales. Die Kpandauerstratze gehört in yn äfyunv>»»rster Rtth gli jenigen Straßen, die durch den Durchbruch der Haiti � straße zum Theil ein gegen früher völlig verändert erhalten haben: sie ist neben der angrenzenden O'* � die älteste der Weltstadt Berlin und zählte JabWzje zu ihren vornehmsten. Und zwar weist naturgeman derungen dettenige Theil auf, welcher zwischen* Neue Friedrichstraße liegt. Eine ganze Anzahl � Häuser hat hier der neuen Prachtstraße weichen � vom Erdboden verschwunden; andere wied" Gestalt verändert und sich den Bedürfnissen auch äußerlich angepaßt. Hier finden wir aum � ulÜffSf rS'K # A lltl % bu; Yen UUU, UUDtll'U, UUlHV"n-. V»- III.VV..----_,„ rn.. Gegensätze: moderne Großstadtbauten lehnen fim Io J Häuschen an, die ihre wechselvolle Geschichte.üperti# der Ecke der Kaiser Wilhelmstraße das allen B K dekannte Mendelssobn-Haus abgerissen und% Stelle getreten, das alte Häuschen, über dessen��� gerreren, oas eure yauswen, uw vv,,---,, Gedenktafel mit der Inschrift:„Hier wo g# j Unsterbliches Makes Mendelssobn" die Wohnftw'�� mome. W MMWWMMWWW Moses Mendelssohn" die edelsten Geister verkündete, in dessen, noch das Slübchen sehen konnte, in dem der■ wie Lesfing, Ramler, Nicolai um sich �„e Schwester des Kurfürsten Georg Wilhelm warb und ~K> nach Berlin kam, wollte er hier absteigen, wurde aber wth, der dem unbekannten Fremden nicht traute, ab- m. Seit jener Zeit hat sich die„Stadt Ruppin" nicht '«tt, die Jahrhunderte sind an dem mittelalterlichen Ge- Iputlog vorübergegangen; und während nicht wen davon Stadtbahn dahinsaust, gehen von hier noch Omnibusse nach �en und Velten ab. . weiches Recht für Alle? Wir lesen in verschiedenen „Ter frühere Hauptmann Otto von Schleinitz, durch kriegsgerichtliches Erkenntniß wegen Erpressung -uechselfälschung zu drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus 'ilt worden ist, hat jetzt ein Drittel seiner Strafzeit ver- Seine hochbetagte Mutter, die verwittwete Frau Re- --Präsident von Schleinitz, hatte an maßgebender Stelle , Sethan, um eine Herabminderung der Strafe zu er- ... 1™». U tedoch ohne Erfolg, v. Schleinitz hegt indcß die Hoff- S-kwSi A daß ihm später ein Theil der Strafe erlassen werden ne BesttWAMll-r.�—--—?...........- sters der � Geschäfte? wiederum™ der vers und 70% rnerei daha werte sogl Menge, d ldwirthschaft die ihrem die Wii Möglichkeit :um jetzt ist N BN Iständig- j ihre Brenn« 3a es ihnens lußerdem rfklärun l- und >on Seiten >atte bewillist der nd namenM- beamten P mpsiehlt d» k�.�acnä Zerfahrt v. Schi, in der Haft eine rücksichtsvolle L a'"0 i es sind ihm mancherlei Vergünstigungen gewährt, Reglement zuließ. Ein Mitarbeiter der„Berliner >' �?tte vor einiger Zeit Gelegenheit, den Verhafteten F üL v, ZemmäzrmmM im Amtsgericht zu sehen, wo er k.�Adlung in einem Zivilprozeß als Zeuge vorgeführt afolge dcr.Jjt � Schl. machte durchaus nicht den Eindruck eines Hüft- wer rnss«�� Man erkannte in ihm immer noch den früheren Offizier. etkommis� einmaligc» .. f. desondere ihm gewährte Vergünstigung ist zu erwähnen, „«otz des Charakters seiner Strafe fernen Bart tragen «O.�em adligen Lumpen und Betrüger werden natürlich .V.unstigungen bewilligt— eine adlige Erpressung ist IhrJ? tchlimm, wie eine gewöhnliche. u?. von der Visbahn. Die Februarsonne steht I.doch, daß sie die Eisoberfläche selbst auf den Fluß en de- inter V. V-. yWWfti L c'r vu- V»IVVVVV|«WU/V|V»V|« vvt»(J 1 Million TT dedeckt, und der heftige Kampf der Luftströmungen rlagöräun'�M daß der� kommende Frühling heftig mit dem Ä -räume«, oaß � A Stten� ��dttschuhläufer eilten auch am" Sonntag in hellen f 1 M P lotl(i) Ä Eisbahn Plötzensee-Saatwinkel. Auch eine °aß.. 0 ¥5mXMret machten die Tour auf dem Eise. Auf Va- enner aus � � Un�etmt,m Tegeler See war großes Rendezvous bei HÄPkn - I_____| werden kann U�Men Bahnen bald wieder verweht. Der ganze" Tegeler ,emachh h«h voll Schnee. Der 1....... ausreichen � h-°ruch und die Wege sind zum "deff' Manövrirten über die meL_. dustne d- � �j..mtttagsläufer hatten noch gutes Eis. Das Gros, das ereffe antrat, lief bereits im Waffer. Für den Schlitt- Z»i. der Winter 1887-88 ungünstig. la tepre" vor dem Kerliner Amts» ,, Pfannkuchen. Ein Ruderklub in seinen blauen ch dem s'jjjttkJ1 nahm einen ganzen Tisch ein. Im Saal wurde flott . fSiw..ocach Tegel und Spandau zu hatte der heftige Wind ■ ufft Bahnen bald wieder verweht. Der ganze Tegeler VBikp? doch voll Schnee. Der Wald am Ufer zeigt viel ruch und die Weae sind zum Theil versperrt. Ein paar weiße Fläche des See's hin. erledigt •Hb repre- vor---„-------- JB■ 1 jenen Berliner Buchhändlern, bei welchen s. Z. ,r.Nmellebeifctzung von Zola's Roman„Ua terra"(Mutter ftchlagnahmt wurde, ist nach dem„B. B. C." eine Vor- W der auf den 16. März, Vormittags 9 Uhr, anbe- .fsVvauptoeihanblung zugegangen. Der dieser Vorladung .. 8h Beschluß lautet:„Auf den Antrag der königlichen tn»Ätschaft wird beschlossen, das Hauptverfahren zu er- Amecke der Unbrauchbarmachung der vorfindlichen S;? der deutschen Uebersetzung des Romans von Emile terre"(Die Mutter Erde), weil hinreichend Ver- g�t, daß Exemplare des genannten Romans injDcut m n, vjuntp i-wtig in verschiedenen"Buchhandlungen zu Berlin r find also in Orten, welche dem Publikum zugäng- �oitifiMf'.""Sopft,,(>4 rt.moforr sind. lind dasi der Inball jenes Zinsd-'v nothwn» » St'S I» SS v S'rafkammer IV." > u%ftcllt gewesen sind, und daß der Inhalt jenes "" M ergehen gegen§§ 184, 4l, 42 ._____ I...... den 4. Februar 1888. Königl. Strafkammer IV." „„. hiesigen Rechtsanwalt ist eine merk- M. tonfän* �0 erhoben worden. Ein Mann, welcher der ob 7.u!1fl angeklagt war, hatte den Anwalt um Rath Sfen, er bA � thäte, die That zu bestreiten oder einzu- i-, 5 Iftürf% die Fälschung zwar begangen, doch existire das 'mt mehr. Daraufhin empfahl ihm der Anwalt, M Und Obwohl er diesen Rath befolgte, wurde er ver- ikJ%W+„Ute dann ein Gnadengesuch ein; die Staats- >, weil., ihm jedoch, sie könne dasselbe nicht befür- I berief 1 oi �üt geleugnet habe. Zu seiner Entschul- m nunmehr darauf, daß er dies nur auf - gcthan. Diese Mittheilung veranlasste '•flunft /Schaft, gegen den Anwalt die Anklage wegen Zu erheben. Die betreffende Bestimmung des zoch kS'Ä N tf« B Seit® « ä AöÄ W �r�kvannt c Äahr... zu bestrafen." Man kann wirb1"' � 55 fr Staatsanwalt mit dieser Anklage � Rrn ,iw'S Nachtwächters tn n% kmen alten Einbrecher, den(ftürller Emil Rächt zum 27. d. M. auf frischer That bei !%[%- Dem an", 9" Schanklokal am Neuen Äartt festzu- kMieden» os aufgefallen, daß in dem Schank- wie angezündet wurden, obwohl sich Ln auf dem r c aA�r wußte, schon geraume Zeit vorher "fi'rtafriil.„re?6? Drei in das Schanklokal ein, wo • hatte hol■i?,n �er Zwischen der Doppelthür fanden. »E$5de bi,vie?r,7lcfircre Behältnisse erbrochen und die e Tasch,„�!®"hll' aber vorläufig nur die Taschenbürste �'it hZ nlü* des Miethers zu sich gesteckt. "estabt l�ksnung der Kanitätowache in der Pols- °us der an Mai 1887, wurden 380 Fälle behandelt. 'Hilfe ja—Sj6 j�dst 210, außerhalb derselben 160 und diaseil, geht hieraus hervor, daß es eine dringende »lj� errichlen diesen Stadttheil eine Sani- Am 27. d. M. Vormittags wurde ein �cnfferl!'� Wohnung in der Krautsstraße an einer [Beiselho l? gezogenen Rouleauxschnur erhängt vorge- 4N, möhr �"w Nervenfieber erkrankt und Hat fich im - �eben na einer kurzen Abwesenheit seiner Ehefrau, ------ niL..V— j,*. einem einen m' ,r;""V"" nw muKiii tmii,---------- zwei .. herbrachte. Er wurde nach Slnlegung eines ;«�Use in, cyw lebend mittelst Krankenwagens nach dem iine ��'ednchshain gebracht.— In der fliacht ver- C*- ihrer Wohnung in der Alten Schön- ÄL. dnb» f." demselben Tage brannten Müllerstt. 40A iSn�ng-".unter einer Kochmaschine,— Keffelstr. 31 '% ct Wohnung. Ü Sfißfir Gerichts-Zeitung» Welche Mittel angewendet werden, um unliebsamer Kon kurrenz den geschäftlichen Erfolg streitig zu machen, zeigte eine heute vor dem Schöffengencht gegen den Hausdiener Friedrich Jahnke verhandelte Anklage. Der Sachverhalt derselben ist in Kürze der folgende: Vor dem Schaufenster der Firma Siclmann u. Rosenberg Hierselbst trieben seit längerer Zeit vier weibliche Personen ihr Unwesen dadurch, daß sie fich an Damen, die die Abficht hegten, bei der genannten Firma Einkäufe zu machen, herandrängten und bemüht waren, fie anderen Firmen, die fie für diese„Thätigkeit" bonoritten, zuzuführen. Daß der ge- nannten Firma diese„Verschleppungen" nicht angenehm waren, ist einleuchtend, und ebenso selbstverständlich ist es, daß fie fort- gesetzt bemüht war, diesem Unwesen zu steuern. Der in ihren Diensten stehende Hausdiener Schultz hatte ein für alle mal den Auftrag, auf diese„Schleppennnen" ein wachsames Auge zu haben und sie im Äetretungsfalle fottzuweisen. An einem Nach- mittage des Monats Dezember v. I. fanden fich folgende Damen zu dem oben gekennzeichneten Zwecke wiederum vor den Schaufenstern der Firma Sielmann u. Rosenberg ein: 1) Frau Johanna Schulz, Skalitzcrstr. 116a, 2) Frau Matte Kreisel, Manteuffelstt. 5, 3) Frau Clara Henschel, Diesdenerstr 77, 4) Frau Bischoff geb. Walter, Straßburgerstr. 19 wohnhaft. Der pflichtgetreue Haus- diener, die unheilvolle Thätigkeit der„Damen" kennend, war bemüht, sie zu entfemen, kam damit aber schlecht bei ihnen an. Eine Fluth der gewöhnlichsten Schimpfereien war die Folge für ihn, durch die er sich hinreißen ließ, der Frau Johanna Schulz einen Stoß zu versetzen, der dieselbe zu Boden warf. Ein Schutzmann war zur Stelle und stellte die Persönlichkeiten der in betracht Kommenden fest; da der Vorfall einen ziemlichen Auflauf veranlaßt hatte, so erhielt Schultz wegen groben Un- fugs ein auf eine Woche Haft lautendes Strafmandat, gegen welches er Widerspruch erhob. Obwohl der Staatsanwall gegen den Angeklagten eine Haftsttafe von 14 Tagen beantragte, erkannte das Schöffengericht mit Rückficht darauf, daß die ge- nannten vier Damen gewerbmäßiae Schleppettnncn seien und den Hausdiener Schultz durch ihr Gebühren provozirk hätten, auf 30 M. Geldstrafe event. 3 Tage Hast. Wegen der Keröffentlichnng einer Sensationsnachricht standen gestern die Redatteure des„Lokal-Anzeiger", v. Kupffer und Thiede, vor der 90. Abtheilung am Amtsgericht 1. In der Nummer des„Lokal-Anzeiger" vom 23. August v. I. wurde von einer groben Fahrlässtgreit berichtet, die von dem Brücken- wätter der Kaisettn Augusta-Brücke begangen worden sein sollte und durch die leicht unabsehbares Unglück hätte herbeigeführt werden können. Der Gerichtshof veruttheilte jeden der Anäe- klagten wegen Beleidigung des Brückenwärtcrs zu je 50 M. Geldstrafe. Der Kegrist de«„Geheimmittel»" unterlag gestem der Prüfung der 96. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts. Durch Verordnung des Polizeipräsidenten von Berlin vom 30. Juni 1887 ist die öffentliche Anpreifung von Arzneimitteln, deren Verkauf verboten oder gesetzlich beschränkt ist, sowie die von Gcheimmitteln, deren Zusammensetzung nicht bekannt ist, unter Androhung einer Geldstrafe bis zu 30 M. für den Ueber- tretungsfall verboten. In einer November- Nummer der„Ber- lincr Centralmarkthalle" war eine Annonzc enthalten, in welcher Dr. Spranger'sche Magentropfen, welche bei einer sehr großen Zahl der verschiedensten Leiden Abhilfeschaffen sollen, empfohlen wurden. Als Bezugsquelle waren vier Berliner Apotheken auf» geführt worden. Das Polizeipräsidium, welches die angepriesenen Magentropfen als ein Geheimmittel ansieht, erließ deshalb gegen den Redakteur des genannten Blattes, R. Maurer, eine Srrafverfügung in Höhe von 20 M. event. 2 Tage Haft. Hiergegen erhob der Betroffene Widerspruch und machte im Termine geltend, daß er das angepttesene Mittel umsoweniger für ein Geheimmittel habe erachten können, als ihm das Inserat von einem Apothekenbefitzer zugegangen war. Von der Existenz der von dem Polizei-Präsidium geführten Liste der Geheim- mittel, welche von diesem den Redaktionen zugesandt wurde, bade er erst durch das„Kl. Jounr." Kenntniß erlangt; er habe keine solche Liste erhalten und bitte deshalb um seine Frei- sprechung. Amtsanwalt von Glau führte aus, daß dem Ange- klagten bei der großen Zahl der Leiden, die durch die Tropfen beseitigt werden sollen, Bedenken aufstoßen mußten. Da er eine weitere Nachfrage unterlassen, sei er zu bestrafen, und bringe er 1 M. in Anttag. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung des Angeklagten, da er die angcpttesenen Magentropfen nicht als ein Geheimmittel ansehe. Rrichvarricht»- Entscheidung.(Nachdruck verboten.) Leipzig, 27. Februar.(Morphium und Strafgesetz.) Der Hand- werter St. in Mühlhausen(Thür.) hatte aus dem letzten Kttegc ein Leiden mit heimgebracht, gegen welches ihm von den Aerztcn Morphiumeinspritzungen verordnet worden waren. Seit Jahr und Tag hatte er die Verordnungen genau befolgt, vom Jahre 1884 an aber überließ er sich ganz der Leidenschaft, die fich allmälig bei ihm herangebildet hatte, und kaufte sich die größfen Quantitäten, die ein Mensch überhaupt sich einverleiben kann. Mehr als drei Jahre wüstete er so gegen seine Gesundheit, und ermöglicht wurde ihm dies dadurch, daß der Droguenhändler Bernhard Karl Neumann ihm durch seinen Kommis Helwig täglich bis zu 15, ja sogar 17 Gramm Morphium verkaufte. Die Morphium- sucht hatte infolge davon bei St. einen derart bedenklichen Charakter angenommen, daß er in die Nerven» und Jrrenklinik nach Halle ac- schafft werden mußte. Gegen Ncumann und Helwig aber wurde An- klage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben, nachdem fich St. dazu verstanden hatte, einen Strafantrag zu unterzeichnen. Vor der Mühlhauser Sttafkammer wurde erörtert, daß der Verkauf von Morphium im Einzelnen verboten ist und es wurde festgestellt, daß die Angeklagten fahrlässtgerweise die Gesundheit des St. geschädigt haben, indem fie ihm das Morphium verab- reichten. Daraufhin erfolgte ihre Verurtheilung zu Geldstrafe. — In ihrer Revision, melche kürzlich vor dem 3. Strafsenat des Reichsgettchts zur Verhandlung kam, führten fie folgendes aus: Die Körperverletzung ist nicht durch den Verkauf, sondern durch die Einspritzung erfolgt, die Angeklagten find also nicht die Thäter. Wenn ein Waffenhändler eine Waffe verkauft, so wird man ihn doch auch nicht für das verantwort- lich machen, was der Käufer etwa damit anrichtet. Wenn St. schon seit 1870 die Morphium-Einsptttzungen vornahm, so konnten die Angeklagten annehmen, daß er damit vertraut sei und nicht über das rechte Maaß hinausgehe.— Der Rcichsanwolt bemerkte hierzu: Man kann zugeben, daß ein Verkäufer nicht verantwottlich gemacht werden kann für das, was ein erwachsener Käufer mit dem Kaufobjett vornimmt. Wenn aber ein Waffenhändler an Kinder Waffen verkauft, so ist er verantwottlich für alle Folgen. Ein Erwachsener aber, der der Morphiumsucht unterliegt, ist als ein Kind anzusehen, daher ist auch mit Recht den Angeklagten die Schuld an der Zer- rüttung der Gesundheit des St. aufgebürdet worden. Jeder der Angeklagteu konnte den strafbaren Erfolg verhindern, aber keiner hat es gethan. Dem Antrage des Reichsanwalts ent- sprechend, verwarf sodann das Reichsgericht die Revision. Leipzig, 27. Februar.(Vom Dynamitgesetz.) Der Um- stand, daß m den weitaus meisten Fällen, in denen auf Grund des Tynamitgeseyes auf Strafe erkannt wird, die Gerichte nicht über das Strafminimum von 3 Monaten Gefängniß hinausgehen, ist sehr bezeichnend. Denn da die Angeklagten durchweg Harm- lose Leute find— echte Dynamitettche hat man bisher nur sehr wenige abgeurtbellt—, so erscheint dem Rechtsgefühle der Richter schon eine Mindeststtafe von 3 Monaten exorbitant. Es ist wohl anzunehmen, daß man bei Emanation des Gesetzes nicht die Abficht gehabt hat, die Gefängnisse mit Dynamit- „Verbrechern" wider Willen zu bevölkern und deshalb wäre es wirklich zu wünschen, daß das Gesetz einer Revision unterzogen würde. Ein Fall, über den wir heute zu berichten haben, illusttttt das Gesagte. Der Vettreter der Kölner Dynamitfabttk zu Kall, der Kaufmann Josef Hennes hatte eine größere Quantität Dynamit verkauft, welche mittelst Frachtwagens vom Käufer weitergeschafft wurde. Der Fuhrmann kam auf seiner Fahrt näher als 300 m an eine Lokomotive, weil von dem Dynamittranspotte der, Eisenbahnbetttebsbehörden keine Anzeige gemacht war, sodaß die Lokomotivenführer fich danach hätten richten können. Das Gesetz schreibt nicht vor, wer die Anzeige zu machen hat. Am plausibelsten scheint die Annahme, daß dies die Pflicht des Käufers ist, weil er genau die Strecke kennt, welche der Transpott nehmen wird, aber das Landgericht Köln bürdete diese Pflicht dem Verkäufer auf und veruttheilte Herrn Hennes zu 3 Monaten Gefängniß.— Seine Revision wurde kürzlich vom 1. Strafsenate des Reichsgerichts verworfen, ob» wohl der Oberreichsanwalt die Sache für zweifelhaft hielt. Soziales und Arbeit�rbemeounA. Aufruf an die Naaelfchmiede Kerlin« und Umgegend! Kollegen! Jetzt geht es wieder zum Frühling, w» alles erwacht und zu neuem Leben aufersteht. So wollen auch wir erwachen und uns vereinigen; denn wahrlich, lange genug haben wir geschlafkn.f Wir wollen zeigen, daß wir noch da sind! Kollegen! Da wir schon im vergangenen Sommer einen Verein der Berliner Nagelschmiede gegründet haben, so laden wir Euch ein, kommt zu uns und schaart Euch um die Fahne der Einig- keit! Denn Einigkeit macht stark! Es soll heißen: Einer für Alle und Alle für Einen! Es giebt Leute, die da glauben, wir find nicht mehr da. Man schrieb ferner letzthin in den Zeitun- gen, daß unser Gewerbe schon im Absterben begriffen sei und die wenigen alten Meister, welche noch vorhanden, mit dem Anfettigen von Plättbolzen beschäftigt seien. Aber dem ist nicht s». Unsere Arbeit ist sogar seit mehreren Jahren eine gesuchte! Da wir doch außer Nägeln hauptsächlich Gas- und Wasser- rohrhaken, Bankeisen, Putzhaken und wie die Artikel alle heißen, welche zu Bauten verwendet werden, anfertigen, welche bei der herrschenden Bauthätigkeit verbraucht werden, so haben wir doch noch, namentlich im Sommer, vollständig Beschäftigung! Es ist unsere eigene Schuld, daß unsere Löhne so niedrig stehen! So wollen auch wir die Lohnfrage besprechen, denn wahrlich, bei uns thut es doch wohl am ersten noth! Wohl kein Hand- werk liegt so danieder, wie das unsttge. Wir haben doch alle 3—5 Jahre gelernt in der Hoffnung, später unsere Existenz da- durch zu haben. Und was haben wir nun? Jetzt ist unser Lohn noch schlechter, als der Lohn eines gewöhnlichen Arbeits- mannes, der keine Lehrzeit durchgemacht hat! Es kommen doch Löhne von wöchentlich 7—8 M. bei uns vor! Sind das nicht Hungerlöhne? Wenn auch einige bevorzugte Arbeiter 20 bis 24 M. verdienen, so gehen doch die meisten guten Arbeiter mit 14—16 M. nach Hause, was doch meistens in Akkord verdient ist bei 11— 12stündiger Arbeitszeit. Davon soll eine Familie leben und Miethe und Steuern bezahlt werden! Darum auf, Kollegen! Ermannt Euch! Vergrabt Euch nicht in Eure Keller, wie die Dachse! Zeigt, daß Ihr noch da seid! Erhebt Euer Haupt! Den» ein Mann, der nicht den Muth hat, für seine Existenz einzutreten, der ist auch nicht würdig, daß er Beach- tung findet. Kommt zu uns und schließt Euch an uns an! Der Verein hält seine Versammlungen ab Lichtendergerstr. 21 bei Heise, am Sonntag nach dem 15. jeden Monats, wo auch Aufnahmen stattfinden. Der Vorsitzende A. Heizfeldt wohnt Fehrbellinerstr. 40—41, v. 4 Tr., der Kassirer W. Mehlke Ska- litzerstraße 132, Hof 2 Tr. Alle arbeiterfreundlichen Zeitungen werden um Abdruck gebeten. Der Streik in der Gfenthürenfabrik von Gustav Aanow ist beendet. Der Fabrikant hat die alten Löhne be» willigt, weigett sich jedoch, die alten Arbeiter einzustellen, nur zwei sollten wieder angenommen werden. Die Äetreffenderr haben aber darauf verzichtet. Die Kollegen haben bis auf drei anderwei ig Arbeit bekommen und sagen allen denen, die sie unterstützt haben, hiermit ihren besten Dank. Alsdann bitterr wir, die Listen, welche noch ausstehen, im Restaurant von Goffe's, Stallschreibersir. 11, abzugeben. Mit kollegialischem Gruß! Die streikenden Arbeiter. Die„Aera des wirthfchaftlichen AuffchWungs", so sehr gepriesen von den Lobrednern der herrschenden Kreise, hat eine recht seltsame Physiognomie im Lichte der amtlichen Statistik. Aus derselben erfahren wir z. B., daß die Ehefrequenz in Deutschland gefallen ist, während die Ziffern der u n» ehelichen Geburten sich vermehrt hat. Es kamen auf 1000 Einwohner im Jahre 1857 7,98 Eheschließungen, 1885 nur 7,90, dagegen 1877 8,65, 1886 9,47 unehelich Geborene. Nun ist es eine tttviale moralstatistische Wahrheit, daß das Auf und Ab der Heirathen und der ehelichen Gedutten sich regulirt nach der wirthschaftlichen Lage. Je günstiger die letztere, desto mehr Ehen, je schlimmer, desto mehr Bastarde. Noch greller tritt diese Thatsache hervor, wenn man in Erwägung zieht, daß die Zahl der Geburten überhaupt abgenommen hat. Es wurden 1877 geboren 1 815 792, 1886 1 814 444, auf 1000 Einwohner kamen 1877 41,64, 1886 nur noch 38,52 Geborene überhaupt! Solchen Zahlen gegenüber wagen die Sykophanten der Bourgeoisie der Arbeiterklaffe noch vorzu- flunkern, daß das tausendjähttge Reich des Arbeiterglücks an-- gebrochen sei. Uerewe und Versammlungen. Der Dereiu Kerliner Wohnnngsmiether hatte zum Sonntag nach Klein's Festsälen in der Oranienstraße� eine öffentliche Versammlung einberufen, in welcher Herr M. S ch l e- s i n g e r über die Entwickelung der Wohnungsoerhältnisse im allgemeinen und der Berliner im besonderen refetttte. Redner berührte zunächst die Wohnungsverhältnisse früherer Zeiten und verbreitete sich besonders über die Bauweise im alten Berlin. Aus die Fortschtttte, welche die neuere Zeit im Bauwesen ver- zeichnete, näher eingehend, vertiefte sich der Vortragende der- attig in Einzelheiten, daß die Versammlung schließlich äußerst unruhig wurde, was ihn veranlaßt?, von weiteren Ausführungen Abstand zu nehmen. Nachdem der Vorsitzende, Herr Malzahn, die Anwesenden mit einigen Worten auf den Zweck des Ver- eins hingewiesen, ertheitte derselbe zunächst Herrn Lieflände r das Wott. Dieser verspricht sich von einer Petition an den Magistrat, welche letzteren auffordern soll, bei städtischen Bauten sein Augenmerk auf die Herstellung fleiner und mittlerer Wohnungen zu richten, recht wenig; besser sei es, an die Thür der Gesetzgebung zu pochen. Vor allen Dingen — meint Redner— ist es nothwendig, daß das Ermisstonsrecht des Vermiethers eine zeitgemäße Umgestaltung erfährt. Jeder Geschäftsmann muß sich mit den gewöhnlichen Gesetzen begnügen, wenn er seine Forderungen einziehen will; dem Häuser- schacherer gewährt aber eine Att Ausnahmegesetz noch ein deson- deres Recht. Während Staat und Kommune dem Armen, selbst wenn es sich um Steuern handelt, doch immer noch etwas bei der Auspfändung lassen, hat der Häuserwucherer das Recht, dem Miether auf Grund von Verletzungen irgend eines Punktes der oft gemeingefährlichen Miethsverträge das letzte seiner Habe zu nehmen. Der Aermste, welcher durch die Hinterlist irgend eineS glücklichen Hausbesitzers an den Bettelstab gebracht wird, fällt mit seiner Familie der Gemeinde zur Last und so wird die Gesammthert zu Gunsten des Vorrechtes einer Hand voll Leute in Anspruch genommen. Das kann unmöglich in der Weise weitergehen. Die neuen Miethskontrakte, wie sie äugen- blicklich von einem Hausbesitzerverein bereits eingeführt werden, enthalten Bestimmungen, welche alles bisher Da.- gewesene übertreffen. Ter Mictber wird u. A. dafür verant- wortlich gemacht, wenn einer seiner Angehörigen oder eine zu- fällig anwesende Person zu viel Waffer aus der Leitung ent- nimmt. Wo das„Zuviel" anfängt und das„Genug" aufhört, fall jedenfalls der Herr Hauswirth bestimmen. Derartige Be« stimmungen setzen geradezu eine Prämie auf den Schmutz, und auf Grund solcher Festsetzungen soll das Exmisfionsrecht gchand- habt werden! Redner geht dann auf die bisher gemachten Vorschläge näher ein und stellt den Antrag, der Verein möge fich mit einer entsprechenden Petition an den Reichstag wenden. Die bestehende Baupolizeiordnung gehe lange nicht weit genug; es sei durchaus nothwendig, bessere Bestimmungen über Größe, Licht und Luft der Wohnungen zu treffen und schließlich sei die gesetzliche Taxirung der Methsräume absolut erforderlich.— Die Herren I a st r a u und Baum schloffen sich im Wesent- lichen den Ansichten des Vorredners an; letzterer betonte, daß die Presse keineswegs in dem Maße für die Bestrebungen des Vereins eingetreten sei, wie es nach Lage der Sache hätte geschehen müssen. Der Verein möge daher der Hauptsache nach auf die eigene Kraft bauen. Herr Büttner stellte den Antrag, eine Kommission zu wählen und diese mit der Ausarbeitung einer Petition an den Reichstag zu betrauen. Der Vorsitzende erklärte, diesen An- trag in der nächsten Vorstandssitzung zur Berathung und ihn dann auf die nächste Tagesordnung stellen zu wollen. Nach einer Aufforderung des Herrn Dr. Schuhmann, dem Verein beizutreten und für dessen Ziele nach Kräften zu wirken, wurde die Versammlung geschlossen. Der Fachverein der Lithvgraphiestein Schleifer und Bemssgenoffen hielt am 23. d. M. bei Domack eine gut be- suchte Vereinsversammlung ab. Herr Schäfer hielt einen Vor- trag über„falsche Gefühlsbildung, insbesondere der Mädchen in Schule und Haus". Als Einleitung legte Redner in kurzen Worten seine Stellung zur Arbeiterbewegung klar und sprach sich dahin aus, daß rr die Schwierigkeiten nicht verkenne, mit welchen der Arbeiter infolge niedriger Löhne zu kämpfen habe. Der Lohn reiche nicht hin, dem Körper die nöthige Pflege und Nah- rung zukommen zu lassen. Im allgemeinen stimme er(Redner) dem zu, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohne. Der Arbeiter könne nur zu seinem Rechte kommen durch den Kopf. Durch naturwahre Vorstellungen und eindrück- liche Beispiele, wie durch veredelnde Gewöhnungen und sittliche Uebungen müsse schon von frübester Jugend an durch Haus und Schule das in die Seele des Menschen gepflanzt und gekräftigt werden, was später in den verschiedenen Kreisen und Ver- Hältnissen der menschlichen Gemeinschaft als sittlich schöne Frucht Persönlicher Tüchtigkeit reifen soll. Um die natürlichen Schwächen und Unarten der Kinder einzudämmen und diese leichter zum Gehorsam zu gewöhnen, sei es weder nothwendig noch erfolg- reich, aber durchaus erziehlich falsch, in ihnen die Furcht vor einem Gott oder Teufel zu erwecken, der alles sieht und straft. Vielmehr können und sollen die Eltem selber und allein die Götter ihrer Lieblinge sein, indem sie ihnen möglichst wenig ge- bieten und verbieten, aber dabei auch fest auf ihrem Wille» be- stehen und nachdrücklichst ihre Autorität geltend und selbst fühl- dar machen. Insbesondere sei für das weibliche Geschlecht die landläufige Anschauung und Praxis, vornehmlich in den höheren Ständen, verbängnißvoll, dasselbe überwiegend und unmittelbar durch das Gefühl zu bilden, und es mit dem Herzen denken zu lehren. Deshalb würden auch der Unterricht und die Lehr- bücher für die Mädchen besonders dazu eingerichtet und oft schlimm zugerichtet. Das sittliche Gefühl könne nur durch den Verstand, nicht mit Umgehung desselben, geläutert uud ver- edelt werden. Darum müsse im Allgemeinen den Mädchen derselbe Geisteshorizont, ja dieselbe seelische und leibliche Abhär- tung zu Theil werden, wie den Knaben. Der Mann wie die Frau hätten allerdings die Kraft und Seligkeit des Lebens, aber auch ihr Gegentheil wesentlich, ja vielleicht ausschließlich im Gefühl. Redner suchte seine Behauptungen durch Beispiele aus seiner Praxis als Lehrer einer höheren Töchterschule und andern Erfahrungen zu bekräftigen und kam zu dem Schluß, daß die Frauenfrage zunächst noch eine Frage der Männer, das heißt Aufgabe der Männer sei, welckc in ihrem eigenen Interesse des weiblichen Geschlechts sich energisch und rechtzeitig annehmen sollten. Nach kurzer Diskussion über den Vortrag wurden noch einige Vereinsangeleyenheiten besprochen und zur regen Theil- «ahme an dem Verein aufgefordert. Die öffentliche Uersammlnag der Ktnckateure Ab** i*»«* 35 der Exped .•Bestellung stellten Bedingungen neue Unterhandlungen nothwendiö, ijt. Wahrscheinlich wird vorläufig auf die Erwerbung der xlungen bahn verzichtet werden._ � Strasburg i. G., Dienstag, 28. Februar. Dtfjj Hilfe zum Landesverrath angeklagte Jnstnimente® Streisguth ist in Gemäßheit des Art. 121 der Ordnung gestern gegen eine Kaution von 10 000 M in Freiheit gesetzt worden. pari«, Montag, 27. Februar. Nach einer Mittheilung aus Hanoi von heute äscherte eine F- � in dem Stadtviettcl, in welchem die Schreiner wob� Häuser ein. Pom, Dienstag, 28. Februar. Nach einer Me! Maffovah traf der Negus am 24. Februar mit 9tai'--u einer beträchllichen Streitmacht in Debora, 30 Kiby Asmara, ein. (Aach Schluß der prdaktton eingetrast�,/ London, Dienstag, 28. Februar. Hnterhcm&J� fortgesetzten Berathung der Reform der Geschäftsord� der Antrag Smith mit 256 gegen 134 Stimmen nach welchem der Schluß der Debatte erfolgen so Majorität für denselben wenigstens 100 Stimmen „Meine wenn richtet K&S «laq. ur ein�wü» d k: Kriefkasten der Kedakti� S# Sprechstunden der Redaktion. V «ur von 12—1 Uhr Mittag« und 7—8 Bet Anfragen bitten wir die Abonnements-Quittung beizufAgk»' Antwort wird nicht ertheilt.«p, F G. Schlosser, Elsasserstr. Die Schriften P" wegs verboten. Wenden Sie sich beschwerdeführeu° Polizeipräsidium. Former. Uns ist kein Inserat zugego Expedition. >. Sandman"' hebruar 1888. Markthallen- Bericht von Verkaufsvcrmittler. Berlin, den 28. Wetter; Frost. Temperatur in der Halle 3 Grad Reaumur., �' Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste bÄ.« rahm- Tafelbutter(bekannte Marken) 95— 108•l;jt" schmeckende Tafelbutter 90-95 M.. 3. 90 M.. 4. fehlerhafte Tischbuttcr 75-80 M;,5"£>> Backbuttcr 65—75 M. pr. Ztr. Auktion täglich. Vormittags. Eier 2,75-3,75-4,00 M. netto ohne Abzug t- �. eier— M. p. Schck._„„ Emmenthaler—87, Käse. Jmpottirter............ 0 Schweizer 35—50— 63, Ouadrat-Äackstein 8 � burger 20—26—38, Rheinischer Holländer Käse 5» � pr. Ztr., Edamer 58—68, Harzer—3,00 M-,, Dtsche. Camembert— M. pr. Dtz. Neufchat» Stück._... irij Wild. Rehböcke 90-100-110 Pf.. Dammwüv�L Rothwild 35-45-55 Pf.. Schwarzwild 40-75 i bis 65 Pf. pr. Pfd., Kaninchen 50— 60 Ps- . pr. Pfd.,»amneven öu— t,u'pi-- i „Du n „3a, um h V und 30 OVy TV UUf«(JUIlllllvl uu TV TV,»v i Pfund,'Schinken geräuchett mit Knochen 65— 50—60 Pf. pr. Pfund.. nflc /L. Geflügel, lebend. Gänse la---„T' —...—™. L-mhner Enten 1,20-1,50-2,25 M.. junge Hühner-� Hühner 1,00-1,70, Tauben 35-50 Pst. lung« 65 Pf. pr. Stück. Put-n 4,00—5,00 M. #%%%%«& 1 o/)- vit>"CWUunt GemAe.��WÄrischwS?eisck�� 5, 00,'Zwiebeln 13,00-18,00 M. pro 100 Kilo, st),)) 25 M. pro 100 Kopf. Apfelsinen Jaffa �oO 8-18, Valenzia 420er 14-24 M, Citronea � ® JSä ä-ää ifÄlf»! Erbsen 110—200 M., Futtererbsen— bis 180 M.. Richtstroh-- 30 M-, Heu 1000 Kilo.__ . SK' W i se Verantwortlicher Redakteur; R. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW* Beuthstraße 2. Li:'