Mittwoch, den 7. Marz 1888. S. Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. HUZMZMMW Redaktion: Seuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. werden If] bcrschuffe«f Thea Weise. Abends geworden.� ztal eing ,0&»i| x Stadt. fallen. hr seine vom Sp senden t eine lchille" ist! )ricn hin' mlcy Ex G. S.Z nach einer! n Ziachr ben. Stanley.. en MonH die von n bcnüM tt. Stoles für 15,1«„Kommende Mann" in Frankreich. .. m„ m, der Verurtheilung W i l s o n' s ist die Aera & q? xn. Frankreich abgeschlosien; die Staatsmänner - haben in Frankreich keine �Zukunft � mehr k . Explosion � Man hätte„ritterlicher" sein sollen aegenüber diesem -ließ. Als,. der einst eine so hervorragende Rolle gespielt. Nun, hes in Bio. dt den korrupten Leuten, die sich an die Spitze der '«, Zu drängen suchen und die unter einem Kaiserreich nie bram-i-|* Höflinge spielen würden, wie sie nunmehr die Ni'cle vcl{|�Ct spielen, ganz ähnlich. Gegenüber den ordi- rteraing. Äwmdeleien und Gaunereien dieses Wilson, der die Umbria" M, nach allen Seiten hin blamirt und kompro- Woge ergoi M, verlangt man noch Akte der„Ritterlichkeit" vei Zwiscbe� Mter das! rletzungen �/er für Frankreich wirklich besorgte Republikaner und dem Lande Glück wünschen, daß an Stelle nchen G r e v y endlich ein Mann von Charakter Böslicher Ehrenhaftigkeit den Präsidentenstuhl be- M und daß eine Nebenregierung, wie die t' unter diesem Präsidium sich nicht im Elisee on kann. Denn der unheilvolle Mensch, der ?eaen seiner unsauberen Machinationen zu zwei ®efängmß verurtheilt worden ist, hat lange Zeit Cj im eigentlichen Sinne regiert, begünstigt durch seines Schwiegervaters. Hätte sich die Kammer ermannt und reinen Tisch gemacht, so wäre die 'en lange die Suppenschüssel der Familie Grevy I mSk ern-rr...____ f«:x L.__ rrv.. t.______ beträgt für die 4 gespaltete JnsertionSaebühr Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin Sir, Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, Erhöhung des Preises, angenommen. ohne ,7"�luß.'««�nttle Hab' uf der Stel�J�tunisten vergießen die odliaaten KrokodilSthränen Es befandSs' harte Urtheil, das über Wilson ergangen, und nd.) Do meldet, d : 1871 er! n. Es st leiten mit ;chafte is Feuer cheater n Mottos »fassen jedoch um di ' Eifers Uistx� Wilson war seit der Dubarry gewiß die Delegierung in Frankreich. die Frage: W-r ist der Staatsmann, der -eiit n�'�öfte der Revublik führen wird, da ja der ki« vollziehende, aber nicht die regierende Unfein• DaS Ministerium Tirard schleppt mühsam .Jilig"uu einem Tage zum andern hin und kann vi Abdankung gezwungen werden. Wer kommt f". hni r:r.n. hört den Namen Fl o qu et so häufig nA letzten � n aus d� gebracht iStigteit® dem r durch rus den? das in m l. rthvolleti 53ji7 i�r, (h VIC U IXJy Cl IrVtJtVV*�|»»»v| v 0-7 l™I%o»''o20n Waddington bis auf Freycinet, Goblet! ' daß r�an �ört ben 3[*amcn Fl 0 qu et so häufig _ kz �.sich schon daraus entnehmen läßt, nach dem! Tirard werde das Ministerium "»«n'Vi�uet? Ein Pariser Advokat und zwar ein SdJtr..®1 ssolt immer für einen äußerst ent- ��publikaner und er machte fich einst dadurch n dem Kaiser Alexander II. bei dessen An- von eschen >.) -rath_ den Gesel nchShausb amtlW ro«•.•".Tfs Zieuilleton. a. D. fg# '0. -s _-[55 (R.44«« Mttptm.) . Der_____ � von Friedrich Gerstäcker. �rschiedene Eindrücke. djwann's Haus, im Stübchen neben der Werk- �on Anrisse beim Abendbrot; aber der sonstige J'e herrschte heute nicht in dem keinen Kreise. H nirfu n,ar oder doch wenigstens nachdenkend p �(ht h j D'e[' und an wen er eigentlich die Zeit M ÄÄU'Ä Ä fefer-...... an wen er eigentlich die Zeit verriethen die wenigen Worte, denen er etrago imig' ktt»*' 'C8«'« «n sich hin zu lesen. ..er war aufgestanden und ging auf und ab. Er sah dabei manch- ab er sich mit ihr beschästige— Wesenheit in Paris, zur Zeit de« zweiten französischen Kaiserreichs, bei einer feierlichen Gelegenheit zurief:„Vivo la Pologne!" Was der Selbstherrscher aller Reußen selbst- verständlich sehr übel nahm. Aver Floquet kam von da ab in den Ruf eines zuverlässigen Republikaner». DaS Kaiserreich verschwand, die Republik kam und der günstige politische Wind schwellte auch Floquet» Segel. Man fand ihn bald in den Reihen ver republikanischen Staatsmänner. Allein man fand auch bald, daß man sich in ihm getäuscht hatte. An Stelle des uneigennützigen und für fein politisches Ideal begeisterten Republikaner» sah man einen Streber gewöhnlicher Art, dessen Hauptzweck e« zu sein schien, einflußreiche Stellungen zu gewinnen, um auf der Leiter republikanischer Würden immer höher zu steigen. Das Parlament bot dazu vollkommene Gelegenheit und Floquet hat sich bereits das Amt erschlossen, da« nach dem Präsidententhum das wichtigste ist, da» Präsidium der De- putirtenkammer. Floquet gehört offenbar zu den Leuten, die keine Ge sinnung und keine Konsequenz haben und ihrem Egoi»mu» Alles zu opfern bereit sind. Denn kaum fühlte su" dieser ehrgeizige Advokat regierungsfähig, al» er aui sofort mit seiner Vergangenheit brach. Um sii wichtig zu machen, suchte er Freundschaft mit Ruß [and; er, der radikale Republikaner von ehedem, buhlte um die Freundschaft des in Paris anwesenden dipla matischen KosackenthumS. Sein„Vive la Pologne 1" stand ihm dabei sehr im Wege und es fanden sich bald feile Journalisten, welche behaupteten, dieses Wort sei von Floquet niemals gesprochen worden. Die Russen nehmen diese Ab- bitte gnädig auf und Floquet, als der„kommende Mann", wird nun von den diplomatischen Kosacken in Pari« öffent- lich in einer Weise ausgezeichnet, die für einen gesinnungs- losen Menschen nichts zu wünschen übrig lassen kann. Um so mehr Besoraniß muß dieser„kommende Mann" den auf. richtigen Republikanern einflößen. Ein auftichtiger Republikaner kann mit den Russen niemals sich verbünden, wenigstens nicht mit den Russen, die gegenwärtig in Rußland die diplomatischen und Staats- geschäfte fuhren. Wir haben deshalb an den Republikanismus der Deroul«de und Boulanger niemals geglaubt. Man kann aber sagen, wenn man sich unter den leitenden Staatsmännern Frankreichs umsieht: Ich suche Republikaner und finde nur Streber! Wenn Herr Floquet zur Regierung gelangt, so wird sich dadurch die Kriegsgefahr steigern. Denn Herr Floquet wird nicht verfehlen, seiner Russenfreundschaft deutlichen Ausdruck zu geben, und so wird die Situation dadurch wie- der eine gespanntere sein, gespannter durch den Ehrgeiz eines„strebsamen" Advokaten. Wenn es Herrn Floquet ernsthaft um die Wohlfahrt schwieg aber noch immer. Er hatte beide Hände vorn in seinen Hosengurt geschoben und pfiff leise vor sich hin, wie er gewöhnlich that, wenn er in recht tiefen Gedanken war. Die Frau achtete nicht auf ihn— sie las immer weiter, und endlich sah er, als er einmal hinter ihr vorüberging, daß ein im Lampenlichte blitzender Thränentropfen in da» aufgeschlagene Buch fiel, ohne daß sie ihn wieder wegge- wischt hätte. „Höre, Karl," sagte er, indem er vor dem Sohn stehen blieb,„geh jetzt zu Bett, ich habe mit Deiner Mutter noch 'was zu reden." „Ja, Vater," sagte Karl,„mir ist's auch recht; ich bin müde, und bei Euch scheint's heut Abend langweilig zu sein. Die Mutter liest und Du pfeift, da will ich lieber unter die Decke kriechen; morgen müssen wir doch wieder früh heraus— Gute Nacht mitsammen!" Karl hatte schon lange das Zimmer verlassen, aber der alte Baumann schwieg noch immer. Er war nur stehen ge- blieben, pfiff nicht mehr und sah seine Frau an, die noch über das Buch gebeugt saß. Aber sie las auch jetzt nicht; ihr Auge flog darüber hin, und es war fast, als ob sie die Anrede des Mannes mit Zagen erwarte. „Sag' einmal, Alte, was Dir eigentlich ist," begann der Schlossermeister, indem er sich mit beiden Händen auf ihre Stuhllenhne stützte;„Du kommst mir ordentlich wie verwandelt vor. Du sitzest in Dich gekehrt. Du seufzest, liest in einem Gesangbuch, weinst sogar dabei. Hast Du 'was auf der Seele, wem besser könntest Du es wohl an- vertrauen, als mir? Sorgt Dich aber'was, ei, alle Wetter, dann bin ich auch gerade der Mann, um es Dir abzuneh- men! Bist Du krank, Mutter?" „Nein, Gottftied," sagte die Frau leise,„ich bin nicht eigentlich krank; aber— ich weiß nicht— es liegt mir etwas so schwer auf dem Herzen wie eine Ahnung— als ob uns etwas recht Schlimmes passiren müsse, und ich weiß doch eigentlich nicht, was." „Ja, ja," nickte Baumann, indem er sich jetzt neben sie niedersetzte und ihre Hand nahm,„man hat ja wohl solche Stunden, und die Doktoren sagen, es läge im Blut— aber der ftanzösischen Republik zu thun wäre, so würde er dar-- auf hinwirken, das friedliche Einvernehmen unter den mitteleuropäischen Mächten zu stärken, statt durch seine Hin- neigung zu Rußland die Gefahr einer Explosion zu er- höhen. tj Uns ist ein solcher Standpunkt gar nicht recht ver- ständlich. Wenn Herr Floquet wirklich ehrgeizig ist, könnte er dann nicht eine Befriedigung dieses Ehrgeizes suchen m der Bethätigung wahrhaft republikanischer Tugenden, die darin bestehen, die äußere Politik seines Landes f r i e d- lich, die innere reformirevd zu gestalten? Eine solche Politik würde ruhmvoll sein und der Name des Herrn Floquet würde eine Zierde seines Vaterlandes werden. Statt dessen begiebt er sich in den Schwärm der reaktionären Streber und Augenblickspolitiker, über welche die Geschichte einst verächtlich hinwegschreiten wird. Vielleicht besinnt man sich noch in Frankreich, ehe man einem solchen Manne die Regierung der Republik in die Hand giebt. Herr Floquet ist bereit, wie es scheint, die ganze Republik für einen falschen Ehrgeiz auf's Spiel zn setzen. Dieser Mann hat offenbar kein Recht, sich für besser zu halten, als die Orleans, die Bourbons oder die Bonaparte'S._ Politische Uekerstcht. In der frristnnige« Presse iß man förmlich steaes- trnnken über den Wahlfieg in Grcifenbcra-Kammin. Auch die Nalionallibcralen höhnen und spotten die Konservativen, als ob es niemals ein Kartell gegeben hätte. Die„Freisinnige Ztg." feiert ihre Sieaesorgien in andetthalb Spalten, und Herr Eugen Richter kann es sich nicht versagen, Herrn von Köller recht empfindlich heimzuleuchten. Unter dem Titel„Das er- bärmliche Fiasko" hält sie dem Polizeipräfidenten von Frankfurt folgendes unter die hochadlige Nase:„Nachdem der Familie von Köller das Reichstagsmandat für Kammin-Greifenberg ab» handen gekommen ist, lesen fich besonders ergötzlich die Reichs« tagsredcn des Letzten derer von Köller, welcher das Reichstags- Mandat besessen hat. Der gegenwärtige Polizeipräsident von Frankfurt a. M. liebte es, in der letzten Reichstagssesston ganz besonders sich zu spreizen gegenüber der freisinnigen Partei. Als am 11. März der Abg. Richter dagegen protestirte, daß die Kattellpattcicn sich die besondere Bezeichnung als„nationale" Parteien beilegten, erwidette darauf Herr von Köller:„Nachdem die Wahlen unter der Firma„deusschfreisinnig" ein solch erbärmliches Fiasko gemacht haben(Zuruf: erbärmliches!), das Fiasko ist ein erbärmliches gewesen, ein solch erbärmliches Fiasko gemacht haben(Heiterkeit), wollen Sie fich auch jetzt an andere Namen heranschlängeln und wollen diese Namen für sich irr Anspruch nehmen. Sie sprechen überhaupt heute im Ver- hältniß zu Ihrer Fraktion ein bischen viel."...„Sie sind so schwach geworden durch die Wahlen, das werden Sie niemals kachiren, und ich möchte Sie bitten, in Ihrer Gereiztheit, wenn wir uns die reichstreuen nationalen Parteien ist's das auch wirklich. Alte? Sieh, wir sind jetzt die langen, langen Jahre mit einander verheirathet— unsere silberne Hochzeit liegt sogar hinter uns— und so glücklich mit ein- ander gewesen, haben so zufrieden mitsammen gelebt, und nie, nie ist ein unfteundliche« Wort zwischen uns gefallen. Wenn Du'was hattest, das Dich drückte, sagtest Du'S mir — wenn ich'was hatte, that ich ein Gleiches und sagte eS Dir— soll das jetzt anders werden?" „Nein, Gottftied, nein— es wäre ja furchtbar!" seufzte die Frau und lehnte ihr Haupt an seine Brust; aber ihre Thränen sielen stärker. „Na, also dann heraus mit der Sprache, Mutter," sagte Baumann;„e« drückt Dich'was— ich seh's Dir an, und wenn ich der Sache nur erst einmal auf den Grund komme, wollen wir auch schon Rath schaffen." „Ja, aber was soll ich Dir denn sagen?" klagte die Frau;„ich weiß es ja selber nicht. Nur so ein dumpfes Gefühl liegt mir auf dem Herzen." „Hm," brummte der Schlossermeister,„das ist genau so wie damals, als wir noch nicht lange verheirathet waren, und bald nach der Geburt des einen Jungen— war's der Fritz oder Karl?— da machtest Du dieselben Geschichten, und wie lange dauerte das, und wie Hab' ich mich damals gesorgt, und nachher war's doch nichts. Nach und nach wurde e» besser, und alle Deine Ahnungen, wie Du's damals auch nanntest, fielen in den Sand." Die Frau nickte leise mit dem Kopf, und Baumann fuhr nach einer Weile fort: „Aber ich weiß schon, wo das herkommt. Deine Schwester,- die Heßberger, hat die ganze Zeit den Kops voll solcher Schrullen, und mit ihrem Kartenlegen und Prophezeien bildet sie sich am Ende selber ein, daß sie'was wüßte; und ein Wunder wär's nicht, wenn sie so viele Gänse findet, die's ihr glauben— und die hat Dich angesteckt. Mit all' ihren überirdischen Ideen und Einbildungen macht sie die Leute rein verrückt, und wenn man die ganze Geschichte bei Lichte besieht, so ist'S nichts als Schwindel und blauer Dunst. Mir ist die Verwandtschaft auch schon lange leid, und ich war ftoh, daß Ihr nicht mehr zusammenkamt; heute Nach- nennen, wenn wir mit Recht stolz auf die Erfolge sind, d,e wir bei diesen Wahlen gehabt haben, es nicht zu bemäkeln. Stolz find wir auf den heutigen Tag, in welchem die Militärvorlage mit so erdrückender Majorität im Reichstag angenommen und Ihre frühere Majorität niedergestreckt ist. Wir haben in dieser Frage das nationale Interesse vertreten, das haben die Wahlen de« wiesen. Meine Herren, das deutsche Volk ist in diesen Fragen sehr empfindlich. Wo das nationale Interesse verletzt wird, hat es seine Abgeordneten jeder Zeit im Stiche gelassen."— In Greifcnberg-Kammin haben die Konservativen nun in der That „erbärmliches Fiasko" erlitten und das erbärmlichste Fiasko da- bei der frühere Reichstagsabgeordnete, jetzige Polizeipräsident von Frankfurt a. M. von Koller, der vergeblich sein Amt im Stiche ließ, um als Wahlagitator den Kreis für die Konser- vativen zu retten und auf der Rückreise von dort in den Foyers des Reichstags mit der sicheren Niederlage der Freifinnigen bei der Stichwahl prahlte. Das deutscke Volk ist in der That gegen Junker und Streber,„sehr empfindlich" geworden und hat die frühere Majorität im Wahlkreise„niedergestreckt". Hochmuth kommt jedes mal vor dem Falle! Es muß sehr bitter sein, sich gerade von Heim Eugen Richter so etwas sagen lassen zu müssen. Am Schlttsst eines Leitartikel« über das von konser- vativer Seite verlangte Verbot der Sonntagsarbeit sagt die „Nordd.? llg. Ztg.":„Es liegt uns fem, den Vertrctem des deutschen Volkes den Vorwurf machen zu wollen, als ob fic nur die Rolle des bon prince hätten spielen wollen. Wir find über- zeugt, daß ihren Bestrebungen humane Motive zu Grunde liegen. Allein sie haben die Pro's und Kontra's dabei nicht genügend erwogen. Wer mit der Geschichte der sozialen Bewegungen vertraut ist, kann darüber nicht im Zweifel sein, daß die Haupt- fordemng deS vierten Standes stets auf Vermehrung der Ar- beitsgelegenheit und des Lohnes gegangen ist. Um den Kampf ums Tafein durchfechten zu können, verlangt der Arbeiter eben zunächst in den Besitz der dazu erforderlichen Waffen gesetzt zu werden. Tie obligatonsche Sonntagsmhc aber beschränkt ihn in der Anwendung derselben; fie mindert die Arbeitsgelegenheit und den Arbeitslohn. Erst wenn eine soziale Organisation ge- funden wäre, durch welche diese Gefahr abgewendet würde, wrrd man der Fraae der obligatorischen Sonntagsmhe näher treten dürfen."— Das ist ja eine ganz merkwürdige Theorie. Wenn der Schreiber jener Zeilen wüßte, was die Arbeiter wollen— mit solchen verbohrten Ansichten würde er ihnen dann gewiß nicht kommen. Die„Dost" giebt sich den Anschein, über die franzöfiscken Prcßverhältniffe auf's Genaueste unterrichtet zu sein, und be- hauptete dieser Tage z. B., die„Jndependance Belge" stünde im Solde der französischen Regiemng, woraus sich die Deutsch- feindlichkeit des Blattes erkläre. Die„Post" scheint nicht zu wissen, daß die„Jndependance Belge seit ihrer Gründung, d. h. seit einem halben Jahrhundert, den Orleanisten. ja sogar der Familie Orleans gehört hat und auch heute noch gehört. Es ist das beiläufig eine Thatsache, die jedem über die bclgi- schen und französischen Verhältnisse nur annähernd Unterrichteten bekannt ist. Die Orleanisten und Orleans sind aber doch nicht die französische Regiemng. Oder geht die Ignoranz der„Post" weit genug, auch dies zu behaupten? Feine Familie! Im vorigen Jahre starb der in der Rheinprovinz begüterte Fürst Friedrich Karl von Salm- Kyrburg, das Haupt einer ehemals reichsunmittelbaren, jetzt standesherr- lichen Familie, unter Hinterlassung eines Sohnes, welcher das Erbe antrat. Der junge Fürst war früher Lieutenant in preußi- schen Diensten gewesen, hatte dann aber seinen Abschied ge- nommen und war außer Landes gegangen, weil, wie die döse Welt behauptete, gewisse Personen, welche vor seinem fürstlichen Stande nur so lange Ehrfurcht zur Schau tmgen, als Papiere mit der erbprinzlichen Unterschrift die Einlösung erwarten ließen, ihm den Aufemhalt in der Heimath verleideten. Nach dem Tode des Vaters kam der P'inz zurück, um das Erbe in Besitz zu nehmen, die Gläubiger stellten sich aber eben so rasch ein, und der junge Fürst sah nach kurzer Frist keinen anderen Aus- weg, als die Anmeldung des Konkurses. Die Abwickelung des- selben bietet indeß für die Gläubiger sehr wenig erfreuliche Aus- sichten. Bis jetzt sind Fordcmngen im Betrage von 1 270 252 M. 20 Pf. von dem Verwalter der Masse anerkannt worden, ihnen gegenüber steht zunächst nur ein Massenbestand von 15 000 M., mit welchem im nächsten Monat eine Abschlagszahlung von einem Prozent geleistet werden soll. Das Schloß seiner Väter nebst dem zugehörigen Befitze wird man dem Prinzen nicht nehmen können, weil es Fideikommiß sein wird; die Gläubiger können die Besitzungen nur verwalten lassen, bis sie aus den Ueberschüsscn— nach Abzug des zum Unterhalte dcS Fürsten erforderlichen Betrages— sich bezahlt gemacht haben. Machen sie davon Gebrauch, so wird der Fürst die Aufhebung des Kon- kmscs wohl nicht mehr erleben. Eine Neuregelung de» Apothekerweseu» auf Gmnd der Personalkonzession steht nach den Erklärungen des Re- gicnmgskommiffars in der Petitionskommisfion des Abgeordneten- Hauses unmittelbar bevor. In den bctheiligten Fachkreisen hat dieser Plan die höchste Ueberraschung und das lebhafteste Auf- sehen hervorgerufen, um so mehr, als noch am 17. Januar d. I. mittag war sie aber wieder ein paar Stunden da, und von der hast Du Dich auch nur beschwatzen lassen." „Ach, Gottfried, Du magst einmal die Schwester nicht leiden, und sie hat's doch so gut mit mir gemeint!" „Das ist möglich," sagte der Schlosiermeister kopfschüt- lelnd,„aber, wenn'S wirklich so ist, jedenfalls verkehrt an- gefangen. Mit ihren verdammten Schrullen sollte sie zu Hause bleiben, und der— na, ich will Dir nicht weh thun, Alte, aber unser Schwager— wenn ich den verfluchten Kerl mit seinem„Gelobt sei JesuS Christus" nur sehe, wird mir schon steinübel." „Es ist ein seelensguter Mensch," sagte die Frau,„und er thut meiner Schwester, was er ihr an den Augen absehen kann; er hat freilich seine Eigenheiten, und mir wär'S auch lieber, wenn er nicht so viel in die Kirche ginge und den lieben Gott immer im Munde hätte. Aber es ist einmal seine schwache Seite, und wenn er sonst brav und fleißig ist, so haben wir doch gewiß keine Ursache, uns über ihn zu be- klagen." „Meinetwegen," brummte der Schlosiermeister,„ich habe nichts dagegen; wenn Deine Schwester mit ihm auskommt, mir kann's ja recht sein. Aber mein Mann wär's nicht, und ich weiß auch, daß er mich nicht leiden kann— was ick, ihm eben nicht besonders verdenke, denn viel freundliche Worte hat er von mir noch nicht gehört."_ „Du thust ihm gewiß Unrecht, Gottfried." „Ich will's ihm wünschen," brummte der Mann— „aber wir sind ganz von dem abgekommen, was ich Dich vorhin fragte. Also Du kannst mir nicht sagen, was Dir auf dem Herzen liegt, Mutter? Du hast zu mir kein Ver- trauen?" � „Kein Vertrauen zu Dir, Gottfried?" sagte die Frau herzlich.„Weiß ich denn nicht in den langen, langen Jahren, wie gut und tteu und ehrlich Du es mit mir meinst, und lmb' ich je Ursache zu einer Klage gegen Dich gehabt? Ach, Gottsried, Du bist der beste Mann, den es auf der Welt nur geben kann, und AlleS, was mich niederdrückt und manch- mal so weh und traurig stimmt, ist nur daS Gefühl— nie solch ein Glück verdient zu haben." „Unsinn," sagte der Schlosiermeister halb verlegen; die Regierung in einer Kommission deS Reichstags hatte er- klären lassen, daß„zur Zeit" eine Aenderung des Apotheker- wescns nicht beabsichtigt werde. Die Neuregelung auf Grund der Personalkonzession ist übrigens nicht für das Reich, sondern nur für Preußen zu erwarten und dem Kulturminister liegt schon der bezügliche Entwurf vor. Bemerkenswetth ist das Ver- halten der Fachpresse gegenüber der geplanten grundsätzlichen Neuerung. Während die„Apotheker Zeitung" den von der Regierung eingeschlagenen Weg für den„einzigen hält, um dem Schacher mit neuen Konzessionen ein Ende zu bereiten", steht die„Pharm. Zeitung" gleich der Generalversammlung des deutschen Apothelervercins von 1878 auf dem Standpunkt der Realkonzesfion und meint: Preußen hat bereits 2532 Apotheken, und aus deren Verkaufsverhältnisse sollten die 10—15 Apotheken erfolgreich einwirken, die alljährlich auf Grund persönlicher Kon- Zessionen zu verleihen wären? Das wird man keinem Sach- verständigen einreden, und deswegen ist mit mathematischer Sicherheit zu ermatten, daß die preußische Regierung nach einigen Jahren auch das Gebiet der dem freien Verkehr entzogenen persönlichen Konzessionen zu erweitem bestredt sein wird. Der Kaiser hat das vom Reichstage beschlossene Reichs- gesetz betr. die Unterstützung von Familien in den Dienst i tretener Mannschaften am 23. Febmar vollzogen. Das Gel wird im„Reichsanzeiger" publizrrt. An* München bringt die„Franks. Ztg." folgende inter- essante Meldung: Im Sitzungssaale des Amtsgettckts' spielte sich am 2. März folgende Szene ad. Angeklagt ist der Lieute- nant a. D. Fttedrich Maier von hier. Der als Vertheidiger fungirende Rechtsanwalt beginnt seine Vettheidigung also:„Er müsse bedauern, daß sein Klient nur kurze Zeit als Lieutenant gedient, deshalb auch nicht das Recht befitze, die Uniform zu tragen. Andernfalls hätte er sich vor dem Militärgenchte zu verantworten gehabt, das im Punkte der Ehre andere Begriffe und Ansichten habe, als die Zivilgerichte und demgemäß ur- thelle." Infolge dessen richtete der Amtsanwalt Schuster folgende Ansprache an den Gettchtshof:„Meine Herren! Sollen wir uns dies Kompliment gefallen lassen? M. H.! Ich bin noch Offizier(Hauptmann der Landwebr), der Herr Amtsttchter war Offizier, Sie, meine Herren Schöffen, sind Männer aus den Bürgerkreisen. Wir können nicht zugeben, daß man uns zumuthet, über die Ehre eines Offiziers anders zu denken oder zu uttheilcn, als die Militärgenchte thun. Ich verwahre mich gegen einen solchen Vorwutt und protestire energisch gegen die Ausführungen des Vettheidigcrs." Ter Vcttheidiger wollte alsbald nicht richtig verstanden sein. Allein die Herren Schöffen erklätten, sich den Ausführungen des Amts- anwalts anzuschließen. Der Amtsrichter cttheilte darauf dem Herm Vertheidiger einen Verweis. Der Lieutenant a. D. aber wurde freigesprochen. Ist die Darstellung, die mir von zuver- lässiger Seite übermittelt worden, ttchtig, so weiß man nicht, worüber man mehr staunen soll, über die Ausführung des Ver- theidigers oder über die Motivirung des Protestes des Amts- anwatts oder über die bürgerlichen Schöffen, die in der Schätzung der Licutenantsehre hinter den Militärgettchten nicht zurückbleiben wollen. Aus Halle schreibt man dem„B. T.": Sämmtlichen Lieferanten Ver hiesigen militärischen Institute soll angeblich kontrakrlich aufgegeben worden sein, in der Voraussetzung, daß sie nicht iclbst Anhänger der Sozialdemokratie sind, zum Trans- pott von Gebrauchsgegenständen nicht solche Personen zu ver- wenden, welche im Verdacht stehen, einer Gemeinschaft anzu- gehören, die den gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial- demokratie huldigt.— Es wäre wirklich gut, wenn die hochein- sichtigen Veranstalter solcher Erlasse wenigstens auf die Idee kämen, Sozialdemokraten überhaupt nicht mehr zu militättschen Leistungen heranzuziehen. Das Blut der Sozialdemokraten kann man aber immer noch brauchen,„wenn das Vaterland in Ge- fahr ist". Wenn die Sozialdemokraten im Frieden nicht von den militärischen Arbeiten profitiren sollen, müßte man Anstands halber auch auf ihre Dienste im Kttege verzichten. Gera» 2. März. Der„Franks. Ztg." zufolge wird in der Zeit vom 2. bis 5. April hier ein allgemeiner Kongreß der deutschen Maurer stattfinden. Meiningen. 5. März. Die Staatsregierung ersucht in einer Vorlage den Landtag, sein Einverständniß damit auszu- sprechen, daß für nachweisbar unschuldig erlittene Untetsuchunäs- und Strafhaft eine billige Entschädigung gewährt werde. Da aber in der gegenwättigen Finanzperiode der Justizetat die Mittel hierfür nicht befitze, so begehrt die Regierung die Er- mächtigung, solche nach Erforderniß aus bereiten Kassabeständen entnehmen zu dürfen. Frankreich. Die Verhandlungen der Kammer über das Budget des Auswärtigen Amtes haben eine Enthüllung über den früheren dänischen Agitator Hansen gebracht. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Bigot erklärte Minister Flourens, daß Hansen der französischen Regierung seit längerer Zeit politische Dienste geleistet und dafür rürzlich, nachdem er sich habe naturalisiren lassen, den Titel Bolschaflsrath erhalten habe; doch beziehe der selbe weder Gehalt, noch sei ihm im Auswärtigen Amte eine „Du redest gerade, Alte, als ob Du in mich verliebt wärst und mich zum Mann haben wolliest. Ein Glück, daß Nie- mand da ist, der uns hött; er müßte sonst Wunder glauben, was Du an mir hättest. Aber daS weiß ich denn doch besser..." Er horchte auf, denn draußen am Laden wurde ge- pocht. Die Werkstätte war schon verschlossen, und durch die in die Fensterläden eingeschnittenen herzförmigen Löcher konnte man von außen sehen, daß noch Licht im Zim- mer war. „Holla," sagte der alte Baumann,„kommt da noch Besuch? Wer ist da?" „Ich bin's, Meisterchen," antwortete eine feine Stimme; „machen Sie nur einmal auf." „Ja, ich bin's, das kann ein Zeder sagen," brummte der Schlosser. „Das muß die Volkett, des Schneiders Frau, sein— unsere Nachbarin," sagte die Mutter. „Sind Sie daS, Frau Volkert?' „Za, Meisterchen; ich habe ihnen eine wichtige Neuig- keit zu bringen." „DaS wird was Gescheidtes sein, was die alte Schwatz- liefe noch zu nachtschlafender Zeit herüber jagt," brummte Baumann leise vor sich hin, und setzte dann lauter hinzu: „Na gehen Sie nur herum an die Wrrkstätte; ich mache auf." Damit verließ er kopfschüttelnd daS Zimmer und hob die Barre zurück, die als einziger Verschluß vor der Werk- stätte lag. Kaum aber war die Thür weit genug geöffnet, um einem menschlichen Wesen Zutritt zu gestatten, als ein kleines, schmächtiges Frauchen, ohne Krinoline, ohne Hut oder Haube auf, ohne Ueberrock, ohne Schuhe und Strümpfe, nur einfach im Unterrocke, als ob sie eben aus dem Bett aufgesprungen wäre, und ein altes, grün und roth kar- rittes Tuch umgebunden, in die Thür hereinschlüpfte und sagte:„Ach, Meisterchen, ist denn das Fritzchen wohl zu Hause?" „Und deshalb klopfen Sie uns heraus, um das zu er- fragen?" sagte Baumann eben nicht besonders freundlich. „Warum gehen Sie nicht hinüber, wo er wohnt?" bestimmte Thätigkeit zugewiesen. Ueber die Att der 5 welche Hansen geleistet hat und nach Behauptung Bigot noch leistet, kann man nach den Ergebnissen des i Hochverrathsprozesses nicht im Zweifel sein. Großbritan«ie«. Zusammenfassend ttagen wir kurz den Verlauf der: Debatte über die Vorgänge auf Trafalgar Square nach. laugh behauptete, die Regierung hätte durch die Besetz« Trafalgar Squares mit Polizei und Militär gesetzwidr' lungen heraufbeschworen. Zur Unterdrückung der öt Meinung und alter Volksrechte habe fie sich eines Mi dient, das man bisber in England nicht gekannt habe an die schlimmsten Reaierungsformen des Kontinents Die Polizei habe sich Vergewaltigungen erlaubt und selbst nach ihrer Verhaftung noch mißhandelt. Solches' erheische strenge öffentliche Untersuchung. Der Gene Webster vettheidigte das Verhalten der Regierung, wot Matthews betonten, das Publikum habe kein Recht, 3 lungen auf Trafalgar Square oder anderen öffentlichen abzuhalten. Harcoutt besttttt dies in entschiedenster Weis Recht der öffentlichen Versammlung wäre ein politisches! welches das britische Volk seit Generationen genossen' das ihm nicht verkümmett werden dürfe. Durch ihr babe die Regierung gegen die Praxis und gegen die öffe Grundsätze verstoßen, welche bisher betreffs öffcntticher% lungen in London vom Ministerium des Innern befolgt seien. Die Debatte dauette, abgesehen von einer sehr' Rede Cunnighame Graham's, ohne erwähnenswerthen Z« fall bis gegen Mitternacht, worauf sie auf Antrag der rung durch Anwendung des Dedatteschlusses geschlossen Abstimmung geschritten wurde. Zuerst wurde Bradlaughl � � ssr" SnbnniTnrr wiif 909 0A7 k, iL1"1»' satzanttag mit 322 gegen 207, sodann Ruffel's Hauptanvtz r 316 gegen 224 verworfen. Ruffel hatte vorher erklää. Antrag bezwecke hauptsächlich, gegen die fottgesetzte Scbm ig R 8 des �rafalgarplatzes für Versammlungen zu protcstiren. gti[% aller Türkei. Vor kurzem ging die Nachricht durch verschiedene. daß der Fabrikant Mauser sich geweigert habe, der tus Regierung weitere Repetirgewehre zu liefern, bis er fjj Rate des vereinbarten Preises erhalten habe. Auch Herr war nicht geneigt, dem Sultan unbegrenzten Kredit ein gutes von aller Tjlch in die S war mchl geneigr, vem Sultan unbegrenzten itrevii Irnh Z ä währen, und theilte dem türkischen Kriegsminister mit, 3%''tc da sein Konto abschließen werde, falls ihm� nicht�innerhalb� jo[® wenn richtet, daß die Anwesenheit des Prinzen Ferdinand e» Spitze der Regierung des Vasallenstaates illegal sei. 20000 Lstr. T. ausgezahlt würden.' Zum Glück fantfk'�»roßen Ausweg. Eine Gesellschaft, welche die Konzession zum 2� W? die ar eines reichhaltigen Kupferbergwerkes in Klein- Asien cw � V°ewunder hatte, zahlte 120 000 Lstr. T. beim türkischen Schavans die l.v und so konnte der Kriegsminister sofott 20 000 Lstr. f. Acrii�" �- Herrn Krupp und 100000 Lstr. T. an Herm Mauser i? �'»en Exze, Der Großvezier hat dem russischen Antrage evtsri� � M durchm an die bulgarische Regiemng telearaphisch die Erklärustz j..> M Lei '—" W Prin;en_Winanb*%%\muR �nf Frauen v Amerika.,, M wurden Waren auch die bisherigen telegraphischen Nachricht®,, Jdoah Thal, Ende des großen Readingstreiks unrichtig, so scheint(8 T&LMwskn d doch zu bestätigen, daß der Streik entweder zum SlhWi langt ist oder wenigstens dem Schlüsse zueilt. In jede®! steht so viel bereits fest, daß die Arbeiter, wenn fie aumj% zug auf den Lohnsatz ihre Forderungen nicht ganz du konnten, dennoch einen großen Sieg zu verzeichnen Der Streik brach bekanntlich in der zweiten Hälfte des � Dezember aus und er war anfänglich auf die Angeste� Readingbahn beschränkt. Bald überzeugte man sich die Arbeiter, wenn der Streik sich rncht weiter ausdehn� rettbar verloren waren; die„Ärbeitsritter", welche die deren 3 erganifitte in gegen die' und natürlich >st ariegt wur ! Streikenden � Canadier, R deutschen wu werthen Er' Staaten sti mischen und \ Werke her. « Streikende mg; sie bill . welche ihre «usbrüche, na hcrausgci gogen. All me Zusamr schwankte infi Muber. Eir riter die S e schrieb iatt', welche! l'ampfs nahe unter dem er vom 6.? e, dem Ri . lkeitsgefühb >n der Änth: kümmerlichen. en daß 1 und gefährli JloS um' h. daß Tause ™ und mit bc S I Jv. Daß es Dnestr Krawa! iuhlreichen o %% feiger, als Wände nach; - sich an de uuviu ueuuieu uiuitu, uie„viiucusiiutv, lutiujc � imj au vi übernommen hatten, waren deshalb so klug, die Streist�M- W der Sitzu Rückkehr an die Arbeit aufzufordern— welcher auch Folge geleistet ward. Die Kapitalistenpresse triumphitte. Jedoch zu Arbeiter hatten blos ihre Kräfte nicht vorzeitig wollen. Es wurden mit den übrigen Arbeitern im D Rcading-Eisenbahn-Gesellschaft Unterhandlungen angekn' einen allgemeinen Streik sämmtticher Arbeiter und AM di' ser riesig reichen Gesellschaft herbei zu führen, der a Bahn auch einige Dutzend Kohlen- und Eiscnberawerke und die im ganzen über 40 000 Angestellte und Ärdeitri tigt. Die Arbeiter in den Gruden der Reading-GK bedurften keiner Anfeuerung, um den Eisenbahnleuten sjj zu reichen. Ihre Löhne waren im Laufe der letzten' herabgedrückt worden, daß sie nicht mehr dabei bestehen und eine Lohnerhöhung verlangten. Dieses Verlang? eine schroffe, fast höhnische Abweisung erfahren. U Umständen war eine Verständigung zwischen den Grube® und den Eisenbahnleuten leicht herbeigeführt. Man" zu gemeinsamem Vorgehen: der Gesellschaft wurde matum Rai des men P # �4% gestellt, und da die Antwort wiederum abschläg's, Noch nid so erfolgte Anfangs des Jahres der allgemeine«tre« U'Mrit ur ........ f''•— ß" �V�aiing 0om über 40 000 Mann stellten die Arbeit ein. „Ach, Meisterchen," sagte die kleine Frau,„ ich nur so von Hause fortgelaufen! Eben wollten in'S Bettchen legen, denken Sie, da kommt das v von ZomeierS an's Fensterchen und klopft und Meisterchen, wißt Zhr's schon, daß sie das alte Sal�. in der Zudengasse todtgeschlagen und daS ganz®- ausgeräumt und das eiserne Geldkistchen wegS haben?" „Den alten Solomon?" rief Baumann, stutzm- „Den Henker auch, Fritz hat ihm ja noch heut% oder mit Dunkelwerden eine Arbeit hingetragen.. „Na ja, Meisterchen, das Fritzchen soll ihn 1�< schlagen haben, und zwei Polizeidienerchen haben JL' gebracht. Ach, das Unglück!" schrie die kleine tr fing bitterlich an zu weinen... ggi „Was ist das?" rief Frau Baumann, erschrea � Stube herausstürzend.„Was ist mit dem Fritz• „Ich weiß nicht," sagte der alte Baumann, � sich mit der Hand an den Kopf faßte,„bin � V oder ist die Meisterin verrückt— der Fritz F u iG Solomon erschlagen— aber Unsinn— es'M � r2 wie man auch nur einen Augenblick so'was � st, i'stn ..........._ö_______„. desA� — hahahaha, und da kommt die Meisterin'!? wjcs '. Füßen mitten in der Nacht h«f � er s im s und mit bloßen Füßen 1....... Sie haben jedenfalls geträumt, Frau Volkert- „Ach Du liebe» Gottchen," winselte b'« W# wollte, es wäre so! Aber das Fränzchen h sehen, daß sie das Fritzchen, mit den#"*4 u®®/ Rücken gebunden, in die Polizei gebracht haben- � eine Polizeidienerchen sagte, er hätte das Salo j gebracht."... „Wo willst Du hin, Gottfried?" rief/' A-® schreckt, als er in die Stube ging und dortsi xJ Nagel nahm.„6*£ M „Zum Fritz hinüber, Alte, und sehen,/.. � j» sst, und wenn er nicht da ist, auf die ßaW{0 sonst verrückt, wenn ich mich mit dem Unfia fe« dar Nacht schlafen legen soll." fxaei$ Die Frau erwiderte nichts; stumm und!-S je sie mit gefalteten Händen und starrte vor fi4 leb, Art b« deren Direktor, Gorbin, sich sehr mißliebig gemacht ptung Dü#, organisirte in den Kapitalistenblättern einen journalisttschen sen des riMizug«gen die Streikenden, denen alle möglichen Schlechtig- j! und natürlich auch anarchistisch-nihilistische Bestrebungen W gelegt wurden. Gleichzeitig bot er das Aeußerste auf, Streikenden durch ausländische Arbeiter: Polen, Jta- Canadier, Neger und Chinesen zu ersetzen. Auch unter deutschen wurden Werbeversuche gemacht, jedoch ohne Gerthe n Erfolg. Die deutschen Arbeiter in den Vcr- Staaten sind ziemlich ebenso gut organifirt wie die tonischen und nur einige frisch eingewanderte gaben sich m Werke her. Streikenden beobachteten eine musterhafte Ruhe und g; sie bildeten selbst eine Polizei und beschützten die- welche ihre Stellen eingenommen, gegen leidenschaft- Ausbrüche, namentlich seitens der Frauen. Trotzdem wurde chj herausgcmfen und einige Konflitte an den Haaren gezogen. Allein es gelang der Umsicht der Streikenden, ftcre Zusammenstößt zu vermeiden. Die öffentliche Mei- schwankte infolge dessen mehr und mehr zu den Streiken- iMiüber. Ein Theil der Presse öffnete den Beschwerden Ueiter die Spalten. Nach einem der oben erwähnten schrieb z. B. das nichtsozialistische„Pittsburgher tott", welches beiläufig dem Kriegsschauplatz dieses riesigen tompfs nahe ist und sonach aus eigener Anschauung ur- unter dem Titel„Bedauerliche Vorkommnisse"(in der ler vom 6. Februar) wie folgt;„Der warnenden Stimme 'esse, dem Rath besonnener Männer und dem eigenen chkeitsgefühle folgend, hatten sich die ausstehenden Ar- >n der Anthrazitrohlenregion bis so weit in ihrer elenden tommerlichen Lage sehr vernünftig, man darf dreist sagen, " uft betragen. Einige unbedeutende Konflikte abgerechnet, m" seit Ausbruch des Streiks seitens der Arbeiter zu keiner- «Nvaltthätigkeiten gekommen und diese verständige Auffüh- iut ein gutes Theil zu der Sympathie beigettagen, die ■n von allen Seiten im reichen Maße bekundet ist. Wenn in die Situation jener Arbeiter versetzt, wenn man daß die Taufende, gern zu ihrer mühseli- uud gefährlichen■ Arbeit bereit, seit Monaten be- lungslos umherlungern und darben, wenn man berück- daß Tausende von Familienvätern mit Verzweiflung im und mit banger Sorge jeden neuen Tag beginnen, nicht u■ wo sie dai Brot für ssch und ihre Familie hernehmen � und wenn man schließlich in Erwägung zieht, daß es p:# wich' großen Hausen auch zahlreiche Heißsporne giebt, so W JfcUH die an den Tag gelegte Engelsgeduld der Leute ,-Asien ech �iu bewundern. Daß diese Geduld auch ihr Ende haben lauf der are nach. ie Besei sctzwid der anes M it habe itinents t und oolches : Gew ng, wo »echt.' entlicken ister W politisch� moffen' ch ihr„ n die off« tticher r befolgt ner sehr verthen A ntrag d« schloffen Lradlaugd' Haup her e setzte S »tcstiren. chiedene c, der t bis er v !luch Herr Kredit i ster mit,. merhalb Ick fandL Ion zum i-Afien Schatzam« ' � ft m a angeknuÄ und An« der «ergwerle > Äi 1 ading- nleuten letzten bestehe» die lnnge verhaltene Erbitterung der Leute sich end- Durchbruch verschaffen werde, war zu erwarten und die Mauser„ Alchen Exzesse gegen Ende der vorigen Woche können anr entspl� durchaus nicht überrascht haben. Die armen Teufel, > ErkläruiX>'."w ihr Leben zu fristen, die Stellen der Streiker ausge- rdinand«>»..jnben, müssen zunächst den Sündenbock machen. Die l sei l dei der Glendowner Grube, wo die Nicht- Unionarbeiter fc®- grauen und Kindern der Ausständigen verhöhnt und Mpft wurden, war daS Vorspiel zu dem Krawall im Nachrichttf| sjjdoab Thal, bei dem ei an Gewaltthätigkeiten nicht fehlte cheint es liolizisten der Bergwerksgesellschaft derartig mißhandelt um Schlu"?, daß fix schließlich von ihren Waffen Gebrauch machen In jedes>|. Daß es dahin gekommen, ist sehr zu bedauern. i sie aufflff Lrjjl« Krawall zeigt wieder deutlich chenug, wohin die ganz du«� Iffeazen zwischen den Nimmersatten Korporationen und �zeichnen J Zahlreichen organifitten Arbeitern führen müssen. älfte des f � das„Pittsburgher Volksblatt". Der Konflikt, von dem es AngestelU redet, war beiläufig, wie sich Hintennach herausstellte, weit sich jedo», Mugiger, als man anfangs vermuthet hatte. Jndeß waren ausdehn«� Mhiinde nachgerade unerttäglich geworden und hatten die eiche tyLSn äf sich an den Kongreß gewandt. ' der Sitzung des Kongresses vom 1. Februar stellte der ffant Raynor den Äntrag, einen Fünferausschuß zur ; des Streiks und seiner Ursachen zu erwählen. Er einen Antrag in einer vortrefflichen Rede, der wir 5% IS . st�bene Recht, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln w w kämpfen. Und führen wir diesen Streik auf seinen ' zurück, so finden wir. daß eine hochfahrende Sipp- -in fluchwürdiger„Trust" ganz allein denselben her- ikb. hat. Warum sollen wir da die Jnterstaats-Kommission „suchen, sich der Angelegenheit anzunehmen, deren Ä0 uns zusteht? Lassen Sie uns die Ursache dieses toSUebels untersuchen und das wird der Vorlaufer dessen » lyS diesen schrecklichen Kombinationen und Organisa- �Nists" genannt, die unsere Handelsindusttie zu zer- -in Ende bereiten wird. weiß, daß das Monopol ein Feind ist, dem schwer >">nen, aber ich habe in diesen Hallen der Gesetzgebung >2,ss°ch nicht gesehen, wo die Ehre ohne Preis und Wr;� und ohne Furcht, dasselbe nicht wie einen elen- , ÖUim Tinttt fvotkßw Trtntif# arbeitet,! en. Um rGrub« Man wurde Die ei»' 1Un8 vom Schlachtfelde treiben könnte!" nu, wollten it das öfTl und rufi- ilte Sal« ganz- allNÜÄ .«aumann aber, der nicht mit Unrecht fürchtete, daß Meiders Frou, wenn sie allein hier blieb, noch ein >bt.'hrer Zunge anrichten könne, sagte, gegen diese in Ii."Und Sie kommen mit, Meisterin; Sie können ?uch auf den Tod in Ihren dünnen Kleidern er- I L 7" die Nächte werden schon frisch. Das ist jeden- Theres Geschwätz von dem Franz, und wir wollen °ald auf den Grund kommen." !»V Tott, ja, Meisterchen," sagte die Frau,„Sie lex At; mein altes Rheumatismuschen plagt Mich so Ich. N gute Nacht, Frau Baumann! Machen Sie sich '■-*— ach, Du liebes Himmelchen, mir ist der u llnk v'�ch in die Glieder gefahren!" pt vj.,-ssuril schlüpfte sie wieder wie ein Aal, und auch % htett'tCt' �et r �nau8' e �er �e''ter 0e£m.ann verließ sie aber nicht, bis er sich erst fest % sei. ve' huß sie wirklich wieder nach Hause zurück- 3% ju; dann erst wandte er sich und schritt zu der nicht S Mnung seines Sohnes hinüber. Fritz war aber !>. n j noch nicht zu Hause, und jetzt wirklich beun- -r direkt auf die Polizei. CS siel ihm aller- L lt" Traum ein, auch nur ein Wort von dem zu c" 30 das alte Weib geschwatzt, denn daß selnFr'tz �toby.jch®"— noch dazu einen alten, schwachen Mann L�Wihü,?sirde, wußte er gut genug; aber er wollte ßto, Unb? die Gewißheit holen, daß eS eine Lüge ge- daun der �chneiderSfrau morgen früh schon sagen. Da« hatte auch noch gefehlt, daß sie ' � mnc heut Abend solch einen Schreck in die Glieder (Fortsetzung folgt.) •1,1" K««st und Die Wirkung der Rede war eine außerordentliche, der Fünferausschuß wurde einstimmig beschlossen. Das Wort„Trust" in der Raynor'schen Rede bedeutet die Privilegien der Kom- pagnie oder Korporation. Daß die Rede sich so energisch gegen die Trusts und Korporationen richtet, und daß auf diese Ärgu- mentation hin die Fünferkommisfion beschlossen ward, ist ein bemerkenswerthes Zeichen der Zeit. Heber die Resultate der Untersuchung«erden wir ein andermal schreiben. Genug, daß sie durchaus zu Ungunsten der Eisenbahngesellschaft ausfiel und daß Herr Corbin sehr bald von seinem hohen Rosse herunterstieg, so daß die Nach- richt, durch Nachgiebigkeit der Kompagnie sei das Ende des Stteiks herbeigeführt worden, nicht überraschen kann. Afrika. Suakin und Massauah, die beiden in europäischer Hand be- findlichen afrikanischen Küstenplätze des Rothen Meeres, find, als im hohen Grade exponirte Vorposten der Zivilssation, ständig von feindlichen Unternehmungen bedroht. In Suakin müssen die Engländer gegen einen Handstreich seitens der Araber, in Massauah die Italiener gegen den ungleich gefähr- sicheren Ansturm der Kriegsmacht des Negus von Abesssnien auf der Hut sein. Wie unsicher die Lage ist, geht aus dem telegraphisch signalifitten Ueberfall hervor, den eine starke Ab- theilung aufrührerischer Derwische am Sonnabend gegen Suakin in Szene setzte und den abzuwehren nicht nur die von eng- tischen Ofssziere befehligte egyptische Garnison, sondem auch die im Hafen liegenden englischen Kanonenboote herangezogen wer- den mußten. Die für Kriegsunternehmungen europäischer Truppen so sehr ungünstige heiße Jahreszeit steht unmittelbar vor der Thür und in demselben Maße, wie sie der Feldtüchtig« keit der Europäer Eintrag thut, wirkt sie auf den Unter- nehmungsgeist der eingeborenen Bevölkerung belebend ein. Gleich dem Gefecht aus Suakin, legen die aus Massauah ein- gelangten Nachrichten die Möglichkeit nahe, daß auch von dort binnen kurzem interessante militärische Ereignisse zu vermelden sein dürften. Es sind starke abessinische Heerhaufen unweit der italienischen Stellungen aufgetaucht, und die Dispositionen des Negus lassen sich ganz so an, als wäre seinerseits ehebaldigst ein offensives Vorgehen zu erwarten. General di San Marzano hat in Vorausficht dieser Eventualität seine Vorkehrungen seit geraumer Zeit getroffen und insbesondere für ausreichende Deckung seiner Kommunikationen zwischen den Binnenposten und Massauah selbst Sorge gettagen. Kommunale». Uaiesordn««» für die Sitzung der Ktadtnerord- ueten-Nersammlung am Donnerstag, den 8. März, Nachmittags 5 Uhr. Vorschläge des Aueschusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten zur Wahl der Beisitzer und Beisttzer-Stellvertreter für die auf den 21. März d. I. anbe- räumten beiden Stadtverordneten-Ersatz wählen— Wahl eines Bürgerdeputirten für die Schuldepulation— Berichterstattung über den Stadthaushaltsetat pro 1. April 1888 89 und zwar über Kapitel>(Kämmerei-Berwaltung), Kapitel V(Unterrichts« Berwaliung) Kapitel VI(kirchliche Zwecke) und einen Theil des Kapitels TU(Armen-Verwaltung), sowie über den Ziormal-Be- soldungsetat pro 1. April 1888 91— Vorlage, betr. die im Oktober- Dezember Ouartal 1887 durch die städtischen Gasan- stalten gesoeisten Flammen— desgl., betr. die Skizze zu einem Erweiterungsbau des Luisenstädt. Realgymnasiums, Sebastian- sttaße 26— desgl., betr. das Projekt zu einemkErweiterungsbau der Gewächshäuser im Humbolvthain— desgl., betr. den Aus- tausch von Vorgarten- und Straßenterrain vor dem Grundstücke Urbanstt. 79— Antrag von Mitglieder der Versammlung, betr. die Anlegung größerer Turnplätze für die hiesige Schuljugend — Etat für die Verwaltung des Gefinde-Belohnungs- und Unterstützungsfonds und Etat für die Verwaltung der Markthallen, beide pro 1. April 1888189— Vorlage, betr. den An- kauf der Grundstücke Neue Friedrichstr. 29 und 30— eine Rechnung— Vorlage, detr. die Bewilligung von Remune« rationen für die bei dem Verkaufe von ausgetragenen Be- kleidungSstücken der Schutzmannschaft thätig gewesenen Be- amten. Der Gtatsanoschutz der Kt«dt»erordneten-Nersamm- lnng setzte am Montag Abend seine Kommisfionsberathung über den«Stadthaushaltsetat pro 1881)39 sott. Die Etats der Siechen- Anstalten, der beiden Krankenhäuser Friedrichshain und Moabit, ferner der Personal- Besoldungsetat, der Etat für Geschäfts- bedürfnisse und Prozeßkosten, sowie für Pensionen wurden ohne wesentliche Absttiche festgesetzt, nur bei der Position Geschäfts- bedürfnisse und Prozeßkosten find im Ganzen 180 000 M. bestrichen worden. Bei dem Etat der Friedhöfe find zur Be- fchassung eines fahrbaren Pulsometers mit Kessel auf Rädern behufs Bewässerung von Anpflanzungen in der Nähe des Zaunes auf dem Gemeindefriedhofe der Friedrichsfelde 2000 M. bewilligt worden. Bei dem Etat der Zivilstandesämter ist hin- sichtlich des Standesamts Nr. XU, Albrechtstr. 21, eine Resolution dahin gefaßt worden, den Magistrat zu ersuchen, dasselbe mehr in die Mitte des Bezirks, nach Moabit, zu verlegen. stätigt worden, auf Grund deren es dem»igv»! semee— dem Wctterbureau der Vereinigten Staaten- möglich ist, uns vor herannahenden Stürmen zu warnen. Der Herd der Cyklone, welche zu uns herüberkommen, ist das Meer der Antillen; in der Zeit vom 21. März bis 21. Juli, während welcher die Sonne täglich höher steigt, befindet er sich im Golf von Mexiko, weicht dagegen nach dem 21. Juni wieder nach dem Aequator hin zurück in das Karaibifche Meer. Für die Mehrzahl der Stürme aus den Jahren 1886 und 1887, von denen fünfzehn auf den Sommer 1886, ebenso viele auf den Sommer 1887 entfielen, konnte dies unmittelbar nachgewiesen werden, während der Gang der übrigen doch wenigstens auf das Antillenmeer als Ausgangspunkt schließen ließ. Von dem letzteren aus be- geben sich die Stürme über die Inseln Trinidad, Jamaica, Euba oder, wenn sie im mexikanischen Meerbusen entstanden sind, unmittelbar von hier aus nach der Küstenstadt Matamoros, nordwärts und ostwätts über New-Orleans bis zur Halbinsel Florida. Hierauf wendet sich ihre Bahn den Alleghanies zu, um sich in einen westlichen und einen östlichen Ast zu thcilen, die sich beide hinter den der Küste parallel gehenden Gebirgszügen, und zwar an der Mündung des Lorenzsttomes wieder vereinigen. Nun hindern die kalten Ströme, welche an der Hudson- und Baffin-Bai herabkommen, das weitere Vorwngen der Cy- klone nach Norden und drängen sie ostwärts über den AUantsschcn Ozean.- Der warme Golfstrom ist es, der sie hier von neuem nährt. Denn infolge der Sonnenwirkung steigt nicht nur im Meere das warme Wasser in die Höhe, um nach Europa abzu- dem Golfstrom zieht der Wettersturm zur alten Welt herüber, um- an der britischen Küste angelangt- m zwei getrennten Bahnen weiterzuschreiten. D.e nne the.lt sich abermals; sie wendet sich einestheils um Norwegen und das Nordkap nach dem Nordpol, andemtheils über die Nord- und Ostsee nach der Wolga: am Uralgebirge kommen beide A-ste wieder zu- sammen. Zder von der britischen Küste nach Süden ziehende Sttom dagegen bestreicht den Biskaischen Meerbusen und die Alpen; hier theilt auch er sich in zwei Aeste, deren einen er SK Ä5 Karpathen am Schwarzen Meere tteffen beide Aeste zusammen, und bier stößt auf sie auch der von Moskau kommende Nord- ström Das letztere Aufeinandertteffen kann zweierlei Erschei- rrÄSr NÄ ss ÄstrsÄS Bei der Position, betreffend Beiträge und Geschenke an Vereine und Institute find an das Berliner Magdalenenstift 1200 M., an den Verein deutscher Lehrerinnen in England zu London jährlich 500 M., an den Verein der deutschen Reichsangehörigen zur Unterstützung hilfsbedürftiger Landsleute in Warschau jähr- sich 1000 M. und an das Pariser Doppelheim für deutsche Er- zieherinnen und deutsche Mädchen 1000 M. bewilligt worden. Der Polizeietat ermäßigt sich mit Rückficht darauf, daß im Staatshaushaltsetat nicht soviel Polizeireviere für Berlin be- willigt worden find, wie das Polizeipräsidium vorgeschlagen hat, um 315 000 M. Schließlich wurden die Etats der Polizei- Verwaltung für die Ortspolizei und für das Nachtwacht-, Feuer» lösch- und Telegraphenwesen, der städtischen Straßenbeleuchtung, der städttschen Straßenreinigung und Besprengung, der ver- schiedenen Einnahmen und Ausgaben, sowie der Gemeinde- Friedhöfe und der Zivilstandesämter ohne wesentliche Veränderung nach der Magistratsvorlage festgestellt. Dur Fertigstellung de« Plänterrvalde» hinter Treptow find noch 20 000 M. erforderlich, wovon eine Hälfte zur Ver- vollständigung der Anpflanzungen, die andere zur einmaligen gründlichen Reinigung sämmtlicher Anlagen bestimmt ist. Mit dieser letzten Rate würden die seit mehreren Jahren ausgeführten Arbeiten ihren Abschluß finden. Die ausgediente» FeuerWehrleute, welche Pension de- ziehen, werden nach Bedarf auf der städtischen Fleischschau als tzilfsstemvler angestellt. Sie erhalten dort als Besoldung den- jenigen Bettag, welcher zur Ergänzung ihrer Penston auf den Betrag ihres früheren Gehalts erforderlich ist. Zur Zeit sind 10 derattige Hilfsstempler beschäftigt. A« da» städtische Markttzalleu-Amt find in der Zeit vom Mai 1886 bis 30. April 1887 an Wagenladungen eingegangen 3 806 859 Kilogramm, an Stückgut 443 964 Kilo- gramm, in Summa also 4 250 823 Kilogramm. Der Güter- ausgang, der hauptsächlich aus Emballagen, zum geringen Theil aus Butter, Käse und Kartoffeln bestand, betrug 64289 Kilogr. Auf der Eisenbahnstation Zentral- Martthalle gingen vom 1. Mai 1387 bis 31. Januar 1888 an Gütern 10 299 661t Kilogramm ein, während der Güterausgang hier 1 739 281 Kilogramm betrug, der Güterausgang bestand hier aus Fleisch, Wild, Obst, Kartoffeln, Butter, Käse und lebenden Fischen. Der Eingang weist für die letzten 9 Monate eine Steigerung um das mehr als 2Jache, der Ausgang eine Steigerung für eben diese Zeit um das 27fache der ganzen 12 Monate des Vorjahres auf. Der Magiskat erblickt in dieser Verkehrssteigerung. welche sich für den gesammten Martthallenverlehr nicht weniger, als auch hinsichtlich des wachsenden Raumbedürfnisses der Eisen- bahn- Güterstation fühlbar macht, ein nahezu sicheres Anzeichen für eine in rascher Zeitfolge eintretende Verkehrssteigerung, welcher sich die Eisenbahnverwaltung, nicht weniger aber auch die städtische Marktverwaltung gewachsen zeigen muß. Kleine Wittheilungen. Düsseldorf, 4. März. Das Komitee für Errichtung eines Heine-Denkmals hat, nachdem jetzt das Unternehmen finanziell gesichert ist, als Platz für das Monument den sogenannten Napoleonsberg im diesigen Hofgarten ausersehcn. Mit der Ausführung des Denkmals ist der Bildhauer Ernst Herter, Mit- glied der Berliner Akademie der Künste, beauftragt. Pose«, 4. März.(Sozialistenprozeß.) Im November v.J. wurden hier auf Antrag der Staatsanwaltschaft nach abge» haltener Haussuchung zwei Zigarrenarbeiter, Kubacki und Depczynski, wegen sozialistischer Agitation verhaftet. Kubacki wurde, da die Voruntersuchung keinen Anhalt zur Anklage gab. wieder entlassen; gegen Depczynski dagegen, in dessen Koffer viele sozialistische Broschüren und Zeitschriften gefunden wurden, ist die Anklage erhoben worden, und steht Termin zur öffent- lichen Verhandlung am 7. d. M. an. Wie«, 4. März. Mit lakonischer Kürze meldete vor einige« Tagen der amtliche Polizeirapport, daß sich der ö3jährige Tage- löhner Adamsohn in seiner Wohnung, 9. Bezirk, Säulengasse 15, gestern Abends erhängt habe und als Leiche aufgefunden worden sei. Das Motiv des Selbstmordes ist nicht ohne Interesse. Avamsohn kam als 17iähriger Bursche zum Militär, machte mehrere Feldzuge mit und nahm schließlich seinen Abschied, da ihm eine Kugel den Fuß zerschmettert hatte. Er fand in einem Bureau als Schreiber ein Unterkommen. Da starb vor wenigen Jahren sein Prinzipal. Adamsohn verlor seinen Posten und wurde brotlos. Alle Ansttengungen, einen anderen Dienst zu finden, erwiesen sich erfolglos, so daß sich der Mann endlich entschließen mußte, zum Besen zu greifen. Adamsohn wurde Straßenkehrer. An Pünttlichkeit gewöhnt, erschien Adamsohu jeden Morgen mit peinlicher Präzision im Gemcindehause des 9. Bezirkes, um sein Werkzeug in Empfang zu nehmen. Vor einigen Tagen früh hatte er nun die Zeit verschlafen und kam erst eine Viettelstunde nach Beginn der Arbeitszeit. Er erhielt jedoch trotz seiner Bitten keine Arbeit mehr. Adamsohn sah sich nun vor die Eventualität gestellt, betteln zu müssen. Dieser Gedanke mochte in ihm den Entschluß geweckt haben, seinem Leben ein Ende zu machen, und so verübte er, als er Abends heimkehrte, den Selbstmord. da er über dem Eismeer erkaltet ist, starke Schneefälle; im umgekehrten Falle dringt der Südstrom in die Theißmulde ein und bringt«Sturm und Regengüsse mit. Außer dem erwähnten Nord- und Südstrom kann noch ein dritter, mitteldeutscher Sttom auftreten, welcher dann von Paris zwischen Vogesen und Taunus hindurch dem Main entlang nach Böhmen zieht und bisweilen mit jenen beiden Strömen zusammentrifft. In diesem Falle wird die Theißmulde, ja ganz Ungarn, der Schauplatz. großer Verheerungen, wie es gerade der letzte Sommer in er» schreckender Weise lehrte. Bewegung der«letscher. Seit mehr als anderthalb Jahrhunderten ist es bekannt, daß die Eismassen der Gletscher obwohl starr und scheinbar bewegungslos, doch beständig thal- abwärts wandern: erst seit etwa 60 Jahren jedoch ist diese Be- wegung eingehender untersucht worden, und es hat sich bei de« tni Mittel nur.einen Weg von 20 bis 36 Millimetern zurücklegen. so daß ern Elsthellchen rn der Mitte eines unserer be- deutenderen Alpengletscher zu seiner Wanderung vom Firnfeld bts zum Gletscher meist 60 bis 100, unter Umständen sogar 200 bi| 400 Jaw brauchen würde. Nach einer Mittheilung deS bekannten Gronlandforschers Steenstrupp bewegen sich die Gletscher des grönlandischen Nordwestens mit einer Schnellig- keit vorwärts, wie sie bei den Älpengletschern unerhört und auch bei den Gletschern Grönlands bisher nicht annähernd beobachtet worden ist. Es ist durch die neuesten Messungen in gewissen Fallen ein Vorrücken von nicht weniger als 99 Fuß während &%%%:&& ä i'&'f. onlasjte verschiedene Fabrikanten, Mittel in den Handel zu bringen, welche den mtserabelen Geruch der Pyridinbasen be- steht in dem Zusatz einer geringen Menge Oxalsäure oder Wein- saure. Die Verdunstung des Pyridins nach dem Auslöschen der Flamme wird hierdurch gehindert. Mittwoch, den 7. März. vp Der Waffenschmied. Waffenschn Sch»spistha«». Tante Therese. Dtu'T�t* ftJjeat»*. Herzog Ernst. ailxtv- Theater. Durand und Durand. Hierauf: Vermischtes. Die Himmelsleiter. �*»**4- Milffelmstädtische»«heute*. Die Dreizehn._ Hikt»*i«-«lzeater. Die Reise um die Welt in SO Tagen. eater. Dr. Faust's Zauberkäppchen. ?istd»«k-«heater. Francillon. PÄ»««vi«nc»-Uheater. Drei Paar schuhe. Der Herrgottschnitzer von KtaUMito-Thenter Ammergau. A»»»ie«»»»Thei»t-*. Spezialitäten-Vorstellung. UariStS. Spezialitäten» Vor» stelluna. K-nkordia «heate*. stelluna. »»» Krichshallrn Vorstellung. Spezialitäten« Vor- Spezialitäten- KmzMlilchrs Uriter. Alexander-Straße 40— Kurze Straße 6. Gastspiel des Frl. Jda Müller. Kaöale und ließe. Trauerspiel in 5 Akten von Friedr. v. Schiller. »tl Louis«: Frl. Jda Malier. Kämmtlich« K»«» und Poss.-portout» stnd gilt'g. DounerstaS, den 8. Plärz er.: Zur Feier des 40jährigcn Schauspieler-Jubiläums für den Oberrcgiffeur Herrn Carl Karuti Große /ejl-Vorftellilog. stit besonderer Genebmigung des Herrn Gener im aerstr. 72. Zum er. Direktion: Adolph Ernst. 177. Male: Ges. tloup W Iii sposse in 4 Akten von Leon Treptow. von G. Görß. Musik von G. Steffens und Franz Roth. Lisi: Berts Feldas. Hedwig: Olga Oworak. Asta: Clara Helmer. Liese: Roaa Lid. Felix: Hugo Hasskerl. Franzi: Adolph Kratz. Max: Paul Barthold. Stöpsel: Dir. Adolph Ernst. Anfang 7& Uhr. Im 4. Akt:_ w Francillon Parodie, vorgetragen von Kerta Felda« und Dir. Ad. #*««. Mit besonderer Genehmigung des Herrn General- Intendanten Grafen». Hochberg Einmaliges Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Frl. Helene Odiion, des Kgl. Hofschauspicleri Hm. Arthur Vollmer und des Kgl. Kammer- sängers Herrn Rudolph Oberhauser. Alles Nähere die Tageszettel. Sonntag: Uachmitta»«- Kiuderoostellung. Zum letzten Male: Hans im Gluck. Wegen großer baulicher Veränderung unserer Lokalitäten sehen wir uns veranlaßt, einen 9 pml. Ausuerkufl modernerKleiderstoffe Pollag» 1«r. 9 2R.— 10 A. Kalser-Panon tterldner Stadt- Theater Aallnertheaterstraße 15, fr. Alhambra- Theater. Der Graf von Monte-Christo. Schauspiel m 3 Abth. nach dem Französischen des Alex. Dumas. Bor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert von tch. Frauke. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr._ Eine bequeme Wanderung durch das Kieseugevirg». 2. Reise durch vber- Htali«a. «omo-Ser. PiUa Zirio de» Krouprinz«». Hochintcrcffant: Die Oertha-Keis«. ßine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Danksagung. Allen Freunden und Genossen, welche sich bei der Beerdigung meines lieben Mannes bethei- ligten, insbesondere dem Gesangverein Frey« und Hm. Dr. Haber, sprechen wir hiermit unsem herzlichsten Dank aus.[507 Wwe. Hartwig nebst Sohn u. Tochter. Zeugen gesucht! Alle diejenigen, welche am 28. August v. I- in Grünau zugegen waren, als ich von einem Gendarmen wegen angeblicher Bcamtenbelcidi« gung verhastet und von 5 brwatfnrt«» Gr« darmen weggeführt wurde, bitte ich, mir«m- grbrnb ihre Adresse angeben zu wollen. Frau Roeenow, Zeughofür. 4, H. 3 Tr. zu eröffnen und bietet sich hierdurch unserer ge- ehcten Kundschaft Gelegenheit, den Fiühjahrs-s bedarf zu recht billigen Preisen einzukaufen. 1 großer Kosten doppelt breiter Köper» Keijss..... 1 großer Kosten doppelt breiter Tarlntans....... 1 1 großer Kosten doppelt breiter gestreifter Klaids.... Moderne hübsche Stoffe mit hübscher Sorte..... 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März, 1 Ubr. «m Tiste des Bundesraths: von Boctt icher »ommissarien. �our Bcralhung fleht die erste B rathung des internatio Vertrages zur Unterdrückung des Brannt- �»Handels unter den Nordscefischern auf »«er See vom 16. November 1887. «HJ. Gebhard(nL): Bereits bei den Verhandlungen, zum Abschluß der internationalen Uebereinkunst zur poli- i Regelung der Fischerei in der Nordsee vom 6. Mai 1882 haben, ist die Frage der Erareisnng von Maßregeln zur . ückung des Unwesens zur Sprache gekommen, welches N der Nordsee durch Marketenderschiffe betriebenen Brannt- '"idel anhaftet und seit geraumer Zeit die lebhaftesten namentlich von britischer Seite hervorgemfen hat. Die -—--Veten Regierungen haben jetzt ihr Versprechen eingelöst r dies ist mit Freude zu begrüßen. Der Umfang der dcut- Aordseefischerei ist zwar nicht so groß, wie der der übrigen lenzenden Staaten, er hat aber in den letzten Jahren erheblich *ommen. Ungern vermisse ich in diesem Vertrage die Betheili- von Schweden und Norwegen. Ich möchte die Regierung u. ob und wann ein Beitritt von Schweden und Norwegen zu «in Vertrage zu erwarten ist. Ferner möchte ich gern wann der Eintritt der Ausführung dieses Vertrages zu i ist. Nach Art. 3 wird das Recht, an Fischer, abgesehen TMpirituösen Getränken, Mundvorrath und andere zu ihrem I dienende Gegenstände zu verkaufen, abhängig gemacht I? der staatlichen Konzesston, und zwar unter folgenden Bc- 1 rfi�flcn: Das Schin darf keine größere Menge Spirituosen '«ord führen, als zum Verbrauch durch die Besatzung für «ndig zu erachten ist, und jeder Umlausch der oben ange- " Gegenstände gegen Erträgnisse des Fischfanges, Schiffs- angsgegenstände oder Fischereigeräthc ist verboten. Sollen '. die Bestimmungen ausreichend wirksam fein, so müssen sie erweitert werden, daß auch an Bord der eigentlichen ftchrzeuge ebenfalls nur ein gewisses Quantum Branntwein »den sein darf. , Kaiserlicher Direktor im Auswärtigen Amt Ueichardt ' Z. der Versuch gemacht worden, auch die Betheiligung Schweden und Ziorwegen ficher zu stellen. Sie ist mcht j'W infolge von oppositionellen Bewegungen, die namentlich !. Norwegischen Storthing in dieser Beziehung stattgefunden haben. s�vlerdt daher nur die Hoffnung bestehen, daß Schweden und igen von dem im Art. 10 des Vertrags vorbehaltenen Rechte ichträglichen Beitritts Gebrauch machen werden. Habe ich lorredner richtig verstanden— ich konnte es nicht genau — so sprach er die Besorgniß aus, der Vertrag möchte in Persektion treten, als das betreffende deutsche Aus 'gesetz erlassen würde. Diese Besorgniß ist nicht be Die Jnkraittretung des Vertrages ist gerade mit >t auf die erfolgenden Ausführungsbcstimmungen dem 1"""chin!®'nt'erne�men � kontrahirenden Staaten vorbehalten Gebhard weist darauf hin, daß ohne den Beitritt den und Norwegen die Wirkung des Vertrags er- »�mträchtigt sein würde. WnitM Ertrag wird hierauf in erster und zweiter Lesung ge Debatte ertheilt das Haus in erster und zweiter %' und Konsularverträgen zwischen dem Reich und den Guatemala und Honduras vre verfassungsmavrge �Mnung. '884 gi6 gemeine Rechnung über den Reichshaushaltsetat pro (Halle) der Rechnungskommisston zu über- regt zugleich die Frage an, ob nickt ,m Interesse lechMersparniß dem Referenten der Komnrrsfion im Ein- iie ,?°n>ß mit dem Vorsitzenden derselben gestattet fern darf, «U �ftagen, die er zu stellen hat, im Bureau des Hauses 'igen, und ob vielleicht das Bureau sich der Muhe- umerzieht, den Wortlaut dieser Anfragen den be- !» Verwaltungen mitzutheilen. Diese können sich dann & L�'ten. daß sie sofort mit Beginn der neuen Session Jawort ettheilen können, denn die Kommission wurde mit A.l•/("aeuen tonnen, or»,>" ..��rbert in dieser Session wohl nicht fertig werden. � Miwechsel müßte natürlich kein ofsizieller sein, sondern nur offiziellen Arbeiten vorbereiten. »tiw" Präsident erklärt, daß das Bureau nicht Anstand �?urde, die Vcrmittelung der von Meyer angeregten >i!>er��Allgem"ein�cchnung wird der Rechnungskommisston � ap welcher sich aufdie Reichsverwaltung bezieht, aufAn- Rechnungskommisston Tccharge ertheilt. Einnahmen des rschreitungen -�Vtttatsmäßigen Ausgaben werden aus Anttag der �ni� ouimisfion vorbehaltlich der bei Prüfung der »kh�jUNg etwa noch sich ergebenden Erinnerung vorlaufig ge- >n der Ueberstcht der Ausgaben und Einnahmen bei "UKvjahres 1886- 87 nachgewiesenen Etatsüberschreitungei �.uußerelatsmäbiaen Ausaaben werden aus Anttag de "yfvtfit die dritte Berathung des G.-E. wegen Abändc- Gesetzes, betr. die Rechtsverhältnisse der Ein? ra1 Schutzgebiete. Generaldiskusfion wird nicht beliebt. § 6 der Kommisfionsbcschlüsse soll der Reichskanzler g« welche in den Schutzgebieten sich nied�lassen, so- MSkL JA MtA/a ® ää'« ä" säu«.ä ' I�ckmann(nationalliberal) hält die Anziebung �.mcht für ausreichend, da die Regelung der ahl- M?u?llen einem besonderen...... - sM » einem besonderen Wahlgesetz vorbehalten sei. nur diejenigen das passive um*-... einem zum Bunde gehörigen � fe' �iat�Gutbrod weist daraus hin. daß bereits durch e der von dem Antragsteller besonders weck gedeckt fei. Da aber Zweifel gehegt der bett. Bestimmung die passive Jene dem eien, **% ÄrsrtfiiÄ deutlich genug hingestellt sei, so hätte die Regierung gegen den Antrag Struckmann nichts einzuwenden. Abg. ri. Ztrombeck(Z.) will diese ganze Frage einer de sonderen gesetzlichen Regelung vorbehalten. Nach§ 5 des Wahl> gesetzes müßte nach Wahlbezirken gewählt werden. Das ginge doch in den deutschen Schutzgebieten nicht. Abg. Meyer(Jena, nall.) eiwideit, daß'es sich hier ja nickt um das aktive Wahlrecht handele, sondern nur um das passive; im übrigen würde von der gesetzlichen Bestimmung prattisch schwerlich ein Gebrauch gemacht werden. § G wird mit dem Zusatzanttag des Abg. Struckmann ange nommen. Nach§ 7 können durch kaiserliche Verordnung Eingeborene der Schutzgebiete in Bezug aus das Recht zur Führung der Reichsflagge den Reichsangehörigen gleichgestellt werden. Abg. S t r u ck m a n ii beantragt hierzu folgenden Zusatz: „Die Fühlung der Reichsflagge infolge der Verleihung dieses Rechts hat nicht die Wirkung, daß das betteffende Schiff als deutsches Seefahrzeug im Sinne des§ 1 Abs. 1 Nr. 1 und § 2 Abs. 1 des Gesetzes, betreffend Joie Unfallversicherung der Seeleute und anderer bei der Seeschifffahrt betheiligter Personen, vom 13. Juli 1887, gilt.« Geh. Lcgationsrath Kayser empfiehlt diesen Zusatz als eine Verbesserung der Regierungsvorlage zur Annahme. 87 wird mit dem Zusatz Struckmann angenommen. Der Rest des Gesetzes wird ohne Debatte angenommen und schließlich das ganze Gesetz mit den soeben beschlossenen Aenderungen definitiv genehmigt. Es folgen Wablprüfungen. Die Wahl des Abg. v. Oertzen(Parchim)(3. �'ecflen burg-Schwenn) hatte schon einmal zur Berathung gestanden, welche aber nach dem Referat des Berichierstatters Abg. von Friesen auf Antrag des Abg. R i ck e r t abgebrochen wurde, um eine bessere Information über die Vorgänge bei der Wahl auf Grund des gedruckten stenographischen Berichts zu ermöglichen. Heute erstattet Referent Abg. v. Friesen nochmals mündlichcn Bericht und beantragt Namens der Wahlprüfungskommisston, die Wahl für giltig zu erklären. Abg. ilidiert: Ueber diese Wahl hätte die Kommission einen schriftlichen Bericht erstatten müssen, da starke Wahlbeein flussungen stattgefunden haben. Die Wahlprotokolle haben nicht allenthalben den gesetzlichen Bestimmungen entsprochen: ein Beamter hat mehreren Arbeitern Waldstreu oder 10 M. versprochen, wenn sie für den konservativen Kandidaten v. Oertzen stimmten; ein Pastor hat drei Arbeitern Grog verabreicht, mit dem Bemerken, daß sie für Oertzen stimmen sollten. Wenn auch das Wahlresultat dadurch nicht erheblich beeinflußt worden sein sollte, so müssen doch über so wichtige Sachen genaue werden. Der eingegangene Protest darauf, daß durch den Abgeordneten der Wahl das Gerücht verbreitet der Kriegserklärung von Frankreich angeordnet worden. Dies Gerücht einen Einfluß auf die Wahl im konservativen Sinne Ich beantrage deshalb, die Entscheidung über diese Wahl Erhebungen angestellt deruft sich hauptsächlich v. Oertzen kurz vor worden sei, wegen sei die Mobilmachung mußte haben. auszusetzen und dem Reichskanzler den Protest mitzutheilcn zur Veranlassung von Untersuchungen, oder, wenn Sie dies nicht wollen, wenigstens Beweiserhebungen über die Vorgänge zu veranlassen. Abg. v. Manteukfrl(dk.): Durch den Antrag Rickert würden wir nur die Wähler ermuntern, eine Unmenge neuer Proteste mit den nichtigsten Gründen vorzubringen, wie das in solchen Fällen immer geschehen ist. Was soll denn durch die Erhebungen festgestellt werden? Der Abg. v. Oertzen hat das Gerücht über die Mobilmachung während einer Reise erfahren und im Kupee weiter erzählt, wo zufälliger Weise Herr Franz Dunckcr ebenfalls saß. Der letztere hat im„Berl. Tagebl." die Sache so aufgebauscht, als ob der Abg. v. Oertzen an dem Ge- rüchte Sckuld trüge. Daß durch dieses Gerücht ein Umschwung bei den Wählern eingetreten sei, läßt sich durch Zeugenvernehmung doch nicht feststellen. Ich bitte, den Kommisstonsantrag an- zunehmm. Abg. Richert: Wir wollen durch die Erhebung nur ver- anlassen, daß solche unerhörte Wahlbceinfluffungen überall im Lande bekannt werden. Tic Kartellparteien haben, nachdem die Wähler die Augen geöffnet haben, bei den Nachwahlen über 25 pCt. an Stimmen verloren. Ich will untersucht wissen, woher das Kriegsgerücht gekommen ist und welchen Einfluß es auf die Wahl gehabt hat. Abg. v. Mantenffrl: Wir fürchten die Erhebungen nicht, sie werden absolut nichts ergeben. Wenn ein Pastor den Arbeitern Grog verabreicht hat, so kommt es lediglich auf die Steifigkeit desselben an und ob die Wähler dadurch gegen ihre Ueberzeugung gewählt haben.(Heitel kcit.) Abg. Singer: Durch das Kricgsgerücht find sicherlich ängstliche Gemüther zur Wahl des als Staatsretter hingestellten Abg. v. Oertzen veranlaßt worden. Sie wünschen nur nicht, daß solche Thatsachen, wie die, daß ein Beamter den Wählern Waldstreu oder 10 M. verspricht, in weiteren Kreesen bekannt werden. Ich habe deshalb gegen den Eventualanttag Rickert nichts einzuwenden. Die letzten Wahlen sind unter dem Druck der unerhörtesten Wahlbeeinflussungcn, unter dem Druck er- fundener Kriegsgerüchte einerseits und andererseits der Macht der Beamten und Arbeitgeber zu Stande gekommen. Das ist keine freie Wahl des Volkes mehr; an uns ist es, h,cr nach- zuweisen, in welcher Weise Sie in den Reichstag gekom- Abg. v. Ueinbaben(R.-P.): Den Beweiserhebungen nach dem Evenwalantrag Rickert könnte man zustimmen, wir sind aber wenig geneigt, auf solche Anträge einzugehen, weil von freisinniger Seite viel schlimmere Wahlbeeinflussungen vor- gekommen sind, die nur nicht zu unserer Kenntmß kommen, well wir nicht die Zeit und die Leute haben, all das Material dazu auszusuchen und zu sammeln, wie es von freisinniger Seite geschieht. Wir nehmen den Kommisfions- Marquards»» rechtfertigt als Vorsitzender der Wahlprüfungskommisston den Beschluß derselben, keinen scknft- lichen Bericht über diese Wahl zu erstatten. Durch einen solchen wäre nicht mehr Material beigebracht worden, als in dem mund- lichen Referat enthalten sei..__._ Adg Rickert: Dem diskretionären Ennessen der Kom- missio» kann es nicht überlaffcn bleiben, ob solche Wahl- deeinflussungen unter den Tisch fallen und vertuscht werden sollen. Sonst werden wir daraus Bedacht nehmen muffen, daS Verfahren der Wahlprüfungskommission zu ändern. Wo sind die Wahlbeeinflussungen von unserer Seite? Wo sind unsere Landräthe, unsere Gendarmen, unsere Reptilienpresse? Mirbach(dk.): Sie machen Ihre Wahl- geführt worden, um die Wahler gegen mich stimmen zu lassen. (Lachen links; Abg. Rickert: Glauben Sie wirklich?) Ein Bankier, ver Ihnen näher zu stehen scheint, hat das Geld ge-> geben.(Rufe links: Namen nennen! Abg Rickert: Bleich- röder?) Nein, der war es nicht!(Rufe links: Namen nennen!) Von einem freisinnigen Herrn wurde in meinem Wahlkreise ein Schreiben verbreitet, worunter der preußische Adler und die angebliche Unterschrift Sr. Majestät des Königs stand und worin den Leuten freie Weide versprochen wurde, wenn sie den freisinnigen Kandidaten wählten. Das ist doch eine ganz hübsche Wahlbeeinflussung! In dieser Hinsicht sind Sie uns über. Abg. Rickert: Wer kann glauben, daß unsere Partei!.sse für Heirn v. Mirbach 50—100000 M. gegeben hat?(Sachen links.) Eine so hohe Taxe würden wir an Henn v. Mirbach gar nicht anlegen, selbst wenn wir das Geld hätten. Was müßte uns dann erst Herr v. Minnigerodc kosten?(Heiterkeit.) Wir haben keinen Reptilienfonds. Wenn Herr v. Mirbach den Namen des Bankiers nicht nennen will, so bitte ich das Haus, auf diese Behauptung gar keinen Werth zu legen, well sie nicht kontrolirbar ist. Wer hat das Schreiben mit dem Adler dar« unter verbreitet? Herr v. Minnigerode hat uns auch mal im Abgeordnetenhaufe den in Spiritus gelegten Lehrer vorgebracht, der umhergereift fein sein soll zu Gunsten freisinniger Wahlen, er hat aber auch keinen Namen nennen wollen. Gerade aus Ostpreußen kann ich Ihnen mit Namen und Ziffern zahlreiche konservative Wahlbeeinflussungen mittheilen. Abg. Miauet: Ich bin allerdings der Meinung, daß die Wahlprüfungskommisflon wesentlich die gewissermaßen rechtliche Beurtheilung hat, ob die Wahl giltig ist oder nicht, aber zugleich hat sie auch als Kommission eines politischen Körpers den Beruf, die Wahlfreiheit zu wahren, sowie die Feststellung be« haupteter Beeinträchtigungen derselben und die Eruirung wesent- licher Thatsachen vorzunehmen. Darüber, ob eine Thatsache irrelevant ist oder nicht, kann man verschiedener Meinung sein. Die in dem Wahlprotest behaupteten direkten Bestechungen und andere Beeinflussungen würden, wenn sie wahr wären, auf das Wahlresultat selbst nicht von Einfluß gewesen sein: aber derartige Behauptungen sind auch ohne Rücksicht auf die un» mittelbare Beeinflussung des Wahlergebnisses von solcher Be- beulung, daß ich es berechtigt finde, wenn sie unter Beweis gestellt werden. In Bezug auf diese Punkte stimme ich dem Abg. Rickert bei. Abg. Meyer-Halle: Wir müssen es entschieden ablehnen, daß wir aus unseren Mitteln die gewaltige Summe aufgebracht haben, die erforderlich war, um Herrn v. Mirbach eine Zeit aus dem Hause fem zu halten. Daß von einer Seite eine be« deutende Summe hergegeben worden ist, halte ich nicht für unrichtig. Ich werde mich aber mit Herrn v. Mirbach vielleicht verständigen, wenn ich darauf hinweise, daß eben jener Herr bei der letzten Reichstagswahl mit dem gleichen Eifer gegen die Wahl unseres Fraktionsgenossen Möller eingetreten ist. Der Herr hat nie zu unserer Partei gehört und gehört jetzt zur Kartellpartei: die Summen, die er geopfert hat, sin!» in der Familie geblieben(Heiterkeit) und können uns nicht zn Lasten geschrieben werden. Was den Brief mit dem großen Adler betrifft, so möchte ich bezweifeln, daß der Adler schwarz gewesen ist. Es kommt mir so vor, als wäre er blau gewesen. (Heiterkeit.) Abg. v. Mirbach: Der Abg. Meyer hat also zugegeben» daß meine Behauptung richtig ist. Im übrigen verweise ich auf den ,, Reichsfreund", in welchem es ausdrücklich heißt, der Kom» merzienrath So und so hat diese Summe zur Verfügung gegen mich gestellt; es läge ihm daran, daß ich unter allen Umstanden aus dem Reichstag climinirt werde. Den Namen wird Ihnen Herr Meyer nennen. Abg. Miquel: Um Mißverständnisse meiner früheren Be» merkungen zu beseitigen, erkläre ich, daß, da es sich in dem vorliegenden Fall nur um 50 oder 25 Stimmen handelt, der Kandidat aber mit einer Mehrheit von 617 Stimmen gewählt ist, von einer Ungiltigkeit der Wahl nicht die Rede sein kann. Ich werde deshalb für die Giltigkeit der Wahl, aber für die Prüfung der in dem Protest vorgebrachten Thal- fachen stimmen. Der Antrag des Abg. Rickert, die Entscheidung über die Wahl auszusetzen, wird abgelehnt und darauf der Kommisfions- antrag mit dem Eventualantrag des Abg. Rickert, dem Reichs- kanzler und der großherzoglich mecklenburgischen Regierung die in dem Protest vorgebrachte Thatsache zur Kenntnißnahme und weiteren Veranlassung mitzutheilen, angenommen. Die Wahl des Abg. v. Seydcwitz soll nach dem An« trage der Wahlpiüfungskommisston für gültig erklärt werden. Referent ist der Abg. Dejanicz v. Gliszynski. Abg. Singer(Soz.): Die Kommission ist nach dem Grund- satze verfahren, daß ein Protest, der zu spät eingereicht ist, nur insoweit berücksichtigt wird, als er Ausführungen des Haupt- Protestes unterstützt. In dem Protestschreiben ist ausgeführt, daß in den Staatswerkstätten der Eisenbahnen in Breslau die Arbeiter durch ihre Vorgesetzten veranlaßt worden seien, für Dr. v. Seydewitz zu stimmen. Die Leute hätten kolonnenweise antreten müssen, wären so in das Wahllokal geführt und dort von den Vorgesetzten bis zur Stimmenabgabe beobachtet wor» den. Diese Behauptung wird in dem verspätet eingegangenen Schriftstücke unter Beweis gestellt. Da diese Thatsachen, wenn sie sich als wahr bewiesen hätten, für den Ausfall der Wahl von ganz erheblichem Einfluß gewesen wären, so hätte die Wahl- Prüfungskommission alle Veranlassung gehabt, in eine Prüfung derselben einzutreten. Bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Reichstags verzichte ich darauf, einen dahingehenden Antrag zu stellen, weil ich weiß, daß er abgelehnt werden würde, und konstatire nur, daß der Staat als Arbeitgeber dieselben Wahl- beeinflussungen getrieben hat, wie andere Arbeitgeber am Rhein und in Westfalen, um einen genehmen Kandidaten für den Reichstag durchzusetzen. Ist ein solches Verfahren der Privat- arbeitgeber schon zu verurlheilen, so ist es noch in viel höherem Maße des Staates unwürdig. Abg. v. pnttkamer(Plauth): Werkführer der ober- schlesischen Bahn haben den Arbeitern nur empfohlen, für v. Seydewitz zu stimmen. Wie darin eine Beeinflussung zu finden ist, ist mir unerfindlich. Die Arbeiter sind nur in einem einzigen Falle kolonnenweise zum Wahllokal geführt worden, und das ist im Interesse der Zeitersparniß geschehen. Abg. Kammacher: Die Behauptung, daß in Westfalen und am Rhein unge, etzlicher Einfluß auf die Arbeiter bei der Wahl ausgeübt worden sei, ist in keiner Weise erwiesen. Bei der Prüfung der Wahl des Abg. Haarmann habe ich von einein der Agitatoren Herrn Fußangel behauptet, er sei wegen verleumderischer Beleidigung bestraft. Ich muß mich berichtigen. Derselbe ist 23 Mal bestraft, darunter 18 Mal wegen Beleidigung, aber niemals wegen verleumderischer Be- leidigung. , Abg. King»r: Die Wahlprüfungskommisston hat die von mir aus dem Wahlprotest mitgetheilten Thatsachen nur deshalb als unsubstanzurt bezeichnet, weil sie die Schriftstücke, in welchen diese Behauptungen unter Beweis gestellt werden, weil ver» fpätet eingegangen als nicht existent betrachtet hat. Von un rnahren Behauptungen sozialdeniokratischer Wahlproteste kann vlso nicht die Rede sein. Ich bleibe dabei, daß es sich hier um unerlaubte Wahlbeeinflussungen gehandelt hat. Abg. v. pnttkamrr erhörten Unregelmäßigkeiten bei dieser Wahl zur Untersuchung zu stellen. Das ist bei einem mündlichen Bericht nicht möglich, deshalb wäre es besser, wenn wir, wie in früheren Fällen, erst den Druck des stenographischen Berichts über das soeben gehörte Referat abwarten, um ein besseres Urtheil zu gewinnen. Von Unregelmäßigkeiten find hervorzuheben, daß für die Vertheilung von Wahlzetteln eine besondere polizeiliche Erlaubniß verlangt worden ist, während dies gesetzlich nicht erforderlich ist! ferner das Verbot von sozialdemokratischen Wahlkomitces und Wahl- Versammlungen und ähnliche Dinge, ich stelle den Antrag, den Reichskanzler zu ersuchen, er möge die untergeordneten Behörden anweisen, daß sie sozialdemokratische Versammlungen nicht schon vorher verbieten und die Wahlkomitees nicht in ungesetzlicher Weise beschränken. Abg. v. Kardorff: Ich muß mich dagegen verwahren, daß wir einen so weitgehenden und allgemeinen Antrag, der nicht entfernt mit der vorliegenden Wahl in Verbindung steht, hier so kurzer Hand annehmen sollen, nur weil Rickert es wünscht. Der Antrag muß selbstständig eingebracht und ver- handelt werden. Herr Rickert hat wohl selbst nicht daran ge- dacht, daß das Haus darauf hereinfallen würde. Abg. v. Marquardsen(natl.) ist materiell mit dem An- trag Rickert einverstanden, hält es aber nicht für angezeigt, über ihn in Verbindung mit der vorliegenden Frage Beschluß zu fassen. Abg. Rickert: Bei einer so abgedroschenen Sache hätte ich Herrn o. Kardorff bei einmaligem Zuhören ein Versländniß meines Antrages zugetraut. Der Zusammenhang meines An- träges mit dieser Wahl ist zweifellos, denn der Referent hat uns aus einem Protest verschiedenartige Beschwerden vorge- tragen, die ich selbst erwähnt habe. Ich will Sie nicht über- ruinpeln und deshalb habe ich nichts dagegen, daß zugleich mit dem Bericht auch mein Antrag ausgesetzt wird. Abg. v. Kardorff: Ich erinnere mich nicht, aus dem Bortrage des Referenten gehört zu haben, daß eine sozialdemo- kratische Versammlung aufgelöst sei. Ich protestire dagegen, daß ein einstimmig von der Kommisston gefaßter Beschluß umge- stoßen werde. Abg. v. Kennigfrn: Für den Fall, daß der Gegenstand nicht abgesetzt wird, beantrage ich, den Antrag Rickert der Wahlprüfungs-Kommission zur näheren Prüfung zu über- weisen. Auf die materielle Bedeutung dieses Antrages gehe ich nicht ein. Abg. Miudthorft schließt sich diesem Antrage an. Abg. Lrancke(nl.): Es handelt sich hier nicht um ein Amendement, das mit der vorliegenden Frage in wesentlichem Zusammenhange steht, sondern um einen Antrag, der auf das ganze Wahlsystem allgemein Bezug nimmt. Dafür gilt der§ 22 der Geschäftsordnung, nach welchem ein solcher Antrag minde- stens von 15 Mitgliedern unterstützt und gedruckt vorliegen muß, ehe über ihn oerhandelt werden kann. Abg. Rickert: Es kommt mir lediglich darauf an, den Bericht zu lesen, um einen Antrag formuliren zu können in Bezug auf die Punkte des Protestes, welche ich dem Reichs- tanzler zur weiteren Veranlassung überwiesen sehen möchte. Die Wahlprüfungskommission könnte ja selbstverständlich auch eine solche Resolution beantragen, die an das anknüpft, was im Proteste vorkommt und generell für alle Proteste gelten soll. Uebrigcns ist mir jeder Modus recht. Sollte wirklich die Majorität gegen die sofortige Behandlung der Resolution sein, so würde ich vorziehen, sie als Initiativantrag möglichst bald einzubringen. Abg. v. Helldorff(dk): Nach dem Sinn der Geschäftsordnung können solche Anträge nur als Initiativanträge einge- bracht weiden. Wir können die Wahl beute für giltig erklären und dem Abg. Rickert überlassen, seinen Antrag selbstständig einzubringen. Eine solche Resolution will wohl überlegt sein, ehe wir darüber entscheiden. Abg. v. Kennigsen: Wir haben keine Veranlassung, uns die Wege in der Behandlung einer solchen Resolution zu be- schränken. Deshalb ist die Ansicht des Abg. Francke nicht ent- scheidend, aber die Zweifel sachlicher Natur können uns bewegen, den Gegenstand abzusetzen. Wir haben dann die Möglichkeit, auf Grund des stenographischen Berichts besser zu bcurtheilen, ob die Resolution in genügendem Zusammenhange mit der Wahl steht. Ich wiederhole meinen Antrag, den Antrag Rickert den Wahlprüfungkommissionen zu überweisen. Abg. Sattler lnatl.): Es kommt Herrn Rickert nur darauf an, den stenographischen Bericht über diese Verhandlung zu lesen, um danach seine allgemeinen Anträge formuliren zu können, er kann heute also ruhig für die Giltigkeit der Wahl stimmen. Uebrigens ist es ein Unterschied, ob eine Resolution von einer Kommisston beantragt, oder plötzlich von einem Mitglieds ein- gebracht wird. Abg. Nichter: Herr Dr. Sattler macht also die Kom- misstonsmitgliever zu Mitgliedern erster Klasse, die übrigen zu Mitgliedern zweiter Klasse. Herrn Francke bemerke ich, daß sich die 15 Stimmen zur Unteistüyuna des Antrages Rickert sofort finden würden. Nach sein>r Ansicht wäre es also auch beim Etat unmöglich, eine Resolution allgemeinen Inhalts zu beantragen, weil dadurch der betreffende Etatstitel nicht ge- ändert wüd. Herr von Bennigsen hat Reckt, wir sollten uns keine künstlichen Schranken auferlegen. Ich begreife nicht, wie der Parteigenosse des Herrn v. Bennigsen darauf dringen kann, solche künstlichen Schranken aufzurichten, die seiner Partei auch mal sehr lästig fallen könnten. Abg. Sattler: Ob eine Resolution von einer Kom- Mission dem Hause vorgelegt oder plötzlich eingebracht wird von einem einzelnen Mitgliede, ist wohl ein Unterschied. Da- mit habe ich nicht Mitglieder erster und zweiter Klasse unter- schieden._ Abg. Windthorst(Z.): Was der Abg. v. Bennigsen ge- sagt hat, entspricht dem gesunden Menschenverstanbe, und ich verstehe nicht, wie man dagegen sprechen kann. Ich hoffe, daß die Majorität den Antrag auf Absetzung des Gegen- standes annehmen wird. Sollte das nicht der Fall sein, so be- antrage ich gleichfalls den Antrag Rickert der Kommission zu überweisen. Abg. v. Helldorff: Zur Absetzung des Gegenstandes liegt keine Veranlassung vor. Gegen die Giltigkeit der Wahl sind keine Bedenken voraebracht. Ich beantrage also, über die Wabl abzustimmen, den Antrag Rickert der Kommission zur Bericht- erstattung zu überweisen. Mg. Mindthorft: Wir können nicht über die Gütigkeit einer Wahl abstimmen, wenn gegen den Bericht erhebliche Be- denken vorliegen. Ich urlheile nur, wenn ich das Ganze vor sehe. Wenn auch die Kommission ihren Beschluß auf mir Giltigkeit der Wahl einstimmig gefaßt hat, so sind wir dadurch doch in keiner Weise gebunden. Abg. v. Kardorff: Ick stimme dem Antrage des Abg. v. Helldorff zu. Wenn das Haus beschlösse, heute die Cntschu, dung über die Giltigkeit derWahl auszusetzen, so wäre das ein Miß- trauensvotum gegen die Wahlprüfungskommisfion, wie es stärker nicht gedacht werden kann. Abg. Singer erklärt sich für den Antrag des Abgeordneten Rickert. Abg. Miquel: Meines Wissens ist nach der Praxis des Hauses immer zulässig gewesen, über eine Resolution, die durch thatsächliche Ermittelungen bei Gelegenheit einer Wahlprüfung veranlaßt war, bei dieser Gelegenheit auch zu beschließen. Ich würde es aber nicht für zulässig erachten, irgend eine beliebige Frage, die mit der vorliegenden Wahlfrage keinen Zusammen- hang hat, bei einer Wahlprüfung in das Haus zu werfen. Wenn Wahlversammlungen aufgelöst oder nicht geduldet sind, weil die Furcht bestand, daß ein Sozialdemokrat rede, so ist die Resolution vollkommen berechtigt. Ist aber ein solcher Fall überhaupt nicht vorgekommen, und erstreckt sich das Referat darauf nicht, so muß ein selbstständiger Antrag einge- bracht werden. Ueber beide vorliegenden Fragen brauchen wir nicht gleichzeitig die Entscheidung zu treffen. Ueber die Giltigkeit der Wahl könnten wir, da sie von der Kommission einstimmig beschlossen ist, heute entscheiden, während wir die Frage über die Resolution der Kommission überweisen sollten. Abg. Oauinbach: Die Resolution, die in der Kommission von der Majorität abgelehnt worden ist, wollen wir, die wir in der Minorität waren, wieder aufnehmen und deshalb müssen wir wissen, wie die Dinge rm einzelnen liegen. Bei der Un- ruhe im Hause war es aber nicht möglich, dies dem ausführ- lichen Referat des Berichterstatters zu entnehmen. Aus diesem Grunde beantragen wir für heute die Absetzung des Gegen- standes. Mit 109 gegen 104 Stimmen beschließt das Haus, die Ver- Handlungen nicht auszusetzen und beschließt ferner gegen die Stimmen der Konservativen und einiger Nationalliberalen, daß der Antrag Rickert mit der vorliegenden Wahlprüfung in wesent- lichem Zusammenhang stehe, so daß er gemeinsam mit ihr ver- handelt werden kann. Abg. Singer will die Resolution Rickert der Wahlprüfungs- kommission mit der Maßgabe überweisen, daß sie noch in dieser Session darüber dem Hause Bericht erstattet. Abg. v. Kennigfen erklärt sich gegen diesen Antrag. Wenn auch die Kommission in einer Sitzung die Resolution er- ledigen könnte, so sei es doch zweifelhaft, ob das Haus bei der augenblicklichen Geschäftslage den Bericht noch entgegen- nehmen könne. Abg. Singer geht hierauf auf das Materielle der Sache ein. Der Reichstag habe schon mehrfach beschloffen, daß es un- zulässig sei, Wahlkomitees und Wahlversammlungen von vorn- herein zu verbieten. Trotzdem verstoßen die Behörden nach wie vor in unerhörter Weise gegen den klaren Wortlaut �der Gesetze und machen dadurch die Wahlen anfechtbar. In Widerspruch mit den Bestimmungen der Gewerbeordnung machen sie die Vertheilung von Stimmzetteln und Wahlaufmfen von der polizeilichen Erlaubniß abhängig. Abg. Rickert: Ich werde für die Giltigkeit der Wahl stimmen, bitte Sie aber, folgenden Antrag anzunehmen, dem Reichskanzler die Proteste mit dem Ersuchen zu übergeben, daß er die in denselben enthaltenen Beschwerden der preußischen Regierung zur Kenntnißnahme und eventuellen weiteren Ver- anlassung überweise. Unter Annahme dieses Antrages wird die Wahl des Ab- geordneten v. Kulmiz für giltig erklärt; der allgemeine Antrag wird der Kommission zur Berichterstattung überwiesen. Schluß% Uhr. Wchste Sitzung Mittwoch 12 Uhr(kleinere Vorlagen, erste Berathung des Nachtraasetats, betr. die Eisen- bahnanleihe, dritte Berathung des GE., betr. die unter Aus- schluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Gerichts Verhandlungen, betr. die Sonntagsarbeit und betr. die Entschädigung für un- schuldig Verurtheilte; Wahlprüfungen). Abgrordnetenha»». 32. Sitzung vom 6. März 1888, 11 Uhr. Am Ministertische: Niemand. Auf der Tagesordnung steht die zweite Abstimmung über den Gesetzentwurf, betr. die Abänderung des Artikel 73 der Verfassungsurkunde(Verlängerung der Legis- laturperiode von drei auf fünf Jahre). Die Be- rathung findet in der Form der dritten Lesung statt. In der Generaldiskussion erhält das Wort gegen den Gesetzentwurf Abg. Rickert(dfr.): Bei den früheren Verhandlungen habe er darauf hingewiesen, daß der Abg. Tramm davon ge- sprochen, daß der Antrag sich gegen die Opposition richte. Herr Tramm habe sich darüber beschwert, weil er von der Agitation ge- sprachen habe, welche das Volk in seinen Tiefen aufwühle. Der stenographische Bericht ergiedt nun, daß Herr Tramm noch viel schärfer davon gesprochen habe, daß der Antrag sich gegen die Opposition richtet. Die Nationalliberalen haben das Volk direkt getäuscht, denn sie haben nicht gehalten, was sie versprochen.(Widerspruch bei „Es handelt sich nicht Rcichsverfassung, welche Nationalliberalen erstrebt wird, ihrem Wahlaufruf Nationalliberalen.) Aenderung der wenigsten von den rn den um am....... die an ihrem Zustandekommen den größten Antheil haben", hieß es in dem Wahlaufruf, und eine der ersten Thaten der Nationalliberalen war die Aenderung der Legislaturperiode. Die Wähler werden allmälig klar über die Sachlage.(Heiter- keit.) Die Nachwahlen in Merseburg, Sagau- Sprottau und Greifenberg- Kammin beweisen das. denn der Verlust der Kartellparteien bei diesen drei Wahlen betrug etwa 25 pEt. der Stimmenzahl, während die Stimmenzahl der Freifinnigen sich um 8000 vermehrte. Herr v. Köller nannte die freifinnige Partei antinational, anlimonarchisch und antichristlich! Ist das eine schöne Wahlagitation?! Die Nationalliberalen führen zurück auf die Stöckerpolitik, aber sie machen sie ruhig mit. Diese Wahl in Kammin ist von großer Bedeutung. Wir hatten die Meinung, daß in diesem Wahlkreise nichts zu machen sei. Aber das Regiment, das sich in den pommerschen Wahlkreisen in seiner höchsten Blüthe gezeigt hat, muß einmal sein Ende finden. Was nun die Agitation anbetrifft, so habe ich bei den letzten Berathungen Ihnen einige Beispiele konservativer Agitation mitgetheüt. Herr v. Eyncm weiß davon nichts und auch nicht von der antffemitischen Agitation. Unmittelbar nach der Liebcsrede des Herrn Stöcker erschien das hekannte Flugblatt im sechsten Wahlkreise, in welchem von der Sozial- demokratie gesagt wird, daß sie unter der Fuchtel eines groß- kapitalistischen Juden und Arbeitsausbeuters steht. Das ist wohl die erlaubte Agitation, gegen welche sich der Antrag nicht richtet. Dieses Flugblatt hat Herr Stöcker ausdrücklich gebilligt. Bringen Sie doch Ihre Kattellbrüder erst zur Raisoir, daß diese einen besseren Wahlkampf führen. Als wir den Arbeitern die geheime Abstimmung sichern wollten, haben die Karteüparteien den An- trag durch eine Geschäftsordnungsfrage beseitigt. Sie werden den Weg weiter gehen und gezwungen werden, eine Politik zu treiben zuerst gegen Ihren Willen; Sie werden r ._. aber nachher Gefallen daran finden. Was Sie verhindern wollen, das Volk in dauernder Aufklärung über Ihre Thätigkeit zu halten, wer- den wir weiter verfolgen. Ich bin überzeugt. Sie haben etwas erreicht, was Sie nicht gewollt haben. Sie haben für uns gearbeitet.(Beifall links.) Abg.*. Minnigerode: Die Anklagen des Vorredners richten sich in erster Linie gegen die Nationalliberalen, die sich wobl selbst vettheidigen können. Die Nachwahlen find oft un- aünstig gewesen wegen der großen Rührigkeit der freisinnigen Partei.(Heiterkeit links.) Sie kämpfen dann mit Waffen, die besonders unter dem geheimen Stimmrecht gefährlich sind. Die Niederlage im Wahlkreise Greifenberg- Kammin ist bedauerlich, aber eine Mahnung zu rühriger Thätigkeit und rranrei Einigkeit.(Beifall rechts.) Der Einsührung des„ Wahlrechts bei den Landtagswahlen werden ineine Freund das Eifrigste widerstreben; ich bin nach den im Reich* machten Erfahrungen durchaus kein warmer Freund Heimen Wahl. Bei der Verlängerung der Wahlperiode wir lediglich praktischen Gründen, namentlich den Klage» die Wahlmüdigkett im Lande und über die Agitationen Opposition. Abg. Mindthorst(Z.): Aus den Nachwahlen zwar ein Gesammtresultat nicht ziehen, aber man daraus den Schluß ziehen, daß, wenn die Dinge so fortge! bisher unter der Kattellmehrheit, die Stellung der Part. den nächsten Wahlen sich sehr verschieben wird. Die in Kämmi»� schlagenen sind keine wahrhaft Konservativen, sondern sclän die konservativen Grundsätze zurückgedrängt haben, Kartell mitzumachen. Diese Abstimmung zeugt sür gesunden Sinn der dortigen Bevölkerung, die dem Mi! keinen Geschmack abgewinnen kann.(Abg. Hansen: wählen sie denn freisinnig?) Weil die Freisinnigen Rechte des Volkes wahrnehmen.(Widerspruch rechts.) konservativen Kartell gönne ich die Schläge gern. Herr« muß ich, daß Herr v. Minnigerode detont hat, er sei kein des geheimen Stimmrechts. Ich konstatire, daß beute Heime Wahlrecht von Herrn v. Minnigerode bemängelt ist, ohne daß sich Widerspruch in seiner Partei erhobrn (Zuruf: Persönliche Anschauung!) Die Art und Weise der) mung muß man in Betracht ziehen, wenn man dem Volke W'1 tentmachung seiner Kontrole über die Abgeordneten beschränk denklich ist es, daß eine Volksvertretung aus sich herÄ Rechte der Wähler in solchem Maße beschränkt; ich W», die Wähler auffordern, bei den nächsten Wahlen sich rero fichtig die Leute anzusehen, die sie wählen wollen. Aenderung der Wahlperioden ist ganz unbegründet, da sw Regierung seit Geltung der Verfassung kaum einen Ansto» gegeben hat. Abg. v. Eynern(natl.): Dem Abg. Rickert, dein maligen Mitgliede der nationalliberalen Partei, müssen n>n Vergnügen, uns anzugreifen, ungestört lassen; wir könnc» nicht immer antworten. Daß der Anttag gegen die£W und ihre Agitation auch gerichtet ist, bestreite ich g?r Die Verlängerung der Wahlperiode soll diese AgitaM seitigcn und Zeit für ruhige und friedliche Arbeit Der nationalliberale Wahlaufruf, den Herr Rickert i stellt nur gegenüber der Lüge, daß es sich um AendernnS geheimen Wahlrechts handelte, die Sachlage richtig, daß bei der Auflösung nur um das Septennat gehandelt Herr Windthorst hat früher selbst die Verlängerung der perroden gewünscht; er kann uns deshalb nicht angreifen, wenn wir die monarchischen Institutionen angreifen.(BeiP den Nationalliberalen.) Abg. Träger(dfr.): Die Herren Nationalliberalen. nicht mehr dieselben, wie zu der Zeit, als Herr Ricken angehörte; in dem Wahlaufruf von 1881 verwahrte die sich gegen jede Aenderung der Verfassung und wollte si®?. über der drohenden kirchlichen und polstischen Reaktion m» anderen liberalen Parteien verständigen.(Hört! linksö bleiben dabei, daß eine Verlängerung der Wahlperiode in diesem Augenblicke sehr gefährlich ist. Sachen, die st"' u bedenklich sein mögen, können bedenklch werden durch d»» sonen, welche sie vornehmen, und durch die Zeit, in 0� vorgenommen wer dm. Ich fordere die Nationalliberalen� für die nächsten Wahlen ihre ganze Erfindungsgabe aufF" um nicht durchzufallen.(Beifall links.) Abg. v. Evffa-Wernburg(k.) wendet sich der frein�, wäre lahrigen i > waren d für eine d damals r hinb al abtisehen, >de Beb, nich neue einer n n t r Wo tausendfalb != Und iren. Ai den, daß „ n zuv .ahgemeinei Avas ab! und für lespreffc »der biet ig durch der Vc Verkehrs daß lenta Dau> . die kü eschen G ssand eii erhal ... daß P »"..»der 15 w engst' schon n> ihre Sa . ann Moden ) crsche Pensus frage c Jeffall.) rannt scl "ton erhä Mr> recht ge weder Ich r Pari den 5 über S haben, Unglück rentsheti Rech! lert wi It M Ni KT AgitationLu, die in Thüringen sich damit�beschäft�t �Kinonop. Bauern Makulatur zuzuschicken, um durch die Post einzuziehen. Ein freifinniger Kandü vier Monaten Gefängniß verurtheilt worden, weil nationalliberalm Gegner strafbare Handlungen u% hatte. Ein anderer Kandidat, Arnold Perls, hat sprochen, daß wir den Franzosen zwei Provinzen gern# (Hört! rechts.) Diese Beispiele genügm. a# Abg. Träger(dfr.): Die„Bauernztg." des Herrn-yt auf welche der Vorredner anspielte, steht mit unserer Df nicht offiziell in Verbindung.(Aha! rechts.) Der freistM» f didat ist begnadigt worden; bezüglich des Herrn PeWj äf richtlich festgestellt, daß er von„Beraubung" nur � der Franzosen gesprochen hat. Wenn wir uns wegen � kleinen Sünden mit Händen an die Brust schlagen sollen, müssen Sie es mit Fäusten thun.(Heiterkeit links.) Abg. Dr. Gneift: Es wird keine Meinungsversafr darüber obwalten, daß eine Volksvertretung in stetiger& mit der herrschenden Meinung der Nation stehen muß-'sA sich nur, ob mit derjenigen öffentlichen Meinung, M.. W, Jahresperioden feststellt, oder mit derjenigen öffenlli®./ nung, welche stetig wechselnd von Woche zu Wocke# Monat zu Monat zur Erscheinung kommt. Mag darüber verschieden denken; jedenfalls ist es ern$ Wähler, daß der von ihnen gewählte Vertreter a'-1® ausrichten könne, und dafür bedarf es einer läng.e»�» acht # ar i dizität der gewählten Versammlung. rühmten F:ll einer Verlängerung der. drei auf sieben Jahre im Beginn der Regierung � Hannover in Eirgland waltete deshalb nicht nur vi ob, die störenden Einflüsse der Wahlagitation zu � sondern die Aktionsfähigkeit und den E r n i, D Unterhauses zu verstärken gegenüber dem �ständi�en � und diese Absicht ist in der That erreicht. jährigen Periode hat das Unterhaus alsbald seine v M Stellung neben dem Oberhaus erlangt, sehr bald'„j ä gewicht und allmälig seine sogmannte Omnipoten», allen einschneidenden Reformen des letzten halben tPw g ist an eine Aenderung der siebenjährigen Legislaturpe gedacht worden. So hat auch unsere Staatsregreruns% längerung der Wahlperiode in wiederholten Antragen als eine Verstärkung des Einflusses der perrodri« wr- Versammlung, als einen Schritt zum Parlamentarism man als Gegengewicht die Verlängerung der Budget zweijährige Perioden intendirte. Einjahrrge+ f.(M auf zweijährige Perioden werden nur von praktische Erfahrung .errooen rnrmorrre.„pr/ die keine praktische Erfahrung über die Wrrriu»-� rn Parlaments haben, oder die ein Parlament nrw«u.% nn{of>i*n ittn«firo rCrtrVunriiMrto« Quf Andererseits Fühlung ansehen, um ihre Forderungen Konventsdeschlüsse durchzusetzen. oder 20 jährige Parlamente ihre Nationalbewußtsein verlieren und nur als, � enden, wie dies auch geschichtliche Hergänge zeigen-..z 2ß(l�IpCri0t)C i*t tteitifffif/ytlh tote � Preußen und Periode von Kit ÄXS f Mfi. � in Nassau, eine a ch t jährige in Baden, erne n_. F Königreich Sachsen und in Altenburg, wo Vre � � � Wahl für ein Drittel der Mitglieder alle die neunjährige Periode hinausläuft. Trotz dieser jc den wir auch wohl heute anerkennen, daß D' 0%% Periode gerade für Preußen angemessen w«u rn großen Ungleichheit unter den Interessen Ae�.�.ss. Landestheüc, aus der sich ein rascherer ,.>F nationalen Willens ergiedt; und noch heute'.,1. Jemand die dreijährige Wahlperiode andern zg ffn hinzugetreten wären. Bei der Entstehung v-r K « lg waren wir sehr getheilter Meinung zwischen einer laärigen und einer f ü n f jährigen Wahlperiode. Zwischen > waren die Meinungen nahezu gleich getheilt. Ich selbst mr eine dreijährige Periode gestimmt und ich glaube, wir ' damals richtig gestimmt. Jeyt liegt eine zwanzigjährige "! hinter uns, welche alle damals zweifelhaften Fragen alle Verhältnisse konsolidirt hat. Wir können Ersehen, daß die damaligen Bedenken gegen die fort- Bedeutung des preußischen Landtages neben dem nicht in Erfüllung gegangen sind. Wir sind neuen, jeder anderen Verfassung fremden Zustand einer zweimaligen Wiederholung allge- er Wahlen alle drei Jahre, womit sich dann Mendfältigen Gemeindewahlen, städtischen, Kreis-, Pro- |s und kirchlichen Wahlen in vervielfältigter Gestalt Aus diesem Vcrhältniß ist naturgemäß ein Gefühl daß durch unsere Uebereinanderschichtung der Wahlen en zuviel geschehen sei. Nothwendig find und bleiben «gemeinen Wadlen in verhältnißmäßig kurzen Epochen. as absolut Gutes bieten sie nur für die Zeitungsver- und für diejenigen, welche an erster Stelle die Interessen «gespresse vertreten. Für alle anderen Klassen der Gesell- aber bieten sie auch die Schattenseiten menschlicher Ein- lg durch ein allgemeines System des Belügens und Vcr- > der Verfeindungcn und ernsten Störungen des bürger- Verkehrs. Die Zahl 5 sagt deutlicher als die längste Parla- "de, daß die Antragsteller jedenfalls keine Vermindemng mentarischen Rechte beabsichtigen. Auch mit der fünf- Dauer bildet die Wiederkehr zweier allgemeiner f die kürzeste Wahlepoche, die in den Verfassungen von chcn Großstaatcn vorkommt. Für das Ausland wird nd einen neuen Anspruch auf die Bewunderung der erhalten, wenn die altparlamentarischen Länder er- daß Preußen in den letzten 20 Jahren nicht weniger ' oder 15 allgemeine Wahlen ausgehalten hat. Das wäre lür englische, ja für amerikanische Nerven zu viel. Wir schon nach dem bisherigen Verhalten annehmen, daß die We Sanktion nicht versagen wird, und mit derselben wt annehmen, daß nach wenigen Jahren die öjährigen uwden der Nation ebenso naturgemäß und selbstver- o erscheinen werden, wie die jetzt öjährigen Perioden Lensus, denn die Vernunft der Sache wird sich in Mge geltend machen, trotz der Wahlagitation.(Leb- Unfall.) .Mit schließt die Generaldiskusfion. In der Spezial- Vm erhält das Wort: 3- Mryrr-Brcslau(dfr.): Der.Hinweis auf das Auf- ocht genügt wohl, um nachzuweisen, daß wir durch diesen weder längere Sessionen, noch eine größere Machtstellung 1 Ich habe mich gewundert, daß Herr Gneist als Ver- or Parlamentsherrschaft aufgetreten ist. Wenn er aber, > den Vorzug gehabt hätte, die Vorlesungen des Prof. Uber Staatsrecht zu hören(Heiterkeit), so würde er er- haben, daß die Einführung der Parlamentsherrschaft ein Unglück sein würde. Wir kämpfen hier nicht um die onlSherrschaft, sondern um die Rechte der Wähler, welche ~ Acchie verkürzt werden, wenn ihnen die Gelegenheit . ort wird, einen Mißgriff, den sie bei den Wahlen ge- haben, in kurzer Zeit wieder gut zu machen, wie es jetzt rI Wehnen Sie das Gesetz ab und nach 5 Jahren L,.Uch Niemand mehr erinnern, daß jemals eine Kar- rwrtat einen solchen Antrag gestellt hat.(Heiter- fcrfft Leidenschaft der Wahlagitation ist lediglich zu- inif/ WPen auf die Vorschläge, welche die Regierung 1.>f ijL, hat. Es kann kein Volk ruhig bleiben, wenn einem �Monopol, das der Reichstag mit°? aller Stimmen ab- 35? ein Branntweinmonopol folgt, wenn gmndstürzende eMsänderungen eingebracht werden, wenn die Behörden Ä Älichcm Einfluß in die Wahlkämpfe eingreifen. Zu- ,, i solche Wahlbeeinflussung, wie in Greifenberg- , B 5 1 sullen�einen Zustand billigen, bei welchem die henjy ( �Wir�haben fekfe' Nerven noch. Lehnen wir """ DenSführnngen des Herrn Gneist beitreten; denn auch bei den dreijähngen Perioden Haus in seinen Hauptbestandtheilen fast unverändert, der Geschäftsführung ist also gewahrt. Wenn Herr �d°s i5�"Sland hinweist, so will ich nicht hoffen, datz er u England herrschende parlamentaniche«ystem hin- v. Eyuern(natl.): Daß neben Herm Bam- Herr Windthorst für die Verlängerung der Legis- ein äk Angetreten ist, beweist, daß der rhetorische Auf- W überflüssiger ist; es handelt sich um keine Parterfrage, k tie,. Wähler im Lande auch einsehen. St* die Spezialberathung.§ 1 wrrd. gegen die len kans t an W! fortgeh . r Kamill»! ern soliHi ben, li» r für eineli- m M rsen: zen bei rechts.)- HervZ ei kein? heute ingelt l uhobiN ise der; Volke die! eschränkl� ich Herl»; ich kanit? sich reibt? r Ansiiit' ert. dens l üffeir sie Sppoi ich gar> Agilatl«>) rbcit m !tt zlürt| lendenlM- g. daß««! Hände! -g dn.., rZAi liberale» Rickert rtc die Ite sich ltion w links.) periodc' die s»!«1, lurch d>e in> liberale» ie auf}1 b-» % mm anötdjß ire«?£? PM Wir sollen einen Zustand billigen, bei welchem die iflafirFt wenn der Versuch geglückt ist, ein Parlament auf NurnrnT,' wenn er mißgluckt ist, hat sie das Recht, das 'Itern x, Mrt zu beseitigen. Herr Gneist hat gesagt, wir das Ertragen der Wahllämpfe die Stärke unserer ur il» A nftv M che man ein• • auch m Ik'J J : vl zu ins. en iJ' t der 1 "»en L Freifinnigen, des Zentrums und der Polen ange- �i�nso| 2 und das Gesetz im Ganzen....... Gesetz Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. ,KL|n. parlamentarisches. -S UWÄNL« ? eingegangene Petitionen verhandelt, welche sich gegen ütluManvel, die Abzahlungsgeschäfte, die Wanderlager und Z� Mreiheit richten. Die Petenten verlangen u. a., m mit Handwerkeerzeugnifsen gänzlich ver- �r-»' andere wollen das Hausiren den Inländern unter untersagt wissen, noch andere für Wanderlager und : C 5"- tägliche besondere Steuer von 50 M. Dagegen eittitn iw Niesen- und aus dem Erzgebirge Petitionen mit ..... die Hausweber in diesen "ijf if ttjen(S?**1»••hcwwicii imu, mie Waaren durch Hausiren .....,... \nfi veuA mt xL?lt würden wirthschaftlich ruinirt werden durch ein ainkclt ij Unenn�aufirbandels. Auch gegen die Konsumvereine liegen ls vi« ö' welche besonders rügen, daß diese auch mit Brannt- iJl»berh?n der Diskussion wurde u. a. helvorgeboben, np. ßgegt f*'» ber i, IN der Diskussion wurde u. a. hervorgevooen, ivllrve» j Mp��chen Abgeordnetenkammer in den letzten-ragen ''" � Mi�'U'°nen diskutirt worden und daß Vertreter fast l Unb J�J1m Sinne der Petenten gegen dre Haustr- 5 gtim e Abzahlungsgeschäfte erklärt hätten. Mit 10 summen wurde beschlossen, die Berathung zu ver- emen Regiemngskommissar zu derselben zu er- und mit Rücksicht hierauf die Fortsetzung der zum nächsten Montag vertagt. 1 «r ei»; pif atnamrasi P ts-� Lokales. J_____«wter- � ewerbedeputation MWWMMD JU " CwSÄÄSSS�S' äV» «ÄSrK'fiÄ«®: dessen Beerdigung er bewirkt hatte. Diese Zahlung wurde aber von der gedachten Krankenkasse abgelehnt, indem dieselbe geltend machte, daß der Verstorbene bis zum 20. April 1887 dre statutenmäßig ihm zustehende höchste Unterstützung erhalten habe und seitdem aus der Kasse geschieden, Sterbegelv aber nur Ver- einsmitgliedem zu gewähren sei. Die Weigerung der von Milke nunmehr verklagten Kasse wurde von der Gcwerbedeputation des Magistrats für unbegründet erklärt, indem dieselbe aus- führte: Durch das Aufhören der Krankcnunterstützuna erlosch an sich die Mitgliedschaft des qu. Milke nicht, wohl aber war der Genannte nach§ 33 des Statuts der beklagten Kasse vom 24. Novbr. 1884 von Beitragszahlung für die Zeit der durch Krank- heit herbeigeführten Erwerbsunfähigkeit befreit, hatte also der Kasse g-genüber als Mitglied keinerlei Verpflichtungen zu er- füllen. Aus den eingeforderten Akten der hiesigen Armen- direktion Littr. ML Nr. 3134 geht nun hervor, daß jc. Milke auch nach dem 20. April 1887 brs 28. Juni 1887 in der Irrenanstalt zu Dalldorf war, an letzterem Tage aus der Anstalt beurlaubt wurde, nach ärztlichem Gutachten des kgl. Medizinal- raths Dr. Sander vom 14. Juli 1887 erwerbsunfähig blieb, infolge dessen von der hiesigen Armendirektion weiter unterstützt werden mußte, am 31. August 1887 Wiederaufnahme in der Irrenanstalt fand uud daselbst am 16. Dezember 1887 verstarb. Hiernach war der k. Milke auch nach dem 20. April 1887 bis zu seinem Ableben dauernd krank und erwerbsunfähig, verblieb Kassenmitglied und seinen Hinterbliebenen der Anspruch auf das nach§ 2 des Krankenvcrsicherungsgesetzes zu den Mindest- leistungen gehörige Sterbegeld.— Nach der bisher geübten Praxis galt ein Kassenmitglied nach Bezug des höchst zulässigen Krankengeldes für„ausgesteuert" und des Anspruchs auf Sterbe- geld für verlustig! Mas der„Aushang" erzählt. In den Vorhallen der Gcrichtsgebäude befinden sich hinter Drahtgittern die öffentlichen „Aushänge"— Ausfertigungen von Klagen, welche nicht zuge- stellt werden konnten, Aufgebote gefundener Sachen, Aufrufe an Verschollene und ähnliche amtliche Publikationen. Es find sehr ern,te Schriftstücke, die in ihrer trockenen Amtssprache durchaus nicht kurzweilig erscheinen. Und doch enthüllen sie uns manchmal ein recht interessantes Kapitel eines Romans aus dem Leben. Das ist zum Beispiel eine Ehescheidungsklage der Frau B Sie konnte dem Verklagten nicht zugestellt werden, da sein Aufenthalt nicht bekannt ist. Das Paar hat vor Jahren in Brandenburg die Ehe geschlossen, dann kam es nach Berlin. Der Mann vergeudete das gemeinschaftliche Vermögen und war dann eines Tages verschwunden. In einem Briefe, den er später an seine Frau sandte, sagte er, daß er in Amerika sein Glück versuchen wolle. Jahre vergingen, der Mann war ver- schollen. Da kam eines Tages aus Buenos-Aires ein Brief von ihm. Er schrieb, daß das Glück ihm hold gewesen, daß er nun in der Lage sei, seiner Gattin eine Zukunft voll Freude und Behaglichkeit zu bieten. Der Brief schloß mit der Bitte, die Gattin möge ihre Habe verkaufen und den Erlös zur Reise nach Buenos- Aires denutzen. Die Frau ist bereit, dem Wunsche zu folgen; wenn der Mann sie auch böswillig ver- lassen und mit ihren Kindern in einer trüben Lage zurück- gelassen— sie will ihm verzeihen und wieder mit ihm vereint sein. Aber sie findet Widerstand bei ihrem betagtem Vater. Zuerst müsse man prüfen, ob der Flüchtige ihr schnell wieder erwachtes Vettrauen verdiene. Auf seine Veranlassung wendet sich der Vorschußverein in Brandenburg an das deutsche Gene- ralkonsulat in Buenos Aires um Auskunft. Das Konsulat ist entgegenkommend, es zieht Erkundigungen ein und berichtet über das Resultat. Alles, was der flüchtige Ehemann gesagt, war erlogen. Er arbeitete in Buenos-Aires als Arbeiter in einer Waggonfabrik, trieb sich in lüderlicher Gesellschaft umher und vertrank seinen kärglichen Verdienst... Wenn nun die Frau mit ihren Kindern dem Rufe des Mannes gefolgt wäre— welch namenlosem Elend wäre sie verfallen!— Weitere Briefe an den Ehemann trafen denselben nicht mehr in Buenos-Aires — er war verschollen. Jetzt endlich klagt die Frau auf Tren- nung der Ehe.— Dicht neben diesem Aushang, der eine so traurige Geschichte erzählt, hängt, wie die Berliner„Gerichts- Chronik" konstatirt, die Klage eines Bäckermeisters gegen einen Studenten der Medizin auf Zahlung von einigen hundett Vtark. Der Student hat bei dem Meister zwei Jahre gewohnt, gegessen und getrunken und selbst sein Taschen- geld von ihm erborgt. Di» Abschrift läßt in das Privatleben des.Herrn Studenten einen„tiefen Blick" thun. In der Zeit vom 7. bis 3. Januar vorigen Jahres hat er sehr mäßig gelebt. Auf der Rechnung sind nur Harm- lose Posten verzerchnet— Mittagessen, Abendbrot und täglich eine Flasche Bier. Aber am neunten! Außer den gewöhn- lichen Posten flnd verzeichnet zwölf Flaschen Bier und ein baares Darlehen von zehn Mark. Mit diesen außergewöhnlichen Rech- nungsposten stehen die vom folgenden Tage in innigstem Zu- sammcndang— der Herr Bäckermeister hat nämlich seinem Kost- gänger zwer marinitte Heringe und zwei Flaschm Selterwasser geliefert. Für die nächsten acht Tage bewahrt die Rechnung wieder ihre edle Einfachheit— dann kommen wieder an einem Tage zwölf Flaschen Bier und ein baares Darlehen von fünf Mark. Am folgenden Tage für zwanzigPfennig russische Sar- dinen und eine Flasche Sodawasser.— Diese Posten kehren fast rcgelmäßrg alle acht Tage wieder.— An einem anderen„Brett" befindet sich die Klage eines Damen-Konfektions- Geschäftes auf Zahlung von 45 Mark für gelieferte Korsetts. Die Beklagte ist eine Schauspielenn.— Unter den öffentlich als gefunden be- kannt gegebenen Gegenständen, deren Eigenthümer nicht zu er- Mitteln waren, sind verzeichnet: Ein Bändchen handschriftlicher Gedichte in rosa Sammt Einband mit Goldspangen; eine Klystierspritze; ein Makart-Bouquet und ein Herrenpelz. Grosse Kchnremassen waren es, die Sonntag Nach- mittag der heftig orkanartigem Nordwest die Straßen Berlins bedeckten und zahlreiche Verkehrsstörungen hervorriefen. Die Pferdebahnwagen konnten nur mit Vorspann vorwärts kommen, und die abgematteten Thiere, welche durch den tiefen Schnee wateten, versagten mehrfach den Dienst. Bei der Ringbahn waren in den Abendstunden Verspätungen von 15—20 Minuten zu verzeichnen und ebenso war dies auf den Strecken der Fall welche nach den Vororten führten. Zahlreiche Unglücks- fälle durch Ausgleiten auf den Trottoirs werden von allen Sanitätswachen gemeldet, worunter leider auch schwere Vcr- levungen, wie Arm- und Beinbrüche. Sehr geschädigt wurden die Besitzer von Fuhrwerken, denn eine große Menac von Pferden stürzten und blieben dienstunfährg liegen. Von den benachbarten Dörfern laufen nur spärliche Nachrichten ern; die Wege und Chausseen sind derartig verschneit, daß die Wagen nicht hindurch können, und selbst die getreuesten Lieferanten, dre Milchhändler, blieben aus oder trafen erst spat e,n. Am Man- tag herrschte heiteres Frostwetter vor, doch der starke Wind hatte sich noch nicht gelegt. �. Und. s 43 der Vefwde-rdn«»« vom 3. November 1810 soll das„Gesinde", wenn der Tag des Dienstantritts auf vorstehenden Quartalswechsel nach polizeilicher Bekanntmachung schon am 3L Marz�umzi�h � �§|t und den zuge- die Lastkähne unpassirbar. Einige Großindustrielle, deren Waffer- transporte keinen Aufschub dulden,_ haben daher Dampfer als KtyswmS:, xää sä KSrperlichr« ans dem Reichstag. Ein Reichstags- statistiker thcilt uns folgende Schilderung der Körperkonstitution unterer Reichstagsboten mit. Unter den Mitgliedern des jetzigen Reichstages, so behauptet unser Gewährsmann, befinden sich 78 magere, 97 wohlbeleibte Herren, die übrigen sind mittlerer Kon- stitution. 84 Abgeordnete sind groß, 41 klein, die übrigen mitt- lerer Statur. 142 der Herren Abgeordneten erfreuen sich eines vollen Haarwuchses, während der Haarwuchs der anderen in weniger günstigen Verhältnissen sich befindet. Was Borttracht bettifft, so sieht man unter den Reichstagsabgeordneten 65 voll- bättige, 52 glattrasirte Herren, 73 mit Schnurrbärten, 48 mit Bartkotelcttes, 34 mit dem sogenannten Demokratenbart und 87 mit dem militärischen Bartsckmitt. 79 Herren tragen Brillen, 57 ein Pincenez und 21 ein Monokle. Es giebt 338 Raucher und 39 Nichtraucher. Gin drollige« N-rsehe« ist. wie die„Volks-Ztg." be- merkt, der„Voss. Ztg." passirt. In ihrer SonnabenÄ-Nummer berichtet sie aus Paris:„Die heute stattgehabte Versteigerung der Sammlung moderner französischer Gemälde des im Irren- bause verstorbenen„prStenr de c«r le"(Landrichter) Mr. Charles Leroux hatte viele Liebhaber, Sammler,.Händler und Maler in den Saal VUl. des Hotel Drouot gezogen." Unter„pr teura de cercle" versteht man in Paris diejenigen, welche in den Spielklubs den Spielern Geld leihen und dabei sehr viel ver- dienen. Der verstorbene Leroux hatte, wie vor längerer Zeit mitgetheilt wurde, im cercle de la Presse jenes„Amt" ausgeübt und dabei Millionen verdient, welche er dann in dümmster Weise vergeudete. Er fiel in Wahnsinn und starb unlängst im Jrrenhause. Wie die„Voss. Ztg." zur Verdeutschung der oben mitgetheilten Bezeichnung in„Landrichter" gekommen ist, können wir uns nur dadurch erklären, daß sie„cercle" in„Kreis" übersetzte und„prSteur" für die französische Bezeichnung des lateinischen„praetor"(Richter) hielt. Auf diese Weise erhielt sie den alten preußischen„Kreisrichter", an dessen Stelle bekannt» lich der Amts- resp. Landrichter getreten ist. Trichinöse Kärenschinken. Herr von Bockum-Dolffs, Thierarzt und Schlachtbausverwalter in Schmalkalden, schreibt der„Allg. Fleischer-Ztg.": Der Hüttenbesttzer C. Uttendörffer. hier, erhielt von Verwandten aus dem Kaukasus zwei Bären- schinken zugesandt, die ich mikroskopisch untersuchte. Die Unter- suchung ergab, daß beide Schinken trichinös waren. Es über» zeugten sich nicht nur davon die Trichinenbesckauer im Schlackt- hause, sondern auch der Kreisphyfikus a. D. Dr. Lehnebach und der Kreiswundarzt Dr. Fuckel hier. Femer sind Präparate nach Halle und Marburg gesandt. Die Trichine selbst zeigte durchaus keine Abweichung von denen, welche man bei Schweinen findet; nur die Kapsel, die die Trichinen umgab, zeigte eine kreisrunde Form. Einen Schinken sollte ein„Einjährrg-Frei- williger" in Berlin erhalten. Der Rekonvaleszenten-Durst. Am Stammti'che eines Restaurants der F.-Straße herrschte gestern eitel Freude, galt eS doch, die Wiedergenesung eines der beliebtesten Stammgäste zu feiern, des Rentiers S., der mehrere Wochen auf dem Kranken- bett zugebracht hatte. Herr S. war besonders ausgelassen, und so konnte es nicht fehlen, daß ein Schoppen dem andern folgte. Seine Freunde widerriethen ihm das viele Trinken, da er noch Rekonvaleszent sei. Doch da kamen sie schlecht an. Herr S. erklärte, daß er vollkommen berechtigt sei, so viel zu trinken, ja die besondere Erlaubniß der Aerzte dazu erhalten habe. Auf sein Befragen habe ihm der öingircnde Arzt täglich drei Schoppen erlaubt; eine gleiche Anzahl habe ihm der erste und zweite Assistenzarzt zugestanden; auch die Schwester Martha, seine Pflegerin sei der Ansicht gewesen, daß drei Schoppen täg» lich seiner Gesundheit nicht schädlich sein könnten. Das sind im Ganzen zwölf Glas Bier.„Und nun bin ich erst beim achten Schoppen," setzte er hinzu. Diese sonderbare Bierlogik war durchschlagend, Herr S. hatte die Lacher auf seiner Seite. Die Nogrlvelt leidet in diesem Monat ganz außerordent- lich unter den Einflüssen des strengen Frostes. Viele Tausende der gefiederten kleinen Sänger find dem Nachwinter erlegen. Aus Berlins Umgegend wird berichtet, daß die Felder mit »ahlreichen Vogelleichen bedeckt sind, vornehmlich.Haubenlerchen, Rothkehlchen u. s. w. Selbst Krähen und Dohlen finden sich darunter. Die Schwäne, die sich in früheren Jahren um diese Zeit schon längst nach ihren Aufenthaltsotten an den Ufern der Havel und Spree begeben hatten, definden sich heuer noch bei Spandau in ihren Winterquartieren, wo sie täglich gefüttert werden. Don einem schweren Neri« st ist gestern Vormittag die Ehefrau des Hetzers Karl Fischer während der Fahtt auf der Pferdebahn von der Werftstraße bis zum Potsdamer Platz be» troffen worden. Frau Fescher war beauftragt, in der Vereins- dank für 300 M. ein Werthpapier abzuholen, und führte hierzu das Geld in drei Hundertmarkscheinen in einem Portemonnaie bei sich, das außerdem noch zwei harte Thaler und fünf 50- Pfennigstücke, insgesammt also 308 M. 50 Pf. enthielt. Beim Besteigen des Pferdebahnwagens in der Werftstraße halte sich die Frau noch vom Vorhandensein des Portemonnaies über- zeugt: dasselbe war aber verschwunden, nachdem sie den Wagen am Potsdamer Platz verlassen hatte. Da die nichts weniger als wohlhabende Frau ersatzpflichtig gemacht wird, ist der Ver- lust für sie, wie gesagt, ein sehr schwerer; vielleicht aber bleibt er nicht unwiderbringlich, wenn das Pottemonnaie mit dem Gelde in die Hände eines ehrlichen Finders gelangt ist. Diesem geben wir hietmit die Avreffe der bedauernswetthen Frau an: Wilsnackerstraße 14, Hof parterre. Nahe?« erfroren, hilflos und bewußtlos in einem Haus- flur an der Erde liegend, wurde eine unbekannte Frau vorgestem Abend in der Markthallenstraße von Polizeibeamten aufgefunde-r und zu Chatttee transpottirt. Die Unbekannte hatte bis gestern Mittag das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt. Gin«» Ginbruchsdirbstahl hat vorgestern eine Frau. Namens Elise Jüttner, mit seltener Dreistigkeit ausgeführt. Dieselbe erschien ganz harmlos bei einem Schloffer und bat den- selben, ihre Wohnung in der Höchstestraße aufzuschließen, da sie den Korridorschlüssel verloren habe. Der Meister schickte einen Lehrling mit und ließ die Thür öffnen. Dann bezahlte sie den Lehrling und begab sich in die Wohnung. Als der Lchrlina die Treppe hinunter ging, machten ihn die Hausbewohner darauf äbä mann, diesem seine Wahrnehmungen erzählend. Der Schutz- mann ging nachdem betreffenden Hause und traf auf der Treppe Frau Juttner, welche mtt einem in der eröffneten Wohnung gestohlenen Sparkassenbuch, sowie mit einem Sieaelttng das Haus verlassen wollte. Die Einbrechettn wurde verhaftet. „Mo wohnt Fehmann?" forschte am Sonnabend ein neunzahnger Knabe in einem Hause an dem Hackeschen Markt, aber niemand vermochte darauf eine Auskunft zu geben. Der »nabe hatte von seiner Mutter den Auftrag erhalten, einPack.t mit Tnkottalllen auszutragen und sich munter und guter Dinge auf den Weg gemacht. Auf der Herkulesbrücke trat ein unbe- kannter Mann auf ihn zu und fmg den Kleinen, od er ein Funfztapfennigstück verdienen wolle. Natürlich wollte der Junae das. Der wohlwollende Fremde führte ihn darauf nach ge- dachtem Hause am Hackcschen Markt, nahm ihm das Packet ab und gab dafür eine» Zettel mit der Weisung, nach dem dritten MMMAZ InJUahlgefallen löste sich tin vermnthet-v«in- brnchsdiebstaht auf. der in das Geschäftslokal eines Ubr- machers und Goldwaarenhändlers in der Prinzenstraße verübt worden fem sollte. Der Bruder des Geschäftsinhabers war zum Besuch anwesend. Beide schliefen in einem hinter dem Laben lleyenden Raum. Vor einigen Tagen wollte der Bruder ab* reuen und zwar früh um 6 Uhr. Die Besorgniß, die Zeit zu. versliblafen, ließ ihm keine Ruhe. Ccin Schlaf ist unruhig, er wacht auf, um zu sehen, wie spät es ist. Uhren hängen zu tm Vnhcn rtfl«» xptnpn mif i.R ITfir ßr frnitf rtücr Duycnden im Laden, alle zeigen auf j3 Uhr. Er traut aber den vielen Uhren nicht und zieht die Rollläden des Schau- frnsters ein wenig empor, um zu sehen, ob die Straße schon ledendig ist. Er kann nicht recht sehen und zieht die Läden noch weiter in die Höhe. Da schreit es draußen:„Wächter! Wächter! Einbrecher!" Erschrocken läßt er die Rollläden wie« der fallen und kriecht in sein Bett. Schon nach wenigen Minuten ertönen dröhnende Schläge an das Schaufenster, die den Geschäfts-Jnhaber wecken. Von seinem Bruder schnell ver- ständigt, ruft dieser:„Es ist schon gut! Alles in Ordnung!" Mittlerweile hatten sich draußen um zwei Nachtwächter 30—40 Menschen versammelt. Kaum find beide Brüder wieder warm geworden in den Federn, da ertönen starke Schläge an dem vom Hausflur nach der Wohnung führenden Eingange. Als der Geschäftsinhaber wieder aufgestanden ist und diese Thür öffnet, da stehen draußen zwei Schutzmänner. „Was machen Sie hier?" fragen beide zu gleicher Zeit.„Ich bin Geschäftsinhaber und so und so verhält sich die Sache!" tönt es zurück.—„Na, denn ist es ja gut! Wir glaubten, es sei eingebrochen worden!" Damit zogen die Beamten ab. Die beiden Brüder haben auf diese Weise die Zeit der Abreise nicht verschlafen. Polizeibericht. Am 5. d. M. Nachmittags fiel in der Albrecktstraße infolge eines Fehltritts eine Frau und erlitt dabei einen Bruch des Unterschenkels. Sie wurde nach der Eharitee gebracht.— Gegen Mittag gericth in der Alcxanderstraße ein Mann unter die Pferde emcs Omnibus und erlitt durch Huf- tritte nicht unbedeutende Verletzungen.— Nachmittags wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Poststraße erhängt aufge- funden.— Abends wurde tu dem Hause Markthallenstraße A. eine etwa 25 Jahre[alte Frauensperson bewußtlos vorgefunden und nach der Eharitee gebracht.— An demselben Tage fand Alte Jakobstr. 166 ein unbedeutendes Feuer statt, welches noch vor Ankunft der Feuerwehr von Hausbewohnern gelöscht wurde. GerLchts-Zeihmg. Die Bestimmung in§ 57 de» Krankenverstchernug»- gesetze«, daß gesetzliche Entschävigungsansprüche, welche dem von der Krankenkaffe unterstützten Kaffenmitgliede gegen dritte Peisoncn zustehen, in Höhe der geleisteten Unterstützung auf die Krankenkaffe übergehen, findet nach einem Endurtheil des HI. Senats des Oberverwaltungsgcrichts vom 19. Dezember v. I. keine Anwendung auf den nach Art. 60 des Handelsgesetzbuches dem Handlungsgehilfen gegen den Prinzipal zu- stehenden Anspruch(Fortbezug von Gehalt und Unterhalt während einer durch unverschuldetes Unglück herbeigeführten, die Dauer von sechs Wochen nicht überschreitenden Krankheit). Ein solcher Anspruch ist weder ein gesetzlicher im Gegensatz zu einem kontraktlichen, noch ein Entschädigungsanspruch. Mrgen Aendernng feine» Uamena durch Polonisirung desselben hatte sich am Montag der Ortsschulze Schiewc in der Zievistonsinstanz vor dem Strafsenat des Kantmergerichts zu verantworten. Derselbe hatte nämlich ein Protokoll vor dem Polizeikommissar mit dem Namen Siwa unterschrieben, obwohl ihn der Kommissar ausdrücklich auf seinen richtigen Namen Schiewe hingewiesen hatte. Deswegen auf Grund des§ 360 Ztr. 8 des Strafgesetzbuches angeklagt, behauptete er. daß er thatsächlich Silva heiße und produzirte auch einen Taufschein seines Vaters, der auf Siwka lautete. Ebenso lauten die Tauf- scheine seiner Geschwister auf Siwa. Das Schöffengericht nahm indessen an, daß der Angeklagte Schiewe heiße, daß er überdies euch auf diesen Namen getauft sei uird daß auch nur der Name Schiewe in den Grundbuchakten enthalten sei. Der Taufschein des Vaters sei nicht maßgebend, da die Eintragung in das Taufregister damals unter der Herrschaft des Code civil erfolgte, ivobei die Tendenz verfolgt wurde, die deutschen Namen ver- schwinden zu lassen. So wurden z. B. Namen wie Wolter in Voltaire, Schiller in Sznller umgewandelt, was um so leichter war, als die polnischen Eigennamen nur nach dem Klange ge- schrieben werden. Auch habe das Landgericht Gnesen durch Be- schluß vom 20. 1. 1885 bereits Berichtigung eines mit Siwa unterschriebenen standesamtlichen Aktes eintreten lassen und dies dem Angeklagten auch bekämet gemacht. S. wurde sonach so- wohl vom Schöffengericht zu Wrischen, wie von der Straf kammer zu Gnesen zu 20 M. Strafe verurtheilt und seine Re- vifion vom Kammcrgericht zurückgewiesen. Pereme und Versammlungen. Fachverein der Knchbtnder und verwandten Berufs- genossen. Die statistische Aufnahme am Schlüsse des vorigen Jahres erstrecke flch auf III Betriebe. In diesen III Betrieben waren 1003 Gehilfen(davon 248 verheirathet), 145 Lehrlinge, 1078 weibliche Arbeiter(davon 96 verheirathet) und 888 Maschinen thätig. Die Arbeitszeit betrug im Durchschnitt täglich 10i Stunden. In 36 Betrieben wurde jedoch 11 Stunden un i in 2 Betrieben 9 Stunden gearbeitet. Der höchste Wochen- lohn betrug 45 M., der niedrigste 6M.; meistens wurden 18 M. gezahlt. Das vorstehende Zahlenmaterial beweist leider, daß der ärößie Theil der Berliner Buchbinder sich an der statistischen Zusammenstellung nicht betheiligt hat, denn von ungefähr 1500 am Orte befindlichen Betrieben haben nur III statistisches Material geliefert. Die Zahlenangaben der männlichen und weiblichen Arbeiter erscheinen etwas bedenklich. Ein eigenthüm- liches Verhältniß besteht hauptsächlich in den LuxuSpapicr- fabriken, in welchem oft dreimal mehr weibliche wie männliche Arbeiter beschäftigt find. Zur Lchrlingsfragc ist zu bemerken, daß größere Etablissements ganz auf das Halten von Lehrlingen verzichten, während die kleineren Unternehmer hinsichtlich ver Zahl der Lehrlinge fich gegenseitig überbieten. Beachtenswcrth ist, daß bei der kürzesten Arbeitszeit die höchsten Löhne gezahlt werben, obwohl die betreffenden Fabrikanten jedenfalls nicht mit einem Defizit arbeiten, oder auch nur mit einem kleinen „Verdienst" zufrieden find. Es beweist dies Verhältniß wie- der zur Genüge, daß ein Arbeiter, der die nöthige Zeit hat, sich geistig und körperlich zu erholen, in 9 Stunden mehr leistet wie ein anderer in 11 Stunden. Eine öffentliche Nersammlnng der Berliner Knopfarbeiter mit der Tagesordnung: 1. Diskusston über das von der Kommission ausgearbeitete Statut, 2. Wahl des proviso- rischen Vorstandes, fand am Sonntag, den 4. d. Mts., Vormittags 10% Uhr, im Restaurant Matthies. Andreasstraße 26, statt. Das vorgelegte Statut wurde mit kleinen Abänderungen von der Versammlung genehmigt. In den provisorischen Vor- stand wurden folgende Herren gewählt: 1. Vorsitzender: Fritz Metz; 1. Kasfirer: Max Fried cmann; 1. Schriftführer: Georg Streiter; 2. Vorsitzender: Gebell; 2. Kasfirer: Wilhelm Krause; 2. Schriftführer: Albert Freitag; als Beisitzer wurden gewählt die Herren Bleickert, Jahr und Portz. Hierauf wurde die Ver- sammlung geschloffen. � Nrrband deutscher Mechaniker und verwandter Be- rufsgenoffen(Zahlstelle Berlin). Versammlung heute, Abends 8; Uhr, bei Lammer's, Kommandantenstraße 71—72. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorff. 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Die Mitglieder wer« den ersucht, die Fragebogen auszufüllen. Grt»krankenkalfe der Zigarrenmacher etc. General- Versammlung heute, Mittwoch, Abends 8 Ubr, Gypsstraße 11. Tagesordnung: Vorlegung des Jahresdenchts. Bericht der Kommission zur Prüfung der Jahresrechnung. Stalutenände- rung§ 24. Anträge. Kerband deutscher Iimmerlente. Lokal- Verband „Brrlin Nord". Heute, Mittwoch, Abends 3; Uhr, in Zimmermanns GesellschaftshauS, CöSlinerstraße 17, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über West-Afrika mit optisch-bild- lichen Vorstellungen. 2. Anttäge zum Handwcrkertag und Vor- schläae zur Delcgirtenwahl. 3. Verschiedenes und Fragekasten. — Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Gäste sind willkommen. tentral-Krankrnkaffe d«r Maurer ete.(„Grundstein inigkeit.") Lertliche Verwaltung Berlin 1 und 11. Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 8. März, Abends 8 Uhr, im„Louisenstädtischen Konzerthause", Alte Jakobstr. 37. Tagesordnung: Wahl der Delegirten zur nächsten Generaloev sammlung. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Mittwoch. Männergesangverein„Jugendlust" Abends 3t Uhr im Restarant Paffod, Gartenstr. 162.— Männergesangvcrein„Cäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127a.— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 8'. Ubr im Restaurant tzaller, Naunynsttaße 70.— Männergcsangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Lands bergerstraße 31 — Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57,58.— Turnverein„Weddina", Pankstraßc 9. Männer- Abtheilung von 8% bis 10|j Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Schlesischer Verein„Holtei" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannstr. 33.— Wissenschaftlicher Ver- ein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauserslraße 42, Unterricht und Uebungsstunde. — Roller'scher Stenographenverein„Süd-Berlin". Abends 8t Uhr im Restaurant Prinzcnstt. 97 Sitzung und Uebungsstunde. — Ärends'scher Stenographcnvcrcin„Aniicitia" Abends 8t Uhr im Restaurant Behrcnds, Schönebergerstraße 6.— Ärends'scher Stenographcnverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant „Wilhelmsgarten", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürstcnsttaße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpcnickenttaße 191.— Rauch klub„Havanna 80" Abends St Uhr im Restaurant Paetzoldt, Rcichenbergerstraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8t Uhr im Restaurant Beyer, Prinzenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 8t Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstt. 27. Klewe MMHeiwngen. Dresden. 4. März. AuS dem oberen Elbthal wird be- richtet, daß am Sonnabend dort ein orkanartiger Schneesturm gewüthet bat, der allen Beschreibungen spottet. Tie Elbe wurde durch denselben bis auf den Grund aufgewühlt. Aufhalten im Freien war ganz unmöglich, so daß die Vrucharbeitcr, Holz fäller und sämmtlichcs Fuhrwerk vollständig feiern mußten. Ter Sturm stellte sich bereits in der'Nacht zum Sonnabend ein. — Im Erzgebirge hat der Schneesturm am Sonnabend dem Eisenbahnbetriebe große Hindernisse bereitet. Auf der Strecke Annaberg-Weipert blieb der erste früh 5 Uhr 30 Min. von Annaberg nach Weipert fahrende Personenzug unweit der Halte- stelle Sehma in einer Schneewehe stecken; nach mehr als halb- ständiger Arbeit gelang es, den Zug flott zu machen und die Fahrt fortzusetzen, doch kam man nur ein Stück über Sehma hinaus, dort hatte der an Heftigkeit zunehmende Schneesturm derartige Wehen ausgethürmt, daß an eine Weiterfahrt nicht zu denken war, der Zug mußte deshalb nach Annabcrg zurückbeför- dert werden. Auch auf der Dresden Chemnitzer Linie hatte das Unwetter theilweise nicht unbedeutende Schneewehen verursacht, doch gelang es, die Züge unter Vorlegung von zwei Maschinen, wenn auch mit einigen Verspätungen, durchzu- führen. Altona, 4. März, Die Tampsschifffahrten Frederikssund- Gothendurg sind wieder ausgenoinmen und kann daher direkte Expedilion von Personen, Gepäck und Gütern nach schwedisch- norwegischen Stationen über Frederikshavn wieder stattfinden. Pest, 4. März.(Eine halbe Million für eine Idee.) Der Gerichtshof hat heute dem ehemaligen Faistur August May- gmder, der einst auch in Wien eine bekannte Persönlichkeit war, eine halbe Million Entschädigung zugesprochen, weil die Regie- rung ihm seinerzeit die KMzession auf den Bau der Donau- brücke entzogen und den Bau einem anderen Unternehmer übertragen hat. Die Motion ung sagt, der Vorroand für die Entziehung der Konzesston sei nichtig gewesen. Die Bildung der Äkliengesellschaft, welche Maygruber verabsäumte, war nicht seine Pflicht, sondern sein Recht, Maygruber hatte eine Entschädigung von anderthalb Millionen verlangt. Trient, 1. März. Ueber vre durch Schneclawiiren herbei- geführten Unglücksfälle dieser Woche liegen jetzt ausführliche Berichte vor. In den Hochthälern erreichte der Schnee die Höhe von sechs Metern. Tausende von Lawinen stürzten von den Bergen herab, ganze Wälder rafirend und leider auch viele Wohngcbäudc zerstörend. Ader nicht nur die Lawinen, sondern auch das bloße Gewicht des gefallenen Schnees drückte viele Dächer ein und brachte die Häuser zum Einsturz. Die gefähr- lichsten Lawinenstürze erfolgten in Comaflne, Tresson, Rabbi und Pinzolo. In Comasine zerstörten am letzten Sonntag mehrere Lawinen fünfzehn Gebäude ganz und siebzehn theil- weise. Von den zehn verunglückten Personen hat man bisher erst drei Leichen gefunden, die anderen find noch unter dem Schnee begraben, und man weiß gar nicht, wo dieselben suchen. Gegen vierzig Stück Rmdvieh wurden von den Lawinen ver- schüttet. Ein großer Schrecken bemächtigte fich der Bevölkerung, besonders weil man neue Lawinenstürze befürchtet. Viele Personen find erkrantt. In Prcsson zerstörte, ebenfalls am Sonntag, eine Lawine einen Bauernhof auf der Westseite der Ortschaft, tövtete den 3jährigen Giovanni Biani und 6 Stück Großvieh. Eine zweite Lawine machte gerade vor dem Dorfe .Halt. Am Sonntag'Nachmittag stürzten in Rabbi gleichzeitig fünf Lawinen herab uns begruben drei Häuser mit 10 Personen. Die raschen Nachgrabungen waren von Erfolg begleitet, nur ein 73jähriger Mann blieb tobt, die anderen neun wurden fast un- verletzt gefunden. Bei Pinzolo zerstörte am gleichen Tage eine Lawine zehn auf dem Berge gelegene Häuser, welche glücklicher Weise dis auf eines ohne Bewohner waren. In diesem einen befand sich ein alter Vater mit zwei Töchtern und einem Sohne. Die zwei Töchter wurden noch lebend, aber schwer verwundet ausgegraben. Vater und Sohn dagegen fand man erst nach sicbenstündiger Arbeit, Beide todt. Gegenwärtig haben wir Frostwetter, weshalb sich der Schnee befestigt hat. Wenn aber wärmere Witterung eintreten wird, werden leider neue Hiobs- posten kaum ausbleiben. Barcelona, 4. März. Die Eröffnung der Meltaus- stelluug zu Barcelona findet am 8. April er. statt, obwohl an diesem Termin ein großer Theil der Ausstellungen noch nicht fertig sein dürfte. � Pari«, 2. März. Der Aufsichtsrath für die Weltaus- stelluna hat den vom Baumeister Chamier entworfenen Plan einer Ausstellung, welcke die Geschichte der menschlichen Woh- nung von ihren ersten Anfängen an darstellen soll, genehmigt. Die verschiedenen Höhlen, Hütten- und Wohnhäuser von der Steinzeit bis zur Renaissance sollen zwischen dem Eiffelthurm und der Jenadrücke aufgestellt werden. Der Ausschuß bewilligte für diese Arbeiten 560000 Fr. Ferner wurde eine Ausgabe von 14 500 Fr. für Blitzableiter genehmigt. London, 2. März.(Explosion.) Auf der London und North Western Bahn ereignete fich gestern Abend in einem mit Pulver beladenen Güterwagen, der sich von einem Zuge los- gerissen hatte und eine ziemlich steile Strecke hinabrollte, eine Explosion. Der Bahndamm wurde stark beschädigt. Die zwei Bahnwärter sprangen zum Glück sofort hinab, als der Wagen ins Rollen kam. Shanghai, 24. Februar. Ein furchtbares Unglück fich bei den zur Eindämmung des Hoang-Ho vorgen Arbeiten. 2000 aus Bambus gebaute Fahrzeuge wan» Steinen beladen worden, um den Lauf des WasserS zu h Als sie in den Fluß hinaus fuhren, wurden sie von de« Strom erfaßt und gingen sämmtlich unter. 3 MandaiWJ 4000 Kulis ertranken. Die Arhcitcn an dem Flusse namentlich im Ausfüllen der Durchbruchsstellen, in V der Ufer, Erweiterung und Tieferlegung des Kan grabung paralleler Kanäle und Abschneidung der Windungen. 88. Telegraphische Depesche«* (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Kerlin, Dienstag, 6. März. Ter Bundesrath erth£ der am 5. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung nachstehenden� entwürfen die Zustimmung: über den Reingewinn a# geschichtlichen Werken des großen Generalstabs, betr Ausführung der zu Bern am 9. September 1886 abgeß Uebereinkunft wegen Bildung eines internationalen S? zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst, und Auslegung des Artikels II des Gesetzes wegen Einfüh Reichsstrafgesetzbuchs in Elsaß- Lothringen. Außerdem Ersatzwahlen für die erledigte Präsidenren- und für eins tliedsstelle bei der Disziplinarkammer für elsaß-lo" leamte und Lehrer zu Colmar vorgenommen. Altona, Dienstag, 6. März. Die dänischen Po! haben Eises halber ihre Fahrten zwischen Kiel und si auf weiteres eingestellt. m Der Betrieb auf der Strecke Kyritz-Mcyenburg ist in � Umfange wieder aufgenommen. Hamburg, Dienstag, 6. März. Der Postdampfer nania" der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Attiengen hat, von Wcst-Jndien kommend, gestern Lizard pasflrt. München, Dienstag, 6. März. Die Kammer der ordneten genehmigte einstimmig die zur Aufbesserung hälter der nicht pragmatischen Beamten von der Regie forderten 1 583 OÖO M., ebenso die zur Errichtung einer delshafens in Aschaffenburg nebst Herstellung der erfoF'* Vcrbindungsgeleise verlangten 850000 Ä. Der MimI� Crailsheim erklärte bei dieser Gelegenheit, wenn die Ei: der Kcttenschifffahrt auf dem Main in Frage komme, J erwägen sein, ob nicht der Staat die erforderlichen Anli stellen solle. London, Dienstag, 6. März. Ter Dcputirte I Gilhooly, ist wegeil einer aufrührerischen Rede zu zwei Gefängniß ohne Zwangsarbeit verurtheilt worden. legte sofort Berufung ein. (Uach Schluß der Redaktion eingetroffe#-) Straßburg i.(ß., Dienstag, den 6. März La» schuß. Zur Motivirung des von Winterer bekämpften- der Regierung, die Schutzmannschaft in Mühlhausen um 1° zu vermehren, wies der Unterstaatssekrctär Studt auf d» wendigkcit bin, die politische Agitation niederzuhalten. trag von Mieg-Köchlin wurde die Vermehrung um 1* beschloffen. London, Dienstag, 6. März. Der Castle-Tampf�l broke Castle" hat heute auf der Ausreise Madeira pasfin- Ei« Rei "uch der n �einmal J?°uf d Nationall äuser i Wenn Weht dc ttwa a> Iche Autl 'c eines % von glichen bürsten Komme Kriefkasten der Kedakti# zu i 3 in6(ei! sSfa allibera! Parteigi übrige Mußte daß ge ahe Dir er Her: Sprechstunden der Redaktion uur von 18—1 Uhr Mittag» und 7—8 Uhr Bei»nfrazen bitten wir bt«»bonnementt-Quittung beiiiiftige». Antwort wird nicht ertheilt. H. 158. 1. Wenn Ihre Frau ohne Ihre Gel eine Wohnung miethet, so sind eic dadurch zu nichts brauchen insbesondere keine Miethe zu zahlen und Herausgabe der in diese Wohnung gebrachten Sachen fL-» fe 2. Die Miethe pro September müssen Sie zahlen, eint-�l daz gegen das Unheil würde voraussichtlich keinen Erfolf>>vcrz», 3. Beim Amtsgericht können die Parteien sich durch delicto f% r, fsm Personen vertreten lassen. Nur Winkelkonsulenten könm�o iet! Much sie als solche dem Gerichte bekannt sind, zurückgewiesen� �/Mess� P. M. Klnmenstr. Sie sind offenbar nicht beim�� sai gericht angeklagt, sondern nur auf Zahlung der 13 M- Milchhändler verklagt. Da Sie für solche Schulde», Ihre Ehefrau zur Führung des Haushaltes gemacht r kommen müssen, so rathen wir Ihnen, im Teimine vn fordetuilg anzuerkennen. Protestiren Sie aber dagerj, Ihnen Prozeßkosten auferlegt werden, da Sie niemals i; lung vorher aufgefordert waren, also zur Erhebung'' keinen Anlaß gegeben haben.-s/, |l. 48. Wenn Sie hier in einer den Erfordern� § 75 des Krankenkassengesetzes entsprechenden Hilfskam. brauchen Sie nicht auch der Rixdorfer Krankenkasse Ihr Meister möge daher gegen den Strasdefchl erheben.. ©. Lücbringerftr. Sie können nach Auflosi� Verlobung den Ring zurückfordern, resp. wenn Sie vom Pfandleihcr einlösen, den dafür von Ihnen zu Betrag. Strafbar hat sich Ihre frühere Braut< gemacht.„ ®. M., Forstcrstr. Eine Forderung für Waatt» dem Empfänger mit Bezug auf seinen Geschäftsbetrieb find, verjährt in 30 Jahren. Zinsen können vom. Lieferung oder, wenn ein Ziel gewährt war, vom Al" selben an gefordert werden._, Kastanie 100. Sie brauchen die Schlüssel Wohnung nicht vor Beendigung der konttattlicken abzuliefern, auch wenn Sie früher ausziehen. W haben Sie aber in Ihrem Kontratte fich verpflichtet,' und etwaigen Micthslustigen jederzeit den Zutritt i" Dieser Verpflichtung müssen Sie genügen, auch wen» Wohnung bereits verlassen haben. u, M. H. 17. Wir finden Ihren Wunsch, gratis j fahrt nach Amerika oder Australien zu erhalten und"- eine Stellung vorzufinden, sehr begreiflich, können "Ä™ ® bewc N kl« Med verdä ■H>rz.M_ leider kcinen dicsbezüglichen Rath ertheilen. ' H. 103. Nicht bekannt. U. K. Stadt-«nd Ringbahn. Selbstverjta: Sie nicht verpflichtet, Ihr Billct bis zur Endstation Wenn Sie schon vor derselben aussteigen wollen, so a zwar zunächst einige Schwierigkeiten bei der BilletkoN» schließlich müssen Sie aber Recht bekommen.. ,, ©. K. Ackerstraße. Ein Nichtpreuße kann bi(, Staatsangehörigkeit nur durch Naturalisation crwcr. wenn er Angehöriger eines anderen Bundesstaates � Aufnahme, welcke ihm aber nur in bestimmten, werden kann. Frauen erlangen außerdem die h>ot? angehörigkeit durch Verheirathung mit einem Preuv-' Utnanr nich, es ' auch Man Wasserstand der Spree in der Woche vom l9. 25. Februar 1888.(Angabe in Metern.) Tage AmOberbaum Dammmühle, Oberwasser. Dammmühle, Unterwasser. 19./2. 2,75 2,69 1,36 20.-2. 2,77 2,71 1,37 21./2. 2,78 2,69 1,43 22.2. 2,72 2,60 1,44 23 2,69 2,60 1,42 wer 6 Ui K «s 2, 59 iF Verantwortlicker Redakteur: R.«ronkei» in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Badtng in Berlin 8W„ Beuthstraße 2. M