S Unglück i i vorgenM zeuge twrtflj SoffcrS zu« it von dem' I Mand m Flusse ;n, in Va es Kanals,� �ing der >-)-jf lesrath ert�u lchstehenden� >ewinn ouffl ibs, betreffs 886 abgcsck ionalen% unst, und i :n Einfüha Außerdem� und für nm elsaß- low ischen Post iel und iburg ist in' jZostdampfer- irt'Slfticngcp rd passirt.. Kammer der, bessemng. der Regien� chtung em�Z der erfordv'. Der Mw'� :nn die Ein komme, n rlichen Anla leputirte >e zu zwei. worden. 88. Dontterstag> Ww 8. Marx 1888. S. Jichrz. MelWkjidlell Brgan für die Interessen der Arbeiter. Land« lle-DamM« ;öeira paM inktt# tio« -8 Uhr MinfftgM. #(% großer Spietraum. der dritten Berathung des Sozialistengesetzes hat euch der nationalliberale Abgeordnete Oechelhäuser einmal vernehmen lasien und hat sein gewohntes m?uf die deutschen industriellen Unternehmer gesungen. Mtionalliberale Partei pflegt dem Auftreten des Herrn 'Häuser immer eine ganz besondere Bedeutung beizu- Wenn wir uns heute mit seiner Rede beschäftigen, chieht das nicht, weil wir den Desiauer Kommerzien- tfwa auch für eine volkswirthschaftliche oder sozial- W Autorität halten, sondern weil seine Auffassung, r* eines Großindustriellen, uns charakteristisch erscheint ie Klaffe, welcher er angehört. Herr Oechelhäuser hat sich schon öfter bemüht, durch eigene von„sozialen Reformen" Aufsehen zu machen. Die etlichen Projekte, die er mühsam zusammengeklaubt dürften wohl Niemandem imponirt haben, als dem !'Konimerzienrath selber. Er hat den Versuch gemacht, ÜÜ 5U waschen, ohne ihn naß zu machen; er wollte ° Reformen schaffen, die das Jntereffe des Arbeits- ,n keiner Weise antasten, den Ansprüchen des Ar- aber auch eine Grenze ziehen sollten. Welch jämmer- ffuckwerk da herauskommen mußte, ist begreiflich. Die Illiberale Presse zollte natürlich den Hirngespinnsten Parteigenoffen die pflichtschuldige Anerkennung; die übrige Presse aber fand sie abgeschmackt. Und oben- Mußte der„Reformator" Oechelhäuser sich sagen daß gerade sein industrielles Etablissement in Desiau Me Dividende und sehr niedrige Löhne zahlt. kiu,? Herr Kommenienratb lobte in seiner R Herr Kommerzienrath lobte in seiner Rede die S� ebung und pries die projektirte Alters- besonders, indem er meinte, so keinem andern Lande vorhanden. Erhebung � i Erfordev i HilfskaPI W'S dcnn Sie hnen zu Braut � (*ri noitt k-vaz�S. ganz X v m in Wcmh, glauben wir auch; wenn man sich let& einmal entschließt, die Altersversorgung der Ar- tätlich m oraanisiren, dann wird man sie etwas gemessen, als auf 33'/, Pfennig pro Tag. .°er. sagjx Oechelhäuser, die Gesetze sind nur , chanisches; eS bleibt außerdem noch ein großer t'raum für die Bemühungen der i�nehmer zum Wohle der Arbeiter. hierin, meint er, habe sich die deutsche Industrie T bewährt. ■ 9�", was wir an solchen Bemühungen, die wirklich tofi/k ber Arbeiter dienen, gesehen haben, das wollen », 7 gerne anerkennen. Allein das ist im Ganzen herz- Bmi, Es giebt humane Unternehmer, denen daS | ünd körperliche Wohl ihrer Arbeiter wichtiger ist, Höhe ihres Unternchmergewinns. Aber wie ver- klein ist die Zahl dieser Unternehmer? Schlüssel. rattlichen icn. W »flicktet, Zutritt z» l auch wenn Jeuilleton. [56 (RotkraA anlstm.) Der Grbe. Roma» vo« Friedrich Gerstäcker. � us der Polizei fand er nur die gerade Wache habenden L, ,ef Gerechtigkeit, und er erschrak allerdings, als diese (ink'Pen, daß der alte Jude Solomon heut Abend W �chender Dunkelheit— eigentlich noch in der Däm- überfallen und erschlagen sei; auch ein des ch, gwtis � Ä! r:. verdächtiger Mann sei verhaftet worden; wie der lten und�Zs«. Ä konnten sie nicht sagen. Sie hatten seinen Namen können u- RL8 9ott und waren nickt da aewesen. als er einaebrackt �lbstverstäudl idstation abi ollen, so M Billctkontro" : kann die G n Preußen- vom 19.1 23. 2.: und waren nicht da gewesen, als er eingebracht trij/uiann verlangte jetzt ihn zu sehen; aber das ging (7, nicht an. Erstlich durfte überhaupt Niemand zu es der Untersucyungsrichter erlaubte, und dann °uch jetzt zu spät gewesen. Um zehn Uhr Nachts keinen Besuch mehr zu einem Gefangenen �ber l, Ki t0enn fte sich nur wenigstens erkundigen wollten, ' z b und wer er sei. gwge auch nicht— sie dürften hier nicht von ihrem »9� gleich bei der Hand zu sein, wenn etwas vor- t. der Gefängnißwärter schliefe schon lange. Der leine Zellen regelmäßig jeden Abend um neun Uhr M dem Schlage halb zehn Uhr im Bett. Er möge �der vorkommen, dann könne er den Namen er- / jjt- Baumann ging wie in einem Traum nach J% hX? alte Solomon war in der Dämmerung er- wie die Leute bestätigten, und das genau in welcher Fritz bei ihm gewesen sein mußte. Slfa* �hat nicht verübt, verstand sich von selbst— «l �Unglückseliger Zufall hatte hier gewirkt!,, ß noch einmal bei Fritzens Wohnung vor; doch Der„große Spielraum" ist da, allein je größer der Spielraum, desto kleiner der gute Wille gerade was die Alters- Versorgung anbelangt. Haben wir denn nicht gehört, wie die Eisen- und Stahlindustricllen wegen der AlterSversor- aung ein Geschrei erhoben haben, als solle eS ihnen an den Kragen gehen, als sie von der Altersversorgung hörten; sie drohten sogar, sie würden dem Auslande gegenüber nicht mehr konkurrenzfähig sein, wenn man sie zu stark belasten würde! Wo bleibt da die große Schwär merei für das Wohl der Arbeiter? Die Sozialgesetzgebung ist gewiß kümmerlich und spärlich genug an Wohlthaten für die Arbeiter; daß sie aber noch hinter den geringen Kon- Zessionen zurücksteht, welche die Regierung zu machen bereit war, das haben die Herren Großindustriellen seinerzeit bewirkt mit ihrem Lärm und mit der ewigen Drohung, fie könnten nicht bestehen, wenn man sie belaste. So ist denn auch der Hauptantheil an den Kosten für die Sozial- gesetzgebung den Arbeitern zugeschoben worden. Welches Geschrei erhoben die Großindustriellen nicht schon über die Fabrikinspektoren? Sie klagen noch heut über Belästigung durch die behördliche Aufsicht, obschon es sich dabei sehr um das Wohl der Arbeiter, nämlich um Leben und Gesundheit derselben handelt. Von dem hartnäckigen Widerstreben der Unternehmer gegen die Verkürzung der Arbeitszeit, gegen die Ein- schränkung der Frauen- und Abschaffung der Kinderarbeit wollen wir gar nicht reden; all- jährlich aber konstatiren die Berichte der Fabrikinspektoren, daß die Zerstörung der Familie und die Depravation der künftigen Generation durch die immer noch steigende Frauen und Kinderarbeit zunimmt. Erinnert man sich vielleicht noch daran, daß die Großindustriellen eS gewesen sind, welche den Arbeitern eine selbstständige Vertretung in der Unfallversicherung nicht vergönnt haben? Während sie selbst für sich die Berufsgenossenschaften mit Vergnügen hinnahmen, brachten sie die Arbeiter- a u s s ch ü s s e zu Fall, welche doch nur eine schwache Interessenvertretung der Arbeiter gegenüber den mit so großer Machtvollkommenheit ausgestatteten Berufsgen offen- schaften gebildet hätten. Und zum Schlüsse wollen wir noch an ein Faktum aus der jüngsten Zeit erinnern, an das Be- nehmen einzelner Industriellen gegen die Arbeiter- Vertreter im Reichsversicherungsamt. Klein- liche Prositsucht und Widerstreben gegen das Dreinreden der Arbeiter in die Fragen der Unfallentschädigung haben die Unternehmer in diesem Fall so weit getrieben, daß sie durch Maßregelung der Arbeiter eö diesen unmög- lich machten, den Vorschriften deS Unfallgesetzes zu ent- sprechen. Sie beschwerten sich, die Arbeitervertreter im Reichsversicherungsamt hätten sich immer zu sehr zu Gunsten ihrer Arbeitsgenosien ausgesprochen. Man dachte wohl, die das Haus war jetzt verschloffen, oben bei ihm aber auch kein Licht— er konnte noch nicht zurück sein— und jetzt daheim— welche Sorge würde sich wieder die Frau machen, und war das am Ende die Ahnung, die sie den ganzen Tag gequält hatte? Jedenfalls würde sie es sich einreden. Das verdammte alte Weib, daß die auch noch in der Nacht mit ihrer Hiobspost herüber kommen mußte! Er bekam auch in der That einen schweren Stand mit seiner Frau, denn diese war so außer sich, daß sie sich selber nur immer anklagte, als ob sie an dem Allen schuld sei. Sie war furchtbar aufgeregt, und Baumann war wirk- lich zufrieden, als er sie endlich dazu brachte, zu Bett zu gehen. Der nächste Morgen fand sie dann ruhiger und mußte ihnen ja überdies auch Gewißheit des Geschehenen bringen. Das Uebrige fand sich alles von selber. Der Staatsanwalt Witte war, als er Salomon's Haus verließ, noch ein Stück Weges mit seinen beiden Begleitern zusammen gegangen; dann bog er ab, seiner eigenen Woh- nung zu, und schritt sehr nachdenkend und in eben nicht be- sonders freudiger Stimmung weiter. Es war auch in der That manches, was ihm durch den Kopf ging, und er über- legte sich dabei hauptsächlich, ob eS wohl der Mühe ver- lohnt hätte, daß er sich mit solchem Eifer der Sache der Frau Müller angenommen. Was ging ihn der Major oder der Rath Frühbach an und die Familie Wendelsheim? Er nickte, während er ging, immer nachdenkend vor sich hin; aber nicht etwa als Bestätigung eines früher gefaßten Verdachtes, sondern nur im Geist die verschiedenen über- einstimmenden Punkte der neugemachtcn Entdeckung kon- statirend. So erreichte er sein Haus, wo ihn die Familie zum Thee erwartete, denn mit der heutigen Expedition von Briefen war es zu spät geworden, und die Schreiber hatten auch schon lange das Bureau geschloffen und den Schlüssel drüben bei der Frau Staatsanwalt ab- geliefert. Er legte draußen Hut und Stock ab und betrat das Zimmer; aber die Frau Staatsantwalt konnte ihr Erstaunen über sein spätes Kommen nicht unterdrücken, denn es gab Arbeitervertreter würden bestrebt sein, die Auszahlung vo»» Unfallentschädigungen möglichst im Jntereffe der Unter- nehmer zu hintertreiben. Dann würde man ihnen wohl auch schwerlich jemals einen Urlaub verweigert haben. Man sieht, wenn Herr Oechelhäuser sagt, die deutsche Industrie habe sich auf dem Gebiet der Wohl- thaten für die Arbeiter„glänzend bewährt", so hat das einen eigenthümlichen Beigeschmack. Wir müssen ge- stehen, daß wir den„Mechanismus" einer gesunden uni> einschneidenden Sozialgesetzgebung dem guten Willen der Herren Unternehmer entschieden vorziehen würden. Leider ist die vielgerühmte Sozialreform, wie wir sie haben, zwar ein„Mechanismus", aber nicht viel mehr. DnWllk-Korresponäenzen. Londo«, 3. März. In der Versammlungsfrage hat gestern die Regierung einen parlamentarische» Sieg erfochten, der ihr jedoch sehr wenig nützen wird. Er bedeutet nichts weiter, als daß die Mebrhelt des Parlaments jetzt nock nicht in der Stim» mung oder Lage ist, das Benehmen der Regierung in Bezus auf die Trafalgarsquarc-Meetings zu mißbilligen und dadurch einen Ministerwechsel herbeizuführen. Im Volk ist die Stimmunz entfchieden der Regierung ungünstig, und könnte eine Urabstimmung veranstaltet werden, so würde sich zweifellos eine große Mehrheit gegen das Ministerium erklären. Uebrigens ist die Sache noch nicht zu Ende. Im Gegenthell, sie fängt erst an. Diese Kämpfe um das Versamm» jungsrecht zeigen auf dem politischen Wetterglas Eng- lands stets stürmisches Wetter an. Die Blätter erinnern deshalb ganz zeitgemäß an die Peterloo-Versammlung, welche vor fast 70 Fahren den blutigen Vorläufer der„großen Reform- beweaung" bildete. Es war im Jahre 1819 und der Antrajj Sir Francis Burdett's auf Parlamentsrcform gerade vom Unter- Haus abgelehnt worden. Die Bewohner von Manchester, welches vor der Reformbill bekanntlich gar kein städtisches Wahlrecht hatte, wollten ihren Gefühlen in einem Monstermeeting Luft machen, das für den 9. August 1819 auf dem Peterloo-Felb lvor der Stadt) anberaumt wurde. Die Lokalbehördcn er» klärten, auf Ordre der Regierung, das Meeting für ungesetzlich; und dasselbe unterblieb auch. Allein die Bürger und Ardeiter von Manchester gaben ihren Vorsatz nicht auf x ein zweites Meeting wurde auf den 16. August berufen. fünfzig- bis sechzigtausend Erwachsene, darunter auch viele Arbeiterfrauen, fanden sich auf dem Versammlungsplatz ein. Die Menge war ebenso begeistert als friedlich. Die VerHand- lungen sollten eben beginnen, als plötzlich, auf ein Zeichen des Grafschaftsmagistrats, Kavallerie heraussprengte, um den Redner, Henry Hunt, den bekannten Radikalen, zu verhaften. Die Menge schloß einen dichten Kreis um den beliebten Mann und— auf ein zweites Zeichen des Magistrats hieb nun die Kavallerie auf die friedliche Menge ein. Die Szenen, welche folgten, will ich hier nicht schildern. Genug— die Masse wurde auseinander ge sprengt— ein halbes Dutzend Menschen wurde auf dem Fleck eigentlich kaum einen pünktlicheren Mann auf der ganzer» Welt, als ihren Gatten. „Liebes Herz," sagte dieser auf ihre deshalb gemachte Bemerkung,„ich wäre pünktlich gekommen, wenn mich nicht ein ganz außergewöhnlicher Fall abgehalten hätte. Ich passirte ein Haus, in dem unmittelbar vorher ein Raub- mord verübt worden, und mußte der Untersuchung mit bei- mohnen." „Ein Raubmord— bei wem?" riefen beide Damen zugleich aus. „Ihr kennt die Leute nicht, Kinder; in der Judengaffe beim alten Salomon. Der Mann ist erschlagen und jeden» falls beraubt worden." „Das ist ja entsetzlich! Und hat man die Mörder erfaßt?" „Man hat allerdings jemanden gefaßt und abgeführt, aber vor der Hand nur auf einen Verdacht hin— einen Bekannten von uns, den jungen Fritz Baumann." „Den Fritz Baumann? Das habe ich mir gedacht," rief die Frau Staatsanwalt, mit der rechten Hand in die Linke schlagend,„daß der noch einmal zu solch einem Ende kommen würde. Das war vorauszusehen, denn die Un- Verschämtheit, die der Mensch hat..." „Oh Du großer Gott," sagte Ottilie,„das wäre ja schrecklich— die armen Eltern!" „Hm," brummte der Staatsanwalt,„ich hatte mir vor- genommen, bei dem alten Baumann einzusprechen, habe es aber unterwegs schändlich vergessen. Nun, eine unangenehme Nachricht erfährt man nie zu spät." „Also der hat ihn todtgeschlagen?" fragte die Fraa weiter, die eine grimme Genugthuung varin fühlte, den Menschen gedemüthigt und bestraft zu sehen, der es gewagt hatte, zu ihrer Tochter den Blick zu erheben. „Liebe Therese, Du urtheilst viel zu rasch," entgegnete Witte;„ich habe Dir gesagt, daß er nur auf einen Verdacht hin eingezogen ist, weil er dort betroffen wurde und Blut an den Kleidern hatte. Das alles erklärt sich aber vielleicht ehr natürlich, und ich persönlich glaube auch nicht einmal an seine Schuld." ßcloWet, gegen 100 mehr oder weniger schwer verwundet— Fro darunter grauen und Kindet. Die Entrüstung, welche dieses feige Gemetzel in ganz Eng- land hervorbrachte, spottet jeder Beschreibung. BemembaPeter- loo! Denkt an Peterloo! wurde der Schlachtmf der englischen Re- former, und die Erinnerung an Peterloo brach schließlich den Tories den Hals. Trafalgar Square dürfte den neuen Tories ebenso verderblich werden, wie weiland Peterloo den alten. Das Haus der Lords macht zum Zeitvertreib wieder ein- mal in Philanthropie und Sozialreform. Auf den Antrageines steinreichen Aristokraten Lord Tunraven ist ein Komitee zur Untersuchung des Sweating-Systems(Schwitzsystems) in der Schneiderei niedergesetzt worden. Da deutsche Zeitungen der Sache eine gewisse Wicht gkeit beilegen, will ich blos bemerken, daß es sich weder um einen neuen Mißstand, noch um einen neuen Heilungsversuch handelt. Der Mißstand ist uralt. Das beste, was mit dem heutigen Tag darüber geschrieben worden ist, wurde vor jetzt 37 Jahren von einem deutschen Schneider- gesellen, Ecearius in London, der selbst unter dem System ge- litten hatte, für die, Neue Rheinische Zeitungs-Revue" von Marx und Engels geschrieben. Ecearius ist in Deutschland wohl manchem bekannt, und sein vortrefflicher Aufsatz ist, glaube ich, drüben auch in Separat-Abdruck erschienen, so daß er noch zu beschaffen sein dürfte. Und Kingsley in seinem berühmten sozialen Roman„Alton Locke, der Schneidergeselle und Dichter", hat schon vor fast 40 Jahren die Greuel des Sweating- Systems geschildert. Und was die Heilversuche be- trifft, so hat sich das Parlament schon vor sehr langer Zeit auf Antrag Lord Ashley's, später, Lord Shaftesbury betitelt— der vor acht Jahren in hohem Alter verstorbene Sozial- Philanthrop par e\eelb nee— mit der Materie beschäftigt, natürlich ohne Erfolg, weil man der Sache nicht auf den Gnind gehen wollte. Das„Schwitzsystcm" wurzelt in der modernen Großproduktion und wer dieser nicht zu Leide gehen und nicht das Prinzip der Lohnarbeit überhaupt beseitigen will, kann blos Scheinkurcn be- wirken, indem er die Geschwüre mit Schönpflästerchen zudeckt. Und so wird's jetzt wieder geschehen. PolMsche Ueverstcht. Die Zeitungen brachten dirfrr Tage die Uachricht, daß sich der Kaiser eine Erkältung zugezogen habe. Die„Rordd. Allgem. Ztg." sowohl als der„Reichs- und Staatsanzeiger" ver- öffenilickten am gestrigen Tage über den Gesundheitszustand des Kaisers folgendes Bulletin: Bei Sr. Maj. dem Kaiser und König haben sich zu den seit Sonnabend, den 3. d M., vorhandenen allgemeinen Erkältungserscheinungen, welche mit einer Affektion der Halsschleim- haut und Reizung der Augenlidbindehaut verbunden waren, in den nächstfolgenden Tagen öfters eintretende schmerzhafte Unterleibsbeschwerden gesellt. Seit gestern hat sich auch der Appetit wesentlich ver- mindert. Infolge dessen ist eine merkliche Abnahme der Kräfte eingetreten. v. Lauer. Leuthold. Die„Bolls- Zeitung" berichtet in ihrer gestrigen Abend- ausgäbe:„Das Befinden des Kaisers hat sich seit gestern Abend so gestaltet, daß heute in den ersten Nachmittagsstunden die schlimmsten Befürchtungen berechtigt erschienen." Im Reichstage kursirte gestern Nachmittag das Gerücht, daß der Reichskanzler infolge des Krankheitszustandes des Kaisers sich seit den Vormittagsstunden im Palais des Kaisers befinde. Der General- Feldmaischall Graf Moltke wurde während der Reichstags sitzung ebenfalls nach dem kaiserlichen Palais berufen. Nach den Norkammnisse« im Deutschen Reichstag k« Ende Januar d. I., als das Lockspitzelthum Spießruthen laufen mußte, scheint man an gewisser Stelle das erklärliche Be- dürfniß zu empfinden, sich zu rehabilitiren. Sonst wäre es wohl kaum möglich, daß die„Norddeutsche Allgemeine" das elende Machwerk eines Baseler Faschingspoeten des Abdruckes würdigte und tiefsinnige Bemerkungen über die zwischen Deutsch- land und der Schweiz herrschenden Beziehungen daran knüpfte. Wenn freilich das Organ des Herrn Pindter nichts Ernsteres gegen die Schweiz aufzubringen hat, dann hätte es klüger ge- lhan, die Ehrenrettung der Haupt, Schröder und Genossen auf einem andern Umwege vorzunehmen. Im vorliegenden Falle wird Jeder, der die Baseler Affäre kennt, der„Norddeutschen" den Vorwurf machen müssen, daß sie sich einer frivolen Leicht- fertigkeit schuldig gemacht hat, indem sie Schwcizervolk und Schweizerstaat für die pöbelhafte That einiger Taugenichtse ver- antwortlich machte. Jenes Erzcugniß der Gassenmuse, bemerkt die„Franks. Ztg.", das eine Reihe grober Beleidigungen gegen Deutschland enthielt, ist es als der Ausdruck der schweizerischen Gesinnung gegen uns zu betrachten? Nach der„Norddeutschen" sollte man das in der That glauben. Denn sie schreibt wört- lich:„Wir möchten unsere Nachbarn darauf aufmerksam machen, daß. abgesehen davon, daß das Anstandsgefühl allein schon genügen sollte, die öffentliche Verbreitung derartiger In- famien zu verhindern, doch auch noch andere Betrachtungen an- zustellen wären, um dem blödfinnigen Jubel darüber Einhalt zu thun" Wer hat aber jene Infamien öffentlich verbreitet? „Der hat's gethan," rief die Frau Staatsanwalt pathetisch,„der hat es heilig gethan, denn nun er bei uns abgefallen ist— und das war' ihm gerade ein warmes Nest gewesen, wo er sich hätte hineinsetzen können— trieb ihn der Ehrgeiz, rasch ein reicher Mann zu werden, um uns zu zeigen, was er könnte, und dazu war ihm kein Mittel zu schlecht; lehr' D u mich Menschen kennen!" Ottilie schwieg. Was die Mutter sagte, hatte eine Wahrscheinlichkeit für sich, aber widerstrebte doch ihren Ge- fühlen, es zu glauben. Sie konnte sich nicht die Möglichkeit denken, daß der immer so schüchterne Mensch ein solches Verbrechen begeben mochte; aber im Herzen war sie jetzt doppelt froh, seme Bewerbung zurückgewiesen zu haben, und schon der Gedanke daran ihr entsetzlich. „Höre, Therese," sagte der Staatsanwalt mit großer Ruhe, indem er sich am Tisch niederließ und den für ihn eingeschenkten Thee nahm,„auf Deine Menschenkenntniß möchte ich doch nicht zu viel bauen. Was hältst Du zum Beispiel vom Lieutenant von Wendelsheim?" „Das ist ein durchaus braver, solider Mensch," sagte die Frau mit Würde,„ehrlich und rechtschaffen, und wenn der einmal käme, statt des hergelaufenen Vagabonden, und um Ottiliens Hand anhielte, mit Freuden gäbe ich meinen Segen— ein solches Vertrauen setze ich in ihn." „Hm— so?" sagte der Staatsanwalt, seinen Thee langsam umrührend und in die Tasse sehend. Aber Ottilie war aufmerksam geworden: der Vater hatte noch etwas auf dem Herzen, das sah sie ihm an— hing es mit Bruno von Wendelsheim zusammen? Er ließ sie indeß nicht lange in Zweifel. „Der Herr Lieutenant von Wendelsheim," sagte er, „war heut Abend ebenfalls zugegen und befand sich merk- würdiger Weise, gerade während der Raubmord im Hause des auen Salomon verübt wurde, oben bei den Damen." „Bei welchen Damen?" sagte die Frau S-aatsanwalt, hoch aufhorchend. „Nun, bei den Damen vom Hause, der Frau und Tochter des alten Juden, und ich muß gestehen, daß ich in meinem ganzen Leben kein wirklich schöneres Mädchen ge- sehen habe, als diese moderne Rebekka ist." Nicht die schweizerische Presse; sie hat von der Sudelei erst Kenntniß genommen, als dieselbe im„Oberländer Boten", einem reichsfrommen badischen Blatte abgedruckt, bezw. von da in die Karlsruher„Badische Landeszeitung" übergegangen war. Diese ehrcnwcrthen Blätter und mit ihnen die„Norddeutsche" find es also, welche sich einer Verletzung des Anstandsgefühles schuldig gemacht haben. Und wo hat man von einem„blödfin- nigen Jubel" über jenes Poem etwas gehört? Thatsache ist, daß der weitaus größte Theil der Auflage des Schmähgedichts, der einem Basler Bürger in die Hände fiel, von diesem ver- nichtet wurde, während nur einige hundert Exemplare auf der Straße vertheilt, gelesen und belacht wurden. Diejenigen, die ihr Vergnügen an solcher Lektüre bekundeten, mögen sich ein Arnmthszeugniß ausgestellt haben, gewiß; aber darum geht es doch nicht an, dem Baseler, ja dem gesammtcn schweize- rischen Volke den Vorwurf deutschfeindlicher Gesinnung zu machen. Und wie die schweizerische Presse, so hat— laut „Basl. Nachr."— auch die Basler Polizeibehörde erst durch deutsche Blätter Kenntniß erhalten von dem Schmäh- gcdicht. Daß sie, wie einzelne deutsche Preßorgane behaupten, thatlos dieser„Beleidigung der deutschen Nation" zugesehen habe, ist unwahr; ob sie überhaupt in der Lage gewesen wäre, gegen ein Karncvalsgedicht einzuschreiten, wissen wir nicht. Die .Morddeutsche" spricht die Hoffnung aus, daß das noch geschehe. Die„Basl. Nachr." meinen, es müsse erst bei der schweizerischen Regierung Klage geführt werden. Od das seitens Deutschlands geschehen wird, muß man vorläufig dahingestellt sein lassen; jedenfalls hat die Angelegenheit nicht das Geringste mit der Neutralitätsfrage zu thun, mit welcher sie seltsamer Weise die „Norddeutsche Allgemeine" verquicken möchte. Wenn die Deut- schen in Basel sich durch die vielbemfenen Schmutzverse belästigt gefühlt hätten, würden sie zweifellos an den dortigen deutschen Konsul sich gewandt haben; haben sie es nicht gethan, so hat gewiß auch die deutsche Regierung keinen Grund, den Buben- streich einiger schlecht erzogener Karnevalshelden zum Gegenstand einer diplomatischen Aktion zu machen. Die Erhaltung guter Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz, zwei Ländern, die durch so mancherlei Interessen verknüpft find, ist denn doch zu viel werth, als daß man sie ohne Noth aufs Spiel setzen sollte. Einen iuteresjanten Keitrag zur nationalliberalen Arbeiterfreundlichkeit in Wo:t und That bringt die neueste Nummer der bekannten Fachzeitschrift„Stahl und Eisen". Danach hat der Bochumcr Verein für Bergbau und Gußstahl- fabrikation in den Jahren 1877—87 für Wohlfahrtszwecke seiner Arbeiter aufgewandt 1,7 Mill., an Dividende vertheilt 7,7 Mill. Mark, also für elfteren Zweck verausgabt 22,58 Prozent der Ge- sammtdividende. DarunUr sind freilich 11 Prozent gesetzliche Zwangsleistungcn, und die Humanitären Aufwendungen er- scheinen demnach, wie wir hinzufügen wollen, bei dem siebenfach höheren Betrag der Dividende und da auch die Tan- ticmen-c. außer Ansatz geblieben sind, schon nicht allzuhoch. Zum Vergleiche theilt nun aber das fachliche Organ der Eisen- industriellen eine Zusammenstellung aus den Abschlüssen der Continental Gasgesellscha t zu Dessau mit, an deren Spitze der Reichstagsabgeordnete Occhelhäuser als Generaldirektor steht. Danach betrug hier die Gcsammtsumme der Dividende für die Aktionäre in den letzten 10 Jahre 18 510000 M., die Tantiemen des Direktoriums in derselben Zeit 1 011 323.47 M. demnach die Gesammtleistung für Arbeiter und Beamte 1,56 pCt. der Dividende für die Aktionäre und 28,59 pCt. der Tantiemen des Direktoriums. Der Bochumer Verein leistete in 10 Jahren für seine Arbeiter rund Ii Millionen bei 7i Millionen Dividende, die Kontinental GaSgesell- schaft aber nur mnd 290 000 M. bei 18& Millionen Dividende. Die Zusammenstellung schließt wie folgt:„Herr W. Occhelhäuser hat, wie in den beiden Vorjahren, auch diesmal wieder die Eröffnung des Reichstages mit einer arbeiterfrcundlichen Schrift degrüßt, welche das eigene Wirken in helles Licht setzen soll. Früher schenkte man diesen Ergüssen eine gewisse Beachtung, heute verfehlen sie, trotz allerlei Mittelchen, den beabsichtigten Eindruck. Jeder Unbefangene ist überzeugt, daß die sozialen Fragen nicht durch Druckerschwärze und billige Vorschläge ge- löst werden, sondern nur durch erhebliche Geldopfer, welche die rheinisch- westfälischen Berg- und Hüttenwerke schon größtentheils dringen." Wenn nun auch der Unbetheiligte weiß, daß die soziale Frage nicht einmal„durch erhebliche Geldopfer gelöst" wird, so fragt er doch: was antwortet Herr Occhelhäuser?? Mie sehr der jetzt angekündigte Plan, für Preußen eine Neuregelung des Apotbelenwescns auf der Grundlage der Personalkonzessson, neben welcher die Realkonzesfionen weiter fortbestehen sollen, in nächster Zeit vorzunehmen, überraschen muß, crgicbt sich aus folgenden der„Voss. Ztg." zugehenden Mittheilungen: Der Bundesrath hat im Jahre 1878 auf Antrag der preußischen Regierung beschlossen, von einer einheit- lichen Regelung des Apothekenwesens im Deutschen Reiche vor- läufig Abstand zu nehmen, weil, wie es in dem Antrage Preußens hieß, nach dem vorliegenden Material die prinzipielle Frage noch immer als eine zweifelhafte erscheine,„ob die Rc- form im Wege des Konzesfionssystcms und insbesondere, ob sie unter strenger Durchführung des Systems der Personalkonzesfion „Das ist nicht wahr," sagte die Frau Staatsanwalt mit großer Bestimmtheit,„und nur wieder eine von Deinen Erfindungen, um mich zu ärgern." „Wenn Du das so bestimmt weißt," erwiderte Witte, „so brauchen wir auch nichts weiter darüber zu reden. Bitte, Ottilie, reiche mir doch einmal das Brot herüber." Der Staatsanwalt machte eine Kunstpause, denn er wußte recht gut, daß es seine Ehehälfte jetzt nicht dabei be- wenden ließ; aber das so sehr bestimmt ausgesprochene „Das ist nicht wahr" hatte ihn geärgert, und er wollte sie dafür wenigstens dem Zwang einer neuen Anrede unter- werfen. Die Frau Staatsanwalt ließ es aber ebenfalls an sich kommen, und da Ottilie natürlich keine Frage in dieser delikaten Angelegenheit wagte, so wurde eine ganze Weile nichts gehört, als das Klappern der Messer und Gabeln und das Klirren der Löffel in den Tassen. Endlich aber hielt es die Frau nicht länger aus— ihr Mann war mit seiner Schweigsamkeit in einer so wichtigen Angelegenheit gerade zum Verzweifeln. Mußte sie denn als Mutter nicht darum wissen? „Was hatte denn aber der Herr Baron von Mendels- heim in dem Hause des Juden zu thun?" brach sie endlich das Schweigen.„Das ist doch nicht Sache des Militärs, sondern nur der Polizei." „Ich glaube auch nicht, daß er in militärischen Ange- legenheiten dort vorgesprochen ist," sagte Witte trocken. „Und was wollte er sonst da? Witte, Du bist heute in einer Laune, um eine Heilige die Geduld verlieren zu machen!" „Dann sei so gut und unterbrich mich künftig nicht, wenn ich Dir etwas erzähle, mit Deinem kategorischen„Das ist nicht wahr". Wenn ich einmal eine Behauptung auf- stelle, so kannst Du Dich auch fest darauf verlassen, daß sie wahr ist, und so sage ich Dir denn noch einmal: der Lieutenant von Wendclsheim war während der Katastrophe oben bei den Damen vom Hause, bei oer Frau und Tochter des alten Salomon." „Aber was hatte er dort zu thun? War er vielleicht aus Versehen in ein falsches Haus gekommen?" oder durch Einführung der freien Veräußerlichkeit und lichkeit für alle Apotheken, unter Beibehaltung der vi lichen Prüfung bei der Anlage neuer oder der Verlegung bestehender Apotheken rc. zu geschehen habe". Bei der thung des preußischen Antrages in den Bundesrathsauss für Handel und Verkehr hatte der bayerische Bevollw erklärt, seine Regierung könne der beantragten Vertagung zustimmen, da das Bedürfniß einer einheitlichen RegelM Apothekenwesens allseitig anerkannt sei und der Reichstag in seiner jüngsten Session die alsbaldige Vorlage eines lichen Gesetzentwurfs beantragt habe, auch eine solche i seitens der Reichsregierung für die nächste Session in Ausficht gestellt worden sei. Der bayerische Äevollini fügte mit Nachdruck hinzu, für den Fall des Vettal anttages behalte sich seine Regierung die ei landesgesetzliche Regelung der Sache vor. Auch wütttembergische Bevollmächtigte hatte die Erklämng den Bundesregiemngen werde für den Fall der Ann preußischen Antrages durch den Bundesrath jedenfalls das vorbehalten bleiben, hervorgetretenen Mißständen auf dem der Landesaesetzgebung Abhilfe zu schaffen. Auf bei' klärungen hatte aber der preußische Bevollmächtigte ei die preußische Regierung gehe davon aus, daß eine le�e Regelung der Apothekenangelegenheit seitens der ein Bundesstaaten keinensalls geeignet und auch der Lösung schwebenden Frage nicht förderlich sein würde. Die s den Bundesrath gelangten Petitionen um Regelung Apothckenwesens wurden stets dem Reichskanzler üb«' während es in einem im Jahre 1884 seitens des Reil des Innern ertheilten Bescheide auf eine den Gegenst« treffende Eingabe wörtlich hieß:„Im vollen Bewußtsein Bedeutung, welche der Frage der gesetzlichen Regelung Apothckenwesens innewohnt, ist die Reichsverwaltung von fang an und immer von neuem bemüht gewesen, eine liche Lösung dieser Frage herbeizuführen. Der bisherige eines Erfolges hat seinen Grund allein in sachlichen S« kciten, und zwar namentlich in der Mannigfaltigkeit der rechtlichen, theils thatsächlichen Gestaltung und Entwickelung Apothckenverbältnisse innerhalb der einzelnen Bundesstaaten' in der tiefgreifenden Verschiedenheit der Auffassungen," die betheiligten Kreise selbst beherrscht und in scharf fit 9 überstehenden Vorschlägen über die Grundsätze, von w« die künftige Gesetzgebung auszugehen habe, zu Tage tri»- Die erhoffte Klärung(der Ansichten) hat sich bisher nuta zeigt." Die„Ueur pretttz. Ztg." bestätigt, daß einer «« 1. Apr! > einer von d Jieben Wochen erfähr f_«t„Vereinigu • Zahlreiche i und deutsch Mm sein. innung das ihr aus Gnmd des§ 100 e der Gewerbeorvn»% gebracht, 1 ettheilte Privileg der ausschließlichen Lehrlingshaltung% �n, so wäre i entzogen sei, und zwar mit Rücksicht auf den geringen � Röttgen Ilmw den diese Innung in Wahrnehmung der Fachinteressen m'w mj( f0rj habe. Das Blatt knüpft hieran die Bemerkung, daß es"'die Bonapatt angemessen erscheine, darauf hinzuweisen, daß die Behörde"' Jtamen der f Thätigkeit der Innungen sorgfältig beobachten und es d» �fliche und I aus nicht wünschen, daß die den letzteren verliehenen Ret»" würde, nicht braucht werden. Die„Nordd. Allg. Ztg." bemerkt M solchen Ad „Hinzuzufügen wäre wohl noch, daß, so lange sich nicht aus. � Abgrund g Gebiete des Jnnungswesens eine gewisse Stetigkeit ausgr� Zuarbeiten!" hat, und so lange nicht demselben bereits gewährte einer den Fachintereffen entsprechenden Weise allseitig fit� gewandt werden, es nicht angerathen erscheint, durch foni Veränderung der Jnnungsgeseygebung diesen sich fichtlit ziehenden Festigungsprozeß zu stören und damit neue> anstatt stetiger Arbeit zu erzeugen." Merken Sie stch's/ Ackermann! 5. Mär , lt rSmois" sine Versamn °kr„Lantern« >m Hause d ben Genera sr das Elyse Präsidenten 6dee entgeg« rouvre an der lnger's ein R s* Armeekorp iU wundern es aber zufrie' ließ. Die niß, das • So der„ 'National" ir leordneten E kn Blätter und die„L .* Wort., peinlich, daß 's zum Präsi hätten, obr Wer an i "■ thäte wc lschriftsteller °» reif." I sn ebenfalls Uerste Wach Avulanger'S| Massen und i »In der$ SÄÄ — und wi Wenn das in Frankreich passtrt wäre! Der fprockene Jäger Kaufmann, der vor einigen Monaten nj, französischen Grenze einen Franzosen todtschoß und einen schwer verwundete, hat, wie das„Naumburgcr Kreisbl« zählt, von einem„Herrn aus der Rheinprovinz" 20 M- mit dem Bemerken:„Dem besten Schützen des Batail Es ist eine geradezu bodenlose Rohheit, denn die L„ Kaufmanns, für welche ihm die Belohnung geschickt wur�zx die Tödtung eines unschuldigen Menschen und die schwe"-), wundung eines zweiten unschuldigen Menschen. Ist an®/ mann vom Kriegsgericht freigesprochen worden und muissV ihn also für unschuldig halten, so liegt doch mindestens hängnißvolles Mißverständniß vor, das jeder menschlich F"U beklagen muß und nur eine durch und durch gemeines bejubeln oder gar bewundern kann. Und daß solche liehe Rohheiten ohne ein Wort der Mißbilligung, nW J ganz Normales erzählt werden kann, das ist ern recht Zeichen der Zeit..j Der Knauersche Kauernbund hat den BeitwS Mitglieder auf 3 Ä. erhöht. Auf Grund dieser Erbos";. � halten, wie die„Nordd. Allg. Ztg." rühmt, die Mitgln'fl� Bauernbundes Ersatz für tnchincnhaltig beim Schlachten« i dene Schweine.— Der Knauer'sche Bauernbund; Wahrheit bekanntlich nichts anderes, wie Bauernfänger e' Wahlen. Einen Ersatz für den Schaden, der den Bauer"" die Wahl bauernfeindlicher Junker zugefügt wird,'an" Vereinskasse aber nicht gewähren. Gorilla verö rversammlur sei nothwe täglich sei. Mauna der - Volksabstiv Freihanl Nation des Unterricht mch in Lon >n Radikal« 1 S5Ä5 Vo Einwill i Die „In der Judengasse? Sehr wahrscheinlich," n'-, Gatte.„UebrigenS kann das nicht das erste Mal S sein, daß er dort„aus Versehen" hinaufgerathen Ü' er wußte außerordentlich gut Bescheid im leuchtete den Leuten, die sich dort nicht zurecht zu wußten, voran." „Der Baron von Wendelsheim?". „Ist sehr intim in der Familie, die Versicherung� � ich Dir geben, Therese," sagte der Staatsanwalt ernst, � er ihr einen bedeutungsvollen Blick zuwarf, Menschenkenntniß hat Dich dieses Mal, was etwa Voraussetzungen betreffen sollte, wie mir scheint,»n gelassen." rM „Und ist die Tochter wirklich so schön?" fragte f die einen recht wehen Stich im Herzen fühlte, obg J■ sich die größte Mühe gab, gleichgiltig bei der Frag sehen. fß �ein, ab« jemanden Uli „Ich habe nicht übertrieben," versetzte der Vatt"� war allerdings in der Angst und Aufregung des � todtenblaß, aber dennoch nehme ich mein Wort n««? ich habe noch nie in meinem Leben ein so vollkomm und dabei in jeder Beziehung edles Wesen 0")� jenes Mädchen." �:n„ «Und das wird eS auch gewesen sein, mo»% hingesührt hat," sagte die Mutter, aber doch un, i ihrem Stuhl herumrückend;„das hübsche Gesich gck angelockt. Aber ein Baron kann doch wahrhaftig ,,, nicht daran denken, ein Judenmädchen zu heiram' Witte warf ihr einen strengen Blick zu. �hest> sagte er mit scharfer Betonung,„sobald Du er überhaupt bewogen werden könnte, stw»yn� y* vergessen, so wäre das immer nur ein Schritt j den Verpflichtungen aber, die er, allem Ans#'" w Q. jener Familie eingegangen ist, hoffe ich, daß er rncht mehr betreten wird. Du hast mich doch � Mutter?" »Du gehst zu weit, Dietrich," sagte die S � jii „man muß doch Jemanden hören, ehe sNch ei"' thetlen darf, und Dir brauch' ich daS wohl n'-V sagen." ich „und qeute ntur zu �sche fti yZr wäret Am rate Sfc««,» (t�en s hiet ■0 gest« er ei .da�r bat. II MZ itt und' i der oh crlegung> Bei £ow 1 April ab fall i« Kerlin ein„Kartellorgan" in emcrjjon dem freikonservativen Abg. Dr. Arendt her- Das Blatt soll, wie die Wochenschrift erscheinen.... ..' erfährt, den Titel„Deutsches Wochenblatt" fuhren „Vereinigung der drei nationalen Parteien" zum Organ Zahlreiche Vertreter der nationalliberalen, freikonser- und deutschkonseroativcn Partei sollen als Mitarbeiter len sein. «rankreich. iele hiefige Blätter erzählen dem„In- römois" nach, daß im Lugenblick der Präsidentschafts- eine Versammlung von Boulangisten: Rochefort, Mayer der„ltanterne", Granet, Laguerre, Laisant, Clemenceau im Hause des Abg. Camille Drcyfus stattfand und be- den General„an die Spitze der Vorstädte zu stellen, auf M das Elysee besetze im Falle der Wahl Jules Ferry's Präsidenten der Republik". Clemenceau trat energisch Idee entgegen, welche an demselben Abend noch im Hotel "% an der Tafel erörtert wurde, um die sich die Freunde er's ein Rendezvous gegeben hatten. Der Befehlshaber Armeekorps schien sich über den Einfall seiner Anhänger wundern und fand kein Wort der Entrüstunadagegen, aber zufrieden, daß man es bei dem bloßen Plane be- ließ. Die Anwesenden gelobten einander das strengste miß, das aber nicht länger als drei Monate gewahrt o der„Jndependant remois", deffen Auskünfte von tional" im großen und ganzen bestätigt und in einigen rdneten Einzelheiten berichtigt werden. Die dem General en Blätter legen darüber einen großen Verdruß an den d die„Lanterne" erklärt, es sei an dem Berichte kein .Wort.„Uebrigens," fügt das Blatt hinzu,„ist es , inlich, daß die Vorstädte in dem Falle der Wahl Jules \ zum Präsidenten der Republik sich ganz allein aulge- hätten, ohne daß es nölhig gewesen wäre, den General Mfler an ihre Spitze zu stellen. Ter„Jndependant ' thäte wohl daran, den Verfasser des Märchens als schriflstcller zu engagiren; er wäre für den Sensations- reif." Fn der„Rspublique Fran?aise" beschäftigt sich £ ebenfalls mit diesen Enthüllungen und schließt daraus, >»erste Wachsamkeit sei geboten. Er will gern den Freun- Aoulanger's glauben, welche versichern, seine Absichten wären .Neffen und rein, weist aber auf ein Wort Elsmenceau's dt',„8n der Politik kommt es nicht auf die Absichten an." bisher m« Tw fügt hinzu:„In den Stunden der Krise beherrschen �.A�wsachen immer die Absichten. Wenn der General Bou- i. einer-�"wr— and wäre es wider seinen Willen— gewählt an's ssewerbeoriw�n gebracht, bezeichnet wurde, um die Verfassungsgesetze zu Bevollmil Vertagung> x Reichst«« ze eines.l e solche ssion in Bevollmil es S die ev rung r Anw nfalls auf Auf htigte eine der e der Die sei! Regelung sier u des Reil Gegensta öewußtsein Regelung altung r n, eine isherige chen Sä .gleit entwich ndesslaaten ssungen charf sich e. von Tage tritt I, daß es ie Behörden und es nen Rechte bemerkt ich nicht feit ausgi Zhrte lseitig durch for! ch fichtlich it neue -ie stch's/ ;tl Der Nonaten ad einen r Kreisbä 20 M- Batai! > die Hielt wur�P die schiveN�l J'Si "SÄ I ; TJ ischlich i gemeine solche M ung, als r recht h n StÄ} ! Mitglieds m athen i m H xecht ZU i v.',.'"1*- fortzureißen,-lw i Bonaparte dies nach Brumaire und Dezember thaten, J-wiien der Republik aufrecht erhielte? Es wäre nur eine Muhe und lächerliche Komödie, die zu dem Verbrechen ge- wurde, nichts weiter. Möge das Schicksal Frankreich vor Wichen Abenteuer bewahren, das unter unseren Füßen �ldgiund graben würde, aus dem es unmöglich wäre, uns " rdeiten!" a„„ Sva«i-n. -vWRa veröffentlichte in Madrid ein Manifest an die .Versammlung fortschrittlicher Republikaner. Die Revo- . sei nothwendig, da die Demokratie mit der Monarchie . uglich sei. Das republikanische Programm müsse sein: lUng der Kortes, Einsetzung einer provisorischen Regie- Volksabstimmung über die Regierungsform, ferner Budget- .??- Freihandel, Abschayung unnützer Aemler, völlige Re- wsation des Heeres und der Marine, sozialistische Arbeits- 'Unterrichtsreform, Grundkreditbanken. Zorilla verweilt lu'ih in London, thatsächlich aber in Paris, wo er intim Radikalen verkehrt und stark von denselben unterstützt N«ßland. ....... meldet man der„National-Zeitung", daß finanziellen Vorgänge die Stellung des Finanz- �'cher n Mächlich erschüttert baden. Da indessen das Fassen I« Wirt.«Flüsse nicht zu den Eigenschaften des Zaren gehört, de», qS'"kl erst in einiger Zeit ergeben, welche Folgen derselbe ijttelf�'Rzick des Herrn v. Wyschnegradzki geben will. Un- - gefährdet ist dagegen im Augenblick der Justizminister Sei sn?' Vor einiger Zeit wurde ein außerordentlich reicher v-�nn des Ramens Tervis unter Kuratel gestellt, nach- % k� a?unvilligung des Zaren dazu eingeholt worden war. .�lt v"' Nachträglich ergeben, daß diese Maßregel nur zum %»„f,? Bereicherung der Kuratoren ergangen war und ist '"Zminister in einer Weise in der Angelegenheit ver- �lche die Mißbilligung des Zaren in hohem Grade Vtei"}at Derselbe verfugte die Wiederaufhebung der Meldet.? Justizminister hat sich unmittelbar darauf krank bezeichnet man seine Krankheit in Petersburg als Zweifelhaft Entscheidung bleibt, über ob er das sich davon erholen weitere Schicksal aber in manchen Dingen genügt es auch, wenn Salt k" sieht, anstatt ihn zu hören," sagte der Staats- TO i4 t'Un�'ch kann Dir versichern, daß ich nach dem, \ u Jc"le Abend gesehen habe, vollkommen befriedigt 'st das Thema kein so angenehmes, um zu i'e sbO? öu verweilen: ich habe auch noch zu arbeiten. '*''- �"---- ±--- i.t___ L ■ SY), 0** VVtlVV-ltzVIl I r W"-y O"'—-—.- �»slnfj' �i"der, schlaft wohl! Ihr könnt mir wohl noch Tai!■ st'ifch63 Wasser in meine Stube schicken." %%""i ging er zur Thür hinaus und ließ seine Frau Sit,■,ln. eiuem unsagbaren Zustand von Bestürzung ' �chlöl? diesem Augenblick eine ganze Kolonie von trnd Phantasiebauten durch und über einander " waren. (Fortsetzung folgt.) A«» Kunst und Leben. 5». der Arnckfehler-» sondern a«ch der treibt manchmal recht sonderbare Possen. b%t,an jwü geführten Strafprozesse hatte der Vertheidiger grt'cllt, den Geisteszustand seines Klienten beobachten iii wied/�. �skwunte aber nicht wenig, als er später in den KM hJ* m den Antrag verzeichnet fand,—„den Geistes« Vertheidigers beobachten zu lassen." Der fatale n zum Glück keine ttagischen Folgen, es erregte lC'nufh.Ä stürmische Heiterkeit, als der Vertheidiger den- Jdes und um freundliche Rehabilitirung seines Geistes- ift5�1!�« unter einer Lawine. In Giornico A,'kt un>> Februar ein Mann von einer Lawine ver- -- lÄ�fell uneT.-......--- .�deK' Brun'f,""® P'« er Morgens um t uyr mr u«. Mlosi' Bald al„t'e churde er von einer gewaltigen Lawine sei, ferne Angehörigen, daß ihm ein Unglück "n Srfinpo �uchkensick) auf den Play, wo derselbe tief e lag. Mit einem Stück Holz, das dem Ver- Manasseins wird auch von großem Einfluß auf die Fragen über die Gestaltung der Verwaltungsrcform in den Ostsee- Provinzen sein, bezüglich deren zwischen dem Justizminister und dem Minister des Innern, dem Grafen Tolstoi, Differenzen bestehen. Es wird sehr bemerkt, daß die Angriffe gegen die Stellung Finnlands in der letzten Zeit sich mehren und stärken, man fragt sich, ob es im Interesse Rußlands liegen kann, alle seine Grenzländer vom Schwarzen Meere ab bis nach dem Eis- meer zu in Aufregung und Gährung zu versetzen und steht der Zukunft sehr wenig optimistisch entgegen. Der Zar sei sehr friedlich gesinnt; es sei daran kein Zweifel möglich und sei der- selbe auch thatsächlich bemüht, seiner Friedenspolitik Geltung zu verschaffen. Es sei auch eine ganz unzutreffende Meinung, welche hie und da in der Presse auftaucht, daß in den militärr- schen Kreisen eine besonders kriegerische Stimmung henscht; man sei nicht kriegerischer, als es jedes Heer der Welt der Natur der Sache nach est. Große Unzufriedenheit herrscht aber in diesen Kreisen mit den Kantonnements in Polen, die ebenso der Gesundheit wie der militärischen Ausbildung der Truppen schädlich sind, wie sie einer menschenwürdigen Existenz der Offi- ziere entgegenstehen. Die Militärverwaltung ihrerseits ist in einer Zwangslage, da sie aus leicht verständlichen Gründen weder vorwärts noch rückwärts kann. Kalkan land-r. Wodurch eigentlich die neueste rumänische Ministerkrise her- vorgerufen worden ist, weiß niemand anzugeben. Man glaubt vielfach, daß Bratiano seine Demission gegeben habe, um auf diese Weise seine nach Rußland neigenden Kollegen— als solche werden alle außer Bratiano selbst und Sturdza bezeichnet — los zu werden. Ändere vcrmuthen, daß der wahre Grund in der jüngst entdeckten Bestechungsaffäre im Kriegsministerium zu suchen sei. Tie vor kurzem vorgenommenen Wahlen hatten bekanntlich eine Zweidrittel- Mehrheit für die Regierung ergeben. König Carol hat den Senatspräsidenten Fürst Ghika berufen, um mit demselben über die Situation zu konferiren. Letzterer soll mit Carp verhandeln. Angenommen ist bis zur Stunde die Demission Bratiano's noch nicht, und wenn nach wieder- holten Präzedenzfällen geschlossen werden darf, so wird sie wohl auch diesmal vom König nicht bewilligt werden. Auch die Ver- Haftung des wegen Majestätsbeleidigung zu zweijähriger Ge- fängnißstrafe veruttheilten Redakteurs Panu, welcher in Jassy zum Deputirten gewählt und im Vertrauen auf das Mandat aus dem Auslande, wohin er sich geflüchtet hatte, nach Bukarest zurückgekehrt war, wird mit der Krise in Zusammenhang ge- bracht. Der König scheint zur Begnadigung Panu's geneigt ge» wesen und in diesem Punkte auf Bratiano's Widerstand ge- stoßen zu sein. Klar ist, daß der Rücktritt große Bedeutung nicht blos für die innere, sondern auch für die äußere Politik haben würde, denn Bratiano gilt als Hauptstütze des freund- schaftlichen Einvernehmens, welches zwischen Rumänien und den Mächten der Tripel-Allianz besteht. Amerika. New- Bork, 3. März. Den neuesten Nachrichten aus Chicago über den Stteik auf der Chicago Burlington-Ouincy Eisenbahn zufolge nimmt der Personen- und lokale Frachtverkehr beständig zu. Die Führer der Brüderschaft der Lokomotivführer drohen, die Lokomotivführer und Heizer der anderen Linien der Ouincy Eisenbahn aufzufordern, sich an dem Streik zu betheiligen, da sie angeblich der Verwaltung gegen den Streik Vorschub leisten. Die an der Philadelphia-Reading Eisenbahn angestellten Mit- glieder der Brüderschaft weigern sich, dem Geheiße ihrer Führer, die Linie zu verlassen, zu gehorchen. Gestern fand hier ein Meeting von Maschinisten aller in?iew- Nor! mündenden Eisen- bahnen statt. Es wurde beschlossen, die Streikenden der Chieago-Burlington-Ouincy- Eisendahn zu unterstützen, auch wenn der Eisenbahnverkehr im ganzen Lande darunter leiden sollte._ Kommunales. Nerleo»ng der Kerltn-Ktettiner Visenbahn. Zum Zwecke der Festsetzung des Projektes betreffend die Veränderung des Bahnkörvers der Berlin Stettiner Bahn, soweit dieselbe von öffentlichen Sttaßen im Niveau gekreuzt wird, hat vor etnigen Tagen bekanntlich eine Lokalbefichtigung des im städtischen Weichbildc belegenen Theiles dieser Bahn seitens des Magi- sttats, des Polizeipräsidiums und der Eisenbahnverwaltung statt- gefunden. Jetzt ist nun der kgl. Eisenbahndirettion hierfelbst seitens des Polizeipräsidenten die landespolizeiliche Genehmigung zur Verlegung der Berlin- Stettiner Eisenbahn zwischen Berlin und Pankow für die Strecke Stettiner Bahnhof— Wicsensttaße ertheilt worden. Die Mitglieder der Kemeinde-Maifenrätheg hielten am Montag Abend im Bürgersaale des Rathhauses eine Be< sprechung ab. Aus den B.rathungsgegenständcn ist hervorzu- heben, daß vielfach Klagen darüber geführt worden, daß die Armenärzte ihre Sprechstunden häufig zu einer Zeit abhalten, wo sie von schulpflichtigen Waisenkindern nicht besucht werden können. Auf Veranlassung der Armendirektion ist deshalb Vor- sorge getroffen, daß die Armenärzte fortab auch in den Nach- schütteten zufällig in die Hand kam, machte er einen sechs Meter hohen Gang, und es fehlte noch ein Meter, so hätte er sich selbst retten können. Dies ging jedoch über seine Kräfte. Am Witt- woch Abend hörte er über sich seinen Vater und seine Brüder weinen und ihn, den sie schon todt glaubten, bitterlich beklagen. Dies machte auf ihn einen tiefen Eindruck. Er rief aus allen Leibeskräften; allein man hörte ihn nicht. Jener Augenblick sei für ihn unvergeßlich, sagte der Gerettete. Da habe auch er bittere Thränen geweint, namentlich als er hörte, daß sein Vater und seine Geschwister aufbrechen und nach Hause gehen wollten. Eine Stimme hötte er, welche sagte:„Was nützt es uns, hier noch länge zu arbeiten? Wir kommen nächste Woche noch früh genug dazu, den Leichnam auszugraben." Sein Schicksal sollte also besiegelt sein. Doch, nachdem auch die vierte lange Nacht verstrichen, hötte er die Seinigen wieder unmittelbar über sich arbeiten und glücklicher Weise vernahmen sie seine Stimme. Donnerstag Nachmittag 2 Uhr, also nach 103 Stunden wurde der eftchöpfte, halb erstartte Mann seinem eisigen Kerker ent- Hoden und nach Hause gebracht. In den ersten Stunden sprach er stets von Amerika und kam erst nach einigen Stunden zum Bewußtsein. Es wurde sofott ärztliche Hilfe gemfen; denn abgesehen davon, daß der Mann sich Hände und Füße wund gearbeitet hatte, war derselbe seit der mehr als viettägigen Hungerkur so schwach, daß man mit der Ernährung desselben sehr vorsichtig vorgehen muß. Wie dem„Luz. Vaterland" gefchrieben wird, defindet sich der Patient jetzt bedeutend besser, und er fängt wieder an zu essen und zu tttnken. Für die Füße, welche beinahe abgefroren sind, ist der Arzt sehr besorgt und befürchtet, daß dieselben amputitt werden müssen. � Künstliche Herstellung von Rubinen. Aus Paris wird der„Franks. Ztg." geschtteben: In der letzten Sitzung der Akademie der Wissenschaften hat Herr Fremy einen Vortrag über die künstliche Herstellung der Rubinen gehalten und die durch sein Verfahren erzeugten Produkte vorgelegt. Die Er- findung des Herrn Fremy ist geeignet, diesen bisher so kostbaren Edelstein zu entwerthen, denn der durch Krystallisation ge- wonnene Stein hat alle Eigenschaften des Rubins, seine Farbe, fein Feuer und seine Hätte. Schon vor zwölf Jahren hat Herr Fremy ein Verfahren entdeckt, vermittelst dessen er dem Rubin sehr ähnliche Krystalle zu erzeugen hoffte. Er erhitzte in einem Schmelztiegel eine Mischung von Bleioxyd und farbiger Thonerde mit doppelchromsaurem Kali. Aber es war ihm nicht elungen, die Krystalle aus dem kieselsauren Blei auszusondern. m letzten Jahre hat er zusammen mit seinem Assistenten Herrn S Mittagsstunden Sprechstunden abhalten. Hier in Berlin kommt es häufig genug vor, daß besser gestellte Leute Waisenkinder in die Kostpflege nehmen, in der Absicht, dieselben später ganz zu adoptiren. Diese Personen schicken die Kinder dann häufig in die höheren Lehranstalten— anfänglich auf eigene Kosten, doch kommt es leider oft genug vor, daß nach einiger Zeit die Mittel nicht mehr ausreichen und alsdann die Waisenverwaltung mit ihren Mitteln einzuspringen ersucht wird. Da dies zu unzu- ttäglichkeiten fühtt, wurden die Gemeinde-Waiscmäthe darauf hingewiesen, daß im Allgemeinen besser auf den Besuch der Volksschule hingewirkt und nur besonders veranlagte Kinder der Waisenverwaltung zur Ermöglichung eines Besuches höherer Schulen auf Grund vorhandener Fonds empfohlen werden. Femer wurde die Aufmerksamkeit auf die Unterbringung von Waisenknaben in Lehrstellen gelentt und die Fürsorge dafür angerufen, daß die Lehrmeister den Waisenknaben nicht eine übermäßig lange Lehrzeit auferlegen. Den Schluß der Be- sprechung bildete der Austausch von Erfahmngen auf dem Ge- biete des Zwangserziehurigs-Gesetzes, welches jetzt zehn Jahre in Wirksamkeit ist._ Soziales tttt* Arveit�rvemeo«ns. � lieber die jachstfche W irkwaaren-Industrie uttheilt in„Roman's Journal für Textilindustrie", einem der desttedigitten Organe der deutschen Textilbarone, ein Fachmann:„Bei den stark gedrückten Preisen, die eine durch- greifende Besserung voraussichtlich nicht wieder erfahren werden, kann nur der Groß sab rikant mit gewaltigem Umsatz noch seine Rechnung finden. Es läßt sich daher nicht verkennen, daß neuerdings die Produktion aus den Händen der einzelnen ländlichen Faklorc(Verleger) mehr und' mehr in die großen geschlossenen Etablissements übergeht: das Großkapital erdrückt auch hier das klein e. Die Hausindustne und der handwerksmäßige Betrieb in der Stmmpfbranche wie in der Handschuhwirkercr gehen dem Unter» gang entgegen, sie sind nicht mehr zu retten. Und es giebt noch Schwärmer, die sich begeistem für die Wiederbelebung des Handwerks. Die deutsche Terttlindustrie zählt zu den höchstent- wickelten Industrien, die Weiber- und Kinderarbeit dominitt in ihr, und die Lohn-, Arbeits- und Lebensverhältnisse der Textil- Proletarier find äußerst schlechte. Aber den profitlüstemen Unter- nehmern find diese Zustände noch immer zu rosig, sie jammern nach Kulis. Ein großes Fadrikantenorgan, die„Leipziger Monatsschrift für Textil-Jndustrie" schildert mit glühenden Farben die Herrlichkeiten der in Japan seit einiger Zeit betttebenen Spinnereien. Die Osaka- Sprnnereigesellschaft, die mit europäischen Maschinen arbeitet und über 18 000 Spindeln verfügt, wird hingestellt als eine „ I d e a l g e st a l t für die europäischen Kolleginnen". Und worum?„Nicht allein", jubelt der Leipziger Moniteur der Kottonlords,„daß bei der Gründung die Attien im Hand- umdrehen gezeichnet wurden, sondern die Gesellschaft machtauch solch glänzende Geschäfte, daß sie im Stande ist, Dividende von 16 pCt. zu zahlen... In der japanestschen Presse wird darauf hingewiesen, daß alle Erfordemisse zum Erfolge im Lande selbst vorhanden seien, wie Rohmaterial an Orr und Stelle, äußerst billige Arbeitskraft... Die meisten Spinnereien arbeiten Tag und Nacht, das heißt, die Arbeiter zerfallen in Tag- und Nachtarbeiter, die, wie Bergleute, miteinander abwechseln. Die Löhne schwanken von 60 Pfennige bis h ö ch st e n s 1,20 M. für den Tag, doch machen die Besiver ihren Arbeitern von Zeit zu Zeit ein kleines, dem erzielten Verdienste angemessenes Geschenk. Streiks und ähnliche Störungen sind gänzlich unbe- kann t. Glückliches Japan, das keine Streiks und— keine Puttkamer'schen Streikerlaß hat! Aber giebt es in Deutschland nicht auch Nachtarbeit in den textilindustriellen Betrieben? Zahlen deutsche Tertilfabriken nicht auch 16 pCt. Dividende? Vattiren die Löhne nicht auch zwischen 60 Pf. und 1,20 M.? Und doch die beiße Sehnsucht nach japanischen Kulis! Kulis treiben eben kerne Politik. Wenigstens vorläufig nicht. In Sachsen stieg die Summe der Jahreseinkommen über 100 000 Mark von 28,8 auf 50,2 Millionen in dem Zeiträume 1880—1886. Der Durchschnittsbetrag dieser Einkommen war pro Jahr und Kopf 236 000 Mark. Das durchschnittliche Jahreseinkommen im allgemeinen auf den Kopf der Bevölkerung dagegen betrug im Jahre 1886 nur 375 Mark. Das heißt, die große Mehrheit des industttell so hochentwickelten sächsischen Staats hatte ein durchaus unzureichendes Einkommen, aber eine Handvoll Großkapitalisten verfügen jeder über Hunderttausende Revenuen jährlich. 576 683 Steuerzahler in Sachsen hatten ein Einkommen nur bis 500 Mark, 222 Steuerzahler ein solches über 100 0 00 Mark. Das eingeschätzte Ein- kommen der ersteren Gruppe betrug 223 685 422 Mark, die 222 Millionäre verfügten über 50,172,133 Mark. Welches Elend kennzeichnen diese paar Ziffem! Die sranzöstsche Flachsindustrie befindet sich im Niedergang. Eine große Anzahl Fabriken haben ihren Betneb eingestellt oder doch beschränkt. Im Jahre 1886 waren irr Vermecil neue Versuche angestellt, bei denen er das Bleioxyd durch Flußlpath und zum Theil Baryum ersetzte. Die aus dieser Mischung ausgeschiedenen Krystalle bilden sich in einer weißen, porösen, leicht zu zerreibenden Masse, die man nur irr einer mit Waffer gefüllten Flasche zu schütteln braucht, um das Loslösen der Krystalle zu bewirken. Das Gelingen der Krystallisation hängt davon ab, daß der für dieselbe erforder- liche Wärmegrad nicht überschritten, aber genau erreicht wird» erst durch lange und mühevolle Versuche ist es gelungen, diesen Wärmegrad zu ermitteln. Herr Cloizeaux erklärte, daß die von Herrn Fremy erzeugten Krystalle nicht nur in ihrer Farbe, ihrem Feuer und ihrer Hätte, sondem auch in ihrer krystallinischen Struktur den echten Rubinen gleich seien. Die Frage der künstlichen Herstellung von Rubinen ist nunmehr als gelöst zu betrachten. Lanolin» jene« an» Kchafwolle gevonnene, milde und tief eindringende Fett, ist eins der Gebrauchs, und Arzneimittel, deren Erfindung sich die allermodernste Wissen- schaft rühmt. In der Kosmetik wird es ja jetzt an allen Ecken und Enden als das Neueste angepriesen. Hinterher stellt sich freilich heraus, daß es bereits im ganzen Alterthum bekannt und zu ähnlichen Zwecken verwandt war. Es führte dott nur den Namen Oesypum(Schafsalbe). Einige Stellen aus Ovid sind besonders charakteristisch. In Buch 3 der„Ära arnat'.ria" spricht der Dichter von den von römischen Damen angewandten Schön- heitsmitteln, tadelt den Gebrauch der Schminke und fährt dann fort:„Was soll ich nun von dem Gebrauch des Oesypum sagen? Denn unangenehm duftet es uns entgegen, wennschon es aus Athen kommt, wo man es aus dem Vließ ungewaschener Schafe gewinnt. In Vers 354 u. ff. der„Rsrnulia arnoria" beschreibt Ovid einen Besuch bei einer römischen Schönen:„Du kannst sie, der Anstand erlaubt es ja, besuchen, wenn sie ibre Kosmetica bereitet und sich das Gesicht schminft. Du wirst bei ihr Pomadentöpfe in tausend Farben finden und sehen, wie sie sich den Busen über und über mit Oesypum salbt. Beim Geruch des Salbemittels möchte man glauben, bei deinem Gastmahl, o Phineus, ,u sein. Oft genug hat sein Geruch mir den Appetit verdorben. Nelozipedisten in der französt/chen Armee find bei dem Generalstab für den Kriegsfall als lleberbringer von De- peschen in Aussicht genommen. Mannschaften der Reserve und Territottalarmee können ihre noch fälligen Dienslleistungen als Velozipedisten bei dem Militärgouvernement Patts auf direkten Antrag bei demselben, wobei sie persönlich mit ihrem Fahrrad antreten müssen, absolviren. Frankreich 6000, 1840 bereits 28 000, 1860 aber 468 360 Spin- dein in der Leinenproduktion thäti�. Aber die billigere Baumwolle hat die Leinwand immer mehr verdrängl, so gut wie die Baumwolle im Haushalt der großen Masse die Wolle verdrängt hat. Die Ursache dieses Umschwungs ist in der rapiden Zunahme der Maffenarmuth zu suchen, die das Volk zur steten Herabsenkung seiner Lebenshaltung zwingt, seine Kaufkraft schwächt und es auf den Gebrauch mindcrwerthiger Surrogate anweist. Nicht mehr Leinwand oder Wolle, sondern Baumwolle: nicht mehr Brot und Fleisch, sondern Kartoffeln; nicht mehr Bier und Wein, sondern Kartoffelschnaps. So offen- bart sich die Herrlichkeit dieser„besten aller möglichen Welten" der arbeitenden Klaffe._ Kleine Mittheilungen. Glbiug, 2. März.(Erstickt�) Heute Morgen wurde die ganze Familie des Arbeiters Karl Seydler hier an Kohlenoxydgas erstickt in ihrer Wohnung vorgefunden. Die Frau athmete noch schwach, der Mann und drei Kinder waren tobt, zwei andere Kinder gaben noch Lebenszeichen von sich, doch wird an ihrem Aufkommen gezweifelt. Der am Abend vorher stark angeheizte Ofen war zu früh geschlossen. SsUttgett, 5. März. Ein schreckliches Bild bot sich diese Nacht einem Arzte dar, welcher um i2 Uhr gerufen wurde. In einem kleinen niedrigen Häuschen sah er beim Eintritt in die enge und schlecht erleuchtete Stube in einer großen Blutlache zwei Menschen liegen. Einer lag auf dem Rücken mit aus- gestreckten Armen und Beinen, und mit gläsemem Blicke stierte er gegen die Zimmerdecke. Eine große klaffende Wunde befand fich an der rechten Halsseite und drei große lange Schnittwun- den hatten die linke Gefichtsseite vom Kopf bis zum Kinn durch- furcht. Er hatte ausgelitten! Der andere lag an dessen linker Seite, zum Theil auf ihm, zusammengekauert auf dem Geficht. -.......'"..... hse.....'' Eine große Schnittwunde hatte dessen linke Achselhöhle durch- schnitten und das roth und blau gestreifte Hemd war von Blut durchttänkt. Bei näherer Untersuchung fand fich, daß der Puls noch schlug, und als er von dm drei anwesenden Nachtwächtern aufgehoben wurde, stieß er die Worte hervor:„Ich bin nicht todt!" Er wurde verbunden und wird wahrscheinlich noch ge- rettet werden. In der Stube stand auf einem kleinen Tische eine leere Flasche nebst Glas; ein Soiel Karten lag darauf zerstreut, und eine kleine Petroleumlampe mit zerbrochenem rußigem Zylinder erhellte spärlich das dumpfe Gemach. Neben der Leiche stand halb bekleidet und stieren Blickes die Frau des Ge- tödteten. Der auf der Dachstube wohnende Eigenthümer des Häuschens hatte die im Erdgeschoß wohnenden Micther mit einem Brotmesser angegriffen und fich dann der Polizei gestellt. Zürich, 3. März. Infolge des fortdauernden Schnee- wetters kommen in der Schweiz täglich furchtbare Lawinenstürze vor. Die„N. Z. Z." bringt folgende Zusammenstellung von Unglücksfällen: Im Thal Entremont und bei Äourg Saint Pierre verursachten große Lawinen erheblichen Schaden an Ge- bänden, unterbrachen die Telegraphenleitung und tödteten mehrere Stück Vieh. Die Bevölkerung erwartet mit Besorgniß weitere Lawinenstürze.— Im Collathale wurde ein älterer Mann mit seinem Sohne, während fie im Stall das Vieh besorgten, sammt Vieh und Stall von einer Lawine erdrückt.— In Giornico iTesfin) begrub eine herunterstürzende Schncemasse ein 22 jähr. Mädchen und ein lOjähr. Kind, alle Hilfe kam zu spät.— In Mesvcco(Misoxerthal) bat der Lustdruck einer Lawine, die unmittelbar neben dem Dorfe niederging, an einer ganzen Anzahl von Häusern die Wände eingedrückt. In Lugano und dessen Umgebung wurden mehrere Dächer durch die auf ihnen liegende Schneelast eingedrückt. Die Gemeinde Selma im Calancathale ist gänzlich im Schnee begraben; nur der Kirchthurm ragt noch aus der weißen Fläche vor.'Glücklicherweise haben fich sämmttiche Bewohner des Dorfes retten können; aber der Schaden, den diese armen Leute an Haus und Habe erlei- den, ist für fie ungeheuer.— Aus Brig wird unterm 1. März geschrieben: Der letzten Freitag, Samstag und Sonntag in den südlichen Ouerthälern des Obcrwallis in unglaublicher gefallene Schnee hat in verschiedenen Orten großes Unglüii> ursacht. Der Schnee liegt heute noch in Zermatt, Saas im oberen Theile des Rhonethales 2& bis 3 Meter bock- � Lawinen, die dadurch entstehen, find von einer MädW wie nie seit Menschengedenken; solche find gefallen an W die sonst als lawinenungefährlich galten. Ber Grengiols,** Moereli, hat eine solche"elf Firsten, datunter zwei Häuser, Personen blieben todt. Das gerissen. Zwei Personen blieben todt. Das kleine D Wildi bei Randau im Zermatterthal wurde total versi 30 Firsten wurden zerstört, zwei Brüder Truffer, mit_ vierzig Stück Vieh gingen zu Grunde. Im Dorfe S«° Grund zerstörte eine Lawine mehrere Häuser und beb arg die Kirche, auch in Saas-Eisten blieben zwei Frauen Der Telegraphen- und Straßenverkehr ist heute noch l' unterbrochen. Das Binnthal ist seit dem 16. Februar übrigen Welt abgeschnitten. Gewaltige Schneemassen winen verhindern jeden Verkehr. Man ist in großer Best über das Schicksal der Thaleinwohner. Der Postverkehr den Simplonpaß ist seit dem 21. Februar gänzlich unter! ein einziges Mal konnte die Post mit unsäglicher Mühe Dorf Simplon gelangen. Die am 24. Morgens abgehen! blieb drei Tage im Schutzhaus Nr. 2 blokirt, bis fie dl Schneearbeiter befreit wurde. Uew-Nork, 22. Februar.(Feuersbrünste.) Gestern gen ist in Hoboken Gantzbcrg's„Theatte Comique", ein gebäude, niedergebrannt. Bei dem Versuche, sich zu sprang der Musiker Otto Labes aus dem Fenster und I fort todt, während ein Sohn Gantzbcrg's, der 12jährige an den erhaltenen Brandwunden nach einigen Stunden Der Schaden wird auf 40 000 Doll. geschätzt. Tie spielcr, Musiker k. haben ihre ganze Habe eingebüßt. dieselbe Zeit brannte in Jersey City die Lorillard'iche fabrik nieder, wodurch etwa 1000 Mädchen und Manna einige Tage arbeitslos wurden. 58. . 55. Si *ni Tische •RjBtonf oi Dn Abg. K � Bericht d< Zunächst ftel Auslegung d 1, betr. die E I m Elsaß L vtaatsseketc Agende Gest politischer! ng zweier 1 lngen in K ■arM die Bestr Ew tc Presse find und i 111 de g ix jou "p 4 quatre i'b." Da! Theater. Donnerstag, den 8. März. «psratza»». Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburl Sch rnspiethans. Die Weisheit Salomo's. Keusche» Theater. Die' berühmte Frau Mall»»»- Theater. Durand und Durand. Geatrat-Theater. Die Himmelsleiter. erteArtch- Mithelmstadtische» Theater. Die Dreizehn. Kiktaria-Theater. Die Reise um die Well in SO Tagen. vit««>»TH»ater. Dr. Faust's Zauberkäppchen. «eftveMl-Theater. Francillon. i?»Ue«rIt«»re-Thrat»r. Drei Paar Schuhe. Alalhalla-Thrater. Der Herrgottschniyer von Ammergau. iMaerieax-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. «mifMit«!»» UariStS. Spezialitäten- Vorstellung. Koadordia» Theater. Spezialitäten- Vor- stelluna. Theater de» Reichshalle». Vorstellung. Spezialitäten- KmizWlisihrz%nkr. Alexander-Straße 40— Kurze Straße 6. Große /cst-Vorftcliuvg. Zur Feier des 40jährigen Schauspieler-Jublläums für den Oberregisseur Herrn Carl Karutz. Boplincr Stadt-Theater Wallnertheaterstraße 15. Aonuertkag, de« 8. März er. Benefiz für Herrn Feuerstein DikGksä-gnijscdtsLolivre ober: Der Thurm von Nesle. Schauspiel in 3 Allen nach dem Französtschen des Gaillardes. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert von Th. Franke. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. Wscullädtisches Cheattr. resdenerstr. 72. Direllion: Adolph Ernst. Zum 17�8. 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Oper:„Der Trom- veter von Sällingen"; gesungen von Herrn Oberhäuser. Der Zigeuner, mit Herrn Vollmer. Di» letzte Fahrt. Liederspiel mit Gesang, mit Hrn. K a r u tz. Honnabeed: Gastspiel des Großherzogl. Hof- schauspielers Herrn Heinrich Fischbach, Gesangskomiker. Sonntag: Nachmittag»- Hiudervostellung. Zum letzten Male: Hans im Glück. Gesangsposse in 4 Akten von Leon Treptow. Kouplets von G. Görß. Musik von G. Steffens und Franz Roth Lisi: Berta Fe dau. Hedwig: Olga Dwopak. Asta: Clara Helmer. Liese: Rosa Lid. Felix: Hugo Hasekerl. Franzi: Adolph Krat«. Mar: Paul Barthold. Stöpsel: Dir. Adolph Ernst Ansang Uhr. Im 4. All:_ Ür Francillon Parodie,'MV vorgetragen von Kerta Felda« und Dir. Ad. «rn». Am 6. d. M., Morgens 8& Uhr, verschied nach zweitägigem Krankenlager unsere geliebte Frau und Mutter Vmi'ie Schönian. Beerdigung ! vom Trauerhaus, Schwedenstr. 15 a, Uhr. 1 517] Die Hinterbliebenen: Heinrich Schönian, Gastwirth. Passage 1 Tr. 9 M.- 10 A. Kaiser-Panorama. 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Dt» Hier»« ein� blicher 5» ! U nftlA' it, Saai' ter W- t Mächbl m an r nfliols,' .S% toi versche k 58. nd beW Frauai ivch theil» bruar# offen uni Set Bes°Ä ftoerfrl»» untetbflg Mühe U baehen! sie Di Beilage zum Berliner Volksblatt. Donnerstag, den 8. Mär; 1888. P arlamerttsberichte. gmifäftv Reieiistag. GesternZ e", ein' » und ob 2jährige> ötundca.! Tie ebüßt.; rd'iche'. i Mann«' Eni 1887." ■HK m hrrtg»� nomm*j «K-. � _ 65. Sitzung vom 7. März. 1 Uhr. "nt Tische des Bundesraths: von Boetticher� '»Bronsart.v. Ichellina, Graf Lerchenfeld� Ter Abg. Kobli ist in das Haus eingetreten. Eingegangen °er Bericht der Reichsschulden konimijsion. Zunächst steht zur ersten Berathung der Gesetzentwurf über Auslegung des Artikels I des Gesetzes vom 30. August betr. die Einführung des Strafgesetzbuchs für das Deutsche \m Elsaß Lothringen. iotaatssekretär in Elsaß-Lothringen v. puttlramer: Der Wnbe Gesetzentwurf beruht auf Erwägungen rechtlicher politischer Ziatur. Es handelt sich um die Frage der tzg zweier Gesetze, die zur Zeit der Annexion in Elsaß- lugen in Kraft waren. Das ältere aus dem Jahre 1822 t die Bestrafung und Verfolgung von Vergehen, welche die Presse oder auf anderem Wege öffentlich begangen a sind und bestimmt:„seront punis d'un emprisonue- 11 de aix jonrs ä deux ans. et d'une amende de seize qnatre mille frantB, tous cris seditieux pnbliquement de" Das zweite vom Jahre 1848, dessen That- d bereits in dem von 1622 enthalten war, bestraft das gesetzlich nicht gestatteter äußerer Zeichen und stellung und den Verkauf von Gegenständen, welche als >ole aufgefaßt werden, geeignet den Geist des Aufruhrs zu neu. Ich merke dabei, daß unser„aufrührerisch" und itieux" sich nicht völlig decken. Als wir das deutsche strafgeseybuch in Elsaß- Lothringen einführten, setzten Wetzlich fest, daß namentlich hier besondere Vorschriften masbare Verletzungen der Preßpolizeigesetze, wie sie in Lothringen bestanden, in Kraft bleiben sollten. Es fragte nun. ob die beiden oben erwähnten Gesetze unter diese Aus fallen sollten oder nicht. Die Jndikatur der elsaß lischen Gerichte bat fich für die Aufrechterhaltung und ieltung dieser Gesetze ausgesprochen. Sie sind unbe- angewendet worden, nachdem auch das Reichsgericht in T nicht veröffentlichten— Urtheil vom 11. Dezember bmffchtlich des zweiten Gesetzes sich für die bejahende ung ausgesprochen hatte. Aus dem Wortlaut sowohl wie oer Entstehungsgeschichte beider Artikel folgert die be °e Rechtsübung, daß das, was hier unter Strafe gestellt .um mit den franzöffschen Juristen zu reden, nur„>e lait ..b. b. bnfi �nrbnnhMifpfn pmpß iTnnfhpftrmbp� bildet, wel- Met«� s# In# t em W ii paratuk� -»orau �kwußtsein, daß ihre Handlungen möglicher Weise den 'Mand gegen die Staatsgewalt hervorrufen, den Geist des verbreiten, den öffentlichen Frieden stören könnten. �Artikel verlangen zu ihrer Anwendung nicht, daß ein der- lm,?, Erfolg vom Thäter auch gewollt sei. Die in den obigen enthaltenen Vorschriften sind somit wesentlich präven- »sizeilicher Natur. Ihre Thatbestände nähern sich dem- Fes groben Unfugs und können als besonders qualisizirte "lere Melden bezeichnet werden. Auf dem polizeilichen Ge- Oprv»irr"----- c—.?. CT1------- 5 irgend einer Richtung theilweise Regelung erfahren 8er den Beratbungen des Gesetzes von 1822 in der m?en Pairskammer wurde ausdrücklich anerkannt, daß T* jener Vorschrift die Aufrechterhaltung des Frredens '~. Und auch aus der neueren fran- hervor, daß diese Bestimmung einen ifwnoit*-WU.U..H u.. sich trage. So_ hatten die elsaß- k,F''4en Gerichte das Recht oder wemgstens chre guten % w' diese beiden Gesetze als weiter gellend anzusehen. In f�uge fiel nun ein Erkenutniß des Reichsgenchts vom 1887 und vom 20. Februar 1888, welches beide F:lL!Ut aufgehoben erklärte, sich darauf stützend, daß das »•fditieux" gleichwie der esprit de rebellion auf den . luJniH 77. oiciuiiüic vvi x vv" % 2 des Theiles 2 des Strafgesetzbuches„Widerstand �«�Staatsgewalt" hinweisen, dieser Verbrechensbegnff aer Reichsgesetzgr bung umfassend und jede pattikulare �umschließend geregelt sei. Sowohl nach meiner Auf- m .Ä verboten.) Postlagernd. Humoreske von Rudolf Eckert. ?ein Leitartikel war beendet. und nun noch den üblichen Redaktionsstern davor \ damit die Leute auch wissen, daß ich, Friedrich Leh- W verantwortliche Leiter des Blattes, den Arttkel ge- S habe und damit mein liebenswürdiger Kollege von «q Ederen Moniteur unseres Städtchens auch weiß, wer diäter dieses Geisteskindes ist, und dann wollen wrr � gethaner Arbeit in aller Gemüthsruhe eine Cigarre Isiß," schallt es aus dem Nebenzimmer. denn mein Schatz?" antworte ich in süßestem "ßjß Du fertig?" den habe ich den letzten Federsttich gethan." '#ft Du einen Augenblick für mich Zeit?" ffemiß, Tausende!" Ickten r JS�tte duftete prächtig, die leichten stch zur Decke empor jethnno,. ar.ii.u ieaum Ringe es"giebt nichts Schöneres, ' sthun die Zeit da- en. Und wenn man dann noch ein herziges Änir.-�en hat, tauscht man selbst mit Polykrates, dem �uz. mcht. ia �eihaner Arbeit in süßem Nichtsthun die . m.»- nrcht. i%e7 q'esem Gedankengang unterbrach mich plötzlich ein Fxe 5.-1° enkopf, der zwischen meine Rauchrinqe und eitlen Fv'ereien fuhr. Im nächsten Augenblick" fühlte C ttibto'H'e" süßen Odem und ein warmes Lrppen- dtem»Fus den meinen. Ich hatte gar nicht bemerkt, W„Et tieine8 Frauchen eingetreten war. VT" m Staatstoilette?" begann tch jetzt, nach- "\neu gewonnen, sie zu mustern. Oetniw..Y...• ,9Sit Lewiß, wir gehen ja heut in's Theater!" ' iviie um Rolle verdauen müssen, um sie nach faffung und nach der Auffassung sämmtlicher Gerichte in Elsaß Lothringen ist das frühere Urthell des Reichsgenchts das rich tige. Es kann jedoch nicht meine Absicht sein, in dieser politischen Versammlung in eine Rechtsfrage einzutreten, ob das größere Recht in der neueren oder früheren EntscheiduM des Reichsgenchts vorhanden sei. Ich konstattre nur die Rechts- u isich. rheit, die in Elsuß-Lotdringen durch dies neue Urtheil herbeigeführt worden ist. Diese Rechtsunsicherheit, welche da durch noch vergrößert wird, daß die Landgerichte hierbei unge achtet der Reichsgerichts, Entscheidungen an ihrer früheren Auf faffung festhalten, läßt eine authentische Interpretation dringend wünschenswerth und geradezu nothwendig erscheinen. Wie auch das theoretische Urtheil über die Rechtsfrage lauten möge, gewiß ist, daß die Aufrechterhaltung jener Strafbestim- mung durch die Rücksicht auf die Sicherheit des öffentlichen Rechtszustandes im Lande schlechthin erforderlich ist. Es handelt sich hier um weittragende Interessen der öffentlichen Ruhe und Ordnung. Es würde eine böse Rückwirkung auf die Stimmum der Bevölkerung ausüben, wenn man diese Gesetze, welche sei langen Jahren in Geltung find, nun mit einem Male in den Hintergrund treten ließe. In Zeiten politischer Erregung, wo von Frankreich ein Geist des Wiederstandes und der Auf- lehnung gegen die Einverleibung Elsaß-Lothringens in das Reich genährt wird, werden wir solche gesetzlichen Bestimmungen noch weniger entbehren können, welche eine Garantie für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Ruhe bilden. Ich bitte den Reichstag, diesen politischen Gesichtspunkt zu er- wägen und diese Waffe, welche wir nicht entbehren können, nicht zu zerbrechen. Abg. Träger(dfr.): Es ist merkwürdig, daß die ver- kündeten Regierung einen so wichtigen Gesetzentwurf kurz vor Schluß der Session vorlegen, obwohl doch das fragliche Reichs- gerichtserkenntniß. welches den Anstoß zur Vorlage gegeben hat, bereits im November v. I. ergangen ist. Im Plenum können wir diese Materie nickt ruhig und reiflich erwägen und ich beantrage deshalb, die Vorlage einer Kommission von 14 Mitgliedern zu überweisen. Ich gebe zu, daß, wenn die Dinge so weiter gehen, eine bedenkliche Rechtsunficherheit in Elsaß-Lothringen entstehen könnte. Es würden dann diejenigen, welche gegen die Entscheidungen der Landgerichte remcdiren, nachträglich freigesprochen werden,'die anderen aber verurtherlt bleiben. Sonderbar bleibt es immerhin, daß die Regierungen in diesem Falle ein Reichsgerichtserlenntniß angreifen, während sie bei der Verschärfung des Sozialistengesetzes sich im wesent- lichen auf die Judikatur desselben Gerichtshofes stützen. Die Frage ist nun die, ob. wenn das Reichsgericht Recht dehielte, also jene französischen Bestimmungen wirklich aufgehoben würden, die fraglichen Strafthaten straflos bleiben würden. Ich glaube, diese Frage verneinen zu müssen. Sieht man sich die Straf- thaten, welche hier getroffen werden sollen, näher an, so sind sie Uebertretungen im Sinne unseres Strafgesetzbuches. Auf den Dolus des Handelnden soll es ja, nach der Ansicht der Regierungen, nicht ankommen, und das ist der Charatter einer Uebertretung auch bei uns. Auf- rührcrische Rufe, das Tragen von Abzeichen, die Aus- stellung und der Verkauf derselben sind Uebertretungen im Sinne des groben Unfugs. Der grobe Unfug betrifft nur die äußere Erscheinung, die äußere Wirkung, den Lärm. Ob Jemand Nachts ruft oder brüllt:„Es lebe die Republik!" oder„Schlaf' wohl, süßes Liebchen", war früher bei unS nach dem Gesetz gleichgiltig; jetzt nimmt man bei der Auslegung des Gesetzes auch auf den Inhalt Rücksicht, und was die Abzeichen betrifft, so ist es in allen auf ihre Sicherheit bedachten Ländern, na mentlick in Sachsen, möglich gewesen, auf Grund des Groben Unfug-Paragraphen das Tragen rother Bänder u. vgl. zu be strafen. Tie in Elsaß- Lothringen bestehenden Strafen bis zu 1000 Fr. und 2 Jahren Gefängniß scheinen mir doch sehr exorbitant zu sein. Das bayensche Polizei-Sttafgesetzbuck, auf welches in den Motiven exemplifizirt ist, kennt nur 4 Wochen Gefängniß. Wir könnten mit unserem Strafgesetzbuch auch in Elsaß- Lothnngen sehr gut auskommen. Ich bedaure sehr, daß keiner der Herren aus dem Elsaß hier ist, namentlich Herr Petri nickt, der sich so warm gegen Polizeimaßregeln ausgesprochen hat. Es ist charakteristisch, daß zahlreiche Bestrafungen gerade während der letzten Wahlen vorgekommen find. War es bei dem blinden Kriegslärm zu verwundern, wenn die Elsässer in übel- bedachter Begeisterung„Vivo la France" riefen? So Art der Wiederkäuer am anderen Morgen in Form einer glücklicherweise meist recht kurzen sogenannten„Besprechung" meinem gequälten inneren Menschen und dem Publikum noch einmal vorzusetzen. Und nun muß sie gerade heute noch auf den Einfall kommen, ins Theater gehen zu wollen, wo ich die Billets einem meiner Kollegen gegeben habe, der den„Genuß" seltener hat, da er nicht ständiger Theater-Referent ist._,, „Nun Du weißt doch, heute sind die plattdeutschen Schauspieler unter der Direktion von G. hier," beginnt sie aufs Neue und ihre kleine weiße Hand gleitet über meinen Scheitel weich und schmeichelnd. „Ach so, die die Stücke so zerfetzen und zerstreichen, daß man die Fragmente in seinem Hirn kaum selber wieder ichtig zusammenbauen kann." „Aber lieber Mann, sie sprechen so nett platt, und was sie reden, ist mir ganz gleich, wenns nur zum £a�Na"ia, so sind die Frauen! Aber Kind, wer wird seine Blößen der Oberflächlichkeit so offen zu Tage treten � 3hte Lippen schürzten sich zu einem Schmollen. „Du hast nur immer Moral zu predigen, mir gefallen sie nun einmal und ich möchte sie gern sehen." Natürlich sie ist ja erst so kurze Zeit Frau Redakteuse, sie hat das Martyrium des gezwungenen Sichvergnügens noch nicht bis zur Neige durchgekostet ,Nun gut, so sende Karolme nach der Theaterkaffe und laffe die Redactionsbillets holen" Das hätte ich doch nicht sagen sollen! Wahrend der Kttchenpage davoneilt, kleidet sie sich vollends an. Das böse Gewissen begann sich in mir zu regen, wenn Karoline nun zurückkam mit der Botschaft, die Billets seien von meinem Kollegen, der eine ganz passabel niedliche Schwester hat, abgeholt, und die Botschaft traf sie unvorbereitet! Sie ist leicht nervös, ist entsetzlich eifersüchtig, das Schlimmste könnte passiren!— A bah, erne halbe Stunde ruhigen killen Friedens habe ich mit dieser kleinen Nothlüge doch zewonnen und dann— allzuschlimm wird's eben auch nicht werden! rigorose Bestimmungen können nicht dazu dienen, den Frie- den in Elsaß-Lothringen aufrecht zu erhalten, an dem wir doch Alle ein Jntereffe haben.(Beifall links.) Abg. Kiefer(natl.): Verweisen wir den Gesetzentwurf an eine Kommission, so kommt überhaupt kein Gesetz zu Stande, was im höchsten Grade zu bedauern wäre. Das Reichsgericht scheint anzunehmen, daß die Strafthaten, um welche es flch hier handelt, unter den Begriff des Widerstandes gegen die Staats- gemalt und also unter das Reichsstrafgesetzbuch fallen. Das ist aber gar nicht der Fall. Rufe wie„Viva la France" find solche, welche die Gefahr einer Störung der öffeuUichen Ord- nung herbeiführen können, und da ist zuzugeben, daß es nicht zweckmäßig wäre, auf den Groben- Unfugs- Para- graphen zurückzugehen, wenn Gesetze vorhanden find, welche die nöthigen Handhaben geben. Sollen wirklich aufrührerische Dinge bestraft werden, so können die Strafen in Elsaß- Lothringen nicht hoch genug sein. In politisch aufgeregten Zeiten brauchen wir polizeiliche Präventivmaßregeln und nicht bloße Ucbettretungssttafen. Würden wir uns der Anficht des Reichsgenchts anschließen, so würde dadurch eine Recktsunficher- heil im ganzen Deutschen Reiche herbeigeführt werden, denn wir haben in Bayern und Baden ganz ähnliche Bestimmungen wie in den französischen Gesetzen. Ich bitte Sie, gegen die Kommisstonsverweisung zu stimmen.(Beifall bei den National- liberalen.) Abg. Hartman»: Die Regierung in Elsaß-Lothringen hat in Rücksichl auf die Verurtheilten, gegen die der Strafvollzug aussteht oder noch nicht beendet ist, ein dringendes Interesse daran, möglichst bald zu wissen, ob die Bestimmungen Geltung baden sollen oder nicht. Der Vorwurf gegen die verbündeten Regierungen, daß der Gesetzentwurf nicht zeitiger eingebracht worden sei, ist unbegründet. Das Reichsgerichtserlenntniß, das zu der Novelle den Anstoß gegeben, ist erst im'November v. I. ergangen, und dann war abzuwarten, ob das Reichsgericht bei dieser Rechtsprechung verharren würde. Die Sache ist aber auch an sich sehr einfach. Wir haben auf die an uns gerichtete Frage, ob jene Bestimmungen noch zu Recht bestehen, nur mit Ja oder Nein zu antworten; zu einer Amendirung ist gar kein Raum. Für die Bejahung der Frage spricht, daß in langer Praxis die Gerichte in Elsaß-Lothringen übereinstimmend die Giltigkeit angenommen haben, und ebenso hat im Jahre 187@ auch das Reichsgericht entschieden. Es kann dann leicht der Fall eintreten, daß, trotz der jüngsten Reichsgerichtsentschei» dung vom November v. I., die Gerichte in Elsaß-Lolhrin- gen bei ihrer Meinung beharren und auf Grund jener französischen Gesetze veruttheilen, wie dies das Straß- burger Landgericht bereits gethan hat, das Reichsgericht würde dann diese Uttheile nur soweit aufzuheben in Vre Lage kom- wen, als ein Revisionsgrund vorliegt. Wegen desselben Ver- gehens würde hiernach der eine Angeklagte bestraft, der andere freigesprochen werden können. Das ist ein unerträglicher Zu- stand, der im Wege der Gesetzgebung beseitigt werden muß. Gehen die Gerichte aber auf die Ansicht des Reichsgerichts ein, dann ist der Regierung in Elsaß-Lothringen eine werthvolle Waffe entwunden. Mit dem Paragraphen über groben Unfug, sc» dehnbar er ist, kommt man bei den abnormen Verhältnissen im Reichslande nicht aus. Es kommen staatsgefährliche Dinge vor, die unter diesen Paragraph nicht gebracht werden können. Ueber groben Unfug haben ferner in erster Linie die Schöffengerichte zu urlheilen! und wie diese im Reichslande den Paragraphen in politischen Fragen handhaben würden, beantwortet sich von selbst. Die Regierungsvorlage hat also die Kontinuität der Rechtssprechung für sich, und den Umstand, daß die schneidigen Waffen, die in jenen Paragraphen gegeben find, nicht entbehrt. werden können. Wir werden deshalb auch ohne Kommisfions- berathung für die Vorlage stimmen. Der Antrag Träger auf Kommisfionsberathung wird abge- lehnt, die zweite Berathung wird also ohne weiteres im Plenum erfolgen. Die Gesetzentwürfe, betr. den Reingewinn aus kriegs- geschichtlichen Werken des großen Generalstabes, und betreffend die Ausführung der am 9. September 1886 zu Bern abgeschlossenen Ucbereinkunft wegen Bildung eines internationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst —'Nr. 193 der Drucksachen—, werden ohne Debatte in erster und zweiter Berathung erledigt. Es folgt die erste Berathung eines Nachttagsetats zum Ich hätte meine Frau doch besser kennen sollen! Die Ruhe war theuer erkauft, das Gewitter, als Karoline mit billetleeren Händen zurückkam, war ein schweres und heftiges. Mein klein Evchen begann sich als Frau Chefin zu fühlen, sie wollte sich das Recht der Erstwahl im Theater- besuch mcht nehmen lassen, und da haben wir's, nun wird sie auch noch eifersüchtig! „Natürlich, das hochnäsige Fräulein Schwester Deines superklugen Kollegen steht Dir näher als Deine Frau!" „Aber, Kind, ich kenne sie ja kaum, ein paar Mal, wenn sie Herrn Müller das Frühstück brachte—" „Natürlich zu ihm kommt sie, und Dir gelten wahr- scheinlich ihre Besuche! Oh ich arme unglückliche Frau!" Da lag sie in der Sophaecke und weinte bitterlich. „Na, höre Eva, nun habe ich Deine kindischen Be- schuldigungen aber satt, ich habe die Billets für heute weg- gegeben und kann sie nun nicht zurückholen lassen, willst Du durchaus ins Theater gehen, kauf Dir einen andern Platz, aber dann geh allein, ich geh' nicht mit." »Zch will aber nicht auf andere Plätze gehen, ich will gegen jene nicht nachstehen, ich will ihnen nicht weichen\" „Dann wirst Du wohl zu Haus bleiben müssen." „Ich will aber nicht zu Haus bleiben." In dieser reizenden Zwickmühle ging es noch eine ganze Zeit lang fort, bis mir das Rollen des häuslichen Ge- witterdonners ,u arg wurde und ich schließlich Hut und Stock nahm und ihr im Hinausgehen erklärte, entweder sie müsse sich fügen oder— „Aus dem Haus gehen!" ergänzte sie ganz richtig meine Gedanken. „Das sollst Du mir nicht zweimal gesagt haben!" hörte ich noch ihre zornbebende Stimme, dann umfing mich die kühle frische Abendluft. Das ernüchtert. Es bringt das tosende Blut wieder zur Ruhe. DaS hatte ich ihr doch nicht sagen sollen. Und wenn chS auch nicht gesagt habe, so habe ichs doch gedacht. Sc» zhilosophirte ich aus meinem nächtlichen Spaziergange. Sie ist Waise, reich mit Glücksgütern hat uns der Himmel beide nicht gesegnet. Wo soll sie hin? Zu dem Onkel? Jetzt schon nach kaum einjähriger Ehe? Sie ist hitzig und Etat für 1888 89(Aufnahme einer Anleihe für militärische Eisenbahnen)-! Abg. v. Kemtigse»: Mit Rücksicht auf die Bedeutung der Vorlage, bei welcher es sich um eine Summe von 18 Millionen Mark handelt, beantrage ich, dieselbe der Budgetkommisfion, und zwar zur schleunigen Prüfung und Berichterstattung zu überweisen. Abg. Kchrade»: Dem Antrage, daß eine so umfassende Vorlage in der Kommission vorberatben wird, wird von keiner Seite widersprochen werden können. Es ist dies nothwendig auch deshalb, weil die Motivirung unvollständig und darauf derechnet ist, in der Kommission ihre Erweiterung namentlich dahin zu erfahren, warum gerade diese Eisenbahnlinien vervoll- ständig! werden sollen. Ich enthalte mich, auf Einzelheiten weiter einzugehen, und will nur bemerken, daß das, was ich vorher- gesagt habe, sich erfüllt hat. Als im vorigen Fahre die Bewilligung für den Ausbau der Eisenbahnen in Süddeutsch- land hier ausgesprochen wurde, wurde von allen Seiten ange- nommen, daß es sich um einen außergewöhnlichen Fall handele, der nicht wiederkehren werde. Wir waren aber schon damals der Meinung, daß diesem ersten Schritt andere folgen werden. Dagegen wird sich nun nichts thun lassen. Der erste Schritt ist da, die anderen folgen nach. Der Nachtragsetat geht an die Budgetkommisfion. Die beiden auf die Wahl des Abg. v. Kulmiz bezüglichen Anträge des Abg. Rickert, die gestern nur handschriftlich vor- lagen, werden, nachdem sie gedruckt sind, in nochmaliger Ad- stimmung von dem Hause angenommen. Es folgt die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- findenden Gerichtsverhandlungen. In der Generaldiskussion nimmt das Wort Abg. Singer: Dieses Gesetz, welches das Fundament un- serer Jultizpflege in einschneidender Weise alterirt, wird durch die nationalliberale Partei unterstützt, und sie wird von dem Volke später dafür verantwortlich gemacht werden. Daß die Konserva- tiven die Selbstbestimmung des Volkes einschränken und die Re- aierungegewalt kräftigen, sind wir gewohnt. Aber daß eine Partei, die die Oeffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen noch vor einigen Jahren als eines der ersten Pallavicn empfohlen hat, jetzt daran geht, diese Eigenschaft des konstitutionellen Staates abzubröckeln, dafür wird von ihr Rechenschaft gefordert werden. Die Nationalliberalen geben dieses Recht preis, ohne dafür Gründe anzugeben. Es ist der gradezu unerhörte Versuch ge- macht worden, die wahren Gründe dem Reichstage zu verHeim- lichen. Es sind nur vertrauliche Mittherlungen in der Kom- Mission gegeben und den Mitgliedern derselben zur Pflicht ge- macht worden, sie nicht zur Kcnntniß des Reichstags und Landes zu bringen. Dies spricht deutlich dafür, daß die Gründe, die äußerlich gemacht worden find, den eigentlichen Gründen nicht entsprechen. Die Aeußerung des Geh. Raths Kayser in der Kommission, daß es nicht wunschenswertb sei, daß ein Kriminalpolizeibeamter seine Aussagen in öffentlicher Gerichtsocr Handlung mache, weil er dann als geheimer Polizist nicht mehr zu verwenden sei, sowie die Erklärung, daß auch die innere Sicherheit des Staates mit dem Gesetz geschützt werden solle, beweisen, daß die Meinung, es handele sich hier nur um Landes- und Hochvcrraths- Prozesse, nicht zutrifft. Die Tendenz des Gesetzes richtet sich wesentlich gegen die sozialdemokratische Partei. In der ersten Zeit des Bestehens des Sozialistengesetzes hat man geglaubt, damit alles todt machen zu können, was den Bestrebungen der herrschenden Klassen Widerstand leiste. Nach- dem die Wahlen den Beweis geliefert, daß dieses Gesetz nicht geeignet sei, die Sozialisten zu vernichten, hat man angefangen, zu dem gemeinen Recht zurückzukehren und hat auf dieses die Anklagen gegen die Sozialisten gestützt. Dabei ist nun zum Vorschein gekommen, daß die Oeffentlichkeit der Gerichtsver- Handlungen recht unbequem ist. Um die Anklagen zu erheben, die darauf gerichtet find, nachzuweisen, daß in meiner Partei eine straf- bare geheime Verbindung besteht, mußte man zu Mitteln, die der Oeffentlichkeit nicht bekannt werden sollen, greifen. Diese Pro- zesse haben ihre Basis auf Aussagen von Geheimpolizisten ge- fundcn, die ihrerseits sich auf Aussagen von Vertrauenspersonen bezogen, welche nicht genannt werden durften. Zu Gunsten dieser Geheimpolizisten, von denen Fürst v. Bismarck einst be- hauptete, daß sie lügen und trügen in unverantwortlicher Weise, wird die Einschränkung der Oeffentlichkeit gehandhabt werden. Man hätte deshalb der Vorlage vielleicht die Ueberschrist geben sollen: Gesetz, betreffend den Schutz der Nicht- gentlemen. Für die Polizeiagenten bildet die Vorlage einen Wall, welcher sie ohne die Möglichkeit einer Kontrole befähigt, ihr buntes Treiben fortzusetzen und durch ihre Aussagen Leute ins Unglück zu stürzen. Die Agenten der Polizei haben natürlich das Bestreben, ihren Vorgesetzten recht wichtige Mittheilungen zu machen. Wenn sie diese Aussagen dann vor Gericht als Zeugen bestätigen sollen, so kommen sie entweder in die Lage, dieselben als Lüge und Uebertreibungen zu bezeichnen, ___. oder, um ihre Stellung zu behaupten, sie zu beschwören. Durch diese Vorlage wird nun den fahrlässigen Falscheiven und den Mein- eiden Thür und Thor geöffnet. In dem letzten Berliner Sozia- heftig. Der Mann sollte doch der verständigere sein. Und zumal ich, als Redakteur, der nie unbedacht handeln sollte. „Das war kein Heldenstück Octavio!" mit diesem klassischen Schlußsatz machte ich Kehrt, um nach Haus zurückzukehren. Sie war nach dem Theater, meldete Karoline. Soll ich sie abholen? Nein, sie hat ihren Trotzkopf aufgesetzt, Friedrich Lehfeld, setze Du nun den Deinigen auf, Karoliae wurde ins Theater deputirt, ich selbst erschien wie der steinerne Gast im Don Juan seit Jahresfrist wieder zum ersten Mal am Stammtisch. Das Bier war schlecht. Die freie Kost der Stammtischgespräche, deren ich entwöhnt war, mundete mir nicht viel besser, aber ich blieb. Als ich gegen 11 Uhr heimkehrte, lag Evchen bereits in ihrem molligen Lager. Meinen guten Abend, den ich ihr bot, erwidert sie nicht. Sie thut, als ob sie schlafe. Sie versteht vorzüglich, sich zu verstellen. Am anderen Morgen dieselbe Geschichte, sie schweigt beharrlich. Sie muß schwer beleidigt se n. Kannst Du Moltke kopiren, dachte ich, so kann ich's auch. Schweigend nahmen wir unser Frühstück ein, bei Tisch scheute sich der Trotzkopf sogar nicht, sich in einem separaten Zimmer serviren zu lassen. Jugend will austoben, re- sumirte ich. Der Tag war grauenhaft langweilig. Schließlich ging ich wieder in das Wirlhshaus. Bei der Rückkehr sehe ich, daß mein Schreibpult ge- öffnet und die Schreibplatte ausgezogen ist, daran hat Je- mand geschrieben. Da auf einer Zeitungsunterlage hat schön Evchen auch probirt, ob die Feder gut schreibt. „Eine junge— Frau"— lese ich aus den Schnörkeln, mit denen sie das Geschriebene wieder zu verdecken gesucht hat, heraus, da steht noch„sucht". Run bin ich schon klug. Sie will fort. Aber jetzt um keinen Preis nachgeben, Fritz, sei stark, sei ein Mann. Laß das Herz nicht mit dem Verstände abgaloppiren. Soll die erste Kur wirken, muß sie radikal und gründ- lich sein. Es bedarf der Aufbietung meiner ganzen Kräfte, um nicht wieder weich und versöhnlich zu erscheinen. listenprozeß hat der Kriminalkommissar Bodungen von einem Angeklagten ausgesagt, daß er seit 3 Jahren dem sozialistischen Zentralkomitee angehöre. Am anderen Tage erklärte er, es sei ein Jrrthum gewesen, derselbe habe nur einigen Sitzungen des Komitees beigewohnt. Würde dieser Beamte wohl gew llt ge- wescn sein, den Jrrthum zu rektisiziren, wenn die Möglichkeit der öffentlichen Kontrole nicht bestände? Würden diese Aus- sagen überhaupt mit dem Maße von Ueberlegung gemacht werden, wenn nicht durch die Verhandlung in öffentlicher Sitzung Jrrthümer sofort berichtigt werden können? Der Kriminalkommissar Schöne beschwor in demselben Prozeß, daß die Kasse des Komitees meinem Bruder übergeben worden sei; und als der Vertheidiger den Antrag stellte, meinen Bruder vorzuladen, erklärte Herr Schöne, diese Mittheilung nicht von völlig vertrauenswürdiger Seite erhalten zu haben. Wäre in diesen Fällm die Oeffentlichkeit ausgeschlossen gewesen, dann hätte leicht geschehen können, daß der Gerichtshof, nicht in der Lage, die Richtigkeit der Aussagen zu prüfen, zu einer die An- geklagten verurtheilenden Entscheidung gekommen wäre. So sehr ich überzeugt bin, daß das Urtheil des hiesigen Landgerichts in dem letzten Äozialistenprozeß zu denen gehört, die Herrn von Puttkamer nicht gefallen, so wird dasselbe in Bezug auf die Aussage der Polizeibeamten, die sich auf unkontrolirbare Mit- theilungen von Vertrauenspersonen stützten, sich des vollen Bei- falls aller derer zu erfreuen haben, die den Wunsch haben, daß die Rechtspflege unserem Rechtsbewußtsein entspricht; das Landgericht hat den Aussagen der Polizeiagenten keine Beweiskraft beigemessen, weil es nicht möglich sei, auf Grund einer Nach- Prüfung ihre Wahrheit festzustellen. Das Landgericht in Posen war freilich anderer Meinung. Man sagt, wir hätten kein Vertrauen zu den Richtern. In politstchen Prozessen nimmt der Richter häufig wider seinen Willen Partei. Die Erziehung, die Klassenstellung beeinflussen sein Urtheil und seine Objestivität; er steht in dem Gegner seiner Ueberzeugrmg zu- gleich einen Gegner des Staates. Dafür muß der Richter in der Oeffentlichkeit des Verfahrens ein Korrektiv finden, das ihn davor bewahrt, seinem subjektiven Urtheil zu viel Spielraum zu geben. Gerade zu einer Zeit, wo die jüngsten Verhandlungen über das Sozialistengesetz uns noch frisch im Gedächtniß sind, Kälte ein solches Gesetz nicht beschlossen werden sollen. Glauben Sie, daß die Schröder und Haupt vor einem Meineid zurück- schrecken würden, wenn es sich darum handelt, ihren Brotgebern gefällig zu sein? Daß Naporra ein Bedenken haben würde, Aussagen in noch stärkerem Maße zu Ungunsten derer zu machen, in deren Vertrauen er sich eingeschlichen, wenn er sicher wäre, daß niemals etwas von seinen Aussagen in die Ocffent- lichkeit kommt? Bei gemeinen Verbrechen ist die Oeffentlich- keit gleichgiltig. Aber gerade der politisch Angeklagte ist der Gefahr ausgesetzt, unter der Subjektivität des Richters zu leiden. Der Schweigebefehl ist vollends eine juristische Monstrosität. Der Angeklagte wird dadurch verhindert, nach Mitteln zu suchen, sich von einer Strafe zu reinigen, die vielleicht auf Grund falscher Aussagen ihn getroffen hat. Der Verurtheilte darf nicht einmal über die Ursache der Strafe sprechen; er darf seine Familie, seine Freunde, seine Vertheidi gung gar nicht in einem ihm zustehenden Maße anwenden. Man schiebt die Hoch- und Landcsverrathsprozesse, für deren Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit bis zu einem gewissen Grade alle Parteien eingetreten wären, nur vor, um den Majoritätsparteien es möglich zu machen, für die Vorlage zu stimmen. Die eigentlichen Prozesse, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit werden verhandelt werden, sind aber die poli- tischen Prozesse, namentlich die gegen die sozialdemokratische Partei. Die Gerichte werden vielleicht nicht an allen Orten gleich dem Antrage des Staatsanwalts auf Ausschluß der Oeffentlichkeit zustimmen; aber das fortgesetzte Verlangen der Staatsanwälte wird allmälig seine Wirkung auf die Gerichte nicht verfehlen. Seitdem auf einer Seite angefangen worden ist, Werth darauf zu legen, daß die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werde, mehren sich schon die geheimen Gerichtsverhandlungen jedes Jahr. Eine Statistik darüber wäre sehr interessant. Je mehr die Ueberzeugung im Volke wach wird, daß an keiner Stelle mehr möglich� ist, unter dem vollen Schutz der Oeffentlichkeit die Klagen der Staatsanwälte zu widerlegen, desto schwächer wird das Vertrauen in die Rechtspflege. Als das Strafprozeßgesetz gemacht wurde, hätten selbst die Konservativen nicht für den Ausschluß der Oeffentlichkeit gestimmt. Die Na- tionalliberalen sagen immer, sie sähen keine Reaktion. Darüber wundere ich mich nicht; sie sehen die Reaktion nicht, weil sie sie selbst machen. Abg. Kulemann(natl.): Die Ausführungen des Vorredners erinnern mich an die Fabel von dem Berg und der Maus, er hat absolut kein neues Argument gegen die Vorlage vorgebracht. Der Herr Vorredner macht meine Partei für vieles Gesetz ver- antwortlich, wir sind aber nach wie vor der Ansicht, daß durch dasselbe das Palladium der Oeffentlichkeit unserer Gerichtsver- Handlungen nicht in Frage gestellt wird. Wir können nach oben wie nach unten unsere Abstimmung über die Vorlage vertreten, wir werden uns auch mit unseren Wählern in keinem Wider- spruch damit befinden. Gegen die Sozialdemokraten an sich ist das Gesetz allerdings nicht gegeben, wohl aber ist es durch Manchmal sieht sie mich von der Seite an. Ihre Augenlider sind leicht geröthet, ihre Wangen bleich.„Also ein paar Thränen bin ich ihr doch noch werth. Ordentlich interessant sieht sie aus, einige widerspenstige Locken hängen ihr ins Gesicht, sie hat offenbar keine Lust gehabt, sie zu ordnen. Aber ich be- zwinge mich. Schließlich bin ich ftoh, als es drei Uhr schlägt und ich wieder aufs Redaktionsbureau in den Dienst kann, um die Revision der fertigen Zeitung zu be- sorgen. Ob ich ihr Adieu sage? Ich bin ohne Abschied weggegangen. Flüchtig überfliege ich den Leitartikel. Hätte ich ihn nicht selbst geschrieden, würde ich ihn wohl kaum einer noch- maligen Durchsicht gewürdigt haben, aber „Unter des Korrektors Walten Will manch' Unsinn sich entfalten." Man ist also vorsichtig! Dann: Tagesbericht, Politische Briefe, Ausland, Lokales, oberflächlich schaue ich darüber hin, zwischenein tanzt mir immer wieder die eine wider- spenstrge Locke vor den Augen, die auf Euchens Stirn heut thronte. Und wären in der Zeitung heute tausend Druck- fehler, sie ließen mich alle gleichgiltig. Gelangweilt wende ich den Zeitungsbogen um und überfliege die Anzeigen, die direkt aus der Expedition in den Setzersaal wanderten, mir also neu waren. Doch was ist das? Träume ich oder wache ich? Eine junge Frau, die befähigt ist, einem besseren Haushalt vorzustehen, sucht Familienver- Hältnisse halber Stellung, am liebsten nach Außer- halb. Ges. Offert, postlagernd unter E. 0. Sieh' einer die kleine falsche Schlange an, also habe ich die Schnörkel heute Mittag doch richtig gedeutet und die Anfangsbuchstaben stimmen auch auf ihren Familien- namen stark! Sich in meiner eigenen Zeitung ausbieten, das ist doch Na warte. Du kleine Wetterhexe! Rache ist süß. Flugs hingesetzt und darauf ein Angebot abgegeben. Suchst Du die Anarchistenprozesse veranlaßt. An den Voraussetzunzst km Beschlüssen zi den Ausschluß der Oeffentlichkeit der GcrichtsverhaM toetnokroten un wird nichts geändert, und die von Herrn Singer angew Es folgt die „. KW jüigi ÜXC Fälle stehen in keinem sachlichen Zusammenhange mit< Wer und Hi«e läge. Auch eine Schmälerung des Rechts des Angeklagt«» vonntagsfr« Revision wird durch die nichtöffentliche Verkündung, Abg. Ilirtht tbeilsgründe nicht eintreten. Redner geht nun auf die em� W, ist das Erm Bestandtheile des Gesetzes in juristischer Beziehung ci»'"Weier für das erläutert die Bestimmungen, welche bezüglich der nichMPung. Es ist lichen Verkündigung der Urtheilsgründe des Schweigern» erdsverhältnii und der Veröffentlichungen durch die Presse Abweichuugassmen wir ja ade dem bisherigen Zustande bilden. Eine mißbräuchliche Ä"»Z«t!onäre Befugr dung des Gesetzes seitens der Richter ist nicht zu erwarte».' Steil gar nicht l können das Vertrauen zu dem deutschen Richterstande ss» Mens bei der daß er das Gesetz nicht in anderer Weise anwendet,$*%e sich die S Gesetzgeber es wollte.. Heil des Publik Iii y"illlen ßrht.nhmr Abg. v. Strombeck(Z.): Ich erkenne an, daß Schlendric zufügung des Ausschlußgrundes wegen Gefährdung der 2"*«ot nach feinem sicherheit kein neues Recht giebt, sondern das bestehende Süden. Möchte klarirt, indem ja unter den jetzigen Begriff der Gefährd' öffentlichen Ordnung auch die Gefährdung der Staats zu subsummiren ist. Die Gerichte werden aber infolge Gesetzes häusiger von dem Ausschluß der Oeffentliff brauch machen, als es bisher geschehen ist. Gegenden' befehl liegt dagegen das Bedenken vor, daß Nie juristischer Präzision sagen kann, was befugte und was fugte Mittheilungen sind. Der Angeklagte, wenn er unschuldig""""" ist, wird sich schwer Entlastungszeugen können, ivcil er nicht weiß, wie weit er in seinen Mi lÜjWtcten und. und mild «.) Abg. Stock Kommisstons würde das 'x Presse Be ausgesproä wbl Zum Ber >i%n. gehen darf. Er steht bei seinen Mitthcilungen m/foef drückenden Bewußtsein, sich eventuell einer Strafe ä» J, Sivtforderuna ziehen. Deshalb muß das Gesetz so interpretirt werde» iL ein Angeklagter in solchen Fällen nur bestraft werde». würde wenn ihm mala fides nachgewiesen wird, insofern er d» suchung von Entlastungszeugen für seine Unschuld n»l% � Dblinnti Vorwand seiner Mittheilungen gemacht hat.:,i die Durchfü Abg. Träger(dfr.): Ich sehe in dem Gesetz eine»?"k im praktis wiegenden Angriff gegen das Prinzip der Oessentl>°l>", Wert, daß mc unserem Gerichtsverfahren. Ich bestreite die Behauptu»� Min gewissen f kein neues Gesetz geschaffen, sondem das bestehende nur wird. Von Mißtrauen gegen den Richterstand sind n>"s erfüllt. Wir wollen im Gegenthcil denselben vor de>» trauen des Publikums, dem er so leicht ausgesetzt ist,]t Die Hinzufügung der Gefährdung der Staatssicherheit als schlußgrund wird für den Richter ein starkes Kompelle se""' Bestimmung mit aller Schärfe zu interpretiren, und er, in den allcrseltensten Fällen die Oeffentlichkeit zulassen!"L gesagt ist, daß die innere Staatssicherheit ebenfalls daru»"° meint sei, wird gerade bei den Prozessen die Oeffentliwif" geschloffen werden, welche am meisten interesstren. A.% Richter behufs des Schweigebefehls genau die Punkte soll, welche nicht mitgetheilt werden können, so wird zeitraubende und verwirrende Prozedur werden, daß der ein generelles Schweigegebot für die ganze Verhandlu-, ziehen wird. Unseren Antrag, nach dem österreichische»...„ dem Angeklagten wenigstens drei Vertrauensperso»L Aft Zeit lassen, denen er Mittheilungen machen darf, wir nicht, weil er� keine Aussicht auf Annah>»( ......__,....nwyrai � Es ist behauptet, in Oesterreich seien ganz andere Vereide Oesterreich befindet sich aber in derselben äußeren und Lage wie wir. Es hat Sozialdemokraten, sogar A» und außerdem arbeiten dort noch Landcstheile aus die merung des Reichs hin. Das Deutsche Reich sollte mächtig genug fühlen, solche Maßregeln nicht zu ßfbf Diese Erwägung muß uns abhalten, das Gesetz anzunc«»� Abg. Hahn(dk.): Der letzte drppell des VonedneZ, auf die Abstimmung keinen Einfluß haben, auch das Reich kann Maßregeln für seine Sicherheit nickst. Wenn andere Reiche das nicht thun, brauchen wir unterlassen, was wir im Interesse unseres Reichs für*5 halten. Auch das bisherige Gesetz weist darauf hin, I Staatssicherheit den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei selbe stattsiirdcir muß, und die hier von Herrn SilsAß 7 diesei» einstimmig . gemüthlich, Jfecs Volkes :'8, daß di . ehmng bei irnet für den SWS ?de. Es wüi die Nächste % sein, die l lland eine M7°e, wurden L Sf�ruhe e e";.Der Prir »mten zur T .. t ent -Hunnen, weli Endpunkte er! unserer he n. wenn sick erne Hebur s zu crwar Ae. Es mar tt Weise ar Materialisn "gewiesen, di Än bringe, �Garaus ger Gutach fassung bereits gehabt haben. Herr v. Strombeck d fotfL�ung st, daß in dem Begriff der Gefährdung der öffentliche» se t U"den Tag 1 die Gefährdung der Staatssicherheit enthalten � wvflo meine ich kann die Brsorgniß nicht theilen, daß nach biefe'V iuR./n- D unsere Gerichte die Oeffentlichkeit öfter ausschließen Oen und bisher; unser Richterstand bedurfte nicht erst dieser j/ hjen, daß) lungen hier im Hause. Wenn in einzelnen Fällen Lp» und, in lichen Bestimmungen in dieser Hinsicht nicht genügend Am t|� fhh Aerget getragen ist, so können wir nur zufrieden sein, wenn1"" tn lichkeit in Zukunft ausgeschlossen ist. In Bezug am, schließungsgrünve ändert die jetzige Vorlage nichts, b»»■ der Oeffentlichkeit ist in keiner Weise gefährdet, nM kungen des Ausschlusses der Oeffentlichkeit werden st Wir werden heute für die Beschlüsse zweiter Lesung Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezialdiskussion werden die einzelnen W des Gesetzes und schließlich das Gesetz im Ganzen de» s %erinn �efonber K Sonntag Es wäre für Dich eine Stellung als Wirthschafterin, suche'4'('■ l— ,uu; eine Wirthschafterin. Da meine Frau mich verlas M sagen. habe ich ja das Recht dazu. Flüchtig eilt die steine Fi Papier. So— ergebenst Friedrich Lehfeld. 3(»»./ lLJ." war Adresse mit verstellter Hand, damit sie nicht �°" an mir Handschrift erkennt und dann auf die Post. gJ tzj�Mig ha Als ich gegen b Uhr von meinem üblich»». �et�g'-�L gang nach Hause kam, war mir auf einmal viel m.?»» Muth Ich langweilte mich auch gar nicht mehr � � �4 dem sie noch rmmer dem Telephon glich, dem 5: r-= Moniteur schlürfenden Trittes herein. Hastig»ah �,, J'1 I ihr das Blatt aus der Hand, machte es auj�Z t -et. r.» Ecke»W%. .in bemer bei dem dünnen Papier riß sie in die eine Eck» Lj? gen Spalt— und ein stiumphirendes Lächel» ihre Lippen._.«-d Da stand ihre Anzeige. Sie hatte ihre Bald sollte sie von diesem„Tyrann von eine diesem„Don Juan", erlöst werden,„der auf sei» � mehr Damenbesuche empfängt," wie Sanitätsraty in seiner Sprechstunde."„oi Sie war wieder ftei. Sie brauchte sich»7.,,[st „Launen" ihres Herrn Gemahls zu richten,#,.„p hatte, ins Theater zu gehen. Das Alles war ihrem Gesicht zu lesen. �..u.n. d ssf C i iM Auch sie schien sich nicht mehr zu langweil»»� ij Sie lehnte sich im Schaukelstuhl r&st»»» sinnend zur Decke, allerlei liebliche Bilder geistigen Auge vorzuschweben.-- Der nächste Tag war ein Sonntag. sonne hatte mich zeitig herausgetrieben, ich' W wieder aüeck'eim"Ak'umi Uhr f AA Post ging, um nun wie immer an dienstft»' �pe!' Zeitungen und Briefe nach Haus zu ho"»»' he»» Evchen, die inzwischen sich auch erhoben,'v. einen Auftrag gab.„ Endlich war Karoline mit den Postsach wc Sl'�iedrid &&& ee, # :ZL ab z-'r-ni Bi auäffjunsf'lta Seftfelüffen zweiter Lesung gegen Zentrum, Freisinn, So- jtsvcrhandw»-Idemokraten und Polen angenommen. 3� Ä,J v; t folgt die dritte Berathuna des von den Abgeordneten % m7(' und Hitze eingebrachten Gesetzentwurfs, betreffend die Angeklagt �«onntags frage. ändung Abg. Niethammer(nl.): Der Gesetzentwurf, wie er vor- ?uf d'k MW g, ist das Ergebniß eines Kompromisses. Ich hatte die Sonn- echung e>«zeieier für das nothwcndige Korrelat unserer sozialen Gesetz- £ei r'!;,(!3Pn?- Es ist ja richtig, daß dieser Gesetzentwurf auf unsere Schweige � noeibsverhältnifie ohne Einfluß sein wird. Deshalb bweichuug'Ipen wir ja aber dem Bundesrath ziemlich weitgehende Vis- luchllche.�Ailonare Befugnisse eingeräumt. Daß wir ohne Sonntags- i etroaPMljTOeit gar nicht durchkommen könnten, ist doch nicht richtig, we- iterstande«Eltens bei der Großindustrie nicht, und auch beim Handwerk wendel, i?we sich die Sache sehr wohl machen lassen, wenn ein großer -I k.3 m. t,!.- r r_ cn------ r;_s.___...I in, daß t«' jung der�» : Staats r infolge> enentlick» en den' ß Niew« und ienn er >euaen enMil igen umel -träfe zu lrt werbe»-� 't werden fem er W schuld nur iz- des Publikums auf seine Bequemlichkeit oder richtiger auf Wen Schlendrian verzichtete. Das vorliegende Gesetz will nach seinem Inhalt und nach seinem Geiste beurtheilt m. Möchte doch der Bundesrath aus seiner Reserve her- «reten und von den ihm gewährten Befugnissen einen ge- und milden Gebrauch machen.(Beifall bei den Rational- n.) Stöcker- Siegen(d.-k.): Tie einstimmige Annahme Kommissionsbeschlusses könnte für sich selber reden und würde das Wort nicht begehrt haben, wenn nicht r Presse Bedenken über die materiellen Folgen dieses Ge- ausgesprochen worden wären, die ich für unbegründet Zum Beweise des Gegentheils lasse ich die Enquete Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat die Be- wng aufgestellt, daß die obligatorische Sonntagsruhe der lvtforderung der Arbeiter auf Erhöhung der Löhne und wehrung der Arbeitsgelegenheit hinderlich sei. Die Groß- wie würde nicht mehr in der Lage sein, wie früher zu �-urriren, wenn die Hersicllungskosten der Produktion mit dem -. �"�obligatorischen Sonntagsruhe belegt würden. Gewiß . die Durchführung der Sonntagsruhe ungemein schwierig, 'setz eimfl im praktischen Leben werden die Geschäfte dadurch er- OeffentmUMWert, daß man an die Ausführung einer großen Sache mit ZehaupwO, mde nur r .d find«a i vor de« -setzt ist,° icherheit mpelle sMft und er# fÄs'ÄwA Punkte m so wird ;, daß der Lerhandlu»! -rreichischeft uenspcrson� arf, wieis Annahiar idere Bell -ren u»d iogar Aft auf die. sollte m ht zu(A ■tz anzunce�l Borredne� ach das nicht. a wir gewissen festen Glauben und mit Begeisterung herantritt einstimmige Beschluß dieses Hauses würde die geistige . gemüthliche Unterlage hergeben, um weiten Kreisen Ittes Volkes das Gesetz zu empfehlen. Gewiß ist es '8. daß die Arbeiter eine Erhöhung ihrer Vöhne und ehrung der Arbeitsgelegenheit verlangen. Die Handels- (wer für den Kreis Barmen hat nach dem Enquetebericht die ■ftimg ausgesprochen, daß das Sonntagsarbeitsverbot in seinen hschaftlichen Folgen dem Normalarbeitstag gleichkommen .we. Es würde eine größere Zahl von Arbeitern nothwendig die Nachfrage würde steigen; höhere Löhne würden die ,8e sein, die Ueberproduktion würde fich vermindern. Als in wand eine neue Fabrikgesetzgebung in Angriff genommen de, wurden die Arbeiter gefragt, ob sie für den Fall der nntagsruhe eine wirthschaftliche Schädigung für sich fürchte- .Der Prinz. Gemahl stellte für eine Arbeiterschrift zehn Wien zur Disposition, andere Privatlente siebzig, und in ..»er Zeit entstand eine Literatur von Arbeitern und Ar- ofennnen, welche sich für die Sonntagsruhe auch vom materiellen ndpuntte erklärten. In demselben Sinne haben fich auch unserer heutigen Arbeiter für die Sonntagsruhe erklärt. u. wenn fich ihre materielle Lage nicht verbesserte, so sei �"uc Hebung ihres geistigen Wohles und ihres Familien- „ffas zu crwarlen, welches den materiellen Schaden weit auf- .ße. Es macht den deutschen Ardeitern Ehre, daß fie fich in erWeise auf die Seite des Idealismus stellen und gegen ■Materialismus Stellung nehmen. Vielfach wird darauf Awiescn, daß die Sonntagsruhe auch den Unternehmern wmn bringen würde, indem der falschen Konkunenz dadurch C10"5 gemacht würde. Ich verweise in dieser Beziehung Gutachten des Gewcrbevcrcins in Ulm und auf die beu«? aus Mannheim und Zwickau. Der Zentralverband w™. ienhrÜ1 Industrieller, dem man gewiß keine reaktionären flcit bcMig zuschreiben wird, hat zum Beschluß erhoben, daß die urn �arbeit zum Zweck der Produktion unzulässig sei. Das - bisher das; die Sonntagsruhe und die damit vielleicht in nbeck eckW �.."noung stehenden Ausschreitungen die Arbeiter an den -ntlichcn K f fi) ßwben Tagen unlustig machen würde, kann ich auf ithalten � nigin� vielen Erfahrungen als unbegründet de- ach dieses meti. Die vielen übertriebenen Sonntagsvergnü- «ließen NÄif K ße» und blauen Montage find meist daraus ent- t dieser � jS b.Jen, daß die Arbeiter Sonntags bis Ztachmittags arbeiten Fällen � s�e» und, indignirt über den Mißbrauch ihrer Kräfte, gleich- enügend i Aerger am Abend fich Ausschweifungen hingaben oder L d. � Montag machten. Es hat mich angemuthet�und erquickt, wenn det, nM, erden. Lesung t' S'S ezug am. Q.»«n Berichte gelesen zu haben, daß mit der Sonntagsruhe uchts, �Atzch.laue Montag in Wegfall kommen würde. Der Arbeiter, »ol. nu,, r am Sonntag mit Frau und Kind ausgeht, kommt nicht I%tn LÜi? Hause, wohl aber der, der seinen blauen Montag 5ir??ch'; Mit Recht wird darauf hingewiesen, daß gerade �eilerinnen infolge der Sonntagsarbeit häusig kranr wer- K�esonders bedenklich erscheint es, daß christliche Arbeiter Untag in jüdischen Geschäften arbeiten müssen, weil die suche ich' f! i Ga wäre nur der eine Brief da, hörte ich sie zu meiner M Uia9en. ve J" zfeine Frau trat ins Zimmer dem t [Qp•• war die Reihe des schelmischen BlinzelnS mit den I"»» mir. hat,e Lochen sich ans Fenster gestellt, um den siichen sür sie so interessanten Brief zu lesen, den sie mit viel � iffl Seitenblick auf mich unter der Schürze hervorholte. mkhsJ/l�W 0ch ich lag ja im Schaukelstuhl und schien sie gar p ick J,emerfen-®i( hatte offenbar keine Ahnung davon, >en ss. ch ken an der gegenüberliegenden Wand befind- Spiegel sie genau beobachten konnte. h � ste das Couvert erbrach, stutzte sie und wieder traf itio" ssist scheuer Blick, ich sah im Spiegel, wie ihre 2� sich rötheten. Zweifelte sie, ob das meine Handschrift sei oder 'J-- 1----.,» ff«, r*!.i----...__ che» ju» te � ba8 deutung verloren. Es sei ein Jrrthum, wenn man glaube, nach absolvitter Lehrzeit materiell besser zu stehen, als andere Ar- beiter, die lein Handwerk erlernten. Das Handwerk werde immer mehr vom Großkapital aufgesogen. Redner verlas hierauf einen Zeitungsartikel über die Lage der Schuhmacher Berlins. Die Zünfte oder Innungen, so führte er weiter aus, seien nicht im Stande, dem Hanvwerk seinen goldenen Boden wieder zu verschaffen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Süßmeicr, R. Baginski, Krause, M. Baginski, Blödhow � Borckardt. Nach dem Schlußwort des Referenten oww y nächst auf die von der Kommission ausgearbeiteten. hingewiesen; dieselben wären seit acht Tagen behufs AusfuM verbreitet. Es solle jeder Fachgenosse sein Möglichstes% damit die Fragebogen korrekt und wahrheitsgetreu ausM werden. Soweit die Fragebogen bis jetzt wieder eingeg»�' interessantes Material über die sind, bieten dieselben ein k der Schuhmacher Berlins. Der Durchschnittslohn pro Woche ss wcgt sich'meist zwischen 7—11 M., und ist es auffallend,� gerade da, wo höhere Stücklöhne gezahlt werden, die rff? £VVVWV w,»vv vj V v IVV+WIlf" y.* schnitllichen Wochenlöhne am niedrigsten sind, was sich aus a' langen„Watten" in diesen Werkstellen ergiebt.— Ter M kästen enthielt mehrere Fragen, welche beantwortet wurden. gethcilt wurde noch, daß am zweiten Österfeiertage im stadt-Kasino" ein Vergnügen stattsindet. Die nächste Mfl�) uuv*.'ovu|mu tui-ociyuuycu uuuiuiuci. AL/ic uuuh"- lung findet am Montag, den 11. März, in demselben LofoUP Der Fachverei« sämmtlicher an Holzbearbeit««� Maschine» beschäftigter Arbeiter hielt am Montoft? 5. d. M., im Lokale vcs Herrn Säger, Grüner Weg 2% Mitgliederversammlung ab. Da in voriger Versammlung-� zur Vergrößerung der Bibliothek aus der Vercinskasse beffls* wurden, wurde beschlossen, einen größeren Bibliothekschra«� zuschaffen. Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen n»?! der Vorfitzende bekannt, daß am 7. April, Abends 9 W oben genanntem Lokale ein Gcsellschaftsabend mit Dame» zuiwanen. caan> einigen geiwasiiiwen aiiiiryeuunge» der Vorsitzende bekannt, daß am 7. April, Abends 9 oben genanntem Lokale ein Gcsellschaftsabend mit Damen r findet, wobei ein Vortrag über Naturheilmetkode gehalten� den soll. Nach dem Vorttage findet ein Tanzttänzcheufr ßtifrpt* frpt rp �astn sind Amoralische, Mame Katas � Revolutior i die Franzo Männcraesangverein„Lätitia" Abends 9 Donnerstag. Vcttin's Restaurant, Veteranenstt. 19.— Gesangverein P!»* diesem Pun W 4"w auälmO tua u»«in Uli iniiuuuuuv wu?umui>ii,.fc, p aushält. straße 33.— Männergcsangvercin„Nordstern" Abends J missen daß ■ Anrnk 9R_(Crfmfor'fl-ficr fcen' A Vsi S- und den sie in' Skandal Restaurant Jacob, Lindowerstr. 26.— Schäfer'scker verein„der Elfer", Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, � straße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenkranz; 9 Uhr im Restaurant Wassetthorsttaße 54.-"ü IIP Gesangverein der freireligiösen Gemeinde, Abends�o»- eff< Neue Friedrichstraße 35, Saal 3.— Männerq�&ti'iifc 5" Zwar „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, ,W straße 3.— Turnverein„.Hasenhaide"(Lchrl��si theilung) Abends 8 Uhr Tieffenbachsttaße —„Berliner Turngenossenschaft"(7. LeHrimgih' lung) Abends 8 Uhr in der städtischen A*# Btttzcrstraße 17—18;— desgl. 6. Männer- Abends 8 Uhr in der städtischen Tumhalle,...ArK straße 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- 9p Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.- AUg. Stenographenvcrein, Abth.„Louisenstadt", Abends bl Restaurant Preuß, Lranienstraße 51.— Arends'l�cr aF graphenverein„Phalanx" Abends 8t Uhr im Reslauraw� Buckower Gatten", Buckowerstraße 9.— Berliner �raphcn-Verein(System Arcnds) Abends 8t Ubr straße 47(Brandenburger Haus).— StoUcsper grapben-Vcrein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr SchlegÄ»� — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im N„üss Wienersttaße 35.— Rauchklub„Kcrnspiye" Abends Restaurant, Holzmarktstraßc 44. Rauchtlub «nktei ? Se Km w ul en fel-Jen- fe sind i>, CVJä uni als ÄÄ Hen um d Y& 9 Uhr bei Brandt, Forsterstraßc, Ecke der Reip-�< straße.— Rauchklub„Dezimalwaage" Abends Lwenjm j,.. Restaurant, Memelersttaße 82.— Rauchklub„Vorwärts 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Amb�'g w lauetttraße 27.—„Orientalischer Rauchklub" Abeiw» im Restaurant Wiechett, Oranienstraße 8. Telegraphische Depesche (Wolff's Telegraphen-Bureau.) � Kiel. Mittwoch, 7. März. Auch die deutsche schiff- Verbindung zwischen Kiel und Korsör ist heute ll»' doch ivird bei dem eingetretenen starken Thauwetier brcchung nur von kurzer Dauer sein. imrv vc» utm eiuyciicicmu iiuntu ung nur von kurzer Dauer sein. � ÖfffA Hamburg, Mittwoch, 7. März. Der Postdampt ß&iLy der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt- Akilengc, ü' von New-Norl kommend, heute Morgen 6 Uhr a eingetroffen. »•tu Madrid. Mittwoch, 7. März. Der Kricgsm'» � gelegentlich der Diskussion über militättsche Reform g, Calden Entwurf, betreffend die Errichtung von Gcncr Inspektionen, an._. aniifon � pari». Mittwoch, 7. März. Die von Berufung wird am 19. März zur Verhandlung a,(Ot0cp London. Mittwoch. 7. März, �e meiste" y zuin oaioiflen M biC daß sich indeß nach der Abreise des Prinzen Frage noch dringlicher gestalten dürfte. Hriefkasten der Kedaktil»� r von � ««* von 12-1 Uhr Mittags und � ®et Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouittung! Antwort wird nicht ertheilt. Z-hrS � P U—I Jj A Wir bedauern,.� Vitt erkundigen e* � � Ein solcher Zwei Wettende K. K nicht entscheiden zu können; Herrn B. E. p., Wienerstrasse. zugegangen._ Verantwottlicher Redatteur; K. Cronhet« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kadtng in Berlin Beuthstraße 2. A