k 59. Freitag, den 9. Mär? 1888. 5. Jahrg. MMUisM Brgan für die Interessen der Arbeiter. geHallen � Irätiächf»'u 3� erftgeno»� *1*4 mrtÄ Kam Sptitter utt& Katken. Thät� �inn die„sittlich verkommenen" Franzosen wirklich icht siatlß� Ts thun, was aufmerksame Beobachter in den letzten vurde-� x bemerkt haben wollen, nämlich daß sie sich jetzt eins f«",)?°ie Vorgänge bei ihren Nachbarn etwas mehr kümmern, nnaden»/� Mben eine größere Aufmerksamkeit widmen, als dies & � �cr Fall war, so werden sie über die Art und Weise, lamm � r,% bei uns in den tonangebenden Organen öffentliche Ckmb#(S■ uns m oen lonangeoenoen Organen osseninrye nommeir �ung gemacht wird, wohl ihre eigene Meinung be- i Mru»% i�dn. Sie werden finden, daß es bei uns mächtige t„ � ia ganze Parteien giebt, welche mit aller Mai tej 5" arbeiten, den Glauben zu verbreiten, daß in Frau itff M nicht nur die augenblicklich die Geschäfte des Land Kreise, sondern breite Schichten des Volkes sell uiltfi �Moralischen Bankerott verfallen sind, und daß eine g 'k!»net%.5"me Katastrophe, sei es nun ein großer Krieg od.. Revolution im Innern, deshalb unvermeidlich sei. Ob it.'nstl.� f y.vvmnun �lilieiu, ucoyuiu uwvtumiv.iu,|v..>�v hii. Franzosen ob| dieser schlechten Meinung, die man etung � S sie zu verbreiten bestrebt ist, viel Kopfweh machen . i wissen wir zwar nicht, glauben es aber nicht. Die in* �osen sind in puncto Korruption, die sich im öffent- nds 9 M Staatsleben abspielt, alte Praktiker, sie wissen, daß lerein Punkte eine sonst halbwegs gesunde Nation gar "'�rollt� � aushält, und außerdem sind sie gescheidt genug, um WÜJ l�en' daß der Unterschied zwischen den Zuständen bei Sl� M Und denen in anderen Ländern nur darin besteht, ■'S''u«K». sie in ihrer Geschwätzigkeit und J2uJt am Klatsch ranz bends. ierg % ehrt« I slaurawA/ m N Üinbos'g!? Zlbends M � Skandal Angelegenheiten& la Wilson in de? in Oeffentlichkeit verhandeln, während in anderen Vlh- zwar Dinge, wie sie der interessante Schwiegersohn Dankten Präsidenten betrieb, ebenfalls nicht zu den aß: in besten gehören, dort aber vertuscht werden und nur der iz�geweihten Kreisen der„Salons" Stoff zu prickeln- dieses �ertuschungssystem der Förderung von J' guter Sitte förderlicher sein soll, als die rück- Öffentlichkeit, daS glauben wir nicht, und deshalb ST mir uns auch nicht denen anschließen, welche vor irr? ÄMwer und Entrüstung über die„Verkommenheit B�sen" gar nicht!zur Ruhe zu kommen vermögen. % LT" sind zwar weit entfernt, die Franzosen für besser %i!, als sie sind, oder sie etwa gar höher stellen zu /[g ans Deutsche. Daran denken wir nicht. Wir % j'khr gut, daß besonders die leitenden Kreise Frank- Wr°°llgerüttelteS Körbchen von Sünden auf dem lief,, ssben haben, aber wir können uns nicht dazu ent- °°n. um der Mängel unserer Nachbarn willen unsere «Sehler zu übersehen. t t �iß, der Fall Wilson ist nicht hübsch und dadurch, che«- JeuMeton. ; mi loten.) Der Erbe. Vornan von Friedrich Gerstäcker. � I�a�tenant von Wendelsheim- ihr Lieutenant, LfevÄÄ ä« ss i&sä. ä ,t auf""e an>». VinAte. die S«." an die Frau Äppellationsgerichtsräthin dachte, die ht jjot Vertrauten in allen Herzensangelegenheiten ge- �tfah Frau konnte nicht schweigen, das wußte sie "V tiUjV � aufgeflanben und zum Fenster gcirelen; ;« StTä äsS. tst tür lr e'ne Melodie und schlug dann leise mit der. 'itfon ,,. v J, �Fnfespitze den Takt, erschrak aber ordentlich und horte �'cht einfiel, daß das gerade die letzte Fran?aise sei, C�alon,» etf-'n �en nächsten Wochen ausgezahlt, �«■ rl " i? Naher" oJe nur jemanden gewußt hätte, der ihr liBMÄ-W» �" und ihr Mann? Ja, er gab manchmal, wenn M'»- daß eS der Schwiegersohn des Staatsoberhauptes ist, der diese Streiche gemacht bat, hat die Sache noch eine höhere Bedeutung gewonnen. Sieht man aber von diesem letzteren Punkt ab, so hat Wilson nichts anderes gethan, als was in anderen Ländern auch schon hundert und tausend Mal gethan wurde, gethan wird und auch in Zukunft wohl noch oft geschehen wird. Wilson hat seine Stellung als Schwiegersohn des Staatsoberhauptes und als hervorragender und einflußreicher Politiker mißbraucht, das ist richtig. Aber in welchem Lande geschieht dasselbe seitens einflußreicher Politiker nicht?— Von den Schwiegersöhnen der Staatsoberhäupter anderer Länder können wir nicht reden, weil dieselben infolge ihrer exklusiven Stellung außerhalb des Kreises der Würdigung ihrer Handlungen durch die öffentliche Meinung und event. der Gerichte stehen.— Aber hervorragende und einfluß- reiche Politiker unter mißbräuchlicher Ausnützung dieses ihres Einflusses auf der Jagd nach Reichthümern und Besitz — ist das eine seltene Erscheinung. Kennt man derartiges etwa bei uns in Deutschland nicht? Liest man unsere autgesinnte Presse und ihre von sitt- licher Entrüstung über die„verkommenen" Franzosen über- strömenden Rotomandaden, dann sollte man meinen, daß dem wirklich so sei. Diejenigen aber unter uns, die nicht von heute sind, sondern schon etwas länger zu denken ver- mögen, die werden sich eines Lächelns nicht enthalten können, wenn sie sehen, daß an der Spitze der schlimmsten Augenverdreher über ftanzösische Unmoralität und Korrup- tion gerade diejenigen Blätter stehen, welche seinerzeit in dem tiessten Gründerschmutz wühlten und die fettesten, aber verlogensten Gründungsprojekte veröffentlichten. Es wäre durchaus nicht schwer, Dinge aus der neuesten Zeit aufzuführen, die sich bei uns im öffentlichen Leben ab- gespielt haben und die in Bezug auf Unmoralität sich dem Treiben eines Wilson würdig an die Seite stellen lassen. Man erinnere sich nur an gewisse Kriegsartikel bekannter Blätter und die damit verknüpften Börsengeschäfte, oder an gewisse Spekulationen in Spiritus zur Zeit, als die neue Steuer in Sicht stand bei denen gewisse hellsehende Kreise Hunderttausende verdient haben. Doch diese Vorkommnisse sind alles nur Kinderspiel gegen die Art und Weise, wie während der Gründerperiode die„Besten und Edelsten" der Nation ihren Namen und Einfluß zum Zweck der Bereicherung und des Erwerbs von Vermögen mißbraucht haben. Glauben denn unsere chauvi- nistischen Splitterrichter, jene Liste parlamentarischer Gründer sei schon vergessen, die aufgestellt und veröffentlicht wurde, als man hier in Berlin öffentliche Cafts mit Aktien blu- tiger Gründungen t a p e z i r t e, Gründungen, deren Pro- ihn der„Hausherrndünkel" überlief, wie es die Frau Staatsanwalt nannte, solche Befehle; aber ob sie jedesmal ausgesührt wurden, war eine andere Sache. Sie selber er- innerte sich wenigstens zahlreicher Beispiele, wo ganz ent- schieden befohlene Anordnungen in das genaue Gegentheil umgeschlagen waren. Möglich, daß es auch diesmal der Fall sein konnte. Anders traf Ottilie die Nachricht; sie war wirklich nicht allein im innersten Herzen, sondern auch in ihrem Stolz und Ehrgeiz verwundet, und selbst die Rückerinnerung an Vergangenes bot ihr keinen Trost. Sie hatte geglaubt, daß Bruno sie liebe; aber sie mußte sich jetzt selber gestehen, daß er ihr nie Gelegenheit geboten babc, es bestimmt zu wissen. Er war immer fteundlich und artig gegen sie ge- wesen— aber nie mehr. Er hatte ihr Schmeicheleien ge- sagt, ja— aber nicht anders, als all' die gewöhnlichen schalen Redensarten lauten, mit denen junge Herren nur zu häufig eine Unterhaltung führen. Wenn sie denen aber eine andere Auslegung gegeben, war das nicht ihre Schuld ge- wesen? Und sie hätte jetzt weinen, bitterlich weinen mögen, wenn sie daran dachte, daß sie nur einen Augenblick den „Falschen" für werth gehalten, ihm mehr zu sein, als eine flüchtige Ballbekanntschaft. t,, Das Thema eignete sich aber heut Abend für beide Theile nicht zur Unterhaltung, und wenn auch Ottilie mit ihrem Urtheil über den Baron von Wendelsheim viel mehr im Klaren war, als ihre Mutter, die noch immer nach ver- schiedenen Seiten hin einen Anhalt suchte, so fühlte sich doch weder Mutter noch Tochter dazu aufgelegt, die Sache äugen- blicklich weiter zu erörtern. Ottilie ging noch zum Flügel, phantasirte anfangs etwas fchwermüthig, und ging dann wie zum Trotz in Strauß'sche Walzer über. Die Mutter dagegen saß still brütend in einer Ecke, hörte gar nicht auf das Spiel und fing langsam an, die eingestürzten Schlösser wieder auf- zubauen. Rath Frühbach. Am nächsten Morgen war der alte Schlossermeister schon vor Tagesanbruch auf den Wßen; er hatte keine Ruhe, und die Minuten wuchsen ihm zu Stunden, bis er hinaus und spekte nicht selten Namen der„geachtetsten" Parteiführer trugen. Gewiß, Wilson hat arge Schwindeleien verübt, aber schlimmer als jene Manipulationen, die Lasker in seiner berühmten Gründerrede aufdeckte, sind sie wirklich nicht. Und doch hatte Lasker die Vorsicht gebraucht, nur den Zipfel des Schleiers von den konservativen Gründungen zu ziehm, während doch gerade in seiner eigenen Partei die bluttgsten Gründer saßen. Wilson haben seine Schwindeleien auf die Anklagebank geführt und ihm die Verurtheilung zu zwei Jahren Ge- sängniß eingetragen. Lasker's Enthüllungen hatten die Ein- setzung einer königlichen Untersuchungskommission im Ge- folge, deren„Untersuchungen" ausgingen, wie daß Horn- berger Schießen. Ueber eine der schlimmsten Gründungen, die Bahn Hannover- Altenbecken, bei welcher der gesammte hannöversche Nationalliberalismus betheiligt war und Herr von Bennigsen Gevatter stand, konnte die Untersuchung der Kommission nicht zum Abschluß gebracht werden, weil, wie Lasker in der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses am 29. März 1876 zugeben mußte, die Kommission mit dem„bösen Willen" der vernommenen Zeugen nicht fertig zu werden vermochte und weil einer der Zeugen, der da- malige nationalliberale Reichstaasabgeordnete Adickes, einer von Bennigsen's Getreuesten, absolut nicht aufzufinden war. „Wir suchten nun," so erzählte Lasker,„für die Unter- suchung der erwähnten Unternehmungen einen anderen Zeugen, das war der Reichstagsabgeordnete Adickes, den wir zur Zeit, als der Reichstag versammelt war, nicht weniger als vier Mal zum Theil in Berlin, zum Theil in seinem Heimathsorte vorluden und dessen augenblicklicher Aufenthaltsort niemals zu er- Mitteln wa r." Ein Reichstagsabgeordneter, der, wenn er vor einer kgl. Untersuchungskommission erscheinen soll, um darüber auszusagen, ob bei Unternehmungen, bei denen er be- theiligt war, alles ehrlich und den gesetzlichen Vorschriften gemäß zuging, nicht aufzufinden ist, ist gewiß eine inter- essante Erscheinung, nicht wahr? Und so was kann es bei uns tugendhaften und sittenstrengen Deutschen geben! Aver Adickes war in der großen Schelmenzunft, die während der Gründerperiode das deutsche Volk ausbeutete, nur ein sehr untergeordnetes Glied, er war ein kleiner Hecht gegenüber den Hai's, die, an den großen Gründungen betheiligt, um Millionen spielten und dadurch, daß sie vie moralische Volte schlugen, gewannen. Lasker erzählte in seiner Rede, daß er gewünscht habe, daß die Personen, denen der Vorwurf der„Täuschung und des Eigennutzes" gemacht werden muß, mit Namen genannt werden sollen. Die Kommission hat diesen den Sohn aufsuchen konnte. Mit fabelhafter Schnelle hatte sich aber indessen das Gerücht über den Raubanfall auf den alten Salomen und den vermeintlichen Mörder in der Stadt verbreitet, und schon als Baumann vorher noch einmal nach seines Sohnes Wohnnng ging, in der räum gewagten Hoff- nung, ihn dort anzutreffen, begegnete er Leuten in der Straße, die ihn zu trösten versuchten und meinten, der alte Jude habe sich gewiß ungebührlich gegen den jungen, heiß- blüthigen Mann gezeigt und dieser ihm nur im Jähzorn verwundet. Er durfte nicht mehr an der Wahrheit des furchtbaren Gerüchts zweifeln, noch dazu, da er auch in dem Hause die Gewißheit bekam, daß Fritz gestern Abend nicht heimgekehrt sei und auswärts geschlafen haben müsse; dort wußten sie nämlich noch nichts von dem verübten Mord und dessen Folgen. Mit flüchtigen Schritten eilte er jetzt zum Polizei. gebäude, wo die in Untersuchungshaft befindlichen Verbrecher saßen. Er hörte hier allerdings die Bestätigung, daß Friedrich Baumann, Mechanikus aus Alburg, gestern Abend gefänglich eingebracht sei, wurde aber ganz kurz und bündig abgewiesen, als er nur die Bitte aussprach, oen Sohn zu sehen und zu sprechen. Darüber hatte der Untersuchungs- richter zu bestimmen, der keinesfalls vor zehn Uhr kam- aber selbst dann, wie der Gefängnißwärter meinte, solle er sich keine Hoffnung machen, eine derartige Erlaubniß zu be- kommen, bis nicht wenigstens der Angeklagte bekannt hätte. Nachher, ja wohl, würde er keine weiteren Schwierigkeiten haben, und er möge sich dann wieder melden. Der Schlossermeister lief jetzt in seiner Verzweiflung zu des alten Salomon Haus, um dort vielleicht etwas Näheres zu erfahren; aber auch dort wurde er nicht einmal emge- lassen, denn d:e Thür war mit Polizei besetzt, da gerade eine besonders dazu gewählte Kommission den gestern ver- siegelten Laden untersuchte, um vielleicht noch weitere Spuren aufzuwinden. Ja, als er selbst seinen Namen nannte und sagte, er sei der Vater des jungen Mannes, gegen den ein so furchtbarer Verdacht vorliege, meinte der eine Polizei- diener, dann solle er nur ein klein wenig Geduld haben denn m dem Falle könne er sich fest darauf verlassen, daß e l e h n t. Lasker meinte darüber:„So Antrag ab kommt es, daS selbst diejenigen Ermittelungen, welche geradezu himmelschreiend sind in Beziehung ans die Zustände, die sie dargelegt Haben, sowohl von Eigennutz, wie von Verirrungen redlicher Männer, gar nicht mit den Namen im Bericht wieder- gegeben sind. Wir haben zum Beispiel entdeckt, daß bei verschiedenen Bahnen und namentlich der Halle- Sorau- Gubener(eine Stroußberg'sche Gründung. Red d. „B. V.") ein förmlicher Handel mit den Zeichnungen für die Aktien getrieben worden ist, daß Agenten ausgesendet wurden, daß einer der an g eschensten und höchst- stehenden Männer im Lande gegen einen solchen Revers(der die Zusicherung enthielt, daß die Zeichnung nur zum Schein erfolge. Red. d.„B. V.") Aktien, wenn ich nicht irre, in Höhe von 400 000 Thaler gezeichnet hat, ohne Lohn dafür zu nehmen, während er doch eine unwahre Zeichnung gemacht hat, und daß Personen der verschiedensten Stände sich direkt betheiligt und für die Scheinzeichnungen große Provisionen davongetragen haben." Von der pommerschen Zentralbahn, bekanntlich eine konservative Gründung, meinte Lasker, daß sie von Wider- wärtigkeiten, Uebertretungen der Gesetze und bornirter Ver- letzunaen derselben voll sei. Was Lasker über das Treiben der Hansemann, Bleich- röder und Genossen unter dem Minister Jtzenplitz zum besten gab, würde uns hier viel zu weit führen. Es war ein langes und schweres Sündenregister, das damals aufgerollt wurde, und doch war es nur ein winziger Bruchtheil dessen, was alles wirklich passirt war. So war es bei uns, ob es heute besser ist, wir wissen es nicht, wünschen es aber. Unter allen Umständen aber sind wir der Meinung, daß für den, der schon so tief im Sündenpfuhl gesteckt hat, wenn es ihm wirklich gelungen sein soll, sich wieder herauszuarbeiten, keine Ursache vorliegt, zu beten:„Herr, ich danke Dir, daß ich nicht bin wie jener Zöllner!" Sondern daß er eingedenk sein soll des Spruches: „Wer da steht, sehe zu, daß er nicht falle." Trigmllk-Korresponäenzen. Ktuttus Aires, 24. Januar. Was die Polizei nicht alles zuwege bringt! Die vom früheren preußischen Polizeiassessor v. Duisburg der hiesigen Munizipalität eingereichte und von dieser akzeplirte Dienstbotenordnung hat in Buenos-Aires einen Streik der Köche und Kellner veranlaßt, die sich insbesondere gegen die Dienstbücher sträuben, durch welche sie direkt unter Polizeiaufsicht gestellt werden, also Arbeiter zweiter Klasse find, wie man in manchen anderen Ländern Bürger zweiter Klasse hat. Am 20. und 21. Januar mußten eine große Anzahl Restaurants und Hotels schließen, weil ihnen Köche und Kellner fehlten, die sich im Saale der„La France" versammelten, d. h. versammeln wollten. Aber die Polizei untersagte die Versamm- lung, trotz des hier herrschenden freien Versammlungsrechtes, das nur für die Arbeiter nicht gilt, wenn sie über ihre eigensten und wichtigsten Interessen berathen wollen. Der Vorstand vom Klub„La Franse" antwortete dem Polizeichef, daß er sein Lokal den Streikenden trotz des Verbotes zur Verfügung stelle. Um dies zu verhindem, ließ die Polizei das betr. Klubhaus von Pomperos bewachen, um die Abhaltung der Versammlung mit Gewalt zu verhindern. Wohrlich, eine nette Republik, dieses Argentinien, in dem eines der Grundrechte des Bokes so mit Füßen getreten wird. Die Streikenden waren klug genug, es nicht auf einen Gewalt- akt der Polizei ankommen zu lassen, sie versammelten sich, 300 Mann an der Zahl, außerhalb Buenos Aires. Sie ver- fügen über ein Kapital von 28 000 Pesos und zahlen jedem nicht arbeitenden Koch oder Kellner täglich 1,50. Auch aus Privathäusern haben sich ihnen Köche angeschloffen und gleich- zeitig ist von ihnen die Aufforderung an die Köche und Kellner in Mar del Plata, dem jetzt überfüllten Ver- gnügungsort der hohen Aristokratie und Bourgeoisie von Buenos Aires, ergangen, gleichfalls die Arbeit einzustellen. Es sind die ersten Hotels und Restaurants, die wegen dieses Streiks schließen mußten, und sollen an die 15 000 in denselben verkehrende Personen betroffen sein. Die Eigen- thümer der betreffenden Etablissements haben selbst ein Gesuch an die Munizipalität gerichtet, ebenso die Streikenden, diese Arbeiter nicht unter die Dienstbotenordnung zu stellen. Aber der von einem abgedankten preußischen Polizeideamten, der mit reaktionären Maßregeln hier im Lande Hausiren geht, irre- geleitete Stadtrath von Buenos Aires beharrt auf der strikten Durchführung dieser unglückseligen Dienstbotenordnung— er will unter allen Umständen Recht behalten und seine Autorität wahren, während Nachgiebigkeit hier weise sein und ihm er schon selber vorgeladen würde, um über das ftühere Leben des Verhafteten Aufklärung zu geben. Ein letzter Versuch, den er machte, war beim Staats- anwalt Witte, denn er hatte zufällig gehört, daß dieser gestern Abend mit in der Wohnung des Ermordeten ge- wesen sei; aber er traf ihn nicht mehr zu Hause, er war selber früh aus- und seinen Geschäften nachgegangen. Ganz gebrochen kehrte der alte Mann in seine eigene Heimath zurück, und wenig genug Trost fand er dort. Seine Frau fiel ihm, als er nur die Werkstätte betrat, um den Hals und schluchzte laut; die kleine Else weinte, weil sie die Mutter weinen sah, und Karl, sein zweiter Sohn, stand verdrossen bei der Arbeit. Drei, vier verschiedene Leute waren aber auch schon wieder dagewesen und hatten alle von der Schreckensgeschichte gesprochen und Näheres darüber natürlich in Baumann's eigenem Hause erfahren wollen, und wie das die Mutter aufregen mußte, ließ sich denken. So verging der ganze Tag und die Nacht und der nächste Tag. Der Gefangene hatte indessen zwei Verhöre zu bestehen, war aber aus das Bestimmteste bei seiner ersten Aussage, von welcher er durch keine Kreuzfragen abgebracht werden konnte, geblieben. Dann wurde auch fein Vater vorgefordert, aber nicht mit dem Sohn konfrontirt. Man wollte nur hören, ob, was er über des jungen Mannes Weg zum alten Salomon aussagte, mit dem übereinstimme, was der Gesangene angegeben, und das war allerdings ge- nau der Fall. Zeit wie Angabe trafen mit der Aussage überein, und daß mehrere Bewohner der Judengasse er- klärten, ihn in der Dämmerung gesehen zu haben, wie er mehr gelaufen als gegangen sei und etwas unter dem Arm getragen habe, sprach eben so wenig gegen ihn, denn er leugnete das gar nicht ab und erklärte es einfach dadurch, daß er gefürchtet habe, den Laden des alten Mannes schon verschlossen zu finden. Auch das Alarmiren der Hausbewohner durch Anklopfen und Hilferufen konnte auf keinen Andern zurückgeführt wer- den als aus ihn selber, und hatte er das wirklich gethan, so war es natürlich nicht wahrscheinlich, daß er nach eben verübtem Verbrechen selber Lärm machen und die Verfolger auf seine Fährte Hetzen würde. zur Ehre gereichen würde. Alle von der Dienstbotenordnung Betrogenen, ebenso die mit ihnen sympathisirende Be völkerung sollten sich zu Kundgebungen vereinigen, um den Stadtrath zur Aufhebung der so viel Mißfallen erregenden Neuerung zu veranlassen. lieber den Verlauf des Streiks, dem wir einen stegreichen Ausgang gegen diese das Ehrgefühl der Arbeiter verletzende Dienstbotenordnung wünschen, werden wir weiter referiren. Da bei diesem Streik Gaumen und Magen der sogenannten besseren Gesellschaft in Mitleidenschaft gezogen werden, so ist es sehr leicht möglich, daß die irregeleitete Munizipalität nachgeben muß. Denn für die sogenannte bessere Gesellschaft ist diese Angelegenheit eine Magenfrage in des Wortes verwegenster Be- deurung.». Was nützen ihr alle Schätze der Erde, die Tausende von Arbeitern täglich für sie schaffen, wenn der Koch ihnen die feinen Leckerbissen nicht mehr zubereitet, der Kellner sie ihnen nicht mehr vorsetzt, so daß sie die guten Bissen nur in den Mund zu stecken brauchen, den sie dann defriedigt mit der Serviette abwischen? Oder sollten die hohen Herrfchaften sich der Dienstbotenordnung halber zum Entbehren, zum Darben, zum Hungern entschließen? Das wäre wirklich mehr wie heroisch! Run, wir werden ja sehen. Für die Deutschen hier ist es gar nicht schmeichelhaft, daß es ein Angehöriger ihrer Nationalität ist, der diese reaktionäre Maßregel zum Vorschlag gebracht hat. Börne nannte einst die Deutschen ein Volk von Bedienten. Den deutschen Arbeitern gereicht es zgr hohen Ehre, daß sie durch ihr mannhaftes Ein- treten für Freiheit und Gleichberechtigung das Meiste dazu bei- getragen haben, das deutsche Volk von diesem Vorwurf zu reinigen. Aber die Angehörigen der herrschenden Klassen, ver- armte Adlige und reaftionäre Zeitungsschreiber stecken noch bis über die Ohren in dieser von Börne gegeißelten Bedienten- haftigkeit und fühlen den unbezähmbaren Drang in sich, auch Andere zu Bedienten herab zu würdigen und die ganze Welt unter ein Dienstboten- Reglement zu stellen. Daher die Be- geisterung und das Eintreten der„Deutschen La Plata-Zeitung", die die Streikenden verächtlich eine„Sippe" nennt, für diese Dicnstboten-Ordnung und daher die Vorarbeiten, welche Herr Otto v. Duisburg dafür gemacht hat. Politische Ueverstcht. Urber da» Krfindrn des Kaisers veröffentlicht der gestrige„Reichsanzeiger" folgende Bulletins: Berlin, 7. März, Abends 7% Uhr. Der Zustand Sr. Ma- jestät des Kaisers und Königs hat sich im Laufe des Nach- mittags nicht wesentlich geändert. Se. Majestät haben ab und zu leichte Ztahiungsmittel zu sich genommen, von Lauer. Leuthold. 3. Äärz, Morgens 9 Uhr. Se. Majestät der Kaiser haben eine sehr unruhige Nacht gehabt. Die Kräfte haben noch mehr abgenommen. Etwas Nahrungsannahme ist erfolgt, von Lauer. Leuthold. 8. März, Mittags 12 Uhr. Zur Zeit ist etwas mehr Ruhe eingetreten, indeß ohne merkbare Hebung der Kräfte, von Lauer. Leuthold. 8. Äärz, Abends 7 Uhr. Der Sckwächezustand Se. Maj. des Kaisers dauert fort. Se. Majestät nehmen ab und zu etwas Wein und flüssige Nahrung zu sich. Im Ganzen ist der Zustand ruhiger, v. Lauer. Leuthold. Im Anschluß hieran veröffentlicht das„Reichs-Gesetzblatt" folgenden Erlaß an den Prinzen Wilhelm: „In Betracht der Wechselfälle Meiner Gesundheit, welche Mich vorübergehend zur Enthaltung von Geschäften nöthigcn, und in Betracht der Krankheit und verlängerten Abwesenheit Meines Sohnes, des Kronprinzen Kaiserliche und Königliche Hoheit, beauftrage Ich Ew. Königliche Hoheit in allen Fällen, wo Ich einer Vertretung in den laufenden Regierungs- geschäften und namentlich in der Unterzeichnung von Ordres zu bedürfen glauben werde, mit dieser Vertretung, ohne daß es für die einzelnen Fälle einer jedesmaligen besonderen Ordre bedarf. Abschrift dieser Ordre habe Ich dem Staats-Ministerium, dem Militärkabinct, dem Zivilkabinet und dem Ministerium Meines Hauses mitgetheilt. Berlin, den 17. November 1887. Wilhelm. von Bismarck. An des Prinzen Wilhelm Königliche Hoheit." Die„Preußische Gesetz- Sammlung" publizirt denselben Erlaß und außerdem die nachstehende Ordre an das Staats- Ministerium: „Ich habe heute bezüglich Meiner Vertretung in den allen, wo Ich einer solchen zu bedürfen glauben werde, an Se. önigliche Hoheit den Prinzen Wilhelm die Ordre gerichtet, deren Abschrift Ich Ihnen zur Kenntnißnahme und Nachachtung hierbei mittheile. Berlin, den 17. November 1887. Wilhelm. von Bismarck. An das Staats-Ministerium." Nichtsdestoweniger zögerte man noch immer, ihn zu entlassen, denn die Polizei gesteht nur sehr ungern und im äußersten Nothfall zu, daß sie einen Mißgriff gemacht. Irgend Jemanden mußten sie doch auch einstecken, und er war der einzig Verdächtige, den sie finden konnten. Jeden- falls beschloß der die Untersuchung führende Assessor, den Angeklagten so lange in Haft zu halten, bis sich Salomon wieder fo weit erholt habe, um selber eine Aussage zu machen— möglich ja doch, daß er den kannte, der ihn an- gegriffen, und der alte Mann schien sich wirklich zu erholen, wenn man auch in der Stadt nichts davon erfuhr. Witte's Rath war nämlich streng befolgt und das Ge- rächt absichtlich verbreitet und unterhalten worden, der Ueberfallene, der allerdings noch immer in Lebensgefahr schwebte und selbst noch in den ersten vierundzwanzig Stunden ohne Besinnung blieb, sei seinen Wunden erleben. In seiner eigenen Wohnung aber wurde er indessen mrt der größten Liebe und Sorgfalt gepflegt; Rebekka besonders wich Tag und Nacht nicht von seinem Lager. Die Polizei hielt allerdings die strengsten und sorgfäl- tigsten Nachforschungen nach allen Richtungen hin, um nur irgendwo eine andere Spur zu finden, der sie folgen könne — freilich ohne das geringste Resultat. Wenn der Ge- fangene die That wirklich nicht vollbracht hatte— und der Untersuchungsrichter zweifelte jetzt selber daran— so schien sich der wirkliche Thäter dem strafenden Arm der Gerechtig- keit so schlau entzogen zu haben, daß sein Auffinden von Tag zu Tag schwerer und unwahrscheinlicher wurde; denn wie rasch konnte er bei der Leichtigkeit der Verbindungen Stadt und Land verlassen, und hatte das möglicher Weise auch vielleicht schon lange gethan. Was half es, daß fort- während zwei Polizeibeamte am Bahnhofe stationirt blieben und alle Reisenden scharf musterten— jeden ausgehenden Koffer konnte man doch nicht visitiren und am Gesicht auch nicht so leicht einem Menschen ansehen, ob er ein Verbrechen begangen habe oder nicht— eS liefen sonst nicht so viele Missethäter frei umher! Auch Rath Frühbach entwickelte in dieser Zeit eine ganz besondere, wenn auch negative Art von Thätigkeit. Er lief nämlich von Morgens früh bis Abends spät auf der Straße ikwW ' vertiefe Die Verhandlunsen de« Reichstage« über Mahlprüfnnge« bildeten gewissermaßen eine Illustration��. � dem Thema, womit sich an demselben Tage das Abgeordnev« reven ger Haus beschäftigte. Die„Franks. Ztg." schreibt hierüber:* Jmißeran Verlängerung der Legislaturperioden soll bekanntlich der � � Schluß, werflichen Agitation der nicht regierungsfreundlichen werd vorbeugen und gerade heute wurde im Reichstag über## � eine Uni verhandelt, bei denen die Beeinflussung und die VerbreilÄ, iipru», verlogener Gerüchte, denen die Kartellparteien ihren Siez ��Wchen( danken, wieder einmal an eklatanten Beispielen zur Sttf» rs gegen kam. Stand doch auch die Wahl des Herrn von Oertzev r�m. Da- Prüfung, der 24 Stunden vor dem Wahltage ganz o, und es i burg-Schwcrin durch die von ihm selbst verbreitete Nachrtälj M der Gr Schrecken gesetzt hatte, daß die Mobilisirungsordre gegen M Mme eine reich eingetroffen sei. Die Wahl wurde natürlich für g#Lf �Mndes klärt, denn wer hieß die dummen Mecklenburger an diese 1*% Cham bilifirung glauben! Nicht einmal eine Beweiserhebuuz'•%nb so möglich über die Wirkung eines solchen Gerüchtes. llBoßj auch ein Freisinniger gewesen, er säße längst Hinter Schloß!? J*- was ei Riegel wegen„groben Unfugs", denn dieses Mobilisimngs� Archen' ist wirklich der gröbste von allen groben Unfugen der letzten U% mn Pc Herr v. Oertzen aber hat sich eben einfach geirrt, und w. Wen, da Jrrthum verfolgt kein Staatsanwalt. Wir wollten ab«! iHiiuf: P mandem rathen, das Experiment jemals nachzumachen.\ Verhandlungen über die drei Wahlprüfungen nahmen V einen sehr breiten Raum ein. Die oberflächliche und partjjj Thätigkeit der in früheren Legislaturperioden durchaus obj$J Wahlprüfungskommission unter der Leitung ihres neuen-ff fitzenden, Herrn v. Marquardsen, trat dabei wieder einmal° hellste Licht. Wichtige und wohlbegründete Proteste tofl* jetzt einfach von der Kommission für irrelevant erklärt um Fällen, wo früher stets eine schriftliche Berichtcrstattungl? nothwendig gehalten worden ist, beHilst man sich jetzt mit �.,r-,«»u mündlichen. Auf diese Weise fällt es dem Plenum W RMen s schwer, die thatsächlichen Mittheilungen der Proteste zu � J®ott(t sehen. Und es ist immerhin bemerkenswerth, daß heute in r � allgem Fällen die Herren von Bennigsen und Miquel im©eib* JH �eoeuti zu jüngeren, heißspornigen Patteigenoffen den Abg. Ricken? �»wottun nigstens darin unterstützten, daß bestimmte Fälle von �°en„P beeinflussungen durch den Reichskanzler zur Kognition der � Behört Regierungen gebracht werden. Herr Miquel fand sich K Z Ui hauptsächlich an einen Theil seiner eigenen Partei gcrid� Prgkti Belehrung veranlaßt, daß die Wahlprüfungskommisston rjnnfeh nur über Giltigkeit oder Ungiltigkeit zu entscheiden hat, somfl?''&aj daß es auch ihre Aufgabe ist, die Wahlfreiheit zu wahren?? die Wö für die Ermittelung und Feststellung von Unregelmäßig'� f., de b der Oi dasWc ort„P wrichtc: Preußl nach Fi |Wn%i, % & Der Koqrott ist in Deutschland offenbar ständige Einrichtung geworden. Die uns zugängliche eines einzigen Tages geben uns folgende Ausbeute: 1) Aus der„Leipziger Zeitung" vom 6. März: „Leipzig, 6. Äärz. Wie wir erfahren, bat das Garnisonkommando den Unteroffizieren uni hiesigen Garnison den Besuch der Tonhalle,_____..., dem Jahre 1882 untersagt war, seit einigen Tagen wieW�Jj d Ä Ä'Ä fi'.Ä stattet. Die Aufhebung des erwähnten Verbots ist, uns mittheilt, dadurch veranlaßt worden, daß der riWRiö!»"»!? Wirth der Tonhalle in neuerer Zeit sämmtlichen sozialst M 25! kratischen Vereinen das Lokal gekündigt hat und im Samf Tl lüh zu Tonhalle keine sozialdemokratischen Versammlungen mtW'°35.1! läßt."-<%700 3 2)„Frankfurter Zeitung" vom 6. März: zFonds l „Beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals dürfen der„anam�, Invalid schen"(!) und(!!) sozialdemokratischen ihren Besttebungen Vorschub leistende Arbeiter werden." JB Letztere Notiz ist einer halbamtlichen Mittheilung emT men, und wir wollen im Vorbeigehen blos darauf 53® fe > Volk- k M von �vanda I eir machen, daß sie die„Anarchisten" mit den SozMM " g itifrj S&fi gegeh be Inden zu einer Partei zusammenkoppelt. Es ist das idfTW,... geworden und es liegt Methode darin. Aber wir mo%Ji ffiin damit jetzt nicht beschäftigen. Wir wollen auch in die �«es j heften der oben zitirten Fälle nicht eingehen.,"ümett Jeder unserer Leser weiß, daß es sich um alltäglich*� kommnisse handelt. Die herrschenden Klassen, und die Behörden haben den Boycott gegen die Sozialde'»� erklärt. Nicht genug, daß man sie unter ein AusnahiM gestellt hat, will man die Sozialdemokratie auch gesells«*� und wirthschaftlich ächten, und sie auf Umwegen an Wf'J Übung der politischen Rechte hindern, die man ihr gesetz»« entziehen kann. Ein solcher Boycott— so ausgedehnt, so systemoW offiziell, das ist unblutiger Bürgerkrieg. Was werden die Folgen sein? So weit es in. der der sozialdemokratischen Arbeiter liegt, werden sie anwenden. Der Boycott von unten gegen den von oben..i.{& Und was soll daraus werden? Wir können es Wch sehen. Das aber steht fest, dieser unblutige Bürgerkneg. � eine gefährliche Verbitterung erzeugen und die Kluft � der besitzenden und arbeitenden Klasse in der bedrov' Mi- Z herum und hielt Unglückliche, denen er begegnete, von'y Geschäften ab, indem er ihnen Kriminalgeschich. ..... nt der jetzigen insofern Schwerin eezählte, die mit der jetzigen insofern hatten, als sie sämmtlich ohne Resultat blieben, �em-- � kam er nur selten über die Einleitung hinaus, denn( y schon in der Stadt bekannt geworden, und wer � konnte, wich ihm aus. Ja, unter den Händen br�W ihm manchmal aus und ließen ihn mitten in einer Erz- y stehen, deren Pointe er gewöhnlich selbst nicht muß deren Anfang er vergessen hatte. Dadurch wurde seine Laune aber nicht gebessert;.y an, die Menschen in seinem Herzen des Undanks zu y digen und sich ähnlicher Fälle aus Schwerin zu er ji und war froh, als es endlich Mittag wurde, daß j* doch nach Hause gehen, essen und sich darauf wie"ew schlafen legen �konnte. Er versäumte nichts, wenn er Vi. und andere Menschen gewannen Zeit, also war doppelter Vortheil, den er erzielte. Leider sollte selbst in seiner Behausung heute keine Ruhe sißbeu. „Männi," sagte die Frau Räthin, als er ins � f trat und sich, wie immer in Transpiration, die y.# wischte,„der Schneider war wieder da, um v abzuholen, wovon Du Dir die neuen Beinklewer. �jc lassen wolltest— ich habe es aber nicht finden könn< es doch heraus." „Das Zeug?" sagte der Rath, indem er v mitten in der Stube stehen blieh.„Aber, mein � W das habe ich Dir ja schon vorgestern Morgen v den Vorsaal gelegt und Dich dringend gebeten, � ff1' blicklich fortzuschaffen, da ich so abgerissen bin, ba|H gC kaum noch aus der Straße sehen lassen kann.. weichen mir überall aus."_ „Ja, ich erinnere mich wohl, Männi," faS j)" w Zärtlich,„daß Du mir das gesagt hast; aber> warst, könnt' ich ei nirgends finden, und waschen, schreckliche Geschichte mit vem alten Salomon daj ich habe gar nicht wieder daran gedacht." f ,J „Dann liegt es am Ende jetzt noch drauß, u iKrf „Nein, gewiß nicht; die Henriette und'4j herumgekrochen, aber es ist nirgends zu stuve- nod Aoter m w lanch,! "M. I ÜM. I V'So »0 "Sd h l'N s?» wo toi n E ;v 6: Sfl zu i V A i. % iber ttwpi' vertiefen und erweitern. Wer diesen nach einem einheit- llustration f M Plane organifirten Boycott gegen die Sozialdemokratie übgeordniv j* Äben gerufen hat und wer ihn durchführen hilft, ladet eine erüber'«m Verantwortlichkeit auf sich. Und was, so fragen wir ltlich dn#™ Schluß, soll aus der so pomphaft angekündigten„Sozial- chen M? werden, die ohne die Mitwirkung der arbeitenden Klasse über WD«Heine Unmöglichkeit ist. i VerblM. iiPimssien-', zu Deutsch Preuße, ist neulich von einem :n Sieß$ �Wschen Gericht als Schimpfwort bezeichnet und Jemand, zur Srr» � es gegen einen anderen gebrauchte, mit Geldstrafe belegt n Oertzes �«en. Das hat unsere Chauvinisten in arge Entrüstung ver- ianz MM � und es ist ja auch richtig, daß es einen sehr traurigen Zu- NachridD Pj der Gemüther bedeutet, wenn der ehrliche ssiame oder gegen W Mie eines Menschen von einem anderen Menschen als ein für giltig �yendes Schimpfwort aufgefaßt wird.?iur sollten unsere n diese%% Chauvinisten auch zu Öause verurtheilen, was fie im terhebunz■'«dnd so häßlich finden. Nicht blos die„Mildthätigkeit", s. Wäo�Fein auch die Gerechtigkeit„fängt zu.Cause" an. Wer selbst Schloß was er an anderen tadelt, ist sprichwörtlich mit einem fimngsS? Mschen Defekt" dehaftet und kann schon im Neuen Testa- ledteniT A.'ein Porträt finden. Dieselben Blätter, die sich darüber und W �uen, daß es in Frankreichs Leute giebt, welche stch durch ;n aber!'oumf: Pnissien beschimpft fühlen, fanden es noch dieser Tage rächen. M der Ordnung, daß ein sächfisches und ein preußisches Amts- rahmen F Mas Wort„Sozialdemokrat", welches doch ebenso ehrlich ist wie nd partA Wort„Preuße", für ein Schimpfwort erklärten. Dies für die ms objelSJ Mtnrichterei. Und nun noch ein Wort über das„Schimpf- s neuen®! j Preuße. Um es zu finden, brauchen unsere Chauvinisten er einnM� Ajwch Frankreich zu gehen. In einem großen Theile�von rklärt erstattungp llenwn'5 este zu D �»rt(welches meist mit einem häßlichen Beiwort versehen heute in 1% allgemein diese fatale Bedeutung. Wie das Wort Preuße im GegM° Bedeutung erlangen konnte, das ist eine Frage, deren j. Rickefi??iwortung ein Stück nationaler Geschichte wäre. Genug, e von W?' dm„Preußenhaß" erweckte, waren gewisse Regierungs- ion der � �Behörden« Maximen und Praktiken, welche einen stch Ursprung halten mit jenen fatalen Maximen iS Praktiken, die jetzt in der Schweiz den mnion � MM,„Deutschenhaß", der eben nur ein„Lock- hat, sfM'haß ist, hervorgerufen haben. Nicht blos die Bücher, wahren� Wörter haben ihre Geschichte, und die Geschichte gc- [elmäßi# ss Wörter ist mit der Geschichte der Völker innig verwoben, Mweise einerlei. Das eine steht aber fest, daß die Unter- , b-reits � �"9 von Begriffen niemals willkürlich vor fich geht, son- den SeiWr i«aß fich stets ein guter Grund nachweisen läßt. Ohne e'«,?,?«er„Volksstimmc", die hier spricht, die Eigenschaft der ..'_ t Markeil beilegen wollten, muß doch anerkannt werden, daß, das W'Ü! Volksstimme ein Urtheil ausspricht, dieses stets von dem mschaM� Gefühle des Volks eingegeben ist. her ihnen r£U Reichsschuldenkommission hat ihren diesmaligen m Wiedels M an den Bundesrath und Reichstag erstattet: Nach dem wie(Jw betrug der Bestand des Reichs-Jnvalidenfonds i �-utschland hatte bis vor noch nicht langer Zeit das Wort ptoein die Bedeutung eines Schimpfworts: vielfach hat es jetzt; und Herr Sigl vom„Vaterland sorgt bekannt- Kräften dafür, daß der Gebrauch nicht ausstirbt. Ja, ''en selbst, in der Rheinprovinz, hatte bis nach 1848 tei ist. jen lnehr«' lung en� lf ausinA- i am Schlüsse der deqM�echnungsiahres"l886/87'sc)0 W1 890,15 M., Ende Januar «w t® 259 364,20 M. Der Bestand des Festungsbaufonds u denselben Terminen auf 21 III 613,69 M. resp. 19 M., der Bestand des Reichstagsgebäudefonds auf Mtv- M. resp. 18 796 051,43 M. Der Zinsenertrag dieser -Fonds bezifferte fich Ende Januar dieses Jahres bei dem :r„anarv�,?-Mvalidcnfonds auf 4,10 pCt. und bei dem Reichsfestunas- ehörendt.L wie bei dem Reichstagsgebäudefonds auf je 4 pCt. cht bew v en Beständen des nach Vorschriften des§ 1 der Ver- vUng vom 22. Januar 1874 im Juliusthurm der Zitadelle «"--dau aufbewahrten Reichs-Kriegsschatzes ist keine Ver- feingetreten. Die im§ 14 der bezeichneten Verord- «eschriebene jährlich: Revision und Inventur des hat am 21. Oktober vorigen Jahres unter Be- eines Mitgliedes der Reichsschuldentommisfion statt- .Und ist dadurch das Vorhandensein der Bestände M Un-�"�negsschatzes von 120000 000 M. in Reichsgold- ItächM � lialvein-� U°.5�eben! Än'Reichsbanknoten war bis zum 1. März Ä ääü'Kir.t Ä'Äns "°rig bleiben. Davon wurden in der letzten vor der Re- Sj1 1. März d. I. dem Reichskanzler, eingereichten detail- ' �ochenüberficht vom 23. Februar d. I. nachgewiesen: an /ondeständen in den Kassen der Hauptbank und ihrer �°"st°lten und als im Umlauf befindlich 1 853 396 000 M.; «�.landen sich nach dem Asservatenbuche bei der Reichs- ...«i,,z>Wvtkasse unter Mitverschluß eines Mitgliedes des Reichs- i es N>°>'J(( W �«1?t'umä an asservirten, als untauglich für den Um- cgerkrieS.� ilz/Mhattenen und zur Vernichtung bestimmten Noten lllHi-u» UUb«rtrf»>\t>m Wlerfohr ut ystemaK in der! � oachzcwicstn worden. Die Aufbewahrung der Bestände " auf Sicherheit hat dabei zu keinem Bedenken den te, von ; 8A ü Ii „.�wieder in Gedanken eingeschlossen, Männi— Du «chmal so zerstreut." k, cT' lieber Schatz," sagte der Rath, der sich doch nicht Ut Mr fühlte,„möglich wäre es allerdings, denn ich '! so viel zu denken, daß ich oft selber nicht weiß, \h* er Kopf steht. Die Leute hier in Alburg sind % weit in der Kultur zurück; es ist merkwürdig, sie � gar nicht zu helfen, und alle Augenblicke werde ,&°on der, bald von jener Seite um Rath geftagt." VL 0,. steh nur einmal nach, Männi, und nachher „«le Henriette gleich hinübertragen, daß er es schnell ic gen nn er könne», i 0 1%� ;n. s>.-"i. unv an noch dem Verkehr zu übergebenden ocoten 118 500 000 M. Zusammen wurden demnach am IK mein Täubchen," erwiderte Frühbach, indem ? i>i°?lüssel aus einer seiner Taschen herausarbeitete und S erste, dann die zweite und dritte und vierte Schub- \ jJ'chwß, um das gesuchte Stück Zeug zu finden— St nicht da. Er war niedergekniet und hatte jetzt sich wieder aufzurichten, schüttelte aber dabei Xv ffiT" mit dem Kopf und ging, aber nicht mit A Erfolg, an stinen Kleiderschrank, an den Schreib- �s°lck» andere Kommode, kurz überall hin, wo sich \ 3e8 Stück Tuch möglicher Weise hätte ausbewahren l, T;.~°er immer umsonst. 2(„r Henriette meldete, daß daS Essen aufgetragen wäre [Ss,"m> der unvermeidliche Apfelwein warm würde— Rath Frühbach suchte an den unmöglichsten JS s.�.man gar nicht einmal alle nennen kann, nach Oh w l Hosenzeug und kam zuletzt, aber auch erst ganz Mohr Schlußfolgerung, daß es entweder verschwunden L 5 n se« eine Staatsbank ins Leben zu mfen. Zur Prüfung W Projekts ist eine Kommission, aus höheren Staatsbl 9 den russischen und italienischen Delegirten zur Schulden!«» K stehend, eingesetzt worden.— Seitens der Generallonji«�»» 0*1, bereits seit längerer Zeit bei der Regiemng worden, die Stadt Alexandrien, welche je. waltung steht, mit einer Selbstverwaltung zu versehen Vertreter der fremden Mächte haben zu diesem Zwe« Subkommission gebildet, welche bereits mehrere Zusammen� mit dem Ministerpräsidenten gehabt hat, welcher dem � günstig ist. Nach dem zur Zeit destehenden Projekt wr#' Staat der Stadtverwaltung eine jährliche Subvention n 40 000 eg. Pfd. zahlen und letztere ermächtigt wert schiedene Gebühren zu erheben, wodurch das Budget dl auf ca. 70000 eg. Pfd. gebracht werden würde.(Es sich zunächst nur um einzelne Verwaltungszweige.) � Spitze der Verwaltung würde eine Kommisston von}'■ päischen und 12 einheimischen, von den Steuerpflichti wählten Äitgliedem stehen. Kleine Wittheilungen. Danzig, 6. März. Ein Zusammenstoß des por Schnellzuges mit einem Rangirzug fand gestern Abend Olivaer Thor statt. Es wurden ein Heizer und ein A führer des Rangirzuges leicht verletzt und die Lokomotive» einige Wagen beschädigt. vss' . 66- «m l\ Schellt Das Ha ug zur yesischer �ieinala i Mkan °Einnah »ß der Erweite bcrun Reis dem 3 Uetzgei ibg. g. aus, t ttebei Theater. Freitag, den 9. März. vpnmtz«»». Geschlossen. Kcheafpielh««». Geschlossen. H-atsche« Theater. Faust. Klallae»- Theater. Durand und Durand. Tmrtrat-Theater. Die Himmelsleiter. «»»«»»ich-»Uhelmst-dttsch-a Theater. Die Dreizehn. Uttttarta-Theater. Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Dft»«>-Th»ater. Die Waise von Lowood. Uestdeatz-Theater. Francillon. Ueaealtiaace-Theater. Drei Paar Schuhe. Vßalhatla-Theate». Der tzerrgottschnitzer von Ammergau. Z�aerira»-Theater. Spezialitäten-Vorstellung. Taastaa«»« PariSt«. Spezialitäten- Vor- stellung. Kpnkordia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Theater her KeichahaUe«. Borstellung. Spezialitäten- BaHin««- Stadt- Theater ncallnertheaterstraße 15. AieGesüllgnUcdesLiiilvrt KömMdlischrs Witer. Alexander-Straße 40— Kurze Straße 6. Gastspiel des Frl. Jda Müller. Zum letzte« Male: Kabale und liebe. Louise: Frl. Jda Müller a. G. Kämmtlich« Fan« und Paire-paetout» find giltig. Morgen: Erste« Gastspiel d. Großherzogl. meimar'schen Kofschauspieler» Herrn Heinrich Fischbach. Graupe»» nlüUer. Posse mit Gesang in 3 Akten. Sonntag: Nachmittag«- Kiuderuostellnng. 4 Uhr: Zum letzten Male: Hans im Glück. Loge und Fauteuil 50 Pf., Parquet 25 Pf. Um 7% Uhr: vraupenmiiller. oder: Der Thurm von Nesle. Schauspiel in 3 Akten nach dem Französischen des Gaillardes. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Grosses Konzert »asthge 1«r. 9 M.- 10 A. Kalaer-Panorama. Eine bequeme Wanderung durch das Ktesengedirge. 2. Reise durch Gber- Italien. Tomo-Kee. Killa Zirio de« Kronprinzen. Hochinteressant: Dir Hertha-Reif». Iine Reise 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. von Th. Kranke. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 7t Uhr. r. sdenerstr. 72. Zum Direktion: 179. Adolph Ernst. Male: „Schutzeulis'l". Gesangsposse in 4 Akten von Leon Treptow. Kouplets von G. Görß. Musik von G. Steffens und Franz Roth. Lisi: Berta Feldau. Hedwig: Olga Dvorak. Asta: Clara Helmer. Liese: Rosa Lid. Felix: Hugo Hasskerl. Franzi: Adolph Kratz. Max: Raul Barthold. Stöpsel: Dir. Adolph Ernst. Anfang 7t Uhr. Im 4. Akt:_ mr Francillon Parodie, vorgetragen von Herta Feldau und Dir. Ad. Trnv. Weiss- u. Bairischbier- Lokal von Kerrmanu Stramm, 5 b. Brücken-Strasse 5 b, 35 empsiehlt seinen reichhaltigen FrnhstLckstisch, Mittagatisch n. Ausw.& Couv. m. Bier 50 Pf. Reichhaltigen Abendttsch zu soliden Preisen. Weißbier ohne jeden Wafferzusatz, die große Weiße 20 Pf., die kl. 10 Pf. außer dem Hause, giebt's nur im Restaurant Franks. Allee 74, im Hause der Ostend-Apotheke bei Emil Böhl. Von 2 Mark an frei ins Haus.[21 Im Tuchgcschäft[17 Prinzenstr. 53, gegenüber der Turnhalle: Herren- u. Einsegnung« Anzüge, Paletot», sowie Damenkleider Regen-Mäntel zc. ! Konlante Zahlnng«- Kedingunge»! E. frdl. Schläfst, z. v. Oranienstr. 162, H. IV.[525 "1 ui rdinen- Emil Lefevre, Kerlm S., verkaust jetzt auch an Private, jedoch nur in ganzen Stücken, ca. 300 Muster stets vorräthig! brik Arbeiter-Wotizkalender pro 1888 Prsls 80 Pffg. Stärkere Ausgabe 70 Pffl Wiedeeserkänsern Hetze» Rabatt. ?« beziehe» dxrch die Srpedttio», Zi««ersir«he W nden smäßi die ü Serbe ust viel! ,,°nke. C MotntuUtci men. »olizc il tritt Abrechnung v. Streik der Berliner Sattler s Die Deputation: Gust. Assmann. F. Nlartsch Gesammt- Ausgabe: Gesammt-Einnahme: Auf Sammelbogen laut Belag 242 Nummern..... 3 Von Vereinen....... Freiwillige Beiträge . 3894,60 960,00 162,40 Summa M. 5017,00 Einnahme Ausgabe An Unterstützungen -~- SlO~ An Verwaltungs kosten, Extra- und Reiseunterstützungen... An Unkosten laut Liquidation. Summa M- M. 5017,00 ,, 4999,60 Bestand�M? lachte ky'w» Wete ver Rehmen. " Ifnfcha fsbedi der tbild c gegei 17,40. Berlin, den 2. März 1888. Revidirt und richtig befunden. � nZ Die Revisoren RF. Malschnla», I. Angermeier,«. Hernhardinq. F. Grube, Die noch ausstehenden Listen sind bis zum 15. März im Restaurant Mar», V Neue Jakobstraße 11, abzu�efen��������L v. � �Wpt ".ittfplitl ,? den K' m Bekanntmachung. Die Kombinirte ordentliche General- Versammlung der Grtskrankenkasse der Maschmeilban-Arbtiter unv verwandten Berufsgenoffen zu Berlin sindet am Konntag, den 18. März, Vorm. 10 Uhr, im palmrnsaal. Neue Schönhauserstr. 20, statt, wozu die Herren Mitalieder-Vertreter(Delegirten) — Arbeitgeber und Arbeitnehmer— hierdurch ergebenst eingeladen werden. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Revifions-Kommisfion und De- charge des Vorstandes. 2. Berichterstattung über die im Auftrage der Generalversammlung vom 6. November 1887 seitens des Vorstandes behufs Herabsetzung der Beiträge geschehenen Schritte. 3. Beschlußfassung über die Herabsetzung der wöchentlichen Beiträge von 60 Pf. auf 57 Pf., resp. von 30 Pf. auf 27 Pf. 4. Berichtcritattung über die von der General- Versammlung vom 6. Nov. 1887 beschlossenen Statuten-Abänderungs- Anträge.(Ref.: Herr Witt ig.)[522 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand der Ortskrankenkasse der Maschinen- bauarbeiter u. verw. Bemfsgenossen Berlins. Mandat legitimirt. Richard Papperitz. Oranie«straße1»8, engl. Tüll-Gardinen, von 22 Mtt. 12 Mark. Persandt gegen Nachnahme! Damast- Zmirngardineu das ganze Stück 10 M. Ißdlüftfin der Stemtriiger Serlins. Kountag. den 11. März, Vormittags 11 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselstraße 10, WM" Versammlung."MW I Tagesordnung: Innere Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes ' und Fragekasten.— Mitgliedsbuch legitimirt. j Neue Mitglieder werden in jeder Versammlung ' aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht ö24j Dnr Dorftand. DeihhiW-AiMttlmiis' 2. Weinbergs-Weg dicht am Rosenthaler Thor., j Laut Beschluß der Generalversaww� sollen nunmehr vom 2. d. M....W......... I handenen diesjährigen prima Garderoben für den 4. Ttz�s" reellen Werthes schleunigst ausocn werden. 14 000 ff. moderne F' fahr»- und Kommer-Paletot« M. 10-34 prima, 12,500 h-«� Kock- u. Iaqnett-Anzüge v- bis 39, 16 200 ff. Hosen von Km Mark prima. 4500 schmarze Köcke. Frack«. � f®' Hosen, Burschen-Anzüge, Hamb.- hosen, div. Uhren:c. Sämmtliche Gegenstände werden � � Ueberfüllung unter Leihmerttz au.jj kauft. kd, Aach Sonntag bis AW#* 2. Weinbergs-Weg Sit Direbtt-® i i1' wer Genosse, % der s: jtt, dc wssf 410,20 etc. Pf. KS 392 Soeben erschien: Heft 18 der Internationalen Bibliothek Charles Fourier» sein Keven«. seine Theorien. U-tt A. K-b-l. Preis pro Hsfl 50 Pf. Zu beziehen durch die Grpedtti-« des»»Kerl. Nolksbiatt«» Zimmerstraße 44. Einbanddecken ä 30 Pf. WIsderwerkAuf srn Rabatt. Große öffentl. Versammlung des III. Homöopathischen Vereins zu Berlin am Sonntag, den 11. März, Vormittags II Uhr, im Umversum, Brunnenstraße 29. , m � Tagesordnung:[518 „ des Hrn. Hofrath Dr. v. Gusrard Ueber„dre Wirkung des unendlich Kleinen". 2. Diskussion.— Alle Gegner sowie Anhänger der Homöopathie find zu dieser Versammlung ergebenst eingeladen. Das Komitee: Carl«nttzeit. A. Krüger.«. Keiler. Wo speisen Sie? _ der alten pommerschen Küche, Oranienstr. 181, Hof WW 60 Pf. nach Auswahl. Tischlerg. a. St.Blummthalstr.23,Friedrichsb. s505 belehrende Schriften zur freien Besichtigung und eigenen Auswahl. aW'WKft: mone v. Gerstäcker, Heyse, n U.A. Marlitt, Spielhagcn enthaltend & M Qf» Meyers Konv.-Ler.m. dm'JU Karten und Illustrationen tc. 2. A. cplt. geb. und andere größere Werke in billigen Exemplaren I A Masken-Gorder-� F. Stensel»�,;1 Reichste Auswahl, bllllB* rj jpnf Vereinen Ermäßigung. Nach% Lssrt®! Dresdenerkratze 21(Eck � � ßtlltn, 10 ite � 1 Stand, vollständige Länge% Mark, Bettfedem, Pfurrt"an» kauft' allein die' Bettfedern-Eng' 1. Geschäft Kottbnserstratz»*' i- m Verantwortlicher Redakteur: IL«rontzeim in Berlin. Druck und Verlag von Ms»»adiag in Berlin 8W., Beuthftraße 2. für Händler. ��4� ti** Neu -selben mischen& mteiftüjfflj Aufgabe� ing vie i, sowie! üfung W itsbeamt«1 chuldenm nerallons» Frage l nter versehen n Zweck iusammeM er dem f- ojekt«#! ubventio»■ : werd dget bi !.(C eige-) , von b rpflich Beilage zum Berliner Volksblatt. 39. Freitag» den 9. März 1888. 5 Jahrg. P arlamentsverichte. yemtscher Neiiv«t-rg. 66. Stgung vom 3. März, 11 Uhr. g."m Tische des Bundesraths: von Boetticher, �ckelling, von Bronsart. Las Haus erledigt in dritter Lesung den internationalen ?S zur Unterdrückung des Branntweinhandeis unter den wfischern auf hoher See, die Verträge mit Ecuador, emata und Honduras, die Rechnung der Kasse der Ober- Mskaiumer pro 1685 86, die Uebersicht der Reichsausgabcn .-Einnahmen pro 1886 87 und geht sodann über zur Bc- der Petition des Vereins gegen Wucher im Lraargcbietc, ? Erweiterung der reichsgesetzlichen Vorschriften zur V e r- tfberung des Wuchers. Die Kommission beantragt, is pommw't.dnn Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen, in welcher Zlbend 0%%% bcm Wucher nach den angegebenen Richtungen im Wege ein MPV Gesetzgebung zu steuern sei. ikomotwe» �«bg. Hormannsmäßig betriebenen Handels mit ländlichen Grundstücken, Ii/T die Auswüchse desselben beseitige, und ein strafgesetz- v*' Verbot der bei Gelegenheit öffentlicher Jmmobiliar- Afe vielfach üblichen unentgeltlichen Verabreichung geistiger ?°nke. Es sei sehr schwer, diese Materie gesetzgeberisch �wuliren, aber unbedingt nothwendig, fie in Angriff zu wn. .)% Schräder(dfr.): Die Durchführung dieser Vorschläge Mm. rtous schwierig; die Gesetzgebung kann höchstens in ge- �polizeilicher Hinficht auf diesem Gebiete vorgehen. Der tritt vorzugsweise da auf, wo die Zersplitterung des Jfbefitzes einen lebhaften Grundstücksverkehr erzeugt, und «use vereinzelten Gebiete kann die Gesetzgebung keine Rück- nehmen. Helfen kann da nur die weitere Ausbildung des �»ssenschaftswesens, die Erleichterung des Kredits und guter .jiiaf �ussbedingungen mit Hilfe von Genossenschaften, die Be- dm»* M der unerfahrenen Bevölkemng durch praktischen Schul- .,!>°ttbildungsschulunterricht, sowie durch Wanderlehrer. Auch fc*®8ßfn ben Wucher könnten Ersprießliches erreichen, aber die c„.J Aebung darf nicht mit drakonischen Strafbestimmungcn . M 41�'Me Versuche machen._ d Ä v. Helldortf(Üf.) schildert die haarsträubenden Miß bei den Versteigerungen von Grundstücken, darunter P1 hauptsächlich solche Gegenden zu leiden, wo der Grund- ?.�rspliltert sei. Die kleinen Besitzer befänden sich durch- L"? den Händen einer bestimmten Klaffe gewerbsmäßiger welche sämmtlich derselben Konfession angehörten: 'ä>ne allerdings für die Sache selbst nicht in Be- Die Grundstücks-Versteigerungen müßten in anderer werden. Der Antrag der Kommission sei emein gehalten und könne deshalb angenommen nT#"# lee, 1- arr, t Kais. ilcg' fe} H 1 Ä'LZ p*#: Heg* rektt«"' (Sunt)(nl.): Der Wucher wird wesentlich durch ng der Grundbesitzer begünstigt, in Gegenden ÖrnfflNtUNg oer vs,tU»vvr,iyc>. wtBuiii»«.,>,..V... ° geschlossenen Bauernhöfen tst wenig vom Wucher zu Vn',"i1 Manchen Gegenden wird er durch ein gewisses Miß- wirthschaftliche Tüchtigkeit der Bevölkerung fem- % unL�drenti in andere, i die leichtgläubige und wirthschast. Bevölkerung leicht in die ihr gestellten Netze geht. % des Volks kann allerdings sehr viel Helsen, und der bfce« Wen den Wucher im Saargebiet hat sick bereits Verdienste in dieser Hinsicht erworben. Aber dre Wucher- fcch' oesondeis die Bestimmungen gegen den verschleierten KS sollten auch von den Gerichten häufiger in Anwendung PC�den. Endlich läßt sich manches von der Resorm ichaftsgesetzes erhoffen. Der allgemein gehaltene ilba>,?onimisfion ist annehmbar. '«»«intelen(Z.) ist für den Kommissionsantrag, da die »N n Bestimmungen nicht ausreichen und der Wucher Formen findet, um die Gesetze zu umgehen und laiiit?�lussion wird geschlossen. Abg. B ö ck e l(Antis.) daß ihm dadurch das Wort abgeschnitten ser, worauf nnsfionsantraa angenommen wird. verbot-n.) Nach zwanzig Jahren. Einer wahren Begebenheit nacherzählt von Maurus Zükai. Uebersetzuna von Ludwig Wechsler.) )°der sechs Jahre mochte ich alt sein, als in unse- Hel-i chen eine große Unterhaltung veranstaltet wurde, i» 2� mehrere Familien die Vorräthe lieferten und :U** barbarischen Sprache„Piknik" genannt wird. *%; �de zu der Festlichkeit mitgenommen, da, wie "i»« Ja8te, dort noch andere Kinder in meinem Alter ih, en/ mit denen ich mich unterhalten und auch tanzen konnte die mit mir gleichalterigen Kinder nicht Lslih Und vor dem Tanzen hatte ich eine wahre Abscheu. IT W."'cht einmal gerne mit an, da mich der Anblick K» v�ch«nander wirbelnden Gestalten, die an memen \ ipberrasten. als wären sie alle mitsammen toll ge- JLM schläfrig machte. brachte mich der Gedanke schier zur Ver- °aß ich mit einem kleinen Mädchen in meinem iJ%( Aller Augen auch zu tanzen anfangen sollte, stW ebenfalls verrückt geworden, während es an- wein Ehrgefühl gewesen wäre, mit meinen l!""®llnbetuh" oder„Haschemännchen" zu spielen. o/ll tvu�Jch demnach in ein Zimmer, in welchem Karten ». Spiel«,!"! dort verzog ich mich hinter den Rücken V und sah es voll Interesse mit an wie die 1> n,u�' die Atouts behoben und mit denselben ge- aSn Pf; am liebsten hätte ich die Hände voll Atouts %"d einp r ssiie Karten damit zu schlagen, damit gar könne. Doch wenn es dazu kam, t-« meinem �p'. oh'u""'cht; ich wäre sicherlich in Weinen ausge- �en p"Un gewonnen oder verloren hätte, einmal ""d dTn' dann wieder über den Verlust eines * konnte nicht genug über die Kaltblütigkeit Es folgt die dritte Berathung des Reichshaushalts etats für 1888-89. In der Generaldiskusston nimmt nur das Wort Abg. v. Mirbach: Ich beschränke mich auf eine Erklärung im Namen meines Freundes v. Kardorff und verschiedener Ge- finnungsgenoss.!:. Der Gnmd zu dieser Erklärung liegt nicht in der Geschäftslage dieses Hauses. Wir können uns der Dis' kussion spezieller Fragen nicht entziehen, halten es aber nicht für angemessen, in die Diskussion von Fragen einzutreten von großer wifthschaftlicher und politischer Bedeutung, und wir ver- zichtcn deshalb auf diese Diskussion. Ich glaube, unsere Stellungnahme wird nicht nur bei unseren engeren Ge- finnungsgenosscn, sondern auch bei unseren Gegnern Anerkennung finden. Auf den Antrag v. Maltzahn's und Gen. werden die tn Fortfall gekommenen Relittenbciträge nunmehr in sämmtlichen Spezialetats, in denen sie als Einnahmen verzeichnet stehen, ge- strichen. Beim Etat des Auswärtigen Amts regt Diffenck lnatl.) die Errichtung von Honorarkonsulaten in Chios und Tagan rog an. Unterstaatssekretär Graf v. Kerchem verspricht, daß die Sache weiter verfolgt und wohlwollend geprüft werden würde. Man habe nur das Bedenken, daß die Zahl der Deutschen dort eine sehr beschräntte sein dürfte. Bei dem Etat des Reichsamts des Innern bittet Struck mann(natl.) um Veröffentlichung des Gesetzentwurfs, betr. die Alters- und Jnvalidenversorgung noch vor dem Zusammen tritt des nächsten Reichstages, damit die betheiligten Kreise sich damit vertraut machen können. Das würde auch die Arbeiten des nächsten Reichstages außerordentlich fördern. Staatssekretär n. Köttichrr: Ich bedauere unendlich, daß der Gesetzentwurf während dieser Session nicht mehr berathen werden kann. Die Herren werden aber mit mir darin einver- standen sein, daß diese Matene, je gründlicher fie in der Vor hereitung behandelt wird, um so leichter in den weiteren Be- rathungsstadien sich entwickeln wird, und es wird deshalb Sorg- falt darauf verwendet, um diesen Gesetzentwurf, der fertig ist, so sorgfältig auszuarbeiten, wie es nur irgendwie denkbar ist. Dem Wunsche nach Publikation werde ich sehr gern Rechnung tragen. Von den verschiedensten Korporationen und Vereinen wird jetzt schon der Wunsch ausgesprochen, daß fie speziell auf: gefordert werden möchten, sich über den Entwurf äußern zu dürfen. Eine solche Erlaubniß ist nicht mehr nöthig. Durch die Publikation bekommen auch diese Korporationen, Vereine und einzelne Personen Gelegenheit, ihre Bemerkungen zu dem Entwurf zu machen. Für uns ist es absolut unmöglich, an jeden solchen Verein eine besondere Aufforderung zu richten; denn wir würden in Verlegenheit kommen wegen der Abgren- zung des Kreises. Für jede Bemerkung zu dem Entwurf wer- den wir dankbar sein, wie wir es schon dankbar anzuerkennen haben, daß gegenüber den Grundzügen der Alters- und Jnva- lidenversorgung die Kritik nicht sparsam ist. Ich kann jetzt schon eine sorgfältige Beachtung aller kritischen und petitionellen Be- merkungen zusagen. Der Gesetzentwurf über die Genossen- schaften liegt bereits dem Bundesrath vor. So weit ich über- sehen kann, besteht nicht das mindeste Bedenken, diesen Gesetz- entwurf ebenso zu behandeln, wie den eben genannten. (Beifall.) Abg. Kammacher richtet an die Regierung die Frage ob in der nächsten Session ein neues Patentgesey und Marken- Schutzgesetz zu erwarten sei. Die Reformbedürftigkeit dieser beiden Materien sei allseitig und auch von den verbündeten Regierungen anerkannt worden. Staatssekretär v. Koetticher: Auch die Gesetze haben ihre Schicksale, und ich möchte deshalb nach den bishengen parlamentarischen Erfahrungen es vermeiden, einen bestimmten Termin zu bezeichnen, in welchem die verlangten Vortagen an den Reichstag gebracht werden können. Was die Patentgesey- aebung anlangt, so ist augenblicklich ein Entwurf zu einem neuen Patentgcsetz im Rcichsamt des Innern ausgearbeitet; ich wünsche aber, daß derselbe noch vom Präsidenten des Patentamts ge- prüft wird. Hoffentlich gelingt es. diesen Entwurf so zu fördern, daß er dem nächsten Reichstag wird vorgelegt werden können. Was die Korrektur des Marken- schuyes betrifft, so beschäftigt sich der Bundesrath gegen- wättig mit verschiedenen Petitionen darüber; er hat sich augenblicklich noch nicht entschieden, und ich bin deshalb dieser Leute staunen, die das Alles ohne Weinen über sich ergehen ließen. Als es Nachtmahlzeit geworden, brachte man mir nach langem Umhersuchen einiges Naschwerk, denn wenn man hätte warten wollen, bis ich freiwillig in den Speisesaal gegangen wäre, so wäre ich trotz der großen Schmauserei fchön hungrig und durstig geblieben. Darauf setzte man sich wieder zu den Spieltischen nieder;— die Herren waren jetzt bereits viel gesprächiger und fuchtelten mit den Karten schon viel mehr herum, als vor dem Abendessen. An einem Tische saßen vier Offiziere;— lauter heitere, lustige Männer. Ueberhaupt waren in unserem Städtchen die Offiziere die gesellschaftlichen Tonangeber; auch im Tanzsaal bildeten sie die überwiegende Mehrzahl. Ich weiß außerdem, daß die Damen die Uniformen ganz besonders auszeichneten und daß hierob auch ein kleiner Wettstreit über die Vorrechte der bürgerlichen und militärischen Courmacher entbrannt war. Unter den vier spielenden Offizieren befand sich ein wohlbeleibter, dicker, gut gebauter Major, der ein so liebes, gutes Gesicht hatte. Ohne zu wissen weshalb, wünschte ich im Stillen immer, dieser möchte doch von den übrigen ge- winnen, obgleich er mir gerade so ftenid war, wie die an- deren. Ich stellte mich darum auch stets hinter seinen Rücken, da ich mir einbildete, daß er gewinnen müsse, wenn ich in seine Karten blicke, trotzdem sie ein so verwickeltes Spiel spielten, daß ich es vielleicht noch heute nicht zu er- lernen vermöchte. Alle vier hatten die Hände voll Karten, bei jedem Ausspielen wurde etwas angesagt, bei jedem Stiche etwas mit Kreide auf eine Tafel yotirt und nach jeder Partie über etwas gestritten, wovon ich kein Wort verstand. Wenn der dicke Major im Vortheile war, so erkannte ich dies daran, daß er ein Lied zu singen begann, dessen Refrain lautete:„Fidelim, lillam, fidelim! Allmälig machte mich die Sache derart schläfrig, daß ich mich kaum auf den Füßen zu erhalten vermochte. Meine Augen brannten von dem Tabaksrauch, im Kopfe ward es mir ganz schwindlig von der dummen Tanzmusik und von dem Anblicke dieses unbegreiflichen Kartenspiels; ich zog mich gen über außer Stande, zu sagen, wie die verbündeten____________.... diese Petition denken. In einigen Beziehungen aber glaube ich schon jetzt das Entgegenkommen der verbündeten Regierungen den Wünschen der interessitten Kreise gegenüber in Ausficht stellen zu können.(Beifall.) Abg. Hartmann berichtigt auf den Wunsch des Verbandes reisender Kauflcute seine Mitthcilungen in der zweiten Lesung dahin, daß dieser Verband in Krankheitsfällen seinen Mit- aliedein nicht auf zwei, sondern auf zwölf Wochen eine Unter- stutzung giebt. Abg. Graf Holstein beschwett sich darüber, daß einem Manne, der den löblichen Versuch gemacht habe, fremde Austern jpehleswig anzusiedeln, bei der Einfuhr dieser Austern ein Zoll abverlangt worden sei. Der Mann habe sich beschwert und habe 3000 M. deponiren müssen. Augenblicklich schwebe die Sache noch. Wenn man dem Mann solche Schwiengkeiten mache, so werde er genöthigt sein, seine Versuche im Auslande zu machen. Staatssekretär v, Koetticher: Der Vorredner hat seine Beschwerde an einer unnchtigen Stelle angebracht, insofern als ich mich zwar sehr für die Hochseefischerei und insbesondere sehr für Austern interesflre, schon in alter Erinnemng air Schleswig-Holstein, aber nicht mit der Verzollungsfrage befaßt bin. Ein Herr hat den sehr löblichen Versuch gemacht, in der Ostsee Austernbänke anzulegen. Ob er damit reussiren wird, ist mir nach den früheren Erfahrungen auf demselben Gebiet außcr- ordentlich zweifelhaft. Aber es wird sich ja nichts dagegen ein- wenden lassen, wenn der Versuch an günstigerer Stelle unt» unter günstigeren Konjunfturen wiederholt wird. Da die Austern aus dem Auslande bezogen sind, so sind sie an der Grenze der Verzollung unterworfen, deshalb hat der Bundes- rath zu meinem großen Bedauern die detreffende Petition zurück» weisen müssen. Ich will aber den Herrn Schatzsekretär bitten, die Sache in wohlwollende Erwägung zu ziehen. Dem Abgeordneten Hitze verspricht des Weiteren der Herr Staatssekretär v. Boetticher, auch die Novelle zum Kranken- kassenaesetz vorher zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Abg. Kaumbach(Berlin) hat ursprünglich die Absicht gehabt, seine Kontroverse bezüglich der Berufsgenoffenschafteir m dritter Lesung fortzusetzen, verzichtet aber darauf mit Rück» ficht auf die augenblickliche Lage. Abg. Schräder bittet, den Bericht des Reichsver» sicherungsamtes dem Reichstage möglichst zugänglich zu machen. Staatssekretär o. Koetticher hält dies für überflüssig, da der fragliche Bencht schon ausreichend durch die amtlichen Nach- richten des Reichsverstcherungsamtes und sonst durch die Presse publizirt sei. Beim Etat der Verwaltung des Reichsheeres erklärt R»ck-rt, daß er beabsichtigt hätte, einen Antrag wegen der Militärgerichtsbarkeit für die verabschiedeten Offiziere einzubringen und dabei den früheren Major Hintze in den Kreis seiner Er- wägungen zu ziehen. Mit Rücksicht auf die Lage, in welcher sich das 5)aus befindet, stehe er davon ab und behalte sich den Antrag für die nächste Session vor. Abg. Sabor(Soz.): Als kürzlich 5000 ehemalige Oekonomiehandwerker auf 8 Wochen eingezogen wurden, eine sehr harte Maßregel für die Leute, die im Winter zum großen Theil ohne Arbeil waren und deren Saisonarbeit gerade wieder begann, da verstchette der Kncgsminister, daß die Entschädigung derselben höher sein sollte als sonst, monatlich 10—15 M., abgesehen von den sonstigen Militärbezügen. Diese Erklärung hat einigermaßen beruhigend gewirkt, mir find aber Beschwerden, und zwar besonders aus Braunschiveig, zugekommen, wonach der Verdienst dieser Leute bedeutend geringer ist. Ich frage den Herrn Knegsminister, ob ihm dies bekannt ist, und bitte ihn uin Abhilfe. Kriegsminister Kronsart u. Schellendorff: Die Abhilfe wird bei den betreffenden Personen selbst liegen. Sie bekommen nämlich nach dem Maße der von ihnen geleisteten Arbeit neben den Militärbezügen noch Macherlöhne. Der Fleißige bekommt das, was ich damals auf eine Anfrage in Ausficht stellte, der weniger Fleißige natürlich weniger. Der Fall in Braun» schweig speziell ist mir nicht bekannt, es kann aber in Braunschweig seitens der Militärbehörde gar nicht anders verfahren werden als anderswo, es müßte denn die vom Kriegsministerium erlassene Verfügung dort mißverstanden worden sein. Indessen ich bezweifle dies, da die Verfügung sehr klar ist, indem sie anordnet, daß mit Rückficht auf die besonderen also in eine Ecke zurück, auf einem Sopha waren Herren» kleider über einander czethünnt und ich lehnte mich gegen den ganzen Haufen mit dem festen Entschlüsse, dort stehen zu bleiben und um keinen Preis der Welt einzuschlafen. Dort brummte mir noch eine Weile einiges im Kopfe herum, die tiefen Töne der Baßgeige, die schrillen Töne der Klari- nette, die einzelnen Worte:„Atout! Pagat ultimo!" und dergleichen mehr, bis ich auf einmal hinfiel, eine Menge Röcke und Mäntel mit mir riß und friedlich auf der Erde liegend einschlief. Der Schlaf der Kinder ist ein ruhiger, glücklicher, da sie nicht einmal durch Träume geplagt werden. Auf einen Augenblick wurde ich aufgeweckt, jemand suchte seinen Ueberrock und aus Dankbarkeit, daß er ihn gefunden, schleuderte er noch ein Dutzend Mäntel auf mich, wodurch ich in einen noch tieferen Schlaf versank. Plötzlich ward ich durch ein wüstes Geschrei aufgeweckt. Als ich den Kopf unter den auf mir liegenden Kleidungs- stücken hervorstecke, gewahre ich voll Schrecken, daß an dem Tische, an welchem die vier Offiziere sitzen, jetzt nicht mehr gespielt wird;— einer der Offiziere, ein kleiner brünetter Mann, machte einen ganz heidenmäßigen Spektakel, er sei beleidigt worden und er fordere Genugthuung. Bis zur Stunde hatte ich noch niemals einen zornige» Menschen gesehen, und bei uns zu Hause pflegte man nicht böse zu sein. Wenn jemand mit mir so schreien und zanke» würde,— ich glaube, ich müßte vor Entsetzen auf der Stelle sterben, ohne daß man mich zu schlagen brauchte. Und mit wem er schrie, war gerade der bereits erwähnte gut gelaunte, dicke Major, der auch jetzt noch so gut gelaunt war, wie bisher, und über das Wüthen und Toben des jungen Offiziers blos lachte. Dieser lärmte aber immer fort, daß dies Blut fordere, daß dafür Genugthuung geleistet werden müsse. Im Zimmer befand sich außer den vier Offizieren gar niemand mehr: ein Paar alte Herren waren gleich bei'Beginn des Streites hmausaeschlichen und hatten die vier allein zurückgelassen. Ich getraute mich nicht unter den Mänteln hervorzu- kriechen und sah alles genau mit an. Allein geblieben. verschlossen sie zu beiden Seiten die Thüren, schoben die Verhältnisse den Oekonomiehandwerkern für diese Zeit der Einziehung die doppelten Macherlöhne gegenüber den sonstigen durch das Reglement gebotenen gezahlt werden sollen. Ich denke, das Wort„doppelte Macherlöhne" kann nicht mißverstanden Beim a u ß e r o r d e n t l i ch e n E t a t für das Reichsheer wird auf Antrag des Referenten der Budgetkommisston Abge- ordncter Sattler der Titel für die Vervollständigung des deutschen Eisenbahnnetzes im Interesse der Landesvertbeidi- E vorläufig von der Berathung ausgesetzt, bis der Nach- etat über neue Eisenbahnen von der Kommission vorge- wird. Abg. Sattler berichtet sodann über eine Petition der Stadt Fangensalza, in welcher sich diese bereit erklärt, auf ihre Kosten eine Kavalleriekaseme zu erbauen, um eine Garnison zu bekommen. minist Generalmajor von Klume erklärt, daß dem Kriegs- steriunr diese Lfferte nicht bekannt sei. Die Verhältnisse in Langensalza gestatteten es aber nicht, dauernd eine Kavallenegarnison dorthin zu legen. Solche Offerten würden sehr häufig von Städten gemacht, könnten aber aus finanziellen Gründen nicht angenommen werden, da ein solches Baukapital fich sehr gut verzinst und das Reich nur ein gutes Geschäft macht, wenn es seinerseits die Kasernen baut. Abg. Sattler beantragt, nach dieser Erklärung die Petition für erledigt zu erklären, und das£>aus beschließt demgemäß. Beim Etat des Reichsjustizamts wird folgende Re- folution des' Abg. Kulrmann(nl.) angenommen: die verbündeten Re- gierungen zu ersuchen, in der nächsten Sesfion des Reichstags einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen eine durch- greifende Ermäßigung der Gerichtskosten her- Heigeführt wird, und mit der Revision des Gerichtskostengesetzes eine solche der Gebührenordnung für Rechtsanwälte zu ver- binden. Beim Etat der Zölle und Verbrauchssteuern, und zwar bei dem Titel„T a b a k s st e u e r", beantragt Abg. Mttnier: die verbündeten Regierungen ersuchen, angesichts der schweren Nothlage, in der sich die deutschen Tabakbauer be- finden, thunlichst bald eine Erhöhung des Eingangszolles auf ausländische, eventuell eine Ermäßigung der Steuer auf inlän- dische Tabake herbeizuführen. Hierzu liegt folgender Gegenantrag des Abg. Duvigneau vor: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, unter Aufrecht- erhaltung der bestehenden Zoll- und Steuersätze für Tabak den deutschen Tabaksbauem, soweit erforderlich auf dem Wege der Gesetzgebung, jede mögliche Erleichterung zu gewähren, msbe- sondere in Bezug auf: ») die Kreditirung der Tabakssteuer; b) die Ermäßigung dieser Steuer der fehlerhafter Beschaffen« heit des Tabaks infolge ungünstiger Naturerscheinungen(Hagel- schlag, Frost rc.) vor der Ernte; c) Erleichterung der Ausfuhr des inländischen Tabaks (u. A durch Erlaß der Steuer auf unbrauchbar gemachte Blatt- rippeni. Mit diesen Titeln zusammen werden berathcn Petitionen von Tabaksbaucrn um Erhöhung des Tabakszolles oder Er« leichterungen in Beziehung auf die Kreditirung der Steuer. Die Petitionskommisfion beantragt, über die Petitionen, soweit sie sich auf die Erhöhung des Tabakszolles beziehen, zur Tages- ordnung überzugehen, im übrigen sie dem Reichskanzler zur Er« wägung zu überweisen. Abg. Mknzeri Unter der Ungunst der Lage, in der wir uns augenblicklich befinden, verzichte ich heute darauf, meine Resolution so eingehend, als ich die Abficht hatte, zu motiviren. Ich beschränke mich auf den Hinweis, daß das Zentrum und die beiden konservativen Parteien den Antrag unterstützt und damit seine Berechtigung hinlänglich motivirt haben. Im Vertrauen zu dem warmen Herzen und der Einsicht der verbündeten Re- gierungen richte ich an Sie die Bitte, so bald als möglich Ihre helfende Hand an diese Wunde zu legen, ehe die deutschen Tabaksbauern daran verbluten.(Beifall.) Abg. Duvigneau: Bei der augenblicklichen Geschäftslage des Hauses verzichte ich auf eine eingehende Motivirung meiner Resolution und bitte um deren Annahme. Abg. Nickert: Wir waren der festen Zuverficht, daß der Abg. Menzcr die Resolution unter der heutigen Lage zurück- ziehen wird; eine Diskussion ist nicht möglich. Ein Beschluß ohne Diskusston würde nach außen hin den allerwunderlichsten Ein- druck machen. Ich kann die Abgg. Menzcr und Duvigneau nur bitten, ihre Resolution für heute zurückzuziehen. Abg. Miquel: Ich schließe mich den Motten des Abg. Rickett an; ich halte es für eine nothwendige Rückficht auf das Haus und die Gesammtlage, daß man Anträge con dieser Tragweite, die man nicht mehr diskutiren kann, auch nicht mit aller Gewalt in diesem Lrugenblicke zur Abstimmung bttngt. Das kann nur den allerbedenklichsten Eindnrck nach allen Seiten hin hervorbttngcn. Abg. Duvigneau: Wir beabstchtigten eine Reihe von An- trägen zur Erleichterung des Tabaksbaues einzubringen. Bei der Geschäftslage des Hauses verzichten wir darauf. Abg. Menzer: Ich ziehe meine Resolution unter diesen Umständen zurück. Tische hinweg, stellten die Kerzen auf die Schränke und inzwischen hatten der Major und der junge Mann die Waffenröcke abgelegt und die Hemdärmel aufgeschürzt, worauf jedem ein Degen in die Hand gegeben wurde. Noch immer summte der Major wohlgemuth vor sich hin:„Fidelim, lillam!" Voll Entsetzen sah ich das alles mit an; ich erkannte, daß sich die jetzt gegenseitig umbringen wollten. Ich wäre gerne davongerannt, doch fürchtete ich, daß sie auch mir etwas zu Leide thun würden. Anfänglich ver- Steckte ich den Kopf unter den Mänteln, doch ward es mir 10 noch unbehaglicher zu Muthe, weil ich nichts sah und nichts hörte und so schlug ich die Augen langsam wieder auf. Eine Weile war alles ruhig; die Gegner standen mit ausgestreckten Armen einander gegenüber, zuweilen nur zuckten sie blitzend die Degen, als wollten sie sich gegenseitig erschrecken, plötzlich aber begann der brünette Offizier heftig gegen den Major auszulegen, der die Hiebe lächelnd parirte und dabei„Fidelim, lillam!" summte. Nur p« weilen, wenn sein Gegner zu heftig auf ihn ein- drang, trieb er ihn leicht zwei Schritte zurück. Er hätte ihm wohl zehnmal schon Hände und Füße absäbeln können, doch schien es, als wollte er blos spielen mit ihm; und„Fidelim, lillam, fidelim!" bis er ihm plötzlich mit solcher Gewalt den Degen aus der Hand schlug, daß er klirrend auf einen Schrank emporflog. Jetzt traten die beiden anderen Offiziere dazwischen und erklärten, daß der Kampf nunmehr beendet;— sie fragten die Gegner, ob sie befriedigt seien, worauf diese be- jahend antworteten, sich gegenseitig die Hände reichten und sich miteinander versöhnten. Die zwei Sekundanten öffneten hierauf die Thüren und nachdem sie den beiden Duellanten empfohlen hatten, nach Hause zu gehen und sich nicht vor den Gästen zu zeigen, be- gaben sie sich in den Tanzsaal, in welchem der Cotillon jedermann vollständig in Anspruch nahm, so daß gar niemand von dem Duell Kenntniß hatte, welches soben vor Abg. Duvigneau: Dann ziehe ich meine Resolution gleich- falls zurück. Der Titel wird genehmigt, ebenso der Antrag der Petitionskommisfion in Bezug auf die Petitionen. Beim Titel„Branntweinsteuer" werden zugleich die Petitionen verschiedener Brennereibefitzcr berathen, die fich gegen die durch das neue Branntweinsteuergesetz eingeführte sogen. Kontingentirung aussprechen. Die Petitionskommisfion bean- tragt, diese Petitionen dem Reichskanzler zur wohlwollenden Berücksichtigung zu überweisen. Abg. Staudy: Nachdem das Haus zu erkennen gegeben, daß es m diesem traurigen Momente in die Diskussion einzel- ner Fragen einzugehen nicht gewillt ist, füge ich mich auch bei diesem wichtigen Gegenstand. Ich empfehle die Annahme des Kommisfionsanttags und richte an die verbündeten Regierungen die Bitte, fich der bestehenden landwirthschaftlichen Brennereien anzunehmen. Es ist unmöglich, daß sie nach der gegen- wättigen Gesetzgebung weiter bestehen; die verbündeten Re- gierungen haben aber in unzweideutiger Weise zu erkennen gegeben, daß fie bestrebt find, diese Betriebe ausrecht zu er- Abg. Levder: Als das Branntweinsteuergesetz zur Annahme gelangte, wurde die Zustimmung in der Voraussetzung gegeben, daß es den kleinen land- wirthschaftlichen Brennereien, welche nur die Erzeugnisse ihres eigenen Wein« und Obstbaues brennen, möglich sein würde, auch unter dem neuen Gesetze fortzubestehen. Nach den Mittheilungen, die mir aus Elsaß-Lothringen, Baden und Wütttemberg geworden, besteht die Befürchtung, daß dies nicht möglich sein werde, und diese Brenner ersuchen deshalb die verbündeten Re- gierungen, ihre Aufmerksamkeit darauf zu wenden, ob es nicht möglich ist, für diese kleinen landwittyschaftlichen Brennereien eine Ermäßigung eintreten zu lassen. Abg. v. GUrichahausen schließt fich diesen Ausführungen an. Der Kommissionsantrag wird angenommen, der Titel ge- nehmigt. Im Uebngcn wird der Etat der Zölle und Verbrauchssteuern ohne weitere Debatte genehmigt.- Die bereits in zweiter Lesung berathene Resolution des Abg. v. Wedelt- Malchow, betr. die anderweitige Tarifirung der Oelfrüchte, der Oele und anderer Fettwaaren, kommt nun- mehr zur Abstimmung und wird mit III gegen 102 Stimmen angenommen. Gegen die Resolution stimmen die Freifinnigen, die Nationaliiberalen und die Sozialdemokraten. Die übrigen Spezialetats werden ohne Debatte nach dem Beschlüsse der zweiten Lesung erledigt. Ausgesetzt wird dagegen die Beschlußfassung über die auf den Bau von militärischen Eisenbahnen bezüglichen Titel, welche in Gemeinsamkeit mit dem Nachtragsetat beHand lt werden sollen: auch die Berathung des Anleihegesetzes wird mit Rücksicht auf diesen Nachtragsetat vorläufig ausgesetzt. Schluß 2 Uhr. Nächste Sitzung Freitag II Uhr. (Zweite Lesung des Nachtragsetnts, Forsctzung der dritten Lesung des Reichshaushaltsetats für 1888—89 und einige kleinere Vorlagen.)_ Abgeordnetenhaus. 34. Sitzung vom 8. März 1888, 11 U h r. Am Ministettische: v. Scholz, v. Goßler und Kom- missarien. Eingegangen ist ein Antrag des Abg. K r a h auf Annahme eines Geseventwuttcs, betr. die Vcrthcilung der öffentlichen Lasten bei Grundstücksertheilungen und die Gründung neuer Ansiedelungen in der Provinz Schleswig-Holstein. Die zweile Lesung des Kultusetat wird fortgesetzt, und zwar wird zunächst der Bericht der Budgctkommisston über den An- trag v. Huene— v. Strombeck entgegengenommen, durch den die Regierung ersucht werden soll: 1. Ermittelung darüber anzustellen, ob und welche katho- fischen Seelsorgerstellen, deren Unterhaltung von der Staats- regierung auf Grund besonderer rechtlicher Verpflichtungen ge- leistet wird, zur Zeit ihren Inhabern ein standesgemäßes Einkommen nicht gewähren. 2. Event, in dem nächstjährigen Etat durch entsprechende Erhöhung des im Kap. 116«Katholische Geistliche und Kirchen) ausgeworfenen Fonds die Mittel zur Aufbesserung ungenügen- den Stelleneinkommens vorzusehen. Die Kommission, Referent Abg. Mtthoff, beantragt die Ablehnung des Antrags. Abg. v. Ktrombeck(Z.) empfiehlt den Anttag in einer modifizirten Form zur Annahme, während Ministerialdirektor Karkhausen der Annahme unter Hin- weis daraus widerspricht, daß die Anstellung einer so weitgchen- den Enquete Hoffnungen erwecken müßte, die event. im nächsten Etat noch nicht erfüllbar sein würden. Die Abgg. v. Strombeck und Jmwalle führen dagegen aus, daß nicht eine Prüfung der rechtlichen Verpflichtung des Staates gewünscht, sondern daß nur in den Fällen, wo die rechtliche Verpflichtung des Staates feststehe, die Frage geprüft werden soll, ob das Einkommen zum standesgemäßen Unterhalt hinreicht. Abg. v. Strombeck zieht mit Rückficht darauf, daß nach der Zusage der Regierungsvertreter die Bedürfnißfrage in jedem sich gegangen, bis die beiden Sekundanten einigen Bekannten von demselben Mittheilung machten. Sie durften dies un- gescheut, da sich nichts ereignet hatte, deffentwillen man es hätte verheimlichen müssen. Ich hatte nach dem Schauspiele, welches ich mitangesehen, keine Lust mehr, weiterzuschlafen. Zch getraute mich noch immer nicht, meinen Platz zu verlassen und wollte warten, bis die zurückgebliebenen beiden Duellanten sich angekleidet und entfernt hätten. Der kleine Premierlieutenant war zuerst fertig; er empfahl sich von dem Major, wünschte ihm höflich gute Nacht und ich sah ihn zu der auf den Hof führenden Thür hinausgehen. Der Major war noch damit beschäftigt, seine Uniform zuzuknöpfen, wobei er sein„Fidelim, Lillam,,! summte. In diesem Augenblick wurde die Thür des Tanzsaales geöffnet. Und was sich jetzt zutrug, steht noch heute so klar und deutlich vor meinen Augen, als wäre es gestern ge- schehen, daß ich die Gesichter und den Ort bis in die kleinsten Details zu beschreiben im Stande wäre. Ein blonder, blatternnarbiger Mann mit einem Augen- glas blickte zur Thür herein; er war ebenfalls Offizier, trug jedoch andere Aufschläge als der Major. Als er rasch um- herblickte, blitzten seine Augen gleich feurigen Punkten in dem Kerzenschein; seine Lippen waren zusammengekniffen, als wollte er den Äthem an sich halten. Der Major war mit dem Rücken gegen ihn, mit dem Gesichte gegen mich gekehrt. Im nächsten Augenblick riß der andere plötzlich seinen Säbel auS der Scheide und mit den Worten:„Da nimm für das Portepee!" durchstieß er von rückwärts mit solcher Gewalt den Major, daß die Schwertspitze von Blut geröthet vorne an der Brust wieder zum Vorschein kam. Wenn ich mich an diese blutige, durchstoßende Degenspitze erinnere, überläuft es mich noch heute eiskalt. Dann sah ich, wie der andere seinen Säbel zurückriß, denselben an seinem hirschledernen Handschuh abwischte, einzelnen Falle der Prüfung unterliegen soll, für dieses«Wu.. seinen Antrag zurück.'Wache V Das Haus fährt darauf in der Berathung des SM# J% v. „Elementarschulwesen" fort.„ Jf" fft, so Abg. Windthorft hält es für die dringende Aufgad�Hn. Regierung und Volksvettretung, die nächsten disponibeln w* �Attnafid zur Aufbesserung der bedrängten Lage der Volksschullehra!"Wn und verwenden; ob dos in der Form der Dotation oder in Gest# W krfMer Alterszulagen geschehe, sei gleichgiltig. Es frage sich sogar, ob»? Aerhan nicht die jetzt schon vorhandenen 20 Millionen lieber den LeW zuwenden solle, denn die Ueberweisung an die Gemeinde n« j'n Widi Erleichterung der Schullast nütze direkt den Lehrem gar n# Wessen. Ein Weiter s werde fich hierüber sagen lassen, wenn dst i* Schluß: reich aus Lehrerkreisen beim Hause eingegangenen Peti# �setat.) ähnlichen Inhalts zur Besprechung gelangen.(Beifall Zentrum.). Abg. Lehmann(Z.) deklagt fich darüber, daß die � rung trotz einstimmigen Beschlusses des Hauses die Petitioi� Stadt lsaarlouis, ihm das durch das franzöfische Gesetf) 10. Floreal des Jahres JXU gewährleistete Vorschlag»gt, haß für die Anstellung der Volksschullehrer zu belassen, berücksichtigt habe. Kultusminister v. Goffler giebt zu, daß in Saarlou angezogene franzöfische Gesetz noch zu Recht bestehe,# hatze sich aber, ein auf dem Gebiete des öffentlichen Re# nicht so seltener Fall, ein Gewohnheitsrecht entwickelt und Jahrzehnte bereits sich behauptet, wonach die Regierung Mitwirkung der Gemeinden das Lehreranstellungsrecht Aus diesem Grunde habe die Unterrichtsverwaltung die fochtene Entscheidung getroffen. Abg. v. Jazdzewski(Pole) trägt wiederum«-die K der polnischen Bevölkerung über den Erlaß, betr. den- i«"« Sprachunterricht, und über die Ertheilung des Religion# Zauber richts an die nur polnisch verstehenden Schulkinder vor, Mden Ü mänaelt die Deutung, welche der Kultusminister der VoM, � letzt r der Dekane an den Erzbischof Dinder auf Grund unnH- m Schl Uebcrsetzung gegeben hat, fragt an, wie es mit der Erl# Ju8 Mm polnischen Privatunterrichts künftig gehalten werden soll,.>| kritifirt die bei der Versetzung polnischer Lehrer ausg�&.jrkn, Verwaltungswillkür.,... Mcn 5 Kultusminister v. Vossler ettlärt, von seinen W,..,..�2 a> Erklärungen zu diesen Fragen nichts zurücknehmen zu y Die Ertheilung polnischen Privatunterrichts werde nach% ihii? struttion von 1839 beurtheilt, auch die Versetzung der rijlü."Ssrnär erfolge nicht willkürlich, sondern nach festgelegten Gründls Im gauzen seien bisher 65 Versetzungen angeordnet wow» davon wären zum Theil wegen Penfionirung nicht zur führung gekommen. Abg. Knörckr(dfr.) fordert für die ordentlichen S< lehrer höhere Besoldung, speziell eine Erhöhung des# gehalts, das jetzt 2700 M., d. h. weniger als das der G schreiber und Kreissekretäre betrage. Noch schlechter st(% Seminarhilfslehrcr, welche nur das ganz ungenügende von 1200 M. beziehen.,. Minister w. Vossler: Bei der allgemeinen Aufow der Beamtengehälter werden auch die Seminarlehrer �_ stchtigung finden. Ein bindendes Versprechen kann ick geben; es kommt doch auf das Vorhandensein der M# 1 1# ,u" Möge der Vorredner fich in dem Bestreben, fie zu beschaffe �% uns vereinigen.(Heiterkeit links.). �ftefte Abg. v. pilgrim(frl.) plädirt in Vertretung desinzfl� Jet erkrankten Abg. Schule-Lupiy für eine bessere Ausbildu« Wlig, Seminaristen in der Obstbaumzucht. Jb!,Mch W Geh. Rath Schnrider erwidert, daß die Pflefst y den W Zweiges der untcrrichtlichen Thätigkeit unausgesetzt liegt Seminardirektoren im Auge behalten werde. K'£jLl?Wn Wi Abg. Luchs(Z.) trägt unter immer zunehmlf�siÄn w regung und Unruhe des Hauses einige Wünsche de# de Lehrerinnen vor. yl LC Hr Auch die Ausführungen des Abg. Lotichius bezV�j» Turnunterrichts bleiben bei der fortdauernden BelvesM h- �« Hüffe auf der Journalistenttibüne unverständlich. A# b Ssn( befürwortet Redner den Erlaß strengerer std 3 behufs der Theilnahme der höheren Lehranstalten# Unterricht. � n Abg. v. Rauch Haupt(zur Geschäftsordnung): Lage, in der fich augenblicklich das Haus gegenüber den y Augenblicken, denen wir vielleicht entgegengehen, befindet,�>-K«en,| ich, daß es int Interesse unserer Arbeiten wäre, wenn' M.""*' seitig darauf verzichteten, über die Gegenstände, die x�dui der Tagesordnung stehen deswegen vor, da die«W_______________....>._ gegenstände doch nicht zu erreichen ist, den Rest der- ordnung en bloc anzunehmen. � Abg. Mindthorst: Ich bedauere, diesem Asttra�H �de/zi .wurden Sri der o wirth Nebe "diesen Ks 'tzer Mol .- ter nd des «ereinsj n, zu dcbattiren. Ich schlag* � fli Aufmerksamkeit für die VerWW ge zu erreichen ist, den Rest der IrHJHC hmen. � .._..: Ich bedauere, diesem AnttÄ-M zustimmen zu können. Ich begreife vollständig die faß fc.un.. von denen dieser Antrag diktirt ist. Ich vertraue oul � fters�� Barmherzigkeit, daß uns. das theme'Leben erhalte« � Meinerscils beantrage ich einfach die Vertagung.(L-ehr Jiittmrjna im Zentrum und links.) �.,1� � Abg. v. Vtjnern: Auch ich möchte mich dem® Neq. � des Abg. Mindthorst auf einfache Vertagung anschltfl#; F WWunc ,, Abg. Stengel: Da das nicht zu erreichen ist, � � % den er eilig von sich warf und darauf durch die v entsprang..wri Ich kah, wie der Gemordete der Thüre des 2"%( zutaumelte und dabei vorne die Hand auf die 2v preßt hielt, während rückwärts das Blut wie Springbrunnen emporsprana; in der Thür fiel er gewar regungslos über die Schwelle hin.,.jM«teapn Äehr sah ich dann nicht mehr. Ein Schwinde./ mich, die Welt begann sich mit mir zu drehen, und fiel in ein hitziges Fieber. Zwei Wochen lag'4# krank zu Bette, ohne einen Augenblick bei Besinnung � Als ich mich soweit erholt hatte, um zusamme� � sprechen zu können, erzählte ich alles, was ich. Abende gesehen.„ Meine Pfleger schüttelten die Köpfe und flu«& gegenseitig zu, daß ich noch immer phantasiere. d» Ich vernahm das Geflüster und bekräftig j f. weitere Details die Wahrheit meiner Erzählung, j®0 voll Staunen sagte, daß eS sehr merkwürdig war, die Wahrheit sprechen sollte. r* A Später kamen fremde Herren zu mir, dte � je. äfalls die Sache erzählen ließen. Alle schienen'.�it, erstaunt zu sein und meinen Worten mehr W'p A jp' zulegen, als dies bei Kindern gewöhnlich der ff � pflegt. f Ich erzählte ihnen alles, wie es sich der Worte entsann ich mich nicht, welche der sprachen, als er den Major niederstieß. Zch ha � fcefft noch niemals früher vernommen und vermochte n � nicht zu erinnern. Einmal sagte man mir nun, ich möge w �hia>§, kleiden und keine Furcht haben; nur klug und ich sein. Zch müsse vor vielen großen$ext die mich über manches beftagen wollten. n"' Und ich mußte vor dem Kriegsgericht Die Herren waren sehr freundlich, sprach� ermuthigend mit mir, ließen mich nochmals de f % [ �oge besi. k �e( 1 H »n dieses P Auchhaupt beantragt hat, schließe auch ich mich dem Antrage i anfache Vertagung an. s Absfc' v. Rauch Haupt: Da meinem Antrage wider- ist, so bleibt für das Haus nichts übrig, als sich zu Aufgabe f ibeln Gel» Lzepräsident v. Heere«an: Unter den gegebenen Ver- hullehra l Osm und bei den schweren Befürchtungen, welche unsere i Gestallt �erfüllen, möchte auch ich mich dem Antrage anschließen, zgar.ods �Verhandlungen zu vertagen und die heutige Sitzung zu den iiP metndw* M Widerspruch dagegen erhebt sich nicht, die Vertagung nn die Muß i Uhr. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. , Petita-lusetat.) (Beifall"- 1. Lokales. J L, der Stadt war gestem Abend das Gerücht ausge« daß der Kaiser bereits gestorben sei. Ein Blatt ver- die Nachricht mittelst Extrablätter, welche konfiszirt aarlouis D he,_ t W, elt und giening echt ig die i»die en poW'ü ligion" Der vor r Vorsl-l! D unr ;t Ertb ;n soll, !r ausgv m fiv 'nach der g der»l Grund!» et worve� ht zur henSea� Ks#r der E". ;c stehcZ� zende Aufb ehrcr t'Mill-l' aeschasfrv- des tnjS1� usbüduof etzt vo« JsSB?i l Reichvtagsabgeordnete Kebel wurde vorgestern von dem Untersuchungsrichter in Moabit als Zeuge Landes- und Hochverrathsprozeffe vernommen. Wie cn, handelte es sich um ein Verfahren gegen den anten Hauptmann Ehrenberg, resp. um Entgegen- des Beweismaterials für die seitens des Herrn gegen Ehrenberg im Reichstage ausgesprochenen Be- sngen. ihlingsanreichen. Infolge des eingetretenen milden sind die Arbeiten aus allen größeren Bauten wie Münz- Tauben- und Friedrichstraßc wieder aufgenommen. Zur 'iden Bausaison in Berlin kann man auf den Bahnhöfen jetzt viele Bauhandwerker ankommen sehen. Besonders Schlefischen und Stettiner Bahnhof bringt jeder Per- Maurer mit.Handwerkszeug versehen mit, die in Berlin � w erhalten hoffen. Ein großer Theil der Arbeiter pasfirt .?orlin, um an den Arbeiten für den Nordostseekanal im Men Beschäftigung zu finden. Ein anderes untrügliches des anbrechenden Frühlings geben die Schaufenster der wnfektions- und Hutgeschäfte. Strohhüte in großer Masse ll schönsten Blumen geschmückt sind ausgestellt, wie auch "ugsmäntel, nach der Mode, wie sie im vorigen Jahr ge- wurden. ' Krieg gegen den Molkereibesttzer KoUe wurde der gestrigen Versammlung des Vereins der Berliner wirthe, die in Keller's großem Saal stattfand, fort- Neben einem Antwortschreiben des Herrn Bolle, in er erklärt, seinen Beschluß nicht aufheben zu können, er diesen im sittlichen Interesse seiner Leute und im öffent- ?.Mteresse seiner Nachbarschaft habe erlassen müssen, brachte ,>orftand auch ein Zustimmungsschreiben des Vereins der Molkereibesitzer zu dem Vorgehen der vereinigten Gast- �eißbierwirthe gegen Herrn Bolle zur Verlesung. Der "d des Vereins der Berliner Weißbierwirthe ersuchte ««einsgenossen, den gefaßten Beschluß, von Herrn Bolle Butter oder Käse nicht zu nehmen, so lange streng auf- »u erhalten, wie Herr Bolle den seinen aufrecht er- ästest° Versammlung begrüßte diese Aufforderung auf das J;*? am Sonntag stattgehabte Schneesturm hat Mich � den Forsten der Mark, sowohl durch Schnee- i Wch Windbruch ganz bedeutenden Schaden angerichtet. . M Wegen und Chausseen, welche durch die Reviere Ki,' das abgebrochene Reifig stellenweise, wo das- .uM Wind zusammengetrieben ist, so dick, daß es von )en WU, Jet IUI Anw «»hat weggeräumt werden müssen. Auf den Bergen an wßenKder.Havel sind selbst Bäume entwurzelt und mit rden�en angefromer Erde aus dem Erdboden gehoben den Spandauer Innnngobriidern. Innerhalb Rü# Schuhmacherinnung, so schreibt der,, Am. f. d.H.", - � Notfall zugetragen, durch welchen die Mehrzahl der ""■f' Wie anderswo, wird ......................_ von egcnsländen'für das Militär beschäftigt. Um der AnordH n aiv «li.»..............Hl findet, iji:>o0en, hatte" jch"das Kommando des 4. Gardcregiments ß�.U>rt dem Altmeister, der Vorfitzcnder der .wiidung gefetzt. Nachdem die Verhandlungen etwa vier- chlag�A gedauert hatten, ohne daß dk Jnnungsmeister selbst ftV� �gezogen waren, erhielt der Altmeister den Auftrag, �-.M Paar Stiefel anfertigen zu lassen. Der f ltmeistcr , � die Bestellung auszuführen. Von diesem Geschäft W\„inzwischen die Jnnungsmeister Kunde erhalten, sie die Stn a Ansicht, daß an demselben nicht der Altmeister allein, auf M t sie Antheil haben sollten, und um sich Gewißheit halten»Maßen, wandten sie sich an das Regimentskommando. Sehr� Mo» nicht wenig erstaunt: man hatte geglaubt, daß ht� MUtttNgsmeister schon sämmtlich durch die Bestellung be- ,m M!� K(°( wurden, da dieselbe für die ganze Innung bestimmt zließeiv vi W1' Die Meister riefen nun in voriger Woche eine Ver- !t, V �. 9 zusammen, um diesen seltsamen Vorfall zu besprechen; � � Sache erzählen und fragten mich sodann, ob ich ten Männern den einen erkennen könnte, der den Ta"! jk Lochen hatte? ßiii#]) Wfch erfchrrnf n«, I aU[a? er lu»'»croen. �srn zögerte uno oegan.........,....... , KJ%» wannen der Abscheu, die kindliche Rachsucht und der del?/ Mi lien das Schlechte die Oberhand in mir und ich ant- -rntiWflMM % führte man mir einen Mann vor;— es war der S, tenant, der mit dem Major gefochten hatte. Ich "'V\, et keinen Degen hatte. Man fragte mich, ob es . �»xwesen? Ü\ �.antwortete, daß es nicht dieser war. Dieser habe S C* ihm gefochten, ihm jedoch kein Leid zugefügt; 'S i v S C'hm gefochten, ihm jedoch kein Leid zugefügt; Sm" � s°gar mit ihm ausgesöhnt und ser fort- j°Se mich segnen. Darauf schickte man ihn aus dem llS unl �rden etwa vierundzwanzig Offiziere hineinge- b°« fragte mich, ob sich der Mörder unter den- r' Diel®?Senfiäniie begannen vor meinen Augen zu tan- an,««ehle schnürte sich zusammen, die Zunge klebte } iuJfa",Men, denn ich erkannte den Mörder unter den K tstopr ugetretenen, trotzdem er jetzt sogar das Augen- $ sianb„, �tte, � welches er sonst zu tragen pflegte. ...v, ivt&u/vv V* I v ö f• blickte auf mich und ich vermochte seinen ~--— weinen und ver- !,/ nicht er' blickte auf mich und id Üi'st Nachzuhalten. Ich begann zu Zg f�chte� gebracht zu werden, da ich mich vor dem Äscher xz s� � bem � �ich fürchte, wurde ich � am�T"� beutete ich auf ihn:„Dieser da!" �ch ganzen Leibe. es ging in derselben ziemlich stürmisch zu. Der Altmeister war aber nicht erschienen. Derselbe hat vielmehr am 5. d. M., an welchem Tage eine zweite Sitzung der Jnnungsmeister anbe- räumt war, sein Amt als Vorsitzender der Innung niedergelegt. Dieses Vorkommniß beweist einmal wieder, daß auch das neuer- Vings wieder so sehr in den Vordergrund gezogene Zunftver- bältniß die Jnnungsmeister nicht vor Nachtheilen schützen kann. Den Meistern ist nunmehr die Lieferung von 1000 Paar Stiefeln vom 4. Garderegiment übertragen worden. Eine gleich große Anzahl läßt, wie mitgetheilt, auch das Trainbataillon anfertigen. Die Mörder de« Nachtwächters Krau« scheinen end- lich dingfest gemacht worden zu sein. Gestern Nachmittag schritt die Kriminalpolizei zur Verhaftung eines berüchtigten Louis, des am Weinbergsweg wohnhaften Hermann Heinye und seiner Ehefrau, der unter fittenpolizeilicher Kontrole stehenden Anna Heintze, geb. Will. Schon am Tage nach der Ermordung, des Nachtwächters hatte sich der Verdacht auf dies Ehepaar, welches bereits mehrfach wegen Diebstahls, Hehlerei und Kuppelei vor- bestraft ist, gelenkt, da die Frau in der Mordnacht zwischen halb vier und vier Uhr in der Nähe des Elisabeth-Kirchhofs gesehen worden war. Doch konnte damals die Festnahme nicht erfolgen, da es an Material zur Belastung fehlte. Seither ist indessen das Heintze' sche Ehepaar von der Kriminalpolizei ständig beobachtet und so das Belastungsmaterial soweit vermehrt worden, daß es ausreichend erschien, um eine Verhaftung der Verdächtigen zu rechtfertigen. Ein direkter Schuldbeweis wird sich allerdings nicht erbringen lassen, da die beiden Verhafteten hartnäckig leugnen und die That ohne Augenzeugen vollführt ward. Das Verfahren wird sich demnach, wie beim Prozeß Günzel, auf den Indizienbeweis beschränken müssen. Der„Misst««är Krafft". In unerklärlicher Weise wer- den in letzter Zeit hiesige Geldschrankfabrikanten von einem unbekannten Manne düpirt. Der Unbekannte stellt sich als Missionär Krafft vor und macht im Auftrage der Erziehungs- anstalt am Urban eine Bestellung auf einen Geldschrank im Betrage von etwa 300 M., welcher gegen Baarzahlung abge- liefert werden soll. Schließlich erbittet der„Missionär' eine unquittirte Rechnung über den zu liefernden Geldschrank und entfernt sich, eine pünktliche und gewissenhafte Ausführung des Auftrages nochmals anempfehlend. Wenn die Ablieferung des Geldschrankes erfolgt, stellt sich heraus, daß die Anstalt weder einen Missionär Krafft kennt, noch den Geldschrank bestellt hat. Zu seinem großen Leidwesen muß der Schloffermeister mit seinem Spind wieder abziehen. Da der räthselhafte Besteller einen Vortheil dabei nicht gehabt, so kann nur die Annahme gc- rechtfertigt sein, daß der„Missionär Krafft" an Größenwahn- sinn leidet und in einem solchen Anfall die Bestellungen ge- macht hat. Ein nett«« Kleeblatt. Eine seltene Ausdauer, die ent- schieden einer besseren Sache würdig gewesen wäre, haben drei fidele Hutmachergesellen dieser Tage bewiesen. Das Kleeblatt besuchte am Sonnabend einen Maskenball im Nordosten Ber- lins. Da am Schlüsse desselben der„Vormittag doch schon ein- mal angerissen" war, traten sie eine Bierreise an, d. h. in vollem Kostüm, der eine als Clown, der zweite als Ritter, der dritte als Mönch. Auf der Straße wurden sie durch ihre langen Ueberziehcr bezw. Kaisermäntel davor bewahtt, daß die Polizei gegen den Faschingsscherz Einspruch erhoben hätte. So ging es von Lokal zu Lokal. Am Dienstag früh waren alle drei noch auf den Beinen. Sie steckten noch in ihren Kostümen, sie hatten noch keine Familie und kein Bett gesehen. Wann und wo die tolle Fahrt ein Ende genommen, wissen wir nicht. Und dabei find die drei Abenteurer sonst als überaus solide Leute bekannt. Durch einen donnerähnlichen Krach wurden gestem, Mittwoch, Nachmittags ge�en 1% Uhr, die Bewohner der oberen Kronenstraße erschreckt. Die Veranlassung dazu war das Herab- fallen des großen Firmenschildes des Damenschneides Sklarek, Kronenstt. 25. Nur einem glücklichen Ungefähr ist es zu danken, daß kein Menschenleben dadurch gefährdet wurde. Ein Herr hatte ein paar Schritte vor der Stelle, auf welcher das Firmen- schild herabstürzte, Halt gemacht, um seine Zigarre abzuknipsen. Wäre dies nicht der Fall gewesen, so wäre sein Schädel durch die wuchtige Masse zerschmettert worden. Ein Einbrecher hatte sich im November vorigen Jahres in Fischers Hotel in Hamburg eingeschlichen und des Nachts aus einem Behälter 3800 M. gestohlen. Alle'Nachforschungen nach dem Thäter blieben erfolglos, bis es am Montage der Kriminalpolizei gelang, den Einbrecher in der Person des mehr- fach wegen Diebstahls vorbestraften Schloffers Bratke zu er- Mitteln und festzunehmen. Dem Einbrecher wurde es um so leichter, ein offenes Geständniß abzulegen, als seine ganze Baar- schaft nur noch in einem Zehnpfennigstück bestand. Ermäg den Deröffrntlichungen de« Kaiserliche« E»sundheit«amta find in der Zeit vom 19. Februar bis 25. Februar er. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahres- durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin, 18,0, in Breslau 27,9, in Königsberg 30,9, in Köln 25,7, in Frankfurt a. M. 22,6, in Wiesbaden 28,6, in Hannover 17,9, in Kassel 18,6, in Magdeburg 17,9, in Stettin 19,0, in Altona 27,0, in Straßburg 27,8, in Metz 22,9, in München 26,9, in Nürnberg 28,4, in Augsburg 32,8, in Dresden 16,9, in Leipzig 20,4, in Stuttgart 24,3, in Karls- Man sagte mir, ich solle ihn genau ansehen und dann antworten. Ick blickte ihn an. Sein Gesicht war ruhig und ver- rieth keinerlei Aufregung. Heute finde ich seine damalige Antwort ganz natürlich; er sagte nämlich, meinen Worten sei keinerlei Bedeutung beizumessen, da ich noch ein Kind und in dem Alter sei, da die Zeugenschaft auf keiner- lei Glauben Anspruch erheben könne und dies im vorliegen- den Fall umsoweniger, als ich selbst zugebe, aus dem Schlafe erwacht zu sein. Im Halbschlafe habe ich nun ge- wiß die Gesichter verwechselt, habe ihn und den wirklichen Mörder gesehen, doch sei mein zartes Gehirn von dem schrecklichen Anblick so erschüttert worden, daß ich jetzt einen mit dem anderen verwechsele. Damals aber erhöhte dieses Leugnen, dieses Wider- sprechen, dieses kecke in Abrede stellen alles dessen, was ich so klar und deutlich mitangesehen, nur deshalb, weil ich ein Kind bin, jenen nervösen Trotz in mir, welchen Kinder zu bethätigen pflegen, wenn sie von Erwachsenen geneckt werden, nur weil sie größer und stärker sind und nichts von ihnen zu fürchten haben. Jetzt war's nicht mehr Furcht, sondern bitterer Haß, den ich gegen ihn empfand, der sich immer mehr steigerte, je weiter der Mensch sprach und als er am Schluß seiner Rede voll Zuversicht fragte:„welchen Grund hätte ich denn auch gehabt, den Major meuchlings zu ermorden?"— da fiel mir in der Nervenspannung, in welcher ich mich befand, plötzlich das Wort ein, welches er dem Major zugerufen. „Sie sagten ihm:„Da nimm das für das Portepse!" (Ich wußte gar nicht, was das Wort bedeüte.) Der das Kriegsgericht präsidirende Oberst blickte mich staunend an, während der Angeklagte plötzlich erbleichte und seine kalkweiß gewordenen Lippen sich lautlos bewegten, als wollte er sagen:„ich bin verloren!" (Schluß folgt.) ruhe 19,4, in Braunschweig 21,9, in Hamburg 27,5, in Wien 26,7, in Pest 35,9, in Prag 34,3, in Trieft 39,0, in Krakau 28,0, in Amsterdam 28,9, in Brüssel 29,0, in Paris 24,8, in Basel— in London 21,6, in Glasgow 27,0, in Liverpool 22,7, m Dublin 28,4, in Edinburg 21,1, in Kopenhagen 19,8, in Stockholm 26,9, in Christiania 26,2, in St. Petersburg 37,0, in Warschau 25,5, in Odessa 23,1, in Rom 30,0, in Turin —, in Venedig 29,7, in Alexandria 33,4. Ferner in der Zeit vom 29. Januar bis 4. Februar d. I.: in New-Uork 29,0, in Philadelphia 23,6, in Baltimore 22,2, in Kalkutta 31,5, in Bombay 22,1, in Madras 49,3. In der Berichtswoche hat die Sterblichkeit in den meisten europäischen Großstädten etwas zugenommen und wurden aus den meisten derselben größere Sterblichkeitsverhältnißzahlen als in der vorhergegangenen Woche mitgetheitt. Einer sehr günstigen Sterblichkeit(bis 15,0 pro Mille und Jahr berechnet) erfreuten sich Erfurt, Kiel, Halle. Günstig(mit 20,0 pro Mille und Jahr) war die Sterblichkeit in Berlin, Hannover, Magdeburg, Barmen, Düsseldorf, Stettin, Kassel, Dresden, Bremen, Frei- bürg i. B., Karlsruhe, Kopenhagen. Mäßig hoch blieb die Sterblichkeit auch in Leipzig, Frankfurt a. M., Elberfeld, Braun- schweig, Mainz. London, Edinburg. Sehr hoch(über 35,0 pro Mille und Jahr) war die Sterblichkeit unter den deutschen Städten in Chemnitz.— Auch in dieser Woche führten akute Entzündungen der Athmungsorgane sehr zahlreich zum Tode; dagegen kamen Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder seltenerzum Vorschein und veranlaßten auch in Berlin, Ham- bürg, München, London weniger Sterbefälle als in der Vor- woche. Der Antheil des Säuglingsalters war im Allgemeinen ein kleinerer als in der vorhergegangenen Woche. Von je 1000 Bewohnern starben, auf's Jahr berechnet, in Berlin 56, in München 108.— Von den Infektionskrankheiten werden Todesfälle an Masern, Scharlach, Diphtherie und Kroup, typhösen Fiebern und Pocken etwas mehr, an Keuchhusten und Kindbettfieber weniger gemeldet als in der Vorwoche. So wurde die Zahl der Sterbefälle an Masern in Hamburg, Hannover, Straß bürg, Wien, London, Lyon, St. Petersburg eine größere, dagegen in Berlin, Pest, Paris, Kopenhagen, Christiania eine kleinere. Erkrankungen werden jedoch aus den meisten Orten, aus denen Mittheilungen vorliegen, in geringerer, nur aus dem Regierungsbezirk Hildesheim, ferner aus Edinburg und St. Petersburg in größerer Zahl berichtet. Das Scharlachfieber war in Danzig, London, Liverpool, Kopenhagen häufiger, in Berlin, Warschau, St. Petersburg in geringerer Zahl Todesursache. Dagegen haben Erkrankungen in Hamburg, Nürnberg und in dem Regierungsbezirk Stettin zu-, in Berlin und Wien dagegen abgenommen Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup war in Berlin, München, Dresden, Frankfurt a. M., Wien, Kopcn- Hägen, Warschau und St. Petersburg eine verminderte, während sie in Hamburg, Breslau, Leipzig. Stuttgart, Straßburg, Nürnberg, Pest, Patts, London, Chttstiania eine größere wurde und in Prag die gleich hohe wie in der Vorwoche blieb. Erkrankungen wurden meist seltener, nur aus Nürnberg, Stockholm und aus den Regierungsbezirken Schleswig und Wiesbaden werden etwas mehr Erkrankungen als in der Vorwoche gemeldet.— Sterbe- fälle an Unterleibstyphus kamen aus Altona, Pest, Paris, St. Petersburg und nammentlich aus Chemnitz in gesteigerter, aus Berlin und Hamburg in verminderter Zahl zur Berichterstattung. Erkrankungen wurden jedoch nur aus St. Petersburg in größerer Zahl als in der Vorwoche mitgetheilt.— An Flecktyphus kamen aus Magdeburg, Stockholm und St. Petersburg einzelne, aus Prag mehrfache Todesfälle, aus St. Petersburg auch eine Er- krankung zur Anzeige.— An epidemischer Genickstarre wird aus Prag 1 Todesfall, aus Nürnberg eine Erkrankung gemeldet. Rosenattige Entzündungen des Zellgewebes der Haut zeigten sich meist seltener; auch Sterbefälle an Kindbettficber kamen weniger zur Mitthcilung.— Der Keuchhusten fordette in Berlin und London weniger Opfer. Erkrankungen waren in.Hamburg, Wien, Kopenhagen zahlreich.— Todesfälle an Pocken kamen aus Pest, Krakau, Lemberg, Liverpool, Lyon. Venedig, St. Petersburg vereinzelt, aus den Vororten Wiens und aus Warschau je 3, aus Trieft 5, aus Paris 10, aus Prag 22 zur Anzeige. Erkrankungen zeigten sich in Berlin, Hamburg verein- elt, im Regierungsbezirk Erfurt(2), in St. Petersburg(3), in est(5), in Wien(11) mehrfach. Der Gesundheitszustand in Berlin war auch in dieser Bettchts- woche ein ziemlich günstiger und die Sterblichkeit eine mäßig hohe (eine kleinere als in der Vorwoche). Zahlreich traten noch immer akute Entzündungen der Athmungsorgane und Katarrhe der Luftwege zu Tage, doch blieb die Zahl der durch sie hervorgerufenen Sterbefälle eine der Vorwoche nahezu gleiche. Dagegen haben Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder erheblich weniger Todesfälle als in der vorangegangenen Woche veranlaßt; auch die Theilnahme des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war eine geringere.— Unter den Infektionskrankheiten blieben Er- krankungen an typhösen Fiebern in beschränkter Zahl, an Masern, Scharlach, Diphthctte und Kroup gelangten weniger Erkrankungen zur Anzeige, nur zeigten sich Masern in der diesseitigen Louisen- stadt, Diphtherie in dem Tempelhofcr Vorstadtbezirk am zahl- reichsten. Erkrankungen im Wochenbett wurden weniger bekannt, während rosenattige Entzündungen des Zellgewebes der Haut in wenig gegen die Vorwoche gcändetter Zahl zur ärztlichen Behandlung kamen. Eine Erkrankung an Pocken kam zur An- zeige. Erkrankungen an Keuchhusten waren wohl zahlreich, der Verlauf jedoch ein milderer als in der Vorwoche. Rheumatische Beschwerden aller Att zeigten gegen die vorhergegangene Woche in ihrem Auftreten keine wesentliche Veränderung. Polizeibericht. Am 7. d. M. gegen Mittag entstand in der Gitschinerstraßc zwischen mehreren Arbeitern eine Schlägerei, bei welcher ein Arbeiter von dem Sattler Schulze aus Rixdorf mittelst eines Messers im Geficht verletzt wurde. Schulze ist verhaftet.— Nachmittags wurde ein 70 Jahre alter Mann auf dem Boden eines Hauses in der Grünaucttttaße erhängt vorge- funden und liegt zweifellos Selbstmord vor.— Um dieselbe Zeit wurde im Friedrichshain die Leiche eines neugeborenen Kindes im Schnee vergraben aufgefunden.— Abends fiel in der Charlottenstraße eine unbekannte Dame beim Absteigen vom Pferdebahnwagen aus eigener Unvorsichtigkeit zur Erde und blieb bewußtlos liegen. Sie wurde in einen nahegelegenen Hausflur gebracht, wo sie sich nach und nach soweit erholte, daß sie mittel, t Droschke weitettahren konnte.- An demselben Tage brannten Weberstr. 10 Holz und Stroh in einem Keller,— Zimmerstt. 49 Gardinen und Möbel in einem Wohnzimmer,— Friednchstr. 128 Regale und Waaren in einem Posamentier« geschäft- und in der Nacht zum 8. d. M. Neue Grünstr. 35 Ruß m emem Schornstein. Vrrichto-Iritnng. Gin mildernder Umstand.„Das Auge lallt', die Ras' war schwer, und seine Zunge sah nichts mehr!" Dies un- gefähr muß der Zustand des Stadtreisenden hinzberg gewesen sein, als er am Schlüsse einer Bierreise in einer schönen Juli- nacht in seinem Stammlokal in der Elsasserftraße anlangte. Dem Inhaber des Cafös hatte der fidele Stadtrcisende eine ganz besondere Einnahmequelle zugedacht und entwickelte eine Groß- muth, welche jedem Menschenkenner schon jeden Zweifel über seine Gemüthsverfassung hätte nehmen müssen. Er hatte sich nämlich in den Kopf gesetzt, jeden Besucher des Cafss auf seine Kosten zu bewirthen, und verkündete diesen Vorsatz mit solchem Nachdruck, daß niemand zu widersprechen wagte, und Franz, der Oberkellner, im Nu fünf wohlbesetzte Tische zu bedienen hatte, an welchen lustige Zechbrüder auf Kosten des Herrn H. kommerstrten. Franz, der Ober- kellner, nrnso volstchtig, die Befehle des freigebigen Mannes an der Büffetthür mittelst eines Stückchens Kreide ordnungsmäßig zu buchen, als jedoch die Zahl der aufmarschitten Kreide- striche zu einer Legion angewachsen war und er mit geübtem SlUfe üb« schlug, daß die lustigen Gäste des Herrn H. schon für 36 Mark en Beer vertilgt hatten, da wurde ihm doch bange, und er veranlasste den Geschäftsführer, tue Sitzung für beendigt zu erklären. Nun kam der hinkende Bote nach; denn als es an den bekannten unangenehmsten Augenblick des menschnchen Daseins, an das Bezahlen gehen sollte, stellte es sich heraus, daß der unverdrossene Besteller der flüsfigen Gaben ein Porte- mvnnaie besaß, das in direktem Gegensatze zu jenem stand, welches den großen Ladcwig unsterblich gemacht hat. Herr H. war aber im CafS ein wohlbekannter Gast, und so begnügte sich Franz, der Oberkellner, damit, am nächsten Tage Hcnn H. in kalligraphisch schöner Schrift eine Rechnung über 36 Mark zu überreichen. Zweifellos wäre alles friedlich abgelaufen, wenn nicht die zufällig anwesende Gattin des H. angesichts der Rech- nung einen so strafenden Blick auf ihren Ehemann geworfen hätte, daß dieser eine vollständige Oede in seinem Gehirn fühlte und bei allen Heiligen die Versicherung abgab, daß es absolut unmöglich sei, daß er mit seinen Gästen das behauptete Quantum vertilgt habe. Alles Zureden half nichts, und da er den Kellner Franz indirekt beschuldigte, mit doppelter Kreide geschrieben zu haben, so machte dieser kurzen Prozeß und denunzirte Herrn H. wegen Betruges, indem er behauptete, daß er schon in dem Bewußtsein, nichts zu besitzen, jenes Gelage veranstaltet habe. Hm H. war in einer fatalen Lage. Es gelang ihm jedoch der handgreifliche Nachweis, daß er sich an jenem Abend in einem Zustand befunden, in welchem man nicht mit Fürsten tauschen mag, und es erfolgte daher seine Freisprechung. Er will aber in schönen Julinächten nie wieder über die Schnur schlagen. Pose«, 7. März.(Sozialistenprozeß.) Vor der zweiten Strafkammer des kgl. Landgerichts hierselbst hatte sich beute der Zigarrenarbeiter Roman Depczynsli von hier wegen Zuwider- Handlung gegen§§ 128, 129 R.-St.-G.-B.(Geheimbündelei), sowie wegen Verbreitung verbotener Druckschriften zu verant- worten. Der Angeklagte, welcher sich bereits seit 3 Monaten in Untersuchungshaft defindet und aus der Haft vorgeführt wird, ist 23 Jahre alt und bisher noch nicht bestraft. Gelegentlich einer Haussuchung, die s. Z. bei ihm abgehalten worden, find in seinem Besitz, und zwar in einem verschlossenen Koffer, zahl- reiche verbotene sozialdemokratische Schriften und Zeitungen, darunter Exemplare des„Sozialdemokrat", des„Przedswit", „Walka klas" u. f. w. vorgefunden worden. Die Haussuchung bei ihm wurde auf Grund einer von Freiburg i. B. hier ein- gegangenen Requisition vorgenommen. In Freiburg gelangte nämlich in dem Untcrsuchungsverfahren wider Haug und Ge- «offen, gegen welche wegen Geheimbündelei und wegen Ver- breitung verbotener Druckschriften die Anklage erhoben war, die Thatsache zur Kenntniß der Behörden, daß von Freiburg aus ein Packet mit verbotenen Druck- schriften nach Posen an den Zigarrenarbeitcr Depczynski expedirt worden sei. Der Angeklagte giebt zu, daß er das fragliche Packet«halten habe. Er behauptet jedoch, daß ihm dies ohne sein Wissen und jedenfalls wider seinen Willen zugesandt worden sei Emcs Tages sei er in der Pinkus'schcn Destillation auf St. Martin Hierselbst von einem fremden Herrn, der an- geblich aus Frciburg i. B. kam, gefragt worden, ob er die „Breslauer Volksstimme" lese. Auf seine bejahende Antwort hake der Betreffende gesagt, dann würde es gewiß auch von -Interesse für ihn sein, das„Freiburger Wochenblatt" zu lesen, welches ebenfalls ein sehr empfchlenswcrthcs Organ sei. Ter Fremde habe gleichzeitig bemerkt, daß er gern bereit sei, ihm einige Exemplare des betreffenden Blattes zu übersenden, wo- gegen er(der Angeklagte) nichts einzuwenden gehabt habe. Anfangs November sei alsdann ein Packet bei ihm eingetroffen, welches die bei der Haussuchung in seinem Koffer vorgefundenen Druckschriften enthalten habe; verbreitet habe er dieselben nicht. Die Beweisaufnahme ergab keinerlei Momente, welche direkt geeignet waren, diese Angaben zu widerlegen. Dagegen wurde festgestellt, daß der Angeklagte, was er auch selbst zugiebt, So- zialdemokrat ist, daß er eine thätige Rolle in der Fachvereins- bewegung gespielt, sowie daß er eine Zeit lang die von dem Maurer Robert Eonrad herausgegebene und später verbotene „Breslaucr Volksstimme" am hiesigen Orte vertrieben hat. Als Zeuge wurde unter anderen auch der Schuhmacher Wisniewski von hier vernommen, welcher früher mit dem Angeklagten ver- kehrte. Die Aussage desselben war für die vorliegende Sache von nur untergeordneter Bedeutung, dagegen bot seine Ver- nehmung zu einer interessanten Episode Anlaß. Der Vertreter d« Anklagebehörde, der erste Staatsanwalt Herr Martins, erinnerte sich nämlich, daß Wisniewski, welcher auch in dem großen Sozialistenprozeß gegen Slawinski und Genossen als Zeuge sigurirt hat, damals bei seiner Vernehmung erklärte, er sei Atheist. Ter Herr Staatsanwalt beantragte daher auch diesmal, von der Vereidigung des Zeugen, der heute seine damalige Erklärung wiederholte, Abstand zu nehmen, da er annehmen müsse, daß ein Mensch, der öffentlich erkläre, nicht an Gott zu glauben, nicht diejenige Verstandes- reife besitze, welche dazu gehöre, um sich von dem Wesen und der Bedeutung des Eides eine genügende Vorstellung zumachen.(§56,1 Str.- Pr.-O.) Ter Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Dr. v. Dziem- dowski, machte demgegenüber geltend, der Umstand, dag ein Zeuge Atheist sei, könne denselben von der Eidespflicht nicht entbinden und ebensowenig sei dieser Umstand ein Grund zur Nichtvereidigung. Der Gerichtshof beschloß, den Zeugen zu vereidigen, da der Umstand, daß derselbe Atheist sei, doch seine Verstandesreife nicht fraglich erscheinen lasse. Nach beendeter Beweisaufnahme beantragte der H«r Staatsanwalt gegen den Angeklagten wegen Geheimbündelei und Theilnahme an der Verbreitung verbotener sozialdemokrati- scher Druckschriften eine Gefängnißstrafc von 9 Monaten, cvcnt. ad«, falls der Gnichtshof Geheimbündelei als nicht vorliegend «achte, 5 Monate wegen Theilnahme an der V«brcitung ver- boten« Druckschriften. Außerdem beantragte die Staatsanwaltschaft, daß gegen den Angeklagten auf Grund des§ 22 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 auf Zuläsfigkeit der Aufent- Haltsbeschränkung erkannt würde. Der Gerichtshof nahm als «wiesen an, daß Depczynski sich der Theilnahme an der Ver- breitung verboten« Druckschriften schuldig gemacht habe, indem ihm offenbar auf seine Veranlassung das Packet aus Freiburg i. B. zugesandt worden sei. Tag, gen war der Gnichtshof der Anficht, daß für die Zugehörigkeit des Angeklagten zu einer verbotenen Verbindung ein genügend« Beweis nicht erbracht sei. Depczynski wurde wegen des ersterwähnten Vergehens zu ein« Gefängnißstrafc von drei Monaten, sowie zur Tragung d« Kosten vcrurtheilt. Von der erlittenen Untersuchungshaft sollen ihm 2 Monate auf seine Strafe angerechnet werden. Entscheidung»« des Reichsgerichts.(Nachdruck ver- boten.) Leipzig, 5. März.(Beleidigung durch die Presse.) Die am 15. September v. I. erschienene Nummer der„Elmshorner Zeitung" brachte einen von ihrem Redatteur Wilhelm Josef Spangenberg verfaßten Artikel, in welchem folgender Gedanke des weit«en ausgeführt war: Die Regierung zeige für die Agrarier und Offiziere eine besondere Vorliebe, indem sie ihnen ihre Fürsorge in außerordentlicher Weise zu Theil werden lasse, da egen verschließe sie behanlick ihr Herz den Lehrern, den Eisenbahn- und Postsubalternbeamten, sowie den Bahn- und Weichenwärtern und Briefträgnn, welche geradezu bemitleidens- werth seien. Für die Herren Offiziere sei keine Ausgabe zu groß; das Pferd, welches den Hafer verdiene, bekomme ihn nicht, u. s. w. Das preußische Staatsministerium, welches sich durch diesen Artikel beleidigt fühlte, stellte gegen Herrn Spangenbcrg Strafantrag und dies« wurde denn auch vrm Landgerichte zu Altona am 6. Januar zu einer nicht unerheb- lichen Gefängnißstrafe vcrurtheilt. Das G«icht nahm an, daß unter Regierung das Staatsministerium zu verstehen sei und daß dieses daher berechtigt gewesen sei, einen Strafantrag zu stellen. Die Beleidigung wurde darin gefunden, daß der Re- gierung vorgeworfen war, sie unterlasse es behanlich, die noth- wendigen Gelder für einzelne Beamtenklassen in den Etat aufzunehmen und daß sie diesen Beamtenklassen kaum mehr als einen Nothgroschen gewähre, wäh- rcnd sie über and.re Beamten- und Gesellschaftsklassen ihr Füllborn ausschütte. Aus Inhalt und Ton des Artikels schloß die Strafkammer, daß es dem Verfasser nicht um eine objektive Kritik zu thun gewesen sei, sondern daß er die Absicht der Beleidigung gehabt habe.— Die Revision des Angeklagten, welche heute vor dem 3. Sttafsenate des Reichsgerichts zur Verhandlung kam, suchte den Beweis zu führen, daß die Frage, ob in einem Zeitungsartikel eine Beleidigung enthaften ist, keine Thatfrage, sondem eine Rechtsfrage sei und rügte außer- dem Verletzung des Gesetzes beim Ausspruch der Unbrauchbar- machung des inkriminittcn Artikels. Der Reichsanwalt wies jedoch darauf hin, daß nach der Praxis des Reichsgerichts die Beurtheilung des Inhalts eines Artikels als Pflicht des Thatr.chters, nicht aber des Revisionsgerichts anzusehen sei und ferner, daß bezüglich der Unbrauchbarmachung das Landgericht durchaus korrekt anfahren sei. Hierauf erfolgte die Verwerfung der Revision. Ljeipzig, 5. März.(Zum Schwurgericktsvcrfahren.) Der Butterhändler Ernst Adolf Müller aus Kesselsdorf stand am 10. Dzcmber v. I. vor den Schwurgerichte Dresden unter der Anklage, am 8. September unweit Kesselsdorf auf der Pot- schappcl-Wilsdruff« Staatseisenbahn durch Aufrichten und Ab- steifen eines Lattenfeldes zwischen den Fabrgelcisen einem Eisenbahntransport vorsätzlich Hindernisse bereitet zu haben, so daß dadurch der Transport in Gefahr gesetzt wurde. Tie Frage an die Geschworenen wurde vom Gerichts- Hofe entsprechend der Generalklausel des§ 315 abgefaßt, nur daß der Zeitpuntt der That nicht genau fixirt, sondern inner- halb zweier Zeitgrenzen belassen war. Letzteres war offenbar aus dem Grunde geschehen, daß die Geschworenen in der Be- urtheilung freieren Spielraum haben sollten. Ter Spruch lautete auf nichtschuldig und das Gericht«kannte dann auf Freisprechung.— Nun hatte der Staatsanwalt Revision gegen das Urtheil eingelegt und behauptet, der Gerichtshof habe die prozessualen Vorschriften verletzt, da in der Frage an die Ge- schworenen nicht die zur Anklage stehende That Aufnahme ge- funden habe, weil ja in dem angegebenen Zeiträume mehrere strafbare Handlungen hätten stattfinden können. Diese Revision fand indessen nicht den Beifall des Reichs- anwaltes, denn er äußerte sich in der Sitzung des 3. Strafsenates des Reichsgerichts vom 5. dahin, daß die Revision einen Mangel der Logik ze'gc, der nicht gelöst werden könne. Der Staatsanwalt beschwere sich darüber, daß das Gericht die Worte des Gesetzes zu genau gebraucht habe, dies könne aber offenbar kein Vorwurf sein. Es sei durchaus zulässig, daß für die Thal zwei Zeilgrenzen angegeben werden und eine stärkere Jndivi- dualisirung, als hier geschehen, sei gar nicht nothwendig. Die Möglichkeit, daß an eine andere Tbat zu denken sei, bleibe immer bestehen, denn eine That lasse sich nie so sehr individuali- siren, daß überhaupt nur eine That in Frage kommen könne. Die Revision sei daher unbegründet und er beantrage deren Verwerfung.— Das Reichsgericht erkannte dann auch in diesem Sinne. Uereine und Nersammwugen. Der Fachverein der Rohrleger hielt am 4. März bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, eine gut besuchte Versammlung ab. Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen verlas der.Kassirer den vierteljährlichen Kassenbericht. Sodann wurde zur Wahl des Vergnügungskomitces zum bevorstehenden Stiftungsfest ge- schritt, n und die Herren Krebs, Becker, Karpenkiel, Hanel und Pirsch gewählt. Nachdem entspann sich eine lebhafte Diskussion üb« den Verein selbsiständig« Unternehmer. Hierauf schloß der Vorfitzende Herr Reckner mit einem„Glückauf der guten Sache!" die Versamm'ung. Fachverein der Buchbinder und verwandten Berufs- genossen. Sonnabend, den 10. März, Abends 81 Uhr, Vereins Versammlung im Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße 83. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn M. Wolff über den heut gen Stand der Luftschifffahrt und ihren Werth für das praktische Leben(mit Demonstrationen). 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Am Sonntag, den 11. März, Besichtigung des Kunstgewerbe-Museums. Sammelpunkt: 11 Uhr im Dessauer Gatten, Dessaucrstraße 3. Gauverein der Bildhauer. Am Sonntag, den 11. März, Vormittags 11 Uhr, veranstaltet derselbe im Konzerthause Sans- souci, Kotbuserslraße 4a, eine Matinee zu Gunsten erkrankter Kollegen. Billets hierzu find im Vereinslokal, Anncnstraße 16, und den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Der Lachverein der NketaUschranben-, Facondreher und Kerufsgrnojsen Berlins. Generalversammlung am Sonntag, den 11. März, Vormittags 10% Uhr, im Salon „Königstadt Kasino", Holzmarklstr. 72. Tagesordnung: 1. Hat eine Statistik über unsere Arbeits- und Lohnverbältnisse statt- zufinden? 2. Bericht des Bibliothekars. 3. Vereinsangelegen- Herten. Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 11. d. M., Vormittags 1(% Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Huber über:„Kritische Richtung der Lehren des Propheten von Nazareth." Damen und Herren als Gäste willkommen.— Abends 7 Uhr daselbst„Feier des Stiftungsfestes." Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Iilher-Uerein„Alpenveilcheu" Freitag, Abends 9 Uhr, im„Anhaltiner", Tempelhofer Ufer Nr. 25. Kranken- und Kegräbnißkafle de» Vereins sämmt- licher Krrnfvklassen, Berlin>(E.H. Nr. 2). Versammlung am Sonnabend, den 10. d. M., bei Löskow, Prinzenstraße 79. Die Kasse nimmt neue Mitglied« beiderlei Geschlechts vom 14.— 45. Jahre in jeder Versammlung auf, ebenso beim Kasstrer I. Schumacher, Manannenstraße 8, Hof 3 Tr., Abends von 8—9 Uhr, Sonntags von 12—1 Uhr Mittags. Verein znr Wahrnng der Interessen der Klavier- arbriter. Alle diejenigen, welche noch Billets zum Maskenball übttg haben, ersucht der Vorstand, dieselben bis heute Abend an die betr. Stellen zurückzugeben, andemfalls die Billets als verkauft betrachtet werden. Gesang-, Turn- v»d gesellige Vereine am Freitag. Kaiser scher Männergesangver in Abends 9 Uhr im Restaurant Vettin, Veteranenstt. 19.— Gesangverein„Pausebeutcl" Aben s 8 Uhr im Restaurant Hensel, Älexandttncnstt. 15.-„Liedertafel der Mal« Berlins" Abends 8i Uhr Kaiser- Franz- Grenadier- Platz 7, Restaurant Berg.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Pttnzenstt. 97.— Gesangverein„Flöter'sches Doppel-Quartett'AbendS 9 Uhr imRcstaurant Muschold, Landsbergerstt. 31.— Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant Schmidt, Mantcuffelstt.71.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpenicker- str. 127a im Restaurant Gocllina.— Gesangverein„Ossian" Abends 9 Uhr Tcesden«str. 35 bei Gustavus.— Huppett'sche Sänger- Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Niest, Weber- straße 17.— Berliner Turngenossenschaft(V. Märurerabthei- lung) Abends 8'- Uhr in der städtischen Turnhalle, Waffetthorftt.31.— Turnverein„Hasenhaidc"(Äännerabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60 61.— Turnverein„Froh und Fr«"(Männerabtheilung) Abends 8t Uhr Bergstr. 57.- Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8- Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstr. 31, Unterricht und Uebungsstuirdc.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographcn- vereinf, Abthcrlung„Vorwätts", Abends 8, Uhr im Restaurant Koll, Mariannenplatz 11.— Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" Abends 9 Uhr im Ziestaurant, Seydelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Abends 9 Uhr im Restaurant Krebs, Fttednchstt. 208.— Voigt'scher Dilet- tanten-Lrchestervcrcin. Abends 8* Uhr Uebunasstunde tw' staurant Lehmann, Alcxandrincnftr. 32.— Zitherverein»" 60. Veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt" K alliancestraße 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9' Hohenzollerngatten, Steglitzerstt. 27.— Rauchklub„Weichs Abends 8t Uhr im Restaurant Wasserthorftt. 10,11. Kleine Mittlzeilnngen. Erfurt» 6. März.«Eisenbahnzusammenstoß.) Ein Arnstadt und Zella-Mehlis verkehrender Personenzug,> hrhcn Schnees wegen von vier Lokomotiven gezogen mußte, ist gestern Morgen gegen 8 Uhr in der Nähe' Stunden von Arnstadt entfernten Gehlberger Mühle re Brandleitetunnel auf eine ihm entgegenkommende, zur> reinigung bestimmte Lokomotive gefahren. Der Zusam? war ein so gewaltiger, daß die Maschine vollständig zertrii und den an der Unfallstelle außerordentlich hohen Eis» dämm hinabgeschleudrrt wurde. Von dem Personenzuge» die Personenwagen umgeworfen, wobei vier Personen und drei leicht verwundet wurden. Die übngen P kamen ohne Verletzungen davon. Dem Führer und He« vernichteten Lokomotive war es noch im letzten Augenbu« lungen, abzuspringen und sich in Sicherheit zu bringen� gestem schon sind eine große Anzahl Arbeiternach der Unglu gebracht worden, welche die Sttccke wieder frei machen Trümmer fottschaffen sollen. Oppeln, 6. März. Die epidemische Genickstarre Regierungsbezirk Oppeln im Jahre 1887 in 317 Fällen! stellt worden, von denen 89, also 28 pCt., den Tod* krankten Personen, 6 unheilbare Taubheit, 2 Erblindun geistige Störung und Blödsinn und 2 Lähmung der< täten zur Folge hatten. Die meisten Erkrankungsfälle im Hüttenbezirke und zwar in den Kreisen Beuthen,# Katlowitz und Tarnowitz vor, die Kreise Kreuzburg, r, Pleß, Ratibor, Rybnik, Groß Strehlitz und Zabrze bliebe». gegen ganz verschont, während in den übrigen Kreye»� Bezirks die Genickstarre nur vereinzelt auftrat. Im: Beuthen erkrankten im Jahre 1887 im Ganzen 98 Pen von denen 22 starben. Im Kreise Gleiwiy starben von> krankten Personen 30, im Kreise Kattowitz von 13 Erki 10 und im Kreise Tarnowitz von 31 Erkrankten 13. UmPa Erkrankten waren zwar alle Schichten der menschlichen schaft vettreten, hauptsächlich jedoch die ärmere Beoölm Am häusigsten wurden die Altersklassen vom 6. bis 20.- jähre und zwar vorwiegend das weibliche Geschlecht,»»" _ tägli «QHaus v xl Ei« 1 Nachdem schwe »Herr in! 8% X , Wir sin 'lisirte Wel in der S Krankheit«grincn. �-"a1 Brünn, 5. März. Als der Personenzug der No% � so durchc gestern Vormittags von Wien in der Brünner Bahni eintraf, da bot er dem am Perron harrenden Publikum'K z»' geradezu schauderhaften Anblick. Die Räder und die u»� und s, /-• s Ci rtf rt VM r-Nt«»!.» lltlv b tuOaM• Theile der Lokomotive, des Tenderwagcns, des Post- w»* j päckwaggons und des ersten Personenwaggons waren über � über mit Blut, Fetzen menschlichen Fleisches und blutigen si" v stücken bedeckt. Auf die Frage, was geschehen sei, therm» Paffagiere sowie das Zugpersonal nachstehendes mit: Personenzug zwischen den Stationen Raigern und einen Einschnitt in der Nähe des Torfes Workowitz vasstr�-» plötzlich ein Mann hinter dem Pfeiler ein« Straßenüberseb»� brücke hervor und stürzte sich mit Blitzesschnelle vor die sausende Lokomotive. Der entsetzte Lokomotivführer bemüb� den Zug rasch zum Stehen zu bringen und gab KontredA der Zug brauste aber noch einige hundert Schritte weiter. man ein eigenthümliches Geräusch, wie das Zerbrea� Knochen-c. hörte,„das durch Mark und Bein ging•. Personal begab sich bis zur Kreuzungsstelle zurück,»* y Gewirr von zerfetzten Fleischklumpen, Gliedmaßen fand, denen man es kaum mehr ansah, daß es die zermalmten menschlichen Körpers sind. Von den# y stücken war fast� keine Spur vorhanden; nur an einf",,,� Vn, ein« des 5 Kaiser B Wärz 171 �rich Wi > Fug, Vach! bei: [iWUrVls ivui,|U|* tvvivv-wfui WLi/uilvvli» Ulli, 1414 V" fanden sich die Reste von Stiefletten. Aus dem nahür! tt1 Bahnwächterhaus kam die Bahnwächtersfrau herb«" zählte, daß seit länger als einer Stunde ein elegant geiH jb junger Mann mit schwarzem Batt und Lackstiefletten" Krcuzungsstclle sich aufhielt und sich beim Herannahen b'- auf die Schienen warf. Die Identität des Selbstmörders bisher nicht festgestellt w«den._ Jrf Linz. 5. März.(Ein Nothsignal.) Seit gestem(% weht von dem Giebel des Hotels auf dem schwarze Fabne, nachdem schon seit acht Tagen hrer' � Flaggen die Thalbewohner in wachsende Unruhe versetz1.>..p Der Schafberg ist seit Wochen verschneit. Zwei Knechte wie auch sonst im Winter, da oben Wacht, für eine 0:,� liehe Kampagne versorgt mit Lebensmitteln, aber doch w»» vorbereitet auf einen so andauernd hatten Winter, rore» � malige einer geworden ist. WaS die beiden vor acht anlaßt hat, die drei Flaggen aufzuziehen, konnte keiner � man machte sich auch anfänglich wenig Sorge darum,. M> eben wußte, daß da oben genügender Proviant sein m#' sf die Fahnen blieben gehißt, und allmälig fing man am des Schafberges an, besorgt zu werden. Inzwischen aber auch die Besteigung des Berges wegen iÄ r Schneefalles immer schwieriger, so daß, als gestem 9% J farbige Fahnenschmuck verschwunden und die Trauettsun. r rollt war, kein Mensch sich traute, eine Be.gbelielS M untcmehmen. Die Vermuthungen darüber, was den � verlassenen Menschen da oben passirt sein könnte, geyc � lich ins Abenteuerlichste hinüber. Die wa' vielen V ist und von d« 1829 i \ Sachsen J�kr ich Ni* Loui ten �%1, nigs ""litkiss C"-' Rationell Versionen dürfte die sein, daß einer der Knechte � rd der andere die drei Fahnen als Nothsiga F gesteckt hat. Vielleicht ist der Kranke ohne ärztlrche HpJe ytficui yui.»oicuciu;i u* vtv jvtuiiit wynv zwischen gestorben und sein Gefährte hat deshalb die sahne gehißt._.,,r�Cn f, Ktockkolm, 3. März.(Schneesturm.) Im mitu � südlichen Schweden hat in der setzten Nackt ein i � Schneesturm die meisten Eisendahnlinien unfahrdar gem Telegraphische Depesche� (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Altona. Donnerstag, 8. März. Die königl- ,�l>� Direktion Altona macht bekannt: Betneb auf> SRoi kjk Tis, an. dänisckcn Staatsbahnstrecken wieder regelmäßig. �.»za»�,. Donnerstages. März. Ter I „Holsatia" ging heute Morgen von Korsör nach%�i» Tie deutsche Postfahrt nach Korsör wird morgen atsche Postsahtt nach»orsor wird nw»-p j ei wieder Ktrasibrrrg t. v... Bonner, rag, o. Xj'wM, wurden bei den Erdarbeiten am Fort Großherwg bei Oberhausbergen acht Arbeit« infolge eines Er. schüttet, von denen fünf ums Leben kamen.... Re&.V Rom, Donnerstag, 8. März. Die ttalrmtf®', 0C# übermittelte gestern dem Botschafter in Pans, Men � vorschlüge, auf Grund welcher die V«handlungen# Handelsvertrag mit Frankreich wieder aufzuneh Das Komitee für die Patts« Weltausstellung,"TwiieM eine Tagesordnung an, in welcher dasselbe sein»sprich?� das gegenwättige Zollregime und die Hoffnung a»«it beide Nationen durch gegenseitige Zugestarrdn � k pi ihren Interessen entsprechendere Lösung merdeu u Inzwischen w«de das Komitee sein Werl fo avjiUfi einem Monate wieder eine Sinuna halten-„„.an'»'! W WMonate wieder eine Sitzung halten...„jpn> London. Mittwoch. 7. März. Nthenian" ist heute auf der Heimreise von�w� Eastle-Tampser„Methven-Eastle" aus der abgegangen. I Verantwortlich« Redakteur: firanljfiw in Berlin. Druck und Verlag von Uta» Safeina in Berlin SW Beuthstraße 2.