zstunde 'roerein -hlstatt". L-ß lds 9 A „Weichst ,11, en. .) Ein zu, nzug, W S'SiS l!ühle vor?. Sonnabend, de« 10. März 1888. 5. Jahrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Allgen« •rltnglüi�l Wrint täglich Morgens außer nach Sonn« und Festtagen. nachen w"'* matte iilj � (■ Fällen m �as -nTodd«Z' blinöunff,!■ g der% „Berliner Volksblatt» ■ nach Sonn« und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei 4 Äark, monatlich 1,35 Man, wöchentlich 85 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntogs-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzcitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) �.haus vierteljährlich Marl. Einzelne Numr beträgt für größeren Ai m der Expedition, JnsertiouSaebnhr oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei , Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohn» Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Lff- irze bliebe�-—— !n Kreils Nachdem schon vor mehreren Tagen die Kunde von 98 Per#* schweren Erkrankung des Kaisers durch den Tele- en von 14# in die Welt getragen worden, erfolgte gestern 13� � Uhr das Ableben des greisen Monarchen. chl'iche» sind in dem Moment, da diese für die ganze ' Welt schwer bedeutsame Nachricht verkündet wird, Icch�' �n � bcr Lage, weitgehende Betrachtungen über dieses k-H h n'� anzustellen. Die gegenwärtige politische Lage ist der � so durchaus schwierige, daß wir außer Stande sind, Zlidliku'n ngend einer Richtung hin in eine Erörterung einzu- ,v die un# � und wir müssen uns daher für den Augenblick be- Post' un° � ig*,, einen rein historischen Rückblick auf das Leben und lustgenKl��n des Dahingegangenen zu werfen. n, theilte� Kaiser Wilhelm, König von Preußen, war geborem am 'und: �ärz 1797 in Berlin als der zweite Sohn des Königs Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. t Kaiser Wilhelm. . g i( lU uvx> vtv g»vvv*v wv�.i. w*. itz"passtrtt. � �rich WUh�m III. und der Königin Louise. Seine enübersel� heste Jugend verlebte er mit seinen Eltem nach der TemüV'J� bei Jena in Königsberg und M em e l, ent Kontre! weiter, Ä&k von der Hauptstadt der preußischen Monarchie. Im 1% 1829 vermählte er sich mit der Prinzessin Augusta q hW'ni � b 1829 vermählte er steh mit der Pnnzest ging" j! T Sachsen-Weimar, welcher Ehe der Kronprinz > tiiö »v v.v�vv W,» � r• 0 cf r löoA ich Wilhelm und die gegenwärtige Groß- die'B�I � Louise von Baden entsprossen. en � y:'| Absolvirung des in den deutschen Fürstenhäusern xin � militärischen Bildungsganges wurden ihm die höhe- L'"''•'Ütischen Grade und am 7. Juni 1840 nach Ableben iez».�s infolge der kinderlosen Ehe seines Bruders, - �»igz Friedrich Wilhelm IV., als dem präsumtiven °"gtt der Titel„Prinz von Preußen" ver- M & -H SZ H NU». n mußtk- I ZfM i M eev. -S �en. L Jahre 1848 verlangte er Niederschlagung des Ber- �,�ufstandeS mit Waffengewalt, aber Einführung eines �"utivnellen Systems. Infolge der Berliner Ereignisse S,* auf Anrathen des Königs und des Ministeriums Zeit nacy England, von wo er im Juni des- L wahres zurückkehrte und ein Jahr später das Ober- Zur Unterdrückung der badisch-pfälzischen Re- °n bestimmten Armee übernahm.— j�rn 23. Oktober 1857 übernahm er, während der - Erkrankung seines Bruders, die Stellvertretung in 'H.. Ieuilleton. (Rsltm仫»»iw.) Der Erbe. �«nan von Friedrich Gerstäcker. Tisch stellte der Rath aber noch eine genaue Unter- W% Qn« um zu erfahren, wer in den letzten �.agen be: wäre, und ob vielleicht auf eine oder die ein Verdacht fallen konnte- aber wie war S ich noch auf all' die Leute zu erinnern, die m % v' er Wirthschast ein- und ausaingen! Der Schneider gewesen und der Schuster, Leute, die Rechnungen der Briefträger, Bettler, die noch nicht wußten, SL der ersten Etage nichts gegeben wurde, die Chor- W°'e Apfelsinen- und Bücklingsfrau und eme wahre Ä?0n Obst- und Gemüstweibern- es wäre ein hoff- t Unternehmen gewesen, zwischen denen nach einer �suchen. Aber das ivar auch, wie er mit Be- V' erklärte, gar nicht seine Sache, sondern die der und ihm blieb deshalb nichts übrig als eben nur die ZU machen. Sein Hosenzeug mußte ki* �scherheitsbeyörde wiederschaffen, denn dafür zahlte i,, �.chudftelb und seine Steuern. |,4 l>>j? ch war wirklich in einer verzweifelten Sllmmung> W 9rend des Essens tanzten ihm fortwährend die roth- \ Sen uJv grünen Karrees seines Hosenstoffes vor den ■S 9»?er' und er konnte die Zeit kaum erwarten, wo s«"s i!;:UQt°ben auf der Polizei erzählen durfte, daß er ? S°nz ähnlichen Fall in Schwerin besinne, wo qÄf ÄvÄ r f: °"°der bekommen. der Regierung, 1858 die Regentschaft. Am 26. Oktober 1858 leistete er den Eid auf die Verfassung. In einer Ansprache an das von ihm berufene Ministerium der„neuen Aera" betonte er besonders, daß unter seinem Regiment„auf kirchlichem Gebiet Heuchelei, Scheinheiligkeit und Neigung zu Uebergriffen nicht geduldet werden dürften, daß die Armee aber mächtig und angesehen sein müsse, um, wenn es gelte, ein schwerwiegendes politisches Gewicht in die Wagschale legen zu können." Es kam das Jahr 1864, welches die Zurücknahme der schleswig- holsteinischen Lande aus dänischer Herrschaft brachte; das Jahr 1866, das den Bruch mit Oesterreich vollzog und infolge deS glücklichen Krieges die Ober- Herrschaft Preußens über Deutschland, und den Norddeutschen Bund begründete. Die Jahre 1870—71 sind noch zu frisch in Aller Ge- dächtniß, als daß wir nöthig hätten, über sie, welche die Einigung von ganz Deutschland, mit Aus- uahme Oesterreichs, brachten, uns in längeren Beschreibungen zu ergehen. Am 18. Januar 1871 fand im Spiegelsaale des französischen Königsschloffes zu Versailles die Proklamirung des Deutschen Reiches und die Proklamirung des Königs Wilhelm zum Deutschen Kaiser statt. In selten körperlicher Rüstigkeit konnte Kaiser Wilhelm bis in die allerletzte Zeit hinein den StaatSpflichten ob° liegen und wenn ihm nun ganz plötzlich die Lebenskraft verließ, so hängt dies unzweifelhaft mit dem trägischen Geschick seines einzigen Sohnes, des jetzigen Kaisers Friedrich III., zusammen. $ ♦ ♦ Aus Anlaß de« Hinscheiden» de« Deutschen Kaiser» erläßt das Staatsministerium folgende Bekanntmachung: Bekanntmachung. Es bat Gott gefallen, Se. Majestät den Kaiser und König, unseren Allergnädigsten Herrn, nach kurzem Krankenlager heute 8| Uhr Morgens im acht und zwanzigsten Fahre Seiner reich gesegneten Regierung aus dieser Zeitlichkeit abzurufen. Mit dem Königlichen Hause betrauert unser gesammtes Volk den Hintritt des allgeliebten ehrwürdigen Herrschers, dessen Weisheit so lange über seinen Geschicken in Krieg und Frieden ruhmreich gewaltet hat. Berlin, den 9. März 1833. Das Staats-Ministerium. Das alles schadete aber nichts, die Anzeige mußte ge- macht werden, das war er sich und seinen Mitmenschen schuldig. Die Unsicherheit in der Stadt nahm ja auch wirk- lich einen so bedenklichen Charakter an, daß man seines eigenen Levens nicht mehr sicher war: Einbruch mit Todt- schlag, Raub, Diebstahl in der eigenen, durch eine Vor- saalthür verschlossenen und mit einer Klingel versehenen Wohnung— das streifte schon an die Grenze des Uner- hörten, und er nahm sich deshalb auch wirklich kaum Zeit, nach dem Essen eine Tasse Kaffee zu trinken, als er schon wieder seufzend nach Hut und Stock griff und hinaus auf die Straße eilte. Daß einen auch die Menschen nicht in Rube ließen! Legte er wohl irgend Jemandem etwas in den Weg? Wär er nicht freundlich und gutmüthig mit allen, ja, opferte er ihnen nicht oft aus reiner Gefälligkeit seine Zeit? Und das war sein Dank— Hosenzeug stehlen, was er noch nicht einmal bezahlt hatte! In der Enttüstung dieses Bewußtseins beschleunigte er seine Schritte und schlug den geraden Weg nach dem Polizeigebäude ein, als er plötzlich einen kleinen, etwas korpulenten Mann vor sich hergehen sah, der— er nahm schnell die Brille ab und wischte sie aus, denn er glaubte, daß er sich geirrt haben müsse; das Muster des Hosen- zeuges war ihm die ganze Zeit so vor den Augen herum- geschwebt, daß er es'jetzt wahrscheinlich an allen ihm be- geqnenden Menschen entdeckte— aber nein, beim Himmel! der Mann da vor ihm trug, so wahr er lebte, seine Hosen, und Glück oder Zufall— es war ihm jetzt ganz gleichgiltig- hatten ihn auf die rechte Spur geführt, oder ihm vielmehr den Uebelthäter gleich m die Hände ge- liefert. Einige Schwierigkeiten hatte eS allerdings noch, bis er den„Räuber seines Eigenthums" einholen konnte, denn er schritt genau so rasch aus, wie er selber— sollte er ihn viel- leicht schon erkannt haben und jetzt absichtlich ihm aus dem Wege zn schlüpfen suchen? Aber das gelang ihm nicht: Frühbach war entschlossen, ihn nicht aus den Augen zu ver- Den» Reichskaufter Förste« von Kismarck ist ans Sa« Kemo folgende» Telegramm zugegangen: In dem Augenblick tiefster Trauer um den Heimgang Cr. Majestät des Kaisers und Königs, Meines geliebten Herrn Vaters, spreche Ich Ihnen wie dem Staatsministerium Meinen Dank für die Hingebung und Treue aus, mit welcher Sie Alle Demselben dienten und rechne auf Ihrer Aller Beistand bei der schweren Aufgabe, die Mir wird. Ich reise am 10. Morgens nach Berlin. Friedrich. Sezöglich der Landestraner ist dem Staatsministeriuin nachfolgender Erlaß zugegangen: Hinsichtlich der bisher üblich gewesenen Landestrauer wo' en Wir keine Bestimmung treffen, vielmehr einem jeden Deutschen überlassen, wie er Angesichts des Heimgangs eines solchen Monarchen seiner Betrübniß Ausdruck geben, auch die Dauer der Einschränkung öffentlicher Unterhaltungen für sachgemäß er- achten will. Friedrich. Tüginak-Komspontlenzen. München, 7. März. Die Aufregung über die Frei- sprechung des Oberjäger Prem will sich in der hiesigen Be- völkerung noch immer nicht legen. Genähtt wurde diese Auf- regun� noch durch das Gerücht, daß Prem an das hier in Garnison befindliche Leibregiment versetzt worden sei, was einer Beförderung so ähnlich gesehen hätte, wie ein Ei dem anderen. Das Gerücht soll sich indeß nicht bestätigen. Eine Belohnung steht also bis jetzt auf die Putzbrettpädagogie noch nicht, hoffent- lich bringen wir es aber auch noch dahin. Wre tief die Er- regung geht, zeigt die Thatsacke, daß sogar die, /Neuesten Nachr." eine öffentliche Sammlung für den mißhandelten Rögelein er» öffnet haben. Die„Mottos", die zu diesen Spenden gegeben werden, find bezeichnend für die Stimmung der Geber. Hier einige davon:„Gott schüyc uns vor rohen Menschen"— „Bavaria, verhülle dein Antlitz"—„Gott schütze uns vor fach- verständigen Gutachten"—„Wo bleibt die Gerechtigkeit?"— „Armer, hast keine Neuhöfer'schen Patentknochcn!"—„Ge- sammelt von I. H., der schon vor 12 Jahren in Kempten die Putzbrett. Tortur mehrmals durchmachte"—„Herr, verzeihe ihnen, sie wissen nicht, was sie thun" u. s. w. Noch ganz anders lauten natürlich die Ur- theile im Privatgespräch, und wenn der Oberjäger Prem wirk- lich nach hier versetzt worden wäre, die erste Zeit hätte er sich öffentlich nicht sehen lassen dürfen, wollte er nicht windelweich gehauen sein. Einem Doppelgänger-! Prem's wäre dieses Malheur letzthin bald in einer großen hiesigen Brauerei passirt und nur der energischen Intervention des Schenkkellners und herbeigerufener Gendarmerie gelang es, den vollständig Iln- schuldigen vor dem Schicksal zu bewahren, gelyncht zu werden. Am meisten Aufsehen aber erregt und am peinlichsten dürfte irr gewissen Kreisen der Empfang empfunden werden, der dem Prinzen Leopold— der bekanntlich im Falle Prem den Ge- richtshof prästdirte— am Montag Abend zu Theil wurde. lieren; und wenn er noch mehr schwitzte, als er jetzt schon that, der kam ihm nicht mehr aus. So waren sie etwa zwei Straßen in einem gelinden Sturmschritt hinabgelaufen, Frühbach immer etwa zwanzia Schritt hinter seiner Beute, ohne im Stande zu sein, etwa» an ihm zu gewinnen, als der vor ihm Gehende plötzlich vor einem Schuhladen stehen blieb und das ausgestellte Schuh- werk im Fenster betrachtete. In wenigen Sekunden warder Rath an seiner Seite und erkannte jetzt ebenfalls zu seinem unbegrenzten Erstaunen in dem Träger seiner Hosen, wie er meinte, den Schuhmacher Heßberger, der auch für ihn ar- bettete und gerade in der letzten Zeit öfter in seinem Hause gewesen war. 2Jie$er'" der Rath, wirklich auf das Aeußerste überrascht, rndem er neben ihm stehen blieb und rhn bettachtete, als ob er eben aus dem Mond herunterge- stiegen wäre,„wo kommen Sie denn her?" m,»2ch?— Ach, schönsten guten Morgen, Herr Geheimer Rath! Hätte Sie beinah' nicht erkannt! Herr Du meine Güte, schwitzen Sie— tragen aber auch noch so einen dicken, warmen Sirtut bis obenhin zugeknöpft— wo ich herkomme? Von zu Haus. Ich bin ja nicht verreist ae- Hatte ja noch gestern die Ehre, Frau Geheime Rathm em Paar Negluschehschuhe zu brmgen— passen doch hoffentlich, wenn ich fragen darf?" Der Rath wußte nicht gleich, wie er die Sache anfan- gen solle, um den nichtswürdigen Schuhmacher zu einem Gestandmß zu brmgen. Er hatte allerdings im ersten Mo- m ent Lust, es ihm auf den Kopf zuzusagen; aber die bittere Erfahrung, dre er damit m Vollmers gemacht, schien ihn doch em wenig eingeschüchtert zu haben. Er getraute sich nicht damit heraus und begann nun hintenherum die Sache auf eme schlaue Werse anzufangen, was allerdings seine schwache Sette war. „Ja wohl, Herr Heßberger," sagte er deshalb vor der Hand auf die Frage, die er nicht einmal recyt verstanden hatte�„von Herzen gern— aber— wenn Sie mir erlauben Sie tragen da ein Paar famose Beinkleider, prächtiges als er sich zum Empfang des sächsischen Königspaarcs nach dem Zentralbahnhof begab. Lautes Pfeife» und demonstrative, auf den Prozeß bezügliche Zurufe empfingen nämlich den �Prinzen, und zwar so allgemein und von allen Seiten, daß die vorhandenen Polizeikräfte dagegen einfach ohnmächtig waren. Heute bringen nun die Blätter eine offiziöse Ziotiz, worin die„oftentlicke Meinung" belehrt wird, daß sie sich auf ganz„falscher Fährte" bewegt, wenn sie annimmt, daß der„hohe Herr" die Möglichkeit gehabt habe, in die Perhand- lungen einzugreifen und daß er die„Freisprechung mit Ge- fühlen vernommen hat, die von Befriedigung sehr weit entfernt find." Darnach zu urtheilen, scheint die Freisprechung Prems nicht nur unten, sondern auch von oben etwas verschnupft zu haben. Sollte das zur Folge haben, daß den theilweise gerade- zu schauderhaften SoldalenmißKandlungen in Zukunft etwas energischer entgegen getreten wird, so sollte uns das ganz recht fein. Wir glauben aber nicht, daß es dazu kommt. Diese Miß- Handlungen werden erst aufhören, wenn unser Volk zu dem �Bewußtsein gekommen sein wird, daß es ein unwürdiger Zu- stand ist, daß die Söhne des Volkes, sobald sie Vertheidiger hcs Vaterlandes werden, zu willenlosen Werkzeugen in den Händen ibrer Vorgesetzten gemacht werdem Die Achtung vor der Menschenwürde, die auch im letzten Soldaten steckt, muß auch in die Kaserne einziehen, vor ihr muß auch die„eiserne Disziplin" Halt machen. So lange das nicht geschieht, werden wir auch die Soldatenmißhandlungen nicht los. Die Urtheilsbegründung in dem Berliner Geheimbunds- Prozeß, nach welcher die Aussagen der Zeugen, so weit sie sich nicht aus eigene Wahrnehmung, sondern auf Mittheilungen jener dunklen Ehrenmänner stützen, die davon leben, daß sie ihre Diebenmenschen ins Unglück zu stürzen suchen, vom Gerichte nicht beachtet wurden, hat hier in Ärbeiterkreisen großes Auf- sehen erregt. Hier nämlich find bisher in allen Geheimbunds- Prozessen— München kannte diese Spezies schon lange, bevor sie im übrigen Deutschland eingeführt wurde— die Verurtheilungen auf Grund von Angaben mit erfolgt, die sich auf Denunziationen jener im Hintergrunde hausenden namenlosen Individuen stützten. Und zwar ist dies geschehen, trotzdem in zwei Fällen, wo die als Zeugen vernommenen Polizei- beamten mit den Namen ihrer Hinlermänner herausrückten, sich die detreffenden Angaben als vollständig unhaltbar erwiesen. Hoffentlich hört jetzt auch hier die Verwendung von„unsicht- baren Zeugen" auf, nachdem man in Halle und Berlin so schmäh- lich Fiasko damit gemacht hat. Freilich, wenn wir erst die neueste Kartellerrungenschaft, die„Schweigepflicht", haben, dann werden ja auch die„Nicht- Gentlemen" aus ihren Verstecks her- auskommen und als Zeugen fungiren können. Nur muß wan dann für unterirdische Zugänge zu den Gerichts- sälen sorgen oder die Herren Zeugen müssen Masken tragen, sonst werden diese Ehrenmänner zu weiterer Verwendung in ihrem staatsretterischen Berufe doch uubrauckbar. Ueber unsere unglaublichen Straßenzustände habe ich Ihnen früher schon einmal geschrieben. Gebessert hat sich seitdem natür- lich nichts, nur daß im Winter neben dem sonstigen Straßen- schmutz auch der Schnee noch liegen bleibt. In einer der letzten Magistratssttzungen kam nun ein Erlaß der Regierung für Ober- bayern zur Sprache, in welchem diese der Stadtverwaltung ganz aründlich den Text über diese skandalösen Zustände liest und Abstellung verlangt. Ein solcher Rüffel ist für ein Bauerndorf schon unangenehm, umsomehr also für die Landeshauptstadt. Was soll«s denn bei dem nächsten Ordensfest mit den Deko- rationen für Bürgermeister und Räthe werden, wenn die Staats- karoffen im Straßenkoth stecken bleiben? Die Herren wurden deshalb ganz aufgeregt über diese Angelegenheit und lange stritten fie sich hin und her, wen wohl die Zchuld treffe. Endlich erschien einem der Herren der erleuchtende Gedanke! Die Faul- cheit der städtischen Straßcnardeiter sei es, der wir den Schmutz in unseren Srraßen verdanken, denn ihre Pflicht wäre es, den- selben zu beseitigen. Das war ein Retter in der Roth! Unisono räsonnirte nun'die ganze Gesellschaft auf die Faulheit der Ar- beiter, und als man sich darinlGenüge getban halte, gingen die Herren, im Bewußtsein erfüllter Bürgerpflrcht, nach Hause—, oder auch sonst wo hin. Im übrigen bleibt natürlich Alles beim Alten. ** Zürich, 5. März. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat es also in der That der Mühe werth gefunden, das zweifelhafte Produkt einiger boshafter Menschen und schlechter foeten zu veröffentlichen. Das Pamphlet war anläßlich der astnacht in Basel bergestellt worden. Durch Zufall erhielt ein sehr loyaler, reicher Bürger in Basel davon Kenntniß und kaufte den größten Theil der detreffenden Exemplare auf und nur we- nige gelangten davon zur Verbreitung. Der Basler Bürger iinprovistrte ein Autodafee und verbrannte die von ihm gc- kauften Schmähschriften. Die wenigsten Einwohner Basels ge- langten in den Besitz eines solchen Blattes und selbstverständ- lich die Bewohner der übrigen Schweiz gar nicht. Da stöberte es ein übereifriger Freund des„Oberländer Boten", welcher in Lörrach erscheint und übersandte es flugs demselben, dessen Rc- daklion jedenfalls glaubte, eine patriotische That zu verrichten, wenn fie den bissigen Fastnachtsschcrz niedriger hängt und da- Muster— so ein Paar habe ich mir eigentlich längst ge- wünscht. Sind die hier gekauft?" „Sehr schmeichelbar, Herr Geheimer Rath, wenn sie Ihnen gefallen," sagte Heßberger mit selbstgefälliger Miene —„eigener Guh— selber ausgesucht. Wissen Sie, Unser- einer, der nur für die Mode arbeitet, muß doch auch ein bischen pain,6 darin bleiben." „Za wohl, Herr Heßberger, gewiß," sagte Frühbach, der aber geglaubt hatte, den Schuhmacher durch diese Frage in Verlegenheit zu bringen, und sich darin vollkommen ge- täuscht sah. Heßberger war unbefangen wie ein neugebore- nes Kind, der Rath aber nicht der Mann, sich so leicht ab- schütteln zu lassen, und er inquirirte deshalb unverdrossen weiter, wenn auch wieder auf einem Umweg. „Möchte mir wohl auch so ein Paar Hosen kaufen — ganz famoser Stoff— erlauben Sie, wohl Wolle, wie?" „Halb und halb, denk' ich," sagte Heßberger, durch das seinem Kleidungsstück gespendete Lob ordentlich geschmeichelt —„etwas Baumwolle mang. Eigentlich trage ich nicht so theure Kleider, aber man kann doch nicht gut wie Petri und Kleti herumlaufen." „Und wo haben Sie dieselben gekauft, wenn ich fragen darf?" sagte Frühbach, denn er merkte wohl, daher auf Umwegen nicht in einer Stunde zum Ziel gekommen wäre. „Das Zeug? Hier gleich um die Ecke, Herr Geheimer Rath, beim Kaufmann Magnus— hat immer die besten Stoffe, und ich kaufe alles dort, was ich für Damenschuhe brauche." DaS war wieder ein Strich durch Frühbach's Rech- nung, denn er hatte erwartet, daß Heßberger jetzt einen ganz entfernten Ort, vielleicht sogar eine andere Stadt als Kaufplatz angeben würde, wonach er dann sicher gewesen wäre, seinen einmal gefaßten Verdacht bestätigt zu finden. Statt dessen gab er einen Ort an, welcher kaum fünfzig Schritt von ihnen entfernt lag, eine Eni- dcckung irgend eines Betrugs also in wenigen Mi- nuten herbeigeführt werden konnte. Aber selbst das hielt den außerordentlich zähen Rath nicht ab, der Sache her abdruckt. Die Redaktionen der meisten Basier Blätter er- hielten nach ihrer eignen Erklärung erst durch das badische Blatt von diesem großen Preßereigniß Kenntniß und säumten nicht, dasselbe zu verurtheilen. Wer hätte nun es für möglich gehalten, daß auch das große Kanzlerblatt diesen bedruckten Wisch als Manuskript benutzen werde? Unzweifelhaft sollte das Machwerk den Anlaß geben, eine kleine Revanche gegen die Schweiz wegen der unliebsamen Spitzelaffaire sich zu gönnen und einen sogenannten„kalten Wasserstrahl" hierher zu diri- giren. Hören Sie aber, was schweizerische Blätter selbst sagen, namentlich die„Basier Nachrichten", deren Ausführungen von der ganzen Presse gebilligt werden und die wir hiermit wiedergeben wollen. Das Blatt schreibt, nachdem es den gegen die Schweiz gerichteten Attikel reproduzirt: „Der„Norddeutschen Allg- meinen Zeitung" möchten wir auf obiges folgende Antwott ertheilen, die wir sie bitten, zu- gleich als Auskunft über das unglücklicherweise zu einem poli- tischen Faktum aufgebauschte, an sich ab r sehr kleine Fastnachts- ereigniß zu verwetthen. Die„Basler Nachrichten" und ihre Kollegen von der hiesigen Presse haben von dem Gedicht erst durch den Abdruck des„Oderländer Boten" Kenntniß erhalten und darauf in den unverhülltesten Ausdrücken ihre Mißbilligung über dieses Machwerk ausgesprochen. Ebenso ist es der hiesigen Stadtpolizei ergangen; auch sie, wie uns auf geschehene Anfrage erwidett wurde, kannte das Gedicht erst durch den„Oberländer Boten". Das ist der schlagendste Beweis dafür, daß die An- gclegenheit in Basel geräuschlos, fast unbemerkt vorüberging, U"d das ist leicht erklärlich, da ein hiesiger angesehener Bürger, wie wir schon gemeldet, am Tage vor der Fastnacht mehrere Tausend Eremplare jenes Wischs den Flammen übergeben hatte, von den Insassen des Wagens, welcher die Aufschrift trug „Vive la France!" kein Zettel ausgestreut wurde, und derselbe nur deshalb eine relativ geringe Verbreitung fand, weil ein ein- ziges Packet zuiällig vor dem stattgefundenen Autodafce in un- berufene Hände gefallen war. Der Jubel, von welchem der Ge- währsmann des„Oberl. Boten" spricht, dürste deshalb auf die allerengstcn Grenzen solcher naiver Fastnachtsbesucher von außen sich beschränkt haben, die über das Dümmste zu lachen vermögen, wenn es nur boshaft ist. Die Bevölkerung Basels hat viel zu viel politische Schulung und polttischen Takt, als daß sie einer Belehrung über das Maß des selbst in der Fast- nachtslileratur Zulässigen bedürfte. Sie hat über jene Reinicrei weder gejubelt noch gelacht, sondern fie ernsthaft deklagt. Was die Neutralität der Schweiz mit einem von ihr sicher gemißbilligten Fasinachtsaedicht zu ihun haben soll,- ist uns nicht recht erfindlich. Es existirt bei uns eine Zensur für die Karnevalsbrucksachen eben so wenig wie für die anderen Er- Zeugnisse der Presse. Auf die Befolgung der einzigen Vor- schrift wird gesehen, daß der Drucker und Herausgeber eines Faschingsblattes sich nenne. Nur auf Grund einer Klage des Beleidigten kann gegen den Fehlbaren eingeschritten werden. Wenn mehrfach angefragt worden ist, weshalb die hiesige Polizei gegen die Verbreiter jenes Gedichts nicht eingeschritten ist, und wenn sogar die„Norddeutsche" die Hoffnung ausspricht, die schweizerische Regierung werde einschreiten,„um denjenigen das Spiel zu verderben, welche die Beziehungen der Schweiz zu Deutschland auf jede Weise stören möchten," so müssen wir doch daran erinnern, daß auch die„schweizerische Regierung", d. h. der Bundesrath, keine Veranlassung hat, in dieser Ange- legenheit die Regierung von Baselstadt zu einer Untersuchung, beziehungsweise Bestrafung des Vorgefallenen aufzufordern, so lange bei ihr in der Sache nicht Klage erhoben worden ist. Daß aber eine so geringfügige Sache, wie die Faschingspocfie eines kindischen Verseschmieds zu einer diplomatischen Internen« tion Grund geben könnte, das glaubt man sicher in der Redak- lion der„Norddeutschen" eben so wenig wie im Schöße der schweizerischen Bevölkerung, welche bekannt dafür ist, daß fie den richtigen Maßstab für politische Tinge nicht leicht verliert. Was die freundnachdarlichen Beziehungen der Schweiz zu Deutschland betriffl, so beruhen dieselben auf Verhältnissen zu ernster und entscheidender Natur, als daß sie durch frivole Mittel wie diejenigen, auf welche die„Norddeutsche" hinweist, jemals gestört werden könnten. Zeit jedoch wäre es nun, den Harkelin zu begraben und das schöne weiße Papier zum Ab- druck besi.rer Geisteswerke zu benutzen als jener albernen Hans- wurstiade, welche auf desten Anspruch hat." wurstiade, welche auf ein so langes Leben auch nicht den min- Das Woblwollen der deutschen Fabrikanten gegen ihre Ar- beiter hat wieder eine schöne Illustration erfahren. Ter� oft- schweizerische Stickerei-Verband hatte am 17. bruar eine Delegation nach Plauen i. V. abgeordnet, um da- selbst mit dem Zentralkomitee des sächsischen Stickerei- Verbandes über folgende Gegenstände zu konferuen: Besprechung und Unterhandlung über Minimallohn resp Mustcrllatsifikation, Ar- beitszeit, gegenseitiger Musterschutz, gegenseitiger Verkcbr«Ver- bandsvcrkehr, Kariellverhältniß). Die Bemühungen der Schweizer waren indeß leider vergebens. Nach 4 stündiger Diskusston wurde beschlossen, die bisher bestandene Musterklassifikation bei- zubehalten. Die von den Schweizern vorgeschlagene Herab- setzung der Arbeitszeit von 13 resp. IllaufllStun- weiter nachzuforschen.„Hören Sie, lieber Herr Heßberger," sagte er,„hätten Sie vielleicht einen Augenblick Zeit, mit in den Laden zu gehen, nur damit ich den Leuten dort da» Muster zeigen kann? Ich werde Sie nicht lange aufhalten, ich möchte mir nur gern ein ebensolches Paar bestellen." Der Rath erwartete jetzt selbstverständlich, daß der Schuhmacher irgend eine Ausflucht suchen würde, um diesem Dilemma zu entgehen. Er konnte ja Geschäfte oder sonst etwas Derartiges vorschützen. Aber bewahre— nichts dem Aehnliches geschah, sondern der kleine höfliche Mann sagte in der unbefangensten Weise: „Mit dem größten Plesirvergnügen, Herr Geheimer Rath, wenn Sie'sich nur gefälligst hier mit herbemühen wollt n. Sehen Sie, dort drüben können Sie schon daS Schild vou Magnussen absolviren— werden gleich dort sein— kann Ihnen auch das Geschäft wirklich ehkommodiren, sehr kurlante Leute. Gleich da drüben ist noch ein Laden von Peters und Emmcrmann, kaufe da aber nie etwas; der P.ters ist ein Mowäh Schusseh, hat immer die schlechtesten Maaren und die höchsten Preise und dabei ein ganz kon- stipirter Mensch, ein odentlichtr Fantist, der glaubt, man könne nur bei ihm kaufen. Sehen Sie, da sind wir schon — bitte, seien Sie so frei und treten Sie näher— sollen gleich bedient werden." Rath Frühbach war ganz wie ausgewechselt. Sonst, wenn er mit Jemanden ging, führte er immer allein das Wort; heute sprach er fast keine Silbe, und Heßberger mußte i h n unterhalten. Etwas Aehnliches war noch gar nicht dagewesen. Das hatte fteilich auch seinen Grund; früher zeigte die Magnetnadel seines Geistes und Er- innerungsvermögens nur immer ununterbrochen nach Schwerin, und cr steuerte dabei unbesorgt seinen Kours; jetzt aber hatten sich die großkarrirten Hofen dazwischen geworfen, sein Pol war ihm für einen Moment vollkommen entschwunden; denn etwas Aehnliches hatte selbst er noch nicht erlebt, und seine Nadel zeigte keinen Kours mehr. Heßberger dagegen benahm sich so unbefangen als möglich.„Der Herr Geheime Rath," sagte er,„wünschen gern von dem Zeug zu ein Paar Bandellongs, wo ich den wurde, wie der Bericht sagt,„unter allerlei Gründen' gelehnt." Die Frage des Musterschutzes will das f Zentralkomitee in„wohlwollendes Studium" ziehen. diesen Umständen verzichteten die Schweizer ihrerseits Vereinbarung eines Kattcllvcrhältnisscs und reiften voll Enttäuschungen und um einige Erfahrungen reicher in> Heimath zurück. Daß deutsche Kapitalisten aus eigener Initiative die- beitszeit auf 11 Stunden herabsetzen sollen, ist freilich viel> langt. Aber fie find es ja, die jeder diesbezüglichen i derung der Ardeiter immer und jedes Mal entgegcnbe daß sie dadurch konkurrenzunfähig würden, indem im 9lu' auch so lange und noch länger gearbeitet wird, wie bei u. s. w. Nun gilt dies aber der Schweiz gegenüber� Wird Herr Hartmann, der Reichstagsabgeorvnete für"" noch immer die Arbettcrfreundlichkeit der Kapitalisten Wahlkreises besingen und verherrlichen? Wir zw.ifeln � daran, aber die voigtländischen Ardeiter könnten aus Benehmen ihrer Herren wieder etwas lernen. nicht zur Durchführung lich der Schwierigkeiten die Stadt Konstanz die aus dem deutschen Politische Ueberstcht. Der Lundesrath hielt vorgestern Nachmittag um seine wöchentliche Plenarsitzung. Die Nachricht, daß M Abend eine außerordentliche Sitzung des Bundesralhs funden hätte, war unbegründet. Die Tagcsordnung einer halben Stunde erledigt. ErwähnenSwerth ist die nähme des Vogelschutzgesetzcs und dcr Beschluß, das Gesetz den Verkehr mit blei- und zinkhaltigen Gegenständen r Jahre 1889 ins Leben treten zu lassen; endlich die An der Verordnung, betreffend den Erlaß der Wittwen Waisen geldbeiträge der Reichsbeamten rc. Eingebracht drei neue Vorlagen. Zunächst ein Gesetzentwurf für Lothringen, betreffend die Strafsachen der Einrcgifireme waltung. Ferner ist dem Bundesrath zugegangen ein»r" Badens, welcher fick auf den bei dem Bundesrathe de« Ausschluß fremder Scheidemünzen jeder Art vom Verkehr ein allgemeines Umlaufsverbot richtet und darlegt, daß jj» solches innerhalb des Grcnzdebictes des Großherzogtbunis gegen die Schweiz bei den engen geschäftlichen Bezieh zwischen den Bewohnem der beiderseitigen Grenzorte ohne unerfreulichsten und hauptsächlich das badische Interesse ttächtigcnden Störungen für den wechselseitigen bringen lasse. Es wird n« gedacht, welche die Maßregel haben würde. Ebenso Zollgebiet ausgeschlossenen schen Gebietetheile Büsingen, Jestättcn, Lottstätten, fast lediglich- uf die Schweiz angewiesen find, ferner die# orte Waldshut, Laufenburg und Säckingen schwer darum« leiden haben. Für die lebhaften Beziehungen zwischen� und dem deutschen Grenzgebiete, welche den VerbraiA beiderseitigen Scheidemünzen im kleinen Verkehr nicht env lassen, würde ein Verbot derselben nicht minder eine ß Schädigung im Gefolge haben.— In ganz erheblichem würde durch die erwähnte Maßnahme ferner auch das der badischen Eisenbabnverwaltung an ihren an dcr 1«' Gr.nze und im Wiesenthal gelegenen Stationen berühtt Wie die Zahlungen auf diesen Stationen und den auf bai>n Gebiet gelegenen schweizerischen Eisenbahnstationen ftmo" den Bahn lassen wie im sonstigen Stationsvcrkebr, sowie badischen und schweizerischen Zahlstellen diesseits der G beim Ausschluß der kleinen schweizerischen Münzen allgem� folgen sollen, ist schwer abzusehen.— Noch störender und A quicklichcr würde sich das Verhältniß gestalten, wenn, m». � allzu fern liegen dürfte, die Schweiz zu gleicher Maßrcg�, entschließen würde, in welchem Falle namentlich der 1#% Eisenbahn- und Zollverwaltung, bezüglich dcr auf schn�'W biet gelegenen Stellen kaum zu überwindende Unzulrämw erwachsen würden. Der Antrag selbst lautet:„Der rath wolle genehmigen, daß die Scheidemünzen dcr Währung innerhalb der Zollgrenzbezirke der � � Hauptsteuerämter Lörrach, Säckmgen, Stühlingen, SWy Konstanz auch ferner in Zahlung gegeben und genommen. � dürfen" Endlich ist dem Bundesrath der GesetzentnM' sL die Abänderungen des Gesetzes über die Nationalität fahrteischme und ihre Befugniß zur Führung * tu flu/, -rJiet Person ttmchsflagge wobei sich »genen Ge lang auf P ...echend zu e Freist »-Iserlohn i am So ..ans in B « aufgestellt W welche Iserlohn r cz Raum er dieses 1 -gewählt n �umgerhans m. an die! aber Herrn Kreis Do n Lenzina ses nun j ltnaJserli ' geehrten ristisch.! g Richter -i„demokra chn Vorspa iaudrath 'Ms. Ztg.' �legrerungS achungen ,-Mier nie 'Intens dcr !! Rümmer 1 r Wdgen une % stets du manche Ai MJemde gei wohl Hab, in Scfci [tos Äncrbi �zugeben, tW- Der 'jur die wci 'falls erbot 'Hobe der£ . Mden SsJ" Jen w ist ab huldfi en au eine andc, c Lr«vive öilt i vHaN ö K i Derselbe lautet:„fV vom 25. Ottober 1867 zugegangen. der Bestimmungen im§ 2 Absatz 2 und§ 12 Absatz_ des Gesetzes vom 25. Oktober 1867 treten die folgende'� schnften:§ 2 Absatz 2. Diesen Personen sind gleich 5"$ solche juristische Personen, eingetragene Genossensch?"�� Aktiengest llschaften, welche im Reichsgebiet ihren � sowie diejenigen Kommanditgesellschaften auf Aktien, Reichsgebiet ihren Sitz haben, und deren persönlich. Gesellschafter sich sämmtlich im Besitz der ReichsangA befinden.—§ 12 Absatz 2 Ntl 2:„Wenn eine %%% son, eine eingetragene Genoffenschaft, eine Rheder oder Mitt heder ist, für dieselben allen Mitsflsst Vorstandes." In der Begründung heißstes:„Im die Nothwendigkeit klarer, zweifelloser Nationalitätso» vorige Woche von gekaust habe— bitte, dieses sehr geschmackvoller Stoff, so hammonische Farbe« Herr Geheimer Rath, werden gleich bekommen." Dem Rath Frühbach war es nicht ganz recht,/ in einem Laden, wo er noch dazu Geheimer Rath L wurde, ein Paar Beinkleider nach demselben MUF[, r suchen, wie eS der Schuhmacher Heßberger trug, auch früher sein Geschmack gewesen sein mochte, ggf leugnete ihn jetzt und wählte, da ihm verschieden � vorgelegt wurden, etwas Anderes. Er gab auch r den Stoff, den er gleich bezahlte, in sein Haus Z, w lieft stcb aber dock eine Probe von dem geben,' ließ sich aber doch eine Probe von oem berger an hatte, und steckte sie in die Tasche.- M noch nicht recht mit sich im Klaren, was er ihun so�ji« berger wich ihm auch dabei nicht von der�Seitt,� Frühbach nicht einmal von Schwerin h# erinnerte, daß e r von einem Menschen loszukmnw��� vup vvu ciuciu y v c* hätte, so war er vollkommen aus seinem»a i. hrncW irt pr+riirt Viip des kleinen g � � unter t en d D brachh ja ertrug die Begleitung des kleinen v urschen noch wenigstens drei oder vier Straßen' f .....—" lÄpsckäft fr fe' s orei voel v«-» dann Heßberger selber glücklicher Weise»0.> � in eine Nebengasse einbiegen mußte. stehf",� C Der Rath blieb mitten in der Straß- � sah ihm nach. Dort ging der Bursche tw 1 A et« J unverschämt wie möglich hm, und er h � nnrflich,j � andere kaufen müssen. Ä- ««»»IV.. VVUV WW.V..-- f. flO ftr IT.'MCRpv» In dem Laden benahm er sich genau so, �* -----st. U-»& L-u.- d- w««» ak gekauft hatte, und die Leute da � auch nicht. Frühbach war ganz rrre g°[,fi ll, hätte er darauf schwören mögen, daß 0# häußS„ili< •-■ lich« Zustand- mch»£ sie"a?,�"» #6 denn wenn die wurde, so konnte — ein undenklicher Zustand— nichts z»•r,' ein, bringen. auf Jiii alz ag um daß M sralhs nung i ist die Jas(Skfrt landen die An> Äiltwen' bracht :rf für gifircrae n ein he be« Verkehr t, daß gtbumS i Scjtel lotte ob intereffe Ilgen wird Maßreg� enfo offenen lälten, rner vre 01 er I 1 SÖ nicht enti r eine ff eblichem l das Sf" i der fi berührt n auf bad! en fotfj , sowie ts der :n oUgcnta» ider un® 5 enn, wes,� : fUlaßregj h der f fch" ijultäfl] »Der. t bei der i, ommff,!# }enttm>i/ ilität : Buir :bfat"Ä SÄ n'df, Ä .Dehlt eS sich, die Berechtigung der im Eigenthum deutscher das sä-dW�lher Personen befindlichen Kauffahrteischiffe zur Führung liehen. uM�icheflagge im Wege authentiseber Deklaration ficher zu erseits auHF®. wobei fich zugleich die Gelegenheit darbietet, die auf die in voll WtjWüflencn Genossenschaften bezügliche, in ihrer jetzigen Be- reicher in#"ung auf Preußen veraltete Bestimmung den Verhältnissen ßmcchend zu erweitern." iatioe bie II*«* Lreistnuige«. Für diesNachwahl in demMahlkreis eilick viel Wi'Jserlohn ist in der Vertrauensmänner- Versammlung in izüglichen Wa am Sonntag Nachmittag Landtagsabgeordneter Dr. ent»epcnb«W?hans in Berlin einstimmig als Kandidat der srerflnnigen i im AuslrWn aufgestellt worden. So die Notiz, welche durch die frei- wie bei iWe Presse geht. Diese Mittbeilung steht, so schreibt die zenüber rw%f. Fr. Pr.", im direkten Widerspruch mit einer Korre- e für PI? welche wir vor einiger Zeit aus dem Wahlkreise taliflen$ �-Iserlohn veröffentlichten. Wir mußten damals der Korre- zw-ifela« Jfcnz Raum geben, um so mehr, als Herr Lenzmann früher n aus bio �kr dieses Kreises war und da er zu gleicher Zeit in Dort- gewählt war, für Altena-Iserlohn ablehnte, wo nunmehr tfllmgerhans kandidirte und nachdem er das Mandat einmal . M, an die Kartellbrüder abgeben mußte. Herr Laugerhans Ii»? wer denn Lenzmann erklärt, daß, wenn er, Lenzmann, i 5 Kreis Dortmund verlieren würde, er, Langerhans, zu wn Lenzmann auf den Kreis Altena-Iserlohn Verzicht leiste. 'ses nun jetzt der Fall, hätte Herr Lenzmann der Kandidat lena Iserlohn sein müssen. Daher vielleicht der Inthum geehrten Konespondenten. Ilebrigens ist dieser Umstand istisch. Dr. Langeikans ist der Intimus des Herrn Richter und Herr Eugen Richter will die freifinnige »demokratisiren" und da muß Herr Langerhans in Altena- m Vorspanndienste leisten. fottbratlj und Kreisblatt. Unter diesem Titel schreibt 'Treis. Ztg.": Von dem Verhältnis zwischen Landräthen JnegiemrgSblättern unter Verwendung der amtlichen Be- «nulchungen zur Förderung der gouvernementalen Presse ist Schleier niemals so vollständig gelüftet worden, wie dies Intens der Redaktion des„Schmolkaldcner Kreisblattes" in « Rümmer dieses Blattes vom 6. März geschieht. Die Re- klagt, daß fie seit 20 Jahren alle amtlichen Bekannt- gen unentgeltlich abgedruckt, auch in politischer Be- stets die Interessen der Regierung vertreten und„uns Jiianche Artikel namentlich währ.nd der Wahlperiode mehr- «emde gemacht und pekuniär schwer geschädigt haben". wohl habe der Herr Landrath Fliedner einem seit Anfang « in Schmalkalden etablirten Geschäft iDütcnfabrikation) «s Anerbieten, ein täglich erscheinendes Regierungsblatt iugeben, die Zuwendung der amtlichen Bekanntmachungen 't-. Der Sei leaer des„Schmalkaldener Kreisblalles" habe . die weitere Belassung der amtlichen Bekanntmachungen M erboten, das Blatt täglich erscheinen zu lassen. Gleich- habe der Hen Landratd Fliedner verlangt, daß das Kreisblatt und der Verleger fich an dem neu zu den Blatt betheilige. Da wir nun nicht so schreibt die Redaktion des„Schmalkaldener wtt",„wie das noch ungeborene Kind gedeihen wird, La. wir uns aus leicht begreiflichen Gründen auf wieder» Anfragen der betr. Interessenten mit Rückficht auf unser At ablehnend verhalten müssen, da auch wir dem Sprich- huldigen: Ein Sperling in der Hand ist besser als zehn 'N auf dem Dache. Wie uns als altem eingeführten Ge- eine derartige Zumuthung gestellt werden konnte, ist uns ideicn unbegreiflich. Wir besitzen nicht Mangel genug an Muhl, um eine sichere Existenz mit einer unsicheren zu J«en." Soweit das„Schmalkaldener Kreisblatt". In der öaupt- Sät das'Auftreten des Landraths der Bekämpfung des in Waiden erscheinenden liberalen„Thüringer Hausfreundes". �Uldrath erachtet ein neues Blatt für geeigneter zur Be- des letztem als das bisherige„Schmalkaldener Kreis- m nun sein neues Regierungsblatt ins Leben zu ä der Landrath, wie uns weiter mitgetheilt wird, am live Verfügung an alle Bürgermeister und sonstige JJlf erlassen, worin dieselben angewiesen werden, sofort 15. März an erscheinende neue Blatt als stin il abonniren, sowie auch alle amilichen Oblagen demselben zuzuweisen— Das Vorgehen des : qIT: Fliedner ist in jeder Beziehung unzulässtg. Ueder ied�wen Bekanntmachungen des Kreisausschusses hat Herr ............. mit Zustimmung Auch nach den ! Überhaupt nicht allein, sondern nur Ausschusses Bestimmung zu treffen. " ministeriellen Bestimmungen über amtliche Bekannt 'st der Landrath nicht berechtigt, ein Blatt für ein m M erklären, welches noch gar nicht erscheint, und .«erbreitun» nnrfi in feiner Weise gesichert ist. Gan; un- ootin der Landrath die Bürger- Bekanntmachungen im Kreisblatt SSWWM worin der'Landrath die Bürger- (%:"�wst' ihre amtlicher..............._., m h»."• Wo und wie eine Gemcindeveiwaltung rhre Be- s-..�ngen varösrentlichen will, ist lediglich Gemeindesache. ototh hat in dieser Beziehung nicht das mindeste zr. Rur für die hinsichtlich der Bekanntmachung von 'Ordnungen auszuwählenden Blätter steht dem Regie- K««st mh Qtbtu. %"auf 5»». Währmd einerseits die beiden Schriften, > � den zahlreich eingelaufenen Bewerbungen um den Hamburger nautischen Verein angesetzten Preis zur ßt mLdwf« Frage prämiirt worden sind, demnächst veroffent. »Sua v dürften, hat das englische Handelsamt über den % s9 des Oels auf See vor kurzem ein Zirkular erlassen, i«rb�w verschiedenen erfolgreichen Versuche, die damit gemacht Hit' 5Ut weiteren Kenntniß gebracht und gleichzeitig detaillirte " Uder die beste Methode, das Oel unter verschiedenen kmv fm anmm�h.»---- �-.tzen. Wenn die schwersten empfohlen werden müssen, icht unbedeutend bei kaltem Raffinirtes Kerosin ist if � �m& patentfrten ZBellenbezähmer", £>, d" emem sehr starken Leinwandbeutel von konischer Ä en mit einem Deckel aus galvanifirtem Ersen und sä K dfe das Cel allmälig durchsickern läßt, wahrend das Li�Nfe n,?'�r dadurch verlangsamt wird, daß der Beutel �ehr �.Werg gefüllt ist. Der Apparat ist stark gearbertet lessn? dereifs zum Schmieren der Maschinen benutzte Oel tsai»?° Trenste.„Chambers' Journal", das seit Jahren Vre % von->des so einfachen Mittels vertreten und eine ganze »allen, wo es sich erfolgreich erwiesen, veröffentlrcdt .geht #........ und aus Briefen, die seine Brauchbarkeit be- lervor, daß es ein Apparat ist, den jedes Schiff Rekrut. Die kriegerische Verfassung, z alle Staaten befinden, bringt es mrl dem noch was zu zerschießen tst, in der ne Haut zu Markte tragen Mannes im Rahmen des m an oem nocy was mm. rungspräfidenten eine Befugnrß zu. Wir können den durch den ungesetzlichen Erlaß des Landraths betroffenen Behörden nur rathen, sofort den Beschwerdeweg bei der zuständigen Aufstchts- behörde anzutreten. „Im Sold» Kismnrck'»' sollen die französischen Sozia- listen stehen! Wir erfahren dies aus dem Fachorgan der fran- zöfiichen Putmacher, dem„Ouvrier Chapelier" vom 4. März dieses Jahres. Insbesondere wird der Vorwurf auch gegen die „Allgemeine Hutmachergesellschaft" erhoben— die Societs Girier le des Ouvriers Chapeliers de France—, welche mit großer Energie den Versuchen, die französischen Arbeiter gegen die ausländischen aufzuhetzen, entgegengetreten ist. Interessant ist noch, daß diejenigen Blätter, welche die alberne Anklage erheben, die Zeitungen des Herrn— Wilson find, dieses spekulativen Ehrenmannes, der soeben trotz„seiner" 300 Blätter wegen betrügerischer Manipulationen und schnöden Mißbrauchs seiner politischen Stellung zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt woiden ist. Wir sehen also, welcher trüben Quelle der sogenannte „Patriotismus" entspringt, der jede ihm unangenehme Bestrebung, namentlich wenn sie die Emanzipation der Arbeiter- klasse zum Ziel hat, als„unnational",„unvaterländisch" und „vaterlandsfeindlich" hinstellt. In Deutschland haben wir ja genau das gleiche Schau- spiel. Auch bei uns werden von fragwürdigen Patrioten& la Wilson die sozialistischen deutschen Arbeiter für„vaterlandsloses Gesindel" erklärt, und die„Arbeiterführer" ziemlich unverblümt beschuldigt, im Dienste des Auslands, speziell Frankreichs zu stehen. Die französischen Sozialisten im Solde Bismarcks, die deutschen Sozialisten im Dienste Frankreichs— ist das nicht heiter? Jedenfalls paßt's hübsch zusammen. Der Deschluss der Düsseldorfer Stadtvertretung, für das tzeine-Tenkmal einen Platz zu gewähren, hat die „fireuzzeitung" nicht blos um den Verstand, das würde nicht viel bedeuten, nicht blos um den Anstand, das würde gar nichts bedeuten, sondern auch um die Besinnung gebracht. Das ge- nannte Blatt schreibt:„Wenn Fürst Bismarck am 6. Februar hätte voraussehen können, daß am 6. März der Stadtrath von Düsseldorf, allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit, die Ge- Währung eines Platzes für das Heinc-Denkmal beschließen würde, hätte er das berühmte Wott vielleicht nicht gesprochen, daß die „Deutschen sich nur vor Gott fürchten und sonst vor niemandem in der Welt", denn aus diesem Beschlüsse geht unwiderleglich hervor, daß es sehr viele Deutsche gieht, welche die Juden außer- ordentlich fürchten, was wir freilich jetzt nicht zum ersten Mal erfahren. Die Düsseldorfer Stadträthe würden fich dem Wunsche des Heine-Denkmal-Ausschusses ficher nicht so gefällig erwiesen haben, wenn sie nicht eine Anzahl anderer„rremdleurs" hinter sich wüßten, die alle viel mehr Angst davor haben, es mit den Juden nicht zu verderben, als den einfachsten Anforderungen des Natkonalbewußiseins und der Loyalität gegen unser von Heine unsäglich geschmähtes Herrscherhaus zu gehorchen. Ober- bürgermeister Lindemann— heißt es in den Triumphnachrichten der semitischen Blätter— gab den Ausschlag. Die deutsche Nation wird sich den Namen dieses Jammermenschen merken." Aber, Herr von Hammerstcin, wie kann man sich so ereifern? oder, um in Ihrem Lieblingsjargon zu reden: woßu der Lärm? Sie werden die Juden eitel machen, wenn Sie den Glauben erwecken, daß die ganze Welt, die nicht zu Ihnen gehört, fich vor den Juden fürchtet. Glücklicherweise ist tiefe Gefahr nicht so groß, denn man glaubt Ihnen nicht,— höchstens der eine oder andere..Jammermensch". Au« Westfalen wird der„Volks-Ztg." gemeldet: Im Kreise viegen verübte kürzlich ein Sparkassen-Rendant Selbst- mord; selbstverständlich war man allgemein überzeugt, daß die Kasse nicht in Ordnung sein könnte. Dieser Ansicht wurde aber von amtlicher Seite mit aller Bestimmtheit entgegengetreten; es wurde versichert, ein Defizit sei mcht vorhanden und alles in bester Ordnung. Wozu diese Vertuschungsversuche gemacht wur- den, ist nicht klar, die Revision der Kasse durch einen aus wältigen Beamten hat sofort ein gewaltiges Defizit ergeben. Der verstorbene Rendant, der ein hohes Einkommen hatte und fich des Vertrauens seiner Mitbürger und— Vorgesetzten in hohem Maße erfreute, hat Jahre lang die Kasse bestohlen und die Bücher gefälscht; die Unterschlagungen sollen bis zum Jahre 1873 zurückreichen und eine Höhe von 500 000 M. erreichen. Wie es scheint, hat der Rendant in großem Umfange an der Börse spekulirt. Sehr auffallend erscheint es, daß dem ordent- lichen Revisor die Unterschlagungen und Fälschungen stets ver- borgen geblieben sind. So viel wir wissen, werden die von den Aewtem und kleinen Städten begründeten und unterhaltenen Sparkassen auch regelmäßig von dem Kreis- Sekretär revidirt. Daß derartige Revisionen kein sicherer Schutz gegen Unterschla- gungen sind, haben wir in unserer Provinz schon früher er- fahren. Vor etwa 12 Jahren verschwand aus Herne bei Bochum der dortige Sparkassen- Rendant, während ein von der Regierung entsandter außerordentlicher Revisor im Amtshause faß und Unterschlagungen in beträchtlichem Umfange(über 300 000 M,) feststellte. Auch diese Kasse hatte der Kreis- Sekretär regelmäßig in vorgeschriebener Form reviditt, aber nie Füseliers bestimmte— das Knochengerüst festgestellt. Dieser minimale Schätzungswcrth des Mannes erweist sich aber als eine Ungerechtigkeit, wenn cs sich, wie z. B. soeben in Paris, um einen unerschwinglichen ersten Tenoristen der Großen Oper handelt, der einrücken muß. Monsieur Duc, der berühmte„Raoul",„Arnold",„Manrico" der Pariser Oper wurde nämlich, wie die„W A. Z" zu berichten weiß, vor einigen Tagen zur vierwöchentlichen Waffenübung einberufen. In der Direktionskanzlei berieth man, was geschehen müsse, um das hohe C des Tenoristen vor allen im Soldatenleben unaus- weichlichen Gefahren zu schützen. Die Direktion brachte beim Kriegsministerium ein, man möge es dem Tenoristen gestatten, die Equipirung durch ein seidenes Kachenez vervollkommnen zu dürfen, fie flehte, man solle den Sänger von Märschen und Hebungen bei Ver jetzt herrschenden Kälte dispenfiren, man möge ihm wenigstens gestatten, aus dem Rauch des Mannschafts- zimmers zu fliehen und im Hotel zu übernachten. All diese von der zartesten Sorgfalt diktitten Wünsche wurden abschlägig beschieden und der arme Tenorist hat wuthentbrannt er- klärt, cr werde, wenn beim Militär seiner Stimme das Geringste geschehe, den französischen Staat auf Schadenersatz verklagen. Dir Berichte über Gbifon'» verbesserten phono- graphrn haben eine ganze Reihe ähnlicher Erfindungen zu Tage gefördert, welche sämmtlich den Zweck Kaden, das ge» sprochene Wort derart aufzufangen und plastisch festzuhalten, daß damit später eine Wiedergabe der Sprache ermöglicht werde. Was Edison's Phonograpben betrifft, so hat„Scientific American" Abbildungen desselben gebracht, durch welche die übertriebenen Erwattungen einigermaßen herabgestimmt wurden. Zur Aufnahme der Laute verwendet Edison mcht mehr wie bei seinem älteren Phonograpben eine Zinnfolie, sondern kleine Wachszylinder aus Hattwachs, welche fich leicht mit der Post verschicken lassen. Selbstverständlich können solche„redende Briefe", obschon durch den Klang der Stimme beglaubigt, nie- mals das Telephon verdrängen, mittelst dessen Frage und Ant- wott direkt ausgetauscht werden. Der Empfänger eines solchen Wachszylinders steckt denselben in seinen eigenen Phonographen und kann dann mittelst eines Hörrohres erhorchen, was der redende Brief spricht. Der alte Phonograph Edison's schnarrte bekanntlich die Wotte laut, aber sehr unvollkommen und tbeil- weise unverständlich; bei dem neuen Apparat soll Deutlichkeit und Modulationsfähigkeit wenig zu wünschen lassen; dafür aber spricht er leise, so daß nur eine Person wie bei dem gewöhn- lichen Telephon hören kann. Mit diesem Phonographen Evi- Vre geringste Unregelmäßigkeit entdeckt, ebenso wenig wie die von der Amtsvettretung eingesetzten Kaflen-Kuratoren, welche regelmäßig ihre Namenszüge unter die Revistons-Protokolle malten, aber niemals auch nur eine oberflächliche Prüfung der Bücher vornahmen. Au« Darmstadt» 3. März, benchtet man: In der Ab- geordnetenkammer entrollte der sozialistsche Abgeordnete Joest ein Bild über das Gefängnißleben in Hessen. Trotz seines Protestes habe cr als politischer Gefangener Sträflingskleider anziehen, die gcwöhnl che Gefängnißkost genießen und, obwohl er �religionslos sei, dem katholischen Gottesdienste beiwohnen müssen. Das Recht der Selbstbeschäftigung sei ihm nur gegen tägliche Zahlung von 80 Pf. an die Gefängnißvcrwaltung gewährt worden. Den Bart durfte er nur deshalb behalten, weil er wegen Krankheit ein ärztliches Zeugniß beibringen konnte. Alle Patteien veruttheilten dieses Vorgehen der Verwaltung, der Regierungsvettreter sprach von der„Macht des Rechts". Dänemark. Aus Kopenhagen, 6. März, schreibt man: Das Folkething hat gestern nach endlosen Debatten die zweite Lesung des Kunst- buttergesetzes beendet. Wie vorauszusehen war, sind die Agrarier diesmal mit ihren Plänen in der Volkskammer noch nicht durchgedrungen, aber politisch bedeutsem bleibt es immer, daß das Agranerihum der Linken und Rechten sich bei dieser Gelegenheit vereinigte und es zu einer ganz stattlichen Minorität brachte. Den Standpunkt der freihändlerischen Linken vertrat gestern in ganz vottrefflicher Weise der Abg. Bossen, der sich mehr und mehr als einer der zuverlässigsten und verstandeski ästigsten Linkenführer bewähtt. Jeder der von den Butteragitatoren vorge- brachten Gründe wurde von ihm gewogen und zu leicht befunden. Der Minister des Innern Jngerslev faßte rein sachlich die Gründe zusammen, die zu Gunsten der Regierungsvorlage bei- zubringen sind, welche sich allerdings sehr vottheilhaft von den Vorschlägen der agrarischen Heißsporne unterscheiden. Bei der Abstimmung wurde das von den Agrarier» beantragte Verbot gegen die Ausfuhr von Kunstbutter mit 56 Stimmen gegen 32 verworfen. Das ebenfalls von ihnen verlangte absolute Mischungsverdot wurde mit 53 gegen 29 Stimmen verworfen, eben so der entsprechende Paragraph der Regierungsvorlage mit 61 Stimmen gegen 25. Paragraph 7 der Regierungsvorlage, der das Verbot enthält, daß Kunstbutter dieselbe Farbe haben darf, wie die nach England ausgeführte Naturbutter, wurde mit 48 Stimmen gegen 39 verworfen. Die Regierung hatte im Laufe der Verhandlungen die bestimmte Erklärung abgcgeb.n, daß das Gesetz ohne den§ 7 für sie unannehmbar sein werde. In allen übrigen Punkten wurden die vom Ausschüsse oder von der Mehrheit des Ausschusses gestellten Anträge angenommen. — Der Ausschuß, dem die Vorlage betr. die Anlage eines Frei- Hafens auf dem Zollbudenplatz zur Vorbcrathung übergebe» ist, hat jetzt seinen Bericht erstattet. Der Ausschuß bejür- mottet die von der Regierung beantragten Terrainerwerbungen, da er für die Ausdehnung des Freilagers ist. Da der Ausschuß aber der Ansicht ist, daß auch die Anlage eines Freihafens in ernste Erwägung gezogen werden muß, beantragt er folgende Aendcrung in dem Gefetze:„Zur Unteisuchung und zu Plänen, betreffend die Herstellung einer Freihafenanlage in oder bei dem Hafen von Kopenhagen mit Freidock, großen Freilagern und, soweit möglich, mit entsprechendem Raum für die künftige Aus- dehnung, sowie zur Ausarbeitung von Plänen zu einem großen Freilager in unmittelbarer Verbindung von Kopenhagens Zoll- bude können bis 30000 Kr. verwandt werden." Der Ausschuß theilt in seinem Belichte ein von dem Grossicr C. P. Hast mg in Kopenhagen empfangenes Anliegen wegen Konzessionirung der Anlage eines Freihafens und einer Freistadt auf der Ost- küste von Seeland mit. Herr Hosting fordert für die Bewohner dieser Freistadt verschiedene Vergünstigungen; ihre Großhändler sollen z. B. nach achtjähttger Geschäftslhätigkeit berechtigt sein, einen dänischen Adelsbrief mit dem Titel„Baron" oder„Frei- Herr" zu fordern. Der Vorschlag des Herrn Hosting scheint ganz ernst gemeint zu sein. Schweiz. Zürich, 4. März. Die Polizeifvitzelasscire wird in kurzer Zeit vor den hiesigen Gerichten ein Nachspiel finden. Polizei- Hauptmann Fischer hat eine Verleumdüngsklage gegen den Re- dakteur des„Stadtboten", Major Attenhofer, angestrengt, worüber der„N. Fr- Pr." geschrieben wird: Attenhofer hat durch sein ewiges Hetzen und Spionücn gegen Demokraten, Sozialisten und Anarchisten der Stadt Züttch den Ruf einer Brutstätte des allerärgsten Anarchismus gegeben. So hat cr den Mord deS Polizeiraths Rumpff auf Zürich zurückgeführt und den deutschen Behörden die Fabel auf- bürden wollen, der Anarchist Nene fei durch die Züricher Sozialdemokraten mit Geld ausgerüstet worden, um Rumpff zu ermorden. Der Hauptmann v. Ehrenberg war sein Freund, Rather und Kronzeuge in manchen phantafiereichen Angelegenheiten, wobei es aber doch ab und zu zu argen Reinfällen kam. So wurde Attenhofer vor einigen Wochen durch das Bundes- gettcht zu einer Gefängniß- und Geldstrafe verurtheilt, weil cr dem Gymnasiallehrer Krüger die allerscheußlichsten Dinge nach- gesagt hatte, wofür der Kronzeuge zwar seinen Eid in die son's treten der Phontograpb von Jnsh, der Phonograph von Hunter, namentlich aber das Gramophon des bekannten Elektrikers Emil Berliner in Washington in die Schranken. Bei dem Phontographcn dient Zinnfolie, bei den letzteren Apparaten ver- schieden präparitte Kohlenmasse zur Aufnahme der Phono- grammc. Berliner überzieht eine Glasplatte mit Druckerschwärze und setzt dieselbe dann einer stark rußenden Flamme aus, wo- durch eine zähe, gleichmäßige Kohlenschicht entsteht. Man spricht gegen die schwingende Membran, an deren Rückseite ein Schreibüschcl befestigt ist, welcher die Wotte in Form geheim- nißvoller Spiralen in die Kohlenplatte einkratzt, die durch ein Uhrwerk vorüberbewegt wird. Der Hauptvotthcil des Gramo- phons vor allen anderen Phonographen soll nun darin bestehen, daß dieses Einkratzen nicht senkrecht von oben herab geschieht, wobei die Schwingungen durch den Gegendruck der Kohlenschicht verschiedenartig gehemmt und umgestaltet werden, sondern seit- wärts parallel zur Platte, wodurch ein besseres Phonogramm entsteht, welches überall die gleiche Tiefe hat. Von dem er- bastenen Kohlenphonogramm wird ein Abdruck in festerem Matena!, durch Wachsabguß, Stereotypie, galvanoplastisch oder photochemisch genommen, und aus diesem Negativabdruck lassen sich dann leicht beliebig viele Phonogramme herstellen. Die Wiedergabe der Sprache wird ebenso wie beim Phono- OfWM" burch Umkehrung des Vorganges erzielt, wobei Berliner die Methode empfiehlt, ein scharf zugespitztes Bambusstäbchen zwischen die Zähne zu nehmen und unter ZuHaltung der Ohren die Scheibe rotiren zu lassen, während man die Spitze leicht in die Furche preßt; man soll dann die Stimme vollkommen deutlich wieder hören. Originell ist der Gedanke, mittelst dieser „redenden Briefe" gleichsam mündlichen Sprachunterncht zu er- theilen. Wenn z.B. Lanacnscheidt seine Unterrichtsbriefe Phonograph itt, so kann er den Käufern derselben die Aussprache des Französischen und Englischen besser beibringen, als dies durch Schttftzeichen möglich ist. Freilich müßte jeder Schüler einen Phonographen besitzen und das Vergnügen kostet einstweilen noch an 200 M. Zur Farbenlehre. Ein belgischer Theaterdirekwr ist auf vre„gentale Idee" gekommen, seinem Publikum die moralische Natur der aufzuführenden Stücke durch verschiedenfartnae Zettel anzukündigen. Ein rother Zettel sagt, daß das Srück gefährlich, ein werßer. das es moralisch, ein blauer, daß � so halb und halb sei. Gelbe Zettel endlich kündigen Stucke der Dumas schcn Schule an, in die man seine Frau nicht gehen laßt. Wagschale geworfen hatte, jedoch zu leicht befunden worden war, da keiner der zahlreichen Zeugen, die in diesem Prozesse vernommen wurden, die Richtigkeit der Ehrenberg'schenAngaden bestätigte. Neuerdinc liefern, daß der würdiger Zeuge---------- gt logen. Er behauptete, Fischer habe m der Anarchnten- Unteisuchung„eine größere Zahl von Attcnstücken zurückgezogen und im Attenregistcr den Titel ausradirt", und daß die Fischer« schen Akten„total unzuverläsfig" seien; die Untersuchung gegen Schröder fei fistirt worden u. s. w. Polizeihauptmann Fischer erklärt nun in Züricher Blättern, daß die Angaben Attenhofer's Lüge und Verl umdung seien; zugleich zeigt er an, daß er die die strafrechtliche Verfolgung fernes Verleumders herbeiführen rverde. Frankreich. Die deutschen Zeitungen, welche ein Interesse daran haben, die„Affäre Boulanger" aufzubauschen, um den Wauwau Bou- langer lebendig zu erhalten, können sich für Alles was sie schrei- den auf französische Quellen beziehen. Nur hütet man sich sehr wohl— weiß es vielleicht auch nicht—, welcher Art die Quellen find, und von welchen Beweggründen die betteffenden Mitthei« lungen dittirt find. �, Boulanger hat in Frankreich sehr viele Feinde. Dre Orlea- nisten hassen ihn aufs Glühendste, weil er die französische Armee von ihnen gesäubert hat; und die Opportunisten sind ihm nicht — weil er sich auf die radikale Seite geschlagen hat. gmn, Der Kniff, einem unbequemen Gegner Dittaturgelüste unter« zuschieben, ist eben in Frankreich beinahe 100 Jahre alt— und wer die Geschichte der großen französischen Revolution kennt, weiß, welche Rolle dieser Vorwurf in den politischen Partei- kämpfen gespielt hat'.Herr Thiebaud, der diesmal die Kandi- datur Boulanger„erfand", ist ein Orleanist, und es unterliegt keinem Zweifel, daß sein Manöver den dopeelten Zweck hatte, die Republik zu diskrcditiren(indem ihre Instabilität ad oculoa demonstrirt ward) und dem verhaßten Boulanger„eins aus- zuwischen." Herr Labusquiöre, der jetzt als Zeuge für die furchtbare Gefährlichkeit Boulangcr's herhalten muß. ist ein journalistischer Abenteurer, der ungefähr ebenso viel politische Beveutung hat, als der erste beste deutsche Zeitungsrcporter, und seine Ver> gangenheit ist keineswegs„rein und zweifelsohne". Es fällt uns nicht ein, für Herrn Boulanger eine Lanze brechen zu wollen, allein dagegen müssen wir Verwahrung einlegen, daß man ihm, auf das Zeugniß seiner Feinde hin, demagogische Pläne zuschreibt, für deren Vorhandensein keine wirklichen Beweise vorliegen. Daß Boulanger in Frankreich populär ist, kann und soll allerdings nicht geleugnet werden; er verdankt diese PoW« dem Umstand, daß er— seit 1870— der erste rcpublir Kriegsminister war, welcher die Armee vom repudlika Standpunkte aus organiflrte und sich von demokratischem beseelt zeigte. Sollte Herr Boulanger das V.rttauen seiner e! Freunde getäuscht haben und sich— was ja möglich ist, 7, gemeiner Demagoge entpuppen, so ist es mit seiner PoM und Macht zu Ende. Jedenfalls aber haben unsere powl Klugmeier gar keine Veranlassung, sich betreffs des t® Boulanger den Kopf der französischen Republik zu zer 2 Kleine Mittheilungen. Kamberg, 4. März.(Vom bemogelnden Richters dem Prozesse gegen den kgl. Oberamtsrichter Selling(0#! fels) ist bekanntlich in drei Instanzen auf Freisprechung Beklagten erkannt worden, indem das Gericht annaba „Bemogeln" beim Kartenspiel nicht sttafbar fei. Am 15. findet nun Disziplinarverhandlung vor dem Oberlan gegen den seiner Zeit vom Dienste suspendirten Selli Trieft, 8. März. Der Lloyddampfer„Mars" Nachmittag aus Konstantinopel hier eingettoffen. An den flen der 5 landwirt! TOtocifcr, j Pwgen, die Wung m re Wigerer Sc JtftungsIL ■ttn Kult: L Das Gef Ansuchung Uhrenfabrik Etablirt 1877. 4*. Wagner,% Berlin 8., Orauieustraße 144. Anerkannt größte Leistungsfähigkeit. 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Der Vorstand I. A.: G. Sahn. 1 Vorsitzende� -.Ä" | rt tr Alfens aus und H Kw Mufig n alten gg�tifc 1 neben 1 Centraikranken- u Sterbekasse der Tischler etc. (Gertliche Meiwaltung Berlin C.)| Montag, del-. 12. d. M., Abends 8% Uhr, Witglieder-Versammluug. Tagesordnung:[529 Beantwortung der an den Vorstand gesandten Resolution. Diskussion und verschiedene Kassen- angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimitt. NB. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist guter Besuch erwünscht. Zli» Grtoverwaltuug. Bruchbänder, Leibbinde«. Ulchelbandagl», Kaopeusor,, Gradehaltir, orthopädilch» Maschinen, kiinftl. Armand Kein«. Mastdarm- und Norfall-Kandagen. Krachen, Kidet», Ktechbechen, Urin Halter, Klystier-«nd Mutter- sprihr», Ciysopomp Irrigator, Inhatatioas-Apparate, Luftkissen und franköstsche Gummi-Artikel empfehle»(a soliden Preisen IUI■■II am JBt* O a prinsevstr. 42, part. 1. Ivl U B I"" üebijj�on »kdch�w wa W Aä Liter Pfd. Oellee Laeon-KöUnerlei«„ Leinöl*'' h Heinr. Otto Paersck 354. 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Mein Lebetthran ist nur in obigen Niederlagen zu haben' Franz | bei bei E Köuig-StraSz. «eleph-» 9V angl »�»«ten �'cher® »ruck N �utorisirt Wit itei ?t. 5ber » < u"1 •« b, W! lu& Eile au Seeger& Co. ören Neanderstraße 8 bei Dams�s�Lindner. 17 bei er. fjl- D Verantwortlicher Redakteur: Zl. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Oadtug in Berlin SW., Beuthstraße 2. «im« ti** wi :fe??oputof rcpublifi jpublita >tisch«m( iner eh ich ist,: ü Pop ferc Beilage zum Berliner Volksblatt. "'ä- zu zen •u. isprech»»� annab» 9i Um erlan! S°k? lahin.? lr. 60. Sonnabntl», den 10, März 1888. 5 I-chrg. Hnfer Setmdemefpn. Von pie M eyer. Amt Nr- i Hermann S ch lüter. („Die neue Zeit.") � An den sozialen Bestrebungen unserer Zeit sehen wir alle «eisen der Bevölkerung sich bclhdligen. Beim industriellen 5° landwirthschaftlichcn Arbeiter, bei dem kleinen Bauer und bendwerker, ja selbst in der Frauenwelt treten uns Bestrebungen �gen, die auf Abschaffung materiellen Druckes, auf Besser- B.ung in rechtlicher und nioralischer Beziehung, auf Erlangung W>lgerer Lebensbedingungen gerichtet sind, und nur eine Be- «»erungsll�sse, das Gesinde, die Dienstboten, hat an diesem 'en Kullurkampf bisher nicht theilnehmen können. . Das G.stndcwescn hat auch seitens derer, die stch mit der Buchung und Besprechung öffentlicher Fragen beschäftigen, nur geringe Beachtung gefunden, und doch hat dasselbe weit größere Bedeutung, als man im Allgemeinen an- �"nt. Leben doch in Deutschland nach der Bcrufszählung R Tuni 1882 nicht weniger als Millionen Menschen im Mndeverhältniß, eine Anzahl, die es wohl berechtigt erscheinen daß man sich mit ihr beschäftigt. Unter Gefinde versteht man im Allgemeinen Personen, die trfen Personen gegenüher zu gewissen häuslichen und wirth- Milchen Arbeiten kontraktlich verpflichtet find und dafür >>en Gehalt beziehen; die diesen Gehalt aber nicht beziehen Sir einzelnen von ihnen geleisteten Arbeiten, sondern i ,, dte Dienste ihrer Gesammtpcrson. Sic unterscheiden sich j�Sewerblicken Arbeiter also dadurch, daß dieser nur die auf , ng des gewerblichen Produktes verwandte Arbeitskraft Tel»p?� Muft, während jener mit seiner ganzen Arbeitskraft und !�>Kjeit seinem Arbeitgeber verpflichtet ist. Um die rechtliche Natur des Gesindewesens zu verstehen, ? ks nölhig sein, einen kurzen Rückblick auf Entstehung und 'Wicklung desselben zu werfen, sowie die vorhergehenden �gen Formen der Dienstbarkeit kurz zu betrachten. •Cot Sklaoenbcfitzer des»Alterthums hatte neben den Aon, die er zur Erwerbung von Gütern in Ackerbau, In- jv'o und Handel für sein Einkommen beschäftigte, noch einen (fml m0n Sklaven, deren Dienste er zu seinem Komfort, zu JrB Bequemlichkeit benutzte. Diese Haussklaven wurden theils häuslichen Dienstleistungen, theils zur Erziehung und Be- uS8 �er �>nder oder zu sonstigen geistigen Arbeiten ver- , a i, �ie ersteren würden also unserem heutigen Gesinde von" mb,.*on, während letztere unseren Hauslehrern und Gouver- % ähnelten. ' t« den Germanen war nack Tacitus die Haussklaverei vorhanden,„denn sie reihen ihr Gefinde(Sklaven) m die Familie ein. Der Sklave hat vielmehr sein efl'5 ■rflrF >.K )t fU i" jcn�> tinf noM . d-s� 10. ß nbaü en st°� »rscbi 254 Haus." Mit Ausbreitung des römischen Einflusses sich auch dieses. Der Knecht oder Sklave(servus), ihwns aus den Kriegsgefangenen genommen, stand nun im und Hause des Herrn. k« Musia wird angenommen, daß die Leibeigenschaft sich direkt .Wh« aßen Sklaverei entwickelte, oder wohl gar, daß sie mit i N* war. Beides ist falsch. Tie Leibeigenschaft be- , 0" der Sklaverei, wie es denn bei den alten Ger- »ebs�schon vor Tacitus Hörige(liti) gab, die an die Scholle Neblsf?) waren, eigenes Grundstück und Haus besaßen und die Zwangsdienstcn vom Ertrage ihrer Wirthschaft noch hatt� an Getreide, Vieh und Kleiderstoffen zu entrichten %_ Dieser leibeigene Bauernstand hatte also gewisse Vor- •W 7 betn eigentlichen Sklaven, der seine volle Arbeitskraft dem »ter M seines Herrn zu widmen hatte, während der Leibeigene noch �Uiio 6 freie Zeit verfügte und seinen Nebenerwerb, den er �nie 8u5 Loskauf von seiner Unfreiheit verwandte, behalten dq öd Der Sklave konnte aus freier Hand verkauft werden, k„ �eigene aber war nur mit der Scholle veräußerlich, auf �"sässig war. �Herstellung von gewerblichen Erzeugnissen geschah zum %»...Meil unter Aufficht der Hausfrau durch die eigentlichen b«uen".......-t rx—... "i m riö r�IV" LP enew- zu � erladc� er. if- lifl- ioO & ? dauöd???use, und zwar zunächst nur zu eigenem Bedarf '«„„"��gen. Diese Handwerker beiderlei Geschlechts ""eben ihrer gewerblichen Arbeit auch noch die '»de f2 Zauslichen Dienste und wurden als smdmam, Brot 'p�esinbe, bezeichnet, als Leute, die in eines Herrn Brot tJ5 Ci* wie wir ja auch heute noch auf dem Lande �'stlichh I. sowohl zu häuslicher Dienstleistung, als zu wirth- _"tuterproduktion herangezogen finden. Mit der größe- verboten.) Nach zwanzis Jahren. Einer wahren Begebenheit nacherzählt von Maurus Zükai. "irrte Uebersetzuna von Ludwig Wechsler.) , Die sm-(Schluß.) Cfeifpa«"ner dort um den Tisch herum standen auf; M iqj. Geflüster erhob sich unter ihnen, der Oberst aber k»se fitn 1 den Kopf, und sagte, man könne mich nach bainit n" dankte dafür, daß ich hierher gekommen • war ich entlassen. erfuhr ich den ganzen Zusammenhang der ermordete Major hieß Graf Montelli, der kleine �.-utenant, der sich mit ihm duellirt, war Wilhelm i, Sicnt ir �nme des Mörders war Rudolf Terfzky. 2 am r/ii war ein zum Scherzen geneigter Mann, der sion mit den jüngeren Offizieren neckte, die Weq. �?wder seine Scherze gutmüthig hinzunehmen k�lqr.j. wmal waren sie in größerer Anzahl bei einer b% v�e�Dame zu einer Unterhaltung geladen und hier daß er das Säbel los- Musterband der ....itcr der lustigen wüi!'......—'p-v unschuldigen Streich S;r.'.wan sich darüber köstlich unterhalten werde. Eil»' v i"v-------—, m,• ,jtqu' ooer auch von seinen Bemühungen um die -h ß' fondpr'vf in Anspruch genommen, bemerkte Terszky dir« rn schnallte den Säbel mit dem Musterband t" Um-------- Bisten bpl, f'urch die Straßen und gewahrte vV an(£tJpr�rofe.n Marktplatzes, welch' buntes Fähn- ward f,.;.. feme3 Portepees hängen habe. Der st il' er sig dieser Entdeckung von grimmiger Wuth Widers, n Obersten, erzählte diesem außer sich, l hren sei und erklärte, daß, wenn sich der- ren Arbeitstheilung lösen stch aus dem Gesinde nach und nach die verschiedenen Gewerbsarbeiter los, die nicht mehr die häuslichen Ar- beiten, sonvcrn der Hauptsache nach nur noch ihr Gewerbe zu treiben hatten, ein Prozeß, der auch heute noch fortdauert, da immer noch neue Gewerbe aus der Gcstndearbeit sich loslösen. In den leges barbarorum, den im 6. Jahrhundert niedergeschriebenen Gesetzbüchern der germanischen Völker, werden unter den Sklaven iservij schon verschiedene Handwerker nam- Haft gemacht, die sich also schon aus der allgemeinen häuslichen Arbeit losgelöst und einer besonderen gewerblichen Arbeit zu- gewandt hatten. Auf dem Lande arbeiteten die leibeigenen Knechte und Mägde theils auf dem Gehöfte des Herrn, theils auch in den umliegenden Dörfern. Für die letzteren mußte sich das Ver- hältniß freier gestalten, als für die ersteren, die stets direkt unter der Aufsicht und in Verbindung mit der Herrschaft waren. Den auf den Dörfern wohnenden Bediensteten wurde ihre Dienstzeit bald zugemessen, so daß ihnen noch freie Zeit übrig blieb. Diese freie Zeit, die sich im Laufe der Eni Wicklung mehrte, war insoweit für die Leideigenen wichtig, als sie die Grundlage bot für ihre stch nach und nach heraus- bildende Selbstständigkeit. Von dieser Entwicklung zu freieren sozialen Verhältnissen wurde das leibeigene Hausgesinde wenig berührt. Im Ganzen fehlen uns eingehende Nachrichten über das erste Auftreten eines nicht leibeigenen Gesindcstandes, aber man darf annehmen, daß sich derselbe gegen Ende des 13. Jahrhunderts, und zwar zuerst in ven Städten, herausbildete, von wo aus dieses Institut auch bald auf's Land überging. Ein freier Stand, wie er sich in den Städten ja schon seit langem entwickelt hatte, bildete sich neben dem freien Bauer nach und nach auch auf dem Lande heraus und be- sonders war es die Ablösung der Leibeigendienste gegen Geldab gaben, die hierzu mitwirkte. Die Geldabgaben hatten für den Guts- besitzet nämlich den Vortbeil, daß, wenn sein Anwesen zurückging und er infolge dessen die Dienste seiner Leibeigenen nicht mehr in so großem Maße wie früher verwenden konnte, er bei diesen immer noch den früheren Nutzen aus der Unfreiheit seiner Leute zu ziehen im Stande war, was er bei persönlichen Diensten nicht konnte. Aus diesen halbfreien Leuten, die nur noch durch ihre Abgaben an den Gutshenn an ihre Leibeigenschaft erinnert wurden, und aus verarmten und heruntergekommenen Freien rekrutirte stch hauptsächlich das ländliche Gefinde jener Zeit. Dieses Gesinde diente um Brot, erhielt aber zur Belohnung Geschenke, als deren Ueberbleibsel wir ja noch die Weihnachts- und Jahrmarktsgeschenke kennen, die unserm Gesinde noch heute als ein Theil seines Lohnes mit verabreicht werden. Aus diesen Geschenken entwickelte sich mit der Zeit der Gesindclohn. Die Höhe desselben war unbestimmt und dem Belieben der Herrschaft anheimaestellt, und in dieser Weise wird es auch von den damaligen Gesetzen aufgefaßt. So heißt es im Bochumer Landrecht:„Item, der eine baumagd (Bauernmagd) bedarf, der soll ihr geben zwei heienmauen (Gefindeärmel, Wams) und ein natel, mit welcher sie die Disteln utgravct; item, darzue so viel, daß sie es gerne thuet." Wie wir aus dieser Vorschrift ersehen, unterlag das Dienstverhältniß schon früh der gesetzlichen Regelung, ja selbst die Kost, die dem Gesinde werden mußte, war gesetzlich sixirt. So heißt es in einer Landesordnung der Herzöge Ernst und Albert von Sachsen:„Die Werkleute sollen mit 18 Groschen Wochenlohn und täglich Mittags und Abends mit 4 Speisen: Suppe, zweierlei Fleisch und Gemüsen, an Festtagen aber mit 5 Speisen: Suppe, zweierlei Fleisch und zwei Zugemüsen zufrieden sein. Dre gleiche Kost sollen die Mäder haben." In den sächsischen Landesordnungen von 1482 und 1543 wurden dem Gesinde alle„wucherischen Lohnforderungen" untersagt, wie auch diejenigen mit Strafe bedroht wurden, welche die Dienstboten ihrer Herrschaft abspenstig zu machen suchten. In der durch Friedrich II. in Preußen erlassenen Dicnstbotenordnung von 1769 wurden sowohl der Empfänger als auch unter Umständen der Geber eines die bestehende Taxe überschreitenden Lohnes mit Zuchthausstrafe(!) bedroht, wogegen„es sich von selbst versteht," daß ein unter der Taxe bleibender Lohn erlaubt war, und auch dagegen wurden Vor- schriften erlassen, daß man etwa die Lohntaxe durch'Naturallohn illusorisch mache. Allen Gesetzesvorschriften jener Zeit über das Dienstboten- wcscn haftete die Tendenz an, die Zahl des Gesindes möglichst zu mehren, damit billige Arbeitskrästc zur Bearbeitung der jenige, der ihm diese Schmach angethan, nicht freiwillig melde, er alle Herren, die bei jener Unterhaltung zugegen gewesen, einzeln herausfordern, oder aber den Dienst quittircn werde. Noch war er mit seiner Rede nicht zu Ende, als sich Montelli bei dem Obersten melden ließ. Monielli halte cS sofort bemerkt, daß Terszky fortgeeilt war, ohne den Scherz zu entdecken und da ihn die Sache zu reuen begann, war er ihm unverzüglich gefolgt, konnte ihn aber erst in der Wohnung des Obersten erreichen. Hier zögerte er denn auch keinen Augenblick, sich als den Urheber des Scherzes zu bekennen und sein aufrich- tigstcs Bedauern darüber auszudrücken, daß derselbe so unge- ahnte und unerwünschte Dimensionen angenommen. Zugleich erkärte er, daß er von Herzen bereit sei, Terszky seine Ent- schuldigungen dazubringen und ihn vor dem Obersten um Verzeihung zu bitten. Nun war der Major ein wackerer, muthiger Mann, der es schon bei hundert Gelegenheiten bewiesen hatte, daß er das Herz auf dem rechten Flecke sitzen habe; es war also ohne Zweifel die größte Genugthuung von einem solchen Manne um Verzeihung gebeten zu werden. Terszky hatte umsomehr Anlaß, sich hiermit zu begnügen, als der Scherz bis zur Stunde außer ihnen dreien noch niemandem bekannt war, während wenn es zum Duell käme, die ganze Stadt von der Sache hätte Kenntniß er- halten müssen.' Man reichte sich also beim Obersten die Hände und in der That sprach kein Mensch in der Stadt über den ganzen Vorfall, da derselbe unter den drei Männern geordnet worden war, deren jeder das Geheimniß getreu bewahrte. Znsgeheim aber hatte Terszky dem Grafen den Scherz niemals vergeben und in seinem Herzen stets Rache gegen denselben gebrütet. Es hieß, er sei ein äußerst boshafter Mensch, der seinen Zorn Zahre hindurch zu bewahren ver- mochte, wenn es sich auch nur um die leiseste Beleidigung handelte und so lauerte er auch jetzt blos auf eine günstige Gelegenheit. Als an jenem Abende die Sekundanten nach dem so Ländereien zur Verfügung standen. Der Bedarf an Gesinde war auck deshalb so groß, weil mit der altmäligen Abnahme der Frohndienste die Summe der Gesindearbeit stets wuchs und die Gutsbesitzer daher bestrebt sein mußten, neues Menschen- material in das Gesindeverhältniß hineinzuziehen. Deshalb und weil das Gesindeverhältniß die Leute fester an die Herrschaft band, verbot man unverheiratheten Leuten das Tagelöhnern, wie 1644 in Brandenburg. wo nur verheiratheten oder vcrwittweten Personen das Arbeiten im Tagelohn gestattet wurde. Dieselbe Tendenz zeigte der söge- nannte Dicnstzwang, bei welchem der Gutsbesitzer die Berech- tigung hatte, dre Gutsuntcrthanen zu zwingen, ihre Kinder auf dem Hofe entweder unentgeltlich oder gegen herkömmlichen Lohn dienen zu lassen. Eine müdere Form dieses Dicnstzwangcs war jene, bei welcher dem Gutsherrn nur für den Fall ein Vorrecht auf die Kinder der Gutsuntcr» thanen zustand, daß die Eltern dieselben überhaupt in einen Dienst zu geben beabsichtigten. Die dienstpflichtigen Kinder mußten sich zur bestimmten Zeit auf dem Gutshofe auf- stellen und der Besitzer suchte sich dann seinen Bedarf heraus. Besonders suchte man auch dem Landbewohner und speziell dem ländlichen Gesinde den Zuzug zu den Städten zu erschweren. So schrieb die kursächsische Gesindeordnung von 1766 vor, daß in Städten kein Lehrling aus dem Bauernstande aufgenommen werden solle, bevor er nicht vom 14. Jahre an vier Jahre lang in landwirthschaftlichem Dienste gestanden habe. Zum Zwecke der Kontrole wurden stellenweise alljährlich sämmtliche Dienstboten der Stadt versammelt, um durch Legitimation nachzuweisen, daß ihrem Gefindedienst in der Stadt nichts im Wege stehe. Noch 1802 wurde zu Skalsund eine Verfügung erlassen, die auf Zuzug der„freien"— im Gegensatz zu den leibeigenen— Landleute in die Städte sich bezog. Es heißt da, daß„bemerkt worden, daß vielfach wäh» rend der Zeit der Landarbeit tüchtige Leute vom Lande in die kleinen Städte ziehen, einer dergleichen übcrttiebenen Neigung, seinen Stand zu verändern, aber in einem Lande, dessen Haupterwerbszweig auf Ackerbau sich gründet, billig Grenzen zu setzen sind"; daher ward oerfügt, daß solche Leute, um sie abzuschrecken, den städtischen Kommunen monatlich gewisse Dtenstlei, hingen oder Geldabgaben— im angeführten Falle 32 Schilling monatlich— entrichten sollten. Auch in den Städten suchte man durch gesetzliche Vorschriften die Dienstbotenzahl zu erhöhen. So bestimmte die Magde- burger Gesindeordnung von 1739, daß alle jungen Leute„niederen Standes" gezwungen sein sollten, wenn sie nicht ausdrücklich Beschäftigung im Elternhause oder in einem Handwerk nach- weisen, einen fremden, aber ländlichen Dienst zu suchen. Auch die Dienstzeit, während welcher sich die Dienstboten zum Dienst veipflickteten, wurde möglichst lange ausgedehnt. Der Rechts- lehret Darjes verlangte 1768, daß das Gesinde gezwungen werde, sich mindestens auf 4 bis 5 Jahre fest zu vermiethen. Die Gefindeordnung Friedrich II. bestimmte in Bezug hierauf, daß niemand sich auf weniger als 1 Jahr vermiethen dürfe. Aus- nahmen waren nur für den Fall der Heirathsgelegenhcit zu- lässig, bei welcher der Dienstbotc nach bestimmter KündigungS- zeit entlassen werden mußte. Diese mildere Bestimmung war wohl mit Rücksicht auf die Vermehrung der Bevölkerung. was einer Vermehrung der Soldatenzahl gleich kam, Atrossen worden. Mit der Aufhebung der Leibeigenschaft mußte die Nach- frage nach Gesinde seitens der Gutsbesitzer plötzlich stark steigen und die preußische Regierung hatte denn auch nichts eiligeres zu thun, als mit Rücksicht hierauf die eben frei ge- wordenen Leibeigenen in eine neue Art Leibeigenschaft zu bannen. Am 17. Mai 1810 wurde ein„Reglement" ausgegeben. nach welchem den„vormaligen Leibeigenen und deren Kindern. welche das 15. Jahr erreicht haben und zum Dienste tauglich sind", verboten wurde, stch„dem Landdienst zu entziehen". Den Behörden der Städte und Flecken wurde vorgeschrieben. diese Leute nicht aufzunehmen, falls„sie nicht bestimmt nach- weisen können, wovon sie ihren Unterhalt erwerben" wollen. Weiter wurde den„Eltern vom ehemaligen leibeigenen Stande" vorgeschrieben, daß sie nicht mehr ihre dienstfähigen Kinder zuhause behalten dürften, als nöthig, und das niemand desselben Standes mehr Gesinde halten dürfe,„als er nach Be» schaffenheit seiner Nahrung oder Gewerbes unumgänglich be» darf." Wie hoch sich dieser Bedarf belief, darüber hatte nicht etwa der„ehemalige Leibeigene," sondern der„jedesmalige Amtshauptmann" zu befinden. Spezieller wurden diese Be- rasch und glücklich verlaufenen Duell sich in den Tanzsaal begaben und diesem und jenem erzählten, wie schnell und ohne Folgen der ganze Streit beigelegt worden sei, war Terszky spornstreichs in das Spielzimmer geeilt, und als er sah, daß Lieutenant Garani das Zimmer verlasse und Mon- telli ganz allein in demselben zurückbleibe, erwachte seine ganze wilde Leidenschaft und er stach den Mann nieder, den er niemals zu hassen aufgehört hatte. Montelli lag bereits in den letzten Zügen, als die Gäste hcrbeistürzten. Er konnte mit keiner Silbe feinen Mörder nennen, doch ward— was natürlich genug war — Garani von jedermann für den Mörder gehalten. Er hatte sich ja fünf Minuten früher mit dem Major duellirt; dieser hatte ihn entwaffnet und ihm bewiesen, daß er ohn- mächtig gegen ihn sei; der Verdacht konnte sich also gegen niemand anders lenken. Garani wurde sofort verhaftet und da alle Anzeichen gegen ihn sprachen, wurde er trotz seines verzweifelten Leugnens des Meuchelmordes angeklagt. Das unbekannte Wort„Portepöe", welches mir in jenem Augenblicke zufällig einfiel, rettete ihn und über- führte Terszky des Mordes, da die Geschichte mit der Säbeltroddel niemandem bekannt sein konnte, außer diesen drei Männern, deren einer der Präsident selbst war— am allerwenigsten aber ein siebenjähriges Kind, das nicht einmal die Bedeutung dieses Wortes wußte! Die Untersuchung, die unverzüglich gegen Terszky ein- geleitet wurde, förderte noch mehr Schuldoeweise an's Tages- licht. Er war also gezwungen, seine Schuld einzugestehen und demzufolge wurde er zu zwanzigjähriger Gefängnißhast verurtheilt. Wenn ich wir überlegte, daß ich es verschuldete, daß man einem Menschen zwanzig Jahre seines Lebens raubte, daß ein Mensch zwanzig Jahre hindurch ohne Freude und Genüsse, ohne Freunde und Freiheit eingesperrt und in Ketten dahinvegetiren müsse, so ward meine Seele von Schrecken und Entsetzen erfaßt; dann aber tröstete ich mich mit dem Bewußtsein, daß wenn ich nicht gesprochen hätte, siimmungcn noch ausgeführt in einem Patente vom 19. September 1811, worin die Zahl der Dienstboten auch für den kleinen Bauer je nach der Gröhe seiner Landereien festgesetzt wurde. Daß es für den Gutsdefitzer keinerlei Einschränkung in Bezug hierauf gab, ist selbstverständlich. Im selben Patent wird den„Kathen- leuten" vorgeschrieben, ihre Kinder nur bis zum 15. Jahre bei sich zu behalten, dieselben nach dieser Zeit aber außerhalb des väterlichen Hauses in Dienst zu geben. Selbst in der unter Einfluß französischer Ideen entstandenen unb daher freieren frankfurter Gestndeordnung von 1810 werden die Eltern,„welche ihre Kinder nicht füglich ernähren können", erinnert, diese„nicht aus Verzärtlung bei sich zu be- halten, da sie zu dienen geschickt find". Auch in Bezug auf die Juden und deren Dienstboten gab es verschiedene ein- schränkende Vorschriften; kein Wunder, daß heute auf 1000 Dienstboten blos sieben jüdische kommen. Wir haben nur deshalb bei den das Gesindewesen berüh- renden gesetzlichen Bestimmungen zu Ende des vorigen und Anfang unseres Jahrhunderts so lange verweilt, weil diese der Untergrund sind, aus welchem unsere heute noch giltigen Ge- stndegesetze hervorgegangen find. Dieselben Ideen, welche dem Gesindeoerhältniß vor hundert Jahren zu Grunde lagen, bestimmen heute noch das rechtliche Verhältniß von Herrschaft zum Dienstboten— Grund genug, auf jene Ideen etwas näher einzugehen. „Der Gerechte erbarmt sich auch seines Viehes," mit diesem frommen Motto ist, bezeichnend genug, eine 1836 erschienene Ausgabe der noch heute giltigen preußischen Gestndeordnung von 1810 versehen, und dieses Motto kennzeichnet zur Genüge die Stellung, die das Gesinde der Herrschaft gegenüber ein- nimmt. Jeder Gesellschaftsform haften Ueberbleibsel früherer Formen an. So gilt auch vielfach der Dienftbote noch als Sache, Eigenthum, und nicht als selbstständtger Mensch, wie bei der antiken Sklaverei, und als Sache wird er theilweise noch angesehen und behandelt. Der im römischen Rechte geltende Grundsatz, daß der Eigenthümer eines Sklaven für die Vergehen des letzteren haftet, findet sich unter gewissen Einschränkungen noch in einigen unserer Gefinde- gesetze. An die Kleiderordnungen des Mittelalters erinnert der in der sächsischen Gestndeordnung enthaltene Passus, daß die Dienslbolen zum„angemessenen Verhalten und ange- nu ssener Kleidung ohne Aufwand und zur erforder- lichen Reinlichkeit verpflichtet sind, wobei die ange- zogenen Bt griffe tausenderlei Deutung zulassen und den Ehrkanen Thür und Thor geöffnet ist. Im Alterthum konnte ein Sklave nicht gegen seinen Herrn vor Gericht Zeugniß ablegen. Ä hnliches fand sich noch vor kurzem in der preußischen allge- ineinen Gerichtsordnung, wo der§ 233 bestimmte, daß Dienstboten in Sachen ihrer Herrschaft zwar als Beweiszeugen ange- führt werden könnten, daß aber ihre Glaubwürdigkeit an bestimmte Einschränkungen gebunden sei. Ja selbst etwas der Friedloslegung des alten Volksrechts entsprechendes finden wir in unseren Äesindegesetzen wieder. So bestimmt die Stutt- Karter Gesindeordnung, daß, wer einem„unbefugt ausgetretenen" Dienstboten wissentlich Unterkommen und Aufenthalt gestattet, sich nicht nur einer Polizeistrafe aussetzt, sondern nach Umständen auch für den verursachten Schaden aufzukommen hat. Aber noch weitere, noch schlimmere Ueberieste des Mittel- alters sind vorhanden. Das Recht des Herrn, seinen Sklaven zu prügeln, bestand in Athen nur in beschränktem Maße, in den Bestimmungen einiger unserer Gesindeordnungen ist den„Herr- schatten" dieses Recht noch ausdrücklich zugesprochen. So find nach der sächsischen Gesindeordnung die Dienstboten verpflichtet zum ruhigen„Hinnehmen von durch eigenes Betragen veranlaßten Scheltmorten und kleinen thätlichen Ahndungen", und in der preu- tischen Gesinveordnung von 1810 ist dem Gesinde ausdrücklich bos Recht gerichtlicher Genugthuung abgesprochen, wenn es die Herrschaft durch„ungebührliches Betragen" zum Zorn reizt und diese im Zorn die Dienstboten„mit Scheltworten oder geringen Thätlichkeiten behandelt." Nock schlimmer ist die folgende Bestim- tnung desselben Gesetzes:„Auch solche Ausvrücke oder Handlungen, die zwischen anderen Personen als Zeichen der Geringschätzung an- erkannt sind, begründen gegen die Herrschaft noch nicht die Vermuthung, daß sie die Ehre des Gesindes dadurch haben kränken wollen." Obgleich in Frankfurt a. M. schon im Jahre 1810 bezüglich des Gesindes die Herrschaft verpflichtet wurde,„die Dienstboten nicht mit solchen vchimpinamen zu belegen, die den ehrlichen Ramen derselben antasten" und„gegen keine Dienstboten sich die Ilncmständigkeit des Zuschlagens" zu erlauben, so ging das Prügelrecht der Dienstherrschaft doch auch noch in die Gesinde- oronung für Neuvorpommern vom 11. April 1845 über und rechtlich ist in den Theilen Preußens, in welchen die Gesinde- ordnungen von 1810 und 1845 Geltung haben, die Herrschaft zu Ohrfeigen und sonstigen kleinen„Thätlichkeiten" noch heute berechtigt. Ja, selbst wenn das Gesinde lahm und krumm ge- schlagen wird, darf es sich nicht wehren, denn die gesetzlichen Bestimmungen gehen ausdrücklich dahin, daß das Gesinde sich nur in dem Falle der Herrschaft thätlich widersetzen darf,„wo das Leben ober die Gesundheit der Dienstboten durch Miß- Handlungen der Herrschaft in gegenwärtige und unvermeid- liehe(!) Gefahr geräth". Wae heißt das, gegenwärtige und unvermeidliche Gefahr? Wenn ein Knecht zu Boden geschlagen wird, so ist nicht immer eine gegenwärtige und un- vermeidliche Gefahr für Leben und Gesundheit vorhanden. jener andere, der Unschuldige zu der furchtbaren Strafe ver- urtheilt worden wäre. Als ich eines Tages aus der Schule heimkehrte, be- gegnete ich einem Sträfling, der in der gewöhnlichen Zög- lingstracht und mit schweren Ketten an Händen und Fußen mir entgegen kam. Ein Soldat mit aufgepflanztem Bayonnet mar ihm als Begleitung beigegeben. Der Sträfling schrie mich an: „Deinethalben, miserable Kröte Du, muß ich jetzt zwanzig Fahre lang Eisen tragen. Doch warte nur, sobald ich frei bin, werde ich Dich schon zu finden wissen!" Der Wächter ließ ihn nicht weiter sprechen. Ich aber rannte zitternd nach Hause und so oft ich von Stunde an jenes traurige Kettengerassel von weitem vernahm, begann ich an allen Gliedern zu zittern und wagte mich nicht auf die Straße hinaus. Gleich einem Alpdruck lasteten die Worte auf mir: „Nach zwanzig Jahren!" Wenn dieser Mensch nach zwanzig Zahren aus seiner Haft entlassen wird, so wird er mich ermorden, er wird mich so grausam ermorden, wie er den armen Major er- mordete, daß ihm das Blut an der Brust und am Rücken hervorquoll. Zwanzig Jahre hindurch vermochte ich mich von diesem Gedanken nicht zu hefteten! Fortwährend quälte ich mich damit, daß ich jnrch ver- theidigen und nicht feige werde niedermachen lassen. Ich trug alle möglichen und unmöglichen Werkzeuge zusammen, die ich als Waffen meinte verwenden zu können; ich schlug lange spitzige Nägel durch starke Prügel; versteckte mächtige Zirkelarme in meinem Bette und wenn man meine Waffen fand, konnte man sich nicht erklären, welchen Zweck ich mit denselben verband. Wir besaßen eine ganze Sammlung alter Waffen, schwere Säbel, schlachtenerprobte Schwerter, und wenn mich niemand sah, zog ich dieselben aus den Scheiden und versuchte sie zu schwingen. Natürlich war ich noch zu schwach dazu und ich beschloß, mich vorerst zu stärken. Doch Vielleicht schadet es ihm in seiner Gesundheit nichts, vielleicht stirbt er auch erst später an den Folgen des Schlages, und daher ist in diesem Falle ein Widerspruch ungesetzlich! (Fortsetzung folgt.) P arlamentsverichte. Deutstber Reichstag. 57. Sitzung vom 9. März. Die auf 11 Uhr angesetzte Sitzung begann erst um 12 Uhr 22 Minuten, da der Bundesrath unter dem Vorsitz des Reichs- kanzlers bis dahin zu einer außerordentlichen Sitzung versammelt war. Das sehr stark besetzte Haus erwartete in feierlicher Ruhe den Eintritt des Fürsten Bismarck. Präsident v. Medell-piesdorf: Die Sitzung ist eröffnet. Der Herr Reichskanzler hat das Wort.(Die Mitglieder des Hauses ohne Ausnahme erheben sich.) Reichskanzler Fürst v. Kismarck: Mir liegt die traurige Pflicht ob, Ihnen die amtliche Mittheilung von dem zu machen, was Sie bereits thatsächlich wissen werden: daß Se. Majestät der Kaiser Wilhelm heute Vormittag um&9 Uhr zu Seinen Vätern entschlafen ist. Infolge dieses Ereignisses ist die preußische Krone und da- mit nach Art. 11 der Reichsverfassung die deutsche Kaiserwürde auf Se. Majestät Friedrich 111., König von Preußen, übergegangen. Nach den mir zugegangenen telegraphischen Nachrichten darf ick annehmen, daß Seine Majestät der regierende Kaiser und König morgen von San Nemo abreisen und in der gege- denen Zeit hier in Berlin eintreffen wird. Ich hatte von dem Hochseligen Herrn in Seinen letzten Tagen in Bethätigung der Arbeitskraft, die Ihn nur mit dem Leben verlassen hat, noch die Unterschrift erhalten, welche vor mir liegt und welche mich ermächtigt, den Reichstag in der üblichen Zeit nach Abmachung seiner Geschäfte, das heißt also etwa heute oder morgen, zu schließen. Ich hatte die Bitte an Se. Majestät gerichtet, nur den Anfangsbuchstaben des Namens noch zu unterzeichnen, Se. Majestät aber haben mir darauf er- widert, daß Sie glaubten, den vollen Namen noch unterschreiben zu können. Infolge dessen liegt dieses historische Aktenstück der letzten Unterschnft ör. Majestät vor mir. Unter den obwaltenden Umständen nehme ich an, daß es den Wünschen der Mitglieder des Reichstags ebenso wie denen der verbündeten Regierungen entsprechen wird, daß der Reichs- tag noch nicht auseinandergeht, sondern zusammenbleibt bis nach Eintreffen Sr. Majestät des Kaisers, uird ich mache deshalb von dieser Allerhöchsten Ermächtigung weiter keinen Gebrauch, als daß ich dieselbe als historisches Dokument zu den Akten gebe und den Herrn Präsidenten bitte, die Entschlüsse, welche den Stimmungen und den Ueberzeugungen des Reichstags ent- sprechen, in dieser Richtung herbeizuführen. Es steht mir nicht zu, meine Herren, von dieser amtlichen Stelle aus den persönlichen Gefühlen Ausdruck zu geben, mit welchen mich das Hinscheiden meines Herrn erfüllt, das Aus- scheiden des ersten Deutschen Kaisers aus unserer Mitte. Es ist dafür auch kein Bedürfniß, denn die Gefühle, die mich bewegen, sie leben in dem Herzen eines jeden Deutschen; es hat deshalb keinen Zweck, sie auszu- sprechen. Aber das Eine glaube ich Ihnen doch nicht vorenthalten zu dürfen— nicht von meinen Empfindungen, sondern von meinen Erlebnissen—, daß inmitten der schweren Schickungen, welche der von uns geschiedene Herr in Seinem Hause noch er- lebt hat, es zwei Tbatsachen waren, welche Ihn mit Befriedi- gung und Trost erfüllten. Die eine war die, daß die Leiden Seines einzigen Sohnes und Nachfolgers, unseres jetzigen re- gierenden Herrn, die ganze Welt— nicht nur Deutschland, sondern alle Welttheile, kann man sagen— ich habe noch heute ein Telegramm aus New- Park in dieser Beziehung erhalten—, mit einer Theilnahme erfüllt haben, die beweist, welches Vertrauen sich die Dynastie des deutschen Kaiserhauses bei allen Nationen erworben hat. Es lst dies ein Erbtheil, kann ich wohl sagen, welches des Kaisers lange Regierung dem deutschen Volke hinterläßt. Das Vertrauen, das die Dynastie erworben hat, wird sich auf die Nation übertragen trotz allem, was dagegen versucht wird. Die zweite Thatsache, in der Seine Majestät einen Trost in manchen schweren Schickungen empfand, war die, daß der Kaiser auf die Entwickelung Seiner Hauptlebensaufgabe, der Herstellung und Konsolidirung der Nationalität des Volkes, dem Er als deutscher Fürst angehört hatte,— daß der Kaiser auf die Entwickelung, welche die Lösung dieser Aufgabe in- zwischen genommen hatte, mit einer Befriedigung zurückblickte, welche den Abend Seines Lebens verschönt und beleuchtet hat. Es trug dazu namentlich in den letzten Wochen die Thatsache bei, daß mit einer seltenen Einstimmigkeit aller Dynastien, aller verbündeten Regierungen, aller Stämme in Deutschland, aller Abtbeilungen des Reichstags dasjenige beschlossen wurde, was für die Sicherstellung der Zukunft des Deutschen Reichs auf jede Gefahr hin, die uns bedrohen könnte, als Bedürfniß von den verbündeten Regierungen empfunden wurde. Diese Wahr- nehmung hat Seine Majestät mit großem Tröste erfüllt, und noch in der letzten Beziehung, die ich zu meinem dahinge- schiedenen Herrn gehabt habe— es war gestern— hat Er darauf Bezug genommen, wie Ihn dieser Beweis der Ein- wie dies anfangen? Ich erinnerte mich, von einem Helden gelesen zu haben, der seine Muskeln durch Uebung stärkte. Ich begann also damit, daß ich schwere Steine schleppte. Ich war bereits ein erwachsener Bursche, als mich noch immer der Gedanke plagte, daß ich stark sein müßte und mein Ehrgeiz bestand darin, daß niemand meinen Arm ein- zubiegen vermochte. Sobald ich eines alten, verrosteten Schwertes habhaft werden konnte, begann ich fechten zu lernen und zerhieb meine Haut kreuz und quer, nur um gut fechten zu können, sobald die zwanzig Jahre um sein würden. Als die zwanzig Jahre indessen vorüber waren, da bildete es meine geringste Sorge, von welcher Seite her man mich überfallen und ermorden wollte. Ich hatte Zeiten durchlebt, die dem Menschen jegliche Furcht vor dem Tode benehmen und war nun durchaus nicht mehr stolz darauf, daß ich fechten und kämpfen könne;— das Ganze war ja nur eine Dummheit. Es ist indessen noch nicht lange her. als an einem Nachmittage ein alter, zusammengeschrumpfter Mann in mein Arbeitszimmer trat. Sein Kopf war beinahe ganz kahl und das wenige Haar, welches er noch hatte, bereits ergraut, die Gestalt völlig vornübergebeugt. Er bat um Entschuldigung bafür, daß er noch störe, doch habe er ge- hört, daß ich mit vielen Leuten bekannt sei, die einen Ab- schreiber, Zeitungsausträger und dergleichen benöthigen, und bitte er mich, ihn jemandem zu empfehlen. Er begnüge sich mit sehr wenigem und werde sich sehr gehorsam erweisen, da er eines Jugendvergehens halber zwanzig Jahre in schwerer Gefangenschaft verbracht habe. Und die Kerkerhaft ist eine schwere Schule. Ich fragte ihn nach seinem Namen. „Ich heiße Rudolf Terszky." Er war so sanft, so ergeben geworden. heit der gesammten deutschen Nation, wie er durch die � Wffrrir„fi„-.• Vertretung hier verkündet worden ist, gestärkt und erfreut#, Ick glaube, meine Herren, es wird für Sie Alle enrünl#»i-., � sein, dieses Zeugniß, daß ich aus eigener Wahrnehmunz�z�', sro-, die letzten Stimmungen unseres dahingeschiedenen Herrn aW Su.muO.w, kann, mit in Ihre Heinrath zu nehmen, weil jeder Einzelne«« �% Ihnen einen Antheil an dem Verdienste hat, welches dem* � � Rar Mein/tzerren, die heldenmüthige Tapferkeit, das naW hochg! spannte Ehrgefühl und vor allen Dingen die treue, arm � s fanic Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandes und die er' und zum Vaterlande, die in unserem dahingeschiedenen Herrn körpert waren, mögen sie ein unzerstörbares Erbtheil um Nation sein, welches der aus unserer Mitte geschiedene ftjf uns hinterlassen hat! Das hoffe ich zu Gott, daß dieses K» theil von Allen, die wir an den Geschäften unseres W* landes mitzuwirken haben, in Krieg und in Frieden, in W* muth, in Hingebung, in Arbeitsamkeit, in Pflichttreue Ire»* wahrt bleibe. Der Reichskanzler begann seine Rede im Tone mr Fassung; aber in ihrem weiteren Verlauf überwältigte m Rührung mehrmals dergestalt, daß er stockte, seine Thn zu bekämpfen suchte und endlich nicht mehr zu bekämpfen mochte. Präsident v. Medell-piesdorf: Der große Kaiser, Deutschlands Einbeit begründet hat, ist tobt. Kaiser Wik den das deutsche Volk wie einen Vater liebte und verehrte, nicht mebr unter uns. Keines Menschen Mund kann% Schmerz Ausdruck geben, der ganz Deutschland erfüllt, Herstellung rl im Zuge �Uscht. Der «nberungen> «mg je eine !, Bernau therm. 2C «Mchtung eir ju mit je 3 städtischen Uenaufwand M. n .igt morde daß die d der Inten drni glaube ich heute noch aussprechen zu dürfen: in diesen sch«� Mbst an t beugen uns in Temuth unter Gottes Hand. Nur das � � sger SS Hiuiuic iu; ytiuc uuuj vuijcu. m uicft'ii Tagen steht das deutsche Völkern unverbrüchlicher Treue s k Sriigebürt Ergebenheit zu seinem neuen Kaiser und zu seinem% S die Neirfwi .Mr»...„x„„„ W II,"rercys Möge Gott unser Vaterland beschützen, möge er ins besang k' unserem schwer geprüften Kaiser Friedrich seinen gnädigen � �Deut' stand gi währen! 'UUUUDicii:;i Wall iW i;r, M. H.! Es ist uns unmöglich, heute Geschäfte zu erledigen,� auf V»..... ♦JVM.V\zs V| V*/ V*|• V Qt* VWVV-.p- � bitte deshalb, die Sitzung aufzuheben und mich zu ermäckttigenM oö nächste Sitzung seiner Zeit anzuberaumen und die Tagesordnim li�ahme 1% des Verl �«en bei der Hiermit ist der Reichstag einverstanden; ich schließe� Sitzung. i(»tnmene iW Schluß 12 Uhr 35 Minuten.,«nig w Nach Schluß der Sitzung trat der Reichskanzler in � le Vestimmi Saal und sprach lange mit einer zahlreichen Gruppe von% N)e[m ordneten, in deren Mitte sich Graf Moltke und der Herzag m ieii)en ßgn'' Ratibor befanden. Eine andere Gruppe umstand später m w � yuulUUi uquuvvu. Vi/mc uuvcit uiiifumu.. vi Präsidenten, der ihr das letzte vom Kaiser Wilhelm untcrz� �. nete Aktenstück zeigte aber sorgfältig hütete; er gab es nichts j» und derall den Händen. Adgrordnetenhnns. 35. Sitzung vom 9. März 1888, 11 Uhr. Haus und Tribünen find gut besetzt. Um 1U Uhr erscheinen am Regierungstische die_■ Buttkamer� Maybach, Lucius� Friedbeff; prei u,- bergll fea fclis l folgenden «vN'g| ""'Mtlr M'Öf'g oßler, v. Scholz, Bronsart v. Schellen dofu hu«."W"; Präsident v. Koller: Die Sitzung ist eröffnet. DelL� Vre( Präsident des Staatsministeriums hat das Wort.(Alle Haufe Anwesenden erheben sich.) Minister v. pnttkamer: Ich habe die traurige W. dem hohen Hause eine tiefschmerzliche Mittheilung zu u% Es hat Gott gefallen, Se. Majestät den Kaiser und KÄ Wilhelm, unseren allergnädigsten Herrn, heute Morgen 81 im achtundzwanzigsten Jahre seiner glorreichen Regü? durch einen sanften Tod aus dieser Zeitlichkoit heimzuiM Meine Herren! Sie werden von mir in diesem tieferM . m IV. Wordenen 9 �osoucr � dem Augenblick, in welchem unsere Herzen von Trauer und Ä zugleich so schmerzlich berührt sind, eine Schilderung W* fühle nicht erwarten, die uns Alle, die das gcsammte O Vaterland bei dem Hintritte, bei dem Verluste die liebten, erhabenen, ehrwürdigen Herrschers erfüllen, wjj darf ich getrost und voller Zuversicht auch an diesem schmerzlichster Prüfung aussprechen: Das preußische Von � seine Vertretung werde heute mehr denn je von Bewußtsein durchdrungen sein, daß das Leid �< erhabenen Herrscherhauses auch ihr Leid ist und 0«,,, tiefer der allgemeine Schmerz über den Hintritt d�z vergeßlichen Königs, um so fester und unzerreißbarer das sich erweisen wird, welches Preußens He.rscherhaus� Preußens Volk in guten und bösen Tagen verbindet..-sL» Herren! Ich habe Ihrer Weisheit anheimzustellen, denP Beschluß zu fassen, welcher dem Ernste der Lage entwrimkJ Präsident v, Koller: Erschüttert und tief„$<0 werden wir heute nicht im Stande sein, unsere gewöho � Geschäfte zu erledigen. Ich werde mir erlauben, jc yo™ yt Umständen die nächste Siyung anzuberaumen. Gott fo% jK königliche Haus! Gott schütze das Vaterland! Ich fä)9" Sitzung. Schluß 11 Uhr 20 Minuten. am Tc end der % flott. El ar eir von m ite �cn ZM m i» Sft1 Kommunales. r Der Etatsausschuß der Ktadtvereord sammlung setzte am M.ttwock die Kommisfionsderalh � über den Stadthaushaltsctat pro 1888 89 fort. Erledigt wu � Etat der Irrenanstalt und der Jdiotenanstalt in Dalldo w Etat für die Gesundheitspflege- Einrichtungen, BadeaNI Desinfettionsanstalten, Heimstätte für Genesende und. � Einrichtungen, nach der Magistratsvorlage. Bei den, � � städtischen Park- und Gaitenverwaltung sind genehmigt � die zum Etat gestellten Ansätze für die Ausschmucku/ Hohenstaufenplatzes(17 900 M.), für Herstellung von anlagen und eines Spielplatzes auf dem Teutoburger, (8300 M.), zur Herstellung der Schmuckanlagen auf dem markt, dem Marheinickeplatz, auf dem Platze an der- 4# gung der Stalin er und Oppelner Straße, auf dem � Franz-Grenadier- Platz, zur Herstellung von �"iwuai � auf dem Spazierwege in der Bülowstraße.ulfin-f Gneisenaustraße. Gestrichen wurde dagegen die f aW für die östliche Hälfte des Vineta Platzes mit oäw«ge et U jitit" Menh in der Alt-Moabitcrstraße, von Kleinen Thiergarten, in der Bernauerstraße von der � bis zur Ackerstraße, Kottbuserdamm(Westseite), Kot» u.Ä f Landsberger Allee von der Brauerei Weichbildgrenze, in Müllerstraße von der �yauyee,.-»«---- Ringbahn, in der Oderbergerstraße von der Kastaw zur Schönhauser Allee, in der Pankstraße von der. m d straffe bis zum Nettelbeckplatz, in der Reickenbergerl» v. Sebastianstraße von der Alexandrinen- bis Prinzenstrab'gIfli j burgerstraße, Wörtherstraße und Heidestraße. Betw)«« " SSK-S i IUI Vbc U|UIU)C O�uiuc ut».....- vof � K; Ofw welche für den Teutoburger Platz Verwendung»dde Ech willigt wurden die Ansätze zur Herstellung neuer Bau �|R�0ttche -----... der Lüneburgerchaße __________ moucrfiroße von der bis zur Ackerstraße, Kottbuserdamm(Westseite), Kot» � f Landsberger Allee von der Brauerei„Pötzen hoi er � Weichbildgrenze, in Müllerstraße von der Ehausseettra« M Ä.iesbauverwaltung find Pflasterungen genehmigt Straße Am Urban i nördlicher c-traße Am Urban(nördlicher Damm) vom« Dieffenbachstraße(43 000 Mark), der Zvssene bis Barutherstraße(43 400 Mark), Blücher-... �—„... von Straße 67 Adth. X des Bebauungsplanes bw, (49 400 M.), der Peilebergerstiaße vom vorband ��„e� brs zur stromstraße(18 000 M.), die Umpflo'1" paKV Ehestes des Werderschen Marktes(23 000 � zu�.-jfß lila ssia« der Straße straße und von Alt-Moabit vom vorhandenen Pflaf»*�> ron der Ottostraße bis zur Gotzkowst Mark), die Regulirung und Neupflasterung der von der Pallisaden- bis Friedenstraße, die NeUV.)> Königsbergersiraße vom vorhandenen Pflaster(ve §f rdj die d erfreut llle erwü cnehmung Herrn adl Einzelne elches dem das naiii treue, und die :n Herrn< traße) bis zur Memelerstraßc(84 600 M.), der verlängerten chingskaße von.Höchste- bis Friedenstraße(29 200 M.), Re- ng und Befestigung des Reichstagsufers(Theilbetrag X) M.), Regulirun a und Befestigung der verlängerten lottenstraße t30 000 M.) ic. Gestricken wurden 512 000 M. Ankauf eines geeigneten Terrains für einen Steindepotplatz erste Rate, weil dieser Posten zu dem Grundstücks- ungeetat gehört. Ferner wurden für den Neubau einer festen ibrücke über dem Luisenslädtischcn Kanal im Zuge der dwer- und Walvemarstraße 400 000 M. genehmigt und für Herstellung der Alexandrinenbrücke über den Schifffahrts- hthmi nnW™ Zuge der Alexandrinenstraße 200 000 M. im Etat neu cd! gesetzt. Der Etat der Hochdauverwaltung wurde mit einigen 6 �icfps Gerungen in erster und zweiter Lesung erledigt. Die Auf- gwi �unz je eines neuen Luftheizapparates in der 35. Gemeinde- Tin W«# Bernauerstr. 89—90, und in der 75. Gcmeindeschule, k, Mutherslr. 20, wurde verworfen und für diese Schulen die '«mrichtung einer Warmwasserheizung beschlossen und die Mittel t™,. nM mit je 30 OOO M in den Etat gesetzt. Für den Neubau ktigte ih»� städtischen Webcschule in der Markusstr. 45—46 mit einem efümoW 2 000 M. nach langer Berathung unter„.. ' sirigt worden, daß zunächst ein Organisationsplan vorgelegt Kaiser, daß die dauernden Ausgaben durch Beiträge des Staates iscr WÄ-j i verehrte,� d kann>? erfüllt,* !ur das esen gj � der Interessenten sicher gestellt werden. k Lokales. Rlit dem Ablebr» Kaiser Wilhelm« ist die preußische le der Verfassung und den königlichen Hausgcsctzen gemäß «»�,,?.�önig Friedrich Wilhelm IV., ein besonderes Regle- Sn'i'ut die Landestrauer. Dieselbe währte damals sechs m und waren öpentliche Musiken, Theater, Schaustellun- , c.) nw 1! und dergleichen vom 2. Januar ab auf die Dauer von 16 untersagt. Bekanntlich hatte� König Wilhelm bis zum rv-CJCIUIIIIJUU; jvvhivj n«"» � Kiedrich Wllhelm IV. als Prinzregent schon 2� Jahr Regierung gl führt. m Mck v-* mrige Pl� m hei« m tieftgL •r und mng''Li nie* FSS le von ,ss teid und Vorgängeis König Als er durch den Hintritt ....... wurde, erschienen am Mittag Wenden Tages die Minister hei ihm und nahm -. m?U'g denselben, indem er sie in ihren Aem- riedbeE.. bestätigte, mittelst Handschlag die Huldigung ab l l e n vom Hinweis auf den früheren Diensteid. Am 3. Januar et. DervVli.ste bie Eröftnung des letzten Willens König Friedrich t.(Alle' LPe'm IV. Am 4. und 5. Januar wurde die Leiche des k orbknen Vormittags und Nachmittags je drei Stunden in �.blouci ausgestellt. Alle Kirckenzlocken läuteten 14 Tage � dem Tode des Königs Mittags von 12 bis 1 Uhr. end der Dauer von sechs Wochen siegelten alle Behörden iL-%' Tie feierliche Beisetzung des Königs Friedrich Wil- k? J'■ fand am 7. Januar in der Friedenskirche bei Sans- ''!»att. Erst nach dieser feierlichen Beisetzung erfolgte am �'Muar eine Proklamation des Königs„An mein Voll", -von keinem Minister gegengezeichnet war. Nach , Herkommen sind politische Akte des Thron- � nicht üblich vor der Beisetzung des Verstorbenen. Am @N*Wr erschien ein Amnestieerlaß, in welchem König Wilhelm Dibx�e» Hochverraths, Landesverraths. Alajestätsdeleidigung, lich� gegen die Staatsgewalt, Verletzung der öffent- Alf und wegen Verbrechen oder Vergehen in Bezug �tgik- �iing der staatsbürgerlichen Reckte Verurtheilten die %% v Und ihre Folgen vollständig erließ. Der Landtag >1 v�unals nicht beisammen. Derselbe trat erst am ini. Kr zusammen. Ten Eid auf die Verfassung hatte Sto> �b im schon als Prinzregent geleistet. Nach Ver- k/°er Thronrede im Weißen Saal machte der König der S r,?. �"ffnung am 14. Januar eine Pause, verwies so- %% sein früheres Gelübde und forderte die Mitglieder Ml bMer des Landtads zum Schwur der Treue auf. So f Zln �'lden als Beamte nicht schon den Eid geleistet, traten �rjfr.rx r einzeln, zuerst die Alterspräsidenten und die i» Don s beider Häuser, vor den Thron und bekräftigten %" beirr Minister des Innern vorgelesenen Eid gegen den fiemntiW r Sie» STUrt*4e»• ritt des er her. ndet. ', ventz w je nalv � SiSS- ESfs i m s-x 5300 fiiiöeb i 'M ''Ii * %. Urban vCf i ver•" "H s�?andt mit erhobenem Schwurfinger durch die Worte: . CT Cä' so wahr mir Gott helfe". Volizeiprastdrnt erläßt folgende Kekannt- X 1, 8 r Nachdem das unterm 22. Juni v. I. auf Grund rMiio«. v Reichsgesetzcs gegen die gemeingefährlichen Be- > ber Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1678 erlassene Nb«,••-'Lohnkommisfion der Be-lincr Zimmerer" cndgiltig iMiriiia wird das Liauidationsverfahren über die genannte n eröffnet, und in Gcmäßhcii des§ 7 des genannten Sur öffentlichen Kenntnis; gebracht, daß zum rllC der königliche Kriminalkommissarius von Kracht, »i�Ais en i. Zimmer 17, hierscltst. bestellt worden ist. Ä»""((ug nehmend, werden diejenigen, welche der Kom- m �«enüber Verbindlichkeiten zu erfüllen oder Vermögens- 3%.Leiben in Gewahrsam haben oder Forderungen an PMinJ" haben vermeinen, hierdurch aufgefordert, ihre Ver- [Sten fr bczw. Ansprüche binnen 14 Tagen bei dem ge- M owx lurdator anzumelden. Die innerhalb obiger Frist sich Mg x,>,.sudcn Gläubiger werden aller etwaigen Anrechte ver- S&fjKi.unb mit ihren Forderungen nur an dasjenige, was 'ibtin u fiun0 der sich meldenden Gläubiger von der Masse i. In 5 bleiben sollte, verwiesen werden. t m nud Regen ist der Frühling gekommen, und Pit Mer Angriff reichte hin, um in ganz unglaublicher Ig ben mühsamen Arbeiten des Winters aufzuräumen. WeeoiRi-dmee aber bat der Märzwind zahlreiche bluheirde heivorgeschmolzen. Einer solchen Thatsachc gegen- Ibi k"cCn die letzten Anstrengungen des Winters nicht anders L°inen«m Grade schwindelhaft und keines Vertrauens wcrth Jb ÄU CSlne auf dem Kanal schwimmende Wildente, zu der �St wü�börend' hatte übrigens schon vorausgesagt, wie es lÄil* � Srirfmarkenbörfe. Die Zahl der ständigen nunmehr die 300 erreicht. Auch gestern war SVib},aft und das Angebot stark, das Geschäft wollte l n recht in Gang kommen. Die Preist hielten sich Mission 1 böhe. Thum und Taxis 2 Sgr.-Kouvert �»ei unaebraiickt sinnd 150 M.. der nur mit dem �"liite Stadtbrief von Thum und Taxis 100 M., Mt �°�iostkouverts, Pferd links, ungebraucht 30. M., Klee- Wb M40 B'.Pferd rechts, ungebraucht 40 M., «i 9. ml Finnland Portostempel lO Kop. stand 30—.... j Gr. grün, durchstochen, wurden mit «KW lenabend findet am 29. März statt. Maser»»- Epidemie. Die zweite Gemeindeschule in Reinickendorf ist am 6. d. M. wegen des Auftretens der Masern- Epidemie geschlossen worden. Der Wiederbeginn des Unter- richts in derselben ist vorläufig auf den ersten Donnerstag nach den Osterfeiertagen festgesetzt worden. Er hatte eine Uortirbe für Kellnerinnen— der Buchhalter K., der in einem großen Bijouteriewaarengeschäft seit längerer Zeit angestellt war. Er war ein eifriger Besucher aller Kneipen, in denen der edle Gerstensaft von zarter Hand gereicht wurde. Um sich nun die Gunst der Heben zu erwerben, machte K. ihnen stets kleine Geschenke, was er sich um so mehr leisten konnte, als er für diese Präsente nichts ausgab, sondern dieselben einfach dem Geschäfte seines Prinzipals„entlehnte". Das trieb er bereits eine ganze Weile so, bis endlich der Ehef durch einen Zufall von der Geberlaune seines jungen Mannes Kcnntniß erhielt. K. hatte eines Tages seinen Ucberzieher auf einen Stuhl gelegt. Als der Chef an dem Stuhle vorüberging, streifte er den Ucberzieher, so daß dieser zu Boden fiel. Dabei schlug ein harter Gegenstand hörbar auf den Fußboden; der Chef, neugierig, was man so Hartes bei sich tragen könne, griff in die Tasche des Rockes und nahm aus derselben ein Packet mit Nickelubiketten, die er als aus seinem Geschäft stammend erkannte. Der Buchhalter K. war geständig und bekannte, daß er wohl an 30 Mal Gegenstände aus dem Geschäft entwendet habe. K. ist in Haft genommen worden. Vereitelter Selbstmord. Ein gestern Nachmittag auf einem Patrouillcngange in westlichen Theil des Thiergartens be- findlicher Schutzmann erblickte zwischen der Hofjäger Allee und der Hitzigstraße im Gehölz einen Menschen, der in so eigen- thümlicher Weise gegen einen Baum lehnte, daß der Beamte schleunigst durchs Gebüsch auf ihn zuschritt. Der Schutzmann sah, daß sich der Mann mittelst eines Strickes an einem Aster- hängt hatte, die Füße berührten nur knapp die Erde. Sofort schnitt der Beamte den Strick durch und wendete an dem Leb- losen alle ihm zu Gebote stehenden Mittel an, um denselben ins Leben zurückzurufen. Seine Bemühungen waren denn auch von Erfolg gekrönt, und nun requirirte er eine Droschke und schaffte den sich allmälig Erholenden in das nächst gelegene Krankenhaus. Dort stellte man aus den bei dem Patienten vorgefundenen Papieren fest, daß derselbe der in der Ackerstr. 132 wohnende Schlosser August G. sei. Es ist Hoffnung vorhanden, denselben am Leben zu erhalten. Star's von der Treppe. Der im Hause Sandstraße 8 wohnende Weißgerbcr Karl K. stolperte am 5. d. M. beim Verlassen des.Hauses auf der Treppe und fiel mehrere Stufen hinab. Trotzdem er heftige Schmerzen in der Brust verspürte, vermochte er seiner täglichen Beschäftigung nachzugehen. Gestern Nachmittag nahmen die Schmerzen jedoch derart zu, daß K. Hilfe in einem Krankenkaust suchen mußte. Hier konstatirten die Aerzte mehrere R ppenbrüche. Es ist wunderbar, daß es dem Schwer- verletzten möglich war, drei Tage hindurch schwere Arbeiten zu verrichten, ohne vom Schmerz überwältigt zu werben. Kewegling der Kcvöllirrung Kerlin» nach den Ver- öffcntlichungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge- schricbene Bevölkerungszahl betrug am 12. Februar einschließlich der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 418 938, hat sich demnach gegen die Woche vorher um 987 Seelen ver- mehrt. In der Woche vom 12. bis 18. Februar wurden polizeilich gemeldet 2083 zugezogene, 1580 fortgezogene Personen; standesamtlich wurden 184 Ehen geschlossen. Geboren wurden 947 Kinder, und zwar l�end: 483 männliche, 430 weib- lichc, zusammen 918(darunter 91 außereheliche), tobt 16 männliche, 13 weibliche, zusammen 29(darunter 2 außereheliche) Kinder. Die Lcbendgeborenen, aufs Jahr be- rechnet, bilden 33,8, die Todtgcborcnen 1,1 pro Mille der Be- völkerung, die außerehelich Geborenen 9,82 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebendgeborenen 9,91, die bei den Todtgeborcnen 6,90 pCt. In der Charitee und Entbindungsanstalt wurden— Kinder geboren. Gestorben (ohne Todtgeborene) sind 541, nämlich 299 männliche, 242 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 165 (inkl. 25 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 78(inkl. 6 außereheliche), 5 bis 10 Jahre 17, 10 bis 15 Jahre 7, 15 bis 20 Jahre 11, 20 bis 30 Jahre 32, 30 bis 40 Jahre 43, 40 bis 60 Jahre 91, 60 bis 80 Jahre 78, über 80 Jahre 19. Die Sterbcfälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 44,92 ptC. sämmt- licher in der Woche Gestorbenen aus. Von den im Alter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 45 im ersten, 17 im zweiten, 15 im dritten, 15 im vierten, 15 im fünften, 9 im sechsten, 49 im siebenten bis zwölften Lebensmonate; von den- selden waren ernährt 21 mit Muttermilch, 2 mit Ammenmilch, 105 mit Thiermilch, 1 mit Milchsurrogaten, 8 mit gemischter Nahrung, von 28 war es unbekannt. Todesursache war bei den in dieser Woche Gestorbenen namentlich: Lungenschwind- sucht(86), Lungenentzündung(41), Bronchialkatarrh(21), Kehlkopfentzündung(12), Krämpfe(26), Gehirnschlag(18), Gehirn- und Gehirnhautentzündung(14), Krebs(23), Altersschwäche(21), Lebensschwäche(27), Abzehrung(8), Masern(5), Scharlach(6), Diphtherie(29), Typhus(5), Diarrhöe(11), Brechdurchfall(8), an anderen Krankheiten starben 169 und durch Selbstmord 11, davon durch Vergiftung 1, durch Erschießen 3, durch Erhängen 5, durch Ertrinken 2. Die Sterblichkeit der Woche, auf das Jahr berechnet, kommen durchschnitt- lich auf 1000 Bewohner in Berlin 19,9, in Breslau 26,2, in Bremen 18,8, in Frankfurt a. M. 25,7, in Köln 23,9, in Dresden 21,9, in München 26,5, in Stuttgart 21,2, in Wien 26,2, in Paris 19,8, in London 21,8, in Liverpool 28,6. In der Woche wurden dem Polizeipräsidium gemeldet als erkrankt an Typhus 13, an Masern 72, an Scharlach 43, an Diphtherie 69, an Scharlach-Diphterie 6, an Pocken—, an Kindbettfieber 5. In den 9 größeren Krankenhäusern wurden in der Berichtswoche 797 Kranke aufgenommen, davon litten—, an Mascm, an Schar- lach 5, an Diphtherie 15, an Typhus 11, an Rose 5. Es starben 121 Personen oder 22,4 pCt. aller in der Woche Ge- storbenen; als Bestand verblieben in den Krankenhäusern 4138 Kranke. Volizeibericht. Am 8. d. M. Mittags wurde in der Metzerstraße ein obdachloser Mann, bewußtlos und aus einer Wunde am Kopfe blutend, auf der Erde liegend vorgefunden und nach dem Krankenhausc Friedrichshain gebracht.— Abends wurde an der Ecke der Brunnen- und Jnvalidenstraßc ein Schlächtergeselle durch eine übermäßig schnell fahrende Droschke an den Beinen überfahren.— Um dieselbe Zeit' machte im Thiergarten, in der Nähe der Hitzigstraße, ein Schloffergeselle den Versuch, sich an einem Baum zu erhängen. Er wurde je- dock rechtzeitig bemerkt und noch lebend nach der Charitee ge- hracht.— An demselben Tage fanden mehrere unbedeutende Feuer statt. Es brannten Colbergerstr. 2 Balken unter einer Kochmaschine,— Wilsnackcrstr. 40 Kleider und Brennmaterialien in einem Nebenraum,— Nostizstr. 50 Balken in der Nähe eines Ofens,— Neue Grünstr. 33 Stroh und Säcke in einem Keller — und am 9. d. M. früh Fimiß, Balken und Fußboden in einem Keller.__ Gerichts-Ieitung. Dem Einsammeln von Keiträgen zu den verschieden- sten Zwecken, besonders zu Wahl- und anderen Fonds, sowie den öffentlichen Aufforderungen hierzu tritt gegenwärtig das Berliner Polizeipräsidium auf Grund eines neueren Kammer- gerichtsurtdeils entgegen, und sind die Vorsitzenden der Berliner Schöffenabthcilungcn für Uebertretungen bestimmt worden, gegen die Einsammler von Beiträgen zu Fonds für Arbeiterzwecke Straf befehle zu erlassen. In diesen Strafbefehlen ist die Polizei- Verordnung vom 19. Februar 1867 als verletzt angezogen. Tieselbe lautet: 1) Das öffentliche Kollektiren von Haus zu Haus, von Person zu Person und insbesondere das öffentliche Ausschreiben von Kollekten, und zwar Haus- kollekten, bedürfen der Genehmigung des Oberprästdenten. 2) Wer ohne eine solche Genehmigung in der vorstehend bezeichneten Weise kollettirt oder dergleichen Kollekten öffentlich ausschreibt, wird mit Geldbuße von 1 bis zu 10 Thalern oder mit verbältnißmäßigcm Gefängniß bestraft."— Gegen eine größere Anzahl von Strafbefehlc» ist bereits Widerspruch er- hoben, und in einem Falle dürfte, da in einer Anklagesache wegen Verbreitung verbotener sozialdemokratischee Druckschriften auch nebenher eine solche wegen Einsammelns von Beiträgen für die Familie des erkrankten Reichstagsabgeordneten Hasenclcver aus der angezogenen Polizeiverordnung eingefügt ist, die zweite Strafkammer Landgerichts l mit der Prüfung der höchst be- dcutungsvollen Rechtsfrage betraut werden. Auf die endgiltige Entscheidung dieser Angelegenheit ist man bei dem großen Interesse, welches alle politischen Patteien daran haben, äußerst gespannt. Entscheidung de« Reichsgericht«. Leipzig, den 5. März.(Vergehen gegen das Nahrungsmittelgesetz.) In der Umgegend von Harnbrücken(Baden) herrschte zu An« fang Juli v. I. unter den Schweinen die Rothlaufkrankheit und mancher Viehbesitzer erlitt dadurch namhafte Verluste. Auch der Landwitth 5). in Bruchsal erlitt einen Verlust durch die Krankheit, während ein anderes Schwein die Frcßlust verlor. Um sich � vor weiterem Schaden zu bewah cn, suchte er einen Käufer für dieses kränkelnde und ein anderes gesundes Schwein. Er fand denselben in der Person des Meygermeisters Florian Grub von Harnbrücken. Dieser sah sich veranlaßt, daß krän- kelnde Thier sogleich beim Verkäufer zu tödten und fuhr dann mit den beiden Thieren, für die er einen besonders niedrigen Preis gezahlt hatte, nach Haust. Dort ließ er nur das gesunde Thier vom Fleischbeschaucr untersuchen, nicht aber das Fleisch des anderen. Dieses hatte den gelblichrothen Schein rothlanf« kranker Thiers angenommen, war aber trotzdem zum Verkauf gestellt und zum Theil verkauft worden. Im Laden hatte es allerdings nicht offen, sondern in Säcke eingehüllt gelegen. Einige Käufer des nicht gesunden Fleisches hatten vom Genüsse desselben Leibschmerzen bekommen und die Sache zur Anzeige gebracht. Herr Grub wurde dann auch vom Landgericht Karls- ruhe wegen fahrlässigen Verkaufs gesundheitsschädlichen Fleisches am 7. Januar zu 2 Monaten Gefängniß vcrurtheilt.— Seine Revision, in welcher er einmal die Fahrlässigkeit, sodann ober auch die Gesundhcitsschädlichkeit des betr. Fleisches bestritt, balf ihm jedoch nichts, denn sie wurde vom 1. Strafsenat des Reichsgerichts am 5. verworfen. Soziales und Arkeiterkemegnua. In Kerlin bestehen jetzt 40 Albumfabrikcn, die zusammen gegen 4000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigen und jährlich für rund sechs Millionen Mark Albums herstellen. Diese Ber- liner Industrie arbeitet vorwiegend für den Export. Höchstens 20 pCt. der Fabrikate bleiben in Deutschland, 30 bis 40 pCt. gehen nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, 20 pCt. werden nach England ausgeführt. Hausindustrie und Fabrik- system, Weiberarbeit und hochentwickelte Maschinerie, lange Arbeitszeit und schlechte Löhne, sie sind in der Berliner Albumfabrikation zu finden. Jeder Tag bringt technische Verbesserungen und beseitigt dadurch geschickte Arbeit, die er durch Maschinen und unqualisizirte Arbeit ersetzt. Da haben wir Pappscheeren mit rotirenden Messern, Balanziers zum Aus- stanzen der Pappen und Koulissen, Anschmiermaschinen zum Be- streichen der Pappen mit Klebstoff, Beschneidemaschincn, Hohl- schneidemaschinen zum Schneiden der Kehlung am Vordcrschnitt, Kniehebelpressen für Gold- und Blinddruck, sowie zum Prägen der Koulissen, Kantenvergoldmaschincn zum Vergolden der Ränder an den Deckeln. Massenproduktion ist die Losung der Berliner Älbumindustrie. Alle Genres, von den 20— 24 Bilder fassenden Büchern, die schon zu 1 M. 75 Pf. per Dutzend ge- l'esert werden, bis zu den elegantesten Sotten, find vettreten. Glückliches Berlin! Unsere Mittheilungr»» über die Lage der Sch«»a- bacher MeistmetaUschläger und über die großartigen Börsenjobbereicn der Rotbschildgruppe, die als moderne Monopolisten durch riesenhafte Aufkäufe und Aktienspekulationen den Kupfer- und Zinnmarkt zur Zeit be- herrschen, können wir ergänzen durch ein Zitat aus einer Zeit» schrift, welche die Interessen der Eisenbarone verficht, aus dem P a t a k y'schcn„Metallarbeiter". Derselbe schreibt in seiner Rundschau am 18. Januar:„Die wahnsinnigen Preiserhöhungen in gewissen Metallen, wie sie hier vor ungefähr zwei Monaten durch Pariser und Londoner Börsenspekulanten auf» gebracht wurden, drohen der Industrie und dem Gewerbe in ganz Europa mit einer großen Gefahr... Wer glaubt, daß eine plötzliche Steigerung des Kupferpreises um 3—400 pCt., außer für die waghalsigen Spekulanten in Rio-Tinto-Aktien(Attstn des größten, chilenischen, Kupferbergwerks), für irgend wen ein Vottheil ist, täuscht sich gewaltig, und die Folge wird lehren, daß die raschen und großen Gewinne der Einzelnen von der Allgemein- beit der Industriellen, Gewerbetreibenden und selbst der Kaufleute, wie nicht minder der Metallproduzenten selbst, theuer werden bezahlt werden müssen. Die enorme Preissteigerung muß ein wahres Produktionsfieber hervorrufen; überall werden die schlechtesten, längst aufgelassenen Minen wieder mit den größten Kosten angetrieben, Wette er- öffnet, die niemals lohnend werden können, der ganze Apparat der vorgeschrittensten Technik und Chemie angewendet, ein Mehr der Erzeugung zu erzielen, und der Handel strengt all seinen Witz an, von den entferntesten Theilen der Erde neue Vonätho herbeizuschaffen. Die Folge davon kann nur eine neue g e- waltige Ueberproduktion, die Ucberschwemmung der Märkte und der Verlust der interessitten Kapitalien, das heißt der allgemeine Metallkrach sein." Recht einsichtsvoll, recht verständig! Wenn aber Arbeiterblätter die Zustände schildern wie sie sind, wenn sie die Ursache der Ueberproduktion, des Börsenspiels, der Kttsen in der a n a r ch i s ch c n Wirth» schaftsweise suchen, dann deklamitt Herr Pataky gegen die „wüsten Hetzereien." Wenn die Herren am eigenen Leibe die dösen Folgen des Kapitalismus verspüren, schreien sie Zetermordio, aber sie schwören doch auf die Ewigkeit des herrschenden Systems. Sonderbare Schwärmer! Aeber Malerlöhne hat das Organ der Maler, Lackirer re., der Münchener„Korrespondent", eine Erhebung ver- anstaltet. Danach hatten das h ö ch st e Jahreseinkommen die Maler in Mannheim mit 1700 M. und Ludwigs» Hafen mit 1400 M., 1200 in Altona, Delmenhorst, Erfurt und Stuttgart; das niedrig st e Jahres- einkommen dagegen war in Harburg a. E. mit 350 M., 400 M. in Frankfurt a. O., Kassel, Lübeck und Weimar. Aus Berlin und.Hamburg liegen leider kei e Mittheilungen vor. Die durchschnittliche Jahres- wohnungsmiethe ist am höchsten in Altona(166 M.), dann in Mannheim(161 M.), in Kiel(158 M.), in Hannoo.r (152 M.); sie beansprucht also in diesen Städten vom Jahreseinkommen 19,1, bezw. 17,1, 21,2, 18,6 Prozent. Geringe Jahresmiethen finden sich nur in Frankfurt an der Oder(87), Goslar(85) und Weimar(96). Die höchsten direkten Steuern sind in Wandsbeck zu zahlen, die niedrigsten in Goslar. Der durchschnittliche Tagelohn im Sommer betrug in Altona 4,41 M., Berlin 3,85, Braun» schweig 3,19, Frankfurt a. O. 2,30, Weimar 2,75 u. s. w. Die Arbeitslosigkeit umfaßte in Lübeck 192, in Berlin 181 Tage. Die durchschnittliche Arbeitszeit p:o Tag betrug im Sommer in Frankfurt a. O. 12, in Berlin 9 Stunden. Von 747 Malern hatten 19 ein Einkommen von 400 M. und darunter, 98 von 501-600 M.. 182 von 601 bis 700 M., 155 von 701-800 M. Nur 5 Maler hatten 1001 bis 1100, nur 9 von 1101—1200, nur je 1 von 1201—1300 und 1801—1400 M. Das sind keine er- Zeitalter des„praktischen Chrisien- 1601— 1700. nur 3 von habenden Thatsachcn im � � Gisenstirnig ist der„Sprechsaal" des offiziellen Or- paus der deutschen Glas- und Porzellanfabrikantcn, der in emcm schwatzschweifig- servilem Leitartikel„Zum Jahreswechsel", den politisch-wirthschaftlichen Reaktionären seine Reverenz vor uiacht. Unter anderem heißt es in diesem von natwnalliberaler Drehscheiben� Weisheit triefenden Machwerk:„Es ist einOpfer, welches den nicht landwirthschaftlichen Berufsständen durch die Bertheuerung des Brotes auferlept wird." Und dann: fca irx v__ � 4 � w,« � S;+ „Es ist der eine Getreidezolltarif eine nothwendige That der Selbsterhaltung in Ansehung der Grundlagen des Deutschen Reichs." Roch einem byzantinischen Loblied auf die Kapitalisten- Verbände, die Unternehniervcrcinigungen zur Wahrung ihrer Interessen, nach einem 5>osiannah, speziell auf die Fadrikantenorganisationcn, deren Moniteur der würdige „Sprechsaal" ist, heißt es dann:„Wenn eine Arbeitervcreinigung ihre thatsächlich tüchtige Macht verbraucht, um Löhne zu er- zwingen, welche zur Lage des Geschäfts nickt im Verhältniß stehen, Jfo wird sie zum Hemmniß auf dem Pfade der indu- striellen Cntwictelung.„Hu, hu, Löhne erzwingen!" Fürchterlich! Und der Streikerlaß!!! Und solch ein Blatt dient noch heute als Publikationeorgan von Arbeitervereinen der kerami- schen Gewerbe, der Reiseunterstützungsverbände der nur zu sehr noch zünftig angehauchten Porzellanarbeiter. Die Glas- a r b c i t e r haben im Dresdener„Fachgenosse" sich einen wirksamen, tüchtigen Vertreter der Arbeiterinter- essen geschaffen. Die Porzellanarbeiter sollten dasselbe thun. Der Westfälische Dralitindustrievcrrin in Aamm hat im Jahre 1886/87 blos 1996 Arbeiter gegen 2186 im Vorjahr be- schästigt.„Das Geschäftsjahr," heißt es im Geschäftsbericht, „war ein sehr ungünstiges." Daß es für den Arbeiter ungünstig war, zeigen am besten die vorgenommenen Entlassungen. A««(Krefeld wird einem Unternehmerorgan, der„Leipziger Monatsschrift für Textilindustrie" geschrieben:„Im S a nr m e t- gcschäft ist der Tagesverkehr gleich Rull. Die Hauptindu- strie vor allem leidet sehr von der ungünstigen Konjunktur, da gemusterte Sammete gänzlich ohne Nachfrage sind." Und noch iinmer keine Aussicht auf Acnderung der Wirtschaft- liehen Lage! A«» dem Handelskammerbezirke Iserlohn wird ge- meldet, daß die Fabrikation von Drahtnägeln und Rieten im Amte Herne und Menden sehr ungünstig ge- mesen ist. Gheschließnngen wurden im D e u t s ch e n R e i ch ge- »ählt im Jahre 1873: 416 049, im Jahre 1885; 368 619. Die Abnahme der Heirathsziffer beweist die Verschlechterung der Sozialzustände Deutschlands. In Krostdrltannien hat, nach den Daten des letzten vor sieben Jahren durchgeführten Zensus, die Zahl der in einem s e l b st st ä n d ig e n Erwerb arbeitenden Frauen die Höhe über 4; Millionen erreicht. Nicht mitgerechnet sind die von verheirathctcn Frauen, auf denen als Gattinnen von Häuslern, Kleinbauern, Krämern, Sckankwirthen oft die Hauptlast der ge- mcinsamen Arbeit ruht. Fast die Hälfte dieser 4{ Millionen ist in Fabriken, Werkstätten und Läden beschäftigt, fast ebenso viele finden in der häuslichen Arbeit Verwendung, noch nicht ganz 1, ist in den sog. liberalen Berufen thätig. An der Grenze des Verhungerns befinden sich die Näherinnen, deren Zahl sich auf mehr als 641 000(in L o n d o n allein 60 000) beziffert. 50 Pfennig sind der übliche Tagelohn dieser Pro- letarierinnen. Je mehr die Maschinentechnik menschliche Arbeits- kraft überflüssig macht und an Stelle der geschickten Arbeit des handwerksmäßig geschulten, gelernten männlichen Arbeiters die Weiber- und Kinderarbeit setzt, umsomehr Industrie- zweige zeigen die Verdrängung des Mannes durch die Frau. In dem Jahrzehnt 1871— 1881 haben die Frauen in mehr als dreißig Industriezweigen die Männer der Zahl nach überflügelt. So kommen z. B. auf je 100 beschäftigte Männer in der Stahlfedemzeugung 1138, in der Kouverterzeugung 1105, in der Strohflechterei 800, in der Handschuh- und Knopffabrikation 600, beim Poliren von Me- killen 500, beim Zwirnen 395, bei der Seiden- und Bandweberei 224, in der Hanf-, Flachs- und Lcinenindustrie 190, in der Wollstofferzeugung 180, in der Baumwolloerarbeilung 164, in der Spielwaarenindustrie 117, in der Strumpfmanufaktur 114, in der Buchbinderei III, in der Deckenmalerei 105, in der Tuch- macherei 102 Frauen. Jni gleichen Zeitraum wuchs die Pro- portion der Frauen zu je 100 Männer im Herrenschncidergewerbe von 33 auf 50, in der Papierindustrie von 65 auf 80, in der Schuhmacherei von 13 auf 20, in der Buchdruckerei von 2 auf 4 u. s. f. So vollzieht sich unaufhaltsam der Fortschritt der ökono- mischen Entwickelung, die zu einer rationellen Regelung der Produktion führen muß. Kerewe und Nersammwnge«. Im 13. Kommunal-Wahlbrzirk findet am Montag Abend 8% Uhr im Lokale Sanssouci, Kottbuserstraße 4a, eine große Wählerversammlung statt, in welcher die Herren Metzner und Liesländer über die bevorstehende Stadtverordnetcnwahl in diesem Bezirk sprechen werden. Der Unterstützungsverein deutscher Duchdrucker te im Monat Januar an 732 Arbeitslose die Summe von zahlte 12245 M. 51 Pf. gegen 16 559 M. 60 Pf. im Januar 1887 1014 Mitglieder._— Im Laufe nächster Woche hält der Verein seine ordentliche Generalversammlung in Hamburg ab. Da in der Auffassung des königl. preuß. Ministeriums des Innern, wonach derartige Vereine den Charakter von Versicherungs- anstalten haben, keine Acnderung eingetreten ist, so ist die Auf- lösung des Vereins in seiner jetzigen Form in Ausficht ge- nommen. Ueßec die weitere Gestaltung des damit verbundenen Versicherungswesens gehen die Ansichten der BetheUigten weit auseinander, eine Folge davon, daß die Forderung der Bei- bringung eines sachverständigen Gutachtens theils aus grund- säylichen, theils aus rechnerischen Gründen unerfüllbar ist. So hat z. B. die Polizeidirektion in Hildesheim den Satz im ' es Verbandes der Buchbinder-Vereine:„Unterstützung Statut des_ solcher Milglicdcr, welche durch ihre Thätigkeit für den Verband oder infolge getroffener Maßnahmen desselben arbeitslos werden" in Verbindung mit dem Paragraphen, welcher ein Eintritts- geld und monatliche Beiträge festsetzt, für genügend ge- halten, um den Verband als eine Versicherungsanstalt zu kenn- zeichnen. Im Königreich Bayern dagegen ist dem Unterstützungs- verein der Buchdrucker auf Grund eines Statuts, das dem des Tlnterstü yungsvereins deutscher Buchdrucker fast ganz gleichlau- rend ist die ministerielle Genehmigung schon vor Jahren crtheilt worden und auch in den übrigen Staaten ist bisher keinerlei . Diese Meinungsdifferenzen in behörd- Beanstandung erfolgt.____..........„ liehen Kreisen machen ein einheitliches Vorgehen seitens der Be- lheiligten sehr schwer und so dürfte, wie gesagt, eine solche Zersplitterung der Meinungen eintreten, daß von einer Fort- sctzung des Ganzen füglich kaum die Rede sein kann. Es ist daS um so mehr bedauerlich, als der Verein eine 22 jährige Wirksamkeit hinter sich hat und mit berechtigtem etolz den Nachweis bringen kann, daß er in humanitärer Hinsicht Großes geleistet und in keiner Beziehung von den ihm in beruflicher Beziehung gesteckten Grenzen abgewichen ist. Es dürfte sich hiernach als unumgänglich nöthig erweisen, den Begriff der Ver- fichcrungsgesellschaft odergerichtlich festzustellen, um die freiwillige Humanität nicht unmöglich zu machen. Die Urreinigung der deutscheu Schmiede hielt am 6 März in Mundt's Salon, Köpnickerstr. 100, eine Versammlung ab mit der Tagesordnung: Welchen Vortheil bietet die Vereinigung der deutschen Schmiede den Berliner Schmiede- gesellen? 2. Gewerkschaftliches. 3. Fragckasten. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erläuterte Herr Löblich die Bestimmungen des Statuts und wies auf die Vorthcilc der Vereinigung hin. Herr Geelhaar führte aus, daß die Gesellen sich vereinigen müßten, zu einem festen Bunde, damit die Meisterschaft ein an- dcrcs Bild von der Organisation bekommt. Jetzt sagen die Meister:„Was kann uns diese schwache Vereinigung hindern." Das müsse unbedingt anders werden. Herr Tempel bedauert, daß gerade jetzt, wo man beabsichtige, eine Forde- rung an die Meisterschaft zu stellen, die Gesellen der Organisation gegenüber so gleichgiltig sich verhalten. Herr Mathcs bedauert ebenfalls, daß, obwohl doch die Kollegen wüßten, daß in der letzten Versammlung eine Lohn kommisfion ge- wählt worden ist, sie es dennoch nicht für nöthig halten, eine Versammlung zu besuchen. Es wäre ein wahres Trauerspiel, wenn man diese Verhältnisse betrachtet. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung sprachen mehrere Redner über die Einführung der zebnstündigen Arbeitszeit. Herr Friedrich kritisirte die Meisterschaft zu Halle und wies darauf hin, daß die dortigen Gesellen viel einiger wären, als in Berlin. Nachdem noch mehrere Redner sich an der Debatte betheiligt, wurde der Frage- kästen erledigt. Herr Löblich machte zum Schluß bekannt, daß am ersten Osterfeiertage ein Konzert vom Gesangverein der Berliner Schmiede in demselben Lokal veranstaltet wird. Fachverein der Tischler. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich in folgenden Lokalen: 1. Friedrichsbergerstr. 25, bei Christen. 2. Skalitzerstr. 107, bei Kunstmann. 3. Belle- Allianceplatz 6, bei Hilscher. 4. Zionskirchplav II, bei Hohn. 5. Äariendorferstr. 5, bei Schmidt. 6. Göbenstr. 15, bei Ettlich. 7. Alte Jakobstr. 38, bei Schumann. Die Zahlstellen sind jeden Sonnabend Abends von 8& bis 10 Uhr geöffnet; daselbst werden Beiträge von den Mitgliedern entgegen- genommen und neue Mitglieder aufgenommen.— Billets zu dem am ersten Osterfeiertage in der„Berliner Ressource", Kom- mandantenstr. 57, stattfindenden VIII. Stiftungsfeste des Vereins sind auf den Zahlstellen zu haben. Der Krrlinrr Sanitätvverrin für Arkriter beiderlei Geschlecht» hält am Montag, den 12. März, Abends 9 Uhr, in Siemund's Lokal, Linienstr. 8, eine öffentliche Versammlung ab. Neue Mitglieder werden in der Versammlung, sowie täg- lich Abends von 8—9 Uhr bei den Herren Arnold Karge, Kurzestr. 8, Hof 4 Tr., und Peschmann, Christinenstr. 40, aufgenommen. Fach verein für Schloller und Beinfsgcnosscn. Montag, den 12. März. Abends 8& Uhr, Versammlung bei Rcycr, Alte Jakobslraße 83. Tagesordnung: Bericht über die Lokalfrage und über das letzte Stiftungsfest; Aufnahme neuer Mitglieder. AUgem. Kranken- und Strrbekasse der Metallarbeiter(E. H. 29, Hamburg), Filiale„Berlin 11". Versammlung am Sonntag, den 11. d. M., Vormittags 10& Uhr, bei Behrendt, Manteuffelstraße 90. Kassenbericht pro Januar und Februar. Fachverein der Steinträger Kerliuo. Sonntag, den 11. März, Vormittags 11 Uhr, in Sckeffer's Salon, Jnselstr. 10, Versammlung. Tagesordnung: Innere Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes und Fragekasten.— Mitgliedsbuch legi- timirt. Neue Mitglieder werden in jeder Versammlung aufge- nommen. Große öffentliche Dersammlnng des dritten homöopathischen Derrins zu Krrlin am Sonntag, den 11. März, Vormittags 1 1 Uhr, im„Universun�', Brunnenstraße 29. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. v. Gusrard über„die Wirkung des unendlich Kleinen". 2. Tiskuffion.— Alle Gegner sowie Anhänger der Homöopathie sind zu dieser Versamm- lung ergeben st eingeladen. Uereiu der parqnetbodenleger Serlins. Montag, den 12. März. Abends 8 Uhr. im Lokale des Herrn Hernis, Mauerstr. 86, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahrs Abrechnung. 2. Berichterstatlung der JubiläumSkommisston. 3. Ver schied encs und Fragekalten.» Uereln zur Wahrung der Intereffen der Tischler Sonntag, den 11. März, Nachmittags von 4 Uhr ab, gemüth- liebe Zusammenkunft mit Damen. Das diesjährige Ostcrvergnügcn, bestehend in Konzert, Gesangs- und komischen Vorliägen, findet am 1. Osterfeiertage, Abends 6 Uhr, in den Festsälen Bcuth- straße 20—21 statt. Billets sind zu haben bei Lackur, Admiralstr. 26; Stier, Grünauerstr. 16; Denzer, Fürstenstr. 19; Claus. Solmsstr. 38, und Werschke, Adalbertstr. 16. Tischler-Derrin. Heute Abend 9 Uhr Kottbuscrstr. 4 a Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht über den am 11. Februar stattgefundenen Wiener Maskenball und Vereins- angelegcnheiten. Vauvrrrin Berliner Bildhauer. Die für Sonntag, den 11. März, angesagte Matinee findet nicht statt. Fachverein der Granit-«nd Marmorarbeiter. Versammlung am Sonntag, den 11. d. M., Vorm. 10j Uhr, Alte Jakobstraßc 48 a bei Deigmüllcr. Tagesordnung: Vor- läge und Beschlußfassung über Unterstützungen. Gesang-, Tnrn-«nd gesellige Dereine am Sonn- abend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Nestau- rant. Alte Jakobstr. 38.— Männergesangverein„Echo" Abends 9 Uhr im Restaurant Klcmann, Lausitzerstraße 4l.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant, Andreasstr. 9.— Quartett des Turnvereins„Froh und Frei" Abends 9 Uhr im Restaurant, Scklegelstr. 14.— Lübecksseher Turnverein(1. Lehrlingsabtheil.) Abends 8 Uhr Elisabcthstr. 57 58. — Tumverein„Wedding", Pankstr. 9, Männerabtheilrmg von 3%— 10% Uhr Abends; desgl.. Lehrlingsabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arendsssche Stenographcnklafle des„Ber- liner Handwerkervereins" Abends 8t Uhr Sophienstr. 15.— Theater- und Vergnügungs- Verrin„Caritas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralstr. 33.— Theater- und Vergnügungsgcsellschaft„Treue" Abends 8', Uhr in Bobert's Ballsalon, Wcinstraße 11.— Verein der Taubenfreunde Abends 8' Uhr im Restaurant Klemann, Laufitzer- straße 41.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. 106.— Verein der Württem- berger Abends 8', Uhr bei Vaihinacr, Dorotheenstr. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeindeschule Abends 9t Uhr im Restaurant, Markusstr. 7.— Rauchklub„Qualm" Abend? 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28. Kleine Wittheilnngen. , Leipzig. 7. März.(Vom Schneefall.) Aus Unterwiesen- thal wird berichtet: Zur hiesigen Schule, zu welcher eine 6 bis 8 Stufen hohe Treppe von der Straße Hinanführt, muß man noch jetzt durch einen Schneetunnel, ehe man in den Hausflur gelangt. Wäre nicht von außen Hilfe geschaffen worden, so hätte die Lehrerfaniilie einen anderen Ausgang als durch die oberen Fenster nicht baden können. Von den Nachbargebäuven sieht man nur noch die Dachspiyen. Ein vieldegangener Fußweg führt< m über einen sehr hohen Zaun hinweg. Auf verschiedenen Wegen kann der Schnee nicht ausgeworfen werden, weil man nicht weiß, wohin die Schmemassen unterbringen. Bei einer an- deren Häusergruppe haben die Leute durch die Heuthüren air den Dachgrebeln ihren Ausgang suchen müssen. Auf der Straße von Oberwiesenthal nach Neuhaus find stellenweise die Straßenbäume(Ebereschen) im Schnee verschwunden und mußte die Absteckung des Weges durch besondere Pfähle erfolgen, die womöglich in die Baumkronen der Straßen- bäume auftreffen. Zwischen dem Weichbilde der Stadt Lderwiesenthal und dem Restaurant Bergschlößchen, welches in nur 5 Minuten zu erreichen ist, erblickt man eine aufgerichtete ------ u-•----•~7-••• i• r••iv««» v vi» v- UU| Stange mit Fähnchen. Dort befindet sich ein von dem Wirth isten �-----'"— �.--w �. v v«.,*** vv*| ivv; vm v v I r VL Iii II Ii) auf eigene Kosten erschlossener Tunnel. Derselbe hat 2 m.Höhe 8 m Länge und einen 4 m breiten zimmerähnlichen Spitzraum Eine im Innern belassene, kaum von 5 Personen zu umspannende Schneesäule trägt den gewölbeartigen Raum, in der Besuch auf Wunsch ein Glas Grog, Bier und andere stärkung erhalten kann. Hamburg, 8. März. Aus Wisby wird telegraphirt. während des heftigen Schneesturmes cm Sonnabend vom) gungsdampfer„Hermes" vier Mann in einem Boot ausgei wurden, um die Vertauungen zu verstärken. Das füllte sich unterwegs mit Wasser und die vier fielen ins Meer. Sofort wurden zwei Reltungsboote ihrer Hilfe ausgesetzt und zwar ein Boot vom„H< mit sechs Mann Besatzung und ein Boot vom„Poß mit fünf Mann Besatzung. Letzteres Boot nahm die vier auf, doch trieb dasselbe dabei außerhalb des Wellenbrechers, tcrte und sank, worauf alle neun Seeleute ertranken. zweite Boot des„Hermes" trieb ans Land.— Aus Hol wird berichtet, daß im Kattegat vier Dampfer im Eise fei Im Hafen zu Kopenhagen hat das Eis zugenommen und schlimmert den Dampferverkehr.— In Gothenburg nimmt Kälte zu, in letzter Nacht waren 16 Gr. Danzlg, 8. März. Die Verkehrsstörungen find noch an der Tagesordnung. Der gestrige Tag hat wieder bede Schneeverwehungen gebracht, welche namentlich auf Strecken Königsberg- Dirschau und Cöslin-Stolp-Danzii bedeutende Zugverspätungen auf verschiedenen Neben! aber auch wieder völlige Spenung zur Folge So werden heute als gesperrt gemeldet die bahnen: Pranst Kalthaus, Hohenstein-Bcrent, Güldl Allenstein, Neustettin-Stolp, Jablonowo- Straßburg, Kul natowo, Straßburg-Soldau, Allenstcin-Lyck, Braunsderg-M Kobbelbude-Mehlsack, Kobbclbude-Allenstein und Thorn towo-Kulm Letztere Strecke scheint aber inzwischen freier geworden zu sein. Auch die Hinterpommersehe Bahn gestern wiederum durch Schneeverwehungen längere Zeit gm Der vorgestern Abend 6 Uhr 40 Minuten von hier abge> Zug blieb zwischen Lauenburg und Pottango« Scknee stecken. Es konnte infolge dessen der um 9) Uhr mittags hier fällige Personenzug von Stolp nicht abgcl werden, so daß dieser Zug ausfiel. Auch da Uhr Nachmittags hier einlaufende Personenzug aus blieb aus, jedoch wurde derselbe mit dem Sfl' zuge vereint und beide Züge liefen Abends gegen U hier ein.— Tie Eisbreckdampfer, welche gestern berert» Siedlersfähre die wiederHoll zugefrorene Stromstrecke gebrochen hatten, mußten leider des eingetretenen halber wieder ihre Arbeit unterbrechen.~' 61. ist täglis >„Haus vic 'Mark. Em ( . Es hat n .......... JchneeOT«z ein große .....-----.........-.............. Die reparirte»N ty» hergegek» welche sich mit glößten Schwierigkeiten bis nach NeufoW ttrn Änfure) durchgearbeitet hatte, wobei fie hinter Legan Fmrch MmHlj genannten kräfte. welche die sich ihr entgegenstellenden Schneemassea e;n„_ seitigten, unterstützt wurde, kann des widrigen Windes � j--" � e über See nickst nach der Mündung gelangen. „Weichsel" ist auch leicht beschädigt und muß repariren. Fudwigslinfen, 5. März, lieber den schrecklichen glücksfall, welcher sich heute Nachmittag in der Zimmerr fchen chemischen Fabrik für Leim und Dünger auf dem He ereignete, wird folgendes Nähere berichtet: Ein Arbeiter über einem geschlossenen, mit Schwefelsäure gefüllten Bs an einer Transmission etwas zu thun. Der Verschluß% bälters scheint nicht dicht gewesen zu sein, denn der Arbeu� besinnungslos auf den Behälter. Ein anderer Arbeiter Osche eilte herbei, um den Verunglückten herabzuholcn,» aber von der angestellten Leiter aus, fiel in eine in der befindliche, mit Schwefelwasserstoffgas gefüllte Grube uA so'ort todt. Ein Chemiker ließ sieh an ein Seil binden die Grube hinablassen, mußte aber sofort wieder heraus� werden, da auch er die Besinnung verlor. Unterdessen h andere Arbeiter den auf dem Seywefelsäurebchältcr l%j Verunglückten herabzuholen, aber fünf weitere Arbeiter U ebenfalls besinnungslos zusammen. Sofort wurden** wigshafener Aerzte herbeigerufen, um an den inzw ihrer gefährlichen Lage gebrachten Verunglückten belebungsversuche anzustellen. Bis jetzt ist noch keiner hergestellt, dagegen außer Osche nock ein Arbeiter Auch für die übrigen fünf besteht leider ebenfalls ivea�'s» nung auf Rettung. Die Aerzte find gegenwärtig noch" Unglücklichen reschäftigt._ Wien, 3. März.(Aus Furcht vor Strafe.) Am tag Nachmiltag wurde die 12jährige Tochter Anna des iny ring, Weinhauserstraße 19, wohnhaften HandschubmaehckSUI Georg Männcrsdorfer in einem geradezu entsetzlichen%) nach dem allgemeinen Krankenhaus gebracht. TA.,/) war am ganzen Körper mit Frostbeulen bedeckt, .Hände waren gänzlich erstarrt. Anna hatte acht! dem unwisthlichen Dache eines im Hofe des bezeichnete«,», befindlichen sogenannten Hasenschuppens zugebracht, Arsche I, Thest derse l ein nicht antisemitisl Tagen hatte sie sich auf dem Marttplatze für einige und wurde hierbei von ihrer Mutter ss ist Naschwcrk gekauft und................._____„ die ihr dieserhalb in strengem Tone zurief:„Warte«|% nichtsnutziges Kind, Du wirst schon Deinen Theil kncg�vF D u nach Hause kommst!" Das Kind eilte hastigen davon und war von diesem Augenblick an verschollen- ,/ Suchen nach demselben, das von den Eltern und&«% f Tag für Tag unternommen wurde, war vergebens. trübten Eltern hielten ihr Kind bereits für verloren, y Mutter am Donnerstag Nachmittag beim Dulchsckste» Hofes, wo sie etwas zu besorgen hatte, ein leises-- vernahm. Sie folgte demselben und fand ihre fast f Tochter Anna auf dem Boden liegend. Sie hob das � bar entstellte, fast leblose Kind in ihre Arme, ließ Gatten holen und beide Eltern trugen das Kind in meine Krankenhaus. Ter Zustand des Kindes hoffnungsloser.. Turin, 4. März. Hier blieben am 2. März am liche Anordnung sämmtliche Theater geschlossen, weil � fürchtete, die ungeheuren Schncemassen auf den Dächer» deren Einsturz bewirken.„-st Da» amerikanisch- Schiff„I. T. Kerry% oyener See zwischen Neuseeland und der auslrastM verbrannt. Da das Schiff mit Petroleum beladen war, � sich wenig gegen die Wuth der Flammen ausrichte«: j„ ss halte sich die aus 25 Personen bestehende Mannfam1./- � Boote begeben, als das Vordertheil des Schiffes ZA flog. Soweit bis jetzt bekannt ist, find der KaprWw� wann und 12 Matrosen gerettet worden. Die. 1 hatten 7 Tage und Nächte unter furchtbaren Entbch dem offenen Meere zubringen müssen. «ere sich o Demonst: Es giebt ldenten, sa >ken des Reife 5tt verwan Das ist die Letzte Studenter Aber es „.Die Zug � nicht ein W f.-, nicht «fi *1 gemai Un8 ein Ro M ecs lUnefle Nachrich".� Grund des von Potsdam verbietet ein Verbote auf Regierungspräsident der Uebersckrift und mit dem—, ,„aBr SSrÄ: 57 SÄS-S.' Etbcrfeld-Barmen erscheinenden„Freie Presse." MMZM'tz-TA Briefkasten der Kedakti'"'' ... St''S V> ©ei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizuM ßß# Antwort wird nicht ertheilt. Kischheim. Elsaß. Wir werden.Jhrcw' X -——— rceröen iflÖil kommen, für diese Woche ist es jedoch nicht wev pZ ,, i E. K. Unser Strafgesetz kennt nur den%% s# tnut S?) ttgi e >