t. 68. Mittwoch, den 14. Marz 1888. 5. Jahrg. MnWksblM Brgan für die Interessen der Arbeiter. n Zie»!' Da»„Berliner VolkSblatt" rweint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei »b Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Marr, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 'Karl. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jnsertionsgebnhr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohn» Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Grpedition: Zimmerstraße 44. >en gel B Gott n und lone fiel iow Unsere Jagenl». Bor einigen Tagen sprachen wir uns an dieser Stelle obiges Thema bereits auS. Es wird unS jetzt von sehr itzter Seite noch folgendes geschrieben: Zu den widerlichsten Erscheinungen unserer Zeit gehört Ueberwuchern des Streberthums und der reaktionären mung in den Kreisen der sogenannten gebildeten nd. Daß die Söhne unserer Bourgeoisie und des 'en Beamtenthums heute nicht mehr in demokratischer Mung machen, die Republik hoch leben lasien und von renpfählen träumen, an denen sie allerhand baumeln möchten, wie das theilweise noch ihre Väter und fast InahmsloS ihre Großväter thaten, das begreifen wir. ' Ideale unseres Bürgerthums sind eben erfüllt; der lute Staat hat den Vertretern der Großbourgeoisie das st eingeräumt, bei der Regelung der öffentlichen Ange- Hoheiten ein gewichtig Wörtlein mitzureden, und die acht des Feudaladels ist soweit gebrochen, daß deffen be- stnste Vertreter inj den Komtnirs unserer Börsenfürsten "dige Gäste sind, sich bald um die„Betbeiligung" an 'ein profitablen Unternehmen, bald um das Zustande- �Men der„Spiritusbank" und ähnlicher letzter Schutz- lel für die Erhaltung ihrer Sonderstellung bewerbend. Aber wenn unsere Bourgeoisie auch aufgehört hat, eine 'sende Klaffe zu sein, die sich ihre Stellung im Staate zu erwerben hat, und wenn eS deshalb auch durchaus steiflich ist, wenn sie ihre demokratische Vergangenheit 'estreift hat und nichts mehr von ihren Jugendidealen IM will, so ist doch eigentlich kein vernünftiger Grund "Händen, daß ihr Nachwuchs sich in seinem reaktionären �en völlig überschlägt und dabei so weit geht, selbst keü�st abzusägen, auf dem die ganze bürgerliche Herrlich- K her Referendar von Strudelwitz mit der mäch- fci'V kaum vernarbten Schmarre im Gesicht und den , J�std bis in den Nackur reichend, in die Versammlungen im, eilt, um dort in Gesellschaft des Lieutenants u Pudelwitz auf Taille zu schwören, daß Stöcker der »vutendste Mann des Jahrhunderts ist unv der Dichter ,e ein jüdischer Sch..... war, so läßt sich dagegen "iel sagen. Niemand kann aus seiner Haut heraus, wenn die Strudelwitz und Pudelwitz auf Heine Pfen, so haben sie ein Recht dazu. Der scharfe Spötter .stch gar zu oft über diese Herren und ihre Sippschaften !n8 gemacht. Behauptete er doch einmal sogar, man .ajhi mre Namen nicht aussprechen, ohne zu niesen. Aber hck.,lk�r> haben unsere Bourgeoissöhne in der Gesellschaft der u# �witz zu suchen, wenn es über Heine hergeht? Ibgeor«' stbarr Mtlf .r« JeuMeton. [61 (fl(4br8< MTlOtSSJ Ä ;r6fjS y 0 Der Erbe. Roma» oo» Friedrich Gerstäcker. .�«n nächsten Arzt fand er nicht zu Hause; aber der Malrath BennigS wohnte nur ein paar Straßen weiter, °en traf er glücklich gerade beim Frühstück an. Er ' auch hereinkommen und dem alten Herrn, während » v'.ken Fall genau erzählen, und der Arzt beruhigte ?' U sei, wie er sagte, eine Nervenüberreizung, [jostl wohl bald wieder geben würde; er wolle aber gleich ? w't ihm hinübergehen und die Kranke untersuchen— 'st brauche er sich deshalb nicht zu machen. �'e beiden Männer waren bald wieder unterwegs, und ann beruhigte sich schon, als er, in der Nähe seiner �te angekommen, die Hämmer so lustig gehen hörte. sau war jedenfalls wieder zu sich gekommen. Er hielt M gar nicht da drinnen auf, sondern wollte gleich � Medizinalrath durch die Werkstätte in die Stube 'als ihn Karl anrief. Mer. die Mutter ist nicht drin." L r, � drin?" sagte Baumann erstaunt und sah sich ," meinte Karl,„eS war ihr vorhin ein bischen geworden, und als sie wieder zu sich kam, meinte sie, «in wenig an die frische Luft gehen, sie käme bald allein ist sie fort?" aber sie war so sonder- *�4 rief Baumann erschreckt, - sagte Karl,„natürlich; a %, die gerade aus der Schule kam, hat sie ge- Seküßt, als ob sie auf ewig von ihr Abschied "'olle, und auf mich ist sie auch zugegangen und ' an sich gedrückt und mir einen Kuß gegeben trotz zu Tod erschreckt, Vri ilc9 gevrual ur .-KvR; Baumann,„jetzt vorgegangen und wo hinaus st sie?" lichen Epoche an. Denn wenn er auch weiter sah, als das GroS der meisten bürgerlichen Dichterlinge und wenn er be- sonders der schon zu seiner Zeit sich mächtig regenden Be- wegung deS vierten Stande« weitaus mehr Verständniß entgegen brachte, als die meisten sonstigen Vorkämpfer des Bürgerthums, so blieb er doch bis an sein Lebensende ein abgesagter Feind aller kommunistischen Gleichheitsbestrebungen, von denen er ja hier und da Schilderungen entwarf, die lebhaft an liberale Wahlflugblätter zur Bekämpfung der Sozialdemokratie erinnern. Also, unsere Bourgeoissöhnchen thun bitter Unrecht, wenn sie in den Stöcker'schen Chorus gegen Heine ein- stimmen, sie bekämpfen damit thatsächlich ihr eigenes Fleisch und Blut. Wir können auch gar nicht glauben, daß die Herrchen ohne historischen Namen, als sie mit den Strudelwitz und Pudelwitz zusammen den Chorus in der Stöckerversammlung bildeten, sich von einem wirklichen Gefühle des Hasses oder gar des Abscheues gegen den Dichter Heine leiten ließen. Es war wohl nur die Lust am Skandal, welche diese Söhn- chen reicher Väter bestimmte, sich an der Orgie zu be- th eiligen. Zeigt sich doch das Bestreben bei unserer„goldenen Jugend" überall, sich durch Erregung von Skandal be- merkbar zu machen. Wenn ihre Väter und Großväter darnach trachteten, durch Fleiß und Tüchtigkeit sich zur Uebernahme der ersten und führenden Rolle im Staats- und öffentlichen Leben vorzubereiten, so haben die Söhne solche Anschauungen nicht mehr nothwendig. Das Geld ihrer Väter sichert ihnen heute die bevorzugte Stellung, um die jene noch schwer haben kämpfen und ringen müssen, und so kann sich der Nachwuchs heute den Sport erlauben, jenen Dichter mit Koth zu bewerfen, der die Väter in seinen politischen Briefen, die er aus dem Exil schrieb, zum Kampfe für bürgerliche Gleichberechtigung und Freiheit anfeuerte. Freilich, für die Söhne haben die Forderungen ihren Werth verloren, für welche die Großväter noch Feuer und Flamme waren. Seitdem unsere Bourgeoisie durch das Dreiklassenwahlsystem, das Institut der Einjährig-Freiwilligen und das System der indirekten Steuern selbst zu den Privilegirten zählt, seitdem mag sie an Gleichberechtigung und ähnliche Dinge nicht gerne mehr erinnert werden. Die Söhne aber finden sogar einen prickelnden Reiz darin, wenn ein roher Geselle in Gaffenhauersprache das Andenken jener Männer beschimpft, die als Dichter und Denker gewissermaßen die Verkörperung der bürgerlichen Freiheits-Jdeale darstellen. Die eigenen Götter in den Staub zu ziehen, hat aber von jeher für ein sicheres Zeichen des Verfalls ge- „Ja, sie bog links um und ging die Straße hinunter." „Dort hinzu liegt der Fluß!" stöhnte Baumann, während Leichenbläffe seine Züge deckte. Aber er war kein Mann, der sich lange einer Schwäche hingegeben hätte. „Fort, Karl," rief er rasch,„setz' Deine Mütze auf und lauf', was Du kannst, da hinaus zu und suche die Mutter, und wenn Du sie findest, gehst Du ihr nicht von der Seite!" „Aber, Vater..." „Lauf', sag' ich, was Du laufen kannst— und Ihr Uebrigcn alle auch— die Meisterin ist krank— sie war vorhin ohnmächtig geworden— eS kann ihr ein Unglück ge- schehen, wenn Niemand bei ihr ist! Wo ist die Else?" „Drinnen in der Stube, Vater. Sie weint, weil die Mutter weinte, als sie fortging." „Ich werde Sorge für das Kind tragen, Meister, und es in der Nachbarschaft unterbringen," sagte der Medizinal- rath;„sorgen Sie sich nicht deshalb und eilen Sie, selber Ihre Frau aufzusuchen, denn in einem solchen exaltirten Zustand kann man allerdings für nichts einstehen." „Ich danke Ihnen, Herr Doktor," rief der Mann; „aber wir dürfen auch keinen Augenblick Zeit verlieren!" Und ohne weiter den Blick zu wenden, sprang er zur Thür hinaus und eilte, von Karl und den übrigen gefolgt, die sich bald nach verschiedenen Richtungen hin ver- theilten, die Straße hinab und jetzt vor allen Dingen dem Ufer des Flusses zu, denn er fürchtete da» Eni- setzlichste. Das Geständniß. Die Frau des SchloffermeistcrS Baumann hatte, wie Karl auch gesehen, das Haus verlassen und sich die Straße hinabgewandt; aber Baumann's Furcht, daß sie in Angst und Aufregung beabsichtigen könne, sich ein Leid anzuthun, war unbegründet. Sie folgte allerdings eine kurze Strecke der Straße, die sich dem Fluß und einer darüber führenden Brücke zuzog, drehte dann aber rechts ab in einen Seitenweg hinein, bis sie das Haus des Staatsanwalts Witte erreichte. Aber schon unterwegs zog sie die Blicke der Vorübergehen- den auf sich, denn ste schien Niemanden zu sehen, sprach da- bei mit sich selber und nickte dazu, während sie sich mit gölten, bei allen Völkern und zu allen Zeiten. Nun, bei uns werden zwar keine Götter, dafür aber unsere besten Dichter und Denker durch den Koth gezerrt. Lessing ist schon längst abgethan, hat er doch den Nathan geschrieben. An Göthe wagt man sich zwar noch nicht recht heran, aber sein„Heidenthum" ist doch auch schon längst anstößig. An Heine aber, dem„Juden", da kühlt man sein Müthchen. Deffen Bild schleift Stöcker durch die Gosse wo sie am tiefsten ist, und der Pöbel unserer Hochschulen johlt dazn sein garstig Lied. Pfui, welch ein widerliches Bild! Aber fteilich, wenn der Jugend die Ideale abhandelt gekommen sind, dann muß sie dem Stöcker verfallen. Es hat eine Zeit gegeben, wo unsere gebildete Jugend eS als eine ihrer Ehrenaufgaben betrachtete, an der Seite der Ar« beiter für Freiheit und Gleichheit einzutreten, dem Arbeiter in seinem Ringen nach Verbesserung seiner sozialen Stellung, als Kampfgenosse und Lehrer Hilfteich zur Seite zu stehen. Noch in den sechziger und siebziger Jahren konnte man in den Arbeiter« vereinen und Versammlungen zahlreiche junge Studirende treffen, die dort entweder selbst von ihrem. Wissen mit« theilten, oder aus den praktischen LebenSerfahrunge,. der Arbeiter den Kreis ihrer Anschauungen erweiterten. Heute trifft man Studenten in Arbeiterversammlungen nur noch, wenn sie als kartellbrüderliche Klaqueurs die Versammlung durch Radaumachen und Johlen stören wollen. Die wenigen Studirenden aber, welche auch heute noch ein offenes Ohr und Verständniß für die Arbeiterbewegung haben, sie dürfen eS nicht mehr wagen, diese ihre Gesinnung zur Schau zn tragen, wollen sie sich nicht der Gefahr des DenunzirtwerdenS und der Relegirung aussetzen. Aber je mehr eS gelingt, die studirende Jugend im Geiste Stöcker's zu erziehen, desto hübscher werden auch die Blüthen, die diese Erziehung zeitigt. Dieselbe akademische Jugend, welche Stöcker zujubelte, als er den Dichter des „Buchs der Lieder" mit seinen unfläthigen Redensarten übergoß, die nicht einmal auf dem eigenen Mistbeet des Redners gewachsen sind, sondern einer obskuren Zeitschrift entnommen waren, hat dieser Tage an einer bayerischen Universitätsstadt Szenen aufgeführt, wie man sie ungezogener sich nicht denken kann. Ein bayerisches Blatt schreibt darüber: „Erlangen, 7. März. Gelegentlich des gestrigen FuchsenbrenncnS der„Bubenruthia" verübten die Füchse derselben bei ihrem herkömmlichen Umherziehen in der Stadt vor und in der höheren Töchterschule groben Unfug. VordemSchulhausewarfen sie Orangen und Bonbons an die Fenster, so daß einige derselben zertrümmerten. beiden Händen die Ellbogen hielt, als ob sie ftöstelte, un- unterbrochen mit dem Kopfe. Erst in dem Hause angelangt, kam sie ordentlich wieder zur Besinnung, denn bis dahin war sie wie in einem Traum fortgeschritten. Sie blieb auf dem Hausflur stehen, strich sich die Haare aus der Stirn, ordnete ihr Tuch etwas besser und sah nach ihrem Kleid, als ob sie irgendwo einen Be« such machen wolle, und stieg dann langsam, aber ohne irgend ein Zögern die Treppe hinauf. Oben blieb sie stehen. Die eine Thür zeigte allerdings deutlich genug durch ein Schild das Bureau des Staats- anwalts an- aber sie wußte auch, daß dort viele Schreiber saßen, und sie wollte ihn allein sprechen. Ging sie lieber hinüber zu einer der in die Wohnung führenden Thüren? Aber nein, dort mußte sie fürchten, jenem Mädchen zu be- gegnen, das ihrem Fritz so weh gethan und ihn viel- leicht gar zu der schwarzen That getrieben. Lieber zu den fremden Männern in die Stube— dort wurde sie doch nicht verachtet und zurückgestoßen, und ohne sich länger zu besinnen, schritt sie auf die bezeichnete Thür zu und klopfte an. „Herein!" rief die monotone Stimme des einen der Schreiber, und die Frau stand auf der Schwelle und warf den Blick scheu in dem engen Raum umher. „Ist der Herr Staatsanwalt zu Hause?" Der Schreiber deutete, ohne eine weitere Antwort für nöthig zu halten, mit der Feder nach der Stube desselben. „Ist er allein?" „Ja, aber er wird nicht viel Zeit haben, er muß bald fort." „Ich muß ihn sprechen." „Gut, versuchen Sie eS— da drinnen ist er"— und wieder kritzelten die Federn über das Papier. Die Frau schritt der Thür zu, und einer der Leute blickte über sein Heft nach ihr hin— wie merkwürdig blaß sie aussah! Aber sie waren ja gewohnt, hier von allen Leidenschaften bewegten Menschen zu begegnen— wer wußte denn, was sie hatte! Drinnen der Staatsanwalt würde die Sache schon in Ordnung bringen. Dann drangen s i e in die Lehrzimmer trotz der Zurückweisung durch die Lehrer und warfen Zucker waaren unter die Schülerinnen. Vor einem gewaltsamen Eindringen in die Fort- bildungsschule wurden sie nur dadurch gehindert, daß der Lehrer von innen das Lokal zuriegelte. Aus Aerger darüber verschlosien sie das Zimmer von außen und nahmen den Schlüssel mi t." Ein hübsches Bild vom Treiben unserer Musensöhne, nicht wahr? Ueber Spremberg hat man den kleinen Belagerung»- zustand erklärt, weil ein paar betrunkene Rekruten au» dem Arbeiterstande sich an einem mißliebigen Polizeibeamten ver- griffen. WaS wird denn nun mit der Universitätsstadt an der Altmühl passiren, wo halberwachsene Schulmädchen von Studenten im Schulzimmer überfallen und Lehrer und Schülerinnen von ihnen insultirt wurden. Kommt da der große Belagerungszustand oder zählen solche Vorkommniffe im Zeitalter des Stöcker unter die „akademischen Freiheiten"? Politische Ueberstcht. zandratl,-der Landesherr, Der Herr Landratb geht über den Landesherrn. Vor uns liegt das amtliche Verord- nungsblatt des Grünberger Kreises. Dasselbe enthält eine Be- kanntmachung, in deren erstem Theil der Erlaß des Kaisers Friedrich veröffentlicht wird, welcher es„jedem Deutschen über- läßt, wie er seiner Betrübniß Ausdruck geben, auch die Dauer der Einschränkung öffentlicher Unterhaltungen für sachgemäß er- achten will". Unmittelbar unter diesem Erlaß fährt der Herr Landratb in Grünberg fort, wie folgt:„Hiernach bringe ich bis auf Weiteres und vorbehaltlich etwa noch höheren Orts er- gehender anderweiter Anordnungen lediglich in Erinnerung, daß nach dem Trauerrealement vom 7. Ottober 1797 die allgemeine Landestrauer 6 Wochen lang dauert, wovon die ersten 3 Wochen mit tiefer Trauer. Es bleibt also jedem deutschen Herzen überlassen, wie lange er diese Trauerzeit verlängern will. Begonnen hat die Landestrauer mit dem gestrigen Tage. Ich erwarte mit Bestimmtheit, daß vorläufig während ver Dauer von 14 Tagen alle öffentlichen Mufiken, Lustbarkeiten und Schauspielvorstellungen unterbleiben werden, und ersuche die Ortspolizeibehörden, fich hiernach zu richten. Was die Vor« schritt anlangt, daß alle Glocken von Mittags 12—1 Uhr 14 Tage lang zu läuten haben, so weise ich, soweit eine desfall- fige Anordnung nicht bereits von den Herren Geistlichen ergangen ist, sämmtliche Ortspolizeibehörden an, die sofortige Ausfuhmng dieser Bestimmung in üblicher Weise zu veranlassen, falls ein Auftrag dazu noch nicht ergangen sern sollte. Grünbew, den 10. März 1888. Der königliche Landrath. Freiherr v. Seherr- Thoß." Hierzu macht das Organ des Herrn Richter folgende Glossen, die fich an die Adresse des Herrn von Puttkamer richten:„Ist es möglich, so fragen wir, eine königliche Ordre schärfer in ihr direktes Gegentheil zu verkehren, als dies hier seitens des Landraths Frei Herrn von Seherr-Thoß geschieht? Man sollt? fast mein-»' daß der Kaiser es nicht„jedem Deut- schen", sondern nur„jedem Landrath" überlassen hätte, Bestim- mungen über die Trauerzeit zu treffen. Der Herr Landrath in Grünberg hält fich für berechtigt, nicht nur das Trauerregle- mcnt von 1797 trotz König Friedrich mit der„im Ramen des Königs" geübten Polizeigewalt zur Ausführung zu dringen, sondern verlangt noch darüber hinaus eine Verlängerung der Trauerzeit. Räch seiner Auffassung hat König Friedrich jedem Deutschen nur überlassen, die Trauerzeit nach dem Reglement von 1797 zu verlängern, nicht aber abzukürzen. Eine solche Ver- kehrung einer höheren Ordre in ihr direttes Gegentheil ist aller- Vings nicht ohne Vorgang. Unmittelbar nach Antritt der Re- genischaft des verstorbenen König Wilhelm erließen auch mehrere hochkonservativen Regierungspräsidenten und Landräthe Ver- fügungen, welche die höheren Otts erlassene Bestimmung gegen die Beeinflussung der Wahlen geradezu in ihr Gegentheil ver- kehrten. Auch aus anderen Theilen des Landes erhalten wir Rachrichten von einer Art der Ausführung eines Erlasses des Landcsherrn, welche vor 8 Tagen noch niemand für möglich gehalten hätte. Das Trauerreglement vom 7. Ottober 1797 hat nicht Gesetziskraft, wie vielfach behauptet worden ist, sondern hat höchstens die Bedeutung einer Landespolizeiverordnung. Deshalb konnte schon Fttedttch Wilhelm IV. 1845 durch eine einfache Kabinetsordre den größten Theil der Verordnung außer Kraft setzen. Selbst die Rechtskraft einer landespolizeilichen Verordnung hat das Reglement von 1797 nur dott, wo dasselbe pudlizitt worden ist, also lediglich in den Grenzen des Staate» von 1797. Polizeipräfident v. Köllcr in Frankfutt a. M. hat schon deshalb durchaus kein Recht, fich in einer Bekanntmachung auf die Bestimmungen des Trauerrcglements von 1797 zu beziehen, wenngleich diese Bekanntmachung fich darauf beschränkt, auf„vielfach Hierher gerichtete Anfragen� mitzutheilen,„in wel- chcm Umfange bei der letzten Landestrauer" jenes Reglement „War das nicht die Baumann?" flüsterte einer der jungen Leute über sein Stehpult hinüber,„deren Sohn wegen der Salomon'schen Geschichte sitzt?" „Ich glaube, ja," sagte ein anderer.„Der alte Sa- lomon soll ja wohl heute beerdigt werden— so eine Juden- leiche möchte ich gern einmal sehen..." „Ja, aber sie lassen einen nicht dazu," meinte der erste wieder;„in den Kirchhof darf man nicht hinein." „Und was machen sie mit dem Baumann?" „Bah, sie haben ja gar keine Beweise gegen ihn und müssen ihn wieder laufen lassen! In der Zeit, wo er vor- her gesehen ist, kann er die That gar nicht verübt haben, und ist auch sonst ein ganz anständiger Kerl!" Die jungen Leute hatten weiter kein Interesse an der Sache und schrieben weiter, denn der Staatsanwalt konnte jeden Augenblick herauskommen, und es gab heute Morgen enisetzlich viel zu thun. Drinnen im Zimmer deS Staatsanwalts spielte indeß eine andere Szene. „Frau Baumann?" sagte Witte, als er sie erkannte und sich wohl denken konnte, weshalb sie kam— des ge- fangenen Sohnes wegen.„Ja, es thut mir leid, aber so schnell geht die Sache nun einmal nicht mit unseren Ge- richten. UebrigenS..." „Kann ich ein paar Worte allein, ganz allein mit Ihnen sprechen, Herr Staatsanwalt?" unterbrach ihn die Frau, indem sie ihn mit ihren großen Augen scharf und doch bittend ansah.„Ich habe Ihnen etwas sehr Wich. tiges zu sagen, aber es darf mich Niemand weiter hören, als Sie." „Etwas sehr Wichtiges?" fragte Witte erstaunt. „Etwas sehr Wichtiges," wiederholte die Frau,„und Sie werden die Zeit nicht bereuen, die Sie darauf ver- wenden." „Hm!"— Witte sah nach der Uhr; er hatte allerdings nicht viel Zeit, weil er zu einer wichtigen Besprechung auf das Kriminalamt mußte. Wäre eS aber wirklich etwas Wichtiges gewesen, so konnte er auch einen seiner Schreiber hinaufschicken und die Sache um eine halbe Stunde auf- schieben lassen. Frauen hielten nur zu gewöhnlich eine zur Anwendung kam. Auch solche Belehrungen des Publikums widersprechen dem Geist des königlichen Erlasses. Landcspoli- zeiliche Verordnungen können nach Maßgabe der heutigen Gesetzgebung sogar ohne Zustimmung des Landcsherrn durch die zuständigen Behörden aufgehoben werden. Warum hat denn nun Herr von Puttkamer nicht angesichts der Willensäußerung des Kaisers Friedrich sofort die zustän- digen Behörden mit desfallstger Anweisung auch für den Be- reich des preußischen Gebietes von 1797 versehen? Wir bemerken übrigens, daß, wenn das Reglement von 1797 zur Ausführung gelangen soll, dies auch vollständig geschehen muß, und nicht blos in Bezug auf die Veranstaltung von Theater- Vorstellungen. Nach dem als ailtig angezogenen§ 1 des Reglements haben u. a. auch„die Personen von Adel die ersten drei Wochen mit Pleureusen zu trauern, die übttgen drei Wochen mit gewöhnlichen schwarzen Kleidern, filbernen Degen und fil- kernen Schnallen." Vor allem also sollten die adligen Herren Landräthe und Polizeipräsidenten, welche fich auf das Reglement von 1797 berufen, mit gutem Beispiel vorangehen und„silbernen Degen und Schnallen" anlegen bezw. fich durch Strafmandate mit Androhung von 15 bis 150 M. Geldbuße dazu anhalten. Aus einer rheinischen Stadt wird uns berichtet, daß ein städtischer Polizeiverwaltcr einem Interessenten erklärt hat, daß der entgegenstehende rheinische Brauch dem Erlaß des Kaisers vorgehen müsse. Die„Rationalzeitung" tüftelte darüber, ob Kaiser Fttedttch für Deutschland allgemeine Bestimmungen zu treffen habe. Letztere Befugniß ist allerdings nicht vorhanden, aber in Preußen kann wenigstens König Fttedttch»>. ver- langen, daß die Behörden seinen Willen respcttiren. Sogar in Berlin hat, wie wir bereits mittheilten, der Polizeipräsident den Tbeaterunternehmern erklärt, daß er die Verbindlichkeit des Erlasses für Berlin bis auf weiteres nicht anettennen könne. Die allgemeine Erwartung, daß Herr von Puttkamer der ent- stehenden Rechtsverwirrung endlich ein Ende machen werde, hat auch der am Montag Abend erschienene„Rcichsanzeiger" nicht erfüllt. Inzwischen find neue Schwiettgkeiten entstanden da- durch, daß in den Konttakten der Theatcrunternehmer mit den Künstlem unterschieden wird zwischen einer freiwilligen Unter- drechung der Vorstellungen und einer durch die Behörden er- zwungenen Unterbrechung. Die Berliner Theaterunternehmer waren in loyalster Weise bereit, fich über eine angemessene Trauerzttt zu vereinbaren. Niemand weiß nun mehr, woran er ist. Unseres Erachtens widcrspttcht dieser Zustand dem Ansehen des Monarchen und der staatlichen Autotttät überhaupt. Man muß in Preußen überall erfahren, daß der Landesherr und nicht der Landrath regiett." Der Tod de» Kaiser««nd die Mahl in Greifen- derg Kammi«. Die Niederlage des Herrn v. Köller bei der Reichstagswahl in Greifenberg-Kammin hat der Prediger Dr. Meinhold, der bekannte Freund Stöckers, in Kammin bei dem Traucrgottesdienst daselbst als die Ursache des Todes des Kaisers bezeichnet. Herr Meinhold sagte von der Kanzel herab, wie auS Kammin geschtteben wird, wörtlich folgendes:„Zu den vielen Keulenschlägen, die unser geliebter Kaiser in dem letzten Fahre empfing, gesellte sich noch in den letzten Tagen seines Ledens ein Nadelstich den er aus unserm Wahlkreise empfing, betr. des Wahlergebnisses, was ihm sehr zu Herzen ging. Mögen es die Liberalen verantworten, was sie gcthan, und möge fich Jeder, der zu diesem Ergebnisse hingewirkt, den schnellen Tod als einen Schlag ins Gewissen auslegen."— Die„Freis. Ztg." bemerkt hierzu: In Herrn Meinhold hat blinde Parieiwuth hiernach schon einen derartigen Grad von Unzurechnungsfähig- leit hervorgebracht, daß seine Beurtheilung lediglich noch dem Irrenarzt anheimfällt. Ein solcher Wahnsinn auf der Kanzel aber muß als abschreckendes Beispiel den Konservativen in der «Stadt Kammin den Rest geben, nachdem bereits bei der Stich- wähl die konservativen Stimmen dott auf 178 gegen 587 frei- finnige gesunken waren. Di« Ku»rp«rntng der Leipziger Steinmetzen durch die stöckernden Jnnungsmeiiter dauett fott, und obgleich die Arbeiter nun seit über 6 Wochen ohne Verdienst find— die allgemeine Aussperrung erfolgte am 28. Januar—, so stehen sie doch so fest und so einig da, wie am ersten Tag. Zu unserem gesttigen Ättikel wird uns noch geschtteben: Von den 270 Ardeitern, welche das„praktische Chttstenthum" der frommen und antisemitclnden Jnnungsmeister an fich erfahren hatten, reisten etwa 70— unverheirathete— sofort ob; ungefähr 30 erhielten bei den Richt-Jnnungsmeistern Beschäftigung, und allmälig fanden noch ungefähr eben so viel auswärts Unterkunft, so daß in Leipzig gegenwärtig noch etwa 140 bis 150 arbeitslos find. Wie schon früher erwähnt ward, geben die Herren Jnnungsmeister sich alle erdenkliche Mühe, um die Opfer ihrer christlich> germanischen Nächstenliebe durch fremde und ausländische Arbeiter zu ersetzen und dauernd „außer Brot" zu bttngcn. Bisher allerdings mit wenig Erfolg: die Zahl der— namentlich aus Böhmen—„importirten" Ersatzleute(in Bezug auf den ArbeilSmartt sind die Herren keine Schutzzöllner) dürfte 50 kaum erreichen, und die meisten der Leute sind Arbeiter von sehr untergeordnetem Werth.— Immerhin ist es nöthig, daß die Arbeiter in den weitesten Kreisen über den Ursprung dieses Konflittes aufgeklärt und da- Menge von Dingen für wichtig, die an sich unbedeutend genug waren— nun, er konnte wenigstens hören, was sie wollte. Für solche Fälle, die auch gar nicht etwa so selten vor- kamen, benutzte er gewöhnlich eine kleine, hinter seinem Arbeitszimmer befindliche Stube, in welcher nur eine An- zahl von Bücherregalen mit wenig gebrauchten Büchern und alten Akten und ein Tisch wie ein paar Stühle standen. DaS Zimmer sah auf den Hof hinaus und lag so abge- schieden, daß kein darin gesprochenes Wort durch die Wände drang. Witte stand auf und öffnete die Thür der Schreib- stube.„Ich will jetzt nicht gestört werden," sagte er hin- aus;„wenn Jemand in der Zwischenzeit kommen und nach mir fragen sollte, so lassen Sie ihn nicht in mein Zimmer, sondern behalten ihn hier, bis ich selber heraus- komme." „Sehr wohl, Herr Staatsanwalt." „So, Frau Baumann, sagte dann Witte, indem er die Thür wieder schloß,„haben Sie jetzt die Güte und kommen Sie hier mit herein. Da drinnen hört Niemand, was Sie mir zu sagen haben; aber seien Sie so gut und machen Sie es so kurz als möglich, denn meine Zeit ist gemessen, und wenn die Sache nicht wirklich sehr wichtig ist, thäten Sie mir sogar einen Gefallen, wenn Sie lieber heute Nach- mittag wieder vorkämen." „Es hängt Leben und Tod daran," sagte die Frau ernst. „Leben und Tod? Dann freilich geht das allem An- dern vor— bitte, treten Sie näher, und nun setzen Sie sich und sagen mir, was Sie zu sagen haben. Sie zittern za an allen Gliedern— ist etwas vorgefallen?" „Lassen Sie mir nur einen Moment Zeit, Herr Staats- anmalt," sagte die Frau, indem sie auf den nächsten Stuhl niedersank—„nur um meine Gedanken zusammen zu bringen— es geht dann auch um so viel schneller. Mir wirbelt der Kopf jetzt noch vom vielen Denken." Der Staatsanwalt sah nach der Uhr; es fehlte kaum noch eine Viertelstunde an der bestimmten Zeit, in der er sott mußte. Er wollte aber doch wenigstens erst wissen, vor gewarnt werden, dem Lockrufe der Leipziger Herren Innung meister zu folgen. Die Behörden haben leider sehr cneiM die Partei der Jnnungsmeister ergriffen. Fast sämmtliche M standsmitglieder des aufgelösten Fachvereins find in Haft' 3 seit 8 und 4 seit 7 Wochen, und gegen 28 Mitglieder M Vereins soll Anklage wegen Theilnahme an einem Geheirnbiir- erhoben werden. Die Direktion der NeN'Vuinea-Kompagnie, über allgemeine Bedingungen schlüssig gemacht, unter tvelea Land zum Kauf oder zur Pacht an Ansiedler abgegeben soll. Die dattn erwähnten Verzeichnisse der zur lleberioiW bereit zu stellenden Ländereien find in der Vorbereitung! Stationen, an welchen solche Verzeichnisse offen gelegt sind,>? wie nähere Angaben über den Umfang der Loose und die Mi' und Pacht preise werden demnächst bekannt gemacht trv*" Wir entnehmen den Bedingungen folgendes: Die zu üderlM....... den Grundstücke theilen sich:». in städtische, d. h. Gnind#!(«cnezuelo. im Bereich von Flächen, welche zur Bildung einer ftöWig Brüssel,. Ortschaft bestimmt und dafür abgegrenzt find; b. in länM"tlimcn versch Grundstücke, welche außerhalb eines solchen Bereiches WF Die zur Auswahl gestellten Grundstücke werden überlas. a. zum Eigenthum durch unmittelbaren Kauf: b. in ZwJ? auf 5 Jahre, mit der Berechtigung für den Pächter, das� gewählte Grundstück jeder Zeit vor Ablauf der Pachtzcit B einen im voraus bestimmten Preis käuflich zu überneb� e. in Zeitpacht ohne Berechtigung zum Ankauf. StädNP Grundstücke werden in der Regel nur nach den BestimwuU zu&. überlassen. Der Antragsteller ist verpflichtet, bei®fn reichung des Antrages(§ 5) zu zahlen: a. im Falle deS � kaufs ein Zehntel des Kaufpreises als Kaution; b. im Fallt? Pacht mit Berechtigung zum Ankauf den ein Zehntel dcs la gesetzten Kaufpreises betragenden Pachtzins für das Kalenderjahr und den auf das laufende Jahr nach Verha� der Zeit entfallenden Theilbetrag desselben, sowie die � Messungsgebühr; e. im Falle der Zeitpacht ohne Berechtig' zum Ankauf den Pachtzins für das folgende Kalenderjahr F den auf das laust nde Jahr nach Verhältniß der � entfallenden Theilbetrag desselben. Ausgeschlossen von f Verfüzungsrccht des Pächters sowie des Eigenthümers sinK Steine, Metalle, gediegen und als Erze, Schwefel, Kohle,% salz und andere nutzbare Mineralien, Guano, PboäM' Mineralöle, Sool- und andere Mineralquellen, sowie brückte, welche fich auf oder in dem verpachteten oder vcrtaul"; Grundstücke befinden. Das Recht des Aufsuchens und der» beutung derselben steht ausschließlich der Reu> Guinea' M pagnie oder den von ihr dazu Ermächtigten zu. Die Guinea-Kompagnie behält fich alle als schiffbar erklärten 0%, und Flüsse nebst einem 50 Meter breiten Streifen des% lande», auch einen gleich breiten Landstreifen(von der t wassergrenze gemessen) der Meeresküste entlang, vor.* Pächtern oder Eigenthümern der an solche Uferstreifen den Grundstücke wird die Benutzung des vorliegenden' landcs gegen besondere Vergütung, jedoch unter Vorbehalt I>_ zeitigen Widerrufes gestaltet. Die Reu-Guinea-Kompagn>� ält fich bis zur Gesetzlichen Regelung der Frage das Reck' 4** f k*\ m T n A KÜ das zu Wegen, Eisenbahnen, Kanälen, Telegraphenanlagen�, anderen derartigen öffentlichen Einrichtungen nach der stellung des Landeshauptmannes erforderliche Land gegefl Z schädigung des Pächters oder Eigenthümers für den entstandenen unmittelbaren Schaden zurückzunehmen. tress der Beschäftigung von Eingeborenen des Schutzgk?�, als Arbeiter, sowie bezüglich der Entnahme von solchen Ar»�)j aus den Arbeiterdepots der Kompagnie ist der Ansiedler Bestimmungen unterworfen, welche die Landesverwaltung � über erläßt. K-lgi-n., m Vor längerer Zeit hatte das belgische Ministerium auswärtigen Mächten den Voi schlag unterbreitet, in BwU, pt raine) fei": �ch London( pellen Henri 'eran hat 1 'Dorstadt P % Werber auf 'ezierringsfrer perwiesen se pß er Geld ng in re gemeinschaftliche Kosten ein ständiges internationales' 3e jn gleick errichten, welches alle Zolltattfe der Welt sammeln ui»9 M labelnsr fort nach ihrem Erscheinen mit Einschluß aller TattfäsV� � bi�Cn(9U in die hauptsächlichsten Handelssprachen übertragen belgische Regierung hob dabei hervor, daß, wenn sollss', auch � zelnen Ländern, wie in Deutschland, Oesterreich-Ungarw land, Frankreich, Spanien, Italien, den Verttnigten � � Belgien und der Schweiz einzelne Tattfe übersetzt wurden-.* eine Zentralisation für den Welthandel von großem würde; gleichzeitig schlug fie vor, alle Tattfe in das Dß j» Englische, Französische und Spanische zu übertragen-..A zum 1. v. M. haben sich 72 Staaten und%[i# „im Prinzip" für die Errichtung dieses intcrnaft� Bureaus ausgesprochen, England, Italien, die Vereng. Staaten, Spanien und die Schweiz haben sich/ giltig dafür erklärt. Am 15. d. M. soll sich in de�J wältigen Ministerium Belgiens zu Brüssel eine intern«' Konferenz versammeln, um die Errichtung und Organs diese» Bureaus in die Wege zu leiten. Vierzig Staaten � ...... hei hem Allslv� UM ..... was es sich hier handle und beobachtete deshalb � die Frau, die aber seinem Blick noch auswich und nur � Anfang zu suchen schien, mit dem sie beginnen könne. lich sagte sie:/ „ES hilft doch nicht»- eS ist doch Alles vorb«'� ich kann's nicht mehr ändern, also brauche ich«"N/ Vorrede mehr zu machen. Erfahren müssen Sie'S dchmen verschlingt, mag die beute von der offiziösen„Lütt. A?" mitgetheilte, auch sonst bestätigte Thatsache bekunden, daß Mig Leopold dem Hause Rothschild 16 Millionen Franks Mldet. Die neue Kongoanleihe ist nach amtlicher Angabe Ipn Mal gezeichnet worden. Trotz aller trüben Nach- �ten vom Kongo dauert der Andrang der jüngeren bel- Men Offiziere, nach dem Kongo gesandt zu werden, fort. M 15. d. M. gehen wieder fünf Offiziere, am 20. d. M. vier Mgenieure nach Borna ab; die letzteren sollen an den Arbeiten «r die Kongobahn fich detheiligen. Frankreich. Daß die französische Republik mit dem System Bonapartes ?»ner noch nicht gebrochen hat, beweist ein Vorfall, welcher in letzten Togen in Paris zu einem öffentlichen Skandal aus- �«tet ist. Ein Herr Henry Bauer. Feuilletonist im„Echo de Paris" und andern Blättern, ist angeklagt, Polizeispitzeldienste sichtet zu haben und noch zu verrichten. Die Angelegenheit �rd vor dem Ehrenrath der republikanischen Preffe verhandelt Werden. Der frühere Bureauvorstand im Ministerium des Mern unter den Ministern Constans, Waldeck-Rousseau jc. Psuraire d'Älavsne, der die geheimen Fonds verwaltete und fich M Hinterlassung von Schulden und Mitnahme zahlreicher Papiere nach London flüchtete— ein Theil der Papiere ist ihm fs'anntlich durch hinübergesandte Sicherheilsbeamten, wie un- �»gst in der Kammer zur Sprache kam, wieder abgenommen worden— hat Enthüllungen veröffentlicht, nach denen Bauer von 1880 an dazu verwenden ließ, seine ehe- öligen revolutionären Gesinnungsgenossen auszuhorchen M der Regierung über fie zu berichten. Muraire °Alavsne erhiell von dem Ministerium(aus den geheimen Fonds) jährlich 24000 Franken(2000 Franken mo- Mich) zu dem alleinigen Zwecke, Mouchards aus den Reihen 5 Sozialisten zu werben. Im Jahre 1880 trat nun der Herr Muraire d'Alavöne mit Henry Bauer(ein echter deutscher Me) in Verbindung und fie machten gemeinsame Geschäfte. öfterer ist in Ungnade gefallen,(welches Schicksal in der Regel trifft, welche sich in solcher Weise erniedrigt haben) und "lch London geflüchtet, von wo aus er seinen ehemaligen Spieß- hellen Henry Bauer ans Messer geliefert hat.— Im Anschluß wan hat der Vorstand des Vereins republikanischer Jour- �listen entschieden, daß die Behauptungen, derselbe habe für �eld der Regierung Berichte über die Vorgänge in seiner ehe- Öligen(revolutionären) Partei erstattet und für Geld fich in der Pari- F Vorstadt Petit Montrouge zur Gemeinderathswahl als radikaler Bewerber aufstellen lassen, um die Radikalen zu Gunsten des �zierungsfreundlichen Kandidaten zu spalten, grundlos bezw. �erwiesen seien. Von Bauer selbst sei andererseits anerkannt, # er Geld von der Regierung angenommen habe, um eine Leitung in regierungsfreundlichem Sinne zu gründen und Vor- in gleichem Sinne in der Provinz zu halten. Dies sei Wr tadelnswerth, falle aber nicht unter die Anwendung der Stuten(Ausweisungsparagraph). Der Abg. Millerand, Re- Ätt der„Justice", hat infolge dieses Beschlusses dem Vor- hfzW Vereins ein Schreiben zugesandt, in welchem er aus Entscheidung des Vorstandes folgert, daß nach dessen Mei- die Annahme von Geld aus uneingestandener Quelle zu Zwecke, gewisse Meinungen mit Wort und Schrift zu ver- rütgen, der persönlichen Ehre eines Journalisten keinen Ab- thue und daher auch die Anwendung des Ausstoßungs- Magraphen nicht nach fich ziehe. Da er diese Anschauungsweise nicht theilen könne, so zeige er mit Be- Nuern stinen Austritt aus dem Fachveiein republikanischer �rnalisten an. Amerika. . Ueber die politischen Verhältnisse der amerikanischen Ar- bringt die„Voss. Ztg." folgenden eingehenden Bericht: Gährung in der hiesigen Arbeiterbewegung treibt immer Wunderlichere Blasen. Wir haben hier jetzt nicht weniger als oPen„Arbeiterparteien". Zwei davon, die„Union Labor Purty" und die„Central Labor Party", find politifirende Ge- .Mschastsgruppen, welche bisher noch nie selbstständig vorgingen, �den���Axorgismu�m�ven�ozialisnm �ischenzeit vollständig erbolt und jede Schwäche nieder- »Dampft hatte. Sie trank allerdings ein Glas Wasser, %% sie schien jetzt vollkommen ruhig und gefaßt. Das -"Asimmste war auch eigentlich überstanden, das Geständniß abgelegt, das Geheimniß gebrochen, und jetzt blieb ihr 'ur noch übrig, die nöthige Aufklärung über das Einzelne . geben, und das mußte ihr leicht werden, denn sie sprach nur die reine, lautere Wahrheit. .„Sie haben mir da vorher, meine liebe Frau Bau- "»nn," begann der Staatsanwalt jetzt— denn er wollte allen Dingen die Thatsache konstatirt haben—„eine .Underbare Eröffnung gemacht, in der ich Sie noch einmal j Ugen muß, ob ich �ie auch richtig verstanden habe. Sie >gten nämlich, daß Ihr Sohn— Sie meinten damit den �«edrich Baumann, nicht wahr?" »Ja, Herr Staatsanwalt." L,»Nicht Ihr Sohn, sondern der des Barons von Wen- kheim wäre.. Ist das richtig?" »Ja, Herr Staatsanwalt." l.»Merkwürdig— und weiß der Baron von Mendels- davon?" »Nein, Herr Staatsanwalt." »Er weiß es nicht?" rief der Mann erstaunt. »Nein, Herr Staatsanwalt." L.."Aber wie ist das möglich? Wußte eS denn seme ver- Frau?" L»Eben so wenig; sie würde sich eher daS Herz aus � Leibe, als ihr eigenes Kind haben nehmen lassen. ,»Dann muß ich Ihnen aber gestehen, daß ich Ihre Angabe nicht begreife, beste Frau, denn wenn beide L'3* nichts davon wissen, sagen Sie mir wie eS CV'Pend möglich ist, einen derartigen Tausch- denn uns hin läuft doch das Ganze hinaus— vorzunehmen?" »Und doch ist es wahr," nickte ruhig die Frau. ÜT"" Sie mich aber anhören wollen, so werde ich C* alles erklären- alles- und dann- möchte ich itÄ um die Schande nicht zu erleben, d,e mich be- 'eN Muß" \"2ch bin wirklich begierig," sagte Witte„denn ich gebe � wein Wort, daß ich es nicht begreife. nachdem gerade die eine oder andere Richtung in denselben über die Mehrheit verfügte. Es ist das in den einzelnen Staaten meist sehr verschieden gewesen. Kurz vor den letzten Staatswahlen gründeten die gemäßigteren Sozialisten die„Pro-. gresfive Labor Party"; sie sollte alle fortgeschrittenen Elemente in der Arbeiterbewegung gegen Henry George vereinigen, was aber nicht gelang. Von der„Progr. Lab. Part." hört man seit- dem nur selten noch etwas. Ergänzend sei bemerkt, daß die namhaftesten Sozialistenführer, welche in der„Sozialistischen Arbeiterpartei" den Stützpünkt ihrer Agitationsthätigkeit haben, der neuen Gründung von vornherein feindlich gegenüber standen. Der Mißerfolg der„Progr. Lab. Part." hat indessen von ähnlichen Versuchen nicht abgeschreckt. In Chikago, St. Louis und an anderen Orlen der Mitte haben vielmehr Sozialisten, fortgeschrittene Arbeitsritter und Gewerkschafter eine„Radical Labor Party" gebildet, und zwar um zu verhindern, daß bei den kommenden Wahlen noch namhafte Aibeiterm äffen den Fahnen George's und Mc. Glvnn's folgen, oder mit andern Worten gesagt, den beiden alten Parteien fich anschließen. Denn der Georgismus hat dahin gefühtt, daß die den genannten Männern noch Folge leistenden Arbeiter und Kleinbürger fich anschicken, die eine oder die andere der beiden alten Parreien zu unterstützen, sofern von derselben für Freihandel oder Schutzzoll eingetreten wird. Hier- nach ist die von George in Verbindung mit den Sozialisten unter so vielversprechenden Anzeichen gegründete„United Labor fatty" jetzt in zwei unselbstständige, einander bitter bekämpfende raklionen zerfallen: in die freihändlerische unter Henrv George, und in die schutzzöllnensche unter Mac Glynn. Die elftere schließt fich den Demokraten, die letztere den Republikanern an. George, der„große Landprophet" oder der„amerikanische Lassalle", wie man ihn nannte, und Mac Glynn, der katho- lische Priester, der fich um seiner sozialpoMschm Misston willen vom Papste in den Kirchenbann thun ließ, haben fich also schließlich in gewöhnliche„Maschinenpolititer" verwandelt. Die Hoffnungen, welche die amerikanische Arbeiterschaft an ihre Namen knüpfte, find enttäuscht worden, und die Verwirrung unter denMassen ist größer denn zuvor. Da haben wir eine„sozialistische",„fort- schnttliche" und„radikale" Arbeiterpartei, eine„Arbeiter Ver- einigungs-" und eine„zentrale" Arbeiterpartei, endlich zwei „vereinigte" Arbeiterparteien, gar nicht zu reden von den wirth- schastlichen Organisationen und den anarchistischen Gruppen. Die Arbeiter als„Klasse" werden hier infolge ihrer Uneinigkeit auf lange hinaus keinen nennenswerthen Einfluß auf den Gang der Staatsmaschine auszuüben im Stande sein. Schwer wiegt auch der moralische Umstand, daß der glänzende Anlauf, mit dem George seine Laufbahn begann, eine Schaar von Berufs- Politikern der bedenklichsten Sötte anlockte und mit der Arbeiter- bewegung verquickte. Sie waren es recht eigentlich, die den Zerfall der„Bereinigten Ardeiterpartei" verschuldeten, und wie sie die Urheber der heute henschenden allgemeinen Verwirrung find, so werden fie wohl noch lange dafür zu sorgen wissen, daß der amenkanischen Arbeiterbewegung Einheitlichkeit vorenthalten bleibt.— Im Anschluß an die vorstehenden Mittheilungen sei noch auf eine Erscheinung aufmerksam gemacht, die neuerdings immer deutlicher auf dem Flügel der Sozialrevolutionäre auftritt. Die sogenannten Anarchisten wer- den wahrnehmbar mäßiger, und der Augenblick dürfte nicht gar zu ferne sein, wo fie ihre Wiedervereinigung mit den Sozialisten vollziehen werden. So ist z. B. die früher von dem inzwischen Hingerichteten bezw. zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten Anarchisten Spies unv Schwab herausgegebene„Arbeiterzeitung" in Chikago so weit nach rechts abgeschwenkt, daß man fie heute unmöglich noch ein anarchistisches Blatt nennen kann. Dasselbe gilt von dem in Detroit, Mich., erscheinenden„Armen Teufel", dessen Redatteur ein früherer deutscher Theologe, Namens Robert Reitze!, ist. Ferner nimmt die„anarchistische"„Parole" in St. Louis an der„Radical Labor Patty" Theil, was wohl mit der neuerlichen allgemeinen Haltung der„Parole", aber nicht mit den anarchistischen Prinzipien vereinbar ist. Endlich ist die Most'sche„Freiheit" in letzter Zeit so zahm geworden, daß sich kaum sagen läßt, wodurch das Blatt fich von einem gewöhn- lichen sozialistischen unterscheidet. Auch hält Most Reden, von denen die sozialdemokratische„New-Norker Volksztg." behauptet, daß fie„sozialdemokratisch" seien, während andererseits die „Freiheit" den Hauptwottführer der Sozialisten, Schewitsch, rückhaltlos als Gefinnungsgenossen begrüßt. Die Anarchisterei scheint somit, hier zu Lande wenigstens, ihrem baldigen Ende entgegen zu gehen. Afrika. Von Tanger wird berichtet, daß die maurischen Behörden das Haus eines Schutzbefohlenen des Konsulats der Vereinigten Staaten angegriffen haben. Der Schutzbefohlene entkam, aber einige Frauen und Kinder wurden gefangen genommen und ins Gefängniß gesteckt. Das Haus wurde konfiszitt. Der General- konsul der Vereinigten Staaten ist entrüstet. Die amerikanische Fregatte„Enterprise" wird in Bälde erwartet, um Reklamation zu fordern. Die Beamten des Sultans bleiben einstwellen hart- näckig. „Sie wissen, welche Klausel das Testament hat, das in den nächsten Tagen fällig sein muß," sagte die Frau. „Darüber beruhigen Sie sich' ich habe mich mit der verwünschten Geschichte so viel uno bis jetzt so nutzlos be- schäftigt, daß ich den Gegenstand durch und durch und bis in seine kleinsten Einzelheiten kenne." „Der Baron von Wendelsheim, wie mir meine Schwester, des Schuhmachers Hebberger Frau, sagte, hatte Angst, daß ihm kein Knabe, sondern ein Mädchen geboren würde, wonach die Erbschaft für ihn verloren gewesen wäre, und meine Schwester ist eine kluge, aber eine böse Frau. Der alte Baron zog sie zu Rathe, und sie wußte Rath. Mir sollte damals das erste Kind geboren werden, und sie war täglich um mich. Es ging unS noch knapp— wir mußten uns mühsam durchhelfen, um nur das tägliche Brot zu gewinnen. Baumann war ein junger Mensch, der damals erst anfing, selbstständig zu werden; eS reichte hier und da nicht aus, und ich sah für daS Kind, das ich erwartete, nur bittere Roth und Sorge. Und doch war ich ehrgeizig. Ich wußte, was Baumann für ein geschickter, braver Mann sei, wie er getrost den ersten an die Seite treten konnte, und wie doch andere immer wieder durch Protektion oder andere Vergünstigung die Arbeit bekamen, die er hätte eben so billig, und viel, viel besser und tüchtiger liefern können. DaS fraß mir in's Herz— aber das nicht allein, auch eine Sünde, die sich meiner bemächttgt hatte: ich war eitel— ich ärgerte mich, wenn andere Handwerkerfrauen besser und vornehmer gekleidet gingen, als ich, und der böse Feind ge- wann seine Macht über mich." (Fottsetzung folgt.) Aus Kunst und Zeven. Gi»« Melt i« Klef«»«. Sowohl eßbare als giftige Schwämme find die Wohnfitze einer Menge von kleinen und winzigen Thierchen, die der Mensch beim Genüsse roher Schwämme unbewußt verzehrt. Inwieweit dieser Genuß schädlich auf die Gesundheit des Menschen wirkt, schreibt F. Riehl in einem Auf- satze, den wir der„Natur" entnehmen, muß ich dem Uttheile der Aerzte überlassen. Daß die Festsetzung dieser kleinen Lebe- Kereiue uuv Nerfummlunge». Der Kanitätsverrin für Arbeiter beiderlei Geschlechts«eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 85, Berlin) hielt in Scheffer's Saal, Jnselstr. 10, seine achte Generalversammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Jahresbericht über die Thätigkeil des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des Gesammt- Vorstandes. 4. Verschiedenes. Der Jahresbericht wurde vom Schriftführer verlesen und von der Versammlung genehmigt. Der erste Kasfirer Herr Matz erstattete alsdann den Kassenbericht pro 1887, aus welchem hervorging, daß die Gesammteinnahme mkl. Bestand vom 31. Dezember 1886 3890 M. 19 Pf. betrug, die Gesammtausgabe 2365 M. 12 Pf.; mithin verblieb am 31. Dezember 1887 ein Kaffenbestand von 1025 M. 7 Pf. Dem Kasfirer wurde Decharae ertheilt. Bei der Vorstandswahl wurden die Herren Paul Hundt, Britzer- sttaße 46, als erster Vorsitzender; Karl Matz, Oranienstr. 166, als erster Kasfirer; Gustav Koopmann, Wollinerstr. 69, als erster Schriftführer; als Stellvertreter die Herren Kreuter, Julius Dietrich und Lau und als Revisoren die Herren Schmidt, Weiße und Haspel gewählt: ferner zu Ausschußmitgliedern die Henen Gustav Dietrich, Jepsohn, Schmidt, Hoffmann und Baresel. Hierauf wurde beschlossen, alle 4 Wochen eine öffent- liche Versammlung zur Agitation für den Sanitäts-Verein ein- zuberufen. Ferner wurde beschlossen, daß Kinder, die das 15. Lebensjahr überschritten haben, als selbstständige Mitglieder auftreten, jedoch kein Einschreibegeld zu zahlen, sondern nur für das Quittungsbuch 20 Pfg. zu entrichten haben. Der Vorstand macht bekannt, daß Votträge in Gewerkschaftsversammlungen, Fackvereinen und in denQuattalsversammlungen det freien ein- aeschttebenen Hilfskassen unentgeltlich von nachstehenden Vor» standsmitgliedern des Sanitäts-Vereins über Zweck und Ziele desselben gehalten werden: Paul Hundt. Britzerstr. 46; Carl Matz, Oranienstraße>66; Gustav Koopmann, Wolliner- straße 69 und Julius Dietrich, Fürstenbergerstraße 10. Der Lachverein der Mlrtallfchranben-, Larondreher und Berufsgenossen Berlins hielt am 11. März im Königstadt- Kafino, Holzmarktstraße 72, seine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Hat eine Statistik über unsere Ar- beits- und Lohnverhällnisse stattzufinden? 2. Berichterstattung des Bibliothekars. 3. Vereinsangelegenhciten. Zu Punkt 1 der Tagesordnung führte Herr Prüfert aus, daß es zweckmäßig wäre, wenn die Fachkommisston einen größeren Einblick in den Werkstätten hätte, um etwaigen Vorkommnissen in denselben besser entgegen treten zu können, was nur möglich wäre, wenn eine Statistik über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in sämmt- lichen Werkstätten ausgearbeitet würde. Durch die Ausbildung der„Neulinge� und jugendlichen Arbeiter, sowie durch die Zustände in einzelnen Werkstätten würden die Fach- genossen sehr geschädigt. Hierauf wurde beschlossen, daß den Vertrauensmännem Fragebogen zur Ausarbeitung der Statistik zugestellt werden sollen. Zu Punkt 2 der Tages- ordnung erstattete Herr Hecht Bericht über die Bibliothek und wurde beschlossen, die Bibliothek durch Anschaffung neuer Werke zu vervollständigen. Hierauf sprach Herr Wille über die Lohn- Verhältnisse bei der Firma Scherler. Diese Angelegenheit soll der Fachkommisston überwiesen werden. Ferner theilte der Vor« fitzende mit, daß unser Vereinsvergnügen am 18 März in Kelletts Salon nicht stattfinden kann. Es wurde bcichOgrn. dasselbe nach der nächsten Generalversammlung zu veranstaltet�' Darauf wurde die Versammlung geschlossen. Gesang-, Turn-«nd gesellige Derein» am Mittwoch. Männergesangverein„Jugendlust" Abends 8t Uhr im Restarant Passod, Gartenstr. 162.— Äännergesangverein„Cäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikersttaße 127».— Gesangverein »Männerchor Linde" Abends 8'. Ubr im Restaurant Haller, Naunynsttaße 70.— Männergesangverein„Sangesfrcunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Äusehold, Lanosbergerstraße 31 — Lübecksscher Turnverein(1. Lehrlings-Äbtheilungs Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57 58.— Turnverein„Wedding", Pankstraße 9. Männer- Abtheilung von 8% bis 10!, Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlinas- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Schlefischer Verein„Holter" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannstr. 33.— Wissenschaftlicher Ver- ein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauserstraße 42, Unterncht und Uebungsstunde. — Roller'scher Stenographenverein„Süd-Berlin". Abends 8t Uhr im Restaurant Pttnzenstr. 97 Sitzung und Uebungsstunde. — Arends'scher Stenographenverein„Amicitia" Abends 3 k Uhr im Restaurant Behrends, Schönebcrgerstraße 6.— Arends'scher Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant „Wilhelmsgatten", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmarm, Kurfürstensttaße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Ähends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickerstraße 191.— Rauchklub„Havanna 80" Abends 8j Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichenbcrgerstraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Pttnzenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 8t Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27. wesen in den inneren menschlichen Organen eine Störung hervorrufen muß, erscheint mir unbezweifelt; manche lang ver- kannte oder nie erkannte Krankheit mag damit in Beziehung stehen. Die Heilkunde kennt so manche Fälle, aus denen her« vorgeht, daß fich in und am menschlichen Körper namentlich Fliegenlarven entwickelt haben, unter langsamem und schwerem Sicchthum des davon Heimgesuchten. Es ist deshalb durchaus und dringend vom Genüsse roher Schwämme adzurathen und» deren Zubereitung durch Kochen zu empfehlen, welches, wenn es auch die Thiers nicht vollständig aus den Schwämmen zu entfemen vermag, dennoch deren Leben tödtet. Um sich cinBild des thienschen Lebens eines Schwammes zu entwerfen, nehme man etwa Ende Mai einen an Birn- und Aepfelbäumen häufig wachsenden Schwamm ab, den?olvporu» citrinus, und lege ihn in ein Glas, das man einfach mit Papier zubindet. Dieser Schwamm eignet fich seiner Hätte und Konfistenz wegen besser zu einer dauernden Konservirung, als andere auf nassem Boden wachsende Genossen. Besptttzt man ihn von vier zu vier Wochen leicht mit etwaö Wasser, so ist damit alles geschehen, was Schwamm und Be« wohner zu ihrer Erhaltung bedürfen. Mit dem Tage des Ein- legens, und bis gegen November, dann wieder im Frühling und Sommer, wird der Beobachter die Entwickelung einer Thierwelt vor sich gehen sehen, von der er bis jetzt kaum eine Ahnung hatte. Hunderte von Insekten der verschiedensten Atten er- scheinen vor seinen Blicken, er befitzt ein Terrattum im Kleinen, kosten- und mühelos angeschafft und ebenso unterhaltend. Das Leben in diesem kleinen Terrattum ist ein sehr bewegtes, vorherrschend friedliches, neue Generationen er« zeugen sich, und man gewinnt ein Bild im Haushalte der Natur im Kleinen, das sich in großen Zügen überhaupt auf die Natur anwenden läßt. Größere Terratten mit größeren Be« wohnem sind kostspielig anzulegen und kostspielig zu unterhatten, und wenn sie auch dem Auge momentan mehr Reiz zu ge- währen scheinen, so wiegt das die öftere Neuanschaffung der Thiere, das wiederholte Reinigen reichlich auf; an Belehrung bieten sie nicht mehr, als diese einfache Vorttchwng. Deutschland» stärkste Eiche soll sich auf dem zwei Meilen nördlich von Elbing am Frischen Haff gelegenen Ritter- gut Kadien befinden. Dieser Riesenbaum hat einen mittleren »tammumfang von 9,36 Meter, ist im Innern hohl und durch eine Thür abgespertt. Der Hohlraum ist so groß, daß eine aus 35 elf- bis zwölfjährigen Knaben bestehende Klasse einer Schule bequem in demselben Platz fand. Diese merkwürdige Eiche prangt jährlich noch in- vollem Laubschmuck, und es ist anzu- nehmen, daß dieselbe noch längere Zeit erhalten bleibt. Wegen großer baulicher Veränderung unserer Lokalitaten sehen wir uns veranlaßt, einen Kgi. PmifeS, 178. Klassen-Lotterie. Ml. Ausverkauf Die Ziehnng I. ClftS'-e beginnt am 8. April; hienu empfehle Antheile: 55 M., V. 27i M.,>/« 13,75 M,•/, 7 M., Vi. 6 M., Vi, 3.75 M,«/» 3 M.,-/». 2 M,'/« 1,60 M,'.'m 1,10 M, Amtliche Listen für alle 4 Classen 1 M. Bei Vorauszahlung für alle 4 Classen kosten Anth. 1, 220 M., � 110 M., Vi 55 M.,', 27% M,, l/i. 24 M., t/ie 15 M,'/ao 12 M.,'/jj 7,50 M.,'Uo 6 M., 4M.— Bei d. 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M., Nachmittags 3& Uhr, von der Leichenhalle des St. Mar- kuskirchhof bei?teu-Wilhelmsdcrg, Landsberger Chaussee, statt.[552 Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorst and. nach ater und Gottlad Todes>Anzelße, Sonntag, den 11. d., entschlief | i langem Krankenlager unser geliebter Großvater, der Arbeiter Johann Ktengert, im Alter von 82 Jahren. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. d., 3 Uhr Zlachm., von der Leichenhalle des Zions- kirchhoses in Weißensce aus statt.[549 Die trauernden Hinterbliebenen. Gr. öffentliche Uersammlung öer Kackirer«ller Kranche« Kerlins und Umgegend am Mittwoch, den 14. d.'M., Abends 8� Uhr, in Jordan'» Fokal, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhand- lungen mit den Meistern. 2. Endgiltige Be- schlußfassung zu dem von der Kommtsston aus- gearbeiteten Tarif.[551 Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Die Komwisston. Heinr. Rautenhaus. ag» 1«r. 9 M.- 10* KslBer-PanoraB»*- Neu! Zum ersten Male! II. Abtheilung Konstantinop«'' 2. 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Ihr Charakter lebt sich ans der Art des Schnees, der hier in Bewegurg tzt wird. Der trockene Schnee nämlich liegt ganz locker und auf, so daß er leicht verweht wird und sich in Spiel und g") ergeht, bis er in einer Vertiefung, hinter Gebüsch, ?aaern, Zäunen, zur Ruhe kommt. Hochgehende Winde wie ? Föhn können den spezifisch leichten, viel Lust führenden Mee von den Bergspiyen unv Gräben nur als herrlich weiße, Mend Formen annehmende Wolken in das Freie hinaus zer- Kwwn. Solche Schneegestöber, in denen eine Wanderung Men der Verwehung der Wege und des Anprallens zahlloser «kr Eisstyställchen sehr gefährlich werden kann, hängen mit einen starken Luftströmungen zusammen und tragen oft rj* Gegenstände, wie Baumblätter, aus den Thälern viele Mend Meter weit fort und in die Höhen der Gletscher hinauf. JJ® eine größere Masse trockenen Schnees auf eine steilere. Fehstionsarme und ungeschützte Bergwand, so geräth sie aus xsielben leicht in Bewegung und reißt die Schneeschichten, die m Wege trifft, mit sich. Der geringste äußere Druck, te Lufterschültemng vermag die schlafende Lawine zu Ein durch eine Schneewand Watender kann die Ur- P* eines mächtigen Lawinensturzes werden, der Tritt j"* Gemse kann ebenso verhängnißvoll sein. Da ?�>sen und Füchse vielfach im Lawinenschnee gefunden rwen, so muß man annehmen, daß der in vielen Mert Fällen sich als fast untrüglich erweisende, wunderbare, J�Mche Instinkt dem armen Geschöpfe die Lawinengefahr nicht . subeuten vermag. Das Einstürzen eines kleinen Schnee- !™fes in der Höhe, das Fallen geringer Schnecmassen von Ä Tannenästcn ober der Eiszapfen von den Felsen auf die � Gedecke— das alles kann unter entsprechenden Verhältnissen J �ildung eines Schneezylinders verursachen, der rapid an- «wellend zum Sturze einer Lawine Anlaß geben kann. Häufig M'eht solches bei stürmischer Witterung. Das Hinübersvringen Windes in eine andere Richtung ist ebenfalls im höchsten verhängnißvoll. Das Gleiche gilt von Erschütterungen 2" Bodens oder der Luft oder von beiden zusammen. Dt Mberst an den Abhängen bin durch die stille Welt der winter« Ken Oede— ein einziger Ruf, ein Pfiff, das Glöcklein deines ?erdes kann die Lawme rufen. In Davos wurde beim Läuten Kirch englocken schon mehrmals der Sturz mehrerer Lawinen Machtet: die Säumer verstopften an lawinengefährlichcn All-n ihren Pferden die Glocken und gingen schweigend durch �Revier: im Kanton Schwyz schalt ein Vater seine Kinder, fy bei verdächtigem Wetter die Thülen stark zugeschlagen. QNd noch leichter aber werden die schlummernden Lawinen ' au �vdenerschütterungen geweckt, wie fich dies beim Wunder- iutint Gottbardbahn gezeigt, wo durch das Sprengen im ti- ntl die Lawinen von allen Abhängen der nachbarlichen donnernd niederfielen. Auch bei ganz wind- ioiks-n �?kttcr, wenn selbst die Flamme eines Lichtes nicht 'S""üröe,»kann die Lawinengefahr eine große sein, und für �Ortschaften, deren gefährdete Theile bei starkem Schnee- »q'��brend ruhiger Lust, von den Einwohnern verlassen ijz ,"> der ruhig fallende Schnee vermag sich an solchen Osten kna[0S kiner bedeutenden Schicht zu erhalten und bricht fiiiew'S...? Bewegung gerathene Schneefeld rutscht zuerst in �s.ucke fort, dann theilt fich seine Bewegung den ticfern ' hie Masse stürzt über, zerstiebt, therlt sich. Die W,?chnee> heile bewegen fich mehr am Boden, die leich- Ä? stieben in Wolken in die Luft hinaus. Diese h«. i-Ancewolke preßt die Luft zusammen; das Dröhnen 'Mfpi».■ nö tufen kleinere Lawinen wach; bald ist die halbe k d-n n.ein rauchendes, sprühendes Chaos von Schneewolken, '�sttg des Stromes verhüllen und über die Wälver ln» w furchtbarer Schönheit. Die Schneemaffen wirken Cstg. n8e nicht so zerstörend wie der scharfe, der Lawine als vorauseilende Luftstrom, der in rasender Eile zu Thal % -gel (• re» verbot»«.) Gin altes Märchen in Briefen. Bon Hermann H e i b e r g. (Schluß.) H, Nr. 7. v n" et dem Geröll der Winter-Amüfements begraben Nasenspitze guckt noch unter dem Ber- ..r��lchutt hervor,—„ergreife" ich nicht die Feder, dst» ste bereit« zwischen Daumen und Zeigefinger «B? Dir endlich einmal wieder! %&( Fv.irst kaum glauben, wa« ich Dir melde und doch Z D>r so viele Körnchen Wahrheit mitzuthcilen, wie in �vvokatenschreibers Sandfaß Hineingeyen. S�ne Frau kam schon nach dem SommerauSfluge sehr Zurück, erzählte mit geläufiger Extrapost-Zunge, stfich., ste umschwärmt, bewundest, angesungen und an- %« filvz, ihr Herz vergiftet habe.— Ich chörte da« .Ner c n>'e kiuen Krankenbencht. Eine Mühle mahlt nicht Vilich''te steht auch einmal wiever still. Zch erlebe das ja \ if* kS blieb nicht bei den Reminiscenzen, die man, > r?rumen von damals", in ein Gedichtbuch legt, Ksti,.."�egann allerlei Correspondenzcn, und nicht nur mit er». �hlringe in den Ohren und Schleppen an den Kstl Z).??ss�u, sondern mit einem ausgewachsenen männ- »k Ae»,?/°uunen des Herrn von Adam-Paradies.-- eWtt o'r biese Nachahmung: berühmte Männer durch 4 llnf-r interessant zu machen. Zn erster Linie hat » Urvater darauf ein Recht! & mm drängt und mit dem stolzesten Wald umgeht, wie der Sturm- wind mit den Halmen des Feldes. Die ganze Luft ist von Krachen et füllt; das Aufprallen der mitgenssenen Felsstücke ver- ursacht die gewaltigsten Schläge dazwischen, die Felsen beben, die Gipfel leben im Donner auf, und die ganze Natur stimmt ein in die Gewaltrufe, in die wilden Stimmen des Vernichtungs- e.strs. Ein Rauchen der ganzen Bahn, die nachher als blank geschliffenes, glänzendes Bett hervortritt und durch Alpenweiden, Wälver und Wiesen bis ins Thal hinunter fich vestolgen läßt— dann endlich nach dem Donner der ungeheure, titanenhafte Schlag, ein unbeschreibliches Geächze und Gepolter, und es ist stille, denn das Ruhebett für die gigantische Masse ist gefunden.„Der sich ausbreitende, mit Riesenkräften wachsende, wafferfallgleich über die Felswände stürzende, hoch- aufrauchende Strom, wie er fich oft theilt und wieder vereinigt, die Seitenarme aufnimmt, ein wallendes, fluthenves, glänzendes Meer in pfeilschnellem Schusse mit allen weitreichenden Seiten Wirkungen— so schildert Fr. v. Tschudi dm Vorgang— gewährt ein unbeschreiblich großastiges Bild. Wenige Minuten, und die Tochter der Hochalp liegt nach einem schauerlichen Tanze friedlich und bewegungslos in der Thalwanne. Einen Fall von vier- bis fünftausend Fuß hat fie in fiegreichem Donnergange zurückgelegt und ihren Leib majestätisch in die fliegenden weißen Gewänder gehüllt, um bald im Schooße des Thalbettes mit ge. lösten Gliedem zu ruhen." Wehe dem Menschen, der von ihrm Gewändern eingehüllt wird! Indessen sind viele Fälle bekannt geworden, in denen die Erschrockenen nach vier- bis fünfhundert Meter weiter Luft- reise unversehst niedergesetzt wurden. Lawinenstaub wird bei solcher Gelegenheit bis viertausend Meter weit ins Thal hinaus- getrieben. Verengt fich das Thal, durch welches die Lawine hindurch wüthet, so ist der Luftdruck um so mächtiger, die Wirkung um so zerstörender. Der Luftzug schießt seiner ganzen Breite nach über die unten liegen bleibende Schncemasse hinaus und spstngt oft zur andern Thalwand hinüber, wo er noch eine Strecke Waldes zu knicken vermag. Der Streifen, in welchem der Lufstrom daher zieht, ist ziemlich scharf begrenzt, also daß außerhalb dieser Linien kaum ein Ast ins Schwanken geräth. Noch draußen im Thale zittem die Häuser und stürzen Kamine von der gewaltigen Bewegung der Luft, der Staublawinenschnec aber dringt durch die feinsten Ritzen maffen- Haft in die Stelle und Häuser, die Haare der Pferde bedeckend, bis die Thiere wie gepudert aussehen, oder sich in wollenen Kleidern derast festsetzend, daß das Ausbüstten destelben zur Unmöglichkeit wird. Eine besondere Ast der StaMawinen find die zuerst von Coap unterschiedenen Oberlawinen, welche fich in Zeiten bilden, in welchen die Oberfläche des Schnees abwechselnd auftaut, schmilzt und dann wieder zu einer hasten Firnkrustc fich verfestigt. Der frischgefallene Schnee bleibt auf der glatten Fläche nicht haften, sondern stürzt bald als Staudlawine in die Tiefe. Die Grundlawinen(ital. avalaughe co'de), auch Schlaglawinen genannt, rutschen vom Grundweg ab und wirken Haupt- sächlich durch das Aufschlagen. Die größeren unter ihnen gehen ziemlich regelmäßig in destimmten Tagesstunden nieder, je nach der Lage der Bergabhänge; an östlichen Gehängen in den letzten Stunden des Vormittags, an westlichen von drei bis sechs Uhr Nachmittags, an den nördlichen wieder später, als an den süd- lichen. Die Schneemasse, welche das Matestal für die Grund- lawinen abgiebt, besteht vorzugsweise aus dem sogenannten nassen Schnee, der fich leicht ballt und an den Gegenständen haften bleibt. In ihm hat ein Schmelzprozeß begonnm, wes- wegen er fich bald lägest. Er enthält wenig Luft eingeschlossen. Die Schneemassen der Grundlawinen üben lange nicht den ungeheuren Druck auf die Lust aus, wie die der Staub- lawinen; es ist ein sich ballender, rutschender Schneestrom, dessen Fostpflanzungsgeschwindigkeit trotz des größeren spezifi- schen Gewichtes wegen der starken Reibung am Boden eine geringere ist. Auch hier kommen größere Massen bei der ge- stngsten Veranlassung in Bewegung. Der erweichte Boden er- laubt den tiefern Schneefeldern, in innigern Zusammenhang mit den unterhöhlten, wasserdurchsteselten, ins Rutschen gerathenen Strecken zu treten; neue Schnceschichten werden mitgenffen, die Massen geballt, zu Kugeln abgedreht� zu Rotationsellipsoiden, Scheiben oder Zylindern geformt; steine, Erde, Blöcke und Schutt gesellen fich der Stürzenden zu, und Alles rast unter lautem Donnerlrachen die Abhänge hinunter, in Kessel oder auf Weideplätze, wo der müde Ricsenleib fich Hinstreckt, eine unförmliche Masse bleibend bis in den Sommer hinein und oft Aufstellung ihrer Schwester Photographie auf meinem Schreibtische mindestens rücksichtslos. Es gab auch zwischen diesen beiden sehr ernste Erörterungen. Die Schwestern schieden mit einer Freundschaft, die an die schönen Be- ziehungen der Montecchi Capuletti erinnerten. Und was weiter folgte? Meine Frau, meine einstige stille, häusliche Frau hat der Vergnügungsteufel erfaßt. Ich höre nur von Roben und Spitzen, Soireen, Diners, Bällen; Verwünschungen gegen Schneider dringen täglich an mein Ohr, und wenn die Klingel ertönt, steht ein Mensch mit einer quitstrten Rechnung über Blumen, Handschuhe, Fächer, Fuhrwest und sonstiges Gesellschaftsbeiwerk draußen. Wo ist die schöne Zeit geblieben, irr der Rosen und Granatblüthen dufteten, kleine Vögel zwitschesten und die Silberquellen unserer glücklichen Uebereinstimmung rauschten!? Wir gingen durch einsame schattige Gänge und fanden diese abgeschlossene Welt schöner, als den Besitz der Karolinen und angrenzenden Meere. Vorbei! Und glaube nicht, daß meine Frau noch zu kuriren ist. Ich legte ihr die moralistischsten Bücher aufden Nacht- tisch, sprach mit ihr in bewegtesten, eindringendsten Worten und erinnerte sie, was wir uns gelobt und geschworen. Sie nickte nur mit dem Kopfe und erwiderte: sie sei fast den ganzen Tag allein, habe keine Kinder, füble sich zu jung, um ein Klosterleben zu führen und finde meinen HauSrockpassionengeschmack lieblos und egoistisch. Außerdem bewies sie mir, daß ich mich in Ueber- treibungen erginge. Wir brauchten nicht einen Pfennig mehr, als früher. Ein wenig Geselligkeit wünsche sich jede Frau und aus mir rede nur jene Hypochondrie, welche über- Haupt daS Erbtheil meiner Familie sei.— Mit vollkommener Apathie begegnet sie allen meinen Bitten und Befehlen und schon duldet sie meine Zästlich- leiten, statt sie zu erwidern. Ja, sage mir, Freund, ist daS alles möglich? Bin ich in einem Traum, oder sah ich nur bisher nicht den täglich wechselnden Kleiderschmuck des Lebens? Daja ist nicht wieder zu uns gekommen. Meine Frau nicht gänzlich abschmelzend bis zur warmen Zeit des nächsten Jahres. Bleiben die Massen in einem Flußbette stecken, so bildet der aus seinen Eisbanden befreite Bach einen See und stürzt dann, nachdem er die Schneemauer durchfressen, über- schwemmend ins sorgenvolle Thal hinab. Bei kalter Witterung unv besonderen Bodenverhältnissen aber kann ein drückenastiges Gewölbe besteben bleiben bis in's nächste Frühjahr hinein, wo es zusammenstürzt. Die Bewegung der Lawinen ist, wie Heim gezeigt, vorwiegend ein Fließen und daher von der Bewegung der Felsbergstürzen und Sturzbächen wenig verschieden. Die Geschwindigkeit der Bewegung ist bedeutend geringer als bei Bergsturzen, da das spezifische Gewicht des Materials ein geringeres ist. Wie bei einem Flusse oder einem Gletscher ist die Geschwindigkeit in der Mitte der Bahn am größten, weil die Reibung hier einen kleirtkrn Betrag erreicht als an den Seiten. Die innere Gruppimng der Maffentheile einer Grundlawine geschieht in Rotationseinheiten mit der Horizontalare senkecht auf der Bewegungsrichtung stehend, so daß dadurch die größte Fließgeschwindigkeit ermöglicht wird» wie bei allen Strömen, wo einzelne kleinere oder größere Thefle in fich selbst starr find. Bei den Staublawinen entsteht eine innere Ballensttuktur. Den abgelagetten Schneeschutt kann man Lawincnkegel nennen; der Schnee desselben ist eine eisenharte, ganz durchballte gerüttelte und geknetete Masse. Die Dichtig- leit ist jedoch in den verschiedenen Partien keine gleichartige. Es giebt Lawinenkegel von zwanzig bis vierzig Meter Höhe und über vierhundert Meter Länge Man findet in ihnen Höhlungen und Spalten, die fich beim Abschmelzen erweitern» und Räume mit stalakliten- und stalagmitenartia von Schnee- zäpfchen bedeckten Decken und Böden. Beim Abschmelzen der Lawinenkegel, welches langsam vor fich geht, bleiben oft die bi- zarrsten Gestalten für eine Zeit lang bestehen, es bilden fich Lawinentische, bei denen eine Schneesäule mit einem darauf- liegenden Steinblocke stehen bleibt, oder Erdpsttamiden, wenn Scknee und Erde ähnliche Form annehmen können, oder eS entstehen Längswälle, deren Gestalt den Moränenwellen des Gletschers nicht unähnlich ist. Die von Lawinen Verschütteten erhalten den schrecklichsten Kerker zu ihrem traurigen Aufenthalte. Der Druck auf den Körper ist im Moment des Stillstandes der Lawine so stark, daß der Begrabene erdrückt zu werden wähnt, dabei vernimmt er ein eigentbümlickes lviischentes Geräusch, das die Schrecken der Situation, die unendliche Bangigkeit noch zu erhöhen scheint. Der von einer Lawine Verschüttete Höst in der Tiefe jedes Wort, das von seinen ihn aufsuchenden, Gefahr verachtenden Freunden außen gesprochen wird, während sein ängstlicher Hilferuf nicht einmal durch eine nur wenige Fuß dicke Schneedecke zu dringen vermag. Die Schallwellen im engen Schnecgefängnisse können fich nämlich so wenig ausbreiten, daß der Ton nicht nach oben dringen kann. Das leichte Hören unter der Schneedecke oder unter dcr Erde erklärt fich aber leicht aus dem Umstände, daß die Schallwellen die durch den Ruf von außen verursacht wurden, die Luft in stark vibrirende Bewegung versetzen und daß die letztere dem Schnee mitgetheilt wird, welcher den Unglücklichen bedeckt. Der das Ohr ganz nahe an den vibrirenden Körper liegt, so ver- nimmt er auch das Geräusch in seiner Schärf«; er ist im gleichen Falle wie der, der auf große Entfernungen zu hören wünschend, sein Ohr an den Erdboden legt. Im Sommer schmilzt dann der Lawinenkcael größtentheils weg, es entströmen seinem Gebiete rieselnde Wasser oder auch verheerende Fluthen, und es können für das Alpenthal neue Gefahren entstehen. Aber die Lawine ist doch nicht geschworene Feindin alles Lebens; auch hier überzieht ein junges Leben bald dm Tod mit grünem Frühlmgsschimmer. „Da liegt ste. überragt von Erlen, Bleich auf der Matte jungem Grün, Und weint befruchtend ihre Perlen Allmälig sterbend d'rüber hin." Im nächsten Sommer fiedelt fich an der Stelle, wo die frostige Lawine gelegen, ein mannigfaltiges Leben an. Viele Tausende von Jusekleneiern, Larven, Würmern und Alpen- pflanzensamen, die im Bette des Lawinenzuges fich an- gefiedelt, werden durch die Lawinen von einer Region in die andere gebracht, und die Wärme, die ste erbarmungsvoll aus den Gräbern sucht, erweckt sie an dcr neuen Oberfläche oder im Schöße der fruchtbaren Erde zu neuem Sein. So ge- lang«n z. B. höhere Alpenpflanzen hinab in größere Tiefen» so dürfen wir unten in den Thälern die lieblichen Blüthen des erklärte, sie habe mich ihr entfremdet und schwur, sie nie wieder bei sich aufnehmen zu wollen. Heute nun machte sie mir selbst den Vorschlag, Daja möge uns besuchen, ein Vor« schlag, den ich ablehnte, um jedwedem Grund zu einer Ver- stimmung aus dem Wege zu gehen. Was bedeutet das Entgegenkommen? Dieses Räthsel bitte ich mir insbesondere postwendend, auf starkem Papier geschrieben, zu lösen, und deshalb schreibe ich, was ich eigentlich aus Schmerz, aus Scham und Enttäuschung nie- mandem, selbst Dir nicht, anvertrauen wollte. Nr. 8. So, mein Frennd! Setze Dich mit ernster Miene zu- rück und lies diesen Brief, und wenn Du je ein Herz hattest, dann wirst Du mit mir weinen. Auch Männer dürfen bisweilen weinen. Thränen sind emporsickernde Blutstropfen der Seele. Ich will Dir in dieser einsamen Nachtstunde alles er- zählen, wie es gekommen ist und Du wirst entscheiden, ob ich in der Hängematte meiner Sorglosigkeit weiter schlafen durfte, oder zornig, empört, wie einst Simson die Säulen des Tempels zerstören mußte, wie es geschehen ist. Meine Frau ist nicht mehr bei mir! Ich habe sie ihren Eltern zurückgeschickt und mein Brief lautete: „Ich nahm aus Ihren Händen einst voll Dank ein goldschimmerndes Gefäß, dessen halb geöffneter Verschluß von seinem köstlichen Inhalte schon mehr verhieß, als ich je zu begehren gewagt hatte. Ich hütete es so gut, wre ich es verstand, mit aller Sorgsamkeit als ein anvertrautes, herrliches Gut, da» ganz mein eigen sein uud bleiben sollte. Aber ich muh Ihnen nun doch das Gefäß zurück- senden. DaS Gold war Kupfer, und da ich nun den Deckel völlig abhob, drang auch ein häßlicher Athem daraus hervor. Ich danke für so viel Verstauen, obgleich ich die Nachwirkung dieses Vertrauens, so oft und so viel ich in dem Katechismus meines Lebens nachblättere, nicht verdient zu haben glaube."— 8 Hammcu'us alpestris, der Soldoneila, Pryas octopetala, Saxi- fraga cj positi'olia erblicken, so wandern Arabia alpina, Ulmus viridis k. Ueberhaupt sind die Lawinen nickt durchweg schäd- (ick, sie bringen auch mannigfachen Nutzen. Ter durch sie er- wachsende Schaden besieht in der Zerstörung von Gebäuden, manchmal ganzer Ortschaften, in der Vernichtung so manches Menschenlebens, in der Zerstörung der Wälder, im Aufreißen des Rasens, der Entblößung des Bodens von Schnee, wodurch das Erdreich während Frösten seiner schützenden, wärmenden Decke beraribt ist und die Pflanzenwurzeln leiden. Aber die Möglichkeit der Vegetation in großen Gebirgstbeilen hängt fast ganz von den Lawinen ab. Tic unzähligen kleinen Lawinen find im Allgemeinen ganz unschädlich. Abgesehen von den großen verheerenden Lawinen darf man die tosenden Schneeströme als Nutzen bringend erachten und zwar als nutzenbringend in hohem Grade. Dre Lawinen vermitteln nicht nur zu einem be- deutenden Theile die Pflanzenwandcrung, sie ermöglichen, indem sie tausend Stellen des Hochgebirges vom Schnee befreien, die Frühlingsoegetation auf den Höhen und geben den verschiedensten thierischen Wesen Gelegenheit zum fröhlichen Aufathmen. Hier finden Raben und Krähen, Schneehühner, Birkhühner und die kleinen Insekten- fresscr die frühesten Würmer, Larven und Käfer, hier beginnt das rege Treiben der Mücken, Wanzen, Fliegen und Wolfs- spinnen, während ringsum Alles im Schneebanne liegt und ver- gebens auf den Frühling harrt. Die Lawinen bewirken eine Erniedrigung der Schncclinie, die Freimachung der Ge- hänge, die ohne Lawinen nur schwer oder gar nicht lebens- freundlich werden können. Leider find die Schutzmittel, welche die Bergbewohner �cgen die Lawinen anwenden, in gar vielen Fällen unzuläng- dch. Den besten Schutz bildet immer der Hochwald, der aber durch Unverstand, Leichtsinn und Kurzfichtigkett der Menschen an so vielen Stellen verschwunden ist. Vernichtende Lawinen erscheinen jetzt vielfach da, wo früher diese Schrecken kaum ge- kannt waren; die Sünden der Väter rächen sich auch hier an den Kindern, und was der Vorfahr nimmermehr geglaubt hätte, kommt dem Enkel»um traurigen Bewußtsein. Verhältnißmäßig gute Haltpunkte bilden an lawinengefährlichen Stellen die Berg- föhren und Alpcnerlen, weniger schon schützen die Sträucher der Heidelbeere, der Eriken, der Alpenrosen. Man hat die Er- fahrung gemacht, daß periodisch fallende Lawinen ausgeblieben find, wenn das sog. Wildheu, das alle zwei Jahre unter vielen Gefahren an den steilen Halden abgemäht wird, im Sommer vorher nicht abgescheert wurde. An vielen Orten sind umfasiende Maßregeln getroffen worden, den stürzenden Lawinen vorzu- beugen. In den rhätischen Alpen schützt man die Häuser durch zwei giebelhohe Erd- und Steinwälle, die in spitzen Winkeln zusammentreffen und den Schneestrom derart vertheilcn, daß er zu beiden Seiten des Hauses unschädlich abfließt; oder man legt Terraffen in den Höhen an, zieht lange, horizontale Gräben an den Halden hin, rammt Pfähle in den Boden der Abhänge, verbindet sie durch Flechtwerk, oder man errichtet mit großen Kosten Mauerwerke, die wie kleine Festungen aussehen. Man kennt die lawinengekährlichen Stellen nur zu genau, aber der Mensch läßt sich doch nicht beirren, wenn sein an der Tonner- bahn der Lawinen gebautes Haus hinweggefegt wird, als wäre es ein Kartenhäuschen; er will die heimathliche Scholle nicht verlaffen, auch nicht im Augenblicke der drohenden Gefahr und weicht, wie Gottfried Keller's Bergsohn, kaum den Ge- walten der Natur, er flicht nur der Menschen Knechtschaft: „lind ob auch die Laue mein Hüttchen trifft Und nieder es führt in donnerndem Lauf— So bald wieder trocken die Alpentrift, Bau ich mir singend ein neues auf. Doch wenn in meines Landes Bann Der Knechtschaft verheerende Löwin fällt, Dann zünd' ich selber die Heimstatt an Und ziehe hinaus in die weite Welt!" Lokales. Die Stadtvrrordneten-Dersammlung hält in dieser Wocke keine Sitzung ab. Wie Herr Sigl vom„Kayr. Vaterland" seinen Ge- fühlen über die Landestrauer Ausdruck gicbt:„Das„Bayr. Vaterland" schreibt: Gestern hatte München das gewiß inter- esiante Schauspiel einer Trauer auf polizeiliche Anordnung mit Strafankündigung! Es war nämlich nach Reskript des Ministeiiums d. I. beim Salvatorschank auf dem Zackerlkeller „Musik und Gesang bei Vermeidung sofortiger Schließung" polizeilich verboten und männiglich, so nicht gehörig trauerte und seinen Mangel an vorgeschriebener Trauer durch einige alther- kömmliche Töne von„Guat'n Morgan Herr Fischer!" und vgl. bekundete, eine Strafe bis zu 60 M. oder Gefängniß bis zu 14 Tagen angedroht.— Gendarmen und eine mächtige Anzahl handfester Bräubuischen und Hausknechte der Zackerlbräucrei sorgten für ordonanzmäßige Aufrechterhaltung der Trauer durch sofortige Schließung jeder sich etwa zum Singen öffnenden hajuwanschen Schnauze, welche sofortige Schließung des Kellers und Einstellung des Ausschanks zur Folge gehabt hätte. Wir waren— ich nachgebend, weil ich hoffte, daß meine Frau endlich durch das Uebermaß sich selbst zurück- gewinnen, daß der Ekel sie auslugen laffen werde nach dem ruhigen Glück der Häuslichkeit— im Begriff, uns aber- mals für einen Ball zu rüsten, als das Mädchen einen Brief brachte. Zch achtete darauf nicht weiter, weil ich als Absender einen der Lieferanten vermuthete, und meine Frau zeigte auch eine Miene, die mich in dieser Annahme bestärkte. Als wir nach Beendigung der Toilette eben im Begriff waren, den Wagen zu besteigen und die Treppe hinunter- schritten, faßte sich meine Frau plötzlich an die Brust, hielt sich an dem Geländer fest und schrie leise auf. Ganz er- schrocken umfaßte ich sie und forschte nur allzu besorgt nach der Ursache. Aber sie vermochte keine Antwort zu geben. Athemlos sank sie zusammen und es blieb mir nichts anderes übrig, als sie wieder in die Wohnung zurückzugeleiten. Als sie endlich Worte fand und ich sie nach vor- angegangenen Besänftigungen fragte, ob eS nicht besser sei, von dem Ball fortzubleiben, pflichtete sie bei und gab sogar den Wunsch zu erkennen, sich sogleich ins Bett zu begeben. Ihr Zustand war mir unbegreiflich. Die Symptome dcS Unwohlseins konnte ich nur auf eine plötzlich gestörte Herzthäiigkeit zurückführen. Aber niemals hatte sie bisher über Unbequemlichkeiten geklagt und meine Untersuchungen ergaben auch nichts, was mich hätte beunruhigen können. Zch hatte die Freude, daß sie sich bald wieder wohler fühlte, unv da das der Fall und mich keine Sorge mehr beherrschte, gab ich ihren Bitten nach, allein den Ball zu besuchen. Manche Gründe der Rücksicht sprachen dafür. Sie selbst erklärte, sie habe ein großes Schlafbedürf- niß und wolle nach diesem Zwischenfall lieber vernichten. Za, sie wandtesich, offenbar sehr erichöpft und ruhebedürfttgzur Seite, während ich noch mit ihr überlegte und war schon einge- schlafen, als ich wenige Minuten später, nachdem ich die Zungfer verständigt, nochmals zurückkehrte, um ihr eine letzte Gute Nacht zu bieten. Am 16. und 17. Mai mird auch in diesem Jahre wieder die Mastviehausstellung auf dem Zentralviehhof der Stadt Berlin stattfinden, mit der wieder ein Markt von Zuchtböcken und-Ebern, sowie eine Ausstellung von Maschinen, Geräthen und Produkten für Viehzucht, Molkerei und das Schlächter- gewcrbe verbunden sein wird. Eine Prcisvettheilung findet nur bei den Mastthieren statt. Anmeldungen gehen bereits reichlich ein. Erfreulich ist es, daß das Interesse der Aussteller und des Publikums an den Konkurrenzen im Wachsen begriffen. Na- mentlich werden am zweiten Tage wieder mehrere ausgeschlachtete Thicre ausgestellt sein, die den Beweis liefern, daß die Züchter und Mäster mit Erfolg streben, frühreife Scklachtthiere mit fein- fasengem, saftigem, fettdurckwachsenem Fleisch zu erzielen, die Fettanhäufungen, die den Werth des Thieres herunterdrücken, zu vermeiden. Von den ausgestellten Maschinen wird ein Theil m Betrieb gesetzt werden.— Das wird für Vegetarier ein Hoch- genuß sein. Die städtische« Fortbild«nggsch«len beginnen das bevorstehende Sommersemester am 8. April. Die Leiche des verstorbene« Kaiser« ist bekanntlich im Tom ausgestellt. Wie es daselbst zugeht, geht am besten aus folgender Schilderung hervor: Nicht allein draußen im Freien, sondern auch im Tom selbst war die Paffage höchst ge- fahrvoll und die Luft zum Ersticken. Die Eingetretenen konnten weder rück- noch vorwärts, nicht einmal die Hände konnten die Betreffenden bewegen und so kam es, daß namentlich viele Frauen ohnmächtig wurden. Ani Sarge des Kaisers brach eine ältere Dame ohnmächtig zusammen und mußte von einigen Soldaten hinweggeschafft werden. Leider hatten unverständige Frauen vier- und fünfjährige Kinder mitgebracht, welche sie auf dem Arm trugen; man denke sich nun die Kinder in drangvoller Enge eingekeilt, laut schreiend, und den Müttern war es nicht möglich, aus dem Menschenstrom zu entrinnen. Zu einem schlimmen Zwischenfall kam es gegen*5 Uhr Nachmittags auf der Freitteppe des Museums. Dieselbe war in ihrer gewaltigen Ausdehnung dicht mit Menschen gefüllt, so daß Niemand weder herauf noch herunter konnte. Zwei barmherzige Schwestern, welche gern aus dem Gedränge entweichen wollten, wurden von der obersten Treppe heruntergestoßen,>verloren im Gewühl den Boden unter sich und stürzten die Treppe herunter. End- lich gelang es, dieselben herauszuziehen, und haben die Verun- glückten mehrfache Verletzungen am Gesicht und an den Beinen davongetragen. Nachdem die öffentliche Ausstellung der Leiche geschlossen, Militär unv Schutzleute den Platz gesäubert, fand man daselbst eine große Anzahl von Schirmen, Hüten, Schleiern, Muffen und Handschuhen in zerrissenem Zustande liegen. Auch Geldverluste sind leider zu beklagen, welche wohl zumeist auf Rechnung der zahlreich arbeitenden Taschendiebe zu setzen find. G« ist vvrgefiomme«, daß durch de« Genuß vo« sogenannten Morcheln, die aus getrockneten Pilzen zum Essen zubereitet werden, Erkiankungen eingetreten find, welche allem Anschein nach auf Beimengung zu alter, theilwcise fauler Pilze zu der trockenen Waare zurückzuführen find. Es ist daher rathsam, auch bei der Versendung getrockneter Pilze nach dem Wiederauffrischen derselben durch kochendes und kaltes Wasser die Pilze wie frische Waare auszulesen und ungesund aussehende Exemplare zu entfeinen. Es ist nämlich kaum möglich, die ge- trocknete Waare vor dem Gebrauch genügend sicher zu kontra- liren, es kann vielmehr die Konttole beim Gebrauch nur der Käufer ausführen. Außerordentlich gefährlich können gettocknete Champignons werden, wenn denselben der im frischen Zustand oft mit dem Champignon verwechselte Agaricua phalloidea atanas im Fleisch getrocknet blau wird, ebenso seine verdächtigen Nebcnatten öoletua landua unv Boletus Pa< hypus. Der grausame Sport de» Taubenschirßrn« findet in der Aristokiatie aller Länder Anhänger. So meldet z. V. der „Petersburger Herold": Vergangenen Dienstag wurde in Pol- juostrowZein großes Taubenschießcn abgehalten, an welchem sich der Großfürst Peter Nikolajewitsch, der Fürst Jewgenij Mari- milianowitsch Romanowskij. Herzog von Leuchtenbeig, der spa-. nische Gesandte Marquis Campo de Sagravo und der von Griechenland, Fürst Mawrocordato, Graf Berg, die Herren Narysckkin und Tietz, der amerikanische Kunstschüye Fowler und Herr Wilschau bei heiligten. Die letzte LassaUefrier i« Grüna« am 28. August vorigen Jahres wird wieder eine Art von Monstrcprozcß zur Folge haben. Es ist nämlich zwischen den Theilnehmern an dem Ausfluge und den zahlreichen mit der Ueberwachung betrauten Sicherheitsbeamten zu vielfachen Kollisionen gekommen. Waren dieselben auch nicht so ernster Natur, daß, wie im vorange- gangen Jahre, ein Landfriedensbrucke Prozeß daraus entstanden wäie, so find doch insgesammt 13 Theilnehmer wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Beamtenbeleidizung und ähn- licher Vergehen wegen angeklagt. Ganz abgesehen von den zahl- reichen Entlastungszeugen, welche die Verlheidigung laden wird, find als Belastungszeugen nicht weniger als 27 Gendarmen und Kriminaljchutzleute seitens der Steatsanwaltschast geladen wor- Als ich die Lampe ergriff und leise auftretend durchs Zimmer schlich, sah ich ein Eouvert, offenbar den Brief, welchen meine Frau an diesem Abende erhalten hatte, neben ihrer rasch abgestreiften Ballrobe auf dem Fußboden liegen. Meinem Ordnungssinn folgend, hob ich ihn auf und wollte ihn auf ihre Toileite legen, besann mich aber uvd steckte ihn in meine Frackiasche. Als ich mich später am Abend bei unseren Freunden nach dem Tanze in ein Nebenzimmer zurückzog, um ein wenig auszuruhen, fühlte ich beim zufälligen Hineingreifen in die Tasche ein Papier, erinnerte mich nun deS Briefes und auckre ihn arglos an. Aber meine Aufmerksamkeit ward schon nach den ersten Worten äußerst rege und grenzenlose Empörung folgte. Der Brief lautete: Theure Therese! Wenn Du mich liebst, gehe heute nicht auf den Ball, schicke aber Deinen Mann fort—— Steht heute 9 Uhr in dem dritten Fenster nach der Straße die Lampe, komme ich! Sorge, daß die Etagenthür angelehnt ist. Ich liebe Dich und sehne mich namenlos nach Dir! F. v. T." Ich laS diesen Brief mit verschleierten Augen und zitternden Lippen gegen zehn Uhr. Zehn Uhr zwanzig Mi- nuten hatte ich miitelst einer Droschke mein Haus erreicht, stieg, einen Schlüssel zur Hinterthür benutzend, von der Gartenseite in meine Wohnung hinauf, fand die Dienstboten bereits schlafend, betrat leise den Korridor und öffnete die heiligen Räume meines Heims. Und hier,— hier--! Das Uebrige weißt Du! Und ich muß jetzt auch schließen; eben werde ich zu einem Todkranken gerufen. Adieu, mein theurer Freund! Ich wollte, ich läge unter der Erde! Der Ekel stieg mir zu hoch in die Kehle, und daS Leben erscheint mir farblos, wohin ich blicke! Dein treuer F. L. den. Der Beschluß über die Eröffnung des Hauptverfata? ist den Beschulvigten bereits vor etwa einer Woche zu#» worden. Heber den Termin zur tzauptverbandlung ist noch nichts bekannt. Letztere findet vor der Strafkammer w® schcinlich im kleinen Schwurgerichtssaale in Moabit statt kommen auf diese Angelegenheit noch näher zurück. Ei« renitenter Kranker hat gestern im stobt# Krankenhaus in Moabit eine turbulente Szene hervorgerul� Derselbe war wegen ungebührlichen Betragens gegen einen" entlassen worden und meldete sich bald darauf wieder zur' nähme und zwar in einer äußerst thatkräftigen Weise. wollte sich den Eingang mit Gewalt erzwingen und stürzt# wutbheulend auf den ihn abwehrenden Beamten, auf den ßck desselben einen Regenschirm zerschlagend. Dann zertrümma« er noch die Fensterscheiben des Portier Häuschens und konnte� mit Beihilfe mehrerer Personen festgenommen und der m""" übergeben werden. Gin plu«,per Grpreßuugsversuch ist an einew® Sachsen ansässigen Gutsbesitzer versucht worden. Vor Zeit waren vemselben Aktien der Braunschweiger Bank in � haktem Werth gestohlen worden. Der Geschädigte gab at# hiesige Zeitung eine Annonze auf, welche ihm die WiebciW gung der Aktien ermöglichen sollte. Er erhielt auch, wie!• „Post" meldet, gleich darauf ein Schreiben aus Berlin,? „Raczinski" unterzeichnet war und etwa folgenden Inhalt 9% „Ihre Annonze habe ich gelesen. Ich bin Vorsitzender und«s beimer„Generalagent" des mächtigen Berliner Geheimbi#- Meine geheimen Untcragenten, welche mir alle treu ergeben � haben den Bösewicht, der bei Ihnen den Diebstahl ausge# erwischt und ihm die Werthpapiere abgenommen. Dieselben B in meinem Besitz. Wenn Sie aub J.K. Berlin, HauptpostG 500 M. einsenden, erhatten Sie vie Attien sofort zurück.? werden zweifellos Viesen Brief der Staatsanwaltschaft ü bertin®1" und sich hüten, die 500 M. einzuzahlen. Das ist aber Ihr ei#. Schade. Ich würde dies durch meine Oberspione sofoiterW/ und meine Maßregeln tteffen. Meine Spione würden dann gleich und kurzer Hand„auf die Sette" bringen." h Gutsbesitzer ließ sich aber auch in der That nicht schrecken»s. that, wie ihm der Schreiber prophezeit. Er sandte den z®" dem hiesigen Kriminalkommissariat ein, das nach zweita# Observation den„geheimen Generalagenten" in der Person � früheren Kanzlisten Rocker ermittelte und zur Haft bw# Rocher meint, er habe sich nur einen Spaß machen wcP' was er aber gemacht, wenn die 500 M. wirklich cingeir#' wären, diese Frage habe er sich überhaupt noch nicht vorgell«. denn diese Dummheit hätte er dem Gutsbesitzer nie Bei der Durchsuchung der Wohnung des Rocher fanden" Bliese, alte wcrthlose Wechsel und dergleichen mehr aus Alten seines früheren Prinzipals, eines Rechtsanwalts, mit bfb, er sich ebenfalls verschiedene„Späße" erlaubt hatte, nämlich versucht, diese Wechsclchen an den Mann, ja J# einmal an eine alte, 80jährige Frau zu bringen, von#! wußte, daß sie sehr reich und sehr geizig sei; sein Benn� war aber erfolglos geblieben.. � Am Konutag stnd wieder vier Fälle s«r am»''?. Anzeige gelangt, in welchen Personen durch UeberfaP' Schaven erlitten haben. Nachmittags wurden auf# Askanischen Platz, an der Ecke der Anhaltstraße, eine Frau eine von dem Kutscher Matthes geführte Equipage, im g, garten ein ■»teile der( V werden «J) werden Sterblichkeit Städten Vi »mng(bis üchkeit in Mille und �iel, Stutt Buimi mi junger Mann durch einen trotz des starken A? gängerverkehrs im schnellen Trabe fahrenden Bierwagen,% auf der Kreuzung der Bad- und Pankstraße ein Ardeiter% einen vorschriftswidrig schnell fahrenden, von dem#; Padskun aus Ncu-Weißensee geführten Break und gegen n# in der SchüNenstrabe ein 11 ktabrc alter Knabe nach A#, 11 Jahre alter Knabe nach eigener Unvorsichtigkeit durch in der Schützenstraße ein von Augenzeugen infolge Equipage überfahren. fit Die Untersuchung wegen der Ermordufs Nachtwächter« Kran« nimmt weitere Dimensionen � DeHörde glaubt nicht nur, daß die verhasteten Heinzc'slM w, leute die Schuldigen find, sondern hat noch eine dritft'+# die allerdings zur Zeit noch nicht überführt erscheint, .......—-■' iKt®„J, KTei 3al dacht. Die Heinze'schen Eheleute waren bereits kurz Entdeckung des Mordes polizeilich verhastet worden, Ehefrau in der Nähe der Mordstelle gesehen worden i# ju daher in den Verdacht gerieth, während der Mann die � ausführte,„Schmiere" gestanden zu baben. Ter Ehemann�. hauptet indeß, daß er während der Nacht, in welcher ba- � brechen verübt wurde, ununterbrochen in seiner WohnUwA schlafen habe. Da sich dies vor der Hand nicht wiveilegcn � mußte das Paar aus der Haft entlassen werden, doch.5� dasselbe seither unausgesetzt polizeilich observirt und sein kontrolirt. Es gelang, einige glaubwürdige Zeugen zu erm � welche das Alibi des Heinze zerstörten, da selben in der fraglichen Nacht anr Thatotte gesehen o 0 Die eigene Mutter des Heinze hat, wie die liner Gerichts-Chronik" zu berichten weiß, die �belal> Mitlheilung gemacht, daß der Mord von ihrem Souv dessen Frau schon lange vorher geplant worden sei. 1#%# ist auch noch deswegen verdächtig geworden, weil sie vel#. � Kleidungsstücke, die sie früher getragen, bei Seite gedm® yj — Von offiziöser Seite wird diese Darstellung in 1%� Weise dementirt richt von der ww.v_____ diese Darstellung in irt: Die durch die hiesigen Blätter gehend» Verhaftung eines Komplizen des Heinze f»en� paares, ivtimes unter dem dringenden Verdacht, den, A wächter Braun ermordet zu haben, festgenommen wo»& kann dahin herichtigt werden, daß allerdings ein„A�1' wegen Verdachtes der Mitwissenschaft zum Kriminal Ko>nm.� luc�cu-ociuuuhcs» vci.4muvintii|U}U|* oum jvtuumv*»"*, ststirt, alsdann aber nach erfolgtem Verhör wieder stew worden ist.,.„ Mss Zwei junge Mädchen haben sich in den letzten � durch Einnehmen von Gift den Tod geben wollen., s# das Dienstmädchen Louise F. aus der Zimmerstraßc," wiederholt solchen Versuch gemacht, ohne indeß die Wirkung zu erreichen. Vorgestern nun schnitt sie Quantität Schwefelstrcichhölzern die Köpfe nb und ve dieselben; der Zustand der Lebensmüden verschlimmerte gestrigen Tage dermaßen, daß ihre Ueberführung na« Ärankcnhause nölhig wurde. Andauernde Krankhem � der Unglücklichen das Leben zur Last gemacht.— Lebensmüde, bei der das leitende Motiv unglückliche--.�,1# soll, ist die unverehelichte Wilbclmine B., am Z,a. wohnhaft. Diese trank aestern Abend mehrere S«! wohnhast. Diese trank aestern Abend mehrere � säure und wurde sofoit zu einem Krankenhaus"""�vlisl Die angewendeten Gegenmittel haben die beiden I!. � Lebensmüden schon auf den Weg der Besserung JL Nach Witth.ilungen d-r�statistisch»n Stadt Beilin sind bei den hiesigen Standesämtern' ,�« vom 26. Februar bis inkl. 3. Mär, er. zur An.nUo. y kommen: 195 Eheschließungen, 943 Lebcndgeboren, geborene, 534 Sterbefälle. w Gemäss den Veröffentlichungen de« «S Gesundheitsamt« find in der Zeit vom- 3. Mär, er. von je 1000 Bewohnern, auf chfrliiwn!1 durchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: tn jn Fr � Kassel 17,8, in Magdeburg 21,6, in Stettin l8.d. 38,6, in Straßburg 33,7, in Metz%' g&lW' 28,8, in Nürnberg 32,6, in AugsburS in Ge" Dresden 22,5, in Leipzig 23,8, in Stuttgart 1'�' j« A ruhe 18,6, in Braunschweig 20,7, in Hamburg- u in Q i» W sös Stockholm 21,6, in Chnstiania 2n,8, in�st. 4� ,n ir pw % in Warschau 20,7, in Odessa—, in •a•' u itmct mg statt.» fläbtifÄ" .Dotgeufl» einen w ;r zur V Weise. � stürzte f den .-rtrümm# konnte� der itt)erfobrt'hl,2, in Venedig 33,2, tn Alexandria 33,1. Ferner in der Zeit ze zug-»� m 5. Februar bis 11. Februar d. I.: in Zteiv-Nork 25,9, in ig ist Ailadelphia 21,9, in Baltimore 19,7, in Kalkutta 27,3, in Bombay 32,8, in Madras 46,2. � In der Äericktswoche hat die Sterblichkeit in einem größeren J-Ocile der europäischen Großstädte etwas abgenommen, nament- uch werden aus vielen süd- und westdeutschen Städten kleinere rterblichkeilsziffern gemeldet, während in den mitteldeutschen Stödten die Sterblichkeit mehrfach eine größere wurde. Sehr SNmg(bis 15,0 pro Mille und Jahr berechnet) war die Sterb- Wkeit in Wiesbaden und Düsseldorf. Günstig(bis 20,0 pro Me und Jahr) in Frankfurt a. M., Elberfeld, Stettin, Kassel, niel, Stuttgart, Würzburg, Karlsruhe, Freiburg i. B. Mäßig N(etwas übet 20,0 pro Mille und Jabr) in Berlin, Han- "owr, Braunschweig, Mannheim, London, Warschau. Sehr hohe �terblichkeitszahlen(über 35,0 pro Mille) werden aus Altona Chemnitz gemeldet.— Auch in dieser Berichtswoche wur- g" durch akute Entzündungen der Athmungsorgane zahlreiche Äerbefälle veranlaßt; ebenso wurden auch Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder in Berlin, München, Breslau, Altona Wfiger Todesursachen.— DerAntheil des Sänglingsalters an der «rsammtsterblichkeit war gegen die Vorwoche wenig verändert. «m 10000 Lebenden starben aufs Jahr berechnet in Berlin 61, �München 110 Säuglinge.— Von den Infektionskrankheiten Wurden Sterbefälle an Diphtherie, Kroup, Keuchhusten und Pocken in größerer, an Masern, Scharlach und Unterleibstyphus & etwas geringerer Zahl als in der Vorwoche gemeldet.— ?°iern verliefen in Berlin, Straßburg, London, Wien, Lyon, r- Petersburg seltener, dagegen in Hamburg und Paris häu- w tödtlich. Auch Erkrankungen an Masern kamen aus den Jejlten Orten, aus denen Mittheilungen vorliegen, in geringerer oobl zur Berichterstattung. Auch Todes'älle an Scharlach worden aus Danzig, Kopenhagen, London, Liverpool in gerin« Ktet, aus Leipzig und St. Petersburg in etwas gesteigerter Ul gemeldet. Erkrankungen kamen jedoch nur aus Berlin, Dürnberg, Wien, Stockholm und St. Petersburg etwas häufiger Ji1 Anzeige als in der Vorwoche. Die Sterblichkeit an Diph- Serie und Kroup war in Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., xonzig, Elberfeld, München, Hamburg, Kopenhagen, Paris und gt. Petersburg eine gesteigerte, während in Leipzig, Ltraßburg, Wien, Pest, Prag, London, Warschau, die oohl der Sterbefälle eine kleinere wurde. Erkrankungen F Diphtherie und Kroup kamen jedoch in den meisten J-ssen zahlreicher, nur aus Wien, Kopenhagen, Stockholm in SNrngeier Zahl zur Mittheilung.— Der Unterleibstypbus for- in Altona, St. Petersburg und besonders in Chemnitz sT Steidefälle in der Bencktswoche) mehr Opfer: dagegen sank !™ Zahl in Hamburg, Paris, London; die Zahl der gemel '"«n Aeuerkrankunaen war dagegen meist kleiner, als m der vorhergegangenen Woche.— An Flecktyphus kamen aus War- Aou 1, aus Magdeburg und Prag je 3 Todesfälle, aus St. Mersburg auch 1 Erkrankung zur Anzeige.— An epidemischer «Mckftarre wurden aus Kiel und Zwickau je 1 Todesfall, aus Dürnberg auch 1 Erkrankung gemeldet.— Erkrankungen an Nsnanigen Entzündungen des Zellgewebes der Haut waren in r51«! und Kopenhagen nicht selten.— Dem Kindbettfieber er» �?.in Paris und London eine größere Zahl Frauen.— Der SSS hat in Berlin und London weniger, in Paris, Liverpool etwas mehr Todeställe als in der vor. »ilPangenen Woche veranlaßt.— Einzelne Todesfälle an % wurden aus Berlin, Wien und seinen Vororten, Pest, »T. Petersburg, Dublin mitgetheilt, mehrfache aus Rom, -trieft, ferner aus Warschau 9, aus Prag 23. Erkran T�yen an Pocken kamen aus dem RegierungSb.�irk Königs aus�Berlin 2, aus Wien, Pest und St. Petersburg" je xu£er Gesundheitszustand in Berlin war auch in dieser Be- �woche ein günstiger und die Sterblichkeit eine mäßig hohe. 3ali fach etwas höher als in der vorhergegangenen Woche, als kamen auch in dieser Woche, wenn auch etwas seltener ora her vergangenen, akute Entzündungen der Atbmungs- tum Vorschein und führten in fast gleicher Zahl wie m C Forwoche zum Tode. Daimkatarrhe und Brechdurchfalle Jv Kinder kamen dagegen in größerer Zahl zur Behandlung «7. Zeigten auch eine nicht unerhebliche Steigerung der durch r bedingten Sterbefälle. Das Vorkommen von Erkrankungen ".Masern, Scharlach und typhösen Fiebern blieb im allge- rssnen ein beschränktes, nur Erlrankungen an Diphtherie wurden - anders in dem Tempelhofer Vorstadtbezirk häufiger zur An- gebracht. Auch 2 weitere Erkrankungen an Pocken wurden Meldet. Erkrankungen im Wochenbett waren gleichfalls etwas �weicher, während rosenartige Entzündungen des Zellgewebes o.. Haut nur wenig zum Vorschein kamen. Erkrankungen an achhusten haben abgenommen, die Zahl der gemeldeten Sterbe- � e war eine kleine(4). Während ferner rheumatische Be- erden der Muskeln viel häufiger zur Beobachtung kamen, agten akute Gelenkrheumatismen seltener zur ärztlichen Be- "ung, 7 i,*? o Ujelbertestt- Am 11. d. Mts., Abends, machte ein ynjMwödchen am Waterloo-Ufer den Versuch, fich mittelst > e zu vergiften. Es wurde nach Einflößung von Gegen- I» � nach der Charitee gebracht.— In der Nacht zum et.M, erschoß fich ein Mann in seiner Wohnring in der ** Vfckk*/V|J|»V*f V...----,--------------- illraße.— Zu derselben Zeit fiel an der Schöneberger Arbeiter in den Landwehrkanal, wurde aber auf seinen "Wi-Ü.?��ald durch Mannschaften der in der Nähe belegenen "■Urhe herausgezogen.—'.->m 12. d. M., Nachmittags, obdachloser Mann fichtlich krank im Flur des Hauses ?ers!raße 11 liegend vorgefunden und nach der Charitee ?ckde Am dieselbe Zeit wurde auf dem Tempelhofer ihtW. fnter der Munk'schen Villa, die Leiche eines neugeborenen %iL' eine Küchenscdürze eingewickelt, vorgefunden.— Um Jöhj, v Zeit wurde auf dem Bahnkörper der Schleflschen Eisen- dir Weichensteller Wutschke, während er mit dem Reinigen "üb tnet?e beschäftigt war, durch eine Rangiimaschine erfaßt »-t'" schwer verletzt, daß er nach dem Kran''— 011 werden mußte. Gegen Mittag starb in lnter. pfnin cn ftnhr. alter Arbeiter, der Schlaganfalls. Die Leiche wurde '10[q f V'---------- j bch&f'%�er verletzt, daß er nach dem Krankenhause Bethanien �bekann?��ben mußte. Gegen Mittag starb in der Leipzigerstr. ein % etwa 60 Jahre alter Arbeiter, der einen Handschlitten M bem o* infolge eines Schlaganfalls. Die Leiche wurde . �eichenschauhause gebracht.— Nachmittags fiel in der i'thten» ein Mann infolge der Glätte und brach den °. hre'tschenkel.— Um dieselbe Zeit alter Arbeiter in einem Anfall stürzte sich ein r« dein' vmiciui........—.,— von Geistesstörung Aen Münster seiner in der Chorinerstraße 3 Tr. hoch be- jl. Wohnung auf den Hof hinab und blieb auf der Stelle A in v'm dieselbe Zeit machte ein Mädchen in seiner Woh- Ä"ttftiftp� Z'wmerstraße den Versuch, sich mittelst Phosphors , itee.®S wurde auf ärztliche Anordnung nach der bet o Am dieselbe Zeit fiel in der Lothringer- *«,!!?, ijAcher Schepe, wahrscheinlich infolge eines Schlag- ---- flltoMrrtn�nortlüQÖCn »vuyn�v...... � l?Snb 0.0n dem von ihm geführten Viehtranspottwagl d��hauk�-.?°ch°uf dem Transport nach dem städtisch, in'tttbe% An demselben Tage fanden mehrere unbe- 'ü j'dem oH?r statt. Es brannten Lolhringerstraße 82 Stroh iLVm~~ Fliedenstraße 88, Fußboden und Lumpen ckitewi �r°um.— Munchebergerstraße 5 Vorräthe in einer itt j, Pvsaw.�t �"st�istraße 358 der Inhalt des Schaufensters Wb fbb».cÄ��ren- Geschäfts, durch Platzen einer Lampe �'tafce*P,ri~ und in der'Nacht zum 13. d. M. König« ° j2' ardinen in einem Zimmer. ..«i, Gericht»-Zeit««g. (TJvetftim hf P die fich durch zwei Etagen erstrecken, beschäftigt er ca. 50 Leute. Es kommen in dem Betriebe Maschinen zur Anwendung, welche allerdings durch Handbetrieb bewegt werden, und die Arbeiten werden nicht allein auf Bestellung, sondern auch auf Vorrath aus- geführt. Es mußte demnach der Betrieb als Fabrik im Sinne der Gewerbeordnung angesehen werden. Nun hatten Lehrlinge am Sonnabend Abend die Räume zu reinigen, und auf Bitten dieser Lehrlinge hatte der Angeklagte gestattet, daß diese Reinigungsarbeiten am Sonntag vorgenommen würden. Ein Lehrling, welcher bei dem Angeklagten Miltagskost empfing, war dann manchmal zu leichten Arbeiten beschäftigt worden, und gegen den Meister wurde Anklage erhoben, weil er jugendliche Arbeiter am Sonntag beschäftigt hatte. Der Gerichts- Hof nahm nicht an, daß dem Angeklagten ein Bewußtsein einer Schuld beigewohnt habe, die Vorschriften zum Schutze der jugendlichen Arbeiter müßten jedoch gewahrt werden. Unter den obwaltenden Umständen wurde eine Geldstrafe in Höhe von 15 M. als ausreichende Sühne erachtet. Gi« KchlafftrUendirb stand gestern von der 91. Abtheilung am Amtsgericht 1. Der Arbeiter Wilhelm Schneidler hatte mit einem anderen jungen Manne eine Schlafstelle inne An einem Tage, als der letztere abwesend war, eignete er sich dessen Ueberzieher und außerdem noch einen Geldbetrag von 5 M. an. So suchte er das Weite und einige Monate lang blieb er verschollen, bis er schließlich doch erwischt wurde. Er gab den Diebstahl des Ueberziehers, den er übrigens bei seiner Verhaftung noch trug, zu, dagegen wollte er von dem Gelbe nichts wissen. Der G'-rchtshof setzte indessen keinen Zweifel in seine Schuld und erkannte auf 1 Monat Gefängniß. Wegen Hiudesanvsetznng stand gestern die unverehe- lichte Marie Odan vor der vierten Strafkammer am Landgericht I. Die Angeklagte hatte ein uneheliches Kind, welches ihr, da fie selbst fich durch Dienen erhalten mußte, oft sehr hin- derlich wurde. Sie kam sogar manchmal wegen dieses Umstan- des in die unangenehme Lage, ihre Stellung aufgeben zu müssen. So war es ihr auch im Sommer vorigen Jahres er- gangen, und fie war nun mit ihrem zweijährigen Kinde auf den Ertrag angewiesen, den fie durch ihrer Hände Arbeit ver- dienen konnte. Derselbe war natürlich ein äußerst geringer, welcher, kaum ausreichte, für fie selbst Nahrung zu schaffen. Sie suchte dann das Kind bei irgend Jemandem unterzubringen, und der niedrigste Penfionspreis, den sie zu bezahlen hatte, betrug noch immer 9 M., war also für die Angeklagte unerschwinglich. Endlich gelang es ihr, eine neue Stellung zu erreichen, die fie aber wiederum zu verlieren fürchtete, wenn fie ihr Kind bei sich behielt. So faßte sie denn den Plan, fich von dem Kinde zu trennen. Sie besuchte also mit ihm eines Tages den kleinen Thiergarten, der an dem Tage besonders stark besucht war, bort ließ fie nun das Kind zurück in der Hoffnung, daß Fremde sich desselben annehmen wurden. Sie besuchte dann ihre Wäscherin und hielt sich bei derselben stundenlang auf. Der Gerichtshof erachtete die Angeklagte des ihrzur Last gelegten Vergehens für schuldig und erkannte auf 6 Monate Gefängniß. betreffend die Ansprüche gegen eine UnfaUver- stchernngs-esenossenschaft bei Minderung der Arbeitsfähig- keit infolge eines Leistenbruches, hat das Reichsverficherungsamt in einem Uitheil vom 15. November 1887 folgendes ausgeführt: Nicht die bestehende Anlage zu einem Leistenbruch, sondern das sogenannte Austreten des Bruches(d. h. eines Theils der Ein gemeine durch die Bruchpforte des Leistenkanals) ist die die Ge Währung einer Entschädigung nach dem Unfallverstcherungsgesetz bedingende Thatsache. Das Auftreten eines Leistenbruchs in diesem Sinne enthält nicht nur gegenüber dem Zustande eines bis dahin schon mit Bruchanlage behafteten Menschen eine Ver- schlimmerung seines körperlichen Gesammtbefindens, welche bei einem Arbeiter, der auf die Ausnutzung seiner Muskel- kräfte angewiesen ist, regelmäßig auf die Erwerbsfähigkeit be- schränkend einwirkt. Denn die durch das Leiden verursachten Beschwerden sowie der Umstand, daß der Bruch fich einklemmen und dadurch für Gesundheit und Leben gefubrlich werden kann, nöthigen den bruchleidenden Arbeiter zum Tragen eines gut passenden Bruchbandes und zur sorgsamen Obacht darauf, daß dasselbe den Bruch auch dauernd zurückhalte; indem aber der Ardeiter dieser Beschränkung bei der körperlichen Arbeit und deren Auswahl stets eingedenk sein muß, ist er in der Aus- Nutzung der sich auf dem Ardeitsmarkt bietenden Erwerbsge- legenheit behindert,— seine Erwerbsfähigkeit mithin gegen flüher gemindert. Auch das Reichsgericht hat gelegentlich in einem Haftpflichtfalle eine Entschädigungsverbindlichkeit anerkannt, deren Gegenstand die Differenz bil- bete, welche in den Vermögensverhältniffen des klagen- den Arbeiters dadurch eingetreten war, daß aus seiner Dispo- fition zu einem Leistenbruch ein Leistenbruch geworden mar. Die Schädigung, welche ein Arbeiter durch einen austretenden Leistenbruch in feinen Erwerbsverhältniffen erleidet, fühlt aber nach der jetzigen wie nach der früheren Gesetzgebung nur dann zu einer Schadloshaltung durch die gesetzlich dazu Berufenen, wenn fie als Folge eines bei dem in Frage kommenden Be- triebe eingetrelenen Unfalls erscheint. Demnach ist weiterhin zu prüfen, ob das.Hervortreten eines Bruchs auf Grund vor- handener Bruchanlage einen Unfall nach seiner gel- tenden Begriffsbestimmung überhaupt darstellen kann. Dies ist aber in der That anzuerkennen. Das wesent- liche Kriterium des Betriebsunfalles im Gegensatz zu den sogenannten gewerblichen Krankheiten liegt in der Möglichkeit, den Eintritt der eine Minderung der Er werbsfähigkeit in fich schließenden Störung der Unversehrtheit des Körpers nach einem gewissen, zeitlich nachweisbaren Er- eigniß zu bestimmen, welche Möglichkeit bei jenem vorliegen muß, bei diesem aber fehlt. Daß aber ein Leistenbruch, d. h. das Auftreten der wesentlichen Brucherscheinung— Hervortreten eines Theils der Eingeweide durch den Leistenkanal aus der Unterleibshöhle— bei vorhandener Bruchanlage ebensowohl plötzlich im Anschluß an ungewöhnliche Anstrengung, schwere körperliche Arbeit, entstehen rann, wie er häufig fich durch eine Kette kleinerer und größerer Anstrengungen allmälig entwickeln mag, wird von ärztllcher Seite aus zugegeben. Es kann sonach fügt ch dahingestellt bleiben, ob ein plötzliches Entstehen auf traumatischem Wege, d. h. ohne vorgängige Bruchanlage denkbar ist, oder aus dem Gebiet der pathologischen Möglichkeiten herausfällt. Im einzelnen Fall ist daher stets der'Nachweis zu erbringen, daß in der That der Austritt des Bruchs einen Unfall in der hervor- gehobenen Bedeutung, und zwar einen Unfall beim Betriebe darstelle. Dieser Nachweis wird zwar selten in ganz zwingen- der Weise geführt werden können. Es wird auch hier der Zusammenhang zwischen Unfall und Betrieb häufig aus Wahr- scheinlichleitsmomenten entnommen werden müssen. Gegenüber einem etwaigen Versuch, einen längst vorhandenen, ausgebildeten Bruchschaden auf eine an und für fich zur Hervortreidung des Bruchs bei bestehender Anlage geeignete anstrengende Thätigkeit im Betriebe zur Erlangung der n-ch dem Unfallsverstcherungs- gesetz zu gewährenden Entschädigung zurückzuführen, erscheint es geboten, gerade in Leistenbruchfällen die Beweispflicht der Ardeiter für die Grundlage ihrer Entschädigungsansprüche streng zu betonen und unter allen Umständen hier für den den angeblichen Unfall ergebenden Hergang und Zusammenhang eine dem vollen, zwingenden Nachweis sich möglichst nähernde Häufung von Wahrscheinlichkeitsumständen zu verlangen. Uereine und Nerfammlungen. Kehuf» Stellungnahme z« der bevorstehende« Stadtverordneten- Gr satzmahi im 13. Kommunal Wahlbezirk fand am Montag Abend im großen Saale des Etablisse- ments„Sanssouci"(Kottbuserstr. 4a) eine von etwa 1500 Personen besuchte sozialdemokratische Kommunalwähler- Versammlung statt. In dieser Versammlung, die einen stürmischen Verlauf nahm, trat der Zwiespalt, der innerhalb der sozialdemokratische« Pattei betreffs der Beiheiligung an den Stadtverordneten- wählen herrscht, recht grell zu Tage. Gleich nach Eröffnung der Versammlung zeigte es fich, daß die Gegner der Wahlbe- theiligung in der Majorität waren, da das Büreau aus den Reihen derselben gewählt wurde..Herr Liefländer befürwortete in längerer, oftmals von Beifall und Widerspruch unter- brochener Rede die Betheiligung an den Stadtverord- netenwahlm. Der Redner bemerkte: Das Hemd ist uns näher als der Rock, deshalb empfiehlt fich die Betheiligung an den Stadtverordnetenwahlen. Die Arbeiter haben ein wesent» liches Interesse an der Besserung der städtischen Einrichtungen, wie Sanitätswachen, Krankenpflege, Badeanstalten, Schulwesen. Pferdebahnwesen, Beleuchtungswesen und dergl. mehr. Es muß dahin gewirkt werden, daß in allen Stadttheilen auf Kosten der Stadt unentgeltliche Sanitätswachen geschaffen, daß in die Kom- Missionen für Krankenhäuser Arbeiter gewählt, daß die städtische Armenpflege eine bessere Regelung erhalte, daß die Arbeiter bei ihren Fahrten von und aus den Fabriken und Werkstätten billigere Fahrpreise auf den Pferdebahnen erhalten, daß die städtischen Submisfionen an die Arbeiter- Fachvereine vergeben werden. Es muß ferner für eine gerechtere Vertheilung der Steuerlast, für eine Aufbesserung der Löhne der städtischen Arbeiter, für unentgeltlichen Unterricht auch in den Höheren Schulen gewirkt werden. Um dies zu erreichen, ist es aber nothwendig, daß die Berliner Arbeiter sich an den Stadtverord- netenwahlen betheiligen. Es ist richtig, mir können angesichts des Dreiklasscn-Wahlsystems niemals die Majorität in der Stadtverordneten-Versammlung erreichen, allein wir find wenigstens in der Lage, in der Stadtoerordneten-Versammlung unsere Stimme zu erheben und die Herren daran zu mahnen, daß fie auch die Interessen der besitzlosen Klassen zu wahren haben. Wenn man mit den Personen, die jetzt als Arbeitervertreter in der Stadtverordneten-Versammlung fitzen, nicht zufrieden ist. dann merze man dieselben aus,(Rufe: das ist nicht angäng- lich!) aber verwechsele man nicht das Prinzip mit der Per- sonenfrage. Es ist sehr billig, zu sagen: man ist radikal und deshalb wolle man fich an der Stadtveroidnetenwahl nicht be- theiligen. Man kann radikal sein und deshalb doch das Gute nehmen, so weit man es bekommen kann. Die Schmollpolitik Hai noch niemals etwas Gutes geschaffen.(Lebhafter Beifall und Widerspruch.)— Schlosser Birch: Ich verkenne keineswegs die Vottheile, die die Betheiligung an den Stadtnerordneten- wählen unter Umständen mit fich bringen dürfte, andererseits dürfen wir doch aber nicht vergessen, daß wir es mit einem Dreiklassen-Wahlsystem und mit einer öffentlichen Stimmabgabe zu thun haben. Schon bei den Reichstagswahlen fürchten fich viele Leute, für einen sozialdemokratischen Kandidaten zn stimmen, um wieviel mehr muß dies bei den Stadtverordneten- Wahlen der Fall sein. Außerdem find aber auch noch alle die- jenigen, die so arm find, daß fie keine Steuern zahlen können. von den Stadtverordnetenwahlen ausgeschlossen. Als ob diese Leute durch die vielen indirekten Steuern nicht ebenfalls Steuer- zahlet sind. Das, was wir durch die Stadlveroidnetenwahlen. erreichen können, ist ein bloßes Flickwerk. Wir wollen nichts Halbes und im übrigen verstößt es gegen das sozialdemokratische Programm, wenn wir uns an einer Klaffenwahl mit offener Ab- siimmung betheiligen, an einer Wahl, von der ein sehr großer Tdeil der Arbeiter vollständig ausgeschlossen ist.(Beifall und Widerspruch.) Gelbgießer Gustav Schulz: Es ist sehr betrübend. daß ein so heftiger Zwiespalt unter den Berliner Sozialdemokraten henscht. Wie wollen Sie denn höhere Löhne für die städtischen Ärdeiier erzielen, wenn Sie fich an den Stadtverordneienwahlen nicht betheiligen wollen. Wir können in städtischen Dingen nur etwas erlangen, wenn wir unsere Vertreter in der Stadt- verordneten-Versammlung haben. Wir müssen daraus hinarbeiten, daß das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahl recht auch bei den Kommunalwahlen eingeführt werde. Dies ist aber nur zu erreichen, wenn wir jedes uns gegebene, wenn auch noch so geringe Recht ausbeuten. Nur auf parlamenta» rischem und gesetzlichem Wege können wir unsere Ziele erreichen. (Stürmischer Beifall und heftiger Widerspruch.)— Herr Görcki. ehemaliger Stadtverordneter: Ich will.ihnen zunächst mittheilen, daß ich infolge der Differenzen, die bezüglich der Äetheiligung an den Stadtoerordnetenwahlen entstanden find, derartig ange- griffen worden bin, daß ich meine wirthschaftliche Stellung erschüttert sah. Dieser Umstand veranlaßte mich, mein Stadtver- oi dnctenmandat niederzulegen.(Rufe: Das ist nicht wahr! Lärm.> Görcki: Es ist mir ja sehr gleichgiltig, ob Sie mir das glauben, ich wiederhole, daß mich ausschließlich wirthschaftliche Verhältnisse gezwungen haben, mein Stadtverordneten Mandat niederzulegen. (Unruhe.) Zur Sache selbst kann ich nur sagen, daß wir uns an den Stadtoerordnetenwahlen betheiligen. Der Erfolg oder Mißerfolg darf bei einer politischen Pattei niemals maßgebend sein. Wenn wir gegen das gegenwättigeKommunal-Wahlsystem protestiren wollen, dann müssen wir diesem Protest durch lebhafte Wahlbetheiligung, dadurch daß wir unsere gewaltige Macht zeigen, Ausdruck geben. Eine Nichtbetheiligung ist ein tobten Protest und würde nur als Zeichen der Schwäche angesehenwerden. (Stürmischer Beifall und Widerspruch.)! Buchdrucker Werner und Tisehler Dierbach bezeichneten die Wahlbetheiligung als einen Verstoß gegen die sozialdemokratischen Prinzipien, wonach alle Halbheiten zu verwetten seien, während Herr Liefländer darauf hinwies, daß die Sozialdemokraten in Sachsen fich an den vor--- tigen Landtagswahlen, obwohl das Zensuswahlen seien, betheiligen Bei der Wahl Splettstößers im Monat Dezember haben die- jenigen Leute die Arbeiter von der Wahlbetheiligung zurückge- halten, die fich später als Polizeispitzel entpuppten.(Beifall: und Lärm. Rufe: Krobm!)— Inzwischen waren zwei Reso» lutionen eingegangen. Dieselben lauten: 1.„Die Versammlung erklärt, daß eine Betheiligung der Arbeiter an den Stadt- verordneienwablen geboten ettcheint." 2.„In Erwägung, daß bei einer Betheiligung an den Kommunalwahlen der Aufwand an intellektuellen und matettellen Kräften zu den möglicherweise erwachsenen Vortheilen in keinem Verhältnis; steht, in fernerer Erwägung, daß durch die Erfahrung hinlänglich erwiesen ist. daß die Eroberung einiger Sitze in der Stadtverord- neten-Vettammlung die aufsteigende Entwicklung der Arbeiterpartei in keiner Weise gefördert hat, dagegen durch sich breit machendes Streberthum und Autoritäts- Geschrei die Partei korrumpirt wird, beschließt die Versammlung. die Betbeiligung an den Kommunalwahlen abzulehnen."—Bei der Abstimmung über diese zwei Resolutionen erhoben fich Zweifel. Nach einer sehr langen, äußerst stürmischen Geschäfts- ordnun sdedattc, während welcher der beaufstchtigende Polizei« otfizier mehrfach mit der Auflösung drohte, wurde beschlossen: die Abstimmung noch einmal vorzunehirnn und einem aus je drei Personen der beiden Richtungen gebildeten Schiedsgericht die Entscheidung zu übertragen. Letzteres erklärte, daß für die zweite Resolution die Majorität gestimmt habe. Unter großem Tumult schloß hierauf die Versammlung gegen 11% Uhr Nachts. Gine grosse öffentlich- Schul, macherversammlung fand am Montag, den 12. d. M., unter Vorsitz'des Herrn Klinger im Etablissement„Königsbank", Gr. Franlfurterstr. 117. statt. Die Tagesordnung lautete:„Wie stellen sich die Berliner Schuhmacher zu den Mrlitätttiefel-Lieferungen Der Referent über diese Frage, Herr Schuhmacheuneister Metzner, begann mit einer Betrachtung der gewerkschaftlichen Organisationen, In- nungen wie Fachvereine. In längeren Ausführungen wies der Vonragende nach, daß die Innungen eine Sonderstellung ein- nehmen und Besttebungen huldigen, die vielfach den Be- strebungen der Fachvereine hinderlich sind. Diese Sonderstellung hat schon des Oefteren zu Konflikten geführt und ist dies auch jetzt wieder der Fall. Wenn früher Militärarbeiten an Zivil- Personen vergeben wurden, so geschah es auf dem Submisfions- wege. Das ist diesmal bei den Militärstiefel-Lieferungen nicht der Fall gewesen, sondern die Aufträge sind einfach den In- mmgcn übertrafen worden, augenscheinlich, um den Innungen einen gewissen Halt zu verleihen. Daß die Innungen besondere Eigenschaften htemi besitzen, welche ihnen ein Vorzugsrecht ge- währen, konnte Redner nicht entdecken, denn die meisten In- nungsmitglieder seien nicht auf Grund eines abgelegten Be- fähigungsnachweises solche geworden, sondern auf Grund von Erlegung von 3 M. Daß die Innung bei der gegenwärtigen Bestellung kein schlechtes Geschäft mache, sei annmehmen, denn die Militärbehörde zahle für jedes Paar 13 M. 50 Pf. Eine andere Frage sei die, ob auch die Gesellen, welche die Waare anfertigen, ein auskömmliches Lohn er- halten. Auffallen müsse, daß, obgleich die Militärbehörde einen gleichmäßigen Preis zahle, dre Löhne für die Gesellen doch eme Verschiedenheit aufweisen, denn die den Gesellen ge- zahlten Löhne differiren zwischen 2,25 bis 1,75 M. Die einzige Erklärung hierfür könne nur in der Annahme gefunden werden, daß die einzelnen Meister auf eigene Hand nach Möglichkeit die Lötme zu drücken suchen. Erste Aufgabe der Innung müßte ge- wesen sein, auf einen gleichmäßigen Lohnsatz zu halten und nicht das Einzelinteresse über das Gesammtinteresse zu setzen. Auch einen anderen Vortheil vei schaffte sich die Innung durch den Bezug des Materials, welches nicht das Beste sei. Wenn daher dre Stiefel nicht abgenommen werden, so hat derjenige, der die Stiefel macht, der Arbeiter, den Schaden davon. Die Innungen erachten es als ihre Aufgabe, das Handwerk zu heben. Das Handwerk sei aber nicht zu heben, da das Handwerk nicht mehr handwerksmäßig betrieben werde. Auch im Schubmacher- gewerbe habe die Maschine bereits eine dominircnde Stellung errungen, ja, sogar bei den Militärstiefeln seien auch weibliche Arbeitskräfte thätig. Eine weitere Bestellung an die Innung soll in Aussicht genommen sein. Die Ausführung dieser Bestellung würde in die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten fallen. Die beste Zeit im Schuhmachergcwerbe. Die Löhne seien aber in diesem Gewerbe so gedrückt, wie in keinem anderen. Ein Fehler sei es, die tliiedrigkeit der Löhne durch eine lange Arbeitszeit ausgleichen zu wollen auf Kosten der Gesundheit. Deshalb sei es geboten, um den Innungen und deren Herrschafls- gelüsten ein Gegengewicht entgegenzusetzen, um die Löhne aufzu- bessern und namentlich bei den Militärstiefeln einen gleichmäßigen Lohnsatz herbeizuführen, daß die Gesellen sich vereinigen, und zwar stark vereinigen�eine Rothwendigkeit, die leider noch viel zu wenig begristen werde. Hr. B i s m a r k theilte mit, daß das Kriegsministerium den Preis für ein Paar Stiefel auf 9,50 Mk. festgesetzt habe, welcher bis auf 13.50 Mk. erhöht werden kann. Das Ministerium habe sich betr. Anfertigung von 700 000 Paar Stiefel an den Vorstand der vereinigten Schuh- macker-Jnnungen gewandt. Von diesem ist die Lieferung ver- theilt worden und aus die Berliner Innung, als die größte, seien 100 000 Paar Stiefel entfallen und seien hierfür 13,50 Mk. pr. Paar bewilligt worden, wovon 25 Pfg. pr. Paar Venual- tungskosten abgezogen werden. Seiner Meinung nach sei 2,75 Mk. der höchste Preis, den ein Meister zahlen könne. Bei diesem Lohne könne Meister wie Geselle besteten. Außerdem theilte Hr. B i s m a r k mit, daß die jetzigen Militärarbeiten ge- wisselmaßen eine Probeardeit seien, da die Abficht bestehen solle, die Militärwerkstätten gänzlich eingehen zu lassen und künftig, wenn die Probe bestanden würde, die Militärarbeiten der Privatindustrie zu überlassen. Im Uebrigen suchte der Redner Stimmung für die Innung zu machen, fand aber bei den Versammelten keinerlei Gegenliebe. Hr. M. B a g i n s k i theilte mit, daß der Durchschnittsverdienst bei den Miliiärstiefesn 10 Mk, bei Hrn. Esser sogar nur 9 Mk. betrage. Er hielt es für richtiger, ivenn fich die Behörde direkt an diejenigen, welche die Stiefel thatsächlich anfertigen, an die Ar- bester gewandt hätte, damit die Arbeiter etwas mehr verdienen könnten und es nicht nöthig sei, den Zwischenhändlern den Profil zuzuwenden. Er verlangte, daß die Innung einen einheitlichen Lohnsatz und zwar von 3 M. für Militärstiefel festsetze, ein Lohnsatz, der in Anbetracht der schweren Arbeit nicht zu hoch normirt sei. Sollte diese Forderung verweigert werden, so müßten die Gesellen andere Schritte thun. Die weiteren Debatten gestalteten fich recht leb- Haft und erlitten vielfache Unterbrechungen. Herr R. Baginski war der Anficht, daß gerade die Mstitärlieserung eine sehr günstige Gelegenheit für die Innung gewesen wäre, ihre Arbestei�reundlichkeit zu beweisen und mit den Gesellen in Vor- Handlungen zu treten, da diese die allein maßgebenden Faktoren seien, um einen Lohnsatz zu vereinbaren, wie er der Schwierigkeit der Militärarbeit entspreche. Der von der Innung tarifirte Maximallohnsatz von 2,50 M. sei zu ungenügend, als daß die Gesellen gewillt sein könnten, für diesen Lohnsatz die ganze Militärarbeit anzufertigen. Seine Meinung ging dahin, daß die Gesellen ihrerseits untrr Hinzuziehung des Jnnungsvoistandcs einen Tarif aufzustellen hätten, welcher der Sachlage entspreche. Denselben durchzusetzen ivürde keine großen Schwierigkeiten be- reiten. Wie von mehreren Seiten klargelegt wurde, verdient ein Meister an einem Paar Miliiärstiesel bei 2,50 M. Arbeitslohn 1,25 M. Bei zehnstündiger Arbeitszeit iönne ein Arbeiter nicht mehr wie 5 Paar die Woche fertig stellen. Demnach erscheine es nur gerechtfertigt, daß der Meister weniger, der Arbeiter aber mehr verdiene. Herr Klinger übte noch des weiteren eine scharfe Kritik an der Innung. Gegenüber der Bemerkung des Herrn Bismark, daß die Innung die einzige Korporation se», welcher die Arbeiten übertragen werden könnten, wies er auf die Unter- drückung der Arbeiterverbände hin, crmahnte aber, fich trotzdem Mann für Mann zu organifiren. Der Jnnungsvorstand war zu dieser Versammlung eingeladen worden; derselbe glänzte aber durch seine Abwesenheit. Räch einem Schlußworte des Herrn Mehner, in welchem er nochmals die Rolhtrendigkeit des Anschlusses an den bestehenden Fachvercin darlegte, gelangte fol- gende Resolution einstimmig zur Annahme:„Die heutige öffentliche Versammlung der Schuhmacher Berlins erklärt es für nothwendig, daß für die Militärsiiefel ein Minimallohn festge- setzt werde, der über den von der Innung festgesetzten Lohn hinausgeht. Die Versammlung spricht die Erwartung aus, daß der Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher die Sache in die Hand nimmt und in der nächsten öffentlichen Schuhmacherversammlung einen Lohntarif nach dieser Richtung hin vorlegt."— Wie Herr Klinger mittheilte, ist der gedachte Verein bereits dabei, einen Lohntarif auszuarbeiten. Ebenso hat der Verein behufs Aufstellung einer Lohnstattstik Fragebogen verausgabt, welche ohne Scheu im allgemeinen Interesse auszu- füllen er die Anwesenden auffordette. Rachdem nochmals energisch die Rothwendigkeit einer starken Organisation und der Anschluß an den Fachverein betont worden war, wurde die Versammlung, die von etwa 600 Personen besucht war, ge- schloffen. Der Lachuerei« der Steinträger Kerlin» hielt am 11. März seine ordentliche Mitgliederversammlung in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, ad. Zunächst wies Herr Wallenthin darauf hin, daß beschlossen worden sei, eine Versammlung einzuberufen, um die Unterflützungsfrage zu regeln und zu bestimmen, inwie- weit die Unterstützungen genehmigt werden sollen. Um eine Vorlage auszuarbeiten, habe der Vorstand aus seiner Mitte eine Kommission von vier Mitgliedern gewählt, welche ein die Unter» stützungsfrage betreffenves Statut ausarbeiten und der heutigen Vetsammlung vorlegen soll. Alsdann wurde von Herrn P. Schröder das von der Kommission ausgearbeitete Statut ver- lesen und erläutert. Der§ 1 desselben besagt: Legt ein Mitglied die Arbeit nieder, um dadurch den Tarifpreis zu erzielen, in Sommermonaten(vom 1. Mai bis 1. Dezember), so tritt vom Tage der Arbeitseinstellung an die tanfmäßige Unter- slützung ein. In den Wintermonaten(vom 1. Dezember bis 1. Mai) beschließt die erste im Dezember tagende Versammlung Uaut§ 10 des Statuts) über die Unterstützung; dasselbe tritt ein, wenn ein Mitglied dafür eintritt, daß Lettergang und Rüstung in bester Ordnung fich befinden sollen und dadurch mbeitslos wird.§ 2 besagt: Unterstützung wird gezahlt bei Arbeitslosigkeit, Krankheits- und Sterbefallcn; bei Krankhcits- fällen, wenn die Krankheit in den Wintermonaten länger als acht, in den Sommermonaten länger als vier Wochen dauert. Rachdem ersuchte Herr Wallenthin namentlich die Kolonnen- fübrer, dafür Sorge zu tragen, daß die Leitergänge und Rüstungen in bester Ordnung fich befinden, damit nicht die Kollegen in diesem Falle wegen einer defekten Rüstung vom J'olier oder Unternehmer entlassen oder gemaßregelt werden. s entspann fich hierauf über die Unterstützungsfrage eine längere und lebhafte Debatte. Herr Rennthaler hob hervor, daß der Verein keine Krankenkasse, sondern nur ein Fachverein wäre, und als solcher doch nur die materiellen Interessen seiner Mitglieder zu vertreten hätte. Viele Kollegen schienen das nicht verstehen zu wollen oder nicht zu wissen, daß fie einem Fach- verein angehören, nicht aber einer Krankenkasse. Fetzt im Winter wären doch die Kollegen größtentheils alle arbeitslos. Alle Ar- beitsloset» zu unterstützen wäre ein unbilliges, weil unmögliches Verlangen; da müßten die Beiträge viel höher normirt werden, wenn man nicht mit einem Defizit arbeiten wolle. Herr Wallenthin sprach die Erwartung aus, daß fich aus der Mitte der Versammlunr Kollegen finden würden, welche Vorschläge machen, um die Vorlage zu verbessern oder zu verändern. Dies- bezügliche Anträge solle man dem Vorstande schriftlich einhän- digen; die Vorlage wäre eben nur ein Antrag des Vorstandes. Verschiedene Unterstützungsgcsuche wurden hierauf dem Vor- stand zur Regelung überwiesen. Hinfichtlich der Lohnfrage machte der Vorsitzende bekannt, daß ihm noch nichts Räheres von den Meistern zugegangen sei. Hierauf"folgte die Abrechnung der letzten Matinee. Die Einnahme betrug 444,80 M., die Ausgabe 270,70 Ä.; es bleibt mithin ein Ueberschuß von 174,10 M. Da diese Matinee für die Hinterbliebenen der am städtischen Siechenhause Verunglückten bestimmt war, sprach fich Herr Rennthaler dahin aus. die hilfsbedürftigen Kollegen und deren Hinterbliebenen Wittrven und Waisen in erster Linie in Brtrackt zu ziehen. Diese Angelegenheit wurde nach kurzer Debatte dem Vorstand zur Regelung überwiesen. Alsdann wurde beschloffen, am� zweiten Osterfeiertage ein ge- selligcs Zusammensein der Mitglreder des Fachvereins der Stein- träger Berlins zu veranstalten und zwar im Louisenstädtischen Konzetthause, Alte Jakobstraße 37. Das Vcreinsbuck legitimirt hierzu. Alsdann brachte der Vorsitzende noch einen Antrag ein, dabin lautend, von Mitgliedern des Fachvereins der Steinträgcr auf Vereinskosten eine Liedettafel zu gründen.— Ferner wurde für ein krankes Mitglied eine Tellersammlung veranstaltet, welche 10 M. 10 Pf. ergab. Nachdem der Fragekasten erledigt und bekannt gemacht war, daß die nächste ordentliche Mitglieder- Versammlung am 15. April stattfindet, erfolgte der Schluß der Versammlung. Der Roller'sche Ktenographen- Herein„Alt-Kölln" macht bekannt, daß die llebungs und Sitzungs- Abende von ject ab jeden Mittwoch Abends 8- Ubr im Restaurant Leonhardt, Wallstt. 20, stattfinden. Nächste Sitzung heute Abend 8; Ubr. Tagesordnung: 1. Erledigung der Unterttchtsfrage. 2. Ver- schiedene Vereinsangelegenheiten. Herein für Rechtsschutz und Iuftftreform. Tie ordentliche Monatsversammlung fällt aus; die nächste Versammlung wird besonders bekannt gemacht werden. Kleine Mittheilungeu. Ueberschwemmnngen. Duisburg, 11. März. Der Damm an der Ruhrmündung ist durch gewaltigen Wafferanprall auf 50 Meter Länge gerissen. Seit gestern früh ist der Rhein hier um mehr als 2,25 Nieter gestiegen und zeigt heute Räch- mittag einen Pegclstand von 3,50 Meter; heute Vormittag wuchs der Rhein stündlich um 8 Zentimeter. Die Ruhr ist ganz bedeutend gestiegen und zeigt gegenwärtig einen Pegel- stand von 6,50 Meter. Das ganze Ueberschwemmungsgebiet zwischen Mühlheim a. d. Ruhr, Alstaden, Oberhau en und Duisburg steht unter Wasser. Bei dem gegenwärtigen bedeutenden Gefäll- Unterschied zwischen Ruhr und Rhein stürzen die Wogen der Ruhr mit gewal- tigem Anprall vorbei. Von der Höhe des Kaiserbcrgcs überblickt man einen weiten See, aus dem nur vereinzelte Baumkronen hervorragen. Der ganze untere Toeil der Stadt Mülheim a. d. Ruhr steht unter Waffer, das stündlich zusehends wächst. Nach den Nachrichten von der obern Rnhr ist leider noch stärkeres Anwachsen zu befürchten. Der innere Hafen Duisburgs ist wegen Hochwassers durch Einfahren des Ver- schlußpontons gesperrt worden.— 12. März. Iii Uhr Morgens. Der Rhein hat eine Höhe von 5,10 Meter erreicht und steigt noch stündlich um 0,08 Meter.— Köln, 12. März. Das Steigen des Rheines hält an. Heute um die Mittags- stunde zeigte der hiestge Pegel bereits eine Höhe von 5,81 Meter. Die Anwohner der Uferstraßen geben sich bereits bangen Befürchtungen bin, um so mehr, da die Nachrichten, welche vom Oberrhein und von den Nebenflüssen kommen, fortwährend ungünstig find. Der Leinpfad steht hier von der Rheinau und unterhalb des Thürchens bis zur Mülheimer Heide seit gestern schon unter Wasser.— Altena, 10. März. �Jn vergangener Nacht hat fich die Lenne in einen reißenden Strom verwandelt, sodaß ein großer Theil der Stadt überschwemmt ist. Tie von Werdohl in der Richtung nach Augustcnthal fahrende Schmalspurbahn kann infolge des Hochwassers den Betrieb nicht aufrecht c rhalten. Aus den dem Flußbett nahegelegenen Häusern mußten die In- fassen mittelst eines Kahnes geschafft werden; die Rcttungs- arbeiten waren mit großer.Lebensgefahr verbunden.— 11. März. Das Hochwasser der Lenne hat überall großen Schaden angerichtet. Die Brücke in Elverlingsen ist fort- gerissen; ebenso wurde die Brücke in Eiringhausen zum Theil zcttrümmctt. Ganze Wagen Holz, Schränke und andere Möbel brachte das Wasser mit. Die Bewohner hatten nicht Zeit genug, um aufzuräumen. Binnen kurzer Zeit war die Lenne infolge des warmen Wetters und des anhaltenden Regens in einen großen Strom verwandelt.— Minden, 11. März. Die Weser ist aus ihren Ufern getreten und überfluthet weite Land- strecken. Die Schifffahtt ist gehemmt. An der hiefigen Brücke stand der Strom heute Rachmittag 3,70 Meter über Null und war noch stetig im Wachsen.— Kassel, 12. März. Seit gestern ist die Fulda rapid gesttegen. Oberhalb Kassels ist das Hochwasser ausgebrochen, die Unter- neustadt theilweise überfluthend. Die Pferdebahn nach Betten- Hausen hat den Betrieb erngestellt; der Verkehr wirb mittelst Kähnen aufrecht erhalten.— Sagan, 11. März. Der Bober ist am Pegel auf 340 Zentimeter gestiegen. Die Fabriken haben ihre Thäligkeit eingestellt. Die Nebenflüsse Tschirne unv Briesnitz find aus den Ufern getreten und haben die Umgegend überschwemmt. Leipzig, 11. März. Nach den aus dem Erzgebirge und Vogtlande eintreffenden Nachrichten steht ein weiteres Steigen unserer Flüsse zu erwarten, da ganz bedeutende Schneemassen zum Schmelzen gebracht werden. In den Niederungen unserer Gegend find die Flüsse theilweise schon aus ihren Ufern ge- treten.— Posen, 12. März. Einem Telegramme des Land- rathsamtes in Kempen von vorgestem Nachmittag 4 Uhr 20 Minuten ist die Prosna rapide ausge- treten und der Eisgang stark. Nach einem am Sonnabend Abend eingegangenen Telegramm aus Pieschen ist dort das Waffer an dem genannten Tage um 0,50 Meter gestiegen. Hier war das Waffer im Laufe des Sonnabends bis auf 2,42 und bis zum gestrigen Abend auf 2,54 Meter gestiegen, dann aber bis zum heutigen Morgen um 4 Zentimeter gefallen, so daß der Wasserstand zu dieser Zeit nur noch etwa 2,50 Meter betrug. — Brüssel, 11. März. In Belgien ist viel Unheil durch Ueberschwemmungen angerichtet worden. Die Maas, die Sambre, die Ourthe find aus ihren Ufern getreten, und weite Flächen stehen unter Wasser. Biel Hab und Gut ist vernichtet. Auch bei Charleroi, Namur und Huy find Ueberschwemmungen eingetreten. Der Bahnhof Statte 0 unter Wasser. Selbst die sonst so gleichmäßig dahinflieftnss Senne ist ein reißender Fluß geworden; auch die Vesdre w Verwüstungen angerichtet. Die Häfen sind durchwegüberschivenwt und aller Orten, ist die Schifffahtt unterbrochen. Auch in M belgisch-holländischen Kanälen ist die ganze Schifffahtt aufs W eingestellt.# Hirschberg i. Schi, 12. März.(Lawinensturz.)® bereits telegraphisch mitgethettt, wurden am vergangenen Doi» nerstag Abend im Reifträgerloch zwischen der alten schlesiW Baude und dem Reifträger drei Personen im Schnee verschü»� Dieselben waren, wie der„Voss. Ztg." geschrieben wird, an de» steilen Abhängen des sog.„Käsebrettes" mit Holzzusammenlegs> beschäftigt, als plötzlich eine mächtige Schneelawine mit donnen ähnlichem Gekrach herniederging. Der Witth der schlefisW Baude erwachte zuerst auS seiner Betäubung und hatte nrnP viel Kräfte, fich aus seinem Schneegrabe herauszuarbeiten- � versuchte zunächst seine Gefähtten zu retten, konnte er von denselben keine Spur enidw* Hierauf eilte er nach der Baude und holte ew Personen herbei, die an der Unglücksstätte nach den Verschütte® gruben. Es gelang ihren großen Anstrengungen aber nur,»» Pflegesobn des Witthes noch lebend aufzufinden. Dagegen& wiesen fich alle weiteren Rettungsversuche, denen die bereis brechende Nacht unv das henschende Unwetter ein Ziel Kf' völlig erfolglos. Erst am Sonnabend fanden sie die dritte son, einen 18jährigen Arbeiter. Derselbe scheint sofott von W Schneemassen erdrückt worden zu sein.— Das heftige S«»«' treiben hat in Scheiberhau noch ein Menschenleben 0'. fordert. Am Freitage machte fich ein Arbeiter in Karlsthal a« den Weg, seiner Frau, die in Kiesewald wohnt, entgegen P gehen; doch gerietb er vom richtigen Wege ab und erfror w Walde. Düsseldorf, 9. März. Daß es noch recht„vertrauen»' würdige" Leute giebt, beweist ein Fall, der sich hier abgestssr hat. Eine Frau aus Glehn wurde von einem Mann, der für einen Rechtsanwalt ausgab, schmählich betrogen und � stöhlen. Die Frau und deren Mann waren von hiestger sn«. uuytrn. juk tfiuu unu ucitu i/iunn luuien uun yiefigc- kammer wegen• Hehlerei zu empfindlichen Strafen veruruM worden und der„Rechtsanwalt" machte fich erbindlick, ihar» Begnadigung zu erwirken. Die Frau gab ihm alle Ausn# ei muu/it.'ivitgtu uuv ivivtiit.(unii-Biiu; iU3-yviiwr»» T,.*, die ihm die Frau auch gab. Bald nachher kam der angebu� Schreiber des angeblichen„Rechtsanwalts" nach Glehn, leg der Frau die Akten vor, die nach Berlin geschickt werden sou»»' doch müsse die Frau 30 Mark Vorschuß erlegen. Der ttjQ kam die Summe etwas hoch vor, sie zog deshalb ihren NW< zu Rathe, dem fie folgte und den Burschen ohne die 30 beim schickte. Während der Abwesenheit der Frau aber hatte%" Schreiber eine Menge Sachen der Frau zusammengepackt W mitgenommen. Mit der Begnadigung der Frau ist es au« nichts, denn gestern mußte sie ihre Strafe antreten.„ f Diepholz, 11. März.(Verbrannt.) In der NW®; gemeinde Barvcr ist bei einem Brande, welcher das WohmC' und die Nebengebäude des Gutsbesitzers Oldewage in»I® legte, die 70jährige Mutter des Eigenthümers in den FlawW umgekommen. Eine Magd erlitt schwere Brandwunden; fielen 3 Pferde, 20 Stück Rindvieh und der gesammte Hou#*" dem Brande zum Opfer. M peft, 10. März.(Attentat auf einen Eisenbahnzug.) 8. d. M. ist zwischen Lavozne und Sttij auf einen Perfo® zug der Beskid-Bahn aus einem hart an der Strecke b>»� Itcben Gebüsch ein Schuß abgegeben worden, der durch, � Koupeefenster drang, lieber das Attentat berichtet ein des Koupee's, Kaufmann A. Virag folgendes: Die «oupee b, jiuuimuim iingcnura. vn ng durch das Fenster und zcttrümmette die Waggons, in Koupeenachbar und ich, wir lagen auf den BänU>�. u ostreckt und haben diesem Ilmstande unser Leben zu drang Mein wei Minuten früher hatte ich mich am Koupeefenster Hätte ich dort weiter verweilt, so wäre ich zweifellos(P D worden. Der Schuß richtete insofern keinen Schaden W'm die Lampe ohnehin schon schadhaft und das WaggoW � schon früher zerbrochen gewesen. Infolge dessen froren A Koupee vor und itach dem Schusse; denn Oefen giebt � dieser Strecke nicht, sondern nur sogenannte Wärmflascds®' denen man sich blos die Füße wundstößt, aber keine« wärmen kann. Auch fanden wir kein Rothsignal vor, um» � Bedrängniß der Zugführung mitzut heilen. Man hätte fortgesetztem Feuern ruhig in Stücke schießen können. Glück waren wir in der Lage, noch lebend von unserer � dem Stationsvorstand zu erzählen, der für uns freilich nm mitleidiges Achselzucken haben konnte. Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) � Kerlin, Dienstag. 13. März. Die Post von 3. Februar aus Sydney abgegangenen ReichspostvAA» „Nürnberg" ist in Brindisi eingetroffen und wird m voraussichtlich am 14. d. früh zur Ausgabe gelangen., w Mainz, Dienstag, 13. März. Die Höhe des Rh" trägt heute 3,56 und steigt noch weiter; bei Maxan Mpi dieselbe 5,50, bei Worms 3,53, bei Mannheim 6,30. Der � bei Aschaffenburg beträgt 4,28, der Neckar bei Hcrlbron bei Wimpsen 5,08. Der Neckar fällt langsam... jinf1 K.m. Dienstag, 13. März. Der Bundesrath hat j* besonderen Botschaft an die eidgenössischen Rathe u Handhabung der politischen Polizei erklärt: Es(st utlJ gelegen, mit anderen Völkern und deren Regierungen t- he> Einvernehmen zu leben. Deutschland im besondere hat& mehrfachen Anlässen Beweise seiner freundlichen Gefinim � geben und wir sind SRrtmivien Att-_ � zu bringen, welche Gri Alles zu vermeiden, n Staate trüben könnte.. (Nach Schluß»er Redaktion einuetroffr»-' � Stolp i. Pom., Dienstag, 13. März. In Folge. aufhörlichen herrschenden Schneetreibens bet starkem» gtzU» Nordostwind find die Strecken Schlawe-Rugenwalv Stettin-Rummelsburg, Stolp-Stolpmünde und Nem„ jetzt Könitz gespertt. Voraussichtliche Dauer der Sperrung 13. M- SW-- � Jablonowo ist gestern durch Schnee gesperrt..„ 75 W ist früh 10 Uhr 4 Meter über Null und es steht zu Regenten um 300000 M. zu erhöhen. aabinet ' Dienstag, 13. März. Das neue«am.-.� --~-g; Phere! ................................... üstisch Inn öffentliche Arbeiten; Gane, Handel; Giani, JusttZ- Knkare». Dienstag. 13. März. Das konstruitt: Bratiano, Vorfitz und Krieg; Pherekyde, Naku, Kultus, Unterricht und interimistisch Inneres, ttriefliastrn der Kedokti»»- ...... HS* »ti Nnfragen bitten wir bie«donnementi. Quittung b»l»«f"J u, Antwort wird nicht ertheilt. Nerlag� ®. Kchw. Das Gewünschte ist durch die" Handlung von Wörlcin u. Komp. zu beziehen. Verantwortlicher Redakteur: U. Kronksi« in Berlin. Druck und Verlag von Mo« Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.