Ä und da ;en Zu- oerudbß hußwaD bahn t» n NOK® er PS» ung M sammeil und f icn gfc? lliche H n. OaueniW eimfl" imme J? walvct Jelts» Frrit-g. den 16. Mär, 1888. 3. Iichr». MerMMll Krgan für die Interessen der Arbeiter. lud iii j* Der Ne» SeKirk» arieniw , Ostaz-Z weitd> ran Ö tu® »er wie� auf )irettü» stand d- zmen»>>- sassers f S# 'iJS vegen � i)t lüttt" ?»§» a com'® )cn< i?) :l Die Kountagsrnhe und die Großindustrie. n. Wie bereits hervorgehoben, gehörte der Korreferent der «xtilbranche an. Von allen Arbeitszweiaen ist eS gerade kextilindustrie, in der mit schlechten Löhnen und über- M&tg langer Arbeitszeit am meisten gesündigt wird. Die �rhiilwißmäßig leichte Arbeit begünstigt die Ausdehnung ju Arbeitsstunden bis zur äußersten Grenze physischer Möglichkeit und andererseits war sie von jeher der Vorwand die Verwendung von Frauen und Kindern im zartesten »Iter. Es gab ja eine Zeit, wo die Vertteter dieser In- Miric in Parlamenten wie in der Presse, ohne befürchten i» müssen, ausgelacht oder— was mehr am Platze ge- Bssen wäre— ausgepfiffen zu werden, mit der Behauptung �streten konnten, daß sie ohne das Recht, die„geschmei- ''M Finger" der 8— 12jähriqen Kinder benützen zu dürfen, tinöthigt wären, ihre Etablissements zu schließen. Einer letzten dieser begeisterten Lobsänaer der„geschmeidigen ger" war der verstorbene Abgeordnete Völk, die m % Si e m % % ttß i nch«, H ltzSlerche, dem auch die deutschen Textilbarone daS tum verdanken, daß sie in ihren Spinnereien die jugend- ,)en Arbeiter 66 Stunden abrackern dürfen, während den reizen Industriellen dies nur 60 Stunden gestattet ist. Plauener Staatsanwalt und Reichstagsabgeordnete yftdnann zeigte in der ersten Zeit seiner parlamen- xdschen Würde nicht schlecht Lust, in die Fußstapfen M'S zu treten, doch er überzeugte sich rasch, daß � Zeit, wo die Menschen noch naiv genug in der Ausbeutung der Kinderarbeit wirklich einen zu sehen, denn doch vorüber ist. Gewiß geschieht .r? Vute in der Kinderschinderei noch viel zu viel, aber jINftfce Lobreden darauf zu halten, daS verträgt unsere TOliche Meinung doch nicht mehr. � In der Textilindustrie haben mir eS also mit einem �beitSzweig zu thun, wo lange Arbeitszeit und größt- möglichste Ausnutzung der Arbeitskräfte von jeher zu Hause J�ten. Um so mehr müssen die auS diesem Kreise über SonntagSarbeit abgegebenen Urtheile ins Gewicht fallen. .mm, Herr Fromme! hat als Korreferent und Vertreter ss Textilindustrie sein Urtheil in die Worte zusammen- >Mßt: „Zch bin der festen Ueberzeugung, seit ich die Textilindustrie, die Spinnerei und die Weberei kenne, daß die SonntagSarbeit nicht noth- «endig, nicht gerechtfertigt nnd ein U e b e l st a n d i st." An anderer Stelle führt er dann aut: U IieuM'ston. MN OMkn.« MTWBD Der Grbe. Roman vo« Friedrich Gerstäcker. "Wissen Sie, liebe Frau," sagte er endlich, als er jemals stehen blieb,„daß wir mit der Sache in ein - hres Wespennest hineingerathen, denn wenn die Heß- I�'kchen Eheleute leugnen— und das thun sie jeden- L/"""» so glaubt unS nachher kein Mensch ein Wort von dls,. ganzen Bescheerung. Es sind vierundzwanzig Jahre %, hingegangen, und der alte Baron— und fein to* 00R einer Schwester erst recht— werden sich hüten. IS?*«t eine einzige der angeführten Thatsachen zuzu- Sie werden e» für blanke Lüge und Verleumdung "mren." �ierlick» �abt bie Wahrheit gesprochen," sagte die Frau »lüfSl ot)et Beweise— wo kriegen.. LIT wir schaffen, ehe wir nur damit herauskommen oder wir verderben Alles." "Und indessen tödten sie mir den Sohn, den ich ge- ti;» Rnd erzogen und so lieb habe wie den eigenen. rief «n in Angst und Aufregung. "Wen? Den Fritz Baumann?".. ibx."�at er denn nicht gestanden und soll er nicht schon rgen hingerichtet werden?"........ WWW „Die Branchen, die bisher blos aus Gründen einer Verstärkung der Produktion an Sonn- und Festtagen gearbeitet haben, werden eS empfindlich fühlen, wenn ihnen der Sonntag an der Arbeit genommen wird. Aber, meine Herren, ich glaube, da steht denn doch wohl das Ganze und die Pflicht dem Arbeiter gegen über höher, und da muß sich der einzelne fügen und er muß schließlich selber zugeben: eS ist ein Miß, brauch, den er bisher getrieben hat." In Bezug auf die Ausnahmen, wo SonntagSarbeit zw lässig sein muß, schloß sich der Korreferent den AuSfühmnaen des Referenten an:„aber als Regel müssen wir da, wo nicht überwiegende Gründe vorliegen, die SonntagSar- beit als abschaffungSwerth ansehen." So urtheilt ein hervorragender Vertreter einer unserer größten Industrien über die Rothwendigkeit der Sonntags- arbeit. Daß er aber mit dieser seiner Ansicht nicht etwa als ein vereinzelter„weißer Rabe" dasteht, zeigt schon der Umstand, daß ihm keiner der anwesenden Vertreter der Textilbranche entgegen trat. Außerdem aber konnte er fl auf daS Urtheil der Chemnitzer Handelskammer, also der Kammer jenes Bezirkes berufen, in dem die Textilbranche wohl mit am stärksten in ganz Deutschland vertreten ist. Die genannte Kammer hatte Fragebogen ausgegeben und da erhielt sie aus Glauchau und Meerane— also au» jener Stadt, die in letzter Zeit durch ihr Prügeledikt gegen Armenhäusler zu einer so traurigen Berühmtheit gelangt ist — die Antwort, daß SonntagSarbeit in allen B e« trieben üblick, daß in den mechanischen Webereien eintretenden Falls der gesammte Betrieb beschäftigt ist und daß der Sonntag gleich dem Werktag gilt. Diesen Zuständen gegenüber erklärte nun die Handel»- kammer: „Weder wirthschaftliche noch technische Gründe veranlassen die SonntagSarbeit, ein Verbot würde für die Unternehmer ohne besondere Folgen sein." Ueber den angeblichen Lohnverlust der Arbeiter durch Wegfall der Sonntagsarbeit aber heißt e« in dem Bericht: „Er(nämlich der Jahresverdienst) soll durch ein Verbot eher günstig als ungünstig beeinflußt werden, denn die Fabrikanten seien genöthigt, die durch das Bestreben, der Konkurrenz zuvor zu kommen, hervorgerufene Ueberstürzung in der Arbeit zu beseitigen und die periodische, schwer empfundene Arbeitslosigkeit zu verminder n." Der Korreferent kam in seinem Referat natürlich auch auf andere Arbeitszweige als die der Textilindustrie zu reden, da konstatirte er, daß„eigenthümlicher Weise in allem, und was Mühlen heißt, die meisten Mißbräuche dort bleiben muß, denn die Herren Richter haben dar- über ihre eigene Ansichten, aber weiter wird ihm nichts geschehen— verlassen Sie sich auf mich." „Aber die Volkert hat mir doch gesagt," stammelte die Unglückliche ganz verstört— denn jetzt erst kam ihr der Ge- danke, daß vielleicht das ganze Geständniß unnöthig gewesen wäre—„daß er bekannt hätte und am Freitag hingerichtet werden solle." Der Staatsanwalt mochte vielleicht ahnen, wa< in ihrer Seele vorging, und es lag ihm selber daran, da« Gefühl jetzt nicht in ihr aufkommen zu lassen.„Ich weiß nicht, woher die Frau Volkert ihre Nachrichten schöpft," sagte er deshalb,„kenn.» die Dame auch nicht und glaube nicht, daß der junge Mann sich zn dem Verbrechen be- kannt hat. Wäre es aber auch wirklich der Fall, so be- ruhigen Sic sich vollständig über eine so rasche Ausführung der Strafe. Das geschieht nicht und kann nach unseren Gesetzen gar nicht geschehen, da selbst einem jeden Ver- brecher, und sei er der schwerste, der Weg zur Gnade des Königs noch immer offen steht. In diesem Fall aber und im Besitz des Geheimnisses, das Sie mir eben mit- getheilt, würde ich selber die nöthigen Schritte thun, um eine über ihn verhängte Strafe hinaus zu schieben, und deshalb brauchen Sie sich keine Sorge zu machen— Ihr Fritz soll nicht sterben." Die Frau faltete die Hände.„Dann mag nachher mit mir geschehen, was da will," sagte sie leise.„Und wenn ich daS Furchtbare nun erst noch meinem braven Mann ge- standen und seine Verzeihung erfleht habe, dann will ich zuftieden sein. Die Menschen mögen mich dann strafen— ich habe es verdient und will es gern ertragen." „Ihrem Mann wollen Sie es gestehen?" sagte der Staatsanwalt.„Hm— ja..." „Und muß ich denn nicht?" fragte die Frau erstaunt. ..Oh, wenn ich es vor langen, langen Jahren gethan hätte, eS wäre vieles Elend abgewandt!" „Die Sache ist nur die," meinte Witte verlegen,„daß wir damit eigentlich nicht unter die Leute treten dürfen, bis wir nähere Beweise dafür bringen können. Haben Sie kein vorkommen; in Mahlmühlen, Oelmühlen, Sägemühlen, Papier- Mühlen, da finden sich am meisten Klagen oder Angaben über regelmäßige Sonntagsarbeit. Auch in den Bier- brauereien wird während der Sudzeit am Sonntag sehr viel gearbeitet." Diese Angaben führten später einen Herrn van der Wyngaert(Berlin) auf die Tribüne, um für„die 35 000 Mühlen" einzutreten, die nur bei kleiner Wasserkraft oder bei Windkraft arbeiten und denen ein„Theil ihres Ver- mögenS" genommen würde, wenn sie genöthigt würden, am Sonntag vaS Wasser unbenützt laufen oder den Wind wehen zu lassen. Darauf erwiderte der Korreferent: „In der Müllerei bestehen an einigen Orten Verhält- nisse, die geradezu überraschend sind. ES hat sich heraus- gestellt, daß in einigen Mühlen die Mühlknappen von48Stunden 36 Stunden an der Arbeit bleiben müssen und nur I2Stundenschlafen dürfen. Meine Herren, das sind Zustände, die in unserem Jahrhundert unhaltbar sind."— Interessant war, was der Fabrikbesitzer Drewsen (Lachendorf) über die Verhältnisse in der Papierfabrikation zum Besten gab. Derselbe konstatirte zunächst, daß die Ueberhandnahme der Sonntagsarbeit mit der Einführung der Papiermaschinen Hand in Hand gegangen sei. Wie überall, so hat also auch hier die Maschine den Ar- beitern statt Erleichterungen nur neue Lasten gebracht. Als Grund für die SonntagSarbeit führte der Redner dann an, daß die Fabrikanten die Wasserkräfte nicht unge- nützt laufen lassen wollten. Zwar nicht überall wird gearbeitet. In der R h e i n p r o v i n z ist die Sonn- tagSarbeit verboten, ebenso in Württemberg.„In Sachsen dagegen und in N o r d d e u t s ch l a n d ist es eingerissen, Sonntags zu arbeiten." Ueber die Frage, ob die SonntagSarbeit in der Papier- branche vollständig zu verbieten sei, herrschen verschieoene Meinungen. „Die Einen sagen unbedingt„Ja", die Herren auS der Rheinprovinz und Württemberg kennen es gar nicht anders. Andere sagen, man müßte doch wenigstens ge- statten, die Wasserkräfte zu benutzen. Andere wieder sagen:„Rein, die E x p o r t f ä h i g k ei t würde aufhöre n." Die Sachsen z. B. sind größten- theil» der Meinung, die Papierfabrikation würde nicht erportfähig bleiben, wenn die SonntagSarbeit verboten würde.———" „Ich meinerseits habe seit 6 Jahren von Sonntags Morgens 6 Uhr bis Abends 6 Uhr nicht gearbeitet(der Herr Drewsen meint natürlich, er hat nicht arbeiten lassen), und wenn ich hier nicht als Vorsitzender des Papierfabri- kantenvereinS, sondern für mich sprechen sollte, so würde ich Zeichen, an dem Sie Ihr eigenes Kind fest bestimmen könnten, kein Maal oder sonst etwas?" Die Frau schüttelte mit dem Kopf.„Nein," sagte sie, „kein anderes Zeichen als das Herz der Mutter. Er kennt mich ja auch selber nicht," setzte sie traurig hinzu;„wie oft habe ich mich ihm in den Weg gestellt, um ihm in die guten, treuen Äugen— ganz wie sie sein Vater hat— zu schauen! Er kannte mich nicht einmal, sah mich kaum, dankte nur manchmal vornehm oder auch gar nicht und ging vor- über, und mir hätte das Herz dann in der Brust zersprin- gen mögen, daß ich's mit beiden Händen halten mußte." „Arme Frau..." „Ja wohl, arme Frau— oh, was ich geduldet und getragen habe die ewig lange Zeit, und immer allein, immer Frieden finden könnte. Aber mein armer Bruno," sitzte sie seufzend hinzu,„wie wird er es tragen? Muß er nicht seiner eigenen Mutter fluchen, daß sie ihm allen Glanz der Erde zeigte, nur um ihn dann wieder heraus zu reißen und zu einem der Niedrigsten zu machen?" „DaS ist wirklich eine verzweifelte Geschichte," murmelte der Staatsanwalt, dem indessen eine ganze Menge von Dingen durch den Kopf fuhren. Nicht allein Herr Bruno von Wendelsheim würde nämlich erstaunt über den Wechsel der Verhältnisse sein, sondern auch seine eigene Frau. Aber was half ihm daS alles? Beweise brauchte er, weiter nichts als Beweise; denn daß daS Zeugniß einer einzigen alten Frau nicht ausreichen würde, um besonders in einer so wichtigen und bedeutenden Erbschaftssache die ganze Erb- folge umzustoßen, konnte er sich nicht verhehlen. War eS ja doch, wie das Gericht einwenden würde, ihr eigener Sohn, dem sie durch ein solches Geständniß das riesige Erbe zuwenden wollte, und daß man das nicht so ruhig hinnahm, ließ sich denken. Und was der Major dazu sagen ch* �tte er freilich gehabt, daß damals nicht alles redlich zugegangen, wenn es bei ihm auch blos Ver- dacht, nie Gewißheit gewesen; aber ihm half es trotzdem nichts, wie die Sachen standen. Und seine eigene Frau? �agen:„Zchbindafür, daßdieSonntagSarbeit verboten wir d." Ich halte es von meinem Standpunkt für völlig unbedenklich für die deutsche Papierfabrikation; ich glaube, daß die Herren zu schwarz sehen, welche weinen, daß dadurch der Rückgang over gar Untergang der deutschen Papierfabrikation zu befürchten sei. Aus Sachsen schwebt mir eine sehr große Fabrik vor, die vorzugsweise ZeitungS. druckpapier für den Export arbeitet, die niemals Sonntags arbeitet und dabei so reussirt, daß sie eine Papiermaschine nach der anderen aufftcllen muß. Da- durch ist auch für mich der Beweis geliefert, daß et auch selbst für die Exportfabrikation möglich ist, ohne die Sonn- tagsarbeit durchzukommen." Zum Schluß mag noch eine Aeußerung de« als Bimetallisten und Schutzzöllner bekannten Abgeordneten L e u s ch n e r(Eisleben) folgen, der in seiner Eigenschaft als Vertreter der Bergwerksindustrie sich folgendermaßen äußerte: „Von Bedeutung halte ich es namentlich auch, wenn die geehrte Versammlung den Gesichtspunkt be- sonders betont, daß die Industrie durchaus gar nicht die Absicht hat, in irgend einer Weise für S o n n t a a« ar b eit e in- zutreten, welche nicht absolut noth- wendig i st." Das sind die Aeußerungen hervorragender und beru- fener Vertreter der Industrie. Würde auch nur ein Schatten von Beweis sich für die Behauptung der„Nordd. Allgem. Ztg." erbringen lassen, daß die Industrie unter einer weiter gehenden Beschränkung der SonntagSarbeit»irklich leiden würde, die Herren Kommerzien-, Finanz- und Bergräthe, die im Zentralverband den Ton angeben, sie wären wohl die letzten, die dazu schweigen würden. Man kann gegen unsere Industriellen gewiß manches vorbringen, aber den Vorwurf, daß sie ihre Interessen nicht zu wahren wüßten, den wird ihnen wohl niemand machen können. Und doch haben sie sich einhellig für Sonn- tagsruhe ausgesprochen. Ebenso besteht aber unter sämmt- lichen Arbeitern, die ihre Lage zu beurtheilen vermögen, volle Einigkeit in der Forderung, daß ihnen die volle Sonn- tagSruhe werde. Auf was stützt sich also die„Nordd. Alla. Ztg.", wenn sie vorgiebt, im Interesse der Industrie und der Arbeiter die gesetzliche Fixirung der Sonntagsruhe zu bekämpfen? Auf nichts weiter als auf hohle, abgedroschene, tausend Mal widerlegte, von Wissenschaft und Praxi« längst in ihr Nichts aufgelöste Phrasen, die vor 40 oder 50 Jahren eine wirthschaftliche Partei als Axiom aufstellte, welche aber heute selbst von dieser Partei nicht mehr auftecht erhalten werden. Die„Nordd. Allg. Ztg." ist manchesterlicher als die Manchesterpartei. Die Politik des Gehenlassens findet im Kanzlerblatt die stärkste Stütze. Freilich gilt dies nur da, wo die Initiative des Staates den Arbeitern zu Gute käme, vor allem auf dem Gebiete der Arbeiterschutzgesetz- gebung. Wo eS dagegen gilt, die Unersättlichkeit der Agra- rier zu stillen oder den Großindustriellen das heimische Absatzgebiet zu sichern, da giebt cS keinen grimmigeren Feind des laisser fair als Herrn Pindter. In allen Fragen wirthschaftlicher Art spielen die Wünsche und Vorschläge der organisirten Großindustrie eine gradezu Ausschlag gebende Rolle, in dem einen Falle aber, wo diese Verbindung sich einmal zu Gunsten einer Arbeiterforderung aussprach, da hat ihr sonst allmächtiger Einfluß versagt. ES ist die« zur Illustration unserer Sozialreform gewiß ein bedeutsamer und bezeichnender Vorgang und deshalb haben wir daran wieder erinnern wollen. Triginak-Korresponllmzell. An» Sachsen. Der Boykott gegen die Sozialdemokraten ist in keinem Lande so allgemein, und wird in keinem mit gleich großer Rückstcktslostgkeit durchgeführt, wie in unserem Sachsen, welches ja auch das„Kartell" erfunden hat. Der bekannte Hansemann'sche Satz: in Geldsachen Kört die Gemütblichkeit auf, sollte richtiger lauten: beim Interesse hört die Gcmüthlich- keit auf;— nicht alle Interessenfragcn sind„Geldsachen". Die Parteigruppirung nach Interessen ist in Sachsen, vermöge seiner Koben industriellen und überhaupt ökonomischen Entwicklung, früher vor sich gegangen und allgemeiner geworden, als m irgend einem anderen Staate Deutschlands— und die Jnter- esienpolitik, die alles beherrscht, ist das Grad jener„Gemüth- lickkeit" geworden, die früher als sächsische Eigcnthümlichkeit Er kratzte sich mit der rechten Hand hinten am Kopf und lief noch immer mit schnellen Schritten im Zimmer auf und ab. Außerdem konnte er der Frau nicht verdenken, jetzt, da sie ihm das schwere Geheimniß eröffnet, auch ihr Herz gegen ihren Mann auszuschütten, und daß sie da einen harten Stand bekam, ließ sich denken. Aber ihm setzte sie damit ebenfalls das Messer an die Kehle, denn wenn jetzt etwas in der Sache geschehen sollte, mußte eS rasch geschehen; er wußte nur nicht, wie. Mitten im Herumlaufen fiel ihm sein Iustizrath ein. Hilf Himmel, wie rasch die halbe Stunde vorüber war! Er mußte jetzt fort, denn es betraf einen wichtigen Fall, der nothwendig eine vorherige Besprechung erforderte, und die Zeit war jetzt schon beinahe abgelaufen. „Liebe Frau Baumann," sagte er deshalb,„ich muß fort, ich kann nicht länger ausbleiben. Gehen Sie indessen nach Hause und überlegen Sie sich die Sache noch einmal ordentlich unterwegs. Treibt Sie Ihr Herz, mit Ihrem Mann offen darüber zu sprechen— ich kann'S Ihnen nicht ver- denken—, so thun Sie es, aber bitten Sie ihn, mit keinem Menschen weiter darüber zu reden, bis ich ihn selber gesehen habe. Ich komme dann, wen» die Sitzung vorüber ist, bei Ihnen vor. Wollen Sie mir das ver- sprechen?" „Ja, Herr Staatsanwalt,"' sagte die Frau leise,„denn ich glaube, daß Sie eS gut mit uns meinen." „Sie können sich darauf verlassen, liebe Frau." „Und der Fritz?— Es geschieht ihm gewiß nicht« Böses, wenn wir nicht gleich erzählen, daß er vornehmer Leute Kind ist?" „Es geschieht ihm nichts, die Versicherung kann ich Ihnen geben. Ich werde dafür sorgen, daß er in keine Gefahr kommt, und wenn irgend eine Aenderung in der Untersuchung eintreten sollte, so komme ich augenblicklich zu Ihnen oder schicke nach Ihnen und lasse e« Sie danke Ihnen, Herr Staatsanwalt, ich danke Ihnen recht von Herzen— auch für die fteundlichen Worte, die Sie zu mir gesprochen. Ich hatte schon geglaubt und ge- fürchtet, alle Menschen, die mein Vergehen erführen, müßten galt. Nun— so unangenehm die gegenwärtigen Zustände find, es ist doch gut, daß es so weit gekommen ist. In der Politik ist die Gemüthlichkeit das schädlichste Ding von der Welt— ein arger Hemmschuh, der namentlich in Deutschland schon gar viel verdorben hat. Wenn aber die Sachsen, die gemüthlichsten der gemüthlichen Deutschen, aufhören gemüthlich zu sein, dann ist doch Hoffnung vorhanden, daß die Gemüthlichkeit, diese politische Erbsünde der Deutschen, mit der Zeit ganz aus unserem Vaterlande verschwinden wird. Wir müssen uns folglich im Grunde genommen recht sehr freuen, daß der politische Kampf in Sachsen so ungemüthlich geworden ist. Nur sollten die Männer des politischen Boykotts bedenken, daß, was dem einen recht ist, dem andern billig sein muß. Ist der Boykott gegen die Arbeiter und Sozialdemo- kraten erlaubt, so muß auch der Boykott gegen die Kartcllbrüder erlaubt sein. Das will nun den Herren Kartellbrüdern nicht in den Sinn. Sie, die das Saalabtreiben zum System erhoben haben, erheben ein entsetzliches Zetergeschrei, wenn die Arbeiter und Sozialdemokraten einen Wirth„boy- kotten", der den Arbeitern und Sozialdemokraten seine Lokalitäten zu Versammlungen u. s. w. verweigert.— Sie sehen, ich gebrauche die Wörter:„Arbeiter" und„Sozialdemo- kwten" als gleichbedeutend. Das ist nicht willkürlich. Ich nehme die Herren Kartellbrüder und auch die Behörden einfach beim Wort. Jede Arbeiterorganisation ohne Ausnahme, welche die Arbeiterintereffen verfolgt, wird von den Kartellbrüdern für sozialdemokratisch erklärt und von der Polizei als eine sozial- demokratische Organisation behandelt. Ich habe also nach der Praxis unserer Gegner ein vollkommenes Recht, die beiden Wörter so synonym zu gebrauchen, wie ich es gcthan habe. Wenn unsere Herren Jnnungsmeister eine schwarze Liste anlegen und das Boycott über alle Arbeiter, die keine Duck- mäuser find, verhängen, so ist das vom kartcllbrüderlichcn Stand- puntt ganz in der Ordnung. Wenn aber die Arbeiter fich zu- sammenthun, um die Herren Jnnungsmeister zu„boy- kotten", so ist das in den Augen der Herren Kartell- brüder ein todeswürdiges Verbrechen und Polizei und Staats- anwalt werden zu Hilfe gerufen. Bios gegen diese— Ungerechtigkeit und Inkonsequenz will ich mich wenden. Das allgemeine Boykott, das Boykott Aller gegen Alle— die modernste Form des Hobbes'schcn dsilnm omnium contra omnes— Krieg Aller gegen Alle— entspricht ja dem Grundprinzip unserer heutigen bürgerlichen Gesellschaft — und wird die Partie zu Ende gespielt, so werden die Arbeiter und Sozialdemokraten sicherlich nicht die Verlierer sein. Zum Boykotten gehören Zwei, und wer mit dem Boykott schlägt, muß es fich auch gefallen lassen, wenn er mit dem Boykott ge- schlagen wird. DLrtch, 12. März. In Bern ist heute die Bundes- Versammlung zur Frühjahrssession zusammengetreten. Unter den zu gewärtigenden Vorlagen des Äundesraths dürfte für das Ausland diejenige das meiste Interesse in Anspruch nehmen, welche die politische Polizei betrifft. Vor allem soll auf die bekannte Spitze langelegenheit verwiesen werden und auf Grund des bezüglichen Materials wird das eidgenöistsche Justiz- und Polizeidepattement einen Kredit von vorläufig 10000 Fr. verlangen. Die essenzielle Motivirung wird darin bestehen, daß die Arbeiten der politischen Polizei fich erheblich vermehtt haben.— So melden die Blätter. In der Tbat hat die politische Polizei eine Ardeitsvermehrung erfahren. Aber es scheint fich hier das alte Sprüchwort zu destätigen, daß, wer Verbrechen sucht, sie auch findet. Seit längerer Zeit schon waren die sogenannten gutgesinnten Blätter in geschäftiger Weise be- müht, schauerliche Anarchisterei aus Bern fich berichten zu lassen. Man denke den Schrecken, die Bundesstadt sei das Rest jener scheußlichen, furchtbaren Umtriebe. Von Tdaten, oder auch nur von vorbereitenden Handlungen zur Vorbereitung einer boshaften Vorbereitung wußte indeß Niemand etwas zu melden. Nun der See rast und will sein Opfer haben. So nahm die Polizei vor kurzer Zeit bei einer Anzahl meist ausländischer Arbeiter Hausdurchsuchung vor und wies einen der Behaussuchten auch aus. Leider ist die ganze polizeiliche Aktion so wenig in die Oeffenllichkeit gedrungen, daß man über die näheren Einzelheiten vollkommen im Dunkeln ist. Zum Deutschenhaß der Schweizer, gegenwättig bei einer gewissen Sötte deutscher Blätter ein sehr beliebtes Thema, schreibt der„Solothurner Volksfreund": „Um auch unsere Meinung über den uns Schweizern imputirten Deutschenhaß zu sagen, bemerken wir, daß ein solcher Deutschenhaß schon deshalb nicht vorhanden sein kann, weil Haß nicht gleichzeitig mit Mitleid gepaart sein kann. Mitleid aber müssen wir mit dem deutschen Volke deshalb haben, weil dasselbe Schritt für Schutt einer Reattion zum Opfer fällt, wie sie selbst in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts nicht vorhanden war. Alle großen Reden großer Staatsmänner, mittelst welcher von Zeit zu Zeit das politische und soziale Elend des Volks übertüncht wird, könnenZchließlich doch den Zusammenbruch dieses Systems der Reaktion nicht aufhalten. Wenn wir irgend einen Haß in uns aufkommen lassen, ist es also durchaus nicht der Haß gegen das deutsche Volk, sondern der Haß gegen die deutsche Reattion, welche leider auch auf unsere Entwickelung mich von je�t an nur hassen und verabscheuen, und ich ttage doch nicht die größte Schuld— oh, ich allein hätte e« nie, nie gethan!" „Seien Sie ohne Sorge, Frau Baumann," sagte der alte Herr, der aber jetzt etwas ungeduldig wurde.„Ich habe Sie nun kennen gelernt, und ich glaube, ich durchschaue das Ganze. Wir wollen sehen, wie sich Alles zum Besten wenden läßt, und in spätestens zwei oder drei Stunden bin ich bei Ihnen." Damit ging er nach der Thür zu und nahm drin in seinem Zimmer Hut und Stock. Frau Baumann folgte ihm, und mit gesenktem Haupte schritt sie zwischen den Schreibern hin, die sich indeß die Köpfe zerbrochen hatten, wa» die Frau so Wichtiges mit ihrem Chef zu sprechen hatte, daß er einen besonderen Boten auf das Amt hinaufschickte, um eine Verhandlung aufzuschieben, und sie jetzt beinahe sogar versäumte. Aber sie erfuhren nichts. Der Staatsanwalt lief, ohne selbst seiner Frau Adieu zu sagen, die Treppe hin- unter, um noch zur rechten Zeit an Ort und Stelle zu sein, und langsam— oh, wie waren ihr die Füße so schwer ge- worden, als sie diesmal ihrer Heimath entgegenschritt— folgte ihm die Frau. (Fortsetzung folgt.) Au» Knust und Zeben. Zjie ersten Krobachtungen mit dem Kirfenfeen- rohee der Lick-Kteenmarte in«alifnrnien. Die Äugen der ganzen astronomischen Welt find gegenwärtig nach Cali'or- nien gerichtet, wo auf dem Berge Hamilton die am reichsten ausgerüstete Sternwatte der Erde ihre Thätigkeit beginnt In einer Höbe von mehr als 4000 Fuß über dem Spiegel des Stillen Weltmeeres, begünstigt von Luftzuständen, wie solche in den Monaten Apnl bis November an keinem andern astronomischen Punkte in gleicber Ruhe und Klarheit angettoffcn wcrd�. stebt dott gegenwärtig der mächtigste Refraktor, den menschliche Kunstfettlgke»t hervorbrachte, bereit, einzudringen in die Tiefen des Weltraumes und dem menschlichen Auge Wun- der der Sternenwelt zu enthüllen. Das ungeheure Objektiv- glas von 3 englischen Fuß Durchmesser und 56* englischen Fufi Brennwerte rst nun bereits mehrfacher Prüfung unterzogen worden einen größeren Einfluß ausübt, als viele sehen können � seiner Red wollen. Gegen die deutsche Reaktion aber Front zu machen, so rntt Mckelt, so: sie auch auf unsere Vcrhättniffe ihren Einfluß ausüben kW Wert hat. liegt in unserer Pflicht." N ist in Es sei dazu bemerkt, daß der„Solothurner Volksfrnriit' Ai ist er n weder Arbeiterblatt noch sozialistisch ist. A emgewei . In St. Gallen wurde im vottgen Jahre von Wdjoft" Höngen der verschiedenen Gesellschaftsklassen und BerufSstän!» Werten An und Vettretern aller möglichen, selbstverständlich auch der Ä' wird u beitervereinigungen, eine allgemeine städtische D' s'Wmme S beitsvermittlung gegründet. Im Herbste brach in W athei Stadt St. Gallen, die ca. 26 000 Einwohner zählt, eine fW Mhnt ist. liche Knse für die Arbeiter aus. Auf die Aufforderung gewöhnlich Vorstandes jener Arbeitsvermittlung an die Arbeitslos�|%n der G> meldeten Männer . OTL, 1 1»'"H oei fich 198 Beschäftig ungslose und zwar lik M ihn desl und 18 Frauen. Nach dem jetzt erschienenen �(Menpfuhl richte, welcher in der„Gemeinnützigen Gesellschaft" stattet wurde, waren von diesen Arbeitslosen Schweizerbürger, 14 Oesterreicher und 15 DeutsH Verheirathet waren von den Arbeitslosen 104, 69 ledig und verwittwet. Von den Verheiratheten hatten 81 Kinder," zwar eine Anzahl von 232. Das Alter der 180 männlichen Arbeitslosen v zwischen dem 18. und 66. Jahre. In den Jahren 1821 find geboren 11, 1830-40 33, 1841-50 43, 1851-60* 1861-70 45 und 1871-75 5. Der Bcrufsangcbörigkeit nach stellten das größte Kontingb' die Tagelöhner und Erdarbeiter(34), Maurcr und (19), Gärtner(7), Steinhauer(6), Maler(15), Schlosser(1% Ausläufer(11), Knechte(10), Kommis(7) und außerdem»» Zimmcrleute, Bäcker� Mechaniker, Zeichner, Packer, Tapejäs Dachdecker, Gießer, Schreiner, Buchbinder ic.„I Zu den 198 meldeten fich nachträglich noch 59, wovo»" Schweizer und 7 Ausländer. Gegen Mitte Januar wurde, um den Arbeitslosen S? schäftigung und Verdinst zu gewähren, der Bau und D* Regulirung verschiedener Straßenarbeitcn in Angttff genornw* wodurch 155 Arbeiter Engagement fanden. An Arbeitslöhne wurde bis Mitte Januar aus der städtischen Kasse die von 5509,90 Fr. verausgabt. An steht =»Die llnTere l ' Sachs» von( Mem fach 'kr", ei n der f kr" wii Zwei Iah der A ter T wieder i von de man da, % Mittel mcken, ist m, welch nothwer Mntlich di Uges Mii �«erversan �hren, mö M den Vc Bei dieser ganzen Aktion ist der Umstand zu begrüßen, fcj'Laufe vor Angehörige der befitzenden Klassen, die nur in seltenen Ml!* Men vom ein richtiges Verständniß für die Leiden des Arbeiters befiel yn mitgetl durch ihre Mitwirkung das soziale Elend aus unmittelbarer»»%kn deshc schauung kennen lernen und so eher in die Lage kommen, M fmert— über die Arbeiterfrage und die soziale Frage ein ttchtrges U#" Gehens dc zu bilden. uä1-1 Alte der I Mndcn Sil SS.' A Wirthe PoUtische Ueverficht. Herrn Stöcker» Rede über Heinrich Heine hat in- außerhalb Deutschlands viel Aufsehen gemacht. Zwar hat verstorbene Dichter von jeher viele Gegner gehabt und von S- wissen Kreisen ist diese Feindschaft ja auch durchaus erllärliH denn Heine hat eine gar spitze Feder geführt und er liebte* gerade die Stellen zu berühren, wo es am meisten schmerz» Trotzdem aber hat der pöbelhafte Angriff Stöckers auf Ff Sänger des„Buchs der Lieder" selbst in solchen Kreisen verWj wo die Verehrer Heine's sonst sehr dünn gesät find. Nicht Interesse mag es unter solchen Umständen sein, zu erfahren, Stöckers Schimpfrede, die er über Heine gehalten, durchaus»� sein eigenes Geistesprodukt ist, sondern daß er in derselben»ij eine Abhandlung, die Emil Mauerhof(Wiesbaden) unter Titel:„Die Lüge in der Dichtung", in dem Januarheft,� Zeitschrift:„Die Gesellschaft", veröffentlichte, Wott für vortrug. Alles, was Stöcker über den„Unempfinder" Hb? über dessen Mangel an origineller Begabung, über das leben des Dichters, über dessen„wüste Leichenschänderei" sagte, steht wörtlich in dem angeführten Artikel MaitfAs' it&A Auch was Stöcker über die Bevorzugung der Heine'schen*".� iikJu seitens der Musiker und Komponisten zum Besten gab,$ Anfang bis zu Ende der angeführten Quelle entnommen, gar die Verwechselung der Komponisten Schumann und 3*� die Stöcker passtrte, ist auf Mauerhof zurückzuführen. Kritik dieses„Naturalisten und Judenfressers" findet auch das reizende Gedichtchen:„Die Lotosblume ängstigt,'L Gnade und er hängt seiner„Ktttik" die Bewertung an: dem Veitstanz dieses mondsüchtigen Gewächses ist unter � tauberklängen Robert Schumanns der erste schmerzli« Uj iebesrauscb einer keuschen Mädchenseele aemorden—. so iebesrausch einer keuschen Mädchenseele geworden—, f" Wort und Unsinn mitleidig vom Meer der Töne verschlug Stöcker schwebte wohl diese Stelle vor, als er seines Amt'*, Kunstkritiker waltete und dabei passtrte ihm allerdings das Mj'F f daß er in seinem Feuereifer die Gedichte verwechsen'�t Schumann auch das Heinesche:„Das Meer erglänzte j hinaus" in Musik setzen ließ. Auf solche KleinigLiren z es eben beim Stöcker nicht an, bei seinem Publikum b�., noch viel größerx Böcke schießen können, ohne daß ei worden wäre. Wer Stöckers Rede liest und die Mauerhofsche awa lung damit vergleicht, wird finden, daß der Herr Hof?« M Jfjflen merl %Uer." t Astt köm A- den auf hat en giebt �34 jüh�u habi m ., n der Arb > Da» ba �Tübinger ,?delt ein li zum ersten Male gegen den Himmel gerichtet. Einige � und hat eine selbst die Verfertiger überraschende Vorzusmf offenbart. Am 3. Januar dieses Jahres wurde, ,�K.-Ztg." derichtet, b~s mächtige Instrument auf dem 0%� kamen in das Gesichtsfeld, allein dichtes Gewölk bezog � Himmel und die ferneren Versuche mußten eingestellt Die nächste heitere Nacht trat am 7. Januar ein, aber j zeigte fich ein anderes Hindemiß. Die Vorrichtungen 4 Drehen der 200000 Pfund schweren Kuppel waren»0® � sämmtlich in Ordnung, und es gelang wegen des V Frostes nicht, den gewaltigen Dom zu bewegen. Man j# also nur nach derjenigen Himmelsrichtung sehen, gegen. die 9* Fuß breite Beobachtungsöffnung im Dache der n j, gerade gerichtet stand. Anwesend waren die Herren -—~ S. Reeler und«V Clark jr., Kapitän Floyd, James E Swasey. Die Luft war gut und wurde später ruhiger und klarer. Um 9 Uhr kam der große Orion-- � Sicht, und sogleich offenbarte das Instrument seine übinger iTf't eir löffle) in BJwmmt, v Jj Ursachen ;?kntantcn °>°"ungslos fes SjjwS %% Lichtstärke und raumdurchdringende Kraft. Im GeRFf � um war m 312facher Vergrößerung nur der Nebels zu sehen.„Allein sagt Keeler,„es würden Monate erforderlich sein, v... das, was man hier von Einzelheiten sab' zeichnen". Nahe in der Mitte des Nebels auf dünne y stehen vier Sterne, welche daS berühmte Trapez b>l sehr lichtstarken Instrumenten ficht man ganz m,'f.ßsl% noch zwei tteine Sternchen, doch außer diesen hm s ---------"ine anderen Trapej große Refraktor zu Washington keine anderen �rap�st m zeigt. Das Instrument auf Hamilton ließ dagegen n.U__ i__........ MflTt Pt'l M.A<' l einen siebenten Stern erkennen, etwas rechts non�v«�-�� Trapez'. Räch einiger Zeit kam der Planet«aw� . jiaiu rungrr oeu tui» uti v � Oeffnung der Kuppel und das große Fernrohr wu �hjcN mit lOOOfocher Vergrößerung auf dieses merkwürdige richtet. Der Eindruck auf die Beschauer war ein m„ tiiir prfrfit*»«(Rfnnpf Ptiffnr�Acnt)«wtf Nicht nur erschien der Planet entsprechend de �.„�.tivglasis in ungeheurem Glänze, sondem au � warteter Schärfe, die feinsten Züge seiner Obaflaw wunderbarer Kla hcit hervor. Manches, berichtet V, a Herr Keeler, hatte ich an kleineren Instrumenten I htf � nommen, aber ein Sehen, wobei jeder A.j.pcm oF Erschöpfung angespannt wird, ist sehr«*)„oa,«ck demjenigen, wobei das Objett in Uebenmi strahlt und alle Einzelheiten auf den /rite.. ßpyi selbst ins Auge fallen. Der Beobachter unterua.�« enauere Prüfung der Ringe des Saturn. Das !5nncn«d»'fnn« Nede auch nicht einen einzigen originellen Gedanken tjcn, so ttrt wickelt, sondern nur den Mauerbofschen Artikel herunterge- -üben k«»?rert hat. Selbst nicht das Schimpfen auf den„Juden" pne ist in diesem Falle Stöckersckes Original-Produkt, auch LolEfremv ist er nur den Spuren seines Vorbildes gefolgt. Für die g eingeweihten Leser wollen wir noch bemerken, daß„Die von Mschaft" von dem als naturalistischen Schriftsteller und be- gerufSftfodt Frten Anhänger Zola's bekannten Dr. M. G. Conrad re- mch der tln wird und daß deren Lektüre wohl zu dem gehört, was rsche Ar' �'.fromme Herr Hofprediger sonst als Teufelswerk und als 'jlujj alheislisch-matcrialistischcr Gesinnung sonst zu verfluchen »hnt ist. Natürlich liebt Herr Stöckcr„Die Gesellschaft" gewöhnlich nur um die Abgründe kennen zu lernen, aus der Geist der Gottlosigkeit und Sünde aufsteigt und es ihn deshalb nicht wenig überrascht haben, plötzlich in diesem denpfuhl das flonzept für seine Heinerede zu finden. Im Den steht man, dax auch hier wieder das Sprüchwort zu» •W:«Die Extreme berühren sich". ßlnsere hrutige Korrespondenz ans Zachse« behandett " Sachsen wullich überhand nehmende Boykottiren der : von Seiten der herrschenden Klassen. Wir finden hierzu «nem sächsischen Arbeiter blatt, dem in Leipzigerscheinendcn kr", ein Entrefilet, welches eine treffliche Illustration zu li der Korrespondenz entwickelten Ansichten bildet. Dem kr" wird geschrieben:„Das Sozialistengesetz ist wiederum Zwei Jahre verlängert und der Kampf gegen die Forde- der Arbeiter kann von neuem beginnen, und zwar in ter Tonart, um dann kurz vor der nächsten Verlange« wieder einer humaneren Tonart zu weichen— das bekannte von der humanen Handhabung des Ausnahmegesetzes. man da, wo man mit den Gesetzen nichts ausrichten kann, * Mittel wählt, um der Arbeiterbewegung etwas am Zeuge «cken, ist wohl ebenfalls bekannt, wenigstens in Arbeiter« i, welche denken gelernt haben. Immerhin ist es doch nothwendig, derartige Mittel(und„der Zweck heiligt ja MnUich die Mittel") der öffentlichen Kritik preiszugeben. Ein '«tiges Mittel ist: daß man solche Wirthe, die ihre Lokalitäten zu tueusiYv- iMterversammlungen hergegeben haben, oder wo auch nurArbester die Suw»'«ehren, möglichst zu schädigen sucht, und zwar dadurch, daß man .. aey den Verkehr des Militärs entzieht. Es sind diesbezüglich zegrüßen, Wj'laufe voriger Woche an zwei Wirthe in Altschönefeld Zu- tenen Mll» Wkn vom rat Brigadekommando ergangen, in welchen den- sters befik�%n mitgetherlt wird, daß dem Militär der Verkehr in ihren ittelbarer»? Dkn deshalb verboten ist, weil dort Arbeiter, oder— mich kommen, tJJ prart— ttt Sozialdemokraten verkehren. Eine Kritik dieses htrges lliW �Sehens des Brigadekommandos(welches sich übrigens auf lD>hte der kgl. Amtshauptmannschaft stützt) überlasse ich dem "»den Sinne der Arbeiterschaft. Solchem Vorgehen die abzubrechen, ist der Zweck dieser Zellen, und ich, ein Ar- ~ SchöncfeldS, glaube aus dem Herzen Aller zu sprechen, ich sage: Verkehren wir erst recht in den Lokalen, welche Mllstär verboten find und beweisen dadu rch, daß auch wir Wirthe unterstützen, so lange sie sich nicht durch der- «Maßregeln der Behörden beeinflussen lassen. Diebetreffen- Restaurants find: Kühlings Salon und Restaurant t Leipzig von Wilhelm Eifert. Möge jeder Arbeiter, von auswärts nach Schönefeld kommt, sich diese Men merken und dort Einkehr halten.— Eine Schönefelder "skr." � 2öii können— so bemerkt die Redaktion des„Wähler" Du— den Inhalt dieses Schreibens nur billigen. Es ist ™ ID ttX+k*,*/**« firf» Wifiron nfr brach in da . eine fW cderung d» -itslossf d zwar l°- ienenen«f llschaft"- slosen* i Deuts» ledig unbj flinder, ofen va n 1821-2, S51-60» le Konting�| i HandlanSs schloffer ßerdem :r, Tapst wovos eitslosen% m und d» ff gcnomw� Urbeitslöh" t. Äft; und von, ff aus erklÄll» er liebte* :cn schmerz� ers auf reisen on>k� . Nicht«Y erfahren, dz durchaus derselben lz ti) unter finder" er das LM k nöthiger, daß die Arbeiter sich rühren, als der Boykott «n die Arbeiter in Deutschland allgemein geworden und auf eine gemeinsame Ordre zurückzufuhren ist. In 1%% hat man die Tonhalle den Arbeitern entzogen; in Dien giebt es kaum mehr ein größeres Lokal für Versamm- Dm vön Arbeitern und jeder Wirth, der sich dem Boykott '™ mffi wird systematisch und von den rderei"*1 jkZL anschließen will, wird systematisch und von dm ver- el Mau�r f DMten Seiten bearbeitet— bis man ihn„mürbe" ge« re'schea � lihyU haben hofft. Wir könnten gar merkwürdige Dinge er« Arbeitern ist unter solchen Verhältnissen ihr Weg klar hur solcher Wirthschaften, deren Inhaber oder Be- ,,5 Ar Arbeiterklasse mit der ihr gebührenden Achtung be- S» *! l i gab, oinme». und' ren. '?st°unt-lA- imerzliä L >—, 1" J verschluss• % m v Das bankerotte Innkerthnm. In dem jüngsten Hest �Tübinger„Zeitschrift für die gesammte Staatswissenscha t" I�Alt ein längerer anonymer Aufsatz, für den die Redaktion Däfflej in einer Anmerkung ausdrücklich die Verantwortung »Dimmt, von dieser„Verarmung in den höheren Ständen. Jf. Ursachen des wirthschaftlichen Niederganges unzähliaer Re» �'Mtanten des Großgrundbesitzes werden m diesem Aufsätze Dungslos aufgedeckt. Es wird gezeigt, daß die aus falschen wDsnffcn und aus einer veralteten Auffassung der Pflichten „Uschaitlicher und politischer Stellung hervorgehenden Reprä- 'onskosten krebsartig an dem Wohlstande jener Stände D, währen andererseits der Kampf ums Dasein heute in �andwirthschaft ganz andere Kenntnisse und andere wirth- De Eigenschaften verlangt, als sie in einem fashionablen «rieregiment und auf dem Rennplatz oder am Spieltisch D,, einem flache», breiten, hellen Ringe, der beinahe in der E* durch eine schwarze Linie, die sogenannte Cassim'sche Ämg. in zwei konzentrische Ringe gethellt wird. Der m- K Rand dieser hellen Ringe zeigt, in der Richtung gegen die Luurnuskugel hin, noch einen feinen dunkeln, durchscheinenden Cj' welcher Flor- oder Krepp(er»xo)-Ring genannt wird. Gielde ist sehr schwer wahrzunehmen und zeigt sich ganz deut« in mächtigen Instrumenten; Herschel hat ihn nie ge- Außer der Cassin'schcn Trennungslime hat man auf x-flache des hellen Ringes noch Andeutungen von anderen tzDuungcn in Gestalt von feinen dunkeln Linien wahr« D"nmen. Eine davor, zwischen der Casstnischen Lm.e und C äußersten Ringrande, führt den Namen Encke'sche Trennung. »hl«i??� nach ihrem verwaschenen, matten Aussehen auch als Mlstlinie« dezeichnet. Sie ist nickt immer sichtbar und D Uberhaupt nur in sehr mächtigen Ferngläsern noch eben iÄnammen werden. Das Rieseninstrument auf Mt. %%% WHn""Ä m '■ � meinten, waren destimmt Nicht 'ftl mm erworben zu werden pflegen. Die immer stärker werdende Ver- schuldung des Junkertbums ist bei solchen deständig neu» wirkenden Ursachen kein Wunder und jede Verschuldung zum Zwecke der Beschaffung von Genußmitteln führt nur weiter zur Verschwendung, um die Täuschung eines nicht vorhandenen Wohlstandes aufrecht zu erhalten. Wer träat den Zoll? Es ist weniger bekannt, daß an der sächsischen Grenze die Anwohner für eigenen Bedarf bis 6 Pfd. Mehl zollfrei von Böhmen nach Sachsen einführen dürfen, wenn sich dieselben von dm resp. Zollämtern Bescheini- gungen dazu ausstellen lassen. Auf diese Weise find z. B. von Zollamt Roßdach in der Richtung nach Adorf vom 1. Oktober bis ultimo Dezember 1887 allein 2048 Kg. eingeführt worden. Ein gleiches findet statt in Bezug auf Einfuhr von Speck bis zu 6 Pfd. zu eigenem Bedarf. In Böhmen kostet das Pfund Speck 58 Pf., m dem durch Zölle auf Speck abgesperrten Sachsen aber das Pfund 70 und 80 Pf. Die Zolldifferenz. behauptet gewöhnlich die zollwütbige agrarische Richtung, trägt das Ausland. Aber bei freier Einfuhr von Speck würden die Armen den Speck billiger, in unserem Falle sogar viel billiger haben, als unter dem Schutzzoll. Es ist klar, daß die Zölle in letzter Instanz von dm Konsumenten getragen werden. Die monatliche Zekensmittelpreistab-elle der„Zitat. Korr." lägt erkennen, daß im Februar c. die Getreide- preise nur unwesenlliche Aenderungm gegen den Vormonat er- litten haben. Insbesondere zeigt der Weizen fast an allen Marktorten nur um 1 bis 2 M. veränderte Preise. Sein Durchschnittspreis ist mit 162 M. pro 1000 Kg. derselbe geblieben wie im Vormonat. Am billigsten ist er in Blomberg mit 148 M., am theuerstm in Hanau mit 183 M. Der Roggen ist fast überall um 1 bis 3 M. zurückgegangen, nur Berlin hat einen beträchtlicheren Rückgang um 5 M. Der Durchschnittspreis betrug 117 M. gegen 119 im Vormonat. Der Markt- preis der einzelnen Orte schwankte zwischen 101 M.(Danzig) und 139 M.(Hanau). Die Gerste ist an den meisten Otten des Oder- und Elbacbiets im Preise zurückgegangen, sonst fast überall konstant geblieben: dm erheblichsten Rückgang hat Gör- litz mit 8 M. Der Durchschnittspreis ist mit 123 M. um 1 M. geringer als im Januar. Die Extreme bilden Königsberg mit 93 und Aachm mit 183 M. Der Hafer ist Im Osten meist etwas billiger, im Westen nicht unerheblich theurer geworden. Der Durchschnittspreis ist von 113 auf 114 M. gegangen; Köslin hat mit 92 M. den niedrigsten, Halle mit 148 M. den höchsten Preis. Der Preis der Kartoffeln zeigt auffällige lokale Schwankungen nach obm bis zu 7,8 M.(Aachen), nach unten bis zu 5,0 M.(Stralsund). Der Mittelpreis beträgt 24,9 Mark gegen 42,3 im Januar. Die Extreme bil- den hier Köslin mit 31,7 und Aachen mit 65,6 M. Das Stroh ist vielfach, besonders im Osten, billiger geworden, so in Stralsund um 7,2 und in Danzig um 5,0 M. Der Durchschnittspreis aller Orte beträgt 38,8 M. gegen 39,5 im Vormonat. Am billigstm ist es»n Danzig und Köslin mit 25,0, am theuerstm in Koblenz mit 55,0 M. Das Heu schwankte sehr im Preise, hat aber seinen allgemeinen Durchschnittspreis mit 61,9 M. behauptet. Es ist am villtastm in Danzig mit 40, am theuerstm in Aachen mit 86,3 M. Die Fleischpreise zeigen nur vereinzell ganz geringe Aenderungm und haben ihren Durchschnitt bewahrt, ebenso die Preise für Mehl, Reis und Schmalz. Speck, Butter und Eier find billiger geworden, letztere aber um einen viel geringeren Bruchtheil, als sonst gewöhnlich im Februar. Die Kaffeeprcise find in mehreren Marttortm u. a. auch in Berlin wiederum zurückgegangen. Berlin hat zur Zeit nebst Kiel die niedrigsten Kaffeeprcise. Der übliche Ver- gleich mit dem entsprechenden Monat des Vorjahrs belehrt uns, daß inzwischen billiger geworden find Stroh um 10,3 pCt., Roggen um 9,2, Gerste um 7,5, Kocherbsm um 6,8, geräuchetter Speck um 4,3, Reis um 3.6, Schmalz um 3,2, Hafer um 2,6, Rind- und Schweinefleisch um 1,7, Lmsm um 1,1, Kalbfleisch um 0,9 und Speisebohnen um 0,8 pCt.; denselben Preis wie im Vorjahre hatten Weizen, Weizenmehl und Roggenmehl; theurer sind geworden Heu um 1,3, Eßbuttcr um 3,4, Kartoffeln um 6,7, Kaffee um 10,2 und Eier um 13,2 pCt. In eigener Sache schreibt die„Fränk. Tagcsp": Der bayerische Justizminister hat beim Landtag um die Erlaubniß nachgesucht, gegen die„Fränkische Tagespost" wegen des in Nr. 53 enthaltenen Leitartikels:„Es ist vollbracht r strafrechtlich vorgehen zu können. Der betreffende Artikel enthält eine Kritik des Vcchaltcns der Abgeordnetenkammer in Sachen des Nürnberger Wahlprotestes. Wir sehen der Entschließung eines hohen Landtages mit der uits angeborenen Seelenruhe entgegen. Znnnngsansschüsse und Znnnngsverbände sollen von den Behörden nach einer neueren Ministerialverfügung überall möglichst zu errichten gesucht werden. Ohne diese Anstrengungen von oben herab und aus eigener Kraft will dergleichen bekannt- lich sich nicht bilden. Der dentschfreistnnige Dersonenknltns ist im Begriff, eine neue Blüthc zu treiben: die Gründung eines Eugen Richter-Fonds! Zu diesem Bchufe wird, der„Staatsb.-Ztg." zufolge, folgendes Zirkular versandt:„Eugen Richter vollendet am 30. Juli d. I. sein 50. Lebensjahr. Seine näheren Freunde können. Die angeführten Beobachtungen gewähren ein vor- läusiges Urthefl über die wunderbare optische Kraft des neuen Riesen-Jnsttuments! seine volle Leistungsfähigkeit wird aber freilich erst die Zukunft kennen lehren. Zur Erleichterung der Beobachtung selbst find die vollkommensten mechanischen Hilfs- mittel in Anwendung gebracht. So wird z. B. ein Theil des Bodens, auf dem der Beobachter steht, je nach Bedürfniß ge« hoben; am Okularcnde des Instruments können ohne Schwieng- keit Spektroskope, Photomcter und photographische Kameras an- gebracht werdm; ferner genügt ein Fingerdruck, um das 90 Ztr. schwere Rohr zu drehen, wenn der Beobachter es nicht vorzieht, dasselbe durch ein mächtiges Uhrwerk den Sternen folgen zu lassen. Was dieses ungeheure Sebwerkzeug in der klaren Atmo- sphäre des Mt. Hamilton im Laufe der Jahre an's Licht ziehen wirr, ist gar nicht abzusehen. Deber die Derändernng der Wärmestrahlung de« Monde» während einer totalen Moudfinsterniß hat Otto Böddicker vom Birr Castle Observatory zu Parsonstown in Jr- land schon im Jahre 1884 Beobachtungen angestellt. Die Finsterniß am 28. Januar dieses Jahres bot ihm willkommene Gelegenheit, seine Beobachtungen fortzusetzen und die Resultate derselben zugleich_ju bestätigen. Das Wetter war dort so außerordentlich günstig, daß die Beobachtungen schon eine Stunde vor der ersten Berührung mit dem Halb- schatten begonnen werden konnte und bis anderthalb Stunden nach der letzten Berührung fortgesetzt werden konnten. Man hatte nicht weniger wie 638 einzelne Ablesungen erhalten. Als Resultat derselben theilt Böddicker mit: 1) daß die Abnahme der Wärme eine bettächtliche Zeit vor der ersten Berührung mit dem Halbschatten begann; 2) daß die Wärme- sttahlung während der Totalität fast— wenn nicht völlig— unmerklich war; 8) daß selbst geraume Zeit nach der letzten Be- rühtung mit dem Halbschatten die Wärmestrahlung den dem Vollmonde entsprechenden Werth noch nicht erreichte. 160 000 Gulden Advokaten Honorar. Dem Ad- vokaten Dr. Jansa in Gitsckin wurde nach Abwickelung des Konkurses der im Jahre 1878 fällst gewordenen Vorschußkasse in Arnau(Böhmen) ein Honorar von 160000 Gulden für seine Thätigkeit alS Konkursmassenverwalter von 1878 bis 1885 gerichtlich zugesprochen. Derselbe hat sich inzwischen von den Geschäften zurückgezogen und in Prag zur Ruhe gesetzt. baden sich die langjährige Thätigkeit vergegenwärtigt, die Eugen Richter für die Freiheit und Wohlfahrt(?!) unseres Volkes in lastvoller Ausdauer und in selbstloser Hingebung(der Herr lebt bekannllich davon und noch dazu sehr gut!) entwickelt hat. Sie haben in Anerkennung dessen die Anregung zur Sammlung eines Fonds gegeben, welcher Eugen Richter an seinem bevor« stehenden Geburtstage zur Verwendung für politische und öffent« liche Zwecke nach seiner freien Verfügung üben eicht werden soll. Der Plan hat zu unserer Freude so viel Anklang gefunden, daß seine würdige Durchführbarkeit bereits jetzt erwiesen(sie!) ist. In dieser Veranlassung richten wir auch an Sie die An- fra�e, ob Sie und Ihre Freunde sich an der Sammlung be« theiligen wollen, und bitten Sie bejahendenfalls, Beiträge an Herrn Hugo Hermes, Berlin, Neue Promenade 3, oder einen der Unterzeichneten einzusenden, jedenfalls aber dieses Schreiben als ein durchaus persönliches und vertrauliches behandeln zu wollen. Berlin, im März 1888. Hänel(Kiel). Virchow (Berlin). Äaumbach(Berlin). Eysoldt(Dresden). Friedländer (Breslau). Otto Hermes(Berlin). Hugo Hermes(Berlin). Schmidt(Elberfeld). Träger(Nordhausen). Zelle(Berlin)." Der Kefähignngsnachnieis-Atrtrag wird im Reichstage nicht mehr zur dritten Lesung kommen. Ob der Schluß des Reichstages oder andere Umstände dies veranlassen, wird nicht gesagt. Gesterreich-M«gar«. Wien, 13. März.(Am Grabe der Märzgefallenen.) Heute, am 40. Getienftaae der Freiheitskämpfe des Jahres 1848, war der Besuch des Märzgrabes auf dem Schmelzer Friedhofe den ganzen Vormittag über ein sehr reger. Vor 10 Uhr schon war zu den bereits am Sonntag eingelangten Blumenspenden ein großer Lorbeerkranz am Fuße des Obelisken niedergelegt worden. Die weißen, mit schwarzen Fransen versehenen Bandschleifen tragen die Aufschrift:„Der demokratische Verein im neunten Bezirke." Gegen III Uhr kam eine Deputation des demolra- tischen Vereins vom Neubau unter Führung des Reichsraths- Abgeordneten Kreuzig und schmückte das Grab mit einem großen, aus Lorbeer und Kamelien gewundenen Kranze. Die rothen Bandschleifen haben die Widmung:„Der demokratische Verein vom Neubau— den Vorkämpfern für Freiheit und Recht." Nachdem die Blumenspende niedergelegt war, sprach Abg. Kreuzig zu den ihn umstehenden Mitgliedern der Deputation:„Nachdem wir hier nicht laut sprechen können, geloben wir uns im Stillen, in diesem Sinne fort zu arbeiten." Zu Demonstrationen kam es auf dem Friedhofe nicht. Fra«kr-ich. In Frankreich kommt die gereizte Stimmung gegen Italien bei jeder noch so geringfügigen Gelegenheit zum Durchbruch. In Arles ist es der dem Begräbniß einiger Zuaven, die von Italienern erschlagen worden find, zu einer lärmenden Kund- aebung gegen Italien gekommen. Alle Behörden wohnten dem Begräbniß bei, Militär bildete Spalier, 20 000 Menschen waren im Zuge, die in einem fort:„Nieder mit Italien! Revanche!" schrien. Die Einlieferung der gefangenen Italiener in das Gefänaniß war sehr gefährlich. Der rasende Pöbel verlangte der„Post" zufolge ihre Köpfe; auf dem Bahnhof kam es zum Handgemenge mit der Wache und ein Italiener wurde halb er- drosselt, einem Soldaten wurde das Bein zerbrochen und ein Zivilist lebensgefährlich verletzt. Der Pöbel hatte der Wache die Gefangenen beinahe entrissen: 400 Infanteristen und Gendarmen reichten kaum aus, ihn in Schranken zu halten.— Die fran- zöfiscke Deputirtenkammcr nahm am Mittwoch mit 317 gegen 229 Stimmen den Antrag der Budgetkommisston auf Aufhebung der Getreidesteuer an, dieselbe repräsentirt eine Einnahme von 160 Millionen Franks. Ministerpräsident Tirard hatte stch gegen den Antrag ausgesprochen. Die öffentliche Aufmerksamkeit, die sich seit vier Tagen von den Vorgängen der inneren Politik abgewendet und fast nur noch mit dem Tode des deutschen Kaisers, mit dem Regierungsantritt Friedrichs Hl. und den möglichen Folgen dieser Ereignisse beschäftigt hatte, wird heute wieder durch Pariser Lärm gefesselt, natürlich nur durch die boulangistische Agitation, denn diese ist es allein, die in der allgemeinen Erschlaffung der Wählerschaft die Leidenschaften der Menge noch aufzuraffen vermag. Heute Nachmittag erschien das neue Boulangistenblatt„La Cocarde". Der Chefredakteur, G. de Labruyöre, gehört der revolutionären Partei an, wo er unter den verschiedensten Gruppen eine zweideutige Rolle spielte Das Geld zu seinem Unternehmen stammt angeblich aus den Taschen fortschrittlicher Republikaner; doch etwas Sicheres ist darüber nicht bekannt. Der Ursprung des Blättchens bleibt im Dunkeln, ähnlich, wie derjenige der früheren„Revanche", mit welcher die„Cocarde" auch im übrigen eine gewisse Famflien- ähnlichkeit aufweist. Ihr Programm lautet:„Wir haben es satt mit dem Lieferanten- und Advokatcngeschmeiß, mit den Dieben und Schwätzem, den Gaunern und Aushungerern. In der Politik wie im Geschäft muß der Zwischenhändler abge- schayt werden. Niemand mehr zwischen Produzent und Kon- sument! Niemand mehr zwischen dem Volk und der Regierung! Es gilt eine Verfassung herzustellen, bei welcher die'Nation sich selbst regiert, durch einen Kommis, dem sie ihre Befehle giebt, der ihr Rechenschaft abzulegen hat und jederzeit abgesetzt werden kann.... Endlich kommt doch auch der vierte Stand zur Herrschaft.... das junge Volk erhebt sich voll Kraft und Hoffnung. Für dieses Volk wollen wir kämpfen und ihm reichen wir unsere„Cocarde" hin, wie einen Blumen- strauß zum Willkommen." Die„Cocarde" stellt fich somit als Organ des revolutionären Proletariats dar, das in der That starke und jedenfalls die ruhrigsten, streitbarsten Truppen zum Heere der Boulangisten stellt; sie dekennt fich ferner offen als „cäsanamsch" gesinnt, und fordert diese Bezeichnung, die ihr von den Opportunisten zum Schimpf gegeben wird, als einen Ehren- titel; denn„wir glauben nicht", so heißt es in dem Blättchen, „daß eme Nation glücklicher sei, fünfhundert geschwätzigen, un« fabigen und diebischen Bourgeois, als einem einzigen Führer zu gehorchen. Die„Cocarde� ist ferner selbstverständlich auch chauvinistisch und verspricht, sich eingehend namentlich mit allem zu beschäftigen, was rn„unseren beiden theueren, seit 17 Jahren DMM-SS« d» sie kennzeichnen soll für den nahen Tag. an welchem d,e Rothhosen die Tnkolore wieder auf den Wällen von Metz und Straßburg aufpflanzen. Dies sind einige Blüthen aus dem„Blumenstrauß", den Boulanger dem Panser Proletariat überreichen läßt. Sie sind nicht duftig, aber auffallend genug, um einen großen Erfolg der Neugier zu erzielen. Die erste Stummer der„Cocarde1* wird mindestens in einer Auflage von 250000 Exemplaren vn tauft. Grojsbrttauui-n. London, 12. März. Die Schutzzöllner im Oberhause haben gestern einen Anlauf genommen, um für ihre Bestrebungen Stimmung zu machen; sie haben aber bei der Regierung Entgegenkommen gefunden. Lord Salisbury crhiett dadurch Gelegenheit, nochmals seinen Standpunkt zur Schutz« Mfrage darzulegen. Ueder die Verhandlungen wird be- , Delawar(ein konservativer Pair) stellte folgenden An- st oem des Hauses liegt es in anbetracht der gedruckten Lage der Landwuthschaft und anderer Industrie» »Ä'äää* ffiÄ'r 3 % iuhen, welche Maßnahmen ergriffen werden pachtem wahrend der letzten Jahre durch die land wirth» schasiliche?!otblage entstanden seien, sich auf mindestens COO Millionen fiftrl bezifferten. Mindestens 900000 Personen, denen die Landioirtblchast früher Arbeit gegeben, wären setzt beschäftigungslos. Zwei Millionen Morgen Ackerlandes in England, Schottland und Irland lägen brach oder feien in Weiden verwandelt worden. Die gedrückte Lage der Landwirth- schakt habe auch Tausende von Aroeitern beschäftigungslos ge- macht, und die meisten befänden fich in London. Gleichzeitig g die Thatsache zu berücksichtigen, daß die ausländische Kon- rrenz englische Märkte beherrsche. Es sei mithin an der Zeit, daß die Regierung dem allgemeinen Weltwcttbewerb, welchen England zu bewältigen habe, ein Ziel setze und der landwirth- schaftlicken Industrie einigen Schutz gewähre. Der Marquis v. Huntly(konservativ) unterstützte den Antrag, erachtete jedoch die Einführung von Schutzzöllen nickt als ein plastisches Hell- mittel für die gedrückte Lage der Landwitthschaft. Nachdem sich Viscount Torrington und Lord Denman im Sinne des Antrages ausgesprochen hatten, wendete der Marquis von Sa- lisbury ein, daß die Debatte, obwohl sie ein hochwichtiges Thema berühre, weder plastisch sei noch zu praktischen Ergeb- niffen führen dürfte. Daß eine landwirthschaftliche Noth- läge bestehe, lasse fich nicht bestteiten; allein ehe dieselben zum Gegenstand einer Debatte gemacht werden, müsse festgestellt werden, od es in der Macht des Parlaments liege, das Uebel wesentlich zu lindern. Die Norhlage hänge von gleich großen natürlichen und witthschaftlichen Ursachen ab, und die Macht der Regierung oder des Parlaments, dieselbe zu bewältigen, sei sehr beschränkt. Von einer hungerleidcnden Bevölkerung könne nicht die Rede sein. Die Arbeiteistassen befänden sich nicht in der Näglichen Lage, wie solche geschildert worden sei; im Gegen- theil, das Verhältniß der Armen sei jetzt viel kleiner als vor 20 Jahren. In der Thronrede habe die Regierung eingeräumt, daß es Maßnahmen gebe, die ergriffen werden könnten und sollten. Der Präsident des Lokalregierungsamtes und der Schatzkanzler würden sich demnächst im anderen Hause äußern. Verschiedene Mitglieder des Hauses schienen sich davon »ur Linderung des Nothstandes nicht viel zu versprechen; so bleibe nur ein einziges Heilmittel übrig, das des Schutzzolls. Die wirthschastlichen Beweisgründe gegen den Frei- Handel seien allerdings sehr stark, allein sie seien nicht die stärstten. Schon 1846, zu Sir Robert Peel's Zeiten, hätten die poliiischen Beweisgründe die wirthschastlichen überwogen, und erstere hätten seitdem nichts von ihrer Macht eingebüßt. Die Wiedereinführung von Schutzzöllen sei gänzlich unmöglich. Eine Wiedereinführung derselben würde eine Spaltung der Klassen in England Herbeiführen, die sich vom Bürgerkrieg wenig unterscheiden würde. Aus diesem Grunde könne die Regierung nicht einem Heilmittel beipflichten, das, wie sie überzeugt sei, das Parlament niemals genebmigcn würde. Man müsse daher ledig- lich von der ordentlichen Wirksamkeit der witthschaftlichen Gesetze kalen 2400, die Sozialdemokraten 1100 Stimmen. Letzteres ist mehr, als ermattet wurde. In Rotterdam wmden alle 5 liberalen Kandidaten mit großer Mehrheit gewählt. Ueber die Ver- luste, die sie in der Provinz erlitten, trösten fich die Liberalen damit, daß alle großen Städte, Amsterdam, Rotterdam, Gro- ningen, Lepden und Uttecht ihnen sicher sind. Das Gesammt« resultat der Wahlen, da die Otthodoxen und Katholiken auch bei den Stichwahlen zusammengehen, wird sein, daß die neue Kammer aus 46 Liberalen, 23 Antirevolutionären(Otthodor- Protestanten), 29 Katholiken und 2 Konservativen besteht. Die liberale Pattei, welche ungefähr 40 Jabre regiert hat, wird jetzt ihren Gegnern Gelegenheit geben, die Regiemng zu übernehmen und zu zeigen, was sie zu leisten im Stande sind. Leicht wird ihnen dies nicht sein, denn die Fraktionen der neuen Majorität, die sich früher unter einander so zu sagen mit Feuer und Schwert bekämpften, find auch jetzt in den wichtigsten Fragen noch nicht einig, und dann ist auch noch die erste Kammer oa, die alle Gesetze genehmigen muß, und sie ist noch immer liberal. Eine klerikale Regierung müßte also zunächst Mittel und Wege suchen, auch in der ersten Kammer sich eine Majotttät zu ver- schaffen. Amerika. Hfoshiiiatim» 2. März. Die denn tion wird sich laut Beschluß des bei die Wiederkehr gesünderer Verhältnisse ermatten, die in der Ver- aangenheit stets Penoden des Druckes gefolgt wären und wieder folgen würden. Auf Grund dieser sehr beifällig aufgenommenen Er- Närungen des Premierministers zog Earl Delawar seinen An- trag zurück. Holland. Amsteidam, 10. März. Bei den Wahlen der hiesigen Stadt sind für alle 9 Sitze Liberale gewählt worden. Bon 18 000 Wahlberechtigten haben rund'.4500 abgestimmt. Der höchst- bestimmte liberale Kandidat erhielt 9000 Stimmen, an letzter Slelle standen zwei mit je 5000, so daß eine Stichwahl statt zufindcn hat, deren Ergebniß sür die Liberalen gcfichett ist. Die Otthodoxen erhielten 4800, die Katholiken 4500/ die Radi- demokratische National-Kon- vention wstd sich laut Beschluß des betreffenden Komitees am 7. Juni zum Zwecke der Nominirung eines Kandidaten für die Präsidentschaft und eines andern für die Vize-Präfidentschaft in St. Louis versammeln. Drei Städte stritten sich nicht so sehr um die Ehre, als um den Gewinn, daß die Konvention in ihrem Gebiete abgehalten würde. Der Gewinn besteht dann, daß sich beiläufig 5000 Menschen an dem Otte, wo die Kon- vcntion abgehalten wird, für deren Dauer versammeln. Zur Besetzung einer Vakanz im National-Komitee wurde ein Deut- scher, der bekannte Pianofotte-Fabnkant Steinway von New« Norf, welcher bisher dem politischen Leben fern gestanden hat, herbeigezogen, ein Beweis, daß man fich diesmal der Deutschen schon vor der Nomination erinnert, an die man sonst erst kurz vor der Wahl denkt, um sie nach der Wahl so schnell als wie möglich wieder zu vergessen. Eine Ausnahme von dieser Regel hat die republikanische Pattei gemacht, welche den Vottheil hat, nicht dem stürmischen Verlangen des gierigen und mißgün- stigen ittschen Elementes, welches die demokratische Pattei be- herrscht, Rechnung tragen zu müssen, indem wenige Jrländer zur republikanischen Pattei fich bekennen. Der Beschluß, die demokratische Konveniion schon so früh tagen zu lassen— die republikanische versammelt sich erst Ende Juni in Chicago— läßt es zweifellos erscheinen, daß Eleveland wieder normitt wer- den wird, es sei denn, daß bis dahin etwas pasfitt, was die Sachlage, wie sie jetzt ist, wesentlich ändett. Wen die Repu- blikaner nominiren werden, ist seit Blaine's Ablehnung sehr un« sicker. Die„prominenten" Kandidaten werden aller Wahrschein- lichkeit nach ihre Chancen gegenseitig vernichten, und es dürfte dann ein verhältnißmäßig unbekannter, aber unbescholtener Poli- tiker den Sieg davontragen. Diese unbekannten Größen find nach bishcngen Ettahrungen für die Gegner am gefährlichsten, insbesondere zu einer Zeit, wie der jetzigen, wo keine schatten, politischen und ökonomischen Fragen die Gegensätze bilden. In «n% dw Dem kraten nicht einig, obwohl die große Mehrzahl der frerhandlenschen Richtung huldigt, die Republikaner dagegen sind einig für Schutzzoll, ebenso einig sind sie für Auf- rechter Haltung des Zlvildienstacsetzes, weil dasselbe dazu gedient bat, ihre Pattcigänger im Amte zu erhalten, die Demokraten find der Mehrzahl nach gegen das Zivildienstgesetz in seiner ictzlgen Fassung, weil sie überzeugt find, daß es keine Reform, sondern der Reform des Dienstes entschieden 65 ut Aus ein hinderlich ist. Die Freunde und Patteileute der Nd> stration verlassen sich auf den guten Namen Cleveland'S als lichen Beamten, der den guten Willen hat, daS Beste füi Vaterland zu thun. Er selbst soll einen starken Glaubeii sein Glück haben, an jenen Stern, der seit den Tagen Jugend aus bescheidenen Verhältnissen ihn bis ins Weiße begleitet hat. Kenner der Verhältnisse behaupten, daß größtes Glück dattn bestehe, im vorgerückten Älter eine ooi liche Frau erhalten zu haben, welche ihn leitet.— Die All wirren sind wieder größer als je. Kaum ist der große i an dem Reading-Bahn-System und den Kohlenbergwerk« Schuilkill- und im Lehigh-Thale vorüber, und schon ist wk* ein Streik an einem anderen großen Eisenbahn-Sqstem � Gange. Am vorigen Samstag stellte die„Brüderschaft dn? komotiv-Jngenieure", welcher Verbindung nicht nur Loloni� führet, sondern auch die Heizer der meisten Eisenbahnen in*/ Vereinigten Staaten angehören, die Forderung an die Chi? Burlington- undQuincy-Bahn, daß die Lokomotivführer eine mäßige Löhnung von 3% Cent die englische Meile erhalten s> Nach einer Berathung der Beamten der EisenbahngesellsÄ klätte der Generaldirektor, daß man die Forderung nicht bew könne, well sie ein Unrecht gegen einige Lokomotivführ« und eine unverdiente(?) Begünstigung anderer enthalte,« die einen auf schwerem und verantworllichem, die anderen leichterem Posten ständen. Die Beamten der Arbeitcrverbnu gaben darauf der Gesellschaft 36 Stunden Bedenkzeit nt», Warnung, daß, wenn die Gesellschaft nach Ablauf dieser auf ihrer Weigerung beharre, ein Streik ettolgen werde. bestimmten Stunde nahm denn auch der Streik seinen An Die Kompagnie hatte vorher die Frachtversender benacknl daß sie vorläufig keine Fracht annehmen könne, und sie er., Frachten, so weit thunlich, auf parallel laufenden Bahn« k vettcnden. Die Zahl der streikenden Lokomotivführer Heizer beträgt in runder Zahl 1600; aber eine viel größere Stelle! von Arbeitern wird selbstverständlich direkt oder indirekt Auch das den Ausstand betroffen, indem durch die Stockung des aufiritt an dem großen Bahnsystem der genannten Kompagn« O"* kürzlich Thätigkeit von Tausenden lahm gelegt wird. Die Stoße Be beförderung ist im nothwendigen aufrecht erhalten wordener/- Ivurl ma bessett fich mit jedem Tage, da die Kompagnie in denF��.,�lnzrere, Städten des Landes Agenten beauftragt�hat. die vielen fiä�W�l�wegger Dienste Meldenden bezüglich ihrer Tauglichkeit zu und im günstigen Falle nach Chicago schicken. GcwalttdJ h Hocte leiten sind nicht vorgekommen. Nur in einigen kleineren � T* emen ED schatten haben die Ausständigen Neuangestellte, welche wZ»„S Aansm ihrer Verbindung achötten, mißhandelt. In fast allen 1%?�rte, als des Landes sind Streiks von Fabrikarbeitern und HandflsiS k�Mfton I im Gange, aber keiner dettelben übt einen so störenden CA. Mötzlich jti aus, wie diese Ausstände an Eisenbahnen. Sie wirken lahi� enthielt. aus den Berkehr und das Geschäftsleben des Landes._ N den D diejenigen Arbeiter, welche keinen Bund finden, dem}la �/�offivech anschließen, können keinen Streik sür fich beginnen. Unser$ nicht ß bau ist vernichtet, unser Handel selbst aus den Märkten � � cke Sw neuen Welt auf unsere Rohprodnfte beschränkt. UmsorU»''egt, sint der Kongreß eine Kommission nach Mittel- und Süd-A«.�, n icmand Wrn warn;#6? fordert das Staatsdepartement die Gesandten und Konsum'ZU', u genahi über die Gründe zu berichten, weshalb unsere Kaufleuse-'-sto mehr Fabrikanten mit Europäern auf den Märkten dieses iLJ?nrnen' nicht konkurriren können. Hohe Löhne bedingen hohe-y Nckstem der Waaren. An Lebensmitteln ist hier Uebeifluß, und Dy Lr®eJ der i der Lebensunterhalt hier theurer als in Europa un®' kl,.? speziell ■■—■™ ptt kein an üf- gutes: hier vor während im Steigen. Wööel, Spiegel und H'olfierwaarm chtM Wnd ZS�MW ...................................................................... mti Das mens« sich strangfi welche t en Funkti nitivickelter, uns d t fich, nad am gar en. Die i im, das( Entfernunx | da zeigt e "hl haben die beide , wäbreii feineGefü Sbzuschnei Versa u n g Kwlus Zvr Wshru«ig der Istertsst« H Klavierarbeiter. Monna�ev», den 17. März, Abends SV Uhr, G,atMril'fch» Sier halle», Kommandantenstraße 77—79, Saal I. Treppe. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Statutenberathung. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Mttglievsbuch leguimirt. 561] Der Vorstand. Weiss- u Bairischbier- Lokal von Kerrmana Stramm, Zentral-Krankenkaffe der Maurer etc. (Krundeein jmr Eirttgkeit.) Die ordentliche Mitgliederversammlung, Sonn- 18. März, fällt wegen der ungünstigen ... erung aus und ist die nächste Vettammlung Sonntag, 15. April 1888.[565 E. Pankow, Bevollmächtigter. ta Achtung I Achtung I 5er Fachverein der Former und Kerufogenossen[557 macht hierdurch bekannt, daß das S t i f t u n g s- fest am 17. März nicht ftattstadet, sonder« mm 14.»pril. 5t* Killet« behatten ihre GUtigkeit. Die nächste Versammlung wird bekannt ge- macht. Gleichzeitig fordern wir die Mitglieder auf, ihren Pflichten an den Zahlstellen, bei Hrn. S o d t k e, Ritterstr. 123 und bei Hrn. Wolf, Chausseestr. 73, nachzukommen. Der Vor st and. 5 b. Brücken- Strasse 5 b, 35 empfiehlt seinen reichhaltigen Frnhviick.ttl'ch, Wittaantisch n. Ausw.& Couv. m. Bier 50 Pf. Reichhaltigen Abendti ch zu soliden Preisen. ardinen-�abri/ daß [von loder die Ä �9nu�ten; i U Emil Lef�vre,HerUn S., JEr Oranienstraßk < verkauft jetzt auch an Private, IfÄISfi2 jedoch nur m ganzen Stucken, 5amaS- Zwir»s-' Alle freihelteliabeude»änner TheihahliM» i. Kellermann. JMßSf dadurä 9en venu i.-'nt, von und sp nicht weii sn, denci igte Aufi Das Tu, Mannen J stoßen lassen. 554] Um recht zahlreichen Besuch bittet W. Haugk # MMW. � Natur � Weine % N Oswald Jfier ■«pliauktll tzri« i 10, 20 etc. Ff. belehrende Schritten zur freien Befichttgung und eigenen Auswahl. mane v. Gerstäcker, Heyse, Äarlitt, Spielhagen U.A. enthaltend Ä M Qfi Meyers Konv.-Lex.m. <1 m. wU �arten und Jlluslra tionen rc. 2. A. cplt. geb. und andere größere Werke in billigen Exemplaren, Kurftr. 37 FKLeäerer Knchhdlg. seit 1851. [466 BERLIN Im Tuchgeschäft[17 Prinzenstr. 53, gegenüber der Turnhalle: z Herren- u. Einsegnung»- Anzüge, Paletots, sowie Damenkleider, Regen-Mäntel zc. ; Konian e Zahtnng«» K.dtngnnge»! Soeben ettckien: Nett 18 der Internationalen Bibliothek. Charles Fourier, sein Feden u. seine Theoriep Uon A. K ebei. Preis pro Heft 50 Pf. Zu beziehen durch die. Grpedttio» des„Kerl. Nolksdlatt", Zimmerstraße � Einbanddecken ä 30 Pf. te sind l'f S& aan, "hbrnik No u,"3ioch ÄS Mm. 10 MM, 1 Stand, vollständige Länge und Breite, nur 10 Mark, Bettfedem, Pfund von 35 Pf. an, verkauft allein die Bettfedern-Engros-Handlung: 1. Geschäft Kottbnserstrahe 4, :8s nur im Restaurant Franks Kllee 74,! für Händler. 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Dmck und Verlag von Mo» Koding in Berlin 8W.,«euthsttaße 2.#im* e der Ndm »eland'i oii' i Beste für» ken Glaubens n Tagen 1 ins Weiße> ipten, daß. ter eine voi — Tic Äei er große enbergwerieii chon ist M ahn'Syste«* )erschaft der«' nur Lokoiw� nbahnen i#P an die El führer eine : erhalten fi hnaesellscha z mcht beim motivführ« enthalte,' die andere» beiterverbi cnkzeit mit, lauf dieser en werde. ! seinen Ai> % benachr» und fie er. )en Bahne»' wtivführer'ß, fW[ß mg des Jen Kompagn« Die Pers-«? en Beilage zum Berliner Volksblatt 63 Freitags den 16. Marz 1888. 5. Intzrg. A.ue& ifmitief für Inoen. Aus einem Vortrage des Geheimrathes Professor Dr. v. Nußdaum-München. Das menschliche Hirn bildet bekanntlich eine Halbkugel, an ') strangförmig das Rückenmark anrecht. Die graue öirn- welche das Gehirn umgiebt, ist der Sitz der höheren gen Funktionen und je geistig entwickelter der Mensch ist, um �twickelter, feiner und ausgedehnter ist das Gehirn. gAus und dem Rückenmark entspringen nun alle Nerven, ge sich, nachdem sie sich in unendlich feine Stränge verzweigt am ganzen Körper vom Scheitel bis zur Fußsohle ver- »m. Tie Physiologen messen die vornehmste Thätigkcit der »en, das Gefühl, mit einem Zirkel unter Zugrundelegung Entfernung, in welcher die beiden Spitzen gefühlt werden, .da zeigt es sich, daß wir an der Zungenspitze das feinste uhl haben und schon bei einer Entfernung von einem Millr die beiden Spitzen fühlen. Dann kommen die Fingen i, während wir am Oberarm und Rücken das am wenig- feine Gefühl haben. Manche Leute haben sogar am Rücken eine Stellen, an denen sie gar nichts fühlen. «uch das Tempo, in welchem eine Berührung oder Ver '»g auftritt, hat, wie Geheimrath Ritter von Nutzbaum in � kürzlich gehaltenen hochinteressanten Vortrage ausführte, J; große Bedeutung. Was ganz langsam und rasch auf- worden*' � svürt man wenig. Im letzten Kriege versicherten verschie- m den 6 Mfijierc, welchen durch eine Kanonenkugel der Ober- t vielen ßt M weggerissen war, dem Vortragenden, daß fie hierbei un- ikeit zu»»2 �r denselben Schmerz gehabt, als wenn sie einen Hieb mit . GewaltlbA stocke erkalten hätten. Ein anderes Mal behandelte Nuß- n kleineren rj*"» einen Müller, der in seiner Mühle mit dem Arme in welche;£. Transmission gerathen war und hierbei sich höchlichst ist allen,»erte, als er plötzlich den Aermel seines neuen Rockes in der nd Handwsl� Msmisfion hängen sah. Als dann aber das Blut mit Heftig- örenden Ei»»?»?»löylich strömie, wurde ihm klar, daß der Aemel auch seinen wirken Mthielt. Lnndrs.� � n. Unsn Sä>e w nicht-so schnell als Die' Elektrizität. Während' der >en Märkte»[ Mche Strom in der Sekunde gegen 464 Millionen Meter Umsonst? Zulegt, find es bei der Nervenleitung nur 30—40 Meter. ft— nd Süd-A .leben; ver< md Konsul» fW'a dieses WelZZ ren_, luß, und dl ropa h den Nerven sind elektrische Ströme enthalten, welche an en, dem tu.EL' Stoffwechsel gebunden find; aber die Nervenleitung ist "'...... Ää und' inr« Üben' jemand eine heiße Platte berührt, so kommt ihm das Ge m ungefähr'/,o Sekunde zum Bewußsein. Die Nerven ,% genährt durch das Blut und je besser der Nerv genährt �desto mehr leistet er. Fm großen und ganzen wird man ™ können, daß, wenn ein Mensch schlecht genährt ist, sein °msystem nicht viel zu leisten vermag. Bei der großen Unwissenheit, die Jahrhunderte lang auf speziellen Gebiete herrschte, war es erklärlich, daß man fKr kein anderes Heilmittel für die Nerven kannte, als gutes 3 gutes Trinken und Elektrizität. Jetzt ist die Wissenschaft hier vorgeschritten, man wagt es, den Nerv aufzusuchen, .■»zuschneiden und wieder zu vereinigen, letzteres entweder daß man(was indessen seither nur bei Thieren ge- von einem Thiere einen gesunden Nerv nahm und der Lade>�? � oder dadurch, daß man das" betreffende Glied verkürzt i Mir. . die Wiedervereinigung ermöglicht. Bei einer Reihe von hehn�en, z B. bei Krämpfen, baden wir an der Nerven- ein großes, wirksames Mittel und namentlich bei Sulfit hat, ist die Heilung von eingewurzelter Epilepsie, L j dadurch entstanden, daß Nerven mit der Kopfhaut oder L,»chen verwachsen waren. Es sind hier Fälle von Heilungen Miit, von denen in einem schon 200 Anfälle vorgekommen Jch und später kein einziger mehr. Redner will jedoch hier- sie»icht weiter eingehen, sondern einige neue Heilmittel vor- «3 denen die medizinische Wissenschaft heute die ungc- älteste Aufmerksamkeit zuwendet. u Das Turnen war voir jeher ein gutes Heilmittel und ganz Mders die schwedische Heilgymnastik. In neuester Zeit hat � m London ein Laie, Dr. Kellgreen, eine Art von passiven �Bungen erfunden und damit so wunderbare Heilerfolge lt, daß Leidende aus der ganzen Welt zu ihm hinströmen G'c Wissenschaft sich den Resultaten seiner Erfindung nicht verschließen kann. Auch die aktiven, durch das Turnen '"en, Bewegungen find höchst vottheilhaft; am allcrwirk- sind sidoch die sogen, duplizirten Bewegungen, welche .cht werden, während dabei ein Widerstand geleistet wird. !?> diese Bewegungen kann man, indem man das Blut auf die Muskeln herableitet, das von Blut strotzende Lr ganz erheblich entlasten. Durch ein starkes Anstrengen eln kann man o t die Brust erweitern und drc Anlage 'Adriust verboten.) Ihr Schutzgeist. Novellette von Paul Blumenreich. "Noch immer derselbe Schwärmer, wie vor zwanzig Mss. wein lieber Wachtel!" sagte mit süßlichem Lächeln „x Mühlberg zu dem ersten Liebhaber des Stadttheaters. L M einem Seufzer fügte sie hinzu:„Wir armen Frauen � jeder Beziehung schlechter daran als Ihr! Wenn ?�gst Greisinnen geworden, schlägt's in Eurer iZrust lUgendlich und lebhast... immer wieder muß man beneiden." P* Ruf des Znspicienten schnitt das Gespräch ab Miaust hüpfte davon, hinaus auf die Scene,»ndeß � ahlberg- Schwerdlein, neuerdings aufseufzend, an WWW WM! zur Lungenschwindsucht beseitigen; ebenso vermag man durch Drücken und Kneten des Unterleibes manche Störungen der Organe desselben entfernen. Eine große Neuerung auf dem Ge- biete dieser Widerstandsbewegungen ist die sogen, mechanische Gymnastik, die in vielen Anstalten mit zahlreichen eigens dazu konstruitten Maschinen betrieben wird. Geheimrath v. Pettcn- kofer und Professor v. Voit haben gefunden, daß alle Muskels bewegung auf Kosten des im Körper befindlichen Kohlenhydrats gemacht wird, und die Minderung des Kohlenhydrats ist da- beste Mittel gegen das Ansetzen von Fett. Professor v. Voit hat gefunden, daß eine zehnstündige Arbeitszeit acht Gramm Fett absorbirt. Ein Arzt in Wien hat einen Apparat mit Kurbelbewegung erfunden, der bei fleißigem Gebrauche ein herrliches Heilmittel gegen Nervenkrankheiten darstellt. Ein russischer Gelehtter, welcher wegen politischer Umtnebe ins Gefängniß kam, mußte dort die Kurbel an einer Papiermaschine drehen und schon nach vier Wochen schrieb derselbe Mann, der dreißig Jahre lang krank gewesen war und namentlich stets an nervösem Kopfschmerz gelitten hatte, nach Hause, daß er völlig gesund sei. Ein Gelehrter oder Bureaumensch, der täglich nur zweimal den Weg in's Bureau und von da wieder nach Hause zurücklegt, oder die Salondame, die wöchenttich vielleicht nur einmal bei schönem Wetter einen Spaziergang macht, müssen freilich nothwendig nervös werden. Selbst bei unseren Kindern spüren wir schon die Folgen, obwohl man hier die herrliche Idee der Einführung des Turnunterrichtes gehabt hat. Ein Mittel der allerneuesten Zeit, auf welches gegenwärtig die ganze Welt mit begreiflicher Spannung blickt, ist die Hyp- nose, der thierische Magnetismus.„Es ist das ein sehr schwie- riges Thema und vielleicht ist nirgends so viel Betrug und Schwindel gettieben worden, als auf diesem Gebiete, aber die Münchener", so leitete der Vortragende seine hierauf bezüg- lichen Ausführungen ein,„kennen mich und werden mich, wenn ich hier einfach meine Beobachtungen über diese Materie wieder- hole, keines Schwindels für fähig halten." Es ist geradezu merkwürdig, daß die Sache Jahrhunderte lang in den Händen von Laien geblieben ist und namentlich der Mesmerismus sie derart ausgebrütet hat, daß sich jeder anständige Arzt noth- gedrungen davor zurückzog. Die Meinungen über das innerste Wesen der.Hypnose gehen allerdings noch sehr weit auseinander, aber nach der Ansicht des Vortragenden kann jeder Mensch magnetifiren und hypnotistren und ebenso auch magnetifitt und hypnotisirt werden. Es ist höchst interessant, wie verschieden die Reizbarkeit der Menschen gegenüber dem Magnetismus ist. Nervöse Damen unterscheiden da noch, wo wir es geradezu für unmöglich halten und es giebt Leute, welche ein Stück elekttischen Siegellacks und ein Stück Eisen trotz zehn- und zwanzigfacher Umhüllungen noch unterscheiden, eine Thatsache, auf die die Homöopathen sehr viel halten. Es giebt Stubenmädchen, welche so elektrisch sind, daß fie keiner Dame das Haar machen können, ohne daß ihr die Haare zu Berge stehen. Der metallische Magnetismus hat auf den hypnotischen Schlaf einen geradezu räthselhaften Einfluß, unter dem sich die körperlichen und physischen Eigen- schastcn ganz in das Gegcntheil umwandeln. Ein hypnotisttter Knabe, welcher Krämpfe im linken Bein hatte, bekam diese in das rechte Bein, als man ihm den Magnet näherte, und eben so schrieb er vollständig fließend mit der linken statt mit der rechten Hand, obwohl er dies vorher nie versucht hatte. Die Atten des Einschlafens sind sehr verschieden und ebenso die Zeit, die einzelne Personen gebrauchen, um einzu- schlafen. Je öfter man Jemand hypnotisitt, um so schneller schläft er ein und schließlich kann man ihn auf hundert Meter durch das Telephon hypnotistren. Der Eingeschläfctte kann auf weite Entfernung ganz kleine Schrift lesen, er kann leise ge- sprochene Worte durch eine dicke Mauer hören u. s. w., aber das Merkwürdigste ist und bleibt doch, daß der Hyonotistrte das willenlose Werkzeug des Magnetiseurs ist, wofür der Vortragende einige ganz ausfällige Beispiele anführte. Die Juristen rechnen darum auch solche Sachen nicht dem Hypnotistrten, sondern dem Maznetiseur an und es geht eine starke Strömung dahin, das Hypnotistren, namentlich bei Schaustellungen, wie es der Mes- mensmus geihan, ganz zu verbieten und es nur den Aerzten zu gestatten. Jedoch sollten auch die letzteren stets nur unter Hin- zuziehung von Zeugen hypnotistren. Neben diesen durch Mißbrauch möglichen Nachthcilen hat aber die Hypnose auch unzweifelhaft große Vorzüge. Sie er- zeugt große Beruhigung in körperlicher und geistrger Beziehung und es find schon viele starke Nervenleiden durch sie geheilt worden. Ein weiterer Vorzug ist die absolute Gefühlslostgkeit bei chirurgischen Operationen, nach denen es den bypnotisttten Patienten stets viel wohler ist als denjenigen, welche ein Rar- kotikum bekommen haben. Das Bedeutsamste aber ist entschieden ihn zu sehen. Um so besser konnte sie ihn hören. Gewiß! Er war jung geblieben! Sein tiefes volles Organ klang noch ganz so warm und weich wie dazumalen. Heute be- sonders. Kein Zweifel—: er liebte Gretchen, wie er einst die jetzige Frau Matthe geliebt. Vielleicht noch mehr; sicher aber mit geringerem Erfolg. Das geübte Ohr der alternden Komödiantin unterschied nur zu fein zwischen dem ihr wohl- bekannten Liebespathos des Kollegen und der aufflackernden Leidenschaft deS Kollegen Wachtel... So— geradeso— hatte er die Gartenscene mit ihr gespielt, und von einer Wiederholung zur anderen war sein„Faust" hohler, leerer, handwerksmäßiger geworden. Bis eines Maientags das Engagement zu Ende ging und auch das LiebeSverhäliniß Wachtel-Mühlberg. Er zog nach X. und sie nach I. Sie spielte mit einem anderen Faust; er schwor auf das neue Gretchen. Lange, lange Zeit sahen sie sich nicht mehr. Nur noch einmal schien die schöne Zeit von damals wieder aufleben zu wollen. ES war in Berlin, wo Wachtel debütitte. Fräulein Mühlbcrg, wie sie sich in jenen Tagen noch nannte, privatisirte in der Hauptstadt, um von einer lohnenden Campagne in das Land der Rubel auszuruhen uud gelegent- lich einen kleinen Knaben in der Hauptstadt unterzubringen. Als sie den Namen des einstmaligen Freundes auf dem Theaterzettel laS, war ihr's, als ob Grüße aus der Jugend an ihr Ohr schlugen. Sie kaufte einen Lorbeerkranz, den sie von einer Loge aus dem ungetreuen Geliebten widmen wollte. Allein der Debütant fiel durch— sie mußte den zerknitterten Kranz unter dem Mantel bergen und sich damit begnügen, den unterschätzten Künstler zu trösten. Zum Lohn dafür gestattete ihr Herr Wachtel, ihm das Reisegeld nach einer entfernten Provinzstadt vorzustrecken.... Und nun waren sie, fast zehn Jahre später, noch ein- mal hier zusammengewürfelt worden. Sie, wohlbeleibt und die Suggestion, das Zureden, welche bei der Hypnose die Wir- kung hat,Svaß man dem Kranken alles, was zu seinem Wohle dient, sagen kann. Mittelst der Suggestion kann man jede Arzneiwirkung erreichen und man vermag durch sie auch die Geschichte der stigmatifitten Mädchen zu erklären. Auch die Schmerzlosigkeit, die die christlichen Märtyrer zur Schau trugen, läßt sich auf diese Weise deuten. Mit den Nerven kann man eben alles machen, was man will, wenn man fie anzuspannen und auf ein bestimmtes Ziel hinzuleiten versteht. Wie wir mit der Suggestion jede beliebige Arzneiwirkung erzeugen, so werden wir auch in pädagogischer Hinsicht mit thr viel erreichen können und ein österreichischer Rittmeister hat in der That durch Hypnose die wildesten Pferde gezähmt. Allerdings müßte man, um alle diese Wirkungen zur erzielen, die Hypnose auch jeder- mann zugänglich machen, wie das in Frankreich schon seit langer Zett geschieht. In seiner Studentenzeit wohnte der Vor- tragende in Patts im Palais Royal oft Styungen bei, wo sich gegen ein geringes Entgelt jedermann hypnotistren lassen konnte. Während aber bei den Franzosen das Erpettment stets sofott die gewünschte Wirkung hatte und sie nach kurzem Hinschauen auf einen Knopf in den schönsten Schlaf verfielen, war es ganz unmöglich, bei dem Vottragenden und seinen Kollegen ein gleiches Resultat zu erzielen. Wir haben nicht so viel Anlage zur Hyp- nose als unsere aufgeregten Nachbarn. In Zukunft wird man, so schloß der Vottragende unter nicht enden wollendem Beifall seine Ausführungen, von der Hypnose noch viel mehr Gutes hören, denn fie ist jetzt in den Händen der Wissenschaft und die Aerzte scheuen sich nicht, mit ihr zu expcttmentiren. Allerdings ist es, so lange nicht positive Resultate vorliegen, immer noch besser, daß wir nicht die gleichen Anlagen haben, wie unsere sensitiveren Nachkam. Lokales. Der am 3. April d. I. beginnende Umzug muß bei kleinen, aus höchstens 2 Zimmern mit Zubehör bestehenden Wohnungen an demselben Tage, bei mittleren aus 3 bis 4 Zim- mern mit Zubehör bestehenden Wohnungen am 4. April Mittags 12 Uhr, bei großen Wohnungen aber am 5. April Mittags 12 Uhr beendigt sein. Die acht Markthallen in Kerlin(eingeschlossen find die in diesem Jahre noch zu eröffnenden drei Hallen) kosten jetzt einschließlich des Gmndcrwerbs 16% Millionen Mark. Die Zenttalhalle, die seit 2 Jahren eröffnet und an die Eisenbahn angeschloffen ist, hat sich in Bezug auf die Raumverhältnisse als so unzureichend erwiesen, daß fie auf das Doppelte ihres jetzigen Umfanges erweitett werden muß und zwar mit einer auf 4 100 000 Matt berechneten Kostensumme. Der Magistrat hat dies bereits einstimmig beschlossen. Sollte die Stadtverordneten- Versammlung zustimmen, so wird die Summe der Aufwendun» gen 20 j Millionen Mark betragen für acht Markthallen, von denen die Zentralhalle einen Flächenraum von 16- bis 17 000 Quadratmetern dedeckt. Man wird nun fragen, ob denn die Sache rentabel ist. Die Antwott ist: Verzinsung und Amotti« sation sind überreichlich gedeckt, und zwar trotzdem, daß für den Grunderwerb die Verhältnisse auf das denkbarste ungünstig lagen. Obwohl für das Terrain enorme Preise gezahlt werden mußten, so sind wir in Berlin keinen Augenblick dar- über in Zweifel gewesen— und das ist amtlich er- klätt worden— daß die Anlage die Verzinsung und Amottisation trägt, und daß ein Zuschuß zu den laufenden Kosten aus den Taschen der Bürger nicht erforderlich werden wird. So weit menschliche Voraussicht es ermessen kann, ist sogar nicht ausgeschlossen, daß das Unternehmen noch Uebettchüsse gewähren wird. Diese Uederfchüsse müssen aber dazu verwendet werden, um den Tattf des Standgeldes, das bis jetzt noch sehr hoch ist, zu ermäßigen. Die Gründe, welche zur Errichtung von Markthallen in Berlin geführt haben, sind die Einwirkung von Wetteninbilden auf offenen Märkten, der witthschaftliche Vottheil der Verkäufer und Käufer, nicht unbe- dingt losschlagen und verkaufen zu müssen, die leichtere Ueber- ficht, den die Markthallen für den Käufer gegmüber den offenen Mättten bieten u. s. w. Was den weiteren Nutzen der Markt- hallen anlangt, so hat sich durch die wenn auch noch beschränkte Mitwirkung der Eisenbahn und der Verlaufsvcrmittler das geo- graphische Gebiet, das sich an der Beschickung des Berliner Matttes bcthciligtc, sehr erheblich erweitert. Zeitigte sie auch ungerechtfcrttgte Spekulationen, insofern manche auswättiae Pro- duzenten die Zentralmartthalle als Absatzort für solche Waaren zu betrachten schienen, welche minderwetthig geworden und in der Heimath nicht mehr günstig abzusetzen waren, rief fie auch eine schatte Opposition und Gcgenagitation der in ihren ver- meintlichen Rechten durch die neue Konkurrenz beeinträchtigten Mutter eines angehenden Geigenvittuosen— er noch immer „Faust". Mit teuer cynischen Gefälligkeit, die nur hinter den Koulissen geübt wird, war man bei der ersten Probe darüber hinweggegangen, daß man sich kannte— sehr genau kannte. Erst im Verlauf der Zeit fand sich Gelegenheit zum Austausch einiger scherzhafter ReminiSccnzen. Heute hatte Faust-Wachtel seine alte Freundin direkt aufgesucht und diese legte im Geiste die Hand auf die Tasche; sie brauchte ihre Paar Thaler selbst und wollte weder zum Hierbleiben noch zum Abreisen Geld herleihen. Aber sie hatte sich umsonst mit Härte gewappnet. Er dachte aar nicht daran, sie anzupumpen. Er brauchte kein Darlehn, sondern eine mitfühlende Seele, denn er liebte— liebte Gretchen! Frau Martha aber kleidete sich mit der fügend- lichen Darstellerin in demselben Zimmer an; sie sollte ihm helfen, rathen. Denn dieses Gretchen war nicht wie die anderen alle, die er mit einem leisen Tremolo in der Stimme schnell und leicht eroberte— sie war sittsam und sehr tugendhaft. Auf diese seine Klage hatten sich die Worte der Mühlberg bezogen, als sie ihn einen Schwärmer nannte. Der Vorhang war gefallen. Die Hauptdarsteller hallen sich wiederholt vor dem hochbeftiedigten Publikum verneigt... Gretchen— Fräulein Edith Ernst— wollte in ihre"Garderobe eilen. Aber Wachtel-Faust ließ das schmale Händ- chen, an welchem er„seine" Margarethe vorgeführt,' nicht los... Er flüsterte ihr glühenden Blickes einige Motte in'S Ohr und in Gretchens Gesicht sah»tan's unter der Schminke auffteigen, wie einen Purpurschleier. Mit zorniger Geberde entzog sie ihm die Hand und entfloh.— Tags darauf rief der Theaterdiener Herrn Wachtel in das Direktionsbureau. Nicht ohne Unbehagen trat der Mime ein. Sein Kündigunasmonat war noch nicht vor- über... Oder sollten.sich schon jetzt alte Bekannte gefunden Händler hervor und haben auch die Verkaufsvermittler unter allerlei Denunziationen und Verfolgungen zu leiden gehabt— 7>as eine läßt sich nicht bestreiten, daß die Lebensmittelcinfuhr durch die Markthallen und ihre Verbindung mit Verkaufs- vermittlem, Lebensmittelauktionen, Eisenbahn und einer amt- liehen Notiiung der Engrospreise eine größere geworden ist und daß die Detailpreise trotz des höheren Standgeldes nicht nur nicht gestiegen, sondem niedrigere geworden find. Die Markt« ballen haben selbst da, wo ihre Einrichtung noch nicht voll- kommen und der Verbefferung bedürftig und fähig ist, die Lebensmittelpreise nicht gesteigert— das bestreitet in Berlin kein Mensch mehr im Gegentheil, durch die ver- arößerte Anfuhr sind in den Markthallen eine Menge iQualitäten aufgetreten, von denen früher niemand eine Ahnung hatte; es ist eine Abstufung in dem Handel mit Lebensmitteln eingetreten, die auf dem Wochenmarkte niemals hätte erzielt werden können. Es hat sich ferner ergeben, daß die Preisschwankungen sich vermindert und die Preise unter einander ausgeglichen haben. Dazu kommt noch die Thatsache, daß für eine große Anzahl von Menschen der Markt zugänglich geworden ist, die früher ihre Lebensmittel wer weiß woher nahmen. Infolge der Einrichtung, daß die Markthallen Nach- mittags und Sonnabend Abends von 8 bis 9 Uhr geöffnet sind, ist es gekommen, daß am Sonnabend in den Hallen kein Äpfel zur Erde kann, well die Arbeiter persönlich mit ihren Frauen hingehen und sich für ihren Wochenlohn ihr Fleisch und ihr Sonntagsbeefstcak kaufen. Nach amtlichen Feststellungen betrug die Zahl der Besucher der Markthalle durchschnittlich am Sonnabend Linden Friedrichstraße 38 000, die der Markthalle III 18 060 Personen- Die Frequenz am Sonnabend Abend und Sonntag früh ist eben die stärkste, da die Markthallen in dieser Zeit gerade von den Bevölkerungsklaffen besucht werden, welche sich von ihrem Wochenlohn für den Sonntag und weiter vcrproviantiren wollen. Und das können sie nur auf einem konstanten und festen Markte. Der Aufenthalt in de« Dferdebahnmage« war in den letzten grimmig kalten Tagen kaum noch erträglich und hat von neuem lebhafte Klagen über den Mangel an Hcizvorrich- tungen auf der Pferdebahn wachgemfen. In der That find uns von so vielen Seiten Beschwerden und Vorstellungen aller Art zugegangen, daß wir es nicht unterlassen wollen, bei den Direktionen unserer Pferdebahngcsellschakten die Frage anzu- regen, ob es nicht zeitgemäß sei, dem Vorbilde der Eisenbahnen zu folgen und zum Heizsystem überzugehen. Ueber die Bedürf- nißfrage dürfte kaum noch ein Zweifel obwalten. Als ebenso erwünscht erwies sich in diesen Tagen eine bessere Ausstattung der Fußböden und— wenn wir die weiteren Wünsche des Publikums aufzählen wollen— das Außerbctriebstcllen so klappriger Wagen, wie man sie namentlich auf der Strecke Moabit— Moritzplatz mehrfach findet. Ein weiterer Klagcpunkt des Publikums ist das Aufbewahren der Fahrscheine, das schon des öfteren als unbequem und lästig für das Publikum bezeichnet worden ist. Wie leicht entgleitet ein solches Zettelchen der Hand oder geht im Gedränge verloren. Erscheint dann der Kontroleur, so ist die geringste Unanncbmlichkeit die, daß man das Billet noch einmal lösen muß. Wie leicht ließe sich dieser Unbequemlichkeit abhelfen, z. B. durch eine mechanische Vorrichtung, durch welche der Schaffner sowohl die Zahl der Personen wie die von jedem cinzclnen angegebene Strecke markircn kann. Ist dieses Billetaufbewahren nur eine Unbequemlichkeit, so ist das Fehlen von Anschluß- bezw. Umsteige- billetcn ein wirklicher Uebelstand. Wer z. B. vom Bcllealliance- theater nach dem Ar.halter Bahnhof(nach dieser Richtung hin fehlt leider von der Kreuzberggegend aus noch immer die dringend erforderliche direkte Pferdebahnverbindung!) oder wer von der Potsdamer Brücke nach dem Askanischen Platz— kaum einfache Strecken— oder eine ähnliche nur durch Umsteigen mögliche Tour fahren will, muß zwei Mal 10 Pf. bezahlen. Ändere Beispiele, bei denen es sich um höhere Taxen handelt, ließen sich in Menge aufführen. Und doch beirägt der Tarif für die längste Linie nur 30 Pf. Hierin steht Berlin vielen anderen Städten nach. Da Umsteigelarten z.B. in Tresdin und München schon längst existiren, liegt kein Grund vor, zu glauben, daß sie nicht auch hrer einzuführen seien. Bei den weiteren Entfernungen und verscki'dlncn Kreuzungen sind solche Anschlußbillete in Berlin ohne Zweifel ein weit dringercs Bedürfniß als anderwärts. Ein weiterer Uebelstand endlich ist die Gefährlichkeit beim Ein- und Aussteigen an vielen Haltestellen. Wer je Zeuge gewesen, wie z. B. am Leipziger Platz Omnibusse und Droschken zwischen dem Trottoir und dem haltenden Pferdceisenbahnwagen hindurch- fahren und das ein- und aussteigende Publikum fortwährend mit Uebcrfahren bedrohen, muß sich wundern, daß nicht viel mehr Unglücksfälle vorkommen. Könnten die Geleise nicht an beson- ders freuqucnten Haltestellen in einer Kurve dem Emsteigeplatz näher gebracht werden? Mögen dadurch auch immerhin Arbeiten und Kosten entstehen, so ist dies doch geringfügig gegen die unausgesetzte Gefährdung von Menschenleben! Kei der nuf» neue eingetretenen und für die jetzige Zeit ganz ungewöhnlichen Kälte(das Thermometer zeigte heute früh im Freien auf 11 Grad Reaumur unter Null) und bei dem hohen Schnee haben auf den Bauten die eben erst in An- griff genommenen Arbeiten wieder eingestellt werden müssen. Auch alle sonstigen Arbeiten draußen können nicht fortgesetzt bezw. begonnen werden. Die Landleute hofften schon längst auf gelinde Witterung, um an die Feldbestellung gehen zu können, namentlich zu pflügen, womit in früheren Jahren längst der Anfang gemacht wird. Außerordentlich leiden auch die Vögel durch das überaus lange Winterwettcr. Der hartgefrorene, haben, die auf seine Gage Beschlag legten? Was konnte man sonst von ihm wollen. Wie gesagt, ihm war nicht gut zu Muthe. Der Direktor liebte es nur dann, den Diplomaten zu spielen, wenn er sich als den schwächern Theil fühlte. Heute lud er seinen ersten Liebhaber kaum zum Sitzen em. Herr Wachtel hatte zwar dem Publikum nicht mißfallen, aber er war kein Jüngling mehr, kein Mann, für den sich die Damenwelt begeistern konnte; auch gab eS bessere Schauspieler für diese Gage. Umstände brauchte man mit ihm nicht zu machen. Er reichte ihm einen offenen Brief hin und Herr Wachtel las in sichtlicher Erregung: „Verzeihen Sie, Herr Direktor, wenn ich Sie um meine Entlassung bitte. So glücklich eS mich auch macht, schon in meinem ersten Engagement bei Pu- blikum und Presse ein weit über mein Verdienst hin- ausgehendes Wohlwollm zu finden, so schwer leide ich doch unter einem peinlichen Nebenumstand e, der nicht ohne empfindliche Störung Ihres trefflichen Schauspiel-Ensembles zu beheben wäre. Sie werden mich viel leichter ersetzen können, als Jenen, mit dem ich nicht mehr gemeinsam wirken könnte. Haben Sie also die große Freundlichkeit, mich wissen zu lassen, von welchem Tage an ich meinen Vertrag als gelöst betrachten darf. Ihre dankbar ergebene Edith Ernst."- Das Blatt zitterte in der Hand des erbitterten Komö- dianten. Dieses einfältige Frauenzimmer spielte nicht nur die Spröde— sie unterstand sich sogar ihn bestrafen, ihn praclisch schädigen zu wollen. Da mußte man sich wehren! Und der erbärmliche Geselle holte zu einem Streiche aus, wie ihn so tückisch, so meuchlings nur ein lauernder Wege- lagerer hinterrücks dem ahnungslosen Wanderer ver- setzen kann. mit Schnee bedeckte Boden zeigt nirgends Nahrung für sie. Die Staare hat der Hunger so dreist gemacht, daß sie sogar bis auf die Fensterbretter fliegen und dort die ihnen gestreuten Brosamen wegholen. Im Thiergarten find die Futterplätze für seine gefiederten Bewohner wieder eingerichtet. Trotz der scharfen Anfmerkfamkeit der zahlreich im Menschengewühl vor dem Dome postirten Kriminalbeamten haben, wie eine Lokalkorrespondenz meldet, die Taschendiebe wieder erfolgreich operirt. Einer Dame ist eine Börse mit 120 Mark, einer anderen ein Portemonnaie mit ca. 500 Mark, die zur Bezahlung einer Rechnung ihres Prinzipals bestimmt waren, fortgekommen. Auch eine Flasche Salzsäure wurde einem Metallarbeiter entwendet. Der betreffende Dieb dürfte die Früchte seiner That an den Händen und in den Taschen un- angenehm wahrgenommen haben, denn die Flasche war schlecht verkorkt. Ans schreckliche Meise hat in verflossener Nacht ein Dienstmädchen in der Paulstraße ihr neugeborenes Kind er- morden wollen. Die Dienstherrschaft wurde in der Nacht durch Wimmern und Stöhnen aus dem Schlafe geweckt und begab sich sofort an das Lager ihres Mädchens. Diese beruhigte die in Angst gerathene Herrschaft, es sei ihr plötzlich nur sehr un- wohl geworden. Bald darauf hörte der Dienstherr aber auch Kindergeschrei, das aus dem Kloset zu kommen schien. Als man näher trat, fand man das neugeborene Kind der unnatürlichen Mutter mit dem Kopf in die Klosetröhre gesteckt. Auf diese Weise wollte das Mädchen ihr Kind ersticken. Noch lebend wurde das Kind herausgezogen und die Mutter verhaftet. Die Ofenklappe. In der Nacht zum Mittwoch erstickte im benachbarten Friedrichsbcrg der bei dem dortigen Schlächtermeister Zimmermann in Arbeit stehende Fleischergesellc Hermann Taubert durch Einathmen von Kohlenoxydgas. Um 8 Uhr Abends gingen die vier Gesellen des genannten Meisters nach ihrer Schlafstube, machten Feuer an und verrichteten noch einige kleine Arbeilen, worauf sie zur Ruhe gingen. Gegen 1 Uhr erwachte infolge röchelnden Schnarchens seiner Kollegen der älteste Gehilfe und versuchte, da er heftiges Unwohlsein ver- spürte, aufzustehen, was ihm nach vielen Anstrengungen endlich gelang. Gänzlich betäubt, erkannte er, wie die„Volkszeitung" für die Kreise Ober- und Niederbarnim mittheilt, doch die Ge- fahr und trug die anderen Gesellen mit Aufwand aller Kräfte auf den Flur. Zwei der Leute erholten sich, der letzte, schwäch- lichste, kam jedoch nicht wieder zu sich. Alle Wieder- belebungsmittcl, welche der hinzugeholte Arzt zur Anwendung brachte, blieben ohne Erfolg, und er konnte nur ven bereits eingetretenen Tod konstatiren. So find nur durch einen glück- lichen Zufall bezw. durch die Geistesgegenwart des ältesten Ge- Hilfen drei Menschenleben gerettet worden. Unglücksfall vor dem Dom. Ein anscheinend schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern vor dem Dom. Eine junge Dame Namens Anna Sch., welche in der Mariannenstraße 45 wohnt, wurde kurz vor dem Eingange zum Dom derartig von den andrängenden Menschenmaffen gequetscht, daß sie lautlos zusammenbrach. Von zahllosen Händen gehoben, wurde die Verunglückte über die Köpfe des Menschenlnäucls hinweg ge- hoben und von Polizeibeamten schließlich in Empfang genommen, worauf die Ohnmächtige auf Veranlassung eines Wache haben- den Polizeilieutenants nach einem Krankcnhause überführt wurde. Dort stellten die Aerztc äußerst schwere Oueischungen des Brust- kastcns fest. Kewrgnng der Kevölkernug Kerlins nach den Ver- öffentlichungen des statistischen Amts der Stadt. Die fortge- schriebene Bevölkerungszahl betrug am 19. Februar einschließlich der nachträglichen An- und Abmeldungen 1 419 694, hat sich demnach gegen die Woche vorher um 756 Seelen ver- mehrt. In der Woche vom 19. bis 25. Februar wurden polizeilich gemeldet 2185 zugezogene, 1430 fortgezoaene Personen; standesamtlich wurden 177 Ehen geschloffen. Geboren wurden 902 Kinder, und zwar lebend: 439 männliche, 422 weib- liche, zusammen 861(darunter 114 außereheliche), todt 20 männliche, 21 weibliche, zusammen 41(darunter 7 außereheliche) Kinder. Die Lebendgeborenen, aufs Jahr be- rechnet, bilden 31,7, die Todtgcborencn 1,5 pro Mille der Be- völkemna, die außerehelich Geborenen 13,43 pCt. aller in der Woche Geborenen, davon die bei den Lebendgeborenen 13,09, die bei den Todtgeborenen 17,07 pCt. In der Charitce und Entbindungsanstalt wurden— Kinder geboren. Gestorben (ohne Todtgcborcne) sind 439, nämlich 270 männliche, 219 weibliche Personen. Von diesen waren unter 1 Jahr alt 155 (inkl. 33 außereheliche), 1 bis 5 Jahre 66(inkl. 5 außereheliche), 5 bis 10 Jahre 14, 10 bis 15 Jahre 4, 15 bis 20 Jahre 6, 20 bis 30 Jahre 26, 30 bis 40 Jahre 50, 40 bis 60 Jahre 99, 60 bis 80 Jahre 57, über 80 Jahre 12. Die Sterbefälle beim Alter von 0 bis 5 Jahren machen 45,19 ptC. sämmt- licher in der Woche Gestorbenen aus. Von den im Älter unter 1 Jahr gestorbenen Kindern starben 54 im ersten, 22 im zweiten, 18 im dritten, 16 im vierten, 16 im fünften, 14 im sechsten, 36 im siebenten bis zwölften Lebensmonate; von den- selben waren ernährt 34 mit Muttermilch, 1 mit Ammenmilch, 89 mit Thiermilch, 2 mit Milchsurrogaten, 7 mit gemischter Nahrung, von 22 war es unbekannt. Todesursache war bei den in dieser Woche Gestorbenen namentlich: Lungenschwindsucht(85), Lungenentzündung(38), Bronchialkatarrh(141 Kehlkopfentzündung(13), Krämpfe(21), Gehirnschlag(20), Gehirn- und Gehirnhautentzündung(18), Krebs(20), Altersschwäche(17), Lebensschwäche(35), Abzehrung(21), Masern(4), Scharlach(4). Diphtherie(18), Typhus(2), Diarrhöe(9), Brechdurchfall(7), an anderen Krankheiten starben 141 und durch Selbstmord 2, Ein gemeines Lächeln verzerrte seine beweglichen Züge, als er jetzt dem Chef das inhaltschwere Briefchen mit ironischer Verbeugung zurückgab. „Ich könnte einfach sagen, daß ich den Inhalt dieses Schreibens respective, seinen Zusammenhang mit meiner Wenigkeit nicht verstehe! Aber das hieße wohl, Ihren Scharfblick unterschätzen... Sie sehen ja, was da vor- gegangen ist.., Mein Gott— wenn sie nicht mehr Lust hat... Andererseits begreife ich nur zu wohl, daß Ihnen die Wahl zwischen mir und— dem Baron Wenkyaus den häßlichsten Zwang auferlegt und deshalb..." Der Direktor war heftig emporgefahren. Formlos unterbrach er den Schauspieler, der nun wieder ganz und gar Herr seiner Darstellungsmittel war. „Sie?" rief der Direktor.„Sie?" Und er maß Herrn Wachtel mit einem Blick tiefster Geringschätzung. Der Mime grinste, indeß der Direktor wüthend fortfuhr:„Was aber wollten Sie mit dem Baron WenkhauS? Was hat Er damit zu schaffen?" Herr Wachtel grinste noch immer. Seine Stellung war ohnehin verloren! Nun kam's auf eine kleine Nieder- trächiigkeit nicht an.„Recht unbequeme Herren das, diese reichen, jungen und schönen Aristokraten— finden Sie nicht auch, Herr Direktor?" Und er setzte, mit einem gut ge- spielten„plötzlichen Einfall" hinzu:„Vielleicht hatten gar Sie selbst Absichten... O! wie mir das leid thut! Nun — selbstverständlich— ich gehe! Sogleich! Oder doch so bald, als Ihnen keine Verlegenheit daraus erwächst... Ich bitte, mir's nur mitzutheilen! Ungenirt, Herr Direktor! Wünsche guten Morgen!"— Hinter ihm her stieß der Direktor ein kräftiges„Lump!" hervor. (Schluß folgt.) davon durch Vergiftung 1, durch Erschießen 0, biri Erhängen 1, durch Ertrinken 0. Die Sterblichkeit M Woche, auf das Jahr berechnet, kommen durchsäw� lich auf 1000 Bewohner in Berlin 18,0, in Breslau 27,9,% Bremen 17,6, in Frankfurt a. M. 22,3, in Köln 25, T," Dresden 16,9, in München 26,9, in Stuttgart 24,3, in M 28,0, in Paris 24,8, in London 21,6, in Liverpool 22,7. jj der Woche wurden dem Polizeipräsidium gemeldet als erkn»» an Typhus 16, an Masem 65, an Scharlach 29, an Dt#M* 71, an Scharlach-Diphterte 5, an Pocken 1, an Kindbettfieber» In den 9 größeren Krankenhäusem wurden in der Berichtswoche M Kranke aufgenommen, davon litten an Masem 3, an 6% lach 7, an Diphtherie 27, an Typhus 1, an Rose 5. Jf starben 109 Personen oder 22,3 pCt. aller in der Woche f> storbenen; als Bestand verblieben in den KrankenhäW 4164 Kranke. Polizeibericht. Am 13. d. M. Abends wurde auf � Verbindungsbahn m der Nähe der Tegelerftraße der Ast*» Gude bewußtlos neben den Geleisen liegend vorgefunden� nach seiner Wohnung gebracht, wo er bald darauf starb,# zum Bewußtsein gelangt zu sein. Da an der Brust und* Armen blutunterlaufene Stellen wahmehmbar sind, ist?? nehmen, daß er beim Ausführen von Rangirarbeiten von ei� Wagen erfaßt und zu Boden geschleudett worden ist.-?' 14. d. M. wurden auf dem Schloßplatz einige Frauen im dränge ohnmächtig und mußten hinausgettagen werden. 6�, Verletzungen find nicht vorgekommen.— An demselben Nachmittags schoß sich ein Handwerker in seiner WobnuM� ver Reichcnbergerstraße mittelst eines Revolvers in selbstm�«' nscher Absicht zwei Kugeln in den Kopf. Er wurde nach � legung eines Verbandes nach dem Krankcnhause Bethanien f! bracht.— An demselben Tage brannten skalitzerstt. 27 P beben und Balken unter einer Kochmaschine. Gerichts-Ieiwng. Gl» Dergetzen gegen da» Ualirungsmittelgesech.� schäftigte gestern die vierte Strafkammer am Landgericht l. Schlächter Walter hatte auf einem Gute einen Ochsen für g niedrigen Preis gekauft und an Ott und Stelle gescklachm das Fleisch hatte er dann an den Schlächter Radde weiter kauft, bei dem es als ungesund erkannt und bcschlagM? wurde. Beide wurden nun unter Anklage gestellt) Der£»* war auf dem Gute in Mast gestellt, und da er nicht zunejft wollte, wurde er billig verkauft. Gerade aus dem billigen Pl™ nun mußte Walter Verdacht schöpfen und das Fleisch suchen lassen; das hatte er indessen nicht acthan und damu�s Fahrlässigkeit begangen. Anders lag die Sache bei dem angeklagten, denn das Fleisch war nach Aussage der 6#,. ständigen nicht so beschaffen, daß man es als krank etfon»'' es wurde deshalb Radde freigesprochen, während Waller r 4 Wochen Gefängniß verurtheiit wurde. Wegen Keleidlgnng hatte sich gestern der fs% Sergeant des westfälischen Attillette-Regiments Otto Bunke« der zweiten Strafkammer am Landgdttcht 1 zu verantrvorr� Der Angeklagte war bei dem genannten Truppentheu Sergeant nnd Futtermeister eingestellt. Durch einen unglM?u Sturz zog er sich schwere Verletzungen zu, sodaß er fwrL mehr drenstfähig fühlte und seine Penfionirung nacbsiH. Dieselbe wurde ihm indessen nicht gewähtt, denn der W% ihm kein Attest, welches auf Dienstuntauglichkeit lautete Ji beschwette sich und zog sich wiederholte Arreststrafen und C-'V, seine Entlassung zu. Nun schrieb er an das Regiments und an verschiedene Instanzen und dezeichnete sein bürgert�, Leben durch ungerechte Arreststrafen und ungenügende Us, suchung des Arztes als vernichtet. Nachdem er etwa 20 1%, Schreiben abgeschickt hatte, wurde gegen ihn die Anklage denn es wurde ihm zur Last gelegt, seinen früheren HwK# J und den Regimentsarzt beleidigt zu haben. Di« SirtF; sprach jedoch den Angeklagten kostenlos frei, indem sie br Schutz des§ 193 zubilligte.,>f, Vine wichtige Entscheidung fällten gestern.w.-n- Massenansammlung von Anklagefällen gleicher Art die@5 gerichte am Amtsgericht I. Es handelte sich um eine Verordnung, der zufolge jeder, welcher Wohnräume vor? sA der vorschriftsmäßigen Frist in Benutzung nimmt, zu OCj'%; ist. Nach der alten Praxis wurden nun nicht allein»Vjii micther, sondern auch die Miether mit Strafe belegt, elfteren zweifellos zur Jnnchaltung der Vorschrift veM�« sind, während es auch Sache der letzteren war, sich an)>> � tischen Quellen darüber zu informiren, ob die zu Wohnung auch thatsächlich bezugsfähig sei. Geschah nicht, so waren nach dem Rechtslage:„Unkenntniß der � g, schützt nicht vor Strafe", auch die Miethcr zu bestrafen.»Tji anmalt Dr. Sello, der sich der angeklagten Miether a» � führte aus, es könne nicht Absicht des Gesetzgebers si'ss' doppelte Bestrafung für den Fehler eines einzigen zu ven» � Die Miether von Wohnungen in einem Neubau könnte», � nicht mehr thun, als den Wirth fragen, ob die qu. y bezogen werden dürfe. Das sei in allen Fällen geschehen-« stets hatten die Miether die Antwort erhalten, es sei n'� Sache, sich darum zu bekümmern, für sein Haus sei d#-f selbst verantwortlich. Uedereinstimmend erkannten au* theilungen auf Freisprechung der Miether.# Ein sonderbares Stück Wild traf an einem � Sonntag in der Dahlwitzer Haide bei Köpenick der v � Friedttch Adolph Köhn, zu Fricdttchshagen statiomn��: starke Schrotladung(grobes Schrot Nr. 3), welche die des Köhn enthielt, hatte derselbe eigentlich einem Buffm y» über seinem Haupte schwebte, zugedacht; als er den jedoch auis Korn genommen, hätte er unweit von K xo Standott das Knacken eines fallenden Baumes. Die a# Försters nicht ahnend, hatten zwei bekannte Holzdiebe, tjjjP Mehlis und Knoche, die Gelegenheit am freien Sonntag.�» mittag dazu benutzt, sich eine Stange Holz aus der holen, und waren gerade bei der besten Arbeit, als sie der v$ überraschte. Nach den Bestimmungen des Forstgeseges Holzdiebstahl an einem Sonntage mit besonders karten geahndet und deshalb hielten es Knoche und Mehlis rathen, zu fliehen, als sie des Försters ansichtig wurdtt» i« letztere rief ihnen nach:»Verfl.... Hunde, steht schieße!" und dieser Drohruf veranlaßte die Fluchtigen,> einander zu trennen; Knoche lief rechts ab und M Weiteren unbehelligt. Schlimm dagegen erging � dem dieser, ein verheiratheter und bis dahin noch unbescholten � war von Knoche, einem vielfach bestraften Holzdiebe,» M Gang ins Holz verleitet worden. Er hatte den � der geringwerthigen Stange bald mit dem Owe Mehlis, vom Förster verfolgt, war dem letzteren auf ungefähr 40—50 Schritt vorauf; er hatte eben den. M. Weg und damit die Möglichkeit erreicht, im Waldes�« vettchwinden— da krachte ein Schuß! Die ganze � pel j hatte ihn in den Rücken getroffen und der Forste'. alsbald eingeholt hatte, rief ihm nun zu:„Ma#-, � der Haide- zur Polizei!"-„Jawohl, soweit'*.%!" J Sie haben nicht das Recht, mich von hinten ml»!®„ ssj gegnete der aus vielen Wunden blutende Mehlis beamten und erhielt von diesem zur Antwott: Sie nicht? Denken Sie, wenn ich ein geladenes u|(, D � daß ich mir die Lunge aus dem Leibe rennen wero- w � glaubte der Förster die Sache vorläufig abgetnan!.�le».� alsbald ein drückendes Gefühl schwerer Verantw. ut-jvwiw uu uiuucjiiu:» vytfuyi juuvuu,-w—--- �«V' l�' Stelle des stolzen Siegesbewußtseins dem orin gegenüber. Mehlis, dem von dem Schrotschuß y letzt worden war, brach infolge des dadurch •VV»,«wwvtl»VUI, vvuu/ Ui(wiyv vvw**'..* lU*'!* sÄ Verlustes ohnmächtig zusammen und rathlos ua» seelenallein der Förster neben ihm.- Der o diesem kritischen Augenblick den Sanitätsrath�Dr. Rieck von ilöpenick zur Stelle; der allgemein beliebte, überaus human- Sesinnte Arzt stieg! sofort aus seinem Wagen, als er des leblos am Wege im Graveu liegenden, blutenden Menschen anfichtig wmde und erkundigte stch, während er unter Zuhilfenahme der in der Reiseapotheke mitgeführten blutstillenden Mittel dem verwundeten die erste Hilfe angedcihen ließ, nach der Ursache dieses traurigen Ereignisses. Auf wiederholtes Befragen gab der Förster endlich den Bescheid, daß seine Büchse bei einem Fall fich urplötzlich entladen und daß dadurch die Schrotladung den Mehlis verletzt habe. Der letztere vermochte dem nicht zu widersprechen, denn als die Kugeln ihn trafen, hatte er im Laufen dem Förster den Rücken zugedreht. Mehlis wurde ins Köpe- nicker Krankenhaus geschafft mit verschiedenen theils lebensgefähr- bchen Verletzungen; er befindet fich zur Zeit laut Gutachten des Dr. Tod» im Siechthum, denn eine Schrotkugel fitzt in der Lunge fest.— Dagegen gab später die eingeleitete amtliche Unter- luchung des Vorkommnisses Veranlassung zur Erhebung einer Ämklaqe gegen den Förster wegen im Am.e begangener Mißhandlung, und zwar mittelst einer das «ben gefährdenden Handlung. Dieserhalb hatte fich Kehn vor der 1. Strafkammer Landgerichts II zu verantworten. Die Anklage machte dem Förster zu Vorwurf, daß er unmittel- dar, nachdem er den Ruf ausgestoßen:„Verfluchte Hunde, steht oder ich schieße!", diese Drohung hatte zur That werden lassen und vorsätzlich den Mehlis in den Rücken geschossen: denn nach Aussage eines Augenzeugen, des obengenannten p. Knoche, der fich sofort, als der Schuß fiel, umgedreht, habe Köhn aufrecht das rauchende Gewehr noch im Anschlage, auf Mehlis zielend, auf der Stelle gestanden. Dies bestritt, entgegen der eidlichen Aussagen des Knoche, der Föister und behauptete, daß er bei der Verfolgung auf unebenem Terrain zu Falle gekommen, dabei sei der Kolben des Gewehres, dessen Hahn gespannt war, auf den Erdboden oder sonstwo auf- geschlagen und der Schuß habe fich aus dem Lauf gelöst.— Aus Anordnung der Strafkammer hatte vor einiger Zeit eine Gerichtslommisfion den Ort der That in Augenschein genommen unter Hinzuziehung des Angeklagten, des Verletzten und anderer Zeugen, sowie eines Sachverständigen. Dieser Sachverständige, ein Oberforstmeister, gab nun vor Gericht sein Gutachten dahin ob, daß dem Angeklagten ein solcher Unfall, wie er behauptet, wohl passirt sein könne. Der Zeuge Knoche, jetzt Musketier in einem auswärtigen Infanterieregiment, widersprach den Angaben des Försters, welcher übrigens einem anderen Zeugen gegenüber, der ihm am Thatorte Vorhaltungen gemacht, die Erklärung abgegeben hat:„Warum läuft er denn, es hätte ja doch nur 2-rage �emeindearbeit gegeben!"— Das Gesammtcrgebniß der Be- weisaufnabme deckt sich im Uebrigen vollständig mit der obigen Eachdarstellung. Auf Grund des Sachverständigen- Gutachtens dielt jedoch der Staatsanwalt dafür, daß fahrlässige Körperver- letzung vorliege. Der Gerichtshof trat dieser Ansicht bei; die Aussagen der beiden einzigen Belastungszeugen seien nicht maß- gebend. Köhn ward demgemäß wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 100 Mark Geldbuße event. 10 Tagen Gefängniß verurtbeilt. . Gin- sonderbar- Sachbeschädigung unterlag gestern der Prüfung der 87. Abtheilung des Schönengerichts. An üT- Aufregung. In kurzen........................—------ °mnen im Laden erschienen und hatten den kurz zuvor gekauften gemahlenen Zucker, soweit derselbe nicht schon verbraucht worden war, mit dem Bemerken zurückgebracht, daß er nicht süß, sondern wlzig schmeckte. Die von dem Geschäftsführer angestellte natür- «che Probe bestätigte die Behauptung, der Zucker hatte seinen «eruf verfehlt, er schmeckte salzig und war augenscheinlich, ob böswillig, ob versehentlich, mit Kochsalz vermischt worden. Mhrend der Geschäftsführer ob dieses Vorkommnisses, welches dm Ruf des Geschäfts so schwer zu schädigen vermochte, keines- in rosige Laune aerieth, legte der jüngere Handlungs- Offene, der Herr EmilBiernath, hierüber eine lebhafte Freude Tag. Der letztere halte gekünvigt und sollte zu Neu- füT aus dem Geschäfte scheiven, er konnte sich mit dem Ge- rttfafübret nicht vertragen und durch diese Umstände kam Biernath in den Verdacht, daß er dem Geschäfte einen Schabernack gespielt und geflissentlich den Zucker mit Salz ver- Wengt habe. Er bestritt seine Schuld mit aller Entschiedenheit �vr dem Schöffengerichte. Der Geschäftsführer war der Ansicht, daß kein anderer als Ver Angeklagte den Frevel begangen haben Wime, außer der erwähnten Lustigkeit desselben wußte er aber wine Belastungsmomente anzugeben. Der Gerichtshof hielt es dagegen keineswegs für ausgeschlossen, daß auch ein anderer die Anpassende Mischung vorgenommen habe und jedenfalls den Angeklagten nicht für genügend überführt, weshalb dessen Frei- lbrechung erfolgte._ soziales und Arveiterbemeflung. Di- b-i klrinen Meistern und kl-in-r-n K-tri-b-n �Ng-strUten Lackir-rgrhilfrn haben gestern in ganz Berlin °w Arbeit niedergelegt- In einer vorgestern stattgehabten Ver- Mmlung war beschlossen worden, am 15. März den neuen j-attf den Meistern vorzulegen. Der größte Theil der Unter- Rehmer wollte wohl auf die von den Gehilfen gestellten Bedin- �ngen eingehen, unterschreiben wollte jedoch Niemand von den Zerren. Die Gehilfen wollten hauptsächlich einen zehnstündigen Arbeitstag, wie er in allen größeren Fabriken bereits eingeführt einen Stundenlohn von 33 Vf., Ueberstunden 10 Pf. Zu- Mag. Sonntags 50 Pfennige Minimallobn pro Stunde, für Kchtarbeit doppelten Tageslohn(von 10 UhrAbends bis 6 Uhr Morgens), und Abschaffung der Akkordarbeit. Wie man ficht, find \ Fordlrungcn keineswegs unbescheidener Natur. Nichts- aestowcnigkr weigerten fich die Meister, ihre rechtsverbind iche »fbrift zu geben. Infolge dessen legten gestern sammtliche a Meistern eingestellte Lackirergehilfen, wie erwähnt, die Arbeit Mver. Die Lohnkommisston fordert nun die Kollegen auf, kon- MUent dafür einzutreten, den gestellten Foiderungen zum Siege w verhelfen, und durch festes, einiges Zusammenhalten Vre ge- Men und billigen Forderungen, welche die Gehilfen an die Uestgeber gestellt haben, durchzubringen. Die Lohnkommifsion g M ferner zur Kenntniß der Kollegen, daß ste von Morgens „„Uhr bis 7 Uhr Abends bei Tempel. Brcslaucrftt. 27 tagt, Gitschinerstr. 87a>'.___ N-r-w- und N-rsammw«»-«. ■ Vorstandsmitglied einzusenden haben. Darauf wurde eine aus 7 Personen bestehende Kommission gewählt, behufs Umarbeitung des Vereinsstatuts. Ein Antrag Heinze, den Mitgliedern Rechtsschutz in gewerblichen Streitigkeiten zu gewähren, wurde angenommen und der Statuten-Berathungs-Kommisston über- wiesen. Sodann wurden noch zwei Unterstützunasgesuche er- ledigt und nach Beantwortung einiger Fragen die Versammlung geschlossen. An di- Maur-r K-rli«s. Kollegen! Trotz aller Schwierigkeiten ist es uns wieder gelungen, einen Verein zu gründen. Ueberzeugt, daß das Statut des Vereins, wie es jetzt ist, den Zeitverhältniffen nicht entspricht und demgemäß entsprechender Aenderung bedarf, hat die letzte Mitgliederver- sammlung beschlossen, das Statut einer Umarbeitung zu unter- ziehen. Da ein jeder Maurer ein Interesse daran haben muß, m welchen Händen die Leitung seiner Geschicke liegt, so halten wir es für unsere Pflicht, darauf hinzuweisen, welche Wege der Verein einzuschlagen gedenkt. Der Verein wird folgenden Fragen seine ganze Aufmerksamkeit zuwenden: 1. Wie ist unter den gegebenen Verhältnissen Nahrung, Kleidung, Wohnung, Arbcitsaufenthalt und Arbeit einzurichten, damit die Ge- sundheit des Arbeiters möglichst geschont und die Körperkräfte möglichst gut und lange erhalten werden? 2. Was hat zu ge- schehen, um die heutigen Verhältnisse so zu ändern, daß die jetzigen Mißstände, welche auf die Gesundheit der Arbeiter so nachtheilig wirken, abgeschafft werden können? Ihr seht, Kol- legen, welches Feld der Thätigkeit hier vor uns liegt; Ihr wißt, daß der Einzelne nichts ausrichten, nichts erzielen kann. Wer also den Werth einer Vereinigung erkannt hat, der muß wissen, wohin er gehört. Die Zustände, wie ste in unserem Gewerbe liegen, sind jedem bekannt. Wie oft fehlen nicht für die Arbeiter auf den Bauten die Räume, in welchen fie fich während der Arbeitspausen, vor dem Unwetter Schutz suchend, aufhalten können? Wie Viele müssen ihren ermüdeten und er- hitzten Körper auf die feuchte und kalte Erde legen, wenn fie in den Ruhepausen Kräfte sammeln wollen? Viele ziehen fich dadurch heftige Krankheiten zu. Wie oft werden nicht die Kräfte im Uebcrmaß, besonders bei Akkordarbeiten, angestrengt und der Körper dadurch dem Ruin entgegengefühtt? Hier soll also durch unsere Vereinigung Belehrung geschaffen und die Wege gezeigt werden, auf welchen eine Besserung erlangt weiden kann. Darum vorwärts, Kollegen! schließt Euch dem Vereine an, er tagt jeden zweiten Dienstag nach dem 1. und 15. jeden Monats im Louisenstädtischen Konzetthause, Alte Jakobstr. 37. Der Vor- stand des Vereins zur Unterstützung erkrankter und verunglückter Mitglieder der Maurer Berlins. Gin- öff-ntlich- N-rsammlung d«r Lackir-r S-rtins und Umgegend fand am 14. d. d. M. unter Vorsitz des Herrn Rautenhaus behufs Entgegennahme des Bettchts der Tattf- kommisston über die Verhandlungen mit den Meistern und ent- giltiger Beschlußfassung über den ausgearbeiteten Tarif im Jordan'schen Saale, Neue Grünstt. 28, statt. Wie Herr Rauten- haus mitthcilte, hat fich derselbe zunächst an den Obermeister der Innung, Herrn Linke, gewandt mit dem Ersuchen, der Kom- misfion Zutritt zur nächsten Innungsversammlung zu gestatten. Die Generalversammlung der Innung fand am 13. d. M. in der Viktoria-Brauerei statt und wurde zu dieser den Herren Rautcnhaus und Wallsdorf Zuttttt gewähtt. Herr Rautenhaus unterbreitete der Versammlung die Forderung der Gehilfen: zehnstündige Arbeitszeit, Minimallohnsatz von 33 Pf. pro Stunde, für Nachfeierabendarbeit einen Aufschlag von 10 Pf. pro Stunde, für Sonntagsarbeit einen Minimallohnsatz von 50 Pf. pro Stunde, für Nachtarbeit doppelter Tagesstundenlohn und nrög- lieh ste Beseitigung der Akkordarbeit. Der Beschluß, welcher von der Jnnungssersammlung daraufhin gefaßt wurde, geht dahin: Die zehnstündige Arbeitszeit wird angenommen, der Minimal- lohnsatz von 33 Pf. pro Stunde wird der freien Verein- barung überlassen, 50 Pf. pro Stunde für Sonntags- arbeit wird angenommen, der doppelte Tagesstunden- lohn für Nachtarbeit wird angenommen, über die Akkord-rbeit wird zur Tagesordnung übergegangen. Die Meinung der Versammlung ging nun dahin, daß unbedingt an der Forderung eines Minimallohnsatzes von 33 Pf. pro Stunde festzuhatten sei, und ettnnette Herr Müller daran, daß am 15. d. M., dem früher gefaßten Beschlüsse gemäß, der Termin abgelaufen sei, bis zu welchem die Meister die Forderungen der Gehilfen bewilligt haben mußten, widrigen- falls die Arbeit einzustellen sei, und ermahnte unter dem Bei- fall der Anwesenden, an diesem Beschlüsse festzuhalten. Der ganze Tattf müsse bewilligt werden und die Meister müßten sich schriftlich verpflichten, diese Forderungen mindestens auf ein Jahr inne zu hallen. An einem schnellen Erfolge sei nicht zu zweifeln, denn die Fabttkarbeitcr ständen hinter den Werkstatt- arbcitern. Wie mitgetheilt wurde, haben fich bereits verschiedene Meister, unter diesen auch Herr Linke, bereit erklärt, den ge- forderten Minimallohnsatz von 33 Pf. pro Stunde zu gewähren. Herr Schüßler(welcher in seiner Fabttk infolge seines öffentlichen Auftretens bereits aemaßregelt worden ist) ermahnte noch- mals zur Einigkeit. Die Versammlung faßte einstimmig folgende Resolution:„Die heute tagende öffentliche Versammlung der Lackirer Berlins und Umgegend erklärt fich mit den Aus- führungen sämmtlichcr Redner einverstanden und verpflichtet sich, an dem von der Kommission ausgearbeiteten Tattf festzu- halten und darauf zu halten, daß jeder Meister fich schttftlich auf diesen verpflichtet, da sonst unsere ganze Forderung illusottsch gemacht wird."— Während einer Pause er- folgte die schttftliche Verpflichtung derjenigen Gehilfen auf den Tattf, welche stch noch nicht verpflichtet hatten. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen gaben die Herren Rauten- haus und Wallsdorf Verhaltungsmaßregeln und gaben bekannt, daß die Kommission Meldungen über Arbeitseinstellungen Brcslauersttoße 27 entgegennimmt(in der Restauration bei Tempel). Vitt einem Appell an die Lackirer, an dem gefaßten Beschlüsse festzuhalten und mit Energie vorzugehen, sowie einig zusammenzuhalten, wurde die Versammlung geschlossen. Cinr öffentlicke Uersammlung für Männer und Frauen fand am Montag Abend, Linienstr. 8, bei Siemund, statt. Herr Hundt refenrte über die eingeschriebenen Hiltskassen, insbesondere über den Sanitäisverein für Arbeiter beiderlei Ge- schleckts. Er wies auf das Entstehen und die günstigen Leistungen des Sanitätsvercins gegenüber den Ottskrankenkasscn hin. Dem Verein ständen im Verhältniß bedeutend mehr Aerzte zur Verfügung, als den genannten Kassen. Ein besonderer Vor- theil für die Mitglieder wäre es, daß fie fich den Arzt, welchem ste ihr Vettrauen schenken, selbst wählen können und nicht auf einen ständigen Bezirksarzt angewiesen sind.— Eine größere Anzahl der Anwesenden ließ fich nach dem Vortrag als Mit- gliedcr des Vereins aufnehmen.— Eine zweite öffentliche Ver- sammlung zur Agitation für den Sanitätsverein soll am nächsten Montag in Habel's Brauerei(Bergmannstraße) statt- finden. Keneralverfammlnng de« Unterstühurrgovereins Deutscher Suchdrucker. Das preußische Ministerium hatte dem Unterstützungsverein Deutscher Buchdrucker verschiedene Schwierigkeilen in den Weg gelegt, resp. die fernere Zulassung desselben zum Geschäftsbetrieb in Pieußen in Frage gestellt. Hauptsächlich war die Zenttal-Jnvalidenkasse(welche bei einem wöchentlichen Beitrag von 20 Pf. im Falle der dauernden Ar- beitsunfähigkcit 7 M. pro Woche zahlt» und die Reise- und Arbeitslosen- Unterstützungskasse(dieselbe zahlt an Arbeitslose auf der Reise und am Otte pro Tag 1 M., im Falle die Arbeits- lofizkeit durch Eintreten für die Forderungen des Vereins entstanden ist, 2 M. pro Tag) ein Stein des Anstoßes für die Behörde. Tieselbe betrachtete den Verein als eine Verficherungsanstalt und verlangte, daß derselbe stch dem Versicherungsgesetz unterwerfe. Dadurch würden aber die Beiträge eine unerschwingliche Höhe erreichen, um die Bildung des gesetzlich verlangten Reservefonds zu ermöglichen. Ter Vereinsvorstand that verschiedene Schritte, um günst'gerc Bedingungen für den Verein zu erhalten, jedoch' fruchtlos. Es wurde nun eine Generalversammlung einberufen, um eine Reorganisation des Vereins ins Werk zu setzen. Als Ott derselben wurde Hamburg, als Zeit der 13., 14., 15., 16. und 17. März bestimmt. Am 12. d. Mts. trafen die Tele- gitten aus allen Gauen Deutschlands in Hamburg ein und am 13. d. Mts.,. Vormittags 9& Uhr, begannen unter Vorfitz von Sulz- Stuttgart die Verhandlungen. Nachdem das Bureau gewählt und die Geschäftsordnung dahin geregelt war, daß für alle Beschlüsse Zweidrittelmajotttät erforderlich ist, hielt der Vorfitzende eine Ansprache, in welcher er auf die Veranlassung der Geneialversammlung hinwies. Der Verein stände jetzt vor der Alternative, entweder unter Wegfall der Reife- und Arbeitslosenunterstützung die Zentralisation bei- zubehalten, oder sich zu dezentralifiren und den einzelnen Gauen die Regelung der Unterstützung zu überlassen. Vielleicht aber ließe fich durch Verhandlungen mit den zuständigen Behörden noch ein anderer Modus schaffen. Er ersucht, den Bettcht des Vorstandes und den Rechenschaftsbericht anzunehmen. Dies geschieht.— Es folgt nun eine Debatte über die Lage des Vereins. Ein Berliner Delegitter rekapitulirt die mit den Behörden bisher' gepflogenen Verhandlungen und verliest die betreffenden Schttftstücke, sowie ein Gut- achten, das ein Juttst einem anderen Verein mit ähnlichen Institutionen ertheilt hat, wottn als einziges Mittel eine Petition auf Grund des§ 152 der Gewerbeordnung empfohlen wird. Der Delegitte sühtte aus, daß bis vor kurzem eine Ausficht auf Erhaltung des Vereins in der bisherigen Form nicht vorhanden gewesen; die Lage habe sich jedoch gewendet. Am Sonnabend- sei ihm von einem höheren Beamten mitgetheilt worden, daß der Verein unter gewissen Bedingungen auf fernere Zulassung in Preußen rechnen könne. Es sei dazu nöthig, daß der Sitz des Vereins nach Berlin verlegt, die Leiter des Vereins von der Be- Hörde anerkannt und dazu keine Persönlichkeiten gewählt würden, die politisch engagitt find. Femer sei ein Schiedsgettcht zur Entscheidung über den Ausschluß von Mitgliedern einzuttchten. Die übrigen Aenderungen seien mehr formeller Natur. Der Beamte erklärte, daß der Unterstützungsverein Deutscher Buch- dmcker der erste Verein sein würde, der gewissermaßen staatlich konzesfionirt sei. Betreffs der Jnvalidenkasse würden allerdings mehr Schwiettgkeiten zu überwinden sein.— Nach diesen Ausführungen trat eine Pause ein.— Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen begann die Generaldiskusfion. Dabei machten fich besonders zwei Strömungen gellend. Die eine Richtung trat für die Dezentralisation ein, während die andere die Aufrechterhaltung der Zentralisation empfahl. Von Seiten der ersteren wurde geltend ge- macht, daß, wenn der Verein fich in einzelne Landesverbände auflöse, diesen von den Regieningen keine Hindernisse in den Weg gelegt werden dürften, da es besonders die Größe und Stärke des Zentralvereins sei, welche den Regierungen unbequem sei. Die einzelnen Landesverbände könnten immerhin unter fich in voller Gegenseitigkeit stehen und so die Rechte der Mitglieder überall gewahtt werden. Die Zentralisten dagegen erklätten, daß alles das, woran die Behörden beim Gesammtverein Anstoß nähmen, auch in den einzelnen Landesverbänden vorhanden fein würde. Der herrschenden politischen Richtung seien eben alle Arbeitervereine unangenehm. Trotzdem müsse man darnach trachten, auf Grund der von der Berliner Behörde gemachten Auer» bietungen die Zentralisation aufrecht zu erhalten. Später müßten doch bessere Zeiten eintreten und dann könnte der Verein fich weiter entwickeln. Die Dezentralisation würde nur der parti- kulattstischen Richtung, die ja jetzt schon zum Vorschein komme, Nahrung geben. Allerdings müßten die Anerbictungen der Berliner Behörde noch genauer untersucht werden, so z. B. die Bestimmung, daß der Vereinsvorstand von der Behörde bestätigt werden müsse. Ein Redner verwahrt fich dagegen, daß den Buch- druckern eine Ausnahmestellung gegenüber andern Arbeitern gewährt werden solle. Dies könne und solle nicht verlangt werden. Herr Hätte!, Redakteur des Vereinsorgans, gab einen Ucberblick über die bishcttgen Verkältnisse: man müsse mit den Thatsacheir rechnen. Die Angriffe der Regierung kämen daher, daß man in den Vereinen sozialdemokratische Umtttebe wittere. Die von der Dezentralisation empfohlenen Landesverbände seien un- durchführbar, da sich in den meisten„Vaterländern" wenige bedeutendere Druckstädte fänden. Es wären alfo Fachvereine möglich und damit wäre nicht geholfen, da selben den Behörden ebenfalls unangenehm wären. Regierung läge eben die i Million der Jnvalidenkasse nur nur die- Der im Magen. Besser noch als die Zersplittemna sei die Aufrecht- crhaltung des Gcsammtvercins nach den Berliner Vorschlägen, wenn dann auch ein„königlich preußischer Gewerkverein" ent- stände. Für die Zukunft sei die Aufrechterhaltung des Vereins nothwendig. Die Frage der Jnvalidenkasse könnte durch eine Liquidationskommission geregelt werden. Zum Auseinander- gehen sei im äußersten Nothfalle noch Zeit; man müsse so lange als möglich beisammen bleiben. Nachdem noch einige Redner gesprochen, wurden die Verhandlungen bis Abends 6 Uhr vertagt.— Um 6 Uhr wurde in der Generaldiskusfion fortgefahren. Ein Leipziger Delegitter empfahl nochmals die Dezen- tralisation als Ziothbehelf. Die preußische Regierung. habe gezeigt, daß ste keineswegs arbeitersrcundlich gcfinnt sei. Darum müßten Gauverbände geschaffen werden, welche mehr Spielraum hätten. Hierauf ergriff Herr Schulz-Hamburg das Wort. In längerer Rede führte er aus, daß schon früher sich dem Verein die Verhältnisse hindernd in den Weg gestellt hätten. Immer aber seien durch Ausharren die Schwierigkeiten glücklich überwunden worden. Auch jetzt dürfe man den Muth nicht sinken lassen, sondem müsse an der Zentralisation festhalten: für den schlimmsten Fall müsse man Eventual» beschlüsse fassen. Nochmals empfahl ein Leipziger Delegitter die Dezentralisation; andere Redner erklärten fich für das geschalten an dem Gesammtverein. Ein Antrag auf Vor- berathung der Vorschläge durch einr Kommission wurde abge- lehnt und hierauf die Generaldebatte geschlossen. Am Mittwoch Vormittags 9 Uhr soll die Spezialberathung beginnen. Es wurden hierauf noch die eingelaufenen Glückwunschtelegramme verlesen; dieselben kamen vom elsaß- lothringischen UnterstützungS- verein, von den Vereinen in Mannheim und Hannover und von einem früheren Mitgliede in Paris. bekannt, daß das StiftunIfch �� l�Mch�nM�attfindtt� chndern am 14 April. Die Billets behalten ihre Gilttgkeit. Die nächste Versammlung wird bekannt gemacht. Die Mit- atteder werden ersucht, ihren Pflichten an den Zahlstellen, bei Herrn Sodtke, Ritterstt. 123, und bei Herrn Wolf, Ehausseestt. 73, nachzukommen. V-rein zur Wahrung der Interessen der Tischler� Versammlung am Sonnabenv, den 17. März. Abends 8 Uhr, Michaelkrchstr. 39. Tagesordnung: Wichtige Vereinsangelegen- Helten. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Billets zu dem am ersten Osterfeiertage in den Sälen Äeuthstr. 20— 21 stattfindenden Konzctt und Tanzkränzchen find in der Ver- sammlung sowie bei den Herren Lackur, Admiralstt. 26: Stier Adalbert, lr. 16 zu haben. _ Grtvkrankenliass� der Tischler und Giau-f-rte- Arbeiter S-r in«. Sonntag, den 18. März, Vormittags iO Uhr, im Berliner Handwerkerverein, Sovhienstraße 15, Mit- Zlssder-Versamm ung. Tagesordnung: Abänderung des§ 12 Alinea 2 des Statuts, dahin, daß die Bestimmungen über die 3 Tage Karenzzelt und die Feiertage darin abgeändert werden, tv�' mrl r v se lst, sein volles Krankengeld bekommt. Die Mitglieder werden ersucht, reckt pünktlich und zahlreich m erscheinen; namentlich die Herren Delegitten und VolstandSmit- gliedcr. Fachvereia der Metallarbeiter in Gas-, Walser- und Dampfarmaturen. Sonnabend, den 17. d. Mts. Abends 8� Uhr, bei Heidrick. Beuthstraße 22(Jndustrlegebäude), Aiitgliederversammlung. Vortrag des Herrn Gottfr. Schulz über:„Die Steigung der Metallpreise und deren Wirkung". Bericht der Vergnügunaskcmmisston. Verschiedenes und Frage- kästen. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Kranken- nnd Kegräbnißkasse de» Uereins fämmt- Ucher KernfskIaNen(C. H. U). Versammlung am Sonnabend, den 17. März, Abends 9 Uhr bei Bartel, Flottwell- stsaße S. Neue Mitglieder werden daselbst und beim Kassirer M. Zeisig, Teltowerstt. 45 Hl. aufgenommen. Gesang- Turn-«nd gesellige Vereine am Freitag. Kaiserlchcr Männergesangver in Abends 9 Uhr im Restaurant Vettin, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Pausebeutel" Aben s 8 Uhr im Restaurant Hensel, Älexandrinenstr. 16.-„Lieder- rafel der Maler Berlins" Abends 8 Uhr Kaiser- Franz-Grenadier- Platz 7, Restaurant Berg.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstr. 97.— Gesangverein„Flöter'sches Doppel-Quartett'Abends 9 Uhr imRestaurant Musehold, Landsbergcrstr. 31.— Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant Schmidt, Manteuffelstr.71.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpenicker- str. 127a im Restaurant Goellina.— Gesangverein„Lssian" Abends 9 Uhr Dcesdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche Sänger- Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Rieft, Weber- straße 17.— Berliner Turngenossenschaft(V. Männerabthei- lung) Abends 3'/, Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasserthorstr.31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männcrabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60 61.— Turnverein„Froh und (Männerabthcilung) Abends 8� llhr Bergstr. 57. rer Wissenschaftlicher Verein für Rollcr'sche Stenographie. Abends 8. Uhr im Restaurant Ziethen, Dorothcenstr. 31, Unterricht und Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stenographen- verein'V Abtheilung„Vorwärts", Abends 8j Uhr im Restaurant Koll, Marianncnplatz 11.— Arends'scher Stenographenverein „Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Sendelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbclin'scher Schüler" Abends 9 Uhr im Restaurant Krebs, Friedrichstr. 208.— Voigt'scher Dilettanten-Orchesterverein. Abends 8« Uhr Uebungsstunde im Re- staurant Lehmann, Älexandrinenstr. 32.— Zitherverein„Alpen- Veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt", Belle- alliancestrahe 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 Uhr im Hohenzollernaarten, Steglitzerstr. 27.— Rauchklub„Weichselblatt" Abends 3t Uhr im Restaurant Wasserthorstr. 10 11. Kleine Mittheilungen. Osterode, 14. März.(Kesselexplosion.) Hier ist gestern Nachmittag in der Thörm'schen Fabrik ein Dampfkessel explodirt, wobei ein junger Kohlenträger auf der Stelle g.tödtet, zwei Heizer arg verblüht und mehrere andere Personen lerchter ver- letzt wurden. Hagen, 12. März. Ein Hochwasser von solcher Ausdeh- nung, wie gestern und vorgestern, haben wir h er und in der ganzen Umgegend seit vielen Jahren nicht gehabt. Das an- dauernde Regenwetter der letzten Tage hatte ein plötzliches Schmelzen der auf den Bergen des Sauerlandcs lagernden ge- walligen Schneemasscn zur Folge, und die kleinsten Gebirgs- bächlein schwollen fast zu Strömen an. Die Ruhr, Lenne, Volme, Ennepe konnten die ihnen auf diese Weise zugeführten Wassermengen nicht fassen und traten über ihre Ufer. Das weite Thal der Ruhr bei Herdecke glich noch gestern, soweit das Auge reichte, einem einzigen großen See. In der Nähe von Volmerstein ragen die Anlagen des Barmer Wasserwerks wie ein Leuchtthurm aus brandendem Meer hervor. Schreckliche Verheerungen hat auch unsere Volme angerichtet, Dämme und Schleusen find durchbrochen, Brücken weggerissen, zahlreiche Ge- däude stehen unter Wasser, Hammerwerke und sonstige Fabriken mußten still gelegt werden. Das Vieh konnte stellenweise nur mit Mühe in Sicherheit gebracht werden, die Menschen flüchteten in die oberen Stockwerke. Von Unglücksfällen ver- lautet bisher nichts. Krstgheim, 12. März. Einen seltsamen Gefangenen be- herbergt seil einiger Zeit das hiesige Gerichtsgefängniß. Seit seiner Einlieferung liegt er mit geschlossenen Äugen auf seiner Prilsche und es ist bis jetzt noch nicht gelungen, ihm auch nur einen Laut zu entlocken. Gegen das Bespritzen mit eiskaltem Wasser zeigte er sich vollständig unempfindlich. Nahrung wollte er auch nicht zu stch nehmen, es wurde ihm deshalb solche mittelst eines Schlauches in den Magen beförden und diese Art der Fütterung scheint iam ziemlich unbehaglich zu sein, denn er läßt sich nun von der Frau Gerichtsdiencrin wie ein kleines Kind m.t dem Löffel aufpäppeln. Trotz seiner vielen schriftlichen Do- ku nente konnten seine Personalien nicht festgestellt werden. Wie«, 14. März.(Aus Angst vor oem Gesellenstück.) Die Angehörigen des Schneiderlehrlings Johann Forgasch hatten es bei dessen Lehrberrn erwirft, daß derselbe sich bereit erklätte, den Lehrling„freisprechen" zu lassen und auch die dafür ent- fallenden Taxen bei der Genossenschaft zu erlegen. Forgasch weigerte sich jedoch, das zur Beibringung des Befähigungs. Nachweises erforderliche Gesellenstück zu machen und erklärte, eher einen Selbstmord begehen zu wollen. Thatsächlich ent- fernte er sich darauf aus seinem Lehrorte, weshalb der desorgte Meister eine Anzeige erstattete. Tie Erhebungen der Polizei ergaben, daß Forgasch sich durch Laugeneffenz zu tödten versucht habe und nun schwer verletzt im Wiedener Kranken- Haus liege. Wien, 13. März.(Aufsindung eines verschollenen Lehr- lings.) Der vierzehnjährige Dreckslerlchrling Karl Maschek, beim Drechslermeister Franz Pozanil, Jnzersdorf, Triesterstraße Nr. 23 beschäftigt, war seit sechs Wochen von seiner Wohnung abgängig. Gestern Abends um 7 Uhr wurde die im genannten Hause de- sindliche Senkgrube geräumt und darin die Leiche des Ver- schollenen in vollständig verwesten. Zustande aufgefunden. Ob hier ein Verbrechen oder Unglücksfall vorliegt, konnte bisher nicht festgestellt werden. Wien, 13. März.(Achtundzwanzig Menschen ertrunken.) Aus St. Johann a. d. March, 12. d., wird dem„N. W. T." geschrieben: In dem von hier zwei Swnven entfemt gelegenen Städtchen Sassin ereignete sich gestern, Sonntag, ein fmchter- licher Unglücksfall, welchem achtundzwanzig Menschen zum Opfer sielen. Durch Sasstn fließt die Miava, ein stilles, kleines Flüßckcn. dessen Bett im Sommer sogar öfters trocken ist. Das schnelle Schmelzen deS Gebirgsschnees machte aber in den letzten vagen das sonn kleine Flüßchen zum reißenden Strome, dessen Rauschen weithin gehört wurde. Vi Viele Bewohner Sassins eilten auf die über die Miava führende Brücke, um die schwellende Dtiava zu betrachten und lehnten sich an das schon morsche Brückengeländer. Das Geländer gab plötzlich nach und stürzte in den rauschenden Strom und mit ihm die an dasselbe ge- lehnten Menschen, und zwar dreißig Erwachsene und zehn Kinder, von denen sich nur mit großer Mühe zwölf Erwachsene retten konnten, die andern aber spurlos in den Wellen ver- schwanden. Entsetzliches Geschrei verbreitete sich in Sassin, als die Kunde von dem Unglücksfalle am Marktplatze bekannt wurde und jeder lief herzu, um zu erfahren, ob nicht ein Anver- wandter mit verunglückt war. Bis heute konnten die Leichname der Ertrunkenen nicht aufgefunden werden. Viele Bewohner von Sasfin kamen bis zur March mit Kähnen gefahren, um vielleicht hier die Leichname der Verunglückten zu finden.— ükn anderer Seite wird berichtet: Die infolge des eingetretenen Thauwetters hoch angeschwollene Miava brachte gestern'Nach- mittags nne große Cisplatte, welche die bei der Brücke ange- stellten Wächter zertrümmern wollten, che sie die Brückenpfeiler anrennl und die Brücke vielleicht beschädigt. Auf der Brücke selbst standen etwa fünfzig Personen, welche, auf das Geländer gestützt, den Bemühungen der Wächter zusahen. Plötzlich brach das schwache Geländer und die auf ver Brücke stehenden Leute.. welche sich an dasselbe angelehnt hatten, fielen ins Wasser. Die- jenigen, welche schwimmen konnten, kanien ans Ufer, allein viele von ihnen, namentlich Kinder, die des Schwimmens unkundig waren, fanden ihren Tod in den Wellen. Zwei ausgediente Soldaten und zwei Fischer kamen den Ertrinkenden in einem Kahne zu Hilfe und es gelang ihnen auch, einige Menschen zu retten. Pest, 13. März.(Ueberschwemmung.) Aus Temesvar wird telegraphirt: Der heute Nacht eingetretene Landregen hat die Situation im höchsten Grade zu einer gefahrvollen gestaltet; da die untere(regulirte) Bega von der Roman- Szt.- Mihalyer Brücke bis hinab nach Titel eine feste Eisdecke trägt, hat das Wasser keinen Abfluß und thatsächlich ist die erste Ueberfluthung an der nichttegulirten oberen Bega erfolgt. Die Topoloveczer Brücke wurde fortgerissen; edendort überstieg die Hochfluth das Ufer und setzte die zweitausend Joch unter Wasser. Desgleichen ist die Bega bei Bukovecz ausgetreten und hat die Waldungen und den Hotter bei Szelistye überschwemmt. In Temesvar sind die tiefer gelegenen Theile der Vorstädte, Meierhöfe und Fabriken bedroht, wie dies im Vorjahre der Fall war. Durch die Ueberfluthung bei Bukovecz kommt das Wasser über die Felder zu den Meierhöfen, wo keine Schutzmaßregcln möglich sind. Soeben meldet man, das Flüßchen Behele sei am rechten Ufer ausgebrochen und habe den Jagdwald unter W-sscr gesetzt. Die öffentliche Arbeitskraft ist auf allen Linien thätig. Die Bega war Mittags um 3,43 Zentimeter höher als anläßlich der großen 1881er Katastrophe.— Trotz übermenschlicher Anstrengungen ist heute Mittags der Begadamm bei Nemet- Szcnt- Mihaly in einer Länge von zwölf Meter geborsten. Ferner ist der Bach Birda bei Csakova aus- getreten und hat tausend Joch überschwemmt. Weiter ist der Kövereskanal ausgetreten und hat viel Land überfluthet. Das ganze Bega- und Temesgebiet, die Umgebung der Temestna, Berzava und des Therefien-Kanals gleichen mit wenigen Unter- brechungen einem unabsehbaren Meere, da die Binnenwässer noch nie dagewesene Dimensionen aufweisen. Im Temeser Komitat allein stehen mehr als zehntausend Joch unter Wasser. Da abermals ein rapides Siemen der Bega gemeldet wird, dürfte die Linie Freidorf- Utvin-Szent-Mihaly im Laufe der Nacht arg gefährdet werden. Ucberdics wird auch durch die Torontaler Gewässer die Lage kritischer. Die Temcs, die alle Bega, die Berzava und der Therefienkanal steigen rapid. Soeben>'Nachts 10 Uhr) meldet man, daß der Damm des Theresienkanals bei Uermenyhaza durchgerissen sei. Die entsprechenden Schutzmaß- regeln werden gcttonen. Das enorme Anschwellen des Bega- kanals hatte die schon gemeldete Ueberschwemmung zahlreicher Gassen der Temcsvarer Vorstädte zur Folge. Besonders bedroht ist momentan die Josefstädter Svlritusrafsinerie, eines der be- deutcndsten Etablissements unserer Stadt. Hier wird Tag und Nacht mtt äußerster Anstrengung an der Erhöhung und Be- festiaung der Schutzdämme gearbeitet. Der Regen hat auf- gehört. Aopenhase», 13. März. Die Hamburger Post vom 10. d. ist mittelst Schlitten hier eingetroffen. Sämmtliche Bahnen sind unfahrbar, die Ueverfahrt über den Belt ist sehr schwielig. Pari», 12. März.(Vom Thurm gestürzt.) Ein Lumpen- sammler von St. Quen stürzte sich heute von einem der Thürme des Domes Notre-Dame herab. Pari», 12. März. Heber die bereits kurz gemeldete Ka- tastrophe, welcher gestern fünf Menschenleben zum Opfer sielen, wird der„Franks. Ztg." folgendes geschrieben:„Der Wein- Händler Busson, welcher in der Rue des dcux Ponts 22 ein billiges Hotel garni hält, hatte gegen Mittag bemerkt, daß einige Aborte seines Hauses oerstopft seien. Um die nöthige Reparatur vorzunehmen, begab er sich auf den Flur vor der Kellertreppe und hob den Stein auf, welcher die Senkgrube verdeckt. Er ließ auch eine Leiter herab, doch kaum hatte er die ersten Sprossen derselben überschritten, als er, von den infernalischen'Ammoniak- dämpfen betäubt, mit einen, Schrei in die Grube stürzte. Von dem Hilferuf herbeigezogen, versuchte nun der 19jährige Maurer- geselle Jules Pauffique dem Verschwundenen Rettung zu brin- gen, stieg ebenfalls die Leiter herab, verschwand aber wie jener in dem schrecklichen Dunkel. Der tödtliche Gestank, welcher der Oeffnung entströmte, führte alle Bewohner des Hauses an der Unglückssrätte zusammen, ebenso wie die Gäste des im Erdgeschoß befindlichen Weinschankes. Zwei der letz- teren, der 27jädrige Sidonnier und der 50jähriae Portier Godard, ließen sich nicht abschrecken durch das Schicksal, das Busson und Paukfique ereilt hatte; sie glaubten, ihnen noch das Leven retten zu können. Einer nach dem andern stieg hinunter, und keiner von beiden sah das Tageslicht wieder. Das alles war das Werk weniger Minuten. Nach Verlauf derselben traf die Löschmannschaft vom nächsten Posten mtt allen möglichen Rettungsinstrumenten ein. Korporal Toulon war der Erste, der das nun schon entsetzlich gewordene Wagstück unternahm und seinen Fuß auf die Leiter setzte. Er hatte verweigert, sich an- seilen zu lassen und ging in den sicheren Tod. Kaum war sein Kopf unter das'Niveau des Bodens getaucht, als man einen dumpfen Fall vernahm; auch dieser Tapfere war ein Opfer der Pflicht und Menschenliebe geworden. Noch drei Pompiers versuchten, ihrem Kollegen zu folgen. Sie wurden festgebunden hinabgeschickt, aber nach wenigen Sekunden schon spannte sich plötzlich das Seil und sie wurden wie ledlos herausgezogen. Erst nack 5 Stunden gelang es. die 5 Opfer wieder hervorzuziehen. Drei derselben hinterlassen eine brotlose Familie." Londo«, 12. März.(Schiffsunfälle.) Ueber den Schiffs- zusammcnstoß im englischen Kanal auf der Höhe von Tungeneß liegen weitere Berichte vor. Danach fand die Kollision während eines dichten Nebels statt zwischen der„City of Corinth", einem vollgetakelten Schiff, von Jquique nach Hamburg unterwegs, und der„Tasmania", einem Viermaster, von London nach San Franziska bestimmt. Die„City of Corinth", die durch den Anprall fast entzwei geschnitten wurde, sank sofort. Von ihrer 30 Köpfe starken Mannschaft bewirkten nur zwei, darunter ver erste Steuermann, ihre Rettung. Die meisten ertranken in den Kajüten oder wurden auf dem Verdeck durch �herabstürzende Sparren getödtet. Ein von Dover abgesandter Schleppdampfer fand an der Unglücksstätte nur die„Tasmania" vor. deren Kapitän weiter nichts wußte, als daß die„City of Corinth" untergegangen sei. Die Bugs der„Tasmania" waren schwer beschädigt. Beide Schiffe find aus Glasgow.— Bei Atherfield an der südwestlichen Küste der Insel Wight scheiterte am Sonnabend'Nachmittag das Segelschiff„Sirenia" aus Glasgow, mit Weizen von San Franziska nach Dünkirchen unterwegs. Das Rettungsboot von der Station Brixton fukr nach der Stätte des Schiffbruchs hinaus und nahm die Gattin, drei Kinder und das Dienstmädchen des Kapitäns, sowie einen Schiffsjungen auf und landete dieselben. Dann fuhr es zum zweiten Male zum Wrack und nahm unter großer Schwüriakeit und Gefahr 13 Mitglieder der Mannschaft auf. Auf der Rück- fahrt kenterte das Rettungsboot jedoch und alle Insassen wur- den in die Brandung�geschlcuvert, von denen fünf, darunter zwei Matrosen der„Sirenia", ertranken. Das Rettungsboot wagte sich später mit einer neuen Mannschaft zum dritten Male in die stürmische See und es gelang ihm, den Rest der schiff- brüchigen Rrannschaft aufzunehmen und glücklich zu landen. Fovdon, 11. März.(Unfälle zur See.) Unwett Wcymouth in der Grafschaft Dorf et scheiterte die eiserne Barke„Lanoma" mit Wolle und Häuten von London nach Tasmanien unterwegs. Ehe die Küstenwache den Raketenaxparat anwenden konnte, wurden zwölf Matrofen, die durch Ertrinken den Tod gefunden, ans Ufer geschleudert. Die übrige Mannschaft wurde gerettet. — Auf der Höhe von Dungeneß im Kanal kollidirten während des dichten Nebels zwei Segelschiffe. Eines sank sofort, der Verbleib des anderen Schiffes ist unbekannt und auch von den Mannschaften des gesunkenen Schiffes wurde bisher nichts ge- hört.— In Carthagena, Columbien, fand am Bord eines Fluß- dampfeis eine Kesselexplosion statt, wodurch vierzig Menschen tödtet wurden. Vew-Uork, 12. März. Durch einen heftigen Schnees ist hier und in der Umgegend der Verkehr fast ganz r brachen. Die Telegraphenleitungen sind vielfach zerstört Eisenbahnverbindungen unterbrochen, der Verkebr mir Was„. ton stockt schon seit Mitternacht.— Die Methodisten-Uni fität in Mitchell, Dakota, ist am 9. d. M. niedergebrannt. L> Feuer brach kurz vor Tagcsanbruch aus, während 40 Jnfofv im Schlafe lagen. Viele derselben sprangen aus den Fenst' wobei einer getödtet wurde und neun Verletzungen d trugen. Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegraphen-Bureau.) Stolp, Donnerstag, 15. März. Das Eisenbahn-Betriebsai« Stolp macht bekannt: Die Strecken'Neustettin RummelsbM Neustettin-Konitz und Schlave-Rügenwalde find wieder fabrdar Thorn, Donneritag, 15. März. Im diesseitigen Beri find die Strecken Thorn-Kornatowo, sowie Kulm-Kornato» wieder frei. Gesperrt sind noch die Sttecken Gablanoi»? Soldau, Garnsee-Lessen und Marienwerder-Marienburg. 2* Räumung dieser Strecken wird voraussichtlich bis morgen bc endet sein. Krombrrg, Donneritag, 15. März. Nach Mittheilung Mi königlichen Betriebsamt Bromberg ist die Sttecke Könitz W Tuchel wieder im Betriebe. Köln, Donnerstag, 15. März. Die Höhe des Rhei« pegelS beträgt 6,85 Meter, es ist Thau- und Regenwetter(' gerieten. Krefeld, Donnerstag, 15. März. Der Rheintrajekt(Znä Hausen-Welle der Strecke Cleve-Zevenaar ist wegen des W wassers gesperrt. Die Reisenden von und nach Holland mW die rechtsrheinische Bahnstrecke Köln-Oberhausen-Zevenaar od« die Strecke über Nymwegen benutzen. Pari», Donnerstag, 15. März. Das„Journal offiziell an veröffentlicht einen Bericht des Kriegsministers, in dem cri, r."m M1 schieden« Thatsachen aus dem früheren Verhalten des Gene» Boulanger registrirt werden. Danach sei Äoulanger drei Merscholle ohne Urlaub nach Paris gekommen. Der Bericht konstatirt M J.b 1 h o r Schwere solchen Mangels an Disziplin, namentlich wenn Die, 6 Schul« selbe von einem General ausginge, und beantragt, Boulanger''Ufdial Nicht-Aktioität zu versetzen. Der Bericht ist vom Präsident� gj � " Pari»! lor?mnioa 15. März. Der Devutirte Lague-t� Häni empfing heute folgende Depesche vom General Boulanger, 1"' im"' tirt Clermont-Ferrand 15. März Mittags: Ich kenne Fe» H�myter Text des offiziellen Berichtes, welcher mich angiht, nicht, kon» riwärts u aber heute schon sagen, daß ich nach Paris ging, um meine D»' W hochgeh« selbst krank zu Bette Jjegende Frau zu besuchen. Ter Krieg»' nun so minister kannte das Motiv, trotzdem schlug er mein Erlaubnis' ßjeiiin»�' WDWMMWWW 1 J täuschen lassen; es wird verstehen, daß man mich nicht wege»r nid gesuch ab, während andere Korps-Kommandanten ohne Erlaus Mü'." niß fortwährend nach Paris reisen. Das Land wird sich n«�)- 9 meiner Reise nach Paris absetzte, sondern einfach wegen böl Ahe sehr Resuttats der letzten Wahlen am 26. Februar, obwohl n>a»"oert! mir keinerlei Einmischung dabei beweisen konnte." Dag Jet London, Donnerstag, 15. März. Der Castle- Dam?�%„i.rr■ „Gaith Castle" ist heute auf der Ausreise von London oW übet Hai te des« ief« Na mußt gangen. (Nach Kchlaß der Kedaktion eingetroffen.), Altona, Tonnerstag, den 15. März. Dampfschifffahstl» Fredrihshavn- Gothenburg sowie Kiel-Korsör Eises halber ci»'„, gestellt. Direkte Expedition von Personen, Reisegepäck c» i- ttwar Gütern daher bis auf Weiteres ausgeschlossen. Der große 2� j auf d Oddcsund, Sallinzsund und Masnedsund-Oerehoved können«� L/oer, dc mit Eisbooten befahren werden. Postdampfer Warnemiriv wird Gjedser haben ebenfalls Fahrten eingestellt._. � bestet als Krombrrg, Donnerstag, 15. März. Von Eisenbahndirektion wird mitgctheilt: Die Eisenbahnsriccke P" Küstrin ist infolge der bereits gestern gemeldeten Beschädigung'""W, a«.' i einer Brücke durch Eisgang voraussichtlich auf längere Zeit �,«n' fahrbar. Reisende und Gepäck werden zur Zeit zwischen"*! L zui beiden genannten Stationen durch Landfubrwerk beiörtix W vet beiden �genannten Stationen durch Landfuhrwerk beför«� Durch Schneeverwehungen find zur Zeit nur noch die Siw, �»gen b Stolp-Stolpmünde, Janowiy-Exin, Koniy-Tuchel, Linden»? Jablonowo, Straßburg- Soldau, Praust- Karthaus, Bett? Schöncck, Güldcnboden-Mohrungen, Guttstadt-Kobbelbude& Mchlsack-Braur.berg gesperrt. i Frankfnrt a. ZA., Donnerstag, 15. März, Abends.■ Main hat auf der Frankfurter Seite die Wer leicht überschrsi?'. Die Mainhöhe ist von 3,52 auf 3,50 Meter zurückgegaiF vom Ober-Main wird langsames Fallen gemeldet. y Pari», Donnerstag, 15. März, Abends. Die„LiWh* erkennt an, daß General Boulanger Tadel verdiene und% die Maßregel der Regierung gegen denselben gerechtfertigt� meint aber, daß damit die Boulangerfrage nicht aus der f' geschafft sei und daß dieselbe noch zu Komplikationen führen Der„Temps" sagt, die Regierung habe sich durch ihr Borg1" gegen General Boulanger geehrt und befestigt. W ihr M CIN i..°a wund K jch auch R en, ob ganz dl Markthallen-Krricht von I. Kandmann, ilädt'i� Verkaufsvermittler. Berlin, den 15. März 1888. � Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste haltbare F;,, rahm- Tafelbutter(bekannte Marken) 105— 110 M., 2.% schmeckende Tafelbutter 95—103 M., 3. Tischbutter bo 95 M., 4. fehlerhafte Tischbutter 85-90 M.. 5. Koch-% Backbutter-- M. or. Kte. Auktion täolicb um 11 Backbuttcr-- M. pr. Ztr. Auktion täglich um Vormittags.„„m Eier 2,70— 3,10 M. netto ohne Abzug p. Schck., K"' — M. p. Schck. Käse. Jmportirter Emmcnthaler 84—67, JnlandiQ y ani Schweizer 35—50—65, Quadrat-Backstein 8— 12— 34,$ 1� ,1 das burger 20—26—32, Rheinischer Holländer Käse 58—60—%,%. � Fr zu pr. Ztr., Edamer 58—68, Harzer—3,00 M. pr." � � Mgenb Dtsche. Camembert— M. pr. Dtz. Neufchatel— 2®* '" Wild. Rehböcke 60-80-90 Pf., sehr geringe 40-60 � männlich Dammwild 35— 60 Pt., Rothwild, männlich«f. bis 50 Pf., Schwarzwild 35- 75 Pf.. Rennthier 60-7-) pr. Pfd., Kaninchen 50—70 Pf. per Stück. Fasanenhähne 2,75—4,50 M. pr. St., Schneehuhner � bis 1,10 M. pr. Stück, Schnepfen—, Birkhähne � 2,00, Wildenten 55-1,20 M. pro Stück. Wildauttion um 10 Ubr Voi mittags und 6 Uhr Nachmittags. Fleisch. Rindfleisch 28-38-53, Kalbfleisch 40-�,-. Hammel 32—40—50, Schweinefleisch 41—45 Pf. VF|.q P!- Schinken geräuchert mit Knochen 65—85, Speck ger 50 Obst und Gemüse. 5,00, Zwiebeln 14,00-22,00 Ä pro M Kilo, Blumenio�N» 35 M. pro 100 Kopf. Apfelsinen Jaffa yi> �eu ■»nn ja « mit wird, ,,'st es lchule u Sm, Rom« ®ebai V h Entd & 10—17, Valenzia 420er 15—26 M, Citronen 9,00 per Kiste. �ißss�A, Feldfrüchte in Wagenladungen, Kartoffeln, w � P Speisekartoffeln 40—50, Zwieb ln 140—220 M. prc � Hafer 105-130 M Erbsen 110-200 M.. FutterervsF y — M., Gerste 103—180 M., Richtstroh-- 30 —— M. v>- 1000 Kilo. Verantwortlicher Redakteur: K.«rovkrt« in Berlin. Druck und Verlag von Ulla» Kating in Berlin SW., Beuthstraße 2. der