Haltt' r tritt zfichtlich t sofort Schnee« nördlich Theiß chädigt. Gegen« auf der valtsam orresp." örinzen et Trn Zie Betreiben. tg des ist um re und troffen. lahmen aß die d ver- h. 67* Sonntag, fron 18* Mär? 1888 5* Jahrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berliner Volksblatt" «scheint täglich Morgens außer nach Sonn« und Festtagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei «i Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement * Marl. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jnsertio»»aebühr Erhöhung des Preises, angenommen. Arbeitsmarlt 10 Pf. Bei bis 4 Uhr Nachmittag» Annoncen-Bureaux. ohn« Redaktion: Kenthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. „ Der heutige« Unmmer liegt für unsere Abonnenten de«„Ko«ntag«»Klatt" bei. kriedensstimmen aus Kußtand. . Wenn man die Tischreden russischer Generale hört, so sollte man meinen, die ganze russische Nation stände auf »ein Sprung, einen Vorstoß nach dem„faulen Westen" zu dachen. Aber diese Generale repräsentiren weder die öffent- rfii Meinung, noch die Intelligenz Rußlands. Viele von Men haben ihre kriegerischen Lorbeeren im Kampfe mit 0% wilden Horden der asiatischen Steppen errungen und md dabei selber so verwildert, daß sie kaum als zivilisirte Europäer betrachtet werden können. Sie glauben, die Staaten und Menschen seien nur zum Kriegführen da, und wen von sich die etwas allzu hohe Meinung, in ihren Berthen Personen sei dus Heldenthum früherer Zeiten �oder erstanden. Wir wünschten nur, daß dieses traurige veldenthum immer in den Steppen Asiens beschäftigt bliebe r®' gar keine Gelegenheit hätte, sich um europäische An- »olegenheiten zu kümmern. . Aber es fehlt auch nunmehr in Rußland nicht an �uten, welche dem chauvinistischen Treiben energisch ent- feientreten und eine friedliche Politik fordern. In der rW, wer in Rußland von wahrem Patriotismus durch- fechgcn ist, der muß wünschen, daß man in Rußland alle wfte auf die Beseitigung des inneren Elends verwende w nicht die letzten Kräfte vergeude, um dem Ehrgeiz Odenteuerlustiger und beutegieriger Soldaten einen Kitzel zu �schaffen. Die russische Presse beginnt vielfach ihre I w!mme'm Interesse einer friedlichen äußeren Politik zu ' vjkon. Fast alle Blätter erklären, daß ein Krieg wegen Märiens unzeitgemäß und überflüssig sei. K o k o r e w, b,..5iavnter russischer Journalist, weist nach, wie Rußland w'■ seine Staatsschulden sich selbst gelähmt habe „/ sich noch mehr lähmen werde, wenn es eine friedliche äußere Politik einschlage. Die stwosti" stimmen dem bei. Rußland, heißt es in 1 osen Blättern, müsie sich zwar auf die Wahrung seiner �eren Interessen werfen und es habe zwanzig Jahre ®higer Arbeit nöthig, um seine auswärtigen Schulden 'Ojuschütteln. So lange möge man Bulgarien ®d den Berliner Vertrag vergessen! * Das sind in der That gute und wahrhaft patriotische Abschläge, die der russischen Regierung da gegeben werden. Regierung kann in der That gar keine Hoffnungen mehr feion, wenn sie sich nicht entschließen will, endlich an eine formarbeit zu gehen. Ein Krieg ist aussichtslos, 5® Rußland befindet sich, selbst wenn Frankreich die Thor- �gehen und sich mit ihm behufs einer gemeinsamen JeuMeton. ***4% MtxfcittaO Der Erbe. [65 (**4kn< Mrtatn.) Roman von Friedrich Gerstäcker. » Daß er den Rath Frühbach, wenn sie wirklich nichts »wirendes beim Schuhmacher Heßberger fanden, in die brachte, von dem Schuster wegen Ehrenkränkung und nachher auch vom Gericht verurtheilt zu wer- Jv wußte er recht gut' aber das machte ihm nicht die 5!#« Sorge. Frühbach selber hatte das mehr als durch sein Benehmen bei der Wittwe Müller ver- ik( und wie die Sachen gegenwärtig standen, ärgerte er ijeH er damals auf so albern gutmüthige Weise den k�ttler gespielt Wie aber das Alles wunderbar zu- Anhing! Der Major, welcher schon seit Jahrzehnten te* � Erbschaftssache bohrte und die lange Zeit daneben ©W hatte, schien jetzt doch die, wenn auch indirekte Ur- toJU sein, daß die Frau Baumann das Gestandmß ab- Oie ANgir I«. ö-f*" Bmm# war jedenfalls da, (3;-S» ob der nun Bruno oder die Nachfolge einer Tochter traurige Veränderung war aber heute in dem aasigen Hause vorgegangen! kriegerischen Aktion verständigen sollte, einer so gewaltigen und furchtbaren Koalition gegenüber, daß an einen Sieg gar nicht zu denken ist. Ein Krieg würde die Schulden- last Rußlands auf alle Fälle vermehren und feine Situation nur noch kritischer machen. Inzwischen sind aber auch wieder politische Ideen erschienen, die in Rußland zeitweilig ganz ab- handen gekommen zu sein scheinen. Die Entwerthung der russischen Papiere hat nicht nur das Ausland aufgeregt, welches diese Wische für gutes Geld sich angeschafft hat; die Finanzklemme hat auch in Rußland selbst die Geister in Bewegung gesetzt. Man spricht seit langer Zeit wieder ein- mal ernsthaft von der Nothwendigkeit eines russischen Parlaments. Was der Autokrat auf dem russischen Thron wohl zu dieser Forderung sagen wird? Sie wird ihm verwerflich, revolutionär gefährlich erscheinen. Allein er thäte in seinem eigenen Interesse gut, dieser Forderung nachzugeben, weil ein russisches Parlament vorläufig das einzige Mittel ist, etwas Ordnung in das ChaoS zu bringen, das die bisherige Regierung und Verwaltung in Rußland geschaffen hat. Man weiß ohnehin, daß ein großer Theil der russischen Revolutionäre, die man fälschlich als N i h i listen bezeichnet, sich mit der sehr positiven Forderung eines Parlaments begnügen. Als die Nihilisten, resp. der konstitutionelle Flügel der russischen Revolutionspartei, vor einigen Zahnn ihre Forderungen in einem Manifest an den Kaiser formulirten, verlangten sie einfach eine k o n st i- tuirende Nationalversammlung und freie Wahl derselben. Alan würdigte diese Forderung damals keiner Antwort, obwohl sie eigentlich nichts Anderes ver- langte, als daS Mittel, Rußland zu einem europäischen Staate zu machen. Wenn heute die Forderung eines russi- schen Parlaments wieder auftaucht, so beiveist vaS nur, wie tief dieser Gedanke eingedrungen ist. Bei seiner Durchfüh- rung könnten Alle nur gewinnen und ganz Europa müßte ein russisches Parlament freudig begrüßen, die Inhaber russischer Papiere nicht am wenigsten. Rußland würde sicherlich von Europa viel größere Aner- kennung erfahren als bisher; und mit Recht, denn die Ein« setzung eines Parlaments wäre eine Bürgschaft für eine gesündere innere Entwicklung deS Zarenreichs und an einer solchen hat allerdings Europa daS höchste Interesse. Der Widerstand der russischen Bureaukratie gegen ein Parlament wird indessen nicht minder hartnäckig sein als der deS ZarenthumS. Die Herren, welche gegen- wärtig den Rahm in Rußland abschöpfen, wollen sich nicht gern in die Töpfe sehen lassen. Und daS müßte ein Par« lament zweifelsohne thun. Die russische Presse erhebt sich theilweise zu kühnen und weitreichenden Ideen. Ein Blatt giebt dem Fürsten BiS- Als Baumann seine Frau vermißte, lief er, mit der Todesangst im Herzen, sie könne sich in der Auftegung ein Leid anthun, so rasch ihn seine Füße trugen, nach dem Fluß hinunter und ftagte dort hin und her, ob niemand ihr begegnet sei oder sie gesehen habe. Umsonst— dortbin konnte sie auch nicht gewandert sein, denn an der Brücke wurde gearbeitet; eine Menge Menschen gingen dort ab und zu, und unbemerkt wäre sie keinesfalls vorüber gekommen. Aber wo war sie sonst? Karl mit den Uebrigen sollte die Stadt absuchen, vielleicht begegnete er ihr, und Baumann machte sich indessen fortwährend die bittersten Vorwürfe, daß er sie in dem Zustand allein gelassen habe. Was wußte der derbe Schlossermeister aber auch von Ohnmächten und deren Folgen! Die waren in seiner Familie nie heimisch gewesen und er kannte sie kaum dem Namen nach. Als er aber wieder nach Hause kam und Niemand dort etwas von ihr wußte, als selbst Karl endlich heim- kehrte, ohne auch nur eine Spur von ihr gefunden zu haben, überlief es ihn ordentlich siedendheiß, und er wollte eben wieder fort, und jetzt zwar direkt auf die Polizei, um dort die Anzeige zu machen und um Hilfe zu bitten, als feine Katbrine plötzlich in die Thür der Werkstätte trat und erstaunt die Verwirrung betrachtete, die in dem Raum herrschte. „Kathrins, um Himmels willen, wo bist Du gewesen, Frau?" rief ihr der alte Meister in Jubel und Angst zu- gleich entgegen.„Wie haben wir uns um Dich gesorgt und in der ganzen Stadt nach Dir gesucht!" „Nach mir?" „Nun versteht sich; Du warst ja auf einmal wie von der Erde verschwunden und kein Mensch wollte Dich gesehen haben. Wo warst Du denn?" „Meine Elise, mem kleines, liebes Herz!" rief die Mutter, als das Kind, welches ihre Stimme gehört hatte, jauchzend aus dem Zimmer heraus und auf sie zu flog. Sie kauerte sich neben ihm am Boden nieder und küßte ihm wieder und tvieder das lockige Haupt.—„Wo ich war, Vater?" marck den Rath, seine politische Lausbahn mit der Ein* berufung eines europäisckenKongresseSzu schließen, welcher den europäischen Frieoen aufökonomischerGrund- läge so viel als möglich sichern soll. Das würde nicht mehr und nicht weniger heißen, als daß die europäischen Staaten end- lich daran gehen sollten, sich über ihre wirthschaftlichen In- teressen mit einander zu verständigen und ihre Beziehungen Handels- und wirthschaftspolitisch möglichst befriedigend zu gestalten. Wären die gegenwärtigen Beziehungen nach dieser Richtung hin geregelt, so würde sich daraus von selbst ein Zustand ergeben, welcher die Kriege fast ganz beseitigen und für keinen der betheiligten Staaten mehr wünschenS- werth machen würde. So meint ein russisches Blatt. Der Gedanke ist groß und zeigt einen Weg, welcher aus der Oede des immer bewaffneten Friedens zu einer Abrüstung führen könnte. Er ist zwar auch nicht neu, aber gewissermaßen tröstlich ist die Thatsache, daß er heute aus russischem Munde kommt. Er ist auch viel tröstlicher als die Auffassung des Grafen M o l t k e, welcher meint, daß die großen Rüstungen zu großen Entscheidungen drängen. Allerdings sollte man meinen, die europäische Presse und noch mehr die europäischen Staatsmänner sollten den Russen in solchen Dingen nicht den Vortritt lassen. Leider ist es aber so. Griginak-Korresponämzen. Mtünche«, 15. März. Die„neue Aera" wird hier mit einer Reihe von Maßregelungen, welche sich gegen bekannte Sozialdemokraten richten, eingeleitet. Am schwersten haben die- selben einen seit 13 Jahren hier wohnenden Schweizer getroffen, welcher bei den letzten Haussuchungen ebenfalls bedacht wurde und der, da man eine Anzahl älterer Nummern des„Sozial- demokrat" bei ihm fand, des Landes verwiesen wurde. Der von dieser schweren Maßregel Betroffene ist ikylograph und da er in seinem Heimatbslande Beschäftigung in seinem Berufe nicht findet, so ist die Maßregelung für ihn so ziemlich gleichbedeutend mit seinem vollständigen wirthschaft-- tichen Ruin. Der so schwer Äemaßregelte stand sowohl der sozialdemokratischen Agitation als auch sonst der Arbeiter- bewegung durchaus ferne. Sein Unglück war nur, daß er im Laufe des letzten Sommers mit einem sich als Sozialdemokrat gerirenden Herrn, der sich aber seitdem als einer von den de« kannten„Nicht-Gentlemännern" entpuppt hat, nach einem de- nachbarten Orte zum Baden fuhr und bei der Gelegenheit erzählte, daß er bis zum Schlüsse des Jahres 1886 auch den »Sozialdemokrat" gelesen habe. Der Komplize der Haupt und Schröder pumpte dann den jetzt Ausgewiesenen noch an und ging dann hin und denunzirte ihn. Für nichtdeutsche Aus» länder— bei uns in Bayern giebt es auch deutsche Ausländer — mag dieser Vorgang zur Warnung dienen, sich ihre Gesell- „Ja, Mutter, Du hast uns große Sorge gemacht. Als ich mit dem Arzt kam, warst Du fort." „Mit dem Arzt?" „Nun natürlich— Du lagst ja wie todt, und ich wußte mir nicht zu helfen." „Guter Gottfried," sagte die Frau weich,„so viel Angst hast Du meinetwegen ausgestanden, und ich..." „Aber wo bist Du nur gewesen, daß Dir Niemand von uns begegnet ist?" „Komm mit hinein in die Stube, Gottfried, Du sollst alles wissen, ich habe Dir viel, sehr viel zu sagen; aber niemand weiter darf eS hören, als Du..." „Ich begreife Dich gar nicht," sagte der Mann köpf- schüttelnd,„seit ein paar Tagen bist Du ganz wie verwan- delt." Die Frau antwortete ihm nicht darauf. „Weshalb ist die Elfe nicht in der Schule?" „Aber wir haben ja heute Mittwoch, Mama," lachte das Kind, das sich rasch wieder beruhigt hatte;„weißt Du denn daS nicht?" „Ja so, Du hast Recht; nun gut, Else, dann geh' einen Augenblick in das Gärtchen, Kind, und sieh zu, ob Du für Mutter noch ein Veilchen finden kannst. Du darfst auch in dem Sande spielen, den der Mann gestern gebracht hat, und baue Dir wieder solch' einen kleinen Hof darin. wie gestern Abend." „Ei, das ist prächtig!" rief die Kleine jubelnd aus und sprang hinaus, um von der willkommenen Erlaubniß Ge- brauch zu machen. Baumann aber betrachtete indessen kopfschüttelnd seine Frau, denn so ernst und feierlich war sie ihm noch nie in seinem Leben vorgekommen. Es mußte etwas ganz Unge- wöhnlicheS fein, das sie so ergriffen hatte. Aber die Frau ließ ihn auch nicht lange mehr auf die Erklärung ihres sonderbaren Wesens warten. Sie folgte dem Kinde mit den Augen, so lange sie es sehen konnte; kaum aber war es durch die in den Hof führende Thür ver» schwunden, als sie den Mann an der Hand faßte und mit sich in das kleine Zimmer neben der Werkstätt führte. Dort schüttete sie ihm ihr ganzes Herz aus; dort sagte sie ihm alles, alles, was sie dem Staatsanwalt gebeichtet, sckiaft recht genau anzusehen und etwa in ihrem Besitz befind- liche verbotene Literatur in Sicherheit zu bringen. Der aus- gewiesene Schweizer sollte bereils vorige Woche am Sonnabend Bayern verlassen, doch wurde ihm Aufschub bis zu diesem Sonn- abend zur Regelung seiner Familienangelegenheiten gewährt. Die Verwendung angesehener Bürger sowie bedeutender Künstler für den Ausgewiesenen blieb erfolglos. Heute früh war die Polizei wieder auf der Suche. Unter anderem stellte sie sich auch bei dem jetzt hier lebenden früheren Reichstagsabgeordneten Auer ein. Da sich die wahr- schcinlich gesuchte Geheimbundskorrcspondcnz nicht fand, so nah- aren die Beamten die gesammte Familien< Korrespondenz, dar- unter sogar auch die Briefe, welche Auer aus dem Landes- «efängniß Zwickau während seiner neunmonatlichen Haft an seine Frau schrieb, sowie auch die, welche er von ihr erhalten hatte, mit sich. Da die Durchsuchung der Bibliothek den Be- amten zu weitschweifig war, so nahmen sie außer den Klassikern, den eingebundenen Reichstagsakten und dem Konvenations- Icxikon alles mit, wasan gebundenen und un- gebundenen Büchern und Broschüren vorhan- den war. Natürlich ergab so die Haussuchung eine ganz respektable Wagenladung. Auer hat schon so manche Haus» sirchung hinter sich, aber die Familienbriefe zwischen Mann und Frau, Geschwistem, Eltern und Kindern wurden bei ihm selbst in Berlin während der Attentatsperiode 1878 geschont. Daß selbst solche Korrespondenzen vor der polizeilichen— nicht etwa richterlichen— Einsichtnahme nicht mehr sicher find, zeigt, welche Fortschritte zur Polizeiallmacht wir seit 1878 ge- inacht haben. Die hiesigen Schornsteinfeger hatten sich gegen die ihnen durch die Vermehrung der Kehrbezirke drohende Geldeinbuße lbeschwerdeführend an den Magistrat gewendet. Derselbe hat aber das Schriftstück vernünftigerweise zu den Atten gelegt. Fn Sachen unserer Sttaßcnreinigung haben jetzt die städtischen Kollegien beschlossen, eine Deputation in die Fremde zu schicken, die sich umsihen soll, wie man es in anderen Städten fertig I Schmutze rein zu halten. Em Viertel- dutzend Stadtväter wird sich also zum Frühjahr das Vergnügen bringt, die Straßen vom inachen und eine Anzahl europäischer Städte auf Kosten unseres Stadtsäckels bereisen. Mittlerweile thut man hier gut, sich mit Wasserstiefeln zu versehen, um durch die Zoll tiefen Wasser- und Kothpfützen ungeschoren hindurch zu kommen, die auf unseren Straßen und Plätzen jetzt stehen bleiben, bis die liebe Sonne und der warme Wind sie aufgetrocknet haben. In Würzburg wird das Wahllustspiel weiter aufgeführt. Zwar ist jetzt ein ultramontaner Wahlmann gestorben und die Liberalen haben sonach die Majorität. Jetzt aber erklären die schwarzen Wahlmänncr, streiken zu wollen und da V» der Wahl- rnänner an der Wahl theilnebmen müssen, so werden die Würz- burger für die laufende Legislaturperiode es wohl zu keinem Abgeordneten bringen Die ganze Jämmerlichkeit unseres Wahlsystems kann wohl nicht drastischer beleuchtet werden, als es dieser Vorgang thut; trotzdem hat der von dem Abaeord- ireten Evora gestellte Antrag auf Aenderung unseres Wahl- gesetzes und Einführung allgemeiner, gleicher und direkter Wahlen nicht die leiseste Ausficht auf Annahme. Sowohl die Ultra- montanen als noch viel niehr die Liberalen haben eine förmliche Angst davor, daß ein Arbcitervertreter in den Landtag kommt. Wird doch selbst der Volksparteiler Evora von einem großen Theil der Abgeordneten förmlich wie ein Aussätziger gemieden und ist doch die ganze Meute von rechts und links stets bereit, über den einzelnen Mann herzufallen, sobald derselbe in irgend «iner Angelegenheit sich äußert. Die ganze spießbürgerliche Be- schränktheit, Kactthurmcbormrlheit und der Klassenegoismus zeigen sich in unseren Landtagen, denn so wie es bei uns in Bayern ist, ist es in den übrigen Kleinstaaten auch. Der Reichstag läßt wahrlich auch manches zu wünschen übrig, aber verglichen mit den Landtagen zeigt sich die auf Grund des all- gemeinen Wahlrechts erwählte Körperschaft in Bezug auf In- telligcnz. Wissen und Noblesse doch tausend Mal erhaben über den Produkten der Klassen- und Wahlmännerwahlen. Das„Bamberoer Journal", ein kleines demokratisches Lokalblatt, hat aus Anlaß des Todesfalles im kaiserlichen Hause Artikel gebracht, die die Entrüstung der reichstteuen Kreise her- vorriefen. Da nun ein allgemeiner Boykott gegen das Blatt in Szene gesetzt werden sollte, so erklärt der Verleger, daß er vom 31. Äcuz ab das Blatt eingehen lassen werde. Es ist das auch ein Frühlingszeichen. Politische Jleverstcht. Der Reichstag ist für Montag Nachmittag;3 Uhr zu einer Sitzung einberufen, um eine kaiserliche Botschaft entgegen zu nebmen. Nothstand im siichstfche« Erzgebirge. Ueber das Jnduslnedorf Krumhermersdori verbreitet sich ein Bericht des Amtshauptmanns eins preußische übersetzt: Landsraths) v. Gehe. Es heißt darin:„Der Ott umfaßt 2400 Einwohner, die poltti- sche Gemeinde hat 63 000 M. Schulden. Außer 52 Gütern giebt es fast nur Strumpfwirkerhäuscr. Ein Strumpfwirker verdient auf einem Handsiuhl(mit einer Strumpflängc) in einer nur noch ausführlicher, noch klarer, noch mehr auf ihre eigenen Gefühle eingehend, aber nichts verschweigend oder mildernd, ganz so, wie sie das Gewicht ihres Vergehens die langen Jahre niedergedrückt. Dort hing sie schluchzend an seinem Halse, dort lag sie vor ihm auf den Knieen und preßte ihr Haupt an seine Brust. Und Baumann saß vor ihr, bleich und starr, als ob er aus Stein gehauen wäre, beide Hände fest geballt auf die Lehne des Stuhles, und nur daS Zucken in seinem Antlitz, die kalten Schweißtropfen auf serner Stirn zeugten davon, daß er lebe. Er erwiderte ihr kein Wott, keine Lieb- kosung; er richtete keine Frage an sie, beantwottete keine. Wie in einem Starrkrampf hielt ihn daS Furchtbare, daS er eben vernommen, gefangen, und als die Frau end- lich still weinend aus dem Zimmer schlich, folgte er ihr nicht einmal mit dem Blick, sondern hielt das Aueze fest und unbeweglich, wie er die ganze Zeit gesessen, auf die Stuben- ecke geheftet. So fand ihn Witte, als er fast zwei Stunden später das Haus betrat, nach dem Meister fragte und in die Stube gewiesen wurde; und er allein konnte sich denken, was vorgegangen war, was den sonst so starken, ener- gischen Mann so vollständig gebrochen, so vernichtet haben mochte. �,, „Baumann," sagte deshalb der Staatsanwalt fteund- lich, indem er die Thür wieder hinter sich zudrückte, dann auf ihn zuging und ihm die Hand auf die Schulter legte.„Zhre Frau war heute bei mir und hat mir Alles gestanden z ich begreife, daß Sie die Nachricht erschüttern mußte— «s ist schlimm, aber doch nicht so schlimm, um gleich zu verzweifeln. Es kann noch alles gut werden— die Sache ist in redlichen Händen; was ich für Sie thun kann, soll geschehen. Sie dürfen sich darauf verlassen." Der Mann avtwortete ihm nicht, regte sich nicht oder «ab auch nur das geringste Zeichen, daß er gehört hätte, es habe jemand mit ihm gesprochen oder sei zemand der ihm Witte betrachtete ihn kopfschüttelnd. Er hatte eS nicht für möglich gehalten, daß der rauhe Handwerker so furchtbar von der Entdeckung ergriffen werden konnte, und doch saß er jetzt vor ihm wie ein Bild des starren, unbe- Woche 2—3 M, auf einem eisernen(mit mehreren Strumpf- längen, der aber auch 1000 M. kostet) 8—9 M. In einer Struinpfwirkerfamllie muß alles, was nur halbwegs arbeiten kann, mit zuareifen, um das tägliche Brot zu verdienen. Nun ist aber eine Arbeitslosigkeit eingetreten, infolge deren ein großer Therl Einwohner gar nichts und der andere nur sehr wenig verdient. Es hat sich deshalb eine Unterstützung von 600 Personen nöthig gemacht, darunter 166 Famllienväter und 4 ardeits- unfähige und kränkliche ledige Personen. Es wurde seitens des Amtshauptmanns eine Suppenanstalt errichtet auf Rechnung des Bezirksvcrbandes. Dieselbe kostet wöchentlich etwa 270 M., welche Summe auch vom Bezirksausschuß genehmigt worden ist. Von verschiedenen Seiten wurde nun auch geltend gemacht, daß die Strumpfwirker doch ein anderes Handwerk erlernen könnten, da es ja namentlich auch an landwitthschaftlichcn Arbeiten! jetzt mangele. Dem wurde entgegengehalten, daß die Betroffenen solchen Arbeiten nicht gewachsen seien, da sie nicht daran gewöhnt und deshalb zu schwach dazu seien. Ferner wurde betont, daß sich doch Pttvatindustne dorthin wenden möge. Doch wer sollte dies thun? Von der Firma König u. Rcbcntisch in Eppendorf(Spielwaarenfabrik) ist zwar kein ablehnender Bescheid zugegangen, eine Familie nach Krum- Hermersdorf zu verlegen, doch bis zur Verwirklichung dessen hat es wohl noch lange Zeit. Ter Herr Krcishauplmann v. Hausen legte dar, daß der Staat in diesem Punkte nicht eingreifen werde, weil er bei ähnlichen Nothsländen habe schlimme Erfahrungen machen müssen, wie z. B. im Mülsener Grunde mit der Weber- industtte. Als dort Arbeitslosigkeit eintrat, ließ es sich der Staat Geld kosten, die Korbmacherei heimisch zu machen. Als aber die Weberei wieder besser ging, wandte sich die Bevölke- rung derselben wieder zu, da sie von Jugend auf daran gewöhnt war. Es ist ein altes Herkommen, daß in solchen Gegenden stets der Sohn das Handwerk des Vaters erlernt. Es besteht deshalb eine Stiftung, die jene Söhne unterstützt, welche nicht das Handwerk ihres Vaters erlernen. Frhr. v. Hausen machte dann die Mitthcilung, daß er zur Steuerung der allgemeinen Nothlage 600 M. aus einer ihm unterstellten Kasse bettragen werde, d. h. nicht in baar, sondern bestehend in heizungsmatettal und Saatkartoffeln. Weiter beschloß die Bezirksversammtung, aus dem Bezirksvermögen 2000 M. beizusteuern, welche Ver- Wendung finden sollen in den Suppenanstaltcn zu Suppen- pottionen(bestehend in je ein halb Liter Suppe und einem Pfund Brot)." Zu diesem Bettcht, der keines Kommentars bedarf, wird uns mitgethcilt: Leider sind die Zustände in Krumhermersdorf an sich keines- wcgs ausnahmsweise ungünstig. Wenn wir von der Verschul- dung der Gemeinde absehen, so lassen sich viele Ortschaften namhaft machen, in denen es den Arbeitern um kein Haar breit bener acht. Ein Wochenlohn von 2—3 M. ist im Erzgebirge und Vogtland durchaus nicht besonders niedrig— in der Strumpfwirkerei und in anderen Branchen gilt ein höherer Lohn schon für gut. Und daß bei solchem Lohn alle Familien- glieder, auch die Kinder bis zu 4 und 5 Jahren(wie Schreiber dieses selbst mehr als einmal beobachtet hat), mitarbeiten müssen, das liegt eben in der Natur der Dinge. Die scheußlichste Ausbeutung der Kinder— weit scheußlicher als es in den Fabriken möglich— kommt in dieser„pattiarcha- lischen" Hausindusttte vor, und das scheußlichste dabei ist, daß die Eltern selbst, um nicht zu verhungern, ihre Kinder dem Moloch opfern müssen. Wer von diesen Zuständen nur die blasseste Ahnung hat, der muß auch einsehen, wie nothwendig es ist, die Fabrikgesetzgebung auf die Hausindustrie anzuwenden. Schutz der Kinderarbeit, wenn die Hausindustrie ausgenommen bliebe, das wäre der reine Hohn. Freilich. die Hausindustrie würde dann schwerlich fottbcitehen können, allein das wäre auch kein Sckade. Im Gegentheil, je rascher diese Zwitterformen des Kapitalismus verschwinden, desto besser für unsere soziale Entwickelung.— Ueber den Auoliefer«ngs»-rkehr verbreitet sich der mcbrerwäbnte Bericht des Justizministcrs und macht auf den Zusammenhang aufmerksam, der bezüglich desselben mit dem Rechtshilfeverkehr besteht. Anträge auf Auslieferung stratrecht- lich verfolgter Personen seitens Preußens kommen in Frage, wenn die verfolgte Person sich nach einem außerhalb des Reichs- gebicts befindlichen Otte geflüchtet hat; wenn sich der Verfolgte zwar außerhalb Preußens, aber doch in einem zum Reich ge- Höngen deutschen Staate befindet, so sind nach der Strafprozeß« ordnung die preußischen Behörden befugt, bei der Behörde des Wohnotts unmittelbar die Festnahme und Ablieferung an das zuständige Gericht zu beantragen. Mit den meisten europäischen und mit mehreren überseeischen Staaten find seitens Preußens, dezw. des Reiches, Vereinbamngcn über die Voraussetzungen getroffen, unter welchen die Auslieferung bewilligt werden soll. Diese Vctträge stimmen meist darin überein, daß die Auslieferung auf Grund des im Jnlande erlassenen Haftbefehls oder Strafuttheils erfolgen soll, obne daß die Regierung des Zu- flucht- staatS die gegen die verfolgte Person vorliegenden Ver- dachtsgründe oder Beweise einer Nachprüfung unterzieht. Ad- weichend ist das Verfahren nur im Verkehr mit Großbtttannien und mit den Vereinigten Staaten von Amerika, mit Rücksicht weglrchen Schmerzes, regungslos, nur mit schwer athmender Brust und zuckenden Lippen. „Baumann," begann Witte von neuem mit freundlicher Stimme,„nehmen Sie sich die Sache nicht so zu Herzen. Ihre Frau hat gefehlt, ja, aber sie hat es auS freilich verkehrter Liebe zu ihrem Kind, und dann auch noch mehr überredet, als aus freiem Willen gethan. Jenes nichts- nutzige Geschöpf, die Heßberger, hat sie dazu gettteben. Und bedenken Sie, was sie die langen Jahre dafür an Angst und Reue über das Geschehene ausgestanden! Es liegt ja auch vielleicht den Gesetzen gegenüber noch nicht einmal ein Verbrechen vor, da sie es selber eingestanden, ehe ihr eigener Sohn den Nutzen der Täuschung ernten konnte. Wer weiß, ob ihr nur irgend eine Strafe auf- erlegt wird, wenn wir den Beweis führen können, daß sie in ihrem damaligen Zustande wohl mehr gezwungen, als aus fteiem, selbstständigem Willen die Hand zu der Täuschung geboten hat. Wenn wir der Sache auf den Grund sehen, finden wir vielleicht noch manches, das die That nicht so schwarz erscheinen läßt, als sie Ihnen vielleicht im ersten Augenblicke vorkam." Baumann rübtte sich nicht. Wie er bisher gesessen saß er noch, und ebenso starr hing sein Blick an der Stubenecke, als vorher. Der Staatsanwalt kam wirklich in Verlegenheit, denn er war nicht einmal fest überzeugt daß der Schlossermeister nur gehört, was er zu ihm gesagt. „Lieber Baumann," bat er endlich,„hören Sie mich nicht? Ich bin hierher gekommen, um Sie zu beruhigen- Sie sollen wissen, daß Sie noch einen Freund in der Stadt haben." Dem alten Schlossermeister tropften die großen, schweren Thränen aus den Äugen, und als Witte jetzt seine Hand faßte, fühlte er den kräftigen Druck des Mannes. „Was muß die Welt von mir denken," hauchte er end- lich mit vollkommen lautloser Stimme,„was muß die Welt von mir denken! Und wenn sie mich ins Zuchthaus flecken Hab' ich es nicht verdient?" � 1' „Aber lieber, bester Baumann." rief der Staats- anmalt, froh, nur erst einmal ein Lebenszeichen von ihm auf die in jenen Staaten in Geltung befindliche Gesetzgebung geregelt. Die bestehenden Verträge haben sich, wie der Justiz- minister erklärt, im allgemeinen in der Praxis bcwähtt und es er- möglicht, daß im Laufe der Jabre eine große Anzahl von Perlonen, welche sich der strafrechtlichen Verfolgung durch die Flucht ent- ziehen zu können hofften, zur Verantwottung gezogen werden konnten. Die sttalbaren Handlungen, auf welche sich Vertrags- mäßig die Auslieferungspflicht bezieht, umfassen regelmäßig nur die schwereren Vergehen und Verbrechen, eine Beschränkung, welche sich in der Praxis auch als wesentlich ausreichend er- wiesen hat. Auch solche Staaten, mit denen bezügliche Verein- barungcn nicht bestehen, haben bisher, wenn ihnen Gegenseitig- kcit zugesichert wurde und ihre heimische Gesetzgebung kein Hinderniß hat, meist keinen Anstand genommen, die Ausliefe- rung von Personen, die von diesseitigen Gerichten verfolgt wurden, zu bewilligen. Was das Verfahren bei der Auslieferung anbetrifft, so find die Anflüge regelmäßig auf diplomatische» Wege von der Zentralinstanz bei der fremden Regierung z» stellen; nur im Verkehr mir Oestcrreich Ungarn stellen die beider- fettigen Provinzial- und Lokalbehörden die befleffenden Auflägt dirett bei der zuständigen Behörde des Zufluchtsstaates; übel die Bewilligung der Auslieferung hat indessen stets nur die Zcnflalinstanz zu entscheiden, an welche settens der nachgcord- neten Behörden dieserhalb zu berichten ist. Die königlich unga- nschen Behörden pflegen, wie die Ersuchen um Rechtshilfe, st auch die Anträge auf Auslieferung, auf diplomatischem Wege zu stellen. Im Jahre 1886 hat die Zahl der vom Auswättige» Amt bei fremden Regierungen gestellten Anträge auf AuS- lieferung in Preußen sflasrechtlich verfolgter Personen 78 betragen; in 61 Fällen ist die Auslieferung thatsächlich erfolgt, in den meisten der üdttgen Fälle waren die verfolgten Personen in dem Lande der ersuchten Regierung nicht zu er- Mitteln. Zur Nerkiindignng der Gefetze. Offiziös wird ge- schrieben: Mehrere Zeitungen deschäfiigen sich mit der El- ötterung, in welcher Form die vor dem Thronwechsel de» Reickstag vorgelegten und von diesem beschlossenen Gesetze i» Rerchsgesetzblatt zu verkündigen seien. Es ist schwer verständlich, wie sich au diese äußerliche Frage, welche überdies in der Reichs- Verfassung klar entschieden ist, ein juttstischcs Spinngewebe an- heften konnte. Der Inhalt der Gesetze wird nach Art. 5 der Reichsverfassung durch übereinstimmende Beschlüsse des Bundes- raths und des Reichstags festgestellt, während die Äusfettigung und Verkündigung der Reichsgesetze nach Att. 17 ein ausschließliches Attribut des Kaisers ist. Aus der Kontinuität der Kaiser- würde folgt aber mit Nothwendigkeit, daß die Ermächtigung zur Äusfettigung und Verkündigung der von den gesetzgebenden Faktoren des Reichs beschlossenen Gesetze auf den Regieruims- Nachfolger übergegangen ist und daher die Vollziehung der Ge- setzesvorlagen, welchen der Reichstag zugestimmt hat, Sr. Mo- jestät dem Kaiser Fricdttch zusteht und dieselben unter dessen Namen zu verkündigen sind, wenngleich bei der Vorlegung die Voraussetzung bestand, daß die Gesetze von Sr. Majestät de» hochseligen Kaiser zu vollziehen sein würden und daher die Ein- gangswotte die Fassung„Wir Wilhelm von Gottes Gnaden u. s. w." erhalten hatten. Daß sich mrt der Allerhöchsten Namens Unterschrift auch diese Verweisung auf dieselbe ändert, ist so selbstverständlich, daß es nicht hervorgehoben zu werde« brauchte, wenn es nicht in Zweifel gezogen worden wäre. Eine Geldstrafe von 300 Mark drohte dem„Kurytt f ozn." zufolge die Posencr Polizei einem Bürger an, welcher inver unentgeltlich polnisch schreiben und lesen lebrt. Acbn- liches soll auch in der Provinz geschehen sein. Dieses Pos- gehen wäre ganz unerhött und ebenso ungesetzlich.% wollen hoffen» daß sich die Meldung des„Kuryer Pozn." nic» bestätigt., Au« Wrstpreutzrn, 14. März. Unsere Provinz ltelll trotz ihrer dünnen Bevölkerung noch immer den größten v10' zentsatz der nach Amerika Auswandernden. Noch bedeckt Schnee die Felder und schon rüsten sich viele, meist pol"'' Familien zur Auswanderung nach Nordamerika. Die an dieser bedauerlichen Tbalsache wird zumeist den ausländ:!� Damp-schifffahtts- Gesellschaften beigemessen, welche mit ihssj Prospekten, die Anpreisungen und Verlockungen enthalten,"r Leute zur Auswanderung verführen sollen. Allerdings mW; derartige Reizmittel ein wenig dazu beitragen, daß die wandc rung nickt ab-, sondern zunimmt, aber die Haupturs«®* zu derselben dürste tiefer liegen. Die traunge soziale Lage> ländlichen Arbeiter, die Antipolengcsetze. die Kolonisation, w Vt Kriegsfurcht und die Hoffnung auf höhere Löhne bilden eigentliche Triebfeder zur Auswanderung. Dauert dieselbe M dann dürften in den künstigen Jahren weite Äckerflächen Mangel an Arbeitskräften brach liegen.._ Leipzig. In Sachen des famosen„Herrn Kommett'?, rath" hat> as Reichsgettcht nun entschieden und das veiutthnN"- Erkenntniß des Landgerichts Chemnitz bestätigt. Der entstand dadurch, daß irgend ein beliebiges Individuum i«"L Figur eines anerkannt, rmaßen durchaus künstlerisch gehalten Romans von Max Vogler sein Porträt zu er kennen und sich durch vre vermeintliche Porttätähnlichkeit bele'M fühtte���i�Drchte�hr�GttMtm�jstAt�aus��il�# zu hören, denn das frühere starre Schweigen hatte ihn lich geängstigt—„was machen Sie sich für tolle, nutz� tolle Gedanken! Glauben Sie, daß irgend ein i der Stadt Ihnen auch nur einen Gran von Schuß' messen wird?" � „Und meine Frau, mit der ich die langen, langen J pvzentige Dividende gezahlt werden.— Die Oberlausitzer Jute- Pnnerei stellt eine Dividende von 5 pCt. in Aussicht und wird JS Etablissement durch eine Weberei erweitern. Die mechanische tamwollspinnerei und Weberei Gaustadt bei Bamberg hatte fKn Reingewinn von 383 665 M. 58 Pf. und giebt 7h pCt. ffwrdmde. Der Arbeiter- Unterstüyungs- und Penfions- tae wurde 25 000 M., zirka 11 mal weniger, als die Meilten Dividenden zugetheilt. Die mechanische Baum- talspinnerei und Weberei Kempten hatte einen Netto- $?!>m von 351 084 Mark und vertheilt 11'/» pCt. U'dende. Die Auasburger Kammgarnsvinnerci, in der viel Mber und jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, hat ein tatenkapital von 2 4000 000 M. und davon einen Reingewinn ? 804 443 M., so daß Vertheilung einer Dividende von -t vCl. möglich ist. Besonders günstig arbeitete die Zwirn- Nähfadenfabrik in Göppingen. Sie zahlt 20 pCt. Divi- Me gegen 15 pCt. im Jahre 1886.(Wie viel Tausend gerinnen Deutschlands haben dazu beigetragen, diesen enormen päjcnst zu erzielen. Allerdings sagte uns vor Jahresfrist der Sektor erner derartigen Fabrik, daß Frauen- und Kinderarbeit jta entbehrt werden können wegen— der billigen Kalkula- ta>!.Wie viel solche billige Arbeitskräfte mögen in Göppingen Nien haben, billig kalkuliren zu können. Red.) In der Berufsgenossenschaft betrug im Jahre 1887 nach einer Ktöflen Ermittelung die Zahl aller zur Anmeldung gelang- ta Unfälle 113 594, die der entschädigten Unfälle 17 142. Wie LI lhut drm Untemchmetthum die 13 wöchentliche Karenzzeit, u''er Alp der Arbeiterkrankenkassen! Im Jahre 1886 delrefen % die Entschädigungen(Renten ic.) auf 1 915 366 M., im '%{ 1887 auf 5 829 226 M. lieber die Vcrwaltungskostcn die„Deutsche Zucker- Industrie", der diese Daten ent- tauen find, keine Auskunft. Oesterreich-Ungar«. L fürstliche„Pleite". Das„'Neue Wiener Tagblatt" widmet »ju Nachlaß des im vorigen Jahre verstorbenen Großprior des �.steserordens, Fürsten Dthenio Lichnowsky, einen längeren »ta.°tz, in welchem nachgewiesen wird, daß der Heimgegangene ijoßprior, trotzdem er ein Jahreseinkommen von 80 OÖO Gulden 2?8» doch ein Defizit von 400 000 Gulden hinterlassen hat, in «ftaem u. a. Forderungen zweier Wiener Bankinstitute mit JJW Gulden und 59 000 Gulden Privatschuldcn an Aerzte, >.takaten, Lieferanten und so weiter enthatten find. Ukr kritischen Situation gegenüber hat das Kapitel des «.taeser-Ordens rettend eingegriffen und insbesondere der neue Graf Thun entschloß sich, ein Arrangement herbei- Zitaten, wenngleich dasselbe für ihn den Verzicht auf einen Vj! beträchtlichen Tbeil seiner Ordcns-Revenuen auf Jahre Ws bedeutet. Zunächst wurden die Privatschulden des Lichnowsky getilgt; mit den beiden Jnstiiuten traf man stafr.Ausgleich, und m-.ä den Hauptgläubiger betrifft, so ge- ta sich die Verhandlungen um so leichter, als dieser der „.i- ta selbst war. Zur Deckung des außerordentlichen Erfordcr- r'ta von 400 000 Gulden mußte, wie man uns mittbeilt, das ,-tMskaoitel eine Anleihe in der beträchtlichen Höhe von V"0OO Gulden aufnehmen. Und nun blieb nur noch die zu erledigen, in welcher Weise diese Schuld wieder ge- werden solle. Die Lösung bereitete keine Schwierigkeiten; ij1 neue Prior verzichtete, wie gesagt, auf einen Theil seiner kennen; u•■•"wi, er wird, wenn man nun auch die durch dasKongrua- bedingte Steuerleistung von ca. 20 000 Gulden jährlich J>n Bettacht zieht— statt 80 000 Gulden von nun ab <«0000 Gulden bezichen, auf eine Reihe von Jahren Frankreich. s'st zur Disposition gestellt. Man hat lem Kommando entzogen, aber ihn doch nicht der £en �"'boden. welche die Angehörigkeit zur Armee '®encro1' der m Zukunft nur zwei Fünftel seines die falsche Brut untergeschoben und dessen Herz von �genen Sohne abgewandt!" 'tai% Staatsanwalt war selber in Verlegenheit, was er darauf erwidern sollte. Er hatte nur zu sehr �'»nd er fühlte auch, daß ein Trost jetzt nach dem ersten ilz 3 am unrechten Platz sein und vielleicht mehr schaden utzen würde. lange Weile schwiegen beide; endlich sagte Witte ■„Ueberdenken Sie sich die Sache diese Nacht; wir W �91 genug dazu, denn vor der Hand darf doch Nie- weiter darum wissen." fyt'k58?" rief Baumann, ordentlich erschreckt empor« >ii t»--und mir muthen Sie zu, das selber als Geheim- fahren, was..." �«'�"ftehen Sie mich nicht falsch," unterbrach ihn der bir rasch;„nur auf vernünftige Weise müssen 'Ü, tgehen, um das wieder gut zu machen, was gefehlt Ach.-"ns kann nicht in der ersten Hitze und Aufregung ■tarn �er wir verderben, waS wir bessern wollten. fteb? r?'e worgen früh zu mir, so früh Sie wollen; Kfi.» lchon um sechs Uhr auf und arbeite. Dann be- dh t»? wir Alle« mit kaltem Blut; vorher aber geben Sie '«ilen« or4' daß Sie mit keinem Menschen darüber reden "ty'4 keinem Menschen weiter?" ta,!» Jfem. Glauben Sie mir, ich rathe Zhnen zum Besten Xiqp'elf,er ein alter Mann; ich werde von Zhnen nichts r"> fm n,Qä'ch nicht mit gutem Gewissen verantworten Kim 0J9en früh kommen Sie zu mir, und ich glaube �'schaff � wir einen Weg finden, um ehrlich und das von Ihrer Seele zu nehmen, was Sie jetzt " Drückt. Sind Sie damit einverstanden?" f>orV- Schlossermeister zögerte einen Augenblick m.t der !>n, �endlich sagte er leise:„Gut, ich will Ihnen $ und" Staatsanwalt; ich weiß, Sie meinen es ehr- 19 zu dem letzten Ziegel meines Daches. So bisherigen Gebaltes bezieht, wird auch jetzt noch nicht wählbar sein, und der Kriegsminister wird ihm sogar seinen Wohnfitz anweisen können. Es kann nun wohl keinem Zweifel unter- liegen, daß Voulanger, wenn er jetzt vor die Alternative gestellt ist, nichtaktiver Soldat, aber immerhin Soldat zu bleiben, oder nach Einreichung seines Abschiedes offen in die politische Agi- tation hinauszutreten, das letztere wählen wird. Seit Äoulanger Kriegsminister wurde, bat er ja auf seine militänsche Stellung verzichtet, um in die Reihe jener zweifelhaften Größen einzu- treten, welche die Politik der Masse nur deswegen betreiben, um die eigene Ruhmsucht zu befriedigen. Wir haben bereits mehr- fach darauf hingewiesen, daß der Boulangismus eine Gefahr für die ruhige Entwickelung der Republik ist. Alle die Elemente, welche den Bonapartismus und Orleanismus nicht oder nur verschämt wollen, aber kurzsichtig genug find, wegen der jetzigen offenkundigen Schäden der Re- publik das republikanische System überhaupt zu verdammen, sie schwören jetzt zur Fahne Boulanger's— die meisten wissen es vielleicht nicht, daß der Cäsarismus das Ende einer solchen, so volksthümlich erscheinenden Politik ist. In den Wahlkreisen hat man bereits Boulanger als Kandidaten in Aus- ficht genommen, und diesmal nicht nur zu Zwecken der Demon- stration, sondern weil man als gewiß annimmt, daß der„St. Arnaud des Tingeltangels" wählbar sein wird. Auch der alte Revolutionär Felix Pyat, welcher zweifellos nicht dem Cäsaris- mus in die Hände arbeiten will, ist in Marseille zu Gunsten Boulangers zurückgetreten. Bei allem Ernst hat die Sache übttgens auch ihr Lächer- liches. Leider hatte uns das offiziöse Telegramm, welches die Boulanger betreffende Veröffentlichung des„Journal officiel" brachte, einen Satz vorenthalten, weicher besagt, daß Boulanger fich dreimal, und zwar am 24. Februar, dann am 2. und 10. März, ohne Ermächtigung nach Parts begeben hat, die beiden letzten Male verkleidet, mit dunkler Brille verschen und fich hinkend stellend. Es ist ein französisches Sprichwort, daß die Lächerlichkeit tödtet. Freilich find die Ansichten über Erhaben- heit und Lächerlichkeit verschieden. Die„Cocarde" wenigstens, das neue boulangistische Organ, wird ficheclich nicht verfehlen, auch unter der lächerlichen Maske den gefeierten Zukunftshclden wiederzuerkennen. Wir aber können nur den Zeichnern der Witzblätter diesen Stoff empfehlen. Holland. Amsterdam, den 15. März. Am 20. März werden die 26 Stichwahlen für die Zwette Kammer stattfinden. Bis jetzt find gewählt: 33 Liberale, 20 Katholiken, 19 Äntirevolutionäre und 2 Konservative. Die Antiliberalen besitzen also schon die Mehrheit und die Liberalen haben nicht die mindeste Ausficht, ihren Verlust bei den Stichwahlen auszubleichen. Die einzige Hoffnung der liberalen Partei war, daß die Katholiken nicht in allen Wahltteisen mit den Antirevolutionären zusammengehen würden, allein diese Erwartung hat sich nicht erfüllt. Nicht nur werden die beiden kirchlichen Patteien wiederum vereinigt gegen die Liberalen in die Schranken treten, sondern fie haben es auch nicht verschmäht, ein Bündniß mit den Radikalen und Sozial- demokraten abzuschließen, welche der orthodoxen Partei jedenfalls ebenso wenig gewogen find wie die Liberalen. In Wivschoten, wo der liberale Kandidat gegen einen radikalen, und in Schoter- land, wo der Führer der Sozialdemokraten, Domela Nieuwen- huys, gegen den liberalen Führer der gemäßigten Arbeiterpartei, Heidt, in die Schranken treten muß, haben die Führer der Äntirevolutionäre ihre Parteigmoffen aufgefordeit, bei der Stickwahl ihre Stimmen den Kandidaten der Radikalen und der Sozialisten zu geben. Wenn die Wähler dieser Auffordc- rung Folge leisten, werden die Liberalen sogar mit Aufwand ihrer äußersten Kräfte große Mühe haben, in diesen Distrikten ihre Kandidaten durchzudringen. Die kirchlichen Parteien scheinen übrigens nicht geneigt, die Regierung zu übernehmen, obgleich sie in der zweiten Kammer die Majorität haben werden. Die „Tyd", das Hauptorgan der katholischen Partei, führt bereits aus, daß diese Verpflichtung den vereinigten kirchlichen Patteien nicht obliege, weil dieselben aus zwei durchaus verschiedenen Elementen zusammengesetzt seien, allein vorausstchilich wird die liberale Partei nicht ermangeln, die reaktionäre Opposition zur Uebernahme der Regierung aufzufordern, und es wird alsdann die Frage sein, ob die unnatürlichen Verbündeten fich dieser Aufgabe entziehen können. Großbritauni-«. London, 14. März. Die Regierung hat eine parlamenta- tische Kommission ernannt, welche Erhebungen über die Ein- wandemng mittelloser Ausländer in England anstellen soll. Der Kommission gehören u. a. die Unterhausmitglieder Baron de Worms, Baron Ferdinand de Rothschild und Herr Brad- laugh an. Gestern fanden zwei unbeanstandete Neuwahlen zum llnter- Hause statt. Lord Walter Gordon Lennox(konservativ) wurde zum Vettreter der Chichester Abtheilung von Sussex an Stelle des zurückgettetenen Earl von March, ebenfalls eines Konser- vativen, gewählt. In Merthyr Tydvil lWales) ersetzt der Gladstoniancr Thomas den zurückgetretenen Gladstonianer James als Vertteter des Bezirks. weit bin ich erbötig, alles gut zu machen, was fremde Leute bettifft. In meinem eigenen Hause werde ich selber Rech- nung halten." „Sie werden nicht zu hart mit Ihrer armen Frau sein, Baumann.' „Zch werde thun, was ich vor meinem Gewissen ver- antworten kann," sagte der Mann ernst;„sorgen Sie sich deshalb nicht— und damit haben die Gerichte auch nichts zu thun— oder doch nur wenig," setzte er leise und kaum hörbar hinzu. „Also auf morgen früh!" „Zch werde kommen— verlassen Sie sich darauf!" Und still und brütend sank er wieder in seinen Stuhl zurück. Witte aber, der jetzt wohl einsah, daß heute mit dem Mann doch nichts mehr zu reden und es das Beste sei, ihn sich selber zu überlassen, verließ langsam das HauS und schritt seiner eigenen Wohnung wieder zu. (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Kebeu. Aa«„Deutsche Theater" eröffnet heute wieder seine Vor- stellungen. Heute, Sonntag, wird Götz von Berlichingen und morgen, Montag, Herzog Ernst gegeben. Das weitere Reper- toire dieser Woche ist folgendermaßen festgestellt: Dienstag, 20.: „Faust"; Mittwoch, 21.:„Galeotto"; Donnerstag, 22.:„Pttnz Friedttch von Homburg"; Freitag, 23.:„Götz von Berlichingen". Am Sonnabend, 24. geht das dreiaktige Lustsviel„König und Bauer" von Lope de Bega, für die deutsche Bühne eingettchtet von August Förster zum ersten Male in Szene. Sontag, 25.: „König und Bauer". Im touisrnstädtlfchen Theater gelangt heute, Sonn« tag, die mit so großem Erfolge in Szene gegangene Gesangsposse„Schützenlisl" zur 179. Aufführung. Da» berliner Stadt-Theater, welches mit dem heu- tigen Sonntag die Vorstellungen wieder aufnimmt, wird ein dreiattiges Volksstück„Eine Berliner Nähtettn" zur Auffübrung bringen. Vorher geht der Einakter„Er ist nicht eifersüchtig" in Szene. Rußland. Ein sehr düsteres, aber der Wahrheit nur allzusehr ent- sprechendes Bild entfaltet der Vizedirektor des Medizinaldepatte» ments, Bubnow, über die Sanitätszustände im russischen Reich. Er kommt zu folgendem Resultat:„Wenn wir unser Augm- merk auf den Zustand der Volksgesundheit auf Grund offizieller Daten, der Bcnchte der Landschaftsärzte und der Privatunt-r- suchungen verschiedener Aerzte lenken, so werden wir überall und stets auf Thatsachen hauptsächlich oder ausschließlich nega« tiven Charakters stoßen; wir werden widerspruchslos anerkennen müssen, daß eine nchtige, zielbewußte Sanitätsordnung bei uns nicht existirt, daß irgend ein Sanitätssystem nicht vorbanden ist und daß folglich unter den gegenwärtigen Verhältnissen von irgend einer gedeihlichen Sanitätsthätigkeit nicht die Rede sein kann." Einige unter den Daten, die der Vettasser, welchem das nöthige Matena! durch seine amtliche Stellung voll zur Ver- füguna steht, anführt, belegen dieses Ergebniß des Näheren. Die Sterblichkeit erstreckt fich in einigen Gegenden Rußlands bis auf 60 und 80 Sterbefälle auf 100 Einwohner. Die Sterblichkeit der Kinder ist eine erschreckende, fie beläuft fich auf 59 pCt., in einigen Gegenden auf 79 pCt. der Gesammtsterblichkeit. Dadurch kommt es, daß der natürliche Zuwachs trotz der sehr Hohen Geburtenziffer sich nur auf 1 pCt. beläuft. Alljährlich sterben in Rußland ungefähr 2 800 000 Menschen, wovon nach der Meinung Bubnows mindestens eine Million wegen der schlechten Sanitätsverhältniffe ein Opfer des Todes werden. Die Morbilität ist unter solchen Zuständen eine enorme, doch kann fie infolge des großen Mangels an Acrzten ziffermäßig nicht binrcichend konstatirt werden; für eine Bevölkerung von 100 Millionen Einwohnern giebt es nur 1600 Aerzte, die dem Ministerium des Innern unterstellt find, etwa 1000 Landschafts- ärzte, gegen 2600 frei praktizirende Aerzte, im Ganzen etwas mehr als 5000 Aerzte, welche aber auch überwiegend in den Städten fich konzentriren. Das Bild ist ohne Frage ttostlos. Kalkattt««d»r. Pfaffen und Tyrannen find stets zusammen gegangen. Jetzt erneuett fich in Bulgatten dies anmuthige Bild. Wie die Pol. Korr." meldet, beginnt die bulgattscke Geistlichkeit gegen den Fürsten Ferdinand zu agitiren. Der Erzpttester im Grenz« ott Trn richtete von der Kanzel herab eine Aufforderung an die Bevölkerung, den für illegitim erklättcn Fürsten zu ver- treiben. Die Bevölkerung verhinderte die beabsichtigte Verhaftung des Erzpriesters, der nach Serbien flüchtete.— Es ist zu hoffen, daß das russisch- otthodoxe Pfassenthum jetzt nicht mehr Erfolg haben wird, als bisher ihr Vorkämpfer, der hoch- würdigste Mettopolit Clement. Amerika. Washington, 13. März. Der auf 30 Jahre zwischen China und den Vereinigten Staaten abgeschlossene Vettrag zur Ver- hindemng der Einwanderung chinesischer Arbeiter in die Ver- einigten Staaten ist unterzeichnet worden. Einer Drahtmeldung aus Quito zufolge ist Senor Antonio Flores zum Präsidenten von Ecuador gewählt worden. Mereine und Versammlungen. Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Kerufsgenossen. Dienstag, den 20. März, Abends 8j Uhr, Versammlung in den„Arminhallcn", Kom- mandantenskaße Nr. 20. Tagesordnung: Antrag des Herrn Schmädicke. Wie stellen wir uns gegenüber den Abzügen in verschiedenen Werkstätten hinficktlich unserer Statistik? Be- sprechung über die Statistik. Verschiedenes und Fragekasten. Alle Fachgcnossen, auch die Meister und Werkführer, find zu dieser Versammlung eingeladen. Verein zur Mahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Bcruf-genossen Berlins. Montag, den 19. März, Abends 8t Uhr, Versammlung in Keller's Lokal, Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Wie verhält fich der Verein gegenüber einer Lohnbewegung? 2. Verschiedenes. 3. Frage- kästen. Verein zur Wahrung der Interessen der Korbmacher Kerlin» und Umgegend. Versammlung heute, Sonn- tag, Vormittags 10 Uhr, bei Otto, Adalbettstt. 21. Tagesordnung:'Verschiedenes. Vereinigung der Drechsler Dentschland». Tie Ortsverwaltungen„Berlin" I und 11 veranstalten am Dienstag, den 20. März, Abends 8i Uhr, in Deigmüllers Salon, Alte Jakobstraße 48», eine gesellige Versammlung der Mitglieder mit ihren Damen. Da ein wissenschaftlicher Vortrag stattfindet, so laden die Vorstände zu recht zahlreichem Besuch ein.— Aufnahme neuer Mitglieder; Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zuttitt. An alle Lackirrr Berlin« und Umgegend ergebt die Aufforderung, zu der am Montag, den 19. März, in'Niest's Lokal, Webersttaße 17, stattfindenden großen öffentlichen Ver- sammlung Abends 8t Uhr zahlreich zu erscheinen. Tagesord- nung: 1. Die Lage unsercr Streikbewegung. 2. Dislusfion darüber. 3. Verschiedenes. Im Kaiserpanorama— Passage— erregt die interessante Reise durch Oberitalien seit Wochen vielseitige Be» wunderung, ebenso der zweite Zyklus Konstantinopel. Mittelalterlicher Aberglaube eine» bayrischen Gym- «astalbirektor«. In dem zu Ostern 1887 erschienenen„Programm der königl. Studicnanstalten zu Dillingen"(in Bayern! von Dr. David Seistlc, Professor der Moralthcologie, Palro- logie und Pädagogik, steht u. A. eine Abhandlung über„die Besessenheit mit besonderer Berücksichtigung der heil. Väter". Hier lesen wir u. A.:„.,. Es bestätigen uns denn auch die „heil. Väter" und Theologen die Thatsache, daß„Satan" zum Zwecke der Menschenverführung und Menschenplage auf Erden sich zeige in der angenommenen Gestalt von Verstorbenen, von wilden Thieren, von Vögeln. Unter den verschiedensten Thier- gestalten ist Satan schon erschienen, nur die der Taube und des Lammes, sagt Majolus, glaubt man, sei ihm verboten.- Die Form der Ziege and des Bockes kommt gar häufig in den Ver- suchungen vor... Satan ist ferner schon erschienen als Löwe, Wolf, Bär, Stier, Schwein, Fuchs, als schwarzer Kater oder Hund. So z. B. erblickten der heil. Stanislaus und der ehrw. Pfarrer von Ars den Teufel in Hundsgestalt, mit feurigen Augen, also in Gestalt eines Thieres, das als Sinnblld der Schamlostg- keit bekannt ist; letzterer sah ihn auch in Gestalt eines Kopf- kissens, aber die bösen Geister belästigten ihn auch in der Ge- M AM CK.»»«*»,»»«»-«■«»-*-« Cl�L. iSi � � oer„aeieyrle" Mann:„Ist nun ein schädliches Gewitter als eine Folge dämonischer Einflüsse anzusehen(also vom„Teufel" geschickt), so hat ihm gegenüber nur der Exorzismus(die „Teufelsbeschwömng') einen Sinn. Eine Art Exorzismus liegt denn auch in den Worten:„praesta, ut hoc gigno»anetae erncis ornnis diacedat paevitia teaapestatum"(gieb, daß durch dieses Zeichen des heiligen Kreuzes jegliche Wuth der Nnge- witter sich lege); ein Exorzismus im strengen Sinne des Wortes liegt hier allerdings nicht vor, weil er nicht in der imperativen (gebietenden), sondem nur in der Gebetsform aufttitt. Grund hierfür ist, weil eben nicht bei jedem Gewitter dämonische Ein- flüsse vorauszusetzen sind und die Kirche will, daß diese precea (Gebete) bei jedem nahenden Gewitter gebraucht weiden sollen. Ttttt aber das Gewitter so unheildrohend auf, daß man dämonischen Einfluß vcrmuthen kann, dann könnte nach Bareffaldus der Pnester selbst zum wirklichen Exorzismus greifen." — Jede Bemerkung hierzu ist überflüsfig! Theater. Sonntag, den 18. März. Gp nralput*. Geschloffen. Säf»sptethaa». Geschloffen. ealfa»»« Uheater. Götz von Berlichingen Montag: Herzog Ernst. Wall«»»» Utzeater. Seme Hoheit. Montag: Dieselbe Vorstellung. tEefitrai-Chmt««. Die Himmelsleiter. Montag: Dieselbe Vorstellung. - Willlet«ftSdttfche» Theater Die 7 Schwaben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Tietevra-Theater. Die Reffe um die Well in 80 Tagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mt-ad-Uheater. Die Waise von Lowood. Montag: Dieselbe Vorstellung. N»aa»«,-Theater. Francillon. Montag: Dieselbe Vorstellung. T»»->,aa»»e»-Theater. Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ww«,»j»a-Theater. Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Amertraa-Theater. Speziallläten-Vorstellung. Ila»?««»»» JariSt«. Spezialitäten- Vor stellung. Kankordia- Theater. Spezialitäten> Vor stellung. Theatee de» Reichshalle». Vorstellung. Spezialstäten Lomftvstadtisches Theater. Dresdenerstr. 72. Direttion: Adolph Emst. Zum 17�9. Male: „Schützenlis't". Gesangsposse in 4 Alten von Leon Treptow. Kouplets von G. Görtz. Mufil von G. Steffens und Franz Roth. Lisi: Berta Feldau. Hedwig: Olga Oworak. Asta: Clara Helmer. Liese: Rosa Lid. Felix: Hugo Hasskarl. Franzi: Adolph kratz. Max: Paul Barthold. Stöpsel: Dir. Adolph Ernst Im 4. All:_ Francillon Parodie,"Mtz vorgetragen von Kerta Felda« und Dir. Ad. «rnv. #ÜF" Te'epho«- Anschluß Amt IX. r. 9:3%. asseneröffnung 5 Uhr. Anfang d. Vorst. 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ans. ik Uhr. UsrHnar Stadt Theater »'-lUnertkeaterstratze 15. Konntag, den 18. März 1888. Um 6i Ubr: ßr ist nicht eifersüchtig. Lustspiel in 1 Alt von A. Elz. Um 7; Uhr: Eint Derllncr Nckhttn«. Volksstuck in 4 Allen von H. Hersch. Bor und nach der Vorstellung im Tunnel: SrmM Konzert. Anfang des Konzerts Sj Uhr. Montag: Eine Krrtiner Uäffterin. Anfang 7t Uhr. Wegen großer baulicher Veränderung unserer Lokalitäten sehen wir uns veranlaßt, einen pnjl.AusErtafl modernerKleiderstoffe zu eröffnen und bietet sich hierdurch unserer ge- ehrten Kundschaft Gelegenheit, den Frühjahrs- bedarf zu recht billigen Preisen einzukaufen. 1 großer Posten doppelt breiter Koper-Heiges..... 1 großer Posten doppelt breiter Tortans....... |1 großer Posten doppelt breiter gestreifter Plaids.... Moderne hübsche Stoffe mit hübscher Körte..... Ganz mollene Crepes, doppelt breit in allen Farben... Hochfeine doppelt breite Modestoffe Mtr. 50 Pf. Mtr. 50 Pf. Mtr. 60 Pf. Mtr. 1 Mb. 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Juli 1879 beschäftigte, «w auch die traurige Lage der in der Wäschefabrikation und *: Konfektionsbranche angewendeten Frauen zur Sprache. Au gim Reichstagsdeschluh vom 14. Mai 1885 wurden von den Bundesregierungen Erhebungen über die in den genannten In- jjUtriezweigen herrschenden Zustände angestellt. Der neue Geichs lag, der im Februar 1887 gewählt ward, erhielt in einem sehr umfangreichen Aktenstück') die vom Reichsamt des Mnern zusammengestellten Ergebnisse der Enqote übermittelt. Der Fragebogen, welcher den Ermittelungen zu Grunde s�gcn hat, zeigt am besten, daß dieselben keineswegs um- msend waren, sondern sich nur auf einige der wichtigen Gesichte purste beschränkten. Sie erstreckten sich blos auf die Feststellung V Dauer der üblichen Arbeitszeit, der Lohnhöhe im Maximum, Minimum und Durchschnitt und auf Ermittelung der Methoden 5es Handels der„Arbeitgeber" mit Arbeitsmaterialien für ihre 'telltm. Dem Zwecke der Ermittelungen entsprechend, find die- auf diejenigen Crtc beschränkt worden, an welchen das sche- und Konfektionsgeschäft in einem erheblicheren Umfang und in den Formen des Großbetriebes vorkommt und wo sich demgemäß bestimmte, für die Lohnverhältnisse maßgebende Gc- Anstsgebräuche herausgebildet haben." Genngere Ansprüche bei Behandlung einer sozialstatistischen Aufgabe können nicht ge- 'Nacht werden. Rur in Preußen sind die Behörden ausdrücklich nngewiesen worden, auch über die allgemeine wirthschaftliche und Mtale Lage der Arbeiterinnen Daten zu liefern und zwar Haupt "fchlich in Rückficht auf folgende Punkte: „1) Welchen Volksklassen gehören die Arbeiterinnen Haupt- 'nchlich an? Kommt die Beschäftigung auch als Ncbenbeschäfti- »nng der weiblichen Angehörigen von Familien vor, welche nicht iwn Arbeitcrstande zählen? .*2) Wohnen die Arbeiterinnen in ihren eigenen oder in JJweren Familien? Wie find die Wohnungsverl, ältn�sse ■*r nicht in einer Familie Untergebrachten? Preise der Woh uungen? „3) Art und Kosten der Ernährung? .„4) Welche besondere örtliche Verhältnisse wirken vortheil oder nachtheilig auf die Lage der Arbeiterinnen ein? �„5) Sind die Arbeiterinnen in bemerkbarem Umfange der xtestttution versallen? und sofern dies der Fall, inwieweit ist 'Ute auf die Geringfügigkeit des Arbeitsverdienstes oder auf ?>bere in der Art der Beschäftigung liegende Umstände zurück "führen?" So dürftig auch das �"aterial ist, das auf diese Weise zu- gettagen worden ist, so inhaltsleer auch die kargen ien sind, die manche Staaten geliefert, dennoch genügt . vorhandene, um einen Einblick in die Situatton einer Schicht des weiblichen Proletariats im Deutschen Reich äüFemshren. Vierzehn Staaten, Preußen, Bayern. Sachsen, Mrttemberg, Baden, Hessen, die beiden Mecklenburg, ?raunschweig, Sachsen- Koburg und Gotha, Anhalt, Schwarz- Arg- Sondcrsbausen, Lübeck und.Hamburg werden in dem �tchsamtlichen Report aufgeführt. � Wäschcfabrikation und Konfektionsbranche sind, waS die �ttriebsart betrifft, eine wahre Musterkarte der vcrschieden- �tigsten Produktionsweisen; sie stellen sich dar als ein Neben- Lander der Wirthschaftsformen, die im Gange der ökonomi- rkn Gesammtentwickelung eine die andere abgelöst haben. jpjuämduftric, Handwerk, Kaufmannskapital, der als Afterunter- rWr figurirende Meister, Verleger und Fabrikant, Mittel- "rieb und Großunternehmer, Exporthäuser, die für den Welt- ,'arkt produziren, Firmen, welche den provinziellen und lokalen Jj-Oarf decken, Zwerggeschäfte, die auf Bestellung arbeiten,.Hand- und Maschine, Thätigkeit im Fadriksaal und in der Werkstätte, bü.. und in der Dachkammer, sie finden sich auf diesem um- EMeichen Exploitationsfelv weiblicher Arbeitskraft. So vereinigt S/f j Grmirbszeig die Mühen und Leiden, die Tücken und °°r. aller Arten kapitalistischer Aneignung in sich, und so Waltet sich die Darstellung der Lage der rn diesem speziellen beschäftigten Arbeiterinnen zu einer summarischen Mar- .?rvlogie der deutschen Jndustricarbeitennnen überhaupt. Was �.Frauenarbeit unter den Auspizien des Kapitalismus bedeutet, Wen Einfluß dieselbe auf die heutigen Sozialzustände übt, Wder ist mancherlei aus dem amtlichen Dokumeut zu lernen, w! der Stellvertreter des Reichskanzler, Herr v.Bötticher, unter- 'tehnet hat. 1%, Die Gewerbestatistik nach der Berufszähluna vom 5. Juni ergab allein in der Gruppe Xlll a 3 der Gewerbestatistik: t�eriifluno von fertigen Kleidern und Wäsche in Deutsch- M 9014 Hauptbetriebe mit 37 926 in denselben beschäftigten Prionen, und darunter 24170 weibliche. Hausindistttiell winoin dieser Elwerbsgiuppe in Preußen 6082, in Sachjen �„Personen, vorzugsweise Weiber und Kinder._ Erwerhstbätige gab es ferner in der Schnerdercr 328 698, >W>ter 79 226 weibliche. In der Putzmacherei, Verfertigung �künstlichen Blumen und Federschmuck fanden sich 36 416 Webstbatigc, darunter 33 890 weibliche, bei der Verfertigung L»KÄiS% C'1?. sab es 307 123. In der Posamentiersabrikation begegnet �Weibliche. Es betrug die Ausfuhr von Kleidern, fertiger Wasche und Putzwaaren aus Deutschland im Jahre Tonnen zu 1000 Kg. 1880.... 4232 1881.... 4518 1882.... 5081 1883.... 0563 1884.... 6390 memm# im Jahre Tonnen zu 1000 Kg. 1885.... 5749 1886.... 6519 Der Exporthandel ist in stetem Aufschwung, und ein Blick in einen der amtlichen Moniteurs unserer deutschen Textil- barone, z. B. in das„Zentralblatt für die Textilindustrie", be- lehrt uns darüber, daß Deutschland auf dem Gebiete der Konfektionsbranchc und der Wäscheproduktion mit Erfolg den Weltmartt beeinflußt. Worauf die Konkurrenzfähigkeit und die triumphirend berichteten Erfolge unserer deutschen Unternehmer beruhen, darüber wird das nun Folgende am btsten Aufschluß zu geben vermögen. Welche Mißstände aber auch durch den reichsamtlichcn Bericht enthüllt werden, die Kapitalisten müssen die feine Diskretion der Regierung anerkennen, die mit eiserner Konsequenz darauf verzichtet hat, Namen zu nennen. Während in amtlichen Rapporten, z. B. in den Berichten der deutschen Fabrikinspektorcn, sorgfältig die Namen solcher Fabrikanten gebucht werden, die durch Fabrikschulen, Arbeiterspeisehallen, Suppenanstalten, Mädchenanstalten, Kinderkrippen und ähn liche erhabene Wohlfahrtscinrichtungen ihr edles Herz der staunenden Welt offenbaren, heißt es in der uns beschästigen den Publikation:„Von einer Wiedergabe der in dem Original enthaltenen Bezeichnungen nach Namen und Firmen ist abge- sehen worden." Dergleichen goldene Rücksichtslosigkeiten wird christlich-germanische Staatswcisheit gern dem schnöden Krämer- voll der Briten überlassen, deren Kommissionen zur Unter- suchung der Lage des Proletariats mit einem geradezu empören- vcn Zynismus das fabrikantliche Kind beim rechten Namen nennen. (Forsetzung folgt.) u arlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 37. Sitzung vom 17. März. Das Abgeordnetenhaus nahm gestern seine Bcrathungen wieder auf. Der Präsident machte die Mittheilung, daß das Präsivium bisher vom König noch nicht empfangen worden, daß eine Allerhöchste Entschließung darüber noch vorbehalten sei, und daß am Montag Uhr eine vereinigte Sitzung beider Häuser des Landtages behufs Entgegennahme einer Allerhöchsten Bot- schaft stattfinden werde. Die Berathung des Kultusetats wird bei Kap. 121 Tit. 23(Schulaufsichtskosten) fortgesetzt. Abg. Dr. Windthorst erklärt, daß er davon Abstand nehme, wie in früheren Jahren, in längeren Ausführungen die Reformen darzulegen, welche er für nothwendig erachte. Mit Rücksicht auf die allgemeine Lage und die Geschäftslage des Hauses werde er alles vermeiden, was den Gang der Geschäfte aufhalten könnte. Abg. Knörcke(dfr.) wünscht eine gesetzliche Regelung der Altcrszulagen der Lehrer. Kultusminister v. viosiler giebt die Erklärung ab, daß ein bezüglicher Gesetzentwurf in Vorbereitung sei. Abg. Kryttahrt-Crefeld(natl.) regt wieder die Frage der Gleichberechtigung der Realgymnasien mit den Gymnasien an. Eine solche Maßregel würde nicht, wie die Regierung fürchte, einen vermehrten Andrang zum Studium hervorrufen, sondern nur einen heilsamen Ausgleich im Verhältniß der klassisch und der realistisch gebildeten Studirten herbeiführen. Gefährlich sei gerade der Zudrang der Gymnasiasten, welche weniger aus Wissensdrang einen akademischen Beruf wählen, als aus einer ihnen anerzogenen Nichtachtung anderer als banausisch geltender Berufe. �. rr Zu Kap. 124, Tit. 5(zur Verbesserung der äußeren Lage der Geistlichen aller Bekennt- nisse) waren, wie seiner Zeit detaillirt mitgetheilt, 6 Anträge eingebracht, und zwar von den Abgg. Mithoff-Enneccerus, Dr. Brüel, v. Strombcck, Freiherr v. Hammerstein, Freiherr v. Huene und Achenbach- Freiherr v. Zedlitz. Die Budgetkom- misston, welche die Anttäge vorzubcratben hatte, beantragt: 1. alle diese Anträge abzulehnen, 2. die Staatsregierung zu er- suchen, für die Verwendung des Fonds in Kap. 124 Tit. ödes Staatshaushaltsetats zu Altcrszulagen feste Grundsätze aufzustellen und solche im nächstjährigen Staatshaushalteetat zum Ausdruck zu bringen. Es findet eine längere Debatte statt, an welcher sich die Abgg. v. Strombeck, v. Benda, Meters(natt.), Frhr. v. Zedlitz, v. Rauchhaupt und jr W i n d t h o r st detheiligen. Da sich vielfacher Wider- spruch gegen die Kommissions beschlüsse erhebt, wird über die Anträge einzeln abgestimmt. Unter Ablehnung aller anderen Anträge wird der Antrag Mitthoff. Enneccerus angenommen. Auf eine Anfrage hin kündigt Kultusminister v. G o ß l e r an, daß Preußen die nöthigen Schritte thun werde, um eine reichsgesetzliche Regelung der Geheimmittelfrage herbei- zusühtcNnmtliche sjj0fjjionen dxs Kultusetats werden an- genommen. Die zweite Berathung des Staatshaushaltsctats ist hiermit zu Ende geführt. Das Etatsgesetz wird ange- "ornmem � Montag 2 Uhr: Reliktengesctz; rheinische Justizgesetze. Schluß der Sitzung 3H Uhr. Lokales. Die Herren Stadtverordneten Mitan«nd Herold haben gestern ihre Mandate als Stadtverordnete niedergelegt- Nach unserer Meinung war hierzu für die Herren keine Ver« anlassung, um so weniger, als die Sanssouci-Versammlung, wie aus der Einladung deullich hervorgeht, nur für den 13. Kommunal- Wahlbezirk beschließen konnte. Eine prinzipielle Ab- lehnung der Betheiligung an den Gemeindewahlen wird, wie wir glauben, ebenso wenig den Ansichten der Berliner Arbeiter entsprechen, wie auch der Parteitag in St. Gallen diese Auf- äffung nicht getheilt hat. Eine chemische Untersuchung, welche man als wissen- chaftliche Heldenthat bezeichnen muß, ist soeben von dem Privat- zozenten Dr. Gattermann in Göttingcn beendet worden. Der- elbe hat das Wagestück unternommen und mit Erfolg durchge- ührt, die chemische Zusammensetzung des Ehlorstickstoys festzu- 'tellen, des furchtbarsten Exvlostvkörpers, welchen die Chemie kennt. Dieser Stoff wurde schon im Jahre 1812 von Dulong ausgefunden, welcher aber seine Entdeckung mit dem Verluste eines Auges und zweier Finger büßen mußte. Nur wenige Forscher haben sich seither daran gewagt, die chemische Formel dieses Körpers zu ermitteln, aber ihre Bemühungen scheiterten theils durch erlittene Unfälle, theils durch die fast unüber- windlichcn Schwierigkeiten, welche die Aufgabe bot. Was man bis jetzt über die Zusammensetzung des Chlorstick- stoffs wußte, beschränfte sich daher auf die Schluß- folgerung, daß er jedenfalls Chlor- und Stickstoff, vielleicht auch noch Wasserstoff enthalte, welche sich daraus ergiebt, daß er aus Chlor unv Salmiak erhallen wird, letzterer aber aus Stickstoff, Wasserstoff und Chlor besteht. In welchem Verhält- nisse diese Elemente im Chlorsttckstoff verbunden sind, darüber war Sicheres bisher nicht festgestellt. Herrn Dr. Gattermanw ist es gelungen, die bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Während der ganzen Arbeit wurde die Vorsicht angewandt, die Hände durch starke Handschuhe, die Augen durch eine Brille zu schützen und außerdem fortdauernd durch eine oder zwei starke Glasscheiben von dem Chlorsttckstoff getrennt zu bleiben. So geschützt, konnte er sich überzeugen, daß es möglich ist, den Chlorsttckstoff einer systematischen chemischen Reinigung zu unter-- werfen— die erste Vorbedingung, um eine brauchbare Analyse zu erzielen. Es gelang, den Körper, welcher ein schweres gelbes, in Wasser niedersinkendes Oel bildete, durch syste- matisches Waschen mit Wasser, Trennung von diesem mittelst des Scheidettichters und endliches Trocknen mit Chlor- kalzium zu reinigen. Da es sich bei den nun vorge« nommenen quantitativen Analysen zeigte, daß der erhaltene Körper wechselnde Mengen Wasserstoff enthielt, so wurde er einer erneuten Behandlung mit Chlor unterworfen und nach dieser abermals gewaschen, getrocknet und nun völlig rein ge- wonnen. Die Analyse ergab jetzt das einfache Resultat, daß der Körper aus einem Atom Stickstoff und drei Atomen Chlor be- steht, daß er also die Formel NCl, besitzt, analog dem Ämmo- niak, welches, aus einem Atom Stickstoff und drei Atomen Wasserstoff bestehend, die Formel KU, besitzt. Er ist also ein Ammoniak, in welchem der gesammte Wasserstoy durch Chlor ersetzt ist.— Im Laufe dieser Untersuchung hat Dr. Gatter- mann die Beobachtung gemacht, daß Chlorstickstoff— welcher bei Berührung mit organischen Substanzen augenblicklich mit größter Heftigkeit explodirt— auch durch die Einwirkung des Sonnen- oder Magncsiumlichtes zur Explosion gebracht wird,. während er im Dunkeln oder im zerstreuten Tageslicht niemals von selbst explodirt. Hierdurch erklären sich die zuweilen deob- achteten, scheinbar ganz spontanen Explosionen von Chlorstick- stoff. Dieselben find durch zufällig eindringendes Sonnenlicht. dessen Wiikung man nicht beobachtet hatte, veranlaßt. E»»ird weiter geklingelt. In dem Kampfe der Berliner Gastwirthe gegen den Molkereisitzer Bolle in Moab-t haben erstere eine Niederlage erlitten. Der Verein der Berliner Restaurateure hatte sich nämlich mit dem Ersuchen an das Polizeipräsidium gewandt, Herrn Molkereibcsitzer Bolle das be- kannte„Ausklingeln" auf den Straßen zu verbieten. Der Vor- stand des Vereins hat daraufhin vom Polizeipräsidium folgen- des Antwortschreiben erhalten: „Auf die Beschwerde vom 2. d. M. gereicht dem Vorstände des Vereins der Berliner Restaurateure hier- durch erger cnst zum Bescheide, daß nach Lage der Ge- setzgebung zur Zeit das Ausklingeln von Milch auf den Straßen und Plätzen nur dann inhibirt werden kann, wenn dasselbe in allzu lauter Weise geschieht und so weit es in Unfug ausartet. Tie Aussichtsdcamten sind in dieser Beziehung mit genauester Jnsttuktion versehen und angewiesen, sobald sie derartige Üebertretungen bemerken, solche unter Angabe ausreichender Beweismittel zur An- zeige zu bringen. Der Polizei-Präsident. gez. v. Nicht- Hofen." Der Verein der Berliner Restaurateure hatte es fernerhin seinen Mitgliedern zur Pflicht gemacht, bei ihren resp. Haus- wirthen dahin zu wirken, daß den Bolleh'chen„Klingeljungen" das„Ausklingeln" auf den Höfen der Häuser verboten werde Ob nach dieser Richtung hin ein besserer Erfolg erzielt worden ist, wstrde in der letzten Sitzung des Vereins leider nicht be- kannt gegeben. Eine etwa» bedenkliche Reklame hat der Besitzer eines hiesigen Zweimark- Bazars für das William Lasson'sche Haarclixir auszuführen versucht. In den letzten Tagen erschien in den meisten auswärtigen Zeitungen ein auffallendes Inserat, das die Uederschrift„Adoption" trug. Das Inserat besagte, daß reiche Leute im vergangenen Jahre zwei Kinder im Alter von 10 resp. 14 Jahren verloren haben, deren Verlust die de- trübten Eltern nicht verschmerzen konnten. Die Kinder, zwei Mädchen, seien von tadellosem Wuchs gewesen mit reizenden Gesichtszügen und hätten prachtvolles, außerordentlich schönes Haar besessen, das in üppigen Wellen bis zu den Füßen ge- reicht hätte.— Für diese Kinder suchten die trostlosen Eltern geeigneten Ersatz und wünschen zwei junge Mädchen in„ähnlichem" Alter und die von der Natur mit gleichen Vorzügen ausgestattet wären, zu adoptiren. Den an Haasenstein u. Vogler in Dresden zuirichtenden Offerten sei eine Photographie der betteffcnden Kinder beizulegen. Die auswärtigen Polizeibehörden kamen angesichts dieser merkwürdigen Annonze auf den Verdacht, daß es sich vielleicht um ein Sittlichkeitsverbrechen handele und leiteten dieselben Recherchen ein, deren Ergebniß war, daß der Zwcimgrk Bazar-Kaufmann, der hiesige unverbeirathete Haus- eigenihumer K. ist. K. erklärte, daß er die Mädchen gesucht, um dieselben ihres langen Haares wegen in seinem Geschäft als Reklame für das William Lasson'sche Haarclixir zu verwenden: er hätte denselben, wenn er solche gefunden, sehr„hohes" Salär entrichtet. Wie eine Nachricht aus Dresden besagt, soll auf die Annonze eine große Anzahl von Offerten eingelaufen sein. Wenn Eltern ibre Kinder zu diesem Zweck phologrnphiren ließen, so bat sich Herr K. des Betruges schuldig gemacht und es mögen sich solche Eltern bei der Kriminalbehörde melden, damit dieser grobe Vertrauensbruch seine verdiente Ahndung findet. «ine rothe Fahne flatterte gestern Vormittag auf dem Gipfel der sog.„Kaiserpavpel" an der Tempelhofer Chaussee. Milchhandler aus Tempelhof, welche gegen 6 Uhr nach Berlin fuhren, bemertten die Fahne und benachrichtigten die Polizei. Nach geraumer Zeit erschienen denn auch zwei Schutzleute, einer in Uniform, der andere in Zivil, welche eine Letter mit sich führten. Einer der Schutzleute erkletterte den Baum und ent» fcrntc mit vieler Mühe die verpönte rotbe Flagge.— Von an- derer Seite wird uns berichtet, daß Militär, Gendarmerie und Feuerwehrleute längere Zeit sich vergeblich abmühten, bevor sie die Fahne entfernen konnten. Ifthrr»in» Anzahl von UngliickofiiUen. die sich bei den Beisetzungsfeierlichkeiten ereignet haben, wird uns berichtet. Bei dem Aufmarsch der militärischen Leichenparade hatte der Adjutant des Generalmajors von Holleben unmittelbar vor dem Eingänge zum Schloß das Unglück, mit dem Pferde zu stürzen. DerOrnner kam unter das Pferd zu liegen und zog sich er- liebliche Verletzungen zu. Als ihn Soldaten unter dem Pferde hervorgezogen hatten, mußte er in den Schloßhof geschafft und von dort nach seinem Quartier gefahren werden.— Der zweite Unfall trug fich bei der Rückkehr der den Leichenkonvutt eskortwenden Truppen zu. Oberst von Lundblad, Kommandeur des m Stettm garnisonirenden Grenadier-Regimentes, stürzte Unter den Qnden mit dem Pferde und mußte nach seinem Hot�l gefahren werden. Ein Arzt konstatirte einen Armbmch.— Ein dritter Unglücksfall ereignete sich kurz vor Vollendung der Dekorationen 0 zu erscheinen, da es sehr wichtig für jeden einzelnen Kollegen ist. Es ist ein wichtiger Anttag von Herr Schmädike gestellt worden. war««sf ä&%%% Cals Reyer. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht über die Fachschule. 3. Verschiedenes. Veffentltche Ne-sammlung für Männer und Frauen am Montag, den 19. März, Abends 8 Uhr. in Habel's Brauerei i?TnÄ6 a tÄisnatsÄÄj?. ts Herr Paul Hundt. 3. Verschiedenes.— Aufnahme von Mitgliedern findet nach der Versammlung, sowie Abends von 7 bis 8 Uhr und Sonntags Vormittags bei Kirschke, Arndtstr 25 III und bei Ertel. Bergmannstr. 14 H. IT, statt.' «»oft» öffentlich» llersammlung sämmtticher Stell- «acher Kertin» am Montag, den 19 März. Abends 8% Uhr. in F-Y's Salon, Brunnenstraße 140. Tagesordnung: 1. Zweck des Jnnungsgesellen-Ausschuffes. 2. Gewerkschaftliches Ortskrankenkasse der� Tischler und Pianofort». Arbeiter Kerlin». Heute. Sonntag. Vormittags 10 Uhr im Saale des Berliner Handwerkervereins, Sophienstraße 15 Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Abänderung des§ 12 Alinea 2 des Statuts, dahin, daßjdie Bestimmungen über die 3 Tage Karenzzeit und die Feiertage dahin abgeändert werden, daß, wer 8 Tage krank ist, sein volles Krankengeld bekommt. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen; namentlich die Herren Tclcgirten und Vorstandsmitglieder. Verein der Ginsetzer(Tischler). Sonntag, Vormittag 10% Uhr, Neue Friedrichsttaße 44, außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorstandsanträge. 2. Verschiedene Vereinsangelegenherten. 3. Fragekasten. Mitglieds- buch lcgitimirt. Grtskrankenkasse der Möbelpo lirer ,« Kerlia. Montag, den 19. März. Abends 8; Uhr, bei Matthies, Andreas- ne 26, ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: ahresbericht, Bericht der Revisoren und Dechargeertheilung 2. Regelung der Krankenkontrole. 3. Anttag auf Renumeratio» des Vorsitzenden für die im Jahre 1887 gefertigten schriftlich« Arbeiten. 4. Antrag auf Statutenänderung des§ 39. 5. Mit- theilung einiger Prozeßsachen. Verband deutscher Zimmerlente. Lokalverband Berlin- Moabit.� Versammlung am 19. d. Mts., Abends 8& Uhr, ini Lokale Stromstraße 28. Tagesordnung: 1. Vortrag über den Sanitätsverein. Referent I. Dietrich. 2. Abrechnung vom Stifttmgsfest. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Turn- und gesellige Vereine am Sonntag. Lübeck'schtt Turnverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr Elisabeth- straße 57—58.— Turnverein„Wedving"(2. Lehrlingsabtheilung) Nachmittags 4 Uhr, Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und Frei (Lehrlingsabtheilung) Nachmittags 4 Uhr, Bergstr. 57. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine etc. am Montag- Männergesanaverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restau- rant Klose, Marian nensttaße 31—32.— Liedertafel der iv> Drechslergewcrk beschäftigten Arbeiter Berlins Abends 8*# im Lokale des Herrn Lehmann, Naunynstr. 44.— Gesangverein „Sängerlust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergerstr. — Männergesangverein„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichtsstr. 10.— Männergesangverein„Eintracht 1" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 68, im Restaurant. 7" Männeracsangverein„Liedesfteihcit Abends 9 Uhr im i% staurant Heinrich, Linienstr. 19.— Äännergesangverein„Firmitas Abends 9 Uhr bei Wolff u. Krüger, Skaliverstr. 126, Gesang und Musik.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstt. 60—61.—„Berliner Turngenossenschaft"(7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städt. Tu«- halle, Britzerstr. 17— 18;— desgl. 6. Männerabtheilung Abend« 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 51.— Lübea- scher Turnverein(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth- sttaße 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der VlL Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden- straße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge d« großen Friedrichs- Waisenhauses der Stadt Berlin) Abend» 8; Uhr bei Bormann, Lhmgasse 2.— Zitherklub„Amphien Abends 8& Uhr im„Kurfürstenkellei", Poststraße 5.— gnügungsverein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thamm, Sckdd Häuser Allee 28.— Verein„Ratibor" Abends 8* Ubr Restaurant Fritze, Elisabethstt. 30.— Ärends'scher Stene- graphenverein„Mercur" Abends 8; Uhr im Restaurant„Baatz- Blumcnstr. 10.— Ärends'scher Stenographenoerein„Ap"®' bund" Abends 8% Ubr Thurmstr. 31(Moabit.)— WissenschnN- licker Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8& Uhr"J Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichsstr. 1, Unterrichts- w"' Uebungsstunde. Kleine Mittheilnngen ihenbach, 14. März.(Unfall bei einer B> ,., Beerdigung alten Fnedhof stattgehabten Beervianng H eignete es fick, daß durch einen unglücklichen Zufall der Reichenbach Bei einer auf dem TiA dem Augenblicke, wo die Leiche eingesenkt werden gefichts der Trauerversammlung kopfüber in die Gruft und darin aufrecht stehen blieb. Da hierbei auch der% decke! sich etwas gelüftet hatte, sah man sich veranlaßt, A Sarg wieder heraus zu nehmen und nach der LeichelWc, des Friedhofes zu transportiren. Einige Zeit nach dich für die Betherligten sehr aufregenden Zwischenfall wurde' dann der Verstzwbene an seine letzte Ruhestätte gebracht. Oppeln, 12. März. Die epidemische Genickstarre ist„ Regierungsbezirk Oppeln im Jahre 1887 in 317 Fällen f%, stellt worden, von denen 89, also 28 Prozent, den Tod der krankten Personen, 6 unheilbare Taubheit, 2 Erdlind� 2 geistige Störung oder Blövfinn und 2 Lähmung der Gl» maßen zur Folge hatte. Tie meisten Erkrankungsfälle kaw/!�. Hüttenbezirke, und zwar in den Kreisen Beuthcn,©st1 V ättowitz und Tarnowitz vor; die Kreise Kreuzburg, OPP'., Pleß, Ratibor, Rybnik, Groß-Sttchliy und Zabrze blieben gegen ganz verschont. Im Kreise Beuthen erkrankten l&K� ganzen 98 Personen, von denen 22 starben; im Kreise jl starben von 145 erkrankten Personen 30, im Kreise KattoS'«�, von 13 Erkrankten und im Kreise Tarnowitz 13 von 31 � krankten. Unter den Erkrankten waren zwar alle Schichten � menschlichen Gesellschaft vertreten, hauptsachlich jedoch die# ,i Bevölkerung. Am häufigsten wurden die Altersklassen 0% bis zum 20. Lebensjahre, und zwar vorwiegend das wer» Geschlecht von dieser Krankheit ergriffen.. Ringelsdorf, 14. März.(Beim Holzfällen Im hiesigen Forstrevier waren beute Holzfäller beschäftigt, äi lich starke Kiefern zu fällen. Einer der Bäume kam dabei zu Falle, als die Arbeiter ermatteten. Dem Arbeiter 2� y Friedrich, welcher mit einigen andem Leuten in der schäftigt war, gelang es nicht mehr, aus dem Bereich des 1 � den Baumes zu gelangen. Er wurde zu Boden aeschlage»�! erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er, kaum ,n W# Wohnung angelangt, den Geist aufgab. Der Veruns# hinterläßt eine Wiltwe mit vier unmündigen Kindern-/ zwei Jahren verunglückte ein Arbeiter, welcher auch, ovn dem oben Erwähnten irgendwie verwandt zu sein, Friedrich hieß, auf gleiche Weise in unserem Forste.-ap» Frankfurt a. M.. 15. März. Der Main ist Ufern getreten und hat bereits einen Theil der Ältitav schwemmt. Die Verbindungsbahn hat den Bettteb c>nS Das Waffer wächst fortwährend., y Wien, 16. März. Aus Lemberg wird gemeldet. Westgalizien über vierzig Landgemeinden durch Uebcn � aus. p) mung schwer bettoffen sind. Dre Vorrätbe und der Viebltand find theilwcise vernichtet. Die Gemeinde im Pester Komitat ist völlig überschwemmt. Durch Swu Eises steht die Gemeinde Szatmar ebenfalls unter f- d'Jfrt if Pest. 15. März. Ueber das Hochwasser im MI' V> Arader Comitat langten heute Nachrichten ein, Situation sehr bedrohlich erscheinen lassen. Wie Becskerck bereits gemeldet, wurden die linksseitigen, Begafluffes von Tamasfalvaer und Romankecsaer JfM. vorige Mcht an zwei Stellen gewaltsamerweise Der zweite Durchstich ist schon verstopft. Die ThWM� verhaftet und der Staatsanwaltschaft eingeliefert."irn II'JT Begaer Dammrisses find die Gemeinden'Aurelhausen. uberschwemmt. In Ujoar stehen 110 Häuser unter mehrere Häuser find eingestürzt....) Pest, 14. März. Ein verunglückter HochzeitsM.�'� „Egyetertes" berichtet man aus Neusatz über er» Katastrophe: Anfangs der vorigen Woche, als Vre Donau noch fest war, wollte von Slankamen ein»„ F Jt Wagen bestehender Hochzeitszua über die Donau n» hatte der Zug die Mitte des Sttomes erreicht, nl»_ einbrach und sämmtliche Wagen mit den Personen' fielen und versanken. Keine einzige Person kann 0g wß? l ■ A. des % als mehrere Theilnebmcr an der Hochzeit vermißt wurden, lachte man sich auf die Suche und dadurch wurde die entsetz- Katastrophe bekannt. � London, 18. März. Furchtbare Süd- und Weststurme, "!> zeitweisen Regenschauern begleitet, wütheten vorgestern und Am über London und ganz England und hatten zahlreiche �chiffsunfälle zur Folge. Die italienische Bark„Bernardo" Mterte gestern in der Frühe bei der Annet Insel. Das Boot, -i welchem sich die Besatzung zu retten versuchte, schlug um, und wr dem Kavitän gelang es. sich durch Schwimmen zu retten. i« Bark„Lady Dufferin" strandete an einem der Stagfelsen. .'0 das Rettungsboot von Lizard an das bedrohte Schiff heran- «w, war es wegen des hohen Seeganges unmöglich, die Mann- 'foft ins Boot einzunehmen, und mußte dieselbe durch Raketen Wettet werden. Aus dem mittleren und nördlichen England "irden heute Schneestürme gemeldet. New-Uork, 14. März. Heute fand ein weiterer Schnee- N statt, aber die Atmosphäre klärte sich später und es trat Muwctter ein. Die Temperatur ist jetzt mild und die Lage Art sich. Tausende von Personen, die am Montag Abend jAr Stande waren, ihre außerhalb der Stadt gelegenen Be- «usungen zu erreichen und kein Quartier in den Hotels be- gmmen konnten, brachten die Rächt in den Boothäusern, Mzeistationcn und Logirhäusern zu. Am Montag Abend erlöschte das elektrische Licht. Mehrere Personen wurden im Schnee istoren vorgefunden und seit dem Sturme find Hunderte % verletzten Personen nach den Hospitälern gebracht worden. I Eisenbahnzüae blieben innerhalb eines Umkreises von f Meilen im Schnee stecken. Milch ist infolge der spärlichen Uuhr bedeutend im Preise gestiegen. Das Quart kostet jetzt M c. Die Armen leiden unter dem Mangel an Kohlen. Auch jchmsmittel dürften bald ernstlich knapp werden, falls nicht A frische Zufuhren ankommen. Die Telcgraphenverbindung % dem Süden und der Küste wird nur durch etwa ein halbes Äend Drähte aufrecht gehalten; die direkte Verbindung mit «Äadelvhia ist noch unterbrochen. Via London ist aus Phila- Wia die Meldung hier eingegangen, daß dort 2 Tage hin- ein furchtbarer toturm wüthcte, wodurch der Eisenbahn- Wkehr und alle Geschäfte ins Stocken geriethen. Der Sturm dich als der heftigste seit den letzten 50 Fahren geschildert. Im Eisenbahnverkehr macht fich einige Besserung be- Mich, allein die Unterbrechung ist noch immer be- Mend. Einige Züge find von New- Jersey ange- Anmen, aber alle nach der Stadt führenden Vandcrbilt- Ney Linien find noch geschloffen. Der Bergen- und Fourth Mue- Tunnel ist blockirt und die Waggons der Eisenbahnen N der Oberfläche find noch immer unbeweglich. In vielen Wen mußten die Passagiere den ganzen Montag in Zügen »»weit der Stadt zubringen. Auf den verschiedenen Bahnen N Tausende von Menschen mit dem Wegschaffen des Schnees mhäftigt. Fast alle Wagen find in Schlitten verwandelt wor- n" und große Schaarcn von Arbeitern beseitigen den Schnee isden Straßen. Von 29 New-Norker Lootsenböten find am Mittag 9 gescheitert und 18 wurden in das Meer hinaus ver- iMärn. Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen, aber N Mannschaften hatten fürchterliches Ungemach zu bestehen. Ale andere Städte in den Staaten New-Uork und New-Jersey JJttben von einem ähnlichen Unwetter heimgesucht, das, blautet, vielen Menschen das Leben gekostet hat. wie Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegrapben-Bureau.) „ Karlruhe, Sonnabend, 17. März. Erste Kammer. Der ?ichterstattcr der Kommisfion, Senatsprästdent von Stößer, Mrt, der vorliegende Gesetzentwurf über die Ausführung der '""'in- und Unfallversicherung bilde einen Bestandtheil der T�uen- uno unsauverziwerung ouvr ruirn ocnrniiuijctt uci Wen sozialpolitischen Gesetzgebung. Unter dem Eindrucke der Ereignisse glaube er im Sinne des Hauses zu handeln, er unter Hinweis auf den gedruckten Bericht nicht näher >e Materie eingehe. Eine Äeneraldiekusfion über die Vor- !'A fanj nicht statt. In der Spezialdiskusfion wurde der Ge- ("„"/onia" ver Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Aktien- Geschäft ist, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetroffen. Von den Dampfern„Borussia" und„Holsatia" von derselben Gesellschaft, von Westindien kommend, hat elfterer gestern Lizard pasfift, letzterer ist gestern in Havre einge- troffen. Altona, Sonnabend, 17. März. Die dänischen Staats- bahnstrecken Wamdrup-Landerskow, Skanderborg Heining und Aarhus-Langaa find durch Schneeverwehungen wieder un- fahrbar. Thor«, Frestag, 16. März. Im Eisenbahnbetriebsamt Thorn ist der regelmäßige Zugverkehr auf allen Strecken wieder eingetreten._ Paris, Sonnabend, 17. März. Ein nationales Protest- komite hat fich konstituirt, um die Kandidatur Boulangers in allen Depaftements, wo Vakanzen eintreten sollten, auszustellen; zu dem Komitt gehören: Laisant, Bougeilles, Vergoin, Michelin, Laur, Leherisse, Laguerre, Sufini, Duguyot, Deroulöde, Mayer, Rochcfort, Lalou. (Mach Kchwß dor prdaktion eingetroffen.) Crefeld, Sonnabend, 17. März. Der Rheintrajekt Griet- Hausen-Welle ver Strecke Cleve-Zevenaar ist von morgen ab wie- der in Betried. Kriefkaste« der Kedaktto«. Kprechltnuden»er Kedaktion von 18— 1 Uhr Mittags und 7—8 Uhr Aden», «rfefttch, nur Sei Nnfraaen bitte» wir die Xbonncmentl-Cuittung beijufflgen. Nntwott wird nicht ertheiit. A. U. Grünauer str. In deraftigen hiesigen Anstalten werden nur hier oftsangehörige Personen aufgenommen. T. M. Im Jahre 1884 fand die Reichstagswahl am 28. Ottober statt. Zwei Wettende. Wir können Ihre Wette nicht ent- scheiden, da uns das Maß nicht bekannt ist. K. U. in G. Die Strafanzeige wegen Mißhandlung seitens eines Beamten ist an keine Frist gebunden. Wir ralhen aber entschieden von Erstattung einer solchen ad, wenn nicht mehrere unanfechtbare Zeugen benannt werden können. Schon zu oft ist die Erfahrung gemacht worden, daß eine solche Anzeige keine anderen Folgen nach fich zieht, wie eine Anklage wegen Beamtenbeleidigung oder gar wegen wissentlich falscher Denun« ziation gegen— den Geschlagenen._ 100 M. Sie können Ihrem Stiefsohn Ihre Wohnung jederzeit verbieten und brauchen etwaige Schulden deffelden nicht zu bezahlen. K. K. 40. 1. Eine Kündigung im Jntelligenzblatte ist nicht hinreichend, dieselbe müßte ebenso dem Pfandschuldner mündlich oder schrifttich zugehen. 2. Der Kostenfestsetzungs- beschluß behält seine Vollstreckbarkeit für alle Zeit ohne Ver- jährung. 3. Hohenzollern ist der Familienname der preußischen Königskamilie, rex ist der lateinische Name für König. 5. London hat die meisten Einwohner, 4 084 000, Peking hat nur 1600000. I. K. Magdeburg Kndenhurg. Sie werden die Nummer inzwischen wohl erhalten haben, wo nicht, so be» schweren Sie fich bei der Post. Von hier aus wird pünttlich erpedirt. C. R- Die meisten Sttafthaten werden vom Staats- anwalt von Amtswegen verfolgt, sobald er Kenntniß von der- selben erhalten hat. Bei einigen Vergehen erfolgt die Verfolgung nur auf Antrag des Geschädigten. Eine Zurücknahme des ein- mal gestellten Strafantrages»st nur bei denjenigen Vergehen zulässig, bei denen dies im Sttafgesetzbuch ausdrücklich bestimmt rst. Ihre Anfrage können wir daher nur beantworten, falls Sie uns den vorliegenden Fall näher mittheilen. R. St. Holimart.tyasse. Der Deutsche Kaiser bezieht als solcher kein Gehalt, dagegen hat er in seiner Eigenschaft als preußischer König ein Jahreseinkommen von 12,219,296 M. W. G. Jemand, der nur zu einer Haftstrafe verurtheilt ist, kann überhaupt bei Verbüßung derselben nicht zu Arbeiten irgend welcher Art wider seinen Willen angehalten werden. Sie können also die Beschwerde mit Ausficht auf Erfolg ein» reichen. A. F. Der preußische König ist stets nach der Reichsver- faffung auch Kaiser von Deutschland. Die preußische Königs- würde ist erblich und geht vom Vater auf den ältesten Sohn über, ohne daß es eines besonderen Erwerbsattes bedarf. G. M., Artilleriestr. Gerichtskosten verjähren in vier Jahren. Die Verjähmng wird aber durch jeden Akt der Zwangs- Vollstreckung unterbrochen. Kerlin Uorde«. Nur für das erste Kind können Ali- mente verlangt werden; auf die persönlichen Verhältnisse des unehelichen Vaters kommt es nicht an. K. M. 100. Bereits in unserer Sonntagsnummer beant» wortet. Eine nochmalige Vereinbarung über Ausschluß der Kün- dizung ist nicht nöthig. A. F. 33. Wenn Sie verabredet haben, für die Auf- arbeitung des Sophas solle neues Material verwandt werden, dies aber nicht geschehen, sondern das alte Material beibehalten worden ist, so können Sie von dem vereinbarten Peeis einen entsprechenden Theil kürzen oder, falls Sie irrtbümlich bereits gezahlt haben, zurückfordem, nöthigcnfalls durch Klage. A. H. 15. 1. Wenn der Verkäufer nicht eine bestimmte Garaniie für das Richtiagchen der Uhr übernommen hat, so müssen Sie ihm die 5 Mark zahlen. Machen Sie fich also keine unnützen Kosten. M. paunynstr. Fast alle Statuten geben den Kranken- lassen das Recht, ein Mitglied, das mit seinen Beittägen im Rückstand ist. zu streichen. U. 100. Der Umzugstermin für Wohnungen ist in diesem Jahre je nach der Größe der Wohnung der 3., 4. oder 5. April. M. D. 69. Wie weit eine etwa zu erlassende Amnestie sich erstrecken wird, läßt fich unmöglich vorher sagen. Gewöhnlich bezieht sich aber eine solche Amnestie nur auf Vergehen, welche einen politischen Anstrich haben. Vielleicht ist aber gerade in jetziger Zeit die Anbringung eines Gnadengesuchs aussichtsvoller als sonst. K. Andrea« str. 40. Dem Wirth gegenüber hat der neue Miether keinen Anspruch auf Aushändigung der Schlüssel vor Beginn der Miethszeit. Der Wirth kann aber nicht widersprechen, wenn der alte und der neue Miether in dieser Beziehung etwas verabreden. G. D. Tegelerftr. Wenn Ihre Eltern nicht in ihrem Kontrast mit dem Grafen etwas derartiges verabredet haben, so haben Sie kein Recht auf Pension, sondern können mit ein- jähriger Kündigung entlassen werden. A. G., Schöneberg. Wenn keine bestimmte Zeit für Ihre Anstellung als Hausverwalter ausgemacht ist, so können Sie jederzeit entlassen werden. Zum Räumen der Wohnung können Sie aber jedenfalls stets, ohne daß es einer Kündigung bedarf, gezwungen resp. auf Exmisfion verklagt werden. Gifenbahnstrnssr 32. Ihre Frage, ob zwischen lebens- länglicher Strafe oder Strafe zeitlebens ein Unterschied ist, ist sehr geistteich. Es giebt nur eine lebenslängliche Strafe nach dem Strafgesetzbuch, wenn es Ihnen aber Vergnügen macht, können Sie dafür auch den gleichbedeutenden Ausdruck„zeitlebens" gebrauchen. Auf eine solche Strafe hat der Tod des Kaisers, abgesehen von einer etwaigen Amnestie, keinen Einfluß. H. L. MMenwalderstr. Beantragen Sie beim Gewerbe- aericht wegen des Ihnen zugesprochenen Theilbetrages die Exe- kution pegen ihren Arbeitgeber zur Vollstreckung. Die Entschei- dung besteht weiter, auch wenn Ihre Klage gegen denselben wegen Verspätung zurückgewiesen ist. 0. G. 13. Sie können fich entweder beim Standes- beamten in Rixdorf verheirathen oder bei demjenigen, in dessen Bezirk Ihre Braut wohnt. Für die kirchliche Trauung ist ebenso die Kirche Ihres oder Ihrer Braut Bezirkes zuständig. D. Gerichtastrafie. Das Bureau der Neuen Berliner Om- nibus- undPackeftahrt-Akticngcsellschaft befindet fichAlexandrinen» straße 93, dort erfahren Sie alles Nähere. Friedrichsbergerstr. 100. Alle ausgedienten Soldaten, welche 1850 oder später geboren find, haben sich zu melden. Znr gefälligen Keachtnng! Auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der Firma Franz Levy, Potsdamer st raße 103 hier, er- lauben wir uns die geehrten Leser besonders aufmerksam zu machen. Die Expedition. : 5* iv; �Unscrm Kollegen Robert Vüßfrldt(genannt ?eikla) zum heutigen Tage ein donnerndes ?och, daß es der Guste in die Ohren braust. M Der blaue Affe. .Allen Verwandten und Kollegen zur Nachricht, j?B meine liebe Frau und Kind an den erlittenen Mndwunden gestorben sind. Die Beeidigung ?Met am Sonntag Nachmittag 3 Uhr vom �iarus-Krankenhause statt. Der tiefbetrübte Gatte und Kinder. Heinrich Josoph, Vergolder. [590 . Den Theilnehmern am 19. Februar in Kellers Salon, Andreas- fiafie 21, abgehaltenen Wohlthätiglr-tts- u°u;rrt mit Tanz geben wir bekannt, daß ein Moüberschuß von 180 Mark erzielt und an ?Mnde Posamentierfamilien vertheilt wurde. ?au Wa>. Klaus, Göthcstt. 4, Rixdorf 60 M. Der Unternehmer Gesang». Krrhelschlust. sprechen hierdurch dem geehrten Gesang- Ä"«revelschluß. sowie allen Denjenigen, JWe den Verein in obiger Sache hilfreich un- Q'uvten. unsem tiefgefühltesten und herzlich- � Die Empfänger. �achverein der Tischler. �°ntag, den>9. März, Abends 8& Uhr, „ Versammlung n Jordan s Kalo». Neue Glünstraße 23. i Tag es-Ordnung: Der Maschinenbetrieb im Trschlergewerbe. Herr Millarg. z' �creinsangelegenheiten. ß�i�usgabe der neuen Kataloge für die Ver- __ Der Vorstand. 2 H. ,. verm. Naungnstt.jJ�i- schläfst. h.Wwe. Uoack, Admiralstt. 13 z- v- Achtung! Achtang! Den Mitgliedern, Freunden und Gönnern des Zlerrivs\ni Wahrung der Jutereffeu der Klavierarbetter zur Nachricht, daß der Maskenball des Vereins am Kon»abend, den 24. d.M., in der Philharmonie, Bernburgerstt. 22», statt- 583� Der U-rstand. Große Versammlung ber Schneider! Montag, den 19. März, Abends 8 Uhr, 577] Wilhelmstt. 118. Tagesordnung: Die Gcschäftspraxis verschiedener Geschäftsinhaber in unserem Gewerbe. Kllerthe Kollegen! Der Vorstand der Freien Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Beruf genossen ladet Sie zu der am Dienstag, 20. März, Abds. 8) Uhr. in den Arminhallen, Kommandanten straße 20, stattfindenden Uersammmag Ct Antrag"gestellt von Herrn Schmädike: Wie stellen fich die Abzüge von den verschiedenen Werkstätten zu unserer Statisttk. Auch die Herren Meister und Werkfuhrer find -'"�Besprechung der Statistik. 2. Ver- Wein-Auktioa. Dienstag»e« 30. März, Vormittags von 10 Uhr ab, sollen die Restbestände der bei uns lagernden Weine, als Roth-«. Me»ß-Meine, darunter 84rr rein garantirter Kordeanr Mein, Part wein, Madeira, Ungarmein, sowie 15 Kisten[585 Champagner, hochfeine Marken Coguac. Rum u. s. w. gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Luther St Co., Spediteure, Adalbertstr. 60—61. GesScbt wird für 2 M. in sämmtlichen Farben, ganz echt, Damen Kleider, Mäntel, Herren-Ueberziet er, Röcke im ganzen oder zertrennt. Herren- Anzüge gereinigt und gebügelt 2 Mark 50 Pf.[591 A. Perg ande, Färbcrmeister, Waldemarstr. 50 part. Gegründet 1875. Jlols Tabak f« den billigsten preise»-tferirt R, Frank 6 Brunnenstraoso 6. Rippen nehme in Zahlung.[576 Aeckt muß üccllt Anfertigung von Klagen, Eingaben, Bitt- schriften, Steuerreclamationen, Jnterventions- Hägen zu soliden Preisen. Große Praxis in Sttaf- fachen. Berufungsschriften: Strafaufschiebungs- gesuche; Besorgung des Armenrechts ic. Rath und Auskunft wird jederzeit kostenfrei eftheilt Rechts beistand> bn reau 112. Große Fr avksurterftr. 112 Roh Tabak. Sämmtliche in- und ausländische Soften zu den billigsten Preise«. 83 Heinrich Franck. Um Jrrthum zu vermeiden, mache ich darauf aufmerksam, daß sich mein Geschäft «uoerändrrt in den alten Räumen tSST Brunnenotr. 141 42"VC befindet. Roh- Tabak von E m H Nauen Wegen Verlegung meines W(*belgeechäf*a am 1. April d. I. nach Wilhelmftr 113, sämmttiche Möbel bedeutend billiger. 573] K. G erlach. Köthenerstr. 4. Hoh-Tabak Sumatra von 1,50—4,75 M., Krastl von 0,90- 2,30 M., Domingo 0,80-1,10 M.. Carmen 1,15—1,25 M., Jana 0,80—1,10 M., Java-Oeckblatt, 3yr».wenb, 1,50m, lk»anna-Deckbiatt, 4,00 bis 6,50 M. Umblatt 1,80—2,00 M., sowie alle anderen Soften preiswefth.[19 L. Tann, K-rli» NO., Große Frankfurter Straße 74. 1 St. Betten bill. zu verk. Fürstenstr. 3, 4 Tr. l. Jionskirchstraste 35,__ empfiehlt sein reichhaltiges Lager zu den billigsten _ Preisen._____ 364 s Tabak. Alle Soften Tabak in bester Qualität zu den billigsten Preisen offenren Heör LindenKäbt. 521_ 15 Chrtstiaenftr. 15. Roh Tabak. 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