ZK. 73. Smtttadend, de« 34. Marz 1888. 5. Jahrs. Jl nlincrlMbM fitßütt für die Interessen der Arbeiter. Da»„Berniter Volksblatt" erscheint täglich Morgen» außer nach Sonn« und Festtagen. AbonncmentSprei» für Berlin frei "lart monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement ,5V.... Kummer 5 Pf. SonntagS-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingettagm in der Postzeitungspreisliste für 1888 unter Nr. 849.) ia'S Hau»"vierteljährlich 4 4 Mark. Einzelne Numm« Jufertiousaebübr ' V 1~tf JVWVC UUH UUCI Erhöhung de» Preise», angenommen. Zureaux, ohne KedaKtion: Keuthstraße 3.— Erpedttioa: Zimmerstraße 44. Kotoniebnmmter. Diese« Ausdruck hört man oft fallen in den Versamm- lungen jener Hochwohlweise« und frommen Herren, welche sich zu Patronen der sogenannten Arbeiterkolonien aufgeworfen haben und mit dieser Institution glauben ein Stück sozialer Frage lösen zu können. Wer sind die lkoloniebummler? Offenbar arbeitslose Leute, welche auf irgend eine Art die Arbeiterkolonien zu sehr in Anspruch nehme«. Wir können un« das zwar nicht genau vorstellen, denn die HauS» und Arbeitsordnungen der Arbeiterkolonien sind ja so streng, daß von„Bummeln" dabei nicht viel die Aede sein kann. WaS die„Koloniebummler" eigentlich find, wird man wohl erst genau erfahren, wenn ein« mal die„Geheimnisse der Arbeiterkolonien" ge» schriebe» werden. Sind eS vielleicht Leute, die «»irklich arbeitsscheu sind und sich bei den Arbeiterkolonien nur anmelde«, um auf einige Tage aufgenommen und ver- pflegt zu werden, indem man sie wegen Faulheit bald wieder entlassen muß? Aber der Herr Pastor von B o- delschwingh, der Letter der großen Arbeiterkolonie WilhelmSdorf bei Bielefeld, hat uns ja belehrt, daß die 3ahl der eigentlich und wirklich arbeitsscheuen Leute eine «erschwindead geringe ist. In seinem ersten Jahresbericht legte er dar, daß er unter 114„Kolonisten" nur vier gefunden habe, die unwillig zur Arbeit gingen und auch von diesen vieren waren nur zwei nur wirklich arbeitsscheu. Wo kommen also die„Koloniebummler" her, die mit einem Mal so zahlreich fem sollen, daß sie den Bestand der Koloniengefährden? ES giebt bekanntlich in Deutfchlano 16 sogenannte Arbeiterkolonien, welche im Monat Januar von zlonisten" frequentirt wurden. Davon waren, wie ielle Bericht besagt, 30 unter 20 Jahre alt, 134 , 145 bis 40, 119 bis 50, 40 bis 60 und 7 über 60 Jahre alt. Hinsichtlich ihres Familienverhält- niffe» theilten sich dieselben in 361 ledige, 46 vcrheirathete, 15 getrennt lebende, 38 verwittwete und 11 geschiedene Kolonisten. Ihrer Religion nach waren dieselben Haupt« sächlich evangelisch(376), Katholiken waren 99, Juden gar leine vertreten. Ihrem Berufe nach zählten, wie immer, die meisten(166) zu den ländlichen Arbeitern, dann folgten Schuhmacher(28), Maurer(25), Kaufleute(21) und Bäcker (19). Auch 1 Diener, 1 Schleifer, 1 Abdecker, 1 Student und l Seemann waren vertreten. Aus der Kolonie ent- lassen wurde» im letzten Monat 442, und zwar gingen da von in Arbett 84, 39 mußten�en tlassen werden zurück, 9 e n t l i es e n und 2 starben. Im Ganzen wurden seit Eröffnung der Kolonien 24 307 Kolonisten aufgenommen und 22 250 entlassen. Sind die„Koloniebummler" die 39, bei denen die vier Monate Aufenthaltsfrist abgelaufen waren? Nun, die 39 haben während der vier Monate jedenfalls nicht„gebummelt", denn die Kolonien haben ja, wie ein sehr christlicher Mann sich einmal auszudrücken beliebte, das Prinzip, daß ihre Insassen bei schmaler Kost zu strenger Arbeit angehalten werden sollen. Wenn sie nicht gearbeitet hätten, so würde man sie sicherlich keine vier Monate be- halten haben. Sie haben nur den statutenmäßigen Ge- brauch von der Kolonie gemacht, weiter nicht». 31 Mann sind wegen schlechten Betragens entlassen worden. Da» ?, „schlechte Betragen" ist nicht immer Faulheit und wenn die 31 Mann entlassen sind, so kann daß sie die Kolonie durch etwaige« der d\ Pff wenig yauen, fo ynven lotivirung der Ablehnung. wollten offenbar für die « Ablauf« der 4 Monate, 31 wegen ten Betragen»,� 1 5 w egen Arbeit«. AeuMeton. Der«rbr. ftiichM»«! Mdttn.) Korne« vo« Friedrich Gerstäcker. .. Der alte Baumann seufzte tief auf. Er war bis dahin lihlicht ehrlich, immer geradeaus durch das Leben ge« 94«gen und hatte in der That gar keinen andern Weg für Möglich gehalten. Jetzt fand er sich plötzlich in lauter summen und ftemdartigen Gängen— mit eigentlich zwei Lohnen und keinem—, verwickelt und verworren, in Lug "»d Inig hineingebracht, und sah dabei keinen AuSweg, Vetter heraus und auf freien Boden zu kommen. Aber er eben stillhalten, eS ließ sich mit seinen arbeitsljarten Co»- vw*»vp fw*y•».»» j_—..._. mit seinem schlichten Menschenverstand nichts in 7? Sache thun: da» erforderte feine Hände und einen r«!* und schon von dem Bewußtsein niedergedrückt, nchte er oem Staatsanwalt nur noch die Hand und kehrte **9 Hause zurück. j. Wttte eilte auf da« Kriminalamt, und dort erwartete M allerdings heute eine so interessante als lohnende Be« Ä�tt'gung, nämlich die Besichtigung der gesiohlenen TUaaren. i«R«. num den alten Salomon dra, sei« _ die Besichtigung der gef bto. I' ä» der man aber auch den alten E sein*» Jetzt lag auch nichts mehr daran, das Gerücht den-Zi�S im Publikum verbreitet zu halten, da man Und'".�wcheu Dieb schon in den Händen zu haben glaubte, obn.l- uuch der Polizeiarzt versicherte, Salomon könne Und geringste Gefahr für sich selber auf's Amt kommen, bemv s°gar erbot ihn abzuholen, so wurde eine Droschke gofft' uvd der mitfahrende Doktor dirigirte sie der Juden- s«» �lomon hätte übrigens kaum mehr der Droschke bedurft, »ew*P hatte er sich, wie nur die erste Betäubung von ihm ftflJAkn, wieder erholt. Die beiden Wunde» verlangten . �dingj noch Pflege, aber es stellte sich auch bald daß die Schläge, obgleich mit voller Kraft und «all» in der Abficht, zu tödten, geführt, doch beide mehr seitwärts abgeglitten waren und den Schädel nicht zersprengt hatten, und danach konnte die Heilung bald er- s70 I folgen. ' Dem Alten ließ eS auch selber keine Ruhe, und schon am zweiten Tage drängte er, in seinem Laden nachzusehen, wie weit er an seinem Eigenthum geschädigt worden. Aber Rebekka erlaubte eS nicht. Er sollte sich noch nicht auftegen, wenn er den Verlust vielleicht größer fand, al« er erwartet hatte. Am dritten Abend aber mußte sie ihm willfahren, und nach Dunkelwerden, damit ihn nicht etwa Jemand auS den Hinterfenstern der Nachbarhäuser bemerke, stieg er in Begleitung der Tochter hinunter und nahm eine genaue Re- vision vor. Der erlittene Diebstahl stellte sich aber al» gar nicht so beträchtlich heraus, denn mit Ausnahme eine« Packet» von Kassenscheinen, da« mehrere hundert Thaler betrug, fehlten ihm nur noch einige, allerding» ziemlich werth- volle Silbersachen und eine goldene, mit Diamanten besetzte Schnupftabaksdose. Der Dieb war, wie man ja wußte, mitten in seiner Arbeit gestört worden, und hatte so eilig fliehen müssen, um selbst den Sack mit Silber« thalern, der sich noch an der Thür gefunden, im Stich zu lassen. Am vierten Morgen nack der That saß der alte Man» oben beim Frühstück, al» er draußen laute Stimmen hörte. In der Nachbarschaft herrschte nämlich nicht geringe Auf- regung unter seinen Glaubensgenossen, daß die Beerdigung des lange Todtgeglaubten noch nicht stattfand und auch keiner der sonst üblichen Gebräuche befolgt wurde. Die abenteuerlichsten Gerüchte durchliefen dabei das Viertel, und eins der am stärksten verbreiteten war, der Salomon wäre vor seinem Tode heimlich mit der ganzen Familie zum Christenthum übergetreten und deshalb eben so heimlich in der letzten Nacht auf einem christlichen Gottesacker beerdigt worden. Indessen war aber auch ein naher Verwandter von ihm, der in Berlin wohnte und von dem Raubmord dort in ven Zeitungen gelesen hatte, eingetroffen und an dem nämlichen Morgen, trotzdem er seinen Namen angab, nicht eingelassen worden. Die alte Magd hatte ihn abgewiesen, weil sie nicht sagen, belästig 31 Mann entlassen sind, so kann man auch .Bummeln" velaftraen. 15 Mann sind wegen Arbeitsunfähigkeit entlasse» worve«. Sind dies oie„Bummler"? Wenn ja, dann sind sie es aber ohne eigene Schuld. Wie dem auch fei; uns ist die Sache mit den„Kolonie- bummlern" noch nicht genügend erhellt. Un« scheint aber, daß die Arbeiterkolonien von ihren Urhebern mit einem gewissen Unbehagen betrachtet werden; sie fangen an, ihnen lästig zu werden. E« ist fteilich leichter, in Versammlungen und Zeitschriften schöne Phrasen über die Wichten christ- licher Barmherzigkeit zu machen, al« solche Pflichten durch die That zu erfüllen. Wenn man bedenkt, daß e» in Deutsch- land weit über hunderttausend Leute giebt, die arbeit»loS auf der Straße liegen, so erscheinen die Leistungen der Arbeiterkolonien mit ihren 475 Insassen geradezu armselig. Der meiningensche Landtag sollte für eine Arbetterkolonie, welche von den gesammten thüringischen Kleinstaaten errichtet und für die ein Fonds von 150000 M. aufgebracht werden sollte, einen Betrag von 27 000 M. aus Staatsmitteln bewilligen. Allein die meiningensche» Staatsmänner lehnten diese Forderung mit erheblicher Stimmenmehrheit ab und zwar zunächst wegen der ominösen„Koloniebummler". Sie glaubten, daß die Kolonien durch diese„Bummler" ge- mißbraucht werden könnten. Wenn wir auch von den Ar« beiterkolonien, wie sie bestehen, sehr wenig halten, so finden wir eine gewisse Sophistik in der Motivirr Denn die meininger Staatsmänner Arbeitslosen gar nichts thun und dafür mußten ihnen die „Koloniebummler" einen plausibel« Vorwand abgeben. Aber es wurde im Landtag noch ein anderer Grund für die Ablehnung de» Zuschusses angegeben, der un« einer Bettachtung werth erscheint. Man sagte, mittelst der Arbeiterkolonien werde den„fteien" Arbeitern Konkurrenz gemacht. Vielmehr war e» den meiningensche« VolkSverttetern mtt diesem zweite» Grund eben so wenig Emst, wie mit dem ersten; le wollten eben ablehnen. Aber der Einwand ist an sich mrchau» begründet, denn eS ist wahr, daß die Insasse» der Arbeiterkolonien sehr häufig an industtielle und land- wirthschastliche Unternehmer zu chinesischen Löhnen abge- aeben worden sind. Die„milvthätigen" Förderer der Ar- veiterkolinien haben dann allerdings nicht» Anderes gethan, als de» Unternehmern billige Arbeitskräfte auf Kosten der „fteien" Arbeiter verschafft. Wer weiß, ob nicht gewisse „Sozialreformer" ihr Ideal in einer Verallgemeinerung eine» solchen Verhältnisses finden würden. Wenn diese Art vo«„Kolonien" überall eingeführt und auf Staatskoste» in der bisherigen Weise betrieben würde, so hätten die Herren Unternehmet so billige Arbeitskräfte wie nie und wi- m n— c.tf'.. � �■"* die Kosten dafür wären von dem gesammten Volke aufzu- abei aber würde jedenfalls alles herunterkommen, Ackerbau und Volk. Trotzdem glauben wir, daß mehmer eine solche„S t a a t« h i l f e" sehr gem annehmen würden, und vielleicht diejenigen, die am meisten gegen die sozialistische„StaatShilfe" eifern, am allerehesten. Man hat viel Geschrei vo» diesen Kolonien gemacht; jetzt scheinen sie an den„Koloniebummlern" zu Grunde gehen zu sollen. Un» waren die„Kolonien" in dieser Form nie sympathisch, aber darum halten wir daS Geschrei über „Koloniebummler" doch für ein Armuthszeugniß für ihre Begründer. Volitischr Uebersicht. M»b»» de«„VeutschenhaS der Kch«-i,er" wird unS von einem Deutschen aus der Schweiz geschrieben: Sie wissen, ich kenne die Schweiz und die Schweizer seit vielen Fahren und da unsere deutschen Zeitungen uns seit Monaten so schreckliche Dinge über dm„Deutschenhaß" der iCl*»%*** �««mW f � �*"' iwnwviic ilhupc, oeu„�euiMenyav" uno Die„�euychenhatz" zu entdecken. Es ist mir aber, wie ich gleich sagen will, nicht gelungm. Und jedesmal, wenn ich Schweizer nach den zwei fraglichen Artikeln fragte, wurde ich stma fagong ausgelacht. Natürlich, die Schweizer find Republikaner, und diejenige» Schweizer, welche fich dessm bewußt find, habe» keine Sympathie für das politische System, welches seit Gründung des Deutschen Reiches, namentlich seit dem Fahr 1878 in Deutschland herrscht und fich auch der Schweiz sehr unangenehm fühlbar gemacht hat. Insbesondere ist man allgemein empört über das Lockspitzcltbum, welches in der Schweiz einen Umfang erlangt hat, den die letzten Reichs- tagSdebatten über da« Sozialistengesetz nur annähernd errathe» ließen. Und die Art und Weise, wie ein deutscher Minister fich natürlich nicht wagte, einem von der Polizei gegebenen Be- fehl zuwider zu handeln. Der alte Salomon wurde aber >öse, al« er e« erfuhr. Gott der Gerechte, der Simon Lcvy abgewiesen von seiner Thür, seiner einzigen Schwester einziges Kind, der die CO-lf-------- Xj r- j.-'' ------------ p py——-■»---y-»•••»»jjv»»»«»"iy' v W»i s— /V4 W II uud in seiner Familie, so lange der Salomon lebt und ge- sund ist; und wenn er todt wäre, hätte er erst recht nichts zu befehlen, denn dann ist die Frau vom Salomon da, wo da» alles besorgt, was zu besorgen ist." Der Simon Levy hatte sich aber ohnedies nicht so rasch abweisen lassen, denn noch war er kaum zweihundert Schritt vom Hause entfernt und immer mit sich selber im Zor» testikulirend fortgegangen, als er satz herumfahrend, Kehrt machte ........ schien, das Haus von seiner Mutter Bruder nicht eher zu verlassen, bis er wenigsten» seine Tante gesehen und gesprochen und von ibr die Be- stätigung dessen gehört hatte, was die Leute in der Juden» erzählten. Nachher wollte er den Staub von seine» und nach Berlin zurückfahren auf der -zähl tzützen schütteln Lisenbahn. Wie er zum zweiten Mal.,......,..D.Ö— er wieder der alten MaAd, die gerade ausgeschickt worden, um ihn aufzusuchen. Sie hatte aber strengen Befehl be- in den Hof kam, begegnete -y----|U"|—"7---- V"" v*VV-*'./ kommen, dem Simon Levy nicht zusagen, daß derSalomo» noch lebe und gesund sei, sondern sie sollte ihn nur zu der ~Tau bestellen und ihn dann in das Zimmer führen, wo ialomon noch immer bei seinem Frühstück saß. Die Alte kam auch der Ordre genau nach. „Herr Levy," sagte sie, ist mir lieb, daß ich Sie treffe; sparen Sie mir doch einen langen Weg für meine kurze» leine." „Ist die Madame Salomon zu Hause?" „Ist sie," nickte die alte Magd,„und sitzt oben in der Stube und wartet auf Herrn Lcvy. und die Fräulein Rebekka auch." ■nter hochgeachtete schweizerische Beamte ausgedrückt hat/ konnte unmöglich beschwichtigend wirken— ebensowenig wie der etwas aeheimnißvolle diplomatische Drull der seitens der deutschen Regierung, oder seitens des deutschen Botschafters in Bern auf die schweizer Bundesbchörden ausgeübt wird. Die Unzufrieden» heit mit einer gewiffen politischen Richtung in Deutsch- land und gewissen Handlungen und Maßnahmen der deutschen Regierung ist aber doch kein„Deutschenhaß", und noch weniger eine„Deutschenhaß". Sonst würden wir ja den »Deutschenhaß" und die„Deutschenhaß" vor allem in Deutsch- land selbst zu verzeichnen haben, wo, sogar nach den gefälschten Resultaten der Kartellwahl vorigen Jahres, die Majorität der Wähler und folglich auch des Bolls dieser Richtung und dem System, dem diese Handlungen und Maßnahmen entsprungen sind, entschieden abhold ist. Zugegeben muß freilich werden, daß die Stimmung in der Schweiz gegen Frankreich eine freundlichere ist, als gegen das Deutsche Reich, allein diese That» sacke hat ihren Grund in dem zwiefachen Umstand, daß Frank- reich eine Republik ist gleich der Schweizs und daß— ich zitire hier den Ausdruck eines schweizerischen Poll« rikers—„die französische Regierung alles vermieden hat, was die Schweiz irgendwie verletzen könne. Auch die fran- zöfische Presse hat sich der Schweiz gegenüber stets sehr taktvoll benommen, während ein großer Theil der deutschen Presse, die man in der Schweiz— mit Recht oder Unrecht— für offiziös hält, in Bezug auf die Schweiz eine gradezu pöbelhafte Sprache führt, so daß die Schweizer mit hundert mal mehr Recht, als wir Deutsche von einer„Deutschenhaß" in der Schweiz— von einer„Schweizerhatz" in Deutschland reden könnten. Zum Glück find die Schweizer so vernünftig, für diese häßlichen Preßaus- wüchse nicht das deutsche Volk verantwortlich zu machen. Und nun muß ich noch einer landsmännischcn Unart erwähnen, die in der Schweiz vielfach zwar nicht gegen das deutsche Volk aber gegen gewisse Bevölkerungselemente verschnupft hat. Ich meine die ungezogenen Spöttereien angeblich gebildeter Deutscher über das schweizerische Militär. Der schweizer Volkssoldat ist in allen wesentlichen Attributen der Wehrhaftigkeit den Sol- daten anderer Völker durchaus ebenbürtig— er marschirt vorzüglich und schießt weit hesser als die Soldaten irgend einer anderen Armee, und da er auch sonst die nothwendigen Geschick- lichkeiten und Handgriffe gelernt hat, so wird er cm Ernstfall sich den besten Truppen der Militärstaaten gewachsen zeigen. Aher er hat einen Fehler, und von jenen angeblich Gebildeten, denen der Kasernendunst auch in der schönen freien Schweizer- luft nicht aus der Nase kommt, wird ihm das als militärische Todsünde angerechnet— er ist nicht„stramm". Und wenn nun die fraglichen Kasernendunstverständigen deshalb— wie das leider sehr häufig gcschieht— mit mitleidiger Verachtung auf den schweizer Volkssoldat herabblickcn und ihrer mitleidigen Verachtung in Gegenwart von Schweizern laute und„schneidige" Motte leihen, so kann das die Schweizer nur erbittern, und muß ihnen obendrein von der Bildung der hetteffcnden Exemplare deutscher Nationalität eine sehr schlechte Meinung beibttngen.„Ich habe nie bemerkt, daß Franzosen ähnliche Ungezogenheiten begehen"— sagte mir ein Schweizer, der über dieses Thema mit mir gesprochen und mir verschiedene skandalöse Beispiele erzählt hatte. Nun, die Franzosen haben meist Lebensart und außerdem find ja auch sie nicht„sttamm", und hegen die kcyettsche Meinung, man könne ein guter Soldat sein, ohne sich zur Gliederpuppe zu machen und grobe Manieren zu haben.— Bemerkt sei hier nur noch, daß die Schweizer nicht die einzigen sind, welche über die erwähnte Ungezogenheit einer ge-wissen Spezies unserer Landsleute klagen.— Stöcker«nd von pnttkamer werden, wie die„Voss. Zeitung" treffend ausfühtt, von den Nationalliberalen mit ihren Schilden gedeckt, selbstverständlich nicht um diesen, sondern um der Sonne zu huldigen, die man in kurzem trotz alledem auf- gehen zu sehen erwartet. Man hat zwar eingesehen, daß man in jener Versammlung beim Grafen Walversee und mit den Unterschriften für die Stöcker'sche Stadtmisfion auf eine falsche Karte gesetzt hat, aber es fehlte der Entschluß, den Einsatz zu- rückzuziehen und das Spiel nach den neuen Verhältnissen und Personen einzurichten. Der Oppottunismus, der über einen Kranken zu schnell zur Tagesordnung überging, ist dicsmal von den Ereignissen unsanft überholt worden; weil er aber der Festigkeit dieser Ereignisse nicht traut, wagt er sich aus der ein- mal genommenen Stellung nicht heraus, aus Furcht, für die unsichere Gegenwart die sichere Zukunft zu verlieren. Das ist die Rechnung, mit welcher der Nationallideralismus sich jetzt herumquält und die zu so mitleiderweckenden Ergebnissen führt. „Der Mantel der Loyalität", so bemerkt die„Franks. Ztg." zu dieser Gesinnungslosigkeit,„ist nicht groß genug, alle Blößen decken zu können, die sich der Nationallideralismus gegeben hat; wie er es auch anstellt, sich damit unter der neuen Regierung zu drapiren, die fatalen Stellen kommen stets zum Vorschein und werden an ihm zu Vcrräthern und Anklägern. Auch der stille Trost, die gegenwättige peinliche Situation werde nur eine kurze Episode sein, und die immer wieder emeuerten Versuche, die öffentliche Meinung durch Nachrichien von bestimmter Fär- bung in diesem Sinne zu beeinflussen, wollen nicht ver- sangen; eine Spekulation, die so durchschaut worden ist, „Und wozu hast Du mir vorgeschmust, ich dürfe nicht hinauf?" sagte der kleine Mann ärgerlich.„Bin ich ein Landstreicher, daß ich werde fortgewresen von der Thür von meine nächsten Verwandten?" „Als Sie wollen näher treten, wird Ihnen die Madame Salomon erklären; in der groben Betrübniß darf man'S verzeihen, und man soll keinen Zorn bringen in ein HauS der Trauer." „Soll ich leben und gesund bleiben," sagte Levu,„ob's nicht eine schreckliche Geschichte ist! Aber, Rachel," setzte er leise und scheu hinzu,„bist Du auch geworden eine christ- liche Dicnstmagd?" Die Alte schmunzelte still vor sich hin denn sie wußte gut genug, was sich die Leute in der Nachbarschaft er- zählten; aber sie beantwonete die Frage nicht, sondern seufzte nur tief auf und eilte dann rasch die Treppe hinan, um den Besuch zu melden. Der Simon Levy folgte ihr langsamer. Er war auf die Tante böse gewesen; setzt bc- schlich ihn ein Gefühl der Traner und Bekümmerniß, und mit gebücktem Haupt klopfte er an und öffnete auf den feieruch gegebenen Anruf langsam die Thür. „Gott der Gerechte, Simon, was schneid'st Du für ein Gesicht!" sagte schmunzelnd der alte Salomon, der mit einem Glase alten Portweins in der Hand noch am Tisch bei seinem Frühstück saß.„Als Du kommst zu sein bei der Leichenfeierlichkeit, wirst Du erst effen einen Bissen Brot und trinken ein GlaS Wein." „Will ich nicht gesund auf meine Füße stehen!" rief Levy, fast sprachlos vor Staunen und Ueberraschung;„ist das Sitte bei die Christen, daß der, wo begraben werden soll, erst mit frühstückt?" Der alte Salomon lachte, daß ihm die Thränen� an den Backen herunterliefen, und jetzt kamen auch seine Frau und Rebekka hinzu, und im Anfang konnte wirklich niemand sein eigenes Wort verstehen, so rief alles durch- einander und wollte fragen oder erzählen, bis denn der Neffe endlich erfuhr, wie alles gegangen und weshalb der alte Salomon beinahe vier Tage lang den Todten ge- spielt hatte., � Noch während sie aber mit emander plaudetten und wie die kattcllparteilichc, ist rettungslos verloren, wenn sich nicht die— Gnade des Verzeihens und Vergessens ihrer er- barmt." Mach dem Normalstatut für die Kerufsgeuosseu- schafte» haben dieselben in jedem Jahre mindestens einmal, spätestens im Juni, eine Generalversammlung abzuhalten, zu deren Kompetenzen u. a. auch die Festsetzung des Gefahren- tattfs gehöit. Da nun das Unfallversicherungsaesetz vom 6. Juli 1884 tn seinem§ 28 bestimmt, daß der Gefahrentarif zum ersten Male nach Ablauf von längstens zwei Rechnungsjahren einer Revifion zu unterziehen ist, so wäre im Hinblick auf den Umstand, daß das Gesetz am 1. Oktober 1885 in Kraft getreten ist und die Gefahrentattfe in ihrer zuerst festgestellten Norm für die Umlage der fünfOuattale vom I.Oktober 1885 bis 31. Dezember 1886 zur Anwendung gelangt find, der Monat Juni dieses Jahres ver letzte Zeittaum, in welchem seitens der Berufs- genossenschaften die erstmalige Revision der Gefahrentarife vorgenommen sein muß. Wie wir hören, find denn auch gegen- wättig die Vorstände der Bemfsgenoilcnschaften mit der unter Berücksichtigung der in den einzelnen Bettteben vorgekommenen Unfälle zu vollziehenden Bearbeitung der Tanfe beschäftigt und geben sich umsomehr Mühe, allen hierbei für die einzelnen in rhrer Äerufsgcnossenschaft vereinigten Gewcrbszweige ins Ge- wicht fallenden Momenten gerecht zu werden, als gemäß dem Gesetze nach der diesjährigen Revision des Gefahrentattfs eine solche nur mindestens alle fünf Jahre stattzufinden hat. Jeden- falls wird auch hei der großen Wichtigkeit, welche der Gefahren- tarif für die Umlage der Beiträge auf die einzelnen Betnebs- gattungen hat, dieser Gegenstand die pisee de resistance sämmtlicher diesjährigen Genossenschaftsversammlungen bilden. Die Frage, ob Nummerlisten, welche bei öffentlich ver- anstaltetcn Ausspielungen von Gegenständen zur Beifügung der Namen der Spieler unter Erhebung des entsprechenden Be- lheiligungsbetragcs vom Spielunternehmer in Umlauf gesetzt werden, zur Abgabe nach dem Reichsstempelgesctz heranzuziehen seien, hat eine verschiedene Beantwortung gefunden. In einigen Bundesstaaten werden diese Nummeilisten als stempelpflichtige „Ausweise über Spieleinlagen" angesehen, wogegen in anderen das Reichsstempelgesetz auf die gedachten Listen nicht für an- wenddar erachtet wird, weil eine Ausgabe von Loosen oder Spielausweisen an die Spieler nicht vorliege. Die Ausschüsse des Bundesraths für Zoll- und Steucrwesen und für Justiz- wescn glauben in Uebereinstimmung mit dem Reichskanzler der letzteren Auffassung beitreten zu sollen und beantragen dem- gemäß: der Äundesrath wolle beschließen, sich damit einver- standen zu erklären, daß Ztummei listen, welche bei öffenttich ver- anstalteten Ausspielungen von Gegenständen zur Beifügung der Namen der Spieler unter Erhebung des entsprechenden Be- thelligungsbetrages vom Spieluntemchmcr in Umlauf gesetzt werden, zur Abgabe nach dcm Reichsstempelgesctz nicht bcran- zuziehen seien.— In der nächsten Woche wnd wohl noch eine Plenarsitzung des Bundesrathes vor der Vertagung stattfinden. Es handelt sich darum, daß der Bundesrath noch die Ange- legenheit wegen Feststellung des Waarenverzeichniffcs zur Er- lcdigung bringt, welche zur Zeit noch die umfassende Thätigkeit der Ausschüsse in Anspruch nimmt. Gin„Gentleman", der sich gedrückt hat, sein Wott zu halten, ist der„Kattelldrudti" und nationalliderale Reichstags- abgeordnete Duvigneau. Dieser fehlte bei der Abstimmung üsier die Verlängerung der Wahlpettode im Reichetage ohne Entschuldigung, obgleich, wie die„Freist Ztg." mittheilt, er seinerzeit vor der Stichwahl an das Wahlkomitee der deutsch- freisinnigen Partei in Magdeburg folgendes Anschreiben ge- nebte halte:„Magdeburg, den 24. Februar 1887. Aus dem gefl. Schreiben vom heutigen Tage sehe ich mit Interesse, daß der Vorstand der dcutschfreifinnigen Partei event. entschloffen ist, bei der bevorstehenven Stichwahl für meine Kandidatur ein- zutreten. Ich kann dabei auf die mir vorgelegten zwei Fragen erwidern, daß ich bei jeder meiner Wahlreden in den letzten Wochen unzweideutig erllätt habe, ich bin gegen jede Rück- wärtsrevidirung unserer Reichsvettaffung, also auch gegen die Abänderung des jetzt bestehenden Reichswahlgesetzes— und war von jeher ein entschiedener Gegner aller Monopole. Ich nehme gern Veranlassung, das so Gesagte hiermtt schnfllich zu wieverholen. Mtt Hochachtung O. Duvigneau." In der Dienstagssttzung der Düsseldorfer Stadt- »erordneten-Dersammtung ist die unqualifizirbare Beleidi- gung, weiche die„Neue Prcuß. Ztg." anläßlich der Heine- Denk- mal-Angelegenheit dem Oberbürgermeister von Düffeldott ent- gegengeschleudett hatte, Gegenstand einer Erörterung gewesen. Bekanntlich gab in der Sitzung des Kollegiums, in welchem über das Heinedenlmal Beschluß gefaßt wurde, Oberbürger- meister Lindl mann den Ausschlag zu Gunsten des Denkmals; er wurde dafür von der„N. Pr. Ztg." mit dem Titel„Jam- mermensch" beehrt. Auf das Verlangen des Herrn Lindemann nach Zurücknobme der Beleidigung gab Freiherr v. Hammerftein vor Zeugen die Erklärung zu Protokoll, daß, falls der betreffende Artikel rechtzeitig geprüft worden wäre, seitens der Revattion dafür Sorge getragen worden wäre, daß am Schlüsse desselben der beleidigende Ausdruck durch einen anderen ersetzt worden wäre— und erachtete Herr Oberbürgermeister Lindcmann für der Simon Levy eine ganze Menge Portwein trank, nur um den Schreck hinunter zu spülen, den er, wie er sagte, von der„Erscheinung" seines alten Onkels gehabt, fuhr der Wagen des Arztes vor; und der Doktor, der gleich selber heraufkam und in großer Eile zu sein schien, sich aber augenblicklich mit an den Tisch setzte und alten Pottwein trank, berichtete indessen von dem Fange, den die Polizei gestern Abend gemacht, und wie man die Geivißheit habe, daß der Schuhmacher Heßberger, wenn nicht der Haupt- thäier, doch jedenfalls ein Genosse jenes Menschen sei, der an dem Abend den Mordanfall auf Salomon gemacht. Jetzt sei es deshalb auch nicht mehr nöthig,� der Nachbar- schaft die Wahrheit vorzuenthalten, und Salomon möge deshalb mit ihm in die Droschte steigen und auf die Polizei fahren, um die aufgebrachten Sachen selber zu besichtigen. Nachher solle ihm der Gefangene vorgeführt werden, da- mit er bestimmen möge, ob er in ihm den Räuber wieder- erkenne. Salomon war mit allem einverstanden und mußte sich nur vorher ankleiden, und jetzt ließ sich auch Simon Levy nicht mehr halten, um zuerst die Neuigkeit von Salomon'S Auferstehung in die Nachbarschaft zu tragen. Und daS gab einen Lärm im Viertel! Aus allen Häusern kamen sie hcrauSgestürzt, um die Wundermähr zu besprechen; die schmutzigsten Spelunken spieen ihre Be- wohner aus, und Toiletten kamen zum Vorschein, wie sie bisher nur von„Nacht und Grauen" bedeckt�gewcsen und auch nur wirklich durch ein solches Ereigniß in das Sonnen- licht getrieben werden konnten. Vor Salomon'S Hofthor sammelte sich aber der Schwärm von Israels Nachkommen- schaft: Männer, Weiber und Kinder, AlleS bunt durcheinander; denn dott mußte er in den Wagen steigen und also auch herauskommen. Salomon war unter seinen Glaubensgenossen, besonders bei den är- meren Klassen, allgemein beliebt, und kein Hau« gab eS da, wo er nicht, sowie Frau und Tochter schon Wohlthaten und Trost gespendet und manche Thräne getrocknet hatte. Die Freude, den guten alten Mann nicht todt, sondern lebend und gesund zu wissen, war deshalb allgemein. Endlich nahte der eutscheidende Moment; daS Hofthor seine Person die Sache hiermit als erledigt. Die Stadtverord- neten-Versammlung nahm jedoch, wie man der„Voss. Zeitung" schreibt, Veranlassung, durch Aunahme einer den Attikel der „N. Pr. Ztg." scharf verutthellenden Resolution dem Ober- bürgermeijter einstimmig ein unbedingtes Vettrauensvotum zu vettheilen, nachdem zuvor ein Mitglied des Kollegiums der allgemeinen Entrüstung über die Herrn Lindemann widerfahrene Verunglimpfung Ausdruck gegeben hatte. Profit. Das Trinken des denatutttten Branntweins ist wie der Finanzminister in einem Zirkular an die Steuerbehörden ausfühtt, im Hinblick auf die Bestimmungen im§ 18 Nr. 5 deS Branntweinsteuergesetzes vom 24. Juni v. I. und im§2 Abs. 2 des Gesetzes über die Steuerfreiheit des Branntweins zu ge- werblichen Zwecken vom 19. Juli 1879 als ein strafbares Ver« sehen anzusehen. Es wird gegenwättig eröttett, ob der mtt 4 bis 1 pCt. Pyttdinbasen neben 2 pCt. Holzgeist denatutttte Branntwein in diesem Zustande, sei es ohne weiteres oder nach Abschwächung des von dem Denatuttrungsmittel bewirkten schlechten Geschmackes durch Beimischung von Wasser, reinem Branntwein, Säuren, aromatischen Stoffen, sogen. Äntipyttdin« Essenzen, wie solche von F. W. Hättig in Dresden und anderen öffenttich zum Verkaufe angeboten worden:c., dauernd in erheblicherem, das Steueraufkommen beeinträchtigendem Umfange zum menschlichen Genüsse Verwendung findet. Gegen da» Gehrimmittelwesen scheinen in Bayern besondere Maßnahmen deabstchtigt zu werden. Wie Munchener Blätter melden, find sämmtliche praktische Aerzte von Amts- wegen aufgefordctt worden, ein genaues Nationale aller in ihren Wirkungskreise wohnenden Individuen an die vorgesetzte Behörde einzufinden, welche als Kurpfuscher oder Geheimmittelschwindler bekannt find. Ei« Kertcht der MahlprLf««g»kom«ifsto» des Reichstags über die Wahl des Abg. Dr. Götz im 13. sächsischen Wahlkreise ist nachträglich erschienen. Die Kommission beantragt mit allen gegen eine Stimme, welche Aussetzung der Entschei- dung und Erhebung zu einzelnen Punkten beantragte, die Wahl für giltig zu erklären. Das ist derselbe Götz, der bei der großen Sozialistendebalte von sich selbst behauptete, daß er„gern ein Deppchen trinke". Dem frühere» Abg. Kaqfer ist, wie wir der„Brest. Ztg." entnehmen, der halbe Kehlkopf exstttpitt worden, nachdem vorher die Tracheotomie schon vollzogen war. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Sarcom. Leipzig. 19. März. Der kürzlich erschienene Verwaltungsbericht des Rathes der Stadt Leipzig enthält u. A. eine Reihe stattstischer Miltheilungen sozialpolittscher Att, von denen einzelne auch ein allgemeineres Interesse beanspruchen dürften. Bcson« dere Beachtung verdienen dabei die statistischen Erhebungen über das Verhältnis der Wohnungsmiethe zum Einkommen. Wäh- rend die Miethquote im Jahre 1875 durchschnittlich 10 pCt. des Gesammteinkommens betrug, ist diese Ziffer im Jahre 1885 auf 13,78 pCt. gestiegen. Bei einem Einkommen bis zu 500 M. beträgt die Miethe etwa 33 pCt., bei einem solchen von 500 bis 3300 M. 29 bis 20 pCt. des Einkommens. Mit dem Anwachsen der Einkommensziffer sinkt alsdann die Miethsquote stetig, bis sie bei einem Einkommen von 215 000— 220000 M. mtt 1,38 pCt. ihr Minimum erreicht. Da nun auch die Gruppe der nothwendigen Lebensbedürfnisse— so führt der Direktor des statistischen Amtes der Stadt Leipzig, Professor Dr. Haffe in jenem Bettchte aus— demselben Gesetze unterworfen ist, und da ferner mit Wohnung und Nahrung die nothwendigen Lebens- bedüttnisse noch keineswegs erschöpft sind, so zeigt sich recht deutlich, welch' Keiner Spietraum hei den niedttgsten Einkommen« klaffen für die kulturlich wichtigsten sogenannten freien Bedürf» nisie üdttg bleibt. Tie früheren statistischen Ergebnisse über die Verbesserung der Einkommcnsvcrhältniffe in Leipzig, welche die modernen Witthschaftsreformer mit Genugthuung zu ihren Gunsten gedeutet haben, erscheinen auf Grund dieser Thatsachen in einem anderen Lichte. Dr. Haffe fühtt in seinem Bettchte selbst aus, daß die Erhöhung des Durchschnittseinkommens, welche innerhalb des letzten Jahrzehnts für Leipzig lonstatirt werden konnte, in Anbetracht der oben erwähnten Thatsachen nur wenigen zu Gute kommen könne, denn die Mehrzahl müsse nicht allein absolut, sondem auch relativ mehr für ibrt Wohnung ausgeben. Eine ähnliche Schlußfolgerung würde sied unseres ErachtenS unschwer auch hinsichtlich der künstlichen Ver- theuerung der nothwendigen Verbrauchsgegenstände ziehen lassen. Die vergleichende Zusammenstellung der Miethquoten für die einzelnen Einkommensquellen hat weiter zu dem überraschenden Resultate gefühtt, daß die höchsten Micthquotcn bei dcm Renten- einkommen vorkommen, während die Miethquoten bei dem Ein- kommen aus Gehalt und Lohn verhältnißmäßig niedttger sind, eine Thatsache, die, weil sie der Wahrscheinlichkeit widerspttcht, nach der Ansicht des Direktors Dr. Hasse die Nothwendigke» nahe legt, bei der Einschätzung des Renteneinkommens schärfet vorzugehen, als es bisher der Fall war. Beachtung verdient ferner die Thatsache, daß die Prozent ziffer derjenigen HauS- Haltungen, welche Dienstboten halten, seit dem Jahre 1867 stetig und konsequent durch alle Jahrgänge von 29,7 auf 29,4 herab- gesunken ist. Ebenso ist die Vcrhältnißziffer der Haushaltungen mit Gewerdsgehillen von 9,5 auf 6 pCt. zurückgegangen. Wenn wurde geöffnet und Salomon, in seinem gewöhnlichen braunen Rock, das Käppchen auf, wie er immer ging, trat heraus. In demselben Augenblick aber entstand auch ein Lärm, ein Geheul und Geschrei, Jubeln und Hurrahrufen, daß aus den benachbarten Straßen die Menschen herbei- gestürzt kamen, weil sie glaubten, im Judenviertel sei eint Revolution ausgebrochen. Die Jungen warfen ihre fchmie- rigen Mützen in die Höhe, die Frauen schwenkten in Er- mangelung von Taschentüchern ihre Halstücher, die Kinder schrien, die Hunde bellten, es war in der That eine nicht zu beschreibende Szene. Salomon wurde auch wirklich gank gerührt davon; die Thränen standen dem alten Mann � den Augen, und er winkte nur immer, während sich � Arzt die Ohren zuhielt, nach rechts und links mit der Han» hinüber, und eilte dabei, was er konnte, in den Wagen, um fortzukommen. Aber das half ihm nicht einmal, den- der jugendliche Schwann folgte ihm, so weit seine GresL reichte, mit Jubeln und Hurrahschreien, und zog sich nur er? zurück, als die Droschke in eine der Hauptstraßen der Stab einbog, wohin sich die kleine Bande nicht getraute. Auf der Polizei erwartete ihn schon der Polizeidttekto, der sich selber von dem Thatbestand überzeugen wollte, s der] Fall wirklich Aufsehen im Lande gemacht hast War doch seit langer Zeit kein so ftecher Raubanfall 1 ganz Alburg vorgekommen und gerade dieser Ort schlechtem Gesindel bis jetzt verhältnißmäßig sehr wenig l)1'1' gesucht worden! Die Sachen hatte man alle oben Kriminalamt auf einer langen Tafel ordentlich auSgAG und eS fiel dem alten Mann nicht schwer, daS darunttt bezeichnen, was ihm gehört hatte und ihm an jenem Ab» geraubt worden, denn seit der Zeit war ja sein Laden I, verschloffen gewesen. Auch die Summe der Banknoten S, er an, die ihm gestohlen worden und man hatte allerd' in einer silbernen Zuckerdose eine Pattie Banknoten, Theil derselben aber auch on Heßberger'S Körper � bei dem sich, als er visitttt wurde, ergab, daß er breiten Gutt von wafferdichtem Zeug um den Leib Die Hauptsache blieb noch übrig, und zwar eine � ftontation mit dem Verbrecher, der jetzt herbeordert 10 � während Salomon so lange in ein Nebenzimmer die„Leipz. Ztg." diese letzteren Thatsachen mit der Bemerkung degleitet:„Auflehnung gegen die fittencrhaltende Zucht der Famflie, Drang nach ungebundener Lebensführung und fort- schreitende Atomifirung der Gesellschaft— das stnd die Folgen einer mißverstandenen Freiheit", so mag das vielleicht theilweise in Bezug auf die Abnahme der Haushaltungen mit Gewerbs« gehilfen zustimmen. Die prozentuale Verminderung derjenigen Haushaltungen, welche Dienstboten halten, wird man aber mit viel größerem Rechte der allgemeinen Verschlechterung der wirth« schaftlichen Verhältnisse zuschreiben dürfen. MLrzbnrg, 20. März.(Zur Landtag swahl.) Die ultra- montanen Wahlmänner stnd beim heutigen Wahlaange, wie vorauszusehen war, nicht gekommen, so daß die Wahl vom Wahlkommissar als vereitelt erklärt wurde. Die liberalen Wahl« männer haben erklärt, für diesmal, ohne Konsequenz für künftige Wahlgänae, auf�Liquidation von Kosten zu verzichten. Ein nächster WahlgangZwurde auf Donnerstag, den 5. April, anbe« räumt. Das„Fränk. Volksblatt" hat heute erklärt, daß die ultramontancn Wahlmänner aste ferneren Wahlgänge vereiteln werden, bis die Beschwerde wegen Verletzung verfassungsmäßiger Rechte vom Landtage„erledigt" sei. Die„Hesstsche KSegerzeitung", ein in Tarmstadt er. scheinendes Organ der Arbeiter, ist auf Grund des Sozialisten- gesetzes verboten worden. Verbot. Auf Grund des§ 12 des Reichsgcsetzcs gegen die gemeingefährlichen Besttebungen der Sozialdemokratie vom 2l. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß ge« bracht, daß die nichtperiodische Druckschrift:„Sturmvögel. Revolutionäre Lieder und Gedichte." Gesammelt von Johann Most. Heft 2. Rew-Vork 1888. nach§ 11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten von Landespolizeiwegen ver- boten woroen ist. Berlin, den 23. März 1888. Der lönigl. Polizeipräfident. Frhr. v. Richthofen. Bern, 20. März. Der Nationalrath trat gestern in die Berathung der Forderung des Bundesraths für die Fremden- volizei ein. Ueder die Debatte liegt folgender Bericht vor: Referent Oberst Künzli: Vorkommnisse aus der jüngsten Zeit haben den Bundesrath veranlaßt, für bessere Organisation der politischen Polizei einen Nachtragskredit von 20000 Frks. zu verlangen. Der Mangel einer einheitlichen Leitung trägt theil- weise Schuld an den diplomatischen Schwierigkeiten; die Be- Ziehungen zu Deutschland wurden weniger freundlich, von beiden Seiten wurden Beschwerden geführt. Deutschland beschwert ssch namentlich über den„Rothen Teufel", den„Sozialdcmo- trat", die Haltung des Hauptmanns Fischer und die Schmäh» jchrift von Basel. Die Angelegenheit Fischer wurde vom Bundesrath richtig als eine innere bezeichnet. Die scharfe Miß« billigung Fischer's durch den Bundesrath war durchaus gerecht- fettigt. Indiskretionen scheinen sich leider in unserem Lande Zu chronischer Krankheit auszubilden; dies Uebel muß jeden- falls da, wo unsere Beziehungen zum Ausland in Frage kommen, aufhören. Die Sucht, Neuestes zu bringen, vergeht fich leider oft gegen die Rücksichten auf das Landcsintereffe; patriotische Pflicht eines jeden Schweizers ist, in inter- nationalen Fragen möglichste Zurückhaltung zu beobachten und die Regierung bei ihrer schwierigen Arbeit zu untetttützen. Der„Rothe Teufel" war ein Schmäbblatt niedrig- Her Sorte, der„Sozialdemokrat", ein in der Schweiz wenig verbreitetes Blatt, wird für Deutschland von Deutschen ge- schrieben. Heber die Basler Schmähschrift ist die Untersuchung geschlossen und die Schuldigen werden ohne Zweifel ihren Lohn finden. Der Bundesrath will sein Möglichstes thun, um die Beziehungen mit dem Ausland gut zu erhalten, ohne dabei etwas preiszugeben. Unser Land darf nicht der Herd der Pro- vokation werden. Wir gewähren dem Fremden nur ein Asyl, so lange er sich dessen würdig erweist. Allen Umtrieben aber wird der Bundesrath rücksichtslos gegenüber treten. Das �chweizervolk will keinen Konflikt wegen Interessen, die nicht v'.e seinigen find. Der Bundesrath hat sich beschwert über die zeents proTocatenro, die eine wirkliche Gefahr bilden für den frieden und die Ruhe unseres Vaterlandes. Die extremsten Anarchisten sind meist solche, so Kaufmann, der Berather Stell- wacher's. Weitere Uederraschungen können einttetcn, es steht ?ber zu ermatten, daß Deutschland Abhilfe schafft, lieber vre Broschüren, die uns auch Anlaß zu Beschwerden geben, gehen wir hinweg, da wir einen etwas rauheren Luftzug cttragen wtinen. Zwei Lücken in der Gesetzgebung haben sich bemerkbar Mmacht: Die Unvollständigkeit des Bundesstrafrechtes und vrr Mangel einer einhettlichen Leitung der Polizei. Ein Glücklicher Zufall gestattet, daß Schröder nach Zürchettschem Recht bestraft werden kann. Der Bundesrath spricht nun in der Botschaft nicht von der Art der Verwendung des Kredites, er hat aber im Sinn, nur eine eidgenössische Zentralstelle zu schaffen und daneben kantonale Polizeibeamte gegen Bezahlung n Dienst zu nehmen. Die Unbestimmtheit des Vorschlages soll Ms aber nicht abhalten, den Kredit zu gewähren, der vom «undcsratd zur Wahrung der äußeren Sicherheit für nöthig er« Wut wird. Bundesrath Droz: Ich bin glücklich, daß der Bundesrath wußte. Dag erste Verhör sollte in Gegenwart de« ge- lwhlenen Gutes statisinden, und man wollte versuchen, ob wan vielleicht ein offenes Geständnih von dem Verbrecher ehalten könne. . Darin hatte man sich aber in Heßberger geirrt; denn wii einer ganzen Nacht Zeit, um über Alles gehörig nach- Zudenken, schien er zu dem Entschluß gekommen zu sein, Rues zu leugnen; es war daS letzte verzweifelte Mittel, um �nen UrtheilSspruch von sich abzuwenden— er wußte wenigstens kein anderes. sich mit der Kommission total einig sieht. Unser Land hat mit großer Entrüstung von dem Treiben der»genta provocateara aehött. Die Thatsachen waren schon bekannt, als Fischer seine Erklärung abgab, eine ganze Anzahl Zeitungen hatten sogar be- reits Details gebracht. Sobald ver Bundesrath die ersten Nach- Achten erhielt, beschloß er, der deutschen Regierung vertraulich Vorstellungen zu machen, in der Meinung, daß sie Maßregeln treffen werde, um einen weiteren diplomatischen Verkehr un- nöthig zu machen. Fischer hat nicht nur einen Disziplinarfchler begangen, sondern den diplomatischen Verkehr und unsere Pofi- tion erschwett. Kein Staat darf sich ungebührendcr Weise in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischen, besonders nicht in aufreizender Absicht. Wir haben unfern Staat, unser Haus gerne den fremden Flüchtlingen geöffnet, nicht aus Sympathie für die Personen, sondern um des Grundsatzes willen. Diese Leute haben aber unsere Gesetze zu respekttren wie wir selbst; sobald wir ihnen weitere Rechte einräumen, gehen wir zu weit in der Duldung. Wenn sie sich Unrechtes anmaßen, sollen sie unser Land räumen. Ganz eiaenthümlich steht ein Staat da gegenüber den Agitatoren, die sich als Agenten einer fremden Polizei erweisen. Sogar Neuschweizer Hoden schon oft die Sicherheit unseres Staates gefährdet. Die öffenttiche Meinung hat ihr Benehmen bereits verurtheilt. Die Kantone allein find aber nicht im Stande, Abhilfe zu schaffen. Der Bund muß da eintreten. Sobald einmal die fremden Anarchisten nicht mehr dasind, werden wir der politischen Polizei nicht mehr bedürfen. Jetzt ist sie noch nöthig. Ein Polizeistaat wird die Schweiz durchaus nicht werden. Wir find das demo- kratischste Land auf der Welt und gerade deshalb müssen wir weise, vorsichtig und streng sein. Die Fremden sollen wissen, daß die Schwerz nicht der Herd der Revolution sei. Dazu ist nöthig, daß Bund und Kantone gemeinsam sich anstrengen, dem Respekt vor unserer internationalen Pflicht Geltung zu schaffen. Das ist vereinbar mit unserer Freiheit— v"'"'' Unordnung dulden. Der weitere Diskussion und t»... stimmig die Forderung des Bundesraths. und ....___ L wir dürfen keine er Notionalrath verzichtete auf jede dewilligte bei 132 Anwesenden ein- Amerika. New-Dork, 9. März. Es ist eine Bewegung eingeleitet worden, um die Deutschen politisch strammer zu organistren. Zu diesem Zwecke hat sich eine„Vereinigte Deutsche Demokratie" ae- bildet, welche in ihrem Programm folgendes verlangt: Ab« schaffung der Zölle und Steuern auf nothwendige Lebens- bedürfmsse und Rohstoffe, was nicht Einführung von Freihandel bedeute; Bekämpfung der Monopole(Trusts): Anlehnung der in einer politischen Organisation vereinigten Deutschen an die demokratische Partei, welche für gesunden politischen Fortschritt und dem eingewanderten Elemente freundlich gesinnt sei, die Steuerlast erleichtem und den Handel befördem wolle, die Ar- deiter-Genossenschaften begünstige und gegen Prohibition sei. .Durch das ganze Land," heißt es dann wörtlich am Schlüsse ves betreffenden Aufrufs,„geht eine feindselige Stimmung gegen da? eingewanvette Element. Die Vetirrungen eines Häufleins von Fanatikern, die sich Anarchisten nennen, werden als Vor- wand und die republikanische Patte als Organ benutzt zu allen vorgeschlagenen Entrechtungs- und Zwangsmaßregeln gegen die im Auslände geborenen Bürger. Wir protestiren gegen unsere Jdenti- sizimng mrt genannten Fanatikcm. Jene Bewegung wird indeß sicherlich überwältigende Dimensionen annehmen, wenn wir nicht durch eine starte deutsche Organisation und durch die Unter- stützung der demokratischen Partei einen Damm errichten, welcher die Bewegung auf jenen Theil unserer Bevölkerung beschränkt, der vergessen hat, daß dieses Land eine demokratische Republik ist, die Heimath der Freiheit sein soll, daß die Vorfahren jedes einzelnen Bürgers Einwanderer waren und daß sich niemand es zum Verdienst anrechnen kann, in diesem Lande geboren worden zu sein, weil dieses Ereigniß ja ohne sein Zuthun er« folgt ist. Wollen wir auf die Entscheidung der bevorstehenden Kämpfe einen maßgebenden Einfluß ausüben, so müssen wir so- fott ans Werk gehen. Die Parteien rüsten sich bereits für die diesjährigen Wahlschlachten; denn nicht dlos eine bedeutsame Wahl, nein, drei Wahlen von größter Bedeutung haben wir New-Uorker im nächsten Herbst zu treffen. Die Bürger der Stadt entscheiden die Wahl des Bundes- Präsidenten, des Staats- Gouverneurs und des Mayors der Stadt. Und diese Entscheidung hängt wiedemm wesentlich von der Haltung der 70 000 hier wohnenden deutschen Stimmgeber ab.— Wenn diese „Demokraten" nur nicht das Schicksal ihrer deutschen Gefinnungs- genossen thellen. Aus Südamenka erhält die„Voss. Ztg." folgendes Stim- mungsdild: Die witthschaftliche Lage ist fottwährcnd sehr uner- quicklich, da man in der Papiergeldfrage zu keiner�auch nur hiesigen Kaufmannschaft beschloß, die Hälfte der Zölle unv übrigen Gefälle in Papiergeld anzunehmen, füllten sich die Staatskassen in wenigen Wochen mit 2 bis 3 Will. Papiersoles, da der Handelsstand den sinanz-ministeriellen Erlaß dazu be» nutzte, um möglichst schnell sein Papiergeld loszuwerden, seiner» seits dagegen den Rückfluß hemmte, indem er nur gegen Hatt» gcld verkaufte oder aber eine Preisfestsetzung(100—150 Papier» soles— 1 Sildersol) eintreten ließ, die einer Ausnahmeverweige» rung ziemlich gleich kam. Darauf hin zog die Regierung ihren. Erlaß zurück und bestand bei allen Zahlungen an die Staats» lassen auf Hartgeld, selbst für den Zollaufschlag, der zur Tilgung des Papiergeldes bestimmt war. Nun zeigte es sich aber bald, daß man bei den knappen Umlaufsmitteln in Hattgeld im Handel und Verkehr des Papiergeldes nicht ent» dehren konnte. Die Geschäfte begannen allgemein zu stocken. weil das Zahlungsmittel fehlte. Die Kaufmannschaft sah sich deshalb genöthigt, auf ihre alten Vorschläge zurückzukommen. Das Papiergeld soll im Handel und Verkehr überall wieder an» genommen, dagegen aber nur die Hälfte aller Zahlungen an den Staat in Hattgeld, 45 vom Hundert in gutem Papiergelde zum Kurse von 25 Papiersoles gleich 1 Silbersol geleistet und für die letzten 5 vom Hundert, die zur Tilgung bestimmt find. ausschließlich abgegriffenes, nicht mehr umlaufsfähigcs Papier» geld verwandt werden. Die Kaufleute sollen berechtigt fein. solches Papiergeld an den„Einäscherungsausschub" abzuliefern. der ihnen für dasselbe Empfangsscheine ausstellt, die alsdann von den Staatskassen im Bettage von 5 vom Hundctt der Zahlungen angenommen werden. Ob indeß die Regierung auf diese„Resolution" des„Handelsausschusses" eingeht, ist sehr fraglich. Sie würde nur einige Spekulanten begünstigen, ohne irgendwie eine Sicherheit dafür zu haben, daß der erwähnte Kurs von 25 Papiersoles gleich 1 Silbersol im Handel und Verkehr eingehalten würde. Zu der traurigen witthschaft» lichen Lage kommt die Sorge um die äußere Sicherheit des Landes. Es herrscht allgemein das Gefühl, daß wenn in Bo» livia der Chilenenfreund Dr. Aniceto Arce zur Präsidentschaft gelangt— und seine Wahl gilt nach dem Ausfall ocr Gemeinde- rathswahlen als sicher— der peruanische Besitzstand im Süden, das Departement Arequipa mit dem Hafen Mollando, das Dr. Arce als„Bolivias Fenster zum Stillen Ozean" ansteht. gefährdet ist. Dr. Arce soll in dieser Beziehung, felbstverständ- lich nach peruanischer Auffassung, mit Chile bestimmte Ab- machungen getroffen haben. Der Waffenstillstandsvertrag vom 4. April 1884 wird dem Schlußartikel entsprechend in einen endgiltigen Fttcdensvcttrag umgewandelt und das frühere bolivianifche Küstengebiet vom 23. Grad südlicher Breite bist zum Loaflusse mit den im Attikel 2 des Vertrages festgestellten Grenzen im Osten— von Salapegni an der argentinischen Grenze in gerader Linie nach dem Vulkan Licancaur, von da nach der Spitze des erloschenen Vulkans Cavana, von dort nach dem südlichsten Abfluß des Azcotansees, dann durch diesen See nach dem Vulkan Allagua und schließlich von diesem Punkte nach dem Vulkan Tua— ein für allemal an Chile abgetreten. wohingegen Bolivia bei der Besitzergreifung seines „Fensters zum Stillen Ozean" von Chile unterstützt wird. Auch im Norden wittert man Gefahr. Ecuador soll auf Betreiben Chiles seine alten Ansprüche auf die Provinz Tum- des, in der Petroleumlager vorhanden find und theilweise be» reits ausgebeutet werden, wieder geltend machen wollen, obwohl vor wenigen Monaten erst ein Abkommen zwischen dieser Re- publik und Peru getroffen worden ist, das die Schlichtung der Grenzstreitfrage durch ein Schiedsgencht festsetzt. Die kürzlich erfolgte Reise des hiesigen ecuadorianischen Gesandten, General Salagar, hängt, wie man hier vermuthet, mit diesem Plane zu- sammen. Indeß will es scheinen, als ob man in gewissen Kreisen diese„patriotischen Beklemmungen" nur zur Schau ttägt, um sich ihrer, wenn sie erst bei den Massen festsitzen, als geeignetes Stimmungsmittel für den Vettrag Grace-Aranibar zu bedienen, der dann nicht nur als der Retter aus dem wirth- schaftlichen und finanziellen Elende gilt, sondern auch die Sicherheit gegen die angeblichen bolivianischen AncignungS- gelüste gewährleisten soll. Wie verlautet, hat die Regierung in aller Stille einige Aenderungen mit dem englischen Komitee der Bondholders vereinbatt, um den Vertrag abermals dem Kongresse vorzulegen, wenn Chile seinen Einspruch gegen denselben zurückgezogen hat.— In Ecuador ist, wie es scheint, die Wahl des konservativen Dr. Antonio Flores zum Präsidenten der Republik gefichett, da die Liberalen mund- todt gemacht stnd und der fronoirende rechte Flügel der konservativen Partei keine geeigneten Gegenkandidaten gefunden hat. (Einer inzwischen eingegangenen Drahtmeldung zufolge ist die Wahl erfolgt. Red.) Dr. Flores ist ein Sohn des Generals �lores, der die Meuchelmörder des Großmarschalls Sucre, des ftrtffprtftpfrtfiffcm------- � �' v| wtyiv- gw W»ItW UiAlty 11144.. w» V»v«&/vvWV4/t4M&UtVK4 4JtÖ CI)Clll£) einigermaßen leidlichen Lösung gelangen kann. Die Regierung Waffengefährten Simon Bolivar's, gedungen und die Loßreißung ist zwar vom besten Willen beseelt, den Uebclständen zu steuern, I Ecuadors von der Zentralrcpublik Colombia betrieben hat, und» allem sie ist den Verhältnissen nicht gewachsen. Ihre schwan- I vann n»------.....""~ kende, unsicher hin und her tastende Finanzpolstik hat in vielen Beziehungen die Lage eher erschwert als erlerchtet. Als die Re- gierung im Dezember v. I. unter dem Drucke der allgemeinen Erregung, die hier wie an anderen Plätzen zu Ausschreitungen führte, und beeinflußt von einigen leitenden Persönlichkeiten der meine Herren. Zu was zahl' i denn sonst a Jahr'l nach'n an- dern auf mei' Polizz'n ein?" Mit so heiterer Miene wurde noch nie in einem Versichcrungsbureau ein Brandschaden aus- geglichen wie dieser. Man gab dem drolligen Kauz nur noch den Rath mit auf den Weg. daß er seiner wackeren Ehegattin für die Zukunft größere Vorsicht bei ihrer Nachttoilette empfehlen —"ge. Zlngliick beim Gebranch van Kchießgemrhre». Aus geschrieben: Am letzten Sonntag -.4 D~L.----' möge (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und Ledeu. Lüfuf � Theater" bleiben die Aufführungen des q»'n-ls„Die berühmte Frau" noch bis Ende künftiger Woche lltii,!6®*' da Herr Kadelburg und Herr Engels bis dabin auf ssi�d abwesend sind. Die erste Wiederaufnahme des Stückes demnach am Sonnabend. 31. d. M.. statt. sW>-.. r' der'» genau nimmt. Bei der Wiener Ver- gen», �'Gesellschaft in der Himmelpfortaasse— wir geben die Üulf"e Abreffe an, da man sonst das Geschichtchen für erfunden Lotiv!..""ir— erschien dieser Tage ein behäbiger Mann vom Unx f sisichst Wien mit einem kleinen Päckchen unter dem Arm aeg.„"tasentirte eine Verflcherungspolize auf Möbel und Kleider traft" Brandschaden.—„Js die Schrift in der Ordnung?" -' m-"'-----" erwiderte dieser. v" Jufft»,'00 aus dem mittlerweile geöffneten Päckchen den I.,sga>mengefaltetes— Frauenhemv hervor, breitete es auf 'N d-r% des Hauses aus und machte die Beamten auf die eine Hücke« f bat gänzlich verkohlte Hälfte dieses delikaten Kleidungs- Ebenda �»ktam. Seine Frau sei, so erklärte er, gestern s'Ner„' wahrend sie in der üblichen Weise Vorkehrungen zu fS�rnen"orten Nachtruhe traf, dem Kerzenlichte zu nahe ge- wodurch der vorliegende Brandschade entstand.„Zwa ' schloß er,„als Schadenersatz werd'n net z'viel fein, der 20. Rkärz, wrrd........y.... wvmuwy Nachmittag, den 18. d. M., ereignete sich in dem etwa zwei Stunden von Chur entfernten Bcrgdörfchen Castiel ein schwerer Unglücksfall. Die jungen Leute des genannten Ortes führen jeweils im Winter einige Theaterstücke auf, so auch diesmal. Am Sonntag war Probe von den Stücken„Der Postillon von St. Gotthardt" und„Die Lieder des Musikanten". Kaum hatte die Probe zu dem ersten Stück begonnen, als sich folgendes Drama abspielte: Einer der mitspielenden jungen Männer hat ein junges Mädchen mit einer Gemse zu verwechseln und ersteres niederzuschießen. Zur Finairung der Szene gebrauchte man eine seit vielen Jahren aus Gebrauch gesetzte Jagdflinte, die an der Wand hing. Das Mädchen, ein dralles Kind der Berge, bemerkte, es müsse ein Zündhütchen auf das Gewehr gesetzt werden, damit sie auch ordentlich den Knall vernehme und nur rechten Zeit niederstürzen könne. Gesagt— gethan. Die Probe nimmt ihren Fortgang. Die soeben geschilderte Szene kommt-- ein Schuß— und das Mädchen stürzt zu Tode gettoffen zu Boden! Allgemeine Ueberraschung! Niemand ahnte, daß die so lange nicht zur Verwendung gekommene Flinte geladen war! Dem Mädchen, 19 Jahre alt, Namens Katharina Gartmann, waren einige Schrotkörner in die Schläfe, bezw. in das Gehirn gedrungen. Sie verschied nach wenigen Minuten. Der unglückliche Schütze heißt Peter Buob und ist verhaftet. Er wird wegen fahrlässiger Tövtung vor das Kantons- gericht gestellt werden. Zleber die Erfindung eine« neuen Webstuhl» wird der„Züricher Post" folgendes geschrieben: Ausländische An- Hänger des Erfindungeschutzes haben den Schweizern oft den Vorwurf gemacht, daß sie weniger darauf ausgehen, selbst zu erfinden, als die Erfindungen anderer nachzuahmen. Diese Be- hauptung wird wieder einmal Lügen gestraft durch zwei momentan in der zürcherischen Seidenwedschule im Gange befindliche, von Herrn Ingenieur I. Haggenmacher in Zürich nach dem System Wassermann- Haggenmacher konstruirte Seiden- handwebstühle. Die Leistungsfähigkeit dieser Stühle, bei denen der Zettel senkrecht steht und das Schiffchen unter dem ___ v>V4VlltflU ÜClUtüCH QOTf UttÖ� dann der erste Präsident der neuen Republik Ecuador gewesen ist.— Der Baron de la Riviere ist kürzlich in Chilalaya ange- kommen, nachdem er fast ein Jahr am Tipuani, einem Neben- flusse des Magiri zugebracht hat. Er spricht begeistert von dem Golvreichthum der Gegend, aus der die alten peruanischen Jnka'S ihre goldenen Schätze bezogen haben sollen; aber ebenso düster Blatt durchgeht, ist— nachdem Herr Haggenmacher den Kraft- bedarf derselben auf ein Minimum redunrt hat— eine ganz bedeutende. Ein geübter Handwerker wird mit einem derartigen Handstuhle verbesserter Konstruktion eine durchschnittliche Leistung von 90—100 Schüssen in der Minute erzielen. Dieses Wasser» mann- Haggenmacher'sche System läßt die mannigfachste Äer- wendung und Variation für fast alle Branchen der Weberei zu. So erstellt zum Beispiel Herr Haggenmacher einen mechanischen Baumwolldoppelstuhl für die Produktion von Massenartikeln nach dem genannten System, welcher die geradezu un- erhörte Leistungsfähigkeit von 340 Schüssen in der Minute auf- weist. Gin uralter Malb. An der Küste der Bretagne, gegen» über von St. Malo, bat die Hochflulh während der letzten Stüi me eine wohl 3 bis 4 Meter dichte Sandschicht am Fuße der Felsen von Saint- Enogat und Saint-Lunaire bei Seite ge» spült und die bereits in Verkohlung begriffenen Reste eines uralten Waldes bloßgelegt, der einst den Namen„Forst de Scissey" führte. Zur Zeit der römischen Invasion bedeckte er auf weite Strecken das damalige, zum Theil im Meere ver- schwundene Uferland. In der Mitte dieser allmälig mit Klöstern erfüllten Waldcsherrlichkeit erhob sich dereinst der berühmte Mont Sain-Michcl, der, ehemals„Mont Tembe" genannt, heute auf einer kahlen Küste emporragt, welch' letztere von der hohen Fluth bereits gänzlich überschwemmt wird. Der Wald war schon im 10. Jahrhundert verschwunden und Resten desselben begegnet man noch häusig bei verhältnißmäßig niedriger Wasser- tiefe. Nach einer Statistik erhob sich im Jahre 709 der Meeresspiegel der höchsten Fluth nur um 12 Meter über den Meeres» spieael der heutigen tiefsten Ebbe, heute dagegen um 15,50 Mt.; mithin ist der Meeresspiegel in jedem Jahrhundert um 33 Zenti- meter gestiegen. Kuddhistischr Klosterstrafe«. In einem buddhisttschen Kloster bei Canton erschienen kürzlich eine Anzahl Mönche und Nonnen, um das Ordensgelübde abzulegen. Unter ihnen de- fanden sich zwei junge Mädchen von seltener Schönheit, auf welche, nachdem die übrigen fort waren, von zwei Mönchen ein Attentat verübt wurde. Der Abt dittirte den Schuldigen zwanzig Hiebe auf den bloßen Rücken in Gegenwart sämmllicker Kloster» insaffen zu. Die Strafe machte aber die beiden Mönche so wild, daß sie mit Messern auf den Abt losgingen. Dieses Mal beschloß der Abt, ein Exempel zu statuiren. Er ließ die Beiden binden und ins Krematorium bringen, wo sie in Gegenwart aller Klosterbrüder und der Dorfbewohner verbrannt wurden. I fi seine Schilderung de« KlimaS. Von 200 Mann, mit denen er seine Erforschunasrcise'antrat, find mit ihm nur etliche 30 Mann zurückaekommen, die übrigen find den Gefahre» deS KlimaS, dem Fieber, Fnsektenbiffen u. s. w. erlegen. Soziales««d Arveiterbewegnng. Ei« KLrs'chnerstreiK ist in Leipzig und Umgegend aus» gebrochen, worüber uns folgendes geschrieben wird: Seit meh» reren Jahren sind die Kürschner Leipzigs und Umgegend von ihren Prinzipalen aufgefordert worden, einen einheitlichen Lohn- tarif aufzustellen. Es ist dies nicht leicht, da hierbei außer Leipzig noch fünf Ortschaften in Betracht kommen, und zwar Rötha, Schkeuditz, Markranstädt, Lindenau und Plagwitz. Der Tarif ist aber dennoch fertig gestellt worden und die Herren Prinzipale find jetzt über denselben so ungehalten, daß sie den Gehilfen einen von ihnen selbst ausgearbeiteten Tarif vorlegten, mit dem Verlangen, denselben anzuerkennen. Da nun die For- detungen der Arbeiter so niedrig und human find, haben die- jelben einstimmig beschlossen, energisch für die Annahme ihres Tarifs sestens der Prinzipale einzutreten. Es haben seit dem 16. März über 400 Gehilfen die Arbeit niedergelegt. Dieselben bitten ihre auswärtigen Kollegen, sowie die Arbeiter aller Ge- werke, die Streikenden mit Rath und That zu unterstützen. Etwaige Anfragen und Sendungen bittet man an Emil Heyne, Kürschner in Markranstädt, zu adresfiren. Die Kürschner(Zu- richterbranche) von Leipzig und Umgegend. Im Auftrage: Emil Heyne._ Z»« Ktreik in der Howaldt'sche» Fabrik in Diet- richvdorf bei Kiel wird uns unterm 21. März folgendes geschrieben: Leider find wir noch immer nicht in der Lage, über den Streik in der Howaldt'schen Fabrik günstiges berichten zu können. Die Herren Unternehmer zeigen sich nicht nur zu keiner Unterhandlung bereit, sondern fahren fort, durch erneute Maßregelungen die bestehende Kluft ,u erweitern. Nachdem, wie wir schon gemeldet, am 16. d. M. die ersten Entlassungen von Kollegen auf der Werst stattgefunden hatten, weil die Ar- beiter sich weigerten, Arbeiten tn der Kesselschmiede fettig zu stellen, wurden am Montag, den 19. d. M., abermals 33 Ar- heiter aus demselben Grunde entlassen. Damit ist die Zahl der Streikenden wieder auf 204 Mann gestiegen. Wenn auch manche jüngeren Kollegen bereits abgereist find oder in der nächsten Zeit abreisen werden, so bleibt die Zahl der zu Unter- stützenden dennoch eine große. Deshalb, Kollegen, haltet den Zuzug fern und unterstützt uns nach Kräften, dann werden wir siegen. Mit kollegialischem Gruß. Das Streikkomitee. I. A.: H. Lensch. Au» Apolda wird dem bekannten Fabttkantenmoniteur, dem„Zentralblatt für die Textilindustrie", über die Lage deS Textilaeschäftes geschtteben: „Gern möchte mancher Arbeitgeber sich den Stamm leistungs- fähiger Arbeiter fichern, wenn er in der Lage wäre, über die nothwendigen Geldmittel zu verfügen, um die stille Zeit der Einschränkung der Arbeit und des Lohns über- winden zu können. DaS findet natürlich nur Anwendung auf die Hausindustrie der Meister, die G r o ß i n- d u st r i e l l e n mit ihren ausländischen Waarenlägern lassen die bekannten stets gangbaren Stapelsachen auf Lager weiter anfettigen, allerdings auch zu reduzirten Arbeits- löhnen. Dem Fadttkanten werden seitens der Be- steller ebenfalls aedrfitfte Preise gestellt, er steht fich infolge dessen genöthiat, die Waare billiger herstellen zu lassen und dem betreffenden Meister mit bestimmtem Akkordpreise an die Hand zu gehen. Hat er billige Arbeitskräfte, so ist ihm die Anfettigung vielleicht möglich' So treibt ein Keil de« an» dern, und die Kosten dieser Treiberei zahlt der Proletaner. Wie anschaulich schildert dieser Handelsdettcht die klägliche Hilflofig- keit der kleinmeisterlichen Hausindusttte, wie deutlich zeigt er, daß das Unternehmetthum für seine etwaigen Verluste sich stets schadlos hält am— Arbeiter. Niederdrücken der Löhne ist die Parole. Ale chemisch« Z«d»stel« flottrt in Deutschland. Wir haben bereits früher die Stattstik fetter Dividende ae» liefett, durch welche die chemischen Fabriken so vottheilhaft für die Aktionäre find. Die Ausfuhr Deutschlands an Anilin- färben ist von 2,14 Millionen kg im Jahre 1880 auf 5,7 Millionen kg im Jahre 1886 gestiegen. Wer die Jammer- gestalten z. B. der Ludwigshafener Anllinsabrik- Arbeiter gesehen hat, weiß sofort, w i e diese Blüthe der Farbenindustrie zu Stande kommt. Hungerlöhne, ungesunveste Beschäftigung» die den ganzen Körper mit Farbstoffen so tränkt, daß die Ar- better mit rothen, blauen, grünen Gefichtern herumlaufen» langen Arbeitstag, Ausnützung von Weibern und jugendlichen Arbeitem ov nusse, das rst die Ursache des Aufschwunges der chemischen Industrie. Ale eusftichen Kauern, die als Haus industrielle mit Baumwollweberei, Leinenproduktion, Herstellung von Filzen, Hanf und Wollenwaarcn, sowie mit Spiycnllöppelei sich beschäftigen, leiden unter der drückenden Konkurrenz der Groß« industttc. ES treten lokale Krisen ein, und der rusfische bäuerliche Handweber, Klöppler, Spanner geräth in bitterste Noth, wenn nicht der Feldbau dm Ausfall der Heimarbeit deckt. Der Kapitalismus kehtt fich nicht an Väterchens Abso- lutismus, er ist viel absoluter als der Zar und herrscht am Don und an der Newa so gut, wie an der Seine, Spree und Themse. Theater. Sonnabend, den 24. März. GpnwKa»«. Geschlossen. Kcheusplelka»». Geschlossen. Deutsche» Uheatee. König und Bauer. Döullue*- TKeater. Seine junge Frau. TeaÄal-TKeate». Die Himmelsleiter. VHefcvich-»llk-lmitädttsche»«tzeater. Die Hochzeit des Reservisten. UlKt»»la-TK»at«?. Die Reise um die Well in 80 T«igen. V�s«d»UK»at-r. Unsere braven Jungen in der Kaiserstadt. 3UR»»*y-TK»«t«». Francillon. �!-»»»Sl««c--SK»ate». Pariser Lebm. P«llnüU-Cl|««l»ir. Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Ammtotu-Ttzeut»». Spezialitäten-Vorstellung. JfurWtÄ. Spezialitäten- Vor- ufwmnu» stelluna. »Kurdia- Theater. KauKurd stelluna. StzMte»»er Ztelchohalle«. Vorstellung. Spezialitätm- Vor- Spezialitäten- KiroiMlisd)« Wster. Nlexander-Straße 40— Kurze Straße 6. Gastspiel des Frl. jda Müller. Zum%. Male: Novität I Novität I Gerechtigkeit oder: N»fch«ldtg versrtheilt. Schauspiel in 5 Atten von W. Friedenstein. OSmmtllch« Kou»««d Passe partout«, gleichviel welchen Datums, find grllig. Kouutog: Nachmlttag«»Kl»der»orsteU«ng. Robinson Crusoe. 1. Parquet 25 Pf. Loge und Fauteuill 50 Pf. Boriinop Ktadt- Theater Mallnettheaterstraße 15. PhUippwe Welser. Vaterländisches Schauspiel in 5 Atten von O. v. Redwitz. Vor und nach der Vorstellung im Tunnel: Stojk» Keazftrt von T keodo» Frauke. Anfang der Vorstellung 7t Uhr._ MistuMisches Theater. Dresden erstr. 72. Direktion: Adolph Emst. Zum 185. Male: »Schuhenlis�. Gesangspoffe in 4 Atten von Leon Treptow. Kouplets von G. Görß. Mufik von G. Steffens und Franz Roth. Lisi: Bert» Fe.dau. Hedwig: Olga Dwopak. Asta: Clapa Heimop. Liese: Roaa Lid. Felix: Hugo Haoakori. Franzi: Adolph Kratx. Max: Paul Bartheld. Stöpsel: Dir. Adolph Eraat. Im 4. Att: Francillon-Parodie,"MF vorgetragen von Oerta Felda« und Dir. Ad. «rast. _ Anfang 7i Uhr. flppr Tetepho«- Anschluß Amt IX. Sv. 0732. Den Mitgliedern des Vtt,lu\nt Wiihrmts der Ivteresses Itr Klavittttbelter zur Nachricht, daß der Kollege Friedrich Kessler am Mittwoch, den 21. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. d. M., Nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle deS neuen Jakobi-KirchhofS in Britz statt. Um zahlreiche Bethettigung bittet 620] Ae» U»rsta»d. Passage IT». 9 M.- 10«. Kalaer-Panoraata. Zweite Reise Gber- Ftalle«. AlllaZlrl«. Karser Friedrich III. Aufdahruaa Kaiser Wilhelm I. Neu! Zum ersten Male: II. Wanderung durch die TSrkel. Rne Reite 20 Pf., Kinder nur 10 Pf. Abonn. Kachv. sämmtl. a« HolzbearbeituxgS- Maschixe« beschäst. Arbeiter. Moutag, den 26. März, Abends 8i Uhr, jdei Kager, Grüner Weg 29, Mitglieder- PersA««lUNg. Tagesordnung: Innere Vereinsangelegenhetten. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 615] Der Vorstand. Fachverein der Posamentiere u. Berufsgenossen. Versammluag Woulag, den 26. März, AbendS Ss Uhr, im Koulgstadl-Kastuo» holzmarttstraße 72. T.-O.: l. Vorstandswahl. 2. Verschiedenes und Fragekasten.— Es ist Pflicht jeden Mit- gliedes zu erscheinen. 617] Der Vorstand. Cigarren und Tabake von 26 O. Kleinp Ritterstraße 15. Das. Zahlstelle d. Güttler u. Bronzmre(E. H. 60). Verein der Sattler u. Fachgen Heute, Kouuakeud, 24. März, Abds. 8h Uhr» Versammlung in Tratmell'» Kirrhalle», Kommanvantenstt. 77—79. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht.— Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch bittet 626] Der Vorstand. KS»lgl« Preaß. 178. Klaff.-Sott Ziehung I.#L 3.«ud 4. AprU er. vrlgluaUoose auf Arpatrcheiu« M. 50, V. M. SS, V« Di. IS'. ZlutkeU» l/»'/» 1/'«'/w l-»f, M.«.SS 3.S5 1,75 1 Gleicher Preis für alle Klaffen. Planmäßige Gewinn- Auszahlung ohne 604] Abzug. DI Borlln C.j ♦ e™"" 9 Spandauerbrücke 16. NNUNS Prospekt« groll*. Nerhaste Teppiche! Zla�oeendete�Jnventur auch an Private. Panama- Kopha- Teppiche. 2 Meter groß» Stück 4,50 M. OrSssel- Teppiche, 2 Meter groß Stück 6 M. Arrrllchr Kalou-Teppiche fehlerhafte). Stück 10. 15, 20 und 27 Marl. Werth das Doppelte! Woll- Atta»- Ktepp' decken(imit.), Stück 7,50 M.. echt engl. TiUi- Bardiuen, Stück von 22 Meter, 12 Marl. % Emil Leßyre, cSlÄ Wegen Verlegung meines UObelgeachAft» am 1. April d. I. nach Wtlheimft». 11* sämmtliche Möbel bedeutend billiger. 573] H. Merlach, Köthenerstr. 4 Eine frdl. Kchtafstelle an 2 Herren zu ver»- Adalbertstt. 63 vorn 3 Tr. bei Frau Vogel. Zum Wohnungswechsel empfehle Gardinen, Teppiche, Möbelstoffe, Tischdecken, Kett- und Vultvorlagen, Kteppdecken, reelle Qualitäten und Englische Tüll-Gapdinen, 2 Seiten mit Band, per Meter von 4ö Pf. an. Teppiche mit kleinen Webefehlem von 5 Mk., Kettuorlagen» Stuck von 1 Mk. 10 Pf. an. Kophakissen, Stück 85 Pf.. Tülldecke« 50 Pf.. Antimarüaffeu 15 Pf. L.____ Keuheiten in Kruhfahrsstoffen und Kesiitzen._ Wegen vollständiger Aufgabe meiner Damen-Confektion„Ausverkauf" hochmoderner Regenmäntel. Jaquets, Mantelets, Promenadenmäntel, v. 5 M. an. SO., Oranienstrasse 29, Ecke Adaiberistrasse. Philipp Kmhhm WSkel, Spiegel und Uolsterwaarm«Ml wegen Ersparung der Lavc�Äl dillig K»«u»»«st»aKe%% p% «ud Kakaus«w Theilzahlung nach Ubercw � Nerantwottlicker Redakteur: K.«r-uh-im in«ettin. Druck und Verlag von Ma» O«»lag in Berlin SW., B-uthsttaße 2. St«rza«im« i an- Wie lofig- t«; st» !öhne tcter ich- Beilage zum Berliner Volksblatt» »x. 72. Ssmml»eitd» den 24. Marz 1888. a Zichr?« Die Jlrteiierinnen der JOafcRcfafr-iafim und der Jlonfetüou�tiQucfte. Von Dr. Bruno Schoenlonk. („Neu- Z.U.") (Schluß.) Man hat gesehen, wie kläglich die Lohn- und Arbeitsver- hältniffe gerade in diesen Erwerbszweigen sind. Demgemäß ist die Lebenshaltung auch eine durchaus traurige. Wenn in ver- schiedenen Berichten gesagt wird, daß zwar der Verdienst ein schmaler und unzureichender sei, daß jedoch viele Arbeiterinnen durch ihre Familicnangehörigkeit vor der sonst unvermeidlichen Nvlh geschützt seien, so trifft dies doch nur zu für solche, die zum «leinbürgerthum und zu den besserfiluirten Bevölkerungsklassen gehören, die ihre industrielle Thätigkeit blos als Nebenerwerb betreiben. Die Töchter und Frauen von Industriearbeitern haben so gut wie keinen RückHast an ihren Familien, müssen sie doch gerade in unserer Zeit, welche die Frauenarbeit an Stelle der Männerarbeit setzt, oft allein die ganze Familie er- nähren. Vor allem fehlt in der offiziellen Veröffentlichung eine Statistik der Ardeiterinnen nach ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Schichten. Nur das Eine zeigt sich klar, daß der Grund- stock dieser Arbeitergruppe ein rein proletarischer ist. Ebenso- wenig wird man ziffernmäßig darüber unterrichtet, wie hoch der Viozentsatz der alleinstehenden Arbeiterinnen ist, was sicher ein wichtiger Moment in der Beurtheilung der einschlägigen Ver- hältniffe ist. Die Ernährungsweise einer Berliner Wäschearbeiterin wird trefflich charakterisirt durch folgendes Tagcsbudget. Es muß täg- uch von ihr ausgegeben werden: für Schlafstelle und Kaffee......... 0,20 M. » zweites Frühstück(Butterbrot)...... 0,15„ • Mittagessen, welches gewöhnlich in der nächsten Restauration, sellener m Volksküchen eingenommen wird........... 0,30„ „ Vesper•■•••••••••••• 0, lo ,, « Abendessen............. 0,20„ . 2 Flaschen Bier........... 0,20„ Zusammen 1,20 M. oder für die Woche von 7 Tagen 8,40 M. „ Wie man gesehen, verdient solch' eine Arbeiterin oft nur 5. 8, 9, 10 M. wöchenttich. In Posen„wohnen die Arbeite- rinnen zum Thell in ihren eigenen Familien, zum Theil und rnsbesondcre dann, wenn sie angefangen haben, sich der Pro- Ititution zu ergeben, in anderen Familien. Die Wohnungs- verhästvisse sind je nach den Nebeneinkünften aus der Prostitution besser oder schlechter. Es werden von den Arbeiterinnen gezahlt für eine unmöblirte Wohnung im obersten Stockwerk eines Hauses durchschnittlich 10 M. pro Monat, für eine Schlaf- stelle mit beliefertem Bett 4,50 M. pro Monat, im Besitz von eigenem Bett! und eigener Bettwäsche 3 M. pro Monat. Bei Arbeiterinnen bildet, so lange sie sich der Prostitution nicht er- geben haben, die Kattoffel das hauptsächlichste Mittel der Er- Währung; auf das Mittagessen kann, nach ihren eigenen -'ngaben, nicht mehr als ein Betrag von 20 Pfennigen verwendet werden." Also Arbeit und Prostitution, ststcheulichste Ernährung, wenn nicht zur industriellen sexuelle Exploitation tritt. So wie die Dinge liegen, ist die Prostitution für diejenigen Arbeiterinnen, die keine anderweitige Unterstützung haben, die einzig mögliche komplementäre Erwcrbsmcthode, falls sie es nicht vorziehen, Hungers zu sterben. Das wird auch in der reichs- °wllichen Publikation ziemlich offen zugegeben. _ Berlin:„Prostiwirte Dirnen, d. h. solche, welche durch �Mgabe ihrer Person an Jedermann ihren Erwerb suchen, find Unter dm Arbeiterinnen nicht zu finden.... Häufiger aber wmmt es vor, daß Arbeiterinnen, welche ungeschickt, leichtfinnig, �uhsuchtig sind und keine Angehörigen haben, sich freiwillig der «ostitution zuwenden, oder gezwungen dann, wenn in ge- Mft-losen Pettodcn die Gelegenheit zur Arbeit und zum ««dienst gänzlich fehlt..... Daß die Arbeiterinnen für Kon- Uionsgeschäfte infolge des hier herrschenden großen Langels häufiger unter die Zahl der Proftituirten gerathen, richtig sein." Erfurt:„Soweit die Näherinnen einen un- Uttlichen Lebenswandel führen, dürften sie hierzu durch ihren flmngen Verdienst veranlaßt werden. Andcrweite Umstände, u�khe dazu führen könnten, sind im allgemeinen nicht vor- Händen." Wütttemberg:„Ein Tbeil der Arbeiterinnen fällt der Prostitution anHeim. Und das trotzdem z. B. die Heim- arbeitcttnnen, welche„auf diesen Erwerb ausschließlich oder hauptsächlich angewiesen sind, zu einem außerordentlich ange- strengten, häusig bis tief in die Nacht hinein fortgesetzten Arbeiten genöthigt sind, um sich nur notbdürftig durchzubttngen. Daß hierbei die Gesundheit und mit der Zeit auch die Erwerbs- fähigkeit notbleiven muß, ist zweifellos." Der innige Zusammenhang zwischen Roth und Prostitution zeigt sich wieder einmal in aller Deutlichkeit. Man muß nicht vergessen, daß neben der offiziellen, polizeilich registritten und überwachten Prostitution es eine viel umfassendere offiziöse giebt. Die gelegentliche Prostitution, die periodisch ein- tritt, wenn industrielle Kttsen, Schluß der Saison, Arbeitslosigkeit Tausende von Weibem außer Brot werfen, läßt sich nicht so leicht polizistisch-bureaukratisch buchen, aber der unbefangene Beobachter kennt diese pathologischen Erscheinungen unseres gesellschaftlichen Organismus. Es giebt eine fluttuirende Prostitution, die dem Auf- und Ab des Wirthschaftslebens ent- spttcht. Industriell erploititt und doch prostituitt, das ist das Schicksal zahlreicher Lohnarbeiterinnen der Konfektionsbranche und der Wäschefabttkation. Schon Parent- Duchatelet fand unter 3084 Pattser Dirnen 1559 Nähterinnen, 285 Posamentir- arbeitcrinnen, 284 Flickerinnen. Uns fehlt in Deutschland eine Prostitutions-Statistik. Eine Enquete hat der Reichstag bereits 1876 vom Reichskanzler— erbeten. Bis heute ist dieser Wunsch nicht erfüllt worden. Aus einer solchen Statistik würden wir erfahren, wie viele Prostituirte früher Lohnarbeitettnnen in den beiden genannten Branchen gewesen find. Nach dem Voraus- gegangenen leuchtet ein, daß die Proletaricttnncn dieser In- dustricn ein ganz bedeutendes Kontingent zur Prostitution stellen müssen. Wir sind am Ende. Ein kläglicheres Bild als das, welches uns die eben vorgeführten offiziellen Mittheilungcn entrollt, läßt sich kaum denken. Das ist die Lage der Arbeiterinnen im Lande der Sozialreform! Die Lage der Arbeitettnncn nicht in einer verkommenen Industrie, die der Konkurrenz Nrämcrhafter Engländer" erliegt, sondern einer Industrie, die„Deutschlands Stolz und Größe" ist, einer Jndusttte, in der Deutschland jede Konkurrenz auf dem Weltmarkt immer siegreicher aus dem Felde schlägt. „Die Konfettionsbranche," schreibt der Bettchterstatter der Erfurter Regiemng,„wird in Erfurt seit 1849 en%roa betrieben, und zwar in einem bisher ständig wachsenden Maße. Obwohl einzelne Firmen in neuerer Zeit an anderen Plätzen ein zweites Domizil begründet haben, ist bisher doch in keiner Weise ein Rückgang zu konstatiren. Einzelne Artikel, insbesondere Regen- mäntel, können sogar auf dem Weltmarkt als eine Erfutter Spezia- lität dezeichnet werden. Die großen Fabrikanten klagen auch, soweit sie sich offen aussprechen, nicht über schlechte Zeiten. Ein Preisrückgang scheint zwar stattgehabt zu haben. Soweit ich mir aber ein Urtheil zu bilden vermochte, ist die Differenz im Allgemeinen auf die für die Firmen beschäftigten Meister und deren Personal abgewälzt worden." Eine der Methoden, der modcmen Vulgärökonomie, die Interessen der Kapitalisten zu vettrcten, besteht darin, daß sie die einzelnen Kliquen der- selben ideologisch verklärt, indem sie ihnen die Namen wesen- loser Abstraktionen beilegt, die über allen Klassengegensätzen stehen. In der Thah wie roh, wie materialistisch klingt es, von den Profiten der Schnapsbrenner und Zuckerfabrikanten zu sprechen; wie ethisch, wie idealistisch verklätt erscheint dagegen der Kultus der nothleidenden„Landwittbschaft!" So ist es auch mit dem Wöttchen„Industrie". Wie die„Landwirth- schaft" ist auch sie eine Göttin, von den modcmen Pfaffen des goldenen Kalbes erfunden, damit das arbeitende Volk sie verehre und anbete und darüber seine eigenen Leiden 06 0&a§ die„Blüthe der Landwitthschaft" für das Volk that- sächlich bedeutet, erfähtt Deutschland tagtäglich immer mehr. Welche Segnungen dem industriellen Proletariat aus der „Blülhe der Industrie" ersprießen, zeigt die Lage der Arbeite- rinnen in der Wäschefabrikation und Konfektionsbranche. Blüthe der Industrie bedeutet heutzutage rasche Akkumulation von Kapital: diese aber geht Hand in Hand mit der Akkumu- lation von Proletariat._ �pr Salmiarfeier eines Lasters. (Schluß.) v Nf.* Bild, das wir ausrollen wollten, wäre aber nicht Zuständig, wenn wir den schmauchenden Leser nicht auch einen Blick in eben jene dumpfen Werkstätten werfen in die arbeitsvollen Werkstätten einer Nation zu {jau«i, mehr nützen, als mit einem Male vor den Anblick r Produktionsstätte gestellt zu werden, aus der ein Er- �gniß kommt, an dem er täglich Freude oder Genuß hat, yne eine Ahnung davon, unter welchen Bedingungen es Von zuverlässiger, leidenschaftsloser Hand sei dem f.- mit wenig Strichen das Bild der Arbeitsstätte eines putschen Zigarrenarbciters skizzirt— die klassische Schilde- % /Q stammt auS dem amtlichen Berichte eines preußischen ukaufsichtsbeamten.„Die großen Firmen, welche die r r.... beschäftigen in ihren eigenen � �-•»-»"-fr 3: z�arrenfabrikation betreiben, «Qfwr" me'st nur kie Sortirer und uvenanen vir j"l,che Herstellung der Waare sogenannten Hausarbeitern, iitch �en 2abat liefern. Sowohl in Kellern, wie so' unter dem Dache, oft in den kleinsten Räumen zu- Men??llepfercht, habe ich in diesen Arbeitsräumen soviel Die t1 angetroffen, wie eben Platz zum Sitzen hatten. üeschloffenen Fenster sind ohne jede Ventilationsvor- schlug. Eine vielleicht schon seit länger defekte Fenster- Die o Wut�e als zur Luftern eueruna bestimmt vorgewiesen. '•ner s!Ute stÖen«m diesen Räumen so gedrängt, daß, wenn Äeii, �stkben hinausgehen will, die ganze vor ihm sitzende leo. stch erheben und die Schemel auf die Arbeitstische u Muß, tnnrhpn. Für je 4 Arbeits- i MIIV v»v■—-y-, .UM ihm Platz zu machen. Für je 4 Arbeits- »öenV e e'ne Petroleumlampe angebracht, welche, auch Zitier n'c�t leuchtet, doch riecht. Meistens dient ei .Hesi.- stad deshalb rothglühendcr eiserner Ofen zur Plätze *'U eine lletroieumiuiuf-c-----,, Meistens dient ein zu Hej. und deshalb rorygiuyenoer eiserner Ofen zur WjJP der Räume, oder besser gesagt zur Ueberhitzung c' denn die an eine sitzende Lebensweise gewöhnten sind außerordentlich frostiger Natur. Ueber den Köpfen Lokales. Ein neuer Keitrag zur Lösung der sozialen Frage. Wir leben in einer Zeit der Volksbeglückung, meinte dieser Tage der Arbeitenden sind mit Leinwand bespannte Holz- rahmen angebracht, auf denen der zu verarbeitende Tabak den erforderlichen Grad von Trockenheit bekommen soll, und an den Wänden und Thurcn steht in großen Tropfen das Schweißwaffcr. Zn solchen Räumen arbeiten Jung und Alt, Männer und Frauen, Knaben und Mädchen bis zur gesetz- lich erlaubten Grenze..." Das ist nüchterne, wirthschaft- liche Kleinmalerei in einem manchmal sogar mangelhaften Deutsch. Aber packt die Einfachheit der nackten Thatsachen nicht so gewaltig, daß man an Seiten aus Dickens Romanen erinnert wird?... Diesem Bildchen drangvollen Schaffens— eigene ge- schliche Vorschriften sollen allerdings neuestenS die Arbeits- bedingungen verbessern,— von dem wohl die meisten Raucher kaum einen Begriff haben, kann nur ein anderes aus dem Leben derjenigen Arbeiter ebenbürtig an die Seite gestellt werden, welche fast ausschließlich in Wien und Thüringen die schönen Pfeifenköpfe oder Zigarrenspitzen aus den mannigfaltigsten Stoffen formen, unter denen die edelsten Meerschaum aus dem fernen Kleinasien und Bernstein vom Ostseestrande sind— jene form- vollendeten Rauchrequisiten, welche uns von schönen und lieben Händen so oft an freudigen Tagen als Andenken überreicht werden. Das vaterländische Wald- und Berge- kand Thüringen liegt uns am nächsten— in das friedsame, waldumschlossene Ruhlaer Thal mit seinen Frauen, die der moderne französische Geograph Reclus noch die„schönsten in deutschen Landen" nennt, und in die Umgegeng dieses romantischen Ottes führe uns ein bewähtter hauSindu- strieller Forscher und Schilderer der Neuzeit und die eigene Erinnerung der Tage, welche wir an dem schönen Fleck Erde verweilten. Sie sollen uns den fleißigen Wäldler bei der Herstellung bunter und weißer, eleganter und roher Pfeifenköpfe und anderer Rauchutensilien zeigen. Dem ersten Blick scheinen sich idyllische Verhältnisse darzubieten. DaS HauSgcräthe in den Wohnungen der arbeitsamen Pfeifenmacher ist zwar meist recht dürftig, aber fast immer schmuck von Ansehen. AlleS ist blank ge- ein bekannter hiesiger Rechtsanwalt in einer Versammlung von Hausbesitzern, denen er einen Vottrag über vie dekannten Dr. Äiquel'schen Wohnungs-Retormoorschläge hielt. Man sei jetzt allgemein bestrebt, meinte der Vonragende weiter, den ärmeren Volksklassen auf Kosten der„anscheinend" besser gestellten Ge» sellschaftsklassen ein sogenanntes menschenwürdiges Dasein zu bereiten. Als Beispiele fuhtte derselbe an die Kranken- und Unfallversicherung, die neue Bauordnung, die Haftpflicht der Hausbesitzer u. s. w. Auch die Miquel'schen Reformvorschläge betrachtete er als einen Ausfluß der herrschenden obenbezeichncteu Strömung. Da der Herr Rechtsanwalt vor Berliner Haus» befitzen, sprach, so versteht es sich von selbst, daß er sich als strikten Geguer der Miquel'schen Vorschläge gerirte. Trotzdem er nur abgestandene Redensatten zum Besten gab, wie:„gegen früher seien die Wohnungen bedeutend besser geworden, nament- lich die kleinen Wohnungen, welche gegen früher Luft, Licht und Raum in Hülle und Fülle besäßen,„die Preise der Woh» nungen seien keineswegs zu hoch bemessen" und„schließlich könnten doch nur den für die Wohnungen gezahlten Preisen entsprechende Anforderungen an dieselben gestellt werden" und dergleichen mehr; mit einem Worte, er fand in Berlin Alles in so bester Ordnung, daß etwas ändern wollen in diesem Falle nur verschlechtem heißen würde. Es sei dies hier nur bei- läusig erwähnt und kommen wir später noch einmal darauf zurück. Da mit Vorstehendem nun einmal die„Arbeiterfrage" angeregt war, so konnte es nicht fehlen, daß auch das Kapitel von den„Ansprüchen" der Ardeiter zur Eröttcrung gelangte. Einem unserer weisen Stadtväter war es vorbehalten, den verblüffte rr andächtigen Zuhörern den Beweis zu führen, daß er den Sicin der Weisen, die Ursache der„sozialen Frage" entdeckt habe. Ob und wie ihm dieser Beweis gelungen ist, mögen unsere Leser selber beuttheilen. Als Ursache der unter der arbeitenden Bc» völkemng herrschenden Roth bezeichnete er den Umstand, daß die Arbeiter nicht mit Geld umzugehen verständen und daß sie auch nach dieser Richtung hin der Bevormundung dringend be» dürftig seien. Wie es immer zu geschehen pflegt, so exemplifi- zitte auch der betreffende Stadtvater auf die Bauhandwerker, welche auch ihm als fabelhafte Wesen erscheinen mußten, welche ebenso fabelhafte Löhne verdienen. Daß diese Leute, meinte der sehr geehrte Herr, bei solcher Wittmmg, wie sie jetzt herrscht, keine Arbeit haben, ist selbstverständlich; dafür aber verdienen sie im Sommer 40—50 M. pr. Woche! Anstatt nun aber dieses schöne Geld vernunftgemäß zu verwenden, geben die Ar» deitcr dasselbe so leichtfettig aus, wie es nur geschehen kann, wenn der Zufall es ihnen hinwetten würde. Ja, der Heit Stadtverordnete maßte sich sogar an, diese seine Behauptung in jeder sozialdemokratischen Versammlung wiederholen zu wollen. Wer mehr verdiene, meinte derselbe weiter, als er auszugeben brauche oder dürfe, der müsse soviel zurücklegen, daß er in den Zeiten der Arbettslofigkeit von seinem Fette zu zehren in der Lage sei. Da die Arbeiter dies aber nicht thäten, so wären gesetzliche Maßregeln dringend erforderlich, welche die Ausgaben der Arbeiter regeln. Und als solche, von denen er sich obendrein ungeahnten Erfolg versprach, bezeichnete er— Zwangssparkassen!! Wenn irgend ein erleuchteter Kopf es fettig bringen würde, Zwangssparkassen für die Ardeiter ins Leben zu rufen, so würde durch diese ein großes Stück der sozialen Frage gelöst werden! Das verehrliche Haupt des weisen Stadtvaters scheint nun aller» dings nicht zu diesen erleuchteten Köpfen zu gehören. So hott» los nun auch der von dem Herrn Stadtverordneten vettretene Standpunkt ist, so können wir uns doch nicht versagen, etwas» wenn auch nur oberflächlich, auf denselben einzugehen, da sich in ihm die Ansicht der Bourgeoisie klar und deutlich wider- spiegelt. Das Sparen ist ja den Arbeitern schon so oft vor- geredet worden, daß man sich durchaus nicht wundern datt, wenn jetzt aar jemand die Einrichtung von Zwangssparkassen verlangt. Es ist ja auch so ungemein leicht, wenn man mit vollen Taschen an vollen Tischen fitzt, den Armen und Roth- leidenden das Sparen als Universalmittel zu verordnen. Wie steht es denn aber mit dem Sparen? Gesetzt, um dem Henri Stadtverordneten Recht zu geben, ein Bauhandwerker soll 150 M. pro Monat verdienen. Es ist dies ein Lohnsatz, der selbst von den besten Maurern nicht erreicht wird, indem dieselben bei täglich 5 M. nur 120 M. pro Monat verdienen. Der angenommene fabelhafte Bauhandwerker soll weiter acht Monate Arbeit baden und vier Monate im Jahre feiern müssen, so würde derselbe ein Jahreseinkommen von 1200 M. haben, denn die cvent. Verdienste als Schnceschipper oder dergleichen können doch bei dieser Berechnung nicht in Betracht gezogen werden. Um nun in den Zeiten der Arbeitslosigkeit„von seinem scheuert und der Fußboden oder die Holztreppe in den kleinen Dorfhäuschen nicht minder reinlich gehalten, wie die Wohneinrichtuna. Und dies gilt nicht allein von den schon ihrer Natur nach reinlichen Gewerben, etwa der Meerschaum- kopfschneider oder Pfcifenmalcr; selbst die fatalsten Han- tirungen des VerstlbererS oder Vergoldcrers, des Horn- dreherS und anderer Verrichtungen werden fast durchweg in sauberen Wohnstätten ausgeführt. Die herrliche Welt, die sie umgiebt, Wald und Wiese, Ouell und Luft in ihrer Reinheit und Klarheit, haben diesen Söhnen des Waldes allerdings vielfach Frische und Reinlichkeitssinn zu bewahren vermocht— trotz der täglichen Roth des immer wieder er- neutcn Kampfes ums Dasein. Ein tieferer Einblick in daS Leben der arbeitsamen Hausindustriellen, längere und gc- nauere Beobachtung geben uns jedoch Kunde von den schmalen Einnahmen und Schüsseln bei unbegrenzten Tagen, ja Nächten voll stetiger Arbeit. Neben wenigen Künstlern im Fach wohnt ein darbendes Proletariat in all den kleinen, so niedlich aussehenden Hütten, das bei der Her- stellung von schmucken Rauchgeräthcn für die halbe Welt kaum das nackte Leben verdient. Die anschauliche Klein- malerei trete wieder in ihr Recht. Sie führt den Pinsel auch hier grau in grau, getreu nach der Wirklichkeit. Aus Seebach bei Ruhla stammt das typische Bild.... In einem Häuschen wohnen drei Familien mit zusammen fünfzehn Köpfen in zwei Stnben und einer Kammer. Die letztere ist als Schlaf- statte zwischen zwei Familien getheilt und enthält— drei Betten für alle Personen. In der oberen Stube zur Zeit unseres Besuches ein todtkrankes Kind, seit acht Tagen ohne Arzt und Äevizin. Rechts in der Ecke ein wackeliger Tisch mit Kaitoffeln und Häring, um welchen vier Kinder sitzen, um sich vollzustopfen. Am anderen Ende der Stube die bleiche Mutter mit einem Säugling. Der Vater im selben Zimmer an der rasselnden Drehbank. Schmutz und übler Geruch überall, daß der Athem gehemmt wird. Die Frau hat kaum erst dem. Kind, daS sie in ihren Armen hält, mit Lebensgefahr daS Dasein geschenkt. Der Mann erzählt uns, daß er meilenweit nach einem Doktor laufen mußte, weil der Fette zehren" zu können, so würde der ideelle Bauhandwerker sein Jahreseinkommen von 1200 Mark auf die zwölf Monate des Jahres verthcilen muffen. Somit kämen pro Monat 100 Mark oder 25 Mark pro Woche. Daß aber 25 M. pro Woche eben gerade hinreichend find, um die noth- wendigsten Ausgaben einer Arbeiterfamilie zu decken, dürfte selbst dem Herrn Stadtverordneten einleuchten. Zu diesen noth- wendigsten Ausgaben zählen wir die für Lebensunterhalt, Woh- nung, Heizung, Feuerung, Licht, Steuern und Krankenkaffenbei- träge. Daß die Lebensmittel eine eminente Preissteigerung er- fahren haben und durch indirekte Besteuerung noch weiter ver- theucrt werden, ist jedermann bekannt; daß die Wohnungs- miethen eine kolossale Höhe erreicht haben, ist ebenfalls eine nicht hinweazuleugende Thatsache, soviel stch die Berliner Hausbesitzer auch Mühe geben, theoretisch das Gegentheil zu beweisen und trotzdem die Wohnungen durchaus nicht, wenigstens einer großen Mehrzahl nach, den Anforderungen entsprechen, welche man in Anbetracht der Miethshöhe an fie zu stellen berechtigt wäre. Daß unter diesen Verhältnissen eine Arbeiterfamilie mit 25 M. die Woche nur die vorgenannten Ausgaben zu decken vermag, ist klar. Zum Leben gehört aber unendlich viel mehr, als das Vorgenannte. Wer kennt nicht die zahllosen Bedürfnisse, die in einer Familie, und nicht zum wenigsten in einer Arbeiter- familie, zu befriedigen find? Die Bedürfnisse an Kleidung, Schuhzeug, Wäsche, Schulutenfilien u. s. w. Was wird nicht an Hausmobiliar gebraucht, was fehlt alles und muß angeschafft werden! Und wäre es auch nur für Hauswirthe, damit diese etwas zum Pfänden haben, da deren stete Klage die ist, daß die„kleinen Leute" kaum soviel befitzen, um mit ihrem Hauswesen dem Wirthe eine Monatsrate Miethe zu decken? Wovon soll dies alles bezahlt werden, wenn nicht, mdcm„das Fett, von dem gezehrt werden soll", vorweg ge- nommen wird? Und was ist die Folge davon? Daß der so ungeheuerlich verdienende Arbeiter in der arbeitslosen Zeit leiden muß, daß er Schulden machen muß, die in der Arbeitszeit wieder abgetragen werden müssen. Hierdurch geht wieder ein Theil des„Fettes" vorweg verloren, der andere Thell des „Fettes" wird durch die fortlaufenden und sich stets erneuernden Bedürfnisse ebenfalls vorweg aufgezehrt; so kommt der Arbeiter, der doch so viel Geld verdient, gar nimmer aus dem„Schla- massel" heraus! Wo bleibt da das„Sparen?" Und weiter! Sind denn die Berliner Arbeiter Chinesen oder Italiener, die nur arbeiten, um nothdürftig ihr Leben fristen zu können? Sind die Arbeiter allein von den Fortschritten der Kultur aus- geschlossen? Haben die Arbeiter nicht auch ein Anrecht darauf, nach Tagen hättester Arbeit auch Stunden der Erholung, des Lebensgenusses stch zu bereiten, zu genießen? Ist dies nur ein Privilegium der„besseren Stände und ist es ein spezielles Vorrecht der Arbeiter, zu„entsagen"? Fast scheint man dieser Ansicht zu sein! Und woher die Mittel hierfür nehmen? Auch von den 25 M. wöchentlich? Und da gettaut man sich noch zu sagen, die Arbeiter geben das Geld so leichtfettig aus, wie es nur sein könnte, wenn der Zufall ihnen das Geld in den Schoß würfe?— Und zum allerletzen: Wo find die Arbeiter, die unter den heutigen Verhältnissen 150 Ä. monatlich verdienen? Sie sind sicher zu zählen und bilden ge- wissermaßen die Arbeiterattstokratie! Die überwiegend große Mehrzahl der Arbeiter muß sich mit sehr viel bescheideneren Löhnen und Verdiensten begnügen und trotzdem leben,— aber fragt mich nur nicht, wie! Und da hat man noch den traurigen Muth, den Arbeitern von Sparen zu reden? Da wagt man es noch,„Zwanqssparkaffen" zu verlangen zur Lösung der sozialen Frage?— Gebt, Götter, mir Geduld! Geduld thut noth! Ktiiiglich der ,« erwartenden Amnellie schreibt das „Berk. Tagebl.":„In parlamentarischen Kreisen glaubt man zu wissen, daß Kaiser Friedrich einen umfassenden Gnadenatt beschlossen habe, mit dessen Ausführung der Justizminister Dr. Friedberg betraut worden sei. Bei dieser Amnestie kämen die sozialdemokratischen Besttebungen nicht in Frage, und es sei namentlich von der Rückkehr der Ausgewiesenen, da die Aus- Weisung eine rein administtative, nicht durch richterlichen Spruch erfolgte Maßnahme darstelle, abgesehen werden." Gegen das Trinkgelder-Unwesen wendet sich folgen- der Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten von Maybach im neuesten„Eisenbahn-Verordnungs� Blatt".„Bezüglich der Verladung und Beförderung von lebenden Thieren auf Eisen- bahnen ist darüber geklagt worden, daß die gehöttge Abfetti- gung und Verladung der Sendungen sowie das Rangiren und Umsetzen der Wagen auf Zwischenstationen vielfach nicht aus- reichend von Seiten der Stationsvorstände überwacht, sondern die Sorge hierfür oft unteren Beamten und Bahnarbeitern ohne genügende Kontrole überlassen werde. Infolge dessen sei häufig eine sorgfällige Behandlung der Viehwagen beim Ran- giren nur durch Verabreichung von Trinkgeldern zu erlangen, auch sei ohne solche ein rechtzeitiges Tränken der Thiere auf Tränkstationen nicht immer zu erreichen. Indem ich die königl. Eisenbahn-Direktionen von neuem anweise, die Erleichterung und Sicherung des Viehverkehrs mit Aufmerksamkeit zu über- wachen und Zuwiderhandlungen gegen die vom Bundesrath und von mir erlassenen Vorschnften mit Nachdruck zu verfolgen, ermatte ich unter Hinweis auf die gemeinsamen Bestimmungen für alle Beamte im Staatseisenbahndienst vom 15. Januar 1876 und auf die gegen die Annahme von Geschenken und Tttnk- nächste nicht kommen wollte; der PhysikuS im Kreisort erbarmte stch endlich seiner und hat nun 24 Mark für die Fuhre und den Beistand zu bekommen— die sind schwer zu verdienen, wenn zu Zeiten für die Herstellung eines Gros Pfeifchen mit Röhrchen, zu deren Erzeugung beinahe zwei Isistündige Arbeitstage nöthig sind, wie während unseres Be- fuches, 90 Pfennige gezahlt werden.... Dächten doch die vornehmen und reichen Raucher in aller Welt recht oft der armen Arbeiter„vom Walde", wenn sie den Duft ihrer Regalia schlürfen! Selbst der DurchschnittStourist, den die Sommerfrische in daS Ruhlaer Thal verschlägt, geht ja meist achtlos an diesen sozialen Nachtbildern der modernen Rauchindustrie vorüber. Und doch— welche Stoffe voll tiefster Tragik, welche Szenerien von ungesuchter Realistik könnten unsere Erzähler, RomanzierS, Novellisten und Epiker im Dasein dieser stillen Dulder finden! Und da wir so aus des Lebens Nacht bei der ver- -klärenden Kunst und Poesie angelangt sind, so sei diese Kulturskizze geschloffen mit flüchtigen Andeutungen davon, welche Anregungen die Sitte des Rauchens auch der dich- tenden und bildenden Kunst gegeben. Nicht alle Poeten waren dem Schmauchen so feind, wie Nestor Göthe. DaS Bild des mildherzigen Landpfarrers, der im lederbezogenen Sorgenstuhle nahe am Ofen seine lange Pfeife schmaucht, ersteht uns in lebendiger Treue aus Voßen's„Luise". Und wie läßt Hebel in allemanischer Mundart seinen„zuftiedenen Landmann" sprechen: „Denk wohl, iez langi au in Sack, „Und trink e Pfifli Rauchtabak... „Und wenn der Kaiser usem Rot In Feld und Forst auf's Zage goht, Se langt er, denkwohl, au in Sack, Und trinkt e Psifli Rauchtubak... Und wenn, vom Treffe bluetig roth, Der Zenneral im Lager stoht, Se langt er endli au in Sack Und trinkt e Pfifli Rauchtubak... geldern sonst ergangenen Vorschnften, daß derattigen Pflicht- Widrigkeiten der im Staatsdienst beschäftigten Beamten und Arbeiter auf das Sttengste entgegengetreten werde..." Der Schnee ans den Dächern unserer 5)äuser erlangt in diesem Jahre eine Bedeutung, wie er fie in Berlin seit Menschengedenken nicht gehabt hat. Die Last ist meist so schwer, daß die aufstellbaren Lichtluken, die auf den Wäsche- Höven der Häuser zur Beleuchtung dienen, entweder gar nicht oder nur mit Schwierigkeiten geöffnet werden können. Sobald nun die Temperatur ein wenig über den Gefrierpunkt steigt, macht sich flugs der sparsame Hauswitth an die Arbett, das Dach von der gewaltigen Schneelast zu defreien, was dann sehr leicht in der Att zu bewerkstelligen ist, daß man die ganze Schneemasse ins Rutschen bringt, worauf fie von selbst auf das Trottoir niederstürzt. Gestern und vorgestern war durch dieses Verfahren die Passage in unseren Straßen geradezu lebens- gefährlich, wobei es ja ab und zu vorgekommen sein mag, daß die gewaltigen Schncemassen auf den Dächern sich von selbst in Bewegung setzten. In zahlreichen Fällen aber war die Rück- fichtsloflgkeit der Hauswitthe, resp. der von ihnen Beauftragten eine empörende. Ein unscheinbares, auf dem Trottoir an der Hausmauer aufgestelltes Holzscheit oder Brett sollte den Vorübergehenden vor dem drohenden Schneesturz warnen. In den belebteren Straßen bleiben naturgemäß solche Andeutungen infolge des regen Verkehrs unbeachtet, und zahlreich sind die Unfälle, die aus Anlaß dieses Verfahrens in den letzten Tagen vorgekommen find. Bei einem Gang durch die Tresdcnerstraße sah Schreiber dieses am Donnerstag in der Mittagstunde nicht weniger als fünf solcher größeren Schneestürze, von denen jeder größeres oder geringeres Unheil anrichtete. Daß den Vorüberg. henden die Hute ange- trieben wurden, war noch das Geringste; schlimmer kamen schon zwei Damen fort, welche von einer niederstürzenden Schneelast zu Boden geworfen wurden, sich nur mühsam erheben und noch mühsamer weiter gehen konnten. Nahe bei der Prinzenstraße wurden die Pferde eines Arbeitswagcns von einer solchen Schneelast getroffen, gingen durch und in einen Pferdebahn- wagen der Ringbahn. Die Zahl der durch solche Schneestürze zerttümmetten Gaelaternen ist Legion. Dieses Vergnügen wird Berlin vorausfichtlich noch mehrere Tage lang genießen und die Unfälle, die beretts jetzt der Polizeibettcht mittheilt, dürften sich noch zahlreich vermehren. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Hausbesitzer für die Folgen derselben verantwortlich sind, und deshalb werden fie gut thun, die Räumung der Dächer vom Schnee baldigst vornehmen zu lassen, entweder mit umfassenden Vorsichtsmaßregeln am Tage, oder aber, was sich noch mehr empfehlen dürfte, während der späteren Abend- und Nacht- stunden, wo bei dem gcttngercn Straßenverkehr auch die Gefahr zahlreicher Unfälle, die sonst unausbleiblich find, eine geringere sein würde. Der in der Macht zum Mittmoch in ungeheuren Massen gefallene Schnee war auch für die zwischen der hiesigen Lher- postdirettion und den Postanstalten der Vororte verkehrenden sog. Kariolpostcn verhängnißvoll. Die Kariolpost, welche von Lankwitz nach Groß Lichterfelde einspännig fährt, war im Schnee stecken Ledlieben. Der Postillon war in der größten Verlegen- heit. Da wurde ein Lankwitzer Gastwirth sein Retter, der zu- fällig mit einem zweispännigen Wagen dieselbe Straße fuhr. Er spannte seine Pferde vor den Postwagen, der so mit drei Pferden hespannt in Lichterfelde einfuhr. Auffällig_rpar es, daß die Post- wagen während der ganzen Dauer des Schneefalls sowohl in der Stadt als außerhalb derselben ohne Vorspann waren. Gin förmlicher Mangel an Lebensmitteln bedroht, wie dem„Berl. Tagebl." gemeldet wird, infolge der durch die Schneeverwehungen herbeigefühtten Verkehrsstockungen die Reichshauptstadt. Auf dem Bahnhofe Rummelsburg, auf wel- chem sonst alltäglich die großen Viehtranspoite, namentlich Schweine, in großer Zahl von außerhalb zur Verproviantirung der Reichshauptstadt einzutteffen pflegen, herrscht seit gestern unter dm Viehhändlern eine gelinde Verzweiflung. Die Nach- frage nach Schweinen war eine ungeheure, aber kein einziger Waggon mit diesen vieldegehtten Borstenthieren ttaf ein.— Hafer ist ebenfalls während der Schneestürme ganz bedeutend im Preise gestiegen, denn auch die Güterzüge, welche diese Produkte zu Markte zu schaffen pflegten, sind zum größten Theil ausgeblieben. Die Kewohaer der Ortschaften an der Gberfpree» die stets bei Hochwasser großen Gefahren ausgesetzt find, bereiten sich jetzt bereits auf die ihnen drohenden Gefahren vor und suchen nach Möglichkeit denselben entgegen zu treten. In Stralau, Treptow, Rummelsburg, Niever-Schönweide, Ober- Schönweide, Köpenick und den in der Nähe dieser Orte gele- genen Häusem werden die Keller und die Erdgeschosse, so weit sie durch die Fluthen bedroht sind, bereits von Vorräthen und Möbeln geräumt und in die obern Stockwerke gebracht. Die Kellettenster werden vermauett oder sonst geschützt, um das Eindringen des Wassers zu verhindern. Die Bewohner der- jmigen Grundstücke, denen die Verbindung mit dem Festlande nur durch Kahnverkehr möglich ist, versorgen sich auf Wochen hinaus mit Lebensmitteln. Ueberall herrscht eine außergewöhn- liche Thätigkeit, die darauf schließen läßt, daß man mit großer Unruhe der Gefahr entgegensteht. Mir Wiederholen unser» Marnung» Miethsverträge Und wenn in d'Meß mit Guet und Geld Der Chaufherr reist im mite Feld, Se langt er eben au in Sack, Und holt sei Pfifli Rauchtubak." Freilich: Doch schmecks der nit. Du arme Ma, Mer sieht der dini Sorgen a, Und's Ei mol Eis, es isch e Grus, ES luegt der zu den Augen us. „Du treisch so schwer, eS thuet der weh; Doch hesch nit gnueg, und möchtsch no meh, Und weisch io nit, wo ane mit; Drum schmeckt der au di Pfifli nit. Mir schmecktS, gottlob, und'S isch mer gesund." Hier ist daS Schmauchen der Maßstab geworden, mit dem der brave Allemane Zuftiedenhcit und Glück mißt Der duftende Qualm unseres Zubiläumskrautes gehört aber auch noch als nothwendiges Ingrediens zu anderen Dingen. Berthold Sigismund, der mit Unrecht so vergessene thüringische Volksdichter, schildert uns einen Abend in der Dorfschenke: „Allgemach füllt sich die Stube. Auf dem altge- wohnten Sitze Pflanzen sie sich hin behaglich, Zipfelmütz' an Zipfel- mütze; Krüge klappern und die Pfeifen dampfen Nebel blau und dicht, Wie im Höhenrauch die Sonne, blinket matt und roth das Licht." Am vollständigsten preist fteilich die vielfachen Vor- züge des edlen Krautes das derbe und kräftige Studentenlied: „Wenn dieses edle Kraut nicht wär, Stund mancher Tabakladen leer, über Räume in neu erbauten oder umgebauten Häusem für eine Zeit abzuschließen, zu welcher die von der Zustellung dcS Rohbauabnahmescheins ablaufende Frist von 6 Monaten für die Gebrauchsabnabmeprüfung noch nicht versttichen ist, da die Polizeiorgane vor Ablauf dieser Frist das Beziehen der frag- lichen Räume nicht dulden und nach den gesetzlichen Bestim- mungen auch nicht dulden können. Die Polizeireviere werden nach wie vor auf An? ragen aus dem Publikum über den vor- ausfichtlichen Termin der Beziehbatteit von Wohnungen in neuen bezw. umgebauten Häusem Auskunft ettheilen. Der Etat der städtische« Straffenreinigung»- Der- Waltung erfordert für das gegenwärtige Verwaltungsjahr eine ungewöhnlich hohe Summe der Ausgaben, welche durch die ab« normen Wittemngsverhältniffe dieses Winters vemrsacht worden ist. Im Ganzen sind hierfür bis jetzt verausgabt worden 670 O00 M. und ist somit der vorgesehene diesjährige Etat um 425 000 M. überschritten worden. Es ist nämlich in demselben für die Abfuhr 175 000 M. und für Arbeitslohn 70000 M. vorgesehen, somit hat bei der Abfuhr eine Ueberfchreitung von 325 000 M. und für Hilfsarbeiter eine solche von 100000 M- stattgefunden. Von heute ab werden noch 6000 M. täglich bis auf Weiteres erforderlich sein. Ein Eetra?«g nach Dresden zu ermäßigten Preist« wird am ersten Osterfeiertag 6 Uhr 10 Minuten früh vom An« Halter Bahnhof abgelassen. Ankunft in Dresden- Altstadt 10 Uhr 32 Min. Vormittags. Die Rückfahtt muß innerhalb acht Tagen erfolgen und kann gegen Lösung von Zuschlagbillets auch mit einem Schnellzuge geschehen. Vor der Rückfahtt müssen die Billets am Schalter zum Abstempeln vorgezeigt werden. Billets zur Hin- und Rückfahtt zum Preise von 9 M. für II. und 6 M. für ttl. Klasse werden auf den Bahnhöfen am Askanischen Platz, Aleranderplatz und Friedrichstraße verkauft. Für Kinder von 4—10 Jahren wird der halbe Preis gezahlt. Znr Warnung vor leichtfertige« Einsenden auf anonyme Zeitungs-Annonzen sei auf einen Fall aufmerksam ge« macht. Ein Konsulatssekrctär der Neu- Guinea. Kompagnie, welcher sich hier aufhält, um die Folgen des Malanasiebers zu überwinden, las in einer hiesigen Zertung, daß ein Rechlsanwalt einen Bureauvorsteher suche und daß die Zeugnisse unter einer bestimmten Chiffre eingesendet werden sollten. Da dem Sekretär die Stellung zusagte, schickte er seine Zeugnisse ein, hat aber keine Antwort erhalten und weiß nicht, wer in dem Besitz der« selben ist. Es wird angenommen, daß die Papiere zu Schwin« deleien denutzt werden. Mädchenhandel. Sehr bedenklicher Att war ein Inserat, welches in hiesigen Zeitungen Aufnahme gefunden hatte. Das Inserat besagte, daß ein vermögender Kaufmann sich in gesunder, fruchtbarer Gegend Ostafttkas niederzulassen gedenke und als Leiten« des dortigen Haue Haltes, sowie als Repräsentantin ein ansehnliches,„streng solides" Fräulein im Alter von„16" bis 20 Jahren suche. Neben freier Station wurde in dem Inserat ein Jahresgehatt von 1200 M., sowie zwei„Frei-Kostüme" ver- sprochen. Eine harmlose Dame fand die Stellung annehmbar und begab sich nach dem Inserenten. Von diesem wurde die Dame an einen Herrn K. in der Markgrafenstraße verwiesen- Herr K. empfing die junge Dame in liebenswürdigster Weist- Nachdem man einige Zeit geplaudett und alles zur Zufriedenheit beider Seiten besprochen hatte, wurds Herr K. ein wenig zudringlicher. Er schildette, dabo in Extase gerathend, welch ein herrliches Leben W „Repräsentantin" in der neuen Stellung harre; sie brauchr „da drüben" gar nichts zu thun. Schwarze Sklavinnen feie» stets um fie, nur ihrer Befehle gewärtig. Doch eine Bedingung knüpfte Herr K. an diese„brillante Stellung". Die Dame mum sich verpflichten, nur in langen weißen und faltenreichen Kacho mirkleidcrn einherzuwandcln. Obgleich diese„Marotte"— faßte die Dame das eigcnthümliche Verlangen des Herrn"■ auf— der Repräsentantin etwas merkwürdig vorkam, so vö' mochte fie doch etwas Schlimmes noch nicht zu vermuthen. aber Herr K. immer zudringlicher wurde, da fiel es ihr? Schuppen von den Augen und, entsetzt und empört zuglef stürzte die Dame davon. Die Kriminalbehörde ist in dieser%% gelegenheit eifrigst beschäftigt. Daß hier ein frivoler MäbcWI bandet geplant ist, liegt wohl klar auf der Hand, kund es K Herrn K. auch bercits gelungen sein, Müschen für diese � Repräsentantinnen zu finden.. Der Kur, nach der Trauung mit der Mitgift d«»!* gegangene Ehemann, von dem wir vor einiger Zeit besi? teten, ist in Wien dingfest gemacht worden. Das„W Erttabl." berichtet darüber:„Einen ganz außergewöhnlich Gaunerstreich hat ein junger Mann verübt, welcher von der h figen Polizei verhaftet wurde. Hat man schon gehört, daß/' Mann für den Zeitraum einer halben Stunde in den heu>gF Ehestand tritt, den Trauungsakt zu einem Betrüge benttöv, Die Erfindung dieses neuattigen Betruges blieb dem 25ioW;, Otto Emil Berndt aus Berlin vorbehalten. Dieser hoffnusis. volle junge Schwindler betrieb in der deutschen Reichshaupth. das Gürllergewerbe und wußte durch sein einschmeicheln� Wesen das Vettrauen einer dott ansässigen achtbaren, habenden Biirgersfamilie und deren Heiiathsfäbiger Tom', Herz zu erlangen. Man wurde bald einig, daß Berndt% Mädchen zum Traualtar führen und mir der ihm nacv Hochzeit auszufolgenden Mitgift von 6000 Ä. sein eigen Der ftüh und spat Seine Lösung hat Von allerlei Tu-bak-bak-bak... Der Bub' zum Rauchen noch nicht reif, Stiehlt seinem Alten die TabakSpfeif, Und ergötzt sich sehr Hinter der Stadlmauer An einer Pfeif Tu-bak-bak-bak... Der Invalid auf einem Bein Läßt auch noch nicht das Rauchen sei»: Hat spät und ftüh In der Physiognomie Eine Pfeif' und raucht Tu-bak-bak-bak.-- Der Matros, dem Sturm entgangen kau«, Nimmt eine Pfeif' von Meeresschaum Und raucht auf Deck Von Herrn Thorbeck Eine gute Pfeif Tu-bak-bak-bak... Hier seht auch rauchen den FranzoS, Er dampft ein klein Zigarrchen bloSZ Er hat ganz Recht, ES wird ihm schlecht Bei einer Pfeif Tu-bak-bak-bak.. .. Und so sott mit Grazie in's Unendliche!~!a r'ff die Poesie des Weltschmerzes, welcher alle bfll � Wahngebilde verneint, hat für den � milbeä TBort übrig, das seine Wirkungen als Eenuff und tröstlichster Art anerkennt, und wie Lenau Zlgeunern" die Kunst ablauscht., „Wie man daS Leben verraucht, vergab' Wie man die Welt verachtet"— i so raetben dem Sänger des„Neuen Tannhäuser" ßf# Wolkchen des qualmenden Tabaks zum Symbol l-' Gcsckäft erricbten solle. Berndt traf auch alle Vorbereitungen zur Selbstctablirung und nahm, was seine Schwiegereltern freilich nicht wußten, von Bekannten und Freunden Tai leben auf. Endlich rückte der Hochzeitstag heran, und der Priester segnete am 21. v. M. den Bund des jungen Paares. Von der Kirche fuhr die ganze Hochzeitsgesellschaft in ein Restaurant, woselbst der Schwiegervater dem frisch- gcbackenen Ehemann die Mitgift auszahlte. Hierauf wurde ge- tafelt, und Berndt war sehr lustig und aufgeräumt. Er aß und trank viel, brachte einen Toast aus und verließ— es war eine halbe Stunde nach der Trauung— die Tafel. Seine Ab- Wesenheit fiel während der ersten Minuten nicht auf; erst als sich die Minuten zn einer Stunde summirten, wurden die junge Frau und ihre Eltern unruhig, man forschte nach dem Bräuti- gam und fand ihn nirgends. Am folgenden Tage erst ergeben fich Anhaltspunkte, daß Berndt mit den 6000 M. durchgebrannt war und die kirchliche Zeremonie nur stattfinden ließ, um den Gaunerstreich ausführen zu können. Tie betrogenen Eltern erstatteten in ihrem und im Ramcn der verlassenen Frau die Bc- trugsanzeige beim preußischen Landgericht, und dieses leitete die steckbriefliche Verfolgung des Flüchtigen ein. Berndt hatte sich nach Wien gewendet und sich vor einigen Tagen in einem Hotel der Stadt einlogirt. Er wollte fich grade in ein Theater begeben, als er von einem Detektive verhaftet wurde. Von der erschwindelten Mitgift fanden fich bei dem Verhafteten noch 1905 Gulden und einige Pretiosen vor, welche fichcrgestellt wur> den. Berndt wurde bis auf weiteres dem hiesigen Landgericht eingeliefert." Gin unbekannter, anscheinend dem Arbeiterstande an- gehöriger Mann wurde vorgestern Abend in der Invaliden- straße bewußtlos an der Erde liegend aufgefunden und durch das 7. Polizei-Revier zur Charitä gebracht. Der anscheinend innerlich schwer erkrankte Mann hat bis gestern Vormittag das Bewußtsein noch nicht zurückerhalten. Sei einem Diebstahl in der Calvinstraße ist von dem Diebe ein Karton mit 17 schwarzen Trikottaillen, welche allem Anscheine nach gleichfalls aus einem Diebstahle herrühren, zurückgelassen worden. Der Karton ist L 616 2 Arnheim, die Taillen Jersey Rr 412 gezeichnet und es können dieselben von dem Eigenthümer auf dem Molkenmarkt, Zimmer Nr. 77, in Empfang genommen werden. Gin vielsritiger Handwerker wohnt in der Zimmer- straße 7. Er ist, wie Hans Sachs, ein Poet dazu. Ein großes Firmenschild giebt öffentliches Zeugniß für des Meisters Fertig- leiten. Es steht darauf zu lesen:„Atelier für Stuben seifen, streichen—, Oelen, lacken, eichen—, Tönen, malen, zieren—, Lichten und schattiren—, Schleifen, kitten, reiben—, Wappenschriften schreiben,— Zeichnen, bilden, mustern—, Marmoriren lustern— Golden und bronziren—, Leimen und tapezieren.— Fein und gut und billig— Das empfehlen will ich." Gerichts-Zeitung. Mege« fahrlässiger Tödtung hatte fich gestern vor der zweiten Strafkammer Landgerichts H der Arbeiter Karl Fischer aus folgender Veranlassung zu verantworten. Das Kesselhaus der Lehmann'-chen Wollenwaarenfabnk zu Rummels- bürg war am 10. Januar d. I. der Schauplatz eines merk- würdigen Unfalls. In den Nachmitlagsstunden des genannten Taacs hatte der Maschinenmeister Konigshagen daselbst den p. Fischer und einen Arbeiter Stahn beauftragt, die Aschlöcher zu reinigen. Mit einer Leiter und einer offenen Kessellampe ausgerüstet, befanden fich beide allein bei Ausführung der ihnen aufgettagenen Arbeit; plötzlich hörte der Heizer Horn, der in der Nähe beschäftigt war, einen unterdrückten Schrei— einem töilfcruf ähnlich; er eilte hinzu unv gewahrte zu seinem Schrecken, daß Stahn in den Kleidern lichterloh brannte. Horn besaß soviel Geistesgegenwart, den Stahn nach einem nahe- gelegenen Wasserbasfin zu schleifen und einen Krahn zu öffnen, um mittelst der Wasserstrahlen den Brand zu löschen. Leider half dies dem Verunglückten nicht mehr viel; er hatte am Kopf und Oberkörper bereits derartige Brandwunden erlitten, daß er sofort nach dem Krankenhaus Friedrichshain geschafft werden mußte. Dort verstarb Stahn nach unendlichen Qualen 8 Tage später am 18. Januar d. I., wie die Sezirung der Leiche ergab infolge der Brandwunden.— Als Fischer und Stahn in das Aschloch gestiegen, hatte sich der letztere einen großen Sack über den Kopf geworfen und mit Bindfaden festgewrckelt. Ein herab- hängender Zipfel des Sackes ist jedenfalls der Kcssellampe, die auf der zweiten Leitersprosse aufgehängt war, zu nahe gekommen und im Ru hatte fich die Flamme über den ganzen Körper ver- breitet. Infolge der übergroßen Schmerzen, welche ihm die Brandwunden verursachten, befand fich Stahn, nachdem er in das Wasserbasfin hineingebracht worden war, in einer fürchter- lichcn Ekstase: er redete wirres Zeug durcheinander und de- iichtigte schließlich den Fischer, daß diesem die Schuld beigemessen werden müsse; derselbe habe ihn in Brand gesetzt und obendrein nichts zu seiner Rettung gethan, obwohl Fischer das Gegentheil auf der Stelle versickerte und angab, daß er vergebens unter eigner Gefahr den Versuch gemacht habe, den Bindfaden, welcher den brennenden Sack festhielt, mit seinem Messer durckzu- schneiden. Er selbst habe fich dabei Brandwunden an den Armen zugezogen. Ten Versuch habe er deshalb aufgeben Berträumens aller Sorgen des Lebens, und im Hinblick auf das Elend der Welt ruft er aus: „Es war' zum Weinen, wenn rch Dich nicht hatte, Du Perle MoSkau's, duft'ae Zigarette!" Aber auch die vornehmsten Bildner haben sich unseres ÄubiläumskrauteS angenommen. Welche Rolle spielt die lange weiße Thonpfeife auf den Genrebildern der Nreder- länder, die so viel Behagen und heitere Weltlust aus- strömen! Wer hat nicht schon, sei er Raucher oder nicht Raucher, mit innigem Vergnügen den kleinen Band Herr- Ucher Radirunqen durchblättert, in welchem Schwind den Meerschaumkopf mit souveräner Phantasie zum Kunst- werk in unendlichen Variationen idealisirt hat? Wer kennt nicht die behaglich schmauchenden Weidmänner �efregger's und Grützner's, deren Charakteristik ohne das WW schreibt:..« „Nun sagt man zwar, eS hilft der Rauch Und Friedrich Kracke— thut es auch. Allem eS treiben ihn die Nöthen,„ 68 Rauchens zu berichten haben Duör(f („Frkfr. Ztg.") müssen, well ihm St. das Messer aus der Hand geschlagen, in demselben Augenblick als Horn hinzugekommen war.— Die Aeußerungen des Verstorbenen gaben jedoch Veranlassung zur Erhebung einer Anklage gegen Fischer wegen fahrlässiger Tödtung. Die Anklage behauptete, daß St. dem Feuer durch Verschulden des Angeklagten zu nahe gekommen sei; es war angenommen, daß St. voraufgegangen und daß Fischer ihm auf der Leiter mit der Lampe gefolgt sei. Der Angeklagte stützte fich im Audienztermin auf seine obigen Angaben und wres darauf hin, daß in den Aschlöchern fich stets heiße Asche mit glimmenden Kohlenrcsten befindet; diese seien die Ursache der Inbrandsetzung während der Arbeit gewesen. Zur Rettung des St. habe er alles mögliche gethan und dieser habe ihn ungerecht- fcrtigter Weise beschuldigt. Auf Grund der stattgehabten Be- weisaufnahme beantragte indessen der Staatsanwalt Freisprechung; denn es sei auf jene Aeußerung des Verunglückten, welche der- selbe von Schmerz übermannt gethan, gar kern Gewicht zu legen, zumal der Angeklagte alles, was er zur Rettung des St. thun konnte, gethan habe. Der Gerichtshof erachtete die eigentliche Ursache des Unfalls für nicht aufgeklärt; über den Hergang bei der Inbrandsetzung sei nichts Positives ermittelt; dieselbe kann sehr wohl nach der Darstellung des Angeklagten passtrt sein, es sei indessen nicht ermittelt, in welcher Weise. In der Hauptsache trat der Gerichtshof den Ausführungen des Staatsanwalts bei und demgemäß lautete das Urtheil auf Freisprechung. Urrspätunge» zu einem Termin vor dem Schöffengericht, der auf einen Einspruch gegen einen erlassenen amts- richterlichen Strafbefchl anberaumt worden, ziehen unheilbar schlimme Folgen nach fich. Einen recht sprechenden Beweis hierfür liefette der Ausgang einer Verhandlung, welche gegen den Tischlergesellen Bmno Müller vor der Strafkammer VI a. Berliner Landgerichts I verhandelt worden ist. Der Angeklagte war unter der Beschuldigung, bei der am 26. Mai v. I. auf dem Tempelhofer Felde stattgehabten großen Parade durch über- laute Hurrahrufe groben Unfug verübt zu haben, durch amts- richterlichen Befehl in eine Haftstrafe von vierzehn Tagen ge- nommen worden. Hiergegen legte er Einspruch ein, aufweichen zum 3. Januar c. von der 96. Abtheilung des Schöffen- gerichts Termin anberaumt wurde. An dem gedachten Tage kamen die Verhandlungssachen ganz ungewöhnlich pünktlich zum Aufruf. Es meldete sich aber weder der Ange- klagte selbst noch ein bevollmächtigter Vettheidiger, und so mußte das Gericht in Gemäßheit des§ 452 Str.- Pr.- O. den Einspruch ohne Beweisaufnahme durch Uttheil verwerfen. Als fich unmittelbar nach dem Ausspruch desselben der Angeklagte meldete, verwies ihn der Vorfitzende auf das Rechtsmittel der Bemfung, welches der Betroffene denn auch einlegte. Zu seinem Leidwesen mußte er vor der Berufungskammer die Er- fahrung machen, daß auf das Rechtsmittel ein Emgehen auf die Sache selbst unzuläsfig und nur zu prüfen sei, ob der Ein- spruck mit oder ohne Grund verworfen sei. Da aber ersteres der Fall war, blieb dem Gerichtshof nichts übrig, als auch die Berufung aus Kosten des Beschwerdeführers zu verwerfen. Uereine und Uersammwugeu. Eine öffentliche Kchneidervrrsammlung fand am 19. d. M. im Lokale Wilhelmstr. 118 statt, in welcher die Ge- schäftspraxis verschiedener Geschäftsinhaber besprochen wurde. Das Referat hatte Herr Jeschonneck übernommen. Derselbe führte aus, daß die Innung ttotz ihres 600 jährigen Bestehens nicht im Stande gewesen sei, selbst die fimpelsten Unebenheiten im Handwerk zu beseitigen. Dieses würde auch nicht durch die Annahme der Ackermann'schen Anttäge im Reichstag geschehen. Sodann kritistrtc Redner die Lohnverhältnisse der Firma Mohr und Speier einerseits und die der Firma Sachs anderseits. Beide Firmen find Lieferanten für Militärmäntel. Obwohl die Arbeiten dieselben, wären die Löhne derartig verschieden, daß z. B. die Firma Sachs 1 M. pro Stück mehr zahle, was im Wochenverdienst eines Arbeiters um 4—5 M. differire. Solche Vorkommnisse müßten durch das Zusammenstehen der Arbeiter beseitigt werden. Derartige Fälle, wie die angeführten, könne man noch dutzendweise anführen. Auch außerhalb Berlins ver- stehe man sehr praktisch zu witthschaften; so hätten z. B. die Arbeiter der Firma Weihe in Braunschweig die Arbeit niedergelegt, weil Herr Weihe einen Zuschneider aus einer Korrettionsanstalt eingestellt habe, welcher die Arbeiter mit Reden traklirte, die wohl in einer Korrettionsanstalt üblich, bei freien Arbeitern aber nicht Anwendung finden dürften. Auch in Bayreuth sei die Arbeit bei der Firma Schwartz nieder- gelegt worden, weil die Arbeiter nicht über 12, höchstens 15 M. pro Woche„verdienen" konnten. Ebenso verhalte es fich mit der Firma tzartmann in Itzehoe und in Chemnitz. An letzterem Orte hätten sämmtliche Schneider infolge zu schlechter Löhne die Arbeit eingestellt. In der Diskussion führte Herr Täterow aus: Uedergriffc, wie oben angeführte, könnten nur so lange statt- finden, wie den Arbeitgebern eine Reservearmee von Arbeits- kräften zur Verfügung stehe; diese rekrutire fich seit Jahren aus Kollegen, welche arbeitslos auf der Landstraße liegen. Man müsse also suchen, diese von der Landstraße zu entfernen. Dies lasse fich aber nur durch gesetzliche Regelung unserer Arbeitsverhältnisse erreichen. Ein gesetzlicher Maximal- arbeitstag und ein gesetzlicher Minimalarbeitslohn müßten deshalb eingeführt werden. So lange dies fehlt, müßten die Arbeiter fich zu vereinigen suchen, und hierzu schlage er für die Schneider den Reiseunterstüyungverband vor. Von mehreren Rednern wurde noch der Firma Heymann u. Uhlmann hier gedacht, welche fich von ihren Arbeitem des Lohnes wegen verklagen lasse. Es wären nicht weniger als drei Kollegen in der Versammlung anwesend, welche klagbar werden mußten, während einem vierten die fettige Arbeit gewaltsam weggeholt werden sollte. Die Versammlung nahm alsdann'wei Reso- lutionen an, von denen die erste lautete:„Die heutige öffentliche Versammlung der Schneiver Berlins erklärt sich mit den streikenden Kollegen in Braunschweig, Bayreuth, Itzehoe und Chemnitz solidarisch und verspricht, mit allen Mitteln für dieselben einzutreten, um ihren gerechten Fordeningen zum Siege zu ver- Helsen."— Die zweite Resolution lautet:„Die heutige öffentliche Schneiderversammluna beauftragt das Bureau, einen Aufruf an die Schneider Berlins zu erlassen, um den- selben dringend darzulegen, in der jetzigen Zeit ihre erhöhten Forderungen geltend zu machen. Bei etwaigen Maßregelungen ist sofott eine Versammlung einzuberufen, um weitere Schritte zu berathen." Der Dereta f«* Wahrung der Interessen der Kchuhmacher und verwandten Berufsgenoffen Berlins tagte am 19. d. Mts. in Keller's Lokal, Andreasstr. 21. Auf der Tagesordnung stand: Wie stellt fich der Verein zu einer Lohn- bewegung? Das Referat hatte Herr M. Baginski übernommen. Er führte folgendes aus:„Der kapitalistische Betrieb verdrängt das Handwerk mehr und mehr. Der Handwerker suche fich kon- kurrenzfähig zu machen dadurch, daß er dem Arbeiter seinen Lohn möglichst herabdrückt. Bei den Schuhmachern wären diese Mißstände, niedttge Löhne, lange Arbeitszeit u. s. w. geradezu bis zur Unerträglickkeit gesteigert. Die Arbeitszeit dauere 12 bis 15 Stunden, ja öfter bis 21 Stunden pro Tag. Bei dieser Arbeitszeit betrage der wöchentliche Durchschnittslohn 9—11 M. Dies sei überhaupt kein Lohn zu nennen, sondern nur ein Trinkgeld. Trotzdem würde den Arbeitern noch das Sparen empfohlen; wovon solle aber gespatt werden, wenn das Einkommen so schon nickt ausreicht, um nur die allernoth- wenvigsten Lebensbedürfnisse zu befriedigen? Es sei bald nöthig, an Aufbesserung zu denken: ein wirksames Mittel hierzu sei der Streik. Redner erklätt fich zwar im allgemeinen gegen den Streik, führte aber aus, daß. wenn die Verhältnisse derartige wie bei den Schuhmachern find, man durch»Streik gar nichts zu verlieren, aber um so mehr zu gewinnen habe, daß man dann mit dem Streik nicht mehr zu zögern brauche, soir» dem getrost in eine Lohnbewegung eintreten könne. Wenn auch der Streik nicht der einzige Zweck des Vereins sei, da dieser viel höhere Ziele verfolge, so sei der Stteik doch Mittel zum Zwecke In diesem Frühjahr wäre der Geschäftsgang infolge der anzu- fertigenden Militärstiefel ein günstiger; also sei auch die Aus- ficht auf Erfolg viel wahrscheinlicher als zu anderer Zeit. Die Arbeiter würden bald knapp werden, weshalb man Ursache hätte, dieser Frage näher zu treten.(Beifall.) Herr KO.nger betonte, daß der Verein die Interessen der Schuhmacher und verwandten Bemfsgenossen zu wahren fich zum Ziel gesetzt habe und infolge dessen auch zu dieser Frage Stellung nehmen werde. Dre Herren Kordel, Blöddon und Krause schloffen sich diesen Aus- fühmngen an. Alsdann wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„In Erwägung, daß die Löhne der Schuhmacher derart gesunken find, daß nicht einmal die nöthigsten Lebensmittel davon zu beschaffen find, beschließt die heutige Versammlung, da die Konjunttur wegen der Militärarbeit in diesem Jahre günstig ist, in einen Streik einzutreten, und verspttcht, mit aller Thatttast und Energie für den Sieg zu kämpfen und das dadurch Errungene durch Festhalten an der Organisation zu erhalten."— Es wurde nunmehr vom Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß jeder den gefaßten Beschluß mit ausführen helfe und ein Agitator für die Sache werde; dann wäre an der siegreichen Durchführung der Fordemng der Gesellen nicht der gettngste Zweifel. Zu„Ver- schiedenes" wurde auf die Fragebogen hingewiesen und um möglichst korrekte Ausfüllung derselben ersucht. Am zweiten Osterfeiettag findet im Königstadt- Kasino ein größeres Vergnügen statt. Billets find zu haben bei W. Papke, Restaurant, Oranienstt. 197; I. Klinger, Manteuffelstr. 93, 1 Tr.; Adamcack, Lothttngerstr. 99; H. Krause, Alexandttnen- straße 116a, Seitenflügel 4 Tr. und E. Kunze, Ruppincrstr. 2, 2 Tr. Die nächsten Versammlungen finden statt: Montag, den 26. März, bei Wie demann, Tieckstt. 24; Montag, den 9. April, bei Rothacker, Belle-Alliancestr. 5, und am 16. April bei Keller, Andreasstr. 21. Poliseitich nicht genehmigt wurde, wie uns nachträglich mitgetheilt wird, die zum vorigen Sonntag von Herrn Schmitz nach dem Saale des Berliner fHardwerkcrvereins einberufene Mitgliederversammlung der Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofottearbeiter Berlins mit der Tagesordnung:„Abänderung des§ 12 Alinea 2 des Statuts dahin, daß die 3 Tage Karenz- zeit und die Bestimmung, die Feiertage betreffend, dahin abgeändert werden, daß, wer 8 Tage krank ist, sein volles Kranken- geld bekommt."— Dieser Antrag dürfte nunmehr die nächste, rm April stattfindende Delegittenversammlung der Kasse be-- schäftigen. Allgemeine Kranken-«nd Kterbekaffe der Metallarbeiter zu Hamburg(E. H. Nr. 29), Filiale Berlin 2. Montag, den 26. März, Abends 8 Uhr, Versammlung Wassetthor- straße 54 bei Rautenberg. Tagesordnung: Kassenbericht. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. Innere Angelegenheiten. Auf» stellung der Kandidaten zur Generalversammlung und Ver- schiedenes. Verein znr Wahrung der Interessen der Tischler, Versammlung am Sonntag, den 25. März, Vormittags 10 Uhr, Michaelkirchstr. 39. Tagesordnung: Vereins angelegen heften und Aufnahme neuer Mitglieder.— Billets zu dem am 1. Osterfeiettag in den Fcstsälcn, Beuthstr. 20—21, stattfindenden Konzert und Kränzchen sind in der Versammlung, sowie bei folgenden Mitgliedern zu haben: Lackur, Admiralstr. 26, Stier, Giünauerstr. 16, Claus, Solmsstr. 38, Denzer, Fürstenstr. 19, Psch ich holz, Pallisadenstt. 16, Lerche, Fruchtstr. 52, W er sch ke, Adalbcttstr. 16. Fachverein der Suchbinder und verwandten Berufs- genossen. Sonnabend Abend 8% Uhr Vereinsvcrsammlung im Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße 83. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Benkendorff über die Rcchtsgüter des Me schen vom Standpunkte der Moral und des Strafgesetzes. 2. Verschiedenes und Fragckasten. Gäste find willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Am zweiten Osterfeiettage gemüth- liehet Abend im Vereinslokale. AUg. Krauken-«ud Kterbekaffe der Metallarbeiter (E. H. 29, Hamburg). Die Mitglieder der Filiale Berlin 5 werden ersucht, in der am Sonntag, den 25. d. M., Brunnenstraße 34 stattfindenden kombinirten Versammlung zahlreich zu erscheinen. Fachverei« der Rohrleger. Versammlung am Sonntag, den 25. März, Vormittags 10 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Wahl eines ersten Schnft- führers. 2. Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest. 3. Ver» schiedenes und Fragekasten. Gäste sind willkommen. Verband deutscher Jimmerlente(Lokalverband„Bettin Zentrum"). Generalversammlung am Dienstag, den 27. März, Abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 72 im„Neuen Klubhaus. Tagesordnung: Wahl des ersten Vorsitzenden und des Schrift- führers. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Verein der Steinhauer Serlin« und Umgegend. Mit- gliederversammlung morgen, Sonntag, Vormittags 10 Uhr, im Lokale von Krüger, Gattenstr. 123. GeffentlicheUersammlung siimmtlicherKistenmacher Kerlin» und Umgegend. Heute, Sonnabend, Abends 8 Uhr, im Lokale von Deigmüller, Alte Jakobstt. 48a, Versammlung. Tagesordnung: Drskusfion über die Lage der Berliner Kisten- fabrikation. Alle Hand- und Dampfarbeiter, sowie Zuschneider und Kreissägenschneider werden ersucht, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Verein der Parquetbodenleger Kerlin». Montag, den 26. März, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Herms, Mauetttraße 86, Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Vergnügunaskomitee's, sowie Neuwahl desselben. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Freireligiöse Gemeinde, Sophienstr. 15. Sonntag, den 25. d. M., Vorm. 10% Uhr, Jugendweihe(Konfirmation). Ansprache des Herrn Dr. Huder. Damen und Herren als Gäste willkommen. In der humanistischen Gemeinde, Kommandanten- straße 78, hält morgen, Sonntag, Abends 7% Uhr, Herr carnl. Howe den Vorttag über das Gleichniß vom verschleierten Bilde zu Sais. Tischler-Verein. Heute Abend 9 Uhr Kottbuferftr. 4a Versammlung. Tagesordnung: 1. Vottrag des Turnwart Herrn Nauke. 2. Erledigung eines Unterstützungsgesuches sowie Ausgabe der Billets zu dem am 1. Osterfeiettage in Keller's tzofjäger stattfindenden Vergnügen. Gesang-, Turn-«nd gesellig« Vereine am Sonn- abend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstt. 33.— Männergesangverein„Echo" Abends 9 Uhr im Restaurant Klemann, Laujltzerstraße 41.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant, Andreasjtt. 9.— Quattett des Turnvereins„Froh und Frei" Abends 9 Uhr im Restaurant, Schlegelstt. 14.— Lübeck scher Turnverein(1. Lehrlingsabthell.) Abends 3 Uhr Elisabethstt. 57 58. — Turnverein„Wedding", Pankstr. 9, Männerabtheilung von 3%— 10% Uhr Abends; desgl.'. Lehrlingsabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Ärends'sche Stenographenklasse des„Ber- liner Handwettervcreins" Abends 8t Uhr Sophienstr. 15.— Theater- und Vergnügungs- Verttn„Catttas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralstr. 38.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 8', Uhr in Bobett's Ballsalon, Weinsttaße 11.— Gesclligkeitsklub „Lustig" Abends 9% Uhr im Restaurant Weichelt, Tauben- sttaße 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 3' Uhr im Restaurant Klemann, Laufitzersttaße 41.— Dänischer Verein "Stow" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstt. 106. — Verein der Wütttemberger Abends 8', Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde» schule AbendS 9i Uhr im Restaurant, Markusstr. 7.— Rauchklub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schön« hauser Allee 28. Kleine Mittheilungen. Wismar, 22. März.(Ueberschwemmung.) Infolge des Bruches des Roggenfeld'schen Dammes bei Dömitz ergoß sich Scute Morgen das Hochwasser auf die Ortschaften der Umgegend. luch in der Stadt kam heute Vormittag das Waffer wieder ins Steigen! die Zugbrücke auf dem Bahnhofswege ist einge- stürzt. Das Elend der von dem Hochwasser betroffenen Be- völkerung ist groß. Thor«, 23. März. Im diesseitigen Amtsbezirk find durch Schneeverwehungen noch die Strecken gesperrt: Graudenz- Manenburg, Garnsee-Lessen und Jablonowo-Soldau. Kromberg, 22. März. Die Eisenbahndirettion Bromberg theilt mit: Infolge von Schneeverwehungen find zur Zeit von den Hauptbahnsttecken nur noch die Strecke Stolp- Danzig, außerdem aber der größte Theil unserer Nebenlinien gestört. Kremen, 22. März.(Wassermangel und Ueberschwemmung.) Unserer Stadt ist inmitten des Hochwassers das Wasser abge- schnitten, denn laut Anschlag ist infolge von Verstopfung des Zuflußrohres von der Weser zum Wasserthurm die Wafferliefe- rung für die ganze Stadt eingestellt.— Aus Dannenberg wird unterm 20. d. M. berichtet: Seit vorgestern ist unsere Stadt von einem unabsehbaren Waffermeere umgeben, aus welchem hier und da die umliegenden Dörfer nur als dunste Punkte er- scheinen. Eine große Anzahl Häuser mit ihren Bewohnern haben schon jetzt sehr viel vom Hochwasser, welches seit gestern in Häuser und Stallungen drängte, zu leiden; manche armen Leute haben des Hochwassers wegen sogar gestern schon ihre Wohnungen veilassen müssen. Schneebedeckte, größere und steine Eis- schollen treiben auf dem Wasser umher; ste drohen den Gebäuden bei dem eingetretenen Nordostwinde gefährlich zu werden. Auf dem Felde ist es seit vor- gestern überall lebendig und find thatkcäftige Hände unaufhörlich bestrebt, die von der Kälte des Winters dem Schooße der Erde zur Bewahrung übergebencn Kartoffeln und sonstigen Knollen- gewächse vor den andrängenden Flutben in Sicherheit zu bringen, und das alles bei einem scharfen Ostwind, begleitet von fort- währendem Schneetreiben. Zu konstatiren ist, daß die Wasser- kalamitäten von Jahr zu Jahr für unsere Gegend eine schlimmere Wendung nehmen, und dürfte es sicherlich an der Zeit sein, daß von kompetenter Seite wenigstens eine möglichste Beschränkung dieser Wassersnoth angestrebt würde. Krege«», 19. März.(Der Schiffszusammenstoß auf dem Bodensee.) Bon der Staatsanwallschaft beim Kreisgerichte in Feldkirch wurde, wie die„Vorarlderger Ld.-Ztg." berichtet, gegen den österreichischen Bodensee» Kapitän Grafen Mercandin die Anklage wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens im Sinne der§§ 335 und 337 totr.-G. erhoben. Es wird dem- nach der bekannte Schiffsunfall auf dem Bodensee, welcher den Untergang des bayerischen Dampfers„Stadt Lindau" zur Folge hatte, nächstens vor einem Vierrichter-Kollegium des genannten Kreisgerichts zur Verhandlung kommen. %««&««, 22. März. Der Uniondampfer„Mexikan" ist gestern auf der Heimreise von Capetown abgegangen. Neueste Nachrichten. Folgender Erlaß de« Kaiser» a« de« Kronprinzen wird durch das Reichs-Gesetzblatt und die preußische Gesetz- sammlung publizirt: Es ist Mein Wunsch, daß Ew. Kaiserliche und Königliche Hoheit Sich mit den Staatsgcschäften durch unmittelbare Be- theiligung an denselben vertraut machen. Zu diesen, Zwecke beauftrage Ich Ew. Kaiserliche und Königliche Hoheit mit der Bearbeitung und Erledigung derjenigen zu meiner Entscheidung gelangenden Regiemngsgeschäfte, welche Ich Em. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit zuweisen werde, und find die dazu er- forderlichen Unterschriften in Meiner Vertretung von Ew. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit zu vollziehen, ohne daß es für die einzelnen Fälle einer jedesmaligen besonderen Ordre zur Ermächtigung dedarf. Charlottcnburg, den 21. März 1888. Friedrich. von Bismarck. Telegraphifche Depeschen. (Wolffls Telegraphen-Bureau.) Der«, Freitag, den 23. März. Der Ständcrath bewilligte gleichfalls einstimmig den Kredit für die politische Polizei. Morgen findet der Schluß der gegenwärtigen Session statt. Clermont-Ferrand, Freitag, 23. März. General Bou« langcr ist um 9 Uhr Vormittags nach Paris gereist. Eine große Menschenmenge war am Bahnhofe versammelt und empfing ihn mit Akklamationen. Trieft, Freitag, 23. März. Der Lloyddampfer„Jupiter" ist gestern Nachmittag aus Konstantinopel hier eingetroffen. London, Freitag, 23. März. Nach einem Telegramme des „Reuter'schen Bureaus" aus Calcutta vom 22. März griffen dze englischen Truppen ein Pallisadenwerk der Thibetaner im Sikkim- Gebiete an und nahmen dasselbe. Die Thibetaner leisteten keinen Widerstand und flüchteten. Kriefkasten der Redaktion. Kprechstnnden der Redaktion «nr»on IS— 1 Uhr Mittag« und 7—8 Uhr KKend«. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quitwng beizufitgen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. M. St. Herr Liebknecht vertrat zuletzt den Wahlkreis Offenbach-Diedurg; vorher den Wahlkreis Echneeberg-Stoll- berg. K. M. 10. Der 18. März fiel im Jahre 1848 auf einen Sonnabend. Dr. K. Die gewünschte Adresse ist uns nicht bekannt. Sachse. Im sächsischen Landtage fitzen 5 sozialdemokra» tische Abgeordnete: Bebel, Geyer, Kaden, Stolle und v. Volmar. In den hessischen Landtag wurden zwei Sozialdemokraten ge- wählt: Jöst und Ulrich. Freiburg i. Kchl. Anonyme Zuschriften können wir nicht berücksichtigen. Sch.> Höchstestr. Das Betreffende ist uns nicht zuge- gangen. Magnan. Wir haben wohl Ihre Postkarte, nicht aber die angekündigte Zeitung erhalten. Königl. Preast. Staats-Kotterie. Ziehung der 1. Klasse 3 und 4. April. Originale bei mir im Depot'. I 48,00 M., 24,00 M., V, 12,25 M Antheile Vg 6,25 M., 3.25 M., 1,75 M.. V,, 1,00 M., [ räch auswärts nur unter Pottovergütigung empfiehlt � I. Geschäft Kerli« 0., Koppenstraße 66. II, Oitefritäft Serliu N, Vrt-raueuss-'oß» 28. Meyer. sg gesteht seit 1860.| Kgl. Prems. 178. Klassen-Lotterie. Die Ziehung I. Claaee beginnt am 8. April; hiertu empfehle Antheile:', 65 M., V, 27i M.,>/« 13,76 M.,'/g 7 M., Vio 6 M.,»/„ 3.76 M.,>/,» 3 M.,>/», 2 M.,'/«» 1,60 M, b*, 1,10 M, Amtliche Listen für alle 4 Classen 1 M. Bei Vorauszahlung für alle 4 Classen kosten Anth. 220 M., � 110 M., V4 65 M.,>« 27|fM., Vio 24 M,,'/u 15 M., Vio 12 M., Vi, 7,50 M., Mio 6 M., V«« 4M.— Bei d. Itzt. Zhg. wurden die Hauptgew. v. 100 000 Hl«, sowie 1630 000 Hl., 2 6 5000 M. etc. bei mir gezog. Marienburger Loose Zhg. 17. 4 c. ä3M., 11 L. 30 M., Halbe 1,50 M, 11 Halbe 16 M. Kreuz-Loose ä 1 M., 11 L. I0M, Barletta 100Lire-L,, Zhg. 20/5 ä 33 M. Poito U.Liste 30 Pf. 350 Ferner empfehle mich zum■BBEHHBBi An- nnl Veriacf yon Wertnpapieren zn den Coiirsen der Berliner Börse, Provision'Ijo Prozent. Disconto- und Cheque-Verkehr. Wechsel- Domiciiirung. AtlOLST FCHSE. BaBtlKCliäfl, Bsrliii V. Cs. Seliarnow'üi älteste und leistungsfähigste Uhren-Fabrik. Berlin S, am Moritzplatz, Oranienstr.-Ecke. Filiale Blücherplatz 3. Anerkannt beste Bezugsquelle, auf allen Weltausstellunger preisgekrönte Etand-Weckeruhren. Einzeloc- kaus zu wirklichen ßabiikpreisen unter 1 jZhr-ger Garantie. Nickel-stiemontoirnhren uon...... 10 Mark an do. da. prima„...... 16„„ Silberne Rem»nto!r-Nhren»on... 17—30„ d».„ Ancre„... 26- 50„ G»l»eneDa«enuhrcn, is kar........ 20„„ „„ mit Rem-Aufz. von. 26„„ „» ,2 Goldkapseln von 40„„ „.. ,, 3„ 67— 200„ „ Herren-Reinontoir-Uhren von..«0„„ „„„ ,, 2Goldk. v. 70 n m „.„ ,, 3, v. 20-300„ Regulaienre, 14 läge gehend e». 1 Meter lang».10„, d». in polirt Nugdaum-Gehäuse von 14„„ do. do. mit Schlagwerk.... 18—76„ Stand-Weckeruhren von....... 6—20, Zllustrirte PreiSverzeichnifl« gratis und frane». Versandt nach außerhalb gegen Nachnahme. Umtausch bereitwilligst gestattet. luxporl» En gros. Notttnr-Spiritus. Krenn-Kpiritas Größere Ouant. villiger; fltordhäuser, Getreidekümmcl, Liqueure, Ignatz SelBo« Cognac liefert fein und billigst, Postaufträge frei Haus ohne Wasscrrückst. 4 Liter Punsch-Extrakte, Berlin, Kai irr ste. 44» Eing. nur Durchfahrt i. Hof. "38 Pf. e, Rum, Arac, T clcgramm-Adrca-ie: Fahftebank ■•"Uhrenfabrik'*" Etablirt 1877. En gros. Export U. Wagner, Berlin S., Oranienstraße 144. Anerkannt größte Leistungsfähigkeit. Preisgekrönt:„Königsberg 1887."„Dresden 1887." „Dusseldorf 1887." Nickel-Remontoir-Uhren...... 10—15 M. Silberne Remontolr- Uhren..... 17—45 M. Goldene Remontoir-Uhren.... 28—800 M. Regulateure............ 10—70 M. Vernickelte Stand-Wecker..... 5—10 M> B5P Garan t« bis jn fünf Kahren.*S0 Versand nur gegen Nachnahme oder norherige Vi«- fendnng de» Ketrage«. 738 Nichtkonvenirendes wird anstandslos zurückgenommen. llnftrirte Katalog» gratis«nd franko, tno Telephon- Amt III. Nr. 8521. Achlmebnlloiileriirhe! Und ins» kurzer Zdt getrocknet. Ja das Ist Suter'sdiE Fussboden- Glasur-Lock-Farbe und kostet nur 75 Pf das Pfiind. I trocknet in 4— 5 Stunden hart und glänzend, macht das Usber lackieren überflüssig. Da» unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen Einfluss auf meine Farbe, Auftrage führe nur gegen vorherige Einsendung des Betrage» oder gegen Nachnahme aus. i'reis a Pfund 75 Pfennige. R. J. Suter, Telephon- Amt III. Nr. 8521. Berlin 5., • Zionskirchstr. No. 44. Kastanieu-Allee No. 60 Meiste Glasnrlackfarhe zum Fenfteranftrlch«. f. w., ä Pfd. 1,00 Mst. K ste Fustdodeuötfarde A Pfd. 60 pfg._______ SSdrl i. Wilzlchluiiz Whriiznlis. 75. Hngo Lewent. Aröeiter-Wotizkatmder pro 1888 gm Pr«ls BO Pffg. BtBrkere Ausgebe 70 Mg. Miedernerkiinfern hohe» Kadatt. Z» dtzieh-« durch die Grxedttiou, Zimmersirnffe 44. Keine getragenen Sachen mehr nöthig! Im Parthie-Maarengefchaft von A. Wergten; 1S7 Kkalitz-rstraß- 127. giebt es[622 neue Sachen. auf Auktionen, in Konkursmasse« ic. gekauft m erstaunlich billigen Preisen. �tock-Aniiiiie, reine Wolle, v 8 Ghlr an Iaquet-AnrLge do. oo» 18 M. au oi« zu den feinsten Genre». Kosen uo» 4—10 M. Köche von 10 ÄO Kl. Westen von«-4M. Kommerpaletot» von 10—83#*., prima etc. öklleii, 10 M«d. 1 Stand, vollständige Länge und Breite, nur 10 Mark, Bettfedcrn, Pfund von 35 Pf. an, verkauft allein die Bettfedem-Engros-Handlung: 1. Geschäft Kottdnserstrastr 4, pari 2. Geschäft KrnnnenOraste 139, i. Zur Auswahl stehen 23 Sorten Federn. Billigste Bezugsquelle für Händler. 265 Di- billigst-«. interessanteste Zeitung Dentschlands ist die in Kerli« erscheinende „Thier-Körse" Dieselbe sollt» in keinerFamili« fehle«. Man abonuirt für nur 50 Pf. das ganze Vierteljahr(frei in die Wohnung 65 Pf.), bei allen Postämtern Deutschlands, Oesterreichs Ungarns und der Schweiz, in Kerli« außerdem bei allen Zeitungsspedi- teuren und in der Expedition&, Alexan- drinenstt. 36.[628 Jaserate bei 20 000 Auflage nur 20 Pf. die Zeile find überaus wirksam. Das neue Quartal beginnt am 1. April. Bestellungen wolle man daher baldigst machen. Zur[627 �iehung I, Klntsao Königl. Preuss. Staats-Lotterie W» 3. bis 4. April Bi empfehle: Anthail-Loos» Loosen i>/,« M. 1.— 1„ M. 1,50.—'/>, M. 3.-«/» M. 6,25.-% M. 12,50. Marienburger Loose ä M. 3. 11 htä k 30 M.-& M. 1,50. 11 tü k 15 M. Rothe t Loose 4 M. 1. llätficklOH. R. Schumacher Lotterie-Effekten-Ceschäft Berlin O., Könlgstr. 14a. Allen Freunden und Bekannten zeige hiermit an, daß am Sonntag bei mir der große Koch- Hier-Ansschauk beginnt und lade ich daher alle zu einem gemüthücken Schoppen ein. Fluh« stückstisch& la Duval, Paris. 475 R. Nürnberg. Anklamcrstr. 49, Restauration zur Einig inigkeit. Freunden und Bekannten empfehle meine ReSauratio«, Meist und Kaleisch-Mter- Lolrnl. Frühstücks-, Mittagstisch nach Auswahl 45 Vf.. Abendtisch nach Auswahl 30 Pf. Vereinszimmer find zu vergeben. Hermann Kiemalb 629] Maetanneustr. 46 (in d. Ztähe d. Heinrichsplatzes). Möbel- und Polstermaaren-Fabrik von a. Schulz, xj.zrs:. Garantirt reelle Arbeit bei soliden Preisen.-M» (Coulante Zahlungsbedingungen.) 2 Jahre alte weiße Gberschal-Heife Pfd. 30 Pf. Schwarze Ktncken-Keife(3 St. 1% Pfd.) 25- Grüne Fast Keife Pfd. 15» Gelbe Fatz-Keife- 20» Toiletten Keife Pfd. 30 und 35* Heinr. Otto �aersch, 39] 254. Kchwedterstr. 254. Killige Reste}. Ginseo. Anzügen, welche gleich angef. w. können, verk. Carle, Laufitzer? platz Nr. 1 im Keller(Porzellangeschäft).[43 Allen Freunden und Bekannten zur flkachricht, daß ich mit dem 25. März ein Zigarren- Scschäft eröffne. W Ftndemaun. Heimltt.--L Beranrwottlicher Redaktem: U. Tronheim in Berlin. Druck und Verlag von Ms» Ksd-n« in Berlin SW„ Beutbitraße 2.