ton.) lta" uk he weid N». 158. jjr. Konntag, den 8. Juli 1888. S. Der P ßacfelM ute Ad! Juli. 1 'J'S rrünrrlolbtilall Brgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Da«„Berliner Volksblatt- tinopel> erscheint täglich Morgen? außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSprei« für Berlin frei in'j Haut vierteljährlich 4 Mark, monatlich IIS Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnemmt t Marl. Einzelne Stummer 5 Pf. DonntagS-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragm in der PostzeitungS Preisliste für 1888 unter Nr. 849.) JnfertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzcile oder deren Raum 26 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei Süßeren Aufträgen hoher Rabatt nach Ucbereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« der Expedition, Berlin SW., Zimmersiraße 44, sowie von allen Annoncen-Bmeaux, ohn« Erhöhung des Preises, angenommen. für abzu» im Int«» dem 3» Aufsch-i K-daktio«: Keuthstraße S.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. :webe i Rutzl 1 Aer henttgen Nn«««er tiegt Mr«nsere Abonnenten V». 41 d««„Konntag» Statt" bei. Internationale FabriK- gesetzgevnng. ! Anregs, chen lott lanmäßt Es ist i nstand 1 'Zm Wie bekannt, hat der schweizerische Bundes- ediglilt.fr a t h im Jahre 1880 auf Beschluß des Nationalraths rtt W�seine Vertreter im Auslande angewiesen, mit den ver- estattch sch n denen Regierungen wegen Anbahnung einer inter- 'im�naüonalen Fabrikgesetzgebung Verhandlungen anzuknüpfen. " zDer praktische Erfolg war gleich Null, denn gerade die Re- unter ataierungen der großen und wichtigen Staaten, die viel richte lhl Industrie besitzen, Frankreich, England und Deutschland, selben!> verhielten sich ablehnend; auch Belgien wollte von einer rt, daß'Fabrikgesetzgebung so wenig wissen wie heute, und nur «chgewta Oesterreich verhielt sich freundlich gegenüber der aus der om 29. Schweiz kommenden Anregung. Die Gründe, die man für die Q�c')nenke£)C!'tun9an8ak/ waren alle gleich wenig einschneidend; fe N(idW,nai1 konnte die VeAtgenhert der Regierungen deutlich heraus- n u>aS will man eigentlich einwenden gegen das Juni jF��kangen, die Fabrikgesetzgebung international auf Grund Elemeit�on Vertragen� zu errichten? Die Unternehmer" % und um ha llligen von [30 6 die El« ßch immer, daß sie durch die Konkurrenz des Aus- usgeschi� landeS gefährdet seien, wenn man ihnen in der Aus- Nutzung der Arbeitskräfte eine Beschränkung auferlege, die VelfüS« das Ausland nicht habe. Sie könnten eine internationale st(The» Gesetzgebung also nur freudig begrüßen. Was aber den gestehenden Einwand anbetrifft, daß die Verschiedenheit der zen löB��itnisse in den verschiedenen Ländern eine internationale igionsa�abrikgesetzgebung nicht zulasse, so läßt sich darauf erwidern, daß 'es sich bei der internationalen Fabrikgesetzgebung nur um allge- meine Bestimmungen handeln kann und daß den einzelnen 'Ländern die legislatorische Behandlung ihrer speziellen Ver- Hältnisse vorbehalten bleiben muß. Aber gerade in den allgemeinen Bestimmungen beruhen die Hauptinteressen der ��''.Aarbestenden Bevölkerung aller Kulturländer zusammen. DaS wer Kin>�' langen nach Abkürzung der Arbeitszeit ist in allen Kulturländern gleich intensiv und die Festsetzung lche auf'einer Normal-, resp. MaximalarbeitSzeit für hrer M>a l l e L ä n d e r, auf welche sich die internationale Gesetz- �eringpgebung erstrecken soll, wäre unseres ErachtenS eine unge- tn" j«ßKttfre Wohlthat, wie den Völkern fett langer Zeit keine rü hi?t �nehr erwiesen worden ist. Der schweizerische Nationalrath hat sich durch den m i2. MNlißerfolg von acht Jahren mit Recht nicht abhalten imvorAaffen, abermal» auf eine internationale Fabrik- catisä'gesetzgebung loszusteuern. Die Verhältnisse haben sich s st a V'inziv ischen einigermaßen geändert und der Drang nach ekannte ssvztalpolitischen Reformen ist überall ein stärkerer geworden. der- « fÄ»"-- 5 Ieuilreton. von"i J)fV$®oitjtov. ��riminal-Roman nach dem Französische« von«. D e t r i« g- iner W« Der Name, den Desternay soeben ausgesprochen, machte n auch hon Major nachdenklich und etwas mißmuthig. Er erinnerte Autostih« an die Geschichte, in die er selbst verwickelt war, und war nicht darauf vorbereitet, hier daran erinnert zu ra�iirfwetben. Er sollte aber noch nicht am Ende seines Er- »h vad�unenS sein. Desternay rief nämlich plötzlich: Stätten'./Ah! DaS Sprichwort hat Recht! Wenn m< cn u. sMolf spricht... Da ist ja der berühmte Baron!" hrenweiß„Welcher Baron?" fragte Guntram. denen/...Goddam, der Baron von Randal! Der unbesiegliche jSpwler. Zch habe Ihnen ja eben von seinen Er- wlgen erzählt! Ich sagte Ihnen wohl auch, er würde heut »OITlniKH. ..®i!"lraS �le�te sich rasch um und sah am anderen 'ade de» Salons den Herrn, den er vor einer halben .tunde m sewem Hotel in der Rue du Cardinal-Lemoine lrückgelassen hatte. Dieses neue Zusammentreffen war sonderbar und doch >ab e» eine ganz naturliche Erklärung dafür. Wenn man ich und gebildet tst, kann man sehr wohl in einem abge- genen Viertel wohnen und doch Mitglied eines eleganten '.ubs sein, der im vornehmsten TheUe der Stadt sein JUS hat.. eifltäj ES wäre aber dem Major m der That lieber gewesen, n ern�enn er diese Persönlichkeit nicht soZ rasch wiedergetroffen lmcn bj/etie. Er war gekommen, um im Spiel Zerstreuung zu suchen, die zahlarbvLcinde JeanneS und sein Herumlaufen in Gesellschaft eines m Aa�Verbrechers zu vergessen, und nun führte das Erscheinen Festig(es Barons Randal ihm mit einem Male diese unangeneh- zust Erinnerungen wieder vor die Seele. imioerttfi„Ich will Sie einander vorstellen," sagte Robert „ü üe�peftemay.„Es ist besser, Sie schließen mit ihm Bekannt- man vom er Ein� str. 44.) agv velcher Hasenl liederg ig des zt. di- irzuneb rfloffeit- a«/ Es wurde deshalb vergangene Woche im Nationalrath fol- gender Antrag eingebracht: „In Erwägung, daß eine Reche von Staaten be- reitS eine Arbeitergesetzgebung besitzen oder anstreben, die von Gesichtspunkten ausgeht und Tendenzen ver- folgt, welche auch diejenigen der schweizerischen Ar- beitergesetzgebung sind, wird der Bundesrath einge- laden, sich mit jenen Staaten in Verbindung zu letzen, um durch internationale Verträge oder eine internationale Arbeiter- gesetzgebung hinsichtlich 1. des Schutzes minderjähriger Personen, 2. der Beschränkung der Frauenarbeit, 3. der Sonntagsruhe und 4. des Normal- arbeitstags gleichartige gesetzliche Vorschriften zu er- sielen." !an gab in der Debatte über die Motive die etwas spießbürgerliche Begründung zum Besten, was man an den unteren Volksklassen thue, sei ein Damm gegen soziale Gefahren. Der schweizerische BundeSrath stimmte der Motion vollkommen zu und erklärte sich bereit, auf's Neue die Anregung zu Verhandlungen mit den Industriestaaten zu übernehmen. Er ließ er- klären: Der Bundesrath, welcher erkennt, daß diese An- regung eine eminent gemeinnützige, wahrhaft humane ist, und in Erwägung, daß sie nicht von irgend einer politischen und sozialen Partei ausgehe, sondern nur allgemeine soziale Zwecke verfolgt, hat einstimmig be- Süla schloffen, die Motion anzunehmen und sein Mö& liches zu thun, um einen Erfolg zu erzielen. Es sind auf dem Gebiet der Arbeitergesetzgebung verschiedene Fortschritte erzielt worden, welche hoffen lassen, daß in einigen Punkten ein Verständniß zwischen den Nationen möglich sein dürfte. Doch muß man sich nicht allzu weitgehenden Hoffnungen hingeben. Der BundeSrath wird nicht nur, wie im Jahr 1881, einen bloßen Brief an die Regierungen schreiben, sondern ein Programm vorlegen, mit Einladung zur Antwort auf die einzelnen Punkte. In der sich an diese Erklärung knüpfenden Debatte wurde der energische Wunsch ausgesprochen, die Schweiz möge mit der Einführung des zehnstündigen Nor- malarbeitstageS den Anfang machen. Wir sehen also neuen und für die gesammte Arbeiter- weit äußerst wichtigen Verhandlungen entgegen. WaS das Resultat sein wird, kann man freilich nicht sagen. Man wird aber ermessen können, wieweit der Gedawk einer wirklichen Arbeiterschutzgesctzgebung vor- gedrungen ist. Man wird nun auch sehen, wie weit es gewissen Herren ernst gewesen ist, welche immer so sehr betont haben, daß eine internationale Fabrikgesetzgebung schaft, bevor der Kampf beginnt. Der Baron ist übrigens nicht bloS als Spieler ein Glückskind, sondern auch einsehr höflicher Mann." Einen Augenblick war Guntram versucht, sich für diese Ehre zu bedanken, aber hierin hätte eine Beleidigung für Herrn von Randal gelegen, der ihn bereits demerkt hatte und auf ihn zukam. In der That konnte der Major auch gar nichts gegen die Persönlichkeit haben, die ihn der Zufall so zum zweiten Male entgegenführte, und eS blieb ihm nichts weiter übrig, als höflich gegen sie zu sein....,._ Em wenig peinlich war ihm nur die drohende Ver- pflichtung, Desternay auseinanderzusetzen, wie und unter welchen Umständen er den Baron bereits gesehen habe. W Er war daher nicht wenig überrascht, als Herr von Randal durchaus nicht die Miene machte, als erkenne er ihn Die Vorstellung fand statt, ohne daß der Baron, der sich als vollendeter'Weltmann zeigte, auch nur die geringste Andeutung auf ihr erstes Zusammentreffen machte. Der Major war mit dieser Zurückhaltung, die von gutem Geschmack zeugte, sehr zufrieden und nahm sich vor, dem Baron ausdrücklich dafür zu danken, sobald sie allem „Ich habe ihn dort doch nicht richtig bcurtheilt," dachte er,„obgleich ich gegen die Art, wie er mich empfing, nichts einwenden kann. Jetzt konstatire ich, daß er Taktgefühl be- sitzt. Er merkte, wie unangenehm es mir gewesen wäre, die ich nicht gedacht hätte, wenn er mir nicht diesen glän- »enden Beweis semer Verläßlichkeit gegeben haben würde. Man kann sich auf ihn verlaffeu, und vielleicht vermag er mir in der Folge nützlich zu werden." „Heut Abend werden Sie einen würdigen Gegner finden, lieber Baron," sagte Desternav.„Mein Freund von ArboiS ist ein leidenschaftlicher Spieler, und ich war einer einheimischen oder nationalen voraufgehen müsse. Wir haben die feste Ueberzeugung, daß man dies vielfach nur gethan hat, um die einheimische Fabrikgesetzgebung möglichst auf die lange Bank zu schieben. Jetzt aber wird man Farbe bekennen müssen. Die Verhandlungen deS deutschen und französischen Parlaments über die Anfänge einer Fabrik- gesetzgebung haben zur Genüge gezeigt, welche Vorurtheile in gewissen Kreisen noch maßgebend sind, und der schwei- zerische Bundesrath hat vollkommen recht, wenn er betont, daß man seine Erwartungen nicht zu hoch spannen dürfe. Eine internationale Fabrikgesetzgebung würde den Kon- kurrenzkamvf unter den Nationen bis zu einem gewissen Grade milvern. Diese wirthschaftliche Anarchie, welche die Völker bis ins Mark angreift, wird nachgerade auch ganz konservativen Leuten unheimlich. Die Dresdener Handes- kammer sagt in ihrem Jahresbericht: „Den Wunsch wollen wir zuletzt noch aussprechen, daß eS Deutschland gelingen möge, wenigstens mit den Staaten, die politisch eng mit ihm verbunden sind, Verträge ab- zuschließen, durch welche die gegenseitigen Handelsbeziehungen erleichtert werden; denn der jetzige Zustand des mehr oder minder offenen Krieges auf diesem Gebiete kann auf die Dauer nur von den verhängnißvollsten Folgen für unser wirthschaftliches Gedeihen sein." Nun, man sollte meinen, es müßte eigentlich leichter sein, einen internationalen Maximalarbeitstag und der- gleichen zu vereinbaren, als Handelsverträge abzuschließen, bei denen doch viel verwickeltere Fragen und Interessen in'S Spiel kommen. Unserer Ueberzeugung nach ist eine ausgedehnte internationale Fabrikgesetzgebung durchaus keine allzugroße Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit, sondern eS hängt nur von dem guten Willen der Betheiligten ab, ob sie zu Stande kommen soll. Aber auch wenn der gegenwärtige Versuch abermals erfolglos bleiben sollte, so wäre dies noch lange kein Grund, die Sache überhaupt aufzugeben. Die Verhältnisse werden diese Frage dringlich machen und auch sie wird ihrer Lösung näher kommen. Das liegt in der Natur der ganzen wirth- schaftlichen Entwickelung. Uottttsche Ueverstcht. Der zandesverratksprozrß, dessen Verhandlungen fich soeben vor dem deutschen Reichsgericht abgespielt haben, unterscheidet sich in nichts Wesentlichem von den anderen Landes- verrathsprozessen. Auf der einen Seite Käufer von Lumpen. die militärische Geheimnisse für Gelv zu verrathen bereit sind, auf der anderen Seite Lumpen, die sich kaufen lassen— das ist das überaus einfache und uninteressante Matena!, aus dem diese Prozesse zusammengesetzt find. Keine allgemein menschlichen Mo- tive, lerne tragischen Konflikte— nichts als die platteste Ge- eben dabei, ihm von Ihren Erfolgen im Baccarat zu be- richten. Heut wird es heiß hergehen." „Aber hat eS nicht schon ohne uns angefangen?" fragte lächelnd Herr von Randal.„Ich habe mich zu meinem großen Bedauern ein wenig verspätet, und..." „Man hat auf Sie gewartet. Aber da Sie nun hier sind, kann es ja losgehen. Im grünen Salon sind schon Spieler. Ich werde„das Ganze sammeln" und die Anderen „heranlootsen"." In dieser lobenSwerthen Absicht ging Desternay durch das Lesezimmer in den Billardsaal. Allmälig hatte sich auch die Gruppe, zu der der Major getreten, aufgelöst, und so waren Guntram und der Baron allein. „Hoffentlich sind Sie mir nicht böse, mein Herr," be- gann Herr von Randal,„daß ich mich durch Herrn Desternay Ihnen vorstellen ließ. Ich wußte nicht, ob es Ihnen an- genehm gewesen wäre, ihm erst auseinanderzusetzen, was in meinem Hause geschehen ist." „Ich habe vollkommen eingesehen, auS welchem Grunde Sie schwiegen," erwiderte Guntram,„und ich bin Ihnen dafür sehr verbunden. Robert ist ein vortrefflicher Junge, und ich habe ihn sehr gern, trotzdem möchte ich ihn aber nicht zum Verttauten meines Abenteuers machen. Er würde über meine Leichtgläubigkeit lachen, und er hätte garnicht Unrecht, denn ich habe mich in der That von dem schlauen Schufte hinter's Licht führen lassen. LiHnen selbst wird ja mein Benehmen auffällig erschienen sein?" „Nicht im geringsten. Sie sahen einen Dieb über die Mauer meines Gartens steigen. Sie klingelten an meiner Thür, um mich zu benachrichtigen. DaS ist doch sehr na- türlich! Daß wir den Spitzbuben nicht erwischten, ist ja nicht Ihre Schuld. Und hierbei will ich Ihnen gleich noch sagen, daß mein Kammerdiener nach Ihrem Fortgange noch einmal das ganze HäuS vom Keller bis zum Boden abge- sucht hat. Er fand aber Niemanden und so gewann ich die Gewißheit, daß der Dieb in mein Haus nicht gekommen ist. Vermuthlich ist er wieder über die Mauer zurück- meinbeit. Bcmerkenswerth ist eigentlich nur die Thatsache, daß der Landesverrath und die Militärspionage in neuerer Zeit den Charakter eines regelmäßigen Geschäfts angenommen hat. Jndeß auch hierin können wir nichts Auffälliges finden, wenn wir den riefigen Umfang bedenken, welchen der Militarismus in neuerer Zeit auf dem europäischen Festland angenommen hat. Man könnte fich höch- stens wundern, daß diese Prozesse nicht noch weit zahlreicher find; doch das erklärt fich vermuthlich aus politischen Erwä- gungen, die bei der Veranstaltung derartiger Prozesse ja un- zweifelhaft ein Wort mitsprechen. Das Ueberhandnehmen der militärischen Spionage kann um so weniger befremden, als ja auch die zivile Spionage, welche im Grunde genommen dem gleichen Boden entspringt, mit ähnlicher Ueppigkeit wuchert. Genug, die außerordentliche Entwickelung der Militärspionage liegt in den heutigen Verhältnissen und wir werden uns, so lange die Aera des Militarismus dauert, noch auf zahlreiche Hochverrathsprozeffe gefaßt machen müssen. Nur eines Details müssen w;r erwähnen, das uns bei den Verhandlungen des jüngsten Prozesses dieser Art mit einiger Verwunderung erfüllt hat. In Berichten über den Prozeß lesen wir in Bezug auf die Personalien des Angeklagten D i e tz(der fich schuldig bekannt hat): ,Dietz ist der Sohn eines Arztes und hat sowohl eine Lateinschule als eine Gewerbeschule besucht. Später hat er acht Jahre im deutschen Heere gedient und fich dann für sein väterliches Erbe von 4000 fl. einen Kramladen gekauft. Nachdem er hierbei sein Vermögen verloren, ist er Schaffner bei der Pfälzer Bahn und dann— 1869— Siations« vermalter geworden. Infolge von Unterschlagungen und sonstigen Unregelmäßigkeiten wurde er 1872 aus dieser Stellung entlassen. Im De- z e m b e r 1872 wurde er dann bei der reichsländischen Eisen- bahn in Straßburg Hilfsschreiber, welche Stellung er bis zu seiner Verhaftung inne gehabt hat."— Der Angeklagte ist hier- nach ein manvak snjet, wie es im Buche steht, und da es ganz undenkbar ist, daß seine„Unterschlagungen und sonstigen Unregelmäßigkeiten" den maßgebenden Behörden der„reichsländischen Bahnen" verborgen geblieben sein können, so fragen wir erstaunt, wie war es möglich, daß ein Mensch mit der Vergangenheit des Dietz eine Vertrauens« stellung erhalten konnte, vre rhn in Stand setzte, wichtige Staatsgeheimnisse zu erfahren und zu verrathcn. Dieser Punkt, der unseres Wissens bisher von der Presse vollständig übersehen worden ist, bedarf entschieden der Aufklärung. Sollte Herr Dietz, wie uns ein Korrespondent mittheilt, mit Rücksicht auf seinen besonders stark prononzirten„Patriotismus" und„Konser- vatisrnus" angestellt worden sein? Ueb-r den muthmasslichrn Nachfolger de» Minister» Hertfnrth als Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern werben zahlreiche Vermuthungen verbreitet.'Nicht ganz unwahr- scheinlich klingt einem Offiziösen das Gerücht, daß für diese Stelle der Unterstaatssekretär im Ministerium für Elsaß-Loth- ringen, Studt, in Aussicht genommen sei, mit welchem bei seiner kürzlichen Anwesmheit in Berlin, nachdem die Verhandlungen über seinen Eintritt in das Kultusministerium fich zerschlagen hatten, bereits ein Einvemehmen herbeigeführt worden sein soll. G» scheint, daß für die preußischen Landtags- »nahte« die Erneuerung des Wahllartells vom Jahre 1887 nicht zu Stande kommen soll. Nicht nur die Nationalliberalen zeigen fich dem Abschlüsse eines eigentlichen Wahlbündnisses ab- geneigt, auch die Freikonservatioen wollen, wie wir gestern be- reits hervorhoben, nichts davon wissen. Die„Kreuz-Ztg." hatte den Vorschlag gemacht, Konservative und Fceikonservative sollten ein Kartell ohne Rückficht auf die Nationalliberalen abschließen. Offenbar aber fürchtet man auf freikonservativer Seiie ein An- wachsen des äußersten rechten Flügels, der gelegentlich auch zu Sonderadmachungen mit den Ultramontanen bereit ist, nicht minder, wie auf nationalliberaler. Dann aber fürchtet man auch, der Abschluß eines Wahlbündnisses, dessen Spitze fich gegen die Nationalliberalen richtet, würde diese verschnupfen und womög- lich dem Freisinn näher bringen. Sehr zu Unrecht; denn der Nationalliberalismus hat bisher in seinem Dicnstverhältniß zur konservativen Partei weder auf hohen Lohn noch auf gute Be- Handlung gesehen. Der preußisch» Hpfhist-ri-graph v. Treitschke widmet in den„Preuß. Jahrb." dem verstorbenen Kaiser einen Nachruf und findet, derselbe„habe in dem langen Stillleben zuweilen die Fühlung mit der gewaltig aufstrebenden Zeit v-r- loten und habe ihren neuen Gedanken nicht mehr reibt folgen können." Zu diesen„neuen Gedanken" rechnet Herr v. treitschke in erster Reihe die schmachvolle Judenhetze. Er verargt es des- halb Kaiser Friedrich, daß er„der anlisemitischen Bewegung einige Worte zornigen Tadels gewidmet." Noch verdneßlicyer findet es Herr v. Treitschke, daß Kaiser Friedrich,„der erste aka- demische Gebildete in der Reihe preußischer Thronfolger", bei der Jubiläumsfeier in Königsberg ganz überflüsfiiger Weise „die Studenten vor den Gefahren des Chauvinismus gewarnt habe". Die Regierung des Kaisers Friedrich nennt Herr von Treitschke„eine traurige Episode der vaterländischen Ge- schichte". Gl« Keltrag zur Koalitionsfreiheit. Die Leiter des geklettert. Hat Ihr Kutscher ihn denn nicht flüchten sehen?" „Nein! Und das verwirrt mich eben. Ich kann mir nicht erklären, wo der Dieb Zeit zum Verschwinden hernahm. Zwischen dem Augenblick, als er über Ihre Mauer stieg und der Zeit, die verstrich, bis mein Kutscher bis zur Ecke der Rue des Chantiers fuhr, lagen noch nicht fünf Minuten. Nehmen Sie noch hinzu, daß ich auf dem Boulevard St. Germain fünfzig Schritte von der Stelle, wo er auf so wunderbare Weise mir entschlüpfte, mit ihm sprach." „Auf dem Boulevard St. Germain?" wiederholte Herr von Randal.„Sagten Sie mir denn nicht.. „Ich sagte Ihnen nur einen Theil der Wahrheit," unterbrach ihn der Major, der sich einen Vorwurf daraus gemacht hätte, einem so vollendeten Kavalier etwas zu ver- heimlichen.„Ich hätte Ihnen lieber gleich alles gesagt, aber ich kannte Sie nicht, und ich hätte Ihnen vieles aus- einandersetzen müssen, was Sie nicht interessiren konnte. Jetzt kann ich reden, denn ich weiß, mit wem ich rede, und ich.. „Aber bitte, mein Herr," unterbrach ihn Herr von Randal,„ich ftage ja nicht!" Er machte dabei als ge- bildetet Mann eine Handbewegung, als wolle er durchaus nicht wissen, waS vielleicht ein Geheimniß des Anderen war. „O! Ich würdige vollkommen Ihre Zurückhaltung, aber ich bin es mir selbst schuldig, Ihnen mein Verhalten genau auseinanderzusetzen... und wäre e» auch nur, um Sie auf die Möglichkeit eines zweiten Einbruchsversuches vorzubereiten. Der Mensch, von dem ich zu Ihnen sprach, ist ei« Verbrecher der schlimmsten Sorte, aber ich glaube nicht, daß er es auf Ihre Kasse abgesehen hatte." „Ja weshalb versuchte er denn dann bei mir einzu- bringen?" „Um mir zu entwischen!" „Ja, ich verstehe wirklich nicht..." „So hören Sie!" erwiderte Gunttam, nachdem er sich umgesehen, ob niemand sie hören könne. Ihre Unterhaltung, die im rothen Salon begonnen hatte, setzte sich in einem Gange fort, der zum grünen Salon führte, der für die Baccaratspieler reservirt war. Berliner Sckuhrnacherstreiks(Klinger, Krause, Baginski) erhielten je einen Strafbefehl über 30 M. und zwar wegen Ausschreibens öffentlicher Kollekten ohne Genehmigung des königl. Obervräfi- denten.(Uebertretung der Verordnung vom 1972. 1867§§ 47, 77, 78 des Str.-Ges.-B.) nebst einer Kostenrechnung von 2 M. 10 Pf.— Das Koalitionsrecht wird immer mehr ein Messer ohne Klinge und Stiel. Der§ 152 der Gewerbeordnung sagt ausdrücklich, daß alle Verbote, welche einer Vereinigung mit dem Zweck, bessere Lohndedingungen zu erreichen, gegenüberstehen, mit inkrafttreten desselben aufgehoben find. Kundesvathssttzung. In der am 5. d. M. unter dem Vorfiy des Staatsministers Staatssekretärs des Innern von Böttichcr abgehaltenen Plenarsitzung nahm der Bundesrath den Vortrag der Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr über den fünften Bericht der Vollzugs- kommisfion für den Zollanschluß Hamburgs entgegen, erklärte fich mit den von Hamburg und Bremen für den Zollanschluß in Ausficht genommenen Durchschnittsgehaltssätzen derZollbearnten einveistanden, genehmigte die Abänderung der Etats der Zoll- Verwaltungskosten für Bayern, Mecklenburg-Schwerin und Elsaß- Lothringen nach den gestellten Anträgen, sowie die Einführung einheitlicher Zoll- und Steuerformulare und traf bezüglich der Zollbehandlung mehrerer Gegenstände Entscheidung. Die Zu- stimmung wurde erthellt: dem Entwurf einer kaiserlichen Ver- Ordnung wegen Inkraftsetzung des Gesetzes über die Unfall- und Krankcnoerficherung der in land- und forstwilthschaftlichen Be- trieben beschäftigten Personen für die Gebiete des Königreichs Bayern, des Königreichs Sachsen und des Großherzogthums Baden, dem Entwurf einer Verordnung, betreffend die Aus- sührung der zu Bern am 9. September 1886 abgeschlossenen Uebereinkunft wegen Bildung eines internationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst, dem Antrage Bayerns wegen Gestattung des Umlaufs von Scheidemünzen der österreichischen und der Frankenwährung im bayerischen Grcnzdezirk und dem Antrage Sachsens, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Ardeitem in Gummiwaarenfabriken. Auf den Vortrag der Ausschüsse für das Landheer und die Festungen, für das Seewesen und für Handel und Verkehr wurde beschlossen, die Bundesregierungen zu ersuchen, zur Regelung der Versendung von Sprengstoffen und Munitionsgegenständen der Militär- und Marineoerwal- tung auf Land- und Wafferwegen gleichförmige Vorschriften nach Maßgabe vereinbarter Grundsätze zu erlassen. Die von den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen vorgeschlagenen Abänderungen des Be- triebsreglements für die Eisenbahnen Deutschlands in Bezug auf die Beförderung mehrerer Explosivstoffe sowie von Sal- petersäure und Schcidewasser wurden genehmigt. Der Resolution des Reichstages vom 23. Januar d. I., detreffend eine einheit- liche Regelung der Dampfkessclgesetzgebung für das ganze Reich, beschloß die Versammlung, keine Folge zu geben: dagegen wurde beschlossen, den Vorfitzenden des Bundesraths um eine Vorlage zur Herbeiführung gemeinsamer Grundsätze über die Genehmigung und Revision von Dampfkesseln, ins- besondere Schiffsdampskesseln und Lokomobilen, in den Bundes- stallten zu ersuchen. Der Beschluß des Reichstags zu Petitionen wegen Regelung der Rechtsverhältnisse der Fabrikwerkmeister wurde dem Vorsitzenden überwiesen. Den Jnnungsverbänden Bund deutscher Korbmacher- Innungen und Zentralverband deutscher Drechsler-Jnnungen und Fachgenoffen zu Berlin er- theilte der Bundesralh auf Grund des§ 104 Ii der Reichs-Gewerbeordnung die Fähigkeit, unter eigenem Namen Rechte, insbesondere Eigenthum und andere dringliche Rechte an Grund- stücken zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen, vor Gericht zu klagen oder verklagt zu werden. Von der Denkschrift des geschäftsführenden Ausschusses des Verbandes der deutschen Be- rufsgenvssenschaften zu Leipzig, betreffend Begründung, Auf- gaben und Grenzen des Verbandes der Berufsgenossenschaften, wurde Kenntniß genommen. Zu einer geringfügigen Abände- rung des Freibezirks der oldenburgischen Hafenstadt Brake wurde das Einverständniß erklärt. Endlich wurde über die Zulassung von Ausnahmen von den Vorschriften über Einrichtung der Anlagen zur Anfertigung von Zündhölzern Beschluß gefaßt. Meidllche pharmaceuten. Der Zulassung der Frauen zum Studium der Pharmacie seitens der Regierungen in Belgien, England, den Niederlanden k. folgte im vorigen tahre die italienische und gegenwärtig die russische Regierung. n diese Zulassung wird vre Bedingung geknüpft, daß die Frauen dieselben Studien und Prüfungen wie die Männer be- stehen: auch dürfen diejenigen Apotheken, welche Frauen als Lehrlinge aufnehmen, zu gleicher Zeit keine männlichen Lehr- linge halten. Namentlich in den Niederlanden find weibliche Pharmaceutcn stark vertreten: haben fich doch zu den dies- jährigen Prüfungen in Amsterdam nicht weniger als 56 Frauen und nicht mehr als 56 Männer angemeldet. Da» A«swandrrer«lrnd tu Castle Garde«, dem be« kannten N ew- N o r ler Ausschiffungspunkt unsersG europa- müdcn Landsleute, scheint, nach amerikanischen Preßstimmen zu urtheilen, nachgerade haarsträubende Dimenfionen angenommen zu haben. Die von den Behörden eingesetzte Untersuchungs- kommisfion förderte wundersame Dinge zu Tage, welche die Dieses Heiligthum lag tief im Innern des Klubhauses, und, um dorthin zu gelangen, mußte man durch eine lange Zimmerflucht hindurch, in der sich aber äugen- blicklich Niemand befand, da Desternay alle Spieler zusammengetrommelt hatte. „Ich war also heute Abend bei einer Freundin von mir," begann der Major,„die weit von hier im Boulevard d'Jtalie am anderen Ende der Stadt wohnt. Als ich sie verließ, überraschte ich den Hallunken vor dem Gartengitter ihrer Villa. Ich hatte Veranlassung, anzunehmen, daß er nicht des StehlenS wegen, sondern in einer anderen schlechten Absicht gekommen sei..., und ich wollte wissen, wer er war. Da bekam ich nun die unglückliche Idee, mich ihm anzuschließen, bis ich erfahren hätte, wo er wohnte. Ich fing mit dem Hallunken ein Gespräch an. Es wäre viel vernünftiger gewesen, ich hätte ihn einfach festgenommen. Aber ich wollte nicht die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen... Der Sache liegt nämlich ern Geheimniß zu Grunde, das hier nicht hingehört... Und deshalb wen- dete ich eine List an. Ich schlug ihm vor, ihm zu helfen, ich sagte ihm, daß ich wie er zu der großen Brüderschaft der Verbrecher gehöre..." „Ich wette, das hat er nicht geglaubt," unterbrach ihn lächelnd Herr von Randal. „Wahrscheinlich, aber er that so, al« glaube er eS und ließ sich von mir begleiten. Er dachte nur daran, wie er mir entwischen könne, und daS ist ihm ja auch gelungen. Ich erspare eS mir, Ihnen alle meine Wanderungen durch einsame Straßen und berüchtigte Schenken zu erzählen und komme zur Schlußszene. Er zeigte mir Ihr Haus, sagte, daß der Eigenthümer nicht da sei, daß viel Geld dort zu holen sei, und daß er den Einbruch unter- ersten �.Uan aufgegeben. Ich" wollte zur nächsten Polizei- wache laufen und einige Polizisten herbeiholen, die ihn bei offener That fassen sollten. Ich sagte mir, daß der Zweck die Mittel heilige. Die Strafe, daß ich diesen schlechten Grundsatz in die Praxis umsetzte, blieb mir nicht erspart. schlimmsten Gerüchte übertrafen. Aber alles blieb I Alten, und die Ankömmlinge werden noch gerat» systematisch wie früher ausgebeutet. Es herrschen I schreiben deutsch-amerikanische Blätter, schauderhafte Zusi« die dem ganzen Lande zur Schmach gereichen. So* z. B. in der Nacht vom 5. zum 6. Juni 6000 Menschen i« Halle eingepfercht, obgleich eigentlich nur Raum für 200» Dank der Unfähigkeit der Eisendahnen, dieselben nach Westen zu befördern. Die meisten wurden zwar am aat Morgen fortgenommen, aber da während des Tages» 4000 ankamen, so herrschte auch in der nächsten Nacht w ein entsetzliches Gedränge. Die von der langen Seereiß matteten Männer, Weiber und Kinder mußten auf dem l» Fußboden kampiren, in die Ecken und Winkel gekauert, n» Heringe zusammengepreßt, die lange Nacht verdringen.> das ist nicht alles. Die Armen wollen auch essen und tri Sie drängen und stoßen fich vor der engen„Bar", bekol wenig Waare� für horrendes Geld, so daß die mitgel paar Goldstücke gewaltig zusammenschrumpfen. Der wechslet will auch sein Theiichen verdienen, wenn er Zwanzigmarkstücke in amerikanische Münze umsetzt, die 8 bahnagenten schlagen an den Billets heraus, was nur mi ist. Die Gepäckträger fordern ihren Tribut, widrigenfalli Koffer und Kisten„aus Versehen" ein bischen zerschn« werden. Kurz, Castle Garden, welches ein Hort für Einwanderer sein könnte, ist thatsächlich für sie eine M höhle. Di» Zurücknahm» d»r A«sm»is«ng des Revek der verbotenen Bremer„Volksztg.", Julius Bruhns, Bremen geschah durch folgendes Schreiben des Senats: „Auf die Beschwerde des Julius Bruhns wid» Verfügung der Polizeikommisston vom 9. Juni& durch welche ihm der Aufenthalt im Staate% auf Grund des Gesetzes über die Freizügigkeit 1. November 1887 untersagt und ihm aufgegeben 1 den ist, das Staatsgebiet innerhalb vier Wochen i» lassen, nach erstattetem Bericht einer besonders niedergck Kommisfion: „in Betracht, daß der auf Grund§ 28' des gegen die gemeingefährlichen Besttebungen der 0 demokratie vom 21. Ottober 1878 aus Hamburg gewiesene Beschwerdeführer vor dieser Ausweist' bestraft war und nur für„derartige Fälle", r>.» Fälle der Aufenthaltsbeschränkung straftet Personen in einem Bundesstaat. deren Bundesstaaten die Verweigerung des Ali Halts durch§ 3 Abs. 2 des Freizügigkeitsgesekrl stattet ist, Beschließt der Senat: „daß die Verfügung der Polizeikommisston' 9. Juni d. I. hierdurch wieder aufgehoben sei. Beschlossen: Bremen, in de- Versammlung des Senats vom 29. Juni 1888. Dt. Fo ck e. Schultz. Barkhausen. Die Gründe, welche der Senat hier gegen die rcchtigung der Ausweisung anführt, wurden von<"» Leuten, die nicht die Befähigung zum höheren Poltzeibe< haben, sofort nach der Ausweisung öffentlich gegen dieselbe Gefecht geführt. Besonderen Scharfblicks darf fich also dü Heber der Ausweisungs-Verfügung nicht rühmen. Mirkuug»« d«r„Zchmarzru List»". Der Masdj bauer Herrmann Bruhn so schreibt das Hamburger' „Echo", wurde am Freitag voriger Woche auf der Wem Blohm u. Voß aus der Arbeit entlassen. Als Grund>> angegeben, er habe fich an dem Streik der Schloffer betbZ Da sich nun Bruhn von jeder Schuld, wenn von einer% überhaupt die Rede sein kann, frei fühlte, erhob er Wid gegen diese Art, ein Arbeitsverhältniß zu lösen. Er wa sodann an seinen früheren Arbeitgeber P. D. Greve, in F. Fcck, Maschinenfabrik auf Stemwärder, wo ihm so� gendes Schreiben eingehändigt wurde:„Hamburg, Steis� 8. Juni 1888. Herrn Blohm u. Voß hier. HinstchM Entlassung des Herrmann Bruhn wegen Betheiligung am« erlaube mir, Ihnen mitzutheilen, daß der Name des pp., irrthümlicher Weise mit auf die Streikliste gebracht fern? Im Interesse desselben möchte ich Sie daher freundlichst ß falls keine andern Umstände dem entgegenstehen, den Betl> den wieder in Arbeit einzustellen. Hochachtend pr. ff H. Clasen." Äst diesem Brief begab fich Brüh« letzten Sonnabend zu Blohm u. Voß, erhielt aber keine» wieder. Im Wahlkreis» Crlaug»«- Fürth erhielt, wie# telegraphisch gemeldet, bei der Ergänzungswahl für den' tischen Landtag der Bürgermeister Schuh 1% frühere Abgeordnete Evora 94 Stimmen. Das Resultat merkt die„Frkf. Ztg." dazu, wird Niemand überrasche? allerwenigsten die Demokratie des Wahlkreises Erlangen'/ Eine Erneuerung des Wahlmännerlörpers hat außer i» Der Hallunke stieg über Ihre Mauer und gelangte in. Garten, aber dann muß er umgekehrt sein und denk Weg wieder zurückgenommen haben, während ich# Wagen aufsuchte. Ich habe mich eben so zu sagen bst Nicht wahr, ich rede freimüthig?" „Ihre Freimüthigkeit ehrt Sie, und das Bert? dessen Sie mich würdigen, ist mir ungemein schmeich? Hoffentlich kann ich Ihnen beweisen, daß ich eS vm Und Sie können auf meine Hilfe rechnen, um diesen schen wieder zu erwischen. Leider wird er wohl nicht zweiten Mal eS wagen, bei mir einzusteigen, nach� ihm beim ersten Male so geglückt ist." „O, daraufrechne ich auch nicht; daS einzige, W bei dieser blamablen Geschichte tröstet, ist, daß ich ih Vergnügen Ihrer Bekanntschaft verdanke," schloß und reichte Herrn von Randal die Hand, dre diest Wärme ergriff und schüttelte. „Darf ich also hoffen, daß wir uns auch sonst � nur beim Spiel, wiedersehen werden?" fragte der* „Ich führe ein sehr zurückgezogenes Leben, aber nub, eS mir an sympathischer Gesellschaft gebrach, denn st� ich kein Feind ver Vergnügungen, die Paris bietet."■ „Ich auch nicht. Und wenn es Ihnen angenehi« soupiren Sie heute Nacht mit mir." „Soupiren?" „Ja, m Gemeinschaft mit einigen netten und mit Desternay, der Ihnen ja bekannt ist." z „Nicht sehr, aber doch genügend, so daß ich' liebenswürdigen Vorschlag annehmen kann." „Also abgemacht. Um drei Uhr bringe ich dem Cafe de la Paix. Bis dahin wollen wenig die Karten drehen. Uebernehmen Sie die Bakkarat?" „Nein. Ich fetze lieber." „Dann übernehme ich sie ebenfalls nicht. mir unangenehm, Ihnen Geld abzugewinnen,( lieren möchte ich auch nicht. Wir wollen denselben � und zwar getrennt angreifen. E« ftagt sich nur,/. der Mühe lohnt. Bis jetzt habe ich immer nur stü. Banken beim Bakkarat getroffen."(Fortsetzung r' Sit & u»'- blieb I i gera» rrschen :te Zum So" nschen it für 2O0Ö :n nach am ant Lages" Nacht w Seereise f dem k inert, TM ngen. 1 und W beko« nritflebn Der r >cnT er die i nur m* ligenfalli zerschn« ort für eine W S Redet ubns, nats: !ns wid» LÄ ügigkeit zeacben! ochen zu niedergej des Sj der 0 amburg' xcifwi' e", Ph kung Dcsftaoch. des 3W it-gesetzri misfion sei- m. J gen die von airl Zolrze!de«l i dieselbe also d- r Masc� Arundsl ffer betbj einer ff : mi :r w« in�chtliil mg amj es VP-» echt sein' rdlichst b> Zen Bets ) vr. W Bru» r keine' It, wie b r den' u h 108' Resultat Fällen nicht stattgefunden� Sobald die Freifinnigen und Na- iwnalliberalcn ficb einigten, war somit das Mandat sicher in ihren Händen. Die Mahnungen derjenigen, welche den Frei- sinnigen eine gewisse Rücksichtnahme auf die Demokratie für anderweit geleistete Dienste anempfahlen, find nicht beachtet worden. Der mittelfränkische Freifinn ist so absonderlich„frei- sinnig", daß er noch bei jeder Wahl sein Hauptaugenmerk darauf gerichtet hat, der Demokratie die Thülen der Parlamente zu verspenen. So in Ansbach-Schwabach bei der Landtagswahl, so cbendort bei der Reichstagswahl, so in Fürth vor einem Fahre, so jetzt wieder. Auch der vom Freisinn in Würzburg erkorene Kandidat, der lediglich der Demokratie sein Landtags- Mandat verdankt, hatte, kaum in das Heus eingetreten, nichts Eiliges zu thun, als von der Abstimmung über die Giltigkeit des Evora'schen Mandates fernzubleiben. Im Frühjahr des vergangenen Jahres erhielt bei der.Hauptwahl Stauffen- berg 99, Marquardsen 32, Evora 71 Stimmen. Die vereinigten Libcraten geboten damals bei 202 abgegebenen Stimmen über 131 Wahlmänner, die Demokratie über 71. Sie selbst hat ihre Wahlmännerzahl nie über 80 geschätzt. Wenn Evora damals schließlich 96 Stimmen erhielt, so waren darunter 16 Wahlmänner, die der Demokratie thatsächlich nicht angehörten. Heute haben die ver- einigten Liberalen 108 Stimmen erhalten gegen 131 im Vorjahr, Evora 94 gegen 71 im Vorjahr. Sie baben also im fixen Wahl- männerkörper über ein Sechstel ihrer Stimmen eingebüßt. Wenn die Demokratie und ihr Vertreter noch eines Beweises dafür be- dürfen, daß sein Auftreten in der Kammer Eindruck im ganzen Lande gemacht hat, so würde dieser ziffernmäßige Nachweis vollauf genügen. Aus Vlbing geht der ,,Arb.-Chr." folgende Korrespondenz .zu, diesem eigenthümliches Licht auf die Verwendung der zur Unterstützung der dortigen Ueberschwemmten bestimmten Gelder wirft:„In hiesigen Arbeiterkreisen verspürt man vor der Hand noch nichts von der Vertheilung der für die Ueberschwemmten tesammelten Gelder. Der Schaden, den die Grundstücke der >ausbestver erlitten, wird taxirt. Wie man erzählt, sollen die Herren vom Uebersch wemmungskomitee, sowie von der Schäden- taxirungskommission täglich 20 M. Diäten beziehen. Im lieber- schwemmungslomitee sind Kommunalbeamte mit recht hohem Gehalt thätig, so Herr Stadtforstrath Kuntze. Herr Kuntze, dies sei noch emgeschaltet, ist auch Landwirth. Als am 25. März er. der Ziogatdamm brach, gehörte er in erster Linie mit zum Öilfs- komitce, das in den öffentlichen Blättern Aufrufe zur Unter- stützung der nothleidcnden Ueberschwemmten erließ. Am 28. März kam Herr Kuntze mit Kartoffeln nach Elbing zu Markt. Die Kartoffeln, die bis dato 1 M. 40 Pf. gekostet hatten, ver- kaufte er zu 3 M. Dieser Preis mußte gezahlt werden, da die Zufuhr vom Lande so gut wie abgeschnitten war. Als das Wasser aufging, ging Herr Kuntze, der praktische Landwirth, auf 2 M. 50 Pf. herunter.— In Marieirburg haben die Väter der Stadt es fertig gebracht, 2000 M. an den Kosten der Armen- Verwaltung im abgelaufenen Geschäftsjahre zu sparen. Und das, wahrend in der ganzen Welt für die westpreußischen lieber« schwemmten der Klingelbeutel herumging. Freigesprochen wurde von der Anklage der Majestäts- und Bismarckbelcidigung der Redakteur der„Mindencr Ztg." Leonardy am vorigen Msttwoch vor der Strafkammer in Biete- seid. Die„Mindener Ztg." sollte eine Majestätsbeleidigung �aburch begangen haben, daß sie die Ablehnung des Septennats rm Reichstage nur als den Vorwand bezeichnete, um durch die Auflosung des Reichstags eine der Regierung unbedingt er- gebene Reichstagsmehrheit herbeizuführen. Glsässtschr». Wie dem„Elf. Journal" gemeldet wird, Ist in Grotz-Hetiingen(Kreis Diedenhofen), der Ausgangs-Eisen- bahnsta'ion Deutschlands nach dem Großherzogthum Luxemburg, seit dem 1. d. M. ein Grenz Polizeikommissar eingesetzt worden, um die von Luxemburg her die Grenze des Reichslandcs über- schreitenden fremden Reisenden zu überwachen. Von der Ein- führung einer eigentlichen Pißpflicht an der luxemburgischen Grenze verlautet indessen nichts. Der„Temps" meldet, daß im Bahnhofe in Basel ein deutscher Grenz-Polizeikommissar eingc- sept worden sei und daß die Reisenden, die keinen Paß vor- weisen können, zurückgewiesen werden. Diese Nachricht ist offen- bar unrichtig. Der BaSler Bahnhof liegt auf Schweizerboden. Sollte an jener Grenze der Paßzwang eingeführt werden, fo würde die Paßkontrole offenbar auf der ersten deutschen Station, nämlich in St. Ludwig, ausgeübt werden. Gesterreich-Ungarn. Nach offiziösen Meldungen sind nunmehr sämmtliche gut vchtliche Aeußerungen der politischen Behörden, der Handels lammern und der anderen hierzu eingeladenen Korporationen über den Entwurf des neuen Hausirgesetzes im Handelsministerium eingelaufen. Dieselben werden geprüft und auf Grund dieser Prüfung eventuelle Aendemngen in dem Entwurf vorgenommen werden. Im Herbste dürfte dann die Mitthei- lung des endgiltig festgestellten Gesetzentwurfes an die unga- rische Regierung erfolgen, welche ihrerseits gleichfalls ein neues Hausirgesetz ihrem Parlamenfe vorzulegen gedenkt. Eine Konformität der beiderseitigen Gesetze ist nicht erforderlich, da pgte rn. rnd denk agen bw S ajetfj schmeich» es veb i diese« vhl NT# , nachW M'w floß e diesf sonst! te der' ber nul«, Venn f"" bietet." j lgenehis Aus Kunst und Zeven. Uev»r»in»„Insrl der Aussätzig»«" wird der„Franks. Zertung" geschrieben: Vor etwa 90 Jahren brach, wahrscheinlich durch astatische Schiffe eingeschleppt, die ansteckende Krenkheit des Aussatzes mit solcher Heftigkeit auf den Inseln der Sandwich- gruppe aus, daß die Regierung den harten Entschluß faßte, sämmtliche Kranken von den Gesunden zu trennen. Sie ver- bannte die Ersteren auf das einsame, unbewohnte Eiland Molokai. Der Befehl der Auswanderung erging an alle Leiden- den ohne Ausnahme, Männer und Frauen, Junge und Alte, Vornehme und Geringe. Es war ein trauriger Zug, ein Zug des Todes, der, dieser Ausweisung folgend, der Heimath Lebe« wohl sagte. Seit jenem schmerzvollen Tage fährt alljährlich zu bestimmten Zeiten ein Schiff mit einer derartigen„Fracht" nach Molokai. Wer einmal ein Mitglied dieser Kolonie geworden ist, darf nie wieder zu den Seinen zurückkehren. 2500 Kranke lebeä Lebensalters und Geschlechtes find im Laufe der Seu nach jenem Sterbeorte gesandt worden. Die neuen Ein, SKüSy bringen den Vorangegangenen Nahrungsmittel und "Ä'. Anfangs war ihre Lebensweise eine beklagens, � Di« Verbannten verstanden es nicht, sich ihre math.einigermaßen wohnlich einzurichten und die !N es» daß i-h' 0 t.& 3 bessere Lebensform zu schaffem MM« gebmß seiner That find die schmucken Hauschen des Städtchens Kalawao, in dem die meisten der etwa siebenhundert bis acht« Kundert Ansiedler mahnen, sowie ein Krankenhaus und eine Schule Von den Sandwichinseln aus darf kein Mensch die Kolonie be- suchen; doch hin und wieder wagt es ein Ausländer, das so streng gemiedene Gebiet zu hetreten. So hat vor einem Jahre ein Nordamerikaner einen Abstecher nach Molokai gemacht. In seinem kleinen Buche„Tbe Lepsrs of Molokai" schreibt er: „Pater Damien ist diesen Vereinsamten Alles in Allem; er hilft ihnen als Arzt, als Oberhaupt, Finanzminister, Maurer, Maler, Tischler und Gärtner,— ja, wenn es nothwendig ist, so über- nimmt er sogar die Pflichten eines Sargmachers und Todten, das Zoll- und Handelsbündniß lediglich bestimmt, daß sich beide Regierungen Aendemngen in der tzaustrgesetzgebung„mittheilen werden. SZhtvvts. Der G r o ß e R a t h von Berti nahm eine Art Pro- grefsivsteuer in Form von Zuschlägen zur Einkommen- steuer an.... Gr-ßbritanuie«. Die alte Erfahrung, daß die liberalen Unronlsten weit er- bittcrtere und gefährlichere Feinde Gladstone's und der Home- r u l e- P o l i t i k sind, als die Tories. zeigte sich wieder im Oberhause. Während vor dem Lord Chief Justice Coleridge der bekannte Prozeß, den O'Donnell, ein ehemaliger irischer Abgeordneter und Parnellit. gegen die„Times" angestrengt hat, verhandelt wird, fand es Lord Camperdown, ein liberaler Peer, für paffend, eine Debatte anzuregen über die„deutliche Ver- bindung der Nationalliga mit dem Verbrechelthum in Jrlan�. An der Debatte betdeiligten sich fast ausschließlich Lords, welche als Lord Derby's Anhänger gelten, und gestatteten sich An- klagen gegen Parnell und seine Parteigenossen, die um so un- ziemlicher waren, als bekanntlich d,e nationalistische Partei im Oberhaus- keinen einzigen Vertreter hat. Hätte ern Zeitungs- blatt sich dergleichen erlaubt, während ein Prozeß»üb sWice ist, so würde es unfehlbar wegen contempt of court gerichtlich verfolgt worden sein. Freilich behaupteten die Lords, daß ihre Debatte sich nur auf die Vorgänge der letzten zwei Jahre und nicht auf die Zeit der Landliga beziehe, wilche zur Zeit O'Donnell's blühte, aber die handelnden Personen find die- selben und die Organisationen sind identisch. Lord Coleridge, der bis 4 Uhr in dem Gerichtshofe anwesend gewesen war, er- schien ebenfalls im Oberhause, und als sich nach dem Herzog von Argyll auch Lord Salisbury in diese unpassende Debatte mischte, erklärte er sein Bedauern, daß dieselbe angeregt worden sei: sie werde seine bereits sehr schwierige Aufgabe noch viel schwieriger machen. Daß diese edeln Herren mit der vom Zaun gebrochenen Debatte keine andere Absicht hatten, als die Geschworenen zu beeinflussen und gegen die Parnelliten ein Vorurtheil zu schaffen, ward auch dem beschränktesten Ver- stände klar. Die Liberation-Society(Loslösungsgesellschaft), jene englische Vereinigung, welche die Trennung von Kirche und Staat in Großbritannien anstrebt, hielt dieser Tage in London ihre Jahres- Versammlung ab. In der in Memorial Hall unter dem Vorfitz des Parlamentsmitgliedes Jllingworth abgehaltenen Sitzung des Vollzugsraths der Gesellschaft wurde der Jahresbericht verlesen, der Befriedigung darüber ausdrückt, daß der Verbands- tag der freien Vereine sich ausdrücklich zu Gunsten der Ent- staatlichung der Kirche erklärte, welche Erklärung der Bewegung einen sehr großen Antrieb gegeben habe. Unter den gefaßten Beschlüssen äußerte sich einer gegen die gesetzgeberischen Maß- regeln, welche die Kirche über das Parlament stellen, oder lirch- liche Behörden mit der von Zivilgerichten ausgeübten Gewalt zu bekleiden bezweckten. Der Rathssitzung reihten sich Abends im Metropolitan Tabernakel eine Volksversammlung unter dem Vorfitz des Palamentsabgeordneten Walter Forster an, in welcher George Trevelyan eine Rede hielt, worin er entschieden für das Verlangen von Wales nach„Entpfründung" seiner Kirche eintrat. Eine der angenommenen Resolutionen drückte Freude darüber aus, daß die Ereignisse das Erscheinen des Zeitpunktes beschleunigen» wo religiöse Gleichstellung in jedem Theile des Königsreichs eingeführt werde, und daß die freie Partei die Kirchenentstaatlichung auch in Wales auf ihre Fahne geschrieben. Frankreich. Aus Paris wird über einen beabsichtigten Staats- streich des Grafen von Paris berichtet. Am Freitag Mittag wurden bei dem Direktor der orleanistischen Presse in Paris, Dufeuille, 5 Eremplare eines Briefes beschlagnahmt, welchen der Graf von Paris an die j ü n g st gewählten konservativen Maires gerichtet hat, und in welchem es heißt: Sie haben die Finanzen und die städtischen Freiheiten tegen die verschwenderische und tyrannische Verwaltung einer iartei zu schützen, deren gelehriges Werkzeug diese Verwaltung ist. Wir werden uns in Kürze alle vereinigen müssen, um die Regierung Frankreichs umzugestalten und sie auf feste Grund- lagen zu stellen. Die Republik hat den Gemeinden die ver- sprochene Freiheit nicht gegeben. Den Republikanern sind alle Mittel recht, um sich die Majorität in den Kommunalräthen zu sichern. Die Gemeinde thesit sich in Unterdrücker und Unter« drückte, sie ist dem Regime der obligatorischen Budgets unter- worfen, sie ist nicht mehr unabhängig in der Verwaltung ihres Vermögens, die Ettern find nicht mehr Herren über die Er- ziehung ihrer Kinder. Eine Regierung des Zufalls wird Ihnen vielleicht die Wiederherstellung der verlorenen Freiheiten ver« sprechen, hoffen Sie aber nicht, daß sie das thun wird; im Gegmtheil» ihre erste Sorge wird sein, die Ihnen noch gebliebenen Freiheiten zu vernichten. Nur eine monarchische Regierung kann sie gewähren, nur sie allein kann Ord» nung in der Gemeinde wie im Staate herstellen.— Dem Vemehmen nach wird der konservative Deputirte Piou in gräbers." Lange Zeit hindurch versah der Mann sein schweres Amt ohne Gehilfen. Seit zwei Jahren aber steht ihm ein zweiter„Bruder Joseph" zur Seite. 13 Jahre lebte Pater Damien auf Molokai, ohne von den Aussätzigen, mit denen er unausgesetzt in Berührung kam, angesteckt zu werden. 1885 je doch entdeckte er an Feinem Körper die ersten Anzeichen des tödtlichen Leidens. Er weiß nun, daß seine Stunden gezählt find, aber nichtsdestoweniger wirft er mit dem nämlichen Fleiß wie bisher für die Wohlfahrt seiner Gemeinde.— Eine der letzten Nummern der„Pall Mall Gazette" enthält einen Brief, den er am 8. November 1887 an einen in England lebenden Freund gerichtet hat. In demselben heißt es: Wir baden uns fleißig, doch nur im warmen Wasser, denn unser Bedarf an japanischer Arznei ist erschöpft und wir hoffen im Hinblick auf das Versprechen des neuen Ge sundheitsrathes bald frische Zufuhr zu erhalten. Es wäre nur fehl traurig, müßten wir darauf verzichten. Mein Hebel tritt jetzt äußerlich mehr hervor, und der Schmerz in den Gliedem hat etwas nachgelassen. Ich fühle mich glücklich und bin mit meinem Loose zufrieden. Seit unserem Regierungswechsel ist e ne Menge neuer Aussätziger angekommen, und wahrscheinlich erhalten wir noch einen großen Zuwachs. Ich habe fünfzig Jungens unter meine besondere Obhut genommen, die einen bcträchtlicken Theil meiner Mußestunden in Anspruch nehmen „Bwder Joseph" beschäftigt sich eifrig mit dem Verbinden der wunden Stellen unserer Kranken und mit andern ärztlichen Ob- liegenheiten. Heute Nachmittag betten wir zwei aussätzige Greise in„ein" Grab. Mit der Versicherung meiner Hochach- tung bleibe ich Ihr I. Damien de Veuster."— Das Leben dieses Mannes beweist uns, daß Selbstlosigkeit und Opferfreu digkeit noch auf Erden zu finden find. Di« Darbi»rstut>»n in Kt. Petersburg müssen wahre Muster von„Reinlichkeit" sein, wie aus folgendem Tagesbefehl des dortigen Stadthauptmanns hervorgeht. Der Befehl hat folgenden Wortlaut:„Bei Ausübung ihres Handwerks sorgen die Friseure häufig in so geringem Maße für die gehörige, ja erforderliche Sauberkeit, zum Beispiel beim Rastren, daß der bloße Anblick ihrer schmutzigen Hände bei den Besuchem nicht nur Widerwillen, sondern auch die oft gar nicht unbegründete Befürchtung einer Schädigung ihrer Gesundhett wachruft. Aus gesundheitlichen Rücksichten fordere ich daher die Pristawe auf, vie Inhaber von Fnseurläden zu verpflichten, in ihren Empfangs- zimmern Waschapparate aufzustellen, damit die in ihren Läden angestellten Personen, ehe sie sich an die Ausübung ihres Hand- werks machen, auf Verlangen der Gäste ihre Hände waschen können. der Kammer eine Anfrage an die Regierung richten betreffs der Beschlagnahme des vom Grafen von Paris an die Maires ge» schnebenen Biiefes. Die konservativen Blätter protestiren gegen die Beschlagnahme des betreffenden Briefes und erklären diese Maßnahme für eine ungesetzliche. Die republikanischen Blätter bezeichnen den Brief als eine aufrührerische und lächerliche Kund- oebung, einzelne rügen die Beschlagnahme als eine ungeschickte Maßregel. Unter der Aufschrift„Ein Staatsgeh eimniß" macht Graf Paul Vasili in der„Nouv. Reo." Madame Adams allerhand Enthüllungen über einen geheimen Vertrag zwischen Deutschland und Belgien, worüber er angeblich in Rom von italienischen Staatsmännern näheres gehört haben will. Danach soll Fürst Bismarck Herrn Crispi während dessen An- Wesenheit in Friedrichsruh gesagt haben, daß Deutschland, im Falle es gegen Frankreich siegreich wäre, keine weitere Abtretung von Land verlangen, sondern alle territorialen Be» lohnungen denjenigen vorbehalten werde,„welche, wie er, glauben, daß das Verschwinden Frankreichs als eine Großmacht eine Sicherheit für den Frieden Europas auf viele Jahre bedeuten würde." Dadurch sei Crispi günstiger für die Allianz mit Deutschland gestimmt worden. Es wäre einfältig, soll Fürst Bismarck gesagt haben, Belgien zu theilen und einen Theil da- von Frankreich zu geben. Belgien habe für Deutschland nur insofern Bedeutung, als die deutsche Armee durch dasselbe mar- chiren könne und in dieser Beziehung werde alles mit dem Könige Leopold geregelt. Belgien sollte das französische Flan» dern wieder erhalten, worauf Deutschland durch Annexion der Häfen Hollands„geographisch vervollständigt" werden könnte. Das sei wahrscheinlich auch die einzige Kombination, welche Eng» land annehmen werde. Alle Verhandlungen, so behauptet Graf Vasili, werden nur mit dem Könige Leopold geführt, welcher, nach Ansicht des Fürsten Bismarck, ohne Wissen und Zustim- mung seiner Minister Verträge abschließen dürfe, und die- elben nur den Kammem später mittheilen müsse,, doch sei der Zeitpunkt hierzu nicht bestimmt. Die ersten Verhandlungen zwischen der deutschen Regie- ung und dem Könige Leopold habe Graf Herbert Bismarck geführt, als er im vorigen Oktober von Dublin über Brüssel nach Hause reiste. In der Darstellung des Grafen Vasili sind so viele offenbar falsche Behauptungen, daß wohl auch der übrige Theil seiner Erzählung keinen Glauben verdient. Kelsie«. Der feierliche Einzug des Bischofs Lambrecht In Gent hat in dieser Stadt nicht überall Enthusiasmus eriv.ckt. Es werden vielmehr verschiedene Störungen gemeldet, demn die große Prozession am Montag ausgesetzt gewesen ist. Ja mehreren Straßen wurde dieselbe mit Pfeifen begrüßt und während ihres Umzuges trugen sozialistische Arbeiter Karton» tafeln mit Inschriften wie folgende umher:„Pracht is misdaad, als er honger en werkeloosheid is"(Luxus ist ein Verbrechen, wenn Hunger und Arbeitslosigkeit herrschen). Eine andere Tafel führte in Französisch die Inschrift:„Lest den„Vooiuit": Ein Epilog zum Einzug des Bischofs(250 besudelte Kinder)." Letzteres ist eine Anspielung auf die gerade in diesen Tagen aus Citeaux(Frankreich) bekannt gewordenen verbrecherischen Knabenschändungen durch„fromme" Mönche. Der Gemeindcrath von St. Jossetten-Noode(Vorstadt von Brüssel) hat am Montag dem bereits seit 2 Jahren durchgeführten Prinzip eines Loh nminimums für die von der Kommune beschäftigten Arbeiter eine Erwetterung gegeben, indem er mit 12 gegen 7 Stimmen auf den Antrag des Arbeiters Splingatt's beschloß, bei allen städtischen Arbeiten einhestliche Minimallohnsätze zu fixiren. Vor 2 Jahren war der hierauf bezügliche Beschluß, der zunächst nur die Druckarbeiten und die Pflasterung für Gemeinderechnung betraf, blos mit einer Sttmme Mehrheit angenommen worden. Seitdem hat die Praxis die Vottrefflichkeit des neuen Systems bewähtt und ihm neue An- Hänger zugefühtt. Es handelte sich diesmal um die Kosten» Voranschläge für die Unterhaltung des Gemcindeeigenthums. JtuU-«. Die Deputirtenkammer genehmigte mit 192 gegen 60 St. die beantragten Finanzmaßnahmen und begann die Be- rathung der Kommunal- und Provinzialreform. Der neueste klein�K rie�der Engländer mit den �ulukaffern rst im vollen Gange. In Durban ist am 3. d. die Meldung über das erste Treffen mit den Aufständischen eingegangen. Eine aus einer Abtheilung britischer Truppen. Polizeimannschaften und eingeborner Hilfstruppen bestehende Streitkraft griff den Rebellenhäuptling Jshingana vom Stamme der Usutus am 27. Juni an. Die Usutus hatten eine starke Stellung zwischen dichten gebüschigen Schluchten inne. Nach sechsstündigem Widerstand wurden sie mit bedeutendem Verlust zerstreut und die Bttten erbeuteten 1000 Rinder. Jshangana's Schicksal ist ungewiß; es heißt jedoch, daß er zu Pferde entkam. Das 1. Bataillon des schottischen Regiments landete in Pott Natal und ging unverzüglich nach Zululand ab. Ferner wird aus Zululand gemeldet: Vier Häuptlinge des Distrikts In» kandhla griffen den loyalen Häuptling Sokotyata an und raubten sein Vieh. Später griffen sie die Wohnung des Bezittsttchters an, der mit Hllfe einiger eingeborenen Polizisten und den Mannschaften Sokotyata's den Feind nach mehrstündigem Kampfe mit bedeutendem Verluste zurückschlug. Der Gouvemeur von Natal hat die Einberufung von Freiwilligen zur Verstärkung der Einaeborenen-Pollzei im Distrikt Jnkandhla, wo die Usutus die Wohnung des. Bezirksttchters angegttffen, genehmigt. Kleine Mitthettunge«. M»lnlng»n» 4. Juli.(In den Flammen umgekommen.) In dem zum Kreise Sonncberg gchöttgen Dorfe Hasclbach find in jüngster Freitag Nacht drei Menschen in den Flammen um- gekommen und zwei schwer verletzt. In dem brennenden Hause konnte sich die Frau mit ihrem achtjährigen Sohn und einer fünfzehnjährigen Tochter nicht mehr retten und fanden sie so einen schrecklichen Tod im Feuer: der Vater und ein dttttes Kind liegen von Brandwunden schwer betroffen krank darnieder. Die fünfzehnjähttge Tochter hatte noch den Großvater und einen Lehrer geweckt, daß dieselben sich retten konnten, sie selbst fand aber leinen AuSweg mehr aus den Flammen. Minden, 4. Juli.(Erdsturz.) Gestern ereignete sich im Freimutb'schen Steinbruch zu Bergkirchen ein Erdsturz. Das Geröll, aus bedeutender Höhe fallend, zerschmettette den Sohn des Bruchbesttzers bis zur Unkenntlichkeit, beschädigte auch einen Arbeiter so schwer, daß er nach wenigen Stunden den Geist aufgab. Die Untersuchung wird ergeben, ob der Abbruch vor- schttftsmäßig bettteben ist. Darmftadt, 6. Juli.(Durchgebrannt.) Der frühere hessische Landtagsabgeordnete Schaum, der wegen Verleitung zum Meineid zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus verur- theilt worden war, ist, nachdem das Reichsgettcht die von ihm eingelegte Revision zurückgewiesen, unter Jnstichlassung der von ihm gestellten Kaution in Höhe von 20000 Mark fluchtig geworden. Christiania, 3. Juli.(Erlegte Raubthiere.) Im Jahre 1887 find in Norwegen Prämien für folgende erlegte Rauh- thiere bezahlt worden: 97 Bären, 15 Wölfe, 77 Luchse, 51 Vielfraße, 6512 Füchse, 989 Adler und 4748 Hühnerhabichte. Die meisten Bären find im Amt Nordlanv, die Wölfe fast aus- schließlich in Finnmarken erlegt worden; der Luchs kommt in fast allen Aemtern des Landes vor; dagegen ist der Vielfraß nur noch in den nördlichsten Gegenden zu finden. Theater. Sonntag, den 8. Juli. Geschloffen. Ich««fpt«lha«». Geschlossen. Oet»>rtch- Wtthelmstädtische» Theater. Pariser Leben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ar»»'» Theater. Zampa. Oeleatliance- Theater. Das elfte Gebot. Teatral-Theater. Die Himmelsleiter. Montag: Dieselbe Vorstellung. > Theater. Das Käthchen von Hell- bronn. König städtische» Theater. Verlorene Ehre. Aanf««»»'» Uarittt. Spezialitäten• Vorstellung. T««e«rdia- Theater. Speziallläten- Vor- stellung. »«fffee» 1 T». 9 3%.- 10 A. KaUer-Panoriuna Zum ersten M.: Kristiania u. d. westl. ffiorwegen.— Der an je Trauerzug und Aufdahrung Kaiser JBilhelms im Dom. Entree& Cycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn. Sndel's kl u« er Dilkszirloi Gesundbrunnen 60 Dad. Straße 60. Jeden Sonntag: Gr. Militär Koilztrt »erl». mit Kchlachtmustk. Neu I i Nbu! epochem. Neuheit auf aeronaut. Gebiete. Auftreten der Mailänder ■ Th i er- K a pe 1 1 e.■ Kf Im Kaal: Grosser Kall."TSC Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag: Grosses Frei- Konzert. Eintritt an Wochentagen frei, Sonntags 15 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2—6 Uhr geöffnet. MOilkaaten, 1369 Eisen, solid, billig, gestrichen 13l Carl Müller, Zimmerstt. 63. Mä* Schweizer- Wen. Täglich: Theater-«. Speziatttäten-Norstellung. Dinos-T ruppe I Familie Hugoston Luftgymnastiker.| Parterreaymnastiker u. Akrobaten. Ferner des Excenttie»Trio Lea Klicke, der Brothers Alming, Elly Hettoarn, Geschw. Delorme, Carl Willberg. Abends 9� Uhr �ggSI-agg liilil Beste Seilkünstlerin der bei elettrischer Beleuchtung: ÄUlia Ua B-UIUy Gegenwart. Volksbelustigungen aller Att. � Tfc» Abends: Gr. Jllummatwn. T:::z%%..Eatree 30 Pfg. BS«ÄV Dienstag, d. 10. Jul.:.„zum Schlacht bei Wörth. Schlachtcn-Panorama, dargest. v. 160 Pers. Dienstag, o. lu. Ni. 40 OOOy lleinster Treffer: Mla 30 b33l*i Nur Geldgewinne ohne jeden Abzug'M> Loose ä Mark 8.50 inrl Porto und Liste bei A. Aschenheim, S4 Juli bi» 11. August. Königl. Preussische Klassen-Lotterie}� WM Griginall-ose: Vi» 220 Mk..'h ä 110 Mk..'/« ä 55 Ml.>/« ä 2! _■'1,»»..... garantirter �Rückgabe innerhalb 3 Tagm� nach �Schluß der Ziehung: '/«& 26 50 Ml, IV. Klasse. Kauptgemin» 600 000 M. 28 Ml Bei- ----------------- V, ft 200 Ml. 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Die putation hielt nun am Mittwoch eine mehrstündige Sitzung b, in welcher der Stadtrath Dr. Waffenuhr und Stadtbau- Blankenstein über die Vorschläge der Kommisfion berichteten. 1 7 WJ wesentlichen bestätigte die Deputation das von der Sub- W W ommisflon vorgeschlagene Programm und beschloß, den städti- ff ff chen Behörden zu empfehlen, bei Biesdorf eine Anstalt für Mf'00 epileptische Kranke zu errichten und hierbei für 100 epilep- � ische Kinder Einrichtungen zu treffen. Auch sollten Anstalten getroffen werden, daß eine Anzahl zahlender Kranker daselbst Llufnahme finden. � J« der Sirchrna« statt für Frauen war de: Bestand am März 1888 160 Frauen. Unter den 285 Siechen, welche «BUn der Zeit 1. April 1887,88 in der Siechenanflalt verpflegt �"wurden, hatten ein Alter von 20 bis 30 Jahren 8 Personen, /> Iber 90 Jahre 6 Personen. In der Siechenanstalt für Männer, ff vtralauerstraße 53, war der Bestand am 31. März 1888 33 Männer. Unter den 152 Siechen, welche in der Zeit vom l. April 1887 88 in der Anstalt verpflegt wurden, hatten ein � Alter unter 20 Jahren 2 Personen, über 80 Jahre 4 Personen. 75 D/.»zm Depot für Obdachlose daselbst war der Bestand ult. März iigrKr-1888 19 Personen(6 Männer, 13 Frauen). Unter den 263 J»a stchPersonen, welche während der Zeit 1. April 1887/88 in der An- KiiurUstalt verpflegt wurden, hatten ein Alter unter 5 Jahren ein elstoffe.Knabe, von 5—10 Jahren ein Mädchen, über 80 Jahre 15 Per- ltüchrr. onen.— In einem zur ebenen Erde gelegenen Zimmer onnrr«0er Männerfiechenanstalt in der Skalauerstraße 58 find Ein- la datAchtungen getroffen, um nicht nur Scheintodten, lurch Ertrinken Verunglückten, sondern auch rnderweit in der Stadt plötzlich äußerlich oder nnerlich erkrankten Personen die erste sachgemäße )ilfe unter Leitung eines Arztes zu Theil werden zu laffen. Die ursprünglich zur Rettung für durch Erlrinken Verunglückte zestimmte Station ist jetzt zu einer wohleingerichteten Sani- �ä t s w ach e erweitert worden, da jederzeit für die Kranken )ein geprüfter Heilgehilfe, geschultes Wartepersonal, geeignete medikamentöse und instrumentelle Hilfe durch die vorhandenen W Einrichtungen der Siechenanstall zur Verfügung stehen. 1***1 27 tU t* i# )„ i» Kokale». Gin»» Ginblick i» dt» Iufammrnfrtzung der reich*» �auptstadtrschrn Krvölirrrung gewährt die Klasstfikation der- elben nach der Gedürtigkett. Unter 1000 Einwohnern Berlins nd gebürtig: 424, also noch nicht die Hälfte, aus Berlin selbst, 19 aus den preußischen Provinzen(191 aus Brandenburg, 76 us Schlefien, 62 aus Pommem, 53 aus Sachsen, 45 aus Posen, 34 aus Ostpreußen, 31 aus Westpreußen, 8 aus Rheinland ein- Ischließlich Hohenzollern, 7 aus Hannover, 5 aus Westfalen, 4 us Hessen-Nassau und 3 aus Schleswig-Holstein), 43 aus den eutschen Bundesstaaten und 14 aus dem Auslände. Wie aus em Vorstehenden ersichtlich, ist die Anziehungskraft, welche Berlin auf die Provinzen ausübt, eine sehr verschiedene. Die- elbe äußert stch, wie der„Lokal-Anzeiger" bemerkt, am bemerk- rarsten auf die die nächste Umgebung der Reichshauptstadt bil- dende Provinz Brandenburg, sodann auf Schlesien, Pommern, wachsen, Posen, Ostpreußen und Westpreußen, verhältnißmäßig cnig bemerkbar auf Rheinland einschließlich Hohenzollern, Han- over, Westfalen, Heffen-Naffau und Schleswig-Holstein, aus welchen fünf Provinzen der Zuzug nach Berlin die Höhe des- enigen aus Westpreußen, welches unter den östlichen Provinzen it Sachsen bezüglich der Bi völkcrungsabaabe an jenes die letzte .stelle einnimmt, noch nicht eneicht. Bemerkenswerth ist es, aß aus den Provinzen Brandenburg, Pommern, Westpreußen, 'osen und Ostpreußen erheblich mehr weibliche als männliche ersonen in Berlin einwandern, daß dagegen mehr geborene erlincr als Berlinerinnen nach den Provinzen verziehen. on den deutschen Bundesstaaten geben die beiden _iecklenburg, Anhalt und Schwarzdurg-Sondershausen mehr Personen weiblichen als männlichen Geschlechts an die Reichs« Hauptstadt ah. Die Folge dieses stärkeren weiblichen als männ- lichen Zuzugs ist die, daß das Uebergewicht des Berliner wcib- kicken Bevölkerungsantheils über den männlichen in steter Zu- nähme ist. Bei der letzten Bolkszählung wurden trotz der starken Gamison 51 531 weibliche Personen mehr als männliche in der Reichshauptstadt ermittelt, während nach den Ergebnissen der 1871er das männliche Geschlecht das werbliche um 3523 Köpfe überwog, obwohl die damalige Garnison gegen die Heu- tige um 1518 Mann geringer war. Verhallnißmäßig wenig giebt Berlin von seinem Bevölkerungsbeitand an vre Provinzen ab, da mehr als sieben Mal so viel Provinziale in Berlin auf- haltsam sind, wie geborene Berliner in den Provinzen. Die bei Weitem meisten ausgewanderten Berliner leben in der Provinz Brandenburg, und zwar zum weitaus größten Theile in der unmittelbaren Rühe der Hauptstadt. Was den Zuzug aus den deutschen Bundesstaaten nach Berlin anlangt, so rst derselbe am bedeutendsten aus dem Königreich Sachsen, den beiden Mecklen- bürg und Anhalt. Unter den Ausländern sind die Oesterreicher am zahlreichsten vertreten, da sie beinahe ein Drittel der in Berlin weilenden Ausländer ausmachen. Dann folgen auf ein- ander in absteigender Anzahl: Ruffen, Briten, Bürger der Ver- einigten Staaten von Amerika, Schweizer, Ungarn, Schweden, Dänen, Italiener. Franzosen:c. Die meisten Ausländer leben im Svandauer Biertel, nächstdem in der Friedrichstadt. JP** Anschluß turn Klitzableituns»« an die Gas- und Waffeileitungen der Grundstücke, die auch von dem gegen- wattigen obersten Leiter unserer Feuerwehr als zweckmäßig und nach den bisher gemachten Erfahrungen als ungefährlich empfohlen worden ist, dürste in den Kreisen der Berliner Ein- wohncr auf Wrdeistand stoßen. Auf einem Fabrikgrundstück im Südosten der Stadh auf dem sich zugleich eine Badeanstalt befindet, wurde beabsichtigt, diese neue Einrichtung versuchsweise einzuführen. Sobald die Sache aber ruchbar wurde, erklärten sich sämmtliche Bewohner des an der Straße gelegenen Wohn- gebäudes gegen die neue Einrichtung, die sie für besonders lebensgefährlich hielten I namentlich protestirte der Pächter der Badeanstalt dagegen, da für diese von zahlreichem Röhrenwerk durchzogene Anstalt die Sache insofern gefährlich sei, als bei der Möglichkeit eines Gewitters— und die ist im Sommer oft vorhanden— die Badegäste aus Furcht vor ernem einschlagenden Blitze fottbleiben würden. Der Besitzer bat infolge dessen von der Einrichtung Abstand genommen. Ei« unbekannte* Kerliner Museum» so könnte man dasjenige der Landwirthschaftlichen Hochschule bezerchnen, von dessen Dasein wohl nur wenige eine Ähnung haben. Und doch birgt diese Sammlung eine Fülle des lehrreichsten Materials, interessant auch für jeden Laien. In dem hohen Lichtsaal find die Maschinen aufgestellt. Hohe Lokomobilen wechseln hier mit Dreschmaschinen und Apparaten zum Pflügen und Säen. In dem oberen Stockwerke sind diejenigen Objekte in geordneter Folge aufgestellt, welche speziell die Landwirthschast und ihre verwandten Zweige betreffen. Da steht man ein systematisch ge- ordnetes Wollkabinet von Settegast, femer ein Glasgestell, in welchem die Formen der Pferdehufeisen bei den verschiedensten Völkern modellitt find. Als Sehenswürdigkeit dürfen auch die Modelle von Schiffsbooten und Fischereiauffichtsdampfem gelten. In dem folgenden Saale wird die Zubereitung von Butter veranschaulicht. Hier findet man die vielfachen Instrumente zur Prüfung des Fettgehaltes der Milch. Eine nebenbei hängende Karte zeigt die kleinen Organismen, die in der Milch vorkommen; auch in diesem Nahrungsmittel find die gefürchteten Batter en, die jetzt überall herumspuken, zu finden. Daneben find Milchkühlapparate und Buttettranspottgefäße in allerlei Gestall vorhanden. Auch der Weinbau ist hier zur An- schauung gebracht. Auf Tischen liegen die eßbaren Pilze, die Obstkulturen in ihren Erzeugnissen zur Ausficht aus. An den Tabakpflanzen vorüber geht man in den anstoßenden Saal, wo den Besucher zunächst oas Modell eines Lüneburger Bauernhauses mit seiner eigenattigen Bauart und den Sprüchen an der Frontseise fesselt. Nicht minder demerkenswetth ist ein italienisches Arbeiterhaus, ein Geschenk der Ackerbauschule zu Pesara. Daneben nimmt ein anderes Modell eines„Arbeiter« Hauses' für zwei Familien stch ziemlich prächttg aus. Diese ge- drängte Ucberflcht giebt nur einen Umriß von dem interessanten Material des Museums, welches in seiner reichhaltigen Fülle täg- lich von 11—3 Uhr besichtigt werden kann. Fünfsehn Jahre stnd heute vergangen, seit die erste Linie der Großen Berliner Pfcrdeeisenbahn eröffnet wurde. Es war die Sttecke vom Roscnthaler Thor bis zum Gesundbrunnen, welche als Vorläufer der späteren, ganz Berlin netzattig über- spannenden Pferdebahnverbindung am 8. Juli für den öffent- lichen Verkehr freigegeben wurde. Am Tage vorher fand be- reits ein großes Gratis- Probefahren statt; Alles was fahren wollte und— konnte, denn die Wagen waren fast immer über- füllt, war willkommen, und die Aufregung im Rosenthaler Viertel wuchs zu bedenklicher Höhe. Am ersten Betriebstage wurden 4403 Personen befördert, welche 728,60 Mark an Fahrgeld entrichteten. Welchen ungeahnten Umfang das Unternehmen innerhalb dieser fünfzehn Jahre angenommen hat, ist bekannt. Ende 1886 waren rund 212 000 Meter Geleise im Betnebe, und zirka 35t Millionen Fahrgäste benutzten jdie Pferdeeisenbahn im Laufe desselben Jahres, oder durchschnittlich fuhr jeder Ein- wohner Berlins 65 Mal. Das brachte den Aktionären 11,25 pEt. Zinsen. Interessante Wandlungen find übrigens gerade mit dieser ersten Strecke Rosenthaler Thor— Gesundbrunnen vorge« gangen: die verhältnißmäßig kurze Linie hat sich zu einer quer durch Berlin gehenden Schienenverbindung zwischen Berlin N und SW erweitert und den für die Pferdebahn am schwersten zugänglichen Theil der Stadt, den Mühlendamm und die Mühlen, erobert. Heute ist die Strecke Gesundbrunnen-Kreuz- berg eine der meistbesahrenen in Berlin. Di» Nenovirungoarbeiten a« de« sogeuanuten Königv üolounadrn, welche jetzt wenig über hundett Jahre alt find, haben eine eigenattige Erscheinung zu Tage gefördett. Die ganzen Plafonds find nämlich in ganz leichter Holzkon- struklron ausgrfühtt, welche mit Stuck in Renaissance-Manier bekleidet, zwar einen recht hübschen Anblick gewährten, der alten, wie der modernen Solidität aber durchaus nicht entsprachen. Bei der nunmehr nöthig gewordenen Abstoßuna des mürbe ge- wordenen Putzes zeigte stch das leichte Gebälk als voll- ständig verfault und verwittert, so daß man die ganze Be- dachung wegreißen und durch eine total neue Konstmktion ersetzen muß. Die„Faubenstadt", jener mächtige Baustellenkomplex zwischen der Reichenberger- und Wienerstraße, nahe dem Gör- Icher Ufer, bietet zur Zeit ein Bild üppigster Vegetation. Was die fleißigen Hände der Pächter der unzähligen Parzellen dem dürftigen Boden anvertraut haben, hat die Natur überaus wohlwollend zur Entwickelung gebracht. Beinahe 200 selbstgezimmerte Lauben weist jetzt die kleine Stadt auf, jede umgeben von sorg- fältig gepflegten Gemüse- und Blumenbeeten. Der charatteristische Schmuck der„Laubenstadt", der Sonnendlumenwald, zeigt bereits blühende Exemplare. Gi« einiiger Kriefkasten» außer dem Schalter- Brief- lasten des Pc-stamtcs Nr. 36 im Görlitz er Bahnhofs- Gebäude in der Wienerstraße, kommt auf 150 Häuser der Reichenberger-, Wiener-, Grünauer-, Liegnitzer- und Forsterstraße, sowie den Theil des Görlitzer- und Kottbuser- Ufers, welcher im Bezirke dieses Postamts liegt. Dieser eine Briefkasten befindet stch an der Mauer der Bechstein'schen Fabrik in der Grünauerstraße, also mindestens 10 Minuten entfernt vom Görlitzer Ufer. In jener Gegend hat ein Haus niemals unter 25 Miether. Darnach sind 3750 Familien auf den einen Briefkasten angewiesen, wenn der Schalter- Briefkasten außer Betracht gelassen wird. Die Korrespondenz ist dort eine sehr rege. Vergeblich petitio- niren die Anwohner um neue Briefkästen seit fast einem Jahre. Schnupftabak b-kterien. Unser ohnehin baktettenreiches Jahrhundert scheint, wenn die Nachricht nicht durch die bekannte Hundstagsente frühzeitig ausgebrütet worden ist, um eine neue Art Bakterien bereichert worden zu sein. Im Schnupftabak soll ein bescheidener Jünger des„Batterienvaters Koch"— Mikroorganismen, denen man den Namen Bakterien gegeben hat— Erscheinungen gesunden haben, welche unbedingt auf das Vor- handensein dieser gefährlichen Körperchen im Schnupftabak hin- weisen. Die Schnupfer der ganzen zivllistrten und unzivilisitten Welt werden bei dieser Nachricht von den Spitzen des Zeige« fingers und Daumens bis in die letzte Zelle der Nasenschleim- haut erzittern, wenn sie diese aufregende Nachricht lesen werden; aber wir können mit der erschütternden Thatsache nicht länger hintan halten, auch auf den Schnupftabak ist der Fluch des Jahrhundetts gefallen. Zu dem obengenannten Bakterienjäger kam dieser Tage ein älterer Herr, der über starke Kopfschmerzen klagte, die ihn seit zwei Tagen in der empfindlichsten Weise peinigten. Herr F., der Battetten- forscher, der da wußte, daß der alte Herr ein starker Schnupfer sei, verlangte, einer momentanen Eingebung folgend, die Schnupf- tabakdose des Alten, um den Inhalt derselben zu untersuchen. Die Untersuchung soll ein überraschendes Resultat ergeben haben, insofern der Spezialist unter dem Mikroskop im Schnupftabak und an den Innenflächen der Dose— die Feder sträubt sich, das Schreckliche niederzuschreiben— Tausende von Bakterien gefunden haben will. Und nun wurde von dem Mikroskopiker folgende erschütternde Diagnose gestellt. Die Battetten, welche der Schnupfer mit dem Tabak zugleich in seine Nase aufnimmt, schwärmen nach und nach weiter und gelangen schließlich bis in das Gehirn, in das edelste Organ des Menschen, wo sie wüste Zerstörungen anrichten. Das sei auch der Grund der nerven- tödtenden Kopfschmerzen. Wir vermeiden es, bei der Tragweite dieser fürchterlichen Entdeckung vorläufig irgend welche natur- wissenschaftlichen und medizinischen Aeußerungen fallen'u lassen, denn unsere Weisen des Mikroskops werden hoffentlich recht bald Licht in dieses Tabaksdunkel bringen. Gin» gauze Reihe bisher wenig gekannter Schutz- Vorrichtungen der Thier» hat— wie der„Tägl. R." von einem naturwissenschaftlichen Mitarbeiter geschrieben wird— ein deutscher Zoologe, A. Seitz, unlängst näher untersucht und hat dabei viele interessante Beobachtungen gemacht. Er unterscheidet zwei Gruppen von Schutzvonichtungen, je nachdem diese dazu dienen, die Thiere zu oerbergen, sie den Augen der Feinde zu entziehen, oder ihnen Kampfmittel zu sein. Zu den ersteren ge- hört vor allem das Farbenanpassungsvermögen an die um« gebende Natur, das die Jnsettenwelt vor allen anderen Thier- klaffen auszeichnet. Die Blattheuschrecke weiß durch ihre Farbe und Gestaltsveränderung dürre Aeste und Blätter so vollständig zu kopiren, daß selbst ein so gefttter Jnsettenfresser wie die Ameise dadurch getäuscht wird. In gleicher Weise schützt das grüne Blättergewirr den Laubfrosch, und mancher Schmetterling, der ruhig am Stamme eines Baumes odes an einer Zaunplanke fitzt, entgeht unserm Blick durch die täuschende Aehnlichkeit seiner Farbe mit der seiner Unterlage. Gewisse Jnsetten scheinen sich durch die Wahl ihres Ruhepunttes zu sschern, wodurch sie de- stimmten Vogelatten entgehen, die ihre Nahrung in bestimmter Stelle zu suchen gewohnt find. So fitzt z. B. von den Schmetterlingen Bis ton pilosarins fast regelmäßig in 0,75 bis 1 m Höhe der Bäume, Boarmia selenaria dagegen nur wenige Zentimeter über dem Erdboden. Ist ein Thier trotz seiner Schutzfarben von einem Feinde gefunden oder befitzt es über- Haupt keine, so bleibt ihm noch das einzige Mittel, wodurch es einen Zusammenstoß mit dem Gegner vermeiden kann, die Flucht. Auch dabei findet großer Wechsel und mannigfache Anpassung statt. Die einen Thiere fliegen geradeaus, die anderen in Zickzackbogen. Die meisten suchen eine schützende Deckung zu gewinnen: das Feldhuhn streckt sich lang auf den Boden, wenn es gefunden wird; der Wafferkäfer, der auf Land überrascht wird. strebt in mächtigen Sprüngen sein heimisches Element wieder zu gewinnen; viele Insekten lassen sich plötzlich aus der Höhe herab. um unter dem Blättergewirr eine Deckung zu finden.— Die zweite Gruppe der Schutzvorrichtungen bilden diejenigen, welche zur Abwehr ttnes Angriffs oder zur Vernichtung des Feindes dienen sollen. Dazu find die Thiere mit den verschiedensten Atten von Waffen ausgestattet, wie Klauen, Zähne, tzörner, Giftstachel und dergl. mehr. Die unangenehme Wirkung dieser unschein- baren Waffen kennt mancher aus eigener Erfahrung, der in der Sommerfttsche unter schattigen Bäumen Ruhe und Ecquickung sucht und eine Welt von Insekten um stch dulden muß. Was die menschliche Haut noch leidlich erträgt, giebt den kleinen Lebewesen aber, welche die Jnsetten angreifen, den Todesstoß. So bohren z. B. viele Jnsetten ihre Haare, die mit einer äußerst feinen Spitze, zum Theil sogar mit Widerhaken versehen find, senkrecht in die Haut des Angreifers, in die ste durch jede Gegengewalt nur noch tiefer hinemgestoßen werden. Sehr ver- breitet rst der den Jnsetten auch die Ausscheidung eines flüsfl. gen Stoffes als Schutzmittel. Die Larven der Schaumzikade Hullen fich in den sogenannten Kukuksspeichel, viele Afterraupen find von ttnem zäben Schleim umgeben. Einzelne Thiere, wie der Laufkäfer, die Coeeinelle unter andern, sondern erst beim Angriff selbst einen ätzenden oder stinkenden Saft ab, der den Gegner abschrecken soll. Die Tagfalter werden von den Vögeln wahrscheinlich ihres widerlichen Geschmackes wegen gemieden.— Bei zahlreichen Thieren finden stch in ihrer äußeren Ausstattung Merkmale, welche ste gefährlich und zur Vertheidigung gerüstet erscheinen lassen, stch aber in der That nur als Täuschungen, als Scheinwassen erweisen. Diese Thiere besitzen, so harmlos sie stnd, doch ein erschreckendes Aus« sehen oder wissen sich wenigstens in der Nock ein solches zu geben. Allerltt Hautauswuchse, wie Hörner, Dornen, Lappen. dre im Ernstsall gar nicht zu gebrauchen sind, geben vielen Käfern und besonders den Wanzen eine dräuende Gestalt: manche Threre vermögen durch plötzlichen Farbenwechsel den angreifenden Feind zu verblüffen; bei anderen wieder, wie z. B. den Schmetterlmgsraupen, verhelfen eigenthümlich ange- ordnete Zeichnungen, die sog. Scheinaugen, zu falschen Vorstel- lungen. M,t diesen Schutzmitteln verbinden manche Thiere, wenn sie angegttffen werden, noch Droh- und Schreckbewegungen. Die große Libelle bewegt den Hinterleib wie zum Stich, ohne überhaupt ttnen Stachel zu haben, die Reptilien sträuben die Kamme, die Vögel sperren die Schnäbel auf u. s. w. Schließ. lich sei noch erwähnt, daß manche Thiere, die selbst keine Schutz« mittel defitzen, vollständig andere gut geschützte Arten zu kopiren wissen und so, unter falscher Flagge segelnd, sich völlig sicher stellen. S-rr Anist-rp ist Mieder da und bereitet, wie der „Anzeiger f. d. Havelland" erfährt, ein neues Bauprojett und zwar in Spandau vor. Der dekannte Gründer von Westend hat, vermuthlich im Auftrage eines Konsottiums, den Lagerplad des Schneidemühlenbefitzers Körner an der Neuendorferstraße gekauft, um daselbst Bauten aufzuführen. Auf dem sehr aus- gedehnten Terrain, das stch von der Straße bis zum Havelufer erslreckt. sollen eine große Anzahl, wie es heißt, achtzehn zwei« stockige Hauser mit mittleren Wohnungen und an der Straßen- front Gebäude mit herrschaftlichen Quartieren errichtet werden. Der ganze Komplex wird jedenfalls noch von Straßen durch« schnitten werden. »i, fffS»»i««» Redakteur« schildert ein englisches Blatt mit folgenden Motten:„Die Herausgabe eines Blattes ist ein'vergnügtes Ding, die besonders dem Redakteur allseitig Freude schafft und selbst viel Vergnügen macht. Enthält die Zeitung zu viel Politik, so ist das Publikum unzufrieden; wenn zu wemg, so will man sie nicht ansehen. Ist die Schrift groß. so rst nicht Inhalt genug für das Geld da; ist sie klein, so ver- dirdt man fich die Augen beim Lesen. Treten wir jemand aufS Hühnerauge, so lachen die andern, während jener fich ärgett; kitzeln wir aber die andern an einer verwundbaren Stelle, so schimpfen ste, und ersterer lacht sich ins Fäustchen. Loben wir jemand, so stnd wir patteiisch; thun wir es nickt, so find wir es ficherlich auch wieder. Bringen wir einen Artikel, der den Damen gefällt, so sogen die Männer, es wäre Gewäsch, befrie- digen wir aber die Wünsche der Frauen nicht, so eignet fich da» Blatt nicht für das Haus." Im Interesse de» Milch koufumieenden Publikum» bringt der Polizeipräsident auf Grund des Minis.erialerlasses vom 28. September 1883 zur öffentlichen Kenntniß, daß bei dem Milchhändler Heinrich Niemeyer, Neuenburgerstr. 2a, und bei dem Milchhändler Hermann Dreizehner, Waldemarstr. 34 Hierselbst, wiederholt Milch, und zwar bei ersterem sogenannte Halbmilch und bei letzterem Magermilch entnommen worden ist. welche nicht den Bestimmungen in der Polizeiverordnung vom 6. Juli 1887 entsprach. I« der Grünauer Assare findet gegen die Angeklagten Gatzlik, Görcki und Frau, Werner, Fabrenwaldt, Höhne, Frank. Appelgrün, Kaufhold und Genossen Termin vor dem Amts- aericht Köpenick am Donnerstag, den 12. d. M., 9£ Uhr, statt. Jnsgesammt beträgt die Zahl der Angeklagten zwölf. Als Be« lastungszeugen werden u. a. noch die Gendarmen Ziebm aus Groß-Lichterfelde, Kasch aus Rudow und Tänzer aus Tempel« Hof vor dem Amtsgencht erscheinen. Gi«„humaner" Arbeitgeber. Wie es mit der Duld< samkeit der Ardeitgeber gegenüber den Arbeitnehmern in Bezug auf das Lesen von Arbeiterzeitungen steht, zeigt wieder einmal recht drastisch folgender Fall. In der Pianofadrik von Gül» schow, Wienerstraße 44, arbeitete schon seit längerer Zeit der Tischler W. Derselbe ist Leser mehreree Arbeiterdlätter, unter diesen auch der„Berliner Volks-Tribüne Dieselbe war den Sonntag über in der Werkstatt liegen geblieben. Herr Gül- fchow hatte sie aufgestöbert und wohl auch gelesen. Nun schien ihm wohl der Inhalt etwas schwer faßbar, denn am Montag eröffnete er dem W. die Ausficht, entweder dies„Schandblatt' abzubestellen oder die Arbeit niederzulegen. Herr W. zog das letztere vor und hat, wie uns mitgetheitt wird, bereits wieder Arbeit in einer anderen Werkstatt. De« Kesthm» von Tanzlobale« in Reinickendorf und der Umgegend ist durch landräthliche Verfügung bekannt gegeben worden, daß die Vergünstigung, an allen Sonntagen Tanzmufik halten zu dürfen, in Zukunft wegfällt. Nach einer destehenden Verordnung des Ober-Präfiventen soll die polizeiliche Erlaubniß zur Abhaltung von Tanzmufik auf dem flachen Lande in der Regel nur alle acht Wochen einmal crtheilt werden. Die Gast- wirthe in Reinickendorf, welche zum größten Thell auf den Verkehr der Berliner angewiesen find, wollen nunmehr bei dem Oder- Präfidenten vorstellig werden, einmal weil fie der Meinung tnd, daß die für die Verhältnisse des platten Landes berechnete iiästdial-Verordnung für Reinickendorf als einen Vorort Berlins nicht zutreffe: sodann aber wollen fie, wenn diese Annahme dennoch Platz greift, dahin petstioniren, daß diese Verfügung in entsprechender Weise geändert werde, weil sonst ein großer Theil der Gastwirthe in der näheren Umgebung Berlins durch die Verfügung in ihrer Lebensbedingung bedroht sein würde. Ein Hund als Lebensretter. Einem riestgen Leon- berger verdankt der 5 jährige Paul K. sein Leben, welches am Freitag Rachmittag arg gefährdet war. Von Augenzeugen wird darüber berichtet: Als am Freitag, Nachmittags gegen 2 Uhr, obenerwähnter Knabe mit mehreren anderen Kindern dicht am Ufer des Landwehrkanals(am Tempelhofer Ufer) spielte und fich auf die Eisenstange des Geländers gesetzt hatte, fiel er plötzlich rücklings in das Wasser und verschwand in den Wellen desselben. Niemand war so nahe, daß er dem mit dem Er- trinken kämpfenden Knaben hätte Hilfe dringen können; nur ein Herr, welcher mit einem riesigen Leonberger Hunde vorüber- gegangen, hatte die Szene mit angeschen. Schnell entschlossen warf der Herr sein Taschentuch in das. Wasser und feuerte das Thier an, hineinzuspringen und das Taschentuch, welches ziem- lich nahe an dem Knaben schwamm, zu holen. Mit einem mächtigen Satz sprang der Leonberger ins Waffer und näherte fich schnell dem eben wieder aufgetauchten Kleinen. Von seinem Herrn aufgemuntert, das„Kind" zu suchen, gelang es dem braven Thier, dasselbe mit den Zähnen an den Kleidem zu fassen, welches fich an dem riefigen Körper so lange festhielt, bis ein Schiffer, der in der Nähe mit seinem Kahn vor Anker lag, beide in seinem Boot barg. Der Knahe, welcher außer dem nassen Bade mit dem Schreck davongekommen war, wurde in warme Decken gehüllt und nach der nahe belegenen elterlichen Wohnung geschafft, während der brave Leonberger fich die Liebkosungen der Menge für seine Heldenthat gefallen lassen mußte. Kchmarze Pocken. Von den Auswanderern, welche am Freitag auf der Reise nach Hamburg in Spandau eintrafen, mußte ein Mann nebst seiner Frau und ihrem einhalbjährigen Kinde zurückbleiben, weil letzteres an den schwarzen Pocken er- krankt war. Alle drei Personen wurden in der am Stabholz- garten befindlichen Cholcrabaracke untergebracht, wo das Kino ärztlich behandelt wird. Die Familie ist unter ständige Be- wachung gestellt, damit fie mit niemand in Verkehr trete und eine Weiterverbreitung der Seuche verhindert werde. Der Aus- wandererschuppen wurde gründlich desinfizirt. Die Polizeide- Hörde in Hamburg ist von diesem Vorfall benachrichtigt, damit fie die weitcrgereisten Auswanderer bei ihrer Ankunft in der Hafenstadt einer Untersuchung unterzieht. Dom Amerikafieber ergriffen, hat kürzlich die Gattin eines Schuhmachers, der(an der Ecke der Linden- und Ritter- straße) ein blühendes Ladengeschäft befitzt, unter Mitnahme von 1500 M. ihren Mann nach stcbenjähriger Ehe verlassen. Von Hamburg aus richtete fie einen Brief an den Gatten, worin fie erklärt, daß fie der Sehnsucht nach Amerika(!) nicht mehr habe widerstehen können und ihn auffordert,— ihr zu folgen! Der Mann soll jedoch hierzu wenig Lust verspüren und über den Verlust seiner„besseren" Hälfte nicht„untröstlich" sein. Er wird sofort den Scheidungsprozeß einletten. Au» eiuem Gebüsch in den Anlagen des Nollendorf- platzes kam am Montag in aller Frühe ein Mensch hervorge- krochen. Ein Bewohner des Nollendorfplatzes, der von seiner Wohnung aus Augenzeuge des Vorfalles gewesen, nahm Ver- anlaffung, das Gebüsch nachzusehen und fand in demselben eine stlderne Zylinderuhr mit zerbrochenem Glase und unechter Panzerkette mit einer metallenen Kapsel, sowie ein altes Notizbuch auf den Namen Busch. Obgleich das Gebüsch streng observitt wurde, hat fich jedoch bisher kein Eigenthümer um die gefundenen Sachen, die gegenwättig in dem Polizeiamt zu Schöneberg reffrvirt werden, gekümmert. Dieser Umstand läßt den Schluß gerechtferttgt erscheinen, daß dieselben entweder aus einem Diebstahl oder aus einer Leichenfledderei herrühren. Zu rekognosziren find die Gegenstände im Amtsbureau zu Schöneberg. I« bi« poack'sch« Morbsache von Kchöue�erg kommt nun doch anscheinend mehr Licht. Zunächst haben Wil» mersdorfer Schulkinder, welche im Felve in der Nähe der Mord- stelle spielten, unweit derselben, unter Steinen vorfichtig ver- packt, die Mütze des ermordeten Noack, welche bisher nicht er- mittelt worden ist, aufgefunden. Ferner hat fich jetzt ein Zeuge gemeldet, der diejenige Person, aus welcher von Anfang an der meiste Verdacht der Thäterschaft ruhte, die am Morgen gleich nach der That mit blutigem, zerkratztem Geficht in ihrer Woh- nung im Bette bettoffen worden ist, und die angegeben hatte, bereits am Abend mit anderen Personen in eine Schlägerei ver- wickelt gewesen und schon am Abend das Bett aufgesucht zu haben, noch am Sonntag Morgen in der Mühlenstraße gesehen hat. Seitens der Gendarmerie ist noch am Donnerstag sofort der Staatsanwaltschaft Mittheilung gemacht worden. Frau Eine« plötzlichen Tob fand gestern Nachmittag die i des Majors v. W. im Jnvalidenbause. Die bejahrte Fcau bettat gegen 2 Uhr mit einem Grunewald-Billet den P rron des Lehrter Stadtbahnhofes, wurde aber durch eine plötzliche Mattigkeit gezwungen, fich auf einer Bank niedeizu lissen. Kaum hatte fie fich gesetzt, da fiel fie wie leblos um. Die zu Hilfe eilenden Bahnbeamten, welche die Frau kannten, brachten dieselbe, da noch Leben in ihr zu sein schien, schleunigst in einer Droschke nach ihrer Wohnung, aber schon ehe die Droschke abgefahren war, gab die Frau ihren Geist auf. Kchou wieder war der Grunewald Schauplatz eines Doppelselbstmordes. Am Mittwoch früh wurden in einer Scho- nung am Wege nach Schildhorn die Leichen eines jungen Mannes und eines Mädchens gefunden, die jeder einen Schuß in der Brust hatten. Die Leichen find bereits als die eines Buchhatters und der Direktrice eines hiesigen Konfektionsgeschäfts erkannt worden. Nach bei den Leichen vorgefundenen Papieren hat unglückliche Liebe ihnen Veranlassung zum Selbstmord ge> geben. Eine unbekannte Frau wurde vorgestem Abend in der Elsafsersttaße bewußtlos an der Erde liegend von Beamten des 12. Polizeireviers aufgefunden und zur Charitee transportirt. Bis gestern Mittag ist die Unbekannte weder rekognoszitt wor- den, noch hat dieselbe das Bewußtsein wieder erlangt. In ftlbstmördertscher Absicht nahm vorgestern Nach- mittag der Kaufmann Wilhelm M. aus der P..... straße eine Quantttät Phosphor zu fich; dann eilte er ruhelos in den Sttaßen umher und brach schließlich in der Karlsttaße bewußtlos und fich in Krämpfen windend zusammen. Vom 5. Polizeirevier in ein Krankenhaus transportirt, gelang es bald, durch Gegenmittel jegliche Lebensgefahr zu beseitigen. Unglückliche Liebe soll den jungen Mann zu dem Selbstmordversuch gettieben haben. Kewegung der Kevölkerieug der Ktadt Herlin. In der Woche vom 10. bis 16. Juni fanden 157 Eheschließungen statt. Ledendgeboren wurden 822 Kinder, darunter 119 außerehelich, todtgeboren waren 32 mit 3 außerehelichen. Die Lebendgeborenen find 29,9, die Todtgeborenen 1,2 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Lebendgeborenen 14,6, bei den Todtgeborenen 9,4 pCt. Die Zahl der gemeldeten Sterbefälle betrug 497, die fich auf die Wochentage wie folgt verthellen: Sonntag 68, Montag 72, Dienstag 69, Mittwoch 78, Donnerstag 63, Freitag 71, Sonnabend 76. Von den Gestorbenen erlagen an Masern 3, Scharlach 3, Pocken 1, Diphtheritis 13, Bräune 1, Keuchhusten 12, Kindbett- fieder 3, Typhus 2, Altersschwäche 19, Gehirnschlag 18, Lungenentzündung 38, Lungenschwindsucht 66, Diarrhöe 15, Brechdurchfall 33, Magendarmkatarrh 5. Durch Vergiftung kam 1 Person um(durch Selbstmord). Eines gewaltsamen Todes starben 22 Personen, und zwar durch Verbrennung oder Ver- brühung 1, Ertrinken 4, Erhängen 8, Ueberfahren 1, Sturz oder Schlag 4, Schußwunde 2, Sttch-, Schnitt- oder Biß- wunde 1. Operation 1. Hierunter find 14 Todesfälle durch Selbstmord, 1 durch Tödtung herbeigeführt. Dem Alter nach find die Gestorbenen: unter 1 Jahr alt 183(36,8 pCt. der Ge- sammtsterblichkeit). 1—5 Jahre 61, 5—15 Jahre 14, 15 bis 20 Jahre 11, 20-30 Jahre 30, 30-40 Jahre 47, 40 bis 60 Jahre 70, 60—80 Jahre 67, über 80 Jahre 14 Personen. In hiesigen Krankenhäusern starben 125, einschließlich 7 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf die Standesämter verthellen fich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin-Köln-Dorotheenstadt(I) 14, Friedrichstadt(Ii) 9, Friedrich- und Schönederger Vorstadt( I) 27, Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt(IV) 39, Louisenstadt jenseits, westlich (V a) 39, Louisenstadt jenseits, östlich(Vd) 24, Louisenstadt dies- seits und Neu-Köln(VI) 33, Stralauer Viertel, westlich(Vlla) 59, Stralauer Viertel, östlich(v.lb) 30, Königstadt(VIII) 36, Spandauer Viettel(IX) 25, Rosenthaler Vorstadt, südlich(Xa) 34, Rosenthaler Vorstadt, nördlich(Xb) 19, Oranienburger Vorstadt(X>) 44, Friedrich- Wilhelmstadt und Moabit(XII) 34, Wedding(XIII) 31. Die Sterbefälle find 18,1 pro Mille der fottgeschriebenen Bevölkerungszahl (1 436 412).— Die Sterblichkeitsziffer in folgenden Slädten des Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 Einwohnern betrug in Aachen 16,5, Altona 21,4, Barmen 16,6, Bremen 15,0, Breslau 27,7, Chemnitz 27,1, Danzig 21,6, Dresden 16,3, Düsseldorf 19,1, Elberfeld 16,5, Frankfurt a. M. 17,8, Hamburg mit Vororten 29.8, Hannover 17,2, Köln 18,7, Königsberg 24,3, Leipzig 15,5, Magdeburg 21,6, München 27,8, Nürnberg 21,2, Stettin 22,6, Sttaßdurg i. E. 26,5, Stuttgart 17,6 pro Mille. In anderen Großstädten Europas mit mehr als 300000 Einwohnern betrug die Sterdlichkeitsziffer in Amsterdam 21,7, Budapest(Vorwoche) 33,4, Dublin 24,6, Liverpool 15,6, London 14,2, Patts 20,6, Petersburg(Vorwoche) 33,6, Warschau(Vorwoche) 24,9, Wien(Vorwoche) 27,6 pro Mille.— Es wurden 2670 Zugezogene, 2070 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevölkerung mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten Ge- borenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungS- mäßig zugerechnet werden muß, um 776 vermehrt hat: die Einwohnerzahl beträgt sonach am Schlüsse der Äenchtswoche 1 437 188.— In der Woche vom 17. bis 23. v. Mts. kämm zur Meldung Jnfettions- Erkrankungsfälle an Typhus 22, Pocken 4, Masem 191, Scharlach 55, Diphthetttis 76, Kindbett- ficber 1. poliieibericht. Am 5. d. M. Abends wurde die Wittwe Kiews in ihrer Wohnung in der Brandenburgstraße von ihrem Bruder, als derselbe von einem Ausgange zurückkehtte, auf dem Fußboden liegend aufgefunden, angeblich jedoch nicht weiter be- achtet. Als er am anderen Morgen aufstand und seine Schwester noch in derselben Lage erblickte, entdeckte er erst, daß dieselbe todt war. Nach Ausspruch des hinzugezogenen Arztes ist der Tod vermuthlich infolge eines Herzschlages eingetreten. Da die Todesursuche aber nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden konnte, wurde die Leiche nach dem Leichenschauhause ge- bracht.— In der Nacht zum 6. d. M. wurde vor dem Hause Friedttchsstt. 143 eine unbekannte, etwa 30 Jahre alte Frauens- person fichtlich krank und bewußtlos aufgefunden, zunächst nach der Sanitätswache in der Eichendorffstraße und, da fie fich dort nicht erbolte, mittelst Droschke nach der Chatttee gebracht.— Am 6. d. M. Vormittags wurde am Tempelhofer Ufer 17 im Kanal die Leiche eines neugedormen Kindes, in eine roth- und weiß- gestreifte Schürze und ein Stück schwarze Gaze eingewickelt, auf- gesunden und nach dem Leichenschauhause gebracht.— Nachmittags fiel der Omniduskutscher Schulz an der Ecke der Kur- fürsten- und Potsdamerstraße beim Besteigen des Omnibus infolge Ausgleitens von demselben wieder herab und erlllt hier- bei eine bedeutende Verletzung am Hinterkopf, so daß er nach dem Elisabeth-Krankenhause gebracht werden mußte.— Zu derselben Zell wurde der Zimmermann Lüdicke auf der Schillings- drücke von einem Fuhrwerl überfahren und erlitt dabei einen Bruch des linkt», sowie eine Quetschung des rechten Ober- schenkels. Der Verletzte wurde mittelst Droschke nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— Abends versuchte in der Nähe der Charitee ein junger Mann sich durch Genuß von Phosphor zu vergiften. Als er bald darauf Schmerzen verspürte, wandte er fich an einen in der Nhe postitten Schutzmann und wurde von demselben nach der Charitee gebracht. Uergnügungs-Chronlk. Kchweizer- Gart««. Vielfachen Wünschen entsprechend, hat die Direktion des Schweizer- Garten in Betreff des Ein- ttittspreises eine Ermäßigung von 20 Pf. eintreten lassen, so daß von heute, Sonntag, ab das Entree fich nur auf 30 Pf. pro Person stellt. Diese Ermäßigung geht nun nicht etwa Hand in Hand mll einer Reduktion der Spezialitäten, im Gegenthell weist das heutige Inserat in unserer Zellung außer des bisher engagirten Spezialitäten-Ensemdles noch die renommirte Gym- nastiker- Familie Hugoston sowie vie beiden Klowns Brothers Alming auf. Am Dienstag wird das wegen ungünstiger Witte« rung in voriger Woche ausglfallene Feuerwerk abgebrannt werden. In M«tma«n'« Uolksgarten entfallet die dort aastttende, aus Jokohama gebürtige japanefische Jongleurtruppe, Söhne und Töchter des fernen Ostens, ein großes Raffinement im Aus- denken der unglaublichsten Trics. Madame Godayou, die mit einer drolligen Grandezza ihre Schmetterlinge fliegen läßt, Herr Godayou, der ganz unglaubliche Leistungen mit allen möglichen Apparaten vollbttnat, alle andern Künstler der seltenen Truppe leisten das Unglaublichste. Einen eigenartigen Reiz übt aus das Publikum die bis auf die unbedeutendsten Gegenstände fich er- streckende streng japanische Ausstellung aus. Für Mittwoch ist ein Kinderfest, verbunden mll japanischer Komikervorstellung, arrangitt. In K«id«l'» Uolksgarte», Badstraße(Gesundbrunnen). erfolgt heute wieder das Aufsteigen des„fliegenden Menschen". Es ist dies eine interessante Neuheit auf aeronautischem Gebiete, die die größte Heiterkeit des zuschauenden Publikums hervor- ruft. Großes Militärkonzert rc. sorgt für angenehme Unter- Haltung und auch die Kinder finden dort ihr Vergnügen. Näheres ist aus dem Inserat in heutiger Nummer ersichtlich. Konz«rt-park Ostend, Frankfutter Allee 72—73, früh. Hofbräupark. Montag, den 9. Juli, Großes Sommerfest, ver- dunden mit Konzett, Ball und anderen Belustigungen. Ver- rei Frauen lnd beantn bei auf F ttminalkor uch lachen! ukunft zu anstaltet von den Mitgliedern der Zentral- Krankt u n d S t e r b e k a s s e der T i s ch l e r u. s. w. zum ihrer Invaliden. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr geöffnet. Eintritt der Dunkelheit: Große Kinder Fackelpolonaise, jedes Kind eine Stocklateme gratis erhält. Billets find v> 4 30 Pf. bei allen Verwaltungsmitgliedern, auf den Zahlst und m den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben.,_ Da» Kaiser-Panorama— Pasiag«— bringt sür d« Woche u. a. eine Wanderung durch das westliche Norrvt»* und Christiania zum ersten Male zur Ausstellung.. � A» d - B'befindlichen ««rtchts-Zetwns. KÄ Gin Opfer des Heimwehs stand gestern vor imisfion abzi Strafkammer des Landgettchts U. Die 19jähttge Ida®.«�n„ bt§„ Reichenbach in Schlesien diente bei dem Schlächtermeister ZlSolrngen Ii nicke in Bernau. Die Eintönigkeit des alltäglichen Lebens der schwach bevölkerten Husfitenstadt, in deren Nähe sj Bitte, am Quellengediet des wohlriechendsten der Flüsse, der Panke, i>ammeln, r legen ist, machte das Mädchen melancholisch und das mWB�% ö Gefühl des Heimwehs erwachte unversehens in ihr. Zum Ai-is d-ema- aber gehört Geld, und Geld befand'fich in der�Kasse ik, Z. Daß ihr hierbei die runde Summe von vti dett Mark in die Hände gettcthen, erschien ihr ein günl Zufall, einige Tage später befand fich Ida G., nai' fie fich in Berlin verschiedene Kleidungsstücke gekauft, im. ihrer Lieben in S chlcfiens Bergen. Die Freude wähtte in! nicht lange, denn eines Tages Hätte das Erscheinen des R bacher Polizei-Sergeanten den Ursprung des angeblich in so schnell erwordenen Reichthums auf. Ida G. wurde schweren Diebstahls verhaftet, ihr der Rest des entwen Geldes wieder abgenommen und fie demnächst in das Mc Untersuchungsgefängniß geschafft. Vor der Strafkammer fie eine aufttchtige Reue der begangenen That an den Der Gettchtshof ließ in Anbetracht der Beweggründe walten und demgemäß lautete das Urthttl auf nur 3 Mi Gefängniß. Unterhandl |Iung ab, ui nehmen. 3 die erfreulii schlag von Herrn Schr Löhne geza! böhung erst tives Resül der Betreff! Die Komm Verbindung 10 pCt.— werksch." r Lüdecks den Mitglieder � Di-« Glatz wird s-bachtelfabr höchsten E „Schwedens (60 Pf. bezc 70 Pf. S leister mr Schac Schachteln der Arbeite ngefeuchtet gefärbt wi und die usfall p Verlust. Ä oche gefei Ich schon sc nter Auffii ne große i Iber dann �aus dem 'zuarbeiten; isam Abend an Mann An Arbeiter oerther Bel oillkürlich z der feuchte< ['Hitze, die| Dazu komn rnd dabei r , eprimitt; �Könnte- dieser Kalan Den Verban! er fettigen amenten fr eckte« Gaunerstückchen hat der Veraolder Finke ausgesuhtt, der dieserbalb vor der zweiten Strafkal des Landgettchts l stand. Ein merkwürdiger Zufall wollte daß im September v. I. zwei Frauen, und zwar Mutter Tochter, ihre Ehemänner gleichzeitig unter Mitnahme der f schattssachen verließen. Das Mobiliar brachten fie gem in einer Remise unter, die fie zu diesem Zwecke von dem sitzer mietheten. Als Finke, der mit den Frauen obeifll bekannt war, dies erfuhr, begab er fich zu denselben und ihnen in beredter Weise vor, daß fie die Sachen auf Verb ihrer Ehemänner unweigerlich herausgeben müßten. Es nur ein Mittel, um fich den Besitz der Sachen zu fichern, fie mül einen Scheinverkauf mit einer zuverläsfigen Person vor Zei eingehen. Diese zuverläsfige Person sei er selber. Denrath Frauen, die nicht wußten, daß Finke mehrfach im Zuchtbaus sessen, leuchtete dies ein. und es wurde der Scheinverkauf Zeugen abgeschlossen. Mit großem Ernst wurde um das Mol gehandelt, bis ein Preis von 240 M. oereinbatt war. Mit i Würde zahlte Finke, wie ferner verabredet worden, einen 0........ von 15 M. an, den ihm eine der Frauen vorher zu diestin der Woc Zwecke eingehändigt hatte. Nachdem der Kaufvettrag uc�Wochenverd zeichnet worden war, entfernten fich die Zeugen, und ffipffchachteln 1 mußte den Schlüssel zur Remise den beiden Frauen wicOezettelte 2 Herausaeben. Man legte ihn auf die Kommode, und Fiimoch der B« fand Gelegenheit, denselben vor seinem Fottgange unbemern(also 57 re fich zu nehmen. Sein erster Gang war zum Trödler Friel Handrock, den er früher im Zuchthause kennen gelernt. Er ihm den Scheinvettrag und trat mit ihm wegen Ankaufs Witthschaften in Unterhandlung. Handrock kaufte sämi Sachen für 160 M. und machte ein gutes Geschäft, denn Schränke waren nicht nur mit Wäsche angefüllt, sondern dii noch drei Sparkassenbüchern als Gewahrsam. Die Bew schätzen ihren Verlust auf ca. 3000 M. Die Anklagebe nahm aus dem billigen Preise, den Handrock bezahlt sowi dem Umstände, daß derselbe die Bekanntschaft des F' Zuchthause gemacht, an, daß Handrock dm wahren Sai kannte und war dieser deshalb wegen Hehlerei unter ä(st. gestellt worden. Der Gettchsshof belegte Finke mir 4 JahMblrefem, Gefängniß, wogeg n Handrock mit 6 Monaten Gefangniß Sabril Gin Onrnivnskntfckee war beim Anschirren der PfrMtuährung» durch einen Hufschlag gegen die linke Brustseite verletzt worWCOlche Krnl und hatte außer einem Rippenbruch auch einen geringen Blwnd schläftt erguß in die inneren Organe davongetragen. Nachdem derb die Arbeit wieder aufgenommen hatte, erkrankte er etwa' Monate später an einer rechtsseitigen Lungen- und Biufi entzündung. Unler der Behauptung, daß diese Krankheit jenen Unfa! zurückzuführen sei, beanspruchte er von der F werks Berufsgenossenschaft eine Rente, wurde jedoch abgewiel Er ttef hierauf die Entscheidung des Schiedsgerichts an, indem klbst wenn behauptete, infolge des Hufschlags aus der rechten Seite«»undholzer eine schatte Kante gefallen zu sein und seitdem bis zu seiner> krankung ununterbrochen in ärztlicher Behandlung gestanden haben. Auf eine frühere, vor 5 Jahren durchgemachte Lungi entzündung könne seine jetzige Krankheit nicht zurückgeführt den, da er seitdem stets schwere Arbeit verttchtet habe, irgend welche Beschwerden zu verspüren. Vom Schiedsgi abgewiesen, legte er den Rekurs an das Reichsverficherung ein. Die von diesem veranlaßte Beweisaufnahme fiel dem»! nicht günstig aus. Seine Zeugen vermochten über den beb teten Fall nichts zu bekunden und der behandelnde Arzt fttj-j fich dahin aus, daß der Unfall wohl die Widerstandsfähig� der betroffenen Organe vermindert haben möge, die gcgenwä Krankheit aber nicht dirett hervorgerufen haben könne. Unter dw--* Umständen erkannte auch das Reichsverficherungkamt am 2 Jrst---*■ 8 auf Verwerfung des Rekuttcs. De«„Mahrsagerinneu Wunderbar" schenkt jetzt Kriminalpolizei ihre besondere Aufmerksamkeit. Die movei Nachfolgerinnen der Pythia Hausen meist in dürftigen K und pflegen nichts ihr Eigen zu nennen, als ein fettiges Z Karten, einige Eier und etwas Kaffeegrund. Das Wahrfi wird eben heutzutage schlecht bezahlt und die wenigsten ihnm kommen au! einen gniuen Zweig. Das können höchst diejenigen, welche die Sache im großen Stile betreiben und Ehre haben, Damen in seidenen Gewändern, die in eig' Equipagen vorfahren, zu empfangen. Die alte Matrone, »ch am Freitag der V. Strafkummcr als Almosenemp'äi Wrlhelmtne Salzwedcl vorstellte, gehört zweifellos ,u Auserwählten nicht: ttotzdem fie das Blaue vom Hii berab weissagte, hat fie es doch nur zu einer überaus dür! Orakelstätte in der Grellstiaße gebracht, und ein mebr als Irches Umschlagetuch verhüllte ihre knöcherne Gestalt. TroyveM auch sie ein so besonderer Gegenstand der polizeilichen Ülufr sammt, daß ein Kriminalschutzmann eines Tages drei N fernes«ckanntcnkreises damit betraute, die Alte, welche einer ziemlich großen Kundschaft aus den ärmsten Volksll erfreuen soll, mitten in ihrem„Geschäft" zu beobachten, �es Gesamm alle Salzwedel begab fich auf ergangene Einladung der K-Älluli bis Sei sehr gern rn deren Wohnung und weissagte aus den Ka'Aechtsschutzko und aus dem Eidotter. Die Alte ist aber harmlos; fie g»°Iiitglieder, ncht zu jenen Prophetinnen, welche in ihren Weissagungen Mbet heute, angenehme Dinge berühren, vie den„großen Kindern" oft'A 30 Pf. fin zu Herzen gehen, fie weissagt vielmehr mit Vorl ede heitere Makaten � angenehme Dinge, wie„ein bevorstehendes freudiges EreiMNige Abeni ttnen„Geldbrief", eine„große Reise", einen„Her, enSWrn statt. u. dgl. m. Dabei rst die Salzwedel auch sebr bescheiden. Vereint sie begnügte fich mit einem Honorar von 10 Pf. und 20 Weicher uu wr Pferdeeisenbahn. Trotz dieser guten Eigenschaften.„ Sibylle erblickte der Staatsanwalt in dieser Gastrolle bei � uch wirklich tausend 80 5rage des I Verden. Jr litat keine i (surren, und ie Preise ii . die eigen! Ökonomischen öesetz und i ieder bei liederversan chnung, wr lachdem dii an zur 5 ernau, 1. ann. l. JJ Schttftfüh urden die. introleure" nige Unter itzende bekar okal. Jnsels Der|t jielt am 3. illigung eil wicht verles ine Ausgal undes detr eilt. Es r sen, welche besetzt wr R ra nj zum eöffnet. naife, find 01 it t drei B»u Frauen den Tbatbestand des versuchten Betruges nv beantragte 10 M. Geldbuße. Der Gerichtshof erkannte aber auf Freisprechung, da er annahm, daß die drei weiblichen ' ciminalkommissare schwerlich getäuscht werden konnten, letztere ... rch lachend zugaben, daß fie an die Kunst der Alten, in die ZahlsÄZukunft zu schauen, überhaupt nicht geglaubt hatten. haben. "snü-d- soziales««d Arbeiterbewegung. A« die Tischler Kerlin». Gelder für die im Streik befindlichen Tischler Hamburgs nehmen nach wie vor gegen Quittung die Mitglieder in Empfang. Auch werden die Inhaber von Sammellisten ersucht, dieselben mit Betrag an die Kom- rn vor»misfion abzuliefern. Unterstützt wurden nachstehende Städte von ftda m«den bis jetzt an die Kommisston abgelieferten Geldern: rmeifier �Solingen 100 M., Halberstadt 600 M. und Hamburg mit 2275 M. n«. k�iiUnterzeichnete Kommisston richtet an alle Tischler Berlins die Ztäbe> Bitte, am Sonnabend und Montag in allen Werkstätten zu rn.,»;,..sammeln, um dadurch den Hamburger Kollegen zum Siege zu .6-'�verhelfen. Die Kommission der Berliner Tischler. F. Zubeil, M Waldemarstraße Nr. 73. Koffe il« Lübeck, 23. Juni. Die Zigarrenarbeiter, welche ' qjfeit acht Tagen mit den Fabrikanten wegen Lohnerhöhung in "Unterhandlung standen, hielten am 16. d. M. eine Bersamm- lung ab, um das Resultat dieser Verhandlungen entgegenzu- nehmen. Der Referent der Kommisfion, Herr Wittfoot, konnte die erfreuliche Mittheilung machen, daß der geforderte Lohnauf- schlag von allen Fabrikanten bewilligt ist und in der Fabrik des Herrn Schweighoser bereits vom 11. d. M. an die erhöhten Löhne gezahlt werden, obgleich der Vereinbarung gemäß die Er- Höhung erst am 18. d. M in Kraft treten sollte. Ein destni- tives Resultat sei nur mit einem Fabrikanten nicht erzielt, da der Betreffende während der ganzen Woche auf Reisen war. Die Kommisston wird fich aber so bald wie möglich mit ihm in Verbindung setzen. Die erhaltene Lohnerhöhung beträgt zirka 10 pCt.— Es verdient bemerkt zu weiden, daß, wie der ,,Ge- werksch." mittbeilt, sämmtliche Zigarren und Tadakarbeiter Lübecks dem„Unterstützungs verein deutscher Tabakarbeiter" als Mitglieder angehören. . Di« Greuel der Aauvindustrie. Aus der Grafschaft golder l-Glatz wird der„Schlefischen Volkszeitung" über die Zündholz- ptrafkaws scdachtelfabrikation in ihrer Eigenschaft als soziale Kalamität l wollte l höchsten Grades folgendes geschrieben:„Für das Tausend "lutter l»„Schwedenschachteln" wird von den Fabrikanten der Preis von der WiplvO Pf. bezahlt; find dieselben„bezettelt", mit Etiketts versehen, 70 Pf. Spahn und Papier wird von der Fabrik geliefert: den leifter müffen die Arbeiter selbst besorgen; fie brauchen für 000 Schachteln 1 Pfd. Gerstenmehl zu 19 Pf. Wenn die Schachteln nicht fehlerfrei find, was nicht immer in der Schuld der Arbeiter liegt, sondern oft am Material, z. B. zu stark angefeuchteter Spahn, wodurch das blaue Papier röthlich gefärbt wird, so wird die Waare als unbrauchbar verworfen und vre fleißigen Hände haben umsonst gearbeitet; ein „usfall von einigen Hundert(bis 800) ist ein Herder Verlust. Wie viel Schachteln werden von einer Person in einer Woche gefertigt? In der Regel find die Schulkinder, gewöhn- sich schon sogar Kinder von 5 Jahren an, die Haupiiieseranten nter Aufsicht der Mutter; die Heinen Finger erlangen bald . me große Gewandtheit. Eine Mutter mit 3 Kindern bringt diel«? der Woche 3000, wenn's hoch kommt 4000 zu Stande.(Also ochenverdlenst von 4 Personen für�unbezettelte Schweden» hat die i des£ >n vier! in günf >., nai' t, im hrte in! des Ri ich in lurde e atmen is M immer den ünde r 3 M gem >n dem oderfli i und s Verb . Es , fie mü! vor Ze en rath! uchtbaus iverkauf asMol Mit inen Bi zu trag vi und Wschachteln 1 M. 80 uen wWezettelte 2 M. 10 und abemer er Frie! L Er kauks, sämmt! t, denn lern db Betv ilagebc! 'Ji. sängniß der PH itzt wor! ingen icm dersl r etwa v Brufi cankhcit > der st- un höchsten Falle 2 M. 40 Pf., für ■ j"' höchstens 2 M. 80 Pf., und davon muß och der Betrag für das zum Kleister verwendete Gerstenmehl, also 57 resp. 76 Pf. abgezogen werden. Entsetzlich! Red.) ber dann müssen die armen Kleinen früh um 4 Uhr aus dem Bett, um vor der Schule das Pensum ab- uarbeiten; und nach der Schule dauert die Sitzun am Abend bis 8, gewöhnlich bis 9 Uhr; wenn No: !on Mann kommt, noch länger. Kommt man in solch' in Arbeiterstübchen, wo 4 Personen am Tische mit staunens- erther Behändigkeit Schachteln machen, so prallt man oft un- illkürlich zurück vor dem Dunst und dem üblen Geruch, den er feuchte Spahn und der Kleister entwickeln, und vor der Sbitze, die fürs Trocknen der Schachteln erhalten werden muß. Dazu kommt nun. daß die Leute ihre Waare selbst abliefern nd dabei viel Zeit opfern müffen: stundenlanges Warten beim 'dliefem, der weite, oft mehr als eine Meile weite Weg zur abrik bei jeglichem, auch dem schlechtesten Wetter am bestimmten sage. Die Folgen dieser Blutarbeit find klar; mangelhafte Währung. Ueberanstrenguna der Kinder, ungesunde Luft. olche Kinder fitzen in der Schule ganz theilnahmlos, matt nd schläfrig; wie ihr Körper, so ist noch mehr ihr Geist primirt; fie find für den Lehrer wahre Schmerzenskinder. Könnte— so fragt der Einsender zum Schluß— ieser Kalamität nicht etwas abgeholfen werden, wenn auf n Verbandstagen der Zündholzfabrikanten gemeinsam der Preis ir fertigen Waare höher gestellt würde? Jetzt zahlen die Kon- ii seiner» estanden ite LunS< zekührt habe, ol chiedsgl herung! demKIo >en beha Arzt spi ndsfäh'S> egenw«" Unter di am 2 kt jetzt ! movei en K nigsten m hoch en und in eti one, mpräni mV s dürl >r als Lrotzdew n Aul" »rei welche Bolfer* chtew der F Den Ka fie ßd id) wirklich den Arbeitern zugute kommen. Früher wurden pro .ausend 80 Pf., selbst eine Mark und darüber gezahlt." Die frage des Einsenders kann leider nicht mit Ja beantwortet fklben. In der herrschenden Nationalökonomie spielt die Huma- ität keine Rolle, da walten die unerbittlichen Gesetze der Kon- surrenz und der Plusmacherei. Wenn die Zündholzfabrikanten ie Preise in die Höhe treiben können, so werden fie das Plus die eigene Tasche stecken. Von dem guten Herzen ist auf dem ikonomischen Gebiete nichts zu erhoffen. Da kann nur das Besetz und eine gründliche Sozialreform helfen. Pereine und Nersammlunge«. Der Derei« zur Dnterstützuug erkrankter Mitlieder der Maurer Kerlin» hielt am 4. d. M. eine Mit jliederversammlung ab. Der Kasfirer verlas zunächst die Ab» ichnung, wonach ein Kaffenbestand von 79 M. 1 Pf. verblieb. lachdem die Revisoren die Richtigkeit bestätigt hatten, schritt lan zur Vorstandswahl. Es wurden gewählt die Herren lemau, 1. Vorfitzender; W. Müller, Stellvertreter; Rinder- 1- Kasfirer; K. Wagner, Stellvertreter; W. Schulz, ! Ferd. Müller, Stellvertreter. Als Revisoren 5,2.» Metzle und Zillmann gewählt: als„Thür- inw Tw nie Herren Friedrich und Sarmann. Nachdem noch �"-"�H�flefuchg erledigt waren, machte der Vor- tzende bekannt' daß die nächste Versammlung wieder in Scheffer's '�a�Jnselstr. lO. am 17. m stattfindet. Der der Hausdiener Kerlin» »elt am Generalversammlung ab. fliach Be- villlgung einiger �merstatzunaen wmde der letzte Vierteljahres- mcht verlesen, welcher eine Einnahme von 1148,26 M. und Jen, welcher ergab, daß 80 vakante Stellen angemeldet und besetzt wurden. Alsdann fand die Wahl resp. Bestätigung s Gesammtvorstandcs und der Revisoren für die Zeit von ki bis September statt. Herr Schulz wurde als Mitglied der echtsschutzkommisston gewählt. Hierauf wurden 19 neue itglteder aufgenommen.— Das Sommerfest des Bundes zungen rundet heute, Sonntag auf dem„Berliner Bock" statt. Billets 1" oft'! 80 Pf. find bei sämmtliche» Mitgliedern, sowie in den mit «siiakaten belegten Handlungen zu findet am Dienstag, haben. Der nächste ge- den 17. Juli, bei Feuer- EreiifiWllige Abend erzensAzm statt. iven,"Äs. Dereinigung der deutschen Mater. Zackirer, An- ind 2v �reicher und verw. Berufsgcnoffen. Dienstag, den 10. Juli, Sf'S" Abends 8 Uhr, bei Teigmüller, Alte Jakobstraße 48, General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 1. Viertel- jähr und Rechenschaftsbericht der Fachschule. 2. Verlesen der neu aufgenommenen Mitglieder. 3. Bericht der Filiale über ihre Thätigkeit im ersten Vierteljahr. 4. Wahl der Fachschul- kommisfion. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Zentral-Kranken- nnd Kterdekasse der Mater und verw. Berufsgenossen, Filiale Berlin Süd. Dienstag, den 10. d. M. Abends*9 Uhr. Alte Jakobstr. 83(Cafö Reiher), Mitglieder-Versammlung. Eine öffentliche Kchneiderversammlnng findet am Montag, den 9. Juli, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- straße 77-79, statt. Tagesordnung: Wahl der Delegirten zum Kongreß�e�n � Modelltischler. Montag, den 9. Juli, Abends 8 Uhr, Versammlung im Restaurant Ackersttaße 144. Tagesordnung: 1. Viertelejahrsdericht und Bericht der Revi- soren. 2. Bericht des Vergnügskomitees. 3. Vcreinsangelegen» beiten. 4. Fragekasten. Der Arbeitsnachweis des Vereins de- findet fich bei W. Röve. Feldstraße 9. Billets zu dem am 21. Juli stattfindenden Sommeroergnügen im Lokal„Feld- schlößcben" find bei den Mitgliedern zu haben. U-reinignng deutscher Stellmacher, Mitgliedschaft Berlin. Versammlung am Montag, den 9. d. M., Abends 8% Uhr, Linienstt. 19, im großen Saale. Vortrag über das Thema:„Der Drang nach Selbstständigkeit". Grosse öffentliche Kchnkmacher- Dersammluna Montag, den 9. Juli. Abends 85 Uhr im„Königstadt-Kafino, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: Abrechnung vom Streik. Geffentliche Versammlung der Kürschner heute, Sonntag, Vormittags 10% Uhr, im Saale des alten Schützen- Hauses, Linienstr. 5—6. Tagesordnung: 1. Bericht der Zettungs- kommisfion. 2. Wie ist es möglich, den heutigen Lohn- reduttionen entgegen zu treten? 3. Gewerkschaftliche Angelegen- ��Derband deutscher Zimmerleute, Lokalverband „Berlin West". Montag, den 9. Juli, Abends 8 Uhr, Steg- litzerstr. 27(Hohenzollern-Garten) Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Quartalsabrechnung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes und Fraaekasten. N-rei« Kerliuer Hausdiener. Montag, den 9. d. M, Abends 9 Uhr, Neue Grünstr. 28, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Mittheilungen. 2. Vierteljahresbericht. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Dereln der Kauauschläger K erlins und Umgegend. Versammlung heute, Sonntag, Vormittags 10% Uhr, Oranien» straße 51 bei Preuß. Quittungsbuch legitimirt. Verein zur Wahrung der Juteresse« der Lackirer aller Kranchen. Montag, den 9. d. M., Abends 8% Uhr, Kommandantenstr. 20 Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4, Quartal und vom Stiftungsfeste. 2. Ver« schiedenes und Fragekasten. Verband deutscher Zimmerleute.(Lokalverband Berlin Zentrum.) Generalversammlung am Dienstag, den 10. Juli, Abends 3s Uhr, Kommandantenstraße 72. Tages- ordnung: 1. Abrechnung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Ver- schiedenes und Fragekasten. Fachuerei« der Mrtallschraubeu-, Fasondreher und Berussgenoffen Berlins. Montag, den 9. d. M, Abends 8 Uhr, Köpnickerstraße 150—151, bei Böttcher, außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Wie stellt fich der Verein der Arbeitseinstellung bei der Firma Erdmann und Groß gegen- über? 2. Verschiedenes. Verein der Varquettbodenleger Kerlin». Montag, den 9. Juli, in Jordan's Lokal(unterer Saal), Neue Grün- straße 28, Versammlung. Tagesordnung; 1. Berichterstattung vom Arbeitsnachweis. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Fachuereiu der Marmor-«nd Granitarbeiter. Heute, Sonntag, Vormittags 10% Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakob- straße 48: Versammlung. Kollegen als Gäste willkommen. Freie Kranken- und Kegräbnisskasse der Schuh- macher und Berussgenoffen Berlins(E.H. Nr. 27). Montag, den 9. Juli, Abends 3 Uhr, im Jnnungshause, Fischerst aße 25, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassen- bericht. 2. Innere Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Quittungs- buch legitimirt. Fachverei« der p-samentiere und Berussgenoffen. Montag, den 9. Juli, Abends 8% Uhr, im Königstadt-Kafino, Holzmarktstr. 72, Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. Wille: „Was ist gut, oder die natürliche Grundlage der Moral."— Heute, Sonntag, Heirenpartie nach Erkner. Versammlung: Schlefischer Bahnhof. Abfahrt 6% Uhr. Gäste willkommen. Für Nachzügler: Frühstückspause Woltersdorfer Schleuse. Fachverei« sämmtlicher an Kolzbearbritnng«- Maschinen beschäftigter Arbeiter. Geneialversammlung am Montag, den 9. Juli, Abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Saeger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Viertcljahrsbcricht. 2. Innere Vcreinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 4.' Frage» kästen. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden auf- genommen. Turn- und gesellige Dereine am Sonntag. Lübeck'scher Tumverein(2. Lehrlingsabtheflung) Abends 6 Uhr Elisabeth- straße 57—58.— Turnverein„Wedving"(2. Lehrlingsabtheilung) Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und Frei" (Lehrlingsabtheflung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Tnrn-«nd gesellige Vereine etc. am Montag. Männeraesangverein„Freimuth" Abends 8) Uhr im Nestau- rant Lehmann, Naunynstraße 44.— Gesangverein„Sänger- lust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergerstraße 30. — Männergesangverein„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Re« staurant Kleine, Gerichtsstr. 10.— Männergesangverein„Eintracht 1" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 68, im Restaurant.— Äännergesangverein„Firmitas" Abends 9 Uhr bei Wolff u. Krüger, Skaliyerstt. 126, Gesang und Musik.— Tumverein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtheflung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstt. 60—61.—„Berliner Turngenoffenschafi" (7. Lehrlingsabtheflung) Abends 8 Uhr in der städr. Tum« halle.Britzerstr. 17— 13;— desgl. 6. Männerabtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Tumhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeckscher Tumverein(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth- straße 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der Vll. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden- straße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge des großen Friedrichs-Waisenhauses der Stadt Berlin) Abends 8% Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Zitherklub„Amphion" Abends 8% Uhr im„Kurfürstcnkeller", Poststraße 5.— Ver- gnügungsverein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thamm, Schön- hauser Allee 28.— Verein„Ratibor Abends 8% Uhr im Restaurant Fritze, Elisabethstr. 30.— Arends'scher Steno- graphcnvcrein„Mercur" Abends 8% Uhr im Restaurant„Baatz" Blumenstr. 10.— Arends'scher Stenogravhenverein„Apollobund" Abends 8% Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8% Uhr im Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichsstt. 1, Unterrichts- und Uebungsstunde.__ Sprechsaal. DI« Redaktion stellt dt« Benutzung de« Sprechsaal«, soweit Raum dasllr abzugeben ist, dem Publicum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse» zur versiigung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Unterzeichneter glaubte bisher, daß man die Todten nach dem Kirchhof fährt oder trägt, ist aber jetzt eines Besseren be- lehrt worden, nämlich daß es auch„möglich" ist, daß der Todte »u Fuß dortbin gehen kann. Ich wohne, in Rixdorf, Prinz Hanvjerystt. 35. Am Freitag starb der in demselben Hause wohnhafte, in sehr ärmlichen Verhältnissen lebende Ardeiter Kremer, Vater von 5 Kindem. Da das„Sterbegeld", welche? die Wittwe erhielt, nicht hinreichte, so erbot ich mich mit noch zwei Herren, um der Frau das Geld für den Leichenwagen k. zu sparen, die Leiche auf einem Break nach der Leichenhalle des am Chauffechause delegenen Kirchhofes der Rixdorfer Gemeinde zu befördern. Anfänglich ging auch alles gut von statten, bis wir am Kirchhof ankamen, wo uns der Chaussee- einnehmer 20 Pf. für die Leiche abverlangte. Als wir ihm be- deuteten, daß der Verstorbene ein armer Mann war, fuhr er uns mit den Worten an:„Das geht mich gar nichts an, Sie hätten ihn ja allein nach dem Kirchhof laufen lassen können; wer arm ist, braucht nicht zu fahren." Als wir uns von unserem Er- staunen etwas erhott hatten, frugen wir den Herrn, wie das ein Todter wohl fertig bringen, respektiv wie man es ihm bei- bringen kann. Natürlich blieb uns der Herr die Antwort schul- dig. Wir bezahlten unter einigen Schmeicheleim, welche wir dem Herrn ins Ohr flüsterten, die 20 Pf., damit der Todte nicht etwa noch als Chauffeegelddekraudant bestrast wird, denn nach dem oben geschilderten wäre dies ja möglich. Meiner Anficht nach wäre es wohl recht und billig, daß die Gemeinde Rixdorf mit der Chauffeeoerwaltung ein Ab- kommen träfe, wonach die Besteuerung der Leichen an der Kirch- Hofsthür unterbliebe C. Heidmann, Rixdorf, Prinz Handjerystr. 35> Kriefkasten der Redaktion. Bei Ansragen ditten wir die Abonnemmti-Ouittung beizusügeir. Brieflich» Antwort wird nicht ertheilt. Alter Abonnent. Ein Schlafbursche muß, wenn er am ersten ausziehen will, am 15. kündigen. Sie haben die Miethe für den ganzen Monat zu fordern, sofern nicht eine andere Kündigungsfrist ausgemacht war. Metallarbeiterkasse Kirdorf. Ihr Brief ist uns erst am Sonnabend Vormfltag zugestellt worden. Die Notiz konnte also in der Sonnabendnummer nicht mehr veröffentticht werden. Mörtitz. Auch Ihre Vcreinsanzeiae haben wir für die Sonnadendnummer zu spät(erst Sonnabend früh) erhalten. G. K. Tettomerstrasse. Wir empfehlen Ihnen den Jnseratentheil unseres Blattes. Atter Abonnent Mnskanerstr. Diese Frage läßt fich in Kürze nicht beantworten; zu mündlicher Auskunft sind wir bereit. G. M. Uaunynstr. Die Kündigung ist verspätet, theilen Sie dem Wirtb sofort mit, daß Sie dieselbe nicht annehmen. P. G. 1888. Sie können aus Einräumung eines Boden- gelasses klagen; wenn Sie nachweisen, daß Sie durch das bis« herige Fehlen eines solchm besondere Unkosten gehabt haben, muß Ihnen der Vcrmiether dieselbm ersetzen. G. f., Griebenomftrass«. Antworten Sie sogleich dem Wirth, daß Sie die Kündigung als unzulässtg nicht annehmen. R. U.» Griebenowstrassr. Das Wort„weiland" ist keineswegs ein Ehrentitel; es dedeutet soviel wie der Vcrstor- dene. Das Wort ist veraltet und wird gewöhnlich nicht ge- braucht; die Hofsprache liebt aber dergleichen antiquirte Worte. A. K. 96. Wenn ein Dienstmädchen ausdrücklich mit 14täaiger Kündigung engagirt ist, so kann fie an jedem 15. zum nächsten 1. gekündigt werden; ob ihr der Lohn verabredungs- gemäß monatlich gezahlt worden ist oder nicht, ändert hieran nichts. » w WrinBryUensse 80. Der Ertheiluna des Passes steht wohl nichts entgegen; die Zustimmung des Ehemannes ist mcht erforderlich. A-, Weissensee. Wenn ein Aufgebot der Erben stattge- funden hat, so müffen sich die Erben bis zu dem angegebenen Termin melden. Unterläßt ein Erde die Meldung, so geht er zwar dadurch seines Erbanspruchs an fich nicht verlustig, er muß aber alles, was die gemeldeten Erben in der Zwischenzeit mit dem Nachlaß gethan haben, gegen fich gelten lassen und sich mit dem begnügen, was von dem Nachlaß noch übrig ist. Der Erb- ansptuch selbst verjährt in 30 Jahren. cy c Die Forderung für einen im Jabre 1886 gelieferten Anzug verjährt erst am 31. Dezember darauf einzugehen. Die Bestimmung Ihres Miethskontrastes ist j; d,e Wohnung muß daher zu jeder angemessenen Zeit zur efichtigung freistehen. Wenn niemand in der Wohnung ist, so müssen Sie trotzdem dem Wirth die Möglichkeit der Be- fichtigung schaffen, indem Sie den Wohnungsschlüffel ihm oder. aber einem anderen Miether aushändigen. � M-me«. Geben Sie Ihrer Verwandten eine schriftliche Ermächtigung, an Jher Stelle die Gräber zu begießen. Wird ihr trotzdem das Begießen untersagt, so braucht fie das Verbot nicht zu beachten. Auch können Sie fich bei dem Kirchhofs- vorstände event. über den detreffenden Beamten deschweren. iÄ""- Wild. Rehböcke la. 65— 75, IIa.——, männliches Dammwild 40—60, männliches Rothwild 35—45, Schwarzwild 30—50 Pf. pr. Pfd., Kaninchen 40 Pf. per Stück. Wildenten 60-1,25. Seenten 40. a. muß feist, gut geschaffen, mit unver- letzten Keulen. Filets und Rucken und blutstisch sein. Wfld- auttion täglich um 10 Uhr Vormittags und 6% Uhr Nachmittags. Fleisch. Rindfleisch 25—35—57, Kalbfleisch 32-40-55, Hammel 35—45—50, Schweinefleisch 30—40 Pf. pro Pfund. Lebendes Vieh wird zum Schlachten und zum Verkauf des Fleisches angenommen. Schinken geräuchert mit Knochen 65 bis 80, Sveck«->. 45—55 Pf pr. Pfund. Geflügel, lebend. Gänse 2,35-3.50 M., Enten 0,90 bis 1,50 M, junge Hühner 0,50—0,80, alt Hühner 0,90 bis 1,50, Küken 20-40, Tauben 30-40 Pf. pr. Stück. Geflügel, fett, geschlachtet. Fette Gänse 40-50-60 Pf Fette Enten 50- 60-70 Pf. pr. Pfd., Tauben 30-40 Pf.. Hühner 0,50-1,00-1,50, Küken 30- 40 pr. Stck. Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste haltbare Süßrahm-Tafelbutter(bekannte Marken) 88—95 M., 2. reinschmeckende Tafelbutter 80—88 M., 3. Tischbutter 70 bis 80 M., 4. feinste Koch- und Backbutter 65—70 M., 5. Koch- und Backbutter 55—65 Ä. pr. Ztr. Auktion täglich um 11 Uhr Vormittags. Eier 1,70—2,05—2,15 M. netto ohne Abzug p. Schck., Kalkeier— M. pr. Schock. Käse. Jmportirter Emmenthaler la 84—87, Inländischer Schweizer 54— 65, Quadrat-Backstein 6—10—19, Limburger 16-18-30, Rheinischer Holländer Käse 55-60-63 M pr. Ztr., Edamer 58—68, Harzer—2,65 M. pr. Kiste Dtsche. Camembert— M. pr. Dtz. ffteufchatel— M ver Stück. Steinbuschkäse(ff. Sahnenfettkäse) pr. Kiste, 40 Stück ä 1| Pfd. schwer. 32 M. Probekisten 24 M. Obst und Gemüse. Neue weißfleischige Speisekartoffeln 1. 10 W» 12,00 11. 7,00-8,00 M, Zwiebeln 3,00-6,00 M. Gurken 25—35 M. pr. 100 Stck., pr.JBtr. 5 M. Erdbeeren 15-40 M. pr. Ztr., Kirschen 8—12,50 M, Johannisbeeren 10 bis 20 M. Stachelbeeren 10—15 Ä. pr. Ztr. Pfefferlinge 12 bis 13 M. pr. 50 Ltr. Schoten 2,50-3,00 M. pr. 50 Str. Feldfrüchte in Wagenladungen. Gutkochende, 1%— 2", wcißfleischige Speisekartoffeln?a. 300—350,'la. 250—300 M., Hafer 1200-1400 M Erbsen 1700 bis 3000 M., Gerste 1120 bis 1800 M.. Richtstroh 450-550 M., Heu 600 bis 860 M. pei 10 000 Kilo. Fachverein der Hteinträger Herllns. 3. Stiftungsfest am Sonnabend) d. 21. Juli 1888 im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11—13. Die KaUmustk wir» von der 16 Man» starken Kapelle de» Musikmeisters Herrn Hafft ansgefStzrt. Die Zwischenpanlen werden»an der Liedertafel desUereln», ferner dnrch hnm-ristifche nud komische Horträge, sowie durch athletische Prodnktionea ansgefüllt. Einlaßkarten(Herten- 50 Pf., Damen ä 30 Pf., Kinder frei) find vorher bei den Festkomitee� Mitgliedern, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Eröffnung des Etablissements Abends 7 Uhr, Anfang des Festes 8 Uhr. Kameraden und Freunde, sowie deren Damen, laden wir hierdurch ergebenst ein. Das Comitee. 59 I. A.: Carl Wallenthin, Liebenwalderstr. 51 Oeffentliche Schneider-Uersammlimg am Montag, den 9. Juli er., Abends 8 Uhr, Kornrnandantenstr. T7|79(Graiweil'sche Bierhallen). Tagesordnung: Der vom 5—7. August in Erfurt tagende deutsche Schneider- Kongrest und Mahl eines Delegirten zu demselben. Es ist Pflicht der Kollegen zu erscheinen. Der Einberufer E. Zitzmann. 53 M toll. ImmMü (Lakal-Uerbaud Herlin Crn rnm.) General-Nersammwng Dienstag, den 10. Juli er., Abends 8& Uhr, Kowmandantenstr. 72. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes und Fragekasten[26 Die Beleidigung, die ich am 24. Juni gegen Maurer Herrn Albert Uolte begangen hak, nehme ich hiermit zurück. 47] G. Kaufmann. Central Kranken- u. Sterbekaste der Maler «. vttw. Ke«fsgenolsen Deutschland». (G. K. 71.) Kerliu N. Filiale I. Dienstag, den 10. Juli, Abends 8 Uhr, im Norstiidtlschr« Kasino, Ackerstr. 44: MgiitdttVtchmmllMg. Tages-Ordnung: 1 Kaffenbericht. 2. Vortrag. 3. Verschiedenes. Bestes Puhmittel der Welt! VuäqauaßqDBu uaddei uau>|30j;uiauia/ \|iüj pun �BiuiajaS uuBp'uaqauaßy �VqEisaj puEjsuaßaa Jap pjm uad� weijoia* jne apeiuo j. ä��mü 37] Der Bevollmächtigte. Oeffentliche Versammlung sämmtlicher Maurerarbeitsleute Berlins am Montag, den 9. Juli, Abends 8 Uhr, im LonisenftSdtischen Konserthause, Alte Jakodstraße 37. Tagesordnung: Stellungnabmc der Piaurerarbeitsleute Berlins betreffs des Tragens der Steine und betreffs des maschinellen Betriebes. Diskusfion und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 66] Die Kommission. Absolut unschädlich, seit 11 Jahren bewährt, in allen Ländern eingeführt, bisherige Produktion beinahe 800 Millionen Dosen. Man schütze sich vor Ankauf ungeeigneter Nachahmungen durch genaue Beachtung unserer Schutzmarke: Ktteiu d valq�ktbodkvlkgkr Sirlivs. Montag, den 9. Juli, Abends 8 Uhr, in Jordan» Kalo», Neue Grünstrahe 28, Mtgliedcr Ve-sammilllls. Tages-Ordnung: attu 1. Berichterstattung über den Arbeitsnachweis des Vereins. 2. Verschiedenes. 3.- Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommm. 52] Der Vorstand. Mittheilung. Kn die Leser diese» Klatte». Zur Kenntnihnahnie, daß ich in kürzerer Zeit zu wiederholten Malen wegen Umbau aenöthigt worden bin, mein seit 15 Jahren am Platze bekanntesudestrenommirtes Uhren- Geschäft verlegen zumüffen und befindet sich daffclbe vom l.Otoberab I. Oranienstr. I. Ecke der Manteuffel-, Wiener- und Skalitzen'trahe. Uhren wie bekannt zu Fabrikpreisen, und Ausführung schwierigster Re- paraturen dilligst, unter 1 jähriger Garantie. Albin Grüger Uhrmacher, Oravievstr. Ar. 203. NWafferlvaagen!! von nur alte« Eichenholz unter Garantie für Genauigkeit zu haben Alt# Jakob#tr. 71. 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