t. 160. Mittwoch, tun 11. 5. begierig ojette i hier 1 49 Da« ; die N österreil> Vitalis lefange» ([HnerlMlatl Krgsn für die Interessen der Ardeiter. 4 semer-Meneral Kum und die Ardeiter. « hl In Frankreich haben noch alle Prätendenten um die .rjföunft der Arbeiter gebuhlt und haben ihnen oft die über- iebensten Versprechungen gemacht. Die französischen Ar- � eiter haben alle Ursache, sich gegen schönklingende und "�vieldeutige Phrasen kühl bis an's Herz hinan zu verhalten. elt-Kalen>Denn sie sind schon für alle möglichen Tendenzen mißbraucht De Jahr �worden, und wenn sie von ehrgeizigen Prätendenten ange- orm undrufen wurden, für ihre Freiheit einzutreten, so geschah das ich übeiljiur, um die Knechtschaft anderer zu beseitigen. Die Arbeiter kup>» �selbst in eine bessere Lage zu bringen, daran hat noch kein leiden � P�tendent ernstlich gedacht. es aus Da der General Bum sich zum„Protektor" der vom �Dem Parlamentarismus„bedrohten" Republik aufwerfen will, entbehrt' darf er, indem er„nach berühmten Mustern" verfährt, es m Ers«�aa Schmeicheleien für die Arbeiter nicht fehlen lassen. Er ibrige 3. begann damit schon, als der große Streik in D e c a z e- hl inj ville sich abspielte und er als Kriegsminister dahin iedenal» Truppen abrücken ließ zur„Aufrechterhaltung der Ordnung". r{Irl Damals sprach er jene große Lüge aus, die als Meister- kkück demagogischer Spiegelfechterei gar nicht genug gebrand- markt werden kann- er sagte nämlich, die Truppen seien iSefl, nach Decazeville gekommen,„um ihrBrotmit den olle Arb eitern zu th eilen". So dumm und frech vcrs d� diese Lüge war, so gab es doch Leute, bei er fstr Ebenen_ sie Glauben fand. Auch Arbeiter fanden aemüthlzund finden sich leider, welche die Boulanger-Komödie sich von«erusthaft nehmen. Wie könnte sonst an den Ex-General —{U�on Marseille aus die Aufforderung ergangen sein, oorden an einer großen Versammlung, die gegen die Kon. de Meinst urrenz der ausländischen Arbeiter pro- aber a�/efliren soll, zu betheiligen? Der Paradeheld hat denn 'im Napoleonsstil eine Antwort erlaffen, in der er gegen re fremde Konkurrenz loszieht,„welche alle nationalen Werkstätten zum Nachtheile der französischen Arbeiter über- schwemm t." Nun, wir wiffen in Deutschland ja selbst, welche üble Lage den einheimischen Arbeitern durch die ausländischen bereitet wird, welche für Löhne arbeiten, bei denen ein deutscher Arbeiter einfach zu Grunde gehen muß. Hier wie in Frankreich sind es die unglücklichen Italiener, welche andern Arbeiter» eine Konkurrenz bereiten, die ihnen ihr Vaterland verleidet. Namentlich in Marseille befinden sich viele Tausende von italienischen Arbeitern und eS ist daselbst schon zu blutigen Streitigkeiten mit den französischen ... am jjarf bei dieser Gelegenheit italienischen Staatsmänner, K alert?, k"'' uno esenopen, zrers schöne Humanitätsphrasen die Munde führen und nicht genug von der„nationalen r fein*] Enthaltung" Italiens zu schwatzen wissen, dabei sich aber nie cen""—nrnw— w—'"""""II I iiiiwiimiiiim lches w» 3� JeuMeton. Ihre Tochter. [32 ch'n -y'n: i a S"' Kriminal-Roman«ach dem Französische« von K. D e t r i n g. !>nßt-S' j„Ich disponire so über Sie, ohne Sie zu fragen," nd icbö». sagte Guntram;„es thäte mir leid, Sie zu stören, und ich sich � wenn Sie lieber bleiben wollen.. K„O nicht doch!" unterbrach ihn der Baron.„Ich er- lücktheile dem Sartilly gern diese Lektion, die er aus mehr als ltil>«ine"'" Leute nicht leiden, Und dann werfe daß er vor aller mit der Sie zw nzug zu«ii % Lekü« einem Grunde verdient. Erstens zeigt er doch allzu deut lich das Vergnügen, das es ihm machen würde, könnte er m>r etwas abgewinnen. Ich kann die ' r** baS Spiel zur Spekulation machen. ........ en des'fatnmen dinirt haben und die Ihnen sicherlich nahe steht. verdeJjiEin femer Mann würde einen solchen Verstoß nicht be- " gefchj; gehen." „O!" erwiderte Guntram;„Sartilly hat es nicht so öse gemeint. Die Dame, die er nannte, gehört nicht zu »en Frauen, die man kompromittiren kann, wenn man er- ählt, sie hätte im Cafs AnglaiS mit einem Herrn soupirt." „Und doch soll man in keinem Falle," meinte der Baron von Randal,„den Namen einer Frau öffentlich nennen, die ein Verhältniß haben soll,... das vielleicht «ie existirt hat." ,„Das tst nicht der Fall ihittV™6* ber Frau von LorriS W W" jrbth� J„Sie ist doch sehr in der Welt bekannt, wo man sich Festtf® imufirt..." fj„Und die ich ziemlich langweilig finde," unterbrach ihn ipfrt?,.l Herr von Randal lächelnd. >fP . Ich war früher der Lieb- Sie haben wohl schon von gebung ist......... Zustände herrschen, vor denen die Arbeiter schaarenweise ins Ausland wandern. Würde man sich in Italien be- quemen, den Arbeitern ihre Lage nur etwas erträglicher zu S estalten, so würde die Auswanderung bald nicht mehr so ark sein. Aber diese Zustände sind nun einmal zu nehmen, wie sie vorhanden, und zu einer Hetze gegen die Italiener wird sich kein vernünftiger Mensch hinreißen lassen. Traurig genug ist es, daß die Arbeitgeber so wenig„national" denken, daß sie jeden Ausländer dem Landsmann vor- ziehen, wenn er nur billiger arbeitet. Gerade da, wo die Arbeitgeber im besten Sinne des Wortes„national" sein könnten, da sind sie eS nicht. Boulanaer sagt: „Gute Gastfreundschaft ist der erhabene Ausdruck des Herzens; sich in unüberlegter Weise im eigenen Lande über- schwemmen lassen ist eine F ei g h ei t." Welche Phrasen! WaS will denn der General Bum thun, um die Unternehmer zu veranlassen, die Ausländer nicht mehr zu bevorzugen? Wenn er den Arbeitern von Marseille, die seine politische Komödie leider ernsthaft nehmen, doch wenigstens einen Rath geben könnte! Aber das kann er nicht. Man erinnert sich, daß eS in den englischen Häfen Arbeiter giebt, die festgeschloffene und wohlgegliederte Organisationen haben. Diese Arbeiter haben eS fertig ge- bracht und bringen eS noch fertig, ihren Lohn immer auf einer gewissen Höhe zu erhalten. Sowie nämlich Jemand angenommen wird, der unter dem herkömmlichen Lohn arbeitet, so legen sämmtliche Arbeiter die Arbeit nieder, des zu betrachten, daß nicht so leicht mehr daran ge- rüttelt wird. Was den Arbeitern einen gewissen, wenn auch nicht ausreichenden augenblicklichen Schutz gegen die fremde Kon- kurrcnz verleihen kann, ist sonach vie Organisation, die in Frankreich sich um so besser bewähren kann, als den Arbeiterorganisationen nicht wie bei uns von oben herab allerlei Hindernisse bereitet werden. Die Organisation aber können sich die Arbeiter selbst schaffen und brauchen nicht bei dem politischen Hanswurst Boulanger um Rath zu fragen, der ohnehin von solchen Dingen absolut nichts versteht. Es wäre sehr zu bedauern, wenn Boulanger von französischen Arbeitern in der That ernsthaft aufgefaßt würde. „Ach ja! Sie sagten mir ja, daß Sie gezogen lebten. Und deshalb habenjSie ihren ehr zurück« lamen noch nicht" gehört. Ich habe Zeanne von LorriS einst sehr geliebt, und als ich aus Afrika kam, um hier die sechs Monate meines Urlaubs zu genießen, suchte ich sie wieder auf... Das ist weiter kein Geheimniß..., aber eS ist mir doch unangenehm, wenn man Glossen darüber macht." „Ich hatte also Recht, als ich sagte, daß Sartilly kein Taktgefühl besitze!" „Ja, Sie hatten Recht. Er ist, unter uns gesagt, Erztölpel. Ich nehme es ihm weniger meinetwegen, wegen Frau von Lorris übel." „Sie hat sicherlich Rücksichten zu nehmen." „Nein, sie hängt von Niemandem ab. Sie Vermögen. Aber sie befindet sich in einer eigenthümli Lage." „Pardon, mein Herr. Ich tadele Sartilly wegen seiner Indiskretion und drohe in denselben Fehler zu ver- �"�Sie thun sich Unrecht, lieber Baron. Sie find im Gegentheil so zurückhaltend, daß man sich angezogen fühlt, Ihnen Geständnisse zu machen. Ist es Ihnen recht, so gehen wir nach dem Cass de la Paix zu Fuß?" „Sehr gern. Ich sichle das Bedürfniß, zu laufen. Aber werden Sie nicht von den Wanderungen, die Sie heut �läch bin nicht müde. Ich würde noch einmal so weit laufen, wenn ich den Spitzbuben zu fassen hoffen dürfte, der mir entwischt ist.",_. Sie hatten das Klubhaus, em großartiges Gebäude, verlassen und gingen die Rue Royale entlang. So konnten sie lange genug plaudern, bis sie zum»pernplatz kamen, und der Major hatte heut Abend em großes Mit- theilsamkeitsbedürfniß. Je länger er Herrn von Randal pruste, desto schönere Seiten entdeckte er an�ihm. Er machte sich jetzt beinahe schon selber Vorwürfe, daß er ihm nicht alles gesagt ��„Wcshalb soll ich ihm nicht sagen, was der Schurke ein als PoUttsche zlebrrstchi. Die Melttage ist zu keiner Zeit so schwankend und un« sicher gewesen, wie gegenwärtig. Zwar reden uns die bezahlten Lodredner der heutigen Ordnung der Dinge fortwährend vor, die ungeheuren Armeen, welche das Deutsche Reich auf die Beine bringen kann, seien eine feste Garantie des Friedens. Allein die Thatfackcn strafen die Worte Lügen. Als vor acht oder neun Jahren der sogenannte„Dreibund" gegründet ward, welcher die Monarchien Deutschlands, Oesterreichs und Italiens für Äertheidigungszwecke aneinander schloß, hieß es: nun fei der Friede gesichert, denn keine Macht werde es jetzt wagen, den Frieden zu stören. Trotzdem haben wir in dieser ganzen Zeit reine ruhige Stunde gehabt, kein Tag ist vergangen ohne Kriegsdefürchtungen; und die Berichte der Handelskammern, so verschieden sie auch sonst lauten mögen, sie stimmen sämmtlich überein in Feststellung der Thatsache, daß Handel und In- dustrie schwer gelitten haben und schwer leiden unter den immer und immer wieder austauchenden Kriegsdefürch- tungen. Der„Dreibund" hat also seinen Zweck nicht erfüllt.— Von zwei Ländein— so wurde uns gesagt— werde der Friede bedroht: von Frankreich und von Rußland. Das Gespenst eines französisch russischen Bündniffes wurde uns bei jeder Gelegenheit an die Wand gemalt. Umsonst wiesen die Verständigen nach, daß dieses Bündniß von dem Auaen« blick an eine Unmöglichkeit geworden sei, wo die französische Republik sich aus den monarchischen Bahnen in demokratische begeben habe— eine demokratische Republik und ein absolutes Despotcnreich könnten sich gegenseitig nur abstoßen. Das Ge- spenst wurde stets von neuem heraufbeschworen. Jetzt endlich kommt die frohe Botschaft, das Gespenst solle gebannt werden — der deutsche Kaiser werde nach St. Petersburg gehen, und die„Annäherung" Deutschlands und Rußlands werde unzweifel« hast erfolgen. Leider müssen wir auch diese Hoffnungen als trügerische bezeichnen. Von den bedenklichen Wirkungen, welche eine Allianz Deutschlands mit dem despotischen Rußland für unsere innere Entwicklung haben würde, wollen wir hier nicht reden. Es sei nur daran er- innert,� daß die Perioden unserer Geschichte, in denen das Bundniß mrt Rußland früher bestanden hat, zu den traurig- sten und unwürdigsten gehören, welche das deutsche Volk über- Haupt durchgemacht hat. Aber ganz abgesehen hiervon müssen wir es bestreiten, daß, wenn jetzt ein Bündniß mit Rußland, oder auch nur ein„Verhältniß" mit Rußland zu Stande käme, die Sache des europäischen Friedens gewonnen habe. Im Gegenthell, ein solches Bündniß oder„Verhältniß" würde nur neue Gefahren schaffen. Das despotische Rußland ist seiner ganzen Narur nach ein Erobererstaat. Es erstrebt, nach fast zweihundertjäh' � und Konstante afiens mit 1__________________„_____ seinen Zweck in Europa, so ist die österreichische Monarchie ver- nichtet. Erreicht es seinen Zweck in Europa und Asten, so ist das britische Reich vernichtet. Aus diesen beiden Thatsachen, eigentlich bei der Villa Ieannens beabsichtigte?" ftagte er sich.„Er ist unfähig, mein Vertrauen zu mißbrauchen, und er könnte mir vielleicht einen guten Rath geben... viel- leicht auch helfen." So dachte Guntram und wartete, bis die Unterhaltung ihn diesen Punkt berühren ließ. „Ich kann mir denken, weshalb Sie ihn gern er- wischen möchten," sagte der Baron;„er bedroht die Ruhe eines Ihrer Freunde?" „Einer meiner Freundinnen," berichtigte ihn Guntram. „Es handelt sich um die Dame, von der wir eben sprachen." „Wie? Um Frau von..." „Ja, um Jeanne von LorriS... Ich verließ ihre Villa, als ich den Menschen überraschte..." „Aber... sprachen Sie nicht... vom Boulevard d'Italia?" „Es wundert Sie, daß eine galante Dame in diesem öden Stadttheil wohnt. Sie wohnt dort auch nicht... Ihr Hotel befindet sich in der Avenue d'Eylau... Dort wohnt ihre Tochter mit einer Erzieherin." „Ah! Frau von Lorris hat eine Tochter?..." „Nun ja, eine Tochter von neunzehn Jahren, ein reizendes Mädchen! Es wurde geboren, bevor ich ihre Mutter kannte." „Und der Schurke verfolgt jenes Kind?" „Ich glaube." „Aber was hat er dabei für Pläne? Will er sie ent- führen?" „Ich weiß eS nicht, wenn ich die Wahrheit sagen soll. So wie er aussieht, wird er nicht daran denken, sie zu entführen. Wie ich vermuthe, handelt er im Auftrage eines Dritten." „Eines reichen, mächtigen Mannes meinen Sie! Aber das war wohl zur Zeit Ludwig XV. möglich, doch nicht in unserem Jahrhundert. Da wagt es keiner..." „... Sie in einen Wagen zu werfen und in irgend einen„Hirschpark" einzuschließen... Das nicht! Aber noch heute werden lästige Menschen ermordet." mit Rußland die LoZlösung Oesterreichs vom Dreibund nach fich ziehen und England in eine antagonistische(feindliche) Stellung hin- eindrängen wurde. Kurz— auf diesem Weae gelangen wir nicht zum Frieden, sondern zu verstärkter Kriegsgefahr, und schliesjUch zum europäischen Krieg. Zum Frieden, wir meinen zur Sicherung des Friedens, kann nur eine solche Verständigung der Staaten führen, welche die Ursachen der beständigen Kriegs« gefahr entfernt: die Riesenarmcen, die stch gewappnet bis an die Zähne gegenüberstehen und auf ein Wort.hin die Kriegs- surie entfestem können. Die Riesenarmeen müssen abgeschafft und die acht Millionen arbeitskräftiger Männer, die gegenwärtig in Europa den zerstörenden Kriegszwecken zu dienen haben, den Zwecken des Friedens zurückgegeben werden, so daß sie ihre Arbeitskraft, statt die Industrie zu belasten und zu lähmen, der Förderung des allgemeinen Wohlstandes widmen können. Wir werden uns deshalb nie davon abbringen laffen, die internatio« nale Abrüstung zu fordern. Ein anderer Weg, zum Frieden gelangen, ist nicht vorhanden. Auf jedem anderen zu Weg nähern wir uns mehr und mehr dem Krieg. Und darum erwarten wir von den Vertretern des Volkes im Reichstage, daß sie ihre Stimme in diesem Sinne erheben und einen internationalen Kongreß zum Behuf einer allgemeinen Abrüstung befürworten. Dl» Pstffigkrit der„Leipziger Zeitung", die nicht blos auf dem Gebiete der Sozialreform, sondern auch auf dem an« spruchsvolleren der, hohen Politik" Lorbeeren einzuheimsen sucht, hat uns schon öfter ergötzt. Jetzt finden wir, daß dieses sinn- reiche Organ der sächsischen Regierung in einem uns freundlich zur Verfügung gestellten hochpolitischen Leitartikel(der Rummer vom 29. Jum) das große Wort gelaffen ausspricht:„Deutsch« lands Kaiser thut wohl daran, England zunächst aus allen politischen Kombinationen herauszulassen, da ein politisches Rechnen mit diesem politischen Faktor wieder einmal ganz un- möglich geworden ist." England aus allen politischen Kom- dinationen herauslassen!— was fich der Hof« und Staats« politikus der„Leipziger Zeitung" wohl gedacht baden mag, als er diesen wunderbaren Satz zum Besten gab? Eine Macht wie England„aus allen politischen Kombinationen auslassen" ist einfach unmöglich. Ebenso gut könnten die Franzosen Deutschland oder Rußland aus ihren politischen Kombinationen auslassen. Die „Leipziger Zeitung" scheint nicht zu wissen, daß vor 70 Jahren die Heilige Allianz an der Weigerung Englands, ihr beizutreten, n" eitert ist. Der neuen„Heiligen Allianz", die gewissen en, unter anderen auch den zünftigen Kannegießern der Leipz. Ztg.", im Kopfe spukt, würde es genau ebenso ergehen, f FVUltf M/MWV tyvttuu WVVttlV denn die relative Macht Englands ist trotz aller Radomontaden unserer nationalen Kraftmeier, welche die Macht der Staaten nach der Zahl der Kasernen und gedrillten Soldaten bemessen, heute nicht geringer, als zum Anfang des Jahrhunderts. Ja, sie ist wesentlich größer, weil England jetzt in der Lage ist, ein Bündniß mit Frankreich zu schließen, was zu den Zeiten der ersten Heiligen Allianz nicht anging. Gi« sonderbarer Herr scheint der deutsche Konsul in Z ü r i ch zu sein: die„Züricher Post" vom 3. d. M. enthüll folgendes„Eingesandt"(das in den späteren Rummern nicht 3äit4, 2. 3»a Tit. Redaktion der„Züricher Post"! Ich möchte hiermit einem weitern Publikum bekannt machen, daß Leute aus dem Bürgerstande, besonders Frauen, fich vertreten laffen sollten, wenn fie beim deutschen Konsul etwas zu thun haben, denn der Herr Konsul kann nicht leiden, wenn„Weiber" reden, wie er fich letzthin in folgendem Falle ausdrückte: Eine Frau war von verschiedenen Behörden aufgefordert worden, beim deutschen Konsul Rath zu holen, was sie thun müsse wegen eines gänzlich mittellosen jungen deutschen Kommis, der krank bei ihr im Logis war. Der Konsul wollte fie nicht einmal anhören, drohte, das Fensterchen hinunter zu lassen, wenn fie nicht schweige, er könne nicht leiden, wenn Weiber reden.?!ach inständigem Bitten ihrerseits brachte fie es fertig, ihm den Sachverhalt darzulegen. Die Antwort darauf war: „Warum schmeißen Sie den Menschen nicht auf die Straße?" Mit diesem menschenfreundlichen Rathe war die Frau ent« laffen. Die Kantonspolizei hat fich nun des Kranken erbarmt und ist derselbe einstweilen im Kantonsspital untergebracht. Aus welchem Fonds aber die Frau, die mehr Menschlichkeit für fremde Leute, als der Herr Konsul für seine eigenen Landsleute befitzt, für Pflege und Unterkunft des Kranken entschädigt wird, wiffen�wrgM wir sehr wohl, daß fich viele hiefige Deutsche nach einem Berufskonsul sehnen. Achtungsvollst� Jedenfalls wird die deutsche Regierung fich mit der eigen« thümlichcn Praxis dieses Herrn zu befassen haben. Hat er die ihm in den Mund gelegten Aeußerungen gethan, so ist der Mann offenbar in keiner Weise für das Amt geeignet, welches er jetzt bekleidet._ t � Hei der eingehenden Grorternng des neuen Ent« wurfes einer staatlichen Alters« und Jnvalidenver« slcherung für Arbeiter, welche in der nächsten Zeitstatt« „Sie haben nur zu Recht, aber ein junges Mädchen kann doch keine Feinde haben!" „Zumal s i e nicht, die ein wahrer Engel ist! Aber ihre Mutter hat Feinde." „Diese Feinde müßten doch sehr grausam sein, wollten sie sich an einer Unschuldigen rächen." „Ich sagte schon zu Jeanne dasselbe, um sie zu de- ruhigen; sie hat aber Veranlassung, unruhig zu sein. Und wir sind beide der Meinung, daß die Gefahr beseitigt wer« den muß. Ich werde nicht immer hier sein, um daS Kind zu schützen. Ich wünschte, eS verheirathete sich. Ihre Mutter gedenkt sich mit ihr in die Provinz zurückzuziehen. Dort wird sich für ihre Tochter leichter ein Mann finden." „Und die Schurken, die ei auf Frau von LorriS ab- gesehen haben, werden sie dort nicht erreichen." „Hoffentlich! Jeanne wird sehr erschrecken, wenn ich ihr morgen meine nächtlichen Abenteuer erzähle. Sie hat keine Ahnung, welchen Kerl ich an ihrem Gartengitter mit einem Zollstock herumhantiren traf, und in welche Diebes- kneipe ich dem Hallunken folgte. Und noch weniger weiß sie, daß ich einen Gentleman kennen lernte, der an ihrem Geschick und dem ihrer lieben Therese Antheil nimmt... Zhre Tochter heißt Therese...u „Gewiß, gewiß, lieber Major, ich nehme großen An- theil an Personen, die Ihnen so nahe stehen, und ich wünschte nur, ihnen dienen zu können. Sollte der Hallunke noch einmal versuchen, in mein Haus zu gelangen, so soll er, da» verspreche ich Ihnen, ohne Ihre Erlaubniß nicht herauskommen. Ich würde Sie sofort holen lassen." „Davon bin ich überzeugt, aber ich weiß auch sicher, daß Sie ihn nicht zu Gesicht bekommen werden. Der Leiter der ganzen Unternehmung ändert entweder seinen Plan, oder er wechselt seinen Gehilfen." „So müssen wir den Leiter entdecken!" „Ganz richtig; aber ich habe nur sehr unbestimmte Ver- muthungen über ihn. Wir denken an einen Mann, den weder Jeanne noch ich jemals gesehen haben. Auch... ich rechne darauf, daß Sie die Frage, die rch Ihnen vorlegen will, ftei- müthig beantworten, wäre eS Ihnen unangenehm, wenn Sie Frau von Lorris kennen lerne« würden?" zufinden hat, werden wie die„Frlf. Zta." mit Recht betont, Presse und direkt Betheiligte in erster Linie die Frage zu de- antworten haben, ob die ganz neu geordnete Verwaltung der Verficherung alle Garantien für Einfachheit, Zweck- Mäßigkeit und Selbstbethätigung der Ver- sicherten bietet.„Der Wortlaut derjenigen Paragraphen, welche die Organisation der einzelnen Bezirksvcrfichcrungsan- stalten— statt der bemfsgenoffenschaftlichen— betrifft, sagt, daß der Vorstand jeder Verficherungsanstalt die Eigenschaft einer öffenttichen Behörde habe. Seine Geschäfte sollen von einem oder mehreren Beamten des �Bezirks wahrgenommen werden. Sofern diese Beamten nicht von der Landesregierung ernannt werden, bedürfen fie deren Bestätigung. So unklar diese Be- stimmung noch ist, so geht wohl das Eine aus ihr hervor: in der Regel soll der Vorstand der Verficherungsanstalt von der Landesregierung ernannt, oder mit Regierungsbeamten besetzt werden. Darin würden wir einen verhängnißvollen Abfall von der einschlägigen Bestimmung des Krankenkassengeletzes erblicken, welches den Vorstand der Orlskassen von dcr G n.'ralversamm« lung der Versicherten ernennen läßt und auf diese Weise ein gewisscs Maß Selbstverwaltung wahrt. Daß neben dem Re- gierungsbeamten dcr Altersverficherungsanstalt, der Vorstand rst, noch ein Ausschuß der Versicherten und sogar ein Auf- fichtsrath steht, kann jene Bedenklichkeit wenig abschwächen. Hier muß wohl die kommende Diskusston hauptsächlich einsetzen, ab- gesehen von der niedrigen Rentenhöhe und der langen Warte« zett, die man beibehalten hat und die ebenfalls die Haupt- angriffspunkte bleiben müssen."— Nachgebolt werden soll an dieser Stelle noch die thatsächliche Mittycilung. daß der neue Entwurf abweichend vom allen durch eine andere Regelung der Rentensteigerung den Höchstbetrag der Invalidenrente nach 45 Beitcagsjahren statt nach 48 eintreten läßt, eine sehr kleine Konzession. Prinzipiell bat die Presse noch keine destimmte Stellung zu dem neuen Entwurf genommen. Rur die„Nationalliberale Korrespondenz"— natürlich!— ist so glücklich, jetzt schon sagen zu können,„im Großen und Ganzen biete der jetzt vorliegend« Gesetzentwurf die geeignete Grundlage zur Verslän- digung" im Reichstage. fn de» NerötfentUchnng de» Gesetzentwurfe»«de» Wer«- und Invalldeuverstcherung wird offiziös be- merkt:„Es wird Sacke der BelheUigten, vor allem also der Unternehmer und Arbeiter sein, die Einzelbestimmungen des Entwurfs einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und die« jenigen Bedenken kundzugeben, welche vom Standpunkt ihrer Interessen und nach Maßgabe ihrer praktiscken Erfahrungen gegen dieselben etwa zu erheben sein möchten. Daß allen Jnlcr- cffenten, den Männern der Wisse? schaft, wie der praktischen Erfahrung, Gelegenheit gegeben werde, Kritik an dem Entwurf 'u üben, bezweckt gerade die Veröffentlichung. Die verbündeten Regierungen wollen für die Durchführung des großen und schwierigen Unternehmens fich jeden sachkundigen Beirath fickern, welcher zu erlangen möglich ist; wohlerwogene Vorschläge find daher der Beachtung ficher. Freilich wird, wenn anders die Kritik noch für die Fertigstellung der Gesctzesoorlage durch die nächste Reichstagssesfion fruchtbar werden soll, die Prüfung bald in Angriff genommen werden müssen." Der elfatz-lottzrwglsche Unterftaatssekretär S t u d t hat es dem Vernehmen der„Post" nach endgiltig abgelehnt, als Untcrstaatssekretär in das Kultusministerium einzutreten. Ander« weitige Mittheilungen, deren Richtigkeit vorläufig nicht zu kon- troliren ist, sprechen davon, daß mit Herrn Studt über die Uebernahme des Postens des Untecstaatssekretäcs im Ministerium des Innern an Stelle von Herrn Herrfurth oder sogar des Handelsministeriums, welches Fürst Bismarck angeblich zu ver- walten nicht mehr im Stande ist, wettcre Unterhandlungen schweben. Gin« nene Kill zn» Regnlirnng der Gefangnlft- arbeit liegt dem norvamerikanischen Kongresse Die Bill richtet fich gegen das_— auch in Deutschland vor. herrschende— System, die Arbeit dcr Gefangenen billig— in Amerika zu 16 Cents(46 Pf.) per Tag!— an Privatunternehmer zu verpachten. Sie verlangt: daß jeder arbeitsfähige Strafgefangene in seinem eigenen, oder dem ihm am meisten zusagenden Arbeitszweig beschäftigt werden soll, und zwar zu dem ortsüblichen Lohn freier Arbeiter des gleichen Arbeits- zweiges. Die Unterhaltskosten werden vom Lohn abgezogen; jedoch dürfen dieselben nicht die Summe übersteigen, welche ein freier Arbeiter für seinen Unterhalt ortsüblich braucht. Die Gefangenen müssen vom Arzt auf ihre Arbeitstüchtigkeit gcp.üft werden; und die Arbeit darf unter leinen Umständen länger als 8 Stunden täglich dauern. Die Bill, welche nach den Vorschlägen amerikanischer Arbeiterorganisationen entworfen ist, würde dem Unfug, der jetzt mit der Gcfangencnarbeit getrieben wird, gründlich steuern. Die Annahme soll gefichett sein. Die Frage der Gefängnißarbeit beschäftigt die amerikanischen Arbeiter schon lange, aber bisher ließ sich nicht viel erreichen, weil die Arbeiter nicht nachdrücklich genug vorgingen und weil die Sache vor die Gesetzgebung der Einzelstaaten, statt vor den Kongreß, gebracht wurde. Der Umstand, daß die Frage gegenwärtig dem Kongresse vorliegt, bestätigt unsere nculiche Mcttheilung, daß die Sozialgesetzgebung in den Vereinigten Staaten mehr „Nein, durchaus nicht! Ich stehe an jedem Tage, an dem Sie mich ihr vorstellen wollen, zu Ihrer Verfügung. Glauben Sie. nur nicht, daß ich die Gesellschaft lieoenS- würdiger Frauen scheue, weil ich zurückgezogen lebe. Der beste Beweis ist ja, daß ich gern am Souper theilnehme, das Sie mir vorgeschlagen haben." „Und ich danke Ihnen nochmals, daß Sie auf meinen Vorschlag eingegangen sind; aber es kommt mir so vor, als fänden Sie an derartigen Vergnügungen nicht viel Ge- schmack. Gewiß haben Sie in Ihrem Leben irgend eine trübe Erfahrung mit Frauen gehabt?" „Im gewissen Sinne haben Sie vielleicht Recht. ES kommt bei mir aber noch ein gewisser Hang zur Zurück- gezogenheit hinzu. Vergnügungen, die mir in meiner Zugend werthvoll erschienen, reizen mich jetzt nicht mehr." „So kommt es ja immer, wenn man als junger Kerl ein wenig über die Stränge geschlagen hat." „Sie haben Recht, ich habe das Leben genossen, und 'es thut mir nicht leid. Mit fünfundzwanzig Jahren kom- mandirte ich ein Schiff..." „Wie? Sie waren Seemann! Ich bin Soldat. Da haben wir noch einen Grund mehr, zusammenzugehören!" „O! Ich habe nur zur Handelsmarine gehört. Mein Vater besaß große Zuckerrohrplantagen auf der Insel Mauritius und war gleichzeitig Rheder. Ich ging in seinem Auftrage zu Schiff und lernte in wenigen Jahren alle fünfWelt- theile kennen. Bei seinem Tode mußte ich die Verwaltung seiner Unternehmungen leiten, und da führte ich ein tolles Leben, daß man heute noch in Port-LouiS davon spricht." „Sie sind Franzose, obgleich die Insel Ihrer Geburt ja inzwischen Herrn und Namen gewechselt hat,... wenig- stenS Ihrem Herzen nach Franzose!" „Ja, gewiß. Meine Familie stammt auS derTiauphinö und als die De de France in die Insel Mauritius umge- tauft wurde, wollte sich mein Großvater durchaus nicht als englischer Unterthan betrachten. Ich habe den Fehler später verbessert. Ich verließ die Insel und kam in der Absicht nach Paris, mich hier niederzulassen. Aber ich weiß noch nicht, ob ich hierbleibe." „Was sollte Sie daran hindern?" derstand 't das R äckst ist gersteuer iger als ist di. direttei es eine Ausüdui �üder das �stehenden litärgericht des badischm Armeekorps. Die Sache wird?mon nicht einer solchen Energie betrieben, daß, wie glaubhaft oeiWer sofort d wird, u.a. auch Herr v. Vo Ilm ar, der sich zur Kufjrnahme de> Walchensee befand, seine Sommerfrische plötzlich unterbieten woll> mußte, um seine Wissenschaft in der gegen v. EhreniG�ßsang der hobenen Anklage zeugschaftlich dem Richter mitzuthcile» gefährlich!»urznw yar ,ico oamer ein �erern von vtwv>»-°.� � gebildet, der mit allen gesetzlichen Mitteln die«uit�dun'Mprewen Impfzwanges erreichen und dies durch Absendung von�Petiw��� an den Reichstag bezwecken will. Tie Polizeibehörde hat den Verein als einen politischen erklärt, da er fich mit of lichen Angelegenheiten befaßt und gleichzeitig die V vorstandschaft beauftragt, bei Vermeidung dcr Schlicßui Statuten abzuändern, da politischen Vereinen die Aufnahi Minderjährigen und Frauenspersonen als Mitglieder n stattet ist und auch nicht— wie deabfichligt— die Grüi von Unterverbänden unter einer Zenttallellung erlaubt ist- je aus gen eine Hebet r, auf der «n, destli Regierun er Vorlag litik der D erhältnissen »nichtende. I weiteren Kchweix. Der Große Rath oesKantons Bern bat» den letzten Tagen mit einer Steuergesetzesvorlaae beschäftigt?� gx dieselbe zu Ende berathen. Die wesentlichen Bestimmungen�' Entwurfes find angenommen worden; voch ist es nickt uN�T scheinlich, daß fich bei der Volksabstimmung nicht undedeu „Nichts. Ich bin vollkommen unabhängig. Ich Ihnen aber aufrichtig gestehen, daß ich mich in der$ Stadt langweile, wo ich mich isolirt, in der Mengk loren fühle, wo ich nur gleichgiltigen Gesichtern bess „Es hängt ja nur von Ihnen ab, Ihre Lebei zu ändern, Verbindungen anzuknüpfen, ja sogar Freunde zu verschaffen." länglich rtsonders>hi «lmäßiger die einz lg, zuweile mels eini wunderda , dcrs offen ftckteristisch „Beziehungen zur Gesellschaft ziehen mich, offe" standen, wenig an, und wahre Freunde sind selten; ,rer Sturm >ttnnd luLt lernt Glück, it sie erst nach langer Zeit kennen. Allerdings ist„h man fie iick, das mir vorschwebt, noch viel schwieriger zu erreütm dicht a Ich fürchte, Sie werden über mich innerlich lachen.->e Spitze« will mich verhcirathen." seln desteht (Fortsetzung folgt.) An» Kunst und geben. »Ind ein(al der den Ct Dauer ist. [eutet die R packe, wenn * Flöße der 3 % erscheint Di» Kchäfchenwolken— Ktnrmnerbnnder. W. mann kennt die Wolke, welche aus einer mehr oder«Arderen Wo geordneten Vereinigung von Wölkchen besteht, die im% Entstc munde„Schäfchen" heißen. Diesen wird nur Gutes na-bfich kurzem und selbst in den neuesten Lehrbüchern l sen wir, ddL Bestand �Schäfchen" als Zeichen beständigen Wetters anzusehen � zum Z Welch' ein großer Irrthum! Jahrelange BeobachtungÄstt nach 8- schreibt ein Mitarbeiter dcr„Post", setzen mich in den"ug eigentliö über die Bedeutung der„fedrigen Haufenwolken" genaues." schluß geben zu können, und die seltsame Rolle, welche, Wolken spielen, wird allgemein überraschen. Tie Eigenem� Wolken ist eine so wunderbar bedeutungsvolle, daß es auf! ist. daß dieselbe bisher nicht entdeckt worden ist; jahrelait fernt. Ii nn aus d rdfrankrei eren Fall . WIWW>M.,„ckers schw ich mit hohem Interesse diese Wolken beobachtet; in jederssze Schäfche wenn fie in ihrer vollen Charakteristik erschienen, übten � er drei dir räthselhafte Prophetie aus; ich machte genaue Rotizes Wlken, � dennoch bin ich bisher mit meiner Entdeckung nick' eftn impost Oeffentlichkcit getreten, aus Furcht, daß doch einmal eine Kunden ein teristische fedrige Haufenwolke bedeutungslos sein könne. � Sturm dem aber Fall auf Fall, ohne Ausnahme, die Bedeutungen stundei Wolken fich zeigte, darf ich mit Sicherheit meine �-�nse aege machen; daß dieselben richtige find, wird jeder dann"Urch Beo der diese Wolken beobachtet und— das weitere A dchäfcheniv Die Größe und die Formation der„Schäfchenwol"" � -cic vyiuöv uhü oie �ormaiion ver j sehr verschieden; die Wolken erscheinen sowohl dreieckig ß fs verstand geltend macht. Immerhin hat der Große Rath 't das Neue in der Regel mit großer Majorität gutgeheißen. lackst ist zu diesen wesentlichen Bestimmungen die Siftto- -.„rfgerfteuer zu rechnen, welche allerdings in anderen Kantonen 'f'7 nfSiig« als ein Fortschritt angesehen würde; aber im Kanton eine-o ,rn � hie Ausübung des Stimmrechtes an die Bezahlung er direkten Steuer geknüpft, und nun sichert das neue Gesetz, 'ches eine Aktivdüraersteuer von 1 Fr. 50 Centimes einführt, Ausübung des Wahlrechtes sehr zahlreicher Personen, die er das Stimmrecht gar nicht besessen hatten. Eine andere �erung von Wichtigkeit wird man die nennen dürfen, daß Besteuerung der Schuldenlegung(Nichtberechnung der grund- Werten Forderungen) nicht mehr für den alten Kanten allein, ldern auch für den Jura gilt. Die amtliche Jnventarisation Todesfälle ist eine weitere Hauptbestimmung. Und endlich rde durch die Einführung von Steuerzuschlägen, wie der me lautet, thatsächlich die Progresfivsteuer in den Entwurf genommen. Der„Hamburgische Korrespondent" vom 7. veröffentlicht stehendes Schreiben aus Zürich:„Die schweizer Genossen- lstsbuchdruckerei und Volksbuchhandlung in Hottingcn ist eits vor mehreren Wochen von dem Schriftsetzer Leopold bscher(Wiedikon-Zürich) käuflich erworben worden. Es ver- ltet, das Hübscher das Geschäft nicht für sich, sondern für eine bezieht ichs.Z' des gi ves R- t. Die des Hai lie stud! eipziger ILährend de Bier wacker an Schw aborati Jeder Tl für den Geschafft für 10 ahlen.*n Redakteur und Herausgeber des„Schweizer Sozialdemo- äre zu eisten", A. Sieck in Bern, übernommen habe.— Der bekannte r wird chriftsctzer Richard Fischer, welcher bis jetzt hier in der ch verti«ruckerei des„Sozialdemokrat" beschäftigt war, siedelt nach Scmei>ern über, wo er in der Offizin des„Schweizer Sozialdemo- für lÄ" Beschäftigung gefunden hat. Fischer ist Mitglied des wer.","indesausschusses.— Die Jahresrechnung der„Allgemeinen ?eute mit chweizer Arbeiterreservekasse pro 1887 verzeichnet an Ein- ■rn, die sihmen 14 374 Fr. 39 Cts., an Ausgaben 14183 Fr. 78 Cts., verkowniHnit Kassenbestand Ende des Jahres 190 Fr. 61 Cts. Unter , oueSIWfn Ausgaben finden sich für Streiks 13 815 Fr. 89 Cts., wo- leit ncrridftn auf die streikenden Schreiner in Bern allein 12298 Fr. bervorragiP Cts. entfallen. Der Kassenbericht weist bis Ende des ikcln zur«ahres, d. h. vom 1. Marz bis 31. Dezember 1887 585 Posten , Rothsp« tnnahmen und 80 Posten Ausgaben auf." lligcn Di« Schweden nnd Norwegen. l-stagswaw Die mehrtägigen Verhandlungen über das von dem Stor- hung! Mngsprästdenten Steen beantragte Mißtrauensvotum dem erb«»1: gen das Ministerium Sverdrup bildeten den ste Götz Schluß der diesjährigen Storthingssesfion. Pröstvent Stcen, inm Sl!hi?r dir Leitung des Thinges an den Vizepräsidenten Konow die LeipH'getreten� hatte, leitete in Gegenwart des Ministerpräsidenten ohann Sverdrup selbst sowie mehrerer Staatsräthe die Debatten Abdztg. fit einer Rede ein, in welcher er an die Freude erinnerte, mit chon öftelfilcher das Land die Bildung des liberalen Ministenums brenbclsverdrup begrüßt habe. Auf die Frage, od das Ministerium e hoffnungsvollen Fordcmngen der Nation erfüllt habe, müsse mit.Hem antworten, denn außer dem Jurygesctze und der .meeorgamsation sei nichts durchgeführt und jede Hoffnung f»»bere Reformen getäuscht. In administrativer Hinficht uv.. be»ch die neue Regierung durch einen Fortschritt ausgezeichnet, loch nitt)i!fr$ �re Unionspolrtik habe sie nichts ausgerichtet, durch ihre die Thob«iir«b«stvol,ttk vre Majorität der Liberalen zersplittert, und dann . b;t SoM Fratttonspolrtik eingeschlagen, durch welche die Kraft ! von Gbf Regrerung vergeudet und sie selbst zur Lösung Nerbör Aufgaben unfähig geworden sei. Die Haltung „„(ytjjtM Regierung in der Unionsfrage sei a's zweideutig gestempett ins«>orden, weshalb es erforderlich sei, daß dem Thinge volle inten Poliwfklärung gegeben werde. Der ehi malige radikale Abg. Jaabäk ürn und!,n nun der Regierung durch einen gewandten parlamentarischen iwRei-d«�°chiug zu Hilfe, indem er beantraate, in Anbattacht der de- vor vetN?rfi«bkuden Storthingswahlen den Steen'schen Antrag in dieser ' sfion nicht in Berathunazu nehmen. Präsident Stcen richtete x sofort die Frage an Ministerpräsident Sverdrup, ob er die nähme des Jaabäk'schen Antrages als Vertrauensvotum be- ielt bl n Wütl d preußh rungsfäh'j it und wild hast vers zur Kol unb Ehre heu«P«. 9. vi. If,, Politik der Regierung am anderen Tage zu vertheidigen.' m)«�kun»kersprechen löste er in einer wenig würdigen Weise in iten wolle, um sich der Verantwortung»u entziehen. Diesen gang der Sache hatten ursprünglich die Anhänger Sverdrup's >Iant; dieser aber wollte nun doch nicht feige erscheinen, son- versprach, nach Berathung mit seinen Ministerkollegen, die heidigen. Dies einem gen Vortrage ein, indem er die Begründung des Mißtrauens' :ums durch den Präfidenten Steen als zusammengestoppelte Aus' ie aus gewissen liberalen Blättern bezeichnete. Demnächst gab eine Ueberficht über sein Verhältniß zur Unionsfrage, vermied •r, auf den ihn persönlich berührenden Kern der Sache einzu- en. bestritt ferner den Vorwurf, daß er es zum Programm Regierung gemacht habe, ihren Bestand von dem Schicksal ner Vorlage abhängig zu machen und bezeichnete schließlich die olitik der Regierung als vollständig gerechtfertigt und in den erhältnissen begründet. Diese Ausführungen erfuhren aber eine rnichtende Kritik durch den früheren Staat srath Daae, und ._ f..» fij» weiteren Verlaufe der Verhandlungen erklärten selbst so treue .."�-ftigtMhär�er Sverdrups wie dcr Abg. Bankpräfident Berner und ZW i». s unbctieuW von Peti Hörde ha) ich mit 0 die 3 ?chlicßu! Aufnäht. irder n# die Grü laubt ist __ �..e länglich viereckig, und in diesen beiden Formen zeigen sie ■ cvi Monders ihre Charakteristik; andererseits erscheinen fie m un- - v.-Mkmäßiaer Gestalte sie find zuweilen klein(und dann find w der gr.ch die einzelnen Schäfchen sFlockenj klein), 12 bis 16 Grad r Meng«(ng, zuweilen so groß, daß sie einen sehr großen Theil des lern begwmmels einnehmen. In manchen Fällen find die„Schäfchen" e Lebens, wunderbarer Regelmäßigkeit an einander gereiht; dann be- oaar.--mders offenbaren diese Wolken ihre unfehlbare Prophetie. Die rakteristisch ausgebildeten Schäfchenwolken find die Verkün« ix«er eines bevorstehenden Sturmes; je regelmäßiger die Schäf- 7,.erungsani gierungen ür vas Gel Auch k erselben, s ünvesstaat oen. versperrte Wohnungsthür gewaltsam öffnen und man f« tegienlng de! Die Er 3. d. M. hier verübt. Die Gräfin v. Valera wurde eil. und dann von dem Attentäter, welcher noch unbekannt Genehmlgm gezündet. Die Gräfin wohnte allein mit einer Dienet pcht ertheilt Zentrum der Stadt. Arn Nachmittag des 3. hörten die barn plötzlich gellende Hilferufe aus der Wohnung der ertönen, zugleich wurde bemerkt, daß aus den Fenster» Wohnung Rauch aufsteige. Man hotte die Polizei, die I betheiligten nstalten am Der Si Leiche der Gräfin in ihrem Zimmer vor. Sie war durch stiche in die Brust und den Hals ermordet worden. Kleider waren verbrannt, ihre unterm Gliedmaßen kohlt. Augenscheinlich hatte der Attentäter die Klei Petroleum getränkt und dann angezündet Die Dien« Gräfin, ein junges Mädchen, wurde in der Küche auf d« den liegend, jedoch unverletzt, aufgefunden. Sie gab fie von dem Attentäter, den fie nicht kenne, zu Boden und betäubt worden sei. Die Polizei nahm das Mä Haft. Das Vermögen der Ermordeten war nicht berüs den. Wie erhoben wurde, hatte die Gräfin Abends ooi einem jungen Manne gespeist, über dessen Persönlich� keine Angaben vorliegen. Ist die Gebietstheil« ereinbarun mmt, der Ueberschwemmuiig i« China. Der britische ß« hu Ehinkiang, Oxenham, berichtet über die ftirchtbarm Veche«����� welche die Uederschwemmungen des Gelben Flusses in angerichtet haben. Die Stadt Ehung Man verschwand stäblich vom Erdboden. Nachdem die Wasser fich hatten, war die Stätte mit einer 50 Fuß dicken M bedeckt. Auch die Stadt Eho Chia Kou litt entsetzlich. Personen mußten auf Staatskosten erhalten wcrd Ganzen kamen infolge der Ueberschwemmungen 1 600 sonen um, und 5000 000 waren auf öffentliche Unb angewiesen._ deren im Fi betende tza tzten Volks ezirke, mi ligt find. Das V wecke als t sendet wert verrechnei Die Ve ichneten V hmen. Theater. Mittwoch, den 11. Juli. Friedrich- Wilh«l«stadtische» Theater. Pariser Leben. KreR• Theater. Martha. H,fi»«lti»«ee- Theater. Das elfte Gebot. Viktoria-Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Gst«»d- Theater. Das Käthchen von Heil- dronn. KaafWw«#'« VariStt. Spezialitäten- Vorstellung. S«»r«rdia- Theater. Spezialitäten- Vor- stellung. Tr. 9 M.- 10 A. _ Br-F«iis®r»iaa Zum ersten M.: Kristiania u. d. westl. Norwegen.— Der zanze Trauerzug und Aufbahrung Kaiser Wilhelms im Dom.__ Entrce& Eycl.<0 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. IrtWü kltwtt Uolbgatmi Gesundbrunnen 60 Kad-Straße 60. Jeden Sonntag: Gr. Militär- KWzcrt »erb. mit Kchlachtmustk. Heul«■SaS.'g.aU.. Neu! epochem. Neuheit auf aeronaut. Gebiete. Auftreten der Mailänder ■ Th ler-Kapelle.■ Kgr|ot Saal:«roßer Kall."JSg Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag: Grosses Frei-Konzert. Eintritt an Wochentagen frei, Sonntags 15 Pf, Die Kasseeküche ist von 2—6 Uhr geöffnet. Tode«-A»»«ig». Den Mitgliedern der freien Kranken- und Begräbnißkaffe der Schuhmacher Berlins zur Nachricht, daß das Mitglied Auguat Kopenhagen am 8. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, d. 11. Juli, Nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Kirch- Hofes in Wilhelmsberg aus statt. 65 Der Vorstand. Uerem zur Wahrung der Interessen der Miether im Korden Kertins. Mittwoch, den 11. Juli, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Taege, Gattenstraße 13—14: Uerjammlung. Tages-Ordnung: Geschäftliches, Wahl desVorstandes.Verschiedenes. Gäste, welche fich aufnehmen lassen wollen, haben Zuttttt.__. 67 Der Vorstand. Hierdurch erkläre ich die von meinem Manne, dem Maurer Kluge, verbreitete Behauptung, ich wäre die Veranlassung, daß mehrere Kollegen meines Mannes wegen sozialistischer Umtttebe in Verdacht gekommen find, für Unwahrheit. Sollte indeß das mich beleidigende Gerücht nicht auf- hören, so behalte ich mir die weiteren Schritte vor. 63 Frau HedwigKluge, Langestr. 57. Srtlra, 10|M y l Stand, vollständige Länge und Breite, nur 10 Matt, Bettfedern, Pfund von 35 Pf. an, ver- tauft allein die Äettfedern-Engros-Handluna 1. Geschäft Kottb»s«»straß« 4, pari. 2. Geschäft Krnnn-nvraß» 139, l. Zur AuSwahr stehen 23 Sorten Federn. Billigste Bezugsquelll. ür Händler. 1000 Weseler Geld-Lotterie Ziehung morgen, den 12. 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Organisation. Verficherungs- Anstalten.« § 27. ieichensend» Die Alters- und Invalidenversicherung erfolgt durch Ver- EmpfanMcherungsanstalten, welche nach Bestimmung der Landes- auerflor ulregierungen für weitere Kommunalverbände ihres Gebiets oder ster MieiKfür das Gebiet des Bundesstaates errichtet werden. Auch kann für mehrere Bundesstaaten oder Gebietstheilc erselben, sowie für mehrere weitere Kommunalverbände eines unvesstaates eine gemeinsame Versicherungsanstalt errichtet «erden. ntat wml§ 28. wurde Die Errichtung der Versicherungsanstalten unterliegt der ibckannt Genehmigung des Bundesraths. Soweit die Genehmigung er TieneVicht ertheilt wird, kann der Bundesrath nach Anhörung der örten biedktheiligten Landesregierungen die Errichtung von Verficherungs- ung der �«stalten anordnen. � «PSIh Der Sitz der Versicherungsanstalt wird durch die Landes- man W«gierung bestimmt. >ar durch Ist die Veistcherungsanstalt für mehrere Bundesstaaten oder worden Gebietstheile derselben errichtet, so bestimmt den Sitz, falls eine .oben b-Mereinbaruna der betheilig en Landesregierungen nicht zu Stande vie Kleid-kommt. der Bundesrath.§ � h � Die Versicherungsanstalt kann unter ihrem Namen Rechte "v �erwerben und Verbindlichkeiten eingehen, vor Gericht klagen und Hndon a verklagt werden. Für ihre Verbindlichkeiten haftet den Glau- ms Mäd digern das Anstaltsvermögen, soweit dasselbe zur Deckung der bt berübl Verpflichtungen der Versicherungsanstalt nicht ausreicht, der !nd-° nmch��mmunalverband, für welchen die Versicherungsanstalt er- 's�-I.Michtet ist, im Unvermögensfalle desselben, oder wenn die .lonuq Versicherungsanstalt für den Bundesstaat errichtet ist, der »o�undesstaat. „ Ast die Versicherungsanstalt für mehrere Kommunalver- bände oder Bundesstaaten oderTheile solcher errichtet, so demißt sich beren im Falle der Unzulänglichkeit des Anstaltsvermögcns ein- tretende Haltung nach dem VerKältniß der auf Grund der othS«tzten Volkszählung festgestellten Bevölkerungsziffer derjenigen �."..� �Bezirke, mit welchen sie an der Verficherungsanstalt dcthei- ligt sind. D� Vermögen bei Versicherungsanstalt darf für andere 1', ,s!Ä3uZ-cke als die der Alters, und Invalidenversicherung nicht ver- e UntMt'Msndet werden. Ihre Einnahmen und Ausgaben sind gesondert iu verrechnen, ihre Bestände gesondert zu verwahren. Die Velsicherungsanstalt darf andere als die im§ 1 be- ichneten Versicherungen, sowie sonstige Geschäfte nicht über- hmen. § 31. Die durch die erste Einrichtung der Verficherungsanstalt ent- lebenden Kosten find von dem Kommunalverbande oder dem undesstaat, für welchen sie errichtet wird, vorzuschießen. Für .emeinsame Versicherungsanstalten sind die Vorschüsse beim langet einer Vereinbarung nach den im§ 30 Absatz 2 vorge- henen Verhältnisse zu leisten. Die geleisteten Vorschüsse find von der Verficherungsanstalt ras den zunächst eingehenden Verficherungsbellrägen zu er- statten. Borstand. § 32. Die Versicherungsanstalt wird durch einen Vorstand ver- llret, soweit nicht einzelne Angelegenheiten durch Statut dem usschuffe oder anderen Organen übertragen find. Der Vorstand hat die Verficherungs.nstalt gerichtlich und ßergerichtlich zu vertreten. Die Vertretung erstreckt sich auch f diejenigen Geschäfte und Rechtshandlungen, für welche nach n Gesetzen eine Spezialvollmacht erforderlich ist. Die Vertretung der Verstcherungsanstall gegenüber dem Vor« aide wird durch das Statut geregelt. § 33. Der Vorstand der Verficherungsanstalt hat die Eigenschaft einer öffentlichen Behörde. Seine Geschäfte werden von einem oder mehreren Beamten des weiteren Kommunalverbandes oder Bundesstaates, für welchen die Verficherungsanstalt errichtet ist, pahrgenommen. Sofern diese Beamten nicht von der Landes- lierung ernannt werden, dedürfen fie deren Bestätigung. Die züge dieser Beamten und ihrer Hinterbliebenen find von der ächcrungsanstatt zu vergüten. �, Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so bc- die Landesregierung den Vorfitzenden und dessen Stell- Durch das Statut kann bestimmt werden, daß dem Vor- de neben dm vorgenannten Beamten noch andere Personen gehörm sollen. Dieselben können nach Bestimmung des 'Statuts besoldet oder unbesoldet, Arbeitgeber oder Versicherte Sofern an die nach Bestimmung des Statuts destellten Mitglieder Besoldungen zu gewähren find, hat der Ausschuß nach Bestimmung des Statuts der Auffichtsrath(§37) die nstellungsbedingungen festzusetzen. Die Form, in welcher der Vorstand seine Willenserklärungm ndzugeben und für die Verficherungsanstalt zu zeichnen hat, ' d durch das Statut destimmt. Ausschuß. § 34. Für jede Versicherungsanstalt wird ein Ausschuß gebildet, einer gleichen Anzahl von Vertretem der Arbestgeber v der Versicherten besteht. . der Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten rd durch dteLandks-Zmtralbehörde in der Weise bestimmt, der durch die nächstoorhergehende ilkszahlung festgestellten Bevölkerungsziffer des Bezirks der ficherungsanstatt mindestens ein Vertreter der Arbeitgeber ein Vertreter der Verficherten entfällt. Diese Vertreter werden von den Vorständm der im Bezirk Verficherungsanstalt vorhandenen Orts-, Betrieds-(Fabrik-), u- und Jnnungskrankenkaffen,»nappschaftslafien, Seemanns- en und anderer zur Wahrung von Interessen Seeleute timmter obrigkeitlich genehmigter Veremigungen von See« „.uten gewählt. So weit die im§ 1 bezeichneten Personen »lchen Kassen nicht angehören, ist nach Bestimmung der Landes- ierung dm Vertretungen der werteren Kommunalverbände i den Verwaltungen der Gemeindekrmrkmverstcherung eine Zahl dieser Personen entsprechende Betherlrgung an der " einzuräumen. Bei der Wahl seitens der Krankenkassen der Knappschaftskafsen nehmen die den Arbeitgebern an- enden Mitglieder des Vorstandes nur an der Wahl der eter der Arbeitgeber, die den Versicherten angehörendm ilieder des Vorstandes nur an der Wahl der Vertreter der m Theil. fff-PI Uwifk 1®»! laafta 171 un» idlunge«- n po imstr- 1 »lelnl igstisch rdtisch § 35. Die Wahl der Vertreter erfolgt nach näherer Bestimmung einer Wahlordnung, welche von der Landes-Zentraldehörde oder der von dieser bestimmten Behörde zu erlassen ist, unter Leitung eines Beaufttagten dieser Behörde. Für jeden Vertreter find ein erster und zweiter Ersatzmann zu wählen, welche denselben in Behinderungsfällcn zu ersetzen und im Falle des Ausscheidens für den Rest der Wahlperiode in die Reihenfolge ihrer Wahl einzutrelen haben. Die Wahl erfolgt auf fünf Jahre. Die Ausscheidenden können wiedergewählt werden. Streitigkeiten über die Wahlen werden von derjenigen Be- Hörde entschieden, welche die Wahlordnung erlassen hat. § 36. Wählbar zu Vertretern find nur deutsche, männliche, groß- jährige, im Bezirk der Verficherungsanstalt wohnende Personen, welche fich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden und nicht durch richterliche Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt find. Wählbar zu Vertretem der Arbeitgeber find nur die Arbeitgeber der nach Maßgabe dieses Gesetzes verficherten Personen und die bevollmächtigten Leiter ihrer Betriede, zu Vertretem der Ver- sicherten die auf Gnrnd dieses Gesetzes verficherten Personen. Weitere Organe. § 37. Durch das Statut kann die Bildung eines Aufsichtsraths angeordnet werden, welcher die Geschäftsführung des Vorstandes der Versicherungsanstalt zu überwachen und die ihm durch das Statut außerdem übertragenen Obliegenheiten zu erfüllen hat. Wird ein Auffichtsrath gebildet, so müssen die Mitglieder des- selben den Anforderungen des§ 36 genügen. Die Hälfte der Mitglieder muß aus Vertretem der Versicherten bestehen; die- selben sollen am Sitze des Auffichtsraths oder dessm naher Umgebung ihren Wohnsitz baden oder beschäftigt sein. Der Auffichtsrath ist befugt, die Berufung des Ausschusses zu ver- langen, sobald ihm dies im Interesse der Verfichemngsanstalt erforderlich erscheint. Durch das Statut kann die Einsetzung von Vertrauens- männem als örtliche Organe der Verficherungsanstalt angeordnet werden. Die Mitglieder des Auffichtsraths und die Vertrauensmänner dürfen nicht Mitglieder des Vorstandes sein. Abstimmung. § 38. Sofern bei Abstimmungen des Ausschusses oder des Auf- fichtsraths Arbeitgeber und Versicherte nicht in gleicher Anzahl vertteten find, werden von derjenigen Mitgliederklaffe, von welcher mehr Personen anwesend sind, durch das vom Vor- fitzenden zu ziehende Loos so viel Personen von der Abstimmung ausgeschloffen, daß die gleiche Zahl beider Mitgliederklaffen an der Abstimmung theilnimmt. Bei Stimmengleichheit giedt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. Statut. § 39. Für jede Verficherungsanstalt ist ein Statut zu errichten, welches von dem Ausschüsse beschloffen wird. Dasselbe muß Bestimmung treffen: 1. über die Obliegenheiten und die Bemfung des Ausschusses, über die Bestellung des Vorfitzenden desselben und über die Art der Beschlußfassung; 2- kür den Fall �r Bestellung weiterer Organe(§ 37) über die Art ihrer Bestellung sowie über die Abgrenzung ihrer Befugnisse; 3. für den Fall, daß der Vorstand aus mehreren Personen besteht, über die Art, in welcher die Beschlußfassung des Vorstandes und seine Vertretung nach außen erfolgen soll; 4. über die Vertretung der Verfichemngsanstalt gegenüber dem Vorstände(§ 33); 5. über die Zahl der �chiedsgerichtsbeisttzer; 6. über die Gewährung von Vergütungen auf Gmnd des § 43; 7. über die Aufstellung und Abnahme der Jahresrechnung, soweit hierüber nicht vom der Landesregiemng Besttm- mungcn getroffen werden; 8. über die Veröffentlichung der Rechnungsabschlüsse; 9. über die öffentlichen Blätter, durch welche Bekannt- machungen zu erfolgen haben; 10. über die Voraussetzungen einer Abändemng des Statuts. § 40. Dem Ausschüsse müssen vorbehalten werden: 1. die Wahl der Beisitzer der Schiedsgerichte; 2. die Prüfung der Jahresrechnung und die Aufstellung von Erinnemnaen dazu; 3. die Beschlußfassung über den Erlaß von Schutzvor- schritten; 4. die Bcschußfaffung über die Bildung von Rückverfiche- rungsverbänden; 5. die Abänderung des Statuts. § 41. Das Statut bedarf zu seiner Giltigkeit der Genehmigung des Reichsverfichemngsamtes. Dem letzteren find die von dem Ausschusse über das Statut gefaßten Beschlüsse mit den Protokollen durch den Vorstand binnen einer Woche einzu- reichen. Gegen die Entscheidung des Reichsvcrfichemngsamts, durch welche die Genehmigung versagt wird, findet binnen einer Frist von vier Wochen, vom Tage der Zustellung an den Vorstand ab, die Beschwerde an den Bundesrath statt. Wird innerhalb dieser Frist Beschwerde nicht ei gelegt, oder wird die Versagung der Genehmigung des Statuts vom Bun- desrath aufrecht erhalten, so hat das Reichsoerfichemngsamt innerhalb vier Wochen eine abermalige Beschlußfassung anzu- ordnen. Wird auch dem anderweit beschlossenen Statut die Genehmigung cndgiltig versagt, oder kommt ein Beschluß des Ausschusses über das Statut nicht zu Stande, so wird ein sol- ches vom Reichsvcrfichemngsamt erlassen. In letzterem Falle hat das Reichsoerfichemngsamt auf Kosten der Verstchemngs- anstalt die zur Ausfühmng des Statuts erforderlichen Anord- nungen zu treffen. m,. Abänderungen des Statuts bedürfen der Genehmigung des Reichsverfichemngsamts. Gegen die Versagung der Genehmigung findet binnen vier Wochen, vom Tage der Zustimmung ab, die Beschwerde an den Bundesrath statt. Nach Feststellung des Statuts find durch den Vorstand im „Reichsanzeiger" und in dem für die Veröffentlichungen der Landes-Zeniralbehörde bestimmten Blatt der Name, Sitz und Bezirk der Verficherungsanstalt sowie der Name des Vorfitzenden des Borstandes bekannt zu bringen. § 42. � Den Vorsitz im Ausschusse führt bis zur Genehmigung des Statuts der Vorsitzende des Lorstandes der Verficherungsanstalt. Derselbe bemft die Mitglieder des Ausschusses. Für diejenigen Mitglieder, welche am Erscheinen behindert find und dies dem Vorfitzenden des Vorstandes rechtzeitig mitthellen, find die Ersatz- männer zu laden. Die Mitglieder des über das Statut derathenden Aus» schuffes erhalten für ihre Thellnahme an diesen Berathungen Vergütungen, welche von der Landes- Zenttalbehörde zu de» stimmen find. § 43. Die unbrloldeten Mitglieder des Vorstandes, die Mit» gliedcr Des Ausschusses und des Auffichtsraths, die Vertrauens- männer und die Schiedsgerichtsbelfitzer verwalten ihr Amt als Ehrenamt und erhalten nach den durch das Statut zu bestimmenden Sätzen nur Ersatz für baare Auslagen, die Ver- treter der Verficherten außerdem Ersatz für entgangenen Arbeits- verdienst. Haftung der Mitglieder derOrgane. § 44. Die Mitglieder des Vorstandes und des Auffichtsraths, so wie die Vertrauensmänner hasten der Versichemngsanstatt für getteue Geschäftsverwaltung, wie Vormünder ihren Mündeln. Die Mitgleder des Vorstandes und des Auffichtsraths, sowie die Vertrauensmänner, welche abfichtlich zum Nachtheil der Verficherungsanstalt handeln, unterliegen der Strafdestimmung des § 266 des Strafgesetzbuchs. Ablehnung von Wahlen. § 45. Wahlen zu solchen Stellen, welche als Ehrenamt wahrzu- nehmen find, können von den Arbeitgedern der nach Maßgabe dieses Gesetzes verficherten Personen und von bevollmächtigten Betriebsleitern solcher Arbeitgeber nur aus denselben Gründen abgelehnt werden, aus welchen die Ablehnung des Amtes eines Vormundes zulässig ist. Durch das Statut(§ 39) können die Aolehnungsgründe anders geregelt werden. Die be- zeichneten Personen, welche eine Wahl ohne zulässigen Grund ablehnen oder ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, können vom Vorstande mit Ordnungsstrafen bis zu eintausend Mark belegt werden. Diese Strafen fließen zur Kasse der Verfiche» mngsanstalt. Die Wiederwahl kann für eine Wahlperiode ab- gelehnt werden. § 46. So lange die Wahl der gesetzlichen Organe der Verfiche- rungSanstalt nicht zu Stande kommt, oder so lange diese Or» aane die Erfüllung ihrer gesetzlichen oder statutarischen Obliegen- hellen verweigern, hat der Vorsitzende des Vorstandes die letz» teren aus Kosten der Verficherungsanstalt wahrzunehmen oder durch Beauftragte wahrnehmen zu lassen. Unbehinderte Ausübung der Funktionen. Die Vettreter der Verficherten haben in jedem Falle, in welchem fie zur Wahmehmung ihrer Obliegenheiten berufen welden d,e Arbeitgeber hiervon in Kcnntniß zu setzen. Die Nichtleistung der Arbeit während der Zeit, in welcher die be- zeichneten Personen durch Wahrnehmung jener Obliegenheiten an der Arbeit verhindert find, berechtigt den Arbeitgeber nicht, das Arbeitsverhältniß vor dem Ablauf der vertragsmäßigen Dauer desselben aufzuheben. Reichskommissar. § 48. Für den Bezirk einer jeden Verficherungsanstalt wird zur Wahrung der Interessen der übrigen Versicherungsanstalten und des Reichs vom Reichskanzler im Einvernehmen mit den Re- anstatt und der Schiedsgerichte, von welchen ihm unter Mitthei- lung der Verhandlungsgegenstände rechtzeitig Kenntniß zu geben ist, delzuwohnen. Antrage zu stellen, gegen solche Entscheidun- gen, durch welche die Erwerbsunfähigkeit anerkannt oder eine Rente festgesetzt wird, die zuläsfigcn Rechtsmittel einzulegen und Elnficht in die Alten zu nehmen. Die Thätigkeit des Kommissars erstreckl sich auch auf diejenigen desonderen Kassen- einnchtungen(§§ 4 und 5) und Ausführungsbehörden, welche 'w Bezirke des Kommissars ihren Sitz haben. Der Bundes- rath ist befugt, für die Kommissare Geschäftsanweisungen zu er- lassen. Gemeinsame Versicherungsanstalten. § 49 Auf gemeinsame Versicherungsanstalten finden die vorstehen» dm Bestimmungen mit folgenden Maßgaben Anwendung: 1) Zur die Bestellung der dem Vorstande angehörenden Beamten (§ 33) und für deren dienstliche Verhältnisse find die am Sitze der Verstcherungsanstellt geltenden Vorschriften maßgebend. Er- streckt sich die Velsicherungsanstalt über Gebiete mehrerer Bundesstaaten, so entscheidet über die Bestellung der Beamicn. falls enr Ernverstandniß unter den betheiligten Regierungen nicht erzielt wrrd, der Bundesrath. 2) Die im§ 34 Absatz 2 AÄ�me Bestimmung der Zahl der Vertreter wird, wenn sich die Versicherungsanstalt über die Gebiete mehrerer Bundes. staaten erstreckt und ein Einverständniß unter den bethelligten ä rviÄuÄ sofen, fich der Bezirk der Berficherungsanstalt über die Gebiete mehrerer Bundesstaaten erstreckt, vom Reichs- verflcherungsamt erlassen. 4) Die im§ 39 Ziffer 7 zugelassenen Bestimmungen über die Aufstellung und Abnahme der Jahresrechnung werden von der Landes-Zentralbehöcde des- jcnigen Bundesstaates erlassen, in welchem fich der Sitz der Verficherungsanstalt befindet. 5) Die Regelung der Vergütung an die Mitglieder des das Statut derathenden Ausschusses (§ 42 Absatz 2) erfolgt durch die Zentralbehörde desjenigen Bundesstaates, in welchem fich der Sitz der Verficherungsanstalt befindet. Rückversicherungsverbände. § 50. Mehrere Verstcherungsänstalten können vereinbaren, die Lasten der Alters- und Invalidenversicherung ganz oder zum Theil gemeinsam zu tragen. V eränderungen. § 51. ®erSJ,1'erun0en her Bezirke der Verficherungsanstatten find zulässig, sofern fie von dem Ausschüsse einer betheiligten Ver- ficherungsanstalt oder von der Regierung eines Bundesstaates, über dessen Gebiet sich die Verficherungs mstatt erstreckt, dean- tragt und von dem Bundesrath genehmigt werden. Bor der Beschlußfassung über die Genehmigung find die Ausschüsse der betheiligten Verficherungsanstatten, sowie die Regierungen der» jenigen Bundesstaaten, deren Gebiete bei der Veränderung de- theiligt find, zu hören. Bei Verficherungsanstatten für die Be- zirke weiterer Kommunalverbände find auch die Vertretungen der letzteren defugt, Anträge auf Veränderungen zu stellen, auch muffen fie vor der Genehmigung solcher Veränderungen gehört werden. § 52. Scheiden örtliche Bezirke aus dem Bezirk einer Ver- ficherungsanstalt taus, so verbleibt der letzteren in vollem Um» ange W bis zum Zeitpunkt dcS Ausscheidens angesammelte Vermögen, sowie die Verpflichtung zur Deckung aller Renten- ansprüche, welche auf Verwendung von Beitragsmarken dieser Verficherungsanstalt benchen. Führt die Veränderung zm Auf- lösung der Verficherungsanstalt, so geht deren Vermögen mit allen Rechten und Pflichten, sofern nicht eine andere Verfiche rungsanstalt mit Genehmigung der detheiligten Landesregie> rungen dieses Vermögen übernimmt, auf den weiteren Kom- munalverband, beziehungsweise Bundesstaat über, für welchen vie Verficherungsanstalt errichtet war. Für gemeinsame Ver� ficherungsanstalten erfolgt die antheilige Uebemahme des Ver mögens mit allen Rechten und Pflichten durch die betheiligten Kommunalverbände oder Bundesstaaten, und zwar sofern dar- über eine Einigung nicht zu Stande kommt, nach Bestimmung des Bundesraths, oder wenn nur Kommunalverbände eines Bundesstaates vethelligt find, der Landes-Zentralbehörde. Streitigkeiten, welche in betreff der Vermögensauseinander setzung zwischen den betheiligten Verficheningsanstalten entstehen werden mangels Verständigung über eine schiedsgerichtliche Ent> scheidung von dem Reichs- Verficherungsamt entschieden. § 54. Die Bestimmungen der§§ 51 bis 53 finden entsprechende Anwendung, sofern das Reich oder Bundesstaaten, welche die Alters- und Jnvalidenverficherung der von ihnen beschäftigten Personen für eigene Rechnung durchführen, rückfichtlich dieser Vcisicherung an die Verficherunasanstalten fich anschließen, oder zum Zweck der selbstständiaen Durchführung der AlterS- und Jnoalidenverficherung mit den bezeichneten Betrieben aus Versicherungsanstalten ausscheiden wollen. Dasselbe gilt für den Anschluß oder das Ausscheiden der in den§§ 4 und 5 erwähnten besonderen Kasseneinrichtungen. ir. Schieds g er ichte. § 55. Jür den Bezirk jeder Verficherungsanstalt wird mindestens chiedsgerich! errichtet. Der Sitz des Schiedsgerichts wird von der Zentralbehörde des Bundesstaates, zu welchem der Bezirk der Verficherungsanstalt gehört, oder, sofem der Bezirk über die Grenzen eines Bundesstaates hinausgeht, im Einver- nehmen mit den betheiligten Zentralbehörden von dem Reichs- Verstcherungsamt bestimmt. § 56. Jedes Schiedsgericht besteht aus einem ständigen Vorstyen« den und aus Beistycrn. Der Vorsitzende wird aus der Zahl der öffentlichen Beamten von der Zentralbehörde des Bundes- staates, in welchem der Sitz des Schiedsgerichts belegen ist, er- nannt. Für den Vorfitzenden ist in gleicher Werse em Stell- Vertreter zu ernennen, welcher ihn in Behinderungssallen ver- tritt. Die Beifiyer werden in der durch das Statut bestimmten Zahl von dem Ausschüsse der Verficherungsanstalt, und zwar zu gleichen Theilen in getrennter Wahlhandlung von den Ar- beitgebern und den Verficherten, nach einfacher Stimmenmehr. heit gewählt. Bezüglich der Wählbarkeit gelten die Bc- stimmungen des§ 36. Die Wahl erfolgt auf 5 Jahre. Die Gewähllen bleiben nach Ablauf dieser Zeit so lange im Amte, bis ihre Nachfolger ihr Amt angetreten haben. Die Ausscheiden- den find wieder wählbar. 9 57. Name und Wohnort des Schiedsgerichtsvorfitzenden und seines Stellvertreters, sowie der Beifitzcr find vor der Landes- Zentralbehörde in dem zu deren amtlichen Veröffentlichungen bestimmten Blatte bekannt zu machen. § 58. Der Vorsitzende und dessen Stellvertreter, sowie die Beisitzer sind mit Beziehung auf ihr Amt zu verpflichten. Die Festsetzung der den Beisitzern zu gewährenden Vergütungen (§ 4 t), sowie der baaren Auslagen erfolgt durch den Vorsitzen- den. Der Vorsitzende ist berechtigt, die Uebcrnahme und die Wahmehmung der Obliegenheiten des Amts eines Beisitzers durch Geldstrafen bis zu fünfhundert Mark gegen die ohne zu- lässigen Gmnd sich Weigernden zu erzwingen. Die Geldstrafen fließen zur Kasse der Verficherunasanstalt. Verweigern die Ge- wählten ihre Dienstleistung, so hat, so lange und soweit dies der Fall ist, die untere Verwaltungsbehörde, in deren Bezirk der Sitz des Schiedsgerichts belegen ist, die Beisitzer aus der Zahl der Arbettgeber beziehungsweise Verficherten zu ernennen. Der Vorfitzende beruft das Schiedsgericht und leitet die Verhandlungen desselben. Durch daS Statut können über die Reihenfolge, in welcher die Beisttzer zu den Verhandlungen zu- #### Ä-m S»>-ds»-idd>»mt Xtaamm mit die Verficherungsanstalt. Das Schiedsgericht ist jedoch befugt, den Bethelligten solche Kosten des Verfahrens zur Last zu legen, welche durch unbegründete Beweisantrage derselben veranlaßt worden find. Dem Vorsitzenden des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter darf eine Vergütung von der Verstchemngsanstalt nicht gewährt werden.__ z»ki»lr». Ei« heitere« Kapitel an« de« ernste» Kuche der Gegenwart. Wenn Leute, die unsere moderne wirthschaftliche Cntwickelung mit ihrem Jndustrialismus und Kapitalismus be- griffen haben, fich heute mit den Innungen und ihren diluvialen Zunftbestrebungen beschästigen, so geschieht dies meistens mit Scherz und Spott, und das ist nicht recht. Es gehört freilich viel Selbstbeherrschung dazu, um ernst zubleiben bei Betrachtung der Mühe, die fich die Zünftler geben, das Weltenrad wieder um ein paar Jahrhunderte zurückzudrehen. So komisch fich das Beginnen dieser wunderlichen Herren auch ansteht, so sollte man sie varob doch weniger verlachen und mehr bemitleiden. Nicht wegen ihrer Naivetät, mit der ste dem Zeitgeist gegenüberstehen, sondem um der vielen Sorgen, der vielen Mühe und— des vielen Acrgers willen, der ihnen aus ihren Bestrebungen, das Handwerk zu„heben", eiwächst. Es ist den Innungen wirklich nicht zu verargen, wenn fie mtt der Gewerbeordnung unzufrieden sind; scheinen doch einzelne Paragraphen, und gerade von denen, di- zum Heile der Innungen dienen sollen, nur wie zu ihrem Aergcr geschaffen. Da ist z. B. der§ 100», welcher von einer Gescllenverttetung in der Innung redet, ein solches Danaergeschenk. Wäre nicht schon der bloße derartige Gedanke Sünde, so möchte man fast meinen, es müsse ein Schalk gewesen s.in, der diesen Paragraphen seiner Zeit beantragt hat. Wie manches brave Jnnungsmeisterherze mag fich schon schwarz, und wie manches Haar auf manchem würdigen„Obermeisterhaupte" schon grau geärgert haben ob der„Gesellenausschußwahl". die — wieder einmal nicht stattgefunden. Es ist aber auch zum Schwarz-, Grau- und wer weiß wie sonst noch werden, wenn man den Gesellen schon hundertmal auseinandergesetzt, wie man dock nur ihr Bestes im Auge habe und diese in ihrer Thorheit und Ver« stacklheit trotz alledem nicht einsehen wollen, wie klug und nütz- lich es darum wäre, wenn fie fich an der Aufführung der Posse „Gesellenausschußwahl" betheilipten und zu Hampelmännern der Innungen hergäben. Und die Allerverstocktesten find gerade die Tischlergesellen, die ihren Jnnungsmeistern schon manchen schweren Kummer bereitet haben, während diese es doch so gut und liebevoll mit ihnen meinen, daß schon seit langer Zett kein Tischlerstteik mehr nöthig gewesen und stattgefunden haben soll. Nicht einmal die intelligenten Berliner Tischlergesellen find hierin einfichtsvoll genug, um mit der Innung Hand in Hand - langern, d. h. ihr einen handlangernden„Gesellenaus- iu|" zu wählen. So sollte vor einiger Zett, wie die„Neue Tischler-Zeitung" erzählt, im„Königstadt-Kastno", Holzmarkt- straße, ein solcher— wieder nicht gewählt werden. Merkwürdig! Aus der Ast und Weise, wie die Innung diese„Nichtwahl" eingeleitet, hätten doch die Gesellen eigentlich schon ersehen sollen, wie hochwichtig die Sache für fie sei. Co wurden diese schon am Sonnabend vor dem Versammlungstage durch ein in den Werkstätten ausgehängtes großes Plakat von dem bevor- stehenden wichtigen Akt m Kenntniß gesetzt. Jeder Geselle, welcher mindestens ein Jahr bei einem Jnnungsmeister gearbeitet und von dem fich also annehmen ließ, daß durch den immerwährenden Umgang mit diesem so viel Weisheit und Jnnungsgeist auf ihn übergegangen sei, um das nöthige Verständniß für eine so bedeutungsvolle Wahl zu besitzen, erhielt dann einen Legitimationsschein mtt der ge- nauen Angabe von Namen und Wohnung des Meisters, des- gleichen des Gesellen und wie lange dieser in Arbeit steht. Nur wer eine solche Legitimation besaß, wurde in den Versammlungs- saal zugelassen. Am Eingang zu diesem erhielt jeder einen Stimmzettel, auf welchem außer dem Namen des zu wählenden Gcsellen-Ausschuß-Mitgliedes auch noch der des Jnnungsmeisters, bei dem der betreffende Geselle in Arbeit steht, sowie dessen Wohnung verzeichnet werden sollte. Doch es kam nicht zur Aus- füllung der Stimmzettel. Nach Eröffnung der Versammlung verlas der Referent die auf die Wahl Bezug habenden Para- graphen des Janungsstatuts."Der Nachtrag eines Para« graphen bestimmte, daß, wenn die Gesellen durch fortwährendes Negiren die Wahl verhinderten, der Jnnungsvorstand das Recht habe, den Ausschuß selber zu ernennen, welcher dann Altgesellen, Stellvertreter u. s. w. aus seiner Mitte wählt. Im Anschluß daran erklärte der Referent, daß er selber auf diese Weise Alt- geselle geworden sei. Anstatt daß nun aber die 300- 400 anwesenden Tischleraesellen fich diese Mahnung zu Herzen ge- nommen und die Wahl sofort mit Ernst und Würde vollzogen hätten, bricht diese rabiate Gesellschaft in ein Lachen aus, daß die Wände davon erbittern und fingt nach der Melodie„Wir brauchen keine Schwlegermama mehr":„Wir brauchen keine Innung mehr." Nachdem dieser nicht auf der Tagesordnung gestandene Punkt erledigt war, erklärte der Altgeselle:„Meine Herren, mit Ihnen ist nichts anzufangen" und schloß die Ver- sammlung. Und das soll einen biedern Jnnungsmeister nicht ärgern? Ein Wehe! über Euch Berliner Tischlergescllen. Das Projekt z«r Perbretternns der Friedrichstraste zwischen der Linden- und der Behrenstraße ist, wenn man den darüber umlaufenden Zeitungsnotizen Glauben schenken soll, aus dem Stadium der Vorbereitung längst heraus und eine be« reits beschlossene Sache. Indessen flößt gerade die Sicherheit, mit der jene Notizen auftreten, ein gewisses Mißtrauen ein; dieselben scheinen bestimmt, für das Projekt Stimmung zu machen, und der pomphafte Reklamestyl der verschiedenen An- kündigungen scheint darauf hinzudeuten, daß man zu diesem Zwecke sehr stark wirkende Mittel für nothwendig hält. Wenn z. B. darauf hingewiesen wird, daß die Militärbehörden stets Aergerniß daran genommen hätten, wenn die Soldaten beim Marsch durch die Friedrichstraße fich in deren engerem Theile „in Kompagniekolonnen hindurch zwingen müßten", und wenn man das unter den Gründen für die Nützlichkeit des Projekts anfühtt, so kann man einer solchen Argumentation gegenüber wirklich kaum ernst bleiben. Die Zweifel an dem Zustande« kommen des Projekts beruhen außerdem auf der Erwägung, daß dasselbe nur unter großen Opfern der Stadt durch- geführt werden kann, zu denen dieselbe fich schwerlich herbei- lassen wird. Die Mittheilungen, nach denen eine erhebliche Belastung der Kommune nicht in Anspruch genommen werde, find unverbürgt; auch weiß man nicht, was die Befürworter des Projekts für erheblich erachten; genauere Mittheilungen über diesen Punkt bleiben jedenfalls abzuwarten. Wenn dann weiter verlautet, daß die Große Berliner Pferde- bahn Aktien- Gesellschaft gegen gewisse Zugeständnisse seitens der Stadt zur Zahlung eines erheblichen Koslenbeitrags geneigt sei, so will das auch noch nicht ganz zweifellos erscheinen. Für die Pferdebahngesellschaft kann es ganz gleichgiltig sein, ob ihre Wagen durch die Friedrichstraße oder durch die Charlottenstraße fahren, die Verbindung durch die Linden ist die Hauptsache. Eine Verbreiterung der Charlottenstraße aber zwischen Behren« straße und Linden, bei der nur die Erwerbung zweier Grund- stücke in Betracht käme, würde für diesen Zweck genügen und mit viel geringeren Mitteln zehnmal leichter zu bewerkstelligen sein. Dos Projekt des Heim Geber mag sehr„genial erdacht" "»t Qftiafftfinitt/"» fich iim WpfpnfiimmMi sein, bei der Ausführung aber handelt es fich um Riesensummen, die in letzter Linie von dem Publikum hergegeben werden, das an die Spekulation sein Geld wagt. In den siebziger Jahren haben die genialen Ideen auch auf viele Kapitalisten solchen Reiz ausgeübt, daß fie mit Begeisterung dafür in's Zeug gingen. Hinterher find dann freilich die Geldgeber zu der Erkenntniß gelangt, daß es genialer gewesen wäre, wenn fie die Taschen zugehalten hätten. Di» rrge Kaulust bereitet manchen steigerungslusttgen Wirthen arge Verlegenheiten. An der Ecke der Müller- und Antonstraße befindet sich ein altes großes Haus, das gegenwärtig fast völlig leer steht. Der gegenwärtige Besitzer war, als fich im Frühjahr die Aussichten für MiethSsteigerungen günstig gestalteten, auf die Idee gekommen, seinen Miethern zu kündigen; diese zogen sämmtlich aus und fett dem 1. Juli ist das große Gebäude nur von vier Familien bewohnt. Die rege Baulust in dottiger Gegend hat ein bedeutenderes Hochgehen der Micthcn verhindert, und es vermeidet natürlich jeder Miether, in ein Haus zu ziehen, dessen Besitzer nur auf die Gelegenhett mattet, seine Mether zu steigern oder ihnen die Wohnung zu kündigen, um dieselbe anderweit theurer zu vemiethen. Daß in diesem Falle dem Hauswirth ein bedeutender Schade erwächst, ist ein- leucktend; er wird, wenn er denselben überwindet, künftig wohl vorsichtiger sein. Da» fünfzigfährig» Jubiläum der ersten Gisrubast» darf Berlin und ganz Preußen in dm nächsten Monaten be« gehen. Am 21. September 1838 wurde die Potsdamer Bahn zuerst zwischen Berlin und Zehlendorf eröffnet; fie brachte Leben und Aufschwung in das neu entstandene„Geheimrathsviertel". Es war ein großes Fest für die Berliner, als fie zum ersten Male mit dem Dampfwagen fahren konnten, aber— es ging ihnen nicht schnell genug! Bald nach der Eröffnung wandte fich ein boshafter AnovMus mtt der scherzhasten Bitte an die Behörden, man möchte Sorge tragen, daß die Paffagiere nicht zu sehr durch das Betteln belästigt würden, besonders daß nicht Invaliden mit Stelzfüßen neben dem Zuge hinliefen, um eine milde Gabe zu fordern. Ein anderer Theil des Publikums war ebenfalls unzuftteden und hielt das neue Verkehrsmittel für so gefährlich, daß gar manche wohlbedächtige Bürger sich vermaßen, niemals mit der Bahn zu fahren! Auch die Geistlichkeit nahm in dem lebhaften Streue Pattei. Einige Pietisten meinten, es wäre eine Sünde, in solcher Weise, wie dies auf den Eisen- bahnen geschehe, der— natürlichen Fottbewcgung zu spotten! Aber bald hatte man fich allgemein an die Eisenbahnen gewöhnt. Der Verkehr zwischen Berlin und Potsdam hob sich balv in nie geahnter Weise. Bisher wurde— und das schon als etwas Besonderes- täglich sechs zwischen beiven Städten durch eine Ponoerbindung, Journalisre, der Verkehr vermittelt. Wenn man hiermit beförderten Personen zählte, hielt man es für möglich, daß die Bahn jemals rentiren würde. Und nun sah man plötzlich, daß durch die häufigere und schnellere Fahtt auch die Zahl der Reisenden fich in wunderbarer Weise vermehrte. Der Potsdamer Bahn folgte die Anhalter, deren Erbauung den Durchbruch der Anhaltstraße veranlaßte. Der rege Verkehr auf den beiden Elsenbahnen hatte den schnellen Anbau vor dem Potsdamer- und Anhaltthore zur Folge. >alt die die un- Picht weniger al» 117 Ktndente» find in»folgenden! Halbjahr wegen Unfleißes, d.h. wegen Nichtol» Geräusch c einer Privatvorlesung, in den Büchern der Universität � hinaus, un worden. Von jener Zahl waren 10 bei der theologisch» �uholen, s bei der juristischen, 28 bei der medizinischm und 56 1» daß fie fich philosophischen Fakultät einaeschtteben. Ausländer«nen laute insgesammt 48, und zwar 5 Theologen, 10 Juristen, 11 1 ziner und 22 Studenten der Philosophie. sfbes�aftigt Der Schnupftabak und der Karillu». Es soll Borfall ist dem„Kl. I" von sachkundiger Seite versichert wird, nun brcchern jei sächlich kein Zweifel mehr darüber obwalten, daß im C..#** tabak Bacillen existiren. Besonders die billigeren TabaR wiener Frei welche durch ihre verschiedenen fremden Bestandtheile eWj�vwflon t ringeren Gehalt von Nikotin besitzen, sollen von Bacil» verletzt wo fallen werden. Diese Sotten trocknen nämlich durch den®' der atmosphärischen Luft an der oberen Schicht aus. 0 schwarzen geschieht auch beim besseren Schnupftabak, wenn derselb wanberettc in einem hermetisch verschlossenen Gefäß iiii'liuuiih#)� Diese trockene obere Schicht ist alsdann ihres eigentlichen 0 � beraubt und bildet in ihrer ganzen Tiefe nichts weiter, cä vollständig neutrale Pulvermasse. Die Bacterien okkupiri» riwnttio diese trockene Schicht als ein ihnen durchaus zusagendes! Desinkektö substrat, während fie früher den an dieser Stelle vorh-ij w iwQra(t£ scharfen und deshalb ihrem Gedeihen nicht förderlichen J Subitanici Tabak" gemieden hatten. Dir Ursache der Genickstarre. Die in letzt« aw Krc vielgenannte Krankheit soll nunm.hr in ihren Grundriß roman-n? kannt worden sein. Zwei Turiner Fottchern ist es angesi»..ny?«n lungen. die Ui fache der epidemischen Genickstarrre(Mem,- ra ssmäö äX8,;| s«r. die Ursache dieser Krankheit eines dieser kleinen Lebcnw übet die? die sich immer mehr als die gefährlichsten Feinde der 3* des Weaet heit herausstellen. Der Erreger der Genickstarre hat von) sei«- Entdecker den Namen„Meningoaccna" erhalten, weil Wirksamkeit hauptsächlich in der Entzündung der Gehir» überströmt Rückcnmarkehäute besteht. Er ist identisch mit dem Erref ggden san Lungenentzündung(Diplococtus pneumoniae), mit* m-liacn& auch thatsächlich häusig die Genickstarre verbunden ist.' einem Sck bereits versucht worden, nach Pasteur's Methode Schützing nach seiner gegen die Genickstarre mit dem Meningocoecns an% geschafft. auszuführen, die in der That von Erfolg gekrönt wäre«, Verletzung doch für den Menschen fich noch nicht eignen., wetthen di Einbruchsdiebstahl. Mit großer Frechheit trümmert Sonntag Nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr in der waren, vc von tzelwig in Tempelhof ein Einbruch verübt. WäW konnte. 3 Stubenmädchen nur auf wenige Minuten das WoH«j? lädirten A verlassen, hatte ein Eindringling fich in dasselbe eingcs« Dame, ein das Zylinderbureau erbrochen und aus demselben 250"»Mi Zähn stöhlen, eine Summe von 600 M. aber liegen lassen. J ihrer in' Die Feuerwehr hatte �m Sonntag Nachmittag int� führt. K»tb> junges M 3 Uhr in Evettsbrül Passanten Brücke aui zeugen gel tie hatten Rummclsburg bei Dämpfung"eines gegen" Ii S Kaufmann Schlicht'schen Hause— gegenüber dem Arl — ausgebrochen en Tachbodcnbrandes Löschhilfe zu leist die weite Entfernung der Brandstätte ein ziemlich stä treffen der hiesigen Löschzüge bedingte, hatte das Feuer Zeit gehabt, ficb kräftig zu entwickeln und den größ des Dachgeschosses mit seinen Holzvcrschlägen und betv_„ Vorräthen an Werg und Lederwaaren der Zerstörung"j liegenden zuführen, bevor ihm energisch entgegengetreten werden> greifen un Nach Eröffnung des Angriffs, welcher mit zwei SpriF mann hinj einer direkt an einen Hydranten angeschlossenen Schla« der Nahe� durchgeführt wurde, vermochten die Flammen weiteres* Selbstmor, jedoch nicht mehr an fich zu reißen, so daß es gelang,,«»9 der Brandstätte belegenen Wohnungen vor ein». mehren fid leidenschaft durch das Feuer zu bewahren; dagegen' niß von d dieselben von dem durchgedrungenen Wasser nicht un#,«st auch he gelitten. Die Lichtenberger freiwillige Feuerwehr war zehnjährig' zur Stelle, gelangte jedoch nur noch bei den Aufrä# salz, d. arbeiten, welche fich bis kurz nach 3 Ubr hinzogen, zur Quantität dung. Ueber die Entstehungsursache hat fich ein AtM chen leicht. gewinnen lassen. Ein zwetter Tachbodenbrand AdalM' denken tu crfordeite am Montag früh von kurz vor 6 Uhr ab 4%%, zum Reim einstündige Thätigkeit der Feuerwehr zu seiner Jedermam Die Stätte des Brandes befand sich im Vorderhause, gütungsve hier ist ein beträchtlicher Theil des Dachgeschosses, wel&) ketfcoti schließlich die bekannten Lattenverschläge enthielt, von de« muth�bcw men vernichtet worden, da die Wahmehmung des folgte, als es fich bereits durch das Dach nach außen brachen hatte. Zur Bekämpfung waren zwei Spritzen m Tie unterliegenden Wohnungen haben nur geringfügige« schaden davongetragen. Die Entstehungsart"" ebenfalls unauigeklätt geblieben., In der Uostin'schen Geschickte ist noch miiz�s Küche des daß die That 1841 geschehen ist Der Tbäter Grünv� angefüllter chen in dl eintrat un ntce- Abt! die geeign die Krank, F-ue, 1826 geboren und es erscheint fast wie ein Räthsel, daß? emm Itsd damals 15jährigen Burschen� mögllch gewesen ist, ein so« fanö�m� Mädchen, wie die Emilie Otte, die 22 Jahr alt war,.,.,. ÄÄÄ Ät' SUS-Rİss ftrrÄ&ÄÄ et sein Opfer rechtzeitig zu bemerken. In der beslialis� Kel*et heti � 0" vcimucii V)" or» utuuiiv—j..>. stummclung der Otte zeigt sich aber auch die ganze Vesi� o j Min heit des Gründling, die noch ganz besonders dadurch zeichnet wird, daß er fich so lange Jahre nicht blas i« Gegend aufgehalten, sondem in nächster Nähe der A gewohnt hat, so daß er fast bei jedem Ausgange den pasfiren mußte. Eigenthümlich ist es, daß der Vater des l' vor seiner Thür erschossen und die Mutter erhängt v-rg«: worden ist. Von dieser Familie rühren ficher auch b" anonymen Drohbriefe her, welche Roi'Iin während und Balkl zu nahe d Poll Ebcttsbrü Waffer ui wußtlos l dieselbe' �ilahngen Freiheit erhalten hat, als er sich nach Verbüß Sckiffer o V 7.5*. ciyuucu«ui, ui» ki ncq naeg iSrf,ifS.r zchnjahrrgen Strafe als Förster in Himmelstädt auch# die ihn veranlassen sollten, zu fliehen. Weil er fich■ rr eauuuuiicii lumai, 9" t"ege,l. Weil er Tieg% Sfinfr schuldig wußte, so hat er damals stets zu seinen Belang. ugmui« uiudu, I" yui er vamai» ,ie,s zu leinen �ew'-j„t,; sagt, er könne allem ruhig entgegensehen, seine Unfdbup, b(.r m. '" Er hat dies aber nicht me»?er � schon an den Tag kommen............... denn er ist bereits am 3. Oktober 1872 vetstorben. i Die Unsttte de» Kahnfchauketns hat am So«* Schilvho n sieben Menschenleben in die Gefahr des E gebracht. Ein mit vier Herren und drei Damen besetz! war, von einer Spazierfahrt auf der Havel kommend, el 100 Schritt vom Ufer entfernt, als es den Herren dem Kahn zu schaukeln; die Damen wurden ängstlich, eine derselben von ihrem Platz aufstand, schlug das' Sechs Personen gelang es, fich an dem gelenterten zuhatten, bis Hilfe von den zahlKichen Ruder- und Segfi! die fich in der Nähe befanden, kam. Der siebeilte" Wasser Gefallenen, ein junger Mann, war beretts untecg wurde jedoch, als er wieder auftauchte, gerettet. ES längerer Zeit, ehe die Wiederbelebungsversuche an de«i losen von Erfolg waren. t* sich DO Es wurde den, nach «SS. An demse 2 Jahre c geführten fahren un Kutscher Neuen Fr bmsche l rechten Fi Bernauer! beits vage losen von Elfolg waren.«t dadurch st rn Kaffeekoche» i» Saat, Vinkel hatte aw.- dem Laza Nachmittag die in der Skalitzerstraße wohnhafte Bill>« jj selbe Zeit jHprinrt»m nmc 1 T« f �__ CS/iflP■ i Bertha W. das Unglück, mit einem Teller in der Ha? uj Knabe ins eines Fehltritts die Kellertreppe hinunterzufallen.®l fi fahren u außer einem Beinbruch noch wettere Verletzungen V1' f verletzt.- ihre Ueberführung in ein hiefiges Krankenhaus erfolge?� Stadlbaff Gl« Ginbrnchsdiebstahl ist in zwei auf eW%i Fahrt bef genden Nächten an ein und derselben Stelle oerfuffl' ji seloen ein jedoch ohne Ettolg. In der ersten Nicht hörten d'M deutende Töchter des Bestyers des Posamentierwaarengeschäfts nach seine Schwedterstraße, welche fich allein befanden, ein% y wurde fer Geräusch an der Jalousie der Ladenthür und als«W der dort Mädchen zum Fenster ihres nach der Straße 3«% /i) mietet. Zimmers hinaus blickten, bemerkten ste 3 Männer, u"z< das Hilfegeschrei der Mädchen die Flucht ergriffe»." Rnl) in folgenden Nacht wurden die Damen wiederum durch ein aleiches , Mtbiart Geräusch geweckt, nunmehr sprang eine dersetben zum Fenster ncriität 5 hinaus, um schnell und unauffällig die Hilfe der Polizei herbei- 'oloaislbaj zuholen, stürzte jedoch so unglücklich auf dasÄund rempelte ohne weitere Veranlassung vor dem Hause Nr. 12 »'«. Ä eine ihm entgegenkommende Dame so gewaltig an, daß diese v Ä über die Bordschwelle des Trottoirs stürzte. Als der zufällig ' der JJ des Weges kommende Student Mutze den rohen Patron über hat von«(gine Handlungsweise zur Rede stellen wollte, erhielt er von ien. we«! diesem einen Faustschlag ins Geficht, daß der Getroffene blut- - Geh«- überströmt mit dem Aufschrei:„O, Gott, mein Auge!" zu em Erl» Boden sank. G. wollte hierauf entfliehen, wurde aber am ehe- mit 1 maligen Hamburgerthor von einem Soldaten festgehalten und en ist.' einem Sckutzmann übergeben. Der Student wurde per Droschke -chutzimg nach seiner in der Reinickendorferstraße 63 belegenen Wohnung ns an" geschafft. Mutze hat, wie ärztlich konstatirt, einige erhebliche it wäre»« Verletzungen am rechten Auge erlitten, da dem Bedauerns- j werthen durch den zugefügten Schlag die Gläser der Brille zcr- eit«Jf-J trümmert und die Glassplitter theilweise ins Fleisch gedrungen er Mau> maren, von wo sie der Arzt erst nach vieler Mühe entfernen Wahres- kg�nte. Nach ärztlichem Dafürhalten wird die Sehkraft des ' WoW lävirten Auges auf Lebenszeit heeinträchtigt bleiben. Die junge e eingellz Dame, eine Kindergärtnerin Olga Hennig, hatte sich beim Fallen m 250' zmei Zähne ausgeschlagen; sie wurde in bewußtlosem Zustande issen..j ihrer in der Jnvalidenstraße 127 wohnhaften Mutter zuge- Mag tm? führt. gen U Kelbftmordversuch eine« Dienstmädchen«. Ein m Arbm junges Mädchen, welches sich in der Nacht zum Sonntag gegen zu leiste 3 Uhr in fichtl'cher Erregung am Spreeufer in der Nähe der lich t'pöM Evettsdrücke zu thun gemacht hatte und dadurch schon dm Feuer g« Passanten aufgefallen war, stürzte sich plötzlich kopfüber von der größten! Brücke aus in die Spree. Auf die tzstferufe mehrerer Augen- d betiD»»gen gelang es einigen der dort mit ihren Kähnen vor Anker törung"} hegenden Schiffer die, bereits mit dem Tode Kämpfende zu er- werden J greifen und an das Land zu schaffen. Es wurde ein Schutz- ■l SpN» mann Hinzugerufen, der die Lebensüberdrüsfige nach einem in ScklauÄ der Nahe befindlichen Krankenhause schaffte. Dort wurde die zeitercs� Selbstmörderin als ein Dienstmädchen Bertha Schulz rekognoszirt. lang, dih Vergiftung durch Gralsäure. Die Selbstmordversuche ,r einer, mehren sich neuerdings in erschreckender Zahl und geben Zeug- vagegen � niß von den düsteren Seiten des großstädtischen Lebens. So ht umvi- ist auch heute wieder ein solcher Fall zu verzeichnen. Die neun- r war c«? zehnjährige Bertha B. hatte sich aus einer Apotheke Klee- Aufrä� salz, d. i. oxalsaures Salz, verschafft und eine dedeutende n, zur aA Quantität davon zu sich genommen. Es war dem jungen Mäd- in AnhÄ chen leicht, das Gift zu erhalten, weil die Apotheker kein Be- Adallw� denken tragen, das Mittel, welches im Hausstande alle Tage iT ab lwm Steinigen von Eisen- und Tintenflecken gebraucht wird, x jw#* Jedermann zu verabfolgen. Als Motiv zu dem unseligen Ver- # giftungsversuche giebt die Beklagenswerthe Aergerniß mit - welä�, d e r H a u s f r a u(!) an, jedenfalls scheint eine heftige Ge< von de»' müthsbewegung vorausgegangen zu sein, welche das junge Mäd- toZ TW chen in den Tod trieb. Die Unglückliche wurde, als Erbrechen ußen M eintrat und sofortige Bewußtlosigkeit sich einstellte, in die Cha- tzen auslZ ritce- Abtheilung des Professor Gerhardt gebracht, wo sofort fügigen � die geeigneten Gegenmahregeln getroffen wurden. Man hofft, s Brnn� die Kranke durch sorgsame Behandlung wieder herzustellen. Feuerbericht. Am Montag Nachmittag brannte in einer ch miW? Küche des Hauses Charlottenstrahe 95 ein mit Brennmaterial Grünb� angefüllter Kasten; das Feuer ergriff auch den Fußboden und sei, daß r einen Tisch.— Abends in der zehnten Stunde deffelbcn Tages ein so h» fand in der Zimmersttaße 53 ein Gardinenbrand statt.— In war S" der Nacht vom Montag zum Dienstag Nacht 2 Uhr 53 Min. Ueberleg� wurde die Feuerwehr nach der Kommandantcnstr. 61 alarmitt, iben 3®* woselbst in einem Keller Bretter und Stühle in Flammen stan- eine nold den. Die Rauchentwicklung war eine so starke, daß der vor- itien h# gehende Feuerwehrmann nur mit der Rauckkappe versehen den irren y.j �—-------—------------ ehe an 8 Uhr _______. Staken und Balken in dem Kellergeschoß; das Feuer wurde durch eine zu nahe der Decke hängende Lampe verursacht. Poliz«il>»»icht. Am 9. d. Mis., früh, sprang an der Ebcrtsdrücke ein Dienstmädchen in selbstmörderischer Absicht inS Waffer und wurde durch Schiffer noch lebend, jedoch schon de- wußtlos herausgezogen und nach der Charitee gebracht.— Um dieselbe Zeit sprang ein Mädcken vom Schlcswiger Ufer in selbstmörderischer Abficht in die Spree, wurde aber durch einen Schiffer alsbald wieder herausgezogen und nach dem Kranken- Hause in Moabit gebracht.— Gegen Mittag wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Seydelstraße an einem Kronleuchter- Halen erhängt vorgefunden.— Nachmittags machte ein Mädchen in der Wohnung einer Wittwe in der Brcitenstraße, bei welcher es sich vorübergehend aufhielt, den Versuch, sich zu vergiften. Es wurde, nachdem ihm sofort ärztliche Hilfe zu Theil gewor- fen, nach der Charitee gebracht.— Gegen Abend wurde ein na-iu,,°Ker Laufbursche in der elterlichen Wohnung in der �.Mhelmstraße an einer Peitschenschnur erhängt vorgefunden.— o ue?™afle wurde in der Straße Am Ostbahnhof ein Lnbil» S?-®laCche" durch einen von dem Kutscher Wuttig i„te cli)a6en her Rixdorfer Vereins-Brauerei über« o.fw ist«?etlefct/ daß es bald darauf starb. Der Kutscher ist ver haftet.— Um dieselbe Zeit wurde in der Neuen Fuedttchsttaße vor der Zentral-Markthalle ein Arbeits- huisthe durch, ein Sch achter-Fuhrwerk überfahren und am rechten Fuß nicht unbedeutend verletzt.- Nachmittags fiel in der Bernauerstraße em Kutscher von dem von ihm geführten Arbeits vagen herab, geneth unter die Räder desselben und erlitt dadurch so schwere Verletzungen am rechten Fuße, daß er nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht werden mußte.— Um die- i ,1 selbe Zeit wurde in der Schlestschensttaße ein 8 Jahre alter er HL?, j Knabe infolge eigener Unvorsichtigkeit durch einen Break über- :. j; fahren und durch Hautabschürfungen und Quetschungen leicht zen»U' f. verletzt.— Abends fiel in der Relnickendoifersiraße unter der erfolg��i Stadlbahn-Ueberführung ein Handwerker von einem in der »f e« Ä» Fahrt befindlichen Pferdedahnwagen herab und wurde von dem ersulbl w seloen eine Strecke mitgeschleift. Er scheint jedoch nur unbe ten's': deutende Verletzungen erlitten zu haben, da er sich ohne Hilfe jäfts nach seiner Wohnung begeben konnte.— An demselben Tage ein It wurde ferner auf dem Bahnhof Gesundbrunnen der Ringbahn als"f.M der dort kurz vorher mit einem Zuge angekommene Wagen- ' �-hwurer Klobe hinter dem letzten Wagen des Zuges todt auf "S'3* dadurch Zu4 fteÄj t auih«j er sich � BekaNZ Unschig icht mep m Sw� des i besevz rend, e» erren tti erten ndSeg«? liebeilte. - unters l„ uJ dem Geleise liegend vorgefunden. Wahrscheinlich ist er bei dem Versuch, hinter diesem Wagen das Geleise zu überschreiten. durch einen von einem Güterzug abgestoßenen Wagen erfaßt und getödtet worden. Die Leiche wurde nach dem Leichenschau- hause gebracht.— Ztachmittags wurde an der Schleusenbrücke die bereits stark in Verwesung übergegangene Leiche eines neugeborenen Kindes aus dem Wasser gezogen und nach dem Leichenschauhause gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde in der Chausseestraße ein Schlosser bewußtlos und anscheinend krank auf dem Bürgersteig liegend vorgefunden und nach der Charitee gebracht.— Abends wurde in der Äeusselstraße ein Arbeiter durch eine dem Bäckermeister Dumke gehörige und mit ungenügendem Maulkord versehene Dogge derartig in die Hand gebissen, daß er ärzlliche Hilfe in An- spruch nehmen mußte.— Um dieselbe Zeit wurde ferner auf dem Perron des Bahnhofes Bellevue ein Stationsarbeiter durch den aus dem Zuge aussteigenden Arbeiter Nadle aus Rummelsburg umgestoßen. Er erlitt bei dem Fall außer einer Ver- stauchung des Rückgrats eine Fleischwunde am linken Unter- schenket und mußte nach dem städtischen Krankenhause in Moabit gebracht werden.— An demselben Tage fanden mehrere unbedeutende Feuer statt. Es brannte auf dem Gehöft hinter Schönhauser Allee Nr. 123 ein Schuppen, wahrscheinlich durch Selbstentzündung von Heu in Brand gerathen,— Charlotten- sttaße Nr. 95 ein Kasten mit Brennmaterialien in einer Küche, — Zimmersttaße Nr. 53 Gardinen in einem Wohnzimmer— und Kommandantenstraße Nr. 61 Gerümpel in einem Keller. *** Nergnilgungs-Chronw. Zum Kesten der Familie des durch jahrelange Krankheit schwer, heimgesuchten LithoKraphen Karl Schnlhe findet am Sonntag, den 15 Juli, Vormitt. 10 Uhr, in.Flaufmann's Vari-ts"(gegenüber der Stadtbahn Alexander- platz) eine große Matinee statt unter Mitwirkung des Daunen- berg'schen Gesangvereins, der Leipziger Quartett- und Konzert- sänger Herren Kluge, Zimmermann, Kröger, Krugler, Freyer, Schaum und Winter, sowie des Euphomsten Herrn Bronsky. Enttee 30 Pf. Des guten Zweckes wegen ist eine zahlreiche Bethnligum erwünscht. Der Fachverein der Kteintrager Kerlin» feiert sein 3. Stiftungsfest am Sonnabend, den 21. Juli, im„Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11—13 Die Ballmufik wird von der 16 Mann starken Kapelle des Musikmeisters Herrn Hafft ausgeführt. Die Zwischenpausen werden von der Liedertafel des Vereins, ferner durch humoristische Vorttäge, sowie durch athletische Produkttonen ausgefüllt. Einlaßkarten(Herren& 50 Pf., Damen i 30 Pf., Kinder frei) find vorher bei den Fest- komitecmitgliedern, sowie in den mit Plakaten belegten Hand- lungen zu haben. Eröffnung des Etablissements Abends 7 Uhr, Anfang des Festes 8 Uhr. Gerichts-Zetttmg. Megen Vergehen» gegen da« Kozialistengesetz stand gestern der Tischler Karl Lusch vor der vierten Strafkammer des Landgenchts l. Er war— nach dem Bericht der„Post"— dabei bettoffen worden, in der Werkstatt, in der er arbeitete, eine an ihn eingegangene Kiste zu öffnen und deren Inhalt, Exemplare des Zuncher„Sozialdemokrat", von den Anwesenden besichtigen zu lassen. Der Angeklagte bestritt, den Absender der Kiste zu kennen; er sei selbst von deren Inhalt überrascht wor- den, habe auch weder vor dem hier in Rede stehenden Fall, noch nachher die«mannte Zeitung bezogen. Der Gerichtshof jedoch hielt seine Schuld für erwiesen und verurtheilte ihn zu einer Gcsängnißstrafe von zwei Monaten, von denen einer als durch die zweimonatliche erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurde. Durch Knrpfnscherri verkrüppelt. Am 4. Juni d. I. wurde von der 84. Adth eilung des Berliner Schöffen- gettchts die als„gewerbsmäßige Kurpfuschenn" bezeichnete Frau Johanne Chttstiane Hoffmann in der Wrangelstraße, welche in ihrer Gegend dm Ruf einer„sehr klugen Frau" genießt, wegen fahrlässiger Körp-rversetzung zu vier Monaten Gefängniß ver- urtheilt, der Antrag auf Zuerkennung einer Buße an die Ver- letzte aber zurückgewiesen, weil die Höhe des Schadens noch gar nicht zu ermessen sei. Geaen dieses Uttheil haben sowohl die Angeklagte, weil sie vemrtyeilt und nicht freigesprochen worden, und der Nebenkläger wegen Nichtzuerkennung einer Buße Be« rufung eingelegt, auf welche hin diese Sache heute vor der sechsten Strafkammer des Landgenchts I zur nochmaligen Verhandlung gelangte. Da der Fall wegen seiner geradezu entsetzlichen Folgen bei seinem damaligen Be- kanntwerden das größte Aufsehen erregte, so setzen wir den Thatbestand als noch in Aller Gedächtniß voraus und kommen hier nur, soweit es unumgänglich nothwendig ist, auf denselben zurück. Die 13jährige Tochter Anna des Schuh- machermeisters Schmidt in der Köpnickerstraße hatte sich am 3. Januar er. beim Schlittschuhlaufen das rechte Fußgelenk ver- staucht, und war derselben von dem behandelnden Arzt Dr. E. Pick hauptsächlich Ruhe und Geduld empfohlen worden. Das waren der Mutter des verletzten Mädchens ungenügende Mittel, und sie holte hinter dem Rücken ihres Mannes die Angeklagte Herder. Dieselbe nahm nun mit dem armen Mädchen eine ganz barbarische Kur vor, sie renkte und strich die angeschwollenen Glieder erbarmungslos und kehtte sich an das Häuser weit zu hörende Schreien der kleinen Patientin nicht im mindesten. Und mit dieser Kur fuhr sie täglich bis zum 9. Januar fort, an welchem Tage Herr Schmidt den Arzt wieder herbeiholte, weil daö Leiden sich zusehens verschlimmerte j dieser erkannte zu seinem Schreck sogleich, daß hier Kurpfuscherer schlimmster Art getrieben worden sei, und konstatirte den Ein- tritt von Knochenfraß und von Blutvergiftung, welche bereits auch die EUbogcngelenke angegriffen hatte. Das bcdauerns- werthe Mädchen mußte sofort nach Bethanien geschafft werden, wo Professor Dr. Rose zahlreiche Gelenkoperationen(Resektionen und Amputationen) vornehmen mußte. Wenn es auch dort ge- lunacn ist, die Lebensgefahr des Patienten zu beseitigen, so dürfren nach dem von dem Assistenzarzt tr. Reinach abgeaedenea Gutachten bis zur Entlassung aus der Anstalt noch 9 Monate hingehen und die Verletzte zeitlebens verstümmelt bleiben und nahezu erwerbsunfähig sein. Diesem bösen Ausgange gegen- Über besaß die Angeklagte die Dreist, gleit, das Gerücht auszu- sprengen, daß Dr. Pick und Professor Dr. Rose durch rhr ganz unzeitgemäßes operatives Eingreifen die Verstümmelung des von ihr vollständig geheilten(!!!) Kindes herbe, zgefuhrt hätten. Hierüber ungehalten, erstattete der Vater erst die erforderliche Anzeige. Auf die Anfuhrungen der An- geklagten hin war Medizinalrath Dr. Long deauftragt worden. die in Bethanien befindliche Kranke zu und über die Kausal, tat der Manipulationen der Angeklagten und des eingetretenen schweren Erfolges ein Gutachten abzugeben. Dasselbe siel ganz im Sinne der bereits von Dr. Pick und Dr. Reinach abgegebenen Gutachten aus, wonach die Massage vorliegend unan- gebracht war und den Knochenfraß und die Blutvergiftung ver- ursacht hat. Massage dürfe nur auf Anordnung des Arztes und nach dessen genauester Anweisung vorgenommen werden. Der Nebenkläger beantragte, der Angeklagten eine Buße von 6000 M. aufzuerlegen. Der Gerichtshof verwarf zunächst die Beruwng der Angeklagten als durchaus unbegründet, hrelt in- dessen auf die Berufung des Nebenklägers den Antrag auf Zu- s M Entschädigung für die verminderte Erwerbsfähigkett be- rechnete sch�fstellendiebstähle werden von den Gerichten äußerst streng geahndet, namentlich wenn es sich um eme Art gewerbsmäßige Kultioirung dieses JndusttrezweigeS handelt. Em solcher Fall unterlag der Entscheidung der ersten Strafkammer des Landgenchts>. Aus der Haft vorgeführt, mußte der ehe« malige Kutscher Hoffmann auf der Anklagebank Platz nehmen, um sich wegen drei von ihm ausgeführter Schlafstellendiebstähle ,u verantworten. Dreimal miethete der Angeklagte eine Schlaf« telle, um jedes Mal seinen Schlafkollegen Gegenstände zu eni- wenden. In zwei Fällen gelang es ihm, die Portemonnaies zu ergattern; im dritten Falle begnügte er sich, in Ermangelung anderer Objette, mit einer neuen Hose. Der schon mehrfach ähnlicher Sachen halber vorbestrafte Angeklagte räumt die Dieb- stähle unumwunden ein; die Roth habe ihn dazu getrieben. Der Staatsanwalt beantragt angsichts der Gemeingefährlichkeit solcher Diebstähle für den Angeklagten 1 Jahr und 6 Monate Zuchthaus, sowie 2 Jahre Polizeiaufsicht, und der Gerichtshof erkannte auf die beantragte Strafe. Gine ganze Schaar jugendlicher Sünder zierte auf einmal die Anklagebank der I. Strafkammer des Landgerichts I. Es handelte sich um die Ahndung einer Reihe von Diebstählen, bei denen die Angeklagten eine mehr oder minder wichtige Rolle gespielt haben. Aus der Haft vorgeführt wurden der Hausdiener Jahns, der Anstreicher Buchhol,, der Lehrling Tausch und der Hausdiener Kulmig. Der älteste von diesen Angeklagten zählte 19, der jüngste kaum 16 Jahre. Als fünfter im Bunde mußte sich ihnen der Knabe Leonhardt zugesellen, während Nr. 6 von einer bejahrten Frau, der verehelichten Kasten, besetzt wurde. Die beiden zuletzt Genannten befinden sich auf freiem Fuße. Die Verhandlung gestaltete sich außer« ordenllich schwierig, weil bei jedem einzelnen Vergehen die Be- thciligung eines jeden Angeklagten festgestellt werden muß. Jahns, Buchholz und Tausch schlichen sich am 7. März in die Gemeindeschule in der Frobenstraße, wo sie vom Komdor sieben Ueberzieher entwendeten. Tags darauf machten sich alle Fünf daran, in eine Schlofferwerkstatt einzudringen; Leonhardt mußte ein Fenster eindrücken, Buchholz und Tausch kletterten hinein, um einen Bund Dietttche heraus zu holen, während Jahns und Kulmig, elfterer auf dem Hofe, letzterer auf der Sttaße Schmiere standen. Jahns bat die Sache angeregt; er wollte dem Schlosser nur einen Schabernak spielen und bei dieser Gelegenheit kam der Einbruch so zufällig zu Stande. Dem Zigarrenhändler Wendler stahl die Kompagnie eine noch ungeöffnete große Kiste, welche eine Sendung Zigarren enthielt. Kulmig war hierbei, sowie auch bei den folgenden Thaten nicht zugegen. Die Kiste wollen die Angeklagten aus einer unver- schlossenen Kabuse geholt haben. Da dieselbe zu schwer war, riefen sie einen gerade voiüberfahrenden Bäckerwagen an, dessen Führer ihnen die Ladung im guten Glauben nach einem Keller in der Schützenstraße spedirte. Später wurde dem Butter- Händler Scholz so im Vorbeigehen ein Sack mit einem Koffer eskamotirt und dem Kaufmann Losch ein Schaukasten mit Seife. Schließlich versuchten Jabn und Buchholz noch einen Ein- bruch bei den„Neuesten Nachrichten", angeblich um zu sehen, ob ein Wächter in den Geschäfts- räumen sei. Als aber die Thür nicht beim ersten Angriff aufspringen wollte, wurde von dem ,, Sehen nach dem Wächter" Abstand genommen. Der Frau Kasten gab Jahns seinen Koffer in Verwahrung und drei von den aus der Froben- straße entwendeten Ueberziehern, außerdem noch eine Kiste Zigarren. Er will die Gegenstände nur deshalb dort abgegeben haben, weil er die Absicht hatte, bei Frau Kasten in Schlafstelle zu ziehen. Diese habe von den Diebstählen keine Kenntniß Sehabt.— Die Angeklagte bestreitet ebenfalls, sich der Hehlerei huldig gemacht zu haben. Es sei ihr nicht aufgefallen, daß Jahns drei Ueberzieher zur Ausbewahrung abgab, weil derselbe sehr oft diverse getragene Kleidungsstucke von einem alten Fräulein empfangen.— Leonhardt klagte dem Gettchtshof weinend, daß er von den gestohlenen Herrlichkeiten nichts empfing; die ätteren Angeklagten hatten ihn nur für ihre Zwecke denutzt.— Der Staatsanwalt beantragte für Jahns und Buch- holz je 1 Jahr, für Tausch 9, Leonhardt 4, Kulmig 2 und für Frau Kasten 1 Monat Gefängniß. Der Gerichtshof verurtheilte Jahrs zu 1 Jahr 3 Monaten, Buchholz 1 Jahr 6 Monaten, Tausch 9 Monaten, Lconharst 2 Monaten, Kulmig 14 Tagen und die Kasten zu 1 Monat Gefängniß. U-b-r»inen Fall fahrliisstger Körperverlehnng hatte gestern die>. Strafkammer zu entscheiden. Am 24 April dieses Jahres wurde das zwischen den Plerdebahnschienen be- findliche Steinpflaster in der Flottwellstraße ausgebessert und mehrere Arbeiter waren gerade recht emsig mit dieser Arbeit be- schäftigt, als ein Pferdebahnwaaen aus der Lützowsttaße kommend die Strecke entlang rollte. Durch das Ausheben der hohen Steine waren an einigen Stellen Vertiefungen zwischen den schienen entstanden und in diesen Vertiefungen defanden sich in einem Abstand von ungefähr 4 Metern die Arbeiter Reichel und Köhler. Elfterer hörte plötzlich-einen Zuruf und sprang schnell zur Seite, Köhler hingegen wurde von den Pferden niedergestoßen und geneth unter den Wagen, wo er glücklicher- weise vor dem Schutzblech liegen blieb. Der Kutscher Hidde, welcher den Wagen führte, weiß sich nicht zu erklären, wie Köhler unter das Gefährt gelangen konnte; er will zur rechten Zett das Signal gegeben haben und seinen Jnstruttionen nach- gekommen sein. In jener Gegend sei es überhaupt sehr schwieng zu fahren, weil dort das Rangiren der Züge einen betäubenden Lärm erzeuge, welcher das Geläute übertöne und die Pferde scheu mache. Zeuge Reichel hat das Signal des Pferdebahnwagens nicht gehört, wohl aber einen Zuruf seines Vorgesetzten; es gelang ihm nur mit knapper Roth, sich nach der Seite zu flüchten. Zeuge Köhler hat kein Warnungs- fignal gehört; er stand in der Vertiefung und wurde plötzlich von den Pferden umgerissen. Der Wagen hielt gleich darauf und er wurde von hinzugekommenen Personen hervorgezogen. Zeuge ist längere Zeit bettlägerig gewesen und empfindet auch jetzt noch manchmal Z chmerzen. Zeuge Poczinsky stand aus dem Vorderperron des Wagens und sah zur Zeit des Vorfalls einen Zug auf dem Bahndamm fahren, wodurch ein starkes Geräusch verursacht wurde. Vor dem Wagen waren sehr junge Pferde und diese wurden sehr unruhig.— Der Staatsanwalt hält die Anklage aufrecht. Der Angeklagte habe selbst zugegeben, daß er die Arbeiter vor dem Wagen gesehen hatte; demnach mußte er Schritt fahren, dann wäre es ihm auch möglich gewesen, trotz allem Geräusch zur rechten Zeit zu halten. Wenn die Sache sehr milde aufzufassen sei. so müsse er dennoch eine Geldstrafe von 30 M. event. 3 Tage Gefängniß beantragen. Der als Vertheidiger anwesende Syndikus der Pferdebahngesellschaft, Dr. Hilst, plaidirte in längerer Rede für die Freisprechung seines Klienten. Er schildert die vielen Gefahren, welche die Kutscher täglich zu meiden haben, und die große Aufmerksamkeit, welche dazu erforderlich ist. Unzweifel- Haft habe auch der Angeklagte einen hohen Grad von Geschick- lichkeit an den Tag gelegt, obgleich es ihm nicht gelungen sei, das Unglück zu verhüten. Der Antrag des Staatsanwalts sei zwar sehr milde, habe aber die Konsequenz, daß der Angeklagte bei einem Schuldig seine Stellung verliere, dst er bereits sechs Jahre bekleide, deshalb bitte er, auf Freisprechung erkennen zu wollen.— Der Gerichtshof war aber der Meinung, daß der Angeklagte den Unglücksfall verhindern konnte, wenn derselbe vorschriftsmäßig im Schritt gefahren hätte. Das sei aber nicht geschehen und deshalb sei ihm die Schuld beizumessen. Der Gerichtshof habe dem Antrage des Staatsanwalts gemäß die Straie auf 30 M festgesetzt. Uebersiüsstg. Ein merkwürdiges Vergehen gegen das Personenstandsgesetz beschäftigte gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts l. Auf dem Standesamt zu Lichtenberg hatte der Schlosser Schön das Aufgebot bestellt und der Ätt der Ehe- schließung war bereits auf den 25. März d. I. anberaumt wor- den, als unerwartet Schön am 19. März, also 6 Tage vor dem bezeichneten Termin, dem Standesamt einen Familienzuwachs anzuzeigen schon gezwungen war.— Der Standesbeamte, welcher diese Meldung entgegennahm, tmz ohne Bedenken in We Register, den Angaben deS Schön gemäß, den jungen Welt- bürger als ehelich geboren ein und mit seiner Angade war Schön insofern im Recht, als nach den gesetzlichen Bestimmun- gen, im Hinblick auf das bereits eingeleitete Aufgedotsverfabren, ohnehin nach stattgehabter Eheschließung der Eltern das Kind als eheliches gelten mußte; indessen hatte Schön dem Standes- beamten gegenüber vorzeitig bei der Geburts-Anmeldung seiner damaligen Braut das Prädikat„Frau" beigelegt, obwohl dieser Titel ihr erst 6 Tage später rechtlich gebührte.— In dieser Handlungsweise erblickte die Anklagebehörde Urkundenfälschung und wegen dieses Vergebens hatte Schön gestern vor Gericht stch zu verantworten. Mit Rückficht darauf, daß das Aufgebots- verfahren bereits, als die Fälschung geschah, eingeleitet war, de- maß der Gerichtshof die Strafe äußerst milde; das Urtheil lautete auf S M. Geldbuße event. 1 Tag Gefängniß. Si« recht eigenartige» Pärchen stand unter der An- klage des Diebstahls und der Unterschlagung vor der Straf« kammer des Landgericht I. Es waren dies der„Kürschner" Franz Heine und die verehelichte Witte. Heine, ein Mann anfangs der Zwanziger, unterhielt mit seiner Mitangeklagten, eine in den vierziger Jahren stehende Frau, ein Liebesverhältniß, obgleich das Exterieur der letzteren einen grellen Kontrast zu seiner jugendlichen Erscheinung bildete. Doch um so inniger war die Seelenverwandischaft zwischen Beiden. Er wanderte täglich durch die Straßen der Stadt, um bald hier, bald dort einen Abstecher in ein wenig belebtes Haus zu machen. Sein Spezialfall war das Absuchen der Treppen; was irgendwo auf den Stufen lag oder an dem Geländer hing, wurde mitgenommen und in die Wohnung der Witte gebracht. Nach der Anklage sollen auf diese Weise eine große Anzahl Eimer, Schrubber, Handtücher und ähnliche Tinge dem Angeklagten in die Hände gefallen sein. Die Witte will von den Diebstählen nichts gewußt haben, bestreitet auch, mit dem Angeklagten zu- sammen gelebt zu haben, trotzdem fie das Verhältniß bei einer früherm Vernehmung zugegeben hatte. Beide Angeklagten wur- den schuldig befunden und Heine zu einem Jahre, die Witte zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Da« UrtheU im Landesvrerathsprozeß gegen Dietz und Genossen. Leipzig, 9. Juli. Heute Mittag 12 Uhr wurde, wie bereits telegraphisch berichtet, das Urtheil in dem Landesoerrathsprozeß verkündigt, welcher während der vorigen Wcche den vereinigten 2. und 3. Strafsenat des Reichsgerichts beschäftigt hat. Herr Präsident Dr. Drenkmann publizirte das- selbe mit eingehender Begründung, welche eine ganze Stunde in Anspruch nahm. Alle drei Angeklagte find für schuldig befunden: es wur- den verurtheilt der Hilfsschreiber Dietz aus Straßburg wegen Landesvcrrath und Beiseiteschaffung amtlich anvertrauter Urkun- den in idealer Konkurrenz mit Diebstahl zu 10 Jahren Zuchtdaus und 10 Jahren Ehrverlust, die verehel. Dietz wegen Bei- dilke zum Landesverrath zu 4 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, der Färbereibefitzer Appell aus Straßdurg wegen Beihilfe zum Landesverrath des Cabannes, wegen Beihilfe zur Bestechung des Cadannes und wegen Beihilfe zum Landesver- rath des Dietz zu 9 Jahren Festung und 1 Jahr Gefängniß. Außerdem wurde auf Einziehung der 1200 M. erkannt, die Cabannes von Appell erhalten hat. Sämmtlichen Angeklagten wurden dieKosten des Verfahrens auferlegt.— Die Angeklagten nahmen ohne merk- liche Bewegung den Urtheilespruch entgegen. Auf ihren Ge- flchtern prägte sich nur eine dumpfe Resignation aus. Die Urtheilsgründe seien im nachfolgenden kurz skizzirt. Dietz hat in ähnlicher Weise wie Cadannes geheime Schriftstücke an die französische Regierung verrathen. Dieselben waren ihm in seiner Stellung als Hilfsschreiber bei dem betriebstechnischen Bureau der Generaldirektion der reichsländischen Eisenbahnen zugänglich. Veranlaßt zu dem Lande svcrrathe wurde er durch die materielle Roth, da sein monatliches Gehalt nur 120 M. betrug und seine Familie nicht klein war. Er hat seine Frau nach Paris geschickt und durch fie beim Oberst Vincent, dem Leiter der„Nachrichtenbrirecrn" seine Visitenkarte abgeben lassen, worauf sich ein verbrecherischer Verkehr zwischen Dietz und Paris anbahnte. Nachdem er die ersten Sendungen unter der Adresse „Cordonnicr, rue de gare, Paris" abgeschickt hatte, hat ihm Cabannes, der seinen Namen ihm gegenüber damals noch geheim hielt, 1000 Frks. gebracht. Cabannes hat ihm auch im Austrage Vincents Verhaltungsmaßregeln in Bezug auch seine verrätherischc Thätigkeit mitgetheilt. Wie viel Sendungen Dietz nach»Frankreich hat gelangen lassen, hat nicht genau festgestellt werden können, doch waren es wenigstens acht. Die Thätigkeit des Dietz im Dienste der französischen Regierung erstreckte sich vom Ottoder 1883 bis zum Mai 1887. Bezeichnung und Inhalt der verrathenen Schriftstücke(meistens sind sie in Abschrift, im Original nur in einigen Fällen verrathen) werden vom Urtheil nur im allgemeinen erwähnt. Sämmtliche Schriftstücke waren nach dem Gutachten der Sachverständigen solche, die zum Wohle des Deutschen Reiches geheim gehauen werden mußten. Daß Dietz die Wichtigkeit der betreffenden Schrifistücke gekannt habe, werde vom Gerichtshof obne Be- denken angenommen. Außer den bereits erwähnten 1000 Frks. hat Dietz noch 200, 400 und 500 Frks. erhalten. Er hat alleS, wcs ihm zur Last gelegt wurde, zugestanden, und wenn er jetzt Zugeständnisse, die er in der Voruntersuchung gemacht, zurück- genommen hat. so ist dies ohne zureichenden Grund geschehen.— Gegen die Ehefrau Dretz, welche rhre Schuld leugnet, ist festgestellt, daß fie den ver- drecherischen Verkehr ihres Mannes mit dem Pariser �iach- richtenbureau angebahnt hat. Zugestanden hat fie, daß sie eine Sendung an„Cordonnicr" selbst hur Post und drei andere zur Frau Cadannes getragen hat, wobei fie wußte, daß dieselben durch Cabannes nach Paris geschickt werden würden. Sie hat gewußt, daß es fich um amtliche Schriftstücke handelte und hat aus der Heimlichkeit, die bei dem Verkehr mit Cabannes beod- achtet wurde, entnehmen müssen, daß wichttge Dinge in Frage warm. Außerdem hat ihr Ehewann zugestanden, daß er vor seiner Frau keine Geheimnisse gehabt habe. Sie ist dem Ge- richtshofc als eine kluge und thatkräftige Frau erschienen, welche die Konsequenzen ihres Thuns klar übersehen mußte.— Was dm Angeklagten Appell detrifft, so ist er als Franzose geborm und hat den franzöfisch-italienischen Feldzug mitgemacht. Er hat die ihm zur Last gelegten Sttafthaten bestritten. Gegen ihn svricht aber zunächst die Aussage des als Zeuge vernommenen Cabannes. Wenngleich letzterer nicht ohne weiteres als beson- Vers glaubwürdig erscheint, so hat doch der Gerichtshof aus dem Umstände, daß seine sonstigen Angaben fich als wahr er- wieser. haben und daß seine Bezichtigungen Appells von anderer Seite Bestätigung finden, die Ueberzmgung gewonnen, daß er Glauben verdient. Es müßte mindestens als ein Zeichen boden« Verworfmheit angesehen werden, wenn Cabannes den loser._.. Mann, der erwiesenermaßen als einziger die Familie des Cabannes nach dessen Gefangensetzunä unterstützt hat, der Wahrheit zuwider eines so schweren Verbrechens beschuldigm wollte. Die Aussagen des Cabannes finden großcnlhells ihre Bestätigung in den Aussagen der in der Voruntersuchung ver- nommenm, jetzt aber nach Frankreich verzogenen Frau Cabannes, wobei zu bemerken ist, daß ihr keine Gelegenheit geboten war, mit ihrem Manne fich ins Einvernehmen zu setzen. Appell hat lange Zett hindurch den Verkehr des Cadannes sowohl als des Dietz mit Paris vermittelt und die Verrätherlöhne an fie aus- gezahlt. Die Urtheilsgründe lassen sich des weiteren darüber aus, daß die Einwände und Arrsflüchte, die Appell gemacht, vollständig haltlos seien und indirekt für seine Schuld sprechen. Der Gerichtshof nahm an, daß er mit vollem Bewußtsein von der Sttafdarkeit seines Thuns gehandelt habe.— In den Strafzumeffungsgründen wurde gesagt, daß daS Verbrechen des Dietz eines der denkbar schwersten sei und daß fich die enorme Trogwette desselben vorläufig noch gar nicht übersehm lasse. Mildernde Umstände find nicht angenommen und nur mit Rück- ficht auf sein offenes Geständniß und darauf, daß er aus Roth zum Veuäther wurde, ist die Strafe etwas niedriger bemessen, als es eigentlich hätte geschehen sollen. Gegen die Ehefrau Dietz fiel erschwerend ins Gewicht, daß fie erst die Veranlassung zum Verrath seitens ihres Mannes gegeben hat, deshalb wurden auch bei ihr keine mildernden Umstände angenommen. Dem Appell wurden mildernde Umstände zugebilligt, well er ohne Eigennutz und aus Sympathie für Frankreich gehandelt, sowie wert er von drei angesehenen Elsäffem als ehrenhafter und an- gesehener Mann dezeichnet wurde. Keimig, 9. Juli. Der Bankier Sandbank wurde heute vom hiefigen Landgericht zu 3, Jahren Gefängniß verurtheilt. Es wurde festgestellt, daß 141 Wechsel im Betrage von unge- fähr 3 Millionen Mark gefälscht find.— In dem Prozesse des Reichsfiskus gegen den„Norddeutschen Lloyd" in Bremen wegen des der Kreuzerkorvette„Sophie" bei dem Zusammenstoß mtt dem Lloyddampfer„Hohenstaufen" am 3. September 1884 zugefügten Schadens ist der„Norddeutsche Lloyd" vom Reichs- gericht, auf die vom Reichsfiskus gegen das vorinstanzliche frei- sprechende Erkenntniß eingewendete Berufung, zur Zahlung der geklagten Schadensforderung von 40 000 M. verurtheilt worden. — Das hiesige Schwurgericht verurtheilte in seiner letzten Sitzung den hiesigen Zimmermeister Karl Gustav Teichmann, gebürtig aus Dösitz am Berge, wegen Anstiftung zum Zeugen- meineid zu 4 Jahren und die von ihm verleitete ledige Näherin Sperling von hier wegen Zeugenmeineids zu zwei Jahren Zuchthausstrafe. Die That des Angeklagten erscheint um so verwerflicher, als derselbe Rittergutsbefitzer, Besitzer mehrerer Häuser und einer Anzahl Bauplätze und ein sehr vermögender Mann ist und lediglich um einen vermeintlichen Anspruch von 2500 M., welche Summe bei ihm gar keine Rolle spielt, zum Verbrecher geworden und eine arme Näherin mit ins Verderben gestürzt hat. Mie eingehend die staatliche Aufficht über den be> kanntlich dem Staate gehörigen Ausstellungspark geübt wird und wie gar fein der Faden ist, an dem dieses Damollcs« schwert über den jeweiligen Pächtern hängt, beweist eine dieser Tage vor dem Zivilsenat des Kammergerichts statt- Sehabte Verhandlung. Der bekannte Restaurateur und afetter Herr Bauer hatte nämlich am 26. Dezember 1884 dem Buffetier, jetzigen Agenten I. für die Dauer seines eigenen mit dem Fiskus bis 30. September 1889 abgeschlossenen Pachtkontrattes ein Bierbuffet im Ausstellungspark mit der aus« drücklichen streng fixirten Verpflichtung verpachtet, daß das Bier in den'/w- Litergläsern mit 15 Pf. verkauft, nie verschnitten werden und stets reell bis zum Füllstrich reichen sollte. Bereits am 26. Juni 1885 hob aber Herr Bauer diesen Vertrag auf, worauf I. unter der Behauptung, daß dies ohne rechtlichen Grund geschehen sei, eine Entschädigungsklage in Höhe von 6035 M. anstrengte. Herr B. wies indeß nach, daß J., der fich einen Vertreter am Büffet hielt, vielfach gegen den Vertrag gc- fehlt hat, da das Bier öfter übermäßig verschnitten gewesen sei oder den Füllstrich nicht erreicht habe, weshalb auch vom Publi- kum und seitens des vom Kultusministerium mit der Bcaufsich- tigung des Ausstellungsparls beauftragten Regierungsbeamtcn mehrfach Beschwerden ergangen waren. Er(Bauer) habe den I. wiederholt zur Abhilfe der Beschwerden aufgefordert, I. aber, der noch andere Personen betheiligt hatte, welche soviel wie möglich herausschlagen wollten, habe dem nicht gefolgt, und dadurch sei sein(Herrn Bauers) geschäftliches Renommee, sowie sogar seine Existenz in Frage gestellt worden, denn sein mit der Regierung geschlossener Pachtvertrag habe der letzteren das Recht gegeben, für den Fall, daß dreimal begründete Klagen über schlechtes Einschänkcn erhoben würden, den Kontrast mit der Folge auf- zuheden, daß er(Bauer) nicht nur des Pachtbesitzes verlustig gehen, sondern auch sein ganzes Inventar ohne Ent- schädigung rm Ausstellungspark zurücklassen müßte, was dem I. bei Abschluß des Vertrages ausdrücklich mitgetheilt worden sei. In Rückficht auf diese außerordentlich große Gefahr, wclcbe der Pächter des Ausstellunaeparks lief, verlieh ein Passus in dem mit I. geschlossenen Abkommen dem Bauer das Recht, inr Fall begründeter Unzufriedenheit den Vertrag mit I. sofort aufzuheben. Letzterer führte dagegen die Hausordnung für sich ins Feld, wonach er im ersten Kontraventionsfall 50, im zweiten 100 M. Strafe zahlen und im dritten Fall die Kaution ver- lieren sollte, wobei aber eine sofortige Entlassung nicht aus- gesprochen gewesen sei. Das Landgericht aber erachtete Herrn Bauer nach dem Vertrage und der gesammten Sachlage damals zur sofortigen Aufhebung des betreffenden Vertrages für durch- aus berechtigt und das Kammergcricht wies die dagegen ein- gelegte Berufung des I. aus gleichen Gesichtspunkten zurück. Herr B. konnte aber, wie so viele andere, hier die Erfahrung machen, daß! selbst gewonnene Prozesse unter Umständen ein Danaergeschenk find, welches für den Gewinner recht kostspielig ist, indem der gegen ihn klagende I. nämlich— das Armenrecht erlangt hatte. Hamburg, 9. Juli. Das hiesige Landgencht verhandelte gegen sieben frühere Steuerrevisoren und sechs andere Ange- klagte, deren jahrelange Steuerhinterziehungen geeignet find, das Hamburgische Beamtenwesen auch außerhalb der zweiten Stadt des Reiches in einem recht häßlichen Lichte erscheinen zu lassen. Die Verhandlung ergab, daß fünf Beamte sich nicht schämten, um verbältnißmäßig geringe Geldsummen zu erlangen, sieben andere Privatpersonen, Arbeiter und Knechte, ins Vertrauen zu ziehen. Die Betrügereien wurden meistens dadurch begangen, daß die ungetreuen Bediensteten mehrerer großer industrieller Etablissements von den Beamten Quittungen über gar nicht be« zahlte Akziseabgaben empfingen. Das von ihren„Arbeitgebern" empfangene Geld theilten sich die Knechte mit den Beamten. Der Hauptbelastete ist der ftühere Steuenevisor Glückstädt, der schon vor einigen Tagen vom Schwurgencht wegen Amts- verbrechen zu 5 Jahren Gefängniß verurtheilt worden ist. Nunmehr werden gegen ihn 8 Jahre Zuchthaus, gegen die übrigen Beamten Zuchthausstrafen von 2—3 Jahren, gegen die übrigen Angeklagten Äefängnißstrafen von%— 2 Jahren beantragt. Das Gericht verurtheilte fünf der angeklagten Steuer- beamten wegen wiederholter Amteverbrechcn zu 1—2 Jahren Gefängniß, den Rädelsführer Glückstädt zu 5 Jahren Zuchtbaus, alle zu Ehrverlust: die übrigen sechs wurden mit zwei Monaten bis zu einem Jahr Gefängniß bestraft: ein Beamten wurde freigesprochen._ feeeine und feefwumlnnee*. Jlee Fachverein der Hchlosser und Berufsgenoffen hielt onnadend, den 7. Juli, eine zahlreich besuchte Versamm- lung ad mit der Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Wille über„Was ist gut 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erhielt Herr Dr. Wille das Wort und entledigte fich seiner Aufgabe unter dem Beifall der Anwesenden. Unter Anwen- dung des Grundgedankens seines Vortrages kam er zum Schluß auf die Arbeiterbewegung zu sprechen und sagte, die ganze Bewegung sei nicht aus einigen egoistischen Köpfen her- aus entstanden, sondern aus dem„Mitgefühl" der großen Masse und durch dieses„Mitgefühl", das ein jeder Arbeiter fich zu eigen machen sollte, würde die Arbeiterbewegung zu einem un- ausbaltbaren Strome anschwellen. Zum 2. Punkt wurden 40 bis 50 neue Mitglieder aufgenommen. Zum 3. Punkt:„Ver- schiedenes", fordert Herr Klüncrt die Kollegen auf, doch auf die „ M etallarbeiter-Zeitung" zu abonnttm. Herr Pirch führt an, daß er noch nicht in der Lage sei, eine Abrechnung von dem Hamburger Schlosser st reit vorzulegen, da noch nicht sämmtliche Listen bei ihm ringegangen find; auch ermahnte er die Kollegen, fich an der Unter- stützung für die streikenden Kollegen in Stettin zu detheiligen. Zwar hätte in einigen kapitalistischen Blättern gestanden, der Streik wäre deendet, doch die Kollegen aus dem„Vulkan" hätten ihm mitgetheilt, daß ver Streik noch immer st Hierauf empfahlen noch mehrere Redner eine rege Agit den Fachverein. Auch wurden noch verschiedene Mä verschiedenen Werkstätten besprochen. Eine von diesen stätten befindet fich in der Lindenstraße. Der betreffende 9 sagte: Vorn nach der Straße zu wäre alles auf das I vollste eingerichtet, aber hinten, wo die Arbeiter den i Tag zubringen müßten, da sähe es ganz anders aus. einmal für die Klosets sei Wasser vorhanden; es wäre vorgekommen, daß es 14 Tage kein Waffer gegeben hätte lr. 161 «scheint täi in'i Hau» i Mark.( seien dadurch solche Anhäufungen von Schmutz entstand« die Arbeiter irgend einen Gegenstand nehmen mußten, u» Anhäufungen herunter zu bringen. Es wäre dringend i daß all' dresen Uebcln abgeholfen würde. Um 12& Uhr die Versammlung geschlossen. Deebitnd deutscher Mechaniker und vi Kernfogenofien. Die Zahlstelle Berlin hielt am 4. dsJ in Lammer's Lokal ihre Quartalsversammlung ab. Laut! dencht betrugen die Einnahmen im zweiten Quartal d. A Bestand vom vorigen Quartal 186,67 M. Die Ausg' trugen 84,50 M. und nach Stuttgart wurden 90 M. Es bleibt somit ein Bestand von 12,17 M. Der Zahlt hören gegenwärtig 158 zahlende Mitgliever an.'Nach t- gimng des Kassirers gab der Vorfitzende einen kurzen f über den Arbeitsnachweis und verlas sodann die Adret über die für Streikunterstützungen verausgabten Gelder.- Ausgaben beliefen stch auf 150,06 M. Nach Abzug' Summe verbleibt im Lokalfonds ein Bestand von 100« Auch diese Abrechnung wurde decharzirt.— Herr Ebl E- Raub hielt hierauf einen Vortrag über„Tbermo? Redner erläuterte eingehend die vorhandenen Systevit führte dann eine selbst konstruirte Thermosäule vor, welcher die Heiz- und Kühlvorrichtungen so I entsprechend angeordnet find, daß bei verhältnißmäßig(,« Größe des Apparates und einem Gasverbrauch von 1 ß per Stunde, ein Strom von 80 Volte- Ampsre erzielt« kann.— Unter„Verschiedenes" wurde auf Antrag eines Nachdei glledes mit allen gegen eine Stimme beschlossen, in chnit den bell Generalversammlung noch einen dritten Delegirten zu«alidenverso: da gegenwärtig über 150 zahlende Mitglieder der ZalBundesrath Berlin angehören� und für dieselbe kein Gmnd vorläge jEatwurf ist aus Sparsamkeitsrückfichten fich auf zwei Delegirte zu beschvstellungen, wenn von den anderen Zahlstellen die gleiche BescheiKmrden sch- Ä KSÄÄÄ iV'T Urrband deutscher Zimmerleute. GencWoe#" lung des Lokalverbandes„Berlin Ost" am Mittwoch"'cht biejenij 11. Juli, Abends 8i Uhr, im Lokale der Wittwe HorMvorden sind Frankfurter Allee 127. Tagesordnung: 1. Abrechnung Man I 2. Quartal. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschieden«« altuna Fragekasten. Berufs« Kranken- nnd Kegräbnikkafle de» fHväre an sick sämmtlichee Lerufvklaflen Berlin Ii(Eingeschriebene�—— 14 lasse 21). Versammlung am Sonnabend, den 14. d. Löskow, Prinzenstraße 79. Aufnahme neuer Mitglied selbst, sowie bei Kühnelt, Teltowerstraße 13a, Hof parst Di kostspieligen iberhaupt ki _____ inb die Bei beim Kassirer Schumacher, Mariannensir. 8, Hof 111, Abcn�aternehmer 8-9. Sonntags von 12-1 Uhr Mittags.»amlich die Keetiner Hanitateverein für Arbeiter beider!« den fr eren H schlechts. Die Zahlstelle Nr. 29 ist von der Poststr. Massen, hat der Jüdenstcaße 33, bei Hepe, verlegt worden. MitfljuthS keinen welche Sonnabends nicht in der Jüdcnstraße bezahlen'«Wltung vl können die Beiträge beim Vertrauensmann Arn. Karge, Hlpparat des straße 8 Hof 4 Tr. entrichten, auch werden daselbst neue �den zu giitfira aufgenommen. m ä«!»»',!™ Gesang-, Turn-«ud Männergesangverein„Jugendlust" Abcnds?tM: im Anbei Passod, Gartenstr. 162.- Männcrgcsangverein„Cacilia" ÄssMifs bezeicl 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127a.— Gesa „Männerchor Linde" Abends 8', Ubr im Restaurant Naunynstraße 70. Männergesangverein„Sanges r. Unter inn an Sti Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold. Landsbergcrstr Aha l tVn er Huppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach �wian bei den im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, LichtcndttdtfL u n« s o m —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im[.» aen) Schulz. Prenzlauerstr. 41.- Gesangverein Man Abends 3t Uhr im Restaurant Sabm, Annenstraße Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Ahr im. rant Harsch, Oranienstr. 190.— Gesangverein„Nord-UtUt eines J Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstr."inb Ar b e Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Ubsae setzt sein• Restaurant Doberstein, Mariannenstraße 31—32.— Lüb%;. Narstän'd Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr straße 57-58.- Turnverein„Wedding", PanfW�J Männer-Abtheilung von 8% bis 10� Uhr Abends: c!* gleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 3 bis 10"A u f 1((h t Abends.- Schlefischer Verein„Holtei" Abends 9 Uhr i»-enso wie d staurant Henke, Hollmannstr. 33.— Vergnügungsverein Mcr diesen lichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Werter keine — Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Steno Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schön�- straße 42, Unterricht und Uebungsswnde.— RhN stenographenvcrein„Süd- Berlin"� Abends 8i% Restaurant Prinzenstraße 97 Sitzung und llebungsF«»##*« — Arends'schcr Stenographenverein„Ämicitia" Abends% im Restaurant Behrends, schönebergerstraßc 6.—„ Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Rest „Wilhelmsgatten", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Li Kuttütttenstraße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangcl" 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickersttaße 191.— klud„Havanna 80" Abends 8t Uhr im Restaurant Reichenbergersttaße 16.— Rauchklub„Gcmüthlichkeit" 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickersttaße 161.— klub„Columbia" Primenstt. 96.—..... im Restaurant Tempel, „Fröhlichkett" Abends 9 Uhr, Grüner Weg 29. I-Roi Das is schmack wi con selig wirklicht r b Baron ver Persön � anzig gleic sie brauchtei y,.'ch von Telegraphische Depeschew.Vc'lch 8i (Wolffls Telegraphen-Bureau.) �ebet Reicht! Kagan, Dienstag, 10. Juli. In vergangener Na-hiJ»« stammt. den durch den aus Berlin kommenden Kutterzug bei J: —-m.",«v.. aus Berlin kommenden Kutterzug bei»Dhs dorf drei Postbedienstete überfahren; zwei derselben wurvffr Major. tödtet, der dritte schwer versetzt; der Packetkarren tvui®'„Ich we trümmert. ngen an d! tädchens.' nner selbst 8ei Snfrujen Kri-fk-st.« der XS.', rojm bitten mir M« Abonn-mmtb-Outttung beijufflflot.«j- C. »ntwort wird nicht«rtchri«. J"ZT J' FLrbrlnzerstraße S0. Im Etatejabre 1836-3? A aus dem Rohrsystem der städtischen Wasserwerke 29 967 970 Kubikmeter Waffer abgegeben. Der erzielte�ner noch s betrug pro Kubikmeter 0,173 269 M.; der Seldstkosie�ht wenn, 0,107118 M. Die Einnahme der städtischen Wasser«� sich zur F trug in demselben Jahre 5 192 501,42 M-, die 3 210090,36 M. P. K. Das Zifferblatt der Thurmuhr des Berliri� Hauses hat einen Durchmesser von 4,41 Meter. D>e- auf dem Zifferblatt find 0,57 Meter hoch. Die Uhr wurv, in der Uhrenfabttk von Mannhardt in München ß" Auf Ihre übrigen Anfragen können wir keine Auskum "O, seh nehmen, „Nun, d nach Tuni en! Wir "erantwortliwet KeNaftmr U.«Cvamieeta» in Berlin. Druck und Verlan»cm «nibtn, in Berlin Beuthstraße 2.