161, Donnerstag, den 12. Inli 188Ö. 5, H«k»s. -ffend« tf das$ t den rs aus. v n 4. ds Laut A tat d. S Ausgat« ) M. g« ZablsS Nach B :u«en I ie Abret Steider. Slbuifl m 100, Brgan für die Interessen der Arbeiter. Die Attersversorgung. Nachdem sich die öffentliche Kritik lange und eingehend it den bekannte« Trundzügen einer Alters- und Zn- llidenversorguna der Arbeiter beschäftigt hatte, nahm der undeSrath die Vorlage von neuem in Behandlung. Der ntwurf ist zwar umgearbeitet worden, allein die AuS- ellungen, die von allen Seiten an dem Entwurf gemacht _ urden, scheinen ihren Eindruck auf die Herren vom Bundes- cath so ziemlich verfehlt zu haben. Denn was der Entwurf nrealvtlsp" Umarbeitung en aufzuweisen hat, trifft gerade ütlwwti»ich' diejenigen Mängel, welche am entschiedensten gerügt >e HorMvorden sind. echnuna Man hat, wie in Aussicht gestellt war, die B e r- schiedenchv altun g der neu zu begründenden Versicherung den "'erufsgenoffenschaften wieder entzogen. Das äre an sich gewiß sehr gut, denn einmal hat man mit der stspieligen Verwaltung durch die BerufSgenoffenschaften berhaupt keine günstigen Erfahrungen gemacht und sodann lum»- �'e Berufsgenossenschaften gänzlich in den Händen der I zibeMnternehmer. Was wir mit vielen Anderen forderten, »ämlich die Verwaltung der Versicherung, ähnlich wie bei beiderlei den steten Hilfskaffen, denArbeitern selbst zu über- tstr. Mafien, hat natürlich an den grünen Tischen des Bundes. MMathS keinen Anklang gefunden. Statt dessen soll die Ver- chlen Hgaltung von einem durchaus bureaukratifchen ilarge, Apparat besorgt werden, und die Polizeibehörden it neue werden zu einem guten Theil mit der Verwaltung sroypetraut sein. Also gerade das, was von uns wie von Zielen Anderen als der verhängnißvollste Fehler des Ent- imfs bezeichnet worden ist, kehrt in verstärktem Maße wie- r. Unter solchen Umständen hat eS nicht viel zu bedeuten, n an Stelle der Berustgenofienschaften jetztregionale btheilungen, BezirkSversick erungsan- alten errichtet werden sollen. Merkwürdiger Weise hat lan bei dem neuen Entwurf an das Reichsversich e» u n g S a mt nicht gedacht, welches den Herren Unternehmern ��Vvunferhaßt geworden zu sein scheint. faSS 16 Man hat den Arbeitern aber auch eine„Kon- r im � e s s i o n" gemacht. Die„Generalversammlung" in Ge- „Ziord-Aalt eines Ausschusses soll aus Arbeitgebern enstr. lind Arbeitnehmern zu gleichen Theilen zusammen- 9 UAzesetzt sein; die Mitglieder dieses Ausschusses werden durch ~ LWtie Vorstände der Krankenkassen, ähnlich wie bei der Unfall« o«Versicherung, gewählt. Was dieses Wahlsieb zu bedeuten ->at, braucht nicht näher erörtert zu werden. Auch ein lä A u f s i ch t s r a t h" soll errichtet werden können, der ) Uhr Wenso wie der Ausschuß zusammengesetzt werden soll. Daß verein-wter diesen Vorsichtsmaßregeln eine„Vertretung der Ar- inet Meiler" keine höhere Bedeuwng hat, als bei der Unfallver- Stent im 91 icilto Gefai wrant mgeSj rgerf ich Jsuilreton. Ihre Tochter. [33 4„ endS 8t ArenkZ . ReW �"----- liger«�tminal-Roma»«ach dem Französische» vo» K. D e t r i» g. iel"�'„Das ist in der That ein sonderbarer Einfall. Mein 1 Meschmack wäre eS nicht. Aber ich lasse jeden nach seiner wt Pasta con selig werden. Und Ihr Gedanke kann ja sehr leicht eit" Verwirklicht werden. Sie find noch jung, Sie sind reich, I.— 9jnb Baron... ich sage, um Ihre Bescheidenheit rant richt zu verletzen, nicht, was ich von Ihrem Geist und ends �hrer Persönlichkeit halte. Sie hätten nur zu wähle», und ugung%(rnzig gleich vorzügliche Partien würden sich Ihnen bieten. sie brauchten sich nur zu zeigen." „Sie beurtheilen mich viel zu liebenswürdig, und dann halte ich von den sogenannten vorzüglichen Partien nichts. das Gegentheil. Einem jungen Mädchen »rgegne». das mir gefällt..... und das ltter Rerchthnm noch Namen besitzt, noch aus hoher Fa. Rnckt. rlie stammt."_ e I»genannten vorzugucyen Partien nicyrs. «0$..tache ganz das Gegentheil. Einem jungen Mädchen mochte ich_ begegnen, das mir gefällt..... und daS ieoer Jtetchcham noch Namen besitzt, noch aus hoher Fa. : Nächste stammt." beij.". ä roe�,en Sie mühelos finden," erwiderte heiter rmüjfl* Major, /«"sme Waffen giebt eS ja in Paris genug." wurv«„Ich wetß, rch weiß, aber ich stelle sehr hohe Anforde- ngen an die korperltchen und geistigen Eigenschaften dieses lädchens. Und meine höchste Forderung ist, daß ich um einer selbst willen geliebt werde. Das klingt bei meinen �♦-iihren fast lächerlich."..... „Sie find doch noch nicht alt! -37 � bin sechsunddreißig Zahre alt" insg�J„Ich werde nächstens fimfunddmßtg und halte mich , Vms»»*«rtA€r.%. öS__ 7 0 U| vy» „O, sehr recht! Ich würde mit geschlossenen Augen nehmen, die Sie mir empfehlen." Nun, dann feiere ich Ihre Hochzeit noch mit, bevor �...ch Tunis zurückkehre. Sie können sich auf mich ver- ie«! Wir brauchen jedoch, indem wir so den großen sicherung, liegt auf der Hand. Und wer weiß, ob die Unternehmer mit ihrem gewöhnlichen Geschrei den Reichstag nicht noch dahin bringen, daß er auch in dieser„Arbeiter- Vertretung" eine Gefahr erblickt! Der Fall ist bekanntlich schon dagewesen, daß ver Reichstag die unbedeutenden Kon- Zessionen, die die Regierung den Arbeitern gemacht, zurück- gewiesen hat. Aber für diese„Konzession" soll dann auch alles in dem Entwürfe bleiben, was man als unzeitgemäß und un- praktisch befunden hat. Das OuittungSmarken- fvstem soll in der bisherigen Form bleiben. Man ist also taub geblieben gegen die Vorstellungen von Hundert- taufenden von Arbeitern, die sich mit aller Schärfe gegen diese Institution ausgesprochen haben, in der sie"nur eine Wiedereinführung der Arbeits- bücher sehen. Man hätte doch dillig er- warten dürfen, daß, wenn die Herren vom BundeSrathe ihren Entwurf veröffentlichen, um die Stimme der öffentlichen Meinung zu hören, sie dann bei der Umarbeitung auch die Einwürfe berücksichtigen sollten, die am einschneidendsten gewesen sind. Und gegen keine Bestimmung hat man sich mit solcher Schärfe erhoben, wie gerade gegen die OuittungSbücher. Aber das nicht allein. Auch die anderen so hart ge- tadelten Bestimmungen sind stehen geblieben. Wiederum soll die Altersrente nur vom siebenzigsten Jahre ab gewährt werden, obschon es in Deutschland Gewerke giebt, bei denen daS Durchschnittsalter nicht ein- mal an die�Hälfte heranreicht. So ziemlich von allen Parteien sind gegen das allzuspäte Eintreten der Altersrente Bedenken erhoben worden, aber, wie man sieht, ohne den geringsten Erfolg. Männer sollen ihr Leben lang 21, Frauen ihr Leben lang „vorläufig" 14 Pfennige pro Woche bezahlen, um, wenn sie siebenzig Jahre alt sind, die„Wohlthat" der kümmerlichen Altersrente genießen zu können. Jawohl, kümmerlich. Zwar hat der BundeSrath gewiß die vielen Einwände gegen die Niedrigkeit der Altersrente nicht übersehen, aber er ist bei dem alten Satze geblieben. Die Altersrente soll für Männer bei den berühmten 120 Mark pro Jahr bleiben; Frauen sollen pro Jahr 80 Mark bekommen und die Invalidenrente soll bis zu 250 Mark steigen können. So bleibt es in der Hauptsache beim Alten und die deutschen Arbeiter sollen für eine solch kärgliche„Versor- gung" mit Arbeitsbüchern versehen werden. Ob der Reichs« tag mit seiner Kartellmehrheit sich entschließen wird, den Entwurf zeitgemäß und volkSthümlich umzugestalten, wissen wir nicht; wir getrauen unS aber nicht, es zu hoffen. In seiner neuen Form wird dieser Entwurf, wenn er Tag ihrer Hochzeit erwarten, unser Souper nicht zu ver- gefsen. Ich bin auf die Damen neugierig, die Desternay eingeladen hat. Diese liebenswürdigen Geschöpfe haben den heutigen Abend bei der Valentine verbracht." „Wer ist denn dieses Weib? Ick habe ihren Namen, glaube ich, schon einmal irgendwo gehört." „Das wäre nicht sonderbar. Jedermann kennt sie und im Klub spricht man häufig von ihr." „Daher werde ich mir ihren Namen gemerkt haben, aber ich weiß nicht, was mit dieser... Halbweltsberühmt- heit, nicht war?... eigentlich ist?" „Ihr Nichtwissen spricht in der That sehr für Ihre Sitten, lieber Baron. Die Valentine oder eigentlich Frau Rodin, ist eine Kupplerin, aber eine Kuppler:« der feinen Welt, nicht so ein Weib, das junge, unschuldige Mädchen den Gelüsten alter Wüstlinge verkauft. Solch' abscheuliche Gemeinheiten betreibt sie nicht. Sie verführt nicht. Wer zu ihr kommt, ist bereits verdorben. Valentine betreibt ganz einfach nur dasselbe Handwerk, wie die approbirten und patentirten Ehevermittler. Der einzige Unterschied ist der, daß die Ehen, die sie vermittelt, nicht unlöslich sind." „Sie verstehen es wirklich ausgezeichnet, lieber Major," erwiderte lächelnd Herr von Randal,„da« Handwerk dieses Geschöpfes zu schildern, so daß ich nur vermuthen kann, Sie bedienen sich seiner auch!" „Ja, früher einmal thät ich e«. Aber jetzt habe ich schon seit Jahren ihre Schwelle nicht mehr betreten. Sie hat übrigens noch andere Einnahmequellen als diese: sie veranstaltet Spielabende und vermiethet in dem schönen Hause, das sie in der Rue de Ponthieu besitzt, möblirte Zimmer."....„ „Welche Art Miether mag sie wohl haben? An- ständige Familien doch wohl kaum?" „Selten, höchstens Fremde, männliche und auch weibliche, wie der Vorfall beweist, der sich vor kurzem bei ihr zugetragen, und der sehr viel Aufsehen erregt hat!" „Ich'habe nichts davon gehört!" Schon hatte Guntram die Erzählung vom Tode der Lady Cairneß auf den Lippen, wie sie ihm Jeanne von LorriS vorgetragen hatte, denn sie war seine einzige Quelle. Gesetz werden sollte, gänzlich seinen Zweck ver« fehlen. Denn eine„Versorgung" für das Alter schafft er eben nicht, und damit fallen auch alle die Kon- sequenzen weg, welche die Sozialpolitiker der Regierung zu ihren Gunsten aus dieser Sache gezogen haben. Driginak-Korresponämzeu. Ziirtch, 9. Juli. Hält die Reaktion in der That einen nationalen Rundgang? In meiner letzten Korrespondenz unter« ließ ich es, der Meldung des Berner„Sozialdemokrat" Er- wähnung zu thun, daß der Bundesraih in einem kon« sidentiellen K r eisschreiben an die Kantons- regierungen die Aufforderung richtete, sozial« demokratis che Versammlungen durch polizei- liche Organe überwachenzulassen; ich wollte erst abwarten, was an dieser Nachricht Thatsächliches sei. Die demo- kratischen Blätter und die Arbeiterorgane nahmen von der Mel- dung Notiz und namentlich die ersteren forderten den Bundes- rath direkt auf, dieselbe zu dementiren. Nun telegravhirt aber der gestrigen Nummer der„N. Z. Ztg." ihr Berner Korrespon» denk, daß jenes Kreis schreiben wirklich erfolgt s e i und der Bandesratb sehr indignirt darüber ist, daß durch die Indiskretion eines Beamten, die Sozialdemokraten davon Kenntniß erhielten. Die Redaktion des letzgenannten Blattes fügt ganz ihrer gewohnten Anschauung gemäß bei, daß ja in der Schweiz keine Versammlungen stattfinden, die das Licht der Oeffenllichleit, also die Anwesenheit der Polizei zu scheuen hätten. Diese durchsichtige, tendenziöse Beschwichttgungs« und Abschwächungspille vermag die traurige Bedeutung des Aktes selbst nicht zu vermindern. Die Jahrhunderte hindurch, so lange die Republik existitt, hatte die Polizei weder Recht noch Pflicht, eine öffentliche Versammlung der Bürger zu überwachen und erst im Jahre.1888 entdecken die weisen Bundesräthe in Bern, daß es ohne Polizei nicht mehr abgeht. Ja, wo wackeln denn um Himmels willen die Pfeiler der kleinen Republik? Wenn sie jemand gefährdet, dann find es gerade jene Elemente im Auslande, denen zu Liebe die .Vottinger ausgewiesen wurden, denen zu Gefallen jetzt die Polizisten in die Versammlungen geschickt werden und die durch alle diese Maßregeln und noch wertere nicht befriedigt werden, denn ihr Ziel ist unverkennbar, die Schweiz zu einem historischen Begriff zu machen. Wir haben vor den republikanischen Be- amten alle Achtung, aber die in diesen Vorgängen sich dokumentirende Staatswcisheit der Herren Bundesräthe in Bern vermag uns nicht zu imponiren; wir bedauem sie und ihre Akte, denn sie sind folgenschwere Schnitte ins eigene Fleisch. — Man will die Versammlungen nach der Berner Jnter- pretation zu Revieren machen, in denen auf Anarchisten und agents prvvaeittsure Jagd gemacht werden soll, aber wir wissen, wie es dann kommt; es werden dann auch andere Leute mit nicht genehmen Grundsätzen zu Jagdobjetten gemacht. Die Sozialdemokraten in der Schweiz fürchten sich mcht vor einem Polizisten in der Versammlung, aber sie verlangen, daß er in Da fiel ihm ein, daß ihn seine Worte leicht dahin führen konnten, vom Testament der Verstorbenen zu Gunsten Theresens zu reden, und er hielt eS für gescheidter, in seinen vertraulichen Mittheilungen doch nicht so weit zu gehen. „Um waS handelte eS sich denn, bei dem Vorfall?" fragte ihn der Baron. „Um einen Skandal... die Geschichte ist übrigen» schon alt, und man spricht nicht mehr davon. Wenn Sie aber Genaueres über die Geheimnisse des Hotels Rodin erfahren wollen, so ertheilen Ihnen die jungen Damen, die Desternay eingeladen hat, gern soviel Auskunft, wie Sie wünschen... vorausgesetzt, daß sie überhaupt kommen. Aber wir sind ja schon am Caf» de la Fair, und vielleicht sind sie schon oben, denn die Uhr am Opernplatz zeigt schon drei. In Ihrer Gesellschaft ist mir der Weg wirklich nicht lang geworden." Herr von Randal verbeugte sich leicht zum Danke für daS Kompliment, ohne es weiter zu erwidern. Er schten seit einigen Augendlicken etwas besorgt zu sein, aber Guntram bemerkte eS gar nicht in seiner Freude, einen so tüchtigen Bundesgenossen gegen die Feinde JeannenS ge» funden zu haben. Eben als sie vor der kleinen Thür zu der Treppe standen, die zu den abgesonderten Kabinetten de» Re- staurants führt, hielt eine Droschke vor dem Trottoir und Desternay sprang herau». „Schon da!" sagte Guntram zu ihm. „Ja, lieber Major. Wir haben Sartilly sechsmal „abgestochen", und er war fertig. Da ich die fünfhundert Lomsd'or, die ich ihm abnehmen wollte, in der Tasche habe, wartete ich nicht, ob er sich zu einem neuen Versuch be- sinne, drückte mich stillschweigend, sprang in eine Droschke und komme, wie Sie sehen, ebenso rasch wie Sie Fuß- gänger hier an." „Der dicke Sartilly scheint ja heute tüchtig im„Pech" gesessen zu haben." „Ja, er muß so seine achtzigtausend Franks verloren haben. Und er setzt daS Spiel noch fort. Ich wollte ihm nicht sagen, wo ich hinginge, er wäre sonst nachgekommen und würde uns hier auf den Pelz rücken. Mag er dort Uniform erscheint und dem Präsidenten der Versammlung seinen schriftlichen Auftrag vorzeigt. Sie wollen keine verschämte Spitzel» Reaktion, sie soll durch Uniform gezeichnet aller Welt fichtbar erscheinen. Der Kampf ist also eröffnet. Wir fürchten, daß die Namen der Herren Hertenstein, Droz, Deucher, Welti, Hammer, Schenk und Rouchonnet von einem zukünftigen Verfaffer der neueren Schweizergeschichte nicht mit Glorie umgeben werden. Infolge der Angriffe des Herrn Heine in Halberstadt auf den AMenten des schweizerischen Arbeitersekretariats, Dr. Kozak, hat dieser auf seine Stelle restgnirt. Ein in Basel neugcgründeter Verein deutscher Studenten hat seine Thätigkeit damit eingeleitet, daß er eine Ergebenheitsadresse an den Reichskanzler nach Berlin richtete. Dieser hätte sie im Unterlassungsfälle wahrscheinlich für Republikaner gehalten; das mußte verhindert werden. Aus der Schweiz find im Monat Mai 1036 Personen nach überseeischen Ländern ausgewandert. Die gestern in A a r ä u stattgefundene Konferenz von Dele« izcrischen sozialdemokratischen Partei r girten der schweizerischen sozialdemokratischen Partei war ange- messen gut besucht. Von der Partei waren 13 Delegirte an« wesend, außerdem Verttetcr des Attionskomitecs und des Ge- werkschaftsbundes. Der wichtigste gefaßte Beschluß geht dahin, aus den verschiedenen Fachorganisationen eine schweizerische sozialdemokratische Partei zu organifiren und zu diesem BeHufe einen Arbeiter tag für den Monat Oktober einzuberufen. Die nöthigen Vorarberten haben das Aktionskomitee und die sozialdemokratische Mitgliedschaft Basel zu treffen. Wir kommen in unserer nächsten Korrespondenz noch einmal auf diese Beschlüsse zurück. Potttische Ueberstcht. „Die Planlostgkeit' der französischen und die Plan- Mäßigkeit der deutschen Politik— das find die neuesten Schlag- Wörter der deutschen Reptilpreffe. Worin die Planmäßigkeit der deutschen Politik bestehen soll, wird nicht gesagt— vermuthlich weil sie!ür Reptilien selbstverständlich erscheint. Die Plan- lofigkeit der französischen Politik aber soll darin bestehen, daß die Franzosen sich jetzt mit der„bekannten Leichtfertigkeit" von Rußland abwenden und— Oesterreich eine Allianz anbieten. So behaupten die Reptilien. Wahr ist es natürlich nicht. Wahr ist blos, daß ein paar französische Zeitungen von einer solchen Allianz reden. Und da ein deutsches Reptil überall sein Eben- bild steht und die französischen Journalisten demgemäß für Auch- Reptilien hält, die von irgend einem gou vernementalen „Sauhirten" geleitet werden, so müssen unsere Reptilien in diesen 5rivatjournalistischen Auslassungm dasProgramm der„französischen lolitil" erblicken. Uebrigens sind jene französischen Alks- lassungen, insoweit sie Oesterreich betreffen, lange nicht so un- finnig wie das Gefasel unserer Reptilien von einem deutsch- russischen Bündniß oder„Verhältniß". Daß ein solches sich unter keinen Umständen mit dem sogenannten„Dreibund" ver- einigen läßt, das haben wir bereits wiederholt hervorgehoben. Wenn es aber trotzdem'u Stande kommen sollte, dann würde Frankreich nickt um die Freundschaft Oesterreichs zu werden haben, dann hätte es sie von selbst. Zum Glück ist dafür ge- sorgt, daß die Bäume des deutsch-russischen Büudniffes ebenso wenig in den Himmel wachsen, wie weiland die des französisch- russischen. Die Logik der Thaffcchen steht im Wege. Daß eine demokratische Republik mit einem halbbarbarischen Despotenreich eine Allianz eingehen könne, war von vornherein eine Unmög- lichkeit. Und eine gleiche innere Unmöglichkeit ist, daß das heutige, auf dem Boden moderner Kultur stehende Deutschland fich zu gemeinsamem Handeln mit einem Staat verbünde, dessen ganzes Regierungssystem unserer modernen Kultur ins Gesicht schlägt. Sollte deffen ungeachtet das unnatürliche Bündniß gewaltsam zu kulturfeindlichen Zwecken herbeigeführt werden, so würde es nach aller menschlichen Voraussicht fich schwer rächen und unabsehbares Unglück über uns bringen.— Um übrigens auf; die„Planlosigkeit" der ftanzösischen und die Plan- Mäßigkeit der deutschen Politik zurück zu kommen, so ließen sich, Rußland gegenüber, die Ausdrücke eher umkehren. Die Franzosen haben Rußland gegenüber seit 1870 konsequent stets ein und dieselbe von den Umständen ihnen gebieterisch vorge- schriebene Politik befolgt: sie suchten zu bewirken, daß im Fall eines Krieges zwischen Frankreich und Deutschland Rußland entweder auf Seite Frankreichs treten, oder doch mindestens eine sogenannte wohlwollende Neutralität bewahren möge. Das ist etwas so Selbstverständliches, daß jeder denkfähige Mensch sich wundern müßte, wenn es anders wäre. In der deutschen Politik Rußland gegenüber haben wir eine ähnliche Planmäßigkeit sehr vermißt. Vielleicht findet ein Reptil es„planmäßig", daß man heute die russischen Staatspapiere kajolirt, die man gestern „hetzte" und vorgestern kajolitte— und daß man bald vor Ruß- land„wettkriecht, bald Rußland einen Bündnißverttag mit der ihm verhaßtesten Macht an den Kopf wirft— wir können hier beim besten Willen keine„Planmäßigkeit" entdecken, wohl aber das Gegentheil. Gin interesiantr», wenn anch nicht«|t-«e» enthaltende« Urtheit über Geheimbündelei und die Ursachen, lieber sein Geld verlieren!... Aber ich plaudere hier, und die Dame« warten schon oben." „Woher wissen Sie.. „Hören Sie nicht die Musik, die sie machen. Ströme von Harmonie rauschen ja aus den offenen Fenstern des ersten Stockwerks auf uns herab. Clo-Cio sitzt am Piano. So falsch kann nur sie sprelen. Und die braune Rosette singt mit ihrer Fistelstimme dazu. Nur Martine verräth ihre Anwesenheit nicht durch so häßlichen Lärm. Man muß die Kleine wirklich ermuthigen!" „WaS sind denn das für drei Dämchen?" „Das ist rasch gesagt: Clotilde von Uriage— von ihren Freunden Clo-Clo genannt— ist ein Rothkopf, sie stammt aus Nancy und hat sehr rasch Karriere gemacht. Besonders sind die Börsenmänner von ihr entzückt. Sie ist von allen Vorgängen bei den Ultimo- Äegulirungen immer genau unterrichtet und weiß die glücklichen Jobber zu angeln. An Wagen und Villen liegt ihr nicht viel, sie zieht Pariser Stadt-Obligationen vor. In einigen Jahren wird sie sich mit zwanzigtausend Franks jährlicher Rente vom Schauplatz ihrer Erfolge zurückziehen. Sonst ist sie ein gutes Geschöpf. Besondere Kennzeichen: liebt Militärs. Also, lieber Major, nehmen Sie sich in Acht!" „Danke schön; rothe Haare kann ich nicht leiden." „Rosette Vivier ist brünett. Sie stammt aus Bordeaux, ist aber ganz Pariserin geworden. Leidet an der Unglück- seligen Einbildung, so schön wie die Palti singen zu können. Hat sich an einen Menschen gehängt, den sie mit Gold be- deckt und der sie betrügt, und wird in Armuth sterben. Beschränkt sie sich darauf, nur zu plaudern und nicht zu singen, so ist sie sehr nett." „Gut, dann werde ich ihr sagen, daß meine Nerven keine Musik vertragen. Und die Dritte?..." „Das ist Martine Ferrette. Sie ist der TypuS einer Anfängerin, die eine Zukunft vor sich hat. Wie ein Pilz isi sie plötzlich emporgewuchert. Das Licht der Welt hat sie, wie ich vermuthe, in einer Portierstube erblickt. Aber sie ist äußerst hübsch und drollig. Zch lernte sie kürz- lich im Zirkus kennen. Nun wissen Sie alles über die Damen, meine Herren, was ich weiß, und wir können empor- welche dieselbe herbeiführen, giedt der bekannte Professor D ö l- l i n g e r in seinem Buche„Kirche und Küchen, Papstthum und Kirchenstaat" ab. Der als Kirchenaeschichtslehrer bekannte Ge- lehrte schreibt in dem angezogenen Buche auf Seite 560:„Man hat in diesem Unwesen der geheimen Gesellschaften, das nun fast schon seit 50 Jahren(Döllingcrs Buch ist 1861 erschienen. D. Red. d.„B. Bolksbl.") die größte Landplage Italiens ist, eine den Italienern, besonders des Südens, eigenthümliche Krankheit gesehen. Allein einmal bilden sich in einemLande, in welchem bei gänzlicher Unter- drückung der Presse eine argwöhnische Polizei über ein mit seiner Lage unzufriedenes Volk herrscht, eben so naturgem äß g eh eim e G e s ell- schaften, als sich im menschlichen Organismus infolge gewaltsam zurückgedrängter Exan- theme(Hautausschläge) innere organische Krankheiten bilden. Zweitens ist das Treiben der Ge- Heimbünde nur das natürliche Erzeugniß jenes Triebes nach sozialer Thätigkeit, welchen ein begabtes und lebhaftes Volk dort, wo die ersten Lebensbedingungen leicht und mühelos errungen werden, empfindet. Da dem Italiener die normale Befriedigung dieses Triebes durch seine Ausschließung von der Theilnahme an den öffentlichen A- ge- tegcnheiten und durch Abschneiden jeder Diskussion mittelst der Zensur untersagt wurde, so suchte er fich schadlos zu halten durch die Rolle und persönliche Bedeutung, welche ihm die Mitgliedschaft in einer Geheimloge gewährte. Frellich wur- den diese Verbindungen, in welche auch moralisch verkommene Individuen wetteifernd fich eindrängten, häufig zu Kloaken der ärgsten Korruption und zu einem Fluche für das Land. Dieses Geheimbündlerwesm machte nun wieder die Gegenwart uner- tiäglich und die Zukunft hoffnungslos, und nöthigte die Regie- mngen, rohe Gewalt an die Stelle geordneter Verwaltung zu setzen." Was Döllinger, de rnedendei bemerkt eimdurch und durch konservativer Politiker ist, ja der sogar allezeit als ein Reaktionär gatt, hier von Italien schreibt, gilt natürlich auch von allen an- deren Ländern, in denen ähnliche Zustände herrschen. Findet sich in einem Lande die Geheimbündelei, so ist das das sicherste Zeichen, daß der normale Entwicklungsprozeß des politischen und sozialen Lebens des Volkes unterbunden und das Staats- mefen krank ist. Die schlimmsten Krankheiten sind aber die geheimen, welche nicht an die Oeffentlichkeit treten; das gilt für den Staatsorganismus sowohl wie es für den Organismus des einzelnen Menschen gilt. Da« ausrrwähtte Hänfirin der Vroßindustriellen, besonders der Gisenbarone, bat, wie die„Frkf. Zeitung" meint, bei der Umarbeitung des ersten Entwurfes einer Alters- und Jnvalidenversorgung für Arbeiter entscheidenden Einfluß geübt. Den Wegfall der Berufsgenossenschaften als Träger des neuen Verficherunzsrweiges und die starke Hinneigung der Neu- Organisation zum Bureaukratischen haben nach Ansicht des Blattes die im„Zentralverbande deutscher Industrieller" und in den Fachschriften der großindustriellen Vereine laut gewordenen Stimmen veranlaßt:„Diesen Sttmmen ist man, wie es fich jetzt zeigt, im Wesentlichen, wenn auch mit Abschwächungen im Ein- zelnen, gefolgt. Und es wiederholt fich da nur längst und oft Erlebtes: die Krösusse unserer nationalen Produktion besitzen am meisten das Ohr unserer Machthaber. In Zoll-, Tarif- und Handelsfragen, in der Gewerbegesetzgebung und in Sachen des Ärdeiteischutzes haben wir es gesehen: jene Mächtigsten und Reichsten unter den Produzenten geben gewöhnlich den Ausschlag mit ihrer Meinung und ihrem Interesse, wel- ches demjenigen eines„straffen" Regimentes sehr nahe- steht, und sie haben ihn auch diesmal wieder gegeben. Diemitt- leren Unternehmer, die Arbeiter vollends, die mahnenden Stimmen aus wissenschaftlichen Kreisen wurden von den verbündeten Re- gierungen überhört."— Diesen Einfluß findet das demokratische Blatt nicht nur bei der formellen Ordnung der neuen Ver- ficherung. sondern auch bei den materiellen Bestimmungen des zweiten Entwurfes zum Ausdruck gekommen. Man weiß, welche Entrüstung gerade in Arbeiterkreisen losbrach, als die niedrigen Sätze der Invaliden- und Altersrenten, als die langen Warte- zeiten, das Markensystem und dos Ouittungsbuch, wie sie in den ersten„Grundzügen" gedacht waren, bekannt wurden. Zu- mal, da die Gmndzüge bestimmten, daß sonstige Armenunter- stützungen bis zum Betrage der Rente durch letztere in Wegfall zu kommen hätten, sodaß das Ganze den Anschein einer bloßen Armenversorgung, und zwar zum Theil auf Kosten der Ardeiter selber und zum Nutzen der entlasteten Armenverwaltungen de- kam. Nach den Arbeitem wies eine ganze Anzahl von Ver- tretungen des mittleren und kleinen Unternehmerstandes auf das Unzulängliche der geplanten Renten hin, so eine Menge Redner auf dem Berufsgenossenschaftstage, so viele Handels- kammern, allen voran die Barmer. welche die Tagelöhne deut- scher Arbeiter aus verschiedenen Gegenden zusammenstellte, um zu beweisen, welche Ungerechtigkeit in der uniformen und nie- drigen Rente für große Arbcitcrkategorien liege. Bei letzterem Punkte setzte auch Schäffle ein, und er zeigte, wie gut der verschiedene Verdienst verschiedener Arbeiter auch in der Höhe der Atters- und Invalidenrente zum Ausdruck kommen könne, wenn man die Organisation der Allers Versorgung an die Krankenkassen steigen." „Ich hätte Lust, Sie ohne' mich soupiren zu lassen," bemerkte der Baron, der ohne ein Wort zu sagen, aber sehr aufmerksam zugehört hatte. „Aber nicht doch!" rief Desternay;j(„©ie werden uns doch jetzt nicht im Stich lassen! Ich habe auf drei Herren gerechnet und die Damen auch." „Eben deshalb schwanke ich. Mir liegt nichts daran, eine Liaison anzuknüpfen." „O, darum soll eS sich auch gar nicht handeln! Wir wollen nur vergnügt beifammen sein. Wären aber nur zwei Herren da, so würde eine der Damen sich verlassen fühlen. Wir können Sie also gar nicht entbehren, lieber Baron." „Sie kompromittiren sich wirklich nicht im Geringsten," fügte Guntram hinzu.„Die Damen haben Sie nie ge- sehen und werden Sie wohl nie wiedersehen. Kommen Sie, kommen Sie, lieber Herr! Wir gehen zusammen wieder fort, wenn uns die Gesellschaft der Damen keinen Spaß mehr macht. Das Drängen des MajorS bestimmte schließlich Herrn von Randal, Desternay zu folgen, der schon die Treppe emporstieg. DaS Erscheinen der drei Herren rief laute Freuden- rufe hervor. Klotilde verließ daS arme Klavier, das sie malträtirte. Rosette brach die Arie, die sie verhunzte, mitten ab, und Martine lief auf Desternay zu und sagte:, „Ich wußte doch, daß Sie Wort halten würden. Die Damen hier behauptete« rmmer, Sie würden allein kom- men, ja sogar, Sie würden gar nicht kommen. Und des- halb haben wir schon daS Souper bestellt... nur Hum- mern, russischen Salat, Dessert und Champagner, Röderez, carte blanche,.... Sie können ja aber die Bestelluna ändern." „Das werde ich auch thun. Zhr Menu ist nicht reich- lich genug. Wir werden es sofort ergänzen." „Ergänzen Sie, ergänzen Sie! Aber stellen Sie mich vor, stellen Sie uns vor, stellen Sie Zhre Freunde vor!" rerlichen, durc qielig der bur it. erfahren r ten ten unt ß 395 M. 40 ;er als 24 99 pckätzung auf oaltungsk Herr vo it Bezug an bendztg." ar rde gegen il lks einzelne P von Eh im Ehrenberx soeben dr t W.) dm! ersenden las oral un Zürich, zug Ikeit von? chon der Ti hrmbera(d issen„Nicht anlehne.... Das ceternw censeo der Arbeiter wurde: Altersversorgung mit Quittungsbuch und Marken, und S ironifirte die Urbeber des Kontrolsystems obendrein als i derer der— Briefmarkensammelwut h. So protestirte rn» allen Seiten gegen die Niedrigkeit der Renten, die 1 Wartezeiten und die meisten materiellen Bestimmung« ersten Grundzüge. Am lauesten war hier umgekehi Kritik der mächtigen Großindustriellen. Direktor im Volkswitthschaftsratbe und der Zentralvcrband scher Industrieller erklärten wohl Kleinigkeiten für besserungsfähig, die Verficherungsleistungen im allgi aber für einstweilen zureichend. Man biete wmig, föi vorläufig nicht mehr bieten; im Westen werde die Ren: nicht ganz zum Lebensunterhalt reichen; im Osten aber einer, der 120—200 M. beziehe,„unter Umständen ein habender Mann" sein. Und die Könige unserer haben auch hier Recht behalten. Man hat kleine, unbei Verbesserungen, eine geringe Kürzung der Wartezeit validen angebracht, die wöchentliche Beitragszahlung ein: den Begriff der Erwerbsunfähigkeit etwas humaner gefe' kleinsten Unternehmern den Eintritt ermöglicht, aber v, System der Naturalleistungen womöglich noch erweitert im Uebrigen mit Beibehaltung all' der niedrigen L ganz in Ucbcreinstimmung mit nach der verftohlen!ß.;rrt hätten drückten Meinung weniger Großindustrieller über die«irfit«, Wendungen von hunderttausend Betheiligten zur Tageswl� f � f übergegangen." L™i«ntidirpl Versunken und vergesse«... Nach der„N#& intl W Korr." ist es aufgefallen, daß weder der Staats ratL, L der Volkswirt hschaftsrath über die neuen Grs», anacstellt 5£ des Arbeiter-Alters- und Invaliden llersorgungsgesetzes j worden seien; man dürfe daraus schließen, daß die fho Reviffons. Rolle dieser Körperschaften für die Vorbereitung der Gefitf und Einnehr vorüber sei...-lOOO Aufsehe Die nene Altersversorg«ng»vvrl«ge wird«ö Bootsleuü „Baugew. Ztg." mit folgenden Trompetenstößen begrüßte � zzort Frage wird für den Arbetter damit wieder eine große V> Hamburg flu geschaffen. Wirken dann die drei großen Gesetze— do* für Umzugskc kenkassengesetz, das Unfallverficherungsgrsetz und die Altck<&be werden Jnvalidenversorgung— zusammen, so hört das$ Die(Oe teriat unter den Ardeitern gänzlich auf,'fcje Anstellun ja schon jetzt durch die beiden erstgenannten Gesetze auf � beschlossen d< geringes Maaß gemindert worden ist, und man kann u Felisch unter„Prolet-riat"(!) nur verstehen mag? Bürgermeiste: Insti'minittcr von Friedberg. Ein Offiziöser f des Innern dem„Hamb. Korr.":„In juristischen Kreisen Berlins«Z fach dahin wissen, daß der Justizminister Dr. v. Friedberg erissuss kundigen als dem Gedanken umgebe, sich in den R u h e st a n d zu* rviderlaufe. Von irgend welchen Friktionen mit seinen Kollegen W Anvschl Rede sein, im Gegentheil werden die Verdienste, wel**' haben mehre in den letzten schweren Zeiten erworben hat, allgemei« stehen, so zi kannt. Allein der Minister ist gegenwärtig 73 Jahre«j auSgeschlosser Vermuthungen, wer sein Nachfolger werde, fehlt es nw Verbot eine solche erwähnen wir, daß vielleicht der Ode t''. Sck önebe anwalt Tessendorf als Chef der preußischen Nz„Stellungna! waltung nach Berlin zurückkehre."— Ob nur der reden wollte, Vater dieser Nachricht war, wissen wir nicht. u Die jnddentsche Tertilberufsgenossenschaft' kurzem in Augsburg ihre ordentliche Jahresversammlu«! halten. Nach dem Bericht des Vorsitzenden betrug der scknittlicke Jahresverdienst eines, 596 M. und betrug in Sektion I(Südbayern) 549 M-, Ii W?"-2 bayern) 524 M., M(Württemberg und Hobenzollern H Wanglcr i IV(Baden, Hessen und bayerische Pfalz) 544 M.< Arbeiter fort nossenschaft," bemerkt hierzu die„Allgemeine ZeitunSN damit unter den gleichartigen sonstigen Verbänden Dem die Mitte inne, sie wird nur von Elsaß-Lothringen un*'.Unter land-Westtalen übertreffen, nimmt aber ihrerseits den#3 Regierung i Schlesien mit 500 M.. Sachsen mit 535 M. und«erden solle Norddcutschland mit 538 M. ein." Ein jährliches �.zß von 514 M. ist sicher nichts weniger als g>nügen°- w reicht dasselbe kaum hin, auch nur den allernoiltmenWi forderungen, die das Leben an den einzelnen stellt, gernm« den. Aber in Wirklichkeit sind die Löhne bei weitem n t c Der Berechnungsmodus der Berufsgenossenschaft ril 3®- einfach, aber nicht korrett. Ohne viel Federlesen werde« die Löhne von erwachsenen und jugendlichen Arbeäfl Männern, Weidern und Kindern, von gelernten Arbeit« bloßen Handlangern in einen Topf geworfen, und o«5! kritiklos zusammengewürfelten„Leipziger Allerlei" eine> schnittszister herausgeklopft, die so imaginär ist, wie d« Aus R rvalder Jndr rvurde der 2 Paragraphen zieht ferner Hill, zurück digung der dudgets, fich ersten Woch diese Anträj Das O Hill des Obi zurück, weil Session kein Im II; rausgenopii, nie io imagwat i|i, iure"-j"• im Monde. Es ist doch ganz etwas anderes, wcnn f? werde demn _____ r\.._-i.• cm r jssl' liPrltKnpnPtt — die Zahlen find willkürlich angenommen— verding wird, daß z. B. in einem Industriezweig die Männer% verliehenen schnitt 500, die Weiber 300, die j igendlichen Arbeiter- wenn schlankweg ein„Durchschnitt" herausgerechnet � die verschiedenartigsten 2lrbeiterkategorien unter einen L1". Aber gesetzt auch, die 544 M. seien thalsächlich der. Jahresverdienst, so können wir nicht umhin, ihn als ci« erblich zu se verliehen w> breiter und Der V versamm befrf » „DaS ist schon zur Hälfte geschehen,. Kind. Ich habe den Herren schon von Euch erza», seit fünf Minuten brennen Sie darauf, L fehen." „Wenn der Brand erst fest fünf Minuten wird er ja leicht zu löschen sein!" „Man weiß nicht. Also meine Damen, Herr Baron von Randal.... hier der Herr ArboiS..." u „Stehen Sie bei der Kavallerie?" erkune* Klotilde mit bemerkbarem Interesse. „Ich habe die Ehre." „Ach, das ist hübsch. Diese Waffengattung am meisten.". „Zu Tisch! Zu Tisch!" rief Martine.„Ich l» Hunger und habe so viel zu erzählen!" „Bravo!" rief Desternay. „Ja, ich muß Ihnen von einer sonderbare«� schaft erzählen, die ich schloß, als ich Zeanne»P verließ." Bei dieser Einleitung wurde es Guntram behaglich zu Muthe. Der Name Jeannens vers� überall. Er war doch nicht soupiren gekommen, 3 ihr erzählen zu hören. Es war ihm auch unangc« man von ihr vor Herrn von Randal sprach,% vorstellen wollte, und unruhig fragte er> i dieses Mädchen alles plappern würde. Er HB fi bei Jeannen gesehen, und Jeanne hatte auch! erzählt.., ü Der Hotelbesitzer erschien und fragte, wow ß dienen könne. Guntram benutzte die Gelegenhe'� der Gesellschaft abzusondern und stellte mit dem. Menu fest. Inzwischen nahmen die Da?„ f Martine setzte sich an Desternay'S Seite; Desternay und Herrn von Randal, zu Klotilde saß. (Fortsetzung folgt.) deffe« A Neue graphie vi Gebiete bell Jahrcsberick graphische fl nach dem 2 so viele Sie gelungener Vorschein kc wohl auch i Dasselbe gi! Nebelflecken waffnete Ai selbst nachdi bort bat.( Nebelsäden, Sterne hin von Nebelst dogenen C fällige Ver chatte man wo die Exr A«»g> H.-Z." mit bildet, well zurüsten, u welcher das sich die Ex aus über L Expedition Direktor de von der Iii Bäte Univ Afsiitenten haben fich der Wotog Slnien ist hre Gesa und wird, Wagen des etwa 25, Es legt di leiltdjcn, durchaus kulturwidrigen zu bezeichnen.— Wie kost- »ielig der bureaukratische Mechanismus der Berufsgenosienschaft st, erfahren wir auch bei den Herren Textildaronen.— Für ken ten und sonstige Entschädigung sgeldcr wurden !8 39ö M. 40 Pf., für Verwaltungskosten nicht weni- er als 24 992 M. 90 Pf. ausgegeben, so daß in runder Schätzung auf je eine Mark Rente 80 Pfennig V e r- oaltungskosten kommen. Gesegnete Mahlzeit! Herr von Ehrrnberg spukt wieder, so schreibt man uns rit Bezug auf die von uns reproduzirte Notiz der„Augsb. lbendztg." aus München. Der Prozeß wegen Landesvetraths serde gegen ihn gefühlt— heißt es. Tos ist insofern richtig, ils einzelne Personen in Bezug auf die bekannten Thaten des von Ehrenberg richterlich vernommen worden find. Herr ion Ehrenberg selbst ist bis jetzt aber ganz unbehelligt und it soeben durch die Firma Hermann Riscl u. Ko. in Hagen u W.) den Prospcktus seines pomphaft angekündigten Opus senden lasten. Es betitelt fich:„Demokratische oral und Justiz", aus den Erlebnissen eines Deutschen Zürich, zugleich ein Beweis für dieNothwendig- eit v v n�A usnahmegesetzen!! 14 Bogen ä 2 Mark. chon der Titel beweist, daß diejenigen, we'chc vcn Herrn von hrenberg(das„von" wollen wir ihm nicht schenken) mit ge- isfen„Nicht- Gentlemcns" auf eine Stufe stellten, fich nicht "./geirrt hatten. Nicht weniger als 1750 Zollbeamte macht : wurde: , und 9 ein als i stirte r# ir, die l immungfl umgckel« Direktor' verband ten fit i, allgeß ig. löM >ie Renl m aber en ein erer , unbe tezcit ng ein er geh aber veitcrt en Le! stöhlen Nicht weniger als 1750 Zollbeamte macht der An- fchluß Hamburgs an den Zollverein erforderlich. Der Ge« m„n/tnral'Zolldirektor Pochhammer beziebt ein Gehalt von 20 000 r, Mark inkl. Wohnungsgeldzuschuß. Es werden fünf Hauptzoll- ' 5 raJi ömtcr und eine Hauptzollkaffe eingerichtet und zwar werden len GM angestellt 5 Obcr-Jnsvektoren, 1 Hauptkaffen-Rcndant, 5 Ober« getW* iMemfoim, 1 Hauptkasten> Kontrolcur, 5 Hauptamts- Kontroleure, ' Rcvifions' Inspektoren, 80 Oder-Kontroleure, 362 Assistenten % Gel'* und Einnehmer erster Klaffe, 181 Asflstcnten zweiter Klasse, ,,: 1000 Aufscher, 70 Kassen- und Amtsdiener, 41 Maschinisten, TOir?,<55 Bootsleute. Hierfür betragen die Jahrcskostm 3 644 825 M. Für die Vorbereitung des Ueberganges der Zollverwaltung auf goße 4' Hamburg find 734 000 M. angesetzt. Darunter 400 000 M. dch für Umzugskosten. Zur Bewachung der Zollgrenzen auf der Ire zu Crimmitschau hatte kürzlich ° Anstellung eines Naturheilkundigen als Kassenarzt � �ren�ichlossen, der Bürgermeister aber verbot die Ausführung dieses Beschlusses und drohte mit einer Geldstrafe von 50 M. Die Vrp�ki�hauptmannschast zu Zwickau hat dagegen das Vorgehen % jener Kasse für berechtigt erklärt und den Crimmitschauer J. ji! Bürgermeister entsprechend rektifizirt. Das sächfische Ministerium sls'.ofer s dies Innern hat nämlich in ähnlichen Fällen schon mehr- rlins«Z-foch dahin entschieden, daß die Anstellung eines Naturhcil- ! err.sti« kundigen als Kassenarzt den bestehenden Gesetzen keineswegs zu- wiverlaufe. Ausschluß von Soziatbemobratrn. In Barmen haben mehrere Kiicgerrercine Mitglieder, welche im Verdachte stehen, sozialistisch gcfinnt zu sein, aus ihren Vereinen ausgeschlossen. Verbotene Versammlung. Eine Volksversammlung in S ch ö n e b e ck, in welcher Herr Heine aus Halberstadt über „Stellungnahme der verschiedenen Parteien im Reichstage" reden wollte, wurde polizeilich verboten. d 'zq llgemei:« Zahl- es t# bbctf' chen Sj «er W" zmmlMl Icitung-j n Deu«? en unjf den« SÄ nied ist i* verdcn' Zlrbeitc- Arb-� nv auSj " ein- 1 wie M wenn nnett�J cbciter� verd'� üenSut! Grfterrr ich-Ungar«. Aus Reichenberg wird berichtet: Der Streik im Tann- walder Jndustriedezirkc dauert fort. Dem Gewerbe-Jnspektor wurde der Busbruch von Streiks in der Hohenelber Gegend aemcldet. In der mechanischen Weberei von Leurendorf u. Wängler(Mittel-Langenau) wurde die Arbeit eingestellt; die Arbeiter fordern eine sünfzchnprozmtige Lohnerhöhung. Großbritannien. Unterhaus. Smith beantragt, daß die Vorlagen der Ätegierung während des Restes dieser Sesfion zuerst berathen werden sollen, läßt dagegen in der Lokaloerwaltungsbill den Paragraphen dein ff S der Ernennung von Kreisräthen fallen, zieht ferner mehrere Vorlagen, darunter die technische Unterrichts- bill, zurück und schlägt alsdann vor, daß das Haus nach Erle» digung der dringendsten Arbeiten, einschließlich des Ausgabe- dudgets, fich im August bis zur letzten Woche des Oktober oder ersten Woche des November vertagen solle.— Das Haus nahm diese Anträge einstimmig an. Das Oberhaus debattirte in zweiter Lesung die Reform» Hill des Oberhauses. Hierauf zog Lord Salisdury die Vorlage zurück, weil zur Fertigstellung derselben in der gegenwärtigen Sesfion keine Zeit sei. Im Untcrhause kündigte W a l l a c e(radikal) an, er werde demnächst den Antrag stellen, daß alle von der Krone verliehenen Würden und Ehrentitel künftighin aufhören sollten, erblich zu sein, und daß keine neue Würde und kein Ehrentitel verliehen werden soll, bis die Gründe dafür dem Hause unter» breitet und von demselben gebilligt worden find. Der Versuch, auf Trafalgar Square eine Volks- Versammlung abzuhalten, wurde am Sonnabend wieder» Ans Knnst und Zeven. |te«e merkwürdige Resultate der Kternphoto» «raphie von den durch ihre berühmten Leistungen auf diesem Gebiete bekannten Gebrüdern Henry in Paris enthält der jüngste Jahresbericht der dortigen Sternwarte. Es ist jetzt eine photo- graphische Karte der Plejaden dort hergestellt worden, welche nach dem Berichte des Direktors, Admiral Mouchez, fast doppell so viele Sterne enthält als die frühere Karte, indem bei längerer gelungener Exposttion noch sehr viele ganz schwache Sterne zum Vorschein kamen, etwa bis zur 18. Größe. Dieselben werden wohl auch in den stärksten Fernröhren nicht mehr stchtbar sein. Dasselbe gilt um so mehr von den überraschend vielen neuen Nebelflecken in derselben Gruppe, die also das menschliche be- waffnete Auge wahrscheinlich auch niemals direkt erblicken wird, selbst nachdem die empfindlichere Photographie ihr Dasein offen- bart hat. Es kommen svderbare Formen dabei vor, langgestreckte Nebelfäden, die von einem Stern zum andem oder über mehrere rp hinweggehen. Andere haben das gewöhnliche Aussehen 'tei*lfl««n, häufig mit weit auslaufenden, schwächeren, ge- �tchsen. Daß dabei keine Täuschungen durch zu- wÄi,'i�nieinißunÖen der Platte entstanden find, darüber d% durch wiederholte neue Ausnahmen verfichert, dis zu vier Stunden ausgedehnt wurde. . ÄfÄT,"*"«?>«"' Sabylo«. Wie die„New-B- k.itz S-ML zurusten, um Ausgrabungen an der Stelle vorzunehmen, auf !2 ÄfÄ aus über Land nach ihrem Bestimmungsorte zu begeben. Die Expedition desteht aus folgenden Herren: Dr. John P. Peters, Direktor der Babylonischen Erforfchungsgesellschast; Dr. Hilprccht von der Universität von Pennsylvania und Dr. Harper von der Bale Univerfität. beide bedeutende Amiriologen, sowie dem Asfl.lenten des Dr. Peters, einem Herrn Prince. In Ztew York staoen sich der Expedition noch der Architekt P. tz. Field und der Photograph L. H. Haynes angeschlossen. Die elektrische Straßenbahn za Richmond in Vir- Ainicu ist insofern interessant, als fie die größte der Welt ist. Ihre Gesammtlänge ist 21 Kilometer, dabei ist fie zweigleifig und wird, sobald fie im vollen Betriede ist, von 40 elektrischen Wagen befahren. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Wagen etwa 25, jedoch ist die Bahn auch noch nicht ganz ausgebaut. Es legt diese Bahn für die Leistungsfähigkeit des elektrischen holt, wobei es zu häufigen Zusammenstößen zwischen den Demon stranten und der Polizei kam. Ein gewisser Alexander Brown, der an der Spitze eines großen Volkshaufens von Bank zu Bank zog und Ansprachen zu halten versuchte, wurde verhaftet. In der Abwesenheit des größeren Theiles der Schutzleute, welche die Volksmenge verfolgten, hielt der Geistliche Stuart Headlam von den Stufen der Nelsonsäule eine Ansprache an das Volk. Alsdann wurde der Platz von der inzwischen verstärkten Polizei„gesäubert", wobei letztere mehrere Verhaftungen vor- Hgdepark wurde eine K u n d g e b un g abgehalten gegen die Stevenson'sche Vorlage, welche die Schließung der Schankwirthschaften an Sonntagen in England verlangt und am Mittwoch dem Unterhause zur zweiten Lesiing vorliegen wird. Ueber 50000 Menschen waren zugegen und auf jeder der zehn Platforms wurde eine Resolution fast einstimmig an- genommen, welche erklärte, daß die zwangsweise Schließung der Schanlstätten an Sonntagen ein schreiender Eingriff in die Rechte britischer Bürger sein und d,e Sache der Mäßigkeit untergraben würde. Im weiteren wurde dem Bedauern Aus- druck gegeben, daß die Regierung ermangelt habe, dem Vorgehen der Enlhaltsamkeitspartei im Parlament in ihrem unenglischen Bemühen, die Freiheiten des Volkes einzuschränken, entgegen- zutreten. Frankreich. Deputirtenkammer. Der Entwurf, betreffend die Verthcidigung der Häfen von Cberbourg, Brest und Toulon, sowie die Absperrung der Rhed.n dieser Häfen, wurde für Donnerstag zur Berathung angesetzt. Der Marinemimstcr ver- langte die Dringlichkeit des Antrages, damit der Entwurf vor Schluß der Sesfion berathen werde. Der Senat nahm in zweiter Lesung den Artikel 37 des Rekrutirungsgesetzes an. welcher die Dauer der aktiven Dienst- zeit im Heere auf 3 Jahre und Vre Dienstzeit ,n der Reserve J�n�dn Bu dgctkommission erklärte der Marine- minister in Bezug auf das Projekt der Hafcnvertheidigung, man müsse die Häfen in einen solchen Zustand versetzen, daß fie gegen jeden Handstreich gcfichert seien. Die Kommisfion beschloß, die weiteren Erklärungen des Ministers geheim zu �F elix Pyat will jetzt betreffend der Beschlagnahme des Manifestes des Grafen von Paris eine Interpellation ein- bringen � zz�gxtausschuß beschäftigte fich mit dem von 2). G uy ot und 15 anderen seiner Mitglieder(also einem weniger als der Hälfte des Ausschusses) eingebrachten Antrag, betreffend die Reform der Grundsteuer und der Thür» und Fensteisteuer. Diese beiden direkten Abgaben find Umlege- steuern, d. h. der im Haushalt festgesetzte Gesammtbetrag der» selben wird nach einem vor vielen Jahren angenommenen Katasterverhältniß auf die 89 Departements, so wie innerhalb eines jeden der letzteren unter Mitwirkung der gewählten Körper- schaften auf die Arrondisscments, die Gemeinden und schließlich die einzelnen Steuerpflichtigen umgelegt. Diese Umlegung war schon ursprünglich eine sehr ungleiche, und im Laufe der Zeit hat fich die Ungleichheit dahin gesteigert, daß in manchen Theilen Frankreichs die Grundsteuer noch nicht 1 Prorent, in manchen andern aber fast*, nämlich bis zu 30 pCt. des Reineinkommens, beträgt. Schon längst wurde daher vorgeschlagen, die Grundsteuer aus einer Umlege- in eine Einzelveranlagungsstcuer von einem gewissen Prozent- satze des Einkommens zu verwandeln, doch fehlte hierfür die Vorbedingung einer neuen Katastrirung. Die Antragsteller be- schränken fich daher darauf, diese Reform für die von Gebäuden erhobene Grundsteuer zu verlangen. Dieser Thell der Grund- steuer bringt gegenwärtig rund 62 Millionen ein, das katastcr- mäßig veranschlagte Einkommen aus Gebäuden beträgt 1,477 Millionen, ein Ansatz, welcher, wie allgemein anerkannt wird, weit hinter der Wirllichkeit zurückbleibt, da die Behörde selbst das Einkommen aus Gebäuden auf 2400 Millionen geschätzt hat. Es ist deshalb beantragt, die Gedäudesteuer auf 4 20 Frks. vom Hundert des Einkommens festzusetzen, wonach fie min- bestens ebenfalls 62 Millionen, sehr wahrscheinlich aber eine höhere Summe einbrächte. In gleicher Weise soll die Thür» und Fensterstcuer, die jetzt mit 41j Millionen umgelegt ist, von den Grundstücken, welche dieselbe zu entrichten haben, in Form eines weiteren Prozentsatzes von 2,80 erhoben werden. J.Roche bekämpfte die befürwortete Reform grundsätzlich, während andere Opportunisten nur bezweifelten, ob dieselbe schon im nächsten Jahre durchgeführt werden könne. Der Finanzminister Pcytral, hierüber befragt, versprach, bis zur nächsten Sitzung die Mei- nung seiner Räthe einzuholen, und vertagte die Reform auf nächstes Jahr. Kelgie«. Das gewerbrciche Städtchen Boom in der Provinz Ant- werpen ist am Abend des 8. d. M. der Schauplatz blutiger Ereignisse gewesen. Seit langer Zeit stehen fich hier Liberale und Klerikale mit wahrem Fanatismus gegenüber, der noch dadurch gesteigert worden ist, daß der Minister des Innern, Devolder, die zu Gunsten der Liberalen ausgefallenen Wahlen Betriebs ein gutes Zeugniß ab, indem fie viele starke Steigun- gen, bis zu 10 pCt., zu überwinden hat und gegen 30 starke Biegungen auf ihr vorkommen. Die Elektrizität wird den Wagen durch einen oberhalb der Bahn gezogenen Leitungsdraht zuge» führt, während der Rücklauf des elektrischen Stromes durch die Schienen geht. Jeder Wagen ist mit zwei elektrischen Motoren von je 7,5 Pferdckrästen Stärke ausgerüstet. Auf der Zentral- station find drei 150pferdige Dampfmaschinen aufgestellt, welche ebenso viele elektro» dynamische Maschinen betreiben. Jeder Wagen der Bahn durchläuft täglich gegen 130 Kilometer und die bezüglichen Betriebskosten stellen fich pro Wagen täglich Alles in Allem auf rund 6 M., mit Ausnahme der Beamten» geholte, und es hat dieser Betrag erst die Höhe von 40 pCt. der Kosten, welche der Betrieb mit Pferden erfordern würde, denn es würden bei 25 Wagen unter den obwaltenden Umständen 275-300 Pferde nöthig sein. Das älteste Schiff, welches heute noch m Fahrt sich be» findet, ist unstteitig die Bark„Truelove", welche 1764 in Phi- ladelphia gebaut wurde und jetzt Herrn I. S. Ward in London gehört. Es folgt die im Jahre 1777 gebaute Schunerbrig„Swan" aus Kopenhagen, während die Herrn A. Neumann in Drammen gehörende Bark„Elisabeth Katharina" im Jahre 1783 erbaut ist; doch wurde letzteres Schiff im Jahre 1857 durchweg einer großen Reparatur unterzogen. Die nächste in der Reihe dieser chrwür- digen Schiffsveteranen ist die„Sophia Maria", 1788 in Arendal gebaut und heute im Besitz des Hmn G. Gussow in Fredriks- bald. Zum Schluß ist noch zu erwähnen die Bark„Tvende Brodre", im Jabre 1797 in Holmestrand gebaut und Herrn I. Peters Enke in Christiania gehörend. Die falschen Großmütter. Ein ganz eigenartiger Be» trugsfall ist vor einigen Tagen vor dem Pariser Schwurgerichts» hose verhandelt worden. Auf der Anklagebank befanden fich die Milchfrau Hortcnse Brigault, ihr ehemaliger Geschäftsfreund Eoulle und zwei alte Frauen, welche der Brigault unter etwas bedenklichen Umständen als Großmütter gedient hatten. Als die Geschäfte der Milchfrau vor zwei Jahren eine schleckte Wen» dung nahmen, erinnerte diese fich, daß sie in der Oise eine alte. gebrechliche, halb kmdische und daber begüterte Großmutter besaß. Eines schönen Morgens begab fie sich mit Coulle und einer allen Nachbarin, die als Bauenn verkleidet war, zu einem Pariser Notar und erzählte ihm. Großmütterchen wolle zu ihren Gunsten ein Testament aufsetzen. Derselbe glaubte wie man ihm sagte und fertigte in Gegenwart von Zeugen, die an der nächsten Straßenecke aufgelesen wurden, den letzten Willen der„Wiltwe Plaige" und zugleich auch ein Do- zum Gemeinderalh wegen angeblicher Wahlbetrügerelen, in Wirklichkeit aber dem Drängen der klerikalen Part« in Boom und Antwerpen nachgebend, annullirt hatte. Es handelte fich um die Erneuerungswahlen für die Hälfte der Stadtrathsmit» glieder. Am 16 Oktober v. I. hatte die liberale Liste triumpbirt, und dasselbe war bei den Stichwahlen am 23. Oktober der Fall gewesen. Obgleich die Wahlm ganz regelmäßig vor fich gegangen find, verlangten die Klerikalen deren Kasfirung und drohten mit Wadlcnthaltung bei den legislativen Wahlen vom 12. Juni d. I. Genau einen Tag vor diesem letzteren Datum erschien der königliche Erlaß im„Moniteur", der die Boomer Kommunal» wähl für ungiltig erklärte, ein deutlicher Beweis, daß der Minister nur aus politischen Gründen gehandelt hatte. Am 8. d. M. nun fand die neue Gemeindewahl statt, bei welcher die Hauptredner des„Hauses Antwerpen", d. h. die Klerikalen, die ihnen unentbehrlichen Boomer agitatorisch unter» stützt hatten. Das Ergebniß fiel jedoch auch diesmal zu Gunsten der Liberalen aus, deren 7 Kandidaten allesammt, wenn auch nur mit durchschnittlichen Mehrheiten von 20 bis 25 Stimmen (450 gegen 430) durchkamen. Dieser Erfolg erfüllte die Lihe» ralen mit größter Freude; ihre Häuser bedeckten fich mit blauen Fahnen, und mit den erwählten Gemeinderäthcn an der Sviye ging es im Zuge durch die Stadt. Von Antwerpen und Wille» brock waren liberale Vereine auf die telegraphische Kunde her- deigeellt, um die Manifestation der Boomer Freude zu ver» stärken. Doch die Freude verwandelte fich bald in Leid und Klage. Sckon seit dem Morgen hatte der Bürgermeister Van Reeth die Gendarmerie bedeutend verstärken lassen, da Unruhen befürchtet wurden. Ein Theil von diesen hatte vor dem Lokal des Cercle Catholique Posto gefaßt und nahm offenbar Partei für die Klerikalen. Als nun der liberale Zug in der Nähe dieses Lokales vorüberzog, kam es zu Kundgebungen vor demselben. Die im Innern versammelten Klerikalen warfen mit Gläsern und anderen Gegenständen auf die draußen massenhaft stehen» den Manifestanten, die ihrerseits den Angriff mit Steinwürfcn gegen die Fenster erwiderten. Vergebens verlangte der Polizei- kommissar die Schließung der Fenster; der Tumult dauerte fort. Plötzlich und ohne daß ein besonders dringender Anlaß vorgelegen, ja wie destimmt verlautet, ohne voraufgegangene summarische Aufforderung legt en die Fuß g e nd arme n auf die Menge an. Tödtlich gettoffen stürzte ein Arbeiter Namens Van den Bosche, Vater von fünf Kindern, zusammen; er starb schon wenige Minuten nachher. Der Menge bemächtigte fich jetzt eine wilde Wuth; man hätte fich auf die Gendarmen stürzen mögen. Da dcfilirte plötzlich aus dem Thore ein Schwärm berittener Gendarmen, die sich mit geschwungenem Säbel auf die Menge stürzten, während gleichzeitig die Fuß- gendarmen den Platz mit gefälltem Bajonnet säuberten. Zahl» reiche, zum Theil lebensgefährliche Verwundungen(nach einzelnen Angaben gab es 30 Verletzte) waren die Folge dieses, wie die Berichte verstchern, völlig ungerechtfertigten Angriffs. Kinder wurden von den Hufen der Pferde getreten, andere durch Bajonnetstiche und Säbelhiebe verwundet. Es sollen schreckliche Szenen vorgekommen sein. In Boom herrscht die größte Auf. regung über diese Vorfälle. Man fürchtet neue Unruhen für den lag der Beerdigung der Todten. Noch in der Nacht erschien die Staatsanwaltschaft aus Antwerpen in Boom, um die Untersuchung über das Vorgefallene zu führen. Ob angesichts dieser Blutsienen der Minister des Innern dm Muth findm wird, die Wahlen abermals zu kasfiren? Amerika. Aus dem Bericht des Auswärtigen Ausschuffes des Re- präsentantcnhauses über den Fall des wegen Theilnahme an der Gallagher'sch en Dynamitverschwörung im Jahre 1883 in England verurtheilten Jahn Curran Km! geht hervor, daß die Regierung der Vereinigten Staaten erst im Dezember vorigen Jahres erfuhr, daß der Verurtheilte ameri- kanischer Bürger war. Dem Berichte find Schreiben des Prä- fidentm Cleveland und des Staatssekretärs Bayard beigefügt, worin beide die Hoffnung ausdrücken, daß Gallagher begnadigt werde. _ Afrika. Privatnachrichten aus dem Z u l u l a n d c schildern die dortige Lage als sehr ernst. Die meisten der Küstenhäuptlinge unwert St. Lucia find, kühn gemacht durch die englische Schlappe am 2. Juni und Ustbrpu's'Niederlage, aus dem Kriegspfade. Die Vertheidigung des Polizeipostens bei Somkeli am vorigen Frertag durch 6 Weiße, 40 eingebome Polizisten und ZOOloiple Zulus war sehr muthig. Da die Feinde ihre Todten und Verwundeten wegtrugen, find ihre Verluste unbekannt. Es wird ein neuer Angriff besorgt, aber die Niederlage Jshinguna's am letzten Montag dürste Vorsicht einflößen. 100 Mann berittener Truppen wurden von N'Konjeni beordert, um Pretorius Hilfe zu bringen. Es heißt. Dinizulu habe weiße Freiwillige ge» worden._ Soziales«nd Arbeiterbewegung. Der Streik der Schmiede Kerlin« hat nach einer Dauer von 7 Wochen fein Ende gefunden. Durch den großm kument aus, in welchem Coulle zum Verwalter ihres Grund" bcsttzes eingesetzt wurde. Nun konnten Hortense und ihr Freund Hypotheken über Hypotheken aufnehmen, 8000 Franken hier. 60Ö0 dort; aber die Milchfrau wurde des Theilens mit dem Spießgesellen endlich müde und verfügte fich mit einer anderm Großmutter zu einem Gestchtsvollstrecker, wo die Coulle er- thcilten Vollmachten annullirt wurden. Der wahren Groß- mutter daheim in der Oise half das aber wenig. So lange fie ein Fleckchen Erde besaß, zog Hostense Geld, im ganzen 50 000 Franken, bis die Alte den Äissethatcn ihrer Enkelin auf die Spur kam, weil ihr selbst kein Zins von ihren Pächtern mehr einging. Coulle wurde zu fiebenjähstgcr Zwangsarbeit und Hostense Bngault zu zehnjährigem Gefängniß verustheilt. Die falschen Großmütter kamen mit einem Verweise davon, well man annahm, daß fie nicht wußten, zu welcher Schufterei fie die Hand boten. Flüsstg bleibender Leim, der Metall und Holz gut zu- sammcnhält, läßt sich durch mehrstündiges Kochen einer Lösung von 100 Gramm Leim in 260 Gramm Waffer mit 16 Gramm Scheidewasser erzielen. Das beim Kochen verdunstende Wasser ist nachzufüllen. Korden«», 5. Juli.(Theaterbrand.) Ueber den bereits gemeldeten Brand des Theaters Bouffes Bordelais in Bordeaux wird weiter beuchtet: Der Brand brach am 3. d. um 4 Uhr Morgens aus. Am Abend vorher hatte in dem Theater ein Festkonzest zum Besten des Kapellmeisters Lugini stattgefunden. Nach demselben waren die vorgeschriebenen Rundgänge durch alle Räume des Theaters gemacht worden, ohne daß die Feuer- wehrleute dabei etwas Verdächtiges bemerkt hätten. Das Feuer kam in der Küche des zu dem Theater gehörigen Kaffeehauses zum Ausbruche und drang von dort sehr rasch auf die Bühne und in den Zuschauerraum, wo es reichlich Nahrung fand. Das Alarms, anal für die Feuerwehr war alsbald gegeben worden und diese rasch herbeigeeilt. Aber obwohl die Dampsspsttzen in Thätigkeit gesetzt wurden, war nicht mehr daran zu denken, den Brand zu löschen, und es kostete selbst die größten An- strmgungcn, die anstoßenden Gebäude zu schützen, da das Theater mitten in einem Häuserdlocke von der Form eines läng- lichen Rechteckes steckte. Die meisten Nachbarhäuser find auch stark beschädigt worden. Endlich gelang es, der Ausbreitung des Feuers Einhalt zu thun und die Brandstätte unter Waffer zu setzen. Das Theater selbst ist ganz zerstört. Es war sehr reich ausgeschmückt gewesen und hatte 1 200 000 Franks ge» kostet. Verunglückt ist bei dem Brande niemand. Zuzug von außerhalb sowie die Geringfügigkeit unserer wate« riellen Mittel war es leider nicht möglich, den Streik zu unseren Gunsten durchzuführen. Es hat vielleicht die Hälfte der Meister die 10 stündige Arveitszcit bewilligt, bei den übrigen ist alles noch das Alte. Nun, aufgeschoben ist nicht aufgehoben.— Wir bitten nun alle diejenigen, die noch im Besitz von Sammel- listen find, dieselben mit den gesammelten Beiträgen so schnell wie möglich einzusenden, da ein großer Thell Ausgesperrter übrig ist und es unsere Pflicht ist, dieselben zu unterstützen, sowie auch behufs Abrechnung. Die Abrechnung werden wir an geeigneter Stelle veröffentlichen. Kereine und Uersammlmtse». Giue öffentliche Kchnetderversammlnng, welche zahl- reich besucht war, tagte am 9. Juli in„Gratweil's Bierhallen" unter Vorfitz des Herrn Täterow. Die Tagesordnung lautete: „Der vom 5.-7. August er. in Erfurt stattfindende Kongreß der Schneider Deutschlands und Wahl eines Delegirten zu dem- selben." Der Vorfitzende erläuterte in längerer Rede die Auf« gaben des Kongrcffes, wies auf die mannigfachen Schäden innerhalb des Schneidergewerbes hin und detonte besonders, daß der Kongreß fich klar aussprechen müffe über die Beschaffen« heit von Organisationm, welche unter den destehenden Verhält« nissen eine nachhaltige Besserung zu erwirken im Stande find. In der sehr lebhaften Debatte erklärten alle Redner fich mit dem Referenten einverstanden, daß der Kongreß unter allen Umständen beschickt werden solle. Auf Antrag aus der Ver« sammlung wurde ein Komitee gewählt, welches innerhalb zehn Tagen eine Versammlung der Schneider Berlin's einzuberufen hat, damit die auf dem Kongreß zur Debatte stehmden Fragen einer nochmaligen Diskusfion unterzogen werden. Auch wurde die Wahl der Delegirten bis dahin vertagt. Bei Nominirung des aufzustellenden Kandidaten wurde Herr Täterow einstimmig vorgeschlagen. Merfammlung der Waurerarbeitsleute. Am Mon- tag, den 9. d., Abends 8i Uhr, fand eine öffentliche Versamm« lung der Maurerardeitsleute im Louisenstädtischen Konzetthause in der Alten Jakobstraße statt. Herr Knaak fühtte aus, wie nothwendig es sei, Mittel und Wege zu suchen, um das soziale Elend unier den Maurerarbeitsleuten zu beseitigen und ihre geistige sowie matettelle Lage zu Heden. Es wäre nicht möglich, bei einem Tagelohn von 2,25—2,50 M. Staat und Kommune gerecht zu werden, und was soll für die Familie bleiben? Gerade die Maurerarbeitsleute find es, welche mit ihrer Gesundheit und Leben in steter' Gefahr stehen, und dieses sollten doch auch die Meister und Bauunternehmer einsehen und die Leute nicht mit einem solchen Hungerlohne für derattige Arbeiten abspeisen, da doch die Unternehmer einen ttefigen Profit durch Häuserbauen und Verkaufen in die Taschen stecken und dadurch die Woh- nungsmiethen in unerhörter Wesse hinaufschrauben. Die Steuern werden immer mehr auf unsere Schultern gewälzt, deshalb wäre cs wünschenswerth, daß fich jeder Maurerarbeiter der Organisation anschließe, auch daß ein jeder die öffentlichen Versammlungen besuchen möchte, in denen die Miß- und Uebelstände klar gelegt, und Mittel und Wege gefunden werden, dem abzuhelfen. In demselben Sinne äußerten sich mehrere Redner. Herr Renn« thaler kritifirte die Machinationen der Arbeitgeber, welche durch Versprechen hoher Löhne die auswärtigen Arbeiter hierher locken und alsdann nicht Wort halten. Nur durch eine starke Orga- nisation könnten derartige Uebelstände beseitigt werden; der fremde, zugekommene Arbeiter müsse durch ein freundschaftliches Entgegenkommen von Kollegen und Kameraden belehrt werden und ihm der Weg gezeigt werden, wohin er gehört. Herr Simon sprach über das Verhalten der Maurerpoliere, welche öfters die Arbeiter maßregeln, ohne Veranlassung dazu zu haben. Maß- regelungen erfolgten gewöhnlich auf eine falsche Denunziation; die Maurer hätten durch den Kampf vor drei Jahren Großes errungen, aber auch die Maurerarbeitsleute hätten ihr großes Theil dazu beigetragen, und es wäre wünschenswetth, daß eine bessere Harmonie zwischen beiden herbeigefühtt würde, denn Feindseligkeiten, wie sie öfters an der Tagesordnung find unter beiden Parteien, führen nur zu Klassenhaß und nähren den Kastengeist. Unterlauf und Noack regten an, öfters große öffentliche Versammlungen einzu« berufen, was wesentlich zur Organisation würde beitragen. Zum Schluß wurde folgende Resolution zur Abstimmung beantragt: »Die heutige zahlreich besuchte Versammlung der Maurerarbeits« teute Berlins erklärt fich mtt den Ausführungen der verschiedenen Redner einverstanden und verpflichtet fich, dahin zu wirken, einen jeden Kollegen darauf hinzuweisen, was zur Verbesserung seiner Lage Roth thut, und diese Angelegenheit stets im Auge zu behalten," Die Resolution wurde einstimmig angenommen und darauf die statt besuchte Versammlung von dem Vorfitzen- den geschloffen. Der Fachverei« der Metallschranben-, Facondreher und verwandten Berufsgenossen hielt am 9. Juli in Böttcher's Lokal, Köpnickerstt. 150—151, unter Vorfitz des Herrn Jacobs eine außerordentliche Generalversammlung ab, mit der Tages- ordnung:„1. Wie stellt fich der Verein der Arbeitseinstellung bei der Firma Erdmann u. Groß gegenüber? 2. Verschiedenes." Die Herren Schröder und Stabernak bettchteten über die be« kannten Zustände in der genannten Fadttk und wiesen nach, daß es den Arbeitern unmöglich sei, unter den bishettgen Ver- hältniffen ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Herr Hirsch wies unter großem Beifall der Versammlung darauf hin, wie unwürdig es für einen Arbeiter sei, die ganze Woche hindurch 10—12 M. verdimt zu haben und wenn dann an den jetzigen Inhaber der Firma Herrn Gusseldt herangetreten wurde, dieser fich allergnädigst zu einer Vergütigung aus der Privatkasse von 1 bis 2 Mark herablasse. Derartigem Almosengeben, sowie dem Handeln und Fellschen mtt dem Arbetter müsse energisch entgegmgetteten werden. Der Arbeiter müsse in seinem Einkommen so gestellt werden, daß solche Unwürdigkeiten von einem Pttnzipal überhaupt nicht Platz greifen dürften. Hierauf wurde der Streik einstimmig für gerecht erllätt und beschloffen, die NichtMitglieder mit 8 M,, die Mitglieder mit dem vom Verein feMesetzten Tattf— 12 M. — sowie jedes Kind mtt 1 M. per Woche zu unterstütze». Mo- tivirt wurde dieses Verfahren damit, daß es den Nichtmitglic- dem schon lange möglich gewesen wäre, fich dem schon seit 6 Jahren bestehenden Fachverein anzuschließen. Nachdem unter „Verschiedenes" noch einige Vereinsangelegenheiten erledigt waren, wurde die Versammlung geschlossm. D*r Verein zur Wahrung der Interessen der Kackirer aller Kranchen Berlins und Umgegend veran- slaltet am Sonntag, den 15. d. M., eine Hcrrenpattie nach Erkner, wozu Mitglieder und Freunde des Vereins dringend ge- beten werden, fich recht zahlreich daran zu betheiligen. Sam- melort ist Schlefischer Bahnhof. Adfahtt vräzise Gi Uhr Marens. Etwaige Nachzügler werden in Erkner im Restaurant ahnhof eine Stunde später ermattet. Zentral-Kranken« und Kterbekasse der W «. f. w. Verwaltungsstelle Berlin B. Ten Mitglieder» Nachricht, daß die Zahlstelle von der Poststraße 20» Jüdenstr. 33 bei Hepe verlegt worden ist. Alle Mitgl welche ihre Beittäge bisher in der Posritraße bezahlt habe», den ersucht, dieselben von jetzt ab Jüdensk. 33 zu bezahlt» Gesang-. Turn-«nd gesellige Vereine etq er; tag. Mä" I""""~~ Donnerstwz, Vettin's Restaurant, Veteranenstr. 19.— Gesangverein annerg gesellige ein„Lätina" Abends 9 schluß" Abends 8t Uhr im Restaurant Schumann, Alte straße 38.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Restaurant Jacob, Lindowerstr. 26.— Schäfer'scher �....._________ Dresdenerstraße Gesangverein der freireligiösen Gemeinde, Abends Neue Fttedrichstraße 35, Saal 3.— Männergesi »Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Stra... straße 3.— Männergcsangverein„Liedesfreiheit" Abends im Restaurant Siemund, Lrnienstt. 8.— Gesangverein Man# „St. Urban" Abends 9 Uhr Ritterstr- 105.- Gest En »»treffend Verficher lings-Abtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischen Tu Bntzerstraße 17— 18;— desgl. 6. Männer- Abss Abends 8 Uhr_ in der städtischen Tumhalle, straße 51.— Lübecksscher Turnverein(Männer- Ab. Abends 8 Uhr Elisabcthstraße 57 58.- Allg. Ar> Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends 8j Restaurant Preuß, Oranicnstraße 51.— Arends'scher„. graphenverein„Phalanx" Abends 8t Uhr im Restaurant J ben Buckower Latten", Buckowerstraße 9.— Berliner 9 Der Vo pmren und, reichend Diejenigen 3 Aliersrentnei Er verdsunfä ltungsbehi brachten Urti stände derjen ausweislich J Verein(System Arends) Abends 9 lestaurant Fttedttchstraße 208.— Stolze'scher graphen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr Schlegclst — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Re Wienettttaße 35.— Verein der Unruhstädter Abends MMUW-A Restaurant, Memelersttaße 32.— Rauchklub„Vorwärts' .erst Kosten dersel Wird d der Rente sc dann ein sch Gegen auf schiedsgi B jedoch die den, daß bei 30 entspreche. Tage Am Oberbaum Dammmühle, Oberwasser. Dammmühle, Unterwasser. 24./6. 2,38 2,37 0,81 25. 6. 2,38 2,35 0,84 26,6. 2,36 2,37 0,74 27. 6. 2,38 2,35 0,72 28./6. 2,36 2,35 0,72 29.6. 2,38 2,36 0,72 d Der Be � des für die und Wohne j rufung ist b ' nach der Zu Schiedsgettc! Die B« Der Er auf die Höl : Theater. Donnerstag, den 12. Juli. fefotei*- Wilk»l«stiidtisch»»«h-at-r. Pattser Leben. «h-at-e. Rigoletto. K»k««llianre- Theater. Das elfte Gebot. Madame Flott. Viktoria-Theater. Die Kinder des Kapitän GK»»b>. Theater» Das Käthchen von Heil- bronn. Dtarftoa«»'« Uarittt. Spezialitäten- Vorstellung. Totuoedia- Theater. Spezialitäten- Vor« stellung.__ 81 B unrichtig Polsterwaaren. Thcilzahlung gestattet. S.815SÜH55 Neue Schönhauserstraße 1, eiste Etage. �(Uachdrut mSf~ MQIIkamten,-WK Eisen, solid, billig, gestrichen 1 Gart Müller, Zimmerstr-� Acc&t muß Jlcc&t MeiW Anfertigung von Klagen, Eingaben,, »nften, Steucrreclamatwnen, Inte lagen zu soliden Preisen. Große Praxis inj fachen. Berufungsschriften; Strafausschü lua�ei,.-uciiMuugi-imrislcn;«irasausicyu-� gesuche; Besorgung des Armenrechts zc.? und Auskunft wird jederzeit kostenfrei crt? Bechtsbeistandsbureal 112. Große Frankfurterstr. i 1 Stand, vollständige Länge und Breite, NM 10 Matt, Bettfedem, Pfund von 35 Pf. an, vir» kaust allein die Bettfedem-Engros-Handlung: 1. Geschäft Kottbrnserfteoss» 4, pari. 2. Ue» chäft Krnnnenssross« 180, L Zm Auswahe iehen 23 Sotten Federn. Billigste Bezugsquelll ür Händler. 1000 Vergoldergehllfen verlangt Admiralftraße 7.[70 Roh-Tadaß {« den billigsten preisen-sfef� Fm Frank Karl l sein Lebela «uch trotz\ worden, w der unsterb Den 9 gegeben rm fich hauptsl Schulden. zusagen, w ocabemiMw stand ihm wie viele 9 müsse, bei Ludwig Li Erfahrung lvenigsten 6 Brunnenmtramm« 6* Rippen nehme in Zahlung. ßf Prophetie Lübk Vamuioiie vjitiwiiiuiioLCü«&**& A �------ r--_____ Oscar Bräuer& Co., u-te�enundäS 12 Te!egramm-A Versicherungsamt nach mündlicher Verhandlung zu entscheiden. Wird das angefochtene Urtheil aufgehoben, so kann das R ichs-Verfichcrungsamt zugleich in der Sache selbst entscheiden oder dieselbe an das Schiedsgericht oder an den Vor- stand der Versicherungsanstalt zurückweisen. Fm Falle der Zurück- Verweisung ist die rechtliche Beurtheilung, auf welche dasReichs« versicherungsamt die Aufhebung gestützt hat, der Entscheidung zu Grunde zu legen. 8 67. Auf die Anfechtung der rechtskräftigen Entscheidung über einen Anspruch auf Rente finden die Vorschriften der Zivilpro- zeßordnung über die Wiederaufnahme des Verfahrens ent« sprechende �.Anwendung, so weit nicht durch kaiserliche Ver- ordnung mit Zustimmung des Bundesrathes ein anderes be- sttmmt wird. § 68. Bescheide, durch welche der Anspruch auf Rente abgelehnt wird, find, so bald dieselben die Rechtskraft beschritten haben, von dem Vorstande der Versicherungsanstalt der unteren Ver- waltungsbehörde, in deren Bezirk der Antragsteller wohnt, ab- schriftlich mitzuthelleN. § 69. Die Wiederholung eines endgültig abgelehnten Antrages auf Bewilligung einer Invalidenrente ist vor Ablauf eines Jahres seit der Zustellung der endgültigen Entscheidung nur dann zulässig, wenn glaubhaft bescheinigt wird, daß inzwischen Umstände eingetreten sind, aus denen sich das Vorhandensein der dauernden Erwerbsunfähigkeit des Antragsstellers ergiebt. Sofern eine solche Bescheinigung nicht beigebracht wird, hat die untere Verwaltungsbehörde den vorzeitig wiederholten Antrag endgültig zurückzuweisen. Berechtigungsausweis. § 70. Nach erfolgter Feststellung der Rente ist dem Berechtigten von Seiten des Vorstandes der Versicherungsanstalt eine Be- scheinigung über die ihm zustehenden Bezüge unter Angabe der mit der Zahlung beauftragten Postanstalt(§ 75) und der Zahlungstermine auszufertigen. Wird infolge des weiteren Ver- fahrcns der Betrag der Rente geändert, so ist dem Entschä- digungsberechtigten ein anderer Berechtigungsausweis zu er- theilen. Rechnungsbureau. § 71. Sobald die Höhe der Rente endgiltig feststeht, ist von der- jenigen Stelle, welche den cndgiltigen Bescheid erlassen hat, eine mit der Bescheinigung der Rechtskraft zu versehende Ausfertigung desselben mit dem Quittungsbuch dem Rechnungsbureau des Reichs-Verstchemngsamts vorzulegen. § 72. Das RechnuMsbureau hat alle bei dem Reichs- Verflche- rungsamt nach Maßgabe dieses Gesetzes vorkommenden rech- hin. Da Lübke mir in Leipzig einst bei einem allerdings höchst platonischen Verhältniß zu einem reizenden Backfisch Hilfteich zur Seite gestanden hatte, so glaubte ich ihm meine Dienste nicht versagen zu dürfen. Während er also in dem Garten, in welchem der Vater seiner Geliebten seinen Kohlrabi zog, hinter den Stachelbeerbüschen harrte, mußte ich zum Zeichen seiner Anwesenheit die nächste Laterne aus- drehen, wodurch der Garten zugleich jeglichen vcrrätherischen Lichtscheins beraubt wurde. Vier Abende war's gut gegangen; am fünften prophe- zeihte Kalchas zwar ziemlich gleichgiltig, daß wir Pech haben würden, beharrte aber darauf, das Abenteuer von neuem zu bestehen. Er hatte richtig vorHerges rgt; denn das AuS- löschen der Laterne, von hinten am Kragen gepackt werden und zugleich ein höhnisches Schelten vom Garten her war eins. Zehn Secunden später flog Lübke aus dem Thor, dem Wächter in die Arme, der uns beiden in höchstem Diensteise.' die Legitimationskarten abnahm. Lübke prophezeihte wenigstens fünf Tage Carcer; und richtig! Ich bekam sechs, er sieben. Während unserer Gefangenschaft verschwur Lübke sich Abend für Abend wider die Weiber, die nur Unheil in die Welt brächten, und for- derte mich zu einer Verbrüderung gegen ihr Geschlecht auf. Da er jedoch, um in diese Misogyne Stimmung zu ge- rathen, immer erst einer Quantität Stoffs bedurfte, ihm aber, wie gewöhnlich, die nothwendigen Baarmittel zur Be- schaffung desselben durchaus fehlten, und die Kreditverhält- nisse in unserem„Hotel" höchst mangelhaft waren, so machte Lübke mich allmälig um fünfzehn Mark leichter. Seme Versicherung, daß die Zurückerstattung dieses Kapitals erst nach wenigstens sechs Jahren erfolgen würde, trug keineswegs dazu bei, mich für seine conspiratorischen Ge- lüfte zu begeistern; und obendrein war ich damals durchaus nicht des Willens, mich von der Macht zweier dunkler Augen fteizumachen, die meine Phantasie noch von Leipzig her be- lebten. Lübke aber, den ich an meinen kleinen Backfisch erinnerte, prophezeite mir pathetischen TonS, das daraus niemals Ernst werden würde; dafür stehe e r ein, er, Kalchas der Seher. nerischen Arbeiten auszuführen. Insbesondere liegt demselben ob: 1) die Vertheilung der Renten, 2) die Mitwirkung bei den im Vollzuge des Gesetzes herzustellenden statisttschcn Arbetten. § 73. Das Rechnungsdureau berechnet, welcher Bettag der Rente dem Reich, beziehungsweile den einzelnen Verfichemngs- anstaltcn, zu welchen der En-pkangsberechtigte während der Dauer feiner Beschäftigung Benräge entrichtet hatte, nach dem Verficherungswerth dieser Beiträge zur Last fällt. Das Rech- nungsbureau ist befugt, die zu diesem Zwecke ihm erforderlich erscheinenden Erhebungen herbeizuführen. § 74. Die Vettheilung ist den Vorständen der betheiligten Ver« ficherungsanstalten mit den Unterlagen, auf Grund deren die auf die letzteren entfallenden Antheile an der Rente berechnet sind, mitzutheilen. Jeder betheiligte Vorstand ist befugt, binnen vierzehn Tagen nach der Zustellung gegen die Belastung Ein- spruch zu erbeben. Erfolgt binnen dieser Frist kein Einspruch, so gilt die Verthellung als endgiltig; wird rechizeitig Einspruch erhoben, so entscheidet über denselben nach Anhörung der Vor- stände der anderen betheiligten Versicherungsanstalten des Reichs« versicherungsamt. Von der Entscheidung werden die Vorstände in Kenntniß gesetzt. Sobald die auf die betheiligten Versiche- rungsanstalten entfallenden Antheile an der Rente endgiltig feststehen, hat das Rechnungsbureau eine Ausfertigung der Ver- theilung dem Vorstande derjenigen Verfichemngsanstatt, welche die Verhandlungen über Festsetzung der Rente geführt hatte, zu übersenden. Auszahlung durch die Post. § 75. Die Auszahlung der Renten wird auf Anweisung des Vor- standes derjenigen Verficherunasanstalt, welche die Verhandlun« gen über die Festsetzung der Rente geführt hatte, vorschußweise durch die Postverwaltungen, und zwar in der Regel durch die« jenige Postanstalt bewirkt, in deren Bezirk der Empfangsberech- tigte zur Zeit des Antrages auf Bewilligung der Rente seinen Wohnfitz hatte. Verlegt der Empfangsberechtigte feinen Wohnfitz, so ist er berechtigt, die Ueberweisung der Auszahlung der ihm zustehenden Rente an die Poftanstalt seines neuen Wohnortes bei dem Vorstande der Versicherungsanstalt, welcher die Rente angewiesen hat, zu beantragen. Erstattung der Vorschüsse der Postoerwaltungen. § 76. Die Zentral- Postbchörden haben dem Rechnungsbureau Nachweisungen über diejenigen Zahlungen, welche auf Grund der Anweisungen der Versicherungsanstalten geleistet worden find, zuzustellen. Das Rechnungsbureau hat die vorgeschossenen Be» träge nach Maßgabe des§ 73 zu vcrtheilen und den Versiche- rungsanstalten Nachweisungcn über die ihnen zur Last fallenden Einzelbeträge zu übersenden. Eine Nachweisung über die dem Reich zur Last fallenden Bettäge ist dem Reichskanzler l Reichs» amt des Innern) zuzustellen. Den Zenttal- Postbehörden hat das Rechnungsdureau nach Ablauf eines jeden Rechnungsjahres mitzutheilen. welche Beträge von dem Reich und von den ein» zelnen Versicherungsanstalten zu erstatten find. Nach Ablauf eines Jahres von dem Inkrafttreten dieses Gesetzes an find die Zenttal- Postbehörden berechtigt, von jeder Versichcrungsanstatt einen Betriebsfonds einzuziehen. Derselbe ist in vierteljährlichen Theilzablungen an die den Versicherungsanstalten von der Zen» tral-Postbchörde zu bezeichnenden Kassen abzuführen und darf die für die Versicherungsanstalt im abgelaufenen Rechnungsjahre vorgeschossenen Beträge nicht übersteigen. § 77. Die Versicherungsanstalten haben die von den Postvcr- waltungen vorgeschossenen Beträge binnen zwei Wochen nach Empfang der Schlußnachweisung für das abgelaufene Rech- nungsjahr zu erstatten. Die Erstattung erfolgt aus den bereite« Mitteln der Anstalt. Sind solche nicht vorhanden und bietet auch der Reservefonds solche nicht dar, so hat der weitere Kom- munalverband bezüglich ver Bundesrath die erforderlichen Be- träge vorzuschießen. Bei gemeinsamen Verficherungsanstalte« erfolgt. die Aufbnngung dieses Vorschusses nach dem im § 30 Absatz 2 festgesetzten Verhältniß. Gegen Verficherungs- Anstalten, welche mit der Erstattung der Beträge im Rück- stände bleiben, ist auf Antrag der Zentral-Postbehörde von dem Reichs-Verstcherungs-Amt das Zwangs- Beitreibungsverfahren einzuleiten. Indessen Alles sah Kalchas doch nicht voraus. Am Tage nach dem Verlassen des CarcerS war er nämlich von der Bildfläche verschwunden. Durch einige Briefe von Gastwirthen, Kaufleuten, Pfandverleihern und anderen Philistern auf das Treiben seines lieben Sohnes in uner- quicklicher Weife aufmerksam gemacht, hatte der alte Lübke seinen Sprößling, um mit dem academischen Ausdruck zu reden, e, n ge h e i m st. Dies hatte Carl�LudwigS Seher- gäbe ihrem Besitzer nicht offenbart.... Das sind nun sechs Jahre her. Gesehen und gesprochen habe ich unseren Kalchas seitdem nicht wieder. Doch blieb unser gemeinsamer Kneivwirth noch während der ganzen Zeit meines Göttinger Aufenthaltes und darüber hinaus mit ihm in wohlbegründetem Connex. Nach dessen Mittheilungen war Lübke als Beflissener der Jurisprudenz in Breslau und Halle gewesen- eine zufällig gelesene Zeitungsnotiz benach- richtigte mich letzte Ostern, daß ein Carl Ludwig Lübke in Berlin das Refercndarexamen bestanden habe. Also doch endlich nach neunjährigem Aufenthalt auf deutschen Hoch- schulen!— Die dunklen Augen habe ich inzwischen keineswegs ver- gessen; auch habe ich versucht, mich unter der Hand nach ihnen zu erkundigen, aber vergeblich. Mir fehlte jedoch auch die rechte Energre, mich in den Gedanken einer ernstlichen Verbindung mit jener kleinen Leipzigerin hineinzuleben. Sie konnte ja obendrein längst verheiratet sein. Da plötzlich überraschte mich vor einigen Tagen ein Brief, der in Begleitschaft einer Postanweisung über fünf- zehn Mark vor erner Woche bei mir eintraf. Beides war von Lübke; der Brief verrieth ganz den unveränderten KalchaS. „Unvergeßlicher Freund!" begann er.„Anbei erhältst Du die vor sechs Jahren auf dem Göttinger Carcer von Dir entlehnten fünfzehn Mark per Anweisung zurück. Du siehst, daß ich wie immer richtig prophezeit habe. Du würdest auch zweifellos länger haben warten müssen, hätte mich nicht ein Weib inzwischen von meinem damals auf Deine Kosten allabendlich neubelebten Vorsatze der Misogyne befreit und § 78. Die Bestimmungen der§§ 71—77 finden auf die vom Bundcsrath anerkannten besonderen Einrichtungen entsprechende Anwendung. Gewähren diese besonderen Einrichtungen weiter- gehende Bezüge, so ist bei der Bertheilung der Rente nur der- jenige Theil der den ersteren zugeflossenen Beiträge in Betracht zu ziehen, welcher für die Gewährung von Renten in der durch dieses Gesetz festgesetzten Höhe für erforderlich zu erachten ist. Soweit die Einrichtungen die von ihnen festgesetzten Renten ohne Vermittelung der Postanstalten selbst auszahlen, wird ihnen der Reichszuschuß am Sch'usse eines jeden Rechnungsjahres auf jedesmalige Liquidation direkt überwiesen Die Verstcherungs- Anstalten, auf welche Theile der von jenen besonderen Einrich- tungen gezahlten Renten entfallen, haben diese Antheile nach deren Feststellung durch das Rechnungsbureau den Vorständen der betreffenden Einrichtungen jährlich zu erstatten. § 79. Die zur Gewährung des Reichszuschusses für erforderlich zu erachtenden Beträge werden in den Reichshanshalts-Etat alljähr lich eingestellt. Höhe der Beiträge. § 80. Bis zur Inkraftsetzung eines anderen Beitrags find in jeder Verficherungsanstalt für eine verfichcrte männliche Person einundzwanzig Pfennig, für eine verstcherte weibliche Person vierzehn Pfennig an wöchentlichen Beiträgen zu erheben. § 81. Innerhalb zehn Jahren nach dem Inkrafttreten dieses Ge setzes hat der Ausschuß jeder Verficherungsanstalt über die Höhe der in derselben für den Kopf und die Woche zu entrichtenden Beiträge zu beschließen. Der Ausschuß ist befugt, diese Beschluß- faffung dem Verstände zu übertragen. Der Beschluß bedarf der Genehmigung des Reichsverficherungsamtcs. Kommt innerhalb S'm Jahren nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ein luß, welcher die Genehmigung des Reichsverficherungsamtes findet, nicht zu Stande, so hat das Reichsverstcherungsamt die Höhe des Beitrages selbst festzusetzen. Die Höhe des Beitrages, sowie der Zeitpunkt, von welchem ab die Beiträge erhoben wer- den sollen, ist durch diejenigen Blätter, welche zu den Bekannt- machungen der Versicherungsanstalt dienen, zü veröffentlichen. Die Bekanntmachung muß mindestens zwei Woche» vor dem- jenigcn Zeitpunkt erfolgt sein, von welchem ab der Beitrag in der festgesteMen Höhe erhoben werden soll. § 82. Die Festsetzung des Beitrages ist, sobald sich ein Bedürfniß herausstellt, längstens aber von zehn zu zehn Jahren einer Re« viston zu unterziehen. Bei der Revision find Ausfälle oder Urbcrzahlungen, welche sich aus der Erhebung der bisherigen Beiträge rechnungsmäßig herausgestellt haben, in der Weise zu berücksichtigen, daß durch die neuen Beiträge eine Aus- gleichung dieser Ausfälle oder Uebcrzahlungen eintritt. Im übrigen finden auf die Revision die Bestimmungen des§ 81 Anwendung. Marken. § 83. Zum Zweck der Entrichtung der Beiträge werden von jeder Versicherungsanstalt Marken ausgegeben, deren Größe, Farbe und Stückwerth vom Reichs- Verficherungsamt festgestellt werden. Auf der Marke muß die Verficherungsanstalt, sowie der Geldwerth, welchen die Marke darstellt, bezeichnet sein. Die Versicherungsanstalt hat Vorsorge zu treffen, daß die von ihr ausgegebenen Marken in ausreichender Menge sowohl bei ihren Organen, wie bei anderen geeigneten Stellm gegen Erlegung des Geldwerthes käuflich erworben werden können. Quittungsbuch. § 84. Die Erhebung der Beiträge erfolgt durch Einkleben eines entsprechendes Betrages von Marken in Qmttungsbücher der Versicherten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß jede von ihm beschäftigte versicherte Person ein auf ihren Ramen lautendes Ouittungsbuch befitzt; er ist berechtigt, fehlende Quittungsbücher für Rechnung der Betreffenden anzu- schaffen und den verauslagten Betrag bei der nächsten Lohn- zahlung einzubehalten. Der Bundcsrath destimmt die Einrich- tung des Quittunasbuchcs. Die Kosten desselben trägt der Verstcherte. Die Ausstellung des Quittungsduches erfolgt durch die Ortspolizeidehörde des Äcschäftigungsortes. Ueber den Ver- trieb der Quittunpsbücher wird durch die Landes Zentralbehörde Bestimmung getroffen. § 85. Die Eintragungen eines Urlheils über die Führung oder die Leistung des Inhabers, sowie sonstige durch dieses Gese� nicht vorgesehene Eintragungen oder Vermerke in oder an dem Quittungsbuche find unzulässig. Quittungsdücher, in welchen derattige Eintragungen oder Vermerke sich vorfinden, find von jeder Behörde, welcher sie zugehen, einzubehalten. Die Behörde bat die Ersetzung derselben durch neue Bücher, in welche der zulässige Inhalt der ersteren nach Maßgabe der Bestimmungen der§§ 91 und 92 zu übernehmen ist, zu veranlassen. Dem Arbeitgeber, so wie Dritten ist untersagt, das Quittungsbuch wider den Willen des Inhabers zurückzubehalten. Auf die Zurückbehaltung der Bücher zu Zwecken der Kontrole, Berichtigung oder Ueber- mich in den Stand gesetzt, meinen Verpflichtungen nachzu- kommen. „Anstatt der Zinsen sende ich Dir den Inhalt dieses Briefes, aus dem Du so viel Kapital schlagen magst, wie Du kannst. Wie ich auS der Hülle eines Pfundes holländischen KäseS ersehen habe, beschäftigst Du Dich mit Schriftstellerei. Nun! Was ich Dir mittheile, wird Deine Phantasie leicht zu einem kleinen Novellchen enthusiaSmiren." „Vielleicht hast Du bereits in Erfahrung gebrächt, daß es mir nach einer noch ungezählten Menge von Carcer- tagen endlich gelungen ist, in Berlin mit Hilfe der Götter, ohne welche ich rettungSloS durchgefallen wäre, als Refe- rendariuS aus dem Examen hervorzugehen. Zufällig hatten sie meinen prophetischen Geist bei der Präparation auf die Kapitel gelenkt, über welche man mich nachher in der That fragte. „Nach der anstrengenden(!) Arbeit des letzten Winters hielt ich e» für rathsam, während der Gerichtsferien eine Erholungsreise nach Thüringen zu machen, eine verhängniß- volle Reise für mich. „EineS TageS komme ich gegen Abend vom ZnselS- berge herab und gelange auf dem Wege durch den Laucha- grund in der Richtung auf Friedrichroda auch nach dem Schießhause zu Daber. Dort überrascht mich ein Gewitter, und während mein Führer sich nach einem Fuhrwerk um- sehen muß— ich wollte in Friedrichroda den Abendzug nach Eisenach erreichen—, gehe ich in den stark besetzten Speisesaal und lasse mich am Tisch neben einer älteren Dame nieder, mit der ich Dank meiner Weltgewandtheit bald im Gespräch bin. Sie ist von Friedrichroda, wo sie sie zur Sommerfrische lebt, ausgefahren; ihr Kutscher hat bei der schlimmen Witterung böswillig im Stich gelassen und hat andere Gäste den ZnselSberg hinauf befördert. Obwohl noch gar nicht im Besitze eines Wagens biete ich meiner Nachbarin einen Platz darin an; sie stellte mir zum Dank in einer jungen, sehr hübschen Dame ihre Tochter vor. Letztere mußte ich schon einmal gesehen haben, aber wo? Einerlei! ich machte mich so interessant wie möglich; nach zehn Minuten war ich Hahn im Korbe. ttagung seitens der hierfür zuständigen Behördm und Organe findet diese Bestimmung keine Anwendung. Quittungsbücher, welche im Widerspruch mit dieser Vorschrift zurückbehalten werden, find durch die Ottspolizeibehörde dem Zuwiderbandelnden abzu- nehmen und dem Berechtigten auszuhändigen. Der elftere bleibt dem letzteren für alle Nachtheile, welche diesem aus der Zuwider- Handlung erwachsen, verantwottlich. § 86. In das Quittungsbuch hat der Arbeitgeber bei der Lohn- zahlung den nach 8 15 zu berechnenden Betrag an Marken der Versicherungsanstalt des Beschäftigunasorts auf die dazu de- stimmten Blätter einzukleben. Die Marken hat der Arbeitgeber aus eigenen Mitteln zu erwerben. Die Verwendung von Marken anderer Versicherungsanstalten ist unstatthaft. Die im Laufe der einzelnen Kalenderjahre eingeklebten Marken müssen eine fottlaufende Reihe bilden. Die eingeklebten Marken find zu entwetthen. Der Bunvesrath ist befugt, über die Eni werthung der Marken Vorschttsten zu erlassen und deren Nicht- befolgung mit Strafe zu bedrohen. Bei der Lohnzahlung haben die Arbeitgeber den von ihnen beschäftigten Personen die Hälfte der Beiträge in Abzug zu bringen. Die Abzüge dürfen sich nur auf die für die Lohnzahlungspettode entrichteten Beiträge ersttecken. § 87. Durch die Landes- Zentralbehörde oder mit Genehmigung derselben durch statutattsche Bestimmung eines weiteren Kom- munalverbandes oder einer Gemeinde kann abweichend von den Vorschriften des§ 86 Absatz 1 angeordnet werden: 1) daß für diejenigen Verfichetten, welche einer Orts-, Betriebs-(Fabrik-), ....._.._______ s-(Fabrik- Bau- oder Jnnungs Krankenkasse angehören, durch die Vorstände dieser Kassen, für die der Gemeinde-Krankenverfichemng oder landesrcchtlichen Einttchtungen ähnlicher Att angehörenven Ver- sicherten durch deren Verwaltung die Beiträge für Rechnung der Versicherungsanstalt von den Arbeitgebern erhoben und die den eingezogenen Beiträgen entsprechenden Marken in die Quittungsdücher der Verfichetten eingeklebt und cntwetthct werden; 2) daß in der gleichen Weise die Beitäae für diejenigen Personen, welche keiner der im§ 1 bezeichneten Kassen angehören, durch die Gemeindebehörde des Beschäftigungsorts von den Arbeitgebern einzuziehen find. In diesem Falle können Bestimmungen über die Verpflichtung zur Anmeldung der Ver- fichetten getroffen und Zuwiderhandlungen mit Geldstrafe bis zu einhundett Mark bedroht werden. Soweit die Einziehung der Beiträge in der vorstehenden Weise geregelt wird, hat die Verficherungsanstalt den Verwaltungen der Krankenversicherung und den Gemeindebehörden die erforderlichen Marken gegen Abrechnung zur Verfügung zu stellen und eine von der Landes- Zentralbehörde zu destimmende Vergütung zu gewähren. § 88. Personen, welche aus einer die Verfichcrungspflicht begrün- denden Beschäftigung ausscheiden, oder welche in einzelnen Kalenderjahren nicht für volle 47 Beitragswochen entweder die Zahlung der Beiträge oder die im§ 18 vorgesehene Befreiung von der Beitragspflicht nachweisen können, find berechtigt, sich den Anspruch auf volle Rente dadurch zu erhalten, daß sie einen den auffallenden vollen Beiträgen ent- sprechenden Betrag derjenigen Marken freiwillig beibringen, welche vor dem Ausfall zuletzt zu verwenden waren. Die Beibrin- gung hat jedoch die bezeichnete Wirkung nur dann, wenn gleich- zeitig zur Deckung des auf die Zeit des Ausfalls entfallenden Beitrags des Reichs die erforderlichen Zusatzmarkcn(§ 89) beigebracht werden. Freiwillige Beiträge dürfen höchstens für einen Zeitraum von je zwei Kalenderjahren, einschließlich des- jenigen Kalenderjahres, in welchem der Ausfall entstanden ist, beigebracht werden. Die Entwerthuna dieser Marken erfolgt durch die Gemeinde beziehungsweise die von der Landeszentral- behörde für die Auftechnung der Quittungsdücher bestimmte an- derweite Behörde(§ 91). Bei der Entwetthung hat dieselbe das Jahr zu bescheinigen, in welchem die Beibringung der Marken erfolgt ist. Die Behörde darf die Entwerthung und Bescheinigung nur dann vornehmen, wenn gleichzeitig ein ent- sprechender Betrag an Zusatzmarken(§ 89) beigebracht wird. In gleicher Weise(Absatz 2) erfolgt die Entwetthung und Äeschei- nigung für diejenigen Personen, auf welche die Verficherungs- pflicht durch Beschluß des Bundesraths erstreckt worden ist(§ 1 Absatz 2 und 3). Kommunales. Keünnntmachung erläßt der Magisttat unterm 7. d. M.: Die Liste der stimmfähigen Bürger ist nach Vorschttft der§§ 19 und 20 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 berichtigt und wird nunmehr in der Zeit vom 15. bis einschließlich den 30. Juli d. I. täglich von 9 Uhr Vormittags bis 2Uhr Nachmittags in unserem Wahlbureau— König st raße 7, Hof rechts 3 Treppen— öffentlich ausliegcn. Während dieser Zeit kann jedes Mitglied der Stadtgemeinde gegen die Richtigkeit dieser Liste Einwen- düngen erheben. Dieselben müssen in der gedachten Zeit schriftlich bei uns vorgebracht werden; später eingehende Einsprüche können nicht berücksichtigt werden. Die 1. Abtheilung „Inzwischen kommt mein Wagen; aber— alle Wetter! nur eine Halbchaise. Doch in der Roth ftißt der Teufel Fliegen. Es mußte gehen; wir drängten uns alle drei auf einen Sitz; die Mutter rechts, ich links, die Tochter in die Mitte. Bei der physischen Nähe, in welche das Gedränge unsere Herzen brachte, konnte eS nicht ausbleiben, daß das meinige demjenigen Anna's auch moralisch, intellectuell, ge- müthlich, gefühlsmäßig und wie die Kunstausdrücke alle eißen, sich näherte. Gleichwohl nahm ich auf dem Bahn- ose von Friedrichroda Abschied, voraussichtlich für immer; denn die Damen wollten zwei Tage später nach Dresden zurückkehren. „Meine während der schlaflosen Nacht in Eisenach hin und her geworfenen' Gedanken brachten mich zu der Ueber- zeugung, daß ich Anna noch einmal wiedersehen müsse. Morgens acht Uhr saß ich schon wieder auf der Eisenbahn unter dem Borwande, mein Taschenbuch verloren zu haben; um elf Uhr war ich schon da, wo man die Sommergäste von Friedrichroda zu treffen pflegt, in den Parkanlagen von ReinhardtSbrunn. Ich traf meine beiden Damen und log ihnen die Geschichte vom verlorenen Taschenbuch vor. Nach- mittags gingen wir auf die Suche. Der Zufall wollte, daß ich recht oft mit Anna allein war; was wir geredet haben, weiß ich nicht mehr, aber auf einmal hing das Mädchen an meinem Halse, eine Viertelstunde lang. Doch plötzlich machte sie sich lachend los, griff in die Seitentasche meines Ueber- ziehers und holte das vermißte Buch heraus. „Sieh da, was ist denn das? Herr Lügenfritz?" sagte sie und blätterte in dem Buch; plötzlich wird sie ganz roth und starrt Deine Photographie an, die in einer der Taschen steckte.„Kennst Du den Herrn? Wo ist er?" Mit einem Male schoß mir'« durch den Kopf; ich wußte, wo ich Anna gesehen hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich einem Mädchen gegenüber verlegen, und zugleich fürchtete ich einen Verlust des eben erst Er- rungenen. Stotternd log ich, was mir in den Mund kam, Du seist verheirathet, seist nach Kamerun auSaewandett, seist tobt, seist von Kannibalen gefressen und Gott weiß, waS sonst noch. besteht aus denjenigen Wählern, welche mindestens einen Etaaber der M betrag von 1546 M. 60 Pf. zahlen und schließt mit den Naanken- und i mit der Anfangsfilbe„Da. Die 2. Abtheilung beginnt ick liebes B demselben Steuerbetrage, aber mit den Namen mit der Anf« Tageslebet stlbe„De" und endigt mit„326 M." und den Namen, o* treffen wi mit dem Anfangsbuchstaben„T" geschrieben werden, wähanderer Umx die 3. Abtheilung mit dem letzteren Steuerbetrage und hißten Freui Namen mit dem Anfangsbuchstaben„11" beginnt. Wir rnod Hute und hierbei auch noch darauf besonders aufmerksam, daß bei Berthen haben, i gung der Wählerlisten in Bettest des Wohnsitzes der stis tauschen de berechtigten Personen in Berlin die von denselben zu erstattt von der( den An- und Abmeldungen berücksichtigt werden und daß deKtraffenp nach auch diejenigen Personen, welche nur vorübergehend«den Ruf. I einem Bade, in eine Sommerwohnung u. s. w. verreist stantt diesen diesen Umstand auf ihrer Abmeldung aber nicht vermertt h«nschaft, dei sollten, in der Wählerliste gestrichen worden find. �bar macht. _. den Wach _. I sehr ver z«k«le«. r ai Im Gemuhl««d(ßtivitbt der Meltstadt gilt»iwagen w Dichter» Mort:„Jeder treibt sich an dem andern rasch Kn mit pei fremd vorüber und fraget nicht nach seinem Schmerz."-ikel nicht ü! von seinem Fenster aus, so plaudett die„Voss. Ztg.", in 4 auf dem i der belebteren Straßen die Massen aneinander vorüberdräiH polizelliche und schieben sieht und nur selten zwei Personen gewahrt, m Omnibus sich einen freundlichen Gruß zuwinken, auf den macht ditzählige Pas Treiben einen unheimlichen, ettSItenden Eindruck. Fremd»ich ab, dem jeder an dem andern vorüber und fragt nicht nach feitet und drei Schmerz. Und doch täuscht sich der Beobachter. Auch> Betroffener Sttaßenleben hat Seele und Gemüth, Freundschaften und Febn, daß hü schatten, Zu- und Abneigung finden auch hier einen Raum flich gewah verknüpften die Menge, die sich fremd und kalt anficht, mit» nichtüber sichtbaren zarten Banden. Die Arbeits- und Verkehrsoeihtescheins( niffe der Großstadt mit ihrer nach dem Glockenschlage«Kd- Dieselb meffenen Pünktlichkeit bringen es so mit sich, daß man waten Unter, lang genau zu derselben Stunde, ja in derselben Minute, K der Perso mehrmals am Tage, dieselben Sttaßen pasfirt. Pitut einläßt wie wir selbst als Räder an der großen Mas» etwa den 9 mit der Regelmäßigkeit eines mechanischen Werkes t Plätze in s< drehen, so auch der größte Theil derjenigen, die.wie gesagt, an uns vorüberdrängen oder mit uns sich in derselben Ric treiben lassen. Dieselben Gestalten treffen wir jahraus, ji ieder Zug ist uns bekannt, jede Veränderung in Kleid u/r? Gesichtsausdruck erregt unsere Aufmerksamkeit. Es ist uns als kennten wir diese Menschen von unserer Jugend an, wären es unsere besten Freunde. Wir ttafen jene junge beiterin, als sie noch ein halbes Kind war, und nun ist sie vollen Jugcndschönheit aufgeblüht. Wir bemerken den schtttt einer tövtlichen Krankheit auf dem Gesichte eines 1 alleinstehenden armen Wesen, die den Kampf ums Dasei». lange kämpfen, bis sie unbeweint unter grünem Hügel gebeten dem S werden. Eines Tages fehlt uns einer unserer ältesten Bektt vre Bahn ten, welcher unsere Theilnahme erregt hat. Er ist für im�vnungen t verschwunden, wohin, das malt sich unsere Phantasie AfstW* P1' weiter aus, wenn sie in der kaleidoskopartigen Bildergalerie>> lkvoch kanr Straßenlebens dazu kommt. Wir sind mit den fremden schen auf der Straße durch intimere Bande verknüpft, :e man me sie bei den rieb geleitet daß in de Passagiere itzung darii gleiche Stre enigen Verl ':e Vorsieh as sollte b den in idtdahn die von selber wissen. Würde uns auf_ unserem gewöh»!'�"� �icht nde wur�.„. einzeli Tageswege etwas zustoßen, ein Dutzend sich im nächsten Augenblicke nach uns ausu"' ,ef,n mer(0l und Gesichter, die uns bekannt find, wie die unserer näd% fondeti Verwandten, würden uns thttlnahmsvoll anschauen. Wir' eine ur nicht Namen und Hettommen der uns Begegnenden, ouAj&e bei dera Stand nur, wenn er sich in der Kleidung und äußeren% n C � � malen kundaiebt. Ader diese Menschen gehören mit der Ttzarauf bedi etwas. Wir amüsiren uns Jahre hindurch über benK% schnurrigen Kauz, dessen Eigenheiten auch unter Hunderten»»% Aufmerksamkeit am ersten Tage sogleich wachttefen. Uo» Ä% um? uns jede regelmäßig auftauchende Figur mit der Zeit mejQ�dig gegen minder ans Herz wächst, so find auch wir dem Sttome, �.Mtfuhrverkel uns vorüberfluthet, nicht gleichgiltig. Man kennt uns, h� �nderhttt die gern oder nicht, je nachdem. Natürlich ist es zuerst nur»Vndcr Läng Aeußcres, das uns die Sympathien oder Antipathien unp? jU ftelli Straßendekanntschaften einträgt. Aber aus der Hülle N** gene ausgebe unsere Eigenheiten und unseren Wetth herauszulesen.— �% wissen, wi haben sicher wir unsere Lieblinge und diese Seite der Sttaße, den tzundetten, die wir auf unserem Wege regelmäßig tttm danach mi ..... Feinde. Wir bevorM, CTc weil einige angen '."Ä sie diese C ftguren hier an uns vorüberhuschen werden, und meiden\[.'uffement 3 "eile, weil ein abstoßendes Geficht auf die Dauer uns dl/ geworden ist. Wir verkeh en mit� unseren Straßenb"kannssch'»��/s��we wie der Kleinstädter mit seinen Nachbarn. Wir stehen uns k, k, "a schaftliche und schlecht mit ihnen, ganz wie es dort ist. Aber es Name, das Etikett ist nicht aufgeklebt; und wenn wir ntcb'�ung eines der Seite eines witzbegabten Freundes dahinwandeln, der JJererr Fli_ eigenster Machtvollkommenheit jeder Person, die uns aus irSAerläuse eil einem Grunde interesfirt, einen bezüglichen Namen giebt, u» Gewitters, dem diese nun wohl oder übel an uns vorüber wandeln»%gende Luß Tbcaterdire so bleiben unsere besten Straßenbekanntschaften ohne Na „Anna hat zwar nichts davon geglaubt, aber— nti ihr nicht übel, alter Freund!— Dein Bild hat sie nicht weiter echauffirt.„Ein Zuaendroman!" lachte sie. küßte mich, sogar in Gegenwatt der Mutter, die also# weiter einzuwenden haben konnte. „Wir sind seit einem Monat verheirathet; ich habe! nicht zur Hochzeit eingeladen, um Dir das Herz nicht bb zu machen und meiner Frau keine Gelegenheit zu geben, auf's Neue in Dich zu verlieben. „Wie angenehm auch abgesehen von Anna'« Lie! Würdigkeit diese Alliance für mich ist, ersiehst Du da daß die übersandten fünfzehn Mark ein pro Zehntau! ihres disponiblen Vermögens repräfentiren. Bis Assessorexamen wird'S nun wohl noch einige Zeit hah „Sollten Dir noch irgend welche Zweifel über (Jui», quid, ubi etc. von Anna's Persönlichkeit geblß sein, so lege ich zur Beseitigung derselben ihre Photogro hei. Du siehst, lieber Genosse froher Stunden, daß ich Namen KalchaS nicht umsonst trage. Jene Prophezei auf dem Göttinger Carcer, daß auS Deiner Liebe zu Leipziger Backfisch nichts werden würde, daß ich, Kal dafür einstehen wolle, hat sich wörtlich erfüllt. „Hoffentlich schließest Du Dich doch dem Grund Reiff-Reisslingen's an, nach dem eS unter Kameraden egal ist, wer die Braut heimführt. Kommst Du nach Dresden, so vergiß uns nicht zu besuchen. wird Dich gern wiedersehen und vorausgesetzt, daß Leipziger Liebelei vergissest, auch Dein Freund und Eak Scheintod! bruder KalchaS. amtlichen Ei, So! da hatte ich'«! War doch ein ganz 1* w*»-> n* erniß zu b ,uges an Es kommt macht unk en Gewit ößerer En n Donners „Zar R»t denhalle, wc je befindet. I bekannt, jener Zeit i hen ist. T «dtverwattun der Reichsh Gewöhn! altungen, «n beim z denen die in der n war. 5 gern und Z egung mit erbindung dann wiede Hers in B« blizirt und deshalb ai • t. Aehn gegenwäi in Mainz Auf\ ein _____.... infamer%ich sie sich das, dieser Lübke! Eine nach der beigelegten Photograpv�l.iken aufge "" f.•».»II wonach die Augen meines Backfisches noch ebenso dunkel sich verlockend waren wie früher, reizende Frau und oberu�vresen zigtausend Thaler. Und da- Alles gebührte � Statt dessen kann ich nun sehen, daß ich wenigste»� Keit�Iahr Zinsen für meine fünfzehn Mark verdiene. trqunlertt lich 1. einen Staaber der Mensch an diesem fich so gerne festhält und seinen mit den Naanlen- und Empfindungsgebalt daran festnagelt, so schwindet ung beginnt ich liebes Bild der totrafje schnell aus Kopf und Herz, wenn nit der Anfall Tagesleben uns plötzlich eine andere Route vorschreibt. Romen, ffl* treffen wir zufällig, oft erst nach Jahren, einen Bekannten erden, wähenderer Umgebung wieder, so haben wir einen alten, lange -trage und dißten Freund wiedergefunden. Man greift mechanisch nach lt. Wir maä Hute und zwei Menschen, die sich längst gekannt und gern daß bei Benchen haben, wechseln zum ersten Mal ein freundliches Wort ryes der stis tauschen den Händedruck der Freundschaft aus, der Freund- ien zu erstaÄ von der Straße. rt und daß daKtraffenpolizei««d Kahupolirei. Die Stadt Berlin übergebend«den Ruf. die polizei-erste Stadt Europas zu sein, und fie w. verreist WM diesen Ruf dem ungewöhnlichen Aufwände an Schutzvermerkt hatnschaft, der fich auf Straßen und öffentlichen Plätzen be- b!bar macht. Ueberau, wo es hübsch ruhig zugeht, begegnet . den Wächtern der Ordnung, die zu Fuß und zu Pferde ! sehr verdienstliches und zuweilen recht beschauliches ein führen. Ohne Arbeit ist die Beschaulichkeit aber i. Die Kondukteure der Omnibus- und der Pferde- fiadt gilt brwagen wiffen davon zu erzählen. Die Schutzleute ndern rasch&n mit peinlicher Genauigkeit darauf, daß die erwähnten ?chmerz." �ikel nicht überfüllt werden, daß weder auf den Trittbrettern Ztg.", in nh auf dem Verdeck mehr Passagiere Aufnahme finden, als vorüberdräi� polizeilicher Anordnung gestattet ist. Wenn irgend in n gewahrt,|m Omnibus oder auf einem Pferdebahnwagen fich noch n macht ditzzählige Passagiere eindrängen, so wehrt der Schaffner uner- f. Fremd Stich ab, denn das Auge des Gesetzes wacht, der Schutzmann cht nach sei«rt und drei Mark Strafe find unvermeidlich. Das ist für ter. Auch I Betroffenen zuweilen sehr unbequem, aber man muß iften und Feiin, daß hierdurch die Ordnung in gewisser Hinficht vorinen Raum«lich gewahrt bleibt, und daß das Anrecht, welches anficht, mit' nichtüberzählige Fahrgast durch Lösung seines Verkehrsvcrhwscheins gewonnen hat, gegen Kürzungen geschützt kenschlage Ab. Dieselbe Sorgfalt zeigt die Polizei auch sonst daß man jwaten Unternehmern gegenüber. Sie bestimmt, wie groß die en Minute,'l der Personen sein darf, welche ein Theaterdirektor in sein pasfirt. ttfiitut einläßt, und fie würde den Direktor recht übel ansehen, >Ken Mos# etwa den Versuck machen wollte, mehr Billets auszugeben, Werkes' Plätze in seinem Theater vorhanden find. Diese Fürsorge ren die wie gesagt, sehr schön, sehr lobens- und dankenswerth, nur ■~"»e man meinen, daß diese Fürsorge nicht stehen bleiben fie bei denjenigen Unternehmungen, welche durch privaten rieb geleitet werden. Die Polizei, die so sorgfältig darauf l daß in den Omnibus- und in den Pferdebahnwagen nicht r Passagiere aufgenommen werden, als nach voraufgeaangener .tzung darin bequem Platz finden können, sollte, memen wir, gleiche Strenge und vielleicht eine noch größere gegenüber ienigen Verkehrsanstalten zeigen, welche ihrer Ratur nach gelte Vorficht verlangen. Was bei den Pferdebahnen recht as sollte bei den Eisenbahnen billig sein, und da die Eisen- en. dem Staate gehören, so liegt es eigentlich auf der Hand, dre Bahnbehörden selbst diejenigen ficherheitspolizeilichen cdnungen treffen, welche auf den Straßen von der Schutz- aschaft unter sorgfältige Obhut genommen find. In Wahr- jedoch kann man bei jedem sommerlichen Sonntagsverkehr den in Berlin mundenden Eisenbahnen und auf der selben Ri ahraus, M r Kleidm»?,1 Zs ist unsv Jugend an, jene junge nun ist fie rken den ichte eines ji ums Tasew Hügel, ltesten Bek< ist für i> Phantasie ilbergaleriej fremden knüpft, Sände 15 ausst mserer n& -n. Wir ktt den, auch Jj äußeren i mit der ein alter sehen tbahn die Wahrnehmung machen, daß es für die mng von Koupees andere als die phyfischen Grenzen aupt nicht giebt. Bis zu fünfundzwanzig Personen finden den einzelnen Wagenabtheilungen Platz, welche höchstens zehn Personen Sitze bieten, und das geschieht nicht ver- elt, sondern ungefähr als Regel. Man denke fich im Be- 'e eine Unregelmäßigkeit und male fich die Folgen aus, e bei derartiger Ueberfüllung der Züge unausweichlich find! sind durchaus nicht der Meinung, daß man aar so angst- darauf bedacht sein soll, die Normalzahl der Passagiere in c Wagenabtheilung niemals überschreiten zu lassen. Sofern "T* fTiMßk Ueberschreitungen vereinzelt bleiben, wird Niemand An- ibJ ITklM daran nehmen. Aber hier ist, wie gesagt, nicht Einzelfällen, nicht von Ausnahmen die Rede, son- yfln iLh«4 wir haben es mit einer ganz regelmäßigen Erscheinung zu a-i die um so unangenehmer auffallen muß, als fie so merk- OL" �>dig gegen die polizeiliche Strenge kontrastirt, welche dem ströme, �oatfuhrverkehr gegenüber geübt wird. Sind die Eisenbahnen, ', h* Mderheit die Stadtbahn, nicht in der Lage, Züge von ge- "ur"Sender Länge und in genügender Zahl dem Verkehr zur Ver- mg zu stellen, so dürfen fie auch nicht Fahrkarten ins Unge- ene ausgeben. Die Eisenbahnen müssen wenigstens unge- wissen, wie viel Personen fie zu befördern im Stande find, danach müssen fie ihre Fahrkarten-Ausgabe einrichten. So- sie diese Grenze überschreiten, handeln fie genau so, wie Tbcaterdirektor, der mehr Billets verkauft, als er in seinem Uffement Plätze verfügbar hat. A«f die Frag«:„Wird die Richtung eines Ge- ,-ters, wenn es auf seinem Wege an einen größeren stehen uns L% kommt, durch denselben beeinflußt?" giebt die„Natur- >er es fehlt-nschaftliche Wochenschrift" folgende Antwort: Die Zug» n wir niw' jung eines Gewitters wird im allgemeinen durch einen ideln, der»Jpn Fluß nicht geändert, wohl aber haben die großen ms aus irgAerläufe einen entscheidenden Anthcil an der Verbreitung n giebt, uN-Gewitters, da der über Flüssen und Seen vorherrschende wandeln. mjigende Luftstrom der Weiterverbreitung eines Gewitters ein »erniß zu bieten geeignet ist, und das Fortschreiten des Ge- rzuges an die Bedingung aufsteigender Luftströme geknüpft Es kommt sehr häufig vor, daß ein Gewttterzug an der Elbe . macht und nicht auf das jenseitige User tritt, oder daß bei leren Gewittern plötzlich auf beiden Seiten des Flusses, aber gößerer Entfernung von demselben, die Linien gleichzeitigen n Donners parallel verlaufen. „Zur Uettnng Kcheintodter" lautet die Inschrift der »enhalle, welche fich auf dem Friedhose in der Bellealliance- befindet. Wohl den wenigsten Berlinern ist die Einriß : uns erst athren UN' >ülle sucht> lesen.— ui -lmäßig t Sir beoorzi je angem d meiden uer uns ibekanntschl ber— ntt hat sie lachte sie � ie also#4 ich habe- z nicht blu� bekannt, die hier vor etwa"achtzehn Jahren bestand, aber zu geben, njener Zeit wenig gebraucht und deshalb allmälig in Verfall ithen ist. Von Zeit zu Zeit ergehen von auswärts an unsere dtverwaltung Anfragen, ob und welche Einrichtungen hier der Reichshaupistadt zur Rettung Scheintodter vorhanden Gewöhnlich werden solche Fragen gestellt von Gemeinde- 'altungen, welche neue Leichenhallen errichten lassen; dann 'en beim Berliner Magistrat die alte» Akten hervorgcsucht, denen die frühere Vorrichtung genau beschrieben ist, der Leichenhalle in der Bellealliancestraße vor- Den dort aufgestellten Leichen wurden an allen erbrnbungfetztenunb einen elektrischen Strom herstellten, .OZMWD neraden g�n gegenwättig noch in der Leichenhalle des Zentralfried- t Du ei»"'?»n Mainz und rn verschtedenen Leichenhallen der Stadt achen �n. � Aiff der� hiefigen Hygieneausstellung im Jahre 1883 , ) und ina's Lie! Du dw > Zehntau! . Bis )eit Hab' fei über ifeit gebli' Photogk' i, daß ich prophezei' Liebe zu ich, jo dunkel md oben1 »ührte eq Du � ein-Schweidnitzer Fabrikant einen Sarg ausgestellt, der �..cckeiner Vorkehrung ausgestattet war, durch die das Erwachen x Scheintodten der Umgebung mitgetherlt wurde. Diese chas. gf Ntlichen Einrichtungen find wenig in Anwendung geblieben. infamer-ick fie fich als ziemlich empfindlich erwiesen haben und beim Photograp-/-"en aufgetriebener Leichen stets in Funktion traten. Es in dunkel sich zu bewahrheiten, was von ärztlicher Seite längst 'lesen Vorrichtungen behauptet wurde, fie dienen mehr zur ngung der Lebenden als zur Rettung Scheintodter. Ein von Scheintod ist bei allen bisher getroffenen Einnchtungen wenigsten' - bekannt geworden. »eit Iahrrn besteht i« Kerli««i« Verein gegen Em Verein gegen Menjchenquälerei würde leider, so schreibt der„B. C.", auch am Platze sein. Ein Freund unseres Blattes schreibt uns:„Ich pasfitte vorgestern Nach- mittag gegen%6 Uhr die Linden in Begleitung emes Herrn. Da sahen wir Ende Neue Wilhelmstraße einen Jungen von höchstens vierzehn Jahren fich vergeblich abmühen, einen Hand- wagen, vor den er fick mit einer Leine gespannt hatte, von der Stelle zu bewegen. Das Kind kroch buchstäblich auf Händen und Fußen und das Weinen stand ihm nahe. In dem Wagen war Chamotte-Maffe, die dickflüsstg ist und sehr schwer wiegen soll. Das Kind fand überall Erbarmen, aber keiner half ihm. Wir engagirten daher einen Dienstmann, dieser muhte dem Jungen bei dem Transport helfen, indem er den Wagen schob, und er hatte noch seine schwere Arbeit dabei. Em Schutzmann, den wir ersuchten, den Namen des Wagenbefitzers festzustellen, erklätte fich dazu nicht befugt. Er könne nur gegen Thi e r- q u ä l e r e i einschreiten! Auf dem Wagen.stand die Firma: Th. Hildebrand, Töpfermeister. Lutzowstr. 87. Der Dienstmann kann bezeugen, wie schwer die Last war. die Nummer des Mannes habe ich mir geben lassen.... Wir unterdrücken die scharfe und nur zu berechtigte Kri ik, welche der Einsender an die obige Mittheilung knüpft. Häufig genug sieht man in den Siraßen der Hauptstadt halbwuchfige Knaben vor Handwagen gespannt, deren Last im schreienden Gegensatz zu der Kraft der armen sich abquälenden Kinder steht. Wir hoffen, daß man an zuständiger Stelle fich veranlaßt sehen wird, die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbeamtcn auf diesen Uebel- stand zu lenken. Eine scharfe Kontrole wurde hier von den besten Folgen,scim�� die beim Verkehr mit Berlin hauptächlich auf die Pferdebahn angewiesen find, werden jetzt wieder lebhafte Klagen laut über die mangelhafte Art der Be- förderung von Berlin nach jenen Vororten. Allabendlich kann man auch diese Uebelstände beispielsweise an der Weidendammer Brücke bei den nach Tegel fahrenden Wagen beobachten. Diese find sämmtlich mit Personen dicht besetzt, welche nur bis zum Wedding, höchstens bis zur Tegeler Chaussee fahren, bis wohin andere Wagen ebenfalls gehen, während diejenigen Personen, welche nach Tegel zu fahren wünschen, wegen Ueberfullung des Wagens zurückgewiesen und auf den erheblich später fahrenden nächsten Wagen verwiesen werden. Aehnlick wie hier liegen die Dinge bei den Touren nach Treptow, nach Lichtenberg u. a. Dem Uebelstände kann nur dadurch abgeholfen werden, daß die nach den Vororten gehenden Wagen nur direkte Billets ab- geben. Für die näher zur Stadt Wohnenden bleibt immer noch genügend Gelegenheit zur Beförderung, nöthigenfalls könnten die kürzeren Touren reichlicher mit Wägen versehen "�@ie Frösche lassen fich in Berlin wieder hören. An- wohner des Kanals behaupten, das sei zum ersten Mal wieder seit Jahren, und ziehen daraus den erfreulichen Schluß, daß fich das Wasser des Kanals in neuerer Zeit erheblich gebessert hat. Denn der Frosch, sagen fie mit Recht, ist nicht so an- spruchslos in Bezug auf Wasser, als gemeinlich geglaubt wird. Nicht jede Beimischung läßt er fich gefallen. Die Sumpf- Nachtigallen fingen im Kanal und zwar in der Bucht desselben an der chinesischen Gesandtschast. Es scheint, als wollten fie den Söhnen des himmlischen Reiches eine besondere Aufmerksamkeit erweisen. Man hört die Vorttäge der biederen Sänger am besten in den Nachtstunden von 12 bis 2 Uhr vom Schöneberger Ufer aus an. Dann hat man dort ein hübsches Bild vor fich. Im Waffer spiegeln fich die Bäume des anderen Ufers und aus den Spiegelbildern ihrer dunkeln Kronen leuchten die Flammen der Gaslaternen auf. Auch etwas von den Fronten der Häuser spiegelt fich mit und glänzt aus dem Laub- werk auf. Hebt man aber die Augen zum Himmel auf, so er- blickt man gerade über den Häusern, falls nicht Wolken es ver- hüllen, das Sternbild des großen Bären. Was die Frösche da wohl Nacht für Nacht erzählen mögen? Wahrscheinlich find es erbauliche Geschichten aus Berlin W., und einiges davon ist vielleicht schon gedruckt. Dem bekannte« Lnftschiffer Ed. Damm ist am 3. Juni, als derselbe nach einer von Berlin aus unternommenen Ascenfion in der Nähe von Bernau zu landen versuchte und die Gondel bereits verlassen hatte, bei dem damals herrschen- den starken Winde sein Ballon durchgegangen. Der Anker vermochte in dem lockeren Erdboden nicht zu fassen, Personen zur Hilfeleistung waren nicht zugegen und so echappirte der Aeroslat und eilte mit Blitzesschnelle den Wolken zu. Seitdem fehlt von dem Ausreißer jede Spur; da derselbe aber doch zur Erde zurückgekommen sein muß, so möchte auch Herr Damm gern wieder in dessen Besitz gelangen. Er verspricht nicht nur alle etwaigen Unkosten zu tragen, sondern fichert dem„ehrlichen Finder" auch eine angemessene Belohnung zu, der ihm sein Luftschiff in brauchbarem Zustande übermittelt. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, den durchgegangenen Ballon aufzufinden. Die Ginbrechee auf Dreirädern. Am Montag Nach- mittag traten in das Veloziped-Verleihgeschäft von Jones in der Beuthstraße zwei feinaekleidete Männer und verlangten zwei Dreiräder auf einige Stunden leihweise. Als Pfand ließen fie ein Sparkassenbuch der Berliner Sparkasse auf 700 M. zurück. Der hiefigen Kriminalpolizei war inzwischen die Meldung aus Charlottenburg zugegangen, daß daselbst ein schwerer Einbruch verübt worden sei, wobei ein Sparkassenbuch der Berliner Spar- lasse und verschiedene Goldsachen gestohlen worden find. Als der Einbruch entdeckt war, wurde den Hausbewohnern von der Kriminalpolizei das Verbrecheralbum vorgelegt. Es stellte fich heraus, daß man es mit alten Verbrechern zu thun hatte, auf die nun die Polizei fahndete. Zwei Kriminalbeamte, die fich in Berlin auf die Jagd nach denselben machten» begegneten diesen auf Dreirädern fahrend auf der Straße. Schnell bestiegen die Beamten eine Droschke 1. Klasse und folgten den Einbrechern. Zum Glück wurde an einem Dreirade ein Reifen lose, wodurch ein Aufenthalt stattfand. Die Kriminalbeamten verhafteten die Einbrecher. Nicht wenig erstaunt war Herr Jones, als gegen 9 Uhr Abends Kriminalbeamte sein Geschäft betraten und ihm mittheilten, daß er zweien der berüchtigsten Einbrecher Dreiräder geliehen hatte, auf denen diese ihrem Geständnisse nach eine Fahrt nach Polsdam behufs Ausführung eines schweren Diebstahls machen wollten. Die Verbrecher hatten die Dreiräder mit ihrem„Handwerlzeug", Luden, Stemmeisen, Dietrichen u. s. w., viel Rnglllck hatte ein Dreiradfahrer, welcher vorgestern Abend durch die Leipzigerstraße fuhr. Man sah es ihm an, daß er ein Neuling auf dem Stahlroß war, mchtsdestowemger wollte er es den besten Fahrern gleich thun und rn rascher Fahrt dahingleiten. Aber das Unglück verfolgte ihn; einmal fuhr er gegen einen Laternenpfahl, dann gerieth er mit einem anderen Dreirad in Kollifion, und endlich fuhr er geraden Weges in eine Droschke hinein. Durch diesen Anprall wurde der ungeschickte Fahrer von seinem Sitz herabgeschleudert und kam unsanft an der Ecke der Wilhelmstraße auf dem Asphalt- pflaster zu Fall. Das vordere Rad seiner„Strampelmaschine" war krumm gebogen. Speichen waren zerbrochen und der Sitz erheblich beschädigt. Ale nun, um das Unglück voll zu machen, der wachthabende Schutzmann herzukam, um den Vorfall zu no- iSÄ% ä? fc'SÄÄ Der unglückliche Fahrer aber suchte mit seinem demolirten Rade schnell m�DttsÄe«�»? und vctfchn>and Sonnabend 'Nachmittag, nach einem Bericht der Charlottenburger„Neuen Zeit", den auch wir im guten Glauben übernommen hatten, ein Schutzmann und die in Charlottendura wohnhaften Arbeüer Liebe und Scharff gemacht haben; es handelte fich um nichts weniger als um die Ergreifung jenes internationalen Gauners, welcher unter verschiedenen Namen wie Davis, Taylor:c., in London, Paris und Berlin mit gefälschten Akkreditiven enorme Schwindeleien verübt hat. Die„'Neue Zeit" hat sogar beretts die auf die Ergreifung des Hochstaplers ausgesetzte Belohnung unter die drei Betheiligten vertheilt. Der Ergriffene ist, nach dem Bericht der„Post, aber leider nur ein störrisch r Bettler gewesen, welcher dem Schutzmann ausgekniffen war. Das schrist- liche Gesuch, welches die genannten Arbeiter noch am Sonntag an das kgl. Polizeipräfidium zu Berlin wegen Auszahlung der auf die Ermittelung des Hochstaplers ausgesetzten Belohnung von 1500 Mark gerichtet haben, wird leider abschlägig be- schieden werden müssen. Der Bettler wurde durch das zweite Polizeirevier der Sicherheitspolizei auf dem Molkenmarkt zu» geführt. Uerhaftnug«nd Hanssnchnng. Der Schloffer Herr Klüner, Veteranenstr. 10 bei Herrn Schlosser Pirch wohnhaft, wurde am Montag Abend verhaftet, armeblich weil er ein sozial» demokratisches Plakat anschlug. Am Dienstag Vormittag um 9f Uhr fand in seiner Behausung eine Durchsuchung statt, bei der es fich hauptsächlich um Auffindung von Notizen handette. Gefunden wurde nichts. Bis jetzt ist Herr Klüner noch nicht auf freien Fuß gesetzt. Außer ihm sollen noch mehrere andere aus demselben Grunde verhaftet worden sein. Au» Potsdam wird über den Selbstmord eines Liebes» paares berichtet. Im Park von Sanssouci, in der'Nähe der großen Fontäne, fand man am Dienstag früh in einer Laube, welche zu dem Hause, das der Hofgärtner Buttmann bewohnt, gehört, die Leichen eines etwa einundzwanzig Jahre alten jungen Mannes und eines etwa achtzehn Jahre alten Mädchens. Die sofort eingeleiteten Untersuchungen ergaben, daß fich hier ein Liebespaar den Tod gegeben und zwar durch Erschießen mittelst zweier sechsläufiger Revolver. Das Paar hatte sich umfaßt und scheint der junge Mann, welcher als der in Potsdam wohnhafte Klempnergeselle Witte rekoznoszitt wurde, seine Geliebte, die Tochter eines Gattenarbeiters aus Charlottenhof, mit einem Schuß getödtet zu haben, während das Mädchen zu gleicher Zeit auf ihren Geliebten den Schuß abfeuerte. Das Mädchen soll schon seit längerer Zeit zu Witte in Beziehungen gestanden haben, die nicht ohne Folgen geblieben find. Der Selbstmord eine» dreizehnjährige« Knaben wird uns gemeldet. Der bei seinen Eltem Wilhelmstraße 130 wohnende Schüler Paul Schupke hat in der vorigen Woche den Auftrag erhalten, fich während der Ferienzeit eine Stelle als Laufbursche zu suchen. Der Knabe hatte seinen Eltern am Sonn» abend erzählt, daß er die gewünschte Stellung angeblich gefunden habe und dieselbe am Montag antreten werde. Der Vater» welcher der Wahrheitsliebe seines Sohnes nicht recht trauen mochte, beschloß, am Sonntag bei dem zukünftigen Herrn vorzu» sprechen, um'Näheres mit demselben zu verabreden. Paul Sch., welcher wußte, daß jetzt seine Lüge, als welche sich später die Erzählung herausstellte, an's Tageslicht kommen müsse, machte nach Fortgang der Eltern seinem Leben dadurch ein Ende, daß er sich an dem Kleiderhaken seiner Schlafkammer an einer Peitschenschnur erhängte. Als die Eltern zurückkehtten, fanden fie ihren Sohn als Leiche vor. Dieselbe wurde nach der Äorgue geschafft. Gi» schwere« Kittlichkeitsverbrechen ist, wie der „Voss. Ztg." mitgetheilt wird, am Sonntag Nachmittag in den Tegeler Schießständen an der 11jährigen Tochter eines Droschkenkutschers F. verübt worden, welche mit ihrem jüngeren Bruder in den Wald gegangen war, um Beeren zu suchen. Der Thäter ist leider entkommen und bisher nicht ermittelt. Das Mädchen soll sich in hoffnungslosem Zustande befinden. Kelbstmorbversnch dnrch Strnchninvergiftnng. Seit zwer Jahren ist es heute der zweite Fall, daß eine Strychnin» Vergiftung Gegenstand der Behandlung auf der zweiten medi- zimschen Chariteeklinik wurde. Aus unbekannter Ursache hatte gestern in den Morgenstunden der achtzehnjährige Bureauvorsteher Paul Sch. einen Selbstmordversuch gemacht, indem er der sonst sorgsam verschlossenen Schatulle seines Vaters eine Anzahl von mit Strychnin gefüllter Gelatinekapseln entnahm und eine derselben verschluckte. Dann machte er noch einen Morgen- spaziergang unter den Linden. Hier trat nach einer halben Stunde die Wirkung des genossenen Giftes ein. Der junge Mann bekam„Ziehen" in den Gliedern und stürzte plötzlich bewußtlos nieder. Paffanten holten eine Droschke und beförder» «« de» Ohnmächtigen in die Chatttee. wo sofort eine gründ- ltche Ausspülung des Magens vorgenommen wurde. Heute de- findet fich der Patient ziemlich wohl und wird hoffentlich bald genesen. Da die Menge des genommenen Giftes keine starke war, so Uegt die Annahme nahe, daß der junge Mann dm „Versuch" des Selbstmordes nur zur Drohung gemacht hat. Kpnrw» verschwunden ist der bekannte„Dr." Richard Grothe, von dem kürzlich in den Zeitungen viel die Rede war und welcher als„Reptil" mit seiner Korrespondenz einige 90 kleinere konservative Lokalblätter speiste. Zuletzt wohnte er in der Louisenstraße 35, wo er exmittitt wurde, nachdem er schon seit vielen Monaten keine Miethe gezahlt hatte. Dieses Schicksal ist ihm nicht zum ersten Male widerfahren. Eine frühere Wohnung hat er sogar noch verunstaltet, so daß er wegen Sachbe- schädigung bestraft wurde! Unter solchen Umständen ist es erklärlich, wenn Frau Grothe ihrem Manne davongelaufen ist! Die Zahl der von ihm nicht bezahlten Drucker, die seine Korre- spondenz lithographirt haben, ist Legion! Es ist nicht bekannt, wohin Grothe fich gewandt hat und ob seine Korrespondenz eingegangen ist. Kewegnng de« Kevölkee-ng der Stadt Kerlin. In der Woche vom 17. bis 23. Juni fanden 199 Eheschließungen statt. Lebendgeboren wurden 845 Kinder, darunter 101 außerehelich, todtgeboren waren 26 mit 5 außerehelichen. Die Lebendgeborenen find 30,7, die Todtgeborenen 0,9 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Lebendgeborenen 11,9, bei den Todtgeborenen 18,7 pCt. Die Zahl der gemeldeten Sterbefälle betrug 545, die fich auf die Wochentage wie folgt vertheilen: Sonntag 75, Montag 82, Dienstag 82, Mittwoch 91, Donnerstag 72. Freitag 67, Sonnabend 76. Von den Gestorbenen erlagen an Ma- fem 6, Scharlach 7, Rose 1, Diphthentis 13, Bräune 2, Keuchhusten 7, Kindbettfieber 2, Typhus 2, Syphilis 2, Altersschwäche 17, Gehirnschlag 18, Lungenentzündung 45, Lungenschwindsucht 74, Diarrhöe 25, Brechdurchfall 28, Magen- darmkatanh 12. Durch Vergiftung kam 3 Personen um, hier» von 2 durch Alkoholvergiftung(Delirium tremens). Eines gewaltsamen Todes starben 11 Personen, und zwar durch Verbrenn- ung oder Verbrühung 2, Ettttnlen 1, Erhängen 4, Uebettahren 2, Sturz oder Schlag 2. Hierunter find 5 Todesfälle durch Selbstmord,— durch Tödtung herbeigeführt. Dem Alter nach sind die Gestorbenen: unter 1 Jahr alt 208(38,2 pCt. der Ge- sammtsterblichkeit), 1—5 Jahre 92, 5—15 Jahre 16, 15 bis 20 Jahre 7, 20-30 Jahre 34, 30-40 Jahre 43, 40 bis 60 Jahre 66, 60—80 Jahre 71, über 80 Jahre 8 Personen. In hiefigen Krankenhäusern starben 122, einschließlich 17 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf Tempelhofer Vorstadt(iV) 41, Louisenstadt jenseits, westlich (Va) 50, Louisenstadt jenseits, östlich(Vh) 12, Louisenstadt dies- seits und Neu-Köln(VI) 42, Stralauer Viertel, westlich(Vlla) 50, Stralauer Viertel, östlich(V Ib) 39, Königstadt(Vlll) 37, Spandauer Viertel(IX) 28, Rosenthaler Vorstadt, südlich(X») 39, Rosenthaler Vorstadt, nördlich(Xd) 24, Oranienburger Vorstadt(X) 41, Friedrich- Wilhelmstadt und Moabit(XU) 27, Wedding(XIÜ) 47. Die Sterbefälle find 19,8 pro Mille der fottaeschriebenen Bevölkerungszahl (1 437 188).— Die Sterblichkeitszisser in folgenden Städten des Deutschen Reiches mit mehr als lOO 000 Einwohnern betrug in Aachen 17,5, Altona 21,2, Barmen 22,9, Bremen 18,8, Breslau 27,7, Chemnitz 25,4, Danzig 23,8, Dresden 20,1, Düffeldorf 20,3, Elberfeld 17,5, Frankfurt a. M. 19,4, Hamburg mit Vororten 26,9, Hannooer 17,5, Köln 20,2, Königsberg 23,6, Leipzig 16.1. Magdeburg 21,0, München 34,7, Nürnberg 27.9. Stettin 22,6, Strahburg i. E.-, Stuttgart 14,1 pro Mille. In anderen Gioßstädten Europas mit mehr als 300 000 Einwohnern betrug die Sterblichkeitsziffer in Amsterdam—, Budapest(Vorwoche) 35,6, Dublin 20,7, Liverpool 16,0, London 14,5, Paris 19,2, Petersburg(Vorwoche) 35,2, Warschau(Vorwoche) 23,3, Wien(Vorwoche) 25,4 pro Mille.— Es wurden 2600 Zugezogene, 2105 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevölkerung mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten Ge- borencn und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungs- mäßig zugerechnet werden muß, um 642 vermehrt bat: drc Einwohnerzahl beträgt sonach am Schluffe der Berichtswoche 1 437 830.— In der Woche vom 24. bis 30. v. Mts. kamen zur Meldung Jnfektions- Erkrankungsfälle an Typhus 21, Pocken 1, Masern 214, Scharlach 50, Diphtheritis 95, Kindbett- ��Pölikeibericht. Am 10. d. M., Vormittags, wurde im Iriedrichshain ein kleines Mädchen durch einen Geschäftswagen uberfahren und am rechten Bein anscheinend nicht unbedeutend verletzt.— Nachmittags wurde auf dem Flur des Hauses Alexanderstraße 38 ein obdachloser Handwerker detmnken und über heftige Schmerzen klagend vorgefunden. Da er behauptete, von einem Rollwagen überfahren worden zu sein, wurde er mittelst Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichshain ge- bracht, wo ein Bruch des rechten Schienbeins bei ihm festgestellt wurde.— Gegen Abend tödtete fich im bewaldeten Theile der Hasenhaide ein Maurergeselle mittelst eines Taschcnmcffers. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— An dem- selben Tage brannten Thaerstraße 11 die Decke und der Inhalt eines Arbeitsraumes und Fennstraße 45 Spiritus und Geräthe in einer Lackfabrik.— Am 11. d. M., früh, stürzte fich in der Nähe der Louisenbrücke eine Frau in selbstmörderischer Abficht in den Kanal, wurde aber alsbald wieder herausgezogen und nach der Charitee gebracht. Gerlchts-Zeitimg. «ine Einschränkung de» fpertheidiger- Rechtes dürfte in einem Beschluß gefunden werden, welchen der Straf- senat des Kammergerichts auf die Beschwerde eines Berliner Rechtsanwalts gegen eine ihm auferlegte Ungebübrstrafe gefaßt hat. Da aus dem Inhalt der Begründung der Sachverhalt so weit hervorgeht, als es zum allgemeinen Verständniß erforderlich ist, so beschränken wir uns auf die Veröffentlichung des qu. Beschluffes. Derselbe lautet:„In der pp. hat der Strafsenat dcs kgl. Kammergerichts in Erwägung, daß durch den angefoch- tenen Beschluß gegen den Beschwerdeführer auf Grund dcs 8 180 G.-V.>G. eine Ordnungsstrafe von 50 M. festgesetzt worden ist, weil derselbe nach Verkündung von Gerichtsbeschlüffen, durch welche die gestellten Beweisanträge abgelehnt wurden, nach In- halt des Gerichtsprotokolls die Aeußerung gethan hatte: „„Ich halte die eben publizirtcn Beschlüffe nicht für zutteffend, well fie das Recht meines Mandanten verletzen,"" daß diese Aeußerung nach der Angabe des Beschwerdeführers nun zwar wörtlich dahin gelautet haben soll:„„Ich lehne es ab, weitere Anträge zu stellen, weil ich glaube, daß durch die gefaßten Be- schlüffe das Recht meines Mandanten verletzt wird""; in Erwägung, daß es auf die hiernach behauptete abweichende Wort- faffung nicht ankommt, weil gerade die Schlußworte überhaupt auf die Entscheidung Einfluß üben könnten, in Erwägung, daß es aber für irrthümlich nicht erachtet werden kann, wenn in diesen Schlußworten, welche wohl in einem zur Begrün- dung eines Rechtsmittels dienendem Schriftsätze oder in einem seitens des Vertheidtgers zu diesem Zweck- gehaltenen mündlichen Vortrage, nicht aber vor dem Gerichte, welches einen Beschluß gefaßt Hai, als eine diesen Beschluß kritisirende Aeuße- rung am Platze find, eine Ungebühr gefunden worden ist, de- '«K*?- Diese bei öffentlichen Anläffen häufig angewendete Redensart, ein Ausdruck des pasffven Widerstandes, brachte dem Fuhrhcrrn Wilhelm tzentschel zu Spandau, der in dieser Art gelegentlich einer auf dem Droschkenhalteplatz vorgenommenen polizeilichen Revifion seinem Unmuth Worte verliehen, eine Anklage wegen Beamtenbeleidigung ein, welche letztere das Spandaucr Schöffen- gericht für vorliegend erachte e und diescrhald gegen Hentschel auf 6 M. Geldbuße event. 1 Tag Haft erkannte. Gegen das ergangene Urtheil legte Hentschel Berufung ein. Er erbot fich vor der Strafkammer des Landgerichts II zum Beweis der Wahrheit und behauptete nebenbei, daß die bezeichnete Aeuße- rung eine Beleidigung nicht enthalte. Die Strafkammer lehnte den Beweisanlrag ab und schritt zur Verlesung der dem ersten Urtbeil zu Grunde liegenden Aussage jenes Polizersergcanten, der auf der Straße die Revifion der Droschken vorgenommen und bekundet hatte, daß er m durchaus höflicher Weise den Angellagten behandelt habe. Auf Grund dieser Aussage hicll die Strafkammer dafür, daß die obige Aeußerung des Angeklagten zä» sr ÄS LSSS nithalte und somit, well eine erweislich nicht wahre Thatsache behauptet sei, eine Beleidigung vorliege. Demgemäß ward das schöffengerichtliche Urthell bestätigt und dem Beleidigten die Publikationsdefugniß im„Spandauer Tageblatt" zugesprochen. Ei««mfangr-icher Ulucherprozeff nahm kurzlich d,e ganze Verhandlung der vierten Stratkammer des Landgerichts l in Anspruch. Die Anklage richtete fich gegen die bisher unbe- schollenen Kaufleute Franz Zucker und Max Tietz, welche seit dem Jahre 1882 gemeinschaftlich, aewerbs- und gewohnheits- mäßig und unter Ausbeutung der Nolhlage ihrer Schuldner verschleierten Wucher getrieben haben sollen. Der erste Angeklagte, welcher hauptsächlich die Opfer in's Garn gelockt haben soll, hat fich schon auf verschiedenen kaufmännischen Gebieten versucht. Er ist bis zum Jahre 1876 Postbeamter gewesen, hat nach Quittimng des Dienstes eine Zeit lang ein Verlagsgeschäst ge- HM und dann ein Engros Geschäft für Schuhmacherbedarfs- mtikel gegründet. Dies gab er auf, um Agent zu werden, bis er als stiller Theilnebmer in das Papiergeschäft des Mitange« klagten Tietz trat. Von dieser Zeit an sollen die strafbaren Geschäfte des Angeklagten datiren. Die Staatsanwaltschaft hat fünf Fälle dcs Wuchers festgestellt. Die Angeklagten, welche von den Rechtsanwälten Munckel und Dr. Rosenstock vettheidigt wurden, destritten ihre Schuld. Sie räumten ein, Geldgeschäfte gemacht und auch ziemlich hohe Zinsen genommen zu haben, diese Zinsen hätten aber zu der Unsicherheit und dem Ristro der von ihnen gemachten Geschäfte in keinem Verhältniffe gestanden, wie fie thatsächlich bei ihren Geldoperattonen auch keine Seide gesponnen hätten. Diese letztere Behauptung bcstättgte der täfident, derselbe betonte aber gleichzeitig, daß dies auf die huldfrage von keinem Einfluß sein könne. Der erste Fall be- trifft ein Geschäft, das die Angeklagten mit dem ftüheren Post- sekretär Belling gemacht haben. Belling wurde im Frühjahre 1884 arg von Gläubigern bedrängt und von einem gemeinsamen Bekannten seinem ehemaligen Kollegen, dem Angeklagten Zucker, zugeführt, welcher im Stande sei, ihm zu helfen. Dieser erklärte, daß Tiey der eigentliche Geldgeber sei. Es kam ein Uederein- kommen dahin zu Stande, daß Belling seine sämmtliche Schulden dem Angeklagten angeben sollte, worauf die letzteren dann mit dessen Gläubigern in Unterhandlung treten wollten. Belling gab seine Gesammtschulvcn auf 2300 M. an, welche die Ange- klagten zu tilgen fich verpflichteten, wogegen Belling einen Wechsel über 3000 M. akzeptiren mußte, den er in monatlichen Raten von 60 M. bezahlen sollte. War diese Abmachung noch als eine ziemlich humane zu bezeichnen, so erhielt das Geschäft ein anderes Geficht, als sich herausstellte, daß Belling nicht aufrichtig gewesen war und noch anderweitige Schulden hatte, welche seitens der Gläubiger geltend gemacht wurden. Die Angeklagten mußten befürchten, um ihr Geld zu kommen, wenn gegen Belling das Gehallabzugsverfahren eingeleitet wurde, fie waren daher genöthigt, wieder für ihn einzutreten und zahlten nochmals 1500 M. Für die Gesammtschuld von 3800 M. mußte Belling darauf einen vollstreckbaren Schiedsmannsvergleich in Höhe von 7700 M. eingehen. Die von Belling versprochenen monattichen Abzahlungen erfolgten nur zweimal, dann brach über den außerdem stark Verschuldeten dennoch das Abzugsver- fahren herein und die Angeklagten erhielten monatlich nur 29 M. Ader auch diese Abzahlung erfolgte nur zweimal, dann ließ Belling fich dedeutende Unterschlagungen zu Schulden kommen, wofür er zu mehrjähriger Gcfängnißsttafe verurtheilt wurde. Die Angeklagten find mit ihrer ganzen Restford-rung ausgefallen. Der zweite Fall betraf eben- falls einen stark verschuldeten Postsekretär, welcher bekundete, daß er von den Angeklagten arg ausgebeutet worden sei. Er will außerordentlich hohe Zinsen dezahlt haben und wurde mehrfach Senöthigt, anstatt der baaren Valuta einen Theil in schlechten iigairen anzunehmen, die ihm zu hohen Preisen angerechnet wurden. Als dritter Belastungszeuge trat ein hiesiger städtischer Rektor auf. Derselbe erklätte, daß er bei Gründung des deutschen Beamtenvereins für andere Bürgschaft geleistet habe, dadurch in Schulden gerathen und Wuchern in die Hände gefallen sei. Er wurde an Zucker verwiesen, der ihn wieder dem Tietz zuführte. Als der Rektor diesem seine Nothlage klagte, erklätte Tietz ihm, daß er von vorn herein ihm nicht helfen könne, wenn er angäbe, er definde fich in Roth; wenn der Zeuge Geld haben wollte, dann müsse er es zu irgend einem geschäft- lichm Unternehmen verlangen. Der Zeuge meinte dann, er könne ja irgend ein Buch herausgeben wollen, wozu er das Geld brauche. Dieser Vorschlag leuchtete dem Tietz ein, der sich nunmehr gegen den Vorwurf des Wuchers gcsichett glaubte. Er gab dem Reftor 500 M., wofür dieser einen über sechs Wochen fälligen Wechsel in Höhe von 660 M. ausstellen mußte. Dies Geschäft wiederholte sich noch mehrfach und der Zeuge will von den beiden Angeklagten in arger Weise ausgesogen worden sein, bis er durch eine wohlhabende Gönnettn, die ihm 4000 Mark vorschoß, erlöst wurde. Er will zum Schlüsse noch von den Angeklagten, die ihm fortwährend mit Anzeige bei seiner Behörde drohten, gezwungen worden sein, einen Wechsel über 400 Mark zu akzeptiren, wofür er überhaupt keine Valuta erhielt. Die Zeugen, welche fichtlich bemüht waren, die Angeklagten nach Kräften zu belasten, wurden seitens der Ver- theidiger in mancher Beziehung als unglaubwürdig hingestellt und besonders darauf aufmerksam gemacht, daß fie während dcs Bestehens der Geschäftsverbindung mit den Angeklagten deren Lobes voll waren. Der Veltheidiger Rechtsanwalt Munckel bat, die Verhandlung zu vertagen, da er einen umfassenden Beweis für die Unglaubwürdigkeit des zuletzt vernommenen Zeugen Rektors Ahlwaidt antret.n wolle. Es solle bewiesen wer- den, daß dieser Zeuge dem Grafen Königsmark, der ebenfalls versucht habe, ihn aus Wucherhändcn zu befreien, falsche Vor- spiegelungcn gemacht und daß der Zeuge fich ebenfalls nicht gescheut habe, den Namen eines Kollegen bei Ausstellung eines Wechsels zu mißbrauchen. Der Zeuge gab in Betreff des letzten Vorwurfs zu, daß er den Namen des Rektors Z. auf Wechsel gesetzt habe, hierzu sei er aber von demselben ausdrücklich ermächtigt worden. Der Vettheidiger hielt es ferner für auffällig, daß der Zeuge vor einigen Jahren als Denunziant und Be- lastungszeuge gegen seinen damaligen Pedell aufgetreten war, den er dcs Diebstahls an einem Tausendmarlschein beschuldigte. Der Pedell ist damals auch verurtheilt worden. Die Vertheidigung will wiffen, wie der Zeuge, der damals schon dermaßen von Wucherern bedrängt gewesen sein will, daß dieselben ihm am Gehaltstage sein ganzes Geld abholten, in den Besitz des Jausendmarkscheins gelangt ist. Der Gettchtshof hielt die An- träge für zu wichtig, um dieselben ablehnen zu können. Die Verhandlung wurde vertagt und sollen zum nächsten Termine die von der Vertheidigung vorgeschlagenen Zeugen vernommen werden. ?r«vla«, 9. Juli.(Ein Bubenstück.) Zu den Kunden liktualienhändlers Julius Weigelt hiersclbst zählte auch Marke Berger, die erwachsene Tochter eines Handwerkers. Marie ist eine Erscheinung, die um ihrer hohen Gestalt, ihres hübschen Gefichtes und ihrer der Hemisphäre zustrebenden Formenfülle willen ins Auge sticht. Auch Weigelt konnte fich diesem Em- druck nicht verschließen und er erkühnte fich, an Marie wieder- holt unzüchtige Äufforderunaen zu nchten. Matte setzte jedoch denselben hartnäckig taube Ohren entgegen. Ergttmmt darüber, verfiel der Viktualienhändler, um fich an der Spröden zu rächen, aus ein ganz gemeines Mittel. Er beschuldigte fie des Betruges und machte schließlich einem Schutzmann die Anzeige, daß Matte Berger ihn um 75 Pf. geschädigt habe, indem fie fich einen anderen Namen beigelegt, wodurch er veranlaßt worden, ihr ein Brot und ein Stück Butter auf Borg zu geben. Die infolge der Anzeige eingeleitete Untersuchung fuhtte dazu, daß gegen Weigelt Anklage wegen wiffenttich falscher Anschuldigung er- hoben wurde. In der heutigen Verhandlung darüber behaup- tete Weigelt, daß er bei Erstattung der Anzeige in gutem Glauben gehandelt, daß er Matte Berger mit einer gewissen Kllra Winkler, die gegenwärtig eine wegen Diebstahls über fie verhängte Strafe verbüßt, verwechselt habe. Die Bewcisauf- nähme liefctte für diese Behauptung keinen Anhalt. Sie ergab vielmehr, daß der Angeklagte lediglich aus Acrger darüber, daß Matte Berger seine Wünsche nicht erhört hatte, die falsche An- zeige ersonnen. Mit Rückficht auf diesen Beweggrund bean- tragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Assessor von Still- fried, Weigelt zu 6 Monaten Gefängniß und einjährigem Ehr- verlust zu verurtheilen und Marie Berger die übliche Publikationsdefugniß zuzusprechen. Der Gerichtshof, die unter dem Vorfitz des Landgerichtsdireltors Patzig tagende 4. Strafkam- mer, erkannte genau nach diesem Antrage. Marie Berger er- hielt die Berechtigung zugesprochen, den Wottlaut des Urthells einmal auf Kosten dcs Angeklagten in der„Breslaucr Morgen- zettung" zu veröffentlichen. Kleine Mittheilungen. Calbe a. K.. 9. Juli.(Verunglückte Arbeiterin.) In der Papierfabrik von Brückner& 6o. verlor gestern die Arbeiterin Brink drei Spitzen der Finger an der linken Hand, indem fie mit letzterer in die Messer einer Maschine getteth. Wald, 6. Juli. Ein Soldat aus der Düsseldorfer Gar- nison, welcher angeblich 2 Tage Urlaub hatte, übernachtete vom Sonntag bis Dienstag Morgen bei einem setner Freunde, einem Schleifer zu In der Höhe. Als letzterer, der sich Dienstag in aller Frühe, als sein Freund noch den Schlaf des Gerechten schlief, zur Arbeit begeben hatte, Mittags nach Hause kam, war der Soldat verschwunden. Als Entschädigung für die Gast« freundschaft hatte der Vaterlandsverthttdiger, ehe er von dannen zog, fich in den Sonntagnachmittaganzug des Schleifers gesteckt und seinen militärischen Anzug liegen gelassen. Nunmehr wird der undankbare Ouartternehmer, der gar Ittnen Urlaub hatte, wegen Fahnenflucht verfolgt. 7. Juli. Ein düsteres Familiendrama spielte fich jüngst in dem unweit von hier gelegenen reußischen Dorfe Ruppersdorf ab. Ein junger Mann von 22 Jahren wurde wegen eines Sittlichkeitsvergebens mit einem Mädchen unter 14 Jahren verhaftet. In das Amtsgelängniß hierher gebracht, gab er an, daß sein Vater, der Tischlermeister T., mit seiner 18 jährigen Tochter, der Schwester des Arrestanten, in unsttttichem Verhältniß lebe. Es ettolgte darauf die Arretur der beiden. Als die Ehefrau und Mutter der Verhafteten dies hörte, stürzte fie fich in den Hofbrunnen, aus welchem fie als Leiche heraus- gezogen wurde. Hamb«rg, 10. Juli. In Bezug auf das Feuer, durch welches bekanntlich die deutsche Barl„Marie Riebeck", Kapitän Holzerland, aus Stralsund, auf See zerstört wurde, wird fol- gendes gemeldet: Als die Bark„Marie Riebeck" in Genua in Ladung lag, um Marmor, Wein, Lel, Reis-c. nach m Francisco einzunehmen, kam eines Morgens eine wohlge! Persönlichkeit an Bord, welche fich dem Steuermann i Eigenthümer und Verschiffer der Ladung präsentirte, sick Rockes entledigte und in den Raum hinunter stieg, angebt zu sehen, wie die Ladung gestaut werde. Kurz nachher I Fremde wieder aufs Deck, gab seine Zufriedenhett mit der ung zu erkennen und ging seines Weges. Als der z. i an Bord gewesene Kapitän später den Verlader traf und fragte, ob er sich die Stauung der Ladung angesehen wußte dieser von nichts und es blieb die Sache mit dem den und dessen Abfichten vollständig dunkel. Man' Fall an Bord der Bark längst vergessen und befand hoher See, auf 2° s. Br., 30° 30' w. L von Green man am 2. Mai Morgens einen starken Knall, gleich Kanonenschuß, im Raum hörte. Als man die Luken stieg starker Rauch aus denselben hervor; bald stand dos in Flammen und mußte verlassen werden, worauf die B«i von der norweg. Bark„Riga" aufgenommen wurde, ib Holzerland bringt das Feuer mit dem Besuch des geheinnch Fremden in Verbindung. Mir«, 9. Juli.(Ein durchgegangener Bürgermeister) Diauer bei Wien wird unterm 7. d. M. geschrieben- Bürgermeister unseres Ottes, Heinrich Martin Heimo* durchgegangen und bat in einem an ein Ausschußmitgt richteten Briefe das Geständniß abgelegt, daß er aus d anvertrauten Gemeindekaffe nach und nach einen Bctfl 5000 Fl. ent- ommcn habe und vor der Hand nicht in t* sei, diese Summe zu ersetzen. Gleichzeitig bittet er um ficht und verspricht, den Schaden in kürzester Zeit roieW zumachen. Noch gestern Abend wurde in der Wohmtt mann's in Wien eine Revifion vorgenommen und d» funden, daß Heimann in letzter Zeit den größten Theä, Sachen veräußert hat. Auf dem Ofen hatte er den& zur Gemeindekaffe zurückgelassen. Die Vertreter der 0W nahmen denselben nach Mauer mit, öffneten die KoJj fanden darin zwar Gemeindegelder in der Höhe von 2° vollkommen intakt, dagegen fehlten die Armen- und I» europäischen fondsgelder, sowie eine Kaution, zusammen eine Suws länder ist s mehr als 4800 Fl. Wie bisher festgestellt werden' das Hirn hat Heimann den abgängigen Betrag während stin� Waffen zu .-.il XXI** /C..., O ff,'' «scheint tä in'« Hau« 4 Mark. I Währe San jährigen Funktionsdauer allmälig entwendet. Er muß ib.p.kpn'm längerer Zeit mit dem Plane getragen haben, Wien zu worauf auch der Umstand hindeutet, daß er fich schon™ d. I. einen Paß ins Ausland besorgt hat. Vor vierzehn� weder gegei trat er einen einwöchentlichen Urlaub an und versprach, oder ihrersl bevorstehenden Neuwahl dcs Bürgermeisters am 9. d. Ä- fallen köm zukehren. Noch gestern früh scheint er in Wien geA..bewaffnet) haben, denn sein an den Gemeindeausschuß gerichteter« Rübezahl- in Wnn am 7. um 7 Uhr früh aufgegeben. Heimanm iet.i„ Bruder der fallitcn Bankiers Eoua:d und August Heim« L-vven eriö war vor Jahren auch Theilhaber der Firma E. I. W nA, Söhne, deren Zusammenbruch vor drei Wochen großes*_{■ 99 erregte. Tie Bruder des Bürgermeisters haben kür die!* Staatsmann derholt große Opfer gebracht. Er schuldete der BankfirSj Worten als 60 000 Fl. und gab vor Jahren als Deckung dafür billigere ur aeräthschaften, deren Anschaffungspreis seiner Zeit ck* vorbereitun Werth der Schuldsumme repläsentirte, ferner eine stark° Wer Villa in Mauer. Gegenwärtig find diese Silbergeräw wurde für auf kaum 4000 Fl. geschätzt worden. halten, un Pest» 9. Juli.(Äaskitte Räuber zu Pferde.) wenn Du' Esiker Komitat in Kronstadt eingetroffener Meldung 1 hxrejten w treibt in den dottigen Gebirgen eine Bande von bn«_, maskitten Räubern ihr Unwesen. Vor kurzem wurden zwei Stinas(Sennhütten) ausgeplündert und in der lu selben ein Hitte ermordet; in der anderen Hütte% Nachdem n vier rumänische Landleute vor, welche von den RäU«'' glaubt, w bunden und geknebelt zurückgelassen worden waren.«Zivilisation Transatlantischen Gesellschaft gehörig, Sonnabend■ iffimnnSprl. 2 Matrosen und 2 einaeborene Soldaten kN-'iragllch 1» (Europäer), 2 Matrosen und 2 eingeborene«oroa»'--„-r cre;« welche in den anderen Dampitt" gefugt und dldateN Die„Ville de Brest, war und auch einigen Schaden erlitten hat, von Mehadia.._ Rom, 8. Juli. Ein schreckliches Verbrechen, dW an den berüchtigten Troppmann erinnert, wird aus berichtet. Ein vor dem Dorfe wohnender Bauer Li schlug am Morgen des 29. Juni mit der Axt erst st die sofort todt blieb, und warf fich dann auf seine drei die er geradezu in Stücke hackte. Dann entfloh der geistesgestörte Mörder, der bald darauf in die H Gendarmerie fiel. PtW-Nork, 30. Juni.(Selbstmord am Hocbi Am 27. er. sollte in Boston, Mass., die Hochzeit des Lillian Ehandler mit George H. Gibson, einem Angeste „Boston Electric Co.", stattfinden. Der Bräutigam indessen nicht zur Trauung, und als man nach fand man ihn todt in seiner Wohnung vor. Gibson eine Kugel in den Kops gejagt. fuhr in den haben, au aufzuladen. Alles alten lateii Die i — wenn t Der\ � Haben die I Reiche« bei (bringen— («uäfichten Im( »Und je m< Sprech faal. mm*- Die Redaktion stellt die Benutzung deS Sprechsaals, soweit Raum daM� ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen- zur Berfügung; fie verwahrt fich aber gleichzeitig dagegen, mit» �,,- a desselben identifizirt zu werden. Folgende Kerichtigung geht uns von Herrn_ zu:„Auf den in der Nr. 156 vom 6. Juli er. diestt�"®0, enthaltenen, fich mit meiner amtlichen Thätigkeit als Gebracht, uet arzt beschäftigenden Artikel erwidere ich:, ließen, m 1. Ick war verreist, als bei der hiefigen Gemeinde» kanntschast trag des Tischlers Großmann auf Aufnahme seines#3„Sie eine Krankenanstalt gestellt wurde und habe weder ß desselben gesehen, noch find seine Verhältnisse mir irgesz. geworden. Die Untersuchung hat mein Stellvertreter � i. und den Bericht abgefaßt, auf Grund dessen der Am hübschet Großmann abgelehnt worden ist; 2. Diese Angelegenheit, die mir ganz unbekannt war, war daher erledigt, als Großmann, den ich so« der Person noch dem Namen nach kannte, bei Daraus ergiebt fich schon die Unrichtigkeit der wi stellung, auf welche ich ihrer beleidigenden Form«0 eingehe, um so weniger, da fie an anderer Stelle Prüfung unterliegen wird, und bestreite hier nur d destimmt, die behaupteten Beleidigungen gegen Gr braucht zu haben. Rixdorf, den 9. Juli 1888. Dr. Telegraphische Depesch� (Wolff's Telegraphen-Bmeau.) Haag, Mittwoch, 11. Juli. Nach einem Tele» hiefigen„Dagblad" aus Batavia ist in der ProviNZ ein Aufstano ausgebrochen; die Aufständischen« Tjelegon und tödteten die europäischen Einwohners- Häuptlinge der Eingeborenen. Von Batavia find* Bekämpfung der Aufständischen abgesendet worden- „Redl „Soll „Wes abend— doch auf Frau von mein« Fr« "�.'Zch „Seil rt uns s sagte mir natürlii ill. Ver ird schon ern Pferd, »Ah. Tan Kri-fkastn, der Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufüg Antwort wird nicht ertheUt. Herr Borges vom Vergolder-Fachverein wird r Adresse in der Expedition, Zimmerstr. 44, abzuge�>-< an wa lerantwortticher Redakteur.'*. in»erlitt. Druck und Verlag vi««« in Berlin 8», Beutbftrahe 7.