wohlgl rmann tte, fl4, j, angi lachh«. mit d« der z. traf und Freitags den 13. Inli 1888. S.#«**$ ngefttien mit dem Man efand Zrcenl glei Luken and dc�, f die lurde.. zeheimnis erweis! ichriedei Hein hußmW er aus> len BctU ich! in i» it er u» eit Wied« WohnBI und da> m T! MerVlllKsblM. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da»„B erlitier«olksblatt« erscheint täglich Morgen« außer nach Sonn« und Festtagen. AbonnementSprei» für Berlin frei in'« Hau« vierteljährlich 4 Mar!, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement i Marl. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Donntag«-Blatr 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungsyreisliste für 1888 unter Rr. 849.) JnsertionSaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. ArbeitSmartt 10 Pf. Bei S öfteren Aufträgen Hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi« 4 Uhr Rachmittag» der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohn« Erhöhung de« Preises, angenommen. ittkalitim: Krxchftr.z- 2.—«qwMH*#: 44. M Lichtblicke. von 0% Während die Staatsmänner und Diplomaten des und europäischen Festlandes— denn das Jnselreich der Eng- re Sum> länder ist so„praktisch", eine Ausnahme zu machen— sich werden 1 das Hirn damit abquälen, ihren Armeen mörderischere rd seink! Waffen � verleihen, als die Armeen der anderen Staaten 1, n<51*)tf,ien/ und während sie bei Tag und Nacht auf der Tam im �uche nach Allianzen sind, vermittelst deren sie sich ent- vierzehn� weder gegen Ueberfälle von Seiten der Nachbarn schützen, Tspraüb,' oder ihrerseits die Nachbarn mit Aussicht auf Erfolg über- 9. b. ÄU fallen können, seufzen die Völker unter der Last des >ien 8%„bewaffneten Friedens", der— gleich dem Geschenke deS lchteter Rübezahl— immer schwerer und schwerer wird, bis er zu- ?eimatvW letzt nicht mehr getragen werden kann; und von Millionen st Hnitiig g.ppen �tönt die Frage: Muß denn das so sein? Und läßt steh der Friede, den alle Welt, auch die Herren I. aroftes-n � U11". für diÄ Staatsmänner und Diplomaten— wenigstens ihren Bankfilsj Worten nach— so heiß ersehnen, nicht auf a dafür? billigere und zweckmäßigere Weise sichern, als durch Kriegs- Zeit ü* Vorbereitungen? le stark? Wer noch vor wenigen Zahren die Frage aufwarf, bergerüW wurde für einen Schwärmer, wo nicht für einen Narren ge« „j halten, und das lateinische: Si vi? pacem para bellum! :bc.) �| wenn Du den Frieden willst, mußt Du den Krieg vor- lcldung 1 bereiten, wurde ihm voll siegeSgewiffer Ueberlegenheit an den „rhfn»(' Kopf geschleudert. , der c'1"1 2n jüngster Zeit ist eS indeß etwas anders geworden. ?ütte f-� Nachdem wir vor 2 oder 3 Jahren noch militärfromm ge- m Räut«' glaubt, wir marschirten an der Spitze, zwar nicht der :en.«�Zivilisation, aber doch der Soldatenstaaten und wir hätten �lus Tun- bas erdenklich höchste im Punkte der Rüstung und Bewaff- "rtt zjvung geleistet, also keine weiteren Belastungen zu be- fürchten— haben die letzten paar Jahre uns gründlich von f« diesem naiven Wahne geheilt. Unter dem Eindruck künstlich ■ a» V erzeugten und verbreiteten Schrecken» haben wir den uner- ttmtefl ßW tragtich scheinenden Lasten noch koloffalc Neulasten hinzu- vamM 9 gefügt und stehen jetzt, weil unsere Nachbarn daffelbe gethan jt in des haben, auf dem Punkt, uns abermals koloffale Neulasten � aufzuladen. Alles um des lieben Friedens willen. Alles nach dem alten lateinischen Rezept: Li via pacem para bellum. Die Knochen knacken unS im Leibe,—„schadet nichts, — wenn nur der Friede gesichert wird". Der Friede gesichert? Ja, aber ist er denn gesichert? Haben die furchtbaren Opfer, die wir seit Gründung deS J Reiches bringen, die wir namentlich seit dem vorigen Jahre dringen— haben sie irgend genutzt? Sind die Friedens- aussichtea bester als früher? f Im Gegentheil. Es wird schlimmer und schlimmer. mck ibm je mehr Friedensbürgschaften wir bekommen in Gestalt Sibson l'V——— m, dM aus er Li Ä« IeuMeton. [34 »vi npittCtt? llgcmein-� ver- Be- Tochter. �Kriminal-Roma»»ach dem Französischen von K. D e t r i» g. r�Set)„So hat Ihnen also Frau von Lorris Glück ge- it als ot bracht, liebeS Kind," begann Robert.„Als Sie sie ließen, machten Sie mit einem reichen Magnaten Gemeinde? kanntschaft?" seines �„Sie haben e« richtig getroffen!" „ES war aber auch leicht zu erraihen. Und der Herr muß Geschmack haben. Er konnte lange suchen, bevor er ein derAH � hübsches Weib, wie Sie, traf." „Reden Sie im Ernste?" bekannt i„Soll ich e« Ihnen schwören?" > ich f0jfi„Weshalb waren Sie denn dann am letzten Sonn- ftd,~'m Zirkus... so rasch verschwunden. Sie hätten boch auf mich warten können. Aber Sie wollten wohl Frau von Loni» nichi'mißfallen?"' vieue cm.* c.. �7 itut d tn G Dr. -> N LorriS selbst, war immer nur wenn Sie sie „Was sie denken! Frau von meine Freundin. Fragen Sie sie ��".'.Jch seh' sie nicht mehr. Zhre Thüre ist für mich ge- .. f��-cht möglich! Und seit wann denn?" „Seit dem nächsten Tage nach dem Abend, wo Sie mit un« sprachen. Dreimal war ich bei ihr, und immer ansagte mir ihre Kammerfrau, sie wäre nicht da. Ich glaubte " S Z" natürlich niemals... Jeanne kann 1» thun. was sie Ps� iÄvill. Vermuthlich besitze ich nicht genug Chtk für sie. Das �vird schon noch kommen. Jetzt habe ich einen Wagen und ein Pferd, und bald werde ich auch eine Villa besitzen." „Ah, ich verstehe: der reiche Magnat!" „Ganz richtig. Gleich als Einleitung bot er mir den gen an. Er sagte mir, daß ich ihn um alles bitten .i-füg'»''-""u- was ich haben wolle. Aber ich dränge ihn nicht." KV■ ug-be?-. ?rden wi'Ä von Soldaten, Flinten und Kanonen, desto schlechter ist's um den armen Frieden bestellt, desto schwärzer die Kriegs- befürchtungen. desto größer die Unsicherheit Das alte lateinische Rezept, mit dem die Völker 2000 Jahre lang genarrt worden sind, kann also nichts taugen. Es ist nicht wahr, daß die Vorbereitung auf den Krieg den Frieden sichert. Es ist nicht wahr, daß die über- menschlichen Opfer, welche den Völkern zugemuthet werden, ihren Zweck erfüllen. Und— eS kann nicht so fortgehen! sagen sich schon Tausende und Tausende, die vor zwei, drei Jahren noch über die Friedensschwärmer gespottet. In der That— eS kann nicht so fortgehen. Die Sisyphusarbeit, zu der die Völker des europäischen Fest- landeS verurtheili sind, erschöpft ihre Kräfte und führt nimmer zum Ziel. Stets wenn das eine Voll glaubt, den Stein glücklich emporgewälzt zu haben, erfährt eS, daß eS vom anderen Volk in diesem oder jenem Zweige der Mord- wiffenschaft und Mordpraxis überflügelt worden ist— die Arbeit war umsonst und Sisyphus muß wieder von vorn anfangen. Der SisyphuS der griechischen Fabel war ein abscheu- licher Verbrecher, den die zürnenden Götter zur Strafe ver- dämmt hatten, ewig den Felsblock bergauf zu wälzen— ohne Rast und Ruh, ohne Aussicht auf Gelingen. Die Völker des europäischen Festlandes sind keine Ver- brecher, und nicht ihre Sünden sind es, die sie dazu ver- büßen haben. Und sie sind nicht willenlose Puppen in der Hand des allmächtigen Schicksals. Sie sind selber Schmiede ihres Schicksals. Und wenn sie zu der Einsicht gelangt find, daß diese Sisyphusarbeit ihnen nur das Mark aus den Knochen preßt und daß keine Möglichkeit ist, je das Ziel zu erreichen— wohlan, so ist eS mit der SifyphuSarbeit zu Ende, und statt die Felsblöcke deS Militarismus keuchend und stöhnend bergauf zu wälzen, können die Völker Europas ihre Kraft der Kunst, der Wissenschaft und der Industrie widmen, dieser Dreieinigkeit der Zivilisation, die jetzt von der bösen Dreieinigkeit der Infanterie, Kavallerie und der Artillerie platt an die Wand gedrückt wird.--- Und gerade auS Frankreich, das uns von den Hand- werksmäßigen Kriegshetzern als der ErzfriedenSstörer hin- gestellt wird, dringen Lichtstrahlen zu uns herüber, welche den Anbruch eines neuen TagS verkünden. In Frankreich werden die Uebel und Nachtheile des Militarismus mit einer Lebhaftigkeit empfunden, von der man in dem pflegmatischercn Deutschland keinen Begriff hat. In immer weiteren Kreisen kommt die Erkenntniß zum Durchbruch, daß Friede und Freiheit Zwillingsgeschwister sind, und daß eine„kriegerische" Revanchevolitik, selbst wenn sie„Ruhm" brächte, in jedem Fall ven Tod der Freiheit, das Grab der Republik wäre. „Sie thun Recht. Man darf die Rechnung nicht zu ftüh präseniiren." „Zumal einem Herrn, der noch gar nicht mit mir dinirt hat." „Wie denn? Haben Sie einen platonische« Verehrer gefunden? D i e Art ist doch in Paris sehr selten." „Ich Hab' ihn gefunden. Unsere Liaison steht aller- dingS erst am Anfang. Aber..." „Sonderbar! Wie alt ist er denn?" „Zwischen vierzig und fünfzig." „Und Sie sehen ihn oft?" „Täglich, zwischen vier und sechs in meiner Wohnung." „Und Sie plaudern mit ihm?" „Ja! Ich erzählte ihm mein Leben, und er giebt mir guten Rath." „Sie richten sich hoffentlich nicht darnach!" „Doch! Ich richte mich darnach. Ich gehe nur noch selten aus. Ein reiner Zufall, daß ick heut Abend bei Valentine war!... Clo-Clo hat mich abgeholt." „Hoffentlich thut eS Dir nicht leid?" sagte Clottlde. „Du hast ja an der Roulette fünfzehn LouiSd'or gewonnen, und das ist sicherer, als die Versprechungen Deines Herrn. Gefällt er Dir denn?"... „Offen gestanden, nein! Hübsch und distmgutrt ist er nicht. Er sieht so wie ein Kammerdiener auS." „Da» wäre spaßhaft, wenn e« Einer wäre." „O nein! Er drückt sich sehr gebildet, sehr gewählt auS. Nur eines ist sehr langweilig ber ihm: er spricht fortwährend von Jeanne von LorriS." „Ach! Und was sagt er denn von ihr?" fragte Desternay. ,©te sehe auS wie eine Frau aus den fernsten Kreisen, habe Vermögen, und ich könnte mir gar keine bessere Freundin wünschen. Er räth mir. sie so oft als möglich zu besuchen. Deshalb wage ich rhm auch gar nicht zu sagen, daß zwischen mir und Jeanne erne Erkaltung em- getreten ist. Er bildet sich ein, ich sehe sie alle Tage und fragt mich, was sie macht. Da muß ich mich denn immer herausschwindeln. ES wird mir aber schon langweilig. Zu wiederholten Malen schon waren wir in der Lage, Kundgebungen dieser Art verzeichnen zu können. Der be- redte Friedensappell JuleS Simon'S wurde neulich von unS erwähnt; und unsere Leser wissen, daß die Frage der internationalen Abrüstung bereits im Pariser Gemeinderath offiziell angeregt worden ist und demnächst auch die National- verfammlung beschäftigen wird. Wohl sind daS einstweilen noch vereinzelte Erscheinungen, allein sie entspringen doch einer tieferen Strömung de» Volkslebens, und insbesondere derjenige BevölkerungStheil, welcher das eigentlich bewegende Element vertritt, die Ar- beiterklasse, ist von glühender Friedensliebe beseelt und erblickt in dem Chauvinismus den gefährlichsten Feind Frankreichs und der Republik. Bei jeder Gelegenheit und in allen ArbeitSzweigen macht diese Gesinnung sich geltend. Man muß nur die französischen Fachblätter lesen. Der Gedanke einer allgemeinen Abrüstung taucht stets auf, wenn von der drückenden Steuerlast und von der noch drückenderen Militärdienstpflicht die Rede ist. In Südftankreich, in der Stadt NimeS, hat sich neuer- dingS eine speziell auf die Agitation in Militärkreisen be- rechnete Aaaociation des jennes arnis de la paix(Bund junger Freunde des Friedens) gebildet, welche nur junge Männer bis zum Alter von 25 Jahren aufnimmt und für einen internationalen Kongreß zum Behuf allgemeiner Ab- rüstung und für Einsetzung eine» internationalen Schiedsgerichts eintritt. Dieser Bund zieht seine Mitglieder Haupt- fächlich aus Arbeiterkreisen, und er gewinnt rasch an Mit- gliedern. Freilich, es darf auch nicht geleugnet werden, daß sich in Frankreich die Ueberzeugung befestigt, Fürst Bismarck plane eine monarchische Koalition gegen die Republik und ein zweite« 1792 in vergößertem Maß» stabe stehe bevor. Indeß das ändert nichts an der Thatsache, daß da» FriedenSbedürfniß immer kräftiger hervortritt und daß e» in den gesündesten Volksschichten das politische Denken be- herrscht._ TngmllkKorrefxonämzm. Hamburg, 11. Juli. Am 9. dieses Monats hatten die Obermeister und Vorstände der hiefigen Innungen, unter dem Namen„Jnnunasausschuß", eine gemeinschaftliche Sitzung. Es waren 45 Delegitte aus 20 Innungen anwesend. Mit manchen dieser Innungen steht es freilich nicht sehr„innig" hinstchtlich der Betheiligung der Meister, sondern ziemlich windig aus, wenn auch diese Zahl Delegirier aus„20 Innungen" stch sehr stattlich repräsentitt. Der Hauptzweck, welcher dieses Mal die Leutchen zusammen fühtte, war der noch immer nicht beendete Tischlerstreik. Zwar verkündeten die Delegitten der Tischler- Innung, daß der Streik als beendet anzusehen sei, wenngleich Und nächster Tage, wenn ich ihn noch fester habe, sage ii ihm alles,... daß Jeanne jetzt ihren Kopf für sp, habe,... und daß ich sie nicht mehr vergeblich befuchen will." „Was ist denn nur zwischen Euch vorgefallen?" „Ich weiß es nicht---- Vielleicht bin ich ihr jetzt lästig, wo sie sich zurückziehen will." Guntram verlor kein Wort des Gespräch«, während er dem Wirth seine Aufträge ertheilte. Auch Herr von Randal hörte sehr aufmerksam zu. Clottlde und Rosette wechselten ein ironische« Lächeln. Der Major nahm jetzt Platz, und seine erste Sorge war, das ihm unangenehme Gespräch zu wechseln. „Ach!" rief er,„sprechen wir doch nicht fortwährend von Abwesenden! Was giebt es denn Neues? Sie waren heute bei der Präsidentin, meine Damen?" „Bei welcher Präsidentin?" „Nun, bei der Valentine! In unserem Kreise hieß sie früher so. und zwar wegen der majestätischen Würde, die sie zur Schau trug. Und sie verdient den Titel wirklich. Vor zehn Jahren verließ ich Paris, und ich finde sie immer noch auf dem Posten." „Kommen Sie aus Aftika?" fragte Clo- Clo.„Ich habe dort viele Freunde in der Armee. Kennen Sie viel- leicht den Grafen Vournak?" „Den Bournak! Der ist ja in meinem Regiments Korporal! Aber Graf ist er nicht. Einen schlechteren Sol- baten giebt e» gar nicht. Erst kürzlich mußte ich ihn in strengen Arrest stecken!" „O! Er ist doch so nett!" „Das sagst Du nur, weil Du ihm seine paar Pfennige hast durchbrinaen helfen," meinte Rosette boshaft. „Das habe ich nie gethan. Mir schuldet er vielmehr noch Geld." „Dann werde ich es mir," meinte lachend der Major, „zur besonderen Ehre machen, ihn, wenn ich nach Gabe» zurückkomme, solange in den Arrest zu stecken, bis er seine Schulden bezahlt hat." Der Eintritt des WirtheS unterbrach die Unterhaltung. noch„100 als Anführer zu bezeichnende Leu te"die Arbeit nicht wieder aufgenommen hätt n. Der Kampf der Hamburger Tischlerinnung wurde als ein Kampf bezeichnet, den dieselbe gegen die gesammte deutscheGesellenschaft geführt hätte, weil den Streikenden aus allen Gegenden Deutsch> lands Hilfsmittel zugeflossen wären. Die Herren Tischler« innungsmeistcr sangen da den Kollegen ein betnibtes Lied, um deren Herzen zu rühren, worauf denn auch beschloffen wurde, daß sämmtlichen Innungen Sammellisten zugestellt werden sollen, um durch Zeichnung und Zahlung von Beiträgen den nothleidenden Tischlerinnungsmeistern, welche fich nicht mit ihren Gesellen vertragen wollen, hilfreich unter die Arme zu greifen. Den Arbeitern wurde bekannttich verboten, daß die ver- schicdenen Gewerke fich gegenseitig unterstützen. Es durfte in den Per- sammlungen des einen Gewerkes nicht einmal über die Arbeits- einstellung eines anderen in Diskusston getreten werden. Den Arbeitgebern ist alles dieses anstandslos erlaubt. Aus guter Quelle erfuhr ich, daß in oben angeführter Jnnungsausschuß- Sitzung sofort eine Summe von 20 000 M.von den Vertretern der anderen Innungen den bedrängten hartköpfigen Tischler- meistern zur Verfügung gestellt wurde. Auch wurde beschlossen, in Zukunft immer geschlossen und einmüthig von Seiten aller Innungen gegen die Arbeiter eines Gewerkes vorzugehen, wenn solche es fich beikommen lassen, die Arbeit einzustellen. Warum gestattet man eine gleiche Freiheit der Bewegung nicht auch den Arbeitnehmern, von denen der Staat doch mehr cinzubekommen hat und mehr Steuern zieht, als von den paar Jnnungs- meistern? Es werden übrigens auch wohl die Bäume der Innungen nicht in den Himmel wichsen! Vom Vcrbandsoerein der Tischler Hamburgs, d. i. von Seiten der Arbeiter, werden dagegen die Namen von über 200 Arbeitgebern veröffentlicht, welche die Vereinbarung mit den Arbeitern unterzeichnet haben und deren Werkstätten als geregelt gelten, in denen die Arbeit demnach wievcr auf- genommen ist. Nur die Herren Innungsmeistcr streiken weiter und lassen fich von ihren Innungskollegen unterstützen. Hoffentlich gelingt es dm wieder in Arbeit getretenen Tischlern, ihre noch ausstehenden Kollegen über Waffer zu halten, bis die Innungsmeistcr mürbe geworden find. Wenn es, wie die letzteren aussagten, wirklich nur noch„hundert Anführer" find, so kann die Sache fich schon machen und endlich diese an- dauernde Differenz zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern doch noch zu Gunsten letzterer beendet und endgiltty beigelegt werden. Wenn die Behörde, gleichwie den Ärdertern, auch den Jnnungsmeistem die Sammellisten verbieten würde, so hätten die Herren Tischlermeister auch schon nachgeben müssen. Die Forderungen der Ewerführer, über deren Differenzen mit ihren„Baasen" ich seiner Zeit berichtete, find nun am 7. Juli in einer gemeinsamen Sitzung unter dem Vorfitze des Vorfitzenden der Handelskammer, Western, und deffen Sekretär Dr. G ä t s ch o w, endgiltig geregelt und meist be- willigt wmden. Ihre Arbeitszeit dauert darnach von Morgens 5* Uhr bis Abends 7 Uhr, mit je nach Umständen entsprechen. den Frühstücks- und Mittagspausen von Ii— 2% Stunden. Der Tagelohn beträgt 4 M., Sonntags 5 M. Ueberstunden werden mit 50-60 Pf. bezahlt. Unser gestrenger, hochgebietendcr Polizeiherr, Herr Senator D r. H a ch m a n n, hat jetzt eine sechswöchentliche Urlaubsreise angetreten. Einstweilen verficht das Amt des Polizeiherrn jetzt Herr Senator Dr. Lappenberg. Politische Uebrrstcht. Ale Kttzunge« de» K«ude»rath« sollen nach einer Meldung der„Post" im September wieder aufgenommen wer den, besonders schon deshalb, weil am 30. September eine Reihe von Verfügungen auf Grund des So- zialistengesetzes erlassen werden muß. Es läuft nämlich an diesem Tage der kleine Belagerungszustand über Berlin-Potsdam rc., Frankfurt a. M.'Hanau>Offenbach, Hamburg- Altona und Stettin ab; hierzu find also Anträge erforderlich von Preußen, Hessen und Hamburg. Zum Unt-rfiaatvsekretär im Ministerium de» Innern an Stelle des Herrn Herrfurth soll nach der„Kreuz- Leitung" der bisherige Direktor in diesem Ministerium Geh. Oberregicrungsrath von Zastrow ernannt werden. Die Direktorstelle soll Geh. Oberregierungsrath Braunbehrens er- �&«» der prari» der Unfallverstcherung scheint man, wie die„Voss. Ztg." hervorhebt, bei der Feststellung des Eni- wurfes der Altersversorgung der Arbeiter in manchem Punkte gelernt zu haben. Ein' Beispiel dafür ist auch der„Ungebin- derte Ausübung der Funttionen" überschriebene§ 47, welcher lautet:„Die Vertteter der Verfichetten haben in jedem Falle, in welchem fie zur Wahmehmung ihrer Obliegenheiten beritten werden, die Arbeitgeber hiervon in Kenntniß zu setzen. Die Nichtleistung der Arbeit während der Zeit, in. welcher die de- ieichneten Personen ourch die Wahrnehmung jener Obliegenheiten an der Arbeit verhindert find, berechtigt den Arbeitgeber Er brachte einen Korb verlockender' Weinflaschen herbei. Die Silberkübel standen bereits auf dem Tisch, in denen der Roederer auf Eis lag, und die Damen knabberten schon an ihren Hummern. „Da fällt mir ein," rief plötzlich Martine,„kennen Sie denn schon die Geschichte, die am letzten Sonnahend bei der Valentine passirt ist?" „Was für eine Geschichte?" fragte Desternay.„Ach, jetzt weiß ich! Sie meinen die Geschichte von der tobten Engländerin." „Bewundern Sie meinen Muth: ich habe sie mir in der Morgue angesehn!" „Dann müssen Sie sie doch wiedererkannt haben. Ich zeigte sie Ihnen ja im Zirkus. Die Engländerin ist die verschleierte Dame, die Zeannen von LorriS so auf- fiel."..,. „Da will ich wetten, daß diese Jeanne, die jetzt so mit ihrer Tugend prahlt, noch denselben Abend bei Valentine war! Während sie mich in ihrem Wagen bis zur Rue MoSnier brachte, war sie so in Gedanken versunken, daß sie kein Wort mit mir sprach, und als ich sie verließ, gab sie ihrem Kutscher Befehl, nach der Ecke der Rue de Berry und deS Boulevard» Haußmann zu fahren, das heißt also in die größte Nähe der Rue de Ponthieu. Ich war eben im Begriff, in mein HauS zu treten, und sie dachte nicht daran, daß ich hinter der Gitterthür ihre Worte hören mußte." „Sonderbar; Jeanne hat mir gar nichts davon erzählt," dachte Guntram. „Wenn Frau von LorriS wirklich bei Valentine war," erwiderte Desternay,„so folgte sie ja nur dem Rath, den ich ihr vor Ihnen, liebe Kleine, gab, und sie hätte aar keinen Grund, daraus ein Geheimniß zu machen. Sie wollte ja einfach nur Nähere» über die Fremde wissen, der sie früher begegnet zu sein glaubte. Ich habe Jeanne seit- dem gesehen, aber ich vergaß, sie zu fragen, ob sie den Weg nach der Rue de Ponthieu unternommen habe. UebrigenS reden die Zeitungen von der Affaire gar nicht mehr, die sich dort zugetragen hat." „Ich versuchte, Valentine zum Plaudern zu bringen," nicht, das Arbeitsverhältniß vor dem Ablauf der vertragsmäßigen Dauer desselben aufzubeben." Die unangenehmen Zwischenfälle, welche fich an die Theilnahme der Arbeitervertteter an den Geschähen des Reichsveificheiungsamtcs knüpfen, haben wohl Veranlassung zu dieser Vorschrift gegeben, ob fie hinreichen wird, um alle Reibungen zu vermeiden, bleibt sehr dahin« gestellt. Den Ktreit innerhalb der konservative« Partei «der die Stellungnahme»nm Kartell dauert fort. Die „Nordd. Allg. Ztg." giedt mit Behagen eine Auslassung des Wahlverein der Deutschkonservativen herausgegebenen vom Organs, der„Konservaiiven Korrespondenz" wieder, welche kon statitt, daß lhatsächlicke Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Konservativen wirklich bestehen. Die Ausdrucksweise der „Kreuzzeitung" über das Kartell, so führt dieses Organ aus, treffe nicht die Anficht und den Geschmack aller Konservativen. — Es genügt, zur Beurtheilung der thatsächlich bestehenden Verhältnisse diese Spallung innerhalb der Konservativen hervor- zuHeben. Die Kerichte der Fabrikinsprktore« für das Jahr 1887 find dem Vernehmen nach eingegangen und werden zu einem Generalberichte verarbeitet. Diese seit dem Jahre 1885 beliebte Methode hat mancherlei Mißstände zur Folge. Sie veranlaßt einmal eine erhebliche Verspätung, denn die Aus- arbeitung des Generalberichts erfordert selbstverständlich erheb- liche Zeit, und daher kommt es, daß die Berichterstattung über die Fabrikinspeltion in den deutschen Landestheilen für das verflossene Jahr noch heute nicht vorliegt, während die Be- richte der schweizer und der österreichischen Gewerberäthc längst veröffentlicht find. Nach der seit 1885 befolgten Methode gelangen femer die Berichte selbst, die Quellen, aus denen der Generalbericht schöpft, gar nicht zur öffentlichen Kenntniß, und das Auslegen jener im Reichstage kann diesen Mangel nicht ersetzen, weil die Auslegung nur den Reichstags- abgeordneten zu Gute kommt, welche ihrerseits auch auf das Einsehen in den Räumen des Reichstags beschränkt sind und ein eingehendes Studium der Originalberichte zu Hause nicht vor- nehmen können; für diese Originalberichte aber inttresstren fich, außer den Reichstagsabgcordneten, die Nationalökonomen und die Arbeiterpresse. Endlich aber enthält der Generalbericht doch nur ein Referat, und der Leser muß fich mit der Darstellung begnügen, welche der Referent giebt; mag dieser nun auch be- müht gewesen sein, aktcnmäßig zu referiren, und mag auch der Generalbcricht keiner Zensur, wie die Handclskammerberichte, unterliegen, so ist und bleibt es doch eine mißliche Sache, daß Niemand weiß, ob nicht doch Wesentliches geändert ist, und ob nicht hie und da von der Darstellung des Fabrikinspettors ab- gewichen wurde. Es scheint daher überaus wünschenswerth, daß zu der früheren Methode zurückgekehrt wird, und daß die Be- richte der Fabrikinspektoren so veröffentlicht werden, wie fie er- stattet find. Sparsamkeitsrückfichten können hier doch nicht maß- gebend sein, denn so armlist das Deutsche-Reich wohl nicht, daß es nöthig haben sollte, in einer solchen Angelegenheit Dmckkostm zu sparen. Gheschetdungen. Ein getreues Spiegelbild unserer witth- schaftlichen Zustände bietet die Zunahme der Eheschei- d u n g s p r o z e s s e in den Jahren des„wirthschaftlichen Auf- schwungs" dar. So wurden bei dem Landgericht 1 zu Berlin, bei welchem für die Bearbeitung der Scheidungsprozesse eine eigene Zivilkammer mit zwei Abtheilungen eingerichtet ist, im Jahre 1886 mehr als 2200 Scheidungen eingeleitet; eine Zahl, die nur wenig hinter der in demselben Jahre geschlossenen Ehen zurücktritt. Nimmt man die Dauer eines jeden solchen„Schei- dungsverkahrens" auf nur durchschnittlich Ii Iahren an(was mit Rücksicht auf den hier gerade sehr geläufigen Rechtsmittel- weg nich' zu hoch gegriffen), so ergicbt fich, daß in Berlin unter 1000 Personen jahraus, jahrein sechs in einem so bedauerns- werthcn Streite, wie die sog Ehescheidung es ist, verwickelt find! Die unerquicklichen„Scheidungsgründe" entrollen ein er- schreckendes Bild des Elends unserer unteren Volksklassen und der Unzulänglichkeit der Richter. Mangel an Unterhalt, bös- williges Verlassen und lüdcrlicher Lebenswandel des einen Tbeils füllen die Ruhriken. Die Ursachen dieser gesetzlichen Schei- dungsgründe, die auf grobes Verschulden hinauslausen, bestehen hinwiederum in häustger Arbeitslofigkeit, geringem Verdienst des zum Unterhalte verpflichteten Familienhauptes, in gesteigerter Familienlast, kurzum in allen Erscheinungsformen wirthschast- lichen Elends. Als der klagende Theil erscheint deshalb auch in den meisten Fällen die Ehefrau. Die Verhandlungen über ihre Klagen in den Ehescheivungskammern find die beredtesten Zeugen für die Wirkungen des herrschenden Witthschaftssystems und Ehegesetzcs.— Die Möglichkeit, unglückliche Ehebande zu lösen, muß erleichtert werden. Schutzzoll für Gemüse. Als vor einigen Monaten be- richtet wurde, daß die in Düsseldorf abgehaltene General-Ver- sammlung des deutschen Gemüsegärtner- Verbandes beschlossen hahe, für gewisse Gemüsesorten einen Schutzzoll von 10 M. pro Kilo zu verlangen, begegnete diese Angabe viel- fachem Mißtrauen, weil man es für unvenkbar hielt, daß wirtlich Schutzzölle von solcher Höhe gefordert werden könnten.'Neuer- dings hört man aber von einer Petition, in welcher Hamburger erwiderte Martine Ferette.„Sie war aber bis oben zuge- knöpft und als ich den Namen der Frau von LorriS nannte, warf sie mir einen Blick zu!... Ich drang nicht weiter in sie, weil ich mich nicht mit ihr beim ersten Besuch ent- zweien wollte." „Hier erfährt man ja sehr viel," sagte sich der Major. „Ein recht belehrendes Souper! Morgen werde ich mit Jeanne eine längere Auseinandersetzung haben müssen." „Wir können uns über Frau Rodin wirklich nicht be- klagen," meinte Rosette.„Sie war sogar so liebenswürdig, uns das Zimmer zu zeigen, in dem die Engländerin im Schlafe gestorben ist." „Das stimmt. Und das Zimmer ist wirklich herrlich ausgestattet. Da ist ein Bett, ein Himmelbett mit Säulen... ganz im Style Louis XIII.... so etwas Schönes habe ich noch nicht gesehen! Ich will auch meinen Liebhaber bitten, es mir zu kaufen... richtig, er hat mir ja eine Einrichtung versprochen!" Guntram gerieth immer mehr in Ueberraschung, als er Martine so reden hörte, und er wunderte sich, daß Jeanne ihm so viel verheimlicht habe. Er hatte sie aller- dingS nicht näher nach den Umständen deS Ereignisses, das ihre Tochter zur reiche» Erbin machte, geftagt, aber er besann sich, wie bestürzt fie geworden, wie verwirrt ihre Antworten gelautet hatten, als er das Testament entdeckte, das im Medaillon vcrhorgen war, und er begann zu ahnen, daß ein Geheimniß dahinter stecke, das er aufklären müsse. Desternay legte dem Geplauder MartinenS keine Wich- tigkeit bei und amüsirte sich nur darüber. Herr von Randal hörte die stückweise Unterhaltung mit an, ohne selber daran theilzunehmen und schien sich nur mittelmäßig dafür zu interesfiren. Die Leidenschaft aber, mit der Martine von dem Bett im Style Louis XIII. sprach, rief ein Lächeln auf seinen Lippen hervor, und er änderte seine Haltung. Er sah daS blonde Kind, das ihm gerade gegenüber saß, scharf an, und man merkte an seiner Miene, daß er sich anschickte, am Gespräch theilzunehmen. „WaS?" rief Rosette,„Du würdest in dem Bett zu schlafen wagen, in dem die arme Fnau gestorben ist!" t Maßregeln " für die orstehenden x Börse verb n der Lage te ist keine rden, das entnehmen, er selbst ar nt werden. iftdaum" fr schezr B lieber vor de: ausdrücket ne Vermisch! ttflnden. Gin rech Gärtner bereits im November v. I. Vorschläge gemacht me nicht hinter denen der in Düffeldorf versammelt ger Gemusegärtner zurückbleiben. Die Hamburger Gärtner für abgeschnittene Blumen einen Zollsatz von 15 M. pro wr frisches Obst von 2 M. pro Kilo, für Obstbäume 1' für Zierpflanzen und Conifcren 10 M., wenn sie ohne' eingerührt werden(wie vorsorglich!) aber 20 M,, für femes Gemüse 40 M., für gewöhnliches Gemüse 5 K �uecmffartoffeln vo" April bis 20 M.. für Blumen« 40 M. pro 100 Kg. emvfohlen. Die Hamburger wollen in erster Linie die Einfuhr von abgeschnittenen und frischem Obst treffen, baden fich daher für Zollläi 1500 und 200 M. pro 100 Kilo entschieden, die in Di" versammelt gewesenen Gemüsegärtner dagegen wollten fuhr von Möhren, Rothrüben, Carotten, Spinat. Hob mozlich machen und einigten fich daher für diese Gern einen Zollsatz von 1000 M. pro 100 Kg., während die Redaktionen d bvrger Gärtner hierfür 40 M. für ausreichend erachteten., er„Bayrische kurzlich m einer Versammlung von Gärtnern in HamdmiSerrch steht,! gethettt worden ist. soll der Bundesrath seit einigen Mber das Bcgi lebhaft mit den Gärtner-Petiiionen beschäftigt sein.«ngen:„Die Die Derlogentzrit der Kartellpresse wird voußeichenbegängr Leipziger„Wähler" an einem besonders charakteristischen»afte Gefühl i wieder einmal nachgewiesen. Das Arbeiterblatt schreibt: stopfe durchdr sich unsere Leser zu erinnern wissen werden, ging vor lo irostituirten tl Zeit durch die gesammte Kattellpresse eine„Sensationsnal ekanntlich ein (wenigstens wurde fie von dieser Presse als solche beblstaft vollstänt nach welcher„eine von Basel kommende und nach Leirjot schöner ei stimmte Kiste als verdächtig von der Zollbehörde in ßw bewunder fürt a. M. angehalten und geöffnet sei; man fand darin M*?" die g oder acht große Kuchen und als man einen davon anDt hier mit d mehrere tausend Eremplare des„Sozialdemokrat". Vtt der, gerade bi mit denjenigen Exemplaren derselben Nummer, die in der® � klerikalen! herausgegeben wurden, zeigte fich. daß der Inhalt weit geh Wer mir billi und aufreizender in den für Deutschland bestimmten Crem... war."— Der Verleger des Blattes erließ damals eine-.Po h rung, nach welcher die ganze Nachricht als Erfindung"°«eleu leumdung hingestellt wurde. Wir selbst, abgesehen vo> berechtigten Zweifel, den wir überhaupt an der! i( Sache hegten, sahen höchstens einen Haupt oder—-' an der Arbeit. Aber auch dieses trifft nicht «ttzig Zeuge, Wft wir jetzt erfahren, ist an der ganzen Geschichte' W" 4,�!�!., Wort; erstens weiß von den Frankfurter Zollbeamten � zu habe Niemand etwas davon, und zweitens werden selbst verdi PWi unv Sendungen nur einzig und allein von der zuständigen*'3� �! fich biefelt r in den V rechtigung d iß es zwar n i-lche fich b< ■rch gesetzlich! tiges Borge behörde der Empfangsstation untersucht. was hier also i wäre. Auf einer Zwischenstation, wie hie war, findet dergleichen nie statt; es werdi Sachen der Empfangsstation resp. der dortigen Zoll! fignalisttt.—.Hiermit dokumentitt fich am besten die Ä heit der Kartellpreffe. Die ganze Geschichte, welche williger Erfindung beruht, hatte keinen andern Zweck. .�Spießer" Angst und Schrecken einzujagen über die sch Sozialdemokraten und ihre noch schrecklichere Literatur. diesem Falle sogar in einem schrecklichen Kuchen eingesrb' werden sollte.— Die Reporter derartiger„sensationeller'%n Nachtheile nchten werden für die Folge etwas vorfichtiger sein müfi�meifelhaft ver nicht Nachrichten in die Welt posaunen, welche die«Sfemse und bi, der Luge an der Stirn tragen, sonst glaubt fie schlieWschäfte stellei für solche Nachrichten sonst sehr zugängliche„Spießer Deschäfte über nicht mehr. Dann verfehlten diese„schrecklichen" Ariiwhnen durch bi Zweck! Jrwüchfen. j v«"» Ehrenberg. Unsere gestrige Notiz, bstiPiaarenabzahli diesen Herrn, haben wir in einem Punkte zu ergänzen- ms der Ari für Ausnahmegesetze schlechtweg plädirt der biedere Wüch andere das Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokraten beirc� als etwas Selbstverständliches— er hat anderes Wild i# Der lange Titel, den wir gestern nur auszugsweise mit%ilt(* nämlich unverkürzt:„Demokratische Moral und Justiz.% Erlebnissen eines Deutschen in Zürich, zugleich ein' die Nothwendigkeit von Ausnahmegesetzen gegen welche nur Zustände anstreben, die den Züricher Siu---, tungen gleichen." Also Ausnahmegesetze gegen die v. s ch r i t t l e r will Herr von Ehrenberg, denn die Fol_ find doch nach den herrschenden Polizei- und Junkervi Republikaner und erstteben als solche„Zustände, 0 Züricher Staatseinrichtungen gleichen". Es ist blos et» Halm, was da vor uns fliegt, aber Strohhalme fliegen n> selbst. Und diese„Idee" rst sicherlich nicht auf dem Herrn von Ebrenderg gewachsen. jestimmung bi Der„Deutsche K uernbnnd" versendet soeben! herhaupt schn en Knauer Mffc Abzablun ricW ständen d g verkaufen thigen Werl eser Verkauf, ~.re. Nähme !!|t häufig au "odus der su äherinnen, 3 m Erwerb mit kaum zu würde ein litteln für d Zweifel vielfai seinen bekannten agrarischen Präfidenten formulare an den Reichskanzler, in denen verlangt... 1) die zollfreien Lager aufgehoben werden, 2) die zollftZ arbeitung des ausländischen Getreides in den deutschen aufhört, 3) an den Produktenbörsen das ausländische getrennt von dem inländischen notitt wird, und daß von Sotten tliormalmuster bei Zeitkäufen zu Grunde gelegt' Die Petitionen sollen von Bauern und Ackerbürgern, und Häuslern. Hufnern und Einspännern, sowie von jedermann unterzeichnet werden. Die Petenten freuen — � zürnt, die, „Gewiß; ich bin nicht abergläubisch. Und b�er Swdentt, hörte eS ihr ja gar nicht, und es ist reiner Zufall,?ür das Ticke, soll, daß „usgegenstäi Manchen Mißj rbeitet wer! Die Ans de neu der ei Valentine will übrigens darauf verschieden ist. verkaufen." „Weshalb denn?" fragte Guntram. „Ja, sie behauptet, eS bringe ihr Unglück. nächster Tage zur Auktion schicken." „Ich hätte eS gern gesehen." „Sie zeigt eS Ihnen mit der größten Bereitwillig und wenn Sie zu ihren Freunden gehören, zeigt sie auch das„Observatorium". Dys ist aber ein ko Ding! Denken Sie nur, es ist da ein ganz dunkles und in der Wand sind Löcher, so daß man in daS sehen kann, in dem die Fremde gestorben ist." (Fottsetzung folgt.) An« Knust««d Letze«. Ein Mikrocephale. Auf der Klinik des Host fcssor Nothnagel befindet fich seit dem 25. Juni d.& Bmigrob in Galizien gebürtiges Individuum, das der% Kleinheit und Gestalt seines Kopfes und des voll!'! Mangels an Intelligenz wegen höchst abnorm ist. Der liche ist 18 I ihre alt und vollständig entwickett, aber normalen Körper fitzt ein auffallend kleines, gegen de� fpttz zulaufendes, an beiden Seiten sowohl als an der v abgeflachtes Köpfchen, das jäh hin und her bewegt nns.« Kopfchen bat die Größe des Kopfes eines zwei- bis Kindes. Das Geficht ist gut entwickelt, die Nase springend, der Unterkiefer etwas kleiner, die sehr gelichtri find nach vorne geneigt. Das Individuum stellt ei» totalen Idiotismus dar. Auf Fragen antwortet, Mann gemeiniglich mit dem undeutlichen Motte„Iocio ihm in letzter Zelt mehrere Motte beigebracht y befitzt einen starken Nachahmungstrieb, jedes Wort er ohne Schwierigkeiten und ahmt jegliche Bei Verlangen nach. Äehnlich wie ein Kind, hat er Bette allerhand Spielzeuge, so eine Puppe, die er> dttbigenthümer md drückte ti -ufgehe und e Ingen, seine Sie"md gegen E •inigen Tager sesung dem 2 e Miene bi eder, mustei ig und r gungen mi K-Ä-l oihnagel.( undcrt an, iewegungen inen Mienei im:„Guten errn?" frax r lacht fie a rüder, küßt che. Auf t ich macht ei schreiben! _;t es an da örers. Aü ritten um! und wurd thnagel ki lgende Be likrozephal lches in öpfbewegunx f das lebha d Unlust, er nichts, n eine Reih Hierseti alle d Thiere. ögen, zu __.. tAt Mahregeln gegen die Berliner Produltenbörse, den„Gift- nmett geir��" ,)'e Landwirthschaft, und hoffen, daß ihnen bei der Gärtner 15 M. m stbäume 1< : ohne Er! M., für i tüfe 5% Blumenji bürg« littencn ür Zollsä ie in D'" orttehenden Roggenmißernte die Preise nicht wieder durch ■t Börse verdorben werden, wenn ihre Petition Gehör findet. in der Lage d« Konsumenten bei der bevorstehenden Miß- te ist keine Rede. Die großen Mühlen aber sollen genöthigt irden, das Getreide nur von dem„Deutschen Bauernbund" entnehmen, der dann die Preise nach den Produktionskosten, « selbst aufstellt, berechnet; das rusfische Getreide soll ver» nt werden. Damit aber die Getreidewucherer, die unter dem iftdaum" für die Landwirthschaft an der Börse fitzen, dem eutschyr Bauernbund" den zu erwartenden Gewinn nicht »ieder vor der Nase wegschnappen, wie die Herren Petenten -,. rh ausdrücken, sollen die zollfreien Läger aufhören und sollten die itoe Vermischung des deutschen und rusfischen Getreides soll at. RoMißHRnben. ieie GemF Gj« recht kollegialischr« Uerhiiltniß scheint unter den hrend die Redaktionen der Münchener Blätter zu herrschen. So schließt erachteten, er„Bayrische Kourier", nebenbei bemerkt, ein Blatt, das im x HamburtSerrch siebt, Beziehungen»um Hofe zu haben, einen Bericht inigen Mb« das Bcgräbniß einer Prostituirten mit folgenden Bemer- ein. ingen:„Die zahlreiche Betheiligung der Prostituirten an dem wird vo»«eichenbegängniß einer der Ihrigen bewies übrigens das leb- teristischen aste Gefühl der Solidarität, von der auch diese traurigen Ge- schreibt: Köpfe durchdrungen find; in dieser Beziehung stehen selbst die ing vor iqprostituirten thurmboch über den„Neuesten Nachrichten", denen isationsnaAekanntlich ein Gefühl für Kollegialität und Jnteressengemein- >!che bebaxhaft vollständig mangelt. Auch das verworfenste Laster kann nach LeipHvcb schöner erscheinen wie die satte Tugend der Bourgeoifie." örde in bewundern, so antworten nun darauf die„Neuesten Nach- ind darin hhten", die geschmackvolle Phantasie des„Bayr. Kourier", der davon ani&h hier mit der Leiche einer Prostituirten identifizirt, bedauern -at" Vetfß"' gerade deshalb uns an dem etwaigen Leichenbegängniß e in der 3*� klerikalen Blattes nicht betheiligen zu können— was unsere it weit aeiveser nur billigen werden. nten ffren* D-r Handlanger Kierey» von den„Dresdener Nach. „rols eine Pohleyk, jetzt in Berlin„an der Quelle" sitzend, % V&SS; IN der oder nicht ckte ke'n illbeamten selbst ver" uständigen hier also% ochenblatt" jetzt schreibt, hat Herr Pohlenk da die Unwahrheit sagt. Er ist leider in Dresden noch sehr wohl gekannt und infzig Zeugen find bereit, die Identität festzustellen. Herr lohlenk scheint für seinen Beruf noch etwas zu viel Scham« übl zu haben. Er sollte doch bedenken, daß politischer Farben« chsel und Scrvilität heutzutage Tugenden find, welche hoch- schätzt und natürlich auch entsprechend belohnt werden. „TPr n„u Tristen zber»chtigu«g der Absahinngsgefchäfte �„kkiirtK�öt die„Bayrische Provinzial�Corrcspondenz": In dem lerl» sür das Jahr 1887, den die Handelskammer von Karls- '" o-iiwsubc an das badische Ministerium kürzlich erstattet hat, beschäf- sich dieselbe mit der bei uns in Bayern in neuerer Zeit " Kr rn den Vordergrund getretenen Frage über die Existenz- �'erechtrgung der Abzahlungsgeschäfte. Die Kammer erkennt an, Zwecr, Mlß xg zwar wünschcnswerth sei, den mancherlei Mißbräuchen, i l$e der den Abzahlungsgeschäften eingebürgert haben, r.ncraiur�urch gesetzliche Bestimmungen zu steuern, glaubt aber ein vor- «ngelcm�tiges Vorgehen empfehlen zu sollen, damit nicht zugleich mit stroneller len Ziachtherlen auch die mit den Abzahlungsgeschäften un« ern mum*jweifelhaft verknuvsten Vortheile vernichtet würden. Die höheren be die VMeise und die scharfen Bedingungen, welche die Abzahlungs- ischäfte stellen, seien ein Korrelat für das Risiko, welches diese leschäfte übernehmen, und für die Mühen und Kosten, welche inen durch die Ratenzahlungen und das Einziehen derselben wüchsen. Zudem sei zu berücksichtigen, daß außer den aarenabzahlungigeschäften, deren Kunden sich vorzugsweise s der Arbeiterdevölkerung rekrutiren, auch noch zahl« ich andere Geschäfte vorbanden find, welche unter ständen die von ihnen geführten Gegenstände auf Abzah- g verkaufen. So kaufen eine große Anzahl Handwerker die thigcn Werkzeuge und Maschinen auf Abzahlung, ohne daß eser Verkaufsmodus je als Belästigung empfunden worden äre. Nähmasckineu, musikalische Instrumente u s. w. werden ihr häufig auf Abzahlung verkauft und oftmals giebt nur der itodus der succcsstven Abzahlung den kleineren Handwerkern, iäherinnen, Musillehrern u. dgl. mehr die Möglichkeit, sich die rm Erwerb nöthigen Instrumente zu verschaffen. Es dürfte mit kaum zu bestreiten sein, daß einzelne Abzahlungsgeschäfte iklich dem Bedüifniß des kleinen Mannes entsprechen, und würdc� ein etwaiges Verbot gegen den Vertrieb von Hilfs- itteln für den Erwerb durch die Abzahlungsgeschäste ohne weifel vielfach schädlich wirken. Da aber eine genaue Begriffs» Bestimmung dieser Hilfsmittel kaum möglich sei, so werde es let soebci�dxrhaupt schwer halten, mit gesetzlichen Bestimmungen gegen !Me Abzahlungsgeschäfte vorzugehen, womit aber nicht gesagt fie schlief Notiz, dl ergänzen' cdcrc en betrei i Wild«« inlltheilti Justiz." en die die Foi i Junkcrdl ände, dtz blos ein' fliegen nit f dem M au« �. langt vie zollfreü, eutschen ndische > daß von ie gelegt' irgcrn, sowie vlN> freuen("r soll, daß bei Abzahlungsgeschäften, welche vorzugsweise �usgegenstände, wie Schmuck, Uhren u. dgl. führen, nicht mchen Mißständen durch gesetzliche Bestimmungen entgegen- arbeitet werden könne. Die Aufhebung de» Verbots de«„Aefstschen Volks- eund", der von dem Großherzoglichen Kreisamt beim Er- inen der ersten Nummer als Fortsetzung der sozialisten- in daS t." zürnt, die er gelegentlich prügelt und der er bereits den Kopf Abgerissen hat, eine Glocke, eine Uhr u. s. w. Als ihm einer Und kg# Studenten seine Uhr zeigte, interesfirte er sich sehr lebhaft Zufall,'nür das Ticken derselben, bewunderte deren Werk, und als d« iaenS daiffigenthüm« sie einstecken wollte, führte er dessen Hand zur Uhr ö»nd drückte mit seiner Hand auf die Feder, damit der Deckel mfgehe und er das Werk nochmals bewundern könne. Aeußer> _. ingen, seine physischen Bedürfnisse betreffend, macht er nicht, äck. Sie �nd gegen Essen und Trinken hält er sich ganz passiv. Vor sinigen Tagen wurde« von Professor Nothnagel bei der Vor iesung dem Auditorium vorgestellt. Als er einstat, machte er iUne Miene des Erstaunens über die neue Umgebung, setzte sich irettroiu'iiweb«, musterte fort und fort die Anwesenden, drehte eigen- zeigt stt Mig und rasch den erhobenen Kopf umher, machte Be« ' ein kow»egungen mit den Händen, als ob« spielen möchte, und v»nkleS ZßMe auf den und jenen der Anwesenden mit dem Finger. geht's Julius?"(dies sein Name) fragte ihn Professor othnagel. Er nickte mit dem Kopfe, schaute den Professor ver« uudert an, murmelte sein übliches„Jacko" und setzte seine : kart. Da kam seine Wärterin, die er, wie aus . schließen war, zu erkennen schien. Sie sagt ß*•'ö,, f?v?it8e�k" Er antwortet ebenso.„Kennst du den te«. ..(lucö macht er nut dem �lnstlfte, ben er am Halse aufgehängt t, schreibende Bewegungen. Dann nimmt« ein Stethoskop, ;t es an das Ohr und setzt es ganz richtig an die Brust eines örers. Aufgefordert, ging er mrt festen und normalen ritten umher. Jndeß entfernte sich die Wärterin; er suchte und wurde, als er fie nicht fand, ganz verstimmt. Hofrath thnagel knüpfte an die Borfuhmng dieses Individuums ilgende Bemerkungen: Diese Mißbildung nennt man likrozephal(Kleinkopf). Man steht da ein Gebahren, lches in den Bewegungen, in der Haltung, in den opfbewegungen, in den Gesten, kurz im ganzm Wesen f das lebhafteste an einen Assen erinnert. Er venath Lust id Unlust, er ist also allen Affekten zugänglich; das ist er nichts, was ihn vom Thiere, vom Affen unterscheid«. Er eine Reihe von kleinen Kunstfertigkeiten in der kurzen Zeit nes Hierseins erlernt— alles Dinge, die auch ein Affe alle diese Dinge unterscheiden ihn ad« in nichts von iem' Thiere. Eines allerdings unterscheidet ihn. nämlich das ögen, zu sprechen, vielmehr noch der Klang seiner Sprache. es Host« ini d. vv, 's deraU" Ves voll!' ist. Der- st, aber -gen, an d«� wegt « bis v-j| N-ch ellt««J icht w? Wort Bei" iat-r,. vie er>" gesetzlich v«botenen„Hessischen Bürgnzeitung" verboten worden war, wird von der Reichskommisfion folgendermaßen begründet: Reichs-Kommisfion. B«lin, den 27. Juni 1888. Auf die von dem Verleger der periodischen Druckschnst: .Hessischer Volkssteund, Organ für dteJntereffen verarbeitenden Zevölkemng", Heinrich Müller zu Darmstadt erhobene Be- chwerde gegen das von dem Großberzoglichen Kreisamte Darm- itadt unterm 31. März d. I. erlassene Verbot der Nummer 1 owie des ferneren Erscheinens dieses Blattes hat die Reichs- kommisston in ihrer Sitzung vom heutigen Tage beschlossen: der Beschwerde stattzugeben und demgemäß das er- wähnte Verbot wieder aufzuheben. In Darmstadt erschien bis 21. März d. I. im Druck und Verlag von Heinrich Müller daselbst eine periodische Druckschnst unter dem Namen:„Hessische Bürgerzeitung". An dem ge- nannten Tage erließ das Großherzogliche Kreisamt Darmstadt auf Grund des§ 11 Abs. 1 des Reichsaesetzes gegen die ge- meingefäbrlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 ein Verbot der Nummern 68 und 69 d.d. 20. und 21. März 1888, auf Grund des Abs. 2 des gedachten § 11 das Verbot des ferneren Erscheinens der genannten Zeitung. Gegen dieses Verbot hat weder der Verleger der„Hessischen Bürgerzeitung", noch eine der anderen Personen, welchen nach § 13 des vorgenannten Gesetzes das Beschwerderecht eingeräumt ist, Beschwerde erhoben. Am 28. März 1888 wurde nun von demselben Drucker und Verleger in Darmstadt die Stummer 1 einer neuen Zeitung herausgegeben, welche„Hessischer Volks- reund, Organ für die Jnt«essen der arbeitenden Bevölkerung titulirt ist. Das Kreisamt Darmstadt hat hierauf mit Ver- ügung vom 31. März d. Js. unter Berufung auf 8 11 Abf. 1 und 2 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878, und unt« der Mo- tivimng, daß diese neu erschienene Zeitung lediglich als eine Fortsetzung der durch Erlaß vom 21. März verbotenenen„Hessi- chen Bürgerzeitung" zu betrachten sei, auch diese Zeitungs- nummer und' das fernere Erscheinen dieses neuen Blattes ver- boten. Nur gegen diese Verfügung vom 31. März hat Verleger Heinrich Müller Beschwerde erhoben, und da anderseits unbestritten ist, daß der Inhalt der besagten Nummer 1 des„Hesfi- cher Volksfrcund" keinen Anlaß zu einer Beanstandung im Sinne des 8 11 Abs. 1 des Gesetzes vom 21. Ostober 1878 giebt, so hatte sich die Entscheidung der Reichskommission ledig- ich mit der Beantwortung der Frage zu befassen, ob das ge- nannte Kreisamt berechtigt war, aus dem oben angegebenen Grunde die fragliche Zeitungsnummer und das fernere Er- scheinen des neuen Blattes zu verbieten. Diese Frage war zu verneinen.— Weder mit der Frage einer derartigen Fortsetzung eines periodischen Blattes, mittelst deren das verbotene ganz in der- elben Gestalt, unter demselben Namen und durch dieselben P«sonen fortgesetzt wird, noch mit einer angeblichen Fortsetzung, wießsie das Grobherzogliche Kreisamt hier angenommen hat, in welchem anstatt des verbotenen ein Blatt von gleicher Tendenz, aber unter neuem Namen sür denselben Leserkreis des ver- botenen dargeboten wird, haben die Verwaltungsbehörden sich zu befassen, sondern hierüder steht laut 8 19 des Gesetzes lediglich den Strafgerichten die Kognition zu. Ein derartig angeb- lich neues Blatt kann daher nur dann einem neuen Verbote unterliegen, wenn dasselbe seinem Inhalte nach unter den 8 H Absatz 1 des Gesetzes fällt. Ein solches V«bot bedarf zusein« Rechtfertigung einer selbstständigen, auf den Inhalt des neuen Blattes selbst sich stützenden Motivirung. Eine solche fehlt im vorliegenden Falle, da im Gegentheile feststeht, daß die einzelnen Artikel und Referate des neuen Blattes an sich keinen Anlaß zur Beanstandung geben. Auch der Umstand, daß eine ähnliche Vorschrift, wie sie das Gesetz vom 21. Oktob« 1878 im 8 6 Absatz 2 in Bezug auf Vereine enthält, sich in den die perio- bische Presse betreffenden Bestimmungen des Gesetzes nicht findet, führt zu dem Schlüsse, daß ein derartiges neues Blatt nur unter der Voraussetzung vnboten werden kann, daß durch dessen Inhalt der 8 H Absatz 1 des Gesetzes übertreten ist. Aus diesen Gründen war das Verbot ver Nummer 1, sowie des ferneren Erscheinens des„Hessischen Volksfreund" wieder aufzuheben. Die Reichskommission. tzerrfurth. An den Verleger Herrn Heinrich Müller Wohlgeboren in Darmstadt. ß. C. No. 19. D«„Hessische Volksfrcund" wird nun wieder«scheinen, wenn der Verleger, der durch das Verbot eine schwere G e- schäftsschädtgung erlitten hat, es ermöglichen kann. Der Vermattungsrath de» Verein» Ceres in Offenbach hatte den dortigen sozialdemokratischen Landtags� abgeordneten Ulrich aus dem Verein ausgeschlossen, weil der selbe verschiedene Fehler und Mängel der Verwaltung aufgedeckt hat. Eine von 200 Personen besuchte Versammlung des ge- nannten Vereins hat nun gegen das unerhörte Vorgehen des Verwalwngsraths protestirt und beschlossen, einen neuen Verein zu gründen. Wenn man sich die Muße und die Mühe nehmen wollte, so könnte man ihn zum Sprechen vollständig bringen, gleichwohl « jetzt einen zusammenhängenden Satz auszusprechen noch nicht in d« Lage ist. Es giebt Mikrocephalen, die viel mehr sprechen können, als dieser, die ganz««ständig sprechen und in ihrer Intelligenz auf dem Standpunkte eines drei- bis vier- jährigen Kindes stehen; andere sprechen wieder gar nichts. Sein Temperament ist gutmüthig. seine Beschäftigung ist ganz wie bei einem Affen. Der Daumen ist normal gestellt, die Wade ist allerdings im V«hältniffe zum Körper schwach, aber nicht affenartig. Der Kopf ist sehr Lein, das Hinterhaupt ist in gleicher Flucht mit dem Nacken, die Stirne stark zurückfallend. Das Gehirn der dem Kranken ist atrophisch. Als Johannes Müller, der größte Physiologe und Pathologe der Welt, der schärfste Beobachter, den es je gegeben, den ersten Fall wissenschaftlich untersuchte, da hatte sich em lebhafter Streit üb« das Wesen dieser Mißbildung unter den Naturforschem entwickelt. Karl Vogt hat sich mit dieser Frage vor etwa 20 Jahren sehr lebhaft beschäftigt und diese Mißbildung als eine atavistische, als einen Ruckschlag in die Thinwelt aufgefaßt. Gegen diese Anschauung haben sich alle bedeutenden Anthropo« logen erhoben: Virchow. Schaffhausen u. a., und eS ist jetzt ziemlich abgeschlossen, daß wir es hi« nicht im entferntesttn mit einem Atavismus zu thun haben, daß in diesem Irin Beweis für die Deszendenz-Tbeorie vorliege, sondern daß es sich hier um pathologische Zustände handle, d e sich im Mutterleibe abspielen und die sich darin zusammenfassen lassen, daß im Mutterleibe ein pa- thologischer Reiz auf das Gehirn einwirkt, wodurch dessen Entwrck- ung gehemmt wird. Bei d« Untersuchung eines Mikrocephalen Gehirnes ist nichts gefunden worden, was einem Affengehlrn ähnlich wäre. Man hat allerdings Abnormitäten in der Ent« Wicklung der Windungen, im Baue der Hemisphären, ad« nur man eine ganze Reihe solcher Schädel und Gehirne, so gleicht kein einziges dem andern; die allgemeinen Merkmale: die Net« gung der Stime, die Flachheit des Hrnterhauvtes. d« spitze Scheitel, find allerdings charattenstrsch, ad« die Details sind wesentlich von einand« verschieden. Auch dieses spricht gegen den Atavismus, denn wenn es der Fall wäre, so hätten fie la eine gewisse Aehnlichkeit, zumal die Gehirne zum Gehirn eines Gorilla, Schimpansen od« ein« ausgestorbenen Affenspezies, allein nichts von alledem ist zu beobachten. G-A-rv-ich-Uttgar«. Wiener Bourgeoisblätter melden aus Lemberg:„Von den hier streikenden Bäckergehilfen hat bisher nur die Minderzahl die Arbeit wieder aufgenommen. Die Ausgleichs« v«handlungen mit den Meistern dauern fort. Die Streikenden bivouakiren im Lifienicer Walde, der von Auffichtsorganen um» ringt ist." Aus K r a l u p in Böhmen wurde kürzlich ein Selbst» m o r d berichtet, welcher einen politischen Hintergrund haben sollte. Es hieß, der Selbstmörder sei ein russischer St i h i l i st, der sich auf Befehl seiner Partei«schössen habe. Das scheint aber nur eine Erfindung sensationslustiger Repotter gewesen zu sein. Der Selbstmörder ist nämlich gar nicht, wie verbreitet wurde, der als Nihilist bekannte russische Student Sigalinski, sondern ein aus Horiß in Böhmen stammend« Kan» didat der Philosophie, Jaroslaw St. Da es sich also um einen Böhmen, nicht um einen Russen handelt, zerfällt dieser düstne Nihilistenroman in nichts. Schweix. Aus der Schweiz, 9. Juli, wird der„Frkf. Zeitung" geschrieben:' Die vom Bundesrathe beschlossene polizeiliche Uederwachung der so ziald e m o kratisch e n V er- ammlungen wird jetzt offiziös zugestanden, allerdings mit der selbstverständlichen Betheuerung, daß sich die Ueberwackung nur gegen Spitzel und ausländische Agitatoren richte. Die Ossi- i lösen sind zugleich in hohem Maße darüber entrüstet, daß die Sache durch eine Diskretionsverletzung seitens eines Beamten den Sozialdemokraten verrathen worden ist.— In der demokratischen Presse ist man von dieser Steuerung, die fast wie ein Puttkamer'sches Vermächtniß aussieht, wenig«baut. Der„Land» böte" z. B. findet es als etwas ganz Neues im Schweizerlande, daß eine bestimmte politische Partei unter polizeiliche Spezial» aufsicht gestellt wird; eine solche könne doch nur einen denun- ziatorischen Charakter haben. Man solle doch gleich die V«« eins- und Versammlungsfreiheit aufheben unv jede politische Gesellschaft verbieten,„in welch« andere politische und soziale Doktrinen entwickelt werden, als sie jdem Vorsteher des eidge- nössischen politischen Departements, lrepräsentirt durch die im Saal anwesende Geheimpolizei, genehm sind. Vorläufig wäre wohl den Versammlungen anzurathen, Polizeispione, die sich in ihre Mitte drängen, an die Luft zu setzen. Großbritanuie«. Das Kabinet hat beschlossen, eine Herbstsession des Parlaments zu halten, da es nicht möglich ist, das legis« latorische Programm der Regierung innerhalb der laufenden Session zu erledigen, falls dieselbe nicht ungebührlich verlängert werden soll. Das Haus der Gemeinen wird sich folglich am 8. oder 9. August vertagen und in der dritten Woche des Oktober wieder zusammentreten. Wenn möglich, soll jedoch die Lokal- Verwaltungsvorlage noch vor der Vertagung des Hauses erledigt werden. Die Unkosten der„Times" in ihrem Libell" irozeß, den O'Donnell gegen das Cityblatt angestrengt rotte, belaufen sich laut der Berechnung eines Juristen auf Lstr. 18 000 bis 20 000; das Blatt hatte 96 Zeugen aus Irland kommen lassen, worunter Magistratspersonen, Polizeireporter, Konstabler, boycottirte Männer und Frauen; zwei boycottirte Pächter bekneipten sich in einer in Drurylane gelegenen Schenke. prahlten mit ihrer Mission und wurden für ibre Diskretion durchgeprügelt. Und dabei bat das Blatt seinen Zweck gamicht. erreicht. Von 1880 bis 1885 raste zwischen den Nationalisten und den englischen Liberalen ein«bittnter Kampf. Hochstehende liberale Staatsmänner, wie Lord Spencer, Sir George Trevelyan. John Bright und W. E. Forster, wurden in der rücksichtslosesten Weise angegriffen, während Gladstone seinerseits vor den extremsten Maßregeln gegen die Jrländer nicht zurück- schreckte. P a r n e l l selbst und tausend seiner Parteigenossen schmachteten Monate lang im Gefängniß, ohne verhört zu wer- den. Trotzdem fanden die Behörden der Dublin« Schloßreg'c» rung mit ihrem Rudel gewissenlos« Spione nicht den geringsten Anhaltspunkt, um ein einziges parnellitisches Parlamenis» Mitglied mrt dem Doppelmord im Phonrxpark oder irgend einem anderen Vergehen in Verbindung zu bringen. Hätte die da- molrge Regierung dergleichen Indizien besessen, weder Forster noch Trevelyan würden die Parnelliten verschont haben. Als Lord Randolph Churchill 1885 die Unterhandlungen anknüpf e, welche zum Fall des Kabinets Gladstone führten, fiel es keinem der späteren konservativen Minister ein, zu behaupten, daß die irischen Abgeordneten, vorab der Leiter d« irischen Partei, sich mit Verbrechern wissentlich eingelassen hatten. Die Tories ent« deckten die Ruchlosigkeit der irischen Nationalisten erst, als fie eine Waffe gebrauchten, um die Homerule-Politik, für die sie selbst kurze Zeit geschwärmt hatten, anzugreifen. Dies« Um» stand genügt, um die Gleichailtigkeit zu erklären, mit welch« das englische Publikum die Erfindungen der„Times" entgegen- genommen hat. Ein Skandal ab« ist es, vaß Sir Richard Webster, der General- Staatsanwalt, welchem sein Amt etwa 24 000 M. jährlich eindringt, sich dazu hergab, in einem Rechts« streit als Anwalt eines Blattes aufzutteten, das ein Geschäft Die Vertheilung des elektrischen Lichte« mittelst Gas. Es ist neuerdings schon öfter darauf hingewiesen wor- den, daß es vortheilhafter sei, mittelst Gas elektrisches Licht zu erzeugen, als das Gas unmittelbar zur Beleuchtung zu benutzen. Es werde nämlich Gas in Gasmotoren verbrannt und die auf diese Weise erzeugte mechanische Kraft zum Betriebe von elektrischen Maschinen benutzt, durch d«en Strom wiederum elettrische Lampen gespeist werden können. In der letzten Stummer des„Qsnie civil" wird diese Frage abermals mit Be- zug auf Paris« Verhältnisse besprochen. Im Jahre 1887 lieferte die Pariser Gesellschaft für Beleuchtung und Heizung 390 770 540 Kubikmeter Gas, welches Gasquantum durch ganz Paris unter die neunundfünfzig Gemeinden des Weichbildes zur Erzeugung von Bewegkraft hatte verthellt werden können. Nun ist ab« anzunehmen, daß ein gewöhnlicher Gasmotor zur stündlichen Leistung einer Pf«dekraft ungefähr 1 Kubikmeter Gas verbraucht, so daß unt« d« gemachten Voraussetzung das obige Gasquantum nahezu 400 Millionen stündliche Pferdekräfte geliefert haben wurde, wenn dasselbe zum Betriebe von Gas- Maschinen verbraucht worden wäre. Für dreihundert jähr- liche Arbeitstage würde man also täglich in rund« Zahl 400 000 000 50 000 Pferdekräfte zur Verfügung gehabt haben. 24.300 Der Direktor der öffentliche Wege und Promenaden der Stadt Paris schätzt in einem Berichte vom 24. November 1887, daß die Ersetzung des Gaslichtes durch elektrisches Licht eine Bc- triebskraft von 200000 Dampfpferdekräften täglich erfordern würde. Aus dem Verhältniß dieser beiden ergiebt sich, daß mit d« oben angeführten Gasmenge täglich die 200000 Pferdekräfte etwa 6 Stunden lang geliefert w«den könnten. Wenn nun diese Beleuchtungszeit hinsichtlich der Straßen und Plätze und anderer Orte überschritten wird, so werden doch wiederum viele andere Orte keineswegs einer so langen Beleuchtung be» dürfen, so daß man wohl jene 6 Stunden als mittlere Zeit- dauer der Beleuchtung gellen lassen kann. Es folgt hi«aus, daß man mll dem Gase, welches gegenwärtig zur Beleuchtung von Paris gebraucht wird, die ganze Stadt auch elektrisch be» leuchten könnte, wenn man dazu Gasmotoren verwendet, so daß unt« solchen Umständen lange elektrische Leitungen un» nöthig find. botmiä wacht, eine wichtige und einflußreiche Partei im Unter- Hause auf das Aergste anzugreifen. John M a n d e v i l l e, ein bekannter Nationalist im Süden Irlands, der William O'Brien's Leidensgenosse im Gefängnisse von Tullamore war, ist in Mitchelstown am Freitag im Alter von 38 Jahren gestorben. Er war ein Neffe des Fenicrführers John O'Mahony und einer der ersten, gegen welche das Zwangs- gesetz in praktische Anwendung gebracht wurde. Frankreich. In der Budgetkommission erklärte der Finanz« minister P e y t r a l bezüglich des Kredits von 67 Millionen für die Befestigung der Häfen, daß er augenblicklich noch keine be-' sondere Vorlage für diese Ausgabe machen könne und schlug vor, dieselbe provisorisch auf die schwebende Schuld zu über- tragen. Die Kommission beschloß, ihre Ansicht vorzubehalten, bis die Regierung sich über den finanziellen Plan zur Herbeischaffung dieses neuen außerordentlichen Budgets für die Marine schlüssig gemacht haben würde. Der Deputirte Pyat hat darauf verzichtet in der Kammer wegen der Beschlagnahme des vom Grafen von Paris an die Maires gerichteten Briefes eine Interpellation einzudringen.— Er wollte die Einziehung des Vermögens der Orleans beantragen. Die radikale Linke beschloß, unter Beantragung der Dringlichkeit, einen Gesetzentwurf einzubringen, welcher die Unterdrückung sämmtlicher geistlicher Delegationen bezweckt. Die Kammer berieth über den die 4 direkten Steuern betreffenden Theil des Budgets, welcher schon vor dem Rest des Haushalts als besonderes Gesetz verkündet zu werden pflegt. Ein Redner vertheidigte einen(übrigens abgelehnten) Antrag auf Ausgleichung der Grundsteuer, war aber im Geräusch der Zwiegespräche kaum zu verstehen, was den bonapartistischen Ab- geordneten Duguö de la Fauconnerie zu der Bemerkung ver- anlaßte, einer Kammer, die bei Erörterung eines so ernsten Gegenstandes dem Redner kein Gehör schenke, bleibe nichts übrig, als fortzugehen. Dafür zur Ordnung gerufen, widerholte er:„Machen wir, daß wir fortkommen!" und wurde nun mit dem verschärften Ordnungsrufe bestraft.— Javal beantragte, die Familienväter, Die sieben Kinder hätten, von der Personalsteuer zu befreien und den Betrag auf die anderen Steuerzahler umzu- legen. Er bemerkte, Deutschland habe doppelt soviel Geburten als Frankreich und werde also in 20 Jahren doppelt so viel Rekruten haben. Auf den Wunsch des Finanzministers wurde der Antrag zurückgezogen, da bereits ein anderer Gesetzentwurf zur Begünstigung kinderreicher Eltern vorliegt. Vor dem Pariser Handelsgericht fand eine öffentliche Ver- gebung städtischer Bauarbeiten an den Mindestfordernden nach dem vom Gemeinderath beschlossenen neuen Lastenbeste statt, welches, wie man sich erinnert, die Arbeitszeit für die Regel auf 5 Stunden beschränkt und die Unternehmer verpflichtet, den Arbeitern die vollen, im städtischen Bautarif festgesetzten Löhne zu zahlen. Bei Eröffnung der Sitzung verlas ein Gerichtsvollzieher Namens der 13 Arbeitgeber� Fachvereine der Pariser Bau- gewerke eine Verwahrung gegen den Abstrich auf Grund des als ungesetzlich beim Staatsrath Trotzdem erhielten drei Arbeitgeber von den Unternehmern angefochtenen Lastenheftes. den Zuschlag. Atalie«. Deputirtentammer. Die von Bonacci(Linke) be- antragte und von dem Ministerpräsidenten Crispi akzeptiite Tagesordnung, nach welcher die Kammer von der Erklärung der Regierung über die Provinzial- und Kommunal-Reform Kenntniß nimmt und zur Berathung der einzelnen Artikel der Vorlage übergeht, wurde fast einstimmig angenommen. Die kolossalenMißdräuche und Unordnun- gen auf den russischen Eisenbahnen behandeln die„Peterburgskija Wjedemosti". Das russische Blatt ver- zweifelt daran, alle Details anführen zu können, da seiner Meinung nach zur Herstellung einer solchen Encyllopädie ein Menschenalter nicht ausreichen würde. Einfältigerweise macht das Blatt aber auch das ausländische, besonders deutsche Element für die Unordnungen verantwottlich: die Deutschen mögen zwar in ihrer Heimath ehrliche und nützliche Arbeiter sein, aber in der Fremde würden sie oft„Blutegel" und verspotteten die Russen; auf den neuesten Erlaß des Ministeriums seien sie alle russische Unterthanen geworden. Auf diesen Unsinn antwottet nun die„Nowoje Wremja" treffend folgendermaßen:„Das beißt doch schon wahrlich: die eigene Schuld auf den fremden Buckel wälzen; womit find denn die Deutschen an russischen Defraudationen schuld?! Und außerdem,— welche kuriose Logik? Als ob die Mißbräuche und Diebstähle auf den Eisen- bahnen vom deutschen Hochmuth oder davon abhingen, daß die Deutschen nicht in ihr Vaterland zurückkehren wollten, sondern russische Unterthanen wurden! Uedcrhaupt fangen in der letzten Zeit bei den Publizisten der„Peterburgskija Wjedmosti" die Gedanken an, solche Sprünge zu machen, daß einem wahrlich angst und bange wird." Von Falka« länder. „autorttativer", soll heißen von ministerieller Seite wird der„Poltt. Korresp." aus Belgrad gemeldet: Die Be hauptung, daß gegenwärtig in Serbien ein Schreckensregiment herrsche und daß alle mit der Königin Natalie in näheren Beziehungen stehmden Persönlichkeiten unter polizeiliche Aufsicht gestellt wurden, entbehrt vollständig der Begründung. Im ganzen Lande herrschten absolut normale Verhältnisse und es seien gegen Niemanden außerordentliche Maßregeln irgend wel- cher Art erlassm worden.— Die schöne Natalie, die in Wies- baden weitt, hat übrigens Angst, daß ihr Sohn, der in ihrer Obhut ist, ihr von Emissären des Königs entführt werde. Asie«. lieber den• in der Provinz B a n t a m der Insel Java ausgebrochenen Aufstand wird amtlich weiter gemeldet, daß die Aufständischen sich nach der Plünderung von Tjelegon gegen Serang, den Hauptort von Bantam wandten, aber etwa zwölf Kilometer vor Serang auf eine Patrouille trafen. Bei dem Gefechte mit derselben wurden 9 der Aufständischen Die Garnison von Serang hat aus Batavia Verstärk«« halten. Die telegraphische Verbindung ist unterbrochen.- Pereiue«nd versamml««l> Der Fachverein der Rohrleger hielt am Sonnt« $ _. U. Somit# 8. Juli, in Feuerstein's Tunnel, Alte Jakobstr. 75, sei« mäßige Versammlung ab. Die Tagesordnung lautete:* gänzungswabl des Vorstandes. Gewählt wurden die& Kockel und Müller als Kommissionsmiigliedcr. 2. Ab des Statuts im§ 9 ad 2 und�3. Der Vorsitzende sin 163. Gntu längerer Ausführung auf die Mängel hinzuweisen ,. dit Passus in sich birgt und betonte, daß dieser Paragraph j_______ einer Umänderung bedürfe. Nachdem noch verschiedene hresfeud die sich in gleichem Sinne ausgesprochen, wurde mit arohr jorität die Umarbeitung des§ 9 ad 2 und 3 beschlossen> diesem Zweck eine Kommission aus nachfolgenden Kolkt bildet: Rockel, Markmann, Emmer, Alb. Dorov unvi bieieni Nach Erledigung einiger interner VereinsangelegenheitV entrichtet nachdem mehrere im Fragekasten enthaltme Anfragen j diese steit ei waren, schloß der Vorsitzende um 1 Uhr 20 Minuten �marken im SS sammlung. Igswoche eine Krankengeld- Zuschuß,«u* DegrSknipC die Beitrag! Kerliuer Knopfardeiter. Ordentliche GeneralversSz§ gg einzufl am Sonnabend, den 14. Juli, im Vereinslokal, sikfugt den Wc Jäschke, Blumenstraße Nr. 39. Tagesordnung: 1. Vietacdenden Ettal bettcht. 2. Wahl des ersten Vorsitzenden. 3. Vers» Mitgliedskatte legitimitt. Sonnabend, den 21. Juli,® q\;,»„c.., nachtsball zum Besten des Unterstützungsfonds in Brf.m©5 Jg Große Franlfultcrstraße 87. Entree für Herren mit ei ''(fehlerhafte), Stück 10. 15, 20 echt Kerrliche Salon-Teppich». Doppelte! Moll- Atta»- Steppdecken(imit.), Stück 7,50 M., Gardine», Stück von 22 Meter, 12 Matt. Emil Lefevre,»...cranww. im, Lich die geschlof senden oder, Pastaa» 1 T». 9 M.— 10 A. Kalaer-Panorama. Zum ersten M.: Kristiania u. d. westl. Norwegen.— Der ganze Trauerzug und Aufbahrung Kaiser Enttee�Cycl.�0°Pf., Kind nur 10 Pf.Abonn. Soeben erschien: zwischen Motttzplatz u. Oranienblö�- Verlorene, find dur Quittung Utne Mkll-Kiltiiltt pro 1889. Preis 50 Vfe»nige. Miederverkäufer erh«lten hohen Rabatt. _ Zu beziehen durch die Ervedition dieses Blattes. ie nachweisb, c ist zunächst iselbe erkennt ücher maßgeb« «enden Buch ,er durch ar !.ttahren finde endung. Meimann's Polksgarten 2. Eingang Panks«. 25. t. Eingang Badstr. 54 56. Gesundbrunnen.. � Größt. Vergnügungslok. d. Nordens v. Berlin(ca. 10 Äorg. m. großar� Park� Gattenanlag.). Alle Sonnmg u. Mittwoch(spät, auch Mont. u. Donnerst.): � Sünsti..«- Auft. d. Original-Japaner-Truppe Godayou, d. Luftartistenpaares Miß Victonna Dare u. Mr Angela. Gerling. Gr. Irtr.-Mllit.-Concett, ausgef. v. ganzen Mufikkorps d. 2. Garde-Ulanernu. Lert. d. Kgl. Äufikdir. Hm. E. Reese. Elektt. Erleucht. d. ganz. Etabl., außerd. Gas-Jllmn. d. 12,000 bunte Larnp. Gr. Volksball i. prächt. neuen Hohenzollcrnsaal. Reichbesetzter Volksdelustraungspi. � Anfang stets 4 Uhr fltachm. Max Weimann. Spezial. für Mittwoch: Glänz, arrang. Äinderbelustigungs f e u e. Pferdedahnverbindung mit allen Thellen der Stadt bis 12 Uhr 10 Minuten Nachts. !-• @4« n x & AckckMkckArk! IW into kurzer Zeil getrocknet. isMi-Gta�Lact-Fark a Ja das Ist Sufer'sche febodm- Glosur-Lo:k-fijrbe und kostet nur 75 Pf. dos Pftind. trocknet in 4— 5 Stunden hart und glänzend, macht das U»berlackieren überflüssig. JDä» unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen Einfluss auf meine Farbe. Aufträge führe nur Sgcn vorherige Einsendung s Betrages oder gegen Nachnahme aus. Preis ä Pfund 75 Pfennige, Ü ig R. J. Suter, Berlin 5- Zionskirchstr. No. 44. Kastanien- Allee No.@0 Den Lesern dieses Hlattes machen wir die Mittheilung, daß wir Herren Kniög« und K-mmer-Palet-t« 1 nach Maaß aus feinsten und besten Stoffen für Mark 38 bis 60 unter Garantie des Gutfitzens (auf Wunsch auch Thettzahluug) anfettigen. NSASI Sonntag* bia 2 Uhr geöffnet. 2SSS t kesdnec& Safiu, �'Ä.169' Wir bitten um zahlreichen Zusprueh.[1195 Gestern wurde meine liebe Frau Johanna von zwei munteren Buben glücklich entbunden. Berlin, d. 12. Juli 1888. Hans Klose und Frau 76 geb. Nasnep. in Fachverem der Steintriiger Kerlins. Sonntag, den 15. d. M.. Vormittag 11 Uhr, Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, 2 Tr.: Uersammlnng. TageS-Ordnung: 1. Kaffenabrechnung. 2. Ersatzwahl des ettten Kasfirers. 3. Innere Vereinsangelegenheit. Ver- schiedcnes und Fraaekastm. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Vettammlung pünktlich eröffnet wird. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 75]_ Der Vor sign d. Freunden und Bekannten empf« ReSaurattov. Meist und Kairi> Lokal. Frühstücks-, Mittagstisch nach 45 Pf., Abendtisch nach Auswahl Vereinszimmer s. z. verg. Hermann H Maeiannenstr. 46(i. d. Nähe d. Der Verficl aung des neue lllls des dish yber den Eins l lche gegen dc bndigung des at diejeni nttungebuche gittig zu en ilig erhoben, »gsbuches gex || Die Einzie des neuer h Uebertragur " sofort erfo Einzelne Sopha-KezügeÄ 1» Ntpo. Damast«nd Fantasie� für die HäW Leftyre,Ä®Ä1 'Ät* � bettragur Fach- Verein der Sattler und genossen. Geschlosseue Mitglieder- Kersammlung Bierhallen, Kommandantenstraße ts oder zwi e, ob ode, rsonen Beitr waltunasbel en Wohnfi Möoei, äpiegei und Moisier eigener Fabttk wegen Ettparung der i ta&SBSfim Die Borsch Organen in Gratweil's Nr. 77-79. Tagesordnung: 1. Bettcht des Vorsitzenden über die Thätig- keit des Vereins im letzten Quartal. 2. Abrech- nung des Kasfirers. 3. Ersatzwahl des Vorstands. 4. Ersatzwahl des Vergnügungs-Komitees. 5. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 73 Der Vor st and. Zentralkrauke«-«. Kegräkniß- Kasse der Kuchbinder. Sonnabend, den 14. d. M, Abends 8i Uhr, im Lokale Annenstt. 16: Hauptversammluna. T.-O.: Kassen- u. Geschäftsbericht pro 2. Quart. Bettcht der Delegitten von der Generalver sammlung. Verschiedenes. 73 De» Ar:«»lt»uach«>ri» des Dereina de» Parqnetdodenl-ge» Kerlin» befindet sich bei Herrn Schubert, Hollmannstr. 14, u. werden daselbst zuverlässige Parquttleger verlangt.[74 Vergolvergehilfen verlangt Admiralstraße 7.[70� Mm, 10 »e, zu roelchi ichfalls Anw 1 Stand, vollständige Länge und B Mark, Bettfedern, Pfund von 35' kaust allein die Bettfedern-Ei_ fWeK«»!Ä«l? W' l' 3*% stehen 23 Sotten Federn. Billigste Mnl? Nach endx :ete Verwalk (cht handelt, ibene Beträj edrackt weri flir Händler. der Verfich tung der ii nlen und B Zu beziehen durch die Erpedik�Jf�� Zimmerst». 44:-rficherungsan y 1 �-e»"l irtthuml S v h i Iää KmJ y KJ X-* arken ist vv! «i.tt wieder ei Sozialpolitischer Roman von V' fbeitgeber un »nichtung ooi Uebettetzt von-rwaltungsdet Natalie LiebknecW' o« Pitts elegant broschitt Ml-' Ls beten. Minuten«�marken im Werthe von zehnundeinhalb Pfennig für die Bei- lgswoche einer männlichen Person und von fieben Pfennig die Beitragswoche einer weiblichen Person nach Maßgabe eneralvemtz§ gg einzukleben und zu entwerthcn. Der Bundesrath ist nslokal, Rifugt, den Werth dieser Zusatzmarken nach Maßgabe der zu inz: 1. Bielachenden Erfahrungen anderweit festzusetzen. 3. Setfi§ 90. vi">15'-? Die Zusatzmarken werden für Rechnung des Reichs herge- ids in Bukmj. Sie müssen in Farbe und Bezeichnung von den Bei- S.„?."Msmarken der Berficherungsanstalten verschieden sein. Ihre stf. Brlleli l, zxichnung. sowie ihre Größe, Farbe und ihr Stückwerth wer- ammlung;» ,% vom Reichsverficherungsamt festgesetzt. Der Vertrieb der t»er VoMzsntznrarken erfolgt zum Nennwerthe durch Vermittlung der rßreichen-�rficherungsanstalten an den zum Vertriebe ihrer eigenen Marken 'stimmten Stellen. arrenmach§ 91. stuhlmann's Quittungsbücher, welche zu den erforderlichen Eintragungen Invaliden-«en Raum mehr gewähren, find von der Gemeindebehörde mnenstr. 19® derzeitigen Arbeitsortes oder nach Bestimmung der Landes- Freunde st�ntralbchörde von anderen Behörden oder den Organen der Jonkenkaffen derart aufzurechnen, daß erflchtlich wird, für wie fft der p J*l Beitragswochen der Inhaber des Quittungsbuches im Laufe erlin Berzill einzelnen Kalenderjahre zu jeder Zlerficherungsanstalt Bei- r, in Schir« ige entrichtet hat und wie viel Zeit er infolge bescheinigter gesordtiunfl: ankheit oder aus Anlaß des Militärdienstes(§ 18) unbeschäf- yl. 3. 3! eist j gewesen ist. Dem Inhaber wird sodann ein neues Quittungs- Ktrinhal ch gegen Erstattung der Köllen desselben ausgestellt, in welches für Verwaltung-»es Kalenderjahr die Endzahlen des früheren Quittunasbuches in rmittag 9s stelaudigter Form vorzutragen find. Das bisherige Quittungs- >pe. Tageschch ist von der betreffenden Behörde, nachdem sämmtliche Ein- irschiedenesfiflgungen durchstrichen find, an der bierfür durch Vordruck be- ; ist dos lWchmten Stelle durch den Vermerk„Geschloffen und übertragen" nter Beifügung von Datum und Unterschrift und unter Bei- "ckung des Dienstfiegels zu schließen. Die geschloffenen ittungsbücher find nach Ablauf der Einspruchsfrist(§ 93) an I:e Gemeindebehörde des Geburtsortes des Inhabers, sofern 1 rrselbe rm Jnlande belegen ist, zu übersenden. Diese Behörde. Der, sofern der Geburtsort im Auslande belegen ist, die zur ' ufrcchnung der Quittungsbücher zuständige Behörde des Be- »aftigungSortes, hat dos Quittunasbuch aufzubewahren und 'e Jitf dasselbe nicht vor Ablauf von fünfzehn Jahren vernichten. 1 pih die Landes-Zentraldehörde kann vorgeschrieben werden, li die geschloffenen Quittungsbücher an andere Behörden ab- enstr. 158,.� Dramen bf er ten empfi. nd Dairi! gstisch nack Auswahl rmamm Nähe d. ne o- senden oder von anderen Behörden aufzubewahren find. § 92. Verlorene, unbrauchbar gewordene oder zerstörte Quittungs- er find durch neue Quittungsbücher zu ersetzen. In das e Quittungsbuch find die Endzahlen des bisherigen, soweit ie nachweisbar find, in beglaubigter Form vorzutragen. Hier- c ist zunächst der Inhalt des zu ersetzenden Buches, soweit «selbe erkennbar ist, sowie der Inhalt älterer geschlossener ücher maßgebend; im übrigen kann der Inhalt des zu er- Senden Buches durch Bescheinigungen des Arbeitgebers ,er durch andere Urkunden dargethan werden. Auf das Erfahren finden die Vorschriften des§ 91 entsprechende An- endung. § 93. Der Verficherte ist befugt, binnen zwei Wochen nach Aushän- ung des neuen Qusttungsbuches gegen die Ueberttagung des In- its des bisherigen Quittungsbuches Einspruch zu erheben. .er den Einspruch, sowie über etwaige andere Beschwerden, lche gegen das bei Einziehung des Quittungsbuches und Aus- digung des nmen Buches beobachtete Verfahren erhoben wer- , hat diejenige Behörde, welche der mit der Aufrechnung des ittungsbuches beauftragten Stelle unmittelbar vorgesetzt ist, igiltig zu entscheiden. Wird ein solcher Einspruch nicht recht- ig erhoben, so gilt die Uedettragung dem Inhaber des Quit- gsbuches gegenüber als zutreffend. § 94. D Die Einziehung des QuittungsbucheS und die Aushändi- jm des neuen Buches hat Zug um Zug zu erfolgen. Kann � rt'e Uedertragung des Inhalts des abgelieferten Quittungsbuches sofort erfolgen, so wird dem Verficherten über die Abliefe- % iwchR eine Bescheinigung ettheilt, welche zurückzugeben ist, sobald > Uedertragung stattgefunden hat. hälfst Sta*».-». Ar«? Streitigketten zwischen den Organen der Verficherungs- VM, ttf.'»stalten einerseits und Arbeitgebern oder Arbeitnehmern anderer- " oder zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über die e, od oder zu welcher Verficherungsanstalt für bestimmre .onen Beiträge zu entrichten find, werden von der unteren waltungsbehörde entschieden, in deren Bezirk der Arbeitgeber en Wohnfiy hat. Gegen diese Entscheidung steht den Be» iligten die Beschwerde an die höhere Verwaltungsbehörde zu, lche endgittig entscheidet. Die Vorschriften des§ 95 finden auf Streitigkeiten zwischm Organen verschiedener Verfichemngsanstalten über die chf' lls st" derselben bestimmte Personen beizutragen haben, M« 'omer ung der trat* unr H-s ereinku «8». le und BveH von 35 n-Eni s Billigste i von von iknecht >irt Mk. ilche inthümlich beigebracht find, ein der Zahl der Beitrags- »chen entsprechender Betrag von Marken der zuständigen lcherungsanstalt beizubringen. Der Betrag der vernichteten len ist von der Verficherungsanstalt, welche fie ausgestellt le, wieder einzuziehen und zu gleichen Thcilen zwischen dem »eitgeder und Arbeitnehmer zu theilen. An die Stelle der ' stung von Marlen kann in den nach Anficht der unteren laltungsdehörde dazu geeigneten Fällen die Einziehung Quittungs buches und nach Uebertragung der giltigen Ein- nn�en desselben die Aushändigung eines neuen Quittungs« Freitag, den 13 Inli 1888. § 98, Im übrigen werden Streitigkeiten zwischen dem Arbeitgeber und den von ihm beschäftigten Personen über die Berechnung und Anrechnung der von diesen zu leistenden Beiträge von der unteren Verwaltungsbehörde(§ 95) endgittig entschieden. Kontrole. § 99. Die Verficherungsanstalten find befugt, mit Genehmigung des Reichsverstcherungsamts zum Zweck der Kontrole Vor- schriften zu erlassen. Sie find ferner befugt, die Ardettgeber zur rechtzettigen Erfüllung dieser Vorschnften durch Geldsttafen bis zum Betrage von je einhundert Mark anzuhatten. Das Reichsverficherungsamt kann den Erlaß derartiger Vorschnften anordnen und dieselben, sofern solche Anordnung nicht befolgt wird, selbst erlassen. Die Arbeitgeber find verpflichtet, über die Zahl der von ihnen beschäftigten Personen und über die Dauer der Beschäftigung den Organen der Verficherungs-Anstalt und anderen mit der Kontrole beauftragten Behörden oder Beamten auf Verlangen Auskunft zu ertheilen und denselben diejenigen Geschäftsbücher oder Listen, aus welchen jene Thatsachen her- vorgehen, zur Einficht während der Betriebszeit an Ott und Stelle vorzulegen. Ebenso find die Verstchetten zur Erthellung von Auskunft über Ott und Dauer ihrer Beschäftigung ver- pflichtet. Die Arbeitgeber und die Verficherten find ferner ver- Kunden, den bezeichneten Organen, Behörden und Beamten auf Erfordern die Quittungsbücher behufs Ausübung der Kontrole und Herbeiführung der etwa erforderlichen Berichtigungen auszuhändigen. Sie können hierzu von der unteren Ver- waltungsbehörde durch Geldstrafen bis zum Betrage von je dreihundert Mark angehalten werden. Etwaige Berichtigungen erfolgen, sofern die Betheiligten über dieselben einverstanden find, auf dem im§ 97 angegebenen Wege durch die die Kontrole ausübenden Organe, Behörden oder Beamten, andernfalls nach Erledigung des Streitoerfahrens gemäß der Vorschriften der§§ 95 ff. § 100. Tie durch die Kontrole den Verfichemngsanstalten erwach- senden Kosten gehören zu den Verwaltungskosten. So weit dieselben in baaren Auslagen bestehen, können fie durch den Vorstand der Verficherungsanstalt dem Arbeitgeber auferlegt werden, wenn derselbe durch Nichterfüllung der ihm obliegenden Verpflichtungen zu ihrer Aufwendung Anlaß gegeben hat. Gegen die Auferlegung der Kosten findet binnen zwei Wochen nach Zustellung des Beschlusses die Beschwerde an die untere Verwaltungsbehörde(§ 95) statt. Diese entscheidet endgiltig. Die Beitreibung der auferlegten Kosten erfolgt in derselben Weise, wie die der Genieindeabgaben. Reservefonds. § 101. Durch das Statut kann die Ansammlung eines Reserve. fonds angeordnet werden. Geschieht dies, so ist zugleich dar- über Bestimmung zu treffen, unter welchen Vorairssetzungen die Zinsen des Reservefonds für die Deckung der der Verficherungs- anstatt obligenden Lasten zu verwenden find und in welchen Fällen der Kapitalbestand des Resewefonds angegriffen wer- den darf. Vermögensverwaltung. § 102. Verfügbare Gelder der Berficherungsanstalten find nach Maßgabe der Bestimmungen des§ 76 des Unfallversicherungs- gesctzes verzinslich anzulegen. Auf Antrag von Verfichemngs- anstalten kann derBundesrath denselben widerruflich gestatten, einen Theil ihres Vermögens in anderen zinstragenden Papieren, in Grundslücken oder Bergwerksanthetten anzulegen. Mehr als der viette Theil des Vermögens der einzelnen Verfichemngsanstalten darf jedoch in dieser Weise nicht angelegt werden. Werthpapiere sind nach näherer Bestimmung der Zentralbehörde desjenigen Bundesstaates, in dessen Gebiet die Verficherungsanstalt ihren Sitz hat, bei einer zur Aufbewahrung von Geldern oder Wcrlhpapieren befugten öffentlichen Behörde oder Kasse nieder- ,vSnm-{ m. Die Verficherungsanstalt ist verpflichtet, dem Reichsver- ficherungsamt nack näherer Anweisung desselben und in den von ihm vorzuschreibenden Fristen Ueberflchten über ihre Geschäfts- und Rechnungsergebnisse einzureichen. Die Att und Fornr der Rechnungsführung wird durch das Rcichsoerstchemngsamt ge- regelt. Das Rechnungsjahr ist das Kalenderjahr. Y. Schutzvorschriften Schutzvorschriften. § 104. Die Verfichemngsanstalten find befugt, für ihre Bezirke oder für bestimmte Bemfszweige oder Betttebsarten ihrer Bezirke Vorschnften zu erlassen: 1) über die von den Arbeit- gcbem Verficherten zum Schutz der letzteren gegen ge- sundheitsschädliche Einflüsse zu treffenden Einrichtungen unter Bedrohung der Zuwiderhandelnden mit Geldstrafe bis zu drei- hundett Mark; 2) über das von den Verficherten zur Verhütung von Krankheiten zu beobachtende Verhalten unter Bedrohung der Zuwiderhandelnden mit Geldstrafe bis zu sechs Mark. Diese Vorschnften bedürfen der Genehmigung der Landeszentralbe- Hörde. Die genehmigten Vorschnften find durch diejenigen Blätter zu veröffentlichen, welche zu den amtlichen Be- kanntmachungen der Landes, entralbehörde oder der höheren Ver- waltungsbehörde, für deren Bezirk fie Geltung haben sollen, be- stimmt find.§ Die Festsetzung der Strafen erfolgt im Falle des§ 104 Absatz 1 Ziffer 1 durch den Vorstand der Vcrfichemngsanstatt, im Falle des§ 104 Absatz 1 Ziffer 2 durch den Vorstand der Betriebs.(Fadnk-) Krankenkasse, oder wenn eine solche für den Betrieb nicht errichtet ist, durch die Ortspolizeibehörde. Die Strafe fließt im Falle des§ 104 Absatz I Ziffer 1 in die Kasse der Versicherungsanstalt, im Falle§ 104 Absatz 1 Ziffer 2 in die Krankenkasse(Gemeinde-Krankenverficherung). welcher der zu ihrer Zahlung Verpflichtete zur Zeit der Zuwiderhandlung an- gehött, und wenn der zur Zahlung Verpflichtete leiner Kranken- raffe angchött, in die Kasse des Ottsarmen Verbandes des Be- schäftigunasotts. In beiden Fällen ist binnen zwei Wochen nach der Zustellung der bezüglichen Verfügung die Beschwerde zuläsfig: über dieselbe entscheidet im ersteren Falle die für den Beschäftigungsort zuständige höhere Verwaltungsbehörde, im letzteren Falle die der Betriebs-(Fabrik) Krankenkasse, de- ziehungsweise Ottspolizeibehörde unmittelbar vorgesetzte Auffichts- deHörde. Ucderwachung. § 106. Die Verfichemngsanstalten find befugt, durch Beauftragte die Befolgung derartiger Schutzvorschriften zu überwachen. Die Arbeitgeber ffnd verpflichtet, den Beauftragten der Ver- stchemngsanstatt den Zutritt zu ihren Betriebsstätten während der Betriebszett zu gestatten und können hierzu, vorbehaltlich der Bestimmung des§ 107, von der unteren Verwaltungsbehörde s. durch Geldstrafen bis zum Betrage von je dreihundett Mark an- gehatten werden. Auf die durch die Ueberwachung der Bettiebe entstehenden Kosten finden die Bestimmungen des§ 100 Anwendung. § 107. Befürchtet der Arbeitgeber die Verletzung eines Betttebs« geheimnisses oder die Schädigung seiner Geschäftsinteressen infolge der Besichtigung des Betriebes durch den Beauftragten (§ 106), so kann derselbe die Besichtigung durch andere Sach- verständige beanspruchen. In diesem Falle hat er dem Vor- stände, sobald er den Namen des Beauftragten erfährt, eine entsprechende Mittheilung zu machen und einige geeignete Per- sonen zu bezeichnen, welche auf seine Kosten die erforderliche Einsicht in den Betrieb zu nehmen und dem Vorstande die für die Zwecke der Verficherungsanstalt nothwendige Auskunft über die Betttebseinttchtungen zu geben bereit find. In Ermangelung einer Verständigung zwischen dem Arbeitgeber und dem Vor- stände entscheidet auf Anrufen des letzteren das Reichsverfiche« mngsamt. § 108. Die Mitglieder der Vorstände und sonsttgen Organe der Verfichemngsanstalten, insbesondere deren Beauftragte(§ 106) und die nach§ 107 ernannten Sachverständigen haben über die Thatsachen, welche durch die Ueberwachung und Konttole der Betriebe zu ihrer Kenntniß kommen, Verschwiegenheit zu beobachten und sich der Nachahmung der von den Arbeitgebern geheim gehaltenen, zu ihrer Kenntniß gelangten Betttebsein- nchtungen und Betttebsweisen, so lange als diese Betttebs- geheimnisse find, zu enthalten. Die Beaufttagten und Sach» verständigen find hierauf von der unteren Verwaltungsbehörde ihres Wohnottes zu beeidigen. § 109. Namen und Wohnfitz der Beauftragten find von dem Vor- stände, so weit sich ihre Thätigkeit erstreckt, anzuzeigen. Die Beauftragten find verpflichtet, den nach Maßgabe des§ 139b der Gewerbeordnung bestellten staatlichen Aufsichtsbeamten auf Erfordern über ihre Ueberwachungsthätigkeit und deren Crgeb- niffe Mittheilung zu machen und können dazu von dem Reichs- verfichemngsamt durch Geldstrafen bis zu einhundett Mark an» gehalten werden. VI. Aufsicht. Reichsverficherungsamt. § HO. Die Versicherungsanstalten unterliegen in Bezug auf die Befolgung dieses Gesetzes der Beauffichtigung durch das Reicks» verfichemngsamt. Das Aufsichtsrecht des letzteren erstreckt ffch auf die Beobachtung der gesetzlichen und statutattschen Vorschnften. Alle Entscheidungen des Reichsverstcherungsamts find endgittig, so- weit in diesem Gesetz nicht ein anderes bestimmt ist. Das Reichsver- ficherungsamt istbefugt, jederzeit eine Prüfung der Geschäfisfühmng der Versschemngsanstalten vorzunehmen. Die Mitglieder der Vorstände und sonstigen Organe der Verficherungs- Anstalten sind auf Erfordern des R ichsverficherungsamts zur Vorlegung ihrer Bücher, Beläge, Wetthpapiere und Gelvbestände so wie ihrer auf den Inhalt der Bücher und die Festsetzung der Renten»c. bezüglichen Schriftstücke verpflichtet. Das Reichs- verficherungsamt kann dieselben hierzu, so wie zur Befolgung der gesetzlichen und statutarischen Vorschriften durch Geldstrafen bis zu eintausend Mark anhatten. _, Das, Reiedsverficherungsamt entscheidet, unbeschadet der Rechte Dritter, über Streitigkeiten, welche sich auf die Rechte und Pflichten der Organe der Verficherungsanstalten. sowie der Mit- gliever dieser Organe, auf die Auslegung der Statuten und, unbeschadet der Vorschrift des§ 35 Absatz 4, auf die Giltigkeit der vollzogenen Wahlen beziehen. Auf die dienstlichen Verhält- niffe der auf Gmnd des§ 33 Absatz 1 bestellten Beamten findet diese Vorschrift keine Anwendung. § 112. Die Entscheidungcu des Reichsverstcherungsamts erfolgen in der Besetzung von mindestens zwei ständigen und zwei nicht- ständigen Mitgliedern, unter welchen stch je ein Vertreter der Ar- beitgeber und der Verstchetten befinden muß, und unter Zu- ziehung von mindestens einem richterlichen Beamten, wenn es stch handelt: a. um die Entscheidung auf Revisionen gegen die Entschei- düngen der Schiedsgettchte, b. um die Entscheidung Vermögens» rechtlicher Streitigkeiten bei Verändemngen des Bestandes der Versicherundsanstalten. Als Vettreter der Arbeitgeber uns der Verstchetten gelten auch für den Bereich dieses Gesetzes die auf Gmnd der Unfallverfichening zu nichtständigen Mitgliedern des Reichsverstcherungsamtes gewählten Vettreter der Betriebs- Unternehmer und der Arbeiter ohne Beschränkung auf die Angelegenheiten ihres besonderen Berufszweiges. Im übttgen werden die Formen des Verfahrens und der Geschäftsgang vom Bundesrath geregelt. Landcsverficherungsämter. § 113. Sofem für das Gebiet eines Bundesstaates ein Landes- verfichemngsamt errichtet ist(§92 des Unkallverftcherungsgesetzes, § 100 des Gesetzes vom 5. Mai 1886, Reichsgesetzdl. S. 132), unterliegen diejenigen Verfichemngsanstalten, welche stch über das Gebiet dieses Bundesstaates nicht hinaus erstrecken, der Be» aufstchtigung des Landesverstchemngsamts. Auf die Landes- verfichemnasämter finden die Vorschnften der§§ 110 bis 112 entsprechende Anwendung. In den Angelegenheiten der den Landesverstcherunpsämterm unterstellten Verstchemngsanstatten gehen die in den§§ 15, 18, 41, 53, 64, 66, 77, 81, 82, 99, 107, 109, 130 dem Reichsverficherungsamt übertragenen Zustän- digkeitcn auf daß Landesversichemngsamt über. Die Formen des Verfahrens und der Geschäftsgang bei dem Landesversiche- rungsamt werden durch die Landesregiemng geregelt. VII. Reichs- und Staatsbetriebe. Das Reich und die Bundesstaaten find befugt, die Alters- und Invalidenversicherung der in ihren Verwaltungen beschäf- tigten Personen für eigene Rechnung durchzuführen. Die Er- klarung, daß von dieser Befugniß Gebrauch gemacht werden soll, erfolgt, soweit es stch um Betttebs der Heeresverwaltung handelt, durch �die oberste Militämerwaltungsbehörde des Kon« tingents, im übttgen für die Verwaltungen des Reichs durch den Reichskanzler, für die Verwaltungen der Bundesstaaten durch die Landes- Zenttalbebörden. Die Erklärung ist an das Reichs- verficherungsamt zu richten. Soweit hiernach die Verstchemna & f 55 Wendung. § 115. Der Errichtung besonderer Verficherungsanstalten dedatt es nicht. Die Befugnisse und Obliegenheiten der Organe der Ver- sichemngsanstalten werden durch Ausführungsbehörden wahrae- nommen, welche für die Herresverwaltungen von der obersten Militärverwaltungsbehörde des Kontingents, im übttgen für die Nelchsoerwaltungen vom Reich- kanzler für die Landcsv�rwal- tungen von der Landes-Zentraldehörde zu bezeichnen sind. An die Stelle des Statuts treten Ausführungsvorschriften, deren Erlaß denselben Behörden obliegt. Dem Reichsver- ficherungsamt ist mitzuthellen, welche Behörden als Ausführungs« deHörden bezeichnet worden find. § 116. Die im§ 19 vorgesehene Bescheinigung kann hinsichtlich der in Reichs- oder Staatsbetrieben beschäftigten Personen durch die denselben vorgesetzte Behörde ausgestellt werden. Sind für Reichs- oder Staatsbetriebe Betriebskrankenkaffen errichtet, so kann die vorgesetzte höhere Verwaltungsbehörde bestimmen, daß durch die Vorstände dieser Krankenkassen die Beiträge für die den letzteren angehörenden Versicherten erhoben und die den eingezogenen Beträgen entsprechenden Marken in die Quittungs- bücher der Versicherten eingellebt und entwerthet werden. § 117. An der Beschlußfassung der Ausführungsbehörden, so weit dieselben nach näherer Bestimmung der Aussührungsvorschriften nicht die laufende Verwaltung betrifft, haben eben so viele Vertreter der Versicherten Tbeil zu nehmen, wie Mitglieder der Aussühnmgsbehörde. Bei Stimmengleichheit gicbt die Stimme des Vorfitzenden der Aufsichtsbehörde den Ausschlag. § 118. Die Vertreter der Versicherten(§ 117) werden von den aus dem Arbeiterftande bestellten Beisitzern der für die Durch» fühmng der Unfallversicherung in den dezeichneten Betrieben errichteten Schiedsgerichte gewählt. Tie Wahlordnung wird durch die für den Erlaß der Aussührungsvorschriften zuständige Behörde erlassen. In der Wahlordnung find die Zahl der Vertreter der Versicherten und die denselben zu gewährenden Vergülungssätze festzustellen. § 119. Die zur Durchführung der Unfallversicherung in den be< zeichneten Betrieben errichteten Schiedsgerichte entscheiden in dem für dieselben vorgeschriebenen Verfahren auch über Ansprüche auf Alters- und Invalidenrente. § 120. Bei dem Erlaß von Vorschriften der Ausführunasbehörde über das in den Betrieben von den Versicherten zur Verhütung von Krankheiten zu beobachtende Verhalten bedarf es der Mit- Wirkung der Vertreter der Versicherten nur dann, wenn diese Vorschriften Strafbestimmungen enthalten sollen. Die auf Gmnd solcher Vorschriften verhängten Geldstrafen fließen in die Krankenkasse, welcher der zu ihrer Zahlung Ver- pflichtete zur Zeit der Zuwiderhandlung angehört, und wenn ver zur Zahlung Verpflichtete keiner Krankenkasse ange- hört, in die Kasse des Ortsarmenverbandes des Beschäftigungs- ortes. § 121. Soweit in den vorstehenden Paragraphen keine abweichen- den Vorschriften getroffen worden sind, finden auf die Durch- führung der Alters- und Invalidenversicherung seitens der Ver- waltungen des Reiches und der Bundesstaaten die Bestimmun- gen dieses Gesetzes über die Versicherungsanstalten entsprechende Anwendung._ Di« Mittheilung, daß am 21. September 1888 mit der Eröffnung der Eisenbahnstrccke Berlin-Zehlendorf die erste Eisen- bahn in Preußen eröffnet worden sei, und daß, wie weiter hm< zugefügt wird, von der Strecke Berlin- Potsdam zuerst die Tyeilstrecke Berlm-Zehlendorf eröffnet worden sei, ist, obgleich es auch in Streckfuß,„Berlin im neunzehnten Jahrhundert" (Bd. iL pag. 503) steht, nicht richtig. Die„Volks-Ztg." weiß folgendes darüber zu berichten: Von der ersten preußischen Eisenbahn— Berlin-Potsdam— ist zuerst die Strecke Potsdam- Zehlendorf fertig gestellt und im Sommer 1838 dem Betriebe übergeben worden. Schreiber dieser Zellen erinnert sich noch ganz genau, daß er, damals noch ein Kind, mit seinen Eltern in einem Wagen nach Zehlendorf gefahren ist, um dort die erste Eisenbahn und den auf derselben fahrenden Dampfwaaen zu sehen. Wäre die Strecke Berlin-Zehlendorf zuerst dem Betriede übergeben worden, so hätten wir das bequemer auf dem hiesigen Bahnhofe am Potsdamer Platz haben können. In Bezug auf die Entwickeluna des Verkehrs zwischen Berlin und Potsdam durch die Eisenbahn ist es interessant, daß der damalige Oder- postmeister v. Ragler sich entschieden gegen den Bau der Bahn ausgesprochen und nachrechnete, daß selbst bei einer Verscchs- fachung des bestehenden Verkehrs von einer Rentabilität der Bahn keine Rede sein könne. Jetzt fahren manchmal an einem Sonntag zehnmal so viel Personen von Berlin nach Potsdam, als damals in einem Jahre gefahren find, ein Beweis, wie sehr die bequeme Gelegenheit den Verkehr steigert. Di« Verlegung des Ktettiner Kahnhofes. Eine mit dieser die künftige Gestaltung des nördlichen Theiles unserer Stadt auf das Engste berührenden Frage sich beschäftigende Versammlung hat Montag Abend 3 Uhr in der Tonhalle statt- gefunden. Die Versammlung war von Interessenten sehr gut besucht Der Vorfitzende Herr Theodor Lorenz machte zu Be- ginn Mittheilung über das Resultat der verschiedenen den Hoch- bau betreffenden Petitionen, worüber in früheren Versammlungen Beschluß gefaßt worden war. Das Komitee hat s. Z. fünf Pläne ausgearbeitet, von denen auf die letzte, den Hochbau der Stertiner Bahn und die Verlegung des Güterbahnhofes be- treffende Petition, welche vom Komitee dem Minister von May- bach persönlich übergeben wurde, unllrm 18 Juni der Bescheid erfolate: daß es bei dem früheren, bereits ausgearbeiteten Plane der Eisenbahndirektion sein Bewenden haben müsse, hauptsäch- ltch des Kostenpunktes wegen. Dieser Plan geht im wescnt- lichen dahin: den Stettiner Bahnhof auf demselben Niveau wie bisher zu belassen, dagegen das Niveau des Bahnkörpers all- mälig bis auf vier Meter ansteigen zu lassen, ferner eine Unter- führung an der Kreuzung der Liesen- und Ackerstraße, Vertiefung der Ackerstraße und von hier Weiterkührung in einer Kurve nach dem Humbolvtshain, mit Vermeidung des schwierigen Ueberganges am Gesundbrunnen. Der Vorsitzende ergeht sich in längerer Auseinandersetzung über dieses Projekt der Regierung und erklärt, daß dadurch nichts gewonnen würde. Der Plan des Ministers kommt den Wünschen und Bedürfnissen des Nordens in keiner Weise entgegen. Es entstehen Berge und Thäler, welche nur Verkehrsstörungen schaffen, das Grundeigenthum jenes Stadt thells entwerthen und immer mehr fühlbar sich machende Ver- kehrsstörungen für die Zukunft heraufbeschwören. Das Komitee hat sich auch, weil es den kranken Kaiser Friedrich mit der An- g.legenheit nicht belästigen wollte, mit einer diesbezüglichen Ein- gäbe an den Kronprinzen gewendet, welche den zuständigen Behörden überwiesen wurde. Der darauf seitens der Eisenbahn- Direktion erfolgte Bescheid lautete: daß kein Anlaß zur Um- änderung der bereits ausgearbeiteten Pläne vorliege. Der Vor- siyende giebt seiner Uebcrzeugung Ausdruck, daß man sich durch diese abschlägigen Bescheide an der berechtigten Agitation zu Gunsten einer Verbesscrung des ministeriellen Planes im Jnter- esse des nördlichen Stadttheils nicht beirren lassen dürfe. Der Hochbau verursache so erhebliche Unkosten nicht. Die erforderlichen sieben Millionen würden durch den Erlös, welchen der Fiskus aus dem Vertauf des Terrains des Güterbahnhofes erziele und den Vortbeil, welchen derselbe nicht nur dem Norden, sondern ganz Berlin bringe, auf das reichlichste gedeckt werden. Nachdem noch mehrere Redner sich in ähnlichem Sinne ausgesprochen und nur wenig Opposition sich geltend gemocht, welche sich Haupt- sächlich gegen eine gänzliche Verlegung des Stettiner Bahnhofs richtet, wurde diese letztere vollständig fallen gelassen und ein- stimmig beschloffen, das Komitee zu beauftragen, einen neuen Plan für den Hochbau des Stettiner Bahnhofes baldigst auszuarbeiten und einer wieder zu berufenden Versammlung vorzulegen. Deir KefahiüUttgvnachWeis bildet, trotz aller Agitationen der Zünftler, unter den Gewerbetreibenden in Deutschland noch immer den Gegenstand heftigen Streites, denn während auf der Mehrzahl der„Tage" von Jnnungsverbänden der Bcfähigungs- Nachweis als Universalmittcl für alle wirklichen oder eingebildeten Schäden im Handwerk gepriesen wird, erklären sich andere, wie Maler, Buchbinder, Barbiere und Friseure, auf das allerent- schiedenste gegen die letztere Forderung. Namentlich der In nungs- verband„Bund deutscher Barbier-, Friseur- und Perückenmachcr- Innungen" hat schon seit einer Reihe von Jahren gegen diese letzte Beglückung Ackermann'schen Stils protestirt und wird auch auf dem am nächsten Montage beginnenden Kongresse seine alte abwehrende Stellung mit Nachdruck zur Geltung zu dringen suchcn. Die deutschen Barbiere und Friseure gehen nämlich von der richtigen Ansicht aus, daß innerhalb ihres Verbandes sie selbst diejenigen Einrichtungen zu schaffen haben, welche ihnen die Garantie bieten, daß ihr Gewerbe auf der Höhe der teil erhalten wird, und daß kein staatliches Zwangsmittel im itande ist, ihnen die Gunst des Publikums zu erhalten, wenn sie sich dieselbe nicht durch ihre Leistungen zu erwerben verstehen. ?>ie Pflanzerkol ante„Kamer««"» wie eine Kolonie iebhabern ver Gärtnerei am Friedrichshain scherzhaft ge- nannt wird, dürfte den Berlinem, selbst den Bewohnern des Nordostens, wenig bekannt sein; und doch bietet dies Stückchen Land einen so anmuthigen und den Freund der Berliner Eigen- art derartig fesselnden Anblick dar, daß den Besuchern des Friedrichshains besonders gegen Abend, sowie Sonntags ein Abstecher nach„Kamerun" zu empfehlen ist. Die„Voss. Zrg." erzählt hiervon: Wer, den Hain zur Linken, die Landsberger Allee hinausgeht, wird auf der rechten Seite etwa eine Diinute von der Patzenbofer Brauörei entfernt einen Bretterzaun mit einer kleinen Thür bemerken; tritt er hier ein, so liegt die Pflanzerkolonie vor seinen Blicken. In einer Niederung, welche begrenzt wird vom hohen Damme der erst spärlich bebauten Petersburgerstraße, einer schwärzlichen Fabrik und den entfern- teren Häuserreihen des Ostens, breiten sich üppige Gemüsefelder und Blumenbeete aus, zwischen denen wohl hundert niedliche Lauben und schmucke Bretterhäuschen zerstreut liegen— Pachtgütchen und Anlagen kleinbürgerlicher Sommerfrischler, welche sich hier von der schweren Tagesarbeit zu erholen suchen. Mun- teres Volkstreiben erfüllt die Kolonie. In den grünumrankten Lauben fitzen die Pflanzer mit ihren Familien bei der Kaffee- kanne oder einer«Weißen; eifrige Verehrer des Gartensports begießen ihre Nelken, Kohl- und Kattoffelbeete; Kinder ahmen den Vater nach und pflegen die Blumen und Stauden ihres Fleckchens Erve; bunte Kleidchen fliegen auf einfachen Schaukeln hin und her; mit klatschendem Flügelschlage hebt sich ein Tauben- schwärm von einer Laube, auf welcher sich der Schlag befindet, in die sonnige Luft; Leierkastenspiel schallt von einer der Käme- runer Schenken her, wo die Pflanzer trinken und skaten. Wan- dein wir dotthin auf schmalem Gartenwege, um die kleinen Be- sitzungcn im einzelnen zu betrachten. Die Sommerfitze find durchgängig mit anmulhiger Sorgfalt, wenn auch vielfach mit schlichten Mitteln hergestellt. Zusammengefügte Lätzen, Bretter, Kistenwände, mit Dachpappe dedeckt, grün gestrichen und um- rankt von Winden, Wein und Hopfen, bilden trauliche Lauben oder Häuschen, deren gardinengeschmückte Fenster auf ein be- hagliches Innere schließen lassen. Einige Lauben bestehen nur aus Latten, Tonnenreisen und darüber genagelter Sackleinewand. An den Giebeln der Hütten pflegen Abzeichen und Verzierungen angebracht zu sein, ein Kranz, ein Hufeisen, eine Lyra, ein Kopf aus Kokosnuß geschnitzt, zuweilen Inschriften wie„Wilhelm's Ruh",„Baches Ruh", lustig wirbelnde Windmühlen und andere Spielereien, Wetterfahnen, flatternde Flaggen aus allerlei bunten Geweben. An gewissen Bretterbuden hat sich der Humor der Besitzer in Inschriften ausgelassen, wie„Komptoir parterre",„An- zeigen nur hier" rc. Auf einigen Lauben befinden sich Waffer- behälter, welche kleine Springbrunnen speisen; andere Behälter zur Füllung der Gießkannen find halb in die Erde eingegraben. Diese und jene Besitzung hat auch einen robrnsonhafien Herd aus Ziegelsteinen und Lehm. Zwischen üppig wuchernden Erbsen und hohen Bohnenranken ist manch hübsches Ruhcplätzchen an- gebracht vor gelbroth leuchtender Kapuzinerkresse, duftigen Nelken- und Rosendeeten, welche ein Kranz von Muscheln umgiebt, und in deren Mitte wohl eine Glaskugel blinkt. Hat man den zwischen der Petersburger- und Tilfiterstraße gelegenen Thcil von„Kamerun" durchschritten, so empfiehlt es fich, auch die jenseits der Tilfiterstraße befindlichen Gärtchen zu befichtigen, welche zwar ziemlich denselben Charakter wie die geschilderten haben, aber doch das Gesammtblld der Kolonie vervollständigen. Diese Hälfte von.»Kamerun" besteht gleichfalls aus etwa hun- dert Lauben und Häuschen und erfüllt eine Landsenkung, welche sich bis zum Weidenweg erstteckt. Im Hintergründe der Kolonie am Weidenwcg liegt eine luftige Weißbierschänke, ein Bretter- haus mit gethecrtem Dache, auf welchem eine Ritterburg aus lackitter Pappe prangt. Hier unter den Obstbäumen des Gattens fitzt Sonntags eine anspruchslose Gesellschaft von Pflanzern, während im„Saal" die Pärchen zur klappernden Musik eines Drehklavicrs tanzen. Alles in Allem ein den Freund des Volks« lebcns freundlich anmuthendes Bild harmloser und genügsamer Fröhlichkeit. Da» srosse Wiesen-Terrain, welches fich zwischen Rix- dorf und dem Berliner Schiffsahrtskanal ausbreitet, hat in den letzten Monaten sein Aussehen ganz bedeutend vcrändett. Längs des Maydach-Ufers und des Kottbuser Dammes war von dem Wiesengrün zwar schon seit Jahren wenig zu sehen, aber an der östlichen Biegung des Kanals hatte man noch im vongen Jahre eine weite grüne und zum größten Theil bestellte Flur vor sich. Das hat fich in diesem Jahre geändert. Von dem Maybach-Ufer aus ziehen sich in geraden Linien hohe Dämme durch die Ebene nach Äixdorf zu und geben so die Richtung für die zukünftigen Slraßenfluchtcn, die hier in vor- aussichtlich in nickt zu ferner Zeit mit Häusern desetzt sein werden. Sehnsüchtig warten die Anwohner auf eine Ueber- drückung des Kanals an jener Stelle, die aber nicht früher zu ermatten ist, bis die Regulirung des Sprecbtttes vollendet fem wird. Erst dann wird eifttger mit dem Bau neuer Brücken vorgegangen werden, da alsdann dieselben niedttger und für die Straßenflucktcn weniger störend und vor allen Dingen weniger kostspielig angelegt werden können. Verhaft«ngen von Kozialdemokrate« haben außer den den von uns bereits gemeldeten in den letzten Tagen wieder mehrfach stattgefunden. Im 4. Reichstagswahlkreise wurden der Tischler Paul Meyer(Weberstr. 15a wohnhaft) und mehrere andere Mitglieder der Sozialistenpartei verhaftet. Einige Ver- Haftungen wurden deshalb vorgenommen, weil die betteffenden Personen dabei überrascht wurden, als sie die an Häusern und Straßenecken angeschlagene Thronrede des Kaisers mit rothen Streifen überklebten, auf welche gedruckt war:„Hoch lebe die revolutionäre Sozialdemokratie!" Daß bei solchen Anlässen auch ein Unschuldiger in Verdacht kommen kann, mußte der Tischler S. erfahren. Derselbe wurde, als er an der Ecke der Strauß- derger- und Pallisadenstraße vor einer derart überklebten Kaiser- Proklamation stand, von einem hinzukommenden Polizeideamten mit der Frage angeredet, was er da mache. Er gab zur Ant- wott, diiß er lese. Er wurde indeß, weil der Beamte ihn im Verdacht hatte, die Ueberllebung selbst vorgenommen zu haben, sistilt und einem Verhör unterzogen. Es wurden ihm die Fragen vorgelegt, ob er Sozialdemokrat sei, ob er Soldat gewesen und od er einem Fachvercin angehöre. Er verneinte die mittlere und bejahte die beiden anderen Fragen. Darauf ließ man ihn frei. Auch Tischler Berndt ist verhaftet und bereits dem Untersuchungsrichter vorgefühtt worden, welcher nach dem Verhör indeß die vorläufige Haftentlassung anordnete. Herr Berndt wurde der Beleidigung eines Polizeibeamten beschuldigt. Auch Haussuchungen sind in den letzten Tagen mehrfach bei Sozialdemokraten vorgenommen worden. Fütterung von Goldflschen. Man füttert den 4« d.ese an 1 fisch am besten mit Ameisenpuppen, Weißbrot, Jnseltertcn Zeit muß fein gehacktem Fleisch, man gebe aber nie mehr von Stoffen, als sofort von den Fischen verzehrt wird: es«anntcsKonti mehr Aquariumsische an Uebersülterung, als an NahrunM Buchhalter gel zu Grunde. Oblaten sind zur Fütterung nicht 8®«.* weil sie das Wasser trübe und schleimig machen. Im Selck rm Buche kann man täglich füttern, im Winter nur höchst selten, t z. Hauptbedingung für das Wohlbesindcn der Goldsische rium ist die Anwesenheit von Psianzen; find solche"A banden, so muß das Wasser öfters als sonst(im Sommagte habe sich lich) erneuert werden: dasselbe darf nicht zu kalt sein, undWMgm kom annähernd die Temperatur des bishengen haben. Maff- J■- 8- fich vom Wärmegrad desselben durch Anwendung d?s� mctcrs überzeugen. Wenn die Fische häufig an die icnhändig in liale zu diese kommen und Blasen ausstoßen, so ist dies ein Zeichen, frisches Wasser benöthizen. Goldfische werden bei richtiz�MW n Handlung im Aquarium 10 bis 15 Jahre alt.% Daß Petroleum al» Gift wirkt, ist von eine« � durfte ni liner Arzt Dr. L. bei seiner Anwesenheit in den amenl% yottieaend Oeldistrikten ermittelt worden. L. bereiste jene ÄezirliZ., j Studien über die dortigen Gesundheitsverhältnisse inu, �iDei meinen und über die gesundheitlichen Zustände der-ssd'erhaupt nich Bevölkerung insbesondere zu machen. Bei den mit dtzccluerfe und( leumgcwinnung beschäftigten Arbeitern fand er eine HauC,M daß sie kung vielfach verbreitet, die sich auf allen Theilen des'eWt haben, vorfand. Genauere Untersuchungen ergaben, daß»«Einzelheiten r Krankheit besonders diejenigen Arbeiter am meisten Leuptet, im Ii werden, welche mit dem schwereren Oel in Berührung% sjjj. von eir das einen höheren Entflammbarkeitsgrad befitzt. Bei'Jaffabuch ist Ermittelungen fand Dr. L. auch zahlreiche, nicht weniger Lmatt läßt di zehn Fälle, wo Potroleum in größerer Quantität in den w Gesammist von Menschen gelangt war, und hier zeigten fich steti-chröver, der Affektioncn des Magens, der Nieren und des gesamintl�ngniß.— T tral-Nervensystems. Die Wirkungen waren namentlich steirrt haben n Falle, wo ein ganzes Trinkglas voll Petroleum dem# jiedei umgeta geführt war, sehr bedenklich und erforderten eine enerM werde es umsichtige Therapie, welche namentlich darauf gerichtet izhicn des B mußte, den Patienten vor dem in dieser Situation mr.e Quittung verhängnißvollen Einschlafen zu bewahren. L-.lent nimmt deshalb, Petroleum unter die Gifte zählen zu Bei dem Einathmcn von Petroleum- Dämpfe� im Allgemeinen keine Vergiftungserscheinungen nur bei ganz besonders ungünstigen äußeren und in sundheitsverhältniffen der betress-nden Person liegen ständen find solche Vergiftungssymptome möglich. Wegen Zulassung der Feuerdeftattuug jiebt sich, das Jon dem liechtsanwalt Der Präsident licht, aus den ic Untettchlal nenn der Äev Berliner Verein eine zweite Eingabe an das königliche Hechtswidrig c Präsidium richten, deren Ausarbeitung der RelWostens habe Wrcschncr übernommen hat. Ter erste ablehnende Bstlznitteln lassen Polizeipräsidenten lautet wörtlich:„Auf das GeWlngeklagten� i 28. Mai, in welchem der Vorstand um die Genehmil fakultativen Feuerbestattung in Berlin bittet, erwidere Vorstande ergedenst, daß die Feuerbestattung nach Lag' geltenden Gesetze für verboten zu erachten ist und de zeilich nicht erlaubt werden kann." Inzwischen Werdens bereitur-.gen für den Bau der Urnenhalle und des KreT Sache auf Fr Da» R» ringt manche jfallä vielleicht stand eine> lUl. Strafkamr nicht unterbrochen. Wie die„Flamme" berichtet, �1��"Hause �F ckcs den stolz 10 Mark Mn ombrowsky elcher die so er fich zum ollte nun lexander S> klärte ihr d sie, bis ihm enr Raum de -r in die Fev raren. End! um Raum v Wittwe kürzlich die Kommission zum zweiten Male nach fnevhofe bei Fttednchsfeld?. Die Vermessung di wurde von Herrn Jacob vorgenommen. Bevor ein' Plan für das Berliner Krematorium und die Urnenhlv ferligt wird, sollen sämmtliche Pläne der bereits»« Verbrennunasavparate besorgt werden, namentlich St. Louis, New-Bork. Paris, Zürich, Mailand, Go-l bürg, Kopenhagen und Stockholm. Da» leidige übermässige Kchnellfahre« der hat am Mittwoch wiederum ein Unglück angerildtet. starken Fuhrverkehrs, welcher in der Neuen Friedril der Zentral-Martthalle herrscht, jagte gegen 12 Uhr 8L_ Fleischtranspottwagen an dieser Stelle in solcher EilcW Ärs:, entfliehen, wurde jedoch von Zeugen des Vorfalls � den Händen erhallen, so daß er mittelst Droschke m.ciMj schafft werden konnte; der zweite der Verunglückten irfTUi 0 1• anscheinend schweren Verletzungen an beiden Beinen M i?]'0r'lP£1e0 Krankenhause am Friedrichshain geschafft..richtsdirenor Gin gefährlicher Taschendieb, welcher die � gehen sehr m unsicher macht, wurde am Mittwoch gegen Abend in tssssesp. 1 iag der Stettiner Bahn gefaßt, als er gerade einem älterA Das r der, auf den Zug wartend, in der Halle stand, die--'worden ist, leichtert hatte. Der Diebstahl wurde von mehreren T�smelt hat«n merkt und der Dieb von Beamten gefaßt. Zwar gelanS! in, Bewegung Gauner, sich den Händen derselben zu entziehen unv.kettch l ches. Menschengewühl zu enttowmen; doch entwickelte sich förmliche Jagd nach dem Taschendieb, der endlich von. rAt atmen Arbeitern in der Borfigstraße gefaßt und nach dem-mbuna a Polizeibureau geschafft wurde. In dem Taschendiebe&' aesährlicher Bahnhallendieb rekognoszirt und dessen, Ueberführung nach dem Äolkenmarkl angeordnet. m 1�, Zu- Abhaltung der Matte». Wohl jede HaZ Handlung°c auf ihr Hauswesen etwas giebt, klopft jetzt im Tragen Polstermöbel des Ocfteren auf das Sorgfältigste aus,,. � rinniftung der Motten, die jetzt ihre Eier abzulegen� t,t"bcm@er v�murung uei vunicn, uic lyic vj-ici uufluiw",*„ zu verhüten. Die Motten werden dadurch aufgescheu»! y�sevutzen, auf, einige werden getödtet, während die anderen,% Um Geschäft des Klopfens beendet ist, ihren Platz. wM{ni jjn0I,ji0( Potsteimödeln aufschlagen. Um dies zu verhüten ihnen zur Ablegung ihrer Eier andere, ihnen besser Orte schaffen, indem man alte Pelzstücke oder dichte, läppen unter oder in die Polstermöbel steckt. Die dann ihre Eier mit Vorliebe in diese Lappen und m' nöthig, die Lappen mit den darin haftenden Eiern 0 Zeit zu Zeit wegzunehmen und zu verbrennen. der Möbel muß natürlich fortgesetzt werden, von um die. des aufzuscheuchen, indeß ist es bei Anwendung Mittels von weit besserem Erfolge. Polizeibericht. Am 11. d. M. wurden Vor der Dragonerstraße ein etwa 30 Jahre alter Mo Abends in der Jägerstraße ein etwa 40 Jahre alter anscheinend Arbeiter, in schweren Krämpfen auf dem lieg end vorgefunden und Beide nach der Charitee S? Adends wurde ein Mädchen in seiner Wohnung in° straße erhängt vorgefunden. Gerichts-Ieiwng. Mit einer Anklage«regen Unterschlag»''� sich im Laufe der Verhandlungen zu einer äußeist 1 i gestaltete, hatte fich die zweite Strafkammer des unter dem Vorfitz des Herrn Landgerichtsdirektors- zu beschäftigen. Der Zigarrenfabrikant Franke best Rathenowirstraße ein Filialgeschäft und hatte den Dreifuß als Verkäufer für dieses Geschäft engagirt. reren Monaten kam es zu Streitigkeiten und D> seine Stellung ausgeben. Als der letztere das nommen hatte, war der Bestand festgestellt worden> � folgenden Lieferungen aus dem Hauptgeschäft wurde,, a postenweis debitirt. Nach dem Abgang des Dreist« � Inventur ein Manko von ca. 254 M. Die Ankuw � nun, Dreifuß habe den fehlenden Betrag unterschlage"'.�« entschieden in Abrede stellt. Von der Staatsanw�st 5 Belastungszeugen und außerdem der gerichtlich ver revisor Solomon vorgeladen. Buchhalter W1®1' Zi'' Franke in Thätigkeit ist, hat die einzelnen Waarenr, Dieser Knot gelten. Edc Wahrzeichen am 18. Mä belegenen H von dieser 1 erwärmen, c lokal am Ri angetroffen. dann Heinr gedeutet un antwortet: Antwort eil die Denunz Gendarmen Herren Hap hatte ein d zurückzuzuh spreckung V zur Last. Der Schuhmaci des Deutsch in i panda öffentlichen richtung de: debörde di ertheilt wm hatten die vcdmigung ferner war dieses Jahr Vorstandes Nach dem Unterstützur § 9 des V« ittcrl den in diese an die Filiale adgcliefert waren, gebucht; in der t Insekte» ten Zeit mußte der Angeklagte jedesmal beim Enpfang der mebr von iaaren einen Schein ausstellen, später wurde ihm aber ein so- i wird' es panntcs Kontraduch behändigt, in welchem der bestellte Posten >n?knKrunM Buchhalter eingetragen war und das dann dem Dreifuß m nicht«Melegt wurde. Zu gleicher Zeit wurde der bezügliche Posten n Im Sei* im Buche des Hauptgeschäfts gebucht. Der Zeuge muß s.» ww er zugeben, daß das Kontrabuch vielfach nach Ablieferung ver ithfi rbe im iaare gleich wieder in seine Hände zurückgelangte und oft bis snlrfL nM nächsten Lieferung im Hauptgeschäft verblieb. Der Ange- im KvmmaSte habe fich aber von der Richtigkeit der Eintragung immer UM» unj(erzeugen können, und es sei auch anzunehmen, daß derielbe Mm. eses stets gethan habe, weil er die Posten aus dresem Buch enhändig in ein besonderes Buch schrieb, welches in der aale zu diesem Zwecke vorhanden war. Diese Anficht vertritt h der Zeuge Franke. Bücherrevisor Solomon bezeichnet die ndhabung mit dem Kontraduche als eine inkonekte; wenn der 'enge Wicht zugiebt, dieses Buch wochenlang bei fich gehabt zu »den, so kann die nothwendige Konlrole verloren geben. Das juch durfte nicht aus den Händen des Angeklagten kommen. Aus -n vorliegenden Büchern habe er allerdings das Manko ermittelt. ils einen speziellen Beweis für das Vergehen führt die Anklage n, daß diverse Verkäufe in dem Kaffabuch des Angeklagten berhaupt nicht gebucht wurden; dies sollen die Zeugen Fechner, 'chierse und Schröder bekunden. Die eisten beiden konstatiren zar, daß fie zu verschiedenen Malen je eine Kiste Zigarren Gekauft haben, können fich aber der Daten wie überhaupt der nzeldeiten nicht mehr genau erinnern. Zeuge Schröder be- uptet, im Juli oder August v. I. eine Kiste zum Preise von Ä. von einer gewiffen Made entnommen zu babem Im ,..afsabuch ist dieser Posten nicht aufzufinden.— Der Staats- it weniger'�walt �äßt die Anklage, insoweit fich dieselbe auf Unterschlagung tät in de» M Gesammtsumme bezieht, fallen, beantragt aber für den Fall i fich stettßchxöver, der als erwiesen zu betrachten sei, 2 Monate Ge- ngniß.— Der Angeklagte bemerkt, daß der Zeuge fich wohl irrt haben müfie; derselbe habe nämlich sehr oft die Zigarren '.eder umgetauscht und dann von zwei Sorten je 50 genommen, werde es auch hier gewesen sein. Daraus erkläre fich das ehlcn des Betrages von 8 M. Zeuge Schröder beruft sich auf r.e Quittung, welche fich bei den Akten befinde. Der Präfi- mt nimmt das fragliche Schriftstück aus den Akten: es er- ebt sich, daß nur der Empfang von 4 M. 75 Pf. für Zigarren Ion dem Angeklagten bescheinigt worden ist. Vertheidiger lechtsanwalt Wolff plaidirt auf Freisprechung seines Klienten. er Präsident verkündete nach kurzer Berathung: Es genüge licht, aus den Büchern das Fehlen des Betrages festzustellen; ie Unterschlagung könne erst als geschehen betrachtet werden, enn der Beweis erbracht sei, daß der Angeklagte fich denselben chtswidrig angeeignet habe. Auch bezüglich des einzelnen ostens habe fich durch die Verhandlung nichts genaues er- itteln lasten; wohl liege der dringende Verdacht gegen den ngeklagten vor, doch mußte der Gerichtshof nach Lage der ache auf Freisprechung erkennen. Das N»tentiousr»cht, dieses Vorrecht der Hausbefitzer, ingt manchen Staatsbürger auf die Anklagedank, der andern- alls vielleicht niemals diesen Platz einnehmen würde. Gestern anb eine arme Wittwe Ramens Domdrowsku vor der l. Strafkammer des Landgericht I, weil fie die Konsequenzen �genannten Rechtes übertreten hatte. Die arme Frau wohnte in rnck dem!d.m Hause Fischerbrücke Nr. 9 in einem miserablen Loche. Ivel- ffiina des M s den stolzen Ramen Wohnung führte und nicht weniger als -"»q Mark Miethe kostete. Am 6. Febr. d. I. erwirkte fich Frau ombrowsky eine Verfügung des Polizeipräfidiums, nach elcher die sogenannte Wohnung als ein Raum zu betrachten ist, er fich zum Aufenthalt für Menschen nicht eignet. Die Frau lollle nun ausziehen, da sie aber dem Wirthe, Fabrikanten lexander Schulz, noch die.Miethe vom Januar schuldete, so klärte ihr dieser, daß er die Sachen nicht aus der„Wohnung" .ffe, bis ihm sein Geld geworden sei. Ende Februar wurde es in enl Raum bedenklich stille für Herrn Schulz; er guckte hin und wie- -r in die Fenster, konnte aber nichts bemerken, well diese verhangen I"TKiiMfJbaren. Endlich empfing er durch einen Dienstmann die Schlüssel Raum und nun bemerkte er zu seinem Schrecken, daß die i- rvi&äfe Wittwe ihm nur die schlechten Sachen zurückgelassen hatte; »hie besseren waren seiner Angabe nach verschwunden. Den Be- fand ließ Herr Schulz von einem Mann des Gesetzes nach der m. ung des an die Dl i Zeichen, bei richl von eine« )en awerik« lene Bezirk ältnisse im inde der n mit r eine H ilen des daß voi meisten erührung tzt. Bei s gesom rmentlich m dem fine energi rf gerichta ituation b' ten. L. ählen zu Dämpfe» gen und in m liege lich. »ttuug königliche ver" nende Bei das Geh Genehm erwidere nach Li und d m werden > des Kn richtet, >or ein Urnenh icreits mentlich ad, Gol hre« der erichtet. Friedr» 2 Uhr Der f 3m K Pfandkammer schaffen,„aber"— so klagt Herr Alexander Schulz chke nach«dem Gerichtshof-„nur 85 Pf., ja. ganze 85 Pf. habe ich da- Jfür gelöst!"— Der Staatsanwalt beantragte 1 Woche Ge- fängniß wegen strafbaren Eigennutzes. Der Präfidcnt, Landge- richtsdirektor Makomasky erklärte, der Gerichtshof habe das Ver- gehen sehr milde aufgefaßt und deshalb die Strafe auf 5 M. resp. 1 Tag Gefängnih bemessen.., �. Da» rothr Taschentuch» welches, wie s. Z. berichtet worden ist, am 18. März d. I. wieder einmal eine Rolle ge» spielt hat und wegen dessen sogar die Berliner politische Polizei in Bewegung gesetzt worden sein soll, hat nunmehr noch ein gerichtliches Nachspiel gehabt. Der Droschkenkutscher Rührmund i VT Oft, war, wie erinnerlich fem wird, wegen Tragens einer„großen *1)* nofl 1 Zöthen Schleife" am 18. März d. I. von einem Rixdorfer li„iil Gendarmen denunzirt und vom völligen Amtsvorsteher wegen Verödung groben Unfugs in eine Geldstrafe von 10 M. ge- ? 5-�n nommen worden. Hiergegen erhob Rührmund Widerspruch und >v venci � in �.e{er Angelegenheit dieser Tage Vre gerichtliche Ver- ulk Handlung vor dem Rixdorfer Schöffengerichte statt. Der Ange- klagte Rührmund erklärte fich für nichlschuldig, indem er durch das Tragen eines schwarz- roth- weißen Taschentuches groben Unfug nicht verübt haben könne. Das«wnra» delicti, welches er dem Gerichtshofe zur Ansicht vorletzte, habe er lediglich zum Naseputzen, keineswegs aber zur Verubung groben Unfugs de- nutzt. Um das Taschentuch nicht zu verlieren, habe er dasselbe im Knopfloche seines Mantels mit einem Knoten festgebunden. Dieser Knoten könne unmöglich als eine große rothe Schleife gelten. Ebenso bestritt R.. fich in auffallender Weise mit diesem Wahrzeichen auf dem Straßendamm bewegt zu haben. Er habe am 18. März d. I. an dem am Rollkruge in der Berlinerstraße belegenen Halteplatze mit seiner Droschke Aufstellung genommen, von dieser den Schnee entfernt, sei dann, um fich die Füße zu erwärmen, ein wenig umhergelaufen und hierauf in das Schank- lokal am Rollkrug gegangen. Hier habe er zwei Gendarmen angetroffen. Als er fich einen Schnaps bestellt, sei der Gen- ossfw Heinrich an ihn herangetreten, habe auf seinen Mantel gedeutet und ihn gefragt, was er denn da habe? Er habe ge- antwortet:„Herr Wachtmeister, mein Taschentuch!", aber zur Antwort eihalten:„Wir kennen unsere Leute schon!", worauf die Denunziation erfolgt sei. Als Zeugen waren geladen die Gendarmen Perlrck und Gericke zu Axdorf, sowie die Fuhr- Herren Hoppe �und Wentzke aus Berlin. Die Beweisausnahme jede l im tigste au«, abzulegen�, iufgescheuff deren, na» statz wieV erhüten.'' en besser dichte, d'ft t. Die n und n» Eiern o ennen. , um vi« ! des den Voi Itcr M :t alter auf dew sharitee£ «ung in hatte ein durchaus negatives Resultat. Ohne fich zur Berathung zurückzuziehen, erkannte der Gerichtshof auf kostenlose Frei- sprechung des Angeklagten und legte die Kosten der Staatskasse Der aufgelöste ZluterstStzungsnerei» deutscher äugen--rf Schuhmacher--Sitz in Nürnberg— besaß s. Z. innerhalb c des La 5? des Deutschen Reiches 170 s�ltalen, eine derselben befand fich ~" in Spandau. Im Januar d. I. war in einer allgemeinen öffentlichen Versammlung der Spandauer Schuhmacher die Er» richiung der Vereinsfiliale beschlossen, nachdem seitens der Polizei. debörde die Genehmigung zur Abhaltung jener Versammlung erthcilt worden war. Unter Ueberreichung eines Vereinsstatuts hatten die jeweiligen Leiter bei der Ortsbehördc auch die Ge- rcbmigung zur Errichtung der Filiale nachgesucht und erhalten z ferner war der Behörde wiederholt im März und Mu, dieses Jahres von Personalveränderungen innerhalb des Vereins Vorstandes in korrekter Weise Mittheilung gemacht worden Nach dem Wortlaute der Statuten bezweckte Ver Verein die Unterstützung wandernder und arbeitsloser Schuhmacher: im § 9 des Vereinsstatuts ward den Filialoorständen das Recht W0 iirektors ante de! atte den # worden- ratsan lich zugesprochen, wandernden Schuhmachern, die das 16. Lebensahr erreicht und den statutarisch festgesetzten Mitgliedsbeitrag regelrecht bezahlt haben, ein Reisegeschenk zu gewähren. Ehe die Spandauer Filiale recht eigentlich ihre Wirksamkeit beginnen konnte, war inzwischen durch den Nürnberger Magistrat der Spandauer Stadtbehörde die Mitlheiluna gemacht worden, daß der„Unterstützungsverein deutscher Schuhmacher" in Nürnberg aufgelöst sei. Von dieser Maßregel mußte auch die Spandauer Filiale betroffen werden; ihre Schließung wurde ebenfalls ver- ügt. Die Qrtspolizeidehörde hielt nun dafür, daß der Verein ich als eine Verficherungsanstalt im Sinne des§ 360 Abs. 9 des R.-St.-G.'B. darstelle und gegen die jeweiligen Vorsteher der Filiale, Schuhmacher Kolbe und Suhr. ward demnächst An- klage wegen Uebertretung der Vorschriften dieses Para- graphen erhoben, der wie folgt lautet: Mit Geldstrafe 5C. oder mit Haft wird bestraft: wer gesetzlichen Bestimmungen zuwider ohne Genehmigung der Staatsbehörde Aussteuer-, Sterbe- oder Wittwenkassen. Verficherungsanstaiten oder andere dergleichen Gesellschaften oder Anstalten errichtet, welche bestimmt sind. gegen Zahlung eines Einkaufsgeldcs oder gegen Leistung von Geldbeiträgen beim Eintritte gewisser Bedingungen oder �Fristen Zahlungen an Kapital oder Rente ,u leisten."— Das Spandauer Schöffengericht sprach beide Angeklagte frei, indem es im Hm- blick auf das korrekte Verhalten des Fillalvorstandes zunächst für erwiesen erachtete, daß die polizeiliche Genehmigung dem Verein ertheilt und daß derselbe als eine Verficherungsanstalt nicht an- .„sehen sei. Tie Staatsanwaltschaft legte gegen das freisprechende .lrtheil Berufung ein; aber auch die Strafkammer des Land- gerichts II, vor deren Forum die Sache gestern verbandelt wurde, fand keinerlei Anlaß, die schöffengerichtliche Entscheidung aufzu- heben. Abgesehen davon, daß das Gesetz keinerlei Bestim- mungcn darüber enthalte, was„Versicherungsanstalt" ist oder nicht— habe der Gerichtshof die volle Uederzeugung gewonnen, daß der aufgelöste Unterstützungsverein eine„Verficherungs- anstatt" nicht sei. Das erste Urtheil ward somit bestätigt und die Berufung des Amtsanwalts verworfen. Gin- für Stadt? mit kleinem K-lag-rung«z«stand hochinteressante Entscheidung hat das Oberlandesgericht zu Frankfurt a. M. gefällt, indem es das Urtheil der dortigen Strafkammer aufhob, durch welches ein Frankfurter Einwohner, der im Besitze eines Jagdpaffes war, und sein Diener, der die Flinte zur Reparatur zum Büchsenmacher trug, wegen Vergehens wider das Sozialistengesetz zu 3 M. Strafe verurtheilt war. Die Kosten des Verfahrens wurden der Staatskasse zur Last gelegt. Das Urtheil führt aus, daß unter„Waffentragen" nicht der„Transport" von Waffen zu verstehen sei, sondern das „Anszerüstetsein" mit einer Waffe. Es könne dahingestellt bleiben, ob im vorliegenden Falle überhaupt von einer Waffe gesprochen werden könne, wenn ein reparaturbedürftiges Gewehr zum Waffenschmied gebracht werde; jedenfalls solle mit dem „Tragen" nicht der Transport, sondern das„Mit sich führen" gemeint sein: hier sei jedoch festgestellt, daß es fich um den Transpott eines Gewehres in einem Futteral gehandelt habe, dessen augenblicklicher Gebrauch unmöglich gewesen sei; gleichwie auch nicht von Waffentragen die Rede sein könne, wttrn Ge- wehre von der Eisenbahn in Kisten zum Büchsenmacher trans- portirt würden. Der§ 28 sei mit Unrecht angewandt, daraus folge von selbst, daß der Angeklagte, der seinen Diener beauf- tragt hatte, nicht als Anstifter angesehen werden kann. Stettin» 10. Juli. In der gestrigen Verhandlung der hiefigen Strafkammer wurde der Strafprozeß gegen den von hier ausgewiesenen Arbeiter I. Fr. Aug. Müller aus Berlin zu Ende gebracht. Müller war beschuldigt, im vorigen Jahre hier bezw. in der nächsten Umgebung der Stadt verbotene Druck« schuften(den„Sozialdemokrat") verbreitet, auch an einer ge- Heimen Verbindung theilqenommen zu haben. Der Angeklagte, welcher sich bereits 4% Monate in Untersuchungshaft befunden hat, giebt zu, Nummern des„Sozialdemokrat" verbreitet zu haben, welche er in einem Packcie auf dem Fensterbrett seiner Wohnung vorgefundefi haben will. Dagegen bestreitet er seine Theilnahme an einer geheimen Verbindung, von deren Vor- handensein er gar nichts wissen will. Zur Verhandlung find 21 Zeugen geladen worden, darunter auch der Kandidat für die letzte Reichstagswahl, Herr Herbett. Ed steht fest, daß in der Wohnung des Angeklagten verbotene Schulten in dem Augen- blick beschlagnahmt worden find, als Frau M. dieselben in ihrer Kleidung zu verbergen suchte. Das Vorhandensein einer ge- Heimen Verbindung im Jahre 1887 und zu Anfang dieses Jahres wird aus dem Abhalten mehrerer Versammlungen ge- schloffen. Die Staatsanwalt hielt es nicht für zweifelhaft, daß eine geheime Verbindung destanden habe, und beantragte die Vcruttheilung des Angeklagten auch nach dieser Richtung hin. Das Gericht veruttheilre den Müller zu 3 Monaten 14 Togen Gesängniß, worauf drei Monate Untersuchungshast angerechnet werden sollen, und zwar wegen Verbreitung verbotener Druck- schriften, während es den Angeklagten in Bezug auf den zweiten Punkt(Theilnahme an einer geheimen Verbindung) Da« Reichsgericht hat entschieden, daß als Verlobte im Sinne des Strafgesetzbuches und auch der Strafprozeßordnung schon solche Personen zu betrachten seien, die fich einander ein ernstliches, wenn auch formloses Eheversprechcn gegeben haben, selost wenn das bürgerliche Recht strengere Formen fz. B. einen gerichtlichen oder notariellen Akt) vorschreibt. Diese Entscheidung ist bei vielen Anttagsvergeben und ebenso bei der Frage der Zeugnißverweigerung nicht unwichtig. Nor dem Reichsverstcherungonmt gelangte in einem unlängst verhandelten Stteitfall die Frage wiederum zur grund- sätzlichen Entscheidung, inwieweit den im Streckendienst beschäf« tigten Eisenbahnarbeitern und Unterbeamten bei Festsetzung der Unfallrente die ihnen gewähtten Nebenbezüge in Anrechnung zu bringen find. Ter Vertreter der Eisenbahndireltion berief fich für seine Anficht, daß die Fahrt- und Nachtgelder nur mit der Hälfte des gezahlten Betrages dem Baarlohn hinzugerechnet werden sollten, zunächst auf die Analogie der von vem ehemaligen R ichs-Oderhandelsgettcht sowie von dem Reichsgericht in Haft- pfl.chtprozcssen gefällten Entscheidungen und auf die Berede nung der Pensionen für die Eisenbahnbeamten, welche sonach den Arbeitern gegenüber zurückgesetzt sein würden. Diese Neben« bezöge hätten einen doppelten Zweck, einmal den der Eni« schädigung für die Mehrausgaben, welche der Streckendienst mit fich bringe, sodann den einer Zulage für den schwereren Dienst. Nur der letztere Theil der Bezüge sei anrechnungsfähig; da er fich natürlich nicht auf Heller und Pfennig berechnen lasse, müsse man sich mit einer S&�ung WnuMn, und es(ei üblich und entspreche auch den thatsachlrchen Verhältnissen, ie die Hälfte auf vermehtten Dienstaufwand und auf Lohnzulage zu rechnen. Das Reichsverficherungsamt verblieb jedoch diesen Ausführungen gegenüber auf seinem Standpunkte, daß der Regel nach solche Nebeneinnahmen zum vollen Betrage dem baaren Aibeitsverdienst zuzuzählen find, und begründete diese Entscheidung dahin: Die in Bezug genommenen Entscheidungen anderer Behörden können nicht in Betracht kommen, da es an jeder Gleichartigkeit der rechtlichen Grundlagen fehlt, welcheeme analoge Anwendung rechtfertigen könnte. Daß eine solche Gleich» aitigkeit hinsichtlich der Beamtenpenfiomrung einerseits und der Unfallverstcherung andere r'eits nicht vorliegt, bedarf keiner wer- teren Ausführung. Es ist auch schwerlich anzunehmen, daß es in Beamter kreisen Unzufriedenheit erregen könne, wenn die schlechter bezahlten Arbeiter und Unterbeamten rn dreier Be- ziehung etwas günstiger gestellt werden. Ebenso wenig liegt aber auch eine Analogie vor mrt der auf Grund des Haft» pflichtgesetzes festzustellenden Rente; es genügt der Hinweis darauf, daß dort die Rente von dem vollen Jahresverdcknst, hier nur von zwei Dritteln desselben berechnet wird. Im Prinzip muß daran festgehalten werden, daß alles, was der Arbeiter als Entgelt für seine Dienstleistungen erhalt, ihm auch bei der F-ststellung seines Arbeitsverdienstes anzu- rechnen ist. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn— waF im vorliegenden Falle aber nicht behauptet ist— demselben die Zulage ganz oder zum Theil ausdrücklich als Entschädigung für eine bestimmte Mehrausgabe gewährt wird. Eine schätzungs- weise Äuseinanderrechnung, eine Auflösung des Gesammtlohns in seine verschiedenen Bestandtheile kann hier ebenso wenig 'tattfinden, als es z. B. zulässig sein würde, bei dem Lohne eines gewöhnlichen Arbeiters eine Untersuchung darüber anzu« tellen, zu welchem Betrage derselbe durch die Beschäftigungsart des Arbeiters und zu welchem Betrage durch die besonderen Theuerungsverhältnisse des Aufenthaltsorts bedingt wird. Tonlo«, II. Juli. Das Zuchtpolizeigericht hat nach fünf» tägiger Verhandlung den Weingroßhändler Villeneu-e von der Anklage, vergiftete Weine und andere Getränke, welche schädliche Stoffe enthielten, verkauft zu haben, freigesprochen, verurtheitte denselben jedoch wegen Fahrlässigkeit zu 20 Tagen Gesängniß und 100 Frks. Geldbuße. Die Grünauer Lassalle Feier vor dem Schöffengericht. Köpenick, den 12. Juli 1888. Vor idem Forum des Schöffengerichts am hiefigen königl. Amtsgerichte hatten fich heute 12 Personen wegen Verletzung des Sozialistengesetzes zu vcrantwotten. Es find dies: 1) der Schriftsetzer Gatzlick, 2) der Schneider Robert Frank, 3) der Buchbinder Boitze, 4) der Buchbinder Lorenscheid, 5) der Maurer Plötz, 6) der ehemalige Stadtoerordnete, Schlossermcister Fritz Görcki, 7) dessen Ehefrau, 8) der Kistenmacher Kaufhold, 9) der Buchdrucker Werner, 10) der Kaufmann Avfelgrün, 11) der Buchbinder Höbne und 12) der Schlosser Fahrenwald. Der in der Nähe von Köpenick belegene Ver» güngungsott Grünau bildet schon seit Jahren das Ziel der Sozialdemokraten Berlins und Umgegend, wenn es galt, den Todestag Laffallc's, der bekanntlich am 31. August 1864 gestorben ist, durch eine Gedächtnißfeier zu begehen. Die Behörde mag wohl vcrmuthet haben, daß auch 1887 eine solche Gedächtnißfeier geplant sei, es wurde infolge dessen von dem Polizeipräfidenten von Berlin und dem Re- gierungspräfidenten von Potsdam eine etwa zu unternehmende Gedächtnißfeier für Ferdinand Lassalle auf Grund des So» zialistengesetzcs verboten. Trotzdem hatten fich am Sonntag, den 28. August 1887, viele Hunderte von Personen, Männer, Frauen und Kinder in Grünau eingefunden. Dieselben waren theils per Kremser, theils per Dampfer, theils per Eisenbahn nach Grünau gekommen. Da diese Perfonen zum großen Theile bekannte Sozialdemokraten waren, zumeist rothe Abzeichen trugen, ozialdemokratische Lieder sangen und in dem nahe belegenen Walde eine rothe Fahne aushißten, so erblickte die Behörde darin die Abhaltung einer auf Grund des Sozialistengesetzes verbotenen sozialdemokratischen Versammlung und erhob gegen die oben erwähnten 12 Personen Anklage.— Trotz eines furchtbaren Regenwetters ist der Zuhörerraum des Verhandlungs- saales überfüllt. Mr die Vertreter der Presse ist allerdings nicht die geringste Gelegenheit zum Schreiben vorhanden. Den Gerichtshof bilden: Amtsrichter Berner Vorfitzender, Ottsvorsirher Hanncmann(Glienicke) und Oekonom Rubi (Köpenick), Schöffen. Die königl. Amtsanwaltschaft vettritt Bürgermeister Borgmann(Köpenick). Als Vertheidiger find die Rechtsanwälte Freudenthal und Dr. Meschelsohn(Berlin) er» schienen. Der Vorsitzende fordette nach Feststellung der Personalien die Angeklagten auf, fich über ihre Zugehörigkeit zur Sozial» demokratie zu äußern. �.Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Mrschel» söhn bemerkt: Er müsse den Angeklagten rathen, auf diese Frage die Antwort zu verweigern, da man nicht wissen könne, welche Schlüsse der Gerichtshof aus diesen Antworten ziehen werde, — Die Angeklagten erklären jedoch fast sämmtlich, wenn fie auch nicht Mitglieder der sozialdemokratischen Pattei seien, fie sich doch zu den Grundsätzen dieser Partei bekennen. Nur der Buchbinder Lorenscheid, ein löjähriger junger Mann, erklärt, daß er von den sozialdemokratischen Prinzipien keine Ahnung. bade. Frau Görckr bemerkte: Ich dekümmere mich nicht um Politik, aber wenn mein Mann fich zur Sozialdemokratie be- kennt, dann bitte ich, mich als Sozialdemokratin anzusehen.— Zur Sache erklären fich sämmtliche Angeklagte für mchtschuldig. Sie haben behufs Ausnützung des schönen Sonntags eine Land» partie nach Grünau unternommen, hatten aber keine Ahnung, daß irgend eine Lassalle-Feier in Grünau geplant war; fie haben auch von einer solchen nicht das Geringste wahrgenommen. Die Landpartie sei auch keineswegs von den gegenwärtigen Ange» klagten gemeinschaftlich unternommen worden, die Angeklagten seien nicht einmal sämmtlich untereinander bekannt. Die An« geklagten Görcki und Werner bemerken: Das Verbot des Berliner Polizeipräfioenten haben fie wohl gekannt; einmal haben fie diesen nicht befugt erachtet, cinVerbot für Grünau zu erlassen, andererseits fühlten fie sich nicht veranlaßt, von der Fahrt nach Grünau ab- zustehen, da fie keineswegs die Abficht hatten, fich an irgend einer Feier zu betheiligen. Es gelangt hierauf die Aussage des gegenwättig in Straß« bürg i. E. weilenden Kriminalkommissars Schöne zur Verlesung. Dieser hat bei seiner kommissarischen Vernehmung in Straßburg bekundet: Es finden seit einer Reihe von Jahren Gedächtniß- feierlichleiten für Ferdinand Lassalle seitens der Berliner So» zialdemokraten in Grünau und zwar stets Ende August statt. Nach den ihm gewordenen Berichten trug auch die ant 23. August 1887 stattgehabte Lassalle-Feier einen demonstrativ» sozialdemokratischen Charakter. Es ergiebt fich das aus dem Um» stände, daß hervorragende Agitatoren, wie Görcki u. s. w. daran theilnahmen, daß die Leute zumeist rothe Abzeichen trugen, sozialdemokratische Lieder sangen und im Walde bei Köpenick eine rothe Fahne entfalteten. Auch haben einige Leute versucht, Ansprachen an die Menge zu halten. Daß die Demonstration eine geplante war, gehe auch aus einem aus Berlin datitten Artikel in dem in Zürich erscheinenden„Sozialdemokrat" her- vor, in welchem die Störung der Lassalle'schen Gedächtnißfeier seitens der Polizeideamten in herben Worten getadelt wurde.— Es erschien hierauf als Zeuge Volontär Röseler: Ich pasfirte am 28. August 1887 den Spielplatz in Grünau und sah eine große Anzahl von Personen, Männer, Frauen und Kinder, die zum Tbeil rothe Abzeichen trugen. Plötzlich rief ein junger Mann:„Die Sozialdemokratie soll leben hoch!" In diesem Augenblick sprengten eine Anzahl Gen- darmen heran und frugen mich, wer der Schreier sei. Ich zeigte denselben den Gendarmen, infolge dessen rief die Menge:„Haut den Spitzel" und nahm eine derattig drohende Haltung gegen mich ein, daß ich den Schutz der Gendarmen nachsuchen mußte. Der Zeuge bekundet im weiteren auf Befragen: Der Schreier befinde fich nicht unter den gegen- wältigen Angeklagten. Auf ihn habe es den Eindruck gemacht, daß die Leute, die fich später im Walde zusammenfanden, eine rothe Fahne aufpflanzten u. s. w., zusammengehörten.— Kriminalschutzmann Berkelmann(Berlin) schließt fich den Be» kundungcn des Kriminal-Kommissars Schöne vollständig an. Die Menge habe im Walde nach der Melodie:„Heil Dir im Siegerkranz" das Lied:„Haltet hoch die rothe Fahne, hoch" und ferner nach der Melodie:„Die Wacht am Rein:«Hoch lebe der Fachverein" gesungen. Es waren außerdem mehrere Späher ausgestellt, die mich der Menge mit den Rufen:„Heller Hut" avrfirten. Ich trug nämlich an jenem Tage einen hellen Hut. Da ich sah, daß ich bekannt war, mußte ich mich fern halten. Ich Hinte dlos einen furchtbaren Skandal. Plötzlich hörte ich, daß die Gendarmen gegen die Menge einschritten; ich trat näher und sah, daß Görcki das Spiel:„Ringel, Ringel, Rosenkranz" arrangirte. Augenschein» lich sollte durch das Spiel eine Einschließung der Beamten be- zweckt werden. Das Pferd eines Beamten bäumte fich auch. — Görcki bemerkt: Kriminalkommissar Schöne habe ihn ver- anlaßt, das Spiel zu arrangiren, um dadurch den Gesängen der Menge ein Ende zu bereiten.— Kriminalschutzmann Bettelmann bestreitet dies. Kommissar Schöne habe« etst nach dem Spiel mit Görcki gesprochen.— Kriminalschutzmann Klein; Der Angeklagte Gatzlick habe an einem Baume eine rothe Fahne befestigt, auf der die Inschrift„Hoch lebe die Lpozialdemokratie" zu lesen war. Gatzlick saß auf dem Baume, während die Angeklagten höhne und Frank unterhalb des Baumes standen. Wir eisten hinzu, veranlaßten den Gatzlick, die Fahne sofort zu entfernen, und als dies geschehen war, nahmen wir die drei Personen fest.— Kriminalschutzmann Jacob: Da die Vermuthung nahe lag, daß am Sonntag, den 28. August 1887, in Grünau eine Laffallefeier stattfinden solle, so besuchte ich am Abende des 27. August im Auftrage meiner vorgesetzten Behörde eine große Anzahl im Osten und Süd« Osten Berlins belegene Destillationen und Restaurationslokale. In fast allen diesen wurde über die am folgenden Tage geplante Laffallefeier gesprochen und zm Betheiligung aufgefordert. Ich begab mich deshalb am Morgen des 28. August nach Grünau. Dort waren etwa 4—5000 Leute theils im Walde, theils im „Gesellschaftshause" versammelt. Die Leute im Walde sangen in so lärmender Weise, daß ich die Gesänge nicht verstehen konnte. Wie ich hörte, hat im„Gcsellschaftshause" ein Mann den Versuch gemacht, an die Menge eine Anrede zu halten. Es war mir nicht zweifelhaft, daß es sich um eine sozialdemokratische Demonstration handelte. Die Damen trugen zumeist rothe Schleifen, die Herren rothe Pince-nez- Schnüre und rothe Blumen im Knopfloch, außerdem befanden fich mehrere sozial- demokratische Führer, wie Görcki, Mitan, Werner und Lusch unter der Menge. Gleich am Vormittag sah ich, wie ein Mann eine rothe Fahne an einem Baume befestigte. Ich lief mit mehreren Beamten zu dem Baume. Als wir bei den Angeklagten Boitze und Lorenscheid vorüberliefen, ließen dieselben einen gellenden Pfiff ertönen. Auf dem Baume saß in Hemdsärmeln Gatzlick und unten standen, ebenfalls in Hemdsärmeln, Frank und Höhne. Wir veranlaßten die sofortige Herabnahme der Fahne und verhafteten sämmtliche Betheiligten.— Gatzlick bemerkt: Er habe die Fahne nicht aufgehißt. Die Fahne war so schlecht angebracht, daß er die Inschrift nicht lesen konnte; er sei des- bald auf den Baum gestiegen, um die Inschrift zu lesen.— Es werden hierauf noch mehrere Krimanalschutzleute und Gen- darmen vernommen, die dieselben Bekundungen wie die bisher vcmommenen Zeugen machen. Das behördliche Verbot der Gedächtnißfeier war an mehreren Bäumen, Straßenecken u. s. w. auf großen rothcn Plakaten angeheftet. Die Zeugen bekunden im Weiteren, daß mehrere Hochs auf die Sozialdemokratie und Lassalle ausgebracht wurden.— Ein Gendarm bemerkt: Die Haltung der Menge wurde gegen die Gendarmen, die selbst von den Frauen durch alle möglichen Zurufe verhöhnt wurden, eine solch bedrohliche, daß Verstärkung rcquirtrt werden mußte. Gendarm Ziehm: Gegen Mittag war das„Gesellschafts- Haus" in Grünau drückend voll. Em junger, hagerer Mann mit einer Brille von etwa 27 Jahren stieg plötzlich auf einen Tisch und sprach:„Meine Herren, da wir heute zur Gedächtniß- feier Ferdinand Lassalle's hier versammelt find, so wollen wir..." Weiter kam der Redner nicht, seine Genossen riefen ihm zu:«Still, still, da fiyen ste ja" und zeigten dabei auf uns. Der detreffende junge Mann befindet fich nicht unter den Angeklagten.— Kriminalschutzmann Richter: Obwohl die Laffallefeier polizeilich verboten war, so sammelten fich doch am frühen Morgen des 28. August v. I. auf dem Görlitzcr Bahn- Hof und den benachbarten Lokalen viele Hunderte von Sozial- demolraten, die alle gemeinschafllick nack, Grünau fuhren. Ich glaube, daß die Landpartie im„Berk. Volksdl." vorher ange- kündigt worden ist. Jedenfalls wurden mehrere Zettel mit fol- gendem Inhalt gefunden:„Zur Gedächtnißfeier Ferdinand Lassalle's findet am Sonntag, den 28. August, eine sozialdemokratische Landpartie nach Grünau statt. Treffpunkt: Gör- litzer Bahnhof, Abfahrt 9% Uhr Vormittags. Es wird gebeten, die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten."— Görcki bemerkt, daß ihm diese Zettel bisher unbekannt gewesen seien.— Der Zeuge bekundet im Weiteren: Als Görcki in Grünau ankam, da ging es wie ein Lauffeuer durch die Menge:„Görcki ist da." Im wetteren bekundet der Zeuge, daß Görcki bemüht gewesen sei, die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Werner sei der Arrangeur der Krcmserpartie gewesen und bade auch in Grünau eine sehr hervorragende Rolle gespielt..Werner schlägt eine Anzahl Zeugen vor, die eines Theils bekunden werden, daß er wenige Minuten vor Abgang des Kremsers zu demselben mit Frau und Kindern gekommen sei und daß er den ganzen Nach« mtttag im Gcsellschaftshause zu Grünau Skat gespielt habe.— (Fottsetzung folgt.) Deretae«ud UersammwuseR. Die grosse öffentliche Generalversammlung der Maurer Kerlin» und Umgegend, welche am Dienstag Abend im Konzetthause„Sanssouci" tagte, war wieder zahlreich besucht. Zur Leitung der Versammlung wurde Herr Karl Schmidt ge- wählt. Herr Weise, welcher über das Thema:„Unser Bau- gewerbe früher und jetzt", referitte, wies nach, daß in den vier- ziger Jahren der Lohn der Maurer, den Verhältnissen ent- sprechend, höher stand wie heute. Die Miethspreise waren de- deutend niedriger; es kostete eine Wohnung für 5—6 Personen 30—40 Thlr., welche heute mindestens 80-100 Thlr. kostet. Auch dütte man nicht vergessen, daß damals die Maurer noch von keiner Organisation etwas wußten. In den sechziger Jahren erhielt der Berliner Maurer einen Tagelohn von 2,50—3,00 M., die Lebensmittelpreise waren fast dieselben als 20 Jahre früher. Redner eröttette ferner die Verhältnisse in den fiebziaer Jahren, wo der geregelte Arbeitstag von 10 Stunden eingeführt wurde. Im weiteren erwähnte er die Thastache, daß Stimmen aus dem großen Publikum laut werden, welche meinen, die Maurer seien Schuld an den hohen Miethen; in der Thai seien im Jahre 18-5 im Herbste die Maurer speziell von verschiedenen Haus- witthen in unerhörter Weise gesteigert worden. Diese An- steht sei grundfalsch, denn die bedeutenden Äieths- steigerungen wären leider heute noch an der Tages- Ordnung, obgleich man doch gegenwärtig keinen Maurer- streik in Berlin hat. Die Miethssteigerungen seien viel eher auf den Grund- und Bodenwucher zurückzuführen. Man könne annehmen, daß seit dem Jahre 1840 die Grundstückspreise um 80- 90 pCt. gestiegen find; die Wohnungspreise ebenfalls um 50—60 pCt. Redner führte an, daß die Thier- gartenbauverwaltung vor ganz kurzer Zeit die Ouadratrulhe Grund und Boden bei einem Anlauf von 90 M. mit 250 M. wieder verkauft habe. Auch sei nachgewiesen, daß der Stadt durch Häuserverkauf in einem Jahre j Million M. Steuern zugeflossen wären. Dies wirke weit mehr auf die hohen Miethen, als die Löhne der Arbeiter. Redner dedauerte, daß den meisten Maurern jegliche Seldsterkenntniß ihrer Lage fehle; wenigstens müßten die Kollegen doch zu verhüten suchen, daß man den Exekutor zu fürchten hat und daß die Familienväter im Winter undarmherzig auf die Straße geworfen würden.(Lebhafter Bei- fall.) In der hierauf folgenden Debatte ergriff zunächst Herr Krieg das Wort und führte etwa folgendes aus: Ein ergreifen- des Thema bildet die heutige TWeeordnung; wir find Saisonarbeiter, deshalb müssen wir im Sommer so viel verdienen, daß wir im Winter auch unser Auskommen haben. Dies zu er- reichen, müßten wir bestrebt sein, die geregelte Arbeitszeit von 10 Std. inne zu halten, damit die Arbeitslosigkeit so vieler Kollegen während der Sommerzeit aufhöre, und nicht etwa durch Akkord-Ueberstundcn und Sonntagsarbeit die Sache vcrschlim- mern. Es sei dringend nothwendig, daß die Kameraden eine starke Organisation bilden und die Versammlungen zahlreich de- suchen.— Herr Pankow: Es find uns Zahlen angeführt worden, welche beweisen, wie wenig Anspruch wir durch unsere Löhne machen. Tritt keinmal der Fall ein, daß das Einkommen der Ma arer den Verhältnissen nicht mehr entspricht, weil sie dem Staat und der Kommune nicht mehr gerecht werden können, und haben sie Ausficht, mit einer gestellten Forderung ins- gcsammt durchzudringen, so trete nicht selten die Behörde der Bewegung durch ihre Maßregeln entgegen, so daß alles Be- mühen der Kollegen umsonst wäre. Blicke man nach England, welches doch eigentlich als der Zentralpunkt der ganzen gewerk- schaftlichen Arbeiterbewegung anzusehen ist, und dettachte man die Unsummen, welche für Streiks alljährlich verausgabt worden find, so sei doch herzlich wenig dadurch gewonnen worden. Es sei bedauerlich, daß die betreffenden Gesetzesparagraphen so un- günstig für die Gewerkschaftsbewegung gedeutet werden, daß das, was der eine Paragraph erlaubt, schon durch einen andern verboten wird. Darum müsse man fich darauf beschränken, die Kollegen, welche noch im Unklaren über ihre Lage find, aufzu- muntern und aufzuklären. Vor allem müsse der große Zuzug, mit dem die Maurer alljährlich im Frühjahr zu rechnen haben, auf- hören. Der Einzelne sei machtlos, deshalb müßten die Kameraden insgesammt für die lOstündige Arbeitszeit eintreten. Auch sollte jeder in den Mußestunden für geistige Lektüre sorgen. ._-« B Das, was in den Versammlungen beschlossen wird, sollte jeder feierlich ge- loben, entschieden hoch zu halten.— Nachdem noch der Vor- fitzmde die Kollegen aufgefordert, auf jedem Bau einen aus ihrer Mitte zu wählen, der alle die Gesellen betteffenden An- gelegenheiten zu regeln hätte, und alle fich verpflichten sollten, für diesen Kollegen einzustehen, falls er gemaßregelt werden sollte, eitheilte er dem Referenten das Schlußwort. Hierauf frug der Vorfitzende an, ob Poliere oder Arbeitgeber in der Versammlung anwesend wären, welche das Wort wünschten. Es meldete fich jedoch niemand.(Die Herren„Arbeitgeber" und Poliere waren zu dieser Versammlung speziell eingeladen.) — Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die heute im Konzcrthause„Sanssouci" tagende Generalver- sammlung der Maurer Berlins erklärt fich mtt den Aus- fühmngen des Referenten einverstanden und verpflichtet fich mit Rückficht auf die fortwährende Steigerung der Miethen, sowie der sonstigen Lebensbedürfnisse, einen Stundenlohn von mindestegs 50 Pf. hochzuhalten. Außerdem macht es fich die Versammlung zur Pflicht, mit Rücksicht auf die geistige Bildung und jetzt zu große Ausnutzung des Körpers nicht länger als höchstens 10 Stunden zu arbeiten."— Zum zweiten Punkt der Tagesordnung,„Gewerkschaftliches", theille Herr Äelling mit, daß die Meister den Gesellen theil- weise Bier anbieten, um dieselben dadurch zu ködern, damit fie recht fleißig arbeiten. Manche Gesellen gingen auch auf diesen Leim und arbeiten über ihre Kräfte. Es wäre dies auf alle Fälle zu verwerfen, weil es die Gesammtheit schädige. Auch die ausgehängten Unfalloerhütungsvorschristcn enthielten mancherlei Mängel. Herr Schulz erinnert an die Resolution der letzten Versammlung, welche ebenfalls desagt, den Stundenlohn von 50 Pf. hochhalten zu wollen. Nachdem noch Herr Wachholz einiges angeführt, verlas der Vorfitzende einen Brief, aus welchem hervorging, daß fich die Poliere gegenseitig überbieten in Bezug auf Beschaffung tüchtiger Arbeitskräfte.- Die Lohn- kommisfiPi wurde beauftragt, ein Flugblatt auszuarbeiten und dasselbe zur Verbreitung gelangen zu lassen. Hierauf richtete Herr Grothmann noch einige kräftige Worte an die Anwesenden, ferner die Herren Kliemann und Fiedler, worauf der Vorfitzende die Versammelten ermahnte, alles, was fie gehört hätten, hinaus- zutragen in die Reihen der noch Fernstehenden und nicht nur zu arbeiten, zu essen, zu trinken und zu schlafen. Darauf wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf das Gedeihen der neuen Maurerbewegung geschlossen. Der polizeiliche« Auflösung auf Grund des Sozialistengesetzes verfiel die vorgestern abgehaltene Sitzung des Akademischen liberalen Vereins. Herr Knörcke hatte einen Vortrag „lieber die politischen Verhältnisse der Gegenwart und die Auf- gäbe des Liberalismus" gehalten. Hierauf wurde die Frage diskutirt:„Wie stellt fich die freistnnige Partei zu dem sozialen Problem?" In der Debatte hierüber bemerkte ein Redner: Er- freulich sei das Wachsen der sozialreformatorischen Richtung; zu wünschen wäre aber noch, daß der starre Ausdruck:„bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung" den Freifinnigen nicht in alle Zeit als' die Grenze des sozialreformatorischen Nachdenkens gelte, zumal dieser Ausdruck in seiner Unbestimmtheit keineswegs einen ganz klaren Begriff repräsenttre... Hier löste der über- wachende Polizeibeamte die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes auf._ Der Fachuerein der Metallarbeiter i« Gas-, Maffer- und Kampfarmaturen hielt am 7. d. M. seine Mitgliederversammlung bei Heidrich, Beuthstraße 22, mit folgender Tages- ordnung ab: Wahl des oesammten Vorstandes, Ausgabe der Billets zu dem am 21. d. M. stattfindenden Stiftungsfest. Verschiedenes und Fragekasten. Gewählt wurden folgende Herren: Zum 1. Vorfitzenden C. Printz, Reichenbergerstr. 72. zum 2. Vorfitzenden P. Zinne, Forsterstr. 49. zum 1. Schriftführer C. Arndt, Zehdenickerstr. 7«, zum 2. Schriftführer Fr. Stange, Oppelncrstt. 7, zum 1. Rcndanten G. Wieden, Lothringerstraße Nr. 83, zum 2. Rendanten C. Boyer, Schwedterstr. 5, zu Beisitzern A Eimermacher, C. Winter, D. Nixdorf, zu Revisoren Gottfr. Schulz, C. Jülich, Fr. Ungefuat, zum Rendanten der Vergnügungskaffe Gotthardt Stiller. Zu Verschiedenes beschloß die Versammlung einstimmig, den Vorstand zu ermächtigen, den streikenden Schlossern in Bredow bei Stettin eine Unterstützung in Höhe je nach Bedarf zu übersenden. Zum Schluß wurden noch diverse interne Vereinsangelegenheiten acregelt. Das fünfte Stiftungsfest findet am 21. d. M. in Puhlmann's Lokal, Schönhauser Allee, statt, und ladet der Vorstand die Mitglieder und deren Freunde ein und btttet um recht rege Betheili- �"�Die Freie Vereinigung aller i« der chirurgische« Kranche beschäftigte« Kerufsgeuass-u veranstaltet am Sonnabend, den 28. Juli, in Dräsel's Festsälen, Neue Friedrich- straße 35(nahe der Spandauerbrücke), einen großen Sommer- nachtsball, verbunden mit großem Garten-Konzert nnd unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Wulfhorstsche Lieder« lafel) Abends elektrische Beleuchtung des ganzen Etablissements. Anfang des Konzerts 7, des Balles 9 Uhr. Billets& 50 Pf. (inkl. Tanz) find bei folgenden Herren zu babm: Gustav Schuster, Fchrbellinerstr. 48, Hof 2 Tr.; Carl Kunstbeim, Prenzlauerstr. 13, Hof 4 Tr., Gustav Wille, Schöneberg, Kolönnenftt. 2; Gustav Hanke, Swinemünderstr. 143; Wilhelm Krause. Matthieustt. 19. Kollegen und Freunde des Vereins find hierdurch besonders eingeladen. Die Kranke«- nnd Kegräbnißkaffe de« Verein» sämmtlicher Ker«f»Klaffe« Kerli« I hält Sonnabend, den 14. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78, Restaurant Wollschläger, eine Versammlung ab. Neue Mitglieder, ohne Unter« schied des Berufes und Geschlechtes, von 14—45 Jadren werden in jeder Versammlung, sowie zu jeder Tageszeit beim Vor- fitzenden Sasse, Hasenhaide 48, und beim Kasfirer Schilling, Koppenstraße 43, aufgenommen. Fachverei« der Kuchbindrr und verwandten Berufs- genossen. Sonnabend, den 14. Juli ct., keine Versammlung. Zahlstelle und Zeitungsausgabe im Restaurant. Sonntag, den 15. Juli er., Ausflug mit Damen nach Friedrichsfelde(Station Friedrichsberg.) Rendezvous für Nachzügler in Hoffmann's Schloß-Restaurant. Abfahrt%3 Uhr vom Bahnhof Jannowitz- brücke. Gäste find willkommen. Allgemeine Kranke«-««d Kterbekaffe der Metallarbeiter(E. H. 29 Hambug) Filiale Berlin l. Sonnabend, dm 14. Juli, Mitgliederversammlung, Lichterfelderstr. 7 und 8, Restaurant Winter. Sonnabend, den 21. Juli veranstaltet die Filiale ihr Sommerfest, destehend aus Konzert, Ball und Kin- derbelustigungen(die Zwischenpausen werden durch Gesang- und komische Vorträge ausgefüllt, unter Mitwirkung eines gut ge- schulten Männerchors und bewährter Spezialitaten) im Volks- garten, Hasenhaide 14-15. Billets inll. Vall Herren 4 50 Pfennig, Damm 25 Pf., find bei der Orts Verwaltung, somit bei sämmtlichen Mitgliedern zu haben. Anfang 7£ Uhr. SB» lasse findet nicht statt.— Da alles aufgeboten ist, dm W ligten einen genußreichen Abend zu bieten, bittet die Ci* waltung alle Mitglieder, Freunde und Gönner um recht' Bethetligung. Gesaug-. Turn- nnd gesellige Uereiur am K> Kaiser'scher Männergesangver in Abends 9 Uhr im Rest« Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„Pauseber Abends 8Mr im RestaurantHensel, Alexandrinenstt. 15.- am 0 tafel der Maler Berlins" Abends 8) Uhr im Restaurai Brandenburgstt. 60.— Gesangverein„Alpenglühen" 9 Uhr im Restaurant Prinz, Böckhsttaße 4 t.— verein„Flöter'sches Doppel-Ouartett'Abends 9 Uhr imR Musehold, Landsbergerstr. 31.— Gesangverein„Brud Abends 9 Uhr im Restaurant Schmidt, Manteuffelstt.Tl Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr Köpert stt. 127» im Restaurant Goelling.— Gesangverein„Ossian"SB« 9 Uhr Dcesdenerfir. 85 bei Gustavus.— Huppcrt'sche Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Rieft, straße 17.— Berliner Tumgenoffenschaft(Y. Männei lung) Abends 8'/, Uhr in der städtischen Tw Wafferthorstt.31.— Tumverein„Hasenhaide"(Männerabth Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60 61.— Tumverein Frei"(Männerabtheilung) Abends 3t Uhr Bergstr. Wissmschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie.' 8» Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstt. 31, link Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stenog verein, Abtheilung„Vorwärts", Abends 8 t Uhr im Res— Koll, Mariannenplatz 11.— Arends'scher Stenograph««? «Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Scydelstt. K Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Abends 9 im Restaurant Krebs, Friedrichstr. 208.— Voigt'scher* tanten-Orchesterverein. Abends 8« Uhr Uebungsstunde i» staurant Lehmann, Alexandrinenstt. 32.— Zitherverein Veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt", alliancesttaße 89.— Rauchklub„Westend" Abends 9 l Hohmzollemgarten, Steglitzerstt. 27.— Rauchklub„Weichst Äbmds 8t Uhr im Restaurant, Skalitzerstt. 147». ' erscheint täg '• in'« Hau« * Mark. E R-irp Aenrste Nachrichten. Der Konigin Natalie von Kerbie» wird Durch !ommen, wel chäftigt, aten und C nd auf bei ämpfung d wir nich erhältnisse ahrscheinlic nicht ein gr " idtte. Die Brochure, n Seiner Koni allen Königl „Nordd. Allg. Ztg." in einem hochosfiziösen Artikel sehr nahe gelegt, Deutschland— die schöne Natalie hält Wiesbaden auf— so schnell als möglich zu verlaffl Artikel lautet:„Die serbische Regierung hatte vor ein. an die preußischen Bebö-den das Ersuchen gerichtet, ihr Rückführung des 12jährigen serbischen Kronprinz- seine Heimath Unterstützung zu gewähren. Ein«. dem Köniäe chen Requisition wäre selbst dann entsprochen«5 dem erkielt S";£ ,r.AÄ Ä»K-b-'-q sein minderjähriges Kind, wird auch dem Ausländer zu«», Im vorliegenden Falle aber handett es fich nicht nur � NeichstagS, Geltendmachung der väterlichen Gewalt, sondern auch"* tungSstellen, Ausübung der souveränen Befugnisse des Königs vo« von hohe bien über seinen Sobn und Unterthanen. Die> Bischöfen; ßischen Behörden richteten daher an die insbesondere von Serbien die Aufforderung, den Prinzen� wie von vie Bevollmächtigten des Königs, dem serbischen*S schriftliche 31 minister, welcher dazu vom Könige nach Wiesbaden t». bestätigen!o worden war, auszuantworten. Ihre Majestät versagte fi«� ITniere Aufforderung und zeigte fich geneigt, dem Versuch, den von ihr zu entleinen, mit Gewalt entgegenzutreten. 9% daß fie zu diesem BeHufe ihre Dienerschaft mit verschen habe. Der königlichen Regierung kal>4 nicht erwünscht sein, ihre Autorität im Lande verkannt zu sehen und die Verantwortung zu übernehmen, daß serbische innere Str in Wiesbaden und unter Mitwirkung der diesseits ausgefochten werden. �Sie kann unter solchen Um' Unsere Empfehlung Broschüre n nachten rnrt vir uns voi »er die Zuf »nd höchster Blattes zua ausgefochten werden. Ste kann unter solchen llml»*'«n Auf wünschen, daß Ihre Majestät die Königin von Seid'ev, �„ Ihre Majestät der obriglettlichen Autorität der Ortes thätlichen Widerstand zu leisten beabsichtigt, Ihren halt außerhalb Deutschlands nehme." oj ,,,. An» Pari». 10. Jali. wird der„Voss. Ztg." teb Die radikale Linke beschloß Angesichts unerhörter gesckichten, die in der von Schuldrüdern geleiteten Erziehungsanstalt Citeaux vorgekommen find, die Unk sämmtlicher geistlichen Gemeinschaften zu deantragen. aeordneter Bourgeois will im Einvemehmen mit Floqu« Antrag auf Acnderung der Verfassung einbringen, nach- f der Senat abgeschafft und durch eine Körperschaft»stt y?« 0l,et 1 beitung von Gesetzentwürfen mit blos derathender Stiw�weljen tonn setzt werden soll. ie Landstrc chädlich zu jvor, daß! He Wände ittmation I ,.(*3. nicht aM. eine zu Telegraphische Depeschen (Wolffs Telegraphen-Burcau.) Natürl S denjeni Triefl, Donnerstag, 12. Juli. Der Lloyddampfcr ist heute Nachmittag aus Konstantinopel hier eingetroffen-, Vom, Donnerstag, 12. Juli. Nach hier eingrtr Nachrichten aus Massauah hat gestern Abend, wie(* infolge von Entzündung einer kleinen Quantität Gelatine in dem Pulv.rthurm im Fort Arckiko eine stattgefunden, durch welche sieben Soldaten leicht o«" wurden. liebe Präsid bekommen h Kriefkaste« der Nedaktio«.�ch°ste, und B«i Knfrajen bitten wir die Nbortnernenti-Ouittunj beizufügen. � AUsMerl Antwort wird nicht enheilt. j-SU. Fachverei« der Fithoaraphiefleinfchleifer. bitten um Einsendung der Adresse des Vorsitzenden. Alter Abo««ent. Es heißt weder Kaiser von«Arg I land noch Kaiser der Deutschen, sondern Deutscher KaißVhr«©ptelhi Sie übrigens auf jeder Münze, die das Bild des Kaiserf»,O 1" sehen können.. 9° M. D. 100. In dem betr. Worte wird das 4»gespielt. 35 ausgesprochen. Ganz gewiß Z»ei Atreitend«. Der Abg. Bebel vertritt den Abg. Dietz den II. Hamburger Reichstagswahlkreis. � g/0g„r,«t,« «.#. Ktr.ffund.rstr. Melden Sie fich im „Zum Ambos". BreSlauerstr. 27. � k'lfükJL Kanarbeiterver�« der Uofenthaler Vorsts baglanderm Annonze kostet 3.25 M.,«Hängt he M_„Nein, wr ' abe in der sJr „Sit jl Markthalle«- Fwicht«an H. Kandman« Verkaufsvermittler. Berlin, den 12. Juli 1888. Feldfrüchte in Wagenladungen. Gutkochende. weißfleischige Speisekartoffeln». 300—350, I«. 250-�7> Hafer 1200-14(0 M Erbsen 1700 bis 3000 M-, Gfföfl bis 1800 M.. Richtstroh 450-550 M.. Heu 600 bis � � aber per 10000 Kilo. gdiljbnbe« m'c Obst und Gemüse. Neue weißfleischige Speisekarton� tj SÄ-S ÄV®« 15-40 M. pr. Ztr., Kirschen 8-12,50 M., Johannis bis 20 M. Stachelbeeren 10-15 M. pr. Ztr. bis 13 M. pr. 50 Ltr. Schoten 2,50-3,00 M. pr- Butter.(Reine Naturbutter.) 1. Feinste daltd� rahm-Tafelbutter(bekannte Marken) 88—95 M- jü schmeckende Tafelbutter 80-88 M., 3. 80 M., 4. feinste Koch, und Backbutter 65-70 M-,& jst Backdutter 55-65 M. pr. Ztr. Auktion täglich um, Vormittags. puren bei erwacht. der Näh welchem v«onttBortHfbf'Mebattnr U. ftrauditb» in Berlin. Druck und Nerlaa»an «aftte« In Berlin«w.. Beuthstraße 9.