168» Sotmadend, den 14 I«U 1888. S. dmBck die Ol» m recht mRest« Srudet c Köpes fian"»* sche ieft. iannel» Turi erabthe lA nterrich tenogrfl itSHefWj iraphew» Zelstr. bends m*:, inde(%' erein. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Da«„Berliner BolkSblatt« erscheint täglich Morgen» außer nach Sonn« und Festtagen. Abonnemmtsprei» für Berlin frei in'« Hau» vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Marl. Einzelne Nummer b Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Lonntags-Blatt" 10 Pf. lEingetragm in der PostzeitungSpreiSliste für 1888 unter Rr. 849.) JnsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzcile oder deren Raum 25 Pf. ArbeitSmarkt 10 Pf. Bei Sößeren Aufträgen hober Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Lureaux, ohn« Erhöhung de» Preise», angenommen. KedftKti»«: Keuthstraße S.— Expedition: Zimmerstraße 44. Weichsel Rezepte eines Potizeisotdaten. tatt""� Durch Zufall ist uns eine Brochüre in die Hand ge« g'Mlommen, welche sich mit der Bekämpfung der Vagabondage isMeschäftigt, einen gewisien Johann Lindwurm, Polizeisol- baten und Spital-Hausmeister in Aichach, zum Verfasser hat md auf dem Titelblatt verspricht,„Maßnahmen zur Be- ämpfung de» sozialen Elends" in Vorschlag zu bringen. a wir nicht gewohnt sind, uns Belehrungen über soziale erhältnisse bei Polizeisoldaten zu holen, so hätten wir ahrscheinlich das Büchelchen ungelesen beiseitegelegt, wenn nicht ein grellrother Zettel unsere Aufmerksamkeit erweckt ätte. Dieser Zettel enthielt nun eine Reklame für die Brochure, und der Verfasser theilt darin mit, daß er„von Seiner Königl. Hoheit dem Prinzregenten von Bayern, von allen Königl. bayerischen Prinzen und von Seiner Majestät dem Könige von Württemberg belobt worden sei." Außer- �em er�e", der Verfasser„von drei bayerischen und acht Vatelt nußerbayerischen königl. Staatsministerien, von vielen Reichs- ,u(t* räthen nnd Abgeordneten Bayerns und des Deutschen t nur& Reichstags, von den höchsten Justiz- und Vermal- auck** tungsstellen, vom königl. Gendarmerie-Korps-Komando, ips von von hohen geistlichen Würdenträgern, als den Di» i Bischöfen zu München, Eichstätt, Speyer, Cöln und >ie insbesondere von den Stadt- und Landgemeinden, so- Irinzen�nüe von vielen Fabrikanten und Gewerbsmeistern im Reiche den schriftliche Anerkennungen, was„der Stadtmagistrat Aichach estätigen kann". Unsere Leser werden begreifen, daß nach einer solchen mpfehlung unsere Neugierde wach wurde und wir der ro schüre nun ein regeres Interesse entgegen brachten. Wir achten unS also daran, sie zu lesen, und zugleich nahmen är uns vor, die Vorschläge und Ideen des Polizeisoldaten, er die Zustimmung und Anerkennung von so vielen„hohen nd höchsten" Stellen gefunden hat. auch den Lesern unseres >aden igte M i.% Lande itung eki Blattes zugänglich zu mächen. mf* gn Auf der ersten Seite der Broschüre erzählt uns der !«ukvW�rfasser, daß eine Unmasse verkommener Subjekte, Land- L��PHtrcicher der gemeinsten Art und sogar bewaffneter Strolche jdte Landstraßen unsicher machen. Um diese Elemente un- ' telegrHschadlich zu machen, schlägt er nun auf der zweiten Seite iter S�jvor, daß die Antibettel- und WanderunterstützungSvereine itten*BoIIe Wanderer abweisen sollten, welche 1. mangelhafte Le- Unterr�Uitimation haben, 2. erst kürzlich das Geschenk geholt haben, t(ß. nicht zum Handwerkerstande gehören, � n#. eine zu kurze TageStour hinter sich haben, 5. betrunken .kt wl oder sich roh betragen, 6. ihre Dürftigkeit nicht nach. , Stin»� weisen können, oder 7. dem Straftichter zu überweisen sind. Natürlich wird jeder mit uns ftagen, was denn nun i denjenigen Leuten, welche die vorstehenden Bedingungen he». w- mpser .etroffeir eingefl üe es lUät( eine cht ver JeuMeton. [85 Ihre Tochter. »al-Roma««ach dem Französische« von K. D e t r i» g. .Mich wundert nur," bemerkte der Major,„daß die Lebe Präsidentin noch gar nichts mit der Polizei zu thun bekommen hat. Sie betreibt doch verschiedene unsaubere Ge« SN» /chnfte, und dieser plötzliche Todesfalls bei ihr mußte doch ' Mäj.... � jB�nte Aufmerksamkeit auf ihr HauS lenken." Ism. tifr*.„Sie scheint ja auch Unannehmlichkeiten gehabt zu � von«Arg kann e» damit nicht sein, denn man duldet ja >er Kais�hre Spielhölle noch." s Kaiser»,„O!" sagte Klotilde, die Erfahrung darin hatte,„man »an« ihr gar nichts thun; es wird ja nicht falsch bei ihr das« gespielt. Wenn Bauernfänger bei ihr verkehrten, würde ich 8�wiß nicht hingehen." L r"?�« e* handelt sich ja gar nicht um die im'"""�erte Martine,„wenn ihr auf die Finger ««sehen wird. Das geschieht erst seit dem Tode der „Hängt e»_ vielleicht damit zusammen, daß man den ����Serdacht hegt, die Fremde sei ermordet worden?" � slF„Nein, ganz gewiß nicht," meinte Desternay.„Ich abe m den Zeitungen das ärztliche Gutachten gelesen, das ende..O»e natürliche Todesursache ang,ebt." 250'-�i„Sie war wohl noch jung L, GeiL)„Sie stand i» den besten Jahren," sagte Martine,„sie 00 bis mß aber ftüher sehr schön gewesen sein. Sie hatte einen lännisb�'puren bemerkt. Trotzdem wird das Haus Valentinens PfesserfAberwacht. Des Abends hat man verkleidete Polizeiagenten pr. ö0 ä der Nähe herumstreichen sehen. Wenn ich nur wüßte, daltdtf* welchem Zwecke das geschieht?" nicht erfüllen, werden soll, zumal, wie der Verfasser auS- führt, besonders diejenigen Reisenden, welche nur eine mangelhafte Legitimation haben, oder nicht dem Hand- werkerstande angehören, ungemein zahlreich sind. Der Polizeisoldat hat darauf folgende Antwort: Einführung des Arbeitsbuchs, der Wandervisa, Beseitigung der„unbegrenz- ten �Reisefreiheit", deshalb Aufhebung der Freizügigkeit, Einschränkung der Verehelichungsfreiheit, Ausdehnung der Korrektionshaft und Einführung der Stock- prügel. Wir müssen gestehen, als wir alle diese„AbHilfsmittel gegen das Stromerthum" hintereinander aufgeführt lasen und unser Blick gleichzeitig auf den rothen Zettel mit den vielen und allgemeinen Anerkennungen fiel, die der Polizei- soldat mit seinen Vorschlägen an„höchsten" Stellen ge- funden hat, da wurde uns etwas schwül zu Muthe und wir ftagten unS unwillkürlich: Sind wir wirklich schon so weit? Daß wir uns bei der Kritik dieser„AbhilfSmittel" nicht aufhalten, werden unsere Leser begreifen. DaS Zwecklose und Unzulängliche derselben— von der Härte, ja theil- weisen Grausamkeit, die damit verknüpft wäre, gar nicht zu reden— liegt für jeden, der für sozialpolitische Zustände ein Verständniß hat, auf der Hand. Denjenigen aber, denen dieses Verständniß fehlt und die wirklich dcS Glaubens sind, mit Prügel könne man den Hunger stillen und mit der Verweigerung des standesamtlichen„SegenS" lasse sich der geschlechtliche Naturtrieb aus der Welt schaffen, bessere Einsicht beibringen zu wollen, darauf ver- zichten wir. Interessanter als seine AbHilfsmittel sind die Be- obachtungen, die der Polizeisoldat darüber gemacht hat, waS heut zu Tage alles als„Handwerksbursche" auf der Straße liegt.„Die Jetztzeit," so heißt eS in der Broschüre,„liefert unS Handwerksburschen, die früher auf der Landstraße gar nicht gekannt waren; eS kommen nunmehr HandlungS- kommis, Kellner, Hausknechte, AuSgeher, Kutscher, Bauern- knechte, ledige und verheirathe Taglöhner, Skribenten, Schiffsknechte, Musiker, Holzmacher, Eisenbahnarbeiter, Bureaudiener, Kolporteure, Handlungsdiener, Jäger, Matrosen, Wasenmeisterknechte, Hopfenzupfer, Fischer, Schauspieler, Schäfer unddergleichen mehr vor." Der Ver- fasser der Broschüre, der von den wirthschaftlichen Vor- gängen und Zusammenhängen keine blasse Ahnung hat, ist nun der Meinung, daß alle diese Leute, welche doch eigentlich keine Handwerksburschen sind, blos aus purer Faulheit und Lust am Vagabundiren sich auf die Straße begeben, um dort zu betteln und schließlich in Schmutz und Elend unter- zugehen. Er verlangt deshalb, daß all' diesen Nicht-Hand- werksburschen jede Unterstützung seitens der Vereine ze. „Die Polizei thut nichts ohne Grund," flüsterte Gun° tram vor sich hin, der immer besorgter wurde. „Aber sie faßt nicht alle Verbrecher," sagte Herr von Randal und lächelte. Der Major verstand die Anspielung und zwinkerte zu- stimmend. „Wissen Sie, waS man sich erzählt?" nahm Desternay wieder das Wort.„Man behauptet, diese Fremde s t die Wittwe eines englischen PairS und hinterlasse ein große« Vermögen. Ist das wahr, so ist eS ziemlich klar, daß die Erben ibren Tod wünschen mußten." „Der Grund ist aber nicht genügend, um sie eine» Verbrechen» anzuklagen." „Kennt man venn die Erben?" ftagte Herr von Randal sanft. „Wahrscheinlich wohl," antwortete Desternay;„aber ich bin nicht genau unterrichtet.". „Valentine behauptet, dte Engländerin habe eine Tochter," meinte Martine.„Valentinen machte es einige Male Spaß, durch die Löcher die Fremde zu beobachten, und da sah sie sie ein Porträt an ihre Lippen drücken." „Ein Porträt!" wiederholte Guntram, der sofort an das Medaillon dachte, das Zeanne mit einem anonymen Briefe zusammen wollte empfangen haben. .Ihre mütterlichen Empfindungen hinderten sie aber doch nicht, einen Liebhaber zu haben," spottete Desternay. „Sie erwartete ihn allabendlich im Zirkus... aber er ließ sich niemals blicken... Wahl scheinlich trafen sie sich nach der Vorstellung bei Valentine.".... „Dieser Mann muß aufgefunden werden," ruf der Major lebhaft... Glauben Sie also auch an etnen Mord? Sie haben da eine Idee geäußert, auf die sonst nur ein UntersuchungS- richter verfällt."., „Ach nicht doch! Ich versichere Ihnen, tch habe gar keine Meinung über diese Affäre, die mtr übrigens vollkommen gleichgiltig ist Und ich meine, wir haben schon zu viel von ihr gesprochen. Wir wollen doch heut Abend lustig sein, mich aber machen solche Geschichten, dte nach der „Gerichtszeitung" schmecken, traurig und verderben mtr den verweigert und daß sie unbarmherzig„abgeschoben" werden sollen. DaS wäre zweifellos eine Kur k la Dr. Eisenbart, die aber sicherlich nur den Erfolg hätte, daß, wenn durch sie wirklich die Zahl der„Vagabunden" vermindert, anderer- feits die Zahl der Verbrecher vermehrt würde. Aber wenn eS wirklich auch möglich wäre, durch Ge« waltmittel diesen Theil der wandernden Arbeiter von der Landstraße wegzubringen, indem man vielleicht große Bettler« kolonten gründet, wie lange glaubt man, würden solche Mittel vorhalten? Unsere Produktionsweise mit ihrem ewigen Wechsel von Prosperität und Krisen muß heute Hunderttausende von Arbeitern plötzlich zur Verfügung haben, während sie dieselben vielleicht nach wenigen Wochen wieder auf die Straße setzt. Eine Thronrede im drohenden Tone, ein geschickt arrangirteS Polizeiattentat in Petersburg, ein „schneidiger" Kriegsminister in Paris genügen, um sofort eine allgemeine Lähmung von Handel und Wandel herbei zu führen und Tausende und Abertausende von Arbeitern brotlos zu machen. Nirgends ist heutzutage Sicherheit und Stabilität. Glaubt die Industrie, daß für kurze Zeit Ruhe garantirt ist, so wirft sie sich mit Macht auf die Produktion, Tag und Nacht muß geschafft werden, und die Arbeiter werden von der Landstraße weggeholt. Dabei gestaltet die bis in'S Minutiöse durchgeführte Theilung der Arbeit, daß auf den„gelernten" Arbeiter fast überall verzichtet werden kann. Von 450 im Monat November 1887 bei Krupp in Essen eingestellten Arbeitern kamen 34 auS der rheinisch- westfälischen Berufsgenossenschaft und weitere 41 aus an« deren verwandten Berufsgenossenschaften, d. h. 75 dieser Arbeiter hatte bis dahin in gleichartigen oder ähnlichen Werken wie bei Krupp gearbeitet. Die übrigen 375 aber waren, wie Herr Jenke, der Leiter der Krupp'schen Werke, im Zentralverband deutscher Industrieller konstatirte, Maurer, Anstreicher, Zimmerleute, Schuhmacher, Metzger, Fuhrleute, Schmiede, Bäcker, Schreiner, Schlosser, Bergleute, Weber, Ackerknechte rc. So wie bei Krupp, ist eS aber in allen großen mdustriellen Etablissements. Es ist unglaublich, welche bunte Musterkarte von Berufen man erhält, wenn man auch nur die Arbeiter einer einzigen größeren Fabrik fragt, welches Geschäft sie von HauS auS betrieben, welchen Beruf sie in der Jugend gewählt haben. Wenn möglich noch gemischter aber als in den industriellen Etablissements sind die Arbeiter bei den großen Bauten, Kanälen, Eisenbahnen k. und beim Großbetrieb der Land- wirthschaft. Gerade hier aber sind auch die Saisonarbeit und die langen Pausen ganz allgemein. Heute Arbeit vom Morgengrauen bis in die sinkende Nacht, morgen brotlo» auf der Landstraße, das ist da» Schicksal dieser Arbeiter. Die moderne Entwickelung der Produktion verlangt e« so. Appetit. Und Herr von Randal ist sicherlich auch meiner Meinung?" „Vollkommen," bestätigte der Baron. „Sie sind selber Schuld daran, meine Herren," rief Clotilde.„Sie küinmern sich ja gar nicht um unS. Wenn man mir bei Tisch nicht den Hof macht, schmeckt mir daS Essen nicht." Desternay und der Baron kamen dieser Aufforderung nach und vertieften sich in ein lebhaftes Gespräch mit der Dame. Der Major konnte sich also, wie er wünschte, etwa» isoliren und an all' das denken, was er soeben gehört hatte. D i e Wahrheit hatte ihm daS indiskrete Geschwätz Mar- tinens enthüllt, daß Zeanne ihm, ihrem Freunde, nicht alle» gesagt habe. Sie hatte nicht von dem Abend gesprochen, den sie im Zirkus zugebracht und wo sie die Engländerin gesehen. Wahrscheinltch war Zeanne auch bei Valentine gewesen. Und vielleicht war auch daS Porträt Theresen» durch die Hände dieser Kupplerin gegangen. Weiter hatte er von einem Herrn gehört, der Martinen mit Geschenken überhäufte und nur zu ihr kam, um über Frau von LorriS zu sprechen, und der nach ihrer Angabe wie ei« Kammerdiener aussehen sollte. War er vielleicht wie jener Einbrecher, den er am Gitter überrascht, ein Agent de» William Atkin», den jener enterbte Vetter der Alice Avor abgesandt hatte, um in die Geheimnisse de» Leben» der Frau von LorriS einzudringen? „Ob er vielleicht mit dem Einbrecher identisch ist?" ftagte sich der Major.„Dieser Schuft, der mir so- eben entwischt ist, trug, davon bin ich fest überzeugt, einen falschen Bart. Er bekommt ei fertig, zwei Rollen zu spielen. Am Tage ist er der feine Weltmann und des Nachts«in Einbrecher. Aber ich erkenne ihn unter jeder Verkleidung wieder. Fast hätte ich Lust, morgen zwischen vier und sechs Uhr Martine Ferette aufzusuchen. Es ist auch gerade Sonntag, und den verlebt Jeanne draußen in der Villa. Sie weiß, daß ich mich mit Andrea» von Elven verabredet habe, und sie wird sich nicht wundern, wenn ich nicht nach dem Boulevard d'Italie komme. Ich muß übrigens auch Herrn von Randal besuchen, um ihm iW: Daß bei diesem ewigen Wechsel mancher Arbeiter Schiff- bruch leidet und physisch und moralisch verkommt, ist ja zweifellos, und daß diese Elemente, wenn sie sich als Stromer auf der Landstraße herumtreiben, eine Gefahr für ganze Gegenden werden, ist sicher. Aber Abhilfe dadurch schaffen zu wollen, daß man die Menschen eist verkommen läßt, um sie dann wie Thiere zu behandeln, indem man sie m»t Stockprügeln kuriren will, auf ein solches Hilfsmittel kann eben nur ein„Polizeisoldat" verfallen. Der ver- ständige Sozialpolitiker verlangt durchgreifenden Arbeiter- schütz, Maximal-ArbeitStag, Beseitigung der Kinderarbeit, gesetzliche Sonntagsruhe, Förderung der Arbeiterorgani- fationen und Heranziehung derselben zu öffentlichen Arbeiten, internationale Vereinbarungen zum Wohle der Arbeiter. Leider aber erfteuen sich diese dem humanen Geist unserer Zeit entsprechenden Forderungen nicht jener Anerkennung an hoher und höchster Stelle, welcher sich der Polizei- soldat mit seiner Prügel- und„Abschiebung»"- Theorie rühmen darf._ Griginak-Korresponäenzen- München, 11. Juli. Heute können wir wieder über ein p ar Gerichtsverhandlungen berichten, die auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdienen. Zunächst handelt es fich wieder um Verhanvlungen, die vor dem hiesigen Militär- bezirksgericht zur Äburtheilung kamen. Die deutsche Militär« Verwaltung weigert fich bekanntlich, das öffentliche Gerichtsver- fahren, das in Bayern vor der Errichtung des Reiches bereits eingeführt war, auf das gesammte deutsche Heer auszudehnen. Wenn man die Verhandlungen vor den bayerischen Militär- geeichten aufmerksam verfolgt, dann findet man den Schlüssel dafür, warum man in Preußen an dem vollständig veralteten und von allen Juristen längst aufgegebenen und verurtheilten geheimen Verfahren für den Militärprozeß noch so zähe fest- hält. Das System des Militarismus mit seinem unbedingten Gehorsam und der vollständigen Abschließung von der bürger- lichcn Welt zeitigt eben Blüthen so wunderbarer Art, daß die Oeffentltchkeit entbehrt werden kann. Nicht die Disziplin würde leiden, wie im Reichstag seiner Zeit behauptet wurde, wenn auch bei der Militärgerichtsbarkeit das öffentliche Ver- fahren eingeführt würde, wohl aber dürfte die Begeisterung für den Militarismus bedeutend abgekühlt werden, wenn auch die Vergehen und Verbrechen innerhalb der Kaserne in derselben Weise vor aller Welt abgeurtheilt würden, wie es durch das öffentliche Gerichtsverfahren für die bürgerliche Welt beute schon geschieht. Oder glaubt Jemand, daß sich der blinde Gehorsam, wie er in der Kaserne auch in nichtdienstlichen Angelegenheiten gefordert wird, auf die Dauer aufrecht erhalten ließe, wenn Fälle, wie der nachstehende, inner- halb ganz Deutschlands in voller Oeffentlichkeit zur Verhandlung kämen? Und daß solche und ähnliche Fälle überall vorkommen, wer will das bestreiten? Das geheime Gerichts- verfahren aber deckt den Schleier über die Auswüchse innerhalb des Kasernenlebcns. Um so mehr ist es deshalb Pflicht aller wirklich im Dienste des Volkes und der Sache der Freiheit und Menschlichkeit stehenden Organe, wenn irgendwo ein Zipfel dieses Schleiers fich lüftet, dem Volke zu zeigen, was fich alles unter demselben abspielt. Hier mag nun ein Stück aus diesem Nachtleben folgen. Der Sergeant Friedrich Boffert, geborener Württemderger, von der 7. Kompagnie des 2. Infanterie- ft egimentö kam eines schönen Tages auf den gewiß origine. en Emfall, die Soldaten seiner Korporalschaft als Zielscheiben beim Schießen miteinemZimmerstutzenzudenutzen. Boffert war nämlich zu dem Wackdetachement auf das Lager Lechfeld kommandirt, wo er am 7. April d. I. Nachmittags mit dem sonst zu Zielübungen benutzten Zimmerstutzen vor der Ba« racke Nr. 1 nach Spatzen schoß. Als ihm diese Beschäftigung zu langweilig wurde, ging er in die Baracke hinein, wo ferne Korporalschaft mit Putzen beschäftigt war. Hier befahl er in erster Linie dem Hornisten Gaigel, fich an die Wand zu stellen, damit er auf ihn schießen könne. Gaigel tbat dies und schoß nun Boffert mehrmals auf ihn, ohne zu treffen, bis ersterer sich hinter dem Bett versteckte. Als Gaigel fich aber wieder auf- richtete, durchlöcherte ein Schuß des Boffert seine Mütze, ohne ibm selbst jedoch Schaden zuzufügen. Nun kam der Gemeine Maier als Zielscheibe an die Reihe, den er auf den ersten Schuß an die Bmst, mit zwei werteren Schüssen an den rechten sOberschenkel traf, ohne daß jedoch außer mo- mentanem Schmerzgefühl eine Beschädigung emtrat. Dre dritte lebendige Zielscheibe war der Gemeine Paul Weber, der ernen Schuß in das Gesäß ohne weitere Folgen bekam. Ernster wurde die Sache bei dem Gemeinen Rottenfußer 1, der brst auf zwölf Meter Entfernung einen Schuß auf den reckten Huftknochen er- hielt, der ihm Schmerzgefühl verursachte. Rottenfußer fluchtete fich hinter sein Bett, worauf Boffert dem Gemernen Rotten- fußer 11 befahl, den ersteren aus seinem Versteck hervorzutterben. die fünfzig LouiSd'or, die er mir geliehen, zurückzugeben. Bis Montag habe ich also genug zu thun. Und dabei bin ich nun nach Paris gekommen, um mich zu vergnügen.... Gelingt es mir, Jeanne von ihren Feinden zu befreien und für Therese einen tüchtigen Mann zu finden, so habe ich schließlich meinen Urlaub doch so am besten verwendet." Diese Schlußbetrachtung gab Guntram von ArboiS seine gute Laune wieder, und er widmete sich der lebhasten Unterhaltung, die sich inzwischen entsponnen. Selbst Herr von Randal hatte sich gehen gelassen, lachte herzlich und schien von dem Verlauf des Abends sehr entzückt. Die ganze Gesellschaft war zufrieden, auch der Major, der ja einen Freuno mehr in der Person des Herrn von Randal sah. Er fühlte sich aber müde und benutzte, um sich unauf- fällig zu entfernen, den psychologischen Augenblick, als Rosette, die von Klotilde auf dem Klavier beglettet wurde, mit wunderbar falscher Stimme die„Ay chiquita" zu singen begann, diese LieblingSromanze sentimentaler Kokotten. VI. Am Tage nach dem Souper saßen Guntram von Arboi» und Andreas von Elven um 12% Uhr bei Tortoni. Sie hatten sich ihren Platz in dem dekannten kleinen Saal ge, wählt, der nach hinten zu liegt. Der junge Mann war pünktlich gewesen, und ebenso- wenig hatte Guntram als alter Soldat auf sich warten lassen. Mit Hilfe des Weines, den er am Abend reichlich ge- nassen, hatte er den Schlaf des Gerechten geschlafen und war in einer rosigen Laune aufgestanden, wie sie nur ein ruhiges Gewissen und ein zufriedenes Gemüth ver- leihen kann. Seine Sorgen waren verschwunden, denn er war mit sich selber sehr zustieden. Auf die Bedenken, die ihn gestern Abend gequält, war ein Selbstvertrauen gefolgt, da« sich vielleicht em wenig zu früh eingestellt hatte. Alle« erschien ihm leicht. Beim Nachtisch wollte er die Angelegenheit deS Barons von Elven erledigen, das heißt, ihm die große, große Frage kategorisch vorlegen, und ruhig erwartete er die ''cheinlil~--- Während dies geschah, gab Boffert mehrere scharfe Schüsse auf Beive ad, von denen zwei trafen, worunter einer den Rotten- fußer I so unglücklich, daß er am rechten Oberschenkel eine zwei Zentimeter tiefe Wunde erlitt. Außerdem schoß Boffert auch noch auf den Gemeinen Seckler, welchen zwei der Schüsse trafen, ohne jedoch eine körperliche Beschädigung herbeizu- führen. Damit wäre die Sache abgethan gewesen, denn daß erner der Soldaten fich beschwert hätte, ist bei den bekannten Verhäll- niffen ausgeschloffen. Jndeß die Wunde des Rottenfußer ent- zündete fich, er mußte sich nach 4 Wochen beim Arzt melden und dieser machte Anzeige. In der Verhandlung wußte Sergeant Boffert nichts weiter zu seiner Entschuldigung vorzubringen, als daß er bei der ganzen Sache sich nichts gedacht und nicht geglaubt habe, daß Jemand beschädigt werden könnte. Daß ein Unterschied zwischen einem Spatzen und einem Soldaten sei, dafür scheint dem Herrn Sergeanten im Laufe seiner militärischen Thätigkeit aber das Verständniß abhanden gekommen zu fein. Die Geschworenen nahmen natür- lich mildernde Umstände an, und so wird der Herr Sergeant seine Passion der Menschenjägerei nur mit 3 Monaten und 15 Tagen zu büßen haben. Nach dem Sergeanten bettat ein gemeiner Soldat die Anklagebank. Derselbe war beschuldigt, die Achtung verletzt zu haben, indem er einem Mustkunteroffizier gegenüber die Acuße- rung that:„Sie haben mir gar nichts zu sagen, Sie find kein etatsmäßiger Unteroffizier, Sie find nur Äufilzuzetheilter!" Außerdem gab der Soldat dem Musiker einen Stoß vor die Bmst und drohte ihm mit Hinauswerfen. � Die Geschworenen bejahten zwar die an fie gestellte Schuld- frage, mackten aber den Zusatz:„jedoch ohne daß Hafner(so hieß der Angeklagte) klar war, daß dem Mustkunteroffizier die Eigenschaft eines Vorgesetzten zukomme". Da auf Grund dieses Wahrspruches das ganze Delitt in fich zusammenfallen würde, beanttagte der Staatsanwalt, die Geschworenen behufs Klar- stellung ihres Wahrspruches wieder in das Berathungszimmer zurückzuschicken, welchem Antrag der Gerichtshof auch stattgab. Nach längerer Berathung bcharrttn die Geschworenen auf ihrem Wahrspmch. Da dres als gesetzlich unzulässig erklätt wurde, wurden nach BUehmng der Geschworenen in Anwesenheit des Angeklagten dieselben nochmals zurückgeschickt. Nach ihrer wieder- holten Rückkehr bejahten die Geschworenen einfach die Schuld- frage. Der Angeklagte, der fich bis jetzt gut geführt hat und noch nicht bestraft ist, wurde auf Gmnd dieses Wahrspruches zu 1 Jahr und 8 Tagen Gefängniß verurtheilt. Ein Vergleich der Vergehen und des Strafausmaßes in diesen beiden Prozessen dürfte auch die begeistertsten Anhänger unserer militärischen Institutionen zu Betrachtungen mit wenig erfteulichem Ausgang veranlassen. Und nun mag, nachdem wir einmal bei Gerichtsverhand- lungen find, noch ein Fall aus dem Schwurgerichtssaal hier Platz finden, der uns ein Bild aus dem Haufirer- oder wohl richtiger Vagabundenleben giebt. Angeklagt ist ein Gastwitth aus einem oberbayerischen Dorfe, und zwar wird ihm Körper- Verletzung mit nacherfolgtem Tode zur Last gelegt. Ein Steinöl- haufirer, sonst seines Zeichens ein Schlächtergeselle, war am 5. Ottober v. I. in die Wirthschaft des Angeklagten gekommen, trank dort Schnaps und berauschte fich. Als ihm kein Schnaps mehr gegeben wurde, verlangte er ein Nachtquartier. Da ihm auch dies verweigert wurde, hielt er fich darüber auf. Der An- geklagte packle nun den Betrunkenen an der Brust, stieß ihn in den Hausflur hinaus und warf ihn von da aus rücklings auf eine vor der Hausthüre liegende breite Steinplatte, so daß Niggl, so hieß der Betrunkene, mit dem Hinterkopf auf dieselbe schwer aufschlug und bewußtlos liegen blieb. Später bearbeitete der Angeklagte den bewußtlos Daliegenden mit einem fingerdicken Stock, mit dem er ihm zehn bis zwölf Hiebe über Rücken und Kopf versetzte und ihn dann liegen ließ. Als nun einige Zeit verstrichen war und fich Niggl nickt mebr rübrte, sah man nach und fand ihn todt. Um die Spur des Verbrechens zu verwischen, wurde Niggl auf einen Kälberkarrcn ausgeladen, gegen Fischhauscn zu gefahren und in der Nähe genannter Ortschaft in den Straßengraben ge- w o r f e n. Hier fand man am anderen Tage die Leiche. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrag?. Der Staats« anwalt beantragte 1 Jahr 3 Monate Gefängniß, der Gerichtshof erkannte auf 4 Monate, wovon 2 Monate auf die Untersuchungs- Haft angerechnet wurden. Es war ja doch nur ein Vagabund, meinte ein wodlbe- letdter Rentier, der mit uns gleichzeitig den Sitzungssaal verließ. Und düscs Wort summt uns auck jetzt noch immer durch den Kopf, wo wir diese Zeilen niederschreiben. Ja, ja: es war doch nur ein Vagabund. PaUttsche Ueberstcht. Der Kegen de» heutige«„Frieden»". Das napole- onische Wort, daß Oesterreich immer mit einer Idee und einer Armee zu spät komme, ist noch so wenig vergessen, als die einst viel gesungene Strophe auf den österreichischen Landsturm. In der letzten Zeit aber hat man fich in der Habsburgischen wahrscheinliche Antwort, daß Herr von Elven sich dafür de- danken würde, eine Frau von LorriS zur Schwiegermutter zu bekommen. Guntram hatte so eine Idee— eine Zdee, die ihm zwischen zwei und drei Uhr Morgens gekommen war, als er m Begleitung des Herrn von Randal vom Klubhause zum Cafs de la Paix schritt. DaS Dejeuner begann in heiterer Stimmung, obwohl der liebende Andreas nicht ganz so ungezwungen lustig war, wie der Major, der ihn eingeladen. Zuerst vertiefte man sich in alte Erinnerungen. Der Major plauderte von seinem Leben in Pvntivtz, als er dort in Garnison lag, von den Jagden, zu denen ihn der Vater seines jungen Freundes eingeladen, er fragte, was die Gutsnachbaren ttieben und erzählte, welche Karriere feine alten Kameraden inzwischen gemacht hätten. So blieb man ganz auf dem Gebiet der leichten Unterhaltung, die so oft eine ernsthafte einleiten muß. Andreas erwiderte lebhaft und schien Gefallen an dieser Art Plauderei zu finden. Er erzählte, welche Ver- änderungen sich inzwischen in seiner Heimath zugetragen häiten, sprach vom Tode seines Vaters und ließ hierbei einige Worte von seinen Zukunftsplänen fallen. Er hegte dabei wohl die geheime Hoffnung, so daS Gespräch auf ein Gebiet zu bringen, daS ihn viel mehr als alles andere interessirte. Er wollte aber nicht selber damit beginnen, denn e» wäre ihm schwer gefallen, auf den g-strigen Abend anzu- spielen, und er hielt eS für passender, zu warten, bis Tun- ttam selber daS Gespräch darauf bringen würde. Aber Guntram beeilte sich damit nicht. Ein Bedenken war bei ihm aufgetaucht, an daS er bis jetzt nicht gedacht hatte. Während er bisher sich immer verpflichtet gefühlt hatte, mit einem Manne seines Standes freimüthig zu reden, kam er jetzt zu dem fast entgegengesetzten Resultate. „Andreas ist ein liebenswürdiger junger Mann," so sagte er sich,„und ein vollendeter Gentleman; aber Jeanne ist eine liebenswürdige Frau und eine vorzügliche Mutter. Trotz des Unterschieds der Jahre ist Andreas mein Freund, aber er ist nicht mein Sohn, nicht mein Bruder, nicht mein Verwandter Ich bin also nicht verpflichtet, ihm genaue Auskunft zu er- tionalliberaler it nahe gesta Herr v. Pu chdem er ein! eit vielgenanr inisterium de- vortragende, rr v. Puttkar ahm, folgte ih Monarchie außerordentlich beeilt, um auf militärischem 0j!a§ nachzukommen. Der Aufstand in Philippopel von 1885 istanzosen hätl die Blicke auf die orientalische Frage, die Kriegsfur«°rrespondenz 1886—87 und die deutschen Rüstungen beschleunigta�� /"F Tempo, in welchem die Armeercorganifation seit 1882 fich' wegte. Im April 1886, mehrere Monate bevor die beunrirf�"?~bera den Gerüchte zu schwirren anfingen, wurde- WuSrn wenigstens— die allgemeine obligatorische Wehrpflicht üL gesammte taugliche Bevölkerung ausgedehnt und ein nach berühmten Mustern geschaffen, durch den man dem inh X„w an eine halbe Million gedienter Leute zuführte. Noch des Jahres wurden sodann sechs Millionen Gulden"«« Rate zur Einführung eines Magazingewehres bewilligt. l. da die Besorgnisse nicht nachließen, gewährten 1887 Vi-kIm und! gaflonen die erforderlichen Kredite, um die Armee thatß".. auf schlagfettigen Fuß zu bnngen. Die eÄ. Positionen der Staatsausgaben vettheilen fich auf�sikrn bevor. verschiedne Budgets: das österreichische, das f ,,, und das des Reiches; die zwei Parlamente und �- des Unte, genannten Delegationen haben getrennt über die Bei beschließen. Welche Anstrengungen in dm beiden: während den letzten fünfzehn Monaten gemacht wur folgende Ucberficht: März 1887. Das österreichische. bewilligt 12 und das ungarische 7t Millionen Gulden. rüstung des im Pttnzipe im Jahre 1886 angenommenen sturms. Im gleichen Momente gewähren die Dell einen außerordentlichen Kredit von 52 Millionen G Spezial Bewaffnungs-Zwecken Jahres die Summe von 20% findend entfällt). November 1887. Die vereinigten qs-ii. tionen genehmigen einen Nachtrag von 18% Millionen Ninisterium w zu den normalen die Armee betreffenden Voranschlags! p ,1 1888. Juni 1888. Die in Budapest tagenden Dekl� LttttZ find bereit, einen Nachtrag von 21 Millionen Gulden aite*«««? normalen die Armee betreffmden Voranschlägen für 18%etfUr'' fitf t, % ÄS fcSÄ Betrag von 137% Millionen Gulden über das hinaus,®lcae-. und Arn österreichisch- ungarischen Regierung innerhalb eines recfitI. raumes von nur einem Jahre in den gewöhnlich«' h�una aeaeben anschlägen zur Verfügung gestellt war.— W Inupfte Armen nach langem Sträuben erst wurde diese Summe.#,(ent alle A, standen, sondern rasch und mit voller EinstiMHrkannt werden gewiß ein Zeichen, wie groß die Begeisterung und m Reichen zat Angst war! Bei diesen Leistungen wird es aber nickt�s Verficherun, und der Patttotismus hat zweifellos noch weitere Otzerden soll, dair bieten. Jetzt schon wird in leicht zu deutender Weise h[en fQnn(;gö gehoben, daß, was bis zur Stunde gethan worden, nicht— Aufwand Deutschlands, Rußlands und Franttcichs b' Die„nationale Ehre" steht somit auf dem Spiele und stärker sein als alle Bedenken, wenn neue Millionen werden. Im nächsten Jahre erlischt das Militärgcsetz für das letzte Dezennium zwischen den beiden Reichs hc einbart war. Es wird zu einer neum Vereinbarung welche möglicherweise den Abschluß der Reorganisatn und da durfte dem Lande erst recht empfohlen werden, den Beutel zu thun. Spiritus- und Tabaksteuer find" erhöbt, man hofft davon einen jährlichen Zuwachs scchszig Millionen Gulden für die Staatskaffe, und Schade um das schöne Geld, wenn es„unthälig" drümitmale Schlini müßte. Ist der Abschluß erfolgt,— und von Berlin Raufte Journal man, wie es schon einige Male geschehen, sorgen, daß Psivenus, ludlsc Eifer nicht erlahmt—, kann Oesterreich mit Ruhe dem P�yaft und fr Nachbar ins Auge sehen. Wenn aber auch der Herrstdisches Monopc mit Ruhe herüberschaut und weiter rüstet? Dann Mropa,schen Staa Oesterreich seine Ansttengungen fortsetzen. Der AusW�n nur gewohr Zukunft ist in ganz Europa wundervoll. Vielleicht � v�rr Loui am Ende die Kosten für die Vorbereitungen des'0nn einer haltlos, daß das Geld zum Kttege selber ausgehl- falls aber durfte man nach dem Kriege von Staats�' hören. Reptillsche«.„Die Frage, wer in Frankreich Albernheit dieses Satzes und die Lümmelei, welch? �. aller Fell find zu handgreiflich, um einer Hervorhebung und �).,eit bis auf w dürfen. Wir wollen nur auf die Unehrlichkeit hinwem.� t. fich in dieser Aeußcmng verräth. Denn so groß die te � � m heit unserer Reptilien auch sein mag— und in o""Mammons gebre leisten fie allerdings Großes— so ist es doch ganz• daß fie solchen haattträudenden Blödsinn in gutem aussprechen. Sie wollen eben um jeden Pitts die Republik herabsetzen— und um diesen Zweck zu lügen fie, wie wir es schon bei vielen Gelegenheit das Blaue vom Himmel herunter. Mit einer Bewunderung erfüllt uns übttgens die Frechhttt, der jedes Bewußtsein der ttaenen Blöße sollte es unseren Reptilien wirklich mcht bekannt sei"-, der deutschen Grenze keine bis in den Himmel ragende Mauer steht welche dem Ausland jeden Einblick o es möglich, daß fie fich ttnbilden, die Franzosen r das Marke führung von auslaufen un okratischen A tzen Kompliz ngen wird." Mit einem orte hervorzutn rtikel richtet fick rtionale Juden, nde Ausdrücke, echheitem Info große Wott reuzzcitung" o em Hetzartikel g seüschast* aufs em Schluß, i nd, kann man r Ut den Antisem 1 Gin T»««t �»ns der Reichsre ytlicke Aeußerui ne Ergänzung, jtesetzgebung voy anntwcingenuf Bundesregier gegangen, und An» Fischfang i theilen, zumal ich eS gar nicht thun kann,,, und Theresen zu schaden. Jeanne hat mich vonZmerican Nätui Herzen geliebt und ihr verdanke ich meine ang-uer neuen Art Jugenderinnerungen, und wie freute ich mich, fie%etet Kormora sehen! Und jetzt soll ich sie verrathen? Weshalb�wöhnllch wir! gerade dem jungen Manne hier ein Geheimniß ,?�nd eine An, das sie so sorgfältig behütet? DaS wäre undankb� fd)ie§"'. ihn selber fragte. WaS sollte er thun? Lügen, seinem Leben noch nie gelogen? Erdachte nicht die Möglichkeit. Die Bretagner ischer. Ganz a den reißende ts, und>n schildett i £,•"••• T Flusses mit fackel. Der! it dabei. Ein der Kehle ien war ein E e) angebrach hartnackig, und Andreas- /uk sind hartnackig, und Andrea- �rb Qn � Sei zutrauen, daß er ihm in seine letzten Verschanza"« kürze, in web Lateme war oder-Korb würde. Zu einem Entschlüsse konnte der Major ni er mußte seine Taktik nach dem Verlaufe de» welche je -r sich vornahm bt'widi einrichten, und da« Einzige, was er sich vornahm chz�igt ist de wenig wie möglich zu sagen. r ES gelang ihm, daS gleichgiltige Geplaub � zuerst zwischen ihm und Andreas entsponnen§ dem Äugenblicke aufrecht zu erhalten, wo"aL Zigarren anzündeten. Nun aber war längeres möglich, rasch stürzte er drei Kognaks hinunter, Zunge zu„ölen", und— es konnte beginnen- Fische _ einzy er die Facke « den Vogel ihm, und n und Hals i Aschen, on I880, § in Deutschland vor sich geht? Glauben fie etwa, die anzosen hätten den famosen Artikel der„Nationalliberalen »..�«Korrespondenz", worin diese klagt, daß in Deutschland niemand wisse,„wer Koch und wer Kellner" sei, nicht gelesen und üQO iÄi fc verbreitet? Und ist in diesem Fall das Zeugniß der >■L.rnidfAationallibcralen Correspondenz", also eines eminent reichstreu» '— tV�triotisch-chauvinistischen deutschen Organs über Deutschland nicht .l�Aeit unverdächtiger und folglich auch werthvoller als das Zeug- • flJiS der deutschen Reptilien über Frankreich? Over ist jenes rTpefchimpfe auf Frankreich nur ein diplomatischer Schachzug, %* nmfd glauben die Reptilien in ihrer Schlauheit, durch solche .«wbeleicn den Franzosen die Freude an dem„Mackenzie- •mmenen e Deb en G am@1 ne Am nigten llionen zransch in Del Zulden für 1 eschen lionen, hinaus. Sumi»t Einsts' mg und cher niat 'eitere r Werst >en, nicht mchs. ele und illionen tärgcsetz. Reichs' abaruw Mit einem antisemitische« Hetzartikel der schlimmsten �ganisatiovorte hervorzutreten hält es die„Kreuzztg." an der Zeit. Der werden, firtuel richtet fich äußerlich gegen eine angeblich existirende inter- rer find aatlonale Judenpreffe und leistet fich hier unter anderem fol- juwachs �ende Ausdrücke, welche die„Freis. Ztg." zusammengestellt hat; und �.?rechheitem Infamien, Schurkereien, jüdischer Fanatismus, inter- zätig" dvWionale Schlingel, unheiliges Vehmgericht, gefinnungslose oder Berlin ltkaufte Journalisten und Gelehrte. Herandrängeln jüdischer en daß d�rttvenus, ludrscher Bedientenfinn, wahnwitzigste Intoleranz, ' �shast und frech, unerträgliche Macht des Judenthums. isches Monopol der moralischen Einschätzung, Schandfleck der opäischen Staatskunst.— Bisher war man derartige Schimpfe- en nur gewohnt in den antisemitischen Versammlungen, in nen Herr Louis Cunow vom„Apollo" seligen Anaedenkens 'er sonst einer auf seinem Standpunkt stehenden Komplizen große Wort führte. Jetzt taucht diese Sprache auch in der reuzzcitung" auf, in demselben Blatt, das sich neulich in lem Hetzartikel gegen die Freimaurer als Vertreterin der„besten esellschaft" aufspielte. Der Zweck des Artikels verräth fich in ____ nein Schluß, in welchem die Parole ausgegeben wird:„Die f.V.�,,�-adenmacht muß gebrochen werden." Der Artikel schließt wie luenöm- �Welcher Fürst, welcher Staatsmann beginnt diesen velS�� uj, eisten aller Feldzüge? Wir find überzeugt, daß er in kurze, und �V.eit bis auf wenige unwürdige Ausnahmen das ganze Voll lt btnwrn.md zwar zu jeder Maßregel auf seiner Seite haben würde. r?b hst ,veute find die meisten Sklaven. Erst wenn die Ketten jüdischen ,n„, ,rrammonä gebrochen, die Fesseln jüdischen Geistes gesprengt �gutcm wieder von Freiheit reden."— Die„Kreuzztg." die weck zu llegenhei t einer die Zlöße t lannt s�', :I ragende blick 01 t den Antisemitismus augenscheinlich jetzt für Hoffähii , Gin Trmntzsnchtsgesetz ist wieder einmal in Sicht. Sei- Ins der Reichsregieiung find die Bundesregierungen um gut, btliche Aeußerungen darüber ersucht, ob und eventuell wie weit ne Ergänzung, beziehungsweise Abänderung der �bestehenden esetzgebung vorzunehmen sein möchte, um dem übermäßigen nntweingenuß mit Erfolg entgegenzutreten. Die Antworten Bundesregierungen find, der„Voss. Ztg." zufolge, bereits egangen, und es unterliegt nunmehr die Frage der Prü m, oym- Fischfang in Aapa«. mich vo�dmerican Naturalist" Aus Kunst und geben. nun. Im Januarheft dieses Jahres des ._______________ findet fich eine interessante Beschreibung lerne ang�er neuen Art und Werse des Fischfanges vermittelst abge- mich sst Gteter Kormorane, wie fie von Jong in Japan gesehen wurde. «ft/sbalt«ewöhnlich wird die Fischerei mit Kormoranen in der Weise • aMieben, daß der Fischer fich in einem Boot defindet, auf dessen 2 eine Anzahl von gezähmten Kormoranen fitzen. Die : undam �5� schießen von hier aus in das Wasser und fangen in ge- um und �nhnter Weise Fische. Damit fie dieselben nicht verschlingen >avon ha�nnen, ist ihnen ein Mesfingring um den Hals gelegt. Oft rng mir"ufc die Vögel gewöhnt, auf einen Pfiff oder ein ähnliches « brauche nchen ihres Herrn zum Boot zurückzukehren. Manchmal jedoch .r-i.mde M der Fischer sehen, wie er seine Beute erlangt; er wirft, wie /V, Aooliste erzählt(ok. Brehm, Thierleben), einen an einer Stange -.i�fcstigten, netzartigen Beutel über Vogel und Fisch und zieht so rogen ge' Udi zu fich heran, worauf er dem Kormoran den Fisch abnimmt. nicht, u�n dieser lange bekannten Manier benutzten die Chinesen auf ist noch ruhig fließenden Gewässern die gelehrigen beschwingten Uwer. Ganz anders ist dagegen das Fischen mit Kormoranen nT übenden Bergströmen Japans. Man fischt hier des ''sÄ?.iwar je ein Fischer mit nur einem Kormoran. g iehudert in seinem Tagebuche den Fang in folgender seinen von ch nun ad ihrer •'.D« Mann«wartete uns an dem steinigen Ufer �mffes Jnn selnem Vogel und mit einer hell brennenden daß die zte. we»". Lügen, ~ rl-„f' V UIIU IHM CUI» UlCIllltllVCU v lst ,0at �hr phm und saß auf einem Felsen „l-bt p?oe> angeoiuiwi, um über des Vo Andre» �rb an der Seite, um die Fische hweinzuthun, ur rschanzüNv hürze, in welcher er Kienspahne hatte, um Licht zu machen. xe Laterne war ein an einer langen Stange befestigter Draht- iajor«r-v-" ufe deS ) chäftigt ist, den Vogel°zu lenken, das Feuer anzufachen und , wt" Fische einzustecken. Wenn Alles bereit ist, nimmt der die Fackel in die linke Hand, wickelt die Leine frei, den Vogel hält, und watet in den Strom. Der Vogel ihm, und nachdem er eilig Toilette gemacht hat, indem er und HalS ins Wasser taucht und sich putzt, beginnt die fung der betheiligten Ressorts der Reichsverwaltung. Außerdem unterliegt die bereits bei der Berathung des neuen Branntwein- leuergesetzcs in Anregung gekommene Frage der Zuläsfigkeit eines Fuselgehalts im Trinkbranntwein im Reichszesundherts- amte einer eingehenden Prüfung. Hierüber hatte vor nnigen Jahren der internationale Kongreß für Gesundhertspflege be- rathen. um fich dann dahin auszusprechen, daß der Kampf gegen den Alkoholismus nur dann fiegmch sein werde, wenn es ge- linge, jede andere Alkoholart als den Aethylalkohol vom Handel auszuschließen. Dazu wäre erforderlich: 1) ein chemisches Rea- gens zu befitzen, welches genau und rasch in irgend einer Äko- bolischen Flüssigkeit die darin enthaltene Menge mcht athyllschen Alkohols zu dofiren erlaubt, und 2) jede Bereitunaswelse von Alkohol zu verbieten, welche nicht eine vollkommene Rekhfizmmg der erhaltenen Produkte fickert.- Unsere Stellung zur Frage der Bekämpfung der Trunksucht haben wir oft genug ausein- andergesetzt. Wir find von vornherem uderzeugt, daß gesetzliche Maßnahmen in der angedeuteten Richtung gonz erfolglos sein werden. Ernsthafte soziale Reformen find allern rm Stande, mit der Hebung der Lebenshaltung des Volkes den Schnaps- teufel zu bannen. De» tzänslich» Zwist der KnrteltbrLd�. den die feinen Unterscheidungsvermögen von der„Kreuzzeltungsgruppe KS" 7�.«-!!-«.' heit die Absichten auf die Eroberung Hannovers, den Kampf mit den Nationalliberalen um die Stammburg der letzterm noch immer nicht aufgegeben. Das alles als unbethe,l.gter Dritter zu beobachten, ist nicht uninteressant, wird aber an Wirkung bei weitem überboten durch die Art, wie die Natwnalliberalen den Kampf zu führen gedenken. Eine Berliner Korrespondenz an den„Hamb. Corr." enthüllt, was an Absichten und Hoffnungen gegenwärtig die nationalliderale Brust erfüllt. Die dem nasto nallideralen Charakter ganz und gar nicht entsprechende Energie, mit der die Führer der Partei das Bundmß mit den„Muckern und Junkern zurückzuweisen fich den Anschein gaben, scheint außerhalb Preußens nicht die Zustimmung der Parteigenossen gefunden zu haben, deshalb beeilt man fich zu erklären, daß eine Lockerung der Beziehungen der drei Kartellparteien im Ganzen und namentlich für das Reich nicht zu befürchten sei. Man wird also das Schauspiel genießen, daß fie fich im Osten und im Westen bei der devorstehenden Landtagswahl tapfer be- kämpfen und dabei allerlei Liebenswürdigkeiten unter einander austauschen, fich aber, nachdem dem Sieger die Beute geworden, versöhnt und gerührt von neuem gegen die gemeinsamen Feinde verbinden werden. Herr Hnlewan«. Gegenüber der„Kreuz-Ztg.", welche Ardeiterblättern die Nachricht von einem Auftrage der national- liberalen Fraktion an den Amtsrichter Kulcmann betr. Aus- arbeitung eines verbesserten Sozialistengesetzes entnommen hatte, erklärt vre„National- Zeitung", daß Herr Kulemann in der An- gelegenheit allerdings einen Auftrag habe; die Neugier betreffs des Inhalts aber müsse die„Kreuz-Zeitung" schon bezähmen.— Wir gestehen, bemerkt die„Freis. Ztg.", daß wir unsererseits auf die Thaten des Herrn Kulemann von vorn- herein nickt neugierig find. Wenn es fich darum handelt, etwos vollkommen Unbrauchbares zu schaffen, dann ist in der That Herr Kulemann eine hervorragende Kraft, der keine andere Partei auch nur etwas annähernd Gleiches an die Seite zu setzen hat. Die eefeenlichften und schnellste« Fortschritte in der Ausbildung der gewerblichen Schiedsgerichte scheint man in der S ch w e i z zu machen. Die Genfer Prudhommes, von denen hier aus Anlaß einer interessanten Nachricht gesprochen werden soll, haben allerdings neben der Funktion als gewerb- liche Schiedsrichter noch andere Aufgaben, die Lehrverträge und den Berufsunterricht zu überwachen, die gesundheitlichen Ver- dältniffe der Arbeits lokale zu tnspiziren, sowie Industrie- und Handelsfragen zu begutachten. Die Genfer Prudhommes ent- scheiden auch über Streitigkeiten zwischen Handels- und Ver- kehrstreibenden, nicht blas Gewerbetreibenden im engeren Sinne. Jetzt kommt nun die Nachricht aus Genf, es bestehe die Absicht, die Wirksamkeit deS dortigen gewerblichen Schiedsgerichts auch auf die Landgemeinden auszudehnen. Zu diesem Zweck soll das Land in 12 Gerichtskreisc cingetheilt werden, was an fich schon ein Vortheil ist, denn bisher mußten die Streitenden aus allen Landgemeinden wegen jeder Kleinigkeit nach Genf kommen und immer einen Tag versäumen. Den Land- Prud- hommes soll die Schlichtung der Streitigkeiten der Meister mit ihren Dienstboten, der Grundbesitzer mit ihren Pächtern und der Handwerker mit den Arbeitern zustehen. Man sollte bei uns auch auf diesen Fortschritt ein aufmerksames Auge haben. Frei- lich krankt die Einrichtung bei uns vor allem an dem Elementar- fehler, daß fie blos fakultativ und nur für sehr beschränkte Kreise in der Gewerbeordnung vorgesehen ist. Jeder Fortschritt, den die Sacke im Auslande macht, muß deshalb vor allem zu einer Reform der grundlegenden deutschen Gesctzesbestim- mungen mahnen. onne» wo 1 angere» inunter, ginnen- nächtliche Arbeit. Der Fischer hält das Feuer gerade nach vorn und über den Kopf des Vogels, so daß er den Fisch in dem klaren Waffer sehen kann. Der Vogel scheint völlig furchtlos zu sein, und wenn er emporkommt, fallen Feuerfunken ihm bestän- dig auf Kopf und Rücken. Das Fischen geschieht stromaufwärts, unv der Mann hat genug daran zu thun, mit dem Vogel Schritt zu halten, da das Waffer beinahe bis an seine Schenkel reicht. In der That war es für uns an der Küste ein hartes Stück Arbeit, in dem Ungewissen Licht über die Felsen weiter zu kriechen und gleichzeitig aus den Vogel zu achten. Der Vogel taucht, schwimmt 8 oder 10 Ellen weit unter Waffer, kommt herauf und ist wieder hinunter; er arbeitet sehr schnell und ergreist beständig Fische. Wenn diese llcin find, darf er 2 oder 3 gleichzeitig in seiner Kehle behalten, aber ein Fisch von guter Größe wird ihm sofort abgenommen und in den Korb gethan. Während einer halben Stunde wurden 15 Fisch, gefangen, was für einen guten Fang erklärt wurde in Andel stacht der Helligkeit der Stacht. Die größten dieser Fische, welche alle derselben Art angehörten, waren 9 bis 10 Zoll und kaum verletzt, da fie dem Vogel sofort aus dem Schnabel genommen waren... Die Vögel werden besonders für diese Ardett ab- gerichtet und fischen am Tage nicht. Unser Vogel war 2 Jahre alt und wurde als vorzüglicher und eifriger Frscher angesehen, da er in guten Nächten, wenn die ganze Stacht gefischt wurde, nicht wemger als 400 Fische gefangen hatte, wahrend 300 als gute Leistung angesehen wurden. Nur ruhige dachte find günstig und je dunkler, desto besser. Der Fang erstreckt fich auf einen besonderen Fisch aus der Familie der Salmoniden, den Ple.oglossus altivelis T und S. Dieser Fisch, der„Ar" der Japaner, steht seinem Aeußeren nach zwischen einer Forelle und einem Stint, wird 12 bis 14 Zoll lang und ist von stlbe�län�ender Farbe mit einem goldigen Fleck an jeder Gin schn-arke- Mos»». Aus New-Bork wird der „Franks. Zig." geschrieben: Große Aufregung Herr cht unter d Farbigen des ganzen Landes infolge der Nachrichten von dem Auftauchen eines lang erwarteten„Propheten", welcher berufen zu sein vorgiedt. sein Volk binnen kurzer Zeit nach der afrikam- schen Heimath zurückzuführen. Die Bewegung geht von emem Manne aus. welcher seitens seiner schwarzen Bruder seit lange große Verehmng genießt. Der Mann des neuen Mahdi ist „Reverend Gries Moß. sein Wohnort Evansvrlle in Indiana. Er ist 62 Jahre all und war bis zum Burgerkriege ein Sklave in Roan County; schon damals fiel er seinen Landsleuten so- wohl als den Weißen durch seinen Geist, durch seine außer Der polizeiprästdent vo« Wiesbade« hat der schönen Natalie eröffnet, vaß er den Kronprinzen von Serbien wenn nothwendig mit Gewalt von seiner Mutter abholen werden. Daraufhin ist der Knabe am Freitag Vormittag dem Polizei- präfidenten übergeben worden. K»rrchttgtes>A«fsehen erregt es in Dresden, daß die dortige Kommandantur den Soldaten der Garnison Dresden den Besuch der„ G r 0 ß e n W i r t h s ch a f t" im großen Garten verboten hat, und zwar angeblich deshalb, weil der Arbeiterdildungs-Verein am letzten Sonntage in der genannten Witthschaft ein Sommerfest abzuhalten beadfichtigte. Obwohl bereits alle Vorbereitungen zu diesem Feste getroffen waren, verweigerte deshalb der Wirth in letzter Stunde die Hergabe der vermiethe- ten Lokalitäten an den schon wiederholt gemaßregelten Verein,. der in dem„Gerüche" steht, Sozialdemokraten unter seinen Mit» gliedern zu haben.— Der Wirth braucht fich jedenfalls nicht zu wundern, wenn seine Boycottirung des Vereins von den Ar- beitern Dresdens mit gleicher Münze bezahlt wird. An« Koswig, 8. Juli, meldet die„Magd. Ztg.": Auf Veranlassung der hiesigen Polizeibehörde haben diejenigen Töpfergesellen, die ihre Arbeit ohne die gesetzliche Kündigung niedergelegt haben, die Arbeit unter gleichzeitig« Kündigung wieder aufgenommen.— Wie kommt vie Polizeibehörde dazu, fich in eine Angelegenheit, die vor den Zivilnchter gehört, einzumischen? Hebet besucht gegenwärtig auf einer Geschäftsreise das badische Land. Nirgends hat man ihm die Aufmerksamkeit er- wiesen, wie in dem lieblichen Freiburg. Ein schützender Engel in Gestalt eines der allbekannten„Geheimen" folgte Bebel auf Schritt und Tritt. Ganz gewiß nur in der Abfickt, zu ver- hüten, daß die kostbaren prächtigen Muster von Thürdrückern und Beschlägen nicht aus Bebels Musterköfferchen entwendet werden. In Offenburg, wo Bebel mehrere Geschäftshäuser auf- suchte und einige Tage verweilte, stand er nicht unter polizei- lichem Schutze. War auch ganz unnöthig; denn niemand thut ihm etwas zu leid. Im Kriefkaste« des in Hamburg erscheinenden ,, Echo" lesen wir: Sie sind nicht der Einzige, dem das Gerücht zu Ohren gekommen ist, der im letzten Leipziper Hochverraths- prozeß verurtheilte Dietz sei der Reichstagsabgeordnete für den zweiten Hamburgischen Wahlkreis; man hörte in den letzten Tagen ähnliche Aeußerungen so oft, daß man annehmen könnte, das Gerücht werde hierorts geflissentlich verbreitet. Sie können jedoch vollständig beruhigt sein; der Hamburgische Abgeordnete Dietz hat mit jenem Prozeß absolut nichts zu thun und konnte daher auch nicht verurtheilt werden; derselbe befindet fich, soviel wir wissen, wohlbehalten in Stuttgart. KchW-Ae« tittd Norwegen. Die Stellung der Parteien im norwegischen Stotthing ist, soweit fich aus dem Resultat der Abstimmung über das Miß« Kauensvotum gegen das Kabinet entnehmen läßt, folgende: Die Herrn Sverdrup ergebene Gruppe zählt 29 Mitglieder; diesen bat fich die gesammte, aus gleichfalls 29 Abgeordneten be- stehende Rechte, sowie 6 Wilde— oder wie man fie in Nor- wegen nennt,„Nomaden"— zugesellt. Die Partei des Stor- thingsprästdenten verfügte über 50 Anhänger der Linkenpartei; der„reinen Linken" scheinen fich außerdem 11„Stomaden" an- geschlossen zu haben, und weiter find 2 Abgeordnete, welche früher der Partei Soerdrup's angehörten, während der Debatten über das Votum zu der„reinen Linken" über- gegangen. Wie ersichtlich ist der Beschluß, das Mißtrauens- votum nicht zu berathen, also nur von einer Majorität er- folgt, die eigentlich als eine solche nicht wohl bezeichnet werden kann. Bradlaugh bringt demnächst seine„Eid dill" im Untcrhause zur dritten Lesung ein. Als vor einer Woche diese Gesetzesnovelle, welche die Verpflichtung der Eidleistung ab- schafft, zur Einzelberathung vorlag, bot fich das seltene und seit- same Schauspiel dar, daß Bradlaugh den wichtigsten Abschnitt seiner Bill mit Hilfe der Tories und einiger liberalen Unionisten durchsetzte und von seinen eigenen Parteigenossen, voran John Morley, und einer Reihe überzeugungstreuer Radikaler bitter angegriffen wurde. Die Geschichte dieser Gesetzesvorlage ist sehr belehrend. Die zweite Lesung wurde von ver glänzenden Ma- joritat von 100 angenommen, indem Bradlaugh die Zustcherung gab, er werde einen Paragraphen einschieben, der es gewissen- losen Leuten unmöglich machen soll, ein Gesetz zu mißbrauchen, das eingebracht wurde, um gewissenhafte Ungläubige vor den Folgen ihrer Weigerung der Eidesleistung zu schützen. Dieser Paragraph erregt nun dm Streit. Er erlaubt solchen Personen, welche erklärm, daß fie keinen religiösen Glauben haben, und solchen,. die erklären, daß die Eidesleistung ihrem religiösen Glauben zuwiderläuft, eine feierliche Bejahung(Affirmation) an Eides statt vor Gericht zu machen. Diese Fassung wird nun von den Freidenkern im Unterhaus heftig bekämpft, weil fie der Obrigkeit, in den meisten Fällen dem Richter, das Recht zuschreibt, fich nach den religiösen Anschauungen der zur Eidleistung aufgeforderten Personen zu gewöhnliche Begabung auf, so daß ihm auf Kosten seiner Herr- schaft schon vor der Emanzipation Unterricht zu Thell wurde. Später, da er frei geworden war, ward er Prediger und erwarb. fich in seinem Amt die größten Symoathien, so daß im ganzen Staate keine die Schwarzm betreffende Neuerung ohne seine vorherige Zustimmung ausgeführt wurde. Solche Verehrung von Seiten der„white folks" stellte ihn in den Augen seiner Landsleute schon auf die Stufe eines„Halbgottes".„Reverend Moß" macht jetzt der Welt bekannt, daß der einen„göttlichen Befehl" erhalten habe, die schwarzen Nachkommen des Ham zurück zu führen in die wilden Tiefen des dunklen Erdthells, damit fie fich dort durch das ganze Land verbeiten, die„Götzenaltäre" stürzen und den Kannibalismus ausrotten. Den Zeitpunkt der Auswanderung kann Moß noch nicht an- geben, doch donnert er jeden Tag die Mahnung von der Kanzel, jeden Augenblick zum Verlassen Amerikas bereit zu sein. Die Telegraphen bringen diese Kunde in alle Gegenden der Union, alle schwarzen Priester stellen fich begeistert dem„Pro- pheten" an die Seite und schon strömen enorme Massen Far- biger mit Weib und Kind nach Evansville, schon zählen die Anhänger des„neuen Moses" nach vielen Tausenden, die des Winkes harren, um ihm übers Meer zu folgen, in die Heimath ihrer Vorväter. Selbst im Norden beginnen zahlreiche schwarze Familien ihre Verhältnisse zu ordnen. Obgleich„Reverend Moß" seine Anhänger ermahnt, die Weißen trotz a 1 der erlittenen Wehe beim Abschied zu„segnen", herrscht nichtsdesto- weniger unter den Plantagenbesitzem im Süden große Auf- regung, da man fürchtet, daß die schwarzen Arbetter ihre Felder verlassen werden. Theilweise ist dies schon zur Thatsacke ge- worden— denn ganze Countys find schon von sämmtlichen Negern verlassen, die mit Hab und Gut dem„Propheten" ent- gegen wandern. Anlrgerinne» werde« gesucht. Das„Journal für Buchdrucker" erzählt folgende Geschichte: Ein Stuttgarter Buch« druckereibefitzer erließ kurzlich in einem dortigen Lokalolatte eine Anzeige um Anlegerinnen, die nicht ohne Erfolg war, ihm aber auch folgende originelle Offette einbrachte:„Köln, 4. Juni 1888... Bezugnehmend auf Ihre Annonze im»Stuttgarter Neuen Tageblatt" Str. 133 anerbiete ich mich zur Anfertigung von Anlegerinnen. Da mir aber diese Art von Rinnen nicht bekannt ist, so ersuche ich Sie, um Ihnen meine Offerten vor- legen zu können, um gefällige Zustellung einer kleinen Zeichnung. Hochachtungsvoll..., Klempnermeister. Spezialität: Fabrikation von Rinnen." erkundigen: auch habe es durchaus keinen Sinn, in unbcstinitnier Weise von religiösem Glauben zu sprechen, da auch Freidenker, wie Bradlaugh selbst, auf religiösen Glauben Anspruch erheben. Die von Bradlaugh angenommene Fassung ist eben ein Kom- promih zwischen dem von Sir William Harcourt am 14. März gemachten Borschlag und der Bedingung, die der General- prokurator an die Annahme desselben durch die Regietunf knüpfte. Daß die Bill ungeschickt und unlogisch ist, läßt nicht leugnen. Nur überrascht Einen die heftige Opposition der Herren Morley und Hunter, da diese Abgeordneten keinen An» stand genommen haben, bei ihrem Eintritt ins Unterhaus die übliche Eidesleistung abzulegen und als Beweis ihrer Strmg« gläubigkeit die Bibel zu küssen. Die Majorität für den beanstandeten Abschnitt war so gering, daß die Verwerfung der Bill infolge eines zeitweiligen Zusammengehens der doktri- nären Radikalen mit den reaktionären Tones nicht unmöglich ist. Frankreich. In der französischen Deputirtenkammer wurde am Donnerstag von Laffon im Namen der radikalen Linken ein Antrag auf Unterdrückung aller geist- lichen Ordensgesellschaften eingebracht. Lassan de- rundete den Antrag mit dem Hinweis auf die unmoralischen ndlungen, deren sich die aus Ordensbrüdern bestehenden 219 Stimmen angenommen. Im weiteren Fortgang der Sitzung wurde von Boulanger der Antrag auf Auflösung der Kammer einge> bracht. Boulanger führte aus, das Land fordere neue Jn> stitutionen, die der Republik Schutz gegen die Angriffe ihrer Gejjner gewährten, die jetzige Kammer fei ohnmächtig und in Trümmer und Staub zerfallen, das Land sei erregt, weil man ihm einen Bürger, der nichts wolle, wie das Wohl der Republik, stets als Feind darstelle, das Land verlange einstimmig die Re- vifion der Verfassung. Er beantrage die Abstimmung über fol- gende Resolution:„Die Kammer, überzeugt von der Nothwen- digkeit der Vornahme von Neuwahlen, fordert den Präfidenten Carnot auf, von dem Rechte der Auflösung Gebrauch zu machen, das ihm die Verfassung überträgt." Die Rede Boulangers wurde von häufigen Protesten der Rechten unterbrochm. Minister- Präsident Floquct erwiderte, die Regierung sei entschlossen, dem Präsidenten die von Boulanger beantragte Resolution nicht vorzuschlagen. Floquct machte Boulanger ferner den Vorwurf, daß es ihm, der? sich den Sitzungen der Kammer unausgesetzt fernhalte, gar nicht zukomme, über die Arbeiten der Kammern in dieser arbeitsreichen Legislaturperiode ein Urtheil zu fällen. Was sei es denn, das Boulanger gethan habe? Boulanger ruft: Ich habe einen Appell an das Land gerichtet. Floquct fährt fort: Das Land hat Ihnen bei der Wahl im Departe- ment der Charcnte geantwortet. Wir haben Sie, der Sie sich in Sakristeien oder prinzlichen Vorzimmern herumgetrieben haben, unter uns niemals zu erkennen vermocht. Wir werden unsere Feier der Ereignisse von 1789 begehen, indem wir noch einmal die Suprematie der Zivilgcwalt prollamiren, welche das allgemeine Stimmrecht repräsentirt. Der Gemäßigste unter uns hat der Republik mehr Dienste aetban als Sie ihr jemals Uedles thun können. Sie verlangen Vre Auflösung, es ist Ihre Partei, in welcher die Auflösung eristirt.(Beifall der Linken.) Bou- langer erwidert, die Rede Floquet's sei nichts wie d iquel's sei nichts wie die Aus- lassüng eines schlecht erzogenen Schulaufsebers, Floquct habe kein Wort gesagt über seine allgemeine Politik, er habe nichts wie persönliche Angriffe gegen ibn gerichtet. Floquet sei trotz alles Lärms in der Kammer zu 4 Malen von ihm bezichtigt worden, daß er unverschämt gelogen habe. Es entsteht hierauf ein heftiger Tumult. Ter Kammerpräsident erklärt, daß er Boulanger, bevor er die Zensur verhänge, das Wort ertheile. Boulanger fragt, od die Zensur über Floquct oder über ihn verhängt werden solle. Der Präsident erwidert, Boulanger sei es, der zuerst die Kammer angegriffen habe und dessen letzte Worte ihn zur strengsten Anwendung der Bestimmungen der Geschäftsordnung mölhigten. Boulanger protestirt gegen eine Geschästsleitung, welche die Freiheit der Rednerbühne mcht respektire, erklärt die Niederleguna seines Deputirtenmandats und verläßt mit seinen Anhängern den Sitzungssaal. Die Linke verlangte dessenungeachtet die Verhängung der Zensur über Bou- langer. Der Präsident erwiderte, Boulanger habe, indem er den Sitzungssaal verlassen, sich selber das Urtheil gesprochen. La- marzelle von der Rechten warf dem Präfidenten Parteilichkeit in Bezug auf Floquct vor. Nach heftigem Tumult auf der Linken wurde die Verhängung der Zensur gegen Boulanger beschloffen. Die Kammer vertagte sich darauf bis nächsten Montag. Wie es heißt, soll es zu einem Duell zwischen Boulanger und Meline, dem Präsidenten der Kammer, kommen. Italie«. Die Deputirtenkammer setzte die Berathung der Kommunal- und Provinzial-Reform fort und lehnte mrt 295 gegen 52 ein von Franchetti eingebrachtes Amendement ab, in welchem die Ausdehnung des administrativen Wahlrechts auf alle politisch Wahlberechtigten verlangt wird. Der Ministerpräsident Crispi hatte sich gegen dies Amendement ausgesprochen. Amerika. In Port-au-Prince auf Hayti ist eine Reooluti» gebrochen. 500 Häuser und öffentliche Monumente> zerstört._ Kleine Mittheilnngen. S en* 1 Stuttgart, 11. Juli.(Explosion.) In der Pul** 1 AQ zu Rottweil fand gestern Abend eine Explosion statt rni) im neuen Trockenhause. Zwei Arbeiter wurden sofort vier weitere schwer und sechs leicht verwundet. Die Ei der Explosion ist noch nickt ermittelt. �. Zürich 10. Juli.(Entsprungen.) Am 6. Juli a« einem Bahnzuge Schaffhauscn-Winterthur auch ein f Verbrecher befördert, welcher in Schaffhausen einige Ju Haus abgesessen und zum gleichen Zwecke die Reise irn-d~ zu machen hatte. Ter Gefangene wurde gefesselt in dir vm.r im Jnla lande das den kann. eschricben« gung der ollmächtig Rückstänt enden© Gemeint § 54 Nr. ichs> Gesetz der Fällt Theater. Sonnabend, den 14. Juli. #**#'* Theater. Das Nachtlager in Granada. Gst»»d» Theater. Vom Viehhof bis zu den Menschenfteffern. Friedrich- Wilhelmstädttsche« Theater. Pariser Leben. OrtUatliauc»- Theater. Das elfte Gebot. Madame Flott. Uidtorta-Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Uarirtt. Spezialitäten> Vor- Tamfawaa'* stellung. Taaeordia- Theater. ttellung. Spezialitäten- Vor- Sridrl's Kleina DilKsMai Gesundbrunnen 60 Fat Straß* 60. Jeden Sonntag: Gr. Militckr- Konzert verh. mit Schlochttnustk. Neu! Aufsteigan de# NeU! taenden Menschen 1* epochem. Neuheit auf acronaut. Gebiete. Anfireten der MailSnder ■ Thier-Kapelle.■ Ff Im Saal:«roßer Kall. TW Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag: Grosses Frei- Konzert. Eintritt an Wochentagen frei, Sonntags 15 Pf Die Kaffeeküche ist von 2—6 Uhr geöffnet. Pom Verein zur Wahrung der Iuter- efsen der Schuhmacher Berlins für den Hamburger Tischlerstreik durch Hrn. Jos. Klinger M. 50 als 2. Rate erhalten. 88__ I. Hcitgres, Kasfirer. Fichineiil d Dnll-Zlmkateiire. Montag, d. 16. Juli, Abends 8 Uhr, in Kfinski's Lokal, Fischerstr. 10: 0�" Versammlung. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um recht zahlreichen Besuch ersucht 79_ Der Vorstand. Intereflettverew der Ktsteit- macher. Heute, Sonnabend, den 14. Juli; Versammlung Cr. 9 M.- 10 A. ----Fanerama. Zum ersten M.: Kristiania u. d. westl. Norwegen.— Der ganze Trauerzug und Aufbahrung Kaiser Wilhelms im Dom._ Entree& Cycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn. Sag blos, wo geh ich morgen hin? Na komm doch mit beim Dicken. Wenn der uns sieht, dann freut er sich, Wir thun ihn mit beglücken. Denn an der Ostdahn 4 Giebts gut Weiß- und Bairisch-Bier. 87 Jeden Sonnabend und Sonntag: Löwenbräu- Ausschank & Seidel 10 Pf. 89 bei Relmmmann, Pallisadenstt. 10. Weiss- u Bairischbier- Lokal von Kerrmanu Stramm, Sa. Brücken-Strasse 5 b,[720 empsiehlt seinen reichhaltigen FrSHftSchsttfch, Mlittagstirch n. Ausw.& Couv. m. Bier 50 Pf. Reichhaltigen Abeudtt ch zu soliden Preisen. Freunde und Bekannte ladet zum Sonntag zu einem gemüthlichen Frühschoppen ein R. 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Sp Aust. d.Original-Japaner-Truppe Godayou, d. Luftattisten paares Miß Victorina Dare u. Gertiny. Gr. Extr..Milit..Concert, ausgef. v. ganzen Mufiklorps d. 2. Garde-Ulanen, u. Mufikdtr� Hrn. E. Reese. Elektt. Erleucht. d. ganz. Etabl., außerd. Gas-Jllum. d. 12,000 Volksball i prächt. neuen Hohenzollernsaal. Reichdesetzter 4 Uhr Nockjm. Max Weimann. Spezial. für Mittwoch: Glänz, arrang. Kinderbel Pferdebahnverbindung mit allen Theilen der Stadt bis 12 Uhr 10 Minuten Die Zmt ände als chen Staat gen die irmen, so n de zugewi ; den Zent lebender Voi ÄNvReichs-Anzeil f |befteht feit 18G0.| 8*— 4*. Scbarnow s älteste«nd leistungsfähigste Uhren-Fab am Moritzplatz, Oranienstr.-Ecke. Ärtskraukeukaste de» Zlmmerergemerdes zu Krrll«. Sonntag, den 22. Juli, Vormittags 10 Uhr, im ienstraße 8 bei Sremund: 1. Lokale Linien Gern oral- Taraantmlnng Tagesordnung: Bescheid des Bezirksausschusses über die in der Gcneral-Versammlung am 15. April ct. beschlossene Statutenänderung. 2. Wie verhaften wir uns betr. dieses Bescheides? Die zeitigen Vertreter laden wir hiermit ein. 85 Der Vorstand. Generalversammlung der Produktiv- u. Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin(E G) Diensteg, de« 17. Juli, Kbeud» 8 Phr. im Lokal Wohreustraße 40. TageS-Ordnung: 1. Vierteljahrsdericht. 2. Statutenänderung. 3. Geschäftliches. 82 Engroo. Berlin 8 Filiale Blücherplatz 3. Snerfoimt best- W>i»z»queste. ouf allen Weltaubstellun,«, preligekrinte Stanb-Weck-ruheen. Cingtloeitouf»u wirNiche» gabiüpeeisen unter d jähr ,er Garantie. «ickel-Remontolrvhreu»an...... 10 Wart an da da. prima„...... 16„, Silberne Rim»»t»ir-Nhreu van... 17—30, da.„ ancre„... 26—60, Bpldene Damennhre», 14 lar.„..... 20„„ „„ml St-m-Aul». van. 26„„ , ,2 Goldlapleln von 40„„ M M« 1« 6T— 900„ » Herren Nemvatoir Ubren»an.. 40.. ---- 2a#ibi. i. 70 m m m m m w 2.» 60-200„ aegnlatenr«, 14»a,e Gehend c«. 1 Weier lang». 10,, b«, in»oltrt. 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Die Beiträge werden dort jeden Sonnabend Abend von 8—10 Uhr entgegengenommen. 80_ Die Ottsverwaltung. Dadurih, daß die von mir gelieferten t streu genau richtig gehen und jedes einzelne lück zum Fadrikpr-is» abgelassen wird, bat sich mein zihreu-Versand über gan. Deutsch. land und darüber Hinaus ausgedehnt. Empfehle: Mick. Remontoir tO ISM Silk- Nemontoi» 17-45„ Gld Nemo»t»irS8 300„ Negulateure 10-70„ Vorzügliche vernickelte Stand- Wecker mit Ankergang 5,50 M. G. Wagner, Musik zu Landpartieen besorgt dillig und% 89 Reissmann, Pallisad� Uhren-Fabrik. ~ lsstellu Wostnuuge» Perlebergerstrassa 31 von 1, 2, 4, 5 u. 6 Z. zum 1. Oktober er., auch schon früher zu verm. Zu erfragen daselbst.[90 Preisgekrönt auf vielen Ausstellungen. Oerli« S, 144, Grauieuftraße Mr. 144. Reich illustr. Musterbücher gratis und franko. Nicktkonvenirendes wird zurückgenommen. MP" Garantie kl«}n 5 gast,*«.'MW Möbel-, Spiegel- u. Polst eigener Fabrik Hermann Gcrlaoh, WilstelU»! (nahe der Anhaltstraße). Reelle Waire. 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Bil E. Geschäftsmann bittet GA Länge und ind von ettfc' Den Ar , ments« ttmmunge «'Ä lies zu best e zuwider , welch em nicht rafe eintti mit Haf 100 m, püntt�d' Die glei. Verantwortlicher Redakteur: K.«ronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mae Kading in Berlin 8W., Beuthstraße 2. ein Darlehn von Adressen beliebe man in d., niederzulegen unter F. M. 100- Sleei«»in« Revoluti« rtutnent«• gieN. Beilage zum Berliner BolNlatt. wM. 163. Sonnabend, de« 14. Inli 188�, S. Ja»»?. n sofort«L Die Eis s. Juli- Entwurf eines Gesetzes, b. di» Alter«.«nd Invalid»«- Kerstcherung "'«e Ich- d-v Arbeiter. �'1% MI. Schluß-. Straf- und Uebergangs« .' hail destimmungen. ilim S» Besondere Besnmmunqen für Seeleute. Seeleute(§ 1, Abs. 1, Me? l des Gesetzes vom 18. Juli „'l aS87, Reichsgesetzblatt S. 329) find bei derjenigen Verfiche- . vi. rgsanstalt zu versickern, in deren Bezirk fich der Heimaths- � en des Schiffes defindet. Durch den Bundesrath können - � er die Beibringung der Marken und die Aufrechnung der !I? ÄffAittungsdücher der Seeleute von den Vorschriften dieses Ge- r" v™«cs abweichende Bestimmungen getroffen werden. Wr See- Icn.ii u#*6' welche fich außerhalb Europas aushalten, beträgt die Frist ...T'h/J Einlcgung von Rechtsmitteln 6 Wochen. Die Frist kann ; au? oe � hxijenigen Behörde, gegen deren Bescheid das Rechtsmittel n..�ttfindet, weiter erstreckt werden. An die Stelle der unteren x c! h�waltungsbehörde tritt bei Seeleuten das Seemannsamt, und «r im Jnlandc das Seemannsamt des Heimathshafens, im „un Unlande dasjenige Seemannsamt, welches zuerst angegangen ganz r eine izestadtl : VoIiM,. erurtheilt einem egen mdes ttwock m die den kann. Zur Befolgung der von der Verficherungsanstalt eschriebenen Schutzmaßregeln, so wie zur Zulaffung der Be- gung der Fahrzeuge find auch die Korrespondenzrheder und evollmäcktigte der Rbeverei, so wie die Schiffsführer ver- ichtet. Der§ 104, Absatz 1, Ziffer 2 findet auf Seeleute ne Anwendung. Beitreibung. § 123. Rückstände, so wie die in die Kaffe der Verficherungsanstalt enden Strafen werden in derselben Weise bcigetricben, Gemeindeabgaden. Rückstände haben das Vorzugsrecht § 54 Nr. 1 der Konkursordnung vom 10. Februar 1877 chs>Gesetzbl. S. 351) und verjähren binnen vier Jahren der Fälligkeit. Zuständige Landesbehörden. § 124. Die Zentralbehörden der Bundesstaaten bestimmen, welche >ände als weitere Kommunalverbände anzusehen und von Ichen Staats- oder Gemeindebehörden, beziehungsweise Ver- gen die in diesem Gesetze den Staats- und Gemeinde- lanen, so wie den Vertretungen der weiteren Kommunalver- de zugewiesenen Verrichtungen wahrzunehmen find. Die «en, u.�on den Zentralbehörden der Bundesstaaten in Gemäßheit vor- 2,000 bUAedender Vorschrift erlassenen Bestimmungen find durch den nmsRelchs-Anzeiger bekannt zu machen. erbel ten -F«b teht feüjj Exi t Icken. Eckt. Ifff» Zustellungen. § 125. Zustellungen, welche den Lauf von Fristen bedingen, er- en durch die Post mittelst eingeschriebenen Briefes. Der eis der Zustellung kann auch durch behördliche Beglaubi- geführt werden. Personen, welche nicht im Jnlandc ihnen, haben einen Zustellungs-Bevollmächtigten zu bestellen. ird ein solcher nicht bestellt, so kann die Zustellung durch entlichen Aushang während einer Woche in den Geschäfts- men der zustellenden Behörde oder der Organe der Ver- erungsanstalten ersetzt werden. Gebühren und Stempelfreiheit. § 126. Nlle zur Begründung und Abwickelung der Rcchtsverbält- e zwischen den Versicherungsanstalten einerseits und den Ver- . rten andererseits erforderlichen schiedsgerichtlichen und außer- icdsgerichtlichen Verhandlungen und Urkunden find gebühren- .d stempelfrei. Dasselbe gilt für privatschriftliche Vollmachten .d amtliche Bescheinigungen, welche auf Grund dieses Gesetzes Legitimation oder zur Führung von Nachweisen erforderlich che». Rechtshilfe. § 127. Die öffenttichen Behörden find verpflichtet, dm im Vollzuge es Gesetzes an fie ergehenden Ersuchen des Reichsverfiche- angsamts, der Landesverficherungsämter, anderer öffentlicher lchörden, der Schiedsgerichte, sowie der Vorstände der Ver- cherungsanstatten zu entsprechen und den bezeichneten Vor- Snden auch unaufgefordert alle Mittheilungen zukommen zu rffen. welche für dm Geschäftsbetrieb der Verfichenmasanstalten on Wichttgkeit find. Die gleiche Verpflichtung liegt den Or- der Versicherungsanstalten unter einander, sowie den 'ganen der Berufsgenossenschaftm ob. Die durch die Er- üng dieser Verpflichtungen entstehenden Kosten find von den rfichcrungsanstaltm als eigene Verwaltungskosten in soweit erstatten, als fie in Tagegeldem und Reisekosten von Be- tm oder von Organen der Verfickerungsanstalten, sowie in bühren für Zeugen und Sachverständigm oder in sonstigen m Auslagen bestehen. Strafbestimmungen. § 128. Ardeitgeber, welche in die von ihnen auf Grund gesetzlicher von der Verficherungsanstalt erlassener Bestimmung aufzu- ellenden Nachweisungen oder Anzeigen Eintragungen auf- ebmen, deren Unrichtigkett ihnen bekannt war oder bei gehöriger 'mertsamkeit nicht entgehen konnte, können von dem Vorstande Verficherungsanstalt mit Ordnungsstrafe bis zu fünfhundert k belegt werden. § 129. , Ardeitgeber, welche der Verpflichtung für die von ihnen chäftigtm, dem Verfichemngszwange unterliegenden Per u-n. die vorgeschriebenen Marien rechtzeitig zu verwenden, -1®'.nachkommen, können von dem Vorstande der Verficherungs 0Cn'™|l. Ordnungsstrafe bis zu dreihundert Mark belegt Gegen die auf Grund �dieses Gesetzes oder der Statuten �-nficherungsanstalten oder den Schieds richtsvorfitzenden erlafsenm Strafverfügungen finden binnen Wochen nach.deren Zustellung die Beschwerde an das Reichs emnasamt statt. Die Strafen fließen, soweit nicht in - Gesetze adwerchmde Bestimmungen getroffen find, in die e der Verficherungsanstalt. § 131. Dm Arbeitgebern ist untersagt durch Verträge(mittelst ments oder besonderer Uedereinkunft) die Anwendung der 'ttmmungm dieses Gesetzes zum Nachthell der Verficherten '"eben oder dieselben in der Übernahme oder Ausübung *S in Gemäßheit dieses Gesetzes ihnen ubertragmm Ehren- teS zu beschränken, Vertragsbesttmmungen. welche diesem Ver- te zuwiderlaufen, habm keine rechtliche Wirkung. Arbeit der, welche derartige Verträge geschloffen haben, werden, ern nicht nach anderen gesetzlichen Vorschriften eine härtere träfe eintritt, mit Geldstrafe bis zu einhundertfünfzig Mark mtt Haft bestraft. § 132. Die gleiche Strafe(§ 131)f trifft 1) Arbeitgeber, welche den von ihnen beschäftigten, dem Verficherungszwange unterliegmden Personen wissenllich mehr als die Hälfte des verwendeten Be- träges an Marken bei der Lohnzahlung in Anrechnung bringen! 2) Angestellte, welche einen solchm größeren Abzug wiffentlrch bewirken; 3) diejenigen Personm, welche dem Berechttgten ein Quittungsduch widerrechtlich vorenthalten. § 133. Wer es unternimmt, durch Mißbrauch seiner Stellung als Arbeitgeber oder Bevollmächngter desselben eine_ verficherungs- Pflichtige Person an der Uebernahme oder Ausübung eines in Gemäßheit dieses Gesetzes ihr übertragenen Ehrenamts zu bin- dern. wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit Ge- fängniß bis zu drei Monaten bestraft. § 134. Arbeitgeber, welche wissentlich Marken einer anderen als der zuständigen Verficherungsanstall verwenden, sowre Angestellte und Verficherte, welche wissentlich eine solche unrichtige Verwcn- dung bewirken, werden, sofern nicht nach anderen gesetzlichen Vorschristen eine härtere Strafe eintritt, mit Geldstrafe nicht unter einhundert Mark oder mit Gefängniß nickt unter einer Woche bestraft. Sind mildemde Umstände vorhanden, so kann die Strafe bis auf zwanzig Mark oder drei Tage Haft ermäßigt § 135. Die Strafbestimmungen der§§ 128, 129, 131—134 finden auch auf die gesetzlichen Vertreter handlungsunfähiger Arbeit- geber, desgleichen gegen die Mitglieder des Vorstandes einer Aktiengesellschaft, Innung oder eingetragenen Genossenschaft, so- wie gegen die Liquidatoren einer Handelsgesellschaft, Innung oder eingettagenen Genoffenschast Anwendung. § 136. Wer in Quittunasbüchern Eintragungen vornimmt, welche nach§ 85 unzuläsfig find, wird mit Geldstrafe bis zu zweitausend Mark oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann statt der Gefängnißsttafe auf Haft erkannt werden. § 137. Die Mitglieder der Vorstände und sonstiger Organe der Verfickerungsanstalten, insbesondere deren Beauftragte sowie die nach§ 107 ernannten Sachverständigen werden, wenn fie unbe- fugt Betriebsgeheimnisse offenbaren, welche kraft ihres Amtes oder Auftrages zu ihrer Kenntniß gelangt find, mit Geldstrafe bis zu eintausend fünfhundert Mark oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten bestraft.. Die Verfolgung trttt nur auf Antrag des Betriebsunter- nehmers ein. § 138. Die im§ 137 bezeichneten Personen werden mit Gefäng- niß, neben welchem auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte er- kannt werden kann, bestraft, wenn sie abfichtlich zum Nachtheile der Betriebsunternehmer Betriebsgeheimnisse, welche kraft ihres Amtes oder Auftrages zu ihrer Kenntniß gelangt waren, offen- baren, oder wenn fie geheim gehaltene Betriebseinrichtungen oder Betriebsweisen, welche kraft ihres Amtes oder Auftrages zu ihrer Kenntniß gelangt find, so lange als diese Bettiebsge- heimniffe find, nachahmen. Thun fie dies, um fich oder einem Anderen einen Ver- mögensvortbeil zu verschaffen, so kann neben der Gefängniß- strafe auf Geldsttafe bis zu dreitausend Mark erkannt werden. § 139. Mit Gefängniß nicht unter drei Monaten, neben welchem auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann, wird bestraft, wer unechte Marken in der Absicht anfertigt, fie als echt zu verwenden, oder echte Marken in der Abficht ver- fälscht, fie zu einem höheren Werthe zu verwenden, oder wissentlich von falschen oder verfälschten Marken Gebrauch macht. Dieselbe Strafe trifft denjenigen, welcher wissentlich schon einmal verwendete Marken in Quittungsbüchern abermals ver- wendet oder solche Marken nach gänzlicher oder theilweiser Ent- fernung der darauf gesetzten Entwerthungszeichen veräußert oder feilhält. Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann auf Geldstrafe oder Haft erkannt werden. Neben der nach den Absätzen 1 und 2 verwirkten Strafe ist auf Einziehung der Marken zu erkennen, ohne Unterschied, ob fie dem Verurtheiltcn gehören oder nicht. § 140. Mit Geldsttafe bis zu einhundertfünfzig Mark oder mit Haft wird besttaft, wer ohne schrifllichen Auftrag einer Ver- fichemngsanstalt oder einer Behörde 1) Stempel, Siegel, Stiche, Platten oder andere Formen, welche zur Anfertigung von Marken dienen könnm, anfertigt oder an einen Anderen als die Versicherungsanstalt, beziehungs- weise die Behörde verabfolgt, 2) den Abdruck der in Ziffer 1 genannten Stempel, Siegel, Stiche, Platten oder Formen unternimmt oder Abdrücke an einen Anderen als die Verficherungsanstalt, beziehungsweise die Behörde verabfolgt.,,. � Neben der Geldsttafe oder Haft kann auf Einziehung der Stempel, Siegel, Stiche, Platten oder Formen erkannt werden. Uebergangsbestimmungen. § 141. Auf Versicherte, welche zur Zeit des Inkrafttretens dieses Gesetzes das 40. Lebensjahr vollendet haben, findet die Vor« schrift, vaß Altersrenten erst nach Ablauf von 30 Bettragsjahren zu gewähren find(§§ 10, 12), keine Anwendung. Solche Verficherte erhalten vielmehr, unbeschadet ihrer Bei- tragspflicht für die Zeit nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes, Altersrenten schon dann, wenn fie nachweislich während der dem Inkrafttreten dieses Gesetzes unmittelbar vorangegangenen drei Kalenderjahre in mindestens je 47 vollen Wochen thatsäch- lich in einer Beschäftigung gestanden haben, welche nach diesem Gesetze die Verfichemngspflicht begründen würde oder durch de- scheinigte, mtt Erwerbsunfähigkeit verbundene Krankheit zeitweise behindert gewesen find, die bezeichnete volle Anzahl von Wochen zu°rwtem Absatz bezeichnete Nachweis ist durch Bestätigung der für den jedesmaligen Beschaftigungsort zustan- digen unteren Verwaltungsbehörde oder durch Bescheinigung der betreffenden Arbeitgeber, sofern deren Untel schrift von einer öffentlichen Behörde beglaubigt ist. zu führen. § 142» Bei der Vertheilung der auf Grund der Bestimmungen des § 141 bewilligten Alwsr-nten hat das Rcchnungsbureau die Verficherungsanstalten. welche für die vor dem Inkrafttreten des träge entrichtet worden wären. § 143. In gleicher Weise hat das Rechnungsbureau bei der Ver- thellung der während der ersten fünfzehn Jahre nach dem In- krafttreten dieses Gesetzes bewilligten Invalidenrenten diejenige Beschäftigung mtt zu berücksichtigen, welche der Empfangsberech- tigte nachweislich während der diesem Zeitpunkt unmtttelbar vorangeganoenen fünfzehn Jahre ausgeübt hatte. Jede Verficherungsanstalt, welcher ein Thell solcher In- valivenrenten auferlegt werben soll, ist berechtigt, nach Empfang der im§ 74 Absatz 1 angeordneten Äittbeilung binnen der da- selbst vorgeschriebenen Frist von zwei Wochen fich die Führung des Nachweises vorzubehaltea, daß eine nach Absatz 1 zu berücksichtigende Beschäftigung auch im Bereiche einer an» deren Verstcherungsgesellschaft stallgefunden habe. Dieser Nachweis muß bei Vermeidung des Ausschlusses binnen drei Monaten nach Ablauf dieser Frist nach Maßgabe des§ 141 Absatz 3 er» bracht werden. Vor der Verthellung find die nach Maßgabe der früheren Beschäftigung zu belastenden Verficherungsanstalten zu hören. Erheben die letzteren Widerspruch, so hat das Reichs- Verfiche« rungsamt über die Berückfichtigung dieser früheren Beschäftigung zu beschließen. Gesetzeskraft. § 144. Diejenigen Vorschriften dieses Gesetzes, welche fich auf die Herstellung der zur Durchführung der Alters- und Invaliden» verficherung erforderlichen Einrichtungen beziehen, tteten mit dem Tage der Verkündung dieses Gesetzes in Kraft. Im Uebrigen wird der Zeitpunkt, mit welchem das Gesetz ganz oder theilweise für den Umfang des Reichs oder Theile desselben in Kraft tritt, durch kaiserliche Verordnung mtt Zu» stimmung des Bundesraths bestimmt. J)te Berliner Ktadtnr ppen. Nachweisbar ist der Bär childe der deutschen Hauptstadt nicht immer deren Wappen gewesen; im Gegentheil ist er nach und nach hineingeschwärzt worden. Bekanntlich ist Berlin aus zwei Orten entstanden: Köln(Kollne— der Pfahl) und Berlin(to dem Berlin--- zu dem wüsten Platze). Als beide Dörfer zu Städten erhoben wurden, erhielt jede ihr eigenes Wappen: Köln den rothin drandenburgischen Adler im Silberschilde! Berlin denselben Aar, aber in einem Stadtthor. Dies deutet an, daß es das Be- festigungsrecht besaß, während dem Markgrafen das Oeffnungs« recht verblieb. Köln war genügend durch Waffer und Sumpf geschützt. Dieses älteste Wappen Berlins, das die Umschrift: „Sizilluw de Berlin. Burgens.nm" führt, findet fich an einer Urkunde im Stadtarchiv zu Frankfurt a. O. und rührt vom Jahre 1253 her. Zu dem Stadtwappen kamen bald die Schild- baller, zwei schwarz gerüstete Bären, die mit den Tatzen und der aufgerissenen drohenden Schnauze nach außen gelehrt sind. Dieses Wappen mit der Legende(Umschrift):„Sigillum BurgenBinm ßerlinensium", befindet fich an einem Gewerks- Privilegium der Kürschner aus dem Jahre 1280. Eine Urkunde vom Jahre 1338 zeigt das veränderte Wappen: der Bär zieht an einem Bande den Schild mit dem Adler hinter fich her. Aus diesem Wappen leuchtet der Stolz der Berliner hervor, der erst im Jahre 1452 gebrochen wurde. Im Jabre 1448 hatte Berlin unter seinem Bürgermeister Bernd Ryke(Bernhard Reiche) dem zweiten Kurfürsten aus dem Hause tzohenzollcrn, Friedlich 11. Eisenzahn, in offener Fehde gegenübergestanden, die erst nach vier Jahren mit der völligen Demüthigung Berlin-Kölns endigte. Da wurde der freiheitliche Bär mit einem Halsband versehen. Auch stand er nicht mehr aufrecht, sondern schritt demüihig dahin. Auf seinem Rücken tbronte aber der Adler. Dieses Wappen blieb bis 1709 in Gebrauch; im Februar 1710 gewählte König Friedrich I. den vereinigten Städten ein neues: der in drei Felder getheilte Schild zeigt in den beiden oberen Abthettungen den preußischen und den brandenblirgischen Adler, in der dritten den aufgerich- teten Bären mit silbernem Halsband. Dieses Wappen war bis zum Jahre 1839 in Gebrauch, wo es umgestaltet wurde. Auch wurde das untere Feld von einer Mauerkrone überdacht. Aus dem Wappen leiten fich die Farben der Stadt her. Das kleine Berliner Wappen, der Schild mit der fünfthürmigen Mauer» kröne und dem aufrechten Bären rührt von dem Stadtältesten Cantian her und findet fich zuerst auf den Stadtodligationen nach Canttan's Zeichnung. Ginen«-iederh-lten Marn««e«r«f vor der Ans- mauderrrng nach England erlassen gegenwärtig die Direk- toren der in London bestehenden Gesellschaft zur Unterstützung notbleidender Ausländer(Society of Friendg of Foreigners in Distress). Derselbe richtet fich in erster Linie an die Adresse deutscher AuswanderungSlustiger und appellirt an alle geistlichen und weltlichen Autoritäten, ihren Untergebenen von der Reise nach England abzurathen und dieselben vor fichcrem Untergange zu bewahren. Arbeit zu erlangen, wird für Ausländer in Eng- land täglich schwieriger, theils weil die allgemeine Geschäftskrists dort tntenfiver herrscht als irgend wo anders, theils weil fich in der Geschäftswelt fremdenfeindliche Tendenzen bemerkbar machen, welche viele Arbeitsquellen verstopfen, die sonst den Ausländern ihre Sudfistenz ermöglichten. Daher ist die Zahl des Zu- sammenbrucks wirth schaftlicher Einzelexistenzen geradezu Legion, soweit Landfremde in Betracht kommen. Viele Auswanderer werden durch gewissenlose Agenten, welche namentlich im deut- scheu Nordosten, in Schlesien, Posen, Westpreußen, ihr Unwesen kerben, und denen es nur um Einheimsung ihrer Prozente zu tbun ist, nach London verschleppt und dort httflos aufs Straßen« pflaster geworfen. Und wer seine Hoffnung auf Beihilfe aus der Kasse eines der zahlreichen Wohlthätigkeits-Jnstitute setzt, ist erst recht betrogen. Denn diese, auch wenn speziell zur Unter« stützung armer Ausländer ins Leben gerufen, geben in der Regel nur an solche, die schon lange in England und nur infolge unglücklichen Zufalls momentan arbeitslos find, oder aber an Arbeitsinoaliden in vorgerücktem Alter. Also, wer ohne fichere Anhaltspunkte, ohne sehr gediegene Kenntnifie zu haben und ohne der Landessprache mächtig zu sein, aufs Gerathewohl nach England kommt, geht fast ausnahmslos in sein Unglück. Daher wolle jeder, den es angeht, die Warnungen deherzigen, welche von kompetenter Stelle gegen die Auswanderung nach England erlassen werden. Um die schnellste«nd stch-rst-«ödtnn» der Schlacht. thiere ,u erzielen, find, wie das„Berl. T." erzählt, in neuerer Zeit wieder unzählige Versuche und Erfindungen gemacht wor- den, welche insbesondere die jetzige Betäudungs- und Schlacht» art verdrängen sollten. Doch keins der Experimente und keiner der erfundenen Apparate hat fich bis jetzt bewährt. Vor nicht aar langer Zeit versuchte man auf dem städtischen Zenttal- Schlachthofe, das Rindvieh mit Anwendung der sogenannten „Bonterolle" zu tödten. Dieser Apparat besteht in einer Leder- maske, welche dem Thiere vor die Stirn geschnallt wird, wor« auf ein in derselben steckender, fingerdicker Hohlstist aus Schmiedeeisen, der fich durch eine das ganze Leder durch- bohrende Äetallhülse bewegt, mittelst kräftigen Schlages in den Schädel des Thieres getrieben wird. Wie ein im Bureau des Schlachthof- Inspektors Feierabend als Modell vorhandener Stirnschädel zeigt, in dessen Mitte zwischen den Hömern eine von dem Stift der Bonterolle herrührende kreisrunde Oeffnung fich befindet, funkttontlt der Avparat im Einzelfalle ausgezeichnet, aber— in der Praxis hat er fich nicht bewährt, da er nicht für jede Stirngröüe paßt und seine Aenderung auch zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch die Verbindung deffelben mit einer Patrone, welche beim Schlagen explodirt und Puloer- dämpfe in das Gehim des zu betäubenden Thiercs trreb, dewährte fich nicht, und so ist man bei der alten Manier stehen geblieben: das Rindvieh wird mitteilt eines kräftigen tzammerschlages zu Boden gestreckt und unmiltel- bar darauf geschlachtet. Dies ist indeß nicht die alleinige„Er- findung" auf diesem Gebiet; in dem vorerwähnten Bureau des Schlachthofsinspektors befindet fich eine ganze Sammlung von Hammer-, beil- und keulenartigen Instrumenten zur Betäubung der Schlachtthiere. Zur Betäubung der Schweine hatte der Schlachthofsdirektor Kleinschmidt zu Erfurt einen der„Bonterolle" ähnlichen Apparat konstruiren lassen, nur daß hier die Maske fehlt und der Hohlstift, welcher fich in der durch einen lang- stieligen Hammer führenden Hülse bewegt, mittelst eines zweiten Hammers dem Thiers in den Schädel getrieben wird. Zur Anwendung dieses Apparates gehören mithin drei Leute: Einer der das Schwein festhält ein Zweiter, der den mit Stift ver- sehenen Hammer dem Thiers auf den Kopf setzt, und ein Dritter, der auf letzteren den Schlag führt. Aus den so angedeuteten Manipulationen ergiebt sich schon— wenigstens für den Engros-Schlachtbetrieb— die Unbrauchbarkeit des Apparates, und auch hier zeigt fich der„brevi manu" geführte Hammer am praktischsten. Freilich gehört einiger Kraftaufwand, eine geübte Hand und vor allem ein fichcres Auge dazu, um so zu sagen den Nagel auf den Kopf zu treffen; ein unsicherer Schlag, der vielleicht das Auge oder Ohr trifft, macht das Thier wild, ohne es zu detäuben. Um nun den Lehrlingen nur des Schlächtergcwerbes die erforderliche Sicherheit im Schlagen der Schlachtthiere beizubringen, ist vom Kuratorium des Zentral- Viehhofes angeordnet worden, daß diese Lehrlinge einen achtwöchiaen Kursus in dieser„Disziplin", jedenfalls vor ab- solvirter Gesellenprüfung, durchzumachen haben. Diese Uedungen im„Schlagen" finden Dienstags und Freitags unter Aufficht eines Schlächtermeisters auf dem Viehhofe statt, und zwar an einem zweckentsprechend konstruirten Apparat. Derselbe ähnelt im Aeußern einem auf einer Laffete ruhenden, um seine Achse drehbaren Mörser und wirkt nicht anders als der dekannte „Kraftmesser", bei dem man mittelst Hammers auf einen federn- den Stift schlägt; je kräftiger der Schlag, desto mehr zieht fich die Feder zusammen und markirt entsprechend den zurückgelegten Weg auf einem Indikator. Das Rohr, in welchem Feder und Stift stecken, läßt fich, wie gesagt, um seine Achse drehen, so daß der Schlag— je nach der Stellung— von oben oder auch in einem Winkel bis zu 45 Grad gefuhrt werden kann. Die crstere Richtung wird bei der Betäubung der Rinder, die letztere bei der der Schweine angewendet. An dem mit dem Rohr verbundenen Indikator steht man übrigens den Zeiger häusig einen Schlageffekt von 300 bis 350 Kilogramm angeben, die Gewicktstabellc reicht bis 400 Kilogramm als Maximalleistung. Die Mündung des Rohres aber zeigt, daß vielfach— daneben gehauen wird, ein Beweis, wie nothwendig diese Uebung zur Erreichung der Treffstcherhcit ist. Diejenigen Lehrlinge, welche den erwähnten Kursus absolvirt haben, erhalten dann noch Ge- legcnheit, ihre„theoretische" Kenntniß des Schlagens praktisch am ledenden Thier zu bewähren. Mma» über Lranenname«. Im Allgemeinen bilden unsere heutigen Mädchennamen ein buntes Gemisch aus allen möglichen Sprachen. Hauptsächlich haben von fremden Sprachen die griechische, lateinische und hebräische Beiträge dazu liefern müssen. Aus der griechischen Sprache entstammen z. B. nach- stehende Nomen, denen wir, wie allen folgenden, die Bedeutung beisetzen: Cynes(die Keusche), Doris(die Reichbegabte), Do- rothea(das Geschenk Gottes), Eleonore und Laura(die Mit leidige), Helene jjie Leuchtende), Irene(die Friedliche), Katharina '""htige), Melanie(die Dunkle). Der lateinischen Sprache find entnommen: Auguste(die Erhabene), Beate(die Selrge), Clara(die Reine), Clementine(die Sanfte), Emilie(vie Artige), Franziska(englisch Fanny, franzöfisch Fanchon, die Freie), Leonie(die Muthige), Leide(die Erleuchtete), Margarethe(die Perle), Natalie(vie Lebensfrohe), Ottilie(die Glückliche), t auline(die Geringe), Rosalie(die Rosenschöne), Sabine(die eraubte), Ursula(die Bärenstarke). Der hebräischen und morgenländischen Sprache entstammen die Nomen: Anna(die Liebliche), Alme(die Erhabene), Elisabeth(die Gottgelobte), Gabriele(die Göttliche), Johanna(das Gnadenkind), Martha (die Betrübte), Marie(die Widerspenstige, Herbe), Rebekka(die Wohlgenährte), Sara(die Herrschende), Susanne(die Lilien- reine), Sidonie(die Fischerin). Altdeutsch find schließlich die folgenden Namen: Albertine(die Edclberühmte), Bernhardine (die Bärenkühne), Bertha(die Glänzende), Brigttta(die Strahlende), Emma(die Häusliche), Frieda und Friederila(die Friedreichen), Gertrud(die Speerjungfrau), Hedwig(die Kriegerische), Hulda(die Holde). Mathilde(die Heldin), Minna(die Zierliche), Selma(die Besttzreiche), Wilhelmine(die Schützerin). �~ T Fatale Störung. Am Dienstag wurde dem Fuhrherrn Karl Dietrich in Berlin ein zweispänniger Wagen im Werths von 900 M. gestohlen, der obendrein mit 1000 Mauersteinen bester Qualität beladen war. Die eingezogenen Erkundigungen ergaben, daß die Diebe mtt dem Wagen die Richtung nach Tegel eingeschlagen hatten, indessen blieb die Verfolaung bis dahin resultatlos. In Tegel wurde aber der berittene Gendarm Engler benachrichtigt, der sofort sein Pferd bestieg und die Ver» folgung trotz der vorgeschrittenen Abendstunde weiter aufnahm. In Hermsdorf— drei Stunden von Berlin entfernt— sah er denn auch den leeren Wagen vor einem Wirthshause stehen. Die beiden Diebe saßen vergnügt in der Kneipe beim Würfel- spiel und knobellen ihre Zeche aus, nachdem fie die Steine ver- kauft und den Erlös getheilt hatten. Das Erscheinen des Gendarmen störte ihr harmloses Vergnügen in grausamer Weise. Sie wurden als die Kutscher bezw.„Arbeiter" Burgat und Timm festgestellt, noch in der Nacht nach Reinickendorf in das dortige Amtsgefängniß gebracht und am Mittwoch nach Moabit in das Untersuchungsgefängniß überführt. Den Erlös für die Steine hatten fie bereits bis auf einen kleinen Rest durchgebracht. Ihre Bemühungen, auch den Wagen und die Pferde zu ver- kaufen, waren wegen der Kürze der Zeit erfolglos geblieben und so konnte denn das Fuhrwerk dem rechtmäßigen Eigenthümer sofort zurückgegeben werden. Derselbe Schwindler, der nach einer Zeitungsmeldung kürzlich unter dem Namen Josef Bartz einem hiefigen Hoffriseur Unter den Linden für 500 Mark Waare abzuschwindeln ver- sucht hat, scheint trotz der Warnung in der Presse seine Schwin- deleien fortzusetzen. Vorgestern erschien derselbe Gauner in dem Geschäft des Hoffriseur Br. in der Chailottenstraße, suchte fich dort für etwa 100 Mark Maaren, Reisenezessaires, Parfümeiien u. s. w. aus und gab Anweisung, dieselben reiseieniu verpackt unter der Adresse Rentier Bauer nach seinem Hotel Prinzenhof, Zimmer Nr. 22, zu senden. Gewarnt durch die Eingangs er- wähnte Zeitungsmeldung begab fich ein Angestellter der Firma nach dem Hotel und eriuhr dort, daß ein Rentirr Bauer dort nicht bekannt und ein Zimmer Nr. 22 gar nicht vorhanden sei. Allem Anschein nach hatte der Gauner, der ziemlich elegant ge- kleidet war und eine Wiener Aussprache hatte, es entweder darauf abgesehen, bei Uederbringung der Sachen dieselben dem Boten abzuschwindeln, oder bei dem Aussuchen im Laden einen Gelegenhettsdiedstahl zu vollführen. Od ihm diese letztere Ab- ficht gelungen, war vorerst nicht festzustellen. Aiestge« Derbrechern, welche fortgesetzt Diebstähle aus- gefühtt baden, find folgende Sachen abgenommen: 1. Eine goldene 14 karätige Herren-Anker-Schlüsseluhr Nr. 92293, auf 15 Steinen gehend, Reparaturzeichen l>. 1880, auf der Rückseite der Uhr befindet fich ein Wappenschild, umgeben von einem Kranz, aus Blumen und Blättem bestehend. 2. Ein goldener Herren- Siegelring mit gelbem Topas auf beiden Seiten graoirt. Die Eigenthümer dieser Sachen können fich behufs Rekognoszirung an Wochentagen, Vormittags von 9 bis 1 Uhr auf dem Molken- markt Nr. 1, Zimmer 77, melden. Sturs ans dem Konpee. Das allzufrühe Heraus- springen aus dem Koupee, bevor der Zug steht, hat vorgestern Nachmittag wiederum ein Opfer gefordert. Der in der Dresdenersttaße wohnende Kleiderhändler P. befand fich in dem um diese Zeit von Stetttn kommenden Zuge, als er, zum Koupeefenster hinaussehend, seine ihn erwartende Frau aus dem Perron gewahrte. Er öffnete nun, um dieselbe möglichst schnell begrüßen zu können, die Thür des Koupees, während noch der Zug bremsend in die Halle einfuhr. Trotzdem Mitfahrende den P. warnten, nicht eher hinaus zu steigen, bis der Zug halte, sprang derselbe doch hinaus, wurde jedoch dabei seitwärts geschleudert und fiel gegen das Trittbrett und von da ab- prallend auf das Pflaster der Halle, wo er blutüberströmt liegen blieb. Mit vier schweren Kopfwunden wurde der Verletzte nach der Sanitätswache Eichendorffsttaße geschafft, wo ihm die erste Hilfe zu Theil wurde. Der Vertchtsvollztrher nimmt Alles l Am Donnerstag versteigerte ein solcher Vollstrecker im benachbarten Charlottenburg die Ernte eines Gartens, die bis zum 15. August eingeheimst ein muß. Es find dort vorhanden: Kartoffeln, Bohnen, Gurken, Kohl, Johannis-, Stachel- und Himbeeren, Aepfel, Birnen Pflaumen und fünf Fuhren Blumenerde. Die„ohnmächtige" Patientin. Bei einem Zahnkünstler im Zentrum ver Stadt erschien, so erzählte das„Kl. I.", dieser Tage eine elegant gekleidete junge Dame, welche fich ein 60 M. kostendes Golvgediß, worauf fie 5 M. anzahlte, destellte. Die Ausführung des Mundstücks nahm fünf Tage in Anspruch und nach Ablauf dieser Zeit sollte die Dame gegen Erstattung des Restbetrages das Gebiß abholen. Zur richtigen Zeit stellte fich die Patientin ein, zählte die ausdedungenen 55 M. auf den Tisch und der Zahnkünstler, we'cher vergaß, das Geld einzu- stecken, paßte nun der Dame das Gebiß ein. Plötzlich stieß die im Sessel Sitzende einen lauten Schrei aus und fiel in Ohn- macht, was den Dentisten veranlaßte, die anscheinend Leblose mit Wasser besprengen zu wollen. Zufällig war die Karaffe leer und in dem Bestreben, die Ohnmächtige möglichst schnell wieder ins Leben zurück zu rufen, begab der Zahnarzt fich in das Nebenzimmer, um Waffer zu holen. Wiewohl er nach ganz kurzer Zeit wieder in das Ooerationszimmer trat, kam er zu spät. Seine Patientin hatte mit dem Gebiß und den auf dem Tische liegenden 55 M. das Weite gesucht. Die Sonntago-Rad-Reiter, wie die wenig geübten Radfahrer scherzweise im Publikum genannt werden, scheinen mit dem Durchgehen ihrer Stahlrosse in ähnlicher Weise kämpfen zu müssen, wie ihre Leidensgefährten auf dem gezäumten Thier. Besonders wird den Radfahrern ihre Situation verhängnißvoll, wenn die Bahn fich abwärts neigt und das Gefährt ins Rollen kommt. Am vorigen Sonntag bog ein Zweiradfahrer in eines der Lokale an der Obersoree ein und wurde von seinem Ge- fährt mitten auf dem Tische einer Kaffeegesellschaft zu deren nickt geringen Schrecken abgeladen, wobei zahlreiches Porzellan- geschirr zertrümmert, das Getränk verschüttet und der Kuchen zerquetscht wurde. Die Situation des jungen Mannes wurde dadurch noch peinlicher, daß er außer Stande war, den ange- richteten Schaden zu vergüten. Au« der höchste« Todesgefahr gerettet wurde vor- gestern Mittag der auf einem Neubau der Marienburgerstraße arbeitende Anstreicher August Lehmann. Derselbe war auf dem Hängegerüst beschäftigt und wollte der Mittagsstunde wegen dasselbe verlassen. Anstatt nun das Gerüst bis zum Parterre herabzulassen, zog L. es vor, mtt Erlaubniß der Bewohner der dritten Etage, von dem Gerüst aus durch das Fenster in die Wohnung zu steigen, um so die beschwerlichen und zeitrauben- den Manipulationen am Gerüste zu ersparen. Sich nur mit einer Hand am Fensterkreuz festhaltend, wollte fich L. auf die Fensteidrüstung hinüberschwiagen, als er plötzlich mit den Füßen vom Gelüstgeländer, auf welchem er stand, ausglitt und so frei zwischen Himmel und Erde, fich krampfhaft an das Fensterkrcuz anklammernd, schwebte. Der Sturz in die Tiefe war unver- weidlich, wenn nicht im letzten Augenblick, da schon die Kräfte des seit mehreren Minuten in dieser gefährlichen Lage Befind- lichen schwanden, der Bcstyer der Wohnung herbeikam und den Hilferufenden gewahrte.— Es gelang, den Hand werter durch das offene Fenster zu ziehen, doch dedurfte es längerer Zeit, ehe Lehmann, der sofort durch die ausgestandene Todes- angst ohnmächtig wurde, fich erholt hatte.— Außer einigen Schrammen an den Händen ist L. mit dem bloßen Schreck da- vongekommen. Gt« in Haft genommener Leichenstedderer ist ge- ständig, vier Taschenuhren gestohlen zu baden, zu denen ein Eigenihümer nicht ermittelt ist. Die Uhren, eine stlberne Re- montoiruhr mit doppeltem Goldrande, blauem Zahlenkreise und Sekundenzeiger! silberne Zylinderuhr ohne Goldrand, an der Zahl 8 ein Stückchen ausgesprungen, auf der Rückieite ein Blumendouquet gravirt: fildeme Zylinderuhr mit doppeltem Goldrande und Sekundenzeiger, bräunlicher runder Hamschnur mit Golvbeschlag; messingene Damenuhr, können bei dem Kriminal Kommissariat, Zimmer Nr. 77, in Augenschein ge noiiinen werden. Do« der Lokomotive gestürzt. Als der gestern Vor- mittag vor 8 Uhr von Breslau kommende Personenzug Nr. 16 die Station Rummelsburg pasfirte, vermißte der auf der Ma schiene diensthabende Lokomotivführer den ihm beigeaebencn Heizer Hartwich aus Charlottenburg, den er wenige Minuten zuvor noch neben fich bemerkt hatte. Ein Unglück vermuthend, brachte er den Zug sofort zum Stehen und verständigte das Zugpersonal, welches die Strecke nach dem Vermißten absuchte. Da alles Suchen resultatlos blieb, nahm der Zug seine Fahrt wieder auf und lief mit 10 Minuten Verspätung auf dem Schlefischen Bahnhofe ein. Der nächste von Rummelsdurg kommende Vorortzug brachte den Vermißten, welchen man mtttlerweile auf der strecke zwischen Rangirdahnhof und Siation Rummelsburg aufgefunden hatte. Hartwich war— vermuthlich beim Hinauslehnen— von der Lokomotive herab- und zwar zunächst auf em spitzes Gitter gestürzt, neben welchem er de- wußtlos liegen geblieben war. Mit schweren Wunden an Kopf und Brust wurde der Verunglückte in einem schnell rcquirirtcn Tragekorde nach Berlin geschafft, woselbst er gegen 9 Uhr eintraf; er lebte noch etwa 10 Minuten, dann verstarb er, ohne daß das Bewußtsein zurückgekehrt wäre. Eine Stunde später wurde die Leiche mittelst eines durch die Bahnverwaltung von der Poltzet telegraphisch rcquirirten Wagens nach dem Obduk- twnshause geschafft. «räfftich verstümmelt wurde gestern Vormittag um 10* Uhr der Maurer Karl Meyer in die chirurgische Abtheilung der Charrtee emgelrefert. Der 33jShrige Mann hatte beim Bau den U fall, daß em schwerer Balken auf seine richte Hand fiel und dieselbe dermaßen quetschte, daß die Weichtheile des Unter- armes vollstandw durchtrennt wurden und die Unlerarmknochen an den Buchenden zu Tage ttaten. Die Hand hing nur noch lose am Arm. Infolge des starken Blutverlustes war der Aermste ohnmächtig geworden. Sofort nach dem Eintreffen in der Chantee nahm Geheimrath Prof. Bardeleben die Am putation der Hand und der Hälfte des Unterarmes vor. Die Quetschung war eine so ungewöhnlich intensive, daß fie auf de« ersten Bück das Bild einer Verletzung darbot, wie fie häufig beim unvorfichtigen Handhaben der Häckselmaschine vor- kommt. Da« Schlag»» der Arbeiter fcheint in Kerli» «"Hern|« werde«. Der Klempner Max Naundorf, Wiener- MslSsM-'-MDR beiter später in das Komtoir kam, um abzurechnen, ließ MjJ Untere so „Arbeitgeber" seinen rohen Worten die rohe That folgaj%&C schlug den Arbeiter ins Geficht, daß das eine Auge hfiids.„ blutunterlaufen ist. Natürlich wird die Angelegenheit'.innch 4 To verfolgt werden. �ird(, Haussuchung und Siftirnng. Gestern Morgeii � l Uhr wurde von mehreren Kriminalbeamten bei dem �. polier Herrn Borkmann, Sorauerstr. 5. und bei dessen v° m rf i burschen, dem Tischler Herrn Fritz Kurz, eine Haussuchu�@ g, verbotenen Schriften abgehatten. Bei dem erstgenannten ck,-.« wurden ein Liederbuch, zwei Broschüren,„Was die 8 vollstrecken demokraten find und was fie wollen" und 3 Bons— bei-.. o.. Kurz ein Protokoll vom Parteitage in St. Gallen, ek � � (Weißt Du wie viel Sterne stehen) und 7 Bons gdr � Beide Herren wurden dann nach dem Molkenmarkt fil�seUschaft Tii wo fie gegen 10 Uhr entlassen wurden. yästs überna Kistirung. Am Donnerstag Nachmittag wurde Wingere Zeit v des Arbeiters Karl Schubert, Falkensteinstt. 2,«»essen Jnvenb Kriminalschutzmann Feldbahn zur Polizeiwache fisiirt. Qg erst späte sollte fie fich einer körperlichen Vifitation unterwerfen, em Hauswirt ihr Verlangen wurde eine alte Frau aus der Derselbe die E schaft hinzugerufcn, unter deren alleinigem Beisein Zeitig verm bis auf's Hemd entlleiden mußte. Gefunden wurde»seht die A Verhaftungen. Wie es heißt, sollen aus AitWgelunq f letzten Plakatirung eines sozialdemokratischen Anschlags M. Walthe an den SKaßenecken angeheftete Thronrede ca. 20 Pntsckieden in verhaftet worden sein. Von den Verhafteten ist noch'Atenfilien nock freien Fuß gesetzt. Wirth sein R Polizeibericht. Am 12. d. M. Nachmittags fUNbrigcns am i dem Alexanderplatz zwei Wagen der Neuen Berlinei�ern auch die eisenbahn- Gesellschaft so stark zusammen, daß ein auf Werichtsvollzie derperron stehendes Mädchen infolge des Stoßes auf bXielöst, als wie herabstürzte. Es erlitt außer einer leichten Verletzung inislnilage zu eine Verstauchung der rechten Hüfte und wurde»Werthsachen a Krankcnhause im Friedrichshain gebracht.— Abends faiBauses wohne im Seitenflügel des Grundstücks Breitestr. 12 belegeneiNelannt war, Werkstatt ein unbedeutendes Feuer statt, wahrscheinlich Webt zu, einig durch Undichtheit des Schomsteins. * NergnSgtmgs-Chronilt. Nie Nationale Krankenkasse der dentf «nd Kilberarbeiter und verw. Berussgenossen Q staltet zur Feier des 10jährigen Bestens der Kasse am den 22. Juli, in der„Berliner Bockdrauerei" m T Berge ein großes Sommerfest. Der Reinertrag ist z> der Familien schwer kranker Mitglieder der Kasse best Festlichkeit besteht aus großem Konzert unter Leitung direktors Herrn Wein, sowie unter Mttwirkung des des„Berliner Handwerkervereins"; großem Feu geführt vor den Kunstfeuerwerkern Herren Leichnitz Für Kinder: Marionetten theater und Fackelzug, o erhält beim Betreten des Lokals eine Stocklateme gv ungünstiger Witterung findet die Festlichkeit Anfang des Konzerts 4t Uhr Nachmittags.«inttaae weae 30 3-6. Ä 16. Juli, großes Sommerfest, veranstaltet vom �Xberaumcn, Fe Krankenkasse der Berliner Gürtler und Bronzeure Bertreter Großes Militärkonzert, ausgeführt vom Mufik-Korps � beb Fuß Artillerie- Regiments. Um 8 Uhr: Großer �'�Lichterfelde g Kinder Vorstellung auf dem Marionetten- Theater!> Remfuna Zug der Kinder nach dem Saale zum Bondonregen!% Entscheid -der außer eir xßwaaren, die bleib der Wäf zei der Frau e» Wirth durs ' Kiese Sachen r Wohnun on der Änklc s dem Korl en. Dies h than, der zr onst doch nu äsche im B ofort wieder Zill auch no !erheben zu mi Kinder-Fackelzug, wozu jedes über 4 Jahre alte Kind laterne gratis erhält. Von 6 Uhr ab im großen" belustiguna. Die Kaffeeküche ist von 2t Uhr an(, fang des Konzerts Nachmittags 4i Uhr. Bidets ooi an der Kasse 40 Pf. Herren, welche am Tanz 11 zahlen 50 Pf. nach._ Ji rund der§j enn er in X om Hundert chentten Sack dinweise, das üeirainschenkr Dürftigkeit gl MinimalwertI Ansatz brachte Gertchts-Zeitnng...... Die feiten» Anklage wegen Eegebnng er».Kriegeminister haften LebensMandel» hat fich der HandlungSreisi dagegen em, Lewin aus ganz eigenthümlichen Umständen nannte„Do i Angeklagte war bis vor anderthalb Jahren in W#* holz aniSsfig und verzog hierher, um die Stelle c>» lungsrcisenden anzunehmen. Seine vor drei Jahren' Ehefrau hinterließ ihm sieben Kinder, von denen vier' unerzogen find. Zwei davon beließ der Angeklagte in Buchholz in Pflege, und zwei nahm er mit fich naw er für fick und seine Kinder eine Schlafstelle m>s größten Theil des Jahres d.findet er sich auf der A- hatte mit seiner Schlafwirthin Frau N. vereinbart, beiden Kinder gegen eine Entschädigung von mo> in Verpflegung behielt. Das Pflegegeld pro Jahres hatte der Angellagte nicht eingesandt sich damit begnügt, eine Anweisung auf stgen Prinzipal auezustellen, der fie aber getretener Differenzen nicht donorirt hat. Frau N- deshalb an die Organe der Armenpflege, welche die Angeklagten in Waisenerziebung nahmen. Re#f für die daraus erwachsenen Kosten machten fie du von Wendisch-Buchholz, welche ihrerseits den einen Menschen bezeichnete, der sich während s- „Auflage" vo: dem ReichsfisI tung des letz Derartige Sc verpflichtet wc beziehungswei welchen sich t § 1053 I 31. „lästige Berti ruf nicht die die 1. Zivilka abwies, ohne klägerischen A eismat-rialb bei dem K o Goldschmidt machte, daß t der dem Sch iii Grunde I L.-R.„3 geHörigkeit häufig in den Wirthshäusern umheüffV........ die Erziehung der Kinder der Frau überlassen v Beweggrund „Modus" od: wegen nach weicyci»- u derenj hm wurde hier die Änllage gegen Lewin des§ 361 Nr. 5 des Str.-G.-B. erhoben, welcher fich dem Spiel, Trunk oder Müßß aiebt, daß er in einen Zustand geräth, in Unterhalt oder zum Unterhall derjenigen, er verpflichtet ist. durch Vermittelung der in Anspruch genommen weiden muß, mit Hast-c Der Angeklagte wies aber nach, daß er einen dw ten Lebenswandel führe und erfolgte deshalb seine , Kie �Yiehung der Kinder zu nützlichen Gesellschaft ist die vornehmste Aufgabe der Ellern. den die letzleren nur zu häufig an der Ausübung, Pflicht durch die elenden Erwerbsoerbältnisse gebu'? sehen wir die Jugend, welche der Leitung und behrt, vielfach verwildern und schließlich auf Verbrechens gelangen. Wenn der Vater seine schlafend siebt, weil er schon beim Siernenlickt% Heim verlassen muß, um dasselbe erst beim wieder zu betreten; wenn die Mutter, statt«p daß die Verwahrlosungen der Hauptsache nack.A Zustande find, welche dem modernen Leben ibs Druckt � haben.- Sßor der III. Strafte«® genchtS 1 standen gestern die Knaben Mett, K und-urzimbowsky unter der Anschuldigun schwere und einfache Diebstähle verübt z» des ständen des Kadettenhausc hergeleitet we leistung in F Werth des E cken Auflage auf die demn folgt sei, lies wie der In! schlusses vom Schenkung n hierauf, eine, R-ich'-fiskus, fiskus, Justiz: der Kadetten ca. 900 000 5 aus der Zu: Schenkung se eigensten Int durch gehoffi steigern. De eilend gcma enen Vorthei Leistungen k aus der Lank Verpflichtung antritt auf i aus dem wir daß derselbe am % äs Wß_____ Terrc «"ade 14 Jahre' alt Die°Ödj°lle.' welche U« des Kriegsmi. annellirtjDurden, bestanden aus: Peitschen. Beklagten vi waffer. Spielwaaren. Bratherinoen und Lump-»' efl Böckmann ur Iten ,m wahren Sinne des Wortes. Allein schätzt wordei Tiebsiahle auf die Rechnung der Sünder gesetz ittwe Grunow trugen sie eines Tages ein Stückchen Fleisch welches Melt einem Schlächter von dem Hausflur ge- men hatte. Die Burschen verlangten dafür etwas Brot und iffee, welches ihnen auch von der Grunow gegeben wurde. e letztere soll fich dadurch der Hehlerei schuldig gemacht haben. der Strafzumessung erhielten: Mett 2 Monate 3 Tage; " Tage; Gegen illdete" achen m Als rem, li« EW sol. 3 Monate 3 Tage; Trzimbowsky 3 Wochen 3 elegenyeu �innch 4 Tage und Frau Grunow 1 Tag Gefängniß. cm��wpoife wird später verhandelt werden. hJ« Z Unter der Anklage de« Ketrnge» resp. des strafbaren xZ Ägennutzes und Diebstahls standen vor der dritten Strafkammer !lÄ„,!r Restaurateur M. Walther, der Koch C. Zill und Frau zausiuchm» Herr Walther schuldete seinem Hauspascha einige glonate Miethe, und deshalb wollte derselbe die Emisfion gegen i- l-iiN vollstrecken lassen; er nahm aber davon Abstand, nachdem \Lm die Zahlung nach dem eventuellen Verkauf des Geschäfts Sailen, Herrn Walther in Aussicht gestellt worden war. Am 1 n& April schloh aber Walther einen Vertrag mit der Brauerei« markt P�zseiXschaft Tivoli, nach welchem diese das Inventar seines Ge- , bafts übernahm. Die Anklage behauptet nun, daß W. schon wurde«»ingere Zeit vorher nur formell Besitzer des Lokals gewesen sei, r. 2, vo« essen Inventar Eigenthum der Brauerei war, obgleich der Ver- he stäirt. ,ag erst später schriftlich gemacht wurde. Dieser Zustand soll verwerfen em Hauswirth Hey verheimlicht worden fem, anderenfalls hätte us der derselbe die Exmission vollziehen lassen und sein Lokal ander- oeitig vermiethet. Ja dieser behaupteten Thatsache eht die Anklage den Betrug, weil Hey durch Vor- Siegelung falscher Thatsachen geschädigt worden sein >ll. Walther stellt die Behauptungen der Anklage äschieden in Abrede und lonstatirt, daß er ohne die Lokal- �nsilien noch Gegenstände genug besessen habe, an denen der 'irth sein Retentionsrecht geltend machen konnte. Derselbe habe brigens am nächsten Tage nicht nur seine Privatsachen, son- ern auch die der Brauerei gehörenden Utensilien durch den Gerichtsvollzieher pfänden lassen und aus dem Verkauf mehr elöst, als wie die Miethsschnld betrug.— Zill soll nach der nklage zu Gunsten seines Freundes Walther verschiedene ierthsachen aus dessen Wohnung zu einer im Keller Hesselben aus es wohnenden Frau Windisch gebracht haben, obgleich ihm belegene» plannt war, daß die Sachen retinirt waren. Der Angeklagte cheinlich 4kW zu, einige Gegenstände fottgebracht zu haben, es waren der außer einem Korb mit Wäsche nur werthlose Töpfe und xßwaaren, die der Wirth nicht haben wollte. Von dem Ver- ' b der Wäsche habe Heu auch gewußt, dieselbe sei 14 Tage i der Frau Windisch geblieben und dann erst, nachdem der 'irth durch sein Verhalten gezeigt habe, daß ihm cse Sachen nicht konvenirten, wurden dieselben nach ... ir Wohnung Walther's geschafft.— Frau Engel wird m iahon der Anklage des Diebstahls beschuldigt. Sie hat geständlich ag ist zusjaus dem Korb mit Wäsche einige Kleinigkeiten an fich genom- sie bestin» men. Dies habe sie aber nur nach einer Aufforderung des Zill Eitting dctgetban, der zu ihr sagte, sie möge fich das nur nehmen, da es a des ZÄfionft doch nur dem Hauswirth zufalle. Als sie erfuhr, daß die �gufiijifiBäsdie im Besitz des Herrn Walther verblieb, gab sie die Dinge eichniv wieder zurück. Der Staatsanwalt glaubte nunmehr, gegen »ua WÄ'll auch noch die Anklage wegen Verlettung zum Diebstahl lerne a�erheben zu muffen. Der Angeklagte Zill bestreitet, diese Aeuße- i im Sprung gcthan zu haben..— Der Gerichtshof verurtheilte Frau iu 3 Tagen Gefängniß, sprach aber Zill sowohl von der ■ Anklage wegen strafbaren Eigennutzes als auch der Verleitung mWzum Diebstahl frei. Bezüglich des Angeklagten Walther wurde Pol W r"■—- Beisein wurde' aus Aik nschlags ca. 20 ist noch nttags f>k Berliners ein auf zes auf W;, letzung ilN wurde Ibcnds fal belegene» >om azeure -Korps lßcr F' ater; wegen ie Kind zßen an geö ets pp "anz g. Sem Antrage des Staatsanwalts, einen neuen Termin anzuberaumen, Folge gegeben und beschlossen, zu der Verhandlung den Vertreter der genannten Brauerei vorzuladen. Der bekannte große Prozeß des Herrn von Carstenn- ichterfeldc gegen den Reichsmilitärfiskus gelangte heute in er Berufungsinstanz vor dem lV. Zivilsenat des Kammergerichts r Entscheidung. Herr v. C. hatte gegen den Fiskus auf rund der§§ 1123 I A.L.R.(„Der Geschenkgeber selbst kann, . evn er in Dürftigkeit gerathen ist, von dem Beschenkten Sechs om Hundert der geschenkten Summe, oder dem Werths der ge- senkten Sache als eine Kompetenz jährlich fordern") unter dem ' inweise, daß er thatsächtich durch die Konsequenzen seiner «raintchenkung für das Kadcttenhaus in Lichtcrfeide in größte Dürftigkeit gerathen sei und indem er nur den damaligen Minimalwerih des Terrains von etwas über 600 000 Mark in �, Ansatz brachte, nach langen vergeblichen Verhandlungen mit dem og»w. Kriegsministerium gerichtliche Klage erHoden. Der Fiskus wandte lngsreisi» dagegen ein, es liege nach dem Schenkungsvertrage eine söge- nannte„Do natio sub modo", d. h. eine Schenkung unter einer „Auflage" vor. Die nach dem Vertrage dem Beschenkten, d. h. dem Reichsfiskus, gemachteAuflage bestehe nämlich in derVerpflich- tung des letzteren, das Kadettenhaus in Lichterfede zu bauen. „„Derartige Schenkungen, bei denen der Beschenkte zu Leistungen tagte% verpflichtet werde, welche den Werth der Schenkung mindern, ch nfl7((ä fcejiehungsmeife ubsorbiren, seien dem Schcnkungswidcrruf, als U welchen sich die Klage charakterifire, nicht unterworfen. Nach der SM§ 1053 I A.-L.-R. wären vielmehr dergleichen Schenkungen wie rbart.„lästige Verträge" zu behandeln, bei welchen von einem Wider- i moNÄ? ruf nicht die Rede sein könne.— Dieser Auffassung trat auch pro die 1. Zivilkammer des Landgerichts 1 bei, indem sie die Klage gesollt»'.J abwies, ohne erst in eine Prüfung des zur Begründung des auf Äklägcrischen Anspruchs dem Betrage nach vorgebrachten Be- aber �weismater, als einzugehen. Hiergegen legte Herr wL Beruf um g bei den, Kammergericht ein, wo sein Mandatar Dr. Goldschmidt im Verhandlungstermin am 5. d. M. geltend machte, daß die Vorentscheidung auf einer V e r w e ch s e l u n g der dem Schenkungsvertrage etwa auf Seiten des Gesetzgebers zu Grunde liegenven Motive— nach§§ 145 ff. 1, 4 stiU'li A. L.-R.„Beweggrund" genannt— mit dem Begriff des „Modus" oder der„Auflage" beruhe. Es komme auf diese „Beweggründe" nicht an, und könne auch weder aus dem In- halte des Vertrages, noch aus den begleitenden Um- ständen desselben eine dem Fiskus zum Bau des Kadettenhauses in Lichterfelve auferlegte Verpflichtung hergeleitet werden. Rur insoweit eine vertragsmäßige Gegen- leistung in Frage komme und insoweit diese Gegenleistung den Werth des Geschenkes thatsächlich mindere, könne von einer sol- chen Auflage die Rede sein. Daß die Schenkung im Hinblick auf die demvächstige Verlegung der Anstatt nach Lichterfelve er- folgt sei, liege in der Natur der Sache, aber diese Verlegung sei, swe der Jnhall des Vertrages ergebe, schon zur Zeit seines Ab- ffitoffes vom Kaiser Wilhelm für den Fall, daß Carstenn die Schenkung macht, befohlen gewesen, so daß es, mit Rücksicht hiernach bezüglichen Verpflichtung auf Seiten des R''ich--ftekus nicht einmal bedurfte.— Der Anwalt des Reichs- siskus, Justlzrath Stubenrauch, führte dagegen aus, daß der Bau orT' J.n. Lichterfelde einen Mehraufwand von ca. 900 000 M. verursacht habe, und daß damit der dem Fiskus aus der Zuwendung erwachsene Vortheil absorbirt sei. Die Schenkung sei auch nicht im Interesse des Fiskus, sondern im eigensten Interesse des Herrn v. Carstenn erfolgt, welcher da- durch gehofft habe, den Werth seines Lichterfelder Terrains zu steigern. Demgegenüber wurde wiederum seitens des Klägers geltend gemacht, daß die dem Fiskus durch die Schenkung erwach- senen Vortheile nicht blos m den im Schenkungsvertrage regulirten Leistungen des Klägers destanden— letztere setzten fich eben aus der Landschenkung und den schenlungswerse übernommenen Verpflichtungen zusammen, welche Herr v. C. unter Beweis- antritt auf mit über Ii Millionen bewetthet—, sondern auch aus dem wirklichen, dem Fiskus dadurch erwachsenen Vortheil, daß derselbe das ursprünglich zum Bau der Kadettenanstalt bestimmte am Hypodrom belegene Terrain disponibel erhielt. Dieses Terrain sei nun von den in dem Beleidigungsprozeß des Kriegsministeriums gegen den jetzigen Kläger und damaligen w'tM Beklagten viel genannten Sachverständigen, Geh. Baurath l>en-(ig Böckmann und Tarator Hanke, auf ca. 4 Millionen Mark ge r„� schätzt worden — Das Kammergericht setzte nun die Publika- tion der Entscheidung auf eine Woche aus und erkannte im heutigen Termin ohne Mittheilung von Motiven auf Zurück- Weisung der Berufung des Herrn v. Carstenn.— Die Affäre wird übrigens, wie wir vernehmen, noch das Reichsgericht de- Dbe�Grjinauer Kassalle-Feier vor dem Kchöffengericht. Köpenick, den 12. Juli 1888. (Fortsetzung.) Nachdem noch einige Zeugen vernommen sind, werden die gestellten Entlastungsanträge theils zurückgezogen, theils vom Gerichtshof abgelehnt.— Danach ist die Beweisaufnahme de- Der Vertreter der Amtsanwaltschaft, Bürgermeister Borg- mann(Köpenick) nimmt hierauf das Wort zur Schuldfraae: Die Beweisaufnahme habe zur Evidenz erzeben, daß eine Ge- dächtnißfeier für Lassalle geplant und auch abgehatten worden sei, obwohl dieselbe vorher verboten gewesen. Es sei außerdem festgestellt, daß das Verbot in geeigneter Weise bekannt gemacht war. Die schwerste Strafe rechtfertige sich gegen den Angeklagten Gatzlick, der die rothe Fahne, das Symbol der Sozialdemokratie, an einen Baum befestigt habe. In hervor- ragendem Maße haben sich ferner die Angeklagten Görcki, Boitze. Frank und Höhne detheiligt. Er, Staatsanwalt, dean- trage gegen Gatzlick 3 Monate, gegen Görcki und Boitze je 2 Monate, gegen Frank und Höhne je 1 Monat Gefängniß, gegen alle übrigen Angeklagten je 50 M. Geldstrafe event. je 10 Zaßß Vertheiviger Rechtsanwalt Dr. Meschelsohn: Die Sache ist weder in juristischer noch in thatsächlicher Beziehung so einfach. wie sie der Herr Vertreter der Staatsanwaltschaft aufge- faßt hat. Die Ausführungsbestimmungen vom 22. Oktober 1878 besagen: Das Verbot oder die Auflösung von Versammlungen, Ausflügen und Festlichkeiten auf Grund ves§ 9 des Sozialistengesetzes liegt der Ortspolizeibehörde oder deren Abgeord- neten ob. Man wird aber weder den Polizeipräsidenten von Berlin, noch den Regierungspräsidenten von Potsdam als Orts- Polizeibehörde ansehen können. Auch hat das Verbot eine solch allgemeine Fassung, daß dasselbe nach einer Entscheidung des Reichsgerichts nicht für rechtsgiltig erachtet werden kann, da aus demselben nicht zu ersehen ist, was eigentlich verboten ist. Nach diesem Verbot dürften nicht drei flersonen beim Glase Wein zusammenkommen und ein Hoch auf affalle ausdringen. Das Reichsgericht hat in seiner Entscheidung es für nothwendig bezeichnet, daß in dem Verbot genau ange- geben werde, was verboten sei. Aber abgesehen davon, so können die Angeklagten laut§ 17 des Sozialistengesetzes nur Berliner publizitt. die noch haben. ich das dann als strafbar erachtet werden, wenn ihnen nachgewiesen wird, daß sie das Verbot gekannt haben. Das Verbot war de- kanntlich nicht im„Deutschen Reichsanzeiger", sondern vom Polizeipräsidenten im„Berliner Jntelligenzblatt" Es giebt aber in Berlin sehr viele intelligente Leute, niemals das„Berliner Jntelligenzblatt" gelesen kann mit gutem Gewissen sagen, daß latt noch niemals gelesen habe. Der Herr Regierungspräsident hat das Verbot im„Teltower Kreis- blatt" bekannt gemacht, ein Blatt, das jedenfalls noch we- niger zur Lektüre der Angeklagten, die sämmtlich in Berlin wohnen, gehört, als das„Berliner Jntelligenzblatt". Die Pla- kate, auf denen das Verbot bekannt gemacht war, waren, wie mehrere Zeugen übereinstimmend bekundeten, schon am Vormittage abgerissen. So lange man den Angeklagten nicht beweisen kann, daß sie das Verbot gekannt, so lange wird man, ihre Schuld vorausgesetzt, dieselben auf Grund des§ 17 des Sozialistengesetzes nicht für schuldig erachten können. Es würde alsdann höchstens eine Uebertretung auf Grund des§ 20 des Sozialistengesetzes vorliegen. Eine solche ist jedoch nicht vorhanden, da einmal das Verbot nicht im„Deutschen Reichsanzeiaer" bekannt gemacht sei und andererseits die Uebertretung verjährt wäre. Im Uebrigen hat die Beweisaufnahme wohl ergeben, daß eine Anzahl Berliner Sozialdemokraten eine Landpartie unter- nommen, daß sie dort im Walde alle möglichen Spiele ver« anstallet, Lieder gesungen, vielleicht auch einige Hochs auf die Sozialdemokratie ausgebracht haben, allein von keiner Seite ist auch nur annähernd der Beweis erbracht worden, daß eine Ge- dächtnißfeier für Lassalle stattgefunden hat. Ebenso wenig ist der Beweis erbracht worden, daß zwischen den Leuten, die sich im Walde, und denen, die sich im„Gesellschaftshause" auf. gehalten Kaden, auch nur der mindeste Verkehr bestanden bat. Bezuglich eines großen Theiles der Angeklagten habe die Beweisaufnahme lediglich ergeben, daß sie in Grünau gewesen find. Ich beantrage also, die Angeklagten aus juristischen und thatsächlichen Gründen freizusprechen. Vertheiviger Rcchtsanwalt Freudenthal betont noch in ein- gehender Weise die juristischen Ausführungen seines Mitver- tbeidigers und bemerkt: Die hier vernommenen Zeugen haben übereinstimmend bekundet, daß ein furchtbarer Lärm, em Gejohle und Brüllen wahrzunehmen war. Man kann doch aber nicht ainehmen, daß die Angeklagten, die sämmtlich Anhänger Laffalle's sind, in solcher Weise eine Gedächtnißfeier zu Ehren des Todestages Laffalle's begehen werden. Der Vertheidiaer geht alsdann noch auf die Handlungen der einzelnen Angeklagren ein und beantragt bezüglich aller Angeklagten die Freisprechung. Angeklagter Görcki bemerkt: Der Umstand, daß er be- müht gewesen sei, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, könne ibm doch nicht als erschwerend angerechnet werden. Ein Mann(der Buchbinder Brandt) sei drei Mal von der Polizei fistirt und stets wieder mtlaffen worden, da er stch auf ihn(Görcki) berufen habe. Dieser Mann habe einen furchtbaren Skandal gemacht. Später habe er gehört, daß der Mann im Dienste der politischen Polizei stehe. Wenn er fich einer straf- baren That bewußt wäre, so würde er dieselbe offen eingestehen. Da dies aber nicht der Fall sei. so beantrage er, ihn nicht aus juristischen, sondern aus thatsächlichen Gründen freizusprechen.— Nachdem fich die anderen Angeklagten in ähnlichem Sinne geäußert, verkündet der Vorfitzende, daß das Urthal am Donnerstag, den 19. Juli, Nachmittags 3 Uhr, verkündet werden wird.— In dem gestigen Bericht ist der'Name des einen der Angeklagten falsch angegeben. Der Betreffende heißt nicht Plötz, sondern P l a t h. Auch sonst soll der gestrige Bericht einige Jrrthümer enthalten, was jedenfalls auf Rechnung des schlechten Platzes des Referenten zu setzen ist. Eine Grrichtsverhandwng, über welche aus London belichtet wird, ist geeignet, die amtlichen englischen Wohlthätig- keitsanstalten in ganz eigcnthümlichem Lichte erscheinen zu lassen. Vor dem Polizeirichter Mr. Saunders hat sich der 31jährige William Barnard unter der Anklage des Diebstahls zu verantwerten. Und was war das Objekt des Diebstahls? Hören wir es aus dem Dialaloge zwischen dem Polizeirichter und dem Thürhüter eines Armenhauses, in welchem Barnard, durch allerlei Unglücksfälle ver- folgt, seine Aufnahme hatte finden müssen. Die Verwaltung dieses Armenhauses hatte gegen den Bedauernswerthen Anklage erhoben, weil er bei seiner Entlassung ein Paar Socken, die ihm von der Anstalt verabreicht waren, mitgenommen hatte. Dies deftatrgt der als Zeuge vernommene Thurhüter:„Barnard ist am Mon- tag entlasten worden. Ich hiell ihn am Ausgange auf und bemerkte ihm. daß ich ihn zu untersuchen wünsche. Ich «ä T„r Hier, um seine Anschuldigung gleich beweisen zu können, hielt der Zeuge dem Richter ein Paar abgetragene Strümpfe vor Augen, was jenen.zu einer abwehrenden Bewegung veranlaßte, weil vermuthlrch das corpus dslrotr von gerade nicht besonders appetitlicher Beschaffenherl war. nachdem fich annehmen läßt, daß trotz der großen Sonnenhitze die Tragen.- Polizeirichter: Nun, das kann ich mir wohl denken, daß dies einmal— es fragt fich wann— ganze Strümpfe waren. Wie viel, sagten Sie, sind diese Strümpfe werth?— Beschädigter: Neun Pence.— Polizeirichter: Neun Pence— aber was Ihnen einfällt. Nonsense. Die sind nicht einen Penny werth. Hatte der Angeklagte seine eigenen Strümpfe, als er in's Arbeitshaus kam?— Beschädigter: Nein.— Mr. Saunders: Dann haben Sie also in der That diesen Mann in einem solchen Zustand aus dem Arbeitshause entlassen, der es ihm unmöglich machte(ohne Strümpfe kann er sich doch nicht anständig präsentiren). eine Beschäftigung zu finden, ohne ihm die noth wendigsten Mittel zu gewähren, um irgendwie seinen gegenwärtigen armseligen Bekleidungszustand zu ver« beffem?— Mr. Saunders weist auf den Angeklagten, dessen übrige Bekleidung mit der Beschaffenheit des Corpus delicti in ziemlichem Einklang stand. Beschädigter: So schreibt dies uns die Ordnung vor.— Polizeirichter: In der That! Und das soll ein Diebstahl sein! In meinen Augen und im ge- wöhnlichen Sinne des Wortes kann ich darin keinen Diebstahl finden, daß jemand seine nackten Füße mit einem solchen alten Paar Strümpfen bedeckt. Mir scheint, daß Ihre Abficht dahin geht, die Leute darfuß hemmlaufen zu lassen. Das ist zu stark.— Mr. Roach, Gefängniß- Inspektor» ein- fallend:„Auch halte ich für meine Pflicht, zu be- merken, daß dieser arme Mann von Rheumatismus an beiden Füßen geplagt ist und daß seine einzigen Schuhe zerrissen und durchlöchert sind."— Mr. Saunders(entrüstet): „Auch das noch! Mir scheint, Eure„Wohlthätigkeits- Anstatt" befolgt als Prinzip, daß, wenn einmal jemand, von dem Roth- wendigsten entblößt, hineingelassen wird, er auch nothwendiger- weise in demselben Zustande sich befinden müsse, wenn er die Anstalt zu verlassen wünscht. Es scheint, Ihr handelt nach dem Prinzip: Einmal Zufall, immer Zutall.„Once a casual always a casual", d. h.„wer als armer Teufel hineinkommt, muß als armer Teufel herausgehen!" Ich bin indignirt."(Zu dem Angeklagten Bamard):„Von der Anklage des Diebstahls spreche ich Sie frei. Allein Sie haben durch Mitnahme dieser Strümpfe gegen das �Armengesetz" verstoßen, welches aller- dings— bemerkte Mr. Saunders ironisch— als Regel vorschreibt, daß, wer keine Strümpfe hatte, auch ohne Strümpfe das Armenhaus zu verlassen habe. Ich muß eine Strafe gegen Sie aussprechen, so leid es mir ist, wegen dieses Paares Strümpfe, die nur alte Lumpen und keinen Penny werth find. Die mildeste Strafe ist nach dem Gesetze ein Tag Gefängniß. Fügen Sie fich."(Zum Gefängnißinspettor Mr. Roach):„Sie werden die Füße dieses unglücklichen Mannes durch den Gefängnißarzt untersuchen lassen, der ihm auf das hilfreichste zur Seite stehen soll, und, damit er recht bald wieder„auf die Strümpse" kommt, ordne ich an, daß ihm bei seiner Entlassung nicht blos ein, sondern zwei Paar Strümpfe von guter Beschaffenheit und ohne Löcher mitgegeben werden sollen."— Mr. Roach;„Unsere Strümpfe find alle von bester Qualität und löcherfrei, dafür sorge ich, das ist mein Stolz."— Mr. Saunders:„Sehr schön von Ihnen."(Auf das corpus delicti, welches der Beschädigte auf den Gerichtstisch hingelegt hatte, weisend, zum Beschädig« ten:)„Diese Lumpen vergessen Sie nicht. Nehmen Sie dieselben mit Ihren eigenen Händen zurück; legen Sie sie zu den übrigen."_ Koziales und Arbeiterbewegung. An dl« Schneider K erlins. Kollegen! Seit einigen Jahren ist es in unserem Berufe so still geworden, daß nicht Eingeweihte schließlich glauben müssen, die Schneider lebten in einem Eldorado. Wir sehen, wie alle anderen Gewerke fich aufraffen, die Schäden und Mängel aufdecken, dem alles er» drückenden Kapital gegenüber Front machen, Forderungen erheben oder Uebergnffe der Arbeitgeber abzuwehren suchen und meistens mit Erfolg höhere Löhne zu erringen streben. Bei uns Schneidern ist nichts von alledem zu spüren. Kollegen! Sind denn unsere Verhältnisse wirklich so glänzende, daß wir nicht Ursache hätten, uns über unsere.Lage zu besprechen, oder find die Schneider Berlins durch ihre Lebenslage in der arbeitslosen Zeit und durch die oft 18— 20stündige Arbeitszeit während der Saison schon so stupid, so stumpffinnig geworden, daß sie nicht mehr im Stande find, über ihr ergenftes Wohl und Wehe nachzudenken? Kollegen! Wollt Ihr alles stillschweigend ertragen? Ncin und tausend- mal nein muß es erschallen; ermannt Euch, bekümmert Euch um die Geschäftslage, Arbeitslöhne und Arbeitszeit, besprecht dieses alles mit Euren Kollegen in einzuberufenden Versamm» lungen, dann wird für unser Gewerbe auch einmal wieder eine bessere Zeit kommen. Daß es Roth thut, werdet Ihr alle an Euch selbst erfahren haben. Um obiges besprechen zu können, findet am Dienstag, den 17. Juli er., Abends 81 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, eine öffent- liche Schneiderversammlung statt. Kollegen! Erwacht aus Eurer Lethargie, erscheint recht zahlreich in der Versammlung, um mitbestimmend bessere Verhättnisse erkämpfen zu helfen. Das Komitee. I. A.: Zitzmann. Da» Karoque-Arkeiterperfanal des Hoflieferanten Aug.. Werkmeister jun., Brunnenstr. 151— 152, hat heute die Arbeit niedergelegt, weil auf mehrere Arbeiten 30-40pCt. Abzug eingeführt werden sollen. Da der Verdienst jetzt nur 18 bis 25 M. beträgt, so können die Arbeiter auf die Abzüge nicht eingehen und bitten, den Zuzug nach der Werkstatt abzuhalten. Wirklich arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck dieser Mi tbeilung ersucht. Killigere Frachten wollen die Brauer für ihr Bier haben und so haben sie eine darauf abzielende Resolution auf dem letzthin! in Stuttgart abgehaltenen Brauertag gefaßt. In den verschiedenen Ländern werden für eine Ladung Bier im Gewicht von 10000 Kg. auf eine Entfernung von 300 Km. an Fracht berechnet: in Deutschland 192 Ä., Oesterreich 178,10 M., Italien 137,72 M., Frankreich Ostbahn 164 M., Nordbabn 152 M, Behzien allg. Tarif 99 M, Exporltarif 83,20 M. Hieraus ergiebt stch, daß zur Zeit die höchsten Frachtpreise für den Transpott von Bier bei den deutschen Bahnen zur Er« Hebung gelangen. Als wesentlich muß dabei der Umstand be« rückfichtigt werden, daß die Nachbarländer insofern einen Vor- sprung haben, als dott die Anwendung der Sätze nicht an ein Minimalquantum von 10 000 Kg., sondern von rund 8000, beziehungsweise 4000 Kg. geknüpft ist. Die Brauer glauben nun, daß unter der verhältnißmäßig hohen Fracht der Expott an Bier leidet, dessen Ausfuhr in den letzten Jahren folgende Ziffem aufweist: 1881 1 217 433 Doppelzentner. 1882 1 285 475 Doppelztr., 1883 1 322085 Doppelzw, 1884 1 433 258 Doppelzentner, 1885 1 606 522 Doppelztr., 1836 1 298 399 Doppelztr., 1887 1 314 754 Doppelztr. Di« Käcker in Chicago haben einen herrlichen und entscheidenden Sieg errungen. Dort existitt eine Union des Nationalverbandes an 600 Mann stark, eine Lokalunion fast ebenso stark, eine englische Union 300 Mann stark und eine böhmische mtt 120 Mitgliedern. Diese Zersplitterung glaubten die Meister benutzen zu müssen, um sämmtliche Vereine der Ge- sellen auseinandettvienaen zu können. Ein vom Zaun ge« hrochener Streit gab den Meistern Grund, die Vorstandsmitglieder der Nationalunion verhaften zu lassen und den andern Tag in den Zeitungen zu erklären, daß sie keine Union mehr aner- kennen und die im vottgen Jahre getroffenen Vereinbarungen null und nichtig find. Doch oft wird das Böse gewollt und das Gute dadurch herbeigefühtt; so auch hier. Jede Union hielt denselben Tag noch Versammlung ab und beschloß, an den Streik zu gehen. Den andern Morgen, Sonntag, 22. April, wurde eine allgemeine Versammlung abgehalten und der Streik sofott proklamitt. Als die Meister, welche zu gleicher Zeit Versammlung hatten, von diesem Beschlnß hörten und zu gleicher Zeit in Erfahrung brachten, daß schon einige große Meister vor der Bersammlung keim Streik- komitee die Gegcnfordrmngen der Gesellschaft unterschrieben hestten» da war die Einigkeit der Meister vorbei. Böse Schimpf- Wörter warfen sich die Herren an die Köpfe und jeder suchte so rasch wie möglich beim Streik-Komitee seine Unterschrift zu voll- ziehen. Die Gesellen behalten ihre lOstündige Arbeitszeit, Frei« tags und Sonnabends 12 Stunden und Sonntags Ruhetag. Zudem ist das Effen und Schlafen beim Meister jetzt ganz ab- gebracht und die Meister haben sich verpflichten muffen, ihre Gesellen nur bei den Unions zu bestellen und femer keinen Unionmann zu entlaffen, wenn die Union die Gründe der Ent» laffung nicht stichhaltig flndet.— Deutsche und speziell Ihr Berliner Gesellen!— fügt der„Wecker" hinzu— dies haben auch Bäcker fertig gebracht, auch fie find meist Deutsche, auch fie waren noch vor drei Jahren ebenso uneinig wie wir hier; auch fie mußten vor 3 Jahren noch 18 Stunden und länger, Sonn» tag und Werktag arbeiten, auch bei Ihnen waren die Zustände menschenunwürdige. Heut find fie auch Menschen und die Meister gehen trotzdem nicht zu Grunde, sondern finden sich ganz wohl dabei. Also gebet hin und thuet desgleichm, werdet einig» bringe jeder sein Opfer und Ihr werdet ebenfalls zu Eurem Recht gelangen, ohne die Meister zu schädigen. Keretae«nd Nersammwuse«. Der Fachvercin der Tischler hielt am 7. Juli eine Mitgliederversammlung ab; auf der Tagesorenung stand„Bor- trag des Lehrers der Roturheilkunde, Herrn Kanitz, über die Lunge, ihre Pflege und ihre Erkrankungen". 2. Vereins- angclegenheiten. Die stark besuchte Versammlung folgte dem intercffanten Vortrage mit größter Aufmerksamkeit. In der Diskusston mahnte Kollege Apelt, lebhaft für die Anwerbung neuer Mitglieder zu agitiren. Der Vortragende habe ja darge- legt, daß die meisten Menschen aus Unkenntniß ihres eigenen Körpers ihrer Gesundheit zum Nachtheile leben; dämm sollten diejenigen, die dem Verein noch ferne stehen, auf solche Vorträge aufmerksam gemacht werden; erst einmal angeregt, find fie dann vielleicht leichter zu bewegen, Mitglieder des Vereins zu werden. — Auf Antrag des Vorstandes wurden den streikenden Tischlem Hamburgs weitere 100 Mark bewilligt, so daß der Verein dis jetzt 700 Mark zur Unterstützung der bedrängten Hamburger Kollegen gesendet hat. Ein Kollege theilt der Versammlung mit, ihm sei zu Ohren gekommen, daß in der WerlstaU von Borrmann, Alte Jakodstr., Arbeiten für die Hamburger Jnnungsmeister hergestellt werden. Sollte dies der Fall sein, so appellirt er an das Solidaritätsgefühl der dort arbeitenden Kollegen: er ersucht alle Kollegen, die etwa davon hören sollten, daß in einer Werkstatt nachweislich Arbeit für Hamburger Meister angefertigt wird, dies dem Vorstande des Vereins anzuzeigen. Kollege Merkel macht darauf ausmcrk- sam, daß sowohl durch Annonze in der„Vollszeitung" als auch durch Agenten Gesellen nach Hamburg angeworben werden; Redner warnt davor, den Hamburgern durch Zuzug eine Nieder- läge zu bereiten.— Die nächste Versammlung findet der Dampferpartie wegen erst am 28. Juli statt.— Billets zur Dampferpartie werden von jetzt ab den Mitgliedern gegen Vor- zeigung ihres Quittungsduches auch in der Wohnung des Kollegen Schmidt, Skalitzerstr. 127, verabreicht.— Kollege Glocke macht auf den Leitartikel in der letzten Nummer der „Neuen Tischler-Zeitung" aufmerksam und bittet die Kollegen, nicht ein Blatt eingehen zu lassen, daß in so nachhaltiger Weise die Interessen der Ardeiter, insbesondere des Tischler« gewerbes vertrete. Die LohnbeMegnng her Kürschner in Kerli«, zu deren Vorbereitung schon mehrere öffentliche Versammlungen in l tzter Zeit abgehalten worden find, hat auch schon die Wahl einer Lohnkommisfion gezeitigt, in der die verschiedenen Branchen des Berufes Vertretung gefunden haben, und die in der letzten am Sonntag stattgefundencn Versammlung beauftragt wurde, einen Lohntarif auszuarbeiten. Hierbei find es einige selbst- ständige Kürschner gewesen, die die Bewegung mit Hilse der Gesellen veranlaßt haben. Sie dcklaaen stch darüber, daß die Löhne, welche die Geschäfte für die Arbeiten bezahlten, seit vier Jahren so herabgedrückt find, daß fie mit denselben, trotz der infolge dessen außerordentlich verlängerten Arbeitszeit und der Ausbildung weiblicher Arbeitskräfte, nicht zu existiren im Stande find. Es ist dabei auch sehr ausführlich erörtert worden, welche Rathsckläge den für die Geschäfte thätigen Kürschnern bei ein« zelnen bezüglich der Ermöglichung der billigsten Arbeit crtheilt worden seien. Daß dieses Vorgehen bei den Gehilfen im Kürschnergewerbe Anklang gefunden, sei erklärlich. Es wurde von ihnen ausgcfühlt, daß die Gehilfen durch die weiblichen Arbeitskräfte immer mehr existenzlos gemacht und die weiblichen Arbeiter in den Werkstätten durch Ueber- anstrenAung körperlich zum Schaden der Allgemein- hcit Schaden erleiden mußten. Nichts fei erklärlicher als dies, denn es müsse jedem begreiflich erscheinen, daß bei aufs äußerste herabgcdrückten Arbcitsprcisen und bei so ausgeprägter Saisonarbeit, wie fie das Kürschnergewerbe aufweist, die Arbeits« zeit in den Wcrlstubcn eine gesundheitsschädliche werden müsse. Thatsächlich arbeiteten die Madchen bis in die Nacht hinein und und sie„verdienten" nur soviel dabei, daß ihre Lebenshaltung eine darbende genannt werden müsse. Die Kürschner hätten meistens kranke Frauen, denn daß fie fich mit Vorliebe eine ge« werbliche Gehilfin hcirathen, sei klar, und bei den obwaltenden Verhältnissen werde diese Rückfichtnahme sogar geboten. Die Rückficht auf die Famllienangelegenhetten müsse dabei mehr und mehr schwinden. Sollen fich nicht haltlose Zustände im Gewerbe herausbilden, so müsse eine Aenderung der Verhält- niffe zum bessern herbeigeführt werden, und es seien dazu die Preise für Arbeit und die Arbeitszeit, wie fie vor vier Jahren bestanden haben, herbeizuführen. Di» Nereinigung der Drechsler Deutschland«, Orts Verwaltung Berlin>U(für den Ost- und Nordbezirk), hielt am 10. Juli in Säger's Salon, Grüner Weg 29, eine Versammlung ab. Der Diskusfion über:„Zeitlohn oder Stücklohn und deren Wirkung auf die Höhe des Äibeitslohncs" folgte die einstimmige Annahme der nachfolgenden Resolution:„Die am 10. Juli in Säger'S Salon tagende Versammlung der Ortsverwaltung Berlin M der Vercinigung der Drechsler Deutschlands erkennt 1. die von dem Referenten Herrn Sündermann in seinem Vor- trage aufgestellte Forderung als vollständig den Verhältnissen entsprechend und als gerechtfertigt an.— Diese Forderung ist folgende:„Um bei der herrschenden modernen Produttionsweise und dem von derselben vrotegirten Arbeitssystem der„Akkord- arbeit", mtt welcher wir vorläufig noch zu rechnen haben, nur zu einigermaßen zufriedenstellenden Lohnverhältniffen zu ge- langen, müssen wir mit aller Energie die Forderung zur Gel- tuna bringen, daß der Arbeitsverdienst für den sogenannten „schwachen Arbeiter" die Höhe von 13 M. pro Woche bei täglich lOstündigcr Arbeitszeit erreicht. Es wird demnach ganz von selbst der Arbeitsverdienst der„leistungsfähigeren Arbeiter" ein dementsprechend höherer werden.— 2. Die Versammlung fordert die Gewerksgenossen Berlins auf, diese gestellte Forderung zu der ihrigen zu machen und mit aller Energie und allen zu Gebote stehenden Mitteln für dieselbe einzutretm. 3. Die Versammlung richtet den dringenden Appell an die Gewerkskollegen Berlins, fich Mann für Mann der„Vereinigung der Drechsler Deutschlands" anzuschließen, denn nur dann wird es möglich sein, durch die moralische Macht unserer Organisation die unter 1 aufgestellte Forderung zur cndgiltigcn Durchführung zu bringen, zum besten des Einzelnen, zum Wohle unserer Familien und der Gelammtheit." Hierauf wurde über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Fabrik feiner Holzwaaren von A. König, Holzmarvstr. 45a, diskutirt und folgende Resolution zum Beschluß erhoben:„Die Versammlung erklärt fich mit dem Vorgehen der bisher in der genannten Fabrik beschafttgten Drechsler einverstanden; die Versammlung hält es ferner für ihre Pflicht, mit aller Energie dafür einzutreten, daß mit Lohn- Verhältnissen, wie in dieser Fabrik, die gleich Hungcrlöhnen für eine anstrengende Thätigkeit degradirend auf den Ardeiterstand wirken, endlich gebrochen wird." Ueber den„Streik der Drechsler in Warmbrunn i. Schl." referirte hierauf der Vor- sitzende der Ortsverwaltung. Redner unterzog die„Humani- tät" jenes Fabrikanten in Warmdmnn, der nach einem bedeutenden Abzug von dm bisher gezahlten Akkordprcisen, einfach seinen Arbeitern erklärte, daß mit 8 Marl Arbeitsverdienst pro Woche bei täglich 12 stündiger Arbeitszeit immer noch ein menschenwürdiges Dasein möglich wäre, einer scharfen Kritik. Diesmal hätte jedoch der Fabrikant die Rechnung ohne die Ardeiter gemacht, denn dieselben konnten der„humanen" Anficht des Fabrikanten nicht beipflichten und legten am 2. Juni er. die Arbeit nieder. Der Redner machte am«Schluß seiner Ausführungen die erfteuliche Mittheilung, daß nach einer ihm zugegangenen Korrespondenz der Streik in Warmbrunn zu Gunsten der Drechsler beendet sei. Nachdem noch konstatirt worden, daß hier wiederum die Macht der Vereinigung, wenn auch mit schweren Opfem und nach fünfwöchcntlicher Streikvauer, den Sieg errungen habe gegenüber den Fabrikanten, wurde die Diskussion geschloffen, gleichzeitig jedoch den Warmbrunner Kollegen Dank ausgesprochen für o n im Interesse der gemein- samen Sache bewiesmen Mannesmuth, wodurch fie die Ehre der Gewerkschaft vertheidigt haben.— Heute, Sonnabend, veranstaltet die Ortsverwaltung„Berlin Ii" in Sägei's Salon, Grüner Weg 29, eine gesellige Abendunterhaltung, verbunden mit Sommcrnachtsball. Mitglieder, Freunde und Gönner der Vereinigung find zu regem Besuch eingeladen. Billets sind bei folgenden Mitgliedern zu haben: Sündermann, Gttschiner- straße 61, 1; Hammer, Mantmffelstr. 114, H. iV; Kollehn, Cuvrystr. 63, H». Quergeb. IV; Schütze, Köpenickerstraße 127, H. II; Wallitzkus, Kleine Markusstr. 18, v. i. K. bei Brust; Gericke, Gartenstr. 54, H. 11; Karpe, Neue Königstr. 23, H. I bei Bielke. Die Dettittigttttg der deutsche« Ktellmacher(Mit- gliedschaft Berlin) hielt am 9. Juli Linienstraße 19 eine Versammlung ad, in welcher Herr Voigtherr einen Vortrag über das Thema:„Der Drang nach Selbstständigkeit" hielt. Der Vortragende zeigte, wie schon im 16. Jahrhundert bei den Hand- werkern der Drang nach Selbstständigkeit vorhanden war und wie fich dieser Drang zu einem allgemeinen Kampf ums Dasein entwickelt habe. In der fich anschließenden Debatte wurde die Standhaftigkett unserer Vorfahren hervorgehoben. Heute, wo es fich für oen Arbeiter uni einen Kampf ums tägliche Brot handle, müßte jeder Arbeiter Muth und Entschlossenheit zeigen, wie es ihre Vorfahren gethan. Dieses sei aber leider nicht der Fall. Alle Redner forderten die Anwesenden auf, fest zusam- menzuhallm, damit ihre Selbstständigkeit nicht vollständig ver- loren gebt, sondern mehr und mehr zu Tage tritt. Hiernach verlas der Kasfirer die Abrechnung vom 2. Quartal. Die Ein- nähme betrug 109 M. 75 Pf., die Ausgabe 75 M. 20 Pf., mithin bleibt ein Kaffenbestand von 34 M. 50 Pf. Hiernach wurde die Landpartie auf den 5. August festgesetzt. Auch wurde der Wunsch geäußert, eine zwette Filiale zu errichten, um eine bessere Agitation zu entfalten, da nur eine geschlossene, feste Or« ganisation etwas erzielen kann. Pflicht eines jeden Kollegen sei es daher, fich der Vereinigung anzuschließen. Nach Erledigung mehrerer Fragen wurde die Versammlung geschlossen. Gleneralversammluug der Kuchbinderstasse i« Er- furt. Am 24. und 25. Juni tagte zu Erfurt die General- Versammlung der Zentral-Kranken- und Begräbnißkaffe der Buchbinder. Auf derselben waren anwesend der Vorsitzende des Zentralvorstandes und Hauptkasfirer(Leipzig), sowie der Vorfltzende des Ausschusses(Berlin) und 32 Delegirte, welche 60 Städte vertreten. Aus dem Jahresbericht entnebmen wir, daß die Kasse seit ihrem 12jährigen Bestehen rapide Fortschritte gemacht hat. Bei einem Äitgliederstand von rund 6600 weist die Kasse am Jahresschluß 1887 ein Vermögen von 75 500 M. auf. Einer Einnahme von 117 619,25 M. im Jahre 1887 steht eine Ausgabe von 93 066,71 M gegenüber. Es wäre demnach im Jahre 1887 ein Ueberschuß von 24 552,54 M. zu verzeichnen, gewiß ein sehr erfreuliches Resultat. Aus der Berathung der auf Abänderung der Statuten gestellten Anträge ist von Wichtigkeit hervorzuheben, daß Wiedereintretende, welche den glaubhaften Nachweis führen, daß fie ihre Reste beglichen haben, nur eine Mark Eintrittsgeld zu bezahlen haben. Ferner darf die zur Ansammlung des Reserve- fonds bestimmte Extrasteuer, die sogenannte 14. Woche, nur noch für das laufende Jahr erhoben werden, indem dies der Stand der Kasse erlaubt, da der Reservefonds gefichert ist. Mit Freuden ist zu begrüßen, daß die Generalversammlung auch den Kranken entgegengekommen ist, indem fie die Dauer der Unter- stützung von 1 Jahr auf 1 Jahr 3 Monate festgesetzt hat; außerdem werden die Mitglieder noch darauf aufmertsam ge- macht, daß fie im Erkrankungsfalle durchaus nicht an einen Mediziner gebunden find, sondern ihnen freisteht, fich von einem „Naturheilkundigen" behandeln zu lassen. Beiträge und Leistung stellen fich in Zukunft wie folgt: 1. Kl. 45 Pf. Beitrag, 15 M. Unterstützung, 75 M. Sterbegeld. 2. Kl. 30 Pf. Beitrag, 11,40 M. Unterstützung, 60 M. Sterbegeld. 3. Kl. 15 Pf. Beitrag, 6 M. Unterstützung, 40 M. Sterbegeld. Indem wir die Ueberzeugung haben, daß die Beschlüsse der General- Versammlung nur segensreich wirken können, sprechen wir gleich- zeitig die Hoffnung aus, daß jedes einzelne Mitglied dazu bei- tragen wird, die Kasse in ihrem ferneren Vorhaben zu unterstützen durch Zuführung neuer Mitglieder. Gleichzeitig machen wir die Mitglieder der Kasse auf die am Sonnabend, den 14. d. M., Abends 8s Uhr, Annenstr. 16, stattfindende Hauptversammlung mit der Tagesordnung: Kassen- und Geschäftsbericht pro 2. Quartal, Bericht der Delegirten von der Generalveisammlung, aufmerksam. Derbaud der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 15. Juli, Dampferpartie mit Mufik nach Schmück- witz(Kuraß Gasthaus zur Palme). Abfahrt früh 7 Uhr von der Schillingsdrücke. Fahrkarten für Mitglieder 1 M., für enuci_ i or. am AW— 10 KA flW Nichtmitglieder 1,25 M, Kinder über 12 Jahre 50 Pf., find nur noch in den Zahlstellen bei Ecke, Zehdenickcrstraße 2, bei Wirfing, Andreasstraße 44, und bei Moritz, Manteuffelstraße 27, zu haben. Fachverein der Metallschrauben-, Faroudrrher und Berufsgenossen Berlins. Genrralversammlung am Sonntag, den 15. Juli, Vormittags 10| Uhr, im Salon„Königstadt- Kafino", Holzmarktstraße 72. Tagesordnung: 1. Vierteljahrs- Kassenbericht. 2. Wahl eines 1. Vorfitzenden. 3. Ergänzungswahl der Fachkommisfion. 4. Verschiedenes. Uereinigung der Drechsler Deutschlaud». Ortsver- waltung Berlin IL(Stockbranche.) Mitgliederversammlung am Dienstag, den 17. d. M, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kassenbericht. 3. Der Streik der Leipziger Stockarbeitir. 4. Der«streik der Warmbrunner Kollegen und das Verhalten der Firma Liedl. 5. Verschiedenes. Aeutral- Krankenkasse der deutsche« Zimmerer. (E. H. 2.) O ertliche Verwaliung Berlin. Dienstag, 17. Juli, Abends 8 Uhr, Versammlung im„Neuen Kludhause", Kom- mandantenstr. 72. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal 1888. 2. Vortrag des Herrn Dr. med. Bernstein über „Die erste Hilfe bei Verletzungen." 3. Verschiedenes. Fachverei« der Zteiutiäger Kerliu». Sonntag, den 15. d. M. Vormittag 11 Uhr, in Scheffer's«Salon, Jnselstr. 10, 2 Tr. Tagesordnung: 1. Kaffenabrechnung. 2. Ersatzwahl des ersten Kasstrers. 3. Innere Vereinsangelegcnheit. Verschiedenes und Fragekasten.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Dereiu der Sattler und Fachgeuosse«. Heute, Sonn- abend, geschlossene Mitgliederversammlung in Gratweil's Bier- hallen, Kommandantenstraße 77—79. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorsttzenden über die Thätigkeit des Vereins im letzten Quaital. 2. Abrechnung des Kasfirers. 3. Ersatzwahl des standes. 4. Ersatzwahl des Vergnügungs-Komitees. 6. Ew— schaftliches und Verschiedenes. Zeutratkraukeu- und KrgräbutSkasse der s' Kinder. Heute, Sonnabend, Abends 8; Uhr, im Lokale A» straße 16, Hauptversammlung. Tages-Ordnung: Kassen Geschäftsbericht pro 2. Quartal. Bericht der Delegirten«s Generalversammlung. Verschiedenes. Vau verein Berliner Bildhauer. Sonnt 15. d. M., Besichtigung des Botanischen Gartens. punft früh 9% Ubr daselbst am Hauptportal. 164 «esang-» Sunt- und gesellige Kereine am So „Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaun Gesangverein DW_____________,____, Jakobstr. 38.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Restaurant Andreasstr. 9.— Männergcsangverein„Erato" 9t Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraße 1.— Lü Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung.) Abends 8 Uhr Elist Nr. 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9, MÄ> abtheilung von 8%— 10% Uhr Abends: desgl.>. Lehrlings«» lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenoan» klaffe des„Berliner Handwerkervercins" Abends 8t Uhr Sets straße 15.— Theater- und Vergnügungs-Verein„(W Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause, Admiralstr.% Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends Ntz in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11.— Geselligkeits „Lustig" Abends 9t Uhr im Restaurant Weichelt, T» straße 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 3' Ut> Restaurant Hillmann, Manteuffelstr. 68.— Dänischer 2 „Freya" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindens — Verein der Württemberger Abends 8', Uhr bei V Dorotheenstt. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. G schule Abends 9t Uhr im Restaurant, Markusstr. 7.— klub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, hauser Allee 28. «scheint tägl tn'S Haus v * Mark. Ei Kleine Mittheilungen. pari», 10. Juli. Die gestrige Vernehmung der in dem Weinvergiftungs-Prozeffe de Villeneuve in Toulon etwas Tragisches. Mehrere der Hauptpersonen, junge welche von dem Weine getrunken hatten, humpelten auf» herbei, weil ihre Beine theils ganz gelähmt, theils noch so s« waren, daß fie den Dienst versagten. Eine Frau konnte wegen Zungenlähmung nicht mehr sprechen, andere wieder gen ärztliche Zeugnisse, daß ihre Sehkraft vernichtet ode ihre Verdauung gänzlich gestört war. Eine Nädenn elj wie fie plötzlich über und über schwarz gefleckt erschien u» Arzt stch d-eses Krankheitesymptom nickt zu erklären" weil noch Niemand an den vergifteten Wein dachte. Angestellten des Grafen de Villeneuve will keiner um die t Mischung des Arseniks gewußt haben. Dagegen berichte«� rere Arbeiter, daß der Herr manchmal mtt kleinen Düten] Keller kam, wenn eben da gearbeitet wurde, und deren« in die Kufen warf. Die Aufregung ist groß in Hysres> der Nähe des Justizpalastes, wo gestern der Dr. Roux, von Hysres, und Dr. Perreymond, der Berather des Gl de Villeneuve, so hart an einander genetben, daß fie"l1 Anwesenden getrennt werden mußten.(Mtttlerweile ist i lich Herr v. Villeneuve wegen„Fahrläsfigkeit" zu 20 Ta fängniß verutth.ilt worden. Red.) Neueste Nachrichten., Wie die„poft" hört, ist die Ecnennung des � Ministerialdirektors von Zajlrow zum Unterstaatssekre» Ministerium des Innern erfolgt.— Der„Reichsanzeigel hätt noch keine Publikation dieser Ernennung. Di» Königi« Natalie von Serbien wurde anft«�! den deutichen Baven innerhalb zehn Stunden zu verlasse�! Kronprinz befindet fich bereits in den Händen des Kriegsministers. Telegraphische Depesche» (Wolsfls Telegraphen-Bureau.) Berlin, Freitag, 13. Jult._ Jr� der am 12. d. dem Vorfitz des Staatssekretärs Dr. Jaeobi abgehaltenen fitzung des Bundesraths wurden zunächst an neu eingeg« Vorlagen den zuständigen Ausschüssen überwiesen: der Bericht der Vollzugs-Kommisfion für den Zollanschlu» burgS, der erste, zweite und dritte Bericht der V Kommisfion für den Zollanschluß Bremens, der Entw» Verordnung über die Kautionen der Beamten der Eisenbahnverwaltung, sowie eine auf die Modalitäten der nichtständigen Mitglieder des Reichs-V�fickeru" für die Durchführung der land- und forstwirth!� Unfallverficherung bezügliche Vorlage. Auf den Ben zuständigen Ausschüsse wurde Beschluß gefaßt in Bettest einzelnen Bundesstaaten zu gewährenden Vergütung Erhebung und Verwaltung der Zuckersteuer, über die( lung des Alkoholgehalts des zur steuerlichen Abfert# langenden Branntweins, über die Ausfertigung von Brali« steuer-Bcrechtigungsscheinen, über die Vergütung der Bratz« steuer bei der Ausfuhr von Branntweinfabrikaten, über' ändeiung und Neuredaktion der Ziormativbeslimmunged Hafmregulative. Endlich kam ein Anttag Bremens,' Anlage eines Schwimmdocks nebst Reparaturwerftlätte lt> bezirk von Bremen, zur Erledigung.___ Pari», Freitag, 13 Juli, Vorm. 11 Uhr 45#!,„Der dem heute Morgen zwischen Boulanger und Floa�im Leben," sc gehabten Duell wurden bei dem ersten Gange Boula"2Sie gedacht, linken Schenkel, Floquet an der rechten Hand, beide le>�-.,■ s»ä r«»vö«- Wunde am Halse, welche heftigen Bluterguß zur F�_,«Und d, — Das Protokoll über das Duell konstatirt, daß Boub�ttch Herr von Halse schwer verletzt ist.. pari», Freitcrn, 13. Juli. Bei der heutigen Eil" des Denkmals für Gambetta auf dem Earoussel- Platze eine zahlreiche Menschenmenge beiwohnte, hielt Flo« Rede, in welcher er die Verdienste Gambetta's pries der Aufforderung schloß, man solle alle Kräfte dem V» men, welchem Gambetta gedimt habe, und der Arm«f| er geliebt, sowie dem Vaterlande, welches er vertfr Der Wunsch Aller könne nur auf eine Republik aer die Reformen zugeneigt und in Wahrung ihrer R(k,i liebend, zugleich aber auch unveränderlich in ihrer � Der Prästdent des Senats, Le Roy er, wies in ff daraufhin, daß Gambetta in der Jnstitutton des eine der festesten Stützen der Republik erblickt bads- einet feierte Gambetta wegm seiner unerschütterliches haftigkeit während des Kriegs von 1870—71 und 0% �_ Verdienste um die Armee, in deren Namen er G�sti�ieber" Andrew Huldigung darbringe. Weitere Reden wurden von M «WW._ Krieflmsten drr lifbalitioW'ykfscijrä'm;.,!1" Frau Valdiei empfangen zu funken vor de Sie um ein« Sie haben ih, egeben." „So Hai ochter liebe? „Za und NN sie ihre „Das ha vle es, lieber „Daß S Lei Infraga bitten wir dt«»bonnementb-Ouitwng bestusag«»- Mlich kllUM kei »ntoortjnirfc nicht ertJeUt_.__ flKvm.« � p. G. Kottbuser Damm. Sie bringen Sttett mtt dem Dottor V. Neues und Thatsächlick� �.�/»«rd. Die Angelegenheit ist somit zu einer privaten us mmen, Ich mr nf Ihre Unt« im Reichstage Duisburg. Verantwortlicher Redakteur: N- Cr-uheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.