wahld�r. 164- s. 5.»a» �Berliner«olkSblatt« Neselliglei»«scheint täglich Margen! außer nach Sonn« und Fefttaaen. WonnementspreN für Berlin frei ichelt,% tn'S Haut vierteljämlich 4 Mart, monatlich 1I5 Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement > 8' u»» Matt. Einzelne Jhimmet 6 Pf. SonntagS-Nummer mit dem.Sonntags-Blatt" 10 Pf. änifcher%(Emgetragm in der PostzeitungSpreiSliste für 1888 unter Nr. 849.) Lindem SeufertionSaebühr Erhöhung deS Preises, angenommen. K-daktto«: Kenthstraße S.— Expedition: Zimmerstraße 44. Der heutige« Nrnnuten liegt fLr unsere Abonnenten lr. 4:2 de«„K-«»tag« Statt" bei. loutenj Der »aßzwang in Glsaß-zothringr«. X, IUI Iten aus D> � ' noch so'". Wir stehen dieser absonderlichen Maßregel als„gewöhn- u Sterbliche" gegenüber und können nicht misten, was in iiAtet oWen höheren Regionen der Diplomatie zur Zeit umgeht und iiberin ß# Paßzwang veranlaßt Hat. Man findet es ja nicht noth- nschien elendig, die öffentliche Meinung über die wahren Gründe lären vel�ieser Maßregel aufzuklären, und so müssen wir eben warten, »chte. Nis vielleicht spätere Zeiten uns genügende Aufschlüste geben er um werben. Aber in den letzten Tagen war eine nicht un- derichtee nterestante Beobachtung zu machen. Die Nachrichten aus ? �lsaß-Lothringen, aus der Schweiz und aus Frankreich Wirkten tief auf die öffentliche Meinung ein, so . sil nur. man fast überall die Maßregel als verfehlt anzusehen >er des �ogann. Namentlich die nationalliberale Presse daß sie o**"! feH,r ,ei,f?0 dem Verlangen, der Paßzwang möge oeile jft b(miedet beseitigt werden, und die nationalliberalen Blätter t 20 Tagam Elsaß, besonders die„S traßburger Po st", gingen mit dieser Forderung voran. Wenn man in Berlin auf Preßstimmen etwas geben würde, so hätte man sicherlich liefe Acußerungen nationalliberaler Blätter in erster Linie iicksichtigt. Aber die Antwort, die in der„Nord- rutschen Allgemeinen Zeitung" erfolgte, war ine ganz andere, als man in Straßburg vielleicht erwartet 'mite. Das hochoffiziöse Blatt kündigte an, daß urde anflicht nur der Paßzwang aufrecht erhalten werden, son- w verlagern auch noch weitere Maßregeln erfolgen 1 Iim,ürden, um Elsaß-Lotbringen„Deutschland näher zu ringen". Der Ton, in dem die„Norddeutsche Allgemeine Leitung" über die andere Preffe herfuhr, glich so ziemlich sgtoft» em gebieterischen„Qaos ego!", mit dem der Meergott die ™ Winde zur Ruhe bringt. ES ist immer von wunderbarer n.. , des w iatitefeti isanzei n des 12. 0. ES �.Wirkung, wenn die nätionalliberale Preffe in dieser Tonart . �oon der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" apostrvphirt haltenebwird; sie duckt sich gleich und scheint dann die schönsten und """&eplleuchtendsten Gründe, die sie vorher für ihre Meinung illanichlus�'o Feld geführt, plötzlich vergeffen zu haben. Mit einem [ per lkWal scheint die nationalliberale Presse die„Notb- r CntiviÄoendigkeit" der Paßmaßregel einzusehen und wie len der gerufen ist auch der bekannte„einflußreiche litäten taatSmann" da, der bei solchen Gelegenheiten immer �rficher�Mftaucht, um das Publikum zu belehren, wie ungerecht und stw»rth>�,nzulässig eS sei, an der von der Regierung aus Gründen, «„W t®elcHe, das große Publikum nichts angehen, verfügten Maß- "nfiuini! J!e9el Herum 8" kritteln. Dieser wirkliche oder fingirte der die. S? «bferti� BranZ der Bras� »0"*% über i.mungeflj JeuMeton. Li_ Ihre Tochter. [36 :(men& a_ erkstätte ��l,Roma««ach dem Französischen von K. D e t r i n g. ? i5, �»Der Zufall spielt doch wirklich eine große Rolle Sebcn," so begann er„Mehr als einmal habe ich an E.®"<,j»i5ie gedacht, seit ich auS Pontiv fort bin, und doch ioauet eix'ätten wir unS ohne jenes Ungefähr, das uns gestern »ger erhi�löend zusammenführte, wohl niemals mehr wiedergesehen." zur M iß Bo igen Ei il-Platze? ielt Fiol 's pries dem „Und dieser Zufall ist um so merkwürdiger," beeilte Herr von Elve» zu antworten,„als ich noch nie bei ■au Valdieu war, ja nicht einmal hoffte, je von ihr »fangen zu werden." „Ich weiß, ich weiß... Jeanne hat mir alles er- ?..»"•• si* überraschte Sie, als Sie in Betrachtungen ver- Inn Dot dem Gitter standen, und ließ Ste eintreten, um %%%%%&% u,.i 'h!"- chtc�liebe?" �tau Valdieu gesagt, daß ich ihre .»HiH» m"n' r">" W"' iU»io't"'n � it5n,i,be':' lsch. Aber sie Heirathen? Haben Sie diesen Gedanken rnz ernsthaft erwogen?" ÜAiL i,--2a, und ich werde ihn nie aufgeben, wa« auch ge- H.ün. ,nÖ8.e! 2ch weiß sehr wohl, daß Frau Valdieu «ufttg{ich kaum kennt. Aber ste hat mir ja erlaubt, wiederzu- ingen jjj�tnmen, und ich hoffe, daß sie Gefallen an mir finden hlichcs��d. Zch�muß übrigens dabei auch gestehen, daß ich stark Sie kennen meine »rer iW i in on des ckt bade- itterlubed und blick es«Vtd................. ö rivateN» ff Ihre Unterstützung hierbei rechne. Wm# iffe und meinen Charakter..." ' undK»2(h kenne ihn viel besser, als Sie die Verhältnisse Staatsmann hat nun mit dem Berliner Korrespondenten eben jener„Straßburger Post" eine Unterredung gehabt, in welcher allerlei gcheimnißvolle Andeutungen enthalten sind. Er sagte, man könne die große Masse nicht mit den Gründen für die Zwangsmaßregeln bekannt machen.„Aber," fährt er fort,„zweierlei Gesichtspunkte liegen heute schon klar vor unseren Augen: Zunächst die geheimen französischen Wühlereien im Reichslande, dann die stetige Verschlechterung der Zustände in Frankreich." Was die geheimen ftanzösischen Wühlereien betrifft, so sind wir über vicselben selbstverständlich so wenig unter- richtet, daß wir über deren Wirkungen kern Urtheil haben; wir wissen nur, was aus den LandeSverrathSprozeffen be- kannt geworden ist, und brauchen kaum zu sagen, daß wir solche Umtriebe als gefährlich und frieoensstörerisch ver- werfen. Wenn man aber„die stetige Verschlechterung der Zustände in Frankreich" als einen Grund für eine Zwangs- maßregel heranziehen will, so ist daS etwas anderes. Uns scheint zunächst einmal gar nicht, daß die Zustände in Frankreich sich so sehr„verschlechtern"; sie können so höchstens unter dem Gesichtswinkel eines jener konservativen Staatsmänner erscheinen, welche ein Land nicht für glücklich halten, wenn ihm nicht ein möglichst strenges bureaukratischeS und polizeiliche« Regiment über den Kopf gestülpt wird. Mit unseren wirthschaftlichen Zuständen können wir uns den Franzosen gegenüber nicht sonderlich rühmen. Aber man denkt vielleicht an B o u l a n g e r und seinen Spektakel. Nun, dieser erbärmliche Komödiant mag einen Augenblick eine Gefahr für Frankreich gewesen sein; aber sowie man dies erkannt hatte, vereinigten sich alle Par- teien gegen den Prätendenten, und er mußte mit seinem Angriff auf Parlament und Verfassung schmählich unterliegen. Boulanger ist weder für Frankreich noch für irgend ein Land eine Gefahr. Man wird auch bemerkt haben, daß Herr F l o q u e t seine anfängliche Ruffenfreund- schaft wieder gänzlich aufgegeben hat. Man wird auch die friedlichen Kundgebungen der ftanzösischen Politiker, die un° längst laut geworden, durchaus ernst nehmen dürfen. Eine Regierung kann nicht ohne weiteres dafür verantwortlich gemacht werden, wenn es in ihrem Lande Parteigänger ä la Boulanger und Döroulede giebt. Die inneren Zu- stände Frankreichs bergen sonach keine Gefahr für Deutsch- land in sich: wenigstens wird man uns nicht davon überzeugen können, wenn man keine besseren Gründe beibringt. Nun aber hört man, daß die weiteren Maßregeln, die gegen Frankreich ergriffen werden sollen, wirthschaftlich er Natur sein sollen, und nach einer Meldung soll projektirt sein, die französischen Grundbesitzer dahin zu bringen, ihren Grundbesitz zu veräußern. rsl, und den Charakter Theresens kennen! Und eben deshalb kann ich Ihnen nur rathen, lieber Freund, nichts zu über- stürzen. Zum Teufel auch, wenn man Baron von Elven heißt, dann heirathet man doch nicht so darauf los. Man beobachtet, sieht, zieht Erkundigungen ein..." „Ich weiß, daß Fräulein Valdieu aus anständiger, bürgerlicher Familie stammt. Ihre Mutter hat eS mir ge- sagt, und daS ist für mich genügend." Guntram stürzte ein viertes GlaS Kognak hinunter. Er überlegte sich, wie er eine Antwort geben konnte, ohne sein Gewissen zu belasten. „Nein, daS genügt noch nicht," sagte er mit einer Ge- berde der Ungeduld.„Erstens wendet man sich doch nicht an die Mutter, wenn man ernsthaft Erkundigungen einziehen will. Und dann giebt eS doch noch hunderterlei andere Dinge zu überlegen, bevor man zur Herrath schreitet... Vergangenheit, Umgebung, Gewohnheiten... und schließlich doch auch das Vermögen der AuSerwählten." „Frau Valdieu hat vor mir kein Geheimniß daraus gemacht, daß ihr Vermögen nur mäßig sei, und daß ist mir um so lieber, denn auch ich bin nicht reich, und ich möchte mir nicht eine Geldheirath zum Vorwurf machen lassen. Hätte Fräulein Therese eine große Mitgift zu erwarten, so würde ich mich, so schwer eS mir siele, zurückziehen. Was nun jede weitere Auskunft betrifft, so brauche ich mich des- wegen ja nur an Sie zu wenden, der Sie Frau Valdieu schon so lange kennen!".,,. Der Major wurde roth, als er sich so m seinem eigenen Netze gefangen sah.. i i „3a," erwiderte er mit einer Geberde der Ungeduld, „aber" ich kenne doch nicht ihre Tochter. Ich habe sie gestern zum ersten Male...",,„,.. „.... Seit ihrer Kindheit gesehen," ergänzte der Baron, der sich an die Worte Zeannens erinnerte. Guntram biß sich auf die Zunge, um nicht beraus- zuplatzen:„Vor acht Tagen wußte ich nicht emmal, daß sie cjiftitt," ..Sie können mir aber doch schließlich sagen," fuhr Andreas fort,„was Sie von Frau Valdieu wissen und von ihr halten." Wir bezweifeln einstweilen die Richtigkeit dieser Meldung und können nicht glauben, daß man die zahlreichen Deutschen in Frankreich ähnlichen Maßregeln aussetzen wird. Der Berliner Staatsmann scheint demnach die Mehr« zahl seiner Gründe für die Paßmaßregel sehr künstlich auf« gebauscht zu haben. Leider ist keine Aussicht auf eine bal- dige Besserung in dem gegenseitigen Verhältniß, und wir bevauern das im Interesse beider Länder. Politische Ueberstcht. Kegnunge« de»„Friedens". Aus Petersburg, 13. Juli, meldet ein Telegramm des ,,W. T B.":„Durch einen heute veröffentlichten kaiserlichen Ukas wird das diesjährige Rekruten« kontingent auf 250000 Mann festgesetzt, gegen 235 000 Mann im vorigen Jahre. Durch ein weikercs zur Veröffentlichung ge» langtcs Gesetz wird die Dienstzeit im aktiven Heere und in der Landwehr verlängert. Die gefammte Dienstzeit für die dem Loose gemäß eintretenden Mannschaften wird auf 18 Jahre fest« gesetzt, wovon fünf Jahre auf die Dienstzeit beim aktiven Heere kommen. Die Abiturienten höherer Lehranstalten und Frei» willige genießen Privilegien. Die Landwehr wird aus sämmt« lichen nicht bereits aktiv dienenden wehrhaften Männern bis zum 43. Lebensjahre einschließlich gebildet und in zwei Klassen eingetheilt. Die erste Landwehrklasse giebt den Stamm der Landwehr ab, während die zweite nur durch kaiserliches Mani« fest einberufen wird."— Diese Verstärkung der Militärmacht Rußlands ist die beste Illustration zu den„Friedensverstche- rungen", die bei der bevorstehenden„Kaiserzusammenkunft" ficher- lich werden ausgetauscht werden und gleichzeitig der fichcrste Maßstab zur Beurtheilung des Werthes derartiger„Monarchen« zusammenkünfte". Unter Bemfung auf das Vorgehen des„Erb- freundes" können Deutschland und seine Verbündeten fich jetzt wieder neue Militarlasten aufhalsen. Die Fr«ktifi»ir«ng des letzten Landesverrathsprozcssrs wird von unseren Reptilien jctzt mit eben so viel Eifer als Un» aeschick betrieben. Dieser Prozeß soll die Grenzmaßregeln gegen Frankreich und die Reichslande rechtfertigen! Daß der Prozeß erst Monate nach jenen Maßregeln fich abspielte, die er recht- fertigen soll, das wollen wir nicht als Argument benutzen, weil ja gesagt werden könnte, die Thatsachen, welche der Prozeß an das Licht brachte, seien der Reichsregicrung schon vor Anord- nung jener Maßregeln bekannt gewesen. Aber eine„Rechtser» tigung" der Grenzmaßregeln würde doch offenbar nur dann vorliegen, wenn ste geeignet wären, ähnlichen Handlungen des Landesverraths und der Spionage für die Zukunft vorzubeugen. Das ist aber in keiner Weise der Fall, die Lumpen, welche bereit find, für klingendes Geld Spioncndienste 8" thun. oder ihr Vaterland zu vcrrathen. werden auf diese Paßschwiengkeiten„pfeifen�, wie Lumpen und Spitzbuben das schon zu den Zeiten gethan haben, wo die Paßkontrole überall— wenigstens auf dem europäischen Fest« lande— bestand. Man wird sich erinnern, daß weiland zur Abschaffung des alten Paßunwesens der Grund durchschlagend „Jeanne ist eine liebenswürdige Dame, wie Sie bereit» selber bemerken konnten. Sie hat weder das Alter noch die Untugenden der Schwiegermütter. Sie liebt ihre Tochter, sie hat ihr große Opfer gebracht und bringt sie ihr noch. Ja ich glaube sogar, sie werde verzichten, mit ihr zusammen zu leben, wenn der Schwiegersohn eS verlangte... Mehr habe ich Ihnen nicht zu sagen, aber ich wiederhole: Ver« pflichten Sie sich nicht leichtsinnig!" Andreas fuhr zusammen und suchte die geheimen Gedanken Guntrams aus seinem Gesichte zu lesen. Er fragte sich, was er unter dieser Warnung ver« stehen solle. Erregt erwiderte er: „Gestern sprachen Sie anders. Major. Sie luden mich ein, Frau Valdieu zu besuchen; Sie schlugen mir sogar vor, mich zu begleiten. Sie sagten: Wenn wir Morgen beim Dejeuner zusammen sind, plaudern wir über unseren nächsten Besuch." „Ich rathe Ihnen ja auch gar nicht, ihre Besuche ein- zustellen. Jeanne hat Sie aufgefordert, sie fortzusetzen, und ich würde mich fteuen, wenn ich Sie dort wieder träfe. Aber Sie brauchen mich jetzt gar nicht mehr, da Sie bereit» vorgestellt sind." „Verzeihen Sie, wenn ich noch einmal auf Ihre ersten Worte zurückkomme. Ich will mir nicht die Frage heraus- nehmen,| weshalb Sie fürchten, daß ich mich zu rasch ver- pflichte. Ich will aber offen zu Ihnen sein: Ich bin bereit» verpflichtet, seit gestern bin ich gebunden I" „Sie sind bereits gebunden?-- rief der Major. ,.Wa» meinen Sie damit, lieber Andreas?" „Ich meine damit," erwiderte der Baron von Elven, „daß ich gestern, während Sie mit Frau Valdieu am an- deren Ende des Salons plauderten, Fräulein Therese meine Liebe gestanden habe." „Und sie hat natürlich geantwortet, daß..." „... Daß sie mich seit dem Tage liebe, wo ich das Glück hatte, sie aus den Händen eines Bösewichts zu be« fteien." „Darin sind sich doch alle Mädchen ähnlich! Beim war, daß die Paßkontrole blas dm ehrlichen Leuten lästig ge- wesen sei, niemals aber den Spitzbuben. Und so wird es auch mit dem jüngsten Rückfall in die Paßpolizei sein. Es ist wirk- lich ein Unglück, daß so viele Menschen kein Gedächtniß haben. Sie würden dann vor manchen Jrrthümern bewahrt, gegen welche die eigene Urtheikskraft fie nicht genügend feit. Do« Kerr« Kerrfurth, dem neue« Minister des Inner«, erwarten die Nationallibcralen, daß er ihnen in ihrer Verlegenheit, was mit dem Sozialistengesetz geschehen soll und od es sich nicht in den Rahmen des gemeinen Rechtes einfügen laffen könne, zu Hilfe kommen werde. Die„Rat.-Lib. Korr." schreibt:„Die Behauptung sozialdemokratischer Blätter, daß die nationall, derale Reichstaasfraktron eines ihrer Mitglieder mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs beaustragt habe, welcher die unentbehrlichen Bestimmungen des bestehmden Sozialistengesetzes dauernd in das gemeine Recht einführen solle, haben W, haben wir 6e' reits als unrichtig bezeichnet. Im gegenwärtigen Augmblick kann es gewiß nicht die Aufgabe einer parlamen- tarischen Fraktion sein, die Initiative in dieser zudem durchaus noch nicht dringlichen Angelegenheit zu ergreifen. Wir haben seit Kurzem einm neuen Mmister des tznnern in Preußen, zu dessen wichtigsten Obliegenheitm auch die Behandlung der Sozialistenfrage gehört. Es wird allgemein angenommen, daß Herr Herrfurth, der auf diesem Gebiete de- sonders erfahren ist, fich nicht mit dem auf die Dauer unhalt- baren Auskunftsmittel des Herrn v. Puttkamer, einer immer wieder- holten 2jährigen Verlängerung des bestehenden Ausnahmegesetzes begnügen, sondern daß er mit neuen selbstständiaen Vorschlägen zu einer dauernden Regelung der Angelegenheit hervortreten wird, wie solches schon längst von den verschiedensten Seiten gefordert worden. Man darf mit Sicherheit annehmen, daß auf diesem Gebiete der neue Minister des Innern nicht in den ausge- fahrenen Geleisen seines Vorgängers weiter zu wandeln gedenkt. Diese Entschließungen der Regierung abzuwarten, wird aber jede Partei für angemessen halten."— Von der„Natl. Co'.r." ging kürzlich der geistreiche Vorschlag aus, das Sozialistengesetz in ein dauerndes Spezialgesetz zu verwandeln. Nach dieser Probe kann man es nur mit Freude begrüßen, wenn die natio- nalliberale Partei auf jede Initiative in dieser Angelegenheit verzichtet. In dem Grkenntnist ges»« Ferkel und Genossen findet fich ein Passus, der besondere Aufmerksamkett verdient. Er lautet wie folgt:„Vergegenwärtigt man fich die historische Entwickelung der Sozialdemokratie und zieht man in Erwägung, daß bereits seit Ende der sechziger Jahre in Berlin Vereine de- standen haben mit denselben Tendenzen, wie sie von der So- zialdemokratie gegenwärtig verfolgt werden, und daß gerade die Zahl der Sozialdemokraten eine sehr starke ist, so liegt auf der Hand, daß der gewaltige Strom, in welchem die sozialdemokratische Bewegung sichschon länger als vor einem Jahrzehnt in Berlin befand, durch das gegen sie gerichtete, tief einschneidende Sozialistengesetz nicht plötzlich zum Stillstand gebracht werden konnte, daß vielmehr die Bewegung trotz dieses Gesetzes sich unaufhaltsam fortsetzte. Von diesem Sandpunkte aus wäre in Berlin das Be- streben der Sozialdemokraten, fich im Geheimen zu vereinigen, um die Vollziehung jenes Ausnahmegesetzes zu entkräften, sehr wohl erklärlich. Es läßt mithin schon dieses psycho« logische Moment von vornherein die Vermuthung zu, daß in Berlin eine derartige Vereinigung der Sozialdemokraten besteht." Das heißt mit anderen Worten: Es liegt in der Natur der Dinge und der Menschen, daß die sozialdemokratische Bewegung durch das Ausnahmegesetz nicht„zum Stillstand gebracht werden konnte". Und es liegt ferner in der Natur der Dinge und der Menschen, daß die Sozialdemokraten, nachdem das Ausnahmegesetz über fie ver- hängt worden ist,„Vereinigungen" gebildet haben, die nach dem Urtheil der Richter ungesetzlich find. Das Ausnahmegesetz geht also, nach dem Urtheil der Berliner Richter, gegen die Natur der Dinge und Menschen; es ist dies ein Gesetz, welches gegen selbstverständliche und natürliche Handlungen, wie j. B. daß Gleichgesinnte fich vereinen, gerichtet ist. Wir glauben, daß ein vernichtenderes Urtheil niemals über das So- zialistengesetz ausgesprochen worden ist,— daß ein vernichtenderes Urtheil über das Sozialistengesetz gar nicht ausgesprochen werden kann, als das Berliner Landgericht es mit jenem Passus in dem Erkcnniniß gegen Ferkel und Genossen ge- than H.xUhjgungsartikel über das Kartell dringt die „Post", indem fie ausführt,„daß es bei allseitigem guten Willen § gelingen wird, die Bekämpfung der Kartellparteren unter fich so lokalisiren, daß sowohl eine ernstliche Spannung zwischen den arteien, als auch eine Förderung der Wahlausstchten der egncr vermieden wird." Dagegen setzt die„Kreuzzeitung" ihre Polemik gegen die NationaUiberalen fort, indem fie der Befürchtung Ausdruck giebt, daß die Rationalltberalen dre Frei- finnigen unter der allgemeinen Bezeichnung„liberal" unter- stützen würden. Hierüber kann die„Kreuzztg." beruhigt sein, denn fie kann aus einer Berliner Korrespondenz in der neuesten ersten romantischen Erlebniß gerathen sich gleich in eine Begeisterung für den Retter..." „Und darauf habe ich sie geftagt," unterbrach ,hn Andreas ernst,„darauf habe ich sie geftagt, ob sie mem Weib werden wolle, und als sie antwortete, sie würde keinem anderen Manne die Hand reichen als mir, da habe ich ihr geschworen, daß sie meine Frau werden solle, und ich halte meinen Schwur." „Alle Wetter, lieber Andreas, Sie haben die Zeit aber gut ausgenutzt. Und daS alles geschah, während Sie die bretagnischen Volkslieder sangen? Beim dritten Liede wurdet Ihr für's ganze Leben einig?" „Ja, für's ganze Leben!" erwrderte der Baron, ohne mit der Wimper zu zucken. cm-rc r. „Und das thaten Sie, ohne d,e Mutter Theresens zu fragen, ohne an den sozialen Unterschied zu denken?" „Wir lieben uns und da» genügt." „Glauben Sie wirklich?.... Sonderbar! Wenn Therese mir so antworten würde, wäre ich nicht erstaunt. Sie ist neunzehn Jahr alt, hat also noch kein Loth Ver- nunst im Kopf. Aber Sie, lieber Andreas, Sie sind ein erwachsener Mann und wissen, was so eine Liebschaft Ich weiß nur, daß man nur einmal wirklich liebt." "Haben Sie denn niemals eine Maitresse gehabt?" „Rein, niemals! Meine erste Geliebte wird meine Frau�sem-Major seinen jungen Freund ungefähr so an, wie er einen Eingeborenen der Sandwichs- Inseln oder einen ftemden, unbekannten Vogel angestarrt hätte. Er war vollkommen sprachlos. „Aber um Himmelswillen," rief er endlich,„aus was für Holz seid Ihr Bretagner denn eigentlich geschnitzt? WaS Sie mir da sagen, armer Andreas, ist ja so gegen alles Herkommen, daß ich Sie nur bitten kann, es keinem andere« weiter zu erzählen, Sie würden sich in den Augen der Leute damit sehr schaden." „Mir liegt nur an der Meinung meiner Freunde *„Schön! Ich als Ihr Freund bin nun ernstlich der Nummer der„Hamburger Nachr." ersehen, daß daselbst erklärt wird,„aus Gründen der allgemein- politischen Situation und heutigen Charakters der deutschfteifinnigen Partei" sei eine Ver« ständigung der Nationalliberalen und der Deutschfreifinnigen ausgeschlossen. Die Altrrsnerliorgnngsvorlage bcurtbeilt das„Bayer. Vaterland" des Dr. Lsigl folgendermaßen:„Der Gesetzentwurf betr. Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter ist im Bundesrath„fertig gestellt" und wird den Arbeitern eine riefige Freude bereiten. Schon die Wartezeit von 30 Jahren, vor deren Ablauf man überhaupt nichts kriegt, bei der Alters- und von 5 Jahren bei der Invalidenrente muß herzerhedend wirken. Tritt dann der Arbeiter wirklich einmal in den Bezug der „Rente", so kriegt er jährlich die gewaltige Summe von 120 M., die Arbeiterin 80 M.; er wird also täglich 33 Pfennige, eine Rentiere des Arbeiterstandes 22 Pfennige zu verprassen haben, — zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Nach 5 Jahren steigt in den nächsten 15 Jahren die„Rente" um jährlich— 2, sage zwei Mark, dann gar um drei Mark. In den Bezug einer Altersrente von 1 30 M. tritt der Arbeiter erst in dem patriarcha- lischen Alter von 71 Jahren, d. h. wenn cr's erlebt, und auch nur dann, wenn er fortlaufend seine Besträge gezahlt hat.— Es ist erstaunlich, wie das Reich um ein sorgenfreies und genuß- reiches Alter der Arbeiter sorgt, d. h. wenn fie es erleben und stets Beiträge gezahlt haben. Jeder kann fich, Dank der Für- sorge des Reichs, von seiner„Rente" täglich eine— Maß Bier und eine Reichswurst dazu kaufen; zu einem Stück Brot reicht die„Rente" nicht mehr. Und davon muß er leben."— Wenn es fich um einen bayerischen Gesetzentwurf handelte, würde Herr Sigl allerdings bedeutend anders urthnlen. Die„Norddeutsche" meint zur Aufstellung Liebknccht's als sozialdemokratischer Kandidat im 6. Berliner Reichstagswahlkreis:„Was den Offcnbachern nicht mehr gut genug war, scheint also nach Meinung der Sozialdemokraten den Berlinern immer noch gut genug sein zu sollen." Herr Pindter scheint nicht zu wissen, daß Liebknecht, wäre ihm seiner Zeit die „Norddeutsche Allgemeine" nebst all:m, was drum und dran hängt, gut genug gewesen, vielleicht heute sein— Pindter's— Chef wäre, falls er— Liebknecht— die nöthige Genügsamkeit besessen hätte. Die sedöne Natalie ist nach Wien abgereist. Ihr Sohn ist bereits in Belgrad in den Armen seines„liebevollen" Vaters. In Pose« ist einer der Vertreter des Wahlkreises Mogilno- Gnesen-Wongrowitz im Abgeordnctenhause, der Rentner Wladis- laus v. Wierzdinski, im Alter von 53 Jahren gestorben. Er war nach dem Tode Kantal's dasjenige Mitglied der polni- schen Fraktion, welches dem Abgcordnetenhause die längste Zeit hindurch angehörte; von 1867—70 vertrat er den Wahlkreis Schrimm-Schroda-Wreschen, seit 1871 den obengenannten Wahl- kreis. Herr v. Wierzbinski war bereits als junger Mensch von 17 Jahren bei den Unruhen des Jahres 1348 bctheiligt und wurde damals vier Monate lang in Küstrin internirt; im Jahre 1863 war er in dem dekannten Polenprozesse nebst einer großen Anzahl von meist dem Adel angchörigen Landsleuten des Hoch- verrathcs angeklagt, wurde aber, nachdem er etwa ein Jahr in Untersuchungshaft zugebracht hatte, mit den meisten Angeklagten freigesprochen. Er hat manchmal für seine Fraktion im Abge- ordnetcnhause das Wort genommen.— Die polnische Fraktion hat während der gegenwärtigen Legislaturperiode auffallend viele Verluste durch Todesfälle zu verzeichnen. Von den 15 Mitgliedern, welche im Herbste 1885 gewählt wurden, find vier, und von den bei Ersatzwahlen gewählten ist auch bereits eins gestorben. Nene Ktenern bleiben nach wie vor das dringlichste Be- dürfniß des Reiches, wenigstens nach der Aufassung der Kon- servativen. Der konservative hesfische Landtagsabgeordnete Knobel empfiehlt in der„Kreuzzeitung" auf das nachdrücklichste eine neue Verbrauchs st euer auf Wein und Bier. Die Innnngsbriider find allerwegs eifrig beschäftigt, ihre Oraamsationen zu vervollständigen. So haben im Laufe dieses Monats der rheinische Provinzialtag der Tischler in Elber- seid und in Leipzig der sächfifche Jnnungsverband getagt. Die Beschlüsse dieser Körperschaften find die bekannten und überall dieselben. Gesetzliche Hilfe zur Unterdrückung und Bevormun« dung der Arbeiter— darauf läuft das A und das O der ganzen modernen Zünftelei hinaus. Nebenbei freilich wollen fich die Herren auch noch die unliebsame Konturrenz vom Halse halten und für fich Privilegien schaffen. Die Forderung der Einführung der Arbeitsbücher stieß auf dem rheinischen Tischler- tag indcß auf Widerspruch. Der Vertreter von Koblenz, Herr Trambowsky, sprach fich entschieden gegen die Legitimation der Gehilfen aus. Nicht blos die Sozialdemokratie bekämpfe die Arbeitsbücher, sondern überhaupt jeder denkende Arbeiter, weil ehen dadurch, daß man sie gewissermaßen unter Polizeiaufficht stelle, die Menschenrechte der Arbeiter verletzt würden. UebrigenS hätten die Meister auch kein Recht, die Existenz der Arbeiter zu erschweren. Es sei, so führte der Redner weiter aus, wiederholt vorgekommen, daß durch irgend ein Zeichen im Arbeitsbuch es dem Albester unmöglich gemacht wurde, wieder Arbeit zu er- halten. Herr Trambowsky führte einige recht drastische Bei- Ansicht, daß Sie in moralischer Hinsicht krank, ja sogar sehr krank sind, lieber Freund, denn Sie sind nicht im Stande, den Werth Ihrer eigenen Ansichten richtig zu beurtheilen. Die Vergleichspunkte fehlen Ihnen. Aus demselben Grunde irren sich auch Mädchen aus anständiger Familie so oft in ihrer Wahl. Wäre ich nun Ihr Vqter, während ich jetzt nur einfach Ihr Freund bin, so würde ich Sie in die Schule nehmen. Ich würde zu Ihnen sagen: Lieber Junge, schwärme erst noch etwas herum, bevor Du Dich für immer festsetzt. Wenn Du fünf oder sechs Liebschaften hinter Dir hast, ganz gleich ob mit Damen aus der großen, oder aus der Halbwelt... wenn sie Dir untreu geworden sind, oder Du ihnen, dann hast Du vielleicht genug Erfahrung gesammelt, um nicht blind in ein Wespennest zu greifen, vas heißt, eine dumme Heirath zu schließen, die Du später bitter bereuen müßtest." „Soll das letztere eine Anspielung auf meine Absicht sein, die ich Ihnen soeben mitgetheilt habe?" fragte Herr von Elve» sehr kühl. „Ja und nein. Ich behaupte nicht, daß Therese Ihrer unwerth sei... ich bin weit entfernt davon... aber ich sage, daß Sie eine große Dummheit begehen würden, die Ihnen später leid thun wird, wenn Sie sie ohne weitere Erkundigung Heirathen wollten." „Ich bin Ihnen für Ihren guten Rath sehr dankbar, Major, ich muß Sie aber doch bitten, sich näher auszulassen. Oder soll ich annehmen, daß Sie über Fräulein Valdieu oder Ihre Mutter Dinge wissen, die Sie mir mitzutheilen nicht für angemessen halten?" „Lieber Freund, Sie sind in Ihren Fragen schrecklich beharrlich! Sie sollten doch wissen, daß es Fälle giebt, wo ein galanter Mann sehr zurückhaltend sein muß. WaS soll ich Ihnen noch mehr sagen, zum Teufel! Ich bin kein Heirathsvermittler und habe auch nicht die Mission, Heirathen zu hindern. Ich will gar keine Verantwortung tragen." „Erlauben Sie mir, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß ich aus Ihrer Weigerung, mir zu antworten, Schlüsse ziehen kann, die für Frau Valdieu verletzend sind. Ich könnte vermuthen, daß Ihnen die Besorgniß den Mund schlösse, von ihr übel reden zu müssen." sprele zur Erläuterung an. Diese Ausführungen konniw�fen d.e Z-i den Zunftlern zwar nicht widerlegt werden, trotzdem ßii � i fie für die Arbeitsbücher, wobei einer der Redner die daRss.M ber- nende Hoffnung aussprach, daß das Quittungsbuch der ibesttanve, w brudcr für ihre Sache bestellt ist, mag die Thatsache zeifl» eme mit dem Provinzialtag geplante Ausstellung von Meß Das Urthei und Rohmaterial unterbleiben mußte, weil der Garanliefoickimes" hat p per Mitglied der Innungen 3 M.— nicht aufgebracht ach der einen, konnte. Und diese Krüppelschützcn wollen die Arbeiter ftikt, um de munden! Verlegung de Kri der Nachwahl zum wnrttemdergischen»bpaganda dei tage im Amtsbezirk Rottwest haben von 5915 SlimaHrde im Phi tigten 2756 abgestimmt. Auf Oekonom Sayer, der keinerjerhaupt tischen Partei angehören will, thatsächlich aber nichts es als ein Kar teil b rüder ist, fielen 2614 Stil Apotheker Lutz in Stuttgart(Sozialdemokrat) erhielt 107 1 men, 35 Stimmen zersplitterten fich. infolge cir Klägers, ei estellt hatte, Wonnen ............ e **«l,. rhrheit, gar i G-st-rr-ich-U«gartt. l vernünftige Die„Presse", welche als das dem Kabinct Taaffe Mc Brief, de stehende Blatt gilt, schreibt:„Das preußische Muckerblatt diesem Brie fich aus Wien einen Brief senden über die politischen Nppclmordes des Prozesses Schönerer. Es bleibt der„Kreap dem irische natürlich unbenommen. B.trachtungen anzustellen über diejgedrückt. fischen Folgen der kriminellen Verurtheilung einer im% lieber j liehen Leben stehenden Persönlichkeit. Als eine unerhörte?» zialisten best aber muß es zurückgewiesen werden, wenn die„Kre« rzu erwähn, sich untersteht, diesen Prozeß, beziehungsweise die VerartWety und d Schönerers, als eine rein„polittsche Maßregel" hinzu!»rünglich rä durch die man sich eines unbequemen politischen Gegnerfibs; die Lee ledigt habe. Es sei hiermit den sauberen Patronen ooir vor etwa 8 „Kreuzztg." ein- für allemal gesagt, daß in Oesterreich die n Klub Lon' und Strafjustiz staatsgrundgesetzlich jeglicher EinflußnaWp ein paar i Regierung oder irgendwelcher sonsttger Faktoren enW>ufügte unl und daß dieser Grundsatz nicht blos auf dem Papiere Wj Parteiorgc fassungsurkunde steht, sondern seine festeste und unerschußH tausende Stütze vor allem in dem traditionellen Bewußtsein dessten Netze reichischen Richterstandes von der Erhabenheit seines A Wir müssen jedem Staatswesen herzlich gratuliren, in das Walten einer Kabinetsjusiiz ebenso unmöglich ist, uns in Oesterreieh."— Na, na! fij ru r i z*-.CU die stren Aus Bern, 13. Juli, meldeten Telegramme des„W- �zwiegersohn „Der Präsident des Grütlivereins und Sozialist Leaq auch einer umspann deutschen S ung'„Sozi e Streitigk n die strenj »zialist Leagi iation eintra >tswahlen ve >en Provinz, rzahl derje publizistisc beiterbundes hat vom Bundesrath Auskunst erdeten Kreisschreiben des Justizdepartements an die kantonalen rungen, betreffend die politische Ueberwachu» sozialistischen Versammlungen. Der Bundesrath antwortet Kreisschreiden bezwecke lediglich, daß er(der Bundesrat_____ alle Vorkommnisse, welche die innere Sicherheit des Landchift„The Ko die internationalen Beziehungen berühren, oricntirt sein% sozialistisch er werde dei eintretenden Mißdräuchcn jeder begründete».'entlich nur ei Gehör schenken. Sein Bestreben sei darauf gerichtet, rr fie greift d als möglich die Anforderungen, welche die Sicherheil desA ein durch l an ihn stelle, mit der Achtung vor den individuellen»meinen,. T zu vereinbaren."— Die Ueberwachung von Versam>»�aliatsschrift Geschick ret Reihe klein on" entsinn cheration") I 'men, um Kandidate ung des i eine„Chri sozialen E Aschen christ Wichen Soz .Lehren C jlalist" ist i zwei klein, bezw. die Berichterstattung über solche durch kontonale wird ihren Zweck ganz und gar nicht erreichen. Die Am versammeln sich nicht öffentlich, sondern in geheimen fl'ul Sozialdemokraten aber lassen fich die Redefreiheit nicht» iner n und dabei sehen fie sich vom gesammten Publikum stützt. Zudem wird die Berechtigung des Bundesralhs P Anordnungen bestritten und daß er fie geheim hielt, maa> schlechtesten Eindruck, weil es ein Eingeständniß des U' war. Auch konservative Blätter, welche neuerlich noch v>e Weisung von Sozialdemokraten billigten, finden das des Bundesrathes, der mit Blindheit geschlagen zu sein unstatthaft und gefährlich. Die Behauptung bewahrheitet sich, daß in A forschungen stattfanden, als die in der Schweiz oo Spanier ihr N a t i o n a l f e st abhalten und c i» f A �.9% Ds£.e," blikanische Fahne entfaltet werden sollte, die V« R�kt»The als eine des weiland savoyischen Königs Amadeo enW Basein un Der spanische Gesandte hatte reklamirt und Herr Droz Me v om lst hört. Wenn Graf de Almira den gewohnten HandeMN Frau W( geschlossen hat, treten für ihn drei Jahre Fenen erneuen Mitmb dieser Zeit muß doch auch etwas nach Madrid relatirt I*n Fürst Pet bald von einem Manifest des Don Carlos, bald von einW�N englische, steckten republikanischen„Pabellon", in dessen Schatten i«' Genf oder Zürich ein rrpublikanisches Pronunziamiento fll m.-___ werden könnte... Die Presse spricht fich über das EM,,.'��enei kommen des Herr Droz ,ehr ungünstig, ja ungehalten auKff/ a* findet dergleichen Vorgänge abderttisch und mehr für Km** �oauets v als für Slaatsaktionen geeignet...den ,u send� In Zürich diskutirt man lebhaft das neue G e in/i?� S' 5 aesetz, welches Sonntag zur Volksabstimmung kommt- rn. selbe fordert eine höhere Taxe für die Einbürgew� �£ Schweizerrecht. Die demokratischen Blätter opponirenj)� und auch Einsendungen an die liberal- konservative ,1 -tirn. Ihm begann.«hinrstsch Freundschaft für Jea«� ten durch eu Liebenden'....... Guntram runzelte die Stirn. duld zu reißen. Aber aus aus Mitgefühl für diesen"naiven Liebenden h>� Schreibmitt an sich. tct. Die Z „Sie gehen in Ihrer Logik, mein Lieber," N'brittm�al „viel zu streng zu Werke. Und um Ihnen dafür �Lamvenruß weis zu liefern, will ich Ihnen einen Rath geben. und Leim holen sie der Mutter Theresens bei Ihrem nächste» Zaller Brenn in der Villa am Boulevard d'Jtalie unsere heutige fjfiingszwecke Haltung Wort für Wort. Und dann ftagen Sie wimung sich er sie davon denkt. Verhehlen Sie ihr nicht, daß meine l�lanz und( haften Reden Sie beunruhigen. Bitte» Sie sie sogar �"enweit L sieJhnenzuerme»." „Und wenn ich das gethan habe...?". ichebereitung „... Dann werden Sie wissen, woran Sie sin»«» und den muß Ihnen antworten, und Sie können sich au»( manchen Or eigenen Mittheilungen eine Ansicht bilden. WaS schehen möge, ich habe mir dann nicht» vorz», Unsere heutige Unterhaltung hierüber wollen wss. hier abbrechen. Sie wissen, lieber Andreas, immer Ihr treuer und ergebener Freund bin und werde. Aber reden wir letzt von etwas Anderem. Sie werden nicht errathen, wie ich die vergangen�' verbracht habe." „Nein.", „Ich habe auch Zerstreuungen aufgesucht,, nach Ihrem Geschmack sein werden. Nun, ich nicht tugendhast. Zuerst habe ich gespielt und eM.� liche Summe verloren. Dann habe ich mit einigen I. soupirt. Ach! Sie hätten schöne Dinge gehört, da gewesen wären, und Sie hätten viel von de» einer Welt gesehen, die Sie nicht kennen." Cannablüthc ur Tusche !el von 8« ist häufig und dem i verschiedene der echten ie Masse t welcher vi« dort neue und Fischlei galle deise Geruch, zu lassen, . schiedenen he, die Ho erthvoller, esten find d „Ich will sie auch gar nicht kennen lernen."„hl- Jramollr* „Da thun Sie Unrecht daran. Sie /mmifters g ziehung in dieser Hinsicht noch ergänze». Und bisherig u-' v-n v»v|vv ✓ nir n? Das Urtheil der Jury in dem Prozeß O'Donnell gegen die arantiefo«imes" hat politisch absolut gar leine Bedeutung,— weder gebracht ach der einen, noch nach der anderen Seite hin. Denn der Arbeiter bukt, um dessentwillen der Prozeß angestrengt ward: die Verlegung der Anklage, daß die Parnelliten mit der Femschen paganda der That in Verbindung ständen und speziell die rde im Phönix- Park gebilligt hätten, kam in dem Prozeß erHaupt gar nicht zur Verhandlung. Und c infolge einer— vielleicht beabsichtigten— Ungeschicklichkeit Klägers, eines zweifelhaften Individuums, das die Klage zischen 5 Slin» der teil nichts 614 B iitelt 107 �gestellt hatte, daß nach den bekanntlich sehr strikten englischen chtsformen ein Eingehen in die Sache, also der Beweis der rhrhett, gar nicht statthaft war. Uebrigens glaubt in England i vernünftiger Mensch, daß der von den„Times" verössent« Taaffe Me Brief, der angeblich von Pamell herrühren soll, echt sei. IZuckerblB diesem Brief wird, wie man fich erinnert, den Urhebem des iHUschcn Appclmordes im Phönix-Park(begangen an Lord Cavendish der„Krcch dem irischen Renegaten Bourke) die wärmste Zustimmung . x___ Sl# i über dillgedrückt. ■im fu(■ rner unerhöitl die„st! e Verur l" hinzul n Gegrn eber die Organisation der englischen z i a l i st e n wird der„N. Fr. Pr." geschrieben: Zunächst zu erwähnen die Sozialdemokratie Federation, die Fabian . ety und die Sozialist League. Die beiden elfteren waren «ünglich radikale, beziehungsweise freidenkerische Debattir- , die League ist eine Abzweigung der Federation. Es ronen oöV vor etwa 8 Jahren, daß fich aus einem vorstädtischen radi- erreich diejn Klub Londons die Demokratie Federation absonderte, die �stußnaholm ein paar Jahre später ihrem Ramm das Wort„Sozial" m entuMlfugte und seitdem in dem Wochenblatte„Justice" aviere der' Parteiorgan hat. Die„Federation" zählt heute unericbötdje tausende von Mitgliedern und hat mit ernem «ein v.S im Vietze von Zweigvereinen sowohl die Hauptstadt, in-s Amtä'' auch einen großen Tbeil von England und Schott- eu in umspannt. Ihr Programm ist ähnlich wie das ick' ist in» deutschen Sozialdemokratie. Bald nach Aufnahme der Be- ' hnung-„Sozial" in den Ramm der„Federation" veranlaßten «e Streitigkeiten über Fragen der Tattik und der Organi- .pn die strengen Marxisten unter der Führung von Marx' des„W- �zwiegersohn, dem Dr. Aveling, auszuscheiden und die und Sozialist League" zu bilden, die dann in eine mehr theoretische rbeten w%Wton eintrat und deshalb auch jede Betheiligung cm Paria- ntonalen �itswahlen verwirft. Auch die„League" hat in London wie wach u» den Provinzen zahlreiche Zweigvereine, die jedoch an Mit- antworteid'derzahl derjenigen der„Federation" bedeutend nachstehen. undesrind re publizistische Vertretung hat die„League" in der Wochen- des LcmdlHft ,,The Kornmonweat". Die„Fabian Sozicty", die meist rtirt sein? sozialistisch gewordenen bürgerlichen Freidenkern besteht, ist ziündctcn'entlich nur ein großer populär-wissenschaftlicker Debattirklub; erichtet, fr ste greift doch auch sehr rege in die öffentliche Organisation cheit desUt ein durch Unterstützung der sozialistischen Propaganda im iduellen �vittnen. Die von der„Fabian Soztety" herausgegebrne Versonun�natsschrift„Our Corner" wird von Frau Besant mit Geist rntonale Geschick redigitt. Außer diesen drei giedt es in London noch Die Ana�e stieihe kleinerer Organisationen, von denen die„Sozialist ffiuH.ion" entstand, als Champion und Hyndman(von der '-'Cration") bei den 1885er Wahlen von den Tones Geld imm, um die Londoner Arbeiter zur Unterstützung der Kandidaten zu veranlassen. Alsdann giebt es unt.r der ung des englischen Hochkirchgeistlichen Stewart Headlam eine„Christian Sozialist Party", die aber mit der Christ- Sozialen Stöcker'scüer Observanz nichts gemein hat. Die zschen christlichen Sozialisten unterscheiden fich von den ttichen Sozialisten nur dadurch, daß fie ihr Programm auf Lehren Christi dafiren. Ihr Organ,„The Christian äist" ist in politischer Hinficht äußerst radikal geholten. zwei kleine anarchistische Gruppen haben die Engländer. it nicht lZublikuM isralhs zu nett. Ml fjch 0* i das» i zu sein in �-i n'e te? eine, deren Haupt ein gewisser Seymour ist, giebt die Mo- e die ßch�schrift„The Anarchist" heraus. Sie führt ein recht idylli- nbeo etiWß Dasein und hat noch niemandem etwas zu Leide gell, an. ch Dro, ihreedrom" ist das Organ der anderen Gruppe, deren Mittel- Handeli�kt Frau Wilson ist, die Gattin eines reichen Börsianers. -rien ein � dm Mitarbeitern des Wilson'schen Journals zählt unter an- rclatirt t*" Fürst Peter Kmpotkin, der indessen seine Hauptthätigkeit z von einten englischen Tageszettungen und Revuen widmet. KVattKr-ich. Die Szenen im franzöfischen Abgeordnetenhause zwischen »langer und Floquet haben ein blutiges Rachspiel ibt. Der Exgeneral hat sich durch die vernichtenden An> e Floquets veranlaßt gesehen, dem Ministerpräfidenten seinen [en zu senden, und so ist es, wie bereits telegraphisch ge- t, zum Duell gekommen. Ein Zweikampf zwischen fischen Politikern gehört nicht zu den Seltenheiten: so die rasch erregbaren Franzosen zu dem Ausgleich ihrer chatten in amicnto � : das Em halten auS-, lt für : G em''- g komitck' Aus Kunst und Zeden. egann �Chinesische Tusche. Dieses beliebte und in den besten für Ieann�ten durch europäische Erzeugnisse noch nicht ersetzte Zeichnen nden V afr*1 uwJ,u' cuiupaiicge �rzeugnlsie nocy niaji cMcgic oerajuen* hl£ Schreibmittel wird bekanntlich im wesentlichen aus Ruß Jet. Die Zeitschrift„Ausland" bringt darüber nachstehende •♦V*-, //♦♦U31UUV ViHHJV VUkUVV*- cker" sn�cssante Mittheilungen.„Die Erfindung stammt etwa aus dafür Wj �rttten Jahrhundert v. Chr. Man�fertigtt damals Tusche geben. � und'Lestm Später nächstes Kaller Brennstoffe dedient. heutige �tungszwecken verwendet und Fichtmholzmß mit äter hat man sich zur< einem Gemisch von ....„----„...„.mg des Ruffes Orten, wo Erdöl zu Äe- r,..........„.»v, soll der aus seiner Ver- n Sie fi'unung sich ergebende Lampenruß eine Tusche geben, welche -*-"fc"..... �------' �' von Ztadelhölzem An wird, n Sie si-imung fich ergebende Lampenruß eine T ß meine t�lanz und Schwärze der aus dem Ruß uun ste sogar ��vteit überlegen sein soll. Man soll angeblich dem- m auch ein Zehntel Ruß aus Sesamöl oder etwas Kampher« Angemengt haben. Heutzutage soll man den Ruß zur rntbi™*nB t?yenct aus harzigem Radelholj, als aus Hanf- st"" und den öligen Stoffrn der vrxanära cordata gewinnen. ous manchen Ort?» kl.____ t.rka iSie. sich aus Wai » vorz' WWW und Fischleim verfertigt, welchem man ein Quantum fauliger rngchlle beisetze. Diese gebe der Tusche nicht nur den spezi- - Geruch, sondern auch Vre Eigenschaft, fich sehr zu lassen, und bei der Bereitung sei das Zusammenreiben schiedencn Stoffe, welches mit der Hand auf Glasplatten le- die Hauptsache. Die Tuschen gelten für desto feiner lerthvoller, je Uefer sie im Waffer einstnken, und die ge» ejten find diejmigen Sorten, welche auf dem Papier mit tfarbigem Schimmer glänzen." liistes Ghescheidungostatistik. Ein Bericht des % Fl nsel R'��ohin der Bericht geht, 7598 Paare. Das macht für sehen f %. nen die verschiedenen Ansichten mit den Waffen bereit find, ebenso ricdlich und unblutig verläuft gewöhnlich der Kampf. Wie aus dem Telegramm hervorgeht, ist es diesmal ernst hcrge- gangen. Boulanger soll eine schwere Wunde davongetragen zaben. Der Exgeneral stand, als er noch Kriegsmintster war, chon einmal vor einem Zweikampfe mit Fcrry, der jedoch an der Weigerung des letzteren scheiterte. Damals hatte Boulanger die Popularität infolge seines nach den Duellgesetzen korrekten Auftretens für fich und es wäre nicht unmöglich, daß ihm das Eintreten für seine Ansichten mit den Waffen ein gewisses Mattyrium verleiht, welches im Stande ist, seiner Person wieder das nöthige Relief zu geben. Sein Befinden ist übrigens, wie die letzten Telegramme besagen, befriedigend, Fieber ist nicht vorhanden., Boulanger richtete ein Schreiben an die W a h l e r von Ardöcke, in welchem er sagt, er habe damit, daß er die Auflösung der Kammer und d,e Revifion der Verfassung beantragt habe, sein Mandat erfüllt, die Kammer habe sein Verlangen mit der Verhängung der Zensur gegen ihn beantwortet. Er fordere die Wähler von Ardöche auf, bei der am 22. d. M. stattfindenden Deputiitmwahl den durch ,hn aus- gesprochenen Forderungen des Volkes die Bestätigung zu geben, er hoffe, selbst zu ihnen kommen zu können, die Wahler wur- den, wenn fie für ihn stimmten, ihr Votum nicht.für eme Partei, sondern für die innere und äußere Unabhängigkeit ad- Bei dem doulangistischen F e st b a n k e t in der Avenue Daumesnil führte Raquet anstatt Boulanger's den Vor- fitz. Raquet theilte mit, das Befinden Boulanger's sei ein de- riedigendcs.— Vor dem Redaktionsbureau der boulangistischen „Cocarde" in der Rue Montmartre fanden während des Abends einige Ansammlungen und lärmende Kundgebungen statt, es ML.'.?,?. Äffin«»«- Woche in geheimen Sitzungen mtt der Omnibusfrage, die nun schon seit fünf Jahren in der Schwebe ist. Dre Omnibus- gesellschaft, welche bisher das Monopol für Paris hatte, tragt den Bedürfnissen des Verkehrs nur insofern Rechnung, als dies ihr in den Kram paßt und zu stattlichen Einnahmen verhilft. Ste will so viel als möglich nur diejenigen Linien fleißig befahren, wo ihre Wagen immer besetzt find, zur großen Verweiflung des auf allen Stationen harrenden Publikums, und hat dagegen auf an- deren Linien die Fahrten eingeschränkt, ja in mehreren Fällen, wo es galt, neue Linien zu eröffnen, einfach die eingegangenen Verpflichtungen vemachläsfigt, weil fie fich daraus leinen un- mittelbaren Gewinn versprach. Schon lange hadert der Ge- meinderath deshalb mit der Gesellschaft, welche fich hinter Aus- flüchte verkriecht und behauptet, ihre Einnahmen hätten fich stark vermindert, was fie dann auch dem Publikum durch die Ein- schränkung ihrer Wattelokale, ihrer Fuhrwerke, Pferde und ihres Personals weiß zu machen suchte. Jetzt dringt der Gemeinde- rath, welcher schon einen Prozeß gegen die Gesellschaft in Be- treff der Eröffnung von zehn neuen Linien in erster Instanz gewonnen hat, in die Seine-Präfeltur, daß er die Konzession aufhebe und der Gesellschaft das Monopol entziehe, wenn fie nicht binnen Monatsfrist der an sie ergangenen Aufforderung Folge leistet. Sie hatte nicht die gettngsten Anstatten getroffen, dies zu thun, sondern der Langsamkeit der Gerichte vettrauend, Miene gemacht, das zweitinstanzliche Urtheil abzuwarten. Die Gesellschaft ist verurtyeilt, hundett Franken täglich Schadenersatz zu zahlen, bis ste dem Richterspruche willfahtt; aber es scheint, als wolle ste es darauf ankommen lassen und inzwischen im alten Schlendrian fottwirthschaften. Wenn der Gemeinderath Recht behält, so wird die städtische Verwaltung von dem Material der Gesellschaft Besitz ergreifen und selbst den Betrieb l>er Omnibusse und Tramways leiten. Man ist nun sehr auf die Entschei- dung gespannt. Kelgie«. Obwohl Belgien über eine ganz gewaltige geistliche Armes' verfügt, sucht die katholische Partei ihre Reihen i immer nehr zu verstärken. Die jetzige„katholisch, konservative fott- chrittliche"� Regierung— so nennt fie sich selbst— ist in diesem sch,_- � Punkte nicht engherzig. Das ministettelle„Brüsseler Journai" ettlätt mtt anerkennenswerther Offenheit, daß die katholische Partei bereit ist, mit Ausnahme der„Pttesterfresser" jeden als Parteigenossen anzunehmen,„selbst die Demokraten", und das ist die„konservative" Partei Belgiens. Inzwischen verstärkt fich die geistliche Armee auf das Ansehnlichste; aus allen Theilen Belgiens kommen Berichte von dem Zunehmen der Klöster, der Ausdehnung ihres immer mehr anwachsenden Besitzes und ihrer empfindlichen Konkurrenz für die Kleinindustrie. Schon 1846 hatte Belgien 779 religiöse Korporationen mit 11 968 Mönchen und Nonnen; bei der letzten Zählung von 1880 war die Zahl auf 1599 religiöse Korporationen mit 25 362 Mönchen und Nonnen angeschwollen. Seitdem, besonders seit die Klettkalen wieder am Rüde, fnd, wächst ihre Zahl mächtig. Die Stadt Brügge hat heute 40 Klöster, und selbst in der Provinz Luxem- bürg, in welcher früher klösterliche Niederlassungen eine Selten- heit waren, find in letzter Zeit 16 neue Klöster entstanden— alle mtt ansehnlichem Grundbefitze. Im Jahre 1690 hat wieder ersten drei Jahre 20537 Fälle. Im Jahre 1886 war es 2301 Mal der Mann, der die«Scheidung verlangte, und 5297 Mal die Frau. Diese ist es also doppett so häufig, die fich in der Ehe unglücklich fühlt und eine Lösung des Eheoerhättnlsses herbeisehnt, odschon die Lage der geschiedenen Frau gesellschaft- lich und meist auch in Betteff der Erwerbsverbältnisse ungleich ungünstiger ist, als die des geschiedenen Mannes. Die Männer verlangten die Ehescheidung meist wegen Ehebruchs der Frau(1011 Mal), die Frauen nur 406 Mal wegen Ehebruchs des Mannes, dagegen fast in allen übrigen Fällen wegen Mißhandlung. 4417 geschiedene Paare hatten Kinder. 183 Paare waren weniger als ein Jabr verheirathct, hatten also sehr rasch die Ueberzeugung erlangt, daß fie nicht für einander geschaffen seien. Dagegen waren 970 Paare 20 bis dreißig, 177 dreißig bis vierzig Jahre, 39 Paare sogar vierzig bis fünfzig Jahre lang mtt einander verheirathet gewesen, ehe fie herausgefunden hatten, daß ihre Ehe für fie eine unerträg- liche Bürde sei. Unter den Männern, welche die Ehescheidung verlangen, find Grundbefitzer. Rentner, Angehöttge der gelehrten Stände, Kaufleute und Fabrikanten in der Mehrzahl. Unter den Frauen, von denen die Scheidungsklage ausgeht, wiegen„selbst ständige" Arbeitettnnen vor. lieber Kannibalismu» an der Mestkuste Afrika» wird'dem„Hamb�Fr." von einem Freunde aus Buauma. New- ...---- j.Afrika,"i"..... Kalabarfluß, West-Äfttka, Ende April dettchte:„Im Januar dieses Jahres bekamen sämmtltche Europaer, die sich an den so- genannten Oelflüssen aufhalten, sowie die Köniae und Haupt- chefs der einzelnen Länder— Bencn, Braß,-öonny, Rew- Kaladar, Okrika und Opodo- die Aufforderung, in Bonny zu erscheinen, um an einem Palaver, welcher auf I. M.„Rovalist abgehalten werden sollte, theilzunehmen., Sammtliche Aufge- forderte kamen; die Europaer theils m kleinen Dampfbarkaffen, theils in Gigs, die Eingeborenen in ihren schlanken Gigkanus, seine Freude darüber ausdrückt, daß die Rativcs so zahlreich er. schienen, bemerkte er bei den einzelnen, oben angeführten Stam- men ihre Fehler und legte ihnen ans Herz, fie zu bessern. Rur als er auf die Okttkaleute zu reden kam. sprach er sehr ernst und Die Okttkaleute wohnen im Rigerdetta, von Bonny etwa 6 Stunden entfernt, an einem Creek. Ihre Hauptbc chafttgung ist der Handel. Sie tauschen ihre Produkte: Palmol. Palm- kerne, etwas Elfenbein und Jndiarubber mit den Europäern eine Zählung der geistlichen Genossenschaften stattzufinden; ste wird zeigen, wie eisern die Hand der Kirche Belgien umspannt. Italie«. Deputirtenkammer. Bei Berathung der Kommunal- und Provinzialreform wurde der Antrag der Regierung, nach welchem allen politischen Wählern ein administratives Votum gewährt wird, mtt 271 gegen 38 St. angenommen. Der von der Regierung bekämpfte Antrag, wonach den Frauen das administrative Stimmrecht gewährt werden ' o l l t e, wurde abgelehnt. Koziales mh Arbeiterbewegung. Die neue Auflage einer alten Geschichte. Man chreibt dem Leipziger„Wähler":„Schon oft ist über die trau- rigen Zustände, welche im Arbeiterleben henschen, geschtteben worden; aber Zustände, wie ste in einem Städtchen an der Zwickauer Mulde herrschen, dürfte nur selten ein Zeitungsbettcht aufzuweisen haben. Von den in Coldiy befindlichen Fabttken ist die Strumpfwaarenfabttk die kleinste, zugleich aber diejenige, in welcher die Arbeiter, oder richtiger die Arbeiterinnen am meisten ausgenutzt werden. Die Besitzer dieser Fabttl find zwei „edle, wohlthätige, den Arbeitern wahrhaft wohlgefinnte" Kar- tellbrüder und verstehen es auf's vortrefflichste, die Ardettcr ver- dienen und wiederum nicht verdienen zu lassen, d. h. fie sozu- ägen abrackern zu lassen und ihnen den sauerverdienten Lohn um ein Bedeutendes zu kürzen. Die hohen Löhne werden in die Welt hinausposaunt, doch von den Abzügen spttcht Niemand. So zeigt fich der Kartellbmder im schönsten Lichte. Doch der Leser wird fich aus folgenden Zeilen selbst ein richtiges Bild machen können. Laut Fadrtkordnung beginnt die Arbeitszeit früh 6 Uhr und endigt nach dem Willen der Pttnzipale. Run vergeht aber kein Tag, an dem die Mädchen nicht bis Abends 9, 10 und 11 Uhr arbeiten müssen. Und was ist der Lohn für diese(um nicht ein härteres Wott zu gebrauchen)— Arbeit? Für diese in 13—15 stündiger Arbeitszeit gelieferte Waare erhalten fie 10 M., höchstens 12 M., d. h. ohne Abzug der Fabrikstrafen und des Nadelgeldes; auch sei noch ausdrück- lich bemerkt, daß es fleißige Mädchen sein müssen, welche diesen „horrenden" Lohn verdienen, oder vielmehr nach Fug und Reckt verdient hätten. Aber was wird ausgezahlt? Höchstens 7 bis 8 M., oft noch weniger, denn für das Dutzend Jacken zu stricken bekommen sie z. B. 1,20—1,50 M., also für die Jacke 10—14 Pf.; hiervon wird ihnen aber für jeden Fehler(der- untergefallene oder zersprungene Maschen oder Oelflccke) 10. Pfg. abgezogen, für Arbeit mit größeren Fehlern be- kommen fie aar keinen Lohn. Wenn man nun im Durchschnitt 5 Jacken auf das Dutzend rechnet, die unvermeidlich fehlerhaft sind, so kann man fich einen Begriff machen, wie ein Mädchen arbeiten muß, um obigen Betrag zu verdienen. Aber noch nickt genug, auch jede Minute, die ein Mädchen von der Arbeits cett versäumt, wird bestraft und zwar bis zu 5 Minuten mit 10 Pf., für größere Versäumniß steigt dementsprechend der Bettag der Strafe. Zuletzt kommt noch dazu, daß die Arbeitettnnen die Nadeln für die Stttck-Maschincn im Komptoir kaufen müssen, und etwas springt da auch für das Geschäft heraus.— Die Masse bringts. Also von 7—8 Mark soll ein Mensch den ganzen Lebensunterhalt für eine Woche bestreiten, sich Kleidung und alle möglichen Bedarfsattikel kaufen! Daß bei einer so langen Arbeitszeit nur gute und kräftige Lebensmittel die ver- brauchten Kräfte zu ersetzen im Stande find, und daß diese Geld kosten, darnach fragen die„Arbttterfreunde" nicht. Wer» den diese Mädchen nicht der Prostitution in die Arme ge- trieben? Hierzu ein Beispiel: Ein Mädchen hatte sich(nach ihrer und anderer Personen Aussage) einmal ein Herz gefaßt und die Arbeitgeber über die schlechten Löhne zur Rede gesetzt. Was war die Folge dieses Schttttes? Sie wurde, als einige Geschäftsleute Rechnungen über bei ihnen ent- nommene und nickt bezahlte Waare in das Komptoir schickten, einfach mtlassen. Da ihr Logiswitth, welchem fie noch schuldete, ihre Kleider innebehalten und fie auch noch verklagt(!) hatte, was blieb ihr übrig? Sie wandte dem Fabrikleben den Rücken und wandelte ihres Weges.— Wohin?— Bis dahin hatte fie der Versuchung widerstanden, ob sie es auch ferner thut? Wer mag es wissen? Und wenn fie in den Abgrund stürzt, wer hat die meiste Schuld daran? Niemand anders als die„Arbeiter- freundlichkttt" der kartellbrüderlichen Arbeitgeber. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß die Häkelardttt in der Stadt von Frauen und Kindern gefettigt wird; und zwar bekommen diese für ein Damenhemd, welches ste an der Hals- und den Armöffnungen (Aermel giebt es daran nicht) mit doppelreihigen Spitzen bchäkeln müssen, vier blanke Reichspfennige!!! Bei diesen trauttgen Zuständen haben diese Herren Kattellbrüder noch die Un- verfrorenhttt, fich als Dolksbeglücker und Elcndlinderer hinzu- stellen! Der Streik der Werftarbeiter de«„DttlKan" in Bredow bei Stettin ist beendet und zwar zu Gunsten der Ar- dttter. Um schleunigste Uebersendung der noch ausstehenden Sammellisten bittet Karl Pirch, Schlosser, Veteranensttaße 10, Hof 4 Treppen. aus, und zwar hauptsächlich gegen Rum, Gin, Pulver, Zeug und Salz. Landdau und Viehzucht ist ihnen wohl bekannt, aber zu unbequem, und fie tauschen daher lieber einen Theil der ttn- gehandetten Waaren mit den Jboleuten, d. h. Leuten, die im Jnlande wohnen, gegen Bams, Kanada, Bananen und Platanen aus, als selbst zu arbeiten. Ihre Religion ist der Fetischdienst, und diesem ihrem Gott zu Liebe wird der schrecklichste Kanni- balismus getrieben. In der Nacht geht der Priester mit seinen Sklaven umher, um seine Beute zu fangen. Nichts wird geschont— Greise und Kinder— alle fallm ihm zum Opfer. Als Schrttber dieses vor drei Jahren dort in Geschäften war, wurde versucht, einen meiner großen, kräftigen Neger von der Krutüste zu fangen, und nur durch energisches Auftreten wurde das Tödten desselben verhindett. Jeder Okrikamann hat spiygescharfte Zähne und langgewachsene Nägel. Nicht nur an lebende Personen machen fie sich heran, tödten und verzehren fie, sondern auch an todte. Leichen, vom Wasser angeschwollen, die auf dem Fluß treiben, find ein beliebtes Nahrungsmittel, ebenfalls fttsch ver- schartte Leichen. Auch der todte Häuptling erfordert viele Opfer. Stirbt ttn solcher, so werden ihm so und so viel Sklaven, je nach seinem Vermögen bemessen, mit auf den Weg nach dem „Jenseits" gegeben, und zwar findet folgendes Verfahren statt: 1. werden einige hübsche junge Mädchen getödtet, die Köpfe ab- geschnitten und in die Gräber gelegt; 2. mehrere Sklavinnen werden festlich gekleidet und dann in die Erde gelegt, indem man ihnen Nase, Mund und Ohren mit Lehm verstopft; 3. werden mehreren Sklaven die Arme und Bttne gebrochen und fie dann ebenfalls lebend ins Grab gelegt; 4. werden einzelne Sklaven an 30—40 Fuß hohen Pfählen mit dem Kopf nach unten aufgehängt und bleiben daran, bis der Tod ttnge- treten ist, um dann ebenfalls verschartt zu werden. Dieses ist der Kannibalismus, der in unserer unmittelbarm Nähe bis auf den heutigen Tag herrscht." Eine eigenthümliche atmosphärisch« Grscheimne» wurde am 10. d. im Kanal beobachtet. Die Lust war nämlich so dünn, daß man von Dover und Folkestone aus eine Fernficht von 30 bis 40 Meilen hatte. Der Leuchtthurm von Cap Grisnez bei Calais und der Thurm der Kathedrale und die Napoleonssäule in Boulogne konnten deuttich mit dem bloßen Auge gesehen werden. Die Entfernung von Dover bis Bou- logne beträgt 28 englische Meilen und die Napoleonssäule ist zwei weitere Meilen landeinwärts. Theater. Sonntag, den IS. Juli. Friedrich- Wilhrlmstädtischrs Theater: Fatinitza. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gstend-Tsteater: Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kellealltence- Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater: Don Juan. Montag: Dieselbe Vorstellung. Miktarta-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Dieselbe Vorstellung. Aoaigstädtisches Theater: Der Straßen- junge von Paris. Ziesel Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaatmann's Uarittt: Spezialitäten- Vor- stellung. Toncordia» Theater: Spezialstäten- Vor- stellung. age 1 T». SM.- 10 A. Fwaerama, Eine Reise durch das Bern er Oberland.— Der ganze und Aufbahrung Kaiser Wilhelms Trauerzug im Dom. Enkee i Cycl. 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonn. Mel's k!ki«er Nolksgarm Gesundbrunnen 60 Kad Ktraße 60. Jeden Sonntag: Gr. Militär- Kliiizert ver�. mit Schlachtmnstk. Neu! Aufsteigen des Man f genden Menschen I* epochem. Neuheit auf aeronaut. Gebiete. Auftreten der Mailänder ■ Thier-Kapelle. M ■K* Z« Kaal: Großer Kall. Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag: Grosses Frei- Konzert. Eintritt an Wochentagen frei, Sonntags 15 Pf. ....... et. Die Kaffeeküche ist von 2—6 Uhr geöffnet. Mo speise« Sie? In der alten pommerschen Küche, Oranienstt. 161, hos parterre, bei Klein! Fiwhst 30 Vf., Mittagstisch m. Biel 50 Vf., Abendtisch von 30— CO Pf. nach Auswahl. Am Königsthor Am Friedrichshai« Schweizer-Garten. Haltestelle der Aingdah«. Täglich: Theater-«. SpeziaMaten-Uorstellttug. Dinos-Truppe| Familie Hugoston Lustgymnastiker.| Patteiregymnastiker u. Akrobaten. Femer des Excentric-Trio Les Klicke, der Brothers Alming, Elly Hettown, Geschw. Deiorme, Carl Willberg. Abends 9� Uhr wFsssSa es lislig Beste Seilkünstlerin der bei elektrischer Beleuchtung: da L-UflU| Gcgenwatt. Volksbelustigungen aller Art. ts» Abends: Gr. Illumination. Entree 30 P/g. »mfte». 17. wi:. Die Schlacht bei Wörth. Schlachten-Panorama, dargest. v. 160 Pers Kriegsfeuermerk, Schluß: Weimann's Volksgarten. 1. Eingang: Kadstr. 56. Gesundbrunnen. 2. Eingang: pankstr. 85. Sonntag, d.(jrosse Yorstelluiig ökk Godayoa. 15. Juli: Kensationrllr hi-r «och nie gesehen« Produktionen der hohe« japanische« Iongleurknvst(8 Abth). Debüt des weltb. Lustartistenpaares Miß Uirtorina Dare und Mr. Angela Gertiny. Z. Schluß d. Vorst.: Di« kühn« Drahtseilfahrtam 40 Fuß höh. schräg. Keil!(Miß Dare.) Gr. Ertra-Wilitär Konzertc. Einkauf von Juwelen. Gold« und Silber, Medaillen und Münzen. Reelle Bedimung und feste Preise.[72* A. Oertel, Linden-Straße 109. 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Der Vorstand der sozialdemokratische» Reichstags- ' tio»«sucht uns um Veröffentlichung des folgenden: „ tbeilen unseren Parteigenoffen hierdurch mit, daß für Jerstützungszwecte von Anfang März bis Ende Mai folgende ieträge bei uns eingegangen ffnd: Aus Magdei-urg 100 M., ertha bei Waldenburg 15,65 M., T'eiend ck b. Weyer 50 M., angendielau 90 M., Holzwurm 30 M., München 25 M., ..Görlitz i. Schl. 37 M., Oschatz 5 M, Zwickau, Crimmitschau 5iflund Werdau 271,30 M, Pegau 10 M, B. Dresden 70 M., � I tz. W. D. Stuttgart 50 M., L. Luxemburg 250 M, I. H. W. D. Stuttgart 50 M.. 6. sächs. Wahlkreis 100 M. Unbekannt 382,35 M. Mannheim 12,40 M. Halberstadt 100 M, Köln(Landkreis) 50 M,, i-r Köln(Landkreis) 51,50 M., Potsdam 36 M., Liegnitz 20 Ä., Neu« / wünster 31,50 M., Flensburg 10,50 M,, Spremberg 10,50 M., [ Würzburg 12,47 M., Würzburg 10,50 M, Dessau 10 M., Zerbst 10 M., Dessau 5,50 M., Minden 8 M., Brandenburg 10 M., Dresden>?ieustadt 16 M,, Hof 10 M., Bayreuth ' 24 M., Fulda 1 M., Forst 26,70 M.. Chemnitz 31,80 M., Gotha 24 M., Lambrecht 6,40 M., Weißenfels 20 M., Weißen« Oft frls 15,90 M. Für den Reichstags wahlkonds: R. O. 596,25 M., A. B. Plauen 100 M., G. v. V. Schwabing 80 M., Fr. G. Großen- tlb yn 100 M.. A. K. Dresden 100 M.. W. St. Gesau 60 M, igenannt 5000 M., Hans. Berlin 500 M.„Vom Mann im ond" 800 M., Jena 60 M.. Jena 10 M.. Halberstadt 50 M., »och einmal„Vom Mann im Mond" 1000 M. ,| Für den Hasenclever-Fonds gingen vom 3. März '♦'�«is Ende Mai weiter ein: Aus Otterwiek am Harz 35 M., "«„Wähler" Leipzig 232,15 M., Ludwigsbafen a. Rb. 50 M., Braun- »-schweig durch K. 253,35 M., Hanau 120 M., Gövpingcn 85 M., »-Darmstadt 25 M., Mainz durch St. 20 M., Stollberg i. Erz- "«geb. 10 M., Aiünster i. Wests. 15,15, Aachen 50 M., Berlin .»'4000 M., H. B.(450) 18,45 M., A. B. Kottbus 20 M., v-«»Münchner Post" 100 M., Langcnbiclau i. Schl. 50 M., Ii Wähler" Leipzig 114,10 M., Magdeburg durch B. 100 M., Zschogau 12 M.. Ernsdorf b. Rcichenbach i. V. 4 M, Froh- bürg i. S. 17 M.. Witthöst 3 M.. R. I. W. 6 M.. C. F. G. 20 M.. N. N. 3 M., Alfeld 3 M, Meißen 30 M., Scher- sau b. Langendielau 19 M, Fr. B. Köln 22 M., Kisma 4,85 M.. Oschatz 5 M., Frankfurt a. M. 5 M., 6. sächs. Wahlkreis 100 M., Bremen 30 M., Quedlinburg 15 M., Helmstedt 6,80 M, Burg b. Magdeburg 15 M., Hermingen 42 M., Osnabrück 60 M., Meerane 25 M., Halle a. S. 9,50 M., Hohenmölsen 10 Ä., Würzen 50 M, Velten 109,93 M., Potsdam 60 M.. Barmstedt 59 M., Rendsburg 30,75 M., Kiel 150 M.. Wintcrbect b. Kiel 10 M.. Gaarden b. Kiel 113,86 M., Itzehoe 100 M. Wrlster b. Itzehoe 30 M.. Flensburg 100 M., achtes« wia 24 M, Dietrichsdorf b. Kiel 40 M., Ellerbeck b. Kiel 20,15 M.. Wellingdorf b. Kiel 29,85 M.. Uetersen 100 M., Neumünster 300 M.. Augsburg 20 M., Nürnberg 10,64 M., Würzburg 12,47 M.. B. Spalt 3 M.. Nürnberg 17,35 M., eiste Rate von Kellinghusen 20 M., Nachtrag von Wilster 2,50 M., Fürth 10,65 M., Dessau 30 M, Hagen i. Westfalen 48.50 M., Köln(Landkreis) 100 M., Brandenburg 60 M., Essen 10,60 M., Erfurt„Das Banner hock" 30 M., Gold- � tutet Alte Tanne 10 M., Elmshorn 65,70 M. Jnsgesammt— d. h. mit Einschluß der am 2. März d. I. uiltirten 5 808,60 M.— eingegangen: Iii 342,90 M. t Wir bitten, noch rückständigeBeiträgefür i# i»'* denvorerwähntenFondssofortanuns gelangen N zu lassen. i.Ai Berichtigung. In letzter Quittung wurde Landkreis ststot�Köln irrthümlich mit 70 M. aufgeführt, es muß beißen 100 M. A. Bebel. C. Grillenberge r. H. Meister. P. Singer. Neber Mißstände im Lrhrlingvwksen, speziell in der Berliner Webeindustrie, geht der„Volks Ztg." aus vetheiligten i Kreisen eine Mittheilung zu, der wir folgendes entnehmen: Die drei vereinigten Innungen der Weber, Raschmacher und Tuch- ) M- machcr hielten vor einigen Wochen eine Versammlung ab, um N..w eder einmal über die„Misere im Handwerk" ein bewegliches »■»«imSUagelied anzustimmen und ein Langes und Brettes darüber zu «id.raihen, wie derselben abzuhelfen sei. Die sstichtinnungsmeister "8 itfllroaren zu dieser Versammlung nicht eingeladen, entweder weil »um diesen nicht die nöthige Weisheit zutraut, um über diese l T rt t f nDinfle ein Urtheil zu haben, oder weil man annimmt, daß es /di-il den Nichlinnungsmeistern ungeheuer wohl geht. Daß diese allerdings der Anficht find, daß dem Handwerk nicht durch eine en�j5 Kerlmer Sonntagsplauderet* R. C. Am Siebenschläfer hat es geregnet und lt. Siebenschläfer hat es geregnet und nach dem Urtheil aller Sachverständigen stnd wir daher vollen sieben Wochen Regengüssen und herbstlicher Kälte ausgesetzt. Der Katarrh ist in Permanenz erklärt, und die kohlensauern Zungfrauen ziehen sich fröstelnd in die dunkelste Ecke ihrer .Häuschen zurück. Die Besitzer der Sommerlokale ringen i« �verzweifelt die Hände, die Kremserpferde stehen beschaulich k* w ihren Ställen und freuen sich, wenn ein neuer Regenguß j an die blinden Scheiben klatscht: besser im dumpfen Stall, ____/ als bei glühender Hitze auf den Sandwegen des Grüne- n waldS. Einige todesmuthige Berliner sollen trotzalledem in ben letzten Tagen eine Landpartie gewagt haben; sie waren 1K vur durch bisher ganz ungeahnte Quantitäten geistiger Ge- tränke wieder aufzuthauen und dem Leben zurückzugeben. ««U o*n8länglicher Rheumatismus ist das Ergebniß einer Landpartie zm diesjährigen Zuli. �«ÄSÄrÄÄ BehrnlichleOen, er ist die Zeit des wirklichen Kneipens und .deshalb sind auch die Restaurateure im diesjährigen Sommer- ie««�ye3 bei dem Regenwetter vor, nicht auf den Baustellen zu «erweiten, wo man leicht naß werden kann; sie sind gelungen, den Regen im benachbarten Lokal abzuwarten m schließlich— natürlich Droschke erster Güte— noerrichteter Sache nach Hause zurückzukehren. Daß »er Wein hier noch stärker fließt, als der g,d BA��egen, braucht demjenigen nicht gesagt zu wer- der mit den Verhältnissen einigermaßen vertraut Selbstverständlich wird in einem solchen Sommer rückläufige Gewerbegesetzgebung und durch geheime tzofrathe zu helfen ist, selbst wenn man noch das ganze Alphabet an den berühmten§ 100 der Reichsgewerbeordnung anhängt, ist be- kannt, aber ebenso bekannt ist, daß man das bekannte Wort des Kurfürsten von.Hessen an den preußischen Feldjäger:„Jeder fege vor seiner Thür" auch auf die Innungen anwenden muß. Denn in erster L nie wäre rs doch Sache dieser Vereinigungen, deren Mitglieder fick um so viel besser als ihre übrigen Ge- werbsgenoffen halten und deshalb auch personliche Vor- theile für fich in Anspruch nehmen, dafür einzutreten, daß dem Lehrlingswesen die volle Aufmerksamkeit ge- widmet und dafür Sorge getragen wird, daß nicht durch eine übergroße Zahl von Lehrlingen erst eine Konkurrenz her- aufbeschworen wird, welcher man angeblich durch die Innung entgegen wirken will. Wenn aber„Großmeister und selbst „Würdenträger" der Innung ihre Gesuche von Lehrlingen in die Provinzen schicken, sobald die Zeit der Konfirmationen vor der Thür ist, damit nur ja der„Bestand" von zwei, drei, auch noch mehr Lehrlingen nicht geschwächt wird, so liegt doch wohl kein Grund vor, fich von Jnnungswegen aufs hohe Pferd zu setzen. In früheren Jahren waren es besonders Sachsen und Thurmgen, in welchen die Werbetrommel gerührt wurde, heute ist Ober- Schlefien das Rekrutirungsgebiet, denn die Sachsen haben, wie es scheint, zuletzt ein Haar darin gefunden, in der Reichshaupt- stadt eine zweifelhafte Existenz zu suchen. Die anderen Pro- vinzialen kann man dagegen allabendlich m der Zeit nach der Konfirmation antreten sehen zur Musterung und sse werden ein- gereiht, denn es find— billige Arbeitskräfte. Daß unter sol- eben Umständen trotz aller Jnnungsvorreckte und trotz aller „Tage" die Verhältnisse in der Berliner Webcindustrie nicht besser werden können, liegt auf der Hand, und man darf wohl gespannt darauf sein, wann endlich in den„leitenden" Jnnungs« kreisen die Erkcnntniß fich Bahn bricht, daß der Weberei, die doch vorzugsweise Hausindustrie ist, nicht mit solchen Acker- mann'schen Kunststückchen, sondern nur dadurch zu helfen ist, daß man die reformirende Hand am eigenen Hause anzulegen sucht. Mit Redensarten über„Misöre im Handwerk" und dergleichen läßt fich heut zu Tage kein Hund mehr vom Ofen locken. Mit der Kitte«m Keröffentlichung geht uns folgendes zu: Ich suchte im Februar die polizellicke Genehmigung nach zu einer öffentlichen Versammlung der Rohrleger Berlins und Umgegend. Dieselbe wurde mir versagt. Im Monat Juni versuchte ich nochmals, eine öffentliche Versammlung einzuberufen. Auch hierzu erhielt ich keine Erlaubniß. Ich fragte darauf nach den Gründen beim Präfidium an. Auf meine Eingabe erhielt ich keine Antwort und fragte daher nochmals am 1. Juli an, weswegen man mir beide Versammlungen versagt habe. Am 4. Juli erhielt ich folgenden Bescheid: Auf die Anfrage vom 1. d. M. erwidere ich Ihnen ergebenst, daß ich mich nicht veranlaßt sehe, Ihnen die Gründe der Versagung der Genehmigung zu den für den 26 Februar bezw. 24. Juni d. I. angemeldeten öffentlichen Rohrleaer-Versammlungen mitzutheilen. , Der Polizeipräsident. Ich bm mir daher immer noch im Unklaren, weshalb man mir die Genehmigung zu den Versammlungen versagt hat. Karl Breitholz, Griebenowstr. 19, Hof 1. Mi» stch au» rinlm Reptil»tue AlitirngeseUschaft «ntmtctirlt. Ein Lokalberichterstatter theilt mit, daß Richard von Schlieben seine Korrespondenz und sein illustrirtes Sonn« tagsbtatt an ein Konsortium verkauft hat, an dessen Spitze der bekannte Kolonialdoktor Herr Zehlicke stebt. Der Kaufpreis soll fich auf mehr als 250000 M. belaufen. Hinter Dr. Zehlicke soll wieder em konservatives Komitee stehen. Die„Freis. Ztg." meldet hierzu: Daß Herr Dr. Zehlicke thatsächlich im Juni 1888 eine Zeitungsgründung vorgenommen hat, ersehen wir aus einem uns vorliegenden Prospekt, welcher gezeichnet ist,„Deutsche Ver- lags. und Jnserentengesellschaft, Dr. A. Zehlicke u. Co." Außer Herrn Dr. Zehlicke hat auch ein Hoflieferant Alex Scholze, der, wie wir aus dem Adreßkalender ersehen, Marzipan-, Konfitüren- und Chokoladenfabrikant, Mohrenstr. 61 wohnhaft, ist, und ein Druckereibefitzer Gustav Horn das Zirkular unterzeichnet. Daß es sich bei dieser Gründung thatsächlich um Uedernahme des Schliebenscken Verlags handelt, geht hervor aus einem uns vor- liegenden Inserat, welches sichere Kapitalsanlage bei sehr guter Verzinsung in Ausficht stellt und Einlagen von 100 M. an aufwärts annimmt für ein Geschäft, welches fich mit 9 pCt. rentiren und eins der größten seiner Branche in ganz Europa sein soll. Anfragen werden erbeten an Julius Weinbergs Ver- soviel erübrigt, daß man völlig sorgenlos und unbekümmert dem Winter entgegensehen kann. Glücklicher Weise ist man von Seiten der besitzenden Klassen von einem wahren Feuereifer beseelt, wenn auch nicht die Roth, so doch wenigstens die Langeweile, die sich bei manchen Leuten beim Regenwetter einstellt, gründlich zu beseitigen. Zn Dresden tagt augenblicklich ein Skatkongreß, dessen Hauptbestreben es ist, die soziale Frage mit Hilfe der vier Wenzel zu lösen. Wir nahem uns augenscheinlich dem glücklichsten Zeitalter, welches die Menschheit bisher gesehen hat, wenn erst einige allgemeine grundlegenden Fragen zu allgemeiner Zufriedenheit gelöst sein werden. Zunächst tobt noch wilder Streit, ob das edle, echt deutsche Spiel späterhin noch mit frivolen französischen Karten gespielt werden darf und ob nicht alle fremden Ausdrücke mit unnachsichtlicher Strenge zu beseitigen sind. Nachdem der Begriff des„MogelnS" durch lang- wierige Gerichtsverhandlungen als ein außerordentlich deut- scher hingestellt ist, der zu unseren liebenswürdigsten Charaktereigenschaften gezählt werden darf, kann eS sich nur noch um nebensächliche Redewendungen handeln, da nach unserem Dafürhalten auch das Wort„Bauernfänger" durchaus ger- maniscyen Ursprung» ist. Schwieriger ist die Frage der ftanzösischen und deut- schcn Karten. Natürlich sind hier nicht diejenigen deutschen Karten gemeint, von denen man bei Gelegenheit der letzten Wahlen einen so eminent patriotischen Gebrauch machte, indem man die gräßliche Stärke der französischen Garnison- orte mit dicken rothen KIexen bezeichnete, während die unsrigen im unschuldsvollen Himmelblau nur verschämt angedeutet wurden. Solche Karten sind das nicht, sondern die deutschen Karten unterscheiden sich— soviel wir wissen— von den französischen dadurch, daß man bei den Deutschen die Damen„Ober" und den Buben„Unter" nennt. Es kann übrigens auch umgekehrt sein. Trotzdem aber wird man begreifen, daß diese Frage wirklich des Schweißes der Edlen werth ist, und daß man deswegen unbedingt„tagen" muß. Kommt der Skatkongreß zu einem wirklichen Resultat, so lag, Thurmstraße 8. Eine auf diese Annonze ergangene Anfrage ist beantwortet worden von der oben genannten„Deutschen Verlags- und Jnserentengesellschaft Dr. A. Zehlicke u. Co." Es kann also kein Zweifel darüber bestehen, daß Herr Dr. Zehlicke thatsächlich den Schtiebenschen Verlag übernommen hat. Nach einem uns weiter vorliegenden Zirkular beträgt das Kapital 600000 M., wovon 320 000 M für stille Betherligung bestimmt sein sollen. Tie Gesellschaft betreibt nach ihrer Behauptung Verlagsgeschäfte, den Vertrieb von literarischen Arbeiten an Zeitungen und Zeitschriften. Sie giebt außerdem eine Wochen« schrift heraus, die an 134 Provinzialblättern versandt werde. Es bleibt nunmehr abzuwarten, ob die deutsche Verlags- und Jnserentengesellschaft ihr Geschäft in derselben Weise betrerben wird, wie der von uns genügend gekennzeichnete Richard von Schlieben. Andererseits wäre es interessant, nähere Aufklärung darüber zu erhalten, ob Richard von Schlieben an der Gesell- schast noch weiter betheiligt oder in irgend einer Weise abge- funden worden ist. In der Gegend de» Granlenplatze» erhält sich trotz der neueröffneten Markthalle bei den dortigen Bewohnern, ver« muthllch infolge der Jahre langen Gewöhnung, die Sitte, an den früheren Markttagen die Bedürfnisse für das Haus, soweit fie früher vom Markte bezogen wurden, einzukaufen. Obwohl die Markthalle vom Oranienplatz, dem alten Marktplatz, etwas entfernt liegt, ctabliren fich hier noch wie früher die kleinen Handelsleute mit ihrem Kram an den alten früheren Markttagen und alle ihre alten Kunden kommen wie früher in den üblichen Vormittagsstunden vorüber, als müßten fie alle noch in den wenigen Stunden einkaufen, während welcher früher der Markt abgehalten wurde. Die den ganzen Tag über geöffnete Markt» halle hat hierin nichts geändert und die kleinen Händler, die keinen Stand in der Markthalle bezahlen können, freuen fich über diese Macht der Gewohnheit, die es auch mit fich bringt, daß zu den in der Markihalle gekauften Fischen und Fleischwaaren die nöthigen„Zuthaten" von dem Händler auf der Straße ge» kauft werden. Im Zeichen der Ante. Ein Gang durch die Berliner Martlhallen in den Vormittagsstunden genügt, um zu zeigen, daß Berlin fich gegenwärtig im Zeichen der Aale befindet, denn während an den übrigen Verkaussständen fich der Mangel an Käufern recht augenscheinlich bemerklich macht, stnd die Fisch« behälter mit ihrem glatten Inhalt stets von einem sich drängenden f ublikum umlagert. Aal und Gurkensalat ist von altersher ein ieblingsgericht der Berliner und darf auf dem Küchenzettel einer ehrsamen Bürgerfamilie während der„Saison" fast in keiner Woche fehlen. Die Zufuhr von Aalen ist denn auch während der Sommermonate eine ganz kolossale. Täglich kommen ganze Waggonladungen dieses leckeren Fisches, größtentheils mit der S ettiner Bahn hier an, von wo fie in eigens dazu herge- stellten Fässern, in denen fie diese Reise aus den Uckermärkischen Seen nach Berlin gemacht, in die an der Burgstraße befindlichen Fischbehälter in der Spree geschafft werden. Hier findet dann am frühen Morgen der Engrosverkauf statt, der fich in der Regel sehr schnell abwickelt, da die Preise, allerdings der Qualität entsprechend, durchweg feste find. Uebrigens beschränkt sich dieser Großhandel keineswegs auf die Versorgung der Reichshauptstadt mit Aalen, ein großer Thetl der hier ankommenden Waare findet seinen Weg noch über Berlin hinaus, da ein großer Theil un- serer kleinen Nachdarstädte ihren Bedarf an Fischen gleichfalls auf diesem Wege dcck.n muß. Die Keeschlacht der Kpnndauer KLrger gegen die KSrger der Städte Kerlin«nd Köln am 8. Anguft 1507. Am frühen Morgen des 8. August 1567 wurden die Bewohner fSSSÄ S Bürgermeister weckte. Groß war sein Schrecken,- als er vor seinem Hause Trabanten des Kurfürsten erblickte; diese über« brachten ihm den Befehl des Kurfürsten, ihnen sofort nach der .Festung zu folgen und auch die gesammte Bürgerschaft unge« säumt dorthin zu entbieten. Während der Stadtdiencr die Burgerschaft alarmirte und durch seine Nachrichten Schrecken und Bestürzung unter derselben verbreitete, war der Bürger« meister mit den Trabanten auf der Festung angekommen. Ein Stein fiel Bartholomeus Bier, so hieß der Bürgermeister, vem Hirzen, als er vom Kurfürsten erfuhr, daß es fich nicht um schwere Dinge, sondern lediglich um ein Vergnügen handle. Die Berliner und Kolner Burger, sagte er, seien beordert, auf Schiffen mit dm Spandauern zu kämpfen; dieselben würden mit ihren Schiffen vom Tegeler See her gegen die Festung an- rucken. Dre Spandauer sollten die auf der Festung bereitgehal- ist es leicht möglich, daß alle Verhältnisse des Lebens durch das edle Spiel geregelt werden können. Es geht heute schon eine dunkle Sage, daß es Leute giebt, deren Hauptein- nahmcquellen hauptsächlich im Skatspiel zu suchen sind, und diese Leute führen von ihrer größeren oder kleineren Ge- schicklichkeit kein ganz schlechtes Leben. Weshalb soll daS die übrige Menschheit nicht auch können? Man gewinnt seinem Nebenmenschen einfach soviel ab, als man zur Deckung der Bedürfnisse nöthig hat, und bei bescheidenen Ansprüchen und möglichst hohen Einsätzen kann man sich die nöthige Summe in verhältnißmäßig kurzer Zeit verschaffen und behält dann noch Muße genug übrig, um die Gewinne in standesgemäßer und anständiger Weise unter die Leute zu bringen. Gerade solches Wetter, wie das jetzige ist, fordert zu ernsthasten Betrachtungen über diesen Gegenstand heraus. Um nicht einseitig zu sein, könnten die Errungenschaftende» SkatkongreffeS vielleicht auch auf andere Spiele übertragen werden, so daß wir in kurzer Zeit in unserer Literatur einen neuen Leitfaden über das Sechsundsechzigspiel und eine neue Anleitung über die möglichst ergiebige Ausnutzung der beiden Alten im klassischen Schafskopfspiel begrüßen könnten. An einem sachverständigen Bearbeiter dürtfe es schon deswegen nicht fehlen, weil der Skatkongreß in Dresden tagt, wo Herr Doktor Kohut seine vielfachen Bücher zusammenkleistert. Es ist leicht möglich, daß die geistsprühende Feder dieses Herrn neben seinen anderen Scharteken auch diese Materie auf den Büchermarkt schleudert. Möge uns mit dem Buch von der Schwiegermutter auch die kommende Makulatur leicht werden. So hat der Skatkongreß seine unbestreitbaren Verdienste. Er wird schließlich dafür sorgen, daß die Menschheit bei der Wichtigkeit der vier Jungen im modernen Weltgetriebe die übrigen Kleinigkeiten vergißt, und dann hätte der Skattag ebenso gut wie alle anderen„Tage" seinen Hauptzweck er- füllt: er trägt wesentlich zur ferneren Verdummung de» PhilistenumS bei.— tenen Rüstungen und Waffen anlegen, dann ebenfalls Schiffe besteigen und auf dem Waffer zwischen der Festung und sdem Eiswerder den Angriff der Berliner und Kölner erwarten. Der Spandauer Bürgerschaft, die fich mittlerweile auf der Festung versammelt hatte, wurde von dem Vorhaben des Kurfürsten Kenntniß gegeben. Schnell wurden nun alle vorhandenen Kähne bestiegen und auf dem Wasser zwischen dem Eiswcrder und der Festung Aufstellung genommen. Bald sah man Berliner und Kölner Schiffe die Havel herunterschwimmen und am Eiswerder zum Kampfe sich ordnen. Auch der Kurfürst bestieg mit seinem Hofstaate ein Schiff, um von diesem aus dem Kampfspiele zuzuschauen. Kanonendonner und Trompetengcschmctter gaben von den Wällen der Festung her das Zeichen zum Beginn des Kampfes. Es entspann fich nun ein hitziges Gefecht, weil keiner dem andern weichen wollte. Zu einer Entscheidung kam es jedoch nicht. Ein Befehl des Kurfürsten machte dem Seegefecht ein Ende und ordnete die Fortsetzung des Kampfes auf dem Lande an. Schnell wurde eine Aufstellung genommen, und die Kanonen, welche während des Seegefechtes gedonnert hatten, gaben auch jetzt wieder das Zeichen zum Beginn des Kampfes. Muthig rückten die Schaaren gegen einander los, und bald war man handgemein. Die ver> einigten Berliner und Kölner waren zwar an Zahl den Span- dauern bedeutend überlegen, mußten aber doch das Feld räumen. Mit dem Eintritt der Dunkelheit gab der Kurfürst das Zeichen zur Beendigung des Kampfes. Frohlockend über ihren Sieg ließen die Spandauer von der Verfolgung der fliehenden Ber- liner und Kölner ab und kehrten in die Stadt zurück. Hier bot sich ihnen aber ein überraschender Anblick dar. Die Kanonen, welche während des Gefechts gedonnert hatten, waren scharf ge- laden und hatten den Kirchthum der St. Nikolaikirche zerstört. Auf dem Wege gütlicher Verhandlungen würde Joachim Ii. die Spandauer nie bewogen haben, ihren schönen, seiner Anficht nach aber der ncucrbauten Festung gefährlichen Kirchthurm ab- zutragen. Deshalb zog er die Bürgerschaft aus der Stadt und beschäftigte fie mit Kampfspielen, die ihm die erwünschte Ge- lcgenheit boten, seine Kanonen auf der Festung abfeuern zu lassen. Daß dieselben scharf geladen waren und mit ihren Kugeln den Kirchthurm zerstörten, davon merkten ja die kämpfen- den Bürger nichts. Lag aber der Thurm erst nieder, so mußten fie fich, wenn auch unwillig, doch darein fügen. Einen ganz nngeahnten Aufschwung hat das Fahren ans den» Dreirad in der kurzen Frist von zwei Monaten ge- nommen, seitdem ihm mit dem 12. Mar d. I die Straßen von Berlin geöffnet worden find; wir sahen, schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.", eine gestern von der Polizei ausgestellte Fahrkarte für einen Dreiradfahrer, welche die Nuw.mer 4000 trug. Als die Verhandlungen zwischen den städt-scken Behörden und der Polizei geführt wurden, glaubte man nach den von den Rad- sahrervereinen gegebenen Mittheilungen, die Zahl jener, die fich um Fahrkarten bewerben würden, auf 7—800 annehmen zu dürfen. Wie die oben genannte Nummer erweist, bat fich diese Zahl bereits verfünffacht, das Drei- und Vierrad ist zu einem Faktor geworden, der in dem reichen Verkehrsleben der Millionen- stadt eine wesentliche Rolle spielt, der daher die vollste Be achtung des Publikums und der nnt der Regelung des Verkehrs vertrauten Behörden verdient. Man hat für gewisse Industrie- zweige mit der Freigabe des Dreiradfahrens in den Straßen der Stadt einen gewaltigen Aufschwung erwartet und er- hofft; wie weit derselbe eingetreten ist, läßt fich sehr schwer bestimmen. Allerdings würde, wenn man annähme, daß jeder mit einem Fahrschein versehene Radfahrer seine eigene Maschine besitzt und diese den Durchschnittswerth von 250 M. hat, das„rollende Material" der Berliner Radfahrer den rc- fpcktablen" Werth von einer Million Mail repräsentiren. Die Voraussetzung für diese Berechnung entbehrt aber in ihrem ersten Thetl der Tbatsächlichkeit, denn es steht fest, daß ein Theil der mit Fahrscheinen versehenen Personen— und es ist dies wahrscheinlich der größere— nicht im Befitz eines Drei- radcs ist, daß fich viele die kostenlos zu erwerbende Karte haben ausstellen lassen, um gelegentlich auf der Maschine eines Freundes zu„nassaue! n" oder fich hier und da einen Ritt ins Freie oder durch die Straßen der Stadt auf einem Miethsgaul aus einer der zahlreichen Velozlpcd-Verleihanstalten zu leisten. Die Leihgebühr ist ja nicht unerschwinglich und im Falle, daß das Geld im Beutel nickt reicht, um die Kaution zu stellen, ist man ja im Besitze einer Uhr, deren Werth dem Verleiher den eventuellen Schaden deckt. Auch die Damenwelt hat «ine nicht unbeträchtliche Zahl von Bewerberinnen um durcheilen zu dürfen, beworben hat. Sonst find es wohl meist junge Damen, die in zärtlichem Hintereinander mit dem Manne ihnr Wahl oder dem, der es werden will, das Tandem theilcn und fich durch den grünen Schein vor jeder eventuellen Unan» nehmlichkeit schützen wollen, da darüber noch keine Entscheidung vorliegt, ob beide Passagiere eines Tandems mit Legitimationen versehen sein müssen oder ob die des einen, bezw. die des Herrn genügt. In der polizeilichen Bedingung für Erlangung des Scheins ist leider nickt der Grad von Grazie und Alter firirt, den die modernen Amazonen auf ihrer Maschine innehalten müssen. Zumal vor unseren Nicht-Radfahrerinncn haben die radfahrenden Damen keine Gnade gefunden! nun, das Genie unserer Bekleidungskünstler ist ein so erfindungsreiches, daß es auch Kleidungsstücke erfinnen wird, deren Form und Faltenwurf der Bewegung des Radtretens fich anpaßt. Was das Alter anbetrifft, so gilt auch hier der Satz, daß es vor— Radfahren nicht schützt. Ein indiskreter Blick hat unserem Berichterstatter verrathen, daß «ine der zum Dreiradfahren legitimirten Damen in einem um mehr denn vier Jahrzehnte zurückliegenden Jahre geboren wurde. In dieser Beziehung haben die Fahrscheine mit ihrem genauen Nationale einen bedeutenden Haken, und man kann es ver- stehen, daß fich zumal aus den Kreisen der Sportfreundinnen Widerspruch gegen die von manchen Seiten geltend gemachte Forderung erbebt, daß die Fahrscheine leicht erkennbar und les- bar für das Auge der Obrigkeit und somit auch für jeden, den es interesfirt, an den Maschinen angebracht werden sollen. Man male sich die Folgen einer solchen Verordnung nur aus! Das Publikum hat sich den Radfahrern freundlich und sympathisch gegenüberstellt; die Straßenjugend begrüßt wohl in den minder verkehrsreichen Straßen die„Strampelbrüdcr", zumal wenn es Männlein und Weiblein ist, mit Lachen und Spott, doch von größeren Ausschreitungen gegen Radfahrer bat man bisher noch nicht gehört. Entschiedene Gegner finden jedoch die Niviabrer in den Droschkenkutschern, die nach Omnibussen, Pferdebahnen auch noch diesen Konkurrenten auf dem ahrdamm auftreten sehen. Wie weit an den zahl- reichen, durch Dreiräder herbeigeführten Unfällen, die vom amtlichen Polizeibericht und von privaten Berichterstattern ge- meldet werden, jeden der beiden Tbeile die Schuld trifft, ver- mögen wir nicht festzustellen, ficher ist aber, daß die Radfahrerei in den Straßen noch stark an„Kinderkrankheiten" leidet-, gar mancher versucht es, wie es fich auf dem Stablpferd„mit die Füße schlmkern lasse", ohne einen Begriff von der Handhabung und Leitung des Gefährtes zu haben. Diesen Feierabends- und Fdcrtagssahrern find wohl die meisten der Unfälle zuzuschreiben, gegen diese richten fich auch die energischen Proteste der eigent- lichcn Radfahrerkreise. Diesen unberufenen Sportsfreunden gegenüber würde fich wohl auch empfehlen, die Erlangung der Fahrerlaubniß etwas zu erschweren. Soweit wir unterrichtet Jnd, wird der Fahrschein jedem, der fich um einen solchen ewirbt, ausgestellt, ohne daß er die Angaben, die er über seine fleison macht, zu legitimiren braucht. Schon in einer solchen egitimation läge ein Theil der Gewähr dafür, daß der Be- werdende fich nicht selbst und andere durch Unvorfichtigkeit und tolles Fahren leichtsinnig bedroht. Es soll der Fall vorge- kommen sein, daß ein Bewerber um einen Fahrschein seinen ffiamen schon in der amtlichen Liste vorfand; Jemand, der von seiner Abficht, fich den Schein zu holen, gehört hatte, hat fich die Fahrerlaubniß auf fremden Namen gehott und kann nun Unheil anrichten, soviel er will, ohne daß es möglich ist, ihn zu fassen. Gesellschaftlich recht zweifelhaften Kreisen mag auch ein Theil der Fahrer angehören, welche ihr Vehikel den die ganze Nacht offenstehenden Leihanstalten entlehnen und dann fleder« mausartig die im nächtlichen Dunkel daliegenden Straßen durch- eilen, meist zu Zweien, oder, deutlicher gesagt, in Paaren. Doch das gehört auch in das Kapitel der„Kinderkrankheiten"; je offener fie zu Tage treten, je unumwundener fie erörtert werden, desto eher werden fie überwunden, desto eher wird fich das Drei- rad zu dem gestalten, was es sein soll: ein billiges und schnelles Verkehrsmittel im Dienste des Vergnügens und des Geschäfts. Gerade in letzterer Beziehung haben fich aber die Hochgehenden Erwartungen, die man an die Transport-Drciräder knüpfte, bisher nicht erfüllt. Wir glauben nicht zu niedrig zu greifen, wenn wir die Zahl der dem Waarcnverkehr zu derartigen Zwecken gewidmeten Dreiräder nur auf zwanzig schätzen; sobald ein Mittel erfunden sein wird, Maschinen, die ihr Besitzer für kurze Zeit unbewacht auf öffentlichem Orte stehen läßt, vor Dieben zu bewahren, wird auch ihre Zahl eine größere werden. Gin Nachspiel zum 18. März 1888. Es wird, schreibt die„Volks- Tribüne", unseren Lesern erinnerlich sein, daß am 18. März ds. Js. bei Gelegenheit der Huldigung der März- gefallenen folgende Personen verhaftet, jedoch am 19. März wieder auf freien Fuß gesetzt wurden: C. Futsche, O. Schindler, W. Kutzlach, E. Wilschke, R. Jakobick, H. Schwabe, F. Buttge- reit, A. Keßler. Sämmtliche Personen find nunmehr unter An- klage gestellt. Die Anklage wirft mehreren der Betheiligten vor, an einer öffentlichen Zusammenrottung theilgenommen zu haben, ferner den ersten sieben, von dem Polizeihaup tmann Hoppe, einem zuständigen Beamten, aufgefordert zu sein, fich zu ent- fernen und fich nach der dritten Aufforderung nicht entfernt zu haben.(Vergeben gegen die§§ 115 1, 1161, 74 des Str.-G.-B.) Auch find die sich damals meldenden unparteiischen Zeugen mit unter Anklage gestellt. Als Zeugen sind gegen acht Schutzleute geladm und findet die Hauptverhandlung am 17. Juli, Vormittags 12; Uhr, vor der 2. Sttafkammer des Landgerichts I Hierselbst, Moabit 11 12, 1 Tr., Zimmer 49, statt. Die Ver- theidigung hat Rechtsanwalt Dr. Flatau übemommen. Man darf auf den Ausgang des Prozesses gespannt sein. Da» Unwetter in der Nacht zum Freitag hat unter den Bäumen arg gehaust. Die Alleen find mit Aesten bestreut, und selbst in der Belle-Alliancesttaße hat der Sturm zwei alte Bäume umgebrochen. Das scheußliche Wetter brachte gestern ungewohnte Erscheinungen mit fich. Das Personal der Dampfer war ganz in Wachsleincwand gehüllt, und selbst ein Spree- schiffcr stand am Steuer, einen Regenschirm in der Hand.— Der wolkenbruchartige Regen hat am vorgestrigen Tage an vielen Stellen große Wasserschäden, Uederschwemmungcn k. herbeigeführt; besonders ist unser Nachbarort Charlottenbura, in dem augenblicklich größere Kanalisationsarbeiten in Angriff ge- nommen find, schwer heimgesucht worden. Die Wasser, die in- folge der Erddämme keinen richtigen Abfluß hatten, sammelten fich beispielsweise an der Ecke der Berliner und Leidnitzstraße zu einem förmlichen See, der die Geleise der Pferdebahn voll- ständig unter Wasser setzte. Auch die umliegenden Getreide- felder und Wiescnflächcn find vom Regen schwer geschädigt worden; so wurde das Getreide, das schon reif auf den Halmen, fast überall umgelegt. Großen Schaden sollen auch die Kunst- gärtnereien erlitten haben. In Berlin selbst hatten die Waffer- Massen weniger Schaden angerichtet. In den Kellern einiger tiefer gelegenen Straßen, wie Wadzcck- und Linienstraße, zeigten fich, wie jedesmal bei derartigen Wetterereigniffen, Uederschwem- mungen. Daß die Gsten nicht immer ein„himmlisches Werl" find, sondern daß es oftmals den Anschein hat, als ob Kobolde mit denselben ihr Werk treiben, hat wieder einmal ein Vorkommniß in der sonst so ruhigen Simeonstraße gezeigt, welches bei der verbreiteten Bekanntschaft der Bewohner derselben dort viel Aussehen erregt hat und sehr viel besprochen wird. Acht Jahre war der Büchsenmachermeister B...... verheirathet und es war niemand je eine Disharmonie in der Ehe zu Ohren ge- kommen. Da fügte es fick, daß die Eheftau zu Weihnachten v. I. ihre Schwester zu Besuch nahm und daß sich zwischen dieser und dem Büchsenmachermeister ein Liedesverhältniß cnt- wickelte, welches beide nicht zu bemeistern vermochten. Der Mann sah in seiner Frau das Hinderniß zu seinem„Glück" und da fie schwächlich und kränklich war, wollte er fich ihrer nach ausgesprochener Abstcht entledigen. In ssiner wahnfinnigen Zuneigung zu seiner Schwägerin war der Mann auf den teuf- tischen Plan verfallen, seine Frau zu Tode zu malträtiren. Er ging mit seiner Geliebten spazieren, machte Festlichkeiten mit ihr mit und verbrachte in fidelem Leben in ihrer Gemeinschaft sein Geld, ein garantirt festes Einkommen von wöchentlich 45 Mark, während seine Frau daheim sich mit Mäntel- nähen zu helfen suchte, wofür fie beim Nachhause- kommen des Mannes das diesem vorgesetzte Essen in's Gcficht geworfen und Schlage unter lügenhaften Vorwänden dazu bekam. In voriger Woche sah die ärmste ein, daß fie mit ihrem Manne nicht wieder zurechtzukommen vermag, und fie führte kurz entschlossen den seit längerer Zeit gereiften Entschluß, aber völlig unvorbereitet aus. Nachdem es an einem Abend wieder so arg geworden, daß die Frau den größten Theil der Nacht auf dem Hausflur zugebracht hatte, bis ihre von einer Festlichkeit heimkehrenden Nachbarsleute ihr Unterkunft gewährten, packte fie am andern Morgen die Wirtbschast zusammen, ein Möbelwagen wurde gemiethet und während die Möbel und Hadseligketten aufgeladen wurden, wurde in aller Eile die Woh- nung gesucht und gefunden, in der die Frau ein neues Leben beginnen wollte. Als der Mann um 12 Uhr zu Mittag nach Hause kam, fand er nur sein Bett und in einem„möblirt" ver- mietbeten Zimmer ein Sopha stehen. Sein Geficht, welches er zu dem Anblick machte, wird sich jeder vorstellen können, aber am meisten jammerte er darüber, daß die Frau seine Anzüge und Putzgegcnstände zum Spazierengehen und zum Großthun auch mitgenommen hatte und er nur noch das, was er auf dem Leibe hotte, seinen Fadrikanzug, besaß. Seit etwa 14 Tage« trieb ein Schwindler in frecher Weise in der Umgebung, besonders in den Orten des Nieder- barnimer Kreises sein Wesen, indem er durch Bettelbriese das Mitleid zu erwecken suchte. Am Sonntag früh bettat er die Wohnung des Oberwärtcrs Schneider in Weißensee, legte der Ehefrau desselben ein Schreiben mit der Unterschrift„Der Wirth" vor, in welchem bescheinigt wurde, daß die Mutter des jungen Mannes verstorben, eine zahlreiche Kinderschaar und keine Mittel zu ihrer Beerdigung hinterlassen habe. Als der Oberwärter Schneider hinzukam und ein Verhör mit dem Bettler anstellte, kam er zu der Uedcrzeugung, daß er es mit einem Schwindler zu thun habe. Er ersuchte den Fremden nun, ein wenig zu warten, bis er fich völlig angekleidet habe. Plötzlich schwang fich indessen der junge Mann auf das Fensterbrett, und mit einem kühnen Sprung war er aus dem eine Treppe hoch be- legenen Zimmer auf der Straße, wo er schleunigst die Flucht ergriff. Herr Scdneider und seine Kinder setzten sofort seine Verfolgung ins Werk, und gelang es, am Kuxhavener Platz den Schwindler zu ergreifen und nach dem Amtsbureau zu bringen, wo 6 M. 10 Pf. in seinem Befitz vorgefunden wurden. Außerdem war der Schwindler in dem Besitz eines Kautschuk- stempels und mehrerer Rechnungen über Fleischlieferungen eines Restaurateurs in Treptow. Er hat bereits umfassende Gcständ- nisse abgelegt. Er ist als der Viehtreiber Troppans aus Friedrichs- berg rekoznoszirt. Gin bedauerlicher Unglücksfall ereignete fich am Freitag Nachmittag auf einem Abrißdau in der Gitschinerftraße. Hier saß der in der Hermsdorferstraße wohnhaste Maurer Karl M. an der Erde und war mit einer Arbeit dssim die Aven be während neben ihm ein Mauerpfeiler umgelegt wurde. I'�„5„ V Pfeiler sollte in einer anderen Richtung umstürzen. Ä�Jsf„* Jf unglücklicherweise dahin, wo M. ahnungslos saß., ; Staatsanwal streiften den M. und brachten ihm verschiedene Verletzung.. so einen schmerzhaften Bruch des rechten Armes unmittelbfl' uahmzege Handgelenk. Der Verungiückre wurde in ein Krankenhaus Die vorgestrige Kriefmarlrenbörfe war< heftigen Regens von einem festen Stamm von Interessent� oerr rn z sucht. Zum Verkauf waren sechs Albums von je 2—300' und Werth von 120—180 M. angeboten. Von größeren waren 3200 Bayern, Schweizer und Württembergcr älterer gange, 200 abgebrauchte wütttemberger Dienstmarken un! Kollektion von Kouverts alter deutscher Staaten. Die legten Markenbogen fanden nur wenig Beachtung. Als filät waren deutsche Marken der 71.. Emission mit verkel gedrucktem Adler eingesandt; daß dieselben auch in gekommen, bezeugt eine derselben, welche den Poststempel den trägt. Interessant waren perfiiche Zollamtsquittuno« Packetadreffen. Für Württemberg 3 Kreuzer gezähnt, auf wurden zu hohe Preise gefordert und blieben unverkauft- Neuigkeit lag ein ungarischer Kartenbrief zu 35 Krery der für Post- und Telegraphcndienst zu gleicher Zeit' bar ist. Gin« intevestante Klüthenles« aus dem Jnsen verschiedener Zeitungen hat ein Wiener Blatt in folgen! sammengestellr:„Erstes großes Brillantfeuerwerk unter licher Äbbrennung des Herrn Patzelt."—„Unter;«..... � empfiehlt zur Benützung einer Milchkur seine eigene I unter einen 3 milch."—„Eine Amme für einen Gesandten am tael, aus der lichen Hofe wird sofort verlangt."—„Bekanntmackunzlst, leugnet d Armenspeisung durch den Frauenverein betreffend.§ 4 Tausch gem Marke lautet auf einen bestimmten Ta» und die Tasche, welche das Kochen übernommen hat, trägt den gÄd" sollten m Titel Sveisemarkc und ist auf der Rückseite mit dun �enaussagen i unseres Stempels versehen"— Sehr nett nimmt fiä ttklagten auf stehendes Inserat aus:„Der Graswuchs auf dem LoMauptung bezr wird hiermit genehmigt. Bürgermeisterammt F."— Unglss die Zeugin klingt folgender Anschlag:„Professor Dr. Kranz kann Ine der Ankli lesen."— Sehr verfänglich lautet folgender Dank:„Ali« uns bei der Entstehung des Feuers zu Hilfe gekoinmc» unseren tiefgefühllen Dank."— Aber durchaus unglaubli" es, wenn es heißt:„Zu Ehren Sr. Majestät des Kö Sachsen erscheint heute die hiesige Garnison nur im i. der Straße."— Hochkomisck macht fich folgende Amionzed-ziemlich häuf Impfen der Kinder von Kälbern findet am 23. d. Ä-!ndelsstel — Auf eine gewisse Grausamkeit deutet nachstehendes iMffengerichts „Der Verkauf meiner seligen Frau auf dem Wochen der Aermst seinen ungestörten Fortgang."— ganz unmöglich erschemper, und man Nachricht:„Der Kaiser gab das Zeichen zum Beginne durch Abfingung eines Choials."—„Ein dreijährß wegen seiner Frömmigkeit auch für den Umgang mit passend, ist zu verkaufen."— Sehr beiter wirken na( Anzeigen:„Elf Kleiderschränke für Feldwebel von Kl sucht die Garnisonsoerwaltung in Glogau."—„AQU noch Akten aus dem Nachlasse meines verstorbenen ÄantR den Beranick che eingefä r verläßt S ieder ins Z tn frech« wurde von Juni veri lcr Seidel t Schützenstr kam. Kau «nselbcn zu «r Hund" d chte und mi unbeachtet x nachsetzte: seiner Uh gab der ihm ung eine d> die Anklaget it. Als der •hte Zuchthai Der Gest Kräften An; litfte Mi zehnten im den Schutzl Kunden an ttet ihr aber >fen, und verg ifidium, die delsstelle zu fitzend b< spruchen, werden aufgefordert, fich binnen vier Wecken zrl'*0_ worden, widrigenfalls sie eingestampft werden. Frau Advokat? f% Mit dieser gräßlichen Drohung sei diese kleine Bli� früherer � „komischer Anzeigen", die bis ins Unendliche fortgesetzt könnte, für heute beendet. Polizeibericht. 3lm 13. d. M. Mittags wurde Tcgclerstraße ein 3 Jahre alter Knabe durch einen vi widrig fahrenden, von dem Kutscher Franz gekühlten wagen erfaßt und am linken Beine verletzt.— A' wurden Nachmittags auf der Kreuzung der Französisch« Markgrafen straße eine Frau, an der Ecke der Frievck Behrenstraße ein 4 Jahre alter Knabe und Abends in> weg des Hauses Koppenstr. 91 ein 3 Jahre altes Mävä fahren, sämmtlich jedoch anscheinend nur unbedeutend — Nachmittags sprang ein obdachloser Handwerker, i# selbstmörderischer Absicht, von der Schloßbrücke aus*= ü Gz« int«ri wurde aber alsbald wieder herausgezogen und nach F?�92. Abtheilu lfben Obdach aebracht.— Geaen Abend wurde am Maul IS icht angicbt, ihr wiederu t, und sie h en, da ihr die Frage I Lustgarten n ' ssen, antwoi rhungern; n mich total Geständniß Fall zu l die beklag Mannes angeschwemmt und demnächst nach dem"'«�liene Häuser hause gebracht.— An demselben Tage gerteth' ameln. Er le der Dachstubl des Vorderhauses und eine große.uiviil:% lagernden Gerumpels in Brand. Die Feuerwehr war Zeit in Thätigkeit und wurde in der Nacht noch nochnwr."ss® �'a Brandstelle gerufen, da eine Bretterwand wieder in-0% rathen war. Stuf welche Weise das Feuer entstanden, v' nicht aufgeklärt. �+ ider heutigen >lz hinzugeze rtragung in Di« Z«utrat- Kranken-«nJ» KterbekasF izur�chnung?s Tischler etc. feiert morgen, Montag, in der seiner Ha brauerei" auf dem Tempelbofer Berge ihr 12. StW-M beantrag Der Reinertrag ist zum Besten der Invaliden der jedoch nu stimmt.(Näheres stehe Inserat in der heutigen Numn# Blattes.) Gerichts-Deitims. »Ziales Gi»«igrnthümlichrr Magrnv«rkauf war der. zu einer Anklage wegen Betruges gegen die„Arbeiter. An di« n ist es in eweihte schli Eldorado. und Beranick, welche gestern vor der 4. Strafkammer Pfaffen, die S enden Kap oder Uebe 'tens mit C Schneidern d denn unse t Ursache hät die Schne tslosen Zl itszeit mal Mnnig ge, gerickt I zur Verhandlung gelang e. Ersterer befindet Angelegenheit halber schon seit zwei Monaten in Unte Haft, während der letztere augenblicklich eine Strafe'£ Hause zu Brandenburg verbüßt, von wo er zur V' her transportirt worden war. Der Anklage liegt Thatbestand zu Grunde: Der Handelsmann Ruprecht einen Wagen zu kaufen, was den beiden AngellagtcO war. Dieselben wußten auch, daß fich ein Wagen, o# Ruprecht gebrauchen konnte, auf einem Hofe in der befand. Hierauf bauten fie ihren Plan. Beranick dem Kauflustigen und erzählte ihm von einem �ckr eigenste der einen schönen, paffenden Wagen billig vei kaufet, altes Dieser Mann war natürlich sein Komplize*7 v.(oW&J Ruprecht folgte dem Beranick mit einer FrMjp-~- � nach einem Hause in der Fennstraße, wo fie den Vtf der Person des Schanze fanden. Der Handel w% schloffen; Ruprecht ging mit zur Tnfftstraße, schi>«, Namen auf den gekauften Wagen und gab dem Schm von dem aus 40 M. vereinbarten Preise mit der-0 die rcstirenden 6 M. nach Ablieferung des Wagens« zahlen. Bald darauf begab fich Ruprecht in vergn" mung nach seinem Eigenthum, um dasselbe in L nehmen. Doch kaum hatte er den Versuch gemacht,''j von dem Hof zu dringen, als er sofort gepackt un» verhaftet wurde. Die Polizei schenkte seiner Auf Glauben und so mußte er ins Gefängniß wandem nach einer sechswöchentlichen Hast verlassen konnte. bestreitet, von dem Betrüge Kenntniß gehabt zu Wc k von einem gewissen Peters, der zum Termm als 9 schienen ist, darauf aufmerksam gemacht worden U Schanze den Wagen zu verkaufen habe. Demna«�, Vermittler gewesen, was auch schon aus der Tba0° p gehe, daß er nur 2 Mark von dem Gd°. � Seiner damaligen Auffassung nach war der Kau> reeller und deshalb bitte er um Freisorechung-« Schanze und Zeuge Peters bezeichnen den Beramck» der Thai. Der Letztere bleibt bei seiner BehaupluNS- ßi. hobener Stimme ruft er seinen beiden Gegnern zu- ß f nicht; wenn ich auch ein vielbesttafter Mensch btn- »es alles mit ligen, dann w tere Zeit komi selbst erfal et am Die �isenstädtische Schneider Lethargie, mitbestimni Komitee. sereim rD-- Fach 0eit«r Perti �inslokal Alt »ssen, eine H I den 22. Ju «nehmen. Fi uen. Sode ierathung. norarbeiter Mannesal .•! kkllbN die Akten beweisen, daß ich immer die Wahrheit gesagt � Liirbe L Falls die Beiden mich„hineinlegen" wollen, so mögen ? s'fiKiS lieber gleich sagen!"— Zeuge Peters wird nicht ver- & smaurf'«eil er der Betheiligung an der That verdächtig erscheint. ?" Staatsanwalt glaubt von der Anklage auf Betrug ab« , dahingegen die Angeklagten wegen versuchten Betruges H""Lllättißen zu muffen. Der Ruprecht sei jedenfalls als Werkzeug nkenh ihnen benutzt worden. Der Gerichtshof hielt Betrug für �gend und verurthcilte Schanze, weil derselbe stch schon ??..,ss�,aere Zeit in Haft befinde, zu 6 Wochen Gefangnih, sprach �t�r�...« den Beranick frei, weil nicht ausgeschloffcn sei, daß Peters " che eingefädelt habe. Mjj einem stolzen Blick auf seine r verläßt Beranick erhobenen Hauptes die Anklagebank, ieder ins Zuchthaus zu wandern.. �. Ei« frecher Diebstahl» der fich fast als Raub quali- , wurde von dem Drechsler Max Menke! auf offener Straße . Juni verübt. An diesem Tage ging Menke! mit dem er Seidel die Prcnzlouerfiraße entlang bis zur Ecke der Schützenstraßc, wo ihnen plötzlich ein Betrunkener ent- kam. Kaum hatte Menke! diesen erblickt, als er sofort denselben zusprang und ihm mit den Worten:„Du ver« ;er Hund" die Uhr aus der Westentasche riß, die Kette los- chte und mit der Uhr davon lief. Der Vorgang war aber unbeachtet geblieben und, wäbrcnd einige Personen dem nachsetzten, machten andere den Betrunkenen auf das seiner Uhr aufmerksam. Der letztere drehte fich flufjs um gab der ihm zunächst stehenden Person zum Dank für die aung eine derbe Ohrfeige; dann trollte er fich von danncn die Anklagebebörde hat ihn bis heute noch nicht ermitteln n. Als der Dieb sah, daß man ihm folgte, warf er die 2—' rößeren >er älter« arken un' m. Die >g. Als nit oerke! ach in iststempel quittunfl ähnt, au mverkaust 15 Krell! c Zeit i Jnsera i folgend k unter i «WrtchlMW»_____>______| WW ie eigene> unter einen Wagen, wo dieselbe gleich darauf gefunden wurde. cn am akel, aus der Untersuchungshast der 4. Strafkammer vorge- tmachvns st, leugnet das Vergehen. Er will mit dem Betrunkenen d. S.4 jinTausd) gemacht und ihm seine eigene Uhr für die geraubte ie Tasche gesteckt haben. Die Worte:„Du verfluchter d" sollten nur seinem Begleiter Seidel gelten. Durch die aussagen wird indeß festgestellt, daß die Angaben des tagten auf Unwahrheit beruhen. Zeuge Seidel stellt die .up tun g bezüglich der Schimpfworte entschieden in Abrede .. die Zeugin Arnold sah ganz genau, wie der Diebstahl im anz kann«e der Anklage vollzogen wurde. Der Staatsanwalt hält ak:„All�hre Zuchthaus für eine angemessene Sühne der frechen des König Tief«, Mitleid erregt das Schicksal der schon seit vielen x im Hnvzehntcn im Lustgarten baufirenden Kuchensrau H., welche Annonzetjziemlich häufig wegen Einnehmens einer festen n d e l s st e l l e vor der 95. Äbtheilung des Berliner flengerichts zu verantworten hat. Seit einigen Jahren der Aermsten infolge gichtischer Beschwerden das Gehen r, und manchen Tag mehrmals wird fic von den dienst- »den Schutzleuten dabei bctröffen, daß sie im Sitzen ihre :n Kunden an fich herankommen läßt. Ihr Gewerbeschein tattet rhr aber nur, ihre Backwaare im Umherziehen zu ver- fen, und vergebens waren ihre Bemühungen beim Polizei- �tfidium, dre Erlaubniß zum Einnehmen einer festen _, AOlfHkdlliftelle zu erlangen. Sie ist für jeden Fall, wo nM.'.u,»' fitzend"■- nd die den gel it bim mmt fi? em Lot — Ungi 3. d bendcs Lochev« ch erschci egirne- reijährigs mg mit- ken naA von KW lochen zu Advokat ine"" ,.. betroffen wurde, mit geringer Geldstrafe iN. word-n. und hat fic bis zum vorigen Jahre ? Strafen, in die fie genommen war, aus den Erspar- M früherer Jahre entnommen. Jetzt„fitzt fie". wie sie vor .rWotch Nickt angiebt,„die substituirtcn Haftstrafcn ab."- Gestern artgcHt; v ihr wiederum 20 Falle der gedachten Ucbertretung zur Last _„v, i»-gt, und fie hat wiederum auf gerichtliche Entscheidung ange- . �".g«en, da ihr die auferlegte Strafe von 60 M. zu hoch ist. gg.ten Frage des Vorsitzenden, warum sie denn das Geschäft umten�ILustgartcn nicht lieber aufgiebt, als sich so häufig einsperren antwortet sie:„Wenn ich nicht mehr handle, muß ich �dri�erhungern; ich befitze ja gar nichts, da die vielen Geld' 'CT tzen mich total luinirt haben." Dem Gerichtshof blieb bei s Mödck<4®eständi>iß der Angeklagten leider nichts übrig, als sie für zii � ÄÄr-i««sr-- aus � znteressant«» Ketrugaprazest wurde gestern vor �92. Abtheilung am Amtsgericht I gegen den taubstummen iben Paul Schröder verhandelt. Der Angeklagte kaufte ein h für Fleischbeschauer, und mit diesem Buche ging er in ver- dene Häuser, um- Beiträge zu seiner Unterstützung zu .rmeln. Er legte den Frauen unter allerlei Gesten das Buch und obwohl die einzelnen Rubriken übcrdruckt waren: nd und Namen des Besitzers des Schweins rc.", erweckte «ch bei den Frauen den Glauben, daß er für einen guten sammele. In mehreren Fällen glückte ihm der Betrug. der Angeklagte weder hören noch sprechen kann, so mußte der heutigen Verhandlung die Taubstummenlehrerin Frau lz hinzugezogen werden, und das Verhör konnte nur durch .. cttagung in die Zeichensprache geführt werden. Der Ge- u.kafft.�vhrffikus Dr MMenzweig erklärte den Angeklagten insoweit �schnungsfahrg, daß demselben das Bewußtsein der Straf- " StW s?rner Handluns-'''"""'- n de» � - situmn'e' lad) am-, igene Les< m Leil Linkstr. »ße M« ihr war h noch w in B anden, 2. Sr.,,-,- mnegewohnt habe, und der Staats lt beantragte 9 Monate Gefängniß. Ter Gerichtsof er- e jedoch nur auf 14 Tage Gefängiß. Mittles und Arbeiterbewegung, » An die Schneider Kerlin». Kollegen! Seit einigen ** v, Alren ist es in unserem Berufe so still geworden, daß nicht war dtt�geweihte schließlich glauben müssen, die Schneider lebten in lrbeiter.«n Eldorado. Wir sehen, wie alle anderen Gewerke sich mmer hj- mffen, die Schäden und Mängel aufdecken, dem alles er- efindet packenden Kapital gegenüber Front machen, Forderungen er- in Untersu�en oder Uebergriffe der Arbeitgeber abzuwehren suchen und Strafe ijMstens mit Erfolg höhere Löhne zu eningen strehen. Bei zur Verb? Schneidern ist nichts von alledem zu spüren. Kollegen! liegt ff>d denn unsere Verhältnisse wirklich so glänzende, daß wir liuprecht Ursache hätten, uns über unsere Lage zu besprechen, oder geklagten d die Schneider Berlins durch ihre Lebenslage in der gen, n>ie j«itslosen Zeit und durch die oft 18— 20stündige n der TNbrttszeit während der Saison schon so stupid, so Beranick> glpffinnig geworden, daß sie nicht mehr im Stande sind, i einem"Übt eigenstes Wohl und Wehe nachzudenken? Kollegen! verkaufen.* Ihr alles stillschweigend ertragen? Nein und tausend» „nplize, hieGeschstsl; ermannt Euch, bekümmert Euch e, s» m SchZ der Jagenfj vcrgn! f'Ä rdcm. � nnte. � u hab-n- t als orden ü ZM-, G-lv-{m up!«», Ä r»S: MWWW ereiue«üb Nersammlsugs«. Der Fachverrin der Marmor»«nd Granit» leitrr Kerlin» hielt seine letzte Mitgliederversammlung im ".nslokal Alte Jakohstr. 48& ab. In derselben wurde be- .sen, eine Herren Fußvartie nach Schmargendorf am Sonn- den 22. Juli, früh 6i Uhr vom Belle-Allianceplatz aus zu 'nehmen. Freunde und Bekannte können an derselben therl- a"'..Sodann kamen einige Krankenunterstützungsgesuche oerathung. Es wurde hervorgehoben, daß die Lage der norarbeiter eine sehr traurige sei, da unter ihnen schon im r Mannesalter sehr viel Krankheiten und Sterbefälle vor- kommen. Infolge dessen sei es Pflicht der Kollegen, sich gegen- seitig zu unterstützen; dem einzelnen sei es oft unmöglich, sich ohne Mithilfe vor Roth und Elend zu schützen. Die Unter- stützungsgesuche wurden hierauf von der Versammlung ge- nehmigt. Sodann verlas der Vorsitzende die Namen der neu aufgenommenen Mitglieder und crmahnte diese, treu und fest zum Verein zu halten, um möglichst gunstige Arbertsbedrngungen zu erzielen. Die Mitglieder sollten dem Verein nicht nur bei- treten, weil fie durch den Arbeitsnachweis desselben bessere Arbeit erhalten, und nicht, wenn diese deendet ist, dem Verein wieder den Rücken kehren: dieses würde nie zum Ziele fuhren, sondern nur durch Einigkeit sei etwas zn erreichen. Der Lachverein(ammtUcher an Holzbearbeitung»- Tagesordnung: Vierteljahresbericht. Innere Vereinsangelegen- Helten. Verschiedenes. Fragekasten. Es wurde zunächst vom Kasstrer der Kassenbericht verlesen, welcher folgendes. Resultat fÄ Ä'SS Är&'äÄTÄ für die streikenden Tischlergesellen Hamburgs, sowie 20 M. für die streikenden Schmiedegesellen Berlin's an Unter- stützung zahlte. Hierauf wurde von mehreren Rednern noch- mals darauf aufmerksam gemacht, daß ein ieder Kollege die jahrcs verlesen, welche wieder sehr traurige Ergebnisse lieferte. Es wurden 15 theils schwere, theils mittlere Unfälle gemeldet. Hieran schloß fich eine längere Dislusfion. Nachdem noch wertere Angelegenheiten, sowie der Fragekasten erledigt und der Vor- fitzende die nächste Versammlung sowie den am Sonnabend in Kliem's Volksgarten stattfindenden Sommernachtsball nochmals bekannt gemacht hatte, wurde die Versammlung um 10% Uhr gcschchssem e Nersammlung sammtlicher Maurer- arbeitvlente Berlins findet am Montag, den 16. Juli, Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakob- straße 37, statt. Tagesordnung: 1. Unsere gegenwärtige traurige Lage und wie find wir im Stande dieselbe zu verbessern? 2. Diskussion und Verschiedenes. � � Zentral-Kranke«» und Sterbekasse der deutsche« Wagenbauer. Ortsverwaltung Berlin 6. Mitgliederversammlung am Montag, den 16. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokal des Schayer, Brunnenstr. 40. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Neuwahl der Ortsverwaltung. 3. Verschiedenes und Auf- nähme neuer Mitglieder.,_ �_ Zentralkranken- nnd Sterbekasse der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen Deutschlands(E.H. 32), örtliche Verwaltungsstelle Berlin. Mitgliederversammlung am Montag, den 16. Juli, Abends 8 Uhr, Köpnickerstraße 100 bei Mündt. Tagesordnung: Kassenbericht vom 2. Quartal 1883. Wahl des gesammten Vorstandes. Das Quittungsbuch legitimirt. Freie Vereinigung der Uergolder und Fachgenossen. Versammlung am Viontag, den 16. Juli, Abends 3s Uhr, im Saale des Herrn Scheffer, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag des Herrn Dr. Wille:„Was ist gut? oder die natürliche Grundlage der Moral." 3. Verschie denes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Kerri« zur Wahrung der Interesse« der Schuh macher und verwandten Berufsgenossen. Montag, den 16. Juli, Abends 8s Uhr, Versammlung fn tzabel's Brauerei, Bergmannstraße 6. Tagesordnung: 1. Vortag des Herrn Dr. phil, Bruno Wille. 2. Verschiedenes. 3. Fragelasten. Gäste willkommen. Freie Dereinigung aller in der chirurgische« Kranche beschäftigten Kerufsgenasse«. Mittwoch, den 18. Juli, Abends 8s Uhr, in den„Armin Hallen", Komma« danlenstraße 20, statutenmäßige Generalversammlung. Tages ordnuna: 1. Kassenbericht. 2. Referat des Herrn Schmädicke über„Lohn- und Akkordarbeit". 3. Wahl eines Beisttzenden. 4. Verschiedenes. Fachverein der Ka»- Ktnrlrateure. Montag, den 16. Juli, Abends 8 Uhr, in Kfinski's Lokal, Fischerstraße 10: Versammlung. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Produktiv- und Rohstoff» Genossenschaft der chneider z« Kerlin.(G. G.) Dienstag, den 17. Juli, bends 8 Uhr, im Lokal Mohrenstr. 40: Generalversammlung. Tages-Ordnung: 1. Vierteljahrsbericht. 2. Statutenänderung. 3. Geschäftliches. Zentral-Krank-«»«nd Kterbekasse der Tischler sc. (E. H. 3 Hamburg. Oertliche Verwaltung Berlin G.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Zahlstelle von der Blumen- straße 54 bei Wutke nach der Krautstraße 48 bei Bock verlegt worden ist. Die Beiträge werden dort jeden Sonnabend Abend von 8—10 Uhr entgegengenommen. Allgemeine Kranken- nnd Sterbekasse der Metallarbeiter(E. H. 29 Hamburg. Filiale„Berlin III.) Versammlung am Montag, den 16. d. M., Abends 8 Uhr, Man teufelstr. 90. Tagesordnung:" Abrechnung für Mai und Juni und Verschiedenes.____ Kerichtigung. Herr R. Sudermann schreibt uns: „18 Mark pro Woche bei täglich zehnstündiger Ar- beitszeit", das ist die Forderung, welche aufgestellt worden ist als Arbeitsverdienst für den sogenannten„schwachen Ardeiter" — und nicht, wie in dem gestrigen Bericht(Sonnabend- Nummer) gesagt,„13 Matt'.— Es ist dieser Fehler im übersandten Be- richt wohl nur auf den„Druckfehlerteufel" zurückzuführen, der uns denn freilich eines ganz widersinnigen Vergehens deschuldigt hat, denn um die Forderung von„13 Mark" durchzuführen, setzen wir denn doch nicht durch Annahme diesbezüglicher Reso lutionen die ganze Gewerkschaft in Bewegung. Tnrn- und gesellige Vereine am Sonntag. Lubeck'scher Turnverein(2. Lehrlingsadtheilung) Abends 6 Uhr Elisabethstraße 57—58.— Turnverein„Wedding"(2. Lehrlingsabtheilm Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und F» (Lehrlingsabtheflung) Nachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Turn- und gesellig- Verriue ete. am Montag. Männergesangverein„Freimuth" Abends 3t Uhr rm Nestau- rant Lehmann. Naunynstraße 44.- Gesangverein»Sanger. lust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsberaerstraße 80. - Männergesangverein„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Re- staurant Kleine, Gerichtsstr. 10.- Männergcsanaverem„Ein tracht 1" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 68, im Restaurant.- SÄÄ MDÄ Dieffenbachstr. 60-61.-_„Berlmer Turngenoffenschaft" (7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr m der stadt. Tum- Halle. Britzerstr. 17-18;- desgl. 6. Mannerabther ung Abends 8 Uhr in der städtischen Tumhalle. Gubenerstr 51.- Lübeck- scher Turnverein(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth- straße 57- 58.- Verein ehemaliger Schuler der m Ge- ÄfÄÄÄü Ät. ,p licher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Äünchener Bräuhaus, Neue Friedrichs str. 1, Unterrichts- und Uebungsstunde._ Kleine Mittheilungen. Hamburg, 12. Juli.(Zur Lohnbewegung.) Ein Maurer- geselle, welcher als Mitglied des Komitees für die Sammlungen der Streikgeldtr des Fachvereins der Maurer 200 M. eingenommen und für sich verhraucht hatte, wurde gestern vom hie- figen Landgericht wegen Unterschlagung zu drei Monaten Ge- sängniß verurtheilt.— In einer Maschinenfabrik in der Holsten- iwietc wurde gestern ein Former verhaftet, weil er seine daselbst arbeitenden Kollegen zur Niederlegung der Arbeit zu veranlassen suchte. Zürich» 12. Juli.(Mädchenhändler.) Dieser Tage wurde von der hiesigen Polizei wieder einer jener überseeischen Kuppler erwischt. Bereits mit verschiedenen verrufenen Häusern in Ver« bindung, beabsichtigte der Seelenverkäufer mit einer Anzahl überredeter Mädchen nach Buenos-Ayres abzugehen. Schon im Laufe des vorigen Monats gelang es, ein solches Individuum im Momente abzufangen, als dasselbe im Begriffe stand, mit einigen Mädchen den Bahnzug zu besteigen, um dieselben dem nämlichen Bestimmungsorte zuzuführen. Derselbe, ein gewisser Sohlmann aus Fürth(Bayern), wurde dieser Tage vom hiesigen Bezirksgerichte zu einer längeren Gefängnißstrafe und einer empfindlichen Buße verurtheilt. London, 11. Juli.(Mäuseplage.) Außer von Kaninchen leidet Australien auch von der Mäuseplage. Von Connebara- dran bis Coolah ist jedes Haus voll von Mäusen. Die Tbiere kommen schaarenweise und fressen alles auf. An einem Orte wurden 2 eh. für das Hundert angeboten, worauf in einer Nacht 1000 getödtet wurden. Hierauf ging der Preis auf 1 sh. zurück. In einem Hotel wurden mittelst einer Mischung von Strychnin und Mehl in einer Nacht 1000 Mäuse vergiftet. An einer anderen Station war ein Mann lediglich dazu angestellt, die Mäuse von den Krippen fernzuhalten, so lange die Pferde fraßen, und er hatte viel zu thun. Häufig haben die Mäuse schlafende Menschen angefressen. Auf vielen Feldern ist die ganze Ernte durch die Nagethiere zerstört worden. Niemand weiß, was gegen die Pest zu thun ist. des Neueste Nachrichten. De»„N-ichsanzeiger" publizirt die Ernennung Ministerialdirektors v. Zastrow, der„rechten Hand" des Ex- Ministers v. Puttkamer, zum Unterstaatssekretär und des Geh. Ober-Regierungsrathes Braunbchrens zum Ministerialdirektor im Ministerium des Innern. Au» Danzigu 14. Juli, meldet die„Voss. Ztg.": Auf Requisition der Staatsanwaltschaft wurde die Morgenausgabe der„Danziger Zeitung" beschlagnahmt. Der Grund liegt in dem Abdruck einer Korrespondenz des„Skotsman", in welcher eine Aussprache Mackenzie's über den Gesundheitszustand des Kaisers enthalten war._ Telegraphische Depesche«. (Wolff's Telegrapben-Bureau.) Kalsrrthe, Sonnabend, 14. Juli. Der Landtag wird am Mittwoch geschlossen werden. Paris» Sonnabend 14. Juli. Anläßlich der heutigen Na- tionalfeier zogen heute Vormittag zahlreiche patriotische Gesell- schatten vor der Straßdurgstatue auf dem Place de la Concorde vorüber und legten daselbst Kränze nieder. Die Patriotenliga, an deren Spitze stch Dsroulöve und die boulangistischen Deputirten Laguerre, Laisant und Susini befanden, traf um 10 Uhr daselbst ein; vereinzelte Hochrufe auf Boulanger wurden aus der umherstehmden Menge mit dem Rufe:„Es lebe Frankreich! Es lebe die Republik!" beantwortet. Die Mani- festirenden gingen alsdann zu den Denkmälern Gam- betta's und Jeanne d'Arc und legten daselbst gleichfalls Kränze nieder. Vor dem Defiliren der Gesellschaften wurden auf Place der la Concorde zwei Personen verhaftet, weil sie Zettel trugen, auf denen sich das Bildniß Boulangers und folgende Worte befanden:„Alle Patrioten find heute Abend auf der Place de la Concorde". Bei dem Besuche des Denkmals Gambettas seitens der Patriotenliga hielt Deroulsde eine demonstrative Ansprache, welche mit den Worten schloß:„Für die Republik! Für Elsaß- Lothringen: Es lebe Boulanger!" London» Sonnabend, 14. Juli, Mittags. Nach einer weiteren Meldung des„Reuter'schen Bureaus" aus Capetoum find in der in Brand gerathenen Diamantengrube von Debecrs bis jetzt 460 Eingeborene lebend aufgefunden worden. Die Hoffnung, auch noch die Uebrigen retten zu können, hat man aufgegeben. Der erste Eingangs- schacht ist vollständig zerstört; über das Schicksal des zweiten besteht noch keine Gewißheit. Wenn letzterer er» halten bleibt, wird die Arbeit unverzüglich wieder aufgenommen' werden._ Briefkasten der Redaktion. «et Anfragen bitten wir die Abonnementi-Qutttung beizuMgen.«rieflttb« Antwort wird nicht ertheilt. C. K.» GriebenoWstraKe. Der Grund der Nichtgc- nehmigung wird der sein, daß Sie die Versammlungen Sonn- tags abhalten wollten. Versuchen Sie es mit einem Werktage. G. K. Die Kosten des Entmündigungsverfahrens, gleich- viel auf wessen Antrag dasselbe erfolgt ist, sollen nach gesetz- licher Vorschrift aus dem Vermögen des Entmündigten genom- men werden. Ist derselbe vermögenslos, nun, so sind eben die Kosten nicht beitreibbar. Sie als Sohn haften für dieselben nicht. Karmstedt. 1. Sofern der Arbeiter seiner Beschäftigung nach krankenverstchemngspflichtig ist und unter die Kategorie der zu einer bestimmten Ortskasse gehörigen Personen fällt, kann ihm die Aufnahme in diese Ortskrankenkaffe nicht, weil er mit einem Leiden behaftet ist, verweigert werden. Ob er als sog. steiwilliges Mitglied aufgenommen werden muß, hängt dagegen von dem betr. Kaffenstatut ab. 2. Seine Zugehörigkeit zur Un- falloersicherung ist in jedem Falle zweifellos. P. M. Sie müssen auch die hiesigen Steuern, da Sie mitten im Quartal hierher gezogen sind, zahlen. Ihre zweite Anfrage ist nicht recht verständlich. Klane». 1. Die gewünschte Adresse ist uns nicht bekannt. 2. Nach§ 113 der Reichs-Gewerbeordnung können Ärbeiter ein Zeugniß über Dauer und Art ihrer Beschäftigung fordem, welches auf Verlangen des Arbeiters auch auf feine Führung auszudehnen ist. Anderen Inhalt darf das Zeugniß nicht haben. Ist es mit einem Vermerk(Wafferstempel) versehen, so kann auf Ertheilung emcs anderen Zeugnisses geklagt werden. 3. Un- bekannt. Skatspieler 43 K. Nullouvert geht über Grand ohne 2. Namenlos. Wenn Sie uns nicht das Vergehen mit« thcilen, das der Lehrling begangen hat, so können wir nicht be- urthellen, od wegen desselben die Entlassung aus der Lehre ge« rechtfertigt ist. Gph. Sie bitten um Angaben von Paragraphen, ver- gessen aber mitzutheilen, aus welchem Gesetze denn die Para- graphen sein sollen. <0. 5. Wenn es in dem Bericht über den letzten „Grünauer Prozeß" heißt:„Ein junger, hagerer Mann mit einer Brille von 27 Jahren stieg plötzlich auf den Tisch..." so handelt es sich um einen übersehenen, komischen Fehler deä Berichterstatters. Bekanntmachung. Erster Nacbtcag zum der Vrtskravkevkals? der MSdel- polirer zuZKertt", vom 8. Dezember 1884. 15. Januar 1885. Artikel I. Der§ 39 des Statuts lautet fortan: § 39. Der Lorstand wählt aus seiner Mitte auf die Dauer von zwei Jahren einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter deffelben, einen Schriftführer und einen Stellvertreter des Schriftführers. Der stellvertretende Vorfitzende' vertritt i Vorfitzenden bei Behinderung oder im Aufttage deffelben. Artikel II. Dieser Nachtrag tritt mit dem Tage der Ge« nehmigung durch den Bezirks' Ausschuß hierseldst in Kraft, Berlin, den 5. Juni 1888. Der Vorstand. G u st a v Milbrodt, Julius Herz er Vorfitzendcr, Schriftführer, Adalbertstraße 91 Barnimstraße 42. Genehmigt. Der Bczirks-Ausschuß. 94 l verrn». Röhrmund 100h, zum 50. Wiegenfeste ein dreimal donnemdes Hoch, daß die ganze Rlückeri'irabe wackelt. J «entra' Krank««-«. Kegräkuißkassr für dir Mtitglteder de» UnterstLkunasverei«, der Bildhauer Kentfchlando (Verwaltungsstelle Berlin), D i e n st a g, den 17. Juli, Abends 9 Uhr, im Ann« Restaurant Ännenstt. 16: 105 Ordentliche Mitglieder-Nersammlnng. T.-O.: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Verschiedenes. Den Mitgliedern des Vtttitts zar jvahrang der Intereffev der ßlavirrarbeiter «nd verwandten Kernfsgenosse» zur Nachricht, daß Paragraph 1, Abs. 3(Rechtsschutz) in Kraft getreten ist. Die Mitglieder der Rechtsschutz-Kommisfion(§ 2 des Reglements) wohnen: I. Pubeil, Waldemarstr. 73, E. Sparfeldt, Sorauerstr. 27, E. Paul, Bethanien-Ufer 8, C. Riediger, Zossenerstr. 25, F. Brecht, Wasserthoistr. 15. 102 Der V o r st a n d. Jentralkranken-«» Kegrabuiß- kajse für Frautn». Mädchen. 1| Kren- -..... und ----------- Qtoberab II. Oranienstr. I. Ecke der Manteuffel-, Wiener- und lSkalitzerstraße. Uhren wie bekannt zu Fabrikpreisen, und Ausführung schwierigster Reparaturen billigst, unter 1 jähriger Garantie. Albin Grüger ., Uhrmacher, Oravievstr. Ar. 203. iletfit muß Jlcc&t 6(ei6en! Anfertigung von Klagen, Eingaben, Bitt« schriften, Sieuerreclamationen, JnterventionS- klagen zu soliden Preisen. Große Praris in Straf- fachen. 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