166» futrfjtbaim erschöpft Iii d töten~ quält. en Augen cn partielle Druck im- en schreien allein es fich dem e Präfektm rscheinunge«! chte«. das Karte» lf wettere st lalliberalen tf 4 diesem# ier Parteien t- te Sonde us zu bi Mittwochs den 18« Jnli 1888» 6 erlinerDoltebltttl Brgan für die Interessen der Arbeiter. ♦ epeschk itemi.) er Postdamst tfahrt'Atti«, h auf der im «o« wecKltnev«olk«»latt-. chetnt täglich Morgend außer nach Sonn» und FMtazen. AbonnementSvreit für Berlin frei '« bau» vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,36 Mark, wöchentlich 36 Pf. Postabonnemmt 4 Marl. Einzelne stumm« 5 Pf. SonntagS-Numm« mit dem.EonntagS-VlaU' 10 Pf. (Eingetragen in der Vostzeitungipreisliste für 1888 um« Rr. 849.) JnsertionSgebühr beträgt für die 4 gespaltete Petit-eilc oder deren Raum.26 Pf. Arbeitsmartt größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden biS 4 U te d« Erpedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen»� Erhöhung deö Preise», angenommen. 10 Pf. Bel NackmittalI ureaux. ahn» Pedakti»»! Kruthstr-ß- 2—«»pediti»»! Ii«merstr«ße 44. . St» Atters iUSSfl und Invalidenversorguitg. Ä' II Wir haben in unserem ersten Artikel die Alters- vährend ihr»« r s o r g u n g ein dekorative» Beiwerk ohne jede Be- zen befrctt�euwng genannt. Wir wollen, ehe wir mit unseren Aus- ! erfolgt ptellungen an dem Entwurf weiterfahren, dies näherbe- en BestimÄpjinden. Die Altersrente soll ohne Rücksicht auf lfse erfolgt K; e Erwerbsfähigkeit deS Rentenempfängers be- 12 Iah« werden, fodald derselbe in da» 71. Lebensjahr ein« infrflnä dS��' Dabei hat die„Nordd. Allg. Ztg." ganz in Heber- jerftr 22 Einstimmung mit unserer Auffassung der Sachlage ausge- adt-Ebers�ihrt, daß diese Rente gewissermaßen nur als eine Er- t wann, �«änzung des Arbeitsverdienstes zu denken ist und daß der Arbeiter, sobald er ganz invalide wird, in den Genuß der 3. Juli st'vollen Rente tritt, auf welche er auf Grund des Gesetzes hat. Einige Blätter nun meinen, daß dies eine nicht unwesentliche Verbesserung de» Gesetzes bedeute, wenn [HA�Adies wirklich der Sinn deffelben sei. Diese Auffassung ist zweifellos falsch. Schon in den„Grundzügen" war aus- «ksprochen, daß die„Alt«Srente in Fortfall kommt, rf•; sobald dem Empfänger Invalidenrente gewährt wird" > I(Ziffer 13). Ebendaselbst ist auch ausgesprochen, daß die rf* 1 Invalidenrente beginnt„mit dem Tage, an welchem der ..&n, Ii Verlust der Erwerbsfähigkeit eingetreten ist". Von ein« " Verbcfferung kann also gar nicht die Rede sein. Die Be- , GefchSfl stimmung ist heute noch so wie sie ursprünglich war. anenftrntf. Die Altersrente ist also von Anfang an als nichts nderes gedacht gewesen, als ein Zuschuß zum Arbeits- verdienst für Arbeiter, welche nach ihrem 70. Lebensjahr , überhaupt noch im Stande sind, sich ihren Lebensunterhalt Arbeit zu gewinnen. Leiber aber ist die Zahl t"» f Z>vieser Arbeiter eine so geringe, daß eS kaum der Mühe w.rth ist, von ihr zu reden, oder ]t gar unter dem pompösen Titel„Altersversorgung für Arbeiter" ein Gesetz zu schaffen, das angeb- lich die Krönung der Soztalreform sein sollte, in Wirklichkeit aber, soweit wenigsten» die Altersversorgung in | Betracht kommt, praktisch kaum wirksam werden dürfte. J Nach den Ergebniffen der letzten Volkszählung haben von ero.< der Bevölkerung Deutschlands nur 2,5 pCt. vas 70. Zahr st d �jjjj�j überschritten. Da nun die Sterblichkeit unter den Arbeitern viel größer ist al» in jenen Bevölk«ungSschichten, die für M. 120, sich arbeiten laffen, od« deren Arbeit wenigsten» eine sehr wenig M. 30«.«n strengende ist, so trifft da» vorstehende Verhältniß auf die >/., tl.*. Arbeiterkreise noch lange nicht zu. Es erreichen und über- i»'Im Jl- schreiten also lange nicht 2,5 pCt. der Arbeiter da» .! 70. Lebensjahr. Von denen aber, welche diese» Alter wirk- N W-) j lich«reichen, dürfte wieder nur ein ganz geringfügiger Llnd0" liiT n Jeuilleton. [38 nsch 3.) Ihr» Tochter. Srmnnal-Roman nach dem Französischen von K. D e t r i n g. i e tz äll� Der alte Baron von Elven war das richtige Ebenbild Teppichs eine» Lnndedelmanne», der die Zagd liebt, sonst aber nicht , 20 tifl1. von seinem Gute kommt. Sein Leben verlief darin, ge- %., echt' hörig zu trinken, seine Pächter zu plagen, sein Gesinde zu quälen und gegen die Revolution zu donnern, die ihm dabei gar nichts gethan hatte. Er las nichts, selbst die feudal- tons«vativen Blätter nicht, die er hielt, weil er sich hierzu »«pflichtet fühlte. Er benutzte sie nur zu Pulverpftopfen für seine Jagdflinten, die so altmodisch waren, wie seine Ansichten. Gern hätte er Andrea» an eine gleiche Lebensweise ge- wohnt, ab« e» gelang ihm niemals, ihm seinen Geschmack auMzwtngen. Andrea» war nicht offen widersetzlich, et machefelbs) die Jagden mit und war zu den Freunden seines Vater» freundlich, aber« blieb doch Herr seiner Ge- danken, und die flogen weit weg von dem alten Castell, wo er lebte. Er hatte einen tnn«en Widerwillen gegen die groben V«gnügungen Mne» Vaters, er träum le von ganz and«en Genüffen. Em Ideal schwebte ihm vor, da» seme Heimath nicht verwirklichen konnte; die Bauern waren ihm wider» wärtig wegen ihre» Schmutze», die Pfahlbürger in den kleinen Landstädchen wegen threr Dummheit und die adli- gen Damen und Töchter der Nachbarschaft wegen ihrer Ein- »ildung. Sein Wunsch wäre gewesen, in seinem wilden Lande einer Romanheldin zu begegnen, sie gegen Wege- lag«« zu beschützen, oder ihrem durchgehenden Pferde in die Zügel zu fallen. In unserem prosaischen Jahrhundert find solche Abenteu« aber sehr selten, und während Andrea» auf sie harrte, verstrich seine Jugend. Nur noch Pari» blieb für seine Hoffnung übrig, da» « nie gesehen hatte und da» ihm der Hauptmann von Ar- Bruchtheil noch derartig körperlich rüstig sein, daß sie im Stande sind, durch ihre Arbeit sich zu ernähren. Nur auf diese aber würde die Altersrente An- wendung finden. Nach einer Umftage der Barmer Handelskamm« bei 540 Textilbetrieben, in denen 12 400 Arbeiter beschäftigt werden, fanden sich unter diesen ganze 45, sage und schreibe fünfundvierzig Arbeiter im Alter von 70 Jahren und darüber. Von den 12 400 Arbeitern waren also nur 0,36 pCt. oder abgerundet 4 pro Tausend üb« 70 Jahre alt. Da» also sind die glücklichen„Veteranen der Arbeit", welche einen Anspruch auf 33 Pfennige Rente pro Tag haben, nachdem sie vorher mindestens 30 Mal Altersversorgung Beiwerk fast ohne praktischen Werth bezeichnet haben. Die Altersversorgung kann also thatsäcylich bei Beur- theilung de» Gesetzes außer Betracht bleiben, sie ist nur ein Name, nichts weiter. Eine praktische Bedeutung hätte sie erst bekommen, wenn die Altersgrenze herunter- gerückt worden wäre auf jene LebenSgrenze, welche ein irgendwie nennenSw«ther Bruchtheil der Arbeit« Aussicht hat zu erreichen. Diese Grenze hätte aber über das 60. Lebensjahr nicht hinaus verlegt werden dürfen. Unter den bereits angezogenen 12 400 Arbeitern, auf welche sich die Barmer Enquete erstreckte, befanden sich 685 im Alter von 50—60 Jahren, aber nur noch 134 Arbeit« im Älter von 60—65 Jahren. Es haben also nur 1 Prozent dies« Arbeiter das 60. Lebensjahr überschritten. Die Regierung hätte also wirklich nichts riSkirt, wenn sie den von allen Seiten laut gewordenen Wünschen um Herabsetzung der Altersgrenze entgegen gekommen wäre. Ab« diese Wünsche gingen nur von den Arbeitern und jenen Kreisen aus. welche an den Kämpfen zwischen Kapital und Arbeit nicht direkt betheiligt sind; leider ab« erfreuen sich diese Kreise nicht jenes Einflusics, wie die großen in- dustriellen Verbände, auf d«en Wunsch man die Heb«. tragung der Versicherung auf die Genossenschaften hat fallen laffen; eine Äenderung, die übrigens uns«en vollen Beifall hat. Würde man auf die Wünsche der Arbeiter auch nur die geringste Rücksicht genommen haben, so wäre z. B. die Beibehaltung des OuittungSbucheS ganz in der ursprüng- lichen Form, wie sie bereits in den„Grundzügen" vorgesehen war, eine reine Unmöglichkeit gewesen. Gerade gegen dieses Ouittungsbuch hat sich die Agitation der gesammten deutschen Arbeiterschaft ohne Ausnahme gerichtet und, mit Ausnahme einiger Zünftler, hat sich auch nicht ein Mensch für diese Form der BeitragSguittung aus esprochen. Trotzdem aber hat sie die Regierung alten. Wenn man es darauf abgesehen hätte, beide- den Ar- boiS in den glühendsten Farben schilderte. Paris war für ihn das unbekannte, geheimnißvolle Zauberland, wo die Frauen das gemeine irdische Leben in ein himmlisches zu verwandeln wissen, wo sie den Zufall suchen und die Poesie lieben. Al» der Tod seine» Vaters ihn von seinen Fesseln ftei machte, war Andreas nach Paris geflogen. Als er die große Stadt betrat, schwoll sein Herz von Illusionen, die noch keine Täuschung ihm geraubt. Statt im Verkehr mit den Kreisen zu treten, zu denen er durch seinen Namen ge- hörte, lebte er mitten in der Menge wie ein Einsiedl« und setzte so da» Leben fort, das er auf seiner Väter Burg in d« Bretagne geführt hatte. Er hatte keine Geliebte und keine Freunde. Melancholisch und ein wenig überspannt inte er durch die große Stadt, nährte seine glühende Phantasie mit bunten Einbildungen, beschränkte sich völlig auf sich selbst und war bereit, sich ganz der Ersten zu geben, die sein Herz in Flammen setzte. Nach langen traurigen Monaten, in denen er doch seine Hoffnnng nicht aufgab, hatten seine Träume plötzlich eine feste Gestalt gewonnen. Ein wunderbar schöne», junge» Mädchen war ihm erschienen, da» ganz dem Traumbild glich, das ihm so lange Jahre vorgeschwebt, und sie war ihm dazu noch in einem Augenblick«schienen, wo sie bedroht war. und er sie retten konnte. �_____ Dieser plötzliche Sprung in die Wirklichkeit hatte ihn schnell sehr weit geführt, hatte ihn bi« zur Schwelle einer Heirath gebracht. Das alles sagte sich Andreas von Elven, während er auf den botanischen Garten zuging, wo ihm Therese zum ersten Male begegnet war. Er hatte, um nach dem Boulevard d'Jtalte zu ge- langen, den längsten Weg gewählt, ohne recht zu wissen, weshalb; vielleicht um den botanischen Garten wieder zu sehen, wo eine zufällige Begegnung über sein Leben ent- schieden hatte.. Und dann hatte er e» ja auch nicht«lig. Die sonder- baren Reden Guntram» von Arboi» beschäftigten ihn un- ausgesetzt. Vergeben» versuchte er die Probleme zu lösen, beitern an einem recht markanten Beispiel zu zeigen, daß man sich um sie und ihre Wünsche gar nichts kümmert, und daß die ganze sogenannte Sozialreform nicht von dem Gesichtspunkt aus durchgeführt wird: waS wünschen die Arbeit«, daifzur Verbesserung ihrer Lage geschehe? sondern, daß bei dieser ganzen Gesetzgebung immer nur die Gesetz- geber s i ch fragen: waS frommt den Arbeitern nach u n- serer Meinung? was wünschen wir von unserem Standpunkte aus für Veränderungen od« Verbesserungen in ihrer Lage herbeizuführen?— mit der Beibehaltung d« OuittungSbücher hätte man diesen Zweck voll und ganz erreicht. Ein Wort der Kritik über die Quittungsbücher hier noch niederzuschreiben, halten wir für vollständig überflüssig. Es genügt, daran zu erinnern, daß, al» die„Grundzüge" mit dem Vorschlag der OuittungSbücher seiner Zeit bekannt wurden, da» Organ der Baugewerksmeister, eines d« Blätter, da» am fanatischsten jede selbstständige Regung der Arbeiter bekämpft und jeder UnterdrückangS- und Aus, nahmemaßregcl zujubelt, frohlockend verkündigte: jetzt fei die Agitation für die Einführung der Arbeitsbücher über- flüssig geworden, denn daS Ouittungsbuch biete vollen Ersatz dafür. Wir könne« den Arbeitern nur rathen, die Agitation gegen die QuittungSbncher durch Protestversammlungcn und Sammeln von Unter- schriften für Petitionen gegen die Quittungsbücher mit aller Energie wieder aufzunehmen. Ist auch von der jetzigen Kartellmehrheit des Reichstage» nichts zu erwarten, was auf wirkliche Arbeiter- fteundlichkeit Anspruch machen kann, so dürfte es sich doch angesichts der imm« näher rückenden Neuwahlen mancher Kartellbruder überlegen, für das moderne Arbettsbuch zu stimmen. Daß die Bestimmung, wonach die Rente unter Um- ständen bis drei Viertel ihres Betrages in Naturalien auS- bezahlt werden kann, beibehalten wurde, obwohl gerade diese Bestimmung besonders auch von den Vertretern der Wissenschaft einstimmig verworfen wurde, darf natürlich nicht Wunder nehmen. Hier handelte eS sich darum, für die Landjunker des Osten» der preußischen Monarchie ein Privilegium zu schaffen, und dieser wichtigen Aufgabe gegen- üb« wiegen natürlich die Einwürfe und Bedenken der Wissen- schaft und der Arbeiter federleicht. Zum Schlüsse noch ein paar Bem«kungen üb« die Organisation und Verwaltung der Versicherungsanstalten. Daß man die BerufSgenosienschaften hat fallen lassen, findet, wie wir bereit» betont, unsere volle Zustimmung, und wir stehen aar nicht an, den Wunsch auszusprechen, daß dieser im höchsten Grade schwerfällige und schlecht funktionirende und theuere Mechanismus in absehbarer Zeit überhaupt verschwinden möge. Wenn einzelne Blätter meinen, daß im die vor ihm standen. Allmälig begann er sich ein wenig vor der Unterredung zu fürchten, zu der er ging. Er fragte sich, was die Andeutungen heißen sollten, die er soeben ge- hört, und wa« die Mutter Theresens zu dem sond«baren Verlauf seines Gesprächs mit dem Major sagen würde, da» er ihr zu wiederholen versprochen hatte. So trat er denn, statt dem Quai bis zum Boulevard de l'Höpital zu folgen, d« ihn beinahe direkt zur Villa der Frau Valdieu geführt hätte, in den botanischen Garten ein. ES war Sonntag, und der Garten war voll. Freilich nicht von dem Paris der Wüstlinge, Lebemänner und Bou- levardbummler, die in Longchamp beim Rennen waren, son- dern von einem anderen Paris, das mehr werth war, al» diese lüd«liche Gesellschaft, von dem werkthättgen Pari». dem Paris der Arbeiter. ES war ein wunderschön« Tag, und die braven Männer, welche während der ganzen Woche den Staub der W«kstellen geschluckt hatten, wollten heute mit ihren Fa- Milien ein Sonnenbad nehmen, reine, gesunde Luft trinken und sich an dem Grün der jungen Blätter freuen. Vor den Käsiaen der Löwen, Tiger und Panth«, vor dem großen Affenhause staute sich die Menge; die Ele- phanten bekamen Brötchen zugeworfen und am Bären- zwing« war ein Gedränge. Die Bourgeois verweilten am längsten vor d« künstlichen Fuchsgrube und sahen dem Treiben der listigen Räuber zu. Auf Andrea» übten all' diese Anziehungen keine Wir« kung au». Er dachte an den ersten Tag feine» Glücke», den er hier verlebt, und instinktiv lenkte er seine Schritte nach dem Jrrgang zu. Er dachte bestimmt nicht daran, daß er Therese heute hier treffen würde, denn Frau Valdieu hatte ja den Sonn- tag ihrer Tocht« widmen gewollt. Aber e» war für ihn so süß, die Stätte wiederzusehen, wo er ihr zuerst be- gegnet war. Diese Wee wurde hauptsächlich von Familienmüttern in Beschlag genommen. Sie saßen auf den Bänken im Halbkreis, nähten oder plauderten, während die Kinder unter den hohen Bäumen im Sande spielten. V Interesse deS Prinzips der Selbstverwaltung eS zu bedauern sei, daß die neue Versicherung nicht den Genosienschaften übertragen werde, so können wir dieses Bedauern nicht �heilen. Wie die Lage der Dinge nun einmal ist, können iie Arbeiter, selbst wenn ihnen das Recht dazu eingeräumt wäre, was aber nicht der Fall ist, nur in sehr geringem Maße an der Selbstverwaltung theilnehmen, die ihrem ganzen Wesen nach nur Ehrenämter kennt. ES wird also immer und überall der besitzende Unternehmer eS fein, der die Verwaltung in die Hand bekömmt und in den Be- rufSgenofsenschaften ist ja dies sogar auch im Gesetze vorgesehen. Welches Interesse aber die Arbeiter daran haben sollten, die Verwaltung und Leitung ihrer Versiche- rungSanstalten in den Händen der Unternehmer zu wisien, das ist uns nicht ersichtlich. Wenn deshalb an dem ganzen Entwurf, wie er jetzt ist, etwas zu loben ist, so ist es die Beseitigung der Berufsgenosienschaften als Träger der Organisation. Daß auch in der neuen Organisation, soweit eS sich um die Wahl von Arbeitervertretern handelt, die freien Hilfskassen wieder ausgeschlossen sind, ist so recht bezeichnend für den tendenziösen Charakter unserer Sozialgesetzgebung. Der selbstständig denkende und handelnde Arbeiter ist unseren offiziösen und offiziellen Sozialreformern eben ein Greuel, und deshalb schließt man auch die Vertreter der fteien Hilft- lassen von einem Recht aus, das man jenen Statisten, die in den Betriebs- oder Znnungskrankenkassen auf Befehl ihrer Arbeitgeber die Rolle des Arbeitervertreters zu spielen haben, unbedenklich einräumt. Die Zahl der in den eingeschriebenen Hilftkassen versicherten Arbeiter beträgt 731 090, das ist beinahe der sechste Theil aller überhaupt auf Grund des KrankenkassengefetzeS versicherten Arbeiter. Diesen allen nimmt nun der Entwurf das Recht, sich an der Wahl der 'Arbeitervertreter innerhalb der neuen Organisation zu be- theiligen. Wir wären wirklich gespannt, einmal einen Grund für diese absolut nicht zu rechtfertigende Ausschließung zu hören. Wenn man sich bei der Unfallversicherung die Ar- beiter aussuchte, welche man innerhalb der Organisation verwenden wollte, so konnte dafür als Grund angegeben werden, daß die Unternehmer ausschließlich die Kosten der Versicherung tragen. Dieser Grund fällt aber bei der In- valioenversicherung vollständig weg. Hier haben die Arbeiter zwar alle miteinander den Löwenantheil der Kosten zu tragen. Mit welchem Rechte schließt man nun einen Theil davon von den geringen Rechten aus, die man in der neuen Organisation den Arbeitern einzuräumen über- Haupt beliebt hat? Diese Frage möchten wir sehr genau beantwortet sehen, und erfolgt diese Antwort nicht jetzt, so wird die Frage sicherlich im Reichstag erneuert werden. Im Uebriget» können wir nur sagen, daß wir, und mit uns gewiß daS Gros der Arbeiter, dem neuen Entwurf ge- nau so kühl gegenüber stehen, wie wir dies den„Grund- zügen" gegenüber gethan. ES ist hier eine Neuregelung der Armenpflege geplant, und soweit dadurch der entehrende Charakter, der bis jetzt mit der Armenunterstützung ver- knüpft war, beseitigt wird, kann man mit der Neuerung vollständig einverstanden sein. Wenn aber für die Beseiti- ■gung des OdiumS, das heute auf dem Almosenempfänger ruht, für die gesammte deutsche Arbeiterschaft das Arbeits- buch mit seinen Chikanen und Belästigungen eingetauscht werden sollte, dann bedanken sich die Arbeiter für eine solche �Reform". Für 33 Pf. Altersrente pro Tag verkaufen die beut, fchen Arbeiter ihre Freiheit nicht; daS sollten unsere be- rufenen Sozialreformer nun schon bald wisien. Jas poMi|cKe Dued Man kann noch nicht sagen, ob die sonderbaren Vorfälle, die man in Frankreich in den letzten Tagen erlebt hat. das Ende des B o u l an g is m u s bedeuten. Zn diesem Augen- blick ist es noch nicht ficher, od der Paradeheld nut dem Leben davonkommen wird, denn der Degenstich d� streitbaren Pre- mierministers scheint ihn schwer getroffen zu haben. Möglicher- weise dient dies Duell bei der sonderbaren Auffaffung, die man in Frankreich von solchen Affairen hat, dazu, den verblassenden Nimbus des Ergenerals wieder etwas aufzufrischen. Ohne diesen Zwischenfall hätte fich Boulanger mit feiner unfinnigen Taktik ficherlich verrannt. Diese Tak> tik bestand bekanntlich darin, daß General Bum in der Kammer den Antrag auf Auflösung der Kammer und Revision der Verfassung stellen sollte. So oft Andreas wand sich mitten durch das kleine Völkchen hindurch, als er plötzlich die Gouvernante Theresens in einiger Entfernung erblickte. Sie faß allein und strickte mit solchem Eifer, daß sie nicht sah noch hörte, was um sie herum geschah. Andreas blieb stehen. Begegnen wollte er ihr nicht, denn er erinnerte fich noch sehr lebhaft an das Gesicht, das sie geschnitten, als er ihr höflich das entfallene Wollknäuel aufgehoben, und er wollte sich nicht wieder den wüthenden Blicken dieses Drachen aussetzen. Aber der Drache bewachte heute nichts. Therese war gewiß mit ihrer Mutter in der Villa geblieben. Hatte Frau Valdieu Gundula von den Besuchen des gestrigen Abend erzählt, die sie empfangen, als jene schon schlief? So fragte sich Andreas und wünschte, es wäre nicht geschehen, denn er schmeichelte sich nicht, sich die Sym- pathien der alten Jungfer erworben zu Häven. Aber er nahm sich vor, den Fehler zu verbessern, und er über- legte schon, was er thun müsse, um ihre Gunst zu er- ringen. Da fiel eS ihm mit einem Male auf, daß noch ein leerer Stuhl neben der Gouvernante stand, und daß sie ihn sehr energisch gegen eine Frau vertheidigte, die ihn gern haben wollte. Er hörte nicht, was sie sagte, aber aus ihren Hand- bewegungen entnahm er, vaß der streitige Stuhl belegt war. Für wen? Es dünkte ihn, daß eS nur Therese sein könne, denn Frau Valdieu würde sicherlich ihre Tochter nicht allein zu Hause gelassen haben. Therese mußte also in der Nähe sein; aber wo war sie?, Von ihrer Vorliebe für daS Labyrinth war sie vermuth- lich seit dem Angriff des rohen Patrons abgekommen; sie konnte also nur in der Nähe der Thierhäuser sein, die dicht dabei lagen, bei den Gehege« der Wiederkäuer. Andreas beschloß sofort dorthin zu gehen. Die Ge- legenheit war zu schön, als daß er sie hätte vorüberstreichen lassen. War doch sein heißester Wunsch, zuerst mit Fräu- kein Valdieu zu plaudern, bevor er mit ihrer Mutter der Antrag abgelehnt würde, sollte er sein Mandat niederlegen und fich neu wäblen lassen. Man hoffte, die Zabl der Stim- wen, die auf ihn fielen, würde immer steigen, so daß schließlich seine Wiederwahl einem Plebiszit gleichkommen würve. Wenn es wahr ist, daß ein reicher Amerikaner, um fich einen Jux zu machen, die Mittel vorstreckt, welche diese elende Komödie erfordert, so kann man nur staunen über die Gewissen- lofigkeit dieses Boulanger, der fich nicht scheut, mit solchen Mit- teln die friedliche Entwicklung seines Vaterlandes zu stören und es bei der ohnehin gespannten Situation unaufhörlich mit Krisen und Konflikten zu gefährden. Ohnehin muß das Auf- treten des Mannes einem Jeden, der ein wenig auf politischen Anstand hält, im höchsten Grade widerwärtig erscheinen. Seine demagogischen Mittel find so plump, seine Maffenschmeicheleien so roh, daß fie bei Niemand verlangen können, der nur ein Körnchen gesunden Menschenverstandes hat. Der Ex- Generat bat dazu bei jeder Gelegenheit bewiesen, daß ihm die volitische Bildung völlig abgeht. So ist er eben recht für die Reaktiv- näre, welche diese groteske Erscheinung vorschieben, um, von ihr gedeckt, im Trüben zu fischen. Nun hat der Prätendent in parti'ns infidelinm sein Mandat niedergelegt und damit wäre es gut gewesen. Aus dem Plebiszit wäre wahrscheinlich nichts geworden. Denn jene Lärmmacher, die immer einen„Puff" brauchen, um ihre Blätter abzusetzen, Rochefort mit>einem„Jntranfigeant" und Mayer mit seiner„Lanteme" haben im Boulangismus denn doch nachgerade ein Haar gefunden und die Freundschaft der Monarchisten däucht ihnen erne achäische. Boulanger hat wenig Freunde und mit den Ueberläufcrn von Profesfion& la Naquet, die jedem neu aufsteigenden Stern huldigen, kann er nicht viel ausuchten. Ohnehin hat Herr Naquet bei seiner neuesten Uebcrläuferei ein Irrlicht für einen Stern angesehen. So stand es diesmal nicht günstig für den Prätendenten; er hatte für seine Wiederwahl wahrscheinlich nur die Stimmen der Bonavartisten und Orleanisten aufbringen können und sein „Plebiszit" wäre kläglich ins Waffer gefallen. Der General, der noch nie in einem Fcldzug kommandirt hat und der dennoch „der Degen Frankreichs" sein will, krankte auf immer an dem vernichtenden Witze Floquets, daß Napoleon 1. das Aller Boulangcrs nicht erreicht habe. Nun ist's freilich etwas anderes; ein Duell zwischen Floquet und Boulanger hat staitgcfunden und Boulanger ist ge- fährlich durch einen Stich in den Hals verwundet worden. Wir müssen schon sagen, daß diese Art, einen politi- schen Streit auszufechten, uns absolut nicht zusagt. Wir halten das politische Duell für ebenso lächerlich, als alle anderen Duelle. Was hilft da die beste Gefinnuna und der schönste Charatter, wenn ein in den Waffen geübter Raufbold den Politiker einfach über den Haufen schießen oder stechen kann? Man weiß, daß unter Louis Philipp ein Abgeordneter einst die Mängel der franzöfischen Militärverwaltung kritifirte und vom General B u g e a u d dafür erschossen wurde. Die profesfionellen Raufbolde erklären selbstverständlich jeden, der eine Herausforderung nicht annimmt, für einen Feigling. Aber als Napoleon vor Saint Jean d'Acre lag, wies er eine Herausforderung zum Zweikampf, die ihm der englische Kommodore Sidney Smith sandte, einfach zurück. Wird man dämm den General, der auf der Brücke von Arcole die Fahne vorantrug, einen Feigling nennen können? Bei den Franzosen steht leider das politische Duell heute noch in voller Blüthe und es wird nicht an Leuten fehlen, welche es einem Feldzuge gleich erachten, daß Boulanger ein blutiges Duell bestanden hat. In Frankreich scheint es gut zu sein, wenn die Minister fich tüchtig auf Hieb und Stick und Schuß einpauken: es könnten sonst die Versuche, die Regie- rungen durch Duelle zu stürzen, in die Mode kommen. Herr Floquet scheint eine gute Klinge zu führen. Noch besser aber wäre, wenn er fich dazu entschließen könnte, dem Unfug des politischen Duells zu steuern, und zwar nicht auf politischem sondern auf moralischem Wege. Was das ganze Geschrei der Boulangisten und die Millionen des hinter dem General Bum stehenden amerikani- schen Krösus nicht fertig gebracht haben, das könnte dieses Duell fertig bringen— daß nämlich Boulanger den Franzosen inter- essant wird. Wir wollen es nicht hoffen, aber diese Gefahr ist da. Man sagt in Frankreich, daß dort die Lächerlichkeit tödtct. Schade dmm, daß man solche Lächerlichkeiten, wie das poli- tische Duell eine ist, in Frankreich eben nicht lächerlich findet! Trlginllk'KorrefxonämzM. London, den 14. Juli. Während das Toryministerium durch verdoppelte Rückfichtslofigkeit gegen die.' Jrländer die öffentliche Meinung immer mehr aufbringt und dadurch den Jrländern Vorschub leistet, hat der Führer der irischen Emanzipationspartei, P a r n e l l,— jedenfalls nach Ver- ständigung mit seinen Genossen— der öffentlichen Meinung Englands eine Konzesston gemacht, welche geeignet ist, dieselbe vollends für die Sache Irlands zu gewinnen. redete, und in der Villa war eine Möglichkeit hierzu kaum vorhanden. Er verlor nun keinen Augenblick mehr und hinter einer Gruppe Spaziergänger kam er glücklich an der Erzieherin vorbei, ohne daß sie ihn bemerkte. Dann bog er ab und steuerte auf sein Ziel los. Er kannte hier jeden Weg und wußte, wo er Theresen suchen mußte. Vor dem Schlangenkäsig und dem Raub- vogelhause war sie gewiß nicht. Diese häßlichen Thiere konnten sie nicht anziehen; ebenso wenig das Flußpferd oder die Auerochse», oder die Strauße. Und da ihr auch das Menschengedränge nicht behagen konnte, so mußte sie sich in irgend eine einsame Allee zurückgezogen haben. Es gab ihrer mehrere in diesem Theile des Gartens, und auf gut Glück wählte er eine derselben. Sein Instinkt hatte ihn nicht getäuscht: er erblickte Therese. Sie stand vor dem Gehege der Äxis-Hirscke und fütterte die zierlichen Thiere. Sie war so sehr m ihre Beschäftigung ver- tieft, daß sie Andreas nicht kommen sah, der sich zaghaft näherte. Er sah sie und eS schien ihm, als liege eine zarte Wolke der Traurigkeft auf dem Gesicht des jungen Mädchens; aber dieser melancholische Ausdruck ihrer Züge verschönerte sie nur. Er trat nahe an sie heran, und sie drehte sich bei dem Geräusch seiner Schritte um. „Sie hier!" rief sie und erröthete. „Ich war auf das Glück nicht gefaßt, Sie hier zu treffen," stammelte der Baron von Elven. „Aber ich hatte die Empfindung, daß Sie kommen würden. Und deshalb begleitete ich auch Gundula." „Ich war auf dem Wege zu Ihnen." „... Und da fiel eS Ihnen ein, hier durchzugehen. Sie wollten gewiß die Zeder wiedersehen?" unterbrach ihn Therese und lächelte.„Sie hofften mich dort mit meiner ehrwürdigen Erzieherin sitzen zu finden. Wissen Sie denn, daß sie hier ist?" „Ja, mein Fräulein, ich sah sie und ich dachte mir, daß sie mit Ihnen hergekommen wäre." Wie ich Jhnen vor längerer Zeit schrieb, lag die©itter im Gest der Homerule-Be-webungen bisher darin, daß sie fich magung eines britischen Reichseinheit und folglich mit der FortexiWnhabers des britischen Reiches nicht vertrugen. Und dies war< Hauptfehler der irischen Bill Gladstone's. Dieselbe W Schiffbruch gelitten und nicht einen großen Theil der und radikalen Engländer auf Seiten der Tones getriedl fie nicht auf die Lostrennung Irlands von England, also Zertrümmerung des britischen Reiches hinausgelaufen Es darf nun einmal nicht außer Acht gelassen wie ich schon mehrmals hervorhob— daß Irlands E nur mit Hilfe, ja ganz wesentlich nur durch das englische Vi werden kann. Das englische Volk wird aber nie und ni mmen Auflösung des Gesammtstaats willigen. Und es wäre keineswegs im Interesse Irlands, das von einer sei gewährlerstenden Union mit England gar keine Rai dern nur Vortheile haben kann. büchern unl ng wie scho je» einer au Verständigi kennzeichnen tr ssiuittni e Zettung" irung der C gt:„Nach s über die sonstige d> gen oder Vi für unzu m derartige Die Frage war jedoch zu verwickelt und die Gcmiiik?, von jede, verbittert� als" daß so einfache"Wahrheiten sofort hätten zu» p�ntgeber� Verwaltungsbill— im vorigen Winter schrieb ick. ni Sw5i�._v£ Bill, welche das Prinzip des Selfgovermnent für Cngl?�" * W MLSlSAsA- p# Prinzip des Sestgovernment— der Selbstverwaltung �in"etzwei Handlung mungen sol anderen Zn mg hat gel die für j mdung von das ganze Reich konsequent durchgeführt und für Ist die anderen Theile des britischen Reichs Lokalparlami richtet werden, die zu dem Reichsparlament in London lich— das heißt mutatis, mutamlis, so ähnlich die denen Zustände es erlaubten— verhalten wie die Landtage zu dem Reichstage in Berlin. Es freut mich, heute mittheilen zu können� Parnell fich jetzt genau auf diesen Standpunkt � und den Gedanken der Losirennung von England W �' wiesen hat. In einem Brief an Mr. Rhoder. Mitg��d deren gesetzgebenden Versammlung des Kaplandes und ehe? lassen Minister dieser Kolonie, welcher Herrn Parnell ein Geftmu, Adweick 11 000 Pfund Sterling(gleich 220000 Mark) für vi-siers- und Sache überfandt hat, erklärte Pamell— und in einem n»ste r" von dt Genehmigung veröffentlichten Interview mit einem ciEndzügen", fir Journalisten wiederholte er die Erklärung—, daß er Ifetär Dr. Erhaltung der Reichseinhett sei, und daß neben de» Parlamenten von Irland, Wales, Schottland und Engl britische Reichsparlament(lm;erial Patliament) foi müsse. Mit dieser Erklärung ist das Haupthindern iß friedigenden Lösung der irischen Frage aus dem Wege und die Basts angedeutet, auf welcher das britische' rekonstruiren wird und auch das Verhältniß zu den fich am leichtesten wird regeln lassen. Der Widerstand vieler Engländer wird nach d! llärung aufhören; in Irland wird fie fteilich noch ai Widerstand stoßen, indeß er wird von dem gesunden Volks bald überwunden werden. ies Gesetzent 'e Gesetzen! t und äußert e enthalten, Ii» versamn r„Grundzi daß fast a esetzentwurf der Beschluß «n der Aller Politlsche Ueberstcht. Uebrr Altersverstchrrnng»nd die„Fr eis. Ztg." u. a. folgendermaßen: Arbeitsbuch „Da hilft lest und Deuteln, für das Linsengericht der neuen Alters sollen die Arbeiter ein obligatorisches Arbeitsbuch in erhallen, dessen Einführung fie bis dahin auf das widerstrebt daben. Das Arbeitsbuch wird eingeführt Form des Quittungsbuchs über die Beiträge zur A ficherung. Unter obligatorischem Ardellsbuch bat man eine Einrichtung verstanden, welche es durch Strafanvn gegen die Arbertgeber unmöglich machte, Arbeiter ohne' buch zu beschäftigen. Genau dasselbe wird durch btc iß"" der Quittungsbucher erzielt. Die Arbeitgeber werde» Ordnungsstrafen bis zu dreihundert Mark angeb#� .,_______ ngchrtte» Quittungsmarken rechtzeitig in das Arbeitsbuch einzaac»��""-'- rechtzeitige Einkledung ist eine allwöchentliche. Daß ��Tharnftm? kein Arbeitsbuch besitzt, gewährt keine Entschuldigung-� � der Arbeitgeber ist vorkommenden Falls verpflichtet, ve�.� Vekämps beiter ein Arbeitsbuch zu beschaffen auf Kosten des ArwiLß%,ch Das obligatorische Arbeitsbuch, wie man es sonst UNM��,, � hängig von der Altersverficherung einzuführen versuchte,»„ � scheidet fich von den Einrichtungen des QuittungsbrÄ �,.t. m Altersverficherung nur noch insofern, als es auch die cA,,° Arbeitgeber und die Dauer der Beschäftigung bei densel�� �� « dem K* t, indem fie ihrt, es solle Ziedcn werde en soll, mit d ob die natioi verhindern zu ativ-klerikale kanzler aber ehmen könne. einen er w die Wähle ten Deklere i« Konftm s Kartei Thaten seh itionallidere zu brechen, ereins de geben sollte. Dieser Unterschied aber kann bei den Ö» BtWH(Umt. Wietel uuci luilll ver oen i-"' büchern für Altersversicherung dadurch ausgeglichen werdstvczoUschranke die einzelnen Quittungsmarken durch den Firmastempel 1 nöet mai Wi I_ Ueder dieU Entwerthung der Marken, welche sogleich beim Einkle�. treffenden Arbeitgebers entwerthet werden. zustnden hat, enthält nämlich der Gesetzentwurf kei stimmungen. Der Bundesrath soll die bezüglichen V. erlassen. Daraus erhellt schon, daß man fich über% dieser Entwerthung noch nicht im Klaren ist und nicht verhehll, wie gerade diese Form große Nachthei irarier event ie„Kreuzzt, i Programm eten Knobi ng der i und neben< en, so hät ihr ück ist me wer weiß Ahlten erhält »tage zu> glaube i „Aber Sie haben doch wohl nicht mit sprochen?" „Ich habe eS nicht gewagt. Sie kennt nicht." „Doch, doch! Sie kennt Sie jetzt. Mama hat erTckiret Morgen erzählt, daß der junge Mann aus dem boMfJ©ie den 33 Garten sich gestern vor unserem Gitter gezeigt habe, ihn habe eintreten lassen, und daß Sie uns dan» e;ne rx nische Lieder vorgesungen hätten. Gundula ist bös«-' zgaS war „Böse! Und weshalb denn?".� Andreas „Sie macht sich Vorwürfe, mich nicht besser �JfclleS, ti \nA\„nA 1*«�- auße zu haben. Sie thaten sehr gut daran, sie nicyr«mw ist aufterat Sie hätte Sie übel empfangen. Hat sie doch auch sier fort.' Mama eine Szene gemacht! Sie behauptet, ich Wstiche» Mersi zu uns gezogen, und mein Betragen sei unschicklich am aller! zieht natürlich keinen mehr an;" fügte Therese Sie wissen hinzu,„im Gegentheil..... sie jagt jedermann»ser Haus h Flucht.�_____..___ � was „Darf ich Sie fragen, ob Ihre Frau Mama ... meine Vertheidigung übernommen hat?" J qi �_ „O ja! Mama hat ihr erwidert, Ihre Absicht? die besten, und Sie feien ein anständiger Mann, u" ftbrr lang! daß Herr von Arbois, Ihr Freund, für Sie bürge- st berichtet 5 dula aber wollte sich nicht beruhigen. A% IjOy»Bekar vergeblich. Es schien so, als käme ihr f{™&eu' Gra so, als kenne ich ihn seit meiner Jugend...$»fluß von 3J vielleicht daher, weil er nur Gutes von Ihnen ort r, oxydirt we als Sie fort waren.", ,�s zu 60-i Jetzt wurde Andreas roth. Aber Therese ließ �? fst"ne" 1 ZU Worte kommen. stellte „Ich sollte so zufrieden sein," fuhr sie fort,�" 3% habe ich so großen Kummer. Eben weinte Augen müssen noch ganz roth sein." aus! I k 'ich � fan. Zur on EnMno Rechenschaft �bcr sein bisheriges Leben abzulegen hat, »der, 2tcnAArund deren sich dann wettere Ermittelungen 'es und erlassen. ell ein Gcsa-�ie Abweichungen des Gesetzentwurfs, betreffend die ark) für d'.e. x rs. und Jnvaltden-Versicherung der Ar» in einem nw.er" von den am 17. November vor. Js. veröffentlichten nit einem cichrdzügen", sind in übersichtlicher Weise in einer vom Gene- —, daß er sietär Dr. W. Beumer zu Düffeldorf veranstalteten Aus> g neben deswes Gesetzentwurfes erkennbar. Es sind nämlich in dieser v und EngWkbe Gesetzentwurf und Grundzüge einander gegenüber- t und außerdem in den Anmerkungen alle diejenigen Be< e enthalten, welche die am 2. und 3. Dezember vor. Js. lin versammelte Kommisson derJndustriellen r„Grundzügen" gefaßt hat. Es ist von Interesse, zu daß fast alle diese Abänderungsporschläge esetzentwurf Berücksichtigung gefunden haben, in erster �der Beschluß, daß die Berufsgenoffcnschaften nicht zu Trä- cd nach dlWcu der Atters- und Invalidenversicherung gemacht werden lich noch aw�U' amsnt) hinderniß dem Weg«< 3 britische iß zu den I gesunden Bn dem Kartell nimmt die„fiiationalztg." wieder das indem sie gegenüber einer Erklärung der„Kreuzztg." »hrt, es solle allerdings bei den Landtagswahlen„darüber A sieden werden, ob die konservative Partei stark genug Ä*. j"% SÄ ttCy Ä* ilmTÄ 5.-»l�blndern zu können." Fürst Bismarck habe bisher eine . hilft letN�v�iu-klxrMx Reaktion in Preußen verhindert. Ob der kanzler aber für die nächsten fünf Jahre die Bürgschaft hmen könne, welche er bisher leistete, sei eine Frage, die einen er wahrscheinlich der erste sein würde. Deshalb die Wähler sich selbst sichern gegen die Herrschaft der ten Dekleranten und Ultramontanen. rcn Alters itsbuch in auf das » eingeführt räge zur � Konservativen scheinen der Meinung zu sein, daß rbetter ohne arte ll genug Worte gewcchseit seien, und lassen diirck NieSiirtU Thaten sehen.ie Retter der„vothleidenden Landwirthschaft" twährend am Werke.'Nachdem die Ausficht auf neue »ezollschranken gegen Rußland etwas in die Ferne gerückt wendet man sich anderen Gebieten zu, auf denen für .:arier eventuell etwas zu holen ist. So bringt dieser >ie.Freuzztg." unter der Ueberschrist:„Ein Stück konser- die Einführung einer Bier- und einer W ein st e u e r verlangt. Die„Voss. Ztg." läßt dem agrarischen Theile der Ausführungen— mit der Reform der direven Steuern meinen es ja die Konservativen nie ernst— eine treffende Abfertigung zu Theil werden. Der konservative Landtagsabgeordnete spricht immer nur von einer Einführung, nicht von der Erhöhung der Biersteuer. Bekannttich werden aber im Deutschen Reiche nahezu 65 Millionen Mark an Biersteuer erhoben. Die Branntwein- steuer brachte aber früher nur ca. 50 Millionen Mark ein. Wenn die Höhere Branntweinsteuer, wie Herr Knobel sich aus- drückt, namentlich die„landwirthschaftliche Bevölkerung, den Handarbeiter, also die unteren Stände" trifft, so mag er sich deswegen an seine Gesinnungsgenossen im Reichstage wenden. Und dann sollen die bisherigen Steuererleichterungen den Landwirthen nicht zu Gute gekommen sein! Die Er- lasse bei der Klassensteuer haben die Bewohner des platten Landes im Osten fast ganz, jedenfalls überall auf dem p atten Lande mindestens denselben Prozentsatz der Bevölkerung steuer- frei gemacht, als in den Städten. Die lex Huene ist wiederum wesentlich dem platten Lande zu Gute gekommen; daß dabei, trotz der bedeutenden Zuschüsse an die Kreise, nichts zur Ent- lastung der Landwirthschaft abgefallen ist, liegt lediglich an den Kreistagen, in denen die konservativen Landwrrthe den Vorsitz führen. Und dos neue Gesetz wegen Erleichterung der Volks- schullasten ist wiederum dem platten Lande vorzugsweise zu Gute gekommen, während z. B. Berlin kaum die Hälfte dessen erhalten dürste, was ihm nach der Kopfzahl zufallen wurde, von dem Verhältniß der Steuerleistung ganz zu schweigen. Die Stempelgcbühren bei Eigenthumsübertragungen und Hypo- thekbestellungen und Löschungen werden ebenfalls wieder ange- führt. Ist nicht der Eigenthumswechsel an Jmmobllien in den Städten, an Hausgrundstücken, fragt die„V. Ztg.", viel zahl- reicher als der an Landgütern? Und nun die Hypotheken und die Gebühren für deren Eintragung und Löschung: der gc- sammtc Hypothekenverkehr des platten Landes und damit auch die Gebühren betrugen 1386/87 inPreußen nur des städtischen Verkehrs; die städtische Bevölkerung ist aber eine geringere als die ländliche. Die Versuche, im agrarischen Interesse eine Un- gerechtigkeit der Steucrvertheilung zwischen Stadt und Land zu konstruiren, sollten also doch endgiltig aufgegeben werden. Av« Kachsen wird uns geschrieben: Vorigen Freitag wurde vor dem Amtsgericht Leipzrg der schon früher im„Verl. Volksblatt" erwähnte Beleidigungsprozeß, welchen ein Schul- lehrer von Taucha gegen den Redakteur des„Wähler", Herrn Heinisch, angestrengt hat, in erster Instanz verhandelt. Den Anlaß zu dem Prozeß gab eine vom„Wähler" abgedruckte Korrespondenz über eine Rede, welche der Kläger, ein eifriger Kartellbruder, anläßlich eines Turnfestes gehalten und in der er die Sozialdemokraten nach der bekannten Schablone„als Vater» landsfernde" hingestellt hatte, welch? aus den Turnvereinen entfernt werden müßten. Dieser Passus der Rede war in der fraglichen Korrespondenz einer ironischen Kritik unterworfen worden, deren schärfster Ausdruck das Wort„unverfroren" oder „Unverfrorenheit" war. Der Kläger, der etwas nervös zu sein scheint, gab in der Gerichtsverhandlung zu, daß er die Sozialdemokraten als„Reichs- und Vaterlandsfeinde" bezeichnet habe. Der Angeklagte, dem bedauerlicherweise kein Rechtsanwalt zur Seite stand, bestritt in dem inkriminirten Artikel die Grenzen erlaubter Kritik über- schritten zu haben. Die Beschuldigung der„Vaterlandsfeirkd- schaft" sei eine schwere, und die obendrein sehr gemäßigte Ab- wehr dieser ebenso beleidigenden als grundlosen Beschuldigung sei rn Wahrung berechtigter Interessen erfolgt, und er— Angeklagter— rechne um so sicherer auf Frei- sprechung, als der Kläger ja nicht in seiner Verufsthätigleit, sondern in seiner außerberuflicken Thätigkeit als Agitator einer Partei angegriffen, bezw. kritifirt worden sei. Das Schöffengericht, dem Herr Amtsrichter A i präfidirte, verurtheilte ttotzdcm dm Angeklagten zu einer G e f ä n g n i ß strafe von 2 Monaten! Wenn man bedenkt, daß der Schandartikel;„Keine Frauenzimmerpolitil", der nicht nur Majestätsbcleidi- aungen enthält, sondern auch von Unfläthereien wimmelt und durchweg ewe gemeine Denkweise zum Ausdruck bringt, blos Ouittungs bu s auch die' ng bei densel i bei den Qu leglichm wert �.rmastempv' lieber die' beim Emlleb� Programms" eine Zuschrift des hessischen Landtags- entwurf keWJjjnetcn Knobel, die, wie wir bereits kurz meldeten, für die zuglichen � � Gerung der Kommunallasten zu Gunsten der Landwirthe «ich nber>»! und neben einer Reform der direkten Steuern sich über > ist und ! Nachthei sie kennt en, so hätten Sie Niemanden angetroffen. Nach dem jhl ück ist meine Mutter plötzlich fortgegangen wer weiß, wann ich sie wiedersehe. Helten erhält sie die Erlaubniß, das Geschäft an einem ntage zu verlassen... Hätte ich ihren Prinzipal „ r,.. iblslch glaube wirklich, ich würde ihn schlagen. Denken ihr, sie solle sofort zurückkommen! Und -«».„be i JL. Boten gesehen, der ihr diesen schönen Befehl zezeigt ha, � Sie würden mit mir sagen, daß dieser Prinzipal ° rUni Heine schmutzige Seele ist." ula ist bi 1• Wgz war denn an diesem Bo ** nhd Andreas besser u�Ulle -"'chl ist außergewöhnlich," e doch auch sier fort.~' war denn an diesem Boten so außergewöhnlich?" cht sie nicht waS seit ein, gm Tagen um mich herum ge- . lich," fuhr das junge Mädchen noch Ä. ü£il„Zuerst werde ich im Labrynth von einem lptet,.Richen Menschen angehalten. Sie wissen eS ja iu Mama $ (Fortsetzung folgt.) 5hre' Absich� A�S Kttttst ttUfc CcUCU» Sie ifcht »ächtig bürg selb! »«£ .& liebe ihn WMMM- •-..t»--.man sich zu der Annahme bewogen fühlen, daß d'urck» ...~ ihllstfluß von Mikroorganismen die organischen Substanzen Ihnen w! oxydirt werden. Die Temperatur steigert sich aber zu- ?w,iu 60—80°, manchmal sogar bis zur Feuercrscheinung. b-rese ließ 1 tonnen bei solchen Temperaturen Bakterien keinen 9*™'* J mehr ausüben. Schlösing(Cornptes rendus 1888, r stellte über den Gegenstand Versuche mit Tabak- stf' i* �an. Zur Schnupftabakfabrikation wird das Rohprodukt, wernte"V- zwaffer übergössen, einer Gährung überlassen, bei wel f Temperatur bis 80• erreicht werden kann. Bestimmte en.. j„ Tabak, � thellweise vorher sterilifirt, thettweise lichen Zustande angewandt, wurden bei verschiedenen [Ä# »is mor nach uv! gegen Heinisch geradezu unerklärlich. Wenn ln dieser Bagatelle fache, bei der es sich nur um die halb scherzweise Zurückweisung eines verleumderischen Angriffs auf eine große Partei handelte, der angebliche Beleidiger mit zwei Monaten Gefängniß bestraft wird, wie viel Jahre oder Jahrzehnte Gefängniß muß dann der Redatteur des„Leipziger Tageblatt" für die ehreabschneiderischen Pöbeleien bekommm, die den Reichstagsabgeordnetm Bebel zu einer Klage veranlaßt haben?'Natürlich hat Herr Heinisch Berufung eingelegt. Es ist wohl nicht zu bezweifeln, daß das Landgericht das Urtheil des Amtsgerichts aufheben wird. Be- merken muß ich noch, daß dieser Prozeß, ebenso wie der früher besprochene Juel'sche Beleibigungsprozeß gegen den Wurzener Redaktmr, Herrn A. Thiele, von der Staatsanwaltschaft geführt wird. Es wäre in der That gut, wenn man endlich einmal Temperatmen in Luftbädem Monate lang" erhitzt, und während der Dauer, der Versuche Luft übergeleitet. Von Zeit zu Zeit wurde die erzeugte Kohlensäure bestimmt. Aus seinen Versuchen zieht Schlösing den Schluß, daß die anfängliche Erhitzung durch organische lebende Wesen verursacht wird, ihr Einfluß aber bei 40—60 Grad aufhört und einer rein chemischen Verbrennung Platz macht. Diese nimmt schnell mit steigender Temperatur zu. Schlösing beabsichtigt,«eitere Versuche über die langsame Verbrennung des Düngers vorzunehmen. Genrttterstndien auf der Kch««»k-pp». Nach den Mittheilungen von Prof. Reimann bemerkt man auf der Schnee» koppe sehr häufig eigenthümliche Erscheinungen, wenn dieselbe von einer Gewitterwolke eingehüllt ist. Der aus der Baude ins Freie Tretende sieht dann im Dunkeln seinen ganzen Körper von einem sogenannten„Heiligenschein" umgeben und überall, wohin er nur greift oder seine Finger ausstreckt, zucken lautlose Strählen auf. Zuweilen ist es auch, als ob etwas von der Erde in die Höhe ginge mit zischendem Geräusch, wie es kaltes Waffer erzeugt, das auf eine heiße Platte gegossen wird. Doch ist in diesem Falle auch bei völliger Dunkelheit nichts von Licht- erscheinungcn fichtbar. Der Beobachter Pohl auf der Koppe hat aber zu solchen Zeiten niemals eigentliche Blitze wahrnehmen können und stets den Donner nur aus der Ferne gehört, jeden- falls, wie Prof. Reimann bemerkt, weil der der Koppe aufliegende Theil der Gewitterwolke seinen Hauptausgleich direkt durch Be- rührung mit dem Kegel und den auf ihm befindlichen Gegen- ständen, insbesondere dm Blitzableitern, vollzieht. Blitze von noch niemals in die auf der Koppe steineme Kapelle und die beiden hölzernm Gasthäuser, die sogenannte preußische und böhmische Baude eingeschlagen. Dagegen find diese Häuser beziehungsweise ihre Blitzableiter häusig von Blitzen aus Wolken, die über der Koppe schwebtm, getroffen worden. In den Morgenstunden des 16. August 1834 traf ein Blitz die Kapelle und zertrümmerte in derselben ein dort hängendes Ba- rometer. Auch wurde im Juli 1838 ein Tourist, der, vom Regen durchnäßt, in der Kapelle Zuflucht gesucht hatte, daselbst vom Blitze getödtet. Die beiden Gasthäuser besitzen gute Blitzableiter; in die Auffangstangen derselben schlägt der Blitz sehr häufig, be- sonders in der preußischen Baude, im Jahre 1883 sogar zehn Mal. An den Kupfersäulen finden sich oft Schmelzspuren, in- dem einzelne Drähte kleine Unterbrechungen und angeschmolzme Kügelchen zeigen. Ein starker Ausglich findet bereits durch diese Ableiter statt, wenn das Gewitter noch in der Ferne ist, da man alsdann beim Berühren der Seile ein prickelndes Gefühl erfahren könnte, welchen Privatklägern die Staatsanwaltschaft zu Gebot steht und welchen nicht. Ueber den von unserem MLnchenrr Korrespondenten ermähnten Fall von Zoldatenschinderel schreibt Dr. Sigl in seinem„Vaterland":„Die„N. N." haben den gestern erwähnten Fall von Soldatenschinderei„unerhört" ae-> nannt. Das ist er auch in der That! Nach unserem Dafür- halten ist dies überhaupt der krasseste Fall von Soldatenschin- derei, über den die bayerischen Militärgerichte noch abzuurthetlm hatten, wenn auch die Folgen in vielen schon erheblich schwerer gewesen sein mögen. Selbst der Fall Prem hebt sich von der Handlung des Sergeanten Bossert durch einen vernünftigm Zweck und durch die Ueblichkeit der Anwendung des Puvbretts noch vortheilhaft ab, während in anderen Fällen das Reißen des Geduldfadens, die aufwallende Leidenschaft, die Sache in milderem Lichte erscheinen läßt. Aber im Falle Bossert ist nicht eine leise Spur von irgend einem Entschuldigungsgrunde vor- sianden. Mtt kalter, ruhiger Ueberlegung, mit voller Besonnen- reit schießt der Mensch, nachdem ihm das Spatzenschießen zu langweilig geworden ist, ans Menschen, auf Söhne des Landes, das ihn aufgenommen und ihm eine Existenz verschafft hat. Blos um ihm die Langeweile zu vertreiben, müssen die Soldaten sich zur Zielscheibe für seine Uebungen mit dem Zimmerstutzen hergeben, und nachdem bereits Einem die Mütze durchbohrt ist und man es als einen glücklichen Zufall preisen muß, daß der Schrot nicht tiefer gegangen ist und ein Auge des Getroffenen vernichtet hat, setzt der Herr Sergeant sein„Spiel" weiter, fordert kraft seiner Autorität, daß sich seine Untergebenen hinstellen und foltern und mit Schrotschüffen mißhandeln lassen: wenn sich einer beigehen läßt, sich zu verstecken, so muß ein Anderer kraft des dem Borge- setzten schuldigen Gehorsams denselben aus dem Verstecke her» vorholen und sich zum Lohne dafür auch einige Schüsse auf- brennen lassen!! Wiederholt vorgekommene Verletzungen er« höhen die Kurzweil des Herrn Sergeanten, immer neue Mann- schaft muß nachrücken, bis endlich der Herr Befehlshaber selbst seiner Unterhaltung satt ist. Wenn man in Rußland und trankreich diesen Fall erfährt, dann wird die dortige Presse die andlungsweise des Sergeanten Bossert mit Recht als einen Kannibalismus, als ein unerhört frivoles Spiel mit der Gc» sundheit von sechs Soldaten bezeichnen, und wenn sie aus einem solchen Vorgange Schlüsse auf die Verhältnisse der Armee zieht, in der die Soldatenschinderei in immer krasseren Formen vor die Oeffcntlichkeit tritt, wer kann ihr das verweigern? Es liegt uns ferne, an einem richterlichen Urtheile zu rütteln, aber das müssen wir laut hinausrufen in die Welt, daß es für eine solche That keine mildernden Umstände geben soll, und daß die gesetzlich zulässig höchste Strafe allein eine entsprechende Eühne bildet. Wahrlich, wenn ein Zivilist das Manöver des Ser» geanten mit Katzen oder sonstigen Thieren vorgenommen hätte, er würde wegen Thierquälerei zu einer fast ebenso hohen Hast- strafe vemrtheilt worden sein, als die Gefängnißstrafe ist, die Bossert wegen Soldatenschinderei im ureigensten Sinne des Wortes erhalten hat!" In Köster kam es kürzlich auf offener Straße zwischen einem Lieutenant des dortigen Bataillons und einem Zivilisten zu einem blutigen Auftritt. Der Streit wurde anscheinend her« vorgerufen durch Nichtausweichen auf schmalem Trottoir und endete damit, daß der Offizier seinen Degen zog und dem jivilisten mehrere gefährliche Hiebe über den Kopf beibrachte. Der Verwundete mußte in ein Haus geschafft und dort ver- bunden werden. Der inzwischen hinzugekommene Rondeoffizier sah sich durch eine Bemerkung des betreffenden Hauswlrtbs ebenfalls veranlaßt, nach diesem zu schlagen nnd verwundete denselben am Kopf! Man ist auf den Ausgang dieser Angc- legenheit sehr gespannt. Die Offiziere können sich auf ihre zwei Tage Mittelarrest gefaßt machen. Di« demokratisch« Partei hat in einer am Sonntag in Berlin abgehaltenen Ausschußsitzung beschloffen, am 16. September einen Parteitag in Leipzig abzuhalten.— Wie die Ver- Hältnisse liegen, ist für eine bürgerliche demokratische Partei in Deutschland überhaupt kein Raum mehr. Auch Parteitage vermögen einer innerlich unmöglichen Partei nicht auf die Beine D"n Schicksal der Auflösung verfiel eine Volks. v e r s a m m l u n g in Hannover, welche von dem Schuhmacher Dormg nach dem Ballhofe einberufen war und in welcher der Rclchstagsabgeordnete für Hannover, der Sozialdemokrat Mister. über die letzte Session berichtete. Die Versammlung war un- gemein stark besucht, einige Tausend Hörer, fast durchweg dem Arbeiterstande angehölig, waren anwesend. Nachdem der Abg. Meister fern Thema behandelt, meldete sich der Abg. Frohme. der seit seiner Ausweisung aus Frankfurt in Hannover wohnhaft ist, zum Wort und wurde mit Beifall begrüßt. I» diesem Augenblick erhob sich der überwachende Polizeikommiffar und erklarte die Versammlung auf Grund des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Unter Hochrufen auf die Sozialdemokratie ent- f ernten sich langsam die Anwesenden. Glsässtsche». Die„Landeszeitung für Elsaß-Lothringen" dnngt erne Verordnung, nach welcher Privaturkunden in fran- zostscher Sprache, sofern dieselben ein späteres Datum als den empfindet. Prof. Reimann berichtet auch, daß, wenn ein Ge- witt« im Dunkeln über die Koppe zieht, alsdann die aus- gleichende Wirkung der Blitzableiter stets in Lichtbüscheln ficht- bar wird. Dieselben bilden sich an den Spitzen der höchsten Auffangstangen sowohl der böhmischen als der preußischen Baude, während die ubngen niedrigen Spitzen nicht zu leuchten pflegen. Dieses Leuchten dauert meist so lange, als das Gewttter über der Koppe steht. Da» Glitzern>«r Sterne kommt nach jetzt wohl allge- me ner Annahme dadurch zu Stande, daß verschieden dichte Luftmassen in der Atmosphäre durch ihre Bewegungen die von den Sternen kommenden Lichtstiahlen in wechselnder Weise ab- lenken. Hieraus folgt, daß bei zunehmender Luftbewcgung auch ein stärkeres Glitzern eintreten muß; insbesondere muß bei hef- tigen Stürmen das Glitzem ungewöhnlich stark sein. Dies haben die Beobachtungen, vor allem diejenigen, welche Ch. Montlgny vor kurzem mitgethettt hat, in der That bestätiat: ja ein heranziehender Sturm beeinflußte das Glitzem ver Sterne bereits erheblich früher als das Barometer; umgekehrt war das Glitzern öfters noch abnorm gesteigert, wenn im Rucken des abziehenden Sturmes das Barometer wieder sein- normale Höhe zeigte. Diese Erscheinung erklärt stch aus die Werse, daß das den Sturm bringende Gebiet niederm Luft- drucks(das Luftminimum oder die Luftdepresston) sich in den obersten Schichten der Atmosphäre schon(bezw. noch) geltend machte, wahrend es unten noch nicht(bezw. nicht mehr) seine Wirksamkeit entfaltete. ,,„®l»« ganz neue K«le«chtungsart ist, wie die Zeit- schuft für Transportwesen und Straßenbau berichtet, im Krystall- palast zu London unlängst eingerichtet worden, welche sowohl das Gas als auch das elektrische Licht in ihrer Wirkung über- tteffen soll. Das neue„Lucigen" genannte Licht soll so hell sein, daß gewöhnliche Schrift auf einer Entfernung von 150 Schritten(?) gelesen werden kann. Dasselbe wird ferner als sehr billig gerühmt, da es zum Thett aus den in Gaswerken vorkommenden Abfall-Oelen erzeugt wird; die Kosten betragen angeblich etwa ein Zehntel gegen Gas und ein Zwanzigsul gegen elektrisches Siebt bei gleicher Kerzenstärke. Ein wesentlicher Vortheil des neuen Lichtes soll darin bestehen, daß es weniger blendet, als das elektrische Licht, und daher ungedeckt in Fabriken verwendet werden kann. Die Lichtwirkung wird durch eine Mischung von verdichteter Luft und fein vertheilter Oeltheilchen erzeugt; dieses dampfartige Gemenge brennt mtt ruhiger, dauernder Flamme. 1, Juli 1872 oder gar kein Dalum tragen, vom 1. Januar 1889 ad ausnahmsweise eine deutsche, von dem vereideten Uedersetzer beglaubigte Uebersetzung auf Kosten der Partei bei- zufügen ist.,,„ Oesterreich Uttgar». In K r o a t i e n spielt fick gegenwärtig eine interessante Angelegenheit, die Affäre Orschics, ab. Graf Orschics fühlte— auf Grund welcher Eigenschaften, werden wir weiter unten sehen- in sich den Drang, als Volksvertreter thätig zu sein. Er schrieb deshalb an die Landesregierung in Agram, sie möge ihm ein Mandat verschaffen; diese sandte auf mehrere drängende Schreiben des Herrn endlich eine ablehnende Ant- wort. Darob war nun der edle Graf sehr verschnupft und richtete ein Schreiben an den Banus, Grafen Khuen-Hederwarn, in welchem derselbe gröblich beschimpft wurde. Als auch diese Sendung unbeachtet blieb, verschickte Graf Orschics einen -ossenen Brief" in vielen Exemplaren an alle hervorragenden Persönlichkeiten des Landes mit abermaligen Beschimpf- ungen des Banus. Darauf ist nun ein Ehrenrath, de- stehend aus zahlreichen militärischen und anderen Würden« trägem sowie Adligen, zusammengetreten und hat über die Frage verhandelt, od der Banus fich mit dem Grafen schlagen muß. Der Ehrenrath hat die Ansicht gewonnen, daß der Banus dem Grafen gegenüber lediglich gerichtliche Schritte zu thun habe. Damit ist die Satisfaktions-Unfähigkeit des letzteren ausgesprochen und zwar auf Gmnd folgender That- fachen: Graf O. wurde im Jahre 1869 durch den Agramcr Gerichtshof wegen Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit und wegen Verbrechens gegen die Sicherheit des Lebens zu einer mehrjährigen Kerkerstrafe verurtheilt. Er hatte nämlich einem Bauern seines Gutes das Kopfhaar gewaltsam abrastrt und einen anderen Bauern angeschossen. Bei der damaligen Echlußverhandlung plädirte der Vertheidiger des Angeklagten auf mildernde Umstände wegen der mangelhaften Erziehung seines Klienten. Die Strafe ist allerdings durch Begnadigung nachgelassen worden, der Ehrenrath mußte sich aber doch an die gegebenen Thatsachen halten. Der kroatische Landtag dürste keinen Schaden erleiden dadurch, daß er auf ein Mitglied, wie Graf Orschics, verzichten mußte. Großbrita««i liste aeftrichen worden sind. Versäume Niemand, fich davon zu übe. Name richtig in die Wählerlisten eingetragen ist selbst Zeit hat, die Wählerliste zu liren, beauftrage damit eine andetz Person. Nur diejenigen, deren Namen fich in» liste befinden, find bei den nächsten Stadtvnor� wahlberechtigt. B In der städtische« Waifenpstege beW» 160, 1. Juli 1888 4499 Kinder(2343 Knaben. 2156 W* Zwangserziehung find bis zum 1. Juli 1888 Kinder. Ausgeschieden find 206, so daß am 1.$ Zwangserziehung waren 396 Kinder(316 Knaben

cht über<5 geneigt "iINCI ensr augenblicklichen Arbeitseinstellung ab. zu fassen, müsse eine Versammlung mtt einer p der Hypnose rechnungsfähi. esordnung einberufen werden, um allen Urdertreibung zu geben, ihre Meinung über duff Erscheinunger Gelegenhett.................»w. kund zu geben. Auch Herr Fiedler und Nethen von Annahme eineqder gestellten Resolution� fürworteten die Einberufung einer neuen Versaw/ den Resolutionen sollte bereits am nächsten Morg»« Ardettseinstellung erfolgen. Jedem der Anwesen aber dringend•an's Herz gelegt, für die nächst! nach Kräften zu agitiren, damit dieselbe von Maurern besucht werde. Hiermit Versammlung einverstanden, beschloß, die„ tionen der nächsten Versammlung zur Beschluß!# und beauftragte die Lohnkommisston, in nächste! eine öffentliche Generalversammlung der Maur�j Umgegend mit der Tagesordnung:„Stell«/ partiellen Streik" einzuberufen. Unter„Gewerkst die Mittheilung gemacht, daß von auf einem Maurern Anzeige an das Polizeipräfidium dort vorgekommener unverantwortlicher Pfuscht-.. damentiren. Eine in Abwesenheit der betreffend� genommene behördliche Untersuchung habe zwar«/ für den betr. Baumeister ergeben, doch wird eine an den Polizeipräfidenten gnichtet werden, da die ihrem Gewissen nicht verantworten könne«' berg. welchen Herr Fiedler zur Verlesung brach?'#. gebührenden Kritik unterzogen. Dieser Att»« alles bisher dagewesene! Im weiteren Verlans. wurde auch die Verwerflichkeit des leider Markensystems erörtert und durch etliche 5 illustrirt. Wieder war nur eine Stimme: t Wuchersystem! Nachdem noch weitere Mißstand. waren, wurde die Versammlung mit der/ jti nächsten Versammlung vollzählig am P10« schloffen. Wenn r wente unbef. gehen, daß hi welches vor 3 das, wenn es s lbst durch d Diese Selbst! des Hypnottt Kraffl Elbing wohlgemerft, Schlaf, sond dewußtsein, c aber noch be« die Tastempf , Man m denden, ha« stellen, umdi. weder höher, darf auch At an die St Schwindelart allerdings st Bewußtseins dunklen Tri. Was de irgend eine Kolik vorkon als Hypnose dewußtseins, seine Beein auch währen traumhaft h m Wir w. Prof. Klafft mus eine rc __..a____ v__ i__ 7t--/*' a y.___ Verantwortlicher Redakteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Knding »offen.__ M__________ I bei Lammers, Kommandantenstraße 71—«*' 5 Tages-Ordnung: 1. V ottrag. 2. Diskussto«�� 3. Delegitten zum Verb anvstage; Wahl eine« j Vergnügungskomitee. 4 Verschiedenes. V find willkommen. Aufnahme neuer Mttgst/L�/f in Berlin SW., Beuthstraße 2.* *) Eine notismuS." i sollten, i«> zu übi getragen i| l e r l i st e i» eine an den Itamen sich in> n Stadtverort« Beilage zum Berliner Bollsblatt. Lgpnoii�e Ezcperimenie N-W- IG«! Sali 1888 AM daH am 1 9 :(316 Knabe» Gefängniß 5' t war am% Wie aus der Alchemie die Wiffenschast der Elemente, aus id Erwerdsun'i Astrologie die umwälzende moderne Sternlunde entstand, wurden ,ur es vielleicht auch dem durch allerlei Lug und Trug ver« . her Schule fnen Mesmerismus vorbekalten, aus sich eine neue Wissen- inae Unterrichts des Gebim- und des Neroenleba.s dervorgcben zu leben. embluna der» neuentdeckten Thatsachen find zwar noch mannigfach ver. er lieit vom und durchaus nicht über jede Anfechtung erhaben, dm- 28 Mark unt� ist die dunkle Seite, das Nachtleben des Geistes, nunmehr "firfi am 30 D Mißbrauch durch Gaukler nnd Spekulanten entrückt und i foofnital ei'ni:1 Aposteln ehrlicher Forschung anvertraut. Die Wissenschaft %>imi cr, nt kein Vaterland, und so werden die hypnotischen Forsch- der Männer«M�� gleichzeitig in Paris von Charcot und seiner Schule, in 187 im von dem berühmten Psychiater Krafft-Eding, in Budapest Mnc' or Fmdrasfik, und allerwärts, wo man fich für den Forschritt ch K/ L Erkrnntniß interesfirt, betrieben. Schon dieser eine umstand ch dem gebildeten Laien eine Gewähr dafür bieten, daß > wohl der Mühe Werth sei, den merkwürdigen Geistes- und ff tttttt IWchirnerscheinungen, welche unter dem Namen tzypnotismus »/ammengefaßt werdm, erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwendm. Der Hypnotismus entstand aus dem Schwindel der Magne« %inT »vi los fein- yW'ff* kontrolircn und verzeichnen ließ. n wbW1 i 3iach Krafft-Ebing's Zugeständniß war die Person„von Mnet die Norm überragenden Anlage, und zahlreiche Gedichte nd Aufsätze bewiesen, daß neben ungewöhnlicher Bildung Pbantafie, Gemüth und Verstand keine Einbuße erfahren haben. Dagegen aber litt fie an Schwäche des Gedächtnisses, Crinne- rungstäuschungen und unrichtigen Lokalisationen in der Ver- gangenhcit. Während ihr Geist Haid hochdeschwingt, halb ge- schwächt war, war ihr Organismus durch hochgradige Nervofität, ecpaort mit Krampfanfällen, zu einer halben Ruine geworden, die eine Seite empfindungslos, die andere gitternd, das eine Auge geschwächt, außerdem war fie unnaturlichen, zügellosen rieben unterworfen. Wir mußten das Gesammtbild der Versuchsperson recht _ cll beleuchten, damit der Werth der hypnotischen Untersuchungen nicht über Gebühr hinaufgeschraubt jverde. Der Laie wird Mittwoch, de« 18. I«li 1888. 5. iichff. ttU„ d den© üation not kein gen e zu versetz«, neu. Soviel� heute noch würde nach !s 10 Stu' ; Umstände» öerk zu' e gänzlich er Platz da, wo die Arbeit nl nterstüyen. >eit für d renden M> weiter als Arbeit hab� len feiern geschehen ich ermäßigt 'SBürtc11? oßen AI#'. i die auf gl Bock erm> ! möglich Rächt. >en alle nidt äuß iden auf, einung erliner elt habe, h die we» . leicht geneigt sein, auch an fich selbst Spuren des tzypnotismus ..... wahrzunehmen, er wird voreilig generalisircn und nunmehr die Nionen»o» 5™,* Menschheit den räthselhaften Suggestionen, das ist »den Unterschiebungen eines fremden Willens statt des eigenen unterworfen halten. Er wird ferner die weitestgehenden Fol- gerungen daraus ziehen, eine neue Reihe von Verbrechen aus der Hypnose entstehen, die menschliche Willensfreiheit und Zu- rechnungsfähigkeit aufgehoben sehen, und was dergleichen enorme Ucdertteibungen mehr find, wie dergleichen fich immer an neue Erscheinungen knüpfen. Wenn man die mit Jlma Szekulics angestellten Experl unbefangen beurtheilen will, so muß man davon aus- tspann , entsch' m einen nt einer allen, über drest und „..v(% Resolution?! mente pehen, '"■J welches vor tttervenschwäche fich kaum wach erhalten kann und ä das, wenn es nicht durch den Professor eingeschläfert wird, sich !? s.ibst durch das Anschauen glänzender Gegenstände einschläfert. m Versag pehen. daß Hiersein durch und durch krankes Weib vor üns steht. rnjl/txo# rtnf JL_" j:. n JC....»' v.' en MotfliJ, Anwesen ie nächste eselbe nit die g' chlußfassl iiächstel : Maurp Ä- änem ium % i zwar« »eineß .da die önncn. 'es g' ja Diese Selbsteinschläferung, die AutoHypnose, ist eine neue Phase ettn» des tzypnotismus, die, wie es scheint, zuerst durch Professor Kraffr Elbing beobachtet worden ist. Der Autohypnotismus ist, wohlgemertt, gerade sowie der tzypnotismus, kein vollständiger Schlaf, sondern nur ein Haldschlaf, mit unterdrücktem Selbst- dewußtsein, aber mit reger Vorstellungsthätigkeit, wie im Traum, aber noch beeinflußbar durch das vollständig wache Gehör und vre Tastempfindung. & fich diesen zwischen Schlafen und Wachen schwe« «-1,�..Ä��ußten, halb bewußtlosen Zustand genau vor- mi-h« Srw' ddpnotischenErscheinungen nach ihrem wahrenWerthe, sSWW .A überhand. Diese Beeinflußbar keit trttt wa"".äää«.?- . ttftj ZfJ*™ rcme Krankheitserscheinung ist, mit der Krankhaftigkeit 44 SKSÄShÄIS ÄÄ'Äib ptß a [iedfO� — Zw den Nerven zerrissen ist. daß eine Einschlaferung des Seh-, Geruchs- und Geschmacksnervs möglich ist, während der Gehörnerv fortfungirt und das im übrigen ruhende Gebern zu immer neuer einseitiger Thätigkeit anregt. Wir möchten überhaupt den tzypnotismus nur als eine Krankhett des Seh- nervs mit damit zusammenhängender Gehirnstörung bei krank- h, st gesteigerter Gehörlhätigkcit bezeichnen Wenn der Hyp> otrsmus eine Krankheit ist, so ist er doch zweifellos eine interessante Krankheit. In dieser Krankheit treten unbestreitbar psychophyfische Erscheinungen zu Tage, welche unsere Kenntniß von dem Zusammenhang des Leiblichen und Geistigen bereichern. Und darum können wir mit aller Unbe- fangenheit, ohne Grauen und Furcht vor übertriebenen Kon- sequenzen, die den Gesunden nie erreichen können, die hypnoti- schen Erscheinungen ins Auge fassen.. Zweierlei lehrt uns der tzypnotismus rn augenfallrgstcr Weise. Erstlich, daß der Wille, den wir bisher als eine un- trennbare Seite der psychischen Dreifaltigkeit: Denken. Fühlen, Wollen, und als den mächtigsten Ausdruck der Persönlichkeit ansahen, ein von dem Selbstbewußtsein ganz gut loslösbarer, selbstständiger Gehirnmechanismus ist. Bisher glaubten wir, wenn wir das stolze Wort aussprachen:„Ich will", daß dies „Ich" mit diesem„Willen" vollständig verwachsen, Eines oder das Andere gar nicht denkbar sei. Im tzypnotismus ist dieser Zusammenhang zerrissen. In den hypnotischen ANionen konnte es nicht mehr heißen:„Jlma will", sondern die Formel verkehrte fich in:„Jlma will, wie Krafft will". Krafft, also ein„Er" setzte fich an die Stelle des„Ich". Das Ich schlief und ein Er wurde der Motor des Willensmechanismus. � � � Er will, daß Jlma tanze, Frost oder Hitze empfinde, fich wie ein Kind geberde, die Schriftzüge ihrer Kindheit nach- ahme, er will, daß Jlma einen Mordanfall mache, sauer als süß, süß als sauer, kalt als sengend empfinde, glaube, einen Vogel in der tzand zu halten. Und Sie handelt, denkt, fühlt, wie Er will, Sie ist ein Automat in den Händen des Experi- mentators. Diese durch tausend Proben erwiesene Thatsache ist merk- würdig genug. Sie giebt uns einen frappirenden Einblick in den menschlichen Willensmechanismus, fie lehrt uns, daß der Wille nicht identisch ist mit dem Geiste, nicht mit dem In- dividuum, sondem daß er verschiedenen Motoren gehorchen zu können in der Lage ist. Es lassen fich die widersprechendsten Folgerungen aus dieser Thatsache ziehen, doch dürfen wir keinen Augenblick ver- geffen, daß diese Sepa'ation des Willens von der'Persön- lichkcit immer nur in krankhaften Zuständen auftritt und daß fie kein Merkmal für den gesunden Organismus ab- geben kann. Die Unterschiebung eines fremden Ich, die Suggestion ist demnach charalteristisch für den tzypnotismus. Einigermaßen gemildert wird das Grauen über diese Knechtung des hypnoti- schen Willens durch die Beobachtung, daß fich der Kranke nicht Jedermann ohne Wahl unterwirft. Die Persön- lichkcit sowohl Dr. Jendrasfik's, als auch des Professors Krafst-Elbing hat viel Einfluß auf die Patientin gehabt. Wir möchten sagen, jeder Willensentäußerung liegt ein Grad von Sympathie zu Grunde. Die Liebe ist der höchste Grad von Willensentäußeruna, und der Rausch, das Narkotische und tzyp- notische der Liebe ist»on den Dichtern oft genug, am Frappan- testen von Meist im„Käthchen von Heilbronn" und von Dumas im„Josef Balsamo, dem ältesten hypnotischen Roman, ge- schildert worden. Die Jlma Szekulics wurde hypnotisch, wenn Dr. Jendrassik oder Professor Krafft-Ebing fie nur leise berührte oder ihr ein „Hopp!" zurief, ebenso erwachte fie auf die leiseste Anregung. Bevor fie einschlief, mußte fie ihren Magnetiseur ansehen, fie schlief gewissermaßermaßen mit seinem Bilde ein. Anderen ge- lang es viel schwerer, fie einzuschläfern, und oft mußte Krafft- Ebing fie bitten, auch einem anderen zu gehorchen. Doch das Merkwürdige der erwähnten Thatsache hat in der Zulassung eines fremden Motors im eigenen Willensgcbiet noch nicht sein Ende erreicht. Es ist nicht nur merkwürdig, daß ein Er an die Stelle des Ich fich setzen kann, sondern es ist noch weit merkwürdiger, daß dies Er Dinge zu erreichen vermag, von welchen das Ich niemals geträumt hat. Ter normale Mensch kann fich keine Frostempfindungen auf- distiren, wenn ihm heiß ist, keine Gänsehaut flmuliren, wo er schwitzen muß, er kann die Langsamkeit oder Schnelligkeit seiner Verdauung nicht reguliren, er kann seine Blutwärme nicht durch den bloßen Willen herabsetzen. Er kann nicht Brandwunden auf der Haut hervorbringen, wenn er nur mit ganz kalten Gegenständen in Berührung kam. Alles, was der normale, gesunde Mensch nicht kann, vermag der hypnotische. Auch bei dem gesunden Menschen vermag wohl ein fester Wille vieles über den Organismus und Kants Schrift über die Macht der Gemüthsbewegungen ist ja bekannt. Dock daß solche phyfiologische Erscheinungen, wie Re- gulirung der Verdauung, der Blutwärme, Wechsel der Empfln« düngen und Austreten von Brandmalen auf reine Willensdiktate zurückzuführen seien, ist bisher mit Bezug auf gesunde Menschen nie behauptet worden. Der tzypnotismus muß demnach ein Zustand sein, in welchem das Nervenleben fich anders äußert, als im wachen Zu- stände. Das wissen wir schon daß im magnetischen Schlaf der Sehnero gelähmt, der Gchörsnerv krankhaft irrititt ist, aber auch die Tastnerven reagiren ganz anders, das heißt fie verlieren das Unterscheidungsvermögen und stehen vollständiger in der Gewalt des Willens und der Phantasie, als je im wachen Zustande. Die Tastnerven erweisen fich im tzypnotismus gewissermaßen als charakterlos. Während der Hörnerv im tzypnotismus die feinsten Nüanzen unterscheidet und gewissermaßen die Stelle des Geistes vertritt, ist der Tajtnerv der Polonius, der auf tzamlet's Geheiß die Wolke bald für ein Kameel, bald für ein Wiesel anficht. In der Einwirkung auf die Tastempfindungen hat der tzypnotismus bisher seine merkwürdigsten Erscheinungen Pt0l,gfjie charakterlos die eigentlichen Tast- oder Empfindungs- nerven find, ist auch im gesunden Zustande häufig wahrnehmbar. Die Epidemien find nur auf diese Charakterlofizkett zuruckzufuhren, s? f/t der Empflndungsncro nicht nur durch em nicht vorhandenes jÄÄS» ÄÄ fich oft himmlisch leicht, der ganz Gesunde wird von hypochon- drischen Befürchtungen umdustert. Mancher schläft ruhig am Daran ist nicht zu zweifeln; lehrten dies nicht zahllose Beispiele der Geschichte und Gegenwart, schon Vre Charakterlosigkeit oder Beeinflußbarkeit der Tast- oder Empfindungsncrven mußte'diesen Satz ergeben. Baut fich doch auch der schönste Theil unseres irdischen Lebens auf diese Wandelbarkeit unserer Empfindung auf; fie schaff: uns die paradiefischen Jllufionen der Liebe, die uns den wahrhaften Jammer lange genug vergessen lassen, fie zaudert dem Armen seine Hütte in einen Palast, den Stein in einen sammtcnen Pfühl, die Lumpen in Prachtgewänder um. Die Wandelbai keit der Empfindung ist es, an welche die Kunst appel- lirt, indem fie u> s Thrämn erpießt. während der Nüchterne fragt:„Was ist mir tzekuba?" Diese Wandelbarkeit der Empfin- dung, um so wandelbarer, je naiver oder je genialer das Jndi- viduum ist, erkärt nicht nur die Wirkungen der Kunst auf die Massen, sondem ebenso alle Wunder, welche Religionsstister, Könige, Feldherren, Redner auf die empfänglichen Volksgemüther von je auszuüben gewohnt waren. Den höchsten Grad erreicht diese Wandelbarkeit im tzypno« ttsmus. Die Empfindung nimmt Warmes für Kaltes, Unae» schehenes für Geschehenes und zeigt die volle Wirkung selbst bei eingebildeten Ursachen. Eine knechttschere Charakterlosigkeit, als die Empfindungsnerven im tzypnotismus zeigen, ist wohl nicht denkbar. Allerdings giebt es auch hier Grenzen. Die suggeriste Re- gulirung des Herzschlages, beziehentlich die Verminderung der Pulsschläge wurde von Jlma Szekulics nicht geleistet. Auch wurde fie in Bezug auf ihre zügellosen Gewohnheiten und aus ihre Sucht zur Selbsteinschläferung oft rückfällig. Es giebt also eine dunkle Region, wo selbst die Charakterlosigkeit des Empfin« dungsncros nicht hinanrcicht, sonst würde ja ein Wort eines Experimentators den Tod eines Hypnotischen herbeiführen können. Der Leser wird aus den bisher angeführten Beispielen ent» nommen haben, daß der tzypnotismus die wissenschaftliche Er» klärung für Vieles giebt, was wir bisher als religiösen Aber- glauben zu betrachtm gewohnt waren. Die Geisterbeschwörun» gen, Vifionen, die Heil- und Blutwunder stehen als natürliche Thatsachen vor uns, welche die heutige Wiffenschast jederzeit willkürlich hervorzurufen in der Lage ist, ohne dieselben mit dem geringsten andern Nimbus als demjenigen phystologischer Merkwürdigkeit zu umgeben. z«k«tr«. Menn Leute fromm werde«, die vorher keine große Neigung für religiöse oder wenigstens nicht für kirchliche Dinge offenbarten, so pflegen gewöhnlich interessante Dinge der Bekeh« rung voranzugehen und nicht selten noch interessantere Dinge der Bekehmng zu folgen, urd wir möchten aus mancherlei Grün» den annehmen, daß die Bekehr r häufig an ihren wiedcrgewon- nencn frommen Schäflein keine rechte Freude haben werden. Daß mit Vorliebe gewisse fromme Herren ihren Bekehrungseifir auf die ungläubigen Mitglieder der revolutionären Parteien ver- wenden, ist ja von Herrn Grünberg her noch in guter Erinne- rung und der Genannte war ja auch ein lebendes Beispiel da- für, welche Freuden die Bekebrer an den Bekehrten erleben. Aehnliche Fälle mögen, wenn auch vereinzelt, so doch vielleicht nicht so fetten sein, wie fie öffentlich berannt werden und die Sache hat auch einen tieferen politischen Hintergrund, der es der Mühe werth erscheinen läßt, die Dinge einmal etwas genauer zu betrachten. Hierzu giebt uns besonders ein Fall Veranlassung, der uns in folgendem berichtet wird. Der Maurer£., sein Name thut nichts zur Sache, war noch bis vor wenigen Jahren «WS:& , Gefangnißstrafe. die er aus Anlaß seiner hervorragenden Theil- nähme an der Lohnbewegung fich zugezsgen hatte und die er in Ployensee verbüßte. X. galt als entschiedener Anhänger der Sozialdemokratie, ob er deshalb oder aus anderen Gründen der Gefängnißdisziplin in Einzelhaft genommen wurde, wissen wir nicht, genug, er verbüßte die ihm zuerkannte Gefängnißstrafe in strenger Einzelhaft. Diese Art der Strafvollstreckung brachte eine nachhaltige Wirkung auf den Gemüthszustand des X. hervor, der mit großer Liebe an seiner Familie, Frau und 3 Km- dern, hing. Noch während der Straf, eit glaubte Frau I. bei einem Besuche im Gefängnisse diese Wandlung in dem Wesen ihres Mannes zu bewirken. Sie erhielt während der Zeit der Haft ihres Mannes die Familie kümmerlich von ihrer Hände Arbeit und X. fand nach seiner Strafentlassung, daß die Fi. milie in ihren äußeren Verhältnissen wenigstens nicht allzusehr zurückgekommen war. Daß ihr Mann nicht sofort zur Arbeit stürzte, fand die Frau mit Rückficht auf die Wirkungen der Strafhaft erklärlich, denn X. sah sehr mitgenommen und hinfällig aus; aber daß er allsonn- täglich mindestens zwei Mal zur Kirche ging und auch noch in der Woche einige Male fromme Versammlungen zu besuchen hatte, das schien ihr doch im hohen Maße befremdlich. X. diängte nun seine Familie, an seinen frommen Hebungen Theil zu nehmen, die Frau kam dem Wunsche einige Male nach, lehnte aber spater das gleiche Anfinncn ad, da ihr Mann noch immer Nicht arbeitsfähig zu sein behauptete und die Frau Sonn- tag und Wochentag arbeitete, um den nöthizen Unterhalt zu besorgen. Sehr entschieden aber erhob fie Einspruch gegen den weiteren Besuch frommer Versammlungen, als ihr Mann wieder- holt nach Beendigung derselben fich bettunken hatte und in be- denklichem Zustande nach Hause kam; ihr lltztes Geld wendete sie an, um für den Mann noch einige nöthige Kleidungsstücke zu kaufen und verlangte nunmehr nachdrücklich von ihm, daß er fich endlich nach einer Beschäftigung umsehe. Eine solche zu finden, wollte dem X. aber durchaus nicht gelingen, und von jedem Ausgange nach Arbeit kehrte er mit einem tüchtigen Rausche heim. Allzu freundlich mag da wohl der Empfang seitens der arbeitenden und fich abquälenden Ehestau nicht ausgefallen sein. Zu ihrer nicht gering, n Ueberraschung erhielt fie eines Tages eine Vorladung zum Suhnetermin vor den Prediger! Als fie, der Ladung Folge leistend, zur bestimmten Stunde bei dem geist- lichen Herrn erscheint, findet fie dort bereits- ihren Ehemann. Dieser hatte fich beschwert, einmal über die mangelhafte Unter« stutzung seitens seiner Ehefrau und außerdem wegen der Lieb« lofigken, mit der fie ihn dehandle. Frau X. wies zur Wider« legiing des ersten Punktes auf die von ihrem Gelde beschaffte Garderobe, die X. am Leibe trug, und was die angebliche L-eb« lofigkeit anbetraf, so fragte fie ihren Mann, ob er seinen Unter« halt sett der Entlassung aus dem Gefängnisse nicht ihr allein zu danken habe, was ihr das Bild eines richtigen armen Sünders bietender Ehemann auch bejahen mußte; als dann auch noch die stammen Versammlungen und die darauf folgende Trunkenhett ihres Mannes von der angeschuldigten Frau angedeutet wurden, waren die Rollen der Beiden vor dem Prediger so ziemlich vertauscht und X. wurde zu einer besonderen Unterredung von dem Geistlichen zurück- behalten.— Wir haben den Verlauf der Sache, der gewiß manchen Anlaß ,u kritischen Bemerkungen giebt, deswegen so objektiv geschildert, weil er so am besten die Ursache der plötz» lichen Gemüthswandkung und die bedenkliche Ast derselben er« kennen läßt. Die verhängnißvollen Wirkungen der Einzelhast, wenn fie in voller Strenge durchgeführt wird,»eigen sich hier in erschreckender SBeife. Es ist nicht zu verwundern, daß ein Mensch zum Lügner gegen fich selber und seine innere Heber- zeugung wird, wenn man ihn monatelang mit Bibel und Ge- sangbuch in einer engen Zelle einmauert, und die Bekehrungen, die auf solche Art erzielt werden, find ebenso bequem wie de- d.'nklich. Wir find in der That zweifelhaft, ob man£. verantwortlich machen kann für sein jetziges Treiben; er ist so recht eigentlich das Produkt der modernen Strafvollstreckung, deren thatsächliche Wirkung in den weitaus meisten Fällen dahin geht, gute Charaktere zu verderben, von der aber noch nicht be- wiesen ist, daß fie auch nur einen wirklich verdorbenen gebessert habe. Wenn aber gewisse Herren auf ihre„Bekehrungen" stolz sein sollten und keine besseren aufzuweisen haben, als die des$.— und gewöhnlich find fie alle nicht viel besser— so können wir ihnen diese Freude von Herzen gönnen. Mit es gemacht wird, um für die Berliner Stadt- misfion bei den guten Leuten in der Provinz Geld zusammen zu bringm, wird uns aus Kreuznach anschaulich geschildert. Es werden Briefe des Hofpredigers Stöckers an gutherzige Damen versandt, in denen nur um 20 Pf. Beitrag gebeten wird. Gleichzeitig aber wird die En pfängerin ersucht, den Bnef des Herrn Hofpredigers viermal abzuschreibrn und an Freundinnen abzugeben, um so je 20 Pf. wieder einzuheimsen und dann 1 M. an den Pfarrer M. in Kreuznach abzuliefern. Alle Brief. empfängerinnen werden gebeten, die angefangenen Manipula- tionen fortzusetzen, denn Herr Stöcker hofft auf diese Werse bald eine Million zur Bekehrung der Berliner durch die guten Leute in der Provinz zusammen zu bringen. Dem soeben erschienenen„Verzeichnis der Rektore«, Lekrer und Lehrerinnen an den Keriiner Gemeinde- schnlen für das Jahr 1888/89", begründet vom Rektor a. D. H. Gaulle, herausgegeben vom Berliner Lehrerverein, entnehmen wir folgende Angaben. Berlin hat gegenwärtig 175 Gemeinde- schulen, dazu die Hude'sche Privatschule, ferner eine städtische Taubstummenschule mit 163, eine Blindenschule mit 37, eine Jdiotenanstalt(in Dalldorf) mit 170, ein städtisches Erziehungshaus in Rummelsburg mit 96 Schulkindern. Die Gemeindeschulen haben 2918 Klaffen: 1428 Knaben-, 1468 Mädchen- und 22 gemischte Klaffen. An denselben unterrichteten 174 Rektoren, 1830 Lehrer, 914 Lehrerinnen, dazu kamen noch 6 Lehrer und 33 Lehrerinnen, die vertretungswerse unterrichteten; die Ge- sammtzahl der Lehrer und Lehrerinnen ist also 3582. Auf jede Gemeindeschule kommen durchschnittlich 16,67 Klassen mit 933 Schülern, auf jede Klaffe also 56 Schüler. Es find 163 263 Schulkinder. Seit 1887 find 8 Gemeindeschulen mit 108 Klaffen und 6854 Schulkindern gegründet. Der Etat der Berliner Gemeindeschulen für 1888—89 weist eine Einnahme von 79 946 M., eine Ausgabe von 7 780 381 M. nach, es ist also ein Zuschuß von 7 700 445 M. nölhig. Das Gehalt der Rektoren beträgt 3180 bis 3900(durchschnittlich 3540 M.) nebst freier Dienstwohnung oder eine Wobnungsgeldentschädigung von 600 M. Die Gehaltsstufen der Lehrer bewegen fich zwischen 1560 und 3240 M.(durchschnittlich 2235 M.), die der Lehrerinnen zwischen 1170 und 1950 M. Hilfslehrer erhalten 1290 M. Die ordentlichen Lehrer find zur Ertbeilung von 32, die Lehrerinnen von 26 Pflichtstunden in der Woche verpflichtet. Tie städtische Schuldeputation setzt sich zu- srmnien aus einem Stadtrath(Schreiner) als Vorsitzenden, den Stadtschulräthen Dr. Bertram und Fürstenau, den Stadt- schulräthen de Neve, Schäfer, Dr. Weigert, den Superinten- denten Konfistorialrath Roöl, Lic. Kreidig, Steinbach, dem fürst- bischöflichen Delegaten Probst Aßmann, ferner aus neun Stadt- verordneten und zehn Bürgerdeputirten. Es bestehen acht Schulinspektionen oder Schulkreise, denen auch die 73 Privat- schulen, Fortbildungsschulen u. s. w. eingereiht find, unter den Stadtschulinspektoren d'Hargues, Haase, Stier, Dr. Berthold, Dr. Jonas, Dr. Fischer, Reinccke, Dr. Zwick. Die städtischen höheren Lehranstalten Berlins weisen 11 Gymnasien, 7 Realgymnasien, 2 Ober-Realschulen, 4 höhere Bürgerschulen, 5 höhere Mädchenschulen auf. Außerdem giebt es an königlichen höheren Lehranstalten 5 Gymnafien, I Realgymnastum, 2 höhere Mädchenschulen, 1 Lehrer- und 1 Lehrerinnen- Seminar. Andere Lehranstalten Berlins sind die Handwerkerschule, die königliche Tnubstummen- und Blindenanstalt, 3 Waiscnhausschulen, 12 unter spezieller Aufficht von Vereinen stehende Schulen. Sehr entwickelt ist das Fortbildungsschulwesen in Berlin. Es giebt 3 städtische Fottdildungsanstalten, 12 städtische Fortbildungsschulen für Jünglinge, darunter eine für Blinde und eine für Taubstumme, eine Fortbildungsschule des Handwerkervereins, eine für Schuhmacher, eine für Bäcker, Fortbildungs- schulen für Mädchen 2 städtische, 6 von Vereinen geleitete. Fachschulen giebt es für Maurer, Zimmerer, Tischler, Buch- drucker u. s. w., im Ganzen 13, außerdem eine städtische Webe- schule. Die städtischen Turnhallen der höheren Lehranstalten werden von 11 städtischen Turnwarten verwaltet. An der Spitze des gesammten städtischen Turnens steht als Oberturnwart Dr. Ed. Angerstein. lieber die Kesuchszeit nnserer Musern schreibt man ter„Rat. Ztg." von beachtenswetther Seite:„Seit einiger Zeit find unsere auf der sogenannten Museumsinsel belegenen Sammlungen von 9 Uhr Vormittags bis 3 Uhr Nachmittags geöffnet. Auffallender Weise ist diese Neuerung wenig oder gar nicht in der Tagespresse bemerkt worden. Gleichwohl ist diese Verwaltungsmaßrcgel unseres Dafürhaltens einer öffentlichen Be- sprechung gar sehr wcrlh. Wir find nämlich der Meinung, daß diese Zcitbemcffung für den Besuch unserer Sammlungen keine sehr günstige ist und daß die stüher angesetzte, von 10 Uhr Vormittags bis 4 Uhr Nachmittags ungleich zweckmäßiger ge- wesen. Wer geht wohl schon zu so früher Vormittagsstunde, wie 9 Uhr, in eine Kunstsammlung? Wir haben, um uns von dem Stande der Dinge zu überzeugen, vor kurzem solch einen Morgenmndgang durch die Museumsäle angetreten und wir können nunmehr dreist aussagen, daß wir uns in einer von keinem störenden Lauscher gestörten Gesellschaft befunden haben. Wer lediglich mit den dort aufgestellten Götterbildern oder den vielen schönen Gemälden, besonders aus der niederländischen, flämischen und deutschen Schule eine erquickliche Zwie- spräche pflegen will, der mache fich so etwa nach 8 Uhr Morgens auf den Weg, damit er um 9 Uhr zur Stelle sei. Für solch ein verein-eltes glückliches Menschenkind, das in der Lage ist, fich einem derartig verfeiner- ten Kunstgenuß hinzugeben, ist diese frühe Morgen- stunde just vie beste Zeit. Allein um solcher künstlerischer Fein- schmecker willen sollte man doch die Besuchszeit der Samm- lungen, die aus den allgemeinen Staatsmitteln errichtet find, nicht bestimmen! Ob Einer, ob Hunderte von Besuchern die Museumsräume durchwandern, das bleibt fich gleich, die ge- sammten Auffichtsdiener müssen zur Stelle sein. Das heißt aber, fie müssen ganz unnützer Weise ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit vergeuden und fie werden naturgemäß nur um so rascher abgespannt. Man glaube nur ja nicht, daß solch ein an- scheinend müheloser Aufsichtsdienst in Museumssälen während sechs bezw. fünf Stunden in Wirklichkeit ein leichter genannt werden darf. Im Gegcntheil! Solch ein Museums-Wachtdienst ist ein ganz außerordentlich die Nerven anareifender. Es er- scheint uns daher als eine wirklich zwecklose Anordnung seitens der Museumsoerwaltung, die Besuchszeit so früh beginnen zu lassen, daß es kaum vorerst noch Besucher geben kann. Es wäre daher zweckentsprechender, zu der früheren Gewohnheit zurückzu- kehren und die Nachmittagsbesuchszeit wiederum bis mindestens um 4 Uhr auszudehnen. Wie die Dinge jetzt liegen, find ganze Klassen unserer Bevölkerung von dem Besuche der genannten Kunstsammlungen völlig ausgeschlossen. Dazu kommt noch, daß an Sonntagen die Besuchszeit sehr eingeschränkt ist und daß an besonders hohen Festtagen die Sammlungen überhaupt geschloffen Es kann daher kaum verwundern, daß hier in Berlin bleiben ungemein viel Menschen oder Fremde find, die noch niemals unsere Sammlungen gesehen haben, weil es ihnen eben ganz unmöglich ist, fich während der festgesetzten Besuchszeit von ihren Berufsgeschästen frei zu machen. Aus diesen eben mitgetheilten Gründen wäre eine baldige Verlegung der Besuchszeft recht sehr zu wünschen. Und auch für eine Vermehrung des Aufflchts- Personals möchten wir hier ein Wort einlegen. Einmal um eine Entlastung desselben zu ermöglichen; zweitens würde es durch die Vermehrung des Auffichtspersonals möglich sein, die Besuchszeit in den Nachmittagsstunden zu verlängern, sowie es in dem Pariser Louvre der Fall ist, wo in den Sommermonaten die Sammlungen bis 5 Uhr besichtigt werden können. Vielleicht tragen diese Zeilen etwas dazu bei, um die Museumsoerwaltung dazu zu veranlassen, die eben angedeuteten Wünsche, zum Nutz und Frommen der Kunst wie der Kunstfreunde, zu erfüllen."— Hervorgehoben zu werden verdient, daß in den großen Kunst- sammlungen Italiens mit Recht gerade am Sonntag der Be- such für das große Publikum sehr erleichtert wird, da an diesen Tagen im Gegensatze zu den Wochentagen kein Eintrittsgeld er- hoben wird. Diese Einrichtung hat fich vorttefflich bewährt,>wie in den Uffizi zu Florenz sowie in dem kapitolinischen Museum zu Rom leicht konftotirt werden kann. Die Vegetation«m Kerlin bietet in diesem Jahre ein ungewöhnliches Bild. Selbst demjenigen, welcher keinen oder nur einen geringen Sinn für die Natur hat, kann eine gewisse Abnormität gegenüber früheren Sommern nicht entgehen. Es fehlte eben der lichte, lachende Sonnenstrahl, welcher im Grün der Pflanzen, im bunten Farbenschimmer der Blumen seinen Reflex sucht; der anhaltende Regen, welcher aus dem Grau-in- Grau-Himmel heruntcrströmte, gab ihnen gewissermaßen ein düsteres, mürrisches Aussehen. Dabei ist der Stand der Saaten geradezu betrübend. Während sonst um diese Jahreszeit schon an vielen Orten mit der Ernte begonnen werden konnte, ist diesmal, wenigstens in der Mark, noch nicht daran zu denken. Die Aehre, noch tief grün und saftig, harrt eben des Sonnen- lichts, welches fie zur Reife dringen soll, während an vielen Stellen das Korn, durch den Regen gebeugt, leider schon zu faulen beginnt. Ebenso schlecht steht es mit der Baumfrucht aus. Wenn auch nach der Meinung des wetterkundigen Land- mannes das feuchte Wetter einigen von ihnen Saft und jene wohlschmeckende Säure verleiht, durch welche fich das Obst unserer Zone so vortheilhaft von demjenigen des Südens unterscheidet, so ist in diesem Jahre jedoch des Guten nicht allein genug, sondern sogar zu viel geschehen. Die Kirschen zerplatzten unter der anstürmenden Feuchtigkeit, und wenn fie nicht schnell gepflückt und verkauft werden konnten, wurden fie an diesen wunden Stellen von der Fäulniß ange- fressen. Die Werdersche, welche bisher in Berlin meist zum Verkauf kam, erschien darum ungewöhnlich theuer; wenn das Wetter nicht umschlägt, werden wir jedoch für die Gubcnsche, welche demnächst unseren Bedarf zu decken hat, noch mehr zahlen. Die Aprikose, deren Gedeihen— wie ihr Name be- deutet— apri-ns(sonnig)— allein von der Sonne abhängig ist, fehlt auf dem Martte beinahe gänzlich; mit der Erdbeere verhält es fich ähnlich wie mit der Kirsche, sie ist tbeuer und verhältnißmäßig selten. Dabei ist Berlin durch die Nähe seiner Obstkamnrer Werder noch günstig gestellt, da anderorts die Erd- beere in diesem Jahre Preise erzielt, welche sie höchstens für den Gaumen des wirklich Reichen erreichbar machen. Ebenso hat der Regen den Nüssen geschadet, die zarte Frucht wurde förm- lich von den Bäumen geschleudert, ganz abgesehen davon, daß fie in ihrer Entwickelung� unter der andauernden Kälte zurück- bleiben mußte. Die Hoffnungen unserer Obstfreunde richten sich demnach, was die märkische Baumfrucht angeht, hauptsächlich noch auf das Gedeihen von Birne, Apfel und Pflaume. Mag Jupiter Pluvius uns wenigstens nicht noch das Einernten dieser unmöglich machen! Ueber das täglich« Abwasche« dr« avnhaltirt«« ttrafien beschwert fich„Das Grundeigcnthum". Es sei eine hatsache, daß die meisten Pferdeunfälle kurz nach der stattge- habten Besprcngung vorkommen. Bei der starken Stauberzeu- gung des Aspbaltpflastcrs sei allerdings die tägliche Abwaschung von absoluter Nothwcndigkeit, es frage fich indessen, oh man diese Arbeit gerade in die Zeit des lebhaftesten Wagenverkehrs zu legen brauche. So gut wie die Reinigung der Straßen durch Kehrmaschinen mit Rückficht auf den starken Staub während der Nachtstunden erfolge, könne man mit Rückficht auf die Gefahren für den Verkehr auch die Straßenwaschung auf die Nachtzeit verlegen, in welcher ein Wagenverkehr so gut wie gar nicht vor- Händen ist. Der Effekt sei derselbe, da doch jetzt in den beleb- testen Straßen die Waschung in den Morgenstunden von 6 bis 7 Uhr vor sich geht. Die Pferdebahnverwaltung habe die Ge- fahr dieser unzeiiigen Waschungen längst erkannt und fich dem- zufolge die Waschung zwischen ihren Schienen verbeten. Was aber der Pferdebahn recht sei, müsse für die übrigen Fuhrwerke billig sein. Es sei außerordentlich wünschenswerth, wenn unsere städtische Reinigungsdcputation diesen Gefichtspuntt beherzigen wolle. � Vi« Germanenfest hat der antisemitische deutsche Re- formvcrein und der Reformverein„Teutonia" am Sonntag auf der Berliner Bockbrauerei gefeiert. Die Festtede hielt Herr Böckel. Zur Charakteristik der Ausführungen dieses Herrn gc« nügt der Ausspruch„der Antisemitismus ser der Erbe der Herr- lichen Vergangenheit des deutschen Volkes". Diesen Erden brachte Herr Böckel ein dreifaches Hoch aus. Gin Reklamrroman. Vor etwa fünfzehn Jahren— so erzählt ein hiesiger Reporter— zog der Seiltänzer Lojal mit seiner Truppe in Amerika von einer großen Stadt zur andern. Der Mann erfreute fich eines guten Rufes und hatte fich in seinem„hohen Berufe" bereits ein Vermögen erworben. Da lernte er eine junge Australierin kennen und natürlich auch lieben, denn fie war nicht allein sehr jung, sondern auch sehr schon, sehr reich und vollkommen unabhängig. Lojal scheute fich, Wner Angebeteten mchuthellen, daß er selbst noch ausübender Kunstler und speziell Seiltänzer sei, er nahm sich vor, erst nach der Hochzeit mit ernem diesbezüglichen Geständniß herauszurücken. rcfVra 0e r?• führte er seine junge Frau in das Etablissement, in welchem er mit seiner Gesellschaft gastitte, und dort erschien er seiner Frau unvermuthet in seinen besten Num- anders Die lunge tfrau war begeistert, cnthufiasmirt, und zwar in solch hohem Grade, daß fie von dieser Minute an ent- schloffen war. sich mit Leib und Seele derselben halsbrecherischen Kunst zu widmen. Er vermochte auf die Dauer nicht, ihrem fortgesetzten Drängen, ihr Unterricht zu geben, zu widerstehen. und fie lernte mit emer wahrhaft phänomenalen Leichtigkeit. Schon nach verhältnißmäßig kurzer Zeit vermockte fie der Gatte und Meister nichts mehr zu lehren. Nach einer einjährigen Pause, welche die Geburt eines Töchterchens bedingte, über- schritt„Zuila"- so nannte fie fich als Künstlerin- die Fälle des Amazonenftromes, ein Wagstück, das der Ueberschreitung des Niagara„die Spitze bietet". Seitdem hat Zuila alle männlichen Kunstler ihres Genres ohne Ausnahme in den Schatten gestellt. In Amerika feierte fie ungeahnte Triumphe; fie würde dasselbe wahlscheinlich nie verlassen haben, wenn nicht ein eigenthüm- lrcher Umitand bestimmend gewirkt hätte. Als das kleine Töch- terchen..Lulu" heranwuchs, zeigte es. wie einst die Mutter, die gleiche Neigung und das gleiche Geschick für den hohen Beruf des Vaters. Mit zehn Jahren lief das Kind auf dem Seile so MWMM Garten, auf, und zwar nur noch bis inklusive Mittwoä achte eine Stö Woche. fregung uud r Vi« Verschwender. Wir meldeten bereits, W*al zu verlasse gestern angesetzt gewesene Trauung des dekannten Nttse und unter modells Bertha Rother mit dem Sohne des bekannten-runa des oben Baumwoll- Fabrikanten Josef Edler v. Schroll sen. ieidigung nicht Benedift Schroll's Sohn am Franz Josef Quai) nicht«dentenschaft( funden hat, well inzwischen der glückliche Bräutigaabigt, polizeilic Kuratel gestellt worden ist. Das Wiener Landgericht Wung des Stü Sonnabend dieses Uttheil gefällt. Das reichhaltige AttenWtdi die aufrege welches dem Gericht zur Verfügung gestellt worden wa-izeiwache, nack hält ganz merkwürdige Angaben über die HulvigunA Student wiel welchen der junge Sckroll seine Dulzinea umgab.-°'te dem beleidi er zu gewissen Vorstellungen, in welchen fie, die„Götzde vor dem l auftrat, sämmtliche Logen und füllte dieselben m!t ClaMrafung nicht i welche für gutes Honorar wie besessen Beifall klatschten«» schließlich ai geradezu zügellose Begeisterung zur Schau trugen, welWand nehme. Vings mit ChampagneMrömen reichlich benetzt wurde- W scheinen ga Rechnungen für diese Cbampagnergelage find dem Astennlionenstadt u beigegeben. Bei allen Pferderennen und öffentlichen FesibM- �o ste Vre erschien sckroll jun. an der Sette seiner Braut und t*?'0" l�tc en von einer Schaar von Schmeichlern, die sämmtlich böchstfH?�ss vrdentl gekleidet waren und ein wahrhaft lebcmännisches Äc!» s�we Ofnzrer- Schau trugen, was sehr einfach auf die Thatsache»unM? on: Stolz du ist, daß der junge Schroll diese Herren auf eigene kvin L-I«r| dem Schneidermeister G. bekleiden ließ. Auch die S#1 Jh�s gesch, rechnungcn liegen dem Aktenmatcrial bei. Jm Novcmbci�öer Rohhcst Jahres raffte sich endlich der Vater des jugendlichen ders zu dem Entschlüsse auf, seinen Sohn, welcher A?"Kaue öffentlicher Gesellschafter der Unna gewesen, von streichen zu lassen. Ncch längerem Zureden erklärte fld)". vau'_ W* jun. betest, auf seine Theilhaberschaft zu verzichten, nach« sein Vater eine jährliche Rente in der Höhe ron 12 000 ausgesetzt hatte. Am 11. Oktober wurde der h jungen Schroll von der Firma gelöscht, was att Master binderte, daß Josef Schroll nach wie vor Schuld«»�- Mor'eS k Schulden machte und lerchtfinnige Streiche beginfl;»btadbt t,aj.cn einem Wiener Rechtsfreund schloß er den Kauf bcs* daß dcrjenia Niederschöckel um den Preis von 300000 Gulden ab. �JIKenschen jun. kein Geld hatte und der Veikäufer auf Erfüllung hauchen) durch träges bestand, so mutzte fich schließlich der Vater bequeAAlage find, b 4, der fich be ler in Stell: dem bedauc Gut an fich zu bringen und den Kaufschilling W ihrer Freui t und stürz er der Brücke Anker liegend Frau dem N Erschossen einer Fabrik ermögensoer Familie, ei K-i den AI estern Nachn schwerer eis Später war der junge Lebemann eifrigst bestrebt, Wcchst�uggelt. Höhe von 125 000 Fl. zu begeben, was jedoch noch lA Ein eigen! vereitelt wurde. In Gesellschaft Bertha Rothers m# Mittag- stund Josef Schroll große Reisen, nachdem er ihr kurz voriAgxndste Gefak Wohnungseinrichtung von 33 500 M. gekauft batst. Anplatz den T Reise angetreten wurde, schenkte Schroll dem Kutscher-jjchung neben der die Bertha Rother in Wien gefahren hatte, WGxnbahn und sc Pferde, die einen ziemlich großen Werth repiäsentirten- che im Waffer Reiseauslaaen bestteiten zu können, nabm er Gelder(ienschirm ihrer möglichen Wucheragenten auf. Bis zum Monat Juni b durch das Gel Jos. Schroll jun., wie festgestellt wurde, einen BeMhloscn Schirn über 476 000 Fl. verausgabt. Nun, da über Jos. die Kuratel verhängt worden, ist auch die gepb zwischen dem jungen Verschwender und dem Märst ins Wasser gefallen. Nur wenigen dürfte bekannt sein, daß in bei Sttalau die Taufen Neubekehrter der„apostolisch-! Gemeinde", oder, wie die Mitglieder derselben fich gett> hören,„Neu-Jerusalems" stattfinden. Ein Augenzeugv einer solchen Taufe beiwohnte, giebt darüber folgende. lung:„Es war vor etwa vierzehn Tagen, als gezen(. Abends eine Schaar Männer und Frauen, meistenwsiS(eh teeret ci Handwerkerstande angehörend, in der Stärke von 30 P.Mand derart in kleine Trupps gethcilt, der Kirche von Stralau, die � � lich an der Spree gelegen ist, zuschritten, dann aber,% Spaziergänger bemerkten, nach dem Dorfe zurückkehrten, Salinen Klini Stunde später, als alles still geworden und Niemand wesend mar, in gleicher Stärke fich vor der Dorikirchc � in � einzufinden. Tann traten dieselben auf dem stets �'AnHicklich zwa Friedhofe im Kreise zusammen, und der Prediger �rtiger sein, d Schaar, mit langem weißen Talar bekleidet, dürfte. kurzes Gebet. Sodann verkündete Bruder S., der � Es,,« trau im gewöhnlichen Leben ein ehrsamer Schuhmaasti � h H." mi daß acht Männer und Frauen, sowie drei Kinder N«�Arbeitcr und Schooß der Gemeinde aufnehmen lassen wollten und'lhgst hatte fiel Taufe nunmehr erfolgen werde. Hierauf begaben sich d» m phyten hinter die alten Bäume, um in langem weißes Hemde zurückzukehren. Von dem Prediger geführt, beA der Schaar der Glaubensbrüder, stiegen die zu Taust das Waffer, bis ihnen dasselbe bis an die Brust reich tauchte der Geistliche jeden in die Spree, so daß deren über dem Kopf des Täuflings zusammenschlugen. theilung eines kurzen Segens war die Zeremonie beefl"0' geräuschlos wie fie gekommen verschwanden die Seklirck denen vor allem darauf ankam, unbclauscht zu bleibc� Gendarm in Sttalau hat schon öfters dt rattige Zusamw� als unerlaubt aufgehoben, da das Baden an dieser. gestattet ist. Unter den Täuflingen soll fich ein alt» Fräulein aus Charlottenburg befunden haben.. Von der König!. Artillrrie-MerKssatt i« 9[ wird uns geschrieben: Vom 1. bis 11. Juli findet>a Werkstatt die Jahresinventur statt; sämmtliche Handw«� während dieser Zeit die Arbeit einzustellen und können ihre eigenen Kosten ausruhen. Andernfalls können fik Arbeiter mit einem Lohn von 20 Pf. pro Stunde Jnvcnturarbeiten Beschäftigung erhalten. Der Verdiene. rend der regelrechten Arbeitszeit im Laufe des Jahres besonders hoch; einige geschickte Arbeiter erzielen wohl.. ste fich in den betreffenden Arbeiten eingeübt haben, ein» der Ghatitt kömmlichen Akkordlohn, andere dagegen müssen oft i�ahre alter Kn sein, wenn fie 25—30 M. in einem halben Monat ve�chtsstr. 9Ä, a Im Allgemeinen ist daher nicht daran zu denken, daß%, an dessen, bettet für den Fall der Ärdeitsanssetzuna Ersparnisse zurate wurde Vor haben. Als nun die Arbeit am 11. d. M. wieder aufgkN?figstraße ern- wurde, wurde den Arbeitern eröffnet, daß fie für biestn ferner in Monat den ihnen zustehenden verdienten Lohn nicht �.�«chlach Vormittags stück einzunc cn fich vre ohne dl des Boot, fuhren. Nc befindet, ger irnung und p " asser und l lochten fich 1 lenden Ffi ertrank jet lon einem tsstr. 9 a st lurzen Abw e auf das :« tobt. olizei Ke, lonn in seit iS ein Hand lten Jakol Jahres'JVzung der Kai i wohl,»"ohnmächtig zr Verdienst vom 11. bis 15. Juli wurde, rim dem Aw burcau die doppelte Arbeit zu ersparen, erst am 8. AuSA gezahlt werden. Mit welchen Gefühlen das die Arde� genommen haben, kann fich ein Jeder wohl denken, ßsi rrgenv einen Einblick in die Ardeiterverhältniffe Hot» weiß, wie stets von einem Tag auf den anderen 8»rc®JWj Wäre es auch nur der Lohn für vier Tage, so mancher Familie damit geholfen. Sie könnten doch.. das Nöthigste für den Lebensunterhalt bis zur nächsten' Zahlung bestreiten. Es ist unbegreiflich, wie nur, iir»' amten des Rechnungsbureaus einige Arbeit zu' solche Ungerechtigkeit Platz greifen kann.— Vielleicht Zeilen, diese Maßregel rückgängig zu machen.(?) Gin peinli�er Auftritt fand, wie dem richtet wird, am Sonntag Abend im Eiskeller- Etabl'. der Chausseestraße statt. Schon oft war es in d« in dem täglich Konzette und Theater- und SpezW des rechten ledliche Verl, lorkstraße eir in der Fak lhrenden Ak Iben Beiner 4 in einer ftellungen veranstaltet werden, vorgekommen, daß dieV»� I durch angeheiterte Studenten gestört und daß Madchen, die in Begleitung ihrer Eltern erschiene».- laitrgt wurden. Das führte natürlich oft zu""fi ttt,°-uuiucii. ruyire naiurilcy oti zu gck Aenen. die sich schließlich so oft wiederholten, Haber des Etablissements bewogen fühlte, ein, Inhalts an verschiedenen Stellen des Gattens w anzuheften:„Ten Herren Studenten, die mit Vor! M'lien-Publrkum belästigen, ist der Aufenthalt'n �' Etablissement verboten." Vorgestern nun wohnte»...# I« Kache sollte gester ° I gegen 1 waren säm . bvach, w, uchung befil e lautet ar edensbruch nwälte Ml 5 Schutzlei Beim Rai iteren. De etter, bese und hierz Studenten der' VcVstellung0 im'Srn/ Sine w teder m eine etwas heitere Stimmung gera v ke Mittaot achte eine Stömng. Zur Ruhe gewiesen, aerieth er in große fregung uud widersetzte fich nicht nur der Aufforderung, das bereits, d4*al zu verlassen, sondern verlangte auch noch in erregter bekannten Mise und unter beleidigenden Ausdrücken die sofortige Ent> s bekannten n»ung des oben erwähnten Plakats, das er für eine persönliche -chroll fern«leidigung nicht minder als für eine Beleidigung der ganzen Dun) nicht mdentenschaft(!) erklärte. Schließlich sah ftch der Wirth ge- e BräutißaaHigt, polizeiliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und die Je- andgerickt Mfung des Studenten wegen Hausfriedensbruchs zu verlangen. raltige AktenMrch die aufregenden Vorgänge und den Ausenthalt auf der worden umHueiwache, nach welcher er fistirt war, wieder ernüchtert, kam HulvigunM Student wieder zurück, bat inständigst um Verzeihung und umgab. Ä'te dem beleidigten Wirth vor, daß er, der Hinausgeworfene, umgab. fie, die den mit Ell ill klatschten trugen, well ßt wurde d dem Akten ntlichen Fesm Braut und amtlich höchst innisches W rtsache zurüch uf eigene Auch die fm sstovcmbcr endlichen A n. welcher Prcnzlauerstraße oö, wo er Niemand im Wege lag, ja e vor dem Osfijiersexamen stehe, zu dem er im Falle einer afung nicht zugelassen werden würde. Der Wirth erklärte schließlich auch, daß er von Stellung eines Strafantrages ch nehme. Manche Mitglieder der Berliner Studenten- t scheinen ganz und gar zu vergessen, daß fie fich in einer ionenstadt und nicht in einem kleinen Universitätsorte de- wo fie die„Philister" nach Herzenslust terrorifiren können. !an sollte einem solchen Burschen einfach auf der Stelle !Hosen ordentlich stramm ziehen und sich nicht im mindesten seine Offizier- oder andere Examina kümmern. Dann würde der Stolz dieser Herren schon von selbst legen. Gin L»ser schreibt uns: Gestatten Sie mir, als einem Ihres geschätzten Blattes, eine Bitte um Veröffentlichung lder Rohheit. Am Montag Abend gegen 6 Uhr hatte fich jedenfalls obdachloser älterer Mann in einem Winkel des :n Kauf bß, ilden ab. Da ls Erfüllung Vater b-qw 'chilling zu nnn ts mehreren vorübergehenden Hausbewohnern gar nicht bemerkt erklärte li-S t,e' auf kurze Zeit zum Schlaf niedergelegt, als ein Stall- nnAtii der sich bei einem in demselben Hause wohnenden Pferde- 'lynägi vier in Stellung befindet, einen Eimer mit Wasser füllte rJ dem bedaucrnswerthen Mann über den Köipcr schüttete. 9 �«stg erschreckend erwachte der Arme, am ganzen Körper zitternd ', r** von Wasser triefend. Wie viele Nächte mag der Aermste, t;!,iH ,eö Wortes krassester Bedeutung, ohne Schlaf resp. Obdach eiche begr.«: ibta4t haben, um hier ermattet niederzusinken! Bemerkt sei , daß derjenige, welcher diese Rohheit verübte, zu jener Sorte Menschen gehört, die(um keinen schärferen Ausdruck zu chen) durch Unlust zur Arbeit ebenfalls sehr oft in der .e sind, bei Mutter Grün zu übernachten, wenn nicht -"-vs«"itH- ihrer Freunde sie auf den Heuboden seines Dienstherrn trcbt, Wcaio�uagelt. cdoch noch lt» Ei,» eigenthümlicher Unfall brachte am Sonnabend in No.hers mM Mittagsstunde eine etwa 60 Jahre alte Frau in die ihr kurz Gefahr, in den Wellen des Schifffahrtskanals am auft hatte, zenplatz den Tod zu finden. Dieselbe stand an der masfiven m Kutsch»-�chung neben der Eiscnbahnbrücke der Bcrlin-Potsdamer hatte, Waferdahn und sah über das Geländer hinweg dem Spiel der piäsentirlen. che im Wasser zu. Plötzlich entfiel ein alter baumwollener er Gelder"zen schirm ihren Händen ins Wasser. Voller Bestürzung kroch onat Juni d-kdurch das Geländer und bückte fich, um den alten, fast einen Betissthlosen Schirm zu erlassen. Hierbei verlor fie das Gleich- '�t und stürzte in den Kanal. Sie war bereits vom Strom t der Brücke hindurch getrieben, als noch rechtzeitig ein dort Anker liegender Schiffer mit seinem Handkahn kam und die Frau den, Wassergrabe entriß. Gpfchosfen hat sich gestern ein Kaufmann B., bisher Be- einer Fabrik zur Heistellung künstlichen Düngers. B. war iermögensverfall gerathen und bewohnte, getrennt von Familie, ein Ehambre garnie-Logis in der Wilhelmstraße. «r Jos. die gepll em Märcl t, daß in apostolisch den fich gen> Augenzeugs ke von 30 >tralau, Jss dann aber, urückkehrtcd, 1 i Niemand ml :r Dorikirche. dem stets and derart unter einen solchen Eisenkoloß, daß ihm die sowie die Finger vollständig zerquetscht wurden. Obn- tig vor Schmerz wurde der Unglückliche zunächst nach der iglichen Klinik und von dort noch seiner Wohnung geschafft. De» von Ljnnden zrrfleifchte 1Ä jährige Knabe ldct fich in der Charit«, wohin man ihn gebracht hatte, (blicklich zwar noch am Leben; doch soll sein Zustand ein Zrediger � idig« sein, daß das Ableben des Patienten in kurzem ein ckleivet, fp$n durste. : S., der Eine traurige Unterbrechung �erlitt, wre der Schuhmachro � h H." mittbeilt, am Sonnabend ein Vergnügungsausflug Kinder üwjArbästr und Angestellten einer Berliner Fabrik. Die Ge- sollten und fingst Halle fich mittelst Dampfer nach der Unterhavel begeben egaben sich d». Bormittags in Weinmeistcrhorn Station gemacht, um das ngem weißch�hllück einzunehmen. Während des Aufenthalts daselbst ent- leführt, begl�xn sich drei Theilncbnier von den übrigen und be- e zu TawfTieu, ohne dazu die Erlaubniß zu haben, ein am Ufer e Brust nwfonhxs Boot, in welchem fie in der Richtung nach Schild- o daß deren, fuhren. Nahe der Landspitze, auf welcher fich das Denk- schlugen, � befindet, geriethen fie mit dem Fahrzeug in erne heftige rronie dccnb�mung und plötzlich kenterte dasselbe. Die Insassen fielen die Seklirtt /Waffer und kämpften eine Zeitlang mit den Wellen. Zwei t zr, bleiWJSjochten fich so lange über Waffer zu halten, bis fie von "' mw�Äcilenden Fischern gerettet wurden; der dntte, ein Haus- ' ertrank jedoch.. �, Ion einem Kalkon der dritten Etage des Hauses ltsstr. ö a stürzte vorgestern Abend gegen 6; Uhr während kurzen Abwesenheit seiner Mutter ein vier Jahre alter >e auf das Straßcnpflaster hinab und war auf der e todt. lotizei-Kericht. Am 16. d. M. Vormittags erschoß fich kann in seiner Wohnung in der Wilhelmstraße und Nach- >s ein Handlungsgehilfe in der Wohnung seiner Eltern in «Ilten Jakobsstraße.— Gegen Abend brach auf der sWrng der Karls- und Louisenstraße ein Handwerker plötz- tigeZusa i dieser f A sich ein alt» •n.. »att in 9- luli findet w he Handwerk und könne» können sie ro Stunde Oer Verdien� des ielen wohl, Ohnmächtig zusammen und mußte, da er krank zu sein schien, >t haben, ei»?, der Charit« gebracht werden.— Abends stürzte ein nüffcn oft Sichre alter Knabe vom Balkon der Wohnung seiner Mutter, n Monat vcl?chtsstr. 9A, auf die Straße herab und erlitt einen Schädel- enlen, daß an dessen Folgen er bald darauf starb.— An demselben soarniffe zu�T« wurde Vormittaas auf der Kreuzung der Elsaffer- und nieder aufgd»?lifiltraße ein 4 Jahre altes Mädchen durch einen Arbeits fi�für diesen.ferner in der Frankfurter Allee ein 3 Jabre alter Knabe Lohn nicht halten, so»' im dem R am 8. AU! ls die Ar! denken, a iltniffe h°t� >eren gere liBsffi,. !; ZssKK ein Schlächterfuhrwerk, Nachmittags in der Panlstraße ein jk alter Knabe durch ein Dreirad und Abends in der tckendorferstraße ein Maurer durch eine übermäßig schnell de Droschke überfahren. Der Erstgenannte erlitt einen url �lüffelbeins, die anderen anscheinend nur . Wa V" Außerdem gcrieth Nachmittags in orkstraße ein 14 Jahre alter Knabe beim Abspringen von m der Fahrt befindlichen Arbeitswagen unter einen vor- hrenden Altenwagen und erlitt dabei Hautabschürfungen den Bemen.- An demselben Tage fand Maliendorfer- 4 in einer Küche ein unbedeutendes Feuer statt. Gerichts-Zeitnng. In Kuchen der Friedllsfsaffaire vom 18. sollte gestern vor der I. Ferienstrafkammer des gegen die 7 Angeklagten verhandelt werden. März Land, Die, ) Spez«! daßdie�M waren sämmtlich anwesend; zwei von ihnen, Jacubick Etzbach, welche sich eines anderen Prozesses halber in chung befinden, wurden aus der Haft �vorgeführt. Die >tet mz ie laufet auf Widerstand gegen die Staatsgewalt und edensbruch. Die Vertheidrgung liegt in den Händen der anwalte Meschelsohn und Flatow. Als Belastungszeugen 5 Schutzleute und der Polizeilieutenant Hoppe vorge- Beim Namensaufruf der Zeugen ergab fich das Fehlen iteren. Der Gerichtshof, Vorfitzender Landgerichtsdlrektor etter, beschloß, demnächst einen neuen Termin anzube- und hierzu außer den Angeklagten, deren Vertheidigem und den Belastungszeugen auch die Maurer Bonrn und Roll als Entlastungszeugen laden zu lassen. * Das übermässig schnelle Fahren der Kchlachter- wagen hat schon viel Unheil angl richtet und die Gerichte mußten fich bereits unzählige Male mit den Prozessen gegen die Uebelthäter beschäftigen. Aber trotz der strengen Strafen, welche über die bezüglichen Personen verhängt wmden, gelangen immer wieder neue Fälle zur Kenntniß der Behörden, welche darthun, daß die beregte Unsitte nicht so leicht beseitigt werden kann. Vor der ersten Ferienstrafkammer des Landgerichts 1 erschien der Schlächtcrgeselle August Frankcnstein, angeklagt der fahrlässigen Körperverletzung durch Ueberfahrcn mit dem Fuhrwerk seines Arbeitgebers, des Schlächtermeisters Sommer. Vor einiger Zeit ging der Arbeiter Jungbluth mit einem großen Korb auf dem Rücken über die Bärwaldbrücke. Plötzlich bemerkte er hinter fich einen Wagen und bevor er nach einer Seite ausbicgen konnte, ging ihm das Vorderrad des- selben über den rechten Fuß. Als der Führer des Wagens das Unglück bemerkte, versuchte er schleumgst das Werte zu gewinnen, wurde aber von dem Ardeiter Fenge, welcher dem Pferde in die Zügel fiel, daran gehindert. Der Verletzte mußte fich einer 12 tägigcn Kur unterziehen, und Frankenstcin zahlte ihm 25 M. Entschädigung. Vor dem Gerichtshof bestreitet der Angeklagte, schnell gefahren zu haben. Nach seiner Meinung ist der Beschädigte mit dem Fuß unter das Hinterrad gekommen. Wie das möglich war, weiß er nicht. Durch die Zeugenaus- sagen werden diese Behauptungen widerlegt. Der etaatsan- walt beantragte im Hinblick auf die Gefährlichkeit des unfinni- gen Fahrens 100 M. Geldstrafe. Vertheidiger, Rechtsanwalt Freudenthal, bittet den Gerichtshof, in Erwägung der Umstände auf eine geringere Strafe erkennen zu wollen.— Das Urtheil lautete auf 30 M. event. 6 Tage Haft. * Wegen Uerbeechen gegen die Sittlichkeit, begangen durch Vornahme unzüchtiger Handlungen mit einem vierjährigen Kinde, wurde der Buchhalter Rastenberger von der ersten Ferien- strafkammer des Landgerichts 1 unter Ausschluß der Oeffentlich- keit zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. * Der Pro?»ß gegen Karklinne» und Genoffen findet am 3. August vor der ersten Ferienstraskammer des Landgerichts I statt. Die Anklage lautet auf Majcstätsbeleidigung und geheime Verbindung. Vertheidiger find die Herren Rechtsanwälte Meschelsohn und Freudenthal..„. *©ine kleine Ursache vcranlaßte den ganz undeschol- tenen Arbeiter Karl B. zu einer Urkundenfälschung, die für ihn von unheilvoller Wirkung war. Der Genannte war von einem Inhaber der bekannten Glasreinigungs-Jnstitute zum Schau- fensterputzen engagirt worden und hatte u. a. auch die Fenster des Kaufmanns Bönnebeck zu reinigen. Eines Tages konnte er sein Pensum nicht leisten und um den Vorwürfen seines Arbeit- gebeis zu entgehen, schneb er auf den Zettel, welcher dem Lokal- inhaber jedesmal nach dem Putzen zur Bescheinigung durch Unterschrift vorgelegt werden muß, den Namen Bönnebeck. Das Vergehen wurde aber entdeckt und B. mußte vor der l. Fetten- strafkammer des Landgettchts i erscheinen. Der Staatsanwalt hielt wegen der Gefährlichkeit solcher Fälschungen eine Gefäng- nißstrafe von einem Monat für angemessen; der Gerichtshof nahm aber auf die Unbescholtenheit des Angeklagten Rücksicht und verurtbeilte denselben zu einer Woche Gefängniß. An« Uande de« Grabe». Zwei bemitleidenswerthe Greise erschienen gestern vor der Fettenstrafkammer des Land- gettchts II. Einer derselben der im Jahre 1804 geborene, jetzt also 84 Jahre zählende ehemalige Zimmermann und Holpitaltt Wihclm Krause hatte fich wegen einer überaus brutalen Körper- Verletzung zu verantworten, welche er dem um zwei Jahre älteren, also 86jähttgen Hospitaliten Falmtcr zugefügt. Beide seit Iah- ren Insassen des städtischen Hospitals zu Straußberg, lebten neben mit einander im steten Unfrieden, den» Einer beschuldigte den Andern als dm Urheber verschiedener Kodoldstreiche, welche die Ruhe der Bewohner des Hospitals zeitweilig störten und häufig schon stürmische Auftritte zur Folge hattem So geschah es auch am 22. Februar d. I. Der 36jähttge Falmtcr konnte an diesem Tage wieder einmal die Thür seiner Klause deshalb nicht öffnen, weil, was schon oft fich ereignet, der Hauskobold in das Schlüsselloch kleine Öolzstücke hineinge- steckt hatte, die das Einführen des Schlüssels verhinderten. Falmter schimpfte, während er mit vieler Mühe das Hinderniß beseitigte und stellte den Nachbar Krause dieserhalb zur Rede. Ein Wort gab das andere; plötzlich ergttff Krause einen Ii Zoll starken, langen Knüttel und fühtte mit diesem einen wuchtigen Hieb nach dem Kopfe seines weniger als er rüstigen Gegners; das untere Ende des Knüttels traf der« artig ins Auge, daß dasselbe sofott auslief. Mit dem Schmcrzensrufe:„Mein Auge! Mein Auge!" stürzte Falmter zu Boden. Man schaffte ihn schleunigst in eine Berliner Äugen- Klinik. Die hier gebrachte Hilfe war indessen vergeblich; nach 14 Tagen konnte Falmter zwar wieder entlassen werden, aber die Sehkraft des rechten Auges war völlig zerstött, die noch vor- handenen Reste desselben wurden aus der Augenhöhle entfernt und als Einäugiger muß der bedauernswetthe Greis nun den Rest seiner Tage verleben. Die Folgen der rohen That wurden schließlich noch dadurch verschlimmert, daß der unglückliche Greis, der fich an das Sehen mit nur einem Auge nicht mehr zu ge- wöhncn vermag, nach erfolgter Entlassung auf dem Berliner Straßenpflastcr zu Falle kam und dabei eine Verstauchung des Rückgrats erlitt, infolge deren ihm das Gehen nur mit Unterstützung eines handfesten Fuhrers möglich ist. Krause, der Urheber all dieses Unglücks, behauptete vor Gericht, daß er nicht die Absicht gehabt habe, den Falmter derattig, wie geschehen, zu verletzen; er habe den Falmter nur auf den flachen Rücken treffen wollen und nur dadurch, daß sein Gegner sich plötzlich umgedreht, stt der Hieb auf ein anderes Ziel gefallen. Der keineswegs mustcrgiltige Alte vermochte sein Schick, al mit dieser Angabe nicht zu wenden; im Hinblick auf das hohe Lebensalter des Angeklagten Krause lautete jedoch das Utthell auf nur 6 Monate Gefängniß.„.,, m, Gin Graf al« Meinoer gifter vor Gericht. Paris, 9. Juli. Im Dezember v. I. schien, wie wir bereits berichteten, in tznörcs eine Epidemie ausgebrochen zu sein. Allmalig wur- den über vierhundert Personen von dem Uebel erfaßt, welches den Appetit tödtete, den Einen Arme und Beine lahmte und die Anderen in so schmerzhaften Zustand versetzte, daß sie fich kaum regen konnten. Zuerst glaubte man an eine bösartige Grippe, aber der Dr. Charles Roux kam endlich, nachdem er die nämlichen Symptome immer hatte wiederkehren und zwölf Personen auf dieselbe Weise hatte sterben sehen, auf den Ge- danken, es müsse eine Vergiftung vorliegen. Man wußte, daß alle die Kranken von demselben Werne gettunken hatten, welchen ein dottiger Wcinbergbesitzer, Graf de Vtlleneuve m 30, 40 und 50 Centimes per Liter verkaufte. Der Gttundhe.tsrath von Toulon gab ein Gutachten ab, welches die Staatsanwaltschaft Sr%§% «KW selben wären erfolglos geblieben und er(der Angeklagte) habe die hundert erübrigenden Kilogramm in geschlossenen Fässern verwahren lassen. Vottges Jahr, als Reparaturen m seinem Hause vorgenommen wurden, habe er seinem Pachter Befehl ge- geben, die Fässer bei Seite zu schaffen und seitdem weiß er sticht, was aus ihnen gewordest ist. Graf Villcneuve schien sich damit ausreden zu wollen, daß seine Angestellten fich des Gifts bei der Zubereitung des Weins ohne seine Erlaubniß bedient hätten. Perewe und Nersamml««se». Die Freie Derelnignttg der Maler ete. Dentschland» (Filiale Berlin) hielt am 10. d. M. ihre erste General-Veisamm- lung unter Vorfitz des Herrn Redin ab. Herr Schubett er» stattete den Rechenschaftsbettcht der Fachschule. Es haben im vorigen Winter über 70 Fachgenossen die Schule besucht. Die» selbe hatte trotz mehrfacher Anschaffung von Utcnfilien noch einen Ueberschuß von 52,35 M. aufzuweisen. Die Gesammt- ausgaben beliefen fich auf 664,55 M. Hierauf schritt man zur Wahl einer neuen Kommisston. Gewählt wurden die Herren Specht, Kube, Jordan, Findeisen und Bodchen. Herr Redin gab dann einen kurzen Ueberblick über die Vereinsthätigkttt während des letzten Vierteljahrs und ersuchte alle Mitglieder, für die Vereinigung rastlos zu agitiren, damit möglichst alle Kollegen derselben als Mitglieder beitreten. Herr Schweitzer stellte die Erage an den Vorstand, ob derselbe schon die Errichtung von ahlstellen in Betracht gezogen habe. Diese Frage rief eine lebhafte Debatte hervor. Herr Redin erwidette, daß schon Vor- standsmitglieder deauftragt wären, paffende Lokale zu suchen. Herr Hohlwegler war der Errichtung von Zahlstellen nicht ab- geneigt, glaubte aber durch die Gründung noch einer Filiale im Norden Berlins mehr Gelegenheit zur Agitation zu bieten. Ein Antrag, im Norden und Westen Berlins Zahlstellen zu errichten, wurde einstimmig angenommen. Leipzig, 16. Juli. Vorgestern Abend fand im Belleoue eine von 300—400 Personen besuchte Tischlerversammlung statt, in welcher zunächst beschlossen wurde, die Witthschaft von Leh« mann, Neukirchhof 23, zur Tischlerherberge zu erklären. An der nachmals stattfindenden Debatte darüber, was angestchts der Thatsache, daß ein großer Theil der Arbeitgeber fich dem Tattf gegenüber ablehnend verhält, nunmehr zu geschehen habe, be- theiligte sich eine große Zahl der Anwesenden und es wurde schließlich entgegen einem aus der Mitte der Versammlung ge» stellten Antrage, den Streik auf das nächste Jahr zu vertagen, beschloffen, die Kommisston zu nochmaliger Verhandlung mit den Meistern zu veranlassen und die Berathung der weiteren Schtttte, im Falle die Verhandlungen erfolglos bleiben, einer späteren Versammlung zu überlassen. Derband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin Nord und Umgegend. Heute, Mittwoch, Abends 3 Uhr, bei Zimmermann's, Cöslinersttaße Nr. 17, Versammlung. Tagesordnung: 1. Wie stellen fich die Mitglieder des Lokaloerbands Berlin-Nord zu unserem Lohne in diesem Jahre? 2. Verschic« denes. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste find stets willkommen. Fachnerein der Steindrncher und Lithographen. Donnerstag, den 19. d. M., Abends 8� Uhr: Generaloersamm» lung in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. Nr. 77/79. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag des Herrn Dr. Wille. 3. Diskusston. 4. Abrechnung vom Sommerfest. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Der Einttttt ist nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches gestattet. Neue Mitglieoer werden aufgenommen. Der Vorstand ersucht, alle noch aus- stehenden Billets vom Sommerfest bis morgen, Donnerstag, bei A. Schulz, Chorinerstr. 84, abzurechnen. Gesang-,®nm- nnd gesellige|l ereine am Mittwoch. Männergesangverein„Jugendlust" Abends 8f Uhr im Restarant Passod, Gartenstr. 162.— Äänncrgesangverein„Cäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127».— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 8'/, Ubr im Restaurant Haller, Naunynstraße 70.—. Männergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 31.— Huppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergetttr. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Z» AlA&.lü SÄÄTr- Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranicnstr. 190.- Gesangverein„Nord-Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstt. 19.— Männergcsangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Dobetttttn, Mattannenstraße 31—32.— Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth. straße 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstraße 9. Männer-Abtheilung von 8% bis 10% Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr ends.— Schiefischer Verein„Holtet" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannstt. 33.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Wec" — Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser- sttaße 42, Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'scher Stenographenverein„Süd- Berlin'. Abends 8& Uhr im Restaurant Prinzcnsttaße 97 Sitzung und Uebungsstunde. — Arends'scher Stenographenverein„Amicitia" Abends 8t Uhr im Restaurant Behrcnds, Schönebergettttaße 6.— Arends'scher Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant „Wilhelmsgatten", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürstenstraße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickersttaße 191.— Rauch- llud„Havanna 80" Abends 8t Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichenbergerstraße 16..— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickerstraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Pttnzenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 8t Ubr im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27.— Vergnügungsverein „Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr, Grüner Weg 29. Kleine Mittheilungen. Kassel, 15. Juli.(Zugentgleisung.) Einer großen Gefahr find die Passagiere des aestttgen Berlin-Haller bezw. Breslau- Dresden-Frantfutter Frühschnellzuges entgangen. Der Schnell- z«g, welcher Halle 7 Uhr 45 Min. verließ und 12 Uhr 22 Min. w Bebra eintreffen sollte, war so stark besetzt, daß eine zweite Maschine vorgespannt werden mußte. Zwischen Wandersleben Wagen. Das war ein Stoßen und Rucken, als ob es über Stock und Stein ginge, und viele bange Sekunden verstttchen, b� endlich der Zug zum Stillstand kam. Alles athmete er- leichtert auf, die große Gefahr, in der man geschwebt, war glück- iich vorübergegangen. Der Lokomotivführer hatte sofott die Entgleisung wahrgenommen und durch die Karpenderbremse, vre ihre Schuldigkeit that, den Zug gestellt. Allerdings war der entgleiste Zugtyeil doch mehrere hundert Meter neben den Schienen hergelaufen und hatte das Geleise übel zugerichtet. Ein großes Glück, daß die Stelle Hottzontal war, sonst wäre es nicht so gut abgelaufen. So kamen die Paffagiere mit dem Schrecken und einem längeren Aufenthalt auf freier Strecke davon. Die Maschinen waren defett geworden und so mußten Hilfsmaschinen herbeigeschafft werden, welche den Zug nach Verlauf von etwa lt Stunden nach Dietendorf zurückzogen, worauf er von hier auf dem falschen Geleise weiter befördert wurde. i™., ,13- �uli.(Eisenbahn-Zusammenstoß.) Auf der Wrtebsk-Dunaburger Bahn sind unweit der Station Dünaburg ein Güter- und ein Pettoncnzug zusammengestoßen. Bei dieser Katastrophe find leider Menschenleben zu beklagen. Der Heizer deS Güterzuges und zwei Passagiere des Personenzuges wurden auf der stelle getödtet, eine bedeutendere Anzahl Personen ist schwer verwundet, darunter liegen einige im Stadtlazareth zu ig gkl' I . 167# Dunadlttg hossttungslos darnieder. Auch der materielle Schaden ist dedeutend und beträgt über 200 000 Rubel. 11 Güterwagen, 3 Personenwagen und 2 Lokomotiven sind jet« Kümmert.__ Wie«, kö. Juli.(Das Loos des Eisenbahners.) Die Frau eines Lokomotivführers in Wien wartete vor einigen Tagen mit dem Mittagessen auf ihren Mann, welcher von einer Dienstfahrt heimkehren sollte. Die fünf Kinder der Ehelmte saßen wartend dei Tisch und plaudetten von von den schönen Zeugnissen, welche fle eben von der Schule heimgebracht hatten, und über die Freude, die der Vater darob empfinden werde. Da ließen fich schwere Tritte auf dem Korridor hören. Freudig riefen die Kinder .Nun kommt Vater!" Aber der Vater kam nicht, sondern ein defteundeter Kollege desselben ttat mtt verstöttem Geficht ein. Unter Thränen tyeilte er der Frau mit, daß ihr Mann im R-ngirbahnhof zu St. Pölten von der Lokomotive gestürzt und zwischen zwei Puffer geralhen sei. Der Brustkorb sei dem armen Lokomotivführer eingedrückt und auch andere Organe schwer ver- letzt worden Mit dem nächsten Zuge fuhr die Frau nach St. Pölten; sie fand ihren Mann— todt! Pari», 12. Juli.(Explosion.) In der Rue Saint- M-l- dard, welche noch einen Begriff von dem alten Paris giebt, brach im vierten Stockwerke eines von Malermodellen, Orgel- spielern, kleinen Händlern bewohnten Hauses Feuer aus. Ein syrischer Jude Namens Molcho, der eine Milch» und Schnaps- dude im gegenüber liegenden Hause hält, gab das erste Signal und drang mtt zwei Nachbarn italienischer Herkunft in das brennende Gemach. Kaum hatten fie aber die Schwelle über- schritten, als ein furchtbarer Knall das ganze Viertel erschütterte und den Einsturz des Daches bewirkte. Molcho wurde unter Schutt und Ziegeln begraben, Ognidene und Ranaldi kamen mit Brandwunden an Geficht und Händen davon, und als die Löschmannschaft auf der Unglücksstätte erschien, konnte fie Molcho zwar aus den brennenden Trümmem herausziehen, aber mit zerdrücktem Schädel und tiefen Brandverletzungen. Wodurch die Explofion vermsacht wurde, ist noch zweifelhaft. Der Miether der Wohnung ist ein alter Mann, der Vater BrSchard, von dem die Einen sagen, er hätte fich zum Kochen starker Essenzen de- dient und deren immer mehrere Liter in Vorrath gehabt, welche wahrscheinlich Feuer fingen, während andere behaupten, seit kurzer Zeit hätte er sehr geheimnißvoll gethan, weil er für dm 14. Juli Schwärmer fabrizire, die er unter der Hand anbrin- fm wollte. In der That fanden der Untersuchungsrichter )oppfer und der Polizeikommiffär in der zertrümmerten Kammer Metallhülsen, welche mit einem Sprengstoffe gefüllt zu sein schienen. jondo», 12. Juli.(Bergwerksbrand.) Nach einem Tele- gramm des Rmter'schen Bureaus aus Capetown war gestern Äbmd der Eingang des Schachtes von dem Bergwerk Debars bei Kimberley in vollen Brand geratben. Im Bergwerk sollen fich, als das Feuer ausbrach, gegen 500 Personen, darunter der Leiter des Betr' ietrieds Lindsay und eine größere Zahl von Europäern, befunden haben. Man defürchtet den Verlust zahl- reicher Menschenleben. zonbon, 14. Juli.(Grudenbrand.) Nach einer weiteren Meldung des„Reuter)'chen Bureaus" aus Capetown von gestem Abend find von den ca. 800 Personen, welche fich in der Diamantmgrube von Debeers bei Kimberley defanden, als deren Eingangsschacht in Brand gerieth, bis jetzt gegen 400 Ein» geborene und 43 Weiße lebend und unversehrt aufgefunden. Londo», 14. Juli. Die schlimmen Nachrichten über die Fmersdrunst, welche in den Gruben bei Kimberley ausgebrochen ist, destätigen fich. Nach den Mittheilungcn, welche die De Beers-Minengescllschaft erhalten hat, find 224 Menschen, unter ihnen 24 Weiße, bei dem Brande ums Leben gekommen. Ueber die Entstehungsursache lassen fich nicht einmal Vermuthungen anstellen, denn im allgemeinen ist das Diamantgraben eine sehr ungefährliche Arbeit. Der blaue Thon, in welchem sich die Edelsteine befinden, wird ausgegraben und dann auf„Böden" zum Trocknen gebracht, worauf er ausgewaschen wird und man die Diamanten herausnimmt. New-Nortt, 13. Juli.(Ueberschwemmung.) Der im Thale des Flusses Monongahcla und seiner Nebenflüsse durch Hochfluthen verursachte Schaden wird auf 3 Mill. Dollars ver- anschlagt, von welcher Summe etwa eine Viertelmillion auf Pittsburg entfällt. Eisendahngeleise wurden weggeschwemmt, Böte sanken, Fabriken wurden überschwemmt und Städte ver- heert. Häuser, hohe Holzstöße und Vieh find von den Fluthen weggeführt worden, während die wachsende Ernte auf den um- liegenden Feldern fast gänzlich zerstört wurde. Zahlreiche Fa» Milien find obdachlos geworden und haben in kürzester Zeit alle ihre Habe eingebüßt. Die Fluthen find jetzt im Ab- nehmen. Capstadt, 15. Juli.(Grudendrand.) Nach einem von Kimberley eingetroffenen Telegramm brennen die De Beels Emden noch immer. 60 weitere Eingeborene wurden unter den Trümmem hervorgezogen, so daß die Zahl der Geretteten bis jetzt im ganzen 503 beträgt. Dagegen hat man alle Hoff- nung aufgegeben, den Rest der in den Gmben veai Arbeiter lebend ans Tageslicht zubringen. Betreffs w liegen jetzt folgende Einzelheiten vor: Als am 3Mir in der De Beers-Mine die in der Tiefe arbeitende« abgelöst werden sollten, zerriß der Aufzugsstrang und in welchem fich fieben Grudenarbeiter befanden, Schacht hinab. Es wird gcmuthmaßt, daß die- Holzbekleidung des Schachtes entzündeten, welcher Brand gerieth, wodurch alle Ausgänge versperrt rou. Rauch erfüllte die Mine und löschte die Lichter aus. stand eine Panik, während welcher die Eingel" Europäer in einem Knäuel erstickten. Es befanden über 700 Mann in der Tiefe. 500 wurden leU- gezogen. Ueber 200 werden vermißt und für W, darunter 25 Europäer. Zwei Schachte find zerstölt Nur einer blieb unversehrt. Die Werke selber find> deschädigt. Der angerichtete Schaden wird auf 20(W schätzt. In Kimberley herrscht eine große Panik. Die' Mannschaften schilvcm die Szenen als fürchterlich.* leute mußten Dynamit verwenden, um die Gänge Leichen zu säubern. Telegraptzische ZepeschtfA»"-i«* täglich Z (Wottfls Telegraphen-Bureau.) Hamburg, Dienstag, 17. Juli. Der Postdampfer der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt- Attiengeh von Hamburg kommend, am 15. d. Mts. in St. T» getroffen. Karlsruhe, Dienstag 17. Juli.; Der Landtag geschloffen. Einzeli (Ei- IW anftojen Krieflmste« der RedaktiM ragen bitten mir die«bomiementi-Ouittung beijuffla» MÜNchi Münche en altliberal haben, AbonnementS-Quittung beizufügen» Antwort wird nicht ertheilt. ®. K.. Schul straffe. Die Beiordnung uuvcn anwalts hat zur Folge, daß dieser die Vertretung WUen Strek einstweilen ohne Gebühren übernehmen muß; liberale seiner baaren Auslagen ist er aber zu fordern bercM. würden es aber nicht billigen, wenn der Anwalt# ö» er vor Bezahlung dieser Auslagen Ihnen das Ehescheid« k>aß m Prei sofern Sie dasselbe gebrauchen, herauszugeben. Wend? erfassen wur direkt an den Anwalt, eoent. beschweren Sie fich beia'Mit dem Ri der Anwaltskammer. tntlich die„5 Theater. Mittwoch, den 18. Juli. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Fatinitza. Gsteud-Theater: Vom Viehhof bis zu dm Menschenfressern. Kevealltaur«- Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. Kr-ii'» Thealer: Der Posttllon von Lon- jumeau. PiKtoria-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. Käuigstadttsches Theater: Der Straßen- junge von Paris. Kaufmann'» UariSt�: Spezialitäten-Vor- stellung. Taurordia- Theater: Spezialitäten- Vor- stellung. g M.- 10 A. ""SVJ.f-r Eine Reise durch das Bern er Oberland.- Der ganze Trauerzug und Aufdahrung Kaiser Wllhelms im Dom._„ «ntree 4 Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf.Abonn. Seidels kleiner jjnlksptlen Gesundbrunnen 60 Kad- Straff» 60. Jeden Sonntag: Gr. Militär Konzert Neu! »erb. mit Schlachtmustb Aulmteia** de« Naiif legenden Menschen I* epochem. Neuheit auf acronaut. Gebiete. Auftreten der Mailänder ■ Thier-Kapelle.■ Sf Im Saal:«roffer Kall. ISS: Jedm Montag, Mittwoch und Donnerstag: Grosses Frei- Konzert. Eintritt an Wochentagen frei, Sonntags 15 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2—6 Uhr geöffnet. eit, wo jede S4. Juli bis 11. August-- Rönlgl. Preusslsche Klassen-Lotterie l'Ä; __#_#. M M nr* i».....—__......... es zunächst r In Friedrich g den Thron er„weder' „ noch die S «rigwallsos»: 4 220 Mk..-/. 4 110 Mk.,'/«& 55 ML,'/« 4 28 Äf besessen Hab garanttrter Rückgabe innerhalb 3 Tagen nach Schluß der Ziehung:'. t Niuriger Wand 1/4 4' 1/8' Mk.,— Autheile an in meinem Befil �Welt von den ' ÄW! Markgrafeul�folger Fried! > Grusbarme-�einungen im Filiale i Poseuthaterstr. 31, Ecke Sophienstraße. —- 1_ der erst Neu: � lelbänke mit Bandsäge» Aeußerst vottheilhaft für jede�Hoi�etter��Zu Anstcht�und Verkauf: •/U a'JJU.—»OTUlCflC �lllü OU Psg., U50110 KK'HARl) StmtOKUI'.K. Berlin V. Ue«! 99 Dresdenerstraße 19 bei beTC,t' General-Veltrcter der Fabrik von C. Pufe. inst sein di .igsten Vorsah vaterS «NT Müllkasten,-W# Eisen, solid, billig, gestrichen 1369 Carl Müller, Zimmerstt. 63. Möbel-, Spiegel- und Poisterwaaren- von Schweizer- Garten. Am Kö»ig,th-r.- Haltestelle der Ringbah«.- Am Friedrich«hai». Ä'*, Crtra- Vorstellung«. Familienfest. 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Die Adrcssenausgabe findet jeden Abend von 8— 9i Uhr und Sonntags Vormtttags von 10— Hz Uhr, sowohl an Mtt- glieder wie an Nichtmttglieder unmtgettlich statt.[408 Dt« Arbeit»vrr«ittelnng»-Ko«misst-a Zu beziehen durch die Zlm««rstr. 44» Sybi| ._______«An y ik, Sozialpolitischer Roman onderbar!' a, und M en und m 0 eilig hal 'chäft zurül sie könne Hals 1 s mitzunl und ging, chne Ihnen Natalie Preis elegant brofeb'� hett sagt« �.»en.. i,| Sie vers Ps' bin nicht 6"" SÄÄ 112) Krandeabarg* Verantwortlicher Redakteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kabing in Berlin SW., Beuthstraße 2. _