167# Donnerstag, de» 19. Intt 1888. 5. Jahrg. Gruben via> i. Betreffs Wj [ä am : arbeitendes zsstrang un) -fanden, s" daß die- en, welcher versperrt wu e Lickter die Ginge'' > befanden ourden kl md für joi. find zerstört i selber find' rd auf 200% ; Panik. DiH fürchterlich.' i die Gänge' rrlinrrlelbbloll Brgan für die Interessen der Arbeiter. 4 Da»„»evlinc««olrsblatt- ������ewt täglich Morgen» außer nach Sonn» und Festtagen. RbonnementZpreit�für Berlin frei Haut vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement iureou)**0� Einzelne Rümmer 6 Pf. SonntagS-Nummer mit dem.Sonntagi-Blatt" 10 Pf. ' Postdampfer«(Singetragm in der PostzeitungZpreisliste für 1888 unter Nr. 849.) hrt. AktiengO>»n i ls. in St. Ä Der Landtag p*—......- J»sertio«»aeb«hr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Lei größeren Aufträgen bober Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden biZ 4 Uhr Nachmittag» m der Elpedttion. Berlin SW, Zimmersttaßc 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung deS Preiset, angenommen. UednKtion: Kenthstraße S.— GrpedMon: Zimmerstrost» 44. .».ktiM Vor hundert Jahren. ttuna beisuffla«-'Die Münchener„Allgemeine Zeitung", eines von den »eilt.,.gen altliberalen Blättern, welche sich noch den Muth lordmmg einoijt haben, gegenüber dem heute sich überall breit Vettretung-~' n muß; fotbetn brt'ai'baran zn erinnern, daß eS jetzt gerade hundert Zahre daß in Preußen das berüchttgte Wöllner'sche ReligionS- erlasien wurde. Mit dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelm II. kam tlich die„Muckerei und Duckerei" oben auf und mit eit, wo jeder nach seiner Fayon selig werden konnte, eS zunächst vorbei. Zn Friedrich Wilhelm II., so schreibt die„Mg. Ztg.", » 1 iV.fß den Thron ein Fürst, von dem Treitschke urtheilt, ip li.Äarf181»weder die Sachkenntniß und den ausdauernden 1 j 600«I noch die Sicherheit des UrtheilS und die feste Willens- >/s i 28 besessen habe, welche sein schweres Amt erheischte." ng:'/■* Wpriger Wandel der Zeiten,' ruft er aus;„noch erzählt ver Anwalt das Ehcsl igeben. 3 »Sie fich pg;• i» if" uci rueucu, mfi er aus,„nocy erzay» einem Befik/Welt von den geistsprühenden Gesprächen der Tafelrunde Mk.,'/»> trfcSansfouct� und jetzt trieb nahebei der Kammerdiener Vwi.,>W_________________ Piß- J mit der Gräfin Lichtenau sein plattes Wesen, und der larkgrafrnNhfolger Friedrichs bestaunte andachtsvoll die Geister- ensdarur�einungen im Zauberspiegel deS Obersten Bischoff«- 'Eine der ersten Thaten unter dem neuen Regime aber der Erlaß deS Religionsediktes, deffe« Einleitung „Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden König Preußen jc., thun kund und fügen hiermit Zedermann .. pissen, daß, nachdem Wir lange vor Unsrer Thron- t AM �.�nbung bereits eingesehen und bemerkt haben, wie nöthig *1(Dt»"reinst sein dürfte, nach dem Exempel Unsrer Durch- . ß sRufe. izsten Vorfahren, besonder« aber UnsreS in Gott ruhenden -�ßvater« Majestät darauf bedacht zusein, daß in den llfll(fische« Landen die christliche Religion der protestantischen »»4 y*; in ihrer alten ursprünglichen Reinigkeit und Echtheit .en und zum Theil wieder hergestellt werde, auch dem .— 28.»üben ebenso wie dem Aberglauben, mithin der Ver- ng der Grundwahrheiten des Glaubens der Christen er daraus entstehenden Zügellosiakeit der Sitten, soviel nS ist, Einhalt geschehe, und davurch zugleich Unfern en Unterthanen ein überzeugender Beweis gegeben t\ A' weffen sie in Absicht ihrer wichtigsten Angelegenheit, Iii ch der völligen Gewissensfreiheit, der ungestörten Ruhe ||P V? Sicherheit bei ihrer einmal angenommenen Konfession em Glauben ihrer Väter wie auch des Schutzes gegen otörer ihres Gottesdienstes und ihrer kirchlichen Ver- gen zu Uns als ihrem Landesherrn sich zu versehen : Wir nach bisheriger Besorgung der dringendsten »äge. labatt. JeuMeton. Ihre Tochter. [39 In der alten iüche, Ormtkl zarterre. bei W'�al-Roman nach dem Französischen von K. D e t r i n g. SO SlbenW'LZch weiß es doch, mein Fräulein, Herr von Arboi» . nächste es mir. Er setzte noch hinzu, daß er den Schuft Fi» Nacht selber vor dem Gitter Ihrer Villa überrascht d er ist ihm aber entwischt. Der Major giebt sich nun j, ihn wiederzufinden."• «.Das ist gut, aber bis er ihn hat, umringen mich auf i Schritte Geheimniffe. Hören Sie nur. Ich denke en 'feTre, _ auch gar nicht mehr an diese häßlichen Geschichten und bin izen Stücken- �oh, daß meine Mutter für einen ganzen Tag bei mir älhiß-«eht sie im Garten. Zch bleibe am Piano sitzen 2 Mir. l l>suche die Melodie Ihrer bretagnischen Volkslieder sanze o�jusinden, da kommt nach fünf Minuten Mama ganz 'und aufgeregt zurück, sagt mir, sie habe soeben einen Ä."""""" i, unb Mama aahm sich laum Zn». pch ih-ea Ha» sen und mich zu umarmen. Zch fragte sie, weshalb ,o eilig habe. Sie erwiderte mir, sie müsse sofort in ischäft zurück und würde heute sicherlich dort bleiben sie könne heute Nicht zurückkommen. Zch fiel ihr HalS uvd öat ftc, ooch zu bleiben ober mich ' ens mitzunehmen. Sie erwiderte mir, das sei un- und ging, fort." thne Ihnen zu sagen, um was eS sich handele?" '>ie sprach von einer Rechnung, die der Prinzipal so- gen lsterbuch� durch die «»rstr. 44: Roman von berietst von &%%% eS ist sehr häßlich, was ich Ihnen aber ich merkte sehr gut, daß sie mir nicht heit sagte. ES war nur ein Vorwand, um mich �.,,en..., sie verbirgt mir etwas... vielleicht ein _ m Sie versprach, mir noch heut Abend zu schreiben, � IU�8' 018 � � Narichten habe... langt Angelegenheiten des Staates und Vollendung verschiedener nöthigen und nützlichen neuen Einrichtungen, nunmehro keinen ferneren Anstand nehmen, an die Unsre anderweitige wichtige Regentenpsiicht ernstlich zu denken und in gegen- wärtigem Edikt Unsre unveränderliche Willensmeinung über diesen Gegenstand öffentlich bekannt zu machen." Wie die„völlige Gewisiensfteiheit", von der hier die Rede ist, aber gedacht war, das mögen die Leser aus dem § 7 des Ediktes entnehmen, der folgendermaßen lautet: „Wir haben bereits einige Jahre vor Unserer Thron- besteigung mit Leidwesen bemerkt, daß manche Geistliche der protestantischen Kirche sich ganz zügellose Freiheiten in Absicht deS Lehrbegriffs ihrer Konfession erlauben, verschiedene wesentliche Stücke und Grundwahrheiten der protestantischen Kirche und der christlichen Religion überhaupt verleugnen und in ihrer Lehrart einen Modeton annehmen, der dem Geist des wahren Christenthums völlig zuwider ist, und die Grundsäulen deS Glaubens der Christen am Ende wankend machen würde. Man entblödete sich nicht, die elenden, längst wider- legten Zrrthümer der Socinianer, D eisten, Naturalisten und anderer Sekten mehr wiederum aufzuwärmen und solche mit vieler Dreistigkeit und Unverschämtheit durch den äußerst gemißbrauchten Namen:„Aufklärung" unter das Volk auS- zubreiten: das Ansehen der Bibel, als des geoffenbarten Wortes Gottes, immer mehr herabzuwürdigen, und diese göttliche Urkunde der Wohlfahrt des Menschengeschlechts zu verfälschen, zu verdrehen oder gar ganz zu verwerfen; den Glauben an die Geheimniffe der geoffenbarten Religion überhaupt und vornehmlich an daS Geheimniß des Ver- söhnungswerks und der Genugthuung des Welterlösers den Leuten verdächtig oder doch übersiüssig, mithin sie darin irre zu machen und auf diese Weise dem Christenthum auf dem ganzen Erdenboden gleichsam Hohn zu bieten. Diesem Unwesen wollen Wir nun in unseren Landen schlechterdings um so mehr gesteuert wissen, da wir eS für eine der ersten Pflichten eines christlichen Regenten halten, in seinen Staaten die christliche Religion, deren Vorzug und Vor- trefflichkeit längst erwiesen und außer allen Zweifel gesetzt ist, bei ihrer ganzen hohen Würde und ihrer ursprünglichen Reinigkeit, sowie sie in der Bibel gelehret wird, und nach der Ueberzeugung einer jeden Konfession der christlichen Kirche in ihren jedesmaligen symbolischen Büchern einmal festgesetzt ist, gegen alle Verfälschung zu schützen und auf- rechtzuerhalten, vamit die arme Volksmenge nicht den Vorspiegelungen der Modelehrer preisgegeben und da- durch den Millionen Unserer guten Unterthanen die Ruhe ihres Lebens und ihr Trost auf dem Sterbebett nicht geraubt und sie also unglücklich gemacht werden." Der§ 8 drohte allen Geistlichen, Predigern oder Lehrern mit Kaffation uno nach Befinden nach härterer Strafe und und auch dann noch nicht!... Verstehen Sie nun, weshalb ich so sehr geweint habe?" „O, daß ich nichts gegen Ihre Unruhe zu thun vermag! Wenn ich mich vorzustellen wagte..." „Zm Geschäft? Ich wäre selbst schon gegangen, aber meine Mutter hat eS mir ausdrücklich verboten. Und das ist noch nicht alles! Bevor sie mich verließ, nahm sie Gundula bei Seite. Was mag sie ihr nur gesagt haben? Zch weiß eS nicht, denn auS meiner lieben Gouvernante ist nichts herauszubekommen; aber seit diesem geheimen Ge- fpräch mit Mama ist sie noch knurriger geworden. Und deshalb habe ich sie auch dort in der großen Allee sitzen lassen. Sie ist in so finstere Gedanken versunken, daß sie nicht einmal daran gedacht hat, mir nachzulaufen. Wüßte sie aber, daß Sie da sind, würden wir sie bald kommen sehen." „Wenn sie käme, würde ich ihr auseinandersetzen..." „Nein, thun Sie eS nicht. Meine Mutter hat mir er- laubt, mit Ihnen zu reden; ich habe also ein Recht dazu. Ich muß Ihnen aber noch mehr von dem erzählen, was mich beunruhigt. Sie fragten mich vorhin, was an dem Boten auffälliges gewesen wäre. Zch habe ihn selber nicht gesehen, aber unser Gärwer Franz war da, al« er Mama den Brief durch das Gitter reichte... und Franz sagte mir, er hätte wie ein Räuber ausgesehen, wenn er auch an- ständig gekleidet war. „Und ein solcher Mensch soll im Auftrage de« Chefs eines großen Modewaaren-Magazins gekommen fein. Das ist un�aretfllck.� QU� �icht, und ich tröste mich nur mit dem Gedanken, daß meine Mutter ihre Stellung balv aufgiebt. Sie hat solange gearbeitet, bis sie genug erspart hat, um von den Zinsen in Ruhe leben zu können, und sie wird mit uns zusammen leben. Sie haben mir das gestern versprochen," fügte Therese hinzu und sah Andreas fest an. „Ich danke Ihnen, daß Sie daran denken daß wir verlobt sind," erwiderte Andreas bewegt.„Zch schwöre Ihnen, daß ich sehr glücklich sein werde, wenn sich Frau Ahndung", wenn sie sich der in§ 7 aufgezählten„Irr- thümer" schuldig machen würden. Eigentlich müßten daher sämmtliche rationalistische Geistliche ihr Amt niederlegen; „indessen wollen Wir aus großer Vorliebe zur Gewissensfreiheit überhaupt anjetzt insofern nach- Seben, daß selbst diejenigen bereits in öffentlichem Amte ehenden Geistlichen, von denen eS auch bekannt sein möchte, daß sie leider von denen in§ 7 gemeldeten Zrrthümern mehr oder weniger angesteckt sind, in ihrem Amte ruhig gelassen werden; nur muß die Vorschrift deS Lehrbegriff» ihnen bei dem Unterricht ihrer Gemeinde stets heilig und unverletzbar bleiben." Mit dem Erlaß dieses Ediktes begannen natürlich auch die Verfolgungen und unter seinen Opfern befand sich auch der Philosoph Kant. Schon 1791, so schreibt das erwähnte Münchener Blatt, hatte Woltersdorf, einer der vier durch geistige Unbedeutend- heit und hierarchischen Zelotismus bekannten Mitglieder der „immediaten Examinationskommission" bei dem Berliner Oberkonsistorium, unmittelbar bei dem König beantragt, daß man dem Königsberger Philosophen daS fernere Schrei- ben untersagen solle. Das glückte einstweilen noch nicht, vielleicht weil die Anerkennung, welche der Minffter von Zedlitz unter Friedrich dem Großen demselben wiederholt ausgesprochen hatte, doch noch in zu frischem Andenken stand. Da erschien 1793 Kant'S Buch über die„Religion mner- halb der Grenzen der bloßen Vernunft," dessen Heraus- gäbe schon durch die beiden Kollegen Woltersdorfs, Herme» und Hilmer, Zensurschwierigkeiten in den Weg gelegt wor- den waren. Und auf ihr Betreibern erfolgte nun an Kant dio KabinetSordre vom 1. Oktober 1794, die folgenden Wort- laut hatte: „Von Gottes Gnaden Friedrich Wilhelm. König von Preußen ze. Unfern gnädigen Gruß zuvor. Würdiger unk Hochgelahrter, lieber Getreuer! Unsere höchste Person hat schon seit geraumer Zeit mit großem Mißfallen ersehen, wie Ihr Eure Philosophie zur Entstellung und Herabwürdigung mancher Haupt- und Grundlehren der Heiligen Schrift und des Christenthums mißbraucht; wie Ihr dieses namentlich in Eurem Buch:„Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft", deßgleichen in anderen kleineren Abhand- lungen gethan habt. Wir haben uns zu Euch eines Befferea versehen, da Ihr selbst einsehen müsset, wie unverantwortlich Ihr dadurch gegen Eure Pflicht als Lehrer der Zugend und gegen unsere. Euch sehr wohl bekannten landesväterlichen Absichten handelt. Wir verlangen des Ehesten Eure ge- wiffenhafteste Verantwortung und gewärtigen UvS von Euch, bei Vermeidung Unserer höchsten Ungnade, daß Ihr Euch künftighin nichts dergleichen werdet zu Schulden komme» lassen, sondern vielmehr Eurer Pflicht gemäß Euer An- sehen und Eure Talente dazu anwenden, daß Unsere Valdieu an da« Leben gewöhnen sollte, das man in meiner Heimath führt." „Gewiß, sie wird sich daran sehr leicht gewöhnen! Sie wird ja wie im Paradiese leben. Vergessen Sie doch nicht, daß sie seit Jahren im Komptoir sitzt und vom Morgen bis zum Abend damit beschäftigt ist, Ziffern zu addiren. Ihre einzige Zerstreuung ist, drei oder viermal wöchentlich eimge Stunden mit mir zusammen zu verleben! Was ver- liert sie den» an Paris? Sie geht niemals aus und kennt nur ihr Geschäft. Niemals geht sie spazieren oder in» Theater. Setzt ist sie eine Sklavin, wohnt sie aber bei un«, dann ist sie frei; sie kann gehen, kommen, wie eS ihr paßt, sie kann reine Seeluft einathmen, statt der staubigen Luft des KomptoirS und sie braucht sich ihre hübschen Finger nicht mehr mit Tinte zu beschmutzen, um Rechnungen auszuschreiben." Hätte Robert Desternay diese Schilderung des Leben» der Frau von LorriS mitangehört, wie hätte er sich amüsirt! Guntram von ArboiS aber hätte nicht ge- lacht, denn nie wäre eS ihm deutlicher zum Bewußtsein gekommen, wie bitter daS Geständniß sein würde, daS die Mutter ihrer unschuldigen Tochter zu machen hatte. Herr von Elven ahnte noch nichts von der Wahrheit und ging ganz auf das Geplauder Theresen« ein. Ihm hatte Frau Valdieu gestern Abend sehr gut gefallen. „Und wie glücklich werde ich erst sein," fuhr daS junge Mädchen fort,„auS diesem Paris fortzukommen, wo ich mich so schrecklich langweile. DaS soll nun die Stadt der Ver- gnüge» sein... Ich habe daS immer in Büchern ge- lesen..., aber für mich existirten diese Vergnügen nicht. Zch lebte nur mit meinen Blumen, meinem Klavier, meinen Vögeln und Gundula. DaS war sehr hübsch, aber mit der Zeit wurde eS langweilig. Wenn Sie sich nur vorstellen könn- ten, welches Fest der gestrige Abend für mich war! Ich Hab' die ganze Nacht nicht schlafen können, so glücklich war ich. Und das soll nun alle Tage so sei«, denn wir werden uns nie verlassen!" „Nein, niemals!" flüsterte Andreas bis zu Thränen gerührt.„Zch fürchte nur, das Leben in der Bretagne wird =%%% Ii«*«!«-* landesväterliche Intention je mehr und mehr erreicht werde, widrigenfalls Ihr Euch, bei fortgesetzter Renitenz, unfehlbar unangenehmer Verfügungen zu gewärtigen habt. Sind Euch mit Gnade gewogen. Berlin, den 1. Oktober 1794. Auf Seiner Königl. Majestät allergnädigsten Spezialbefehl. W o e l l n e r. Erst 1789 im„Streit der Fakultäten" hat Kant dieses Reskript und seine Antwort darauf veröffentlicht, worin er sich, so lange Friedrich Wilhelm II. am Leben sein würde, feierlichst verpflichtet,„sich aller öffentlichen Vorträge, die Religion betreffend, es sei die natürliche oder geoffenbarte, sowohl in Vorlesungen als in Schriften gänzlich zu enthalten." Welche Motive den Siebzigjährigen zu diesem Entschlüsse entsagender Resignation geführt haben und wie schwer er sich denselben abgerungen hat, das zeigt ein in seinem Nachlasse gefundener Zettel, auf dem steht:„Widerruf und Verläugnung seiner inneren Ueberzeugung ist nie- derträchtig; aber Schweigen in einem Fall wie der gegen- wärtige ist Unterthanspflicht; und wenn alles, was man sagt, wahr sein muß, so ist darum nicht auch Pflicht, alle Wahrheit öffentlich zu sagen." Ein innerer Kampf, ein geistiges Martyrium, aufgelegt und aufgezwungen dem größten Philosophen Deutschlands— das war also unter anderem die Folge jenes heillosen Wöllner'schen Religions- ediktS. Ein anderes Opfer des Religionsedikts, Pastor Schulz in Dielsdorf,„Zopfschulz" genannt, weil er statt mit der Perrücke mit dem Zopfe auf die Kanzel ging, gab Anlaß, daß der König an das Kammergericht eine Kabinetsordre richtete, worin er einen Entscheid des Gerichts in Sachen des Schulz eine„elende Sentenz" nannte. Schulze sollte nämlich abgesetzt werden, das Kainmergericht aber entschied gegentheilig. Darüber war der König so erbost, daß er an den Großkanzler des Kammergerichts schrieb: „ES ist diese Sentenz ein wahrer Schandfleck des Kammergerichts in aller Absicht und ich kann nicht be- areifen, wie vernünftige Leute, wofern sie nicht bösen Willen haben, wie hier offenbar zu Tage liegt, derglei- chen Unsinn vorbringen und wider ihre Pflicht und Ge- wissen behaupten können... Denjenigen Rüthen, die sich unterfangen haben, mir vorzuschreiben, den Schulz, seiner Irrlehren ungeachtet, dennoch als einen Volkslehrer beizube- halten, kann dies nicht so frei ausgehen, um sie nicht in ihrem Muthwillen zu bestärken. Ihr sollt ihnen also in meinem Namen andeuten, daß sie wegen offenbarer Ver- drehung des Religionsedikts als vorgeschriebenen landes- herrlichen Befehls und wegen einer Anmaßung, die ihnen in keinem Betracht zukommen kann, verdient hätten, allesammt ihres Amtes entsetzt zu werden, daß ich aber aus Mitleiden gegen ihre Familie und in Hoffnung einer künftigen Besserung, sie zwar noch diesmal in meinen Diensten behalten, sie aber niemals zu höheren Stellen be- fördert wissen will, daher ich auch verbiete, irgend jemand von ihnen weiter avanziren zu lassen. Ueberdem solltet Ihr sie in eine Geldbuße von einem vierteljährlichen Traktament nehmen und dies Geld an das Armendirektorium auszahlen lassen, welches angewiesen ist, solches zum Besten des Zrrenhauses zu verwenden. Der Kammergerichtsrath von Arnim aber, weil er in seinem Voto noch überdem insolent gewesen ist, soll.. in 100 Dukaten Strafe genommen werden. Ueberhaupt muß ich Euch nur sagen, daß die Zustizbeamten seit kurzem einen Ton annehmen, der mir gar nicht gefällt, denn es ist bei- nahe, als ob sie eine Art von Parlament vorstellen wollten, welches ihnen nie gestatten, sondern sie bei aller Gelegen- heit derbe auf die Finger klopfen werde, wofern sie sich nicht solches bald abgewöhnen. In der vorliegenden Sentenz kommen in dieser Rücksicht Sachen vor, weshalb der Referent Festungsstrafe verdient hätte."._. Dieser Machtspruch deS KomgS machte un Lande natürlich das größte Aufsehen und konnte derselbe nicht dazu beitragen, das Ansehen der Justiz zu heben. Jndeß die Zeit für diese Art deS RegierenS war doch vorüber. Jenseits der Vogesen war die Revolution im vollen Gange und die Geister, die dort wachgerufen wurden, sie übten auch ihren Einfluß diesseits der Vogesen auS. Friedrich Wilhelm III., der am l«. November 1797 die Regieruna antrat, entließ im darauf folgenden März Wöllner und hob zu gleicher Zeit das Religionsedikt auf. Ihnen nicht gefallen. Mein zerfallenes Schloß legt einsam mitten in der Haide." „O doch! Es wird mir dort viel besser gefallen als hier. So einsam wie unser Viertel ist Ihre Heimath doch nicht. Ich werde wenigstens Raum haben. Ich kann nach Herzenslust herumlaufen, und ich habe Bewegung so gern. Die Haide wird herrlich sein I Sie lehren mich dann, zu Pferd zu steigen, und ich lerne es gewiß sehr rasch! Denn ich bin nicht furchtsam. Und dann ist doch auch das Meer in der Nähe?" „Nur einige Stunden ist es entfernt." „Ich Hab' das Meer noch nie gesehen! Ich Hab' über- Haupt noch nichts gesehen. Denken Sie sich nur, Mama ist in einem Magazin in der Rue de la Paix beschäftigt, es soll eines der schönsten von Paris sein, und doch weiß ich nicht, wie es aussieht." „Sie haben Ihre Frau Mutter noch nie aufge- 'sucht?" „Nein; sie hat eS mir verboten. Ihr Chef scheint sehr streng zu sein. Seine Leute dürfen keine Besuche em- psangen." „ES ist ganz unglaublich." „Und so dumm! Ich hasse diesen Chef! DaS Gesicht möchte ich gern sehen, das er macht, wenn Mama ihm kün- digt. Hoffentlich geschieht eS bald. Sie hat es mir ver- sprochen, und da», was heute geschehe» ist, muß sie noch mehr bestimmen, ihre Kette so rasch wie möglich zu sprengen. Wie wird sie froh sein, wenn sie von keinem mehr abhängt. Ach, ich möchte schon jetzt in Ihrem Schloß sein, das Sie so verleumden. Sie werden sehen, wie rasch die Bre- tagner mich liebgewinnen. Ich werde die Kranke pflegen, die Kinder lesen lehren, und kein Armer soll auf Ihrem Grund und Boden mehr sein. Ich sehe Ihr Schloß jetzt schon ganz deutlich vor mir. Es hat einen alten Thurm..." „Zwei sogar," sagte lächelnd Andreas. „Schön! Und der Epheu umrankt sie! Wenn kein Epheu da wäre, würde ich ihn pflanzen. Zum Schlosse führt ein prachtvoller, alter Baumgang..." „... Von Eichen, ja, Fräulein! Ueber die Folgen dieses letzteren aber urtheilt die g. Ztg.", nachdem sie die Schädigungen, die den Einzelnen durch dasselbe widerfahren, noch einmal betont, folgendermaßen:„Und doch, was wollen solche Opfer Ein- zelnen auferlegt gegenüber dem unendlichen Schaden, den der darin zum Ausdruck kommende Geist dem Ganzen brachte? Das 18. Jahr nach der Thronbesteigung Friedrichs des Großen,»u dessen ersten Regierungshandlungen die Rück- berufung des Philosophen Wolff nach Halle gehört hatte, ist das an Schlachten und an Siegen reichste Jahr des sieben- jährigen Kriege? gewesen:„Roßbach" und„Leuthen" zählen zu den ruhmvollsten Namen der preußischen Geschichte. 18 Jahre nach dem Erlasse des Wöllner'schen Ediktes da- gegen, das, wie wir gesehen haben, unter anderem auch den Begründer der Kritik der reinen Vernunft zum Schweigen verurtheilt hat, erlebte Preußen den schwersten Tag seiner Geschichte, den Zusammenbruch seiner Macht und Größe, die Niederlage von Jena. Ob zwischen dem Geist der Auf- klärung und den Siegen Friedrichs des Großen, ob zwischen dem Abfall von jenem Geiste und den Niederlagen Preußens ein Zusammenhang bestehe? Ich denke, daran können nur solche zweifeln, von denen das Dichterwort gilt: Ihr glaubt an Geistesstimmen nicht!" Ueöer die S�iafdemofkotie in flöuema erhält der„Hamb. Corr." eine Korrespondenz aus Dänemark vom 11. d., die ihres thatsächlichen Inhalts wegen sehr inter- essant ist. Widerwillig muß der Schreiber die bewunderns- würdige Organisation und den wachsenden Einfluß der Partei anerkennen, und der Werth seiner Angaben wird durch den gehässigen und verleumderischen Ton seiner Darstellung nicht gemindert. Der Artikel lautet: „Es ist eine ganz unleugbare Thatsache, daß flch die Stellung Ver Sozialdemokraten in Dänemark immer mehr befestigt, und zwar nicht so sehr durch äußere Ausbreitung— obgleich auch diese stets fortschreitet— als durch Beachtung und Auer- kennung, die ihnen von anderer Seite zu Theil wird. Sehr viel trägt hierzu der Umstand bei, daß die früher so starke Partei der Linken jeyt völlig in sich zerfallen ist, weil es ihr an Einigkeit und Klarheit über die zu erstrebenden Ziele fehlt. Der radikale Theil dieser Partei, der von jeher den Sozialdemo» traten zuneigte, ohne dies offen zu bekennen, macht jetzt aus seinen Sympathien für fie kein Hehl mehr, und es ist sehr zu befürchten, daß die Radikalen, wenn fich die früheren Gruppen der Opposition nicht wieder zusammensinden, mit den Sozial- demokraten gemeinschaftliche Sache machen werden. Die sozialdemokratische Presse findet in Dänemark ganz dieselbe Berücksichtigung wie die übrige Presse— allerdings mit der Ausnahme, daß man bei Soireen im königlichen Schloß, zu denen Journalisten aller Parteigruppen eingeladen werden, die Redaktion des„Sozialdemokraten" übergeht. Aus dieser erst kürzlich wieder vorgekommenen Ausschließung nahm das Blatt Veranlassung zu verschiedenen höhnischen Bemerkungen gegen den Hof. Sonst werden die sozialdemokratischen Redakteure in jeder Weise berücksichtigt. Das sozialistische Blatt„Toekomft" in Gent hat z. B. einen Korrespondenten zur Kopenhagener Ausstellung geschickt, und demselben ist vom Bureau ebenfalls eine Karte zum Besuch der Ausstellung überlassen worden. Der Kopenhagener„Sozialdemokraten" erscheint jetzt in einer Auflage von 25000 Exemplaren, und er ist das bei Weitem verbreitctste Blatt Dänemarks. Da er mit großer Rückfichts- lofigkeit auftritt, ist er zugleich sehr gefürchtet und übt daher einen nicht geringen Einfluß in öffentlichen Dingen aus. In der letzten Zeit hat das Blatt flch angelegen sein lassen, das Armenwesen und nammtlich die Armenanstalten einer sehr scharfen und gründlichen Kritik zu unterziehen, wober aller- Vings arge Dinge zu Tage traten. Die Folge davon ist ge- wesen, daß fich das Publikum lebhaft für diese Angelegenheit interesfirt, und daß die Verwaltung der betreffenden An- stalten fich genöthigt gesehen hat, die gerügten Uebelstände zu beseitigen. Die Grundgesctzfeier am 5. Junt war ein großer Triumph für die Sozialdemokraten. Die Opposition hatte diesmal ganz von einem Festzuge Abstand genommen und ihre beiden Haupt» gruppen hatten fich nur auf zwei Plätzen geräuschlos versam» melt. Die Konservativen hatten einen Festzug von etwa 15 000 Theilnehmern— die Angaben in den konservativen Blättern darüber find sehr übertrieben— zu Stande gebracht, die So- zialdemokraten aber zogen in einer Masse von 20- 30 000 Mann durch die Stadt. Die Polizei hatte ihnen verboten, die Haupt- straßen zu benutzen, namentlich aber an der Ausstellung vorbei- zuziehen. Was man damit bezweckte, ist nicht recht klar, denn das Aufsehen, welches der Zug machte, war darum kein geringeres. Es wurde der Weg an dem großen Versammlungsgedäude der Sozialdemokraten vorbei gewählt, und nun hatte man eine große „Wie herrlich! Hier giebt eS nur Akazien und Kastanienbäume. Eichen gefallen mir viel besser, denn sie sind der Baum... JhreS Landes. Aber wir müssen auch als Erinnerung unserer ersten Begegnung eine Ceder haben! Gundula wird sich darüber ärgern, aber daS ist gleich.� Die müssen wir nämlich auch mitnehme»; ich habe eS Ihnen gestern ganz zu sagen vergessen. Sie ist nicht immer guter Laune, aber fönst ist sie vortrefflich. Sie würde für meine Mutter und für mich durch's Feuer gehen... und für Sie auch, wenn Sie sie erst besser kennt. Sollen wir jetzt zu ihr gehen?" „Ich thue, was Sie befehle», mein Fräulein, aber meinen Sie nicht, daß ich von ihr Vorwürfe werde zu hören bekommen, weil ich mir erlaubt habe, Sie hier an. zureden?" „Ach, ich nehme alles auf mich! Aber... sehen Sie nur, wie dieser Junge da uns anstarrt, gerade als wollte er uns anreden!" Therese und Andrea? plauderten in der einsamen Allee mit einander, wo sie sich getroffen hatten, und niemand hatte sie bis jetzt gestört. Aber feit einer Minute hatte sich ihnen ein häßlicher Gassenjunge genähert, der so that, als betrachte er die AxiShirsche. Er war ganz gelb im Gesicht und sah sehr dreist auS. Jetzt lief er heran. „Sind Sie Fräul'n Valdieu?" fragte er. „Ja, das bin ich," erwiderte Therese erstaunt. „Ich soll Ihnen das da geben," erwiderte der Junge und drückte ihr ein Papier in die Hand. „Wer gab Ihnen das Billet?" ftagte Therese noch er- staunter. „Eine Dame," erwiderte der Junge sehr dreist. AndreaS wollte ihn beim Zipfel seiner Jacke fassen, aber der Junge bückte sich, entwischte ihm und lief wie ein Hase davon. Als er weit genug war, drehte er sich um, zog Andreas eine lange Nase und lief dann weiter. Bald war er in einem Seitenweg verschwunden und Andreas machte nicht erst den Versuch, ihm nachzusetzen. Es wäre ihm doch nicht gelungen, ihn einzuholen, und dann Anzahl von Journalisten, namentlich Korrespond Blätter, eingeladen, von den Fenstern des Gebäub« Vorbeimarsch anzusehen. DK Folge davon ist ge ausländischen Zeitungen eine ganze Reihe von Bei Theil in begeisterten Ausdrücken, über diesen Festzug gefunden hat. Und überall, wo fich letzterer zeigte, von der Bevölkcmng auf das Wärmste begrüßt. großen Felde vor der Stadt aber, wo die eigentliche hing stattfand, war eine Menschenmenge versam ir. Kopfzahl fich nur schwer� angeben läßt. Es mag n !uÄtf der dritte Theil der angeben läßt. Es mag Bevölkerung Kopenhagens en die 5 ns eine 5 chtung di Arbeiter zi 'Hntc Gest nach den äeten Enti sehr viele , für die L er Entwur worden kennung c ochenen E ;en, welche rgung auf gte Borge! find nur i . bersehen. I Was der en Vorschut es mit �sozi wesen sein. Was nun die Reden betrifft, die bei dieser gehalten wurden, so zeichneten sie sich durch eine und Ueberhebung aus, die mit der in früheren obachteten Ruhe und Mäßigung auffällig kontra! Maler Jensen, Verwaltungsmitglied des„SoziaidnrV� her®r Bundes", spottete über die Feigheit der Kopenhages«; Forderun die den Zug nicht am Ausstellungsterrain vorüber W» kurzem ir wollte, weil fie befürchtete, daß sein kolossaler Dane Fremden zu sehr imponiren möchte. Man hätte OTden Arbeite gesorgt, daß seine Bedeutung jetzt erst recht dem W-17 Millior kannt gemacht würde. Dann trat der Geschäftiger gesamm „Sozialdemokratischen Bundes", Knudsen, auf un» en mit diese gegen das Grundgesetz— dessen Feier man doch W gefaßt sein fagte, die Reattionäre hätten das Grundgesetz& kurz oder gerissen durch Zustimmung zu Provisorien und Sg wird ihn Ordonnanzen statt ordnungsmäßiger Gesetze, und'F in den ge wörtlich:„Aber wir kennen ein anderes GKderung eint das der schwieligen Fäuste. Auch wir biW Die von d alte Grundgesetz nicht, wir wollen keine% alles Error von der Macht des Königs und der Minister, wir ttmkt ist so c Macht der Mehrzahl des Volkes. Das alte Gründer Seite sta hält den Paragraphen, daß die Regierung monarA auch eine l darauf lassen wir uns nicht ein. Wir billigen mdfyjekt verwirkl Macht dem Königthum übertragen wird, denn de# ganze Reih geschehen, daß ein geborener Idiot König wird rstr praktischer allen Ländern wüthet man jetzt gegen die Arbcr' Schweiz vernichtet man das Asylrecht, in Amerika unsere Vorkämpfer— das ist die weiße Jnternati wollen wir die rothe entgegensetzen." Der Journalist Meyer, ein ziemlich junger erst in der letzten Zeit bemerkbar gemacht hat, abeh zu haben scheint, eine bedeutende Rolle bei den kraten zu spielen, begann mit der alten Phrase: ist die Ouelle alles Reichthums, und das Result« gehört Denen, die da arbeiten.--- Bishtt Guerillakrieg gegen die bestehende Ordnung geh aber damit reichen wir auf die Dauer nicht aus, zu einer wirklichen internationalen Revolution werden die jetzigen Machthaber und ihre Gendarrnc« gelten haben. Wir aber waschen unsere Hände. den internationalen revolutionären Sozialis! lärmendste Beifall seitens der versammellen Me Redner zu Theil. Wie auch in den vorigen Jahren, sandten die sttionellen Gruppen— die Liberalen und die alle Sozialdemokraten ihren Gruß. Der Abgesand immer sehr starken liberalen Partei, Redakteur R% Sozialdemokraten find eine Partei, deren ganze unsere Hochachtung und Bewunderung gewonnen Partei ist die einzige, auf die wir uns verlassen wir kommen alle dahin, wonach fie strebt, das alle das Ende." Er bat die Versammlung dann halten und fich nicht übertölpeln zu lassen. BÄ führer einer Partei, die bisher nicht in solchem Sozialdemokraten kolettirte, wie die eigentliche*' ein sehr bedeutsamer Ausspruch. Die Maßnahmen riums Estrup, namentlich die viel bekämpften„ anlagen, werden nachgerade auch dem besonne� Konservativen zu viel; wenn aber dies abtreten und der Ausnahmezustand aufhören leicht geschehen, daß fich sozialdemokratische Gwnol, deuts der aesttzzebenden Versammlung einbürgem und c" m geharnischt wirklrchung näher rücken.,,»>ß der engliscl Der Journalist Meyer wurde wegen seiner Igherzigkeit di am 5. Juni vor den Kopenhagener Pohzcrduenof rrlschaftskongrc da er fich hier nicht zu rechtfertigen vermochi�-serr angeblich Sache an das Kriminal- und Polizeigericht veliN'flmreß gemacht allgemein auf, daß Meyer nicht mit Untersuchung wurde, wie dies seit Einführung des provisoi gesetzcs vom Jahre 1835 in ähnlichen Fällen digten Sozialdemokraten immer geschehen wav des Jahrestages der vor 100 Jahren erfolgten dänischen Bauem von der Fesselung an die Matisch... : P Bund" in Etliche Thät sMarx'schen. ihre massc Idrmokratisl! , fischen Grur dr unbekannt Yen, um dies anglich und r In den Ta flhscher Kongre Übereilungen ssen. Behörd ngresses eher Absetzungen i en Staatsbak apfschiffsgesei sstellung zu Kongresses gegen nun wo egorie der A wie alle Ar sozialdemokv acht wird, d Ze Vergünstic theil wird als 'cke zusammen ade Lrdnuni .von amcriki Desto besser ' nten interr es Jahres lö „Ersatz"» national dieses Gesetz nunmehr am 20. Juni aufgehotttf-�er des Inner dessen die Untersuchung gegen Meyer niedrrgill, Stelle des j den Sozialdemokraten der Kamm darob noch w fiten zu setze, wird, ist wohl nur zu gewiß., Msr der natu *' die Fuhrer der hiesigen S"#. folgender Umstand- Wie klug operiren, beweist u. a. auch beschäftigte er sich auch viel mehr mit der Att* Kleber di, die er in ihrem Gesicht las. angestellte ... ää«Ms Therese Valdieu und darunter:„Sehr eilig. lefühtt werde „Ohne weitere Angabe. kennen wohl die Handschrift?" „Nein, wenigstens glaube ich nicht." sonderbar.• rstküste Grör «sten Forschr ,if an der Ost find �: err, derselben i nnre der Bote erra'�m/�gm ein äulein Valdieu wäre? Ich habe ihn nUuß) täglich, r ? ist ganz merkwürdig.""%oia 200 „Und weshalb ist er nur davon gelaust� j*?tte v „Rem, wenigstens glaube ich nicht.".„tti«er daß Sie an Sie hierher geschickt „Ja, aber wie konnte N" fragten? Ein sonderbarer Bote!" „Nicht sonderbarer als der Bote von ich nicht Recht, wenn ich sage, daß mich um Heimnisse bei jedem Schritte umgeben?" „Um das Geheimniß hier zu lösen, b den Brief zu lesen!" „Offen gestanden, ich habe Furcht, ih« habe so eine Ahnung, als wenn er ein .... ein Unglück, das vielleicht mei" � troffen!..."#fn „Das ist ja gar nicht möglich! Fra« j ja soeben erst verlassen." 'i,f STÄft« "Lesen Sie den Brief, Fräulein! U-�Uwenlanl -ltige Gros "es erfolgt. 'elung erntr re wie cir nregelmäßi seit im La önland nick iger überal d des Bir neuesten[ nirgends I f yjjÄ starrte t ♦ ts schlimmsten." Zitternd erbrach einen Blick darauf geworfen, „Meine Mutter hat „Unglück?". „Sie schwebt vielleicht in TodeSg � nur!.. (Fortsetzung folgt-) Therese den Brief»„Fr. Jou worfen, so wurde rur" damit üb, hat ein Unglück■>* und jedi Unglück ef-hr- en, daß ei en Fächer nfangsgri :efpont)e S GeW - ist ec von Bei en FestjUS «er zeigte. begrWM en die Verwaltungen sämmtlicher Krankenlaffen Kopen- ns eine Versammlung ab, um über neue Statuten für die cichtung dieser Kassen, sowie über die Unterstützung invali- Arbeiter zu berathen. Dieser Versammlung legte der oben» >ähnte Geschäftsführer Knudsen einen von ihm im Auftrage nach den Angaben des sozialdemokratischen Bundes ausge- iteten Entwurf vor, der von der Versammlung— worunter sehr viele konservative Elemente befanden— als Grund» eigentlicheiii, f{jr �ie Ordnung ihrer Institutionen angenommen wurde. ■"jjfct Entwurf ist später als selbstständige Schliff herausge- versam! Es mag rhagens worden und hat namentlich bei der liberalen Preffe große kennung gefunden. Allerdings find die in der Schnft aus- ochenen Grundsätze ziemlich gemäßigt und von den Forde- en, welche die Sozialdemokraten namentlich für die Alters- .rgung aufstellen, sehr verschieden. Dieses anscheinend ge- gte Vorgehen ist aber lediglich eine Finte, und jene Grund- find nur als eine Abschlagszahlung der eigentlichen Forde- —.gen der Sozialdemokraten zu betrachten. Welchen Umfang Kopenhagens Forderungen nach dieser Richtung hin haben, wurde i vmüderpj kurzem in ihrem Hauptorgan ganz unumwunden ent- kolossaler Ujjelt. Danach soMe der Staat die Penfionirung der in- > hätte ie°?den Arbeiter übernehmen, was eine jährliche Ausgabe von cht dem AufM7 Millionen Kronen(ca. 19 Millionen Mark) oder etwa Geschäftiger gesammten Staatsausgaben verursachen würde. Es ist : mit dieser Forderung durchaus ernst, und man muß dar- efaßt sein, daß seitens ihrer Vertretung im Reichstage kurz oder lang ein bezüglicher Antrag gestellt wird. Vor- wird ihm natürlich keine Folge gegeben werden, allein es .. in den gegenwärtigen Verhältnissen nur zu bald eine anderes'«hderung eintreten. wir bjJJj Die von den Sozialdemokraten angelegte Brotbäckerei hat keine alles Erwarten reusfirt. Sie rentirt vortrefflich, und das nister, wir �dukt ist so gut, daß es auch von anderer als sozialdemokra- alte Grunmer Seite stark gesucht wird. Fetzt will man weiter gehen lng monarA auch eine Mühle bauen. Ohne Zweifel wird man dies billigen ni»'jekt verwirklichen und, wenn es fich als lebensfähig erweist, i, denn. cn'It' CTV!- lig wird' :i dieser arch eine früheren ig kontra! Soziald. r, auf und nan doch Grundgesetz irien und ctze, und ganze Reihe ähnlicher Anstalten errichten. Die Bedeutung er praktischen Ausführung sozialistischer Ideen ist gewiß nicht bersehen. Was der sozialdemokratischen Bewegung in Dänemark n Vorschub leistet, ist die kolossale Ueberschwemmung des ;. Es wird dies ganz den„Sozialdemokrati- gütliche Thätigkeit entwickelt. Er hat auch eine Uebersetzung ■J Marx'schen Hauptschrift anfertigen lassen und sorgt nun " ihre massenhafte Vertheilung auch unter das nicht demokratische Publikum. So werden die sozialdemo- ischen Grundsätze wohl bald Niemandem im Volke x unbekannt sein. Die Schritte, die von anderer Seite ge- ien, um diesem Unwesen entgegenzuwirken, find völlig un- Huch und verschlimmern darum nur die Sache. »ta on �a?en DOm �2. bis 14. Juli wird ein sozialdemo- v»"rr- j#*« Kongreß in Kopenhagen abgehalten werden, und alle SozMiSMerertungm dazu werden in der ungcnirteften Weise ge- elten Mens�en.� Behördlrcherseits scheint man die Beschickung dieses denn die den däni- AbgesaN�stampfschiffsgesellschast, die den Besuchern der Kopenhagener lakteur Rei.aiGstellung zu Theil werden, sollen auch den Theilnehmern Kongresses zu Gute kommen. An und für fich ließe sich icgen nun wohl nichts einwenden, weil diese Leute fich zur gorie der Ausstellungsbesucher zu rechnen eben so gut befugt wie alle Anderen. Das Anstößige dabei ist nur, daß in sozialdemokratischen Blättem mit gesperrter Schrift bekannt cht wird, daß die Kongreßmitglieder als solche eine der- e Vergünstigung auf den Staatsbahnen haben sollen. Dieser heil wird also Leuten gewährt, die ganz offenbar zu dem "le zusammentreten, Mittel und Wege zu berathen, die de- de Ordnung umzustürzen." die Arb in Amerika znternatn lunger bt hat, aber bei den i Phrase:. vas Resultat - Bish?, mung ge! stcht aus, wolution : Gend Hände ten ganze ; gewonnen .5 verlassen tebt, das Wen�M n solchem% iaentliche', vlaßnahmeN� »eiämpftcN' tn besonnen�� bies gern und dea�erTgebarnilchten Protest gegen den �.Parlamentarischen Aus- haben . wirtJ Politische Ueberstcht. tische Grunds gz, deutschen Memrekschaften in Amerika „nd geharnischten Protest gegen den„Parlamentarische» der englischen Trades Unions" erlassen, welcher durchsehe gen zeenre nalicrziflkcit die deutschen Arbeitervertreter vom nächsten Ge- äizeidirektorsAschaftskongres; ausgeschloffen und dadurch von vomherein n vermochtr.'sen angeblich„internationalen" Kongreß zu einem Rumpf« ericht vernnfiigreß gemacht habe. Der Londoner Kongreß wird übrigens UntersuchuM von amerikanischer und schweizerischer Seite nicht besucht. zes proviso?» Desto besser find die Ausfichten des für das nächste Jahr en Fällen Winten internationalen Arbeiterkongresses. Vor dem Herbst >ehen wot- Jrfes Jahres läßt fich aber noch nichts Pofitives mittheilen. ! erfolgten ÄZ„Ersatz" des Kokialistengesetze«. Gegenüber der Auf- an die- Jung nationalliberaler Blätter, welche von dem neuen Mt- aufgchobess�er des Innern ermatten, daß er die Initiative ergreife, um er nredcrS�l Stelle des jetzt bestehenden Sozialistengesetzes andere Vor rob figen Sos : Umstand ften zu setzen, führte die„Kreuzztg." -der der nationallideralen Partei, die im aus, daß die Mit- Reichstage fitzen, auf das Programm hin gewählt worden find, das Sozialistengesetz zu verlängern, und daß, wenn fie dies nicht wollten, fie mindestens die Aufgabe hätten, Vorschläge ihrerseits zu machen. Wenn Herr Kulemann dazu nicht befähigt sei, möchten sie ein anderes ihrer Mitglieder damit beauftragen.— Hierauf erwidert die„Nat.-Ztg.":„Der„Neuen Preuh. Ztg." ist die von nationalliberaler Seite ausgesprochene Ermattung, daß der neue Minister des Innern, Herrfurth, fich der Verpflichtung bewußt sein werde, das bestehende Sozialistengesetz durch h a l t barere Maßnahmen zur Bekämpfung sozialdemokratisch� Ausschreitungen zu ersetzen, sehr unbequem. Das Organ der Politik Puttkamer kann eine derattige Verpflichtung der Regierung selbstoerstand- lich nicht anerkennen, denn dadurch würde ja zugegeben werden. daß jene Politik nicht der Weisheit letzter Schluß sei. Jndeß uns ist bekannt, daß sogar n o ch w ä h r e nd H e r r von P u t t k a m e r M i n i st e r w a r, in den Kreisen der„verbündeten Regierungen jene Nothwendigkeit anerkannt wurde. Die letzte Verhandlung des Reichstags über das Sozialistengesetz, die Verwerfung der beantragten Vetfchärfungen. die Verlängerung nur auf zwei, anstatt auf die gefordetten fünf Jahre, unter der ausdrucklichen Erklärung eines großen Theils der Mehrheit, daß diese zwei Jahre zur Herstellung eines für längere Dauer brauchbaren Rechtszustandes benutzt werden sollten, hat daracthan. daß der Reichstag auf dem Puttkamer'schen Wege der Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht weiter gehen will. Sollten die Re- gierungen fich außer Stande erklaren, etwas Besseres, als das jetzige Sozialistengesetz, vorzuschlagen, so wurde allerdings unseres Erachtens die Mehrheit, insbesondere die national. liberale Fraktion, welche den letzten Beschluß des Reichstages in der Angelegenheit bewirft hat. verpflichtet sein, eigene Vor- schläge zu machen. Wir zweifeln auch nicht, daß man fich innerhalb dieser Fraktion, wenn der Zertpuntt für die Ent- scheidung da sein wird, über das klar sein werde, was an die Stelle des Sozialistengesetzes zu treten hat... Zunächst aber bleibt die Initiative des Ersatzes einer Gesetzgebung, welche unhaltbar geworden, jedoch nicht einfach fortfallen kann, Sache der Regie rung: diese könnte darauf nur ver- zichten, die Aufgabe den Parteien nur zuweisen, wenn sie nicht weiter Anspruch auf die leitende Stellung machte, die gerade bei uns für die Regierung immer verlangt wird. Der Verzicht darauf, welchen im vorliegenden Falle das Organ der Politik Puttkamer anempfiehlt, soll diese Politik als die allein mögliche darstellen; es ist aber nicht abzusehen, wer hier- an ein Interesse hätte außer Herrn von Puttkamer selbst und den Leuten, denen sein Rückttttt beinahe als Ankündigung des Weltunterganges erschien. Wenn fie Herrn Herrfurth ein Verhalten zumuthen, welches auf das Eingeständniß heraus käme, daß er nicht der Mann sei, Herrn von Puttkamer zu erfetzen, so ist das begreiflich. In anderen politischen Lagern steht man keinen Grund, den neuen Minister des Innern so niedrig politisch einzuschätzen."— Daß die nationalliberale Fraktion so klar weiß oder wissen wird,„was an die Stelle des Sozialisten- gesetzes zu treten hat", bezweifeln wir recht sehr. Das Aus- nahmegesetz möchte fie sehr gern beibehalten, aber seine Etikette vettiäat fich nicht ganz mit dem sogenannten„Rechtsstaat", und der„Rechtsstaat" ist ein Programmpunft, auf dessen dekorative Wirkung die Nationallideralen fich etwas einbilden. Sie wären ja sonst auch gar nicht von den Konservativen zu unterscheiden. Also muß ein Ausweg gefunden werden, der das Wesen der Sache erhält, ihre Form aber verändett. Leicht ist das nicht, selbst für die befähigten Köpfe natwnallideraler Juristen und Leitattikelschreiber nicht. In welch' grotesker Verlegenheit fich die Herren übrigens befinden, geht aus dem geistreichen Vor. schlage der„Natlb. Korr." hervor, das Ausnahmegesetz in ein dauerndes Spezialgesetz umzuwandeln.-- Da es mit der gesetzgeberischen Thätigkeit des Herrn Kulemann nichts zu sein scheint, so erlauben wir uns in aller Bescheidenheit Herrn Gneist als Ersatzmann vorzuschlagen. Wenn es einen Mann giebt, der den Pelz waschen kann, ohne ihn naß zu machen, so ist es Herr G n e i st v. S ch i e r st e d t. Die Unterhandlungen mit dem Unterstaatssekretär für Elsaß-Lothttngcn, Studt, wegen Uebernahmc des Postens eines Untefttaatsseftetärs im preußischen Kultusministerium find rrgebnißlos verlaufen und werden vorausstchtlich auch nicht von neuem aufgenommen werden; maßgebend dafür dürfte nach der „Köln. Ztg." der Umstand sein, daß der Statthalter der Reichs- lande das Verbleiben dieses Beamten in seiner gegenwättigen Stellung wünschen soll.— Zum Unterstaatssekretär im Kultus- ministettum soll einer offiziösen Meldung zufolge der Regie- rungsprästdent Nasse berufen fein. Ueber da» in der Alterversorgnngsvaelaae kalt- aefteUl- Reichsvrrstchernngsamt schreibt die„Münchener Allgem. Ztg.": In den Erörterungen, welche seitens der So- zialdemokraten an den Entwurf der Alters- und Jnvalidenver- ficherung der Arbeiter, wie er aus den Berathungen der Aus- schüsse des Bundesraths hervorgegangen ist, geknüpft werden, zeigt fich, welcher Wctthschätzung fich bei ihnen das Reichsver- ficherungsamt erfreut. Letzterem ist eine so bedeutsame Rolle, wie ihm für die Ardeiter- Unfallverficherung zugewiesen ist, in dem neuen Entwurf nicht zugetheilt worden. Es soll für die Alters- und Jnvalidenverficherung gewissermaßen nur Revifions- instanz werden, d. h. im Falle einer Beschwerde über die Fest» stellung der Höbe der Rente durch den Vorstand der Verstehe- rungsanstalt in Funktion treten für die Nachprüfung der Rechts» frage, während es bei der Unfallverficherung Appellationsinstanz ist und als solche auch Thatftagen der Nachprüfung unterzieht. Es ist gewiß der beste Beweis für die Vottrefflichleit dufer Institution überhaupt und für die Wirksamkell derselben im de- sonderen, daß ihm von sozialdemokratischer Seite solches Lob gespendet und rückhaltlos-ugestanden wird, daß seine Thätigkeit für die Ardeiter eine segensreiche gewesen ist. Der Grund, aus dem die Bundesrathsausschüsse es abgelehnt haben, dem Reichs- verficherungsamt für die Ältersverstcherung dieselbe Zuständigkeit zu gewähren wie für die Unfallverficherung ist nicht bekannt; es ist aber nicht ausgeschlossen, daß fie dabei von Zweckmäßigkellsrück- sichten geleitet worden find. Das Reichsverficherungsamt ist schon durch seine Stellung als oberste Instanz in Streitsachen der Ärdeiterverficherung eine schwer belastete Behörde, deren Ge» schäftsfteis noch immer im Wachsen ist. Es desteht mehrfach die Anficht, daß Berufsgenossenschaften und Schiedsgerichte dies verhindern könnten, wenn fie bei ihren Entscheidungen in höherem Maß dem Geist des Gesetzes zum Ausdruck verhelfen wollten, als es wohl geschieht. Vielleicht hat man, um nicht dem Reichsverficherungsamte noch weitere Lasten aufzuladen, die zu einer Verzögerung in der Erledigung der Streitsachen aus der Unfallverficherung führen könnten, von der Ausdehnung seiner Befugnisse Abstand nehmen zu müssen geglaubt. Neben diesem Lobe des Reichsversicherunasamts vernimmt man von den Sozialisten gelegentlich auch die Befürchtung, die gettngere Kompetenz dieses Amtes in Streitfragen aus der Altersverstchc- rung könne leicht dahin führen, daß nun seitens der Unternehmer eine gleiche Einschränkung auch für die Unfallverficherung verlangt würde, der zum Nachtheile der Arbeiter nachgegeben wer- den möchte. Eine solche Befürchtung ist unbegründet. Od weitere Unternehmerkreise ein derattiges Verlangen zu stellen die Neigung haben, ist nicht bekannt, immerhin aber bleibt es sehr zweifelhaft, ob der Reichstag einem solchen Verlangen Rechnung zu tragen bereit sein würde, da eine große Majottiät darin eine indispensable Garantie für eine der ratio legis entsprechende Ausführung der Unfallverficherung seinerzeit erblickt hat und diese Anficht auch heute sicher überwiegt. Für ebenso zweifel» Haft aber darf man es halten, daß der Bunderath einer der- artigen Abänderung zustimmte."— Abwarten! Der kleine Kelagernngszustand. Kürzlich ging eine Notiz durch die Blätter, daß die Sommerpause für die Plenar- fitzungen des Bundesraths bis etwa nach Mitte September dauern werde, da noch im Laufe dieses Monats über die Ver» längerung des kleinen Belagerungszustandes in einer Reihe von Städten, Berlin, Hamburg, Stettin, Frankfutt, Offendack, Be« schluß zu fassen sei. In dieser Angabe find, wie der„Hamb. Coir." hervorhebt, einige Jrtthümer enthalten. Außer den ge- nannten Städten bestand der kleine Belagerungszustand noch in Leipzig und �vremberg. Für Spremberg ist die Maßregel nach. zweijährigem Bestände im Mai 1888 nicht wieder erneuert wor» den. In Leipzig gilt fie nach der im vottgen Monat stattge» habten Erneuerung bis Juni 1889. Aber auch die Endtermine des kleinen Belagerungszustandes in Frankfutt, Offenbach und Stettin liegen über den 30. September 1888 hinaus. Er ist nämlich für ein weiteres Jabr verlängert worden in Frankiurt Mitte Dezember 1887, in Offenbach und Stettin Anfang Fe» bruar 1888. Nur Für Berlin und.Hamburg find also Ausgang September neue Beschlüssr zu fassen. Zunahme der Frauen- und Kinderarbeit. Nachdem soeben erschienenen Jahresbericht der sächsischen Gewerbe- Inspektoren für das Jahr 1887 ist die Zahl der Fabrik- arbeiter überhaupt, im Vergleich mit dem Vorjahr(1886), von 289 992 auf 314 518 gestiegen; darunter die weiblichen von 95 317 auf 104 417; jugendliche und kindliche von 29 681 auf 34 763. Während die Zahl der männlichen Arbeiter um 7,1 pCt. stieg, betrug die Vermehrung bei den erwachsenen weiblichen Arbeitern 3,2 pCt.; bei den weiblichen Ardeitern überhaupt(die unerwachsenen mitgerechnet) 9,5 pCt. und bei den Arbeitern von 14—16 Jahren 20 pCt. Also ein rascheres Steigen der Zahl weidlicher Ardeiter und eine, wie die„Leipz. Ztg." fich aus- druckt,„ganz etttaunliche Vermehrung der jugendlichen Arbeiter I.' erstaunlich ist diese Vermehrung allerdings nicht. Sondern im Gegentheil: durchaus natürlich. dem Wesen der kapitalistischen Produttion entsprechend, die über» all, wo ihr die Gesetzgebung nicht mit kräftiger Hand entgegen- tritt, die weniger widerstandsfähigen und dämm auch billigeren �weiblichen" und„jugendlichen Arbeiter" mit Vorliebe in ihren Dienst stellt. In Dache« Ghrenberg. Auf ein Schreiben des Reichs» tagsabgeordneten Bebel antwortete der schweizerische Bundes» rath, wie der„Frkf. Ztg." ein Telegramm aus Züttch meldet, er könne die Akten in Sachen v. Ehrenberg einem Pttvaten nicht herausgeben, wohl aber dem Ä r m e e g e r i ch t. wenn dieses fie verlange. Da« Resultat der Urabstimmung über das von ten Berliner Buchdmckern ausgearbeitete Statut ist folgendes: Mit mehr als 1000 Stimmen wurde beschlossen, die Kasse in der bisherigen Weise fortzuführen. Das Abstimmungs-Resultat von lit der Errl Aus Kunst und Zeven. Ueber die Gutstekung der Eisberge haben in Grön- | angestellte dänische Untersuchungen einiges neue Licht ver- ,„.-TuftestHr1' Die auf unserer nördlichen Halbkugel vorkommenden lch,! u,i jtherge ruhten allein von Grönland her und find Massen von hier steh� ßwaffereis, welche von den Eisfjorden des Landes dem Meere -ehr eilig-;efuhtt werden. Solcher Eisfjorde kannte man bisher auf der sonderbar estküste Grönlands etwa neun; zu diesen treten, nach den ilesten Forschungsergebnissen, ein Eisfjord an der West- und nickt" an der Ostküste hinzu. Die in den Fjorden fich vereinigen« ' muW Arme find von den Gletschern erfüllt, deren Fuß hier die ./ fie«eeresküste erreicht, während er in Norwegen noch etwa 100 m ien, da n derselben entfernt ist und die Alpengletscher in 1000 m .�eereshöhe und darüber enden. Die grönländischen Gletscher- Bote erra-nie zeigen eine Beweguung von 20 Fuß und mehr(bis zu 50 ibe ihn �uß) täglich, wogegen die sonst beobachteten Geschwindigkeiten .1 m» 200 m im Jahre betragen. Da jene Gletscherarme n SÄ,»an 14000 bis 29 000 Fuß und eine Dicke mm# on gelaufess Bote von i mich un ben� lösen, b urcht, ihn cw�, mri* i er eicht h' W-UM . sondern mehr oder Md des Binneneises hingedränat.' N Fr«" j neuesten Forschungen em zusammenhängender und' --rf�«Sfen,ten Decke Ulfen Schnees, so daß das ganze Gebiet lein! Binnenlandeises von Eis und Schnee gleichsam überschwemmt nur ganz Mittelmäßiges erreichen. Wenn die Mathematik auch eine bestimmte Logik hat, so ist fie deshalb noch nicht von allen logischen Köpfen zu begreifen. Diese Art des Denkens findet sich häufig bei ganz beschräntten Menschen bewundernswerth ausgebildet, während andere, mit scharfem Verstand begabte nur mit äußerster Anstrengung diesen Formeln und Beweisen zu folgen vermögen. So kann man die Bemerkung machen, daß vielversprechende Jünglinge in jeder Klasse durch die Mathematik gehemmt werden ode, gar eine Versetzung zu Ostern„wegen ungenügender Leistung" in eben diesem Fache nach den de- stehenden Anordnungen unmöglich wird. Die Veranlagung für die Mathematik scheint, nach meinen Erfahrungen, eine Befähigung zu sein, die allerdings der Mehrzahl Menschen ver- liehen ist, aber keineswegs von allen vorausgesetzt werden kann. Di« schnellst« Fahrt Sber d«» Atlantisch«« E,«an. die bis jetzt gemeldet wurde, hat der Kunarddampfer„Ettutta" gemacht. Von Newyork bis zu Roches Point(Oucenstown) ist derselbe sechs Tage vier Stunden und fünfzig Minuten ge- laufen. Die ausserordentlich schnellen Reifen, die in diesem Jahre gemacht werden, find durch eigenthümliche Wittenmgs» Verhältnisse in den atttischen Regionen ermöglicht. Die Eisberge, welche regelmäßig den Dampfern ein Ausbiegen nach Süden aufnöthigten, fehlen in diesem Jahre wohl infolge strengerer Kälte im Norden und so find die Kapitäne in der Lage, die dirette nördliche Linie zu nehmen, die seit zwanzig Jahren nicht mehr defahren werden konnte. Infolge der raschen Fahrt der „Etrmia" wurde die amerikanische Post vierundzwanzig Stunden früher als gewöhnlich in Berlin ausgegeben. Ueb«r>»« Ginstnß d«r Färb, d-r Klendglas«r bei ht! vm, daß eine ganze Anzahl talentvoller Schüler, die in allen � äiÄ% unVjPÄ«' S'fahignng ,«r Mathematik schreibt man $ 4 C"1-. Journ."— und unsere eigenen Beobachtungen stim- ,,' uami*• on»— vi-/TS-.c-r doch Beobachtungen des Sonnendmchmeffers hat Herr Dr. V. Well- mann mit dem Heliometer auf der Sternwarte zu Bogenhausen bei München eine lange Reihe von Beobachtungen an acht ver- schiedenen Tagen im April dieses Jahres angestellt, welche fast ausnahmslos das Resultat ergaben, daß der Sonnendurchmeffer bei rochen Gläsern etwas größer erscheint, als bei blauen, und zwar durchschnittlich um vier Sekunden. Bei der offenbaren Wichtigkeit einer genauen Kenntniß des Sonnendurchmessers und seiner etwaigen Veränderlichkeit, worüber schon vormals viel gestritten wurde, ist es noch bemerkenswerth, daß der Be- odachter sein Resultat mit dem Vorbehalt giebt, es könne und solle der gefundene Bettag nicht als definitiv angesehen werden, was bei der mangelhaften Beschaffenheit des Heliometers un- möglich wäre, sondern die Beobachtungen nur für die That- fache sprechen, daß der Sonnendurchmesser überhaupt, durch rothe Gläser gesehen, größer erscheint als durch blaue oder violette. Wenn in der früheren Zeit auf eine solche Verschiedenheit gar lerne Rücksicht genommen wurde, weil man ihr Vor- handensein nicht ahnte, so ist neuerdings zwar die Möglichkeit und auch die Wahrscheinlichkeit hervorgehoben worden, daß Gläser von extrem entgegengesetzten Farben wohl den Sonnen- durchmesset von etwas verschiedener Größe zeigen würden, allein es ließ fich a priori auch nicht einmal feststellen, in welchem Sinne die zu erwartenden Differenzen auftreten möchten. Hier- zu fehlte es noch an sicher zu begründenden Voraussetzungen über die Beschaffenheit der Lichtquelle, ob dabei eine normale oder abnorme Farbenzerstreuung oder Dtsperfion des Lichtes stattfinde. Zu putsch; Nein, Herr! ist der neueste amerikanische Wahlwitz. Es hat nämlich Jemand entdeckt, daß der Name H a r r i s o n' s, des republikanischen Präfidentschasis- kandidaten, rückwärts gelesen, die richtige Antwort auf die. Frage gebe: Werden Sie gewählt werden? No Sirrah! (gedehnte und scharf betonte Form für No Sir!) Nein, mein Herr!! ®l« Mann mit 32 Feanen. I. W. Brown, welcher kürzlich in Chicago unter der Anklage der Vielweiberei verhaftet worden ist, wurde kürzlich dem Polizeirichter in Dettoit vorge» fuhrt. Die spezielle Anftage geht dahin, daß er Mary Benjamin geheuathet habe, obwohl zur Zeit seine rechtmäßige Frau noch am Leben war. Er wurde in Ermangelung von 1000 Dollar Bürgschaft für sein Erscheinen bei einem weiteren Verhör in das Gefangniß zurückgeschickt. Es soll sich, der„New-Yorker Staatszeitung' zufolge, letzt herausgestellt haben, dass Brown nicht weniger als 32 Mal gebeirathet hat. Seine Frauen woh- neu in den Staaten New-Bork, Pennsylvania, Illinois und Michigan, sowie in Canada. Zwischen Tkür«nd Angel befindet sich ein Zigeuner» kupp an der deutsch.franzöfischen Grenze. Derselbe kam vor kurzem mit einem Wagen voll Pferde und Bären aus Deurtch» lano in Jgny an. Da deren Einlaß in Frankreich verboten ist, so schickte der Polizeikommiffar fie sofort mit dem ersten Zuge nach Avricourt zurück, der deutsche Kommissar schickt» sie wieder nach Jgny. Der stanzöfische Beamte sah bald ein, daß dies Hin« und Herschicken zu nichts führen werde. Er behielt die Zigeuner einige Stunden und schickte fie dann auf einer Seitenstraße nach dem Elsaß zurück. Dort werden dieselben wohl nochmals von deutschen Gendarmen ergriffen und weiter befördert werden, und wahrscheinlich wird sich an einem andern Punkt der Grenze dasselbe Spiel wieder- holen. » 2 Gauen(Hannover und Halle) steht noch aus, jedoch ist das- leibe nicht im Stande, an dem obigen Resultate irgend welche nennenswerthe Aenderung hervorzurufen. Die Mehrzahl der deutschen Buchdrucker hat also gegen die polizeiliche Bevormun- dung nichts einzuwenden. Das find die„Pioniere" des Arbeiter- standes.—— Welch' merkwürdige Gedanken sich manche Erzieher und Schriftsteller machen, erhellt aus den Schilderungen Dr. Hinzpeter's über Kaiser Wilhelm It. Wir lesen dort u. A.: „Durch eine Verletzung bei der Geburt, welche eine unheilbare Schwäche des linken Armes zur Folge gehabt, war seiner phy- fischen und psychischen Entwickelung em ganz eigenthümliches Hinderniß bereitet, welches zu beseitigen alle Kunst und Sorg- fast unfähig bleiben muhten, wenn nicht das Kind schon in un« gewöhnlicher Energie des Willens dabei mitwirkte. Es galt, das natürliche Gefühl körperlicher Unbeholfenheit und der damit unvermeidlich verbundenen Zaghest zu überwinden. Es war für ihn(den Kaiser) eine eminente moralische Leistung, ein aus- gezeichneter Schütze, Schwimmer und Reiter, der kühne, uner- schrockene Mann zu weiden, der für den Fall eines Attentats vor allem den einen Wunsch hegt, daß ihm noch genug Kraft bleibe, um den Mörder zu packen und abzu- strafen."— Gegenwärtig tagt l« Köln ein M u st e r- V e r« ba n d s t a g deutscher Schlosser-Jnnungen. Die Ein- ladung hierzu ist uns durch Zufall in die Hände gefallen. Wir wollen nur das Charakteristische aus derselben hervorheben. Die Jnnungsbrüder haben die famose Einrichtung getroffen, daß jeder Schloffermeister fich für den Betrag von 3 M. Sitz und Stimme beim Verbandstage kaufen kann.(!) Theilnehmer- Karten, welche zur Befheiligun� an den Berathungen, aber nicht Lur Süistimmuna berechtigen, kosten 1 Mark.(!) In der That Auf demselben soll beschloffen wer- den: 1) Jede Verbands- Innung, welche durch einen frivolen Streik(frivol ist gut) ihrer Tesellenschaft inNothlage geräth, hat dem Vorstände des Verbandes: a. die unberechtigten For denrngen der Gesellen und die Gründe, weshalb sie nicht be- willigt werden können, anzugeben.(Eine sehr geistreiche Fassung! wenn die Jnnungsbrüder die Forderungen der Ge- se en für ungerechtfertigt hallen, so ist doch der Grund zugleich ausgesprochen.) b. Die Namen der Leiter des Streiks, sowie die Haupt-Rädesführer in einer Liste zusammen zu fassen, drucken zu lassen und in einer Zahl, die den Ver- bands-Jnnungen entspricht, dem Verbands-Vorstand einzureichen. (Ist das vielleicht die so viel gepriesene Humanität und Arbeiter- freundlichkeit der Jnnunaslcute?!—) 2. Der Verbands-Vor- stand hat die Verhältnisse unverweitt sorgsam zu prüfen und nach Rrchtigbefinden das Verhallen der Innung, jeder Verbands- Innung ein Exemplar dieser Listen mit der Weisung zuzu- üellen, daß 3) kein Angehöriger einer Verbands- Innung diese Personen in Arbeit nehmen darf. Antrag Hamburg und Han- nover.(Hier offenbart sich die ganze christliche Nächstenliebe.) Der Herzog von Cnwberland(Sohn des letzten Rönifls von Hannover) beschäftigt wieder einmal eine gewisse Presse. Das Berliner„Deutsche Wochenblatt" veröffentlicht einen Artikel, welcher allen Emstes die Kandidatur des Herzogs von Cumbcrland für den bulgarischen Thron ventilirt. Das „D. W." verweist auf angeblich jüngst stattgehabte Verhand- llmgen zwischen dem preußischen Hofe und dem Herzog von Cumderland und vermuthet, daß es sich dabei nicht nur um den Verzicht auf Hannover, sondern um ein Kompensationsobjekt ge- handelt habe, und eben dieses könne Bulgarien sein. Dazu müsse der Herzog von Cumberland, der den russtschen und eng- lischcn Herscherfamilien nahe verwandt und dessen Haus dem österreichischen Kaiserhause traditionell ergeben ist, fich nur noch mll Deutschland ausgleichen, dann würde Bulganen ihn für das unwiederbringlich verlorene Hannover entschädigen. Sein Vermögen, verstärk durch den Welfenfonds(!), würde ihm eine selbstständige und segensreiche Regierung in Bulgarien eileich- tcrn, während er die völlige Loskennung Osdumelicns von der Türkei und die Erhebung Bulgariens zum Königreiche seinem neuen Volke zur Äorgengabe reichen könnte. Daß das ganze Gemälde, welches da entrollt wird, Schwindel ist, dürfte fich trobl schon daraus ergeben, daß Preußen fich nie herbeilassen wird, den Welfenfonds aus den Händen zu geben. Derselbe ist gar zu„nützlich"! Z« Kraunschweig wurde der Mörder des Gastwitths Saluz zu St. Gallen, der Schaubudenbedienstete Panning, wegen Körperverletzung mit erfolgtem Tode vom Schwurgericht zu acht Jakren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verur- theill. Wir bringen den ausführlichen Bericht unter„Gerichts- Zettung", aus dem hervorgeht, daß politische Motive, wie zuerst vermuthet wurde, der That nicht zu Grunde liegen. Erläutern wollen wir hier noch, weshalb die Verhandlung gegen Panning wegen des in St. Gallen verübten Verbrechens in Braunschweig verhandett wurde und nicht in der Schweiz. Panning ist ein Dattscher und der 8 9 des Reichssttafgesetzbuches bestimmt: „Ein Deutscher darf einer ausländischen Regierung zur Verfol- nund Bestrafung nicht ausgeliefert werden." Der Genchts- Panning's in Braunschweig ist damit begründet, daß er in Braunschweig ergriffen ist. Für im Auslande veiübte Verbrechen und Vergehen bestimmt der 8 4 des Reichsskafgesetz- buchs: Wegen der im Auslande begangenen Verbrechen und Ver- gehen findet in der Regel keine Verfolgung statt. Jedoch kann nach den SKafgesetzen des Deutschen Reiches verfolgt werden: 1. ein Deutscher oder Ausländer, welcher im Auslande eine hochverrätherische Handlung gegen das Deutsche Reich oder einen Bundesstaat, oder ein Münzverbrechen, oder als Beamter des Deutschen Reichs oder eines Bundes« staats eine Handlung begangen hat, die nach den Gesetzen des Deutschen Reichs als Verbrechen oder Vergehen im Amte anzusehen ist; 2. ein Deutscher, welcher im Auslande eine landesverräthe- rische Handlung gegen das Deutsche Reich oder einen Bundesstaat oder eine Beleidigung gegen einen Bundes- fürsten begangen hat:.. 3. ein Deutscher, welcher ,m Auslande eine Handlung begangen hat, die nach den Ge- setzendes DeutschenReichs alsVerbrechen ober Vergehen anzusehen oder durch die Gesetz e des Orts, an welchem sie began- gen wurde, mit Strafe bedroht ist. Die Verfolgung ist auch zulässig, wenn der Thäter bei Begehung der Handlung noch nicht Deutscher war. In diesem Falle bedarf es jedoch eines Anttages der zu« ständigen Behörde des Landes, in welchem dre strafbare Handlung begangen worden, und das ausländische Straf- gesetz ist anzuwenden, sobald dieses mllder ist. Zum Danziger Kozialistenprozeß. Auf die von den Herren I o ch e m und Genossen eingelegte Revision gegen daS vom Danziger Landgericht am 24. Febmar er. gegen sie gefällte Urlheil wegen Vergehens gegen 8 128 des Strafgesetzbuchs ist zur Verhandlung vor dem Reichsgericht ein Termm auf den 25. September d. I. anberaumt worden. Dänische». Weil slästig gefallen, find aus P r e u ß e n ausgewiesen: Arbetter Sophus Fachmann aus Kopenhagen, Arbeiter Ole Andreas Jensen aus Waage in Norwegen und Ehestau Christiane Olesen aus Wimtrup rm Kreise Hadersleben, hemrachsberechtigt in Jütland. Derbot auf«rund de« Kozialistengeseke». Die Kreishauptmannschaft Dresden verbietet auf Grund des sURuht.................... 8 11 des Sozialistengesetzes die Druckschnft:„Stimmen im Sturm." Gesammelle Dichtungen dem arbeitenden Volke gewidmet von Maurice Reinhold von Stern. Zweite vermehrte Auflage. Zürich 1888. Verlag- Magazin.(I. Schabelitz.) Oesterreich-NttSar». In Brünn ist ein Streik der Spinner aus- gebrochen. Etwa 1000 Arbeiter streiken und verlangen Lohn- erhöhung, sowie vollständige Abschaffung der Nachtarbeit. Kchwei?. Die zürcherische Volksabstimmung ergab die Verneinung einer der vier Abstimmungsstagen und die Be- jahung der übrigen. Verworfen wurde mit etwa über 3000 Stimmen Mehrheit das Flußkorrettionsgcsetz, welches Beittäge des Staates an die Gemeinden in Ausficht nahm, die manche der letzteren nicht für genügend hielten, und den Ge- meinden auch die Verantwortlichkeit für die von Privaten zu leistenden Beiträge überbürdete. Das Wirthschaftengesetz er- langte die große Mehrheit von 28 000 Annehmenden gegen 13 000 Verwerfende. Es belastet die Wirthe wohl mit höheren Taxen als bisher und wurde von diesen deshalb angefochten, aber im übrigen hat es das alle Witthschaftsgcsetz vom Jahre 1845 zweckmäßig verbessert, ohne allerdings eine durchgreifende Reform anzubahnen. Billigung fanden in der Volksabstimmung die Erhöhung der Einbürgerungstaren für Ausländer und die Bestimmung, daß Bürger anderer Schweizerkantone ins zürcherische Gemeindebürgerrecht nach 10 Jahren taxfrei nur dann aufgenommen werden, wenn ihre Heimathkantone den Zürchern Gegenrecht halten. Jene Maßnahme ist mit nahezu 22 000 gegen 17 000, diese mit 22 000 gegen 14 000 Stimmen gutgeheißen worden. Es machte fich in der Abstimmung eine etwas nativistische Strömung geltend, welche zu stärken allerlei Vorgänge der neuesten Zell beigetragen haben. Aus Lausanne wurde dieser Tage berichtet:„Im Grand Hotel zu Vevey verweilen gegenwärtig zu längerem Aufenthalte der Prinz von Joinville und die Gräfin von Paris nebst Familie und Gefolge. Der Graf von Paris soll demnächst ebenfalls eintreffen, um wie voriges Jahr royalistische Deputattonen aus Ost- und Südfrankreich in Empfang zu nehmen." Daran knüpfte die„Arbetterstimme" in Zürich folgende Bemerkung:„Cb Herr Droz hier wohl auch seine Spitzel ab- senden wird, um einer befreundeten Regierung Dienste zu leisten? Die Gesellschaft, welche da in Vevey zusammenkommt, hat es bekannllich auf den Sturz der Republik in Frankreich a?« t eschen, und da sollte man doch annehmen dürfen, daß der iundesrath einschreite. Dem ist aber nicht so." Der Bundes- rath scheint diese Bemerkung sehr ernst genommen zu haben, denn im„Bund" wird folgende ersichtlich offiziöse Erwiderung veröffentlicht:„Einige schweizerische Blätter finden es seltsam, daß der Bundesrath den Aufenthall von stanzösischen Prinzen in Vevey dulde. Es ist zu konstatiren, daß dieselben seit mehreren Jahren einen Theil des Sommers dort zu verbringen pflegen. Sie haben nie Anlaß»u irgend welchen Klagen ge- geben. Würden dieselben, was mcht anzunehmen ist, den Auf- enthalt auf Schweizerboden zu feindseligen Handlungen gegen einen Nachbarstaat mißbrauchen, so würde der Bundesrath, der die Fremdenpolizei von jeher ohne Ansehen der Person gehand- habt hat, sicherlich nicht unterlassen, die stanzöfischen Gäste an die Rückfichten zu erinnern, welche alle auf unserem Boden weilenden Fremden dem Lande schulden. Sollten die ge- dachten Persönlichkeiten bisweilen von Freunden besucht wer- den, so liegt hierin nichts Rechtswidriges. Bei den Züricher Sozialisten gingen die Genossen aus dem Deutschen Reiche ein und aus, ohne daß diejenigen daran Anstoß genommen hätten, welche jetzt meinen, die Prinzen dürften Niemanden empfangen.".._ GroSbritatttti-n. Die r adikale n Vereine veranstalteten im Hyde- Park eine Kundgebung gegen die Einkerkerung des irischen Abgeordneten JoKn Dillon. An der Kundgebung nahmen trotz der regnerischen Witterung etwa 16 000 Personen Theil. Die gefaßten Resolutionen protestiren gegen die Einsperrung Dillon's wegen eines„imaginären Verbrechens", fordern die Regiemng auf, davon abzustehen, die Rechtspflege durch die Tortur ihrer politischen Gegner zu prostituiren, drücken liefe Theilnahme für die Wittwe des verstorbenen Mr. Mandeville aus und erklären, daß die Regiemng im allgemeinen und Mr. Balfour im Be- souderen die Schuld an dem Tode ihres Gatten tragen. Die Vorgeschichte;ber von Minister Smith eingebrachten und schließlich angenommenen Motion betreffs Ernennung einer der irischen Partei, Paine II, und seine Parteigänger der wissentlichen Theilnahme an den ärgsten Verbrechen. Parnell weigette fich, den Rechtsweg zu betreten und das Cityblatt wegen Verleumdung zu belangen, trotzdem dasselbe ihn des Oefteren dazu aufgefordert hat, und verlangte vor einem Jahr von dem Unterhaus die Ernennung eines sog.„Selekt Com- mtttee" zur Untersuchung der gegen ihn geschleuderten Anklagen und besonders eines ihm zugeschriebenen Briefes, dessen Echt- httt er übrigens feierlich in Abrede gestellt hat. Das Unterhaus verweigette ihm diese Genugthung aus dem Grunde, weil eine politische Körperschaft kein kompetentes Tribunal sei, recht- liche Fragen zu lösen. Trotzdem lagen zwei beinahe iden- tische Präzedenzsälle vor, wo das Unterhaus in eine solche Untersuchung eingetreten war. Das Cllyblatt fuhr fort, dieses Libell zu einem Penny pro Stück zu verkaufen, ohne damit großen Erfolg zu erzielen, als der notorische Prozeß des O'Donnell der Angelegenheit eine neue und unerwartete Wendung gab. Im Vorjahre hatte der Generalanwalt Sir Richard Webster, dessen amtliches Einkommen Lst. 7000 beträgt, während seinIBeruf ihm wettere Lst. 5000 einträgt, so daß er ein Gesammteinkommen von Lstr. 12000 oder 240000 M. hat, Pamell das Anerbieten gemacht, in seinem Namen gegen die „Times" einen Prozeß einzuleiten, um die Ehre der Parnelliten zü retten. Heuer trat er als erster Vertheidiger desselben Blattes auf und mit ihm erschien Sir Henry James, ein her- vorragender Führer der Hartingtonianer. Seine amtliche Stellung hätte Webster von der Uebernahme der Vettheidigung in einem rein polttischen Prozeß abhalten sollen. Er that aber noch Schlimmeres. Er stand öffentlich für die Echtheit der von Pamell feierlich als gefälscht erklärten Dokumente ein. Dieser Umstand ändette die Sachlage vollständig, obschon die Minister davon keinen Begriff hatten. Aber die Öartingtonianer sahen eS ein. Als daher M. Smith das von Pamell zum zweiten Mal gestellte Verlangm nach einem Selekt Committee mit dm- selbm Worten wie im Vorjahr abgelehnt hatte, sah Hattington die Zeit gekommen, einzuschreiten. Beim Ministerrath am Donnerstag bildete Parnells Verlangen den wichtigstm Gegen« stand. Sir R. Webster wurde eingeladen zu erscheinen und seine Anficht, daß die betteffendm Aktenstücke echt sein, zu recht- fertigen. Zu gleicher Zeit fanden zwischen den leitenden Mit- gliedern der liberalen Unionisten und den Ministern Verhand- lungen statt, welche dazu führten, daß die Regierung zwar auf ihrem Beschluß, keinen parlamentanschen Ausschuß zu ernennen, beharrte, dagegen ihre Zustimmung zur Einsetzung einer aus Richtern(vermuthlich drei) bestehenden Kommission gab, welcher die ganze Angelegenheit überwiesen werden soll. Die zunächst betroffenm Parteien nehmen diesen Entschluß der Regiemng mit gemischten Gefühlen auf. Die„Times" find augenschein- lich ärgerlich und sagen wiederholt, fie hätten lieber ein gewöhn- liches Gericht mit Geschworenen gehabt, aber schließlich sei es ihnen recht, vorausgesetzt, daß die Befugniffe und Jnstmktionen der Kommisston so ausgedehnt seim, um ein möglichst großes Material in den Bereich der Untersuchung zu ziehen. Parnell dagegen würde es vorgezogen haben, wenn die Echtheit oder Unechtheit der ihm zugeschriebenen Dokumente den aus- schließlichen Gegenstand der Untersuchung gebildet hätte. Er wird auch verlangen, daß die Kommijfion instmut werde, dieser Frage zuerst ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Thatsächlich hängt alles von den Briefen ab; läßt fich deren Echtheit erweisen so ist eine Wetterführung der Enquete unnöthig! Pawck möglich, als Mitglied des Unterhauses, als Haupt d«! Partei, und die Homerule Bewegung erhält einen Sil dem fie fich auf Jahre hinaus nicht erholen dürste." Fälschung über allen Zweifel gestellt, so fallen die anfc flndungcn der„Times" von selbst dahin und auch die» lichen Anschuldigungen verlieren an Gewicht. Die G lädst_ wissen wohl, daß einzelne Parnelliten fich Worte, viellei» Handlungen zu Schulden kommen ließen, die fich M-Ut- den mit hochgradiger Leidenschaft und tiefster Erbtttenml«�* seits geführten Kampf der letzten acht Jahre nicht fettigen laffm. Aber die verantworttichen Leiter oer man nie in Verdacht gehabt, an den verbrechenschen Th» blutigen Jahre 1882 und 1883 Theil genommen js Die Kommission wird so ausgedehnte Vollmachten er die Wahrheit an den Tag kommen muß. Sie kann Aussagen verlangen, Zeugen gegen die Folgen der kttmimrenden Aussagen schützen und die volle Entküll Thatsachen, die Vorlegung aller Dokumente verlangen. M 16 Frankreich. Deputirtenkammer. Der 67 Millionen»! Vettheidigung der Häfen wurde in erster Lesung« Der Schluß der Sitzung wird heute ermattet. ConI Erklärungen über die Genehmigung der Hazardspiele china. Er legt die historische Enstehun statt alsdann, daß der Ertrag der Spie Heber lkreise Nach 5 illen die 3 infolg enclever Reichstage setzes von gelegt w Jnfolgl ww.. wKA dem Konige«218 bis 27! bodga gehöre: ein Verbot der Spiele müßte nothw eine schlechte Wirkung hervorbttngen. Fernisten, der putirte für Cochinchina, verlangt, daß diese Frage in pellation umgewandelt würde, um Auseinandersetzt die Lage in Cochinchina und über die Differenzen zwil stans und Delapotte zu erhatten. Die Berathung morgen festgesetzt. Der Senat genehmigte das von der Kammer� in fer, Fried: stellten l Augus: a« I n am « unser Wir m Jeder, der i nnerha derselben, a schriftlich ar von uns de die Beweisi .icht auf N Zur$ Wählerliste steuerquittm die angegeb: Hierbei nach dem S die seitdem Wahlbezirke d. I. gewol mene Zuckersteuergesetz. 3 Trepp Bei der Stichwahl im Loiret-Depatfi�? � � siegte der radikale Lackrott, für welchen auch die 8�%; Wähler des nach dem 1. Mahlgang zurückgetr: v. Eichthal gestimmt hatten, mit 37 363 gegen 29 600 über seinen konservativen Gegner I. Dumas. In de> Departement hatten am 26. Februar d. I. zwei Ey wählen für die Kammer stattgefunden, bei welchen die nischen Bewerber mit 41 603 bezw. 40755 gegen 38 32 762 Stimmen über die konservativen fiegten. Für waren damals 4376 Stimmen abgegeben worden. betheiligung war damals um 11 500 Stimmen gestern. Boulangers Befinden ist andauernd ein g> Zu Ehren der Mattes hatte der Pariser G e rath einen Abendempfang veranstaltet, zu dem sich Hause außer den Gemeindevorstehern auch der" Republik, die Minister, Senatoren, Abgeordnete, Generäle einfanden. Nachdem der Prästdent der die Ehrenhalle gelettet worden war, zog Darlot, V des Gemernderaths, ein Blatt Papier aus der Tascht folgende Ansprache:„Herr Präsident der Republik!, heute schon die Ehre gehabt, Ihnen im Elysse die' französischen Gemeinden vorzustellen. Gestatten&' Ihnen jetzt nochmals im Stadthause im Namen Gemeinderaths vorzustellen. Die Anwesenheit dieser Beamten beweist, welche Sympathie Frankreich der weiht. Wir hoffen, diese ganz brüderliche Kundgel den Gemeindefreiheiten die Thore weit öffnen. darauf, daß die Regierung uns in der Erfüllung gaben beistehen und den Gemeinden die Freiheiten deren fie noch entdebren und die fie berechtigt Republik zu ermatten." Herr Carnot verzog bei dir mit dem Zaunpfahl keine Miene und erwidette kühl Paris könne seiner Hingebung sicher sein. Als er saal betrat, begrüßte ihn der tausendfache Ruf: Republik!" 4 Holland.... Der Aufstand auf I a v a ist noch nicht Wenn sind, so erst einem Schle vergleichbar, herau'steigt. den Scheit« Dichte, schp Gähiung bi den mittlere cobachter ingen wer ächlige W ändern gv hinter dust, reichen diese !und gewähr änastigent Die Unruhen dauern fott. Die holländische Regiert den Ei jedoch, daß dieselben keine größere Ausdehnung steigt fix 121 werden. Italie«., Nach einer Meldung ver„Agenzia Stefani" an» v ah fährt General Baldissera fort, gegen diejenigen welche die Zahlung der Munizipalsteuern verwr Zwangsmaßregeln vorzugehen. Ein Gneche, namen» Mitglied des Zioilgenchts, wurde ausgewiesen, weil n züglichen Anordnungen des Generals nicht nachkai»- Gnechen haben die verlangten Steuern bezahlt. N«ßla«d. In Rußland ist. die Zulassung von Personen� Geschlechts zur Ausübung des pharm« Berufs durch neuerlichen Erlaß des Medizinall dekretitt worden. Danach ist Mädchen und Frauen dem Kursus der 4 unteren Klassen der männliches entsprechende Prüfung bestanden und überdies( über genügende Kenntniß der lateinischen Sprache der Einttitt in Apotheken als Schülennnen gestatten rinnen haben nur eine entsprechende Prüfung im bestehen.'Nach Beendigung der praktischen Lehn weiblichen Lehrlinge die Avothekergehilfen und P bei der medizinischen Fakultät einer Unioerfität militär-medizinischen Akademie in St. Petersburg fich hierzu auf privatem Wege vorbereiten, zu est. 24 Juni If Höhe von 3 der andere: rckliefen, 7000 Meter ekauptung eseben, unt f Täuschu Die Fr« andrücke I indet, läßt shalb eini chfischen Ii rcn Verm: verholt r 826 auf d< len gleick Iben befinl n Schwel hat liegen! öhe sahen, ic de Äal codäten e fallen. Der nein Pfahl ieses Pfahl „,. �■livllf qM''r I" V* Prioatkurse eingerichtet werden sollen. Apotheken, nannten au Lehrlinge aufnehmen, dürfen nicht gleichzettig mow�richtcte fich linge beschäftigen. iKopfdedcckui Kalka« lauder. Es verlautet, der„Voss. Ztg." zufolge, Königin. �@ von Serbien beabfichttge, ihren ständigen AufenthA', � oder Semlin(in Ungarn dicht an der serbischen Tunnela« 1 nehmen, um ihrem Sohne näher zu sein. In der Königin heißt es, der dicke Milan wolle die ehelichen. Auch aus Wiesbaden wurde darüber richtet; doch bestehen erhebliche Bedenken gegen des Königs Milan, da derselbe mtt der Fürstin verwandt ist. Amerika., Aus Chicago, 18. Juli, meldet das* „Bei einer gestern hier vorgenommenen HaussU! ein Dutzend Dynamitbomben, ein Revolver und � gefunden und 3 Personen in Haft genommen.■ gäbe des Polizeikommiffärs Bonfield hätte Zeit eine Verschwörung bestanden, die gesteM« bruch kommen sollen. Gegen zwanzig von den. an dem Komplot hätten beabfichtigt, gestern Abe«� Häuser der Richter Gary und Grinnek und■ jüngsten Anarchistenprozesse betheiligten Personen � Nach anderweitigen Mittheilungen wäre die Z/e! richtssaales, anderer öffentlicher Gebäude und - Die Glaubwürdigkeit dieser Nachricht ist ß#?"st, jeden Zweifel ficher. Bestättgung bleibt abzuwar des;„Es dort meine meinen Ar halbe Stun bares Gewi nahen fettig selbst den e ter Dista est bin, hc Ich ein J> chraubchep achen fb „leich hat! inauf kröch :„Näht ,err Inge Pete imm :anden die «scheu un! orper, zu« l'ckte. ist d ist den Gi Verantwortlicher Redatteur: R. Crvnhcim in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierz« p t einen' dürste. m die an» auch die» DieGl-ds' rte, viel' ie sich �bittenu,' nicht Beilage zum Berliner Bolksblatt. 167, Donnerstag» den 19, Juli 1888. 5, Jahrg. ter oer M KeKanntmachung. Heber die Ausleaung der Wählerliste im VI. Reichstags- wtf Wahlkreise erläßt der Magistrat folgende Bekanntmachung: Nach Anordnung des Herrn Oberpräfidenten von Berlin e GnH#%nen die Wählerlisten zu der im VT. Berliner Wahlkreise für erlangen- � infolge von Geisteskrankbeil enlmündiaten Schrifrstekler Hasenclcver zu vollziekenden Ersatzwahl eines Abgeordneten zum �Reichstage vom 2. August d. I. ab, gemäß§ 8 des Wahl« ,ilHonen'J2fte|e�eg t)om g] Mai 1869, öffentlich zu jedermanns Einficht /�ausgelegt werden. . f. Infolge dessen machen wir unter Hinweis auf s 3 des �spiele w Wahlreglements vom 28. Mai 1870 hierdurch bekannt, daß die "to-N,»«fit den vorgedachten Wahlkreis— umfassend die Stadtbezirke Konige>»2,g big 278. 285 bis 826 und vom Stadtbezirk 282„Alerander "fer, Friedrich Karl Ufer und Fnvalidenstr. 80 bis 83"— aufstellten Wählerlisten acht Tage lang und zwar vom August d. I. ab a« de« Wochentag»«»on Uormittag» 9 bis Nachmittags 3 Uhr. am Konntage von Mormittags 11 bis Nach- j» mittag» 4 Uhr Kammer�in unferm Wahlbureau Königstr. 7, Hof rechts 8Treppen und gleichzeitig in der Turnhalle Devartlder 67. Gemeindeschule, Ackerstrahe S8 ausliegen & hie ae�werden. Wir machen hierbei besonders darauf aufmerksam, daß ein » oofirt)»Beder, der die Listen für unrichtig oder unvollständig hält, dies "� finnerhalb 8 Tagen nach dem Beginn der Auslegung derselben, also spätestens am 9. August ds. Js. bei uns schriftlich anzeigen oder in den vorbezeichneten Lokalen vor den von uns dazu ernannt m Kommiffarien zu Protokoll geben kann, die Beweismittel für seine Behauptungen aber, soweit dieselben nicht auf Notorietät beruhen, beibringen muß. Zur Begründung der beantragten ssiachtragung in die Wählerliste ist entweder der Miethskontrakt, die letzte Mieths- fteuerqutttung oder die polizeilich bescheinigte Anmeldung für die angegebene Wohnung vorzulegen. Hierbei wird bemerkt, daß die Aufstellung der Wählerlisten nach dem Wohnungsstande vom 20. Juni er. erfolgt ist und vre sertdem verzogenen Wähler ihr Wahlrecht nur in denjenigen Wahlbezirken ausüben können, in welchen fie bis zum 20. Juni v. I. gewohnt haben. rothwe ien, der! rage in ndersetzuA nzen zwisll :athung In »wer lchen die gegen 33 n. Für, orten. immen > ein g> er Ge oem fich der rete, nt der rlot,» j : Tasche/ tepublilL ssse die.. alten Ss Aamcn fit dieser ich der Kundge> ffnen. llung iheiten !>>«>»» lu?;5 Eewitier�llälen. Wenn die äußeren Verhältnisse der Beobachtung günstig find, so erkennt man das Herannahen eines Gewitters zuerst an einem Schleier von Zirruswolken, der grauweiß, einem Schirme vergleichbar, über den westlichen oder südwestlichen Horizont herau'stetgt. Langsam hebt er fich empor, überschreitet allmälig dm Scheitelpunkt und bedeckt endlich den ganzen Himmel. Dichte, schwere Haufenwolken folgen ihm. W'e in tiefer Gahiung begriffen, wälzen fie fich empor. Ihre Farbe ist in [den mittleren Theilen schieferblau bis violett und der erfahrene �Beobachter erkennt allein schon an ihr, was diese Wolken fingen werden. Bei schweren Gewittern ficht man häufig ächtige Wolken draperieförmig herabhängen, unten an den ändern grauweißlich, nach oben hin aber dunkel und dort . inter dufteren, geballten Massen verschwindend. Bisweilen reichen diese Wolkendraperien tief gegen den Erdboden hinab «ntckund gewähren dann einen besonders großartigen, für manchen nicht£> de ängstigenden Anblick. Die Höhe, in welcher Gewitterwolken Reg'tUvAAhxr den Erdboden dahinziehen, ist sehr verschieden, meist über- vehnung steigt fie 1200—1400 Meter. Bei einem Gewitter, das sich am i 24. Juni 1861 über Köln entlud, stürzten zwei Blitze aus einer >Höhe von 3100 Meter herab, der eine tödtete eine Person und der andere traf ein kleines Gebäude in der Nähe. Beide Blitze durchliefen, um ihr Ziel zu erreichen, einen Weg von mehr als 7000 Meter oder fast einer geographischen Meile. Die populären Behauptungen über Gewitter, die, von mäßig hohen Bergen cseben, unter dem Beobachter gewesen sein sollen, beruhen meist f Täuschung. Die Frage, wie es in einer Gewitterwolke aussteht, d. h. welch findrücke Jemand empfängt, der fich in einer Gewitterwolke de- indet, läßt fich nur erfahrungsgemäß beantworten. Ich werde >cshalb einige hierher gehöiiae Beispiele mittheilen. Die fran- öfischen Jngenimroffiziere Peytier und tzossard wurden bei rcn Vermeffunasarbeiten aus den Hochgipfeln der Pyrenäen iederholt von Gewttterwolken eingeschloffen. So am 9. August 826 auf dem Gebirge von Troumouse. Das Zelt schien bis- »eclen gleichsam in Flammen zu stehen und ein außerhalb des- Iben befindliches Gewehr zeigte am folgenden Tage Spuren »n Schmelzung am Ende des Laufes. Die Bewohner der im hal liegenden Ortschaft, welche das schwere Gewitter um die öhe sahen, hielten die beiden Offiziere für verloren. Auf dem fie de Baletous, in 10000 Fuß Höhe, wurden die beiden eodäten ebenfalls von einem äußerst heftigen Gewitter über- 'allen. Der Blitz traf ein Rebhuhn, welches vor dem Zelte an ani" aus fiejenigen n vertff ' nam«», en, weil j1 nachkai»' chlt. Personen irmate zizinal' Frauen, i& Sprache je stattet. :rsburg rQ einem Pfahl aufgehängt war, auch zeigte sich später das Ende , zu we� dieses Pfahls verkohlt. Bei einem Gewitter, welches die Ge- >theken, nannten auf dem Pic d'Anie in 8000 Fuß Höhe erlebten, fitig richtete � ihr Haupthaar empor, ebenso die Quasten der i Kopfbedeckungen unv man vernahm ein Zischen an den hervor- stehenden Körpettheilen. Diese letztere Erscheinung wird auch "'?0.n andern Beobachtern erwähnt, die sich in oder äußerst nahe it�ühali! TOl,ei.ner Gewitterwolke befanden. So berichtet Hr. Ingenieur f(ufAeit*? pte', der fich behufs Winkelmessungen zur Bestimmung der serbisch Tunnelare des Gotthard auf dem Mont Prosa befand, folgen- ,*.-tW hmV~ j ro?t am Donnerstag, den 5. August 1869, als ich [e die F 1 dent mestw erste Station machte. Ich war schon ziemlich mit ;„Näht mir doch de Käfer furt, erhielt aber zur Antwort: err Jngenör, i gseh' nüt, ihr heit nut da hinden." Ich ar- .tete immer noch fort, wie ich aber wiederum mit beiden anoen die Kreise anfasse, um fie zu drehen, höre ich ein lautes sschen und fühle dabei einen merklichen schlag in meinem orper, zugleich sträubten fich meine ganzen Haare unter der Venen Beobachtungsmütze straff in die Höhe, während das je Instrument wahrhaft zu fingen anfing. Wie ich auf- «te, ist das schwarze Gewölk schon über uns und berührte den Gipfel. Jetzt wird mir alles klar: die schon oft vom das HaussU! r und' imen. e s-hon stern/ n den :n Ad-! nd--n m jzu Katheder herab angehörte Aussttömung der Clettnzttat aus Spitzen empfanden wir im höchsten Grade an uns selber, wir waren in einem furchtbaren Gewitter auf einem isolirten Gipfel, 50 Pfd. Metall in der Hand! So schnell habe ich trotz aller komplizitten Einrichtung wohl noch nie mein Instrument in sein Gehäuse wieder eingepackt, wohl keine halbe Minute verging darüber. Die Mctallplattcn, auf die ich dasselbe zur Schonung der Fußschrauben stelle, wurden vergessen, die Bergstöcke trugen, da es unterdeß ganz finster wurde, wahre Lichtbündel auf dem nach oben gekehrten Ende. Etwas vom Gipfel herab hörte das Phänomen auf, um an einer zwetten Stelle noch einmal in geschwächtem Maße wiederzukehrm. Ich wäre vielleicht nicht so auf den Tod erschrocken, als ich unsere Situation erkannte, hätte ich nicht im Frühjahr im Jura Herrn Oberst Buchwalder gesprochen, dessen trauriges Schicksal auf dem Säntis vielfach bekannt ist. Mit jugendlichem Feuer und todt neben ihm geblieben, er selbst aber zettlebens auf der einen Seite gelähmt worden und unter beständiger Todesangst auf allen Vieren kriechend zur nächsten stundenweit entfernten mensch- lichen Wohnung fich habe fortschleppen müssen." Die erste Entstehung eines Wärmegewitters wurde vor einer Reihe von Jahren zufällig von mehreren Personen auf der Schneekoppe beobachtet. Dieselben waren an einem prachtvollen Julitage Stachmittags bei völlig wolkenfreiem Himmel auf dem Kamme angelangt und hatten fich in 1391 Meter Seehöhe am oberen Rande des großen Teiches gelagert, dessen ausgedehnter Wasserspiegel 173 Meter tiefer liegt. Plötzlich, gegen 4* Uhr, sah Oer bis dahin völlig klare Teich aus, als wenn fich ein schwacher Nebel über seine Fläche lege. Nach Verlaus einer Viertelstunde schien dieser Nebel etwas gestiegen und über das entgegengesetzte Ufer hinausgegangen zu sein. Dann wurde er dichter, versperrte aber zunächst noch nicht die Fernficht ins weite Thal. Die Beobachter schlugen die Richtung nach der Koppe längs des Kammes ein. Nach einer halben Stunde hatte indessen der Nebel die Kesselwand überschritten und die Wan- derer völlig eingehüllt. Bis dahin herrschte Windsttlle, nun- mehr erhob fich aber ein heftiger Sturm und innerhalb des Nebels ließ fich schwach rollender, anhaltender Donner verneh- men. Blitze waren zunächst nicht fichtbar; nach zehn Minuten zeigten fich auch diese, und zwar einzelne, von starkem Donner begleitet, in nächster Nähe, das ganze Gewölk erleuchtend. Gleichzeitig begann starker Regen einzusetzen und die Temperatur sank erheblich, während es sehr dunkel ward. Die Beobachter hielten es für gerathcn, fich in der Nähe des Keinen Teiches hinzulegen. Hier sahen fie eine Viertelstunde lang Blitz auf Blitz in allen Richtungen, schräg, aufwärts und wagerecht vor- beifahren, jeder gefolgt von kurzem im gleichem Augenblick er- tönenden Knalle. Auch aus dem Teichschlunde sprangen Blitze nach oben. Dann war die Gewitterwolke fortgezogen und trieb auf dem Kamme hin der Koppe zu, so daß die Beobachter, unter heiterm Himmel, dem bereits schwächer gewordenen Gewitter nachgingen. Als fie auf die Koppe kamen, war Alles klar und nur m der Ferne zeigte fich noch die Wolke in der Richtung gegen Böhmen bin. Nach den Mitthcilungen von Prof. Reimann bemerkt man auf der Schneekoppe sehr häufig eigenthümliche Erscheinungen, wenn dieselbe von einer Gewitterwolke eingehüllt ist. Der aus der Baude ins Freie Tretende steht dann im Dunkeln seinen ganzen Körper von einem Heiligenschein umgeben und überall, wohin er nur greift oder seine Finger ausstreckt, zucken lautlose Strahlen auf. Zuweilen ist es auch, als ob etwas von d-r Erde in die Höhe ginge mit zischendem Geräusch, wie kaltes Wasser erzeugt, das auf eine heiße Platte gegossen wird. Doch ist in diesem Falle auch bei völliger Dunkelheit nichts von Licht- crscheinungen fichtbar. Der Beobachter Pohl auf der Koppe hat aber zu solchen Zeiten niemals eigentliche Blitze wahrnehmen können und stets den Donner nur aus der Ferne gehört, jeden- falls, wie Pros. Reimann sehr richtig bemerkt, weil der der Koppe aufliegende Theil der Gewitterwolke seinen Hauptausgleich direkt durch Berührung mit dem Kegel und den auf ihm bc- findlichen Gegenständen, insbesondere den Blitzableitern, vollzieht. Blitze von unten herauf haben bisher noch niemals in die auf der Koppe stehenden Gebäude, die steinerne Kapelle und die beiden hölzernen Gasthäuser, die sogenannte preußische und böhmische Baude, eingeschlagen. Dagegen find diese Häuser bezw. ihre Blitzableiter häufig von Blitzen aus Wolken, die über der Koppe schwebten, getroffen worden. In den Morgen- stunden des 16. August 1834 traf ein Blitz die Kapelle und zertrümmerte in derselben ein dort hängendes Barometer. Auch wurde im Juli 1838 ein Tourist, der, vom Regen durch- näßt, in der Kapelle Zuflucht gesucht hatte, daselbst vom Blitze getödtet. Die beiden Gasthäuser besitzen gute Blitzableiter; in die Auffangstangen derselben schlägt der Blitz sehr häufig, be- sonders in die der preußischen Baude, im Jahre 1883 sogar zehnmal. An den Kupferseilen finden fich oft Schmelzspuren, indem einzelne Drähte kleine Unterbrechungen und angeschmolzene Kügelchen zeigen. Ein starker Ausgleich findet bereits durch diese Ableiter statt, wenn das Gewitter noch in der Ferne ist, da man alsdann beim Berühren der Seile ein prickelndes Ge- fühl empfindet. Prof. Reimann berichtet auch, daß, wenn ein Gewitter im Dunkeln über die Koppe zieht, alsdann die aus- gleichende Wirkung der Blitzableiter stets in Lichtbüscheln ficht- bar wird. Dieselben bilden fich an den Spitzen der höchsten Auffangstangen sowohl der böhmischen als der preußischen Baude, während die übrigen niedrigern Spitzen nicht zu leuchten pflegen. Dieses Leuchten dauert meist so lange, als das Gewitter über der Koppe steht.(K. Z.) z»ti»lr«. Au» der Prarl» der Unfalluerstcherung. Der Standpunkt der„Baugewerkszeitung" den Bauarbeitern gegen- über ist zur Genüge bekannt, als daß derselbe hrer erst erörtert zu werden brauchte. Die Bauarbeiter wissen sehr wohl, was fie von vielem„Fachblatte" zu halten und zu erwarten haben. Be- sondere Würdigung verdient aber dennoch ein Arttkel, den das edle innungsmeisterliche Organ über die angebliche„Ausbeutung :®|J Ä-ÄÄ K stalten find auch die Berufsgenossenschaften als gesetzliche Ein- richtungen zur Versorgung der von Unfällen bettoffenen Artetter der Gefahr ausgesetzt. Opfer des Betrugs zu werden. Schon bei Berathuna des Unfallgesetzes hat man fi» nicht verhehlt. daß ehrlose Vcrstcherte Erwerbsunfähigkeit in Folge Unfalls er- heucheln(stmuliren) könnten, um sich durch Vorspiegelung falscher Tbatsachen oder durch Uebertreibung der Unglucksfolgen eine unrechtmäßige oder übergroße Rente zu sichern. Diese Be- ajarajasaaK IääSä» Äffi!* Ä5 dem Verbandstage der deutschen Bemfsgenoffenschaften, welcher am 7. Mai d. I. zu Köln stattfand, als eine unerfreuliche That« fache festgestellt werden... Was ist nun aber zu thun zur Abwehr bezw. Verminderung dieses Uebels der Simulation? Diese Frage ist schwer zu entscheiden, doch wurden auf dem vorgedachten Verbandstage als die wirksamsten Mittel bezeichnet: scharfe Kontrole, Ueberweisung der Simulanten in ein Kranken- kaus mit strammer Disziplin und energische Verfolgung der Entlarvten wegen Betruges bezw. Betrugsversuchs... Nun sollte man meinen, daß die Aerzte die geborenen Bekämpfer der Simulation sein müßten. Die von den Bemfsgenossenschaften gesammelten Erfahrungen ergaben aber klar und deut» lich, daß viele Aerzte den Anforderungen, welche die neuen sozialpolttischcn Einrichtungen an fie stellen, nicht ent« sprechen. Diesen Eindruck muß man schon gewinnen, wenn man hört, daß ein Arzt einen Mann für völlig erwerbsunfähig erklärt, welchem einige Finger der rechten Hand steif geblieben find. Man kann sich auch ferner des Eindrucks nicht erwehren, daß in vielen Kreisen die Anschauung verbreitet ist, man brauche es mit einer derartigen öffentlichen Einnchtung nicht so genau zu nehmen, wie mit einer Privatkasse. Dies ist eine gefährliche Venrrung. Die belasteten Unternehmer haben auch ihre Rechte und die„Erschwindelung" von Entschäoigungsrenten ist ein ebenso„gemeiner Betrug", wie wenn Jemand eine Privatperson durch schändliche Handlungsweise zu seinem eigenen Vortheil an ihrem Vermögen schädigt. Außerdem fällt als ein erschwerender Umstand ins Gewicht, daß der Simulant eine„gemeinnützige" Einrichtung schädigt und gefährdet. Mögen fich darum alle gut und edel denkenden Menschen, seien fie nun Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, angelegen sein lassen, zur Entlarvung der betrügerischen Simulanten nach Kräften beizutragen— mit Vorficht, aber jedenfalls ohne Schonung aus falscher Gut- müthigkeit. Das Allgemeinwohl, die gute Sache und das Recht erfordern dies.— Die„Baugewerls Zeitung", welche fich hier zum Sprachrohr der Berufsgenossenschasten im allgemeinen aufwirft, macht ihre Ausführungen hauptsächlich doch wohl zu Nutz und Frommen der Baugcwerks Bemfsgenoffenschaften. Es möge deshalb ein Fall aus derer eigenen Praxis hier Platz finden, welcher dem Schreiber dieses gerade zur Hand ist und der wohl geeignet erscheint, eine paffende Illustration zu den Auslassungen des edlen Jnnungsorganes abzugeben. Der Kutscher Kreyer wurde am 5. Juni 1886 im Betriebe des Maurermeisters Ecke, als er mit einer Fuhre Steine von dem Grundstück Koppenstraße 57 fuhr, durch dieses Fuhrwerk überfahren und hat komplizirte Brüche des linken Unterschenkels, des linken Ellen- bogens und mehrerer Rippen davongetragen. In dem ärztlichen Gutachten des Dr. Gollbiewski vom 13. August 1887 wird Kreyer für dauernd erwerbsunfähig, aber nur im Grade von höchstens 60 pCt.(!) dargestellt. Um eine klare Vorstellung zu gewinnen, erscheint es erforderlich, einen Theil des ärztlichen Gutachtens hier folgen zu lassen. In demselben heißt es: . Der linke Unterschenkel habe eine Oförmige Gestalt, der sei durch Kontrattion(Zusammenziehung, Verkürzung) der Achillessehne in eine mit der Spitze stark nach unten stehende Lage gebracht, die große Zehe dieses Fußes stehe abnorm tief und außerdem seien auch die Muskeln des Unterschenkels tief« gradig geschwunden und daher das ganze Bein bedeutend ge- schwächt, so daß der Verunglückte einen bis nach dem Ober- schenket reichenden Schienenstutzapparat trage und fich außerdem zum Fortbewegen einer Krücke bedienen müsse; das linke Ellen« dogengelenk sei zum großen Theile resezirt(ausgeschnitten, Knochensplitter herausgenommen) und daher steif, infolge dessen ist der linke Arm mit einer dauernden Schwäche behaftet. Hierzu gesellen fich noch einige Rippen brüche, und nun vergegen- wartige man fich diese Jammergestalt, diesen elenden Krüppel und bedenke, daß diesem ärztlicherseits noch 40 pCt. Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zugesprochen wurden!! Ein derartiges„Ent- sprechen der Anforderungen", wie die„Baugew.-Ztg." fich aus- drückt,„welche die neuen sozialpolitischen Einrichtungen an die Aerzte stellen", schien augenscheinlich selbst dem zuständigen Vorstande der Nordöillichen Baugcwerks- Berufsgenoffenschaft etwas zu„happig" zu sein, denn derselbe ging aus eigenem An- triebe über das Gutachten des Arztes hinaus und setzte die Rente auf 80 Prozent der vollen Rente— 52,75 M. monatlich unter Zugrundelegung eines Jahresarbeitsverdienstes von 1186 M. fest. Kreyer legte aber hiergegen Berufung ein mit dem Antrage, ihm die Vollrente zu gewähren, welche ja auch gesetzlich beschränkt ist. Das Schiedsgericht trat zwar nicht ganz seinem Antrage bei, verurtheilte aber dir Berufsgenoffenschaft, an Kläger vom 17. September 1887 an eine Rente von 62,55 M. monatlich, und zwar die rückständigen Raten sofort, die laufenden monatlich, im Voraus zu zahlen. Zur Begründung dieser Entscheidung führt das Schiedsgericht folgendes an:„Die ärztlichen Atteste vom 13. August und 14. Oktober 1887(letzteres ein vom Kläger bei der eingelegten Berufung beigebrachtes Physskatsattest) stimmen im Wesentlichen überein, nämlich darin, daß der Kläger des Gebrauchs sowohl des linken Armes als auch des linken Beines beraubt ist. Der Augenschein hat dies völlig bestätigt. Der Kläger, ein im Uebrigen sehr starker und gesunder Mann von 30 Jahren, kann fich nur mühsam an der Krücke fortbe- wegen; das Gehen auf dem völlig verbogenen, nur durch einen Apparat künstlich gehaltenen Beine fällt ihm augenscheinlich viel schwerer, als es solchen zu fallen pflegt, welchen eines ihrer Beine abgenommen und durch einen Stelzfuß ersetzt worden ist. Der linke Arm ist steif, die Hand ohne jede Kraft und der Kläger kann die letztere höchstens noch dazu be- nutzen, um die rechte Hand bei ihren Verrichtungen in geringfügigem Maße zu unterstützen. Auf diese Weise sowohl im Gehen als auch im Gebrauch der Arme und Hände auf's Aeußerste beeinträchtigt, wird der Kläger keinerlei regelmäßige Erwerbsfähigkeit mehr üben können. Die ihm noch verbliebene Arbeitskraft beschräntt sich lediglich darauf, daß er bei fich bietender Gelegenheit geringe Handleistungen, etwa zur Unterstützung der Arbeit Anderer, und zwar nur solche Handreichungen, die im Sitzen mit der rechten Hand allein auszuführen find, zu verrichten vermöchte. Die Gelegenheit zu solcher Arbeit ist schwer zu finden, der Lohn dafür gering. Daher hat das Schiedsgericht die dem Kläger verbliebene Er- werbsfähigkeit zwar nicht gänzlich unberücksichtigt gelassen, ober auch nicht höher als auf 5 pCt. der vollen Arbeitskraft geschätzt, und es mußte somit dem Kläger gemäß§ 5 Abs. 6 snb d U. V-G. eine Rente von 95 pCt. Oer vollen Rente zugesprochen werden."— Es soll hier keinerlei Kritik an dem gefällten Ur» theile geübt werten, wiewohl es dem beschräntten Unterthanen- verstände nack der vorgeführten Begründung schwer fallen muß» wie im vorliegenden Falle überhauvt noch von Arbeits- und Erwerbsfähiakeit gesprochen werden kann. Betrachtet man fich aber die drei verschiedenen Ansichten des Arztes, des Berufsge- noffenschaftsvorstandes und des Schiedsgerichts über den Grad der noch vorhandenen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, welcher von bestimmendem Einflüsse auf die Höhe der Unfallrente ist, so kann man fich, um mit der„Baug.-Ztg." zu reden,„des Eindrucks nicht erwehren", daß, sofern Fälle von Simulation vorkommen sollten, diese auf das einseitige berufsgenossenschaftliche Bestreben, im Interesse des genossenschaftlichen Geldsackes denÄrbei- lern die Unfallrente nach Möglichkeit zu beschneiden, zurückzuführen ist. Die verunglückten Arbeiter haben die Unfallrenten als Ent- schädigungen gesetzlich zu beanspruchen. Durch die höchste gesetz- lich zulässige Unfallrcnte, welche ein in seiner Gesundheit völlig ruimrtcr oder zum völligen Krüppel gewordener Arbeiter beziehen kann, wird derselbe noch lange nicht entschädigt für seinen in gesunden Tagen erzielten Arbeitsverdienst und hat neben der schweren körperlichen rcsp. geistigen Schädigung auch noch ma- seriellen Schaden. Wenn hierzu nun noch das berufsgenoffen- schaftliche Bestreben tritt, die Unfallrenten so niedrig als nur immer möglich zu normiren, so kann man sich wahrlich nicht wundern, wenn Fälle von Simulationen vorkommen. Zur Ver« mcidung dieser erscheinen aber die vorgeschlagenen, eben ange- führten Mittel durchaus ungeeignet. Viel richtiger und wirk- samer würde es sein, wenn eine andere berufsgenossenschaftliche Praxis Platz griffe, wenn Gerechtigkeit und Humanität, nicht aber einseitige, kapitalistische Interessen maßgebend wären, wenn nicht lediglich der Buchstabe, sondern der Geist des Unfallver- ficherungsgesetzes erfüllt würde. Das Allgemeinwohl, die gute Sache und das Recht erfordern dies, so rufen auch wir! Die„Leipzigee Zeitung"» das amtliche Organ der sächsischen Regierung, bat auch der Brochüre des Herrn v. Bergmann und Genossen gegen den„englischen Spezialisten" so viel entnommen, daß Mackcnzie Schuld sei an dem frühen Tod des vorigen Kaisers, und— gleich den übrigen Kartell- dlältern— erklärt die„Leipziger Zeitung" pathetisch, daß jeder ehrliche deutsche Mann den fremdländischen Charlatan Haffen müsse, weil derselbe an dem frühen Tod des so heiß- geliebten Monarchen Schuld sei. Ohne Zweifel um ihre heiße Liebe zu dem verstorbenen Kaiser zu beweisen, druckte die „Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen Regie- rung— was wir bei dieser Gelegenheit ausdrücklich wieder- holen— den berüchtigten Artikel des preußischen Hof- pamphletisten T r e i t s ch k e aus den„preußischen Jahrbüchem" zweimal ad, einmal rm Auszug und hernach vollständig, damit die Leser doch ja erführen, daß die Regierung Friedrichs III. eine„traurige Episode vaterländi- scher Geschichte" war. Also Haß gegen Mackenzie, weil dieser eine„traurige Episode vaterländischer Geschichte" abgekürzt hat!„Erkläre mir, Graf Oerindur, diesm Zwie> spall der Wut!" Ehe wir das Thema verlassen, sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß sämmtliche Kartellblätter, die jetzt Mackenzie vorwerfen, daß er das Leben des Kaisers Friedrich verkürzt habe, im vorigen Winter und Frühjahr unablässig behauptet hatten, der Kranke sei nicht zu retten, und wer von der Möglichkeit der R'ttung rede, sei ein Reichs- seind. Nun— wer nicht ganz denkunfähig ist, durchschaut die Flausen; und daß die Urheber der„Kraftproben" und„Kaiser- h-tzen" über die„A b k ü r z u n g" der„traurigen Episode" be- trübt seien, das glaubt ihnen kein Mensch. Und sie selbst würden wohl sehr erstaunt sein, wenn Jemand so dumm wäre, es ihnen zu glauben. Deder die anffällige Kalte im Juli liegt jetzt eine wissenschaftliche Erklärung eines der bedeutendsten englischen Meteorologen vor. Prof. Archibald in London schreibt nämlich die außergewöhnliche Kälte und Nässe der letzten Wochen dem Zuströmen des Nordpoleises in die isländische See zu. Es ist seltsam, daß die englische Witterung im Sommer vom Polar- meere, im Winter meist vom mittleren Theile des Atlantischen Ozeans abhängig ist. Das Wetter der letzteren Zeit wurde durch die Attionszentren, wie der französische Meteorologe Tefference de Bort sie benannt hat, bestimmt. Diese Zentren bilden die Mittelpuntte großer zyllonischer und antizyklonischer Systeme, um welche sich die kleinen Depressionen drehen, von welchen das Wetter abhängig ist. Die Lage dieser Zentren zu gewissen Zeiten des Jahres de- stimmt die Witterung der Jahreszett im Allgemeinen. In Indien kann man den Charatter des Monsuns aus der Lage der vergleichsweisen einfachen Attionszentren bei seinem Beginne voraussagen. In England ist die Sache schwieriger wegen der großen Anzahl und Verschiedenartigkeit der kleinen Depressionen oder Zyklone, welche zu uns von mehr als einem Attionssystem gelangen. Das Sommerwetter wird rcgulirt von einem großen Anti» Zyklon im nördlichen Theil des Atlantischen Ozeans. Normal hätte England sonach Nordwestwinde und leichte Depressionen mit Regen, wenig Wind und in den Zwischenräumen schönes heißes Wetter. Die gegenwärtige Kälte und Nässe scheint dadurch veranlaßt zu werden, daß dieser Anti-Zyklon sich nördlicher als sonst ausgedehnt hat, so daß die kleineren Zyklone zu uns kommen aus weiter nördlich gelegenen Gegenden als sonst Dadurch werden die Winde kälter und wenn der korre- spondirende große Zyklon der Nordsee und Europas sich auch mehr entwickelt, als gewöhnlich, so haben wir viel Regen. Der Grund, weshalb diese großen Systeme in der einen Jahreszeit diese, in der anderen Jahreszeit jene Stellung einnehmen, rst ern Problem, welches noch seiner Lösung harrt. Dii dem beständigen Degen, wie er in diesem Jahre die Erde überschwemmt, erscheint es nicht uninteressant, einmal Umschau zu halten, wie man nach dem Ausspruche der verschiedenen Völkerschaften über das Wetter denkt. Vor allem muß man da den Landmann hören, welcher bei seiner Ver« trautheit mit der Natur manche wcrthvolle Beobachtung über die Zeit, wann der Regen einzutreffen pflegt, und den Nutzen oder Schaden, welchen er im Gefolge hat, aufstellen konnte. Einen solchen Propheten erblickt er in vielen Thieren seines Hauses und Hofes oder der umgrenzenden Gemarkung. Wenn er den Raben krächzen oder die Kröte schreien hört, giebt es gewiß Regen. Ebenso wenn sich die Taube badet, die Henne Gras frißt und die Gans auf einem Fuße steht. Ein hübscher Vers unserer Altvordern, welcher sich auf eben diese Rcgengabe bezieht, lautet:„Wenn die Laubfrösche knarren— Magst Du auf Regen harren." In Westfalen sagt man:„Wenn die Schnecke ein grünes Blatt mittührt— Es gewiß gutes Wetter wird— Beladet sie sich mit Grund— Thut sie starken Regen kund." Wir in der Stadt müssen allerdings mehr oder weniger auf solche Vorzeichen verzichten, dafür hat uns aber die fortschreitende Wissenschaft andere Mittel an die Hand gegeben, welche uns in die Möglichkeit versetzen, über einen Wechsel der Witterung im Voraus unterrichtet zu sein. Andere Sinnsprüche lauten: „Der Regen ist der Gemahl der Erde", oder �„Regen und Besuch find gut, wenn sie nicht ungelegen kommen". Für wenig zuträglich hält man es, wenn Regen bei Sonnenschein einKitt; „dann schlägt der Teufel seine Großmutter: er lacht, und sie weint". Dagegen sollen nach der Meinung des Landmannes Serade bei dieser Gelegenheit die Schwämme am besten gedeihen. überhaupt find ja die Wünsche in Betreff des Regens so ver- schieden wie nur möglich. Der Eine wünscht ihn herbei, der Andere dahin, wo der Pfeffer wäckst. Nur in diesem Jahre einen sich wohl die Ansichten aller dahin, daß ihn endlich einmal blauer Himmel und Sonnenschein ablösen möge. Ein Mittel dagegen aber giebt es leider ebenso wenig, wie eine sichere Prophezeiung; die wissenschaftlichen Errungenschaften der Meteorologie lassen vorläufig noch immer ebenso häufig im Stich, wie die attigen Merkoerslein unserer Vorfahren. Sicher ist im Grunde nur eine: »Ja, liebe Frau Bas', Wenn es regnet, wird man naß Wenn es schneit, so wird man weiß, Und wenn's gesriett, so giebt es Eis!"... Di» alte Lohmühl» am vchlefischen Busch, von welcher der dort vorüberführendc Weg seinen Namen führt, wird gegenwärtig abgebrochen und mit ihr verliert die dortige Gegend ihr charakteristisches Gepräge. Sert länger als 50 Jahren hat die Mühle schon nicht mehr zum Mahlen von Lohe, sondern von Getreide gedient, Koydem behielt sie ihren alten Namen bei. Damals wurde ein Umbau der Mühle nöthig, da es bereits anfiog, an dem nöthigen freien Luftzuge für ihre Thättgkeit in- olge der Vergrößerung der Stadt zu fehlen. Die Mühle wurde in den dreißiger Jahren auf einem etwa 10 Meter hohen steinemen Unterbau, der zu einem Mehlspeicher hergerichtet wurde, neu aufgebaut. Das damals zum Neubau verwendete Holz muß von vorzüglicher Qualität gewesen sein, denn noch heute find die Balken und das eichene Bretterwcrk in der so- genannten Haube der Mühle von seltener Festigkeit, so daß die Mühle zum Zwecke der Wiederaufstellung erworben wurde; sie wird ihre Thätigkeit demnächst auf der freien Feldebene hinter Mariendorf fortsetzen. Mit besonderen Schwiengkeiten war die Abnahme der großen eisernen Welle verknüpft, welche von den § lügeln in Bewegung gesetzt wird und welche mit der zum insetzen der Flügel dienenden Eisenkonstruktion ein Gewicht von 130 Zentnern hat. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln konnte doch nickt verhindert werden, daß beim Abnehmen dieses Eisen- stückes dasselbe sich tief in den Boden bohrte. Augenblicklich steht nur noch das Balkengerüst der Mühle: auch dies wird in wenigen Wochen verschwunden sein; dagegen wird der Mehl- speicher ein neues Dach erhallen und ferner als Speicher benutzt werden. Das Mühlengrundstück ist Eigenthum der Stadt- gemeinde Berlin, welche es wegen seiner vortheilhasten Lage am Schifffahrtskanal erwarb. Der Mühlenbetrieb war aber Kotz der Erhöhung des Mühlengebäudcs nicht mehr weiter aus- zufuhren. Die Gegend ist bis dicht an den Kanal mit vier- stöckigen Gebäuden desetzt und der emporwachsende Treptower Park fängt auch von der Ostsctte her den Wind ab. Unter diesen Umständen sah sich der Magistrat veranlaßt, die Mühle zum Abbruch zu verkaufen. Das geräumige Terrain wird schon längst als Stätteplatz von den Schiffern benutzt; gegenwärtig lagern bedeutende Vorräthe von Mauersteinen dort. Ein»» recht interessant»» Beitrag?«m Kapitel der Lehrlingsfrage liefert, so schreibt die„Volks-Ztg.", der Ge- schäftsdenckt des Gewerlvereins der Porzellan- u. s. w. Arbeiter. Nachdem derselbe eine ungeheure Schleuderproduttion in der genannten Branche konstatirt und die Schäden klargelegt hat, welche dieselbe speziell auch den Arbeitem bringt, führt der Be- richt weiter aus:„Mit der Schleuderproduttion Hano in Hand geht die Lchrlingsausbeutung, die gewissermaßen den Nährboden für die ersterc biidet. Daß in dieser Hinficht die gröblichsten Mißstände, insbesondere in einzelnen Bezirken innerhalb unserer Industrie bestehen, wird Ihnen bekannt sein, soweit die Maler in Betracht kommen, schon aus den vom Ortsverein der Por- zellan- und Glasmaler in Berlin gemachten, s. Z. veröffent- lichten Mittbeilungen. Aber es liegt auch in dieser Hinficht be- züglich der Dreher Vieles im Argen, und um nur einen, aller- dings wohl wahrscheinlich den krassesten, aber als wohlverbürgt geschilderten Fall herauszugreifen, sei Ihnen hier folgendes mit- gethettt, welches ein recht interessantes Bild davon giebt, wie an manchen Orten„produzirt" oder„fabrizirt" wird: Die Por- zellanfabrik zu Schedewitz bei Zwickau i. S. beschäftigte nach uns zugegangenen Mitteilungen noch Anfang dieses Jahres (also auch wohl jetzt noch): in der Dreherei: 40 Schulknaben im Alter von 12—14 Jahren, 44 Lehrlinge von 14—16 Jahren, 18 Lehrlinge von über 16 Jahren, 7 Mädchen von 14—16 Jahren, Mädchen von über 16 Jahren 3 und dazu 30 ausgelernte Dreher; in der Malerei: 51 Malerlehrlinge und 8 Maler mit dem„Obermalcr" zusammen. Diese Zahlen dürften deutlich genug für sich selber sprechen; sie zeigen, wie schwer es den soliden Arbcttgebern sein muß, mit solchen„Fabriken" in Konkurrenz zu treten, und sie legen ebenso deutlich klar, wie schwer auch das Interesse des Arbeiters da- durch geschädigt wird. Gegen solche Zustände anzukämpfen durch die thätige Mitwirkung aller unserer Genoffen, insbesondere aber durch eine völlig unabhängige Leitung an der Hauplstelle mit ausreichenden Verwaltungskräften, soll und muß für die Zukunft die Aufgabe unserer Organisation sein, mag dies auch mehr Zeit und mehr Opfer an Geld erfordern, als bisher." Jedenfalls liefern solche Zablen einen unwiderleglichen Beweis dafür, daß die Misöre im Gewerbe aus ganz anderen Ursachen stammt, als aus der angeblich mangelnden Befähigung des Einzelnen, und mit ganz anderen Mitteln bekämpft werden muß, als den Universalrezepten der Herren Ackermann, Kleist- Äetzow und Genoffen. Im Kqnaeinm kamen gestern mehrere cigcntbumliche Kisten aus Amerika an. Dieselben waren aus Latten zusammen- gesetzt und mit Seetang gefüllt. Und aus diesen entwickelten sich nach und nach 53 große Pfcttschwanzkrebse, welche alle die weite Reise gut überstanden hatten. Jetzt tummeln sich die un- gewöhnlich großen Burschen in dem großen Bassin gleich neben dem Ausgange. Der Tang ergab noch eine interessante Aus- beute an Muscheln. In de« kleinsten Hänfern KerUns gehören die in der Dresdenerstraße befindlichen Gebäude Nr. 108 bis 110; ebenso winzig war auch das Nebenhaus Nr. 107, welches jedoch vor einiger Zeit einem Prachtbau weichen mußte.— Die Gebäude, welche aus dem vorigen Jahrhundert stammen, besitzen nur ein Stockwerk in der Höhe von 3 Meter und das Dach zugerechnet find dieselben 7 Meter hoch. Noch niedriger ist ein Haus in der Gartenstraße zwischen Invaliden- und Elsafferstraße, welches einschließlich Dach nur 3� Meter hoch ist, und auf dessen Giebel ein 12jähriger Knabe bequem hinaufreichen kann; das Ge- bäude ist keineswegs so niedrig angelegt, sondern durch Aufschüttung der Gartenskaße so tief in den Erdboden hinein- geratk�n� � Kenia Kell von Kamerun veröffentlicht die „Krefeldcr Ztg." eine Postkarte des einzigen deutschen Lehrers in Kamerun, Herrn Christaller, aus welcher zu ersehen ist, daß man in Deutschland ganz falsche Begriffe vom„König Bell" hat. Zum besseren Vcrständniß der Karte, deren Inhalt wir weiter unten folgen lassen, sei bemerkt, daß ein Krefelder, Herr v. F., Herrn Christaller um eine Photographie der Söhne des Königs Bell ersucht und dafür anziehende bunte Kinderbilder für letztere übersandt hatte. Die Antwort des Herrn Cbristaller iautete:„Kamerun, 6. Mai 1888. Sehr geehrter Herr! Es herrschen ieider in Deutschland noch sehr sonderbare Ansichten über Kamerun. Dem Wunsche Ihrer Kleinen konnte ich nicht entsprechen. Bell ist gar kein König, noch weniger eine Majestät, sondern ein gewöhnlicher Händler, der lügt und stiehlt,„wenn nöthig", ebenso halbnackt geht wie die anderen und absolut keine Macht hat, nicht einmal die eines Dorfschulzen. Ich hatte nicht dlos zwei, sondern sieben Söhne von ihm zu unterrichten, denen bald neue folgen werden. Mehrere der Jungen habe ich aus der Schule werfen müssen, und zwar wegen Betrugs, Unsittlich- keit und Unbotmäßigkeit. Bilder von der Art, wie die über- sandten, würde ich überhaupt keinem geben. Photographien von ihnen? Da würden sie laut auflachen und fragen:„wer be- zahlt's?" Zudem ist gar kein Photogranh hier. Ueberdies stehe ich im Augenblick mit dem Mann(Bell) nicht sehr gut. Die Kameruner haben für gar nichls Sinn als Essen, Trinken, Handeln und ähnliches. Bilder, die etwas darstellen, würden bei meinen Schülern Anllang finden; für solche wäre dankbar Ihr ergebener Christaller. P. 8. Entschuldigen Sie die Kürze; ich baue und habe kaum eine Minute zur Erbolung. Die am meisten befahrene Pferdedahnstreck» ist, wie aus der letzten Monats-Slatistik der Gesellschaft hervorgeht, die Linie Gesundbrunnen-Kreuzberg. Stächst der Ringbahn, auf welcher im Monat Jum 1 143 483 Fahrgäste befördert wurden, folgt nach der Frequenzstärke sogleich die Strecke Gesundbrunnen- Kreuzberg mit 945 280 Personen. Auf keiner anderen Linie wird auch nur die Hälfte dieser Verkehrsziffer erreicht. Die Linie Demminerskaßc-Kreuzberg zählte 450 989 Fahrgäste, dann folgt die Strecke Zoologischer Garten- Görlitzer Bahnhof mit 445 907 und Schöneberg-Aleranderplatz mit 423 356 Personen. Lebhafte Linien find noch Zoologischer Garten-.Holzm��°ls � � mit 380 511, Schlefisches Thor-Lützowvlatz mit zi'ZK&Entzundungc litzer Bahnhof. Behrenstraßc mit 341 334, Moabit-ZB mit 302 970, Nollendorfplatz-Molkenmartt mit 3027# Bülo wstraße- Schlefisches Thor mtt 301 400 Fahrgästen. Verkehr von mehr als 200 000 Personen weisen 7 Liviei solchen über 100 000 Personen 8 Linien auf. Die. md rosenarti nicht selten der vorhe olizeiberiö während e «gen stand «gen erfaß: tende Verl \ der Nacht rdlung und vorkommen :es. Typhö !e mäßige{ Stadtrheile Zahl. 511), ist bei der Strecke Tegeler Chaussee-DallM�m haben � zeichnet. Die höchste Einnahme brachte die Ringbahn Marl. An zweiter Stelle folgt auch.die Strecke Gesundd» zergte einen Kreuzberg mit III 175 Mark, liebet 50000 Mark f Linien; dann kommt eine mit 45 465 Mark und mit je über 30000 Mark. Als ceternrn censeo m hierzu bemerken, daß im Publikum noch immer das der so beliebten Linie Moritzplatz-Alt- Moabit peinlich e wird und daß die Große Berliner Pferdeeisenbahn, od: die Akademische Kunstausstellung eröffnet ist, die dies! Wünsche Tausender noch immer ignorirt. Zeitnngvvernichtnng. Gestern Mittag zwischen �mdes Feu 12 Uhr hat die Berliner Kriminalpolizei II Zentner �schine. nahmte Zeitungen und Broschüren von fünf Beamte« Attiengesellschast für Pappmfabrikate, Pankstraße 46, übe lassen. Die Makulatur gelangte sofort zur Vernichtung.. Die erste Kpielkartenfabrift. Die Schafsle«»ckt trüb» Skatspieler, Sechsundsechsztger und wie sich sonst die w mit seine des edlen Kartenspiels eintheilen mögen, finden im gegenC Der letzt Jahre p: ächtige Gelegenheit, ein Jubiläum, nebst üiliff�wcihl er tri gaben, zu feiern. Im Jahre 1763, also vor 125 Jahre«, nsehnliche m Leipzig von Peter Friedrich Ulrich, in den vormalig» Ansehen zu stuben auf der Festung Plcißenburg. die erste Spielt� Die Braut angelegt. Sein N-chfolger wurde 1770, ebenfalls in dcrtdter wegen S bürg, Balthasar Gottlieb Beck, der die Fabrik 1779 in kftheilt wurde. denen Bär" übersiedelte. Beck fertigte 37 Sorten kehrte er so beschäftigte gegen 30 Leute. Die Fabrik hatte einen kß zu seinem Li Ruf und versorgte mtt ihren Karten das Land weu'n wurde ihm Leipziger Kreis hinaus. alle das Mal Ein ebenso kluger wie leichtsinniger H««',st aufgeben r Besitz einer Zahnärztin an der Ecke der Dresdener- und? ans Ziel. 0 skaße in Berlin. Derselbe versteht es, sich regelmW ibe einen Tu gegen 9 Uhr aus der Wohnung seiner Herrin Mädchen n. So wei ftung herbei t I erkannte Unter der «benfälsch nand Zwiebi sts I. aus de: es Leben hin _!orgens um 3 Uhr erscheint der Nachtschwärmer vor dem Hause, erwartet den Wächter und weiß duni desselben und Laufen nach der Hausthür seinen$ Einlaß auszudrücken. Der gutmüthige Wächter W ungefähr drei Wochen das Vergnügen, jeden „stillen Kunden", der von Abenteuern heimkehrt,„per Thür zu öffnen. Hat„Flick" sich dann an der Wol" Kratzen bemcrklich gemacht und Einlaß gefunden,.... sein Lager auf. Den Tag über ermüdet, erwacht er n?.,0", bereits Leben, wenn die Gaslaternen ihren gelblichen Sche� �r. Als er Straßen werfen. Fürwahr, ein leichtsinniger Bruder! Bettelns u, «miHBWßÖeW Kassel 26,4, jn Magdeburg 34,6, in� Stettin 28,6, p0(.n Landgeril 23,7, in Skaßburg 26,9, rn 31,6, in Nürnberg 22,4, Dresden 22, 7� in Leipzig 17,8, Metz 24,8, in davon w A�bum Mn zweifellos Stuttgart 17,6,( damals zuer! zu .CM3WW-»6, I,>11.11,0, m vsiiuiyuil 1 ruhe 20,1, in Braunschweig 24,2, in Hamburg 25 A 23,7, in Pest 32,4, in Prag 33,9, in Trieft 20,7,, 42,8, in Amsterdam 18,7, in Brüssel 27,0, in P? in Ln ung, die no ;en war, w al bei seinem Monaten, z tsbof erkan, Iwetee U leider Josef S «en. Beter« wurden. Ei Basel—, in London 14,7, in in Dublin 25" Stockholm 20,.,__________ in Warschau 27,2, in Odessa 36, i', in Rom 19,6, 26,6, in Venedig 22,2, in Alexandria 30,2. Fern«? vom 10. bis 16. Juni dieses Jahres: in?ieiv-N>� Philadelphia 18,1, in Baltimore 19,1, in Hol/""'' Bombay 22,8, in Madras 35,5.. wuivui. � Die Sterblichkeit hat in der Berichtswoche ssj v�Damenschneil größeren Städten Europas im Vergleich zur Norm l �mncbe An« nommen, doch übersteigt sie noch in vielen dersetv-' j Bemühung i male. Sehr gering(bis 15,0 pro Mille und JWgnur irgend in war die Sterblichkeit in Krefeld(11,1), Frankfurt& Hannover, Bremen, Rostock, Lüdeck, London. G 20,0 pr. M. u. I.) blieb die Sterblichkeit auch. Barmen, Stuttgart, Düsseldorf, Elberfeld, Amstert Glasgow, Liverpool, Edinburg und Christiania.' (etwas über 20,0 pr. M.) in Karlsruhe, Trieft, u. a. O. Hohe Sterblichkeitsziffem(über 35,0 pr.- aus keiner deutschen Stadt gemeldet.— Unter Ursachen waren es vornehmlich Darmkatarrhe und o vegeyei der Kinder, die in großer Zabl, wenn auch meist emjjl Frau Reimai als in der Vorwoche, zum Tode führten, so"T 1 gab ihm beir Berlin, München, Dresden, Hamburg, Breslau, WAFleichfallS ih bürg, Königsberg, Stettin, Wien, Paris, iStoffe erhalte St. Petersburg, Warschau, Odessa u. a.— geblieben seien, des Säuglingsalters an der Gcsammtsterblichlk'�mmen, stark allgemeinen, wenn auch noch immer ein Beweis aufm so doch ein kleinerer, als in der vora�Hnlich, denn i Woche. Von je 10 000 Lebenden starben, aufs Jo�ntefunden wort in Berlin 115, in München 168 Säuglinge."->�en, der übri zündungen der Athmunasorgane zeigten in ihrcw wenig Verändenmgen tm Vergleich zur Vorwoa»' haben die Jnfeltionskranlheiten meist weniger, und Diphtherie und in außerdeutschen Städten mehr Sterbefälle veranlaßt.— So haben Masern Berlin, Hamburg, Altona, Skaßburg, Wien, Paris- bürg ab- und nur in Prag und London etwas V auch neue Erkrankungen wurden meist weniger, ntss Steputat übi I Kleides unl fertigt sein i am Donne: >chen, ließ es heftig ien dann ver Steputat i id begehen nu bürg und St. Petersburg häufiger gemeldet.—*Stn' iT** N' fieber zeigte in Berlin, Danzig, London eine �en ist, derzwei zu vier Moni Ein jngeni er Person de önengericht a: ensjadr zurück ' stahls in sei je Gefängnis ;te, kehrte er in München, Prag, Kopenhagen und" St. Petersburg un"äglich�vo der durch dasselbe bedingten Todesfälle.— Die;.b vo an Diphtherie und Kroup war in Breslau und � de Uli f Ulm Jimuti mui in-uitaiuu u"-,umm. ta kleinere, in Hamburg, Dresden, Nürnberg. Braunst� a,™„«hn«en, St. Petersburg und Warschau etn«»ohn löste jedoch Berlin, London, Paris, Wien fast die gleiche wie woche. Neue Erkrankungen kamen aus Brs berg, Kopenhagen ist gesteigerter Zahl zur Typhöse Fieder führten in Berlin, Hamburg, mehr, in Königsberg. London, St. Petersburg Todesfälle herbei. Neue Erkrankungen waren St. Petersburg seltener, in Hamburg ein wenig � Flecktyphus kamen aus Magdeburg und EdindS° Prag 2 Todesfälle, aus Edinburg auch 1, aus 2 Erkrankungen zur Berichterstattung.— An ef nickstarre wurde nur 1 Todesfall(aus Prag) U bracht.— Der Keuchhusten hat in Paris und\ mehr Todesfälle, in Wien und Kopenhagen Erkrankungen hervorgerufen.— Rosenartige Em» Zellgewebes der Haut waren im Allgemeinen' Ursachen.— An Pocken, kamen aus den Vororten aus Graz und Odessa je 1, aus Pest 2, aus Petersburg je 3, aus Trieft 4, aus Paris 5, aue, Warschau 14 Todesfälle zur Meldung; neue Wien 2, aus Breslau 7, aus St. Petersburg Die santtären Verhällniffe in Berlin gwÄ Berichtswochc günstiger, doch blieb die gleich Hobe wie in der vorhergegangenen kühleren Temperatur der Luft, die in der N- oinK Katen Darmkatarrhe und Brechdurchfälle d�'� zum Vorschein und bedingten auch erheblich w n von diefex dieselbe bald :et gegen den chender Weise athene Knabe r Junge selbst ien und trieb on dem Gen! e bettelte. 0 it, in dem er chcn hatte, de ' bewenden, 20 Tagen be werden den Durch Wj, unschuldig Vi Julius Wi elns zu einer pruch erhoben NM meldeten Angeklagte w ach dem Ge! r Stunde !e, in Schweif ng vor, auf <169 gegen 216 der Vorwoche). Anthett des Säuglingsalters an Auch war der Gesaw" als in der vorhergegangenen Woche. Dagegen kamen ,»4?MEntzündungen der Athmungsorgane häufiger zur ärztlichen V?n�it-�vOl)lung und führten auch in größerer Zahl zum Tode.— +„ff �?Dorkommen der Infektionskrankheiten war meist em be- ,n cSkLfi»«), ktcs. Typhöse Fieber. Scharlach und Diphtherie bewirkten 7£im(r.ine mäßige Zahl von Erkrankungen und zeigten fich in nirf Tiie r.ii1 Stadtthcile in hervorragender Weise. Auch Erkrankungen TMllafasem haben in allen Stadttheilen abgenommen. Weitere , Wnnhnbrn- langen an Pocken kamen nicht zur Anzeige. Der Keuch- Lrf! rupfirnibii Zeigte einen milderen Verlauf. Erkrankungen im Wochen- ah q�f fraitfnd rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut SLf ,mh 8 9 nicht selten; rheumatische Beschwerden gelangten häufiger �carl uno. � vorhergegangenen Wocke in ärztliche Behandlung. censeo m �zi�tiericht. Am 17. d. M. früh wurde ein Handels- rmmer oos während er in der Genthinerftraße neben einem Ge- >it P"""™ stanv, durch einen von dem Kutscher Ebel geführten lsenbahn. odw» agen erfaßt und niedergestoßen. Er erlitt dadurch nicht ■st' olk 5,esw),eutcnbe Verletzungen am Kopfe und an der rechten Hand. ...„ it der Stacht zum 18. d. M. fand Lothringerstraße 61 ein ttttag ztmffflm«utenbc§ Feuer statt. Es brannte der Fußboden unter einer 'fasr>i"-- »ÄT GrrichtsZeiwug. Die Schasti%»{ljt trüb» Erfahrungen mußte ein hiefigcs Dienst- stch fonst'''„Jen mit seinem Bräutigam, dem„Arbester" Ewald Siederer, wen rm gegen n. Der letztere lernte das Mädchen kennen und wußte »' nebst uml»,bvzohl er trotz seines jungen Alters von 21 Jahren schon >or 12o Jabv»>,usehnlichc Reihe von Vorstrafen erlitten hat, ein so ehr. den vormaliges Ansehen zu geben, daß fich das Mädchen mit ihm ver- erste Spuufflj Die Braut war jedoch nicht wenig überrascht, als ihr «enfalls in d«M>ter wegen Diebstahls kürzlich zu drei Monaten Gefängniß >rik 1779 m»theilt wurde. Als der Bräutigam seine Strafe verbüßt Sorten Kaie fohlte er sofort zu seiner Braut zurück, um das nötbige atte einen W zu seinem Lebensunterhalt von ihr zu fordern. Sein Ver« ! Land weit'n wurde ihm rundweg abgeschlagen, und nun drohte er, olle das Mädchen in so üblen Ruf bringen, daß es seinen miger H«»',st aufgeben müffe. Doch auch diese Drohung brachte ihn resdener- und« ans Ziel. Er lauerte nun dem Mädchen auf und als ch regelmäßig we einen Tages einen Schlachterladen betreten hatte, rief Herrin zu Mädchen zu, er wolle ihm die Nase aus dem Geficht chwärmer dadsten. So weit kam es jedoch nicht, denn es wurde seine > weiß durSvastung herbeigeführt. Die dritte Strafkammer am Land- ür seinen Z*t 1 erkannte auf 2 Monate Gefängniß. Ääckter b-t Unter der A-KIage der dreifachen intellektuellen jeden W*««denfalfchnng wurde heute der Tischler Otto August mkehrt.„per tnanb Zwiebelcr der drillen Ferienstrafkammer des Land- m der Woh? w I. aus der Hast vorgeführt. Zwiebeler bat ein sehr be« gefunden, Ines Leben hinter fich und ist, obgleich erst fünfundzwanzig erwacht ec fse alt, bereits neunmal, darunter einmal mtt Zuchthaus vor- lichen Schei«�"-»ls er daher nach Verdüßung seiner letzten Strafe acr Bruders? �rnelns und später abermals wegen eines schweren Dieb- i» de» fellgenommen wurde, hatte er ein großes Interesse daran, »est vom te Verganftenhcit rn ein möglichst dichtes Dunkel zu hüllen, auf de» 1° et vor der Polizei, vor Gericht und in dem davon zu kommen, während )eu öovo'l tomrnen, während et unter seinem wahren e. st>en zweifellos in das Luchthaus geschickt worden wäre. Die Die Namens- über« Strafgefängniß 18,9, in LM�ch hielt trotz des Geständnisses des Angeklagten eine energische angemessen und beantragte eine Gefängnißstrafe von » iQn i» Monaten, zusätzlich zu der bereits zu verbüßenden. Der ij0™ �Lcktshof erkannte dem Antrag gemäß. ,>Zn>rier.Unterschlagungen angeklagt, war der t" beider Josef Berer vor das Schöffengericht, Abtbeilung 37, ien. Beter arbeitete in einer Werkstatt, in der Mäntel ge- wurden. Er erzählte den Näherinnen, er sei von Haus in W ,. vell narrvr,,. vir erzaytie oen �layerrnnen, er m von«aus woche til �Damenschneider und habe wegen seiner Geschicklichkeit be- r| manche Anerkennung gefunden, jetzt aber könne e berf elbM i Bemühung keine Bestellung erhalten, obgleich er so zur len und Eine er trotz .. billig der Näherinnen l"v■ Jahl�nur irgend möglich arbeiten würde._____.................. fronffuit Steputat übergab ihm infolge dessen Stoff zur Anfeltigung ondon. Kleides unter der Bedingung, daß dasselbe bis Ostern ifmt miü) ,l foi**_____ u__ ikeit auch », Amsters istiania. e, Trieft. 36,0 pr- - Unter fertigt sein müsse. Beier versprach dies, kam auch wirk am Donnerstag vor Ostern zur Anprobe zu dem chen, ließ fich 1 Mark als Abschlagzahlung und, es heftig regnete, auch noch einen Schirm geben, ftcn dann aber weder in der Arbeitsstube, noch ..... ,u,�»0er Steputat wieder, welche nun das Osterfest ohne das neue rhe und�'.d begehen mußte. In ganz ähnlicher Weise hinterging er ich meist etmjl Frau Reimann, in deren Schanklokal Beier öfters verkehrte. cn, so«ob ihm beinahe den ganzen Arbeitslohn im Voraus, hatte reslau, M s gleichfalls ihr Kleid nicht am Osterfest. Beier gestand zu, Saris, erhalten zu haben, allein er wollte nicht wissen, wo a.— A' Wueden seien, da er an dem Tag, an dem er fie in Empfang itsterblichkev�nnmen, stark gezecht und eine Bierreise unternommen habe. >er ein Beweisaufnahme machte diese Erzählung sehr unwahr» der vola«>�nlich, denn in seiner Wohnung waren Theile des Stoffes funden worden, und so hielt der Gerichtshof den Ange- len, der übrigens schon wegen Eigenthumsvergehen vorbe- ist- der zwei Unterschlagungen für schuldig und verurtheilte zu vier Monaten Gefängniß. Ei« jugendlicher Eangenicht« präsentirte fich gestern ber Person des 13jährigen Schulknaben Otto Müller dem offengericht am Landgericht U. Als er kaum das zwölfte sjahr zurückgelegt hatte, wurde er bereits wegen eines stahls in seinem Heimathsorte Friedrichsberg mit einer ■e Gefängniß bestraft. Nachdem er die Strafe verbüßt ein rw/% Tchtrt» ; Votwo®� oeniger, Städten > MaseM' ien, Paris, a etwas!' M miaer. nwpwe isefangniß bestraft, jiachvem er vre Strafe verbüßt Del._%,'te, kehrte er in das Vaterhaus zurück. Eine Besserung zeigte on eine W indessen nicht bei ihm, obgleich es der Vater an energischen on eine lersburi itigungen nicht fehlen ließ, und namentlich die Stiefmutter e unsäglich von dem Burschen zu leiden. Der Vater ist ein eine größere . wurde in ungerathene amburg, ersburg waren n wei v EdinU. 1, aus � «WKAKAN SWMMWS An ep'' Prag)»K neineN' Vororten. f-'Ä neue bürg 8; MWWMZVS'Z werden demnächst abgeurtheilt werden. Durch Miedereinsetzung in den oorigen Stand ist unschuldig Verurthctlter rehadilitirt worden. Gegen den Ar- er Julius Witte war ein amtsrichterlicher Strafbefehl wegen telns zu einer Woche Haft erlassen, gegen welchen derselbe spnich erhoben hatte. In dem am 4. Juni er. anberaumten min meldeten fich beim Aufruf der Sache nur die Zeugen: Angeklagte war nicht erschienen. Der Einspruch mußte da- uach dem Gesetz ohne Beweisaufnahme verworfen werden. a> Stunde nach der Terminsstunde erschien der Ange- te, in Schweiß gebadet, im Gerichtssaal und legte seine Vor- ■Ng vor, auf welche ein Beamter auf dem Molkemnartt M i i hs*«». m war Sesawl w attestirt hatte, daß fich der Inhaber derselben rechtzeitig dort zum Termin eingefunden hat und nach Moabit gewiesen war. Der Angeklagte gab nun an, daß es jetzt schon das drittemal sei, wo ein anderer, der beim Betteln abgefaßt worden war, fich seines Nationales bedient bat. In den beiden früheren Fällen habe der Termin auf dem Molkenmarkt stattgefunden, und so sei er, ohne den Inhalt der letzten Vorladung des näheren zu wur- digen, wieder nach dem Molkenmartt gegangen. Der Vorsttzende machte dem Angeklagten begreiflich, daß das ergangene Urtbeil wohl kaum zu ändern sei. schließlich kam er aber auf den Ge- danken, daß das Zuspätkommen des Angeklagten im Termine doch wohl als ein unabwendbarer Zufall angesehen werden könnte. Demgemäß gab er mit Zustimmung des Amtsanwalts dem Antrage des Angeklagten auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand statt und beraumte einen neuen Termin an. In demselben fanden die Angaben des Angeklagten ihre vollste Bestätigung, und es erfolgte daher dessen kostenlost Freisprechung. Nachdem von dem Angeklagten angegebenen Material durfte es gelingen, seinen Doppelgänger dingfest zu machen. Kellnerstrelch. Hebet eine Gerichtsverhandlung gegen Vseudo- Engländer schreibt man der„Wiener Alla. Ztg. Iuris: Vor einigen Wochen kamen Sonntags zwei Herren ..... f___ m.f rt Ott«* CTiio Ol'" nach Belleville und verlangten im Gasthause„Zur großen Kugel ein Diner. Der Wirth und die Wirthin erklarten den Herren höflich bedauernd, fie könnten fich heute absolut nicht mit fremden Gästen befassen: denn Mr. Davour, der Geschäftsführer des Waarenhauses im Palais Royal, feiere heute hier seine Hochzeit und man müsse ihm deshalb Haus und Dienerscha t zur Ver- fügung stellen. Die Herren flüsterten eine Weile mit einander; endlich wandte fich der ältere an den Wirth und sagte in ge- brochencm Franzöfisch:„Mein Herr. Sie werden mich aus meinen- Photographien kennen; ich bin der Neffe der Königin von England. Der Herr hier ist mein Adjutant: es ist mir während meines Aufenthaltes hier sehr darum zu thun, Sitten und Gebräuche der braven Burgers- leute kennen zu lernen, und ich bin bereit, mich zum Hochzeits- mahl der guten Menschen da einladen zu lassen." Hochroth vor Erregung, eilte der Wirth, die Brautgesellschaft zu verständigen, und'kurz darauf saßen die beiden Fremden auf Ehrenplatzen an der Hochzeitstafel. Niemand zweifelte daran, daß man Eng- länder vor fich habe; denn die beiden ließen außer einigen dumpfen„Yes" keine Silbe vernehmen, aßen und tranken aber wacker, und beim Dessert wurden fie so populär, daß fie die hübschen Brautjungfern küßten. Unglücklicherweise wurde bald darauf für alle Herren ein starker Grog servirt, und pasfirte es, daß fich der Stesse der Königin vergaß und ein beliebtes franzöfisches Kouplet im urwüchstgsten Tone zu fingen begann. Jetzt wurde der Verdacht rege; die es verdroß, daß man ihre Mädchen geküßt, begannen nachzuforschen, und bald verriethcn fich die Halbtrunkenen, daß fie Gargons in einem bekannten Kaffeehause seien und von den Gästen das gelernt, was fie hier für englische Manieren ausgaben. Mr. Davour prügelte die vornehmen Herren weidlich durch, nnd dieser Tage standen dieselben, des Betmges angeklagt, vor Ge- richt. Der eine derselben, Pierre Cobus mit Namen, rief dem Kläger zu:„Schämen Sie fich, Sie, der Sie ein Republikaner heißen wollen und bereit sind, einen fremden Fürsten zum Diner zu laden, dagegen fich betrogen fühlen, wenn Ihr Landsmann aus Ihrer Schüssel ißt!" Die Lehre schien dem jungen Ehemann nicht verloren zu sein; besänftigt sagte er dem Beklagten:„Sie thun mir unrecht, als Beweis dafür verzeihe ich Ihnen." Diese großmüthige Erklärung hatte zur Folge, daß der Richter die An- geklagten freisprach, worauf fich dieselben erboten, ihrerseits zur Revanche Mr. Davour zu einem Frühstück einzuladen, dessen sich auch ein englischer Prinz nickt zu schämen haben würde. Die Einladung wurde aber von Davour höflichst abgelehnt. Wegen Krttzelllgnng an der Tödtnng de« Mast- wirth» Kalnz in Kt. Mallen begann am Donnerstag die Verhandlung vor dem Schwurgericht in Braunschweig gegen den 29 Jahre alten früheren Zimmermann Heinrich Karl Panning, angeklagt der Köiperverletzung mit tödtlichem Erfolg, event. der Thcilnahme an einer Schlägerei oder einem von m machten Angriff, durch welchen der Tod eines Menschen ver- ursacht worden. Der Angeklagte ist in Münster geboren, hat als Zimmermann ausgelernt und zwei Jahre als Geselle ge- arbeitet. Seitdem war er, soweit er nicht im Gefängniß oder im Zuchthause saß, bei reisenden Gesellschaften als Rekomman- deur oder Gehilfe beschäftigt. Der Angeklagte ist bereits zu zehn verschiedenen Malen wegen Diebstahls mit Gefängniß und Zuchthaus, außerdem je ein Mal wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und Urkundenfälschung bestraft. Des Abends v-m 23. zum 24. Oktober vorigen Jahres saßen bei dem Wirthe Saluz in dessen Wirthschaft„Zur Insel" noch zwei Freunde desselben; an einem Seitentische defand fich ein eingcschlafener Arbeitsmann. Um 12% Uhr klopften noch mehrere Personen ans Fenster, wurden aber nicht eingelassen. Gleich daraus entfernten fich die Gäste. Saluz wollte hierauf die Thüre schließen— I die Wirthschaft hat von der Nord« und Südseite besondere Eingänge— als vier Personen, die vorher an der anderen Seite ans Fenster geklopft hatten, trotz des Widerspruchs des Wirths eindrangen. Einer derselben ver- setzte ihm sofort einen Faustschlag ins Gestcht und folgten dann noch weitere Mißhandlungen. Als dst Frau Saluz, durch den Lärm geweckt, herbeikam, ergriffen die Uebelthäter die Flucht. Da erst bemerkte Saluz, daß er an mehreren Stellen blutete; er hatte sünf Messerstiche erhalten, darunter einen in den Unter- leib, von dem der sofort herbeigerufene Arzt gleich erkannte, daß derselbe eine Gefahr für das Leben des Verletzten haben könne. Saluz ist denn auch dieser Verletzung nach 8 Tagen erlegen. Die Polizei in St. Gallen hat die vier Personen ermittelt und dieselben Ende Januar d. I. steckbrieflich verfolgen lassen. Der Angeklagte war mit zwei Anderen in jener Zeit der That, während der Messe in St. Gallen, bei einem Schiffskarouffel angestellt, ein vierter war Rekommandeur bei„Lobingers Museum", Von den ersterwähnten drei Personen wurden zwei, Wendte und Kleemann, in Berlin und Hamburg verhaftet und am letzteren Orte gegen dieselben die Untersuchung er- öffnet; doch wurde das Verfahren wieder eingestellt. Pan- ning wurde in Braunschweig verhaftet. Der vierte, Schwarz, soll gegenwärtig in Italien verhaftet sein.— Die in St. Gallen abgegebenen Aussagen mehrerer Zeugen und der Behörden, sowie die Gutachten der Aerzte, wurden verlesen. Herr Hofrath Dr. Günther trat dem Gutachten der schweizer Aerzte bei. Es erfolgte sodann die Vernehmung der Zeugen Wendte und Klcemann, von denen die des Kleemann besonders belastend war. Dieselben waren auch in St. Gallen in Gesell- Ä SÄ'I&ÄSÖ geklopft, wollen sich aber, als nicht geöffnet wurde, entfernt haben. Als Schwarz und Panning wieder mit ihnen zusammen- trafen, hat Panning sick geäußert, der Wirth hat einm Sttch bekommen. Eine vernommene Zeugin hatte ein Verhaltniß mit Panning, und als fie für diesen einen angeblichen Lohnruckstand von dem Geschäftsführer des Karousselbesttzers einkasstren wollte, schrieb ihr dieser, daß Panning nichts mehr zu fordern habe. Sie möchte von ihm lassen und ibm nur den Namen Saluz befindet und erst Sonnabend erscheinen konnte, wurde die Ver- Handlung bis Sonnabend vertagt. In der Sonnabendfitzung bekundete der Geschäftsführer Webrihorst m Wesentlichen die Aussagen des Zeugen Kleemann. Die Geschworenen erklarten den Angeklagten der Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge für schuldig. Der Gerichtshof erkannte dem Antrage der Staats- anwaltschaft gemäß auf 8 Jahre Zuchtaaus und 10 Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Uerewe«nd Uersammwuse«. Der Fachuerelu der Steinträger Kerlin» hielt am Sonntag, den 15. Juli, seine ordentliche Mitgliederversammlung in Scheffer's Salon, Jnselstraße 10, ab. Der Kassirer Herr Steinberq verlas zunächst die Abrechnung vom zweiten Quartal 1888. Die Einnahme betrug 387,27 M., die Ausgabe 364,40 Mark, mithin bleibt ein Bestand von 23,27 M. Da leiner der Revisoren in der Versammlung anwesend war, konnte dem Kasfirer die Decharge nicht ertheilt werden und soll dies in der nächsten Versammlung geschehen. Hierauf wurde Herr F. Schröder als erster Kasfirer gewählt. Herr Rennthastr sprach alsdann über die ungünstige soziale Lage der Steinträger, welche heute durch die Anwendung der Maschinen immer ungünstiger sich gestaltet. Viele Kollegen, so führte Redner aus, arbeiten schon an der Maschine, um nicht ganz brotlos auf der Straße zu liegen. Herr Knaak wies darauf hin, daß vor drei Jahren,. als der Verein gegründet wurde, große Roth unter den Kol- legen henschte, welche für einen Hungerlohn von 2,25— 2,75 M. arbeiten mußten. Was sollten sie damit anfangen? Sicher konnten fie davon nicht ihreSteuern bezahlen und Frau und Kinder er» nähren. Auch heute stünde man noch auf demselben Stand» puntt. Es sei hohe Zeit, daß endlich eine Besserung eintrete. — Hierauf wurde für ein krankes Mitglied eine Tellersamm» lung veranstaltet, welche die Summe von 2l M. 25 Pf. ergab. Für ein anderes Mitglied, welches seit sechs Wochen arbrits- unfähig ist und sich jetzt im Krankenhause befindet, wurde eine Unterstützung von 30 M. bewilligt. Herr Rennthaler empfahl, die Unterstützungsgesuche künftig stets der Mitglieder-Versamm- lung vorzulegen, welche dann darüber beschließen solle. Redner schlug ferner vor, den Vorstand und die Fachkommission zu be- auftragen, eine Verbesserung des Statuts auszuarbeiten und die Vorlage der Mitgliederversammlung zur Beschlußfassung zu unterbreiten. Von anderer Seite wurde der Vorschlag gemacht, einen„Verein der Maurer-Arbeitsleute Berlins und Umgegend" zu bilden, denn nicht nur die Lage der Steinträger, sondern die sämmtlicher auf Bauten beschäftigten Arbeitsleute sei zu ver- bessern, sollen fie nicht gänzlich zu Grunde gehen. Die nächste Versammlung findet am 12. August statt. Poli/eilich aufgelöst wurde am Montag Abend die in Habels Brauerei abgehaltene Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher. Herr Dr. phil. Wille hielt einen Vortrag über:„Was ist gut? oder die natürlichen Grundlagen der Moral." Gut sei, wenn man etwas in Be- tracht zieht und findet, daß es mehr Glücksgefühle als Unglück erzeugt, mehr Wonne als Unlust. Z. B. seien die Naturwiffen- schaften gut, weil dieselben die Kenntnisse fördern! und einen Uebcrschuß des Glücksgefühls erzeugen. Der Referent erläuterte, wie die Moral bei den verschiedenen Völkem und wiederum in den verschiedenen Zeitaltern eine verschiedenartige gewesen sei. Gewissenhaftigkeit sei eine Tugend und als eine der Grundlagen der Moral zu betrachten. Gewissenhaftigkeit sei Folgsamkeit dem eigenen Gewissen gegenüber. Dieses sei nichts übernatürliches� nichts angeborenes, sondern werde anerzogen. Redner erläuterte dieses durch Beispiele. Zum Schluß kam derselbe noch auf politische und religiöse Intoleranz zu sprechen und führte aus. daß es im höchsten Grade verwerflich sei, wenn die Unduld- samkeit so weit gehe, daß Gesetze gemacht würden, welche Ueber- zeugungen unter Strafe stellen.(Beifall.) An der Debatte be- theiligten fich die'tzerren Süßmaier, Borchardt und M. Baginsk'. Bei den Ausführungen des letzteren über religiöse Intoleranz erklärte der überwachende Beamte die Versammlung für auf- gelöst. Nicht gerechtfertigte Austöfnng einer Nerfamm- lnng. Auf seine Beschwerde über die polizeiliche Auflösung der am 18. Juni im„Königstadt Kasino" abgehaltenm öffent» lichen Schuhmacherversammlung erhielt der Schuhmacher Herr Krause folgenden Bescheid: Berlin, den 16. Juli 1888. Ew. Wohlgeboren erwidere ich auf die am 14. d. M. hier einge- gangene Beschwerde ergebenst, daß ich die auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes vom 21. Oktober 1878 erfolgte Auflösung der am 18. v. M. abgehaltenen öffentlichen Schuhmacherver- sammlung nicht für gerechtfertigt erachtet und den mit der Tttva""40"' mimst Anster-rdentlich» Generalversammlung der Maurer nähme zum partiellen Streik. Gewerkschaftliches. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden MaurerS, in der Versammlung zu erscheinen. #r«*k»u- nnd KegrSbnistkalfe de» verein- fammt- ä« ä1"»rrtws eritattung über die Generalversammlung. Aufnahme neuer Mt» glieder. «»fang.. Turn-«nd gefellige vereine ete. am Donnerstrnz. Manneraesangverein„Lätitia" Abends 9 Uhr in Vettrn'S Restaurant, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Bretzel» schluß Abends 8 t Uhr im Restaurant Schumann, Alte Jakob» straße 38.— Männergesangverein„Nordstem" Abends 9 Uhr im Restaurant Jacob, Lindowersk. 26.- Schäfcr'scher Gesang» ve«'" EUer". Abends 9 Uhr bei Wolf u.Krüger, Skalitzer» straße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Dresdencrstraße 40.—„Freva", Gesangverein der freireligiösen Gemeinde, Abends"St Uhr straße 3.— Männergesangverein„Liedesfreiheit" Abends 91 Uhr „Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 100.- Turn» verein Hasenhaide«(Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr D«ffenbach)tr. 60-61.-„Berliner Turngenossenschaft"(7. Lehr. linas-aibtbeilung) Abends 8 Uhr in der städtischen' Turnhalle. Britzerstraße 17-18;- desgl. 6. Männer- Wthcllung. Abends � 8 Uhr m der städtischen Turnhalle, Gubener» straße 51.— Lubeck'scher Turnverein(Männer- Abtheilung> Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57/58.- Allg. Arends'sche Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends 8& Uhr im Restaurant Preuß, Oranienstraße 51.— Arends'scher Steno» araphenverein„Phalanx" Abends 3t Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buckowersttaßc 9.— Berliner Stenographen- Verein(System Arends) Abends 9 Uhr im Restaurant.Friedrichstraße 208.- Stolze'scher Steno» graphen-Verem„Nord-Berlm" Abends 9 Uhr Schlegelstraße 44. - Verein der Siaturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wienerstraße 35.- Verein der Unruhstädter Abends 8 Uhr im„Königstadt-Kafino", tzolzmarktstraße 72.- Rauch- klub»Kernspitze" Abends 8* Uhr im Restaurant, Holz- marttstraße 44.- Rauchttub„Arcona" Abends 9 Übt bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reichenbergerstraße. — Rauchklub„Dezimalwaage" Abends 8t Uhr im Restaurant, Memelerstraße 32.— Rauchklub„Vorwärts" Abends 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambos", Bres» lauerstraße 27.—„Orientalischer Rauchttub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiechert, Oranienstraße 8. Kleine Wittheilunge«. Leipzig, 15. Juli.(Eisenbahnjubiläum.) Im Laufe der nächsten Tage wird man in Sachsen abermals zwei 50jährige Eisenbahnjubiläen begehen dürfen. Nachdem im Jahre 1837 eine erste kleine Theilsttccke der Eisenbahn Leipzig-Dresden dem Verkehr übergeben worden war, wurden am 19. resp. 31. Juli die Theilstrecken Dresden-Weintraube und Leipzig- Würzen in Betrieb genommen. Die Eröffnung der letzteren Sttecke war insofern von größerer Bedeutung, als hier zum erstem Male der Eisenbahnverkcyr zwischen zwei säcbfischeN Städten angebahnt wurde, während die vorher eröffneten Theil- strecken der Hauptsache nach nur zu Vergnügungsfahrten benutzt Kambers. 16. Juli.(Eingcfangene Flüchtlinge.) Im Zuchthause zu Kloster- Ebrach brachen gestern Nacht 2(Sträflinge aus. Dieselben entwendeten zunächst Zivilkleider und statteten dann der Amtskaffe einen Besuch ab, der fie ca. 8000 M. baares Geld und über 30 000 M. 3i proc. Pfandbriefe der bayerischen Hypotheken' und Wechselbank entnahmen. Sie täuschten die Mlitärpostm, indem fle auf der entgegengesetzten Seite ihres Ausbruchsortes durch Steinwerfen ein Geräusch fingirten. Die beiden gefährlichen Burschen find in der Nähe, der eine total betmnken, wieder eingefangen wor- den. Das Baargeld und die Effekten hatten fie je zur Hälfte bei fich._ Paris, 15. Juli.(Ein geheimnißvoller Abenteurer.) Wer ist die Pelsönlichleit, welche dieser Tage vor dem 10. Pariser Korrektionshause erschien? Er nennt fich da Costa, aber es ist sicher, daß er seinen Namen wie seine Wäsche wechselt— er ist, wie er behauptet, aus Ueberzeugung Sozialrevolutionär und hat zu Boston in seiner Zeitung„The Anarchist" zur Gründung einer Dynamitschule aufgefordert—, allein seine ehemaligen Gesinnungsgenoffen, welchen er auf dem Londoner sozialistischen Kongreß von 1881 als„Doktor Nathan Ganz" seine An- schauungen über den Straßenkampf entwickelte, bezeichnen ihn als einen geheimen Agenten, während die ftanzöstsche Polizei zu der Anficht neigt, daß er Kundschafter einer fremden Militär- macht sei. Wo ist er geboren?— man fand bei ihm zwei Ge- durtsscheine, den einen aus New- Orleans, den anderen aus Mainz, allein echt ist wahrscheinlich keiner von beiden. Wo hat er gelebt? — überall und nirgends, jetzt in Paris, vorher in Berlin, in Wien, ein Jahr in Amerika— dann wieder auf dem Kontinente, stets mit vollen Händen das Geld ausgebend und doch außer Stande, auch nur die geringste Einnahmequelle nachzuweisen. Welches ist seine Sprache?— auch hier ist kein Anhaltspunkt, denn gleichmäßig vollendet fließen die Laute so ziemlich sämmt- licher Kullursprachen aus dem Munde des kaum dreißigjährigen Unbekannten, der, eine auf den ersten Blick außerordentlich be- stechende Erscheinung, fich gegen die Anklage des Betruges zu verantworten hat. Das Dunkel, welches da Costas geheimniß« volle und jedenfalls an Abenteuern reiche Laufbahn umgiebt, ist von der französischen Polizei wenigstens auf eine kurze Strecke bin aufgehellt worden. Von Belgien aus, wo er gewichtige Gründe zur Abreise hatte, tauchte da Costa in Paris auf, an« gcdlich um ein Blatt,„Journal des deux Mondes", zu gründen. Allein die belgische Polizei, die gewisser Geld- und Wechselvor- kommnisse halder eine nähere Bekanntschaft mit dem verschwmr denen Abenteurer wünschte, blieb ihm auf der Spur und ver- anlaßte die Pariser Sicherheitsdehörde, da Costa zu verhasten. Hierbei kam es nun an den Tag, daß schon einige Monate vorher da Costa in Paris einige raffinirte Gauner- streiche ausgesübrt hat. Im Vertrauen auf jene Eigenschaft des menschlichen Geschlechts, gegen welche nach dem Sprich- worte selbst Götter vergebens ankämpften, gründete da Costa in Paris mit Pomp„The World mannfactory Company", die bei passender Gelegenheit den Namen„Societä manufactoriera di World" annahm. In London, in New-Dork und Paris bestanden die Haupt- Etablissements, während die Agenturen des mit Hunderttausenden von Franken arbettenden Geschäfts, welches fich mit dem Vertrieb von Uhren befaßte, fich bis nach Canada, Jamaica, Brasilien, Australien, Indien und Afrika er- streckten. Nur eins hätte vielleicht den aufmerksamen Leser der Prospelte, welche da Costa reichlich zur Empfehlung seiner Uhren nach aller Herren Länder versandte, stutzig machen können— die Gesellschaft war streng anonym, denn fie bestand nur aus da Costa, der mit hungerndem Geldbeutel auf den Erfolg seiner Bemühungen harrte. Er brauchte nicht lange zu warten. Bald liefen die Scherflein aller Jener ein, welche an Ueberfluß an Geld und Verstauen litten, hier 36, dost 1000, dort 250 Franks, die meisten aus Italien, wo, wie es scheint, ein besonderer Bedarf an Uhren herrschte. da'Costa machte ein gutes Geschäft — er strich die ihm vettrauensvoll zugesandten Summen ein und hütete fich, dafür Uhren zu schicken, allein allmälig de- gannen doch einzelne der Geschädigten unruhig zu werden, ver- langten ihr Geld zurück und drohten mit Klagen, so daß der Hochstapler fich entschloß, zu einem neuen Erwerbszweige über- zugehen. Unter dem Namen„Normann" gründete er die„The continental Arms Company", von welcher er fich offenbar einen ähnlichen Erfolg versprach. Allein er kam nicht mehr dazu, seine hochfliegcnden Pläne zu verwirklichen, da ihn inzwischen das Schicksal in Gestalt der Verhaftung ereilte. Vor Gericht gab da Costa alle Thatsachen zu, leugnete dabei die Abficht des Be- truges und bemühte fich, als ein Opfer der ihm feindlichen sozialistischen Partei zu erscheinen. Er kam, nachdem man fich nochmals vergeblich bemüht, seine Persönlichkeit festzustellen, mit einer ziemlich milden Sttafe, 1 Jahr und 1 Tag Gefängniß, davon. Später wird er fich allerdings noch in Belgien zu ver- antworten haben, und zugleich hat die holländische Polizei den dringenden Wunsch geäußert, den mysteriösen Abenteurer, verschiedener in den Niederlanden von ihm begangener Betrugs- fälle halber, auf zwei Jahre unter ihre Obhut zu nehmen. GlmLtz, 14. Juli.(Ein Arzt als Mörder seiner Frau.) Gestern Nachmittag wurde in die hiesige Frohnfeste der des verübten Giftmordes an seiner Gattin verdächtige Med. Dr. Jo- bann Zawadil aus Williman bei Littau eingeliefert. Gegen Zawadil wird die Beschuldigung erHoden, seine Frau durch Ver- abreichung von Gift ermordet zu haben. Ein erst unbestimmtes, später aber immer bestimmter austretendes Gerücht bezeichnet Dr. Zawadil als den Mörder seiner vor mehreren Monaten verstorbenen Frau. Die Gendarmerie forschte und erstattete schließlich die Anzeige an die welche die Exhumimng der Leiche der Frau Diese Exhumirung erfolgte nun im Beisein Kommisfion, welche mehrere Theile des Leichnams scher Analyse an die Gerichtschemiker nach Brwj Das Gutachten soll das Vorhandensein von M Med. Dr. Zawadil, Vater von drei Kindern, von jüngste fünf Jahre alt ist, wurde Sonntag früh des Bezirksgerichtes Littau in seiner Wol nach Littau überführt. Im Laufe der dortß Voruntersuchung leugnete Med. Dr. Zawadi Thcilnabme an dem Tode seiner Gattin. Der nung I äseldst Dr. Zawadil> gestern Nachmsttags in Begleitung eines Gen! Telegraphische Zepesth (Wolffs Telegraphen-Bureau.) Tri»». Mittwoch, 18. Juli. Wie die„Ä bestätigt, habe der Regierungspräsident Nasse getragene Unterstaatssekretariar im Kultus f nommen. Pari», schaft von H ein Versuch zu ernem erunianoe gemacyr, aoer ivi-u worden. Die Ruhe ist jetzt vollständig wiedeihttg�(Einaetra-, Madrid. Mittwoch, 18. Juli. In Tarra'"" Gelegenheit der gestrigen Versammlung wegen koholgesetzes zu Ruhestörungen, wobei mehrere wurden. Chicago, Mittwoch, 18. Juli. Der W Bonfield erklärte, man nehme mit Unrecht an, dar Verhaftungen auf eine große Verschwörung hin®« Leuten besserer Klasse einen Rückhalt gehabt habe,' öffentlichen Gebäude hätten zerstört werden(nu"' ionsi Komplott seien nur 20 Personen verwickelt, welche* so hatte man untersten Klasse angehörten. Den Chicagoer"Uge, der b folge stünde es fest, daß am 3. v. Mts. eine#mar hat unserer 20 Pfund Dynamit unter den Anarchisten fieMerster, sondern 3 und daß eine größere Menge Dynamit in die M, den Sieg vo gliedern der zentralen Ardeiterunion gekommen ßf aber die Bede Mashtagto», Mittwoch, 18. Juli. Nach � anschlagen. ranaenen Nachrichten ist in Venezuela ein W binaewiesen uzcgangenen Nachrichten ist in Venezuela ein hingewiesen, d en- in anderen d o gestellt ist, w Baden schein hrerschaft so zu I �n zum Muster dm Theater. Donnerstag, den 19. Juli. Friedrich- Wilhelmstädtischcs Theater Fatinitza. «stend Theater: Vom Viehhof bis zu Menschenfressem. m, Kelleallianre• Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. SroU'o Theater: Der Barbier von Sevilla. ikioria-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. Kövigstadtifche» Theater: Der Straßen- junge von Paris._ Oanfmanu's p ati6t6: Spezialitäten-Vorstellung._.. Tsucordia- Theater: Spezialitäten stellung. -Vor- > Schweizer Garten. Entree 30 Pf. Enteee 30 Pf. Theater-«. Saeeialitäten- Norstelluay 1 Unserm alten Freunde und Genoffen Vater Schönfeld zu seinem 71. Geburtstage ein 33', mal donnerndes Hoch, daß es allen den- jenigen, die es gerne und auch nicht gerne hören, 365 X 33'/- mal in den Ohren klingt. Mehrere Freunde und Anhänger der Alters- und Jnvaliden-Versorgung. 118 Unserm Genossen Schlangengreifer zu seinem Geburtstage ein kräfttges Hoch! Die Genoffen: f adde, Schmebel, Stöcker, Brohm, Rother Emil, uli, Badeengel Hugo, Ette, Appelkäse, Spaten- tänzer, Kriemel, Kl. Carl, Knipperdolling, Oller Herr, Bamberger, Großschnauze, Persönlich, Dorfdaibel, Pferdelunge.[117 HllzoSov-FantW, C. Willbttg, Slsthers Almivs. Gefchw Aelorme. Volksbelustigungen Im Saal: Damen- aller Art. tanz u. Kall. Abends: Gr. Illumination. Alles Nähere die Anschlagsäulen. gm Volksb all Li Uizurmr. )amen-■ Kall. ■J Mel's kirim|slbprtni Gesundbrunnen 60 Kad-Kt-aße 60. Jeden Sonntag: Vr. MilitSr Ksllzcrt vcrb. mit Kchiachtmustk. Neu! Kchiachtmustk. Aufeteigen de« � tygy f fliegenden Menschen. epochem. Neuheit auf aeronaut. Gebiete. Auftreten der Mailfinder ■ Thier-Kapelle.■ SÄ* I« Kaai:«roßer Kall.__ Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag: Grosses Frei- Konzert. Eintritt an Wochentagen frei, Sonntags 15 Pf Die Kaffeeküche ist von 2—6 Uhr geöffnet. Den Mitgliedern, Freunden u. Gönnern des Vereivs zur Wahruug der Jntmffen der Klamkrarbeiter zur Nachricht, daß das diesjährige Sommerfest am Montag, d. 23. Juli, in Schonett's Ostbahn- Park, Rüversdcrferstraße, stattfindet. Billcts find bei folgenden Herren zu haben: Pfister, Walvemarstt. 61, im Arbeitsnachweis, Schmalowski, Langestr. 70, König, Kleine Andrcasstr. 5 bei Lampe, Köppen, Manteuffclstt. 48, Harm, Lübbenerstr. 13, sowie bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu jeder Tageszeit, soweit die Billcts vorhanden find. Eine offene Kasse findet nicht statt. 115 Der Vorstand. Sterbekaffe von Arbeitern der Kerliner Maschinenbnn-Artten- Gesellfchnft. Sonntag, den 29. Juli 1888, Vormittags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Stümke, Ackerstraße 123: General-Nersamm!u«g. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1887—88 und Bericht der Revisoren, sowie Ertheilung der Decharge. 2. Antrag der Revisoren. 3. Mittheilungen. Das Quittungsbuch lcgttimirt. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 121 I. A.: Aug. Acke, Vorn sendet, Müllerstr. 184, U. Nöbel-, Spiegel- u Poisterwaaren eigener Hermann Gerlach, (nahe der Anhattstraße). Reelle Warre. Promvie Bedienung. r Fabrik ,, Wilhelmstraß« IIS Meimann's Volks starten. «esundbr»»»««. 2. Ein er hat unlängst t ser Gelegenheit hrern bestellt is " fich von ihrem l. Eingang Badsk. 54 56._________ Irößt. Vergnügungslok. d. Nordens v. Berlin(ca. 10 Morg. m. großatt. Park«».Wriediat aefüblt■ fille Sonntag u. Mittwoch(spät, auch Mont. u. Donnerst.): Gr. Kiiustt.«. Slht. in welcher il Allst, d. Original-Japaner-Truppe Godayou, d. Luftattistenpaares Miß Victorina Das, Sie wollten! Gettiny. Gr. Ertr.-Milit.-Concett, ausgef. v. ganzen Mufikkorps V. 2. Garde-UIanctl��naten bofe Mufikdir. Hrn. E. Reese. Elektt. Erleucht. d. ganz.Etabl., außerd. Gas-Jllum. d. Gr. Volksball i. prächt. neuen Hohenzollernsaal. Reichdesetzter Volksbelustiguns"- < Uhr Nachm. Max Weimann. Svezial. für Mittwoch: Glänz, arrang. Kitt Pferdebahnverbindung mit allen Theilen der Stadt bis 12 Uhr 10 Mim Preuss. Orisinal-Lo ohne Rückgabe, die für immer in den Besttz des Käufers übergehen, 230, l-llS,'J, 58,\29 Mark; II I Maximum iahte sollte fi ein. Die Wi ärk erhöht habe an wird nicht s en oder übertrie Denn die Vor nlligte nur einl mit Rückgabe II ii 188,% 94, 1 Antheil«: V. S4. ISj. 6 empfiehlt und versendet die Glückskollekte 1 v-schäft: K erliu 0., Koppcnstr. 66. 47, � 24 Vw 3 s Mark. Meyer. ze o/vrwvrs Mastag» 1«». Kalser-F 9 M.- 10 Sl. -Paneramn. Eine Reise durch das Bern er � Oberland.— Der ganze Trauerzug und Aufdahrung Kaiser Wilhelms im Dom. Entree& Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Selbstunterricht ü�ler�einf sehen n. doppelten kaufmännischen Das Kommerfch der Kranken«. Sterbekaffe der Former(E. H 53) findet am 28. lull im Berliner Prater, Kastanien-Allee 6—9, statt. Die Kollegen werden gebeten, für alle Werk- statten, in welchen noch keine Billets find, die- selben von den Komitee- oder Vorstandsmit- gliedern abzuholen oder dieselben durch Postlatte beim Vorfitzenden A. Mernes, Schönleinstr. 21, zu bestellen. 120] Der Vorstand. uchführung Fieundl. Schlafstelle für 2 Herren Grünauer- straße 2, H. 4 Tr. r., am Görliyer Bahnhof.[116 i und Darstellung eines neuen abgekürzten Systems zur doppelten Bnchmethode C. Schmidt, I,«hr»r der H»ndeI§wi««eBseh»fl. Preis I Mark. Zu beziehen durch die Expedition des„Berliner Volksblatt", Zimmerstrasse 44. ZMWWWWÄWWWWkÄÄ 3m Verlag«»an J. II W. Dleta In Slutt. gart ist soeben erschienen: ?er für 1889. «I- Dreizehnter Jahrgang.-*• Nalenbariuin.— Sin sechSzchnmonatlicher Rückblick.— Messen und Mörtle.— Zm«re>»> laus beb Jahre!(mit Bilb».— Bcatrice Cenci(Vor- traits.— Um ein Haar. Eriählung von H v. Ziilow. — Der alte Becker lm>t Portrait!.— Die Spieler lBild).— Von dem Sinfluß der Sonne und de» Plondel aus da» Wetter der Srde Von Olm Sehler. — Weipi mi freu*. Gedicht mit Illustration.— Beim Psandleiher(Bild).— Bleibe dir selbst getreu,«rziihlung von Y. Robert.— Siwgerspruch. Gedicht von z.«Udorf.— Die Samenbiidung bei den Pflanjen und die Ginheit der Zeugunabart im Pflanien- und Ihierreich. Bon Pros. Dr». Dodel» Port smit Zllustr.).— Allerlei Wunder smit Zllustr.l. — Gedeniblatt an Z». Sichendorff.- Ter stille Schuster. Erjählung von 6. Werner— Dr. Adolf Douai(mit Portrait).— Wilhelm Hasen. elever(mit Portra:t>.— Mar K'vscr(m l Portrait). — 81« musikalischer Bäckerlehrling. Srjllhlung von Clara Reichner.- Fliegende Blätter(illuftrirt). - Redub, Rüths«! ic. Himtj« 4 flupfer: Lieber Besuch— Was fich liebt, da« neckt fich— Sommerlust— Winterabend. — I Wandkalender. --»i Preis 50 Pfeani,.»<- In beziehen durch die Erp«- dition de»„Kertitter Doik*- blatt", Zimmerstraße Mr. 44. Wiederverkäufer erhalten hohen " Rabatt.——— I I Auf Wunsch bescheinige ick Volksblatt", daß ich von Hm* mann in Geest. münde 66,20 M cle serfonds erhallen habe. Borsdott, den 17. Juli 1 Wilhelm 2 Nach vierzi rnt müssen, bei Dienstjahre br wenxensionen kwürdig ersch wenn man d- ----- wenn man v «piszsl lliui jen ErspawnS rttaneu straf' � Preuss. Lotterie*� eigener Fabrik wegen Erspäh �n�Genchtsv billig Sr«tt»-«.str«'� Beamten und _ � � S3c(XTi beg offer. z. Aavptz>ehv«g v. 24.. Hauptgewinn 600 0 2x300 000 M ij Antheiltaose Vs 84 F* '« 6 M.. W S. Labandter, ältestes tlrtt _ gegründet 1#. 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Lindd flute- �MZWD gl_■____" rtiii ,1 f Mein Prinz eilen, daß Jhi eschäfts eine 3 ause jener Da at sich dabei d so bedenklich, >rer Wohnung Frau Valdie . vre unfreiwillige Ssehr guter Pfl« - sehen. Da sie' ie kann ihre re unserem Pri ie sofort, ohn jffen. 3ch wä urch eilige An >eShalb durch e "lesen Brief. Wollen Sie rtigen an reffe wenden. men ich Ihn d Sie zu II ten läßt, ohn chiet, sie zu etn zu sehen. e, diesen SE VerantwoMcher Redakteur-». Tr-«h-i« in Berlin. Druck und Verlag von Mar-adi«. in Berlin SW., Beuthstraße 2. Schneider 122 �