ff»- m' Sannabend, den AI. InU 1888. F. Jahrg. einstt -80 R. 1 tägli-d' a « i" iert wa erlimVMll» Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«* 99**1**0* VolkSblatt- i&'tnt täglich Rorgenk au�cc nach Eonn« rmd Fcjttagen. AbonnementSpreis.für Berlin frei »'S Hau« vierteljSklich 4 Mark, monatlich 1,38 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement Matallf Einzelne Rummer 6 Pf. SonntagS-Num-.ner mit dem„SonntagS-Blatt" 10 Pf. 1 i(Eingetragen in der Postzettimgipreidliste für 1883 unter Nr. 849.) - UnO«— l.... i-- iren i«# Jnsertio»«aebüh? beträgt für die 4 gespaltete Petitzcilc oder deren Raum 25 Pf. ÄrbeitSmarkt 10 Pf Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach llebereinlunft. Inserate weiden bis 4 Uhr Nachmittag« m der Expedition, Berlin SW, Zimmerstraße 44, sowie von allen Annancen-Bureaux, ohn« Erhöhung de« Preises, angenommen. KedaKtt»»: Keachstraße A.— GrpedMo«: Zimmerstraße 44. ien Wie Moniere von Uachdale. >rst-lluZ«! Soeben ist Holyoake'S Geschichte der Pioniere von !«.l�chdale in deutscher Uebersetzung erschienen, und wir t Wk«#"* uns nun darauf gefaßt machen, Wochen hindurch in «e, K liberalen Presse jene Genossenschaft als die lebendige _ sichtbare Lösung der sozialen Frage ge- c freinGmt zu sehen. Die„Freisinnige Zeitung" hat schon damit �onntiibzonnen. ue* tZ Nun— an der Großartigkeit jener Produktivgenosien- ladet y uud an ihrer Blüthe kann Niemand zweifeln. Wir Geiseln auch gar nicht daran, daß sie so entstanden ist, wie a�mahtt wird, daß nämlich im Jahre 1843 einige arme Weber isammengetreten sind, die erst wöchentlich 2 und dann 3 Illtv tence zusammengelegt haben, um damit nach und nach die >til«el sürden geschäftlichen Betrieb der Asioziation zu gewinnen. ! 0tl!rUte steht die Assoziation groß und stattlich da und ein �8 Geschäft, das 6& Millionen Mark Kapitaleinlagen, über »d Millionen Gesellschaftserlös und über 900 000 Mark �»Reingewinn aufzuweisen hat, ist auch in diesen Tagen der sjzcschäftlichen Miftre konkurrenzfähig. Cr i Da werden nun die Propheten der Selbst. CVff" ilfe sich großartig und breit hinstellen; sie werden von __�en Erfolgen jener englischen Arbeitergenossenschaft reden, ���ls ob eS ihre eigenen Erfolge wären, und werden zu den >»««putschen Arbeitern sagen: Gehet hin und thuet ■ s g l e i ch e n! iaru%% Als ob die deutschen Arbeiter eS nicht schon tausendmal aßrsr Ersucht hätten, sich aus dem Wege der Asioziation in ihrem öko- f" jifll'mtischeu Elend frei zu machen! Wir haben solche Asioziationen J�-lAchen in der Textil- und Tabaksbranche, in der Tischlerei � d im Baufach. Aber diese Asioziationen sind zu Grunde gangen, mit wenigen Ausnahmen, weil sie die Konkurrenz w."" cht aushalten konnten, die ihnen von den Privatunter- hmcrn bereitet wurde. Mit einer auf Selbsthilfe gegründeten Asioziation ist innerhalb des Konkurrenzkampfes von heute genau das- Ibc, wie mit einem Einzelunternehmer: hat die Asioziation _ tlück, so wird sie bestehen, bat sie kein Glück, so wird sie qqq»en nicht bestehen, es mag ver Fleiß und die Geschicklich- �ret Mitglieder noch so groß sein. IahtV� Herr N. N. wird Unternehmer und bringt das nöthige - apital für sein Geschäft zusammen. Er fabrizirt, , �.it'frgcn wir Trikotwaaren. Er zahlt recht niedrige > WKföhne, läßt seine Leute recht lange arbeiten und -'Älnn seine Konkurrenten in Bezug auf Waarenpreise unter- Mieten. Auch hat er das Glück, in Uberseeischen Ländern �x--'ch einige neue Absatzgebiete zu erobern; er wird rasch zum «'. eoßen Kapitalisten. - Wenn an Stelle diese« Herrn N. N. eine Asioziation so ist e« ganz dasielbe, nur daß es einer Asioziation flr-- IeuMeton. ■-i- Ihre Tochter. [41 inal-Roman nach dem Französischen von K. D e t r i n g. „Herr von Arbois wird vielleicht nicht gerade meine erbung unterstützen," sagte er lebhaft,„aber er wird ihr h nicht entgegentreten, denn er weiß, daß ich Sie liebe. r kann nicht oaS Unglück der Tochter feines Freundes den wollen,... denn er war doch wohl der Freund hreS Vaters?" „Ich weiß eS nicht," flüsterte Therese. + y„Wie kann et sonst, wenn er nicht der Freund JhreS a"�Rater« war, Ihre Mutter so genau kennen?" »Ich habe vergesien, Mama darnach zu ftagen. AlS er gestern bei uns erschien, sah ich ihn zum ersten Male, ein i/Junfc vorher habe ich nie von ihm sprechen gehört." jd,-"»Daß Sie ihn nie gesehen haben, ist ganz natürlich, .«.-"N« war in W.vL arc.!� Aber sglltx Ihnen genannt -|toenn er war in der Provinz oder in Aftika. ßn%hr( Mutter Niemals seinen Namen vor II «e* ikMaben?" ,Zch ettnnere mich nicht." '♦rtlP„Aber auf Ihren Vater erinnern Sie sich doch?" „Nein! Ich war vier Jahr alt. als er starb. Nur t aanz unbestimmt besinne ich mich noch auf einen Mann, der L-WUei uns wohnte- mir'st. wenigstens so- mich oft in »eq /�nne Arme nahm;... e< war ein großer Mann mit l�lttr'nem langen blonden Barte/. YM>„Wohnte Frau Valdieu damals schon m der Villa?" iftigÄ I)»Ja. ES ist unser HauS. Zch bin dort geboren und >'koU>/qroß geworden. Ich hatte eine alte englische Amme, die �<5» jjpäier wieder in ihre Heimath zurückkehrte. Nach dem Tode V l'-IneineS Vater« kam Gundula. Er hatte kein- Vermögen ' Ainterlasien, und so mußte meine Mutter eine Stellung � st Einnehmen und die hat sie heute noch. Ich blieb bei Gun- 'A mla: sie hat mich erzogen und mir das wenige, waS ich .'A''oeiß. beigebracht." W schwieriger wird, sich im Konkurrenzkampfe zu behaupten, weil sie mit den Arbeitern, die zugleich ihre Mitglieder sind, nicht so nach Belieben umspringen kann, wie der Einzel- Unternehmer. Genau genommen sind also die Chanzen einer solchen Genosienschaft, sich im Konkurrenzkampfe zu behaupten, noch etwas geringer, als die des Einzelunterneh- mers. Eine solche Genosienschaft muß in der heutigen Ge- schäftSwelt die Rolle des Kleinhandwerkers übernehmen. Fünf von hundert solcher kleinen Unternehmer haben Glück und arbeiten sich empor, die anderen führen ein kümmer- licheS Dasein oder werden vom Strudel der Konkurrenz gänzlich verschlungen. Die Pioniere von Rochdale thaten gut daran, im Jahre 1843 ihre Genosienschaft zu begründen. Heute würde ihnen die Sache schon etwas schwieriger werden. Die Schwierigkeit, mit einer solchen Genosienschaft zu prosperiren, liegt darin, für die Waaren derselben den nothwendigen Absatz zu haben. In dem Augen- blick, da eine solche Genosienschaft den Privatunternehmern unbequem wird, werden sie alle Mittel anwenden, um ihr den Absatz ihrer Waaren unmöglich zu machen. Sie werden eS im Nothfall so weit treiben, eine Zeit lang ihre Waaren mit Verlust auf den Markt zu werfen, nur um die Waaren der Genosienschaft von dort zu verdrängen. Die Pioniere von Rochdale können sich glücklich schätzen, daß sie nicht genöthigt sind, der großen englischen Bourgeoisie Steine in den Weg zu werfen. Diese Bourgeoisie mit ihrem Welthandel sieht gnädig auf die zu ihren Füßen leise dahin wandelnde Asioziation zu Rochdale herab. Aber wehe dieser Asioziation, wenn sie unbequem würde. Sie würde bald dermaßen blockirt werden, daß ihr der Athem ausginge. Wir würden es ganz praktisch finden, wenn die deutschen Arbeiter solche Asioziationen bildeten, sobald sie sich den Absatz ihrer Produkte gc.rantiren könnten. Aber eine solche Garantie ist kaum zu beschaffen. Namentlich wenn die Waaren der Asioziation zu den täglichen Lebens- bedürfnisfen gehören, welche von den Hausfrauen eingekauft werden. Da mag die Gesinnung sonst noch so vortrefflich sein, aber der Reiz der größeren Billigkeit wird sich immer siegreich behaupten und die Hausfrauen werden eben einfach da einkaufen, wo sie es am billigsten haben können. Das liegt in der Natur der Dinge. Der Egoismus ist eben zu stark, als daß er in solchen Fällen sich nicht Seltend machen sollte. Man verweise unS nicht auf blühende 'onsumvereine und dergleichen. Sie können ganz nützliche Institute sein, aber sie machen den Arbeiter doch nicht frei von seiner ökonomischen Abhängigkeit. Wir gehen noch weiter und sagen, daß die Garantie des Absatzes auch bei Genosienschaften mit S t a a t S h i l f e die Hauptsache ist. Wenn heute innerhalb des Privat- „Ihr Vater hatte wohl auch eine Stellung?" fragte zaghaft der Baron, der sich schon vorwarf, so viele Fragen an Therese zu richten. „Ich weiß eS nicht," erwiderte sie.„Meine Mutter hat es"mir nie gesagt und ich habe sie nie danach gefragt. Wenn Sie es aber wissen wollen, wird sie eS Ihnen ja ��Dieser Schlußsatz erinnerte Andreas daran, wie rück- sichtslos eS von ihm fei, einem jungen Mädchen so delikate Fragen vorzulegen, die es nicht einmal beantworten konnte, und daS noch dazu in einem Augenblicke, wo eS nur an den Unfall dachte, der Frau Valdieu bettosien. Er schwieg und die Unterhaltung verstummte. Auch Therese versuchte sie nicht fortzusetzen; ihr Geist weilte wo anöer|)te Droschke fuhr durch Stadttheile, die sie noch nie gesehen hatte, und doch lenkten sie ihre Aufmerksamkeit nicht auf sich Nichts konnte sie ihrer traurigen Stimmung ent- reißen, die sich auch auf ihrem Gesichte deutlich ausprägte. Auch Andreas war aufgeregt. Die Antworten des jungen Mädchens, die so wenig Licht in die dunkle Sache gebracht, gingen ihm im Kopfe herum. Immer sonderbarer erschien ihm das Abenteuer, in dem er sich jetzt befand, und er war nur zuftieden. daß er Therese nicht allem hatte fahren lasier. Er nahm sich vor, sich m-ht eher von ihr zu trennen, als bis sie ihre Mutter erreicht hätte „Wir kommen gar Nicht vorwärts," sagte Therese nach einer Pauft.� � halten," erwiderte An- SWS'&%%%% ff>rÄ schon mehr als zwei Drittel des Wege« zurückgelegt." Ist eS denn so weit?" "Vom botanischen Garten aus? Ja, Fräulein." "Ach, Paris ist zu groß, und meine Mutter kann zehn mal gestorben sein, bevor ich zu ihr komme. Wie hasie ich die Stadt! Ich will nicht läng r von Mama getrennt leben, und wenn sie das Hau« der Dame nicht verlassen kann, bleibe ich gleich bei ihr dort." Unternehmerthums Produktiv- Genosienschaften mit Staats- Hilfe errichtet würden, so würden sie nicht bestehen können, wenn ihnen nicht der Absatz ihrer Waare yarantirt wäre, denn die Unternehmer würden gegen sie dieselben Mittel anwenden, wie einst gegen die Nationalwerkstätten zu Paris. Die„Selbsthilfe" ist in der heutigen Gesellschaft beim Kampf Aller gegen Alle nur selten, wo sie gelingt, ein Werk der Tüchtigkeit; sie ist vorzugsweise ein Glücks- fall. Das Beispiel der Pioniere von Rochdale kann uns keine andere Auffassung beibringen. Wo die schrankenlose Konkurrenz regiert, kann sich nur derjenige frei bewegen, der über großartige Mittel verfügt. Und daS ist eS, weS- halb diese angebliche wirthschaftliche Freiheit von heute in Wahrheft nur die größte Knechtschaft ist. Trigimk-Konesponäenzm. ZSrtch, 16. Juli. Das zürcherische Volk war gestern zur Entscheidung über drei wichtige Gesetze an die Stimm- urne berufen. Die zur Abstimmung gestellten Gesetze betrafen das Wirthschaftswesen, die Einbürgerung in der Gemeinde und die F l u ß k o r r e k t i o n; alle drei Gesetze haben die Aushebung bisheriger, den Gegenstand be- treffender Gesetze zum Zwecke, um an deren Stellen in Kraft zu treten. Das bisher gegoltene Wirthschaftsgesctz ist vor 40 Jahren zu Stande gekommen. Das neue, gestern vom Volke angenommene Gesetz enthält keine einschneidende Neuerungen» es behält vie Wirthschaftspatenttaxen, welche der Staatskaffe pro Jahr über 300 000 Fr. Einnahme liefern, bei und normirt diese Taxen im Minimum auf 100 Fr. und im Maximum auf 2000 Fr. Die Bedürfnißsrage bei Ertheilung von Witthschaftspatenten ist in das Gesetz nicht aufgenommen war- den, weil dabei ein wirklich gerechtes Verfahren schwer zu garan- tiren iit. Dagegen soll auf die moralische Qualistkation dcS Patentdewerbers und auf die allgemeinen und gesundheitspoli- zeilichcn Beschaffenheiten des Wirthschaftslokals bestimmende Ruckficht genommen werden. Ferner wird auf Grund dieses neuen Gesetzes dem Wirthschaftspersonal ein sehr nothwendiger Schutz gewährt. Die Arbeiter opponirten dem Gesetze, well die Patenttaxen eine indirekte Steuer find, die abzuschaffen sei. Sie unterlagen aber mit ihrer Meinung. _ Das Flußlorrektionsgesetz betraf hauptsächlich die finanzielle Seite dieser Angelegenheit, die stärkere Heranziehung der Ge- meinden zu den Kosten der Flußkorrettwn und die Entlastung des Staates. Es wurde, weil in seinen Folgen für manche Gemeinden geradezu ruinös, mit Recht vom Volke abgelehnt. Das angenommene G e m e i n d e g e s e tz ist ein Sieg der reaktionären Elemente, ein Triumph über das von den Demo- kraten 1875 geschaffene, wirklich liberale Gemeindegesetz. In diesem jetzt nun außer Kraft tretenden Gesetze war in staats- kluger Weise die Einbürgerung, die Verschmelzung der Einge- wanderten mit der heimischen Bevölkerung so leicht, als es an- ging, gemacht und dem Schweizer, sowie dem eigenen Kan» ., Hoffentlich wird es nicht nöthig sein. Ein einfacher Armbruch hindert ja nicht am Gehen. Sobald der Chirurg den ersten Verband angelegt hat, kann sich Frau Valdieu ruhig nach HauS begeben. Ich wundere mich nur, daß diese Operation noch nicht vollzogen sein soll." „O, reden Sie nicht von Operationen! Ich bin schon so ängstlich genug." Der Wagen. fuhr seit ungefähr zehn Minuten lang- samer, als vorher, weil es etwas bergan ging. Der Baron, der in der Gegend nicht bester Bescheid wußte, als Fräulein Valdieu, begann die Straßenschilder zu lesen. „Ich glaube, hier ist es," sagte er.„Ja richtig, dort an jenem Eckhause lese ich den Straßennamen! Wir müssen ganz dicht an dem Hause sein, wo sich Frau Valdieu be- finden soll; die Häusernummern laufen auf uns zu." Therese hörte nicht mehr auf seine Worte. Auch sie hatte jetzt da« ftagliche Straßenschild entdeckt; es stand der Name der Straße darauf, den ihr Josephine Galmier im Austrage des Herrn Trier am Ende des Briefes angegeben hatte, und ihr Herz schlug heftig. Endlich sollte sie ihre Mutter wiedersehen, und sie dachte nur an sie. Der Kutscher hielt vor einem offenen Gitter. Man war angelangt. Andreas sprang rasch aus dem Wagen und half The- resen beim Heraussteigen. Da« Gitter, vor dem der Wagen hielt, war kein Hof- oder Gartengitter, sondern führte zu einer Art Sackgasse, aber zu einer wunderschönen Sackgasse, die voll von Sonnen- schein und Blumen war. Rechts und links standen kokette Gebäude im verschiedenen Styl: kleine Schweizerhäuschen, englische CottaaeS und größere Gebäude mit Thor, Stall und Remise. Man war wie in einer kleinen, reizenden Provin- zialstadt, wo man wie auf dem Lande lebt, und wo sich alle Welt kennt. Alles sah so friedlich und still und so wenig nach Räuber und Mörderhöhle aus, daß Herr von Elven wirk« tonsburger das Gemeindcbürgerrccht nach einem lOjäbrigen ununterbrochenen Aufentbalte daselbst unentgeltlich verliehen war- den.?iach dem neuen Gesetze geht die unentgeltliche Einbürge- rung jedem verloren, der dauernd oder auch nur vorübergehend Armenunterstützung bejog oder nur einmal seine Ge- meindesteuer nicht entrichtete. Von den Schweizerbürgern(NichtZürichern) werven unter den oben angeführten Bedingungen nur diejenigen unentgeltlich in den Gcmeindeverband aufge- nommen, deren Heimathskantone unter den gleichen Voraus- setzungen Züricher Bürc-em Aufnahme in den Gemeindeverband gewähren. De Ausländer hatte bisher eine Landrechts- gebühr von 50 Frks. zu bezahlen, nach dem neuen Gesetze er- scheint ste erhöht auf 200- 500 Frks. Außerdem muß er einen zweijährigen Aufenthalt im Kanton Zürich nachweisen. Diese Gebührenerböhung mag von fiskalischen Gefichtspunkten dittirt sein und mit solchen gerechtfertigt werden, aber eine solche Finanz- xolitik dünkt uns doch sehr wenig weise. Für den armen Ausländer, der Fahrzehnte lang seine Kraft im Dienste der schweizerischen Produktion delhätigte und so nützliche Werke schuf. ist für immer ausgeschlossen, in dem Lande, das thatsächlich zu seiner zweiten tzcimath geworden, auch formell deffen Ange- höriger zu werden, ein berechtigter Bürger zu sein, während es dem Besttzenden ohne weiteres möglich ist, die für ihn gerrn�- sügige Erhöhung zu bezahlen. Mit Recht sagt der �Landbote� es erscheint durch diese Erhöhung das alte, häßliche Sprichwort: „Kein Geld, kein Schweizer!" im Kmton Züritf) recht eigentlich zum Gesetz erHoden. Und die Macher dieses Gesetzes find gerade die Geistes- und Gefinnungs- Verwandtm der deutschen Reaktionäre, die über Deutschenhaß der Schweizer IIa0eMtt diesem G-meindegesetze hat fich das Züricher Voll am Sonntag kein ehrendes Denkmal gesetzt. In dem Städtchen Locle(Kanton Neuen bürg) ist am Sonntag ein Fest der Arbeit gefeiert worden, es ist dem Schöpfer der schweizerischen Uhrenindustrie, Jean Rich ard, von Sagne bei Locle, ein Denkmal gesetzt worden. Richard wurde 1665 geboren und sah das erste Mal eine Taschenuhr, die ein Pferdehändler aus England mitgebracht hatte. Der 15jährige Richard, welcher das Schmiedehandwerk seines Vaters erlernte, betrachtete die Uhr mit vielem Interesse und machte fich daran, eine solche nachzumachen, was ihm nach 1% Jahre gelang. Er fertigte fich hierzu selbst alle Werkzeuge an und erfand später eine Maschine, mit der er die Uhrmacherei in etwas größerem Umfange betrieb. Nach seinem Tode 1741 betrieben seine Söhne das Geschäft weiter, dasselbe immer mehr vergrößernd. So waren 1752 im Kanton Neuenburg bereits 266 Personen in der Uhrmacherei beschäftigt, 1802: 4000, 1838: 8000, 1886; 15 000 und 1880 in der ganzen Schweiz 29 189 männliche und 14 716 weibliche Personen. Der Uhrenexport der Schweiz übersteigt jährlich 100 Millionen Franken. Zu der Dcnkmalsentbüllung waren tausende von Uhrmachem herbeigeeilt aus allen Gegenden des Landes, um in Jean Richard die Werke der Arbeit zu feiern. In Z ug hat fich ein tragischer Vorfall ereignet, der nament- lich das Interesse der schweizerischen Albeiter lebhaft in Anspruch nimmt. Vorige Woche wurde aus dem See der Führer der dortigen klassenbewußten Arbeiter, der Dachdecker Merz, ein Schweizer, todt herausgezogen; die Leiche trug eine Wunde an der Stirn, so daß, bei dem rabiaten Charakter der dortigen Zünftler und Spießbürger, in den Arbeiterkreisen sofort ein Mord vermuthet wurde. Der untersuchende Arzt verneinte aber den gewaltsamen Tod und so wurde die Leiche beerdigt, ohne daß fich inveß bei der Arbeiterschaft alle Zweifel gelegt Härten. Es ist immerhin möglich, daß ein Unglück pasfirt ist oder daß ein Selbstmord vorliegt, aber an letzterem würden die Gegner der Arbeiter doch auch eine moralische Schuld haben, denn fic entzogen Merz, der selbstständig war, alle Arbeiten und verfolgten ihn, wie fie konnten. Politische Ueverstcht. Die Erörterung»« über das Soztattstensesetz werden von der nationalliberalen Münchener ,,Allg. Ztg" folgendermaßen fortgesetzt:„Die von sozialdemokratischer Serte gebrachte, von der nationalliberalen Presse aber entschieden bestrittene Meldung, daß der Abgeordnete Kulemann von der national- liberalen Fraktion im Reichstage mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs betraut worden sei, welcher den Zweck habe, die Ueberleitung des Ausnahmegesetzes in�das gemeine Recht vor- zubereiten, hat zu neuen Erörterungen über die Ausstchten eines unveränderten Forlbestandes des Ausnahmegesetzes geführt. Es wurdeJDabci bemerkt, daß eine ähnliche Adstcht, wie die von den Sozialdemokraten behauptete, allerdings bestanden habe, dieselbe aber anläßlich der Verabschiedung des Ministers v. Putt- lamer aufgegeben worden sei, da man annahm, daß Herr Herr- furth fich der Verpflichtung bewußt sein werde, das bestehende Sozialistengesetz durch haltbarere Maßnahmen zu ersetzen. Es scheint doch, als od die Hoffnungen, die hier auf den neuen Minister des Innern gesetzt werden, unbegründet find. Wenn Herr v. Puttkamer im Reichstage die Verlängerung des So, zialistengesetzes jedesmal vettheidigte, und wenn in seinem Ressort lich zu glauben begann, hier wohne eine reiche Kundin des Herrn Trier. »Es soll hinten, rechts sein." sagte er. nachdem er ' einen Blick auf die Adresse unten am Briefe geworfen. Therese hatte ihm das verhängnißvolle Bittet im botanischen Garten gegeben, und er hielt eS noch immer in der Hand. „Kommen Sie mit mir," flüsterte das junge Mädchen. „Zch wollte eS Ihnen eben vorschlagen." Der Portier dieser kleinen Villenstadt stand auf der Schwelle seines Häuschens und rauchte� seine Pfeife. Er sah sie neugierig an. Er war offenbar nicht daran gewöhnt, ein so junges Paar in seiner Machtsphäre zu sehen, und er fragte sich, waS das Liebespaar hier wolle. Andrea« und Therese gingen schnell vorüber, und er sah noch, wie sie an einem schönen Hause klingelten, dessen Besitzerin seine ganze Hochachtung besaß, denn ihre Trink- gelder flössen reichlich. Der wachtsame Portier machte eine Handbewegung, die wohl heißen sollte: Das dacht ich mir schon, und ging als« bald in sein Häuschen zurück. Andreas vermuthete, daß auf sein Klingeln ein Diener kommen würde. Es erschien aber eine weibliche Person, augenscheinlich eine Kammerftau. „DaS Fräulein wünscht Frau Valdieu zu sprechen," sagte der Baron. „Frau Valdieu?... Kenne tch nicht," erwiderte die Kammerftau und musterte die Beiden. „Sie ist hier und erwartet mich," fügte Therese hinzu. „Möglich, daß sie Sie erwartet, aber nicht hier, nicht bei uns! Vielleicht in Nummer 10, nebenan.... Aber eine Frau Valdieu wohnt in der ganzen Villenstadt nicht." Herr von Elsen begann an eine Mystifikation zu glauben, deren Zweck ihm aber nicht klar war. Plötzlich erinnerte er sich, daß in dem geheimnißvollen Briefe nur stand, Therese solle nach der Dame fragen, bei der ihre Mutter sich besinde. Es war möglich, daß die Kammerftau das hauptsächliibste Material, das zu Gunsten der Verlängerung verwerthet werden sollte, gesammelt und zusammengestellt wurde, so liegt das eben daran, daß große Gebiete, die unter dem Ausnahmegesetz standen, zur Verwaltung des preußischen Mi- nisters des Innern gehötten. Aber sehr falsch wäre es, zu glauben, daß es fich dabei um Angelegenheiten gehandelt habe, bei denen der letztere den Ausschlag zu geben hatte. Das Ausnahmegesetz ist ein Reichsgesetz. und jeder Mensch weiß, daß die Enlscheidung über ein solches neben dem Reichstag dem ge- sammten Bundesrath obliegt. Die Sache heute so darzustellen, als ob es fich dabei immer nur um ein persönliches Werk des Herrn v. Puttkamer gehandelt habe, entspricht weder der Wahr- heit, noch der Billigkeit. Das Gesetz entstand, als er noch nicht das Portefeuille drs Innern hatte, und lediglich die Art der Ausführung kann auf seine Rechnung gesetzt werden. Es ist allerdings behauptet worden, daß die letzte Vorlage mit den grausamen Maßregeln der Expatriirung und n t e r n i r u n g das eigensteILerk des Herrn v. Puttkamer sei. V Aber ohne die Zustimmung des Bundesraths wäre dieses Werk nie- mals vor den Reichstag gekommen. Die Instanz, an die man fich mit Wünschen wegen Aenderung des Sozialistengesetzes zu wenden bat, ist der Reichskanzler selbst. Es ist viel richtiger, ihm die Urheberschaft desselben zuzuschreiben, und noch vor der vorletzten Verlängerung des Gesetzes hat er gezeigt, welches Gewicht er darauf legt. Fürst Bismarck hat damals, wo eine nicht unbe- trächtliche Wahrscheinlichkeit für die Ablehnung der Verlängerung bestand, den Reichstag vor die Alternative gestellt, entweder diese anzunehmen oder aufgelöst zu werden. Für den Fort- bestand des Gesetzes kommt der Wechsel in der Leitung des preußischen Ministeriums des Innern deshalb wenig in Betracht. ManZkaan von Herrn Herrfurth allerdings eine viel diskretere Handhabung der ihm im Ausnahmegesetz verliehenen Befugnisse erwanen. Deshalb dürfte die nationalliberale Fraktion des Reichstags doch wohl gut daran thun, mit einer eigenen Arbeit vorzugehen, die möglicherweise vom Bundcsrath als schätzbares Material für eine Abänderung des Gesetzes benützt werden könnte."— Wir geben dem Blatte vollkommen Recht, wenn es für das Sozialistengesetz den Fürsten Bismarck iu Anspruch nimmt. Auch Herr v. Puttkamer betonte ja immer mit Emphase, daß er nichts zu sein beanspruche, als der treue Gehilfe seines Meisters, und ein Hamburger Kattcllblatt bezeichnete ihn ja direkt nur als„Helfershelfer" des Reichskanzlers. Gegen den Entwurf einer Alter»- und Invaliden- verforgnng für Arbeiter bringt auch der bekannte Dr. Max Hirsch seine Giünde in der„N. Fr. Pr." bei. Dort schreibt er u. A.:„Auch die viel gehörte Behauptung, daß wenigstens vor- erst die Mittel für größere Renten fehlten, man daher mit den aenngen zufrieden sein müsse, trifft nicht zu, sobald die in jeder Beziehung falsche Grundlage der einheitlichen Umfassung aller Arbeiterkategorien verlassen wird. Bei solcher schablonenhaften Einheitlichkeit muß man freilich das örtlich und beruflich niedrigste Niveau des Arbeitsverdienstes zum Maßstabe für alle machen... Die Knappschaftskaffen gewähren ihren Ganz-Jnvaliden in Preu- ßcn durchschnittlich mehr als 200 M. Jahrespenfion ohne Reichs- zuschuß, während der Unterstützungsverein deutscher Buchdrucker aus den Arbettcrbeittägen allein sogar 364 Mark Jahresrente zahlt." Und was die Verwaltungsoraanisation des neuen Entwurfes anbetrifft, so führt der„Anwalt der deutschm Gewerkvereine" aus: Trotz der gerühmten Vereinfachung haben die Bundesratbsousschüsse für nolhwendig erachtet, die höchst komplizirten Markenquittungsbücher für oder vielmehr gegen die Verfickerten beizubehalten. Also nicht einmal in diesem einen Punkte, der doch mit dem Zweck und Wesen der Versicherung nichts zu thun hat, hat man dem einmüthigen ent- schiedenen Protest der Ardeiter gegen diese schlecht verhüllten Arbeitsbücher auch nur die geringste Konzesfion gemacht. Ebenso wenig ist selbst bei der deschränkten Vettretung der Versicherten auf die wahrlich gerechte Forderung der nahezu 900 000 Mitglieder der freien Hilfskassen, daß auch diesen, wie den Zwangskaffen, das Wahlrecht zustehe, Rückficht genommen. Diese zahlreichen Arbeiter(und es find gewiß nicht die wenigst tüchtigen und intelligenten!) bleiben sonach von jeder Vertte- tung, selbst in den Schiedsgerichten, ausgeschlossen, obgleich fie dieselben Beiträge zur Alters und Jnvalidenoerfichming zahlen müssen. Und warum? Weil fie von dem gesetzlichen Rechte Gebrauch machen, ihrer Krankenverstcherungspflicht in staatlich anerkannten Kassen zu genügen."— Wir stehen diesmal mit Dr. Max Hirsch ganz auf Verselben Seite. Die Alteroverstcheeung und die Konservative«. Die„Kreuzztg." erklän sich gegen den Gesetzentwurf. Sie be- dauert, daß das System der Berufsgcnossenschasten verlassen ist, und befürchtet, daß infolge dessen dieses von ihr gebilligte System vollständig verkümmert. Sie macht gegen den Ent- wurf insbesondere ein Interesse der Landwirthschaft geltend, weil die kommunalen Veificherungsvcrdände den landwirth- schaftlichen Betrieb mit solchen Betrieben zusammenlegen, welche für die Gesundheit der Ardeiter eine viel größere Gefährdung mit fich bringen. In diesem Urtheil stimmt die„Kreuzzcitung" völlig übcrein mit der„Konservativen Korrespondenz", mit wel- cher sie in der letzten Zeit in anderen Fragen in hatte Fehde geralhen ist. den Namen der Verunglückten nicht wußte, die im Hause ihrer Herrin lag. „Pardon," sagte er,„ich hätte eigentlich nach dem Namen der Bewohnerin dieses Hotels zuerst fragen müssen." „Der gnädigen Frau gehört das Haus hier. Wollen Sie es etwa kaufen?' „Nein. Das Fräulein hier wünscht Ihre Gnädige nur zu sehen, um ihr zu danken." „Die Gnädige ist nicht zu HauS. Um ihr zu danken? Ja, wofür denn?" „Für das, was sie an Frau Valdieu gethan hat." ..Schon wieder diese Frau Valdieu! Ich sagte Ihnen doch schon, daß wir sie nicht kennen." " ieu ic üTnbä',™/-"5"'"'9 Mn MWM %% Sä w Vt ÄÄ «Wo haben Sie denn diese Geschichte her?" MWKW-MW «BWM s Ems iUt Anzeige u die Eclangr nach§ 9 des ige Fahrläsfigl aten Gefängn inen bezrich, re Nichttheilna! schreibt fie var nicht der d noch nicht s dniß mehr bej Den bekannte« kalte« MasferKrahl richtet dir, Allg. Ztg." im hochoffiziösen Austrage gegen die„Mösl" die vom Zaren täglich gelesen wird. Das Organ sagt:„Nichts habe sich geändert, als die Haltung der Zeitung", die an die Stelle der früheren Fiktionen, d land den Krieg wolle, jetzt die Erfindung setzt, daß 3 erst jetzt plötzlich zur Fttedenspolitik fich er#*. Deutschland habe fich niemals in seiner festen, seit 20 Jahren befolgten Fttedenspolitik irre machen laisa der aufgezwungene Krieg mit Frankreich habe es an t auch den jetzigen Kaiser und bewege ihn zu vcm K. Reickska a sä arsi? nicht, was Rußland uns gewähren könnte und uns wie die„Moskauer Zeitung" sagt, streng legalen, zw-i rechten Forderungen Rußlands bekannt, denen Den# jederzeit entsprochen hätte, ungeachtet unverschämter G- einiger Russenblätter."— Auf wessen Ruffenfteundschl eigentlich diese Abkühlung berechnet?_____...__ Die Dachrichte» über ei« Kombrnaltertßr angeregte Ui Chikago mußten mit größter Vorficht aufgenommen strtellbrüderschaf Einmal wissen wir aus Erfahrung, daß das Kabel,»ang und in all fich um Vorkommnisse handelt, die gegen die amerikar-e von diesen beiterbewegung verwctthet werden können oder sollen,« schon alles zur verschämteste lügt. Und ferner ist besonders in W Staatsmann" Chikago bekannt, daß eine anarchistische Strömung> Verfahren eim nicht mehr existitt. Wenn die Nachttcht nicht ganz*1 herausbildet, Luft gegriffen ist, reduzitt fich der Sachverhalt oe�rnehmlichste Fi darauf, daß die Polizei jetzt einige der Bomben gesv'ov kein Recht, i die nach der bekannten Bombenaffaire notorisch bei-gen, fie ist die bracht und damals von der Polizei nicht entdeckt rvordc>tte Konscquenze Herr Bonfield, der im Zusammenhang mit di-fugpi#»� der s Sensationsgeschickte genannt wird, ist beiläufig derselbe beamte, der am Tag der Bombenaffaire die Attacke d- kommanditte, nachdem er vorher geäußert hatte: wir die Burschen in der Falle, und fie sollen uns schlüpfen!" wird. Die e und Theatc: In seinen Arten ne Versammlur besprochen w mer Miene ge vorüber." Sc eis. Ztg." ges- in Dresden in Volksbelustigr en ic. Wechsel iütirter„Bauchr ». äsä-ws s iuui selbst m der„Köln. Ztg. ,n einem m,rsgn mird Monarchenzusammenkunft auf:„Berückender als an f!»* i«_ oj* ist niemals an einen jugendlichen Herrscher die ra. herangetreten, der Welt den Fehdehandschuh him"i%entte i an Alexander den Großen, nicht an Karl iLn ,{e" waren ihre Schaaren, was warm sämmtliche' !"-"S daß Si gangenheit, verglichen juit der wunderbaren und«M'tMtm'Beifallsbe Maschine, welche der Genius der preußischen Köni räle ausgesonnen, und die jetzt das Schicksal 1 ersten deutschen Kaisers als williges Werkzeug in legt! Berauschend sür das Gcmüth des Soldaten £e l'jrilunß.ju der j Schicksal de�mock erhöht wr die noch durc Gedanke, das Machtwott aussprechen zu können, Maschine in Bewegung setzt, die Schlachtreihen Fcuerschlünde entfesselt und den Erdball erzittern Für die Einsetzung der schmeikerischtt' polizei bricht die„N. Zür. Ztg." folgende Lanze: und zu Organe der öffentlichen Ordnung in A" lungcn erscheinen, was hätte das auf fich? W Schützenfeste, Turnfeste, Gesangfeste abhalten, ohne das Auge der Polizei? Lange bevor die vettünden die Zeitungen, daß die und die Herrin komitee fitzen, welches über eine Anzahl Polizisten die großen Schützenfeste reisen die Detektives zu 3 Die demokratische„Zür. Post" dient ihr hierauf fo-r r „Die schweizerischen Bürger, welche Versammlungs>d erscheinen also hier auf derselbm Stufe mit Vaga>?, bolden und Taschendieben. Wenn der BundesrA daß die Spur seines Zirkulars mit einem Fuchst' wedelt werde, so sollte er fich für diese Arbeit wenO Fuchs wählen." Da« fawose Dqvamttgesetz bat wieder fordett, und zwar ,n München. Im Jahre isK Nähe der Ortschaft Wiessee bei Tegernsee eine P entdeckt und die Ausdeutung derselben von einer Gesellschaft übernommen. Von letzterer wurde o ingenieur und Bohnnspektor Jabanncs Sigmund von oa�L___ l,.:«__..-v �»«Inlaae v.» send, auf die a rde Person einst dener Nachrichtc ommniffe nichts Ein Ktaataa« er Fabrik von i einer Blechspule en bestrettet; dc einem Stock gesc iiten geholt, in d übel zugerichtet hc und sich in ärz ,fhin unter Ei: Meister Theedc illten Strasantrai Der erste Staa beim löniglichen Last Kiel. uf die am 18. stei zu Protok- elfter Theede ewerbcordnung Lehrherrn u auch das Züchti -te Aufführung. gegen das Q mit der Leitung der Bohrarbeiten und der Anlage- �,0 0� Ableugnen der ttcn demnach llem Maß fich ca. 600 Stück kommen, von denen er bis JuM Stück verwendete. Am 9. Juni 1884 gelangte' das Gesetz, betreffend dm Besitz von Sprengsto". ar sä r ä- � ÄS f Ä! ÄÄ» zu haben. Später wurden die Bohrarbeiten eml> it Dynamitpatronen indem mit einer Thür und �et Lehrling re schloß verwahtten Stollen untergebracht. der Stollen von Dieben erbrochm wuroe, isr3M fache, daß Sigmund Dynamit ohne distriktspolczen An» j unserer Treppe gefallen. sich Ich möchte welch' schlechter Patron sich des NamenS der I. bedient hat, um sich mit Ihnen einen so"de l 4550 Km d in der Stad Magazin" veri erlauben." AR unter Andreas erschrak gehörig; sein Argwoh" � � noch mehr, er wollte Klarheit haben.. üf Arthur(3,3 r Therese empfand halb Freude, al» i>.ziCt.), 130 Geo -«v-NSL-GW bebte.,, r.« Friedrich. 38 H „Wenn ei ein Spaß war," sagte i. � Theodor, 23 Kammerftau traurig an,„so war eS em gr Eugen u. s. Ich bin die Tochter der Frau Valdieu.".�recht, Amold, A weshalb Sie durchaus meine Hernn dem habe ich Jhnm die Wahrheit nichts passirt. Die gnädige Frau war gereist und wollte erst morgen wiederkom � aber einen Brief bekommen haben, der zwei Stunden ist sie wieder da. Ich lan"- sagen, daß sie hier einen ihrer Freunde» Die 4500©d daß der Herr aber nicht gekommen ist- tetl „Da sie zu Hause ist, wie Sie eben i sie Andreas,„so sagen Sie ihr doch sprechen müsse."., ..»Da«'st ganz vergeblich;#% die gnadige Frau erwartet, und ich hao vorzulassen." ßist „Wenn Sie ihr dm Grund Ast" Fräulein eine Ausnahme machen. 3�%�, ebensoviel wie uns daran liegen, Brief kommt..., wer sich diesen M'ss/ Namen erlaubt hat.... Nennen»,f ich bin der Baron von Elven." (Fortsetzung f«#) SM t.), Bertha(l! >e(184 mal), mal), Elise(11 n folgen der: ;ba. Meta. Lin nna, Lisbcth, nie, Wanda, inen Beate, Dor »gard, Irma,{ Wie aus bei deutschen Rai Spinnengift im Naturwisscn �alle einen fessi en darüber de gsttig gefürcht rantel) fich bei esen, wurde ein f genannt, a hl richtet di- vie..Mos?' i# Organ iltung der iktionen, dch ritn Deutiä chämtcr nfrcundschct iut Anzeige und wurde Sigmund, der stch seit 4 Jahren die Erlangung dieser Erlaubniß kümmerte, wegen Ver- nach§ 9 des Sprengstoffgesctzes zu dem für dieses ge- ge Fahrlässigkeitsvergehen bestimmte Strafminimum von Haien Gefängniß verurthcilt. ., �lnen bezeichnende« Klager«f stößt die„Köln. Ztg." letzt,- k siiichtlheilnahme am politischen Leben aus.„Es scheint wX s-hreibt sie,„als od ein großer Theil des Staates. kosten, K-' Dg: nicht der den ungebilveten, politisch zu denken und zu machen Im noch nicht fähigen Volksklassen angehörende, gar kein aoe es.rw'),dniß mehr besitzt für die Aufgaben der Gegenwart, für lege knn�Mnz des Wohl des Vaterlandes verlangt. Vor allen . Drese 4. ig, ist eg der junge Nachwuchs, auf dessen vaterländisches ' iu vcm wn der Reichskanzler seine besten Hoffnungen gesetzt hat, unb;T0:%n(ssen völliges Zurückhalten vorn politischen Leben so viel wollen. wird. Die Wirthshäuser find alle dicht besetzt, die und uns und Theatervorstellungen vortrefflich besucht, der Sport legalen, jw �n seinen Arten grünt und treibt volle Blüthen, wenn ne Versammlung stattfinden soll, in welcher ernste politische r besprochen werden, dann sind die Stühle leer, und mit mer Miene geht die junge Welt an dem langweiligen „ vorüber.' So die Kö'nerin. Wir möchten konstatiren, ombenattenihr angeregte Uebelstand lediglich auf die Anhängerschaft lufgenommwhrtellbrüverschaft zutrifft. Und das ist ganz erklärlich. das Kabel,»ang und in allen Tonarten ist den Lesern nationalliberaler Vie amciiksne von diesen vorgesungen worden, die Staatsregierung oder sollen,» schon alles zum besten lenken, und insbesondere, was der iders in* Staatsmann" thue, sei wohlacthan. Daß sich durch ein Strömung Verfahren eine politische Lauheit und ein pessimistisches nicht ganz'l herausbildet, ist nur zu begreiflich Die Kölncrin, als lchverbalt vernehmlichste Förderin oben gekennzeichneter Anschauungen, iomben ge'-'Jfo kein Recht, über die politische Lauheit ihrer Gefolgschaft itorisch vei sie ist die Erzeugerin derselben. Und jetzt heult sie ntdcckt wor»>die Konsequenzen ihrer eignen Sünden. ig mit diesnMitze" der fach fischen Tnrner. Aus Sachsen wird äufir Veralte»reis. Ztg." geschrieben: Am 8. Juli ct. feierte ein Turn- tia Attacke d.n in Dresden in einem dortigen Gartenlokale ein Sommer- t hatte■„N Volksbelustigungen, Schaubuden, turnerische Auf- sali-.« uns ßWn rc. wechselten ad. In einer der Buden trat eine aitirter„Bauchredner" sich gerirende Person auf, vor der »..»«-«.anftpeitere als Puppen verkleidete Personen saßen, die auf *** afJSfl in Antwort leisteten. Z. B.: Eine als„Engländer" ver- it an Karl$ Iliche Hcff :nund einzis en Könige ichickjal tcrnj rkzeug in cs Soldal können, �reihen erzsttern Uzrrische» >e Lanze: ; in A' h? W.« »alten, wr die die H-nei Polizisten iv.-s zu 3 lierauf foi »en zte, daß Sie fortkommen aus Dresden!"— Diese llung, zu der jeder Kommentar überflüssig ist, war von be- "ten Beifallsbezeugungen der zahlreich Anwesenden de» die noch durch die Heldcnthat eines jungen Mannes im vck erhöht wurde, der, seinm Platz im Zuschauerraum end, auf die auf dem Podium fitzende, Mackenste darbe Person einschlug!— In einer Stadt, in welcher die dener Nachrichten" das leitende Blatt sind, haben derartige ommniffe nichts Verwunderliches. Gin Staatsnnwalt. Aus Neumünster schreibt man uns: der Fabrik von Pries soll ein Lehrling einen der Thüringer einer Blechspule geworfen haben, was derselbe aber ent- den bestreitet; der Meister Theede hat den Lehrling darauf einem Stock geschlagen und, als derselbe zerbrach, einen .iten geholt, in dem ein Nagel stak, womit er den Lehrling stbel zuperichtet hat, daß derselbe mehrere Löcher im Kopfe e und sich in ärztliche Behandlung geben mußte. Auf einen lfhin unter Einsendung des Attestes und Stockes gegen Meister Theede bei der kgl. Staatsanwaltschaft zu Kiel »llten Strafantrag hat der Lehrling folgendes Schreibe» er- Der erste Staatsanwalt Bundesrov. beim Fuchsl'ilMöniglichen Landgericht zu t weniir. Kiel. uf die am 18. d. M.(Juni) bei der Königlichen Kirch- wieder �ioßtei zu Protokoll gegebene Anzeige werde ich gegen den hre ISo�uckikFister Theede strafrechtlich nicht einschreiten. Nach§ 127 i eine sMA Aewcrbcordiiung find Sie als Lehrling der väterlichen Zucht von tiner Lehrheirn unterworfen. In der väterlichen Zucht wurde der-auch das Züchtigungsrecht des Lehrlings für Unarten und cniiinv von ntc Aufführung. Sie haben aber sich in mehrfacher Weise �Anlage b'S.'r gegen das Gesetz und die Ordnung vergangen, indem Fr �-.durste von Ihren Lehrherren angenommenen fremden Ar- .„«itvatroiujf bedroht und dieselben demnächst durch Werfen mit Spulen bis Zun»% Arbeit gestört haben, und dann noch den Werkmeister ,-skinate in» � Ableugnen der oben begangenen Unart frech belogen haben. v»,,.. yoir-� 8 auch aus Versehen der eine Schlag Ihren Kopf getroffen r« des Ä??- so haben Sie sich auch diese Verletzung wit dVmS�st zuzuschreiben.(?!!) ? Der erste Staatsanwalt in Kiel. �v einein L(Name unleserlich.) rennte iinMer Lehrling resp. dessen Mutter find„sonderbarer Weise" Itsp-ltz-tl�z Aus Kunst und Keden. »em lrdeit wen» Nufuamen. Eine Studie über die Rufnamen der Schul möchte-Jfcjn der Stadt Görlitz hat Dr. Jecht im„Neuen Lausttzi ns der Frg Magazin" veröffentlicht. Die Ergebniffe der Arbeit sind so schlecht nde: 4550 Knaben führten 129 verschiedene Namen. Es . /n stch unter denselben 662 Paul(14t pCt.), 514 Mar pri pCt.), 278 Richard(6 pCt.), 255 Karl(5,6 pCt.), 186 -'d(4 pCt.), 179 Bruno(4 pCt.), 164 Otto(3,6 pCt.), Arthur(3 3 pCt.), 151 Gustav(3,3 pCt.). 130 Fri, �Ct.), 130 Georg(3 pCt.), 120 Wilhelm(2,6 pCt.), Iii rann(2,5»Et.), 109 Kurt(2,4 pCt.), 98 Emst(2,1»Et.), )5tot(2»El), 87 Robert(1,8»El), 76 Adolf(1,7»Et. Emil(1,2»Et.), 49 Hugo(1»El), 49 Willy(1»Ct.). 48 Hans, 46 Rudolf, 45 Oswald, 43 Johannes, 43 F ...- JrieÖrid), 38 Heinrich, 36 Franz, 33 Albert, 29 C Zte'"st-? Theodor, 23 Martin, 22 Walther. 21 Reinhold' ein gr Eugen u. s. f. Selten kamen die Namen Adalbert, 'recht, Arnold, Arwed, Armin, Benno, Berthold, Bolko, Eber de TÜrVZfTz, Werner, illiigano, üisuoio uno WMfgang MMMMM kann 3� nde fe cht L) irnii siard, Irma, Jngelborg. Rosamunde. Welda und Viktoria Wie aus der Zusammenstellung hervorgeht, fangen die deutschen Namen an, sich langsam wieder einzubürgern Spinnengift. Prof. Dr. Briegcr aus Berlin hielt kürz. x„ aturwlffcnschaftlichen Verein für Sachsen und Thüringen alle einen fesselnden Vortrag über Spinnengift. Wir ent. e.?,.darüber der„Saaleztg.": Während zwei in Rußland gntig gefürchtcte Spinnen, Phalanchiurn und Trochoaa /ontcl) sich bei den Untersuchungen des Redners als ungiftig esen, wurde eine dritte Spinne, Cara Curt oder der„schwarze ' genannt, als ungemein giftig befunden, so daß die mit diesem Entscheide nicht zufrieden und haben weitere Schritte unternommen, um die Bestrafung des Meisters herbeizuführen. Mit welchem Erfolge bleibt abzuwarten. Urber eine Vrenzvrrlrtznng seitens rnsstscher Krenzstosnken wird der„Ostdeutschen Preffe" aus Argenau derichtet: Einige der Soldaten zogen ein diesseits der� Grenze gehendes Mädchen aus Chlewisk- Buden mit Gewalt über die Grenze, um sie zu mißhandeln. Obgleich das Mäd- chen verzweifelt schrie und stch wehrte, schleppten sie dasselbe in eine Wachthütte jenseits der Grenze. Das Mädchen entrann ihnen und flüchwte sich in ein auf deutschem Gebiete liegendes Einwohnerhaus. Sofort er- schienen die Russen in verstärkter Anzahl und erstürmten das Haus. Thüren und Fenster wurden zerschlagen und das Mad- chen wieder auf russisches Gebiet geschleppt. Nach kurzer Zeit wurde sie indessen wieder freigelassen. Eine Kommission stellte den Thatdestand fest. Die Soldaten wurden überführt und in eine Strafabtheilung abgeführt. Schweis. Die O r l e a n i st e n pflegen allsommerlich eine Zusammen- kunft in der Schweiz zu halten. Auch diesmal wurden die Häupter der royalistlschen Pattei in verflossener Woche in Vivis erwartet; die Gräfin von Paris und der Prinz und die Prinzessin von Joinville find bereits dort angekommen. Wie die„N. Pr.-Ztg." mittheilt, ist indessen diese Zusammenkunst durch einen dem Grafen von Paris von der Schweizer Bundes- behörde zugehenden Ausweisungsbefehl unmöglich gemacht wor- den.— Von anderer Seite wird die Meldung als falsch de- zeichnel Großbritannien. Die Erklärunaen, welche P a r n e l l in Bezug auf die irische Frage zu Gunsten der britischen Reichs- e i n h e i t abgegeben hat, haben in E n g l a n d eine uusge- zeichnete Wirkung hervorgebracht und den letzten Rest der Bedenken aus dem Wege geräumt, die ein großer Theil der liberalen und demokratischen Engländer— auch der Arbeiter — noch gehegt hatte. Das beste Zeugniß für die ausgezeichnete Wirkung der Erklärungen wird dadurch geliefert, daß die irland- feindlichen Zeitungen die Sache nach Möglichkeit todtschweigen, desto größeren Lärm aber über die„Times"-Briefe schlagen, die jeder politischen Bedeutung ermangeln, weil kein Mensch an die Echtheit glaubt. Unter den extremsten„Feniern" scheinen die Erklärungen jedoch auf Widerspruch gestoßen zu sein. Allein die„Extremen" haben, seit O'Donnovan Rossa des Einver- ständnisses mit der englischen Polizei überfühtt und formell auS dem„Bund" gestrichen ist, sehr an Einfluß verloren. Die Einzelberathung der Verwaltungsbill wird kräftig gefördert. Die meisten Abschnitte, über welche Partei- konflikte zu erwarten waren, sind bereits durchdcrathen worden. Ohne daß die Londoner Preffe viel Notiz genommen hätte, ist z. B. der ganze Abschnitt, welcher die Umgestaltung der Verwaltung Londons betrifft, angenommen und somit eine Um- wälzung zu Stande gebracht worden, gegen welche stch die Kon- servativen selbst seit Jahren mit Zähigkeit gesträubt haben. Die Unterstützung der Hartingtonianer hat es der Regierung ermög- licht, ihren Vorschlägen in Bezug auf die Verwaltung Londons ein möglichst konservatives Gepräge zu verleihen. Vor allem bleibt die Kontrolc über die Polizeimacht vorerst in den Händen des Ministers des Innern. Die Tragweite dieser Bestimmung läßt sich jedoch erst ermessen, wenn man hört, daß das der Londoner Polizei unterstellte Areal einen Radium von 12 englischen Meilen bat und somit bedeutende selbstständige Munizipalstädte wie Croydon, Kingston und andere der Kon- trole über ibre Sicherheitsmannschaft beraubt werden, weil das Ministerium kein Vettraucn zum Volk hat. Vergebens suchte die liberale Opposition die Kontrole über die Polizei, soweit diese nicht zu Zwecken verwendet wird, die direkt mit der Reichsverwal- tuna in Verbindung stehen, für die neue Verwaltungsbehörde in Anspruch zu nehmen; das Votum der Hartingttznianer gab den Ausschlag und der Minister des Innern verfügt daher über eine stehende Armee von etwa 16 000 Konstablcrn— für deren Unterhalt die Bürger Londons Steuern entrichten müssen. Auch die Bestimmung, daß ein Sechstel der Mitglieder der Vermal- tungsbebörde nicht aus der Volkswahl hervorgehen soll, wurde mit Hilfe der Hartingtonianer durchgesetzt, die fich in allen die innere Politik betreffenden Fragen als getreue Kartellbrüdcr der Konservativen erwiesen haben. In einem Punkt jedoch gab die Regierung den Forderungen der Liberalen nach. Die City of London befitzt ein altes Recht zur Emennung dreier Richter, während sonst die Krone auf Empfehlung des jeweiligen Pre- mierministcrs die Richter ernennt. Der jetzige Common Sergeant in der City verdankt seine Stelle und sein fürstliches Einkommen dem Umstände, daß er bei den Frauen der Äemeinderäthe de- sonders deliebt ist. Ein anderer Richter wurde in der Hinter- stube einer Kneipe in Fleetstreet erwählt. Die City-Richter haben eine Junsdiktion, die fich über mehrere Grafschaften er» streckt, und sie urtheilen über mehr Verbrecher ab, als ein dem Obergencht vorfitzender Richter. Die Wegnahme dieses Privi- l-giums durch ein konservatives Ministerium hat die City mit Wehklagen erfüllt; doch Schlimmeres steht bevor, denn sobald Furcht, welche man im südlichen Rußland vor dieser Spinne besitzt, vollkommen begründet ist. Dieselbe richtet an größeren und kleineren Thieren, welche. sie beim Weiden in das Maul oder die Zunge sticht, einen sich nach Millionen deziffemden Schaden an; denn die durch den Biß vergifteten Thiere sterben in kurzer Zeit. Das Gift findet fich in allen Theilen dieser Spinne, selbst ihre undebrüteten Eier find schon stark giftig. Rück- sichtlich seiner chemischen Natur gehört dieses Gift, welches 26 pCt. vom Gewichte der Spinne ausmacht, zu den sog. Fer- menten, d. h. eigenthümlichen, leicht zcrsetzltchcn, eiweißartigen Stoffen. Durch Erwärmen auf 60 Gr. E., sowie durch Alkohol wird es unwirksam; in den Magen eingeführt, erweist es fich als wirkungslos, wogegen es bei direkter Emführung in die Blutbahn ein so intensives Gift ist, daß schon'/,« Milligramm fro 1 Kilogramm Körpergewicht genügt, um den Tod des lienschen oder irgend eines warmblütigen Thieres herbei zu führen. Dieses Spinnengift übertrifft also die stärksten bekann- ten Gifte(Blausäure, Sirychnin) noch um vieles und kann in Bezug auf seine Heftigkeit nur mit dem Schlangengifte auf eine Stufe gestellt werden. Die Untersuchungen, welche Redner an verschiedenen deutschen Spinnen angestellt hat, ergabm nur für die Kreuzspinne, und zwar in ihrer Jugend, das Vorhanden- sein eines Giftes, welches wohl mit dem oben erwähnten 8 �Ainmift»« mir da» tfnrt, so nimm auch da« Messer. Der Ende des vorigen Jahrhundetts lebende berühmte Schauspieler Bröckelmann gab besonders„Juden" mit großer Virtuosität. Nicht selten hatte er Engagements bei ausgezerch- netm Theatern, die er aber meist durch seme böse Zunge ver- scherzte. So kam er einmal, wie der„Bar" erzahlt, wieder brotlos geworden, zu Schröder, dem berühmten Mrmen und Thcaterdirektor in Hamburg.„Nichts zu handeln, Herr Direttor, oder besser, nichts zu nagen, nichts zu beißen für mich? redete er Schröder an.-„Doch, Herr Brockelmann," entgegnete dieser, SSMWDM setzte Schröder,«es gehört Ihnen und ein gutes Engagement schon, � was N�sage/ wollen.'�König unter den"Direktoren S ÄSrä wurde Bröckelmann engagirt. Allein nur zu bcfld vergaß er sein Versprechen. Er konnte seine Rohrsperlings- Natur nicht ver- ein liberales Ministerium ans Ruder kommt, wird die Konttote über die Polizei an den Verwaltungsrath übertragen werden. Bezeichnend für die korrupten Zustände, welche die gegen« wärtige Baubehörde(und auch die Schulbebörde) notorisch ge- macht haben, ist, daß Lord Randolpb Churchill eine be- sondere Parlamentsakte vorgelegt hat, welche Beamte, die Be- stechungen annehmen, mit Geldbußen und Gefängniß belegl Man kann mit Recht fragen, warum die Minister diese Pflicht einem unabhängigen Parlamentarier überlassen haben. Da die liberale und radikale Union in Northampton ihren parlamentarischen Vertreter Bradlaugh wegen seiner Stellung zur Eidesbill getadelt hatte, hat derselbe sein Mandat den Wählern zur Verfügung gestellt. Es ist jedoch höchst unwabr- scheinlich, daß das Gesuch angenommen werden wird. Sollte dies dennoch der Fall sein, so beabsichtigt Bradlaugh, fich als unabhängiger Kandidat aufstellen zu lassen. E g a n(der frühere Kassirer der irischen Landliga) tele- graphirte an Labouchere, er habe alle Bttefe, welche er an Carcv während seines Aufenthalts in Frankeich empfangen, im Original durch die Post abgesandt, damit dieselben der Kom» Mission, welche die Anklagen gegen Parnell zu prüfen hat, vor» gelegt werden könnten. Egan erklärt sich bereit, selbst vor der Kommission zu erscheinen, falls ihm Sicherheit für seine Person verbürgt wird. Frankrelch. Unterrichtsminister Lockroy eröffnete die erste Tagung des neuen Ober st en Unterrichtsraths mit einer Ansprache, in welcher er einen Rückblick auf die im ftan- zöstschen Schulwesen seit 1872 verwirklichten Reformen gab und die noch weiter anzustrebenden bezeichnete. Man habe den Unternchtsplan erleichtert und praktischer gestaltet, dem F r a n- z ö s i s ch e n und den?i a t u r w i s s e n s ch a f t e n als Bildungs- Mitteln mehr Raum gewährt, das Studium der alten Sprachen auf das zum Verständniß ihrer Schriftwerke nöthige Maß beschränkt und um zwei Jahre später ange« fangen. Jetzt handle es fich nicht mehr um das Lehrprogramm, sondem um geeignete Unterrichtsmethoden, zu deren Aus- arbeitung ein Ausschuß niedergesetzt sei, und um die Reform des Erziehungswesens, namentlich in den Mrttelschul- anstalten. Die M o n a r ch i st e n haben für die am nächsten Sonntag in der Ardeche stattfindende Abgeordnetcnwahl keinen Bewerd.r aufgestellt; ihre Zeitungen laden die konservativen Wähler ein, für Boulanger zu stimmen, dessen Programm: Kammerauf- lösung, Volksbefragung, Verfassungsdurchsicht, kein anderes als das der Monarchisten sei. Republikanischerseits erblickt man in diesem Eingeständniß eine Verurtheilung der doulangistischen Bewegung und giebt ihm die größte Verbreitung. Andererseits wird für Boulanger von dessen Freunden rührige Thätigkett entfaltet. Italien. Deputirtenkammer. In Beantwortung einer vom Deputirtcn Chiala an ihn genchteten Anfrage erklärte Minister» Präsident Crispi, eine Verstäudigung Italiens mit Abesfinicn sei durch die bedeutungsvollen Ereignisse, die stch in diesem Lande vollzogen hätten, nämlich durch den Tod des Sohnes des Negus und durch die Erfolge der Derwische, welche fortwährend an Macht gewännen, verzögert worden. Namentlich durch die Erfolge der Derwische würde Abesfinien lebhaft beeinflußt. Er glaube demnach, man könne neuerdings auf eine Verständigung mit Abesfinien hinstrcbcn, um zu einem praktischen und ehren« haften Resultat zu gelangen. Was die Sanstbar-Angelegenheit anbelange, so sei bezüglich derselben ein vollständiges Einver- nehmen Deutschlands und Englands mit Italien vorhanden, es sei daher anzunehmen, daß die Angelegenheit recht bald zu einem billigen und gedeihlichen Abschlüsse gelangen werde. Im weiteren Fortgang der Sitzung wurde die Vorlage über die Kommunal- und Provinzialreform in geheimer Abstimmung mit 269 gegen 79 Stimmen angenommen. Hierauf sprach die Kammer auf den Antrag Leroy's, welchem das Haus sich an- schloß, dem Präsidenten Biancheri ihren lebhaften Dank aus für seine Lettung her Geschäfte. Sodann vertagte fich die Kammer. Kvattie«. In Tarragona haben sämmtliche Alkoholfabri- kanten ihre Fabriken geschlossen. Amerika. . 19. Juli Die Repräscntantenkammrr beendete heute dre Berathung der einzelnen Attikel des Tarif. entwurfs. „In Marokko steht der�Nav�n Handel noch immer in Bluthe. Sklaven beiderlei Geschlechts werden von den Märkten der Sahara und des Innern Afrikas nach Marokko gebracht und Knaben und Mädchen im Alter von 9—15 Jahren er- zielen hohe Preise. Falle von entsetzlicher an Sklaven verübter Grausamkett werden berichtet. Der Sultan hat oft versprochen, der Mißhandlung der Sklaven ein Ende zu machen und den Sklavenhandel aufzuheben, es heißt aber, daß seine Beamten leugnen. Von allen Seiten klagte man darüber, und Schröder sah sich genöthigt, ihn zu verabschieden.— Bröckelmann empfing und las das Abdankungsbillet, ohne eine Miene zu verziehen. «griff Hut und Stock, begab fich gemessenen Schrittes nach Schröder's Wohnung an der Alster und ließ sich bei ihm an« melden. Schröder, unangenehm überrascht, ließ ihn abweise». Aber Bröckelmann blieb, indem er erklätte, den Herrn Direttor sprechen zu müssen. Schröder, noch mehr aufgebracht über solche Zudringlichkeit und unfreundliche Erörterungen fürchtend. ließ ihm bedeuten, daß es bei dem Inhalt des Billets sein Bewenden habe.„Versteht fich," entgegnete Bröckelmann dem Diener.„Ich komme auch nicht, um zu bitten, ich komme, mich zu bedanken und dem Herrn Direktor ein Geschenk zu offettren. Sagen Sic ihm das, mein geneigter Gönner!"— Was war zu thun? Schröder sah ein, daß er den Ueber- lästigen so leichten Kaufes nicht los werden könne. Er lachte der Verheißung eines Geschenkes seitens des armen Teufels, fühlte stch dadurch in bessere Laune versetzt und befahl, ihn ein- zulassen. Mit urkomischer Gravität ttat nun Bröckelmann herzu, verbeugte fich tief und sprach:„Mein hochverehrter Herr Prttr» zipal! Empfangen Sie meinen gebührenden Dank für das eben erhaltene Abdankungsschreiben, denn jede Zeile von Ihrer Hand ist danlenswetth, und erlauben Sie mir, Ihnen dafür ein Ge« schenk einzuhändigen!" Indem er die letzten Worte mit weh« müthig gebrochener Stimme sprach, langte er etwas Eingewickeltes aus der Tasche und überreichte es dem Direktor. Schröder ent- femte die Hülle und rief bettoffen:„Wie? Mein Taschen- messet?'—„Ja, Herr Direktor! Sie haben mir das Brot genommen, nehmen Sie nun auch das Messer zurück!" Nach diesen Worten wollte er stch entfemen. Aber Schröder sagte in tiefer Rührung:„Sie behalten es; wir bleiben zu» sammen! Folgendr« rührend»« Anfrnf an heirathstnstig« Manner hat eine Amerikanerin Miß Georgina Mac Clarnau in eine New Norttr Zeitung einrücken lassen:„Mitbürger, solltet Ihr gleichgiltig bleiben, wenn eine Landsmännin, jung, schön, gut erzogen, kunstbeaabt, musikalisch, kurz, ein Wesen, daS Alles be fitzt, was einem Manne Liebe einflößen, was ihn glück- lich machen kann, zu den Zeitungen ihre Zuflucht nehmen muß, um einen Mann zu bekommen?— Auf, säumet nicht länger! Eure Losung sei fortan: Vorwärts, Heirath oder Tod! Nur ja nicht ängstlich! Seit die Welt steht, hat noch nie ein schüch» ttrnes Herz eine Schöne erobett!" und Unterthanen sich dcm Befcbl widersetzten. Auch die Juden And wieder grausamer debandelt worden, seit die Madrider Regierung den Sultan zu der Hoffnung ermutbigt hat, daß der konsularische Schutz durch die Mächte beschränkt werden würde.__ Soziales und Arveiterbeivegimg. Die Proletarier wohnen thenrer, als die Konrgeoi«. diese Beobachtung stellt fick so offenkundig dar, daß selbst die offizielle Wiffenschaft nicht an ihr vorüberkommen kann. Je böher das Einkommen, ein um so geringerer Prozentsatz deffelben wird für die Wohnun gsmiethe ver- braucht, und umgekehrt. Wir geben nach amtlichen Cuellen eine kleine Ueberficht, die recht diese Thatsache illustrirt. Es de- trug die Mierhe Prozent vom Einkommen in Einkommensstufen Berlin Hamburg Breslau Dresden Mk. i. 1. 1876 i. 1. 1382(.8.1860 i. 1. 1880 bis 600- 26,5 28.7 26,8 601-1200 24.7 23,5 21,0 18,4 1201-1800 21,8 18,9 20,8 16,3 1801-2400 21,6 19,5 19,1 15,9 2401-3000 18,6 18,8 19,7 15,4 3001-3600 21,3 17,9 19,8 15,3 3601-4800 18,6 17,8 18,3 15,4 4801-6000 17,9 18,3 18,3 14,6 6001-12 000 15,0 16,7 13,7 13,0 12 001-30 C00 11,7 12,2 8,9 9,9 30001-60 000 8,8 8,1 3,6 7,1 jidrr 60 000 3,6 3,9 3,4 3,9 Die Tabelle spricht für fich selbst; der Riesensprung nach abwärts, je höher die Einkommensziffer emporschnellt, ist eklatant. So gräbt die soziale Frage überall ihre Schriftzeichcn fein leser- lich ein, mahnend, warnend, auffordernd zu gründlichen Re- form nu � nach der„Esvue sanitaire de Bordeaux" die jährliche Sterblichkeit der Männer zwischen 25 und 60 Jahren unter den Geistlichen....... 8,05 pro Melle, „ Landwirthen....... 9,78„„ „ Zimmerleuten und Tischlern. 11,86„„ „ Kohlen gräbcrn...... 13,81„„ „ Maurern........ 14,92„„ „ Bleiarbeitern, Malern, Glasern 18,63„„ Die gewaltige Differenz zwischen den Geistlichen und den Pro- letariern springt in die Augen. Der Einfluß der Berufs- t h ä t i g k e i t und der Lebenshaltung auf die Sterb- lichkest wird ausgezeichnet durch die Zahlense illustrirt. Dt« Thätigkeit de» Ktadtartte» für Frank- fart a. Ml. hat in Bezug auf soziale Verhältniffe höchst intcr- cffante Daten zu Tage gefördert. Es war u. a. die Frage erörtert worden, ob es fich empfehle, eigene Schulen oder Klassen für schwachsinnige Kinder'u errichten. Eine Untersuchung, wie viele Schüler in Betracht hierbei kommen würden, ergab ein erschreckendes Resultat. Nach dem Jahresbericht über die Verwaltung des Me- dizinalwesens-c. der Stadt Frankfurt a. M, XXX. Jahrgang, 1886, waren vorbanden an Volksschülern und Bürgerschülern im Winterhaldjahre 1886—1887: Schwachsinnige geringeren Grades, die aber das Klaffenziel nicht erreichen: 104 Knaben und 99 Mädchen; schwochfinnige höheren Grades, immerhin aber bildungsfähige: 34 Knaben und 44 Mädchen. In Frankfurt a. M. ist die Maffenarmuth eine intensive. Je schlechter es den breiten Massen des Volkes geht, um so mehr, um so ärger muß dasselbe leiblich und geistig ver- kommen. Die Degeneration erstreckt fich auf Kinder und Kindes- linder. Wie soll das werden? Gi« sachkundige« Artheil fällt die„Monats- schrift für Textil-Jndustrie", das Organ des Ver- eins deutscher Wolllämmer und Kammgarnspinner. In einem Artikel über die Baumwollindustrie der Vereinigten Staaten sagt sie treffend:„Wie in jeder anderen Industrie, so find heutzutage auch in der Baumwollindustrie diejenigen Etabliffe- ments die rentabelsten, welche die größte Produktionsfähigkeit befitzen und mit den besten und neuesten Maschinen arbeiten. Kleine Etablissements bezahlen deshalb heute auch lange nicht so gut wie die großen. Diese Lage der Dinge ruft denn auch neben der Anlage neuer Institute eine allgemeine Ausdebnung und Vergrößerung der bereits bestehenden Spinn- und Webe- fabriken hervor; die Nachfrage nach den neuesten Erfindungen und verbesserten Maschinen ist eine sehr rege in dieser Branche, da die bestehenden Etablissements zu stetigen Neuanschaffungen und Veränderungen gezwungen find, um fich gegen die neuen Fabriken konkurrenzfähig zu halten." Die Kleinen gehen zu Grunde, die Großen müssen den Größeren und diese den Riesenkapitalisten im wilden, zügellosen Konkurrenzkampf Platz machen. Ei««« Angstschrei stößt in den„Wochenderichten der Monatsschr. f. Text.-Jnd." ein Fabrikant aus, der recht charak- teristisch ist. Er denunzirt mit kapitalistischer Beredsamkeit eine „Lohnbewegung in der Wollwaren-Jndustrie" und fasell dabei:„Es scheint, daß das Zentral-Arbeiter« Komitee(!!!!!) einen allgemeinen Weber-Streik inszeniren will, man hat mit der Ardeitseinstellung in Neumünster begonnen."„Zentral-Arbeiter-Komitee",„man", welche Gänse- haut mag den biederen Philistern beim Lesen dieser Worte über den Rücken laufen. Natürlich ist die ganze Geschichte eine blöde Unwahrheit. Das famose„Zentral-Arbeiter- Komitee" ist eine Äusschwitzung des aus Angst offenbar— konfus gewordenen Kapitalisten. Ferner streiken die Weder in Zieumünster nicht, um höhere Löhne, sondern um eine Verlängerung der Mi tt aas pause um eine halbe Stunde durchzusetzen. Das find die Thatsachen. Wie melodramatisch klingt es, wenn selbiger Angstmeier empha- tisch erklärt:„In Neumunster messen fich in ihren Kräften Ar- deitgeber und Arbeitnehmer und schon aus diesem Grunde ver- stehen wir die Hartnäckigkeit der dortigen Fabrikanten, welche nicht nachgeben wollen und nicht nachgeben können." Die Neumünster'schen Wolldarone haben auf den Streik der Weber mit einer Aussperrung der Wochenlöhner geantwortet, um die Arbester gegen einander aufzustacheln, was ihnen freilich nicht gelungen ist. Sie trommeln aus Böhmen, Polen, Schlesien fich Arbeiter zusammen, die nicht im Stande find, das zu leisten, was die holsteinischen Weber leisten. Aber unser kapitalistischer Fabrikant verschnappt fich auch, und die Ardeiter mögen fich diesen Lapsus wohl vor Augen halten. Er sagt:„Ferner regte fich die Lohnbewegung in Berlin. Berlin ist die größere Versuchsstation; gelingt:es hier, höhere Preise mit oder ohne Ardeitseinstellung zu erlangen, so wird in kurzem die ganze Weberei- und Strckereiindustrie von einem Generalstreik bedroht. Der Moment dazu ist a u t gewähtt, fast überall besitzen die Fadrikan- ten Aufträge, die der Erledigung harren. Waare wird überall gebraucht, und darauf scheinen die Arbeiter zu pochen." Das dumme Zeug vom Generalstreik, den der kapitalistische Artikelschreiber als ein von einer Zenttal- stelle arrangirtes Machwerk aufmarschiren läßt, bedarf der Wider- legung nicht. Wo und wann gestreikt wird, ist die Ursache zu suchen indem flotten Geschäftsgang der Wollindustrie. Die Arbeiter benutzen mit Recht die günstige Konjunktur, um ihre Löhne, ihre oft unerträglichen Arbeitsbe- ding un wen zu verbessern, die Herren Fabrikanten wehren fich mit Händen und Füßen gegen diese gerechten Bestie- Hungen. Wie noth eine Lohnaufbesserung thut, weiß man in Berlin am besten, wo in den letzten Jahren_bl(! beiterlöbne in manchen Artikeln um 50; find. Man steht aber aus dem eben Angeführten,» zensmeinung der Industriellen ist und mit welchen- für ihre Interessen arbeiten., Im Nottingham«« Kpih«»geschäft herrsche» Zustände. Zahlreiche Ardeiter find brotlos. anoe. Zavtrelwe Arverter nnv vrotios.,„ tüO Dir Landwirthschaft, die auf dem WcltmowV- Iv-f. will, muß großkapitalistisch, mit großen. mit der modernen Technik arbeiten. Auf der n Manchester waren u. a. GrasmShmaschint> waren u. a.________________ die in quantitativer Beziehung so viel leistete»,. Schnitter, qualttativ aber vorzuziehen find, da gleichmäßigere Stoppeln zurücklassen und dadurch?»-us Londo Strohertrag vergrößern. So wird es selbstverstandfi ß0rt( Großgrundbesitzer auf menschliche Arbestslräfte 0�%=. und Maschinen einstellt, diese schweigsamen, unt Sklaven aus Eisen. � amer fieifiia S Di- Sarb««grr Kand«l»kamm-r w r£,cn Berichte über das Jahr 1887:„Was die im DsteX so ist zunächst die Lage der kleinen Rheder«ve '«. ,#PI t rüd ende; die_ Frachten find weiter äutUtp5efatinrifh � immer mehr. Die Rhederei der Dampfschiff infolge dessen verschwinden die klei größeren eisernen Segelschiffe ist noch lohnend gewesen. Wegen Rückganges«a .{„iiiodi keine neue röffentlichung & v w u c v-cutgtu t/tuu-Buiiuv» venelden großen, das hölzerne dem eisernen, das Segel Qjt. Platz. Weiterer Kommentar überflüsfig!#cr zu Rath _»ruckt wurden, j hilflosen Art i«r«int«md DersamnM�«s G-tf««tlich- P-rjammlung der voraussagte, Berufsgenossen Sonntag, den 22. Juli, Vorn�ght und ist ir die„allerfe richt der Kommisfion über die Lohntadelle. Vorwurf 1 Herein»«« Wahrung der Interesse« Ernten. Schon Arbeiter. Heute, Sonnabend, Abends 3«Uhr,%„Toynbee H straße 77—79(Gratweil's Bierhallen): VersawAndons, welche ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Huber über dämlichen Lage d Sittenlehre als Grundlage der mosaischen% eine Privatu 2. Abrechnung vom Maskenball. 3. Werksta�gaden sowohl Vereinsangelegenheit und Fragekasten. Bim» tuslichen Umstä 23. Juli stattfindenden Sommerfest find bei Weiblichen Geschh gliedern: Appel, Wienerstr. 49, IV.; König, ichwiylöchern de bei Lampe; Köppen, Manteusselstr. 43, lt., 1? Waren die S lichen Vorstandsmitgliedern und in den mit vwt seither infolge Lokalen zu haben. i h Notharmen Kranken- und Hegräbnihkasse de«»fi/nb, Rumänien, licher Kernfsklassen. Berlin 3. Mitgu�dauernswerthen heute, Sonnabend, Abends 8i Uhr, Brunns iußland und Rr Schmidt. Neue Mitglieder werden aufgenomwfilondon ibr Brot Grtekrankenkass« der Kürschner»ntym die Reise nac Außerordentliche Generalversammlung am den letzten i 22. Juli. Vormittags 10 Uhr, im großen S«knedcrgewffen Hab Hauses, Linienslr. 5—6. Tagesordnung: ErMnige Gewahrsri träge; Herabsetzung der Krankenunterstützung-ondon allein wc einiger Paragraphen des Statuts. Sterbekasse von Arbeitern der Kerl ba«-AktirngeseUschaft. Sonntag, den 29-Ji 9 Uhr, im Lokale des Herrn Stümke, Ackerstrmke Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresder«« und Bericht der Revisoren, sowie ErthelluNtzJz englische Har 2. Antrag der Revisoren. 3. Mittheilungen. �sndcnt desselben� buch legst mm t. J Auftrage der i Bericht, der �m, wenn mm cknung einst t die Einwank 4. Schon seit i Theater. Sonnabend, den 22. Juli. Friedrich- Wilhelmstädtische» Theater: Fatinitza. Gstend-Theater: Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern. Westeall ianc«» Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. Kroll'« Theater: Der Wildschutz. Aiktoria-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. �_, KSnigftädtlsche« Theater: Der Straßen- junge von Paris. DUrnfma»«'« Kartet*: Spezialitäten-Vor- »»«cordia- Theater: Spezialitäten- Vor- stelluna._ Seidels kleiner UMsWir» Gesundbrunnen 60 Wad-Ktrast« 60. Jeden Sonntag: Gr. Militär-Kglizeil »er&. mit Kchlachtmustk. Aufsteigen des Mgii s f enden Menschen 1■ ieuheit auf aeronaut. Gebiete. Neu! Auftreten der MailSnder ■ Th i e r- K a pe 1 1 e.■ ÜC" Im Kaal:«roßer Wall. Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag: Grosses Frei- Konzert. Eintritt an Wochentagen frei, Sonntags 15 Pf Die Kaffeeküche ist von 2—6 Uhr geöffnet. Dadurch» daß die von mir gelieferten |(Hre« genau richtig gehen und jedes einzelne Stück zum Fabrikpreis« abgelassen wird, bat fich mein Uhren-Nersaud über ganz Deutschland und darüber hinaus aus- gedehnt. Empfehle: Kid«.-SUwontoirlO-16|H. Kilb. Kemontoir 17-45„ «ld Remo«toir2fs 300„ Reg«late«re 10-70„ Vorzügliche vernickelte Stand- Wecker mit Ankergang 5,50 M. G. Wagner, Uhren-Fabrik. Preisgekrönt auf vielen Ausstellungen. T-rlin S. 144,«rauieustraße Ur. 144. Reith illustr. 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Die aek, daß, wmn ,lnt, die Mädc winden können, - Der Jnspekto b sein Erscheinet hnelligkeit in che und Ueb, iten oft 16 b: Jahren W«®| .n um oü Angeführtes > mit »1 schaft herrsch«�- d-mWcltm«vr. ihrnaschinl« viel leistet«., ; find, daß-- and dadurch � selbstverstäl rbeitskräfte weigsarnen Beilage zum Berliner Bolksblatt. 1«S. Sonnabend, den Ä1. Inli 1888. 3. Jahrg. M ' mmii ist noch ein kzangeS %% das Segel Jas ScRipih-Sy�m. Aus London, im Juli, erhält die„Frkf. Ztg." folgende "ante Korrespondenz: Eine auS Mitgliedern des Oberhauses zusammengesetzte ..lmisston unter dem Vorfitz des Lord Dunraven hält noch lArrilfrer fieißig Sitzungen. Diese fiommisfion hat den Auftrag, das sogen. S w e a t i n g- oder Schwitz-System, mi tm Ostende Londons besonders überhand nimmt, jedoch in n Rheder großen Industriezentren, in Lceds z. B., keineswegs »euer �>ru�°.bekannt ist, eine eingehende Erbebung zu veranstalten und zu llernen v �m Zwecke Zeugen zu verhören. Das Schmitz-System ist 1 am pn®1 Lorft keine neue Erscheinung; es find viele Jahre her, seit die 1(t röffentlichung des bekannten Romans„Aston Locke" die el deffelben in packenden, aus dem AMagsleben gegriffenen :n schilderte. Und als der wackere Charles Kingslcy sein schrieb, war diese industrielle weiße Sklaverei mindestens Jahre alt; wer fich bemüht, die Tagesblätter und Flug- ci zu Rath zu ziehen, die vor einem Halden Jahrhundert rnckt wurden, muß zu dem Schluffe kommen, daß das., Schwitzen" hilflosen Arbeiter und Arbeiterinnen schon damals in vollem ge war. Im Laufe der Jahrzehnte jedoch hat fich das scheust- System weiter entwickelt; es hat, wie Kingsley voraussah >d voraussagte, im industriellen Leben Englands tiefer Wurzel rstt und ist in der jüngsten Zeit so allgemein geworden, daß st die„allerfeinsten" Geschäfte im Westende Londons von Vorwurf des„Sweating" nicht freigesprochen werden ;en. Schon vor etwa vier Jahren unternahm der Vorstand .„Toyndee Hall", eine wohlthätige Anstalt im Ostende ndons, welche zur Hebung der wirthschastlichen und gesund- liehen Lage der dortigen Armenbevölkerung viel beigetragen tj eine Privatuntersuchung, und sammelte genaue statistische gaben sowohl über die Lohnverhältniffe, als auch über die rslichen Umstände von meheren hundert Personen, besonders blichen Geschlechts, welche in sog. sweating dens, d. h. witzlöchern beschäftigt waren. Waren die Löhne schon damals erbärmlich genug, so find seither infolge der bedeutenden Einwanderung von Paupers, h. Rothatmen aus dem Auslande, aus Deutschland, Ruß- d, Rumänien, weit schlimmer geworden. Die meisten dieser auernswerthen Ankömmlinge waren jüdischer Religion, aus ßland und Rumänien vertrieben, und hofften entweder in ndon ihr Brot zu verdicnen oder wenigstens Hilfe zu finden, schner uit'im die Reise nach Amerika fortzusetzen. Wie viele dieser Leute una am den letzten vier Jahren England betreten und fich hier aroßen Saariedcrgelaffen haben, läßt fich allerdings nicht genau feststellen. mng' ErMnige Gewährsmänner sprechen von 20 000; diese Zahl ist für äös«?«js- vss �«.iln�leredjnuna einschließt. Eine genaue Kontrole wird ja der Pos' Juli, V :. 72._ labelle.& »SP n): Versawl huber über aosaischen 3. We' sten. B find der b«| ; König, � 48,"., r den mit »sse de» 3. Mit, Ihr, Br auf gen om# der Kerl g, den 29- e. Ackerstra� Jahrcsder«� von genaue Fremden in England nicht aus chnung einschließt. x die Einwanderung t. Schon seit geraumer Zeit beschäftigt diese Angelegenheit e Ertheistw�s englische tzandelsamt. John Burnett, der Arveilskorre> Heilungen- mdent deffelben. hat Monate lang eingehende Untersuchungen Auftrage der Behörde im Ostende Londons angestellt und Bericht, der vor einigen Wochen gedruckt erschien, enthält anzen ein zuverläsfiges, vorurlheilsfreies Bild des Schwitz- _ s, obgleich ihm natürlich das persönliche und sensationelle fk ment fehlt, das der öffentlichen Untersuchung der Lords eine p kante Würze verleiht.%hn Burnett definirt �.Sweating" »»driB ein System, unter dem Mittelmänner Arbeit übernehmen, h« lche fie wieder Anderen übergeben, um fie von diesen ver- tJhten zu laffen. Die Mittelspersonen machen aus der Differenz �»»AAURfischen dem Kontraktpreis und den Löhnen, welche fie ihren "gestellten zahlen, einen Profit. Da der Mittelmann oder m-ater einen größtmöglichen Gewinn herauszuschlagen sucht, die unvermeidliche Tendenz des Systems, die Arbeiter auf möglichst niedrige Bezahlung hinabzudrücken. Einige dieser eaters beschäftigen nur einen oder zwei Arbeiter: in anderen witzhöhlen findet man zehn bis vierzig Gehilfen und iterinnen. Weitaus die größte Zahl der Sweaters ftigen weniger als zwanzig Leute und oft ar- n diese in dem einzigen Zimmer ihres Aussehers. Das Item hat im Schneiderhandwerk die größte Verbreitung, ist ich in anderen Zweigen— dem Tischlergeschäft und der luhfadrikation— nicht unbekannt, wie Lord Dunraven's nnmisston erfuhr. Die Herstellung von Kleidern ist jedoch -»«4'ibtt purgemäß dem Sweating am günstigsten, da die Arbeit zu Jmse gethan werden kann und eine endlose Verthcilung in 2. SisS�ezialiläten möglich ist; diese zu mtwickeln ist natürlich ein ,, qw' �irtheil des Sweaters. Unter den alten Berhaltnlssen war der -Ä»«■ j�chneider ein geschickter Arbeiter, welcher alle Theile der Klei- von Anfang bis ans Ende zu verfertigen verstand. Aber Bnto Einführung der Maschinerie, die Zunahme der Bevölkerung, Billigkeit der Kleiderstofie und die Entwickelung des Baar- is im Verkauf haben die Bedingungen der Produktion voll- big verändert. Der Schneider von Beruf verschwindet: die hfrage nach wohlfeilen Kleidern bat ein zunehmendes Fallen Löhne unter den Arbeitern zur Folge gehabt. Jetzt machen «» vt Schneider nur noch entweder Röcke oder Westen oder Bein- Hit»" Jeiber; doch bleibt die Tbeilung da nicht stehen; es giebt Aus- � � �tlehneider, Fadenschläger, Maschinisten, Einschläger, Knopfloch. «chet u. s. w. Es ist so leicht, irgend eine dieser Beschäfti- /mgen zu erlernen und darin eine gewiffe Fertigkeit zu /langen, die Zahl der Arbeit verlangenden Eingeborenen nd fremden Ankömmlinge ist so groß, daß alle gierig 'V dem Schneidelhandwerk greifen. Die Lohnverhält- werden schlimmer und das Sweatindsystem mit seinen * Uebelständen— Ueberarbeitung, ungesunde Wöh- Bcr'1 llmge Arbeitsstunden, Jmmoralität— wird ärger als elbtttS' Luft-«"-u le*0hM!i rgnttS� Kliestb..' Art. Tanx Garde-�i Jllum st s Conc«� i ist% �%% in ftlner gegenwärtigen Beschaffenheit ist hier .«w JlS ,nQ� stehen Frauen und junge Per- bat die tägliche Arbestszeit auf swndm festsetzt, für den Sonnabend sogar nur 6% Stunden, - für die ganze Woche 56* Stunden läßt. Diese Arbeits- wird ietoch nie genau eingehalten, und eine Arbeiterin, J)c batauf bestunbe, wurde sofort entlasten werden. Zuweilen «t der Sweater em Getranle, das er mit dem Namen Thee Kaffee beehft, aber es muß während der Arbeit eingc- men werdm. Die Arbeitszeit ist gewöhnlich von 8 Uhr gens bis 8 Uhr Abends, aber einige Sweaters beginnen n um 6 Uhr und zwingen ihre Arbeiterinnen. 14 Stunden arbeiten. Die Arbeits- und Schlafztmmer find so einge- et, daß, wenn der staatliche Gewerbeinspeltor unerwartet :mt, die Mädchen und Frauen rasch im Schlafzimmer ver- nden können, wohin der Beamte zu gehen keine Befugniß Der Inspektor wird als der allgemeine Feind angesehen sein Erscheinen in einer Lokalität wird mit unglaublicher hnelligkeit in allen Schwitzhöhlen gemeldet. Unerwartete «-.suche und Uederraschungen find unmöglich. Die Männer oft 16 bis 18 Stunden, nie weniger als 14. Und Miellen Posta* doch wird Arbeit über die bestimmte Zeit nirgends besonders �0�� kommt in der besten Saison des Jahres vor, die drei Monate dauert; ist wenig Arbeit da, so geht es dm Ar- beitern noch schlimmer." Der Sweater richtet es so ein, daß alle Arbeit in den drei letzten Wochentagen verrichtet werden mutz; er fängt Donnerstag Morgen an und alles muß Freitag Abenv oder Sonnabend Morgen fertig sein. Für diese 36- stündige Hetze erhalten die Leute zwei Tagelöhne. Die für die Arbeit bezahlten Löhne variiren so sehr, daß ein Durchschnitts- preis nicht festgestellt werden kann. Doch muß man auch hier in Betracht ziehen, daß das Schneiderbandwerk durchschnittlich nur 192 Arbeitstage im Jahre hat. Ein Fall gelte als Bei- spiel. Ein Sweater übernahm einen Kontraft, Röcke für Brief- träger zu machen, pro Stück zwei Schillinge; er konnte zwölf täglich fertig liefern, wofür er 24 Schilling erhielt. Von dieser Summe erhielten der Preffer 4 Sb. 6 P., der Maschinist 5 Sh., die Knopfloch-Näherin 2 Sh. 6 P., die Einschlägerin 1 Sh. 3 P., Total 13 Sb. 3 P. verblieben. Dieser Mann ließ seine Leute von 7 Uhr Morgens bis 10 Uhr Nachts arbesten. Dieser Gewinn ist immer noch nicht der größte. Allein in großem Maßstabe betrieben, trägt Sweating verhältnißmäßig weit mehr ein. Lewis Lyons, der unter den„Sweaters" und ihren Opfern viele Jahre zugebracht, berechnet die Anthefle der letzteren auf 3 bis 4 Pfund täglich. Die Untersuchung, welche Lord Dunraven und ferne Kol> legen aus dem Oberhaus angestellt, bat neben diesen Thatsachen noch das Faktum zu Tage gefördert, daß die„besten Häuser" im W e st e n d e, welche ihre Fabrikate als eigene Mache anpreisen und zu entsprechend hochgeschraubten Preisen verkaufen,„Sweaters" benützen und ihre theuren Waaren im Ostende von jüdischen Mädchen mit Hungetlöhnen nähen laffen. Da kam z. B. heraus, daß Poole, der Schneider des Prinzen von Wales, Sweater beschäftigt und einer der Zeugen erwähnte in seinem Verhör, daß unter anderen einer der edlen Lords, der Fragen an ihn richtete, sowie Herr Ritchie, der Präfident der Lokalverwaltung, einen Rock auf dem Leibe trage, der in einem schmutzigen Schwitzloch in Ostinde entstanden sei. Auch Redfern in Condnitstreet, dessen Kleider bei der fashionablen Damenwelt gar hochangeschrieben find und der für die Prinzessin von Wales und ihre Töchter arbeitet, ist erwähnt worden Es läßt sich freilich nicht nachweisen, daß die Häupter der Firma immer von der Existenz des Systems Kennt- niß haben. Sie müssen sich auf ihre Vorsteher und Intendanten für die meisten Einzelheiten des Geschäfts verlassen, und diese wissen nicht immer, durch wie viel Hände das Kleidungsstück geht, das fie zur Herstellung weiter geben.(? Red.) Auch das Kriegsamt und Postamt find von dem Vorwurf, das Swcating-System benutzt zu haben, nicht frei. Gerade die Behörden werden übrigens nicht selten noch extra betrogen. Ein Sweater schloß einen Kontrakt ab, in welchem er fich ver- pflichtete, einen gewiffen Rock für 3; Sh. das Stück zu liefern; ein Muster wurde gezeigt; die nachgelieferten Röcke waren jedoch nur 2. Sh. werth— die Differenz wanderte als Extragewinn in die Tasche des Sweater. Daß dieses Sweating-System der öffentlichen Jmmoralität sehr Vorschub leistet, weiß Jeder, der fich die Mühe nimmt, einen Abendspaziergang durch den Stund und Regen tstreet zu machen. Trotzdem hat noch Riemand die richtige Abhilfe ge- funden. Fünfzig Prozent der von Sweaters beschäftigten Leute sollen außerdem an Lungen- oder Herzkrankheiten leiden. Die öffentliche Presse beschäftigt fich weit mehr mit diesem Problem, seit die Enthüllungen der Kommission Lord Dunravens stattgefunden haben. Aber abgesehen von den genannten Westende- Häusern, welche, um ihren guten Namen zu retten, rasch Ord- nung geschafft haben, geht das Sweating flott weiter. Um dem Uebel zu steuern, schlägt man vor, die Ardeiter unter dasselbe Fabrikgesetz zu stellen, das die Frauen beschützt, die Zahl der Inspektoren zu vermehren, die Einwanderung fremder Paupers zu hindern svas ist unter Anderem Arnold Whites Lieblingsrezept) und große Faktoreien einzurichten, in denen die Arbeit organifirt und vertheilt weiden könnte, ohne die Zuziehung des Sweater. Von einer Ausdehnung der Fabrikgesetzgebung kann man fich wohl noch das meiste versprechen, was jetzt über» Haupt zu erreichen ist. Kskale». Infolge der Mlandntoniedertegnng de» dislrerigr» Uertretera de» 6. Kerliner Wahlkreise»» im Reich»- tage hat der hiestge Magistrat, da der Oder präfident der Pro- vinz Brandenburg eine Neuwahl angeordnet hat, bekannt ge- macht, daß vom 2.-9. August in den angeführten Räumen die Wählerlisten zu dem Zwecke zur Einficht ausliegen werden, da- mit die Wahlberechtigten fich über-eupen können, ob ihr Name in die Liste eingetragen ist. Diese Anordnung ist durch das Wahlgesetz bestimmt, nicht so aber die weitere, daß Zwecks der Nachlragung in die Wählerliste der Ausgelassene durch Bor- legung des Mietbskontrakt.-s, der Miethssteuerquittung oder der polizeilichen Anmeldung für die angegebene Wohnung fich zu legitimiren habe. Das Reichstagswahlrecht ist keines- weges von der Erfüllung einer dieser Forderungen ab- hängig. Jeder Deutsche, der ein Jahr an dem Wahl- orte wohnt, großjährig, im Beste der Ehrenrechte ist und in dem Jahre bis zur Wahl kerne Armenunler- stützung erhalten hat. ist wohlberechtigt. Nun giebt es hier- orts jedenfalls eine nicht unbedeutende Anzahl Personen, die, obwohl wahlberechtigt, eine dieser Legitimationen, wie die ver- langte, nicht beizubringen vermögen, wenn fie in der Wähler- liste nicht aufgeführt find und dre Nachemtragung verlangen. Plan denke nur an die vielen in Aftermiethe Wohnenden, die in der Regel leinen schriftlichen Miethskontrakt eingehen, eine polizei- liche Anmeldung für die angegebene Wohnung nicht vorlegen können, da fie fich nicht selbst anmelden, sondern der Vermiether, der des abgestempelte Ex.mplar nicht an den Miether abgiebt, sondern für fich behält, und an diejenigen, welche durch Gesetz wegen ihres Alters von der Steuerzahlung entbunden find. Es ist also nicht ausgeschloffen, daß Jemand mangels dieser drei Erfordernisse von der Wahl tutz seiner Berechtigung ausgeschlossen bleibt. Wie gewöhnlich find auch in diesem Falle die Aermeren die Benachtherlrgt-n, und wenn man erwägt, wie einige oder eine Stimme den Ausschlag bei einer Wahl geben kann, so ist es wohl angezeigt, gegen die besprochenen Legitimationssordemngen des Magr,trates Ern- spru» zu erheben. Uebrigens laßt es fich so leicht ernilt ew. ob der Reklamant wahlberechtigt ist, wenn nach dem täglichem 3 Uhr Nachmittags stattfindenden Schluffe der Einfichtnahme in die Listen die Reklamationen dem Vorsteher des Bezirkes, in welchem Reklamant zu wohnen angegeben hat, zugehen. Der Bezirks Vorsteher kann dann sehr wohl am folgenden Tage die nöthigen Erhebungen vornehmen und dem Wahlbureau des Magistrats am anderen Tage die mit den Resultaten der Er- Hebung versehenen Reklamationen zusenden. Roch etwa» vom Wetter. Daß dieser Sommer kein Sommer, wenigstens bis jetzt, ist, darüber ist man fich klar; hat man doch gehört, daß an mehreren Orten Schnee gefallen und die Temperatur dem Geftierpunft nahe gewesen ist. Besonders stark scheint Schnee, Kälte und Regen in Kärnthen zu sein. Wiener Blätter berichten darüber vom 12. d. M. folgendes: „Heute früh um 5 Uhr zeigten sich bei einem Thermometer- stände von 4- 4 Grad Rsaumur die Berge bis zu einer See- höhe von 2000 Fuß herab in vollem Winterschmucke. Das ist in diesem Monat bereits der zweite Fall, daß die Bevölkerung am Morgen durch Schnee im Gebirge überrascht wurde. Am 2. Juli früh hat ein starker Reif in manchen Gegenden den Erdäpfeln und auch dem Getreide, das eben in voller Blüthe stand, merklichen Schaden zugefügt. Anfangs und bis zur Mitte des Monats Juni klagte man allenthalben, so auch in Kärnthen über eine schreckliche Hitze und Trockenheit, so zwar, daß Quellen verstegten und bereits Mangel an Viehfutter drohte. Am 14. Juni z. B. zeigte das Thermometer in einer Höhe von 3000 Fuß Mittags im Schatten+ 23 Grad Rsaumur. In d.r Nacht vom 14. zum 15. Juni trat jedoch der Witterungswechsel ein und seit dieser Zeit regnet es mit wenigen Ausnahmen Tag und Nacht. Das Heu, welches infolge der schönen Tage im Beginne des Monats Juni gemäht wurde, liegt zum Theile noch auf den Wiesen und geht der Fäulniß entgegen. Im Lavantthale zählte man in der Zeit vom 15. Juni bis 12. Juli im ganzen nur sieben regenfreie Tage. Die ganze übrige Zeit regnete es fast ununterbrochen fort; höchstens gab es sechs halbe Tage, welche einen Ausgang ins Freie gestatteten. Es hat den Anschein, als od der Monat Juli im heurigen Jalr nicht vorübergehen würde, ohne kleine Erinnerungen an die Zctt Noahs wachzurufen. Die Befitzcr von Gast- und Badehäusern lamcntiren schrecklich über den Mangel an Touristen und Kur» päsien. Sie find zumeist auf die Monate Juni, Juli und August angewiesen, um die neun anderen Monate hindurch ihr Leben fristen und die Steuern bezahlen zu können."— Aus der Schweiz wird unterm 15. Juli geschrieben:„In der letzten Woche hat es bei niedriger Temperatur auf den Mittel- und Voralpen und strichweise bis in die Ebene, sowie auch auf den Jurahöhen geschneit. Der Pilatus, die Kurfirsten, der Kamor im Appenzellerland trugen weiße Hauben und in Altstätten im Rheinthale kamen die Bauern mit Pelzkappen und Handschuhen zu Markte und die Wirthe heizten, um die Gäste warm zu halten."— Wie mailändische Blätter melden, hat es am Mittwoch, dem II. d. M., an den oberitaiienischen Seen, einer Region, die fich doch gewiß nicht durch niedrige Temperatur auszeichnet, lustig geschneit. Ebenso wird Übereinstimmend aus Paoia, Florenz und Neapel berichtet, daß dort wahres Winter- weiter herrsche, so daß der Touristenverkehr fast ganz da- niederliege. Ueber da» geschäftliche Treibe« in Kerlt« erzählt die„Voss. Ztg." recht interessant:„Für unseren Klein verkehr ist jetzt eine schlimme Zeit; das Geschäft rubt, die Anschaffungen für den Sommer find gemacht, für den Herbst ist es noch zu zeitig, um sich schon zu versorgen, ein großer Theil unserer Be» völkerung ist verreist, der Fremdenverkehr ist auch augenblicklich nicht rege, es herrscht jetzt in fast allen Geschäften eine unHeim» liche Stille, die durch das anhaltend schlechte Wetter fich uns noch mehr bemerkbar macht als in anderen Jahren. Viele unserer Berliner Geschäfte haben, um wenigstens in der sogenannten stillen Zeit, in der Uebergangszeit von einem Geschäftsabschnitt zum anderen, vom Sommer zum Winter etwas zu thun zu baden, in Badeorten oder in anderen von Fremden hauvt- sächlich aufgesuchten Plätzen Niederlagen errichtet. Oft be- gegnen uns daselbst an den Firmenschildern wohldekannte hie- fige Namen; aber auch von dorther lauten die Nachrichten über den Geschäftsgang nicht sehr crmuthigend. Dennoch gestattet unsere geschäftige, nie rastende Zeit auch dem Kleinverkehr keine Ruhe, er muß fich mit den Neuheiten, die uns der nächste Winter bringt, versorgen, er muß darauf bedacht sein, seine Lager wieder zu füllen, er besucht fremde Fabrikplätze, um selbst dort so vortheilhoft wie möglich einzukaufen, er wird hier aufgesucht von den Reisenden auswärtiger Fabriken, welche bestrebt find, für ihre Waaren beim Berliner Groß- und Kleinverkehr Absatz zu finden. Eine genaue Statistik darüber, wieviel Geschäftsreisende jährlich unseren Platz auf» suchen, fehlt; die Anzahl derselben ist schwer zu ermitteln; daß fie aber nach vielen Tausenden zählt, die jährlich mehrmals nach Berlin kommen, ist um so sicherer, wenn man in Erwägung zieht, daß nicht nur jeder deutsche auswärtige Fabrikant Ber- liner Geschäftsverbindungen pflegt, sondem daß uns auch das Ausland deren in großer Zahl sendet. Wir wollen bei unseren Betrachtungen den Großverkehr außer Acht lassen und nur von den Angeboten sprechen, die an den Kleinoerkebr herantreten. Von ausländischen Geschäftsreisenden wird wohl Berlin von Engländern, beziehentlich von Vertretern englischer Häuser am meisten besucht. Gar mannigfaltig find die Waaren, die fie brer abzusetzen suchen. Wir finden unter ihnen englische Austern, Parfumerien, verschiedene Erzeugnisse der Papierfadcikation, tzerrenstoffe, Steingutwaare, Gummiattilel, Handschuhe, Km- vatten und andere Herrenmodeartikel. Hosenträger. Hute, die sogenannten Japan- und Chinawaaren, eine große Anzahl von Nahrungsmitteln, Metall-, Stahl- und Eisenwaaren, Teppiche, Badeartikel u. s. w.; fie suchen auch direft die Privat- kundschaft auf, um hier besonders Herrenkleider und Herrenwäsche abzusetzen; letzteres tbun übrigens auch die Franzosen, die aber nicht Privat- Herren kundschaft, sondern die Privat-Damenkundschaft aufsuchen. Französische Reisende besuchen uns in viel größerer Zabl, als man nach den bekannten wenig freundlichen Ausführungen, die wir so oft in französischen Zeitungen finden, annehmen sollte. Wir kaufen noch eine Menge Waare von französischen Reisenden; namentlich Modewaaren(sowohl für Herren als für Damen), Kurz- waaren, Bronzewaaren, Parfümerien. Glaswaaren, Chokoladen, Schildpattwaaren, Operngläser, künstliche Blumen, Fächer. Italienische Reisende suchen und finden hier Absatz für ihre Bodenerzeugniffe, für ihre Majoliken, für ihre Holzschnitzwaaren. Russische, spanische, selbst amerikanische Reisende können wir hier fast täglich begrüßen, fie suchen uns meistens ihre von uns ge» gewürdigten Waaren, die wir so oft in den Läden unserer großen Telikateßgeschäfte erblicken, zu verkaufen; ebenso finden russische Malachit- und Tula-Waaren bei uns Absatz. Amerl« kanische Zigarretten werden jetzt fast von allen diesigen Zigarren» händlem geführt. Selbst Reisenden aus dem Orient, die ver« sucht haben, für ihre Teppiche hier direfte Abnahme zu finden, find wir hier schon begegnet. Viel größer selbstverständlich ist die Zahl der auswärtigen deutschen Geschäftsreisenden, die fast täglich in Berlin anzutreffen find; keine deutsche Stadt, die irgendwie eine nennenswerthe Industrie oder Handlungshä-ser befitzt, die irgendwie von Bedeutung find, versäumt es, je nach Bedarf den Berliner Geschäftsplatz zu besuchen, abgesehen von ständigen, die von den Firmen der verschiedensten Geschäfts- zweige an unserem Platze unterhalten werden. Und was wird da alles angeboten! Haben unsere Leser schon einmal von einer Aufhängselfabrik gehört? Sie dient dazu, um unsere Kleidungs- stücke mit kleinen aus Stoff oder Metall gefertigten Henkeln zu versehen, damit man sie bequ-m aufhängen kann. Eine ganze Anzahl von Reisenden besucht hiesige Geschäfte, die diesen Artikel führen. Da kommen Reisende zu uns mit Attrapen, mit Blech- spielwaaren; selbst Briefmarkenhandlungen entsenden Reisende, ebenso Bürstenwaarenfabrikanten. Es giedt Reisende, die nur Christbaumbehang führen, die mit Zigarrenspitzen han- dein, die nur Konditorwaaren umsetzen, die Konto- bücher verkaufen, die uns Docht- und Nachtlichte darbieten. Für Drechslerwaaren, Elfcnbeinwaaren, für alle möglichen Essenzen, selbst für Fahnen sucht man durch Rcrsende Vertrieb. Gold und Silbcrdrabt, Gummistempel Haarnetze, Hängematten, Triutrphstühle, Hektographen, Konfitüren, Konserven, Kortwaaren, Masken, musikalische Jnsttu- mcnte, Luxuspapicrgegenstände, Seifen, Peitschen, Perlen, Perl- mutterwaaren. Polstermaterial, Sattler- und Riemerwaaren, Schminke und Puder, Spirituosen und Liqueure, Strobgeflechte, Tinten, Vaselinefabrikate, Ventilationsappaiate, Verbandstoffe, Vogelbauer werden uns durch Reisende angeboten. Wir haben kaum nöthig, hinzu zu fügen, daß unsere auswärtigen Groß- betriebe, welchen Namen sie auch immer fübrm mögen, ob sie zur Montanindustrie, zur Jndustie der Steine und Erden, zu den chemischen und verwandten Industrien, zur Textil-, Papier-, Leder oder Holzindustrie gehören, uns regelmäßig durch Reisende besuchen lassen. Wo es der Umfang der Muster nicht zuläßt, daß der Reisende den Kunden in seinem Geschäfts- lokale aufsucht, werden Musterausstellungen in hiesigen Gast- böfen oder anderen geeigneten Räumen veranstaltet, wo die Bestellungen entgegen genommen werden. Die Geschäftsreisen- den bilden jetzt einen großen Theil unlercs Frcmdenpublikums, man findet sie überall, wo das großstädtische Leben zusammen- fließt, und mancher Groschen Gelbes wird durch sie in Berlin ausgegeben. Kertiner und„echte»" Klee. Daß das echte bayerische Bier eine große Verbreitung in Berlin gefunden hat, ist bekannt, die Zahl der Bierpaläste, in denen die verschiedenen Bräus aus München, Erlangen, Nürnberg u. s. w. zum Ausschank gelangen, ist in der letzten Zeit gewaltig gestiegen, in der Frredrichstraße und den Nebenstraßen derselben reiht sich oft ein„echtes Bier- restaurant" an das andere. Die Besteuerung der echten bayerischen Breie von Seiten der Stadt ist wiederholentlich Gegenstand der Debatten in konservativen Versammlungen ge- wcsen. Nach alledem sollte man meinen, daß unsere heimische Bicrindustrie unter der Konkurrenz der Münchener furchtbar zu leiden hätte und im Rückzug begriffen wäre. Das Gegentheil ist der Fall; die Konkurrenz der Münchener Bicre hat auf unsere Industrie nur günstig eingewirkt, indem sie letztere zwang, die Güte des heimischen Bieres von Jahr zu Jahr zu verbessern; die Zeiten find längst vorüber, in denen man wagte, die Produkte einzelner unserer Brauereien mit einem unästhetischen Namen zu belegen, der Aufschwung, den die Bierproduttion in Berlin genommen hat, ist daher ein ganz ungeahnter geworden; dos Gebräu einzelner Berliner Brauereien soll, so be- haupten Bierologen, dem Münchcmr kaum noch etwas nachgeben und darum haben die Produkte Berliner Brauereien nicht nur in Berlin, sondern in allen großen deutschen Städten, selbst im Auslände, die aufrichtigsten, wärmsten Ver- ehrer gefunden, deren Schaarcn mit jeder ausgetrunkenen Tonne wachsen. In Bayern steht man dem raschen Aufschwung der Berliner Bierbrauereien mit einem gewissen Bangen entgegen. Die in Speyer el scheinci.de„Pfälzer Ztg." bringt einen Artrkel, der die Zu kunft der bayerischen Bierpioduttion in schwarzen Farben malt: „Ein schwerer Schlag gegen Bayern bereitet sich langsam aber sicher vor: die Verdrängung unserer Bielindustrie von dem norddeutschen Markte. In Berlin, in Norddeutschland überhaupr, strebt man mit aller technischen und wiffenschwtl.chen Unterstützung durch die Regierung und mit zäher Energie dahin, die eigene Er- zeugung von Bier in Güte und Menge immer mehr zu ver- bessern. Es dürfte nicht mehr lange dauern, so hat die Ber- liner Brauerei die Münchener wenigstens quantitativ überflügelt. Der Bericht der Aeltesten der Berliner Kaufmannichast für 1887 zieht nack dieser Rechlung höchst interessante Vergleiche. Die Geiammtproduktion aller Berliner Brauereien betrug in diesem Betriebsjahr 2 555 232 Hektoliter gegen 2 298 414 Hektoliter im Vorjahr, ist also um 11 pCt. gestiegen. Der Malzveibrauch der Berliner Brauereien nahm gegen das Vorjahr t» Summa um 105831 Zentner zu. Die Steigerung der Binproduttron in die Zunahme ungefähr die gleiche geblieben wre rn Bayern, nur in Württemberg übertrifft sie sogar vre der norddeutschen Brauereien. Die Berliner Bicrprovultron hat rm letzten Jahre aber nicht nur absolut, sondern auch relativ, d. h. pro Kopf der Bevölkerung, zugenommen. Nach der mitttcren Ernwohnerzahl ergab sich für 1886 eine Produktion von 166< Liter, mr das tahr 1886,87 eine solche von 184& Liter pro Kopf der Berlmer evölkerung. Die einzige Stadt in Teutschland, in welcher das Braugewerde eine ähnliche Auedthnung hat wie in Berlin, ist München. Tie dortige Produkrion d.luf sich im Jahr 1886 87 auf 2 356210 Hektoliter gegen 2113625 Hettoliter im vorher- gehenden Jahre, ist also gleichfalls um 11,48 pCt. gestiegen. Da aber München nach der Zäblung von 1885 260005 Er a wohner hat, so kommt auf den einzelnen Bewobner ein nahezu fünfnral so großes Quantum wie in Berlin. Im Durchschnitt betrug das letztere daselbst im Jahre 1836/87 906 Liter gegen 813 Liter im Vorjahr. Im Uebrigen theilen sich die beiden Rivalen noch in das Terrain der Reichshauptstadt. Die Munchener Biere erfreuen sich wie im übrigen Deutschland, so auch in Berlin einer be- sonderen Beliebtheit,.wenngleich der Bericht schon korstatirt, daß die nach Münchener Art gebrauten Berliner Bicre sich mehr und mehr auch in solchen Kreisen Eingang verschaffen, die die- her nur bayrisches Bter tranken. So wird langsam, aber mit ziemlich sicherer Gewißheit unsere Bierausfuhr abnehmen. Je mehr das eintritt, desto mehr werden sich unsere großen Bier- brauereien gcnötbigt sehen, die inländische Kundschaft zu pflegen und die kleinen Brauereien ganz aufzusaugen. Ab.r auch für unseren Siaals Haushalt dürfte jene Wandlung der Verhältnisse verhängnißvoll sein. Mit der Abnahme der bayeriseben Bier- ausfuhr wird unsere Eisenbahnrente abnehmen, der Ertrag des Malzaufschlages wird fich vermindern, die Tilgung unicrer Staatsschulden, die auf dem Malzauf'chlage beruht, gcrälh in Unfichcrheit und unser Budg>t wieder ins Wanken. Es ist ferner nur eine logische Notbwendipkeit, daß der Branntwein- steuergemeinichaft mit der Zett auch die Bierstcuergemeinschaft nachfolgt. Wenn der Norden ernstlich will und seine mächtigen Pltsfio, smiirel anwendet, wird niemand in Boyern unser Bier- Reiervatrecht aufrecht zu erhalten im Stande sein. Es wäre müßig, jetzt schon über die Deckung des Ausfalles fich Sorgen zu machen, das müssen wir der Zett überlassen, und es ist durchaus nickt ausg-.schlossen, daß der bayrische Staatshaushalt dock schließlich nicht ganz so schlimm fahren wird, als es jetzt den Anschein baben könnte."— Ganz so tragisch faßt Herr Dr. Sigl vom„Bayc. Voterl." die Sacke nickt auf; er schreibt:„Ein übergescheidter Berliner will aueg.r.chnet haben, daß im Bwrverbrauch auf jeden Kopf in Berlin 158 Lttet treffen, in München aber„mindestens das Fünffache". Das ist aber nicht wahr Von den ca. 2. Mrll. Hettoliter Bier, die in Münch, n pro'uzirt weiden, geben etwa 700000 Hell, auf dem Wege des Exports nach auswärts, nach Nordreutschland ck ein 500000 Hell. Rieb riet man dazu, daß allmonatlich 20—40000 Fremde im Sommer, 8—10000 im Winter hier find und was Gehöriges zuiammenkneipen, und daß von den zahllosen ständig in München wohnenden Nord- deutschen mit ihren Blechmägen uns unfinnig viel Bier weg- getrunken wird— ein uns befreundeter Preuß z. B. that es nie unter 8—10 Maß Bock, was kaum der durstigste Münchener zu Wege bringt—, so ergiedt fich, daß auf den Kopf der seßhaften Münchener Bevölkerung kaum mehr als das Doppelle der Ber- liner trifft, deren Gott mehr der einheimische Schnavs ist. Das Fünffache trinken zu können, wünschen wir den Münchenern von Herzen. aber dazu hat Bruder Preuß uns nicht mehr die Milte! gelassen, und wenn es so fortgeht mtt den preußischen Erfindungen und Einführungen, so werden wir bald auch das Doppelte nicht mehr trinken können." Die Erschütterung, welche ein etwas ängstliches Ge- müth einen drohenden Hauseinsturz befürchten ließ und dadurch an der Ecke der Prinzen- und Gitschiner Straße einen größeren Auflauf verursachte, ist nicht blos örtlicher Natur gewesen. Im ganzen südwestlichen Theile der Stadt, namentlich im Halle- scken Thorbczirk, wurde am Mittwoch Abend gegen 8 Uhr diese Erschütterung, begleitet von einem dumpfen, donnerähnlichen Krachen, wahrgenoinmen. Am stärksten äußerte fich dieselbe, wie das„Kl. I." berichtet, in den das Tempelhofer Feld bis hin- unter in die Hasenhaide begrenzenden Straßen. Die Erschütte- rung wurde indessen noch weiter, über die Gneisenau- und selbst über die Blücherstcaße hinaus verspürt. Die Möbelstücke in den Wohnungen geriethen ins Schwanken und Uhren an den Wänden blieben plötzlich stehen. Nachdem die Erschütte- rung vorüber, stürzten die Menschen an die Fenster und Tbüren, um zu sehen, was denn eigentlich geschehen sei. Die Einen glaubten im ersten Schreck an ein Erdbeben, die Andern befürch- teten, es sei ein Pulverthurm in die Luft geflogen. Die- letztere Annahme schien in so fern ihre Bestätigung zu finden, als bald noch der Detonation die ganze Umgebung des Tempel- hofer Feldes, der Marheinckcplatz, die Bergmannstraße in einen dichten Pulverdampf gehüllt war, dessen Geruch bis in die Woh- nungen eindrang. Mehrere nach dem Tempelhofer Felde zu gelegene Neubauten geriethen ins Schwanken und selbst die Bauarbeiter warm im ersten Augenblicke heftig erschreckt. Auf den Straßen sammelten fich alsbald Menschengruppen, welche nach der Ursache der eigenthümlichen Erscheinungm forschten, andere eilten dem Tempelhofer Felde zu, denn von dorther kam der Knall, und endlich wurde es bekannt, was die Ursache der Detonation und des Pulvergeruchee gewesen ist. Am Ende der Friescnstraße, links seitweits vom Tempelhofer Felde, der Hasen- Heide zu, befindet fich der wette Uebungsplatz der Pioniere, und auf diesem hatte zu derselben Stunde eine größere Uebung im Minenspiengen stattgefunden, wozu drei Zentner Schießpulver verwendet wurden. Durch diese Sprengung ist, wie unzweifel- baft feststeht, jene Erschütterung verursacht worden. Gestern Nachmittag U Uhr wurde wiederum ein gleicher Sprengver- stich gemacht. Die Nachbarschaft ist von diesen Uebungm wenig erbaut, und es wird, wie das angeführte Blatt erfährt, von dm Einwohnern neuerdings eine Petition um Verlegung des Pionier- Uebungsplatzcs nach entfernteren und unbewohnteren Gegendm geplant.— Es müßte das eigentlich selbstverständlich sein. UugUich heftiger als in Krrlin ist das vorgestern Nachmittag beobachtete Gewitter in den Orten der näheren Um- gcbring aufgetreten und hat dort mehrfachen Schaden angerichtet. In Fricdrichshagen fuhr ein Blitzstrahl in den hohen Schom- stein der Bildgießcrei von Gladmbeck und deschädigte denselben so. daß ein Thett desselben prasselnd herunterstürzte. Auch der Pferdestall, dickt unter dem Schornstein gelegen, wurde durch den Blitz getroffen und Kutscher und Pferde vorübergehend de- täubt. In den Fricdrichshagen umgebenden Waldungen hat der Blitz mehrfach gezündet. Auch in Eharlcttenburg war das Gewitter und der damit verbundene Regen sehr heftig. Ein sogenannter kalter Schlag traf ein Haus in der Wallstraße und richteie arge Verwüstungen an. Die nächst der Leibnizstraße über die Kanalisationsbauten in der Berliner Straße aufgeführte Biücke stürzte infolge der andringenden Waflermassm theilweise zusammen. Hierdurch wurde der Verkehr auf der über die Brücke fühlenden Pferdebahnlinie mehrere Stunden gestört und die Paffagicre mußten auf beiden Seiten umsteigen. In der Angelegenheit der Ermordung de» Kutscher» Uoack in Wilmersdorf ist es endlich nach der Meldung eines Berichterstatters den Schönederger Sicherbeilsbeamten gelungen, soweit Licht zu schaffen, daß am Donnerstag Abend in Char- lottenburg zur Verhaftung dreier der That dringend verdächtiger Personen geschritten werden konnte. Ein Ktrassbnrger Kaarscheider, dem die Behörde einmal empfohlen hat, er möge seinen Titel„Coiffsar" doch in „Friseur" umwandeln, hat, schreibt die„Straß b. Post", auf unserer Redaktion eine Rechnung zu den Atten gelegt, welche folgendermaßen aussteht: Maison Gilbert Coiffeur Parfurneur Fournisseur de S. A. le Prlnce Irnp. et Royal d'AIIernagne et de Prusse et S. A. le Prince Georg de Schwarzburg-Rudolstadt. Berlin W Behrenstrasse 21 nahe der Friedrichstrase. Parfurnerie et Brosserle fran- Berlin, le..... 1888. Maises et anglaises. Savons, vinaigres, pornrnades. Extrait angl. et Oanfaises. Anicles de luxe, de voyage, de toilette, chapeaux, gants angl. et fran- ijaises Fabrique de Pernques et Toupets invisibles pour Mr Was sagt Tcnn der Bund„deutscher" Barbier-, Friseur- und P.rrückenmacher- Innungen zu dieser Leistung? Da» Familienveloziped. Eine Dame und einen Herin auf einem Dreirad durch die Straßen sausen zu sehen, ist ja nichts seltenes mehr; gestern Abend in der elften Stunde er- schien, wie die„Nat.-ZtgZ schreibt, in der Leipzrgerstraße ein förmlicher Velozipedomnibus, auf dem vier Personen Platz ge- nommrn hatten: ein älterer und ein jüngerer Herr und zwei Damen. Das eigenthümliche Gefährt machte natürlich viel Auf- sehen; jüngst hatte ein Witzblatt in Zeichnungen, welche die Entw'.ckelung des Velozipeds kennzeichnen sollten, den Auszug einer Familie mittelst dieses Vehikels auf das Land für das Jahr 1900 dargestellt; unsere schnelllebige und ettig schaffende Zeit ist dem Zeichner um zwölf Jahre zuvorgekommen, gestern zog, wie bemerkt, eine ganze Familie auf dem Veloziped durch vre Leipzigerstraße nach dem Thiergarten hinaus. Zur Tödtnug der Kchlachithirre wird dem„B. T." von Herrn Schlachthofdirektor Kleinschmidt in Erfurt geschrieben: „Ter von mir konstruirte Apparat zum Betäuben der Schweine desteht aus einem an einem Stiele befestigten Zylinder, in wel- chim ern Bolzen mit einer Feder ruht. Die Anwendung ist sehr einfach. Der Apparat wrrd in der Mitte des Kopfes auf« gesetzt und der Bolzen durch einen kurzen, kräftigen Scklag in das Gehirn getrieben. Durch die in dem Zylinder vorhandene Feder schnellt der Bolzen nach dem Schlag wieder zurück. Die Wirkung ist übenaschend; die Schweine fallen lautlos um, und man hört nicht einen einzigen Schrei. Bei Anwendung dieser Methode machen fich folgende Vortbeile bemerkbar: Die Köpfe der T biete bleiben stets rein, während bei dem Betäuben mittelst einer Keule oft ein Verlust von% Pfund Fleisch eintritt; die Ihicte bluten besser aus bei dem Abstechen und sterben sehr schnell. Es sei noch erwähnt, daß man bei ganz unruhigen Schweinen etwas Geduld haben muß. Die Zeitversäumniß wrrd aber dadurch wieder eingehott, daß die Thiere auch so- fort todt find. Ern geschickter kräftiger Geselle handhabt das .SäÄ'ä, iÄS ten lassen kann, unausgebeutet läßt, hat auch verschiff» Der meinbeschulen mtt Bezeichnungen bedacht, die man im-»Der Fnchveri Verkehr wie im„kleinen Gaulle"(Verzeichniß b« Sliftungsfest am Rffinfpn Uti�t«örrtöhTiA Schulen und Lehrer) vergeblich suchen würde. Ta Shuhause", Lands! einen„barmherzigen Samariter" und einen„armen« der 16 Mann eine„Klamottenschule" und eine„Kattunschule", ciüf ifft ausgeführt. schule" und ein„Pantincngymnafium" zc. Die neMräge der Lied erst rungenschaft auf diesem Gebiete ist nach einer MittbeGräze sowie durd „Pädag. Ztg." die„Bruchschule". So nennt die Inhalten(Herren- der Gegend die in der Brunncnsttaße 76 untergebraW! vorher bei der Gemeindeschulen, die 167. und 175., well diese Z-Wiaten belegten H Inschrift am Hause in folgender Weise angebracht sind: Zements Abends Gemeindeschule". reraden und Frei Ebenso wie in den beiden städtische« jBjni.«�ional anstalte« find Sanitätswachstuben auch in den sitberarbeil Krankenhäusern im Friedrichshain und in Moabtt RMy ,ut etCjCt* g damit Personen, welche auf den Straßen, an öffentlich« 22. Juli in d oder im Waffer verunglückt, plötzlich schwer erkrantt oM.-ge ein großes S verletzt find, jeder Zett vonidergehende Aufnahme odtt! Familien fchwer ständige Hilfe, sowie Gelegenheit zu oeeignctcm Tren�lichkeit besteht ar Hause oder durch den wachthabenden Arzt erforderiilttttors Herrn Wei vollständige Aufnahme unter die Kranken der bei» Berliner Handw Anstalten finden können. In beiden Krankenbäusf>«rt von den Ku Tragbahren für Verunglückte zur Verfügung der- Kinder: Mario beamten. ist beim Betreten lieber Geschäftsusa»»,« der Firma k-S bei genannter Firma in Arbeit steht, 1 abgezogen, mit folgender Begründung, im Lohnbuche stand:„1 Mark— �„ ungebührlichen Betragens gegen einen M Die Gruna«, Jacobi." W-(Ausführst Da eine derartige Ursache für das Verhängen A" der ai strafen vollständig vereinzelt dasteht und da es„ ck und 0 der gesammten Gehilfenfchaft geboten ist, derartigen«Kr �"5... heust nissen für die Zukunft entgegenzutreten, machte der der hiesigen Zahlstelle Herrn Geh. Regicmngsrath v. Siemens in einem höflichen Schreiben von dem 9 Mitthcilung, indem er darauf hinwies, daß bei Denkungsweise des Herrn von Siemens zu ern daß er dergleichen Uebelstände in feiner Fabrik würde. Auf den Brief, welcher am 28. Mai d. I. abges» ist bis heute, also nach länger als 2 Wochen, keine J folgt. Es ist daraus wohl klar ersichtlich, wie viel> zutage auf die Lobpreisungen der einzelnen FirmenZ auf humane Behandlung der Arbeiter geben kann. Um so bedauerlicher ist es, daß gerade von nannter Firma beschäfliaten Kollegen nur eine steine Anzahl unserem Verbände angehört, da wojß verkehrten Anficht huldigen, bei der Firma Siems eine Lebensstellung inne zu haben und es daher drt für nöthig hasten, für ihre eigenen Interessen und Kollegen öffentlich einzutreten. 1 M./ , welche Ge mittheilten enen; von den d anwesend Da ikum eingefunde undete folgendes felbast gewesen, lichkert stattaefuni ibshaus, theils «hme hat auch e: sen und daß 1 ,e beseelt waren. ttherlnehmer sämn mal von den fden. Es komn 1 BT« Mtthc-i e rolhe Fahne aufc ungcn und Hochn irden. Der Umsta ert wurde, ist ai theilnehmer fich ck die Beweisaufi 'ch um eine Gedä vorher Zettel ver tnißfeier aufgel dem in vielen? .Feier aufgesorl Ein unbeoreiflicher Lrichtstu« hat hier in schweres Leid gebracht. Einem im Norden der kannten Buffetier waren von dem Glücksspiele jedenfalls so verführerische Schilderungen gemacht er, nachdem er seine einträgliche Stellung aufg Besseres thun zu können glaubte, als wenn er 1%....,..- KaRsr-r MÄSÄ SÄÄ&'SÄ Ztg." schreibt, nur anzunehmen, daß, nachdem er st'�Mdemokrat" ein sam erworbenes Vermögen am Roulette dahrnschwrnv���� Erwäl fich ein Leid zugefügt hat. J gesprochen muri Zwei Gnactaner eine« stiestge« GqmnastvAien wurden, sprii den kühnen Plan gefaßt, Heldenlhaten in Sen d vielmehr den Kameruns zu vollbringen. Die Eltern der beiden Zweck vetderfc Abenteurer, Gesellschafter eines hiesigen Eisenwaatf? j,,@r�riau' waren vor einigen Tagen nach dem Rhein abgcreiü �hhaft. Die G die Knaben der Obdut eines Verwandten übergebn-f r, j Verkauf ihrer Schulbücher und ihrer Uhren brachten£i lichen Ausreißer das Reisegeld nach Hamburg auf. an Bord eines Asnkafahrers als Schiffsjungen zu Wie aber der Zufall seltsam spiest, begegnete ihnen eines dortigen Eisenwaarcnhändlers, bei dem sie kaufen wollien, der Reisende der väterlichen Finna-, aufs äußerste erstaunt, die Söhne seines Chefs% merkte bald aus den Ausflüchten, daß hier etwas n« nung sei, und entlockte den beiden Knaben bald ihrer Flucht. Sodann brachte er die kleinen Ai nach Berlin zurück. Der von Kunde« zerfleischte Knabe, der licherseits aufgegeben war, befindet sich, Dank st% kräftigen Konstitution, wider altes Erwarten seit istL auf dem Meae entschiedener Rcsseruna. Die w.?! auf dem Wege entschiedener Besserung. Die angeordneten Verbände haben fich ganz außeror der Nährzustand des S. ist ein vorttefflicher und mit Rückficht auf die sorgfältigste Pflege, welche denswerthen Kinde zu Theil wrrd, an einer völl des Sozialij sL �L�eiprc artige Sache o erlin nicht befu en. Es kann jc enkunft in Berli Meier zu detrad 'tehof nicht zu p kompetent ist, üb n. Es kann m ngspräfidenten des Sozialistengi 'drg. Der§ 2 den in jedem �espolizei-Behörd! cd von der Zer *®er pmi mt, daß unter k die Landdrosst dlizeibehörde dag vorliegenden Falle stellung für letzt nicht zwerfeln. Dre fmchtbaren N�sAmtsvorsteher in werden ihm als eine Erinnerung an die schrecklich� �us v welche er unter den Zähnen der wüthenden Besseren, die hier nur .... hier nur Motiven zu dem> auf Lebensdauer verbleiben.. iwoirven zu dem< Eine«nbebannte Wahnstnnige wurde, rvv.-ffenden. Reichstag! konespondcnz mittheilt, nach dem 7. Polizeirevier.Ausdrücklich; für hauser Allee gebracht. Gegen 8 Uhr Abends beme� spoltjetdehörde. ten ein unbekleidetes, etwa 18jShriges Mävcttf�*'Morde zustw Schienengcleise der Stettiner Bahn unweit zuständig erklär � df«-/>«(***... r~' bald herausstellte, daß die Unglückliche, welche fort und gestikulirtc, geistesgestört sei, so versuchten B' Paffanten, sich der Bedauernswerthen zu bemäch dies nur mit vieler Mühe. Die Geistesgestörte aus einer Heilanstast entflohen. Polizeibericht. Am 19. d. M. wurden der Marlusstraßc, an der Ecke der Holzmarktstc durch einen Arbeitswagen, gegen Mittag in der 2 Jahre altes Diädchm durch einen Möbelwage' tags in der Lüncburgerstraße ein 5 Jahre altes eine Droschke, und zwar sämmllich infolge ergev keit überfahren. Der Knabe erlitt anscheinend vu, Verletzungen, das erstcre Mädchen den Bruck[r und das letztere so schwere innere Verletzung� darauf im Lazarus Krankenbause, wohin es pf bw$ starb.— Ferner wurden Nachmittags auf% � Rittergaffe und Roßstrahe ein 10 Jahre ai vfs seine 5 Jahre alte Schwester durch einen v � Stargardt gefühlten Ardcitswaaen überfahret nicht unbedeutend verletzt.— Außerdem«ur � der Leipzigerstraße ein 14 Jahre aller Knave dem Kutscher Heidtmann geführten, vonArO' w, der Wilhelmsstraße einbiegenden Break urnfl'' pmumm lassen'. als OrtSpoIlzeibel «n Regrerungsdez als Regierungsv ehörde den öff die Zustimmung deren Zusatz ausd in wie weit Hai 4. Es könnte vi Unfug vorl gust 1887 un ril 1888 stattgef /ung eingetreten. m JM» erlitt am durch Urtheil de lahrige Angeklc ifche Taschendieb! lands unficher g 'stalten und Zvl jedoch nicht weiter verletzt."— Abends fP« zfiaA � 1 auf platz, in der Nähe der Sommerstraße,«*».* mörderischer Abficht in die Spree und er« noch nicht aufgefunden. .ch versäi-V V-rgNÜkUNgS-EhroulK. . man im-'»Der Fachverein der Ktetnträger Kertin» feiert sein ickniß da ßlistungesest am Sonnabend, den 21. Juli, im„Böhmischen rde. Ta Mlhause", Landsberger Allee 11—13. Die Ballmusik wird armen A der 16 Mann starken Kapelle des Mustlmeisters Henn chule", einc�sst ausgeführt. Die Zwischenp:usen wrden durch Gesangs ge der Liedertafel des Vereins, ferner durch humoristische äze sowie durch athletische Produktionen ausgefüllt. Ein- tcn(Herren a 50 Pf., Damen ä 30 Pf., Kinder frei) vorher bei den Festkomitee- Mitgliedern, sowie in den mit ten belegten Handlungen zu haben. Eröffnung des Eta- ments Abends 7 Uhr, Anfang des Festes 8 Uhr. »eraden und Freunde, sowie deren Damen find hierzu ein- Iben. Di« Nationale Krankenkasse der deutschen Gold- Hilderardeiter und verw. Berufsgenoffen(E. H.) veran- et zur Feier des lOjährigcn Bestehens der Kaffe am Sonntag, „„UV.—-j 22. Juli, in der„Berliner Äockbrauerei" am Tempelhofer erkrankt oM-ge ein großes Sommerfest. Der Reinertrag ist zum Besten nähme ob#! Familien schwer kranker Mitglieder der Kasse bestimmt. Die tem TranAlichleit besteht aus großem Konzert unter Leitung des Mufik- erforderlMtors Herrn Wein, sowie unter Mitwirkung des Sängerchors i der deV„Berlmer Handwerkervereins", und großem Feuerwerk, ausgc- ankenhäiifflstt von den Kunstfcucrwcrkern Herren Lerchnitz und Bau. gung der' Kinder: Marionetten-Thcater und Fackelzug. Jedes Kind ilt beim Betreten des Lokals eine Slocklaterne gratis. Bei .„.günstiger Witterung findet die Festlichkeit im Saale statt. t tHtulan9 des Konzerts 4% Uhr Nachmittags. amkrt'&wgoet Kasse 40 Pf. che\n f— davon« ■Die acr Mi nt die S'z.«. acht find: 'tischen in den Moabit öffenss Billets vorher 30 Pf., i D«r Fach verein der Metallarbeiter in Gas-, »sser- und Dampfarmaturen feiert sein 5. Stiftungsfest, .....j�ehend in Tbeatervorstellung und Ball, heut-, Sonnabend, lske,«("%uhiinann'ä Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148. >, welche c« 1 einen Gerichts-Zeiwng. ng, weicht rt Die Grünauer Lassalle- Feier vor dem Schössen- icht.(Ausführlicher Bericht.) Köpenick, den 19. Juli 1888. orVnnnen der am 13. d. Mts. verhandelten Anklagesache itbangen Gatzlick und Genossen wegen Verletzung des Sozialisten- zes wurde heute Nachmittag das Urtheil— welches wir mittheilten— gesprochen. Die Vertheidiger waren nicht da es zerartigen V Ä�'�ZM�nen; von den Angeklagten waren nur Boitze undLohren- Moilid anwesend Dagegen hatte fick ein sehr zahlreiches Zuhörer- 'N dem �likum eingefunden. Der Vorfitzende, Amtsrichter Berner, 'Zündete folgendes Erkenntniß: Der Gerichtshof ist nicht »ifelbast gewesen, daß am 28. August 1887 in Grünau eine ;t oabrtl iljchfxij stattgefunden hat. Die Festlichkeit fand theils im . Jlrthshaus, theils arf dem Spielplatz statt. Die Beweis- I. abgei�nahme hat auch ergeben, daß das Fest ein vorher geplantes m, keme«zesen und daß die Fcsttheilnehmer von einer einheitlichen ww viel lee beseelt waten. Ferner ist es nicht zweifellos, daß die r Firmen«theilnehmer sämmtlich Sozialdemokraten waren. Es ist dies n kann,.anal von den Angeklagten selbst nicht bestritten e von dyrden. Es kommt hinzu, daß die große Mehr- ■ eine vmt der Festthellnehmer rothe Abzeichen trug, daß 1 da wor" a Siem daher d sen und hat hier »rden des cksspicle zemacht g auf! n er e rothe Fahne aufgehißt wurde, daß sozialdemokratische Lieder ungcn und Hochrufe auf die Sozialdemokratie ausgebracht rden. Der Ilmstand, daß das Fest an verschiedenen Orten crt wurde, ist angefichts des Ilmstandes, daß die Zahl der eilnehmer sich auf 4000 bis 5000 belief, sehr erklärlich. die Bcweisaufnabme ist aber auch festgestellt worden, daß um eine Gcdächtnißfeier für Lassalle handelte. Es wur- vorher Zettel vertheilt, in denen zur Theilnahmc an dieser 'chtnißfeier aufgefordert wurde; am Abend vorher wurde dem in vielen Berliner Wirthshäusern zur Theilnahmc an Feier aufgefordert. Bei der Feier selbst wurden ggf.rwÄrtÄ 3;»is i'.üo.-t svtjn auf den Tisch und begann zu sprechen:„Da wir • Gcdächtnißfeier Ferdinand Lassalle's hier versammelt owd«�,. �so wollen wir—" Am Abende bei der Rückkehr nach Berlin ,t.L tii.' Jcn wiederum mehrfache Hochrufe auf Lassalle ausgebracht. ist, 8)9: o ipage nach der Feier stand in dem in Zürich erscheinenden dem er �Maldemokrat" ein aus Berlin datirter Artikel, in welchem ihmschwm Vorganges Erwähnung gethan und von„unserer Lassalle- . J gesprochen wurde. Daß auch harmlose Kinderspiele unter- ynmnafiv�ixn wurden, spricht nicht gegen eine Gedächtnißfeicr, es ge- in den.f vielmehr den Anschein, als sollten diese Spiele den x beiden ryn Zweck verdecken. Daß die Menschenmenge fich hlos zu- Eisenwaan?{n Grünau zusammengefunden, erscheint keineswegs u�haft. Die Gebächtnißfeicr war nun auf Grund 9 des Sozialistengesetzes verboten worden. Das Ver- des Polizeipräfident. n von Berlin ist für die artige Sache ohne Bedeutung, da der Polizeipräfident erlin nicht befugt ist, eine Gedächtnißfeicr in Giünau zu ten. Es kann ja die Frage entstehen, ob auch die Zu- oem m Berlin zwecks Abfahrt nach Grünau als Firma. DnHißfeier zu betrachten ist. Diese Frage war jedoch vom Shefs b't�VMok. nicht zu prüfen, da das Schöffengericht in Köpenick -»„>»! kompetent ist, über einen Vorgang in Berlin ein Urtheil n. Es kann mithin nur das gleickzeitige Verbot des ngspräfidenten von Potsdam in Betracht kommen. Laut des Sozialistengesetzes ist für das Verbot die Polljeibekörde ldig. Der§ 29 desselben Gesetzes besagt:„Welche 'den in jedem Bundesstaat unter der Bezeichnung polizer-Behörde",„Polizei- Behörde" zu verstehen ird von der Zentralbehörde des Bundesstaates bekannt t.-Ur preußische Minister des Innern hat nun lwt, daß unter Landcspolizeibchörde die Regiemngspräfi- >"überge�,. i brachte»" urg auf, 3% dem fiL . etwas nn ßcrotdcimri cher und� welche er völli , Ibaren lcke fort & .'störte urdcn .arktst in v-l llwagcN, altes■ H -xS nach London zu verziehen: ob sie auch dort ihrem verbrecherischen Gewerbe obgelegen hat und bestraft worden ist, hat fich nicht ermitteln lassen. Am 10. Mai traf sie wieder in Berlin ein und bereits am folgenden Tage wurde sie auf der That ertappt, als ste einer Dame, die vor einem Schau enster in der Lcipzigerstraßc stand, das Portemonnaie aus der Tasche nahm. Diesmal legte der Gerichtshof der Angeklagten eine Zuchthaus. strafe von 4 Jahren auf und erkannte auch auf die üblichen Nebcnsttafm.� s.itens rin-s K«nbrf ättßero lautete die Anklage, welche gestern gegen den Scharflichtergehilfen August Spadin vor der 96. Abthcilung des Berliner Schöffen- gerickts verhandelt wurde. Der Angeklagte fing am Vormlltag des 20. Februar er. in der Metzerstraße das ohne Mau korb auf die Straße gelaufene Windspiel des Rentiers Retzlaff und wickelte, da der Hund beim Ueberwerfen der Schlinge um sich zu beißen versuchte, diese Schlinge derartig um den Laternen- pfähl, daß das Thier den Kopf überhaupt mcht mehr zu be- wegen vermochte. In diesem Zustande zog der Angeklagte den gewürgten Hund, dem der Schaum und das Blut aus dem Maule quoll, in die Höhe. Diese ungewöhnlich rohe Quälerei rief bei den Nachbarn und den Passanten großes Aerger- niß hervor, und viele derselben fielen über den Hundefänger August Spadin her, um ihm unter Puffen und Stößen den gefangenen Hund zu entreißen. Diesem Thun machte der Eigenthümer des Windspiels durch Einlösung des- selben ein Ende. Der herzugekommene Schutzmann erstattete aber gegen den Hundefänger Anzeige, und so hat fich derselbe nunmehr für die rohe Mißhandlung des Hundes zu verant- warten. Der Angeklagte erklärte, fich lediglich in der Roth- wehr befunden zu haben, während der Amtsanwalt von Glau in dem Verhalten des Angeklagten ein weites Hinausgehen über das gebotene Maß der Gewalt fand. Mit Rücksicht auf die da- bei an den Tag gelegte Rohheit beantragte er eine Woche Haft. Der Gerichtshof trat bezüglich der Thatfrage der Auffaffung des Amtsanwalts bei, nur erblickte er darin, daß Hunde- fänger die Verpflichtung haben, maulkorblose Hunde wcgzu- fangen, wobei sie nicht immer zart zu Werke gehen können, einen mildernden Umstand und verurtheilte den Angeklagten zu nur 15 M. event. 5 Tagen Haft Koziales nnh Arbeiterbewegung. � An dir Tischler Kerlin». Achtung! Nachdem der Hamburger Tischlerstreik bereits Monate gedauert, riefige Summen verschlungen bat und die Hamburger Kollegen euren bewunderungs- und nachahmungswerthen Opfermuth und Erfer gezeigt haben, gewinnt es den Anschein, als ob alles vergebens gewesen sei. Die gesammte Jnnungsmeisterschaft Deutsch- lands hat fich mit' den Jnnunasmcistern Hamburgs solidarisch erklärt und unterstützt dieselben mit Geld- Mitteln aufs reichlichste. Gleichzer'.ig find die Hamburger Tischlermeister bestrebt. Gesellen aus allen Städten heranzuziehen. Auch werden viele Hamburger Arbeiten in andern Städten angefertigt, so in Berlin in der Werkstatt Borrmann, Alte Jakobstraße. Es gilt jetzt zu zeigen, daß die Solidarität der Gesellen mindestens der der Jnnungsmeisterschaft gleichkommt, es gilt zu zeigen, daß die Gesellen, die Arbeiterschaft im Be- wußtsein ihrer Klassenlage ihre Kollegen und Mit- brüvcr unterstützt. Dies kann in diesem Fall dadurch geschehen, daß Zuzug von Hamburg fern zu halten ist; ferner wird in jeder Werkstatt, wo Hamburger Arbeit fertig gestellt wird, den Kollegen zu bedenken gegeben, daß dadurch die großen Opfer, die Hamburg gebracht hat, vergebens gewesen und die Nieder- läge der Hamburger auch mit einer moralischen Niederlage der Tischlergesellen Deutschlands verbunden ist. Aber auch mit Geld müssen die Hamburger Kollegen unterstützt werden. Die Tischler- gesellen Berlins haben wodl schon 2000 M. aufgebracht, sowie verschiedene Vereine nach Möglichkeit Unterstützungen gesandt, unter diesen der Fachverein der Tischler, der bereits 700 Mark abgeschickt hat Doch alles dies find für Berlin noch kleine Summen, und stehen noch tausende abseits, die noch geben können. Zeigen wir, daß die Jahrzehnte lange Agitation in der Gewerkschaftsbewegung das Klassenbewußtsein unter der Kol- legenschaft gestärkt hat._ Derewe nnb Jlttfammltm&e** «ie ausserordentliche Generalversammlung der Maurer Kerlin» und Umgegend, welche behufs Stellung- nähme zum partiellen Streik am 19. d. M. Abends unter Vorfitz des Herrn Weise in der Tonhalle tagte, war sehr zahlreich be- sucht. Als erster Redner nahm Herr Äittstock das Wort. Der» selbe legte zunächst die Gründe dar, welche zu einer derartigen Tagesorbnung Veranlassung gegeben. Derselbe bedauerte sehr, daß die Arbeitgeber bis heute noch nicht einen Normalarbeitstag anerkannt haben, ebensowenig einen Stundenlohn von 50 Pf., welcher für Berliner Verhältnisse durchaus nicht zu hoch gegriffen sei. Hierin sei die Veranlassung zu suchen, daß die Maurer wieder zusammengetreten find, um die so wichtige Frage eines Streiks zu ventiliren. Ein solcher Schritt sei in diesem Jahre nicht leicht zu unternehmen, doch die imposante Versammlung liefere ihm den Beweis, daß die Maurer von dem Ernst ihrer Lage durchdrungen seien. Zahlenmäßig wies der Redner nach, wie schädlich die Verlängerung der zehnstündigen Arbeitszeit für ...... risse der Maurer wirkt, und folgerte daraus die Noch« polizeipräfident von Berlin, die Landdrosteien und der,_|...... W........ olizeibehörde dagegen nur die Ortsbedörde zu verstehen'ist orliegendcn Falle war also für das Verbot nur zuständig Amtsvorsteher in Adlershof. Daß der Gesetzgeber nicht ichreau�ms war, der Landesvolizeibehörde die Befugniß einzu- den BeM ten, die hier nur der Ortsbchörde zusteht, geht auch aus ../Motiven zu dem Gesetzentwurf und aus dem Bericht der vurde, ßPfnenoen Rcichstagskoinmiifion hervor. Das Gesetz besagt nrevier � ausdrücklich: für das Verbot von Druckschristen ist die ivs bem�L�nmuetbehöche, für das Verbot von Versammlungen tc. —~-',at jedenfalls deshalb von Versammlungen KÄS| ÄÄMÄ "und�vte Etfie ciÄt„Hd)e"fcairtlun8 am ril 1888 stattgefunden hat, so ist in dieser Beziehung ng eingetreten. Der Gerichtshof hat daher für Recht daß die Angeklagten von der Anklage wegen Ver- des Sozialistengesetzes sämmtlich freizusprechen und die des Verfahrens der Staatskasse aufzuerlegen find. ssre fünfzehnte Strafzuweisnug wegen Taschen- hl« erlrrt am Donnerstag die unverehelichte Franziska durch Urtheil der vierten Strafkammer des Landgerichts I. > jährige Angeklagte ist eine ebenso unverbesserliche als liche Taschendiebin, welche die meisten größeren Städte hlands unsicher gemacht, aber auch eine bedeutende Anzahl Anstalten und Zuchthäuser kennen gelernt Hot Als fie im sproNAppi». 7 1884 wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, zog fie es vor, Ä die Verhältnisse m. wendigkcit, an den aufgestellten Forderungen mrt aller Energre festzuhalten. Auch hinausblicken auf die Provinzen müsse man und dafür sorgen, daß auch dost geregelte Verhältnisse Platz greifen, damit die Maurer in den Provinzen nicht den Berliner Maurern das Leben erschweren. Gerade dieses Jahr beweise recht deutlich, wie sehr der Maurer von der Witterung abhängig sei und ihn wider seinen Willen mitten in der größten Äaupestode arbeitslos mache. Die Maurer, welche bei sengender Hitze und bei Wind und Wetter arbeiten müssen, hätten wohl Anspruch, berechtigten Anspruch auf einen angemessenen Lohn. Redner ermahnte dringend, an den gestellten Forderungen festzuhalten und überall da, wo dieselben nicht bewilligt worden, die Arbeit ruhen zu lassen. Redner schloß mit den Wösten, daß den Maurern, welche die größten Monumentalbauten ausführten und Schutz und Obdach den Millionen erstchten, daß diesen ein menschenwurdtges Dasein gewährt werde.(Großer Beifall.) Herr Grothmann schloß fich in seinen Ausführungen dem Vorredner vollständig an. Von den Bauherren werde angefühst. daß der Lohn der Maurer die Bauten vertheuere und daß demzufolge die Miethcn gesteigest werden. Die Grundlofigkeit dieser Behauptung wres Redner klar und deutlich nach. Die meiste Schuld hieran trage der Grundstückswucher. Bei dem heutigen Durchschnittsverdienst der Maurer können dieselben nicht eststiren, nicht Staat und Korn- mune gerecht werden infolge der kapstalrstlschen Ueberproduktion, ifp: zu halten. Niemand dürfe fich verblenden lassen durch schone Versprechungen. Nöthig sei es sogar, an olle Unternehmer die Forderungen zu stellen und dieselben von diesen unterschreibe« zu lassen. Zu einem Kampfe wie 1885 würde es nicht kommen» dazu seien heute die Verhältnisse andere. Er ermahnte dringend zur Einigkeit und zum Handeln. Herr Schmidt warnte drin» gend vor einem voreiligen Beschlüsse, der schließlich nicht zur Durchfübrung gebracht werden könne. Diejenigen, die heute schon den Forderungen gemäß arbeiten, könnten nicht für die- jenigcn die Verantwortung übernehmen, die dies nicht thun.. Auch Herr Weise warnte in gleicher Weise. Er erinnerte an die traurigen Zeiten von 1885, und solche Zustände würden wieder Platz greifen. Er traue den Maurern nickt mehr, fie seien zu wankelmüthig. Er verlangte reiflichste lieber lcgung, sollte aber ein Beschluß zur Arbeitseinstellung gefaßt werden, so müsse derselbe derartig zur Ausführung gebracht werden, daß nicht im nächsten Jahre derselbe Schritt wieder unternommen werden müsse. Herr Bernau trat den gehegten Bedenken ent- gegen. Ein Rückwästs gäbe es nicht, nur ein Vorwärts. Die Herren Liebig, Schultz, Müller äußerten fich in demselben Sinne, indessen auch wieder Stimmen laut wurden, die gegen eine Arbeitseinstellung fich aussprachen. Die Tislusfion zog sich beträchtlich in die Länge und wurden von den zahl-- reichen Rednern, die sich zum Worte meldeten, alle ein» schlägigen Verhältnisse gründlich ei ästest, so daß ein Jeder klar war über sein Wohl und sein Wehe und der gefaßte Be» schluß als das Produkt reiflichster Erwägung und klarster Heber- zeugung sich ergab. Herr Grothmann besonders legte dos Hauptgewicht nicht auf eine Lohnerhöhung, sondern auf eine Verkürzung der Arbeitszeit, Beseitigung jedweder Ueberstunden-, Sonntag- und Akkordarbett; dadurch würde fich eine Lohn- steigerung ganz von selber ergeben. Herr Scheel erösterte die Frage, ob der partielle Streik für die Maurer von Nutzen sei? Die Erfahrung des Jahres 1885 habe das Gegentheil gelehst. Einig müßten die Maurer auf den Bauten sein, diejenigen, die 50 Pf. erhalten, müßten mit den anderen die Arbeit nieder» legen, nur so sei etwas zu erreichen. Nachdem noch Herr Witt» stock in seinem Schlußworte davor gewarnt hatte, die Unter» schritt der Arbeitgeber zur Bedingung zu machen und das Hin- ausschieben einer Arbeitseinstellung bis zum Montag befürwortet hatte, kamen die eingelaufenen Resolutionen zur Abstimmung. Die Generalversammlung erhob folgende Resolution zum Be» schlusse:„Die heutige außerordentliche Generalversammlung der Maurer Berlins und Umgegend erklärt fich mit den Aus» führungen sämmtlicher Redner einverstanden, dahin gehend, Akkord- und Sonntagsarbeit mit allen uns zu Gebote stehen- den Mitteln von morgen ab zu beseitigen und überall da, wo von morgen ab der Stundenlohn von 50 Pf. nicht gezahlt wird und der zehnstündige Arbeitstag nicht inne gehalten wird, ein- müthig die Arbeit einzustellen, die Bausperre zu verhängen und die Kommission auf schnellstem Wege zu benachrichtigen." Diese Resolution wurde mit überwältigender Majosttät ange» nommen. Das Weitere wird bekannt gemacht werden. Der zweite Punkt der Tagesordnung lautete:„Gewerkschaft- lichcs, über welchen noch längere Zeit debattist wu-de. Große Sensation erregte ein Schreiben des Polizeipräfidiums, welches am 19. d. M. Herrn Fiedler zugegangen war und welches zur Verlesung gebracht wurde. Dasselbe hat folgenden Wort» laut:„Durch die in der öffentlichen Versammlung der Maurer vom 20. v. M. erfolgte Wahl eines Komitees zur Lohnregu» lirung innerhalb des Maurergewerbes ist ein Verein ins Leben gerufen, aus welchen die Bestimmungen des s 2 des Vereins- gesetzes vom 11. März 1850 Anwendung finden. Es ist daher, bei Vermeidung der in dem genannten Gesetze angedrohten Strafen, binnen 8 Tagen ein Verzeichniß, enthaltend die Namen der Komitccmitglieder und der Revisoren, sowie ein Statut, welches namentlich über Organisation und Zweck des Vereins und über die Aufbstngung, Verwaltung und Bestimmung der zur Verwendung gelangenden Gelder genügenden Aufschluß geben muß, einzureichen. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß zu jeder Vercinsvetsammlung 48 Stunden vor Beginn meine Genehmigung einzuholen ist. Der Polizei Präsident. ez. v. Richthofen."— lieber dieses Schreiben wurde längere ieit lebhaft bebaitist, doch herrschte über dasselbe nur eine Met- ras Mission wird demgemäß alle nothwendig erscheinenden Schritte in dieser Angelegenheit unverweilt thun. Vorerst find Meldungen und Mittheilungen an die Kommisfionsmitglieder Herren Fiedler. Oderbcrgerstraße 13, Kynast, Wilsnackerstraße 36, Schmidt. Gartenstraße 68, Grube, Bellealliancestraße 54, Kurz, Kulm» Grmadierstraßc 32, �Müller, Oppeln crstraße 3, Blandowsky, Wabmannstraße 9. oder Schultze, Franseckistraße 8, zu richten. Die nächste Versammlung, welche bereits polizeilich angemeldet und genehmigt ist, findet am kommenden Dienstag, den 28. d M bei Nieft(früher Hildebrandt). Weverstraße 17. statt" Di« Urreinignng de» Drechsler Deutschland«, Ortsverwaltung Berlin lt.(Stockbranchc), tagte am 17. d. M in den Arminhallen. Zunächst wurde die Abrechnung vom 2. Quartal 1383 verlesen. Dieselbe ergab: Einnahme 91,90 M und Bestand vom 1. Quartal 31,50 M. Diesen 123 40 M stand eine Ausgabe von 51 M. geaenüber, sodaß als Bestand 72,40 M. verblieben, wovon 30 M. an die Hauptkaffe abgeliefert wurden. Dem Kasfirer wurde Decharge ertheilt. Zum dritten Punkt der Tagesordnung:„Der Streik der Leipziger Stockarbeiter", wurden nach längerer Diskusfion die Kollegen aufgefordert, falls an einzelne Kollegen oder Werkstätten Sammelltsten zu solchen Streiks einlaufen, die von keiner Oraa» nisation unterstützt würden, diese Listen in keiner Weise zu be» rückfichtigen. Bei Besprechung des Warmbrunner Streiks wurden insbesondere die Drohungen des Arbeitgebers mit der Polizei und dem Staatsanwalt, sowie die dort bisher üblichen Lohn» und Strafgelder in scharfer Weise kritifirt und andererseits auf das würdevolle Verhalten der dortigen Kollegen während des Streiks Hingeweesen. Unter Verschiedenes wurde auch das Ver» halten der Stockfabrikanten gegen die Vereinigung besprochen. Letztere hat jetzt schon über 100 Mitglieder, und das scheint die Herten Unternehmer zu verschnupfcn. Mit Hinweis auf das von der Ottsverwaltung arrangirte Sommernachtsfest, welches im Konzetthause„Sanssouci", Kottbuserstr. 4», am 18. August stattfindet, wurde die Versammlung geschlossen.— Die Ausgabe der Fragebogen»« Lohnstatistik in der Stockbranche erfolgst, der nächsten Woche. Die nächste Versammlung findet am 21. August in demselben Lokale statt. Die Zentral-Krankenkasse der Maurer. Zteittbaue» «. f.».„Grundstein zur Einigkeit", hielt am 15. d. M. ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. Herr Kerstan verlas die Abrechnung vom 2. Quattal d. I., welche mit dem Bestand« vom 1. Quattal(1379,33 M.) eine Einnahme von 25 494,88 M. ergab. Die Ausgabe betrug inkl. 13 000 M., welche an die Hauptkaffe gesandt worden find, 25084,39 M., somit verblieb am Schlüsse des Quattals ein Bestand von 410,49 M. am Otte. Nachdem die Revisoren die Richtigkett der Ab- rechnung bestätigt hatten, wurde dem Kasfirer Decharge ertheilt. Hierauf schritt man zur Wahl des Voistande«. Gewähtt wurden, nachdem über jeden Kandidaten eine Dis- kusfion stattgefunden, die Herren E. Pankow, Bevollmächtigter (durch Stichwahl):K. Freidank, dessen Stellvertreter: W. Müller, Kasfirer(durch Stichwahl): H. Krieg, dessen Stellvertreter; F. Wilknitz, Schttftführer; Schwabe(Moabit), dessen Stellver» treter; zu Revisoren die Herren G. Heinze, F. Schmidt und A. Sprenger; zu Thürkontroleuren die Herren Hermerschmidt, Baberschke, H. Raschle und Witschork. Nachdem die Wahl voll» zogen, wurde die Versammlung geschloffen. Freireligiöse Gemeinde. Der Gesangverein„Frya" ver» anstaltet am Sonntag einen Ausflug nach Erkner. Abfabtt mit den ersten Vorottzügen. Arbeiterbillets pro 80 Pf. müssen bis 10 Uhr„abgefahren" sein. Fachverei« d«r Putzer. Sonniag, den 22. Juli, Vor- mittags 11 Uhr, bei S et e ff er, Jnselstr. 10: Mitgliedciversamm- lunß. Tagesordnung: Belvrechung über das abzuhaltende Stiftungsfest. Wahl einer Vergnügungs Kommission. Vereins- Angelegenheiten. Fachverein der Rohrleger. Sonntag, den 22. Juli, Vormittags 10 Ukr, in Feucrstetn's Salon, Alte Jakobstraße 75: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wille. 2. Antrag des Herrn Hirsch. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragelasten. De» N«r«in zur Matzruug der Iuteresfe« der Tischler etc. hält heute, Sonnabend, Abends 8 Uhr, Köpenicker- ftraße 68 seine Generalversammlung ab. T.-O.: 1. Viertel- jlchrsadrcchnuna. 2. Wahl des zweiten Kasstrers. 3. Aufnabme neuer Mitglieder. 4. Antrag des Vorstandes und Ver- schiedenes. Vereinigung der Drechsler Dentschlaud». Die Orts- Verwaltungen„Berlin und„Berlin Ii»" veranstalten am Sonntag, den 22. Juli, einen Ausflug mit Familie nach Johannis- tdalt. Abfahrt vom Görlitzer Bahnhot Aachmittags 2 Uhr, vom Schlefischen Bahnhof Aachmittags 2 Uhr 20 Minuten. Äillets it 40 Pf. werden für Hin- und Rückfahrt gelöst. Die Früh- partie für Herren findet nicht statt. Verein de» technischen Personal» der deutschen Vutz«»«. Heute, Sonnaband, Abends 11 Uhr, Versammlung in A. Donner's Lokal, Fischerstr. 41. Tagesordnung: 1. Diskussion über Unfallverficherung. 2. Aufnabme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Gäste find willkommen. Zeutral-KranKen- und Sterbe-Kasse der deutschen Magenbauer. Bezirk Berlin l. Versammlung am Sonntag, den 22. Juli, Vormittags 10& Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Wahl der Ortsverwaltung. 3. Verschiedenes.— Das Sommer fest findet am 18. August im „Konzertpark Ostend", Frankfurter Allee 72— 73, statt. Billets a 30 Pf. find in der Versammlung zu haben. Verein zur Mahrung der Interesse« der Korbmacher Kertln» und Umgegend. Sonntag, den 22. Juli, Vormittags 10 Uhr, Generalversammlung bei Otto, Adalbert- straffe 21. Tagesordnung: 1. Vierteljährliche Rechnungslegung. 2. Verschiedenes. Fachoerein für Schlosser und Kerufsgenosse». Heute, Sonnabend, Abends 81 Uhr, Generalversammlung bei Seefeld, Grenadierstraffe 33. Tagesordnung: 1. Bericht des Kasstrers pro 2. Ouartal. 2. Bericht des Vergnügungskomitees über das letzte Sommerfest. 3. Ergänzangswahl des Vorstandes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. Zentral-Krankrn- und Kegräbnitzkasse der Sattler und Beruisgenoffen Teutschlands.(E. H. 64.) Oertlicke Verwaltung Berlin. Heute, Sonnabend, Abends 8t Uhr, in Buldermann's Salon, Kommandantenstr. 72, Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro 2. Quartal 83. 2. Ersatz- eines Beisitzers. 3. Verschiedenes. Das Kassenlokal sowie wa Mit- sämmtliche Zahlstellen bleiben sür heute Abend geschlossen. gliedsduch legitimirt. Verein ,»r Ulahrnng der Interessen der Kerliner ovfarbeit, Kuopfarbeiter. Aufferordentliche Generaloersammlung am Dienstag, den 24. d. Mi?, ct., in SLger's Salon, Grüner Wea 29. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Vortrag des Heern Dr. Wille über:„Was ist gut? oder die natürlichen Grundlagen der Moral." 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter(E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 5. Versammlung am Sonnabend, den 21. d. M., Abends 9 Uhr, Lothringerstraße 81 bei Ackermann. Gesang-, Turn-«nd gesellige Verein» am Sonnabend. Gesangverein„Harmonicr" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr. 38.- Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstr. 9.— Männeraesangverein„Erato" Abends 9t Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraffe 1.— Lubeck'scher Turnverein(1. Lehrlingsabthellung.) Abends 8 Uhr Elisabethstr. Ar. 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9, Männer- abtheilung von 8%— 10% Uhr Abends: desgl.>. Lehrlingsabthei» lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen- klaffe des„Berliner Handwerkervereins" Abends 8t Uhr Sophien- straffe 15.— Theater- und Vergnügungs-Verein„Caritas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierbause, Admiralstr. 38.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 3'., Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstraffe 11.—_ Geselligkeitsklich im Re" Abends 9t Uhr liestaurant Weichelt, Tauben« straffe 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 8'- Uhr im ....--Äscher Ve' Restaurant Hillmann, Manteuffelstr. 63.— Dänischer ülcretn „Freya" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. 106. — Verein der Württemberger Abends 8', Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstr. 84.— Verein ehemal. Schüler der 34. Gemeinde- schule Abends 9t Uhr im Restaurant, Markusstr. 7.— Rauch- klub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schön- hauser Allee 28.— Vergnügungsverein„Lustige 13", Abends Albredst, Ar"' 9 Uhr im Restaurant lnnenstr. 9. Pest. Kleine Mittheilnngen. 18. Juli.(Unglücksfall bei einer Hochzeit.) Rasche Arbeit ist nicht immer gute Arbeit, das hat fich neuestens in der Stadt Szegedin erwiesen, wo der Baupolier Johann Kovacs an seinem Hause einen hölzernen Balkon in so fahrläsfiger Weise konstruirte, daß ein Unglücksfall schier unvermeidlich war. Ein solcher hat fich denn auch am verflossenen Sonnabend in Kovacs Hause ereignet. Der Balkon stürzte mit großem Gepolter zu- sammen und die darauf befindlichen Leute—»ebn bis zwölf an der Zahl— erlitten schwere Verletzungen. Die Unglücklichen waren eben bei einem Hochzeitsschmause. Das Brautpaar und ein Theil der Hochzeitsgäste waren bereits im Hofe, als der Balkon einstürzte, sonst wäre das Unglück noch größer ge- wesen. Pest, 17. Juli.(Der verunglückte Taucher.) Auf Ansuchen der Direktion der Oesterr.- Ung. Staatsbahn war aus der Buda- pester Ferdinands-Kaseme ein aus dem Oberlieutenant Schreppel, dem Unteroffizier Embecht und vier Mann bestehend, s Detache- ment Geniesoldaten nach Semcndria entsendet worden, um ein Schleppschiff der Gesellschaft, welches dort gesunken war. mittelst Dynamit zu zersprengen und auf diese Weise das Verkehrs- hindemiff zu beseitigen. Es war vereinbart wo« wechselnd der Oberlieutenant und Embecht mit apparat ins Waffer gehen werden und daß dann die Glocke mit der erforderlichen Luftmenge zu, Diese Vereinbarung war nothwendig, da die vier verstanden, mit dem Apparat umzugehen. 2 erfolglos gearbeitet worden; an diesem Tage er! lieutenant, die Arbeit sei vorläufig einzustellen, „Aiemands"-Jnsel gehen werde. In seiner Abwesl aber Embecht, den Kommandanten zu überraschen steigen. Die vier Leute wurden an den Apparats Embecht stieg hinab— aber plötzlich blieb das Z Leute verloren den Kopf und wußten fich nicht der Oberlieutenant zurückkehrte und den Apparat war Embecht todt. Gegen Schreppel ist die Un! getestet.. Eapstadt, 17. Juli. Von den in der De u beschäsligt gewesenen Bergleuten werden noch" vermißt. Neueste Nachrichte« Ginem„ deutsch- holländischen Grenz' samer Art liegt nach der„Franks. Ztg." folgenver zu Grunde: Der Bauer K. bei Groesbcck(zwische Aymwegen) hat sein Wohnhaus auf preußischem, seim holländischem Boden. Aun sollen ihn die pn wächter beim Schmuggeln von Roggen aus der Wohnhaus erwischt und auf holländischem Gebisti haben. Einer der Beamten habe sogar bereits W Gewehr gegen K. mst der Drohung sofortigen richtet, als ein Bürger von Groesbeck dazwischen davon abhielt. Die Grocsbecker Behörde habe »eint täglich Mo .Hau# vierteljä arj. zelne (Eingl im Haag Bericht erstattet und bereits ficben Perst� � tokoll vernommen u. s. w. Hoffen wir, daß dtt Friede durch diese Affaire nicht gestört werden wir» er heutigen| " de«„Kon Telrgraphischr Depesthiftrrrrich (Wolst's Telegraphen-Bureau.) J Ehristiania, Freitag, 20. Juli. In Freden� Daß die Land! in vergangener Nacht eine Feucrsdrunst aus, befindet, ist unl Wesentlichen Holzvorräthe und Holzwaaren n Deren Verfickerungswerth an 350 000 Kronen v\ Bremer Schiff„Henry" von 1260 Tons, nach W\t%%, stimmt, erlstt ebenfalls Brandschaden. 2. nnLe-? London, Freitag, 20. Juli. Der UniondawHr Werse auf de ist am Donnerstag von Southampton auf der y"los m ern gegangen.— Der Uniondampfer„Spartan" ist besonder# bed auf der Ausreise in Copetown angekommen. terrerch, denn d Sofia, Freitag 20. Juli.(Telegramm der„wje Zustände herai Gestern Abend gab ein Individuum, dcssen PerrV gleichen. nicht festgestellt ist, auf den Polizeipräkekten, webst Der österreichis« eine Anstellung verweigert halte, mehrere Reoost amtlichen Stati jedoch zu treffen. Ter Betreffende wurde wirthschaftliche: lachen inhalt de# ohne 600 000 Mk. 1 Nächste Woche Hauptziehung(2«. Juli«,!. II. Auaust) der König). Preuss. Staats-Lotterie. q 65 000 Gewinne--- 22 Mill. 157 180 Mk. haar. OriginatiGOSe»»st Bedingung der Rückgabe und AnthhÜG. 10 X Unserm Freunde und Genoffen, dem Vereins- Mitglied aus Kahllopfshausen, Fritz past, zu> seinem heutigen Geburtstage ein drausenves Hoch,; daß ihm dabei die ganzen Haare zu Berge stehn! und vor Freude die ganzen Hutformen an zu tanzen fangen. Mehrere Freunde vom Verein der Ziimmersatten und die kahlen Platten aus Kahllopfshausen. I. A.: 149 Die rothe Leuchtlaterne. J�L kaulitiännis� gesammten real rßäP V»4 Mk. 188. 94. 48. 24. I2}50. 6,50. 3,50. Porto und amtliche Gewinnliste 75 Pfg. empfiehlt und versendet Bankgeschäft, Iforlln W.. Cbarloiteustr. 50,51. lPrSinicnbab Berlin". 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Um recht zahlreiches Erscheinen bittet 145 Der Vorstand. Konsums und i ra"l<�ptetfe zeigt.! Geld, wie m erhin wurden bei dem blt Sanitäts-Verein für Arbeiter beiderlei Geschlechts in Berlin. Sonntag, den 29. Juli, Vorm. 10) Uhr, Kommandanten sttaße(Gratweil's Bierhallen): Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Kasfirers über den Ätand der Kasse. 2. Wahl eines stellvertretenden Vorfitzenden 4 !. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Vortrag des Natur heilkundigm Herrn Kanitz. Weibliche Mitglieder haben Zuttttt. An die Tischler Kerttn»! »M Verantwortlicher Redakteur: K. zum Äiege zu verhelfen. Im Auftrage der Kommission _. Fr. Zubeil, Waldemarstr. 73. v. 2 Tr. Zm v«rlag«»an J. H. W. D'*" gart ist(o«6«a«rschtenen! Aov für 1889 Dreizehnter Ja al-Roman Z a h a l»i Nalenharln«.—«in fedM'' Röckbli».- Meilen-n» lauf de» Zahre»(mit Bild,.-®toi trait).- Um ein Haar, erjühlun» — Der all« Becker(mit Partraitl (Bild).— San dem CinfluS Wand«» auf da, Setter der Erde, — Seil'» Ott freut»«dicht mit r, Beim Pfandleiher(Bild).— eckl strtrcu. ckrjiihlung«an H. Hadert. »«dicht«an i üufccrf.— Die .Ich will ja si aron von Elv gnädige Frau ängen würde, . Sie wis den!" Nun gut, so Den giebt eS thet." den Üflanj-rTutid die ikinheit der � Diese Antwort SWWÄ; rSSSg Ä-« KSS. Schuster. llr,ilhluns«an«.& De. IWolf louat(mit Portrait), r. ,, clever(mit Parira i)— Mar -«in rnnfilalifcher»ickcrl'HM »an Ilara Aeichner.-�Fliegende v - llledu», Rllthfel ic. Hierzu»*u»f«r: Sieb««efuch-� da» neckt stch— Sammcrlu» — 1 Wandkalender. Der Briefschrei Halbwelt gelock ll war ei ni lt hatte. 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