Aepeslh� 178 MittVoch, den 1. August 1888 3. Jahrg. -Bureau.) j : VeisammlA tcment dei�° , Er hensS« luf den!< scherten W ersuchte >enken. Icbü uittung rthkilt. DZ die Summe' finden Sie- Organ für die Interessen der Arbeiter. verani'u»-:� Da»..--------_ unßlürftf M�eint täglich Morgen» außer nach Son� und i;Ma�ei St? 706 G Abonnements-Emladung. 720 Für Den Monat August eröffnen wir ein neues Abonnement UTiM'"das 'A* »Merttner UolKsblatt« l 25 25—. 753..lZ� dem wöchentlich erscheinenden Koimtagsvlatt. '(S'iOl 242 3*La l sös 71? 79 �, Das„Kerlinrr Uotksbtatt" vertritt in jeder Beziehung I A»-!----» W.------- mit VAI rn mW /-v...' wo eine .________________ W- steht, ist es eineä 9eben, dem das Wohl der Arbeiter! am Herzen >-s i-st, ein Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu lesen. 53 211 40 37 723 24 86»� �le �7gane spekulativer Kapitalisten werden die Ar- ? 34 27öal™* über ihre eigentliche, jammervolle Klallenlooe misslöeen. u � aiJ..——-m.v eigentliche, jammervolle Klaffenlage aufklären» 78 Gcgenthcil, fie haben ein ausgesprochenes Jntereffe daran, 138 t/'��. ade das arbeitende Volk in der Gleichgiltigkeit zu erhalten. oi fu' 290 s unwissende Leute find willige Objekte der Ausdeutung und 887 736«Mfitsucht unserer Gegner. 2ui 20.DM Darum, Ardeiter Berlins, fort mit den Bourgeoisblättern, denen Ihr täglich beschimpft und verfpottet werdet, schaart �2)3��1 in der bewegten Zeit, die uns bevorsteht, um Euer Organ, ' E lches Euch nun schon fest Jahren treu zur Seite steht, welches .' i5«o>?«Mtweat eintritt für die Freihrtt und Emanzipation des ��'.m�Avhätigen Volkes. 20 , 089 '« (Im Feuilleton unseres Blattes veröffentlichen wir den Endlich hat fich auch für jene Einrichtung in der ge- planten Alter«- und Invalidenversicherung, für welche bis- her nur vereinzelte Zünftler eine Lanze einzulegen wagten, nämlich für das OuittungS- refp. Arbeitsbuch, ein offiziöser Vertheidiger gefunden, und zwar hat derselbe seine Weis- heit in die„Deutsche volkSwirthschaftliche Korrespondenz" abgelegt. Daß wir eS in dem Ergüsse de« hochfchutzzöllnerifchen Unternehmerorgans mit einem OffiziofuS zu thun haben, dafür spricht einmal der Umstand, daß sofort sämmtliche an der Reptilienkrippe gefütterten Blätter den Artikel weiter verbreiteten, und dann die Verlogenheit desselben, welche in solcher Unverftorenheit nur in offiziösen Auslassungen zu Tage tritt. So behauptet der Skribifax schlangweg, daß die Agitation gegen das OuittungSbuch nur von der Sozial- demokratie ausgehe, daß dagegen„zahlreiche Arbeiter den Werth einer solchen Legitimation(nämlich das Arbeits- buch) zu schätzen wissen" und daß„ordentliche Ar- bester das Arbeitsbuch in keiner Weise zu scheuen haben." Was nun zunächst die Behauptung betrifft, daß die Agitation gegen das OuittungSbuch nur sozialdemokratisches Machwerk ist, so ist es ja ein alter Kniff, der stets zur Anwendung kommt, wenn es gilt, Arbeiterforde. rungen zu verdächtigen und in Mißkredit zu bringen, die- selben als sozialdemokratische Forderungen hinzustellen. Das £.'r0l«'" yerao. Jetzt werde Ssrit „Ich traf sie zwei Tage später vor der Morgue. Wir fuhren bis zum Sternplatz zusammen, und dabei gab ich ihr das Medaillon." „Bat sie Dich darum?" finden."„Ja, und mir war es sehr angenehm, daß ich eS lo« .„Desto mehr Veranlassung zum Schweigen hast Du. wurde. Ich wollte mir die Sorge ersparen, ein Medaillon Sie waren bei Dir und haben nichts Verdächtiges gefunden, aufzuheben, das mich kompromittiren konnte. Wir machten Sie werden nicht wiederkommen und wenn sie wiederkommen, aus, daß sie mir durch meine Kammerfrau die Diamanten so werden sie nicht daraus verfallen, dies Bett zu unter-' v-4—-«-6» „Erfährt aber die Behörde, daß ich die Unwahrheit gesagt habe, so geht es mir schlecht. Mit einer Frau wie ich machen die Herren nicht viel Umstände. Ich kann mich darauf gefaßt machen, in St. Lazare ein Unterkommen zu finden." ' HB' ZZ Jt'V' jjfgy: ymein."' 7" „3., unk.i. d-»--dA �,;'�Mgraufige Entdeckung aemackt bnbe" deren Namen Du durch die Gucklöcher � gw-vv«* y v»vy.— 7 u cht, und ich weiß wirklich nicht, welche Rolle sie in s'./'tlnklen Affäre gespielt hat. Hätte ich den � menschen die Wahrheit gesagt, ich glaube, sie wäre "tmuchungShaft genommen worden." HMä"®tt � 10 r ßar ni�t g�wungen, zu sprechen. %%% suchen." „WaS soll ich aber mit dem Bett machen? Ich kann eS doch nicht verbrennen. Schicke ich eS aber zur Auktion, so liegt ja sehr nahe, was dann geschieht. Soll ich e« von dem Mann fortschaffen lassen, der eS kaufen will?" „Nein, zum Teufel! Die Gefahr wäre ja dieselbe." „Und behalte ich es, so habe ich andere Unannehmlich- leiten. Ich kann eS nicht benutzen und ich darf auch nicht dulden, daß eS Jemand anders benutzt." „Laß eS zerschlagen und schaff' die Stücke auf den Boden. Aber woher wußte denn eigentlich der Kauflustige, der so plötzlich aufgetaucht ist, daß Du em Bett zu ver- kaufen hast?" „Es ist ein Trödler, und solche Leute schnüffeln ja alles au». Auch weiß man im Viertel, daß ich das Möbel los fein will, ich habe daraus auch kein Geheim- niß gemacht... Justine hat eS meinen Lieferanten >ählt, und einer von ihnen wird eS dem 3 iaben." „Hast Du die Adresse?" „Nein, ich vergaß ihn darnach zu fragen aber übermorgen wiederkommen." „Wie sieht er denn aus?" „Wie so ein Trödler aussieht." „Höre l" sprach Guntram nach einer Pause. Vertrauen zu mir bewiesen und mich um Rath So will ich Dir denn einen Vorschlag machen." „Ich nehme ihn unbesehen an." „Eigentlich sind es sogar zwei Vorschläge. Aber zuerst noch eine Frage. Hast Du Jeanne, nachdem sie bei Dir war, wiedergesehen?" er- gesagt Er will ja „Du hast geftagt. aus, daß sie mir durch meine Kammerfrau die Diamanten zurückschicken sollte, mit denen daS Portrait eingefaßt ist. Soeben schickte ich Justine zu ihr hin, sie ließ mir aber sagen, daß sie mir lieber die Steine bezahlen wolle und schickte mir viertausend Franks. Das ist mehr, als die Dia» manten werth sind. Ich nahm das Geld auch." „Wirst Du sie nicht einmal besuchen?" „Nein, ebensowenig als sie zu mir kommt. Jeanne muß Rücksicht nehmen, und ich bin diskret. Ich müßte aller- dings mit ihr reden." „Soll ich Dich vertreten?" „Du!... Du hast sie allerdings früher gekannt, und sie wird Dir die Wahrheit sagen." „Hoffentlich. Kommen wir jetzt aber zu einer anderen Sache. Ist e« Dir recht, wenn ich den Kauflustigen über» morgen empfange?" „Sehr recht. Aber wie willst Du e« denn begründen, daß Du mich vertrittst?" „Ach, ich werde schon eine Ausrede finden. Ich muß ihn aber sehen." „Weshalb? Hast Du Verdacht auf ihn?" „Ich halte jetzt jeden für verdächtig!" „Ach! Die Sache fängt Dich wohl zu interesstren an. Du bist doch aber vermuthlich nicht etwa hierherge- kommen, um sie zu hören?" Guntram verstand, wohin! diese plötzlich« Bemerkung zielte. Die Rodin wunderte sich, daß er solches Interesse für eine Sache an den Tag legte, die ihm gleichgiltig sein mußte, und begann mißtrauisch zu werden. „Gewiß nicht," erwiderte er mit dem natürlichsten Ton von der Welt.„Ich kam zu Dir, um wieder etwa« in da« Pariser Leben hineinzukommen. Es ist nicht meine Schuld, wenn unsere Unterhaltung so ernst geworden ist. Aber be« bestimmte Partei unter den Arbeitern gerichtet scheint, son- bem sich gegen den gesammten Arbeiterstand als Klasse wendet, von sich abzuwenden. Wenn auch die„Volkswirthschaftliche Korrespondenz" wieder behauptet, daß„das Ouittungsbuch nicht das min- beste mit dem Arbeitsbuch gemein hat", so ist daS nur eine weitere bewußte Unwahrheit. Das Arbeitsbuch soll, wie seine Verehrer es hundert und tausend Mal ausgesprochen haben, dazu dienen, dem Unternehmer, wenn er den Arbeiter einstellt, ein Mittel an die Hand zu geben, sich über dessen bisherige Vergangenheit zu orientiren. Nun, dieser Zweck wird durch daS Ouittungsbuch, selbst wenn eS auch nur ganz legal, so, wie eS im Gesetze vorgeschrieben ist, gebraucht wird, zum größten Theil erreicht. DaS Quittungsbuch er- möglicht eine fortgesetzte Kontrole darüber, wann, wo und bei wem derZnhaber des- selbe» in Arbeit ge st anden hat. So weit wir nun davon entfernt sind, eS einem Unternehmer zu verdenken, wenn er sich darüber zu orientiren sucht, mit wem er eS in dem neu einzustellenden Arbeiter zu thun Hut, für so selbstverständlich halten wir es, daß es in daS freie Ermessen des Arbeiters ge- stellt bleiben muß, beim Abschluß des Arbeitsvertrages über seine Person Auskunft zu geben, so viel und so weit eS ihm beliebt. Genügt dem Unter- nehmer diese Auskunft nicht, so steht eS ihm ja vollständig frei, den Vertrag nicht einzugehen. Die aesammte Arbeiter- schaft aber zu zwingen, über sich fortgesetzt und für ihr nes Leben eine Kontrole seitens der Unternehmer führen asien, das ist eine Forderung, die mit der Lehre vom freien Arbeitsvertrag im schreiendsten Widerspruch steht und deren Erfüllung den gewerblichen und Industriearbeiter wie- der in die Rolle des Dienstboten, des Knechtes, zurück- bringen würde. Die in dem Entwürfe vorgesehenen Kautelen gegen Mißbrauch des Quittung» buchcs bieten keine Garantie va- für, daß dieser doch nicht erfolgt. Die„Volkswirthschaftliche Korrespondenz" sagt zwar: „Ordentliche Arbeiter haben daS Arbeitsbuch in keiner Weise zu scheuen." Aber hier entsteht eben sofort die Frage: WaS ist ein ordentlicher Arbeiter? Würde die Antwort darauf lauten:„Ein ordentlicher Arbeiter ist der, der stets nüchtern und fleißig die ihm über- tragen« Arbeit pünktlich ausführt, das ihm übertragene Material, Werkzeug u. s. w. schont, die Interessen seines Arbeitgebers wahrt und mit seinen Mitarbeitern in Frieden und Eintracht lebt," so wären wir mit der Definition eineS ordentlichen Arbeiters vollständig einverstanden. Aber die aufgeführten Eigenichaften reichen in den Augen derer, die mit der„Volkswirthschaftlichen Korrespondenz" der gleichen Meinung sind, noch lange nicht auS für einen ordentlichen Arbeiter. Ein Arbeiter, wie er vorstehend geschildert ist, wird wahrscheinlich einem Gewerk- oder Fachverein angehören, er wird eine selbstständige poli- tische Meinung haben, vielleicht gar- schrecklich zu sagen — ein Sozialdemokrat sein, er wird aber vor allem der Meinung sein, daß bei der Festsetzung der ArbeitSbedin- gungen"nicht nur das Unternehmerinteresse den Ausschlag giebt, sondern daß auch der Arbeiter gehört werden muß, und er wird, um diesen seinen Standpunkt zu wahren, ent« schloflen sein, wenn kein anderes Mittel mehr hilft, sogar zum Streik zu greifen. Ein Arbeiter aber, der streikt, das ist in den Augen unseres Unternehmerthums der leibhastige Gottseibeiuns; der muß gekennzeichnet werden für sein Lebenlang. Wie daS aber durch das Ouittungsbuch geschehen kann und wird, und «ie dagelbe außerdem ein einfaches und sicheres Mittel zur Beurkundung der Ansprüche des Versicherten und der Ver- pflichtungen der Versicherungsanstalt nicht ist und nicht sein kann, daS nachzuweisen behalten wir unS für einen zweiten Artikel vor. Nie äorBIMWi in WcrfranHen. i. Allgemeines. Emanuel Zax ist unsern Lesern lein Fremder mehr. Sie wissen, daß er der treffliche Geschichtsschreiber der tbüringischen Hausindustrie ist. Seine Studien haben ihn aus Thüringen in die benachbarte bayerische Provinz, nach Oberfranken, geführt, hige Dich, liebe Präsidentin, das nächste Mal sprechen wir nur von der Dame. Ich will meine alten Gewöhn- heiten wieder annehmen und wieder Dein getreuer Klient werden. Inzwischen kann ich mich ja ein bischen mit der armen Engländerin beschäftigen, die ein so traurige» Ende genommen hat. Zehn Louisd'or gäbe ich darum, wenn ich ihren Mörder finden könnte, denn sie ist sicher ermordet worden." „Mir liegt nicht soviel daran. Wer weiß, was mir passirt, wenn man ihn erwischt. Man behauptet vielleicht, ich sei mit ihm im Einverständniß gewesen. Wenn eS Dir aber Vergnügen macht, und wenn Dir mein Kauflustiger verdächtig vorkommt, kann ich ihn Dir zeigen und Dir doch die Unannehmlichkeit ersparen, mit ihm zu sprechen. Ich «erde ihn hier empfangen, und Du wirst dasselbe thun, wa» Ieanne von LorriS gethan hat, Du bleibst im dunklen Zimmer und siehst durch die Gucklöcher." „DaS ist eine Idee! Du kannst ja den Handel in die Länge ziehen und ich habe vollkommen Zeit, mir den Mann genau anzusehen. Sobald ich mir seine Gesichtszüge eingeprägt habe, erwarte ich ihn auf der Straße und gehe ihm nach. So erfahre ich, wo er wohnt. Das ist das richtige Mittel, um herauszubekommen, ob er wirklich ein Trödelgeschäft betreibt." „Und wenn Du entdeckst, daß er nur so gethan hat, al« sei er ein Althändler, so wirst Du schließen, daß er im Auftrage des Mörders der Engländerin handelt. DaS wäre wohl möglich. Dem Erfinder deS mechanischen BetteS muß daran liegen, sein Meisterwerk wieder zu erhalten. Viel- leicht hat er davon reden gehört, daß ich sein Kunstwerk zur Auktion stellen will, und er fürchtet, der Käufer entdeckt das Geheimniß.... Sei also übermorgen gegen elf Uhr hier. Er will Punkt zwölf kommen, und Du hast dann noch vorher Zeit, mir zu erzählen, was Du auS Zearne von Lorris herausbekommen hast. Nur mußt Du mir versprechen, daß Du nichts unternimmst, ohne eS mir vorher zu sagen, wenn es Dir gelingt, daS Geheimniß zu entdecken. Du riskirst dabei nichts, aber ick kann riskiren, daß mir mein Etablisie ment geschlossen wird, ja sogar, daß ich ins Gefängniß wandern muß." und er bat ein anschauliches Bild von den Zuständen in der Kort- flechterei dieses Bezirkes*) geliefert. Gerade ein Organ der Arbeiter hat die Pflicht, dieselben mit den wichtigsten Ergebnissen wirihschaftsgcschichtlicher For- ickung in gedrängter Uederficht bekannt zu machen. Das That- sächliche so wiederzugeben, wie es unabhängige Gelehrte, die den Mutb der eigenen Meinung befiyen, dargestellt haben, und aus der Sckilverung des Zuständlichen die richtigen politisch- sozialen Schlüsse zu ziehen, ist ein Gebot der Nothwendigleit; ein Gebot der Siothwevdigkeit, so dringend und zwingend in einer Zeit, welche die offiziöse Schönrednerei, die interesfi.te Schönfärberei, die Kunst zu vertuschen, zu entstellen, zu fälschen, bis zum höchsten Punkte der Entwickclunz ge- trieben hat. Um so angebrachter ist eS aber, unsere Leser des Näheren mit der Sax'schen Schrift bekannt zu machen, als dieselbe dm Popanz der Hausindustrie, dieses jüngsten Steckenpferdes vulgär- ökonomischer Heilande, in seiner ganzen Jämmerlichkeit enthüllt und die Schwärmer für Pflege und für Verbreitung der haus- industtiellen Arbeitsweise dem allgemeinen, wohlverdienten Ge- lächter jedes ehrlichen Mannes prcisgiedt. Dazu kommt, daß Sox, wie er in seiner Vorrede mitteilt, bei den Behördm, vor allem beim königlich bayerischm Staatsministerium des Innern und bei der Kreisregierung von Oberfranken „freundlichste Aufnahme und bereitwilligste Unterstüyuna" ge- funden hat, daß er also Gelegenheit hatte, geöffnete Thören und hilfreiche Hände da zu finden, wo dem als oppofitionell geaichten Schriftsteller ein donnerndes bureaukratisches Halt ge. wöhnlich entgegentönt. Maßen es aber in unseren Tagen Brauch ist, alledem, was offiziellen Stempel trägt, innigm Glauben entgegen zu bringen, so muß all diesen Gläubigen wie eitel Manna munden die amtlich vifirte, autorifirte, konstatirte, protokollirte Wahrhaftigkeit der Sax'schen Ent- hüllungm. In der That find es Enthüllungen, mtt denen wir es zu thun haben. Was die Hausindustriellm und ihre Herren, die Kaufleute, was die Behörden schon so viele Jahrzehnte wissen, es ist noch niemals so auf den öffentlichm Markt gebracht worden, wie durch E. Sax. Denn die von bayerischen Arbeiter- blältem gebrachten Schilderungen oberfränkischen Korbmacherelends wurden mit Achselzucken von denen aufgenommen, welche die Aufgabe gehabt hätten, energisch einzuschreiten. Emanuel Sax blieb es vorbehalten, mehr als einmal auf die„Frank Tagespost" hinzuweisen und das Wirken des Ar- deitervertreters für Nürnberg im Interesse der oberfränkischen Korbmacher den Kreisen begreiflich zu machen, die nase» rümpfend an Arbeiterblättern vorübergehen im Hochgefühl ihrer souveränen Ueberlegenheit, die so oft das Merkmal allersouveränster, allumfassender, kompromittirlichster Ignoranz ist. Die berufsmäßigen Sozialpfuscher, die in Herrn Viktor Böh- mert in Dresden ihren Delai Lama verehren und ihr wöchent- lich erscheinendes Eoangclium in der Böhmert'schen„Sozial- Korrespondenz" erblicken, treiben gegenwärtig wieder groben Un- fug mit der armen Hausindustrie. Nachdem fie von solch' ernsten Männern, wie Thun, Schnapper-Arndt, Singer, Br-�f, Sax de- bandelt worden ist, stürzen sich mit korybantischem Geheul die Quacksalber der sozialen Reform auf die Sterbende, verbittern ihr die letzten Stunden ihres jammervollen Daseins durch ihre indianischen Heilversuche und erregen die gerechte Erbitterung aller Leute, die den Humbug hassen, wann und wo er ihnen entgegentritt. Keine Woche beinahe vergeht, in welcher nicht die Kämpen, welche unter der Standarte der„Sozial-Korrespendenz" ihre un- ruhmttchen Kämpfe auszufechten und mit ihrer breiten, weil kapetalrstrsch- gutaenährten Kehrseite die Hiebe der Gegner zu pariren pflegen, keine Woche, sagten wir. vergeht, in der nicht jene Freunde des Jndustrialismus und des„süßen Handels" mit marktschreierischer Beredtsamkeit und mit der Grandezza des „Jakob aus Amerika" die Hausindustrie über den grünen Klee loben, ihre Einführung in nothleidende Bezirke befür- worten und aus diesem Nest und jenem Dorf von der wunder- baren Blüthe irgend eines Zweiges der Heimarbeit zu erzählen wissen. Der Fetischismus, der von dieser Seite mit der Haus- tndustrie getrieben wird, entspricht den Intentionen des „süßen Handels", der so stark betheiligt ist an den riesigen Pro» fiten, die von den Heimarbeitern erzeugt und von den kaufmännt- schen Kapitalisten einkasstrt werden. Unser deutscher Älusfubr- Handel beruht zum allergrößten Theile auf dem Export der Er- zeugnisse von Manufaktur und Hausindustrie. Dieser Feti- schismus ist ferner ein Ausfluß jener erhebenden Thätigkeit, die man in gewissen Zirkeln als„Fürsorge für das Wohl der ar- bettenden Klaffen" zu etitettiren und auf dem vanity fair**), dem Markt der Eitelkeiten, dem Tandelmarkt des Lebens zu verschleißen pflegt. Denkende Arbeiter lassen fich allerdings *) Die Hausindustrie tn Thüringen nebst einer Darstellung der Korbflechterei in Oderfranken. Ui. Theil. Jena, Verlag von Gustav Fischer. 1888. **) Sprich: waniti fär. Ist der Titel eines ausgezeichneten Sittmromans des englischen Humoristen W. Thackeray. „Sei ohne Furcht. Ich denke nicht daran, die Hilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen. Wenn ich Interesse an der Sache nehme, so geschieht eS aus einer Art Lieb- haberer für solche Geschichten. Ich langweile mich jetzt und das wird mich beschäftigen." „Ich wüßte angenehmere Beschäftigungen, Lieber. Aber ich bin froh, Dich gesehen zu haben, und es thut mir nicht leid, daß Du jetzt daS große Geheimniß weißt. Mein Ge- ständniß hat mich erleichtert, und dann kann ich ja auf Deine Hilfe rechnen, wenn ich sie brauchen sollte... Verlassen wir jetzt dieses Zimmer! Ich will mir gleich einmal die Karten legen, um zu sehen, ob die Geschichte ein gutes Ende nimmt. Die Karten haben mich noch nie getäuscht.... ES sind ja auch keine Menschen." Nach dieser philosophischen Bettachtung verschloß sie dre Thür deS Zimmer« sorgfältig, steckte den Schlüssel ein und sagte: „Ohne mich soll keiner in das Zimmer kommen. Es konnte sonst nur Unglück entstehen." Ueberflüssig ist diese Vorsicht auch nicht." brummte Gunttam vor sich hm.„Wenn eS einer Deiner Freun- binnen enrfiele, sich auf da» Bett zu legen..." st ri'? roÜtbe ni�t8 merfCR" �6e bie F�er ab- K-» M-d? fU 3n gÄ ist ja'fthr ne�"b°�®untra,n-«Die Kleine durch solchen Firlefanz, der noch wohlfeiler ist als werke der Hausindustrie, nicht mehr täuschen; wisse» daß es anderer Mittel bedarf, um der Maffenarmutj als die Empfehlung einer Produftionssorm, welche,, effenz industtieller Ardeitspein, systematischer Vere'' Wo gäbe es bessere Gelegenheit, sich eine Ri. tigung der Hausindustrieprovheten zu schneiden, als sp mische Rohr und treffliche Weiden so massenhaft zu in Ooerfranken nämlich? Emanuel Tax soll unser' er wird uns zeigen, wo und wie man die kecken � des Böhmertianismus am empfindlichsten trifft. Doch davon mehr im 2. Artikel! NolMschr Urbrrstcht. Die Neife de» deutsche« Kaiser« nach ebenso große Unmöglichkeit ist, wie die franzofi'�ersten Arbeiten räum gelassen ich diese wärt schland wie glich auf Kosh weiß es jede ter" dem Jv weifel vorwalte so sensationslüf allungen völlig .Franks. Ztg.", ' versteht. Da i um eine jü offen, daß die rlagenc Werth er d die rührend in diese große( che Proletarier e Blätter, da Allianz. Nicht daß wir sagen wollten, der Zweck �den, tia ihnen sei ein deutsch-russisches Bündniß gewesen. Ader fi-�ten werden kötii mein: in Deutschland, in Oesterreich, in Italien"■ M schwer atbe und in England, als ein Versuch zur Herbe:fühmng eZuns kürzlich du w dm 40er Jl in Hammerslein l berühmten 3 x851 hat E .... Assischen fln vervollständig gleichviel mtt welchem Recht— auf die Tazesor-ttikdrigsten Arbci europäischen Polttik gesetzt wurde, hatte zur nothwenc?sc behandelt wei daß die Welt fich einmal ernsthast diesen Gedanken»yens den jüdisch. außerhalb Deutschlands kaum mindere BesülchtnW�llies der Aitikel hat, als weiland das Schreckensgespenst des Bleichröd russischen Bündnisses in Deutschland. Kurz-- Uer nicht glaube sahen sich den Gedanken näher an und» gl begreifen. Wi heraus, daß die Interessen Oesterreichs und überhaupt des zioilifirten Europa zu den barbarisch-dcspotischen Rußland in einem solchen stehen, daß eine Allianz Deutschlands mit RußlaN'.�----- trmnung Deutschlands von dem zivilissrten Europa �. in die ,,A «am N fc ä? feindlichen Brüder von der„Norddeutschen Allgel allerdings traurig. Wir nehmen es ihnen an» wenn fie ihr Haupt mit Tische bestreuen— sie"L Hoffnung ärmer: die deutsch-russische Allianz wat � Wunsch, und dies neueste„Wettkriechen" vor An den verkommenen Franzosen genützt, die jetzt w'' übrige Europa noch nicht kosakisch ist. Die interuatiouate ZnduürieaussteU»»»' nächstes Jahr in Paris gep tritt ist, wird unzw-� artige Dimensionen annehmen. Trotz der ablehas" verschiedener Regierringen, welche in dieser Theil der Feier des hundertsten Geburtctages Revolution erblicken, hat die industrielle Äest» für das Unternehmen ausgesprochen. Am«"*'—— �..«u» Belgien, die Schweiz und Jtalim werden auf, y1' um das— vertreten sein und es ist zu erwarten, daß deutschen Land Industrie(sammt der österreichischen) sich nl&JZUsuhren, zum n nistiscbe Bedenken wird abhatten lassen. gut, wenn d das Gelingen der Pariser Ausstellung nicht, �muer und ihrer zi Pindter und Schweinburg— m Nachahmung Aa zur Sprache ge Mopses— noch so laut bellen; es fragt Zur Affaire Industrie an dem industriellen Wett'awvs � wgizM a. S.:„Der s fie bei Seite steh» und die nothwendiß�n.e s e n, wie im„i .ch..-» n ne finden,. Erscheinung Amerika verschi Ausbeuter jed listen. Uebrig hcrt bemerkt, uld u. s. w..| Berermgren Sta ' sehr gute Chri lemeffen- zu der Herren Hai lnen wrr der interessante Mtt , ttern, welche v ltzern und Jnnun Antisemitische«. Unter der Spitz"""' «ä S.-ZSU nalismus, welches gegenüber der wieder es unserem gutu antisemitischen Zeitströmung daS öffentliche Mlg f a l I e n ist, zu „unterdrückte Voll" anrufen soll. Vor sieben e n worden. waren es die angeblichen Judenverfolgungen."or, das so als Alarmrufe gegen jede judcnfeindlrchc Aon-» der europäischen Staaten benutzt wurden: hkiu, diesen kostbaren Bestandtheil seiner VeoollerunS � hat, holt man fich den„Verfolgten" von anvcr-. London tagt gegenwärtig eine Kommisston g, welche über den Umfang und die Folgen dee Schwitzsystcms Bericht erstatten soll. Das Wesen besteht in einer rücksichtslosen Ausdeutung man"' lichcr Arbeitskräfte durch Vermittler(Sweater),, in der Konfektion die Ausführung größerer f'. nehmen, dann aber durch die raffinirteste Mw. � und Heraddrückung der Löhne ihren Arbcttern � bärmliches Loos bereiten. Für Berlin, mfjche* in der Konfektion den Welthandel deherrscht, 1■ stände nicht viel neues bieten, nur daß i, Verhältnisse denen Londons noch nicht ganz ev- von deutschen Behörden bei Vergebung Ausdeutckunst der Unternehmer denn dock sche Korrespond. n. In den ül rholt er aber n et hatten. Wen Vorgehen des erklärlich. C» ist ein T» (Berlin ist die sr - lchrec nicht besser. lt entwarf Kar »7 sä als London. wei Miltione Er darf fl Europäern Lupton Ve hung, arbeitet I Igen Europäern i et fich noch im t „Lassen Sie sich nicht stören! Ich ftischheitere Stimme., n»cy noa, tnt( Und die kleine Blondine hüpfte ms �% on verhaßt gemo ein Kompliment, und doch nehme ich eS sind doch wenigstens zu Damen lieben» „Haben Sie sich denn über die eines anderen zu beklagen?' Gelderwerb ver Loskauf den re Heimath ender V in Ch< auszuweä "on den K „Allen Grund habe ich! Ich wollte Rodin erzählen und bin deshalb gekomwe" �. tfj) dm K ich hier nicht zu tteffen. Sie sind aber'MMäer vor �„n flüssrg!... Ganz im Gegentheil." i ksnerLar»...., An« Kunst und 0,1 lieber die Lage der enrnpoif&j�d■ Chart not erdielt 1vie" Redaktion von Pete�j�m Mittheilunaen" durch Vermittelung eine» Nachrichten, denen wir folgendes entneb m d- I. ist abermals ein Bote aus Chartuw � A welcher wiederum llcine Zettel, Auftrags G ld. von Lupton Bey an den eng oem Nisstonar llnoalbtr an bic•»i/ai**« ousführlichen Mittheilungen des| und mit einigen Personen der Umgebung� I»dan ist, über die Zustande sim---„. lÄtrÄrsssfe K nach dem Munde zu reden, seines„ ousspricht. Nach der Aussage diese« ÄcklÄ" Gefangenen noch erheblich schlimmer.als Statin Bey ist nicht Sais od« Vor«»'' per � er muß während des ganzen Tag» fitzen, wo er dessen iortiväsirenden und dem Gespötte und der LsMAuitSZ j.i<" gegeben ist. Auch körperliche schlossm. ZinchtS schläft n unt« •"n w dt, und die zu, te© "mgs hat er i ,, tödten lass ten Herrschers e, aber vom L %% unter den her m f bedürfe es a ommen und dl lochen. Der B ||SÄ Expedition r senarmutd meid«., ?r SHeri, eine Sit. nden, m enbaft tu oll unser kecken Ml. rstcht. weih es jedes Kind, daß neunzig Prozent dieser >eater" dem Judenlhume angehören. Wie wenig darüber »jweifel vorwalten kann, beweist schon die Thatsache. daß die i[ so sensationslüsterne jüdisch' freisinnige Presse diese Londoner «nllungen völlig todtschweigt. Eine Ausnahme macht allein 'sranlf. Ztg.", die sich dabei aber in origineller Weise zu versteht. Da das Blatt sehr deutlich fühlt, daß es sich «i um eine jüdische Eigenart handelt, so erklärt es kurz Blösien, daß die neunzig Prozent nicht der Sweater, sondern bcklagenkwerthen Arbeiterinnen jüdischer Abstammung seien, md die rührendsten Schilderungen der„Verfolgten" reiben an diese große Entdeckung!— Auch in New-Nork muß der schc Proletarier bedauert werden. Allen Ernstes schreiben .Blätter, daß unter den Immigranten die aus dem öst« ... Qf. W i• Ca....... W..„T. Ji.,__ Ader Kkm werden �"-J- i«ach abt; sie russische. e franz> � er Ziöe,—............— n � Ader fsi.sten werden könnte.— Daß in Saloniki nicht weniger als Italien#%0 schwer arbeitende jüdische Proletarier anzutreffen seten, e-.führung e�uns kürzlich die„Köln. Ztg." in elegischem Tone erzählt, lr:bm', iu 5 neuere Nachrichten über den Sklavenhandel in Marokko i zwang. Ken in Wiener und Berliner Zeitungsredaktionen schleumgst l, russische" vervollständigt, daß auch die Juden dort gleich Sklaven e Tagesor�liedriasten Arbeiten gebraucht und dabei in der schnödesten ., nothwee�sc behandelt werden.— Nur bei uns kann man trotz allen Medanke»"aens den jüdischen Fabrik- oder Landarbeiter nickt entdecken! N.tüildtuNS�Dies der Artikel. Daß die Anbeter und Kostgänger des ?n>t des �nr B l e i ch r ö d e r und seiner Trabanten an jüdische Pro- q.,Tx— dster nicht glauben wollen, das können wir allerdings sehr >ind cs degreisen. Was nun das Schwitzsqstem angeht, so ist es Polchs, 51 in den 40er Jahren von Kingsley, einem Planne, dm die stMcn L>ammersicin und Konsorten wohl kennen sollten, in � WA««?m berühmten Roman„Alton Locke" geschildert worden; s" J,xi ,n1l' 4851 hat Eccarius eine vorzügliche Abhandlung -Iber in die„siteue Rheinische ZeitungS- Revue" geschrieben, en lZrirv» � später als besondere«vchrift erschienen ist. Wenn Herr � iwrP�Meln und Konsorten die genannten zwei Werke studiren, �reuzze.'-' �:den sie finden, daß Konfession und Raffe mit dieser häß- n wWTj,'/sn Erscheinung gar nichts zu thun hadm. Und was die hnen a" �,nmka verschifften polnischen Juden anbelangt, so sind — ii�'N Ausbeuter jedenfalls nur zum geringsten Theil jüdische lianz ts �litaiisten. Uebrigens sei Herrn Hammerstein bei dieser Ge- vor sthcit bemerkt, daß die Herrn Vanderbild, Jay jetzt w' u l d u. s. w., gegen deren Millionenräubereien das Volk ..«£ � Vereinigten Staaten sich jetzt aufzulehnen beginnt, durck die kehr gute Christen sind und— nach amerikanischem Maß- 0 tnfÄ pimeffen- zur christlich- konservativm Partei, also zur r ableb �Mter der Herren Hammerstein und Konsorten gehören. Uebrigens W' tWnen wir der.....* tages „r?; , daß' sich ni Ver nicht, ahmung _________ uiiu jvunioneu Uebrtöen| inen wir der.Areuzzeitung" außerdem noch die ihr ßewiß interessante Mittheilung machen, vaß unter den polnischen eitern, welche von christlich-germanischen deutschen Guts- lern und Jnnungsmeistern nach Deutschland importirt wer- , um das—----- ■,—- � nn�/vvnH1 IUCV Z», um das— Sä-witzsystem der äußersten Lohndrückung in deutschm Landwirthschast und im deutschen Baugewerbe rühren, zum nicht unwesentlichen Theil Juden sind. Es !r gut, wenn diese Praktiken unserer christlich-germanischen iker und ihrer zünftigen Kartellbrüder einmal im Reichs- e zur Sprache gebracht würden. Zur Affaire Konnier meldet man der„Post" aus a. S.:„Der Franzose Dr. Bonnier ist nicht a u s g e- e s e n, wie im„Berliner Volksdlatt" behauptet worden war. «abilitirte firf>»>!«------ - da»"- o druckt/ m: hn-k'l oöllerung n änderet nisston gen WS ffÄS --------------------»tu(ui uus lauTcnoe Semester Gründe dafür wurden nicht angegeben. Sein stiach« anderer hiesiger Franzose, der bereits Privat» Wir haben zu dieser Notiz nur zu bemerken, gutunterrtchteten Korrespondenten nicht ein» ....... zu behaupten, Herr Dr. Bonnier sei a u s g e» e s e n worden. In seiner Mittheilung kommt nicht ein irt vor, das so aufzufaffen möglich gewesen wäre. Der !sche Korrespondent der„Post" bat also in diesem Punkte .jen. In den übrigen Punkten sagt er die Wahrheit; da ,derholt er aber nur mit wenig andern Worten, was wir ge- idet hatten. Wenn er nichts deffercs beizubringen hat, bleibt , Vorgehen des Herrn Kultusministers nach wie vor— �erklärlich. G« ist»in Trost» Genosien im Unglück zu haben. Sicht Berlin ist die sündige Stadt, als welche sie von der Stadt» lnn �......." ♦fl-.-. v.wjv W*UV», UbV lUCIUIC|IC UUH ULI OlQOl» weater). den schrecklichsten Farbm geschildert wird. In London .sLrei Liii�s nicht besser.---------------—' nk-bt. Bier Millionen menschliche Wesen, von .zwei Stillionen niemals ein christliches Gotteshaus be dock k»!«:®r �arf sich nicht aus der Nähe des Mahdi entfernen, dm Europäern nicht sprechen, den Bazar nicht besuchen .tgl. Lupton Be? steht gleichfalls unter beständiger Be« hung, arbeitet und schläft im Arsenal und darf mit den igen Europäern nicht in Berührung kommen. Neufeld be f au.--- l. 1- m r" OT*-W- a n r v. muji i»-oeruyrung lumincu. �ituycio OC» het fich noch im Gesängniß und wird der Bevölkerung als F OM!*r Pi f- f /»n M i/i ,4\+ CTM. � V f f____■ w» fon verhaßt gemacht. Die griechischen Händler, sowie die . n.-c. c. i....«-<«<.. i,. v mein die oollte inci« --------s—U' U------ y V»VV«,»| V«,».»»-�r•»»•*»•»•,|'.. .fionäre sind frei und können innerhalb der Stadt einher , aber sie dürfen nicht aus den Thoren; sie suchen ihren .halt durch den Handel mit Lebensmitteln zu erwerben, muß dies heimlich geschehen, da jeder Handel, jede Art Gelderwerb verboten ist. Eine Aussicht, durch Austausch 1 Loskauf den europäischen Gefangenen die Rückkehr ihre Heimath zu ermöglichen, ist nicht vorhanden, folgender Vorfall beweist. Es war von irgend » Seite in C Hartum der Vorschlag gemacht worden, die vpaer auszuwechseln gegen einige angesehene Derwische, den Kababisck gefangen genommen waren. Als oväer»"ol diesem Vorschlage hörte, ließ er sämmtlrche einer 9% kich antreten; hinter jedem stellte sich ein Schwarzer echselt°uf und dann ließ der Mahdi fragen, wer aus» M-MIWiMZ [en mmmmm ctuw S m i' .-Ä % Mi suchen! Und wie wenige unter diesen zwei Millionen find ge- tauft, wie wenige find im heiligen Geist wiedergeboren worden!! London ist eine Wildniß. Wie das alte Rom ist es ein Ab- zugskanal, in welchem alle Nationen und alle Sünden der Welt zusammenströmen." I« süddeutschen Klätteru findet fich eine Berliner Meldung, wonach der Rücktritt des preußischen Finanzministers v. Scholz in konservativen parlamentarischen Kreisen erwartet werde. Es ist schlechterdings nicht abzusehen, welcher Anlaß gerade jetzt Herrn v. Scholz bewegen sollte, aus dem Amte zu scheiden, oder sollte es ihm etwa gar zu Herzen gegangen sein, daß die„Kreuzztg." die„Berl. Pol. Nachr." seines Schützlings Schwernburg ein„Judenblatt" genannt hat? Der Kampf»mische« de« Altkonseruatiuen einerseits und den Nationallideralen und Offiziösen andererseits geht immer weiter.„Kreuzzeitung" und„Reichsbote" haben fich bis jetzt nickt im geringsten einschüchtem lassen; sogar die„Conservative Correspondenz", das offizielle Partei- blatt, schwankt und scheint zu den Genannten hinüber neigen zu wollen. Auf nationalliberaler Seite zahtt man die heftigen Angriffe, die von den Altkonservativen ergehen, mit vollwichtiger Münze heim. Aber von einem Entschlüsse, nunmehr das Kattell mit den Konservativen zu brechen und fich auf eigene Füße zu stellen, um durch Zurückdrängung jener den eigenen Einfluß und die ehemalige Macht wieder zu gewinnen, damit den Alt- konservativen eine Mehrheit mit den Ultramontanen unmöglich gemacht werde, ist bei diesen Jammerseelen nichts zu spüren. Die„Nat.-Ztg." schreibt wohl:„Es wird immer klarer, wie zu- treffend die Ansicht ist, von der aus wir die gemäßigten Live- ralen in Preußen aufgefordert haben, sich zur möglichsten Wiedergewinnung ihrer früheren Machtstellung im Abgeordneten- Hause zu organifiren; die Anficht nämlich, daß auf der äußersten Rechten weitgehende Pläne einer Beherrschung des preußischen Staatslebens durch Deklaranten und Ultramontane nicht nur im Gegensatz zu allem, was liberal ist, sondern auch im Gegen- satz zu den Bestrebungen der jetzigen Staatsregierung bestehen." Aber das ist eben nichts als Druckerschwärze, die nichts zu be- deuten hat. Au» Calbe a. S. schreibt man uns: Was für ein glück- liches Dasein die land- und forstwitthschaftlichen Arbeiter in unserer Stadt führen, zeigt recht deutlich der amtlich festgestellte und bekannt gegebene Jahresardeitsverdienst derselben. Derselbe beträgt für erwachsene, mehr als 16 Jahre alte Ardeiter, männ- lich 480, weiblich 300 M., für jugendliche unter 16 Jahren, männlich 300, weiblich 240 Ä. Also 480 M. hat ein Arbeiter unserer Herren Domänenpächter und großen Gutsbesitzer jährlich mit seiner Familie zu verzehren.(Bei den kleineren Ackerbürgern ist der Lohn wohl etwas höher: die wenigsten der bei diesen Beschäftigten haben aber dort Winterarbeit und somit stellt sich bier die Sache für sie ebenso schleckt, wenn nicht noch schlechter.) Für diesen Lohn nun müssen die Arbester von Morgens%5 bis Abends 7 Uhr arbeiten. Liegt der Acker weit, entfernt, auf dem gearbeitet wird, dann kommen die Leute oft erst um 3 oder ,9 Uhr nach Hause. Daß Kartoffeln, Ztchorien-Kaffee und Branntwein bei diesen Leuten die Hauptnahrung bilden, der Trödler vielfach, wenn nicht größtentheiks die Kleidung liefert, wird mir jeder glauben, der rechnen kann. Aber auch die in anderen Betrieben beschäftigten Arbeiter find nicht besser dran. Der ortsübliche Tagelodn der Fabrik- und gewöhnlichen Tagearbeiter beträgt 1,60 M. nach amtlicher Feststellung, also genau dasselbe, was für die erstgenannten Arbeiter gezahlt wird. Der Hauptfabrikalionszweig unserer Stadt ist die Wollwaaren- fabrikativn. tzandweber werden nicht mehr viel beschäftigt, sie stehen auf dem Aussterbeetat; der Lohn ist sehr niedrig, 9—12 Mark pro Woche. Spinner hauptsächlich, auch Rauer, Walker, Farber u. s. w. verdienen nach hiestgen Begriffen wenigstens noch emen annehmdarentzLohn. Das Weben auf den mechani- scheu Stuhlen besorgen Frauen und Mädchen. Ihr Verdienst tl-.siMh-eden. Geschickte Arbeiterinnen sollen es in flotten lassen q,«un..—— ppt r- zwei Ziegeleidefitzer es einmal mit diesen„Lippern" versucht, aber den Versuch haben fie bald wieder aufgegeben. Ist der Vortheii, dm der Fabrikant bei der Beschäftigung dieser Arbetter bat, auch kein direkter, so hält man doch durch fie die hiefigen Arbeiter in Schach.— Ein besonderes Glück ist es auch nicht, in der Mahl- und Papiermühle des Herrn Brückner u. Ko. arbeiten zu dürfen. Die Behandlung ist dort eine sehr strenge bei kargem Lohn. So erhielten zum Beispiel die Sackträger bis vor kurzem für das Tragen 2 Zentner schwerer Säcke M. 1,80; jetzt sollen fie 2 M. erhalten. Was das heißt, wird jeder beurtheilen können, der schon einmal einen solchen Mehlsack im Nacken gehabt hat. Trotzdem nun hier noch viele arbeitslose Leute umherlaufen, herrscht dort doch immer Mangel an Arbeitem und die Firma soll fich schon öfter genöthigt gesehen haben, Nothknechte von der Herberge zu holen. Der Befitzer ist übrigens Millionär und Kommerzier- rath. Bei solchen Lohnverhältniffen ist es auch ganz natürlich, daß die Handwerker und Geschäftsleute über schlechten Geschäfts- gang klagen. Die überwiegende Mehrzahl der Einwohner, die Arbeiter, haben kein Geld unter die Leute zu dringen und die Zahl der Reichen und Bemittelten ist zu klein, als daß sie den Ausfall decken und einen flotten Geschäftsgang hervorbringen könnten. Statt nun auf die Handwerker einzuwirken, daß die Lage der arbeitenden Bevölkerung gehoben werde und somit auch die der Geschäftstteidenden, räsonnitt man über die Konkur- renz, schimpft auf den Konsumverein und wimmert dem Pudli» kum etwas vor, daß es so thöricht und so unbarmherzig ist, in großen Städten zu kau-en und das Geld nicht hier zu lassen. Da präsentirt man fich bei den Wahlen als Schildknappe des Herrn Dietze, der dann im Reichstage wohl mehr Steuern für tertheuerung der Lebens- und Genußmittel durch Zölle, aber nicht für eine Mehreinnahme der Arbeiter sorgt. Heißt das nicht den Verbrauch verringern? Einige andere Geschäftsleute haben sogar die erstaunliche Kourage, für einen freifinnigen Kar» didaten zu agitiren. Das hat ebensoviel Zweck, wie die Agi« tation für den Konservativen. Die Konservativen stülpen ihnen die Narrenkappe der alten Zünfte über die Ohren und Augen, und die Freisinnigen geigen ihnen das Lied vom„freien Spiel der Kräfte" vor. Wann werden die kleinen Geschäftsleute ent- lich zur Einficht kommen, wer ihre wahren Interessen vertrstt? Herten, wo Uederstunden gemacht werden, auf 8-9 M. bringen. � b?I°mmlrche Arbeitszeit geht von 5 Uhr früh bis 7 Uhr «stchtmgrchrealtcmbchen werden in diesen uuta»uilic .... o»»»u. 1,10 Wochenlohn müssen diese Kinder dort 12 volle Stunden arbeiten und gegenwärtig auch noch Uederstunden machen, die aber extra bezahlt werden. W-e steht es da mit dem§ 135 der Gewerbeordnung? Sechs diesige Ziegeleien beschäftigen auch eine hübsche Anzahl Menschen. Wenn nun der Lohn der anstrengenden, aufreibenden Akkord- arbeit auch kein hoher genannt werden kann, so wird die Ar- best doch gesucht, weil dort in gewissem Maße noch etwas Frei- heit herrscht und die Behandlung noch eine etwas humane ist. Aber auch hier wird schon versucht, die Arbester mehr zu drucken. Einer der Herren Ziegeleidefitzer hat„Lipper", Lohndrücker auS der Gegend von Lippe-Detmold, engagirt, welche in einer Ar< deiterkaserne untergebracht find. Diese Leute arbeiten nnr*—-*r. ilT» OfU— Wa r*-*•«-- Vemerbeschiedogericht in Mainz. Die Mainz r Stadtverordneten-Versammlung hat auf vielfache Wünsche aus Arbeiterkreisen hin die Errichtung eines Gewerbeschiedsgerichts im Wege des Ortsgcsetzes beschlossen, in der Unterstellung, daß die mehrfach versuchte reichsgesetzliche Regelung dieser Frag n immer noch im weiten Felde liege. Der allerdings noch nchh vollständig durchberathene Entwurf von Satzungen für dieses Gewerbegerickt, welches alle in§ 120» der Gewerbeordnung benannten Streitigkeiten zwischen selbstständigen Gewerbetreibenden und ihren Arbeitern erledigen soll, wird nicht als cr- weiterte Vergleichsbehörde, sondern als ein wirkliches Gericht angesehen. Es soll Parteien- und Zeugeneide abnehmen können, gegen seine Entscheidungen ist leine Berufung zulässig. Zk.ben einem rechtskundigen Vorsitzenden bilden vier Beisitzer, je zwei aus der Klasse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das Richter- Kollegium. Die Beisitzer werden in unmittelbarer geheimer Wahl von den Arbeitgebern bezw. Arbeitnehmern auf je zwei Jahre, und zwar in Stärke von 30 aus jeder Klasse gewählt. Gegen siimmtliche Vorstand« der Magdeburger Fack- resp. Untelstüyungsvereine ist Anklage erhoben worden. Es sollte nun der erste Termin am 16. Juli vor dem Schöffengericht stattfinden, aber es kam anders. Sämmtliche Angeklagte er» hielten kurz zuvor eine andere Zustellung, worin denselben mst» getheilt wurde, daß der Termin am 16. Juli ausfalle und ein anderer im September stattfinden würde. Einige Vorstände haben eine Vorladung auf den 26. Juli. Ob dieser Termin auch noch einmal vertagt wird?— Wir werden später genauen Bericht darüber geben. Gtsafstfche«. Der Relchstagsabgeordneter A n t o i n e. der am Donnerstag in Paris eingetroffen ist, läßt der„Köln. Ztg." zufolge im Gegensatz zu einer auch von uns erwähnten Nachricht erklären, er denke nicht daran, sein Reichstagsmandat nie- derzulegcn, denn er würde ein solches Verfahren als Fahnen- flucht ansehen; er wolle vielmehr solange deutscher Untetthan bleiben, bis Elsaß-Lothringen wieder französisch sei. 2—4 stunden kürzeren Arbeitszeit.' Es hatten schon früher Großbritmitti-tt. Es heißt, Parnell denke ernstlich daran, gerichtliche Schritte gegen die„Times" zu ergreifen, im Falle die Regie- rung die verlangte Begrenzung der Untersuchung seitens des einzusetzenden Drei-Richter-Ausschuffes verweigern sollte. Der Prozeß würde alsdann wahrscheinlich vor einer schottischm oder irischen Jury zur Verhandlung kommen und wahrscheinlich auf die gegen Parnell persönlich erhobenen Anklagen und, wenn möglich, auf die von ihm als Fälschungen bezeichneten Briefe begrenzt werden. Das„Freeman's Journal" bestätigt diese Nachricht insofern, als es mittheilt, daß eine Konferenz hervorragender Führer der Opposition stattgefunden habe, um zu erörtern, od es nicht das Beste wäre, daß Parnell ungesäumt eine V e r- SNmKWSM;«t IS% actauchten Gemchte von der im Bahr-el-Gasalgebiet erfolgten Ankunft eines weißen Paschas, worunter vielfach Stanley ver- muthet wird. Die vom Mahdi ausgerüstete Expedition, be- stehend aus vier Dampfern mit mehreren Barken im Schlepptau, welche 13 Banner von verMedener Stärke, zusammen 4000 Mann, an Bord hatten, ist höchst wahrschernlrch gegen Emin Pascha ge- gerichtet, denn sein Ausharren in der Aequatorialprovinz mit einer anjehnlichen Macht von ausgebildeten Mannschaften und bedeuten- denHilfstruppen, welche er zu jederZeit leicht unter denStämmen der Eingebomen ausHeden kann, mußte dem Mahdi stets als eine Gefahr für den Fortbestand seines Reiches erscheinen. Die Möglichkeit, daß Stanley der weiße Pascha am Bahr-el-Gasal ist, kann allerdings Nicht ganz und gar bestritten werden; cs ist dann aber wohl arizunehmen, daß sein Vorrücken mit Unterstützung von Emin's Truppen erfolgt ist, da seine eigene Macht, 480 Mann, mit welchen er vom Aruwini aufbrack, für ein so bedeutendes Unter- nehmen, wie ein Feldzug gegen den Mahdi doch unbedingt ist, zu schwach sein würde. Mit der Zeit würde das Erscheinen Stanley's in der ehemaligen Provinz Bahr-el-Gasal wohl ver- eindar jein. Da das Gerücht aber nur von einem, nicht von zwei Paschas spricht, so ist nach dem Uttheil einer hervorragen- den Persönlichkeit in Kairo die Wahrscheinlichkeit größer, daß Emin nach dem Bahr-el-Gasal vorgerückt ist, vielleicht um seine Truppen, welche bei dem verzözetten Eintreffen von Stanley das Vertrauen auf das ihnen in Ausficht gestellte Eintreffen einer Entsatzexpedition verloren haben mögen, auf dem ihnen bekannten Wege nach Norden in ihre Heimath zurückzuführen. An Wahrscheinlichkeit gewinnt diese Anficht durch den Umstand, daß der weiße Pascha in Omdurman als Mudir bezeichnet wird, ein Titel, welcher Emin als Gouvemeur zukommt, aber Auf�dm Iweirad ,« de« Pyramide«. Oswald Löffler. der Vorstand des Bad Haller Bicyelellubs, welcher im Frühjahr dieses Jahres in Kairo weilte, hat von dort aus einen Aueflug nach den Pyramiden bei Gizeh unternommen und schildert die Eindrücke dieser an eigenartigem Reiz reichen Tour. Die Straße, die der Radfahrer zu pasfiren hatte, galt gerade zu �......--- �».«_ v.„« eye jener Zeil nickt für sonderlich sicher, denn kurz vorher waren auf Ihr zwei Engländer von den Fellahs erschlagen worden..Herr Löffler verließ sich jedoch auf sein gutes Glück und die Schnellig- zeit seines Reitrades. Zwar staunte man ihn überall, wo er sich blicken ließ, an wie ein„Wunder," indeß kam es nirgendwo zu einer Annäherung, am wenigsten zu einer feindseligen. Die Straßen fand er im Gegensatz zu denjenigen in seiner Heimath den Pyramiden angelangt, übergab der Radfahrer seine Maschine dem in eine grüne Tunika gehüllten Scheich und streg, von einer Schaar neugieriger und bettelnder Araber gefolgt, auf den Steinkoloß. Auf dem Plateau oben machte er sich den Scherz, die braunen Gesellen zu einem kräftigen„All Heil!" aufzufordern und die Leute schrien denn auck in die Wüste hinein, was das Zeug halten wollte. Unten wieder angelangt. zahlte Herr Löffler dem Scheich die Besteigungstaxe von 5 Franks und übergab ihm den gleichen Betrag für die Bettler ringsum. Waren drese vorher über das wunderliche Gefährt verblüfft ge- wesen, mit dem der Fremdling angelangt war, so wunderten fie fich jetzt nicht wenig darüber, daß ihnen für den All Hell- Ruf eine Belohnung zu Theil wurde. Im Gegensatz zu der Staffage früh Morgens, als die Straße nur von einzelnen Kameeltreibern delebt gewesen war, zeigte fie bei der Rucklehr eine bedeutende Frequenz. Fellahs, den waffergefüllien Schlauch von Eselshaut auf dem Rucken, besprengten— zum Leidwesen des Radfahrers, der lieber Wüstenstaud geschluckt, als mst seinem Rade den Sandkoth durchfurcht hätte— die Straße, ver» schleicrte Beduinenweiber mit ihren großen Steinkrügen wandet- ten ab und zu oder standen, hochaufgeschürzt, ihre nackten Spröß- linge waschend, am Nilufer, aus Kairo heraus bewegte sich ein Zug von etwa hundert Sträflingen, sämmtlich an eine schwire Kette gefesselt— kurz, die Straße bot jetzt ein Bild regen und durchaus eigenattigen Ledens. Ohne jede Fährlichkeit langte der Radfahrer in Kairo wieder an. Der berühmte Grstnder Ediso« ist naturgemäß der Erste gewesen, welcher seinen neuen Phonographen nutzbar ge» macht yat. Ihm war nämlich kürzlich ein Mädchen gebore«. und er verfiel auf dm Gedanken, in dem Kinderzimmer einen Phonographen aufzustellen, welcher das Geschrei des Kindts und später dessen Svrechversuche sowie die Motte der Amme und der Mutter der Nachwelt überliefern soll. Ist das Mäocknn erwachsen, so soll einmal bei feierlichen Gelegenheiten der In» halt der phonographischen Aufzeichnungen heruntergeleiett werden. Das Mädchen wird dann erfahren, was für ein Kind es ist und welcher Mittel man sich bediente, um es zu deruhigen. Tie Erfahrungen mag dann die Tochter Edison's dereinst bei ihren eigenen Kindern verwetthen. Auch wird von einer Puppe de- richtet, der man einen Phonographen in den Leid prattizirt und die nachplappett, was man ihr vorgesprochen hat. S-"' Zeumdungsllage gegen die„Times" anstrenge, wo. dmch die Einsetzung eines Sonderausschusses überflüsfig werdm würde.... Frankreich. Der Vollzugsausschuß für den A u s st a n d d e r P a r i s e r Erdard eiter hielt eine Sitzung, die von 7 Uhr Morgens bis Mittags dauerte. Ztachdem die Zeugen, welche den in Auberoilliers erfolgten 53 Verhaftungen beigewohnt, vernommen waren, wurde beschloffen, eine Abordnung unter Führung des Gcmeinderaths Vaillant auf die Polizeipräfettur zu senden und zu verlangen, daß die Verhafteten in Freihett gesetzt würden. Darauf setzte der Ausschuß eine in den Zeitungen zu veröffent. lichende Einspmchserllänmg gegen das eigenmächtige Vorgehen der Voltoei und besonders gegen das Einschreiten der der Polizei und besonders gegen das E i n s ch Truppen auf. Zwei weitere Abordnungen wurden ernannt, um die verwundeten Genoffen zu besuchen, und dann thellte der Vorsitzende mit, daß am nächsten Tage die Abbruchs» Arbeiter die Arbeit niederlegen würdm. Die Zahl derselben beläuft sich auf 600, und ihr Ausstand werde vermuthlich einen Maurerstreik hervorrufen. Die amtlich festgestellte Anzahl der feiemden Erdarbeiter beträgt jetzt 8063. Was der Pariser Gemeinderath nicht thun wollte, das hat derjenige des an den Thoren von Paris gelegmen Städtchens Saint-Ouen, der sich durch seinen revolutionären Geist auszuzeichnen pflegt, gethan, indem er 200 Franks für die Streikenden bewilligte. Das ist wenig genug für l2 000 Ar» bettslose, aber es ist eben das Maximum, worüber die Kommune von Saint-Quen ohne Genehmigung des Ministers des Innern verfügen darf. Eine Kommission der Streikenden hat in der letzten Sitzung des Munizipalraths eine von sämmtlichm Erdarbettern unterschriebene Petition eingereicht, in welcher fie sechs Franks für die neunstündige Tagesardeit ver- langen. Bezüglich der Ausweisung sremder Ardeiter heißt es in der Petitron:„es giebt keine Ausländer, leine Belgier, keine Deutschen, keine Jtalrener, wir kennen mir Leidensbrüder, die wir beschützen müssen." Der Syndikatssekretär Boule ruft: „Seid Ihr gesonnen, die Leiden der Arbeitslosigkeit auszu- halten, und das möglicher Weise vierzehn Tage lang?" Ant- wort:„Ja! ja! Es lebe der Streik!" Munizipalrath Vaillant In Gennevilliers pattouilliren noch immer Gendarmen in großer Anzahl, Militär kampirt in und vor den Sand» gruben. Afrika. Aus Durban, 27. Juli, wird gemeldet, �daß die Regierung f i Havelock, des Transvaal dem Gouvemeur von Natal, Sir Atthur Havelo amtlich die Vereinigung des Transvaal und der neuen Republik angezeigt, zugleich aber erklärt hat, daß fie strenge Neutralität in der Zululandangelegenhett bewahren werde.'In Bezug auf die letztere wird berichtet, daß jetzt Alles in Allem 2000 britische Soldaten in Zululand stehen. Am vorigen Mittwoch rückte eine aus 200 beiittenen Regulären, 200 stenen Basutos, 2 Kanonen und 2000 Eingeborenen destehende Truppenmacht nach dem Küstengebiet, wo Somkeli und die mtt ihm verbündeten Stämme in einer morasttgen Gegend arke Stellung einnehmen. Da Somkeli nur zaudernd sich hne eine.. dem Aufstand angeschlossen hat. ist es möglich, daß er sich ol Blutvergießen unterwirft. Auch der Marsch gegen den Ceza Busch, wo Dinizulu sich mit seinen 2000 Anhängern befindet, hat begonnen. Der Feind soll großen Mngät haben. General Smyth errichtet überall seine Verbindungslinie zu wahren. Der Entschlus* Regierung, ihre Autorität zur Anerkennung»U bereits einen guten Einfluß ausgeübt, und die M geneigt waren, Dinizulu zu unterstützen, haben sonnen. B. 178. soziales und Arbeiterbew Kerle« Arbeiter angelegentlichst empfeblm. der sich n i" jbpriPtucDt geg Ge wer kschaftsbewegung einzulenken hat. Die Leiter de« letzte« K»rli«er. suchen alle diejenigen, welche noch im Be muß. W a suchen alle diejentgen, welche noch im Befltz hat xif%„i für die Streikenden find, dieselben sobald als �rdneten'-Verlami, liefern, damit die Abrechnung erfolgen kann,.jftnbm' Die Abnahme de» deutschen Handel» p« jj. Stell««« von 1887. Danach wurden ausgeführt: �mkenoersicheiung Eisenerz.. 1 831 620 Tonnen mtter fich um Gußeisen. 250 752„ �! � Grundsatz 1 Lokomotiven 7 953„.. ,«zs?."hinde Ursach« Di» Redl««» bat in Frankreich gänzlich l'f Arzt seinen Ber theilweilweise 664000 Hektar Weinkulturen zersw�em Falle anruft, ' der Krankenkaf Tdeater. Mittwoch, den 1. August. Kr«A'« Theater: Aleffandro Sttadclla. Friedrich- Milhelmstädtische» Theater: Boccaccio. Gftead-Theater: Die Grille. LelieaUiemee- Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. WiKtoria-Theater: Die Kinder des Kapttän Grant. $er für 1889. Dreizehnter Z ahrgang. AWWW MMWW wm Vrei» 50 Pfeo>i,. I Snbrzirhm durch dt,«rpg. ditia» de»„Kerliner Doltzt I � blatt". Zimmerstrass» Dr. 44� B Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. 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Serie ist Werke von W.«l.o«,*- mit-Ä li'Äl Sf" %#### ie LieierunaShestt KJk neuesten 3», von noo uto su-r- /« i">>"men, t rn umjrtilag»&„p t*''""wott Zeit< allen Buchhandlungen»' hiregulrrten Zl utsrit uu/wu"«—" 17 ü:-i Kolporteuren. A? an die vo Benutzung 202]~ i" Kt«' ,»d-� Posamentier-On-'�r fich melden bei Thecdor WS «•« U«*» MaurerS eK verbunden Di» erste« >«- und Pflll Derzeit bald des Scheid l« der Tage n- welches Pem Horizor 4 Uhr und Gestchtskreis '».Zeit, die! blühende, bo und das B An die int und Verlag von Mar Kading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. n Mngk>' -all W* EntM» mung and die M l, haben D Beilage zum Berliner Volksblatt. ?. 17�. Mittwoch» den 1. August IS# 3. Jahrg. erbkn»� Nachricht W im II, 15.» werden, weil eine Anzahl SA ftoVtTuVAZ»"°°" w»tOTia»iiöIeitber®emeinbt» olles eingegangen find, über die nach den Bestimmun- en die""0 deS Zuiiändi keitsgc'etzes von der ferarak?8 Hl der Zeit vom 1. bis 15. August enlscdieden tf �ä&iÄTÄ" SÄSJTÄ anbei* Die KteUung der Aerste gegenüber� der geschlichen lenoerflcheiung hat bereits' vielfach zu öffentlichen Erörte« e unter fich uneinig�u werden, wobei�wi" cs°dm Anschein drich heimischen Büschen und Bäumen das Fruchtwerk getretm, dessen Farben im Erntemonat von Tag zu Tag mehr hervortreten und so in der folgenden Zeit zu einem lieblichen Zierrath wird. In Wäldern und Hainen, in Parken und Gehegen röthcn fich die Dolden der Eberesche, des Schneeballs, der Mehlfäfechen, Herlitzen und Hagebutten! es bläuen fich die Schlehen, Brom- und Heiveldceren; der Fruchtanhang d s Ligusters taucht fi b in Schwarz, während einige Harliiegelarten, rie wundersame Mistel und der Petusuauch wie m.l weihen Pellen behängt erscheinen. In den Felofluren werden die Sicheln und Sensen ange- schlagen, denn die Zeit der Ernte ist gekommen. Der Sang der Lerche, des einzigen Sängers des Feldes, ist verstummt, wenn die goldenen Garben zu Mandeln und Stiegen gesammelt werden, ingleichen auch der Ruf des Kuckuks, Pirols, der Amseln, Drosseln und die Lieder fast aller übrigen unserer Sänger. Still und einsam ist es wieder in dem dicht- belaubten Wald, seine Vögel, seine Lieder find verschwunden und verhallt. Mit Beginn des„Aust", des Erntemonds, verlassen Stadt und Dorf, Wald und Hain schon viele unserer Sommervöael. Den Reigen eröffnet immer der Mauersegler oder die Thurmschwalbe. Dieser großen düsteren Sch walbenart, welche am liebsten auf Ruinen, alten Schlöffern und Kirchen haust, folgt bald die weichliche Uferschwalbe, die Nachtigall, der Wendehals, der Lrtolan, die zierliche, gelbe Bachstelze. Gegen Ende des Monats, wenn der Wind in allen Gemarkungen über die Stoppeln weht, verläßt uns auch die Wachtel mit dem Wachtelkönig, der Storch, die Rohrdrossel, der schmucke Wiede- Hopf, der sangreiche Mönch und Gartenlaubvogel. Der Rück- .......„___....__ strich, also die Wiederkehr unserer Sommer- oder Wandervögel limden Schein aus:„Der N N iW?™ v,» �/"Mannes, jähr. Die Feld- oder Himmelslerche macht um Lichtmeß, wenn •uttäunfRM* i.v.j.'... v/ame des Kranken) ist noch die Schneeglöckchen fich erschließen, den Anfang; Wachtel, Turtel- ......."«..fAWh.n hiih-n um die Zeit der - Aq der Grundsatz der Sparsamkeil bei den Kaffenverwaltungen 6°«BreikKnde Ursache ist. In der„Deutschen Med. Ztg." theilt u 1 vlnt fpitlPtl or aTS i** -, pen Anlaß gegeben. Neuerdings scheinen nun auch noch die iMi-A W......... S Abtreibende Ursache ist. In der .änzlich>5 Arzt seinen Berufsgenossen, die er öffentlich als Richter in uren zers� em Falle anruft, folgenden Fall mit: Ern drei Meilen vom " der Krankenkasse und vom Sitze des Kassenarztes entfernt endes Mitglied der Kasse erkrankt; seine Behandlung wird f Kassenärzte, der weiten Entfernung wegen, einem am 1* Ittttlchnoite des Kranken befindlichen Arzte überwiesen, der dieselbe l ll II llb übernimmt. Nach acht Tagen unternimmt der Vater des Er- ♦'unkten die Reise nach dem Orte der Kasse, um hier das Krankengeld , seinen Sohn in Empfang zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit D S||D'b er von dem Kassenpersonal angewiesen, fich wegen der _ iteren ärztlichen Behandlung an den Kassenarzt zu wenden. eser, ohne den Kranken auch nur gesehen zu haben, stellt, ' kich auf Grund der mündlichen Angaben des alten Mannes, /»..»• CTS— n\.c%\"-•- r..- ct-l I r!'.\--»MtilV VVV«WimitllJ in liuu; I V»V I-—,''■ t. Tv,„„ �e'�unwhig. braucht jedoch vorläufignicht mehr ärztlich an taube und kleine zierliche See�wawen bilden genscheinlich den Zweck die Kosten für den am Wohnorte ttf- ,Le!»n un bJ?n*)l,d)e" Arzt zu verringern. Den Unmuth des " inde�r theilen, wenn n erfährt, daß _ v,-------/- 4-—»7 IIIVVJV Uli *.„ilnrtfiem Wohnorte behandelt zu werden." Dieser Schein verfolgte icniffactnttff»'hi?« OaC*/»*.«r— �—-- an-t„. i ittt Eillb'y1 ie®itte an einer heftigen Lungenentzündung litt und eine ertemperatur bis zu 39,3 Grad aufwies. d«r hiestgen Sternwarte wird der„Nordd. Zig- der folgende Wortlaut einer an den stävtischen naluhren sert kurzem angebrachten Bekanntmachung mitge- ij„Für Trejenigen. welche einer Kenntniß der Zeit bis auf W öehmde oder Bruchtheile derselben bedürfen, wird bemerkt, I Angabe am Sekunden- Zifferblatt der ssiormaluhr in Hht Regel bis auf erne halbe Sekunde richtig ist. daß jedoch ver- r nzelte Störungen vorkommen, durch welche vorübergehend Ab- weichungen bis zu einigen Sekunden entstehen können. Nach - iebcö Favres mpthtm im iN»— �- ll I(lPWckchvngen v «ute Uhr D lotN'' �lchrcren sstormaluhren verglichen hat. bei etwa entstehendem die volle Sicherheit baldigst zu haben wünscht, wird an» gcgeden. durch Postkarte mit adresfirter Antwortkarte bei l l ß Jl Sternwarte(SW. Enkeplatz 3a), unter Beifügung näherer laben über die Vergleichung, die Mittheilung der derzeitigen Ab- -. f c�chung von der Richtigteit für dieSelundenangabeder bezuglichen r* bl* LYmmatuHt nachzusuchen. Solchen Gesuchen wird unverzüglich itsprochen«erden. Die Minutenangabe der Normaluhren ist ; 0 nls so genau, wie fie überhaupt ohne gleichzeitige Sekunden- J. j�-mssesung von den Zifferblättern entnommen wrrd, nämlich jeder Iii � bis auf ein Viertel oder Drittel der Minute richtig. Findet „ilonai'iy" kine stärkere Abweichung von einer anderen Normaluhr , geiie Aer überhaupt eine unerwartet große Differenz mit der eigenen »enden 1' ör. so ist es, wenn man ganz ficher sein will, rathsam. auch »uto*.* dem Sekundenzeiger der Normaluhr zu sehen, da an dessen Rros� iiUstand sofort erkannt wird, ob die Abweichung durch ein tehenbleiben der Normaluhr zu erklären ist, welches nicht unter •n Umständen verhütet werden ka-n, indessen durchschnittlich jeder der Normaluhren nur ein bis zwei Mal jährlich vor- mt. Ist aber durch die Bewegung des Sekundenzeigers der laluhr diese Erklärung einer stärkeren Abweichung ausge- en, so thut man gut. die Ursache der letzteren anderswo zu ' und der Minutenangabe der Normaluhr unbedingtes Ver> zu schenken." � Die Direktion der Sternwarte fügt zu dieser Mittheilung -,«wnd hinzu, daß die aus derselben erhellende Sachlage -• MdUich ver Sekundenangaben der Normaluhren noch nicht >'eit*'':�i vollkommen endgiltig bezeichnet werden lonne, denn es sei lab) ,5».»erhin möglich, daß die elektrische Regulrrung der Angaben tlgfvWß weit von einer Sternwarte entfernter Uhren diö auf ,«d>nige Zehntel der Sekunde in späterer Zukunft mrt noch % Mercr Sicherheit und Ausnahmslofigkert ene cht werde, als �.her. Was die Minutenangaben betrifft, ist die Direkt on der a/«rnmarte der Anficht, daß die vorhandenen sechs Normal- s e i 8 ai* cen dem Bedürsniß noch lange nicht genügen, daß vielmehr tien- Jvlt zahlreichere und ebenso ficherc Minutcnangaben. wenn auch chirt# ne die beigefügte Sekunde in den verschiedenen Stadt- •j/Utn öffentlich dargeboten werden mühten, wenn für Bei lehr einer Großstadt alle Vortheile ver- icht werden sollten, welche die einheitliche Zelt» •irung zu gewähren vermöge. Wenn trotz dieser Ueber- lg und der entsprechenden Bemühungen der Sternwarte Verkehrsbedürsniß noch immer seiner vollen Befriedigung so sei dies hauptsächlich dadurch zu erklären, daß alle vor- nm Betriebssysteme für öffentliche Zeitregulimng. � ein- »WWW W#» V••vvvw._ Apfel- und Narziffenblüthe den Beschluß. Den Abzug beginnt bald nach Jakob und Anna, 25. und 26. Juli, die Spyr- oder Thurmschwalbe; den Beschluß machen die wilden Tauben, Feld- lcrchen, Kraniche, der Hausröthling, Staar, Buchfink und andere harte Sommervogelarten erst gegen Ottobers Ende. Vereinzelt halten drese auch den Winter über bei uns Stand. fahren und getödtet: 2 Personen von Droschken, 3 Personen von Arbeitsfuhrwerken, 2 Personen von nicht näher bewich« neten Fuhrwerken. Außerdem wurden 32 Personen von verschiedenen Gejährten überfahren, ohne daß die Art der Ver- letzunI im Polizeibericht angegeben war. Von sämmtlichm 114 Ungluckikällen also, die mit einer leichten oder schweren Ver- letzung vn blinden waren, stellten die Dreiräder nur 5, also noch nicht 4i pCt. und zwar lauter leichte Fälle; von den ohne Ver« letzung abgegangenen Unglücksfällen dagegen 5 von 8, d.h. mehr als die Hälfte, ein Beweis mehr, wie ungefährlich das Dreirad den Straßenpassanten ist. Daß das Dreirad zu der leider die Höhe von fieben erreichenden Zahl tödtlicher Fälle gar nicht bei- getragen hat, versteht fich wohl von selbst. Zu unserer Statisttk bemerken wir noch, daß wir die Fälle nicht scheiden konnten, wann an dem Unglück der Kutscher oder wann der verletzte Passant das Verschulden trug. In vielen Fällen, fast immer dann, wenn es fich um Kinder handelt, find die Führer des Gefährts, zumal die der Pferdebahnwagen, von aller Schuld freizusprechen. Kinder laufen oft blindlings dirett unter die Räder, aber ebenso oft laufen fie auch dem Dreirad« fahrer in den Weg. Ebenso oft im Verhältniß wie den Führer eines Wagens an einem Unglücksfall keine Schuld trifft, trifft fie auch den Dreiradfahrer nicht. Die andere Kategorie von Unglücksfällen, diejenigen näm- lich, welche fich die Führer der Gefährte selbst zuziehen, stellt fich so, daß in jener Zeit ein Droschkenkutscher schwer verletzt wurde, daß fich ferner 6 Führer von Arbeitswagen leicht. 8 schwer verletzt haben, und daß 2 durch eigene Schuld getödtet worden find. Zu dieser Kategorie kann man. auch finngemäß diejenigen Personen zählen, welche durch verfehltes Absteigen von Omnibus- und Pferdebahnwagen zur Verletzung kommen, und deren es vom 12. Mai bis jetzt 5 Leichtverletzte und 2 Schwerverletzte gab. Von sämmtlichen verunglückten Dreirad- fahrern haben bisher jedoch nachweislich nur 3 wirkliche Ver- letzungen davongetragen, eine ganz leichte, ein zweiter schwerere, indem er die Lerche schoß, und ein dritter, letzten Donnerstag erst, ver fich schwere Verletzungen am Kopf zuzog. So erschreckend es manchem sein wird, aus den angeführten Zahlen zu erfahren, daß im Laufe von 2 Monaten nicht weniger als 7 Menschen durch Ueberfahren getödtet worden find, so wird wieder anderen die außerordentlich tungen der„Kreuzzeitung" vielleicht nur vre, Sä wschiri Ss* wi-a, Karttinnes Termin am 3. d. M. ansteht. Ob die Oeffentlichkert während der gcsammten Verhandlungen ausgeschloffen sein wird, kann vor der Hand nicht gesagt werden; daß fie während der Verlesung des Flugblattes ausgeschloffen sein wird, rst wohl nicht zu bezweifeln. Der Hauptanacllagte, Karklinnis. hat bis heute keinen Verthcidiger. Die„Kreuzzeitung" hielt ihre Bc- hauptung, daß die Karklinnis'sche Druckerei eine Geheimdruckerei gewesen sei, nicht nur aufrecht, sondern sie fügt diesmal noch hinzu, daß Karllinncs der„Geschäftsführer der sozialdemokratischen Gehcimdruckerci" gewesen sei. Wir unterlaffen es, auf diesen Punkt einzugehen, da wir durchaus nicht Partei zu nehmen beabsichtigen und man wohl das Gerichtsurtheil wird abwarten können Merkwürdig ist aber noch der Satz der „Kreuzzeitung":„Nach diesen— die, angeblich 41, wegen An- rlebenS der rothen Plakate Verhafteten betteffenden— Angaben ,*#* stch di- Freiheit*»« gafrfahrtn« bewährt? Das„Bctl. 3aßcbl. schreibt hierüber: Nach der mehr als zweimonatlichen Prufungszert. welche die Radfabrfreiheit bis letzt a� den Berliner Straßen genoffen, wird die Frage, ob fich diese Freiheit bewahrt habe, von Vielen bestritten, von Vielen unbedingt bejaht. Es ist zweifellos, daß das Stahlrad als Beförderungsmittel und Tourenmaschme eine große Zuk«>ft hat. Er erscheint daher nicht uberflusfig, die bisherigen Erfahrungen einer unparteiischen Untersuchung zu unterziehen. Das Berliner Publikum nimmt jedenfalls in diesem oder jenem Sinne einen lebhasten Anthcil an der Frage. Wir müssen zweierler unterscheiden: Hat das Radfahren auf den Straßen einer verkehrsreichen Stadt unvermeidliche Schäden im Gefolge, welche der Beförderungsart als solcher an- haften? Oder verursacht es nur Unzuträglichkeiten. welche Er- scheinungen der Uebergangszeit find und alle Wahrscheinlichkeit haben, in Bälde zu verschwinden? Ein wirklicher Grund gegen das Radfahren läge allein in den Nachtheilen erster Art, d. h. in unvermeidlichen Schäden, die dem Verlehr und der öffentlichen Sicherheit erwüchsen. Denn, existiren solche Schäden nicht, so hat niemand das Recht, jemand an derjenigen Art der Fortbewegung zu hindern, welche ihm beliebt, mag fie nun praktisch oder unpraktisch, schön oder häßlich, auffallend oder schlicht sein. Wie jedermann die Schwäche seiner Augen korrigiren darf, indem er fie bewaffnet, d. h. in- dem er sich eine Brille aufsetzt, so darf auch jedermann die Schwäche seiner Füße korrigiren, indem er fich auf ein Fahrrad setzt. Das Radfahren ist ein Gehen mit bewaffneten Füßen. |mben fich nun wirklich solche ernsten Schäden herausge- Unter den Schäden muß man zweierlei Arten streng unter- scheiden, solche, welche die Radfahrer fich selbst zufügen, und solche, welche sie dem Verkehr zufuqen. Jene gehen uns vor- läufig nichts an, für fie haben die Radfahrer selbst aufzukommen. � �-Bf« Vii.idttlAP« rnelftß man de« I SSSStiÄsÄas «Ü �vi' nntf.ftfr zuversichtlich anzunehmen, daß es schon Benutzung von besonderen elektrischen Leitungen für diesen verbunden find. Di**&** Herbstkeiche«. Mancherlei Anzeichen in der und Pflanzenwelt deuten daraus hin, daß die schöne erznt bald zur Rüste gehen wird und der herbst, vre des Scheidens und Vergehens, wieder herannaht. Die » beginnt merklich fich zu kürzen. Das Tages- n, welches mit Sommersbeginn bald nach 8 Uhr schon dem Horizonte stand und erst gegen 9 Uhr unteraing. er- am Morgen des 1. August erst einige zwanzig Minuten Uhr und fintt bereits wieder 8 Uhr 49 Minuten unter Geftchtskreis herab. Der Lieblingsbaum der Deutschen seit ler Zett. die Linde, in der Reihe unserer Gehölze W zu- blühende, hat ihren honigduftenden Älüthenschmuck fallen und das Bienengesumme droben in den Kronen rst ver- * An die Stelle der Blüthen ist an allen unsern ein- fürchtete und welche bis zum ÄÄ der Straßen verweigerte, nicht fich auch später nicht geltend machen, das kann man schon jetzt behaupten. Im Ver- gleich zu Droschken, Equipagen, Omnibussen und Pferde- bahnen, besonders aber zu Geschäftssuhrwerken aller Art, haben sich die Dreiräder als gänzlich ungefährliche und harmlose Vehikel erwiesen. Wir haben vom 12. Mai, dem Tage an, wo die Berliner Straßen für die Dreiradfahrer freigegeben wurden, bis zum 26. Juli die Polizeibcrichte üver Unfälle durch Ueberfahren auf den Berliner Straßen gesammelt, und danach stellt sich diese Unfallstatistik folgendermaßen: Ueberfahren und nicht rerlctzt wurden in der genannten Zeit 2 Personen von Privatsuhrwerlen(Equipagen und dergleichen), eine Person von einem Omnibus, 5 Personen von Dreirädern. Ueberfahren und leicht verletzt wurden 10 Personen von Droschken, 3 von Pri- vatf Uhrwerken, 22 Personen von Arbeitsfuhrwcrken aller Art, eine Person von der Pferdebahn, 7 Personen von nicht näher bezeichneten Fuhrwerken, 5 Personen von Dreirädern. Ueber- fahren und schwer verletzt wurden 3 Personen von Droschken, 2 Personen von Privatfuhrwerken, 22 Personen von Arbeits» fuhrwerken aller Art, 5 Personen von Omnibussen und Pferdebahnwagen, keine Person von Dreirädern. Ueber- verschuldet hat. Und wenn man bedenkt, daß reichlich drei Viertel der heutigen Fahrer ungeübt find, das Stahlroß vielleicht zum ersten oder zweiten Mal bestiegen haben, so läßt sich ver- muthen, daß im Laufe der Zeit jene geringe Zahl von wirklichen Unglücksfällen fich noch vermindern, ja auf Null zusammen« schrumvfcn wird. m Ist also hierdurch erwiesen, daß das Dreirad in Bezug auf die Sicherheit des Verkehrs alle anderen Gefühlte bei Weitem übertrifft, daß mithin seinem Gebrauch keine unvermeivlichen Schäden für den Verkehr anhaften, so ist andererseits nicht zu leugnen, daß es Unzuträglichkeiten verursacht, welche Erscheinungen der Uebergangszeit find und denen es zuzuschreiben ist, daß ein beträchtlicher Tdcil der Bevölkerung die Radfahrer mit scheelen Augen betrachtei....... Wenn solche Unzuträglichkeiten fich in anderen Städten, die fich der Freiheit des Radfahrcns schon länger als Berlin erfreuen, nicht bemerllich gemacht haben, so darf nicht ver- geffen werden, daß die Straßen von Berlin unverhaltmh. mäßig belebter find, als die anderer deutscher Städte. Und zwar müssen auch bei diesen Unzuttäglichkeiten wieder streng zwei Klaffen unterschieden werden: solche, welche die Radfahrer ver- Ursachen, und solche, die ihnen verursacht werden. Jene anlangend, so giebt es eine Reihe junger Leute, welche fich auf irgend eine Weise in den Befitz eines Rades gesetzt haben und nun die Straßen zu einer finnlosen Jagd miß- brauchen, wobei fie durch ihr tolles Fahren an jeder Straßen- ecke einem Dutzend Personen einen Schreck einjagm. Schon der schrille Klang der Glocke, den fie meistens erst unmittelbar vor dem Paffanten ertönen lassen, ist geeignet, Schreck zu ver« Ursachen, der unter Umständen verhangnißvoll werden kann, immer aber die Betroffenen erbittert. Es wird überhaupt von den unerfahrenen Radfahrern viel zu viel geklingelt, was nicht ausschließt, daß fie gerade dann das Glockenzeichen zu geben verabsäumen, wann es nothwendig wird. Das«ewige Ge- bimmele" macht die Passanten nervös und stumpft fie schließlich ab, so daß die Glocke ihre Aufgabe als Warnungszeichcn verfehlt. Ein guter Radfahrer wird immer vorziehen, Hindernisse, mögen es nun Personen oder Fuhrwerke sein, zu umschiffen, als durch den Mfedrauch seiner Glocke den Fahrdamm von den auseinander stiebenden Menschen zu säubern.- odann belästigen viele ungeübte Radfahrer in den Hauptstraßen fort« während Fuhrwerke und Paffanten durch die kleinen Unfälle, welche ihnen zustoßen. Es liegt hier also auf Seiten vieler Radfahrer eine entschiedene Rückstchtslofigkeit gegen das Publi» kum vor. Andererseits aber haben die Radfahrer auch viel von der Rückstchtslofigkeit eines gewissen Theils di s Publikums zu leiden. Es giebt Straßenjungen und nicht nur unerwachsene, welche es sich zur Aufgabe gesetzt haben, die Radfahrer auf alle mögliche Weise zu belästigen, indem fie ihnen Steine in den Wegwerfen oder fich selbst in den Weg stellen und hierdurch den Fahr.r in Verlegenheit bringen. Dadurch find einige Unfälle verurfacht worden. Besonders beliebt ist es, Hunde auf die Radfahrer zu hetzen, so daß diesen manchmal nichts anderes übrig geblieben ist, als die Thiere niederzufahren. Am schlimmsten haben die Radfahrer jedoch von den Droschkenkutschern»u leiden. Letztere verfolgen die Radfahrer. wie es scheint, nicht ohne böswillige Abficht. Denn daß Zu- sammenstöße nicht durchaus unvermeidlich sind, lehrt die Tbat- fache, daß, so oft Karambolagen zwischen Droschken und Drei- rädern gemeldet wurden, wobei letztere immer beträchtlichen Schaden nahmen.- be' anders schwere Beschädigungen von Dreiradern geschahen am 14, 15. Mai(ie zwei Mal). 21. Juni, b., 12., 2b. jjjult— noch feine einzige Karambolage von Drei' radern mi Equipagen und Arbeitswagen, die doch sonst das Hauptlontingent zu den Unfällen stellen, bekannt geworden ist. In der That wird ein Radfahrer aufs Aenqstlichste jeden Zu- sammenstoß vermeiden, weil bei dem zarten Bau seines Vehikels nur er den Schaven davon hat, und zwar einen Schaden, der bei ber Theucrkeit der Maschinen und ihrer Reparaturen immer sehr betrachtlich ist. Außerdem, wenn er nur einigermaßen ge- udt ist. kann er von seiner Seite einem Zusammenstoß mit Leichtigkeit aus dem Wege gehen, da der Bau der Maschine ihm erlaubt, diese ganz souverän zu beherrschen. Kein Kutscher kann sein Fuhrwerk und die Werde so sehr in seiner Gewalt haben wie der Radfahrer seine Maschine. _ Wir richten daher an die Droschkenbefitzer die ernste Mahnung, den Fuhwrn ihrer Gefährte Rücksicht einzuschärfen, denn e,n von einer Droschke muthwillig oder fahrlässig nieder- beträchtlich e�Höh? n,rUtfa(*t eine Schadenersatzpflicht von ganz Wir richten ferner im Jntereffe der Entwickelung und Sicherheit des Verkehrs unsere Mahnung an die Lehrhercen, Lehrer und Eltern, daß fie ihren Pflegebefohlenen einscharfen. die Radfahrer, die sich jetzt anfangen mrt Peitschen zu bewaffnen, in Ruhe zu lassen, damit ihren Schützlingen selbst kern Schade Wir richten aber auch schließlich an alle diejenigen, welche auf dem Fahrrade ungeübt find, besonders an die jungen Leute, die Mahnung, langsam zu fahren, um das Publikum nicht gegen fich zu erbittern, und für die erste Zeit die belebten Straßen zu vermeiden, denn für fie ist ein eintretender Schaden immer am empfindlichsten, da jede Verletzung der Maschine ein arges Loch in den Geldbeutel reißt..,,£ Akkordarbeit ist M-rdarb-it. so w,rd von den auf. geklärten Arbeitern mit Recht behauptet. Welche schwerwiegende Folgen das Ueberhasten bei der Arbeit nach fich ziehen kann, mögen die Unau'gekläitm aus dem Prozesse ersehen, welchen die Wittwe des im vorigen Jahre plötzlich verstorbenen Elsen- bahnsattlers Schräder gegen die königl. Eisenbahn-Direttlon zu Breslau angestrengt hat und zwar auf Zahlung einer jährlichen Rente, indem ihr Mann im E'.senbahnbetriebe verunglückt ser. Wie oftmals kleine Ursachen große Wirkungen haben, so auch hier. Eines Mittags erhielt Schräder, der den ganzen Vor- mittag angestrengt gearbeitet hatte, den Auftrag, in aller Eile für die Reinigung der Polster eines Eisenbahnzuges, der nur kurzen Aufenthalt hatte, Sorge zu tragen. Schräder machte sich schnell an die Arbeit, riß die Polster aus den Waggons, ließ fie reinigen und hob fie sodann wieder hinein. Als die Arbeit beendet war, klagte er seinem Wcrkführer, daß er heftiges Stechen im Körper empfinde. Als er bald darauf nach Hause kam, hatten die Schmerzen bereits so zugenommen, daß er fich ins Bett legen mußte. Ter herbeigerufene Arzt meinte, daß Schräder durch allzugroße Anstrengung Schaden erlitten haben müsse, und der Kranke meinte, daß dies wahrscheinlich durch das Heden der Polster geschehen sei. Das Krankenlager war ein sehr kurzes— Schräder starb wenige Tage nach dem erwähnten Vorfalle. In dem anberaumten Termine wurde von dem Ver« treter der königl. Eisenbahn-Direkrion Abweisung der Klage der Wittwe Schräder beantragt, da ein Polster, wie die in Rede stehenden, nur 28 Kilogramm wiegen und es seiner Anficht nach unmöglich sei, daß ein gesunder, kräfttger Mann beim Heden einer so geringfügigen Last verunglücken könne. Durch ein ärztliches Gutachten wurde aber festgestellt, daß es sehr wohl möglich sei, daß ein kräftiger Mann durch Heben einer Last von 28 Kilo fich einen innerm Schaden zufügen könne. Die zufällige Körpeistellung, ein zufälliger Athemzug beim Heben oder die Art und Weise, wie man den zu heben- den Gegenstand anfaßt, könne die Gefahr eines solchen außer- gewöhnlichen Unfalles sein. Das Schiedsgericht gewann denn auch die Uederzeugung, daß Schräder im Eisenbahnbetriebe ver- unglückt sei. Wenn auch nicht anzunehmen sei, daß fich ein kräftiger Mann durch das Heden von 28 Kilo tödtlick verletzen könne, so sei es doch möglich, daß die Polster in den Waggons etwas fest eingezwängt gewesen seien und daß Schräder in seinem Diensteifer ungestüm zugegriffen habe. Bald nach dem Reinigen der Polster habe er über Schmerzen geklagt und es sei deshalb angenommen worden, daß Schräder im Dienste ver- unglückt sei. Die kgl. Eisenbabndirettion sei demnach zu ver- urtheilen, der Wittwe des Verstorbenen eine Rente zu zahlen deren Höbe in einem besonderen Verfahren festgestellt werden wird.— Wenn der vorliegende Unfall auch nicht Akkordarbeit zur ursächlichen Grundlage hat, so ist er doch immerhin eine hinreichende Illustration für die Akkordarbeit, da die Fattoren, welche den Unfall verschuldet haben, vorzeitige Entkräftung des Körpers und Ueberstürzung bei der Arbeit, bei der Akkordarbeit im vollsten Maße ihre unheilvolle Wirkung geltend machen. Was von dem Schiedsgericht„Diensteifer" genannt wurde, ist bei der Akkordarbeit der Selbsterhaltungstrieb, welcher die Ar- bester zum„ungeflümen Zugreifen" zwingt. Ein Unfall steht beim Äkkordardeiten demzufolge viel leichter zu befürchten, als beim besonnenen Lohnarbeiten und sollte, wenn nicht aus anderen, so doch schon aus rein menschlichen Gründen die Akkord- arbeit beseitigt werden. Gi«» bedeutsame Sperre ist über die königlichen Ge- richtsgedäude verhängt worden und zwar durch eine Verfügung des Herrn Juftizministers. Von Unterdeamten wurden bisher kleine Frühslücksstuben unterhalten, welche den erfrischungs- bedürftigen Beamten sowohl, als dem stärkungsdedürftigen Publikum eine willkommene Gelegenheit boten, gleich an Ort und Stelle, im Gerichtsgebäude, dem unbeugsamen Ztaturgesetze zu gehorchen. Durch desagte ministerielle Verfügung find nun aber diese Frühstücksstubcn gänzlich aufgehoben worden und ist es strengstens untersagt, weder an Gerichtsbeamte, Rechts- anwälte, Geschworene zc., noch auch an das Publikum fernerhin Speisen und Getränke im Gerichtsgebäude zu verabfolgen. Ja, die Kastellane der Gerichtsgebäude find strengstens angewiesm worden, daraus zu achten, daßkeinerlei Getränke während der Gerichtsstunden rn die Gerichtsgebäude„importirt", d. h. von außen eingeführt werden. Wer daher das Bedürfniß hat. fich zu erfrischen, ein Bedurfnlß, das de, langen Sitzungs und Watteperioden er- klarlicherweise vielen innewohnt, besonders aber an heißen Tagen, ist nunmehr genöthigt, das Gerichtsgebäude zu verlassen und irgendwo in der Nachbarschaft einen flüchtigen Imbiß zu fich zu nehmen, was immerhin eine mißliche Sache ist. Außer de» ioieteu Annehmlichkeiten, die sonst mtt erncr Verhaftung wegen„Umstürzler»scher Bestrebungen" ver- bunden find, blühte den kürzlich verhafteten fieden— nicht acht — Arbeitern noch die Freude, von des Abends% Uhr bis zum folgenden Tage Abends 6 Uhr— ohne Nahrung zu bleiben. Daß unter solchen Umständen auch„ein hatter Ver- brecher" kirre werden muß, unterliegt wohl keinem Zweite!. Zum Maurer Prozeß wird uns geschrieben: Durch die Presse geht eine Notiz, wonach der große Maurer-Prozeß dem- nächst den Bcrufungsrichter beschäftigen wird und infolge dessen die Angeklagten aus den verschiedenen Theilen des Deutschen Reiches noch einmal vor Gettcht erscheinen müssen. Diese Notiz ist grundfalsch. Da das freisprechende Urtheil in diesem Prozeß von der Strafkammer gefällt worden ist, so kann der Staals- anwalt lediglich das Rechtsmittel der Revifion einlegen. Es wird fich mithin zunächst der zweite Strafsenat des Reichsgerichts mit der Angelegenheit zu befassen haben. Vor diesem Gettchts- Hofe brauchen jedoch die Angeklagten nickt zu erscheinen, da der- selbe lediglich die juristische Seite des Erkenntnisses bezw. die vom Staatsanwalt in dessen Revifionsschttft gerügten Punkte zu prüfen hat. Automaten-Diebe, diese neue Spezies der Diedcszunft» entfallen eine ungeheure Rührigkeit und haben es in letzter Zett namentlich auf die Stollwerck'schen Chokoladen-Automaten abgesehen. So wurden in der Nacht vom Sonntag zum Montag in den beiden Gattenlokalen an der Jannowitzdrückc die Auto- maten mit Erfolg aufgebrochen und ihres Inhalts deraubt. Doch waren die Geldbeträge, welche den Dieben in die Hände fielen, nur sehr aettnge. Einen Chokoladen-Automaten, welcher in der„Spree-Tenaffe" sehr versteckt stand, übersahen die Ein- brecher und gerade dieser enthielt einen Geldbettag von über 40 Matt. Einem gefährlichen Verbrecher ist am Freitag früh aus dem Amtcgcrichtsgcfängniß zu Rirdorf ein mit kaum glaub- licher F>echhcit ausgeführter Ausbruch gelungen. Der in einer Jsolirzclle befindliche Schlosser Hoffmann aus Charlottenburp. der von dorr aus wegen Kuppelei verfolgt wurde, der aber auch noch diverser anderer Verbrechen schuldig und bereits mehrfach vorbestraft ist. machte sich in der Nacht zum Freitag daran, den Ofen seiner Zelle vollständig abzudecken und die Feuerung des- selben herauszureißen. Durch das so entstandene Loch in der Wand kroch er. nachdem er, um fich nicht mit Ruß zu besudeln, das Bettlaken umgehängt, nach dem Korttdor. Von hier aus eism erbrochen, das Gcfängniß. Mtt demselben Eisen brach er nun vom Hofe aus das unter dem schweren eisemen Thorweg- flügel gelegene Pflaster auf und verschaffte fich durch den so gebildeten Kanal unterhalb des Thoiwegs den Ausgang nach dem Vorhof. Von hier aus ist er sodann mit Leichtigkett ins Freie gelangt. Wie die nachgelassenen Spuren zeigen, ist er an dem äußeren Tbor in die Höhe geklettert, hat fich dann, wie eine an dem Gefängniß vorbeigehende Frau gesehen, von der Mauer herabgelassen unl)_ im eiligen Lauf über die Köllnischen Wiesen die Flucht ergriffen. Das Eisen, mit dem er seinen Ausbruch bewerkstelligte, hat er im Hofe liegen lassen. Nach den Angaben jener Frau, die ihn hat von der Mauer springen sehen, hat er um 4* Uhr das Gefängniß verlassen, ist aber trotz eifttgster Verfolgung bis jetzt noch nicht wieder ermittett.. Gin Todtfchlag, wenn nicht ei« Raubmord ist>m Laufe der vorigen Woche an dem 23jährigcn Vergolder Regli aus der Langen Straße verübt worden. Die Thatsache ist nach polizeilicher Feststellung folgende: Am.Sonnabend wurde in der Spree an dem Hause Fischerbrücke 15 eine männliche, bereits in Verwesung übergegangene Leiche gefunden, welche zwischen Fischkästen eingeklemmt war. Tieselbe wurde von Fischern aus dem Waffer gezogen und von der Polizei nach dem Obduk- tionshause geschafft. Der Körper des Todten zeigte zwei tiefe Messerstiche am Hals, sowie einen solchen in der Brust, außer- dem ist noch an dem Halse eine Sttangulaiionsmarke fichtbar. Bei dem Todten wurde in der Westentasche eine Uhrkettt ge- funden, sowie ein Portemonnaie, in welchem fich zwei Mark be- fanden. In der Leiche wurde der obengenannte Vergolder Regli rekognoszitt, dessen Fehlen bereits seit Mitte voriger Woche bei der Polizei gemeldet ist. Der sosott hinzuqerufene Stiefvater stellte nunmehr fest, daß Regli, als er am Dienstag die väterliche Wohnung verließ, bedeutend mehr Geld, als bei ihm gefunden wurde, sowie eine Uhr bei fich gehabt haben mutzte. Selbstmord scheint völlig ausgeschlossen. Bon anderer Seite wird Regli als jähzornig geschildett; es kann dem- nach also auch ein Todtfchlag vorliegen, welcher durch Schlägerei hervorgerufen ist, wobei der schwer Verwun- dcte oder bereits Getödtcte ins Wasser geworfen worden ist. Anderweitig wird hierzu noch gemeldet: R. ist ein leichtfinniger und händelsüchtiger Bursche gewesen, der seinem Stiefvater, den Rcstaurateur Ä., Lanaestraße, viel Kummer derettet hat. Vor 14 Tagen erst halte R. eine Freiheitsstrafe abgebüßt, welche er erhalten hatte, weil er seinem Schlafkollegen aus dem Koffer 150 Mark gestohlen und dieselben verpraßt hatte.— Am vorigen Dienstage hatte R. mit seiner Braut' eine Landpartie gemacht. Seit dieser Zeit ist R. nicht mehr in das elterliche Haus, wel- ckes er am Dienstag Morgen verlassen, zurückgekehtt und von Dienstag Nacht an fehlt jede Spur von ihm. Ein Raubmord scheint ausgeschlossen zu sein, da nach der Angade des Vaters die Uhr seines Stiefsohnes zu Hause gefunden wurde. Wieviel Geld der junge Mann bei fich getragen, kann ebenfalls nicht konstatitt werden. Jedenfalls aber steht fest, daß R. mit schlechter Gesellschaft verkchtt hat und hier wird wohl die Polizei, welche eifrigst die Angelegenheit verfolgt, ihre Recherchen zuvörderst be- gönnen haben. Der Selbstmord eiuer 7V jährigen Frau verursachte in dem Hause Gettchtsstr. 28 eine große Aufregung. Tie in diesem Hause mit ihrer 29 jähttgcn Tochter wohnende Frau W., welche für arm galt und ihr Leben nur nothdü-ftig fristete, wurde am Sonnabend Nachmittag von Hausbewohnern auf dem gemeinschaftlichen Boden erhängt gefunden. Das Motiv zur That ist unbekannt. Die Tochter der W., welche schon seit längerer Zeit betrlägettg ist, ist durch den Tov ihrer Mutter der- artig erschüttert worden, daß fie lebensgefährlich erkrankt ist und nach einem in der Nähe belegenen Krankenhause geschafft werden mußte. Höchst sonderbar ist, daß die Erhängte vor ihrem Tode die ihr gel-öttgen Sparkassenbücher verbrannte. Der Ruf„Oroß-Feuer" alarmirte gestern Nachmittag die Feuerwehr. Die Meldung kam von dem Hause Reichen- bergcrstraße 32. Der Dachstuhl des Hauses war zunächst in Brand gerathen, jedoch konnte über die Entstebungsursache des Feuers vorläufig nichts ermittelt werden. Die Feuerwehr hatte eine volle Stunde mtt der Löschungsarbeit zu thun; die Feuer- meidung kam um 1 Uhr 32 Min. und um 2 Uhr 30 Min. wurde das Feuer ausgemeldet. Keibstmord. Der in wetten Kreisen bekannte ehemalige hiesige Stadtsekretär W. verzog nach seiner Penfionirung nach Lychen, um vott ein beschauliches und ruhiges Leben zu führen und nur seiner einzigen Leidenschaft, der Jagd, obzuliegen, woran in der letzten Zeit ein Herzleiden ihn vielfach hindette. Den zu Rathe gezogenen Aerzten legte W. gesprächsweise die Frage vor, od er noch so weit hergestellt werden würde, daß er seinem einzigen Vergnügen, der Jagd, wieder würde ungestött nachgehen können? Da ihm dies nicht mit Sicherheit ver- sprochen werden konnte, äußettb der alte Herr in seiner jovialen Manier, dann wolle er auch nicht mehr leben und fich lieber todtschreßen. Es wurde diese Aeußerung für Scherz genommen. Die Aerzte machten indessen einen Freund des Herrn W. auf- merksam und ersuchten ihn, der Vorficht wegen des alten W. Gewehre zu vettcbließen. Der Freund war der Aufforderung nachgekommen. Kaum hatte er die Junggesellenwohnuim W.'s verlassen, als mehrere Schüsse in derselben fielen. W. hatte sich mit einem Revolver ins Herz geschossen und war sofott eine Leiche. Der in Moabit vor 14 Tagen von Hunden zerfleischte Knabe Sellin ist Dank der sorgfältigen Behandlung der Aerzte auf der chtturgischen Abtheilung der Charitce auf dem Wege der Besserung und fühlt fich den umständen nach ganz wohL In einer Woche wird der kleine Patient schon das Bett verlassen können. Der»eruuglückte Magen meiste» Gmil F., der, wie gemclvet, am Freitag auf dem Lehtter Bahnhof von einer Lokomotive überfahren wurde, befindet fich heute nach einer allerdings schlaflosen fitacht wohl und ist bisher überhaupt bei vollem Bewußtsein geblieben. Er klagte nur über anhaltenden Durst und Appetitlosigkeit. Es ist zu erwarten, daß der Aermste, obwohl er nur noch einen Arm und ein einziges, aber dreimal gebrochenes Bern befitzt, dem Leben erhalten bleibt. _ p-ttk-ibericht. Am 30 v. M. früh wurde hinter dem Granvfiuck Engel-urer 1 die Leiche eines Hanvwetters aus der Spree gezogen.— An demselben Tage wurde gegen Mittag in der Ackerstraße ein 5 Jahre altes Mädchen durch eine% - und Nachmittags in der Wienersttaße ein 3 Iahte aller ungmugend beaufsichtigter Knabe durch einen Pferdebahnwagcn uberfahren.— Abends nach 10 Uhr stürzte im Hause Scharrm- sttaße 17 em Theil der Flurdecke des zwetten Stocks ein, Men- schen find nicht verletzt. Tie Feuerwehr nahm die Aufräu- mungsarbeiten vor und ttaf Sicherheilsmaßregeln zur Beseitigung werterer Gefahr.- In der Nacht zum 31. v.M. fand Lüdecker? sttaße 24 cm unbedeutender Schornsteindrand statt. Gerichts-Zeitung. Anstatt 6 Wochen Kaft— Freifprechuua. Durch hatte M» IN hätte Ter die �.Handel betreibe, W&r— Adresse des Ueberfahrenen und erstattete selbst überlassen.- bezügliche Anzeige. Aus Antrag des Amtsanwalts«Aklagte die nöthim gegen Podschun durch amtSrichterlichen Befehl eine» habe, obgleich echs Wochen Haft verhängt, gegen welche dersll»'.ässigt wurde. Ai eihob. In dem vor der 90. Abtheilung des Berluin� stch eine Gefän zerichts anberaumten Termin bekundete der als 5 �zweifelte an der i lrbeiter Grab, daß der Angeklagte in ganz m#« auf Freisprecku Trabe die Badstraße entlang gefahren sei; er lx�chunasanstalt aus. ganz in Gedanken befunden und sei beim UevniW* Wegen Derg Straßendammes plötzlich vom Pferde des von dein%ing des Oderstei eführten Wagens angestoßen und umgeworfen-�chsboten", Herr 1 öchuld daran schreibe er ausschließlich fich sclftt sStraf lammer gela anwalt v. Glau verzichtete aus weitere Beweisam»� in �jnem Attikel beantragte Freisprechung des Angeklagten, auf wel» stimmten Redewe richtshof erkannte... Jl�al tn den Pi * Unter der Anklaa« der Wissentlich 0 Ableben Kaiser fchnldigung mußte die Wittwe Johanna KalMnde Artikel beriet I. Ferienstrafkammcr erscheinen. Die Angeklagte Migt worden stier Kind eines Mädchens in Pflege genommen, war und rn gub durch Umstände verhindert worden, das Kind weit« fnmte Person sei zu behalten und so wurde dasselbe auf ihre w lnc Schneiderin Fräulein Steinmann übergeben. �_ Iis konnte fich aber recht schwer in die Trennung"JK"'" rnden; fie sprach öfters bei der neuen Pflegemutter �.��er Vernehmu über das Befinden ihres früheren Zöglings zu will hierbei bei solchen Gelegenheiten eine ungcnus«' �1 �rdre einge, von Fräulein Steinmann ihren Schübling zmüch�z auf seinen' Ä! vLI LbALiltlt. dmärta /Tt-rwri. Öerij A«f fahrliift p-lniN welche fich di> anfertigen zu lassen, in dem genannte wird, das Kind von Fräulein Steinmann weil dieselbe Herrenbesuche empfange und es well dicselde verrenveiuche cmptange uno ev �verantworten hatb nöthigen Sorgfalt bei der Erziehung fehlen lafie. � aro genft[r jh, lirfifn Wtifisrrhfn fr/tnhen Nif fflninNlnfigfeU usiönuna etwas zu I dk �ie Petroleumlam tur v. ft<* rvttf Qisl* lichen Recherchen ergaben die Grundlosigkeit gungen, hatten aber obige Anklage gegen du........... zur Folge. Die letztere entschuldigt fich mtt d.r-.sie mit dem Lich daß fie bei dem Ausdruck„Herrenbesuche" krtN�'Oicl) Feuer und t unzüchtigen Lebenswandel ver Avressatin gedacht. Ucere Fensterscheib, die fehlende Aufmerksamkett bei der Pflege iw �dlichen Möbel habe.„Ich hatte das arme Wurm schon vom(y bewohn et schon nach der Gedutt an und habe es geliebt m" Jjss Die Anklage! Leben," jammerte Frau Gallandt.— Die Zeugen Chartrou, Ol gaben nichts Belastendes gegen Fräulein Sleiw�zeilieutenant M hervorhebt, daß das Kind in keiner Weise von im �ntlrchen darum, f worden sei. Der Staatsanwalt glaubt die Strahl gebrannt hatt beurthellen zu müssen und beantragt deshalb«�fet"griffen umrd strafe von 10 M. Der Gerichtshof schenkte ab* � 3' den der Angeklagten Glauben und erkannte auf%, beschädigt Jever blutige Kampf zwischen einer M und dem Verwalter des Hauses Weydingeistl� meiste! Troje, welcher seiner Zett nicht geiint regte, unterlag gestern der Prüfung der ersten des Landgerichts L Auf der Anklagebank besag herkulisch gebaute Männer, der Ardeiter M« Viehtreiber Wilh. Henschel und der Gürtb Ecstere waren der gemeinschaftlichen schweren letzterer des Hausfriedensbruchs und der Bedroi Der Maurermeister Troje war sett dem 1. A»'"� des obengenannten Hauses geworden und hatt« die Weisung erhallen, es von den vielen unla' barin zu säubern. Troje, ein besonders ei- hielt sich dieser Aufgabe gewachsen. Zunächst/�, Anzahl Kündigungen gegen Prostttuitte vor un® zum Obersten des Kaiser Alexander Grenab�s� diesen zu bttten, den Soldaten das Weydingerstraße durch Regimentsbefehl mg beantragte d ' tSbof folgte di Stuttgart, 28, 1)„Die heutige t, in welcher jede !d der Irankhastl che die Gemüth en führen. Un eintlich verletzte isanwalt vor ifantrag ein gec itut Kornthal, r en bahnt sich in lich verwundeten. 'mann W.. Sohn .Paul Robert nen Fabrikante Arrang, ment Im Januar Oberst gab diesem Gesuche Gehör. Dur» W. den A. e wurde vre Stimmung der �±""�0 deren männlichen Anhanges gegen den Sußerst feindselige und gereizte, und wählerisch, wenn man dieser Stunwung jiachst auf drei S wa» ng auf sechs Sä Luft«o�gelwechsel ausgen �Hei.ttag, als Ott Kohlenstücke, alle Töpfe Auf PfingslheiUgadend, und den dergleichen 19. Mai, Vfo hattt� Bekannte gebeten, bei ihm zu übemachien,���, Wssl 30_Mark sie Abende auf einen besonders lebhaften unerung�Mstem Preise, un Hause gefaßt sein konnte. Er saß mit seinen� st"Nlgen verget patterre belegenen Hofwohnung bei offenen t. �rl luc Jeden, der das Haus betrat, beobachten k onntt- mv-- jn das,, stellte fich eine der im Hause wohnenden Difljj � erstere hielt eine Bierflasche. tci_ letztere em Messer in der Rechten,„Wie können Sie v- Koufine in ihrem Geschäft zu stören? J» tIflj den Hals abschneiden!" Mit diesen Worten � der fich auf den Flur begeben, entgegen.. beide, Kottmann mit der Flasche und Henlwc auf ibn ein. Sie brachten ihm eine Menge � der Mißhandelte ohnmächtig am Boden W-..„r drängten beizustehen, ergriffen die Gäste be<*j � schweren Bern es Ende zu e fich das über den Gettchts verHanl des Präfide t, die Äntw st Professor 3 iden Schüler tiuiiiicu v«.v- iceroen wcauu Flucht; fie eilten zum Poliznremer und Aelteren ____ hrtffo«_ hlC n-ht®t.- sehr gefährlici Schutzleute erschienen, hatten stck die Boden geflüchtet, wo fie aber ausfin! wurden. Troje mutzte zur Santtäts D >I°Mlich erschii :"'".'■".'.„j �'gcfi gegriffen. Gegenüber der Troje'schen� W# ie mußte zur canuaujiww-, ir--»«««11105 erschti den werden. Wieder nach Hause zuruckgelem, ,,j�»ahmslos gerne sttne Gesellschafter noch einmal Tod ----------- der Troje'schen an 5 dritten Angeklagten, welcher ebenfalls b' gtS'?, VftlR.hegen. grimmigste Hatzte� Pmps stürzte plötzli«�. �änce öabei «"zechen KU begehen,, l lautet geger oiachts. an der Spitze anderer.tirnr sche Wohnung und, gräßliche Drohungen a" j ein großes Messer. Jetzt hielt Troje � per griff zum äußersten, er ttß eine Flinte vo als seine Aufforderung, zurück»n 1, �, tobenden Haufen ohne Wirkung blieb, ft"!% brachte dem Putps eine Hautwunde an?•j/crchü'l' er zu Boden. Troje gab noch fünf wetter���,� Niemanden trafen. Putps hat mehrere tf ■ta I M'rnj. min hoi dem i'3"', Gbantee gelegen. Troje will bei dem �. "sten Angeklagten 52 Wunden, darunter � erhalten haben. Ter Gerichtshof bettgu Monaten, Henschel mit einem Jahr vl« m.< Cin Kleiner?a 12jät)rigen Schulknaben »schendiek Arthur Em emem Mädchen das Portemonnaie aus versuchte. Das Kunststück wurde naturu �zudet Mann verhindert, welcher den fiemen�� vN lreß. Bor dem Untersuchungsttchter gtt �jt andere Sünden ein, die er im VunL�u klangen hatte. Aus einem Hause der � fie ��mschafllich einen Schrivpenbe�� lung für jug "Un, 28.: der schweren dcstohlen z e Höckel und Stadt Oede chte Wieder ein 21jähtt l wegen de, -Messerstich. » e dmchschr d ferne Gest blieb. Kurz les soll nach s mndung noch n Juliane H t getreten sei ! die Aeußer as fie dagele des Medizin. genommen I eines Buchbinders 3 Mark. Präsidenten erklärt der■ Hause gekommen zu sein. Der- Hause und die Mutter fitze zumcitt erklärt der Knabe. �WZer, . i Handel betreibe, Geschwister habe er nicht, mrthm ser er iattete MJJJelbft überlassen.— Der Staatsanwalt nimmt an, daß der sanwalls �klagte die nöthige Erkenntniß der strafbaren Handlung be< Befehl et»*» bade, obgleich seine Erziehung dem Anschein nach ver- elche derslxtässtgt wurde. Angesichts der Schwere der Thaten recht- des BerjuKt-je sich eine Gefängnißstrafe von 6 Monaten. Der Gerichts- der als ZMwcifelte an der Zurechnungssähigkeit des Knaben und er- n ganz»»wie auf Freisprechung, sprach aber die Unterbringung in eine ei; er i�-.Hunasanstalt aus. �_ beim UeberM Wegen Nergrhen gegen das Pressgesetz und Be- s von dem �.ung des Obersten Kraere zu Halle war der Redalteur des lgeworfen boten", Herr Engel, vor die zweite Ferienstraflammer h sich selbst i-Ztrafkammer geladen. Die Vergehen sollten nach der An- : BeweisauMn#nem Arlikel des„Reichsboten" enthalten sein, der m u, auf welSstimmten Redewendungen von der Aufregung spricht, dre J. Mai in den Provinzen durch die vorzeitige Nachricht von ftly Ableben Kaiser Wilhelms hervorgcnrfen sei. Der be- ------- ovumii«uuucim»«eiuuiHHUien 1». juh uc' anno Gaaexlnde Artikel berichtet u. a.. daß in Halle sogar die Truppen lnaellagte lp�digt worden seien. Der Angeklagte will die Ziachnckt em- nen war ad»Äen und in gutem Glauben aufgenommen haben. Etne s Kind weil» �umte Person sei in dem Artikel gar nicht bezeichnet und ,„f ihre in Halle kommandirte, war ihm unbekannt. Dre An- �.h,« Fie. enheit sei auch nur in der Form eines Geruchtes auf- .««„IUI von wnncn worden.— Ter Oberst Kraere hat bei erfolgter kom- &t- irischer Vernehmung bekundet, daß die Truppen erst am »u inic'Nliärz vereidigt worden sind, nachdem von seiner vorgesetzten »nnenüo�'lde Ordre eingetroffen war. Durch die Behauptung, daß neu A:«, �Vereidigung schon am 8. März stattgesunden habe, fühlt er • JSIf o�Kleidigt, weil darin der Vorwurf erblickt werden kann, als '"0' omi.M.r �as auf seinen Befehl g schehen sei. Der Staatsanwalt be- men �.Algte eine Geldstrafe von 300 M.; der Gericktshof fand fnaTidb in den unbestimmten Formen des inkriminirten Artikels �« rn:Jn Halt für die Anklage und sprach den Angeklagten frei. annte ,* Auf fahrlässige Kraudstiftung lautete die Anklage, einmann) welche sich die Frau des Kaufmanns Radmcyer gestern und es �Mrantworten hatte. Am 7. März d. I. hatte die Ange- ehlen lotst- je am Feniter ihrer im Hause Zimmerstraße 49 belegenen ilostgkeit z�Anung etwas zu ordnen, und da es schon dunkel war, nahm egcn die �te Petroleumlampe, um sich damit zu leuchten. Hierbei , mit der sie mit dem Licht den Gardinen zu nahe; dieselben fingen ,e" k eines»Wjjlich Feuer und verbrannten. Von der Hitze zersprangen n gedacht, Kare Fensterscheiben und außerdem wurden die in der Nähe Pflege i« Ldlichen Möbel beschädigt. Das Feuer war durch die nflttt x�khemnhn-r frf,nn„oTXf**--- �—..— .-.-r'f••• WV V stiege w/soitcpen utodel beschädigt. Das Feuer war durch -htm vom l�bewohner schon gelöscht worden, als die Feuerwehr er- elicbt wie Die Anklagebehörde hatte 3 Zeugen, den Feuerwehr- n Chartrou, Oberfeuerwehrmann Zimmerling und den Lieutenant Mündt vorgeladen Es handelte sich im tlichen darum, festzustellen, od irgend ein Theil des Ge- s gebrannt hatte oder nur die Gardinen und Möbel vom in ergriffen wurden. Aus den Zeugenaussagen ergab sich, Fensierlreuz, Fußboden und Decke zwar geschwärzt, aber !t direkt beschädigt worden find. Auf Grund dieser Fest- mg beantragte der Staatsanwalt die Freisprechung und der .chtSbos folgte diesem Antrage. Ktuttgart, 23. Fuli.(Jugendliche Duellanten vor Ge- iL)„Dre heutige Verhandlung giebt ein Bild der heutigen >t, in welcher jed- r mehr scheinen will, als er ist. tm-he»J« '» x«."■-- sie Die Z.. lein SU' enltt od« mnte o»\ it g-rtt ; ersten ?anl b '-s chweren er Bevr. , I.Apr nd hatte en unl« vor und. bl znAz «««'Ii, den e, sonder» ItdteW .........—...... mehr scheinen will, als er ist. giebt ein id der krankhaften Uederhebung und falschen Ehrbegriffe, (che die Gemüther verwirren und sogar Kinder zu Ver- ifien führen. Unreife Buden greisen zum Revolver für ihre sintlick verletzte Ehre!" Mit solchen Worten leitete der rtsanwalt vor der Ferienkammer des Landgerichts seinen afantrag ein gegen die beiden Schüler aus dem Knaben- stitut Kornthal, welche am 3. Februar d. I. im Gasthof zum cen dahirr sich im Bette gegenseitig mit Revolvern lebensge- (ich verwundeten. Die Angeklagten sind der ILjährige Gottlob mann W., Sohn eines hiesigen Hosdeamten, und der 13 Jahre s.Paul Robert Julius A. von Pforzheim, Sohn eines ver- denen Fabrikanten. Beide schilderten die Veranloffung und it Avrangi ment des Duells übereinstimmend in folgender ........«juiuui hin rocoene tu. Den BZ lebst auf drei Schlüsse, später wegen einer ähnlichen Aeuße« ig auf sechs Schüsse; schließlich wurde sogar zwölfmaliger -. gelwechsel ausgemacht! Als Tag des Duells wurde der Licht- �.fifei.rtag, als Ort Stuttgart festgesetzt. Ein Freund in Stutt- �sollte die Waffen liefern, derselbe verweigerte dies aber, lehnten die beiden zu Sekundanten gebetenen Kameraden !l. borgte sich daraufhin bei einen Bekannnten seiner 30 Mark und kaufte drei Revolver, zwei kleinere zu >em Preise, und einen besser gearbeiteten ziemlich großen. . s.jn-n üvTlb einigen vergeblichen Gängen und Versuchen, hier einen .n-n Thü-Zltstigen Ort für das Duell zu finden, kamen Berde spat - sen Beide zu Bett. Morgens gegen 6 Uhr weckte A. Mitschüler und nachdem die Revolver geladen waren, in fich Beide auf das Bett des W., umschlangen sich mit Armen, W. schoß, fich des großm Revolvers �edtencnd. mtt Refbu'tl nom SM"■ n konnte- mf entfernte- iW_ DD ich noch' P" fchoß, sich des großen Revolvers bedienend, mit «�Rechten dem A. in die rechte Schläfe, A. mtt der Linkm W. in die linke Schläfe. Beide gaben gleichzeitig Feuer sanken schwer getroffen auf das Bett nieder. Bemerkens- h'st noch, daß beide sich schriftlich verpflichtet hatten,„gegen- " nicht in die Luft zu schießen" und dem„Gegner im Falle schweren Verwundung auf Wunsch durch einen Schuß ein les Ende zu bereiten." Charakteristisch ist auch, daß >e fich das Strafgesetzbuch gekauft und die Para- hen über den Zweikampf eingehend studirt hatten. In �Gerichtsverhandlung blieben beide Angeklagte auf die fe des Präfidenten, ob sie denn nicht an ihre Eltem it, die Antwort schuldig. Der Direktor der Kornthaler lt Professor Warth gab vor Gericht eine Charakteristik fiden Schüler; seine Anficht ging dahin, der Jüngere den Aelteren in schlimmer Weise beeinflußt. Der Sach- rdige Dr. Weizsäcker erklärte, daß die Verwundungen .lehr gefährliche gewesen, die des A. habe Anfangs durch- stödtlich erschienen. Während der Krankheit sei A. sehr phmslos gewesen, der durch die Nachricht von dem Duell stgefuhtte Tod seiner Mutter habe ihn wenig "Ks- i Ä&üfH sei"A."sehr m Duell Itinci wiuua yuuc mu gerührt. ein 91(1�5" äu Zerantworten. In dem genannten Hotel 'c- x'8"«. Mediziner seiner Geliebten Susanne Re.Aussichtslosigkeit ihres Liebesverhältnisses "1% blich t���bte nach sorgfältiger Pflege am Leben er- ics(oll n„ül\n v°ch der Verzweiflungsthat des jungen Äf ÄS v,;* s e sä;? jÄ&rÄ nns L s"®�"8«emacht:„Die sind hin. nehmen wir h-s s-8-10�" b�en," von dem Tischchen neben der des Mediziners mehrere Gelddetrage sowie eine stlbeme e genommen haben. Heute wurde die am 8. v. M. ver- ts l.%$ r JA T-A W- üÄ. tagte Verhandlung gegen das Hotel-Stubenmädchen und den Pottier wegen Diebstahls fortgesetzt. Schon bei der vorigen Verhandlung hatte der staatsanwaltschaftliche Funktionär die Anklage auch auf die Uebertretuna gegen die Sicherheit des Lebens im Sinne des§ 33S St.-G. ausgedehnt, weil das Mäd- chcn mit dem durchschnittenen Halse vierzehn Stunden neben der Leiche des Geliebten gelegen war, ohne daß ihr jemand zu Hilfe geeilt wäre. Ferner wurde gegen den Inhaber des Hotels, Johann Sonnhaber, auch eine Anklage wegen Betruges erhoben, weil er, trotzdem er die Zimmeimiethe von dem Stubenmädchen erhalten, den bereits bezahlten Tag dennoch in die dem Vater des Mediziners präsentitte Rechnung eingetragen hatte. Es wurde bei der heutigen Verhandlung zunächst die Kronzeugin in diesem Prozesse, die Geliebte des Studenten, Susanne Prelecz, vernommen, welche gegenwärtig als Köchin in einem Gasthause in St. Veit bedienstet isi. Susanne Prelecz, eine hübsche Brünette, hat ein blühendes Aussehen, die Narben ihrer Wunden find nicht zu merken, gleichwohl wird sie in ihrem Dienstorte„das Mädchen mit dem durchschnittenen Halse" ge- nannt. Der Richter mahnt die Zeugin zur Angabe der reinen Wahrheit, da von ihren Depofitionen das Schicksal zweier An- geklagter abhänge. Susanne Prelecz bestätigt ihre schon beim Landesgerichte gemachten Angaben als richtig. Sie erinnert fich an die Worte, die das Stubenmädchen beim Eintritte in das Zimmer dem Portier zugeflüstert habe:„Die Zwei sind hin, schau' das Blut an...- Nehmen wir, was sie daaelessen haben, aber sagen dürfen wir nichts." Die Zeugin giebt femer an, sie habe gesehen, wie das Mädchen den Zettel, welcher die Bestimmung über die zurückgelassenen Wcrtbsachen und das Geld enthielt, vom Tische genommen. — Richter: Haben Sie gesehen, wie das Stubenmädchen und der Portier das Geld und die anderen Gegenstände vom Tische genommen?- Zeugin: Das babe ich nicht sehen können, weil Beide vor mir dicht vor dem Tische gestanden sind. Was ste da gemacht haben, weiß ich nicht, denn ihre Gestalt verdeckte den Tisch und die Gegenstände.— Richter: Haben Sie damals noch geblutet?— Zeugin: Fortwährend; das Bett und der Fußboden waren voll Blut.— Staatsanwaltschaftlicher Funktionär Dr. Robitschek: Waren Sie, als die Beiden eintraten, bei voller Besinnung?— Zeugin: Ja, ich kann mich auf Alles erinnern.— Dr. Robitschek: Sie können also Ihre Aussagen beeiden?— Zeugin: Gewiß.— Die Zwei haben fich also um Sie und Ihren Geliebten nicht gekümmert, denn sonst müßten sie ja gesehen haben, daß Sie die Augen noch offen haben. Hat sich das Stubenmädchen und der Portier gar nicht um Sie gekümmert?— Zeugin: Sie sind gleich zum Tisch gegangen und haben den Zettel genommen und gelesen.— Juliane Hackel hatte in der vorigen Verhandlung ausgesagt, sie sei nur einmal in das Zimmer getreten, während Susanne Prelecz schon im landesgerichtlicden Protokolle und auch heute auf das de- stimmteste behauptet, daß das Stubenmädchen und der Portierzwei mal in kurzen Zwischenräumen eingetreten seien; das zweitemal sei das Mädchen mit den Motten:„Ich trau' mich nicht hin- zugehen" zaghaft zurückgewichen; aber schließlich seien Beide vor den Tisch getreten.— Zeuge Polizei- Osfizial Bauer giebt an, er sei gegen&2 Uhr Nachmittags ins Hotel gekommen, der Hotelier habe ibn gebeten, womöglich kein Aufsehen zu machen. Als er(Bauer) mit der Kommission in das Zimmer getreten, habe er die Brosche nicht mehr auf dem Tische gesehen, sondern blas den Betrag von 2 R. 40 kr.— Der Vertheidiger des Stubenmädchens und des Portiers, Dr. v. Duniecki, meint, Oifiual Bauer könne beim Eintreten in das Zimmer leicht die Brosche und die anderen Gegenstände auf dem Tische übersehen haben. Der staatsanwaltschaftliche Funktionär erklärt hierauf, daß dies nicht anzunehmen sei, denn wenn das Stubenmädchen Juliane Hackel die Brosche nicht genommen hätte und dieselbe noch auf dem Tische geblieben wäre, so hätte Osfizial Bauer sie unbedingt auf dem Tische sehen müssen.„Denn ich kenne," sagte der Staatsanwalt,„Herrn Bauer als einen Beamten, der .ab<* weit schrecklicheren Anblick, als den einer Leiche und eines dlutendenMädchens, seincGeistesgegenwart nicht verlieren iwaa SfrSiSaTHjai »«gm Uewtretung des �tmges�rttt der Stwts�nÄ""urück! strengen Arrestes verurtheilt; von der Anklage wegen Ueber- »GM« �.sstelter Sonnhader wird infolge Rucktrittes des öffentlichen An- klageis freigesprochen. h. Entl-ch-iduugen d-s N-ich«gerichts.(Nachdruck ver- boten.) Letpzrg, 30. JulL(Uederschreitung des Züchtigungs- rechts.) Vom Landgettcht Zwickau ist am 19. März der Kirch- schullehrer U. in Hartmannsdott wegen fahrlässtgerKörperverletzung zu 100 M. Geldstrafe veruttheilt worden, weil er eine etwa zehnjährige Schülerin übermäßig gezüchtigt hatte. In dem ge- nannten Torfe beschwerten fich s. Z. viele Eltem darüber, daß wre Kinder mit Stockschlägen gezüchtigt seien, u. a. auch der Maschinenschlosser R., welcher erst einige Zeit in Hartmannsdott wohnte. Seine zehnjährige Tochter halte schlechte Zensuren mit- gebracht und war trotz ihres Alters in die dtttte Klaffe ge- kommen. Die Mutter des Mädchens ersuchte den Lehrer U. de- sonders, mtt ihrer Tochter doch ja recht streng zu sein, da ste gar nicht folgm wolle. Der Lehrer setzte dann auch bald die Schülerin immer mehr herunter, bis sie die letzte war. Eines Tages im Herhst 1886 nahm 11. bei dem übrigens auf- fallend hageren und schlecht genährten, blutarmen und schwäch- lichen Mädchen Unaufmerksamkeit wahr und beschloß sofort, sie dafür zu bestrafen. 11. ist ein sehr robuster Mann und macht den Eindruck, daß er seinen Ansichten rücksichtslos Geltung ver- schafft. Er faßte das Mädchen an die Schutter und versetzte tbr mit einem Haselnußstock mindestens drei Schläge über den Rücken in der.Halsgegend. Der Bruder des Mädchens erzählte zu Hause, die Lene habe heute tüchtige Prügel bekommen; er fand aber mit dieser Hiobspost wenig Gehör, denn die Mutter sagte darauf nur, das Mädchen würde die Strafe wohl verdient haben. Von jenem Tage an zog aber das Kind ofi die rechte Achsel empor und bediente sich oft der linken statt der rechten Hand. Die Eltern meisten dies zwar, untersuchten aber das Mädchen nicht. Erst längere Zeit danach entdeckten die Eltem, daß das rechte Schulterblatt in unnatür- licher Weise hervorgetreten war und ließen einen Arzt eine Untersuchung vornehmen. Die dann eingetretene ärztliche Be- ä%%br%morW mSßutt �"b� Miül Februar 1877 wurde die Patientin in etne otthopadtsche Heil- anstatt gebracht, wo festgestellt wurde, daß em mit dem Schlüssel- dein in Verbindung stehender Nerv gelahmt set. Erst durch starke elektrische Ströme gelang es. den Nero wteder zu beleben und nach dreimonatlicher Kur konnte das Mädchen als geheilt ent- lassen werden. DasLandacricht nahm als erwiesen an, daß VieSchläge des Angeklagten den Übeln Erfolg herbeigeführt haben. Im Urtheile wird dann weiter gesagt, er sei zwar an sich befugt gewesen, das Mädchen zu züchtigen, aber mäßig und innerhalb der Grenzen, die das Volksschulgesetz und die Ausfühmnzsverord- nungen ziehen. Es könne zugegeben werden, daß der Ange- klagte geglaubt habe, lediglich in der Ausübung feines Rechts zu handeln, thatsächlich sei er aber weit über die Grenze de? zweckmäßigen Züchtigungsrechtes hinausgegangen.— In der Re- Vision, welche der Angeklagte jetzt eingelegt hatte, behauptete er, das Mädchen sei selbst an der Verletzung schuld gewesen, da eS sich der dem Schlage gewendet und ihn so fehlgelenkt habe. Auch meinte er, vaß ihm der Erfolg nicht zugerechnet werden könne, weil ihm ja gewissermaßen das elterliche Züchtigungsrecht ubertragen worden sei.— Das Reichsgericht erachtete diese Rügen indessen für nicht zutreffend und verwarf die Revifion. Mereine«nd Nersammw«se«< Zentral-Kranken-«»!> Kterbekaffe der dentfche« Wagenbauer(Bezirk„Berlin 4"). In der am 22. Juli ab» gehaltenen Quattalsvettammlung erstattete der Kasstrer Herr Suchland den Kassenbericht, welcher von den Revisoren als richtig anerkannt wurde. Die Versammlung ettheilte dem Kassirer Decharge. Bei der Wahl der Verwaltungsbeamten des Bezirks wurden folgende Herren gewählt: Friese, Sorauerftraße Nr. 7, v. 4 Tr.(Bevollmächtigter); Suchland, Wrangclstr. 60, Seitenflügel 3 Tr.(Kassirer); Heider(Schriftführer); Schulze, Woithe und Piritz als Revisoren. Die Gewählten find in, n'schen vom Vorstand bestätigt worden. Der Stand der Kasse stck im letzten Rechnungsjahre wieder sehr günstig gestaltet. Die Mitglieder werden ersucht, auch in Zukunft recht rege für die Interessen der Kasse einzutreten, damit dieselbe immer günstigere Resultate erzielt.— Am Sonnabend, den 4. August, findet im Lotale des Herrn Schröder, Manteuffelstr. 9, ein Sommernachtsball statt. Billets sind bei der Ottsoerwolltung und bei dem Komitee vorher zu haben.— Alle An» und Ab- Meldungen in Krankheitsfällen sind an den Bevollmächtigten zu richten; auch nimmt derselbe neue Mitglieder auf. Aufge» nommen werden sämmtliche Arbeiter, die im Wagenbau de- schäftigt find. Sprechstunden des Bevollmächtigten und Kajfirers an Wochentagen von 7%— 9& Uhr Abends, Sonntags von 8 bis 11 Uhr Vormittags. Das Krankengeld wird vom Kassirer in den Sprechstunden ausgezahtt, auch werden die Beiträge dort entgegengenommen. Geffentliche Versammlung der Zimmerleute des Westen Berlins und Umgegend heute, Mittwoch, den 1. Augrst, Abends 81 Uhr, im Salon«Königshof", Bülowstraße 37- 40. Tages'Ordnung: Die Uebelstände in unserem Beruf betr. des Lonnes und der Arbeitszeit, und wie find dieselben zu de- fettigen. Verband deutscher Jimmerleute» Lokalverband„Berlin Süd". Versammlung am Donnerstag, den 2. August, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Dobetstein, Jndustriekallen, Mariannenstr. 31—32. Tagesordnung: 1. Vortrag über Grad- und Kehlsparren. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gine öffentliche Schneidervrrsammluug findet hmt-v Mittwoch, den 1. August, in Gratweil's Bierhallen, Komman- dantenstr. 77—79, statt. Tagesordnung: Die Streiks im allgc- meinen und welche prinzipielle Stellung nehmen wir zu den- selben? Giue grosse öffentlich« Arbeiter-Versammlung findet am Montag, den 6. August, Abends 8i( Uhr, im„Konzerthaus Sanssouci", Kottbuserstr. 4a, statt. Tagesordnung: Die Alters- und Jnvalidenversorgung. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine am Mittwoch. Männeraesangverein„Jugendlust" Abends 8t Uhr im Restarant Paffod, Gartenftr. 162.— Männergesangverem„Cäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127a.— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 8", Ubr im Restaurant Haller, Naunvnsttaße 70.— Männergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstt. 31.— Huppett'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenderaetttr. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlaucrstr. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 81 Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16.— Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Nestau- rant Karsch, Oranienstr. 190.— Gesangverein„Nord-Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstt. 19.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doberstem, Mariannenstraße 31—32.— Lubecksscher Tumverein(1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth- straße 57—58.— Turnverein„Wedding", Pansttraße 9. Männer-Äbtheilung von 8& bis 10h Uhr Abends; des» aleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 3t Uhr im Restaurant Heid, Koppenstraße 75.— Schlefischer Verein„Holtet" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, tzollmannstraße 33.— Vergnügungsverein„Fröh- lichkett" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29. — Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser» ftraße 42, Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'scher Stenographenverein„Süd- Berlin. Abends 8t Uhr im Restaurant Prinzenstraße 97 Sitzung und Uebungsstunde. — Arends'schcr Stenographenvercin„Amicitia" Abends 3t Uhr im Restaurant Behrends, Schöncbergerstraße 6.— Arends'schcr Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restamant „Wilhelmsgatten", Kochstraße 7.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kuttürftenfttaße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenicketttraße 191.— Rauchklub„Havanna 80" Abends 8t Uhr im Restaurant Paetzoldt. Reichenbergerstraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenicketttraße 161.— Rauchklub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Prinzenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 3t Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstr. 27. Kleine Mittheilungen. nggen am Rhein, 26. Juli) Zwei zwölfjährig Kenggen am Rhein, 26. Juli. Zwei zwölfjährige Waisen- mädchen der hiestgen Waisenanstalt find gestern beim Baden im Rhein ertrunken. Der ungewöhnlich hohe Wasserstand des Rheines(2t Meter über den Mittelstand) und die niedrige Temperatur des Waffers, hatte den ganzen Sommer hindurch das Baden verhindett, aber nun konnte es an geschützter Ufer» stelle versucht werden. Am späten Nachmittag des 25. Juli vergnügte fich nun eine Mädchengesellschaft in langen Bade- gewändern nahe am Uferrande. Da fällt eines rücklings in etwas tieferes Waffer, geräth beim Aufrichten in noch tiejeres und wird alsbald von der starken Strömung mit fortgerissen. Ein anderes Mädchen will sie herausziehen und erleidet dasselbe Schicksal und ebenso ein drittes. Da eilt die beaufsichtigende Lehrerin mit den Kleidern in die Strömung, um wo möglich die Kinder zu retten, wird aber auch von der furchtbaren Ge- walt des reißenden Stromes überwältigt und in einen Strudel gerissen, aus welchem ste sich nur mit äußettter Anstrengung ihrer Kräfte herausarbeiten und noch einen am Ufer eingerammten Pfahl ergreifen kann, von wo sie gerettet wurde. Das zuerst in die Strömung hineingefallene Mädchen wurde durch die Strömung selbst dem Ufer wieder nahe geführt und konnte herausgezogen werden. Die beiden Mädchen aber, welche das erstere retten wollten, wurden in die Tiefe gezogen und kamen nicht wieder zum Vorschein, so daß auch gar keine Rettungs- versuche gemacht werden konnten, zumal die reißen be Strömung die Ertrunkenen gewiß schnell weiter weg geführt hatte. Wilhelmshaven, 28. Juli.(Blelrohre der Wasserleitung) Seit einiger Zeit wird die gesammte Einwohnerschaft durch die Wasserfrage in große Unruhe versetzt. Der Marinefiskus, auf ,4 xa iß Wfm Kostcn die Wasserleitung FrldhauseN'Wilhelmshaven er- erbaut ist. deadfichtigt die Zufuhrung dtt Leitung IN die B-. m gegen Er foufvwcen, deren.„._ oen Kubikmeter bisher zugelassen war, Zenutzung gegen Erstattung von 50 Pf für her zugelassen war, zum 2. Oktober d. I. zu >ichliessm, falls nicht die Bleirohre durch andere ersetzt werden. Es hat fich nämlich durch chemische Untersuchungen heraus- gestellt, daß das auS tzausleitungen mit Bleirohren entnommene Waffer schon nach kürzerem Nichtgebrauch der Lei- tunaen aufgelöstes Blei enthält und sowohl als Trinkwasser wie als«ochwaffer gesundheitsschädlich wirkt. Es wird darum auch polizellicherseits dringend angerathen, alles Tnnk- und Koch- wasser nur aus den gänzlich bleifreien und gesundes Wasser liefernden Auslaufständern der Straßen zu entnehmen. An Stelle der gesundheitsschädlichen Bleirohre hofft man Zmnrohre mit Bl-imantel(Bleirohre mit Zinneinlage) zu setzen, welche die SM.)«n oberrheinisches Floß für Duisburg wurde letzthin Abends kurz oberhalb der Hochfelder Eisenbahnbrücke vor Anker gelegt. Stachts gegen 2 Uhr riß fich der größere Theil, auf welchem in einer Hütte 22 Floßknechte schliefen, infolge des Bruches von vier Ankerketten los. Einer der Knechte erwachte zufällig und ermöglichte damit die Rettung der gesammten Mannschaft. Letztere wäre wohl ohne Ausnahme umgekommen, denn das treibende Floß ging in der heftigen Sttömung sowie an den Strompfellem der Eisenbahnbrücke so vollständig auseinander, daß mehrere Dampfer mit vieler Mühe heute nur einen Theil der einzelnen Stämme auffischen konnten. KStzen, 28. Juli.(Seltsamer Selbstmord.) Hier' ist ein junger Mann Namens E. Schmidt freiwillig Hungers gestorben. Nachdem er das ererbte Vermögen verpraßt hatte, faßte er den Entschluß, zu sterben. Mit ungebrochenem Starrfinn verweigerte er jede Annahme von Speise und ttanl in den ersten Wochen nur täglich einen halben Liter Bier, später aber nur Waffer. Nach fünfzigtägigem Fasten, durch welches Schmidt bis zum Skelett abgemagert war, trat der Tod ein. � �. Kopenhagen, 26. Juli.(Alterthumlrcher Fund.) Im Mar des Jahres 1886 entdeckte man im Sunde zwischen Dragör (Seeland) und Folsterbo(Schweden) ein altes Schiffswrack in einer Tiefe von 6 bis 7 Faden Waffer und daneben verschiedene Kanonen. Es gelang, diese acht Kanonen zu bergen, und jetzt baben dieselben im hiesigen Zeughause Aufstellung gefunden. Mese Kanonen tragen Inschriften und Dekorationen, u. a. den Doppeladler der Stadl Lübeck. Eine derselben trägt nach- stehende plattdeutsche Inschrift: v � r Dewile Jonas ut dem Walfisch wedder dede leven, Heft man mi als einem Vorlaren finen Namen gegeven. Ano 1564 Jar Godt mi Matties Benninck. Das is war. Matthias Benninck gehörte einem alten Lüdecker Geschlechte an, von dem mehrere, namentlich auch Albert Benninck, als Glocken- und Stückgießer in Dänemark thätig waren. Die Kanonen tiammen von dem Admiralschiffe der Lübecker Flotte, welche Dänemark im fiebenjährigen Kriege gegen Schweden(1563—70) Hilfe leistete. Dies Avmiralschiff gerieth am Himmelfahrtstaze, den 31. Mai 1565 durch Unvorfichtigkeit in Brand, wobei 200 Mann den Tod fanden. Selbstverständlich ist das See« waffer im Laufe der Jahrhunderte nicht ohne Einfluß auf einige dieser Kanonen, welche nur aus Schmiedeeisen verfettigt find, geblieben, wogegen die aus besserem Metall hergestellten weniger gelitten haben. Witz«, 28. Juli.(Unglücksfälle in einer Fabrik.) Heute Früh lockerte ein Werksührer der Papier- und Pappendeckel- fadttk des Herrn Neufeld zu Donauseld einige Schrauben am Deckel des Dampfkessels. Der übrige Verschluß konnte der Ex- pmfion der Dämpfe nicht Stand halten und der Deckel wurde in die Höhe geschleudert. Der schuldtragende Werkführer, ein Arbeiter und drei Arbeiterinnen wurden durch die heißen Dämpfe und das herausfptttzende fiedcnde Wasser an den Ex- tremitäten mehr oder weniger schwer verletzt. Eine Arbeiterin sprang im Schrecken vom ersten Stockwerke ins Patterre hwad u-'d erlitt innere Verletzungen in bisher noch nicht bestimmbarem Grade. Die Erhebungen wurden eingeleitet. KrSsset, 27. Juli.(Vom Hypnotismus.) Nachdem unlängst die Frage, ob die öffentliche Ausübung des Hypnotismus 'onvorstellungen u. Vgl. noch ferner zu gestatten sei, in rn der Deputittenkammer angeregt worden, hat sich auch die ZKcbtttn Brüsseler Akademie für schäftigt. Wie seiner Zeit Akadl mit dieser Angelegenheit be ....„................ mttgetbeilt, waren Vre Meinungen der Akademiker über die richtige Lösung der Frage getheilt, je- doch neigte die überwiegende Zahl zur Anempfehlung eines Verbots, und es wurde beschlossen, über einen auf tevteres zielenden Antrag einen Bericht ausarbeiten zu lassen, mit dessen Abfassung der Professor an der medizinischen Fakultät in Löwen, Masoin, beauftragt wurde. Dieser Bettcht ist jetzt erschienen und giebt eine eingehende Tarstellung aller auf den Hypnotismus bezüglichen Fragen, worin sowohl der Nutzen der hypnotischen„Ein- gedungen" für die Wissenschaft, Kunst, Gerichtspraris und für Ecziehungszwecke, als deren Gefahren auseinandergesetzt werden. Die letzteren thellt Masoin in zwei Klaffen: in Gefahren moralischer und solche medifinischer Att. Er kommt dabei, unter Berufung auf zahlreiche Erzählungen und Beobachtungen von Medizinern und Laien, zu dem Schlüsse, daß die öffentlichen lysnotiichen Sitzungen zu verbieten seien. Zweifellos wird dieser Bencht, dessen Billigung in der Akademie keinem Be- denken unterliegt, auch die Gesetzgebung beeinflussen und in naher Zeit ein amtliches Verbot der Hypnotikerpraxis herbei- führen. Dfori», 28. Juli.(Jugendlicher Mörder und Selbstmörder.) heute Morgen um 6 Uhr spielte fich in der Rue de Bercy 256 ein schreckliches Drama ad. Die in diesem Hause wohnende Frau Siozade hötte plötzlich Hilferufe, die ihr jüngster 6jähriger Sohn ausstieß. Sie eilte nach dessen Zimmer, wo fich ihr ein schrecklicher Anblick darbot. Ihr jüngster Sohn lag blutend auf dem Boden. Sein 8jähngei Bruder hatte ihm mit einem Rrfirmesser den Bauch geöffnet, nachdem er ihn vorher ver- stümmelt hatte. Der junge Mörder hatte fich dann selbst den hals abgeschnitten. Ein Arzt wurde sofott herbeigerufen. Er konnte aber nur den Tod des Mörders feststellen. Sein Opfer wurde in einem verzweifelten Zustande nach dem Spital Saint Antoine gebracht. Aus der sofott angestellten Untersuchung geht hervor, daß der junge Mörder seinen Bruder tödtlich haßte und fich schon lange mit dem Gedanken herumtrug, ihn zu ermorden. Vor drei Jahren versuchte er bereits, ihn zu ver- stümmeln, und letztes Jahr überraschte ihn seine Mutter, als seinem Bruder mit einem Hammer einm N einzuschlagen suchte. einen Nagel in den flopf " London, 28. Juli.(Schiffszusammenstoß.) Der am Mittwoch Abend in Queenstown angelangte Dampfer„Ger- ____•«.".t.— iA v am...e w... französischen'Schuner, Mannschaft unterging. der mit seiner ganzen 20 Köpfe starken Die von Bremen nach New-Uork unter- wegs befindliche„Fulda" fuhr infolge eines dichten Nebels mit ballier Dampfkrast. Plötzlich näherten fich die Umrisse eines Fischfangschuners: aber ehe der Dampfer scins Maschinen rück wärtS arbeiten lassen konnte, hatte er fich dem Schuner genähett, der, mit aufgerollten Segeln und seinen Bug dem Dampfer zu- gerichtet, vor Anker lag. Ein Mann denachttchtigte die Mann- schaft von ihrer Gefahr und als dieselbe auf das Verdeck kam, wurde ein Krach gehött. Das Bugspnt des Schuners schnappte od und es wurde auf seine Balkenenden geworfen. Ein Mann, der„Ave Maria" schrie, versuchte an Bord der„Fulda" zu klettern, aber er fiel auf das Verdeck des Schuners zurück. Die Maschinen des Dampfers arbeiteten rückwärts, aber eine Hobe Woge ergoß fich über den Schuner, der zu finken schien; die meisten Matrosen hatten fich in das Takelwett at flüchtet, allein ihre Hllferufe erstarben, als der Nebel fich über das Wrack senkte. Die Boote der„Fulda" wurden herabgelassen und kreuzten um die Stelle herum, aber da weder etwas von dem Schuner noch dessen Mannschaft fichtbar war, setzte der Dampfer seine Reise fott._ Telegraphische Depesche«. (Wolifls Telegravbcn-Bureau.) München, Dienstag, 31. Juli. Während des Festzuges, welcher um 12j Ubr beendet war, durchbrachen in der Nähe des Kriegsministettums drei scheu werdende Elcphanten die Festzugs- chaine, wobei mehrere Personen verunglückt sein sollen; eine größere Panik wurde verhütet. München, Dienstag, 31. Juli. Die Panik durch die scheu gewordenen Elephanten entstand, als von der linken Seite vom Siegesthor her ein laut dampfender drackenattiger Maschinen- gewerkswagen an der orientalischen Handclsgruppe vorüberkam, deren 4 Dromedare und 8 Elcphanten scheu wurden. 3 an Hals und Füßen festgekettete Elephanten durchbrachen das Zuschauer- spalier, wobei ca. 20 Personen schwer verletzt wurden. Die Elephanten rannten bis zum Refivcnzplay, wo fie wieder ein- gefangen und weggeführt wurden. In der Ludwigstraße, Residenzstraße und Dienerstraße brachen mehrere leicht er- baute Tribünen zusammen, wobei einige Personen leicht verletzt wurden. Kriefkafte« der KedaWifl »ei Anfragen bitten wir die Abonnementi-Ouittung Antwort wird nicht erttzeilt. A. K. Gebuttstagskind. 3,30 M. M. M. Wir glauben nicht, daß man. genden Fall etwas wird anhaben können. Die vor dem Termin war leider nicht möglich.„ Schneider, Karlfie. Wenn jener Nach»« brauchen gesetzmäßig keine Alimente gezahlt i» moralische Verpflichtung haben Sie troydem. Zl. 100. Wem von den geschiedenen Kinder zu überlassen find, hat nicht der Che! sondern der Vormundschaftsrichter zu entscheide». für den schuldigen Theil erklärten Vater können zurückgelegtem vierten Lebensjahre überlassen werd� Ursache der Scheidung nicht so beschaffen ist, Mr Besorgniß einer schlechten Erziehung entsteht.„ A.#. 720. Die Wittwe muß mit der v rathung bis zum Ablauf des 10. Monats von 59 Mannes ad matten., G. K. 1849. Ihre Schwester kann in k# bestraft werden 0.3. W Zlnterweißach. Die Ebes»ei»uK�täglich M Kosten durch den Prozeß. 7. Ziehung der 4. Klasse 178. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehrnia vom 51. Null 1888,«ormit«,,» Hur die Gewinne über 210 Mir! swd den betreffende» Nummern in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 13«(3001 53(1500! 466 742 68 817(600) 54 1 065 99 232 337 431 „ 53(1500! 466 742 68 817(5001 54 633(1500! 50.86 620.837 81 906'<025(KWOI 135 278 86 311(300) 71 436(500! 51 63 582 849 30211 399 641 4060 101 85 226 313 61 *8(30001 401 740(30001 77 853 5035 226 68 361 66 97 507 66 11500) 76 610 6V 96 772-------------------------------------- 00077 147 305 548 91147 78 258 94 539 653% 236 314 23 82 416 611 87 717 30 63 835 78 82 88 444 624 895 992 9 1 041(3000! 524 655 72 731,%'i. 99 200 53 308 35 59 68 401'1500] 90 602 728 840 � J 276 78 453 561 62 99«"ö 836 41 42 94 938 42»71« 60 500 36 81 680 749 64 1500) 897 9"007 149 Si* 115001 87 88(15001 9 9026 59 86(300! 116[1500! 5»* (10 OOOi 586 90 95 633 758 895 97 956 85 1 1111075 105 39 378 513'3001 659 879 89""'r. 352 421 522 633 787 804 23 1(1(1075 105 39.378 513!300| 659 879 89 52 421 522 633 787 804 23 1(12003 142 324 672 SJa 23 47 118 274 13001 313 406 31 834 51 912 22 1 A« rchstrn �. 83 926 6024 176 427[.3000 90 608 87 821.33 7045 90 324 36 47 614 34 39 13000! 708 63 97 808 8028 33 75 104 216 P 86 347 48 99 529 604 700 988»078 227 56 369 80 87 91 563 672 95 989 1500) 1 0037 46 71 13000] 109 19 37 202 459 86 535 855 72 955 71(1500! 1 1 024 86 307 435 54 515 93 642 869 87 99 953 1 2019 69 120 308 50 439 91 15001 575 98 I»071 130 251 67 78 86 98 358 558 76 903 1 4164[3000! 200 417 38 560 666 723.31(15001 32 35 983(3001 1 5018 26 43 72 40.3 62 532 85 735 873 905 1306) 46 I«060 209 337 433 94 585 I 7069.307 28 501 68 714 84 816 9.36[300! 1 8095 162 94 406 628 70 705 26 924 130001 1 11033 III 270 585 89 6.35 44 82 781 999 20131 212. 194 590 641 56- 9 81285 98.342 547 75 88 W» 603 40 81 1500) 851 920 22103 1-8 4.3 256 62.329 696 707 9 845 8» 968 59 911 I t»001 52.3 83 91 677 758 807 25 2.3015 105 203(15001 62 78.317 407 26 580 717(500! 959 24247 91, 120011 32 267 80 344 492 549 747 812 472 507 42(.3..........—------------'---------------- 718 75 92 800 86 .390 434 587 621 28077 130001 132 63(300) 6 716 38 813 64'>21 38 21)199 226[300! 65 85 88 829(10000) 36 »0021 86 147 91 248 513 860»1028 60 119 98 328(50001 79 419 68 I 664 771 854 15001 523 67 601 89 846 961»2119 36 353 416 605 736 845 915 16 71(3001 I I»(kl09 84 381 40.3 22 734 967 87 «»114 63 246 69 370 421 72 682 823 130 000] 26 935» 104.3 289 435 638 70 95 948 1500,' I»2076 110 97 383 584 MI 71 K» Q-)l I Kfk n M)Q7 lOO OR,£. 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Ziehung der 4. Klasse 178. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehun» vom ZI. Juli IMS, Sia»miteai«. Rur die Gewinne über 210 Mark find den betreffenden Rummer» in Parenthrie beigefügt. 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