xt 5# .1»1 HS p. ländtl»« Kr. 181 Sonnabend, de« 4 Angnst 1888. 5 Jahrg. 5-ssa zffeln L( 3,50 "IIS nge iai «erlinetDolbslilnll Brgan für die Interessen der Arbeiter. Wilden!-« nit un«» i. 3# IhrN°» 1 ®oi»«erliner B-lkSblatt" tn'j c.'�nch Morgknt außer nach Sonn- und Festtagen. WonnementSprei» für Berlin frei « Bkyf v-crieljä�lich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 36 Pf. Postabonnement i«J a, ,bet der diesmaligen Wahl kommt eS darauf an, �bester auf seinem Platze ist! M i •M , IeuiCeton. 'MMMLl_ 152 Ihre Tochter. val-Roman nach dem Französischen von K. D e t r i n g. Mi »W 0 *«n*tr F'a0 verstand jetzt nur zu gut, weshalb Guntram i#t. R* r Zurückhaltend gewesen war; er warf sich aber k hgLVj vut seinen unklaren Antworten zufrieden gegeben .'.denn hätte er schon aus seinem Munde gehört, l>en wußte, so hätte er ihn wenigstens um Rath ttnnI0aLabet vvch Zeit, ihn zu Rathe zu ziehen, und Ute Andreas aus mehr als einem Grunde. ßt n", Wächst galt es festzustellen, in welchem Verhältniß .. tiiS'»i von LorriS stand; Andrea» begann zu ahnen, *IA NlJ?. verhältniß früher wenigstens ein sehr vertrautes xsiw.'n sein mußte. tfchtf.r2nn wollte et aber auch sich und Therese für den Fall Hb?*8?'- daß der Major sie beide im Wagen hatte fahren gesehen. ltQfl ihm also viel an einem Gespräch mit Guntram, sollte er ihn sinden? �trj« �"jot hat heut früh gesagt, daß er Frau von iu erratb vicht besuchen wolle, und eS war sehr schwer Yen, mie er seinen Sonntag angewendet habe. %tei m�sull« verlebte er ihn in seinem Zimmer im Grand- Hen 16 und Andreas beauchte ihn dort nicht erst zu er vielleicht noch bei dem Herrn, den er am '« der sich Andreas befand, sonderlich auf den Weg zu achten, einsam durch % i i m i Abrüstung! Ein schöner Traum, und die Träumer, welche erwarte' ten, von Petersburg aus werde an die Militärstaaten der Ruf nach Abrüstung ergehen, werden nun ausgeträumt haben. Merkwürdig wäre es auch, wenn die Anregung zu einer Abrüstung von Rußland ausgehen sollte. Denn dieses Reich wird von allen Staaten zuletzt abrüsten. Die leitenden Gewalten haben nur eine Hoffnung: aus künftigen Kriegen neue Kräfte zu schöpfen. Ob sich diese Hoffnung erfüllen wird, steht dahin; aber wer solche Hoff nungen überhaupt hegt, oer rüstet nicht ab. Zu einer Abrüstung würde eS unter den gegenwärtigen Umständen kaum kommen können. Denn das Mißtrauen unter den einzelnen Staaten ist zu groß, wie auch Moltke s. Z. gesagt hat. Jede von den Mächten, die einen Ab.üstungs- Vertrag eingingen, würde befürchten, von den anderen ge- täuscht und überrumpelt zu werden. Bei manchen Regie- rungen wäre eine solches Mißtrauen auch durchaus gerecht- fertigt. Die russischen Diplomaten würden vielleicht gar nicht ungern einen AbrüflungSvertrag abschließen und dabei gleich den Enischluß fassen, selbst nicht abzurüsten, aber zu warten, bis die anderen entwaffnet hätten, um dann den „faulen Westen" ohne Widerstand überfallen zu können. Aber wir wollen die Frage einmal näher untersuchen. Wir betonen, daß wir selbstverständlich die Niederlegung der Waffenrüstung Europas als die Verwirklichung einer der schönsten Gedanken betrachten. Allein man soll sich über die Wahrheit nicht täuschen, auch wenn sie schmerzlich ist. Eine Abrüstung ist leider unter den gegebenen Verhältniffen nicht zu er- warten, ja sie ist kaum denkbar. Vor zwanzig Jahren kamen in den Parlamenten nrch Anträge zum Vorschein, die auf Ab- rüstung zielten; heute stellt niemand mehr solche Anträge. Warum? Einfach, weil sie erfolglos sind. Wenn ein solcher Vertrag geschlossen wäre, der die Re duktion der Streitkräfte anordnete, wer oder was bürgte dw für, daß der Vertrag ausgeführt würde? Wer sollte die Kontrole übernehmen? Man würde vielleicht die Militär- budgetS als maßgebend betrachten. Aber bei den Budgets läßt sich der wirkliche Thatbestand verschleiern. Camille P e l l e t a n, der bekannte französische Abge- ordnete und Freund von Clömenceau, hat einige treffende Bemerkungen über die Abrüstungsfrage gemacht. Er hält eine Abrüstung im gegenwärtigen Moment für undurchführ- bar und sagt in seinem Blatt: „Entwaffnungsverträge würden ganz bestimmt zu gar leichten Versuchen gegenseitiger Ucberlistung führen. Der- jenige Therl wäre der bravere, der die Verträge am wenig. stcn hielte und die tagtägliche Verletzung derselben am besten zu verbergen wüßte. Jede Regierung könnte sicher sein, daß sich hierbei ihr Parlament und die Nation im Stillen die Hände rieben.„„. Gleich am Tage nach dem Vertragsabschlüsse würden die Verheimlichungen, die ja jetzt vor dem eigenen Lande die Stadt geirrt und hatte sich nur unausgesetzt mit seinen traurigen Gedanken beschäftigt. Die Droschke, die rhn bis zur Avenue d Eylau ge- bracht, hatte er fortgeschickt und war zu Fuß die Avenue deS ChampS-ElyseeS entlang gegangen, als er den Plan faßte, den Major aufzusuchen._ Es galt also das Haus aufzusuchen, au« dessen Fenster der Major gesehen, und gesenkten Kopfe« ging Andreas fürba�r � an � einzelnen Ereignisse, die ihn au» seinem Himmel gerissen, und je mehr er grübelte, desto mehr schwand seine Hoffnung, einen AuSweg zu �"be Et kam fast dazu, Guntram von ArboiS zu mißtrauen, der seine eigene Ansichten über den Plan seines jungen Freundes zu haben schien, Therese zu heirathen; hatte er doch indirekt versucht, ihn davon abzubringen. Seme Weigerung, auf die Fragen, die Andrea- über Frau von Lorris an ihn richtete, zu antworten und die Wickiiakeit. mit der er von einem Herrn gesprochen hatte, den er bei der Mutter Theresens einführen wollte, bewiesen deutlich genug, daß Andrea- nicht sein Kandidat war. Das war übrigens noch ein Grund mehr für Herrn von Elven, eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Major zu wünschen, um so aus allem Zweifel herauSzu- �""Andreas hatte sich da« HauS gemerkt, vor dem der Wagen Guntrams gestanden, und sobald er es erblickte, er» st»»d da« Z-nst-- noch»ff-», oto gerechtfertigt wären, beginnen und sich ins Unabsehbare ver- mehren. Der Vortheil wäre dann auf Seite desjenigen TheileS, der die am besten verschleierten Budgets aufstellte. Die erste Bedingung, um nach Gutdünken seine militärischen Kräfte steigern zu können, würde darin bestehen, eine mög- lichit dunkle Rechnungsstellung und eine ungenügende Kon- treffe einzuführen." Dann kommt er auf den bekannten historischen Fall einer erzwungenen Abrüstung in Preußen nach dem Frieden von Tilsit zu sprechen. Preußen sollte damals bekannt- lich nur 42 000 Mann unter den Fahnen halten, brachte es aber durch daS berühmte, von Scharnhorst erdachte Krümpersvstcm dahin, mehr als die dreifache Macht in Kriegsbereitschaft zu haben. Man führt dies System immer mit allem Recht als die beste Begründung dafür an, daß eine Abkürzung der Dienstzeit möglich ist, ohne die Wehrfähigkeit deS Heeres zu beeinträchtigen. Pelletan sagt dazu: „Als Napoleon auf dem Höhepunkt seiner Macht an- gelangt war, legte er dem besiegten Preußen im Friedens- vertrage ähnliche Bedingungen auf. Er hatte nach dem Recht deS Stärkeren die Möglichkeit zur bezüglichen Ueber- wachung, und es standen ihm die nöthigen Zwangsmittel zu Gebote. Diese Möglichkeit und diese Mittel gehen zur Stunde Deutschland Frankreich gegenüber ab, und Frank« reich hat dieselben nicht Deutschland gegenüber. Das Gleiche ist der Fall zwischen Rußland und Oesterreich. Und doch hat Preußen unter dem Drucke des ihm vom Sieger auf- gezwungenen Vertrages seine Kräfte gesammelt und das Kriegsheer geschaffen, welches Napoleon zermalmte und Frankreich überzog. Ich nehme einmal an, daß ein Land, dem ein Armeestand von 150 000 Mann gestattet wäre, 300 000 Mann unter Waffen hielte. Der Nachbar reklamirt: die Regierung leugnet. Und nun? Wie soll die Ab« leugnung beantwortet werden? Wenn die fragliche Regierung bei ihrer Aussage beharrt, wie soll sie gezwungen werden, den Effektivbcstand auf's Erlaubte hinabzumin- dern? Es gäbe nur ein Mittel: die Kriegserklärung, und um des lieben Friedens willen nähme man einander beiden Köpfen." Diese Ausführungen sind ohne Zweifel logisch. Man muß heute in Bettacht ziehen, welch ungeheuren Umfang die Rüstungen angenommen haben. Die Massen» bewaffnung, einst während der großen ffanzösischen Revolution von Carnot ersonnen und durchgeführt, ist heute zu einer stehenden Institution geworden, während sie früher nur einem augenblicklichen Bedürfniß zu genügen hatte. Die Militärstaaten haben dauernde Einrichtungen geschaffen, die sie zu beseitigen sich immer weigern werden. Ohnehin ist die Zahl der Berufssoldaten so groß, daß man sich bei einer Abrüstung fragen würde: Wohin mit diesen Leuten? Wir gestehen eS ein, daß wir in dieser Frage Pcssi« misten geworden sind. Seitdem die großen europäischen Er brauchte nicht lange zu warten. Ein Kammer- dienet öffnete ihm, und er fragte ihn sofort nach Herrn von ArboiS. Der Diener sah ihn von oben bis unten an und sagte dann nach einer kurzen Pause: „Herr von ArboiS wohnt nicht hier." „DaS weiß ich," erwiderte Andrea«.„Ich weiß aber auch, daß er sich heute hierher begeben hat, und ich frage Sie, ob er jetzt noch da ist." „Ich glaube nicht," meinte der Kammerdiener u»d be» trachtere ihn forrgesetzt mit gleicher Aufmerksamkeit. „Wollen Sie nachsehen." „Wenn der Herr die Güte hat, mir seinen Namen zu nennen..." „Ich bin der Baron Andreas von Elven. Ich komme in einer wichtigen Angelegenheit und wünsche Herrn von ArboiS sofort zu sprechen. Bitten Sie ihn in meinem Auf- trage, herunterzukommen." „Sehr wohl, mein Herr, und wenn Herr von Arboi» fort ist..." „So theilen Sie mir eS mit." „Vielleicht könnte mein Herr dem Herrn mittheilen, wohin Herr von ArboiS gegangen." „Ich wäre ihm sehr dankbar." „Wollen der Herr nicht nähertreten..." „Das ist überflüssig, ich warte hier." „Was giebt eS denn?" ließ sich in diesem Augenblick eine Stimme hinter dem Kammerdiener vernehmen, der re- spektvoll zur Seite trat. „Der Herr Baron von Elven wünscht Herrn von Ar- boiS zu sehen." Ein Herr erschien und sah sich den Besucher mit großer Aufmerksamkeit an. „Mit wem habe ich die Ehre zu sprechen?" sagte An- dreas, den dieses Zeremoniell sehr verdroß. „Ich bin der Baron von Randal... Ist Ihnen mein Staaten sich zu reinen Militärstaaten entwickelt Haben, scheint uns die Abrüstung auf dem Boden des Vertrags in weite Ferne gerückt, so leicht es auch wäre, zur Erledigung der zwischen den Nationen schwebenden Streitfragen e u r o- Päische Schiedsgerichte einzusetzen. Aber ist denn die Aussicht in die Zukunft so ganz trostlos? Einen Fall gäbe eS, in dem eine Abrüstung möglich wäre, wcnn nämlich an Stelle des feindlichen Verhältnisses zwischen Frankreich und Deutschland ein Verhältniß der Freundschaft und des Vertrauens hüben und drüben treten könnte. Dann stände Rußland isolirt da und wäre der Störenfried, gegen den sich das ganze übrige Europa verbinden könnte. Dann hätte man nur so viel Truppen nöthig, als zur Abwehr eines russischen Angriffs erforder- lich wären und dann könnte eine Abrüstung eintreten. Aber zwischen Frankreich und Deutschland liegt eine politische Vergangenheit, die eine nicht leicht zu über- brückende Kluft bildet, und die Derouledes jenseits und diesseits des Rheins sorgen schon dafür, daß die Flamme der nationalen Zwietracht nicht erlischt. So stehen wir vor der traurigen Zuversicht, daß eine wirkliche Abrüstung erst dann zu Stande kommen wird, wenn die Militärstaaten in einem großen Kampfe ihre Waffen erprobt haben, und daß aus den sich an einen solchen Kampf knüpfenden Veränderungen und der noth- wendiger Weise folgenden Erschöpfung eine Entwaffnung hervorgeht. Das ist eine schlimme Aussicht. Aber wir sehen in der allgemeinen Uebcrfluthung mit Waffen keine Taube, die den Oelzweig des auf Abrüstung begründeten Friedens bringt. Wir müssen unter dem bewaffneten Frieden weiter leben, ein Zustand, den Alle bedauern und den im Moment Keiner zu ändern vermag. Wir büßen eben allerlei historische Fehler ab, die weit hinter uns liegen.__ Die Jlort|feclltprei in(DWron&en. in. Von den Roh st offen: die Korbweide. Wir haben gesehen, wie die altfränkische Form des Haufir- Vertriebs dem Großhandel Platz machen mußte. Fe rascher sich der letztere entwickelte, um so schneller schritt auch die Produktion fort, die nun nicht mehr die Beschränkung auf einige einfache Artikel duldete, sondern mannigfache neue von kunstvollem Ge- bilde zu schaffen unternahm. Gleichen Schritt mit di>ser Ent- faltung der Produktion hielt die Ausdehnung des Absatzgebiets. Reue Muster, neue Formen wurden von den in alle Welt reisenden Korbführern und Korbhändlern heimgebracht, man lernte mancherlei Robstoffe kennen und verarbeiten. Als gefähr- lichstcr Konkurrent des alten Weidengeflechts machte sich gar bald bemerkbar das indische oder, wie es gewöhnlich genannt wird,„spanische Rohr". Das ftanische Rohr wird ungeschält als sogenanntes Natur» rohr über Hamburg und holländische hafenplätze bezogen, wohin es als Schiffsballast verladen wird. Eigene Unternehmer erstehen das Rohr von den Schiffsrhedern meist im öffentlichen Verstrich und unterziehen es. nachdem es genau sortirt worden, mit Bleichen und Waschen einer sorgfältigen Reinigung. Sie selbst oder besondere Stuhlrohr- fabrikanien schälen und spalten das Rohr zum eigentlichen Flechtrohr, wobei ein runder Kein herausgestoßen wird. Dieser Kern wird Böddichrohr genannt und roh oder gebeizt verar- beitet, lackirt heißt es Leckrohr und ist ein für den Korbflechter besonders werthvollcr Arbcitsstoff. Die Rohrpreise find sehr verschieden; der Preis wird mit bestimmt von der Stärke, Härte und Farbe des Rohrs. Gutes Naturrohr kostet der BW er zentner*) 50 M., Böddichrohr 40 M.; Lackrobr geht nach Meter, und zwar zahlt man für mittelstarkes, 2% Meter langes Lackrohr 10 Pf. Der jeweilige Mark! preis wird vor allem durch die Zu- fuhren destimmt.„Sinken die Rohrpreise," sagt Sox.„so rentirt es sich den Eingeborenen�) in Indien und dem indischen Archipel vielleicht besser, Guttapercha zu sammeln,— die Rohrzu fuhr stockt, und die Preise schnellen in die Höhe." Nach einer Schätzung, die nach Sar freilich zu hock erscheint, werden im ober- fränkischen- koburgischen Industriegebiet jährlich verbraucht: an Naturrohr gegen 2700 Meterzentner; an Böddichrohr 1000 Ztr., an lackirtem Rohr mehrere hunderttausend Meter. Seit 30 bis 35 Jahren verarbeiten die Flechter auch Palmblatt und seil etwa einem Vicrüljahrhundert Esparto in ihrer Industrie. Der Preis für Palmdlatt oder Schilf aus Euba schwankt mit der Ergiebig- keit der Ernte zwischen 25 und 70 M. Aus Palmblatt werden *) 1 Meterzentner— 100 Kilogramm. **) Das heißt den Kapitalisten, welche die indischen Kulis beschäftigen.(Red.) Name vielleicht bekannt," fügte en hinzu, da er be- merkte, daß der Baron die Farbe wechselte. Andreas hatte den Namen nicht vergessen, den der Major ihm genannt hatte, und er erinnerte sich sehr genau, daß die» der Name des Herrn war, der von Guntram Frau von Lorris vorgestellt werden sollte. „Ich würde nicht sehr überrascht sein," fuhr Herr von Randal fort,„wenn Sie ihn bereits gehört hätten. Sie sind der Freund des Herrn von Arbois, und ich habe auch die Ehre ihn zu kennen. Vielleicht hat er zu Ihnen von mir gesprochen?" „Als ich ihm heut Vormittag beim Dejeuner Gesellschaft leistete, erwähnte er Ihren Namen in der Unterhaltung," erwiderte Herr von Elven. „Ich wußte, daß Sie zusammen dinirt hatten, und Sie wissen sicherlich auch, daß er mich besucht hat, nachdem er von Ihnen Abschied genommen." „Ich wußte nicht, daß Sie hier wohnten, aber vor einer Stunde ging ich den Quai entlang und sah Herrn v. ArboiS hier am Fenster." „Ah!.. richtig! Es thut mir nur leid, daß Sie sich nicht sofort hierher bemüht haben, denn jetzt ist er nicht mehr da. Er muß wenige Minuten, nachdem Sie ihn ge- sehen, fortgegangen sein." „Ich konnte nicht... ich war nicht allein. Da ich ihn nun verfehlt habe, bleibt mir nichts weiter mehr übrig, als Ihnen, mein Herr, für Ihre Auskunft zu danken und mich von Ihnen zu verabschieden." „Aber so meinte ich eS nicht. Verzeihen Sie, daß unsere Unterhaltung so lange auf der Schwelle meines Hause« vor sich ging, und erweisen Sie mir den Gefallen, einzutreten. Es wäre m,r sehr angenehm, mit Ihnen über einen Mann zu plaudern, den ich hoch schätze, wenn unsere Beziehungen auch erst von der vergangenen Nacht her datiren�reas roar ��nß nicht in der Absicht hierher gekommen, sich mit einem fremden Menschen zu unterhalten, der ihm da« gerade Gegentheil von Sympathie einflößte, aber die Gelegenheit war zu günstig, um einem Verdacht auf den Grund zu kommen, der in ihm aufkeimte. Körbe und Koffer für Reisende gefertigt; man verbraucht davon gegen 3000 Zentner jährlich. Espaito, eine flachsähnliche Stroh- art, wird direkt aus Spanien bezogen und kommt, gebleicht, in Ballen zu zwei Meterzentnern in den Handel. Der Bedarf be- läuft fich jäbrlich auf 2000 bis 25' 0 Zentner, der Preis des Ballens beträgt 54— 58M. Von minderer Bedeutung sind eine Reihe anderer Rohstoffe, wie Spafterie, Hanfgewebe, chinestsche Matten. „Der wichtigste Rohstoff für den Korbmacher ist aber und bleibt nur die Weide." Die heimische Korbweide, die zum Theil noch heute wild an den Iliern des Mains und seiner Nebenflüsse Rodach, Steinach, Kronach wächst, konnte bald weder nach Güte noch nach Menge den Forderungen der Industrie Genüge leisten. Man war also gezwungen, entweder zur Kullur der Weide überzugchen und die edleren Arten eigens zu züchten, oder den Weidenbedarf in wachsendem Maße von auswärts zu decken. Das Letztere vornehmlich geschah; Lieferanten wurden Belgien, Frankreich und andere Länder, obwohl dieser Rohstoff „vielleicht ebenso gut und jedenfalls im Ueberfluß daheim ge- zogen werden konnte, wenn man ihn nur pfleglich zu behandeln wußte und nicht hartnäckig für einen Wildling ansah." Die Regierung wie die landwirthschaftlichen Komitees be- kümmerten fich lange nicht um die Weidenkultur; erst der land- wirthschaftliche Lokalverein in Rcdwitz brachte im Jahre 1860 die Sache in Fluß. Allerorten sprach man fich dahin aus, daß eine bessere Entwicklung der Weidcnkultur ein Gebot der Nothwendigkeit sei.„Der Weidenbau", erklärte z. B. das landwirthschaftlichc Bezirkskomitee Hollfeld,„ist für die obere Maingezend eben so wichtig, als der Weinbau für die untere." Das landwirthschaftlichc Kreiskomitee machte eine Reihe praktischer Vorschläge, aber dieselben wurden nicht ge- nehmigt. Die Regierung begnügte fich, im Amtsblatt eine Bekanntmachung zu erlassen, worin allerlei gute Lehren über den Weidenbau enthalten waren. Selbstverständlich hatte diese rein akademische Stilübung keine Wirkung.„Die Angelegenheit," sagt Sar,„schlief allgemach ein; hie und da erfolgte noch ein kleiner Anstoß, ein Vortrag, ein Artikel, dann fühlte man fich beruhigt und die Sache blieb auf dem alten„Fleck". Das ist der Gang der„Sozialrcform von Oben." Wenn auch Anfang der 70er Jahre fich richtigere Anfichten über die Wcidenkultur verbreiteten, so nahm dieselbe dennoch keinen Aufschwung. Man muß in Betracht ziehen, daß zwar der Ertrag einer rationell bewirthschaftctcn Wcidcnplantage dem Ertrage einer doppelten Wcizencrnte gleichkommt, daß aber auch die Anlagekosten bedeutend gegen früher ge- wachsen find, Dank den größeren technischen Anforderungen; für ein Tagewerk Weidenpflanzungen beträgt der Aufwand 278 M. Nur besseisttuirte Unternehmer können solche Kosten riskiren, und so finden wir denn ratio- nellere Weidenzüchtung nur auf den Gütern Neßanger und Berghof bei Trieb. Aber dies ist nur das eine Moment. Das Interesse des kaufmännischen Kapitals war die Hauptsache.dafür, daß der oderfränkische Weidenbau in den Kinderschuhen stecken geblieben ist.„Wo bleiben," ruft Sax ironisch aus,„die Korbwaarenver- leger, die doch das stärkste Interesse baden mußten, daß die un- entbehrliche Weide möglichst billig und bequem zur Stelle sei? Sie vor allen scheinen beiufen, die einheimische Weidenkultur unter ihren Schutz zu nehmen, von ihrem mächtigen Einfluffe durste die Regierung die werkthätigste Unterstützung erwarten, denn ihnen zunächst kam ja auch der schließliche Erfolg zu stalten. Aber die Korbhändler kalkuliren anders. Sie hatten es fich zur Gewohnheit gemacht, den Haus industriellen das Material selbst zu liefern und dabei Preise zu berechnen, die der Arberter unbesehen hinnehmen mußte, da er keine Mistel hatte, fie auf ihre Angemessenheit zu prüfen; denn die wirklichen Be- zugsprcise werden als Geschäftsgeheimniß strenge gehütet. Es leuchtet ein, daß bei den einheimischen Weiden dies nicht gut möglich war; auf die Dauer konnte nicht verborgen bleiben, was der Kaufmann dem Weidenzüchter in der Nachbarschaft gezahlt habe— die Ardeiter konnten nachrechnen, fich vielleicht übervor- thellt finden, und man wüßte ihnen nichts zu erwidern. Dem- gemäß sehen wir die Korbhändler besten Falls gleichgiltig, zu- meist jedoch geradezu feindselig der inländischen Weidenkultur gegenübci stehen und ihr Aufkommen verhindern. So durfte auf der Generalversammlung des landwirthschaftlichen Kreis- Vereins von Oberftanken vom Jahr 1882 Bezirksamtmann Aialterer aus seiner ftüheren amtlichen Thätigkeit in Lichten els„als die größten Fdnde der Wcidenkultur" die Korbwaarenfabrikanten bezeichnen, in deren Interessen es gelegen sei, das Rohmaterial selbst zu verkaufen. Um den armen Korbstrickern nach Belieben die Preise für das Roh- Material diltiren und reiche Gewinne in die stets offene Tasche schieben zu können, sträubten fich mit Erfolg in kapitalistischer Rücksichtslofigkeil die steinreichen Handelsheiren gegen die Pflege des oderfränkischen Wridenbaues. Eklatanter tritt wohl selten die heiße Prosttlust des Untcrnchmerthums zu Tage, das in diesem Falle offen seinen Willen, die Arbettcr direkt zu über- vortheilen, bekundet und bethätigt, wofür die Herren von einem kgl. bayerischen Beamten gebührend an den Pranger gestellt werden. Die am Hungertuch nagenden Hausindustnellen, deren Sie haben zusammen soupirt, sagte er sich; ich dachte aber, sie kennen sich schon lange. Weshalb will nur der Major diesen Herrn von Randal Frau Valdicu vorstellen, den er gestern noch gar nicht gesehen hatte? DaS muß ich herausbekommen." „Folgen Sie mir, mein Herr," fuhr Herr von Randal fort;„ich will Sie nicht lange aufhalten, aber es thäte mir sehr leid, würden Sie mir meine Bitte abschlagen." Andreas schwankte noch, aber schließlich gab er doch seinem Verlangen nach, den Menschen hier zu studiren, den der Major auch mit Theresen bekannt machen wollte. Herr von Randal führte ihn alsbald in den Garten. Dort liebte er Besuche zu empfangen, und der Ort war auch in der That für vertrauliche Unterhaltungen wie ge- schaffen. „Ihr Erscheinen, mein Herr," begann er liebenswürdig, „ist ein großes Glück für mich. Ich wohne so weit.vom Zentrum von Paris entfernt, daß meine Freunde nicht oft meine Einsamkeit erheitern kommen. Der heutige Tag be- schenkte mich nun mit zwei angenehmen Ueberraschungen: mit Ihrem Besuche und mit dem deS Herrn Majors von Arbois. Welch' ein liebenswürdiger Mann ist doch dieser Herr- liche Offizier! Und wie thut es mir leid, daß ich ihm nicht früher begegnet bin. Wir sind in demselben Klub, er aber war m Tunis und kam erst vor wenigen Tagen nach Paris. Sie sind glücklicher daran, als ich: Sie sind ein alter Freund von ihm und können seinen Werth schon lange würdigen." „Sein Regiment stand vor einigen Jahren in Pontivy, und ich besitze in der Nähe ein Gut. So kamen wir zu- sammen, obwohl wir nicht gleichen Alter» sind." „Aber doch gleichen Standes und das genügt. Ich, ver ich in gleichem Alter mit ihm stehe, verdanke nur einem Zufalle das Vergnügen seiner Bekanntschaft." „Einer gemeinsamen Kartenpartte und einem Souper. nicht wahr?" „Nein. ES ist ja richtig, daß wir im Bakkarat den Bankhalter gemeinsam angegriffen, daß wir auch mit einigen Dämchen gemeinsam soupirt haben; und die Damen waren betiubende Lage wir in einem der folgenden Artikel*„GleiS Naheren_ schildern werden, müssen nicht blos gegen ffw»' Stunden a löhne für die Verleger fich abplacken, fie werden �bekannt, da durch direkten und mittelbaren Truck tributpflichtig �Prozent wacht, und so gestaltet sich ihr Dasein zu einem Wem 23. Fu setzten Opferfest, bei dem die Kaufherren die Opfer emvfan-�Lraft treter den Olympier find. Ohne Bei dem systematischen Widerstand der Kapitalisten(�«mide, blie Verbreitung der Weidenkultur in Oberfranken ist natürlich verlam Import fremder Weiden ein sehr großer. Er betrug in"- Jabren 1881-1885: 13 170, 14 050,5, 12 925,1, 13 395,6 12291,7 Meterzentner darunter 3170, 2400,2, 1809,1, 10% 769,2 Meterzentner französische, 1120, 1100 3, 986, 16'- 1122,5 Meterzentner österreichische Weiden, während die fc® waffe aus Preußen kommt. Und zwar find es besonderste' Weidensorten, die man einführt, bei den gröberen nimmt einheimisches Gewächs.„Der Werth einer WagenlaU. Weiden zu 100 Zentnem beträgt laut Faktura(ohne o® Lohnet mb de �hnerh "rdings e unnött uechen lm würd IW, wie Tie vo u. s, w.) etwa 1800" bis 2000 M." es"werden also etsa Ik>ne in Oderst-q 150000 bis 200 000 M. fremde Weiden jährlich in eingeführt." Potttische Ueberstcht. IÄS Gin vernichtenderes Urthett über die Lage der deuM '" wie das war,« ,?«>! Lohnarbeiter ist wohl nie gefällt worden, als wre oas ww», n der Füist Reichskanzler seinerzeit zum Besten gab, als er? gesetzliche Verbot der Sonntagsarbeit damit bekämpfte, daß? Arbeiter zu ihrem Lebensunterhalte den Verdienst, den l Sonntagsarbeit dringt, nicht entbehren könnm. Ob der IW fich seitdem jemals llar gemacht hat, daß er mit seinem Auslpw die Lage unserer heutigen Lobnarbeiter als noch weit untrtjj..� Lage der jüdischm und kleinafiatischen Sklaven stehend(d)i% We denen das Gesetz bereits vor 4000 Jahren die Ruhe des tags ficherte, das wissen wir nicht. Das Blatt aber, W Ehre genießt, dem Kanzler ab und zu einen Theil seines � IC oder besser seines unbedmckten Papiers zur Verfügung sidWj cN gea dürfen, die„Rordd. Allg. Ztg.", ist fich über die Tragwei« � 2� eintn "'nniAä tauft»«nrf» mrfif ffnr � Mi t ro KP & zu. .1 ff»u fc kanzlerischen Ausspruchs heute noch nicht klar geworden., wir aus einer letzthin von demselben gebrachten Notiz ers des verkürzten Arbeitstages vollständig cinoerstandcn warg diesen Zeitvuntt förmlich herbeiwünschien". Als Beweis h'� wird der Fabrikinspettor für den Reichenberger Bezirk zitichZ,- m seinem Bericht sagt:„daß zahlreiche größere und ller«,; Industrielle der Textilbranche... darauf hinweisen, das i liche Inkrafttreten der elfstündigen Arbeitszeit sei denselben I' gelegen.".„.I Aus diesen zahlreichen Fabrikanten macht Herr P'Jwl gleich die Fabrikanten überhaupt und zwar vergißt er Wj! »anz und gar, anzugeben, was denn diese Fabrikanten gek>�' W hätte, elf Stunden in ihren Fabriken arbeiten zu lassen."TL, L/.bra: fie damit so sehr einverstanden waren. Aber nein, Herr%% C Wer vergißt es nicht, uns den Grund anzugeben, warum die%% we kanten wider ihren Willen 12 Stunden und noch 1� aii haben bisher arbeiten lassen.., w JfcJBttf „Die Arbeiter in Nordböbmen find aber mit pp, lMsn z, Verkürzung der Arbeitszeit oder vielmehr mit dieser PelkvWL L'%jb ihres Verdienstes, die eine Folge dieser Maßregel ist, niebsA% A 1 verstanden; es wird in Nordbhöhmen auch Stücklohn, al>f.. W-Wen Akkord, gearbeitet, so daß unter den gegenwärtigen Vi rhälln>r„ jede Beschränkung der Arbeitszeit eine Verminderung des r*1% deitsverdienstes zur Folae hat." pA ols Also, die Arbeiter find es die mit der Verkürzung deA beitszeit nicht einverstanden find, die an der langen Mi Ar zeit mit jeder Faser ihres Herzens hängen und um H«, unbändigen Lust an der 12. Arbeitsstunde den 8�„ot%% % h Erzwingung längerer Arbeitszett! Wenn das Pa A. f, erlebt hätte, er hätte seinen Streikerlaß gewiß sofort nommen! Freilich. Herr v. Puttkamer hatte in dieses,?... ebenso naiv sein müssen, wie es Herr Pindter in ww lichen Dingen zweifellos ist; denn anderenfalls hätte fi* verflossene Minister des Innern doch wohl genauer um o>c; sacken der Streiks in Böhmen und Mähren gekümmert," dann wären wir wohl auch den famosen Edaß nicht lo» worden. Denn der Streik um die längere Arbeitszeit cxo eben nur in der Pindter'schcn Phantafic. Um was es fchJLe, even nur in oer Pinorcr iiycn Phantasie, um was es v« c" in Wirklichkeit handelte und handelt, das zeigt uns in klaOl gWA Einfachheit die Erklärung eines Reichenberger Fabnlan e welche dieser in Wiener Blättern erlassen hat, und die umA ra v yt gleich eine Antwott auf das Gerede giedt, die(pA 2js erzwungene Arbeitszeitoerkürzung bedinge für die Arbeiter' Lohnkürzung. In der betr. Erklärung heißt es: hübsch, besonders die Eine, die ich sogar, wie ich aest� will, wiederzusehen beabsichtige..." � Diese Zwischenbemerkung wirkte auf Andreas � ruhigend. Er schloß daraus, daß dieser Baron, der_ Liebhaber solcher Damen war, nicht mit dem Tedankes gehen konnte, Fräulein Valdieu zu Heirathen. (Fortsetzung folgt.) Ans Kunst«nd Leben. Für skrophnlose Kinder werden mtt Recht® j> ad er empfohlen; und bekanntlich ist es das im ScetcMS p... � � o d, welches bei Skropheln heilkräftig wirn- � Wiz- wenigsten Eltern in der Lage find, ihre K j, d zu schicken, so wird häufig das Jod in dei.�% ,» K b ä M..... haltene I o jedoch die—...... ein Seebad zu schicken, so wird häufig das Jod»> oder andern Form als Arznei eingegeben, was indeß's" sehr kostspielig ist. Nun giedt es aber eine sehr billige un y queme Form, in welcher das Jod genoffen werden kann. daß Arzt und Apotheker einen Pfennig zu beziehen bw" � Und das ist in der Form von Seefische n.-y meistens sehr jodhaltig find. Und einer der jodhal™ U und zugleich der dilligsten ist der Fisch, welche» J uns<üs Pökling oder Bückling(Bucking u. f. aA f den Markt kommt. Dieser Fisch, der überdies sehr nahr»Ac» und von den rnrnffMi(Tintaiti ? uveroic® seyl.x-i und von den meisten K.ndern mit größtem Appettt s W fich m vrelen Fallen als ein vorzügliches M#.� Skropheln, sowohl auch als Vordeugungs- wie als Hell psf notnrt nt-r«imV*?/%*>•« rCfi—_» � D r—- r-cA'«wuf uiö �oroeugunge- wie w» w ääÄ&ÄÄ ÄWÄÄÄSÄ""1 K «"w eindringendem«eiste die fÄ ä und neuerer Z-it fich mit den Seifenblasen deschat™ W in eine innige Berührung mit einander ,u stetem�-•* .— lifli so wie man eine Sergestoff tanzen US- Ä lassen und sogar zusammendrücken ka ütlkÄS irvcn s1 Wannt, dah eine Erhöhung v flicktig �Prozent eintreten würde. L fnt»«« 09 a.-•-- es'Stücklohnes um 5 iM-.... v, untren routoe. Das wurde in der Fabrik em am 23. Juni bekannt gegeben und sollte vom 25. Juni an in empfan�Lraft treten..+, mmm üd-.,.»- listen atüriii ;nia i" Vi-& >derss> nimmt lagcnlal (ohne oWW DM etoa lük Wahrheit dieser Angaben verbür.. » vollständig, welchen Gebrauch Sie von denselben �°*n wollen und verharre Ihr hochachtungsvoll ergebener Adolf Schwad, «„ Reichsrat hsadgeordneter." in CT Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung gingen Hand wie uns hixr ein Fabrikant selbst bestätigt. Was hier «Mlnicirnth t__ ri»n i„ ct\..j___ v__ w___ lr�'S Schwab fonftatirt. ist in Dutzend andern Fällen „ m latz/� eingetreten. Die„Rordd. Allgem." mag daraus er- , a Vf)[ kk � sehr fie sich einer Sisyphusarbeit unterzieht, wenn JL i �4nlnei."oih damit abmüht, den deutschen Arbeitern die Dloemni.rbeiisiages" be. n AuslpiZ ttK,«Kb.wrg»«g«nd Kozialistengcs.h. Die„Kreuz. Jwtteb, wie wir bereits erwähnten, daß die„letzthin '»i dn, e eh t gegen die sogenannte Arbeiterbewegung ihL Agitatoren dazu nicht benutzt wird, die Streitlust der SS. i, W allseitigem Schaden in der unverantwortlichsten T)* u i e n", und das Blatt scheint somit neue Maß- ii r M it unirt* d s»iM des r, 0% ' w tt reWWWWWWW» W a W Qr" gegen die„Streiklust" in Ausstcht zu stellen. Ob das agwem., � Antreffen wird, wissen wir nicht, aber konstatiren wollen % üw nrl er Reichskanzler und Bennigsen sowie �.Ä der ersten Berathuna des Sozialistengesetzes auf oum K!«reilichstx vcrficherten, durch dos Gesetz sollen die Koalitions« wü fi£?8en der Arbeiter keinen Schaden erleiden. Was diese �«??2en für einen Werth haben, kann man daraus er- der„Kreuzztg." heute der Puttkamer'sche Streik- . z?.." nicht mehr weit genug zu gehen scheint. AW,,? Franzosen sind„Wilde"— das'ist die neueste des großen Pindter. Pindter ist wirklich unver- UfcvL jedenfalls sorgt der Pindter in dieser nicht gerade .uW«!,n Seit für boucherschütternde Komik. Ein gewaltiger [Wien kzj— ein Zirkus Held wie er im Buch steht. Mit der «»n jerirümmcit er spielend den Mackenzie, mit der an- daß T er die verkommenen Franzosen zu Brei. Schade u bla! 'esproW. eitstaM ms rrif, Sinfü! t wardi, oeis% r# aselben � ?err! '&a kÄf�rämmert er'fpulenb den Mackenzie. mit der an- fFMWUMII WMWWU,M wenn er ihnen gerade in dem Weg kommt— seinen auch alle Gerechtigkeit widerfahren. Den größten rfolg hat aber Pindter, wenn er verlangt— ernst .- zu werden. Apropos„umtanzt" worden ist das letzte «vizöffscher„Wildheit"— sonst ist ihm nichts geschehen. können Herrn Pindter ein Land nennen, wo es sTjpbe von Deutschen giebt— ebenso anständige, wie * Opfer des Herrn Pindter—, die sehr, sehr froh i, j!m fie keine schlimmere Behandlung zu erdulden von ein paar Flegeln„umtanzt" zu werden. Und ' 0 ürhtP wird sonderbarer Weise von Herrn Pindter in allen r&fer e r r l i ch t. Ob Herr Pindter es wohl kennt? �eiaiutstif hL..�'i�uns von ganz zuverläsfiger Seite mitgetbellt, 1-■" �;*mt«nd Invalidenrente. # "ßbeij iu warten wollte, um— 120 M. KÄKMM inv-' n na" jabntt Die uB e/ rbeiter Ig m öflicher, ein Schau- ch s>estc> lanke" u- i 5% -D J'jSs V® bet�ormT'8 8e0en""ander drücken, daß ste Ms fi äs K ss» Z? Pv5t0Qen tJu ber äußeren abtrennen und in MÄR ä ÄÄt's: Äfcrö» -- z'Plaut, so fliegt jene munter von bannen. MMM "Beten in die Höhe und sührt dieselbe,' meb-n----'' -aß Gase durch wenn man man auch „........... nmitten der das Seifenhäutchen hin- »»''---- Ol—L V'U [betr. cn W ■n. Lle T dtNtin i'mv.'"■-""H1"», h einer � wenn man drese nun entferr...______ fi foi;?mmen l v™en Körpers aus, so fließen sie äugen- als werden zu einer einzigen Blase; sie %e S? anbl�.feines Elektroskop. Hat man eine Seifen. WMMs n Versuch ßefchs 0enl)er bewiesen werden, als kann- L ., gerichtliche Wahlprufnng spricht fich auch die»Sch efische Volksze.tung" aus, indem fie am Schlüsse eines Leitartikels schreibt:„Die Befürworter einer solchen Aenderung stnd entweder kurzfichtige Theoretiker oder böswillige Feinde der Volksrechte, welche dem Parlament sein Recht verkürzen und für ihre Wahliampfe ein freieres Feld gewinnen möchten. Wenn der Furistentag durchaus neues Terrain für die„Rechtsprechung unabhängiger Gerichte" haben will, so mag er die Frage eines Berfassungsgerichtshofes aufwerfen, welcher zu entscheiden hätte, ob eine Verordnung oder ein Gesetz(z. B. das Schullasten- gesetzt verfassungsmäßig ist." Der Handelvthett der großen Konrgeoisblatter ist erne chronische Ohrfeige für den politischen Theil dieser selben Blatter. Bekanntlich ist die„Kölnische Zeitung" das H a u- 1- K r i e g s r a d a u- L ü g e n- O r g a n, das bei der 1887er Wahl mit Hochdruck im Gruselig machen der Reichsphilister ar- bettete, in Melenitschnüffeleien und Holzbarackenentdeckungen fich am virtuosesten zeigte, kurzum fich als Ober-Wauwau qualifizitte. Jetzt bringt dasselbe Blatt in seinem Handelstheile Auszüge aus den letztjähngen Bericht der Kölnischen Handelskammer, in welchem es u. a. heißt:„Die Entw-ckelung des Holzgeschäftes vollzog fich im Jahre 1837 ruhiger und langsamer als im vor- hergehenden Jahre, indem in den ersten Monaten des Jahres die unsichere politische Lage lange die Unternehmungslust in Schranken hielt. Die volle Regsamkeit konnte daher im Bau« geschäft erst dann zum Durchdruch kommen, nachdem die Kriegsbefürchtungen geschwunden, und das Vertrauen in den Bestand der Verhältnisse allmälig zurückgekehrt war." Wer hat die Kriegsfurcht künstlich gezüchtet, genähtt, gesteigert und das Vertrauen in die politische Lage erschüttett? Der alte Maulwurf von Köln, die„Kölnische Zeitung". So wird der politische Theil der Kölnerin all absnräum geführt von dem tandelstheil. Aber er ist so schon absurd, die Quintessenz der bsurdität, von Anfang bis zu Ende offiziös-reptilistische Esels- wiese. Auo Aamduvg, 1. August, schreibt man uns: Heute ist der Todestag unsers unvergeßlichen Volksmannes August Geih. Geboren am 10. April 1842, starb er im blühenden Älter von 37 Jahren, tief betrauert von der Arbeiterbevölkerung Hamburgs, am 1. August 1379. In ihm verlor die deutsche Arbeiterpartei eines ihrer begabtesten Mitglieder. Was wir de- sonders an ihm verloren haben und nicht so leicht ersetzt wird, das ist der unermüdliche, weitschauende Organisator von eminen- ter Arbeitskraft. Seine Rede war etwas professoral, aber gerade durch seine Ruhe verstand er nicht nur die Massen zu beHerr- schen, sondern auch einen weitgehenden Einfluß auf andere Führer der Partei auszuüben, dem fich fast jeder ohne Murren beugte, da man bald einsah, daß G e i b nicht nur immer das Gute, sondern auch das Richtige wollte. Der viel zu früh Verstorbene, der fich neben seinem Buchhandel schon früh schriftstellerisch beschäftigte(auch einen Band hübscher Gedichte hat er hinterlassen), fand zuerst den richtigen Pfad auf sozialpolitischem Gebiete durch die Agitattonsschnsten Ferdinand Lassalle's, um dann fich dem Studium von Marx's Werken zu widmen, und er war es zu- erst, welcher hier in Hamburg es versuchte, die Ideen Marx's den Arbeitern durch populäre Vorträge zugänglich zu machen. Dankbar für seine Bemühungen um Recht und Wahr- heit, brachte die Arbeiterschaft nicht nur aus Hamburg, sondern fast aus allen Gegenden Deutschlands ihm ihr Vertrauen ent- gegen. Er hat für das Volk gestritten, und wie es in unsrer Zeit leider nicht anders ist, auch gelitten!— Heute nun wie jedes Jahr pilgerten schon am frühen Morgen ganze Schaaren von Arbeitern zu seinem Krabe, um dasselbe mit Blumen und Kränzen zu schmücken. Das Grab ist ganz in Eichenlaub ge- hüllt und außer vielen frischen Blumensträußen schmücken das- selbe fünf mächtige mit großen weißen und rothen Schleifen verzierte, aus rothen Rosen gebildete Kränze. Die seidenen Schleifen enthalten Widmungen von den F r a u e n A l t o n a's und Hamburg's, von seinen Freunden Alton a's und Hamburg's, voniseinen Freunden„Von de Water- k a n t" und von der„Arbeiterschaft" der beiden Schwesterstädte. Die Widmung der letzteren, gedruckt auf einem breiten, prachtvollen, tieftothen Atlasbande, tautet: „Du warst im Leben edel, treu und bieder, ' Du standest stets voran im ernsten Streit, Drum kehren jedes Jahr hierher wir wieder Und legen dankbar unsere Kränze nieder, Die Dir des Volkes treue Liebe weih't, Für dessen Wohl Du einst gekämpft mit mächt'gem Wort. In unsrer Aller Herzen lebst Du ewig fort!" Bis heute Morgen um 9 Uhr hatte die Polizei von diesen Beweisen der Liebe und Dankbarkeit ihre Hand ferngehalten. Po«„Kpionenfteber". Die kürzlich von der Kattell- presse mit allen Einzelheiten erzählte Verhaftung eines ftan- zöfischen„Spions" in Kiel, angeblich eines franzöfiscken Marine- Offiziers, erweist fich wieder einmal alsein— Mißgriff. Der Verhaftete ist nämlich bereits nach kurzer Zeit aus der Haft wieder entlassen worden, da fich seine gänzliche Schuld- l o s i g k e i t herausgestellt hat. Der fragliche Herr soll Vertreter einer großen Fabrik in Forbach und Leiter der in der Umgegend von Kiel für die Kanalarbeiter aufzuführenden transportablen Baracken sein. Das ist nun in 8 Tagen der»weite Fall, wo ein Unschuldiger dem„Spionenfieber" in Deutschland zum Opfer fiel. Wir empfehlen besonders der„Nordd. Allg. Ztg." das Studium dieser Fälle. UrrkpeHzei der Fadrikbesttzer. Der Auffichtsrath und die Direktion der Maschinenbau-Aftiengesellschaft„Union" in Essen hat folgendes Zirkular versandt:„An unsere Arbeiter! Volksfreund" und„Essener Volkszeitung" zu warnen, da der Inhalt derselben den Frieden unter den Konfesstonen sowohl, als den unter den Arbeitgebern und Arbeitern gefährdet. Das Mitnehmen und Lesen dieser Blätter verbieten wir.unbedingt und ersuchen die in unfern Hausem wohnenden Arbeiter auf s Ernstlichste, auf diese Blätter fernerhin nicht zu abonniren." Das t-itx--- TCroiUoii her 9Ii;5cit!W Redakteur Beleitfigung des Leipziger rid)ts7cvird in zweiter Instanz am 4. September zur Verband- lung kommen. Die Beleidigung soll bekanntlrch in einem Be- richt über den letzten Leipziger Flugblattprozeß dadurch begangen worden sein, daß gesagt wurde, einrge Richter hatten bei An- Hörung der Vertbeivigungsreden Mangel an Aufmerksamkeit de- kündet. In erster In, tanz erfolgte Veruttheilung�u sechs Wochen Gefängniß. In der zweiten Verhandlung durften be- sonders die Zeugenaussagen des Oberstaatsanwalts H a n t s ch e l, der in dem Flugblattprozeß die Anklage oertrat und im schwe- denden Beleidigungsprozeß als Zeuge vernommen wurde, zur Sprache kommen und für die VertHetdigung benutzt werden.- Au» Köln. 1. August, wird geschrieben: Vor einige Zeit wurde die hier in dem Verlage des Herm Werlher«scheinende mm die dritte Rummer wurde, wie mrtgetheilt wird, ohne dem Drucker oder Verleger Mittheilung gemacht zu haben, bei der »ADÄ-SSS- Der Prozeß gegen den Leipzig, Herrn Heinisch., wegen Verleger der verbotenen Gerichts-Ztg., eine Anklage zugestellt erhalten haben wegen Verletzung des§ 19 des Sozialistengesetzes. § 19 lautet: Wer eine verbotene Dmckschrift(§ 11, 12), oder wer eine von der vorläufigen Beschlagnahme betroffene Druck- schrift(§ 15) verbreitet, fortsetzt oder wieder abdruckt, wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft. U-ber einen Wunderliche« Antisemiten in Chemnitz berichtet man der„Freis. Ztg." aus Magdeburg. Donach findet fich in dem Chemnitzer Adreßbuch unter dem Buchstaben I. ver- ziichnet: �.Judenfeind Hülsen". Wir wissen nicht, wie viel Namen Hülsen in dem Chemnitzer Adreßbuch fich befinden. Wer von den Trägern dieses Ramens in Chemnitz der Judenfeind ist, bleibt fich ja auch ziemlich gleichglltig. Die Hauptsache ist das Vorkommniß an und für fich. Der Genauigkeit wegen hätte der„Judenfeind Hülsen" in dem Adreßbuch auch noch hinzufügen können, ob er zu den„Raudauantisemitm" oder zu der anderen Kategorie gehört. Der famofe Miener Antisemit Schönerer kündigt nach der„Magdeb. Ztg." an, daß er nach Verbüßung seiner Strafe vorübergehend in Dresden fich aufhalten und vielleicht die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben wird.— Vielleicht wird er auch noch einmal Reichstagsabgeordneter. Dessa«. Sonntag, den 22. v. M., fand bei zwei hiefigen Maurern Haussuchung statt, vermuthlich nach Beweisen einer gewerkschaftlichen Verbindung mit anderen Städten.— Bei den hiefigen Töpfern brach im Anfang v. M. ein Streik aus, welcher aber nur einen Tag dauerte, indem ihre bescheidenen Forderungen sofort bewilligt wurden. Es ist dies der zweite Sieg in diesem Jahre, welchen die Töpfer errungen haben. Der vorige Streik dauerte ebenfalls nur vier Tage. Gin„Grheimbnnd«"-«nd Nerbreitnngo-Proziß findet heute(4. August) in Durlach gegen die Herren Reichert und K e e s e statt. Belastungszeugen stnd der Ma- schinist Anton Werner, der Arbeiter Friedrich Steinbronn und seine Frau. Verbot. Auf Grund des§ 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokraiie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß ge- bracht, daß die nichtperiodischen Druckschriften: 1) Sozialdemokratische Bibliothek. XXttl. Kleine Aufsätze von Ferdinand Laffalle, enthaltend; I. Die franzöfischen Rattonalwerkstätten von 1849. 11. Antwort an Herrn Professor Rau. lll. Lassalle und die Statistik von W. Wackernagel. IV. Herr Wackernagel oder der moderne Herostratus. V. Er» widerung auf eine Rezenfion der..Kreuzzeitung", und 2) Sozialdemokratische Bidliotbek. XXIV. Zur Erinnerung für die deutschen Mordspatrioien. 1806-1807. Von Sigismund Borkheim. Mit einer Einleitung von Fr. Engels mit dem Vermerk: Hottingen— Zürich. Verlag der Volks» duchhandlung. 1888, nach§ 11 des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichneten von Landespolizeiwegen verboten wor» den find. Berlin, den 2. August 1888. Der Königliche Polizei- Präfident. I. V.: Friedheim. Gesterreich-Ungar«. Die Einschränkung der Geschworenengerichte in„anar- chistischen" Strafsachen soll nach osfiziösm Angaben einen Ersatz für das von Seiten des Parlaments in der letzten Scsfion unerledigt gebliebene„Anarchistengesetz" bieten. Großbritannien. Ueber den Verlauf der Sitzung des Unter» Hauses, die fich mit der Parnell'schen Angelegen» heit befaßte, liegen folgende Meldungen vor: London, 2. August, Abends.(Unterhaus.) Labouchere weist auf die heftigen Angriffe hin, die von den„Times" in ihrem heutigen Leitartikel gegen die Parnelliten, sowie gegen Gladstone, Hm» court und Morley wegen ihres Verhaltens in der gestrigen Sitzung des Unterhauses gerichtet worden seien, und knüpft daran den Antrag, daß die„Times" fich einer Verletzung der Privilegien des Hauses schuldig gemacht habe. Der Kanzler der Schatzkammer, Goschen, erkennt an, daß eine Verletzung der Privilegien des Hauses durch die„Times" stattgefunden habe, hält es mit Rückficht auf Präzedenzfälle aber für rathsam, den Antrag Ladouchsrc's durch das Uebcrgehen zur Tagesordnung zu erledigen. Gladstone stimmt Goschen's Vorschlag bei und ersucht Labouchsre, seinen Antrag zurück zu ziehen. Nachdem fich die Deputirten Sexton, Redmond und Morley gegen die Angriffe der„Times" noch sehr heftig ausgesprochen hatten, zog Labouchsre seinen Anttag zurück.— Das Unterhaus hat den Antrag des Kanzlers der Schatzkammer. Goschen, daß, wenn die Einzelturathung der Bill, betr. die Parnell'sche Untersuchungs. kommisfion. bis morgen früh 1 Uhr nicht erledigt sein sollte, die noch übrigen Paragraphen der Bill ohne jede wettere Debatte zur Abstimmung gebracht werden, mtt 239 gegen 185 Stimmen angenommen.— London, 3. August, früh. Unterhaus. Um 12* Uhr ergriff Parnell das Wort, um über die Ungerechtiakett der Regierung zu klagen und seinen Anhängern Rathschläge für ihr ferneres Verhalten zu ertheilen. Da Pmnell letzteres indessen bis 1 Uhr noch nicht gethan, wurde die Debatte adge- krochen und sämmtliche Artikel der Bill, detreffend die Parnell» sche Untersuchungskommisston, ohne wettere Abstimmung ange» nommen. Von allen Staatsmännern, welche an der Debatte über die Parnell-Bill Theil genommen haben, ist keiner so schlecht weggekommen als Joseph Chamberlain. Vor 8 Tagen hielt er eine sehr geschickte Rede, in welcher er auf Einschränkung der Untersuchung gegen die Pamelltten auf aewiffe, spezifizirte Anschuldigungen antrug. Die liberale Oppofition, sowie die irische Partei erklärte fich damit einver» standen. Am Sonnabend jedoch nahm er anläßlich einer V«r» sammlung von Parteigenossen in Birmingham seine Anttäge wieder zurück und bestand auf einer eingehenden Untersuchung. Daß diese unbegreifliche Meinungsänderung die irischen Nationalisten auf's tiefste erbittern mußte, war nur natürlich, und Chamberlain verschlimmerte die schon äußerst gespannte Lage dadurch, daß er einen schonungslosen persönlicheen An» griff auf Sir George Trevelnan machte und gegen dasjenige Amendement stimmte, oas seine eigenen vor 8 Tagen geäußer-, ten Anfichten ausdrückte. Daß vor Jahren genaue Beziehungen zwischen Chamberlain und Parnell bestanden hatten, ist längst bekannt, doch wußte niemand außer den beiden bethelligten Staatsmännern, wie weit ste fich mit einander eingelassen ballen. Die Anschuldigungen, welche Parnell in seiner kaum 5 Minuten dauernden Rede gegen den ehemaligen Führer der Radikalen und Ex-Kabinetsminister erhob, schädigen den Charatter dieses Mannes wert mehr als die Libelle, welche die„Times" seit einem Jahr gegen Parnell in die Welt hinaus schleudem. Sie laufen darauf hinaus: Bevor Chamberlain in das Ministerium eintrat, habe er die irischen Abgeordneten aufgemuntert, Dinge zu thun, die er selbst zu thun nicht den Muth gehabt, und als er Minister wurde, habe er die Geheimnisse und Beschlüsse des Kabinets ihm und seinen Kollegen verrathen. Parnell erklärt fich bereit, diese Behauptung durch Aktenstücke zu beweisen. Es- ist kaum möglich, eine schwerere Beschuldigung gegen einen ver» antwortlichen Staatsmann zu schleudern als die, daß er seinen Eid gebrochen und die Geheimnisse des Kabinets verrathen habe! Die Sache scheint jedoch ihre Richtigkeit zu haben: bei zwei oder drei Anlässen befand fich Chamberlain in schroffem Gegensatz zu einigen seiner Kollegen. Im Winter 1880, als Forster eine Gewaltbill verlangte und 1882, als Parnell aus dem Gefängniß in Kilmainham gegen Forster's Wunsch entlassen wurde, und abermals im Jahre 1835, als die Lords Speneer und Hartington eine Erneuerung der Gewaltakten in Irland in veränderter Form verlangten und Chambcrlain mit feinem Rücktritt drohte, falls das geschehe. Die konservativen Morgen- und Abendblätter übergehen in ihren Lcitartlkeln diese Episode in der Sitzung des Untechauses mit Stillschweigen. Kvitttitreich. Der Streik der Erdarbeiter dauert fort. Im Laufe des Donnerstag Vormittags zogen mehrere Trupps Streikender die Quais entlang, um die gefüllten Radekarren der nicht strcilendenden Arbeiter um- und deren Arbeitsgeräthe in das Waffer zu weifen.(?) Die Syndikatskammer der K u t- scher beschloß, daß alle zu deren Verband gehörende Personen die Arbeit morgen früh zu verlassen hätten. Die„Justice", das Organ Clsmenceau's, beginnt bereits die Regierung wegen ihres Verhaltens zum Erd- arbeiterstreik zu tadeln. Sie sagte, eine radikale Regierung müffe bei sozialen Konflikten andere Mittel zur Hand haben, als die Brutalrtät. Eine Versammlung der Possibilisten in der Salle Faviö nahm in Sachen des Streiks der Erdardeiter fol- gende Resolution an:„Die in der Salle FaviS versammelten Bürger schließen sich den streikenden Erdarbeitern an, tadeln energisch die Radikalen des Gemeinderaths, welche gegen die Unterstützung von 10000 Franken gestimmt haben; fie erklären, daß die Emanzipation der Arbeiter nur das Werk der Ardeiter selbst sein kann, daß man nicht mehr auf die Bourgeoisie zählen darf, mag fie sich radikal und nach Umständen sogar sozialistisch nennen, sondern nur auf eine soziale und wirthschastliche Revo- lution; fie protestiren gegen die Auslieferung der Gewast durch die Regierung in den Dienst der Arbeitgeber, fordern ihre streikenden Kameraden zur Ruhe auf, ohne die gewohnte Energie aufzu- geben, und legen allen Arbeitern nahe, ihre großen Sous her» zugeben, um den Erdarbeitern in i'aren Forderungen zum» zu verhelfen, da ihre Sache die Aller ist." Der Prozeß des orleanistischen Geschäftsführers gegen den Pariser Polizeipräfekten wegen schlagnahme des bekannten Schreibens des von Paris an die Bürgermeister wurde gestern vor Ztvllgericht begonnen. Der Staatsanwalt verlas einen des Polizeipräfekten, worin derselbe die Zuständigkeit richts destreitet. Das Gericht beschloß darauf, die � zur Beendigung der Gerichtsferien zu vertagen. Italiem Räch in Rom eingegangenen Rachrichten aus haben daselbst die Bäckergehilfen die Arbeit stellt; infolge dessen haben die Brotoeikäufer einen f Laden für den Brotverkauf in der Gallerie der Landwirt? gerichtet. �( (Hfl» Theater. Sonnabend, den 4. August. grMrUf- Wilhelmstädtisch-»«h-ater: Boccaccio. $««>'• Theater: Der Waffenschmied. Oft-ad-Thenter: Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern. Kell-Rlliance- Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. VtKwria-Theater t Dre Kinder des Kapitan Grant. m fanfmmtu'« ffatiiti s Spezialitäten-Vorstellung. m Kancordia- Theater: Spezialitäten- Vor« stellung. - 10 91. ir-Panm Zweite Reise durch Tirol. Der ganze Trauerzug und Auf- Vaflfriqe.l�T». 9 M. Der ganze Di bahrung Kaiser Wilhelms im Entre«»Cycl. 20 Pf.. Kind ms im Dom. nur 10 Pf. Abonn. Todes« Anzeige. Am 2. d. M., Morgens 3* Uhr, verstarb im Städt. allgemeinen Krankenhause, am Friedrichshain, der Schriftsetzer Gustav Matzke aus Breslau im 29. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Sonntag, d. 5. d. M.,'Rachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Reuen Jakobi-Kirchhofes in Britz aus daselbst statt. Berlin, den 3. August 1888., Die Ortsverwaltung der Zentral-Kranken- und Begräbnißkaffc für die Mitglieder des Untersiützungsvereins deutscbcr Buckdrucker. An die Tischler Kerlins! Allen Männern der Arbeit ist mein Weiss- und Bairisch-Bkr Lokal bestens empfohlen. Hauptverlehrs- Lokal für sämmttiche Baubandwerker für den Osten, und bittet um zahlreichen Besuch Der Dicke» Oft- bah» Ä». 4 253 Kollegen! Da der Streik der Tischler Hamburgs noch nicht deendet ist, find noch ca. 120 Famflien oäter, welche schon 13 Wochen den Kampf für Erhallung der Organisation gegen die Innung führen müssen, zu unterstützen. Außerdem waren die Hamburger Kollegen ge- nöthigt, zur Durchführung des Kampfes be- deutende Gelder aufzunehmen, welche in kurzer Zeit gedeckt werden müssen. Kollegen, in An- betracht all dieser Thatsachen richtet die hiefige Kommisfion an die Kollegen von ganz Berlin die Bitte, am Sonnabend und Sonntag noch einmal in allen Fabriken und Werkstellen für die Hamburger Kollegen zu sammeln und die Gelder gegen Quittung an die Mitglieder der Kom- misston abzuliefern. Bemerkt sei, daß durch die Kommission bis jetzt 3775 Mark nach Hamburg geschickt wurden. Dt» Kommissto» der Tischler Kerlin«. I. A.: Fr. Zudell, Waldemarstr. 73. Schweizer-Garten. Km Friedrichshaw.— Am Königsthor.— Haltestelle der Ringbahn. Konntag: Gr. Extra-Vorstellung. Auftreten neuer Spezialitäten: Morlay-Trio, humoristische Jnstrumentalisten. Brothers Alming, komische Excentrics, Familie Hugoseon, Gymnastiker-Familie, Sign. Vincsnto, der Froschmensch, Carl Willberg, Tanz- u. Gesangshumorist. Ball. Entree 30 Pfg. Zum Schluß: Berliner Kommernergnngen. (Pantomime& Ja Reichshallen.) Dienstag: 3um Beschiossuiig v. Sebastopol Ar»eg0?enerntern Schluß*.&. Kprrng»«g d. Malakoffthnr«»». der Gedr. Maffow. Pyrotechnisches Schauspiel unt. Mitwirk. v. 160 Pers. Verein der EinseheiW («ischler). g Mm Aüßerotdevtl.(Sfanolnftfam� wfä M CttFor am Sonntag, den 5. d. M., Vormittags 101 Uhr. Reue Friedrichfi Tages- Ordnung: 1. Berathung und Beschlußfassung der vorigen Versammlung nicht er> träge. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimitt. Billets zu dem diesjährigen Somml den in dieser Versammlung von allen sowie Vorstandsmitgliedern ausgegeben. 249] Der Do»! Hn Hz 5°-!? Ja, fe 30, ; (». sebarnow s\ älteste und leistungsfähigste Uhren-Fabrik,� IMWIMMSCOI B""" l»-WMI1860j Verein der Parquetbodenieger Berlins. Laut Beschluß der Generalversammlung vom i v. M. findet eine Anßerorbentliche Oeneral-Nersammwng am Sonntag, den 5. August, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Jordan, Reue Grünstraße| Rr. 28, statt. Tages-Ordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. 2. Verschiedenes. 3. Fragckasten. Mitgliedsbuch legllimitt. Reue Mitglieder werden aufgenommen. Zahlreiches Erscheinen nothwendig. Das Stiftungsfest des Vereins findet Montag, den 13. August, statt. 248] Der Vorstand. Berlin Q.a am Moritzplatz, Oranienstr.-Ecke. Filiale Blücherplay 3. «nerkamit beste»ejugbquelle, aus allen WeUauiftellungei prei»gekrönte Stand-Weck. rühren, Sin,-Iveikauf ,u wirtliche, Fabrikvreisen unter i jöhr-ger Garantie. »Zickel Remontairuhreu»an...... 10 Start an »o. t• prima„...... 1»„„ Silberne Nem,»t,ir-llhre» von... IT— 30, be.„ ilncr«.... 24—50, «oldeue Damenuhren, 14 tar........ 20,„ „, mtt Rem-Auf,,»an. 2«„, m m ,2 Galdkaplew»an 40„„ .».. 47-200„ . Herr«u.I>e»»ntalr Uhreu»an.. 40 m m :::::• »««»latenr», 14 la»« gehend ca. 1«eter lang».10.» da ta peltrt. Nnzbaum-Gehtnle»an 14.„ »°. da mit Schlagwert.... 18—71, Stanb v-ckeruhren»an....... 5—20, Zllnstrirte Pr«i»»er,«ichnisi, grati» nn» frone». Versandt nach ''----------- ierettw'' Fachv. jämmtl. an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäst. Arbeiter. Montag, den 6. August er., im Lokale des Herrn Säger, Grüner Weg 29: Mitglieder- Mersammlung. Tages-Ordnung: 1. Vorlesung über„Der Kampf zwischen Feuer und Waffer" von Köhler. 2. Verschiedenes. Gäste find willkommen. Reue Mitglieder werden aufgenommen. Um recht zahlreiches Er- scheinen ersucht jT i 251] De» UovSand. Mollen reell und dillig Üerren- u ÄnaEenptd «n M in gediegener Waare und sauberer kaufen,— so bemühen Sie fich zu Adolf Kunitz 1. 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Ackerstr., vis-» eis der Gemeindeschnle, Ackerstraste Kr.«8 a. Volksblatt, Volkstribüne Vereinsblatt, Reue Tischler-, Volks- und Vosfische Zeitung, sowie Der Wahre Jakob liegen aus._ 246 Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich ein neues Geschäft in der Krantstraße Mr. 48 eröffnet habe. M Lock,_'-54 Dadurth, daß die von mir gelieferten Uhren g-ua« richtig gehen und jedes einzelne Stück zum Fabribprais» abgelassen wird, bat fich mein Uhren-Kersand über ganz Deutsch« land und darüber hinaus aus« gedehnt. Empfehle: Nick.-Remo«t»irlO.15W. tKitb. Knnontoir 17-45„ d»ld.N»moutoir»8 800„ egnlatenre 10-70„ orzügliche vernickelte Stand- Wecker mit Ankergang 5,50 M. G. Wagner, m. Uhren-Fabrik. Preisgekrönt auf vielen Ausstellungen. Kerli» S, 144, Granieastraste Ur. 144. Reich illustt. Musterbücher gratis und franko. Ztichtkonvenirendcs wird zurückgenommen. WtC Garantie bis zn 5 Iah-en.-MK «ertlich» Merwaltung Kerli« V. Montag, d. 6. August, Abends 8t Uhr, oppenstraße 35 bei Keller: Mitgliedn Vtlsammlllllg. Tages-Ordnung 1. Kaffenbettcht vom 2. Quartal. 2. Regelung der Vergütigung der OttSver- waltung. 3. Verschiedene Kaffenangelcgenheiten. Mitgliedsbuch legilimirh NB. Die Zahlstelle Blumenstraße bei Wutke ist nach der Krautstr. 48, neben der Markthalle, bei L o ck verlegt worden. Die Beiträge weiden jeden Sonnabend Abend von 8—10 entgegengenommen. z50] Di»«rt»n»r»alt»«g« Fachverei« der Former und verwandten Kernfsgenossen. Sonntag, den 5. August. Vormittags 10 Uhr, Jiwalidenstr. 144 in Faustmann's Salon: Versammlung."MU- Tages-Ordnung: !. Vortrag. 2 Wahl des 1. und 2. Vor- enden. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Zi_ 9»t Dorftand. Möbel, Spiegel und Poisterwaaren tigmet Fabrik m%en Ersparung der Ladenmieth _ äoblung nach Uebereinkunft. Zu beziehen du rchdieExpedi� Zimmer st raße 44: Jnicmniionatc Von der Internationale« liegt nunmehr die>. Serie. Sie besteht aus folgenden 7 Band Von E d w. A v c l i n g Gebunden Mk. 2,—. Karl Ware' Nekono«ische Gemeinverständlich dargestellt läutert von Karl K a u t s k Y. Mk. 1,50. Geb. Mk. 2,-..... WeltechSpfnng«nv Meltunt� Die Entwicklung von Himmel und vom Standpunkte der Naturwissen!« dargestellt von Oswald Kö h len Broscki.t Mk. 2,-. Geb. Mk- Di» ländtiche Arbeiterfrage. �(9 Russischen des K a b l u k o w. Mk. 1,-. Geb. Mk. 1,50.., Thomas Ware und feine Ut*P*, einer historischen Einleitung von- Kautsky. Broschirt Mk. 2,— Mk. 2,50. «Harle» Fonrier, sein Leb e n seine Theorien. Von 91 u Bebel. Broschirt Mk. Mk. 2,50. Da» moderne Glend«. die** U b-rv ölbrrung. Zur Kenn sozialen Entwicklung. Von S ch i p p e I. Broschirt Mb 1.� Mk. 2.-. :-r. ■F. ?"SUst in stnen Miß« Die II. Serie ist mtt einem reichistujS Werke von W. Bios. Di» franl� Keoolntion, volksthümliche Dali.b der E.eigniffe und Zustände in F-* von 1789 bis 1804, eröffnet worden- Die Lieferungshcste(32 Seiten 0�, in Umschlag» 20 Pf.) find in»f pcdilion, Zimmerstraße 44, zu haben- i [S 202] Hochachtungsvoll I. j.». Metz'»-'« Ä1 Ä in Ktsttgart. Ei« Wickrlmacher auf ganze Tage(100—40 P.) verlangt Ka». sttaße 23, H. 4 Tr. r. für' Jlrliriisnndinil'is siir Der vom Fachverein der Tischlcr uges s Arbeitsnachweis befindet sich Alte 3%-!' �>b??�»i Restaurant Schumann«%' 3| IM newsaui-ani 9viium«»—.5 vermittelung geschieht für Meister u hier (auch Richtmitglieder des Vereins).��üpi.b�.mns Die Adressenaus�abe erfolgt a« (auch Richtmitglieder des Vereins) bend». ■mmm von 8t bis von 9 bis die 4 Kasfirer ocr„�risrramci»»"-ji und Pianofottcarbeiter Berlins" nerpu fich ihrerseits jeder Adrcssenausgabe ersuchen wir, n«r den-bengr" j beitsnachmei» zu benutzen. Verantwortlicher Redakteur- K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mae Kading in Berlin 8W., B-uthstr�l- en M- :ni tus- M ern w*J einen' f'sS aus, rdeit ünen,_. 4 Beilage zum Berliner BolNlatl. Dr. t81. Sannakend, den 4. August 1888 3. Jahrg. Askale«. . �ee Farbe«. Die zum allgemeinen Wohle er- «elanntmachungen größerer Verwaltungsbehörden neh« ihr das Interesse der Allgemeinheit gegenwärtig durch Austausch- und '"""'"en Stellen höchst gleichartige Elw.rbs- u i», Bedingungen geschaffen find. Es dürfte demgemäß &*• b4S :——— � BVVD w»,?"kuerer Zell immer mehr nsehtl«aagk-Kg und Änmeldezettel dieses! wir konstatircn, daß die drclligcn Pickwickicr die famosen Schreibb'.ü�er tmndes desuhl aus „Begründerdund". Der wmmeric� allen igeben- r N-rs> _, zum Färben von Kleiderstoffen, künstlichen Zieuerdings ist, nach„Ühlands's Industrieller besonders darauf hingewiesen worden, daß h�iuer zur Beseitigung des vausungeziefers dem Tapeten- «chweinfurter Grün(Schwabenpulver) hinzufügen, •teiSrL.r'l Gesundheit der Bewohner solcher Zimmer zj.' NfLhrdet wird, wie die Gesundheit derjenigen, welche in fcviS m'i arsenikfardenm Wänden wohnen oder die oben Sttnu?, Gebrauchsgegenstände benutzen. Das Publikum L ijP'eöerholt auf die Gefahren aufmerksam gemacht, welche �Mndhtit und dem Leben durch die Verwendung gift-, m �knnkhaltiger Farben drohen und vor der Benutzung � Gegenstände bezw. dem Bewohnen von Räumen, deren � m m" arsmikhaltlgen Farben bemalt stnd, ernsllich gewarnt. jL�werdetreidmden, welche derartige Farben zu vorgedachten hi �""envenben oder in den Verkehr bringen, werden auf �TUimmungen des detreffenden maßgebenden Strafgesetz- hingewiesen. Es sei hierzu bemerkt, meint Hniu deutsche Jllustrirte Gewerbe-Zeitung", daß in fach- Wkg Zeitschristen die Frage der Schädlichkeit gift-, u«*?* arsenikhaltiger Farben mehrfach erörtert wurde ficht von Angehörigen ves Färbereifaches die An- ÄrssWjitHridjgt wurde, daß der Gehalt der Farben an »is Oifjo ungemein gering ist, daß eine Vergiftungsgefahr e. 50, f 55,% r in eig� roden, gchen, n vivi\v(vi-vvvi».vm. vv»i. »er dmf jedoch nicht unbeachtet gelassen werden, daß seit 5 wenn auch nur in sehr vereinzelten Fällen, Vergiftungs- Duingen vorgekommen find, die durch Färben von Zeugen, N/pfen, Leder(für Handschuhe) u. a. veranlaßt sein sollen. JJche außerordentliche Vorficht für Sachverständige bei Be- ing der Schädlichkeit der Farben geboten ist, dafür der Bericht eines allgemein bekannten deutschen Chemi- welcher im Ziovember v. I. auf höchst deklagenswerthe seinem Leben selbst ein Ziel setzte, einen Beleg. Dieser chätzte Fachmann hatte wasserdichte Zeuge, welche zur Her- MSvonTomistem dienten, untersucht und für frei von schädlichen erklärt. Die Zeuge waren mit Katechu gefärbt, dessen >»!��ung die Mitwirkung eines Chromates und eines Kupfer- W fordert. Beide dienen als Oxydationsmittel und werden Reduktion in ganz unlösliche, also völlig unschädliche �?en übergeführt, so daß Bedenken gegen die Verwen- XS»e�Nuge nicht vorhanden waren. Die Bestimmungen . Von\ r.Wj �.narbeugesetzes(dasselbe tral mit dem Mai d. F. in Jri Ml- 4�" j ' 11 Wählen. Äach den neuen gesetzlichen Bestimmungen tnnteNT ��ü�0,n und Kupfer zu den Sudstanzen, welche in Nah- unv% � hin Jn und auch in den zur Verpackung derselben dienen- Senf� iuläsfig find. K ö h l � Rk, Astavst steht in dem Rufe, ein sehr heißer Monat Mk. y.j|e Sprichwörter beinahe sämmtlicher Kulturvolker de- 'S f feÄÄWÄÄS �»S l)ie Magd im Gemüsegarten", weil fie nämlich ' und nichts zum Kochen übrig läßt; der deutsche ftilri �ubt dieselbe Meinung folgendermaßen wieder: ti" iUnd August nicht lochen, kann der September nicht �Ulchn�eaen behauptet man,„daß fich beim ersten Regen '«s in Hitze legt". Uederhaupt steht der Regen dieses I einen �deutendem Ansehen.„Der erste Regen im August ' sunt■ mit Flöhen und einen andern mit Mücken da- � hübsches Sprichwort im Süden Deutschlands, »f* Bänden Bj.'Ntoengt..,,-... fJ�rUen den Chemiker, nochmals die Angelegenheit "aig zu prüfen, wobei derselbe zwar zu demselben ,, doch in dem betreffenden Berichte anheimstellte, un� nL, tfficfjt auf die neuerlaffenen gesetzlichen Bestim- Lrosl�%'wt zweckmäßiger sei, andere, den letzteren entsprechende, Mgi�hlen. Nach''-------- zlt-pi'.. ig von 54 k. 2,— L"-- 2,— tSS di» enw ZlM reichiliul. t worden- reiten&, d tnt5f zu hab� >ll � Iffl i«rt. ein....._ � /uutet:„Wenn's regnet im August— Regnet's --Ubey f!�( Me'i'. weil der Regen in diesem Monat die i �aunis...» � wacht und die Wiesen mit den Herbstblumen, 'wer o weist der Bienen, bedeckt. So find ferner alle Völker .der Gm* � Rnßchl;„August reift, September erntet; die m- 2," ist wiederum durch folgendes Sprichwort ange- n's?Musl füllt die Küche, September den Keller4'. b-�Ä- �och, daß die Witterung des August diejenige des « MÄffenfoa, denn„Ist's in den ersten Wochen heiß ' dem o, Februar lange weiß". Uebrigens rühmt ' oller, August nach, daß er der am wenigsten launenhafte �nämllch'dis' feL-®ie bet Xaa wn Morgen. aussteht, so m -MBJLMZK mm HC ein'�l y Cifchlet �'Xfies ß�wweniag, weil an ihm das Volksfest des Stralauer Zgabc T.ei, ein le Diet Einwohner, die Säuglinge mit �-N.�stden znw kommt, denn es giedt„Vereinsmeyer". Msen' Rbend einen besonderen Klub dessen sst fich widmen müssen. Zu den sonderbarsten dieser Vereine, die„einem tiefgefühlten Bedürfniß abhelfen wollen", gehört aber unstreitig jener obige„Verband", der die Schreibkunst„fördern" will. Es ist uns vergönnt ge- wesen, schreibt das„Kl. Journ.", einen Blick in die Statuten Vereins zu werfen und danach müssen von Dickens so köstlich geschilderten „reinen Waisenknaben" gegen die find. Der Vo stand des Ver einer„Direktion" und einem .._ Direktion gehören drei„Dezer nenten" an, der Präsident, der Ke.ssenkuratur und der- Generalsekretär, der Begründerbund zählt einen„Generalbegrün- der" und zwei„Mitbegründer". Die Statuten nun erst find wahrhaft klasfisch und ebenso kurz wie deutsch nach dem Muster der größten Gesetzgeber wie Lykurg und Moses, wahre Zehn- geböte des Vereinslebens. Da heißt der erste Paragraph gleich „Der Vorstand(Direktion) ist unwählbar", ein anderer„In ge« sellschaftlicher Hinficht wird der Stand sowie das Alter der Mit- glieder vor und während der Mitgliedschaft nicht bevorzugt", dann§ 4:„Das Institut wirft in erster Linie durch seine Di« rettion und deren Dezernenten resp. Vertreter, in zweiter Linie durch seine Mitglieder für die Interessen der Schreidkunst."— Wie fürsorglich, nicht wahr? Und der Schlußparagraph endlich bestimmt:„Die Legitimation der Petenten erfolgt durch Vor- läge des Geburtsscheines und der Schul- beziehentlich Dienst stellungsatteste." Der Fragebogen, ver zur Anmeldung den „Petenten" unterbreitet wird, druckt die Vorficht der„Direktion" noch deutlicher aus. Die Fragen, welche den Novizen auf seine Befähigung zur„Förderung der Schreibkunst" prüfen sollen, lauten wörtlich:„Sind Sie v rheirathet?— Welcher Religions- gesellschaft gehören Sie an?— Wie stehen JhreMilitärverhällniffe? — Befitzen Sie musikalisches oder deklamatorisches Unterhalwngs talent?"— So eigenartig und eingehend das Gesetzgedungs talent der„Generalbegründer" ist, so gewaltig und Schrecken verbreitend ist ihr Verfahren, wenn Einer in ihren Kreis nicht eintreten will. Unser Gewährsmann hatte daraus verzichtet, den seltsamen Schreibkunstförderern beizutreten, da er nicht einzusehen vermochte, was„Militärverhältnisse" und„deklamatorische Begabung" mit der„Schreibkunst" zu thun haben sollen. Da er- hob fich der Arm der heiligen Vehme der Schreidbündler wider ihn. Sein Absagebrief wurde ihm mit der furchtbaren Drohung: „In den Alten ist zu vermerken: Nach Wiedereröffnung der Versammlungen ist durch öffentlichen Aushang in der ersten Sitzung der Name des pp. G. etwaigen Vertretern anderer Ver« eine bekannt zu geben, damit die Aufnahme desselben in unsere Freundschaftsverbindungen abgelehnt wird", brovi wann zurückgeschickt. Und damit dieser furchtbare Bann noch größeren Schrecken erzeuge, war das Schreiben über und über mit Bemer- kungen und Notizen in blauer und rother Bleistiftschrist und Stempeln aller Art bedeckt, als sei es durch die Geheimkanzleien aller Regierungen der Welt gegangen. Bis zu diesem Augen blick befindet fich der von den seltsamen Schreibgenossen auf den Index Gesetzte aber noch wohl. Uo« einer Gisenbahnbrücke setzt man gewöhnlich voraus, daß fie den Verkehr fördert. Daß aber mit großen Kosten eine solche Brücke gebaut wird, die fich schließlich als eine recht unangenehme Verkehrsstörung erweist, das ist bei der Ver- legung des Bahnhofes in Johannisthal pasfirt. Mit einer An- rampung, die fich bei einer Länge von einigen hundert Metern bis zu einer Höhe von etwa 20 Metern erbebt, ist hier ein neuer Uebergang über den Bahnköiper geschaffen worden an Stelle der früheren Ueberiahtt. Aber kein Berliner Kremser kutscher wird fich einfallen lassen, auf einem solchen Wege sein Pferd zu strapazieren, wenn er dicht daneben bequeme Chaussee hat. So kommt es denn, daß in diesem Jahre die Gastwitthe in Johannisthal vergeblich auf die Berliner Kremser warten, die sonst alljährlich dort einzutreffen pflegten. Beim Anblick der neuen Bergpartie biegen alle Kremser schleunigst ab nach der Chaussee von Nieder-Schönweide und Adlershof; die weitere Entfernung nach dort ist für die Pferde lange nicht so anstrengend, als die Ueberwindung dieser neuen Eisenbahnbrücke, und den Berlinern ist es gewöbn lich gleich, ob fie an der Oberspree oder in Johannisthal ihr Geld verzehren. Nicht so die Gastwirtbe in Johannisthal; fie bettachten mit stiller Verzweiflung diese Eisenbahnbrücke, die fie von dem Berliner Kremserverkehr abschneidet, und neuerdings hat man dort ernstlich das Projekt erwogen, den alten Weg, der bei Kanne über die Bahn führt, nach Johannisthal weiter zu führen und zu befestigen, so daß er für Kremser und anderes Personenfubrwerk bequem pasfirbar ist, um gleich v-m dort aus den Fuhrleuten eine bequeme Gelegenheit nach Johannisthal zu geben. Dieser alte Weg über Kanne enthält eine reizende Wald- Partie; wird er aber öfter benutzt, so hat die Bahnoerwaltung die Schwierigkeiten, die fie bei Johannisthal mit ihrer Eisen- bahnbrücke beseitigt hat, künftig in der gleichen Weise auf der Haltestelle in Kanne. Gl« Seitenstiiste}tx jener Philippika gegen die Zkatspielmanie in Deutschland, welche wir kmzlich aus den „Grenzboten" übernahmen, findet fich in der„Illinois Staatsztg." Nachdem das Blatt von einem nach Milwaukee berufenen Kongreß berichtet, um„einen festen Verband aller derer zu gründen, welche durch das deutsche Nationalspiel, den Skat, ihren Sinn für deutsches Wesen kundgeben," nimmt eS kein Blatt vor den Mund und kanzeft die deutschen Skatspieler mit folgender Strafpredigt ab:„Wir wollen mst unserer Anficht nicht zurück- halten; fie geht dahin, daß das vielgepriesene„edle deutsche Nationalspiel nickt nur kein Segen, sondern geradezu ein Fluch für das Deu schthum ist, weil es alle wahrhaft edle Geselligkeit, dre nur in Gestalt wohlanständiger, leben- diger Unterhaltung von Männern und Frauen denkbar ist, in Grund und Boden zerstört und wie ein Pesthauch auf alle Höheren geistigen und sittlichen Bestrebungen des Deutschthums wirkt.— Die erpichten Skatbrüder find auf das Spiel so ver- scssen, wie die Kunden der Spielbank zu Monte Carlo auf die Roulette. Von ihnen gilt das Wort Lichtwer's:„Sie hören nicht, fie sehen nicht, fie fühlen nicht:— fie spielen r An jeder anderen Art geselliger Unterhaltung und geistigen Strebens, als Skat, verlieren fie alle Lust. Das Skatspiel ist der bittere Feind des deutschen Theaters, deutscher Vorlesungen, deutschen Schul« wesens, deutschen geselligen Lebens. Es klingt wie Spott, wenn die Veranstalter des Kongresses sagen, daß Diejenigen, welche das„edle Skatspiel" treiben, dadurch ihren„Sinn für deutsches Wesen" kundgeben. Hole der Henker das deut, che Wesen, �>enn mglischlme&dmL�bsle� betrifft, so bewahre fie ein gütiges Geschick vor dem Skat! Sre haben ja rhr Ka»e- dall-Spiel. Na, das ist zwar auch aus erner guten Lerbesudung u einem bloßen Sckau- und Wettspiel geworden, aber wenigstens .st es doch kein Feind der Geselligkeit; es bringt vrele Tausende von Menschen unter freiem Himmel zusammen nicht zu ungenießbaren Stubenhockem." K«fgepafft k Unter „Arbeiter-Chronik": Der und macht fie dieser Spitzmarke lesen wir in der ... Tuchmacher Henmann Urban, aus Sprembcrg gedürttg, geboren am 29. September 1865, schlunttr Statur, bekleidet mit dunklem Jaquetanzug, stets mtt weißer Weste und Sttohhut prahlend, segelt stets unter sozialistischer Flagge, versucht bei Parteifteunden in Logis zu kommen, um fie nachher zu betrügen. So hat er in Kottbus mehr wie ein Dutzend Arbeiter betrogen, desgleichen in Forst, Görlitz, Bautzen, Prietz, NeumünsUr u. s. w. Lim 24. Juli d. I. hat er eine arme Wittwe um 20 M. destohlen und damst das Weite gesucht. Den Diebstahl hat er mittelst Einhruch verübt. Die Bestohlene hat bei der Staatsanwaltschaft sofort Anzeige erstattet. Im In« tereffe aller derjenigen, welche Logisleute halten, ist es schon dringend geboten, vor diesem Schwindler und Betrüger zu warnen. Mir erhalte« folgende« fast««glaubliche» Kericht: Wir ersuchen Sie um Aufnahme des Folgenden, da der Fall sehr wichtig ist und für viele Vereine u. s. w. eine Wamung sein dürste. Wir machten in der Nacht vom Sonnabend, den 29., zum Sonntag eine Nachtpartie nach dem Grunewald. Wir hatten uns einige Instrumente mitgenommen, große und steine Trommel, Trompete und Triangel. Wir marschirten übet Schlachtensee nach Beelitzbof, wo wir um%12 Uhr im Lokal des Herrn Klein anlangten. Wir wollten noch ein Glas Bier trinken und dann weiter ziehen. Herr Klein, welcher am Eingang seines Lokals stand, meinte, wir sollten weitergehen es gäbe heute kein Bier mehr, worauf wir uns entfernten und beim Abmarsch noch ein Stück spielten. Die letzten Landpartiegäste waren auch eben mit Mufik abgezogen. Wir gingen nun schrägüber in den Wald, um uns ein geeignetes Plätzchen, wo wir ein wenig ausruhen konnten, auszusuchen. Aber vielleicht 10 Minuten darauf et» schien eine Schaar von ca. 15 Kellwrn und Hausknechten u. s. w. mit Knüppeln bewaffnet und forderten ur.s auf, das Terrain zu verlassen, worauf wir uns sofort anschickten, dasselbe zu thun. Wir fragten nur. wer die Leute schicke, worauf fie erwiderten, Herr Klein, der R staurateur von drüben. Sie fielen nun. ohne uns Zeit zu lassen, unsere Sachen zu nehmen, ahne jede Veran» laffung über uns her und hieben mit Knüppeln auf uns ein, hetzten den Hund des Herrn Klein(Fuchs genannt) auf uns, und demolitten unsere große Trommel, welche wir am anderen Morgen auf dem Gehöft stehen sahen. Ein Kollege wurde dann noch vielleicht 10 Minuten von diesen Strolchen verfolgt, Durch den Hund gestellt und dann mit Knüppeln arg zugerichtet. Einen Hieb, welchen dieselben nach seinem Kopfe fühtten, parirte er durch Vorhalten seiner Trompete ab, welche dadurch hreit ge- schlagen wurde. Man sollte es nun wirklich nicht für möglich halten, daß Leute, die von Trinkgeldern ihrer Mitmenschen leben, fähig find, ehrenwerthe, zum Theil verheirathete Leute, welche eine harmlose Partie machen, auf Befehl ihres Restaurateurs in so brutaler Weise überfallen und mißhandeln können. Es schien fast, als wollten fie fich für vorher mit anderen Gästen vielleicht gehabten Aerger an uns rächen. Nun, so unglaublich die ganze Sache fast klingen mag, es ist Wort für Wort wahr, ohne jede Uedertteihung, wofür wir uns verbürgen eventuell den Tbat» bestand auch beschwören können. Auch ist er bereits der Be» Hörde am Sonntag zur Anzeige gebracht.— Es folgen 10 Unter« schriften. Der saubere Wirth kann den Arbeitern nicht dringend genug empfohlen werden. Milddirb» auf dem Dreirad. Im Grunewald, nahe den Dachsdergen, machten fich am Mittwoch Abend gegen 7 Uhr zwei verwegen aussehende ältere Dreiradfahrer damit>u schaffen, einem Rudel Damwild nachzustellen, welches versucht hatte, auszubrechen und die Havel auf dem Wege über den dicht mit Besenkraut bewachsenen Hügelvorsvrung zu erreichen. An« scheinend fand die Begegnung der Dreiradfahrer mit dem Wild zufällig statt- später stellte fich jedoch heraus, daß dieselben plan« mäßig handelten, denn nachdem es den Dreiradfahrern gelungen war, dcs Rudel zu sprengen, wendeten'ste kurz um, verließen blitz» schnell ihre Fahrzeuge und begaben fich in den Wald, wo de« teils drei andere Komplizen bemüht waren, die versprengten Thiere, unter Venen fich mehrere Rehkälbchen befanden, zu um» zingcln und nach einem Zaune hin in die Enge zu treiben. Nicht lange dauerte die Jagd, dann traten die zwei Dreirad« fahret huttig, jeder einen lederverschnürten Sack unterm Arm„ an ihre Fahrzeuge, schnallten die Bürde, welche zu leben schien, an den Achsfitz und schaffen, nachdem ein Pfiff die Komplizen im Walde verständigt hatte, pfeilschnell die glatte Chaussee nach Pichelsdorf hinunter. Das Ganze vollzog fich derartig präzis, daß angenommen werden kann, es find berufsmäßige Wilddiebe gewesen, die sich auf diese Weise auch das Dreirad dienstbar gemacht haben.— So erzählt ein Repottcr. Ob es auch wahr ist?? Urber dl» verwege«« Flucht des Schloffers Hoffmann aus dem Gefängnisse dcs R.xdorfer Amtsgerichts wird noch folgendes berichtet: Der Ausbrecher hat den Ofen seiner Zelle, der wie in den meisten Gefängnissen vom Korridor aus geheizt wird, abgettffen und ist durch das Heizungs loch auf den Konidor und von da über den Gcfängnißhof und die Umfassungsmauer in das Freie gelangt. An dieser Flucht ist das Merkwürdigste, daß es nicht die erste gleicher Art ist. Hoffmann kannte die Gelegenheit zur Flucht ganz genau, denn bereits vor mehreren Jahren ist er in derselben Weise aus demselben Gefängnisse ausgebrochen. Auch damals— es mag im Jahre 1884 oder 1885 gewesen sein— hat er den Ofen seiner Zelle abgettffen und ist durch das Heizungsloch auf den Korridor und von da über die Mauern gegangen. Als der verwegene Ausbrecher nach erneuter Verhaftung vor Gericht gestellt wurde, stellte es sich heraus, daß er wegen eines ganz geringfügigen Vergehens ver« hastet worden war. Für das Vergehen in Verbindung mit der k«%! t•«k 4 /C»«I« L- C JL S!W1..—-"._ des Vor« ....,.,_,,------t.—",----- welcher da« mals die Abuttherlung erfolgte, schien es auch sonderbar vor« zukommen, daß Hoffmann einer so winzigen Sache wegen einen so verwegenen Fluchtversuch gemacht hatte, er frug am Schlüsse der Verhandlung den Angeklagten, warum er einer solchen Bagatelle halber in einer Weise ausgebrochen wäre, bei welcher er recht wohl hätte den Hals brechen können. Hoffmann er» widette darauf:„Ich wollte dlos nicht so lange in Untersuchung fitzen! Hoffmann ist zwar oft bestrast, zählt aber keineswegs zu den„gefährlichen" Verbrechern; er giedt fich meist nur mit Kleinigkeiten ab, nur als Ausbrecher scheint er fich allmälig einen Ruf erwerben zu wollen. Do« schnelle« Fahre«. Mittwoch Mittag war ich Zeuge, wie ein Einspänner- Fuhrwerk ungehemmt die Veteranen» straße herunterfuhr, trotzdem an beiden Enden der Straße große Warnungstafeln angebracht find, die das Bergabfahren in dies.r Straße für Last- und Ärbeitsfuhrwerk mit nicht gehemmten Radern verbieten. Das junge kräftige Pferd hätte zur Roth auch den Wagen geHallen, wären nicht beide Zuascheiden aus« klehackt. Jedoch so, wie die Zugscheiden dem P'erde an die Knöchel schlugen, wurde eS wild und sauste mit rasender Ge« schwmdrgkert den Berg hrnunter. An der Ecke der Invaliden» und Brunnensttaße, an der stets ein lebhafter Verkehr ist, be» fanden sich zur Zeit ein Pferdcbahnwagen, ein Bierwagen und ein Wagen mit Möbeln beladen. Zwischen dem Bierwagen und dem Möbelwagen versuchte der Lenker des fraglichen Fuhr- «erks hindurch zu fahren, fuhr jedoch mit der Gadelstange so hart gegen die Pferde des Möbelwagens, daß die betreffende Stange über einen Fuß tief in den Hinterschenkel eines der ff erde eindrang. Die Schule liegt allein an dem Führer des inspänners; denn hätte er den Berg gehemmt vasfirt, so hätte «in derartiges Unglück nicht pasfiren können. Ein Glück nur, daß keine Menschenleben dabei zu Grunde gegangen. Gi« Krtrran von„Mutter Grabrrteu", der ehe- malige Regisseur Eduard Schütz ist am Dienstag zu Pankow im zweiundachtzigsten Jahre gestorben. Er war als Schauspieler ein Jntriguant der alten Schule und sein Wirken im Musen- tempel der Vorstadt bei„Mutter Grädert" steht älteren Berlinern noch bestens im Gedächtniß. Nun ist der Regiffeur seiner Frau Direktorin in den Tod gefolgt, nachdem längst auf der Stätte des ehemaligen Vorstädtischen Theaters am Wein- bergsweg sich höwst prosaische Miethekasernen erHoden haben. Die Beerdigung des„alten Schütz" findet Sonnabend, den 4. August, Vormittags 9 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pankower Kirchhofes aus statt. Eine gerlugfögig» Ursache hat ein junges, hübsches Mädchen in den Tod getrieben. Die etwa neunzehnjährige Selbstmörderin diente als Stubenmädchen in Charlottenburg und zwar in dem Hause Wallstraße 55. Am ersten August war nun ihre Dienstzeit um und sollte ste gegen Abend das Haus verlaffen, um einer Nachfolgerin Platz zu machen. Schon einige Tage vorher soll, sich die Bezeichnete sehr besorgt darüber Sezergt haben, daß es ihr nicht gelungen, zu dem Ziehtage einen neuen Dienst zu bekommen, und können die Motive zu der verzweifelten Thal nur auf diese Besoraniß zurückzuführen sein. Gleich nach dem Eintreffen des neuen Mädchens begab fich die Verzweifelte in ihre Kammer, anscheinend um ihre Habselig- leiten zu packen, als sie aber nicht wieder zum Vorschein kam, öffnete man das Kabinet und da fand man dann die Gesuchte an einem Spiegelhakcn erhängt vor. Schleunigst schnitt man die Selbstmörderin ab, hotte ärztliche Hllfe und stellte Wieder- delebungsversuche an. aber leider ohne Erfolg. Die Leiche wurde noch an demselben Abend auf polizeiliche Ver- vnlassung nach dem Odduktionshause geschafft.— Noch unbedeutender ist der Grund, welcher eine Grcifin zum Selbstmord veranlaßt hat. Um einer Bettdecke willen hat fich die 76jährige Frau M., Joachimstraße wohnhast, das Leben genommen. Die in glücklicher Ehe lebende alte Frau vermißte vorgestern Morgen eine Bettdecke, welche ihr jedenfalls gestohlen sein mußte, und an demselben Tage hatte ihr auch ein Schlafbursche, welcher bei den M.'schen Eheleuten wohnte, gekündigt. Das genügte, um der sonst ruhigen und vernünftigen Frau das Leben auf der Welt zu verleiden; fie nahm in Abwesenheit ihres Mannes, der natürlich von dem unseligen Vorhaben leine Abnung hatte, Gift, welches so schnell wirkte, daß fie schon nach einigen Minuten starb. Die Leiche der Greift» wurde nach ver Morgue geschafft. Poltzribericht. Am 2. d. M. Vormittags vergiftete fich ein Apo�eler in seiner Wohnung in der Oderwallstroße mittelst Cyanlali.— Um dieselbe Zeit wurde ein Handwerker im Thier- garten, in der Nähe des Neuen Secs, an einem Baume erhängt vorgesunden.— Gegen-Mittag wurde im Abort des Grund- stücke Wrangelstr. 12 die Leiche eines neugeborenen Kindes vor- gefunden.— Um dieselbe Zeit stürzte ein 7 Jahre alles Mäd> chen infolge Unvorstchtigkett aus dem Fenster der Wadzeck- straße 4 zwei Tr.ppen hoch belegenen ctterlichen Wohnung auf den Hof hinab und erlitt dadurch so schwere Verletzungen, daß es bald darauf starb.— Mittags fuhr in der Müllcrstraße ein Addeckereikarren so heftig gegen einen dort stehenden Geschäfts- wagen, daß derselbe umstürzte und zwei darauf fitzende Per- lonen auss Pflaster geschleudert wurden, ohne jedoch erhebliche Verletzungen zu erl iden.— Nachmittags fiel ein obdachloser Bäckergeselle in der Potsdameistruße von einem von ihm ge- führten Geschäftswagen herab und erlitt dadurch nicht unerheb- liche Verletzungen am Kopf. Er wurde nach dem Elisabeth- Krankenhause gebracht.— Gegen Abend wurde in der Invaliden- straße eine etwa 45 Jahre alte Frauensperson, sichtlich krank, hllflos auf der Straße liegend vorgefunden und nach der Charitee gebracht.— Abends wurde an der Ecke der Jäger- und Viark- grafenstraße ein Wächter durch einen von dem Kutscher Fischer geführten Wagen der Tivoli Brauerei überfahren und innerlich so schwer verletzt, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— An demselben Tage fanden Köpnickerstr. 193,— Brunnenstr. 148— und in der Nacht zum 3. d. M. Tresdener- straße 90 unbedeutende Feuer statt. Gerichts-Zeitung. Der Prozeß gegen Karklinni» und Genosse« wurde heute vor der 1. Ferienstrafkammer des Landgerichts I verhandelt. Die Verhandlungen finden im großen Schwurgerichtssaal statt. Angeklagt find folgende Personen: Buchdrucker Karl Kar- lltnnis, Aideiter Felix Specht, Schuhmacher Heinrich Sperber, Weber Heinrich Sachse, Steindrucker Hermann Lüderiy, Töpfer- geselle Friedrich Bath, Gürtler Georg Hanschke und Arbeiter Reinh. Jacudick. Die Vettdeidigung führen die Rechtsanwälte Mestbelsohn und Freudenthal. Als Zeugen waren geladen die Kriminalkommiffarc Schöne, Graf Stlllfried, v. Bedungen und Räumer. Ferner die Kriminalwachtmeister Torner, Bernhardt, Weinert, Kühl und die Schutzleute Siewert, Rmter und Hahn. Außerdem der Hauseigentbümer Säger Amtsvorfieher Brachbolz aus Friedrichsberg, Schristgießemd fitzer Wöllmer, Kommis Gaede, Buchhalter Schilddergen, Buchdrucker Steinkopf, Wiltwe Marie Kömcr, Fräulein Louise Schulz, Schloffcrmeister Franke, Geschäftsführer Hoppe, Kutscher Döring und Kutscher Böhm. Die Staatsanwaltschaft vertritt Dr. Müller: den Vorfitz führt Landgerich'srath Fr-edländer. Die Angellagt n we:den der Majeslälsdel-ivigung, der Beleidigung von Mitgliedern des königlichen Hauses und des Fürsten Bismarck, sowie der Theil- nähme an einer geheimen Verbindung deschuldigt. Karklinnis soll im Hause Kopvenstraße 73 eine geheime Druckerei betrieben und ein Flugblatt gedruckt haben, welches die an« gedeuteten Beleidigungen ertthallen haben soll. Die übrigen Angeklagten machten fich noch der Anklage durch Beihilfe und Vertreb der de,üglichen Schrift der bezichtigten Vergehen schuldig. Sämmiliche Angc- klagte mit Ausnahme von Hanschke beffnden sich bereits seit dem 27. April in Untersuchungsyafl. Das Flugblatt ist den An- gaben der Behörden zufolge in taufenden von Exemplaren in Berlin und Umgebung verbreitet worden, ohne daß eS gelang, die Verbreiter zu entdecken. Durch verschiedene Mittheilungen bezahlter Personen und auf G:und eigener Wahrnehmungen lenkte fich der polizeiliche Verdach auf Karklinnis und es wurde am 27. Aprrl eine Haussuchung in deffen Räumen vorgenommen, die in sofern ein ergiebiges Resultat halte, als dort gegen 19 000 der betreffenden Flugblätter und außerdem eine große Anzahl Kouverts vorgefunden wurden. Als die Polizei unter Führung des Wachtmeisters Weinert in d>m auf dem Hofe de- leg-nen Druckererlotal erschien, fand dieselbe am er dem Inhaber auch die Angeklagten Specht Sperber und Sachse anwesend; der letztere stand in einer Nische hinter erner Gardrne. wurde aber ebenfalls entdeckt und verhaftet. Im Laufe des Tages wurden dann auch die übrigen Angeklagten in die Unter- suchungsdaft abgeführt. Auf Befragen des Präsidenten erklären sich die Angeklagten der ihnen zur Last gelegten Vergehen für nichiichuidrg. Em Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit wird vorläufig abgelehnt. Es folgt nun die Vernehmung der Angek agten. Ange- klagter Karklinnis giebt an, daß er gelernter Drucker sei und stets seinem Gejchäfle obgelegen habe. Allerdings sei er Sozial- demokrat, aber von einer geheimen Verdinvung derselben wisse er nichts, wie er ebensowenig von einer sozialdemokratischen Organisation Kenntniß habe. Eines Tages sei ein ihm unde- kannter Mann in seiner Wohnung erschienen, der ihm eine be- reits fertig gesetzte Stereotypplatte mit dem Auftrage übergeben habe, darnach viele tausende Eremplare zu drucken, für tausend Stück solle er 2 M. 50 Pf. erhalten. Es sei ihm nicht cinge- fallen, diesen Auftrag, an dem er etwas Auffälliges nicht gesunden habe, von der Hand zu weisen. Die Frage des Vorfitzenden, ob er fich denn den Satz nicht vorher durchge- lesen, verneint der Ang. klagte mit der Begründung, daß ein Drucker in den seltensten Fällen dasjenige lese, welches er zu drucken habe. Ebenso wenig habe er bemerkt, daß unter den Flugblättern der Vermerk:„Genoffenschafts-Buchdruckerei Hot- tingen-Zürich" stand.— Vors.: Weshalb haben Sie den An- geklagten Specht beauftragt, 47 000 Kouverts zu kaufen? Was wollten Sie mit denselben beginnen?— Angekl.: Auch dies geschah im Auftrage des unbekannten Mannes.— Vors.: Es ist doch wenig glaubhast, daß Sie für einen wildfremden Mann eine solche Menge Flugblätter drucken und so viele Kouverts kaufen werden.— Angekl.: Der Mann nannte mir eine Firma, die die eigentliche Aufttaggebenn sei, leider habe ich nur den Namen der Firma veigeffen.— Vors.: Was nun aber, wenn der Unbc- kannte die Flugblätter nicht abgeholt hätte?— Angekl.: Da ein Theil bereits abgeholt worden war, so wäre der Rest wohl auch abgchott worden.— Vors.: Wer hat die Flugblätter abgeholt?— Angekl.: Das weiß ich nicht mehr.— Vors.: Hatten Sie schon irgend welche Bezahlung für die bereits ge- lieferte Arbeit erhalten?— Angekl.: Nein.— Vors.: Sie räumen doch ein, daß Specht, Sperber u. Sachse Ihnen bei der Herstellung der Flugblätter behilflich waren?— Anteil.: Nur Specht u. Sperber, Sachse nicht, der kam nur zu mir, um mich wegen einiger Mark zu mahnen, die ich ihm schuldig war.— Vors.: Haben Sie Specht und Sperber schon für ihre Dienstleistungen bezahlt?— Angekl.: Noch nicht.— Auf Befragen des Vettheidigers erklärt der Angeklagte noch, daß er sein Geschäft frei und öffentlich betrieben habe und von einer Geheimdruckerei keine Rede sein könne, denn an seiner Wohnung habe sich ein Schild befunden und er habe viele Empfehlungskarten in den verschiedensten Geschäftslokalen vertheilen lassen. Der Angeklagte Specht bekennt fich zur Sozial- demokratie, bestreitet aber, von einer Organisation etwas zu wissen. Er habe gerade keine Arbeit gehabt, und sei desKalb der Aufforderung des Karklinnis, ihm bei Anfertigung derDruckschriften behilflich zu sein, gefolgt. Den Inhalt derselben habe er nicht gekannt. Die Kouverts habe er im Auftrag des Karklinnis aus der Sonnabend'schen Fabrik in der Svandauerstraße geholt.— Vors.: Wer hat die Kouverts bezahlt?— Angekl.: Ich weiß nicht, od fie bezahlt find; als ich fie bestellte frug mich der Verkäufer, auf wessen Namen er die Rechnung ausschreiben solle. Ich erwiderte, er möge dieselbe meinethalben auf den Namen „Schulze" auszustellen und die Kouverts nach der Wohnung des Karklinnis schicken.— Der Angekl. Sperber giebt ebenfalls zu, daß er Karklinnis bei Anfertigung der Flugblätter Hilfe ge- leistet hat, aber den Inhalt derselben will er ebenfalls nicht ge- kannt haben. Auf die Frage, ob er Sozialdemokrat sei, erklärt der Angeklagte, daß er hierüber die Antwort verweigere— Präs.: Waren sie nicht Mitglied des Rauchklubs„Kuba"?— Angekl.; Nein! Angekl. Sachse war Mitglied des vorgenannteu Klubs, stellt aber entschieden in Abrede, daß dcmselben nur„verwegene" Sozialdemokraten angehörten.— Präsident: Sie sollen fich versteckt haben, als die Polizei in die Druckerei eintrat?— Angeklagter: Ich war kurz vorher hineingegangen und binter einen Vorhang getreten, der sich noch bewegte, als die Thür geöffnet wurde. Bei Herstellung der Schriften bin ich in keiner Weise thätig gewesen.— Angeklagter Luderitz weiß nicht anzugeben, wer während seiner Abwesenheit die bei der tzaus- suchung vorgefundenen Flugblätter in seine Wohnung gebracht bat.— P-.ästdent zu Ka.klinnis: Wie find Sie zu den Adressen ihrer Mitangeklagten gekommen, denen Sie die Blätter zuge- sandt haben?— Angeklagter Karklinnis: Der Auftraggeber hat mir die Adressen aufgeschrieben, an welche ich die Blätter senden sollte.— Präsident: Hat Lüderitz auf dem Zettel gestanden? Karklinnis: Das weiß ich nicht mehr.— Der Angeklagte Bath, bei dem ebenfalls eine beträchtliche Menge Flugblätter vorge- funden wurden, giebt an, daß dieselben in seiner Abwesenheit abgegeben worden seien, mit dem Bemerken, daß über deren Verwendung weiterer Bescheid erfolgen würde. Er habe fich den Inhalt der Flugblätter gar nicht angesehen, da er nicht neugierig sei. Später habe er gehört, daß Specht jener fremde Mann gewesen. Er müsse mit Entschiedenheit bestreiten, einer geheimen Verbindung anzugehören, seine Thätigkeit als Sozial- demokrat beschränke fich darauf, daß er in diesem Sinne wähle. — Bei dem Angeklagten Hanschke wurden 12000 Kouverts in Kartons gefunden, und nimmt die Anklage an, daß die- selbe ebenfalls zur Vertheilung der Flugblätter dienen sollten. Hanschke bestreitet dies und giebt an, daß er die Kouverts im Auftrage eines Freundes, des Zigarrenhändlers Albert Vax, Colbergerstr. 23, gekauft habe, der ffe zu geschäftlichen Zwecken br nutzen wollte.— Angeklagter Jacubick soll ebenfalls in leb« haftem Verkehr mit Karklinnis gestanden haben. Jacudick war in Begleitung des Angeklagten Specht, als derselbe die erwähnten 47 000 Kouverts kaufte. Er will ihn nur zufällig getroffen und seiner Aufforderung, ihn zu begleiten, Folge geleistet haben. Auch er will nur Sozialdemokrat im erlaubten Sinne ge- wesen sein. Als erster Zeuge wird der Polizciwachtmeister Weinert ver- nommen, welcher die Durchsuchung der Druckerei bewirft hat. Er bekundet, daß der Behörde Kenntniß davon geworden war, daß die sozialdemokratische Pattei im April ein neues Flugblatt herausgeben wolle. Die Beobachtungen ergaben, daß Karklinnis in seiner Wohnung eine Druckerei aufgestellt hatte und mit derselben arbeitete, trotzdem er weder der Polizei Anmeldung gemocht, noch einen Gewerbeschein gelöst hatte. Da Karklinnis als Sozialdemokiat bekannt war, wurde er beobachtet, bis man genügende Anhaltepuntte hatte, um zu einer Uebcrrumpelung zu schreiten. In der Frühe des 27. April geschah die Haussuchung. Ich sah von außen trotz der verhangenen Fenster, daß im Jnrnun geardettet wurde. Als ich klopfte, wurde von Karklinnis geöffnet, die Thür aber sofort wieder zugeschlagen, als er uns beide Beamte erblickte. Ich verlangte Einlaß und die Thür wurde wieder geöffnet. Wie fanden im Innern außer Karklinnis die Ange- klagten Speckt und Sperber, augenscheinlich waren ste in voller Thätigkeit gestött worden, denn Specht hatte schwarze Hände und sachse stand an der Preffe. Alle waren in hohem Grade bestürzt. Sachse versteckte fich in einer Nische, aus der er her- vorgeholt werden mußte. Aus den vorgefundenen Utenfilien hat der Zeuge die Ueberzeugung gewonnen, daß die Platten in der Wohvung hergestellt wurden. Nach der Verhaftung der ersten drei Angeklagten kam noch Jaeubick hinzu, der ebenfalls festgenommen wurde. Der Polizei sei bekannt, daß Jacubick Vertreter des fünften Wahlkreises im sozialdemokra- tischen Komitee war und die Stellung eines sogenannten Hauptmanns einnahm. Es wurden bei ihm etwas über 60 M. gefunden, die er wahrscheinlich an die Drucker ad- liefern wollte.— Der Angeklagte Jacubik bestreitet die letztere Annahme und will die Abficht gehabt haben, fich an jenem Morgen einen Anzug zu kaufen. Der Eigenthümer des Hauses Kopvenstraße 73, Herr Säger, hat mehrfach und besonders etwa 14 Tage vor der Verhaftung des Karklinnis beobachtet, daß in deffen zu edener Erde auf dem Hofe belegener Wohnung bei Licht gearbeitet wurde: wie viele Personen thätig warm, weiß -%%%%%& Drucker" befunden.— verschiedenen Malen je ein Packet für Hofprediger Stöcker angefertigt.— Der Inhaber der mer'schen Schriftgießerei, von dem der Angeklagte mehrfach gekauft hat, soll bekunden, ob die bei Karklinnis gefundenen zu dem Flugblatte benutzten aus seiner er vermag indessen ebenso wenig wie sein ein bestimmtes Urtheil hierüber abzugeben.— Der Roi%. i, � Gaede, welcher im Sonnadend'schen Geschäft thätig ist, WvL öteuet Bestellung der beiden Angeklagten Specht und Jacadi» 50 000 Stück Kouverts entgegengenommen. Er mußte K einer auf den Namen„Schulz" ausgestellten Rechnung nl>° Wohnung des Klarklinnis schicken, wo der Bettag(oA glichen wurde. Der Amtsoorsteher Drachholz aus Ftin Hagen kann nur bekunden, daß unbekannte Hände W Nacht zum 1. Mai tausende der Flugblätter v.rtheilteft waren an Säulm und Thürpfosten, an Mauerwerk Bäumen angeklebt und in verschiedenen Exewi vor die Hausthüren gelegt, oder unter dieselben du» den Hausflur geschoben worden.— Kriminalko '"fasset war a: ien stand als klinnis nach der Acker-, Swinemünder- und Wollinerstraße müssen und dafür von dem Begleiter, einem jungen je 2 M. 50 Pf. erhalten.— Droschkenkutscher Böhme v straße 73 dient, ist eines Nachts spät nach Hause gekommen gL i Q" hat den Angeklagten Karklinnis mit mehreren Personen bei der Arbeit getroffen. Auf ihr Befragen, was ihn g. is'äss üft W* «en. Schc M gestellt. Maittsform: chnft versi «ff ausfüki 'der des Z lim 1 dem doch u J®. cingele >mnit,el, _________ iffo" Dafür v. Räumer giebt seiner Anficht Ausdruck, daß eine B# W&l.�den sation der sozialdemokratischen Pattei nach wie vor best b«.' � der Kl -.........—- ,i„„«Re» O."ittnuna. W*.»I«.«7VrumilU»lVlllimnUt W U# V»'"j in gedrängter Weise ein Bild von der Organisation der|0)f% 5». kratischen Partei. Er hält es für zweifellos, daß ein sozialdcnK ' Kit jube sches Komitee existirt, welches die Thätigkeft der einzelnen hjm Mannschaften" vorschreibt, die Geldverhältniffe und den»5 der Sammlungen regell und auch mit den auswärtig� sinnungsgenossen Fühlung unterhält. Die verbotenen?' fchriften würden zumeist auf Umwegen und unter Be» von Deckadressen vonr Auslande und besonders aus Zür* Deutschland geschafft und nach einem destimmten L\ vertheilt. Im Uebrigen bewegen fich die Auslas des Zeugen in denselben Bahnen wie in u früheren sozialistischen Prozessen. Auch dieser" C Tont ßjWum ha, erklärt, daß ihm seitens seiner vorgesetzten Behörde daritW� W Ähz er zur Kenntniß der von ihm angeführten Thalsachen t'Jrj Verschwiegenheit auferlegt worden sei.— KriminalkommW. Bodungen äußert fich in ähnlicher Weise wie der Wachtmeister Weinert weiß zu bekunden, daß die> i demokratische Pattei über ganz bedeutende Mittel verfüge» denn es seien im letzten Jahre nicht weniger als 10 6W für Berliner Flugblätter verausgabt worden. Vor est. Tagen sei noch eine geheime sozialdemokratische lung aufgehoben worden, wobei der Polizei mehrere in die Hände fielen, welche augenscheinlich Abrc® enthielten. Hiermit ist die Beweisaufnahme bis auf. fe SM"'" ., antis ■ aß bei lesung der Schriftstücke beendet. Kriminalkommiffar W , aale d beln der. Ii zum begann seine Aussage mit der Bemerkung, ba|_ er fich �m�denn nicht informirt habe. Er stehe der Berliner Behörde aerer Zell fern, da er nach Sttaßburg versetzt sei. /Tl fe.*. m � l v— i a-?— f« i-~ t- m?Men am % anwatt begründete nun__________________„, der Verhandlung, der Gerichtshof lehnte diesen Antrag# läufig ab. Nach eineinhalbftündiger Pause wird die" ««BSSttM» feit stattfinden.' ,..W Ä Bei Beginn der Vettheidigung wird die DeffenB*'.� m,* der hergestellt. Mit warmen Worten traten die Herren �». � anwälte Mechclsohn und Freudenthal für die Angckla«$„nd j denen in keiner Weise die Betheiligung an einer gehnw, bindung nachgewiesen sei. Was die MajestätsbelerdigU v et betreffe, so könne man denselben wohl glauben-,�, Wt � toi fie in der That ohne Kenntniß von bei» j' f»A, Unb w des Flugblattes waren, deffen Verbreitung! keinem ff ,»!- geklagten zugeschrieben werden könne. Falls best richtshof zu einer Verurthellung kommen sollte, so ewp>' jedenfalls eine viel mildere Strafe, als die vom Slaal» beantragte, welche weit über das Maß hinausgehe, du?. Zeit gegen die Mitglieder des sogenannten Zentral Komu/ Anwendung gebracht wurde, obgleich es sich hier Personen handle, denen nur eine untergeordnete Bedeu»» gesprochen werden könne. �. Der Gerichtshof zieht fich hierauf zur Bcrathu»? Nach fast einstündiacr Tauer der Berathungen verku» � Präfident gegen 10 Uhr ubends folgendes: Was die M W « Piafroenr gegen ru urjr venvv sorgenoes: icvu» w"-. v| beleidigung anbetreffe, so sei kein Zweifel, daß 3 ��bde a-i Specht und Sperber das Flugblatt�herstellten, welches fitzt, wo "aSö" ffess Inhalt bekannt und ebenso wußte auch J-i�-v�,~,'-u'iaoc> es fich handle. Daß die Angeklagten 39#"�, r. 1,"last sozialdemokratischen Partei find und einer geheimen�(J!%itatt« bindung angehören, hat der Gerichtshof Mi ln den' angenommen, auf Grund der nachgewiesenen R&si Verbreitung verbotener Druckschriften, die nur infolge M schlusses einer organistrten Verbindung in der Weise>' konnte. Den Angeklagten Lübcritz, Bath und Hanscds Mojestätsbeleidigung nicht nachgewiesen werden könne»,& seits ist der Gerichtshof zu der Ueberzeugung gelangt. Mitglieder d.r geheimen Verbindung waren und die v der Flugschriften bezweckten, die bei ihnen gefunden wur � Haussuchung hat das bestätigt, was den Beamten mitgethewg war und an der Richtigkeit der Anschuldigung reine» gelassen. In Bezug auf Sachse sei der Gerichtshof„ Freisprechung gelangt, weil wohl angenommen daß derselbe zufällig in der Druckerei anwesend üdrigen habe der Gerichtshof erkannt: gegen Kar» 2 Jahr 9 Monate; Specht, Sperber unb je 1 Jahr 7 Monate; Lüderitz, Bath und auf je_2 Monate Gefängniß. Bei Lüderitz. >. 0 K 1 wä» sä zu erachten; Sachse sei sofort»u entlaffen.— LudeNtz� � Ntd% SÄ»?!» ä» ä*°u- jjbft( Z« dem Karklinni»' schrn Prozeß, welcher G M Wntd. im großen Schwurgnichtssaale verdandell wird, t» ö.-chÜ wiffrn Zusammenhang eine am Freitag vor der lammet des Landgerichts II unter Ausschluß der.�i: verhandelte Strafsache zustehen, deren Bezeichnung „gegen Unbekannt" lautete. Es handelle darmachung eines inzwischen auf Gmnd des&pi P0,! U"- ähnlich wie vre «Ue verbotenen Flugblattes, welches——.. klinnis'schen Druckerei hergestellten angefertigt wat-% in Rede stehende, unmittelbar nach der Amnestie. � in den südlich von Berlin belegenen Dörfern oretfa Flugblatt— beginnend mit der Anrede:„Partei#**15 schließend mit den Motten:„Hoch die revolut demokratie!"— war von dem in Manendott# Gendarm auf der Dorfstraße vor den Haustbu..j Anzahl verstreut vorgefunden und mit Beschlag d den Verbreiter vermochte der Gendarm nicht aui» Üenbe tu, äu «9, W w rvi etiho!je| "gen öhme dal ergnstrch zause ßor ickomme» jjeifoncn i ihn en Flug> der der mehrfach T? efundenen zerei sta«> SeschW� Der% ti? ist, � i Jacudick mußre 1% mung«i« Sag fofo", lvs Fric> zändc in n.rtheilten,� aueuverl Exe« icn du a> ninall> eine war auf dem Fluzdlatt nicht namhaft stand als Di ucker auf der letzten Zeile dcff ll gemacht, da- ,_-------—, �vu.vW.v.. 0...v Iben verzeichnet rnoffenschafts-Druckerei Hottingen-Zürich." Unter Ausschluß »-'effenilichkeit wurde vor der �erienstrafkammer der Wort- '",es beschlagnahmten Schriftstücks verlesen. Der Gerichts- Mannte auf Unbrauchbarmachung der beschlagnahmten vor- tarnen Exemplare. J'HBglich des Krgluns der Ktempelpflichtigkeit � VrosetzooUmacht fällte die 94. AMbeilung des Berliner 6 aine bemerkensweUhe Entscheidung. In der M'°ch° des Kaufmanns Bab gegen den Kaufmann Ullrich » der Mandatar des ersteren unterm 16. Januar eine Voll- i.»mes Auftraggebers eingereicht, auf welcher als Datum Ausstellung der 23. Oktober 1887 vermerkt stand. Da ein tuvel zu dieser Vollmacht nicht kasfirt war. wurde Herr Bab der Äteuerbchörde in eine Stcmpelstrafe von 6 Mark go J®?"- Schon bei der Steuerbehörde hatte Herr B. unter i �Restellt, daß er im vorigen Jahre eine große Anzahl - �tnulare seines Mandatars piit seiner sstamcns- "wirft versehen hatte, damit dieser die Vollmachten nach ? ausfüllen urd verwenden solle. Dafür, daß ein nder des Anwalts die im fraglichen Prozeß überreichte Voll- l? tml dem Dawm des 29 Oktober 1887 ausgefüllt habe, wJt doch unmöglich die Verantwortung tragen. Auf den eingelegten Widerspruch wurde durch die Beweisauf' jSh6 ermittelt, daß ein Schreiber seiner Zeil das Blankett LZ® Datum versehen. worden; ausgefüllt daß dasselbe damals aber nicht ge- wurde es erst am Tage der Ein- r best be,' zj- K der Klage am 16. Januar er. Der Amtsanwalt war ikalen Sw st>«.�wung, daß es lediglich auf das auf der Vollmacht ge- verweigert''um der Au-stellung ankomme und beantragte 6 Mark darüber,� jLaj?er Gerichtshof erkannte dagegen auk Freisprechung des chen TW*!''"dem er annahm, daß eine stempelpflichtige Voll- Schönes nft m>ch vollständiger Ausfüllung derselben vorliege. S?»ud NersammwuseA nd den% iubrlndemZuruf und stürmischer Kegeisterung swärtig�, wtenen M rter Bei» us Zürit; nmtcn bi AuslÄ ic in j dieser M ic darub>»- nchen Q j�bwwkratischen Kandidaten bei der bevorstehenden fliachwahl " �iiner Reichstagswahlkreise. Die Proklamirung des („m die uriprünglich erst an dritter Stelle erledigt wer» M. war auf Vorschlag des Herrn Reckner sogleich«ach {6% eines Wahlkomitees erfolgt, weil„mit des Ge- � wachten kein ewiger Bund zu fleckten" wäre. Die g(2tM Wah'komitce's hatte eine kurze Debatte erforderlich 16 weil von der einen Seite 5, von einer anderen Seite «W auk. seitl ilkomm� der Ä 'aß die velfügtti s 10600 Vor sche mehrere Abrcckl bis imiffar er fick b' Hörde i. Au- woruin itwas . Der v die it ausgi fial* J der Die Herren werden wohl noch geraume der Sommerfrische genießen; fle scheinen zu im VI. Wahlkreise nichts zu holen ist. Es wir werden uns ihn nickt streitig machen .„ unseren' Kandidaten im ersten Wahlgange durch- t*-eT Gang der Ereignisse wird dadurch allerdigs nicht iff erv? e— r � �..———.Air. iuetfi n nen hierfür in Vorschlag gebracht worden waren. Die I Wl 6?siblag neu Herren, deren Namen wir bereits mitge- l wurden gegen wenige Stimmen gewählt. Ganz I tcn H?'? erfolgte die Annahme der Kandidatur Liebknechts, """t, antisemitischen Stimm n abgesehen, die fich dagegen er- > ws der Jubel, den Liebknechts Namen erregte, fich gelegt �heilte der Voifitzen.de Herr Grothmann dem Schriftsteller «a a k e das Wort. Der Redner führte etwa folgendes aus: Übeln der Zuruf und Ihre Begeisterung, als unser Freund "cht zum Kandidaten protlamirt wurde, könnte es über- I Lj) erscheinen lassen, roch über die bevorstehende Wahl zu : denn wir find einig. Wir wissen was wir wollen. lj? wissen auch, daß Liebknecht als Sieger aus der Urne her- Sjben wird. Ich stehe aber hier an Stelle Liebknechts, an Ik? des Kandidaten, der leider nicht unter uns sein kann, - li5,„ Testchispunlte zu entwickeln, unter denen er unsere poli- | fit R und soz-alen V rhältniffe betrachtet. Es ist ein Beweis nß Dhalkraft der Arbeiterpartei, daß fie zeleidlguns glauben, dem nem der illä v-r (o_emP% jehe, ist?tt?en- Die sozialdemokratische Fraktion im Rstchs- Jv ichwach, um auch nur selbstständige Anträge zu i> p,;..wenn es für fie auch von Bedeutung ist, wenn ein ueblnecht wieder in ihre Mitte tritt, so wird das Ewfluß auf die große feindliche Majorität im Reichs- Sie wissen, wie diese Majorität zu Stande ge- Die sagenhaftcn Melinitbomben, die Baracken- " dem die ral KomiA � bunten Bilderbogen mit dem Franzosen, der 'r dock letzte Kuh aus dem Stalle zog(Heiterkert). Bedeutuw wen Knegsbcunruhigungen, die von einer feilen und J% ßunfiftri�6 täglich in die Welt gesetzt wurden._ fie Ebben rathung f,» ciiUteenA fertig bekommen, den Philister aus serner Ruhe vaküiibijji Wen und ihn in die Arme der reaktionären Parteien zu i W 3)wj\ ihm br A Hnncrphcf tnnrben. bafe nur baburd) S die 3)1? fiarklinnOl welches f ihm doch eingeredet worden, daß nur dadurch Urch ernes Krieges verhindert werden könne. Die so t ü t,?wene Kartellmajorität hat die Zeit, seitdem fie im ' wohl benutzt, um fich Pfeifen zu schneiden. Um den hnen»z- otn 5VS 8" stärken, hat fie fast vollständig das Budgetrecht eubiA J!f Mwor�R. gegeben, fie hat für das MUttärseptennat, de ' Erlast>> gestimmt und dadurch nicht blos die 1.7? M;/;,«es Volkes, sondern auch die Kriegsgefahr vermehrt. eine Schraube ohne Ende, die fich immer cd der Völker bohrt; er veranlaßt zu immer infolge üjji/i"JJt(tm"'"''""gen, uqter deren Last die Nationen über kurz Seist Äbf J.'"fammenbrechen müssen. Nicht die ständig wachsende -S! Si'g'KS ;Ö3ä öSsÄS'SÄÄliÄ. r.. y ÄsS s'Äj:; K das N�.tt und versteckt hinter den Waarenpreisen. Man Nzeine inut"ü?' ks« darüber werden lassen, wie viel der Uts Auf politischem Gebiete hat die Kartellmaiorität �verio�n �han, als Rechte beschnitten, fie hat die Legrs. aft v'swna Ä Verschärfungen— die drakonische Ex- ioerie"R, »wei Jahren hat fie wieder darüber zu befinden, und .den Stimmen laut, das Sozialistengesetz ,u einem am der nächsten Sesfionzur -------—.. die Höbe der Rente, die Be- .„ v BevaiL," Naturalien, wie die Agrarier fie für die {ü eint*0® Au/«- wollen,'die bureaukratische Perwal- tlt, /�neidend» c»�.� unseren Vertretern Gelegenhert werden H.t L Wenn das Quittungsbuch nicht nsere Vertreter gegen das ganze Gesetz sein. % Auf dem Gebiet des Arbeiterschutzes ist von der Kartellmajorität nichts zu erwarten. Ihre schwächlichen Ver- suche, die Sonntagsruhe einzuführen, scheitern an der merkwürdigen Berechnung des Reichskanzlers, daß damit ein Siebentel des Lohnes den Arbeitern verloren gehen würde. In dieser Beziehung könne der Reichskanzler von jedem Arbeiter eines Besseren belehrt werden. Die Kartellmajorität wird fich nicht dazu aufschwingen, den Normalarbeitstag einzuführen, vie Kinderarbeit abzuschassen und den.Arbeitcrn das K 0 a l i t i 0 n s- recht zu gewähren. Auf politischem Gebiet ist von der Kartellmajorität besonders eine Beschränkung und Beschneidung des allgemeinen, gleichen, direkten und ge« Heimen Wahlrechts zu befürchten, das ihr schon lange ein Dorn im Auge ist. Durch Beschränkung des Wahlrechts wird aber dec Weg zur friedlichen Entwickelung der Dinge ver- sperrt. Fragen wir uns nun, welche Partei im Reichstage für die Rechte des Voltes in die Schranken tritt. Da ist zunächst die deutsch- sreifinnige Partei. Von dieser Partei ist jedoch nicht das Mindeste zu erwarten. Sie hat hinläng- lich Gelegenheit gehabt, für Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts bei den Landtagswahlen zu wirken, fie hat dies jedoch nicht gethan. Ueberhaupt ist diese Partei in einem inneren Verfalle begriffen, und seit 1884, wo 27 ihrer Mitglieder für Verlängerung des Sozialistengesetzes stimmten, während andere in übergroßer Schlauheit noch ab- kommandirt waren, existirt fie für uns nicht mehr. Die letzten Wahlen müssen jeden über den Charakter dieser Partei auf- geklärt haben. Die freisinnigen Wählermaffcn haben der Reaktion gedient und in der Stichwahl in Königsberg, Breslau, Magde- bürg, Hamburg u. s. w. gegen den Sozialdemokraten gestimmt. Die Arbeiterpartei hat auch das Banner der Demokratie hoch zu halten. Die Nationalliberalen kommen für Berlin nicht in Betracht, nur die Freikonservativen und die anderen Kartell- brüder und die Antisemiten, bei denen zu den übrigen Eigen- schasten der Kartellbrüder noch der Klassenhaß und Glaubens- fanatismus hinzu kommen. Es ist freilich ebenso lächerlich, Pbilosemit zu sein. Das jüdische Kapital ist nur ein Theil des großen internationalen Kapitals, welches allein die soziale Arbeiterpartei bekämpft. Als soziale Erscheinung ist der Antisemitismus nur aus Miß- Verständnissen hervorgegangen, wenn nicht aus der Bosheit, gegen die jüdischen Mitbürger zu Hetzen. Die Arbeiter werden ihm nie folgen.(Beifall.) Unter den polnischen Landarbeitern giebt es viele Juden; diese find genau eben solche Proletarier wie Sie. Gegen das große Kapital richtet sich der Antisemitis- mus gar nicht, sondern nur gegen die kleinen Agenten. Hat er doch bei der vorigen Wahl aus den Krippen des Herrn von Bleichröder gefressen.(Heiterkeit. Stimme aus dem Hinter- arunde:„Ich bitte ums Wort! Pickenbach!"— Unruhe.) Referent: Denn Christobal Cremer und Siöcker find Dank jener 10000 M. bei der Bewegung nicht aufgestellt worden. Ich bin begierig auf diesen waschechten Antisemitismus im sechsten Wahlkreise, der fich da eben laut gemacht hat. Welche Spielart wird es denn sein? Der Stöckersche, der Hosfähige, oder der Radau-Antisemitismus?(Heiterkeit.) Ich hoffe, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo nicht blos die Arbeiter, sondern auch das Gros der kleinen Handwerksmeister, die heute noch den reaktionären Parteien nachlaufen, sich dm Bestrebungen der Arbeiterpartei anschließen werden. Alle Par- teien sind den Arbeitern gegenüber reaktionär. Daher müssen auch wir unser Klassenaefühl stärken. Es handelt fich nicht darum, diese oder jene Wahl durchzubringen, sondern die Massen aufzurütteln und fie aufzukären. Der 6. Wahlkreis darf nicht länger dem vierten nachstehen. Wir muffen nicht nur siegen, sondern wenigstens 33 000 Stimmen herausschlagen(Ruf 40 000) wenn auch erfahrungsgemäß bei einer Nachwohl die Betheiligung schwächer ist. Tdue jeder seine Schuldigkeit an seiner Stelle! Auf Wähler des 6. Wahlkreises! Hinein in den Wahlkampf! Muthig und treu! Vorwärts!(Stürmischer Beifall.)— In der Diskusfion soll Herr Pickenbach zuerst das Wort erhalten, wogegen Widerspruch laut wird — Buchdrucker Werner: Ich ersuche Sie, dem Gegner das Wort zu geben, wir müßten uns schämen, Sozialdemokraten zu heißen, wmn wir den Gegner nicht wollten zum Wort kommen lassm.(Beifall.) Auf einstimmigen Be- schluß der Versammlung wurde nunmehr Herrn Pickenbach das Wort gegeben. Ich bin gekommen, so führte er aus, weil die Wähler des sechsten Wahlkreises im Allgemeinen aufgefordert worden find, zu erscheinen, und aus diesem Grunde halte ich mich auch für berechtigt, zu sprechen. Es ist ein Jirthum, daß Herr Liebknecht einstimmig zum Kandidaten proklamirt ist. Ich habe mit zweien meiner Freunde dagegen gestimmt.(Großer Lärm und Unruhe. Rufe Pfui!) Ich bin überzeugt, daß, wenn Herrn Liebknechts Tendenzen zur Macht kämen in Deutschland, das Vaterland der Vernichtung anheimfallen würde.(Lärmende Zwischenrufes Die Rede meines Herrn Vorredners klang wie ein Leitartikel des Herrn Richter, mit einziger Ausnahme der Stelle, wo er von den Deutsckfrei« finnigen sprach.(Heftiger Lärm. Rufe: Schluß! Glocke des Vorsitzenden.) Wir, die wir Ihnen entgegentreten, wollen für das Wohl der Arbeiter sorgen, ihnen Heil und Segen bringende Gesetze schaffen. Sie schwärmen für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. Wer hat das durckge- setzt? Bismarck war's(Rufe: Lassalle!). Was wir wollen, ist, daß Deutschland den Deutschen bleibt, deren Vorfahren es mit ihrem Blut erkämpft haben. Ihnen mag das Gefühl, Deutsche zu sein, fehlen.(Stürmische Zwischenrufe: Herunter von der Tribüne! Schluß! Lügner!). Es ist eine Unwahrheit, daß die Antisemiten aus den Napf Bleichröver's gegessen hätten. Nie hat ein Antisemit, der es wirklich ist, Geld von Juden genommen.(Rufe: Nur Sie!) Ich, ich bin arm geworden und habe wie ein Arbeiter gearbeitet. Das Weitere kann der Herr erfahren, wenn er in meine Wohnung kommt.(Anhaltender Lärm, Zischen, Pfui- rufe)— Das Wort erhielt darauf wieder Herr Baake, welcher fick stck zunächst gegen den Vorwurf wendet, daß seine Rede einem Leitartikel der„Freis. Ztg." geglichen habe. Er erinnere nur an seine Ausführungen über Einkommen- steuer, Abrüstung ic. Bei den Freifinnigen habe er noch weiter nichts gefunden, als eine äußerst zahme Demokratie und krasses Manchesterthum. Auf das sozialdemokratische Programm habe er fich nickt näher einlassen können, um die Versammlung nicht zur Auflösung zu bringen. Wir haben so wenig Versamm- lungen,- so ungefähr fuhr der Redner fort- daß wir uns die wenigen nickt noch kurzen wollen durch unvorfichtige Reden. Herrn Prckenbach mag das nicht passen. Wir aber kennen die Herren Antisemiten schon und was fie nicht über die Endziele der Sozialdemokratie gesprochen habe, to mag fick Herr Pickenbach bei seinen Freunden beklagen, die für die Verlängerung des Sozialistengesetzes gestimmt haben. Der Vorredner sprach weiter noch davon, daß die Sozialdemo- kraten leine Vaterlandsliebe hätten. Wenn man unter Vater- a Liebe muß oerdient werden, und wenn Herr Picken» dach...„Ich erkläre die Versammlung für aufgelöst", ertönte in diesem Augenblick die Stimme des überwachenden Polizei- lieutenants. Brausende Hochrufe auf Liebknecht und die Sozial- demokratie ertönten. Unter dem Gesang der Arbeitermarseillaise verließen die Versammelten den Saal, aus dessen Ecken und Enden Schutzmänner hervortauchtm. Verhaftungen kamen nicht vor. »ff-«tliche Schneiderverfammlung war zu Mittwoch Abend nach Gratweil's Bierhallen einberufen. Herr Täterow gab einen Bericht über die zum 30. Juli einberufene ?ber polizeilich nicht genehmigte Versammlung, in der anläßlich der 600jabrigen„Jubelfeier" der Berliner Schneiderinnung über „Das Wesen und Wirken der Innung" verhandelt werden sollte. Er fuhrte aus. daß ein Artikel über dieses Thema im„Berliner Volksblatt" erschienen ser, wogegen die„Berliner" und„Volks- Zeitung" die Aufnahme zwar versprochen aber nicht vollzogen hatten. Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß es wohl später möglich sein werde, diesesThema an derHand der Denkschrift, die die Innung zum 600jährigen Schneiderjubiläum in Berlin veran- laßt hat, zu behandeln. Die Versammlung sollte ihre Stellung zu den Streiks darlegen. Sie that es unter Bezugnahme auf den in diesem Monat anberaumten Kongreß der deutschen Schneider. Der Referent, Herr Zitzmann, und die Herren Pfeiffer, Täterow. Pendler, Wendt, Thomä, Blosert und noch mehrere andere Redner führten aus, daß die Streiks nicht ent- behrt werden könnten. Die Streiks verwerfen, bedeute dasselbe, als wenn jemand seine Vertheidigungsmittel aufgebe. Der Geschäftsmannn, der einem Kunden einen Artikel für den von diesem gebotenen Preis nicht liefere, streike auch. Ebenio sei es mit den Arbeitern, wenn ihre Lage besonders ungünstig liege. Nur mit den Streiks könnten sie Forderungen durchsetzm. Längst wäre allerdings schon der Wunsch von Seiten der Ar- beiter geäußert, daß die Mißstände in der Produktion durch staatliche Maßnahmen beseitigt werden sollen, aber die Parla mente gingen darauf nicht ein. Die Arbeitgeber versuchten, dos, was durch die Streiks erzielt werde, wieder rückgängig zu machen L das sei durch die Organisation der Arbeiter zu ver- hindern möglich. Dabei sei auch zu betonen, daß bei den Streiks es nöthig sei, nicht nur höhere Löhne, sondern geregelte Erwerbsoerhältniffe, hauptsächlich bezüglich der Arbeitszeit, zu beanspruchen, denn es komme in erster Linie darauf an, daß die Arbeitszeit verkürzt werde, damit die beschäftigungslosen Arbeiter Arbeit finden. Die Meissen Streiks gingen verloren, weil die Arbeitgeber fich mit den arbeitslosen Arbeitern so aushelfen könnten, daß die Streikenden den Streik nicht auszuhalten vermögen. Dennoch aber könne durch einen Streik etwas erreicht werden, das habe der letzte Schuhmacherstreik bewiesen. Dieser Streik hade auch gezeigt. daß es falsch sei, eine Zentral- stelle zur Ueberwachung der Streiks zu schaffen. Darum und wegen der gesetzlichen Rücksichten, die genommen werden müssen, sei auch Lokalorganisationen der Vorzug zu geben, nicht aber zentralifirten Verbänden. In Berlin wüide ein Streik der Schneider große Schwierigkeiten machen, aber die Löhne seien allgemein sehr zurückgegangen. Ein Vorgehen wäre erforderlich und dazu eine thatkräftige Organisation. Hier« na» kam es durch die Mahnung, sich nicht durch einen gewissen ©in i t h resp. Schmidt, der in Amerika die Arbeitspreise herab« drucken wollte, zur Auswanderung verleiten zu lassen, zu einer Er- orterung der Verhältnisse in Amerika unter den Schneidern. Ein dort anwesmd gewesener nach Berlin zurückgekehrter Schneider legte dar, daß die Arbeitgeber in New- York und St. Louis fich Polizisten engagirten und durch die weitgehendsten Provokationen die Arbeiter zu reizen und ihren Polizisten »Arbeit" zu verschaffen suchten. Der erwähnte Schmidt sei in St. Louis Präsident der Schneider, Arbeitgeber und Arbeit- nehmer. Mehrere Male habe er Schneider aus Deutschland ge- holt und letzthin die Aeußerung gethan, daß er. um die dortigen Arbeiter„kirre zu machen", für 100(0 Dollars Deutsche nach St. Louis kommen lassen wolle.— Nach der Aufforderung, rege für Organisation in den Werk- stätten zu wirken, wurde folgende Resolution angenommen: „Die heute in den„Gratweil'schen Bierhallen" tagende öffentliche Versammlung der Schneider Berlins spricht die Erwartung aus, daß der stattfindende Schneider kongreß in Erwägung, daß die Verhältnisse im Schneidergewcrbe nur durch Organisationen zu heben find, sich für die Schaffung guter Lokalorganisationen entschließen wird. Tie Versammlung ver« pflichtet fich, für Verbesserung der Verhältnisse zu wirken, und fie trägt dem Berliner Delegirten zum Kongreß auf, in ange- führtem Sinne zu wirken."— Nachdem noch die Jnnungsver- hältnisse sowie die Frauen- und Kinderarbeit und deren Ein« Wirkung auf die Lage der Gesellen betont war, endete die Ver- sammlung. Kra«de«b»rg a. H., 2. August. Eine öffentliche Ver- sammlung der Schlosser und Maschinenbauarbeiter tagte hier am 31. Juli im Lotale des Herrn Winkel unter Vorfitz des Herrn Gombert. Herr Pirch aus Berlin sprach über:„Die Nothwendigkeit eines Kongresses der Schlosser und Maschinen« bauarbeiter Deutschlands". Redner legte die Ursachen des Fehlschla» gens der letzten größeren Streiks im Schlossergewerk klar. Nur die mangelnde Organisation und schwache Unterstützung der Streiken« den wären daran Schuld. Es sei deshalb Pflicht des einzu- bemfenden Kongresses, in erster Linie fich über pie Frage klar zu werden: Wie schaffen wir Organisationen in unserem Ge- werk? Der Einzelne sei machtlos gegenüber den Lohndrückereien der Arbeitgeber und könne nur eine Vereinigung Wandel schaffen. Leider seien die jetzigen bestehenden Bestimmungen der Einzelstaaten Deutschlands über das Vereinswesen so ver- schiedene, daß es fast unmöglich sei,'"' zuführm. Er rathe deshalb, in lands einzelne Fachorganisationen Redner sprach dann noch über Frauen« und Kinderarbeit und die Gefängnißarbeit. Auch diese Mißstände bedürften einer dringenden Regelung. Betreffs der Streiks war Redner der Anficht, daß viele nur deshalb verloren gingen, weil einestheils der Zeitpunkt schlecht gewählt und anderniheils vielfach ungenügend bekannt gemacht würde, welche Forderungen die Arbeiter stellten und welche Gründe fie zum Streit veranlaßt hätten.— Eine einstimmig angenommene Resolution erklärte sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichtete die Kollegen, mit aller Kraft für das Zustandekommen des Kongresses einzu« treten. Zum Delegirten wurde Herr Gombert gewählt. - In seinem Schlußwort wies der Referent auf den Zusammenbang der Verbrechen- und Prostitutionsstatistik mit dem Steigen und Smken der Arbeitslöhne hin. Ihm seien Falle bekannt, wo selbst Frauen, durch die Roth gezwungen, sich prostiwirten. und wie Väter, um die Roth ihrer Familie zu lindern, zum Verbrechen gegriffen. Nachdem ex noch die Kollegen zur Eintracht ermahnt, schloß er seine Ausführungen mit einem dreifachen Hoch auf die deutsche Arbeiterbewegung. _ öffentlich» Uersammlnng der Schloff»»»nd Tagesordnung: Wie stellen wir uns zur Einberufung eines afw äa 6. August. Abends 8 Uhr, Manteuffelstraße 90, Mitglieder Ver. ammlung. Tadesordnung: 1. Richtigstellung der von Herrn Bredow in der Versammlung vom 4. Juni gegen den ersten UZSSM-M-s eine Zentralisation herbei- allen Städten Deutsch- ins Leben zu rufen. die Oraanfrage, die Der»erew}Ut Mahr««- der Interessen der Nischter hält heute, Sonnabend. Abends Uhr, Köpmcker- Lrake 68 eine Versammlung ab. Taaesordnung: 1. Wahl eines Bibliothekare. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Billcts zu dem am Sonabenv, den 11. August, im„Neuen Gesellschaftshause", tzasenhaive 57, stattfindenden EommernachtS. tall find in der Versammlung sowie bei allen Vorstandsmit« gliedern zu haben. Alle Freunde und Gönner des Vereins find hierzu eingeladen. Polizeilich nicht genehmigt wurde die von Herrn Breit« holz zu heute, Sonnabend, einberufene öffentliche Versammlung der Rohrleger, in welcher Herr Thierbach über„Zweck und Ziele der Fachvereine" referiren sollte. Es ist dies bereits das dritte Mal. daß die polizelliche Genehmigung zur Abhaltung öffent« licher Versammlungen der Rohrleger Berlins versagt worden ist; aus welchem Grunde die Genehmigung nicht erthellt wurde, ist dem Eindemfer dieser Versammlung nicht mitgetbeilt worden. Zentral-Krank««-«nd Kterdekasse der Töpfer und Berussgcnossen. Sonntag, den 5. August, Vormittags 10 Uhr, in Gralweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77—79: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Der neu genehmigte Statuten� Nachtrag. 2. Abrechnung vomzwesten Quartal. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Statuten mitzubringen. Fachverein der Schlosser««d Kerufsgenosse«, Heute Abend 8s Ubr Mitgliederversammlung im Saale des Herrn Gothmann, Brunncnstr. 34. Tagesordnug: 1. Wie erlangen wir einen Maximalarbeitstag? Referent Herr Schnirpel. Dis- kission. 2 Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Angelegenheiten -des Arbeitsnachweises. 4. Verschiedenes. Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 5. d. M-, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Heim Dr. Spazier über:„Der Grundgedanke der Weltgeschichte". Damen und Herren als Gäste willkommen. Fachverein der Former und verwandten Berufsgenoffen. Sonntag, den 5. August, Vormittags 10 Uhr, Jnvalidenstr. 144 in Faustmann's Salon: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrog. 2. Wahl des 1. und 2. Vorsitzenden. 3. Verschiedenes und Fragekasten. � Fachverein der Putzer. Sonntag, den 5. August, Vormittags 11 Uhr, bei Scheffer, Jnselstr. 10, Mitgliederversammlung. Sehr wichtige Tagesordnung. Erscheinen dringend notdwendig.— Der Verein feiert sein Stiftungsfest am S o n n- abend, d. 25. A u g u st, im Wintergarten des Genttal- Hotels durch Koncert, Gesangsvorträge und Ball. Billets find bei fol- genden Herren zu haben: H. Thielike, Golzstt. 1; A. Straffe, Friedrichsfelderstr. 10; I. Holst, Wollinerslr. 51; F. Schotte, Bellermannstraße 5; G. Hoehle, Lützow-Ufer 29, H. Seefert, Viicklcrstr. 13; E. Thönina, Naunynstr. 87; G. Simanonsky, Ackerstr. 89 und F. Grätz, Lüyowstt. 101. perrin zur Wahrung der Interesse« der Klavier- ardeit-r. Heute, Sonnabend, Abends 8s Uhr, in den Grat- «u-U'schen Bierhallen, Kommandantenstt. 77—79, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über„Die erste Hilfe bei Unglücksfällen". 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vereinsangelegenheiten, Werkstattangelegenheiten und Ver- � Kranken«nd Kearabnißkasse des perein« sämmt- 1 icher Kernfsklasse», Berlin 3. Heute. Sonnabend, Abends 8s Uhr, Brunnenstr. 38 bei Schmidt: Mitgliederversammlung. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden in jeder Ver- sammlung, sowie bei H. Rudolph, Goloniestr. 150», Schindler, Ackerstr. 172 und Holtzt, Ackerstr. 109, aufgenommen. Gesang-, Tnrn-«nd gesellige Vereine am Sonnabend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant. Alte «Mobstr. 38.- Männergesanaverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstr. 9.— Männcraesangverein„Erato" Abends H Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstraße 1.— Lübeck'scher Turnverein(1. LehrlingSabthcilung.) Abends 8 Uhr Elisabethstr. Nr. 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9, 5 ju. ui— wu.—,-r—-Aoriuer« adthellung von 8%— 10% Uhr Abends: desgl.>. Lehrlmgsabthei- Zung von 3 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen- flaffc des berliner Handwerkervereins" Abends 8t Uhr Sophien- sttaße 15.— Theater- und Veranüaungs-Verein„Cantas" Abends 8 Uhr im Louisenstädttschen Bierbause, Admiralstt. 33.— Theater- und Vergnügungsgcsellschaft„Treue" Abends 81, Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstraße 11.— Geselligkeitsklub „Lustig" Abends 9s Uhr im Restaurant Weichest, Tauben- siraße 45.— Verein der Taubenfreunde Abends 8'/, Udr im Resbäurant tzillmann, Manteuffelstt. 68._— Dänischer Verchi schule Abends 9t Uhr im Restaurant, Markusstt. 7.— Rauchklub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schön- bauser Allee 28.— Vergnügungsverein„Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant Albrecht, Ännenstt. 9. Kleine MittheUnngen. Wie», 1. August(Gerüstzusammensturz.) Die bei Floiidsdorf über die große Donau fuhrende Nordwestdahnbrücke wir gestern Nachmittag der Schauplatz eines großen Unglücks- falles, welchem leider auch ein Menschenleben zum Opfer fiel. -.n dieser Biücke werden derzeit Reparaturen vorgenommen, zu welchem Zweck ein freischwebendes Gerüst errichtet ist. Gestern Nachmittag waren auf dem Brettergerüst 8 Arbeit« beschäftigt, als um 4 Uhr plötzlich das Gerüst aus den Fugen ging und 4 der Arbestcr in die Donau stürzten, während die anderen sich noch rechtzeitig zu retten vermochten. Dem einen mit den Wellen ringenden Arbeiter wurde durch eine herab- stürzende Eisenstange der Kopf zertrümmert und der Unglück- liche versank sofort in den Fluthen. Seine 3 Kameraden, obwohl von den nachstürzenden Gerüsttrümmnn mehr oder minder v-rletzt, halten die Geistesgegenwart, fich an die schwimmenden Balten zu klammern. So wurden sie bis zu der Floridsdorfer Brücke getrieben, wo ihnen endlich im Momente der höchsten Roth durch zwei wackere Männer Hilfe zu Theil wurde. Die letzteren ruderten mit ein« Zille rasch in den Strom und retteten die drei zum Tode erschöpften Arbeiter, die in das Krankenhaus gebracht wurden.— Ein Ardeiter stürzte gestern Vormittag bei dem Bau im Offizierslöchter Institut in Hernals vom Gerüst. D« Verunglückte, Namens Anton Scilinger, ist infolge d««- littenen Verletzungen Nachts im allgemeinen Kranlenhause ge- storbm. Er war in d« Höbe des zweiten Stockes beim Auf- zuge beschäftigt;« wurde von einem umstürzende Balken nied«- geiissen und fiel über das Gerüst hinab. Ja d« Höhe des ersten Stockwerks gelang es ihm zwar, fich anzuklamm«n und festzuhalten, doch hatte« drei Rippen gebrochen und mehrere Verletzungen am Kopf«litten, denen er im Laufe d« Nacht erlag. Durch seinen Tod w«den drei Kinder, die schon früher ihre Mutter verloren haben, ihrers Ernährers beraubt. Knssee, 31. Juli.«Unglücksfall in den Alpen.) Ein fung« Arbeiter aus den Sudw«ken bestieg Sonntag den Hoden Zinken, um dort Blumen zu pflücken, und ist nicht mehr zurück- gekehlt. Man befürchtet, daß« durch einen Absturz vnunglückt ist. Von hier aus wurden umfaffende Nachforschungen nach nach dem Vermißten eingeleitet. zöndon, 2. August. D« Gastledampfer„Pembroke Gastle" ifi heute auf d« der Ausreise von London abgegangen. D« Gaslledamps«„Dum dar- Gastle" ist heute auf d« Heimreise in London angekommen. Z N»w Uork, 28. Juli.(Einwanderung.) In dem am 30. Juni endigenden Jahre wanderten in den V«einigtcn Staaten 839 816 Personen ein. Davon sandte Deutschland 107 624, England und Wales 83 132, Irland 173 238, Schweden und Norwegen 72 915, Italien 51 075, Rußland 33 407, Oesterreich 25 884, Schottland 24 396, Ungarn 19 928, Dänemark 89? 1, die Schweiz 7737, Frankreich 6427, die Niederlande 5845 und Polen 5826._ Telegraphische Depeschen (Wolffs Telegraphen-Bureau.) Marmbrnnn, Freitag, 3. August. Infolge des anhaltenden Regens ist großes tzochwaffer eingetreten, die Biücke und die Ghaussee nach Hiischberg sind gesperrt, d« Verkehr wird auf Umwegen bewertstelligt. Kern, Freitag, 3. August. Infolge anhaltenden Regens fand überall ein starkes Steigen d« Gewäffcr statt. D« Verkehr auf der Linie Brienz- Meiringcn der Brüning-Bahn war zeitweise unterbiochen und bei Granges in Unt«wallis konnte gest«n der Vnkehr auf der Eisenbahn nur mittelst Umladung der Reisenden fortgesetzt werden. Die Gottbardbahn wurde bei Attinghausen überschwemmt und eine Brücke beschädigt, der Bahnverkehr ist ad« nach kurzer Unt«brechung wieder hergestellt worden. pari«, Donnerstag, 2. August. TroN verschiedener heftig« Ansammlungen, welch« heute in der Arbeit«- Börse durch mehrere Streikführer abgehalten wurden, find die Mehrzahl der Streikenden entmuthigt und haben b«eits in großer Zahl die Arbett wieder aufgenommen. Petersburg F».tag, 3. August. Der Agent der_ burger-Vi i sicher ungsgefellschafi N»dk, welch« angeschuldigt in det.ügerischcr Absicht vor einig« Zeit den deutschen Dem* �Augustus" mit seiner Ladung bei Nikolajewsk am Amwg Stranden gebracht zu haben, ist von dem Senat zu zwei Ju» Gefängniß oerurtheill worden. London, Freitag, 3. August. Dei Union Dampf«» ist gestern aus der Ausreise in Gapetown angekommen. Athen, Donnerstag, 2. August. Der bezüglich des l schen Konsuls Panmia in Monastir entstandene Zwist hat nunmehr seine dtfinilive Eiledigung gefunden. Die befahl dem Gouverneur von Monastir, die ftüheren off Beziehungen zu dem Konsul Panmia wieder aufzunehmen.' Ministerpräsidenten Trikupis wurde. leichzeitig der Gouva von Lariffa angewiesen, die amtlichen Beziehungen z» dortigen türkischen Konsul wieder aufzunehmen. KriefUusten der Redaktion. Bei anfragen bitten mir die ad-nnementd-Ouittung beizufügen. Brüs» Antwort wird nicht ertheilt. Zwei Streitend. 1� Die Thmme des Köln« IM ♦ 1. wC'lt UCÖ JVUUltd haben eine Höbe von 157 Met« über dem Fußboden Ört*, k.rche und 160 Meter üb« dem Pflaster des Domplatzes. 2.' 3. Ist uns nicht bekannt. 10. Ziehung der 4. Klaffe 178. Köllig!. Preuh. Lotterie. das mmw* Ziehung vom 3. August 1888,«ormitt-,»«. Sur die Gewinne übet 210 Wart sind den betreffenden Kümmern In Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) .. 146 74 207 41 92 444 523 46 86 96 712 14 18 67 806 66 1195 219 77 863[3000] 69 460 686 930[15001 61 4016 99 129 209 38 323 68 663 728 61 831 938 41 64«074 87 139 78 249 395 423 35 551 775 832 65 956[50001 88(5001 4173 78 92[500] 93 267 304 64 74 402 637 809 22 915 6 037 112 16001 285 378 530 646[1500] 711[300] 43 844 902 35 «071 109 267 13001 68 570 629 61 726 63 830 917 66 7176 92 240 45 351 64 426 64 952 62 H367 79 479 507 625 959 89»023[1500] 109 13000] 208 312 437 40 586 655 777 803 98 908 26 37 1«008 91 112 49 612 39[500] 48 83 426[3001 88 764 830 905 II 070 148 70 221 432 645 633 763 882 98 905 12053 132 37 46 75 96 2*5 358 460[3000] 69 651 746 49 84 810 1 3142(3001 75 269[3000] 607 693 752 868 14015 HO 66 363 467 670 86 649 64 893 94 944[3000] 1 5108 26 47 66 207 43 96 360 66[300] 474 582 15000) 738 838 68 928 89 10030 31 64 65 81 140 256 98 351 407 552 799 903 90 1 7081 167 80 Am S" s"" K1 2«01.3 415 601 21198 237 303 696 656 790 801[300] 23 24 35 977 22079 219 24 400 553 783 92 855[30001 914 58 2 3000 138 48 221 339 444 6*1 718 916 24219 62 388 421 86 95 721[1500] 868 70 25062 131 202 39 74 330 678 709 932 40 61 2«124 84 338 46 517 46 95 711 14 500] 897 2 7015 59 90 106 75 228 29 31 539 601 15 18 70 726 2H022 300] 125 56 88 235 79[5001 435 619[1500] 985 29038 90 198 406 88 500] 592 97 602[3001 724 902[1500] 3«088 319 577 670 730------ ______ 730 49 84 811 17 37 64 76 985 92 81003 79 129 38 85 269 340 645 80 817 3 2039 93 96 135 332 715 94[5000] 822 52 1600] 33346 86 632 80 755 809 42[1500] 63 944 63 71 34081 386 436 13000] 543 661 758[3000] 69 867 1:300) 919 26 30[3000] 97« 3366 780 859 60 917 3 0076 171 316 34 50 64 516 3 7002 128 65[3000] 267 70 76 79 508 26 698 775 848 965 3S0S9 102 213 358 64 528 48 11500] 67 846 69 913 30 66 78 30013 169 319 411 18 55 88 504 671 88 746 862 • 40175 274 432 39 590 652 812 994 98 4 1 012 131 95 217 327 456 61 79 557 721 52 814 46 985 4 2484 512 13000] 18 601 33 705 970 4 3520 801 20 942 4 4 048 248 393 408 34 87 89 504 21 84 609 25 775 4 5058 93 203 36 476 619 743 47 933 4 6125 269 442 700 93 808 4 7129 240 47 96 300 19[500] 84.804 4 N234 79 83 428 65 662 771 80 886 944 4U0U7 48 172 336 141 500 29 45 612 92 756 60 904 5«017 186 262 517 31 55 632 75.84 93 785[300] 51018 38 133 228 318 485 511 52059 157 89 280 340 80 409 20 43 711 839 46 944 5 3140 46 81 271 314 412 28 46 53 74 82 566 80 1300] 74,8 65 79 96 5 4002 113 357 68 95 550 679 984 5 5050 173 830 85 463 90 680 730 77 803 56010 278 336 43 4.81 646 624 13000] 734 830 997 5 7 006 15 38 138" 89 211 684 855 5 8097.108 36 241 51 304 25 97 408 568 601 90 922 74 511015 21 92[30001 104 45 201 565 90 956 ««031 175 97 280 83 479 671 615 55 840 46«1000 125 61 88 218 26 77 486 510 63 613 58 711 69 934[500] 59[1500]«2193 346 49 62 423 55 516 38 631 715 895(6001 953 0 3058 479 541[1500] 731 800 26 15001 907«401.8 76 124 68 257 88 553[3000, 81[300] 710 840 941 58 «5306 472 502 602 820 92 900 80««037 43 71 128 33 69 256[500] 661 765 871 998«7029 175 93 442 83 631 626 846 61 80 92[300] 96«*200 80 375 437 768««049[300] 119 255[3000] 316 566 606 15 24 83 759 827 73 1500) 7«046 74 101 37 278 305 606 87 629[500] 769 836 13001 62 65[500] 956 74[300] 7 1 019 29 134 284 85 401 67 76 679(1500] 670 758 943 72517 7 3029 135 213 57 326 581 663 707 936 7 4 092 115 73 807 51 946 77 7 5091 137 206 457 93(3000! 579(30001 639 87 798 911 36 7«382 627 704 11500] 956 7 7332 672 96 601 79 7*117 41 257 439 56 577 600 67 86 819 918 80 7 0021 34 53 104 19 26 232 333 61 73 639 *«006 87 525 75 654 884 81337 75 469 781[3000] 82069 77 102 84 420(300) 632 726 841 73 963*3118 41 360 73 447 74 76 97 698 872 86 930*4019 42 45 99 118 52[300] 58 205 95 419 43 625 99 777 983 1600]>85060 90 134 203[3000] 17 3* 81 379 80 84 509 734 71 901 19 61*«002 6[500] 74 84 151 66 312 36 45 66 561 794 805 6 57 909 *7047 52 98 233 37 466 571 791 993**U01 16 139 86 303 99 690 7:34 858 77 82 950 1300)*«093 164 338 49 65 481 654 774 837[500] 903 »«057 73 141 55 90 93 216[1500] 44 411 41 48 516 76 693 824 951 »1005 130 68 77 94 313 14 44 74 561 609 14 65 717 833 947 60»2014 10. Ziehung der 4. Klaffe 178. König!. Preuß. Lotterie. Ziehung vom S. August 1888, NnchmiteagS. fint die Gewinne übet 210 Mark lind den betreffende» Nummern in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 60 456 630 83 748 86[500] 803 1 127 37 67 83 89 237 370[300] 74 448 646 92 757 823 57 95 990 2014 297 310 53 601 12 774 897 982 8165 215 84 391 403 26 513[300] 46 654 730 812 940 4204 41 45 638 (3001 79 96 611 928 5115 31 38 72 436 582 741 818 0031 47 1300] 67 110 14 79 264 72 392 407 42 568 681 716 979 92 7009 161 226 390 432 649 66 77 603 863 975 77*047 135 240[300 0001 305 672 699 824 [15001 67»126 53 229 413 31 565 82[300] 870 83[300] 1 0101 59 210 61 346 512 629 79 948 11500] 94 I 1 149 204 51« 60 [300] 715 833 936 80 1*073 296 361 606 653 832 82 916 64 1 3035 44 84 210 454 563 645 86 751 94 807 85 60 974 I 4037 69 302 25 440 66 805 15001 1 5015 269(300) 650 716 78 997 I«045 88 168 370 483 503 21 95 833 913 13000] 1 7086 262 319 416 621 62 759 76 942 I*020 92 141 80 227 685 754 76 92 827 994 1»101 333[3000] 597 631 705 915 67 *«093 98 125 210 306 59 88 506(1500) 872* 1008 203 304 83 473 686 637 43 711 925«*033 181 99 875 613[3000] 48 99 724 74 860 58 «3329 554 689 805[3000001 34 88« 4070 97 345 541 655 702 74 862 25069[1500] 77 247[300] 93 448 583 669 759 98 898««384[300] 447 612 643 83 786 87 830«7034[6001 210 312 71 617 55 626 762 95 874 977 99«*128 48 52 54 214 42 336 52 623 82 64 703 39 894 920[500] 29 42 72[300]««074 107 208 96 337[3000] 92 99 474 543 82 737 930 82 83 H«094 167 332 450 830 997»1127 243 376 91[1500] 554 606 46 48 765 68 96 801 943»«067 68 123 115001 206 37 11500) 393 481 94 611 57 604 25 33 43 80 834 955»»061 150 86 99 428 85 533 638 68 834 86 90 900»1070 97 236 80 358 466 907 31»5115 211 409 607 87 701«61 74 90»«232 592 666 717 824 41»7258 346 81[1500] 445 [300] 588[300. 903 73 3*001 23 93 259 300 66[3001 71 400 22 13001 89 52 79 629[300] 697[1500t 700 928«»046 67 268 335[300] 57 441 584 714 859 86 '4«081 132 37 43 51 52 272 79 869[300] 451 785 90«49 69 41118 fiO, 281 83 505 34 74 628 831 918[300] 42009 200 38 90 312 29 70 3(3001 626 35 767 1500) 861 956 4»632 678 96 130001 710 68 75 935 4 4 078 291 312 88 89 424 63 529 623 45 715 86 4S095 164 658[300) 99 856 67 70 912 28 4 0039 13001 47 121 88204 73 396 440 47(600) 70 509 68 70 620 36 739 95 815 17 30 910 4: 063 115 54 1300] 82 224 312 26 405 9 514 40 784(3001 829 31 48199 208 95 344(3001 68 59 407 29 40 521 731 912 4U088 307 20 43 404 742 837 72 918[3000] 66 87 5«006 27 70 137 339 448 500 7 696 709 14 68 75 813 976 6 1 003 57 247 77 370 427 87 502 71 98 612 28 765»«139 61 63 622 77 672 [300] 755»»009[15001 130 56[3001 245 46 94 313 43 496 597 607[3001 854 5 4 046[300] 50 73 134 83 96 209[300] 99 314 412 72 1300) 509 853 57 88 925 6»033 41 1500] 104 218(3001 386 545 79 90 7.89 870»«140 43 207 96 442 84 615 742 932» 7029 123 50 75 77 321 519 26 36 81 769 73 859 955»*110 98 287 498 691 744 50028[3000] 274 489 536 713 30 92 ««264 478 84 546 665 732 972«1044 49 160 289 444 96 616 652 62 67 82 777 996««214 45 302 403 564 697 782 97«»024 88 154 316 61 496 559 601 11 58 778 944«4077 146(3001 247 90 328 78 86 459 61 507 9,8 645 77 92 702 26 886 957«5165 526 989««019 129 65 289 348 599 763 78 838 983 1500)*7078 223 92 553 67 711 16 21 38 803 23 58 901«*100 58 367 98!500| 422 72 722 818 907 65«»024 83 178 244 310 67 406 1500] 28 81 694 761 67 811(30001 946 7«095 267 364 79 403 625 44 86 881 961(300) 77 97(300! 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