r und fit esMon-L wandera» Mittwoch, de« 8. August 1888. 5. Jahrg. ich auf* en «ri-M» von we» VtellM �bezügliche naemeldete i Ziglich vo» agung VN :as ein,« I dürste, s I _J fltli es lÄfl 11084 I l'4(ya 3.0 * 7 2 29 4 ) 608 720' MiBnloUInll. Drgiin für die Interessen der Arbeiter. R Da»„Berliner VolkSblatt" . Morgen»«u|ec nach Sonn« und Festtagen. Wonnementsprei» für Berlin frei viertcljätstlich 4 Marf. monatlich IIS Man, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Ziunimer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in d« PostzeitungZpreislifte für 1888 unter Nr. 849.) Jnsertion»aebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. ArbeitSmarlt 10 Pf. Bei größerm Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi» 4 Uhr Nachmittag» tn der Expedition. Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annan cen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraste 2.— Gepeditio«: Zimmerstraste 44. 184 ISISZ die tat 'ffli An die Mahler des Kerlitter Reichstags- Wahlkreises. wärtig liegen die Wählerlisten für die Neuwahl im berliner Reichstags-Wahlkreise zur öffentlichen Einficht» �»us. Klauben der Mühe überhoben zu sein, hier noch ein« � hinweisen zu sollen, wie unendlich wichtig es ist, >"•?? Wähler fich davon überzeugt, ob sein Name richtig in Urlisten eingetragen ist. Wer nicht selbst Zeit Wählerliste zu kontroliren, de auf» MtjJ, �»mit eine andere sichere Person. iz deren Namen fich in der Wählerliste befinden, ~ �eichstagswahl wahlberechtigt. * Ästen liegen aus: ** den Wochentage«»on Mormittag« 0 bi» Uach- mittao» 3 Uhr. «m K-nntag» von Vormittag» 11 bi» Uach- �|iu mittag» 4 Uhr 5[300. 63$ L"» Wahlbureau des Magistrats, KSnlgstr. 7, 1,\%1g9# fci 1°chts 3 Trep pen und gleichzeitig in der �»Ue der 67. G e m e i n d e s ch u l e, Ackerstraff« 88 A. �rkits in der amtlichen Bekanntmachung darauf gemacht worden, daß ein Jeder, der die Listen für unvollständig hält, dies innerhalb acht »ach dem Beginn der Auslegung derselben, also SÄ miW 146 901 P* 1 Iii Nur find toi Ä 4 106 llK ml am 9. August d. Js. dem Magistrat schrift oder in den vorbezeichneten Lokalen vor den V» Protokoll geben kann, die Beweismittel für seine ' aber, soweit dieselben nicht auf Notorietät be- > 612* 74�|�L®*8rimbunfi der beantragten Nachtragung in die Süt/ entweder der Miethskontrakt, die letzte Mieths» i... ung»bei die polizellich bescheinigte Anmeldung für . re Wohnung vorzulegen. � bei), �'ei bemerkt, daß die Aufstellung der Wählerlisten , ü leilbs�, �""»asstande vom 20. Juni er. erfolgt ist und 0etjoßenfn Wähler ihr Wahlrecht nur in denjenigen 3. e,n»»»üben können, in welchen sie bis zum 20. Juni (300J SZ P�ittn � Niemand die kleine Mühe, fich zuverläsfig zu 9#4%% N ein'" wirklich in die Wählerlisten eingetragen ist. bez. achläsfigkeit kann er leicht seines helltgsten Rechtes ■ÜB Ai 407 696 |i II i i. ii I i'« '"»oe k.,~ verlustig gehen. kbtt sw.t j**)ct diesmaligen Wahl kommt es darauf an, eiter auf seinem Platze ist! � Ieuill'eton. [55 Ihre Tochter. -»otoman nach dem Französische» von R. D e 1 1' n 0- «WS fc&asL-sasisi» p u.�ein«.i-'--~" es nur mm -WWW ' WM sie nicht mußte. Falsche Karten. Da dem Entwurf zur Alters» und Znvalidenverforgung Motive nicht beigegeben sind, so ist man in Bezug auf die Gründe, welche zu der einen oder anderen Bestimmung ge- führt haben, nur auf Vermuthungen angewiesen und auf jene offiziösen Orakelsprüche, die hie und da in den Or- ganen, deren Beziehungen zu den leitenden Kreisen bekannt sind, zum Besten gegeben werden. Die überall und von allen Seiten laut werdende ab- sprechende Kritik zwingt nun die Offiziösen öfter, als dies anfangs wohl beabsichtigt gewesen sein mag, sich über die einzelnen Bestimmungen zu äußern, und so erfahren wir denn auch jetzt aus einer Polemik gegen die Beschlüsse einer hiesigen Arbeiterversammlung, in der Sozialdemokraten und Gewerkvereinler gemeinsam tagten, warum der Ausschluß der Vertreter der freien Hilfskassen bei der Wahl der Organe der Versicherungsanstalten beibehalten worden ist. „Allerdings," so heißt es in dem offiziösen Versuch, die Ausschließung der freien Hilfskassen zu rechtfertigen, „ist den sogenannten„freien" Kassen ein Wahlrecht für diese Vertretungen der versicherten Arbeiter nicht ein- geräumt und hat ihnen nicht wohl eingeräumt wer- den können. Denn erstens sind Organisation und Bestand dieser„freien" Kassen durchaus nicht fo stabil, wie es erforderlich wäre, um ihnen die Stellung als Wahlkörper für derartige Vertretungen übertragen zu können; dann aber, welchen Anspruch haben denn diejenigen, welche sich durch ihre Mitgliedschaft bei„freien" Kassen aus freiem Entschlüsse von den st a a t l i ch e r s e i t S o r g a n i s i r t e n Zwangsverbänden auszuschließen belieben, darauf, daß ihnen eine direkte Vertretung bei den ebenfalls staatlich organi- sirten Versicherungsanstalten eingeräumt werde?" Auf diese Ausführungen ist einfach zu erwidern, daß sie unwahr sind und den Thatsachen in'A Gesicht schlagen. WaS zunächst die Behauptung betrifft, daß es den freien Kassen an Stabilität fehlt, so kann ja unbedenklich zugegeben werden, daß eS auch unter diesen Kassen solche giebt, welche noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Aber dieses ist in einem noch viel höherem Maße bei einer großen An zahl von Zwangskassen der�Fall, die einfach bankerott sind und mit allen möglichen Finessen ihre kranken Mitglieder schädigen, um auf diese Weise halbwegs einen Ausgleich zwischen Ausgaben und Einnahmen herzustellen. Gerade der gute Stand, die gesicherte Existenz, also die Bedingungen der Stabilität der freien Hilfskassen find es, was den Neid so vieler ZwangSkassen-Leitungen hervor- gerufen und ihre giftigen Denunziationen und Angrisse auf die selbstständigen Arbeiterorganisationen veranlaßt hat Be- sonders die großen Zentralkassen, gegen welche sich doch hauptsächlich daS Mißtrauen richtet, welche« in der Nicht- Heranziehung zur Wahl der Arbeitervertreter wieder so offen zum Ausdruck kommt, haben fast ausnahmslos vollständig geordnete Verhältnisse geschassen und erfreuen sich, wenn Und waS zeigte sich nun als Resultat dieser Erziehung? Wenn Herr von Elven kein Ehrenmann war, ja wenn er nur eine leidenschaftlichere Natur gewesen wäre, so wäre sie verloren gewesen. Glücklicher Weise liebte er sie zu treu, um ihre ver- trauende Naivetät zu mißbrauchen, wie eS ein Wüstling ge- than hätte. Aber er mußte endlich antworten und sich dazu auf- raffen, diesen Fragen ein Ende zu machen, die für ihn so überaus peinlich waren. „Sie sprechen von Ihrer Erzieherin," sagte er:„hat sie Ihnen denn nicht gesagt, daß man sich verheirathet, um legitime Kinder zu haben, und daß die Kinder, welche außerehelich geboren werden, Bastarde sind? Wollen Sie denn, daß auch Ihre Kinder einst Bastarde sein sollen?" DaS war so klar gesprochen, daß auch Therese et ungefähr verstand, und vie Thränen traten ihr in die Augen. „Bastarde," flüsterte sie,„ich weiß, das Wort ist eine Beleidigung.... Auch ich bin ein uneheliches Kind, und deshalb können Sie mich nicht Heirathen, ohne sich zu ent- ehren.... Und ich würde entehrt sein, wenn ich Ihre Maitrcsse würde, und meine Schande würde auf meine Kinder zurückfallen.... Nein, das will ich nicht... ich will nur Eines, daß Sie mich nie verlassen.... Denn wenn Sie mich verließen, so thäten Sie es sicherlich, weil Sie eine andere liebten,... und dann würde ich vor Gram sterben. Aber... kann ich denn nicht mit Ihnen leben, ohne Ihre Maitresse zu sein? Ist das verboten? Als Sie mich Heirathen sollten, war bestimmt, daß Sie uns in unsere Villa am Boulevard d'Ztalie täglich zu unv in uuit-t. �—- t_, kommen sollten, meine Mutter war damit einverstanden und auch Herr von ArboiS fand nichts daran zu tadeln.— Auch er kommt dorthin, und doch ist meine Mutter nicht seine Maitresse." man nicht durch Gewaltmaßregeln ihre Kreise stören wird, einer Stabilität, wie sie von einer Anzahl von Orts- und JnnunaSkassen bis jetzt nicht erreicht worden ist und auch sicherlich in Zukunft nicht erreicht werden wird. Die Behauptung also, daß die freien Kassen jener geordneten Verhältnisse ermangeln, welche uothwendig sind, um sie zum Wahlkörper für die Ernennung der Arbeiter- Vertreter bei den Versicherungsanstalten heran zu ziehen, widerspricht einfach den Thatsachen, sie ist unwahr. Aber selbst wenn sie wahr wäre, wenn die Lage der freien Hilfskassen im großen und ganzen eine weniger kon- solidirte wäre, wie bieg thatsächlich der Fall ist, so würde dieser Grund noch lange nicht für die Ausschließung der freien Kassen ausreichen. So lange diese Kassen vorhanden sind, müssen sie den gesetzlichen Verpflichtungen gegen ihre Mitglieder nachkommen. Ob ihnen oaS leicht oder schwer wird, ist gleichgiltig. Können sie aber ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, dann ver- schwinden sie einfach, ihre Mitglieder müssen anderen Kassen beitreten, und daS Recht, sich an der Wahl der Arbeitervertreter zu betheiligen, würde aufhören. Die Kasse würde also ihr Recht nur ausüben, so lange sie ihren gesetzlichen Pflichten genügt, so lange ihre Ver- Hältnisse also stabile sind. Der gleiche Einwand— und zwar mit viel größerem Rechte— ließe sich gegen die Betriebskassen erheben. Es vergeht kein Jahr, wo nicht daS eine oder andere Etablisse- ment, welches eine eigene Betriebskasse hat, Pleite macht. Die Kassenmitglieder müssen in anderen Unternehmungen Arbeit und Unterkunft suchen und treten dort den Kassen bei oder werden Mitglieder der OrtS- oder Gemeindekassen. Die Kasse deS verkrachten Unternehmens aber wird aufgelöst. Trotz dieser die Stabilität doch sehr beeinträchtigenden Mög- lichkeit ist den BetriebSkasien sowie den noch viel unsicherer fundirten sogenannten Baukassen da» Recht zum Wählen der Arbeitervertreter eingeräumt. Der Mangel an Stabilität kann eS also nicht sein, weshalb man die freien Hilfskassen von der Wahl aus- schließt. WaS aber die Angabe betrifft, daß die Zwangskassen staatlich organisirt seien, so ist eS geradezu unbegreiflich, wie eine solche Behauptung in offiziösen Erklärungen auf- gestellt werden kann. Die Zwangskassen sind ebenso wenig eine staatliche Organisation, wie die freien Kassen eine solche sind. Beide Kassenarten haben in denselben Ge- setzen die Wurzeln ihrer Existenz und müssen den Be» stimmungen derselben genügen. Der Staat, t». h. der Ge- setzgeber, hat im Kranken- und Hilfskassengesetz nur die Normativbestimmungen für die verschiedenen Kassenarten und auch die Formen für die letzteren vorgeschrieben; organi- sirt worden sind aber die Kassen auf Grund der gesetz- lichen Bestimmungen theilS von den Gemeinde- behörden, den Unternehmern, oder den Kassenmitgliedern selb st. Der Staat hat mit Diesen neuen Schlag hatte Andreas nicht erwartet. Er senkte die Augen aus Furcht, Therese könne darin die Wahrheit lesen, die er soeben aus dem Munde des Herrn von Randal erfahren. „Weshalb können Sie nicht thun, was er thut?" fuhr sie, durch fein Schweigen ermuthigt, fort.„Und weshalb können wir nicht alle jährlich den Winter in Ihrer Hei- math verleben? Mehr will ich ja gar nicht. Wenn Sie mir aber das abschlagen, muß ich glauben, Sie lieben mich nicht!" „Weil ich Sie liebe, schlage ich eS ab," erwiderte Andrea», der vor Verlegenheit kaum noch eine Antwort zu finden wußte.„Es soll nicht heißen, ich sei Ihr Geliebter." „Mein Geliebter... auch so ein Wort, da« ich höre und nachspreche, ohne seinen Sinn zu verstehen. Weshalb enthält e« einen Vorwurf für uns, wenn man sagt, Sie seien mein Geliebter?" Andrea« zog es vor, auch diese Frage nicht zu beant- worten. Sollte er den Schleier fortziehen, der Theresen die derbe Wirklichkeit der Dinge verhüllte? Nicht seine Aufgabe war eS, die Tochter JeannenS von LorriS zu belehren. „Sprechen Sie! Ich will eS I" sprach Therese in ent- schiedenem Tone zu ihm. „Fragen Sie Ihre Mutter! Sie allein hat da« Recht, Ihnen zu antworten. Ick würde eine schlechte Handlung begehen, wenn ich Ihnen das sagte, worin sie Sie bisher in Unwissenheit gelassen hat. Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist: Ich liebe Sie von ganzem Herzen und ich fluche dem Schurken, der mein Glück vernichtet hat." „Durch jenen Brief!... Ach, auch ich fluche ihm, denn ich war so glücklich und jetzt..." DaS junge Mädchen vollendete den Satz nicht, und Andreas wendete sich rasch um. Man hatte an die Thür geklopft. der Organisation gar nichts zu thun gehabt und die„staatlicherseitS organisirten Zwangsverbände" existiren deshalb nur in der Phantasie unserer Offiziösen. Das Kravkenkasiengesetz stellt eS den Arbeitern voll- ständig frei, welcher Kassenart sie sich anschließen wollen, und derZwang ist nur insoweit ausgesprochen, daß jeder Arbeiter einer gesetzlichen Kasse angehören muß. Gesetzliche Kassen sind aber die in Frage kommenden freien Hilfskassen eben- falls, es existirt deshalb nicht der leiseste RechtSgrund dafür, wenn man die freien Hilfskassen von der Wahl der Arbeiter- Vertreter bei den Versicherungsanstalten anSschließt und damit einer Million Arveiter die Möglichkeit nimmt, an einer Anstalt vertreten zu sein, bei welcher sie Mitglieder zu werden gezwungen find und zu der ihnen jede Woche zwangsweise die Beiträge vom Lohn abgezogen werden.. Eine Konsequenz aus seiner freien Wahl der Kassenart ist es also durchaus nicht, wenn man dem Mitgliede der freien Hilfskasse ein Recht vorenthält, das man dem Zwangs- kassenmitgliede einräumt. Ebensowenig sind eS RechtSgründe, welche für ein solches Verfahren angeführt werden könne». ES find nur politische Motive, welche zu dem Ver- fahren, welches mit der Verweigerung des Wahlrechts beliebt wird, geführt haben. Man sieht in den Mitgliedern der freien Hilfskassen politische Gegner des heute herrschenden Systems, und deshalb hält man ihnen ein Recht vor, das ihnen von Rechtswegen voll gebührt. Daß unsere Offiziösen sich nicht getrauen, diesen wahren Grund für das beliebte Vorgehen anzugeben, ist bezeichnend dafür, wie sehr selbst die Verfasser des Entwurfs gefühlt haben, daß es ein Unrecht sei, der Million Arbeiter in den freien Kassen ein Recht nicht gewähren zu wollen, daS man den Mitgliedern aller anderen Kassenarten unbedenklich ein- räumte. Die Sozialreform und besonders die Alters- und Zn- validenversorgung soll ein Werk des Friedens und ein Mittel der Versöhnung sein. Wie die Vorlage diesen Zweck erreichen soll, wenn in derselben selbst sofort— und zwar ausschließlich aus politischen Gründen— Mitglieder erster und zweiter Klasse geschaffen werden: solche, welchen man Rechte einräumt, und solche, welche bloS zahlen, an der Verwaltung aber nicht theilnehmen dürfen— das ein- zusehen fällt uns schwer. WaS die Offiziösen zur Erklärung und Rechtfertigung dieser Zweitheilung beigebracht haben, ist durch und durch hohl und nur ein Spiel mit falschen Karten. Man wird aber keine besseren Gründe beibringen können, und deshalb verlangen wir nach wie vor die Gleichstellung der freien Hilfskassen mit den Zwangskassen. ie mWi geno tieft ein der fcufg- Ifenfcftafi gegenufter? k° Es ist leider eine traurige Thatsache, daß noch viele Ardeiter, die durch ihren Beruf dem Unfallverstchcrungsgcsetz unterstehen, bei einer eintretenden Verletzung rath- und chatlos der Berufs- fienossenschaft gegenüber stehen. Schreiber dieser Zeilen will ver- uchen, dm Hergang einigermaßen klar darzuüellen. Möge es ein Wink sein für diejenigen, welche bei Ausübung ihres Be- rufs ihre gesunden Glieder einbüßen mußten, nicht müde zu werden, ihre gerechte Sache zu vertheidigen, wenn auch Jahre darüber hingehen sollten. Wird also Jemand bei seiner Arbeit auf irgend eine Art, ohne vorsätzliches Verschulden, verletzt(es heißt freilich in dm meisten Fällen,„der Mann hatte selber Schuld"; den Berufs- aenoffmschaften gegenüber kann diese Bemerkung jedoch nur Be- vcutung gewinnen, wenn konstatirt werden kann, daß der Be- treffende wirklich vorsätzlich fich das Unglück zugezogen bat), so hat in dm ersten 13 Wochen die Krankenlasse, der der Verletzte vngehöitc, die Kosten zu tragm. Nach Verlauf der 13. Woche bin- legen muß die Berufsgenossenschast eintreten. Wenn die Ver- eyung auch eine schwere war, so wird doch während dieser Zeit der Kianke gewöhnlich schon aus dem Kranlmhause entlassm sein, um„poliklinisch" behandelt zu werden. Ist er noch arbeits- unfähig, so steht ihm die volle Rente zu, das ist 66'|, pCt. von dem ermittelten Jahrcsverdienst, den er vor seiner Krankheit hatte. Nehmen wir an, derselbe hätte 1200 M. betragen, dann ist die volle Rente 800 M. oder ca. 67 M. monatlich. Ist die Heilung nun so weit gediehen, daß der behandelnde Arzt den Kranken entläßt, so erhält die Berufsgenoffmschaft von dem betreffenden Arzt ein Attest welches die momentane Be» fchaffenhcit des verletzten Gliedes schildert und hiernach wird dann von Seite der Bemfsgmoffenschaft die Rente festgesetzt werden. Der Verhtzte bekommt von der Genoffmschaft die Das Unglück fehlte gerade noch, daß man ihn hier im Tite— i— Tete mit Fräulein Valdieu überraschte, und sein erster Gedanke war, die peinlichen Konscquenzm zu vermei- den, die in einem solchen Augenblick der Besuch eine» seiner Freunde haben konnte. „Erwarten Sie Jemanden?" fragte Therese erstaunt. „Nein, Niemanden... aber ich muß öffnm und man darf Sie hier nicht sehen. Bitte, gehm Sie dort hinein!" sagte Andrea» nnd deutete auf vaS anstoßende Zimmer. Sie ließ sich dort hineinführen, und er eilte zur Thür, in der feste» Abficht, den indiskreten Besuch sehr rasch zu verabschieden, der noch immer bescheiden, wie ein Dienst- böte oder ein Bittsteller, klopfte. Der Major war eS sicherlich nicht, der sich so leise an- kündigte, und doch wäre der Baron von Elvm nicht sehr überrascht gewesm, wenn er ihn erscheinm gesehen hätte. Za, er erwartete ihn sogar, denn der Major hatte ihn doch in einem Wagen mit der Tochter Zeannens vorüberfahren gesehen. Nachdem er sich durch einen Blick überzeugt hatte, daß her RipSvorhang, der die beiden Zimmer trennte, hinter Theresen herabgefallen, öffnete er die Thür halb. Auf dem Korridor herrschte ziemliche Dunkelheit, und so konnte er die Züge der Person, die angeklopft hatte, nicht unterscheiden. Er sah uur, daß eS eine Frau war. „Treffe ich den Herrn Baron von Elve« hier?" fragte sie. � „Ich bin es," erwiderte Andreas,„was wünschen Sie?" „Wie? WaS ich wünsche?" versetzte die Frau und brach in Lachen aus.„Können Sie sich das nicht denken?" „Absolut nicht." „Wo haben Sie denn Ihre Augen? Ich glaube doch nicht, daß ich so wie eine Hotelwäscherin oder Plätterin aussehe... Aber man kann in der That hier im Korridor die Hand vor den Augen nicht sehen, und Sie werden doch vermuthlich nicht die Absicht haben, mich hier stehe« zu lassen." Unterlagen zum Feststellungsbescheid, in welchen ihm mitgelheilt wird, daß er statt der vollen Rente nur vielleicht 40 pEt. der- selben erhalten soll; in diesem Schreiben befindet fich gewöhn- tich der Vermerk:„Sie können fich hierüber innerhalb 8 Tagen äußern." Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo der Verletzte„auf dem Posten sein" muß, seine Rechte zu wahren, denn daß die Berufsgenoff ensckaften nur die möglichst kleinste Rente auswerfen, liegt auf der Hand; finden fich doch leider genug Ar- deiter, die mit der phlegmatischen Bemerkung:„Ach, mehr werde ich doch nicht bekommen," die Sache auf fich beruhen lassen, und die Genossenschast kommt billig davon; der Arbeiter bedenkt aber nicht, daß er durch sein michelhaftes Bettagen Weib und Kind für seine Lebenszeit schädigt. Der Verletzte fühlt eben selber am besten, wie weit er durch die erltttene Verletzung in seiner Erwerbsfähigkett beeinträchtigt worden ist, und muß hienach seine Maßnahmen treffen. Ist er mit der festgesetzten Rente nicht zufrieden, so theilt er dies dem Vorstand der Berufsgenossenschafts Sektion unter Bezeichnung der Höhe der Ansprüche mit. Vielleicht ändert dieselbe ihre Anficht und erböht die Rente. In den meisten Fällen aber wird es wohl beim Alten bleiben; oder Verletzte erhält seinen Fest« stellungsbescheid und die Anweisung, nach welcher er am ersten jeden Monats bei der Post seines Ortes die Rente erheben kann. Ist er hiermit zufrieden, dann ist die Sache erledigt, wenn nicht, steht ihm das Recht der Berufung an das Schieds- gericht zu. Auch hier darf der Verletzte nickt in seinem ge- müthlichcn Schlendrian'derbarren, denn innerhalb 28 Tagen muß die Berufung an den Vorfitzendcn des Schiedsgerichts ein- gegangen sein; bei späterem Eintreffen wird dieselbe zurück- gewiesen werden. In diesem Berufungsschreibcn theilt man nun dem Vor- fitzenden des Schiedsgerichts mit, daß man mit der von Seiten der Genossenschaft festgesetzten Rente nicht zufrieden sein kann, und bittet das verebrliche Schiedsgericht, die Rente von, nehmen wir an, 40 auf 80 pCt. zu crböben(auch hier darf der Ver- letzte fich nicht irren; wenn es heißt, ihm werden 40 pCt. bewilligt, so find es nicht 40 pEt. von seinem früheren Jahres- verdienst, sondern 40 pCt. von der vollen Rente, also 40 pCt. von 66% pCt. seines früheren Verdienstes. In der Bemfungs- schrift find gleichzeitig die Gründe anzugeben, auf welche gc- stützt man den höheren Anspruch erhebt, indem man wahrhetts- getreu die erlittene Verletzung schildert und erläutert, daß man seine Arbeit nicht mehr wie früher verrichten kann. Ist die Berufung nicht in offenbar leichtfertiger Weise eingelegt, dann wird vom Schiedsgericht ein Termin zur mündlichen VerHand- lung anberaumt werden. Da es dem Ardeiter in den meisten Fällen unmöglich sein wird, die Mittel zu erschwingen, fich einen Rechtsbeistand zu bestellen, so muß er vor allen Dingen nicht versäumen, persönlich zum Termin zu erscheinen, wo er dann in ruhiger Weise sein Anliegen vorzubringen hat. Es liegt ja auch auf der Hand, daß die Herren, aus denen das Schiedsgericht gebildet wird, durch eigene Anschauung des ver- letzten Gliedes viel eher in der Lage find, ein rich« tiges Urtheil abgeben zu können, als nur nach einem ärztlichen Attest. Wenn der Verletzte nicht zum Ter« mm erscheint, wird nach Lage der Atten entschieden, und dann wird wohl die Berufungsbeklagte, d. i. die Berufsgenossenschast, welche stets vertreten ist, als Siegerin Weicht der Verletzte nun, wenn auch nur thellweise, ein obfiegendes Urtheil, vielleicht statt der beantragten 80nur60pCt., dann werden ihm auf seinen zu stellenden Antrag auch die Reisekosten zum Termin erstattet werden. Die größte Zahl der Strettsachen, in denen der Verletzte Berusungskläger war, finden auf dem Schiedsgericht die definitive Erledigung, und es braucht die oberste Instanz, das Reichsverfickerungsami, nicht angerufen zu werden, welches Recht beiden Parteien zusteht. In den meisten Fällen ist es wieder die Berufsgenossenschaft, die es bei dem schiedsgerichtlichen Urtheil nicht bewenden läßt, sondern Rekurs bei dem Reichsverficherungsamt einlegt. Diesem Schritt kann der Verletzte aber getrost entgegensehen, denn die letzte Instanz wird in den meisten Fällen in der Lage sein, fich den Auffassungen des Schiedsgeiichls anzuschließen; find dock sogar schon Fälle vorgekommen, daß eine Berufegenoffenschaft als Rekursklägerin das Urtheil des Schiedsgerichts angriff, beim Reichsverficherungsamt die Herabsetzung der Rente beantragte, diese Instanz jedoch die Rente nicht niedriger demaß, sondern noch über die vom Schiedsgericht dewilligte Höhe hinausging. Die beadfichtigte Wirkung des Un- fallverficherungsgesetzes, das zum Wohle der Arbeiter geschaffen sein soll, würde oftmals durch die seitens der Berufsgenossen- schaft zugebilligten winzigen Renten illusorisch gemacht werden, wenn nicht die Verletzten im allgemeinen voll Vertrauen auf die beiden Institute, die zu ihrem Schutze in dieser Beziehung feschaffen find, blicken könnten, das Schiedsgericht und das teichsverficherungsamt; an beiden wirken Arbeiter und Arbeit- aeber mtt, die in erster Linie in der Lage find, den Einfluß des Verlustes eines Gliedes rc. auf die Erwerbssähigkest zu beur- thellen. Wer mitten im praktischen Leben steht, weiß, daß heute die Anforderungen, die an Ardeiter gestellt werden, so groß „Verzeihung! Aber... ich kann Sie jetzt unmöglich empfangen." „Gehen Sie doch! Sie halten mich wohl für eine andere; Sie haben mir ja sagen lassen, daß Sie mich er- warten." „Ich?..." „Ja, richtig! Ich muh ja von Anfang beginnen. Ich komme also im Auftrage des Herrn von Arbois... de« MajorS von ArboiS.... Verstehen Sie mich nun?" „Wie? Herr von ArboiS schickt Sie?" „Er selbst! Er hat sich die Mühe gemacht, mir ergenS deshalb zu schreiben. Und ich habe mir die Mühe gemacht, hierher zu kommen und die drei Treppen empor zu klettern. Ich fühle nun aber daS Bedürfniß, bei Ihnen einzutreten und mich auszuruhen..." .„Entschuldigen�Sie.... aber ich bin nicht allein..." „Ist ein störender Besuch da? Nun, fertigen Sie ihn doch ab, aber lassen Sie mich doch hinein und Platz neh- men. Wenn eS Ihnen unangenehm ist, daß er mich sieht, so will ich mich umdrehen. Er kann mich ja dann für irgend eine Tante von Ihnen aus der Provinz halten." „Ich wiederhole Ihnen nochmals, daß das nicht geht. Wollen Sie mir aber jetzt nicht den Zweck Ihre« Be- fucheS mittheilen?" „Hier, im Korridor! Niemals! Ich bin nicht gewöhnt, mich mit Herren stehend zu unterhalten. Wenn wir auf der Chaise-longue sitzen, die ich dort hinter Ihnen stehen sehe, will ich Ihnen sagen, wethalb ich komme. Ihr Freund schickt mich doch hierher und Sie werden mir doch nicht den Schimpf anthun wollen, mich abzuweisen!. Ich kündige Ihnen auch gleich an, daß ich mich beim Major beklagen werde, wenn Sie mich so behandeln wollen. Er empfiehlt mir ausdrücklich, mich auf keinen Fall abweisen zu lassen, wenn Sie auch Schwierigketten machen sollten.. und ich lasse mich nicht abweisen." Der Baron war in größter Verlegenheit. Einerseits fürchtete er, Therese zu verletzen, wenn er diesen beharr- lichen Besuch in sein Zimmer führte, andererseits aber auch dem Major zu nahe zu treten, wenn er diese Person ab- find, daß vor allen Dingen gesunde Gliedmaßen dazu ihnen zu genügen. Wenn auch die Art der Wohl der! gerichtsmitglieder nicht ganz befriedigen kann, so ist; bisherige Wirksamkeit im ganzen eine anzuerkennende Leider bringt es ftcilich die Art der Rentenbemeffuna> daß noch mancher Arbeiter, trotz der zugesprochenen Ret vor Noch und Elend geschützt ist. Politische Uebersicht., Zeichen geschehen nnd Wunder: der NormoWl wird gefordert von deutschen— Fabrikanten. Freilud-1 alles feine Gründe", und wenn Rcinecke Fuchs tugcnm hat er fichcr einen verdorbenen Magen. Und einen veric? Piagen haben die zur Raison gekommenen deutschen Fadlch Die gegenwärtige Krists liegt ihnen schwer im Mager reden von den sächfischen Fabrikanten der Wirlinc Chemnitz-Thal, Burgstädt, Mittweida u. s. w. Die# ins Stocken geratben— Dank der famosen Wirthschal und Schutzzollpolitik find die deutschen Fabrikanten� Branche von den Engländern und anderen Auslänr" dem Weltmarkt überholt worden— die Produl enorm gesttegen, der Absatz aber verminWj. fortwährend oder hält doch mtt der Produttion so wern� daß eme koloffale„Ueberproduktion" eingetreten ist. find denn die Herren Fabrikanten auf den vernün danken verfallen, daß es sehr gut wäre, wenn der Arbeitszett beschräntt, oder mtt anderen Worten: den arbeitstag einfühtte. Einstweilen haben die betreffende« Fabrikantm unter fich durch private Vereinbarung den arbeitstag eingeführt, und zwar— o Graus!— stünvigen! Es ist zu erwarten, daß die sozialde Reichstagsabgcordnetm fich in der nächsten Sesfion-r« spiel zu Nutze machen werden. Allerdings, ob dus« Fabrikanten dann noch mtt dem NormalardeiMM frieden sein werden, ist sehr die Frage.., die Herren Fabrikanten haben auch das mit dem Rer% gemein, daß fie, sobald ihr Magen wieder einigen# Ordnung ist, die tugendhaften Vorsätze vergessen. So? nichts zu thun haben, schwärmen fie für kurze Arbeis�, sogar, damit ihnen unter den Herren Kollegen genehme Konkurrenz erwachse, für den staatlichen Nor»' tag. Gehen die Geschäfte momentan wieder etwas» find flugs die guten Vorsätze verflogen und der kann nicht lang genug gemacht werden. Jedenfalls Kf von Werth, daß die Herren Fabrikanten selbst durch der Verhältnisse gezwungen werden— wenn u wider Willen—. die Zweckmäßigkeit des Normalarbe«# zuerkennen. Was insbesondere die sächsische 3% rndustrie angeht, so ist dieselbe so gestellt, daß«SJfi interesfirten Herren Fabrikanten gelegentlich sehr lieb r, wenn der Staat ihnen die nöthige Arbeit für eii'j stündigen, ja noch kürzeren Normalarbeitstag garanW�iJ fa»guten wngen die Jndust teiw und noch lieber, wenn der Staat fie— hu! hu! i expropriiren wollte! Und in ähnlicher Lage find"rL viele andere Jndustriebranchen, und die noch nich> werden hineinkommen. �„.ja Cine neue Gewerbrkrankheit. Großes Aul bekanntlich die Erfindung eines russischen Technikers en. nach Metalle mit HUfe des elektrischen Bogen� zusammengeschweißt und gelöthet werden können. � Defretaine in Creuzot an Arbeitern, die m»,' sammenschweißen von Stahl durch den elektrischen;� schästigt waren, eine auffallende Wirkung des eleltriH*, lichts beobachtet. Die eintretenden Symptome bau.°i Aebnlichkeit mit denjenigen des Sonnenstich Geficht wurden roth und lchmerzhaft, später werden� zirten Oberflächen infolge Abschälung der Haut en» wie bei einer Verbrennung ersten Grades; an den' intenfive Hyperämie(Blutüdcrfüllung) mit starken�.- und Thränenträufeln ein; die Netzhaut war tro< ZA pausen während der Arbeit und der intenst» brillcngläser stark abgestumpft, die Gegenstände so> r safrangelb gefärbt. Dos neue Verfahren, das berufe, Metallindustrie in großartiger Weise zu sördem, hat� demselben tbätigen Ar bester schwere gesundheitliche J'® Gefolge. Während die Ausbeuter der Erfindung verdienen, werden die Arbeiter durch ein neues Leiden bettoffen. Sache der Gesetzgebung ma" Schutzmaßregeln zu suchen, die derartige Aechi.,. fettigen. Aber so rasch unsere Zett pekuniäre Vorths und sucht, so langwellig ist fie in Sachen des Ard< Warum? Darum. Auch tt«» der Rheinpfalz ertönen, wie die« korrespondenz" schreibt,„Klagen über die. boten und Arbeiter."„Verläsfige" Arbeiter wurv«� seltener, die„Ansprüche ver Arbeiter aber imntnL Mangel an landwitthschaftlichen Arbeitern herrscht''_ Nähe industriereicher Städte und der Grubmdezirle-" � kräftigere Arbeiter höheren Verdienst finden, fr■ Landwitt hschaft gewähren kann." Wahrlich, es wiese, die er sicherlich mit einer wichtigen Mitth ihn betraut hatte..., Auch sah die Besucherin ganz so au«, fs' im Stande, das ganze Hotelpersonal durch W I über die UnHöflichkeit deS Herrn von E» zulocken. st| Therese befand sich im anstoßenden Zuuw��ii bekannte konnte sie also nicht sehen. Therese» keinen Verdacht schöpfen, da sie die Unierhaltung..�1 hören mußte, daß ihr Liebhaber irgend eine 3" � während ihr das lange Zwiegespräch auf der' f leicht verdächtig vorkommen konnte. ES hatte M gedauert. f „So kommen Sie herein," sagte er und»a um die Dame vorbeizulassen.. M Sie benutzte sofort die Gelegenheit, die stA../ „Da bin tch!" rief sie und nahm den@4 4 Andreas sah ein junge«, hübsches Gesicht- c. den Mund, eine reine Stirn, auf der blonde Lo und ein Paar leuchtende Augen, die ihn trachteten. M Ihm fehlte jede Erklärung, aber e« st�jL an leid zu thun, eine Dame mit so ungezwungen in sein Zimmer gelassen zu haben. (Forssetzung folgt.) An« Kunst«nd Lebchl ,. Ludwig Karna«, welcher am 16. Septtjw" Kncr Theater" zu eröffnen gedentt, hat,% für die ersten Wochen der Saison das folgend'$ gesetzt: Am 16. September wird, wie bereits�-«--s Saison mit dem Schiller-Laude'schen--Dewet Unter den hier Mitwirkenden ist Clara Ätgltk i-M- die Besetzung der Demettius-Rolle ist eine en düng noch nicht gettoffen worden. Die zwe»'-...., aussichtlich am 18. September— wird der«~ j (diel„Ilse" sein. Dann folgen die„Braut v � Clara Ztegler) und das neue Schönfeldt I®1 i K tzLang« Mes die V# Vol1 t-ssnem b s�tgest, ft |> W ii -azu I [ ver i ist> ii de % te, hschal en tälätVl ZrodiU weinl> ist- nönl der den M ffendeM > den# ,b»st 1 »,2? i' diese Ardeiter so anspmchsvoll find, nicht %«nm nach Leideigenschaft schmeckenden, ent- würdigenden Gcfindeoerhältnist zu den landwirthschaftlichen m�"�hmcrn zu stehen. Es ist bimmelschreiend, daß die große der Geister, die das Proletariat erfaßt hat, auch die tm.l! Arbeiterklasse zu ergreifen deginnt, sodaß die Groß- bim?" rl"10 Großgrunddesttzer nicht mehr über so zahlreiche . lt'ge, stumpfe, denkfaule Arbeitskräste verfügen können, wie in �ten Zeit". Freiere Bewegung, Elbogenraum, ver- rangen die ländlichen Arbeiter, ste gehen nach den Städten, in ji.«"dustriedistrilte. Aber zum großen Thcil ist es gar nicht !«£,*, n er Entschluß, sondern derDruckderwirth» . 5- � ch e n Verhältnisse, der fie in die Fabrikbezirke.x Low Bergwerke u. s. w. treibt. Die großkapitalistisch l4?» sweise, die in der Landwirthschaft allmälig zur Herr- Ust gelangt, macht viele„Hände" durch maschinelle Ein- Mungen ubcrflüsfig, zwingt sie, den städtischen Arbeitern �oniurrenz zu machen und die industrielle Reservearmee zu Sr�ev. Dazu kommt die unregelmäßige, an bestimmte Wreszeiten gebundene Beschäftigung und der ja auch von der i�al-Korrespondenz" zugestandene niedrige Lohn bei sehr Awerer Arbeit und sehr langem Ardeststag. Nach der„Sozial- zahlt von allen rhernpfälzischen Bezirken Franken- fcrtTtm? höchsten Lohn für Knechte und Mägde bei Kost wd Wohnung, nämlich 300- 400 M. für den Knecht, 120 bis C Au'ut die Magd per Jahr. Im Bezirk Kandel erhalten f*pte 200 M., Mägde 150 M. jährlich. Taglöhner verdienen ?'irankenthal mit Kost täglich 1,20-1,60 M.. im Bezirk ».�suers heim im Sommer mit Kost 0,80—1,20 M. ohne Oft?''20—�40 M., Tagelöhnerinnen durch das ganze Jahr ili? 0-80 M. mit Kost. Im Bezirke Zw e i b ru cke n er- Tagelöhner im Sommer 1,50—2 M., Tagelöhnerinnen „l'20 im Sommer, 0,80—1 M. im Winter, natürlich k�,?°.Kost- Stellt der Unternehmer die Kost, so wird die ins», dieser Sätze bezahlt. Faßt man alle diese Momente Mwmen, so versteht man den Drang der ländlichen Arbeiter, U.JU kommen aus den Fesseln schlcchtbezahlter Kncchtseligleit, o? fann ihn begrüßen als eine deutliche Regung - Klassenbewußtseins unter dem ländlichen ��letariat. .*8** KartrUstreit. Man muß es der Kreuzzeitungs- �"lassen, daß ste weiß, was ste will und daß fie stch über a Bedeutung ihres Willens vollständig klar ist. Die National- 2%n verkünden als Hauptziel ihrer Wahlpolitik: Beseitigung h,,Atöglichkeit einer klerikal-konservativen Mehr- toi.' �»Kreuzzeitung" dagegen ruft ihre Leute für die Er- to, Ü �er Möglichkeit jener Mehrheitsbildung auf, weil nur 254 den Konservativen das Mittel zu ein r Politik der freien S?. gegeben werde. Der ganze sommerliche Kartellkricg läuft ni'r—•' � r /r— f__ x:___ rci< ranW nV'Ä richt W» s AustA it.i 'ÄZ Z« 'fei die* immrt cht ezirke. K !N. 0», bgteto V*• e�nfn'e�v-----"7—----...------„ banl M wie die Regierung, die gerade aus diesem Grunde toj;'"i Hand mit den Nationalliberalen geht. Ein konser- � Blatt, die„Mecklcnd. Nachr.", kennzeichnet die Lage ganz wie folgt: Jeder Krieg hat einen tieferen Grund und tz..�ßere Veranlassung. Und so ist es auch hier. Der tiefere J«nb der Mißstimmung liegt aber darin, daß das Kartell nicht L harmloser Selbstzweck ist, sondern vielniehr ein I a g d n e tz, �welches wrder ihren Willen die beiden Parteren von ? Offiziösen e i n g e l a p p t werden sollen. Wer die Taktik p Berliner Regierungsblätter seit zehn und mehr Jahren Mttnd verfolgt hat, der kann gar nicht im Zweifel darüber 5 daß es Wunsch und Abficht derselben ist, die konservative die nationalliberale Partei vom Erdboden verschwinden tasten und an deren Stelle eine große einheitliche Mrnlllpartei zu schaffen, eine Partei, die mit amm und Grundsätzen sich nicht weiter viel be- sondern auf den Begriff des„Nationalen" fich auf dm Namen des Fürsten Bismarck gewählt wird und �rung fich bedingungslos zur Verfügung stellt. nnrst man uns ein, warum nicht eine versöhnlich ge- tfinZ otittelpartei unter dem sttamen Bismarck zusammm- auf wH fic dem Reichskanzler zur Verfügung stellen? Nun md aeq auswärtigm Gebiete giebt es gewiß außer Herrn ajniu""b der„Germania" wenige, die es untemehmen, den ■» fc-if meistern. Aber in inneren politischen Fragen hat Ht rif, st1 Bismarck bin und her geschwantt und seine Änstchten % t;. Zfwechfelt. Wir brauchen nur an die wirthschaftliche Ksch.??t'che Frage zu erinnern. Wenn wir uns ihm heute 1% 2,"1 wurden, wir wüßten nicht, od wir ihm nicht morgen Nä 3 Wegen folgen müßten, die wir als Konservative nie- dürfen. Wir können uns Personen nicht ver« ach üb?' Mmal wenn stets die Gefahr vorbanden ist, daß fie »Ü!eci,„?,.aasjmige, was unsere tiefste Ueberzmgung ist, als dlir» 2'Uiker" leicht hinwegsetzen." Die unabweisbare Folge- W, diesen Gedanken ist, daß die Konservativen nur da- % mit dem Zentmm eine Mehrheit bilden können, 3%, Zuständigkeit d. h. die Kraft, auch gegen die Bismarckschc Vppofition zi'" � ■ ww v V■-y U- U---.. zu machen, zu erhalten vermögen. Da die ch Eloea mmm«; vv.«»vvv.-fc»»V«»*-»■-/! ... Blumenthal'eS„Probepfeil" "ab M«" erworden welcher für das„Ber- xr» eiworoen wurde, mit Hedwig sltiemann Ä* auch�Zachaistas Um er'/�.Martin'Luther". iRpnrfipifpr Dluaufi»�öcflcr, t)6r S-- ■& i —' ä b2kV5 Kastenpreis 3 M. betragen.(Das„Volk", . sn.f, Pkerse zahlen kann, scheint uns aber nicht das f mr hL(im � Die Adonnementspreise, welche s.a, s5°N»en Blatte unrichtig angegeben wurden und erst enl»..?.?a�m find, werden sich folgendermaßen stellen: � 2.»Rmg Balkon 62 M.. 2. Rang Sperrsitz l'SUna � M.. Galerie-Sitzplatz 20 M. Die Er- ""et I.�?e�>as Abonnement gewährt, beträgt 33'/, pCt. s» �---- �„,tr 9 sffl �Garibaldi'». Aus Catania wird dem ,,P. Manlio Garibaldi, der jüngste Sohn Garidal- U WfMSS Ooatwn zugedacht; da ste ihn jedoch per- oos, che Nationalliberalen auf diese Selbstständigkeit längst verzichtet haben, so handelt es fich nur noch darum, an dm etwas steif- nackigeren Konseroativm eine Operation zu vollziehen, welche die gleiche Wirkung hat. Ueber de« puttkamer' scheu Streikerlaff, den die �Krmzztg." sehr gern aufgewärmt sehen möchte» sagt die na- rionalliberale Munchener„91% Ztg.":„Der Puttkamer'sche Streikerlaß hat fich großer Sympathien auch nur bei den Hoch- konservativen erfreut, die ja alles, was von diesem ihrem Partei- minister kam, unbesehen als Ausfluß hoher staatsmännischer Weisheit priesen. Er hat die streikenden Ardeiter auch kaum in der Ausführung ihrer Absichten gehindert, dagegen in ihnen das bittere Gefühl erzeugt, daß fie im Lohnlampf ihrer besten Waffen deraubt sein und die Unternehmer, die ohnehin zumeist das Uedergewicht haben und den Streik immerhin länger als die Arbeiter ohne wesentlichen Schaden ertragen können, staat« liche Unterstützung finden sollten."— Stimmt! Die Höhe der Altersrente. Herr Schäffle setzt im „Deutschen Wochenblatt" seine Kritik des Gesetzentwurfs zum Alters- und Jnvalidengesetz fort und bekämpft den Vorschlag, wonach die Jnvalidenpenfion für alle Arbeiter gleich hoch sein soll. Er wünscht, fie nach der Höhe des Verdienstes und nach den Lebmsgewohnheiten abgestuft zu sehen, und kommt zu dem Resuttat, daß die niedrigst gelohnten Verfichetten noch etwas weniger als bisher erhaltm wurdm, während die Arbeiter mit hohem Verdienst zu höheren Penstonen aufsteigen können.— Herrn Schäffle erscheinen also für bestimmte Kategorien von Ar« beitem 33'/, Pf. als Rente täglich zu viel. zlnfallverstcherung. Anläßlich eines Spezialfalles hat der preußische Justizmintster den Präfidenten der königlichen Oberlandesgerichte eine Anweisung zugehen lassen, wonach die Amtsgerichte verpflichtet find, auf Ersuchen der Settionsvor- stände der Bemfsaenoffenschaften Zeugenvernehmungen in Un- fallverstcherungssachen anzustellen. Ueber die Veranlassung zu dieser Verfügung wird dem„Rh. Cour." berichtet: Die An« Weisung ist auf eine Petttion hin ergangen, welche die Knapp- s chafts-Benifsgenossenschaft an den Justizminister gerichtet hatte, nachdem einem ihrer Settionsvorstände gegenüber ein Amts- gerickt stch geweigert hatte, durch eidliche Vernehmungen ver- schiedener Zeugen ein für die Gewährung der Rente wichtiges Moment festsetzen zu lassen, und der betreffende Landesgerichts- Präsident, sowie der Präsident des Oberlandesgerichts diesem Verfahren des Amtsgerichts ihre Zustimmung ertheilt hatten. Die Berufsgenossenschaft hatte in ihrer Petition darauf hingewiesen, daß der Standpunkt der berufsgenoffen- schaftlichm Organe nicht als der einer gewöhnlichen prozeß- sührenden Partei angesehen werden dürfte, daß die Genoffen- schatten und ihre Setttonen vielmehr korporative Verbände mit öffenllich rechtlichem Charakter darstellen, wie ja auch die Be- scheide der Settionsvorstände unter gewissen Bedingungen Rechts- ttaft erhielten. Würde nun den Schiedsgerichten das Recht ein- geräumt sein, die ordentlichen Gerichte zu requiriren, so würden dadurch für die Verletzten erhebliche Unzuträglichkeiten erwachsen, namentlich bedeutende Verzögerungen bei der Rentenfestseyung entstehen müssen, da gegebenen Falles bei Ansprüchen zweifel- haster Art keinerlei Aufllärung möglich, sondern nur das einzige Aufklärungsmittel bliebe, vorweg die erhobenen Ansprüche adzu- weisen und das Weitere dem Schiedsgericht zu überlassen. Auch machte die Berufsgenoffenschaft darauf aufmerksam, daß jetzt, wo durch die neue sozialpolitische Gesetzgebung den weitläufigen Haftpflichtprozessen ein Ende gemacht sei, keine weitere Ueber- lastung der Gerichte durch solche Rcquifittonen eintreten würde und daß die Settionsvorstände, welche ihr Amt als Ehrenamt führten und freiwillig die damit verknüpften großen Mühewal- tungen übernommen hätten, nur dann gedeihlich und prompt wirkm könnten, wenn die öffentlichen Faktoren, also im speziellen Falle auch die Gerichte, ihnen durch Beschaffung der nothwen- digen Unterlagen an die Hand gehen. Auf die schließlich in der Petition gestellte Frage, od das Amtsgericht als öffentliche Be- Hörde im Sinne des§ 101 des Unfallverficherungsgesetzcs verpflichtet sei, dem im Vollzuge des Gesetzes gestellten Ersuchen des Sektionsvorstandes um Vernehmung von Zeugen nachzu- kommen, hat der Justizminister durch die oben bezeichnete An- Weisung an die Prästdenten der Oberlandesgerichte eine bejahende Antwort ertheilt. Zleber de« Mucher aaf dem Fände sagt der neueste Bericht der landwirthschaftlichen Verwattung:„Es bedarf nicht blos der Schaffung angemessener Krediteinrichtungen, sondern es wird wesentlich ankommen auf eine Hebung der wirthschaftlichen Lage der betreffenden Bevölkerungsllassen im allgemeinen, auf die Einbürgerung wlrthschaftlich richtiger Anschauungen, auf die Enbeckung eines selbstbewußten Sinnes und hoffnungsvoller, arbeitsfroher Stredsamlett, welche in den vom Wucher heimge- suchten ärmeren Gegenden unter dem Drucke der Verhältnisse oft abhanden gekommen find."— Die Manchesterleute haben über diese Empfehlung der Selbsthilfe ihre helle Freude. Daß aber dem durch die Großproduttion bedrängten Kleinbauern durch solche leere Redensarten zu helfen sei, können nur Leute annehmen, die von der Entwicklung der sozialen Verhältnisse keine Ahnung haben. sönlich nicht kannten, fragten ste einen eben vorübergehenden Zögling, ob Manlio Garibaldi fich am Lande definde.—„Was wünschen die Herren von meinem Kollegen?" erwiderte der Be- fx�ate.—„Wir wollen den Sohn unseres Garibaldi sehen und feiern." war die Antwort, worauf der Zögling sagte:„Dies trifft fich schlimm: Manlio Garibaldi ist unwohl und kann das Schiff nicht verlassen. Uebrigens ist er, der Sohn seines großen VaterS. so unbedeutend, daß er stch gern verbirgt, so lanae er seinem Vaterlande mcht ehrenhafte Dienste geleistet haben wird." Der Zögling, welcher diese Worte gesprochen hatte, war aber e»... die Existenz des„Teufels" nicht glauben wollen, hätten schönen Sc ichrecken bekommen, wenn der Zufall ste an einem ver»ryten Tage in das Weichbild des Dorfes Rhynern bei Hamm geführt hätte. Denn— so erzählt die „Wattenscheider Zeitung"— Furcht und Schrecken bemächtigte stch dieser Tage der Bewohner des Dorfes Rhynern. Hoch in der Lust bemertten dieselben den leibhaftigen t f f, welcher langsam von Osten nach Westen heranschwebte, die rechte Faust drohend erhebend, als wolle er dem in seiner Fluglinie liegenden Rhynernschen Kirchthurmc einen wuchtigen Schlag ver- setzm. Der ganze Körper, dessen einzelne Theile genau zu unter- scheiden waten, zeigte eine tiefschwarze Färbung und hob fich deshalb scharf von dem klaren Adendhimmel ab. Die Augen und Lippen waren schneeweiß, die Ohren dagegen gelbroth, der Kopf war mit zwei riefigen, ebenfalls rothgefärbten Hörnern, das Ende des Rückens mit einem langen Schweife versehen, die Brust mit einem— Kotillonorden geschmückt. Plötzlich schim.Luclfer" in der unter ihm stehenden, vor Angst fast gelähmten Bevölkerung ein neues Arbeitsfeld entdeckt zu haben; denn er machte Halt, blickte aus der Höhe hemieder und fuhr dann zur Erde herab. Mitten in einem Haferstück blieb er in strammer Haltung stehen nur die Schultem und dm noch immer erhobenen Arm rngrim- mig bewegend. Nachdem der erste Schrecken vorüber, faßte fich ein Mann ein Herz, ergriff eine lange Bohnenstange und durch. bohrte damit den Bösen. Ein wahrer Höllengestank ver- breitete fich durch die Luft und wiederum stob alles aus ein- ander. Als man wieder etwas zu Athem gekommen war, sah man, wie der Schwarze in die Kniee fiel, und bald erkannte man in ihm eine etwa 3 Meter hohe mit Gas gefüllte Gummi- blase in Teuselsgestalt, die man in Hamm zur Belustigung hatte in die Lust steigen laffen. �„. lieber eine furchtbare i« Kuakim(am Rothe« Meer) herrsche«»« Httz« macht ' JdidK A» Zölle«««» gemeinschaftliche« Derbraucha- ste«er«, sowie anderen Einnahmen find im Reich für die Zeit vom 1. April 1888 bis zum Schluß des Monats Juni 1888, einschließlich der kreditirten Beträge zur Anschreibun« gelangt: Zölle 61 820 268 M.(- 690 473 M.), Tabaksteuer 1 713 931 M. (-65 076 M.). Zuckersteuer- 46 644 688 M(+ 995 251 MF. Salzsteuer 8 151 013 M.,(+ 167 632 M.). Maischbottich, und Branntwcinmaterialsteuer 217209(— 9 310259 M), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 25 990421 M.(-f- 25 999 421 M), Nachsteuer für Branntwein 2297 M.(+ 2297 M.), Brausteuer 5 670 891 M.(+ 389 024 M.), Uebergangsabgabe von Bier 617 162 M.(4- 59 420 M.); Summe 57538 504 M.(4- 17538 246 M.),— Spielkartm- stemvel 217 782 M.(- 4791 M.), Wechselstempelsteuer 1 645 246 M.(4- 4003 M.), Stempelsteuer für». Werthpapicre 1 632 358 M.(4- 314 475 M.), b. Kauf- und sonstige An- schaffungsgeschäfte 2 515 599 M.(4- 719 859 M.), c. Loose zu Privatlotterien 99 239 M.(4- 10036 371.), Staatslotterien 1 348 039 371.(4- 276 373 371.), Post- und Telegraphenver waltung 47 010 350 371.(4- 2 383 667 371.), Reichs- Eiscnbahnver- wallung 12 376 800 371.(4- 550 990 371.). Die zur Reichs lasse gelangte Ist-Einnahme abzüglich der Ausfuhrvergütungen und Verwaltungskosten beträgt bei den nachbezeichneten Einnahmen bis Ende Juni 1888: Zölle 50 585 901 M.(- 2275 082 371.), Tabaksteuer 1 596 897 Mark 74- 81 706 Mark), Zuckersteuer 52 713 830 371.(- 6 943 503 371.), Salzsteuer 9 355150 371. (4- 201 138 371.), Maischbottich- und Branntweinmaterialsteuer 2 622 107 371.(— 8 444 450 371.), Verbrauchsabgade von Branntwein und Zuschlag zu derselben 13243 362 371.(4- 13 243 362 371.), Nachsteuer für Branntwein 7 893 248 371.(— 7 893248 371), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 5 345127 M. (4 381 619 371.); Summa 143 355 622 371.(4- 4138 040 371) - Svielkartenstempel 291 397 371.(12401 371.). Dra«gsattr«ng der Fachvereine. Die Zigarrensortirer in Vlotho(Kreis Herford) beabstchtigten vorigen Herbst, einen Unterstützungsveretn zu gründen; kaum war der Beschluß ge- faßt und die Statuten der Behörde zur Kenntniß eingereicht, so erhielten die Vorstandsmitglieder eine Anklage wegen„Grün- dung einer Verstchemngs- Gesellschaft, ohne vorher die Genehm!- gung der Staatsbehörde eingeholt zu haben." Die Angeklagten wurden jedoch vom Schöffengerichte freigesprochen, da die An- geklagten noch keine Beiträge erhoben und das Schöffengericht annahm, daß die Angeklagten im guten Glauben gehandelt hätten. Nun wurden die Statuten dahin geändert, daß Bei» träge und Leistungen von den Beschlüssen des Vereins abhängig waren, und es wurden dieselben in zwei Exemplaren der Be- Hörde zur Genehmigung unterbreitet; hierauf erhielt der provisorische Vorfitzende nach viermonatlichem Watten von der kgk. Regiemna zu Minden folgendes Schreiben: Königl. Regie» rung. Minden, den 6. Juni 1888. Auf die Eingabe vom 23. Februar d. I. eröffne ich Ihnen, daß ich die beantragte Genehmigung zu den eingereichten Statuten nicht ettheilen kann. weil abgesehen von dem durchaus unvollständigen und unze- eigneten Inhalt dieser Statuten weder nachgewiesen ist, daß die Leistungen der Mitglieder zu den von ihnen erwarteten Gegen- leistungen dauernd im ttchiigen Verbältniß stehen werden, noch auch der Zuverläsflgleit bezw. Befähigung der Unternehmer zu einer sachverständigen und ordnungsmäßigen Leitung des Ver» ficherungsunternehmens irgendwie dargethan ist. Der Regie- rungs-Prästdent. v. Pillgttm. An den k."— Man steht, daß in dem regierungspräfidentlichen Schreiben, das ganz nach be- kannter Schablone verfaßt ist, nichts vergessen worden ist, als die Angade, wo sich die Betreffenden den„ B e f ä h l g u n g s- Nachweis" herholen können. Im Münchener Veheimbuttdsprozetz(Link und Gen.) haben die 12 Angeklagten eine 20tägige Verlängerung der ihnen gestellten Fttst, um Beweisanttäge zu stellen, nachgesucht und erhalten. Wie wir hören, sollen seitens der Vettheidigung eine Reihe von Entlastungszeugen vorgeschlagen werden. Mit Rück- ficht auf den Umfang des Matettals und die gestellten Beweis- antrüge dürfte die Hauptverhandlung frühestens im Oktober statt- finden können. Die Vertheidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Löwenfeld und Dr. Bernstein. Koustssirt wurden in München am Sonntag Nachmittag eine Anzahl Exemplare von Nr. 219 des„Recht auf Arbeit", Nr. 31 der„Manufakturarbeiterzeitung" und Nr. 23 der„Reform". Die Maßregel geschah auf gerichtliche Anordnung wegen eines in diesen Blättern enthaltenen Aufrufs in Bezug auf den Ham- burger Tischlerstreik, in welchem zu Gaben für die Streikenden aufgefordert worden sei. GtroKbritattitie«. Es gilt für sicher, daß das Unterhaus stch schon am 11. d. bis Anfang November wird vettagen können. Um dieses zu ermöglichen, ist es nöthig, alle wichtigeren und noch nicht zu Ende berathenen Gesetzesvorschläge bis auf die H e r b st s e ssi o n zu verschieben. Dazu gehören auch das indische Budget und die Radsteuer. Der Leiter des Unterhauses hofft, die Herdstsesston werde sechs Wochen nicht überdauern. Allein die Zahl der zu bewältigenden Geschäfte ist so groß, daß sich vermuthlich auch hier wieder die Regierung verrechnet. Um die Vettagung mög- sich zu machen, hat die Regierung Kreditvotm auf Rechnung Bttef Mittheilungen:„Seit den letzten 14 Tagen hat fast be- ständig ein starker Südwestwind geweht, welcher buchstäblich die Haut verbrannte. Es war, als od man vor einem großen Feuer stände. Der mit dem Wind aufgetriebene Sand verbarg die Sonne. Das Thermometer stieg auf 108 Gr. F. Kameele starben und Hasen und andere Thiere wurdm todt auf dem flachen Lande aufgefunden. An Bord der mglischm Kanonm- boote„Delphin" und„Albacore" kämm mehrere Sonnenstiche vor und am 15. Juli erkrantten 20 Seeleute, wovon 2 sofort starben. Ein egyptischer Offizier sank am Ufer todt hin. Leute, welche in Suakim lange Jahre gelebt haben, sagen, daß die Hitze noch niemals so groß und anhaltend im Juli gewesm ist. Die Nächte find womöglich noch schlimmer als die Tage. Zu schlafen ist unmöglich. Die Seeleute leiden am meisten." Gi«e derbe Abfertigung. AmlEInaange zum Columbia- Theater in Chicago spielte stch, wie die„N.,ß. Staatszeitung" erzählt, unlängst eine ttgenthümlichc Szene ad. Wie üblich, hatte um die Theaterstunde eine Heerde geschniegeller„Dudes". mit den üdlichm Atttbuten ihres„Standes", hohen Krägm, dicken Spazietttöcken und leeren Gehimkastm versehen, vor dem Schauspielhause Posto gefaßt, um die vorüberziehenden Schönen krllische Revue passtren zu lassen. Der Leithammel dieser Schaar, durch einen vermeintlich koketten Blick aus dm Augen einer de- sonders reizenden jungen Dame muthtg gemacht, folgte derselben und bot ihr seinen Arm. Das unwiderstehliche Lächeln auf seinen Lippen win noch nicht verflogen, als die resolute Dame ihm mit ihrem Regenschirm einen Hieb auf seinen Kopf ver- setzte, der nicht von schlechten Eltern war und den Gecken zu Boden streckte. Als er, ein Bild kläglichsten Jammers, auf dem Bodm lag, hieb das Mädchen so lange auf ihn ein, WS ihr Regenschirm m kleine Stücke zerschmettert war. Nachdem der Stutzer vor aller Augen Abbitte geleistet und der jungm Dame den zerbrochenen Regmschirm ersetzt hatte, schlich er zerknirscht von dannen. Gl» PKänome». Aus Hermannstadt vom 2. d. wird berichtet: Gestern Abend war in der Gegend von Kronstadt das schöne Naturschauspiel einer vollkommenm Wiederspicgelung des Sonnenuntergangs zu beobachten. Währmd die tief am westlichen Horizont stehende Sonne, durch eine leichte Wolke verhüllt, als große rothe Scheibe erschien und fächerförmig inebrere Bündel grellrother Strahlen gegen den Zcnith ent- sendete, spiegelte fich dieses ganze Bild in gleicher Jntmsttät und Färbung am östlichen Horizont in der Lust so getreu wider, daß, wer in der Gegend nicht orientirt war, Ost von West nicht zu unterscheiden vermocht hätte. Soziales und Arbeiterl»emegung. Kri de« Töpfern Hamburg« ist ein partieller Streik ausgebrochen. Es wird gebeten, den Zuzug fem zu hatten. Die Streikenden hoffen, ihre Forderungen in kurzer Zeit durch- zusetzen. Zuschriften find zu richten an die Lohnkomwisston der Töpfer Hamburgs, pr. Adr. Herm D i e h l, Gr. Rosenstr. 37, Hamburg. Der Tobakverbranch im deutsche« Zollgebiet nimmt beständig ab. Die wachsende soiiale Missre zwingt die durch niedrige Löhne und indirekte St.uern so hart mit- genommenen breiten Schichten des arbeitenden Volkes zum Ver- zicht auf ein G e n u h mittel nach dem andern, zur fortgesetzten Einschränkung der sogenannnten freien Bedürfnisse und zur Reduttion der wirthschaftlichen Lebmshaltung auf das Gin»?neue Knnstsög«, von Wischker in Riga kom« bietet gegen die früheren mechanischen Sägen bedeuten»» theile. Sie macht 800 bis 1000 Schnitte per Minute vn minimalen Betriebskraft, arbeitet so sauder, daß Ztacbarbe» erforderlich ist und macht das zeitraubende Ein- und Auel»*' des Sägeblatts bei durchbrochenen Arbeiten überfiuwS- zugleich werden menschliche Arbeitskräfte dabei überflusfi?' Tj-'e icntro f 0 wir ihn P und Si >ds>ock. d die au Jan der W zurüä W �chweizer-fpiarlen. Am Hönigsthor.— Haltestelle der Ringbahn.— Am Friedrichshain. ysßr- Letztes Ernte- Fest"WU mit humoristlsohen(Imzügen. MWW Emträe 30 Pfg.— Alle« MAhere dl* An«chlag«5ulsn.■■■ u'jjj uii H und Darstellung« neuen abgekürzten Systeme doppelten Bnclunethode na C. Schmidt, Lakrar �cimanen, vcicroen, �noutri uuu«imuucicu 4aett als stammverwanvte Völler. Da lommt die An- . welche in den letzten zwanzig Jahren einen unge- Aufschwung genommen hat» und droht dieses Resultat nriU™'™'u werfen. Die Anthropologen behaupten: Es ™*e oder indo-germanische Sprachen, aber keine Wilden Völker. Die erwähnten indo-germa- -voller zerfallen in zwei anthropologisch von ganz geschiedene Gruppen, in eine dolichocephale „T') wit blonden Haaren, blauen oder grauen und hellem Teint, und in eine brachycephale(Kurz- u% klerner Statur und von mehr oder weniger kmm besten Repräsentanten der ersteren find tu. m'�ibnngen der alten Autoren und der Gräber- #* Germanen der Völkerwanderunaszeit, deren Typus 'ernsten in den Dänen, Schweden und Be- des nordwestlichen Deutschland erhalten hat, an nach den Forschungrn Broca's des größten Anthropologen(f 1879), die Gallier nördlich von x,, anschlössen. Die alten Hellenen und, wie es scheint, J'alikkr gehörten, noch unvermischt, gleichfalls juvpt an. Der zweite Typus wird repräsentirt von .«aven, Rumänen(Rachlommen der alten Thracier), . den Galliern südlich von der Loire, ihren Nach- 'u Oder Italien und den blonden GaÜschas Zentral- �lche als die reinsten Jranier gelten können. k?!"on diesen beiden Typen ist nun der ursprünglich c �fischen Anthropologen fanden ihn in dem er sich von der Bretagne bis nach Zentral- eur"Hfl, roeiT er sich von der Bretagne vis nacv Zenrrar- „1$ lasse. Die meisten deutschen Anthrologen sehen! �-�uor in den blonden Germanen die ursprünglichen böl�u-sch�Vwd die übrigen Arier �-«♦—- 5lii!tn ihren arischen Ti wa as ÄÄ d Auss< rflüifig- erflüsfig- durch Vermischung mit vor- Typus eingebüßt haben sollen. iv-'M find entschieden falsch. Beide Rassen find in der Quaternärzeit nachweisbar, und man muß ."'"nmen, daß der eine Typus nicht aus dem andern " itün 1'" lann, sondern daß beide ursprünglich neben ein- sch,.. n und sich später durcheinander geschoben hätten. ' �'"'rrter berühmter Anthropologe, Professor Kollmann, ientral-turopäischen Menschenratzen find immer schon wir ihnen begegnen, ste entstehen nicht erst. Es haben Und Sitten, Staatsformen und Völker gewechselt, aber idsiock, die Raffen find immer dieselben geblieben, in f die anatomischen Eigenschaften ihres Körpers. So an der Hand von osteologischem Material in die Ver- •t zurückgreiftn können, es find immer europäische der Lang- und Kurzschädel, die wir finden." .indo-germanischen Völker haben somit schon in der �'zeit Europa bewohnt, und nur dort können fie auch �.sein. Professor Dr. Penka in Wien hat in neuester ��sstehung der Auer ein Buch gewidmet(„Die Her« eiJv�"' Deschen, Prochaska), auf das ich in folgendem i> rn wuß. Auch Penka ist der Anficht, daß die Arier . Quaternärzeit in Europa gewohnt haben. Die 8» find ihm die wahren Arier, ihre reinsten Reprä- ? �loz. iwanen, und ganz besonders die Skandinavier. hötir �vhalen auf i ranzöfischem und belgischem Boden wmJ'vSfol* �e Dolichcc ephalen erscheinen, so zieht er daraus w" Eip��ng. daß es erst Europa war, wo diese brachyke- ., h L*il|JL,Q"detet ihre Sprachen mit der arischen vertauschten afgiW ��lick.�?Sentlichen Ariern, den blonden Tolickcccphalen, ™ Wuschen Einheiten verschmolzen und hierdurch die tz,..°°n Diischraffen hervorriefen. Diese Einwanderer Ä ni*lui ofiat'sche Turanicr halten, eine Anficht, der ? beipflichten kann, und glaube ich vielmehr, daß 'm, i..00' und in der Eiszeit aus sprachlosen Horden A Aus den Sprachen der Indianer und r. fich z. B. nach Fr. Müller zur Eoidei-z, hfcil Rassen ursprünglich aus sprachlosen >> Alanden haben, da die Sprachen der S'amme oft in gar keinem Verwandtschaft- e zu einander stehen. Auch in Europa die S' « ,UI 0en W'ß* ber Arier zu halten, wäh s��chen arischen Elemente mmm für Ost- Europa, in den ugro- finnischen __. i rrrn fj.'<'11 cafifflll'" kth'sj welche dieselben unmöglich von Skandinavien L-'./Am, können. Fr. Müller erklärt, da Penka den J WSTß>(ri„ fiLt«n Skandinavien, sondern----- Itzf J/k rS'lftKV. WllP f rt btlti (&'" teit. i'»" ,n«lunouiuoicn, luuocwi in Mitteleuropa lfn!anbin„ so falle damit die zwingende Rothwendig- ft«i- V-w-'d. SÄCÄ IM 1 Gin. Um diese widerlegen, hat K-.vuj, m,* t*?£"fv.m,.».»i i.....— di s Neuen und UWWWM die auch ich vor Jahren bercüs ausge- Es ergebe stch ferner von selbst, daß ein Land, in dem nur Funde aus der jüngeren Steinzeit gemacht wurden, von vom« herein für die Frage, od dieselbe für die Heimath der Arier gelten kann, nicht in Betracht kommen darf. In diesem Falle befindet sich Nord- und Mitteldeutschland. Was Rußland an- betrifft, so läßt stch die Existenz des paläolithischen Menschen nur für Südrußland beweisen, was gerade für meine Anficht sprechen würde. S. in Verbreitungsgebiet liegt süvlich von einer schrägen Linie, welche von Südwest nach Nordost gerichU ist; dieselbe geht von Krakau aus über Kiew, Pultawa, Woronesch, um fich hierauf in nordöstlicher Richtung zu verlaufen. Der Uedergang von der älteren zur jüngeren Steinkultur sei nach Pmka nur für Skandinavien nachweisbar. Auch fei noch zu bemerken, daß die verschiedenen Erscheinungsformen der neolithischen Kultur, so weit fie bis jetzt aus den einzelnen Län- dem Europas bekannt find, gleichfalls nach Skandinavien als ihren Ausgangspunkt insofem hinweisen, als kein für irgend ein Ländergebiet charakteristisches Steingeräth gerade in Skandi- navien unvertreten erscheint. Die Steinkultur der baltisch-finnischen Provinzen, Mecklenburgs, Holsteins, Hannovers, femer des rusfisch-polnischen Gebietes ist, wie allgemein anerkannt, mit der Steinkultur Skandinaviens ganz identisch. Wir ziehen daraus indeffen ganz andere Konsequenzen, als es Professor Penka in seinem gelehrten und geistreichen Werke thut, und meinen, daß alle diese Länder damals von germanischen Stämmen bewohnt waren, die auf gleicher Kulturstufe gestanden haben. So viel ist ficher, daß die weit verbreitete Anficht von der afiatischm Heimath der Jndo-Germanen oder Arier durch die neuesten Forschungen definitiv widerlegt worden ist. Dr. F Ii gier. ___(„R. Freie Presse.") Lokales. Zleue« au» htm greift Teltow. Unter diesem Titel schreibt die„Volks- Ztg.": Vor einigen Tagen hat auf Ein- ladung dreier Wirthe von Schöneberg eine Versammlung von Gastwirthcn des Kieiles Teltow stattgefunden, in welcher über die Gründung einer GastwirthS-Jnnung derathm werden sollte. Im Kreise Teltow find 800 Gaslwirthe vorhanden; von diesen folgten 36 der Einladung und 14 erklärten stch schließlich bereit, an der Bildung einer Gastwirths-Jnnung theilzunehmen. Man würde diesen Versuch, die Gastwirthe des Kreises Teltow für die Bildung einer Innung zu gewinnen, in unserer an sonder- baren Erscheinungen auf gewerbepolitischem Gebiete so reichen Zeit nur kurz verzeichnen, wenn er nicht deshalb ein besonderes Interesse in Anspruch nähme, weil der Vater des Gedankens, die Gastwirtbe des Kreises Teltow in einer Innung zu ver- einigen, der Landrath von Testow, Herr Studenrauch, ist. Der Name desselben ist in weiteren Kreisen bekannt geworden durch seinen Konflikt mit der Gemeinde Tempelhof, welcher in für den Landrath wenig erwünschter Weise mit der Ernennung des ebcmaligin fortschrittlichen Reichstagsabgeoidneten Greoe zum Gemeinde- und Amtsvorsteher endigte, durch seinen Versuch, ein Schulzen-Examen einzuführen zc. Herr Stubenrauch hat, wie es scheint, jetzt beschloffen, auf dem Gebiete des Jnnungswesens zu wirken, und seinem Wunsche gehorchend, haben drei Wirthe in Schöneberg die oben erwähnte Versammlung einberufen. DaS Einladungsschreiben der drei Herren derief stch unmittelbar auf den Landrath, indem es mit folgenden Worten schloß:„Der Werth für das Zustandekom- men der Innung erhöht fich dadurch, daß von dem königlichen Landrathe die Zuficherung gegeben worden, daß die Konzesstons- gesuche dem Jnnungsvorstande zur Prüfung und Aeußerung überwiesen werden sollen." Daß trotz dieser Lockung, dieser „Anweisung auf die Gunst des hochmögenden Herrn Landraths", wie das„Gasthaus", das Organ des deutschen Gastwinhs- Verbandes, in einer Besprechung der Angelegenheit sagt, nur 36 Personen der Einladung folgten und nur 14 das Verlangen zeigten, fich in Zukunft Jnnungsrneistcr nennen zu dürfen, ist ein gutes Zeugniß für die Gastwirthe des K eisee Testow, die Einladung selbst hat indeß eine besondere Bedeutung. Ist es wahr, daß der Londrath Stubenrauch das Versprechen abgegeben hat, welches ihm die drei einladenden Gastwirtbe in den Mund legen, und wenn es wahr ist. wie glaubt Herr Stubenrauch de- rechtigt zu sein, ein solches Versprechen abzugeben? Nach§ 33 der Reichsgewerbeordnung bedarf, wer Gastwirthschaft, Schank« wirthschaft oder Kleinhandel mit Brannlwein oder Spiritus be« treiben will, der Erlaubniß. Diese Erlaudniß wird in Preußen auf Grund der Landesgesetze ertheill vom Kreis. bczw. Stadtausschuß, oder in besonderen Fällen vom Magistrat. Vor Eitheilung der Erlaubniß ist, wieder auf Grund einer ausdrücklichen Bestimmung des§ 33 der Reichs« gewerbeordnung, die Ortspolizei und die Gemeinde» vehörde gutachtlich zu hören. Es ist nirgend bestimmt, daß eine Innung zur Prüfung und gutachtlichen Aeußerung über Kon- zesfivnsgesuche berufen sei; bezüglich der Gesuche um Ertheilung der Erlaubniß zum Betriebe der Gast- und Schankwirthschaft oder des Kleinhandels mit Branntwein hat man um so weniger die Hinzuziehung von Gastwirthsinnungen ins Auge fassen können, als man bei Erlaß der Bestimmungen über das In- nungswesen nur an Handwerkerinnungen und gar nicht an die Möglichkeit gedacht hat, daßstch auch Gastwirths-, Rechtskonsu- lenten- oder Volksanwalts-, Mufilanten- und Droguisteninnungen bilden könnten. Hat also der Landrath Stubenrauch wirklich die Zuficherung, auf welche fich die drei Schöneberger Gastwirthe berufen, gegeben, so würden wir sehr neugierig sein, ,u ersah- ren, durch welche gesetzliche Bestimmung er fich dazu berechtigt glaubte? Wir erinnern uns, daß Herr Stubenrauch während seines Konfliktes mit der Gemeinde Tcrnpelhof mehrfach Ge- legenheit genommen hat. seine Stellung durch die Presse zu vcrtheidigen. Vielleicht erfüllt er nun auch unseren Wunsch, fich über die ihm zugeschriebene Zuficherung zu äußern. Der Land- rath kennt, wie wir nicht bezweifeln, genau die Mittel und Wege, mit welchen Konzesstonsnachsuchcr häufig ihr Ziel zu er- reichen suchen. Wollte man einer Gastwirtbe. Innung das Recht verleihen, gutachllich über die Gesuche fich zu äußem, so wüide nur— das wird uns Herr Stubenrauch zugeben— die Gefahr nahe liegen, daß die Mitglieder der Innung ihr Reckt miß- brauchten unv die schlimmste Korruption einrisse. In der Wirtheversammlung, an welcher der— Kreissekretär theilnahrn, find, wie wir dem„Gasthaus" entnehm.n, von verschiedenen Anwesenden Z veifel daran, daß der Landrath die Zuficherung wirklich erlheilt habe, ausgesprochen worden: der Kreresekretar, der im Ucbrigcn bei den Verhandlungen mehrfach das Wort ergriff, scheint aber nicht in der Lage gewesen zu fem, über diesen Puntt Auskunft zu geben. Es wird daher von dem Landrathe selbst erwartet werden dürfen, daß er fich darüber erklärt.- Wie ein Reporter mittheist. befteht die neue Gast. wirthg-Jnnung des Kreises Teltow, welcher der Landrarh die Prüfung der Konzesfionsgesuche für den Krers iugesagt haben soll, aus 14 Mitgliedern. Ihre Begründer find der Befitzer einer Ausspannung und die Inhaber von zwei Tanzlokalen. Zttm Traft für«nsere Kegenplag» theist dem„B. T." ein eifriger Chronilenleser mit, daß dieser feuchte und kalte Sommer noch lange nicht der schlimmste sei. Er giebt uns von den Untugenden der Vorfahren folgendes Register: So regnete es Anno 1315 von Mitte Mai bis zum Jahresende jeden Tag. 1401 regnete es von Mitte März bis Ende September. 1405 regnete es von Anfang August bis Reujahr 1406. 1468 fiel in der Erntezeit so viel Regen, daß das Korn unaemäht auf den Feldern stehen blieb. 1528 war vom Ende Juli bis Milte November nur 4 Tage hindurch trockenes Wetter. 1579 war ein so nasses Jahr, daß die unfahrbaren Marschwege mit Briten ausgelegt werden mußten, um nur die Ernte einfahren zu können. 1585 war ein so nasser Herbst, daß man vielerwärts das in Haufen gesetzte Kom erst im Winter mit Schlitten vom Felde holen konnte. 1588 regnete es im Sommer und Herbst ununterbrochen 23 Wochen. 1617 fiel nach einem anhaltenden Sturm so viel Regen, daß niedrige Gegenden in Teiche ver» wandest waren. 1560 fiel von Pfingsten an bis spät in den Herbst ein fortwährender Regen, so daß die Feldfrüchte ver» darben. 1752 regnete und stürmte es den ganzen Sommer und Herbst, nur während des ganzen Ottobermonats herrschte die schönste Witterung. 1790 war von Mitte Juni bis Anfang September unaufhörliches Regenwetter." Es ist ein schwacher Trost, im Unglück Genossen zu haben, besonders wenn diese Genossen— Vorfahren find. Etwa« vom Regenschirm. In diesen Tagen der „Gewitterneigung", wie der meteorologische Kunstausvruck für die„Elettrizilätsentlavungssehnsucht" der dunsterfüllten Luftschichten lautet, ist der Regenschirm aus seiner Eigenschaft als „nothwendiges Uedel" zum fürsorglichen Freunde geworden, und in dieser seiner aktuellen Position dürfte auch ein kleiner Rück« blick auf seine Geschichte interessant sein. Auf dem europäischen Festlande war es vas Land der Modeschöpfungen, unser ge» siebter Nachbar jenseits der Vogesen, welcher auch in Bezug auf die Mode des Schirmtragens den Vorrang der„Einführung" besttzt. Der erste europäische Regenschirm wurde vor etwa 250 Jahren in Paris getragen, und wieder waren es die Frauen, welche fich seiner zuerst bedienten und somit eigentliche Schöpferinnen auch dieser Mode find. Gegen 1640 wog das französische Parapsuie U— 2 Kilo und kostete 45—60 Franks. Es war dies ein Familienmödel, welches fich von Generation zu Generation verübte. Man hielt ihn an einem dicken kupfernen Ring, welcher an einem meist sehr langen und starken Stock befestigi war; hergestellt wurde er aus geölten Seiden» stvffen: man bediente sich außer diesen aber auch, und selbst für den gewöhnlichen Gebrauch, des Leders und der Wachs» leinewand, ja selbst des lackirte Papier fand stch vertteten und ist in seiner Anwendung wohl auf das Ursprungsland der Schirme überhaupt, das„Reich der Mille", China, zurückzuführen und bei uns als Vorläufer der Sonnenschirme zu betrachten. Erst beinahe hundert Jahre später wurden andere Stoffe heim!» scher Fabrikation für die Herstellung des„Parapluies"!ver» wendet und als erste treten buntgestreifte Wollenstoffe auf. Das erste Jahr der Revolution— 1789— brachte auch auf dem Gebiete der Schirmmode eine gewaltige Umwälzung hervor; war man bisher in der Herstellung des„Meuble"— und diesen Namen verdiente das„Regendach" in seiner damaligen Kon« firuttion vollkommen— äußerst primitiv verfahren: so demäch» tigte fich jetzt Geschmack und Mode seiner Konstmttion und mit der größeren Zierlichkeit seines Baues wurden rosenfardener, gelber und vpselgrüner Tastet in diesem Jahre als erste Zeichen seiner Vervollkommnung Mode. Nach Frankreich führte zunächst England das schützende Instrument ein. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war ein unternehmender Kopf zuerst im Jnselreiche auf den Gedanken gekommen, in Oxford und Cam» dridge Regenschirme stundenweise an die Studenten zu verleihen und die Musensöhne auf diese Weise in den Stand zu setzen, auch bei deftigem Regenwetter leidlich trocken von einem Kolleg in das andere zu kommen. Jonas Hanway hieß der kühne Mann, welchem sein Vaterland die Einführung der wohlthätigen Einrichtung des„umdrella" verdankt. Hanway war auf seinen Reisen bis China gekommen, wo er die„Regenschirme" kennen lernte, und hatte einen solchen als Rarität mit nach seiner Hei» math gebracht. Eines grauen Regentages kam er auf dm Ge» danken, fich dieses chinefischen Schutzinsttumentes bei einem noth« wendigen Gange durch die Stadt zu dedienen. Aber welchen Sturm des Hohnes hatte er auszuhalten! Die Leute drängten fich um ihn zusammen, versperrten ihm den Weg und folgten ihm in langem Zuge: die Jugend pfiff und schrie hinter ihm her. Nun aber lieh er fich als echter Engländer erst recht nicht abbringen, das so gewaltiges Aufsehen erregende Instrument zu benutzen. Er ging fortan überhaupt nicht mehr ohne seinen Schirm aus und schließlich— gewöhnte fich das Publikum daran. Oft mußte der eine oder andere von Hanway's Freun» den, welcher ihm bei Regenwetter begegnete, doch anerkennen, daß der verhöhnte Regcnschützer eine recht praktische Einrichtung sei: dennoch aber brauchte der Märtyrer des heutigen„Familien» knickers" drei volle Jahre, ehe das Vomrtheil gegen seine Em» führung besiegt war. Dann aber brach, als erst einige Regen» schirme auf den Straßen fichtbar wurden, plötzlich eine wahre Leidenschaft für ihren Besitz aus und nun schuf England eine Industrie, welche den folgenden Generationen in ihrer Bedeutung als Fadrikations- und Handelsobjett von so immensem Werthe werden sollte. Erst von hier aus hat der Regenschirm dann seinen Siegeszug nach Deutsch» land angetreten, um dann, nachdem auch das Neuerungen gegenüber etwas schwerfällige Volk der Deutschen stch unter sein Szepter gebeugt hatte, Gemeingut der übrigen Welt zu werden. Nach und nach änderte fich auch seine bisherige Form; aber jene feine, beinahe ästhetische Gefiait, welche er gegenwärtig besitzt, hat er doch erst in den Jahren des gewaltigen Jndustricauf» schwunges der letzten Hälfte dieses Jahrhunderts erhalte». Namentlich bei uns begegnet man ja noch heute in atten Bauern» fcrnilim einem Familien knicker, jener vorweltlicken Form mit dicken Fischbeinstäden und in der Größe eines Marktschirm.s, und ein solches Instrument erinnert an das„Parapluie" zu An» fang dieses Jahrhunderts, wo sein Gewicht ein ebenso unge» heures war, wie sein Umfang und sein Preis. Damals— das heißt noch um 1820 herum— kostete der aus Frankreich ein» geführte Regenschirm mit Fischbeinstäden und einem an einen Zaunpfahl erinnernden Holzstock gegen 50 Franks und geHöste bei diesem Preise in Deutschland nur zu den„Seltenheiten", die„nur in den feinsten Familien" anzutreffen waren. Heute ist die„Mußspritze", wie der Fachausdruck der Reichshauptstädter lautet, Allgemeineigenthum sämmtlicher Klassen geworden, unv die bedeutenve Industrie, die er geschaffen, stellt ihn zu einem gegen seinen ursprünglichen Kostenpunkt wahrhaft verschwindenden Preise her. Heute ist„kein Mann ohne Regenschirm", und man kann von ihm behaupten, was man von seiner Schöpferin, der Mode, sagt:„Er ist Beherrscher des Weltalls",— Alles unter» stellt fich gern seinem Schutze! Die Rechtsprechung in Kerlin übte bis 1808 der Magistrat, weshalb das Landgericht I bis zur Justizreorganisation noch das Stadtgericht hieß. Die Jurisdiktion hatte die Siadt den Landesbcncn mit schwerem Geldc abgekauft, und im Stadt- Archiv ruhen Varüder viele Pcrgamenturkunden. Die älteste ist von 1320„der Markgräfin Agnes Donation des Schutzgeldes und der Jurisdiktion über die Juden". Den Gebrudern Tempelhoff bezahlte noch 1544 der Magistrat für das Unter- Stadtgericht 2250 Gulden. Die Stadt hatte aber wegen dieser ihrer Gerechtsame deständig Prozeffe mit den landesherrlichen Gerickten:„Hof- und Kammergericht, Amt Mühlenhof, fran- zösische Gericbtc" zu führen; u. A. auch, als die jetzigen Stadt- theile Friedrichswerder, Friedrichs- und Dorotheenstadt angelegt wurden. Ein Prozeß mit dem Kammergericht währte sechs Jahre lang, von 1741 bis 1747 und wurde schließlich vom König„immediate" entschieden. Danach sollte dem Magistrat u. A. auch die Rechtsprechung über die Italiener, die Schiff- b'auer und die Freihäuser verdleibm. Mit dem Amte Mühlen- Hof riffen die Streitigkeiten gar nicht ab. 1643 kam ein Vergleich zu Stande, 1727 fiel eine königliche Entscheidung, 1766 erging ein Entscheid des Kammrrgerickts. Rur mit den fran- zöfischen Gerichten kam es zu keinen Streitigkeiten. Der Ma- gislrat wird es schließlich nicht allzusehr bedauert haben, als ihm die Gerichtsbarkeit abgenommen wurde. Gi«e düstere Chronik aus dem Leben der Großstadt bilden die alljährlich erscheinenden, von Generalarzt Dr. A chl- Hausen redigirten„Ebaritce-Annalcn"(Verlag von A. Hirsch- wald, Berlin). Tie Eharitee ist das größte Krankenbaus in Deutschland, viel Leid und Weh häuft fich in seinen Mauern. Von den auf den Straßen Berlins Verunglückten und von den Selbstmördern kommen weitaus die meisten nach der Ebaritee; wenn in irgend einem Stadtthcile eine Epidemie auftritt, von Scharlach, Masern, Diphtherie rc.— in den Krankenjournalcn d.r Eharitee finden fie sofort einen prägnanten Ausdruck. 19 834 Kranke find in dem Berichtsjahre(1886) daselbst ärztlich behandelt worden und erforderten 596 708 Verpflegungstage, woraus fich der durchschnittliche Aufenthalt für die einzelnen Patienten in der Eharitee auf 30.1 Tage berechnet. Geheilt entlassen wurden 14 957, ungeheilt 1472, gestorben find 1893 fatienten. Von der großartigen Krankenbewegung in der haritee geben folgende Zahlen eine annähernde Vorstellung. Im Durchschnitt wurden täglich 1635 Kranke verpflegt. Die höchste Krankenzahl bctmg 1797 am 19. März, die niedrigste 1369 am 14. August. Die Zahl der an einem Tage neu auf- genommenen Kranken belief fich im Durchschnitt auf 50, stieg aber auch am 5. und 12. April auf je 87. Dagegen schwankte die Zahl der täglich Entlassenen zwischen 23 und 101.— Reden einer eingehenden Krankenstatistik findet das in der Eharitee zu Gebote stehende ungeheure Krankenmaterial auch eine sorgfältige wissenschaftliche Verwetthung seitens der diri- girenden Anstallsärzte und deren Ässtttenten, wie aus den tn den Annalen enthaltenen Berichten und klinischen Be- obachtungen derselben hervorgeht. Jede tn der Charttee vorhandene Klinik ist mit verschiedenen Beiträgen vertteten. So figunrt Geheimrath Gerhardt in den Annalen mit zwei Beiträgen, von denen der eine die interessante Beschreibung eines am Planufer vom Blitz getroffenen Schloffergesellen und der bei ihm fichtbaren„Blitzfiguren" enthält. Gerhard's Asfi- stent, Stabsarzt Dr. Landgraf, deschreibt einen Fall von Stimm- bandlähmung k. Prof. Senator giebt eine unerwartete Auf- klärung über einen Fall von„Linkshändigkeit"; aus der Nerven« klrr.il berichtet Dr. Oppenheim über das Verhalten der mufikali- schen Ausdrucksbcwegungen und des musikalischen Verständnisses bei Personen, die infolge von Schlaganfall zc. die Sprache theilweise verloren haben. Weitaus am meisten von allen Ab- theilungen in Anspruch genommen ist die unter Leitung des Geh. Ober Medizinalraths Prof. Bardelcben stehende chirurgische Klinik, welche in dem Berichtsjahre 3068 Patienten aufgenommen hat. Der von Stabsarzt Dr. Köhler erstattete Bericht über diese Abtheilung bietet, abgesehen von dem wissenschaftlichen Wertde, ein unheimliches Bild von den zahllosen Opfern, welche die Großstadt verschlingt. Die Unfälle bei Bauten und in Fabriken, die zufälligen Verunglückungen auf der Straße durch Ueberfahren rc., die gescheiterten Existenzen, welche durch Selbst- mord zu endigen suchen, kommen zumeist in die Behandlung des Chirurgen. Hier ist in trockener Schilderung auch der tragische Selbstmord der Opercttensängerin Erdösy rudrizirt, die fich durch den unseligen Schuß furchtbare Verletzungen zugefügt hatte. Hier erfährt man auch, daß in derselben Woche, in der- selben entsetzlichen Weise(Schuß in die rechte Schläfe) und mit demselben Erfolge noch eine zweite Schanspielcnn ihrem Leben ein Ende gemacht hat.— Den Schluß des vorliegenden Jahr- ganges bttvet eine Beschreibung des neuen Kinderhospitals für ansteckende Krankheiten. � �_ Aus dem Prozesse gegen Karklluui» und Genosse« ist noch ein Zwischenfall mtttherlenswerth. Der Zeuge Polizei- Wachtmeister Bernhardt gab auf die Frage, woher er seine Kennlnitz der sozialdemokratischen Interna habe, die Antwort: „Das ist zu meiner amtlichen Kenntniß gekommen." Vocfitzender: „Haben Sie diese amtliche Kenntniß aus eigenen Erfahrungen over aus Aktenstücken oder aus mündlichen Informationen von Seiten Ihrer vorgesetzten Behörde?" Zeuge:„Es ist zu meiner amtlichen Kcnntmß gekommen." Auch auf die weitere Frage des Vorfiyenden:„Wollen Sie damit etwa sagen, daß Sie auch auf meine letzte Frage amtlich zum Schweigen verpflichtet find?" antwortete der Zeuge sonderbarer Weise anfangs wiederum mtt seinem stereotypen:„Es ist zu meiner amtlichen Kenntniß gekommen," nach nochmaligem Eindringen des Vorfitzenden jedoch mit„Jawohl". Darauf erklärte der Vorfitzende, daß der Gerichtshof zu einer kurzen Berathung abtrete. Räch einigen Minuten trat der Gerichtehof wieder ein und der Vorfiyenve wendete fich an den Zeugen mit den deutlich betonten Motten: „Daß Sie Ihre Quellen nicht nennen dürfen, wissen wir, ich habe Ihnen aber nochmals die Frage vorzulegen: Sind Sie amtlich auch darüber zu schweigen verpflichtet, ob Sie durch Ein- ficht von Aktenstücken oder durch mündliche Mittheilungen Ihrer Vorgesetzten, oder durch eigene Wahrnehmungen Ihre Kenntniß erlangt haben?" Zeuge:„Jawohl." Vorfitzend.r:„Wer hat Ihnen diese Pflicht auferlegt?" Zeuge(nach einigem Befinnen): „Regierungsraih...."(Rarne wurde am Berichterstattettische nicht verslanden.) Der Voifitzende ließ den Zeugen hierauf abtreten und drltitte dem Ger>chtsschreiber das Protokoll über die Aussage des Zeugen. In wie Hohr« Grade Kerlin ein« m«stkati.''che Otadt ist. das erhellt deutlich aus dem Adreffenverzeichniß des jüngst erschienenen„Deutschen Mustkerkalenders" für 1889. Derielbe nennt neben den königlichen Mufikinstituten noch 57 private, von denen freilich nur 16 fich„Institut" nennen, während 22 den stolzen Titel„Konservatonum" führen und 4 „Akademien" heißen, zu denen fich noch 11„Schulen", zwei „Lehranstalten", ein„Seminar" und ein„Pädagogium" gesellen. Es bleibt zu bezweifeln, od für die zahlreichen Zöglinge aller dieser Vordildungsanstalten dereinst die vorhand-nen fünfzehn großen Konzertsäle genügen werden. Freilich bilden für die Ausübung der Mufik ja auch die Kirchen eine Ableitung, an denen wir 45 Organisten thätig sehen, darunter eine Dame, Fräulein Peters im'Nikolaus bürge, Hospitale. Von Gesang- und Mustkoereinen nennt der Kalender 68, darunter vier Ziether- vereine, zwei Sängerbunde, eine Sängerrunde und eine Sänger- schaft, drei Liedertafeln, einen Liederschatz und einen Lieder- verein. Reben der„Deutschen Harfe" begegnen wir einer „Deutschen Schleife" und emer„Deutschen Linde", und nach lieblichen Kindern Flora's nennen fich drei Vereinigungen: Kornblume, Schneeglöckchen und Edelweiß. Dieses Verzeichniß dürfte indessen noch nicht vollständig sein und außer den an- geführten, mit ihren Votträgen in die Oeffentl'chkeit gelangenden Mustkoereinen noch manches Veilchen still im Ver- borgenen blühen. Für die Ausoilvung im Gesänge find 85 Lehrer und 69 Lehrerinnen thätig, eine statt- liehe Anzahl, die indessen doch verschwindet vor dem Heere der Lehrer und Lehrerinnen für Jnstrumentalmufik: 513 Männer und 258 Frauen, insgesammt 775. Selbstver- ständlich wnht die große Mehrzahl dieser Lehrkräfte ihre Dienste dem Klaoierspiel, indessen find auch andere Instrumente nicht vernachläsfigt; beispielsweise werden zehn Lehrer des sanften Zitherspiels angefühtt. An Mufikdirettoren befitzt Berlin 101, darunter 37 mit der stolzen Bezeichnung„königlich", Militär- kopellen 14, Mufikalienhandlungen 61, Theatcragenturen 31, Konzettbureaus 2. Unseren Haushalt mit dem unentbehrlichen Mufikinstrument zu versehen, bieten fich 214 Pianofortefabriken und-Handlungen dar, hierunter 22 mit der prunkenden Vorsilbe „Hof-", ferner 52 Pianoforte-Verleihinstitute. Die unaufhörlich klingenden Instrumente in Ordnung zu halten, stehen 94 Piano- fottestimmer bereit, und ganz und gar zusammengepaukte Marterkästen mit neuen Tasten zu versehen find 15 Klaviatur- fadriken crbötig. An Handlungen mit anderen Mufikinstru- mcnten als dem Klavier finden wir 117, darunter 7 ausschließlich für Stteichinstrumente. Endlich find noch 23 Saiten- fadttken zu erwähnen, wovon 18 für Darm- und 5 für Drahtsaiten, und 20 Mufikwerkfabriken, d. h. wohl Fabriken, welche Drehorgeln, Spieluhren, Handharmonikas und ähnliche Erzeuger lieblicher Geräusche ins Leben rufen. Welch tiefen Einblick in das Reich der Frau Mufika eröffnet uns diese Ueber- ficht, welche ungeheure Menge der ihr huldigenden Personen, der Beruksmufiker, Dilettanten und technischen Ardeiter! Der Berliner darf fich in der That auf Kaliban's Zauberinsel versetzt glauben und mit diesem sagen: Mir klimpem manchmal viel tausend helle Instrument' ums Ohr! Ma» wollen die Kchrecke« der pontinische« Sümpfe und der Dschungeln Indiens sagen zu dem unsäglichen Grauen, welches den Berliner bei dem Namen Panke defällt. Wären wohl die sämmtlichen Wohlgerüche Arabiens und alle Vorräthe von Treu u. Ruglisch im Stande, den Geruch, in welchem die Panke steht und welchen fie aushaucht, zu tilgen? So wird man denn mit Freude von einem„Ercigniß" hören, das nicht nur von Wichtigkeit für den Rordcn unserer Stadt, sondern wohl überhaupt für jeden Vollblut-Berliner von hohem Interesse ist, — wir meinen das Verschwinden der ersten Panke in der Ehauffeesttaße. Der erste Spatenstich zu diesem Zwecke wurde auf dem Grundstück Ehauffeestr. 82 von dem Besitzer desselben, Bankier Schnöckel, ausgeführt. Derselbe hat endlich die Ge- nehmigung seitens des Magistrats und der Polizeibehörde er- halten, dem Lauf der Panke durch Verlegung ein anderes Bett zu bauen und zwar unter Umwandlung desselben in einen unter- irdischen Kanal, nachdem alle Mühen und Versuche, den be- treffenden Pankearm gänzlich zuzuschütten, vergeblich und erfolg- los geblieben. Allerdings verschwindet dieser ominöse Pankefluß vorläufig nur an dieser einen detteffenden Stelle in einer Länge von etwa 40 Metern, sicherlich aber zur großen Freude der ganzen Nachbarschaft. Herr Sch. läßt den Bau nur soweit aus- führen, als derselbe direkt sein eigenes Grundstück berührt. Man wird aber wohl nicht in der Anficht fehl gehen, daß nun end- lich das weitere Verschwinden dieses ganzen Pankearmes zu er- matten ist. Kumoriftische». Die„Lustigen Blätter veröffentlichen folgende lustige„Wünsche und Beschwerden des Publikums": Geehtte Redaktion! Im Verkehr auf der P'erdebahn hat fich seit einiger Zftt eine unerhörte Unsitte herausgebildet, ich meine das mehr als unverschämte Aufdrängen der �iyplaye an neu hinzukommende weibliche Personen. Betritt so ein Dämchen dm Wagen, so schnellen die männlichen Paffagiere, wie vom Satan behext, auf und stürzen fluchtähnlich, oft mit wildem Geschrei, auf Vorder- und Hinterperron. Besonders die jüngeren Herren kennen in dieser Beziehung keine Mäßigung. Vergeblich seufzen die Besonneneren nach einer Abhilfe gegen diese wider- liehen tumultuarischen Auftritte; es wäre doch wahrhaftig an der Zell, daß mit diesen Restm mtttelalterlichen Galanterie aufgeräumt wird. � Fritz Knote. Verehrter Herr Redatteur! Zum Beweis, wie wmig Er- leichterungen in Deutschland dem reisenden Publikum seitens der Bahnen eingeräumt werdm, diene folgendes: Ich war durch nahezu ein Vierteljahr Kasfirer in der 3:-Bank. Infolge gewisser Differenzen gab ich diese Stellung plötzlich auf, um zur Erholung meiner angegnffenen Kasse einen weitläufigen Ver- wandten in New-Aork zu besuchen. Aber wie groß war mein Erstaunen, als fich mir in Hamburg auf dem Bahnhofe ein Herr vorstellte, der darauf bestand, mit mir die Tour Hamburg- Berlin zurück zu unternehmen! Alles Remonstttren war um- sonst: der auf dem Perron anwesende Stationsvorstand zuckte die Achseln. Da wundett man sich, wenn die Fremden fich schmen, Deutschland zu bereisen! �Ein flüchtiger Leser Ihres Blattes. Geehrte Redaktion! Wie weit die Brutalität und Rückfichts- lofigkeit unserer heutigen Henenwelt geht, möge Ihnen folgen- des Beispiel klar machen. Ich besuchte kürzlich mit meinem Schwager das Wallnettheater. Wir saßen im Parquet, irre ich nicht, fünfte Bank.'Natürlich hatte ich meinen neuen Hut auf, der vorne aufgestellt ist und von zwei prächtigen rothen Federn gekrönt ist, die aus emer von einigen großen Pons-Pons um- C" tien kolossalen Atlasschleife so zu sagen herauswachsen! Alle e, die ich frage:„Wie steht mir der Hut!" sagen:„Süß!" Es war ungefähr nach dem dtttten Akt, als ich dickt hinter mir folgendes, offenbar zwischen Ehegatten geführte Gespräch ver- nahm:„Wie amüfirst Du Dich, Willem?"—„Danke," erwiderte oer Mann im Flüsterton,„ich sehe nur leider von der Bühne zu wenig, der Hut der Dame da vorne..."— Ich fühlte, daß mir die Zornröthe ins Antlitz stieg, ich wandte mich um und sab den Unverschämten an, der fich duckte und über seine Aeußerung erröthete. Da ich jeden Skandal vermeiden wollte, hartte ich bis zum Schluß der Vorstellung aus. Reichen solche Erfahrungen nicht hin, um jeder anständigen Dame den Theaterbesuch ein- für allemal zu verleiden? Hanncken K r e i d e w e i s. Eine Kelohnnng von 1000 Mark hat das Bank« geschäst von Hermann Paasch, Köllnischer Fischmartt 4, auf die Ergreifung der Thäter, welche in der Rächt vom 5. zum 6. August den gemeldeten Einbruchsdiedstahl verübt haben, ausgesetzt. Kind überfahren. Gestern Mittag wurde in der Kom« mandantenstraße, Ecke der Allen Jakobstraße, ein achtjähriger Knabe von einem Radfahrer überfahren und am Kopf und an den Händen verletzt. Es gelang, den Namen des Radfahrers festzustellen, trotzdem er fich der Feststellung zu entziehen suchte, und wird er der verdienten Strafe nicht entgehen. Die Rad- fahrerei nimmt übttgens jetzt in Berlin einen beängstigenden Umfang an durch die vielen des Fahrens Unkundigen, die die Straßen unficher machen und besonders in den Abend- und Nacktstunden ihre Strampelorgien feiern. Angestchts der Strenge, welche die Polizei dem übngen öffentlicken Fuhrwesen gegen« übet walten läßt, wäre auch hier eine Einschränkung sehr zu wünschen. , In der Negli'fche» Todesernrittelnv gssache ist die frühere Annahme der Kriminalpolizei, daß der Todte durch Selbstmord geendet habe, durch die stattgehabte Obduktion jetzt widerlegt. Das Gutachten der Genchtsärzte spricht fich über die Todesursache am Schlüsse des sehr eingehenden Bettchts folgendermaßen aus:„Die Verletzungen am Halse, welche durch ern spitzes Instrument bezw. durch Druck mit ven Händen, oder emer Schlinge bewirft find, find dem-c. Regli noch im Leben zugefugt�worden." Nach diesem genchtsärztlichen Gutachten � a�o �bstmord ausgeschlossen und liegt ein Verbrechen, mit hoher Wahrschemlrckkett Todtscklag, vor. Nach den bisherigen ErmWelungen der Kriminalpolizei hat Regli am Dienstag, den 24. Juli, mit seiner Braut eine Landpattie gemacht, von der er wieder nach Berlin zumckgekehtt war. Seit dieser Zeit ist er dann nicht mehr im elterlichen Hause gewesen.?iach bern� befand hat der Körper mindestens zwei Tage im gelegen, so daß das Verbrechen am Mittwoch oder nerstag, den 25. resp. 26. Juli, verübt sein muß.% mühungen der Kriminalpolizei, über Leben und AufentW Regli seit dem 25. Juli etwas zu ermitteln, find bis 10 folglose gewesen, nichtsdestoweniger hat der erste Staals« beim Landgericht I., Herr Grosckuff, mittelst Verfügung. 3. August nochmals die Kriminalpolizei ersucht, über W und Weise, wie dem Regli die geschildetten Verlktzunae« gefügt, und über den Aufenthalt desselben vom 25. M irgend welche Anhaltepunfte zu ermitteln. Bei dem# mäßigen Leben, welches der Verstorbene geführt, ist anzum daß er in rauflustige Gesellschaft gerathen, oder selbst Streit provozttt, bei welchem ihm die Verletzungen w worden find. In diesem schwerverletzten Zustande W dann wahrscheinlich den Regli ins Waffer geworfen,»u Kopf Tod durch Ettrinken herbeigeführt worden ist. Eine �«strafe machung der königlichen Staatsanwaltschaft fordert rot diejenigen auf, welche Aufschluß über diese dunkle geben vermögen, dieses dirett der Staatsanwaltschast Akten I. 11'. de 655 de 1888 anzuzeigen. Der Selbstmord einer snnge« Kerlineri» Müggelsee wird aus Fttednchshagen berichtet: Als r gegen Abend infolge des orkanattigen Sturmes Berliner gezwungen waren, mit ihrem Boot am„Seeschlöfll Müggelsee anzulegen, bemerkten fie unweit des UfenJ menschlichen Körper, welchen die Wellen soeben an den gespült hatten. Die Leiche war die eines bildhübschen, gekleideten Mädchens, fie wurde nach dem Leichen! Friedrichshagen gebracht. Die bei derselben gefundenni schaften ließen unschwer erkennen, daß die Unglückliche � in den Wellen gesucht habe. Tie jugendliche Selbst»� ist die Tochter hiefiger hochachtbarer Eltern, welche• Dresdenerstraße wohnen. Aus einem Brief an die Elle? hervor, daß es Liebesaram gewesen, welcher die Aennste? Tod getrieben. Ein Verhältniß mit einem jungen% welches die Ihrigen nicht einwilligen wollten, veranl«� Unglückliche, am vorigen Mittwoch aus dem elterliche» entweichen und fich im Müggelsee zu ettränken. S Behörde wurde nach dem Auffinden der Leiche sofott an telegraphirt, welche gestern in Fnedttchsbagen eintrafen,» zu rekognosziren, das auf dem dortigen Kirchhofe beerdigt Ein unglückliches Liebcsverhältniß ist anscheinend auf anlassung dazu gewesen, daß ein zweites junges ui Mädchen den Versuch machte, ihr Leben durch ein ins Wasser gewaltsam zu enden. Die in der Gm wohnende unverehelichte Matte P. begab fich gest Dämmerungszeit nach der Sandkrugbrücke und sprai mittelbarer Nähe derselben in den Spandauer Schaffst Von einigen mit ihren Fahrzeugen in der Nähe Schiffern war die P., welche vorher am Kanal ansch erregt auf und ab lief und fich dadurch verdächtig m obachtet worden und so vermochtm dieselben denn mit mehreren Handkähnen zu der Stelle zu gelangen, a», die Lebensmüde in den Wellen versunken war. Beii» auftauchen wurde fie erfaßt, in einen Kahn gezogen« lebend ans Ufer geschafft. Ein Schutzmann veranlaßte b» führung der halb befinnungslosen P. in ein Krankenh' den verworrenen Reden der im Fieberdelirium Liegen� man, daß das Motiv der unseligen That in einem u»l Liebesvcrhältniß zu suchen sei. Aufgefundene Leiche»ine» Unbekannt�'', 12. Juli d. I. ist unweit der zu Ober-Schönweide Fölsterei Neu- Scheune eine unbekleidete männliche Land gespült worden, welche anscheinend schon mö im Waffer gelegen hatte. Ter Verstorbene war etwa alt, 1,65 Dieter groß, von schlanker Gestalt und W' '5,7, Pari- 'ftenen un «öföfl zlhe «« Melde KV'' , poli?« Msdien.r SZk welcher der dem D M am lin Wverfitäts! Sk ein" 2 llanal, charitee unbedeu .Iktere Mner Ve ,■•"«U%)( |P '�bester" 5 > Strui M beide Mren Heh » iwei Föi "8 zum find n oojbesti «Ä thür », e dng Sedrun den aub S blondes Knvfh�r und'battlofts"Ueficht7' Muchmaß!� U agen Leuten g'' der Spree ge Amtsvorstande zu Ober-Schönweid/°deponirten f«'01 -und d. Mren bo Mten K! l die Tt Nagte J nach nu drei P Verde fie c '>nann, i| BSJfcm »ÄÄ r» jrt&-A? und von denen vier plötzlieh davongelaufen stnd..� des Ertrunkenen bestehen in: Jacket, Weste und Bein! grauer Farbe, einem gelblichen Strohhut mit breit'" mit drei rothen Stteifen veftehenen Bande, Gummh deren Absätze mit Eisen beschlagen find. In den Ta! den gefunden: ein'Notizbuch mit schwarzem Papier! dessen einer Sttte stehen die Namen„A. Kirchberg Markt" geschrieben, sowie ein Plan von Berlin, ein ein Taschenkamm, eine Verkehrskarte vom Königreich eine Visttenkatte mit dem'Namen Emma Fiege-c. Mittheilungen über die Persönlichkeit des Verstorbene»� die hiefige Kriminalpolizei entgegen. a Kerliner Afqlverein für Gbdachlofe. Im»ct» Monat Juli er. nächtigten im Männerasyl 8993 L davon badeten 1456 Personen, im Frauenasyl 1523 davon badeten 103 Personen.» Kewegnug der KevSlkereng der Stadt der Woche vom 15. bis 21. Juli fanden- schließungen statt. Lebendgeboren wurden 940 Kinder, 113 außerehelich, todtgeboren waren 32 mit 8 auße Die Ledendgeborenen find 34,2, die TodtgeborencN Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen Lebendgeborenen 12, bei den Todtgeborenen 25 Zahl der gemeldeten Sterbefälle betrug 584, die Wochentage wie Jolgt vettheilen:_ Sonntag 76, U Mittwoch Donnefttag Dienstag 91, Sonnabend fem 5, Keuchhusten AUersschwäche 12, Gehirnschlag 13,___. Lungenschwindsucht 59, Diarrhöe 49, Brechdurchfall darmkatanh 15. Durch Vergiftung kam 1 Person 11 grün ■___________ D oll � y5 Betau zwar durch Alkoholvergiftung(Delirium tremenast$ Und n beg samen Todes starben 15 Personen, und zwar durch, oder Verbrühung 2, Ertrinken 1, Erhängen 3, Ue�, Sturz oder Schlag 2, Schußwunde 3. Hierunter fin» � fälle durch Selbstmord herbeigeführt. Dem Alter � die Gestorbenen: unter 1 Jahr alt 281(48,4 M- sammtsterblichkeit), 1—5 Jahre 62, 5—15 Jahre ly 20 Jahre 17, 20- 30 Jahre 24, 30- 40 Jahre 4 60 Jahre 64, 60-80 Jahre 69, über 80 Jahre 9 In hiefigen Krankenhäusern starben 130, einschließe® wättige, welche zur Behandlung hierher gebracht die Standesämter vettheilen sich die Todesfälle folge" Berlin-Köln- Dorotheenstadt(I) 20, Friedttchstadt Friedrich- und Schönederger Vorstadt( 11) 25, Tempelhofer Vorstadt(IV) 31, Louisenstadt ienr (Va) 30, Louisenstadt jenseits, östlich(Vb) 29, seits und Reu-Köln(VI) 36, Stralauer Viertel, rve!, 35, Stralauer Viertel, östlich(Vilb) 39, Köniasta�, Spandauer Viertel(IX) 31, Rosenthaler Vorsts MNMWW des Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 EinmÄ�M�'g-r;xe in Aachen 19,6, Altona 21,4, Barmen 14,6, K Leipzig 16,3, Magdeburg 25,5, München Stettin 23,1, Straßdurg i. E. 20,6, Stuttgart In anderen Großstädten Europas mit mehr Einwohnern betrug die Sterdlichkeitsziffer in" Budapest(Vorwoche) 31,5, Dublin 19,3, Liverpool , fe'vu'Ue irf) bemSg 5,7, Paris ig 8, Petersburg(Vorwölbe) 30,6, Warschau(Vor- 26,1, Wien> Vorwoche) 21,9 pro Mille.— Es mürben �ogene, 2102 Weggezogene gemeldet, so daß fich die - Tut?wo"etuns mit Einrcchnung der nachträglich gemeldeten Ge« Aufe»>� Irenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungs- d vis>!» witzig zugerechnet werden muß, um 991 vermehrt bat; die Ein» i beträgt sonach am Schlüsse der Berichtswoche tlan,'~ Äln der Woche vom 22. bis 28. Juli kamen gv. ��bung Jnfettions- Eekcankungsfälle an Typhus 31, stedn 5 161, Scharlach 45, Diphtheritis 53, Kindbett- jlolizeibericht. Am 6. ds. Ms. Vormittags wurde ein vausdiener in der Fabrik von Laue am Grünen Weg an einem «egal erhängt vorgefunden.— Abends entstand an der Louisen- «rucke eine Schlägerei zwischen mehreren Ardeitsburschen, bei »?et Arbeitsbursche Rüdemann durch zwei Messerstiche m> Kopf verletzt wurde.— Um dieselbe Zeit wurde in der �«straße ein 13 Jahre alter taubstummer Knabe durch eine »> m Droschkenkutscher Kroll geführte Droschke überfahren 'chast j, t itl;-0*!!..[in!cn Oberschenkel derartig verletz�, daß er nach der Berliner Ä an den übschen, Leich fundenc» ückliche> •SelbW Ä AenM ngen veri erlichea »->>> ort an afen, beerdigt >d aulh zcs w ch ein Garb gestl > sprai Sch-W Rähe ansch htig denn Sogar ZÜM Liegen»� rem uns kannte�, nwcivc nliche l-d >n mchn hmaßl� ir gel �wvcrfitätsllinik gebracht werden mußte. Ferner wurde um «ichlde Zeil auf der Kreuzung der Koppen» und Madarstraße Arbeiter durch einen von dem Kutscher tzensel geführten Melwagen überfahren.— Abends sprang an der Sandkrug- Me ein Mädchen in selbstmö.verischer Aoficht in den Schrff- vskanal, wurde aber alsbald wieder herausgezogen und nach uharilee gebracht.— An demselben Tage fand Admtralstr. 18 unbedeutendes Feuer statt. Gerichts-Zeitung. « I»teressantr Einblicke in das Leben und Treiben der � Verbrecherwelt gewährte eine umfangreiche Verband- .Ä. die gestern vor der zweiten Ferienstrafkammer des Land- NÄts 1 stattfand. Auf der Anklagebank befanden sich drei »..dre öffentliche Sicherheit höchst gefährliche Personen, der » rdeiier" Hermann Julius Radtke, der Schloffer August Her« J�n öttube und die Handelsfrau Ernestine Dörschlag. Den beiden Angeklagten wurde ein schwerer Diebstahl, der eMen Hehlerei zur Last gelegt. Außerdem sollte Radtke sich oJwei FäUen und die Dörschlag fich in einem Falle der Ver» 'ug zum Meineide schuldig gemacht haben. Alle drei Per- and mehrfach, Radtke und Strube wiederholt mit Zucht- dar bestraft. Am Abende des 4 September v. I. wurde Wohnung des Magistratssekretärs Neumann, Linienstr. 153, W verwegener Einbruch verübt. Die Diebe hatten die äußere s�fdorthür mittelst Nachschlüssel geöff iet, die Glasscheiben der »iwt' ebenfal s verschlossenen Thür mittelst eines P ch« W, eingedrückt und waren durch die Oeffnung in die Wohn« % ürbtungen. Hier halten fie ein Zylinderbureau erbrochen »ihi rr? dem untersten Fach eine eiserne Kassette, welche mittelst bov�Wuben an dem Fußboden befestigt war. losgelöst und viimn ,�9en. Die Kassette enthielt gegen 1800 M., die Neu» iOB«. i Verwalter mehrerer Häuser von den Miethern einge« cvJ-AMe. Der Einbruch, der nach allen Regeln der Kunst °y%t war, konnte nur gewerbsmäßigen Dieben zur Last .".Und der Kriminalbeamte Märker, welcher nach den Thätern �Uten hatte, nahm zunächst einen solchen, den vielfach vor- orten Klempner Wickmann aufs Korn. Dieser bestritt aller- - die Thäterschaft, er ließ aber Andeutungen fallen, daß die klagte Toi schlag um den Diebstahl wußte, den seiner An- nach nur Radtke und Strube ausgeführt haben konnten. drei Personen wurden verhaftet und es ergaben fich so Verdachtsmomente gegen dieselben, daß Anklage fie erHoden wrrden konnte. Radtke, ein ehemaliger t£imnn, ist eine imposante Persönlichkeit mit gutgepflegtem Kurzen Vollbart und goldener Brille, der das Auftreten Lv"S):mr' hat. Nachdem er im Mai v. I. aus dem Zucht- 's,,, entlassen wurde, fand er bei einer Frau Blumenthal '�ung als Kaistrer. Frau Blumenthal betreibt in der Prcnz- �"toße ein eigenartiges Geschäft, welches in Verbrecherkreisen vMimp" genannt wird. Sie verleiht kleinere Beträge an zu horrenden Zinsen— für drei Mark muß I eine Mark Zinsen gezahlt weiden— und zur Ein« _ r—--- v— n\ ».'"Hf N �iuf7jpnii"IVIltll UU9 Vtl»*•*»%« v»*» v»» Msev Sie gab dem Radtke freie Station und täglich 50 Pf, k«•Hut, oor t)em Diebstahle war Radtke aber entlassen worden, f Blumenthal ihn für unehrlich hielt. Radtke hatte 'y.bst einen„Lehnepump" gegründet und seiner früheren b« fwerr großen Theil ihrer Kundschaft genommen. Mötzlich hochelegant auf, trug Handschuhe und goldenen % ,d Beb t bieib Summb den Tal Papier lirchberg n' imgreilv rstordene» ll 1523 i» l Kinder, 8 außl edorciren enen n 25 m W» QWtnaP CrrT"�*** t nvww(«vmvi.wv.iv... Ptlaaen der � � uud eine gleiche Masse fand man in dem '& Ben" Zunächst wird ein Wachsabdruck von dem WWASZSSS« Und Öindenrtß in der Wachsschicht auf dem Schlüssel Berhannr, n'0 Feile angelegt werden müsse. den legten fich sämmiliche Angeklagte aufs eriok-i� Überführung war deshalb mit besonderen �zeun™ verknüpft, weil die früheren Hauptbe- der mebrerwähnte Wickmann und ein schen ehemalige �Schlächtermeister Schwarzer, en, s,°� Weit- gesucht haben. Wie die Beamten an« Na diese berden Zeugen, welche in der Vorunter- Weineint Nk �aben;.daß Radtke und Frau Dörschlag fie — e haben nerimipn rnnfl-n nnn h«n Anbänaern mit M lle folge"' richstad, Zeugen, welche » f.—...... aß Radtke und„—_,. i cu�e haben verleiten wollen, von den Anhängern Geldmitteln verseben worden, daß fie fich nach London fich"300 M. bei der Frau 5, 7i tnit cl"'"art haben, die er in seiner Pelzmütze längere : jenff�yS%n, herumgetragen. Dies seien auch die 300 M ge- , Louise"!' i Art, ak'" der Angeklagten Döi schlag zur Aufbewahrung ge- tel, �4 i�ihvGinonl a'chl geschenkt habe. Die letztere behauptete, daß lnigsta?,�'JK Dit 9?e aus Rache in die Angelegenheit hineingezogrn Vor>� Bewohnerinnen des Radtke und Strube ''S»-u�«lis�öanL",oem Hause vor der That gesehen haben. Der big ait hiest sämmiliche Angeklagten im vollen Umfange folg-aK,M?l 0eBfn„%öt!e.9' Strub«. 8 und MÄlKSa'«. 7 S-.iy"-1-— U.M ' m r— ?biaer L Dotfdb'� 1 Zlähr 3 Monate Zuchtbaus. Die Ver- .'»-m nlZT Wronker, Fuchs und Perl hielten die Mag""ch iy sw genügend überfuhrt und der Gerichtshof Wlw.elit der Angeklagten Strube und Frau Dör- Radtke lautete das wofür eine Zucht- Ehrverlust und Stellung a r'Kmm kuw. w in rw' LÄv'.ü.'"?.»eich»«-rich4».(Nachdruck per- bureaus.) Im„Frankfurter Generalanzeiger" war im Mai d. I. etwa folgende Notiz zu lesen:„Aus den Mysterien des Heirathsbureaus. Auf dem Amtsgerichte wurde heute das Buch einer Heirathsvermittleiin vorgelegt, um den Umfang ihres Ge- schäfts zu ermitteln. Zur allgemeinen Heiterkeit stellte um da- bei heraus, daß 17 Rechtsanwälte und Referendare, die noch unverheirathet find, fich an die Frau gewendet hatten, fich fich baldigst mit einer vermögenden Frau zu versehen." Diese Notiz ging dann auch in andere Blätter über. Es ist begreiflich, daß die darin erwähnten Justizpcrsonen nicht sehr erbaut von dieser Veröff.ntlichung waren, und so stellten denn einzelne Rechts- anwälte und für die Referendare der Präsident des Landgerichts Strafantrag wegen Beleidigung gegen diejenigen Frankfurter Journalisten, welche die Notiz verfaßt und verbreitet hatten. Die Strafkammer nahm die Beleidigung als erwiesen an und legte den Angeklagten eine Geldstrafe auf. In den Urtheils- gründen wurde ausgeführt: Es ist unrichtig, wenn die Ange- klagten behaupten, es sei nicht unehrenhaft, sich durch Vermittlung eine reiche Frau zu verschaffen. Daß die Gerichte die sog. „Schadchen" für berechtigt anerkennen, beweist nichts dagegen. Wenn ihre Unehrenhaftigkeit nicht anzunehmen ist, so muß man dies doch thun bei denjenigen, die fich an fie wenden.— Von den Angeklagten hatte nur einer Reoifion eingelegt und darin ausgeführt einmal, daß die Referendare keine Beamten seien, sodann daß der vom Präfidenten des Landgerichts gestellte Strafantrag nicht giltig sei, da die den Referendaren vorge- worfer.e Handlung nicht in Bezug auf dienstliche Verhältnisse vorgebracht sei.— Der Reichsanwalt erachtete den ersten Theil der Revision für unbegründet, den zweiten jedoch für zu- treffend. Er sagte in der Verhandlung vor dem 1. Strafsenat des Reichsgerichts folgendes: Die Referendare find eidlich in Pflicht genommen zu richterlichen und staatsanwaltlichen Funktionen und haben auch als Gerichtsschreiber zu wirken. Sie find also Beamte, und ver Strafantrag reicht insofern aus. Aber der zweite Grund wird durchschlagen, denn es ist nirgends festgestellt, daß die Beleidigung geschehen ist in Beziehung auf den Bemß was unbedingt nöthig gewesen wäre.— Das Reichsgericht hob dann auch das Uttheil auf, weil mit Unrecht ange- nommen sei, daß der Präfivent des Landgerichts befugt war, den Strafantrag zu stellen. Befugt wäre er nur gewesen, wenn die Beleidigung die dienstliche Stellung der Referendare zum Gegenstand gehabt hätte. Uereine und Versammlungen. Mit polizeilicher Auflösung endete eine sehr stark de- suchte Arbeiterversammlung, welche gestern Abend im Konzert« Haus Sanssouci abgehalten wurde. Die Versammlung war vom Tischler Halfter einberufen. Den Vorsitz führte Gelbgießer Gottfried Schulz. Einziger Gegenstand der Tagesordnung war die „Atters- und Jnvalidenversorgung der Arbeiter". Referent war Herr Liefländer. Die Invalidenrente werde, so bemerkt der Redner, nach dem Begriff der Erwerbsunfähigkeit, wie ihn der Entwurf annehme, nur Wenigen zu Theil werden, da schließlich auch der Invalide noch im Stande sei, 33 Pf. pro Tag zu verdienen. Nicht zu dilligen sei die Leistung von hder Rente in Naturalien. Für weibliche und mänliche Personen solle ein Unterschied in den Anträgen und der Rente gemacht werden, letztere für Ar- beiterinnen nur 1 3, also 22 Pf. täglich betragen. Wenn nach einer öOjährigen Beitragszeit das Maximum der Rente 250 M jährlich bettage, so springe doch in die Augen, daß die Rentensätze zu niedrig bemessen seien. Der Invalide, der mehr auf die Hilfe Anderer angewiesen sei, bedürfe ohne Zweifel einer höheren Rente, als derjenige, der gesund die Altersgrenze überschritten habe.(Sehr richtig!) Mit 33 Pf. pro Tag sei aber nirgendwo auszukommen. Nach der letzten Volkszählung seien unter 1000 Personen nur 3 über 70 Jahre alt gewesen, unter diesen 3 vielleicht nur 2 oder gar nur 1 Ar« heiter. Wolle man etwas erreichen, so müsse man vor allem die Allersgrente um 10—15 Jahre herabsetzen. An derOrgani- satwn tadelte Redner zunächst, daß bei der Bildung des Aus- schuffcs die Arbeiter zu wenig berücksichtigt würden, indem man bei den Wahlen die freien Hilfskassen ausschließe. Dagegen sollten die Jnnungskaffen(Aha!), Ortskrankenkaffen-c. die Mitglieder stellen. Dieser Punkt sei um so wichtiger, als der Ausschuß das Schiedsgericht zu wählen habe. Die Elemente des Ausschuffes sollten, das sei dem Anschein nach die Abficht des Ent rurfes, nicht oppositionell sein, und die gleichen Elemente sollten rm Ausschuß dominircn, dessen Vorfitzender zudem noch ein Beamter sein solle. Eine wichtige Rolle spiele nun noch das Quittungsbuch. Je Vi der Beträge zahle der Unternehmer, der Staat und der Arbeiter. Das Drittel des Unternehmers bezahle dieser aus dem Verdienste, den der Arbeiter durch seine Arbeit ihm verschaffe, es bezahle also im letzten Grunde der Arbeiter. Auch das Drittel des Staates bezahle zum größten Theil der Arbeiter, da dieser am meisten zu den indirekten Steuern beittage. Gegen die Art und Weise der Quitttrung, gegen die Quittungsbücher, sei entschieden Widerspruch zu er- beben. Schon gegen die Arbeitsbücher hätten die Arbeiter pro« testirt, so daß von ihrer Einführung Abstand genommen worden sei. Die Bewegung sei nicht etwa von radikalen, sozialdcmo- kratischen Arbeitern ausgegangen, sondern von sehr zahmen. Das Anbringen von Konirolzeichen aller Art in den Quittungsbüchern sei ja nun verboten. Ader wer könne denn eine Verletzung des Verbotes nachweisen? Und wenn er sie nachweise, was"seien die Folgen? Eine geringe Geldstrafe, die dem Unternehmer gar nicht wehe thue. Mindestens müsse Gefängnißstrafe angesetzt werden. (Sehr richtig! Bravo!) Durch die Markenbücher würden die Arbeiter zu Bürgern zweiter Klaffe degradirt. Das Quittungs- buch könne leicht ersetzt werden. Man solle doch Quittungslisten anlegen, dem Arbeiter die Marken aushändigen und fie selbst diejenigen eintragen lassen(Beifall). Daß im übrigen durch das Gesetz etwas geschaffen werde, lasse fich nicht verkennen. Es werde dem Arbeiter das Odium des Almosenempfangens ge« nommen, das nun einmal nach der landläufigen Anficht erniedrige, und das Wahlrecht erhalten. Wir wollen, schließt Redner, ein menschenwürdiges Dasein. Wir können uns nicht für 33 Pfennig degradiren lassen, sonst würden wir uns auf die Stufe der Arbeiter stellen, die in manchen Gegenden von Rußland, Italien oder Irland leben. Die Freiheit ver- kaufen wir nicht für 33 Pf.(Stürmischer Beifall.) Referent schlägt der Versammlung folgende Resolution vor:„Die heute, den 6. August, im Konzerthause Sanssouci tagende Versamm- lung erblickt in dem vorliegenden Gesetzentwurf, betreffend die Atters- und Jnvalidenversorgung der Arbeiter, insofern zwar einen Vorzug, als derselbe durch sein Dasein die Pflicht des Staates, für den allen und invaliden Arbeiter zu sorgen, aner- kennt und die Möglichkeit einer Verbesserung des Armenwesens enthält. Da aber diese minimalen Vortheile durch die geplante reattionäre Verwaltung, die winzige Rente und die Einführung der den Arbeitern verhaßten Quittungsbücher reichlich aufae- wogen werden, erklärt fich dieselbe gegen das ganze Gesetz und ersucht die Volksoerttetung, dasselbe in der ge- gedenen Form stritte abzulehnen." Eine zweite Reso« lution erklärte sich wegen der Quittungsbucher gegen das Gesetz. Eine dritte war fast glerchlautend mit der ersten, ging aber dann noch weiter und sprach von der Uirnrog- Keeaggsg zeigte fich alsbald im Saale sowohl wie draußen. In ern- »einen Gruppen kam es zu heftigen Szenen mit den Schutz« teilten, so daß mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden.. Allmälig zerstreuten fich die Massen. Große öffentliche Schuhmacherversammlnua. Freitag, den 10. August, Abends 8V Uhr, in Wulffs Salon, Gr. Front« furtersttaße 117. Tagesordnung: Die Alters- und Invaliden- verficherung der Ardeiter. Referent: Herr Max Schippel. Der Fachoerein der Former und verwandten Berufs- genossen hielt am 5. d. M. eine gutbesuchte Versammlung in Faustmann's Salon, Jnvalidenstr. 144, ab. Bei der Ersatzwahl des Vorstandes wurden gewählt: Herr F. Schäfer. Arkona- platz 5, als erster, Herr A. Körsten als zweiter Vorsttzender. Nach kurzer Debatte beschloß die Versammlung, demnächst eine Herrenpattie nach Rüdersdorf zu veranstalten. Sodann entspann fich eine lebhaste Debatte über gewerkschaftliche Angelegenheiten, in der besonders Herr Körsten den Werth der fachgewerblichen Organisation erörterte. Nachdem noch einige Fragen beantwortet waren, erfolgte der Schluß der Versammlung. Derdaud deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin- Nord und Umgegend. Versammlung heute, Mittwoch, Abends 8i Uhr, bei Zimmermann, Köslinerstr. 17. Tages-Ordnung: 1. Vorttag. 2. Unser Lohn in diesem Jahre. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Gäste stets willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Nrrdaud deutscher Mechaniker und verwandter Be- rufsgenoffen(Zahlstelle Berlin.) Außerordentliche Generalver- sammlung heute, Mittwoch, Abends 8* Uhr, bei Lammers, Kommandantenstraße 71—72. Tagesordnung: 1. Vorttag des Herrn Beschetznik. 2. Diskusfion. 3. Berathung der einge» gangenen Statuten der einzelnen Zahlstellen. 4. Verschiedenes. 5. Frazekasten.— Mitgliedsbuch legitimitt. Aufnahme neuer Mitglieder. JeutralKrauKeu- und Sterbekasse drr Tischler u. s. w.» östliche Verwaltungsstelle Berlin C. Mitgliederversammlung heute, Mittwoch, Abends 8& Uhr, im Salon „Königshof", Bülowstraße 37. Tages-Ordnung: Abrechnung vom 2. Quartal 1888 und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legi- timist. «esaug», Turn- und gesellige Dereiu» am Mittwoch. Männergesangverein„Jugendlust" Abends 8t Uhr im Restarant Passod, Gartcnftr. 162.— Männergesangvercin„Cacilia" Abends 9 Uhr im Restaurant, Köpnikerstraße 127».— Gesangverein „Männerchor Linde" Abends 8', Ubr im Restaurant Hallcc, Naunynsttaße 70.— Männergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Mufehold, Landsbergerstt. 31.— „Frcya", Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends 8t Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamburgerstraße 16.— huppest'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abds. 9 Uhr, im Restaurant Heise, Lichtenbergerstt. 21. —„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauerstt. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8j Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 16.— Männergesangvercin„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienstt. 190.— Gesangverein„?tord>Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's Bierhaus, Veteranenstt. 19.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenstraße 31—32.— Lübecksscher Turnverein(1. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstraße 9. Männer-Abtheilung von 31, bis lOt Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlings- Abtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst. Abends 8t Uhr im Restaurant Heid, Koppenstraße 75.— Schlefischer Verein„Holter" Abends 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmannsttaße 33.— Veranügungsverein„Fröb- lichfeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29. — Wissenschaftlicher Verein für Roller'fche Stenographie. Abends 8t Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauser- sttaße 42, Unterncht und Uebungsstunde.— Roller'fcher Stenographenverein„Süd- Berlin. Abends 8t Uhr int Restaurant Prinzenstraße 97 Sitzung und Uebungsstunde. — Arends'scher Stenographenverein„Amicitta" Abends 8t Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstraße 6.— Arends'scher Stenographenverein„Phllia" Abends 9 Uhr im Restaurant „Wilhelmsgasten", Kochsttaße 7.— Verein ehemaliger Schüler ver 22. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kustürstenfttaße 31.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpenickerstraße 191.— Rauch- klud„Havanna 80" Abends 3t Uhr im Restaurant Paetzolvt. Rcichendergerftraße 16.— Rauchklub„Gemüthlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpenickersttaße 161.— Rauch- Hub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer, Pnnzenstr. 96.— Rauchklub„Frisch gewaat" Abends 8t Uhr im Restaurant Tempel, Breslauerstt. 27.— Rauch klub„Kamerun Piepe V Abends 3t Uhr, Ostbahn 4 bei Trumpf. Kleine Mittheilmtgen. Oirschberg, 4. August.(Vom Hochwasser.) Noch ist das Elend nicht zu übersehen, welches das Hochwasser wieder über unser Thal gebracht hat. Doch das steht jetzt schon fest, durch dasselbe stnd Viele ruinirt und viele andere werden an den Folgen lange, sehr lange zu leiden haben. Ueberall hatte seit kurzer Zeit die Ernte begonnen, fie versprach in Knollen- wie in Halmfrüchten so gut zu werden, wie fie fest Jahren nicht war, da kam über Nacht das entsetzliche Unwetter und vernichtete alle schönen Hoffnungen. In den Niederungen steht das Wasser so hoch, daß selbst die höchsten Halme überfluthet find und auf den höher gelegenen Aeckern ist es auch fußhoch. Denn der schon durch die Regen- güsse der letzten Tage waffergeträntte Boden vermag nicht die unaufhörlich niedergehenden Wasserströme aufzunehmen. Nach übereinstimmenden Meldungen hat das Hochwasser das des Jahres 1883, wenn nicht uberttoffen, so doch mindestens er- reicht. Dabei ist es diesmal in so rapider Weise und so un» vermuthet gekommen, wie noch nie. Vorgestern Abend zeigte der Zacken noch einen ganz normalen Wasserstand und geflern früh ,6 Uhr war er ufervoll und bereits auch an einzelnen Stellen ausgetreten. Zwar fiel ein sehr starker Regen, doch mußte man die Ursache für das Anschwellen des Flusses wo anders suchen. Die Lösung kam bald durch mehrere Depeschm, die beim hicfigen Landrathsamte einttafen und in amtlicher Kürze nur das verhängnißoolle Wost„Hochwasser" meldeten, so aus Giersdorf, Agnetenvost und Schreiberhau. Aus Arnsdorf wurde de» peschirt, daß vieLomnitz in gefahrdrohender Weise steige und Warm- brunn telegraphiste, die Gefahr sei sehr groß. Letztere Nachricht wurde balv durch Leute, die von dost hierher kamen, und dann von solchen, die hinfahren wollten, aber nrcht mehr konnten, be- ftätigt. Um 10 Uhr früh wurde die Post in Warmbrunn nicht mehr über die Brücke gelassen, fie mußte über Stonsdorf fahren. In Henschdorf stand das Wasser so hoch, daß die Pferde nicht mehr hindurch konnten. Hier in Hirschberg hoffte man in An- bestacht des Umstandes, daß der Bober früh ganz niedrig stand, die Stadt und Umgegend werde von der Ueberschwcmmung ver- schont bleiben, doch bewies fich die Hoffnung gar bald trügensch. Schon um 10 Uhr Vormittags stand die Sandvorstadt und das sogenannte Krautland unter Waffer. Der Bober ist binnen kurzer Zeit mächtig angeschwollen; infolge dessen ist an der Mündung des Zackens eine Stauung eingetreten, und die Wassetmaffea ergoffen fich rapid über die bis dahin noch verschonttn Gefllve des Zackenthales.— Oberhalb von Warmbrunn sah es ebenfalls sehr schlimm aus. Sogar die ziemlich hoch gelegene Chaussee zwischen Hermsdost u. K. und Peterdost steht unter Wasser. Ueber die durch das Hochwasser in der Laufitz und den benachbarten schlefischen und böhmischen Ststchen verursachten Verwüstungen liegen äußerst schlimme Nachstchten vor. Leider haben zahlreiche Menschen in dem Wasser ihren Tod gstunden. So ertrank in LandgenölS dn Mitglied der ftei willigen Feuerwehr der Sattler- meister Pietsch, in Habendorf ein junger Mann, in Swarow, Plav und Tiefendach find gleichfalls mehrere Menschen verun- glückt, in Kuzdorf find drei Kinder und in Lauban ein junger Mühlcnhelfer ertrunken. In Lauban ist der Bahnhof über- schwemmt. Die Gleise find sämmtlich metertief unterwühlt, die Maschinen und eine Anzahl Waggons find umgestürzt. Tausende Zentner von Stemkohlen find weggespült. Eämmtliche Bahnhofsgebäude stehen unter Waffer. Der Schaden ist ungeheuer; man sagt, er beziffert fich auf Million n, da die ganze Gebirgsstrecke von der Ueber- schwemmung heimgesucht sein dürfte. Auf lange Zelt dürfte der Bichnkörper kaum befahrbar sein. Auch die unteren Stadt« theile find an vielen Stellm unter Wasser gesetzt. Der Queis hat die ganze Ostseite der Stadt und das anliegende Berthels» dorf überschwemmt, viele Menschen konnten nm mit Mühe ihr Leben retten. Keller und tiefer liegende Wohnungen stehen sämmtlich unter Waffer. Bei Zittau ist die zwischen dem Ansageposten und der Potttscher Straße gelegene masfive Zieihbrücke für jeden Verkehr gespertt. Die Neißeniederungen von Grottau und Harton aus, der Zittau vorbtt bis Hirschfelde und Tirchau bilden einen stundenlangen See. Die Grottauer Chaussee ist überflüthet, die Brücke am Poritscher Damm weggerissen. Aus Rieda wird gemeldet, daß daselbst das Hochwaffer den höchsten Wasserstand von 1863 noch um 25 Zentimeter überschritten hat. «tdittg, 5. August.(Ueberschwemmung.) Seit Wochen find wir hier an unaufhörlichen Regen gewöhnt, der gestttgc Tag und die darauffolgende Nacht setzten dem Ganzen aber die Krone auf. Von 3 Uhr Nachmittags hötte der Regen nicht mehr auf und der Wind setzte scharf aus Norden ein. Gegen 12 Uhr Nachts hatte hatte der Sturm fich zum Orkan verstärkt, der ungeheure Regenmassen gegen die Häuser warf, daß man glaubte, die Fenstettcheiben müßten zerspringen. Von 1—3 Uhr früh wüthete der Orkan in seiner größten Stärke. Schornsteine und Dachziegel praffetten auf oie Straßen herab, Bäume wurden entwurzell und es war ein Toben und Brausen in der Lust, als wollten die entfesselten Elemente uns den Unter- gang bereiten. Am Morgen bot fich ein sehr trauriges Bild dar. Selbst den Muthigsten beschlichen bange Ahnungen und Sorgen, wobl nur wenige haben diese Nacht schlafend verbracht. Die in der Nähe des Hommelflüßchens und seiner Nebenarme gelegenen Gärten und Höfe bildeten schmutzig gelbe Wallerflächen; in vielen Straßen fließt das Waffer in der vollen Straßenbreite mit einer Vehemenz, daß die errichteten Laufbrücken immer wieder fortgespült werden. Nachts find die Fluthen in viele Wohnungen eingedrungm, die Feuerwehr wurde alarmirt, um Hilfe zu leisten. Die Kirchhöfe haben sehr gelitten, stürzende Bäume und herabfallende Aeste haben Grabgitter und Denkmäler zerschmettert, der Johanniskirchhof steht theilweise unter Waffer. Und wie steht es in der Niederung aus? Die März- tage dieses Jahres scheinen wiedergekommen zu sttn. Die Flüsse Cldina, Fischau und Thiene find aus den Ufern getreten urd haben weite Strecken überschwemmt, das berttts trocken nrlegte Terrain ist durch den Regen und die ausgetretenen Flüsse wieder unter Wasser gesetzt. Das auf den Weiden befindliche Vieh wird in die Stadt geholt; man fürchtet, daß mar.ches Stück in der Dunkelhett und bei dem furchtbaren Sturm erttunken sein wird. Bestimmtes läßt fich hierüber bei dcr leicht degrttflichen Erregung, die allgemein herrscht, jedoch noch nicht sagen. Pos»«» 4. August.(Ueberfall durch einen Bären.) Ein Unglücksfall ereignete fich am Donnerstag Abend im hiefigen Zoologischen Garten. Inspektor Peschke, der sttt einem Jahre die Pflege der Thiere leitet, gab dem braunen Bären etwas irisches Gras, kam dabei zu sehr in die Nähe der gewaltigen Titzes dieses Thieres und wurde im Nu niedergerissen. Nach d.m Fall vettuchte der Bär Herrn Peschke in den Zwinger zu V den und verwundete dabei den rechten Oberarm und die Hand desselben erheblich. Mit ttnem Ruck hatte der Bär den Oberarm deratt zerfleischt, daß die Fetzen umherhingen. Darauf »og er die Hand hinein und biß einen Finger ab. Den auf die HUferufe herbttttlenden Gattendesuchern bot fich ein gräßlicher Anblick dar. Der blutüberströmte Mann konnte nur mit großer Mühe dem braunen Ungeheuer entttssen werden. M»ttKa«, 3. August.(Ein trauriger Vorfall.) Der Arderter Malo war mit seiner Familie von seinem Hauswitth, ttnem Stellen befitzcr, ausgesetzt worden. Fast vierzehn Tage lang I-igen die Habseligkeiten der armen Leute auf der Dottstraße. Eine andere Wohnung war nicht zu erlangen. Eine alte 'jährige Frau erbarmte fich der ausgesetzten Familie und gewahrte der Frau und den drtt Kindern Obdach und Nachtlager in ihrer Wohnung. Als sich nun der Mann auswätts auf Ar- b.it befand, wurden Mittwoch früh die alte Mutter, die junge Frau und deren drei Kinder todt im Zimmer aufgefunden. 3i an glaubte zuerst an Selbstvergiftung. Zur Feststellung des Tbatbestandcs und zur Untersuchung der Sache erschien sofort eine Gettcktskommisfion aus Canth, und die Sanitätsbeamtcn des Kreises inspizirten die Leichen. Während die junge Frau und ihre achtjährige Tochter wieder ins Leben zurückgerufen uurden, blieben die alte Mutter und die 13 und 4 Jahre alten Kmder todt. Nach dem Resultat der Untettuchungen ist anzunehmen, daß alle Pcttonen während der Nacht an Koblen- gas, welches dem fttsch gelehrten und nicht geschlossenen Ofen nusttöwt ist, erstickt find. Londo«, 4. August. Der amettkanische Lustschiffer Baldwin stieg gestern wiederum in Gegenwart einer ungehemen Zu- f-t-auermenge im Alexandrapalast empor. Der Ballon hatte eine Höbe von 1500—1700 Fuß errttcht, als Baldwin hinaussprang. Er spannte den Fallschirm erst auf, nachdem er mehrere hundett Barls»urückzelegt hatte, und langte völlig unversehtt unten an. ToS Aufsteigen dauerte 22 Sekunden, der Fall 1 Minute 38 Sekunden.— Eine Nachtpost wird in London zunächst für denjenigen Thttl des Publikums ttngettchtet, der auf den Empfang seiner Bttefschaften nickt bis zm fiebenten Morgen- stunde warten, sondern schon die Nacht zu brieflicher Thätigkttt verwenden will. Zu solchem Zweck hat ttn Eifriger dieser Art nar ttnen mit sttner Namensfignatur versehenen Briefkasten im Lokal des nächsten Postamts zu micthen, um zu jeder Nacht- stunde von einem dort zum Nachtdienst bestimmten Beamten mit allen auf ihn wartenden Britten und Packtten versehen zu werden. Dieser Nachtposldienst begann am 1. August. Bis jetzt find schon 2000 Piivatdriefkästen bestellt. Ein Blatt be- mertt dazu:„Hochnervöse ungeduldige Menschhttt unserer Tage. welche nicht mehr bis Sonnenaufgang mit ihren Sorgen warten will, und für welche der neue Tag schon sttne Unschuld vertiert, noch ehe er geboren!" Koudo«, 6. August. Der Uniondampfer„Roman" ist heute auf der Httmrttse in Southampton angekommen. New-Nork, 30. Juli.(Ein theurer Spaß.) In mehreren New- Korter Hotels liegen einige Aufweckprotokolle vor, in en tagsüber die Namen der Passagiere ttngettagen werden, die am nächsten Morgen früh aufzustehen wünschen und nicht sicher find, durch ttgene Willenskraft diesen Zweck zu errttchen. Nun machte fich vor ttnigen Tagen ttn junger Wiener, namens Bauer, dm Scherz, neben die Namen sämmtlicher Hotelgäste die Bemerkung hinzusetzen, daß dieselben um 3 Uhr geweckt zu werden wünschen. Der Mann, welcher dm Nachtdimst hatte, wunderte fich wohl über diesen Zufall, doch vermeinte er. die Gäste hätten einen gemttnsamen Ausflug geplant, und ließ er pünktlich um 3 Uhr in allm Stuben die Alarmglocke ertonm. Die Rttsenden vermttntm, es stt Fmer ausgedrochm, und rtürzten. in höchstem Grade erregt, auf die SKaße. Der Spaß« wacher, gegen den bei Entdeckung seines Stückchens einige 60 Klagen eingereicht wurden, ward nun zu einer Gcsammtstrafe von 6000 Dollars verurtheilt. r Aork, 3. August. Gestern sprang wiederum ttn junger Jttänder, Matthew Byrnes, von der Brooklyner Brücke in den Hudson. Wahrscheinlich handelte es fich um ttne Wette. Byrnes zog fich bei dem Sprunge schwere innere Verletzungen zu, welche wahrschttnlich seinen Tod zur Folge haben werden. — Der Dampfer„Alefia" von der Fabrelinie beförderte 300 beschwindelte italienische Arbeiter, welche in Amerika kttne Arbeit finden konntm, nach Italien zurück. In New-Norl ist die Et» bitterung gegen die italienischen Einwanderungsagenten groß. Mehrere der schlimmsten haben berttts die Stadt verlaffm. In Toronto, Canada, kommen Schaaken italienischer Arbeiter ohne ttnen Zehrpfennig an. Die italienische Hilfsgesellschaft thut so viel als möglich. Der italienische Konsul ist entschlossen, die Agenten, welche Italiener unter der Vorspiegelung stetiger Arbttt nach Toronto schicken, der verdienten Bestrafung zuzu- führen._ Telegraphische Depeschen. (Wolffls Telegraphm-Bureau.) Hirf�berg i. KchL, Dienstag, 7. August. Die Eisenbahn- Nrrjit-verg». Nnir.» sjicnuag,<. Augun. a;te rjiienoayn» direttion macht bekannt: Der Verkehr auf der Strecke Hirschberg- Laudan ist wiederhergestellt, auf der Strecke Greiffenberg-Friedc- berg dagegen noch für längere Zeit gesperrt. iN-rlitz, Dimstag, 7. August. Dgs kgl. Eisenbahnbetttebs- amt macht bekannt: Heute Mittag wird der Bahnhof Lauban für den Personenverkehr wieder eröffnet. Die Strecke Greiffen- berg-Löwcnberg ist von Greiffmdcrg bis Schmottsttfen für P» sonen und Güter wieder fahrbar. Aachen, Dienstag. 7. August. Die 1. englische Post ve» 6. August ist ausgeblieben. Grund: Schiff wegen ungünstig» Windes in Ostends den Anschluß verfehlt. � London, Dimstag, 7. August. Ter Castle-Dampfer„B* broke Castle" hat heute auf der Ausreise Lissabon pasfirt. Dj* Dampfer„Garth- Castle" ist heute auf der Ausrttse in Plyntoiw angekommen, und der Dampfer„Methvm Castle" ist gestern a« der Ausreise in Capetown ttngetroffen. Srieskasten der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. Alter Abonnent. Die mittlere Entfenrung der San* von der Erde beträgt 148 670 000 Kilometer. Der Mond» im Mittel 334 420 Kilometer und der Mars 225 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. A. M. Bergstraße. Btt der Reickstagswahl find Sie wahlberechtigt, auch wenn Sie keine direkten Steuern zäh»!' überzeugen Sie fich jedoch, ob Ihr Name in die Wäl ttngettagen ist. 13. Ziehung der 4. Klasse 178. König!. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 7. August l@8@, Vormittag». Nur die Gewinne über 210 Mark sind den betreffenden Nummern in Parenthese beigefiigt. ODHne Gewähr.) 65 121 82 242 403 15 41 70 611 711 94 1 083[3000) 133 255 70 364 98 443 80 610 89 904«173[500] 94 242 322 60 404 9 636 725 48 898 924 8187 95 242 832 fl500] 406 45 50 715 804 82 943 80 4002 81 130 89[16001 249 97 348 566 63 64 669 848 6058 142 224 355 71 650 714 860 8053 66 130001 76 127 73 270 78 358 643 64 862 928 89 7041 854 928 31«090 186 381 649 63 765 877 927 73»108 29 85 341 486 706 26 49 67 79 994 1 0466 626 677 80 91 98(300) 748 62 837 95 1 1122 92 213 56 366 446 518 64 679 747 818 96 912 18178 200(30001 408 16 30 73 669 780 [3001 88 913 96 18036 108 19 243 468 80 521 23 94 616 748 97 843 56 70 929 1 4012 66 76(300) 162 84 95 258 97 339 64 74 505 11 43 72[300) 626 37 812 29 96 97 913 41 15001 95 1 5107 68 242 98 457 66 535 699 770 875 79 927 32 16352 442 569 74(15001 81 90 637(15001 93 781 812 (3000) 35 58 73 988 I 7060 63 124 61 97 216 449 82 519 741 56 893 923 1H022 189 237 492 646 51 728 848[1500] 90 1 9052 178(15001 98 291 832 53 687 742 800 ««035 182 91 228 41 305 626 96 769 892 98 923 46 65 86 21165 67 «40 50 76 302 13001 419 33 71 599 683 720 51 909 24 57 58 68««102 240 365 678 691 97 807 54 922 33«3054 291 366 97 647 822 38 64 93 956(15001«4036 239 322 43 450 625 695 786 851 967«51:14 299 353 459[3001 68 562 911[5001 17 25 92««026 178 232 388(3001 528 758 «7191 238 44 66 71 304 415 25 630 36 604(500) 63 730 81 805 911 69 »«438 613 717 36 859 82 958«»148 60 76 94 354 413 35 78 620 42 43 91 794 852 30169 304 454 555 76 634 16001 758 872 81026 103 24 60 235 87 319 493 512(3000) 708 16 26(3001 83 883 901»«0l5 42 13000) 145 250 90 333 86 1500) 612 88 93 614 701 88068 167 249 403(3000) 45 92 (3001 654 79 686 942 84008 187 237 45 46 62 75 458 668 13001 72 715 130001 859 994 8 5176 206 77 94 691 806 17 52 942 75»«009 36 88 119 44 254 67 327(5001 96 98 423 707(300) 827 48 952 99 87153 95 404 44 610 724 890 8 8586 115001 607 43- 783 94(6001 815[15001 29 [6001 902(6001 80173 349 404 627 63 935 4«022 29 100 354 421 67 530 651 825 63 78 910 68 4 1 040 180 272 86 332 493 586 943 4*081 181 87 95 205 437 856 934(15001 48976 112 401 66 115«X» 679 778[3001 858 934(3001 91 44065 187 292 351 608 22 666 822(500) 80 4 5026 86 172 259 395 410 551 81 609 720 32 68 820 49 40142 70 314 79[3001 448 682 83 770 90 864 936 4 7024 309 670 652 61 91 757 895 4«165 65 91 305 17 463(500] 608 49 877 937 57 4 0016 30[3000) 273 378 115001 582 626 708 900 3 14 19 47 6«092[3001 179 342 675 77 669 5 1 090 119 214 15 54 344 46t 625 74 844 944 5«039 321 26 43 401 28 41 90 692[100001 605 808 93 987 53184 264 406 32 616 711 812 909 20 90 5 4229 894 437 575 606 723 27 89(3001 877 55116 260 116000) 61[5001 427 38 613 20 27 51 99 603 [15001 13 76 795 887 56025 76 257 395 413 651 717 11500) 79 927 57018 62 75 239 844 82 5H065 306 412 38 91 629 89 640 986 5»051 267|600| 338 470 75 576 659 ««066 259 87 415 55 637 90 765«1042 177 306 460 694 819 954 ««124 97 277(15001 91 444 847«8023 323 47 60 62 63 581 681 721 804 34 13001 976«4109 13001 221 306 14 59 467 502 36 88 781 90 868 76 6 5058 79 131 274 333 85 636 13000] 720 836 68 80 84««065 92 166(16001 81 93 234 80 86 1300] 341 599 613 62 775 845 93 906 31 86 «7005 103 6 46 217 607 72 735 45001««002 190 340 447 513 91 683 729 815 97«»133 234 341 59 489 628 610 45 63 77 842 61[3000] 95 967 7 0045 118 22 300 493 556 72 783 858 96 7 1 015 44 365[15001 403 38 681 86 686 706 27 820 29 7«067 96 265(5001 369 435 529 638 720 22 31 7 8011 18 22[5001 52 147 299 314 61 602 21 41 65 689 94 741 830 47 79 923 79 74118[5001 350 428 33 503 62 722 66 73 800 42 949 70 95 7 5031 114 25 64 67 335 609 21 64 98 621 772 887 7«008 136 44 225 416 509 655 672 783 974 7 7 200 46 445 13001 89 635 46 604 757 7«007 275 373 791 838(500) 57 997 7»011 16 159 311 424 30 50 79 93 15000) 519 725 29 30 43 63 85 901 ««049 61 101 283 363 65 71 404 17[6001 899 967 87«1012 124 237 44 382 416 59 688 911««120 369 72 431 35(30001 581 647 62 724 886 «8045 49 160 67 243 81 326 419 595 654 99 761 65 925«4104 31 279 308 573 87 762 71 130001 840 922 73 130001 74«5019 66 105 15 317 26 401 540 74 750«1:132 328 551 603 71 917 62«1020 43 216 29 424 649 607 25 94 703 19 37 46 989««027 11500] 47 80 125 284 477 81 99 537 87 630 66 116001 833 40 43«»145 339 532 »0365 82 617 74 650 745 899» 1 219 53 343 63 70 627 707 43 1 »«037 301 8 39 683 601 771 819 58 964»8094 129 50 63 67 379.: 94 663 97 728 45 72(30001 891»4172 322 468 74 574 78 720«,. 846 924 65«5088 265 536 11500) 90 699 724 804 923 40 91 98"M? 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Ziehung der 4. Klasse 178. Köuigl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 7. Angust 1888, Nachmittag». Nur die Gewinne über«I« Wark sind den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. 034 82 307 20 444 766 823 39 991 1 7219 45 11500] 67 94 606 67 910 I«001 84 122 314 35 481 626 782 St* 643 903 9 4476 551 68 689>837»5274 89 347(3001 48 81 489 608#* 1% 21 59 745(5001 55 58 62 965»«057 III 329 65 717(500) 19 Mit Iii' H 828 986»7118 63 233 362 68 81 578 630 866 95(30001 938 55 U-,.f-IhfU. 1:15 61 90 238 42 461 649 906»»086 253 390 433 13000] 616 829>% 931 73.„al I«»103 45 452[30 000! 539 59 79 607 796 923 27 41 1 0 1 Ol«''. j 169 269 328 50 417 937 1««135 296 455 16001 72 96 608 31 67»V 712 906 39 I«3074 114 54 234 46 61 448 73 557 689 710 42 53 959 1«4 114 55 94 233 395 450 768 92 830 1 05324 413 524[iA« (3000) 703 837 1««049 118 28 439 604 681 821 37 1 07198 28-, 22 773 859 69 939 I OS 166 68 217 439 572 604 52[300; 751 83' 1«9070 124 36 371 432 35 77 519 11600) 659 779 903(15001 67 11«019[15001 151 52 254 361 412 15 27 99 661 814 943 1 11%) 62 281 305 419 62 533 655 57 62 82 908 11*403 559 98 639 817 3'* 70 II 3010 246 68 301 2 118 24 613(6001 848 91 930 39 ll tloj fm 233 370 440 54 87 562 631 52 733 845 77(30001 86[5001 It-ÄM 130001 73 92 305 487 632 65(300) 747(3001 89 843 929(15001»'M 125 271 9,3 305 19 45 97 451 559 83 663 72 81 709 11 13001 81- t 117063 115 270 72 8.3 355 411[30001 608 620 81 704 42 837 77 JL# 22.35 39 61 144(30001 66 304 408 590 623 811 72 935 61(o"", „-,i-3 101*'1 2.9035 190 92 303[15001 45 98 403 78505 6 51 87 616 25 779(3000, 92(6001 823 27 62 910 86*4053 81 162 226 7 3 466 76 538 46 6(1 783 47 82 816 39 982*5006 361 1300) 576 80 801 29 68(3001____________.... 711 978*005.8 381 655 704 12 903 28* 7206 317 II 4.37 48 501 52 79 605 78 96 728 92 (loüUl 61 03,>16 978 80*«014 69 81 780 886*»224 49(500) 57 58------ 631 44 619 92 835 911 61 80025 40 119 82 25.3[5001 369 76 410 565 73 87 647 63 708 82 828 (500) 8 1 219 550 636 42 819 967 8*006 221 324 82 631 83 95 622 73 I t»009 151 82 228 372[15001 5.31(1500] 634 820 814 481 607 727>16 SS&&&««r ii». 2"«. ä K äs? 52 87 183 323 28 53 429 49(3000�662 80 743 74* ISl'.V-Jll 57 iV«/ isl 1*0978 149 299 300 21 473 607 62 901 I*I04T 261 78 319 A 4 745 60 89 925 58(15001 80 1**291 320 600 1 713 72 932 1*1«!,; 312 411 48 545 717 27 1*1104 50 224 82 84[3000. 319 90 96 j 4 79 605 78 96 728 92 1*5124 479 535 80 700 45 87 849 76 1*'%> 749 813 67 70 903 1*7036 96 100 94 320[3001 407 48 81 624»All I*«121 486 514 48 732 40 44 50 76[5001 1*11179 308 23 46[-*1 82 584 688 749 74 89 892 932 49 87 89- 1301:9 79 296 305[15001 45 444 1300) 78 79 94 503 26 665 89 131075 314 426 511 91 659 99 740 837 47 13*041 65 13001' 453 67 707 34 49 73 836 1500 939 1:1«195 219 67 769 74 834 l? 1:14262 333 78 160 96 540 98 748 919 82 I 35078 279 447 r 31 47(30001 964 85 1 3 3025 154 284 410 32 569 608 26 824 59, 153 281 96 477 5001 601 85 98 1 3S092[5001 106 263 67 371 4�., 67 573 619 35 734 90 873 89 965 1«»090 207 390 443 517 20 � 772 866 923 i 1 40099 335 413 26 653 705 21 952 76 1 4 1 082 13000] 129% 391 519 1500] 23 66 98 769 1 4*183 74 257 495 586 744 66 ,7. 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