fürP» Söst«» MW» '£% llgnwi stem x Sonw Ronb iß Nillion« ßnd G- iÄ s a 4 16&m äM Nr. 185 Donnerltag. den 9. Angnst 1888. 5. Jahrg. SclliierVMW Srgii» für die Interessen der Arbeiter. JusertionSgebühr _ w_____ Ki_____ rtr nr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Übereinkunft. Inserate werden bis 4 U' m der Expedition. Berlin SW.t Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Erhöhung des Preises, angenommen. Nachmittag» ureaux, ohne Redaktion: Kenthstraße S.— Grpedition: Zimmerstraße 44. 728]£i II M Wahler des || sechsten Kerttner Reichstags- Wahlkreises. «och heute liegen die Wählerlisten aus, heute ist ,J�e Termin, an welchem man fich überzeugen kann, ob m � 30. August von seinem wichtigsten Staatsdürgerrcchte »>ch machen darf. Listen liege« heute«och aus von Uor- �Ss S Uhr bis Nachmittags 3 Uhr i-r?#}, i!: H./'" Wahlbureau des Magistrats, Königftr. 7, �''chts 3 Treppen und gleichzeitig in der der 67. Gemeindeschule, Ackerstratze 88 A. JÜtut daher Niemand die kleine Mühe, fich zuverlässig zu ob er wirklich m die Wählerlisten eingetragen ist. �M�kine Nachlässigkeit kann er leicht seines helligsten Rechtes # �blrechtes— verlustig gehen. *)e �kr diesmaligen Wahl kommt es darauf an, er Arbeiter auf seinem Platze ist! 572 76920%' ob äiäf' i U 7bn%i ' i 216 359' Zehn Jahre konservativer Politik. „Mter diesem Titel hat der Führer der konservativen * Landrath Herr v. Rauchhaupt, seiner Nven Fleißzettel ausgestellt, in dem all' die Thaten »iCW sind, auf welche die Partei der Agrarier und "(cht ijttch der Ansicht ihres Führers stolz zu fein ein .""�«baret Weise hat nun Herr v. Rauchhaupt ver- VÄ' r'n den„Erfolgen", welche die konservative Partei Arbeit" hat sichern helfen, den Haupterfolg, 4 j>ji Sozialistengesetz, aufzuführen, das doch eigent- V L Arbeit und gewissermaßen der Grundstein war, bie weiteren Erfolge der konservativen Aera auf- > �>n> A Orden. Sollte etwa Herr v. Rauchhaupt auch zu gf MÄ K gehören, welche zu der Einsicht gelangt VJ m %(Dell v®4 Sozialistengesetz eine sehr zweischneidige Waffe "'«( Un7e die Eigenschaft hat, nach und nach seinen Urhebern - �genehmer und gefährlicher zu werden, als wie legen welche es ursprünglich gerichtet war und ��VrchtetHerrv.Rauchhaupt.daßdie sozialdemokratische m m W' U'K 95 651 [56 � Jeuilleton. I""»«««Un.]_ Ihre Tochter. 'Oal-Roman nach dem Französischen von K. D e t r i n g. bin ich Ihnen nicht mehr böse," rief sie lustig. J% nett, als daß ich Ihnen noch etwas nachtragen �enn Sie wüßten, wie ftoh ich bin, einen jungen Mann zu sehen, nachdem ich täglich zwei lang mit einer alten Bildsäule ein T6t-ATet fich zu mir," einer �ar starr vor Staunen. Er glaubte jetzt, eS 7>rrfi:imgen zu thun zu haben, zumal als er sie i jj- � Sopha werfen und dort eine sehr ungezwungene .»nehmen sah. tÄFnj Ml »nb al« oa WO 751 401. 2 91 8: ich Wir j.!-•"« zu|ugen. Fertigen Sie die Person rasch _....... war.®'st- lieber Freund! Lasten Sie sie doch nicht un- ,;7-s'M �.50. Sie wisten ja, wir wollen zusammen diniren, "" Wit-»�le Zhnen mit, daß ich nur von hier fortgehe, no ki-.Da»?' spazieren zu fahren." 89 97 �tbuik'st benn doch zu stark!" rief Andreas, dem jetzt msos lU h5b riß. �Zch gestattete Ihnen, hier einzutreten, - 3#%%%%&'Ä S T"bZ% i � e tf MMDM«- 19 82X 800 t» T«« T- ouiren mich nicht yeroevrvc�» i«. «ome bei sich! Nun und? das Sie re taugt listengesetzes nicht daran zu erinnern, daß zu den„2Zer- diensten" der konservativen Partei auch der Erlaß und die mehrmalige Verlängerung dieses Gesetzes gehört? Doch dies nur nebenbei. Worüber wir uns eigentlich aussprechen wollen, das ist die Behauptung deS Herrn von Rauchhaupt, daß die konservative Partei unter ihren Er- folgen auch die Einführung einer gemäßigten Schutzzoll- politik und des„Schutzes der nationalen Arbeit" aufzuweisen habe und daß sie nicht„daS Ihre suche, sondern lediglich ihre Pflicht erfülle." Daß die Schutzzollpolitik mit Hilfe der Konservativen durchgesetzt wurde, ist richtig, daß aber dabei die Herren Junker und Agrarier nicht das eigene Jntereste, der Eigennutz geleitet habe, das zu behaupten, dazu gehört die ganze Unverfrorenheit eines echten und rechten preußischen' Junkers. Gerade die Rücksicht auf„das Ihre", d. h. auf die Ver- mehrung und Erhöhung ihre» Einkommens, hat die Herren von der konservativen Partei, die ja in ihren tonangebenden Ele- menten fast ausschließlich nur aus Grundbesitzern besteht, be- stimmt, in der zollpolitischen Frage eine Schwenkung zu machen, wie sie so plötzlich und so vollständig noch von keiner anderen Partei jemals gemacht wurde, selbst die nationalliberalen Kautschukmänner nicht ausgenommen Angesichts der Weißbrennerei, die Herr von Rauch Haupt versucht, ist eS wirklich nothwendig, daran zu er- innern, wie die Dinge denn vor 10 Jahren in Wirklichkeit gestanden haben und welche„selbstlosen" Gründe eS ge- wesen sind, die jeden Freund und Genosten deS Herrn von Rauchhaupt über Nacht aus einem freihändlerischen SauluS zu einem schutzzöllnerischen Paulus umwandelten. Die seit dem Jahre 1873 andauernde Krise hatte unsere industrielle Bourgeoisie zur Verzweiflung gebracht. Sie ver- langte stürmisch Schutz gegen die ausländische Konkurrenz, diese aber konnte nur gewährt werden, wenn die aus dem Großgrundbesitz rekrutirende konservative Partei sich ebenfalls für fchutzzöllnerifche Maßnahmen aussprach. Bis dahin aber waren es gerade die preußischen Großgrundbesitzer gewesen, welche als die festesten Stützen der Freihandelspartei aalten. Noch im Jahre 1877, also genau ein Jahr vor Beginn der konservativen zehnjährigen Aera, die Herr von Rauch- Haupt feiert, als durch die Regierung eine Vorlage ein- gebracht wurde, wonach auf Eisenwaaren eine Ausgleichs- abgäbe von 75 Pf. pro Zentner erhoben werden sollte, kämpften die Vertreter des Großgrundbesitzes noch Schulter an Schulter mit den Freihändlern Bamberger, Richter und Braun. Es war der Abgeordnete von Wedell- Malchow, jetzt einer der Hauptführcr der Schutzzollpartei, welcher damals das Wort für den fteihändlerifchen Groß- grundbesitz führte. Herr von Wedell polemifirte besonders gegen den Ab- geordneten Löwe-Calbe, der als Vertreter für Bochum seine auch nicht mehr, wie ich, sie steckt ja in Ihrem Schlaf- zimmer." Bei diesen Worten gerieth Andreas außer sich. „Erbärmliche Kreatur!" schrie er und ergriff die Hände der Dirne, um sie emporzureißen. „WaS! Sie wollen gewaltthätig werden?" rief sie. „Das können Sie sich ersparen, geehrter Herr. Ich gehe schon so! Glauben Sie nur ja nicht, daß ich hierher ge- kommen wäre, wenn ich gewußt hätte, daß Sie sich wie ein Flegel zu mir benehmen würden." „Hinaus!" „Ich gehe schon, süßer Andreas, und nie siehst Du mich wieder! Von Euch bretagnischen Baronen will ich nichts mehr wissen. Erst laden sie eine Dame ein und dann setzen sie sie ohne Umstände vor die Thür, weil ihre Maitresse da ist. Zeigen Sie mir Ihre doch, damit ich sehe, ob sie hübscher ist als ich!" Das liebenswürdige Dämchen, das also sprach, stand noch immer da. Andrea« stürzte sich auf sie zu, um ihr den Mund zu schließen und sie hinauszustoßen. Aber bevor er noch Hand an sie legen konnte, schlug Therese die Portiere zurück, hinter der sie gestanden, und trat in« Zimmer. Sie war todtenbleich, und ihr entstelltes Gestcht sagte deutlich genug, was sie gelitten, als sie dieses Gespräch mit angehört, eihun�!" stammelte Andreas in seiner Bestürzung. „Ich verzeihe Ihnen," erwiderte sie eisig.„Lasten Sie mich vorbei. Ich will hier keine Minute länger bleiben.", Eine stumme Szene spielte ab Fassungslos, außer sich bat Andreas m,t Blick und Ge- berde, Therese aber ging entschlosten mit gesenkten Augen weiter, und die Dirne, die bei ihrer Erscheinung verstummt war, suchte nach einer höhnischen Bemerkung und fand In diesem Augenblick wurde die Thür geöffnet und drei AuSrufe der Ueberraschung ertönten zu gleicher Zeit. Häutung vom Freihändler zum Schutzzöllner bereits voll- zogen hatte und dafür zum Danke in den AufsichtSrath der Berliner Diskontobank gewählt worden war. Herr Löwe hatte ein erschütterndes Bild von dem Elend entworfen, da» unter den Arbeitern der rheinisch- westfälischen Eisen- industrie infolge der damals schon Jahre lang andauernde« Krise herrschte. Höhnisch erwiderte darauf der Junker von Wedell: „Zur Zeit, wo die Industrie blühend war, hat sie die Arbeiter auS dem nördlichen und östlichen Theil Deutsch- landS herangezogen und nun. da die Industrie stockt, sollen wir, die Steuerzahler, die Eisenkonsumenten, für die jetzige Roth aufkommen, nachdem mit Hilfe dieser Ar« bester eine Zeit lang große Summen von der Eisenindustrie verdient worden sind. Meine Herren, das scheint mir doch unmöglich zu verlangen." Die Phrase vom„Schutz der nationalen Arbeit" war damals schon erfunden, Löwe batte sie in seiner Rede auch gebraucht. Wedell antwortete oarauf: „Daneben wird vom Schutz der nationalen Arbeit ge« sprachen. Aber gerade den in der Eisenindustrie liegenden Theil der nationalen Arbeit allein zu schützen, liegt kein Grund vor, wenn eS auf Kosten der übngen Gewerbe ge- schehen soll. Die Idee deS Schutzes der nationalen Arbeit führt zu einem Schutzzollsystem, wie eS kaum komplizirter gedacht werden kann." Herr von Wedell erklärte den Eisenzoll als die irrationell st e von allen indirekten Steuern und rechnete aus, daß bei einem Zoll von 75 Pf. pro Zentner und bei einem Eisenkonsum von 100 Pfd. pro Kopf der Eisenzoll einer Besteuerung von 30 Millionen gleich käme.„Wir streiten uns beim Budget wegen weniger tausend Mark herum und hier wollen wir eine Steuer von 30 Millionen Mark dem Lande auferlegen! Dazu kann ich meine Stimme nicht aeben." Man sieht, der Satz, daß das Ausland den Zoll zahle, war damals auch bei den Konservativen noch nicht kurS- fähig. An die Möglichkeit, Getrcidezölle einführen zu können, dachte damals eben auch der„verrücktere Agrarier" noch nicht, und deshalb stimmten Herr von Wedell und seine konservativen Freunde noch stramm sreihändlerisch auS„Ueberzeugung und im Interesse des deutschen Steuer- zahlerS." Wie man damals über Zölle auf landwirthschaftliche Produkte selbst in den Reihen der Agrarier dachte, daS zeigt uns die nachfolgende Aeußerung deS Herrn von Wedell in derselben Sitzung: „Ferner ist uns vorgeworfen, daß auch die Landwirth« schaft noch Schutzzoll genießt. DaS ist richtig— und auch nicht. ES existiren allerdings Zölle auf landwirthschaft« liche Produlte, das sind Hopfen, Butter, Käse und Schweine. Diese Zölle sind aber reine Finanzzölle und ich er- ES war Guntram von Arbois. Er erschien, wie im antiken Trauerspiel Jupiter zur Lösung des KnotenS er« scheint. Er war ebenso überrascht wie die Akteure diese» modernen DramaS und blieb auf der Schwelle stehen. Therese eilte auf ihn zu und ihr erstes Wort war: „Führen Sie mich fort." Andreas und da» Dämchen wollten sprechen, aber der Major hatte mst einem Blick die Situation überschaut. „Kommen Sie," sprach er zu Therese und gab den andern ein Zeichen zu schweigen. Sie nahm seinen Arm, und sie gingen hinaus, ohne daß der Baron ihnen zu folgen wagte. Seine Aufregung fesselte ihn an seinen Platz. „DaS ist ja eine nette Geschichte!" rief da« Geschöpf, daS an allem Schuld war.„Kommt Ihr Freund, der Herr von Arbois, eigens hierher, um die Kleine fortzuführen!.. Das fehlt geraoe noch!... Ich konnte schon vorher au» alledem nicht sehr klug werden, aber jetzt noch viel weniger. Es thut mir nur leid, daß ich den Major habe fortgehen lassen, ohne ihn vorher zu ftagen, weshalb er sich denn eigentlich den Spaß gemacht und mich hierher geschickt hat... Den« zum Narren hat er mich gehalten, das ist ja klar!" „WaS! Sie wagen noch zu behaupten, Sie feien in seinem Austrage gekommen!" schrie Andrea» und sein Zorn brach los. „Natürlich wage ich daS, und wenn Sie ein wenig nachdenken wollten, so würden Sie selber daran glauben. Woher weiß ich denn Ihre Adresse? Woher weiß ich denn überhaupt, daß es einen Baron von Elven giebt? Meinen Sie denn, ich wäre Ihnen hier ins HauS gefallen, um hier auf Ihre Freundin zu stoßen, wenn mir der Major nicht versichert hätte, Sie erwarteten mich?" Der Baron merkte, daß hier ein Geheimniß dahinter stecken müsse und er mäßigte sich. „Wer sind Sie?" fragte er barsch. kläre Zhnen— ich glaube die deutschen Landwirthe hinter mir zu haben—, daß wir bereit sind, diese Zölle jeden Augenblick aufzugebe n." So dachten damals die konservativen Junker und Grundbesitzer. Um die Opposition des konservativen Grundbesitzes, der „Eisenkonsumenten" zu brechen und dadurch die Möglichkeit zu schaffen, der industriellen Bourgeoisie zu Willen zu sein, und gleichzeitig die indirekten Steuern reichlicher fließen zu machen, mußte ein Ausgleich gefunden werden, und die Basis dieses Ausgleichs wurde die Gewährung von Zöllen auf landwirthschaftliche Produkte. Kornzoll gegen Eisenzoll, Viehzölle gegen Gantzölle, das war der Inhalt des Kartells, welches zwischen den Schlot- und Landjunkern vor nunmehr 10 Jahren geschloffen wurde und dasMr diese Herren auf Kosten der Konsumenten so reichliche Früchte getragen hat. Wenn nun, wie Herr v. Rauchhaupt behauptet, die kon- scrvative Partei sich nur von ihrer Pflicht leiten läßt, wann haben die Herren dieser Partei denn dann ihre Pflicht gethan: als sie 1877 im„Interesse der Steuerzahler" gegen die Eisenzölle stimmten oder als sie 1879 für die Eisenzölle mitsammt den Korn- und Viehzöllen stimmten? War eS vielleicht nur das Pflichtgefühl der Herren konservativen Agrarier, daS unS schließlich einen Kornzoll von 5 Mark auf den Doppelzentner Getreide brachte, und hat die Sorge um das„Ähre" wirklich gar nichts dabei zu thun gehabt, als die konservativen Großgrundbesitzer wie ein Mann für diesen Zollsatz eintraten? Der Zoll auf das amerikanische Schmalz und der Wunsch nach einer zarten Lilafärbung der Proletarier- butter sind wohl auch nur Ausflüsse konservativen Pflicht- gefühls? Vielleicht könnte uns die„Kreuzzeitung", die ja den Sprung vom starren Freihandel zum Prohibitiv-System in so eleganter Weise mitmachte, auf unsere Fragen AuS- kunft geben!—_ Gngmak-KonesponäenM Zürich, 6. August. Daß bei der Herrschast des privat- kapitalistischen Produttionssyttews die politische Form des Staates ohne wesentlichen Einfluß auf die Gestaltung der wirthschastlichcn und sozialen Verhältnisse ist, darüber find fich olle klaren Sozialpolitiker einig. Wären sie es aber theoretisch nicht, so würde sie die Praxis über ihren Jrrthum belehren, denn die Arbeiter in der Schweiz, in Frankreich, in den Ver. Staaten, sie werden in derselben Weise exploitirt, wie ihre Klaffengenossen in Deutschland, Rußland, Oesterreich u. s. w. Daß auch den republikanischen Kapitalisten die Sozial- dcmokratie eine unbequeme Thatsache, ist ebenfalls etwas altde- kanntes und für uns gar nicht verwunderlich. So find wir mich nicht von einer rührenden Jeremiade überrascht, die mit gleihnerischcr Heuchelei und Raivetät gespickt ist und den Schluß zu dem Berichte bildet, den der schweizerische Handels- und Jndustrievetein über den wirthschaitlichen Verkehr in den beiden Jabren 1886 87 veröffentlicht. Es heißt da:„Wenn unsere Industrie im Kampfe um die Existenz fich immer mehr beengt und bedroht sieht, ist das Gefühl, daß die sozialistische, speziell auf die Verhetzung der Arbeiter ge- richtete Agitation immer weitere Fortschritte macht, um so schmerzlicher. Der Besitzer einer industriellen Unternehmung wird in schweren Zeiten Kiisen und Verluste bringende Jahre finden und sich durchhauen, so lange Kräfte und Mittel reichen: er will aber dabei doch wenigstens das Bewußtsein haben, daß sein Streben anerkannt bleibt. Die feindseligen Kundgebungen, welche ibm aus den sozialdemokratischen Blättern entgegen- treten, find jedoch nicht geeignet, ihn zu ermuthigen. Das Ver- hältniß der schweizerischen Arbeitgebern zu den Arbeitem war bisher ein gutes und ist es heute wohl auch noch. Der Ar- deitcr bat bei der Beurthcilung der Loyalität des Ardeitgebers ein fühles Gefühl f Stimmt! D. Red.). Er ist geeignet, Ver- trauen zu geben, wenn er Vertrauen empfängt. Von den S roheren Siädten aus wird aber allmälig dieses Vertrauen er- hüitert(d. h. der Arbeiter über seine Lage aufgeklärt. D. Red.), die Bande der Zusammengehörigkeit werden zerrissen, an Stelle des friedlichen Zusammenwirkens tritt der Unfriede und das Mißtrauen. Infolge dessen erwacht beim Arbeitgeber die Unlust an seinem Berufe(wenn er sein Schärflein im Trockenen hat— natürlich erst dann): er fängt an, die Stunde zu verwünschen(!), welche ihn bestimmte, sein ganzes Vermögen in Fabrikgebäuden, Maschinen und Kanälen fest zu legen; was ihm ftüher eine Freude war, wird ihm zur Last. Er wird fich nun lange und sehr wohl besinnen, ehe er seine Unternehmung erweitert und die zeitgemäßen Neuerungen an- bringt, welche fich nur mit finanziellen Opfern erzielen lassen „Sie brauchen kein Gesicht zu schneiden, wie ein Polizei kommiffar, wenn Sie mit mir reden wollen," erwiderte die Dame und lachte ihm ins Gesicht.„Ich mache weder aus meinem Namen noch aus meinem Beruf ein Ge- heimniß. Ich heiße Martine Ferrette und mit einer Nähmaschine verdiene ich nicht gerade mein Brot. Heute Nacht habe ich mit Herrn von Arbois zusammen soupirt und später habe ich ihn bei der Valentine wiedergetroffen.... Kennen Sie die nicht?... Da sind Sie zu bedauern... eS ist eine sehr gefällige Frau..." „Und dort hat Ihnen Herr von ArboiS gesagt..." „Er hat mir nichts davon gesagt,... er hat nur von Dingen mit mir gesprochen, die Sie nichts angehen... und er ist fortgegangen, ohne mir auch nur ein Wort von Ihnen zu sagen.... Aber eine Stunde später hat er mir einen Brief geschrieben..... Sie wissen eS ja selber am besten, denn Sie haben ihn ja gebeten, an mich zu schreiben." „Sie lügen!" „Keine Beleidigungen! Denken Sie von mir, was Sie wollen, aber trennen wir uns in aller Ruhe. Ich will ja gern glauben, daß hier ein Mißverständniß vorliegt, ich erspare mir aber die Mühe, eS aufzuklären. Halten Sie sich an Ihren Freund. Fragen Sie ihn, wo der Jrrthum liegt. Er wird es Ihnen gewiß sagen können. Ich gehe jetzt... in der vergnügten Hoffnung, Sie niemals wieder- zusehen," schloß Martine und wandte sich zur Thür. Sie brauchte sie nicht zu öffnen, denn gerade als sie die Hand auf die Klinke legte, trat der Major herein. „Sie!" rief sie und trat zwei Schritte zurück.„Das ist gut! Seit einer Viertelstunde waten wir in Mißver- ständnissen und Verwechselungen herum. Hoffentlich helfen Sie uns heraus, denn Sie sind ja Schuld daran, daß wir hinemgn: � �bois, den Martine Ferrette so ver- traulich anredete, sah nicht wie sonst auS, sein Gesicht war nicht wie sonst so heiter und offen, daß- eS allen Leuten, an die er sich wandte, unwillkürlich Vertrauen und Freude einflößte. Er trat mit der verschlossenen Miene eines Mannes in und darum die ihn bindenden Fesseln enger schmieden. Er wird seine Söhne ins Ausland ziehen lassen, wo bessere Aus- stchten und weniger Anfeindungen ihrer warten, wo fie vielleicht sogar mit offenen Armen aufgenommen werden. Das ist aber vom schlimmsten, was unserem Lande schaben kann: die Unlust, die Abneigung gegen industrielle Thätigkeit und der daraus hervor- gehende Verfall unserer Bedeutung als Industriestaat. Daß die Schweiz einer großen Verarmung entgegen gehen muß, wenn fie ihre Stellung als Industriestaat nicht zu bchaupten vermag, bedarf wohl keiner Beweisführung. Dagegen kann ohne lieber- treibung gesagt werden, daß Jeder, welcher zur Schädigung unserer Industrie beiträgt, die wirthschaftlichen Grundlagen unseres Landes untergräbt und dadurch ein Feind unserer öko- nomischen Selbstständigkeit wird. Die Verhetzung gegen das produktive Kapital ist das finnloseste aller Agitationsmittel, welche jemals in Bewegung gesetzt worden find." Es liegt den Industriellen und Handelsrittern sehr schwer im Magen, daß die köstliche Zeit der unbeschränkten Ausnutzung der Arbeiter vorüber ist und daß die bösen Sozialdemokraten ihnen öffentlich auf die Finger klopfen, wenn fie es auch heute noch wagen, in der abgebrühtesten Weise fich über alle'Gesetze hinweg zu setzen und den„guten, dummen Ardeiter" nicht in seiner persönlichen Freiheit zu deeinträchtigen, auch wenn er täglich 16 Stunden arbeiten will. Die geschickte Vermischung des eigenen Geldsacksinteresses mit dem Wohle des Vaterlandes, die Ver- brämung der haschenden, unbefriedigten Habsucht mit dem „edlen Patriotismus" find alte Taschenspielerkunststückchen der Kapitalisten, mit denen fie die Sozialdemokraten nicht rühren können. Der Grütliverein hat den obligatorischen Beitrag an die Reservekasse abgelehnt und zwar mit 3831 gegen 1608 Stimmen. Das Ergebniß von ca. 70 Sektionen steht noch aus, doch wird das Resultat keine Aende- rung erfahren. Diese Ablehnung ist etwas unangenehm, aber nicht so ganz unerwartet und nach unserer Auffassung für die Sache selbst nicht schlimm. Der Grütliverein zählt nämlich 300 Sektionen, die nicht blos in Städten find, sondern auch in den Dörfern. Selbst in vielen städtischen Sektionen besteht die Mehrzahl der Mitglieder aus selbst- ständigen Gewerbetreibenden, Geschäftsleuten u. s. w., die natürlich von ihrem Jnteressenstandpunkte aus nicht. dafür stimmen, daß sie selber monatlich 20 Cents, zu Streikzwecken zahlen sollen. In den ländlichen Sektionen find ebenfalls die gewöhnlich in jedem Dorfe vorhandenen Hand- werker, Gastwirthe, kleinen Kaufleute und die kleineren Bauem die Majorität, während die Minderheit fich zusammensetzt aus den am Orte beschäftigten Gewerbegehilfcn und landwirthschaft- liehen Arbeitern. Außerdem ist nicht zu vergessen, daß die Mit- glieder des Grütlivereins materiell ohnebin sehr delastet find und daß die meisten von ihnen— was Arbeiter anbelangt— noch gewerkschaftlichen Vereinigungen angehören. Die Adleh- nung des Obligatoriums ist übrigens noch nicht gleichbedeutend mit der gänzlichen Enthaltung von einer Beitragsleistung an die Reservekasse. Diejenigen Sektionen, die für den obligato- rischen Beitrag gestimmt haben, werden höchstwahrscheinlich den- selben für sich entrichten, wie fie eben beschloffen, und die ab- lehnenden Sektionen werden wohl zu einem fakultativen Beitrag zu bewegen sein. In den meisten Kantonen find die Sektionen des Grütli- Vereins und die Arbeitervereine mit ausschließlich schweizerischen Mitgliedern zu einem sogen.„Kantonalverbande" ver- einigt. Eine solche Organisation besteht auch im Kanton Zürich, dessen leitender Vorstand in Außenfihl bei Zürich seinen Sitz hat. Von diesem Verbände ist die Kreirung eines Arbeiter« s ekretärs speziell für den Kanton Zürich projektirt. Als Aufgaben desselben werden bezeichnet: Besorgung derSekretärsgeschäftefurden Verbandsvorstand und die dem Verbände angehörenden Vereine, Abhalten von Vorträgen gewerkschaftlicher Natur, Statistik über Krankenkassen, Löhne, Unfälle, Ernährungs-, Wohnungsverhält- nisse, Eingaben an Behörüen, Gewerkschaftsgiündungen für Branchen, wo solche noch nicht vorbanden, Erbebungen über den Vollzug von Fabrik- und tzaftpflichtgesetz, Entgegennahme und Wetterführung bezüglicher Klagen, Hebung des gewelk- schastlichen Organisationswesens im allgemeinen resp. Uebergang zu einer großen, alle umfassenden Gewerkschaft, Erhebungen über Frauenarbeit in Haus und Fabrik, politische agitatorische Thätigkeit bei Abstimmungen und Unterhandlung— wenn an- gezeigt— mit demokratischen Verbänden.— Wir zweifeln nicht daran, daß die richtige Wahrnehmung aller dieser Geschäfte eine ganze, tüchtige Kraft vollauf beschäftigen würde, aber ob alle Betheiligten, oder doch die Majorität derselben, diesem Projekt zustimmen und für die Kosten aufzukommen willens seien, muß abgewartet werden. Von praktischer Bedeutung für die Ar- beiterbcwegung wäre diese Stelle unbedingt und von unschätz- barem Werth, wenn fie mit einer tüchtigen Kraft besetzt werden könnte. Potttische Zleberstcht. Der gefälschte oder nicht gefälschte, oder blos halb ge- fälschte Aufsatz des deutschen Reichskanzlers in das Zimmer, der sich anschickt, unerbittlich einen Entschluß durchzuführen, eine That zu unternehmen und einen Sturm auszuhalten. Man sah ihm an, daß er sich auf Kriegsfuß befand. „Lieber Andreas," sagte er,„wir sprechen sofort mit- einander, sowie ich mit dieser Dame fertig bin. Nun zu uns, mein Kind! Die Idee, hierher zu kommen, stammt doch sicher nicht auS Ihrem Köpfchen. Wer hat sie Ihnen denn eingeblasen?" „Wie!" rief die Blondine,„wollen Sie sich denn auch jetzt noch über mich lustig machen! Sie waren doch früher so liebenswürdig zu mir! Sie selber haben mich doch zu dem Herrn hier geschickt." „Ich habe Ihnen geschrieben, nicht wahr?" fragte der Major, der jetzt ungefähr den Zusammenhang errieth. „Nun ich meine, das müßten Sie doch selber am besten wissen. Wenn ich Ihren Brief da hätte, würde ich Ihnen denselben zeigen, um Ihrem Gedächwiß zu Hilfe zu kommen... Leider habe ich ihn zu HauS gelassen... Aber ich kann ihn hersagen, wenn Sie wollen." „Wann haben Sie ihn erhalten? Sie sagten mir nichts davon, als wir uns in... der Rue de Ponthieu trafen." „Bei der Valentine! Ich mache kein Geheimniß daraus, daß ich dorthin gehe... Sie waren fort, und ich schwatzte noch mit der Rodin, da brachte Justine Ihren Liebesbrief, den ein Dienstmann soeben abgegeben hatte. Er hatte ge- meint, ich wäre noch da und eS sei sehr eilig." „Auf Antwort hat der Dienstmann wohl nicht ge- wartet." „Nein, eS war auch nicht nöthig. Die Antwort sollte darin bestehen, daß ich eine Droschke nehmen und nach dem Hotel du Helder fahren sollte, wo mich einer Ihrer Freunde, der Herr Baron von Elven erwarten sollte, der erst kürzlich nach Paris gekommen wäre, und eS nun sehr eilig hätte, meine Bekanntschaft zu machen. Ich war natürlich dabei. Ich nahm mir kaum Zeit, nach meiner Wohnung in der Rue Mosmier zu fahren, um meine Toilette zu wechseln. Ich war so ftoh und segnete innerlich den lieben Major, der mir zu einem so unverhofften Funde verhalf. War Sachen des Battenberger Heiraths Projekts hat die soqenori „gefälschten Depeschen", die vmigen Winter eine Rolle spielen hatten, wieder ins Gedächtniß gerufen. Die„AiP rungen, welche in Bezug auf eiese dunkle Affaire gegeben machten die Sache noch dunkler, und wir sprachen bei jener legenbeit die Vermuthung aus, der ganze Lärm sei zu diw 3 veranstaltet, von irgend einem etwas heiklen diplomatischen& die Aufmerksamkeit des Publikums abzulenken. Und wir spr damals die Vermuthung aus, es werde fich um die Ausliefe Bulgariens an Rußland bandeln. Wunderbarerweise b gerade jetzt, gleichzeitig mit dem echten oder utr Aufsatz in Sachen der bulgarischen Heirath, der der Preisgebung Bulgariens ganz ohne Verhüllung� Und wenn wir die Haltung der Replilienpresse vor, wä! und nach der rusfischen Reise des Königs von Preußen Deutschen Kaisers bedenken, die überschwänglichen Hofft: auf die Freundschaft des Zaren und das methodische Schb auf den armen Coburger Fürsten von Bulgarien— dann es für uns kaum mehr einigem Zweifel unterliegen, daß der glückliche Ferdinand der rusfischen Freundschaft zum Opfer bracht worden ist, und daß die deutsch-rusfiscke Dipic»" gegenwärtig mit der etwas schwierigen Aufgabe beschäftigt. die österreichischen Staatsmänner für den die österreidw Interessen gar bedenklich streifenden Plan zu gewiß Freilich— auch das Opfer von Bulgarien kein deutsch-russisches Bündniß ermöglichen. Der des rusfischen Einflusses in Bulgarien wird den schen Appetit nur steigern und Wirkungen haben, durch den österreichischen Staatsmännern die Gegensätzlichkeil der rcichischen und rusfischen Interessen ad ocnJns demonsirilt die Nothwcndigkeit aufgezwungen wird, die deutsche Regi vor die Wahl zu stellen: entweder das Bündniß mit R»ir� und Bruch mit Oesterreich, oder Bündniß mit Oesterreich � Bruch mit Rußland. Der schlaueste diplomatische Sä" kann über diesen fatalen Interessengegensatz nicht kommen, zwischen den Hörnern dieses Dilemmas nicht schlüpfen. Der Ktreit Ll»er die Kartellfrage für die L-O? wähl entwickelt fich in recht interessanter Weise. Di(«% Korrespondenz" hat gegen die„Germania" einen Sü-'� eingereicht, weil dieselbe bemerkt hatte, daß einige geheiniw? Andeutungen der„Kreuzzeitung" über das leitende Or-" konservativen Partei in hiesigen politischen Kreisen so i wären, als ob dasselbe aus dem Reptilienfonds würde. Die„Kreuzzeitung" droht dem offiziösen Orga».� einer Belehrung, die demselben bald von einer Seite zu werden würde, dem die gebührende Achtung nickt versagt � dürfe. Auf der anderen Seite will die„91. A. Z." i"*. Wiedergabe eines Artikels der„Mcckl. Nachr." durch die zeitung" eine offene Kriegserklärung gegen den Fürsten% erblicken. u Daß dt« Koftaldemokratie den niedrigm St-ft" Löhne in Deutschland im Vergleiche zu England verM haben die Gelehrten des«Berliner Tageblatt" in diesen tagen glücklich entveckt. In dem Mittwoch Leitartikel des fl reichen Blattes beißt es:„Am günstigsten ist die Lage d« bettenden Bevölkerung in England, in demselben Lande> welchem die Arbeiterschutzgesetzgebung am weitesten vorgesw' ist. Der Tagelobn in den industriellen Bezirken Englanb» trägt mindestens 50 pCt. mehr als in den preußischen Grund dafür liegt darin, daß die englischen Arbeiter seit I« als einem Menschenalter auf dem Boden der bestehenden sellschaftsordnung mit zäher Energie für ihre winbschast Interessen in die Schranken getreten find, während die deu Sozialdemokratie auf den Trümmern der Gesellschaft� Staat des Wahnfinns zu ernchten demüht war"— W Unwissenheit oder die Frechheit dieser Behauptung größer- Hannover, 5, «Ifinz. 2)t fielen 3 auf j W 4 auf s 'naUibetal 'Preußen. auf Schlesv auf Hessen.? K Fraktb m ireußen, 2 ; auf Wests- 0% U0 dcträ «n Fr �hä c fcttt der beantr- i, [L�tvenbi An solle; M „ Die disheriscn Nachrichte««der Stanley tsmiu Pascha werden von dem Chefredakteur d-s Bn?,� „Mouvement gSoaraphique", Herrn Wauters. für unglaubÄ bezeichnet. Derselbe betont, es sei unmöglich, heute infLni zu wissen, was Mitte April in Wadelai geschehen sei. und Sansibar find 4000 Kilometer von einander entfernt«� Boten brauchen mindestens fünf bis sechs Monate»u.,5 Durchschreitung. Jetzt sollen diese Boten, welche üderdi»(t, dem Kriege zwischen Kabriga und Muanga nickt genug � zählen wissen, dieselbe Strecke ttotzdem schon in 31 Monats gelegt haben. Auch die sonstigen Angaben der Lanboim� � düngen find verdächtig und werden von Herrn unglaubwürdig angesehen. il' A.l n ke zÄ anfang ZW durch c »raßei förder c Mel en- bie Ai in Lei hellen nvjutber obfMjetter 89 & Ii landschaftliche Gliederung vergegenwärtigen zu köftneN�,� V�C�llWUlAlgCTl zu LXlßC zählte, wenn wir die Frattionslosen den ihnen zunächW�M Fraktionen hinzurechnen: 1) die konservative Fraktion jf0-' glieder. Davon fielen 22 auf Ostpreußen, 5 auf Wef'�V| J 28 Brandenburg, 21 auf Pommern, 6 auf Posen, S laicht!??!' Schlefien, 13 auf Sachsen, 2 auf Schleswig-Holstein, ich ein Esel! Ich komme hierher und finde den mit seiner Maitresse eingeschlossen. Ich will ti>.°v ja gern glauben/ daß Sie nichts davon � aber Sie werden mir zugeben, daß solche®e' für eine Dame nicht angenehm sind. 34 noch nichts gesagt, wenn ich verschlossene Thüren hätte. Ich wäre eben gegangen und morgen wied��jss men. Aber nein, der Herr öffnet mir und macht St i» ketten, mich hinein zu lassen. Ich sagte ihm, ich r, � Ihrem Auftrage, und da Sie mir in Ihrem Brw, yi drücklich riethen, mich nicht abweisen zu lassen, junge Herr noch etwas schüchtern wäre, so erzwang �«A den Zutritt. Ich setzte mich auf daS Sopha und rW von einem vertraulichen Diner für uns beide zu ... Sie schrieben mir ja, daß er darauf rechne.-' wahr, so ist es?" „Fahren Sie nur fort," sagte Guntram und M mit dem Kopfe., K „Da nahm die Geschichte mtt einem% imme Wendung. Der Herr gerieth in Aerger./ V m/Wan KL K>läi schlimme Wendung. Der Herr gerieth in Aerger. mir Grobheiten, ich diente ihm im gleichen r mitten im besten Zank erschien die Person, die, iF stoßenden Zimmer zugehört hatte, wie eine verft« ,wpv.»vv.*(vStMMitv* lyutit, ivic m tu schuld jtn fünften Akte eines Melodrams. i#"ck i i anständig au«, dagegen läßt sich nichts sagen, aber nicht, wie die Szene geendet hätte, wenn Sie nicht» jje 1 wären. Sie scheinen sie zu kennen, denn Sie j* hinaus... hübsch ist die Kleine... und sond � i* hat eine solche Aehnlichkeit mit einer Frau, vo sprachen,... mtt Jeanne von Lorris." g'Ü (Fortsetzung folgt.) A«? Kunst und$*<>*** General Sheridan, der durch seine tigkeit im Kriege für die Aufhebung der ©slsli südamerikanischen Sklavenhalter bekannt gewordene P ist am Sonntag, den 5. August, Abends, H-nry Sheridan war am 6. März 1333 zu LK«-' % dei 5 Sckleswia. doNnn. so--n°«,�;nom. s ; )« bei 5 auf Schleswig. Hoistein. 3 auf Hannover, 2 auf »u dem3»Mstf°len. 2 auf Heffen-Nassau, 5 auf die Rheinpiovinz 3) die ischen vl!Zw>wnalliderale Fraltion 74 Mitglieder. Davon fielen 2 auf i wir fpt® Ostpreußen. 1 auf Posen, 6 auf Schlefien, 7 auf Sach en, AuSlicfeiw M Schlezwig. Holstein, 28 auf Hannover, 5 auf Westfalen, ..... en.9iaff0u, 13 auf die Rbeinprovinz. 4) die deutschster- aktion 42 Mitglieder. Davon fielen 3 auf Ostpreußen, T LMt,,' voniern. zö cur Hannover, o aus Weuraren, wns- Z M heffewNaffau. 13 auf die Rbeinprovinz. 4) die deutschstei- er unew»mge Fraktion 42—•~----— .r,öet Westpreußen, 9 auf Brandenburg(Berlin), 1 Pommern, aauns,° 6 auf Schlefien.----'" 4 auf Hannover, auf Heffen-Nassau, 43 auf die Rbeinprovinz, .,«n h-"----"i 6) die polnische Frastion IS Mitglieder, � � V�I�eußm, 12 auf Posen; 7) die Dänen 2 Mitglieder. "rv, lÄl&tt( pQUü der Abgeordneten insgesammt 433 Mitglieder ,.%'TZr beträgt die Mehrheit 217 Stimmen. Die beiden kon- schaftigt �M»oen Fraktionen zählten zusammen 202 Mitglieder, es sterreiÄBffM« also 15 an der Mehrheit. Die Deutschkonservativcn w, Zentrum zählten zusammen 233 Mitglieder. Um �Dcr Ä chz brheit zu zerstören, müßten also 17 Stimmen verloren �den n- der Wohnungsnot� zu steuern, hatte der Bremer PUT 3) OCötlTfrtrti»r» ai Ci S«U' umivc wie cm vuic» it* uuj Z."'Lc% �.�.Arbeiteibevöllerung wirken, und wenn der Staat jetzt ) vic Mdyswuwohnungen baue, so werde im nächsten Jahre die 'ten kommen, noch so viel hundert andere zu bauen. Stoib»-/ > vetfd" iefen£>i kl des Lage der Lande, mpefdit ng/ands Heben.& ■T WIM senden Ss tbfcbafttiw die betiiß' llschast ihr" -dft größer? mltt) )C3 stäf# at adon�z jjj kommen, noch so viel hundert andere zu bauen. damit den Arbeitern, der Staat werde für sie sorgen, Falls baue er ihnen Wohnungen. Das scheine ihm der Arbeiter höchst verderblich(Wie besorgt!), �''cheine ihm darin aber auch ein bedenklicher Mitbe« ' die Bauunternehmer zu liegen(aha!); wenn der Kjslnge, solche Wohnungen zu bauen, dann lege er die Migkeit mehr oder weniger lahm; der Staat solle viel« ourch Erleichterung der Bauvorschriften bei Anlage von z-i,"�'stoßen die Ausführung solcher Arbeiterwohnungcn zweck« �.forvern Diesen Ansichten schloß fich selbstverständlich Mehrheit der Burgerschaft an und lehnte vie Baracken- Wigen ab. Die Sozialdemokraten befürworteten freilich � die Annahme. k*eßen die Arbeitsbücher. In einer am Dienstag Nach. % in Leipzig stattgefundenen öffentlichen Versammlung der Miellen von Leipzig und Umgegend, welche von ungefähr SfeTbOpo Personen besucht war und an der auch einige kmC iyeilnahmen, wurde zunächst gegen die von dem„Ger- iu??bavd" eingeführten Arbeitsbücher der Ge» - b, sogenannte Germaniabücher, Stellung genommen, so- „,.1* der Entwurf der Alters- und Invaliden Versorgung i n unb die hierzu einzuführenden Arbeitsbücher einer vvd unterzogen und sodann über die Maßnahmen wcWch'Mllung der Innung gegenüber den Gesellen, na« y rwi%» w das Vorgehen des Jnnunpsgesellenausschuffes, U 9jffnr,Jfm Sinne der gepflogenen Verhandlungen wurden bbonen gefaßt und beschlossen, selbige dem Deutschen adonsstl$, n, H' bez. der Leipziger Bäckerinnung zu übermitteln. /! W Zv k?�semite« unter stch. D-r„Reichsherold" des >e Kontumazialandrohung: -------------------- von Sonnenberg. Ist es «ie fich um eine Stelle bei der„Konservativen hoiAi A dem Zenstalorgan der konservativen Partei, de« ? �en? Können Sie diese Frage auf Ehrenwort ver- d, �..�wcigcn gilt als Eingeständniß. Dr. Otto Böckel." 3'' Aus Schlefien, 7. August, wird der„Voss. r8 im rt,"Eben: Aus dem Lüben er Kreise wird eine Aende- £ Jfcie Dwmdbxfitz gemeldet, die von mehr als lokalem Interesse düngen des freifinnigen Fabrikbesitzers G. Richter gingen vorzugsweise von dem Rittcrgutsbefivcr - llb' von Uechtritz, aus, der u. A. die Anzeige wegen )en können-� W-stÄ ffen, 2? -stein, Brief« r ni' »i% klären '«Öeto-n irischen Eltern geboren. In der Kriegsschule Mi zooji zum Militär gebildet, wurde er 1861 Kapitän, im &. � ote««••• sti>« f 4 �»»»»»« L«..«(„M Unt lui Kommandeur der —.............. sich bei Chattanoga amanga großen militänschen Ruhm erwarb. 1864 Befehlshaber eines Kavallerie-Korps in der und in demselben Jahre Generalmajor -Y Armee. Seine Siege über General st prquan und bei Fishers Hill, sowie sein meister« wobei er den Generalen der Sklavenhalter, -ifdEarly, verschiedene Niederlagen beibrachte, erhöhten , ihm � Ansehen immer mehr. Am 26. März 1865 der zi�bch sehr beschwerlichen Märschen die Vereinigung >« �rants, welche Petersburg belagerte, an dessen .»../�wesentlichen Antheil hatte. Sodann zwang er . Wn« Qwhaber der Sklaoenhalterarmee, Lee, über den "d sch� �iov-�!" Lee's.Kapitulation mit Grant führte. rß v' To--» � K Äs? �Aden. 6ei ber N�welt längst rhren Ruhm eingebüßt --ife'%% Thier leben in der Wüste hat kürzlich Dr. lber NftMiunn-!??ahla nach seinen in 3 Welttheilcn gemachten � sit�S�ante Ä�bine Schflderung gegeben, der wir folgendes WZMW T----•— & rv nc �cyuverung gegeben, der wir solgenves .V. eine» i,? entnehmen: Hoch über den Einöden, die dem B»b'gel Äerblick in die Ferne gestatten, schweben große Sö?»on gräßlich durchdringender Schrei verräth fie r gräßlich durchdringender Schrei verräth fie t, die Wüste bevölkernden limter den fie stch verbergen stch unter die dürftigen Wüstenkräuter zu verkriechen Die fich still auf den Boden nieder, und der Wüstensand, dem ihr '?.uvt fie vottrefflich. Schlimmer ist der Wiede» . - bunten Kleide daran, der Äj�uusen Kittde daran, der an den. Klüften """uurno aur igte weiajjiiuujitu Sandhügel zu Sandhügel. In den ** dic. Man nur tmfpt* Kchmalben. die im die ais* man nur unsere heimischen Schwalben, �en Südaustraliens steht man herrliche Majestätsbcleidigung gegen den damaligen Reichstagsabgeordneten Richter eingereicht hatte. Seit dem 2. August ist Fabrik- defitzer Richter der Befitzer des Ritterguts zu Mühlrädlitz, das v. Uechttttz früher besaß.— Das ist allerdings die einfachste Manier, einen Gegner loszuwerden. Ausschließlich deutsche Anschriften sollen auf den Ottstafeln der Provinz Posen angebracht werden statt der bis- hengen deutschen und polnischen Jnschttften. Die Ver« fügung vom 4. Mai ist dadurch veranlaßt worden, daß infolge des Gesetzes, detreffend die Aenderung der Wehrpflicht vom 11. Februar d. I., eine Erneuerung der Ottstafeln erforderlich ist, well die für die Eintheilung der Landwehrbezirke vorgeschtte- bene Aufschrist auf diesen Tafeln jetzt anders lauten muß, als bisher. In der Verfügung wird Gmaueres über die Jnschttften auf den Tafeln angegeben und bemerkt, daß auf keiner der neuen Tafeln(ebenso wenig auf den Wegzeigern) ein polnisches Wott mehr stehen darf; die Kosten find von dm Kommunal« verbänden, Dominien oder ländlichen Gemeinden zu tragen. Oesterreich Ungar«. Wie„Narodni Listy" melden, fanden am Sonntag in Klattau Judenerzesse statt, welche große Dimensionen an- nahmen. Die Wohnungen der Juden sollen mit Steinen bombarditt worden sein. Ein Jude sei angeblich wegen Relizionsstörung verhaftet worden. Kchwede«««d Norwege«. Endlich ist es dem Staatsrath Sörenssen gelungen, seine Entlassung zu erhatten, es ist der siebente Minister, der aus dem Sverdrup'schcn Kabinet schttdet, und er gehört zu den besten, die gegangen find. Sörenssen ist ein ehrlicher Liberaler und ein durchaus anständiger Charakter, welcher die Sverdmp» sche Kattellpolitik nicht mitmachen wollte, die jetzt offen auf eine Zertrümmerung der Linken und auf eine aus Rechtsliberalen und Konservativen zu blldende Mehrheit hinarbeitet. Das tritt in der Wahlbewegung, die fich krästig zu entwickeln beginnt, immer deutlicher hervor. Großbritanuie«. Unterbaus. Der Antrag Matthew's, einige Paragraphen der Parnell'schen Kommissionsvorlage hinzuzufügen, nach welchen gegen Personm, die der Zitirung nicht nachkommen, ein VerHaftbefehl erlassen werden kann, wurde angenommen. Ein weiteres Amendements Matthew's, daß Pettonm, welche der Zitirung nicht nachkommen, selbst nach der Auflösung der Kommisston wegen Verachtung des Ober- pettchts belangbar find, wurde angenommen: ebenso ein Zusatz P a r n e l l' s, daß eine verhängte Gefängnißstrafe mit dem Er« löschen der Kommisfion nicht aufhört, sondern erst, wenn das Obergettcht dieses verfügt. Frankreich. Ueber die Streikbewegung in Paris liegen fol- aende Depeschen vor, mit deren Objektivität und Wahrheits- liebe es allerdings nicht besonders gut bestellt sein mag: „Patts, 7. August. Ein Ministerrath unter Vorfitz des Präst« deuten Carnot beschloß, alle Gewaltatte zu verhindern und den Herausforderungen(?) der Strttkendm energisch entgegenzu- freien. Die Behörden haben die weitgehendsten Maßregeln er- griffen, um jeden Versuch, bei dem morgen früh stattfindenden Begräbniß des Kommunegenerals Eudes Unruhen hervorzurufen, energisch zu unterdrücken. Bei einigen Zusammenstößen zwischen den Friseurgehilfen, Kaffeehauskellnern und der Po- Ist ei wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.— Eine Versammlung der streikenden Erdarbeiter beschloß, eine Adresse an Floquet zu ttchten, in welcher die Zurückziehungder Truppen und der Poliz ei, welche die Bauplätze de- wachen, verlangt wird, widrigenfalls die Regierung die Verant- wortung für die weiteren Folgen zu tragen habe. Zugleich wurde der Beschluß gefaßt, den Schiedsspruch einer städtischen Kommission zur Regelung der Lohn- frage anzunehmen.— Der Streik in Amiens dauert fort; überall find Vorfichtsmaßregeln getroffen wor- den. Die Truppen halten die Fabriken besetzt."— „Patts, 8. August, früh. Der gestrige Abend ist hier ohne größere Kundgebungen verlaufm, die Straßen, namentlich die Boulevards, waren von zahlreichen Polizeimannschaften besetzt. — Nach einer Meldung aus Amiens machten die Streikenden gestern wiederholt Versuche, die Ruhe aufs neue zu stören, die Polizei schritt aber stets sofort ein und hielt die Oronung auf- recht."— Paris, 8. August, früh. Nach wetteren Meldungen kam es am gestrigen Spätabend auf den Boulevards von Rochechouatt und Belleville zu Ruhestörungen, wobei zwei Kaffeehäuser geplündert und sowohl mehrere der Ruhestörer, wie auch mehrere Polizeimannschaften verwundet wurden."—„Lyon, Mittwoch, 8. August. Die Glasarbeiter hielten gestern Abend eine Versammlung ab und beschlossen, am nächsten Sonnabend allgemeine Arbeitseinstellung eintreten zu lassen, wenn die Eigenthümer der Fadrilfirmen Mesmer und Sayet nicht auf die Forderung eingehen sollten, daß der Glühofen in einer einzigen Fabrik konzentritt werde, so daß es allen Ärbtttem möglich sei, der Rtthe nach daran zu arbeiten." Das Tagesdegebniß ist der Tod Eudes', des bekannten Schwalben mit filderweißem Kopf und sammetschwarzem Ge- fieder dahinschießen. Sie nähren fich von Insekten, finden aber am Tage wenig Nahrung, da die meisten Insekten stch vor den brennenden Sonnenstrahlen in Erdlöcher verkriechen; erst wenn die Sonne am Horizonte niederfintt, wird es über dem Boden von den Lebewesen wieder lebendig. Vor allem herrschen Heuschrecken mit lang ausgezogenen Köpfen vor, die deständig einen leise zirpenden Ton erschallen lassen, und in dem Mückenschwarm, der über den dürren Büscheln zu tanzen an« fängt, treiben fich Libellen, oft von prachtvollen Farben, jagend umher. In Australien vereinigen fich dieselben manchmal zu ganzen Schwärmen, welche rastlos über die Ebene hinstürmen. In Afrika steht man die oft ungewöhnlich großen Thiere einzeln die Jagd betreiben. Wie aus dem Sand hervorgezaubert, kommen viele kleine Eidechsen plötzlich aus ihren Verstecken, fie haben im Laufen eine unübertroffene Gewandtheit und Schnellig« keit, wie Schatten gleiten fie über den losen, rollenden Sand und verschwinden, ohne daß man den Eingang zu ihren unter- irdischen Wohnungen entdecken kann...... Ist die kurze Dämmerung vorüber, so tritt wieder Stille ein. nur unterbrochen vom Schrei der Eulen. In der Nähe de« wohnter Gegenden schleicht der Wlldhund umher, feig fliehend vor jedem verdächtigen Geräusch. In Australien kommen gegen Abend die Kaninchen aus ihren Löchern hervor, die fich. ehe« mals abfichtlich eingeführt, jetzt bis zur Landplage vermehrt haben. Noch ehe stch am Morgen die Sonne erhebt, ist das Leben wieder erwacht. Die großen Heuschrecken fangen an zu zirpen, verfolgt von riefigen schwarzen Wegwespen, welche fie durch einen Stich lähmen und dann in den Sand vergraben, um damit ihre Brut zu nähren. Zugleich durcheilen große goldgrüne Bienen die Lust, die kleinen Sandbienen fliegen von Blume zu Blume. Das lebhaste Treiben der prächtig glänzenden Insekten erfrischt das Auge des Reisenden, das durch das ewige Einerlei der Wüstenlandsckaft ermüdet ist. Schmetterlinge giedt es in den Wüsten nicht viel, mit Erstaunen begrüßt man aber "%%%%& ä 'ÄffÄT Ä SÄÄ SS.slf| wetth: wie verschieden auch die Fauna in den einzelnen Welt- thcilen ist, der Wüstencharatter zwängt fie alle in erne Fonn, so daß fie überall Aehnlichkeit, ja vielfach Identitäten hat. Em etwas regeres Leben entfallet stch da, wo die Ebene ernen mehr Generals der Kommr ne, der stch in den letzten Jahren mit Vaillant, vom Pariser Gemeinderath, an der Spitze der blanquisti- sehen Partei befand. Diese Partei hatte ein Meeting im Favre# schen Saale veranstaltet. Eudes wurde zum Vorsitzenden ge» wählt; man merkte ihm kein Unwohlsein an. Er hiett eine Rede, in welcher er fich zunächst über die Gleichgiltigkeit der Pariser den rettenden Arbeitem gegenüber deklagte.„Schande — rief er— über die Reichen, über Diejenigen, welche die Reattion unterstützen, über den Gemeinderath..." Hier unter- brach stch der Redner plötzlich und fiel mit dem Geficht auf den Präfidententisch. Man umdrängte ihn; er war befinnungs- los. Seine Freunde trugen ihn in den Garten hinter dem Saale; die Äcrzte Vaillant und Sufini wandten alle Mittel ihrer Kunst an: vergeblich. Eudes war einem Herzaderbruch erlegen. Im Saale hatte man die Berathung fortgesetzt, in der Vermuthung, es handle fich um ein momentanes Uebelbefinden; die Todesnachricht rief die größte Bestürzung hervor und das Meeting wurde aufgehoben. Ein städtischer Ämbulanzwagen brachte den Leichnam nach der Wohnung Eudes'; den Ange# hörigen, seiner Frau und seinen drei Kindern war die Trauer» Nachricht bereits mitgetheüt worden. Eudes war im Jahre 1844 geboren; als 28 jähriger junger Mann also spielte er die Rolle. die ihn beim Ausstand der Kommune in den Vordergrund ge» stellt hat. Durch seine Theilnahme an allen Manifestationen des Quartier Latin in den letzten Jahren des Kaiserreichs, b?- sonders aber durch Erstürmung eines Pompier- Postens in La Billette am 17. August 1870 war er den Parisern bekannt ge» worden. Auf Grund der letzteren That wurde er zum Tode verurtheitt; aber an dem Tage, an welchem seine Hinrichtung stattfinden sollte, wurde die Republik proklamirt. Sie öffnete ihm das Gefängniß. Er betheiligte sich als Zögling Blanqut's an den Aufstandsversuchen im Ottober und Januar, wofür ihn die Kommune durch seine Ernennung zum General und Kriegs- delegirten delohnte. Kelgien. Bei der letzten, im Jahre 1880 stattgehabten Ermittlung der wichtigsten Gewerbszweige in Belgien, deren Ergebnisse erst voriges Jahr veröffentlicht worden find, hat man auch die Dauer der Arbeitszeit der Industriearbeiter erfragt. Den hierüder mitgetheilten Nachrichten zufolge beträgt dieselbe, von den vereinzelt vorkommenden Höchst- und Mindestbeträgen abgesehen, bei den für Belgien charakteristischen Gcwerdszweig.n im allgemeinen 10 bis 13 Stunden täglich, wobei die 10- und die 12stündige Arbeitszeit vorwiegt. Die Arbettsdauer betrug nämlich bei Erwachsenen weniger als 8 Stunden für 2 790 Arbeiter--- 0,73 pCt. 8 Stunden...... 5 817„— 1,51„ 9„...... 12071„— 3,14„ 10„...... 161 103„= 41,97„ 11„...... 54 717„--- 14,25„ 12„...... 133 431„= 34,74„ über 12 Stunden.... 14 046„— 3,66„ Weniger als achtstündige Arbeitszeit kommt in ver Hauptsache nur im Fleischereigewerbe vor. Der höchsten Schichtdaucr(12 Stunden und darüber) begegnet man in der Waffen- und in der Kerzenfabrikation und annähernd in verschiedenen Zweigen der Textil-, der chemischen und der Nabmngs- und Genuß» mittel-Jndustrie. Im Durchschnitt aller Gewerbe stellt fich die Arbeitszeit auf 10 Stunden 53 Minuten. Der mittlere Lohn» satz bettägt 3 Fr. 17 C. Am 16. August v. I. veröffentlichte der„Moniteur" das einzige bisher in Belgien zu Stande gekommene Arbeiter- g e s e tz, welches Industrie- und Arbeitsräthe zur Ausgleichung aller zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern entstehenden Streitigkeiten einsetzte. Erst heute nach 12 Monaten hat fich die Regierung dazu bequemt, die Ausführung zu veranlassen. Diese Räthe bestehen zu gleichen Thellen aus Arbeitgebern und Arbeitern, welche diese Klassen selbst wählen. Wahlberechtigt ist jeder 25 Jahre alte Belgier, der seit 4 Jahren in seinem Ge« werbe thätig ist und lesen und schreiben kann. R«ßli»«k. Nachdem die Seereisen Sibiriakows und Nordenskjölds die Thatsache festgestellt haben, daß wegen der Eisverhältniffe im Karischen Meer östlich von Nowaja Semlja und der Insel Waigatsch die Erschließung eines regelmäßigen Seever- kehrs nach der Ob-Mündung und damit nach dem fruchtbaren, produttenreichen Westfibirien eine Unmöglichkett ist. wurde der russtschen Regierung der Plan einer Eisenbahn vor- gelegt, welche die Ob- Mündung mit dem während eines halben Jahres eisfreien Palarmeere westlich von der Insel War- gatsch verbindet. Die Regierung hat den Plan genehmigt und den Bau dem Herrn Alexander Dmitrijewitsch Go- lochwastow, dem Autor der Idee, übertragen. Einer Denk- schritt desselben entnimmt der„Herold" folgendes: Der Kern- puntt des Planes, die Mündung des Ob, den langgestreckten Ob-Meerbusen, die Halbinsel Jalmal und das Karische Meer zu umgehen—, einen Seeweg von beiläufig 1600 Werst, wenn die Eismaffen einen Durchgang erlauben!— wird erreicht durch eine Eisenbahn von nur 400 Werst, die in nordwestlicher Rich» tung von der Obmündung zum Waigatsch-Mecr, südlich des steppenartigcn Cbaratter annimmt. Hier zeigen stch schon kleine Säugethiere: unterirdisch wohnende Nager, zahlreiche Geier und muthwillig fich wmmelnde Krähen, kleine giftige Schlangm und dergleichen. Welcher Entwickclung aber das Thierlcden mitten in jenen Wüsten fähig ist, das zeigen recht die Oasen. Wie Nein auch oft der Raum ist, auf dem hier der Vegetation zu wuchern erlaubt ist. so drängt fich doch eine solche Menge von Thierm an diesen Plätzen zusammen, wie fie fich zahlreicher kaum in den paradiefischen Thälern des östlichen Australien oder des südlichen Indien finden. Die Stimmen der Singvögel, das Zirpm der Grillen, das Quaken der Frösche erscheint wie Mufik dem Ohr des Wüstemeismden. Die scheuesten Wüstenthiere werden an diesen Plätzen dreist. Blüht nun gar ein Baum oder Strauch in der Oase, so bildet dieser den Versammlungspuntt vieler Hunderte von Thieren. Auch die Wasseroderfläche ist mäßig de» lebt. Außer den ansässtgen Thieren besitzen die afrikanischen Oasen während einer großen Zeit des Jahres noch Gäste aus nördlichen Zonen: bald erinnert der Schlag der Wachtel, bald das muntere Spiel des Rothkelchens und bald das Zwitschem der Papageien an die ferne Heimath. Gin neuer Komet wurde am Abend des 3. August in Kapstadt entdeckt. Derselbe wurde sogleich als der berühmt« Encke'sche erkannt, der immer nach 3* Jahren wieder zu er- scheinen pflegt. Dieser Himmelskörper bietet unter allen Kometen deshalb das größte Interesse dar, well fich, wie sein erster vor- züglicher Bearbeiter Encke(dessen Namen er trägt) herausfand. seine Umlaufszeit fortwährend verkürzt, und man daraus schloß. daß der Weltraum mit einem äußerst feinen Stoffe, dem Wert- äther, angefüllt sei, welcher die Bewegung der Kometm hemme. Ob wirklich die Ursache der Verkürzung der Umlaufszrit ein widerstehendes Mittel im Weltraum ist, vorüber haben die bis- herigcn Erscheinungen des Kometen jedoch noch keine sichere Ent- scheidung gebracht, und es hat daher eine allacmeine Wissenschaft- liche Bedeutung, daß der fernere Lauf des Kometen so viel wie möglich weiter verfolgt werde, weshalb sein jetziges Wieder- auffinden besonders wichtig ist. Da der Komet jetzt noch am Südhimmel steht und bald nach der Sonne untergeht, so ist er zur Zeit für unsere Breiten nicht fichtbar. Zum letzten Male war der Komet am 13. Dezember 1884 in Florenz aufgefunden worden; er wurde damals bis zum 25. Februar 188». beobachtet. Iugorskij Schar hinübergehen soll; und zwar vierhunder» ...... Werst mif einfachstem und ebenstem Terrain. Der Ausaangspun lt der Ob> Eisenbahn ist genommen vom Marktflecken Obdorök, zirka 66 Grad nördlicher Breite unter dem Polarkreise gelegen, dort rro der Od sich östlich seinem Meerbusen zuwendet; als Endpunkt der Bahn wird ein Hafen unter 69° 20', resp, 69° 40' an einer der vielen Buchten des Waigatsch- Meeres nahe der Jagorstraße erbaut werden und zwar an einer solchm Bucht, die drnch den Felsenrand der Gebirgskette Pai-Choi nach Nord» westen, Norden und Osten völlig vor allen gefährlichen Winden geschützt ist, also nur dem Westwinde geöffnet ist. Die Bahn- strecke selbst wird folgendermaßen laufen: erstlich vom Kleinen Od, nahe Obdorsk(der Ob theilt fich hier und Obdorsk liegt am östlichen Arm) nordwestlich zu den Vorbergen des Ural, zweitens durch den Ural in einem Querthal, deffen höchster Punkt kaum 600 Fuß über dem Meeresspiegel liegt: beim Austritt aus dem Uralgebirge überschreitet drittens die Bahn den Fluß Uffa in seinem oberen Laufe und geht viertens von dort an gerade nord- westlich über die große Tundra zum Mceresufer nördlich vom Bjelkow-Vorgebirge. Auf keinem Abschnitt dieser kurzen Strecke begnet der Äabnbau emstlichen Hindemiffen, von unüberwind- lichcn gar nicht zu reden. Der Boden der stets gefrorenen, nie aufthauenden Tundra gewährt einen leichten und dauernden Untergrund sür den größten Theil der Bahnlinie; die Abwrsen- hcit größerer Flüsse erspart gänzlich den Bau theurer und schwie« rigcr Brücken; Waffer ist uberall vorhanden; Heizmaterial ist auf der ersten Hälfte des Wegs von Obdorsk bis zur Uffa reich- lich vorhanden und nur für die zweite Hälfte des Weges, von der Uffa bis zum Meere, muß es herbeigeschafft werden, ent- weder von obiger Strecke oder als Steinkohle zur See. Da der Bau der Ob- Eisenbahn lediglich für den Güterverkehr konstmirt wird, unter der vorausfichtlichen Höhe eines Exports von jährlich 30 Millionen Pud Gewicht, und da ein Anschluß derselben an irgend eine andere rusfische Bahn vorausfichtlich nie stattfinden wnn, so veranschlagt der Unternehmer die Kosten pro Werst auf ....... auf 15 Millionen für die ganze Strecke; 35600 Rubel oder.................... dazu die Anlage des Hafens auf 2 Millionen und die An- schaffung der nöthigen Schiffe und Barken auf 3 Millionen ver- anschlagt, so ergiebt fich die verhältnißmWg geringe Summe von 20 Millionen Anlagekapital für die Bahn,— gering im Verhältniß zu dem immensen Nutzen, dm fie dringt, und den bedeutenden Umsatz dm fie erzielen muß. Afrika. Die Verworrenheit der Zustände im Sud an hat die Aufmerksamkeit wieder auf Ziber Rahama Pascha, den Tippo- Nil, Eroberer und gewesenen Gouvemeur der Darfur> am>W BHBQ. Oase, als eventuellen Retter in der Noth gewendet. Wenige kennen das Vorleben Ziber's, welcher in den fiebziger Jahren der reichste Sklavmhändler und mächtigste Mann im Sudan en. Er strebte selbst die sudanefische Kaiserwürde an, worauf ge ihn Ismail Pascha, der damalige Khedive, nach Kairo zu locken wußte, wo er ihn als Staatsgefangenen zurückhielt. Seine Söhne, insbesondere Suleiman, hatten inzwischen das„Geschäft" im oberen Sudan mit bestem Gedeihen fortgesetzt, besaßen dreißig befestigte Seiiben(Sklaven pferche) und konnten stattliche Korps von Bafingern, d. h. Sklavenhändler-Soldaten, ins Feld stellen. Auf geheimes Anstiften ihres Vaters, welcher von seinem Hause in der Schubraallee zu Kairo aus Mittel gefunden, mit ihnen verkehren, entflammten die Söhne Ziber's jenen blutigen Auf. tand im Sudan, welcher Ende der fiebziger Jahre von Gordon it so B und dessen Adlatus Gesfi Pascha mit so unerbittlicher Energie unterdrückt wurde. Die Söhne Ziber's wurden erschlagen und er selbst zum Tode verurtheilt, jedoch begnadigt. Man erinnert fich, daß später während des letzten Krieges der Engländer im Sudan und vor dem Falle Khartums, wohin Gordon von Glad- stone entsendet worden, wiederholt die Rede davon war, sich Ziber's als Unterhändler und Pacifikators zu bedienen, bis jedoch die englische Regierung, trotz der Einwände Gordons und Baring's selbst, welche seine Verwendung dringend besür- worteten, in einer Anwandlung von Mißtrauen es vorzog, den ehemaligen Sklavensuttan in Gibraltar zu interniren, von wo er bekanntlich erst im verflossenen Jahre entlassen wurde. Jetzt wird wieder in der englischen Presse eifrig dafür gewirkt, Ziber entweder als Abgesandten mit wohlgesüllter Goldkatze oder an der Spitze einer militärischen Expedition nach dem Sudan zu entsenden. Od vor vier Jahren eine Mission Ziber's dem Schicksal Gordon's einen andern Lauf hätte geben können, läßt fich zwar nicht ermessen, wohl aber reichen die vorhandmen Zeugnisse Gordon's und anderer Kenner der Sudanverhältniffe hin, um Ziber als einen Mann zu stempeln, dem man die schwierige Sendung eines Ordnungsstifters am oberen Nil mit einer Hoffnung auf Erfolg anvertrauen könne. Eine andere Frage ist es zwar, ob Ziber, der jetzt 60 Jahre zählt, noch gc- gefahrvollen Auftrag zu ubernehmen. Da- willt sein wird, den für spricht, daß er noch zur Zeit der Entsendung Stanley's nach dem Kongo unter der Hand erklärt hat, er mache fich anheischig, von Egypten aus Emin Pascha in Wadelay zu entsetzen und zurückzuführen. Da es fich für England hierbei nur um eine Summe Geldes handelt, denn als Soldaten würden dem Araber angeworbene Baschibozuks genügen, so würde die englische Re- gierung den Versuch mit einer Entsendung Ziber's jedenfalls nicht von der Hand weisen dürfen. Fällen sei der Arzt jedoch sofott hinzuzuziehen. Bei wunden von tollen Hunden oder giftigen Schlangen wi? fich sofortiges Aussaugen und Ausbrennen der Wundstelle, Erfrorenen müsse man nur kalte Behandlung, als Schneetf kaltes Bett jc. anwenden. Ein Ertrunkener darf nicht aus Kopf gestellt werden, sondern immer in horizontaler Lage den Rücken gehalten werden, mit den Armen solle hm» Athmungsbewegung nachzuahmen suchen.— An den sert. fällig aufgenommenen Vortrag schloß fich eine lebhafte an der die Herren Sparfeld, Kannen, Lempke u.& IM thelligten. Ein hierauf von Herrn Kamin gestellter Antrag, streikenden Hamburger Tischlern 200 M. zu bewilligen, abgelehnt, dagegen ein Antrag des Herrn Rüdiger, Streikenden 100 M. zu dewilligen, angenommen. Der thekar theilte mit, daß die Bibliothek von Mon 13. August, ab jeden Montag von 7 bis 9 Uhr und jeden Donner st ag von 8 bis 9 Uhr Abends ist. Außerdem wird an jedem der beiden Tage das zur Benutzung ausgelegt. Die Mitglieder weiden ersM Bibliothek recht zahlreich zu benutzen. Zwei kranken W wurden zum Schluß noch Unterstützungen bewilligt. Di- Vereinigung der deutsche« Stellmacher glicdschaft Berlin) hielt am 6. August Linienstt. 19 ei« sammlung ab. Es wurden zunächst die Herren Singen Menzel als Mitglieder des Ausschusses gewählt. Hierau die vor 2 Jahren errungene Forderung in Erwägung und ausgeführt, daß, nachdem bisher nur immer„kü- nach dem Tarif bezahlt wurde, die Meister denselben reduziren wollen. Es wurde aufgefordert, das Errunj S Dr. 18 jfo jht:. «use eröfs !!N-n er We». wie daß ?%t olm «Kiflunn 1 Uerewe und Versammlungen. Der Verein zur ng der en der Klavierardeiter hielt am 4. August in Gratweil's Bierhallen eine gut besuchte Mitglieder-Versammlung ab. Herr Dr. med. Bernstein hielt einen Vortrag über:„Hilfeleistung bei Unglücksfällen". Der Vortragende führte etwa folgendes aus: Die Wissenschast müsse Gemeingut der ganzen Menschheit werden; die Halbbildung sei zu verwerfen. Gerade die Aerzte hätten in ihrem Beruf durch die Halbbildung der Patienten sehr zu leiden, gerade bei dm Arbeitern sei ein großer Wissensdrang vorhanden, der zu der Hoffnung berechtige, daß die Arbeiter der Zukunft bei allen ihnen zustoßenden Unglücksfällen das Richtige sofort anwenden würden, um weiterem Schaden vorzudmacn. Der größte Feind bei allen Verletzungen sei die Fäulmß. Diese müsse vor allem fern gehatten werden durch größte Reinlichkeit, antisepttsche Behandlung u. s. w. Bei scharf blutenden Wunden empfehle fich Druck gegen vie Wunde und Ver- binden unterhalb der Wunde. In allen schwierigen zuhalten; sollte dieses nicht mehr möglich sein, dann dieser Angelegenheit wieder an die Oeffentlichkeit getreten »cio, wncvci uji vtt lucnciimojitu � ierner wurde beschlossen, das bisherige Versammlung Linienstr. 19, nunmehr als Vereinslolal zu dettachten � Versammlungen dort jeden Montag nach dem 1. ein« Monats ohne weitere Einladung abzuhalten. Die l stattfindenden Versammlungen werden in dm Werkst sonders bekannt gemacht werden. Weiter wurde vor für das nächste Winterhaldjahr eine Fachschule zu erri nächste Versammlung wird das weitere hierüber I Alsdann wurde noch bekannt gemacht, daß die Land! Erkner am nächsten Sonntag stattfindet. Die Abs früh 7 Uhr vom Schlessschen Bahnhof. Nach mehrerer Fragen wurde die Versammlung geschlossen. ?'«merle«te Berlins und Umgegend. J Generalversammlung am Sonnabend, den 11. August, 8i Uhr, im„Neuen Klubhause", Kommandantenstt. 72._ Ordnung: 1. Regelung der Lohn- und Zeitvcrhältnisse. eines Schiedsgerichts. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung statt. y| Berliner Verein für naturgernäße«ies«»� pflege und arzneilose Heilkunde. Heute, Donnerstag.# Kommandantenstt. 72: Herr Th. tzieke über:«Das F>� seine naturgemäße Behandlung." Große Wählervrrsammluug heute, Donnettio»' 9. August, Abends 8j Uhr, in der Tonhalle, Frievriflj* Tagesordnung: Die bevorstehende Ersatzwahl im 6. Reichstagswahlkreise. jj-stasfeafc Gorgen,, Me 1848 lung B Magen ar Me und Avkasse n BW im kxnmg,, Wen»erst ff" Dr i Theater. Donner st ag, den 9. August. Friedrich- MithelmstSdtische» Theater Boccaccio. Kroll'» Theater: Ein Maskendall. Sfleud-Theater: Robert und Bertram. Bellealllauc«- Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott._... Viktoria-Theater: Die Kinder des Kapitan Grant.__, K-ulgstSdtisches Theater. Der Straßen- junge von Paris._ Oaufueaun'« Karittt: Spezialitäten-Vor- stellung. «ourordia- Theater i stellung. Spezialitäten- Vor- Adolph Elltsi-Theatrr (früher Louiseustadtisch-a), Dresdmerstt. 72. Kouuadeud, de« Ii. August 1888: Zum 1. Male: Die lfm Grazien. Gesangspoffe in 4 Asten von Leon Treptow, Kouplets von Gustav Görß, Musik von Franz Roth(Novität). Mit vollständig neuen Kostümen und Dekorationm. Elly: Bertha Feldau, Clara: Helene SchQle, Gretchm: Mary Relchardt, Laura: Rosa Lid, Auguste: Grete Gal'.us, Elfriede: Selma Richter, Nickel: Guido Fielecher, Heller: Hugo HasskeH, Bornstedt: Fritz Schmidt, Lehmann: Gustav Göras, Schumann: Alfred Schmasow, Emil: Eduard Schma- aow, Carl; Georg Stollberg, Bullerkopp: Dir. Ad. Ernst. jy UorbestrUnugen auf Killet» werde« schoa heute a« der Kaste rntgegeu- genommen."MW Ferufprech-Anschluß: Amt IX N-.V7S3. Gr. öffentliche Kersammlung der Schuhmacher Freitag, den 10. August, Abends 8t Uhr, in Malst'» Kalo«, Große Franlfurterstt. 117. Tages-Ordnung: Die Alters-«nd Inraliden- Dersorgnng. Referent: Herr Redakteur Maz Schippe). 293 Der Eiuberufer. Soeben erschien: Mr. 56 des „Wahren Jakob". Zu beziehen durch die Grpeditio« d. Kl. Zimmer strafte 44. m I T Theater-« Sxeeialitaten- ung Schweizer Garten. Entrte SO Pf. Entere SO Pf Dorstes Kazastav-jamilie, T. Willbttg, Krothers Almivs, Stschw. Dtlome. Volksbelustigungen Im Saal: Damen- aller Art. tanz u. Kall. Abends: Gr. Illumination. 1 ■ Volksb all b Alles Nähere g|ä die Anschlagsäulen. Damen-| Kall. ■J - 10"■ Zweite Reise durch Tirol. Deraanze Trauerzug und Auf- bahnma Kaiser Wilhelms im Dom. Enttee& Cycl. 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn Ein Vereinszimmer für 30 Personen zu vergeben bei ROst, Neue Jakobstr. 23. 274 Kleine Mohnunge«, billig und elegant, alle Räume hell, gesunde Luft, großer Hof, bestehend aus 1, 2 und 3 Stuben nebst Zubehör, an anständige Leute zum 1. Oktober zu vermiethen. Vderbergerstr. 51—5%, N, Zu beziehen du rchdieExpedition Zimmerstraße 44; Inieinaiionake MfiotM Von der Iuteruatiouale« Bibliothek liegt nunmehr die i. Serie kamplet vor. desteht aus folgenden 7 Bänden: Die Darwiu'sche Theorie. Von Dr. E d w. A v e l i n g, Gebunden Äk. 2,—. roschirt Mk. 1,50. Karl Mar»' Gekonomifche Kehre« "•——-- sstl" Gemeinverständlich dargestellt und er- läutert von Karl K a u t s k y. Broschirt Mk. 1,50. Geb. Mk. 2,-. Meltschopfung«nd Weltuntergang. Die Entwicklung von Himmel und Erde vom Standpunste der Naturwissenschaften dargestellt von Oswald Köhler.— Broschirt Mk. 2,-. Geb. Mk. 2,50. Di« laudlich« Arbeiterfrage. Nach dem Russischen des K a b l u k o w. Broschirt Mk. 1,-. Geb. Mk. 1,50. Th-ma» More und fein« Dtopie. Mit einer historischen Einleitung von Karl K a u t s I y. Broschirt Mk. 2,—. Geb. Mk. 2,50. Charles Fourier, sein Leben und seine Theorien. Von August Bebel. Broschirt Mk. 2,-. Geb. Mk. 2,50. Da« moderne Glend«. die moderne UebervAkerung. Zur Kenntniß unserer sozialen Entwicklung. Von Max Schippel. Broschirt Mk. 1,50. Geb. Mk. 2,-. Die II. Serie ist mit einem reichillustrirten Werke von W. B l o s, Die franzSfifche Kevolntio», volksthümliche Darstellung der Ereignisse und Zustände in Frankreich von 1789 bis 1804, eröffnet worden. Die Lieferungshefte(32 Seiten gr. Oktav in Umschlag b 20 Pf.) find in der pedition, Zimmerstraße 44, zu haben. Hochachtungsvoll Ex- 202] I. s. W m Verlag in Stuttgart. Wir haben eine große Auswahl Fertiger Kleider zu billigen Preisen. ge» Kleid aus sehr. Wollstoff hübsch ge» I barem macht, 20—25 Mark. Fertige» Kleid aus rein wollenem, grauem mondfarbenem od. schwarz und jjrau gestreiftem Beige mit Seidenstoff, Sarah od. Moirse-antique sehr hübsch gemacht, 30—35 Mk. KchwarzeKleider 35, 30-40 Mk. Morgenröcke aus Kattun 2,50, 3. 4, 5 Mk. ic., aus Wollstoff 7,50, 9, 10, 12-15 Mk. Kklmanil& Nchiibttg, Kommandantenstraße, Ecke Lindenstraße. Die der Frau Ebel nehme ich hiermit zurück. zugefügte Bd [290] Frau FJ Möbel, Spiegel und Polster -igener Fabrik wegen Ersparung der billig zjrunueustraß» 28. j, «ud Merkauf nur Kos rT Zahlung nach UebereinluniV, SM 10 Mi erie- tet, d gcsch erbaut , Abiheil J�d unl M der « 1 Stand, vollständige Länge und Breite Mark, Bettfedcm, Pfund von 35 Pf- lauft allein die Bettfedern-Engros- 1. Geschäft Kottbuferstrafte 4. pa schäft Krunninstratze 18H, l. Zur stehen 33 Sorten Fevern. Billigste für Händler. Große neue Ketten. Stand 9 Mark. Bettfedern Pfd. 30 Pfg. bis zu den feinsten Daunen zu fabelhaft biMgcn Pressen. Größte, leistungsfähigste Bett« und Bettfcdernhandlung von L Beutlep. Erstes Geschäft: Ackerstr. 35. Zweites Geschäft: Mariannsnstr. II. NB. Feine broncirte Feldbettstesten mit Matratze und Manilla Bezug Stck. 8,50 M., welche überall 12 Marl kosten.[171 I Billige Rester zu Knabenhosen, große Hosen, Jaquets, für Damen Regenmäntel, Jaquets, Trikots, Morgenkleider, Sammet, Atlas, Spitzen u. s. w. Karle, Laufitzerpl. 1, auch Dres- denersttaße 23, an der Markthalle. Nur bis Mittag. urit geringen Webe- fehlem, selten billig! lonbi«- OrLstel- Tez Meter groß, Stück 6 M. Kerr liche Salou-Teppich«, Stück 10, 1', 20 und 27 Mk.. Werth das Doppelte! Echt englische Tüll Gardinen, Stück von 22 Mtr. 12 M. 1 Steppdecken- 1 Ausverkauf. Große türk. u. Vurvur- »teppderkeu 3t M.. Woll-Atla»- Steppdecken. imit. blau, grün, bor- deaur Größe 150x200 cm., M. ÄEmilL;fö7rectt& Zwischen Moritzplatz und Oranicnbrücke. SSP" Versandt unter fliachnahme."MW Z« Verlag«»an J. H. W. Oleta tp fMkn«rtchUn«»: Z>-r Dreizehute» Zahrgaug- s» h» I tr — Oin s«ch «KSbll«.-««sie» und M-rtte. lauf b«» Zahre«(mlt vildl.—»eatrlc« trotn.— Um ei» Haar. Srilhlung van H >I»e vecker(mit Portrait).—, uf troll). — Der alte («II»).—«3on_bem einflu« ber�konn«�u-'�>. Manded aus ba« Wetter der Srbe. von T oa» XL'CHcr orr wiwe.- - Stil'« ml freut,«-dicht mlt v-l» pfanblelher svilb).-«leibe getreu,«rjilhlung»v» H. Uabert�— SW getreu,»rjaljumg vor v moae".—- «ebicht van z. Zudars.— Dl- S-menbilbUA» den Pflanzen und die Slnheit der Zeugung � Pflanzen« und thierreich. Von Pros, ve» Part(mit Zllustr.).—»llerlel Wunber — Oedenlblaü an 3-». lichenborfi.— D % bet '"Iber � 2% ist fei i wi Schufter. Srzilhlung von».«eruer(illu!. Dr.»bols Douai(mit Portrait).- W>lheM"[ elever(mit Portrait).— Plar ziavser(mU r, —1 m cK STJ Vergoldergehilfen auf Silh�. Ad. G opfert, Am Lstdahnhof «-Äv Verantwortlicher Redatteur: M. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin 8W., Beuthstraße 2. Kierz« ei»« B«i en wB Zchnee� cht auf t Lag« Die m°- S.'llitt. 185. o. P« Beilage zum Berliner Volksblatt. Donnerstag, den 9. August 188& 3. Jahrg. Lokales. n. es«» aneiM eDttd)' n 6. iflen,' 'Ä ZA-«K jjufe eröffnet. Ihre Verfassung hat seitdem mehrfache Aende- I'Mkn erfahren. Die„Voff. Ztg." füjjiit die Geschichte der- W". wie folgt: Währei.d der Jabre 1831-1837 stiegen die LNphlungen in einem gegen die Vo'.jrhre so beveutenden Mc. daß es der Verwaltung immer schwieriger wurde, die «r ohne Schaden für die Kasse zinstragend anzulegen. In Egling dieser Verhältnisse fanden fich die Stadtvehörden lasst, durch Bekanntmachung vom 12. Mai 1837 alle Uuffe.rbücher, deren Werth 300 Thaler und mehr betrug, zu 'Wn, und unter Aufhebung der bisherigen Statuten eine e Sparkasse" mit anderen Satzungen am 15. Oktober fc.r' einzurichten, die nach drei Jahren abermals geändert �dden. Massenhafte Rückforderungen der Einlagen im p 1848 brachten der Kasse unerwartete Ausfälle. Um fich Mn die Wiederholung derartiger plötzlicher ungeheurer � Zahlungen und der damit verbundenen Rachtheile rtemafeen zu stchern, wurden zunächst sämmtliche Einlagen 1?'«her nach dem Statut vom 25. November 1841 verwal- ?asse zum 1. November 1850 gekündigt, insofern die Be- 8%tcn ihre den Betrag von 100 Thaler nicht übersteigenden jungen auf die„neue", mit demselben Tage gleichzeitig er- eS P# nach den Statuten vom 12. August 1850 geführte Mnaffe nicht übertragen lassen wollten. Der Ausbruch des Mes im Jahre 1866 führte wieder zu einer ungestümen Ab- O.�ung, was Veranlassung zu einem mit erheblichen Räch- verknüpften Verkauf von Werthpapieren der Sparkasse '«de. Durch den dadnrch nothwendig gewordenen Statuten- SJJnas vom 22. November 1867 wurde dem KuraUUum eine u�Lterung � Bestimmungen für Anlegung der angesammel- ��elder eingeräumt. Im Vertrauen auf die Wirksamkeit Vr* Maßregel entschlossen fich dann die Gemeindebehörden «in neues am 1. April 1872 in Kraft getretenes Statut Milderung der früheren Beschränkungen bezüglich der M Auszahlungen. Inzwischen hatten die Geschäfte bei WÜÜVasse eine solche Ausdehnung genommen, daß die Ver- gmZßjn größere Lokalttäten erforderlich wurde. Zu diesem ilurf■"'Ufte die Sparkasse das vormals Podewils'sche Gmnd- - M der Klostcrstraße für den von den Gemeinde- wen genehmigten Preis von 600000 M. an und ue nach hier im Jahre 1875 aus dem Rathhause über. dem 1. April 1876 trat das jetzige Statut der Sparkasse Geltung. Im Jahre 1882 wurden zwei„Fllialkassen" llerie- und Jakodtlrrchftraße, dann Stallschreiberstraße) ein- tet, die aus Verwattungsrückfichten am 1. August v. I. r geschlossen wurden. Am 1. Oktober 1886 wurde das erbaute Sparkassenhaus Zimmersttaße 90-91 für die Abtheilung der Sparkasse" in Benutzung genommen. Der jurt» und Boden kostete 349 200 M. und der Feuerkassen- Uh ver Baulichkeiten bettägt 328000 M. Ein Theil der Mwe wird vermiethet. Welchen Aufschwung die Sparkasse air ätzten 25 Jahren erfahren hat, erhellt auch daraus, daß, !>«m> iu Ende des Jahres 1860 die Arbeiten noch durch jcwimk und zwei Diener dewältigt werden konnten, noch WUr das Jahr 1888 herausgegebenen sogenannten„Roth- bisiqtnr Dienst der Sparkasse außer dem aus sechs Personen aroch�en Kuratorium und ausschließlich der Diener und Hilfs- % ßjy% Beamte beschäftigt find. Dazu kommen noch über >1 h„ Msleute, welche die zur Bequemlichkeit des Publikums H-�tschiedensten Stadtthcilen zur Einzahlung ron Spar- r"«richteten Annahmestellen verwallen. ßkäw �4 der erst« sonnige Tag nach langer, � ttzer Zlegenzelt, so mögen gestern Tausende gedacht der helle Sonnenschein ste beim Erwachen begrüßte. �bze nihmeif rtnf, Felder und Wiesen erhielten und munter schmetterten die und Judellieder in die Lüfte. endlich des Landmanns Arbeit auf den Feldern e«ll!�„ ssinnen, die so lange unterbrochen war od des unauf- " Negens. Ein Tag des Sonnenscheins ist schon ein Gewinn für das noch in Garben auf den abgc- ■'! Feldern stehende Getteide; wenn es noch nicht „ � verdorben, wie in besonders regenreichen Gegenden, wnn es endlich trocken in die Scheunen de? werden. Auch dem Hafer und der Gerste lo%., w?rme Sonnenschein hoch willkommen und ganz be- das Kernobst und der Wein die Wohlthat der Pien Jtrn Sllahlm empfinden. Auch die Gastwirthe im Mes 4° neuen Muth, und marcher, der die Sommersaison dwhres schon als abgeschlossen ansah und gegen das wurrte, der steht mit neuer Hnffnung dem Nachsommer und nimmt die bereits aufgehobenen Vergnügungs- H(§ we,ttä wieder auf. Alles vereinigt fich in dem Wunsche, «low vcfferen, die sonnigen Tage nun endlich Bestand haben «er so'»"d daß nicht schon der nahe Skalauer- Fischzugstag, '"'ben.alt) die Grenze zwischen Sommer und Herbst an- "V wrrd, die Freudm der Sommerszeit uns entführen h&t** da« Wetter diese« Jahr«« geht der„Weser- & aus Lüneburg folgende interessante Zuschnft zu: Der f>il � eegnerische Juli d. I. fordert zu einer Vergleichung T�'llerung anderer Jahre auf. Was die Wärme an- Jo hat nach den langjährigen meteorologischen Beob- 17» � Juli bei uns im Durchschnitt die Temperatur .o Grad Zclfius, der diesjährige nur 14,8 Grad gehabt «III Überhaupt der(älteste Juli, soweit die hiefigen wtungen zurückreichen, der von 1853. Die durchschnittliche .. Nl.nge des Juli ist 69 Millimeter, während der diesjährige %'.'"'Meter gebracht hat. Einmal betrug der Niederschlag C Mini diesem Jahre, nämlich im Jahre 1855, wo im Julr &, n..,?wier Regen fielen. Hinflchtlich der Zahl der Regen- �iSk�che.im Juli durchschntttlich 15 beträgt, übertrifft der tl�ate mi'l 25 Regentagen alle bisher oerzeichneten Sommer- 5lste»..-�ianntlich waren das Jahr 1887 und die zweite r' gakll Jahres 1886 ungewöhnlich trocken. In diesem Früh- tdie'er i, manche Brunnen in den höher gelegenen Orten rSgei Ässeaend lein Wasser. Es fragt fich nur, od der N'tzt js," Niederschlag durch den reichlichen Regen dieses Jahres aqu..i• itm 1007 neun Monate und unter daß im ganzen Jahre Jahresmenge, fehtten. alle Monate, mit Aus �zie a' MSckMÄiZ ieit r**"geglichen. deren§ 1 destimmt, daß Much nur als Voll- w V* i i milch, Halbmilch oder Magermilch in den Verkehr gebracht wer- den dürfe. Vollmilch müsse einen Fettgehall von mindestens 2,7 vCt. und Magermllch ein spezifisches Gewicht von mindestens 1,032— 16 Grad des polizeilichen Ällchmcssers zeigen. Diese Bestimmungen namentlich gaben dem Verein Berliner Milch- Pächter Veranlassung, durch Untersuchung von Hunderten von Milchproben, die der gerichtlich ver-idete Chemiker Dr. Jeserich ausführte und u denen auch Herr Bolle in Moabit, freilich ohne sein Wissen, Material lieferte, feststellen zu lassen, ob die Ber- liner Milchpächter mit Sicherheit darauf rechnen könnten, stets eine Vollmilch einzuführen, die den behördlich bestimmten Fettgehalt habe. Der Verein sah fich zu seinem Vorgehen um so mehr veranlaßt, als er die starke Mehrheit sämmtlicher Berliner Mllchpächter in fich vereinigt und zu der täglich in Berlin in den Handel gebrachten Menge von Milch weit mehr als die Hälfte liefert. Das Ergebniß der Untersuchungen war kein tröstliches, da der Prozentsatz der Milch, die unter 2,7 pCt. Fettgehalt hatte, nicht unbedeutend war. Auch Herr Bolle war hierbei mit mehreren Proben betheiliat. Seitens der Milch- lieferantcn auf dem Lande konnte den Milchpächtern keine Hoff« nung gemacht weiden, daß hierin mit der Zeit eine Wandlung zum Besseren zu erwarten sei. Die Weiden- und Witterungs- Verhältnisse der Mark ließen fich mit denen anderer Provinzen, wie Schleswig- Holstein, Hannover, Westfalen u. s. w., nicht vergleichen. Selbst bei einem Bestand des besten Milch- Rind- viehs werde nie mit Bestimmtheit auf einen ständigen Milch- ertrag mit dem dezeichneten Fettgehalt gerechnet werden dürfen. Aus diesen Erwägungen heraus sah der Verein fich veranlaßt, fich mit dem Gesuch an den Regierungspräfidenten in Potsdam zu wenden, die Polizeioerordnung vom 6. Juli 1837 in den heregten Punkten abändern lassen zu wollen. Die Eingabe wurde dem Polizeipräfidenten von Berlin(also der Behörde, von der die Verordnung ausgegangen ist) zur Entscheidung vor- gelegt, und die Bittsteller find kurz abgewiesen worden. In dem Bescheid des Polizeipräfidenten heißt es:„Daß Schwan- kungen im Fettgehalt der Milch hin und wieder vorkämen, sei ihm nicht unbekannt. Die Erfahrung habe aber gelehrt, daß derartige Vorkommnisse immer mehr vereinzelte Ausnahme wür- den, je mehr Sorgfalt auf die Fütterung eines an und für fich guten Milch- Rinvoiehbestandes von guter Abstammung ver- wendet werde. In Leipzig würden sogar 3 pCt. Fettgehalt für Vollmilch verlangt, und diese höhere Forderung habe fich durchaus bewährt. Wenn in der Polizeiverordnung vom 6. Juli 1887 nur ein Fettgebalt von 2,7 pCt. gefordert werde, so sei damit auf die Verhältnisse hiefiger Gegend auf Grund um- fangreicher Erfahrung hinreichend Rückficht genommen. Ueber- Haupt seien die Forderungen der Verordnung an sehr sachver- ständiger Stelle noch für zu milde erachtet worden." Der Verein will fich bei diesem Bescheid, wie wir hören, nicht be- ruhigen und eine Aendemng der Verordnung mit allen weiteren zuläjfigen Mitteln anstteben. Di« V«grnd am Kchlefisch«» Thor« hat seit dem Ver- schwinden des alten Zollwächterhäuschens ein völlig verändertes Aussehen erhalten. Drei neue Eisen bahngelcise gehen über die Stelle, wo das alte Häuschen stand, und nur ein alter, knorriger Akazienbaum deutet die Stelle an, wo er das kleine Fenster des alten Hauses beschattete. Die Geleise aus der Skalitzer- straße find hier mit denen der Linie Treptow-Spittelmartt ver- Kunden. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die Promenade der Skalitzcrstraße bis zum Schlefischen Thor zu verlängern, zu welchem Zwecke das alte Pflaster beseitigt und die Baum- Pflanzung vervollständigt wird. Der Bau eines zweiten Ge- leises für die Strecke Schlefisches Thor— Treptow kann jetzt noch nicht in Anariff genommen werden weil die Vorbedingung hierzu, die Rcgulirung der Schlefischen Straße gerade in der Nähe des Thores, noch nicht erfolgt ist. Rufstsch« Höflichkeit kennen zu lernen, hat ein Ber- liner Ehepaar in diesen Tagen Gelegenheit gehabt. Die„Königs- hütter Ztg." berichtet darüber: Ein junges Ehepaar langte aus Berlin im Laufe der verwichenen Woche in Laurahütte an, um hier einer verwandten Familie einen Besuch abzustatten. Bei diesem Anlaß hat es der Versuchung nicht widerstehen können, das nahe heilige rusfische Reich in Augenschein zu nehmen. Zu diesem Zwecke begab es fich am Donnerstag, den 2. August, nach dem Bienenbof und lustwandelte auf der neutralen Straße, die fich hier zwischen preußischem und rusfischem Gebiet entlang zieht. Plötzlich bemerkte es in geringer Entfernung einen„Mos- gol", d. h. einen rulfischen Grenzsoldaten. Um von demselben nicht belästigt zu werden, zog der fremde Herr einen„Paßvort" (Halbpaß) aus der Brusttasche hervor, den er, um für alle Fälle gefichert zu sein, fich in vorschriftsmäßiger Weise hat ausstellen lassen, und prösentitte ihn dem Russen. Jndeß faßte dieser die Situation völlig anders auf, als es der arglose Befitzer voraus- gesetzt hatte. Ohne den Inhalt des dargereichten Legitimations- scheines eines Blickes zu würdigen, nahm er das Ehe- paar fest und forderte es auf, mit ihm zum„Wujt"(Dorf- schulzen) nach dem nächsten rusfischen Dorfe zu gehen. Als seiner Aufforderung seldsttedend nicht ohne Weiteres gewillfahrt worden, schoß er mehrere Nothstgnale ab, und in kürzester Zeit erschienen bei ihm mehrere berittene rusfische Grenzsoldaten, die gewaltsam das Berliner Ehepaar nach Czeladz abführten. Es ist selbstredend, daß in der Zwischenzett das im Bienenpark zahl- reich anwesende Publikum dafür sorgte, um Herrn Kaufmann Aschncr, den Gastgeber des verhafteten Ehepaares, von dem Vorfall in Kenntniß zu setzen. Derselbe begab sich unverzüglich nach Czeladz, um zu interveniren und seine Gäste wieder nach Laurabutte zu bringen. Da er aber den Naczelnik(Hauptmann der rusfischen Kammer) nicht zu Hause antraf, so mußte er un- verrichteter Sache die Heimreise antreten. Seine Verwandten mußten in der„Kosa", d. i. im Arrestlokal Wohnung nehmen. Ob sie inzwischen wieder entlassen worden, weiß Referent nicht. Jedenfalls beweist das geschilderte Vorkommniß aufs Neue, welchen Belästigungen und Plackereien die deutschen Unterthanen an der russischen Grenze ausgesetzt find. Ei« merku-ürdiger Fall v-m Wechf-l de« K-w«ßt- seln«. welcher in der medizinischen Welt groges Aufsehen er- regt, wurde von mehreren sranzöfischen Acrzten beobachtet. Die- selben haben diesem seltenen Krankheitsfall wegen feines besonderen psychologischen Interesses in medizinischen Zeit- schritten veröffenilicht. Wir entnehmen dem interessanten Bericht folg.ndcs: Louis V.. 1863 geboren, kam im Alter von zehn Jahren in eine Besserungsanstalt und erlernte daselbst das Schnciderhandwerl. Mit 14 Jahren erlitt-r eine heftige Gc- mm trank er jetzt nicht nur seinen Wein, sondem stahl solchen auch. Er flüchtete von Bonneval und erschien nach zwei stürmisch durchlebten Jahren, in welchen er hin und wieder im Spital und im Irrenhaus gewesen, im Asyl von Rochefort als Marinesoldat: er war des Diebstahls angeklagt, aber für geistesgestört erklärt worden. Hier kam er in die Behandlung der Prostssoren Bourru und Burot, sowie des Dottor Mabille, welche die Beobachtungen von Dr. Camuset in Bonneval und Dr. Voisfin in Paris fortsetzten. Gegenwärtig ist Louis B. aus der Rocheforter Anstalt entlassen und Dr. Burot schildert seinen Zustand als beinahe völlig wiederhergestellt. Die Erscheinungen, welche beobachtet wurden,. bevor die lange Reihe von Experimenten zu seiner Heilung de« gann, waren kurz folgende: Die rechte Seite war völlig gelähmt, die Sprache undeutlich und schwer. Trotzdem schwatzte er fort« während theils über Politik, theils über Atheismus ic. Seine Erinnerungen umfaßten nur die letzten Ereignisse im Asyle zu Rochefort, weiter zurück, die Zeit seines schlechten Charatters in Bonneval und einen Theil seines Aufenthalts in Paris. Die Aerzte in Rochefort, welche den Einfluß der Metalle in der« artigen Fällen kannten, experimentirten in dieser Hinsicht mit ihm und fanden, daß Stahl, an seinen rechten Arm gebracht, die ganze Lähmung von der rechten Seite auf die linke Seite überleitete. Mit diesem Austausch veränderte fich aber zum großen Erstaunen Aller auch seine ganze Persönlichkeit. War die etwa eine Minute dauemde Krifis, welche das Berühren mit Stahl hervorrief, vorüber, so war V. sozusagen ein ganz anderer Mensch; der rauhe und wilde Charakter hatte dann einem sanften und ruhigem Benehmen Platz gemacht, auch war die Sprache fließend geworden. Wird er dann aber über Rochefort ge- fragt, so antwortet er, daß er nichts davon wisse und nie dort gewesen sei. Auf die Frage,„wo bist Du denn, und welches Datum ist denn heute?" antwortete er(während er fich in Rochefort defand):„ich bin in Paris, es ist heute der so und sovielte." In diesem Zustande erinnert er fich nur der zwei Perioden seines Lebens, während welcher seine Lähmung auf der linken Seite und sein Charakter gut und sanft gewesen. Wie dieses nun zwei vollständig von einander un- abhängige Zustände waren, so konnte er in sechs derartige Stadien versetzt werden. So schien er z. B. in einem elekttischen Bade oder wenn ein Magnet auf seinen Kopf gebracht wurde, vollständig geheilt, indem die Lähmung ganz verschwand, die Sprache deutlich und seine Bewegungen leicht und behende waren. Doch auf die Frage, wo er sei, fand man ihn in die Zeit seiner Kindheit, vor dem 14. Jahre, zurückgekehrt, als er in der Besserungsanstalt zu St. Voifin lebte. Seine Erinnerung war dann vollständig diejenige seines Knabenalters und reichte bis zu dem verhängnißvollen Augenblick seines Erschreckens vor der Schlange. Erinnerte man ihn daran, so machte ein heftiger epileptischer Krampf diesem Zustande ein Ende und ein anderer erschien. Wurde nun künstlich das Gleichgewicht in diesem sonderbaren Wesen hergestellt, d. h. ward er dadurch in einen Zustand gebracht, in welchem keine Spur mehr von der p'y« chischen Trennung, welche ihm zur zweiten Natur geworden, vorhanden war, so trat ein sehr überraschender Zustand ein: er war so zu sagen wie neugeboren und wie ein kleines Kind. Erinnerung. Charakter, Kenntniß und Kraft waren die der aller» ersten Zeit seimr Kindheit. Eine derartige Beobachtung eines Menschen, bei welchem der seelische und körperliche Zustand in so wunderbarer Weise mit einander abwechselten und ins gerade Gegenthcil verändert wurden, ist bisher niemals gemacht. Man würde diesen sonderbaren Wechsel auch nicht für möglich halten, wenn derselbe nicht von mehreren anerkannten Aerzten mit pein« lichster Genauigkeit beschrieben worden wäre. Mit K«ginn der Mintersaison wird fich das Museum für Naturkunde in seiner Vollendung präsentlrcn und damit die Bauten der großen wissenschaftlichen Institute in der Invaliden» sttaße zum Abschluß gelangt sein. Dieses in seiner ganzen An« läge großartige Museum liegt bekanntlich zwischen der landwirth» schaftlichen Hochschule und der Bergakademie, und vereinigt in fich das zoologische Museum, das zoologische Institut und das mineralogische Museum. Letzteres füllt die Räume in dem an die Jnvalidensttaße grenzenden Vorgebäude. Das Ed» geschoß und das erste Stockwerk dieses Hauses find für die außerordentlich reichhaltige Steinsammlung de- stimmt. Das zweite Stockwerk giebt für die Ar- dcitszimmer der Professoren und Studirenden den nöthigen Raum. Die Gesteinsammlung ist in 10 mächtigen Sälen in eichenen Schränken untergebracht. Dieselbe besteht im nächsten Jahre 100 Jahre und ist durch Ankäufe und kostbare Geschenke von Jahr zu Jahr gewachsen. Den Professoren und Studirenden find außer zwei Hörsälen noch 32 große Arbeitsräume mit allen Einrichtungen für mechanische, chemische und physikalische Arbeiten zur Verfügung gestellt. Durch einen glasbedcckten Hof tritt man aus diesem Gebäude in das dahinter gelegene langgestreckte Gebäude, welches das Museum für Thierkunde in seinen beiden Abtheilungcn beherbergt. Die aus den engen Räumen der Universität hierher überführte Thiersammlung füllt nickt weniger als 18 große Säle und einen Lichthof. Die Anoidnung in den Schränken ist eine solche, daß dieselben die richtige Be« leuchtung erhalten und die ausgestellten Gegenstände von den Besuchern gut besichtigt werden können. Außer diesen Museunis« räumen enthält der östliche Flügel dieses Gebäudes noch 24 Arbeits- und Verwallungsräume, Zimmer für die Kustoden, und im Keller und auf dem Boden Räume für Vorräthe, sowie für photographische und Zeichenordeitcn.— Den westlich m Flügel dieses Gebäudes füllt das den Zwecken des Unterrichts, wie der wiffer.schaftlichen Forschung dienende zoolo« gische Institut. Dasselbe umfaßt 22 größere Arbeitsräume und zwei ausgedehnte Hörsäle. Um die Darstellung lebender Thiers bei den Vorlesungen nicht ganz entbehren zu müssen, dient das Untergeschoß zur Aufnahme solcher lebenden Tbierc in Aquarien, Terrarien und anderen Behältern. In dem Erd« geschoß sollen die Sektionen, technischen Arbeiten, Präpara« tionen ic. vorgenommen werden, das erste Stockwerk ist den Ardeitsränmen des Dircftors, der Asststentcn und reiferen Praktikanten gewidmet, der Bibliothek, einem kleinen Hödaal und einer Kustodenwohnung. Im zweiten Stockwerk befindet fich der große Hörsaal, weite Arbeits- und Uevungs.äumc und Vre Unterrichtssammlung. und im dritten Stockwerk sollen die Untersuchungen an lebenden Thieren stattfinden und ein photo- graphisches Atelier die notbwendigen Arbeiten verrichten. Mit der Vollendung dieses Museums ist ein Gedanke erfüllt, der seit 12 Jahren die Gelehrtenkreise hervorragend beschäfttgt und die verschiedensten Stadien durchlaufen bat. K«l d«« Erwiiterungsbauten auf dem städtisch en Schlachthof«, die gegenwärtig ausgeführt werden, war benits vor längerer Zeit die Anbringung einer sogenannten Kühlanlage erwogen worden, wie solche auch bei dem kürzlich eröffneten Schlachthause in Leipzig eingerichtet ist. Dieselbe besteht in einem längs des Dackes mtlang führenden Kühlkanal, welcher zur Aufnahme von Eis bestimmt ist; der übrige Dachraum ist gegen die Schlachträume möglichst dicht abgeschlossen, nur einige Thurm ermöglichen das Einbringen des Fleisches in die Kühl- lammern. Solche Anlagen fehlen gegenwärtig auf dem städtl- schcn Schlachthofe noch völlig und ist dieser Zustand als ein mangelhafter bezeichnet worden. Zitcktsdcstoweniger hat die Schlachthofverwaltung auch bei den Erweiterungsbauten von der Anbringung einer Kühlanlage absehen zu sollen geglaubt, da erfahrungsgemäß das Fleisch nur wenige Stunden in den Räumen des Berliner Schlachthofes bleibt und sofort an die Verkäufer zur Ablieferung gelangt. Für diese kurze Zeit würde aber die Auf- dewahrung des Fleisches in einem Kühlraum fich nicht empfehlen, da die hierdurch verursachten Kosten in keinem rechten Verhäst- niste zu dem Nutzen stehen würden, den die Aufbewahrung des Fleisches in einem solchen Kühlraum gewährt. Die Konsermmng des Fleisches soll auch in Zukunft ausschließlich Sacke der ein- zelnen Verkäufer sein. Nach der Gestalt, welche der Verkehr auf dem Schlachthofe bisher genommen, glaubt die Verwastung von Maßnabmen ihrerseits in diesem Punkte absehen zu können. Diese Entschließung hat nicht in allen Kreisen der betheiligten Fleischer Anerkennung gefunden; es wird vielmehr behauptet, daß bei heißem Wetter viel darauf ankomme, das frische Fleisch sofort der hohen Temperatur zu entziehen: geschieht dies nicht, so ttstt auch bei späterer genügender Abkühlung doch ein schnelleres Verderben des Fleisches ein, als es fich bei früh- zettiger Kühlung gezeigt haben würde. Sollte man es Wohl für möglich halte«? Der hoch- konservative„Reichsbote" schrieb kürzlich über ein national- patriotisches Fest u. A. folgendes:„Wer eins gesehen, der habe sie alle aeschen und deshalb sei eine Beschreibung der ewig gleichen Wiederholungen überflüsfig. Das Defiliren der Truppen, die rasende Tanzlust, die Gefühlsduselei einer angeblichen Fest- stimmung, der Ausdruck des Patriotismus im Schreien, Essen und Trinken, die unvermeidlichen Zwischenrufe, welche aber den allgemeinen Taumel nicht stören, das ist im Großen und Ganzen immer dasselbe" u. s. f. Wer's nicht glaubt, der kaufe fich die Nr. 173 vom 20. Juli 1888. I« der königl. Koftifchlerei von Mecklenburg, Beffelstr. 14, verunglückte am Sonnabend der Tischler M. in einer Weise, daß er sich genöthigt sah, die Arbeit niederzulegen. Selbstverständlich wollte der Arbeiter, der drei Wochen in der Fabrik beschäftigt war und noch nicht abgerechnet hatte, nun- mehr seinen rückständigen Lohn haben. Von dem Werkführer Herrn Werth wurde dem Manne gesagt, daß er am Montag wiederkommen solle. Am Montag hatte Herr Wetth noch nicht die nöthige Zeit gefunden, um den Verpflichtungen, die er dem Arbeiter gegenüber hatte, nachzukommen, er destellte den Tischler M. daher zum Dienstag noch einmal in das Fabrik- gebäude. Bettäufig bemerkt wohnt der verunglückte Ärbetter rn der Ruppincrstraßc, nahe bei der Demminersttaße, und man kann nicht behaupten, daß es gerade zu den besonderen Ver- gnügungen gehött, den weiten Weg mehrere Male mit einem verletzten Arm vergeblich zurückzulegen. Kurzum, am Dienstag, als fich Herr Werth endlich in Gemeinschaft mit dem Zuschneider Herrn Grün dazu herbeiließ, die rückständige Rechnung des Arbeiters zu prüfen, entstanden noch obendrein dadurch Diffe- renzen, daß der Zuschneider Grün dem Arbeiter, der sonst im Akkord gearbeitet hatte, Abzüge machen wollte. Das Ende vom Liede war, daß Werth dem verwundeten Arbeiter, ohne die Rechnung zu bezahlen, mit groben Motten die Thür wies. Neben allen anderen Scherereien muß der Arbeiter nun noch den noblen Werlführer verklagen. Zleber den mit 150 000 Mark»ach Kottbu» gefalleneu Hauptrreffer wird von dort geschrieben: Den meisten der glücklichen Gewinner, die nicht alle mit irdischen Gütern ge- segnet find, kommt das Geld sehr zu statten. Ans Romanhafte streift jedoch der Fall bezüglich eines Oberkellners. Derselbe hatte nur nach längerem Sträuben den dtttten Theil eines Viertel loses, das mehrere Jahre hindurch nicht gewonnen hatte, erworben und fich später mit geringen Mttteln etablitt. Obwohl «r gegen die Ungunst des Schicksals zu kämpfen hatte, entschloß er sich doch, seine Braut, ein sehr achtbares und tüchtiges Mäd- chen, zum Altar zu führen. Auf dem Wege zur Kircke wurde das Paar von der Botschaft überrascht, daß es 11 000 Mark gewonnen hatte. Auch die übrigen Antheile des vielfach zer- splittetten Looses kommen bedürftigen Leuten, kleinen Hand- merkern und Fabttkarbeitern zu Gute. Gl« Schwalbennest i« einer Hängelampe. Von der diesjähttgen Hundstagskühle haben besonders die aus wärmeren Länderstrichen zu uns kommenden Vögel sehr zu leiden; zu ver- wundern ist es daher nicht, wenn ste auf jede Weise fich vor dem Einflüsse der Witterung zu schützen suchen. So haben dem B. T." zufolge zwei muntere Hausschwalben ihr Nest in dem Flaschenzuge einer täglich benutzten großen Hängelampe aufge- schlagen und zwar in dem Gartenhäuschen des Fischermeisters Herrn A. Conds in Schlachtensee. Die leichtbeschwingten Lust- segler waren„in ihrem dunklen Drange fich des rechten Weges wohl bewußt", denn die von der Lampe ausgehende Wärme kommt ihnen des Abends recht wohl zu statten. Da die be- treffende Lampe über dem Speisetische hängt, so hat Herr CoudS fich genöthigt gesehen, eine Schutzpappe anbringen zu lassen. Weder das geräuschvolle Auf- und Niederziehen der betreffenden Lampe, noch die fich des Abends entwickelnde starke Wärme haben die Thierchen zu vertreiben vermocht. Gine Konnrnfrnsternist sollte programmgemäß vorgestern Abend staitfinden, es war jevoch wie immer, wenn die Ver- finsterung bei untergehender Sonne zu später Stunde einttttt, in Berlin nichts von der Erscheinung zu sehen. Auch auf der Sternwarte hat man keine Beobachtungen machen können. Eine abentrurrlichr Gristenz. Wir haben bereits die in Wien erfolgte Verhaftung eines Schwindlers gemeldet, der fich August Asfing nennt und in Potsdam hermathsberechtigt sein will. Wiener Blättern entnehmen wir folgende näheren Mittheilungen über den Fall, der in der österreichischen Haupt- stadt einige Sensation erregt; Durch eine vor einigen Tagen an das Sicherheitsbureau der Polizeidirettion gelangte vertrau- liche Mitiheilung wurde die Aufmerksamkeit der Behörde auf den in der Leopoldstadt, Rothe Kreuzgaffe Nr. 3 wohnhasten ehemaligen preußischen Premiettieutenant August Asfing. zu totsdam gebürtig, 58 Jahre alt. verheirathet, jedoch von seiner atlin gerichtlich geschieden, gelenkt. Asfing, von dem bekannt wurde, daß er im Stadtparke auffallend häufig mit verschiede- nen jungen Mädchen verkehtte, hatte seit dem Mai d. I. in hier erscheinenden Journalen annonzirt, daß er Kapitalisten, eventuell auch Damen mit Vermögen suche, die fich mit 25000 Gulden an der Verwetthung einer sehr gewinnbringenden Erfindung betheiligen wollen. Auf diesbezügliche Offette trat Asfing auch mtt mehreren Personen in Verbindung und seine Unterhandlungen hatten zur Folge, daß einer der durch das Inserat Angelockten, der Buchdrucker Anton Sciteneck, Land- straße, Hühnergasse Nr. 3, gegen ihn die Strafanzeige wegen v r sucdten Betruges erstattete. Nach der Aussage Seitenecks, sowie nach Asfing's eigener Angade und Schttften, die man bei ihm vorfand, ist die Erfindung nichts anderes als ein von Aising erdachtes System zur Sprengung von Spielbanken. Für die Mittheilung des Geheimnisses seiner Kombination verlangte der Erfinder namhafte Beträge- in dem zur Anzeige gebrachten Falle jedoch nur 3000 fl.- wogegen er vre Garantie zu über- nehmen erklärte, daß der Eingeweihte mtt fernem Vettahren in der Spielbank zu Spaa oder in Monaco in allerkürzester Zert fich unermtßlicke Reichthümer Holm könne. Em sonderbares Lickt auf die Att der angeblichen Erfindung wirst aber der Umstand, daß Asfing dem scheinbar auf seinen Plan eingehen. den Herrn Seiteneck mittheille. fie wurden M ihrer Geschäfts- reise in einen Sprelort ein hübsches, junges Mädchen engagrren, A�hätt?"Srnfst�n�m�ethefligp zu ftsseln und so vom Spiele abzulenken. Wie nun erhoben wurde, ist alles, was Asfing diesbezüglich erdacht hat, Schwindel, und zwar so selbst bestätigte, sann Asfing auf andere Mittel, sich in den Besitz größerer Summen zu setzen. Er inserirte, daß er geneigt sei, einen Kammerdiener auf Reism mitzunehmen, der jedoch mindestens über 1000 fl. zum Erläge einer Kaution verfüge. Er oersprach dafür freie Station und eine Monatsgage von 150 fl. Offerenten suchte er in ihrer Wohnung auf, gcttrte fich als Bevollmächtigter reicher junger Männer und be- anspruchte, mtt der Angabe, die Diener könnten schon am folgenden Tage auf ihren neuen Posten eintreten, sofortigen Erlag der Kaution. Sei es. daß Einzelne ihm miß« trauten, sei es, daß anderen die in Äusficht gestellte sofottige Abreise von Wien nicht behagte, kurz, behördlich ist fest- gestellt worden, daß auch dieser versuchte Betrug keinen Erfolg hatte. All' seine schwindelhaften Unternehmen mißglückten, wie- wohl er in der Wahl der Mittel nicht ohne Schlauheit vor- ging. So übersandte er an Neugierige oder Interessenten, die fich seine Erfindung erklären lassen wollten, einen gedruckten Prospekt, dem ein Gedicht beigegeben war. Die Verse, die fich über die Dummheit der ganzen West(Herrn Asfing ausgenommen) lustig machten, waren der am Anfange beigedrucklen Gebrauchsanweisung zufolge nach der bekannten Melodie des „Fischettn, du kleine" zu fingen. Asfing ist vollständig mtttel- und subfistenzlos und eine anständige Kleidung ist das einzige, was er noch hefitzt. Nach seinen Dokumenten ist er der Sohn des Kammerdienes des Kaisers Napoleons I., als dieser auf St. Helena im Exil lebte. Von 1817 bis 1820 stand sein Vater in Diensten des verbannten Kaisers. Von 1825 bis 1836 war er königlich preußischer Hoflakai und ist der Gebutt nach ein— Chinese, mit Namen Friedrich Wilhelm A-seng. Asfing jun. ist ehemaliger Hausbesitzer und war bis 1875 kgl. preußischer Premierlieutenant. Angeblich wegen einer von ihm verfaßten Broschüre mußte er diese Charge quittiren. Seitdem will er fich in der Schweiz, in Belgien und in Monaco aufge- halten haben. Sein Vermögen, sagt er, habe er bei mißglückten geschäftlichen Unternehmungen zugesetzt. Wahrscheinlicher ist es, daß er sein Geld verspielt hat. Asfing wurde verhaftet und dem Landgettchte eingeliefett. Durch fei» eigene« Kiud gerettet wurde gestern Nach- mittag der Dachdecker Robert Heinemann. Derselbe war mit mehreren Kollegen auf einem Neubau der Großen Friedrich- straße beschäftigt, als zur Vesperstunde der elfjährige Sohn des- selben auf dem Bau erschien, um dem Vater Kaffee zu bttngen. Der fleißige Mann war mit seiner Arbeit noch nicht zu Ende, und während die anderen Handwerker die Erholungspause benutzten, ttef H. seinen Sohn zu fich auf das Dach— Mit einem Strick um den Leib, dessen eines Ende an dem Schorn- stein befestigt war, begab fich H. nach dem Dachrand, um an der Gosse weiter zu arbeiten. Während der Knabe die Eß- waaren auspackte, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß der Strick fich plötzlich von dem Schornstein losgelöst hatte und der Vater im Abrutschen über die Tachkante begriffen war.— Im Nu sprang das Kind dem weichenden Stttck nach; es gelang ihm, denselben noch rechtzeitig zu halten und so den totalen Sturz des Dachdeckers zu verhindern. Während dieser fich mit einer Hand krampfhaft am Dachrand festhiett, der Körper jedoch in der freien Luft schwebte, schtte der Knabe aus Leideskräften um Hilfe. Glücklicherweise befand fich ein Maurer in der vietten Etage des Baues, welcher, das Geschrei hörend, schnell zu Hilfe eilte und mit dem muthigen Knaben den aufs Äeußerste erschöpften Dachdecker wieder heraufzog. Rührend war, so be< ttchlet man uns, der Dank des Vaters, welcher fottwährend sein Kind herzte und küßte, ohne dessen muthvolle Haltung er in die grausige Tiefe gestürzt wäre. Die Drharrlichkeit einer Lebensmüde« führte am Sonntag Nachmittag eine große Menschenansammlung in Weißensee herbei. Schon kurz nach Mittag war in der Dorf- straße und in der Nähe des Sees eine junge Frauensperson durch ihr vcislöttes Wesen aufgefallen. Einige Zeit später sah man dieselbe an emcm Baume hängen. Ehe man aber hinzu- gekommen und fie abschneiden konnte, war die Schlinge genssen, die Seldstmördettn herabgefallen und— da fie das Bewußtsein noch nicht verloren hatte,— davongelaufm. Am Abend machte fie sich noch einmal bemerkbar. Sie stand plötzlich bis an die Brust im See und schrie ganz fmchterlich. Sie hatte jedenfalls keine Kourage mehr, noch weiter in das Waffer hineinzugehen, aber sie kam auch trotz aller Zurufe nicht heraus, bis man fie herausholte und zu ihrer eigenen Sicherheit nach dem Amts- gefängnisse brachte. Sie gab an, die Arbeitettn Auguste R. aus der Fttedenstraße in Berlin zu sein und die Absicht gehabt zu haben, fich wegen ihres Liebesgrames das Leben zu nehmen. Bei der Vorführung und Entlassung am nächsten Morgen war die Strangulationsmarke an ihrem Halse noch zu sehen. Abend- brot und Frühstück, das ihr im Gefängniß gereicht worden war, hatte fie unberühtt gelassen, ste hatte es augenscheinlich mit dem Hungern versuchen wollen. Die Liebeskatastrophe aus der Fttedttchstt. 76 ist jetzt insofern in ein weiteres Stadium gerückt, als die Zimmerver- mictherin Wally Zünde das chirurgische Klinikum, in welchem fie völlige Heilung fand, mit dem Moabiter Untersuckungs- gefängniß hat vertauschen müssen. Hier steht fie einer Anklage wegen Mordversuches entgegen. Der polnische Pianist ist zu seinem Vater nach Warschau zurückgckehtt. Zwischen dem Mufiker und seiner Witthin bestand aber nicht allein ein Liebes-, sondern auch ein Schuldverhältniß, so daß in dem Herzen des 35jährigen Fräuleins zu der Leidenschaft der verzweifelten Liebe noch der Zorn über die schnöde Prellerei hinzukam. Es heißt übrigens neuerdings, daß der verwundete Jünge Beethovens bei seinen weiteren Vernehmungen erklätt haben soll, seine Witthin habe nur sich selbst erschießen wollen und ihn, als er das zu verhindem im Begttff war, versehentlich getroffen. Die Anklagebehörde scheint indeß dieser neuen Lesart keinen absoluten Glauben beizumessen, da die ersten Vernehmungen des Polen durch die Kttminalpolizei und den Untersuchungsrichter durchaus belastend waren. Infolge dessen ist denn auch die Uebettührung des Frl. Z. in die Untersuchungshaft verfügt worden. Wie ernstlich übrigens die Selbstmordgedanken bei ihr waren, geht daraus hervor, daß ste vor der Ausführung ihrer unglücklichen That einem jeden ihrer Geschwister einen Theil ihres Vermögens bestimmte. Eine Krutatität sondergleiche« wurde am Montag Abend gegen 10 Uhr in dem Herzog'schen Schanklokal in der Memelettttaße 67 vollsühtt. Dort anwesende Gäste, wahrscheinlich selbst angetrunken, schütteten, wie der„L. Ä." berichtet, einem anderen Gast, den ste seines berauschten Zustandes wegen bereits längere Zeit gehänsett hatten, als Schlußeffekt dieser Hänseleien den Inhalt einer mit Spittttslack gefüllten Flasche über dm Kopf und zündete dann die Flüsfigkett an, sodaß im nächsten Augenblick eine lohende Flamme über dem Unglück- lichcn emporschlug. Anderen Gästen, die beim Anblick dieser Unthat empört hinzusprangm, gelang es, die Flammen zu er- sticken, dennoch aber hat der Bettoffene schwere Brandwunden daoongetragm, welche sein Geficht vollständig entstellm werden. Den rohen Patronen gelang es, der ihnen drohenden Lynch- justtz durch schleunige Flucht zu entgehen. Gin» AnsstrUnng ganz»igrnthLmliche» Art findet soeben in dem Knminalgettchtsgebäude am Molkenmarkt statt. Freilich ist fie nicht Jedermann zugänglich; aber diejenigen, wel- chen der Besuch vergönnt war, sprechen fich mit großer Aner- kennung, ja sogar mit einer gewiffm Att von Entzücken über die Vottrefflichleit und Zweckmäßigkeit der einzelnen ausgestellten Gegmstände aus. Auf einer langen Tafel liegen, wie das „Kleine Journal" bettcktet, die Einbruchswerkzeuge oder, wie der Kunstausdruck der Gaunersprache lautet, die„Tanlelei" der Spitzbuben aus, welche am Sonntag Vormittag den Einbruchs- diebstahl bei Banquier Paasch verübten. Es ist eine äußerst «ichhaltige Sammlung und bis ins einzelste sauber gearbeitet. Einzelne der Werkzeuge find derart beschaffen. wie man fie wohl in kemem Geschäft— auch nicht in der gewerbfleißigen englischen Heimath der Verbrechen — vorcist kcn fnvachserer kaufen kann"; fie find auf Bestellung gearbeitet und zu gatt�N.Alüksiück ""...--—- So kommt«M-Ut-n Waar unbedeutenden es dem t werden nach verschiedenen Angaben auf B®!?!™ stimmten Zwecken ganz besonders ausgeführt. denn, daß in diesen Geräthschaften ein nicht Werth steckt; fie werden nach vcrschs rcre hundert bis zu nahezu tausend Mark geschätzt. allen Dingen ein Brecheisen, ein sogenannter„Lude", Bedütfniß kürzer oder länger gebraucht werden kann; es aus drei Theilen, von denen je nach den Umständen zwei drei zusammengeschraubt werden können. Wie für die an> Werkzeuge, giebt es auch für diesen„Lude" ein hübschrs Fu aus Leinenstoff— die Verbrecher von heutzutage halten auf Sauberkeit und Ordnung. Was der Einbrecher sonst seinem Handwerk nötbig hat, ist alles vollzählig und in Zustande vertreten. Bohrer, Meißel, Sägen, Feilen finden in zablreichen Stücken vor, und selbst das Kleinste ist vergessen. So bedarf der Andohrer eines Kaffenschrankcs,, er durch die äußere Stahlwand durchgedrungen und auf d» Feuer schützende Aschenschicht gestoßen ist, für seinen k' der von der stets nachfolgenden Asche gehindert wird, Schutzes. Diesen gewährt eine Röhre, innerhalb deren Bohrer ruhig seine Arbeit verttchten kann. Auch fie �ehlt n> lich nicht, und ebenso wenig der Vorrath an Pulver, womit nöt! falls die Schlösser gesprengt werden. Der Nachschlüssel .<„ t,ie Da ist«jW' die Kalbe( der rWjtoatsanroalt h oorliezend, wlicn, tnri «führte Ve lÄT! sim an. Dc und Nach liegenden F. erwachsenen e der Sache ÄiT |Wft, für ausre > Tin Dfe» �e Anklage w Men betrat ? Schranken «iif.-I(ü Zkrichtet n,, [ m nach Verfassung falls die Schtoffer gesprengt werden. Der Nachschluyei,- �-wranien welchem die Thüre der im erftm Stock gelegenen lcrrsteha» g der Ankli Wohnung geöffnet wurde, ist ebenfalls von sehr schöner uiwl Jen braunen diegener Arbeit. An Reichhalligkeit soll keine der bisher adgestF 2 Ubr „Tanteleien" fich mit dieser englischen messen können, un® J vorn Dr Uttheil der Sachkenner geht dahin, daß diesen EngWg 2 am Halll gegenüber unsere„schweren Jungens" die reinsten 2� Male, knaben" seien Bei uns wird der Einbruch höchstens handm? mäßig betttcbcn, die Engländer find nahe daran, ihn � i Wissenschaft zu erheben. Da dieser Embruck jedenfalls langer Hand vorbereitet ist und eine größere Anzahl von" arbeitern aufweist, ist der auf den Einzelnen entfallend«/ der Beute nicht sehr hoch, zumal wenn man in Betrachts daß die Spitzbuben ihr werthvollcs Handwerkszeug im' lassen mußten. Es geschah dies jedenfalls zum Theil> dessen Schwere, soll ja doch alles zusammen ein Gen' nahezu einem Zentner haben. polifeibericht. Am 7. d. M. Vormittags wurdet Böschung des Spandauer Schissfahtts-Kanals in der'Ms Hamburger Bahnhofs die Leiche eines neugeborenen KitssV i gefunden und demnächst nach dem Lcichenschaubause gebrm�! Gegen Mittag wurde im Humboldthain ein Zimmermaa« � um dieselbe Zeit ein Kaufmann� in seiner Wohnung z ein Brunn ennra� � �»zeugen tut? Äbgetrii ®as N'-rN £"US P'crd ff von Koli w";'Slaue in' der i Neuen Hochstraße, ferner gegen Abend aber seiner Wohnung in der Koppenstiaße erhängt vorgefund� fJP Entlast Nachmittags gericth in der Fruchtstraße ein 6 Jahre alter U � W. als er von einem vorüberfahrenden Wagen Heu JriZ* Wnr wollte, durch eigene Unvorstchtigkett mit dem linken Fu�j ein Rad und erlitt dadurch eine anscheinend nicht unbe Verletzung des Knöchelgelenks.— Um dieselbe Zen in der Potsdamersttaße ein Arbetter p Krämpfen befallen und erlitt bei dem Stutt das Pflaster derartige Verletzungen am Hl daß er mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht mußte.— Um dieselbe Zeit wurde ferner in ver H� straße ein obdachloser Bäckergeselle fichllich schwer kranl rrnf h?tn SRfimprftptfT Itmnpnh nnrnpfimhpn imh Mch tej�mmr auf dem Bürgersteig liegend vorgefunden und mittelst nach dem Krankenhause im Fttedrichshain gebracht.-% Abend fiel der Rohrleger Zelinski, als er auf dem von einem Arbeits wagen während der Fahrt abstieg, W" unter die Räder und wurde über den Leib gefahren,,., jedoch seinen Weg zu Fuß fortsetzen.— Um dieselbe in der Gitschinerstrahe ein 13 Jahre alter Knabe dura Schuld von einem Rollwagen und wurde von Semfelben w? Mliche linken Hand und am Kopf anscheinend jedoch nur umWEw W. Ahand verletzt.— Abends sprang ein Mädchen vom KottdÄ� Sjmstanz in selbstmörderischer Absicht m den Landwehrkanal, wrL/ Aledoch j alsbald wieder herausgezogen und zu seinen Eltern| SWAr fosi ,&&&* Mrters. i z-ungenen «N bahn- st mn den omr, durch It daß er b ffn daneb KJ die Wa r» wies d ff1, 8 nicht g mmn v Gertchts-Zeitnng. � * Wegen unbefugten tragen» einer©r'/ uniform war der„Arbeiter" Friedttch Wilhelm WL V kurzem vom Amtsgericht zu 3 M. Geldstrafe occurW1�' i eines Dragoneroffiziers bekleidet, den war; der Vollständigkeit halber & er sogar noch W stelle, angelegt. Die Uniform will er als Geschenk von einem empfangen haben, dem er angeblich in Frankreick groß«. 5i' D«u geleistet hat. lieber seine Erlebnisse in Frankreich gW,/% selige Geschichten zum Besten, unter anderem behauptet �, W svefon! Franktireurs bis an den Hals eingegraben worden zU i� � vuch s Der Gerichtshof fand die vom Schöffengettcht verhängt"'■ ganz gerechtfertigt und verwa f die Berufung. * Unter der Anklage der MasestStsbek wurde der Arbeiter Philipp Karl der ersten Fettens»/ aus der Hast vorgeführt. Als Belastungszeuge war ver Rudolf Kreiter, Naunynstr. 83, erschienen. Die$«%,*« welche unter Ausschluß der Oessentlichkeit stattfand,«?'.- der Freisprechung des schon seit längerer Zett in Uirtcriu Haft befindlichen Angeklagten.*«i$ * Gin weisses Taschentuch bildete den Grund h."sul Anklage wegen Diebstahls, die fich gegen den 50jähstJyA K r.. Zu bester Heyde richtete und vor der 89. Äbtheilung des � gettchts verhandelt wurde. Der Angeklagte saß«'% auf einer Bank im Mattannenpatt, als fich ein elw/ trunkener Mann nähert« und neben ihm Platz nod: kurzer Zeit zog der Ankömmling sein weißes Tasm�. der äußeren Rocktasche, um dasselbe in zweckentsprechen qA zu gebrauchen. Was nun folgte, ist in Dunkel gehüllt- � W. das Wst des; der Angeklagte behauptet, daß der als Zeuge anwen f',(%%%. Handwerk das Taschmtuch unbewußt neben die Tas® /"« baden müsse. weil es ihm vlönlick auf die Hosen sssLech rfet„..ü® J haben müsse, weil es ihm plötzlich auf die Hosen glaubt der Zeuge, aus vettchiedenen Umständen> müssen, daß ihm das Taschentuch gestohlen wurde. selbst zugeben muß, an dem betreffenden Abend muo« gelrunren gewesen zu sein. Der Staatsanwalt hän" klagten schuldig und beantragt 1 Woche Gefängntv- ttchtshof erkannte aber auf kostenlose Freisprechung-, einem alten, bisher ganz unbescholtenen Mann wo? schenken könne.„„ussy ♦ Des Uergehen« gegen die Gewerbes»� schuldigt stand der Lithograph Alexander Hönig o0t II ganz unbeschottenen Mann, ...................................., Jtes Fettenstrastammer des �Landgerichts I. Der Äng(W% � JtnJJi ble"j tri der Stallschreiberstraße eine Fabttl etablitt b?*''#' f 5. jn Lehrlingen die aesetilick nnrn-f-briebene iltündlg« 4h, Nachmittagspause nicht gewährt Polizciwachtmeister Gräber und 3: S-KÄK? bekundet, daß er von seiner vorgesetzten Recherche beauftragt wurde, nachdem eine bezüglich«/,�, v.J gegen den Angeklagten eingelaufen war. Nun 9% I Lehrlinge zwar erklärt, vollständig im Genüsse* normtnen Erholungszeit zu sein, doch habe««„tf J Verletzung der gesetzlichen Bestimmungen gefunden- und Ende der Pausen nicht ttchtig angemeldet � diese Uederttetung wollte er in seinem Protow- Anklage zu Grunde liegt, hervorheben., giebt zu, die Veränderungen der Polizei U --- unteibtt«�ijpe� '�too aSb «.£abe5,' ums aus Versehen - doch muffen fie jedesmal beim Beginn dM zu giw!>> i kommt bedeu>ei>> n auf m« Da ist" "pwAjfren Arbeitkin geben, um aufzuschreiben, was diese N»wbstück resp. Vesper wünschen. Auch das Geld für die «iiMtün Waaren nehmen die Burschen in Empfang und hän- dem betreffenden Restaura! eur ein, der dann das Ge- s?>? die Falnik befördert, hierdurch gebt den Lehrlingen ".M die halbe Pause, I- Stunde, jedesmal verloren.— Der , der r"�«>atsanwalt hielt ein Vergeben im Sinne der Anklage nicht . t§ beiW�r ootliegenö, doch sei-eine Übertretung der Gewerbeordnung n ilvei"?�andea, weil der Angeklagte unterlassen habe, die von ihm die anocWMefuhrte Veränderung der Pausen mr Kenntnist der Be- ches FudMrve zu bringen; hierfür beantrage er 10 Mark Geldstrafe oder halten Haft. Der Gerichtshof sah aber das Vergehen als er- >cr sonst l?uen an. Das Gesetz verlange für die jugendlichen Ardeiter >d in und Nachmittags eine halbstündige Pause. Diese sei im r finden st«rtiegenden Falle den Lehrlingen durch die Bestellungen für ste ist n* w erwachsenen Arbeiter verkürzt worden und es müsse nach ankcs, M der Sache angenommen werden, daß dies mit Vorwiffen auf du" in Angeklagten geschehen sei. In Anbetracht der geringen ren» Mdrgurg sei eine Geldsftafe von 20 Mark, event. 2 Tage wird, eMM, für ausreichend erachtet. i deren t Ein Pferd für 300 Mark einbüßen und dann noch fehlt n»"i Änklage wegen Thier quälerei, das ist zu viel! Mit diesen nitnöthil" Men detrat der Fubrhcrr Friedrich Wilhelm Gustav Behrendt chlüssel,"?vchranken der 94. Avtheilung des Berliner Schöffengerichts. lcrrsteh� � der Anklage soll er am 31. März ct. einen total abgetriebraunen Wallach in den Droschkendienst gestellt haben. 2 Uhr Nachmürags brach nämlich dieses Pferd, welches .- vom Droschkenkutscher Göbel geführte Droschke gespannt rj, am Halllschen Thor zusammen, und dies wiederholte fich ??ste Male, nachdem das Thier mit Hilfe der Umstehenden Michitt worden war. Das Pferd ist alsdann aus- Ä>nt, nach einem Stall geschafft und erst gegen 4 Uhr in Zr/Maffung gewesen, um die Droschke nach Hause zu fahren. Absicht des diensthabenden Schutzmanns und eines anderen upzeugen sei dieser Zusammendruch des Pferdes infolge eto Abgetriedenheit erfolgt, während der Angeklagte angiebt, ■f! oas P'erd sehr gut im Stande gewesen, an dem genannten la» D5J Kolik befallen worden und am Nachmittag auch in . isti Stalle infolge Kolik krepirt ist. Diese Angabe wurde wL�icm in dem Hause des Angeklagten wohnenden Schlächter- zÄ der Kavallerist gewesen ist, bestätigt, und auch dcr Atster Göbel, der nicht mehr im Dienste des Angeklagten L? bekundet, daß fich sein Pierd in einem guten Zustande be- L�bt hat, bis es von der Kolik erfaßt worden ist. Der Amts- ncr unb. er abgef« m > hau!.-» ihn zu/ zenfall» hl von illcndt ietraiV GÄ� mrdl� i°Kin�5 t gebr"� erniaiw � Hing" ren Ä erachtete die Aussagen der B.lastungszengen für maß, g" z ho«? und beantragte 6 Mark ev. 2 Tage Hast, der Gerichts- oder ein größeres Gewicht auf die Bekundungen der Zkfun�i Entlastungszeugen und sprach demgemäß den Ange- .G tttK WTj» sich?'st»rstch»rungvamt eine wichtige Entscheidung hrnficht- inbeö�l äff,,'s llmiangs der durch das Unfallverficherungsgesctz dm 3�* kla-»!.�ffenschaften auferlegten Entschädigungspflicht, welcher ötzlitb. C J*} Sach verbalt zu Grunde lag: Die Wittwe eines bei Sturi,?urter Straßenbahn-Gesellsckaft beschäftigt gewesenen Hin�W�Wkrters, welcher infolge eines Rippenbruchs an Rippenfell- Lungenentzündung gestorben war, beanspruchte von der rnbahn-Berufsgmoffenschaft die Zahlung einer Rente, da lann den Rippenbruch, durch welchen der Tod veranlaßt WM, durch einen Betriebsunfall, nämlich dadurch erliftm g, daß er beim Putzen eines Pferdes im Stalle von einem n OsttrstZ??n daneben stehenden Pferde angegriffen, gebiffen und i hiN'?Ä E? die Wand gepreßt worden sei. Die Berufsgenossen- bren,% C wies den Anspruch ab, da die Entstehung der Ver- selbe Ns nicht genügend aufgeklärt, auch der Tod nur dadurch durch s�SwüHrt worden sei. daß man es unterlaffen habe, recht- selben ifts.? orztliche Hilfe herbeizurufen und den Verletzten in reael- undc�V Vji* Behandlung zu geben. Ebenso entschied in der Be- oftbustVf das Schiedsgericht. Auf den Rekurs der Klägerm I svl.otb das Rcichsverficherungsamt derselben die geforderte aVsti folgender Begründung zu: Durch das Ecgebniß der nähme ist es in hinreichendem Maße wahrscheinlich Mt,.,;H fich der Hergang so, wie die Klägerin ihn dar- 'K!itn 1-urcn hat; eine solche Wahrscheinlichkeit muß aber in IW*-- dcr vorliegende, die in Ermangelung von Augen- ftr«."le volle Gewißheit nicht gewinnen lassen, ausreichen. daß der tödtlickc Ausgang wesentlich auf die >n,�."0anspruchnahmc ärztlicher Hilfe zurück zu führen sei, �urch das vorliegende Attest bestätigt, ist aber an fich g"?- Das Unfall oerficherungsgesetz nXle StnTnpti hpr hpttti � «m :r Anf' am 1J| I uiid- � Das Unfall oerficherungsgesetz verfolgt den Zweck, gegen alle Folgen der beim Betriebe erlittenen Un- sondern auch die mittelbaren, Tod nicht direkt durch den sSM Kfc- s tZJP häng»' IÄK ii ver S? nind,�' .OjSh des eines äsS üllt. ' tili- wi �iciucuuuiviuu� ,.-"n'�sondere dadurch nicht aufgehoben, daß denselben ein » schuldbarcs Versehen in Bezug auf die Herbei- tzj� �ztlicher Hilfe zur Last fällt. finzig in ihrer Art dastehende Klag» gegen in Jnstisstskn« ist kürzlich bei dem Amtsgericht fC"1 m'. Thür, von einem Rechtskonsulenten anze- Meia-nn.-"' Dessen Antrag, ihm als Bevollmächtigten eines INr«an! mers die Einsicht in das Grundbuch zu gewähren, fcsl � Don>7 clü oic U/iniicpi tn oav �sruitooulli gu ßcwuyitiif ffistlttiöihj� Amtsgericht zurückgewiesen und die Kosten dem % war �funa auferlegt worden. Als Grund der Zurück- ' w?r die Eigenschaft des Antragstellers als eines ep H.�iulenten" angeführt. Da letzterer, welcher übrigens hat Zurückweisung Beschwerde beim Landgericht einge- i' diese Kosten nicht bezahlte, wurde wegen der- ts�ossen- �vpha bei ihm gepfändet. Nun strengte der > an- ,fle8en den Justizfislus Klage mit dem An- h f-s.'..- gemäß§ 231 Z.- Pr.- L. alsbald durch Ur- sch''''zustellen, daß das fragliche Kostenschuldverhaltniß Kläger und dem Beklagten Justizfiskus nickt be- wLj unter Verurtherlung des Beklagten in Aner- nwestb Des Nichtbestehens seines geltend gemachtm Sckuldver- Aufhebung der bei dem Kläger bewirktm Zwangs * ff de. 0 Ä lUNg, ßh, riUNCN oeicrnagnaymre»opoa wohl$ Mstien auch in die Auszahlung der Ihnen bisher ent- dieser- st und Schreibgebühren gewilligt. Damit hat tpr rit V ttfrtiojioijft"0 dastehmdc Prozeß sein Ende erreicht. vor fA Aus Magdeburg. 3. August, wird iflag'L Cy bi,- to'Ute fand vor hiestgem Landgericht als Bemfungs- st, fC-/ L,ain 5 Verhandlung gegen Heine und Vater statt. Herne ig« tn/-;»' �ilS'atinns''""den v. I. tn Staßfurt in einem öffmtlrchen örtwidt"n�bwel�-umer betroffen worden, als er am Tische saß und K%% etwas erzähllih Es tfii«, erufbebung der bei dem Kläger bewirktm Zwangs- �.ausgesprochen wird, 3. pp.— Hierauf erhielt der �. st. der den Fiskus vertretenden Gerichtskasse folgende . Gerichtsvollzieher angewiesen habm, das wegen ?! dei Ihnen beschlagnahmte Sopha wieder freizu- waren etwa 50 Personen horchende Polizist bekundet 88S8&: ii� Weifend deutlich das Wort„Kongreß" gehört zu haben. � � auch vier auswärtige Männer, Parteigenossen -�'e meisten Anwesenden waren dem Polizeiwacht- ldemokraten bekannt. Das Gericht nimmt an, �ftvrärf. Restaurant keineswegs um ein bedmtungs- hl sfleicha�tarische Ordnung habe nicht gehmscht, allein m # 5| iu 9*4 gegriffen,„dmn dnselde sei ein gebildeter Mann, dessen Lehrm dazu dienten, die ungebildeten Massen irre zu führen". Der beschuldigte Vater soll sich nach der Auf- lösung der„Versammlung" nicht rechtzeitig entfernt haben und war zu einer Woche Gefängniß verurtheflt. Beide Angeklagten vertheidigten fich selbst. Der beschuldigte Vater gebrauchte sehr starke Ausdrücke. Hierüber vom Vorsitzenden zur Ordnung ge- rufen und mit sofortiger Jnhaftimng bedroht, erwiderte er „Glauben Sie nicht, daß ich mich vor Ihrem Gefängniß fürchte, wo es hier gilt, ein wichtiges Volksrecht zu vertheidigen. Im übrigen verurtheilcn Sie mich. Aber wenn Sie mich verurtheilen, so erkläre ich dies für einen Akt der---Justiz." Der Staatsanwalt beantragte hierauf eine sofort zu vollstteckende empfind- liche Hafsstrafe. welche das Gericht auch aussprach. Vater erhielt wegen ungebührlichen Benehmens vor Gericht 3 Tage Haft und wurde sofort abgeführt. Der Zuhörerraum war überfüllt. Kereine«ud Nersammw«Ke». Gin« öffentliche tSeneralv-rsammlung der Maurer war vorgestern Abend von Maurer Jaensch in Mundt's Salon einberufen, um gleichfalls über das Alters- und Invaliden- versorgungsgesetz fich auszusprechen. Dcr Vorfitz wurde Maurer Bock übertragen. Zu der gestellten Frage: Welche Vortheile bietet uns die Alters- und Jnvalidenvcrsorgung? nahm zunächst Maurer Grothmann das Wort. Redner wies bezüglich der Maurer darauf hin. daß dieselben jedenfalls nicht im Stande seien, jährlich 47 Wochen hindurch den Beitrag zu zahlen, da fie nicht selten 12—15 Wochen ohne Arbeit seien. Zu den 70 Jahren würde also noch eine ganze Reihe von Jahren hinzukommen, die sich aus nachgeholten Wochen zusammensetzten. Nur sehr Wenige würden demgemäß die Vortheile der Altersversorgung genießen. Die Invaliden- Versorgung aber gehe nur allzu leicht verloren, da auch ein in- valider Maurer immerhin durch Handel mit Bleifedern, Zoll- stocken und Lothschnüren noch täglich 33 Pf. zu verdienen ver- möge. Das Allerschlimmste an der ganzen Sache aber sei das Qmttungsbuch. Auch liege nach den mit dem Unfallverfiche- rungsgesctz gemachten Erfahrungen die Vermuthung nahe, daß der größte Theil der Bettäge durch die Verwaltungs- kosten verschlungen werden würde. Man solle doch den Arbei- tern das Koalitronsrecht geben: dann würden fie eines solchen Gesetzes nicht bedürfen, sondern selbst für fich und ihre Familien sorgen.(Ledhafter Beifall.) Die nachfolgenden Redner stimmten mit diesen Ausführungen überein. Maurer Schmidt führte aus, die ganze Sache habe für die Maurer gar lein Interesse, da von ihnen doch höchstens einer unter tausend 70 Jahre alt werde. Einstimmig wurde dasQuittungsbuch bekämpft. Von vielen Seiten wurden Versammlungen und Petitionen gegen dasselbe bezw. auch zur Besprechung anderer Einzelbestimmungen empfohlen, während andere fich weder vom Pctitioniren, noch von den Versammlungen, zu denen auch die Volksvertreter eingeladen werden sollten, irgend welchen Erfolg versprechen. Folgende vom Maurer Krieg beantragte Resolution wurde dann ange- nommen:„In Erwägung der geringen Leistung sowie der hohen Karenzzeit, welche der Gesetzentwurf für die Alters- und Jnoalidenverstcherung in Ausficht stellt, ferner, daß das in dem Gesetzentwurf vorges hene Quittungsbuch dem Arbeiter von Seiten der Ärbertgcber die größtmöglichen Hinder- nisse in seinem Fortkommen bereiten kann, und zwar daß das Quiteungsbuch schon in seiner regelmäßigen Form ven gar nicht abzuleugnenden Charatter eines Arbeitsbuches hat, beschließt die heute in Mundt's Salon tagende öffentliche Maureroersammlung Berlins, da die Gefahr uns durch das Ouittungsduch als eine sehr bedeutende erscheint, auf die ganze gebotene Atters- und Invaliden- Versicherung zu verzichten, selbst wenn dieselbe auch erheblich ver- bessert würde." Die Versammlung verfiel kurz vor Schluß noch der polizeilichen Auflösung. Zum Puntte Gewerkschaftliches war u. a. Klage darüber geführt worden, daß auf Bauten, die ver- lockende Löhne anböten, Sonnabends nicht bezahlt würde. Maurer Grothmann bemerkte dazu, daß es in solchen Fällen durchaus nicht an Geld fehle, sondern daß man es hier nur mit Machinationen des Großkapitals zur Ausbeutung der Arbeiter zu thun habe. Als Redner nach längeren Aus- führungen fortfuhr mit ven Worten: Es ist ja der Wunsch der Großkapitalisten, die Arbeiter in der Verdummung zu erhalten, der Arbeiter darf nicht wissen—, erhob fich dcr überwachende Polizcioffizier und erklärte die Versammlung auf Grund des § 9 des Sozialistengesetzes für aufgelöst. Abgesehen von einem vereinzelten Zwischenruf verließen die Versammelten in Ruhe den Saal. Auch auf den Straßen kam keinerlei Störung vor. Schneiderversammlung. Am Dienstag, den 14. August ct., Abends 8 Uhr, findet im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37, eine öffentliche Schneiderversammlung statt. Die Tagesordnung lautet: Berichterstattung des Delegitten Herrn A. Tälerow über die Verhandlungen des Schneiderkongreffes in Erfutt. Freie Diskusfion. Alle Schneider Berlins find freundlichst eingeladen. �_ J1, �. Die öffentliche Versammlung der Kuchbinder und Beru'saenoffen, die zu Montag Abend nach dem„Louisen- städtischen Konzetthaus", Alte Jakobstr. 37, einberufen und zahl- reich besucht war, verfiel dem Schicksal der polizeilichen Auf- lösung. Herr Jost sprach über:„Die Atters- und Invaliden- verficherung der Arbeiter." Die Altersverficherung soll nach dem vorliegenden Gesetzentwurf mit dem 70. Lebensjahre resp. nach dreißigjähriger ununterbrochener Beitragspflickt zahlbar werden und der Beittag 21 Pfennige pro Woche betragen. Die ausgeworfene Rente von 120 M. jährlich sei viel zu gering. Ein 70jähriger Arbeiter habe der menschlichm Gesell- schaft genug gedient, er verdiene seine Ruhe ebenso wie jeder Beamte. Die Invalidenrente s»lle nach 5 Jahren Karenzzeit erhoben werden können, aber fie sei ebenfalls ungenügend nnt 240 Mark pro Jahr normitt. Da werde von den Arbetterkaffen mehr geleistet. Bei den Arbeiterkassen würden die Beamten aber auch nicht bis zu 10000 Mark pro Jahr, wie es der Gesetz. entwurf wolle, besoldet. Der Zweck, welchen das in S?' fewfSr-Ä Ununterbrochen könne der Arbeiter seine Beiträge nach Lage der Gesetz nach dem vorliegenden Entwurf wreder zwecklos. Außer- sr»S vAa&ftf pr«: K'&f&ä ärs?,- /Ä Für's erste komme es darauf an, die Lage der Arbeiter zu ver- m das Empfangen von Ärmengeld die . wurde gewünscht, Verficherungsrente daß nicht aufheben solle. Sonst wendeten sich die Redner gegen die kapitalistische Produktionsweise, und als der letztgenannte Redner davon sprach, daß diese in die genoffen- schaftliche Produktionsweise umgeändett werden müsse, verwies ihn der Vorfitzende zur Sache, infolge dessen die Aus- führungen abgebrochen wurden. Hierauf nahm ein anderer Redner das Wort, der ausführte, daß die Arbeiter zu schlecht daständen, um die Kaffenbeiträge alle bezahlen zu können. Der Reichskanzler habe die jammervolle Lage der Arbeiter selbst an- erkannt, indem er fich gegen die Beseitigung der Sonntagsardeit ausgesprochen habe, mit der Motivirung, daß die davon de- troffmen Arbeiter den für fie dadurch entstehenden Einnahme- ausfall nickt entbehren könnten. Dennoch bezeichneten manche Leute die Alters- und Jnoalidenverstcherung als den Abschluß der Sozialreform und thäten so, als ob mtt den Verstcherungs- aesetzen das Elend unter den Arbeitern beseitigt wäre. Jetzt sollten die Arbeiter auch noch zu den Jnnungslasten bei- tragen, aber ihre Lage werde nicht gebessert, vielmehr greife das soziale Elend stetig wachsend um fich. Almosen könnten den Arbertem nichts helfen. Die Arbeiter müßten dahin streben, den vollen Ertrag ihrer Arbeit zu erhalten. Bei den weiteren Ausführungen des Redners wurde die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst. Spremberg» 6. August. Gestern fand hier eine öffent- liche Volksversammlung im Kirchhoff'schen Saale statt. Die Tagesordnung lautete:„Der Regierungswechsel und die Arbeiterbewegung". Das Referat hatte der sächfische Landtags- abgeordnete F. Geyer(Großenhain) übernommen. Der Referent sprach zunächst über die Regierungszeit Kaiser Wilhelms I. und über die bekannte kaiserliche Botschaft. Redner erörterte dann das Krankenkassen- und Unfallverficherungsgesetz und wies nach, daß die Ardeiterbewegung der wichtigste Faktor war, welcher die Regierung veranlaßte, Stellung zur sozialen Frage zu nehmen. Redner kritifirte dann die Vorgänge bei den letzten Wahlen zum Deutschen Reichstage und warnte vor fernerer Ueberrumpelung durch die Reattion. In längeren Aue- führungen behandelte Referent das scheinbar liberale Regiment des Kaisers I Friedrich und meinte, daß, wenn selbst Kaiser Fttedrich die besten liberalen Absichten gehabt hätte, er dieselben bei den jetzt herrschenden Patteien nicht durchgesetzt haben würde, denn diese wären nicht geneigt, jetzt, wo die Wogen der Arbeiterbewegung hoch schlagen, der Arbeiterbewegung eine freiheitliche Entwickelung zu gestatten, was doch bei einer liberalen Regierung erwartet werden müßte. Redner besprach hierauf die bekannte Versammlung beim Grafen Waldersee. Den Sturz Pattkamers bezeichnete Redner als einen wohlverdienten. Seine(Redners) Partei habe dem SystemPutt- kamer in der bekannten Reichstagssttzung den ersten tödtlichen Hieb versetzt, welchem ein zweiter im preußischen Abgeordnetenbause folgte. Redner äußette hierauf seine Meinung über das Ministerium Herrfmth und schloß seinen U stündigen Vortrag mit einem Hin- weis auf die jüngste Kaiserreise nach Rußland und Dänemark, wobei er der großen Entwickelung der dänischen Arbeiter- dewegung gedachte.— Nach einer Pause von 10 Minuten trug Herr Geyer der Versammlung die Grundzüge sowohl als den Gesetzentwurf über die Altersversorgung der Arbeiter vor. Die hierauf folgende Diskusfion wähtte über eine Stunde. Es be- theiligten fich daran die Herren Neugebauer, Winterfeld, Geyer, der Vorsitzende Buder u. a. Die Versammlung endigte mit der Annnahme folgenden Protestes:„In Erwägung: erstens, daß die regierungsseitig geplante Invaliden- und Alters« verstchemna nach dem vorliegenden Entwurf eines Gesetzes den deutschen Arbeiterverhättniffen keineswegs entspttcht und durch- aus unzulänglich ist; zweitens, daß das projettitte Quittungs- buch eine schwere Schädigung des gesammten Ardeiterstand.s in fich schließt, ersuchen die heute im Kirchhoff'schen Saale zu Spremberg zahlreich versammelten Arbeiter die sozialdemokra- tischen Reichstagsabgeordneten, diesen Protest im Deutschen Reichstage zum Ausdruck zu bringen." Ne/ang-» Turm- und gesellige Vereine etc. am Donnerstag. Männeraesangverein„Lätitia" Abends 9 Uhr in Vettin's Restaurant, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Bretzel» schluß" Abends 8t Uhr im Restaurant Schumann, Alte Jakob- straße 38.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Jacob, Lindowerstt. 26.— Schäfer'scher Gesang. verein„der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skalitzer- sttaße 126, Gesang.— Gesangverein„Blüthenttanz" Abends 9 Uhr im Restaurant Dresdenerstt. 40.— Männergesangverein „Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Sttaußberger- sttaße 3.— Männergesangverein„Liedesfreiheit" Abends 9t Uhr im Restaurant Siemund, Lmienstt. 8.— Gesangverein Männerchor „St. Urban" Abends 9 Uhr Äitterstr. 105.— Gesangverein „Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 100.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstt. 60—61.—„Berliner Turngenossenschaft"(7. Lehrlings-Abtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnballe, Bntzerstraße 17—18;— desgl. 6. Männer- Abtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Tumhalle, Gubener» sttaße 51.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstraße 57-58.— Allg. Arends'sche Stenographenverein, Abth.„Louisenstadt", Abends öj Uhr i» Restaurant Preuß, Oraniensttaße 51.— Arends'scher Steno» graphenverein„Phalanr" Abends 8t Uhr im Restaurant„Zum Buckower Gatten", Buckowerstraße 9.— Berliner Stenographen- Verein(System Arends) Abends 9 Uhr im Restaurant Friedrichstraße 208.— Stolze'scher Stenographen-Verein„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr Schlegelsttaße 44. — Verein der Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wienerstraße 35.— Verein der Unruhstädter Abends 8 Uhr im ,Fönigstadt-Kastno", Holzmarktstraße 72.— Rauchklub„Kernspitze" Abends 81 Uhr im Restaurant, Holz- marttsttaße 44.— Rauchtlub„Ärcona" Abends 9 Uhr bei Brandt, Forsterstraße, Ecke der Reichenbergerstraße. — Rauchllub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr im Nestau- rant Lock, Krautssttaße 48.— Rauchklub„Vorwärts" Abends 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum ÄmboS", Bres« lauerstraße 27.—„Orientalischer Rauchtlub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiechett, Oraniensttaße 8. Kleine Mittheilungen. Derbst. 4. August.(Verunglückter Arbeiter.) Gestern Nachmittag verunglückte der Bahnarbeiter Otto Fräßdorf in der Nähe des Gesundbrunnens Leopoldsquell. Er stürzte von einem im Gange befindlichen mit Steinen und Kalk beladenen Güter» wagen und wurde überfahren. Im Kreiskrankenhause mußten ihm beide Beine abgenommen werden. Infolge der inneren Verletzungen und des großen Blutverlustes verstarb der Un- glückliche. Saubun(Scklefien), 5. August, lieber die Ueberschwemmung, von welcher das Queisthal soeben heimgesucht wurde, wird aus N'Aict' Oettmannsdorf geschrieben: Am 3. August wurde die hiestge Gegend von einem schrecklichen Unglück betroffen. Eine Ueberschwemmung, wie fie seit Menschengedenken nicht dagewesen, suchte die reichgesegneten Fluren des Queisthales heim. Kurz nach Mitternacht erhob sich ein orkanartiger Sturm, der von strömendem Regen begleitet war, und schon am frühen Morgen war das Bett des Queis, eines sonst unscheinbaren Gedirgs- flüßchens, mit einer bedeutenden Wassermenge angefüllt. Plötz« ltch ettönte gegen 8 Uhr die Signalpfeife aus dem Gedirgs» städtchen Markliffa, welche den Bewohnem verkündete, daß Hochwasser im Anzuge sei. Ueberschwemmungen find im Queis» thale keine ungewöhnliche Erscheinung, da alljährlich das Flüß- chen aus den Ufern tritt. Diesmal aber sah man mtt deson» derem Bangen dem Herannahen des Waffers entgegen, stand Z'ÄjÄli Ä*& emtm reißenden Strom geworden mar, bedeckte bald EL«61!»!! Wiesen und senden Getreidefelder an »Ä.'Ä.,N Ä IrÄÄ« ai„illrr s?-- Landmann eine Garbe nach der andern ?-- WasserS fallen und auf Nimmerwiedersehen ' schwimmen, den Verdienst und die Arbeit eines Lahres vernichtend. Ader noch war der Höhepunkt nicht r denn die immer wachsende Fluth drang bereits durch �ernster und Thülen in die Wohnungen und Ställe. Angstvoll �flüchteten die Bewohner in die oberen Stockwerke, von da aus um Hilfe rufend;jDte Fluthen durch die Häuser strömend, rissen Housgeräth und Mauerwerk mit hinweg. An einem Hause sah man ein Loch in der Mauer, durch welches fich die Bewohner mittelst einer Leiter mit Lebensgesahr auf den naheliegenden Berg retteten. Mehrere Häuser tonnten dem Anprall des Waffers nicht Widerstand leisten, sie brachen theilweise zu- sammen. Auch Menschenleben find zu beklagen. Andere, die zwar mit dem Leben davongekommen waren, sahen ibr Vieh, ihren Reichthum ein Opfer der Fluthen werden. Dabei mußte jeder mit Angst und Bangen der kommenden Nacht entgegen- sehen, denn noch immer wüthete der Sturm und strömte der Regen. Erst gegen Abend klärte fich der Himmel auf, und langsam, kaum bemerkbar fingen die Wasser an, zurück zu gehen. Jetzt gewährte die Landschaft dem Beobachter, von den naheliegenden Birgen aus gesehen, einen schauerlich großartigen Anblick: denn fast das ganze Thal war mit Wasser angefüllt und glich einem reißenden Strome. Eine unendliche Wasserfläche bot fich dem Buge dar, wo sonst üppige Fluren, grüne Wiesen, Bäume und Sträucher eine angenehme Abwechslung boten. Ehe die Nacht hereinbrach, war die Wassermenge jedoch um ein Beträchtliches gefallen, so daß die geängstigten Gemüther fich etwas beruhigten. Als am anderen Morgen das Wasser fich noch mehr verlaufen, sah man erst, welch' große Verwüstung und Zerstörung es angerichtet hatte. Die Brücken waren zum größten Theil wegge- rissen und vie Wege durch mannstiefe Löcher unpasstrbar, so daß gegenwärtig der Verkehr stellenweise unterbrochen ist. Aus dem obengenannten Städtchen Markliffa laufen die traurigsten Rachrichten ein. Das Wasser stand Ii Meter hoch auf dem Marktplatz; nur wenig Häuser find von dem furchtbaren Element verschont geblieben. Die Fabriken, die viele Arbeiter beschästigen, flehen still. Wim», 6. August.(Eine Expedition zur Aufsuchung Stanley's.) Eine englische Gesellschaft beabsichtigt ein Expedi- tionskorps auszurüsten, dem die Aufgabe zugedacht ist, über das Schicksal des verschollenen Afrikareisenden Stanley Aufklärungen zu dringen. Die erwähnte Gesellschaft hat nun einem Offizier der österreichisch-ungarischen Armee— dem Honved-Major Karl v. Dodner— den Antrag gemacht, das Kommando über das zir errichtende Korps zu ubernehmen. Herr v. Dodner hat den Antrag angenommen. N««»-Nsrk, 5. August. Die bereits telegraphisch kurz erwähnte Feuersbrunst in einem Hause der Bowery Street, wobei Ä) Personen umkamen, hat um so mehr Aufregung verursacht, als es vielleicht 1500 so gebaute Häuser in New- Bork giebt. Das Haus war sechsstöckig; 8 Fuß in der Front desselben steht der White House Saloon und 5 Fuß hinter demselben erhebt fich ein ebenfalls sechsstöckiger Bau. Den Zugang zm Straße bildet ein 2 Fuß breiter Gang. Der Bau solcher Häuser ist jetzt gesetzlich verboten, allein es find deren noch 1500 vorhanden und die Gefahr in denselben wird nur dadurch vermindert, daß Rettungsleitern angebracht werden müssen. Das verbrannte Haus hatte deren mehr, als gesetzlich vorgeschrieben war. Ztie- wand weiß, wie das Feuer entstand und die Feuerwehr kam sofort an. Binnen 5 Minuten waren, dem„Standard' zufolge, 15 Feuerwehr-Kompagnien zur Stelle. Bis dahin hatte man von den 200 Einwohnern des Hauses— meist Polen, Kr den und andere Fremde, lauter Schneider— keinen Laut oenrommen. Das Feuer war im untersten Stock ausgebrochen und hatte die Treppe zerstört. Sobald die Insassen dies de- merkten, ergriff fie eine Panik, und die Szenen, welche nun folgten, entsetzten selbst die an dergleichen gewöhnten Feuer- wchrleute, welche ihre Apparate nicht gebrauchen und nur den verzweifelten Frauen, Männern und Kindem, wrlche fich an allen Fenstern anklammerten, zurufen tonnten, was fie thun sollten. Die Rettungsleitern wurden destürmt und die Feuerwehrleute riefen dm Geängstigten, von d-nm wohl die meisten gar nicht verstanden, was man ihnen sagte, vergeblich zu, fich nicht zu drängen. VrAe, welche sicher den Boden erreichten, drangen wreder in das Gebäude ein, um ihr Sigenthum zu retten. Diese begegneten nun dm Htoaus- drängenden, und es entstand ein Ringen, so daß..die Passage sofort gehemmt war. Die Flammen trieben die Unglücklichen in die höherm Stockwerke und aus bedmtender Höbe sprangen manche auf die Straße, welche aus den niederen Stockwerken sicher htnuntergekommen wären, wenn fie nicht gerade die Be- finnung verloren hätten. Andere sprangen nach den Fmstern des anstoßenden Gebäudes, dessen eiserne Fensterläden ge- schloffen waren, um das Haus gegen die Flammen zu schutzm. ©irrige suchten fich über das Dach des Hauses des Pfandleihers Simson zu retten, kamen dabei aber nur bis zu einem mit E-senspitzen versebmen Gitter, welches das Haus gegm Diebe schützm sollte. Wieder andere versuchten Rettung auf Leitern, welche zu den Fenstem des benachbarten Pooples Theatre ge« legt wurden. Bis jetzt find 20 Leichen gesunden worden rmv ebenso viele Personen liegen verletzt im Hospital. Viele werdm noch vermißt. Die Ungewißheit in dieser Beziehung wird dadurch vermehrt, daß in dem Hause nur Fremde wohnten, mit deren Sittm und Sprache die Polizei wenig ver« kraut ist. Telegraphische Depeschen. iWolff's Telegraphm-Bureau.) Herli«, Mittwoch 8. August. Die hiesige Eisenbahndirektion aiebt bekannt, daß der Verkehr auf der Strecke Greiffen- berg-Friedeberg am Queiß bereits am 8. August früh wieder ra ar ausgenommen Ist. GKrlih, Mittwoch 8. August. Das hiestge Eisenbahn- Bctriedsamt macht bekannt: Der Verkehr auf der Strecke Greiffmberg-Friedeberg ist wieder aufgenommen. Die Strecke Greiffenderg-Löwenderg ist von Greiffenderg bis Mois fahrbar, Mois-Löa?enderg vorausfichtlich binnen kurzem. Pari«, Mittwoch 8. August, Nachm. 1 Uhr 50 Minuten. Die Beerdigung des ehemaligen Kommunegenerals Eudes ging anfänglich in großer Ruhe vor fich. Als an der Pcke des Boulevard Voltaire mehrere rothe Fahnen entfaltet wurden, schritten aber die Stadtgardisten ein und nahmen dieselbenwe Es find stir die Aufrechterhaltung der Ordnung strenge nahmen getroffen. Die Stadtgarde hat Befehl, von ihrer Wc„ Gebrauch zu machen, wenn ihr Leben bedroht wird, dieselbe soll vom Militär unterstützt werden und letzteres so. die Menge an- reifen, falls dies erforderlich wird. Die Arbeiterdörse ist ge- iloff«. und militärisch besetzt. Pari», Mittwoch, 8. August, Nachmittags. An der Beer- digung Eudes' nahmen etwa 15 000 Personen Theil, welche Jmmortellenbouquets und rotbe Blumen im Knopfloch trugen. Der Zug setzte fich unter den Rufen:„Es lebe die Kommune!" um 11 Uhr in Bewegung. Die streikenden Erdarbeiter, Kellnn und Friseurgehilsen nähmen an dem Zuge Theil. Der Zwischenfall an der Ecke des Boulevard Voltaire verursachte ein lebhaftes Hand- gemenge. Auf den Polizeikommiffar, welcher eine der rothen Fahnen wegnehmen wollte, wurde ein Revolverschuß abgegeben, der jedoch fehlging. Ein anderer Kommissar erhielt einen Schlag mit ernem Stock. Da die Polizeibeamten nicht in genügender Stärke zur Stelle waren, so eitte die vor der Prinz Eugen- Kaseme zusammengezogene Gendarmerie herbei, griff die Menge mrt dem Kolben an und schaffte der Polizei Luft. Ein weiteres Hand- gemenge entstand, als der Zug vor der Mairie des 11. Arron- diffements anlangte. Hier wurde ein Revolverschuß ab- gegeben und eine Bombe nach einem Polizeiposten ge- schleudert, die nicht erplodirte. Die in dem Polizeiposten in Reserve gehaltenen Stadtgardisten griffen die Menge mit blankem Säbel an. Es fanden mehrere Verwundungen statt und wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Der Zug setzte fich sodann wieder in Bewegung, jedoch weniger zahl- reich, da fich viele Theilnchmer zerstreut hatten. Auf dem Friedhofe ertönten vielfach die Rufe:„Es lebe die Kommune, es lebe die Revolution!" Die Polizei widersetzte fich hier der Entfaltung rother Fahnen nicht. An dem Grabe wurden viele Reden gehalten. Part«, Mittwoch, 8. August, 5 Uhr 35 Min. Nachmittag-'. (Beerdigung Eudes'.) Die Theilnehmer an dem Zuge verließen den Friedhof, ohne daß es dabei zu einem ernsteren Zwischen- falle gekommen wäre. Nach den Blättern find etwa 50 Personen, darunter mebrere Gendarmen und Stadtgardisten, verwundet und etwa 25 Personen verhaftet worden. Rochefort wurde nach der Beerdigung von einer revolutionären Gruppe ausgepfiffen, welche rief: 14. Ziehung der 4. Klasse 178. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 8. August 1888, VorniittanS. Rur dt« Gewinne über 8IO Mark sind den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 349 16000] 61 68[30001 408 130001 16 843 908 41 48 1 002 68[30001 199 283 91 311 34 68 439 76 15001 506 32 95 617 21 818 41 912 2039 77 78 286 98 327[15001 479 743 880«159[5001 311 37 470 90 662 99 669(6001 723 847 929 36 4065 134 72 265 451[30001 86 508 605 8 48 791 96 983 5165 258 501 737 842[15001 962 83«101 25 364 97 665 71 628 715[300J 84 911[3001 26 7083 146 372 499[15001 509 62 68 89 958 8081 166 407 578»048 127 269 466 642 46 93 666 742 65 886 904 86 1«001 38 293 324 433 508 655 700 66 94 978 1 1095 112 44 60 308 48 456 505 36 91450 76 12291 381 405 54 556 602 75 735 37 963 1 3059 107 242 744 917 I 4031 81 95 145 227 78 322 619 705[5001 18 895 952 55 15019(15001 39 226 48 75 311 21 85 90 481 510 636 763 920....... 87 I«121 278 333 404 46[3001 48 637 79 736 41 58 826 49 923 1 7202 35[3001 74 77 353 90 457 594[30001 642 99 783 92 811 18 23 58 945 18063 235 48 61 413 66 560 916 36 1 9280 382[300: 817 58 88 [5001 711 78 819 48 70 20174 289 345 95 461 63 75 579 933 71[5001 21012 42 135 412 52 [30001 721 31 873 935 65 2 2000 218 305 403 25[3001 500 49 67[15001 639 731 885 911 21 23003 1300) 49 87 100 15 26 78 200 22[300l 95 447 842 74 928 38 94 2 4019 79[3001 214 332 53 524 65 77 676 77 25050(15001 124(15001 61 342 89 482 833 922 2 6016 213 24 43 46 90 453 723 42 86 838 931 42 59[15001 77[15001 2 7024 61 270 84 313 631 836 2!' 042 320 68 491 570 683 98 749 947 2 9067 92 264 325 487 681 646 56 98 803 49 1300J 311014 54 196 318 80 424 44[30001 504 709 53 93 831 31047 625 [5001 41 762 864 99 938 3 2027 169 88 99 266 Sil 419 547 96 826 924 65 33219 374 447 560 636 66 3 4049 54 428[15001 93 653 96 99 617 770 84 30001 956 99 15001 35436 72««015 90 124 251 392 441 5*5 624 115001 99 739 804 930 74 3 7003 69 94 311 406 52 550 612 29 56 96 713 875 93 3*369 446[3001 515 97 602 758 952 3U026 30 52 68 232 88 394 528 48[30001 82 928[3001 50 40316 549 63 624 87 770 73 838 80 87 41121 62 310 16 71 80 691 761[1500. 63 83 4 2032 38 140 301 58 519 37 647[5000] 739 72 850 87 99 4 3029 36 51 155 204[3001 14 27 326 97 411 519 90 755 96 847 62 67 945 4 4031 77 85 182[3001 559[30001 624[15001 757 856 949 4 5114 41 345 412 68 608 15 742 51 53 87 808 938 59 4(1016 186 392 99 566 77 720 819946 47050 150 61 236 97[5001 347 71 447 651 91 600 772 93 863 65 914 61 4*042 145 60 63 222 38 64 75 97 587 623 93 735 99 926 4»075 110 14 15 51 87 235 309 13 669 666 905 64 50014 24 74 150 205 12 313 63 88 516 64 663 739(5001 52 883 5 1 096 203 15001 44 89 397 520 716 68 902 57 52006 63 257 91 325 41 76 90 532 643 748 966 78 5 31:74 65 746 62[30001 878 981 86 5 4235 372 418 47 539 604 999 5 5244 363 406 15 657[3001 81 605 805 51 50115 216 390 446 501 632 1300) 780 864 73 999 5 7244 442 69 680 761 834 47 941 93 5*050 227 458 519 685 822 5 0002 11 56 86 133 48 361 462 83 91 563 622 61 780 984 .»»294.99 323 580 886.939 82 6 1 231 64 493 560 606 762 841£3000, 943 76«2154 370[30001 523 606 817 23 44(30001 950(300] 62« 76 273 319 48 49 75 474 83 533 660 727 13001 94 932 39«1006 25 220 96 334 457 698 795 902-.5097[3001 108 41 61 294 313 405 518 32 -------_««002 30 130 99 206 11500) 35 303 31 516 73[5001 668 757 69 873__________. (30001 870«7017 50 71 79(50001 218[3001 326 80 476 700 20 931 0*064 106 269 86 334 588 658 733 992»»020 118 61 368 411 36 59 65 (15001 536 81 626 79 772 75 813 23 35 15001 7(1124 230(15001 322 68 473[30001 74 83 532 64 637 720 843 71021 148 258 368 416[30001 692 695 733 34 60 68 72157 232[15001 320 1300) 94 437 553 649 735 98 818 65 84 939 91 7 3025 50 98 168 218(30001 22 82 461 94 616 749[5001 99 864 7 4035 158 65 68 281 312 674 86 608 31 68 74 716[30001 872 927 7 5074 126 43 13001 209 351 478 551 615 902 69 98 7«101 55 57 84 241 76 311 419 57 663 743 928 77101 219 77 371 756[30001 858 76[30001 99 7*043 174 306 68 474 520 674 772 813 46 7»042 74 77[6001 107 99 367 410 627 62 700 66 872 976 *0021 72 116 293 375 447 650 694 905 89*1057 62 131 392 95 406 709 83 827 65[500] 90 13001*2001 33 87 330 439 67 69 84 567 620 27[3001 79 725 34 815 66 931 62 80*«107 506 25 662(3001 714 *3072 129 46 49 63 72 87[16001 340 98 409 711 55[3001 99[80001 906 14. Ziehung der 4. Klasse 178. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom s. August 1888, Na»mttengs. Nur die Gewiilne über 21» Mark stnd den betreffenden Nummern In Parenthese beigefügt. (Ohne Gewähr.) 35 122 73 11600) 271 362 446 47[3001 501 619[30001 76 862 64 1128 242 74 710 911 60«219 26 46 77 361 94 403 77 642 73 668 770[5001 88 855 130001 911 65«041[5001 134 15001 91 291 318 94 491 96 617 33 43 874 78 4 037 73[3001 86 146 243 69 368 415 689 867 5020 79 218 30[15001 425 536 645 726«157 62 421 93 855 98 7113 225 36 301 454 598 668(15001 76t(5001 62 856(16001 75[1500] 937*224 61 76 331 49 91 612 967»038[30001 68 187 349 459 611 90 741 62 615 912 48(15001 10017 28 65 III 221 38 373 413 635 860 80 96 927 I 1008 27 67 162 69 337 39 I«192 218 49 370 472 83 524 26 610 30 812 58 1«128 69 402(300) 615 775 890 1 4312 95 667 716 81 809 50 963 60 I 5022 104 627 639 706 31 74 802 6 42 I«400 18 587 664 712 22 52[SOOj 931 46(5001 71 72 1 7156 78 252 64 361 487 514 26 661 745 48 921 1*295 327 449 535 699 805 7 930 1U081 163 72 83 356 614 25[3001 710 99 ««006 151 206 21 58 82 441 616 28 76 772 977 2 1 373 94 409[15001 43 90 746(500) 918(300| 56 88««202 9 16 32 67 85 11500) 398 512 24 90 920[50001«3039 110 13 229 378 536 645 940 81«4232 410 556 97 762 903 9 41 25028 118 204 53(300) 68 89 429 513 664 721 851 ««031 43 56 186(15001 267 70 316 13000) 37 810« 7004 43 98 110 74 236 439 77 528 603 706 57 928«*001[300J 187 226 626 58 71 730 [30001 880 903 63«»053 154 511[5001 689 709[30001 925[30001 57 «(1000 80 120 84 211 77 317 87 474 636 723 35 45 48 59 930« 1 036 144 211 314 411 16 602 733 57 72 848 944 47««115 55 228 75 739 914 73 [3001««023 69[300) 263 334 466 600 5 73 801 43 96»4107[500) 231 [15001 34 91 387 421 684 748 67[3001 72 847 98 933 52«5031 316 69 407 73 15001 522 629 44 720 811 913 84»«003 98(5001 132 47 876 »7051 332 49 65 94 549[5001 635 36[30001 46 740 830 911 43 61 3*020 55 172 230 34 85 90 92 11500) 512(3000) 69 634 52 92 98 748 807 940 »»035 97 116 279 364 433 99 564 91 92 740 67 89 819 94 942 Nieder mit Rochefort, nieder mit Boulanger!" Die DM >1144 t/(v4iyv| VV4/ IllVVtV IH44<. scheint jetzt wieder hergestellt zu sein. itr. l86 Kriefkaste« der Redaktion. vel Anfragen bitten wir die Abonnementb-Ouittung beirufügen. Wt* Antwort wird nicht ertheilt. I Aeltester Abonnent. 1) Erkundigen Sie fich bei tüchtigen Arzt. 2) Das Bureau des Vereins für Feuerl befindet fich Breitestraße 5; dort erfahren Sie alles 3# Bezug auf den Verein. U., Kastanien- Allee. 1) Der Zirkus Herzog mann brannte im Jahre 1874 ab. 2) Ist uns nicht de' K. K. Kt. Jedenfalls ist rauch- und gasgesch« Luft der Lunge nicht zuträglich. Am besten ist es, west» fich an einen Arzt wenden. U. F., Dakobstraffe. Ein Feldartillerie- Reg;nieiM zwei Fuß- und eine reitende Abtbeilung. Die besten kommen natürlich zur reitenden Ablhcilung. K. I, Kchönhansier Aller. Wenn Sie eine holung der betr. Anzeige wünschen, so steht Ihnen der v, tentheil unseres Blattes zur Verfügung. j «h. Kelnrich«. Alt-Moabit 19. Wenden f«' an Herrn Hermann Teuer!, Frankfurter Alle 167, Hof'■ . Uiglick >aus trie Die „Nachdem 97[30001 8*041 62 143 360 90[300) 432 664 750 963 65 86, 72[15001 106 219[500) 31 60 305 27 41 404 87 601 10 43 88?»- »(1021 41 125 53 78 376(6001 423 34 675 95 744 872 939 »1082 192 334 488 927»«215 24 33 48 565 71 659 1300) 723 955»«008 44 289 302 410 637 69 763 823»4067 130 213 87_ »5116 93 386 551 68 677 88 810 49 999»«168 233 335 407 21? »7061 72 78 172 210 32 67 382 84 664 769 79 89[1500] 81iS »*201 362 76 431 77[1500] 629 707 49 831 47 63»»048 61 i*' 270 368 565 97 654 759[15001 839« 1(1(1108 73 74 302 409 45 63 502 52 708 98 1(11050 11%, 272[300) 597 603 765 57 875 76[15001 95 10«159 209 306% 707 63 831 1 03706 803 13000) 1»4039 159 97 250[15 0001«A 454 643 96 722 27 29 863 1 05149 421 598 679 707 891 [300] 432 642 11500) 56 608 76 939[3001 69 1 07034 363 65«Ä [5001 543 64[15001 634 842 80 1 0*156 366 512 86 854 953 112 284 326 419 632 795 834 905 1 1 0051 71 172 241 384 515 80 749 1 1 1 275 322 694 885 97 261 401 23 565 810 16 953 1 13041 92 107 364 786 830 986 1 14316 95 333 522 49 63 90 844 69[3001 901 45 11 5| 347 435 505 611 29 705 6 849 88 963 81 85 11«118 231 32' 945 1 1 7315 32 507 600 42 912 51 1 1*223 47 66 66 403 24 11»053 144 61 83 357 81 430 55 610 770 850 67[3000) 995 120167 363 77 83 13000) 86 474 575 696 825 64 930 58>' 491 98 582[3000) 708[3001 44 53 820 919 36 122096 113 225 727 64 97 1««092 182 324 445[15001 576 848[15001 89(5001 135[5001 435 589 714 936 1 25162 94 210 27 311 57 404 75 [3001 72 749 803 120133 313 441(500] 563 70 71 693 94 786 809.,, 210 15 21 308 425 49 66 96 579 690 947 48 78 1 28167 299% 673 76 86 857 905 120162 239 483 534 71 714 16[30001 57 878 91 974 130061 126 259 66 316 476 90 656 58 756 1««102 9 52 285[30001 326 75 508[15001 648 739 814 94 921 i (300) 109 64 72 280 332 430 613 34 74 709 841 69 991 ,300)..._. 315 477[500) 867 84 1 35164 237(5001 392 401 9 627 75. 99 ti«Ilse.,.„ Muß 1300) 89 837 81 929 89 I««089 144 80[3000) 258 327[300. 4? Z#„„ 95 717 894 958 137012 115 32 369 516 618(1500) 81(15001'»»n»- uu 1 3*109 12 85 257 410 765 1 39042 52 95 123 24 80 324 50 667 759 77 812 41 44 J, 14 0424 42 95 565 607 55 863 954 141039 11500) 165 2,9, [300) 659 69 1300) 742 51 916 50 89 1300) 1 4«031 233 58 84' 636 62 93 786 949( 43022 226 46 333 417(300) 506 33 693, 911 15 64 1 4 4 069 107 44 231 665 68 700 910 52 1 4 5034 199 J» 532 624 933 42 140047 11500; 105 18 45 66[5001 378 437 5» 76 1 4 7301 21 423 525 31[1500] 651 717 803 1 4*228 81 191 752 70 943 140266[3001 300 609 721 868 150062 105 54 265 00 397 466[1500, 500 38 641 87 724?9Z 151120 21 58 252 411 88 563 605 16 745 927 15«045 195 2% 9 631 885 1 53109 36 53 250 96 713 33[3000] 94 884 154067 f 338 60 71 832 87 971 15 5041 43 89 277 596 717 50 907 66 68 J 240 445 61 85 515 76 78 623 87 90 712 28 846 64 965 15% 124 200 421 28 591 676 850 83 933 1300) 15*102 1600) 42 245 443 568 714 844 973 1 50028 656 703„ch, 10UII26 46 107 572 743 57 I«1001 26 106 29 207 36 44« K 635 644 768 899 901 67 1(«2032 59 92(500, 267 89 393 46)# i WWMSnWQRSWM 97 810 903 1 07141 235 74 495 540 13000) 616 10*177 5 982 1«»230 75 79 331 34 420 87---- WctPäbagi Kogen hü M 131326 47!.ihrem ;«QiJWw Volks IfV- zu kö hl ch r e ck u 708(3001 835 1 667 40 1 17(1060 176 82 210 440(300) 519 26 42 676 831 17lO)U:„jJ WMMMMWMM1?«080 599 725 56 13001.74 90 902 �ilj v V S eine nicht I k« gie erfu®Jt" |,"klären i .Klagen i oÄ» anbe liek> Ohre 17 4043 108 25 66 Zäa. 12 I 7 5021 96 99(30001 196 385 493 507 669<14 67 8 439(30001 557 713 82 835 38 46 I 77000 92 142 Äffest I 608 15 726 76 847 1 7*058 104 326 772 872 82 j W,'«(! 40 347 482 556 665 916 165 410 532 662 776 99 846 69 893 98 902 50 139 378 548 50 86 84 956 1300)*4242 87 456 608 66 671 718 28 46 818 73 948*..320 30 69 608 27 33 41 665 71 97 826 947 84*«191 647 737 73 993 11500) [30001 57 90 254 329 43 89 543 53(15001 54 60 722 73 90o 1*0140 95 254 82 309 60 425 64 93 97[300| 679 868 977'■ 75 211 3-, 300 49 432 34 99 563 624 836 905 42 44 1*20»! 94[15001 99 498 869 1*300-1*9 174 216 87 310 39 46 92*., 973[:WI0, 1*4067 202 9S 32.! 574 96[3001 891 760 882 94/ S( 160[15001 304 641 90 736 67 917 25 39 1«(I014 127 236 84 513 20 822 28 1*7112 76 390 453 84 644 734 57 78 305 41 53 466 60 80 509 628 U ftp | Ol an 60 ov iowvj.� 161 60V'r*, 11 r t|! 'Ä»«« d-. fi-C 00006 62 440 46 62 654 66 853 Ol 273 426 550 748 873�1 36 45 85 317 43 58 429 563 605 21 83 749 88 806 85»«%,' 426 67[600] 515 602 826 930 9 4083 101 16 248 453 549/'. »5258 442 48 88 541 66 739 861»«147 80 95 314 16[300]„ 606 51 756«3(5001 85 880 98 99 915 117998 50(5«03 843 OJu» 109 M 218 744 51 52 55 720 91 I««028 29[30001'71 199'357'61 4M"542'45'50"754 und 4(1008 39 65 133 310 413 64 544(16001 62 941 41091 1600] 215 95 391 435 68 561 704 8 816 66 979 4 4204 18 69 305 26 91 498 533 35 670 742 96 857 4«004 66 73 166 211 408 10 68 544 950 4 4069 278 KlÄ*%%%§3 M™™** msmm iSMfillii 720 91 1(12028 29[30001 71 199 357 61 454 542 46 60 754% 9 940 I»»2ö6 78 592 645 48 67 798 993 1 04051 110 57 2S5?j» 822[300! 38 56 78 10 5095 241 99 791 840 73 943 1(160:* 1,4 32 77 322 56 81 443 521 630 720 50 854 67 974 1 07032 Wz* 322 29 539 72 73 709 31 924 1 0*123 27 63 283 321 402 8b% 53 761 80 864 967(3000) 10»110 30 59 354 609 60 714 � 906 12 42 89.,<1 11(1026 40 119 66 92 212 308 1300) 421 507 51 764 97 Ii y; (15001 27 II«044 230 306 14 693 755 92 983 88 113054«),. 58 115001 73 477 I Hill 35 462 86 716 804 26 941 11%»•, 320[30001 414 62 536 640 824 944 110114 41 378 433 70-M••»«««. 828 33[300] 968 1 17139 273 304 19 506 733 56 71 73 IM 5 133 333 721 15001 89 804 43 59 84 980 1 1»036 193 321 l*0�'. 76 611 712 27 65 96 13000] 917 94.-.-K 12(1061 102 19 44 59 252 378 401[30001 514 97 621 121235 307 42 94 477 653 996 1 22007 201 403 617 I3U. 824 936 I 23005 26 72 241 327 622 645 46 700 10 25 JSOOOU& 982 124507 57 81 607(300) 95 923 69 115001 125012 41>|«lese Per 51 68 644 741 957 1«0263 300 27 69 98 404(300184'lUW. Her» X 145 219 530 658 801 63 82 913 25 1 2*055 166 1500) 74 80 J. Ob» 73 437 76 588 731 46 58 74(«»032(500) 91 228 501 6*%!- 130020 56 74 201 449 593 612 77 826 131033 1500) IW 692 804 16 937 I««016 36 82 99 401 510 605 71 738 962 u 299 327 87 488 532 66 619 38 57 713 37 42 13000) 97 80S A«« 134066[3001 87 123 85 241 302 571 611 51 791 99 850'N 563 65 686 725 61 96 864 998 1 3O074 178 466 611 68 720 M 65 150 207 19 559 93 662 782 13001 89 935 77 13000) 83 l»% i 228 306 568 13001 705 71 814 32 900 36 84[500]««««Ha" 79 96 505 69 16001 833 48(30001 67 996 "�S«, 13»265 6 505 69[6001 833 48(30001 67 996.. ,i5 40173 204 46 316 486[300] 807 19 70 141201 306 25% 803 81 14«041 108 38 422 51 503 20 69 691 876 1 43008 i (30001 25 44 64 516 655 1 44046 186 222 68 78 466 871 llOOOOOJ 58 206 46 322 98(3001 469 79 627 834 146339 Ä 736 826 33 64 80 909 147106 217 19 309 10 71 481 86 99 J 84 811 73 79 901 76 14*040 175 87 641 729 90 826 997 1 34 445O054%3 96 243(50001 67 82 386 426 97(15001 534 6A 66 11500) 69 80 15 6297 323 84 501 5 6 11600) 631 66 966 157129 463 647 69 1 5*015 6S 120 25 330 oi— 131 57 408 618 43[15001 738 73 85 891 908 9 1300). 100153 298 400[15001 50 683 836 974 1 6 1 113 84 528 805 63 935 1««264 327 80 436 601 703 99 872 962' 284 86 625 71 722 50(50001 77 830 87 97 1 64423 7% J i 946 1(15159 94 234!1500J 313 26 461 886 90 967 10 ,'Ms [6001 362 602 744 883 921 1O7056 64 161 200 13000) 6**� 689 1 0*040 50(500) 66 91 171 269 309 22 414 16 582 i*" 199 274[500) 398 403 605 902 741500) 89$ 170072 92 100 222 3? 41.16001. 394 446 78 560 869*7 � 908 51 68.. 176109 ab va äs*:w) 017 ö» bs* rar»*ua v> i<-yy-, 430 13000) 40 1600) 621 729 880 94 912 89 97 1 7*152 äM 67 479 622 41 930 1 70108 6 4 284 303 463 76 530 99* 801 15001 32 34 52 929 49 71[600).. 1*0044 149 82 208 29 319 450 572 844 904 24 56«s. ßS> 821 755 13000) 83 903 IW«078 118 36 201 301 24 92% 13000) 642 13001 725 73 936 1*3048 301 63 420 29 91 Ä,'?t«K%% BT«Ä% 609 �«Vtl mit XV U ili«ts 8eir Verantwortlicher Redakteur: K. Cronhei« in Berii.r. Druck und Verlag von Mar Kadlug in Berlin SW., Beuchst. aße 2.