Die DMy �186 Frettag, den 10 August 1888. S. Jahrg. WMerMÄbl Brgan für die Interessen der Arbeiter. eine ien der :nden@4 1, Hof l- # tM irm 363 65 4*1 vi Q.'. q r Die PrSget-NSdagogen. »Nachdem Herr Kultusminister von Goßler alle die �Münzen aufgehoben hat, welche daSZüchtigungS- der Lehrer beschränkten, so werden, fürchten wir, die M�Pädagogen wieder Oberwasser bekommen. Diese KSdgen bilden zwar nur einen verhältnißmäßig geringen H* v. gesammten Pädagogenthums; aber sie sind doch » und ihrx erzieherische Thätigkeit ist von bedeutendem Ein- nJ 4uf die geistige Entwickelung unserer Zugend. Wir n�Vrcht wohl, daß die Vertreter deS Lehrberufs, höhere tzjA�re, im allgemeinen sich mit Eifer und Liebe zur 5(1.ihrem schwierigen Werke zuwenden und da- iderde, Reisen, wie die Kinderseele zart behandelt -■ muß, um entsprechend den Anforderungen st auS der Werkstatt der Volkserziehung, der Schule „.hen. Was wir unter Prügel-Pädagogen verstehen, Me BolkSerzieher, die Alles glauben mit der Strenge r!* zu können. Diese Herren vergessen nur, daß die ' 9 r eckungStheorie im Großen sich nicht be- " hat; im Kleinen, wo der Schrecken vor der Strafe lange nicht so eindrucksvoll ist, wird sie noch weniger �aß eine Schule ohne Strafen für faule und ungezogene 'x nicht bestehen kann, das glauben wir von Herzen E« giebt vielerlei Strafen, als da sind schlechte %, Extraarbeiten, Nachsitzen, Arrest, Verweis u. s. w. klären uns entschieden gegen alle und jede »AI- liche Züchtigung: das Prügeln mit Stöcken, ayö Klagen mit Ruthen auf die Innenfläche der Hände oder Ä?? anderen Körpertheil, das Zerren an den Haare« � Ohren, das Beohrfeigen und was dergleichen be- gogifche" Mittel mehr sind. Wir haben uns Tfugen können, daß derartige Manipulationen bei ">ei» 7?�iehung unentbehrlich feien; noch weniger aber 1.** begreifen, daß sie der geistigen Ausbildung der . forderlich sein sollen. Alle die Einwendungen, " gegen die Prügelstrafe und sonstige körperliche für Erwachsene beibringt, treffen auch für die %- so, in mancher Beziehung vielleicht in höherem % i �, der Jugend wie bei den Erwachsenen. Wir um � Banz von dem großartigen Mißbrauch ab, der vom Züchtigungsrecht getrieben worden ist und g�len getrieben wird. wird uns mit einem alten und beliebten „Denken sie sich in eine es verdorbene und bösartige .. tuen man nur mit dem Stock Raison .'»gen kann." 7 724»3 «». "iK-z i00| 42 50 Sä» W W irü K# *»ick,"' �aß es verdorbene Rangen giebt, das bestreiten iW!"> und die Neigung, dem Lehrer einen Posten zu i.V"S Wi W�Zeuilreton. [57 Ihre Tochter. '»l-Roma»»ach dem Fraazöfifchea von K. D e t r i« g- > Bemerkuns °bw°hl gab Herrn von Elven einen Stich 7 ä'6ä6;>»iisr Martine nicht ahnte, daß sie ihn damit ix)l'st' �lber der Major bemerkte es und beeilte sich, das »62•VI �«greifen. ' bin ich im Klaren," sagte er,„und ich kann 720?' mit einem Worte klar machen, welchen Streich >SÄN?>, �».gespielt hat. Der Brief, den Sie erhalten " ntch' von mir. Ernst hat meine Unterschrift nach- «r i! Der Kerl, der mich verlassen hat, der sollte W davon überzeugt, und wenn ich Sie be- 534.,?de ich es Ihnen beweisen. Sie werden mir den 27 Jai'Srt ö.8.c» und ick werde Ihnen dann zeigen, daß NAMK 7�� Gewese«! Eine al�i" emem er Suinp 1" rief Martine.„So etwas ist doch noch :au hierher zu locken und ihr »�nge bloS! �pwndenlang habe ich mir fem G> ' 3eanne angehört, und fo dankt er mir dafür. t ich Dich je erwischen sollte!" >. f»»ick. dieHoffnung nicht auf, l,ebeS Kmd. Ich glaube ia seine Reise nach Südamerika. Und wenn »tick?� dem Pflaster von Paris begegnen sollten, , 6*°' W too Tn Sie mich davon. Wenn Sie entdecken ' �•eu�.i�de mich schön hüten, mein Abenteuer nen, oder gar Valentine zu erzählen. Sie 30' spielen oder irgend eine» Unfug zu treiben, ist bei vielen Kindern groß. Aber darauf läßt sich die Kulturmission des Prügels nicht begründen. ES giebt Hunderte von Lehrern, welche eS verstehen, mit ihren Schülem ohne körperliche Züchtigung auszukommen und in deren Schule dennoch eine vortreffliche Ordnung vorherrschend ist. Auch mag man bedenken, daß ein Knabe, der in seiner Er- ziehung zu Hause vernachlässigt worden ist, durch den Stock des Pädagogen gewiß nicht zu einer vernünftigen Auffassung der Dinge gebracht werden wird. Er wird dar- nach trachten, sich für die erhaltenen Schläge einmal zu rächen, sei eS nun am Lehrer, an seinen Mitschülern, an der Gesellschaft- einerlei, rächen will er sich. Und daS hat oft schlimme Konsequenzen. Ein früh in sich verbittertes oder verwahrlostes Kindergemüth will auch mit Milde be- handelt sein und nicht nur mit Strenge. Der Lehrer soll Ernst mit Milde paaren und muß eS verstehen, seinen Schülern zu imponiren, so daß ihnen ganz von selbst die Lust vergeht, die Schule als eine Telegenheit für dumme Zungenstreiche anzusehen. Da wird man einwenden: Ja, wo wollen Sie denn solche Lehrer herbekommen? Nun, solcher Lehrer giebt eS viele, aber nicht genug. Jedenfalls ist der Beweis hundertfach geliefert, daß eine gediegene Zugendbildung ohne körperliche Züchtigung sehr wohl möglich ist. Andererseits ist aber nicht zu verkennen, daß gar viele Lehrer sich nicht auf die Höhe einer idealen Auffassung des Lehrberufs emporschwingen können. Der Lehrberuf ist zu sehr Broterwerb geworden. Auch dieser Beruf leidet darunter, daß der Andrang zu den Staats- und Gemeinde- ämtern unter dem Druck der heutigen wirthfchattlichen Ver- Hältnisse ein allzu starker ist. Tausende von Eltern suchen für ihre Kinder beim Staate die„feste S t e l l u n g", welche ihnen daS geschäftliche Leben nicht mehr bieten kann. Die jungen Leute, die nicht aui Neigung, sondern deS Unterhalts wegen den Lehrberuf gewählt haben, werden aar leicht mißmuthig ob der Anstrengungen und Auftegungen, welche dieser Beruf seinen Trägern auferlegt. In solcher Stimmung sind sie dann leicht geneigt, gegen- über ungezogenen Schülern die körperliche« ZüchtigungS- mittel allzu häufig und allzu kräftig anzuwenden. Uns däucht, wer nicht einen inneren Trieb in sich fühlt, zum Bildner der Jugend zu werden, der soll sich'S wohl überlegen, ehe er sich diesem Berufe widmet. Es ist eine aufteibende und einförmige Arbeit, die da verlangt wird. Um den Anforderungen des Lehrberufs in idealem Sinne gerecht werden zu können, dazu gehört eine gewisse Liebe zum Volke und zur Jugend, die eine edle Gesinnung vor- aussetzt. Wer von all dem wenig oder gar nicht» m sich fühlt der sollte sich nicht an das Lehreramt hinandrängen. würden mich zu sehr auslachen. Aber ich störe Sie jetzt wohl... Sie wollen mit ihrem Freunde sprechen... und ich gehe. Wir scheiden doch ohne Groll, nicht wahr Herr Baron?" schloß Martine.„Entschuldigen Sie mich bei Ihrer kleinen Freundin. Wenn ich Ihr Kummer gemacht habe so geschah eS ohne böse Absicht, denn sie gefällt mir. Sagen Sie ihr das, lieber Major, wenn Sie sie sehen," fügte sie hinzu und reichte Guntram die Hand, der sie eiligst ergriff und die Dame bis an das Ende des Korridors beg eMe. � äurü(j(amj konnte er auf dem Gesichte des Barons die Empfindungen lesen, die in dem Herzen deS Liebenden, der durch so viel Schläge getroffen war, m,t einander stritten... „Lieber Freund," so begann er,„Sie werben so wie dieses Mädchen von mir Aufklärungen haben wollen; Sie müssen indessen hierzu noch besser im Stande fem als ich, denn der Schurke, der Jeanne von LornS verfolgt, hat Sie ja mit ihrer Tochter zu ihr gelockt Ich kam hm. als das Unglück bereits geschahen war. und Jeanne erzählte mir, wie ihr Feind eS angestellt hätte, Sie in ihr Hotel in der Avenue d'Eylau zu locken. Hierüber kann ich Ihnen also nichts Neues sagen. Ich weiß auch, daß Therese nach der Szene die sich bei ihrer Mutter abgespielt hat, entflohen ist, um Sie auf- -»suchen. Sie hat mir das alles erzählt, bevor sie ,n meinen Wagen stieg, der sie jetzt nach dem Boulevard d'Jtal.e bringt. Ich konnte gar nichts besseres thun, als sie unter der Obhut meines treuen Kutschers dorthin zu schicken denn herbeizuführen. Unter uns gesagt, lieber Freund. er hat „"N t? ftr'K----ichn- ich-»- d-- Baron auf. (tew, d»-»-ich»»! 1-! glaubt sie. 2ch habe wohl versucht, ihr diese Unter diesen Umständen können wir die neuesten Erlaffe deS Herrn Kultusminister» nicht sehr zeitgemäß fir- den. Künftighin soll auch nach einem Entscheid deS Reichs- gerichtS die Ueberschreitung de» körperlichen ZüchtigungS- rechts uur dann strafbar fein, wenn sich der Lehrer ver Ueberschreitung bewußt gewesen ist. Welcher Lehrer, der wegen Ueberschreitung deS ZüchtigungSrechtS belangt wird, dürfte da das Bewußtsein der Sttafbarkeit seiner Handlung nicht leugnen? Wir wissen wohl, daß der Wind, der gegenwärtig bläst, weit eher zur Strenge, denn zur Milde sich wendet. Wir haben neulich auf den körperlichen Zustand, auf die schlechte Ernährung von Tausenden von Schulkindern hin- gewiesen. Schon jene Thatsachen sollten der Milde vor der Strenge den Vorzug verschaffen. fflürdipng der mmfcüficfien Jl kit. Nicht nur unterdrückt, sondern auch grundsätzlich verachtet zu sein, war Jahrtausende hindurch das traurige, aller Gerechtig- keit, Vernunft und Moral Hohn sprechende Loos der Arbeit. Das lehrt die Geschichte. Menschenwürde, Liebe zum Menschen und Achtung der lebendigen in ihm wirksamen Kraft— die Achtung der Arbeit— haben da keine Geltung, wo das Men- schenrecht nichts gilt. Der Sklave des Altertyums, der Leib» eigene des Mittelalters war nur eine Sache, ein Vermögens- objett, das man gebrauchte und mißbrauchte nach Gefallen und Laune. Längst ist diese Zeit der Herrschaft eines von roher Gemalt und religiösem Wahn ausgebildeten Rechtsbewußtseins vorüber! In langen und schweren Kämpfen hat die fortschreitende Zivili- sation und Humanität die Sklaverei und die Leibeigenschast überwunden und das Rcchtsbewußtscin so weit geläutert, daß der Arbeiter als frei und gleichberechtigt mit den Gliedern an- derer Gesellschaftsklassen im Staate vom Gesetze anerkannt ist. Das ist ein schöner und großer Fortschritt, den nur blöde Thoren gering anzuschlagen vermögen. Er legt Zeugniß ab von der Entwickelungefähigkeit und der unwiderstehlichen Macht des Geistes, ver ein unseliges Vomrlheil nach dem andern be- stegt und dem„Rechte, das mit uns geboren ist", immer größere Anerkennung und praktische Geltung verschafft. Er hat den Grundsatz, daß der Arbeiter frei und gleich- berechtigt sei, mtt unauslöschlicher Schrift in die Staatsver- fassungen gesetzt. Seine seitherige Wirksamkeit ist Gewähr da- für, daß es ihm gelingen wird, die Arbeit auch wirklich glück- lich zu machen, ihrem fittlichen Werthe volle und ganze Würdi- auna zu erringen und ste zur Grundlage allgemeiner sozialer Wohlfahrt und sozialm Friedens zu machen. In dieser Hinficht ist noch manch schwere Leistung zu voll- bringen, noch manch harter geisttger Kampf auszutragen, insbesondere auch, soweit die Achtung der Arbeit in Betracht kommt. Ueberzeugung zu nehmen, aber ei gelang mir nicht. E» war auch, offen gesagt, beinahe unmöglich. Ich konnte ihr doch anständiger Weise nicht tzewiffe Details auseinander- fetzen... ihr doch beispielsweise nicht erzählen, daß ich Martine bei einer bekannten Kupplerin gesehen habe. DaS erzählte sie ja soeben... aber sie sagte Ihnen nicht, daß auch Frau von Lorri« die Rodin kennt,... daß sie mehr als einmal das HauS betreten hat, das die Valentine besitzt." „Ebensowenig hat sie mir gesagt, daß Sie der Lieb- haber der Frau von Lorris sind... das weiß ich von Herrn von Randal!" „Von Herrn von Randal! Sie haben ihn also kennen gelernt?" ..Ich wollte Sie bei ihm aufsuchen... ich hatte Sie am Fenster bemerkt und wollte Ihnen auseinandersetzen, wie eS gekommen, daß ich mit Fräulein Valdieu auf dem Kai vorüberfuhr. Sie waren nicht mehr da, aber Herr von Randal nahm mich auf und erzählte mir, wie er Ihre Bekanntschaft gemacht habe." „Ich bin deshalb nicht ungehalten auf ihn, auch nicht deshalb, daß er Ihnen gesagt, daß Jeanne meine Maittcsse war. Sie war eS, aber sie ist eS jetzt nicht mehr. Wenn ich Ihnen, lieber Andrea», über meine Beziehungen zu Frau von LorriS auch die ganze Wahrheit verheimlichte, so habe ich doch heut morgen beim Dejeuner in einer Art davon gesprochen, auS der Sie die Wahrheit errathen konnten. Ich habe alles gethan, was ein galanter Mann an meiner Stelle thun konnte. Nicht ich wollte Ihnen die traurige Wahrheit der Existenz, wie sie Jeanne in Wirklichkeit ge- führt, enthüllen. Ich rieth Ihnen aber, sich an sie selbst zu wenden, wenn Sie ihre Geschichte kennen lernen wollten. Ich wußte, daß sie in ihrer Art Ehre besitzt, daß sie Sie nicht belügen würde. Ein Schurke hat nun an ihrer Statt Sie unterrichtet, und ich aebe meine Meinung nicht auf, daß da» zu Ihrem Glück geschah, denn Sie hätten sich leicht noch fester binden können und Sie werden mit mir der Ansicht sein, daß der Baron von Elven die Tochter der Frau von LorriS nicht Heirathen kann." 1 Die grundsätzliche Verachtung der Arbeit ist, wenn fie auch nur als bcmitlcidenswerthe Ausnahme bei einzelnen Mitgliedern höherer Stände zu Tage tritt, so voch noch nicht vollständig überwunden Die Mißachtung der Arbeit aber, die Unter« schätzung oder völlige Außerachtlaffung ihres sittlichen Wetthes, ist leider noch allgemeiner, als mancher zu glauben geneigt sein dürfte. Diese betrübende Thatsache finden wir in der offiziösen „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" unumwunden zu- gegeben. Das Blatt fühlt unter Bezugnahme auf die Nothwendiakeit, den allzugroßen Andrang der jungen Leute zum Studium einzudämmen, aus, daß die Gründe zu der gegen- wärttgen„verderblichen Ueberproduktion an Studirenden" in einer„verkedrten Geiftesrtchtung" liegen, die„unter allen Um- ständen nach dem sttebt, was stc für höher und Keffer hält". Das offiziöse Blatt sagt dann weiter: »So ist es ein Ziel der Sehnsucht für den Ardeiter, daß sein Sohn„Kaufmann" werde, well er eben, Handarbeit für das Schwerste haltend, die Anstrengungen des„Kaufmanns" nicht schätzt, und er fübtt so seinen mit wenig mehr als Volks« schulbildung ausgestatteten Sohn, der als fleißiger Ardeiter wohl Ausficht auf Selbstständigkeit gehabt hätte, einem mühseligen und ttostlssen Leben zu; so will der Gettchtsschreiber seinen Sohn zum Richter, der Elementarlehrer den seinigen zum Gym« nastallehrer machen, und diese Söhne haben dann ihre Studien« zeit und nach abgelegtem Examen noch eine Reihe von Jahren unter Entbehrungen aller Art durchzumachen, während dem praktischen Erwerbsleben auf diese Weise wetthvolle Kräfte entzogen werden. Und noch dazu können alle diejenigen, welche nicht durch natürlichen Trieb eine höhere Bildung und Stellung erlangen als ihre Eltern, sondern auf künstlichem Wege unter unverhältnißmäßigen Opfern, nach a-oßen Entbehrungen ein solches Ziel erreichen, in Bezug auf Lebensauffassung fich selten zu der Jreihett aufschwingen, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Das Talent, die natürliche Anlage, der naturliche Trieb zur Bildung muß gefördett werden, und eine solche För« dcrung delohnt fich in den Ergebnissen. Das Studium bezw. die Ergreifung eines Standes lediglich aus Standesrückfichten, weil der Vater dieselbe Stellung eingenommen, oder lediglich aus Rückstchten des Ehrgeizes der Eltern ist unvernünftig und bestrast fich durch Unzufriedenheit. Daher muß vor allen Dingen auf eine richtige Würdigung der menschlichen Arbeit gedrungen und der Satz, daß jede Arbeit adelt, wieder nchttg erkannt werden." Diese Mahnung des offiziösen Organs unterschreiben wir, wobei wir allerdings noch von einigen anderen Voraussetzungen uns leiten lassen. Diejenige Geistesttcktung. welche„unter allen Umständen nach dem sttebt, was fie für höher und besser hält", ist doch nicht so ohne weiteres als eine„verkehtte" zu bezeichnen, wie die„Nordd. Allg. Ztg." es thut. Es äußett fich in diesem Streben eben der allgemeine Zug der menschlichen Natur, der auf die Errinaung einer möglichst guten und geficherten witth- schaftlich-soziale» Existenz gerichtet ist. Die wirkliche und wahre Ursache der„verderblichen Ueberproduktion an Studirenden" ist darin zu sehen, daß die Erwerbsverhältnisse so sehr ungünstige find und die Neigung haben, fich noch immer ungünsttger zu gestalten. Für den Ar- heiter und Handwerker ist der Kampf um die Existenz durchweg ein sehr schwerer; die Erfolge dieses Kampfes find immer mehr oder weniger Ungewisse. So viele Tausende bringen es bei allem Kampf und Ringen doch nicht weiter, als nothdürftig von der Hand in den Mund leben zu können. Und ftoh darf sein, wer das noch kann! Viel tausend andere verfallen in Zeiten der Arbeits- und Verdienstlofigkeit dem äußersten Mangel, der Roth und dem Elend. Das ist ja gerade die schlimme Seite der modernen Pro- duktion, daß fie den arbeitenden Klassen keinerlei Gewähr für eine gestchette und dem hohen Kulturstande unserer Zeit entsprechende Existenz zu bieten vermag. Sie dedingt die Ar- deitcknsen, die Entwertbung menschlicher Arbeitskraft zu Gunsten der Maschinenleistung mit unabweisbarer Ziothwendigkeit. Der politisch freie Arbeiter ist in voller witthschaftlich- sozialer Ab- hängigkeit der Produktion, welche alles in allem auf die Ver- mehrung der in ihr angelegten Kapitalien abzielt und die Ar- beit lediglich als Mittel zu diesem Zweck erachtet. Die Sucht nach möglichst mühelosem Erwerb beherrscht das ganze wirthschattlich-sozialc Leben der Gegenwart; aber dieser Sucht können die wenigsten nur erfolgreich fröhnen, sofern fie die Mittel dazu defiven. Für die Schichten breiten der arbeitenden Klassen ist die Noth, die Sorge für das tägliche Brot die Triebfeder zu unausgesetzter Thättgkeit; aber alle Welt weiß, daß diese Thätigkeit leider den Meisten die Befriedigung berechtigter Ansprüche an das Leben nicht garantitt. Da ist es denn nur zu erllärlich, daß ein massenhaftes Hin- drängen nach jenen Berusszweigen stattfindet, deren Ausübung eine solche Garantie bietet, so insbesondere nach dem Lehrer und Beamtenderuf höherer Ordnung. Das würde nicht der Fall sein, wenn die menschliche Arbeit, das praklische Erwerbsleben die„richtige Würdigung" erführen. Aber freilich, die richtige Würdigung begreift mehr in fich als Andreas senkte den Kopf; er schien nicht überzeugt. „Selbst Therese sieht das ein," fuhr Guntram fort. „Hat sie Ihnen das gesagt?" „Za, lieber Freund. Zch sehe wohl ein, daß sie viel- leicht vor dem Renkontre mit diesem Frauenzimmer anders gesprochen hätte. Aber jetzt ist sie vernünftig geworden. Sie sieht jetzt ein, daß Sie nicht für sie bestimmt sind und daß ihre Mutter zunächst sich vergessen machen muß. Zeanne will eS versuchen. Vielleicht bietet sich dann in einigen Jahren eine passende Partie für Therese." „Sie werden sich jedenfalls darum bemühen, eine solche zu finden," bemerkte Andreas bitter. Guntram fuhr zusammen. Die Antwort ärgerte ihn. Aber er sagte sich, daß Unglückliche ein Recht auf Schonung haben. „Sie sind noch sehr aufgeregt, lieber Andreas," sagte er herzlich.„Sie leiden, und Sie thun mir leid. Aber folgen Sie mir,— seien Sie ein Mann,... verlassen Sie Paris, wenn Sie sich nicht stark genug fühlen, hierzu- bleiben und nicht zu versuchen, das junge Mädchen wieder- zusehen." „Und das rathen Sie mir in einem Augenblicke, wo ein schrecklicher Feind sie bedroht!" rief der Baron. „Sie können gegen ihn doch nichts ausrichten und würden sich unnöthig einer Gefahr aussetzen... Der ganzen Geschichte liegt ein Verbrechen zu Grunde." „Ein Verbrechen!" rief Herr von Elven.„Wer hat eS begangen?" „Erlassen Sie mir die Antwort," erwiderte Guntram. „Jeanne ist eS nicht, das werden Sie mir wohl glauben und ebensowenig ihre Tochter. Aber der Femd, von dem ich spreche, ist zu allem fähig. Sie haben sein Werk ja gesehen." „So hat er die Briefe geschrieben..." „Gewiß, er hat eine ganze Brieffabrik. Der Schuft ist sehr geschickt; ich weiß nur noch nicht, wie er so genau von allem unterrichtet sein kann. Ich frage zum Beispiel bloS, wie er ahnen konnte, daß Fräulein Baldieu bei Ihnen war. Er müßte ihr denn nachgegangen sein." die tbeoretische Anerkennung des Satzes,„daß jede Arbeit ad est' l Sie erfordert, daß der Arbeitende auch einen solchen Tbell vom Ertrage seiner Leistungen bekommt, daß er eine gesicherte und dem allgemeinen Stande der Kultur entsprechende, wahrhaft menschenwürdige Existenz führen kann. Erst dann vermag der Adel der Arbeit fich praktisch zu bethätigen, wenn fie defteit ist von unverdienter und sehr wohl vermeidbarer Roth. Daß die Arbeiter selbst ihr eigenes Element, die menschliche Arbeit, sehr wohl zu würdigen wissen, das beweisen fie deutlich genug durch ihr Bemühen, ihr Ardeitseinkommen zu erhöhen, >re Lebenshaltung zu verbessern, fich der Unstcherbcit der Existenz, der Roth und dem Elend zu entwinden. Wenn fie höheren Lohn, Verkürzung der Arbeitszeit, anständige BeHand- lung, Schutz und Förderung ihrer berechtigten Interessen von Sellen der Gesetzgeber rc. fordern, so fordern fie damit nichts anderes, als das, was auch die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" für nothwendig erachtet:„richtige Würdigung der menschlichen Arbeit", richtige Erkenntaiß des Satzes,„daß die Arbeit adelt". Und doch wird gerade dies Bemühen der Ardeiter von so vielen Seiten mit einem wahren Fanatismus angefeindet und verlästert als„ordnungswidrig", als Folge„gewissenloser Auf- reizung", als Zeichen von„Uebermuth" und„Begehrlichkeit". Man erinnere fich, welches Uebermaß an Beschimpfung und Verfolgung so manche Arbeitervereinigung schon hat erdulden müssen, well fie energisch für eine bessere Würdigung der Arbell eintrat. Auch die„Norddeutsche Allgemeine Zellung" hat in diesem Punttc genug gesündigt, besonders wo es fich um Bc- schränkung und Unterdrückung des Koalitionsrechtes der Ardeller handelte. Wrll man aber den Arbeitern dieses Recht vorenthalten, so ist es einfach Unstnn, auf„eine richtige Würdigung der menschlichen Arbell" zu dringen! Nrigina�orrefponämzm Hambut-g, 8. August. Uederall, wohin man fleht und hört, liegen die Jnnungsmeister mit ihren Gesellen oder Ge- Hilfen in Streit, oder fie bemühen fich doch vergeblich um deren Liebe. Eine Ausnahme hiervon, wenigstens von offener Fehde, machen nur solche Gewerbe, in welchen die Arbeiter zu ihren Meistern oder„Herren" noch in dem alten Abhängigkeitsver- hältniß geblieben find, wie solches vor Aufhebung der alten Zünfte bestand, und in welchen der geringe Lohn, dm der Prinzipal zahlt, durch Trinkgelder des Publikums auf die erfor- derliche Höhe gebracht werden muß. Es gehören in diese Ka- tegotte vor Allen die Kellner, Friseure und Barbiere. Besonders der letzteren ist im Allgemeinen der Bedientengeist ein so aus- geprägter, daß alle Versuche einiger unabhängiger Geister, eine freie Vereinigung der Barbier- und Friseuraehilfen zu Stande zu bringen, an der Indolenz der großen Masse ihrer Kollegen scheiterte. Ein strammes Regiment wird aber auch, und wie es scheint besonders hier in Hamburg, von den„Jnnungsherren" der Haar- und Battkünstlerzunft ausgeübt und in Verbindung mit ihren Standes- undGefinnungsgenoffen in ganzDeutschland durch- geführt. Nebenher find fie jedoch auch ängsllich besorgt für das Wohl ihrer G-hllfen. Das beweist, daß die Hamburger Äarbierherren es nicht mit ansehen konnten, wie die Gehilfenschaft bis vor kurzem immer noch einer Jnnungsfahne entbehrte. Um diesem bösen Mangel abzuhelfen, wurde laut Ukas des Obermeisters jedem Jnnungsgehilfen eine Kontribution von 2 M. auferlegt und jedem Nichtzahlenden wurde mit Entziehung oder Vorent- Haltung des Jnnunasattestes gedroht. Wenn man bedenkt, daß ein Bardiergehilfe oft nur 3—4 M. Lohn pro Woche erhäll, so war das verlangte Opfer gewiß kein Kleines zu nennen; aber berappt mußte werden, da jeder, der fich weigerte, Schwierigkeiten für sein ferneres Fortkommen voraussehen mußte. So wurde denn auch zum größeren Ruhme der Hamburger Barbier« und Friseur- Innung die Gehilfenfahne beschafft, mit derselben sn echt zünftlerischer Weise ein Umzug durch die Stadt gehalten und dann das neue Banner der Einigkeit beim Vorfitzenden der Innung, bei welchem zugleich der„Altgeselle bcdienstet" ist, feierlich in einen Schrein verschlossen, zu welchem, und das ist ja für das Wohl und das Gedeihen der Jn> nung das Wichtigste, jeder, sowohl Obermeister wie Alt- geselle, einen Schlüssel besitzen! Solchen Hokuspokus nennt man in unserer Zeit„Jnnungsbestredungen", und deren Vertreter und Anhänger rüstet die Staatsgewall mit besonderen Privi- legien aus! Auch die hiesige Drechslerinnung hat in voriger Woche an- gefichts des fie bedrohenden Streiks seitens der Gehilfenschaft versucht, noch schnell einen Jnnungs-Gesellenausschuß zu Stande zu bringen. Zu diesem Bchufe war eine Versammlung der Meister und GeHillen zusammendcrufen worden und einige Meister hatten auch die bei ihnen beschäftigten Arbeiter, welche keine gelernten Drechsler find, mit Legitimations« karten ausgerüstet und zur Versammlung geschleppt. Es find ihnen ja eben alle Mittel recht, wenn fie nur ihren Willen durch- setzen. Aber dann hatten fie fich trotz alledem geint. Eine von 60 Gesellen unterzeichnete Resolution, welche die Vornahme der Wahl eines Ausschuffes in einer öffentlichen Drechslerversamm- „Es ist um so unerklärlicher, als sie nicht zu Fuß ge- kommen ist." „Ja, sie sagte eS mir. Es wäre nur so zu erklären, daß sich hier vor dem Hause einer seiner Agenten befand, als sie ankam. Ja, ich vermuthe sogar, wir werden alle von diesem Hallunken, oder richtiger von seinen Agenten überwacht. Er muß deren mehrere haben. Um mit solcher Präzision arbeiten zu können, muß er stundenweise üher alles unterrichtet werden, was wir, das heißt, Zeanne, Therese, Sie und ich thun. Zch will Ihnen beweisen, daß ich Recht habe. Ich brauche mir nur die Thatsachen anzu- sehen, die sich seit heut Morgen ereignet haben. Jeanne empfängt gegen Mittag, glaube ich, einen Brief, in dem ihr mitgetheilt wird, daß ich sie in ihr Hotel in der Avenue d'Eylau erwarte. Man wußte also, daß ich nicht in ihrer Villa am Boulevard d'Jtalie war und daß Zeanne den Tag dort verbringen wollte. Zwei Stunden später wird Theresen in Ihrer Gegenwart ein Billet durch einen Gassen- jungen überreicht. Man war ihr also in den botanischen Garten gefolgt, hatte alle ihre Bewegungen beobachtet und hatte bemerkt, wie Sie mit ihr sprachen. Später treffe ich die Martine Ferrette bei der Rodin. Ich spreche mit(ihr, verlasse sie dann und gehe nach der Avenue d'Eulau. Während ich nun mit Jeanne ein Gespräch habe, flieht Therese. Zu spät merken wir, daß fie fort ist. Mir geht der Gedanke durch den Kopf, daß sie vielleicht hier sei, und ich laufe, ohne Zeanne etwas davon zu sagen, hierher. Sie werden mir zugeben, daß der Feind sehr genau unterrichtet gewesen sein muß. ES gehörte zu seinen Plänen, Sie mit Fräulein Valdieu zu entzweien, nachdem er Sie vorher mit ihrer Mutter entzweit hatte. Sollte ihm da» gelingen, so mußte er zunächst wissen, daß Fräulein Valdieu in Ihrer Wohnung im Hotel du Helder sei; ferner, daß Martine sich bei der Valentine befand und daß ich mit ihr dort eine Unter- Haltung gehabt habe, die sie zu dem Glauben bringen konnte, ich sei es wirklich, der an sie schreibe, um sie zu veranlassen, sich ganz allein bei einem meiner Freunde ein- zufinden, emem Provinzler, der auf der Suche nach einer Malttesse ser. Martine hatte mir gerade ihren Kummer lung verlangte, kam zwar von Seiten des Odermeistees nickt|i w in— Verlesung, als aber dieser alle diejeniaen, welche einen Geiello �Zeitung", ausschuß wünschten, aufforderte, die Hand ,u erheben, fand»«oo. Allg. j fich hierzu nur fünf der Anwesenden bereit.. M schwellt Auch die hiefigen Töpfer find in Lohndifferenzen? Haltt ihren Jnnungsmcistern geratben, und obgleich letztere selber"0 dezegnet gestehen müssen, daß die Forderungen ver Gesellen angeßt� vohnglläch der Vertheuerung aller Lebensbedürfnisse in Hamburg durck b» Wl, von r> Zollanschluß keine unbilligen find, so konnten fie fich„»f'«"rnpfe h, halber" doch nicht entschließen, dieselben sofott zu dewilligen, einmal g erst muß es so ein Bischen Stteik geben, sonst würden ia � Bort ei fern von Jnsterburg her herangeschleppt haben, wird jedenst� � streiten ohne zu große Mühe der Töpferfachverein gegenüber der 3* r*,„muß nung den Sieg davon tragen. Pari In einer am 2. August stattgefundenen Versammlung%"Mibetaler hiesigen Maurerfachvereins stand die geplante Alters- und Käm, validen-„Versorgung" auf der Tagesordnung und oe' nach Mz stimmig wurde folgende Resolution gefaßt:„Die am 2 Au?»« zu in Tütges Etablissement tagende Versammlung des Fachver� Utzstand der Maurer Hamburgs giebt in Betreff des vom BundeM�dtichwahll Meister der Töpfennnung hinter ihren übrigen Jnnungskolleg�etter ein t zurück sieben! Obgleich die Meister schon Arbeitskräfte, � an, daß entworfenen Gesetzes über die Alters und Jnvalidenoerso der Ardeiter ihrer Ueberzeugung dahin Ausdruck: Soll Gesetz für die Arbeiter von Nutzen sein, so müssen nächstes Punkte berückfichttgt werden. Wtt fordern also: 4) dü- Rentenfestsetzung; 2) Herabsetzung der Altersgrenze;*) seitigung der Ouittungsdüchcr; 4) Herabsetzung der Min» zahl der Arbeitswochen im Jahre, entsprechende BerückstchN! der durch Krisen und sonst unverschuldet außer Arbeit 0' menen Versicherten; 5) die Selbstverwaltung der Verficht! verbände unter der Oderaufficht des Reichverfichcrunzsujjlj/�n das als höchste und entscheidende Instanz in allen Streitsü� rWen„P 6) desgleichen allgemeines Wahlrecht mtt geheimer Abstim»� jTOt fich j für die Wahl der zur Verwaltung oder Kontrole beizuzieW; Zss oer Krcu Ardeiter. Das ist das Mindeste, was die deutschen JSt«usfich zu fordern berechtigt find. Ohne Erfüllung dieser Fordes� webe» die bat die Alters- und Jnvalidenoersorgung für fie gar P von Werth." gaudens gescho erstein Seite p «ngesagt «eiter Ai k?11? der Ii >mt die! Rebrhei Da« und ihrer aAiirepmien Ivnnir uns wrrinw wliileio einrai wenn es nicht gar so lächerlich wäre. Wird da das Zeug, welches fie zur Zeit d r„Kraftproben" dem 0% Reichskanzler untergeschoben und als höchsten Ausfluß patrst� deutscher Staatsmannschaft ausposaunt hat, von einem fischen Spaßvogel in Gestalt einer ernsten Note gebrackt ihnen erkannt und auch anerkannt und— schließlich von gebender Seite" für eine abscheuliche Fälschung erklärt. 1 aber die eigenste Weisheit der Reptilien! Die deutsche Rtts presse als intellektuelle Urheberin der„franzöfischen Falst — das ist in der That ein Schauspiel für Gölter! Und vielleicht nicht der harmloseste Unfug, den diese Sippsckast übt hat! Gegen da»„Guittnngsbnch" kommt allmälig in Arbeiterkreisen Deutschlands eine mächtige Bemmung in.. die nicht ohne Eindruck und Wirkung bleibt. So schreck; rechlsliberale Münchener„Allg. Ztg.":„Daß der (einer Alters- und Jnvalidenoersorgung) in der Form,»T gegenwärtig vorliegt, Gesetz werden sollte, wird je läßp entschiedener auch von solchen bestritten, welche dem gedanken des Entwurfs durchaus sympathisch gegenüberstelX» seine baldige Durchsühru-g erstrehen. Bei den Verändern� denen der Entwurf somit entgegensteht, wird auch zu es" fem. od nicht auf das Quittungsbuch ver»! werden könne. Es ist für die Durchführung QU' ohne Bedeutung, daß diejenigen, für welche letzteres rechnet ist. ohne Mißtrauen dem Gesetz entgegensehen sozialpolitische Bedeutung wird geradezu vernichtet o«l sehr herabgemindett, wenn ein erheblicher Theil der gleichviel, ob mit oder ohne Berechtigung, die Altersoerf??� als ein Mittel ansteht, um durch eine Hintetthür das Kankf; J, '4Z ihm) wA und ■te ., nand ffchen sc Ueften >, 9" den Blat begrüßt •»och frä •da Brafl »dweren K ssig un »besitze > Zinse .«chlage a »dehnten Ibisse, theu Ewiger G d' mangelh spW&u au 'bc SC01' und ...11*5* alles vi _.............................................. m buch einzuführen, für welches in gemäßigt liberalen Keeistn� jjVt�ende Sympathie vorhanden ist. Jedenfalls würde die Besen � � nicht des Ouittungsbuches, das man zu den prinzipiellen BestimMs% llcherlb des Entwurfs nicht zählen kann, das Zustandekommen b»,'tz a tt Werl setzes erleichtern."— Der Großindustrie und der dlNssA Zcj,"lind stehenden großen Bourgeoifie liegt in der That am OaimA jAhz n viel buche resp. Arbeitsbuche sehr wenig, das vielmehr eine oAKa�ach ruug der Jnnungsbiüder ist. In den Zeiten geschäftlicke» schwungs öffnet die Großindustne ohne alle Slrupe» „Händen" die Thore ihrer Fabriken. In dem Frosch« iiuslerkrieg der KartelldruGJL fich bekanntlich die„Nordd. Allg. Zig." auf die linke.A stellt und war eifttg beflissen gewesen, nicht nur Zwist*', Kreuzzettungsböcken und den gouvernementalen Schafen � Rechten zu scheiden, sondern auch den Nationallibem« � ihrem Bestreben, die Möglichkeit einer klerikal lonstl Mehrheit bei den nächsten Wahlen zu vereiteln, dm ..Und SBi gestanden und ich hatte ihr zu helfen versproch� Liebhaber zu ersetzen, ften sie aber verloren Liebhaber war übrigens auch ein Agent deS 0* Wenn wir nun die Rechnung schließen, so ergeb» drei oder vier Spionagen, die mit Meisterhand, sind... man ist mir nachgegangen, man ist Jhue» gegangen, man ist Theresen nachgegangen, man nachgegangen... Wir können das Wort: durchkonjugiren und zwar durch alle Zeiten, denn, uns auch noch weiter nachgehen. Das stärkste da» ist, daß es keiner von uns bemerkt hat." (Fortsetzung folgt.) Aus Kunst und zebeo. Di« alte Thr-rie, nach welcher die. Tiefebene»inst vom Meere iiberstnthet genw'! sollte, hat ihren Platz längst der neueren AnsckauunS räumt, daß unser Gebiet in der Eiszeit von dem S? skandinavischen Eise vergletschett war. Die großen, linge bezeichneten Gestelnsblöcke, welche fich mitten der Tiefebene vorfinden, find hiernach als Geschiebe moräne ver ehemaligen Gletscher anzusehen, nicht aber- stücke, die von Eisbergen bis in unsere Breiten wurden, um auf den Meeresboden zu sinken, als da« m E s zerschmolz. Aber wo einst Gletscher fich fanden.� außer den Uederdleibseln einer Grundmoräne unter Umständen auch eine Endmoräne fich Muffinden zeigt, wie weit das Eis nach Süden herabreichie. An. fj stiBi, wie wni oas Vits naco«uoen yeraoretaur. 1 wo es fich infolge der Wärme nicht mehr halten kons. daher als mächtiger Gletscherbach abfloß, mußte es M und Felstrümmer absetzen, welche es von den Gebirgen hatte. Diese alle Endmoräne des weitausgedehnterr!, jt scken Eises, die ein großattiges und unwiderlegliai' n1. von der zusammenhängenden ehemaligen Eisve#4 Mecklenburgischen aufgesunden worden. Dieselbe- erstere Forscher in der„iltaturwiffenschastl. WockeNl. o___.!». o:_i.___ U>- t hellt, einen Kamm oder eine Linie von Schuttt��» 1 Hügeln, die fich auf über zwanzig Mellm e»s uirbt � in Ausstcht zu stellen. Am Montaa nun erklärte die ,en Geielw Mmmg sie habe Grund zu der Annahme,„daß die den, fand« 1®'�% Zt(j." von einer Seite, der fie gebührende Be- _[„ß Ichwerlich versagen werde, über das Unerwünschte ihrer erenzen® Haltung verständigt werden dürfte." Am Montag :( selber? begegnete das Kanzlerorgan dieser Annahme mit folgen- en anzesu«ohngilachter:„Bon welcher Seite der Retter wohl fom» Eft durch b° N' von welchem die„Kreuzzeitung" ihre Erlösung aus le sich„GW �unwfe hofft, in dem fie fich, wie schon ihr Hilferuf zeigt, illlgcn. newoer einmal gründlich festgefahren hat?!" Doch kaum war ürben Ig ii!ort entfahren, so traf für die bedrängte Elsa schon �»»er ein und kündigt nun in den Spalten des Kanzler» an, daß er für fie wider die nationalliberalen Telra» Merten will.„Die Regierung", so erhebt er seine e,„muß sich nicht nur der Bekämpfung einer jeden der b» Patteien, der konservativen, freikonservativen und ..�beraten, entbalten, sondern wird auch bestredt sein, 91 �Zwvfe dieser Fraktionen unter einander zu verhüten '°ch Möglichkeit zu schlichten, die Einigkeit unter % fördern und dahin zu wirken, daß fie ihren Utand unter einander schonen und Stichwahlen für einander stimmen, anstatt dem gaudevs in die Hand zu arbeiten." Zu diesem Befitz» m geschont werden soll, gehören aber auch die Mandate merstein, Stöcker und Genossen, denen von national- Veite unter Akklamation der„Rordd. Allg. Ztg." der angesagt worden war. Schonung des Befitzstandes be- ,er wrntwKL werter Ausdehnung des Kartells auf die Landtagswahlen, irückdchnB k�ing der konservativen Partei in ihrer seitherigen Stärke ürdeit 8*'(JJwt die Wiederkehr der Möglichkeit einer klerikal-konser- Serfiche«'- Mebrheit. Damit ist die„Kreuzzettung"„schön her- hcrungsaZ®!»'.aenn das genügt zu der von ihr für die Konservativen Stremiii�«nten„Politik der freien Hand", den Rationalliberalen Abstim»''"Net fich fstr ihre Bestrebungen, aus dem Leder der An- 'eizuziefo"? Ef« Krcuzzeitungspartei Riemen zu schneiden, die wenig tien Äib? g« Aussicht auf den— Sumpf, aus welchem eine starke FordaAs�lvkben die„Funkes erlöst hat. e gar lUNgsko! kräfte,(i eD jeden!! der der � mmlunz rs- und rnz und m 2. r » Fach ; Bun: enversog : voll nachlte! : 1) h ""«!> Iw'?* von Rauchhaupt scheint in Ungnade r!?ankf. Journ." spricht die Hoffnung aus, t. 1 ifchcnÄ fid einmal las schöwji em daT uß patr»� inem zebracht> ch von !lärt.' sche Re»> :n Ftlsä ! Und» sippschoff zu bleiben. ................____„— daß die ge» Konservatrven fich nicht bewegen lassen, den„scheinbar «under wieder in Gnaden aufzunehmen und daß fie ibm den Rath zu ertheilen, entweder vom Schauplatz oder mit dem Manne fich zusammen zu thun, der !os und öffentlich vertritt, was Herr v. Rauchhaupt in und kniffiger Weise doch nur bezweckt: nämlich mit oarnmcistein." ,« vertheidigen, das wagt wohl heut» »bemand mehr??kun, die Feudalen wagen es freilich uWjen schon in der Leibeigenschaft ein Ideal, das ihnen geworden ist,— aber die„liberalen" tfic [W älig in der Form, C» übersieh� letäni ch zu erl eres «sehen tersveMÄi das u Kreises le Lesi Bestimw> nmen des »er biM »m D"1 r eine häftliche« SlrupU H t£i<. sproche� des' tg" ergebend org! sr®' .. M< enn mäste dab" geworoen tst,— aver vre„ r, o e r a r e n .%*r." in München, die haben noch den Muth, eine uff Aufrechterhaltung der Sklaverei zu brechen! In einem <2 den ein Professor Franz Keller unterzeichnet hat, bos Blatt gegen die von der ganzen Kulturwelt mit . degrüßte Aufhebung der Sklaverei in Brafilien ein: doch ftägt es fich, ob es opportun war, fie gerade .-da Brafilien fich aus anderen Gründen noch inmitten Aweren Krise befindet, zu dekretiren und od es überhaupt "sig und gerecht sei, viele Tausende von Plan» d b e s i tz e r n, die so wie so schon kaum im Stande find, Wi Zinsen ihrer Hypothekenschulden zu bezahlen, mit vchlage an den Bettelstab zu bringen Der Wetth ihrer gedehnten Ländereicn, der infolge ungünstiger Verkehrs- ifie, theurer und spärlicher Arbeitskräfte, geringer Sicher- Zeitiger Grenzen, fehlenden Katasters, ungenügender Befitz- »d mangelhafter Rechtspflege, schon ein sehr zweifelhafter war, Aezu auf Rull herabsinken, die Banken, welche und zwar beträchtliche, darauf vorgeschoffen haben, ,es verlieren und ein großer finanzieller Krach die Folge sein."— Damit also die Plantagenbefitzer ?ll werden, müssm Menschen ihrer Menschen« deria�ubt und zum L a st v i e h emiedrigt bleiben! es die ,, liberalen"„Neuesten Rachrichten"! im,'folgen der Sklavenbefreiung entwerfen die„Neuesten .Aende Bild:„Der Freigewocdene arbeitet gerade nur n o nicht Hungers sterben zu müssen—, und auch das „i"cherlich n cht bei seinem früheren Herrn abmachen, / st,., werden die meisten fich truppweise zusammenthun, eliif.�ond und plündernd das Land zu durch- 1< vielleicht da und dort an abgelegenen Puntten ein xi fci.A aus Palmwedeln zu errichten und im übrigen zu ?ie Wilden. Von irgend welchem Ztiederhalten dieser bei der gänzlich ungenügenden, im übrigen selbst » ,, Und Mulatten bestehenden, unglaublich verlotterten i." d Polizeimacht der Regierung nicht die Rede sein l Man ficht, wie tief Blätter und Menschen stnken » v1" ne einmal im Kartelldrudersumpfe stecken. MW'—- jj-j � Uhg iU c"ui,ui 11,1 Jiut' ' wider v. Gstrenberß Äiuee�?f0e zürn.20. August vor das Militärgericht deö : m�oips zu Karlsruhe geladen. Das vom i. d. M. ouadungsschrciben ist u. a. von dem kommandirenden �heil dieser Endmoräne unter dem Namen der Lim,," der Gegend von Joachimsthal, von Chorin oder Iteten v,ei Oderdcrg schon längst bekannt gewesen, indessen Hu„j?1' Geologen an demselben immer nur den inneren di,".d dre Berschiedenartigkeit der Gesteine, fast nie aber hm.�"llirhe Längenerstreckung Beachtung. Jeyt ist dies Uf».�"d damit erst der Geschiebewall als eine schmale, vn* e- dmorane wirklich erkannt. Sie verläuft in meh- Juden vorgewölbten Bogen von Liepe über Chorin- ii»,-,l�onftenhütte nach Schmargendorf; von hier über -ÄundRingenwalve""" en. nor»� ittvtft*, hauunS jcffl Sä '•&' ?>L fff rge", gl, I« ■~>v, u«o iAolvenvaum vorver vis rn vre Oilloe vv» nn dem Zuge zwischen Alt-Temmen und Feldberg » � gleich streichender, der fich von Gcrswalde und . frf.i"uöh Fürstenwerder erstreckt. Die Breite der End- itw?,?.in der Hauptsache nur zwischen 100 und 400« /Angw bis zu 800 und 900 m kommen nur vereinzelt e dei Senftenhütte und hei Ringenwalde vor. rrm, k. Kammes oder der ihn zusammensetzenden bis in ff*, so überragen fie ihre Umgebung durchschnitttich ,' zuweilen auch bis 20 w. Die Böschung stergt ... einem Winkel von 36 bis 40 Grad an. Im die Endmoräne bis auf eine Tiefe von 8 bis 10 m fi. vkl.�!einpackung, in welche nur untergeordnet eine sibn» �ondbank eingelagert ist; ja die Geschiebeblocke . i> 5"ach außen aus der Gras- und Moosdecke des fie unxmNden Wäldes m Gestalt unverhüllter kleiner .�i» kForsvrünge hervor. »dies.. vNgt man am schnellste» Mensche«««? Ms-.isKulturfrage" hat fich die„Medicinischc Akademie" T,' eingehend beschäftigt und„erfreuliche" Resultate w hatte die Aufgabe, festzustellen, welchen„Fort- MMM-WH *„�»Die Durchschlagskraft der 8 Millimeter großen »enh ysd sich als eben so groß, wie Vre bisherigen Gewehres(Gras), deren 7»ng v- Millimeter beträgt. Eine nähere Mgah �-nnden. durch Dr. Delorme und andere ' oaß hie Eintritts- und Ausgangs Mündungen General v. Obernitz unterzeichnet, der nach neueren Nach« richten seinen Abschied als kommandirender General des 14. Armeekorps erbeten und erhallen hat. An seiner Stelle ist der Generallieutenant v. Schlichting ernannt. Ai«„Nothwendigkeit" der dreijährigen Dienst- »eit de» Militär« geht sehr deutlich aus folgender Episode hervor, die aus Oldenburg berichtet wird: Ein dortiger Zimmermeistcr beschäftigt schon seit einigen Wochen 4 Soldaten von der dortigen Artillerie, während er, wie von zuverlässtger Seite mitgetheill wird, die bei ihm in Arbeit gewesenen Ar- beitsleute einfach entlassen hat. Da er den Artilleristen dlos 1,50 M. den Tag bezahlt, wärend er seine Ardeiter mit 2 M. lohnen mußte, so liegt ja das Motiv zu dieser echt zünftlerischen Maßregel klar auf der Hand. Es ist aber bedauerlich, daß Mililärpersonen, die doch zum Dienst und zur Ausbildung in der Vaterlandsvertheidigung bestimmt sind, zu solchen Arbeiten verwandt werden. Sollte denn da keine Abhilfe geschaffen wer- den können?— Dazu bewerft das„Norddeutsche Volksblatt": Gewiß könnte da Abhilfe geschaffen werden, wenn nur der gute Wille dazu da wäre. Wird im Reichstag oder in der Presse für Einsübrung der zweijährigen Dienstzeit an Stelle der dm- jährigen plädirt, so gcräth man in helle Aufregung und ver- sichert von„fachmännischer" Selle, daß man in zwei Jahren keinen vollkommenen Vaterlandsvertheidiger erziehen könne. Thatsächlich muß man aber bei 3 Jahren recht viel Zeit über babcn, indem man Soldaten zu allerlei nichtmilitärischen Diensten, und sogar dirett zu gewerblichen Arbeiten bei Privat- untemehmern verwendet. Die Herren Zünftler bekämpfen des- halb die zweijährige Dienstzeit ebenfalls recht lebhaft, weil fie vermittelst billiger militärischer Arbeitskräste das„deutsche Hand- werk heben wollen". Was würden die Herren Jnnungsmeistcr aber sagen, wenn man ihre Stelle durch Unteroffiziere und Feldwebel ersetzte und die gesammte Meisterschaft in die Fremde schickte?— Jeder einsichtige Meister wird deshalb militärische Arbeitskräfte verschmähen, wo tausende von braven Arbeitern brotlos auf der Landstraße liegen. Allerdings muß man die einsichtsvollen Meister mit der Laterne suchen. Gin streitbare» MahlKandibat. Die Berliner„Börsen- Zeitung" fährt fort, den Dr. Karl Peters, welchen der„Hannov. Kourier" als Wablkandidaten zurückgewiesen hat, werl er der nationalliberalen Partei nicht genehm sei, als einen national- liberalen Kandidaten zu betrachten und zu empfehlen. Sie macht sogar jetzt zu seiner Empfehlung geltend, daß er seine politische Laufbahn in der Weise des Generals Boulanger deginnen will. Er hat einen welfischen Agitator, Namens Dr. Lohmann, auf Pistolen gefordert, und Dr. Lohmann hat fich infolge dessen beeill, eine Revokation zu veröffentlichen. Die„Börsen- zeitung" tbeitt den Wortlaut derselben mit, indem fie einen spöttischen Blick auf den Geforderten wirft, der das Duell nickt angenommen habe. Sie wirft gleichzeitig der gegnerischen Preffe vor, daß fie mit gewohntem Rechtsgefühl diesen Vorgang todt- schwcige. Wir haben gar keine Veranlassung dazu, über diesen Vorgang verlegen zu sein, und wollen sehr gern zur weiteren Verbreitung der Heldenthat des Herrn Dr. Peters beitragen. In weiten Kreisen wird das Urtheil über einen Mann, der seine politische Laufbahn mit der Pistole in der Hand beginnen will, von vornherein feststehm. In der bonstszirte« Uummer des in München er- scheinenden„Recht auf Arbeit" soll, wie schon gemeldet, ein Aufruf zu Gunsten der streikenden Hamburger Tischler die bekannte landesgesetzliche Bestimmung, die das öffentliche Sammeln ohne behördliche Erlaubniß verbietet, übertteten haben. Da in dem Artikel aber lediglich ein allgemeiner Appell an die Berufsgenossen, es an der erforderlichen Unterstützung für die Streikenden nicht fehlen zu lassen, enthalten war, kann unmög- lich ein Aufruf zu einer polizeilich nicht genehmigten Samm- lung lonstruirt werden. Merkwürdig ist, daß weder dem Re- dakteur noch dem Herausgeber eine die Beschlagnahme aussprechende Verfügung, wie fie das Reichsgesetz vorschreibt, zuging, vielmehr lediglich ein Polizcikommissar in der Expedition erschien und die Beschlagnahme laut gerichilicher Anordnung ausführte. Nach§ 24 des Preßgesctzes muß die vorläufige Be- schlagnahme binnen 48 Stunven nach erfolgter Beschlagnahme vom zuständigen Gerichte bestätigt werden, Redafteur und Ver- leger bezweifeln aber, daß das Landgericht eine so absolut halt- lose Konfiskation überhaupt bestätigen wird, sondern rechnen de- stimmt auf die unverzügliche Freigabe. Gesterreich-Ungar«. Ein großartiges Schmugaelgeschäft in Damen- kleid ern nach Nordböhmen hat die Reichenberger Steuer- deHörde entdeckt. Mehrere hundert Damen der besten Kreise sollen betheiUgt sein. «rotzvritannie». Das Unterhaus erledigte die Debatte über den Bericht der Parnell'schen Untersuchungskommission. Smith beantragte die dritte Lesung. Wllftied Lawson bekämpfte diesen Antrag, indem er einen Unterantrag stellte, daß die Er- nennung einer Kommisston gm Untersuchung einer polttischen Bewegung, wenn dieselbe nicht auf defirnttoe Anklagen kriminellen Charatters und auf namentlich bezeichnete Personen de- dcr Schußwunden durch Zusammenziehen der Haut kleiner als der Kugeldurckmeffer find, nur 4-6 Millimeter, während die innere Wundhöhlung weiter ist, was die Wunde gefahrlich macht und ihre Behandlung sehr erschwert. Dre Einschrumpfung der Wundöffnung ist um so beträchtlicher, je gennger die Schnelligkett des Geschosses, also wenn die Kugel aus sehr ge- »»rÄÄTMKsaJS Öffnung außerordentlich wette Muskeldurchbohrungen, die fast unheilbar sind. Die Knochenverletzungen find durchweg dre- ISS; Ä.«s Ar& ##### MUMM Wunde bleiben und deren Behandlung verwickelter machen. Endlich stellten die Aerzte dmch Llchtt-ilder, die von den Ge- #### schränkt werde, abzulehnen sei. DaS Haus nahm mit 180gegett 64 Stimmen die dritte Lesung an. Die Parnelltten verließen vor der Abstimmung den Saal, nachdem Sexton erklärt hatte, die Parnelltten stimmten nicht für die Verwerfung, weil dies so gedeutet werden könnte, als wollten fie der Untersuchung aus- weichen: fie stimmten aber auch nicht für die Bill, weil dieseS ihre Zustimmung zu der Vorlage ausdrücken würde. Bei dem Banket des Lordmayors hiell der Premier Salisbury eine Rede, in welcher er den europäischen Frieden als gesichert bezeichnete. Frankreich. In dem Augenblick, da die Kellner und Friseur» ge Hilfen ihre berechtigten Beschwerden gegen die Stellen» vermittelungs-Bureaus erneuern, ist es nicht ohne Interesse, deren Wirkungskreis näher zu beleuchten. Einer Dar» stellung der„Lanteme" entnehmen wir hierüber nachstehende Daten: Die Stellenvermittelungs- Bureaus wurden von Thso» phraste Renaudot, dem Gründer der„Petit Affiches", der ersten Zeitung in Frankreich, im Jahre 1670 erfunden und blieben bis gegen die zweite Hälfte des laufenden Jahrhunderts ftei und unabhängig. Durch Dekrete vom Jahre 1852 wurden aber die Stellenvermittelungs-Bureaus ganz unter die Kontrole der Polizeipräfeftur gestellt, unter der sie fich noch heute be- finden. Zur Eröffnung eines solchen Bureaus bedarf es einer Ermächtigung des Polizeipräfekten, die streng persönlich und unübertragbar ist; jedes Bureau muß an der Fassade des Hauses durch eine Inschrift kenntlich gemacht sein und im Jnnem die Tarife, sowie die Ordonanzen der Polizei an her- vorragender Stelle angeheftet haben. Die Register, in welche die Stellung suchenden Individuen eingeschrieben werden, find seitenweise von dem Polizeikommissar oder dem Matte bezeichnet und müffen den Behörden jeder Zeit auf Verlangen vorgelegt werden. Die Gebühren find ebenfalls festgestellt, allein der Stellenvermittler findet immer ein Mittel, fich einen größeren Betrag als Vorschuß auf den elnzuhebenden Tarif bezahlen zu lassen. Jeder Stellensuchende, der sich in einem Bureau hat ein- schreiben lassen, erhält hierüber eine kostenfreie Bestätigung, welche in Streitfällen von dem Abschluß eines Vertrages Zeugniß giedt. Trotz dieser hochnotpeinlichen Reglementirung werden die armen Teufel, welche Stellen suchen, von de» Burcauinhadern in der schmählichsten Weise ausgedeutet. So genügt eine kleine An- zeige in einem der stark gelesenen Annonzenblätter, um hunderte von Klienten anzuziehen, die alle gern einen leichten Polien mit gutem Gehalt haben möchten. Der Stellenvermttller heischt nun von jedem einen Vorschuß von 5 Frankm und kümmert fich nicht weiter um die in Hangen und Bangen Wartenden, die wohl für einen Posten vorgemerkt find, in den meisten Fällen aber nichts weiter erreicht haben. Die mit der Beauf- sichtigung detrauten Agenten nehmen ihre Aufgabe nicht sehr streng und amtiren oft bei Saufgelagen. Die Dienstboten de- zahlen 3 pCt. und die Angestellten 5 pCt. von ihrem Jahres» gehatt. Die zur Aushilfe bestellten Kellner entrichten jedes Mal eine Taxe von 50 Centimes. Die Stellenvermittler, die auf das unbescholtene Leben ihrer Korporation von 450 Mitgliedern hinweisen, klagen ihrerseits darüber, daß fie keine Macht besitzen, säumige Schuldner zum Zahlen zu zwingen, obwohl die Gebühr erst zu entrichten ist, wenn der Angestellte acht Tage auf seinem Posten geblieben ist. Die Gegner der Bureaiw erwidern dagegen, daß die VermiMer nur denen die freien Stellen verschaffen, welche fich außer der Gebühr noch zu einem Geschenk verstehen, das in manchen Fällen hundert Franken und noch mehr beträgt. Um diesen Uedelständen ad- zuhelfen, wurde bereits der Versuch mit einer städtischen Stellenvermittclungs-Anstalt in Levallois-Perret bei Paris gemacht, die aber weit hinter den gehegten Erwartungen zurück- blieb; fie plazirte im Laufe eines Jahres kaum dreihundert Per- sonen, indeß jedes Bureau durchschnittlich über tausend Stellen im Jahre vermittelt. Nun geht man mit dem Plane um, die Stellenvermittlung durch die Arbeitersyndikate vornehmen zu lassen. Die st reikenden Pariser Arbeiter erlassen fol- gendes Rundschreiben: „Exekutivkommisfion der Gewerksgenoffenschaften, welche die Arbeit niedergelegt haben. Appell an die Gewerksgenoffen- schaften des Seinedepartements. Bürger! Der tausendköpfige Tyrann, den wir das Patronat(Unternehmerschaft) nennen, de- streitet den Gewerksgenossenschaftcn das Recht, ihre eigenen Interessen zu diskutiren. Jenes Patronat fordest blinden Ge- hostam, der darin besteht, die Bedingungen anzunehmen, welche es selbst den Bediensteten auferlegt. Soll denn die Menschhett rückwärts schreiten? Soll denn der Ardeiterstand dazu ver- dämmt sein, eine Feudalherrschaft des Patronats zu estragen. die schlimmer ist, als das feudale Regiment der Könige? fitein! Wir stellm Forderungen auf, die jedermann für billig und gerecht erkennt; wir zeigen uns versöhnlich den Arbeitgebern gegenüber, und fie behandeln uns mit Verachtung. Das Pattonat erlläst uns: Ich bin Dein Herr und Meister, und Du hast nur zu gehorchen. Antwosten wir einmüthig: Wenn Du auch unser Herr sein willst, wir weigern uns, Deine Sklaven zu sein. Bürger aller Gewcrke! Im Ramm des Rechtes, der Gerechtigkeit, der Gegenseitigkeit beschwören wir Euch, laßt Eure eine Woche später mit Wuthgift. Von den Thieren wurde« nur zwei von der Tollwuth befallen. Bei einer zweiten Ver- fuchsreihe blieben alle Thiere am Leben. Es kam sogar vor, daß eine einzige in eine Blutader gemachte Einspritzung von zwei Tropfen Rainfarrenöl genügte, um das Thier gegen eine unmittelbar nachfolgende Impfung mit Wuthgift zu schützen. Die Gefangene« de» Mahdi. Heber den als todt be« zeichneten Neufeld schreibt die„Ostd. Pr.": Neufeld, der Sohn des Sanitätsraths Dr. Neufeld in Fordon, welcher in Aftika bisher schreckliche Drangsale durchgemacht hat, ist nicht todt, sondern befindet fich beim fiNabdi in strenger Gefangenschaft. Nachdem Neufeld bereits unter Ärabi Pascha mehrere Jahre als Arzt gewirtt hatte, mußte er vor den Eingeborenen fliehen und ging nach Kairo, woselbst er Kaufmann wurde. Von seinem Hause zur Anknüpfung von Handelsbeziehungen mit einer Ex» pedition nach dem Sudan geschickt, wurde er Mit 30 Negern auf dem Wege vom Mahdi gefangen genommen und von diesem in Khastum als Baumeister verwandt. Infolge einer„Züch- tigung", die er einem Arbeiter zu Theil wrrden ließ, wurde fiteufeld vom Mahdi zum Tode vemstheilt. Er wurde auch thatsächlich zwei Mal aufgehängt, aber jedes Mal, wenn er am Absterben war, wieder abgeschnitten. Jetzt liegt er als schwerer Gefangener in Ketten in Khartum. Eine« Spaziergang durch Europa unternimmt jetzt ein junger Amerrkaner, der vorige Woche in München einttaf. Derselbe fuhr von New-Nork mit dem Dampfer nach Glasgow, marschiste durch Schottland und England nach London, fuhr von dost nach Paris und wanderte dann in 12 Tagen von Paris nach Basel. Der Grenzsperre halber mußte er den Um- weg über Basel-Zürich nach München machen. Der junge Mann, dem die Tour vorttefflich bekommen ist, gedenkt von München über Salzburg und Tyrol fich nach Italien zu wenden. Glück- liche Reise! Die Fremdwörter vor Gericht setzen Angeftagte und Zeugen nicht selten in die größte Verlegenheit, weil fie Vera«- lassung geben, daß diese den Richter nicht verstehen. Folgen- des Geschichtchen ist im Münsterlande bekannt. Ein junger Assessor„inquirist" den Zeugen A., indem er folgendermaßen fragt:„Zeuge A., durch welche Kombination kommen Sie m dem Resultat, daß Sie dieser Person die That imputiren?" Zeuge A. schweigt in stchtlicher Verlegenheit. Ein Beifitzer sagt:„Der Mann versteht das nicht, soll ich mal fragen? Seggen Se mol, wo könnt Se nu legge», dat gerade de dat dahn hatt?" Zeuge A., fichttich erleichtest:„Min Gott, ick hewt ja seihn!" bereits� Kampfe stehende Lforhut nichts im Stich. Verstärkt sie soMth zur Stunde. Von Eurem Eintritt in den Kampf hängt der Sieg ab! Kameraden, helft uns! Duldet nicht länger, daß die Arbeitgeber uns alle Tage zwei Franks von unserem dürftigen Lohn nehmen!"— Dieses Rundschreiben ist auch der städtischen Kommisfion für Ardeitsfragen überreicht worden. Afrika. Ueber die Vorgänge im Zululand meldet das offiziöse Reuter'sche Bureau über London aus Durban vom Dimstag, Dinizulu und Andabuko befänden stch mit etwa 2000 Mann in Ceza Bush. Die Transvaalregierung habe dem eng- lischen Gouverneur des Zululandes, Havelock, erneut versickern lasten, fie werde energische Maßregeln ergreifen, um eine Unterstützung der Aufständischen durch die Boern zu ver« hindern._ Uerewe mtfc Uerlammlungen. «in» öffentliche Uerfammlnng der Kchlosser- und Maschinenbau-Arbeiter tagte am 7. d. M. unter Vorfitz des Herrn Reckner im Lokale des Herrn Heidrich, Beuthstr. 22. Die Tagesordnung lautete: Wie stellen wir uns zur Beschickung eines Schloffer-Konarcsses? Herr Pirch trat in seinem Referate sehr warm für die Beschickung eines Kongreffes ein. Er führte die drei letzten Streiks in Hamburg, Braunschweig� und Stettin an, die leider sämmtlich ins Waffer fielen. Schuld hieran sei der Jndifferentismus der Kollegen, die fich um nichts bekümmern betreffs Ausbesserung ihrer Lage, und vertrat schließlich die An- ficht, vaß die Schosser w. fich zentralificen müßten.— Die Ausführungen der nächsten Redner, der Herren Bredow, Miethe, Bemdt und Maier gipfelten darin, daß von einer Beschickung des Kongreffes Abstand zu nehmen sei, da ein solcher unter den heutigen Verhältnissen doch keinen Zweck hätte, wie der Kongreß, welcher vor vier Jahren in Gera stattgefunden hat, zur Genüge dargetban habe.— Herr Schnirpel meinte, die Kollegen sollten stch lieber den de- stehenden Fachvereinen anschließen; dadurch würden intelligente tt» Angelegenheit zu beschließen, da dieselbe nur schwach, von etwa 150 Mann, besucht war. Nachdem noch Herr Brenadow fich an der Diskusston betheiligt hatte, erhielt Herr Pirch das Schluß- wort. Derselbe meinte, er wäre zu der Einficht gelangt, daß die Versammlung nicht für Beschickung des Kongresses sei; es käme ihm vor, als wenn kein selbstständig denkender Arbeiter in der Versammlung wäre. Ueberhaupt sei er auf verschiedene Art und Weise angegriffen worden. Nach diesen Worten rief Herr Miethe einen derartigen Tumult hervor, daß die Versamm- beschloß, denselben aus dem Saale zu entfemen. Da die Ru�e nicht wieder hergestellt werden konnte, wmde die Ver» sammlung vom Vorsitzenden geschloffen, und auch der wachende Beamte erklärte die Versammlung für aufgelöst. der über» Magdeburg, 8. August. Eine gut besuchte Volksver- sammlung fand hier gestem Abend im„Schloßgarten" unter Vorsitz des Herrn Schulze statt. Auf der Tagesordnung stand u. a. eine Besprechung der Alters- und Jnvalidenversorgung der Ardeiter. Ueber diesen Punkt nahm der Regierungsdau- meister a. D. Keßler das Wort. Er meinte, daß es den Fabri- kanten vor allen Dingen darauf angekommen sei, die Verwal- tung des Gesetzes nicht in die Hände der Berufsgenoffenschasten zu geben, um in weiterer Folge nicht von dem Reichsverfiche» rungsamte abhängig zu sein. Dies sei den Kapitalisten gelun- gen, indem der neue Entwurf von der Verwaltung durch Pro- vinzialverbände spräche und das Rcichsversicherungsamt gewisser- en ganz ausscheide. Keßler wendet fich dann gegen die Be- Mi stimmungen bezüglich der zu gewährenden Rente, meinte, daß kein Arbeiter jemals in Bezug der Rente kommen würde, da das durchschnittliche Lebensalter eines Arbeiters nur 36 Jahre betrage, die Invalidenrente aber ihm erst mit dem 71. Lebensjahre gewährt werde und auch nur dann, wenn der Arbeiter nicht mehr im Stande sei, das geringste Maß der Invalidenrente(33 V, Pf. für dm Tag) zu verdicnm. Eine Armenunterstützung sei vorzuziehen. Das schlimmste an dem Gesetz sei aber noch das Quittungsduch, welches dem Ar- beiter aufgcdrunam werdm solle und dem Arbeitgeber die Möglichkeit gewähre, den Arbeiter zu kennzeichnen. Der frühere Entwurf habe wenigstens noch die Bestimmung gehabt, daß es verboten sein solle, Eintragungen, Äemerkungm und Bezeich- nungen zu machen. In dem jetzigen abgeänderten Entwürfe habe man das Wort Bezeichnungen fortgelaffen und es sei nun der Kennzeichnung Thor und Thür geöffnet. Der umgearbeitete Entwurf enthalte durchaus keineVerdesserungm.sondernVerschlechte- rungen für die Arbeiter. Der Redner brachte endlich eine längere Resolution zur Verlesung, welche durch das Bureau der Versammlung dem Reichstage vorgelegt werdm soll:„Die heute im„Schloßgartm" tagende öffentliche Versammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten dahin einver- standen, daß in dem Gesetzentwurf, betreffend die Alters- �und Jnvalidenversorgung der Arbeiter, dm derechtigtm Ansprüchen derselben nach keiner Richtung hin genügt wird rc."— Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Aus der Versamm- lung wurden dem Vorfitzenden noch drei Fragen vorgelegt. Zur Beantwortung dieser Fragen erhält Herr Keßler nochmals das Wort. Derselbe lobte die Pariser Arbeiterverhältniffe, empfahl eine rege Betheiligung an den Stadtverordneten-Wahlen und warnte vor solchen Blättern, die unter dem Schein der Arbeiterfreundltchkeit fich an die Arbeiter heranmachen und dieselbm hinterher verrathen. Nachdem fich noch der Vorsitzende gegen die deutschfreistnnige Annäherung ausgesprochen, erhielt ern Herr Prietz das Wort. Derselbe versuchte, die Angriffe auf die dmtschfrcifinnige Partei widerlegen. Nach�verschiedenen gegenseitigen Auseinander- z vor 12 S etzungen wurde die Versammlung kurz Uhr geschloffm. Krank»«-««d Kegräbnißkasfe de» Uerefo» sii««t- licher Ker«f«klasten(Filiale Berlin l). Sonnabend, den 11. d. M., Abends 8 Uhr, bei Wollschläger, Blumensttaße 78, Den Kassel Versammlung.— Die Filiale Berlin U hält ebenfalls Sonnabend, Abends 8 Uhr, Prinzenstr. 79 im Gatt! eine Versammlung ad. Neue Mitglieder werden in deida sammlungen aufgenommen. «roß» öffentliche Nersamml«»« d»r Ach«?' heute, Freitag, Abmos 8t Uhr, in Wulff's Salon, Gr. futterstr. 117. Tages- Ordnung: Die Alters- und? Versorgung. Referent: Herr Redakteur Schippe!. Allg»m»i«» Krank»«-«nd Kterktkast« der ark»tt«r(E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin l.| gliedern zur Kenntniß, daß am Sonnabend, den 18. Abends 8; Uhr, Lichterfelverstt. 8 Herr I. Schindler, mächtigter der Filiale„Berlin 111", seinen Bericht über Mai stattgefundene Generalversammlung zu Nürnberg wird. Da der Bericht für jedes Mitglied von größter keit ist und viel Belehrmdes enthält, auch das hatten der Mitglieder in Betrest ibrer Rechte der uher zur Sprache kommt, ist es Pflicht eines jeden, agitiren, daß sämmlliche Mitglieder erscheinen. «»fang-, U«r«-«nd gesellige Uereine am Kaiser'scher Männergcsangver. in Wcnds 9 Uhr im R« Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverem„ Abends 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alerandttnenstt. 1 tafel der Maler Berlins" Abends 8$ Uhr im Reste Brandendurastt. 60.— Gesangverein„Flöterssches Quartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold bergerstraße 31.— Gesangverein„Bruderbund" Äbew im Restaurant Schmidt, Manteuffelstraße 71.— Goß Fortschritt" Abends 9 Uhr im Restaurant, Blumenstr.�» Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abends 9 Uhr KöPA str. 127a im Restaurant Goelling.— Gesangverein ,Qff'an ar 9 Uhr Dresdenerstt. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche®? Vereinigung„Harmonie" Abends 9 Uhr bei Niest,? straße 17.— Berliner Turngenoffenschaft(Y. SJlömföJ lung) Abends S1/, Uhr in der städtischen TZ Wassetthorstt.31.— Turnverein„Hasenhaide"(MänneraW: Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60 61.— Turnverein„jst" Frei"(Männerabtheilung) Abends 3t Uhr Äcrgsti Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche Stenographie. 8- Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheenstt. 31, Unte Uebungsstunde.—„Allgemeiner Arends'scher Stem verein'"! Abtheflung„Vorwärts", Abends 8t Uhr im Koll, Mariannenplatz 11.— Arends'scher Steno „Apollobund" Abends 9 Uhr im Restaurant, Sende»", Verein ehemaliger Dr. Doebbelin'scher Schüler" Äbe"*4- Kr. 186 Sitzun �.Der C Ufnet die ordnui Bendunn �tigkeit v derselben ». w U st. _ M NN •«fien, wei I�Pie näc im Restaurant Krebs, '' a-Orst" tanten-Drches terverein. Fricdrichstr. 208.— Voigt'scbtt Abends 8« Uhr Uebungsstunde 5 _____ che Uebungsslunoe M staurant Lehmann, Alerandttnenstt. 32.— Zitherverein»T veilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wl" allümcesttaße 89.— JHauchklub„Westend" Abend Abends 8t atten, Stealitzetttt. 27.— Rauchllub„We hr im Restaurant, Skalitzerftt. 147a. Theater. Freitag, den 10. A u g u st. "ItUl------- Fet-deich- Withrlmstödtisch»»«k»at»r Boccaccio. KroU'» Theater: Alessandro Stradella. Ostend-Theater: Vom Viehhof bis zu den K»U«Mi!mre-�Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. Viktoria-Theater: Die Kinder des Kapitän Grant. Königstädttsche« Theater. Der Skaßen- junge von Paris._ Scansmann'» Uaristtt: Spezialitäten-Vor- stellung._ Tonrordia- Theater: Spezialitäten- Vorstellung. Adilpd Ei«st-Che«ta,ser(m l -«in musikalischer«äck-rlcbrllng. mfSÄ\ von Clara Neiaincr.- szliegende Blätter(tUull� j — ßtebu», Räthsel ic. l 4«upsor: Lieber Besuch— Sa* M � j it»eckt kl»— SvtnmerluK— WMtera--� I S\1 H darauf Htn�t der »eckt sich—«»mmerluß■ 1 Sand ka lender. Veei» 50 Pfrssi».*4- Z« bestehen durch die dttton de»„Berliner Po M btatt", Zimmerftrahe Dr. Wiedkrverläufcr erhalten hoj�, Rabatt isrS l!fnny tn durck Se t« mSt»83aJg Einzelne Kopha-Kezüge�L� t» Sipo. Kämest«nd Fnntest»�. I L L für die HäifteM.� ggEmH Lefövrc. w1' Lage» .V bürg nil (CS �Verei Iren, ner Möbel, Spiegel und Poleterwaaren eigener Fabrik wegen Sttparung der Ladenmietht billig Krnnnesftreß. 98. Ug**«m»#wlwsf n»?«*,, Zahlung nach Uebereinkunj pnrt. >ft. Spinden, Vettikows, Garnituren� Großes Lager einfacher und i' Spiegel u. Volsterwaaren. Tbeil, I Taro, Neue Schönhauserstraße 1 tt, der OK* Kerrschaftliche wenig gebw zurückgesetzte Möbel, darunter SophaS'... —"TSÖU" haben Her Verantwottlicher Redakteur: K. Tronhet« in Berlin. Dmck Koebe« erschienen: Goethe mid die Liebe, Studie Zu haben bri Schönfeld und Harnisch. R Schnabel, Dresden, Zwinger• Straße 8.[243 -----------------—-.«tbePanrer Kleine Mohnunge«.„ ff K 1 billig und elegant, alle Räume bf'» fj � ss<>er Luft, arnber fiof. destebend aus" mp st �."rbe Luft, großer Hof. destehend aus-' ßtf'i g Stuben nebst Zububör, an anständig�,«lop:«»cht 1. Oktober zu vermiethen. NtÄ ei vberbergerstr. Starker 22" 302 tarier 2rSdttger Handwagen, 1® J.'*1« et*'»): hoch 36" lang. 1 Schraubstock P.m.' PrL ch»ringe», Rüversdott � Ein Stubenkollege wird gesucht man«, Schubmacher, vorm. Sptt�' straße 75, 4 Treppen. HÜ Peegoldergebilf»« auf Ad S opfert, Am Ostdahnhof�l� Pergolde» auf Politur- und ____ werden verl. Maldemaestr. und Verlag von Ms» Kading in Berlin SW., Beuth straße 2. Kiers« � S de, enfallZ WJ GarteM in ditta' Kch-PÄ on,~ md ( der L Den aä» )t über W S-Z S fernere? er Kaffe« jeden, W eilage znm Berliner Bolksblatt. Freitag, den 10. August 18§8. Jahrg. Kommunales. Ktadtverordneteu-K-rsammwng. �u5.0 vom Donnerstag, den 9. August 1888. .Siadtverordneten'Vorsteher, Stadtv. �net die Sitzung um 51 f�e-ordnung ist die Vo läge ü.er d e gegen die Richrig- tkl» der G em e in de wLb i erl iste bezw. gegen die llkir Enziger t. Stryck Gegeniwnd der Gleichung der Namen von Wählern in derselben erhobenen Wscrdrmgen. Im Ganzen haben 15 Personen geaen die «gkeit der Liste, bezw. gegen die Streichung ihres Namens beiselbcn Einspruch erhoben, darunter w il fie Unterstützung erhalten haben. .. gn eine Berathung der Vorlage wird jedoch nicht N' weil die Versammlung nicht beschlußfähig ist. �Die nächste Sitzung findet am Dienstag, den 14. d. Mts., ein Zokales. � A«fä«g, de» Reptilienfonds. Unter diesem Titel I?®} die„ijü, icher Post" folgende erbauliche Reminiszenz: »rinem schönen Märztage des Jahres 1863, zur Zeit als der j�fcgskvnflikt in Preußen tobte, die fortschrittlich-demokra- ff* Lppofltion die Mehrheit in der Kammer hatte und die nach dem jetzt geadelten Herrn von Gneist„das �Zeichen des Meineids" an der Stirne trugen, trat Herr UMekz. Präsident des großen Regierungsbe. irres Gumbinnen Greußen, über welch""'"' r.l cstauri r'sches isehold Abeni - Geh rmenstr. Uhr Körg �ffian"!? -rt'sche � Niest, A Männ-l-Z ,en D innerl rein. Bcrgstr -aphie. . Uns Stei______ DM______ MM r im?�Dreußen, über welchen 16— sage 16— Landräthe unter nograwi'» Oberaufsicht des Präsidenten väterlich wachten, in das !evvels» ,g Mau seines Schreibers und befahl ihm, in seinem Beisein ÄbenW$(Ji Zinfograph 16 Abzüge von einem mitgebrachten Zirkular oigt'M f fertigen. Als dies geschehen war, befahl der Herr Prä- sstund«% weiter, die Platten, von welchen die Abzüge gemacht 'S abzuwaschen und unmittelbar nach diesem wieder in bis?. Beisein vollzogenen Prozeß kündigte er dem Schreiber nevMche Entlassung an, aus einem Grunde, welcher der #i,rr%n Nachwelt nicht überliefert ist. Dann verließ er das br, 9% In dem so hart behandelten Schreiber aber erwachte �./wchedurst. Schleunigst versuchte er. die bereits unleserlich »./'Venen Platten durch Betzen wieder gebrauchsfähig zu und es gelang ihm in der That, denselben noch einen lehnten, allerdings nicht für einen Landrath bc« -v.Abzug zu entnehmen. Dieser wanderte nach wr Abenteuern, über die man nicht plaudern kann, in Hände von Mitgliedern der Fortschrittspartei und wurde diesen, weil seine Veröffentlichung in Deutschland ozlich war, der—„Neuen Zürcher-Zeitung" zum Abdruck land*. Wer hätte das gedacht! Die„Neue Zürcher-Zeiwng" als Merln bei fortschrittlich-demokratischen Jntriguen, gegen die Hott gesetzte Ordnung und Regierung! Heute wurde sie «was als eine die Interessen des Vaterlandes schädigende Wlutzuna fremder Wühlhuber und Umstürzler gegen eine ��dete Regierung bezeichnen. Damals aber entsprach Ophelia, wge Sünderin, dem in fie gesetzten Vettrauen vollkommen �i�.chte in ihrer Nummer 153 vom 2. Juni 1863 das »�31 zum Abdruck mit folgendem Satz als Einleitung: .?ll hat uns ein interessantes Ättenstück darüber in die '%cit, was der preußische Ministerpräfident mit der und da fich deutsche Redattioncn wohl hüten Aktenstück zueist zu pudliziren und sich dadurch erverein rf „WerÄl a. %% äustrati-» � yoififl' 0®8 Allenstu« zueill zu puvnzrren uno nm oaourcy bc. r2ß wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses& la Hagen SÄ-? Kruse(von der„Kölnischen Zeitung") zuzu- öis/«.?ingen wir dasselbe aus freundnachbarlichcm Interesse Zv/Irchen Kunde." L �j.Whentische Ättenstück lautet: wniglich preußische Regierung zu Gumbinnen an die *.beS Bezirks: 'Tt& kimi-M? ,-«« fl •(inufw�Sl iSsss y___ �/v Nl? Herr Minister des Innern(Graf F. A. zu Eulenburg) ».»/ einer vertraulichen Zirkularverfüaung vom 9. Februar vertraulichen Zirkularverfügung �Ui-hen Meinung seitens der demottatischen Presse durch sÜ�iven iv'Ä Beförderung von Blättern einer gesunden kon- laicht mÄV iu begegnen, und wie dies Ziel nur dann Unh' wenn dazu alle konservativen Kräfte selbst» en lästiger Vereinigung mitwirken, und in diesem _ rw alle Organe der Staatsrcgierung mit allen zu Der Nerewsprästdent. " e lustige Geschichte von O. M i t t w a l d. �««Murg.st ein kleines, ganz kleines Städtchen von MSMSTÄK �Merkwürdiges, erst in der allerjüngsten Zeit hat e- k??? bekommen; keinen politischen Verern, denn guten Mellburger zu träge, auch kernen für wädtrschx Zwecke arbeitenoen Verein, denn dazu, memen ' e"n hochwohllöbl.chcr Magistrat da; eS ist auch kern Kunst und Wissenschaft, denn diese blüht rn , 3 nicht besonders und schickt höchstens rm Sommer i Berernen haben die biedern Mellburger mchtS zu einen WohlthätigkeitSverein haben sie ge- orene Kind und hoch- lo glänzend ausftel, daß er eln,i,mm>t s' tOUthp an neugegründeten Vereins erwählt wurde. nj, venr Ehnnfricb Zierlich Vereinspräsident, und hI n°ch�wenig stolz auf diese Würde. Er trug den lchr. H-Nm ho* al« früher, und selbst den wohl- 1<50%,"in. �.Bürgermeister grüßte er jetzt nur mit einer sum sssä v4 der i ■ zeiot-"?� Bcrein nun glücklich zur Welt gebracht !-/llerdin„»""0 höchst auffällige Erscheinung— Städt-n St nur die guten Mellburger, denn in ML? ' noc9 mehr, es wurde klar, daß die Grün- Gebote stebenden Mitteln gefördert werden. Der Herr Mi nister nimmt an, daß in den verschiedenen Kreisen des Bezirkes (Gunibinnen) Männer von patriotischer Gesinnung in genügender Zahl vorhanden find, welche die Verpflichtung anerkennen und durch ihre Verhältnisse in der Läge find, fich der Grün- duttz und Unterstützung konservativer Blätter erfolgreich zu : ntinem gewissen Grade wenigstens, von oben herab zu „erziehen"! Graf Eulenburg kann mit Stolz, wenn er anders noch lebt, auf das nach seinen Intentionen durchgeführte Werk blicken und mit Wodan ausrufen: Prachtvoll prahlt der prangende Bau! Wie ich im Geist ihn geschaut, Hat er fich aufgebaut! Im Iahrr 1704 wurde zum ersten Mal der ,4ldrest Kalender der Kön. P-.euß. Haupt- und Rcsidentz- Städte Berlin Und anderer hohen und Niedern Collegien, Jnstantien und expeditionen" herausgegeben. Um diese Zeit war Berlin nicht größer wie heute Potsdam und darum wird man fich seinen und dazu seinen ersten Adreßkalender gar um- fao greich nicht vorstellen, aber doch auch nicht so klein als er thatsächlich ist. Wir glauben, so schreibt der„B- C", mit ihm ein Notizbuch zur Hand zu nehmen und find überrascht, unter dem vergilbten, winzigen Pappdeckelchen— drei Jahrgänge des Kalendets von 1704— 1706 zu gewahren, von denen der erste 54 Blättchen zählt. Und doch scheint dieses Kalenderchen unseren guten Alten viel Arbeit uno sorge gemacht zu haben. Man möchte fast glauben, es habe halb Berlin daran mitgearbeitet, denn einmal ist in dem Vorbericht von„Unternehmern" die Rede, sodann werden„Diejenigen, welche sothme Mängel zu verbessern wissen, oder einfallende Veränderungen anzuzeigen bab.n möchten, geziemend ersuchet, dem Buchhändler am Molckenmarkt und der königl. Sociötät der Wissenschaften Factor Joh. Christ. Papen davon ohnschwer Nachricht zu geben." Papen scheint also die Seele des Unternehmens gewesen zu sein. Ueber das Bedürfniß des Kalenders giebt uns der Vorbericht folgenden interessanten Aufschluß:„Diejenigen, denen die wertberühmte königliche Haupt- und Refidentz-Stadt Berlin bekennt, wissen wie weit dieselbe umfangen, wie weitläufftig der Königliche Hoff, wie manckerley die daselbst befindliche Gollegia, expediti nes und Inütantien, wie viel derer so dazu bestellet, und wie schwer es nicht nur Fremden, so aus denen offt weit entlegenen Königlichen Provintzien ihrer Geschäfte halber hierher kommen, sondern auch selbst den Einheimischen falle, fich in a es recht zu finden, und derer Bedienten, bei welchen sie zu verrichten haben, ihre Changen, Praedicata und Wohnungen zu erfahren." In solchem„Betracht" ist denn die Herausgabe erfolgt. Mit dem Zurechtfinden mußte es aber wohl nach wie vor eine eigene Sache sein, denn welchem Fremden besonders konnte groß damit gedient sein, wenn er die Woh- nungen in nachstehender Weise bezeichnet fand:„Akademie der Künste. Herr Augustin ter Westeu, Hoffmahler, wohnt auf dem Fr. Werder hinler dem Packhof in der Königin Mundschenken Hr. Fischers Hause", oder„Herr I., Apothecker, wohnt mitten in der Stadt".— Trotz seiner Mangelhaftigkeit war der Ka- prophetisch voraus verkündet, daß Niemand seine Dienste brauchen würde. Aber der„Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande!" So auch hier. Herr Friedrich Schnitzer war niedergeschrien und ausgelacht worden, ganz beson- derS von Herrn Ehrenftied Zierlich, und der Verein hatte sich konstituirt. Jetzt aber ging das Spötteln und Witzeln des Herrn Provisors erst recht los und ganz besonders, als die von ihm prophezeihte Zwecklosigkeit offen zu Tage trat. Ja — eS ist entsetzlich zu sagen, denn eine solche Sittenver« derbniß war in Mellburg unerhört— eines TageS zir» kulirte in dem Städtchen ein durch den Heliographen her- gestelltes Witzblatt, welches die enragirtesten Vereinsmänner in getreuem Konterfei zeigte, wie sie um den BerathungS- tisch saßen und eine alte, halbverhungerte Katze mit Milch- drei fütterten! DaS war entsetzlich, unerhört! Und daß Herr Friedrich Schnitzer der Verfasser des Pamphlet« ge- wefen war, lag auf der Hand. Denn nur er hatte eine so scharfe, verruchte Zunge, und in der- Apotheke befand sich ein Hektograph. Durch diese That aber hatte sich Herr Friedrich Schnitzer den unversöhnlichen Haß der Vereins» männer, ganz besonders aber des Präsidenten, des Herrn Ehrenftied Zierlich zugezogen. Und das war schlimm, wie wir sogleich sehen werden! Herr Ehrenftied Zierlich hatte nämlich ein ganz lieb- reizendes Töchterlein, Anna geheißen, und in diese hatte sich Herr Friedrich Schnitzer ganz gewaltig verliebt. Daran ist nun nichts Schlimmes, im Gegentheil, der Herr Provisor faßte das als einen sehr glücklichen Umstand auf, um so mehr, als er eines schönen TageS der Anna sein Herz aus- geschüttet und sie ihm ein schüchternes, leises: „Ja!" gesagt hatte. So weit also war alles in bester Ordnung, auch Herr Ehrenfcied Zierlich war mit dem Bunde der Beiden völlig einverstanden gewesen, bis zu dem Tage, wo Herr Friedrich Schnitzer feine schändliche Spötter- zunge nicht mehr im Zaum zu halten vermochte. Da aber war eS aus! „Der lange Schlingel aus dex Apotheke"— so tiwlirte lender aber doch ledens« und entwickelungsföhig, wenngleich letzteres äußerst langsam. Der zweite Jahrgang weist zwar schon eine wesentliche Verbesserung, nämlich Seitenzahlen und ein Sachregister auf. dagegen vergeht ein ganzes Jahrkundert ohne eine nennenswenhe Verbesserung. Als Hauplursache hierfür mag die Furcht anzusehen sein, welche man hatte, mit der Nennung der Adressen zu beleidigen! So finden wir während mehr als fünfzig Jahren in dem jedesmaligen Vor- dericht wörtlich folgenden Passus:„Vornehmlich aber will man nochmals aufs feycrlichste bedungen haben, daß wobey jemand an seinem Charalier, Nahmen oder Ordnung etwas verfehlet sein möchte, solches nicht als aus Vorsatz geschehen auffgcnommen, viclweniger zu einem Nachtheil gemcynet, oder gedeutet werden möge, hingegen auf beschehcne Anzeige willigst geändert werden solle." Später, als 1766 dieser Passus und wahrscheinlich auch j.ne Bedenken weggefallen, trat ein anderer Umstand hinzu, welcher der Entwickelung des Kalenders hinderlich war, nämlich es sollten alle Partikularpcrsonen, welche darin aufgenommen werden wollten, 8 Groschen bezahlen. Außer den Acrzten, Apothekern und einigen andern Gewerdtreibenden haben nicht viele diese 8 Groschen zahlen mögen, so finden wir nur einen einzigen Schloffermeister, einen Zimmermeister, einige Kauflcute, eine Stellen Vermittlerin zc. darin. Diese Partilularpersonen wurden dann schließlich in einem Anhange verzeichnet. Als letzter Grund der nur sehr langsamen Entwickelung des Avreß- kalenders find die Kriege zu Anfang dieses Jahrhunderts anzusehen, ja während zehn Jahren war der Kalender nicht erschienen. Nach den Befreiungskriegen und mit dem neuen Aufschwünge Berlins hatte fich das Bedürfniß eines allgemeinen Adreßbuches für Berlin denn doch sehr dringend erwiesen, und diesem Bedürfniß kam I. W. Boicke entgegen, indem er 1820 ein solches Adreßbuch heraus- gab. Er hatte fich hierzu das Verzeichniß sämmtlicher selbst- ständiger Einwohner Berlins von den Polizei-Kommissaren ver» schafft und ste alphabetisch verzeichnet. Hinler jedem Einwohner finden wir nun auch schon die Hausnummer angegeben. Dieses 500 Seiten zählende Adreßbuch mit seinem Annonzen-Anhange hat schon große Aehnlichkeit mit dem heutigen. Aus jenem aber wurde dann alles Nichtamtliche ausgeschieden und es er- scheint heute noch als amtlicher„Adreß-Kalevder für die königl. Haupt- und Rcfivenzstädte Berlin und Potsdam sowie für Charlottenburg." Es wird redigirt im Bureau des königlichen Ministeriums des Innern und gedruckt bei Julius Sittenfeld hier.„Einhundert vier und stebenzigster Jahrgang" lesen wir auf dem Titelblatt, und das stimmt genau; von 1704—1888 find 184 Jahre, davon gehen 10 Jahre ad, während welcher es nicht erschien, bleiben 174. Und werfen wir nun noch einen Blick auf das Büchclchen von 1704, so müssen wir doch gestehen, daß der Gedanke, der demselben zu Grunde liegt, originell und gut war und daß dieses Büchclchen die Grundlage bildet, auf welcher unsere heutigen, das ganze Verkehrsleben erleichternden Adreß, Wohnungs-, Geschäfts-:c. Kalender entstanden find, daß somit Berlin einen nicht unbedeutenden Fortschritt in der Entwickelung seines geistigen und gewerblichen Lebens aus dem Jahre 1704>u verzeichnen hat. Groß» U Klarheit herrscht im Publikum größtentheils noch immer in Betreff ver gefundenen Gegenstände, und fast alltäglich werden auf diesem Gebiete Sünden gegen das eigene oder das Interesse anderer begangen. Das erste Gebot auf dem Gebiete der Fundgegenstätide lautet auf Rückgabe des Gefun- denen an seinen Eigenthümer; Zuwiderhandlung wird als Fundunterschlagung(nach§ 246 des Strafgesetzbuchs mit Ge- fängniß bis zu 3 Jahren) bestraft. Ueder die Art der Rückgabe bestehen folgende polizeilichen Vorschriften: Die Anzeigen der F.nder über den Fund find entweder schriftlich an die Abthei- lung V des Polizcipräfidiums zu rickten, oder, nach Belieben der Finder, entweder in den einzelnen Polizei- Revierbureaus oder dem Fundbureau des Polizeipräfiviums am Mühlen- dämm 2 4 zu Protokoll zu geben. Die schriftlichen Fund- anzeigen müssen eine möglichst genaue Beschreibung der Fund- fache enthalten und genau angeben, wann, wie und wo der Finder zum Befitze derselben gelangt ist. Verzeichnisse der an- oemeldeten Funde, sowie auck die Anzeigen über verlorene Gegenstände werden im„Intelligenz vlalt" alsbald nach Erstattung der Anzeigen veröffentlicht. Ein Verzeichniß der angemeldeten Fu de lie�t außerdem durch 14 Tage von Erstattung der Airzeige ad im Fundbureau des Polizei- präfidiumL für das nachfragende Pudlikum aus. Nrchfragen nach anderen Gegenständen find nur mündlich im Fundbureau selbst zu stellen. Von Auswärtigen können dieselben schriftlich, dann aber an die Abtheilung V des Polizeiprästdiums gerichtet werden. Tie Annahme von Fundsachen zur polizeilichen Ver- «ahrung erfolgt sowohl seitens der Polizcircvier-Bureavx wie auch auf dem Fundbureau. Die Kosten des Auibewahrungs- und Anlündigungsoerfahrens werden seitens der Polizeidehöcde von dem fich meldenden Eigenthümer des Objektes eingezogen. Das gerichtliche Aufgebot gefundener Gegenstände erfolgt nur dann, wenn dieselben einen höheren Werth als 300 Mark haben. In allen übrigen Fällen wird der Gegenstand, wenn fich der Verlierer nicht meldet, nach Verlauf eines Jahres dem Finder zugesprochen.'Nach preußischem Lcmdrecht erhält der Finder ein Zehntel des Werthcs der gefundenen Sache, nach Abzug d.r Kosten und bei Werthgegenstänven von über 1500 Mark 1 pCt. als Finderlohn(auch Findepeld oder Fundgeld genannt). Bei Fundsachen von mehr als 300 Mark Werth, deren Eigenthümer sich nicht meldet, erhält der Finder 300 Mark, während die Sache der Armenkasse des Funvortcs zufällt. Nach anderen nämlich Herr Ehrenftred jetzt den Herrn Friedrich Schnitzer, weil dieser von Natur etwas lange Beine hatte, sonst aber, wie schon gesagt, auch äußerlich ein sehr reputirlicher Mensch war.—„Der lange Schlingel solle ihm nur nicht wieder in'S HauS kommen und die Anna solle sich gar nicht ein- bilden, daß die Liebelei so fort gehe, das fei jetzt aus, er heiße Ehrenftied Zierlich und damit basta!" Und ob die Anna auch am Tage danach verweinte Augen hatte, es blieb doch bei dem„Basta!" Die Anna weinte also, aber Herr Friedrich Schnitzer lachte, lachte aus voller Kehle, als er davon erfuhr. Und von diesem Lachen erfuhr wiederum Herr Ehrenfried Zierlich, und da titulirte er den Provisor„einen Jungen, der vor der Otorität(so sprach Herr Ehrenfried nämlich Autorität aus) gar keinen Respekt habe", und sein Grimm wuchs noch mehr. AnnaS schöne, blaue Augen aber sahen immer ver- weinter auS. Eines Abends aber traf der Provisor seine Angebetete auf der Straße. „Wie geht'S Anna?" fragte er und drückte ihr die Hand. „O, Friedrich, Friedrich!" schluchzte sie.„Du hast Alles verdorben!",... „Aber Kind, so weine doch nrcht, das rst za Unsinn 1" „DaS sagst Du, aber andere——— Und da rollten ihr die hellen Thränen über die frischen Wangen. Herr Friedrich Schnitzer besann sich einen Augenblick, dann zuckte ein übermüthiger Zug um seine Lippen und � �.Was gilt'S, Anna, heute über acht Tage bin ich mit Deinem Vater ausgesöhnt! WaS gilt's?" Anna aber sah ihn nur groß an und schüttelte zwerfelnd daS Köpfchen. „Laß mich nur machen!" meinte Friedrich.--- (Schluß folgt.) deren Gesetzgebungen fällt das Anrecht auf gefundene Sachen, Eigenthümer fich nicht meldet, an den Staat. Vergebliche Liebesmüh. Die Konservativen im 6. Wahl- kreise ermannen fich, denn in der Votftandsfitzung des konservativen Wadlkomitee's ist beschlossen worden, dem Parteiralh den bisherigen Kandidaten Direktor Holtz zu empfehlen.— Die »Post" macht über die Sitzung des Wahlvereins noch folgende Mittheilung: Es wurden drei Möglichkeiten angeregt und er- wogen. Entweder sollte man keinen konservativen Kandidaten aufstellen und den Wählern adrathen. für die Antisemiten zu stimmen, oder man sollle keinen Kandidaten aufstellen und mit den Antisemiten gehen oder endlich man sollte an der Kandi- datur des Herrn Holtz festhalten. Das letztere geschah und es wurde Herr Holtz fast mit Einstimmigkeit als der alleinige Kandidat der Konservativen bestätigt. Es wurde beschlossen, so- fort kräftig in die Agitation einzutreten und in den nächsten Tagen einen Aufruf zu erlassen, in dem den Wählern warm ans Herz gelegt wird, dafür zu sorgen, daß der 6. Reichstags- Wahlkreis nicht fernerhin durch einen Sozialdemokraten ver- treten werde.— Das wird wohl noch gute Welle haben. Im sechsten Wahlkreise stnd vorgestern die Antisemiten auf den Plan getreten. In ihrer ersten öffentlichen Wählerversammlung(Wilsnackerstr. 63) referirte Herr Liebermann von Sonnenberg. Er betrachtet es als einen Achlungs- erfolg, wenn der antisemitische Kandidat mehr Stimmen de- komme, als der Kartellkandidat Holtz. der ein„guter Mann" sei. Gouoernemental dürften die Antisemiten erst werden, wenn wir ein rein antisemitisches, homogenes Ministerium hätten.(Großer Jubel.)„In einem Punkte." fuhr Herr von Liebermann fort, „sind Sie vielleicht anderer Meinung als ich. Ich glaube nicht mehr, daß in den. nächsten Reichstag die antisemitische Partei in ausschlaggebender Weise einrückt... Aber auch als kleine Giuppe wird fie den Sauerteig bilden, der unsere matteren Ge- finnungsgenossen in der konservativen Partei, im Zentrum und unter den Nationalliberalen zu Thaten fortreißt." Die Anti- semiten würden sich später positive„Deutsch- soziale" nennen, der Name Antisemiten sei jedoch in Parenthese hinzuzusetzen. Hauptsächlich aber beschäftigte fich Herr Liebermann von Sonncnberg mit dem inneren Zank unter den Antiscmllen. „Mindestens während dieser Wahlbewegung müssen wir den- selben verstummen lassen, das Gegcnthctl wäre V.rroth an der guten Sache," so schloß Redner unter dem stürmischen Beifall der Antisemiten. Als er daraus über einen Angriff des Anti- semiten Böckel gegen ihn interpellirt wurde, vergaß Herr von Liedcrmann seine Mahnung zur Sanstmuth und donnerte: Diesen Klatsch und Bierantifemiten gehört eins aufs ungc- waschenc Maul"(Stürmischer Beifall der Antisemiten). Zuletzt wurde Dn Paul Förster als gemeinschaftlicher Kandidat aller „Dcutsch-Sozialen(Antisemiten). Christlich Sozialen und— an- ständigen Leute" proklamirt. Wem es also darum zu thun ist, seinen Ruf als anständiger Mann zu wahren, bat am 30. August den Antisemiten zu wählen. Ob es viele solcher anständigen Leute im 6. Wahlkreise geben wird? Zlebev da» Kerliner Zliesrtgras äußerte sich der de- kannte landwirthschaftliche Chemiker Alexander Müller gelegent- lich eines kürzlich von ibm gehaltenen Vortrages über die Fütterung der Milchi hiere. Es ist bekannt, daß Grünklec nickt lange liegen soll, nachdem er gemäbt und in den Stall gefahren ist; sobald fich der frisch gemähte Klee erwärmt, gilt er als schlechtes Fultermettel. In noch weit höherem Grade gilt dies aber von dem auf den Berliner Rieselfeldern gewonnenen sogenannten Rieselgras und anderem Grünfulter, weil dossclbe durch die starke Sticksloffvüngung dem Grünkl.e sehr ähnlich ist und na- mentlich bei einem großen Reichthum an Erweiß ziemlich viel Salpeter enthält. Diese chemische Beschaffenhell des Riesel- grases hat zur Folge, daß bei jeder Erwärmung im Stall, ja auch der der Selbsterwärmung, die regelmäßig eintritt, wenn das gemähte Grünfutter in größeren Haufen liegt, binnen we- nigen Stunden ein beträchtliches Quantum salpetriger Säure aus den Pflanzen ausscheidet. Hiervon kann man fich auch leicht überzeugen, wenn man den ausgepreßten Grassaft mit einer starken Säure mischt.— Diese von Alex. Müller darge- legte desondere Elgentdümlichkeit ist nachtheilig für die Verwen- dung des Berliner Riesclgtases insofem, als dasselbe anderen Grassotten gegenüber bei der Verwendung als Heu zurücktreten muß.— Da» tferllnkr polizeipräsrdiam erläßt unter dem 19. Juli folgende Bekanntmachung:„Auf Grund des§ 100 f der Reichs Gewerbe Ordnung beiiimme ich hiermit für den Be- zirk der Schuhmacher Innung zu Berlin, daß Arbeitgeber, welche, obwohl fie ein in der Innung vertretenes Gewerde betreiben, derselben nicht angehören, und deren Gesellen zu den Kosten: a) der von der Innung für das Herbergswesen und den Nach- weis für Gesellenarbeit getroffenen, bezw. untiinommenen Ein- richtungen(§ 97 Z.ff r 2 d. Gew.-Ord.); b) des von der In nung eingerichteten Schiedsgericht(Gesellen- Schiedsgericht§ 97a Ziffer 6 a. a. O.) in derselben Weise und in demselben Maß- stabe beizuttaaen verpflichtet find, wie die Jnnungemitalieder und deren Gesellen. Duse Bestimmung tritt mit dem 1. Januar k. I. in Kraft. Der Bezirk der Schuhmacher- Innung zu Berlrn umfaßt die Stadt Berlin und die Umgegend von Berlin bis zu 7i Km. Entfernung. Der Polizeipräfident v. Richldofen.— Die odligator scke Bcitiage pflicht, weiche schon längst das Ideal aller Zünftler ist, kann einer Innung, welche fick dem Gesetz ange- paßt, widerruflich verliehen werden. Die nicht zur Innung ge- hörenden Schuhmacher Berlins haben jetzt alle Ursache, h-er- gegen zu protestiren. Denn es ist wohl eine der größten Zu- mulhungen, welche je an die Arbeiterklasse gestellt werden können, zu einem Institut, welches jederzeit arbeiterfeindlich fich gezeigt hat, welches die Arbeiter auf jede A-t zu denunziren sucht und di'stlben allerwärts bekämpft, die Beiträge mit auf- zubnngen. Nickt minder stnd auch die auperhalv der Innung stehenden seldstsiändigcn Arbeiter im eigenen Interesse verpflichtet, gegen die Verordnung P. ölest zu ec beben. V"« den vier kleinste« Häusern Kerlin» erzählt das ..Dtsch. Tagebl.": In dem Etat unserer Hauptstadt find!500 Mark bestimmt zur photographischen Aufnahme denkwürdiger Gebäude und charafteristischer Anstckten ver älteren Theile Berlins, bezüglich welcher ein balbig s Verschwinden zu besorgen ist. Mit der Bearbeitung dieser r-igcdc ist die Verwaltung des Märkischen Proainv.al Museums betraut; die Äu'nvhme selbst erfolgt durch den Hof-Pc-otog.apben Albert Schwartz. Bis jetzt stnd ungefähr 150 solcher Straßenbilder aufgenommen und die Bilder geliefert. Solche Straßcnbildcr find z. B. der Gen- darmenmarkl aus der Vogelperspeltioe, das Haideläufcrhaus in der Brunnenstraße 13-19, die Kaiser Wilhelmitraße mit dem durchgeschnittenen Hause an der Svandauer Straßen-Ecke, die Königstraße mit dem alten Rathhause mit G.richtslaube zc. Auch die vier kleinsten Häuser Berlins find so aufgenommen worden. Es find dies die Nummern Drcs ienerstraße 107—110, oder vielmehr waren es; denn von beiden Seiten find ihnen in diesem Sommer die Bauhandwerker zu Leibe gegangen, so daß nur noch die Mauern von dreien zu sehen find, das vierte allein, Nr. 109. steht noch. Dieses Haus wäre demnach äugen- blicklich das kleinste Wohnhaus Berlins. Es ist dies das cküiz- lich an dieser Stelle schon erwähnt.) Haus, welches die Drcs- dmerstraße beengt und nun auch abgciiff.n weiden soll. Schon die Bewohner des zweiten Stockes im Nachdai Hause können stolz auf das altersgraue Ziegeldach hinaus schauen, und wer Sinn für Botanik hat, kann vom Fensler aus in aller Ruhe die ver- schievenen Moosarten studiren, die in üppiger Fülle auf dem Dache wuchern. Statt der Ziegelsteine in hier und da eine Scheibe Glas eingefügt, um das Tageslicht spärlich einzulassen. ß-m% äve ää Keller. Dl» Kevbachtnng htr kleinen Sonnenstvsteenik trelche am Dtenstug m Berlrn stattfand, wurde vom Wetter be- U gunstigt. Da von der Berliner Sternwarte eine freie W)»Das(5 auf den tiefen Sonnenstand nicht vorhanden war, so Hatte»1 Pjwt Ra die Astronomen derselben, wie man der„T. R." mittheistl wfert die ur den Kreuzbrrg begeben. Genau um 7 Uhr 16 Minute»»«« im-f>. eine kleine Einbuchtung am Sonnenrande im Fernrohr» Mdem verli unten gesehen hervor, welche fich langsam vergrößerte..�Mtichkeit sci blieb dieses Stück, welches den Sonnenkreis verminderte, stj ring, daß es nur mühsam mit freiem Auge wahrgenvr werden konnte. Die Beobachtung der fast ganz flecke Sonne bot sonst nichts weiter Erwähnenswerthes dar. Von einem hifgienischen Htandpunkt aus, da die gcsammte kleivungsdedürftige Menschheit von h Interesse ist, wurde am 7. d. M auf dem Schneidcrkongrei Erfurt dringend und einmülhig die Abschaffung der industrie im Sckneidergewerk und die Errichtung luftig» gesunder Werkstätten verlangt. Es müsse das im Interesse Publikums von diesem selbst gefordert werden, da es von Ai' festgestellt und nachgewiesen �worden sei, daß insbesoi» Ht« fol . chen«Ii enden Ii •, Eini Einlon t und ist nicht st, auch i Ilten, nu hier und schwinde! nauiione fcstzelteUl und nachzewresen worden sei, daß rnsve!°»- l�,"ps">vne Typhuskrankheiten durch die Benutzung von RHdunßsl'wr» tqmgen. entstanden seien, die in einer Wohnung gefertigt oder wg kj" einer ansteckenden Krankheit In entstanden seien, die in bessert wurden, welche an Wen. Ei 9«» D Otejes �w-uvii übe CS1 Abtni Wöradf. W Ädcnd Wtreße Cf des: u°A»Prnli r* zur E nieverliegende beherbergte. Gine« eigenthnmlichen Anblick bietet geaenwm große Terrain des ehemaligen Borstg'schen Etabliff.menl- der Elsasser- und Bo-.fizstraße. Die zahlreichen Maschine»» stätten, Schuppen u. s. w. stnd sämmllich vom Erddode» schwunden, so daß man das ganze umfangreiche Tcrrai» einem Ende bis zum anderen überblicken kann, das zur einem undurchdringlichen Chaos gleicht. So leicht fich»»» der Abbruch aller dieser, gleichsam für die Ewigkeit eiiiw» Oberbauten vollzogen hat, so groß find die Schwierigkeite»-. sich der Beseitigung der Fundamentirungen entgegen M Bei jedem Schritt in diesem Chaos stößt man auf altes% werk, zu hoben Bergen thürmcn fich allmäliz die aus d» ans Tageslicht geförderten Steine, überall, wohin man T nichts als Verwüstung und Zerstörung. Dazwischen wert*». reits wieder Fundamente zu neuen Gebäuden gelegt, für Raum geschaffen, immerhin dürfte aber noch einige Zeit rrtf? ehe die Regulirungsardeiten düses vielleicht größten BautejJ das innerhalb der Berliner Weichdildgrenze noch seiner ung harrt, vollständig beendet sein werden. Erst we geschehen, wird auch, wie die„Staatsbürger-Zeitung" fij die Durcklegung der neuen Straße, eine Verlänger»�» Eichendorffstraße bis zur Elsafferstraße, in Angriff«ef� werden. Die rauchigste Gegend Kerlin« ist wohl das 35 Ufer auf der Strecke von der Oberbaumbtücke bis zur 3% kirchbrücke. Auf �dcr Sch Rings brücke stehend, kann man � �§i � aÜW ein und fef, Mwurl Jöeife i Di» p und t na ivßreite -pjeau «rve %eitich, erwähnten Strecke nicht weniger als 36 hohe Raun. beiden Seiten des Flusses zählen, die in Gemeinschaft einem Kalkofen während eines großen Theiles des Tage» schwarzen Rauchwolken in die Lust senden, denen geper.ip. Leistung der Schornsteine der naheliegenden Wolmkäuf» nicht oder wenig in Betracht kommt und die Rauchern?, Dampfschiffs und der Lokomotiven, welche letzteren ja Mja auf dem Stadtbahnlörper, manchmal sogar in drei dst Exemplaren zu gleicher Zeit, in Sicht find, fich äußerst bM ausnehmen. In welchen bedeutenden Mengen der Rcst jenen Gegenden zu Boden fällt, davon liefern die am w» gerndcn Bausteine ein Beispiel. Nack wenigen Tage» Lagerns ficht die obere Schicht der Steine völlig vertat aus und die Stein-Fribrleute, welche die Steine abfahre»� decken fich bei ihrer Beschäftigung statt wie sonst tmt Ziegelmehl, hier mit schwarzem Ruß, wie die Schornst»» Diese Ausficht auf die Beeinträchtigung des Genüsse» frischen Luft hindert wobl auch hauptsächlich die Bebau»»» dottigen umfangreichen Terrains mit Wohnhäusern. Zlebee den 1» Wie« neehaftetrn Hochgnplee A Asstng an» Potsdam haben wir einige MiliKwi»� bracht, welche an llngenauigkeilen und Unvollständigleüi»�- Die„Berl. Ztg." ist in der Lage, die bereits gebrachte» � gaben durch einioe zuoerläjfige Daten aus dem inten, Lebensgange des Genannten zu vervollständigen. Sie „Der Vater Asfing's, ein geborener Chinese, waid vor»,.j» des himmlischen Reiches dem Könige Friedrich Wilhelms P äsent gemacht, welcher das„Geschenk" in seinem W jJ koslüm als Hojlalaien verwertbetc.(Die Angade, daß Kammerviener beim Kaiser Napoleon 1. gewesen seh Märchen, welches von dem jetzt oerhafteten Sohne a» erfunden worden sein wird, um fich noch interessanter z» ein Hang, dm er schon in �"'"'''l' Hen! am der Jugend vielfach zeigte-!,� als Preuße naturaiistrte Lakai Aising verheirathete sich i»?�t Berlinerin, aus welcher Ehe unser Wiener Schwindler y 4 KT bei dei t gehe ern sc T maligi als R Ter nun e annei tcllun ehern bis , die M:lli Bei ging. Aising jun. besuchte das Gymnasium zu Potsvai»-� als Avantageur beim damaligen 9. Infanterie- Regime»'. y NTJon berg) ein und wurde in demselben zum Sekondelicute»»� Jy, fördert. Infolge einer Differenz mit seinem Regiments/.--- W*"teni mandeur forderte der junge Offizier bald nach seiner rung trotzig den Abschied, welcher ihm bereitwilligst, � wurde. Nicht so leicht aber ward es ibm, den Wuni«. zu sehen, bald darauf als Offizier wieder Armee zurückzutreten. Obschon sich König «IS sich .. Aigen chtncftiw lebhaft interesfirtc und dieser in seinem Vormunde, v'" �lauu-suuiicii. jL/'üiujüii sicy J\ÜIUV4 Wilhelm IV. für den Sohn seines ehemaligen chincsssche»- Marschall Grafen Keller, einen einflußreichen Fürsprechei L!4 Ken l bestimmte der König doch, daß der Pike auf dienen müsse, wenn emporarbeiten wolle, und der juii.„____............ windung genug, fich in die hatte Bedingung zu füge»,. als Gemeiner in das damalige dtttte Husaren- Regi»'�,� fbi; n■ jetzigen Brandenburgischen Husaren-Regiment(Zietben-a-# Ä....% Nr. 3 wieder ein. Seine Führung war hier untavelbk' kurzer Zeit wurde er zum Unteroffizier ernannt und na«' fcist durch königliche Kabinetsordre als Sekondelieute» einem schlestfchen Jnfantene-Regiment wieder angcstel»- hier führte er fich musterhaft, so daß ihm unter VerstL das zu Köln am Rhein gamisonirende Ostprcußisch»(L i Regiment Nr. 33 ein vordatirtes Patent verliehen nicht lange darauf seine Beförderung zum lieutenant erfolgte. In dieser Stellung ließ er eine Broschüre erscheinen, zu deren Verfasser'A jedoch freimüthig dekannte, in welcher er müitatst®, hältniffe heftig angriff. Während der dieserhalb(stg geführten kriegsgerichtlichen Untersuchung wurde ihM eines Disziplinarvergehens ein mebttägiger%. auferlegt, den er in höchst leichtstnniger Weise brach.% tWnestn dem gegebenen Edrenwotte entgegen, seine W#"W* stA»»!,- durchschwärmte im Zioilonzuge die Nächte in öffentliches � Ms � Durch ehrengerichtliches Erkenntntß wurde er wegen licken Verletzung seines Ehrenwortes aus dem.»nb ausgestoßen. Von hier ab hat der Referent dieser � A!« ibn aus den Augen verloren, bis er in den N»"3, t ölattes feine traurigen Spuren wiederfand. Afflng in Potsdam besaß, war vom König F-..—._ eiflernS für den Vater desselben erbaut und ihn gc macht worden. Es liegt in der ehemaligen v Muhlenderge, der jetzigen Augustastraße, und ist da � c finden; in einer kreisrunden Ncscke des Giebelfeldes, tfv »etgt fich das Bild eines Chinesen in fitzender«�**%,ift et£T$nank€t geschlagenen Beinen."„j; tb pnte i best KWÄÄ uiiumr«(üiue uno in der wohlbelannten„Kleinen Fischettn", abgefaßt nx- folgendermaßen: dar. aus, von freie W des Columbus ober die moderne Kunst, Gold zu so. h-tt? Min. Radikales Heilmittel gegen Zpielmuth und Verluste! mitlkm,# TM d�e unwiderleglichen Beweise, daß, wer an der Roulette MinuA? MUn Trente et quarante nicht riefige Summen gewinnt, FkMwbl L Mm perlte t, ein Kr.uz auf sich nimmt, über das des Sängers ößcrte." wf'chfett schweigt und nur fingt inderte,!>..Hier folgte das Gedicht, das bekanntlich die Albernbeit der oahraeno»»«mschen glolfirt.— Mit geringen Mitteln kam Äs fing im März tz fiickeiistVnmden Jahres nach Wien; er wollte eine paffende Anstellung Fwn. Einige hundert Mark, von denen er bis zur Beschaffung der Einkommens leben zu können hoffte, waren sehr bald auf- w. höihli fw und eine neue Subfistenzquelle war noch nicht gefunden. iderkongrej nicht bekannt, ob Asfing diesbezüglich ernste Versuche ge- ng der h« M uuch nicht, wovon er in der letzten Zeit seinen Unterhalt g luftiger»'Wien, nur soviel ist gewiß, daß es dem ehemaligen deutschen i Znterefft> Mr und hausbcfiyer hier herzlich schlecht ging, zumal auch es von W? lchwmdelhasten Unternehmungen mit der �pielmethode und - insdeso«! �ilauiioren von dem aufzunekmenden Kammerdiener gänzlich leidungsMär�rdlugen. Im Mai dieses Jahres ist er aus einem Hotel at oder wd«opoldstadt, ohne die Zechschuld zu begleichen, ausge- iranlheit L Mi. In den letzten Tagen harte er mit wirklicher Roth zu JDten. Er erniedrigte sich so weit, daß er ein fremdes Dienst- «en auf der Straße anbettelte Mitleidigen Herzens gab «>e Magd 25 Kr. und Asfing kaufte nothdürflige Nahrung Stillung seines Hungas. 8tt9 Dreiradfahrrn, welches leider von manchen Ver- "l dieses Sports ohne genügende Ruckficht auf das die ien überschreitende Publikum ausgeführt wird, hat vor- % Abend Veranlassung zu einem Unfall gegeben, bei welchem it-reiradsahrer eine ernste Verletzung davontrug. Ais an ? Abend gegen*7 Uhr der Buchdrucker I. schnell die Mark- Naße herausfuhr, wurde ein sechsjähriger Knabe von den n des Fahrzeugs erfaßt und zu Boden geworfen. Durch kl«*:(Wl fiel des Dreirad um und der Fahrer stürzte so M Zur Eide, daß er einen Bruch des rechten Armes davon- Ä und sofort nach seiner in der Nähe belegenen Wohnung ßW wurde. Das zu Boden gerissene Kind aber kam wunder- ™Jiieife ohne jede Verlegung davon. Polizei Kontrolirt jetzt die Dreiradfatzrer und es find in den letzten Tagen mehrfache Sistirungen tn nach den Revierwachen erfolgt, weil die betreffenden »ßrester ohne den polizeilichen Fahrschein angetroffen find dies zumeist Dniradfahrer, welche fich ihre -J« aus den Leih- Instituten geborgt haben. Die polizei- «träfe für Fahren ohne Fahrschein beträgt 3 M.; ebenso T Nichtbcfolgung des Befehls„Rechts" zu fahren und die �t«?un>e inne zu halten, genau wie bei unserem Fuhrwesen, ".,i p Ähnliches Strafmandat nach fich ".man°. Stnfe ,» Stufe. Der gestrige Polizeibericht meldete Raum'., Cch�Mmord eines Kaufmanns, welcher seinem Leben durch -mcinJiM, i*l iiiöfs J,1" ein Ende gemacht. Die Vorgeschichte dieses Selbst- %eft?'"nes ehemaligen Mill onärs, ist so intercffant, daß wir bq Östren Lesern nicht vorentbalten �wollen. Herr H. war -genwärtiz bliff.mcit» Masch in" Erddode» )e Terrain das zur cht fich» feit eitn aerigkeiten, ;i9Kjä� aus der� in man r? zen wertz� egt. für< e Zeit en Bauln� i seiner% �rst m**- ;itunit' rlängi riff fli ohl dasA � ,ur � der Tazes n gegenU-° lohndäuler RaucheU� ■"•"l fic am ilrn en Tagen. zllig vena»? . abfahren, nst mrt Zckornsten'm! Genusses Bebauung :rn. '________________,,_. *14�» eines Hamburger steinreichen Kaufmanns und erbte W'ujen Tode ein blühendes Kolonialgeschäft en gros mit ihn, tMammtoerwogen von über zwei Millionen Mark. In Gründerzeit beiheiligte fich H. an Börsenspekulationen und jr: bei dem Börsenkrach 1873 sein ganzes Geld, mußte auch WUt gehende Waarengeschäft aufgeben und zog mit den �tern seines Vermögens von 80000 Mark nach Berlin, B ein Tuchgeschäft etablirte. Ende des Jahres 1882 mußte Mwaliae Millionär auch dieses Unternehmen aufgeben und als Rest seines ungeheuren Vermögens etwa 5000 Mark Ter unglückliche Mann konnte davon nicht leben und nun eine Stellung als Materialwaarenkommis mit 60 M. 'annehmen, aber eine längere Krankheit zwang H., auch Füllung aufzugeben. Seck mehreren Jahren stellungslos, £ ehemalige reiche Mann Anfang dieses Monats sein Ver- bis aus— 20 Pfennige zusammengeschmolzen, eine - bie gerade noch für den Strick reichte, an welchem der Atillionär am vorgestrigen Tage seinem Leben ein Ende -i«mL'Oei dem s2jährigen Selbstmörder wurde nichts weiter — ein leeres Portemonnaie. i'�abii fachmännischer Seite wird über den Einbruchs- Sern f4" Paasch geschrieben: Wohl selten find von Ein- ?z-un° ustle ingeniös erfundene und erdachte Einbruchs- ? ali��ückge lassen worden, wie in diesem Falle. Da ist Sen, s.fce„Königin von England", ein Brecheisen von %n.?»ahl, das je nach Bedarf kürzer oder länger geschraubt Mlia-«?'""d womit hauptsächlich jenseits des Kanals schon 5 de- �!"blüche ausgeführt wurden. Neu dagegen, wenigstens Estland, ist eine ungemein starke und solide Hebel- bei„ ü berechnet die hauptsächlich in England, vielfach «Ü? k,,. c' Sanz glatt liegenden Geldschrankthüren so viel aus Seq K herauszudringen, daß dieselben mit Brecheisen gefaßt NH,�'°NNei!: III htcfpm Vinnnrnt find auch die Zirkettraisen AS� gedrack'�, cm nilettlA . Sie%(i ud ooKr> MU -ohne««D inter zu»� t windler bgd Potsva-n,� U bSb'C")5!1' zu diesem Apparat find auch �»............ DelieutenV sehr geschickt erdachte und äußerst akkurat ausgeführte �imentS 4� me welche einzig und allein nur zu dem verbreche- seiner gt teib:n gefertigt wurden. Ferner find bemerkenswerth m>lligst �»md Holzkeile. Säge und Stemmeisen. Puloer nebst Wunl«.� extra dazu gefertigtem ganz neuem Trichter nde, vea>& litte, Aadrln in den Mund zu«rtzme«, hat ursprewe, � nem iungcn Uzochen und seinen Angehörigen schwere och ein niK S.ibttn«��et. Ein etwa sechzehnjähriges Mädchen, welches w JU�rhii�% Öntpr�?1" der Sebastianstraße wohnt, hatte während -saß„ C* uchts in der Fortbildungsschule ein Tuch vom Rahmen füge»>.>■' wollen und hierbei einige Stecknadeln in den Mund Regrw�? dq n.', deren eine, als das Mädchen tief aufathmete plötzlich """"& Und t h'nadfiel. Angewandte Brechmittel waren vcrged- j'° kam das Opfer seines Leichtfinns nach der Sani- ......„Jittj% Wt!? n?ch ein Menschenleben fordern dürfte, ereignete fich i zwischen elf und zwölf jjhr auf dem Grund- ,n Ä �'chen �e1 Konstruktion vermögen diesen Werkzeugen zu ad na» �{ �mdauerdamm 23, wo mit der Fundamentirung eines 1 begonnen wird. Gerade dieser Stadttheil hat einen Hintergrund, weshalb die Fundamentirungen tf«, ten machen. Augenblicklich versentt ma l'K %% zum ÄS Wohn�Ä� �°vk? belasteten'Senkkasten waren zur Zeit der ntlichen..#'wei Maureraesellen beschäfttat. um das Gleich- riii'ti Utintp ö"«"" mawcn. Augenviiaucy ve .> d?t��. Ken, und werden dieselben 0 um fie schneller sinken zu machen, während Lj U>ird a,°�ifhtungen der Morast aus ihrem Innern ent- Meten 5? deson- man dort mit Eisenbahn- während re pk Obgleich Hilfe sofort zur Hand war, iw? Namentlich bei Hübner, welcher von Eisenbahn- isie* IrfkN völlig bedeckt war, geraume Zeit, bis alle ..rit nKm ken* Wege geschafft werden konnten. Während [F zermalmter linker Hand davonkam, waren dem JUenx r'"Öruftfofipn«nd Arme aräßlich»erauetsckt und verletzt. Beide wurden nach der kaum gerettet werden Vater von zwei unmündigen Selbstmord in der Koppensttaße, den der t ival' eWoS-u" �ging es recht schlecht � fett mehreren Erkaltung an Händen und Fußen gelahmt, vermochte K. seinem Gewerbe nicht mehr nachzugehen und die Frau des Leidenden ernährte nur kümmerlich durch Waschen die Familie. Vor einigen Tagen nun war die Roth aufs Höchste gestiegen, erneute schmerzhafte Krankheitserscheinungen traten bei K. hinzu und der ehemalige Brunnenmacher beschloß, seinem Leben ein Ende zu machen. Als gestern Nachmittag die Frau auf Arbeit gegangen war und nur das achtjährige Töchterchen am Lager des Leidenden weilte, bat Ä. das Kind, einen Hammer und einen großen Nagel zu nehmen und diesen in die Wand zu schlagen. Dann ließ er fich durch das ahnungslose Mädchen einen Strick daran knüpfen, und als dies geschehen, erlaubte K. seinem Töchterchen, auf den Hof zu gehen, um mit andern Kindern zu spielen.— Als gegen 7 Uhr Abends Frau K. von der Arbeit zurückkehrte, fand fie ihren Mann als Leiche an der Wand hängen. Der Körper des Selbstmörders wurde nach der Morgue geschafft. Eine« Selbstmordversuch machte gestern früh in dem Hotel„zur Stadt Koilbus" ein daselbst logirender Handlungs- reisender Karl N-, indem er fich mittelst einer dicken Schnur an der Thürangel seines Zimmers aufhängte. Unmittelbar darauf betrat aber zufällig der Hausdiener das Zimmer und als er den N. in dieser kritischen Situation erblickte, alarmnte er schleunigst das hauspersonal und befreite mit Hilfe dcssUbcn den noch Lebenszeichen von fich gebenden Lebensmüden aus der Schlinge. Nachdem man den Halberwürgten wieder zur Bcstnnung ge- bracht, erschienen Beamte des inzwischen von dem Vorgange unterrichteten 42. Polizeireviers und veranlaßten die Ueberfuh- rung des N. in ein Krankenhaus. Hier wurde festgestellt, daß derselbe bereits mehrfach als Delirant in Krankenhäusern Aufnahme gefunden. Ueber einen groben Unfug, welcher in der Nacht zum Sonntag in der Blücherstraße und in einem Theile der Hasen- Haide verübt worden, wird der„N. A. Z." von einem Augen- zeugen berichtet: Eine Rotte von halbwüchfigen Burschen hob die eisernen Deckel, welche fich auf den Zugangsröhren zur Kanalisation befinden, mittelst Hebewerlzeugen ab, schleuderten dieselben auf den Damm und legten dann, indem fie auch noch die zroeiien inneren Eisenblechdeckel entfernten, diese Schachte vollständig bloß. Welch' große Gefahr dieser Unfug für Per- sonen hätte bringen können, ist leicht zu ermessen. Glücklicher- weise wurden die Uebelthäter von einem Nachtwächter bemerkt, doch gelang es denselben, in den Baumanlaaen der öasenhaide zu entkommen. Später versuchten fie das gleiche Experiment in der Schönleinsiraße; hier wurden fie von dem Revierwächter und einem Schutzmann zum großen Theil dingfest gemacht und zum Polizeigewahrsam gebracht. Eine klaffende Stirnwunde erhielt am gestrigen Nach- mittage auf dem Grundstück Schiffbauerdamm 33 ein bei dem daselbst wohnenden Kaufmann M. bediensteter Kutscher Max E. durch den Hulschlag eines Pferdes. Im Begriff, daffelbe zum Zweck einer Spazierfahrt aufzuschirren, schlug das Thier in dem Moment, wo fich E. bückte, nach ihm aus und traf ihn auf die rechte Stirnseite so schwer, daß er sofort blutüberströmt und bewußtlos zusammenbrach. E. mußte sofort nach der nahegelegenen Eharitee überführt werden. Sein Zustand soll ein besorgnißerregcnder sein. Selbstmord. Am Sonntag befanden fich mehrere Ber- liner Familien in der Jungsernhaide am Spandauer Schiff- fahrtskanal; um Waldblumen zu pflücken gingen mehrere Kinder bis zu der Torffläche links an dem ersten Schießstande. Un- gefähr 25 Meter davon in einer kleinen Schonung fanden fie eine bereits in der Verwesung begriffene Leiche eines Mannes. Die Eltern benachrichtigten den in der Nähe stationirtcn Gendarm I., welcher den Leichnam untersuchte. Bei demselben lag ein sechsläufiger Revolver; allem Anschein nach hatte fich der Selbstmörder durch einen Schuß in den Mund entleibt; 5 Schüsse befanden fich noch in dem Revolver, der von dem Beamten entladen wurde- Bekleidet war die Leiche mit schwar- zen Beinkleidern, Schuhen mit Kummieinsatz, roth- und weiß- gestreiften Strümpfen, grauem Rock und rundem Hut. Papiere wurden bei der Leiche nicht vorgefunden. Gemäß den Ueröffentltchnngen de» Kaiserlichen Gesundheit«- Amts find in der Zeit vom 22. bis 28. Juli er. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchschnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 23,2, in Breslau 23,6, in Königsberg 23,9, in Köln 22,6, in Frank- furt a. Ä. 18,1, in Wiesbaden 25,0, in Hannover 13,7, in Kaffel 21,7, in Magdeburg 27,7, in Stettin 27,6, in Altona 21,9, in Straßburg 27,4, in Metz 17,2, in München 32,1, in Nürnberg 22,0, in Augsburg 28,2, in Dresden 18,3, in Leipzig 18,1, in Stuttgart 14,6, in Karls- ruhe 23,2, in Braunschweig 21,9, in Hamburg 26,1, in Wien 22,7, in Pest 35,1, in Prag 29,7, in Trieft 29,3, in Krakau 43,5, in Amsterdam 20,4, m Brüssel 20,9, in Paris 19,0, in Basel—, in London 15,9, in Glasgow 17,0, in Liverpool 17,0, in Dublin 18,0, in Edinburg 13,7, in Kopenhagen 23,7, in Stockholm 20,4, in Christiama 13,4, in St. Petersburg 27,8, in Warschau 30,4, in Odessa 36,1, in Rom 27,3, in Turin 23,5, in Venedig 18,0, in Alerandria 40,6. Femer in der Zeit vom 1. bis 7. Juli dieses Jahres: in fftew-Nork 31,6, in Philadelphia 20,7, in Baltimore 29,1, in Kalkutta 24,3, in Bombay 22,4, in Madras 35,8. Die Sterblichkeit hat tn der Berichtswoche in den meisten europäischen Großstädten wieder etwas zugenommen; doch blieb sie in einer großen Zahl derselben günstiger als sonst um diese Jahreszeit. Sehr gering(bis 15,0 pr. Mille und Jahr de- rechnet) war die Sterblichkeit in Elberfeld, Hannover, Kiel, Barmen, Stuttgart, Christiania und Edinburg. Günstig(bis 20,0 pr. Mille und Jahr) war fie auch in Frankfurt a. M., Dresden, Leipzig. Metz, Bremen, Düffeldorf, London und in den größeren englischen Städten, ferner in Paris, Venedig. Auch in Aachen, Kaffel. Nürnberg, Braunschweig. Wien, Antwerpen, Stockholm war die Sterblichkeit eine nur mäßig hohe (etwas über 20,0 pro Mille). Hohe Sterblichkeitsziffem(über 35,0) wurden aus keiner deutschen Stadt gemeldet.— Wesent- lich dedingt wurde die im allgemeinen mäßig hohe Sterblichkeit durch die etwas gesteigerte Zahl von Sterbefällen an Darm- katarrhen und Brechdurchfällen der Kinder, welche besonders in Berlin, Hamburg, Breslau, München, Leipzig, Köln, Königs- b rg, Straßburg, Magdeburg, Wien, Pest, Paris, London, Kopenhagen, Warschau, St. Petersburg, Odessa u. a. eine bedeutende war, obwohl diejelbe im allgemeinen in den meisten der genannten Orte binter der Zahl der sonst um Ende Juli gemeldeten Sterbefalle stand. Der Anlheil des Säuglingsalter an der Gesammtsterblichkett war. gegen die Vorwoche ein etwas gesteigerter; von je 10 0(X1 Lebenden starben, aufs Jahr derechnet, ,n Berlin 142, in München 148 Säuglinge.- Akute Entzündungen Der Athmungs- orgone führten im allgemeinen wenig mehr Sterbefalle herbei als in der Vorwoche.- Von den Infektionskrankheiten wurden Todesfälle an Mosern, Diphtherie, Keuchhusten und Pocken etwas weniger, an Scharlach und an typhösm Fiebern dagegen etwas mehr gemeldet.- Todesfälle an Masern waren in Berlin. mü fcr vermehrte. Erkrankungen wurden aus B.rltn und SSet ÜSfXÄ- 1-°--' falle an Unterleibstyphus waren in Berlin, Hamburg, Paris, London häufiger, in St. Petersburg etwas seltener als in der Vorwoche. Auch Erkrankungen kamen aus Berlin und Ham- bürg in etwas vermehrter, aus St. Petersburg in gleich hoher Zahl zur Berichterstattung. Todesfälle an Flecktyphus wurden aus Stockholm und St. Petersburg je 1, Erkrankungen aas Edinburg 2, aus St. Petersburg 1 gemeldet.— An epidemischer Genick, tarre wurden je 1 Todesfall aus dem Phyfikatsdezirk Greiz sowie aus Kopenhagen gemeldet.— Der Keuchhusten zeigte in Berlin und London einen milden Verlauf, auch Er- krankunaen wurden meist in geringerer Zahl berichtet.- Rosen- artige Entzündungen des Zellgewebes der Haut kamen in Berlin etwas häufiger zum Vorschein als in der Vorwoche. — Pocken riefen in St. Petersburg 2, in Paris und Lyon je 4, in Tnest 6, in Warschau 11, in Prag 12 Todesfälle hervor; neue Erkrankungen kamen aus Berlin, Hamburg, Breslau, St. Petersburg nur je 1, aus Wien 2, aus Pest 3 zur 5 �5 er Gesundheitszustand in Berlin blieb auch in dieser Berichtswoche ein relativ günstiger, wenn man von der gegen die Vorwoche etwas gesteigerten Sterblichkeit des SäuglingSallers absieht. Aber auch selbst diese war im Vergleich zu den früheren Jahren, wo sie in der zweiten Julihälfte bisher gewöhnlich ihr Maximum zu erreichen pflegte, eine sehr mäßige, die Folge der kühleren Temperatur der Lust, die in der Bc. richtswoche vorherrschte(die Temperatur erreichte an keinem Tage der Woche die Höhe von 26,0 Grad C.), und welche das Vorkommen der tödrlich verlaufenden Darmkarrhe und Brech- Durchfälle sehr beschränkte. Es erlagen diesen Krankheitsformen in der Berichts woche 150 Säuglinge gegen 334 in der entsprechenden Woche des Vorjahres. Desgleichen zeigten auch akute Entzündungen der Athmungsorgane ein beschränktes Vor- kommen und einen überwiegend milden Verlauf. Das Auf» treten der Infektionskrankheiten blieb meist ein ähnliches wie in der Vorwoche. Ein wenig häufiger kamen typhöse Fieber, jedoch in keinem Stadttheile in nennenswetther Zahl, zum Vorschein. Auch Erkrankungen an Masern, die besonders in der die-seittgen Luisenstadt, im Stralauer Viertel und in der Oranienburger Vorstadt zur Anzeige kamen, riefen etwas mehr, Diphtherie und Kroup dagegen etwas weniger, Scharlach die gleiche Zahl von Erkrankungen wie in der Vorwoche hervor. Erkrankungen im Wochenbett kamen weniger, rosenartige Entzündungen des Zell- gcwebes der Haut etwas mehr zur Behandlung. Auch eine Er- krankung an Pocken gelangte zur Anzeige. Das Vorkommen von Keuchhusten und rheumatischen Beschwerden aller Art wies gegen die Vorwoche keine wesentliche Veränderung auf. polizeibericht. Am 8. d. Mts., Mittags, wurde in der Lichterfelderstraße das vor eine Droschte gespannte Pferd scheu und fuhr mit dem Wagen derartig gegen eine Bordschwelle, daß derselbe umfiel. Eine in der Droschke fitzende Frau er.ttt bei dem Fall auf das Pflaster eine anscheinend nur unbedeu- tende Verletzung am Kopf.— Nachmittags wurde in der Ein- fahrt zum Grundstück Hagelsbergerstraße 52 ein 3 Jahre altes Mädchen durch einen von dem Kutscher Fürst geführten Arbeits- wagen übeifahren und derartig an den Beinen verletzt, daß es nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte.— Ferner wurde um dieselbe Zeit in der Webersttaße ein 4 Jahre altes Mädchen durch einen Geschäftswagen der Firma Braun und Co. überfahren und anscheinend nur unerheblich am Kopf verletzt.— Gegen Abend wurde im Thiergarten in der Nähe des Neuen Sees ein unbekannter, etwa 30 Jahre alter Mann an einem Baum erhängt vorgefunden.— An demselben Tage fanden Gartenstraße 161— und Friedrichstraße 131 unbedeutende Feuer statt._ Gerichts-Aeituug. * Der dreifachen Zechprellerei beschuldigt mußte der Metalldreher Max Seeker vor den Schranken der 92. Adthei- lung des Schöffengerichts erscheinen. Ter Angeklagte ging an verschiedenen Tagen zu den Restaurateuren Rothe, Joley und Vogt, ließ sich Mittag- oder Abendbrot geben und entfernte fich in einem unbewachten Augenblicke. Er entschuldigt sein Be- nehmen damit, daß er damals ohne Subflstenzmittel und sebr hungrig gewesen sei. Getränke habe er fich auch nirgends geben lassen, sondern nur Eßwaaren, woraus hervorgeht, daß keine Zechprellerei vorliege, weil er doch nichts getrunken habe. Auf die Frage des Vorfitzenden, warum er fich beim Weggehen nicht beim Wirth meldete erwiderte Seeker. Es waren dekannte Gäste da und deshalb wollte ich mich nicht bloßstellen. Da der An- geklagte fich einer anderen Sache halber in Strafhaft befindet, beantragte der Staatsanwalt eine Zusatzstrafe von 12 Togen Gekängniß. Der Gerichtshof faßte die Vergehen milder auf und verhängte über den Angeklagten nur 3 Tage Kefängniß. *«Ick habe die 17 Flasche« Firniß beim Zl«f- räumen gefunden", entgegnete der Arbeiter August Saß auf die Frage des Vorsttzenden der 92. Abtheilung des Schöffen- gerichts, vor welchem er fich wegen Diebstahls zu verantworten hatte. Da diese Ausrede wenig Glauben fand, beschloß der Gerichtshof, den Zeugen, Malermeister Erdmann zu vernehmen.. Dieser dcponirte, daß ihm seiner Zeit die Malerarbeiten des Hauses, in dem der Angeklagte wohnte, übertragen wurden. Die Gehilfen brauchten zu dm Ausführungen eine Menge Firniß, welches in größeren Blechbüchsen in den Zimmern stand. Diesen Gefäßen wurde dann nach Bedarf das Material ent- nommen. Seiner Anficht nach habe der Saß die bei erfolgter Haussuchung auf dessen Bodm vorgefundenen 17 Flaschm zu verschiedenen Malen aus den Büchsen entwendet. Die ganze Masse könne derselbe nicht zugleich gestohlen haben, weil das sofort bemerkt worden wäre. Der Angeklagte blieb bei seiner Behauptung; ihm sei die Reinigung des Hauses anvertraut gewesen und hierbei habe er das bischen Firniß, welches seiner Anficht nach wetthlos war, gefunden.— Der Staatsanwatt de- antragte 1 Woche Gefängniß und der Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage. * Gin» tüchtige Tracht Prügel ist schon manchem zu Theil geworden, der fich in allzu hitziger Weise auf Freiers- füßen bewegte. Auch der 20jährige Kurschnergeselle Scholz mußte die trübe Erfahrung machen, daß der Pfad der Liebe oft mit Domen gepflastert ist. Sein Ideal verkörperte fich in Fräulein Auguste I, der Tochter eines hiefigen Tischlermeisters, welcher den Verkehr der jungen Leute mit Argusaugen bewachte. Ob- gleich Vater und Mutter der Tochter hindernd in den Weg traten, neigte diese dennoch mehr das Ohr den Worten ihres Liebhabers und der Umgang mit diesem blieb schließlich nicht ohne fichtdare Folgen. Diese Thatsache brachte die Ellern in große Erregung und Auguste hatte sich keiner guten Tage im Vaterhause zu erfreuen. Schluchzend erzählte fie ihrem Max die harte Behanvlung, welche fie nun zu erdulden habe, und dieser schwur der allen Helligen und den sieben Jungstauen, den Vater zur Rede zu stellen. Hierzu fand fich bald Gelegenheit. Als ,"Nl 10- Mai seine Braut nach Hause geleitete, standen Vater I. und fem Sohn Heinrich in der Hausthüre, um die Tochter resp. Schwester zu erwarten.„Wie liegt denn nun die Sache— redete Herr I. den jungen Mann an—„wollen Sie meine Tochter Heirathen oder nicht?" Bei diesen Worten machte der„Alte" eine Bewegung, welche böse Deutungen ,u» ließ.„Ich, ja. ich will ja"— stammelte Max—„aber es geht doch nicht so schnell." Und muthig geworden, fügte er hinzu: „Es ist sehr Unrecht, daß Sie ihre eigene Tochter so schlecht be« handeln!" Nach einigen weiteren Worten wollte sich Scholz entfemen. Kaum hatte er fich aber in Bewegung gesetzt, als Vater und Sohn ihm gemeinschaftlich nacheilten und mtt ver- einten Kräften auf ihn losschlugen, daß ihm hören und sehen verging. Für den nächsten Augenblick dachte Scholz nicht an die Liebe, desto mehr aber zog es ihn nach dem Polizeidureau. wo er dm Vorfall zu Protokoll nehmen ließ. Gestern fand nun das Drama vor der 89. Abtheiluna deS reicher das Feld rauhten mußten. Er lhat damals den Schwur, sein Haus nicht wieder zu verlassen, und hat diesen Schwur treu gehalten. Das einzige, was er sich noch gestattete, war. daß er den Kopf zum Fenster hinaus steckte, um das Treiben auf der Gasse zu beobachten. Von all den Ereigniffen, die sich seit 1866 hier abgespielt haben, von den großen Bauten und Veränderungen in unserer Stadt hat der Sonderling, der nähere Verwandte nicht mehr hatte und allein für fich lebte, nur durch die Zeitungen Kenntniß erhalten, persönlich gesehen hat er davon nichts. Mie«, 7. August.(Eine Leiche im Felde.) Der Schnitter Franz Rieglcr aus Jnzersdori war gestern auf dem Felde mit Gersteschneiden beschäftigt. Entsetzt hielt er plötzlich in seiner Arbeit inne— der Leichnam eines Mannes lag mitten im Felde vor ihm. Die Leiche befand stch bereits im Zustande hochgradiger Verwesung. Riealer erstattete sofort beim Gendarmerieposten- Kommando in Jnzersdorf, sowie im dortigen Bürgermeister- Amte die Anzeige. Aus Jnzersdorf kamen massenhaft Neu- gierige herbei, doch niemand konnte üo�r den Todten Auskunft geben. Um 5 Uhr Abends erschien aus Hietzing die Gerichts- kommisston, sowie zwei Gerichtsärzte. Die beiden Gcrichtsärzte erklärten, daß schon wenigstens ein bis anderthalb Monate ver° flössen sein müssen, seit die Leiche hier liege. Ein Telegramm, welches in den Taschen des Todten gefunden wurde, ist datirt vom 20. Juni 1888; in dem Telegramm handelt es sich um Bestellung von mehreren tausend Stück Ziegeln; die Adresse, an wm das Telegramm gerichtet war, ist vollständig unleserlich. Schöffengerichts seinen Abschluß. Herr I. und fern Sohn waren der gemeinschaftlichen Mißhandlung angeklagt und als Belastungszeugen hatte die Staatsanwaltschaft Fraulem Auguste I. nebst dem gemißhandelten Bräutigam geladen. Beide Angeklagten bestritten die ihnen zur Last gelegte That, während die Zeugen das Vergehen in allen Einzelhetten bc- kündeten. Mit fester Stimme erklärte fich die Tochter berett, zu Gunsten der Anklage Zeugniß gegen Vater und Bruder ab- zulegen und mit ficherer Stimme sprach fie dem Vorfitzenden die Formel des Eides nach.— Der Staatsanwalt wollte die Gesetzesverletzung mit 2 Monaten Gefängniß für jeden Ange- klagten gesühnt wissen; der Gerichtshof erkannte gegen den Vater, Tiichlermstr. I. auf 2 Wochen, gegen den Sohn, Tischlergesellen tzeinrichJ. auslWockeGefängniß.— Grimmig verließen dieParteien den Gerichtssaal. Auf dem Korridor kam es zwischen Eltern und Kind zu einer erregten Szene; die Mutter versuchte, die Tochter, welche dem Ellernhause den Rücken gekehrt hat, mit fich zu nehmen und wurde bierin von den anwesenden Ver- wanvten unterstützt. Auguste I. wehrte fich aber wie eine Ver- zweifelte und stieß gellende Hilferufe aus, welche das ganze Gebäude alarmirten und die Mutter veranlaßten, von ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen. Unter dem Schutz der Beamten nahm das geängstigte Mädchen auf einer Bank neben dem Geliebten Platz, um später mit diesem das Gebäude zu ver- lassen. Ei« Ktelleuvermittelunsss'chwindel unterlag gestern wieder der Prüfung der zweiten Ferienstrafkammer des Land- gerichts L Auf der Anklagebank befanden fich der Stellenver- mittler Gustav Kuhse und der P.ivatsekretär und Rechtskonsulent Wilhelm Mengel, denen mehrere gemeinsame und einzeln ver- übte Betrügereien zur Last gelegt wurden. Der erste bisher un- descholtene Angeklagte gründete im August v. I. in der August- st.aße 31 ein Stellenvermittelungsbureau. Seine erste Thätigkeit bestand darin, daß er durch die Zeitungen bekannt machte, er habe für einen gewandten kautionsfähigen jungen Mann eine leichte und dauernde Stellung zu vergeben. An Reflektanten war kein Mangel, es meldeten stch Leute aus den verschiedensten Berufs- zweigen, besonders solche, welche eine Hausdienerstelle suchten. Kuhse nahm zunächst das Einschreibegeld und schickte die Arbeit- suchenden dann zu dem zweiten Angeklagten. Dieser, der bereits vier ehrenrührige Vorsttafen hinter fich hat, nannte fich Inhaber eines Geschäfts, das den stolzen Titel:„Deutsches Bureau für Recht und Handelssachen", trug. Er engagirte die jungen Leute als Gehllfen und als„Theilhaber", wenn fie eine Kaution von 100 M. stellen konnten, wobei er ihre Bedenken, daß fie der ganz außerhalb ihrem bisherigen Berufe liegenden Thätigkeit nicht wurden genügen können, leicht zu beseitigen wußte. Das „Deutsche Bureau für Recht und Handelssachen" bestand aus einem mit einer grünen Decke bedeckten Tische, der seinen Stand- naatt in einem Winkel eines in der Jüdenstraße belegenen kleinen Restaurants hatte. Hier arbetteten Chef und Gehilfe, der letztere wurde mit Abschreiben beschäftigt. Wenn die Geprellten einsahen, daß fie das Opfer einer Schwindelei geworden und ihre Kaution wieder heraus haben wollten, hatte Mengel entweder gerade sein Portemonnaie mtt einem bedeutenden Betrage verloren, oder er «klärte rund heraus, daß er nichts besttze. Die Angeklagten bestritten beide ihre Schuld und mußten durch die Beweisauf- rahme üdersühtt werden. Besonders der Angeklagte Mengel zeigte fich durch dieselbe als ein Winkelkonsulent ver ärgsten Sorte, während Kuhse nur in geringem Umfange belastet wurde. Der letztere kam denn auch mit einer Gefängnißstrafe von 1 Monat davon, die durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurde. Mengel wurde dagegen zu 2 Jabren Gefängniß und 3 Jahren Ehrverlust verurtheilt; ihm wurden 3 Monate für die Untersuchungshaft angerechnet. Der große Prozeß gegen KuKofzer mrd Genosse», vier auf den Rennplätzen wohldekannte Persönltch- lat-.n, die stch wegen Buchmachens und gewerbsmäßigen Glück- sviels zu verantworten haben werden, findet am 4. September er. ror der elften Ferienstrafkammer des Landgerichts l statt. Da gegen 40 Zeugen geladen find, wird der große Schwurgerichts- saal in Anspruch genommen werden. Dereine nud Nersamminngen Dir gestrig» große Wähteroersammlnng in der Tonhatte war noch stärker besucht, als die vom Donnerstag vor acht Tagen. Noch vor Beginn der Verhandlungen mußten die Saaltbüren wegen Uedersüllung der Räume geschlossen werden, sodaß Hunderte umkehren mußten. Der Referent Herr Werner kritifirte treffend und scharf die politischen und sozialen Zustände der Gegenwart und empfahl die Kandidatur Lied- krtechts, dessen Name wieder mit brausendem Jubel begrüßt wurve. Mit demselben Beifall wurde ein„Offener Brief" Liebknechts an die Wähler des 6. Wahlkreises aufgenommen, in dem er besonders seine Stellung zum Parlamentarismus scharf umgrenzt. Eine lebhafte Diskusston schloß fich an, die sich besonders mtt der Person des Mannes „mtt dem letzten Hemde", des Herrn Pickenbach, de- schäftigte, und verschiedenen Rednem Gelegenheit zu kräfttger Kritik der herrschenden Zustände und Parteien gab. Nachdem enre entsprechende Resolution mit allen gegen eine Stimme an- genommen war, schloß der Vorfitzende die Versammlung mit e'i ern dreifachen Hoch auf Liebknecht und die deutsche Sozial- demokratie» das von den Anwesenden mit stürmischer Begeiste- rung ausgebracht wurde. Sodann entfernte fich alles in größter Ruhe. Ausführlicher Bericht folgt. Zentral-Kranken-«nd Kterbekasse der Tischler«tr. Die Vorstandsmttgliedcr sämmtlicher hiestger Verwaltungsstellen versammeln fick am Frettag, den 10. d. Mts., Abends 9 Uhr, Srralauerstr. 43. Zentral-Kranken- und Kterbekasse der deutschen Wagenbauer(E. H. Nr. 8). Sonntag, den 12. August, Vormittags 10i Ubr, Versammlung sämmtlicher hiefigen Orts- »«Wallungen bei Pinkstadt, Jnoalidenstraße 16.— Das dies- jäh.ige Sommerfest findet am 18. August im Konzertpark Ostend, Frankfurter Allee 72—73, statt. Um den Mitgliedern einen genußreichen Tag zu verschaffen, werden die verschieden- artigsten Belustigungen veranstaltet werden. Billet 30 Pf. De« Mitglieder« de» Verein» znr Wahrung der Interesse« der Klavierarbeiter zur Nachricht, daß die Bibliothek fich Naunynstr. 78 bei Restaurateur Winzer (Vorstandslokal) befindet und von Montag, den 13. August, ad j-den Montag Abend von 7—9 Uhr und jeden Donnerstag Abend von 8—10 Uhr geöffnet ist; daselbst können auch Bücher(Lexikon u. s. w.) gelesen werden. Um rege Bethei- ligung ersucht alle Mitglieder: Der Vorstand. Kachverei« der Knchbinder und verwandten Berufs- genoffen. Sonnabend, 11. August, Abends 8t Uhr, Vereins- Versammlung im„Louisenstädiischen Clubhause", Annenstr. 16 L Tagesordnung: 1. Das Ergebniß der Statistik im Sommer- Haldjahr 1888. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Sonntag, den 12. August, Dampferpartie nach Schmöckwitz(Segler- schlößchen). Abfahrt präz. 8 Uhr von der Janno witzdrücke. Kleine Mittheilungen. Nenwied, 7. August. Infolge des anhallenden Regen- wetters steigt der Rhein stetig und wird vorausfichtlich noch im Laufe des heutigen Tages das Ufer übertreten. Die Männer- Schwimmanstalt mußte beretts im Hafen Sicherheit suchen� 7 August. Ein ganz eigenartiger Sonderling, seines Zeichens ein Drechslermeister, ist hier heute infolge eines Schlaganfalls gestorben. Dem Drechslermeistcr wollte die sett 1866 eingetretene politische Umwälzung durchaus nicht gefallen, stisbesondere konnte er es nicht verschmerzen, daß die Oester- Verantwortlicher Redakteur: