gttwtag, de« IS August 1888. S. Jahrs. VerlmnWksdU Der Emtnlt t indeffen zoch leintt :1t die Zug-« -r'scbe Bul°- e �nsurgew? > Mann* aalgediet Drgan für die Interessen der Arbeiter. »a« �«erltaer v-lk«blatt« h«.. � Morgen« mite nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSprei« für Berlin frei »us tnerteljäfrdich 4 Marl, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 36 Pf. Postabonnement Bmjflnt Plummer 5 Pf. EonntagS-Stuinmer mit dem„Sonntags-BIatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeiwngs vreisiiste für 1888 unter Nr. 849.) J»sertto»«gebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeittmarkt 10 Pf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» m der Expedition. Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux.»ha« Erhöhung de« Preises, angenommen. 7 803 99g 19 369 627 11«.5? Ämki »is 3 , 15 130001* 43 158 74[150001« (138 870 ! 44 104 S 8 749 59 44 726 5 73 958 8! > 227 364 2:1048 131a 40 70 646'Jl 124 44 332 S 330 409 19% 29141 243*' 896»StÄ! 119 58 468 j®, 2 38 50 KedaKtio«: KeutWraße Ä.— Grpeditio«: Zimmerstraße 44. heutigen Pummer liegt für unsere Abonnenten de»..An»«tag«-Klatt" bei. Kartelle. Kartell— eigentlich soviel wie Vertrag zwischen P�ftihrenden Mächten— scheint heute, wo es auf- 'uimer etwas Unheilvolles zu bedeuten. Das jüngst« Mell zwischen Konservativen und Nationalliberalen Unheils wahrlich genug gebracht in seiner Eni- und in seinen Folgen. Nicht weniger Unheil aber die andern Kartelle, welche gewisse Unternehmer, tt Su01' Industriellen unter sich schließen, um die Preise >. so�en nach ihrem Belieben in die Höhe zu schrau- " lesen über solche Vereinigungen im Organe der 22 418 75 ft-tutfäfnV6'6" uver solche J0®eit, förmliche(. �Mottirung an den Konsumenten zu begehen. ES ist 921 24 Ü m cv x»ienr-25ngenieure: V59 Rheinland und Westfalen gehen die Kartelle jetzt " förmliche Gewaltakte unter Drohung .ge, ob dergleichen nicht unter da» Strafgesetz fällt. Arbeiter sich zu irgend einem Zwecke vereinigen, selbst diese Zwecke nützlicher Art sind, so verfolgt man sie »n der Hand des Vereinsgesetzes, genannte Gewalt- 4 aber bis jetzt straflos geblieben." "st find allerdings der Meinung, daß ein solches Vorgehen gliche Ahndung verdient und daß sie auf Grund des 129 89 992 ijs' Verrufs-Erklärungsparagraphen der Gewerbe- [iöooLS15 auch erfolgen kann, wenn die Herren Staat« an- »226 388 403 Ä Lust dazu haben. Denn darauf kommt e« 732 99 814»n. s 662*768 94 1 hält sich bei uns auf über die nordamerikanischen Kohlen- und Petroleumbarone, welche häufig daS sefif» hoben, im Jahre ein paar Milliönchen mehr ein- ti jyjb durch eine brutal durchgeführte Preissteigerung «hnß auch zu befriedigen verstehen. Aber wir stf nicht nöthig, unsere sittliche Entrüstung gegen die ."st aufzubieten; wir haben ja die PreissteigerungS- eigenen Land. Diese Kartelle haben bekanntlich 0n beschlossen, gewisse Waaren im Ausland billiger —. denn im Inland, weil sie ihren ausländischen im Ausland die Wage halten wollen. DaS l) ,,"°er, wo sie durch Schutzzölle gedeckt sind, kann schon 54 438 582, ß tz �>»rer bezahlen. »so/-? JitM»il» Lelangen gewisse Unternehmer dahin, das Publikum ,2 390 551 ß2 belasten, nicht nur durch den Schutzzoll, den be- 81 99 662 kl) MAi hm« fonSor« kw 1 73 422.6% 966 181X02 8 715 35 V I 102 30 40 i 14 78 93 7017 60 I! !70 82 410 (7"'cht das Ausland, sondern der deutsche Kosument 22 vrl UdL"ern auch durch die künstliche» Preissteigerungen, '"SM Mit Hilfe der Kartelle bewirkt. wi'mm% 4 Cn'«n« baucht, unsere Industrie stehe ohnehin nicht m m-uiaoO ii lek � starken Füßen, und wenn ein Land an sich 234 359 93 1 ist, wie Deutschland im Verhältniß zur Dichtigkeit Ä-V L''ut stj, j�n, uns baucht, unsere Industrie stehe ohnehin nicht K KS 794 961, 118008 14 % .»fl ,rÄf ß ISsS-i Jeuilketon. [59 Ihre Tochter. �Roman nach dem Französischen von K. D e t r i» g '"Sen Sie doch, Immergrün," brummte er und fuhr , iMnetnen Schöpflöffel auf dem Boden der Bowle einen Rest Glühwein einzuschöpfen,„sagen 202�35551#%®,e haben ja eine Uhr;... ist es den» nicht 369 8� 725%!" spottete der Wohlgekleidete,„Du hast ei wohl i" 8/ an die Arbeit zu kommen, Pelikan, alter SS ») 8 36 82» (Ä lb Eilig an die Arbeit zu kommen! O nein! Mcht gar! Ich bin ja ganz kreuzlahm. Aber eben �anz zerschlagen bin, möchte ich rasch fertig werden "�appe" kriechen." Vsn Äeri erwiderte der andere, der auf de« Ao�soö'�M n�men„Immergrün" hörte,„Du wirst doch gleich m«ob!" 281 422�40 J bet ilxiusten Anstrengung! Ich danke schön. 3001 601 73 139 52 15 037 67 117 107 21., ' m«füS fc irc# X«paiibe lang müde laufen mußte, um ihn loS zu ,'A war die Sache nicht, und ich sah schon 414 54.« famos?" h&t? I,'(ht widersprechen; aber wenn ich Dir nicht ;.e' �Därst Du doch erwischt worden." d.' la uuuf nu-mv», r bi �°hlt Dich gut und Du hast eine anständige seiner Bevölkerung, so sind solche künstlichen Erschöpfungen des Volkswohlstandes doppelt gefährlich. Amerika mit seinen noch ungehobenen Schäden kann so etwas besser ver- tragen, als Deutschland mit seinen sinkenden wirthschaftlichcn Kräften. Wir haben in Deutschland schon einmal eine Zeit ge- habt, da solche Kartelle in Masse vorhanden waren, und ihr Erscheinen war das untrügliche Symptom eines wirih schaftlichen Niedergangs, bei dem jeder noch schleunigst und rücksichtslos zu erhaschen sucht, was zu erhaschen ist. Wir meinen die Aufkaufs- und PreissteigerungS- gesellschaften im fünfzehnten Jahrhundert und später. In den Schriften von Thomas Münzer, Sebastian Brant, Geiler von Kaisersberg, Sebastian Franck und anderen an- gesehenen Schriftstellern jener Zeit wird über die Preis- steigerungSgesellschaften heftig Klage und Beschwerde geführt und sie werden mit den schärfften Worten gebrandmarkt, welche die derbe Sprache jener Zeit kennt. So beschloß 1518 der zu Innsbruck versammelte Landtag der österreichischen Erblande:„Die großen HandelSgesell- schaften, welche außerhalb Landes ihren Sitz halten, haben durch sich zelbst und ihre Faktoren alle Waaren, die den Menschen unentbehrlich sind: Silber, Kupfer, Stahl, Eisen, Linnen, Zucker, Spezerei, Getreide, Ochsen, Wein, Fleisf Schmalz, Unschlitt, Leder in ihre alleinige Hand gcbrai und sino durch ihre Geldkraft so mächtig, daß sie dem gemeinen Kauf- und GewerbSmann, der eines Gulden bis in Zehntausend reich ist, d e n H a n d e l abstricken. Sie machen beliebig die Preise und schlagen nach Willkür damit auf, wodurch sie ficht- bar in Aufnahme kommen, einige davon in Fürsten- Vermögen gewachsen sind, zum großen Schade» der Erblanoe. Diesen Gesellschaften soll mit Ausnahme der Märkte kein Einlagern ihrer Waaren aus täglichem Ver- kauf gestattet werden, auch zur Verhütung von Betrug und Schmuggel ihnen Niemand im Lande öffentlich oder heim- lich beitreten. Im Reiche war man schon 1512 gegen die Preis- steigerer eingeschritten. ES waren hauptsächlich die Fugger, Welser und Höfstecker in Augsburg, die Jmhof und Vol- hamer in Nürnberg und die Ruland in Ulm, welche Preis- steigerungSgesellschaften gebildet und damit eine allgemeine Abneigung gegen sich erregt hatten. Diese von den Dichtern so viel verherrlichten Kaufleute erscheinen so ganz anders in ihrer wirthschaftlichen Bedeutung. Wenn bei uns die Kartelle, die ja nur eine andere Form der alten Preissteigerungsgesellschaften sind, zunehmen, so werden sie mit der Zeit dasselbe Unheil über Deutschland bringen, wie ihre Vorgängerinnen vor der Reformation. Denn mit der Zeit werden sich solche Verabredungen nicht mehr auf einzelne Jndustrieprodukte, sondern auf alle nothwendigen Belohnung für Deinen schlauen Einfall erhalten. WaS willst Du noch mehr? Soll er Dich etwa zu Tische laden?" „Nein, da bin ich nicht manierlich genug. Ich bin nur ein armer Teufel, und meine Eltern haben meine Erziehung leider vernachlässigt. Deshalb bellt mich auch jeder Hund an. In vergangener Nacht Hab' ich mein Fell zu Markte tragen müssen, und heute soll ich es wieder.... Denn das Fräulein vom Boulevard hat Freunde und die areifen nicht schlecht zu... Ich habe heute noch einen blauen Fleck von dem Faustschlag, den mir der blonde„Gamel" im bota- nifchen Garten versetzt hat.. „DaS war Dir ganz recht, denn Du hast wie ein Esel operirt. Kein Mensch hatte Dir gesagt. Du solltest die Kleine um die Taille fassen und sie zu umarmen versuchen. Du hattest den Auftrag, sie nach der Rue Lacspödc zu locken; Du solllest ihr er- zählen, ihre Mutter erwarte sie dort. Deine Schuld, wenn Du den Auftrag falsch verstehst!" „Ich habe ihn ganz gut verstanden, aber sie ist so hübsch, und ich bildete mir ein, sie würden eS mir weiter nicht übel nehmen." „WaS, Dummkopf, Du könntest ihr mit einem solchen Gesicht, wie Du eS hast, gefallen! Ja, der Herr hat wirk- lich Recht, wenn er Dich mit delikaten Misstonen nicht mehr betraut. Du bist nur zu Gewaltthalen zu brauchen, oder um Leuten nachzugehen, oder Aufträge auszurichten— und auch das macht Liebesapfel noch besser als Du!" „DaS sagen Sie nur, weil er eS fertig bekommen hat der Kleinen einen Brief zu überreichen, während sie mit dem langen Blondin plauderte, aber sonst ist die Kröte nicht einen Dreier werth... Ich würde ihm an Ihrer Stelle mißtrauen... Für 20 Franks verräth er uns alle!" „Nicht daran zu denken! Ich überwache ihn." „Ist er heut Abend auch mit dabei?" „Ja, und ich erwarte ihn. Er soll uns sagen, wann es Zeit ist. Er steht jetzt vor dem Hause auf Posten." „Die Kleine muß doch sehr dumm sein, wenn sie ihn nicht wiedererkennt. Sie hat ihn ja erst vorhin ge- �ehcn." „Sei unbesorgt. Liebesapfel ist so schlau wie ein Affe. Lebensbedürfnisse erstrecken. Mit dem Korn namentlich leicht vorzunehmen sind solche Manipulationen und wenn wir die» Jahr eine Mißernte haben, so werden sie auf keinen Fall ausbleiben. Die Entstehung solcher Kartelle, denen da» Schutzzollsystem sehr zu Gute kommt, indem eS die auslän- bische Konkurrenz ausschließt, kann für daS wirthschaftliche Leben nur unheilvoll wirken und wird den so sehr gestei- gerten Konkurrenzkampf nur verschärfen, daS Publikum aber wird die Kosten des ganzen Streiks zu tragen haben. Welch Geschrei in der Kreuz zeitung" und ähnlichen Blättern, wenn sich die Arbeiter zusammenthun, um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen durch Arbeitseinstellung zu erzielen! Und doch ist dies ausdrücklich gesetzlich erlaubt, während die Verrufserklärung, die sich die industrielle« Kartellbrüder erlauben, keineswegs gesetzlich gestattet ist. Wir kranken schwer an einer chronischen Krise; Er- scheinungen aber wie die PreiSsteigerungS-Gesellschaften sind sehr schlimme Geschwüre am sozialen Wirthschaftskörper. Sie sind wieder eine jener abschreckende» Erscheinungen, zu denen die„freie Konkurrenz" führt, die uns in die heutige wirthschaftliche Anarchie gebracht hat, in der wir leiden müssen, so lange es eine freie Konkurrenz giebt.— Der des fein von DuUamer. Wir haben seiner Zeit die Urtheile verschiedener deutscher Gerichtshöfe erwähnt, welche sich mit der Frage befaßt haben, ob der „Unter st ützungs- Verein deutscher Tabak- arbeiter" eine Versicherungsgesellschaft im Sinne des§ 360 Ziffer 9 des R.-St.-G.-B. sei, und welch« alle zu dem Ergebniß gelangt sind, daß der genannte Verein eine Verstchmmgsanstalt im Sinne des Gesetzes nicht ist. Der in Frage kommende Absatz des§ 360 des Strafgesetzbuchs bedroht mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder Hast den- jcnigen, der „gesetzlichen Bestimmungen zuwider ohne Genehmigung „der Staatsbehörde Aussteuer-, Sterbe- oder Wittwen« „lassen, Veisicherungsanstalten oder andere dergleichen „Gesellschaften oder Anstalten errichtet, welche bestimmt „find, gegen Zahlung eines Einkaufsgeldes oder gegen „Leistung von Geldbeiträgen beim Eintritt gewisser Be- „dingungen oder Fristen Zahlungen an Kapital oder „Rente zu leisten." Als diese Bestimmungen seiner Zeit in dem Strafgesetz Aufnahme gefunden haben, dachle kein Mensch daran, fie auf die Unterstüyungskassen der Arbeiter anzuwenden. Das liegt auf der Hand und wird auch durch den Umstand bestätigt, daß erst in der Acra Puttkamer— und auch da erst in den letzten beiden Jahren— der Versuch gemacht wurde, den Unterstützungskassen das Lebenslicht auszublasen, indem man ihre Existenz von der Genehmigung des Ministers abhängig zu machen sucht, die natürlich entweder gar nicht ge« Er weiß sich zu verstecken und dann hat er sich auch in andere Kleider gesteckt." „Glauben Sie denn wirklich, daß sie... um zehn Uhr Abends und allein... noch ausgehen wird?" „Das werden wir ja bald sehen..." „Ich vermuthe. sie wird Verdacht schöpfen. Erst heut Morgen ist sie ja schon so angeführt worden." „Ja, da lief sie zu ihrer Mutter, und ein zweites Mal würden wir sie nicht dorthin bringen können. Aber dies» mal glaubt sie ja, ihren Liebhaber wieder zu sehen. Da wird sie sich nicht bitten lassen." „Hat ihr denn diesen Brief auch wieder Liebesapfel gebracht?" „Armer Pelikan, wie bist Du dumm! Hältst Du denn unseren Herrn für einen Gimpel? Den Brief hat ihr der Jäger des Hotels du Helder gebracht, und da sie die Schrift des schönen Barons nicht kennt, so wird sie schon auf den Leim gehen." „Ich will nickt widersprechen, aber gleichviel, mit den Briefen treibt der Herr Mißbrauch!" „Kümmere Dich doch nicht um etwas, was Dich nicht« angeht. Er weiß schon, was er zu thun hat. UebrigenS hat die Geschichte heut Abend ein Ende." „Das ist leicht gesagt.... Für ihn vielleicht, wenn es unS glückt, ihm die Kleine zuzuführen.... Ich möchte übrigens doch wissen, was er ihr thun will." „Frag' ihn doch selber, alter Knabe, Du wirst ja hören, was er Dir antworten wird. Du interessirst Dich wohl für das Mädchen?" „Nein, aber wenn es auf einen Mord angelegt ist... oder auf so etwas ähnliches... dann will ich mit der ganzen Geschichte nichts zu thun haben. Wenn man un« dabei erwischt, während wir sie entführen, oder wenn c« auch nur später herauskäme, so säßen wir gehörig drinn und könnten uns auf zehn Jahre Zuchthaus oder noch mehr gefaßt machen." „Mit Deine» Bedenken machst Du mir wirklich Spaß. Sie kommen Dir nur ein wenig spät. DaS Ganze ist: Du hast Furcht. Das thut mir leid, aber jetzt heißt es: geben oder, trenn gegeben, an Bedingungen geknüpft wird welche den Werth deraitiger Arbeitervereinigungen sebr Zweifel-, Haft erscheinen laßen. Die Vorgänge beim„Unterstützunas- verein deutscher Buchdrucker" find ja typisch für diese An- gelegenheit. Wir haben es also in dem Versuche, die Arbeiter-Unter- stützungsvereine unter die genehmigungspflichtigen Verstcherungs- anstalten einzureihen, mit einer politischen Maßregel zu thun, die zu der langen Kette von Maßnehmen gehölt, welche bereits ergriffen worden find, einmal um die politische Aktionsfähigkeit der Ardeiter einzuschränken und dann um das in der Gewerbe« ordnung gewährleistete K o a l i t i o n s r e ch t für die Ardeiter möglichst wieder unwirksam zu machen. Wenn aber bisher noch ein Zweifel erlaubt gewesen wäre, daß es fich bei dem Vorgehen gegen die Unterstützunzs- taffen um die vorstehend dargelegten Zwecke handelt, so wird derselbe zerstört durch eine längere Abhandlung, welche in den Nm. 30 und 31 der Zeitschrift„Die Grenzboten" abgedruckt ist und die den offiziösen Ursprung an der Stirne trägt. Der Artikel trägt die Ueberschrift:„Stnd die heutigen Ar» beiterunterstützungsverbände Versicherungsgesellschaften?" und kommt nach einem großen Aufwand juristischen Beiwetks natürlich zu dem Ergebniß, die gestellte Frage zu bejahen. Wir sagen ausdrücklich „juristisches Beiwerk", denn Alles, was der Verfaffer, Der zweifellos Jurist ist und wahrscheinlich auch„Recht spricht", an juristischem Beweismaterial aus diversen Gesetzen, Urtheils sprüchcn und Kommentaren deibrigt. tritt in den Hintergrund gegenüber den politischen Gründen, welche es ihm für angezeigt erscheinen lassen,„daß die Staatsbehörden nach einer gesetzlichen Einwirkung auf die fernere Entwickelung dieser Be> wegung(nämlich die Schaffung von Berufsverbänden zur Erzielung besserer Arbeitsbedingungen. Red.) strebten und die rechtliche Unterlage dafür bei dem starken Hervortreten des Ver- kichcrungswesens in den vetstcherungspflichtigen Bestimmungen fanden." Hier tst also mit nackten Worten zugestanden, daß es nur politische Motive find, welche die Regierung zu ihrem Vor- gehen gegen die Unterstützungsoerbändc bestimmten. Wo fich eben Arbeiter zusammenthun, um ihre Klaffenintereffen zu wah- ren, da steht die Regierung— soweit fie vom Geiste Pütt- kamer's beherrscht ist— eine Gefahr für die destehende Staats- und Gesellschaftsordnung, und da das Ausnahmegesetz von 1878 nicht ausreicht, deshalb sucht man mit der Heranziehung der ordentlichen Gesetzesbestimmungen die Lücken auszufüllen. Freilich muß sogar der Offiziosus in den„Grenz- boten zugeben, daß bei der Anwendung der Bestimmungen über das Verficherungswesen auf die Unterstützungsvereine „manche, lei Mißversländniffe mit untergelaufen sein mögen". Auch kann er nicht ableugnen, daß„von den Gerichten vielfach widersprechende Entscheidungen gefällt worden find" und„daß die einschlägige Gesetzgebung eine überaus verschiedene Aus- legung und Anwendung zuläßt". Allein das hindert ihn nicht, gestützt auf eine recht geschraubte Auslegung eines Paragraphen des preußischen Landrechts, zu behaupten,„daß die in Rede stehenden Unterstützungsverbände an und für fich als„erlaubte" Gesellsck asten dem staatlichen Auffichtsrecht und bei Feststellung ihrer Äemeinschädlichkeit der zwangsweisen Schließung im Auffichtswege unterliegen, aber als gegenseitige„Vcrfiche- rurrgs"-Gescllschaften nach Maßgabe der oerficherungsgesetzlichen Bestimmungen noch einer desonderen staatlichen Zulassung dedürfen." Auf die„Gemeinschädlichkeit" ist bei dieser Ausführung natürlich der Hauptnachdruck zu legen. Der Verfasser muß zwar zugeben, daß eine gewerkschaftliche Organifirung der Arbeiter die „Streiks verhältnißmäßig seltener mache", aber die„weitere Aus- Bildung und Befestigung solcher Berufsverdände, insbesondere durch Eingehung wechselseitiger Kartellverbindungen mit den ausländischen Vereinen, hat zur nothwendiaen Folge, daß der Kampf zwischen Arbeit und Kapital eine breitere Grundlage und größere Schärfe annimmt und damit den bestehenden Klassen- gegensatz noch greller zum Ausdruck bringt." In neuester Zeit sollen nun diese Berufsoerbände eine „überraschend schnelle Ausbreitung" gewonnen haben und gegen- wältig„in etwa 40 Verbänden 100000 Mitglieder in circa 2400 Mitgliedschaften zählen." Eine erschreckende Zahl, deson- ders wenn man weiß, daß Deutschland mindestens 15 Millionen erwachsene Arbeiter zählt. Obwohl nun unter diesen hundert- tausend organistrten Ardeitern das Unterstützungs- und Ver- kicherungswesen bald derart hervortrat, daß es zum Schwerpunkt der ganzen Organisation wurde, so find doch„diese Unter- stützungs- und Verficherungskaffen nicht Selbstzweck, sondern fie sollen nur als Mittel zu anderen Zwecken dienen, nämlich zur weiteren Kräfttgung der Berufsverbände, um diese für den geschlossenen Kampf gegen das Kapital und tn weiterer Folge wohl gegen die ganze heutige Wirthschaftsordnung Widerstands- fähig zu machen." Aus diesen Deduttionen kann man so recht ersehen, daß die Arbeiter thun dürfen was fie wollen, fie können es denen, die hlnier jeder Arbeiteroereinigung nun einmal Umsturz und Vorwärts! Wenn Du etwa„pfeifen" willst, so wirst Du es bereuen; mehr sage ich Dir nicht. Denke nur daran, daß der Arm deS Herrn sehr weit reicht." „Ich will ja nicht zurücktreten, aber erst sollen Sie mir sagen, was heut da unten an der Ecke der Rue Cor- wisart vor sich gehen wird." „Du bist wohl sehr neugierig," spottete Immergrün. „Möglich," erwiderte Pelikan;„aber ich weiß es nicht, und ich will eS wissen. Sie sind besser daran. Sie kennen die Geheimnisse des Herrn. Ich will sie nicht wissen, aber wohl will ich sie so weit wissen, als ich dabei betheiligt bin. Seit acht Tagen arbeite ich und tappe dabei im Dunkeln. Das habe ich nun satt." „Schweige, Du bist ein schlechter Soldat! Ein richtiger Krieger darf die Befehle nicht erst prüfen, die er von seinen Vorgesetzten bekommt. Da ich aber ein guter Kerl bin, will ich Dir den Zweck der heutigen Operation auseinander- 'etzen." ' 1„Das ist vernünftig, denn sonst wäre ich nicht mit da- ei gewesen." „Weil Du„Manschetten" hast! Du kannst aber anz unbesorgt sein. Du riskirst Dein theures Leben nicht. Die Kleine wird freiwillig zum Rendezvous kommen. Der Herr erwartet sie in einem Wagen an der Rue Corvisart. Liebesapfel führt fie hin. Wir anderen sollen nur da sein, um eine Störung ihres Tßte-ir Tste's zu ver- hindern." „Ach was! Schwärmt sie denn für den Herrn?" „Wundert Dich' das?" „Za, etwa». Weshalb ist sie denn nach dem Hotel du Helder zu dem großen Blondin gegangen?" „Du kennst eben die Weiber nicht! Wenn sie einen Liebhaber haben, wollen sie auch gleich zwei besitzen. Der lange Blondin ist nicht übel, aber unser Herr ist noch weniger übel." „Dann ist die Kleine also so Erne?" „Frage! Als Tochter einer Lorette!" „Das wäre noch kein Beweis. Wenn sie aber selber wünscht, mit unserem Herrn durchzugehen, weshalb giebt er sich denn da so große Mühe?" Untergrabung wittern, nicht recht machen. Streiken die Ardeiler, so kommt Herr von Puttkamer und erklärt, daß hinter jedem Streik die Hydra der Revolution lauere. Schassen fich aber die Ardeiter Organisationen, durch welche fie eine Macht werden, welche die Unternehmer zwingt, ohne Streik mit ihnen in Unter- Handlungen zu treten, dann soll dadurch der Kampf zwischen Kapital und Arbeit verschärft und der Klassengegensatz noch greller zum Ausdruck gebracht werden. Kommen die Arbeiter in- folge von Arbeitslofigkeit auf die Landstraße und sehen fich dort durch ihre mtttellose Lage genöthigt, die Barmherzigkeit ihrer Mitmenschen anzusprechen, dann sckiilt man fie Vagabunden und sperrt fie ein; wenn fie fich aber Unterstützungskaffen gründen, aus denen fie bei Arbeitslofigkeit unterstützt werden, dann soll das ein Mittel sein zum Kampf gegen das Kapital und gegen die heutige Wirthschaftsordnung. Man steht, die Arbeiter mögen fich drehen und wenden wie fie wollen, sobald fie als geschlossene Korporation ihre Jnter- essen wahren wollen, dann wird dadurch angeblich„das öffent- liche Wohl und der soziale Friede" gefährdet. Gerade die- jeniaen, die immer die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit im Munde führen, fie scheinen zu dieser Harmonie selbst nicht das geringste Zuttauen zu haben, sonst wäre ihre Angst und Scheu vor jeder Art Arbeiterorganisation ganz unbegreiflich. Existirt diese Harmonie wirklich, so muß fie beim Vorhandensein von unterhandlungs- und vertragsfähigen Organisationen doch am raschesten und besten in die Erscheinung treten. So lange die Arbeiter keine anerkannte Verttetung haben, so lange können fie auch nicht offiziell sprechen; und wenn die Vertreter der „Harmonie" das Zustandekommen von Arbeiterverttetungen mit allen Mitteln zu hintertreiben suchen, so zeugt dies jedenfalls nicht für das Vorhandensein der Ueberzeugung, daß die Ver- tretungen fich in ihrem— der„Harmonie"-Verketer— Sinne aussprechen würden. Volttische Ueberstcht. Ei», Grdnu«g«kandidat" für den 6. Berliner Reichs- tagswablkreis wird gesucht. Die„Rordd. Allg- Ztg." fühlte in diesen Tagen das Bedürfniß, fich lächerlich zu machen, und schrieb folgendes:„Wenn die bürgerlichen Elemente fich aufraffen wollen, so find fie in ihrer Gesammtheit, wenn auch die Trägen und Läsfigen an die Urne gebracht werden, gewiß stark genug, um den sozialdemokratischen Kandidaten aus dem Felde schlagen zu können; es dürfte fich nur fragen, ob ein e i n i- gen der Wille vorhanden ist, es zu thun. Besteht diese Ab- ficht, so kann die Schwierigkett einzig und allein rn der Aus- wähl eines geeigneten Kandidaten liegen, und wird man hierbei mit dem Umstände rechnen müssen, daß auf denselben auch diejenigen Stimmen sich sammeln müßten, die bisher für freisinnige Kandidaten abgegeben worden find. Will man das erreichen, so wird man sein Augenmerk auf einen Mann zu richten Haben, der bisher als Parteimann politisch nicht her- vorgetreten ist. Aber man sollte meinen, es wäre nicht schwieng, einen Mann in diesem Wahlkreise zu finden, der ficd, ohne ein Parteimann zu sein, eines genügend großen Ansehens er- freut, um ihn mit Erfolg zum Mittelpunkt eines Wahlkampfes machen zu können, dessen Ziel ist. dies von der Fortschritts- partei den Sozialdemokraten ausgelieferte Mandat für einen An- gehörigen der Ordnungsparteien zurückzugewinnen."— Leider wird es mit diesem Vorschlage, der eine treffliche Illustration zu der Wahrkeit des Wortes von der„e i n e n reaktionären Masse" bietet, nichts werden. Die Kartellbrüder werden nicht auf Herrn Holtz, die Antisemiten nicht auf Herrn Dr. Förster als Durchfalls kandideten verzichten, und die Fahne des Deutsch- freistnns wird, wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, entweder von Herrn Max Hirsch oder von Herrn Arnold Perls hochgehalten werden. Die„Frs. Ztg." stimmt verschämt der „Rordd. Allg. Ztg." zu und wünscht nur, daß, wenn es„den Konservativen und den Rationollideralen ernst mit ihren Ad- sichten sei, fie fich doch über die Erklärung verständigen mögen, daß alle Parteien, die nicht zur Sozialdemokratie gehören, sich über die Unterstützung eines deutschfreisinnigen Kandidaten einigen wollen."— Herr Dr. Max Hirsch oder Herr Arnold Perls als deutschfteifinniger„Ordnungskandidat" würde sicherlich, wenn nicht den allgemeinen Beifall, so doch das allgemeine Gelächter auf seiner Seite baden. Datz von einem Kuckgange der sozialdemokratische» Partei noch nichts zu merken ist, daran ist, nach Meinung des „Beil. Börs.-Kour.", zu einem sehr erheblichen Theile das Sozia- listengesetz schuld, welches einen„festen Kitt" für die Pattei ge- bildet habe:„Ausnahmegesetze— davon find wir von vom- herein überzeugt und die Erfahrung unterstützt uns iir dieser Ueberzeugung— führen nur in denjenigen seltenen Fällen zum Ziel, in welchen es fich um eine Ausrottung Handell. Von einer solchen kann bei uns s.lbstverständlich nicht die Rede sein, nicht bei denjenigen Ausnahmezesetzen, welche fich als solche geben, und nicht bei de en, welche nur von einem Theil der Bevöl- kerung als Ausnahmegesetze aufgefaßt werden. Das Sozialisten- Ausnahmegesetz hatte seinem Wortlaute nach auch nicht die Ten- den», die Sozialdemokratie zu unterdrücken, sondem wollte nur die Ausschreitungen derselben treffen. Räch beinahe zehnjähttger „Weil die Mutter gegen ihn ist!" „Ach! DaS hätte ich nicht gedacht. Die Mutter wird das Geld doch auch nicht gerade verachten... und der Herr ist doch reicher als der Baron. Ich dachte, die Sache verheilt sich ganz anders. Ohne Ursache bin ich doch nicht in der vorigen Woche nach der Morgue geschickt worden, nur um einer Frau, die mir jene Lorette zu sein scheint, zwei Worte in'« Ohr zu flüstern. Am Abend vorher hatten Sie mir die Frau in einem herrschaftlichen Wagen auf den ChampS-ElysöeS gezeigt, und ich mußte zwei Tage vor der Morgue auf sie lauem, so daß die Schutzleute schon auf mich aufmerksam wurden." „Nun, und?" „Zeh hatte Befehl, ihr ganz leise zu sagen: Hüte Deine Tochter, und sie erschrak nicht wenig, als sie das hörte." „Alter Zunge, ich hielt Dich bisher für einen Esel, aber jetzt sehe ich, daß Du mir zu klug bist. Das wird Dich ins Unglück führen. Unser Herr hat es nicht gem, wenn man ihm in die Karten zu sehen sucht. Und ich rathe Dir in aller Freundschaft, verfluch' es nicht erst. Mach' eS wie ich! Er sagt mir: Gehe dorthin, und ich gehe dort- hin, ohne zu ftagen, weshalb er mich schickt. Er würde es mir auch nicht auf die Nase binden und mich überdies fortjagen. Nimm Dich in Acht, daß Dir das nicht passirt. Zch brauche Dich nur bei ihm zu denunziren, aber ich thue das nicht; wir haben zusammen gearbeitet, und einen Kameraden schwärze ich niemals an. Ich erkenne übrigens auch an, daß Du Fähigkeiten besitzt... und zwar manche Fähigkeit, die mir mangelt. Du verstehst. Dich unkenntlich zu machen. Wenn Du Deinen falschen Bart ummachst, bist Du ganz verändert. Mir ist aber mein falscher Bart un- angenehm und ich weiß ihn nicht richtig zu tragen— natürlich nur auS Mangel an Gewohnheit."' „Sie sind zu bescheiden, Immergrün. Er sitzt Zhnen sgeni[tftui Geltung des Ausnahmegesetzes und nach einer reichsg��liSSoerkäuft Judikatur, welche auch gemeinrechtlichen Gesetzen eine fwds p11» aus Bi geahnte Schärfe gab, hat die Sozialvemolratie keine: genommen. drängung erfahren, ist die Zahl ihrer Anhänger nicht ,9- ein Glas; geworden. Wäre das Ausnahmegesetz nicht, die Bei« blossen. Die lägen wahrscheinlich anders. Wir find der festen llebcrx ist Mittag daß ohne das Ausnahmegesetz die Sozialdemokratie bt« JjWefa. Es Rückgange sein würde.— Nach diesen Darlegungen wy* Mit Kotelett 27 deutichfrei finnigen„Volksvertreter", die am 10. M' fehlen, ebens die Verlängerung des Sozialistengesetzes durch ihr Ja' die Arbei beten, vermuthlich verkappte Sozialdemokraten, welche biiK wird fie wed vor dem Zerfall bewahrten, der nach dem„B. B.-C." Das m> muß, sobald das Sozialistengesetz fällt. Das wußten wiiKrten. noch nicht, und wir danken dem„B. C." für seine hu idil Es giebt ab Entdeckung. iwerr Verdiens Reichv-Zivilliste in Kicht. Gutem Vernebmn»Männer, wird der Reichstag bei Beginn der nächsten Sesfion fich 1% um eine Bewilligung einer jährlichen Summe zu bc schartigen Hab%- Ihre P dem Kaiser einen theilweisen Ersatz der ihm erwacr» ehrerbieiige Repräsentationskosten gewährt. JMner„Mal Der sechsstündige Normalardeitstag, tkiMer dienen. sächsischen Handschuhmacher und Wirkwaarensadrrkanten Hatten. Solei führt haben, bewährt fich nicht. Er ist schon in die Bw jpn gedeckt se gangen, weil es nicht möglich ist, die Herren Fabrika't«>. Eine Wol Befolgung ihrer eigenen Beschlüsse zu zwingen Soba schönes Log' eine Bestellung bekommt, läßt er flugs über die Zeil« der Erde, Das ist freilich etwas so Selbstverständliches, daß wir> fchtigkell und entschuldigen müssen, es erwähnt zu haben. Allein dies« verständliche ist nach zwei Richtungen lehrreich— und haben wir es erwähnt. Erstens zeigt es, daß die H.rr.' geber sehr gut wissen, wie einträglich für fie die Art' Arbeiter ist, was fie nichtgem eingestehen. Sie liebe' kanntlieh, fich als die Wohlthäter der Arbeiter hi> während es in Wahrheit doch umgekehrt ist. lernen wir aus diesem Fiasko, daß ein Normalarbeitstag, welcher das Ideal unse Freihändler ist, überhaupt leinen Sinn Hat. Wir England und Amerika schon Dutzende von Malen ei Normalarbeitstag gehabt, und die Sache war stets, Normalarbeitstag gerade so lang dauerte, als Fabrikanten ein Interesse hatten, ihn aufrechtzuerh Minute länger. Kurz der Privatnorm alarbeitsta' Nonsens, mit dem fich blos Thoren abspeisen lassen Ueber sranzöstsche Arbritervrrhliltni e s« „Leipziger Tageblatt" vom 9. August- merkwür in seinem n i ch t sozialdemokratischen Theil— folgen „Die Loge der arbeitenden Klassen in Frankreich nicht eine so traurige, wie es nach den Berichten der Blätter den Anschein hat. Wenn einzelne Szenen aus Zola's„Germinal" Felix Pyat's„Ärdeitsmann"(Koa-we de peine) auf beruhen, so find fie mehr oder minder durch eiget herbeigeführt, auf jeden Fall Auenahmen. Leute, die arbellen wollen, gewinnen schon ihren Lebensunterhalt. Patts ist die Zentralstelle der halben Welt.& die Befriedigung der Bedürfnisse vieler Länder sorifl Werkstätten gebrauchen, trotz der großen Maschinenzadt 404 403 Männer. 411 690 Frauen und 615 320 Km großen Industrien beschäftigen außerdem in den 293 694 Individuen. Der Kleinhandel verlangt die von 402 252 Personen(192585 männlichen und 209 liehen). 52 349 Menschen leben von gewerblichen Neben' 5954 allein find Lumpensammler. 2130 Straßenkehrer Bauernknechte rc. Fehlt ein Glied aus dieser viel' Kette, so kann leicht das ganze Räderwerk ins Stocken Ersatz muß deshalb immer vorhanden sein. Die auf Beschäftigung find demnach(eine geringen, f Arbeit bis in die kleinsten Details vertheilt ist. Das „Spezialitäten�- Wesen steht in Patts in vollster Bt'" �Spezialisten" lassen fich auch gebührend bezahlen. Tagetobn beträgt 3 Frls. Er steigt in vielen bis 8 Franks. Selbst Frauenarbeit erzielt 1,50 2,50 Frls. Wenige Kinder verdienen unter 1 Frk. find lieber eine ganze Woche arbeitslos, che fie Tattfen abweichen. Sie können es auch nicht ßtd Lebensunterhalt verlangt viel mehr, als man fich in dentt. Der Pattser Arbeiter steht gegen 6 Uhr auf,. Milchkaffee mit viel Zucker und Weißbrot, liest set' und geht erst dann auf Arbell. Er hält sich unt' auf, schwatzt mit den Bekannten über Polllik, so selten zu spät kommt. Auf die ihm gemachten Vo' wartet er herausfordernd. Er glaubt fich unentbcb' auf seine„Bürgersrttheit, die keine Sklaverei duldcr,- blickt in jeder Zurechtweisung einen Ucdergriff D Das Frühstück ist um 12 Uhr. Es ist selten lall mindestens aus zweierlei Fleisch, oder Wurst und' darf nicht fehlen. Die Nachmittags- Zeitungen 4 Uhr ausgegeben.„Demaudez la Nation— Joiü1 ä oinq Centimes!" rc. Dieser Ruf ist das Zeiche" meinen Arbtttsunterbrcchung. Jeder ellt, seinen mit viele dunklen Der kalt , als di illteh steil, d " modrige rr mittheilt. 'nrnester), i das gleich ele Fabrik Wohnur ge bedev Schlamm. be interesfi' fich batst Georg vo stn hier n " kostspieki Dchen Gen «Me find a i« aufs ein Zul ßtz�wir wo „drauße *.„p für ihr in;®Pmt fiel $ Heinrich I' "vorhanden -wan bedenke Bettler, . JN. Sie fi Bedürfnisse. »Wenn die 3 die wir che» entbehren?" Dieses Argui — und jede �das himme Berdorgenheit in die Aus enußtaumel Die Armr Malettsch u und Verlar Hmen p die Sei vrsofern ...en H "ils werde« Nach Pin: „Will find d, d so gut schiede ?Men JfeGcht S5 rlfz "cht 3«! ihn aber darauf aufmerksam, daß sie eS merken � er gab mir Reiht." „Einen solchen Auftrag ließe ich mir auch „Pelikan, Deine Leidenschaften sind De'" erwiderte Herr Immergrün und lachte.„Du 9 Dummheiten gemacht. Ich aber war keusch wie da« war keine leichte Aufgabe." „Ist sie denn schon zu Ende." „Za, ich komme nicht mehr zu ihr." Pelikan wollte noch mehr ftagen, ab# sich im Saale ein so wüster Lärm, daß seine G tönt wurde..* Eine Chansonette, der Liebling des Pub>"� skouplet beendet und warf nun den Züsch"" ein Kauplet beendet und warf nun oen ,out"rr,r,» Gallerte Kußhändchen zu. Als Dank f"1*!jf würdigkest fingen nun die Gäste auf der Galle# Thiere zu heulen und zu trampeln an. Und mitten in diesem Lärm ließ sich eine he jj Stimme vernehmen. „Die Stimme kenne ich doch!" ttef Jn>n>e � Er drehte sich rasch um und spähte aus.. „Ich dachte recht," sagte er und stieß P#'; Ellenbogen an.„Es ist unser kleiner LiebeSapp zunge! Solche Töne kann nur er hervorbringe£ „Ich sehe ihn nicht!" brummte Pelikan- denn die widerliche Kröte?". jj, „Suche nur, alter Knabe. Zch sagte D' � sich verkleidet. Ich bin bloS neugierig, kennst."„ „Sollte er etwa der Zunge dort sein,, macht?... Nein... Oder doch?... Ach• j hat sich ja als Hoteldiener verkleidet.". K „Zum Teufel, ja! Um ihr den Brief i das ja das beste!", ,�er „Wo hat denn der Bengel die Kluft 9. A „Er hat sie in einem Trödelgeschäft ist � eben auf den Einfall gekommen, sich i vnkleiden. Er ist viel schlauer als Du! feine Kleider zu tragen.", „Das soll wohl heißen, ich sehe wie r hmzutrapen. Tas Desperdrot fgoüter), be» eine fcüdk l'Knb aus Brot, Käse, Obst und Wein, wirv gleichzeitig e keine: angenommen. Der schwarze Kaffee und der»pousse-eaß, er niÄ#- ein Glas Rum oder Liqucm, haben schon das Frühstück die Bad-schloffen. Die Feierstunde schlägt zwischen 7 und 8 Uhr, a Ueb.rz-«»ist Mittagszeit. Eme Fleischbrühe leitet regelmaßrg dieses atie da�lahl ein. Es folgt das Suppenfleisch mit Salat und dann mgen nx»?ch,kin Kotelette mit Gemüie oder dergleichen. Deffert darf 10. M f schien, ebenso wenig das Glas Kaffee, der„Massigran. ihr Ja«Mn die Arbeiterfrau nicht selbst Wäscherin oder Schneiderin y.u.. mks a.— w...---" cme-rj:- für ihre Garderobe die dafür theuer dezahlt Deiebe Sii S.=6." chten wir ne hur" Sernebi sign sich tigen' m en ,."-.|» vm«..wy» I»» � I- »"cd sie weder für ihre Wäsche, i». Das muffen andere thun, Es Riebt aber andererseits wenig Frauen, die nicht auch en Verdienst besitzen. Sie stehen sich sogar oft deffer wie Atonner. Sie sind zunächst viel intelligenter. Sie Heirathen In um eine„Versorgung" zu finden, sie haben das nie - Ihre Männer wissen das— und behandeln sie danach. , chrerbietiac Ton, mit welchem ein Pariser Arbeiter zu und urner„Madame" spricht, könnte oielen Bürgerkreisen zum ag, da Wer dienen. Die Kinder werden auch früh zum Erwerb an- bnkanlen wen. Solche Ansprüche, wie die oben geschilderten, i die Bf) oUen gedeckt fein. Die Miethen find dabei außerordentlich Fabrilaii? Eine Wohnung für 100 Franks monatlich ist durchaus 1'S"™?lchones Logis. Es liegt enfweder unter dem Dach oder sie Zeil» � bei Erde, ist luft- und lichtlos. nicht selten voll Schmutz, laß wir««»tigkeit und Ungeziefer. Die Z-mmer find niedrig und ein diesesWol, mit vielen Thüren, Schränken und Jenstern, dre auf — unl> "«tSS ie lieb«* ter hii ist. ein unserer Wir m ei I stets, als zuerbl lertsta äffen i.'t s> kwür folgen rnkreich iten der minal" :) auf Ti>i Der sorg? binenj* )20 KW»! ti den, nd 209 � Ziedenv nlehr-' er otem Stockeni Die ngen. en. len � X i)t grck� ich in" ruf,. liest(«3 ch un !, so en Von lenibeM Duften i Ä? und Zeichen. seinen erken l- r auch ' Dein Du ) rote 3«) tMnllcn Hof oder eine finstere Sackgaffe hinaus. Der kalte Kamin scheint eher den Durckzug zu be- ... ms die Wärme einzulassen. Die Treppen find lnch steil, die Korridore winkelig und das ganze Haus n modrig- m Geruch erfüllt, der fich sofort allen Gegen- mittheilt. Ich habe wohl hundert dieser„Guepiers" wmesier), wie die Bewohner ste selbst nennen, gesehen und m aas gleiche Entsetzen empfunden. .?"e Fabrikanten bauen jetzt für ihre Arbeiter geräumige, Wohnungen, aber was wollen solche Versuche gegenüber ige dedeuten? Sie find wie Inseln in einem Meer Schlamm. Tas Viertel„la Vilette" ist eine solche. 'be interesfirt uns besonders, denn die deutschen Arbeiter sich darin vorzüglich niedergelassen. Dem sächfischen Georg von Seydlitz ist es zuzuschreiben, daß die Einge- '»erten hier menschenwürdige Wohnungen besitzen und eine !Jtt kostspielige, aber passendere Lebensweise führen, als ihre Mchen Genoffen. .*Mc find auch viel vergnügungssüchtiger. Wenn sie nicht aufs„Land" können, ist ihnen nicht wohl. Sie ein Zuhausebleiben für eine große Strafe an.„Wir wir wo en genießen", sagen fie zu ihrer Vertheidigung. 1„draußen" nicht Mos mit der Luft zufrieden. Die für ihre Mahlzeiten beträgt meistens ein paar Franks. /m>»ern fich zu lebhaft an das„Huhn im Topfe" von Heinrich IV. Fehlt es— so ist ein Grund zur Revo- �vorhanden! f an bedenke wohl: die Kommuneführer waren keine zer- M Beifier, sondern fie hatten täglich mehrere Franks zu Äedürfniffe �anbert l>en �bienst nur nicht ausreichend für „Wenn die Reichen jeder Laune fröhnen können, warum sollen die wtr chon geringere Ansprüche an das Leben erheben, entbehren?" Dieses Argument hat noch in jeder Volksversammlung ge« — und jeden Streik herbeigeführt. Die wirkliche, bittere Ibas himmelschreiende Elend, fie verzehren sich langsam in «erborgendeit auf. Kein Laut herzzerreißenden Jammers m die Außenwelt. Die Ungenügsamkeit, die Habsucht, lenußtaumel laufen auf die Boulevards und schreien um Die.Armuth ist ein Gewand, mit dem fich die Radi- Malerisch umhüllen. Sie verachten das Brot, das fie und verlangen nach den Pasteten, die auf den Tischen " lehmen prangen." i die Schilderung. Sie ist unzweifelhaft etwas opti« bisofern aber richtig, als unzweifelhaft die Lebens- 8 des französischen Arbeiters, namentlich des Parisers (hieben Höhere ist, als die des deutschen Ardeiters. , ls werden die deutschen Arbeiter, denen die Kartell- »ach Pindter's genialem Vorgang, voneden, daß die len„Wilde" find, seufzend ausrufen:„Ach, diese find doch bessere Menschen! Hätten wir es doch nur � nd so gut. wie diese Wilden!" Mad; außen.„Der ursprüngliche Zweck der «�nstellnngen ist die Erzielung besserer Erwerdsverhält- , bestimmte Arbeiter oder Handwerkerkreise, und dabei «aeimäßig die beiden Forderungen nach Erhöhung des .(uunb Abkürzung der Arbeitszeit auf. Schon daraus er- >. baß der Streik nicht von außen angeregt 'eK« nbern innerhalb einer bestimmten Berufsgenossenschast -„Daher kommt es, daß Arbeitseinstellungen regel- „«.nur dann auftreten, wenn die Erwerbsbedingungen T besonders drückend für die Arbeiter find."- ;5tenb Y�a�e 2hnen denn gethan, daß Sie mich fort- "Nichts xg war ja auch nur ein Scherz. Aergere "•cht Pelikan. Jetzt ist nicht der Augenblick dazu, % Zusammen arbeiten sollen: Einigkeit macht stark." *tüya' das steht ja schon auf den Thalern— und i Publ'� Gallen« inehell� K chring�� lika»- . Dir ob ies J «: wA.. xt i hinführen." MUMM- I?' s . ei*'' *bfe('®ie benn schon zusammen Schweine ge- . q, 1 Schindmähre, Sic?" erwiderte Liebes« 3l'r«be!"n. zsbei,"(ir, baß Immergrün.„Der Herr bezahlt Euch Wer zank Jetzt geht es anbie "lit Q; A M mir den Gefallen und geh' voran. (ebesapfel zu reden." Wer sagt dies?— Das nationalliberale„Leipz. Tageblatt". Allerdings, das müssen wir hinzufügen, so sagt es in Bezug auf die Ardeitseinstellungen der Pariser Arbeiter. Für Deutschland ist es ein eifriger Verfechter des Puttkamer- schen Streikerlaffes und steht in jedem Streik nur die„auf- hetzende" Thätigkeit� sozialdemokratischer Agitatoren. O, ihr Wo ist die Polizei? Aus Günzenhausen lassen fich die nationalliberalen Münchener„Neueste Nachr." schreiben:„Die Unvorflchtigkeit(!), Kinder beim Maschinenbetrieb zu verwenden, hat jüngst in Döckingen wieder ein Opfer gefordert, indem das 3& j ä h r i g e Knäblein des Zimmermanns Wittmann, das in einem Göpelwerk die Ochsen antrieb, der Mauer zu nahe kam, und so an dieselbe gedrückt wurde, daß es kurz darauf verschied. Also blas unvorsichtig ist es, Kinder im zartesten Lebensalter gegen Gesetz und Recht industriell auszunützen? Hoch die Humanität! „Kescheidenheit ist eine Zier, doch weitet kommt ohne ihr" — denkt auch das Kanzlerblatt und demzufolge zitirt es einen Hymnus eines rheinischen Kartellblättchens auf das Pindter'sche Organ, in welchem es u. a. heißt:„Die„N. A. Z" bringt, abgesehen von den offiziösen Kundgebungen, eine solche Fülle von tiefdurchdachten Artikeln wirthschaftlicher, sozialer, juristischer ze. Natur, daß wir auch aus diesem Grunde das Kanzlerblatt nicht nur über die Berliner Presse, sondern über die gesammte deutsche Presse stellen. Schade, daß das Blatt nicht viel mehr Leser hat."— Wer lacht da? Landräthliche Gesetzeskenntniß. Eine interessante Annonze enthält der Jnseratentheil des„Zabrzer Anzeiger". Landrath von Falkenhayn hält sich für berechtigt, denjenigen selbstständigen Handwerkern, welche nicht der Innung ange- Kören, die Führung des Meistertitels auf den Aushängeschildern zu verbieten. Die betreffende Ver- fügung lautet:„Es wird hierdurch, und zwar im eigensten Interesse der beiheiligten Gewerbetreibenden, darauf hinge- wiesen, daß kein seldstständiger Handwerker, welcher nicht einer Innung als Mitglied angehört oder innerhalb einer solchen fich durch Erfüllung der in ihren Satzungen hierfür aufgestellten Erfordernisse den Meistergrad erworben hat, als berechtigt ange- sehen werden kann, sich in Aushängeschildern oder in sonstiger Weise bei dem Verkehr nach außen hin als„Meister des be- treffenden Berufsfaches zu unterzeichnen. Zuwiderhandlungen werden bestrast werden. Die Gemeindevorsteher weise ich an, von dieser Bekanntmachung den interessirten Handwerktreiben- den in geeigneter Weise Kenntniß zu geben. Der kgl. Land- rath v. Falienhayn.„Wie Herr v. Falkenhayn seine Anficht, daß nur Jnnungsmeister fich als Meister bezeichnen dürfen, de- gründen will, darauf darf man gespannt sein. In der Ge- werbeordnung hat der landräthliche Erlaß jedenfalls keinen Stützpunst. Die Gerichte im Kreise des Herrn Landraths werden gewiß bald Gelegenheit haben, ihrerseits über die Rechtmäßigkeit der landräthlichen Strafandrohung zu be- finden. Gegen die Freisprechung des Vorstandes des deutschen Tischleroereins, Schreiner Kloß in Stuttgart, und des Vor- standes der Nürnberger Zahlstelle, des Schreiners Eitzinger, welche der Heber tret ung des§ 360 Nr. 9 des Strafgesetzbuches angeklagt warm, wurde Revision beim Oberlandesgericht München erhoben, nachdem vom Landgerichte Nürnberg die geam das freisprechende Erkenntniß des Schöffengerichts er- griffene Berufung verworfen worden war. Die Revision wurde nun auch vom erstgenannten Gerichte verworfen, womit nun das freisprechende Erkenntniß des Schöffengerichts endgiltig bestätigt ist. persammlungsverdot. Aus Forst, 8. August, meldet das„F. Wchbl.": Die für gestern Abend einberufene öffent- liehe Volksversammlung, in welcher der sächsische Landtagsabge- ordnete F. G e y e r aus Großenhain als Redner austreten wollte, fand nicht statt, da die erforderliche Erlaubniß der Polizeibehörde versagt blieb. Oesterreich Zl«gar«. NcuerdingS brach in Brünn ein Streik aus. 60 Weber der Firma Kafka in Nedwieditz stellten die Arbeit ein: ste ver- langen eine Erhöhung des zu kargen Lohnes und baten die Bezirkshauptmannschaft um Vermittlung. Schweix. Wie die„Zür. Post." mittheilt, wird Liebknecht in verschiedenen schweizerischen Städten öffentliche Vorträge halten; der erste findet in Aarau statt. Gr-ßstritannie«. Unterhaus. Der erste Lord des Schatzes, Smith, zeigte an, das er am Sonnabend die Vertagung des Hauses vom nächsten Montag bis»um 6. November beantragen werde. Die vom Oberhause beschlossenen Amendements zur Lokalver- waltungsbill wurden mit geringen Abänderungen ange- nommen. � � � a ug erledigte die zweite Lesung der Bill betreffend die Parnell'sche Untersuchungskommission. Das Unterhaus hat die Bill betreffend die Verstärkung der Vertheidigungsmittel des Reichs, sowie die Bill betreffend „Gut," grunzte Pelikan.„Wo soll ich Euch er- warten?". � „Geh' nur vorwärts! Es wird Dir schon gesagt wer- den. Ich rufe Dich, wenn ich Dich brauche. Vorläufig kannst Du den Boulevard bis zur Rue Corvisart entlang �"Pelikan gehorchte mürrisch und Liebesapfel zog ihm -w- Ms-. Au« Kunst und(eben. Gin Adele# Gefangniß. In Madrid hatte jüngst ein an einer älteren reichen Frau begangener Mord um so größeres Direktor und sieben Gefangenwärter in Haft genommen wurden. purch die stetig foetschreitende Gutwicklung der a«W zur Aufnahme von Bildern zur Beobachtung von Krankhe ts- symptomen, selbst zu der naturgetreuen Feststellung der mensch- lichen Bewegungen, wie fie fich beim Gehen, Laufen, Springen, im Schmer, und in der Freude vollziehen, bietet die Photo- graphie die beste Gewähr. die nationale Vertheidigung in dritter Lesung und die Novelle zum Patent-, Muster- und Markenschutzgesetz in zweiter Lesung angenommen. Die Bill, durch welche „Lloyds" ermächtigt werden, zum Zweck der Herstellung einer Verbindung mit Feuerschiffen, Leuchtthürmen und sämmt- lichen Küsten des Reichs Land zu erwerben, wurde in dritter Lesung genehmigt. Im U n t e r h a u s e war das Gericht verbreitet, daß der Sprecher Peel, der seit einigen Monaten an einer Krankhett leidet, die ihm das lange Sitzen im Unterhause zur Qual macht, von seiner Stelle zurücktreten und einen Peerstitel annehmen werde. Seitdem sein Betragen als Sprecher des Unterhauses von Conybeare als ein öffentlicher Skandal gekennzeichnet worden ist, Hai Peel seiner üblen Laune gegenüber den Radikalen und Parnelltten nicht mehr die Zügel schießen lassen. Im Gegenthcil, er hat am letzten Montag während einer etwas langwierigen Debatte über irische Beschwerden dreimal den von den Tories beantragten Debatteschluß einfach unberückfichtigt gelassen. Auch hat man es eingerichtet, daß Courtney, ein liberaler Unionist, den Sprecher während der Sitzungen ablöst, um ihm die Arbeil zu erleichtern. Dagegen ist der Rücktritt des Sprechers vom Amte nicht wahrscheinlich so nahe am Ende der Session. Da es bereits einen penstonirten Sprecher giebt(er erhält 5000 Lstrl. jährlich) und Peel erst zwei Jahre den Posten inne hat, so würde nur absolute Unfähigkeit, seine Amtspflichten weiter zu erfüllen, einen solchen Schritt rechtfertigen. Fr««kreich. Die Unternehmer für Pflaster- und Erdarbeiten be- schloffen in der Generalversammlung ein st immig, den Vorschlag der städtischen Kommission zur Regelung der Lohnfrage zurückzuweisen und die Berathung der übrigen Fragen auf den nächsten Tag zu verschieden. Zu den blutigen Szenen beim Begräbniß Eudes wird noch geschrieben, die Polizei wäre verpflichtet gewesen, fich vor ihrer bewaffneten Intervention an die verant» wortlichen Arrangeure des Leichenbegängnisses zu wenden. Denn diese waren berechtigt, das Einziehen der Fahnen zu ve• langen. Die Polizei zog aber die sofortige Anwendung der Gewalt vor. Ein auf dem Boulevard Voltaire stationirendr, von Gendarmen aus der Provinz umgebener Polizeikommiffcr wandte fich diiett an den Fahnenträger der fast am Schlüsse marschirenden Gruppe der„Gleichen von Montmartre" und als dieser die Fahne nicht sofort aushändigte, hieben die Gendarm n mit blanker Waffe ein. Die Menge flüchtete, es entstand ein furchtbares Gedränge, und viele Unschuldige erlitten schwe r Verwundungen, während die Urheber einiger Revoloerschüffe sonderbarerweise unbekannt blieben. Vermuthlich waren es agenta provocateur s. Auch eine Dynamitdsmbe. die geworfen worden sein soll, scheint aus einem polizeilichen Atelier zu stammen._ Soziales nnh Arbeiterbewegung. Glaserstreik in Ktuttgart. Stuttgart, 8. August In sämmtlichen hiesigen Glasergeschästen, mit Ausnahme zweier, welch' letztere auf die Forderung der Glaser: Einführung eines günstigeren Lohntarifs, eingegangen find, wird mit Ende der Woche, laut Beschluß der Glaser, die Arbeit eingestellt werden. Der Streik ist von dem Verbandsvorstand der deutschen Glas.r gut geheißen. An alle Glaser in Deutschland und der Schweiz find Aufrufe ergangen, in welchen Fernhalten von Ersatzkrästen und Gewährung von Unterstützungen nachgesucht wird. Remscheid, 7. August. Der Vorstand des Feilenhauer- Vereins hat bekannt gemacht, daß in der letzten Generalversamm- lung der Firma Cles u. Co. zu Neuenkamp der Streik erklärt worden ist und bei derselben nicht eher wieder gearbeitet werden soll, bis es bekannt gemacht wird. Da# Großkapital kommt überall zur Herrschaft. So wird aus Cienfuegos(Kuba) berichtet, daß fich das ganze System der Zuckerpflanzungen auf Kuba in den letzten Jahren geändert hat. Es haben fich, schreibt die„Deutsche Zuckerindustrie", viele Zentral Pflanzungen gebildet, die das Rohr der ihnen naheliegenden Felder, wo man das Mahlen ganz auf aufgegeben, kaufen und mit ihren neu ein- geführten mächtigen Maschinen Zucker daraus ge- winnen. So giebt es in diesem Bezirk eine, die an 20000 Fässer, das Fich 1800—1900 Pfd. wiegend, und mehrere, die 5000—10 000 Fässer machen. Die moderne Technik lehrt auch hier, Neben geroerbe mit dem Hauptbetrieb zu verbinden, so ist denn auch die Destillation von Tafia(Rum) eingerichtet und sehr bedeutend vermehrt und verbessert worden. Und die kleineren Pflanzer? Aus Mangel an Geldmitteln haben viele aufgehört, die Felder-u bestellen, viele pressen das von ihnen geerntete Rohr nicht mehr aus, sondern verkaufen es. Der Kapitalismus ist in der ganzen Wett fich gleich in seinen Wirkungen. Keeleute de» deutsche« Handelsmarine find im Jahre 1386 nicht weniger als 3166 entwichen. Im Jahre 1885 betrug die Zahl der Entmeichungen 2861. Der harte Dienst und die schlechte Bezahlung— nach der reichsamtlichen Statistik Giu» Telephoulinie von 130 Meilen. Aus Paris, 31. Juli, wird geschrieben: Demnächst wird die Telephonvcr» bindung zwischen Paris, Lyon, nnd Marseille dem öffentlichen Verkehre ubergeben werden. Es ist dies die bei weitem längste von allen bis jetzt funktionirenden, da keine der letzteren mehr als 500 Kilometer mißt, während diese neue Linie 900 Kilometer(120 geographische Meilen) umfaßt. Trotz der kolossalen Entfernung ist in Marseille die Mittheilung des Pariser Be» amten klar und deutlich vernommen worden. Diese neue Tele- phonleitung soll auch gleichzeitig zur Uebermittelung tele- graphischer Depeschen dienen. Die Preise für das Telephoninn werden ziemlich hoch bemessen: 3 Franks nach Lyon und 5 Franks nach Marseille von Paris aus für 3 Minuten Unterhaltung. Man hat die Zeit auf 3 Minuten statt der üblichen 5 Minuten zu telephonischer Unterhaltung fixirt, weil man bei den Verbindungen mit Brüssel und Haute die Bemerkung gemacht, daß die Abonnenten durchschnsttlich nicht mehr als diese Zeit auf ihre gegenseitigen Mittheilungen ver- wenden. Reber vi« Grö»»anbsfahrt de# Dr. Mause« aus Bergen, der an der Ostkuste landen und auf Schneeschuhen durch Grönland gelangen will, erzähtt der Kapitän eines soeben in Sandefjord angekommenen Walflschfängers, daß er am 10. Juli das Schiff„Jason", welches die Mitglieder der Expedttion von Island nach Grönland dringen sollte, gesprochen hat und daß Dr. Nausen und Genossen noch an Bord waren; der ers e Landunasversuch sei wegen Sturmes und Nebels mißglückt; der »Jason' habe eine Zeit lang gewartet, fich dann aber, um seinen Seehundsfang nicht zu verlieren, südlich wenden müssen. Nausen wollte indessen nach dem 10. Juli wieder nördlich wenden und aufs neue zu landen versuchen. Eine Heuschrecken Ernte. In einzelnen Gegenden des Staates Minnesota richten Heuschrecken solche Verheerungen an, daß die Farmer eine Prämie im Betrage von 1 Dollar für jeden Bushel(tzaldscheffel) getödteter Heuschrecken ausgesetzt haben. Infolge dessen hat ein vollständiger Ausrottungskrieg gegen das verderbliche Insekt begonnen, und es find z. B. auf den zu der Ortschaft Perham gehörenden Feldern in wenigen Tagen 10000 Bushels Heuschrecken eingefangen worden. find W die Heuer der Matrosen von Jahr zu Jahr gefallen die Haupsachen dieser Desertionen. Webe» dt» GinfShrung neue» Industrien» schreibt ein Fabrikantcnblatt, denkt man in der S ch w e i z sehr verständig. Fleißige und geübte Arbeiter find nicht die einzigen Vorbedingungen. Kohlen, Ausrüstungsgewerbe, billige Löhne gehören auch dazu. Das ist wenigstens offenherzig ge- sprachen. fler Chlorkalk» von den Wäscherinnen so oft benutzt, lendende Weiße zu erzielen, ist sehr nachtbeilig für die Gesundheit der in den Wäschereien beschäftigten Ardeiterinnen. Der Gcsundheitsausschuß des Seinedepartements hat nun de- schloffen, den Gebrauch von trockenem Chlorkalk zu verbieten. O diese Franzosen!_ Kleine Mittheilungen. Neichenberg(Böhmen), 4. August. Unsere Stadt wurde gestern von einer Ueberschwemmung heimgesucht, wie fie seit 30 Jahren nicht dagewesen ist. Durch unaufhörlichen Regen ist die Rciffe aus ihrem Bette getreten und überschwemmte die nieder gelegenen Stadttheile vollständig, so daß der Vi dem Bahnhofe nur schwer aufrecht zu erhalten, ja theilweise unterbrochen ist. Die Bewohner mußten zum Theil aus ihren Häusern delogirt werden, da das Waffer in die Zimmer einge- drungen ist. Der Verkehr in den nieder gelegenen und daher überschwemmten Stadttheilen ist vollständig unterbrochen. Man ist demüht, dem Waffer einen Abzug zu schaffen, was trotz aller st, da Bemühungen schwer zu erreichen ist, da es ohne Unterlaß fort- regnet.— Aus Schwarza» im Gebirge schreibt man: Nachdem wir die vergangene Woche hindurch recht schönes und angenehmes Wetter hatten, begann der sonst heißeste Monat August mit einem ungemein heftigen, von Sturm und Hagel begleiteten Gewitter, welches fich in der Nacht vom 2. auf dm 3. wieder- holte. Sturm und Regen dauerten die ganze Nacht hindurch, am Morgen aber stand das Queckfilber tief unter seinem ge- wöhnlichen Stande(kaum 8 Grad Zelfius) und oben im Gebirge schneite es. Ja im Laufe des Vormittags fielm sogar im Thale einzelne Schneeflocken. Hrvek(Niederösteneich), 7. August.(Auffindung eines römischen Amphitheaters.) In Deutsch» Altenburg stieß man bei neuerlichen Grabungen auf solide, gut erhattene Mauem, welche fich alsbald als die elliptische Außm- und Jnnenmauer der ampkitheatralischm Sitzreihen und weiter als die verdin- dmdm Radialmauern darstellten. Ebenso konnte man eine eigentliche Arena bloßlegen, deren Pflaster noch im besten Zu- stand« ist. Gleichzeitig wurde die an der Arena vorbeigehenve, aus dem Lager kommende römische SKaße gefunden. Auf die " ffungsmauer stieß man bereits vier bis fünf Zoll unter der Erdoberfläche, auf welcher trotz des aenngen Zwischenraumes h. Nur zei eine merlliche Abweichung für den scharfen Beobachter. Dieser Frucht angebaut war und auch gedieh. Rur zeigte�die Farbe der noch unreifen an jenm Stellen, wo die Mauern liefen, Umstand führte eben zu oer intereffantcn Entdeckung. Auf der Fläche erblickte man nämlich eines Tages dm Grundriß deS vergrabenen Theaters förmlich in das Getteide gezeichnet. Dazu entdeckte man, einmal aufmerksam gemacht, daß die Fläche fich nach der Mitte bin terrassenförmig senke und die Mttte selbst die Form einer Mulde annahm. Diese Anhaltspuntte für die gehegte Vermuthung haben nicht getäuscht. Nunmehr wird das ganze Theater bloßgelegt werdm, worauf auch die Vornahme exakter Messungen gestattet sein wird. Innsbruck, 7. August.(Lawinen im August.) Die Schneefälle waren in den Vottiroler Alpen während der letzten Tage so stark, daß fie sogar Lawinenstürze zur Folge hatten. Donnerstag, den 2. ds., fiel gegen Abend auf dem Kalkgebirge nördlich von Innsbruck dichter Hagel und die Nacht darauf starker Schnee. Als nun am Sonnabend die Augustsonne wieder in ihre Rechte trat, stürzten aus dm Hängen östlich und westlich vom„Hafelekar" 20 bis 30 allerdings sehr ungefährliche und unschuldige Schneelawinm in die Tiefe. Drei davon waren aber doch so mächtig, daß fie der Sonnmwärme bis zum 5. ds. Abends mit Erfolg Widerstand leistetm, also noch immer nicht weggeschmolzen waren, und namentlich zwei von ihnen waren durch Runsen bis beträchtlich in die Waldregion herab- gerollt. Fttsche Schneelawinen am 3., 4 und 5. ds. verdienen ohne Frage verzeichnet zu werden, denn dieses Geschehniß tritt dem Menschen in seinem Leben nicht oft entgegm. Soldaten, welche nach dem Schneefall von Seefeld her über das Joch herüber manövcrittm und auf dieser Sette zu Thal steigen mußten, erzählen, daß der Schnee auf der Höhe meterhoch ge- legen sei. Am 6. ds., Morgens, war das Hochgebirge ringsum um Innsbruck von neuem mit in der letzten Nacht gefallenem Schnee bedeckt. In Meftpratfl«« hat das Unwetter ebmfalls entsetzlich gehaust. In Plehnendorf peitschte der ottanattige Sturm während der Rocht das Wasser viele Fuß hoch auf, so daß das Bollwerk und die nmen Uferbefestigungen am linksseitigen Ufer unter Waffer gesetzt wurden. Gleich Nußschalen tanzten die vielen Fahrzeuge, die hier verankett lagen, auf dm schäumen- den Wogen. Vielfach gingen die Anker verloren. Schon Frei- tag Abend gettethen einige Overkähne in Gefahr, auf den ivtrand gesetzt zu werden, ein„Kurländer" war auf dos Buhnen- werk gerathen. Um jö Uhr stieg auf einem anderen„Kur- länder" die weiße Flagge auf Halbmast. Die W«gm brausten mit furchtbarer Gewalt gegen das flach an den Wind gerathene Fabrzmg. Endlich gelang es, das Gefäß mehr unter Land zu bugfiren, wohin sväter, als der Wind etwas schwäcker geworden war, fast alle Fahrzeuge(ca. 30) gingen. Oberhalb des .Heringskruges find 3 Traften Holz zerschlagen. Ein mit Roh- eisen beladener Oderkahn segelte oberhalb des rothen Kruges 3 mit Erde beladene Prähme unter, erhielt aber auch selbst dabei ein so erhebliches Leck, daß er gleich darauf tank. Sein Deck liegt zirka 3 Fuß unter dem Wasserspiegel.— Von der Nehrung wird berichtet: Auf den Danziger Kampen find die Ländereicn wieder tief mit Waffer bedeckt. Das Getteide steht stellenweise bis zur Äehre im Waffer, das Vieh bat eingestallt werden müffen. Dazu herrscht beständig hohe Vorfluth, wodurch das «„f«» ß der\ wieder ein rung zu ei Abmahlm de§ Wassers zur Unmöglichkeit wird. Was das Frühjahrs-Hochwaffer nicht schon vernichtet hat, sc Sommer in vollstem Maße nachzuholen. Am schlimmsten durch das elementare Ereigniß wieder die Stadt heimgesucht zu sein. Nach den Schilderungen Elbinger trat die Hommel aus den Ufern und ging wie ein rasender v Bereits Freitag Abend mußten die Bewohner der niedre legenm Straßen ihre Wohnungen räumen. Die Bniai Dtakoniffenhause wurde weggerissen, der Hommeldamm«'»|S* zwei Stellen aus. Das Waffer ergoß fich in den Roßy Das Vieh konnte nur mit knapper Roth von der Feu> gerettet werden. DaS Waffer bahnte fich nun seinen über den Johanniskirchhof; durch das Thor ging ein rcik Strom in die Jobannisstraße. Diese wurde auch oberhalb fluthet. Die Holländerstraße ist voll Waffer, die nach Bahnhof führmde Straße 2—3 Fuß unter Waffel. äußere Marienburger Damm wurde bis zur Mädchenschule spült. An der Neufeldt'schen Blcchwaarenfabrik ist das übergetreten, ebenso in der Niederstraße und Königsbergs v_ Der Rathhaushof und der Mattenkirchhof find gleichfalls �rtaen Aufgr schwemmt. Das Waffer hatte in der Nacht eine Höhe elt>»ndirn zune! wie nie zuvor, einzelne Wohnungen stehen vier"Bedürfnisse unter Wasser. Bei Bollwerk kam das Waffel tchooße der folge mehrerer Dammbrüche so schnell, daß drei lm kamen ii des Weideviehverwalters Tolkmit ertranken. Die Gedäul*'"ohr? in B Juliusmühle in Grünau sollen thellweise weggerissen sein, f und die ui Mobiliar ist verloren geganzen.— Auch aus Ostpreußen einzelnen es nicht an Hiobsposten. In Masuren sind Bäche und\'«"sdehnung angeschwollen, Felder und Wiesen stehen unter Waffer. Reichepc der Gegend von Osterode hat der Sturm so stark ge! Haveln in d> daß viele Bäume entwurzell und Dächer stark beschädigt �n. Es lie den find. Bei Heydelrua und Ruß ist das Waffer mW».T�korLwäh hoch gestiegen, daß die Wiesen gänzlich und die Getteide»% Verlegun, zum größten Th.il unter Waffer stehen. Ueber Königsbe« �re nur sä lud fich gleichzeitig noch ein heftiges Gewitter, welches ma N°n Verkeh einschlug. JWte Auf, fvünn» 7. August.(Hochwasser auf einem F'" Der Brünner„Tagesbote" meldet, daß das Unwetter flossenen Freitag auf dem israelitischen Friedhofe in gräßliche Verwüstungen anrichttte. Ein Stück des aus Bergabhange liegenden Friedhofes wurde sammt den 6 von den ungeheuren Waffermaffen fottgenssen. In weit! wurden die Särge, Leichen und Leichentheile zerstreu! Leiche des erst vor einigen Wochen verstorbenen jungen mannes Motttz Ornstein wurde weit vom Grabe im S' aufgefunden. Eine Matrone, welche fich wehklagend weggeschwemmten Sarge ihres Mannes zu thun machte, in dem aufgelockerten Erdreiche und man hatte Mühe, fie frei zu machen. Erschütternd waren die Szenen, welch« Suchen der Kinder nach den über Nacht verschwundenen® ihrer Eltern stattfanden. Der Kultusvorstand ließ Ordn dem Chaos schaffen und die her ausgeschwemmten Leichen ordnungsmäßig begraben. holte... für die or mmen hat »'von den Ziohr-Verleg! � 8U forde, «ta Antrag welcher 1 der Gen gabg Frage d M»« de» art, d . Jr nr ie Maure worden. fÄnoc ff, tos angr '«ine ?"chs stellt. gewöhnliche Weniger all Wassers liegt ers. T g zu ein« schland I Schleuse« Theater. Sonntag, den 12. August frUKrick- Milhel«stä»tisck»s«bester: Gasparone. Montag: Dieselbe Vorstellung. Aestt'»«heater; Der Postillon von Lon- jumeau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Glteak-TKeater: Robert und Berttam. Montag: Dieselbe Vorstellung. ' lesHinne»-«str Madame Flott. OetUalüanre-«heater: Das elfte Gebot Montag: Dieselbe Vorstellung. Dtktsrta Theater t Die Kinder des Kapitän Grant Montag: Dieselbe Vorstellung. ASalgstSdttfch»« Theater. Die Waise von Lowood. Montag: Dieselbe Vorstellung, »«chaam.'» P"" stellung. «»nrordia- Theater t Spezialitäten- Vor- stellung. »am«'» Karitt» t Spezialitäten- Vor- Mi* Erast-Tleater (früher Lonisenstädtisck-s), Dresdenerstt. 72 Zum 2. Male: Herzliche Sitte! Eine Familie, welche durch Krankheit und Ar- bcitslofigkeit des Mannes sehr zurück gekommen ist und auch vieles versetzt hat, bittet edle Herzen um eine Unterstützung, um fich aus ihrer jetzigen großen Roth zu retten.[318 Frau Lange. Manteuffelstr. 14, Quergeb. p. Ktrömt herbei, ihr Kötkerschaareu, Und thut meinen guten Ruf dewahren, Laßt uns die vollen Humpen leeren, Dann können wir nie Temperenzler werdm, Und laßt uns laben am Braten und Bier, Dann leben wir besser, wie ein Vegetarier. Denn außer Weiß- und Bainsch« hier habe ich einen guten Frühstück-, sowie Mittag- und Abendtiscb. Es ladet ganz eraebenst ein 310] W. Hangk, 22 Weinstraße 22. Es können noch einige Mitglieder in den Verein der Dusselinge eintreten. Da derselbe ich nicht&''''"■" übcrbaupt noch nicht besteht, soll der Duffelingste als Vorfitzender gewählt werden. Derselbe muß die Mitglieder gescheut machen. Näheres Gst bah«»r. 4 in der Arbeiter-Kneipe. [321 Wo gehen wir hin? Zu Luhm, Krandenbursflraße 11! Frühstück 30 Pf., Mittagstisch(Braten, Kompot und Bier) 40 Pf., Abendtisch von 25—50 Pf., «ach Asswahl. 756 Kerein der Meißgerder Kerlius. Zur Feier de» 16. Atiftnngsfeste« Montag, den 13. August, im Huth'schen Lokale, Badstraße 21: Großes Sommerfeft, bestehend in Konzett, Ball, Theater und Spezia- litäten-Vorstellung. Entree& Person 25 Pf. Kinder frei. Tanz 50 Pf. Anfang 4 Uhr Nachmittags. Billets find beim Vorstand und bei sämmllichen Komiteemitgliedern zu babm. Freunde von nah und fem find eingeladen. Der Dorftanb. Centraikranken- u. Sterbekasse der Tischler Die dtei Gmzim. Gesangiposse in 4 Atten von Leon Treptow, Kouplets von Gustav Görß, Mustk von Franz Roth(Novität). Mit vollständig neuen Kostümen und Dekorationm. Elly: Bertha Feldau, Clara: Elly Baader, Gleichen: Mary Beiohard«, Laura: Hoaa Lid, Slugufte: Grete Gal'ue, Elfriede: Selma Richter, Nickel: Guido Fielecher, Heller: Hugo Hasekarl, Bornstedt: Frita Schmidt, Lehmann: Gustav Gfirsa, Schumann: Alfred Sohmaaoe», Emil: Eduard Sohma- soar, Carl: Georg Stollherg, Bulleikopp: Dir. Ad. Ernet. Kaffeneröffnung 5% Uhr. Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. 7i Uhr. VeffiMe 1 Sv. 0 3) Kalaer-Paae m- io%. Mittheilung. A« die Leser diese» Klatte». Zur Kcnntnißnahme, daß ich in kürzerer Zeit zu wiederholten Malen wegen Umbau aenöthigt worden bin, mein seit 15 Jahren am Platze bekanntesubestrenommittes Uhren- Geschäft verlegen zumüssen und befindetfich dasselbe vom 1. Otober ab t Oranienstr. I. Ecke der Mantcuffel-, Wimer- und Skalitzerstraße. Uhren wie bekannt zu Fabttkpreism, und Ausführung schwiettgster Re- paraturm dilligst, unter 1 jähriger Garantie. Albin Grüger Uhrmacher, Gravietlstr. Ar. 203. Zweite Reise durch Ober- italien. Lago Maggiore und Como-See. Der ganze Trauerzug und Auf uchrung«aiser Wilhelms im Dom. Entree» Cyct 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. tfl» der Wächter kchiiehi! werden von heute ad an Meister. 319 Burschm die verfallenen Hosen, etwas getragen,' für 3—5 Matt, Jaquetts für 4—7 Mark, auch gute Anzüge für 11-19 Mark. Sommer- Paletots für 7—16 M. Linienstr. SG, parterre, verkauft. Schweizer-Garten. Am Kö«ig«th-r. — Haltestelle der Kingbah«. K-««tas. sowie täglich: Am Friedrichehai». Conrert, Theater, Kperiaiitäten und» Kall. Familie Hugosten, Gymnastiker; A mlng, Ercntriks; Morlay-Trio, Jnstru- Gymnalttter; Raming,«xxentrils: Morlay-Trio, Ins mentalistm; sign. Vincento, Froschmensch; C. Willberg, Tanzparodist. Theater-Vorstellung. j] Q � f 0 0 gQ p 3m neuen großen Saal: Ball. Volksbelustigung Abds.: Gr. Illumination.___ Dienstag: Grosses Kriegst eucrwerk. Zum Schluß: Die Beschießung von Sebastapol und die Kprengung de» Malakoffthurme». Pnrotechnisches Schauspiel unter Mitwirkung von 160 Personen. und anderer gewerblicher Arbeiter. Gertliche Veemeltungsstelle Keriin A. Montag, dm 13. August, Abends 8$ Uhr: Mitglieder-Nersammlttng im Vereinshause„Süv-O st", Waldemarstraße 75. Tagesordnung: 1. Kaffenbencht vom 2. Quartal. 2. Erledigung der von der letzten Versammlung zurück- gestellten Anträge. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 312] Die Grtsoermaltung. Centrai-Kranken- u. Sterbekasse der Tischler n«d anderer gewerblicher Arbeit.». Filiale Kerlm O. Verein der Parquetbodenle; Berlins feiert am Wo«»as. den 13. August d. 3- 5# Stiftungsfee Billets find zu haben bei den Simund, Fürstenstt. 9; Ehlers.... Lundehn. Alllmslcbenstr. 17; Merkel, � stcaße 33; Räch, Lindenstt. 10; Schubert,/ mannstraße 14.— Hierzu ladet crgebenst# Freunde und B kannte ein �---- 9'*****&[w Scl Große öffentliche �>.°ber ie Schiiti.Ti-Vt. smmlllljMZ den 14 August, Abends k Stä Konzerthanse, s'[[stommei am Di»«aag im Luisenstädtische» Jakobstraße 37. Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Delegitten Hl Täterow über dm Schneider- Kon Etturt."_____ 2. Diskussion. BEN der ei 313] I. 31. des Komitees:« Jitzme� in b, M ""J_ vJ****. VU'& i ex h• Fachvereiu der Posamenlie� «. Kerufs genossen. Versammlun�i�Vbc f Montag den 13. Auaust Abends- ram ng na 1 von de Vi �durch j Mglikdcr-Vlrsammllliig am Montag, den 13. August, Abends 8j Uhr, im Saale des Herrn«»lach, Stromsttaße 28. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht vom 2. Quartal 1838. 2. Wahl dreier Stellvertreter. 3 Verschiedenes.[308 am Wontag den 13. August Abends im Kö«ibsta»t-Kastvo, Holzmarttsttahe Tagesordnung: 1. Abrechnung vom tunzssest. 2. Verschiedenes und Fragetasti� Zahlreiches Erscheinen erwünscht. I Der Uo-ck-� c oi kb. discl, ImmMn am im Lobalverband Kerlin Tente«« Versammlung tag. dm 14. August. AdmdS 8t Uhr, e«e# Klubhau». Kommandantenstt. 72. 1. Tagesordnung: weck und Ziele des Verbandes. erschiedenes und Fraaekasten. Gäste hadm Zutritt. Neue Mitglieder werdm aufgenommen. 309 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Vereinig, der deutschen Maler, Lackirer, Anstreicher und veno. Berufsgenoffm. Filiale Kerli«. Kersommlung am Dienstag, den 14. August, Abends 84 Uhr, bei Deigmuller, Alte Jakobstraße 48 a. Tagesordnung: 1. Pflichten und Rechte der Mitglieder.(Re- ferent: Herr Schweitzer.) 2. Fachschutangelegenheitcn. 3. Verschiedenes.[314 _ De» Kevollmächtigte i_ Kleine Wohnungen, � nÄIn Zubehör, an anständige Leute zum l. Ottober zu vermrethm. Gderbergerstr. 51—5%, N. mit W-ix] geringen—. fehlem, selten dillig, oable- Srüstel-«eppiihe 10, 1 EtV lleter groß, Stück 6 M. iiche K tton-Teppiche 20 und 27 Mk.. Wei erth d-1 Doppelte! Echt englische Tüll Gardin�' Stück von 22 Mtt. 12 M. otuct von n wirr, iz t I Steppdecken-' Ausverkauf. Große Steppdecken 3t O rppdecken. imit, blau, grün,- deaux. Größe 150x200 cm.,"sr % EmiiL&fövreoSfi� zwischen Moriyplatz und Oranienbn� SGT" Versandt unter Nachnahme. .k»r>i � N-ch Si?""" ans sonnender nt "nbildliä .ein taube: s»&,.»• s «rob. sc Empfehle meine preiswenben SGF" Cigarren und Tabake Heinrich Schröder, Kreuzdergstraße Nr. 15, Gcoßbeerenstwßs� Verantwortlicher Redakteur: K. Cronheim m Berlin. Druck und Verlag von Wa» Fading in Berlin 8W. s, den RoM der FeiM n seinen ig ein reis! h oberhald die nach Wasser. idchenscW Beilage zum Berliner Bolksblatt. L88. Sonntag, den 1% August 1888 3. Jahrg. ZoKales. � ,,A«ddel«i" i« Kerli« wilmet die„D. Bauztg." lei wT«*«.- w�> �rd�ten für die elektrische Beleuchtung der e Jä* einmal eine Besprechung, aus welcher die tröstliche mgsbera« �wng zu entnehmen ist. daß der Nebelstanv des fort- gleichfalli Mden Aufgrabens der Bürgersteige mit den Jahren nicht ; Höhe e. n«fn Jundjmen wird, da man aar nicht wissen kann, sj�utfmfse! der Großstädler im Laufe der Jahre noch s Wassel �chootze dir Erde wird anvertrauen müssen. Bor fünfzehn & drei." kamen in dieser Beziehung eigentlich nur Gas- und le Gebäu� ohr. w Betracht: an diese schloffen sich die Kanalisation� nffen seriu und dre unterirdischen Telegraphenleitungen; neuerdings Atpreußa»'» emzclnen Stadttheilen die elektrischen Kabel in erbeb- und ff�dehnung hinzuoetreten und jüngst find bekanntlich auch :r Wasser. öteich- postamte Berernbarungen über Verlegen von Fern- ' stark geowein in den Körper der öffentlichen Straßen und Plätze beschavigt k?kn. Es liegt auf der Hand, schreibt u. A. das Fachblatt, affer wre«!.� fortwahrende Aufteißen der Dämme und" GettribC�! Verlegung all der vnschicdcnartigen Röhren und Kabel ilöniasbettü'Mere nur schädlich sein kann, ganz abgesehen von den an- »elches Verkehrsstörungen. Ganz besonders lästig ist das oft »ölte Ausgraden der Bürgersteige für die Hausdcfitzer, em Frieds'ur die ordnungsmäßige Instandhaltung der Bürgersteige weiter agßptimen haben. Nicht immer wird nämlich das Bürgeisteig- fe in InS1 oon den verschiedenen Verwaltungen noch Fertigstellung des ausJCJt°9r>Verlegungsardeiten so wieder hergestellt, wie dies der lt den(OP1* iu fordern berechtigt ist. Aus diesen Erwägungen ist An weiWC'M Antrag bei der Stadtverordneten-Versammlung aestellt zerstrerltÄ™' welcher die Uebernahmc der Bürgersteige in die Unter- jungen der Gemeinde befürwortete. Der Antrag ist von der im SctU�mlung abgelehnt worden, seine Erfüllung dürfte aber wohl rgend a»� Frage der Zeit sein. machte, Attila dee bedeutendsten Masterbanwerlre der tuhe, fleiW?»«rt. die Schleuse für dm Oder-Spree-Kanal bei r, welM Ily�dors, jst nach einer Richtung hin zu einem Abschluß ge- >denen Maurerarbeiten an derselben find in diesen Tagm CrÖr.i%ai,I? worden. Ueber U Million m Bausteine find dazu vcr- Lerchen worden. Die Kanalmauer zwischen den Schlmsmthoren ' höhe von 8 Metern, während die Stärke derselben, angrmzende Eidreich hineingebaut find, fich auf .Zrjt stellt. Die Schleusenkammer hat deswegen eine so gewöhnliche Festigkeit erhalten, weil der Fall des Wassers Weniger als 4,80 Meter beträgt, d. h. der Spiegel des Essers liegt um das angegebene Maß höher, als der des rffers. Dieser außerordentliche Unterschied war die Ver- g zu einer Einrichtung auf der Schleusensohle, wie fie lschland kaum zum zweiten Mal bestehen dürfte. Da, Schleusenkammer mit der Sohle des Oberwassers zu- �istößt, ist hinter dem Schleusenthor in diesen Grund Uberwassers eine mächtige Wölbung eingemauert, über > das Waffer wegstürzt. Die nach dem Schleusentbor zu offene Seite wird gegm das Waffer durch luftdicht 'dt eiserne Thurm geschützt. Der innere Raum des tf ist zur Wohnung für die Schleusenknechte diejenigen Schiffer, die zu einem Nachtaufenthalt . Schleuse gezwungen werden, auf einem WUg aber keinm Platz finden, bestimmt. Dies„Unürwaffer .1„-il mit großen Kachelöfen und einer Küchcneinrichtung Dt 1 Q � II und erhält Oberlicht wie Luft durch besonders dazu «öv'öz,. �ckächte. Die Schlmscnthore entsprechen in ihrer lbends« Stärke der Mächtigkeit dcs Wasserfalles und der thanst, I\ g Klammer. Aus Elsen gearbeitet, baden fie eine Höhe §M) Mn; bei beiden Thore hat ein Gewicht von ..j w Zj�uogramm. Der Kanal, der von Wernsdorf aus in "8 nach Berlin bereits fast völlig.hergestellt ist, durch r- Kongo& J von der Schleuse aus unmittelbar den Wernsdorser O.�urch den Kanal in zwei fast gleiche Theile getheilt einen Seite bildet eine langgestreckte Buhnen« .» der Mitte durchdrochm ifi, die Kanallinie: auf . H Seite geschieht dies durch einm mit mehrerm Durch- ufy gMehenen Damm, der dazu dient, den Treidelweg bis %»nAeuse zu führen. Hinter dem See tritt der Kanal, SliirT �Wegel eine Breite von 20 Meter bat, in die Kiefer- 8, dl« firfi»mifrh.n MlpmANnrf imN SckmöckwiN aus« idenlejl äst d. I fee dm ldmiralstt ilcl, Zos pchubert,< : ergeben? en 1110 lentis uktsttaßt 'JjL* z-ähe ragekast�i--■ I j?rrUner Sonntagsplauderei. \ der Regm nachgelassen hat, schießen die i�back �n wie Pilze aus der Erde. Wagte sich Herr P SonL c' Tageslicht— warum soll Herr Liebermann KivaaeÄ?? Dustern bleiben? Legte der ehemalige \ h.. Wändler resignirt sein letzte« Hemde auf den �blau e deS nieder und griff wehmuthSvoll zum Hirsch ed durfte natürlich die andere Stütze der Astflxj.°ö'alen" nicht zurückbleiben, auch er brachte sein zuns*Lr'r, eä war freilich nicht viel— immerhin aber finnbirJri"1 Herrn Böckel, den drittm im Bunde, ei» . Ein,! Maulschellen ab. .®auer« der eine Ohrfeige erhielt, sagte ge- �'st wenigstens ein Wort, da« sich hören ** Bock-l'�°I. descheivmer sein?— Unmöglich. Wenn rWmürk;.• Sprechorgan beim Austausch der ersten zwar � en..ein loses Maul" genannt wurde, so ist �ck Bezeichnung, die mehr durch präzism Unte. pn durch christliche Bruderliebe auffällt, U gr,b w�aden ist das„janz ejal". Wird man heute S* 0 Kardin� m. m-i AT * wollte, daß er gmug hat", dem darf man, trwL worgen die Konjunktur ändert, getrost emen Sm""f die germanischm Lippen pressm. ergriff Herr Liebermann von Sonnenbcrg m - e°°"Senen Woche die Rednertribüne. Beim ersten �" ege seiner Zähne der anmuth.ge Kumpan und Gesinnungsgenossen . dem w't seinem -——,--------„„.. teuc,fe hL'ß beherrscht Herr Liebermann die AuS- .der m,?/�ral- Viehhofe« in und fzu trag, denn erfahrene Fischer habm bereits ein hohes Gebot ab' gegeben. Da der Schiffsverkehr vorausfichtlrch fich bald sehr vermehren wird, hat der Fiskus schon den nöthigen Platz ange> kauft, um noch eine zweite Schleuse zu bauen. Der Besuch der Anlage ist recht lohnend. Wie e* gemacht wird. Julius Weinbergs Verlag, der fich neuerdings„Deutsche Verlag- und Jnserentengesellschaft" nennt, und an dessen Spitze der bekannte Kolonialdirettor A. Zehlicke steht, versendet, wie wir der„Freis. Ztg." entnehmen, ein Zirkular, in welchem»ur Insertion aufgefordert wird. Als Beweis für den Erfolg der dem Weinbergschen Verlage über mittelten Aufträge wird ein Anerkennungsschreiben des Hof lieferanten Alex Scholze in Berlin veröffentlicht, in welchem es heißt, daß er, Herr Sckolze,„noch von keiner Insertion auch nur annähernd so viel Erfolg gehabt habe, als von der im Weinbergschen Verlage verlegten Sonntagsbeilage zu 130 Zeb Jungen". Herr Scholze ertheilt im Anschluß hieran dem Ver- läge den Auftrag, seine Inserate ein Iah. hindurch aufzunehmen Jener Herr Alex Sckolze gehört, wie wir aus einem uns ebew falls vorliegenden Prospekt der Deutschen Verlags- und In- ferentengesellschast ersehen, nun aber zum Vorstande jener Gesell- schaft. Der Prospekt, in welchem der Geschäftsbericht über die Deutsche Verlags- und Jnserentengesellschaft erstattet wird, datirt vom Juni 1888 und das von Herrn Alex Scholze erstattete Dankjchreiben datirt vom Juli desselben Jahres. Es ist sehr hübsch von Herrn Scholze, daß er der Gesellschaft, in deren Vorstand er fitzt, seine Inserate zuwendet, aber andererseits dürfte es auch für das inserirende Publikum nicht ohne Interesse sein, zu wissen, daß Herr Scholze mit der mit dem Jnseratenauftrag verbundenen Anerkennung lediglich fich selbst zum Vortbeil seines Geldbeutels Anerkennung spendet. Welchen Werth daher das Empfehlungsschreiben des Herrn Scholze befitzt, kann fich das Publikum selbst sagen. Ahnungslos kaufe« und gebrauche« i« Kerlin «uter dem Namen„Kaffra«" Taufende ein tödrliches Gift, das Tinitrokusol, mit welchem die Welt seit U Jahrzehnten von einigen säckfischcn chemischen Fatrikcn versorgt wird. Di- nitrokresol ist aber, wie die„Staatsbürger Ztg." mittheilt, kein Saffran, sondern ein Surrogat für Saffran, ein bräunliches Pulver, das fich viel dilliger stellt und meistens»um Färben von Genußmitteln, wie zum Beispiel Nudeln, Verwendung findet. Schon während der Berathungen zu dem am 1. Mai d. I. in Kraft getretenen sogenannten„Farbengesetze", welches namentlich die Vorschriften für die Verwendung von Färb- Mitteln für Gcnußzwecke enthält, plaidirten die Regierungsvcr- treter für das Verbot des Dinitrokresols wegen seiner giftigen und gesundheitsschädlichen Eigenschaften; doch die Fabrikanten, von denen der eine in fünfzehn Jahren allein über 1000 Pfund des Giftstoffes umgesetzt hat, wußten die Gestattuna jenes Saffransurrogates durchzusetzen. Nun ist vor kurzem in Bremer- Hafen eine Frau, nachdem fie für 15 Pf. von diesem„Saffran" genoffen Hatte, sofort in Krämpfe und Kurzathmigkeit verfallen und Hat nach ungefähr 5 Stunden ihren Geist aufgeben müssen. Auf Veranlassung des Bremerhafener Polizeiinspektors wurde dann die Leiche fezirt und zum ersten Male unwiderleglich fest- uns machten, nicht leicht schildern; die Hebräer haben in ihrer hilderreichen Ausdrucksweise das treffende Wort„Stuß" dafür. Selbstverständlich müssen nach Herrn von Lieber- mann'S Ansichten alle Juden mindestens gebraten werden, am knusperigsten natürlich die, welche die Zeitungen der Arbeiter schreiben. Lieber Himmel, weshalb soll ich ei bestreiten, ich hatte zunächst ein Gefühl, ähnlich wie die drei Männer, als sie vor dem feurigen Ofen standen, denn wer den Namen Pickenbachs unnützlich führet, dem soll eS bei der demnächstigen JudenauStreibung ganz besonders schlecht gehen. G.wiß, der Name dcS Schreibers dieser Zeilen klingt nicht ganz urgermanisch, aber, jüdischer wie..Liebermann" hört er sich schließlich auch nicht an. Im Berliner Adreßkalender sind unter dem Namen Liebermann allerlei Leute aufgeführt, vom Mühlerdammer Anreißer an bis zum Wirklichen Geheimen Kommerzienrath, und die Präpo- sition„von" macht ei doch allein auch nicht, denn es giebt ja Leute, die Cohn heißen und vor ihren Namen auch das Wörtchen„von" setzen dürfen. Doch alle diese sinnigen AuSführuungen helfen uns nicht über die eigentliche Sache hinweg. Jedenfalls ist Herr Dr. Förster Kandidat der deutsch-sozialen Antisemiten de» sechsten Wahlkreise», und Herr von Liebermann ist sein Prophet. Nimmt man noch den Ehrenbürger Pickenbach hinzu, so darf Herr Förster getrost sagen: Arm in Arm mit Euch fordere ich mein Jahrhundert in die Schranken." Fordernsteilich kanndaS Kleeblatt soviel als eS will, ob eS etwas erhalten wird, ist eine Frage, über welche sich mit vollkommener Sicherheit in bejahendem Sinne nur ein tollkühner Mensch aussprechen kann Stolz muß die Brust des germanischen Mannes schwellen wenn er daran denkt, heute der Kandidat der vereinigten Antisemiten zu sein. Doch, ach wie bald, schwin- den Schönheit und Gestalt— schon mehren sich die Anzeichen, daß e» mit der Herrlichkeit bald sein Ende haben wird.._„„ Herr Pindter liebäugelt bereits mit Herrn Eugen Richter, sie treffen sich auf halbem Wege in dem Gedanken, einen Mann zu sinden, der ihnen Beiden gefällt,— Hand in aestellt, daß die Frau am Genuß von Dinitrokresol gestorbesi ist. Alle darauffolgenden Versuche haben ebenfalls unzweifel- hafte Beweise der Tödtlichkett des unter dem Namen„Saffran" verkauften Färbemittels ergeben, und steht dessen Verbot für Nahrungszwecke seitens der Reichsregierung nahe bevor. Fabri- kanten von Genußmitteln mögen also auf ihre Mitmenschen soviel Rückficht nehmen, den Giftstoff von der Verarbeitung auszuschließen, und auch unsere Hausftauen seien zur Vor« ficht ermahnt. Die Folgen der Zuwiderhandlung können zu schreckliche sein. Da» erste Dorkomme«»wer Meheintpolirei in Berlin datirt aus den Zeiten des Kurfürsten Jobann Sigis- mund, der mit dem lutherischen Berlin wegen seines Ueber- ttittes zum kalvinischen Bekenntnisse nicht sonderlich gut stand. Die Stadt war damals streng bewacht, die Thore waren stark besetzt und die Spree war durch Pfähle gesperrt. Im Jabre 1616 verordnete der Kurfürst, der Rath solle am Mühlendamm, auf der Langen Brücke jc. Jemanden bestellen, der auf die An« kommenden unvermerkt Acht gebe. Und in Berlin sollten drei, in Kölln 2 Vereidete bestellt werden„zur heimlichen Wachen, die da hinter der Mauer und sonsten in anderen Winkeln alles in Acht nehmen sollten". Gl«» eigenartig« Erscheinung konnte man, wie uns von mehreren Augenzeugen mitgetheilt wird, am gestrigen Nach- mittage in Berlin SW beobachten. Myriaden von sogenannten „Wasserjungfern", von den Zoologen„Libellen" genannt, und zwar solche der Gattung der„Schlankjungfern"(Agrion), er» füllten die Luft und senkten fich, von West und Nordwest her« kommend, schließlich auf Häuser und Straßen nieder, wo fie ermattet liegen blieben, der lieben Jugend willkommene Sammel« odjefte bietend. Diese Infekten, dre sonst viel früher auf Wiesen, in der Nähe von Teichen und Bächen aufzutreten pflegen, scheinen in dem kalten Sommer in ihrer Entwickelung aukge» halten zu sein und die letzten zwei warmen Tage hatten das Aus» schlüpfen aus den Larven zu Wege gebrockt. Der Zug muß zweifellos an den Teichen oder Seen seinen Ursprung genommen haben und durch den starken Westwind nach Berlin verschlagen worden sein. Immer«»bei! Der Juvelier N. Unter den Linden de- nutzte dieser Tage eine Droschke II. Klaffe und ließ in derselben eine Rolle Zinsscheine mit Talons im ungefähren Werthe von 12 000 M. liegen. Der Kutscher, welcher die Papiere beim Revidiren seines Wagens vorfand, brachte dieselben sofort dem Eigenthümer bezw. Verlierer derselben zurück, welcher, nebenbei bemerkt, seinen Verlust noch gar nicht demerft hatte. Aus Freude über die Wiedervereinigung mit den geliebten Ver- torenen und in Anerkennung der Ehrlichkeit des braven Droschkenkutschers drückte er diesem— 4 Mark in die Hand. Man schreibt«««: Ich wollte gestern Buggenhagen's Saal zu einer öffentlichen Versammlung miethen. Herr Müller (der jetzige WirtH) erklärte aber:„Zu solcher Versammlung gebe ick mein Lokal nicht her, da komme ich mtt der Polizei in Kon- flikt."— Das genügt. Die K»rli«er„Lustige« Klätter" brachten in ihrer letzten Nummer unter der Ueberschrift„Eine gefährliche Situation" zwei Bilder, deren erstes am einen Ende einer Bank den dcut- schen Kaiser und den Kaiser von Rußland im Gespräch darstellt, während auf dem anderen Ende der Bank der Kodurger hockt. Das zweite Bild zeigt beide Kaiser, nachdem dieselben soeben von jener Bank aufgestanden find, während die Bank nach der Seite des Koburaers gekippt ist und diesen hat in den Sand rutschen lassen. Die Ällder tragen die Unterschrift„Wie's dem Koburger vorausfichtlich ergehen wird, wenn die Beiden ihre Unterredung deendet haben". Wegen dieser Bilder erschien am Donnerstag, dem„Dtsch. Tabl." zufolge, auf dem Redaltions» bureau der„Lust. Bl" ein höherer Polizeibeamter und verbot(!) die Ausgabe der Nummer, welche jedoch in der ganzen Provinz» und Stadtauflage bereits erfolgt war.(Diese Angabe ist unklar. Die Polizeibehörde kann eine Zeitungscuflage beschlagnahmen, dezw. ,'•!« Verfolgung der Staatsanwaltschaft überweisen; das Verbieten der Ausgabe aber kennt das Preßgesetz nicht. Red.) Ei« gediegener Lehrmeister. Der Barbier Herr Reisch, Wienerstr. 18, scheint sonderbare Begriffe von den Befugnissen und Rechten, vor allem von dem sogenannten„naturlichen Züchtigungsrccht" eines Lehrherrn zu besitzen. Bei dem genannten Herrn steht der Lehrl'ng Paul Hinze, der noch dam der Schwager des gestrengen Herrn Meisters ist, in Arbeit. Der junge Mann hatte fich aus Furcht vor Strafe vor einiger Hand will der Mann der Regierung mit dem fünfzigjährigen Jubilar der Deutschfreisinnigen gehen, um die Sozialdemo- traten zu bekriegen und eventuell zu vernichten. Ade, Dr. Förster, blase Trübsal mit dem Trompeter von Säkkingen: „Es war' so schön gewesen, ei hat nicht sollen sein!" Zer« rönnen ist der stolze Traum von der antisemitischen Kan» didatur, kein Hertzog, und hieße er selbst Rudolf, wird Dich halten, denn die Vielseitigkeit und die Gewandtheit, die ein Mensch besitzen muß, der der„Nordd. Allgemeinen Zeitung" und der„Freisinnigen Zeitung" zugleich gefällt, besitzt ein einfacher Gymnasiallehrer nicht. O, Schauspiel für Götter,— wenn in der Journal- revue der„Norddeutschen" erst die„zutreffenden",„nicht von der Hand zu weisenden" Auslassungen der„von E. Richter begründeten„Freisinnigen Zeitung" mit beifälligem Schmun- zem abgedruckt werden! Vergessen ist der alte Hader, Schulter an Schulter steht Herr Richter mit den Männern vom grünen Regierungstisch; gilt es doch, den verhaßten, gemeinschaftlichen Feind zu bekämpfen, und unverhüllt, wie fast noch nie, zeigt hier der sogenannte deutsche Freisinn sein argeS, reaktionäres Gesicht. Wird Herr Richter nicht schnurren wie ein Kater, wenn die sanfte Hand der Regierung ihm sacht und liebkosenv die immer noch braunen Locken streichelt, die der'HauSpoet der Freisinnigen so schwärmerisch besungen? Doch wie wird der Kandidat, den die Herren Richter und Pindter zusammen aussuchen werden, beschaffen sein müssen? Heute muß er gouvernemental, morgen roth oppo« sitionell sein, er muß für Schutzzoll und Freihandel zugleich schwärmen können, für und gegen Kolonialpolitik sein, heute Geld bewilligen und dasselbe morgen verweigern, heute mit dem Stöcker'schen Pöbel die Juden Hetzen und morgen nach Knoblauch duften,— kurzum er muß sein:„Gouvernemental amisenntisch-konservativ-nationalliberal-philosemitisch- deutsch- freisinnig." Wenn dieser Mann gefunden ist— dann soll Freibier getrunken werden!-- Zeit nicht zu seinem üehrhmn begeben, er hatte vielmehr sich zwei oder drei Tage auf den Ströhen aufgehalten. Nach seiner Rückkehr wurde er von seinem Meister bestrast und die Sache schien erledigt zu sein. Am nächstfolgenden Morgen jedoch über- fiel Herr Reisch seinen Lehrling im Bett, kniete auf dem jungen Mann und mißhandelte ihn in brutaler Weise. Wir laffen hier das ärztliche Attest folgen:„Der Lehrling Paul Hinze ist mir heute von seiner Mutter vorgestellt worden. Am linken Ober- und Unterarm, am rechten Oberarm, am Rücken, Gesäß und beiden Oberschenkeln befinden fich eine große Anzahl(im Ganzen mehrere Dutzend) dlauroth verfärbtcr Supillationen und Striemen. Es liegt demnach eine das Erlaubte weit über- schreitende Züchtigung vor. Dr. Morris, Arzt, Wienerstr. 20." — Der Meister behauptete zwar, er hätte den Lehrling so zuge- richtet, weil derselbe das Bett genäßt habe. Selbst wenn das der Fall gewesen ist, sollte ein vernünstiger Mensch wissen, daß derartige Krankheits- und Schwächezustände nicht mit Schlägen geheilt werden. Der Lehrling dagegen behauptet, daß er vor Schmerz und Angst während der Züchtigung Waffer gelassen habe. Das letztere ist jedenfalls das Wahrscheinlichere. Cine interessant» Tragikomödie fpielt fich zur Zell in unserer städtischen Irrenanstalt zu Dalldorf ad. Bor bald zwei Jahren wurde hier wegen eines Delitts ein junger Mann in einem Pferdebahnwagcn verhaftet, der fich Mehemed Bahadour nannte, angeblich aus Perfien stammte, aber keinerlei Legitimationspapiere besaß. Im Gefängniß erkannte man ihn bald als geisteskrank, schaffte ihn nach der Charitee, von wo er nach kurzer Zeit als unheilbar nach Dalldorf überführt wurde. Dort versuchte man auf alle Weise, etwas über die Personal, en des Kranken zu erfahren, indessen vergeblich; der Kranke blieb melancholisch und stumm. Allein die Direktion der Anstalt ließ in ihren Bestrebungen, den recht theurcn aus» ländischen Gast in seiner Heimath unterzubringen, nicht nach, und als es sich vor wenigen Wochen darum handelte, den Sohn eines in Jspahan lebenden Deutschen von Dalldorf aus zu seinem Vater überzuführen, regte die genannte Verwaltung bei der Armendircktion auf's neue die Frage wegen des älteren„Persers" an. Inzwischen aber hatte die perfische Gesandtschaft, an die man fich gewandt, einen Dolmetscher noch Dalldorf geschickt. Auch dieser hatte nur wenige Worte aus dem Mehemed Baha» dour herausbekommen, glaubte aber soviel verstanden zu haben, daß jener kein Perser, vielmehr ein Türke oder Araber sei. Run wandte man fich an die türkische Gesandtschaft, auch diese erklärte, einen Landsmann in dem Bezeichneten nicht zu er- kennen. Nunmehr ist der wegen seiner außerordentlichen Sprach- kenntniffe dekannte, vielfach Äs Dolmetscher fungirende Magi- stralssekretär Krieger dabei, die Nationalität des Mehemed Baha- dour zu ergründen. Man vermuthet, daß derselbe Jndier sei, deren Sprache Herr Krieger ebenfalls ve, steht. Die Angelegen- hat ist sür die Verwaltung von Bedeutung, der Patrent ist jung, Anfang der zwanziger Jahre, seine �lebenslängliche Ver- pflegung in Dalldorf könnte mithin dem Stadtsäckcl ein erkleck- liches Sümmchen kosten. Gin»«„gelunsenen" Scher? erlebten vor einigen Tagen die Abendgäste eines hiefigen wohlbekannten Restaurants in der B.-Siraße. An einem der dichtbesetzten Stammtische des Lo- kals kam die Rede auf das in Berlin stets in der Blüthe stehende PaIetot-„Marderthum". Ein wohlbeleibter Stammgast, seines Zeichens ein Schlächtermeister, der fich gar klug und weise dünkte, konnte die Dummheit und Unvorsichtigkeit vieler Menschen nicht begreifen und meinte, jeder, dem ein Paletot oder sonst etwas Anderes im öffentlichen Lokal abhanden käme, sei selbst Schuld daran, weil er nicht genügend auf seine Sachen Ackt gäbe.„Hier fitze ich und dort hängt mein Uederzieher," so schloß er,«und den möchte ich sehen, der ihn mir vom Nagel mitnimmt!"—„O, ganz einfach," sagte in diesem Augenblicke ein ziemlich elegant gekleideter Herr von mittleren Jahren, der am Nebcntiscbe saß und fich die ganze Zeit über an dem Ge- spräche betheiligt hatte,„sehen Sie her, das macht man so!" Damit stand er auf, zog fich den Ueberzreher des Schlächtermeisters an und ging, den Hut in der Hand, zur Thüre hinaus. Alles lachte über den Scherz, denn um einen solchen konnte es fich doch nur handeln.«Wer ist der Her,?" kragte man fich nun. Niemand wußte es. Der Kellner, der Wirth werden gefragt, sie wissen es ebensowenig und haben gemeint, es sei ein Freund oder Bekannter der Herren am Tische, mit denen er sprach und verkehrte.. Unterdessen find wohl an zehn Minuten verflossen, der„scherzhafte" Fremde kommt mit dem fast funkelnagelneuen Uederzieher des Herrn Schlächter. Meisters immer ncch nickt zurück. Es wird vor der Thür und auf der Straße nachgeforscht— der fremde Herr ist und bleibt mit dem Uederzieher und seiner Zeche obendrein verschwunden, und der superkluge Schlächtermeister, der immer noch glaubt, es handle fick um einen Scherz, muß ohne Uederzieher nach Hause gehen. Mehrere Tage warietc er in hartnäckigem Vertrauen darauf, daß der Herr sich schon noch mit seinem Uederzieher bei ihm wieder einfinden werde, aber er wartet, so viel das „B. Fr. Bt." erfahren hat, noch heutigen Tages auf den Mann mit dem gelungenen Scherze. §tU hnter Gehorsam. Zwei Berliner Herren, welche auf den von der Norddahn durchschnittenen Gefilden eine Jagd gepachtet haben, kamen am Donnerstag nach vollbrachtem Waid- merk gerade in dem Moment auf einer der kleinen Haltestellen an, als fick der Zug eben wieder in Bewegung setzte. Während der eine der Nimrode rcfignirt dem Zuge nachschaut, erklettert der andere noch schnell das Trittbrett des lebten Wagens, den er zu öffnen versucht. Dieses reglementswidrige Ausspringen hat aber der Stationsvorsteher bemerkt. Auf sein Signal hält der Zug, und dem Jägersmann wird bedeutet, daß er fich nun nach dem Stationsgebäude behufs Feststellung seiner Personalien bemühen möge. Jndeß Harras, der kühne Springer, gesenkten Hauptes dem Stationsvorsteher folgt, steigt gemächlich der vor- her bescheiden zurückgebliebene Jagdgenosse ein und dampft froh- gcmurh von dannen. Gin Vies»n-Zweirad erregte gestern um Mitternacht Aufsehen in der Friedrichstraße. Es war in der zwölften Stunde, als inmitten des noch lebhaften Verkehrs der Pferdebabnwagen, Droschken und der wie Jrrlicher dahinschwebenden Dreiräder plötzlich ein Ungethüm von Fahrzeug am Oranienburger Thor auftauchte und langsam sich die Frievrichstraße entlang schob. Das Fahrzeug bestand aus zwei etwa 8 Fuß hohen, schlank ge» bauten Holzrädern, die durch eine Achse mit einander verbunden waren. Heber derselben defand fich ein eigenthümlicher Aufbau, der nach vorn in einen riefigen, einem„Krahn" oder„Galgen" ähnelnden Storchschnabel auslief. Eine eiserne Kette war von dort nach der Achse zu angebracht. Von dem Storchschnabel aus breitete sich jedoch nach hinten zu ein Zell von grauer Leinwand aus, welches das Innere des seltsamen Fuhrwerks verhüllte und es gleichsam als Familienzweirav erscheinen ließ. Bei näherer Untersuchung fand man indessen, daß es in seinem Innern keinen Radfahrer barg, der mühsam„strampelnd" das Ungelhüm in Bewegung setzte. Das Ganze stellte vielmehr eher eine Gepäckdroschke dar, denn an der Ackse war ein mächtiger Kasten mit allerlei Gerätbschasten und Schlerfsteinen befestigt. Ein Mann in Hem:ärmeln und Holzpantinen schob keuchend und Reklameschild zugelegt hat. Von einer, ahllosen Men- schcnmenge mit schlechten Witzen beglertet. schob der Mann das holzroß" über die Linden hinweg der Kronenstraße zu, wo er u«.» hie bnm Fahren mrt den verschiedenen Gattungen derselben zu iiderwindenden Widerstände bringt die„Revue saentifique ''"•VÄM ÄSÄ von zwölf Kilometern in der Stunde, so leistet er ungefähr so viel, Äs wenn er zu Fuß geht. Allerdings hat er sein eigenes Körpergewicht nicht zu tragen, dafür aber das Fahrrad zu schleppen, welches etwa 15 Kilogramm wiegt, und die Reibung der Fahrstraße zu überwinden. 18 Kilometer erfordern etwa dieselben Anstrengungen als der Laufschritt; 24 Kilometer aber dürfte als die höchste prattisch eneichbare Geschwindigkeit ange« sehen werden. Schnelligkeiten von 30—35 Kilometern gehören zu den Kunststücken. Eine Hauptursache der großen Leistungen des Zweirades liegt neben dessen genngem Gewicht dann, daß dessen Räder nur eine Furche ziehen, während das Dreirad drei zieht, also dreimal so viel Reibung zu überwinden hat. Hierzu kommt dessen größeres Gewicht und die Uedettragung der Bewegung der Tritte auf die Triebräder durch die Fall'sche Kette. Dafür ist das Zweirad gefährlich, well das unbedeu- tendste Hinderniß, z. B. ein Stein, einen bösen Sturz nach vorn herbeiführen kann, dessen Folgen denen des Herausspringens aus einem Zuge an die Seite gestellt werden dürfen. Darum wenden fich Manche ver sogenannten Bicyflette zu, d. h. einem Zweirad mit gleich großen, nicht hohen Rädern, deren hinterstes Äs Triebrad wirkt. Allerdings erfordert diese Gattung Uebettragungcn und bringt einen größeren Reibungs- Verlust herbei, doch ist die Geschwindigkett der Bicyklette keine wesentlich geringere als die des hohen Zweiradcs, weil der Fahrer mit jedem Tritt das Gefährt ebenso weit vorwätts bringt. Äs wäre es mit einem großen Rade versehen. Die Räder drehen fich nämlich doppelt so rasch. Die höchste prattische Gefchwindigkeit eines Dreirades auf guter Straße übersteigt 23 Kilometer nicht. Sehr praktisch find, dem genannten BIÄt zufolge, die Tandem Dreiräder, bei welchen zwei Personen hintereinander fitzen. Sie find nicht wesentlich schwerer, als gewöhnliche, und es ist dafür die Triebkraft doppelt so groß. Der Vottheil sei besonders groß, wenn man dem Wind entgegenfährt, well nur der Vordermann diesen Widerstand zu überwinden bat. ßtvter dem Verdacht, den Ginbrnchsdiebstaht bei dem KanKier Paasch ansgefiihrt;n haben, find vorgestern zwei Personen unter recht eigenthümlichen Umständen verhastet worden. Man schreibt uns darüber das folgende: Der Droschkenkutscher Kalkofen in Potsdam wurde am Mitt- woch dorlseldst von einem fein gekleideten Herrn für eine Fahrt nach Charlottenburg engagirt. Kalkofcn bedeutete dem Fremden, daß seine Droschke etwas schwerfällig für die weite Tour sei, daß er aber zu Hause noch einen leichten Wagen habe, den er, falls der Fahrgast damit einverstanden sei, für die Fahtt de- nutzen wolle. Dieser Vorschlag fand die Billigung des Herrn, der nunmehr in dem Restaurant„zum Obelisk" bei Sanssouci das E uhrwerk erwartete. Dort wechselte der Herr, bei Bezahlung seiner eche, einen Hundertmarkschein und, nachdem der Kutscher sein Fahrgeld erballen, ging die Fahrt nach Charlottenburg von statten. In Klern-Glienicke ließ der Fremde aber wiederum im Cafs Glienicke anhalten, trank dort ein Glas Bier und wechselte abermals einen Hundertmarkschein. Dasselbe geschah in dem Restaurant„Deutsche Eiche" am Wannsee und in Beelitzhof. Als die Fahrt nun durch den GrunewÄd fottgesetzt wurde, traf man mit einem zweiten rothbärtigen Herrn zusammen, der im Chausseegraben saß und allerlei Zeichen machte, als od er taub- stumm wäre. Der Kutscher mußte kalten, und sein Fahrgast nahm den Mann zu sich in den Wagen hinein, woselbst fich beide in der Zeichensprache unterhielten. Im Restaurant Hunde- kehle, wo abermals angehalten wurde, ließen sich die Fremden zwei Pottionen Aal geben und waren eben dabei, eine Flasche Rothwein zu leeren, als ein Kriminalbeamter und ein Gendarm er- schienen, welche die beiden Fremden, von denen der eine noch immer die Rolle eines Taubstummen spielte, für verhaftet ettlätten. Der Gendarm brachte beide mit dem nächsten Zug nach Berlin, während der Kriminalbeamte mit dem Kutscher Kalkofen nach Charlottenburg fuhr, woselbst dieser, nachdem mit ihm ein Protokoll aufgenommen, die Rückfahrt nach Potsdam antreten konnte. Da das Signalement, das über die internationÄen Diebe, welche man im Verdacht hat, den Paasch'schen Diebstahl ausgeführt zu haben, veröffentlicht wurde, genau mit den ver- hasteten Personen übereinstimmt, so glaubt man die Diebe er- wischt zu haben. Der in Potsdam eingestiegene Mann hat übrigens, wie der Kutscher gesehen hat, noch eine große Anzahl Kassenscheine bei fich geführt. Als ihm von dem Gendarmen in Hundekehle gestattet wurde, seine Pottion Aal erst zu verzehren, lehnte er mit der Motivirung, daß ihm aller Appetit vergangen, das Anerbietm ab. Eine Schreckenoszene versetzte gestern Abend die Fahr- Dampfers der Oberspree in die größte Aufregung. Eierhäuschcn nach Berlin Liebesinsel kam, wurden in drohender Nähe zwei durch energisches Läuten gäste eines Als der um 9 Uhr 4 Minuten von fahrende Dampfer in die Nähe der trotz der henschenden Dunkelheit Ruderboote wahrgenommen, welche sofott gewarnt wurden, während der Dampfer"stoppte. Aber umsonst— ein Stoß, und ein Boot mit 4 Personen ging unter, ein neuer Stoß, und auch das andere Boot mit zwei Insassen verschwand unter der Wasserfläche. Die Fahrgäste des fast überfüllten Dampfers stießen durchdringende Schreckensrufe aus, Damen wurden ohnmächtig. Sehr bald waren von der Liebcsinsel 5—6 Rettungsboote zur Stelle.„Licht, Licht," schrie man von allen teilen; der Dampfer wandte, bannt wenigstens das Licht aus den Kajüten auf die Unglücksstätie fiel. Nach dangen schrecklichen zehn Minuten wurde festgestellt, daß nur noch zwei Personen fehlten. Aber schon drohte neues, vielleicht noch größeres Unglück, ein zweiter Dampfer steuert mit unHeim- licher Geschwindigkeit der mit Rettungsbooten bedeckten Waffer- fläche zu. Ein fürchterliches„Halt r schallt ihm entgegen. „Nur noch eine Person fehlt," hieß es dann,„ein Mädchen von 20 Jabren!" Da nähert fich von der anderen Seite noch ein ficbentes oder achtes Rettungsboot. Schaurig tönt es von dieser Stelle her:„Hier ist eine Leiche!" Ein junges blühendes Mädchen hatte in der Nähe von Hunderten von Menschen sein Leben geendet. Langsam nimmt der Dampfer seine Fahtt wieder auf. Kaunngtiick. Auf dem Neubau Manenburgersttaße 27 stürzte gestern Nachmittag kurz vor vier Uhr der Steinträgcr Gustav Adolf, Heinersdorferstr. 2 wohnhaft, aus der Höhe der dritten Etage infolge eigener Unvorfichtigkett auf das Sttaßen- pflaster herab. Die Verletzungen des Verunglückten warm so schwere, daß er schon auf dem Transport zum Krankenhause verstarb. Der Unglückliche war verheirathet und hinterläßt drei unmündige Kinder in außerordentlich bedrängten Verhälrnissm. Mit allen Symptome« einer starken Vergiftung wurde gestern früh em junges und hübsches Mädchen, eine 18 Jahre aste Schneidettn Johanna Sch. in die Chatttee einge- liefert. Die Unglückliche, die vollkommen vernehmungsfähig war, gab an, daß fie, in der Abstcht Ejfig zu tttnken, einen Fchlgrift bezüglich der Flasche gemacht und erne giftige Flüsfigkttt ge- trunkm bade. Der Zustand der Kranken soll Hoffnung auf völlige Wiederhetttellung geben. In der Mitte de» Trltomer See« wurde an einem der letzten Abende von zwei Fischern ein männlicher Leichnam gefunden, der nur mit größter Anstrengung mtt Ziehen und Tauen an das Land geschafft werden konnte. Es war die Leiche des Mannes, der am letzten Sonntag im Teltower See verunglückte und trotz sofortiger Nachforschung erst nach einigen Tagen aufgefunden wurde. Der Verunglückte ist ein Stein- drucker aus Berlin, der an jenem Sonntag nach Teltow zum Schützenfest gekommen war und in etwas angehetterter Stim- mung fich verleiten ließ, in dem kalten Wasser des Tellower Sees ein Bad zu nehmen. Beim Hineinschwimmen in die Mitte scheint er vom Schlage getroffen zu sein und er mußte seine Waphalfigkeit mit dem Tode bezahlen. Im Schmeizergarten heimsen die neuen Spezialitäten allabendlich reichlichen Beifall ein und ist dies den vorzüglichen Leistungen derselben zuzuschreiben. Am Dienstag findet das leider am 7. d. M. verregnete große Kriegs- und Frontenfeuer. werk mit dem Schlußtableau:„Die Beschießung von Sedastopol und die Sprengung des Malakoffthurmes" unter Mito� von ca. IKO Personen statt. Volksbelustigungen aller Art 1 im großen Saale Ball bilden die üblichen Beigaben der Arn>,.« stellungen dieses beliebten Etablissements._ Äftinte ff* Polizeibericht. Am 10. d. M. Vormittags vergiftck wikfurterslr 1 ein Apothekergehilfe in der Wohnung sttnes Verwandten»% welche u, Lothringerstraße mittelst Mo-phium.— Gegen Mittag 0 rbasteut Sckir am Halleschen Thor eine 78 Jahre alte Frau durch eine ib Jnvalidenn l�m Bierverleger Kreidederg geführten vottchriftswidttg fahr»% S&ilbnunf Wagen umgestoßen. Sie erlitt beim Fall auf das Pflastere« � jm srw.J anscheinend unbedeutende Verletzungen.— Nachmütags J» chabe voll ae auf dem Neubau Marienbmgerstr. 35 der tteinträger# i«irchenaüier aus dem dritten Stock herab und erlitt dadurch so schwere a t... Verletzungen, daß er mittelst Droschke nach dem Krankem urseits die im Friedrichshain gebracht werden mußte.— Um dieselbe fiel der Kutscher Ludwig in der Chauffeestraße durch eigen« 8,( � meist Vorsichtigkeit von dem von ihm geführten Geschästswagen wo» k der Armen der Jahn herab und erlitt dadurch eine Verletzung am«jiib um so aus — Edenfalls Nachmittags wurde in der Klosterstraße ein> tloin, aebt 35 Jahre alter Mann anscheinend krank auf dem Büram«lndesteuer\a liegend vorgefunden und mittelst Krankenwagens nach der Eh» chrikstadt„L gebracht.— Abends wurde der Arbeiter Kirchner bei ein««%, der Feldstraße entstandenen Schlägern durch Messerstick« ibanke der' le Kopfe, Hals und rechten Arm anscheinend nicht unbedeutend leben In d> letzt.— Ferner wurde um dieselbe Zeit in der Land-berg««% ü belT1 ein Mann in bewußtlosem Zustande und aus einer Kopf»-» nothdürst blutend auf dem Bürgerstttge liegend vorgefunden und m» tteitien folle Droschke nach dem Krankenhause im Friedrichshain 0*'»ib. f ffi Auf welche Weise er fich die Verletzung zugezogen, ist nock-- . ma aufgeklärt, zumal er auch über seine Person offenbar ui Angaben gemacht hat.— An demselben Tage fanden steinwez 13 und Köpnickerstr. 157 unbedeutende Feuer sio»I Gerichts-Zeitung. * Knf dem Glifabethkirchhof» soll es fich gut ruhen, weil dort der Todtengräber für jeden ein denes, weiches Plätzchen in petto hat und kein Un oder gar ein besädelter Mann des Gesetzes den rn Frieden stören kann. Diese Botschaft haben wir freist von den Todten, sondern den Ledenden, die lieber zwisii Grabhügeln als im Asyl für Obdachlose ein freies Nacht suchen. Gewöhnlich rekrutiren fich diese Freisckläfer«i aus den Kreisen, welche den Unterschied zwischen Mein und trotz der Dicke aller Strafgesetzbücher noch nicht begrist.n e Ein Paar alte Knaben dieser Gattung präsentirte» der zweiten Ferienstrafkammer des Landgettchts I in den sonen der„Arbttter" Paul und Rogge Beide wollt«« nicht ausko hieben, se .usschiedung ssohren geai über 50 Jo angesehen. Behörde li, der Arbei der Staat n. da de «wfbttnge. " hcn: a veiung Zusammen «lest). Al itWifreihe l,«.- 3)1. per S dem Arbei Sinnen ta-■"«IT und wnen oer„Aroeuer Paul uno �logge Berve wou»� c» btlomn kurzem die Nacht auf dem genannten Kirchhof zubringen � i% waren eben im Begriff, den Lattenzaun eines angtenl�, Hauses zu überstttgen, um dann über die FttedhofemoU«(h?«nd�. tee. aa.... n y• CITI•#*.. /itl yn/ VvSi klettern, Äs sie plötzlich in einem Winkel des Hofes einen zug demertten, der dort zum Trocknen hingehangen war. theilten fie fich die annektittc Beute und bald darauf vei ein tiefes Schnarchen, zwischen dm Gräbern, daß die Freibeuter in Morpheus Armen ruhtm. Doch mit des Gen Mächten ist nicht zu spaßen. Aurora bat die Angewow im Sommer etwas früher zu erscheinen, und ihre Helle tri« Schläfer in der Morgendämmerung von der Ruhestätte.; der Straße fiel dem Wächter auf, daß die beiden Person� sonderbar, halb in Lumpen, halb in eleganter Tracht stolzitten und deshalb nöthigte er fie nach der Polizeiwoss� die Sache aufgeklärt wurde. Vorläufig werden PoÄ Rogge nicht wiedee auf dem Kirchhof, dafür aber am Ptsstz' schlafen, denn der Gerichtshof diltitte dem elfteren 5 uno letzteren 6 Monate Gefängniß zu. * 59 Jahre mar Jungfrau Mari« Zorn, Äs fit entschloß, rhrem Anbeter, dem ZSjährigen Eduard Kastelke. Hand zum Bunde fürs Leben zu reichen. Die kleine D' von 34 Jahren, welche die Erwählte dem Gatten voo schien anfangs wenig Einfluß auf das eheliche Leben an und vergnügt sah die junge Frau der Zukunft entgegen�. Friede währte aber nur zwei Jahre, denen döse des Uw folgten. Das Ende vom Liede war, daß der seine Frau fitzen ließ und zu einet Wittwe Mulm (Schlaf stille zog. Frau Kafielke war infolge dessen r die Schlafwitthin ihres Mannes besonders eifersüchtig, Ä, muthete ein intimes Verhältniß zwischen Beiden und Gedanke erhielt neue Nahrung, als ihr erzählt wurde, th« habe der Frau Müller eine Lampe zu 30 Matt zum Gel geschentt. Am 2. März hatte Frau Kastelke ihren Gel und diese Gilegenhkit benutzte fie, um an den Galten zu st er möge ihr doch auch eine Lampe zum Geburtstag schent�l gtür sie derselben mehr Henölhigt sei, wie die Frau Müller, j fl.W,, W)* P Brief hatte insofern Erfolg, Äs am nächsten Mor�««� U tvitb." Ehemann erschien, aber nicht mtt der der i Lampe, sondern mit einem Ochsenziemer, den er unboii»,|4% Pg auf seine bessere Hälfte niedersausen ließ. Die Mißhand«»,� feJJö fix(st, fich ein ärztliches Attest ausfettigen unv stellte bei der S.;'.Nad .kommen J fein- •je lange Streiks a einem an ändert r '«lutleib, abe ". ge Sozi innen ihm Äür.(L i hervor, ;s in der »Jon lieb 5 haben. «eitern können, Herr Ar! tag. # l Bist durch «Straf antrug, worauf Kafielke vom Schöffengericht zu lj jfi in norntihaili mut-Tlo CaIovooacm ar JjC*«!.'( teru straftammer zur Verhandlung� Der Angeklagte will. von � � Gefängniß verurtbeilt wurde. Hiergegen hÄte er ern eingelegt und so gelangte gestern die Sache vor der Berul'.� �Äen pUi r+.rt.f /> vm«-M/iv 11#*- prf 1#1-1 /» Ma �er Atbi tp zu haben, lenkte fich auf den Schlächtermeister Raumllchketten einer polizeilichen Durchsuchung wurden. Diese hatte überraschmdc Ergebnisse, denn Ä-DSS t&p«(Jjj'fftnbc y. des vermißten Fleisches wurde im Laden, das andere s% unter Sacken und Utensilien versteckt aufgefunden. � ge, kwgte will von dem Diebstahl nichts wissen, sondern W/ Ne.- weit) von�ernem großen Unbekannten gekauft haben; .................................. fcl'ao L � Bk. angezahlt, während �der Rest vordem auf � joüt'yl kragte 6 Monate Gefängniß.— Der «an der Hehlerei schuldig und erkannte auf eine 1 von 3 Monoten. er Mit°Ä iQet Slrt, ij oben d« i vergift� mndten» Nereine und Versammlungen. der Alter»-«»d Invaltdenverstcherung de» S~™!!te sich die am letzten Freilag in Wulffs Salon, Große ,nr,M«i ii �"urterstr. 117, stattgehabte öffentliche Schuhmacheroersamm- fl unter Borfitz des Herrn Baginsky tagte. Herr r* 5Ln Jritsut.Schippe! referirte über den„Geletzentwurt zur Allers- Irin flhrfl, MAdenversorgung der Arbeiter". Redner begann mit mLftM ti LS?,lbc"unS der Ausübung der Armenpflege durch die «j � Mittelalter, die, gestützt auf ihre reichen Mittel, ihrer Sr ojji Me voll gerecht werden konnte. Infolge der Einziehung ] ij, wchengüter durch den Staat, und mll derselben gingen nun OmnW ,£'?'en der Armenpflege auch auf den Staat über, der �""f'rtji die Lasten auf die einzelnen Gemeinden abwälzte. n und Hain» ist not rbar»i fanden. jeuet �uchengüier durch den Staat, und mit derselben gingen nun ten der Armenpflege auch auf den Staat über, der - hr.WteKirv die Lasten auf die einzelnen Gemeinden abwälzte. 5* fwnr« J!" liegende Widerspruch ist klar. In einer Industriestadt mäd& f,' le. werft von Arbeitern bewohnt wird, ist der Prozent- �" jj[/er Armen naturgemäß ein großer; und dieser Widerspruch **,rin,?, um so auffälliger, als der Gemeinde viel Geld dadurch i lrr.Zii 2*2 Seht, daß die Reichen, die thatsächlich die dirette Ge. ßW l°hlen, fich nicht in einer kleinen, schmutzigen h!i«n« ä'adt niederlaffen. Der vorliegende Gesetzentwurf sei ä.afrAiAe i»?.?lchts, als eine Abänderung des Armenwesens, wobei der i!rft dn leitende war, die Armen möglichst billig adzu- 1?™;. Q" der Denkschrift, die dem Gesetzentwurf vorauf- ß�nfir. W bemerkt, daß die gewährte Rente nur für mit uochdülftigsten Lebensunterhalt am billigsten Orte .LlZÜ"4(rr solle. Der billigste Ort sei natürlich das flache trieb fich en ein n Un> en n r freit c.zwis> i Stacht läfer n lern uti» egriffen äscntirte« in de» ie wolltet ubiingcsi angtenHTi dhofswl ifes eines war.? auf verl aß die t des Gest tlngew Helle I chestättc. n Perfol Tracht cli llizeiwacke. •Ii Paul am Plötz« ■„ S und «♦ alsste >«asteld- leine ir von en oi » es Hol l der_ t MM dessen l chtig, ß', n und cde, m Ke! :n Gel en zu st sr* * unbaiitz. mfß -?« rr Berul »ill.ron t einew eugin# stellt n in Berufung .Doch selbst auf dem Lande könne man mit 33% Pi. per ' auskommen. Das Bestreben, möglichst viele Arme n» sei auch gekennzeichnet durch die übermäßig weite Schiebung der Altersgrenze.(Beifall.) Leute, die bis zu Mren gearbeitet haben, seien sehr selten, denn Arbeiter Uber 50 Jahren seien bei den Herren Untemehmern nicht M»sehen. Ein weiterer Beleg zu der geschilderten Absicht Behörde liege in der Borenthaltung der Invalidenrente, der Arbeiter noch fähig ist, 33'/, Pf. per Tag zu verdienen. der Staat überhaupt selbst hinzubezahle, sei fast nicht zu », da der Arbeiter ja das meiste Geld durch seine Bei- aufbringe. So würde der Arbeiter im Durchschnitt per Wen: aus der Krankenversicherung 3 M.. aus der Un- tcheiung 50 Pf., aus der Invalidenversicherung 5 M., Mammen 8 M. 50 Pf. Das sei ja auch eine Einnahme «eiy. Aber was hat man ibm dafür genommen?— die Msfreiheit. Durch diese Maßnahme find die Löhne bis Al. per Monat heradgevrückt worden, und dafür gicbt bwr Arbeiter jetzt 8,50 M. per Jahr. Scheffelweise ist es Mir und fingerhutweise wud's geaeben. Dos schlimmste Vorlage sei aber das Ouittungsbuch. Dieses bekomme der Arbeiter, so lange er Arbeit t in die Hände; die Marken werden vom er eingeklebt und entwerthet, also durch Auf- des Datums. Wodurch unterscheidet fich d es noch von dem s. Z. in Anregung gebrachten . Durch nichts; auch ins Arbeitsbuch sollten keine lommen, nur die Arbeitszeit und der Unternehmer sollten ' sein. Auch aus dem Quittungsduch ist ersichtlich, wo % lange der Inhaber gearbeitet hat. Wenn er infolge Streiks aus irgend einer Stadt ausgewandert ist und zu i rtnem anderen Unternehmer kommt, so wird's heißen:„Aha, Ändert von da und da,— Streik dagewesen, also:„Es ittletd, aber ich habe wirkllch keineAnstellung für Sie." i Beifall.) t»ge Sozialreformm seien bei dem Arbeiter nicht beliebt; mnen ihm wichtige Rechte ad und geben ihm ein Trink- dafür.(Lebhaft» r Beifall.) In der Diskussion hob Herr » hervor, daß die freien Hilfskaffen von der Wahl des Vor- 5»n der V« waltung der Altersversicherung ausgeschloffen Man liebe dort augenscheinlich nicht die Köpfe, die denken su baden. In Betreff der Invalidenrente wäre es beffer, �tbeitern vorher hohen Verdienst zu gewähren, daß ste fich »onnen, bevor ste krank und alt werden. Der folgende Herr Wojak, demerkte noch, daß die im Staatsdienst Arbeiter nach 2öjShriger Dienstzeit schon pensions- d und zwar mit 25 M. per Monat. Hier- folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: tagende öffentliche Schuhmacherversammlung erllärt: Sung, daß die geplante Alters- und Invalid: n-Ver> w,»» materieller Hinficht fast gar keinen Stutzen für die kv-o- st verspricht(durch viel zu weite Hinausschiebung der TOi v/bWund zu geringer Rente), in andrer Beziehung da- %ei>tv'stu bungen ber Arbeiterklasse direkt feindlich gegen« durch Einführung der Quittungsbücher u. s. w., den Vli, H-ntrourf für unannehmbar; ferner spricht die Ver- d»m, hbe Uederzeugung dahin aus, daß das soziale Elend " s ff Kundlich beseitigt werden kann, wenn die heutige ii K# Produktionsweise in eine genoffenschaftliche umge- |/i% j.Mrd."(ES ist dies dieselbe Resolution, deren Ver- lAhx.k)! der. Montagsversammlung in Sanssouci dem über- Polijeibeamten Veranlaffung zur Auflösung gab, , ne hier ruhig vorgetragen und angenommen werden Aach Annahme der Resolution wurde noch »n die Dislusston eingetreten. Herr Süß- erweiterte die Ausführungen des Referenten � � Punkten; auch er forderte bessere Löhne, damit die der? 5 Ei selber vor vorzeitiger Invalidität schützen könnten h.- M. Baginsky fordert die Arbeiter auf, nur fich selbst ldeiii"»!!""H«sr-g zu agitiren, so daß ihre Macht wachse. t foJ;„""«H einige Redner im gleichen Sinne geäußert, z»? K.linger dm Anttag, das Bureau zudeaustrogm, . u>n an den Reichstag gelangen zu lassen. Herr . n,'"Sktz spricht fich gegen diesen Antrag aus. Der m"ßer wurde hierauf abgelehnt. Stachdem noch die Mj?Uhr und M. Baginsky aufgefordert hatten, rege *' auf n' krhält Herr Schippe! das Schlußwort. Er for« t Huht der Freihell weiter zu verbreiten und zu- W Im'*)ann werde die Zeit kommen, wo der Staat h> h.. der Opposition gezwungen sein werde, das & J"rbert anzuerkennen. Damit schloß die Versammlung. fLmmtlicher an Holzdearbeitnng»- l gut �rchäftigtr« Arbeiter hielt am 6. August ct. mr Milgliederversammlung in Säger's Lokal, um �8 29', ab. Der Vorsitzende machte zunächst bekannt, >>» a-? ,?°witee gebildet habe, welches für den verunglückten F.„"beim Schumann eine Matinee veranstallet, welche , 3h,??' den 12. August(beute), in Keller's h recht.�s�istraße 21, stattfindet. Er ersuchte die Kollegen, h»b(n � daran zu betheiligen, da die Familie des Be- p iuAm. Esau und 6 unmündige Kinder) in der größten Stoth ' aJ?tetauf fand eine Vorlesung statt übet:„Der Kampf 16""d-2BQ?Tet"' welcher die Perfatnmlunjj mit der c A , Bei'? nven 1 , Vinarj 4ji �u'II,. c*1-wwuv*, v»v"p"- ö?ckv.bn„werksamkeit folgte. Zum zweitm Gegenstand der L," 8fothS.ufden- Ein Kollege, welchem mll ihm(Redner) zusam- ........... 0 zusammen aufgehört habe, sei in eine Doch schon nach vier Tagen habe der f seiner früheren Arbeitsstelle wieder in Arbeit treten könne. sei dadurch ein anderer .-—-------- Stelle bereits eingenommen den iE>° los geworden.— Hierauf ersuchten mehrere 2® der eine Öffentliche Versammlung zur Be- L!i»t? cin.nu Aettitten Atters- und Jnvalidenversorgung der fiebüN' bie Schluß machte der Vorfitzende be- Sollten fich die Mitglieder bis dahin nicht mll den nöthrgm Billets versehen haben, so sei dem Vorstand, wenn die Billets an Gäste verkaust und oergriffen find, kein Vorwurf zu machen. Der Nrrrin der Kanfinckatenre Krrlin« und Um- gegend tagte am 6. August im Kinski'schen Lokale, Fischerstr. 10. Der Vorfitzende Herr Schulz verlas die Paragraphen der neuen Bibliothekordnung, welche von der Versammlung mit wenigen Aendcrungen angenommen wurden. Hierauf erstattete der Ob- mannn der Ardeitsnachweiskommisfion Herr O. Daske Bericht über daö von der Kommission in Aus ficht genommene Arbeitsnachweislokal, welches fich Joachim- und Auguststtaßen-Ecke bei Uckeifard defindet. Hiermll erklärte fich die Versammlung ein- verstanden. Der Kassenbericht für die Monate Juni und Juli, welchen Herr Woitschach(Revisor) verlas, ergab eine Einnahme von 266,30 M. und eine Ausgabe von 195,40 M. Es verblieb mithin ein Bestand von 70.90 M. Nachdem beantragte der Vorfiyende, dem Kasfirer 3pCt. der Einnahme für seine auf- opfernde Mühe und Thätigleit zu bewilligen. Die Versammlung stimmte dem Antrage einstimmig bei. Hierauf wurden 5 neue Mitglieder aufgenommen. Zum Schluß ersuchte Herr Werder die Versammlung, nach Krästen für den Verein zu agitiren und möglichst viel neue Mitglieder heranzuziehen. Die nächste Versammlung findet am 20. August in demselben Lokale statt. Uebrr die öffentliche Persammlnng der Kchlajfer und Mafchinrnbanarbeiter, welche am 7. d. M. abgehalten wurde, veröffentlichten wir in Str. 186 unseres Blattes einen uns von dem Schriftführer der Versammlung zugegangenen Be- rieht, der leider mehrere Unrichtigkeiten zu enthalten scheint. Der Schloffer Herr Karl Miethe, Gitschinerstraße 82, ersucht uns um Aufnahme folgender„Richtigstellung."—„Die Ver- sammlung wurde vom Einderuser derselben eröffnet: im Auf- trage des Herrn Pirch schlug Herr Petzold zur Leitung der Versammlung dos von ersterem namhaft gemachte Bureau vor, welches auch gewählt wurde. Ein Referent war nicht destellt. Der Vorfitzende gab bekannt, daß fich Herr Pirch zuerst zum Wort gemeldet habe, und ettbeilte es demselben. Herr Pirch sühtte aus, daß fich in der„Metallardetter-Zeitung" ein Aufruf aus Hamburg befindet, in welchem nachgewiesen wurde, wie nothwendig es sei, daß die Schlosser.einen Kongreß abhalten, um künftig die Streiks besser durchführen zu können; auch sei er, Redner, wegen des Kongresses schon nach Brandenburg ge- reist und habe dort einen Vortrag gehalten. In Brandenburg seien die Kollegen sehr begeistert für den Kongreß eingetreten und hätten auch gleich einen Delegirten gewählt, nur Berlin sei am wankelmüthigsten, Berlin sei überhaupt in dieser Beziehung hinter allen kleinen Städten viel zurück. Man möge beute doch endlich beschließen, an welchem Ott der Kongreß stattfinden, und wie die Mittel dazu aufgebracht werden sollen. Er behalte fich vor, mehrfach in die Diskussion einzugreifen.— Hr. Bredow führt aus, daß unter den heutigen Verhältnissen die Einberufung eines Kongresses nicht vottheilhast sei. Wie groß üdttgens bei den Schlossern das Interesse an einem Kongreß sei, zeige die Versammlung ganz deutlich, denn von dm 30000 Schlossern, welche Berlin angeblich hat, wären kaum 100 anwesend. Herr Pirch griff nun Herrn Bredow per- sönlich an, indem er denselben als nicht maßgebend bezeichnete. Er hätte Herrn Bredow noch niemals in dm Versammlungen gesehen.— Herr Fahrenwald protestitte gegen das Auftreten des Herrn Pirch gegenüber Herrn Bredow und bettef fich darauf, daß die heutige Versammlung eine öffentliche sei, daher auch ein jeder das Recht habe, eine Meinung zu äußern. Schreibet dieses (Miethe) führte hierauf aus, daß man den Veranstaltern und Besuchern des Kongresses vom Jahre 1884 noch verzeihen könne, denn damals hätte die Arbeiterbewegung einige Jahre lang brach gelegen und man habe einfach wieder versuchen wollm, od fich nicht eine starke Organi- sation durch eine Zenttalisation bewerkstelligen lasse. Dies sei aber an dm gesetzlichen Bestimmungen gefcheitett, und seien außerdem die begründeten gewerkschaftlichen Organisationen mit zu Gmnde gegangen. An die vielm Kosten, Verfolgungen-c. wolle er gar nicht erinnern, denn ste feien wohl noch in aller Gcdächtniß. Herr Pirch werfe zwar den Berliner Kollegen Wankelmülhigkeit vor, aber nach seiner(Redners) Meinung sei das entschieden besser, als fich überrumpeln zu lassen. Der Be- schluß der Brandenburger Kollegen zeuge gerade nicht von einer besonderen Kenntniß der Verhältnisse. Man habe dott einen Delegitten gewählt, bevor man weiß, od überhaupt ein Kongreß stattfindet. Stach allen Erfahrungen, welche er gemacht, könne er den Kollegen nur mtschieden abrathen, einen Kongreß abzuhalten. In demselben Sinne, nur noch etwas ausführlicher, sprachen fich die Herren Brenedow und A. Meyer aus. Auch die Herren Bemdt, Reckner und Schnirpel sprachen gegen den Kongreß. Der letztgenannte Redner führte noch an, daß der Aufruf in der „Metallarberterzeitung" von Herrn Pirch herrühre.—.Von Herrn Fabrenwald wurde folgende Resolution eingebracht:„Die heutige Versammlung beschließt, von der Abhaltung eines Kongresses in diesem Jahre Abstand zu nehmen." Diese Resolution wäre unzweifelhaft mtt überwältigender Majorität angenommen worden, wenn der Vorfitzende nicht den Fehler deging, Herrn Pirch das Schlußwort zu er- theilen. troydem derselbe nicht als Referent aufgestellt war.— Herr Pirch benutzte nun die Gelegenheit, um über die Vor- rebner in einer Weise herzufallen, welche wohl einzig in ihrer Art dasteht. Er sagte u. a.: Nach allem von den Vorrednern Gehörten weiß man nicht, ob einem der Kopf noch auf dem Rumpfe fitzt. Wenn die Herren Vorredner überhaupt denkfähig wären,— wettet kam der Redner nicht, denn von allen Seiten des Saales brach ein Entrüstungssturm los. Auch ich rief ent- rüstet einige Worte dazwischen. Hierauf vertagte der Vorsitzende die Versammlung, während der Vettagung ließ er jedoch über einen Antrag abstimmen, welcher besagte, mir das Lokal zu ver- weisen. Selbstverständlich hätte ich wegen der ungiltigen Ab- stimmung das Lokal nicht verlassen, erst auf Zureden einiger zunächst fitzenden Kollegen verließen wir, etwa T/s der Anwesenden, das Lokal. Als die Herren am Vorstandstisch nun sahen, daß sie beinahe ganz allein blieben, schloß der Vorfitzendr die Versammlung.. � �., »er zinterstntzungabnnd der Hansdiener Kerlin» hielt am 7. August bei Feuerstein eine ordentliche Mitglieder- Versammlung ab, in welcher nach Erledigung einiger Unter- stützungsgesuche der Vorfitzende dm Bericht über das am 8. Juli auf dem Berliner Bock stattgehabte Sommersest gab. Dasselbe ergab einen Ueberschuß von ca. 400 M Der nächste gesellige Abend mtt Damen findet am 21. August bei Feuerstein statt, an welchem Tage auch die Billets zum Stiftungsfest, welches am 22. September in dm Sälm des„Vereins junger Kauf- leute", Beuthstr. 20, stattfindet, zur Ausgabe gelangen. Bei der Aufnahme neuer Mitglieder wurden alsdann 16 Kollegen in den Bund aufgenommen. Die neuen Statutenbücher find außer in den Vettammlungm auch im Bureau des Bundes, Gr. Jüden- Hof 7, gegen Vorlegung der Mitgliedskatte zu haben. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 4. September bei Fernfteto statt gn einet am gestrigen Abend in der Gastwirlhschaft„Bellevue" abgehaltenen öffentlichen Versamm- M°,.» wi 13. U. rn, 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Frage« kästen. Verein zur Wahrung»er Interesse«»er Mietheu de» Norden«. Mittwoch, den 15. d. M., Abends 3, Uhr, in Faustmann'S Salon» Jnvalidenstraße 144. 1. Vortrag des Heim Canitz:„Inwiefern tragen schlechte Wohnungm zu Lungen- eikrankungm bei?" 2. Diskusston und Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste find willkommm. Unterftnhungsoerein»er Maurer Kerlin«. Dienstag, den 14. d. M, Abends 8% Uhr, in Scheffer's Lokal, Insel« sttaße 10, Versammlung. Tagesordnung: 1. Berathung einer Bibliothekordnung. 2. Ünteistutzungs-Angelegenheiten. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Verein zur Wahrung»er Interessen»er Zalkirer aller Kranchen. Versammlung am Dienstag, den 14. d. M, Abends 8; Uhr, in Faustmann's Salon, Jnvalidenstraße 144. Tagesordnung; 1. Gewerkschaftliches. 2. Verschiedenes und Fragelasten. Der Verein»er Modelltischler hält am Montag. Abends 8ji Uhr, seine Versammlung im Restaurant Äckerstr. 144 ab. Tagesordnung: 1. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. 2. Fragekasten.— Der Verein veranstaltet am 19. August eine Herrenpattie nach„Weidmannslust". Gäste find willkommen. Treffpunkt: Stettiner Bahn um 8 Uhr Vormittags. Verein zur Mahrnng»er Interessen»er Kchnh- macher und verwandten Berussgenoffen. Montag, den 13. August, Abends 8$ Uhr, Versammlung im„Königstadt- Kafino, Holzmarltstr. 72.— Sonntag, den 12. August, findet eine Landpattie der Schuhmacher nach Finkenkrug statt. Ab- fahrt 9i Uhr Vormittags vom Lehrter Bahnhof. Fachverein»er Marmor- und Granitarveiter. Heute, Sonntag. Vormittags 10i Uhr, Versammlung bei Deig» müller, Alte Jakobstt. 43. Kollegen als Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Vereinigung»er Drechsler Dentschland». Die Orts« Verwaltung Berkin U(Stockbranche), veranstaltet am Sonnabend, den 18. August, Großes Konzert und Vorstellung im Konzert- hause Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Der Ueberschuß wird für kranke Mitglieder verwendet. Billets i 30 Pf. find bei allen Komitee- und Vorstandsmitgliedern zu haben. Verband»entscher Zimmerlent», Lokalverband„Berlin West". Versammlung am Montag, den 13. August, Abends 8i Uhr, im Lokale des Herrn Sange, Steglitzerstr. 27. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über: Erste Hilfe bei Unglücksfällen". 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. »er Verein»er parqnetvodenleger Kerlin« feiert am Montag, den 13. August, sein 5. Stiftungsfest im Lokale des Herrn Bohne, Hasenhaide Nr. 7, mit großem Konzert, ver- schiedenen Belustigungen und Sommernachtsdall. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Billets find zu haben bei den Herren: Simund, Fürstenstr. 9; Merkel, Zoffenenstr. 33; Ehlers, Admiralstr. 38; Schubert, Hollmannstt. 14; Bach, Lindenstr. 10; Lundehn, Alvensleben- straße 17. Gessentliche Kchneiderversammlnng am Dienstag, den 14. August, Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tagesordnung: Berichterstattung des Delegirten Herrn A. Täterow über die Verhandlungen des Schneiderkongresses in Erfurt. Freie Diskusston. Alle Schneider Berlins find hierzu eingeladen. Tnrn» und gesellige Vereine am Sonntag. Lübecksscher Turnverein(2. Lehrlingsabtheilung) Abends 6 Uhr Elisabethstraße 57—58.— Turnverein„Wedding"(2. Lehrlingsabtheilung) Stachmittags 4 Uhr Pankstr. 9.— Turnverein„Froh und Fre» (Lehrlingsabthellung) Stachmittags 4 Uhr Bergstr. 57. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine etr. am Montag. Gesangverein„Unverzagt" Abends 8t Uhr im Restau- rant Goenng, Köpnickerstraße 127».— Gesangverein„Sängerlust" Abends 9 Uhr im Restaurant, Landsbergermaße 80 — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr im Restaurant, 17. Ziehung der 4. Klasse 178. Königl. Preith. Lotterle. „ Ziehung vom Ii.«uguft 1888, Schlaft. Uur die Gewinne über 210 Marl sind den betreffenden Nummer» in Parenthese beigefüg». (Ohne Gewähr.) 169 280 432 78 566 1218 480 518 2205 420 28(1500) 55 67 908 «255 456 719 853 915 4023 99 III 37 555 631 40 827 916 8« 51.1« 208 433 702 867«102 24 335 965 7019 328 405 77 894 920 67 866« 90 729«293 383 662 917 51 1«614 772 836 89 920 1 1 354 12093 1:1064 149 83 212 96 99 330 694 711 29 88 99 817 1 4458 612(1500) 612 57 79 743 96 15048 69 124 46 573 681 I«040 132 641 867 I 7067 102 375 78 703 13 18035 (1500 121 423 I»002(30001 137 81 216 995 20086 279 465 549 67 675 21011 168 230 352 97 498 626 761 79 832 13001 953 93 2 2894 2:1133 88(5001 356 463 2 4604 737 883 25011 32 61 98 209 48 382 433 610 2 6273 311 70 402(15001 8 39 73 Ö8001 618 64 2 7101 41 504 81 607(1500) 866 28056 2 9016 172 49» 762 837 94 30462 81 719 62 31099 101 394»2083 102 348(3000) 564 600 [300] 33362 93 611 1300) 22 959 3 1 089 147 851 916 3 5163 480 51» 67 879 965(300) 30135 314 54 449 677 782 958 3 7175 303 592 801 28 38060 275(300) 490 606[15001 11 825 72 30211 403 1500) 612 40227 415 613 26 871 952 41065 880 4 2271 337 78 11500) 4311» 370 597 864 4 4155 878 917 92 4 5064 294 342 509 4 0012 324 71(1 4 7 339 564 773 926 48140 70 82 468 630 78 984 4 0262 84(300) 39» 608 13 820 50134 589 767 80 95 952 5 1 494 567 643 61 827 50 926 6 2095 338 61 406 683 809 62(3000) 91 92 11500) 6 3070 143 83 338 98 443 805 64077 168 340 73 55222 791 902 13 5 0151 436 728 865 80 5 7058 255 564 632 5*234 44 387 495 826 929 5 0003 287 397 473 581 818 900 3» ««396 405 530 995«1088 194 289 660 87 712 861 13001«2338 501«3047 III 50 88 258 62 475 554 625 763 873«1209 1300)69 46» 758 861 110000)«5118 279 332 549 97. 99««045 15001 64 231 382 788 816 57 912«7056 184 231 33 656 97 958«*353 424 526 90«0004 230 300 597 809 7«147 433 1300) 95 752 846 925 7 1 274 7 2063 226 765 965 7 3104 315 418 7 4658 763(500) 951 75044 197 252 417 637 824 7«529(150M 57 755 881 920 43 89 7 7131 252 85 370 696 736 7*101 450 701 824 92» 51 7 0084 1500) 156 431 503 900 14 *«203 339 410 633 692* 1 643 607 40 45 65 67 82 829 981*2128 68 236 433 959 87 1300)*»261 384 401 83 521 775 978*4 085 81.3(15001 *5165 231 328 46 560 979*«111 629 927*70-0 326 443 673 87(3001 726 985**091% 106 304 682*»200 88 392 783 898 »"345 52(50001 447 50 522 0 1 186 348 517 680 729(300) 929»2168 217[1500] 718 847 985 0 3281 390 522 890 13001 O4 022 SO 127 221 3*0 1300) 729 93 840 974»5081 177 1300) 412 57(500) 727 48 907»0313 571 609 794» 7012 254 387 660 795 942 0*000 6 193 237 360 85 701 06 049 201 43 317 446 I««120 216 316 742 IOI621 102163 646 746 91 977 I»:i34S 653 809 15 1«4031 115 329(500) 71 I«5571 615 757 849 66 89 lOuOUS 404 510 602 63|5Ü0| 788 869 998 1 0 7015 26 162 373 776 838 U94. 1«*093 694 840 979 1 00339 422 856 1 1 0112 34 54 62 300 76 469 568 624 810 965 81 III 113 355 9« 630 722 29 33 829 112161 54 442 514 28 861 92 916 69 1 1 3198 44!» 1300) 704 65 1 1 4655 956 1 1 5238 502 791 804 1 1«268 646 88 1 17 185 449 669 793 981 118244 402 546 92 880 110096 115 251 87 462 608 746 1600) 124*608 789 1 21030 89 122 602 14 899 941 122081 228 4 9 71 75 �.4% äs 629 909 50 1 2*035 138 402 629)50O] 120069 325 539 727 877 I3U436 623 1 31162 892 966 86 1 32574(300) 727 I 33232 443 904 1 34447 675 85! 92 1 35055 816 52 1 30039 1300) 307 54 8.-»* 1*7410 600 89(1600) 90 818 1 3*069 212 31(1500) 485 956 96(1500) 1«>Ü188 oö7 922 140047 274 320 61 686 14 1 000 16 340 486 500 2 9 39 661 744 73 82 935 1 42112 90(300) 212 660 930 65 1 4 3002 424 49 552 619 144312 707 145066 148 92 202 684 612 146027 143 263 324 420 503 637 728 850 63 1 47161 247 466 653 947 1 4*454 55 574 960 1 41»0ll 84 101 209 469 607 36 150028 245 678 822 75 82 973 151448 557 653 975 1 52284 577 79 688 873 1 53668 880 95 919 1 5 4119(3000) 48 1500] 155079 1500) 180 807 992 1 5U059 215 376 886 1500) 944 81 157170 238 402-542 904 15*033[3000) 311 44 466 546 909(1500) 1 50079 104 446 66 531 9>2' 10OI65 130001 229 699 818 36 99>«> 313 533 47 683 847 I>.2033 103 250 656 1300] 821 91 999 1 03023 62 198 396 629 1«4097 214*> 353 447 53-731 976 82 I«5016 87 265 393 402 737 834 l««02o 4L 70 187 304 38 699 781 1«7041 239 340 488 I«S106 32 480 538 633 87 748 I«0005 100 664 797 991 1 70133 355 617 1 7 1 000 269 382 410(500) 26 698 823 93 1 79 172016 673 795 1 73178 217 440 58 1 7 4 333 719 809 950 1 7 506:1 177 227 683 J3001 I 7«334 541 I 7 7009 43000) 286 450 713 38 1 7*«53 122 486 601 830|500| 951 170011 104 226 524 644 760(1500) 914 1*0023 301 24 58 429 540 1*1 196 779 853 1*2001 134 472 507 36 621 719 818 921 76 1*5121 281 350 644 814(300) 20 1*4058 64 355 515 816 1*5624 47 1*«007 159 327 454 87 952 69 1*3 IUI Ii 567 904 1**228 821 932 4*4*677 750(3000) 832 1300) 94 937 Naunynstr. 78.— Maünergesangvernn„Weiße Rose" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichts« nlO.— Männergesangvcrein„Eintracht 1" Abends hr Köpnickerstraße 68, im Restaurant.— Gesang« »erew„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Männergesanaverein„Firmitas". Abends 9 Uhr bei Wolss u. Krüger, Skalitzerstr. 126, Gesang und Mufil.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlingsabtbeilung> Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60—61.—„Berliner Turngenoffenschaft" (7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städt. Tum- Halle, Britzerstr. 17—18;— desgl. 6. Männerabtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Tumhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeckscher Tumverein(Männerabtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeth- straße 57—68.— Verein ehemaliger Schüler der Vll. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Linden- straße 106.—„Friedrichs-Verein"(ehemalige Zöglinge des großen Friedrichs-Waisenhauses der Stadt Berlin) Abends 8t Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Vergnüaungs- verein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thomm, Schön- bouser Allee 28.— Verein„Ratibor" Abends 8t Uhr im Restaurant Fritze, Elisabethstr. 30.— Arends'scher Steno- graphenverein„Mercur" Abends 8t Uhr im Restaurant„Baatz" Blumenstr. 10.— Arends'scher Stenographenverein„Apollo- bund" Abends 8% Uhr Thurmstr. 31(Moabit.)— Wissenschaftlicher Berein für Roller'sche Stenographie. Abends 8t Uhr im Münchener Bräuhaus, Reue Friedrichsstr. 1, Unterrichts- und Uedungsstunde.— Rauchklub„Hellblau" Abends t9 Uhr, Skalitzerstr. 143._ hat ein Patent für einen„Telautographen" erhalten, eine Vor- richtung, welche auf Grund neuer Entdeckungen in Bezug auf die Behandlung des elektrischen Stromes es ermöglicht, daß Nachrichten auf weitere Entfemungcn in der Hmdschrift des Absenders befördert werden können. Edison hat schon früher in anderer Weise dasselbe Ziel zu erreichen gesucht. Sprechsaal. Kleine Mittheilungen. p Miirnbprg, 5. August. Ein Unglücksfall ereignete sich gestern Nachmittag, indem bei der Lorenzkirche einem Mädchen, der Tochter einer Handwerkerfamilie, von einem von dem Kamine eires Hauses herabstürzenden etwa faustgroßen Steinstücke der Schädel zertrümmert wurde. Das Kind verstarb bald darauf im Krankenhause. Auf dem Bürgersteia fand man einige Mün- zen, die dem Kinde, als es wie vom Blitze getroffen zu Boden stürzte, aus der Hand gefallen waren. Uew-Uork, 7. August.(Gewittersturm.— Neue Erfindung.) In der Sonnabendnacht wurde Rew-Nork von einem fürchterlichen elektrischen Gewittersturm heimgesucht, der schweren Schaden an Gebäuden anrichtete und mehrere Menschen tödtete. Die Panik der Bevölkerung war unbeschreiblich. Die elektrische Zentralstation, welche die Hotels und Theater beleuchtet, wurde tbeilweise zerstört. Auf Long Island setzte der Blitz ganze Waldungen in Brand.— Professor Elischa Gray in Illinois DI« Nebaktion stellt die Benutzung des Eprechsaali, soweit Raum dasür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse« zur versiigung; sie verwahrt sich aier gleichzeitig dagegen, mit de» Inhalt desselben identifizirt zu werden. Wir hätten kaum geglaubt, daß unter Ardeitern sich Jemand finden würde, welcher der Denunziation des ü...- Berichterstatter der„Volks-Zeitung" auch nur Glauben schenken würde, viel weniger noch, daß Jemand die Denunziation dieses sattsam bekannten Herrn noch vervollständigen würde. Wir er« klären hiermit, daß Niemand von uns die Abstcht hatte, eine Versammlung zu stören. Wir glauben, auch als„junge Schuh macher" das Recht zu haben, über die Alters- und Invaliden- Versicherung unsere Meinung äußcm zu dürfen und Schlüsse »u ziehen, sowie die Ursachen derselben in einer diesbezüglichen Debatte berühren zu dürfen. Wir glauben vielmehr, daß trotz des bestehenden Ausnahmegesetzes die Versammlungen am Montag, die Ardeiter- wie auch Buchbinderversammlung, ihre Auflösung den detreffenden Vorsitzenden zum großen Tdeil verdanken. Wir müssen erklärm, daß, so lange wir Arbeiter- Versammlungen besucht, uns ein derartiges ängslliches, den über- wachenden jBeamten fast auf eine Möglichkeit zur Auflösung aufmerksam machendes Gebahren noch nicht begegnet ist. Buch- binder, welche in der betreffenden Versammlung anwesend waren, haben uns nach Auflösung der Versammlung ihre Meinung ebenfalls dahin geäußert. Wir glauben also, daß die Notiz im Sprechsaal des„Berl. Volksblatt nur darauf berechnet ist, dieses zu verdecken und die „jungen Schuhmacher" für den gewiß für alle Anwesenden unliebsamen Zwischenfall verantwortlich zu machen. Herrn. Krause. Älexandrinenstr. 116». Jos. Klinger, Admiralstr. 3. Telegraphische Depeschen. (Wolfsts Telegravhen-Bureau.» Hamburg, Sonnabend, 11. August. Von der hiesigen Filiale der Deutschen Bank ist im Verein mit anderen Firmen 189. die Gründung einer Dampfschifflinie von Hamb. Australien erfolgt. Das Aktienkapital ist gezeichnet, 2 schiffe find bereits im Bau begriffen, so daß dem Bei Fahrten zu Anfang nächsten Jahres bestimmt mtgegev j werden kann. (Wach Kchwß der Kedaktion eingetroffeu.) Kaub»«, Sonnabend, 11. August. Das Unterhai die Regierunasbill, betreffend die Errichtung eines la schaftlichen Ministeriums, an und erthellte dem Antrage» zum Montag, den 6. November, zu vertagen, seine 3 pari«, Sonnabend, 11. Aug. In einer heute abge! Versammlung beschlossen die Erdarbeiter, angesichts der der Unternehmer, die Lohnfrage dem Spruche eines( rung gerichts zu unterwerfen, den Streik fortzusetzen.— 40 dem Begräbniß des Kommunc-Generals Eudes verhafte zedenten wurden zu Gefängnißstrafen von 15 Tagen bis I> Monaten verurtheilt. KrufKaste« der Redaktion. Bei Anfragen bttUn wir die»bvnnementi-Ouittung beizufügen. Bri» Antwort wird nicht ertheilt. G. K. Wir können Ihnen leider nur bestätigen. b> Onkel im Rechte ist. Ihre Koufine wird, da nähere Ver« nicht vorhanden find, von den Seitenverwandten derart K. daß die näheren Verwandtschafisgrade die entferntere«'?"«»glich a schließen. Es erben daher nur die noch lebenden Onb vierte Tanten, nicht aber, wenn solche bereits verstorben, auck'�«in»eu Kinder. Einzeli (Ei, suvcb.#L H p. 100. Sie können Ihre frühere Vermietheu�— Rückzahlung der halbmonatlichen Miethe beim Amlsgerwj klagen. Die Klage kann in der Anmeldestude, Neue Fiss straße 13, zu Protokoll gegeben werden. Abonnent. Der Ardeitgeber ist berechtigt, die kassenbeilräge seiner Ardeiter vom Lohne abzuziehen, au» er eine Zeit lang keine Abzüge gemacht. M. p. Vorläufig h aden unsere Jnnungsschwäi Jnnungszwang noch nicht durchgesetzt. Sie können d welchem Orte Sie wollen, Ihr Töpferhandwerk betreib! einer Innung anzugehören. K. Hir.-Str. Wenn Jemand dem ihn befragen zistcn einen falschen Namen sagt, um sich der Bestri entziehen, so ist dies noch nicht strafbar. Wobl aber wi Betreffende wegen intellektueller Urkundenfälschung best den können, wenn er diese falsche Angabe auch zu giebt. Ei Zn der reick TOwurss de h". fehlt allgemeiner en Sozia die Arbi mg i i fäll ' verschied Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabpik von Max Busse 157 Invalidenstrasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgeeeteten I- reisen Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Horailenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. 721 Sp.cialitfit i Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen we den auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Die von Mitgliedern des Fachvereins der Schneider gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genoffenschast% der Schneider zn Kerlin(E. G.) 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