dem Sejsr*""— entgege» A Menstag, de« 14. Angust 1888. 5. Jahrg. troffen.) Unterh« ines Ii Antrage, ne Zust' ute abge! chts der ie eines i.— 40 verhatti igen bis lio«. ifllgen. Ort» ätigen. X Drgan für die Interessen der Arbeiter. ihere Venz en derart itfernterc«. aden den, auch Zcrmieth De»«„Berlioer Volksblatt" � täglich Morgens«ußcr nach Sonn- und Festtagen. Abonnements preis für Berlin frei M vierteljährlich 4 Marl, monallich 1,35 Matt, wöchentlich 86 Pf. Postabonnement Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem.SonntagS-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1886 umer Nr. 849.) betragt für die 4 gespaltete...—-----— r,—- m■. größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW� Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Jusertto«» gebühr i Petrtzeile oder deren Raum 25 Pf. _______ Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags Amtsge Neue' Redaktion: Kenthstraße S.— Gffpeditio«: Zimmerstraße 44. die >en, aud schwär« nen da betreibe ragend, Bestraf! aber roü ig bestr ch zu Eine Erinnerung. � der reichen Literatur, welche die Veröffentlichung «ntwurfS der Alters- und Znvalidenversorgung ange- fehlt eS natürlich auch nicht an Betrachtungen Algemeiner Natur über den Werth oder Unwerth der ~ien Sozialgesetzgebung, soweit sich dieselbe auSschließ- die Arbeiteroersorgung im Falle des Unfalls oder kung bezieht, und je nach dem Standpunkt des < fällt die zum Besten gegebene Meinung natür- ' verschieden au«. haben mit unserem Urtheil über das Kranken- !»llgesetz nie zurückgehalten, und bei voller Aner- --"— JC.'- nA V n rf\ Ixet �d�sen, waS wirklich lobenSwertheS �daran ist, doch »VW* W« w w. �* w—------,-r--, f yT* Unzulängliche derselben betont. Heute nun sehen " 1 � �veranlaßt, dem Versuche einer Legendeabildung ent- .fetten, welche im Interesse der Klarheit über die «irSsS welche die einzelnen Parteien den Arbeiterschutz- et„ p J�flegenftbet von früher her eingenommen haben, nicht i letzterer Zeit sind wir nämlich in entschieden liberalen eparatulv � mehrfach der Behauptung begegnet, daß, wenn die tung nicht einseitig � in ihren eigenen Reform- > befangen gewesen wäre, es zu einer Aenderung itypflichtgesetzes gekommen wäre, welche bei Vermeidung � �?Äwerfälligen Organismus der Berufsgenoffenschaften irrIia™ �5™ alle jene Vortheile und mehr noch gebracht gm lim Pipiel en Au vorzu erwi er Lad »8. Dm lkui Der# »o- VV*Vfc** Jsv.»v—»V ö"------ ®«lche sie jetzt durch das Unfallgesetz genießen. Diese aber hätte angeblich die liberale Initiative gebracht, W78 und vier Jahre später zur Reform des Haft. [es ergriffen worden sei. >� 4 diese Ausführungen wurden uns wieder Vor- Tedächtniß gerufen, die über ein Jahrzehnt '.**• deren Auffrischung aber heute nicht« schaden �die liberalerseitS heute aufgestellte Behauptung Obigen zu können, muß man wissen, daß da« rSffetz eine liberale Schöpfung ist und au« 'le 1871 stammt. Zwar ist die Jnitlative dazu von 'j�ung ausgegangen; aber die nationalliberale Partei, �vials noch alles, gehörte von Treitschke und Tneist -Westen und Lasker, ist voll und ganz für das Gesetz * feinen Mängeln eingetreten. Der RegierungS- e neth � der Sitzung vom 8. Mai 1871, mit "heit" vorwärt« zu gehen und die„betheiligten (* nämach die Fabrikanten, welche, wiejgegen jeden WJch, so auch gegen da«IHaftpflichtgesetz intriguirten -Wigen". Mahnung nahmen sich denn auch dieHerren Liberalen 1 Und so blieben alle Versuche, die Beweispflicht auch uchen Anlagen dem Unternehmer aufzulegen, wie Sb«: und ff m§0 »0W angen Ak Feuilleton. 1 Si »" oetL .orferftt'J Ihre Tochter. [60 0,nan dem Französischen von K. D e t r i n g. t fcj. den Dummkopf in Ruhe und sag' ette� 'S mir „Hat sie i�a. Pfß. Li fad mgsfä von r# ip. 35- m**' t# steht," redete ihn Immergrün an. . Vnef angenommen?", aber es war nicht leicht. Vor der Alten konnte '«Brief doch nicht geben, die im Garten wie eine y Jfotte herumtorkelte. Ich mußte warten, bis sie gekrochen, die Kleine allein geblieben und es geworden sei. denn ich hatte Angst, sie würde mich Kennen. Schließlich gelang es mir doch, es schlug f** Übt." «e singst Du es an?".. ij.? gatte mich hinter einen Baum versteckt. Sie trat Ina J' r �at ich so. als käme ich eiligst angelaufen - g,. sie nach Fräulein Valdieu. als ob ich sie nie 9K* ich if,l•rnnf sie sich die Finger daran verbrennen � r.v% ,tt die Sand. Ich wußte schon, das WWNB »MS pKT".% t£ len>1 wich''ch wollte meine Mütze nicht ziehen, sonst ■Steuer, Haaren erkennen können." ■n. e�'" �unge, kürzer! Wir haben keine Zeit i Recht. Also, sie zündete ein paar die«§ 1 für die Eisenbahnen regelt, vergebens. Dasselbe war der Fall mit den Anträgen, welche den Kreis der haftpflichtigen Gewerbe weiter ziehen wollten, und ebenso wurden die Anträge abgelehnt, welche alle Unfälle, die in haftpflichtigen Betrieben vorkommen, in das Gesetz einbe» ziehen wollten. So kam da« Gesetz in jener Unvollkommenheit zu Stande, die heute von aller Welt anerkannt wird und die ihre schärftie und geradezu vernichtende Beleuchtung in den Motiven fand, welche regierungSseittg dem ersten Unfall- aesetzentwurf beigegeben waren. Der RegierunaSkommiflar hatte in der oben erwähnten Sitzung zwar erklärt, daß, wenn es sich in Zukunft erweisen sollte, daß das, was in dem Gesetz hergestellt sei, nicht genügend erscheine und nicht den wahren Bedürfnissen entspricht, man dann, wenn man sich in die veränderten Zustände gefunden, in der Lage sein werde,„auf dem gegenwärtig eingeschlagenen Wege weiter vorzugehen". Die Zeit dieses Vorgehens kam aber nicht. Obwohl die Arbeitervertreter eS nie an Anregungen fehlen ließe« und obwohl besonders auch in der Legislaturperiode 1874 bis 1877 der Reichstag mit Petitionen besonders aus dem Baugewerbe förmlich bestürmt wurde, worin die Ausdehnung des Gesetzes auf die weiteren mit Unfallgefahren verknüpfte Betriebe und speziell auf das Baugewerbe verlangt wurde, so geschah seitens der damaligen liberalen Mehrheit des Reichstags doch nichts. Ein Nichtsthun, mit dem allerdings die Regierung auch voll- ständig einverstanden war. Im Wahlkampf 1876—77 spielte auf Seite der Ar- beiterpartei die Reform und Erweiterung deS Haftpflichtgesetzes eine entscheidende Rolle mit, und da war eS, wo der verstorbene LaSker in einer im Dezember 1876 im Schützenhau« zu Pößneck abgehaltenen Versammlung in Anknüpfung an den Tadel, den Grillenberger über die Mangelhaftigkeit de« Haftaesetze» aussprach, die denkwürdige Aeußerung that:„Ich erkläre jeden für einen Frieden«» b r e ch e r, der sich erlaubt zu sagen, das Haftpflichtgesetz ist ein schlechtes Gesetz." Also so wenig dachte man da- malS in liberalen Kreisen daran, daS Haftpflichtgesetz zu einem wirklichen Arbeiterschutzgesetz auszubauen, daß man jeden für einen Friedensbrecher erklärte, der sich erlaubte, auf die Schäden«id Mängel dieses Gesetzes aufmerksam zu machen. LaSker war übrigens der Vater de«§ 4 des Haftgesetzes, der den Unternehmern da« Recht einräumte, wenn sie ihre Arbeiter bei einer Versicherungsanstalt, Knappschaft-, UnterstützungS-, Kranken- oder ähnlichen Kasse versicherten und ein Drittel der Beiträge zahlen, daß dann im Falle der Verunglückung die Leistung der Kassen auf die Entschädigung anzurechnen sei. E« war damit Streichhölzer an, windig war eS zum Glück nicht, und so konnte sie lesen. Ach! da» hätten Sie sehen müssen! Bald wurde sie roch, bald blaß.... Sie scheint für den langen Blondin zu schwärmen.... Darauf sagte sie mit ihrer leisen Flötenstimme zu mir: Hat Ihnen Herr von Elven diesen Brief persönlich übergeben?— In eigener Person, er wartet auf Antwort.— Wo?— Im Hotel de Helder. — Sie gehen dorthin wieder zurück?— Ja, gnädige Frau. Und wenn e« Ihnen Recht ist, daß Sie den Herrn sehen, so komme ich mit ihm hierher zurück. — Ah! Sie wissen, was in dem Briefe steht?— Nein, gnädige Frau, aber der Herr sagte mir, daß er Sie zu der von Ihnen festgesetzten Stunde an der Ecke der Rue Coroi- sart erwarten würde und daß er mich dabei nöthig hätte, um Sie abzuholen, denn er selber wagt nicht, zu nahe an Ihren Garten heran zu kommen, will aber auch nicht, daß Sie zum Rendezvous ganz allein kommen. In der Nacht ist der Boulevard d'Jtalie nicht sicher, und wenn man Sie auf dem Wege angreifen würbe, so...— Sollen Sie mich dann vertheidigen? fragte sie und lächelte.— Nein, gnädige Frau, dazu bin ich nicht stark genug, aber ich würde pfeifen und Herr von Elven würde zu Hilfe kommen." „Bravo!" rief Herr Immergrün.„AuS Dir wirq was werden, Liebesapfel, denk' an meine Worte. Von nächtlichen Angriffen zu reden, ist ein famoser Ein- fall. Sie ist jetzt vollkommen sicher gemacht. Der dumme Pelikan wäre niemals auf einen solchen Einfall ge- kommen." „Sie ging also auf den Vorschlag ein?" „Nicht sofort. Erst zögerte sie. Sie ging.unschlüssig hin und her. Schließlich entschloß sie sich, mir zu ant- motten: Wohlan, kommen Sie um zehn Uhr hierher. Ich werde im Salon des Erdgeschosses sein und das Fenster wird offen stehen. Klopfen Sie einmal laut an das Gitter... mit einem Stein vielleicht...— Nein, mit meinem Feuerzeug, das tönt lauter— das ist egal. Ich werde es schon hören und anS Fenster treten. Sobald Sie mich sehen, zünden Sie ein Streichholz an. Dann werde ich wissen, daß Sie da sind und herunterkommen." die Möglichkeit geschaffen, daß die Unternehmer sich gegen die Folgen aus der Unfallgefahr versicherten, wobei sie den Arbeitern zwei Drittel der Beitragslast aufhalsen konnten. An vielen Orten hat gerade diese Bestimmung zu den er- bittertste« Kämpfen zwischen den Arbeitern und den Unter- nehmern geführt, welch' letztere die Kosten der Unfallgesetze auf die Arbeiter abwälzen wollten. Wenige Jahre, nachdem Lasker seinen Ausspruch ge- than, sind«« wir unter den„Friedensbrechern", welche die Mängel de« Haftpflichtgesetzes schonungslos darlegten, die Reichsregierung und in vorderster Reihe den Reichskanzler selbst. Alle die Klagen, welche bis dahin von Seiten der so oft geschmähten„sozialdemokratischen Agitatoren" auf- geführt wurden, und welche der für die deutsche Arbeiter- bewegung leider allzu früh verstorbene Wilhelm Bracke be- reit« in einem Referat auf dem Kongreß der sozialdemo- kratischen Partei in Dresden im Herbst 1871 in glänzender Weise vortrug, sie fanden sich in den Motiven zum ersten Unfallgesetz wieder und wurden besonder« auch vom Reichskanzler in seinen Reden als richtig anerkannt. Daß um jene Zeit auch die Liberalen einlenkten und einen Antrag auf Revision de« Haftpflichtgesetzes einbrachten, welcher den meisten Klagen der Arbeiter Rechnung trug, ist richtig. Der Antrag hatte leider nur den einen Fehler, daß er um mindesten« fünf Jahre zu spät gestellt war. Der Antrag war rhatsächlich nicht« andere«— und sollte wohl auch gar nicht» andere» sein— als ein Schach« mg gegen die von der Regierung eingebrachte Vorlage. Man versuchte diese zu übertrumpfen, wobei man vollstän- dig sicher war, daß man nicht werde beim Wort genommen werden. Der liberale Antrag trug die Unterschriften aller jener Wortführer, welche wichrend der ganzen siebenziger �ahre jeden Anlauf zur Reform der Haftpflicht damit hinter- trieben, daß sie ein Vorgehen auf diesem Gebiet für„un- zeitgemäß" erklärten und ablehnten. Die liberale Partei hatte zur Zeit, al» sie sich zur Reform der Haftpsiicht berett erklärte, bereit« die Schlacht verloren. Ihre Änerbietungen hatten nur noch den Werth, den die Proklamationen der 1860 61 vertriebenen italienischen Fürsten hatten, welche plötzlich ihre« Völkern alle mögliche» konstiiutionellen und sonstigen Freiheiten versprachen, nach« dem sie sich mit Hilfe der piemontesischen Truppen über die Grenzen spedirt sahen. Der Liberalismus hatte fast 10 Jahre Zeit, um da» mangelhafte Gesetz von 1871 zu verbessern, er hat aber diese Verbesserungen nicht nur nicht vorgenommen, sondern sogar jeden einen Friedensbrecher genannt, der auf dieselbe» drängte. Wenn deshalb heute liberale Blätter das Unfall« gesetz tadeln und darüber absprechend urtheilen, so wollen wir ihnen da« Recht hierzu nicht bestreiten, denn da« Gesetz Bei seiner Erzählung wechselte Liebesapfel beständig mit der Stimme, je nachdem er sich oder Fräulein Valdieu sprechen ließ. Er besaß ein außerordentliches Nach- ahmungStalent. Man hätte Therese zu hören glauben können. „Gut. Und dann?" fragte Immergrün. „Dann verschwand ich und suchte Sie und Pelikan auf. Wenn die Kleine sich nun ander« besinnt, so ist das nicht meine Schuld. Kommt Sie aber, so garantire ich Ihnen, daß sie mir nicht davon laufen wird, bis ich sie zur Ecke der Rue Corvisart begleitet habe, und ist sie erst ein- mal dort, so überliefere ich sie Ihnen. Da« Uebrige... ist dann Ihre Sache." „Gewiß: ich werde e« schon besorgen... aber laß Dich nicht fassen." „Fassen!... Von wem? Meinen Sie, daß un« die „Blauen" auf den Hal« kommen können?" „Ich hoffe, nein, aber wenn so etwas passirte, oder wenn auch nur vorübergehende Bürger sich in die Sache mischen, so mach' Dich au« dem Staube, wie ich und Pelikan e« auch thun werden. Der Herr will kein Auf- sehen haben. Lieber soll der Streich mißlingen und ein andere« Mal mit besserem Erfolge wieder aufgenommen werden." „Da« letztere wäre nicht leicht, denn zum zweiten Male geht die Kleine mir nicht mehr auf dep Leim." „So müßte eben ein andere« Mittel gefunden werden. Aber wir haben genug geredet und müssen gleich in der Nähe des Haufe« sein." „Tanz recht. Dort hinter den Bäumen liegt e«. Pelikan geht eben am Gartengitter entlang." „Dann sei still, mein Junge. Man braucht un« nicht zu hören und soll un« auch nicht zusammen sehen. Ich werde jetzt auf die andere Seite der Straße gehen. Geh' Du geradezu." „O, wir haben Zeit. ES ist noch nicht zehn," ver- setzte Liebesapfel.„Wenn wir noch ein Stück weiter gegangen sind, will ich Ihnen die Villa zeigen... Ich kenne hier hinter einem Baume einen guten Platz, wo uns Nie- mand sieht." at viele und schwere Mängel. Wenn die Liberalen aber ehaupten, wenn eS nach ihnen gegangen wäre, so wäre Besseres und VollkommnereS geschaffen worden, so wider- spricht da» der geschichtlichen Wahrheit, denn die Herren hatten reichlich Zeit und auch die Macht, beffereS zu leisten, sie habe« aber beides nicht benützt, wohl aber haben fie viejenigen verdächtigt, die auf Besserung drängten. Politische Ueberstcht. In K'?«g auf dir Arbeiterbewegung wird von ur serer Presse noch Poten gelogen— daran flnd wir gewöhnt; so unverschämt, wie in den letzten Togen, hat unsere Presse aber nm selten gelogen. Seit den belgischen Unruhen des vorigen Jahres ist nichts annähernd Aehnliches vorgekommen. Damals war ganz Belgien ein Flammen- und Blutmeer,„die Hydra des Anarchismus" verschlang die arme bürgerliche Gesell- schaft! Schließlich waren es ein paar Arbeitseinstellungen, deren Berechtigung selbst die„Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen Regierung, zugeben mußte! Mit dem jüngsten „blutigen Aufstand" in Paris verhäll es sich gerade so. Erstens war er nicht blutig, zweitens war es kein Aufstand. Daß eS in freien Ländern, wo den Menschen der Mund nicht polizeilich zugebunden ist, etwas geräuschvoller zugeht, als in Polizeistaaten, das liegt in der Ratur der Dinge, ist jedoch sicher kein Nach» thetl. Im übrigen war alles ganz nvtmal und ordentlich. Verschiedene Feinde der Republik hätten gerne im Trüben ge- fischt, aber— sie mußten es eben sein lassen. Die französischen Arbeiter lassen nicht mit sich spaßen, und, hätten die Herren Boulangisten und sonstigen Reaktionäre die Demonstrationen der Grevisten(Streikenden) zu einem Handstreich gegen die Republik ausnutzen wollen, so wären fie sehr unsanft von den Arbeitern zur Raison gebracht woiden, ohne daß es einer Sol- datenflinte oder eines Polizeisäbels bedurft hätte. Die Kund- gedungen der französischen Grevisten richteten sich keinen Moment gegen die Republik. Abgesehen von einigen Polizeirohheiten kam es zu gar leinen gewaltsamen Zu ommenstößen. Was die Zeitungen von„blutigen Ereignissen" geschrieben haben, ist tendenziös erlogen. Die famose„Dynamitdombe" war eine alte„S arde lle n- B l e ch büch s e" und so wester. Die Szenen warm im Ganzen bei weitem nicht so „ernsthaft" wie vor einigen Jahren die konservative Straßen- schlacht in Elbing, durch welche die Wahl eines Bruders und Geistesverwandten des Erministers von Puttkamer illustrirt wurde. Auch bei mehreren Versammlungsauflösungen ist es in Deutschland zum mindesten nicht weniger heftig hergegangen. Kurz, unsere reattionäre Presse hat nickt nur unverschämt ge- logen, sondern sich auch mit ihrem Kaffandrageschrei über das „unrettbar dem Verfall zueilende Frankreich" elend blamirt. Eine passende Wahl. In Kiew wurde vor kurzem das tausendjährige Jubelfest der Einführung des Ehristenthums in Rußland gefeiert. Die großartigen Festlichkeiten wurden ge» lestet von Jgnatieff, dem Gouverneur von Südrußland. Be- sagter Jgnarieff fädelte vor 11 Jahren den letzten Tür kenkrieg ein und bestätigte bei dieser Geleg.nheit sein selbst unter Diplo- maten, nnd sogar russischen Diplomaten, ungewöhnliches Talent, die Wahrheit auf den Kopf zu stellen und das Blaue vom Himmel berunterzulügcn, in so eminentem Maße, daß die be- wundernden Türken, die sich als barbarische Heiden auf diese Kunst nicht verstehen, ihm den Titil verliehen: Vater der Lüge — ein Titel, dessen Berechtigung auch von den intimsten Frmndm des Herrn Jgnatiew nicht bestritten wird. Ja von ihnen erst recht nickt. Und unter den Auspizien dieses Herrn hat das fragliche Fest stattgefunden. Man muß gestehen, die russische Regierung hat eine sehr eigenthümlicke Auffassung entweder vom„Vater der Lüge" oder vom Christenthum. Mir der Alter»- und Iuualidenverstchernng hat sich die Handels- und Gewerbelammer U l m beschäftigt. Das Er- gebniß war die Annahme einer Reihe von Grundsätzen, die den württemdergischen Handelskammern zur Anbahnung eines ge- meinsamcn Vorgehens mitgeiheilt, ebenso den übrigen deutschen Handele kammern zur Kenntnißnabme übermittelt werden sollen. Das erstattete Referat erklärt sich gegen das Ouittungs- Marlenduch, um auch nur den Schein einer Bevormun- dung oder ungerechtfertigten Kontrole zu vermeiden. Ebenso seien von vorn herein alle Härten zu vermeiden, wie z. B. die Verminderung von Renten infolge von Erwerbslosigkeit und der Ausschluß der Wittwen und Waisen, Bestimmungen, welche die wodlthäiige Wirkung des G'setzes sehr in Frage stellen müßten. Auch die Höhe der Renten könne im allgemeinen auf die Dauer nicht defriedigen, doch erscheint eine namhafte Erhöhung im In- tereffe der Ausführbarkeit der Versorgung vorerst nicht mög- lich.(???) Die Gleichmäßigkeit der Beiträge und Renten sei unvereinbar mit den Thatsachen der Lebensverhältnisse. Die Versorgung aus dieser Grundlage durchzuführen, mag als eine bedeutende Erleichterung der Ausgabe erscheinen! eine solche Lösung würde aber nicht befriedigen; es ist ganz undenkbar, daß die städtischen und die ländlichen Arbeiter, die gelernten Handweiter uns die Taglöbner gleichmäßig bebandelt werden. Die stufen- und gruppenweise Ausführung, die sich bei der Un- „Das ist mir sehr recht, aber sprechen wir leiser. Vielleicht sind Leute im Garten. Es ist heut so schönes Wetter, und die Damen haben vielleicht den Einfall, noch im Garten zu promeniren. „Daran ist nicht zu denken. Die Kleine würde mir nicht gesagt haben, ich solle an'« Gitter klopfen, um ihr meine Anwesenheit zu melden, wenn sie nicht sicher wäre, daß ihre Mama dann schon schliefe." „Sie kann sich irren. Setz' Deiner Stimme einen Dämpfer auf." Der Zunge ließ sich da« gesagt sein. Der Garten und die Villa endete an dieser Seite an einer Mauer, die ihn von einem unbebauten Platz trennte. Da« Gitter, da« den Boulevard entlang lief, hatte dort sein Ende. Der Eingang befand sich am andern Ende de« Gitter«. Liebesapfel führte Immergrün an die Stelle, wo Mauer und Gitter zusammenstießen. Der Platz war gut gewählt. Man konnte schräg und au« nicht zu großer Entfernung auf die Vorderseite der Villa sehen. DaS Erdgeschoß war erleuchtet und die Fenster standen auf. Der Schattenriß einer Frau hob sich scharf von dem erleuchteten Hintergrunde ab. „Da ist fie," flüsterte Liebesapfel.„Sie ist bereit und erwartet mich mit Ungeduld." „Sie ist nicht allein," sagte Immergrün eben so leise. „Zm Salon sind noch zwei oder drei andere Personen." „Da« ist die Mutter und die Alte, die wie eine Nacht- eule aussieht. Sie wird Ihnen irgend etwas vorerzählen und schon ein Mittel finden, sie loszuwerden, wenn ich da« Zeichen gebe." „Warten wir noch. Ich möchte erst sicher sein, daß keine Männer da sind." „Männer? Gar nicht daran zu denken. Die Bude da ist das reine Kloster. Nur der Gärtner kommt hinein, und der ist schon längst schlafen gegangen." „Ich sage Dir, es kommen auch noch andere her. Frage blo« Pelikan. Gestern wurde er hier vor dem Gitter von einem Manne überrascht, der au« der Villa kam, und fallverstcherung bewährt hat, ist bei der Alters- und Invaliden- Versorgung in noch höherem Maße nothwendia. Und weil dies bei letzteren beiden zugleich nicht zu erreichen ist, so erscheint es um so dringender, die Altersversorgung von der- jenigen der Berufsinvaliden zu trennen und schrittweise mit der einen und dann erst mit der anderen vor- zugehen. Die so in hohem Grade vereinfachte Aufgabe gehe nun dahin, die bis jetzt gegen Krankheit auf die Tauer von' 3 Wochen und gegen Betriebsunfälle versicherten Arbeiter auch für dauernde Krankheit und allgemeine Unfälle zu versichern und zwar würden die bestehenden Krankenkassen und Berufsgenoffenschaften die Folgen der Bcrufserkronkungen übernehmen, nebst der Wittwen- und Waismversorgung; die Folgen der allgemeinen Erkrankungen und Unfälle übernehmen die engeren und weiteren Kommunal« verbände. Die Altersversicherung, wenn fie überhaupt noch noth- wendig wäre, könnte dann später das Reich ausschließlich über- nehmen. Die Handelskammer Ulm empfiehlt daher: 1) Die Berufsinvalidenvers orgung durch die Erweiterung der Kraken- und Unfallversicherung zu lösen: die für die Alters- und In- validenverficherung angebotene Rcichshilfe nur für etwa noth- leidende Berufszweige in Aussicht zu nehmen; B) die Altersversorgung zunächst bis zur Erledigung der ersten Aufgabe zurück- zustellen. Da«««ge«Shnlich harte und lückenhafte Dqnamit- gesrtz hat einen auf Zeche„Unser Fritz" in Bochum deschäf- tigten Bergmann in seiner ganzen Strenge getroffen. In dem Besitze des Bergmanns Jacubezyk wurde ein Zündhütchen ge- funden. Es traf ihn deshalb eine Strafe von 3 Monaten.— Wann wird man endlich das nutzlose und seinen Zweck ver- fehlende Dynamitaesetz aufheben? An» Krieb stein in Kachfe« wird der„Chemn. Pr." geschrieben:„Herr Kommerzienrath Albert Niethammer hier hat seinen Arbeitern eine Reihe von Vergünstigungen ge- währt. Der uns hierüder berichtende Zettel— datirt K riebstein, den 15. März 1888— weist auf: Freie Benutzung des Kindergartens, Be-ahlung des Schulgeldes für die Kinder der Ardeiter, welche länger als 2 Jahre bei ihm thätig find. Die zur Uebung als Reservist oder Landwehrmann eingezogenen Arbeiter erhalten während der Uebungszeit zwei Drittel ihres Lohnes, wenn fie vcrherrathet, ein Sechstel, wenn fie ledig find. In Krankheitsfällen giebt es für die verheiratheten Arbeiter beiderlei Geschlechts außer den Krankenkaffenleistungen noch ein Sechstel des Lohnes. Als Wochenbettunterstützung erhalten Frauen 25 Mark, wenn fie wenigstens 4 Wochen von der Arbeit fern bleiben. Beim Tode ihres Ehegatten erhallen Arbeiter und Arbeiterinnm, welche 1 Jahr in der Fabrik beschäftigt find, 2 Wochenlöhne, beim Tode eines Kindes unter 14 Jahren 1 Wochenlohn Vergütung. Der Hinterbliebenen Wittwe wird für jedes Kind bis zum vollendeten 14. Jahre eine wöchentliche Unterstützung von 1 M. gewählt. Die auf einen Wochen- tag fallenden Feiertage werden den im Tagelohn Stehenden wie Arbeitstage bezahlt.— Wenn zu diesen Vergünstigungen fich noch eine gute Behandlung und ein Lohn, der nicht zu knapp gemessen, gesellt, dann empfehlen wir dieses Beispiel ver Freiwilligkeit vielseitiger Nachahmung."— Wir haben dem nur noch hinzu- zu'ügen, daß die Freigebigkeit des Herrn Kommerzienraths und kartellbrüderlichen Reichetagsabgeordneten Niethammer uns zeigt, was die Herren Aideitgeber Dank der Arbeit ihrer Ar- beller alles zu thun im Stande find, und zu welchen Leistungen fie vom Staat herangezogen werden könnten! Herr Niethammer ist in Bezug aus seine materiellen Verhältnisse kein Ausnahme; in seiner Branche(Papieriabrikation) ist die Konkurrenz außer- ordentlich groß. Herr Niethammer thut fich mit seiner„Ardeiter- freundlichkeit" gewiß keinen Schaden, und andere Fabrikanten können ficherlich ebenso viel thun, ohne daß fie zu betteln brauchen. Wozu aber dem„dov vlsisir", dem persönlichen Ermessen der Herren Fabrikanten Leistungen überlassen, wrlche die Gerechtigkeit heischt. Gesetzliche Pflicht ist besser als individuelle Großmuth, und es kommt vielmehr dabei heraus. D p Wind weht scharf und scharfer. Das Waldfest der Fachvereine von Nürnberg und Fürth, das am 12. d. M. auf der Leyher Walsspitze stattfinden sollte, ist, wie die„Fr. Tazp." mittheilt, vom Nürnberger und Fürther Bezirksamt durch gemeinschaftlichen Beschluß sozialistengesetzlich verboten worden. Hier der Beschluß:„In der Erwägung, daß in der Nr. 182 und 184 der„Fränkischen Tagespost"(„Fürther Bürgerzeitung") ein«großes Walvfcst sämmtlicher Fachvereine Nürnbergs und Fürths" für Sonntag, den 12. August ds. IS., angekündigt ist und hierzu sämmtliche Fachvereinsmitglieder, so- wie„alle Ardeiter von Nürnberg, Fürth und Umgebung" eingeladen find, in letzterer Nr. 184 auch bereits der Fachverein der Schloffer und Maschinenbauer desondere Einladung an seine Mitglieder ergchen läßt, daß hienach eine Zusammenkunft von Arbeitern gcplant erscheint, welche an Umfang das am 29. Juli auf dem Evora- Keller in Fürth stattgehabte sogen.„Arbeiter- Sommcrfcst" weit überbieten, zugleich aber auch das durch Be- schluß des k. Bezirksamtes Fürth vom 3. d. M- verbotene, für Sonntag, den 5. August, in Zimdorf beabsichtigt gewesene „Fachvereinsfest" ersetzen soll, daß wie dieses auch das neuer- liche„Waldfcst in der Leyher Waldspitze" sich nur als eine Fort- setzung jenes„Arbeiter- Sommerfestes" in Fürth darstellt, durch der ihm nicht von der Pelle ging. Schließlich gelang es ihm doch, zu entwischen, aber eS hat Mühe gekostet." „Ach, Pelikan ist ein Gimpel. Mir kann so etwas nicht passiren... Sehen Sie nur, jetzt kommt die Kleine gar an'S Fenster... Sie sieht nach der Gartenthür hin.. Sie erwartet mich mit Ungeduld, wie ich Ihnen gleich sagte." Fräulein Valdieu sah in der That soeben aus dem Fenster, aber gleich darauf wendete sie den Kopf, vermuthlich um Jemandem zu antworten, der im Salon zu ihr sprach, und nun zog sie fich zurück. „Bist Du ganz sicher, daß sie eS ist?" fragte Immergrün leise. „Ach richtig, Sie kennen Sie ja nicht," erwiderte Liebes- apfel in demselben Tone.„Sie können sich fest darauf verlassen, daß sie e« ist. Die Mutter ist eine schöne Frau, aber sie hat keine Wespentaille mehr... während ich die der Tochter mit meinen zehn Fingern umspannen kann." „Sie scheint Dich in der That zu erwarten. Um frische Luft zu schöpfen, oder um die Sterne zu betrachten, hat sie die Nase gewiß nicht soeben herausgesteckt. Pelikan muß aber jetzt auf seinem Posten angekommen sein, und ich will zu ihm gehen, denn ich habe immer Angst, daß er Dummheiten macht. Du hast doch Deine Lektion nicht vergessen? Du weißt doch, was Du dem Fräulein zu sagen hast. „Seien Sie ganz unbesorgt. Mein Gedächtniß sucht seines Gleichen. Ich brauche ein Stück blo« zweimal zu V» �—*■-- 1 f.* M- t— c*r\.--- 1—•.—? JC- hören, und ich weiß e« auswendig. Wenn wir eS nicht, eilig hätten, würde ich Ihnen„Die beiden Waisen" von Anfang bis zu Ende aufsagen. Ah!... Eben schlägt ei zehn Uhr... LoS, Herr Immergrün! Ich werde mich am Gitter entlangschleichen!" „Jetzt gehe schon, Züngelchen. Der Herr verläßt sich auf Dich. Also, Augen auf, und Beine in die Hand, wenn e« krumm gehen sollte!" Nach dieser Schlußermahnung ging Immergrün über den Damm und auf der anderen Seite de« Boulevards in der Richtung nach der Rue Corvisart weiter. Liebeiapfel hingegen glitt am Güter der Villa bi» zur die Vorgänge bei letzterem jedoch die Annahme gereckff�. n erscheint, es sei auch diese neuerliche Zusammenkunft ro« deitermassen nicht zu dem vorgeblichen Zweck- geselliger Haltung als vielmehr zur Förderung unerlaubter sozialdcr�. Ml«rr tischer Bestrebungen veranstaltet, in der weiteren 2„c gung, daß die örtliche Zuständigkeit bezüglich V jL,- o" Wirthschaflsanwesens in der Leyher Waldspitze zwisck:« Tz r ,7?"5*4 beiden unterfertigten Polizeibehörden getheilt ist: wird.','% kgl. Bezirksämtern Fürth und-Nürnberg gemäß§ 9" v k und 3 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878,„die gemernivIL,�., 0 � m lieben Bestrebungen der Sozialdemokratie betreffend", das>«..l� �rben Leyher Waldspitze für den 12. d. M. beabsichtigte 3W! Umschlagen fXmtnfftsfar SC stellung der am Streik Bcthelligtcn gebt nur langsam, Fabrikanten wahrscheinlich für diese Saison die größeren stellungen verloren haben. Die fremden Arbe'tekraste(, werden fie hier allgemein genannt) find zum Theu. e" die große Mehrzahl aber noch in BeschSktiguvg. Aus briken sind fie nur mit einigen Ausnahmen ausquartiert verschiedenen Masserquartieren untergebracht,'' I"*4 Werkmeister ca. 20 Mann in Kost. Abends heimkehrend, sieht man die Thüringer, mtt Stöcken in größeren Trupps durch die Straßen wandern. Jj-l* find sie sofort; straßenbrcit ziebm fie durch die Stadt und durch ihr Benehmen ist schon mancher m» fßZ Konflikt gerathen.— Die beschlagnahmten Bücher des komitees find noch in den Händen des Gerichts und ein Massenprozeß gesucht werden. Eine große Streikender hatte mehrere Tage hindurch polizeru' nebmungen wegen unerlaubter Kollekte; außerdem sind 20 Mann nach§ 153 der G-O., sowie wegen Beleid' Gefängnißstrafen verurthellt worden. Einer der S welcher als Zeuge vernommen wurde, wurde wegen des Meineids 5 Wochen lang in Untersuchungshaft leit seiner Freilassung aber nicht wieder vorgeladen. ist Familienvater von 7 Kindern. Der früher bereits Lehrling Mittorf, welcher vom Werkmeister Theede worden ist, hat nachträglich wegen Ucbertretung des � Gewerbeordnung in dieser Angelegenheit noch 1 Tag � 1 M. Geldstrafe vom hiefigen Schöffengericht zudittnt er soll nämlich einen Thüringer mit einer Bleck'� mm auf rrnl Reckt I den Zieh dadurc ge und .. len Ziele Weise j Gerung der £et beutige keines j** M ße L�aitStrate (StT Gartenthür, durch welche die vertrauensselige Therese mußte..,■„, Er wartete, bis sie wieder am Fenster erW|| dann klopfte er, wie es verabredet war, einW1 Feuerzeug laut an das Gitter.. Therese hörte das Zeichen und neigte sich Fenster. � Liebesapfel sah es, und nun zündete er rasch e"� Hölzchen an, daS einen Augenblick in der Nacht leuchtender Stern strahlte. Alsbald trat Therese in de« Salon zurück. (Fortsetzung folgt.) sKS !8et G M "�agerr", S�Sene SQ gelehrt enen lj in de Ans Knnft und W % 1%% Abenteuer etue» In«u«g»meister».. u.. sehr angegriffen, fühlte dieser Tage ein Besucher% sehen Böttchertazes das Bedürfniß, fich Hamburg zusehen. Gegen zwei Uhr Nachts wandelte er nack' piv rück und gelangte ohne beiyerkenswerthcn„Unfa» siiobisthor. Sern''". dieser Nackt im i—_____ � Straße links, die Finkenstraße, ein. Dort sah n sonst gutes Orientirunas°e�ögcn';V. Stich und er bog aufs Gerathewob t}ur portopflichtige Dienstsachm verwandt s als solches i �• Uedrigens ein neues und gar kein übles Mittel, 38. Kgl-an unter der Hand konservative Wahlagitation treiben irung�mts W.M ahustn« verfallen It der 23jShrige Schreiner irung am°» w.Cl verrauen»i oer �oiayrrge«wreinrr chwerde erb« Puschel in Stuttgart. Derselbe wurde am 22. Juni re Rede sc>n> J; 00m Stuttgarter Schwurgericht wegen Beihilfe zur Ver- i nach Zirni von Schriften, welche Äajestätsbeleidigungen und andere mr, worüda?Lhen emhielten, nebst anderen seiner Genoffcn zu 2 Monat m. rf».®I,n Tefängniß oerurtheilt, abzüglich 1 Monats Unter- nverstcher" Nl�bast. Püschcl hatte bereits Tags nach seiner Ver- ..«d-m-ng einen Wahnfinneanfall. Am 22. Juli hatte er seine abgesessen und wurde aus dem Gefängnis) entlassen. •Äe.Tage hernach wiederholten sich die Anfälle, so daß a in d.r Irren- Abtheilung des Bürgerspitals untergebracht ' Dort tobte er sehr und zerschlug u. a. das Glas der � Zellenfenster, welches eine Dicke von 6 Millimeter hat. , Zustand verschlimmerre fich derart, daß die Zwangsjacke 5 und Püschel am vorigen Sonnabend nach der Irren- Pfullingen abgeführt werden mußte. per vortävstgen Keschlaguahme des tzauptblattes der Anrer 31 des sozialpolitischen Wochenblattes„Berliner Volks- 3b» am Sonnabend ist das vollständige Verbot dieser gefolgt, von dem die Redaktion am Mittwoch, den ju,i' durch folgendes Schreiben in Kcnntmß gesetzt wurde: »hi'„den 7. August 1888. Euer Wohlgeboren werden hier- »'a Kenntniß gesetzt, daß auf Grund der§§ 11 und 12 des LZAsttzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der » Ademokratie vom 21. Oktober 1378 die Stummer 31 der jNnet Bolkstribüne" vom 4. August d. I. durch den Unter- verboten worden ist. Die Veranlassung zu diesem Ab «1 chreibt rmuthli - in ihre it. Der igen Huw udeckt, npetenter erhellt des„Zai aer Ott«iiiiiri mtnuen uk zumm S ie Saoe ie?Cn die Arbeitgeber aufgehetzt, Heines gez.. �tendenziöser Weise vor Augen gefuhrt und der Arbeit. den �.herzloser Ausbeuter dargestellt wird, der fich an den die e�k/hrn zukommenden Erträgen bereichere. Es wird dann s�i�aitung ausgesprochen, daß die Arbeiter fich früher oder '>, Aufraffen würden, um fich„aus dem Sumpfe, in dem fie tkckten, zu retten" und ferner angedeutet, daß die Befitz« ' dahin stieben müßten, fich in den Mitbesitz aller Güter zu auf welche jeder nach den Lehren der Kommunisten ein _ Reckt habe. Indem endlich die für die Arbeiter zu er« den Ziele naher dargelegt werden, wird für den Sozia- M dadurch Propaganda gemacht, daß derselbe als das lge und sichere Mittel hingestellt wird, um die vorer- . ten Ziele zu erreichen und die Lage der Arbeller in der ge- «»Weise zu bessern. Daß aber diese Ziele nur durch eine Gerung der Heutigen Produktionsweise und durch Umsturz tt heutigen Gesellschaftsverhältnisse erreicht werden können, , keines näheren Eingehens und wird auch in dem �selbst angedeutet. Der Polizei Präsident. I. V.: I Schweden nnd Norwegen. I von bä � in � Nachlasse des Staatsmtnisters Richter, der Stöcken P°Iii,??st von Verzweiflung über die trostlose Lage der inneren dern. Zu rS Ztj,".„Sjm Leben ein Ende machte, sollen fich der„Voss. mig( uzerthvolle Papiere befinden, die ein höchst inter- auf die Vorgänge des letzten Jahres werfen. Die lup, y Presse hofft, daß die Aufzeichnungen Richter's bald ich»$*., Heilweise veröffeetlicht werden. Man hat u. a. in � Q.��vieren verschiedene Ministerlisten gefunden, die zeigen, Ji». Jjtvtup bereits daran dachte, sein Kabinet mit Rechten- �ttip?.-/" ergänzen, als die Minister Arctandcr, Kildal und hat der Leitartikel mit der Uederschrist:„Kann es und ?" gegeben. Denn es treten in auf den Umsturz der bestehenden Bestrebungen in einer den öffent« .._________ die Einrrachr der Bevölkerungs- ve« �.«esährenden Weise deutlich zu Tage. In dem in Rede leipziger 3�, Artikel werden die Arbeiter zunächst in aufreizendster z, wie scb�s Ä», Ligen die Arbeitgeber aufgehetzt, indem den elfteren ihre das tschen Ob ir.5: htig auftnt» so nachvivs sticht wabr[ n die Eck-, uns gesck� aft gemäß" von etwa. lienväter,«« leiden. D« langsaMi ZttS?? ?g/Aus den umquartiert i Vi- ich er mit% Bücher des >ts und sou� ine große polizerw der StrÄ a Z ?'» 1 Theede n �en.„Dagbladet" schreibt über die Enthüllungen in den fvP'rcen Richler's:„Sie beweisen unwiderleglich, daß der *(eihJu Richtet'S trüber Stimmung in seinen letzten Tagen �e in dem Verhältniß zu Bjömson zu suchen ist. � r�>iaii„"P9 in der ministeriellen Presse entbehrt jeder Be- tsZ«r, i-ein Gemüthsleiven schreibt fich von dem Gefühl vr nach der Ergänzung des Ministeriums fich in einer M°'Sen Gesellschaft befand. In seinen Aufzeichnungen vl-gieT'--Mir ist es klar geworden, daß, wenn ich in der b>iv>.'..Mg bleibe, dies in dem bitteren Gefühl geschiebt, in lger Gesellschaft zu sein." Richter blieb aber doch aus ze Therese jt. p« urück. Wer" �et Fmkmsttaße„fir Einen ausgegeben", und daß ihn �liä„"junge Leute unter den Arm genommen, um ihn an- inj, M Hause zu lootsen. Das andere war und blieb duster. ie telegraphirte der Meister nach Hause(einige Groschen ld �glücklicherweise noch in der Westentasche); sobald er wird er aus Dampfesflügeln„zu Muttern" iL*d°�°ttag mag zusehen, wie er ohne seine Mit- •*>„g mit dem Programm zu Ende kommt; der Meister hat 8-n ein Haar gefunden. Phonograph. In Erwiderung auf viele an "?ene Anfragen hat fich Edison bereit erklärt, den eng- ?Unb? i?," Gesellschaften mehrere Exemplare seines neu- ff'atof£, Phonographs zu übersenden. Edison hat den , M der letzten Zeit noch verbessert, so daß die von dem- A�r�.mvduzirtcn Töne einer größeren Anzahl von Personen h-Mkich find. Sein Vertreter in England, Gourand, wird vorstehenden Versammlung der britischen Gesellschaft w?e-ung der Wissenschaft einen Vottrag über den Edison« am. İ9wphm halten. Bei dieser Gelegenheit wird das ihn er Äs wahrscheinlich zum ersten Male in Europa öffentlich °"ur werden. Aiirde K.-.�'s'�kbernder Richter. Der Richter der Ge- 2? lehr r« m Preßdurger Komitat betreibt die Quacksalberei nkls».«UlFnf tMo** 91)„ U„« mm TSCi Vi„ O v/> m f ßtif NßiMßM ebep. Iii ""!?it l'dj1 v"« einT",mVuen ein«lucrwen von ernem tringernugri UV. i in y �vche hat der Betreffende wiederzukommen und das �ewob/.%" fich sechs Wochen lang. Es giedt Manche, die den t„hÜ M lÜu"Wunderkuren" verbreiten und es ist bedauerlich, daß ' aus den„intelligenteren Kreisen" sich diesen Holus- WlA fett?5'» tatl Regens angestellt und auch u. A. von fliegenden »km ein m sää.. bei h7ra Leine ,o groge nras>an,»rii»ui>n»>»"->.->, ' Eine ini*?tS5len. augenfälligen Arbeitsleistung glauben we Muskel arbeitet nämlich nur mit derselben zufolge, gefunden, daß die Muskeln so große Kraftanstrengung machen, freien Stücken, was er sich später nicht vergeben konnte. Er klagt in seinen hinterloffenen Papieren, daß er von Johann Soerdrup„überlistet und überrumpelt" sei, aber Richter muß blind gewesen sein, wenn er vor und bei der Ministerkrists im vorigen Winter nicht klar erkannte, wohin Soerdrup steuefte. Großbritauni-«. Parnell verklagte die„Times" wegen Verleumdung, begangen durch Publizirung gefälschter Briefe; die Klage wurde dem Vertreter ver„Times" in Schottland behändigt. Der Prozeß wird dort geführt werden. Das schottische Verfahren ist einfacher als das englische; Parnell sagt, er könne dort mehr Unparteilichkeit erwarten. Frankreich. Das Bureau des Pariser Munizipalraths ließ den Blättern eine Kundgebung zugehen, in welcher die bei der Beerdigung Eudss von der Polizei an den Tag gelegte rohe Handlungsweise entschieden gemiß- billigt wird. Die Wahl eines Deputirten im Nord-Departe- ment ist auf den 19. August anberaumt. Dem Vernehmen nach beabsichtigt Boulanger als Kandidat aufzutreten. In einer Zuschrift an ein Lokalblatt verwahrt sich die Syndikats kammer der Sammtweber in A m i e n s gegen den Verdacht, als wären die Gewaltthaten vom Montag, welche mit der Brandlegung in Waarenlägem des Fabrikanten Coquel endeten, von den streikenden Arbeitern verübt worden. Schon ehe dieses Schriftstück erschien, hatte man von verschiedenen Seiten die Vermuthung geäußert, die boulanaistischen Umtriebe dürsten den Unruhen in Amiens nicht fremd sein, und sie scheint fich zu bestätigen. Bei der Ankunft Boulangers in St. Jean d'Angslv kam es zu einem Auflauf, bei welchem ein Sinti« doulangist, Petrin mit Stamm, Professor am dortigen College, mehrere Revolvcrschüffe abgab und zwei Bauern leicht ver- mundete. Perrin, welcher sofott ergriffen und zu Boden ge- warfen wurde, feuerte weiter, um fich zu veftheidigen. Nach einem kurzen Verhör wurde derselbe wieder in Freiheit gesetzt. Durch energisches Einschreiten der Gendarmerie gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Zahlreiche Personen wurden verhaftet, jedoch bis auf weiteres 15 wieder freigelassen. Boulanger reiste des Abends wieder nach Paris zurück. Amerika. Der Senat hat mit 40 gegen 3 Stimmen die Sinti« Chinesenbill angenommen,.welche folgendes bestimmt: Vom Tage des Austausches der Ratiflkattonen des am 12. März 1888 unterzeichneten, noch schwebenden Vertrages zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Sr. Maj. dem Kaiser von China soll es für jeden Chinesen, mag er ein Untetthan Chinas oder einer anderen Macht sein, ungesetzlich sein, in die Vereinigten Staaten zu kommen, ausgenvmmen unter den Be- dingungen, welche in dieser Bill ausgestellt find.— Diese Bedingungen find bereits ftüher mitgetheilt worden und dürften aber ebenso wie alle früheren Bestimmungen dieser Att von den schlauen Chinesen umgangen werden. Afrika. Wie das in Kapstadt erscheinende deutsche Blatt„Kapland" mittheilt, herrscht unter den Bewohnern der deutschen An- stedelung bei Eer st«River großer Roth st and. Die Häuser seien eingefallen, und die Leute müßten bei Regen und Kälte oft im Freien kampiren. Bei der Regierung seien schon unzählige Klagen über die Lage der Deutschen bei Eerste River eingebracht worden, allein ohne Erfolg! Man habe diese 12 Familien auf eine kahle, unfruchtbare, den fortwährenden Winterüberschwemmungen ausgesetzte Stätte gesetzt und glaube nun damit das Seimge gethan zu haben. Indem die Kap- regierung Einwanderer ins Land zog, übernahm sie auch die Verpflichtung, denselben eine solche Unterkunft zubieten, daß bei Fleiß und Ausdauer die Leute ein Fortkommen finden; das sei aber auf jener wüsten Fläche unmöglich I Die Regierung sei daher verpflichtet, Hilfe zu leisten. Uerewe und Versammlungen. Die öffentliche Generaloerfnmmlnng der Zimmer leute Kertin» und Umgegend, welche am 11. d. M. im Steuen Klubbause, Kommandantenstt. 71 stattfand, war rege be« sucht. Vor Eintritt in die Tagesordnung: 1. Regelung der Lohn« und Arbettszeitverhältniffe. 2. Wahl eines Schieds- gerichts, entspann fich eine lebhafte Geschäftsordnungsdedatte über den zweiten Puntt der Tagesordnung, welchen von der« selben abzusetzen Herr Seitzt beantragte. Diesem Anttage wurde seitens der Versammlung entsprochen, welche hierauf die Bureau« wähl vollzog und Herrn Jäckel zum ersten Vorfitzenden wählte. Herr Stöhr leitete sein Referat ein mit einem Rückblick auf die Lohnbewegung der Berliner Zimmerleute in früheren Jahren und hob hervor, daß gerade in Berlin die niedrigsten Löhne ge- zahlt wurden. Heute sei es nicht viel besser. Die Preise für htung de» Theater«nd die Fenerstchrrheit Ische« Keteuchtnng Die Frage der Theater- und der Einfiihrung elektrischen Lichtes ist neuer- Kraft, welche ein Dampfzylinder von dem Durchmesser des be- treffenden Muskels bei einer oder andetthalb Sltmosvhäre Spannung ausüben würde. Es zeigt fich danach, daß ein Vogel fich beim Fliegen kaum mehr anstrengt, als wenn er auf dem Boden geht, wohl gemerkt, in derselben Zeit, so daß er also in der Luft bei demselben Kraftaufwande ungleich weiter kommt als auf der Erde. Tauben hatten, nachdem sie in der Luft einen Weg von 300—400 Kilometern zurückgelegt, während dieser ungemein großen Arbeitsleistung nur wenige Gramm an Gewicht abgenommen. Diese Abnahme an Gewicht entspttcht aber für die tbierische Maschine genau dem Verbrauch an Feuerungsmaterial in einer Dampfmaschine. Hier werden Kohlen, oott zur Arbettsleiftung Blut, Fleisch, kurz Lebenssäfte verbraucht. �. Keleuchtnng der. Theater der etektrisch"' dings�in"�atts infolge der Kata?trophe in der Komischen Oper lebhaft eröttert worden und hat zu betreffenden Maßnahmen der Behörde Anlaß gegeben. Auch die angesehenste Techniker- aesellschaft in Paris, die SoeiSt* des mgtoicnrs civilg, hat das Thema wiederholt dehandelt. In dem Widerstteite der Mei- nungen und Behauptungen, in welchem bäufig die Vertretung aelchäftlicher Interessen dem BethMgtm seinen bestimmten e�n- seitigen Standpuntt anweist, ist es von Interesse, das Uttheil eines angesehenen Fachmannes, des Herrn Cornuaull. kennen rjrw ä einrichtete. Gelegenheit fand, die Frage von beiden Seiten und RachcheilenÄ elektrischen Lichtes im° Gegensatz zur WaS- ÄrÄS'iÄjTÄÄ mm Lebensmittel aller Att seien stetig in die Höhe'gegangen, ohne daß die Löhne gleichen Schtttt geHallen hätten. Heute würde „angeblich" ein Stundenlohn von 50 Pf. gezahlt. Thatsächlich sei dies aber nicht der Fall, nur ein geringer Tbeil der Zimmerleute erhalte 50 Pf. und sei es unbedingt nothwendig, nun« mehr entschieden in eine Bewegung einzutreten, um den Stundenlohn von 50 Pf. überall durchzuführen. Dieses könne nur durch den Verband geschehen und müsse aus dem Ver» bände heraus eine Lohnkommisfion gewählt werden, da eine selbstständige Lohnkommisfion, wie der Fall bei den Maurern beweise, unmöglich gemacht werde. Im Anschluß hieran legte der Referent klar, daß unter den heutigen Verhältnissen nur durch eine geschlossene Organisation etwas zu erreichen sei und deshalb sei es Pflicht aller Zimmerleute, fich dem Verbände anzuschließen. Referent hielt es für durchaus ettorderlich, endlich einen Beschluß� zu fassen, und befürwortete von Verbandswegen die Wahl einer Kommisfion zur Regelung der Lohn- und Arbeits, eitverhältniffe. Herr Mündt sprach seine Anficht dahin aus, daß es nur möglich sei, durch den Verband in eine Bewegung einzutreten. Die kombinitten Vorstände mögen aus sich heraus seine Kommisston wählen. Herr Darge hielt dafür, daß der Verband allein nicht im Stande sei, eine Bewegung durchzuführen, da er fich in der Minderhett befinde. Es muffe«ine öffentliche Lohnkommisfion gewählt werden. Die dagegen erhobenen Bedenken seien hinfällig. Die Nothwendig- keit der Organisation erörternd, ermahnte Redner dttngend, fich dem Verbände anzuschließen. Was eine starke Vereinigung leisten und bieten könne, zeige die im Jahre 1860 in England gegründete vereinigte Gewerkschaft der Zimmerer und Schreiner. Die» selbe hatte im Jahre 1879 eine Mitgliederzahl von 17034, ein Einkommen von 797 100 M. und einen Kaffenbestand von 1 071 920 M. Dieselbe zahlte an arbeitslose Mitglieder im Jahre 1379 etwa 775 140 M. Stach gewaltiger stehe die Ver» einiaung der Maschinenbauer da. Dieselbe zählte im Jahre 1880 an Mitgliedem 44 692, erzielte eine Einnahme von 2 560 940 M., hatte eine Ausgabe von 2 781 800 M. und einen Bestand von 2 601 480 M. Während der Jahre 1871-80 gab die Verein-. gung über 10 000 000 M. aus. Herr Walter und Herr Jäckel gingen näher auf die Existenzfrage ein und fühtten aus, daß infolge der genügen Löhne die Zimmerleute heute nur noch ArbtttSleiüe auf den Bauten seien, indem fie außer Stande seien, das theure Handwerkszeug fich anzuschaffen und zu ergänzen. Die Ardei'k» zett_ sei zu kürzen und keine Uebersiunden zu machen, damit die Arbeitslosen Arbeit erhalten. Des wetteren wurden die Verhältnisse noch mehr deleuchtet. Um den Verband vor Schaden zu bewahren, wünschte Herr Lehmann neben dem Verbände noch eine„freie Vereinigung", d. h. eine lose Or- ganisation zur Regelung der Lohnverhattniffe und die Wahl einer Slgitationskommisston, bestehend aus 2—3 Personen. Dieselbe solle beauftragt werden, eine allgemeine Versammlung der Zimmerleute einzuberufen, um über die Frage zu bcrathen, wie neben dem Verbände noch eine„freie Vereinigung" geschaffen oder eine Regelung der Verhältnisse herbeigefühtt werden könne. Als einen Krebsschaden des Gewerbes bezeichnete Redner auch das Scharwerketthum, welchem entgegengearbeitet werden müsse. Nachdem noch die Herren Marbach, Schmidt und Schreiber ge- sprachen, welcher letzte Redner sehr warm für den Anschluß an den Verband eintrat und eine weitere Organisation für über» flüsfig hielt, erfolgte Schluß der Rednerliste und Abstimmung über die eingegangenen Anträge. Zur Annahme gelangten die folgenden: 1) Der Antrag Lehmann, welcher daruf hinzielt, noch in diesem Jahre etwas zu erreichen,— der Verband soll dessen- ungeachtet nach wie vor hochgehalten werden und sollen sich beide Organisationen gegenseitig ergänzen— im Anschlüsse an den Antrag 2) die heute tagende öffentliche Generaloersamm- lung der Zimmerleute Berlins und Umgegend beschließt: 1) Für sämmtlichc Zimmerer Berlins und Umgegend ist als Organisation der Verband deutscher Zimmerleute anzuerkennen. 2) Die bereits in Berlin bestehenden Lokalverbände werden beauftragt, diejenige Agitation zu entfalten, welche nothwendig ist, um alle Zimmerer Berlins zum Anschluß an den Verband zu bewegen. Die heute Anwesenden werden durch möglichste Unterstützung zur Verbreitung beitragen.— Gewählt wurden in die Agitations- kommisfion die Herren Seitzt, Darge und Jäckel mit dem Auf- trage, innerhalb der nächsten 14 Tage eine Versammlung ein« zubemfen. ffiin« öffentliche Versammlung der Kerliuer Kürschner und Bemfsgenossen war am 12. d. M. nach dem Saale des Alten Schützenhauses(Linienstraße) einberufen worden. Dieselbe fand unter Vorfitz des Herrn Blümke statt. In derselben erfolgte die Berichterstattung der Lohnkommisfion und Vorlage des von derselben ausgearbeiteten Lohn- und Akkordtattfs, über dessen einzelne Sätze eingehend verhandelt wurde. Der Lohn- tattf setzt bei einer zehnstündigen Arbeitszeit einen Wochenver- dienst von 20 Mark fest. Die Uebersiunden, da diese nicht gänzlich zu umgehen find, sollen mit 40 Pfennig pro Stunde dezahlt werden. Die Akkordsätze wurden nach reiflichster Be» rathung den Wünschen der Versammlung entsprechend festgesetzt. Die Berathung zog fich indessen derartig in die Länge, daß dieselbe der vorgerückten Zeit wegen abgebrochen werden mußte. Doch soll der Tattf in kürzester Frist in Kraft treten. Die für die nöthige Zahl bequemer Slusgänge sorgen, femer eiserne Bühnmvorhänge anwenden und alle leicht entzündbaren Stoffe, besonders die Dekorationen durch geeignetes Jmprägniren unentflammbar machen. Außerdem muß die Behauptung, ein elektrisch beleuchtetes Theater sei vollständig feuersicher, als Uebettreibung angesehen werden. In Wirklichkeit sind allerdings besonders gefährliche Stellen in Theatem vorhanden, wo die elekttische Glüdlichtdeleuchtung als geboten erscheint, weil bei derselben die Lichtquellen vollständig von Glashüllen umgeben sind. In der Regel entstehen die Theaterdrände auf der Bühne, und zwar immer durch die Be» rührung leicht entzündbarer Körper mit einer Flamme. Der Kronleuchter, der gewöhnlich, außer einigen Bogenlampen, den Zuschauerraum erleuchtet, bringt keine Gefahr mit fich, und der Ventilation halber find für denselben Gasflammen vorzuziehe», weil diese zu einer kräftigen Luftabführung und somtt Luftrttni- gung benutzt werden können. Jedenfalls ist bei der Anlage elektrischer Beleuchtung auch dafür zu sorgen, daß nicht durch Glühendwerden der Leitungsdrähte Feuersgefahr herbttgefühtt werde, wie dies öfter schon der Fall gewesen ist. Dieser Gefahr sucht man durch die sogenannten Bleischaltungen zu begegnen, welche bei ,u starker Erwärmung der Leitungen rechtzeitig schmelzen und io den zufällig ge ahrlich anwachsenden Strom unterbrechen. Bezuglich der elektttschen Beleuchtung find noch die folgenden Thatsachen nachgewiesen. Die elettttschen Glühlampen können leicht entzündliche Körper entflammen, wenn ihre entwickelte Wärme nicht gehörig abgeleitet wird. Glühlampen können zu- fällig zerspringen oder zerdrochm werden und dadurch brenn» vare�Gas« entzünden. Durch Feuchtigkeit können kurze Strom» schluffe in dm Leitungsdrähten herbeigefühtt und dadurch dies« zum Glühen gebracht werden. Gelockette und ungelöthete Ver» bindungsstellen in den Leitungen können in gleicher Weife gefährlich werdm.— Die Hauptdedingungen, unter dmm eine eleftrische Lichtanlage gefahrlos ist, find demnach die folgendm: Anwendung guter, gehörig vcttheilter Bleischaltungen. vollkommene Jsolirung der ganzen Leitung, gutes Verlöthm und Jsoliren der Verbindungsstellen in der Leitung und gmügmder Abstand der Lampen, so daß die etwa in der Nähe befindlichen lercht brennbaren Stoffe nicht zu statt erhitzt werdm. Kommission wurde beauftragt, zur weiterm Bttathung baldmög- lichst eine neue Versammlung einzuberufen. Fachoerein der Nohrleger. In der letztm General- Versammlung wurde vom Kasfirer Herrn Krebs der Vierteljahr- liche Kaffenbericht erstattet. Derselbe wurde von den Revisoren für richtig befunden und hieiauf dem Kasfirer Decharge ertheilt. Die in Betreff Umänderung des Statuts gewählte Kommission überreichte durch ihren Obmann Herrn Koekel der Versammlung das neu ausgearbeitete Statut. Hierüber entspann sich eine lcdhaste Debatte, die damit endete, daß der Paragraph 9 ad 2 und 3 mit unbedeutenden Abänderungen angenommen wurde. — Hierauf wurde beschlossen, eine Herrenpartie zu veranstalten. Dieselbe findet am Sonntag, den 19. d. M., nach den Rüders- dorfer Kalkbeigen statt. Treffpunkt Morgens 6 Uhr Platz am Schlefischcn Bahnhof. Rohrleger und Freunde des Vereins wer- den ersucht, sich zahlreich daran zu dctheiligen. Abfahrt 6 Uhr 20 Minuten nach Erkner. Arbeiler-Tagesbillets 80 Pf. Nachdem noch einige neue Mitglieder sich in den Verein hatten auf- nehmen laffen und die im Fragekasten enthaltenen Anfragen be- antwortet waren, wurde die Versammlung geschloffen. U»m Kchneiderkongresi. Erfurt, 8. August. Der gestern Abend beendete Kongreß der Schneider Deutschlands, auf welchem die Städte Halle a. d. S., Frankfurt a. M., Leipzig, Stuttgart, Chemnitz, Berlin, Lübeck, Karlsruhe, Bielefeld und Umgegend, Apolda, Dortmund, Kiel und Umaegenh, Barmen, Hamburg, Altona, Braunschweia, Dresden, Erfurt, Gera, Eisenach, van- nover, Htldesheim, Potsdam, Glückstadt, Itzehoe, Stade, Har- bürg, Lüneburg, Flensburg, Nürnberg, Wolfenbüttel, Fürth, Bremerbafen, Weimar, Göttingen, Freiburg, Vegesack, Wilhelms« Hafen, Wandsbcck, Stendal und Halderstadt vertreten waren, beschäftigte sich nach einer achtstündigen, sehr eingehenden Bericht- erstattung über die Lage des Schneidergewerdes in Deutschland mit auf alle Einzelheiten ausgedehnten langen Erörterungen über die im Schneidcrgewerbe bestehenden Organisationen und deren Umfang, Bestrebungen und Erfolge, wobei die in den Innungen vorhandenen Organisationen der Meister eine scharfe Verurtheilung fanden. Das Mittel des Streiks wurde von den Delegtrten im allgemeinen verurtheill und nur in Fällen gebilligt, in welchen den Arbeitern ein anderer Ausweg nicht bleibt. Damit unnöthige und zwecklose Streiks vermieden werden, soll künftig erst die vom Kongreß eingesetzte Konttol-Kommission «rttchöiden, ob ein Streik stattzufinden hat oder nicht. Dieser Kommission sollen auch die für Streiks gesammelten Unter- stützungen derFachgenoffen überwiesen werden. Ardeitervereini- ngen, die sich diesem Beschluffe nicht fügen, sollen die Unter- ' n. Da d''~' die bestehenden Fachvereine nach stützungen versagt werden. dem Dafürhalten des Kongresses ihre Aufgabe um deswillen nicht mehr erfüllen, weil fie überhaupt nicht mehr, also auch nicht zur Erreichung besserer Lebensbedingungen, unter einander ver- kehren könnten, so wurde beschloffen, e»ne zentrale Organisation auf Grund des§ 152 der Gewerbeordnung zu gründen, wobei als Unterlage der jetzt bestehende Reise-Unterstutzungsbund ge- nommen werden soll. Von dem Schneidermeister Reißaus-Erfurt war vorgeschlagen worden, Organisationen zu schaffen, welche sich nicht wehr mit wirthschafilichen oder, wie man diese gegenwärtig de- zeichne, mit„politischen Fragen" beschäftigten, sondern blos mit reinen Fachfragen, wie z. B. mit der Ertheilung von Fach- unterrichl ,c. In diesem Falle könne von den Behörden einer Zentralisation der Organisationen nichts entgegengestellt werden, wodurch das die Fachgenoffm in Deutschland umschlingende Band erhalten werde. Alle wirthschastlichcn Fragen dagegen sollten nach« hernicht mehr in Versammlungen der einzelnen Organisationen, son- derninöffenttichenSchneiderversammlungenerörtertwerden. Ferner gab der Kongreß die Erklärungen ab: Für die Errichtung von Arbeiterkammern, gegen jede weitere Beschränkung der Selbst- ftändiakett der Gehilfen und gegen die Einführung von Ar- deitsduchern entschieden eintreten zu wollen; gegen die Altersund Invalidenversorgung, insbesondere aber auch gegen die mit dieser verbundenen Einsührung der Quittungsbücher überall Stellung zu nehmen; übet die Lohnverhättniffe und gesund- heitsschädlichen Werkstätten im ganzen Reiche Erhebungen an« zustellen, um darauf eine Statistik zu gründen und bei dem Reichstage vorstellig werden zu können u. s. w. Der für näch- stes Jahr in Ausficht genommene international« Arbeiterkongreß wurde vom Kongreß freudig begrüßt. Gauverein Kerlinrr KUdhauer, Annenstr. 16. Heute, Dienstag, gemüthlicher Abend. Gesang-, T»r«- und gesellige Pereiue am Dienstag Gesangverein„Gutenberg" Abends 8s Uhr im Restaurant Quandt, Stralauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzenstraße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 Uhr bei Wolf und Krüger, Skalitzerstraße 126, Gesang.— Männer» gcsangverein„Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk, — Männergesangverein Restaurant Schulz, ___ Stettinersirich! Abends 8 Uhr in&- Kottbuserstraße 22. Abends 9 Uhr im — Gesangverein„Harmonie"--------..... Bierhaus, Große Frankwrtcrstraße 49.— MännergesaL „Echo 11" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel, ringerstraße 60.— Gesangverein„Sängerhain" Abends im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein_W Moabit" Abends 8t Uhr Wilsnackerstraße 63, im Reste Ilaes.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Refit Ncdelin, Langestr. 108— Gesangverein„Liederlust" Abends- im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44.— MännergestaSt „Accordia" Abends 9 Uhr bei Brademann, Marmssir. 1 Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebcl's R"" Hoher Steinweg 15.—Turnverein„Froh und Frei" abtheilung) Abends 8, Uhr Bergstraße Nr Berliner Turngenoffenschaft(V. Männerabtheilu 8s Ubr in der städtischen Tumhalle, straße Nr. 31.— Turnverein„Hascnhaide" btheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstt. Nr. 189. einer es jyt-vufl,-Otitui&***•* MiUlraUB flCrtPl Stenographen Abends 8s Uhr in Randel's Restamant, Bn> i con Qaen« straße 129 a.— Verein„Rose" Abends 3j Uhr im Rest« Beweise des Eltze, Alexandrinenstr. 99.— Unterhaltungsoerein„Hon&ng ausaereick Abends 8 Uhr Wrangelstr. 136, im Restaurant SchinuffNe Vergnügungsverein„Mollig" Abends 9 Uhr im R-- � Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1 — Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr im„Münchener Spandaueistr. 11—12.— Rauchklub„Zum Wrangel 8 Uhr bei Herschleb, Adalbertstraße 4.— Rauchklub, Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrani — Rauchllub„Friedrichshain" Abends 9 Uhr im 9 Kipping, Landsdergerstr. 116a.— Rauchllub„Lustige Abends 3j Uhr bei Grothe, Fürstenbergerstraße 2. . da gnügungsvercin„Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr, Grüner Wissens, e dem K , um so das 152 im Bändm .beschränker klagen, un "'find überä choben, de � ichtit gebe s ist ohne nicht mit S »ten Ziele zr nutzt und... ,»vt und ftolhtvenbig i , SM dii>M vielen( ikm-rün aekomn Theater. Dienstag, den 14. August. frlrtvUf> Wilhelmstädtische««heater Gasparone. Theater: Die Hugenotten. «»»«».Thoator: Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern. Sevealltaure- Theater: Das elfte Gebot. Madame Flott. Flo Dillt»ri«-Theater: Die Kinder des Kapttän Grant. KSvtgstädtische» Theater. Die Waise von Lowood. TaatAram»'» Martttt t Spezialitäten-Vorstellung. G««<«»hla- Theater i Spezialitäten« Vorstellung. A# Enisl-Tleater (früher jovifen�täd um 4. »«), Dresdenerstt. 72. L »cbueiTer-ta arten. Km Köaigethor.— Haltestelle der Kiagdah«.— Km Friedrichshain. Theater, Coucert u. Kall. Auftreten neuer Kperialitäten. — n 6 Kpiegs- Feuerwerk" der Pyrotechniker A. u. W. Massow, Hornig u. Bonander. Fum Die Beschiessung von Sebastopol ch° und die Apreugung des Malakofftharme». Schlachtcnpanorama. unter Mitwirkung von 160 Personen. Gvtrre 60 Vfa, vorder 50 VfB.&«*»# Uäher« die Vlallate. Gauverein Berliner Bildha- Allen Kollegen zur Nachricht, daß uns« jähriges Mitglied, der Holzbildhauer Heinrich Beeae 10. August im städtischen Kranken am Friedrichshain gestorben ist. Die Beerdigung des Verstorbenen Montag, den 13. d. M., fo feinem Ge Sachsendorf stattgefunden. 327] Der Ein erstes rheinisches Damen-Mäntel fektions-Geschäft sucht zum baldigen Antritt durchaus tüchtigen Zuschneider, welcher sicher nach Maaß arbeiten kann. Offerten find bei»iraholz& Oderwallstraße 14—16, abzugeben. Die drei Grazien. Gesangspofse in 4 Akten von Leon Treptow, KouplÄ von Gustav Görß, Mufik von Franz Roth(Novität). Mit vollständig neuen Kostümen und Dekorationen. Ellq Bender: Bertha Feldau, Clara: Elly Bender, Gleichen: Marie Reicher«, Laura: Rena Lid, Auguste: Grete Gal us, Elfriede: Selma Richter, Nickel: Guido Fielaoher, Heller: Hugo Hasskerl, Bornstedt: Fritz Schmidt, Lehmann: Gustsv Gfirss, Schumann: Alfred Schmasour, Emil: Eduard Schma- «ow, Carl: Georg Stollberg, Bullerkopp; Dir. Ad. 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Nr. >ule Abs. 9 naliger S t„Albrech! Dienstag, den 14 Angnst 18Z8 3. Jahrg. Krunäzüge J einer Lggiene äe8 Änterric�te8. s Erziehungswesen war bisher Monopol konservaiivcr r-Auguren, und nirgends bal sich der Konscr.nt einus bter erhalten, als im Unter: ichlswcsen. Ein.r der wacke- sturmer gegen die chinesische Mauer ist der Genfer Pro- jDt. QR*nr»«4f»fty Vißr mtl fmnnr tlpß -.».—«if W lbelm Löwenthal, der mit seiner„Hygiene des �"chtee"(Verlag von Bergmann in Wiesbaden) einen *3'WW gegen das alte Gemäuer gethan hat und welchem «on allen Seiten— von Fachmännern und von Laien— ihr ttn«emeise des wohlverdienten Dankes für sein in jeder Be % ausgezeichnetes Buch zuströmen. �„Hygiene des Unterrichtes" enthält so viel des konden Wissens, eine solche Menge von prächtigen Gedanken, ks dem Kntiker schwer wird, einen Auszug daraus .. um so schwerer, als der Auszug eigentlich vor uns da das 152 Seiten fassende Buch zu einem Werke von en Bänden erweitert werden könnte. Ich muh mich daher deschränken, hier und da auf's Gerathewohl eine Seite klagen, um die nächstbeste Stelle zu jitrren... Die " find überall gleichwcrthig und werden mithin, auch einzeln lehoben, dem Leser einm Begriff von der Bedeutung der Ftheit geben.,. »» ist ohne weiteres klar, dafi man etwas, das man nicht nicht mit Absicht leiten und gar einem als wünschenswerth wn Ziele zuleiten kann: daß also zur wirklich wiffenschaft- und nutzbringenden Bearbeitung von Erziehungsfragen y>t und Unterrichtsfragen im Besonderen die genaue Kennt- aothwendig ist: erstens der Natur des zu Entwickelnden, N der Gesetze, nach denen diese Entwicklung sich vollzieht, Mens des Zieles dieser Entwicklung. verein„, rant Sc hr im ch dem 1 „Münchener. Wrangel lauchklub ler, Wr> Ihr im >„Lustige straffe 2. , Grüner BHdh# >t. daff un| dhauer ••e i fii en0 des Zieles dreser lzniwralung. rankurhli vielen Eltern und wie vielen Lehrern ist es bisher in gekommen, auf diese drei Grundbedingungen ein acht- storbenen seinem G iskllbtl! Lindenstra� rge zu werfen? Bisher ist nur ein einziger Fall und zwar war es der Historiker und Nationalökonom ... Wll, der seinem Sohne eine ähnliche Erziehung an- M ljxß. wobei er übrigens gegen den zweiten Punkt einen ""B beging, indem er von seinem Sohne zu viel Kraft suchte. gemeiniglich leben die Eltern in der Idee, die'Schule sei llntenicbtsanstalt, wo— nie Löwenthal sagt—„in ähn» Weise Wiffen erworben werden kann, wie man etwa im die dort vorräthigen Maaren gegen Zahlung erwirbt. wird die Natur und der Zweck des Wiffenserwerbcs gleich- . verkannt. Beides zur schwerm Schädigung des Unterrichts- selbst." Und andererseits führt bei den Pädagogen diese Anficht dazu—„daß sie die Schule einer Abrichtungsanstalt gleich ' und gleich behandeln wollen; so wählte Larouffe als Motto Wo vor kurzem in den Genfer Schulen allgemein verwen- Grammatik die Worte:„Die Erziehung des Kindes gleicht � Papageien".— Der Philologe F. A. Wolf sagt:„Unter n�'Mzaljte müssen die Formen ganz inne sein, der Verstand dez�angs gar nicht mitarbeiten, das Raisonnement schwächt Altern führt diese Auffassung der Schule leicht gmgjr» sie sich nun jeder Ausdildungspflicht dcm Kinde n.ih T: entlastet glauben, daß sie der Schule einfach zumuthen, u? iu Hause beliebig vernachlässigten Kinder nach Ablauf �w ssNN'ten Zeit und Zahlung des festgesetzten Schulgeldes dieser Zeit als fertig gebildeten Menschen wieder abzu- � und sie find höchlich entrüstet, wenn dies nicht ge- °n hat bisher ganz und gar übersehen, daß das Kind 'ch möchte sagen— instinktive Denklraft in sich hat, ' nen Drang zum Denken fühlt und demzufolge am itLÜ'fragen stellt, die wir in unserer Uederlegenheit als ».u belächeln, statt uns zu bemühen, der Sache auf den . iu kommen; und da begehen wir oft grobe Sünde, »wi��nsbedürftige Kind mit allerlei herzlich dummen i abzuspeisen, statt unser Augenmerk darauf zu lenken, . allem das Denken des Kindes in eine richtige Ntei, leitet werden sollte. Erst wenn es richtig zu 1 J Selernt hat, wird cs die nothwendige Voibereiwng � haben, um richtig zu lernen. Dieser Grund- g gebra vophas, ren, sehr, eleganter lzablung 0* ze 1, erst-< k. 10 Pffl' zu fobjj stungsfäh g von 5r- •tr. 3S-| « am#4P ettste'en K Stck. 8,50� u. Oct-� Tau send schön. AuS dem Englischen von Z. T. "3(1, ich ziehe fort," sagte Cyrill Danton, auf seinem vjnjt bet Reitgerte die Köpfe der vielen Tausendschöne Wiese abhauend und dabei einen Seitenblick auf , Muthigx. mädchenhafte Gestalt und das»arte, nieder- .Jene Gesichtchen seiner Begleiterin werfend, die so still >«sam neben ihm einherschritt.„Fort von diesem ab- 2* Landstädtchen, wo die Leute für nichts Sinn ken-j um der lieben Existenz willen wie Maulwürfe iZ"1 Boden zu wühle« und sich dabei den Anschein - al« oh alle geringschätzten oder mit müßiger Neu- «"sähen, deren Instinkte und Anschauungen höher ier sind, als die ihrigen. Zch fühle, daß dies kein für mich ist. Meine Talente und Fähigkeiten sind hier „" und niemand begreift oder würdigt mich, ausge- w"®'€< mein liebes Tausendschön," setzte er gnädiger »."Und meine gute Mutter." lunge„Tausendschön", wie er sie nannte, gab �"'wvrt in Worten; ihre einzige Erwiderung war üm2 �ner und liebender Blick aui einem Paar ten i blauer Augen, welche sich bescheiden .@1„ 5� ienen Cyrill'« begegneten. � vftt. ll nach der weichen, kleinen, sonnverbrannten Hand >>'n die seinige. ,H 4,., werden mich nicht vergessen, mein kleines Liebchen. „.kennen jene Skizze, welche ich von ihnen entworfen �alk! zuerst kamen. Nun, ich will dieselbe zur �?ur in der großen Marmorgruppe machen, die mir zpUf»erschaffen soll— wahrscheinlich eine Margaretha >V>en ü"°- Und wenn ich reich bin, werde ,ch zurück- Sie heirathen, und der Welt das Original �de/Z'°n meines eigenen geliebten Weibchens zeigen. solange auf mich warten, mein kleine» Tausend- � junge Mädchen schlug ihre unschuldigen Augen zu b°b schüttelte erröthend mit einem unterdrückten "fcbe nicht» nütze«, wenn ich e« thäte," erwiderte satz zieht sich durch das ganze Buch Löwmthals. Nach seiner Idee soll das Kind so den Unterricht genießen, daß cs vor allem das Naheliegende, geistig Sichtbare, Greifbare in sich aufnimmt, um dann allmälig an der Hand des Lehrers und zum großen Theile auch durch eigene Gehirnthätigkeit auf das entferntere überzugehen. So wird dem Kinde das Lernen eine Luit, ein Bedürfniß(.in. Zu allem dem ist aber eine gründliche Reform nothwendig. Die heutigen Studienvläne stammen noch aus der Zeit, wo die Lernbeoürftigcn um jeden Preis Lcrnstos' haben mußten, und da man an diesem Lemstoffe arm war, so nahm man eben den Klassizismus zu Hilfe. Gegenwärtig ist aber kein Stoffmangel mehr vorhanden, im Gegentheile. Man klagt über das Zuviel, man sucht der Heber- bürdung dadurch abzuhelfen, daß man die Hausarbeiten einzu- schränken trachtet, und packt so einfach das Ding beim Schwänze an, während der eigentliche Grund der Uederbürdung in der Uebersältizuna des Kindes mit unverdaulicher Geistcsspeise zu suchen ist. Sebr wahr sagt daher Löwenthal:„Genau so wie das körperliche Nahrimgsbcdürfniß äußert sich also auch das geistige: durch das Verlangen nach der erfahrungsgemäß zweckentsprechenden Nahrung. Das körperlich hungrige Kind will essen, das geistig hungrige will Eindrücke sammeln und ver- gleichend deuten, sie zum Wiffen verbinden und sich zu eigen machen; zu diesem Zwecke beobachtet, untersucht und experimentrrt es, sobald cs durch Aufnahme und Verarbeitung der ersten ein- fachsten und dann immer mannigfacher sich zusammensetzenden Eindrücke in den Stand gesetzt ist, neue Eindrücke mit HUfe der bereits erworbenen Erfahrungen selbst zu verarbeiten. Ebenso äußert sich das geistige Sattsein gleich dem körper- licken durch das Verweigern weiterer Nahrungsausnahme. Der satte«Säugling preßt die Lippen zusammen, wendet den Kopf ab und stößt die Flasche zurück, nach welcher er kurz vorher schreiend verlangt hat und deren Anblick allein ihn schon beruhigte. In derselben Weise giebt dos geistig satte, in geistiger Verdauungs- arbeit begriffene Kind seine Abneigung gegen Fortsetzung der Nahrungszufuhr zu erkennen: es wird zerstreut, unlustig und unwirsch, giebt verkehrte Antworten, faßt den Sinn des zu ihm Gesprochenen nicht mehr, sucht von dcm Gegenstände auf irgend eine Weise abzulenken, gähnt, bekommt Kopfweh, kann nicht mehr lesen u. s. w. Sikorski hat den Ermüdungsgrad des Ge- Hirns experimentell festzustellen gesucht, indem er Kinder einmal vor der ersten Schulstunde und dann nach fünfstündigem Unter- richte Dittat schreiben ließ, wobei das letztere zwischen 22 und 43 pEt.(im Mittel 33 pCt.) mehr Fehler enthielt als das erster?, und zwar handelte es sich hierbei meist um Verwechslung von ähnlich lautenden oder ähnlich geformten Buchstaben, es war also die Fähigkeit feiner Unterscheidung verloren gegangen— auf dieser Fähigkeit, zu unterscheiden und zu vergleichen, aber beruht jeder psychische Vorgang." Diese Uebersättigung und der daraus resultircnde Ekel wird aber, wie schon erwähnt, dadurch herbeigeführt, daß man die Kinder zum Lernen solcher Dinge zwingt, die sie nicht vergehen, an denen sich ihr Geist nicht erquicken kann. Alles Wiffen be> ruht auf Erfahrung, mithin muß sich das Kind vorerst Er fahrungen erwerben, mit denen es das Neuhinzukommende ver gleichen kann, um dasselbe dann wieder in logischer Weise oder doch nach dem Prinzipe der Jdeenaffoziation an die Kette des Gewußten anreihen zu können. Daher tadelt auch Löwenthal mit Recht die verkehrte Art, wie den Schülern die Lehrgegenstände beigebracht werden. Der mit der Grammatik beginnende Unterricht m der lateinischen und Sriechischen Sprache, das darauffolgende endlose Analyfiren der ilasfikcr, das ist nicht dazu angethan, dem Lernenden Freude an der Sprache zu bereiten— ja so Mancher von uns wird sich aus seiner Studienzeit erinnern, daß er nach abgelegter Matu- ritätsprüfung sämmtliche griechische und römische Klassiker in einen finsteren Winkel schleuderte, um nur ja nicht wieder etwas von ihnen zu hören. So wie man dem kleinen Kinde nach und nach durch Vorsprechen, durch Plaudem, durch Spielen die Muttersprache beidringt und sich vor der Narrheit hütet, demselben vor allem eine Sprachlehre vorzulegen, ebenso soll man auch den Gymnafialschüler anfangs spielend in das ihm völlig Neue, Ungekannte, Unvelstandene einführen— ein tieferes Eindringen in die Feinheit der Sprachen bleibe jenen vorbehalten, welche sich die Sprachforschung zum Berufe auserkoren haben. Dieses Kennenlernen des Nächstliegenden und allmälige Ausdehnen auf das Entferntere will der Verfasser ver„Hygiene" folgerichtig sie einfach.„Zch weiß es, daß Sie Ihre Gesinnung ge- ändert haben werden. Sie werden mich dann nicht mehr wollen." Cyrill protestirte jedoch ernstlich dagegen. „Sie sind mir das liebste kleine Wesen auf der Welt," sagte er,„und Sie wissen, daß ich Sie liebe. Versprechen Sie mir, mein theureS Tausendschönchen, daß Sie auf mich warten wollen." Und sie versprach e« ihm, indem sie sich in ihrer Un- schuld und Bescheidenheit verwunderte, daß er, so schön und begabt und eine« Tages berühmt, ein einfache« Landmädchen zu seiner Geliebten wähle— jedoch ohne irgend einem Zweifel an seiner Auftichtigkeit Platz in ihrem Herzen zu „Zch will lesen und emsig studiren, wenn Sie fort sind," sagte sie zwischen Lächeln und Thronen,„so daß ich Ihnen keine Schande mache, wenn der Tag kommt, von dem Sie sprechen." Und er sagte ihr— halb im Ernst und ganz der Wahrheit getreu—, daß sie ihm nie Schande machen könne, daß ihre Unschuld, Treue und Schönheit der höchsten Stellung Ehre machen würden. Und als er sie in seine Arme schloß— die süßen, scheuen Lippen küßte und sah, daß sie ihn liebe, erwachte in seiner eitlen, ehrgeizigen Seele ein tieferes und ernsteres Gefühl al» eine bloße, leichte Phantasie, und für den Moment empfand er, daß die Treue diese« reinen, jungen Herzens ein besserer Schatz sei, als ihm Reichthum und Ruhm bringen konnten. Als Mann aber wies er diesen Gedanken von sich. „Sie ist ein reizendes kleines Wesen," dachte er zu- frieden,„und wenn meine Stellung in der Welt gesichert ist, will ich wieder zurückkommen und sie heirathen. Es könnte Niemand ein herzigeres und reineres kleine» Weibchen haben." Aber die Welt mit ihren Schmeicheleien und Ent- täuschungen, ihren Versprechungen und Fallstricken verwischte ssald den leichten Eindruck, den das arme„Tausendschön" auf sein unstetes und wankelmüthigeS Herz gemacht hatte— und er ärgerte sich, als ihm seine Mutter drei Zahre später schrieb:„Unser Tausendschön, wie Du sie nanntest, ist jetzt ü niche allein auf die Sprachen, sondern auf alle Gegenstände ange» wendet wissen. Er thellt sämmtliche Unterrichts- Gegenstände in zwei große Gruppen ein: ») Mittel zum Erwerb von Wiffen, das heißt Lernwerk- euge, als da find: die Muttersprache— Lesen und Schreiben "ementar Rechnen, Zeichnen. b; Eigentliche Wiffenszegenstän ic, und zwar: Allgemeine cbiologis-ye) Natuilunde, zu w.lcher als Vorbereitung dienen: Allgemeine Physik und Chemie. Gleichwerthia, daher unerläß« lich find dabei: Geschichte, Geographie und Moral. Auf diesem Fundamente baut sich das ganze Lernen während der Studienperiode auf, und darüber hinaus muß sich der Gesichtskreis nach und nach erweitern und sich so von der näheren immer zur weiteren Peripherie ausdehnen. Obige beide Gmppen beziehen sich auf das allgemeine Wissen, find daher selbst allgemein zu nennen, während sie in spezielle übergehen, sobald der Schüler sich einem Spezialfachs widmet und demzufolge seine Studien auf einen desonderen Wissenszweig konzentrirt. Zu einer weiteren Aufführung des von Löwenthal vor- geschlagenen Studienplanes mangelt der Raum: auch ist eS nicht der Zweck dieser Zeilen, die„Hygiene des Unterrichts" er» schöpfend zu behandeln. Ich will mich daher darauf beschränken, zu betonen, daß dieser Entwurf eines Lehr- und Stundenplanes einer normalen Einheiteschule so gestaltet ist, daß die Schüler, mit denen Versuche nach jenem Entwürfe angestellt würden, nicht nur all.r Uederbürdungszefahr aus dem Wege gingen, sondern oben- rrein sich in derselben Lernperiode ein weit umfangreicheres und solideres Wiffen aneignen müßten, als es gegenwärtig der Fall ist. A es in Allem resumirt, bezweckt der Verfasser mit seinem ausgezeichneien Buche die Anerkennung des Grundsatzes, daß die körperliche Gesundheitspflege des Kindes Hand in Hand mit der geistigen zu gehen habe. Man hat noch nicht genug gethan, wenn man luftige Schulhäuser baut, Spielplätze anlegt, Turn» stunden anordnet und krättige Nahrung verabreicht, fordern wan muß auch darauf Acht haben daß die geistige Kost appetiterregend und stärkend wirke, daß sie leicht verdaut und verarbeitet werde, damit das Bedürfniß nach stärkerer und reich- licherer Kost im Kinde jederzeit rege bleibe. Das ist die wahre Hygiene, durch deren Befolgung uns eine körperlich und geistig kräftige Generation erstehen wird. A. G. von Suttner. („N. Fr. Pr.") Lakales. Für die Krrliuer Kiergürte« ist endlich die goldene Zeit gekommen. W-lch trostlosen Anblick boten sie in ihrer gähnenden Oede noch vor wenigen Tagen dar— vom Gesund» runnen und Weißensee im Norden bis Schönederg und Hasen« Haide im Süden, von Treptow im Osten bis zum Zoologischen Garten im Westen eine einzige trostlose Wüste! Auf jeden durch Zufall in solche Einsamkeit verschlagenen Gast kam ein bald Dutzend bedauernswerthcr Kellner, und vergebens waren alle Lockungen mit Konzert, Schaustellungen und Feuerwerk, welches letztere freilich niemals abgebrannt wurde, da eben die unaufhörliche Sintfluth es den Pvrotechnikern unmöglich machte, ihr Pulver trocken zu erhalten. Wie mit einem Zauberschlage bat sich dies geändert. Frisches, brausendes Leben erfüllt alle Gätten, in denen die Quellen des Gambrinus sprudeln, und die Wirthe solcher Erholungsorte, die bisher seufzend die theuere Gage für ihre„Spezialitäten" bezahlt baden, welche ja doch keinen Menschen ins Nasse lockten, konnten getrost ihre kostspielige Künstlertruppe ziehen lassen, denn allein die Lust am Aufenthalt im Freien, an der Labung der Kehle mit Kühlem be- völkert ihnen den Garten. Der Kellner, der vor wenigen Tagen noch wie hilfeflehend uns anblickte und vor lauter Dienstbereit- schaft sich selbst aufzuopfern schien, er ist plötzlich eine viel« umworbene, hobeitsvolle Persönlichkeit geworden, die mit kurzem „Gleich, gleich!" die stürmischen Bittsteller abfertigt und nur besonders Bevorzugte mit der schnellen Gabe des schäumenden Kruges begnadet. Nirgend wohl tritt dieser Wechsel deutlicher zu Tage als im Ausstellungsp irk. Man hätte glauben sollen, daß allein die Kunstwerke, welche die weiten Säle füllen, dem Orte einen großen und ständigen Zufluß zuführten, aber wie 19 Jahre alt. Zhre Tante hat ihr ein kleine« Vermögen hinterlassen, und sie hat sich um Deinetwillen darüber gc» fteut, Cyrill, daß es Dir von einigem Nutzen sein könnte. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie daS arme Kind au» demselben Grunde an seiner Ausbildung arbeitet, oder wie sie mit treuer Liebe an Dir hängt und unbedingte» Vertrauen auf Deine feierliche Zusage setzt. Mein Sohn, wenn Du sie nicht wirklich zu Deiner Gattin machen willst, so wäre eS ehrenhafter, sie zu bitten, daß sie Dich freigebe. Es ist ein Verbrechen, mit einem vertrauensvollen Herzen auf diese Weise zu spielen." Als ihm dieser Brief zukam, wurde er sehr ungeduldig und schalt über die Thorheit junger Mädchen, welche ein Schmeichelwort gleich ernst nehmen.„Ich kann mich an dergleichen, wie an eine ernsthafte Verlobung, nicht erin- nern," schrieb er,„obschon ich, wenn„Taus.ndschön" darauf besteht, nöthigenfalls meinem Gefühl für Ehre ein Opfer bringen werde. Aber ich glaube, meine Kousine ist zu ge- recht, um da« zu fordern, und zu gefühlvoll, um zu glauben, daß ein Mann und eine Frau, wenn sie heirathen, von dem bloßen Reste einer Liebelei aus den Kinderzeitcn glücklich werden könnten. Es hat nicht etwa eine andere Liebe mein Herz erfüllt. Ich habe nie wirklich geliebt. Meine Kunst ist meine einzige Liebe und daS einzige Ziel meiner Hoffnung— befriedigter Ehrgeiz." Und zu sich selber fagte er:„Heirathen, wirklich! Mich an ein Weib und an eine Familie ketten, die ein Hemmschuh ür meine besten Bestrebungen wäre! Nein, daS thue ich nicht! Und noch dazu für Tausendschön— ein armes, junges, einfältiges Landmädchen, so süßlich und fad, wie die Blume, nach der ich sie genannt habe! Wird sie mich für gebunden erachten? Habe ich meine Laufbahn durch einen Moment gedankenloser Thorheit zerstört?" Mit umgehender Post kam ein Brief an, der ihm seine Freiheit zurückgab. Er enthielt nur wenige, einfache und treffende Worte und war sehr hübsch geschrieben. Er drehte ihn neugierig hin und her und sein erstes Gefühl der Selbstbeglückwünschung wich bald einer seltsamen Empfindung von Aerger und Verdruß. „Kalt genug! Sie kann mich nicht so gern gehabt schwach es in der Menge mit dem reinen, unverfälschten Kunst- sinn destellt ist, das lehrte auch hier die starrende Oede. Wie kleine Häuflein Versprengter aus dem Getriebe der Großstadt nahmen fich die spärlichen Besucher aus, und auch zu diesen wenigen stellten noch, wie dem Kundigen nicht entgehen konnte, die Fremden, die doch unter allen Umständen in Berlin fich unterhalten und möglichst viel sehen muffen, dos Hauptkontingent. Welche plötzliche Aenderung auch hier! Als sei über Nacht der Kunstsinn der Berliner erwacht, so überfüllt erscheinen mit einem Male die Säle, und das Räthsel erklärt fich doch einfach dadurch, daß, wer durch das schöne Wetter nach dem Ausstellungspark hinausgeführt worden ist, nun nicht die bequeme Gelegenheit versäumen will, fich zugleich die hübschen Bilderchen anzusehen. Ja, ein gewaltiger Mittler im menschlichen Dasein ist das gute Wetter; es giebt nicht nur eine gute Ernte und damit gutes Brot, es erweckt auch einen schönen Durst und damit, wie wir sehen, den Kunstfinn. Auch auf den Zoologischen Garten übt der Umschlag der Witterung > Einfluß aus. Der bedrohlichen Konkurrenz des Aus- bedeutenden,_ slellungsparkcs zu begegnen, hatte die Verwaltung es so gut gc- meint: täglich sollten die Konzerte stattfinden und nach Dunkel- werden nur die Hälfte des hohen Eintrittspreises gezahlt werden. Schön gedacht, ader doch die Rechnung ohne Jupiter Pluvius gl macht, welcher schadenfroh alle die frohen Hoffnungen der Attionäre hinwegplätscherte. Die beiden Orchester spielten— den„billigen Sonntag" ausgenommen— vor leeren Tischen und Stühlen, und wer hätte, bei aller Anerkennung des wohlfeilen Eintritts, es wohl gewagt, bei novemberlichem Wärmegrade eine Echwimmpartte nach Berlin W. zu unternehmen? Kurzum, auck dieser herrlichste der Berliner Gatten stand verödet und selbst die Thiere langweilten sich derart, daß der hübscheste der vier jungen Löwen, dessen Ehrgeiz die Bewunderung vieler Be- suchcr heischte, vor Verdruß krank wurde und fich noch immer nicht wieder erholt hat. Welcher Umschwung auch an dieser Stätte! Flink und munter tummeln fich die Thiere in ihren Käfigen, die Trompeten schmettern, als sei fttscher Ledensodem in fie hineingefahren, und wahre Völkerwanderungen folgen der frohen Lockung. Ate Kotialdemokratie i« der Kunst. In einem Be- richt über die dtttte Münchener Jubiläums- Kunstausstellung in der„W. Z." deklagt fich der Kunstkritiker über das„gemalte Elend", welches dem Beschauer in der Mehrzahl der ausgestellten Gemälde der jüngeren Maler entgegentrete, welche fast aus- nahm- los soziale Mißstände zum Motiv ihrer Kunstschöpfungen genommen haben, und ergeht fich dann in einem Klageruf über den„sonderbaren" Geschmack unserer modernen Künstler:„Das Elend! Du lieber Gott, das Elend! Und noch dazu auf riefigen Leinwanden breitgelrtten! Vor der Proletattermisere, die mit Jungdeutichland in den Glaspalast hereingebrochen ist, stehen die guten Münckener kopfschüttelnd und meinen gar, das sei so etwas, wie eine Sozialdemokratie in der Kunst, ein Protest der Künstler gegen die kaprtallstische Ausbeutung der„Enterbten". Die guten Bürger können fich beruhigen: diese Fluth von Un- alücksdildern ist nichts anderes, als eine Nachwirkung der letzten Pariser„Salons", deren Bitterkeiten wir nun auch in Deutschland durchkosten müffcn. Die Nachbarschaft der Franzosen hat so ihre Schattenseiten, in die wir uns ergeben müssen. Eins nur quält mich: ich möchte wissen, was aus Jammcrwerken wird, die stcher niemand kaufen und fich zur Buße vor die Augen hängen wird. Aus Lumpen macht man Papier, aus alten Stiefeln Kunstleder, aus Brotkiusten Pfefferkuchen, aus Vetteln Betschwestern. Nichts kommr in der Welt um: alle Reste finden Verwerthung. Was auS Jungdcutschlands Resten werden wird, das weiß der Himmel!"— Wir glauben gern, daß dem Herrn mit seiner satten Moral ein pausbackiger Baucrndube oder eine dralle, rothwangige Scnnettn eine bessere Augenweide bieten, als die bleichen und hohlwangigen Proletancrgestalten. Ader wo sollen die Maler ibre Modelle hernehmen? Die„gute Gesellschaft" steht ihnen nicht zur Verfügung, dürfte im Uebrigen aus ge- missen Gründen auch nicht dazu geeignet sein, und die armen Proletarier, die fich als„Modell" darbieten, mögen oft genug die Künstler zu den obigen„Jammerwerken" begeistern. Ueber- dies begreifen wir leicht, daß die Bourgeoisie, die heute Haupt- sächlich als Protektor der Kunst fich gerirt, an der.bildlichen Darstellung der von ihr selbst geschaffenen.Lammerwerke" keine JltUde hat und nicht darnach verlangt. Darum:„Weg mit diesen unwillkommenen Mahnern der eigenen Schuld!"— In der Schleuse des Oder> Svreckanals bei Wcrnedott wird der„Voss. Ztg." geschrieben:„Es giebt zwei Wege, um nach Wernsdorf zu gelangen, den von Erkner über Neu- Zittau und den alten ttchtigcn Weg über Schmöckwitz. Gerade dieser letztere, auch wohl kürzere Weg ist jedoch der um- ständlichste bezw. beschwerlichste, denn wenn man von Schmöck- witz die ganz gute, sogenannte Bauern Chaussee bis nach Werne- dorf gefahren oder gegangm ist und am Endpunkte dem Wernedorfcr Kirchtburm die Hand reichen könnte, erfordert ein gediettlisches Halt längeren Aufenthalt, denn Wernsdorf, ungefähr zwei Meilen von Berlin belegen, ist nur vermittelst einer Fähre für Fuhrwerk und für einzelne Personen auf Kähnen zu erreichen. Und nun muß man fich das Stückchen Seearm ansehen, das überfahren werden muß; es kommt Einem haben, wie die Mutter dachte! Und hübsch geschrieben! Sie muß sich sehr ausgebildet haben! Sie war in jenen Tagen gewiß ein reizendes Geschöpf und hätte sich bei passender Erziehung, Ausbildung und dergleichen zu einer Schönheit entwickeln können; aber, pah, ich weiß schon, wie diese Landmädchen aufwachsen! Sommersprossig, mit braunem Teint, plump und unbeholfen, unwissend und engherzig. Ich bin dieser Gefahr mit heiler Haut enttonnen und habe alle Ursache, mir dazu Glück zu wünschen!" Er dachte so in allem Ernste, als er im folgenden Winter endlich dem Weibe begegnete, das er„sein Schicksal" nannte, bei dessen Anblick das leichte und ehrgeizige Herz, das„Tausendschön'S" einfacher Reiz wohl gerühtt, aber nie vollkommen gewonnen hatte, in seiner bis jetzt ungeahnten Tiefe aufgerüttelt wurde und zu einer wahren Leidenschaft erwachte.„Man sagt mir, daß ich Zhrer Statue der„Mar- gaietha" ähnlich sehe," bemerkte gegen ihn Miß Raymond mit ihrem ruhigen und anmuthigen Lächeln.„Ich möchte dieselbe sehen, um selbst darüber zu urtheilen, wenn Sie nichts dagegen haben." Er hatte wohl eine Einwendung, aber er wagte sie nicht vorzubringen— so müßig und phantastisch war sie. Zn seinem Innern schrak er davor zurück, dem Weibe, das er liebte, ein modellirtes Gesicht des Mädchens zu zeigen, das ihn geliebt und dessen Vertrauen er varathen hatte. Denn er konnte jetzt besser würdigen, was für ein Leid er „Tausendschön" bereitet hatte— jetzt, da sein eigenes Herz erwacht war. „Wenn sie mich so liebte, wie ich diese Königin der Herzen liebe," dachte er,„was muß ihr dann meine Untreue gekostet haben? Armes, unschuldiges Kind! Gebe der Himmel, daß dieses Weib, welches mein Herz in ihren schönen Händen hält, eS nicht ebenso von sich stoße, wie ich «S mit dem Herzen Tausendschön'S gemacht habe." Und im Geiste gelobte er, neben„seinem Schicksal" stehend und mit ihr die„Margaretha" anschauend, die arme, von ihm so leichtsinnig zertretene Blume aufzusuchen, sie um Ver- gebung zu bitten und ihr stet« em treuer Freund und «n-d-- M-. mui w die Lust an es zu überspringen. Es würde aber allerdings ein guter Turner dazu gehören, und da das nicht Jeder ist, so möchte man sagen, Wernsdorf sei von dieser Seite von der Wett abgeschloffen. Niemand empfindet dies mehr, als gerade der Wernsdorf er. Was für Gründe vorliegen, daß hier noch der- artige veraltete, an die Erschaffung der Wett erinnernde Zu- stände herrschen, ist mir nie klar geworden, denn ein so kleiner Brückenbau kann kaum nennenswerthe Kosten verursachen. Ist es das Interesse des Fährmanns, der abgelöst werden muß, oder liegen Gründe vor, daß die Wernsdorfer gestraft werden sollen, genug, ihr ganzer nicht unbedeutender Verkehr nach Berlin wird durch diese Fähre gehemmt und vettheuett. Jeden- falls ist hier, zumal da der Ort in kurzer Zeit in Handel und Wandel durch die ein- und ausfahrende Schifffahtt flott empor- blühen wird, düngend schnelle Abhilfe nothwendig und es ist so wohl die Hoffnung nicht ausgeschlossen, daß die Regierung bezw. der Herr Landrath bald ein Einsehen haben wird, die Wernsdorfer der allgemeinen Welt anzuschließen." Zum Krrkehr auf der Havel. Die königl. Wasserbau- Verwaltung hat, wie der„Anz. f. d. Havelland" aus Spandau belichtet, seit einiger Zeit einen kleinen Dampfer mit einem Beamten in Dienst gestellt, welcher die Ordnung auf der Wasser- straße vom Pichelsdorfer Gemünde bis zur«Spree herauf auf- recht erhalten soll. Diese Maßregel bat bereits fichtbare Ettolge gezütigt. Die hier sehr bedeutende Segel- und Dampfschifffahtt kann jetzt ohne die Störungen, welche früher oft vorkamen, von statten geben. Die Landungsste en für Pettonendampfer, zu denen die Anfahrt oft durch Fahrzeuge verlegt war, werden nun stets frei angetroffen; die zu dem Fluß führenden Treppen, welche fich nahe der Charlottenbrücke befinden, waren meist durch Kähne, die fich dort vor Anker gelegt hatten, verspertt. Selten konnten Boote dort anlegen, so daß Schiffer, welche in der Stadt ihre Einkäufe machen wollten, am Betreten des Ufers gebindett waren. Hieün ist jetzt gleichfalls ein Wandel zum Bessern geschaffen. Es find aber noch manche andere Uebel- stände zu besettigen. So ist z. B. die Einfahrt am Pichels- dotter Gemündc in der Dunkelheit sehr gefährlich, da eine hin- reichende Beleuchtung der Buhnenköpfe nicht vorhanden ist. Im voügen Jahre ist der Fall vorgekommen, daß ein Dampfer >en die Buhne fuhr und einen Leuchtblock umbrach. Der Rheder hat darauf den Schaden ersetzen müssen. An der Lehtter Eisenbahnbrücke find die Abwendepfähle in einem solchen Zu- stände, daß fast jedes Fahrzeug, welches das rechte Brückenjoch benutzt, in Gefahr geräth, Havarie zu lüden. Eine Bohlen- wand ist überhaupt nicht mehr vorbanden. Daß im Interesse d.r Schifffahrt auch die baldige Veränderung der Eisenbahn- brücken gewünscht wird, ist schon wiederholt dargelegt worden. Die hypnotische Suggestion in der Kranken» behandlnng. worunter man fich eine durch Einreden bcwirtte geistige Herrschaft des Arztes auf den Willen des Patienten vorstellen muß, hat bekanntlich in Frankreich Schule gemacht. Wie wir dem kritischen Essay des Professor Seeligmüller-Halle über den modernen Hypnotismus entnehmen, bat Professor Bernbeiir-Nancy über seine Erfolge nach dieser Richtung hin eine Schrift herausgegeben, welche das von ihm ang> wendete Verfahren wie folgt beschreibt: Der Kranke wird durch Sugge- stion eingeschläfert, d.h. indem man die Idee des Schlafes in sein Gehirn hineindringen läßt; er wird mit Suggestion behandelt, d.h. indem man die Idee der Heilung in sein Gehirn hineindüngen läßt. Seit 1882 hat Bernhcim diese Methode in seiner Klinik angewandt. Nach süner Verficherung vergeht kaum ün Tag, wo er nicht irgend eine funktionelle Störung augenblicklich durch Suggestion mildett oder besüttgt. Da leidet zum Beispiel ein Kind an einem rheumatischen Muskelschmerz im Arm. Das Kind kann den Arm nicht bis zum Kopf bringen. Bernheim sagt zu ihm:„Mache Düne Augen zu, mein Kind, und schlafe!" Er hält die Augenlider zu und sagt weiter:„Du wirst so lange schlafen, bis ich Dir sage, Du sollst erwachen; D üne Arme, Deine Büne, alles ist eingeschlafen und Tu kannst fie nicht mehr bewegen." Er nimmt seine Finger von den Augenlidern fort, fie bleiben geschlossen; er er- hebt die Arme des Kindes, fie bleiben in der Stellung. Dann derührt er den leidenden Arm und sagt:„Der Schmerz ist fort; Du hast nirgends mehr weh; Du kannst Dünen Arm ohne jeden Schmerz bewegen." Nach wenigen Minuten weckt er das Kind; es erinnert fich an nichts, der Schlaf ist tief ge- wesen. Der Schmerz ist fast vollständig geschwunden; das Kind hebt den Arm mit Leichtigkeit bis auf den Kopf. Einige Tage darauf berichtet der Vater des Kindes, daß der Schmerz völlig verschwunden ist, ohne wieder zu kehren. Freilich muß die Art der Suggestion variitt und der besonderen Suggestidili- tät des Einzelnen angepaßt werden. Die Suggestion ist nicht unfehlbar; daß fie fehlschlägt, liegr entweder an der Krankheit oder an der Persönlichküt. Manchmal gelingt es nicht, den Willen des Kranken vollständig aufzuheben:«er wügcrt fich die Suggestion anzunehmen". So besonders Melancholiker und und Hypochonder. Die Sclbstsuggestion, daß das Uebel doch wiederkommen könnte, ist bü diesen Kranken stärker, als die Suggestionen anderer. Eine von dem Professor gegebene Statistik lehrt, daß er unter 105 Beobachtungen 92 Heilungen und 10 Besserungen erzielt hat.— Sehr interessant ist die Art, wie Bernheim ün 17jähriges Mädchen dazu brachte, Fleisch zu essen. Während fie fich in der Hypnose defand, wandte er folgende List an. Er fragte sie:„Wie heißen Sie?"—„Ich heiße Marie."—«Lieber gar, Sie sind nicht die Marie, Sie find die Josephine. Ihre Tante! Sie sind Ihre Tante!" Nach einigen Augenblicken sagte das Mädchen:„Es ist richtig, ich bin die Josephine."—.Jlnd nun," sagte Bernheim zu ihr,„lesen Sie Ihrer Nichte Marie einmal gründlich dm Text! Die will kein Fleisch essen; zügm Sie ihr, wie man es ißt." Jetzt nimmt die kranke Nichte die Rolle der Tante an, hält als solche der fingitten Nichte üne derbe Strafpredigt und verzehrt ein ihr gereichtes Stück Kochfleisch mit Vergnügen, ja fie verlangt mehr, um ihrer Nichte zu deweisen, wie gut es schmeckt. Bü diesem Mädchen versucht Bernhcim, während fie noch auf seiner Abthülung ist, die Suggestion als moralisches Befferungsmittel! Er läßt fie ver- sprechen, daß fie als Krankenwätterin auf dem Saal verblühen und fich als ordentliches Mädchen führen, daß fie keine Lieb- Haber mehr haben will rc. Sie verspricht Alles, und währmd ihres Aufcnthattcs im Spstal wird ihr launenhaftes, grobes Benehmen vorübergehend ün anderes; fie wird lenksam und zurückhaltend. Nachdem fie das Spital aber verlassen hat, er- giebt fie fich wieder dem früheren lüchtfinnigen Lebenswandel. Bernheim erklärt dies als Folge ihres Umganges mit lüder- lichen Leuten:„fie war suggestibel," münt er,„für Alle und durch Alle". Ei« Verfahren, um Fremdkörper, die ins Auge geflogen find, zu eatfernm, das fich durch seine Einfachheit auszeichnet und bei Gelegenheit bequem auf süne Zuverläsfigküt geprüft werden kann, schilvett ün Arzt in einer Zuschrift an die„Ztg. für Optik und Mechanik". Bor einigen Jahren fuhr ich auf einer Lokomotive; als der Führer das Vorderfenster öffnete, flog mir ün Stückchen Asche ins Auge, wodurch mir die heftigsten Schmerzen verursacht wurden. Als ich das Auge mit beiden Händen rieb, gab mir der Lokomotivführer den Rath, nur das nicht bettoffene Auge zu reiben. Als ich dies that, fühlte ich bald, wie sich das Äsckenlörnchen nach dem Innern des Äugen- Winkels zu bewegte. Nach minutenlangem oder etwas längerem Reib n fand ich, als ich in den Spiegel sah, das Körnchen auf müner Wange. Seitdem habe ich das Mittel manchmal probrtt und hatte niemals einen Mißerfolg, wenn nicht etwa der in das Auge eingedrungene Fremdkörper so scharf war, daß er bü süner Sütwättsdewegung in den Augapfel ünschnilt, in wel- chem Falle er mittelst einer besonderen Operation entfernt wer- den mußte. Die gegensettige Uedcttragbarküt der Empfindungen des ünen Auges auf das andere ist allen Aerzten bekannt; unwahttchünlich ist deshalb die Rückwirkung der durch 9k* den 1 auf dem gesunden Auge erzeugten Empfindung auf das j®» Gelüs zende Auge nicht., Ugeschober M« Klick auf die Geschichte der Kerliuer 0W fich{n der bevorstehenden Eröffnung zweier neuen fflaffwiirfer. welc ist angesichts...................—....... tempel nicht ohne Interesse. Die Entwickelung ständiger TbÄ wuchte, erhe! gedäude in Berlin ist, wie man aus dem Werk„Berlin>>lsni in ben süne Bauten" ersehen kann, noch nickt zwei Jahrhunderte l«dienst de« Vor dieser Züt bestand keine eigentliche Bühne rn Berlin, wouf weni herumziehenden Gesellschaften spielten tbeils in gewöhnt'» r erste Verl Bretterbuden, thüls in pnvaten oder öffentlichen Gebän« Wien auf; namentlich in den Rathbäusern von Berlin und Kölln.> Aen Beine erste eigentliche Theater, für die franzöfische Komödie, trurWfle, Selbs Jahre 1700 durch König Friedrich I und zwar über dem l> lichen Reitstall in der Äreitensttaße begründet. Dieses Theater wurde unter Fttedrich Wilhelm> zu einem tirungsmagazin umgewandelt und 1760 gänzlich beseitigt. ün zweites, um dieselbe Züt in dem sogenannten Kurs Hause eröffnetes Theater bestand nicht lange— Der dende Schtttt für die Gestaltung des Berliner wesens erfolgte mit dem Bau des königlichen Hauses, welches Friedrich I. sofort nach süner Zahlreicher \ Mit soll 'hende V vacbsen n wsten Ans Tiden Hin »5i besteigung durch Knobelsdorf errichten ließ. Die heutige& Die Zu desselben entspricht im Wesentlichen derjenigen vor dem Hten zunäch im Jahre 1843.— Während des Baues wurde im Alat:»n oon St saal des königlichen Schlosses du:ch Knobelsdott in kl" W Zeitroun Theater nach dem Muster des kleinen Theaters in Versaill-- j letzten bei richtet, welches jedoch im Jahre 1805 wieder beseitigt nw I«ufenthai ist.— Die Pflege des Schauspiels fiel fortgesetzt den M'übet Friel ziehenden Truppen zu, welche ibre Bühnen in proviM zu sind Holzbuden aufschlugen, bis im Jahre 1765 der Echa"'"' � Potsdam Schuck auf dem Hofe des Hauses Bchrenstraße 55 ein Ijj[kr Rcchtur erbaute, auf dessen Bühne unter Schuck, Koch und Ti-j bei Re die Klassiker zum Volke sprachen. Für das französische WM die Pas ....... oflen an der StclU.???« Baknb, spiel wurde 1774 auf königliche Kosten an der Stc�Aw Bahnhc beutigen„Schillerplayes" ein Theater erbaut, welches pij j&t werden üT�nen oc Tode des Königs als„Nationaltheater" der Döbdelin'j sellschaft überlassen und auch der Pflege der Oper wurde. In fast allen königl. Schlössern der Umgeg Monbijou, Schönhausen rc. waren kleinere Bühnen ein das 1789 durch Langhans erbaute Schloßtheater zu Eh bürg besteht noch heute ganz unverändett.— Im JahiK begannen Langbans und Moser für das Nationaltheater � eines größeren Hauses an der Stelle des jetzigen Schauspiel» welches im Januar 1802 seiner Bestimmung übergeben-,, durch Brand zerstört und 1819—1820 durch den Schind'_ Bau ersetzt wurde.— Dann begann eine Aera des und theater- Baues. Den Anfang machte das 1824 eröffnete tz?, Ächte Kc m Alexanderplatz, welch, s 1500 Z"' j da»"sboph % 'folgende Wer hatt I»S kirnen; Ifffkn davo städtische Theater am dur«� 7 � Bahnh »Ä "ßj Mas Gegen . vorhant der Ung die enig amkeit de «, so wä »ette Hab danken. T war für Klingt. en ve en bei wieder jw zur br* von vichA Ger Man bis es in den 50er Jahren verkauft und niedergerissen Im Jahre 1850 entstand alsdann dos Fttedrich-Wilhelmss Theater, dos schon 1844 errichtete Kroll'sche Etablifferncnt durch ein Theater erweitert, das Königstädtische Tbcatei 1857 in der Blumenstraße wieder auf. Im Jatrre 1659 i® das Viktoüa- Theater, 1864 das neue Wallner Theater en Daneben destanden mehrere Bühnen dritten Ranges. mit dem Jahre 1869 auch auf dem Gebiete der Theater- nchmungcn Gewerbefreihüt eintrat, wurde Berlin in raschend kurzer Züt mit mehr als 20 Theatern übersck von denen inzwischen die meisten wieder schlafen gegangen — Zu den älteren Theaterbauten gehört das aus dem H� sehen Wintergatten zum Meysel-, dann zum Woltersdori� schließlich zum Friedlich- Wilhelmstädtischcn Theater entr Theater in der Chaufleestraße.— Das eigentliche theater der Berliner, das Vorftädtische, wo Mutter das Szepter schwang, bat fich bekanntlich lange Z-» den alles benagenden Zahn der Zeit gewebtt. Wie Märchen aus alten Zeiten erinnern sodann die Namen liner Stadttheater" in der Lindenstraße und Thalia ehemaligen Stadtpark in der Dorotheenstraße. Die. rücke Geschichte des Nationaltheaters am WündergsweU-,,' f 2138 Sitzplätze umfaßte, ist wohl noch in wehmuthe#� innerung. Ein fröhliches Kind der neueren Zeit ist v«* alliance Theater, ebenso dos aus einem Privattheater em>' Refidcnz-Thcater.— Von den Kindern der theatralisch� rocibcfmhcit haben fich das ehemalige Reunion-, jetzige/ Theater, das ehemalige Louisenstädtische, jetzige Adolf Theater und das durch Umbau des ersten von Wallner ten Theaters entstandene Königstävtische, jetzt Stadt-Tl den ruhigen Hafen einer gefichetten Existenz gerettet Eröffnung des Ostend- Theaters, die Schöpfung des 3 Theaters, die Umformung des Walhalla- Theaters in eine büdne und nun in das Berliner Theater, sowie der% Leifing- Theaters bilden die neuesten Phasen in der Theatergeschichte.— Berlin wird in die Wintersai!� 16 Theatern im besseren Sinne des Wottes eintret� diese Kunststätten werden täglich Platz für ca. 17500 bieten., fbC��Pelh lieber die«utgleisung eine» GLteezns� S�Jotreck« tchänederg wird der„Voss. Ztg." geschtteben: Am �.j bend 7 Uhr sollte ich Zeuge ünes aufregenden Zw's�., la werden. Ueber die Brücke, welche die KolonnenM" m rfip der Schönederg verbindet, schreitend, sah ich von Berlin K| T n Güterzug mit mäßiger Geschwindigkett herankommen un, � Mter Zj an dem Brückengeländer stehen, um den Anblick üne® p t>b,iWes, st fahrenden Eisenbahnzuges von oben herab zu genießen-. ift.Ma hatte die Lokomotive mit den ersten 3 Wagen die Brrio�kt�Wein d fahren, da ettönt ün mar kvurcht ringendes, nur wenige wählendes Nothfignal, ein Krachen und Knistern, eine Gefahr ahnend, unwillkürlich der entgegengesetzten Brücke zueilte. Doch das Unglück war dernts Der Zug war entgleist. Tie Lokomotive, deren zum letzten Augenblick unerschrocken auf seinem 8% Posten verblieben war, hatte seitwärts nach rg* j Geleis verlassen, mit den Rädern der linken Seite st» Hälfte der Radachsen in den Eisenbahndamm eingegri" war so in bedenklich schräger Stellung dampfend und bis an das Externgelüs, welches für die nach Berlin' Züge bestimmt ist, gedrungen, wo fie endlich Dank der nenhüt ihres Führers Halt machte. Meinen Blick den Wagen zuwendend, gewahrte ich den der Lokomotrc* folgenden Güterwagen� nach der entgegengesetzten hin, der an dieser Stelle ziemlich bedeutend ani> Böschung in schrägster Lage zugeneigt, nu den Rädern der linken Längsseite auf einem j:',wr.i wSf, Wüse'->"k hprn IK»1': ISwT? von Ii .Nach 2 verk % 51« Bah hatten, aber glücklicher Güterwagen war mit seinen� � jj�bie k° Böschung fitzend und darauf folgende, zwette die tzinterwand des ersten Wagens mit solcher rannt, daß die Hälfte der rechten Seitenwand des klüngespaltenes Holz zersplittert war. Auch dieser nur noch mit den Rädern der linken Seite auf ve«! während der dritte Wagen, obwohl scheinbar außerhalb des Geleises auf dem Eisenbadndamm t'"� Ä? Äl Warnet(5 �«fleftelli Niit Sick \ ist na des Gi Ä! t G, W wenigen Augenblicke genügten, um drü Geleise zu durch Beschädigung derselben auch für die nächst� — was bei dem umfangreichen Sonntagsoerkehr Potsdamer Eisenbahn sehr bedeutende Verlehrsst anlassen mußte— unfahrbar zu machen. absehbaren Unglück Minuten später Zuges dadurch, daß »u entgingen die Paffagiere von Potsdam her derselbe, etwa 200 Schritte vL alücksstätte entfernt, noch rechtzeitig zum Hatten 8«-'° 1 Zudem mm zu gleicher Züt ein von Berlin n�I laufender Stadtbahnzug auf der Haltestelle Sch®" I durch W J zahlreichen Dorfbewohnern und noch zahlreicheren Sonntags- Dieses vi im mit solcher Schnelligkeit verbreitet, daß die die Stätte r einem•Hebende Volksmenge nach kurzer Zeit zu vielen Hunderten beseitigt.« gewachsen war. Dennoch verging noch eine geraume Zeit, bis iten KuifuM ersten Anstalten zur Beseitigung der auf dem Bahnkörper ' ll>en Hindernisse getroffen werden konnten. Der Bahnhof •ederg war vorgestern Abend, auch für den Verkehr von 'um nach Berlin, 3% Stunden gänzlich gesperrt. Der der Ausflügler nach Potsdam zählte nach vielen Taufen- Die Züge die von Potsdam bereits abgelassen waren, i zunächst in Neubabe'sdcrg liegen bleiben und wurden von Station zu Station bis Steglitz allmälig während Zeitraums von mehr als Stunden vorgeschoben. Auf letzten beiden Stationen zogen Viele vor, da die Zeitdauer Aufenthalts nicht abzusehen war, sich zu Fuß aufzumachen, Uder Friedenau und Schöneberg eine Fahrgelegenheit nach zu sinden. Erst um 12 Uhr traf der um 3 Uhr noch Potsdam abgelassene Zug in Berlin ein. Die Verbindung l** Richtung von Berlin nach Potsdam wurde durch Um- der Reisenden an der gcspeirlen Stelle vermittelt, wo- die Passagiere der Stadtbahn, welche nach dem Pots- i-üT' Bahnhof wollten, nach dem Bahnhof Friedrichstraße ge- M werden mußten. Infolge dessen fand auf den einzelnen cjuoven vom Grunewalve her später ein enormer An- statt, dessen Bewältigung sehr viele Schwierigkeiten lachte und bis spät nach Mitternacht währte. Einem •en Schönebergcr Pyotographen ist es übrigens gelungen, Rld der Unplücksstätte noch frisch in seine Kamera einzu- ■— Dem Berichte anderer Berichterstatter entnehmen wie .folgende weitere Mittheilungen: Der Maschinenführer und Heizer hatt n sich noch rechtzeitig durch einen kühnen Sprung önnen; sie find mit leichten Ouetschungcn und Haut- • davongekon men. Auch der im ersten Packwoaen de- am meisten gefährdete Zugführer Ecke hat der Kniescheide erlitten. Während erwartete man auf dem Pots- ..... ,,, die Einfahrt des Bahnzuges Nr. 51, der .".l Minute den Bahnhof Friedenau zu verlassen hatte «ei» bereits das Einfahrtssignal gegeben war. Zum - sah der umsichtige Lokomotivführer des mit etwa Personen desetzten Zuges die auf dem Geleise '( Maschine und die improvistrten Nothfignale, gab Gegendampf und brachte trotz des an dieser vorhandenen Gefälles den schweren Zug etwa 600 Meter der Unglücksstelle zum stehen. Wäre der Personenzug die entgleiste Maschine aufgefahren, was bei geringerer keit des Lokomotivführers nur zu leicht hätte geschehen m, so wären unberechenbare Folgen zu erwarten gewesen. >erte haben dem braven Manne Letzen und Gesundheit danken. Die Aufregung, die die Katastrophe im Gefolge war furchtbar. Die Unglücksstätte war bald von Taufen- umringt. Aus dem gefährdeten Personenzug hatten Viele Hagen verlassen. Um weiteres Unheil zu verhüten und da lchen bereits ein zweiter Zug angefahren war, mußte wieder die Koupecs besteigen und wurde nach •"tz zurückbesördert. Währenddem war auch die bsTvon dem Unfall nach Berlin gedrungen, und vielsA Gerücht zuerst sehr unbestimmt austrat, wurde hfirti? geglaubt, daß die Katastrophe einen Personenzug ehmutheÄ. flfaM„n Umstand, der geeignet war, die Aufregung nur zu eit ist �24%: Der Verkehr auf der Potsdamer Strecke wurde zu- theater cnP�w'"Mtändig abgesperrt. Was die Sache noch erschwerte, thcatraliWf C Mangel an Arbeitskräften, da des Sonntags wegen r-, jetzige uf]% in den Werkstätten ruhte. Erst gegen j9 Uhr traf ige Adolf I Werkstätten am Grunewald ein Extrazug mit Arbertern r Wallner Ii Wlrrtzeugen ein. Sobald man sich überzeugt hatte, daß das Stadt- Tb"? tzg,. �geleise unversehrt sei, suchte man auf diesem einen Noth- I gerettet j«&% einzurichtcn. Der Ausfahrtverkehr wurde durch Kombi- ng des TÄt z� verschiedener Züge entlastet und somit die Möglichkeit iers in eine» L �vnen, zwei größere Züge auf dem Ausfahrtsgeleise einlaufen oie der Der in Steglitz vcrblicbene Zug konnte so um 9 Uhr n in der � w'Muten in Berlin eintreffen. Der Potsdamer Verkehr Winlersawr tz�.Nach Möglichkeit über die Stadtbahn geleitet, die Grüne- tes einttewl JUge verkehrten außerdem im verstärkten Maße nach dem i. 17500+ Bahnhof, die R.ngbahn wurde von Friedenau direkt „ �«npelhof geführt. Um*2 Uhr Nachts war die Pots- VLtertNs� trecke wieder frei.— Der amtliche Bericht des Eisen- im: Am bf. Betriebsamts der Stadt- und Ringbahn über den Eisen» den Zw>su>» lautet: Gestern Nachmittag gegen 7 Uhr entgleisten lolonnenstA v-�Nd der Fahrt des Güterzuges 2738 vom Potsdamer Bahn- .TA T mvelbof bei der Durchfalrl durch ei tation Schöne- #- Der iliner glichen seiner ! heutige ior dem, e im Ala! >orf in in Versachit beseitigt tzt den n provisl >er Scha> 55 ein ) und Ti aelches ibbelin'ii ; Oper Urngei nen eil r zu C Im JahlÜ Uheater" t-chauspiel übergeben. en Schin lera des era des tL und somit am meistei eröffnete b � nicht« Kontusionen an der 1500 Zu!? tz�Mrophe sich ereignete, hte dun ergcriffen Wilhelmstl chliffeircnt che Theater ibre 1659 nf Theater cv Ranges.' :r Theater- Berlin in cn übersch in gegangen us dem H� Poltersdorf heater erst stgentliche Mutter die Namen Berlin% e�ch T mpelhof bei der Durchfalrl durch Station Eck zifMter Weiche 7 die Maschine und die zwei ersten W .kommen vfM j?'ntei Weiche 7 die Maschine und die zwei ersten Wagen nblick eines ci•tztolÄ��vwie noch ein dritter Wagen mit einer Achse. r genicßew��Ne Maschine nahm eine so ungünstige Stellung ein, sowie noch ein dritter Wagen mit einer Achse. Die hw.'vd-,;„ro,....-laschine nahm eine so ungünstige Stellung ein, daß i die BrU«, ur wenige Vf WD aistern, Bahn wurde sofort----_„......- c tgesetzten�Z«d'm?.°brend die Ringbahnpersonenzuge zwischen Tempelbof bereits KD��lmersdorf direkt lursiren. Die Sperrung des e, nen deren%Kn2!I? Geleises dauerte bis in die Ztachtstundcn. der Ring. einem konnte Vormittag um 9 Uhr wieder frei und fahr- l lWtellt werden. Die Ursache der Entgleisung konnte drs M Sicherheit nicht aufgeklärt werden. Die betteffende i stt nach der Entgleisung noch brauchbar. Von dem Per- -»n„ Güterzuges hat nur der Zugführer eine leichte Kon- b.,% Knie erlitten. Die Sperrung des Ringbahnanschlufses n lpMichtung von Tempelhof und Wilmersdorf hatte de. v�r ledhaften Sonntagsverkehr insbesondere für die Sta- Wilmersdorf, Schmargendorf und Halensee empstndlrche Ken zur unvermeidlichen Folge. Die Passagiere konnten nach#1 i Seite fi«, n eingeglf send und" h Berlin h Dank del Blick den Lolomotif rgest tzteN' atend anl> nur"i ruf einem„liii dieses STW »eil geb> % v!"; diesen Stationen- soweit sie nicht mit den Zügen chiz Grunewald-Anhalter Bahnhof Beförderung fanden kg s„�faach der inneren Stadl über Halensee— Charlotten- welcher die„Lustigen Blätter" ) m offen wurden, ist am Frertag höheren Beamten, welcher am Donnerstag me _ tfstSÄlÄ Ä ÄWK�B » wt..r___ ien »giere r he�'U M 'Hä| Die Kefeitigung dee Kopfstände ist jetzt auf Anttag des Kuratoriums der Markhallen ll, III und IV beschlossen worden. Die Schlächterstände werden, wie in den neu errichteten Hallen, an die Wände verlegt werden. Die Maßnahmen sollen so getroffen werden, daß alle, auch die am weitesten nach hinten gelegenen Stände möglichst gleichmäßig hervottreten und ficht- dar werden. Das Ketriebsamt der Ktadt- und Ringbahn macht dem Publikum auf den Bahnhöfen am Billetschalter für Vor- ottsverkehr durch Anschlag folgendes bekannt:„Das reisende Publikum wird darauf aufmerksam gemacht, daß am Schalter der Station Schlefischer Bahnhof bis auf weiteres zur Ab- ferttgung geschlossener Gesellschaften von nicht mehr als zwanzig Personen, wie Familien, im Lokal-Fernverkehr des Eisenbahn- Direktionsbezirks Berlin für einfache Fahrten Gesellschafts- fahrkatten ausgestellt werden können, sofern der Anttag recht- zeitig vor Abgang des Zuges am Schalter gestellt wird. Für Kinder, die sich bei der Gesellschaft definden, muß stets eine besondere Karte ausgestellt werden." „Z«r Rettung Scheintodter" lautet die Inschrift der Leichenhalle, welche'sich auf dem Friedhofe in der Belle-Alliance- Straße befindet. Wohl den wenigsten Personen dürfte die Einrichtung bekannt sein, die hier vor etwa achtzehn Jahren bestand, aber seit jener Zeit wenig gebraucht und deshalb all- mälig in Verfall gerathen ist Den in jener Halle aufgestellten Leichen wurden an allen Fingern und Zehen Ringe aufgesteckt, die sich bei der geringsten Bewegung mit Metallplatten, welche sich in ihrer Nähe befanden, in Verbindung setzten und einen clettrischen Strom herstellten, der ein Läutewerk in der Woh- nung des Friedhofsaufsehcis in Bewegung setzte. Der Apparat war ein wenig komplizirt und seine Anwendung machte Schwierigkeiten, er kam deshalb außer Gebrauch und ist jetzt zum größten Theil zerstött. Aehnliche Einrichtungen wie auf diesem Kirchhof bestehen gegenwärtig noch in der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Mainz und in verschiedenen Leichenhallen der Stadt Wien. Auf der hiesigen Hygiene- Ausstellung im Jahre 1883 hatte ein Schweidnitzer Fabrikant einen Sarg ausgestellt, der mit einer Vorkehrung ausgestattet war, durch die das Erwachen des Scheintodtcn der Umgebung mitgetheilt wurde. Diese sämmtlichen Einrichtungen find wenig in Anwendung geblieben, obgleich sie sich als sehr empfindlich erwiesen haben und es scheint sich zu bewahrhetten, was von ärztlicher Seite längst von diesen Vorrichtungen be- hauptet wurde: sie dienen hauptsächlich zur Beruhigung der Lebenden. Die Furcht vor dem Scheintode ist naturgemäß sehr groß und eine weitverbreitete, und zahlreich übertriebene „Sagen" kursiren von ihm. Ein wirklicher, d. h. auch den kun- digen, gewissenhasten Arzt täuschender Fall von Scheintode aber, wie die„Flamme" zur Bemhigung des Publikums kon- statiren kann und wie alle angebrachten Vorsichtsmaßregeln dar« gethan haben, ist unbedingt ein ganc überaus seltener, wenn überhaupt vorkommender, so daß zum Beispiel bei allen bisher getroffenen äußerst sensitiven Einrichtungen noch nicht ein ein- ziger solcher bekannt geworden ist. in der Mittheilung in unserer Unmmer vom Sonntag über den Barbier Herrn Reisch, Wienerstr. 18, stellt sich nachträglich heraus, daß die Mutter des betreffenden Lehr- lings, die Wittwe Hinze, uns in infamer Weise belogen hat. Dieselbe hat, um sich an ihrem Schwiegersohn zu rächen, die Angelegenheit, die allein durch den gänzlich verwahrlosten Lehr- ling verschuldet wurde, ganz kolossal aufgebauscht. Wir be- dauern, daß wir uns durch die lügenhasten Worte einer Greisin haben dupiren lassen. Znm Kapitel der„Strampelbrüder". Große Heiter- keit erregte gestern am Kreuzungspunkte der Linden- und Kom- mandantenstraße bei den zufälligen Zeugen eine sich dort in aller Eile abspielende Szene. Aus der Linden straße heraus bog, sich dem Dönhoffplatze zuwendend, ein Arbeiter und suchte, den Blick nach vorwärts gerichtet und den Fahrdamm überschreitend, die gegenüberliegende Seite der Straße zu gewinnen. In dem- selben Augenblicke kam auf dem geräuschlosen Pflaster der Kom- mandantenstraße herauf ein Dreiradfahrer dabergesaust. Auch er mußte wohl seine Aufmerksamkeit anderen Dingen zugewendet haben, denn das vorschriftsmäßige Klingelwarnungszeichen ettönte nicht, und es wäre zweifellos zu einer bedenklichen Karambolage mit dem Stahlroßlenker gekommen, wenn es diesem nicht noch celungen wäre, im kritischen Momente sein Gefährt zum Stehen zu dringen. Verdutzt und sprachlos standen sich einen Augenblick beide Parteien gegenüber. Aber schnell gefaßt machte der Arbeiter alsbald in folgenden Sätzen seinem Unmuthe in gemüthvoller Weise Lust:„Na, Ihr Slrampelbrüder," rief er laut dem Spottsman aus der Beuthstraße zu,„Zhr fahtt wohl noch das Blaue vom Himmel herunter! Hätten Sie mich überfahren, dann hätte ich Ihnen Eene runtergewischt, die sich gewaschen hätte!— Die drohende Handbewegung des also Sprechenden legte dem„Strampelbruder" augenscheinlich die Vermuthung nahe, daß elfterer noch nachträglich seine Drohung ausführen könnte, denn schleunigst setzte er seine Maschine wieder in Be- wegung und raste davon,— zu seinem Glucke, denn schon nahte ein Diener des Gesetzes in Gestalt eines SebutzmanneS, um sich den„Strampelbruder" zu„kaufen". Wer aber sollte dem nach- laufen?— Es ist nachgerade eine unverkennbare Thatsache, daß gerade die„Strampelbrüder", d. h. diejenigen Radfahrer es sind, welche, völlig ungeübt, nur stunden- und leihweise dem Radsport, und zwar am tollsten, huldigen, die meisten Unfälle verschulden und somit thatsächlich zu einer Sttaßenplage wer- den. Gegen ein vernunftgemäßes Radfahren wird niemand etwas einzuwenden haben und wird auch durch dasselbe niemand delauw�werdew„Urberlttiet" erzählt das„Kl. Journal" folgendes Dtebesgeschichlcben:„Der in der Christinen- strape 137 wohnhafte Schlächter Eduard Kiontke vermißte in letzter Zeit täglich aus seinem Geschäftslokal eine größere Quantttät Flcischwaarcn, ohne daß weder er noch seine Ehettau sich den Verbleib derselben zu erklären vermochten. Der Um- stand daß regelmäßig in der Dämmerstunde eine alte Frau in Begleitung eines etwa zehnjährigen Mädchens erschien, erregte den Verdacht gegen die bezeichneten Personen. Als nun am Sonnabend Abend die Verdächtigen abermals den Laden betraten, verließ der Meister denselben durch eine Hinterthür, um die Eingetretenen von der Straße aus zu beobachten, während seine Gattin die Bedienung übernahm. Nun gewahrte Herr K., wie das junge Mädchen einen geeigneten Moment de- nutzte, um mit großer Geschicklichkeit vom Verkaufs- tisch einen halben Schinken und außerdem ein ca. 2 Kilogramm schweres Stück Fleisch verschwinden zu lassen und der alten Frau zuzustecken, welch' letztere die entwendeten Maaren schleunigst unter ihrem Kleide, in emer sogenannten Diebcsfuhre", verschwinden ließ. Nach diesen Wahrnehmungen erbat sich der Meister die Hilfe eines des Weges kommenden Schutzmannes und es erfolgte die Verhaftung beider Personen. Aus dem Wege zur Wache versuchte vre alte Frau das„Ver- doraene" von sich zu werfen; diese Manipulation wurde indessen von dem Beamten verettelt, und beide Personen zur Wache dstbiwKmölwe SchV?ekognos,itte."- Wie d�„Allgemstnen Äf. Christinenstraße nicht; die Straße zählt nnr 41 Häuser! Dem- nach scheint die ganze Diedesgeschrchte auf Erfindung zu be- ruhen. Reber Vergiftung durch Genuß nun Kalbsbraten wird der„Allg. Fleischer-Ztg." aus Hamburg berichtet. In den letzten Tagen des vorigen Atonats, am 28. Juli, kaufte die ver- wutwete Frau Droste bei einem Hamburger Schlächter einen Kalbsbraten und aß an demselben und dem nächsten Tage mit I mehreren Personen von dem Braten. Am 30. Juli wurde der Rest des Bratens auf eine irdene Schüssel gelegt und so in den Eisschrank gestellt. Die Köchin und das Dienstmädchen aßen später von dem Fleische und erkrankten alsbald. Besonders besorgnißerregend war der Zustand der Köchin. die auf Veranlassung des Hausarztes ins Krankenhaus geschafft wurde. An Stelle dieser Köchin engagitte Frau Droste nun zur Aushilfe eine Frau; diese, mit dem Vorfall wohl un» bekannt, gab einen Theil des Bratens ihrer Familie und den Rest einer im Keller wohnenden Schuhmacherfamilie. Die Schuhmacheistau kochte von dem Fleisch eine Suppe, nach deren Genuß die Frau, sowie ihr Mann und ihr kleiner Knabe sofort erkransten. Ter Zustand der Frau verschlimmette sich bedenklich und vor acht Tagen, am vorigen Sonntag ist die Frau ge- storben. Auch in der Familie der zur Aushilfe engagirten Frau erkrankte der sechszehnjährige Sohn und ein zum Besuch an- wesender Tapeziergehilfe, der von dem Fleisch mit gegessen hatte; glücklicherweise befinden sich die Erkransten, welche am Fleisch einen Bleigeschmack wahrgenommen haben wollen, außer Lebens- gefahr. Einige Reste des Kalbsbratens wurden nun von der Medizinalbehörde untersucht; das Ergebniß dieser Unter« suchung sowie die Sektion der Leiche wird hoffentlich klar stellen, worauf diese so bedauerlichen Unglücksfälle zurückzu- führen find. Im Dienste verunglückt ist gestern ein Schaffner, der den von hier um 6 Uhr 10 Minuten früh abgelassenen Sonder- zug nach Dresden begleitete. Kurz hinter Elsterwerda, in der neunten Vormittagsstunde, wollte er während der Fahrt an der Zugleine etwas in Ordnung bringen und stieß dabei, während er über die Wagen eiste, mit dem Kopf gegen eine Bahnüber- führung. Der schwere Fall des Körpers auf die Plattform des Wagens und das an den Wagen herabfließende Blut machte Fahrgäste auf den Unglücksfall aufmerstam, sie zogen die Roth- leine und brachten so den Zug zum Stehen. Der Verunglückte wurde mit zerschmettertem Schädel als Leiche auf dem Wagen vorgefunden. Er war in Dresden wohnhast und verheirathet Gin Ginbrnchsdiebstahl ist am Sonntag Nachmittag in der Alten Schönhauserstraße 45 verübt worden. Dort be- wohnt ein Fräulein Sch. die vierte Etage; am Sonntag Nach- mittag war dieselbe mit Verwandten ausgegangen und kehrte erst spät Abends nach Hause zurück; zu ihrem Schrecken gewahrte sie aber die Thür zu ihrer Wohnung erbrochen, und, in das Zimmer eintretend, fand sie dasselbe völlig ausgeraubt. Alles. was nicht niet- und nagelfest war, hatten die Einbrecher mir- genommen, und nur die Möbel waren zurückgeblieben. In hilflosem In stände und unfähig zu sprechen wurde gestern Vormittags in der Oranienburgerstraße vor dem Hause Nr. 48'49 ein ungefähr 30 Jahre alter, dem Ardeiterstande an- gehörender Mann aufgefunden und mittelst Krankenwagens irr die Cdaritee eingeliefert. Einen Selbstmordversuch machte Sonnabend Abend die Höchstestraße wohnhafte Arbeiterin Betty F. Sie wollte sich mittelst eines Brotmessers die Pulsader aufschneiden. Glück- licherweise ist ihr dies nicht recht gelungen, lieber die Gründe. welche sie zum Selbstmord trieben, verweigert sie beharrlich jede Auskunft. Die F. fand in der Charttee Aufnahme. Der Schornsteinfegerlehrling Hermann P.. E-saffer- straße wohnhaft, ging gestern Morgen, in Ausübung seines Berufes, über das Dach des Hauses Gipsstraße 8-9. Plötzlich brach er durch ein aus dem Dache befindliches Glassenster und 08 sich ganz erhebliche Verletzungen des rechten Beines zu. wurde zum katholischen Krankenhause transportirt. Vermißt wird seit Anfang der vorigen Mache die Ibzjährige Else Krause, genannt Frantzke, welche sich am Montag auf der Straße von ihrer den Omnibus besteigenden Mutter trennte, um die Heimkehr zu Fuß anzutreten, in ihrer Wienerstraße 9 belegenen Wohnung" aber nicht eingetroffen ist. Die Mutter vermuthet, daß der Vermißten ein Unglück zuge- stoßen ist, hält es aber nicht für ausgeschloffen, daß das für sein Alter bereits sehr stark entwickelte Mädchen entführt worden ist. Bekleidet war dasselbe mit rothbraunem Kleide, braunem Jaquet und weißem Strohhut. Kei den Asphaltirnngoarbeiten in der Adalbertstraße erlitt gestern Morgen der in ver Swinemünderstraße wohnhafte Arbeiter Julius L. eine schwere Quetschung des linken Fußts. Eine von sechs Arbeitern getragene, mit zwei Tonnen Kies de- schwelte Bohle entglitt den Händen der Träger, und fiel mit voller Wucht auf den Fuß des L. Auf Requisition des 25. Polizeireviers wurde L. in die Chantee eingeliefert. Kei dem Ueberfahren eine« Frachtkahns durch einen Dampfer auf der Oderspree am Freitag Abend find nicht, wie jetzt bekannt wird, beide Insassen des Kahns umgekommen. Der Schiffer Kotte wurde durch die Mannschaft des Dampfers gerettet und liegt zur Zeit krank in Stralau. Die ertrunkene Matte Lübcke, 21 Jahre alt, mit Kotte verwandt, ist aus Gosen, unweit Schmöckwitz; ihre Eltern besitzen dort eine Mühle. Die Leiche ist gestern Nachmittag gefunden worden. De» Selbstmordversuch eine» jungen Mädchen« von etwa 20 Jahren erregte gestern in aller Frühe großes Auf» sehen. Eine von einem Vergnügen heimkehrende Gesellschaft he merkte gegen ik Uhr an der Kottbuser Brücke eine Dame. welche in großer Erregung am Ufer des Kanals entlang lief und schließlich ins Waffer sprang. Ein herbeieilender Schutzmann und der Nachtwächter bemühten fick durch Heradreichen der Säbelkoppel vergebens, sie aus dem Waffer zu ziehen; sie wehrte sich dagegen. Einem Schiffer gelang es endlich, sie zu fassen und dem Schutzmann zu übergeben, welcher sie nach dem 54. Polizeirevier in der Reichendergerstraße brachte. Kon«inem Kunde zerfleischt wurde vorgestern Abend der Schlächtergeselle Herrmann N. Derselbe, seit kurzem bei einem Meister in der Brunnenstraße arbeitend, war damit beschäftigt. Fleisch auf einen Wagen im Hofe des Grundstücks aufzu- laden. Hierbtt kam der Geselle der Hundehütte, ich welcher sich ein großer Fleischerhund befand, zu nahe, das Thier sprang auf den R. zu und riß demselben große Stücke Fleisch aus dem Geficht heraus. Hausbewohner konnten nur mit Mühe die Bestie von dem Körper des N- losmachen. Letzterer wurde, gräßlich ent- stellt, nach dem Krankenhause Fttedrrchshain gebracht. potizeibericht. Am 11. d. M. Nachmittags wurde in einem Kouvee 2. Klasse eines von Rummelsburg nach Berlin fahrenden Ringbahnzuges eine unbekannte, etwa 28 Jahre alle Dame mit in Chloroform geträntter Watte zwischen den Zähnen in bewußtlosem Zustande vorgefunden. Dieselbe wurde wieder- zum Bewußtsein zurückgerufen, verweigerte jede Auskunft über ihre Person und Verhältnisse und wurde, da sie von den Selbst- mordgedankm nicht abzubringen war, nach der Chatttee-zur Beobacktung gebracht.- Um dieselbe Zeit schoß sich ein mit seiner Ehefrau in ernem Hotel Hierselbst vorübergehend aufhaltende: Lehre: auf seinem Zimmer mit einem Revolver in die rechte Schläfe. Anschttnend hatte er sich nicht lebensgefährlich verletzt und wurde nach der Kgl. Klinik gebracht.- An demselben Tage Abends brachte sich ein Gürtler in der Wohnung seines Schwagers in der Adalbettstraße in einem Anfalle von Wahnsinn drei Messerstiche in die Bmst bei. Er wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— Am 11. d. M. Vormittags wurde der Arbeiter Meier, einen Handwagen schiebend, auf der Jannowitzbrücke von dem Pferde eines Fuhrwerks umgestoßen, Übersahren und am linken Auge und Fuße erheblich verletzt.— Um dieselbe Zeit fiel der Zimmergeselle Römer auf dem Neubau der Gemeindeschule in der Straße Nr. 53 bttm Balkenlegen aus dem I.Stock in den7w tiefer gelegenen Keller, schlug dabei auf einen eisernen, nicht mit Bohlen überdeckten Träger und erlitt eine Quetschung der Brust und mehrere Rippendrüche. Römer wurde nach dem St. Hedwigs-Krankenhause gebracht.— Nachmittags wurde ein 3 Jahre alter Knabe vor dem Grundstück Memelersttaße 36—37 infolge eigener Unvorsichtigkeit durch ein mit Sand beladeneö Arbttts-Fuhrwerk überfahren und erlitt am rechten Bein eine erhebliche Brandwunde.— Urn dieselbe Zeit verunglückte auf der Zufahrtsstraße deS Lehrter Guterbahn- Hofs der Kutscher Seiffert dadurch, daß er unvorfichtlgerroerse die Leine aus den Händen gleiten ließ und bei dem Bemuhen, dieselbe wieder zu ergreifen, von dem deladenen Rollwagen herabstürzte. Dabei wurde er derart über Bmst und Berne ge- fahren, daß er auf der Stelle verstarb.— Am 12. d. M., sruh, sprang eine Frau in selbstmörderischer Absicht vom Maybach« Ufer in den Landwehrlanal, wurde aber alsbald von einem Schiffer wieder herausgezogen.— Gegen Mittag wurde in der t iedrichstraße eine etwa 25 Jahre alte Frauensperson vom chreilrampf befallen. Sie mußte nach der Charrtee gebracht werden.— Um dieselbe Zeit wurde hinter einer Hecke der Lor- bcrg'schen Baumschule auf dem Gesundbrunnen ein etwa vrer Wochen altes nacktes Kind ausgesetzt vorgefunden und, da es sehr schwach war, zunächst einer in der Nähe wohnenden Frau in Pflege gegeben.— Um dieselbe Zeit gerieth im Lustgarten eine Frau, nach Aussage von Augenzeugen infolge ergener Unvorsichtigkeit, unter eine vorüberfahrende Droschke und wurde von derselben an beiden Füßen überfahren. Sie wurde nach der Eharitee gebracht.— Ferner wurde gegen Abend ein Brauer in der Jnvalidenstraße beim Absteigen von einem Pferdebahnwagen durch eine von dem Kutscher Straßburg geführte Equipage um« gestoßm und überfahren. Er erlitt Verletzungen am Kopf und rechten Unterschenkel und mußte mittelst Droschke nach der Cha- ritee gebracht werden.— Um dieselbe Zeit sielen die Hausdiener Kohn und Rother, während sie auf einem mit Gepäckstücken de« ladenen Geschästswagen die Friedrichstraße entlang fuhren, vom Wagen und gericthen dabei unter die Räder. Kohn erlitt Quetschungen am Arm und an den Beinen, Rother einen Bruch des rechten Unterschenkels. Sie wurden nach der Univerfitäts» llinik gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde in der Friedrickstraße eine Blumenhändlerin durch ein von dem Buchhändler Spaller benutztes Dreirad umgestoßen, anscheinend jedoch nicht weiter »erletzt.— Abends gegen 11 Uhr wurde der 66 Jahre alte Knopfmacher Watschel auf der Treppe des von ihm bewohnten Hauses Kleine Kurstraße 11/12 todt aufgefunden. Ein herbei- gerufener Arzt stellte Schlagfluß als Todesursache fest. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— Um dieselbe Zell fand Große Hamburgerstraße Nr. 2 ein unbedeutendes Feuer statt. Es brannten Möbel und Bettm in einer Keller« wohmmg._ Keriwer Theater. Adolf Ernst-Theater. Die drei Grazien nennt sich die neueste Leistung, m't der in dem in„Adolf-Ernst-Theater" umgetauften Louisen- städtischen Theater ein weiterer Schritt zur ferneren Verdummung des Berliner Philisteriums unternommen wurde. Wir wiffen sehr wohl, daß beutzutage eine gewiffe Dosis ron Humor dazu gehört, um die Unbilden des modernen Lebens l inigcrmaßen ertragen zu können, und wir wissen ebensowohl, daß nicht alle Witze,, die überhaupt gerissen werden, gleich gut sein können. In diesem Gedanken und in durchaus wohl' wollender Abficht waren wir in den Kunsttemvel der Dresdener Straße gekommen, aber von Szene zu Szene steigerte sich unsere Entrüstung: es gehört in der That mehr wie Unverschämtheit dazu, gesunden und urtheilsfähigcn Leuten ein derartiges Sammelsurium der abgestandensten Kalauer vorzusetzen. Wir halten es nicht für nöthig, auf den Inhalt dieser söge- nannten Äesangspoffe einzugehen; die Gliederverrenkungen des Herrn Ernst, dessen Bewunderer in verschiedenen Blättern be- reits wieder die Lobposaune blasen, haben schwerlich Anspruch darauf, einer ernsthaften Würdigung unterzogen zu werden. Der motte Abglanz des Direktor Thomas, ohne Stimme, ohne Feuer, mit gequält jugendlichen Allüren— wahrhaftig, das ist ja nur noch das Zerrbild eines Schauspielers. Aehnlich verhält es sich mit dem weiblichen Stern dieses Kunsttenipels— was früher ein recht �niedliches Mädchen" war. ist heute eine dicke Person geworden, die ibr Korset zu sprengen droht. Die Herren Ticlschcr und Schmidt schufen dagegen, ttotz der Regie und des Verfassers, ein Paar prächtige Kabinetsstücke, die uns einigermaßen für den verlorenen Abend entschädigten. Im Uebrigcn sah man nur Märsche, Gruppirungen immer mit dem unvermeidlichen Direktor Ernst an der Spitze, der in tlownhaften Spähen allerdings Erkleckliches leistete. Trotz der Prophezeiungen der Presse wagen wir es sehr zu bezweifeln, daß„Die drei Grazien" eins dem Ernst'schen„Zugstücke" werden, man müßte sonst in der That an dem gesunden Menschenverstand der Berliner verzweifeln. K« Estend Theater findet am Frettag, den 17. August, eine Extravorstelluna statt, und zwar zum Benefiz für den tangjahrigen Komiker und Regif _... gisseur Heim Hugo Hummel. Zur Aufführung kommt die lustige Poste„Die Einquar- t i r u n g Wir wünschen dem Bcncfizianten ein recht volles Haus. Zchweizergarten. Durch die verschiedenartigsten Schluß- «ffekte ihrer Dienstag-Feuerwerke suchen die Pyrotechniker des obengenannten Etablissements das Publikumlimmer von neuem zum Besuch zu veranlassen. Vor und nach dem heutigen Feuerwerk findet das Auftreten der engagirten Spezialitäten in ibren Hauptnummem statt; auch wird das Theaterpersonal durch Aufführung verschiedener Possen und Singspiele für das Amüse- ment des Publikums Sorge tragen. Zum Schluß, wird die Posser, pantomime„Berliner Sommerveranügcn", dargestellt vom ganzen Personal, ausgeführt werden. Im hinteren Theil des Gartens find Volksbelustigungen aller Art, so u. a. Fahrten mit der rleltrischen Eisenbahn und findet im neuerbauten großen Saale bis 2 Uhr Nachts Ball statt. Abends elektrische Beleuchtung des ganzen Etablissements. In den mit Plakaten versehenen .twidlungcn find vorher Billets zum ermäßigten Preise von 50 Pf. zu haben._ Gerichts-Zeitnng. Megeu Uebertretung der Apothrker-Grdunng hatte fich gestern der Apothekenbefiyer K vor dem hiesigen Schöffen« gerichte zu verantworten. Der in Amerika approbirte Arzt Dr. Halfpaß hatte dem Kinde eines seiner Kunden eine Arznei verschrieben, in welcher sich eine starke Dosis Morphium befand. Das Rezept zu dieser Medizin hatte H. nicht mit seinem Namen, sondern mit einem unleserlichen Gekritzel unterschrieben, trotzdem war die Medizin in der Apotheke des Angeklagten angefertigt worden. Der Amtsanwalt beantragte mrt Ruckficht auf die hohe Gefahr, welche unter Umständen aus einem derattigen Ausführen von Rezepten Unbefugter entstehen kann, eine Geld« strafe von 150 M. Der Gerichtshof erkannte aber nur auf 30 M. Gelbbuße. Der P ersuch, die Nolle ei««» Kriminalbeamte« zu spiele«, ist dem„Ardetter" Johann Fran, Lehmann sehr schlecht bekommen, denn er zog fich dadurch eine Anklage wegen Be« lridigung und Freiheitsberaubung zu, die gestern vor der ersten Feriensttaskammer des Landgerichts I wider ihn verhandelt wurde. Lehmann befand fick eines Sonntag Abends in einer Schankwittbschaft und wurde Ohrenzeuge, als der Wirth einigen bekannten Gästen erzählte, er habe soeben seine Dienstmagd auf einem Diebstahl ertappt und sie deshalb fortgejagt. Eigent« l>ch habe er fich übereilt, denn er habe verabsäumt, idre Sachen durchsuchen zu lassen, fie könne viel gestohlenes Gut zum Hause herausgeschleppt haben. Lehmann erhob fich, zahlte und ging: ihm war eine„große Idee" gekommen. Da er selbst bereits zwei Diebstahlstrafen hinter fich hatte, so wußte ,r, wie die Beamten den Thäter entdeckt und überfuhrt hatten, jetzt wollte er die„Erfahrung" vcrwertden und sein„krimina- iistischcs Talent" erproben. Auf der Straße bemerkte er, daß zwei Mädchen eifrig mit einander sprachen und sofott folgerte er, daß die eine die„Diebin" und die andere eine„Hehlenn Verantwortlicher Redakteur: sein müsse. Während das eine Mädchen fich in ein Haus de- gab, ging das andere die Straße hinunter. Lehmann folgte und die erschreckte Person plötzlich an den Arm fassend, erklärte er, daß fie ihm zur Wache folgen müsse. Auf Erörterungen ließ er fich garnicht ein, sondern als ein Schutzmannfdes Weges kam, erklärte er diesem schlankweg, das Mädchen müsse verhaftet werden, weil es mit einer notorischen Diebin in engster Verbindung stände. Der Beamte nahm beide mit zur Wache und hier wiederholte Lehmann seine Beschuldigung. Nachdem man die Persönlichkeit der„Verdächtigten" festgestellt hatte, ergab fich, daß dieselbe eine völlig unbescholtene Person war, an der auch nicht der Schatten eines Verdachts haften blieb, und die bestritt, daß fie über- Haupt an jenem Abende mit einer weiblichen Person auf der Straße gesprochen habe. Anstatt ihrer behielt man nun den „schneidigen und scharffinnigen Kriminalbeamten" auf der Wache. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten für beide Vergehen eine Gesammtstrafte von 6 Monaten, der Gerichtshof sah aber die Beleidigung und Freiheitsberaubung als eine Handlung an und erkannte auf vier Monate Geiängniß. Die Zlestauratrure laste« öfter polizeibeamt» llerbeihole«, um ihren Schutz gegen unliebsame Gäste in Anspruch zu nehmen. Gestern kam ein umgekehrter Fall bei der 87. Abtheilung des Schöffengerichts vor. Der Restaurateur Bestvater befand fich wegen Widerstands gegen die Staats- gewalt und wegen eines schweren thätlichen Angriffs auf einen Beamten bei Ausübung seines Berufes auf der Anklagebank. Am 15. Februar kam es in dem an der Kottbuscr Brücke be« legenen Lokal des Angeklagten zwischen einigen Gästen zu einer Schlägerei. Die unterliegende Partei holte einen Schutzmann und bat diesen, die Persönlichkeiten der angeblichen Friedens- störer festzustellen, weil dieselben gerichtlich zur Verantwortung ge« zogen werden sollten. Der Schutzmann kam dem Wunsche nach, er begab fich in das Lokal des Angeklagten und ersuchte die ihm bezeichneten Personen, ihm für kurze Zeit nach der Wache zu folgen. Diese schickten fich an, ohne Widerrede Folge zu leisten, als plötzlich der Angeklagte zwischen fie und den Schutzmann trat und dem letzteren erklärte, daß er in seinem Lokale über« Haupt nickts zu sagen habe und dasselbe sofort verlassen solle, wenn er fich nicht eine Anklage wegen Hausfriedensbruchs zu- ziehen wolle. Der Schutzmann war einigermaßen erstaunt über diese Anficht des Wittges; er wies ihn energisch zurück und wiederholte seine Aufforderung an die zu fistirenden Personen. Der Angeklagte ergriff nun den Schutzmann, um ihn zur Thür hinauszuschieben, erhielt von dem Beamten aber einen so starken Stoß, daß er beinahe zu Falle gekommen wäre. Wieder wandte fich der Schutzmann den Gästen zu, erhielt aber im nächsten Augenblick hinterrücks einen wuchtigen Schlag gegen den Kopf. Der Angeklagte hatte mit einem Seidel nach ihm geworfen. Trotzdem der Helm den Beamten geschützt hatte, hatte der Betroffene doch eine so schwere Verwundung erhalten, daß er vierzehn Tage bettlägerig gewesen. Der Angeklagte verttat auch im Termine die Anschauung, es habe in seinem Lokale Niemand etwas zu befehlen, wie cr allein, und selbst die Beamten müßten ihm Folge teistcn. Der Staats« anwalt wollte beide Vergehen mit einer Gesammtstrafe von acht Monaten Gefängniß geahndet wissen. Der Gerichtshof erkannte aber mit Rückficht auf die bishettge Unbescholtenheit des An- geklagten nur auf drei Monate Gefängniß. Eine ziemlich»eraltetr polizriverordu««g, gegen welche noch häufig genug gefehlt wird, verbietet das Äufbe- wahren von Leitern auf den Grundstücken und in unange« schloffenem Zustande. Der offenbare Zweck dieser Verordnung, einigen Schutz gegen das Eindttnaen von Spitzbuben zu ge- währen, wird bekanntlich heut zu Tage nicht mehr erfüllt, denn leider find die Hilfsmittel, deren fich die Einbrecher bedienen, in letzter Zeit so erstaunlich„kunstqerechie" aeworven, daß die Einbrecher jetzt auf ganz andere Weise in Vre Häuser und die Wohnungen gelangen, als mit Hilfe nicht angeschlossener Leitern. Trotzdem aber diese Polizeiverordnung durch die natürliche Entt Wickelung der Dinge weit überholt ist, besteht dieselbe doch noch zu Recht und das Schöffengericht ist in letzter Zeit mehrfach in die Lage gekommen, die Einspräche der auf Grund der be« treffenden Bestimmung durch polizeiliche Strafmandate betroffe- nen Personen zurückweisen zu müssen. Da die angedrohte Sttafe— 15 M. event. 8 Tage Haft— ziemlich hoch ist, so ist entschieden anzurvtben, das Bestehen dieser Poliz«' zeiverordnung nicht unbeachtet zu lassen. Im Arrest z« Tode gemartert. Pest, 11. August. Der Gerichtshof in Mittoviy verbandilte am 8. d. M. einen haarsträubenden Fall behördlicher Grausamkeit. Einem gewissen Stefan Philoppovacz in Erdevik wurden vor einiger Zett ein Paar Pferde gestohlen. Der bekannte Pferdedieb Jasa Milic aus Kuzmira wurde noch an demselben Tage verhaftet. Milic wollte die That nicht eingestehen und bekannte erst nach qaal- vollen Mattem, daß die gestohlenen Pferde fich bei einem ge- wissen Relic in Sid befinden. Daraufhin begab fich der Bür- germeister Bogojevic mit mehreren Panduren nach Sid, wo es fich herausstellte, daß der bezichtigte Relic ein blinder und lahmer Greis sei, der von dem Diebstahle nicht einmal eine Ahnung hatte. Tags darauf wurde Milic im Arrestlokale todt aufgefunden. Die Aerzte konstatitten, daß ihm dreizehn Rippen durch Fußtritte gebrochen waren und daß er infolge der er- littenen schweren Verletzungen gestorben sei. Der angeklagte Bürgermeister Bogojevic wälzt jede Schuld von fich ab und er- llärt, bei der Mißhandlung des Ermordeten nicht zugegen ge- wesen zu sein. Anderseits bezeugen die Panduren. daß Äogojeoic dem Ermordeten selbst vie Ketten an die Füße anlegte und befahl, ihm auch die Hände zu fesseln. Hierauf habe der Bürgermeister die Panduren entfernt und habe die Tottur allein fottgesetzt, bis Milic den Geist aushauchte. Die Panduren leugnen jede Mitschuld und bezeichnen zwei bis jetzt nicht angeklagte Pan- duren als Schuldige. Da die Untersuchung auch auf diese beiden Panduren ausgedehnt werden soll, mußte die Schlußver» Handlung vertagt werden. Pereine und Nersamml«»se». Neeeinigung der Drechsler Deutschland«. Tie Orts' Verwaltung„Berlin III", welche am 12. August in Sägcr's Lokal. Gruner Weg 29, tagte, eröffnete mit dieser Versammlung eine Reihe von wissenschaftlichen Vorlesungen über die„Ar bester« frage, ihre Bedeutung für Gegenwatt und Zukunft", von Prof. Fttedrich Albett Lange.„Ter Kampf um das Dasein", worüber der Vorfitzende der Ortsvcrwaltung referirte, bildete die Ein- leitung zu dn Sache selbst. Die fich daran anschließende Tis- kusfion resp. Fragenbeantwortung mußte leider seitens des Vor fitzenden bereits bei den Ausführungen l'"~' »nfUhi.*____iJ.i Vi. des ersten Redners, Hrn. Bader, tnhibirt werden, um nicht vre Versammlung dem Schicksal einer polizeilichen Auflösung entgegenzuführen. Die Ottsver- waltung ist bemuht, durch Veranlassung der Besprechung obigen Thema's das Urtheil ihrer Mitglieder über die Frage selbst wachzurufen. Hierzu eigene fich besonders jene wissenschaftliche Ardert von Fttedrich Albett Lange über„Die Arbeiterfrage' welche jene so wichtige Frage erläutert. Unter„Gewerkschaft- lrches" wurde � die Msttheilung gemacht, daß die Kollegen in Hamburg am 3. September d. I. in ttncn Generalstreik eintreten werden, wenn bis zu diesem Tage die dort aufgestellte Forde- rung von 21 M. Ärdtttslohn pro Woche, bei täglich zehn- stunviger �b-rtszert. nickt in allen Werkstätten sollte bewilliot sem. Nach einer kurzen Diskusfion, in welcher allsttts die Be- rechtrgung dieser Forderung anerkannt wurde, wurde die Aus- BigBI erttchtet ist, wurde den Berliner Gewerkskollegen.zur«jj ■ Ti Benutzung empfohlen.� Zu dem am 18. August �im Ko> Sanssouci, Kottbuscrsttaße 4», stattfindenden anstaltct von der Ortsvcrwaltung Berlin 11, forderte«r- fitzende die Mstglieder zu zahlreichem Besuche auf. Die r- Versammlung findet am Sonntag, den 26. August, im des Herrn Säger, Grüner Weg 29, statt. Perbaud deutscher Zimmerleute, Lokalverband N Zentrum. Versammlung heute, Dienstag, Abends 8iW „Neuen Klubhaus", Kommandantenstraße 72.## nung: 1. Zweck und Ziele des Verbandes. 2. W den es und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. RiW. glicder werden aufgenommen.— Der Lokalverband«c Süd hält am Donnerstag, den 16. August,, 8 Uhr in den„Jndustttehallen", Marian ncnslr� kleine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag über:/ Entstehung der Innungen, ihre Glanzzeit und Verfall d« Jetztzeit." 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste habe» tritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. � Geffentliche Schneiderversammlung heute, Dim Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Aste P straße 37. Tagesordnung: Bettchtei stattung des D(% Herm A. Täterow über die Verhandlungen des kongreffes in Erfurt. Freie Diskusfion. Alle Schneider fa» find bierzu eingeladen., t Vereinigung der deutschen Waler, Kackirer,{ streiche« und verw. Berufsaenoffen Filiale Berlin.' sammlung heute, Dienstag, Abends 8% Uhr, bei De#. Alte Jakobstraße 48 a. Tagesordnung: 1. Pflichten und]»!, der Mitglieder.(Referent: Herr Schweitzer.) 2. Fachst gelegenheiten. 3. Verschiedenes.. i Die»am Verein der Sattier arrangirte DmM% fand nicht, wie annonzirt, am 12, sondern findet am 19." statt Kleine Mittheilungen.. Görlitz, 11. August.(Aufhebung des Schulgelv�p Stadtverordneten beschlossen� nach Befürwortung durchs geordneten o. Schenckendorff, Lüders und Halberstadt, dem Magisttat, die vollständige Aushebung des Schuli den Gemeinden. Dieser Beschluß ist für viele schlefische städte maßgebend. Kellova, 11. August. Die beiden von Räubern genommenen Oesterrttcher Ländler und Binder find, Uhr Mittags hier rviedh >r. 19( kurz berichtet wurde, gestern um 1 Uhr Mittags hier gelangt. Der italienische AttachS Kapitän Cugia bat M holt. Sie kamen gefühtt von Cugia und unter � militärischer Eskorte, welche über Auftrag der bulgattslb�i, gierung beigestellt worden war. Das Lösegeld wurde Boten Mittwoch Abends 8 Uhr auf dm von den BttgaN� zeichneten Platz gebracht. Es war der Lagerplatz der zwei Stunden jmsetts der Grenze, auf makedonische« Bis Ntitlernacht mußten die Boten noch warten, dann erfl die Räuber und nahmen die Zahlung entgegen. Hie«« den Ländler und Binder endlich freigelassen. hauptungen, daß die Räuber politische Flüchtlinge seien, funven. Der einzige Zweck der Räuder war nur rauben. Die Bande ist dieselbe, welche Ländler bereits voriges Jahr verfolgt und gefangen Haus, die, trotz der gegenthefligen behördlichen Verfichcrungen, I immer unbehelligt in der Nähe von Bellova blieb. Die nisation, der Wachdienst, die Marschdisziplin, kurz, die Führung der Räub.w ist eine ganz militärisch:. Sie finL mit Mattinigewchren bewaffnet, mit 150 Patronen per i» Die Gefangenen waren seit Beginn ihrer GefangcnW Kunden, vom ersten bis zum letzten Augenblii»; fie trogen tiefen Spuren davon und werden fie nicht sobald verli�, Die Affäre von Bellova hat übrigens in einem deutM?,� genieur, der durch bulgarische Räuber zum Krüppel f jV wurde und bisher vergebens Ersatzansprüche stellte, n�|; nungcn geweckt. Der Ingenieur Heinrich Palm ersuchte in einem aus München datirten Brief den Herrn Dr. y|i um seine Intervention. Palm war seit dem Job-e/[) bei der Orientalischen Eisenbahngesellschaft bedienw] f befand fich in Vesova auf der Strecke Rustschuk-Var»� September des Jahres 1883 wurde er von bulg" Räubern überfallen: man raubte ihm Gegenstände i« von 900 M. und verletzte ihn auf der linken Schulter. ,, daß cr für immer invalid wurde. Palm, der seine&V j geben mußte, wendete fich mit Ersatzansprüchen an d>c � IC I »ly m 3 tische Regierung; diese ettlärte ihm, daß die Orientalische� bahngesellschast für den Schaden haftbar sei; die Bahn ihrerseits lehnte gleichfalls jede Verpflichtung aj*,.L« fick Palm gezwungen sah, das Auswärtige Amt in bahngesellschast für den Schaden deffen Intervention anzugehen. Dieses erklätte fich hieri�j' erwirkte jedoch dem Ingenieur blos eine einmalige« stützung" von 400 M. durch die Orientalische Eisenba«, schaff. Palm erklärte, diesen Betrag nicht als Entsch�A für den Verlust seiner Gesundheit und seiner Stellung zu können und will nunmehr die öilfe der Gerichte in-n nehmen. Trirst, 12. ist August. Der Lloyddamfer„Flora Nachmittag aus Konstantinopel hier eingetroffen..J» Koustantinop l, 12. August.(Schiffezusa«"� Heute Vormittag fand im Bosporus ein Zusammenstoß« iS dem nach Odessa fahrenden Dampfer� der rusfiickenß� M Flotte„Kostroma" und dem von Galatz kommendes. y dampfer„Mars" statt. Letzterer wurde an Backvord n � schine stark beschädigt und strandete bei Jeniloei. Hinterihell des Schiffes ist unter Waffer. Der „Kostroma" ist nur unbedeutend deschädigt. Telegraph is.jr Depesche� . Der !« •«ine« h Henbes! �aser t, Schafe zu �chen. 5 ptttatstnai Meinr %* Ge Aber il wir r Meie Bt Vremierm Lord -ich von Stiebe stacht zu »aunen, Politik a< u«b ihn Mtit in > Flotl Erbringe Witt Wolsfls Telearavben-Bureau.) »ureau., m„.j« London, Montag, 13. August. Der von M#>»/ die„Times" angestrengte Verleumdungsprozeß wird o«� zur Verhandlung kommen; der Kläger hat eine Enu) von 50000 Pfd. Sterling verlangt.... m London, Montag, 13. Aug. Dem„Reuter'uben� M~«Ä wird aus Pietermaritzdurg unter dem heutigen Dalu«�� Der Generalgouverneur von Natal theille der Regierung vaal mit, er beabfichtige, die Auslieferung der HäuM�I�l zulu und Undabuko, welche des Meuchelmordes beswU'�i� uwe uc» sncuajuinuiuts) VVI„r formell zu beantragen. Die Regierung von Transva«' fie habe schon Schritte gethan, um diese Häuptling waffnen und nöthigenfalls zu verhasten. KmfKaste« der Kedaktio�'� Bd«nfraflcn bitten mir Me«boimenieitlb-Oaittunj beilwfW'.«1 antra ort wird nicht ertbeilt mSP Zigarrenmacher in Verde«. Ob eine Dmte oder mit Bleistist geschrieben ist. bleibt völlig/% Zweifelhaft ist es Nnoenen. ob auch der blast,, If Zweifelhaft ist es dagegen, od auch der-/ oder Namensstempel an Stelle der Untetj®'i Wenn in diesem Falle der Nachweis geliefert wird, treffende Gläubiger selbst den Stempel auf die Ost.ff'' hat, so muß er den Inhalt der letzteren. �/ gelten lassen: ohne einen solchen Beweis 11 p, Quittung keine Giltigkeit. Stets aber wenn keine oder doch keine gillige Quittung ist. Beweis dafür angetreten werden, daß die bc q lung geleistet ist. Diese Grundsätze find auch vo« gebilligt. jchast «-..»»» ,»«-„w. Dnick um W*...... S([|i„ SW„ 2,